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Full text of "Marcus Tullius Cicero's sämmtliche reden"

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Marcus Tnllias Cicero^ 



•sämmtliche RedeiK 



Kritisch berichtiget a^nd erläutert 



von ,^ 



Reinhold Klotz. 



1« 

Erster Baud. 



Verlag von Johann Ambrosius Barth. 



Ißgtn 






VI 



Seiner Excelleuz 



Herrn ^' ' 1 



1^5 

Staateminister Dr. Hllller, 

Btttor mehrerer Ortai etc. 



am elirfavelit*v«IIer ■[•ehaelitaas 



gewidmet 



Reiuhold Klotz. 



238511 



\ f* . 



Vorrede. 



Obgleicb der Verbsser die Leser dieser Ausgabe^ 
durch wdche er die auf nns ge^ommaien Beden dei 
grössten. Sprediers der römisdieii Yorseit awar in be- 
richtigter Textesgestalt^ aber ohne kritischen Ballast nnd 
nur nut den nothwendigen Einleitungen nnd sachUdien 
Eriäatemsgen versdien, den noch immer zahhreichen Ver- 
ehrern des alten Sehriftthuma zn fibeiiiefera beabsich- 
tigte, nidit zu dner Wanderung dorch die domigen 
Fdder der höheren und niederen Kritik an seiner Hand 
einzol^tdea gedachte, indem er zn gleidierZeit eine kri- 
tisdie Bearbeitung der Schriften Cicero's in latcuiischer 
Sprache erscheinen lassen wollte; so nfithiget ihn doch 
der glücklidie Umstand, dass er noch mehrere IfiUsmit- 
td zur Beriditigung des Textes zu erwarten berechtiget 
ward, nnd deshalb noch einige Zeit die letztere vorzu- 
bereiten beschless, dies devohngeachtet wl thnn, und 
in dieser Vorrede, um Idcht me^hen Missverstind- 
nissen vorzubeugen, die Grundsatze sdnes kritischen Ver- 
fahrens 80 kurz und Umdig, als ihm möglich, wseinan- 
der zu setzen. 

Um dies zu erreichen, will er nidit etwa die Auf- 
gabe der kritischen Knnst an sidi zu bestimmen sncbra, 
sondern gleidi lieber die ihn Idtenden Grundsätze an 
Stellen, welche er ans dieser erstm Sammhnig von Be- 
den nadi der Beihe vorzuführen gedenkt, darlegen. 

Vor Allem bemerkt er aber, dass die Ordnung der 
Beden in diesem Bande eine mehr zuf&lKge ist, da er 
anbngs nur dne Auswahl d^ Ciceronisdien Beden zu 



vVi y r r e a e. 

geben gedachte, aber spater von dem Herrn Verleger 
veranlasst ward, seinen Plan auch auf die äbrigen Re- 
den mit auszudehnen. Diese Anordnung wird also we- 
der in der lateinischen Ausgabe beobachtet, noch, falls 
diese Ausgabe eine neue Auflage zu erleben das Glück 
haben sollte, beibehalten werden. Bei der kritischen 
Erörterung wird der Herausgeber hier so viel als mög- 
lich die Nennung der Nataen deir Oitizehien Kritiker ver- 
meiden, da es am Ende ziemlich gleichgiltig ist, wo das 
Falsche noch zuletzt Schutz fand, wenn es nur von uns 
beseitiget wird, und er glaubt auch, vorzuglich bei die- 
ser Ausgabe, Cicero's ih der Rede fät Otu P^mpeiui^ 
Oberbefehl Cnp. 18. $. 37. iü lihalicher Absicht auf- 
gestelitem Grundsätze baldigen «n rnnssen, der dort 
also famt^: ege mdem nomme nembMm: qua re iraeci 
Mtfe' nemo patestnm qtd ätUe de ee volaerit confiterL 

Nicht Tadel-*- oder Aenderungssocht bestiinunten Um, 
an 80 vielen Stellen, wie die kurzen Anmediimgen unter 
dem Teite angeben, in dieser Ausgabe von seinem wac- 
keren und «hrenwerthen Viurgänger abzuweichM, son- 
dern nur die bessere Emsicht in den meisten Fällen, in 
wenigen allein die besser beglaubigten dipkvmatisdien 
Zeugnisse, die ar genaiw in seiner kntisclien Ausgabe 
hervorzdiebcn gedenkt, leiteteb seiae Sdiritte. 

^ Wir werden also Uer vorisäglich von den Stellen za 
sprechen haben, wo unsere Vorgänger enifweder offenbar 
Fehlerhaftes äfoersahen, oder doch nach miserer Einsicht 
ninder Gutes beflbeMeken, und uns bemühen, bei unserer 
Auswahl von kritisdi zu beiumdelnden Stellen nicht nur 
Jedermaan verstJnaidliche , sondern auch allgemein in- 
teressante Puncto hervorzuheben und hoflten aof diese 
Weise die giewiss oft onverdienlen Schmähmigen der 
kritischen Kmist auch in den Augen dar sieht zünftigen 
PhiMogen zu entkräften. 

Wir geben nur Einzelnes statt vielfacber Beweis^ 
fuhrnngen. 

In der Rede fär A. Oaeeirta kebt Cieerd Cap« 9. 
$. 7. den Rechtsgnmdsatz hervor, dass je schimpf- 
lieber ein Vergehen sei^ es uii so schärfe nnd schien-» 



Verredei vi|i 

i^lger bestraft werden mftsse^ und beginnt nm %n kla- 
gen, dass es bei dem jetst Statt findenden Aeehtshandel 
umgekehrt sei. Da auf die letzten Worte das Meiste 
ankommt, muss ntm anch der Redner diese ganz^ deut- 
lieh hinstellen; ^eich wohl hdsst es in den gewöhnli- 
cfaen Ausgaben nur: at ea, in qua exiituntatkmk peri^ 
etdum etty tardUstime tu^Ucaluty hier ist das Pronomen 
eä deshalb £risch gesetzt, weil dadurch nicht imf den 
jetzt vorliegenden Fall hingewiesen, sondern nur im All-- 
gemdnen gesagt wird: aber über einen solehen FaU, 
tro der Rnf tmf dem Sptek $tehty urtheät man «eftf 
langsam y was keinen Gontrast zu dem Vorhergehenden 
bflden kann nndfolgficb &Isehist Hier tneten jedoch die bes- 
seren Handschriften das Richtigere. Der Turiner Pa- 
limpsestus gibt die Worte: €iddee(idemhacguiaexiiiimatio^ 
üb; hier wollte der, welcher die Puncto Aber de und 
hoc setzte, diese Wärter wieder tilgen und sonach also 
gelesen wissen: at eaden^^ quia exUUmathnU ^ wradt 
die Erfurter Handschrift fi|st gänzlich fibereinstiimnt, dSie 
bietet: at eademy quae emdbnaiknUs y wo qtsae nur mit 
iftüay wie so oft anderwärts, verwediselt worden ist; 
nnd womach zu sdireiben Vorgeschlagen ward: ateadem, 
in qua. Gleichwohl glaubten wir die Lesart der Jiessten 
Handschrift, des Turiner Palimpsestns, riditig gelesen also 
aufnehmen zu mösseh: (d de eadem hac, quia exintamalU^^ 
fü» perictUum esty tardümjme iudieatuty weil auf diese 
Weise idcht nur der in Frage stehende Reehtsftdl durch 
das Pronomen hoc bezadinender hervorgehoben witd, 
sondern anch durch Angebung des Grundes : quia exi^ 
^umaiktnU pericutam est, das Umgeke hrte ites vorKe^ 
genden Rechts&lles von dem durdi Gesetze mMl Gewohn«- 
heit geheffigten sonstigen Verfahren erst in (geineiü wah- 
ren Lichte hervortritt, und so allein die folgendin Worte: 
qui igiMr cmwentty qxme causM fuerit a4 eoMtitmn^ 
dum njididumy eandem marcnh esse äd ttkiiermtfiim? mit 
dem Vorhergehenden richtig zusammenhAngen. Durch 
solche Verändenu^n gewinnt also offenbar der richtige 
Sinn* 

Nwt rhetorisdi ge^Ul%er ist das, was wob die besäte 



-yin Vorrede, 

Handschrift in den folgenden Wortim bietet, aber doch 
mit Unrecht von unserem Vorgänger unbeachtet geblie- 
ben« Capt 3. $. 7. las man: Si quis qtwd spopandU^ 
qua in re verbo se uno obligaml, id non facU, maturo 
tudicio tine ulla religiane iudicis candenmalur ß wir 
schrieben mit der bessten Handschrift: Hi quis quodspo^ 
pondU^ qua in re verbo se obligamt uno^ ai id non 
facä etc.y io welcher Lesart zunächst das Wörtchen 
%mOy worauf hier der meiste Nachdruck gelegt wird, 
wenn es an der Endspitzie des Halbsafcses steht, seine 
gehörige Bedeutung durch die Wortstellung erhalt; so- 
dann aber auch durch die lebhafte Wiederaufnahme des 
durch die Worte: qua in re verbo seobUgavü tmOj an- 
terbrQcheaan Satzes durch unsere Lesart: si idnonfacity 
statt des schleppenden: id non fucU^ nicht nur die Rede 
an Schönheit, sondern auch der Sinn selbst anDeudich- 
keit gewinnt^ Aus denselben Gründen haben wir unten 
Cap. Stl.^ 58. geschrieben: etiam si — ut longius a verbo 
recedamuSf ab aequüaie ne tanhdum qiddem — si hau^ 
Seikos mMus fuefU elc. So heisst es bei Livius Buch 
3. Capt 49. %• 9« ^i quis vqbis hunUUwnus homa de 
vestra pißbe — qtumt, partem vebä abruptam a cetera 
populo ve^lram patrUmi pßctUiaremque fecistis — si 
qm$ ex his dämm siuam obsessam a famiia armata 
nunäaret ete^ Sollte Jemand an unserer Stelle noch 
deshalb Anstand nehi^en, das zweite si aus dem Turi<- 
ner Pidimpsestus f^ufzunehmen, weil 4er von Cicero eiih- 
gß$€|tzte Zwischensatz «icht so nm^Eingreich sei, der erin** 
nere sich, dass gerade unser Redner die leichte hingen 
wQr£^e Sprechweise, welche in den» Hunde d^r Grie^ 
chen so viel Angenelunes hat, noch am ersten erreicht 
hat, man vergK uußere Bemerkung ia den Jahrb^ 
f. PbüokmdPaedag. Bd. t9«Hft, 1, S« 61.und wer Und«} 
^iese nicht hier in Cioero's Worten, wieder? man sehe; 
Xenophon Ueber die Uaushaltußg^ Clip. 8* $<. 15^ 
olfdm d^ ay, xal h inl mg ii^ov^g aQv xal /^v c^vrog ^oq 
ifiol, fil alXoaa vyn^^^^Vi ^n9^^ o<Hi €i^ iM^HVf ov;( 
av ifiifKpov fjiol, und Matth. Devarius De Gr. Ling^ 
Partie. S. 70- unserer Ai*i?g»be, ip dere« 2^weHeip Theile 



Yorrede# ix 

melirere griediische find latemisdie Belspide folgen 
werden. 

Ein dritter Fall aus derselbra Bede Cap* 8. $• 9. 
betrifit die von uns veränderte Wortstellung^ wo man 
bisher las: qiä mU vm armatii hammUnis factam rettn^ 
qtü putet cportere etc^ aber die bessten diplomatischen 
Hilfsmittel, der Turiner PaUmpsestus und die Ecfurter 
Handschrift, die Steliang hambiibw armati$ statt arma^ 
tu funninibus bieten. Aber nicht blos aus diplomatisdien 
CSründen, sondern auch in Bädisicht auf den Ausdruck 
selbst zogen wir die WortsteUung hmmnibm ärpudU 
vor, weil diese Worte durdi die Fonad des Praetors 
sam stdienden Ausdmdce geworden mnd und nun, wenn 
nicht rhetorische Grunde es mit sich bringen, eine Ubh 
stellnng nicht wohl efteoben. Man vergliche aber Cap* 
3. $. 4. nam H nega$$ent vbn haminäna annatU ene 
facUmy unten Cap. 8. $» 93. in d»r Formd salbst: dz 

Vly BOMlNlBUa AHMAT18» So aUOh MÜMINIBUS COACTIB 

in der Formel Cap. 91* $• 59« FreiUdi konnten nun 
den Bedner rhetorische Gründe, wie Hervorhebung des 
einen Begriffes, Nothwendigkeit abzuwechseln u. Aetfß..y 
bestimmen absniweichen, und so schrieb CScero Cap« 
81. $. 91. Ztuerst der Formel gemäss: m hoc mfeiw 
di^x DB aoMiyiBue abmahis, sodann aber ans rheto^ 
risdien Gründen: ex hoc interdicto: db abmatib bomm^ 
NiBüs. So auch Cap. SS. $. 63. tum $i coaetU Ao- 
tntiifnUy wo der gleich folgende Gegensatz: quam a£ 
vohmtarü$ etc.y zeigt, warum von der gesetzlichen Stel- 
lang abgewichen ward, Cap, 13. $. 38. Eieci ego te 
armatis hominibuM etc. Cap. 11. $. 3S. viy coactU 
homnänAi et amuriis statt der Fomel: homisjbvb coa'^ 
cfiß AjmATiavBy vergleiche Cap. 91. $. 69. 69. Von 
diesen und noch anderen Umstellungen in unserer Bede in 
Beüug' auf dia^e Formel wird sich das einsichtsvoHe Ur- 
theil unserer Leser sogleidi selber Rechenschaft aUegen 
können, so wie man Cap, 3. $. 9« leicht einsehen wird^ 
dass wenigstens ein g^stMrRer Grund zu Aenderung 
der gewöhnlichen Formel nicht vorhanden war. 

Man möge entschuldigen, wemi wir noch eine kri^ 



X Vorrede.. 

ttscbe KIdnigkeit dem Leder ans demselben Paragra- 
phen auftragen^ die aber doch nach unserer Ueberzen- 
gung wesentlidi zo einer richtigen VorsleHang von dem 
römisctien Stadtaasdmdce beitragen wird« Der Redner 
föhrt nach den oben behandelten Worten fort: mU eius 
rei lenlarem aetianem nobis aüquam dematutrare pos-- 
9ä9 ffier schrieben wir leniarem statt der gewöhnli- 
chen Lesart lemorem. Wie wir^ lesen nämlich der Tu- 
riner Palimpsestos, |lie Erfiirter^ fönf Oxforder und an- 
dere Handschriften. Dagegen verweiset man auf $. 8. 
wo es in allen Handschriftoi und Ausgaben^ so viel uns 
bekannt ist^ einstimmig hdsst: PotuUtt enm teviore 
actione eanfligete etc. Gldch als wenn jene beiden Stel- 
len nicht ganz verschieden wären und nicht eben der 
von Cicero hingeworfene Einsprudi den gewandten und 
die zu errdchende Abnicht streng im Auge haltenden 
Redno' bewogen habe der ktrior aeliOy die der Gegner 
vertangte^ die lenSar actio , unter wdche Kategorie er 
auch die sdne bringt^ entgegen zu stellen. Hit anderen 
Worten ist die Sache so: Es wäre in der Person des 
Gegners thöricht gewesen zu sagen: Potuiiti enim fe- 
niore actione con/Ugere: du hätte$l können einen ge^ 
linderen Cnachsichiigeren) Rechtsweg einschlagen^ weil 
er Nachsicht da von dem Gegner gefordert hätte^ 
wo er müt Recht und Billi^eit verfangen musste; und 
so sieht man^ wie an der ersten Stelle letiore ganz 
richtig steht, was auch die diplomatischen Gründe eben 
sowohl wie die inneren schätzen. Denn es bedeutet 
nicht einen gelinderen Rechtsweg, sondern nur einen 
leicht^en, d« h« för den Gegner weniger nachtheiligen, 
ohne dass der Kläger sich irgend etwas von seinem Rechte 
dabei zh vergeben hätte, was bei leniore actione nicht 
der Fall sein würde. Dies bemerken wir gegen die, welche 
im der ersten Stelle leniore empfdden. An der zweiten 
Stelle spricht aber Cicero in seinem Namen, und behaup- 
tet, dass, wenn der Gegner eine letior actio verlangt hätte, 
nun dagegen, dass es keine lenior actio gebe, d. h. dass der 
Weg, welchen Caedna eingeschlagen, der nachsichtigste, 
gelindeste sä, und dass also dieser statt nach dem streng- 



Vorrede. x% 

8tea Bechte (nomno iurej zu procesrä'en^ sdion die 
grSsste Nachsidit an den Ti^ gelegt babe. Hier war 
aber leni&r actio der passendste Ausdmck tmd wird 
aadi von den fioaseren Zei^nissen voHkommen bestä- 
tiget. Sollte man mir bier den Binwnrf machen^ dass 
es des grossen Redners nnwärdig sei, dergleichen Wort- 
gegensitze hervorzuheben, so mässen wir dagegen be- 
merken, dass nicht einmal ein Wortspiel in unserer 
Sprache^ wie leichteres and linderes Verfahren, abge- 
schmackt sein wfirde, geschwdge denn in der lateini- 
schen Sprache, die anf dergleichen Anklänge and Wort^ 
and Sitten-Aehnlidikeiten auch hei den ernstesten Stel- 
len eine besondere SorgMt verwendete and besondere 
Ltefalichkeit darin sodite imd fand, man vergleiche die 
fleissige «id tief eingehende Abhandlung darüber von A. 
jF. Naeke im RheMichen MuMevm f. Phäol^gieu. $. w^ 
Dritten Jahrg. drittes Heft S. 8S4 — 416. So wird man 
wohl »aoch hier Cicero's soi^Itige Wahl in dem Worte aner- 
kennen und «iser kritisches Verfohren gnt heissen müssen. 
Cap. 4. $• 10. müssen wir das dreifache: ratio 
inrk et üu, de quo nuUcitim e«f , et natuta eaussae, 
But Iden Handschriften beibehalten, weQ jedes seinen 
riditigen Sinn führ sich gibt, und alles Dreies erst zo- 
sammen die zwingende Nothwendigkeit hervorbri^; 
hingegen das darch Vermothung gewonnene: ratio iuris 
etu#, de fuo iudicimn etty et rudura causmey den we- 
sentlidien Pmict, dass Caecfna nicht anders wieder zu sei-^ 
Bern Rechte komme« kann, unerwfihnt l&sst. Blan ver- 
gleiche das in den EriAaterungen Gesagte sa dieser 
Stelle. Eben so leicht vrird man in dem Folgenden ein- 
sehen, wanon wir die Wcnrtstellttng ipse muUis rebWy 
statt wadlie ipse rebtu vonsogen, dagegen Ae Worte: 
in morte sua te^tamenio dedaravit entgegen der em- 
pfohlenen Y^rmathung: in morte euo teetamento deda^ 
rueitj beibehielten, worüber ebenfalls bei Gelegenheit der 
Eitilänoig ni den Erliutemngen gesprochen worden ist; 
warum wir ferner $.11. uteretur tixofit dote ntme-- 
rata m» ichter diplomatischer Quelle, worauf auch der 
Sinn und die Assimilation uttretur wporti hindeuten, 



xn Vorrede* 

sehriebeto statt vJteretwr dote uxaris numerata; so wie 
U9um et fruohm statt tittim fructumy wie audi Cap. 7. 
$• 19. es heisst: umt enbn — eius fwjtdi et frudM^ 
und endKch $. 19. partem nuüarem bonorum statt por- 
tem bonorwiii nuiiorem^ weil bonorum dem vorhergehen-^ 
den argenti entgegengesetzt wird^ und seine Kraft ver-^ 
löre^ stände es zwischen den beiden genau zusanunen- 
bängenden Begriffen partem — maiorem eingezwängt 

Warum wir Cap. 5. $. 13. aus dem Turiner Pa- 
limpsestus^ der Erfiirter und anderen Handschriften und 
alten Ausgaben schrieben: atque etktm se ip9e inferehc^ 
atque intro dabat statt der gewöhnlichen Lesart: aique 
etiam $e ip$e inferebat atque inirudebat^ haben wir be- 
reits anderwärts dargelegt und auch in der Erläuterung 
berührt, intrudere ist kein lateinisches Wort oder we- 
QigsteBs bis jetzt noch aus keiner sicheren Stelle nach- 
gewiesen^ so häufig es auch die neueren Philologen ge- 
braucht und gewisser Bfaassen zu einem temmmt teck-- 
nicu9y wenn Jemand ohne Noth etwas m den Text 
bringt^ gemacht haben. Selbst wenn man inirudere Mos 
nach Analogie bilden wollte ^ würde man dadurch hier 
einen ff^schen Sinn gewinnen^ da man sich wohl in ein 
Haus eindrängen^ aber sich nicht wohl einstossen 
kann^ zumal die Ui'sache des Stosses £truderej nur 
von einer alleren Ki*aft ausser dem gestossenen Gegen- 
stande herkommen kann. Derselbe Fall ist es mit den 
Worten $. 14* conlriti od regiam^ die wir statt der 
vor uns allgemein beibehaltenen Lesart concäi ad r^ 
xam in ^^n Text setzten. Der Turiner Palimpsestus, 
die Erfurter Handschrift und wohl auch sechs Oxforder^ 
in welchen nach der jetzigen Angabe nur condti ad re-* 
giam stehen müsste^ haben cwJtrüi adregiam} und wenn 
diese Worte einen ganz richtigen Sinn geben zur Schil«« 
derung eines Mannes^ der £Äch vor der Basilika in 
Rechtsstreitigkeiten herumgeschlagen^ dem Worte nach, 
abgerieben hat, worüber man die Erläuterungen ver- 
gleichC; so gab die gewöhnliche Lesart einen unerträg-« 
lieben oder vielmehr hier gar keinen ^nn. Denn con^ 
ciius ad riocam^ abgesehen davon, dass Cicero hier 



Y e r r e d e. xiu 

nur die Form fOnetfofM^ Hiebt ömwUnHy eben so wenig 
wie MhiM statt tuUduSy gebraucht hat^ wärde nur einen 
bedeuten, der zum Streite angereizt worden ist^ aber 
noch keinen Streitkopf hesxidmeny worauf durch die 
Worte defensar nbnium UtigiMM hingewiesen war. 
Ebendaselbst schrieben wir: illey üUe^ quem $upra de-- 
fomUhriy nach dem Turiner Palimpsestus statt der Yid- 
gata üle, quem st^a deformacu Diese Wiederholung ist 
in riietorischer Hbisidit bekannt, man vergL Sallustius' 
Catäina Cap. 90. $. 14. en Uta, tUa, quam saepe op- 
lastUy libertM. Cicero ßr T. Ann. MOo Cap. 34. 
$• 04. tUfi equites Romani üU, üH, inquit, iui? 

Mit Uebergehung vieler Veränderungen, die in den 
bessten diplomatischen Hil&mitteln und in den Eigen- 
thumliehkeiten der Sprache oder dem Sinne der Stelle 
selbst ihre Begründung finden werden, erwähnen wir 
hier noch Cap. 6. $. 16. quati — tum quUquam fuerU 
qtci AAUaret quin emerelur Caesenmaey wo in der ge- 
wohnlichen Lesart qm dubüarit Logik und Grammatik 
gleichmässig mit Fassen getreten werden, da es entwe- 
der heissen mässte: quoii — qidsquam dl qui tum du^ 
iritarit oder quMi — tum quuquam fuerüj qui dubita^ 
rety wie die Erfurter Handschrift ausdräcklich hat, und 
wir deshalb zu schreiben kein Bedenken trugen. 

Cap; 7. $. 19. m posseniane bonorum cum es9et 
ti com ipMe iexiuknn suam nmiwn exaggerarety no-- 
mdnt heredi» arbilrum fmdUae hercücundae postulamL 
'Bier haben wir die Bede von einer aus blosser Vermu- 
-tiiung entstandenen Lesart b^eit, die noch dazu dnen 
nicht passenden Sinn gab. Man sehrieb nämlidi vor uns 
Ute statt ipscy da man die Beziehung des letzteren Pro- 
nomens nidit richtig fasste. Letzteres bezieht sidi dar- 
mtf, dass während er selbst im Besitze sich befand 
und seinen geringen Antheil unrechtmässig vergröss^rte, 
er dennoch eine Erbschaftstheilangsklage angestellt und 
also Andere habe in Verdadit bringen wollen, dass 
sie ihn bevortheilten* iite hingegen wörde an jener 
SteUe ganz fehlerhaft sein, da man wohl sieht, warum 
ip$e foaa des Fixenden Willen in d^n zweiten Satze 



XIV y r r e d #. 

gesetzt ward, aber nicht, wie kte, was daim w^ng* 
stens im ersten Satagliede stehen nfisste, an jenem Orte 
Platz fand« - 

Eine fast lidierliehe Verderbnis haftete an den Wor*> 
^^ S* ^0 %•• Cae^^nae placuit et aimei$y quoad vide^ 
retur $(dvo capUe fleri po$$ey experiru $. 91, Tum 
de castello deicendunty in funduai profidicuntur etc^ 
Eia doppelter Uebelstand tritt uns s<^dch hier enige* 
gen, Caecina war, als er aof dem Wege nach dem Grondr 
Studie war, am mit scheinbarer Gewalt sich wegfidiren zu 
lassen, von Aebutins mit dem Tode bedrohet wcNrdenc 
Demmciat (^kündiget ffirmlieh an} Caecmae te armatog 
habere: aiüisnan eum non etie, at aece$si$9eL Daraof sagt 
mm Cicero nach der gew(UinIichen Lesart: Caecmae 
pktcuit (es gefiel ihm, mehr als vtmjm e^') et amci$y 
quoad Mfoo cc^rite fi^ poaety experirij ohne alle £in- 
schränknng. Der zweite Uebelstand besteht darin, das* 
es $• Sl. sogleich heisst; Tum de cantello deMcmdunt 
etc.y da dies nicht eine epiter eintretende Handlung ist, 
sondern die, welche dem placuU hier unmittelbar folgen 
moss. Dazu kommt, dass die meisten Handschriften nicht 
Tumy sondern Tomen lesen, wie die EMirter, fönf Oxfor» 
der u. s. w., was zwar leicht aus tm Abkflrzung inr 
tum dadorcfa entstehen konnte^ weil man tarnen durch in 
abzukürzen pflegte, und beide Abkürzungen oft verwech- 
selte, aber doch hier allein die Stdle wieder heilt, weaa 
man richtig abtiieilt und schreibt, wie wir gethan; Qae^ 
emae plaeuU et amkUy quoad ttderelur fßln capUe 
fieri pouey experiri tarnen. $. 91. De coMkUo de^ 
Meendunt ^« Hier schwindet der erste Uebelstand, in- 
dem wir mm das experiri beschrlbikt erhalten, wenig- 
gtem eimem Vermach «u macheny wie wir sagen wür- 
den, der lateinischen Opposition niher kommend: dean- 
ungeacUety dennoch einen Vereuch ftu machen. So- 
dann wird Bescendmt etc., was aus dem Voriieigeben- 
den unmittelbar hervorg^t und deshalb ohne Partikel ste- 
hen muss, dteirfUls sein richtiges YerhiUtnis wieder gewin- 
nen, nnd ausserdem die LesartderbesstenHandschriftenanf- 
«rkannt Gewinnt also nicht weh hier der Sinn der 



Vorrede. xv 

Rede seBhst? tarnen ist venmttdst der angegebeiiw 
Abkünrang UNifg mit Amt fötecUich verweehselt worden 
wie in ujiserer Rede oben Cap. 9. $• 4. tte — id; quad 
mdlo tempore iure fieri potest, tarnen ab $e iure es$e 
factum defenderent; wo die Ynlgata tum ab se bisher 
dedialb sieb scheint erhalte zu haben^ Weil man den 
Begriff nuHo tempore, was nnserem unUr keinem Ver^ 
häUniise ent^uricbt, der Zeit nach zu sehr nrgirtei und 
nun tum^ zu der Zeit des Vorfalles^ entgegen setzte; 
^gleich das tarnen der Erfurter Handschrift das Rieh- 
iigste ist^ die, u>a$ unter keinem VerhäUniue mit Recht 
geschieht, doch von dch behauj^en, doM sie es mä 
BecUgelhan hätten. Sohatte auch unten Cap. 83. $. 98. in 
4en Worten: out sua voluntate out legis mulcta pro^ 
feeti sunt, quan^ muletam «i sufferre volmsserU, tarnen 
manere in dmtate poluissent, das grundfalsche tum ma- 
nere das einzig riditige tarnen manere bisher verdrängt. 
Wir haben aus der Erfurter , fvlnf Oxfordem und anderen 
Haadscbriften^ so wie mehreren alten Ausgaben die rich- 
tige Lesart bergesteHt* 

Cap^ 6« %. 89. erforderte der Sinn^ dass wir nach 
der Erfurter Handschrift schriebe: tamm qua pohdt ad 
eum fwndum pn^eclus est, in quo ex conicentu vim 
fieri opontebal, statt des fUschen ex quo ex conventu, 
was nicht nur einen UebelUang hervorbringt ^ sondam 
msük einen fiadsdien Sinn gibt|^ ex quo ratstand ans est 
jfuoy nachdem f oder in vor quo ansg^Hen war^ oder 
^ iHioh aus dem fotgeoden ex eoncenbi. Cap. 9* $. 93. 
w&ren wir jetzt geneigt zu lesen: laesit in eo Caect- 
Hom, wblecavit idem, nadi der Lesart der Erfiirter 
Amdscivrift suUevat ibidem, ^wo sodann das i» eo we*- 
uger hervorgehoben wärde» 

Csif. 9. $. 95. 8<^eben wir vorzfig^h nach der 
Erfurter Bandsdurift: sed etiam se ipse fadnaris arguit 
statt der vor uns gewöhaUchen Lesart: sed etiam se 
ipsum arguit. Denn abgesehen davon^ ditsa se ipsum 
wed^ von den Handschriften bestätiget wird^ wekbe 
grossentheils statt se ipsum haben saepiMsime^ wie sechs 
Ox&rdery imd woraus man schon sehr richtig geschlos- 



XVI' ^Vorrede. 

sen hatte 9 dass man #e ipte C^eipse verwechselt mit 
sepie d. h. 9aepi$9umeJ za schreiben habe^ noch anch 
dm Sinne der Stelle nach rfimisdier Sprech- und Denk- 
weise angemessen ist, so wflrde audi noch die Lesart: 
A. Terentias alter tentit non modo Aebutium^ 9ed etiam 
se ip9e arguä zu kahl sein, da Cicero nicht sagen 
will, dass Terentius nicht nur den Aebutins, sondern 
auch sich nicht des in Frage stehenden Vergehens zeihe, 
sondern sogar etwas von sich behaupte, was Cicero 
nicht einmal hatte behaupten wollen. Deshalb glaubten 
wir aus der zwar verdorbenen, aber leicht herzustel- 
lenden Lesart der so vortrefflichen Erftirter Handschrift: 
sed etiam 9aepis9imi facinoris argvity schreiben zu mfls- 
sen: $ed etiam $e ip9e facinoris argvity wodurch der 
Umstand, dass er noch mehr ausgesagt habe, als Ci- 
cero glaubte sagen zu müssen, schon angedeutet wird. 
Hier steht nSmIich facinoris voraugsweise von einem 
schweren Verbrechen und läuft auf die res eapitalis der 
folgenden Worte hinaus, facinoris ^ durch Abkürzung 
geschrieben, konnte leicht ausfallen und hat das Zeug- 
nis der bessten Handschrift und den Sinn der Stelle, 
der sogleich hervortritt, wenn man facinoris betont, für 
sich. Wir lassen das Uebrige, was hier noch von uns 
verfindert worden ist, sidi selbst vertheidigen und gehen 
sogleich zu Cap. 10. ^ 96. über, wo die von uns aus der 
Erfurter Handschrift aufgenommene Lesart lautet: huicego 
tesü gratias agam, quod et in re misericordem se prae^^ 
hverü et in testimonio reUgUmmu .Denn so richtig nach 
unserer Denkweise die vor uns einstimmig fest gehal- 
tene Lesart praehuit zu sein scheint, so sehr wird der 
von der lateinischen Denk- und Sprechweise Durch- 
drungene praebuerit erwarten, da die Lateiner fiist im- 
mer den einen Gedanken von dem anderen abzidifingen 
pflegen, was man, wenn es sich hier schickte, durch 
tausend und über tausend Beispiele belegen könnte. Wie 
leicht aber praebuU, d. k praebuerit^ mit pra^dndt ver- 
tauscht werden konnte, weiss jeder, welcher ntft der 
diplomatischeu Kritik vertraut ist 

$. 97. Cwin Aebutius Caecinae mabm mbiaretury 



Vorrede* xvn 

hoe eü mortem mtnaretur^ Hri ttm Caednam poslukMe 
etc. Hier las man vor uns: Cum AebuJtiuM malttm nii- 
narehtTy ibi tum etc^ uns bestimmtOD jedoch mehrfache 
Gründe die Lesart der Erfiirter Handschrift^ mit welcher 
auch . eine und die andere alte Ausgabe übereinkommt^ 
als acht anzuerkennen. Denn eine so passende Erklärung^ 
wie die Worte: hoc est mortem minarebir^> an dieser 
Stelle sind^ konnte schwerlich von einem Abschreiber 
hervorgebracht werden. Allerdings weiss man, dfiss 
malum minari, was in der Sprache des gemeinen Le^ 
bens und der Komiker ^häufig vorkam , am Ende hier 
weiter nichts war^ als mariem minariy wie man im 
Griechischen xaxhv ähnlich braucht und wie der Latei- 
ner auch mala res für Verderben setzt, wie in abi in 
malam rem} aber hier musste dem Redner selbst etWas 
daran gelegen sein, dass man niahm minariy wie mor-* 
tem minari nehmen musste, weil letzteres nur einen 
melus hutus abgab, um behaupten zu können, dass matt 
von seinem Grundstücke formlich herabgeworfen (^cteze- 
cfta3 sei. Wenn also Cicero hier nur gesagt hätte: 
cwn — malum mituxretur, ohne dies sogleich zu erklä- 
ren, so würde er seine Absicht nicht so sicher erreicht 
^ben, als wenn er durch die hinzugefügten Worte: hoc 
est mortem mmaretur^ jeden Ausweg, die Gefahi' als 
geringer darzustellen, versperrte. Aber wie rhetorisch 
sdiön ist auch der ganze Satz durch diese Lesart ge- 
staltet, die, wenn man nur mortem gehörig zu betonen 
iveiss, sogleich sich selbst vertheidiget; auch wäre kein 
Abschreiber oder sonstiger Erklärer darauf gekonunen, 
malum minarettir durch mehrere Worte: hoc est mortem 
mmaretur^ zu glossiren, sondern er hätte höchstens zu 
nudum geschnellten: .i. mortem. Dazu kommt, dass die 
besste Handschrift hier die Worte schützt und dass der 
Satz: hoc est mortem nuyiorefur^ deshalb von den Ab- 
schreibern weggelassen wurde, weil das Auge sich von 
dem ersten minaretur auf das zweite verlor und nun 
das Wori sammt dem Mittelsatze einmal ausfallen musste. 
Dergleichen stösst dem Kritiker bei jeder Schrift der 
Alten auf 9 wie auch Cap. 8. $. 93», selbst in der 

b 



xvra Vorrede. 

Erfarter Handschrift, die Worte: iponsio facta' ed. hoc 
de aasgefallen sind, weil das Auge von tponsio aof das 
folgende spmuione gerieth« Hier stimmen also Äussere 
und innere Grande für unsere Lesart* Kaum braudie 
ich zu bemerken, dass auch das folgende: 161 fumCoe- 
einam po^hdaMte^ au die Sprache des gemeinen Lebens 
erinnere, die bei den Komikern sich noch mehr heraus- 
stellt, man vergl. Terentius' Mädchen von Andros Act. 
L Seen. 1. Y. 79 fg. ibi hm fUius cwn iUU, qtd rnna^ 
bant Chryüdemj tma aderat frequeM. V. 104. Ibi 
tum examinatug Pamphilus etc. Sc. 8. V. 18. ibi Imn 
hone eiectam elc. 

Mit Uebergehung einiger anderer YerSnderungen wol- 
len wir zwei Stellen erwähnen, wo vor uns offenbare 
Sprachfehler Cicero's Rede entstellten. Cap. 10. $.30. 
schrieben wir: Vims eH mihi primo veter ator inteUe- 
gere opltane^ qtüd caussae aptarety wo man gewöhnlich 
las: quid causa optarel. Denn es haben alle Hand- 
schriften, wie die Erfurter, sechs Ox(order und andere, 
so wie alle alten Ausgaben, wie die Yeneta, luntina und 
fltndere, einstimmig caussae statt caussay welches letz- 
tere aus Aldus' Yermuthung hervorgegangen ist. Diese 
Yermuthung war schon deshalb zu verwerfen, weil op^ 
tare kaum in der Dichtersprache, geschweige denn in 
der einfachen Prosa leblosen Gegenstanden beigelegt 
werden kann; denn ob man gleich »agt: caussa reqmrUy 
de$ider(äy so hat doch oplare stets seine ursprünglidie 
Bedeutung fest gehalten. Sodann ist aber auch die Les- 
art der Handschriften dem Sinne ganz entsprechend. 
Denn da es bekannt ist, dass man sehr häuig die Con- 
struetion gebraucht habe, aliciU aUquid aptare, wie Ci- 
cero gegeti L. Pisa Cap. 80. $, 46. mihi enkn numr- 
quam veniret in meniem furorem et insaniam oplare 
vobis y in quam incidiitiSy so heisst es hier ganz 
richtig: quid caussae optarel} er sah ein, was er zu 
Gunsten der Sache zu wänschen habe, also mit anderen 
Worten: quid Uli caussae non aUenum esset ^ im Ge- 
gensatze hiess es oben Cap. 0. $. S4. quod Uli caus-^ 
sae maxume est aUenunu Der andere Schnitzer befimd 



Vorrede. xix 

sich Cap. 11. $. 81. in den Worten; an imcoada mul^ 
iäudme — dubhan vobis fvüy an et$ß vü aliqua eiderehtr 
necnef Doch al^e^ehen davon ^ dass ati — necne sieh 
nicht also entsprechen kann , hat aoch die hesste Hand- 
schrift^ cUe Erfurter; so wie eine Oxforder. nicht an e^te 
stmdem messen woraus dann an, utrwn e$$e u. s. w. 
gemacht wiarde^ wovon das erstere unlateinisch ist^ das 
andere gar keine diplomatisehe Auctorität fSr sich hat 
Es ist nicht zweifelhaft^ dass man schreiben mässe: du-- 
tman vobis fvity messe vis fdiqm triderehtr necne? Mit 
Recht ist bereits Cicero gegen Catäina zweite flede Cap« 
6. $. 13* ebenfalls nach Handschriften verbessert woi^ 
den^ man vergl.Ferd. Hand's Tta^eUbmshd. 1« S. 309 fg. 

Wegen der Worte Cap. 19. %. 34. ut hoe genm 
umrni vel maxumum praetermUterenty tU si qmmeexire 
domo mea eoegisset amdSy haberem aeUonemy si qui 
mtroire prokänussely non haberemf bemerken wir nor^ 
dass wir kein Bedenken trogen^ ut mit allen Handschrtf- 
ten vor hoc genus beizubehalten, was mit dem übrigens 
hier mehrmals vorkommenden ut in gar keinem Verhält- 
nisse steht, sondern nor die far sich stehende Frage ut 
— praetemütterent? wie man sie an tausend anderen 
Stilen findet, bildet; so wie wir nach den bessten 
Handschriften: eoegisset — prohibmssety schrieben statt 
coegissent — pro/ubtdssenty da man auch hier, wie oft 
anderw&rts, si qui für den Plural gehalten imd sodann 
mit Unrecht geändert hat. 

Sprachlich falsdi war auch $• 85. Quando ita dicis 
et ita eonstiluts ~ qmero etc. , woför wir nach der Er- 
furter Handschrift;, welche qm bietet, was n^cht quoniam 
hier zu lesen war, sondern quomy wie cUeselbe Hand- 
schrift aoch quo zu Anfang der Bede ßir Cn. PUmciuSy 
d. h. ftiom, statt der Vulgata cum darbietet $ufgenonmien 
haben. Die Lesart der Erfurter Handschrift wird auch 
dadurch bestätiget, dass zwei Oxforder Handschriften 
quo modo statt quando darineten — denn qium und 
quo modo sind aodi anderwärts in denselben Handschrif- 
ten öfters verwechselt worden — -, und dass endlich zwei 
andere Oitforder Handschriften geradezu Cton lesen. 

b* 



XX Vorrede. 

Uebrigens kann es nicht zweUielhaft sein, daas Qiunn 
üa dicis etc. den einzig richtigen Sinn gebe, man ver- 
gleiche unten Cap. 16. $. 47« Quam de iure et legitu^ 
nüs lunninum anUrovernis loquimur et in his rebw mm 
nanünamuSy pertemoM vis inteHegi dehet. Wegen des 
Folgenden erinnern wir nnr, dass wir statt der Lesart, 
die auf gar keiner handschriftlichen Auctorit&t beruhte: 
Quid [id] ad ctnumm pesiessionü? quid ad restUuen- 
d^am euMy quem oportet restituif qtdd denique ad ins 
cidle? At ad acioris notionem et [ad] onimadDernonem 
ages inmriamnL geschrieben haben: Quid ad caussam 
possemonis9 quid ad restituendum eum^ quem oportet 
restUui? quid denique ad ius civile aut ad actoris notuh- 
nem atque animadvermnem ages inütriaruin? eine Les- 
art, welche, wie wir in den Erläuterungen gezeigt za 
haben glauben, eben sowohl mit den diplomatischen Zeug- 
nissen als dem Sinne der Rede übereinkommt. 

Cap. 13. $. 36. annalos se tibi obstilisue. So 
haben wir mit allen Handschriften gegen eine einzige 
schreiben zu mässen geglaubt, Hind aber keineswegs der 
Meinung, dass obstitisie hier transitiv stehe, es heisst 
zu deutsch: dass sie Mr beuHiffnet entgegengetreten seien. 
$• 37. schrieben wir: deüdor ego^ inquis, si qtäs meo^ 
rum deiicilur. omnino. iam bene agis etc., wo man vor- 
her omnino bald zu dem erstii^u, bald zu dem zweiten 
Satze zog. Noch mehr Missbrauch, als mit omnino, hat 
man mit quippe in ähnlicl^em Sinne getrieben, man ver- 
gleiche di^ Rede für MiUf Cap. 18. $. 47., wo wir 
ohne Bedenken schreiben konnten: Primum cerle Ube-- 
ratur Mih lum eo consilio profedtus esse, ut insidiare^ 
iur in via Clodio} quippe, si Ute obvius ei ftUurus om^ 
nino fu>n erat. Ebendaselbst befand sich in den Wor- 
ten: tu solus prohibitus et a tuis aedibus vi atque ar- 
mis perterritus, ein Sprachfehler, welchen wir auf die 
Grundlage der Erfurter Handschrift verbesserten, indem 
wir prolerritus statt perterritus schrieben; da dies Wort 
nun mit prohibitus, so wie auch mit den Worten: a tuis 
aedibuSf im gehörigen Verhältnisse steht. Proterrütis 
findet sich bei Cicero so taoch Ueber den Staat Buch 1. 



Vorrede. xu 

Cap. 3. $• 5. ThemUtoclem palria, quam liberavüset, 
pulsitm atque proterrihan. 

Wir äbergehen mehrere SteDen^ wo wir Aencleniii7 
gen auf rein diplomatischem Wege begründeten und komr- 
men zu einer Stelle^ wo man deutlich s^en kann^ dass 
die geringfügigsten Kleinigkeiten vereinigt fiän&g nicht 
nur ein sicheres^ sondern auch nützliches Resultat ge- 
ben. Cap. 14. $. 39. las man früher: Quid ergo? hoc 
quam habet vtm, ut iUa re» aliquid aUqua^ ex parte 
differre videatur? utrum ete.y gab aber durch beigesetzte 
Zeichen zu erkennen^ dass man die Stelle für verdorben 
halte. Dagegen brachte Peyron aus dem Tnriner Pa- 
linpsestus^ der dieses Stuck wieder hat, die Worte bei: 
ergoquamhabettcmu^dM*areaÜqvJUttauexaUquapa;i*te ( so 
die Stuttgarter Aufgabe tauy die Handschrift vielleicht ' 
richtiger aiü^y wenn man nun die Lesarten der übrigen 
Handschriften mit dieser vergleicht, so gewinnt man bald 
die in dem Palimpsestus fehlenden Buchstaben. Denn 
die Erfurter Handschrift liest: ergo hoe quam habet vim 
ut Uta re aHquid out aßqua ex parte etc. und so auch 
grossentheils die Oxforder Handschriften; hieraus kann 
man die besste Handschrift von Turin leicht erganzen, da' 
man statt ü* hier deutlich tU hat, hingegen statt di^afe 
des Palimpsestus i^ re in den ährigen Handschriften 
findet, woraus man di^are durch didare zu ergänzen 
hat. Man würde also genau nach der Turiner Hand- 
schrift zu lesen haben: Quid ergo? quaxk b(Aet viuk? 
%xt diitare aliqmd out ex aüqua parte differrevidetUvr: 
tärum ete.y wodurch der Sinn der Stelle selbst herrlich 
hervortntt Wenn wir in dem Texte liessen: Quid ergof 
hoc quam habet vim etc. y so geschah es in Rücksicht auf 
die übrigen Handschriften und weil hoc auch in dem Pn- 
limpsestus leicht ausfallen konnte, indem man statt ergooc^ 
quam leicht schrieb: ergoquanfy. MHirden aber jetzt lie- 
ber die Worte ganz nach dem Palimpseste wiedergeben. 

$. 40. mussten wir nach der Erfurter Handschrift: 
ul iudiceti^ huius rei iu9 atque actionem tu mmtem ma^ 
ioribu9 nogbrU tum veniue, sdureiben statt der gewöhn-r 
lieben Lesart hsuiu$, rei aUpAe aciwimy da ttot sehr leicht 



XXII ^ Vorrede. 

m 

ausfiiUen konnte^ und dann der Acensativii^ ttetwnem in 
aclianis verändert ward. Auch gründet sich die ge- 
wöhnliche Lesart nicht auf Handschriften^ sondern nur 
auf eine alte Ausgabe, da die Lesart der meisten Hand- 
schriften: huius rei atque actionem^ wie auch sechs Ox- 
forder lesen, offenbar mehr für unsere aus der Erfiirter 
Handschrift entlehnte Lesart sprijsht. Könnte man frei- 
lich mit Sicherheit annehmen, dass der Tnriner i'alim- 
psest die Worte: huius rei inter dictum (äque adü^nem^ 
biete, so müsste man freilich diea vorziehen, aber könnte 

'auch dann keineswegs zugeben, dass im Mos Glossem 
sei, sondern es müsste dann wUerdiehnn durch eine Ab- 
kürzung geschrieben gewesen und mit im, was ebenfiiUs 
dem Sinne nach passt, in der einen Handschrift ver- 
wechselt, in den anderen ausgelassen worden sein. Denn 
dass Abkürzungen häufig Veranlassungen zu Aufelassun- 
gen gaben, ist bekannt, so fiel z. B. dagi Wort caus$a 
öfters aus, da man es verkürzt schrieb. 

Cap. 15. $. 4S. schrieben wir mit der Erfiirter^ 
vier Oxforder und anderen Handschriften: itaque taucä 
Moepe homines cum corpore debiätahtur^ animo tarnen 
non cedunt neque eum reUnquenl locwn^ quem sMue- 
rtmf defendere. Es findet sich nämlich sehr oft das 
Praesens mit dem Filturum bei anscheinlich sehr gliei- 
dien Verhältnissen da verbunden, wo man beide zwar 
für gleich sicher hält, aber doch das eine mehr sogleich 
eintretend, das andere erst noch, als sicher kommend dar- 
stellt, wodurch man ausdrückt, dass das eine an sich 
vorhanden sei, das andere erst durch die Erfahrung be- 
tätiget werde. So lesen wir nach den bessten Hand- 
schriften hei Cicero in den Tusculan. Gesprächen Buch 
1. Cap, 88. $. 91. m quo quid potest esse maUy cum 
9fwrs nep ad vioos perUneat nee ad^mortuos? aUeri 
nulH sunty aUeros non adtinget Ebendas. Cap, 41. 

• $. 9d« nee enim cuiquam bono maU quidquam evenir^ 
potest nee vivo nee mortup: nee umquam mts res a dis 
inmortßUbfUs ne^lcgeniwr. für A. Caecina Cap. S6. 
$, 75, non solum quod haec iure dvili saepta simt^ 
verum ffioiR; qu9d patrptionhm vnius tncommod^if 4>^ 



Vorrede. xxni 

mUMury ha amUH non polest gme magm fncommodo 
civitatis j wie wir nach der Erfurter Handschrift wieder 
herstellen mossten. Gleiche Stellen finden sich bei Grie- 
chen .und Lateinern noch häufig und über ein ähnliches 
Verhältnis des Praesens zu dem Futuruhi hat der Her-^ 
ausgeber in seinen Quaesl. TuU. lib. I. S. 3 — 7. ge-» 
sprechen, wozu man jetzt nodi fuge die Stelle aus dem 
LaeliuB Cap« 1 !• $• 38. quod qm sequituoTy corpore senex 
esse poterity anmo numqitam erity so wie die von unfl^ 
jetzt ebenfalls wieder hergestellten Worte aus Cicero's 
Bede für Q. Ligarius Cap. 5. $• 16. Haec nee hom-^ 
nis nee ad hondnetn vox esty qua qua apud tCy C Cae- 
soTy tdituTj suam citius abüciet htmumüatem qtuxm ex- 
tprquebit tuam. Uebrigens ist sodann statuerunf eben- 
ßills nach guten Handschriften statt der vor uns gewöhn- 
lichen Lesart statuerinty die audi dem Sinne weniger 
zusagt, gesetzt worden. 

Eine ähnliche Abweichung des Praesens mit dem 
Futurum, wie in der vorigen Stelle, mussten wir auch 
Cap. 16. $. 47. Cicero's Rede wiedergeben. Nachdem 
daselbst gesagt worden war : hoc si Ha statuetis : non modo 
tum erit cur depugnare qtüsqtuxm posthac possessionis 
caussa velüy sed ne iUud quidem ctir repugiwrey fJihrt 
nun der Redner nach der Lesart des Turiner Palimpse- 
stns also fort: sin aulem vim sine caedcy sine votneror- 
tionCy sine sangmne nullam vnteüegiUSy staivUis hom- 
nes ^possessionis cupidiores quam vHae esse oporlere. 
Hier spricht zuerst der Redner wie von einer zukänfti- 
gen Sache, die erst eintreten werde, wenn jene so ur- 
'theilen würden. Dann aber wird die Rede lebhafter und 
Cicero setzt nur den Gedanken ohne Bezug darauf, dass 
jene ihr Urtheil noch nicht abgegeben hatten, an sich 
hin: sin autem — inlelkgUis y staluüis elc^y wodurch die 
Bede mehr' Abwechselung erhält und folglich auch an 
Schönheit gewinnt^ 

Cap. 17. $. 4S. hätte uns sehon das Uebergewicht 
des Turiner Palimpsesten und der £i*furter Handschrift 
bestimmen müssen, die Wortstellung: utnrni tandeni no^ 
bat an non poMt accedercy statt der vor uns gewöhn- 



XXIV Vorrede* 

liehen: utrum noluU Umdem etc. aafznnehmeD^ wennaadi 
Dicht das folgende an nan pohdl eine nähere Stelle des 
noluil empfohlen hätte. Ebendaselbst $. 49. schrieben 
wir: tfuid? debruntm dicesne? statt der gewöhnlichen 
Lesart: qiud? deinuwn dice^f ans der Turiner Hand- 
schrift^ man vergleiche die Anklage gegen C. Verres 
Buch 3. Cap. 68. $. 143. quid? is po99itne de üthu 
improbilate dubitare—? Aus derselben Handschrift ga- 
ben wir $• 50. Deiecbu terbo qm potent esse qmsifuctm 
nisi in inferiorem locum de superiore motus? Denn 
abgesehen davon ^ dass yerio leichter in verOy die ge- 
wöhnliche Lesart, verändert werden Konnte^ so ist auch 
verbo hier dem Sinne am angemessensten. Es bedeutet: 
dem Worte nachy was Cicero im vorigen $• durch die 
Wendungen si verbum seqtd voltmms und si ad verbtan 
rem volwnus adimigere, umschrieben hatte, und zwei- 
deutig kann doch dieser Ausdruck hier nicht sein? Im 
Folgenden gaben wir das bestimmtere: sed ne in aequo 
quidem et piano locOy statt der gewöhnliehen Lesart: 
sed ne aequo quidem et platio locOy aus dem Tariner Pa« 
limpsestus wieder, in fiel nach ne leicht aus« 

Cap. 18. $. 60. glauben wir jetzt, dass man mit 
der Erfurter und sechs Oxforder Handschriften nan m 
den Worten: An non cum voluntas et consiüum et sen^ 
teniia interdicti inteÜegatur^ impudentiam summam aut 
stuUüiam Singular em putabimus inyerborum ef*roreversari 
ctc.y könne fallen lassen, wenn man nur dann diese Worte 
als den letzten Theil der im vorigen Capitel mit den 
Worten: hoc intentictwn pulamusetc^ begonnenen Frage 
betrachtet <k die durch die Worte; eos enm vere possu^ 
mos dieere esse deiectos, unterbrochen^ aber nicht ab-* 
gebrochen worden war, und auf diese Weise richtig 
wieder au^enommen wird. Sodann beginnt $.51* eine 
aelbstständige Frage mit den Worten: An hoc dubütm 
est quin etc. Ebendaselbst $• 51. war kein Grund vor- 
handen pacU conventi statt der gewöhnliehen Lesart pa^ 
cti et conventi j die alle I^andschnften schützen^ vorzu- 
schlagen, da die Lesart zweier Oxforder Handschriften 
mt statt et aus dem vorhergehenden aut entstanden ist 



Vorrede. xxv 

und nicht auf dn Glossen hindeutet. Sprachlich steht padi 
et coneenH eben so sicher wie tim» et frtictusy statt 
der in der juristischen Sprache gewöhnlichen SurKungen 
pacU canveniiy uiu$ frvcha^ man vergleiche oben S. 
Xn. und aber das fthnliche utro et citro neben uUro citro 
die AnmerliQDg des Heraosgebers zu Cicero's haelivM 
Cap. S3. % 85. S. 198. 

Cap. 19. $. 55. nahmen wir die Wortstellung: quo 
de agihary welche in diesem Falle sehr häufig^ ja fast 
gewöhnlich ist^ von der Erforter Handschrift willig an^ 
so wie wir aas derselben und fünf Oxforder Handschrif- 
ten im folgenden inteUegitü statt der Vulgate intellegetts 
wieder herstellten^ intellegüis traut den Richtern diese 
Einsidit mit mehr Gewissheit zu^ als das Futurum m- 
teüegetU. So hat man auch die Stdie der Rede für M. 
MarceÜM Cap. 4. $. 11. hunc tu igüur diem hüs ma- 
anmiü et mnumerabilUms gratulatiombus iure anteporüMy 
wo wir nach der Erfurter und drei Oxforder Handschrif- 
ten anteponU statt anleponeM wieder hergestellt haben^ 
aufzufassen. Wenn wir sodann: dum versuti et callidi 
velhma esse^ geschrieben haben, wo vorher der Indicati- 
vus vohimus stand, so liebte der Lateiner' dieses Abhän- 
gigmachen der einzelnen Satzglieder von dem Haupt- 
verbum, hier intellegüiSp bekanntlich sehr, man ver- 
gleiche oben über Cap. 10. §. »6., wo wir prdebtierit 
statt praebuü schrieben, S. XVL und unten Cap. 84. 
$. 99., wo wir zuerst das fehleriiafte: sed iudicat tum. 
e$$e ewn Kberwn^ qtü ut tiber 9it adire periculum no^ 
hat., dadurch verbesserten, dass wir aus der Erfurter 
Handschrift den Conianctivns noluerit in sein altes Recht 
wieder einsetzten. 

Cap, 90. $. 50. hat man mit Unrecht folgende 
Worte geändert: ctun sibi hoc propostierinty ut sive me 
tu deieceriM 9ive tuorttm qidspiam sive servorum 9ive 
endeonoHy ut servo$ non numero diriinguanty ied apj^ 
pellent uno famiUae nomine: de Hberit autem quisqtü^ 
e$ty procuratoriM nomine appellehir etc. Sie finden sich 
so in allen Handschriften und was Lambin mit Hilfe einer 
alten Handschrift gemacht haben will, beruht MK>bI gaii2^ 



XXXI Vorrede. 

aaf blosser yenDuthmig. Da Lambin an dem wieder- 
holten ut Anstoss nahm^ und deshalb den Gedanken for 
nnvollsifindig hielt, schrieb er: ut me renlihuUy iwe tu 
deieeeris nve ttiorum ißüipiam etc. und unser jüngster 
Vorgänger billigte sein Verfahren, nur dass er 9Wß tumel 
deieeeris schrieb. Man fasste zunächst die Worte: ctan 
9ibi hoc propo9uerint^ nicht richtig auf, indem man 
meinte, sie bedeuteten: da die Gesetzgeber diese Afh- 
ncht erreichen wollten} denn sie geben nur den einfin- 
chen Gedanken : da sie dies im Auge halten^ da sie den 
Gedanken halten ^ nun konnten nach: arni sibi hoc pro^ 
postierint ^ sogleich die Worte folgen: tU servos non nu~ 
mero distinguant^ sed appellent uno famiUae nomine 
etc.j da sie das in Gedanken hatten, die Sklaven nicht 
nach der Zahl zu unterscheiden, sondern sie unter dem 
einfachen Namen des Gesindes zu befassen, von den 
Freien aber jeden mit dem Xamen Procurator zu bellen 
beabsiditigten. Wenn aber Cicero nach den Worten: cum 
hoc sibiproposuerint^ viy noch den Zwischensatz: siveme 
tu deieeeris sive iuw^tan quispiam sive servonim siüe 
amicorum^ der eben die allgemeine Ansicht der Gesetz- 
geber, wer immer das gethan haben möge, hervorheben 
soll, einsetzte, so hatte er wohl Grund, wie oft ander- 
. wärts , ' die hiinausgeschobene Ausbauung des Satzes 
durch das wiederholte ut wieder aufzunehmen. So heisst 
es bei Livius Buch 37. Cap. 50. mandalum eidem, tä 
si per commodum rei pixbUcae facere possety ut ad co^ 
mitia Romam rediret.y Cicero für Cn. Plancius Cap. 38. 
$. 9S. ut quoniam sibi servissem semper^ mimquam 
mihiy fructus aulem — acerbiiaie permixtos tuUssemj 
ut icmi fnihi servirem. für L. Com. Baibus Cap. 8. 
%. 20. ut cum insdsset populus Romanus aüqiiid — , 
ut tufn lege eadem is populus teneretur. Ja selbst ohne 
eigentliche Unterbrechung wird ttt dann wiederholt, wenn 
ein gewisser Nachdruck der Rede dadurch erreicht wer- 
den soll, wie in der bisher falsch veränderten Stelle 
aus Cicero's Tusculan* Gesprächen Buch 1. Cap. 3J. 
$. 76L, wo der Philosoph dies vorzüglich hervorheben 
will, diiss der To4 kein Uebel sei^ und also spriefat: 



^ Vorrede. ^ . xxvu 

ego mftem numguam ita te m hoc sermane dimilam^ 
Ulla uti ralUone - utnwrt tan videri malum potHt, wa 
die engherzigen Ansichtea der Kritiker entweder uli 
oder ut verwerfen za müssen glaubten* Ueber die ähn*- 
^ liehe Wiederholung der Pronomina werben wir später 
zu fl^ecben Gelegenheit nehmen« 

Wenn wir, um Anderes zu übergehen, Cap. S 1« $. 60. 
schrieben: restitUie te dicis^ statt des gewöhnlichen 
dices, 80 spricht auch hier nicht nur das Ansehen der £r^ 
fiirter und sechs Oxforder Handschriften, sondern auch die 
Ldbhaftigkett der Rede selbst für uns. Wenn wir eben- 
daselbst inermoi statt inermeM, femer Cap. 29. $. 62. 
cum icuto et gkuHo statt cum scutOy cum gladiOy $. 63« 
haec Cid interdictum catäecta sunt statt haec in inter'^ 
diplum camecta tunty nach den besäten handschriftlichen 
Zeugnissen schrieben, so bedarf dies keiner Ausetnao- 
detsetzung« In der letzteren Stelle hat der Turiner 
Palinq^sestus ausdrücklich ad intei^dictym ^ was die Er- 
furter Handschrift dadurch bestätiget, dass jiie blos inr 
terdictum liest und nur über dem Texte yi hinzufügt. 
In den gleich folgenden Worten haben wir zwei Sprach- 
fehler entfernt, wenn wir schrieben: vm^ quae ad^ca^ 
ptd ac vitam pertinerety reitUui sine ulla excepHone 
voluerunt, statt der vor uns gewöhnlichen Lesart: vim, 
quae ad cajnü et ad vüam pertinety reslUui sine ulla 
exceptUme volu^nmt. Denn zunächst mussten die Be- 
griffe cajnä und vita enger verbunden werden und nicht 
durch die wiederholte Praeposition als verschieden dar- 
gestellt, und da stimmt denn der Turiner Palimpsestus 
mit der Erfurter Handschrift in der Lesart ad caput ac 
vitam überein, ^n deren Richtigkeit man keinen Augenblick 
zweifeln kann. In dem Folgenden musste der Indicati- 
vus pertinet jedes Ohr, was an die lateinische Concin- 
nität der Rede gewöhnt ist, beleidigen, . da der Gedanke 
nach römischer Denkweise nothwendig von voluerunt 
abhängig erscheinen musste, md siehe da hat der Turi- 
ner Palimpsestus das allein iwitige pertinerety was man 
sogar anzuführen unteriassen hat. perlinerent ward ^o 
vordeibt in pertinent Tuscul, Gßspr, Such 1* Ca^« t. 



xxvra V o r r e d ۥ 

$. 1. und oft andenv&rte. ' So haben wir nun endüdi 
römisches Colorit Wie weit aber noch die niedere Kritik 
in 'dieser Hinsicht zurück ist^ kann man aus jeder Schrift^ 
selbst aus den bearbeitetesten von Cicero nachweisen; 
wir geben einen ergötzlichen Beleg aus dem ersten Bache 
der Tuscul. Gespr. Cap. 6. $. 11. e( temteii vmeroB ob- 
id tpsnm giddemy quia ntäU mtnty mint \&t fehlerhaft; 
man lese nach der bessten Handschrift^ Cod. Reg.^ nnty 
es hfingt Alles von puto ab. Cap. 7. %. 13. inwnOy 
quia non sunty cum fuerinty eo miseros e^e^ schreibe 
qtda non 9int mit den bessten Handschriften^ was alleüi 
richtig ist^ die Rede hingt von dico aus dicis genommeiF 
ab. Ebendas. $, 14. Age iam concedo non esse nit«e- 
roSy t/uia mortui swit^ schreibe} qtda mortui sinJty so 
.bietet der Cod. Reg. statt des fehlerhaften mmt. Cap. 15. 
$. 85. 91 -^ omnes consentiunt esse aliquid y quod ad 
eos pertineaty qui vita cesserunty schreibe cesserint mit 
guten Handschrifl;en. Gleich darauf quia natura optwna 
sunty schreibe 9fnl mit dem Cod. Reg., die Rede hingt 
von arbitrabimur ab. Cap. 90. §. 46. qiuie quasi ft- 
nestrae suni anindy schreibe mit dem Cod. Reg. tinty 
Alles muss von ut facHe intellegi possit abhingen. 
Cap. 33. $. 80. quas iSy contra quem haec dicun^ 
tuTy semotas a me et disclusas ptdaty schreibe mit allen 
Handschriften dicantuTy durch Adtraction hingt auch dies 
von putat ab^ vergK die Rede für T. Atm. MHo Cap. 
18. §. 48. Tideo enim iUum qui dicatur de Cyri fiwrte 
nunciasse y non id nunciassey sed Milonem eppropin^ 
quarey so wir nach den bessten Handschriften; darch 
Adtraction hingt die ganze Rede von Video ab. Doch 
wir wollen unsere Leser nicht linger bei solchen Klei- 
nigkeiten auflialten, nach unserer kritischen Bearbeitung 
der Schriften Cicero's wird wohl künftig kein junger 
Leser an solchen Stellen mehr über das Wahre im \Jn^ 
klaren sein können. Zur Erhirtung des Sprachgebrau^ 
ches mussten wir diese wnigen Belege von unzihligen 
anderen geben, die man iluch in dieser Ausgabe uuter 
dem Texte leicht finden wird. Ebendaselbst möchten 
wir jetzt lieber mit dem Turiner Palimpsestas schreiben; 



V r r e d e, x?ay 

rnn ü ptbrümi quam ü armatOy wo die fihrigen Hand« 
schritten und sämmtlichen Ausgaben l^sen: quam si uno 
armato. Es ist bekannt^ dass der Liateiner in solchen . 
Fällen häufig annu$ ohne umt$ sagt im Qegensatse an 
pkaibus amä^ so wie er dem pluräma terbis das einfache 
verbo enlg^enstellt^ weil sein Nomenis durch die Form 
selbst bestimmter hervortritt uno ward sodann zur Ver- 
vollständigung des Satzes eiugesettt* Uebrigens wur- 
den die Wortstellungen vm armatorum haberent statt 
vim haberent armatorum ^ sodann senlentia tarnen iuri$ 
statt tarnen iententia iurü von derselben Handschrift 
geboten^ und empfehlen sich bei aniger Aufinerksamkeit 
dem Leser von selbst 

Csf. 23. $. 64. mussten wir schreiben: Non ife- 
ieciy non enbn sici accedere, statt der vor uns gewöhn- 
lichen Lesart: Non deieciy si non iivi accedere, naqfa 
dem einstimmigen Zeugnisse des Turiner Palimpsestns. 
und der EIrfurter Handschrift. So stimmt nun diese 
Stelle mit Cap. 11. $. 81. non deieciy sed obiliti. non 
enm te »um pastus in fundum ingredi etc. Nach dem 
Turiner Palimpsestus schrieben wir sodann: qtd un^ 
scutis tineque ferro fuerinty statt der gewöhnlichen Les- 
art: qui sine scutis ac sine ferro fuerkü} man verr 
gleiche Nepos Allic. Ca^. 25. $. 9. pecuniam sine fe^ 
nore sineque uUa sUfnüatione credidit. $. 65. wunder- 
ten wir uns nodi den Soloecismns boni et aequi in den 
Worten: sotent eins modi iniquilati boni et aequi nomen 
dignitatemque opponere, in den neuesten Ausgaben zu 
finden, obgleich schon Lambin richtig aequi et boni ge- 
schrieben hatte, wi|s auch eben so in der Erfurter Hand- 
schrift sich findet und vielleicht nur durch einen unseli- 
gen Druckfehler in die Ausgaben gekommen ist Aecum 
et bonum war die ^urch den Gebrauch festgesetzte Wort- 
stellung, von welcher Niemand abweichen konnte, ohne 
das römische Ohr zu beleidigen. Eis findet sich aber 
diese Wortstellung nicht nur in den classischen Schrif- 
ten der Römer durchgängig festgehalten, sondern auch 
in den römischen Gesetzesquellen bis auf die späteste 
Zeit So schon bei Flautus im CurcuUo Act !• Sc. 1. 



XXX Vorrede. 

V. 65. neque gtddquam queo eeqtü b&nigue ab eo 
petrare^ durchgingig auch bei Cicero , wie hier cum 
se in camsa putant habere aecum et bonum quod de- 
fendantp und ex aequo et bonOj selbst in der Verkfir- 
znng aeqiwm bonwn^ wie in der Topik Cap. 17« $• 66. 
80 auch aeqtmis meUM ebendaselbst, obgleich hier wach 
MELWs AEQUW8 sich findet, wie Ueber die Pfüchten 
Buch 3. Cap. 15. f. 61. Selbst in der Formel oe^td 
boniqtte facere ist diese Wortstellung stets dieselbe, wie 
bei Terent. Beaut Act 4. Sc. 5. V. 40. aequi bam^ 
qne facto. Cicero an AtticuM Bnch 7. Er. 7. aeqni bord 
facit.'^ lAvms Buch 34. Cap. S9. oefm bonique fad^ 
tnus nnd oft anderwärts. Im Folgenden mussten wir 
schreiben: scriptum $equi cahnnmatoris es9e bonigue 
iudicis voluntatem scriptori$ auctaritalemque defendere^ 
wie die Erfurter nnd fünf Oxforder Handschriften bie- 
ten, obgleich der neueste Herausgeber gar keine Yer- 
ächiedenheit der Lesart bemerkte. Die Verbindung durdi 
que ist hier sehr passend, wo der Gegensatz zu dem 
Vorhergehenden durch diese leichte Verbindung 'ange- 
deutet wlrd^ wie so oft in diesen Stellen, wo der grosse 
Haufe der Erklärer qve fiir ned zu nehmen pflegt 

Wenn wir Cap. %4. %. 67. schrieben: tarnen pro^ 
basse neminiy quod defendesj qma verbis oppugnare 
etc., so bemerken wir zunächst, dass die gewdhnlidhe 
Lesart defendit sich auf gar kein handschriftlichei^ Zeug- 
nis stützet, da die Erfurter Handschrift defendei liest, 
die Oxforder aber mit der alten Lesart defendis aber- 
einstimmen. Defhidei wärde bedeuten: tca$ du nach 
ßtassgabe deiner Art und Weise in 8ckiä% nehmen^ 
fDirri. Doch steht die ganze Stelle auch noch aus an- 
deren Gründen nicht sicher, worüber wur in unserer kriti- 
schen Ausgabe Rechenschaft ablegen werden. %. 69. 
liessen wir mit allen uns bekannten Handschriften non 
vor poUus fallen und gewannen die nothwendige Ne- 
gation durch die Frage, indem wir schrieben: deinde ü 
de iure vario quidjriam iudicatum est, potius contra iur- 
lis connUios stattamt, si aliter pronunciatum est ac 
Miwiö plaouU, quam ex eorum aucloritete, siy ut Jfo- 



Vorrede. xx« 

ni&ft Mtaluebaty 9ie e»t iudiealmn? wogegen w6Bl Nie« 
mand etwas einzuwenden haben wird. 

Cap. 2i. %. 73. glaubten wir in den Worten: IHe 
Vetter lentis ^ qui aumt eit dicere: fecisse iriDSRt 
MüMy de quo ne ctmit m argneretur qvidem $cire 
patuis$ety ipne nunupiam auderet huUcare elc.y da die 
ErAirter and säuuntliche Oxforder Handschriften statt 
patuUsety was auch an sich kaum richtig ist, pohdstis 
bieten, pahUly i$ schreiben zu müssen, da diese Con- 
jectur nicht nur der Lesart der Handschriften näher 
kommt — pohtUU ging leicht in pohdslii über — , son- 
dern auch zum Zusammenhange stimmt. Wie iste hier 
durch it wieder aufgenommen wird, so wird in den 
Tmculan. Gesprächen Buch 1. Cap. 82. $* 78. illud 
autemy ifuod non modo facüe ad credendum est^ ied eo 
eoneeno quod volimt consequens, id certe non dant etc. 
auf gleiche Weise illud durch id wieder aufgenommen, 
was ebenfalls Veranlassung zu Aenderungen gegeben hat. 
Wenn wir femer Cap. Ä6. $. 74. schrieben; nutior he^ 
redUof uni cmque nontrvm venUy statt der vor uns ge- 
wöhnlichen Lesart: maior hereditas venit uni cuiqjie 
veilrumy wenn wir femer die Worte: ftnü Molücitudime 
ac pericuU Utiumy ohne den geringsten Zweifel an ihrer 
Aechtheit beibehielten, wenn wir $. 75. verum eti^m 
statt ied eHam, dimittelur statt dinüttitur schrieben, so 
geschah dies Alles aus guter handschriftlicher QueUe und 
im Einklänge mit dem Sinne der Stelle, und wir haben 
unsere Meinung theilweise schon anderwärts darüber 
ausgesprochen. 

Cap. 37. $. 76. schrieben wir: paptdi Ronumi 
causMf dvitalis iu$j bonuy forlunae po$se99ioneeque 
omnium in dubium incerlumque recocabunlur y wo die 
vor uns allgemeine Lesart ammum wegliess, nicht allein 
weil die Erfurter Handschrift jenes omnium y was sehi^ 
leicht ausfallen konnte, wenn es durch Abkürzung ge- 
schrieben war, hinzufiigt, sondem weil der Sinn der 
Stelle es nothwendig fordert, da wie camsa den Geni- 
tivus populi Romaniy ins den Genitivus civitatis zur 
nfiheren Beziehung hat, so die letzten Worte: Inmafor^ 



xxxn Vorrede. 

hmae poiseuime9quey einer nSheren BefiKidumg mdit 
entbehren können« Man vergleiche unten Cap. 9SL $• 
81. plaeet cofissam iuri$ et aequüaiu et non noitrae 
pouessiofM y $ed onmina poßise$0ioman amniwn cansti^ 
tuere in verbo? Ferner haben wir ebendaselbst mit 
Hilfe der Erfurter Handschrift einen auffallendep Fehler 
der ftedß gehoben. Man las vor uns: qtdcum tu posthac 
de postei^üme contende»y eunty 9i ingresmm modo de- 
ieceiisy in praedium restitua$ oportebüi «m autem m- 
gedient} cum armata tnuUitudüw obviM fueris et Ha 
Vßiuentem repideriSy fiigariSy averteriSy non restitues. 
Hier musste es auffallen, dass in dem ersten Satze m- 
gresswn so ohne fernere Beziehung stand und wenn man 
auch aus dem vorhergehenden de pos$essiane allenfalls 
in Gedanken ergänzen konnte in pousenianerny so musste 
es doch noch mehr auffallen^ dass es dann auf einmal 
hiess: in praedium restituM aportebUy da man doch vor- 
her höchstens bei ingresswn an eine Besitzung im AU«- 
gemeinen hätte denken können, und es nun falsch gewe- 
sen sein würde zu sagen, den müssest du in sein Land- 
gut wieder einsetzen. Beide Uebelstände sind sogleich 
beseitiget, wenn man aus der Lesart der Erfurter Hand- 
schrift in praedium delegeiiM statt deieceriSy in priie^ 
dium herstellt, wie wir gethan: n ingreuum modo in 
praedium deieceri^y restiluas oportebity d« h* wenn du 
den, welcher nur das Grundstück betreten hat, heraus- 
wirft, so müssest du ihn wieder einsetzen u. s. w. Ln 
Folgenden hoffen wir, dass die von uns in den Text gesetz- 
ten Vermuthungen wenigstens nicht schlechter als die vor 
uns gewöhnliche Lesart seien^ den Worten der Handsdirif- 
ten konpnen sie zum wenigsten weit näher; doch kann 
hier die Kritik nichts mit Gewissheit bestimmen. $• 78. 
musste die gewöhnliche Wortstellung: gm ita iustus et 
banu9 vir e9ty der Lesart der Erfurter Handschrift: qm 
ita iustu^s est et ponus viry auch aus inneren' Gründen wei-^ 
ehen^ weil die Bede dadurch an Kraft und Nachdruck ge- 
winnt, so wie >vir ebendaselbst aus derselben Handschrift: 
tU gvidquid inde haurias purum te Üguidwnque havrire 
senüasy schreiben mussten statt des früheren: purum 



V r r e d e, xxxtii 

tiquidtmgue te haurite^ weil das te^ was an sich keinen 
Nachdruck hat^ mit vollem Rechte als enklitisches Pro- 
nomen zwischen die beiden Adieciive purum ligiädum" 
que tonlos eingeschoben wird. Denn diese werden etwas 
mehr hervorgehoben^ wenn sie durch eine andere Stm- 
ctm* unterbrochen werden^ gerade wie in der vorigen 
Stelle die Adiectiva iusius et banus dadurch mehr 
hervortreten^ dass sie durch das nach iustus eingescho- 
bene e$t etwas getrennt worden sind. Dagegen können 
in solchen FSUen die Einschiebsel nur tonlos sein^ wie 
man richtig per mihi gratum feceris sagt, wo das per 
etwas mehr hervorgehoben wird, als in pergrahtm mihi 
feceri%y das mihi aber nur enklitisch sein kann, wenn 
es nicht den ganzen Sinn^stören soll. Die übrigen in 
diesem Capitel vorgenommenen Aenderungen haben be- 
reits in den Srläutemngen iure Erwähnung gefunden und 
stutzen sich nicht weniger auf die Zeugnisse der bess- 
ten Handschriften, als auf den Sinn der Reder selbst. 

Cap. 88. $.81. glaubten wir in den Worten: Quid 
egty Pi8of placet tibi hos pugnare verbis? das vor uns 
ausgelassene Pronomen no«, was den Sinn weit gefäl- 
liger macht, aus der Erfurter Handschrift aufnehmen ifnd 
später in den Worten: non ante veniamy quam recur- 
sarOj nach derselben Handschrift das Fntwriim ' veniam^ 
was dem Sinne der Stelle angemessener ist, als das ge- 
wöhnliche veniOy und leicht, wenn es venia abgekürzt 
geschrieben war, in venio verderbt werden konnte, in 
sein altes Recht wieder einsetzen zu müssen; so wie 
wur in dem Folgenden statt der früheren Lesart $enten- 
Ha et re cogmta^ wo das Wörtchen re allzu sehr in. 
den flfintergrund gestellt Avird, aus der trefflichen Erfur- 
ter Handschrift re et sententia cognita schrieben, wie es 
auch unten Cap. 80. $. 86. heisst: non solvm re et 
sententia y sed verbis quoque hoc interdietum ita esse 
compositum. 

Wenn in Bezog* auf Cap. *9. §. 8*. unser jüngster 
Vorgänger behauptete, Quinctilian habe nicht restituisse 
te dixti ausdtücMieb aus dieser Stelle angefahrt, so hat 
er, wie oft anderwärts, ob er gleieh ganz Zuversicht-* 

' c 



xxiiv Vorrede. 

lieh spricht und uds audi deshalb verlrttete^ dteifU Im- 
zubehalten, jene Stelle nicht baehgelesen. I>en0 Quid- 
ctUian Buch 9. Cap. 3. $. %2. Bd. 8. S. 465. Spal- 
dingsche Ausgabe sagt aqsdrikcklieh, nachdem er jene 
Stelle: re$tibäM$e te dixtL nego me ex e^Ucto praeto- 
'rif resiibjUum esse^ angeführt hat: et ipsum dixti eoc^ 
cuMsa iyllaba figyra in terbe. Kann denn etwas aosH 
dräcklicher gesagt sein? Doch lassen wir diesen Irr- 
thum, und begnägen uns zn bemerken, dass wenn einige 
Handsduriften Quinctilian's MxiMü statt üoui schreib«! 
gegen den ausdrücklichen Willen des jfthetors sdbst, 
man dies eben so wie bei Cicero als reinen Schreibfeh- 
ler zu betrachten habe, da dem Abschreiher diocü statt 
des sonst gewöhnhchen dixMi auffallen »[lusste. Damit 
aber weniger belesenen jüngeren Lesam und auch. y^iM 
manchem Lehrer der.WohlrüieiAät nicht acdErile, war- 
um wir hier so kleinlich, wie es scheinen könnte, fBr 
die Form dixti kimpfen, sq müssen wir darauf aufinerk- 
sam machen, dass Cicero mit allem Fleisse da, wo er 
etwas aus den mündlichen Verhandlungen, die ausser- 
halb des Kreises seiner Rede hegen, anffihrt, er stets 
80 >yorttreu als möglich spricht oder auch nur die fami- 
liäre Rede und den Umgangston der Römer nachahmte, 
um seiner Rede das Gepräge der Wahrheit desto sidit- 
barer au&udrücken. So fährt Cicero auch im Brutui 
Cap. 46. $. 17S. ein altes Hökerweib also spre^Aend 
ein: Ho^pen^ tum pale wmoriSy „Mdn freqder Herr, 
es geht nicht wohlfeUer^^. Denn die Form pofe^ hier 
elliptisch statt pote$t, konnte Cicero nur in solchem Tone 
brauchen, ausserdem hätte er polest schraben m6$sen. 
So ruft Stertinuis bei Hpraz Satiren Buch. S. S. 9. V. 
38. dem Damasiums, d?&#ich von der FabviQivheB 
Brücke in die Til^er stürzen will,SMi: CmefaxU. Manches 
der Art findet si^ch ofit. anderwärts; und ist man ge- 
wohnt, die Sprafihe der Alten in ihren feinsten Nüandnm- 
gen zu verfolg^ so wkd man stets mich ia den Schat- 
tiruiigen ihrer lle^e die plastiiwihe Sehönheit ihrer D|ur- 
atelhing fnzuad^imen im Stande sap. Leider venajast 
man aber an s^ vii^iie% die jetzt üher die alten Schriften 



V r r e d e» jxxr 

raiaMBiren oder Midi ediwfttafiea die KenntniBse, welche 
sam y^stehen jener Sdurifte» das Haupt erforderais aiad« 
Ebendaselbst ^8$. möchten wir jetzt lesen: deinde 
hnätti rationU n^n modo nunc iitcentorem^ sed ne pro^ 
batorem gttidem ene me, wie ausser der trefflichen Er-* 
fiirter Handficfarift aiidi noch die sechs Oxforder einstim- 
mt bieten. Denn abgesehen davw, dass sprachlich die 
W^assnng des zweiten n$n .im Vordersätze bei derg^i- 
dien VeriUUtnissen last notbwendig ist, so gibt au^ nunc 
hier einen sehr 'passenden ^nn: da$9 ich gegenwärtig 
nicht nur van der Erfindung, $ondem auch von der 
Qtdke i»mmg mt^es $okheu 8at%e$ nach entfernt erkläre, 
Bimkich giegemmrtig, wie aoch wir in fihnliehßn FäUen 
sagai^ nachdem ich den fremden Rathgeber genannt^ und 
das Falsdie des Satz^ bereits zugegeben habe^ wozu 
meine ßegner durch ihre Art nad Wmse oelbst erst den 
Weg zeigten. Wer wäre aber nach darauf gekommen^ 
statt: non modo non invmttorem, za sehreiben: non 
modo nunc inventorem, wenn er es niciht aas band-* 
schriftlicher Quelle entlehnt gehabt hütte? — Wenn wir 
in dem balgenden schrieben: ine fm§e pro meo ture 
dicere neve in hoc re, quam ego proMU, fuaeri jOffor^ 
iere^ quUme verbi$ praetor interdixerit, $e4 de qm 
loeo 9it actum, ewm interdioeerUy so haben wir auch hier 
den Sinn der Stelle und dim Zeughis der bessten Ha^d-* 
sdiriften für uns. Demi wenn unser jüngster Vorgllager 
KU neue, was.dbe Erfiurter^ fünf Oxforder Hapdschriften 
und melurere alte Ausgaben statt neipue bieten^ bemerKt^ 
dass diese Lesart wundeiüoh^ aber zu verwerfen sei^ 
so gjbnbt« wir dagc^gen^ dasi9 sie nic^t wuiftderlich^ soiw 
dem beizubdii^en sm. Allerdings hatte auch käwen der 
Redner neque statt nene setzen^ aU^ er w<41te s^it be- 
sonderem Nachdraq^e^ was sie mcht mmen sollen, im 
Gegensatze wl dem, waS sie meinw 9<^ten^ hervorbe- 
ben. Naehdem er dso gesagt hattet nie poue de meo 
iure dicere,. wozu man doch natürlicher Weise existu^ 
metis ans dem Vorh^gehenden in Gedanken zu ergän- 
zen hat^ so fiUirt er fort: net^e in hoc re, tßum ego 
protuU, quaeri oporlere Hc., wozu man nun eben so 

c* 



jtxxvi Vorrede. 

gAiy wie zu dem Yorhergehenden^ exütumetig ergiszen 
m«8s, und also den vollstündfgen Satz gewinnt: neve 
eori^htmetis in hac re^ quam ego prohiUy guaeri opor^ 
tere ete. Auf diese Weise ist neve nicht nur nicht wim- 
derlieh, sondern passt auch zum Süme vortrefflich^ weil 
dadurch die Mahnung an die Richter mehr hervorgeha- 
^ben wird. Kaum bmehen wir übrigens zu bemerken^ 
dass neve leichter in das von Handschriften hier nicht 
beglaubigte neque verändert werden krante, als letzte- 
res in neve und dass also auch diplomatisch unsere Les- 
art sicher steht. Endlich mussten wir statt ^nan m- 
terdixU mit der Erfurter Handschrift cum interdixerä 
schreiben, weil der Coninuctivus grammatisch fast noth- 
wendig ist und interdixüy d. h. interdixerü y leicht in 
interdixit verdorben werden konnte, wie ähnliche Ver- 
derbnisse an hundert anderen Stellen vorkommen. 

Cap* 80. §. 86. schrij^ben wir: Adtendäe, quaeso, 
diUgentery recuperatores y statt der gewöhnlichen Wort- 
stellimg: Adiendite däigentety quaesOy recuperakire$j 
aus der Erfurter Handschrift; man vergleiche Cicero 
Ueber da^ CheiMenaUer Cap. 17. $. 59. quo9 legitey 
quaesOy ntudioscy ut facitis. Nicht als ob wir glaubten, 
die andere Wortstellung sei falsch, sondern weil der 
Lateiner gerne das quaeso gleich zum Imperativus setzt. 
In den folgenden Worten empfiehlt sich die Wortstel- 
lung derselben Handschrift: non enim id nan dictvruty 
quod ego invenerim etc. statt der früheren: nan enim 
snm id diclunu. etc. von selbst, da nur durch sie das id 
den Nachdruck gewinnt, den es hier dem Sinne der 
Stelle nach haben muss. Sodann schrieben wir: cum de 
vi interdicäury duo genera caussarwn e^te inteUegebantj 
ad quae interdictum pertine^et: tmum si qvi ex eo locOy 
tAi fuissety se deiechmi dicerety aUerumy si q%ü ab eo 
locOy quo vemret: et horwn utrumque neque praeterea 
quitUpiom potent acciderCy recuperatores. Dass wir so 
schreiben wollten, sieht man theil weise aus der Anmer- 
kung unter dem Texte: im Texte blieben leider die 
Worte: vi deiectus esset y nach quo venissety wofür wir 
ebenCrils qtio venirei lesen wollten^ durch ein Versehen 



Vorrede. xxxvu 

noch stehen« Obgleich diese Yerandeniiig den Sfln der 
Stelle im Wesentlichen nicht ändert^ so weicht sie 
doch vielfach von den vor uns^in den Aasgaben befind- 
lichen Worten ab, und wir mässen cfeshalb hier von un- 
serem Verfahren Rechenschaft ablegen. Die gewöhn- 
liche Lesart war vor fns: unitm $i qtu ea^ eo locOy in 
quo esset: alterUMy si ab e^ loeOy quo veniret^ m de- 
iectm esset: et horwn tUmmque etc. So unser jüngster 
VorgSnger ohne allen Zweifel an der Richtigkeit seiner 
Lesart, ob ihm gleich die Lesart der Erfurter Hand- 
schrift bekannt war, die er aber filr ein Glössem er-' 
kifirte. Aber auf welchem Grunde steht denn seine Les* 
art? Denn sehen wir uns nach den Handschriften, um, 
so haben die, deren Lesarten uns 4;enaaer ang^eben 
sind, nichts, was seine Lesart stützen könnte. Denn 
zwei ;Oxfbrder Handschriften /. t^. lassen zunächst die 

Worte: loca oft, weg, die vier übrigen C. H. S. T.. 

haben £e Worte» in quo eo locOy nicht, keine end- 
lich hat am Schlüsse des Satzes die Worte: vi deiectus 
esset. Und wenn man* nun auch leicht einsieht, dass m 
den ersteren Worten wegen des gleichhnit^den ex eo 
loco und ab eo loco sehr leicht etwas ausfallen kennte 
imd wegen des Sinnes der Stelle etwas. ausgefallen sein 
nrass, wer steht uns aber daiiir^ dass gerade die Worte, 
welche man ge^vöhnlich zur Vervollständigung des Sin- 
nes ei^änzt hat, ausgefallen sein müssen? Sodann Avie 
konnten die letzten Worte: vi deiectus esset y so leicht 
in allen Handschriften wegbleiben, wenn man sie in der 
Urhandschrift gefunden hätte? Betrachten wir qpn dazu 
die Lesart 4er Erfurter Handschrift^ so liest' diese wört^ 
Uth also: timem, si qui exeolocOy ubifmssety seeiectum 
dicerelß alterumy si qm ab eo loco, qtw veniret, und 
ohne ungerecht zu sein, können wir bdiaupten, dass es 
eine grosse Versündigung an der Kritik sei, soldhe Worte 
Ar ein Glossem zu erklären, zumal auch beiläufig ge- 
sagt von Glossemen der Art in jener Handschrift bei 
dieser Rede nicht die geringste Spur vorhanden ist. Auch 
sieht das Einzelne keinem Glosseme ähnlirh. Denn hätte 
man die in den Oxford^r Handschriften sichtbaren Lü- 



xxxTm Vorrede. 

cken Asfüllen wollen, so hätte man doch eher in ^iio 
esset f wie die gewöhnlieheii Aufi^aben hab^, gesdirie- 
ben, ah: ubi fuUsety wo schon die richtige Z^tbestiin- 
mäng fmsset Cicero's Hand bekundet, sedfoin hfitte mta 
nicht glossirt: $e deieclum oder se eiectum dkeret^ da 
hier diö Wendung mit Hiceret nidtt den Glossator ver- 
r&th, sondern vielmehr den guten I^Hteider; dafSir setste 
man nnn am Ende des Satzes: vi deiedM esset y wor- 
auf jeder Pinsel, der diese Rede gelesen hatte^ koaun^i 
musste* Endlich hat kdn Abschreiber die letzten Worte: 
äUerum si qtü ab eo locOy ^fuo vemret, erfiiAdeii. 
Denn zunfichst zeigt die Wendung: si qtd (A eo. loeoy 
wozu man nnn aus dem Vorhergehenden leicht ergänzt: 
se deieclum dtceret,^ nicht nur den Lateiner, soadem 
auch den gewandten Lateiner deutlich, endlich tritt die 
Zeitbestimmung: quo vemret, im GegensatRe zu: tf6i 
ftdssety ei^t richtig hervor, was iaxki der Fall seiii 
wfirde, wenn man auch oben: m quo* esset y nach Mx 
Ergänzung der Abschreiber Ilse« Denn es dmrfte Mer 
nicht: qyo venisset, heissen^ wie Graeve fidsib aus der 
Erfurter Handschrift angemerkt hat, sondein: fuo veni- 
rel, nicht: woMn er gekommen war^ weil ei* da schon 
auf dem Grundstucke gewesen wäre, sondern: wohin er 
kamy wohin er zu gehen versuchte, was allein hier passt 
Wer hält nun die Lesart der Erfurter Handschrift Mdi 
fiir eine Ergänzung vim jängereir Hand? Und wer kann 
noch an der gewöhnlidien Lesart festhalten, deren erste 
Sätze von keiner HandschAft bestätiget werden, der^i 
letzter ^tz von aUen Handschriften einstimmig verworfen 
wird? $• 68. schrieben wkr mit der Erfurter Hand* 
Schrift: VideüM fgijtwr hoc imo f^er6o unbe signtficari 
res dUMy ei ex quo ioeo et a quo loco. So 'Mess es 
vorher $* 87. hoc verbum unob utrumque dedaraty el 
ex quo loco et a quo loeo. Dehn wenn schon undM) 
was in der gewöhnlichen Lesart fehlt, leicht eingesetzt 
werden konnte, so wurden wir dodi die gewöhnliche 
Lesart nur dann richtig finden, wenn es blos hiesse; 
Videtis igilur hoc uno verbo significari res duaSy mit 
Hinweglassung der letzten Worte. Da aber diese hier 



Vorrede. xxxiz 

sich in allen Handsdiriften finden^ so War auch ündb 
im Vorheigehenden notbwendig. Im Folgenden wird die 
Wortstellung: «tc quomam verbcrum, tm neceMorio si^ 
tmlUudine rerum aucupamnTy statt der vor uns gewöhn^ 
lieben: Bie qumuam vhn verbcrum etc., durch sich se|bst 
empfohlen^ da die Worte: verberum vm und smiUhi^ 
äine rerum im Gegensatee erscheinen. 

Wenn «wir Cap. 31. $. 90. statt der gewöhnlichen 
Ijesart: quod negaboM ^uem^fttam deiici po$9ey tüH ^ 
in ee loco fuerit: nunc etc.y welche anel^ grammatisch 
hier kaum %u rechtfertigen sein möchte, schreiben zu 
jiiüosfcn glaubten: quod neyabas quemquam deäci po$$e 
nUi mdey vbi e$set) iam etc., so geschah dfes'haupt- 
siAlidi in Rücksicht auf die Lesart der Handschriften, 
da die Erfurter die Worte bietet: nUi indubium eise 
etiam, mit welcher auch die sechs Oxforder übereinkoiy« 
jtt^i, welche lesen: msi in dubüan es$e etiamy Worte, 
aas denen sieh leicht die von uns gegebene Lesart her- 
stellen liess. Aus ntmindeubiemetiam konnte man leicht 
madken: tiM indubt es$e etiam^ und so entstand die ' 
Lesart: niü mdubüan eae etiam. Die genauere Aus- 
einandersetzung der handschriftlichen Lesarten, die noch 
aad^en Einfluss auf diese Stelle üben werden, gehört 
in die kritische Angabe. $. 91. entfernten wir nach 
der Erfurter Handschrift den Fdiler: oitendo ri sine 
mrmis coactisve hominibus deiechu qmsquam sit, indem 
wir statt des unpassenden quisquam hier quispiam schrei- 
ben mussten, was bei Anfiäirutig eines Beispieles das 
passradesteist und fi»t stets mit püsquam wegen Aehn- 
lidri^t der beiderseitigen Abkürzungen, ftotg und quisp, 
verwechsdt worden ist, man vergleiche unsere Bemer- 
knng sBum Laeliui S. 153 %g. 

Cap. SS. ^. 99. schrieben ^wir: in illa m quolidiana 
non saus est passe docere se deiectumy nisi ostendere 
potesty cum possideret^ tum deiechmLne idqmdem satis 
esty nisi docet ita se possedisse: yjBC vi nbc clam nkc 
PMBCAAio posaBDBHiT. Deuu wss aunSchst dte l^orte: 
nisi ostendere poteft^ anlangt, wofür vor uns: ninosten-* 
dere possit, stand, so sieht man scholji aus dem Satze: 



XL V^ r r e d e. 

nui docet etc.y 'dass der Indicativus ricbtiger sei^ den 
noch dazu die Ek(iirter Handschrift bot. Wenn wir fer- 
ner die Coniunction trf vor den Worten: jyjsü vi btc^ 
\vegHessen ^ so kommen hier fiinf Oxforder Handschrift 
ten mit der Angabe der Erfurter Handschrift überein^ 
und lU ist aucii dem Sinne nach gar nicht nöthig^ dbi 
Cicero sehr ^ft so abgerissen Worte aus Gesetzen^ Te- 
stamenten u. s. w. anführt. Man vergleiche oben Cap. 
18. §. 53. qtä heres imtihUtis ex$et üa: mojrtvo j^o^ 
arvMo Fihio^ wo man ^a mit Unrecht für ein Crlossem 
ansah. Unserer Stelle in mancher Hinsicht «noch ihnli- 
cher ist Cap. 27. %. 79. verum tarnen -quid aU vester 
Ute auctor: omnibus qumdqüe verbms actum pjroa^itaf- 
CiATüMQUB aiT. $. 93. Hudum in camsa denUtutumr- 
que videliSy so scheinen fast alle Handschriften ^ wenig- 
%\ma die sechs Oxforder ^ die Erfurter zu lesen und die 
kritische Angabe unseres Vorgängers^ der que weglaset, 
scheint auf einem blossen Irrthume zu beruhen. Man 
vergleiche hierüber die kritische Aügabe. Nudum m 
camsa de^tihUumque ist übrigens ganz in Cicero's Bfft* 
nier^ man vergleiche oben Cap. 27. $• 78. ittstu$ esl el 
bonus viTy ebenda^, pwrum te Uquidumque haurire, de. 
Mit Uebergebung einiger anderer Yeränderungeii, 
deren Grund man leicht selbst einsehen wird oder ihn 
in der später erscheif^enden kritischen Ausgabe such» 
^ kann^ bemerken wir nur^ dass vrir Cap. 83. §. 97. ge- 
schrieben haben: Cum — CoUa decefiwiri» reügwniM 
iniecigset non passe nostrum saa-amentum iuibmn itub- 
cari etc.y wo man vorher reügionem statt reli^mmls». 
Beides ist grammatisch richtig^ schreibt man reügkmemy 
so hängt das folgende: non passe nastnmi sacramenhm 
iustum iudicari y als Apposition von religionem ab; 
schreibt man dagegen reliffianiSy so werden die letzte- 
ren Worte das Hanptobiect und der Genitivus religionk 
spricht nur von ihnen aus, dass sie als Sache erschie- 
nen seien^ die auf ihre Richterpflicht Einfluss übe und 
Gewissensscrupel erregen müsse. Auf die Weise sagt 
man eben sowohl cdicui aliquid praewAum dare^ als afi- 
Ott aUquid praem dare^ Blan vergleiche Cicero's 7V<- 



Vorrede. xli 

seuloiu €respräche Baeb 1. €ap. 47. $• 118., wo man 
-nach den bessten i^andschriften saa lesen hat: ut äKs 
' praemi daret pro pietate quod maxwnum hmmü dari 
pestet a deo. Besonders häofig konunt diese Wendnng 
in dßSL Verrüu9chen Heden vor, wie Bach 3. Caip, 49. 
^ 116. wmUi sinsptdoM iemü accesüonU cagelnmtur 
dare. Man sdie Zinkit sm Bach 3: Cwf. 46. $. 114. 
Bd. 1. S. i&31 %..«An der WortsteUung notirum to- 
ermnentum^ welche die . Erfurter HandsdurUi bot/ statt 
«ocroaiMton n^trum wird hier wohl Niemand Anstoss ' 
nehmen.. Im Feinden hatte sich ein sehr Ustiger Feh- 
ler eingeschlidien^ wenn es in allen Ausgaben vor nas 
htesa: iom vere m cderiMy ut omneSy gtd m eadem 
$m»$sa modlet lege agaat et.Muum im per$etpianlur et 
CMunea iure €wäi eine cuiuequam mU mayistrahu aut 
mdici» trut periti hominis aut imperiU dubUaHane tifan- 
tur, qtäd ego oemmemorem? Denn man sieht hier wohl^ 
warum .anfiings gesagt wmde, dass Alle so verfiihrai 
könnten^ aber keinen Grand, warum enmee vor iure ci-- 
viU besoaders .wiederjiolt werden sollte, da ja das erste 
omme mm ganzen Satze gehörte und mch hier noch 
gilt, hier mwiste viehaehr gesagt werden, dass jenen 
nicht nur lege ägere und iue suum penequi verstattet 
sei, aandem auch das omni iure ciHriti uü, d. h. des 
baif;erliclien Beehtes in seiner gansien Ansdehnong tbeil- 
haftig sein, wie auch in Bezug' auf IHsehaften u. s. w. 
Da non aber auch die .besste Handschrift ausdrüclüich: 
et omm iure jcwUi^ liest, so wird wohl Niemand an dieser 
Lesart. Bweifeln. können. Unsere Latiinschreiber schreib 
ben freilich hier et omnino iure civiä uti, was uns zwar 
deutlicher vorkommt, aber oft nicht einmal so genau und 
bezeiclmend ist, als di^ acht lateinische Wendung. Im 
Folgenden schrieben wir nach der Erfurter Handschrift: 
iftiftjum est nemini vestrum. certo. quaeri hoc »olere me 
non praeterit etc., was theilweise schon bei Cap. 13. $. 
37. deücior ego, impm, si qui» meonm lieücüur. omnino. 
iani bene aglsetc. sdne Erläuterung gefunden hat. Das 
folgende tarnen nrnnere statt des unpassenden tum nunwre 
ist ebenfalls früher schon mit berichtiget worden^ hier ha- 



xin Vorrede. 

ben fönf Oxforder HandschrifleB ausdräckMch Utmen^ die Er^ 
furter In, was ebenfalls nichts anderes als tom^n bedeutet. 

Cap^ d4. <$• 99. haben wir nübierit statt noAitf wie» 
der hergestellt worüber schon früher gesprodien worden 
ist^ und sodann: cwn eiy qui in Servitute uuta fuetmt^ 
ceniu Uberenhur, statt der gewöhnlichen Lesart t cum 
i$, qtd in Servitute iustm faerüj cenm fifc^hir ^jetftt 
möchten wir lieber gani^ genau naeb. der EiHhrter Hand* 
Schrift und der Mdir^ahl der Oxfbrder schreiben! cum 
ei, qm in servihäe iutba fuerunt, een$u Ubetemtier 
etc., da fuermA allerdings hier passender 2u sein scheiot 
als fuerint* IJbendasetbst hielten wir Osce rebus niclit 
einmal für lateinisch und schrieben Msce^rebus, ob 9i^ 
sceribus alle Handschriften haben und ob «iriit mfdk 
etwas Anderes darin ve^orgen hege, konnten wir Jetet 
füglich unentschieden lassen« Wir gehen ttber einige ge- 
machte und über einige eMva noch vorzimehmeäde A&^ 
derungen hinweg und erinnern nur noch^ dass wir Oap. 
36. $• iOi. quam raHo nostri iudici posiuktrit, mit fitaif 
Oxforder Handschriften wieder herstellten^ wo früher ve-^ 
stri tudidi stand ^ der Redner hatte an der VeAan^im^ 
vor den Richtern wesentlichen AntheU nnd konnte 
fuglich nosiri iudici sagen. Die Erfbrter Handscfartt 
hat leider das Ende der Rede nicht %4 iOit. seiirieben 
wir nach fünf Oxforder Handsduiflen: quod tos de re 
iudicare non debetis, statt der vor uns gewähnlich^i 
Lesart: q^wd vos ea de re iudicare nWi debeÜSy üt uns 
kaum lateinisch dünkt <fe re ist an sidk verstiodlleh 
und ea setzte ein besorgter Abschreiber hinsLn, wofinr 
wenigstens de re ea lateinischer gewesen sein wurde. 
res kommt oft ohne allen Zusatz von der in Frage ste- 
henden Sache vor, wie Cap. 33. §. 97. postea requae-^ 
Sita ei deUberaia etc., ward aber auch anderwärts oft 
verkannt^ vergleiche die Bemerkung zum LoeltM 8. 135 
fg. Warum wir endlich ebendaselbst nicht statt «ftiocie- 
dm coloniartmi mit dem neuesten Herausgeber duodevi^ 
ginti coloniarum schrieben^ hat seine Erledigung in den 
Erläuterungen zu dieser Stelle gefunden. 

Hat es der Leser nicht verschmäht, uns bei dieser 



Vorrede. XLtu 

BeeheDscIuiftMdblegiing aber unser kritisches Verftbrea 
in Bezog' auf die erste Rede selbst bis ins Einzelne zu 
Mgen^ so wird er nas gewiss aadi erlassen^ über die 
EinzelhfAiea^ wdche in den übrigen Rieden b^chtiget 
worden «nd, noch ausführlicher zn spreehen^ da uns 
dieselbe» Gronds&tze weh bei den übrigen geleitet ha- 
ben. Wir mjissen daher nur noch solche Stellen hervorhe- 
ben^ wo unsere Aenderungen zu bedeutend smd, als dass 
wir sie nur stillschweigend tünsetzen konnten^ oder die 
Orfii|de, ans denen wir ündem mossten^ weniger zu Tage 
Hegen, als dass sie nicht noch einer Andeutung bedurlEten. 

Wir kommen zunächst zu der Rede füt T. Aimm$ 
Milo^ aber welche wir im AHgemeinen' bemedLcn, dass 
wir dem Turiner Palimpsestus in den I^eil^a, welche 
er ans dieser Rede bietet, auch hier vorzuglidies Ge- 
wicht beilegen mussten^ und dass wir ihm zunächst die 
T^emseeer üttd Erfi^r Handschrift und sodann die 
äbrigen Handsdiriften zu berndiLsichtig^i hatten. Das 
Uebrige wird man in der kritischen Ausgabe finden. ' 

So schrieben wir Cap« 1« §. 9. nut der Tegern- 
seeer, Erfiirt^ und anderen Handschriften: NtmiUaprae-' 
fjd&e^ quae pro templi$ amitUrtis cemitUy ein contra 
v£m coUoccia mmty non adferunl tarnen oratori aliquid 
efe», statt der gewöhnlichen Lesart: Nam iUa praen^ 
dia etc^ Leidit wird man fühlen* dass die an die Spitze 
des Satzes gestellte Negation, die vor aäferunt nur 
rhetorisdk wieder tafgenommen, durch diese zweite 'Ne- 
gation hier keinesweges angehoben werden soll, der 
ganzen Rede Kraft und Nachdruck verleihet, wo Unge- 
gen die gewöhnliche Lesart matt und krafUos erscheint 
Im Folgmden ist die Negation zum dritten Male dadurch 
. geschärft hervorgeh<rt>en worden, dass nicht gesagt ward: 
trf — tarnen etiam non tmere poMsmuSy sondern mit 
wieder angegebener Negatimi: ut — tarnen ne non ti- 
mere t/tddem pourimm. So wird die Sache klar und 
verständlidi sein; denn kein Ausleger hat bis jetzt die 
Stelle richtig aufgefasst, das Nätere findet man vor der 
Hand in unsere» Quaeätt. TuUiantu Buch 1. S. 139 fg. 

Cap. 10. $. 97. schrieben wir: Interim ewn $ciret 



xbiv Vorrede 

Clodius — neque enim erat di/fieile id scire a La$m^ 
tinU T- it^ follemne etc.y wo man früher nur lasr tte^ 
quß erUm erat difficäe^^Uer solemne etc., weil nicht mir 
die meisten Handschriften nach d^m Worte tcire eine 
Lücke annahmen^ sondern auch die Erfurter Handschrift 
ausdrücklich hat: neque emm erat difficüe id seire 
a Lanwoim»^ und die Worte netpie enim erat dif fidle 
scire audi an sich fast ganz unpassend hier ersdieinen 
müssen 9 wenn man auf die Fülle Cicero's in ander^i 
Stellen Rücksicht nimmt. . Auch thnt es^ wenn hier Ci- 
cero schon die Art und Weise erwähnt^ wie man habe 
von Milo's Reise können unterrichtet werden^, der Stelle 
unten Cap. 17. $• 46. gar keinen Abbruch, wo Cicero 
diesen Umstand noch mehr hervorhebt: Sed erant per^ 
muUi aJüy ex qtdbug id fadUume sdre pouet: amnes 
$cäicet LanuvinL 

Cap. 18. $. 39. setzten wir £e alte, von aUea 
Handschriften einstimmig geschützte Lesart: cmn^ UU 
canalug, vt iUe raüocmabatur , nee si cuperenty repn^ 
mere posseniy et si veUenty fcrtasie vix posi^ent fran-- 
gere hominis sceleraüssumi corrobaratam iam vetustate 
audaciatny wo man nach blosser Yermuthung geschrie- 
ben hatte: nee si possent, reprimere cuperenty um einen 
ganz gewöhnlichen Gedanken hervorzurufen. Schöner 
fasste Cicero das Verhältnis auf, der zwischen : si cnpe-- 
renty ,/wepn sie es wünschenswerth fönden,^ und zwi- 
schen: si vellenty „wenn sie es wirklich unternähmen, 
wenn sie es in's Werk setzen wollten,^ untersl^ied, 
wodurch nun folgender sehr passender Gedanke hervor- 
tritt: „dessen Unternehmungen jene, nach seiner An- 
sicht, weder, wenn sie es auch wünschenswerth fan- 
den, zurückweisen könnten (moralisches Können}, da 
sie ihm für eine so grosse Wohlthat dankbar sein zu 
müssen glaubten, nodi, wenn sie es auch wirklich woll- 
ten, zu entkräften im Stande wären ([physisches Kön- 
nen}. ^^ Wäre die Synonymik der lateinischen Sprache 
in ihren Grundzügen genauer und sicherer aufgefasst, so 
würde man nicht mehr an solchen Stellen bei der Hiuid- 
habnng der kritischen Kunst aufgehalten werden. 



y r i: e d e. , xlv 

Wenn wir Cap. 16. $• 44i schrieben: Cwn Ulenm 
dubUitret aperbre quid cogüarity vos potestis dvbüm'e 
quid feceritfj wo man vorher las: dtMtarit imd cofi^ 
twrety so bemerken wir^ dass die von uns gewählW Les- 
art in den bessten Handschriften sich einstiaunig findet, 
und so sehr sie auch die gewöhnlichen Regeln der la- 
teinischen Chrammatik zu verletzen scheint, dennoch den 
inneren G^edanken Cicero's, auf den doch in der rednor 
rischen Darstellung das Meiste ankommt, ganz trefflich 
wiedergibt; und dass dadurch auch die Abweichung von 
der gewöhnlichen Zeitfolge geredrtfertiget werde. dti6i- 
laref bezieht sich auf das Benehmen des Clodius in der 
ganzen -vorher erwähnten Zeitperiode, cogüarü hingegen 
hebt das, was er gedacht habe, hier ganz ohne Räck* 
sieht anf die Zeit, in der es geschehen, hervor und bil- 
det so den passendesten Gegensatz zu quid feceriU 
Anf ähnliche Weise druckt sich Cicero Anklage gegen 
Cl Verres Buch 1. Cap. 3<>. $. 75. aus: qui in üla re 
qidd facere potti€i% nan habebaty wo man mit den Ver- 
muthungen qiäd faceret und quid facere passet bei der 
Hand war, aber keine so passend ist, als die Lesart der"* 
Handschriften, die nur das qfäd facere potuerit ^ gsB^ 
ausser der gewöhnlichen Zeitrelation als Thatsache be- 
trachtet wissen will. Die beigebrachte Stelle des Cae- 
lios bei QuinctUian Buch 6. Cap. 3. $. 41. Bd. 9. S. 
553. Spalding. mässte n(ian eben so auffassen: hie s/ub^ 
secutus quo modo transierity utntm rate an piscatorio 
namgiOy nemo sciebaty aber die Stelle der Rede fiir A. 
Caecinß Cap. 31. $• 90. negabas quemquam deüci 
posscy ni»i qui in eo loco fuerüy würde so nicht j&u 
rechtfertigen sein, da hier eine Relation schon der Sinn 
erfordert, und es ist von uns auch die Stelle oben nach 
dem Fingerzeig der Handschriften beseitiget worden. 
Dass aber Niemand uns an der Stelle der Rede fOr 
Milo mit den Zeugnissen der Grammatiker lul. Seve- 
rianns, Marc. Capeila, Isidorus und w^^r sonst noch die 
Stelle angeführt hat, zu belehren suche, so wird man 
uns wohl zutrauen, dass wir dieselben kennen, und man 
mag die Berücksichtigung derselben in der kritischen 



XLvi Vorrede. 

Ausgabe erwarten. Cap. 18. $• 47« Videte, iudieety 
qumäae res hts testimoniU rint canfettaej wird am 
w«hl Niemand zumuthen^ dass wir den SpradifeUer: 
quantae res Ms testknaniis swit eonfeetae^ der noch 
nealidi einen sonst gewandten Grammatiker tiuecht^ 
bitten sollen stehen lassen ^ da gerade alle Handschrift 
ten, die Berficksichtiginig verdienen^ sinl confisctae bietea. 
Cap. 10. $. 53. haben wir gesdbrieben: ^fuo in 
fimdo pj'opter insanas Utas subdrucUmes faeäe Amni« 
tmm male versabantur valentium, und nach der Tegera* 
seeer^ Erfiirter und den meisten anderen Handschriilefi, 
so wie nach der Andrang des Grammatikers Pompeios 
6. SOS« Lindem, h^mrwm ndUe versabamtur beibekftl- 
ten, ob sich gleiche Geliias Aü. Nächte Bach 1. Cafw 
16. und mit ihm Bfacrobius Satumtd. Buch 1. Cap« & 
geraden gegen unsere Lesiurt entsefadden und miUe ho^ 
mmum versubatur geschrieben wissen wollen^ wefir sieb 
auch die meisten unserer Vorganger in neuerer Zeit er^ 
klärt haben. Allein gerade diese Stelle mag beweiaea, 
wie vorsichtig man die alten Grammatiker bei dar Kci- 
*tik zu benutzen habe. Daui nachdem Gellius a. a. OL 
geseigt hat^ dass miUey wie das griechische x^^s Sak- 
stantiv des Singidars sd^ wie es s. B. bei Quadrigarios 
Ämiaten Buch 8. geheissen habe: ibi oecidiiwr miUe te- 
mummy und der^idien mehr^ so fihrt er endlich Curt: 
ijfuaprapter mbil iam dubium est, qtm M. Ocera iu 
w^tionSy quam scripml pro Mäone^ üa scriptum reft«- 
querU: Ante fundum Clodiy quo in fundo prop^ 
ter insanas Ulms substructiones facils miUe 
hominum versabatur valentiunu nonversabai^ 
tury quod in Ubris ndmis accuratis scriptum est. ASa 
enim raOone mille hominum^ aHa mille bjofmines 
dicendum est Und auf dieselbe Weise argumentirt auch 
M^robius. Allein leicht begreift man^ dass diese eng- 
herzigen Leute nur zwei Möglichkeiten ahnahmen ^ wo- 
nach entweder mille hommumy uie x^^s avd-Qtimnf^ 
gebraacht werden mösse^ oder male hominesy wie x^^^-^^ 
av&Qfonovy indem sie nicht föhltaai^ dass in einer freie- 
ren Handhabung der Spradie in Bücksicht auf den in- 



Vorrede. zlvii 

Dciren Gedm^en auch ^ne Canstructioii lentetehea könoe. 
wie nriUe hamimm persabanhu*, die ia äusserer gram* 
matiseher Hinsicht zwar falsph^ aber den ioneren Oe* 
danken nadi nm so wahrer ist. Solche Constmctionen 
kommen bei Griechen, Lateinern, Deutschen gleich oft 
vor und whr «nterlassen es deshalb, andere Fälle beisiK 
bringen, und wollen nur unsere Redensart homäaum 
miUe ver$aba$iiur noch durch einige Beiqiiele gegen alte 
nnd neue Kritiker sichern. Se iiihrt Ifonins p. 591, 
96. Merc. an: M. Tulliwt de re p. Üb. VI: Uly quem^ 
admodum $cribä iUe^ coüdiano in foro miüe bMunum 
cum pallüM etmchytia, tinctU de$eendereniy d^ die Sache 
freilich nach seiner grob empirisi^en Ansicht so erklärt, 
als stände der Genitivus statt des Nominativns, idso 
miUe hamimm statt miUe homine$y aber dodi die Stelle 
als rii^tig gelten lässt So hat man ferner auch bei 
Nepos Leben des DatameM Cap. 8. $. 8. jedenfiidls nach 
den bessten Handschriften zu lesen: cwn de *ip$ms exer-^ 
diu non amptius hmninummiUe ceddiuenL Mehrere 
ähnliche Beispiele findet man bei anderen Substantiven 
der Art. Ebendaselbst $. 54.. könnte die von uns nach 
aHen Handschriften gewäUte JUesart: quid ergo erat 
marae et tergirersoHoniMf* statt der vor uns gewöhnli«^ 
dien: qtdd ergo eraif nwra et tergwersatio. nicht so- 
gleich anerkannt werden, also bemerken wir, dass auch 
wir fragen: „was war d^m dies (Ür ein Säumen und Z&* 
gem?^^ wenn wir ausdrüdien woUen: was hatte man 
dran fir eine Absicht bei diesem Säumen und Zögern? 
und dass auch inunserer Stelle die Worte: quid ergo ' 
erat morae et tergieersalionUf so ai^zufassen sind, wor« 
auf dann ganz natüriich die Antwort ertheilt wird( dum 
hie veniret, Ivcum relinquere nohät. Nun betrachte man 
aber dagegen die felsche Lesart: quid ergo eratf mora 
et tergwermtio. Dum hie vemret-^ loeum reUnq^efre 
nohäty die hier um so erbärmlicher ist, da ja schon das 
Säumen und Zrögem in den vorhergehenden Werten: 
tarde und deeortit in loilam Pompeiy ausgedrückt war, 
und ekie Antwort, wie mara et iergioersatio nur etwas 
entgegnet haben wllrde, was der Fri^ende bereits wusste, 



xLvm Vorrede. 

wie anders in tmserer Lesart^ wo ^er Fragende sieh 
nur nach der Ursache des anerkannten Säumens «ri 
Zögems erkundiget? 

Cap. S9. $. o9. wnndern wir uns, wie man hat die 
ganz richtige Lesart der Handschriften: Sed tarnen nudoret 
no»lri in daniinum de servo quaeri noluerunt^ hon qida 
nen possei verum invemriy sed qiUa videbalur indignum 
esseeldommi morfe ipsa tristms ^ also verunstalten kön- 
nen^ dass man statt dombü morte schrieb: dominismorte, 
wodurch der närrische Gedanke entsteht: Deshalb woll- 
ten unsere Vorfahren jenes Verfahren nicht ^ weil sie 
glaubten^ dass die Sache unwürdig und den Herren uner* 
trdglicher (^dominis tristiusj als der Tod selbst sei; da 
doch der Sinn^ den die handschriftliche Lesart gibt^ der 
richtigste ist: da sie die Sache für nmeürdig und tm^ 
erträglicher als selbst den Tod des Herrn hielten^ d. h. 
sie glaubten, es sei empfindlicher als;der Tod des Herrn 
selber. Cap. 95. §. 69. mussten wir mit der Tegemseeer 
und Erfurter Handschrift wiedergeben: (ßumtae infideU" 
iaies in amicUüSy statt des hier fast unerträglichen: 
quantae infidelitates in amiciSy da hier in der ganzen 
Stelle nur Veriiältnisse, nicht Personen erwähnt werden, 
wie es sogleich heisst: quam ad tentpus aptae srnMa-- 
tianes y quantae m periculis fugae proocumorum etc. 
Ueber den letzten Theil dieses $., der ebenfalls nach 
den bessten Handschriften constituirt wurde, können wir 
jetzt nur auf die kritische Ausgabe verweisen. 

Cap. 2^. $. 76. ist es wohl kaum nöthig, dass wir 
die aus den bessten Handschriften aufgenommene Lesart 
noch besonders zu schätzen brauchen: qui htdc T. Für-- 
faniOy cm viro? di immortalesl -r- quid enm ego de 
mutiercula Scantia^ quid de adolescente P. Apinio dp- 
com? quorum uirique moi^tem est minüatusy nisi si hör-- 
iorum possessione cessissent — sed ausum esse Furfa- 
nio dicere elc.^ wo die vor uns gewöhnliche Lesart: 
sed ausus est thirfanio dicere etc. zwar den abgebro- 
chenen Satz etwas regelmässiger wieder aufnimmt, aber 
die von dem Turiner Palimpsestus und den bessten 
Handschriften unterstätzte Lesart: sed ausum esseFuT" 



Vorrede. xux 

faniß dicerey '£e innere Bewegung des Eedners benridens« 
werth sckön ood dem Genius der latdnisdien SjNrache gar 
nicht entg^en wiedergibt Dieser hingeworfene Infinitivas 
ist zwar in der, lebhaften Rede bei den bessten Schrift- 
Btellem sehr häufig^ aber doch öfters verkannt worden. 
BekanntMdi druckt er eine Verwunderung aus und wird 
sehr oft auch zur verwundernden Frage erhoben^ wo 
auch noch manchmal die Partikel ne dazutritt Betten 
wir noch eine solche Stelle von ihrem Untergange un- 
ter den Händen der Kritiker aus den TmcuL Getprä^ 
chen Bu^ 1. Cap. 41. $. 9S. Tene, cum ab ä$y qui 
9€ iudicum . nitmero htAeri vobmt^ evoMerüy ad eo9 oe- 
nirey qui vere iudiees appeUenbxTy Minoem, Rhadaman- 
thwRy Aeaeumy Triptolemum eaaoemreque eas, qtd 
nute cum fide vixermt? haec peregrinatio mediocris 
vobis videri pote$t?y wo man gewöhnlich te liest und den 
Satz mühselig von dem vorhergehenden id muUo iam 
beatiu9 est abhängt^ mit uns stimmen auch dort die bess- 
ten Handschriften. Cap. 99. $• 79. ist die von uns 
aas den bessten Handschriften jetzt wieder hergestdlte 
Lesart: ii ü — potm$^t out quaestionem de motte P. 
Clodi ferre out ip9wn ab inferU excitarcy tdnm pu^ 
tatU potiM foeturum fudssef ganz allein dem Sinne nadi 
zulässig^ denn ut quaestwnem de marte P. Clodi ferrcy 
iic ^^wn etCy wirde nicht ausdrücken^ dass dem Pom- 
peius eine Alternative gestellt werde und ist nur des- 
halb in die Ausgaben und einige erblurmliche Handschrift 
ten gekcmimen^ weil man statt des ersten mit geschrie- 
ben hatte td und sonach das zweite axd in tk verwan- 
delte^ statt das erste wieder herzustellen. Wir müssen 
den Raum sparen, bemerken also nur^ däss wir auch in 
dieser Bede, die nur hundert und ftinf Paragraphen ent- 
hält, mehr als zweihundert und dreissig Veränderungen 
der g^Rröhniidien Lesart vomehmen mnssten, die zum 
grossen Theile nicht nur die spradiliche und rhetorische 
Biditigkeit, Bondem audi den Sinn der Rede selbst erit 
ordentlich wiedergeben. Die Begründung des Einzelnen 
kann nur in einer eigentlidi kritisdien Ausgabe er- 
folgen. 

d 



m V V r e d B. 

Nook MfaHmiier stand es islt der Birie de imperio 
(€!n. Pompeiy die gmrohä&ek pro ief^e Mimäia gegen 
«adie Zesgnisse der^ Gnomiatiker und HaüdsohrUtai 
-tüalirt wird, w» wir ebenfslb an «mehr als swveihin- 
ieM; «nd «wanzig Stellen Aäidenmgen vor not— bp 
:iniffisieB., ^ sie ^leieh einen weU geringema iJmüuag 
imty uds die vor hergdhende. Es tirarde «oeli kier 
0a «ireitUiafig sein, an diesem OMe meiireMe Stelleo 
^beraoB «n lieben, iwiir gebra also von melur ab ewei- 
4iandeitt y«sbeaserongea, wo wir ofieaiMiDe FdUte'Jo 
ttiasieht auf ^racite uad Gedanken geiioben iKu km^ 
-hen ^BttiiiM, mir die üoigeMlcüi an« €ap. 1. .$• S. liieas 
-es f^9r 41IIS: -micmo io^ ^Msto ^eet^ m iqua ^rniäiio deetm 
'iwnim potetty 4dMa wie .man aach immer d« Lukcativ 
'^scÜttBen mag^ so ist er 4ocb inaer gegen iden r^gel- 
(«Biissigen Gang der lateinisoh^ Spradi«. mnd da die 
fififurter dlandsdurift, die anch in dieser jRede von vor- 
HriJgfiehsteaiMjrewiebte ist, pmwit iMt, so musste maa den 
«iBBecen ZusaAimenhang ider i>eiden SätoGe im Geisie des 
iiat^ers lalso hevsteUea: cmiMa tati» oUata es^ m ^/ua 
W'oti^deeMBesneminifmmtj ^ddm hemeriLW wir, Aus 
-0^ata ^0$t mehr den BegeW der 0«geii%vwt entUUt; wi- 
drigenids es ihätie kömen mjtekpflnet heissen, was hier 
aber nmCar {Aissend 'erscheint. ^Qap.^ S; §• 7. .tbat bmui 
-Unreolit so ^aage den bessten liandsolKiften entgegen au 
-lesen: ftiM paütus mm üiMeM akfiae dmmtsrmil in po^ 
-pmU -Monmni nammej. wo der Begaff «dfice oinetenioa 
-setar -kebl sack dem «vblleaen pemUm iam mmdU fo%t 
-Bie' bessten Handsokiiften lesen aber: tfmie penittm ißm 
iMedtt ac fnmm iuöeierm>U in popuU Bmnatd ^oatms, 
worin noeh ^ein leiser Vorwurf «an das römisdie Volk 
-iNgt^ dass w ;til^idaiige. edkoä die ihm «ag^igte Masie 
«rtri^^ kabe, und dmto fmehr Anfeoemng,. d&k Abumü- 
•dien GesetMsvorscUag gateuteissen. Wer ksnafte aan 
* hier die Sessenaig: ne wtium wmriermjUy daem SehoHa- 
atan aufaMiaen? Ebendaselbst entfumtea wir die anstatt-^ 
"hafte Lesart : ut $e non PtiUo neqme iG^ippadocitte latebrm 
-üftcaitmre'^Uty wo ^e Worte: nmi BrnUa^ dodi offen- 
bar zu platt stehen, denn der Pontus war doch an mdi 



Vorrede. li 

kein ScMnpfWiDkel ^ dass maD bStie sagen können se 
Ponto oanUtare. Vit treffliche Erfurter Hftncbcbrift bot: 
ut se non Panli rwque Cappadociae latebrig ele^ 'ond 
wir trogen um so weniger Bedenken, ihr zm Mgen, da 
dadnrdi der Rede Süsserer und innerer Zosammenhang 
znrflek gegeben wird. Cap. h. %. IS* mossten wir nach 
derselben trefflichen ilandsehrift Cicero'sRede den Satz: 
quo kmäem inrimo ferre debetisf, der entweder durch 
Messen ZufeH oder auch deshalb ausfiel^ weil vorausge- 
gangen war $. ll« (fu& tandem animo esie debetisf^ aber 
dach gewiss itieht von der Hand eines Olossenschreibers 
eingesetzt ward, zurödL steHen. Cap. 6. $• 16« hiess es 
bidler sprachwidrig: niii eös, qm vobis fructuosi sunty 
comervaoerUiM y wir entfernten den ^Fehler, indem wir 
mit den bessten Handschriften wiedergaben: niH' eo^^ 
qm vobis ftuetm mnty ccTiservarlKs. Cap. 7. $. 1*9. 
fragen wir, was das für eine Art von Abschreibern war, 
die in den Worten: iftm re tldete nnm dubäandum ro- 
bU tit onwd studio ad M beHum mcumbercy in quo glo-^ 
rja nomimt ^vestri^ salus svcioruniy vestigalitt maxumay 
forhmae pharumorwn cwium cum re publica defendan^ 
ItiTy vor cum re pt^ca noch das Wort cormmctae ein- 
setnte,' wodurch serst der Sinn denflich hervortritt? Wir 
schrieben daher ohne Anstand mit den bessten Hand- 
sdiriften: forhmae pbxrumotmn eivium conüotdae cum 
re ptibUca. 

Wenn Cicero hi derselben Rede Cap. 8. $. 90. 
sohrieb: in quo maxüme laborandum e«f, ne forte a 
vobu quae dUiffeftH$9trme providenda 9unt^ eontemnenda 
esse videanlury BO hatte er seinen guten Grund a vobis, 
nicht einfach den sonst bei dem Derundivam gewöhnli- 
chen Dativus vobis zu setzen, weil £eser Dativus 
hätte können mit demseltien Grunde zu videäräuP gezo- 
gen werden. Gldchwohl schridi der Vorwitz der Krl-* 
tiker: ne forte ea vobis, quae dfUgerüisstmie proeidendä 
sunty eoniemnenda esse videantur, wodurch wir den 
schilpenden Begriff ea gewinnen, den man gerne weg- 
wünschte, die alle Zweideutigkeit hebende Praeposition 
a verlieren, die wir ttngerne missen. * Dass die Lesart 

d* 



Uf y a r r e 4 ©• 

der Handschriftea nieht nur lateinisch, ja auch in md- 
chem Falle ; zur Vermeidung von J)<^pelßinn fast noth- 
wendig sei,, mögen folgende Beispiele beweisen. Oben 
Cap.^* $• 6. aguiüur bona nudtonffit cirnsni, q%äbfu 
est a vobis et ip$arum et rei pubücae eaussa eonntlenr- 
dmiji wo wegen des vorhergebendea . Qativus qtäbiis 
Dicht l)los vobi$^ sondern a vobis gesagt ist. In der Rede 
für f. Annim MUo Cap. 38. $. 104, di immarta- 
lesl fffrtem et a vobU canservandum virumly wo das 
einfach« vobis auch hätte bedeuten könni^ für Euch. 
Rede für C. Rabirius wegen Hochverrathet Cap. 9. $• 4. 
rem nuUam nuHoremj magis pericidosam^ magig ab omni- 
but vobU providendamij wo oninibus: vobis providendatm 
auch hätte können leicht einen Doppelsinn, geben. Cap, 8« 
^91. gaben wir nach den vorzüglicbstefn Handsehrif- 
teuj wieder :^rtiae ducibm Sertorianis ad IlaUoiß ti^idßo 
atqi^e odio inflammala raperetur^ wo man vor uns die 
VTorte atque odio wegliess, die aber leicht wegen Aehn- 
ficbkeit der Endung i^usfallen konnten und den besi^tea 
Sinn geben^ auch auf keine Weise aus einer Erklärang 
hervorgegangen sein können. Auf ähnliche Weise war 
Cap. 9. $. 24. in der von uns aufgenommenen Lesart: 
^ magnis ßdventiciis auxilüs mtUtqrum regum et na^ 
tionum iuvabatur, wegen Aehnlichkeit m|t dem. vorh^r^ 
gehenden advenlicüs d»ß Woi^t auxilüs ausigefaUen und 
deshalb setzte man^ um den Substantivbegriff zu erhal- 
teu; copüt vor iitcabatur ein; aUein kf^ina i|ns bekannte 
Handschrift schätzt copiis, und da d|e^ bessten : Hand- 
schriften auxilüs nach adventiciis bieten^ so bedarf 
es keiner weiteren Auseinandersetzung. Im Folgen- 
den war mit gleichem Unrechte quod statt des von allen 
Handschriften beglaubigten ut allgemeip aufgenommen \vor- 
den in den Worten: tnaxumeque eoi^wn^ qui axd reges 
sunt aut vimuit in regiWy ut Ms nomen regqle magnum 
et sanctwn esse videatw*} .unsere Partikel zeichnet weit 
schärfer: ^welche entweder Könige sind oder in einem 
Königreiche leben ^ so dass ihnen der königliche Name 
gross und unverletzlich erscheint. ^^ Wenn wir $. 25. 
mit der trefflichen Erfurter Handschrift schreiben zu 



Vorrede. lhi 

mnssen glaabten: Sinite hoc loco — praeterire nie no^ 
gtram eaUmüfatemy (pme tanta ftdt ul eam ad aurit 
LuciüU imperatorig non ex praelio nuneitis^ ged ead 
germone rumor adferrety so sollte 4war der Kondigo 
leicht unseren Beweggrund erkennen, abor da bereits 
gelehrte Männer an dieser Stelle gestrauchelt sind, so 
setzen wir ihn gleich i^elbst her. Der Redner will das 
Empfindliche der empfangenen Niederlage dadurch her* 
vorheben, dass er sagt, es habe das Gerücht eher die 
Kunde zn Lucullns gebracht, als der au^ dem Treffen 
abgesendete Bote; ob wir nun gleich aus der ganzen 
Bede und anderwärts her wissen ^ dass L. Lucullus den 
Oberbefehl damals hatte, wenn er auch nicht in Person 
die Truppen in jener Schlacht befehligte, so muss uns doch 
der Redner dies hier noch in's Gedächtnis rufen, weil 
erst dadurch sein Beweis für die Bedeutsamkeit jener 
Niederlage in die Augen fällt; er sagt also: quae tanta 
ftäty ttt eam ad mtrig LuculU imperatorig non ex prae^ 
Ho nuncitigy ged ex germone rumor adferret^ d. h. sie 
war so grods, dass dieselbe nicht ein Bote aus dem 
Treffen zu den Ohren des Lucullus, der doch Ober*- 
general war nnd als solcher die erste Nachricht durch 
einen offieiellen Courier erhalten musste, brachte, sondern 
das von Mund zu Mund gegangene Gerächt. Wer konnte 
also hier: td eam ad aUrig L. LuciiUi non ex praelio 
mmchtg etc.y beibehalten, ohne aus der so vorzüglichen 
Erfurter Handschrift den eigentlichen Point imperatorig 
noch hinzu zu fSgen, oder wohl gar diese Lesart f^ 
ein Glossem erklären? Denn wer setzte denn so ge- 
schikte Erklärungen ein? Oder warum Messen denn die 
Abschreiber an so vielen anderen^'Stellen den Namett 
des L. Lnoolhis ohne eine solche Erklftrung, und setz^ 
len sie nur hier ein, wo sie so angemessen war, dass 
sie nur von des Redners eig'ner Hand kommen konnte? 
Das Wahre ist, dass imperatorig durch Abkürzung ge* 
schrieben ward nnd in einigen Handschriften ausfiel; 
auch vielleicht von denen, welche die Stelle nicht rich- 
tig miftssten, «1s ein unnützes Einschiebsel oder Flick- 
wort mit allem Fleisse aus seiner St^ung gewaltsam 



I4V y o r r e 4 0* 

gesdileadert ward. Jetzt zwei£dt maa gewiss iiid^ 
mdk an dem guten Rechte dieses Wortes; $. 96. fan- 
den wir einen groben logisehen Unsinn vor in den Wor- 
ten: ßluUa praetereo canmlto^ sed ea vas comeclurm 
peripicitU y qu^mtwn ülud beUrnn faehnn putetu etc. 
Dies würde wörtlich Fegendes bedeuten: ^^ Vieles fiber- 
gehe ich mit Fleiss, ab^ ans einer Folgerung hieraas 
sehet ihr ein, wie gross Ihr meinei, dass jener Krieg ge^ 
worden seL^^ Was sie meinten, mussten iUe doch wohl 
sdion selber wissen, nicht aber, was sie annehmen soll» 
ten. man sdu'eibe fkigs mit der Erfurter und den ande- 
ren Handschriften, welche Berücksichtigung verdien^: 
9ed ea vog comectura po'spicUe, quanivm iUud belhxm 
factum putetiSy und sogleich wird sich der richtige Sinn 
herausstellen: „aber durch eine Folgerung daraus möget 
Ihr einsehen, (är wie bedeutend ihr den Krieg zu halten * 
habt u. s* w.^ 

Cw^ 11. %. 80. »sdirieben wir: nm t^rrare beUiy 
sed comili celeritate, wie nicht niur der Gegensatz er- 
fiMrdert, sondern auch die treffliche Eifiirter Handschrift 
bietet, an deren Zeugnis sich auch GetKiaBuch 1. Cap. 
7. anschliesst, so dass man gerade aus solchen iSteUen 
scUiessen kann, wie viel Vorzug eine gute Handaehrift 
vor einer schlechten verdiene. Wenn wir %. 31* statte 
des doppelt fehlerhaften: deimpie omnSa maria Itun 
utwoerMa tum in gingulk onmes rima atqueporhrny nach 
den bessten Handschriften: dempte amnia maria cum 
wtiversa tum in iinguUs ari$ omnes Mimw atque poHnUy 
schrieben, so wird gewiss Jedermann leidit die Gründe 
dazu selbst finden. Im Folgenden sündigte man gegen die 
Einheit der Beziehungen, wdche die lateinische Sprache 
vorzügUeh zu ermöglichen sucht, wenn man namgatetmt 
statt des von den bessten Handschriften bciglaubigteB . 
namgwet schrieb in den Worten: qm$ nmigavitquinim 
$e out pwrtiM mtf $en>itmtiM perimdo eammitteret, omi 
out bime out referto praedämm man, namgaretf Cupu 
19. ^ 89. sdurisben wir: 8ocäM ego noririi mare per 
bo9 mmoM clauntm fiäMse dieam statt der vor imn ge- 
wübnlidien Lesart: SoeiiM vubri» ego mare eUmmsm pmr 



Vorrecte. tm 



h&9€€ mmm dioam^ fm$ge. Weldie Ymnügt 
Lesart habe^ die mMh 'daaa die vonigK^ttoi If—ii 
scbrifteii. sektttaben, wvd man leieU fiiUesu 

^. 33. wird man es doc)i dem alte» Clianwitikfli^ 
weli^er Mch CMUiiis' Am$obmN&hkm Baoh 1. Cap. 7. 
seine Weiabeil in einem Buohladien va Maribte trfigt^ 
niiAt i^ariiea seilen:, dass Cieero gescbriehen habex 
cum veittos parius akpte eM parüi$^y qmktm wikmm 
ac spiritwm äuaUf., im praeäonmn ßäB^e^ poHaäatem 
ukdü. Dem eb wir giäeh wiasM, das» maii bisw^ikm 
so gesprodien hat^ ja, dass manr in gemeiaenr iieba» 
beide Fäte eben so oft vemrechselle^ wie ym DeuAidMi 
so Ha^ebea, so. isl do<^ an dieser SMie gns kein fihrandi 
TQchanden^ warm «an d«9i beat$ten UandaclHcifteu sa 
Vrotae, die den iritlativiia ifL;»9iMteieiaas4niekliek sehnt*-; 
• aen, and die Angemessenheit das lateinischen Ansdn»*- 
ckes hier ftst gewaltsam verletzend schreiben sollte :. 
platte m poMtatem sdaUi^ zomid jener grillenhaßei 
ChcammaMker nodi nutnches Andere bei Selliittr beriehtei^ 
was mcht meb» Glanbea verdient. Vr etUoh sctonkten den» 
fdlen Grammatiker, der in seiner Art ^ehr g»elehrt und; 
belesen gewesen mi sein seheint, die späteren Kritikw 
wSliges Gehör, d» man. in den s^eohtlerea lÜHidschnß-' 
tra mid den gewähiiüehen Ausgaben m pateskuem hier 
adoptirt indet^ nicht tfiat ffi der geniale S&umpt^ siehe 
m den Verrimsckm Reden Bd.L& SOa €ap. 1*91 ^ 
43. fand sidi ein offenbarer Fehlen in der Bede, wenn. 
es hiess: JBfr (fmuiam auötoräa$ mmltumr m beUm 
qm^fue ßdmmislrand»^ abfue im mufieria* wtU^tri valet^ 
da ja in der ganzen Rede voi^ Krieg^tneswatamg disi 
ilede ist und hier nur das. Ansehen des Itehlherm an^ 
<leren Tagenden desselben hinarogefiigfr wird. . Kanm hen 
dvfte es des Suriiief Pidimpsestns und dar von&ü^ielMft 
KMorter Handsettrift, um das Wahre au finden. Man 
ftndi es aber nicht einmal miti jenem Sbeugnisse« Cap* 16* 
% 40. mnssten ^ir den S|»adi&hler, wdchen Lnrobin 
ohne Handsdffiftea entdeeht hatfee, w^enigstens* mit der 
^i^effli^en ib^fort^ Handschrift entfernen in den Wer-^ 
teil: BtüeumeMty ul, de feUöikri^^^ simd mmm ttk 



LVi Vorrede. 

kfindnes de patestate deartm^ ümide et pauca Mcamuey 
indem wir hommes ans jener Uandtfdyrift statt des ge- 
wöhnlichen hanäm anfiiafamen^ wofür Lambin hommem 
vermathet hatte. 

. Wir übergehen die übrigen von ans verbesserten 
Stellen und wollen nur noch an einer aas dieser Rede 
zeigen^ wie wahr unsere Behauptung sei, welche wir 
mehrmals laut werden Hessen, dass die Wortkritik den 
wesentlichsten Einfluss auf das Verstfindnis des Sinnes 
äussere, aber bei weitem noch nicht genugsam gepflegt sei, 
um in unseren Tagen unnothig erscheinen zu können. 
Die SteUe findet sidi Cap. 33. $. 67. und stand also 
in den meisten Ausgaben: ora maritima ^ Qutrites^ (M. 
Pampekan non solum propter rei militari» gloriamy ted 
etiam propter animi canänentiam requitiviL videbat emm 
popvlvm Ramanum nan locupletari quotannis pecttnia 
publica j praeter paueo» } neque nos quidquam atiud 
assequi clasmtm nomine y nm uty detrimentis accipien^ 
di$y maiore affici turpHudme tideremur. Man sehe nnn, 
wie viel Falsches in diesen Worten sei. Denn wer hfitte 
zunlichst gesagt papubu Ro)nanuu nan idcupletalur prae^ 
ter paucoSy um auszudmeken, was man in diese Worte 
mit Gewalt hineingelegt hat: ,,dass das römische Volk 
sich nur in einzelnen Individuen berdchere^^? Gewiss 
Niemand, denn jene Worte würden reinen Unsinn ent- 
halten. Was sollte nun femer quotantm , hier bedeuten^ 
„dass sich das römische Volk alljährlich nicht berei- 
ehere, als in wenig Individuen^, gldch als ob das ro- 
mische Volk von Jahr zu Jahr abtrete. Freilich wird 
man sagen, dies beziehe sich nicht auf das ganze Volk, 
sondern nur auf die paud: allein praeter ptmcos ist nur 
Nebenj^ied, und sprachlich müsste quotannu auf dtsa 
ganzen Satz gehen. Wir betrachten weiter: p&pulian 
Bemanum non locupletari pecunia publica ^ ist abermals 
Unsinn, denn die pecunia publica gehört ja schon dem 
populu» BomanuM. Hier kann man nicht mehr sagen 
pecunia puUica stehe nur, weil es sich auf die paud 
beziehe; denn dass dies sprachlich nicht gehe, haben 
wir schon %%, quotanniM bemerkt, und man musste es 



Vor r.e.d e. tvn 

vms glaaben. Wir kcnamen weiter: neque no$ qiddquam 
adseqtdy ^^noch d^ss wir irgend etwas erwirkten ^% al- 
lein, da Cicero und das Volk nicht selbst tb&tig dabei 
waren, so konnte nicht: adsegui^ gebraucht werden^ 
sondo'n accipere, oder ein ähnliches Wort. Doch wir 
wenden ans von der offenkundigen Sinnlosigkeit der 
Stelle ab und suchen auf dem Wege der. niederen 
Kritik ibd in den Lesarten der Handschrijfien Hilfe. Da 
finden wir statt der Worte populum Rcmanum in der 
Erfurter, Kölner, Werthheimer und anderen werthvol- 
len Handschriften praetares. Bekanntlich ward aber 
praetor oder praetares abgekürzter.^ daraus machte man 
p. r. und las papuhan Ronumum gegen die bessten 
Handschriften, die nicht nur pr.^ sondern praetore^ aus- 
drücklich bieten. Sodann lassen dieselben Handschriften 
tum vor locupktari fallen, — denn wenn es in der Erfur- 
ter Handschrift von jüngerer Hand am Rande beigeschrie- 
ben ist, so ändert dies die Sache nicht. — Endlich ha- 
ben dieselben Handschriften, so ^Vie auch noch acht Ox-^ 
forder eo9 statt no9y was nur seit Lambin aus Vermu- 
thung in den Text gekoomien zu sein scheint. Sdirei- 
ben wir also mit den sämmtiichen glaubwürdigen Hand- 
schriften, wovon die kritische Ausgabe die näheren 
Angaben i^ch vorbehält: videbat enm C^a marituma) 
praetares iocupUtari quotanam pecuma publica praeter 
paucos neque eo9 qmdguam .adseqtd cJmsivm nomine y 
fori vt detrimenti» acdpiendis nuüore adfici turpUudme 
mderemuTy so ist aller früherer Unsinn beseitiget und 
wir haben folgenden treffenden Gedanken: „Denn die 
Küstenbewohner sahen, dass sich die Praetoren alijähr- 
Uch durch öffentiiche Gelder bereicherten mit wenigen 
Ausnahmen und dass sie unter dem Verwände von Flo1>- 
t^ nichts anderes bewirkten, als da^ wir durch Erlei- 
duDg von Verlusten mit desto grösserem Schimpfe be- 
deckt zu werden schienen. ^^ Gewinnt man den hier 
nichts durch die Kritik? Und wie konnte man die armen 
Schüler noch durch Noten der wunderlichsten Art zum 
Verständnisse jenes Unsinnes nöthigen wollen? Endlich 
bemerken wir noch, dass ai^ch $. 68. ein widersinniger 



Lvm Vorrede. 

Text sich vorfaiid. flfsD lt8 vor m gewfllmlidi: Q^imre 
videle^ num hamm auctinitatibtm iltorwn araUofUy ^ 
düsentimUy re^pondere poise videamur. Dies wärde 
nor bedeuten können^ ^^AIso bequemet Eadi sra der Axh 
sieht, dass wir mit dem GuüM^ten dieser MAnoer der 
Behauptaiig jener, wdche der entgegmigesetssten Mei^ 
■ong sind, nicht wohl en^g^ treten können j^ IMes» 
Credanke würde hier aber offenbar falsch sein, da Cicers 
aeigen will, dass man ftglicber Weise dadurch die «U- 
gegengesetzte Ansicht zurückweisen könne. Aber alle 
glaubwürdigen Ibadscfari/te^ bieten auch ut statt numf 
ond man schreibe also: Qua re videte, ut horum oi»- 
etorüaäbtts illorum or&lioni^ qtd dtisenUunt^ respandere 
passe videamur. Dies beisst: „Deshalb sehet su,- d. lu 
se^t uns in den Stand, dass wir mit dem Gntaditett 
dieser Jffinner der Redse jener, welche der entgegenge^ 
setzten Ansicht sind, entgegen treten zu können erwar- 
ten dürfen.^ tcf, was die Abschreiber nicht verstände«^ 
ward in einigen Handschriften in ti/rtiifiverwattddt, dar-* 
aus entstand an und nrnny wovo» nichts weder passand 
noch hinlünglieh beglaubigt ist; So viel über diese Rede« 
Um Missverständnisse zu vermeiden, müssen wir k&<« 
»merken, dass die Einzelausgabe dieser Bede von C 
Benecke erst nach Beendigung des Druckes untere« 
Ausgabe heransgekonunen ist. 

In der folgenden Rede fW F. Quinctiuß war zmwp 
nicht so viel zu verbessern, weil sie nicht so iU^enur-« 
beitet zu sein sdieint, wie die geleseneren, und wjr m 
ihr gerade erst noch Vergleiohungen erwarten, aUmi 
auch aus dieser Rede miissten wir manchen Felder ent^ 
fernen, manches Bessere auftiehmen, wie gleich Cap. 1>» 
$• 5«, wo die Handschriften', auch die sechs- Oxfonler 
ausdrücklich das in den gewöhnlichen Ausgaben verw 
drängte res schützten, und wir das röBMsche €olori# 
wieder herstellten, wenn wir scdirieben: Gerte «ut apud 
te et eosy qui Mi adsimty wrUas valebit: out esa hoc 
loco repulsa vi et gratia uM res wnsistat rqwtire 
mm peterit. Hier glaubte man nämlich res nicht' mit 
dem voi4iergeHeBden TmffM vereinigen zu können 



Vorrede. tnc 

«trieb es weg. ADein res bebt j^ gerade den erwShn-- 
ten Gegenstand in lebhafter^ aber concreter Anfliassiuig 
wieder hervor un8 bezieht sich ja hier lediglich auf w^ 
rUoMy indem es in solchen Fällen nor ein Pronomen 
vertritt, man vergleiche nnsere Bemerkung zmn Laeüus 
Cap. 8. $. 37. S. 137 tg.^ wo Uta res das Wort a$m^ 
eitia umsehreibt. Wir sagen, um altgemeiner su spre-> 
eben, in solchen Fillen ,,das Ding^^, in höherem Stile 
,,da8 Wesen« ^ So hier: ,, Gewiss wird bei 1i\r und 
denen, welche Bir zu Rathe stehen, die Wahrheit gel- 
ten ^ oder es wird von diesem Orte durch Gewalt und 
Gunst verdrangt das Wesen keinen Punct finden, wo es 
Stand halten könnte.^ Nach dieser Erklärung stimmt "^ 
nun die SteUe auch mit Cap. 3. $. 10. orat atque oh^ 
secraty tri nrnttis iniuräs iactakan aJtque agitatam aeqm^ 
Udem m hoc tandem loco cansistere, et canfimutri pcäia'^ 
Mtrtj., welche Stelle wohl die nächste Veranlassung war, 
res zu streichen« Wer hätte aber res in alle Hand-* 
Schriften gesetzt, was noch dazu so ganz aus dem re« 
mischen Sprachg^us hervorgegiuigen ist? 

Cap. 15. $. 49. las man in den gewdhnlidien Aus- 
gaben vor vLTtsi Cums vero bona tmiieruntj cums tum 
modo iUae mapUssimae farhmae^ sed eUam victus re- 
sStusqtie necessariu» siib praecone cum dedecore m6- 
iecbis est: is non modo ex mtmero virorum exturbatur^ 
sedy si fieri polest y mfra etiam martuos amandatur, 
Etenim mors honesta saepe vUam quoque turpem ex-^ 
amat: vUa iurpis ne morti quidem honestae locum re^ 
Unquit. Ber erste Fehler, welcher sich in den Worten 
ex tnanero virorum befinid, der den morhiis entgegen 
gesetzt wird,' war leicht beseitiget, da alle Handschrif- 
ten und älteren Ausgaben das richtige vworum statt rt- 
rarum bieten; denn letzteres ist nur durdi Bnickfehler 
in die neueren Ausgaben gekommen. Wie nothwendig 
friüorwn sei, sieht man leicht, mid ein gelehrter Freund 
der die handscfariftlidie Lesart nicht kannte, und nmr tHe 
neueren Ausgaben in Händen hatte, musste erst durch 
Vermutfanng auf virorum kommen! Ber zw^te Fehler ist 
eben so augensdidadich, audi von den Kritikeni gesehen. 



Lx Vorrede. 

aber nidt geheilt worden. Denn die Worte: etenim nwrB 
honesta saepe väam qvmfue turpem exomaly vita tur-^ 
pi$ ne mork quidem henestae locum reünt/uity enthal- 
ten, wie man sie auch immer anlassen mag, puren blail- 
ken Unsinn* Die Aenderungsversuche der Kritiker an- 
zuföhren, w&re upnütz, da sie durch grausame Arzeneiea 
Hilfe bringen.' Wir schrieben nach unserer schon in den 
EmendaU. Tulliann. (Lips. 183S.)'S. 6. bekannt ge- 
machten Yärmuthung: etenim mors honesta vitam quo^ 
que non turpem exomaty x)üa turpis ne morti qtddem 
honestae locum relinquä. ,,Denn ein ehreuTolier Tod 
bringt auch dem Leben, wenn es unbefleckt ist, Glanz. 
Ein beflecktes Leben gibt nicht emmal einem ehrenvol- 
len Tode Raum.^ Man hat an der Stellung: vUam qua^ 
que non turpem y Anstoss genommen, mail vergleidie 
dagegen nur Cicero's Rede fvr Q. Ligarms Cap. %. $• 4. 
nam profectio vobintalem habuU non turpem y remanme 
necessitatem eiiam honestam. für A. Caecina Cap. 4. 
^. 10. et Romae argentariam non ignobilem fecU nnd 
hundert andere Stellen. Übrigens bemerken wir, dass 
nmiy was in n verkürzt ward, leicht ausfallen konnte 
und auch in dieser Rede in aUen Handschriften einige 
Male ausgefallen ist, wo es der Sinn erfordert, wie Cap. 
16. $• 63. eo tempore tu non modo non ad C. Aqfd^ 
lium out ad L. LuciUum retulistiy sed ne ipse quidem 
fe consuhüsliy wo die gewöhnlidien Handschriften blos 
non modo ad C. AquiUum lesen, allein der Sinn und 
die Grammatik non modo non ad C; AquiUum erfordert; 
so auch Cap. Sl. $. 69. Freilich bringt an diesen bei« 
den Stellen der Tiu-iner Palimpsestus die Negation non 
bei, an unserer, die der Palimpsestus nicht hat, nur ein 
niedriger Kritiker und doch ist non an allen Stellen 
gleich passend. 

Da es jetzt entschieden ist, dass Lambin nicht nur 
wirkliche Handschriften, sondern in vielen Schriften Ci-* 
cero's sehr gute Handschriften benutzte, so hat man auch 
keinen Grund mehr zu zweifebi, dass dieser Gelehrte 
in. unserer Rede Cap. 19. $. 60. die zu der VervoII-* 
stäodigung des Sinnes so nothwendigen Worte: Did 



V a r T e d e. lxi 

hoc de P. QiüheÜQ non potesL qui ABssNa WDicie 
BEFENsua NON FüBHiT, wiiUich in Handschriften ge- 
fenden, nnd dass auch Fr. Hotman^ der die - Lesart 
noeh volbtandiger ans einer JElandschrift mittheilt^ dies 
nicht erlogen habe. Deshalb gaben wir jene Steile voll- 
ständig wieder: qui sxain CAvasA aoLUM vertbrit. 
IHci id de P. QuincUö mm potest qui ABaEsa iudi" 
CIO DBFBNaua NON wuBRiT. Ne id quidenu Quo tem-- 
pore etc., wo man voriier nur las: qui Bxaiu cAvaaA 
aoLvsf VBBTBRIT. -Quo tetupors etc. Die Begrändong 
des Einzelnen soche man in der kritischen Ansgabe. 
Auch Ph. £d. Httschke in den Ätudectt. UUer. S. 166 fg. 
war sdton dieser Ailsicht. Cap. 31. $• 69. möchten 
wir jetzt lieber genaa nach dem Turiner Palimpsestns 
schreiben: ^^Etat enm^ inquUy iUarurnpctrUmu'^ Qtdd^ 
ni? qui apfud te e$set eduetus. Denn wenn sonst auch 
CScero gesi^ haben würde: Quidni?, qui ajmd te esset 
edacatus.y wie gegen dasZeogntss des Pahmpsestns die 
ibrigm Handschriften geben, so war doch hier ein Grund 
wanun er sich in Naohahmnng de» Umgangstones von 
seiner gewöhnliehea Sprachnorm entfernte, man ver- 
gleidie obai S. XXXIY. Im tTmgangstone sagte man 
aber nicht nur in früherer Zeit eductus im Sinne von 
eduaduSy wie bei Terentios Mädchen von Andros Act. 
1. Sp. 6. V. 39. 

Bene et pudice ems doctum atque eductuni si$iam 

coactum egeriate mgemutm inmutwier. 
läradaselbst Act 6. Sc 4. V. 8. 

Imperüqs.renan, eductos Ubere, in fraudem 
ülicis? 
wie audi in anderen Formen des Zeitwortes, wie bei 
Plautus im CurcuUo Act. 4. Sc. 9. Y. 3«. 

Bene ego istam eduxi meae domui et pudice. 
sondern anchnoch zur Zeit Cicero's, denn wenn auch ia 
den vermschlen Briefen Buch 6. Br. 5. $. 4. OreD. jetzt 
üa eductus nach der Mediceer Bbndschrift in ito educa^ 
tus verwandelt worden ist, .so kommt doch eductus bei 
den spateren Prosaikern häufig vor, woraus man einsn 
sicheren Schluss auf die mittlere Zeit zu machen berech- 



LXM Vorrede. 

tilget ist, wie bei Livins JBadi SA. C«f^ 43. me in ^ae- 
torio patris clarissimi iniperatorii prope natumy cerie 
educbmu Tacitus AtmöL Bttöh -& Cap. lo. Cassim 
$evera patri$ disciplmu educku. Ja Cicero selbst sagt 
im ähulichen Sinne üeber den Redner Bach 3. Cap. 
28. $. 1^4. neque enim est tom neqxie UbeifoUs pa^ 
rentiSy ^uem procrearit et eduxerit^ ewn n&n et ve^ 
$tire et Omare. Üeber andere von ms vorgenommene 
Verbesserungen werden wir in der kritischen Aosgidbe 
spr^^en, wie Ober.Cap. SO. $. 64. fortunamm nm^' 
rum, amnia väae omamenta etCy ober Cap. S9. $. 89. 
Omma autem bona pw$essa non eäse constUuiy wo man 
aas blosser Vermutliung schrieb: Omnmo mdem bonm 
po$$eua non e9$e comtiiui etc. vergidche man ins^wi-* 
sehen die erwähnten Emendatt. TuU. S. 9. 

Auch über die in der Bede für .8eax. Bosoiits out 
Ameria vorgenommenen Verbesserungen können wir hier 
nur ;wenig bemerktia, auch wird- «ch das Meiste mm 
selbst rechtfertigen nod eine darehgreifende VerbesBerang 
mussteu wir uns hier auch ans anderen Gründen noch vor*« 
behalten. Denn um nicht s&n gedenken, dass wir Ciq^ 7. 
$• SO. die. Lesart alieft Handschriften, aodi aosdröddicii 
von fünf Oxforder: Ne diutius teneaaiy iudices^ socieUt 
coilur^ wieder herstellten, wo man jetzt gewöhnücb las: 
Ne diutius vos teneam ete.y man vergleiche Atddage^gegen 
C. Verres Buch 1. Cap. 13. §. 84. Ne dkitiuM 4eneam: 
pecunia adiribyta, numerata esty am nicht m geden- 
ken, dass wir ebendaa. $. S3. uM^h den besserea firnnt- 
Schriften der Bede Cieero's die Lebhaftigkeit zarückga- 
ben, die sie auch bei den gewöhnlichen Erzählungen 
eharakterimrt, wenn wir schridben: kune nUsenan^ hrnie 
perditum^ gut nondum etiam omma patenw fmneri uvUa 
$oli>met, nudum eiedt domo alque fodB paJtriU disque 
penatäwM prmeeipäem Sextmny iwüeesy esciurbat, wo 
man firfther Mos las: huno wä$erwn, hune perditmny qui- 
nondum — sohi$gety nudam eüdt domo atque foeiw 
patrüe diique penatibu» prctedpäem^ iwMcety exturtat^ 
allein ann&chst eiecity was fast alle Handschrülen statt 
eäcil bieten 9 nach dem Vorhergehenden fost noth wendig 



Vorrede. ucm 

iM^y steh aber rnncb mit dem fegenden Praesens extur^ 
bat sehr gat verträgt, denn sehr oft verbindet sowohl 
die griechische als andi die lateinische Ikde in lebhafter 
DarsteUuBg Perfectum und Praesens in der En&ahlung, 
4B9dann ist aber auch die Wiederangabe der betreffenden 
Person, die sich entweder ausdrüdilich oder doch in si- 
cheren Spuren in den Handschriften findet, hier sehr an 
ihrem Orte, weil nicht ohne einen gewissen Nachdruck 
nach den Worten: focis patrii* dUque penatibusp nun 
jioeh Sextus, der 74war schon unter dem fmnc verstan- 
den war, noch ausdrücklich genannt wird, und nun steht 
auch rhetorisch der Yocativus iudices an seinem Platze, 
um nach Nennui^ des Sextus die Aufmerksamkeit der 
Richter noch einmal in An^^;uiig zu bringen. Um also 
diese I>iiige su. üb^gehen, die in rhetorischer Hinsicht 
{;ewi(38 ocHcht un\v^icbtig sind., woUen wir nur Boch 
<einAebie $$. hervorheben , um unser Sti*eben , auch 
bier die Kritik mehr fest z.u stellen, an den Tag zu le-* 
gen. Wir wählen C^. 11. $. 30. Pa schrieben wir: 
hatte concUtio^em nikero femtdy ut optelury utmm $mdit 
certfices Rosdo dare mi imtdm in cideum, 9i$pplickim 
-parieidarum y per summim dedecns vUam amUtei^e* 
Wenn die gewöhnliche Lesart hier su^vördcrst optet statt 
4fptetur hatte, so schützen letzteres dagegen alle Hand* 
jiduriften upd es geschah wohl Mqs aus jEalschem Y er* 
«tändnisse, dass optetur beseitiget ward. £s heissft: 
^dass ibm die Wahl gestellt wurde, dass ihm die W^ihl 
gelassen wurde. ^ Auffalfender konnte es erscheinen^ 
wenn wir in dem Folgenden die Worte supplicium pa^ 
riddarum nach in$iüi$s in ctUeu^ wieder herstellen zu 
'jnüssen glaubten. Doch auch dies wird sich leicht recht- 
fernen lassen. Benn erstens war, obgleich fiir den Va» 
iermörder nach den Kwölftafelgesetzea die Säckung fest-» 
gesetzt worden war^ und dies Jedermann bekannt s&m 
mosste, dennoch )ner dieser Zusatz suppUcim pariei^ 
4arum d^m Sinne mach nidit nur «ieht äfaerflniBmg, 8oo*> 
dem' beinahe notbwendig^ da nach dem Varhergehenden: 
^rvm ißuUU cervices fioßcio dare, man hätte können 
Jeicht bei d^ Warten; ßn msutue in ctdeinn per mm^ 



Lxiv Vorrede. 

mum dedeem vUam aniittere^ in Yersaehung koniineii^ 
anzanehmen^ da^ seine beiden Gegner hätten wollen 
die Säckong u. s. w. privatim mit ihm vornehmen^ da sie 
als gesetzliche Strafe för einen YatemÖrder hier noch nicht 
genannt war nnd erst nnten Cap. S5. $. 70. die Sache 
Cicero mit Mehrerem auseinandersetzt Hier war es also 
an seinem Orte^ dem Verständnisse des Hörers oder auch 
des Lesers mit der Apposition t suppUcmm parUMarvmy 
die ge\viss von keinem gewöhnlichen Glossenschreiber 
erdacht Ward, zu Hilfe zu kommen. Dass sie aosfid^ 
geschah hauptsächlich aus dem Grunde, weil man sie als 
etwas zu frei zu dem Accusativus culeuni betrachtete, 
woraus auch das Streben hervorging, eine andere €on- 
struction zu gewinnen^ indem man suppUcio paricida^ 
rum schrieb. Dia Sache verhält sidb so. An sich würde 
man zu ciUeus nicht die Apposition supplicium parici' 
darmn gemacht haben, wäre nicht die ganze Verbindung 
intulus in cuieimi. gewesen, in so fem wird nun die 
Apposition grammatisch zwar scheinbar an den Accusa- 
tivus culeum angeschlossen, bezieht sich aber mehr auf 
die ganze Verbindung und mBn muss eigentlich erklären: 
insvlm in culeum y quod est supplicium paricidarum. 
Man vergleiche Cicero's T^tsculan* Gespräche Buch 1. 
€ap. 43. $. lOS. Cxdus hoc diclo admoneor^ ut aliquid 
etiam de humalione et sepuUura dicendum exislumemy 
rem non difficilemy his praesertim cognüiSy quae de 
nihil sezUiendo paullo ante dicta sunt. Im Folgenden 
mussten wir natürUch die Lesart der Handschriften ohne 
Verdächtigung beibehalten: Qui übere dicalj qm amt 
fide defendaty id quod in hac caussa est satiSy quonUan 
quidem suscepiy non deest profeclOy iudices. Et for-^ 
sitan in suscipienda caussa temere impulsus adolescen^ 
tia fecerim: quoniam quidem semel suscepiy licet her^ 
cuks undique omnes etc. Denn wenn man tm Anfang 
die Worte: qußmanfT quidem suscepiy streichen wottle, 
€0 verkannte man den ganzen Sinn der Stelle, da weit 
gefehlt, dass die folgenden Worte: quoniam quidem semel 
suscepiy die ersten verdächtigen, ja der firüheren Worte: 
quoniam quidem suscepiy als ihres eigentiichen Stätz- 



Vorrede. lxv 

IMinctes gar nicht entbehren können. Wir würden unse- 
ren Lesern asa wenig xumiitheii, wollten wir die Sache 
noch vWisfÜhrlicher auseinander setzen; 

Cap. 14. $• 84. war man in grossem Irrthnme^ 
wenn man die Lesart aller Handsdiriften: amiot natu» 
mai&r quadraginia^ mit der Coniectur: enni» nuäor qua^ 
äraginkt, vertauschte. Es ist jenes ^ine zusammenge- 
schobene Construction; ann09 nahu soll nur «ngeben^ 
dass man von den Lebensjahren spreche^ und nuriar qua^ 
dragmta ist nun die genauere Angabe; gerade als wenn 
man im Deutschen sagte: ^Was seine Leben^ahre 
betrUt^ so ist er ^Iter ab vierzig.^ Die Construction 
ftidet sich noch öfters^ auch noch zusammengeschobe- 
ner, wie bd Nepos Ueber diß KSnige Cap. 9. $• 8. 
kic cmn virtude tgi'annidem sän peperiMiet, magna re- 
tümU ftttcäate maiorque atmos sexaginia nahu deceuU 
flarenie regnoy wozu Hensinger Gefäm^' Aü, JSächl^ 
Buch 1. Cap. 13. Anf. vergeht: qtU de virgme ca^ 
jrienda scripserwU-^y ndnaren^ quam anno$ 9exy ma^ 
iortm quam amios deeem natam negaoenmt ct^fi foM 
eM$e. Livitts Buch 45. Cap. 59. nmüna nmt redtata 
fnindpum Macedonumy quos cum libeHs maiarilmi quam 
quhukcim armos naÜM praeeedtre in IlaUam ptaeeret. 
Ausserdem findet sich diese Anstmction auch auf In- 
sduriften nicht selten, davon an einem anderen Orte. 
Lefeht Avird man en^ch sehen, warum wir Cap. 98. 
S* 76. schrieben : Areesritit aliqttenu — quem aut 
qua»ido? statt der gewdhnlichen Lesart: Arcessicit ^di-- 
quem. At quando.y warum wir ebendas. $. 77. mit den 
Handsduriften beibehielten: rem nü$eram et calamtomn^y 
quod in tau crimine quod muocetUi $aluti solel eMse elc. 
Das erste q[uod gibt den Grund von rem miieram et ca-^ 
ImnUoMm an, das zweite bezieht sich auf das folgende ttf, 
warum wir femer Cap. 80. % 88. den Soloecismus: ^lae- 
ramuiy uld matefidum et eri et Uweddri potetly beseitigend 
schrieben: quaermmu ibi malefidumf nbi et est et invetmi 
patent y warum wir $.8&. die Worte: impticatus ad Meve^ 
ritaiem^ ohne Zeichen des Yerderbnisses beibehielten, 
warum wir enflltidi Cap« 88. $. .110. die geschraubte 



Lxn V r r e, d e» 

Coniectar: hisee aUqua frettu fMra $empeir omms adäm 
ad Stülam intercbulere ^ mit der natürlichen: hUce aü^ 
ipm re et mora semper (mmi$ adUus etc. vertauscliteiu 

Die Rede für A Chtenlim Atilm hatte in neuerer 
Zeit in kritischer Hinsicht viel gewonnen durch die Aas- 
gabe von lohoiines CUusen (^Bonn 1831) und es bedurfte 
in dieser 'Ausgabe nur noch weniger Nacfabesseniogen» 
Freilich ist in manchen Stellen gerade in dieser Rede die 
Kritik so uns&uverl&ssig^ das« es wohl der eigentlich kri- 
tischen Ausgabe noch bedärfea wird^ das Einssehie ausser 
allen Zweifel ku setzen. An einzelnen Stellen kannten 
war mitHiire des Turiner Palimpsestus noch Einiges verbes- 
sern, was auffallender Weise unseren Vorgängern entgan- 
gen war. Auch hier können wir nur Weniges erwähnen. 

Cap. 13. <^ 37. gewinnt offenbar der Sinn der 
SteHe viel, wenn man auf die von uns bereits . ander- 
wärts anseinander gesetzte Weise sich ganz^ au den 
trefliichen Palimpsestus von Turin anschliesst, und statt 
der gewöhnlichen Lesart: Qmtm cMet adoleicens apud 
nuilierculam qttatidam^ aU/ue ibi pernoctaret, el ibidem 
diem postentm cammorareiur : Aviliiis^ tä erat consii^ 
iiütmiy sinudat se aegrolare^ el iestamenlwii facere velley 
getreu jener Handschrift J^rstellt: Cum esset odolesceMt 
apud midier cuUmi quanamn atque, ubi pemodftret^ Hn 
dietn poslenmi cammorarelWy AvilliuSj td erat coasti^ 
tulWHy sinmlat se aegroiare etc. Denn abgesehen davon^ 
dass die gewöhnliche Lesart: aique ibi pemoclaret^ et 
ibideni diem posienim, sich auf gar kein handschrtftli-^ 
ches Zeugnis stützt. Denn die gewöhntichen Hand- 
schriften und Ausgaben lesen nicht et ibidem diem^ son- 
dern bips el ibi diem, und wenn die Mänchener Hand-- 
Schrift A bei Classen, so wie eine Florentiner B, die 
nächst dem Palimpsestus das meiste Gewicht zu haben 
scheinen, bieten: alque ibi penwctaret, ibi diem poste^ 
rum cottwiorareUir^ so konnte dies zwar auch noch nichfc 
genügen, weil so. das i6i ohne alle Verbindung zu ab- 
gerissen und dem Sinne nach ohne Grund wiederboli 
dasteht; allein mau musste dadurch doch, schon auf die 
einzig richtige Lesart des .Tmiofr ^l^iUmpsestus hinge- 



y ^ r r 6 d «i Lxvu 

fUirt wardeas mlffue tAi periwetatet^ M 4km ponkrtm 
eümmo rar^er* ) wo Cicero ganx nadi seiner Manier den 
Vorfall nvitBig aoffasste: ^ Da der junge Mann mit emari 
gewissen Weibe lebte und^ wo er nbemachtete^ da sieb 
aadi am anderen Tage aufhielt, so gab Avtllius vor n. 8^^ 
w.^ Eäne gleicbe Verwechselang des ti6i and Uri haben 
wir bei der Rede für Sex. RosduM aui Ameria Cap. 
SO. ^ 83. eben erst erwähnt and berichtiget Lesen 
wir weiter, so finden wir in allen Ausgaben vor uns:' 
öppimdeuM oMgnatore^ ad cum, gui neqtte A$imim 
neftie Avüiwn nottmt, äddueity et iUmn Atbumn ap^ 
peütU: ipMCy tettamento Atmä rwnäne obmgimtOy di* 
teedä. Allein diese Lesart gibt weder den erforderli-^ 
ehoi Sinn, noch stimmt sie ganm m^t der handsckriftU-* 
eben Lesart Denn die meisten Handschriften haben 
^i^eeääur statt discedä^ und unter diesen auch der. Tu-* 
riner PaUmpsestus, welcher fie Worte aach gans richtig 
so abdieilt, dass ^$e su appeUat gesogen wird und nut 
ttMlamenlo ein neuer Säte beginnt Wir si^riefoen also 
Bogieich mit Verbesserung der Namen: OppUrnkma o6^ 
mgiwtwret ad eum^ qui neque AtUütmn neque AviUium 
noMsenly adducit et iUmn Anmwn appeüat ip$e. Te^ 
ftamenlo Amwi nomine ob$ignato di$cedUnr, So stiaimt 
Alles vortrefflich. Zunächst ist appeUat ipse in diesem 
Zosammenbange das allein Passende. Die Siegler kann«« 
ten weder Asuvios noch AviUus, er selbst nannte den 
A villlos Asuvins, nicht etwa ein anderer Zeuge; man 
glanbte ihm and so ward das Testament als unter Asu«* 
vius' Namen voUsogen. Sodann folgen eben so richtig 
die Worte: Testamente Asuvi nomine oMgnato dUise'* 
dUur: ,,Nach der Siegelung des Testamentes unter Asu-* 
yna^ Namen ging man auseinander^^; nimlich die Sieg* 
1er und Oppianicus. Es pflegt Cicero und mit ihm jeder 
gnte Redner dergleich^ VorfiÜle stets haarklein %m er-f 
BÜden, weil dadurch die Rede nicht nur an Interesse, 
sondern auch an WahrscheinHcUceit gewinnt. Discedi^ 
tiir ward dücediV verkürzt^ daher die Lesart discedä 
m einigen Handschriften und daher auch die dann fast 
nothwendige Anai^ne, dass ipse %am nweiten Sat%e 

e» 



Lxvtn Vorrede. 

geholt. Wenn man aber g^en die von uns gdnttigte 
Lesart einwandte, dass ansdricklich angegeben werden 
musste, dass Oppianicos von Rom abgereiset sei, so 
machen wir darauf aufmerksam, dass die Worte: ip9e 
testameiitö Asuvi nomine obrignato ditcedüy in jenea 
Zusammenhange nur bedeuten wfirden, dass Oppianicus 
nach der Siegelung aus dem Hanse, wohin er die Sieg- 
ler geführt hatte, fortgegangen und, da ipte scharf betont 
wird, die Siegler dort gelassen bitte, was hier gams 
anpassend sein >vürde^ keinesweges könnte es aber be- 
deuten^ dass er von Rom abgereiset sei. Dies geht schon 
sprachlich) in solchem Zusammenhange nicht Sodann 
wartete er gewiss die EnAordung des Asuvius nodi ab^ 
und dass er von Rom nach . Larinum gereiset sei, war 
gar nicht zu erwähnen, da er ja Cieero's Elrxähkng »f- 
folge nur nach Rom gekommen war, um die Ermordung 
des Asuvius zu bewerksteltigen und sodann ganz natura 
lieh wieder auf dem Forum zu Larinum seiner Vaterstadt 
erscheint So >vird man wohl känftighin die unstatthafte 
Lesart aus dieser Stelle ganz beseitigen. Wenn wir in 
derselben Rede Cap. 24. $. 66. schrieben: Nam ut prt^ 
. mum OppiamcM ex eo, quod Seamander reu$ erat fa-- 
duSj qtüd fiibi impenderet coepit $u$picarif sUäm $e 0d 
\wdnu egentUy audacUy in iudicäs corrwnpendis exer- 
eilatiy tum autem iudiciSy Staieni famliariuüeni se ap^ 
plic(wU.p so fällt die von uns vorgenonunene Aenderung 
zwar an sich nur der Grammatik anheim, trägt aber doch 
zur Beurtheilimg des Stiles selbst wesentlich bei und 
deshalb wollten wir diese Stelle nicht unerwähnt lassen, 
nm 80 weniger, da auch die Grammatiker selbst hieru«* 
ber noch wenig bemerkt haben. An dieser Stelle nim-» 
lieh lassen alle Kritiker vor uns das Pronomen se vor 
applicaxiit weg, obgleich fast alle Handschriften ea schät- 
zen; denn nidit nur die beiden vorzüglichen bei Classen 
A* B. haben« «e an jener Stelle, sondern auch ein gros- 
ser Theil der übrigen Handschriften, wie b. d. e. f. g. 
h. L n. 0. , sodann auch drei alte Ausgaben i. «. ^ schul-« 
zen dasselbe, wovon in der kritischen Ausgabe das Nä- 
here zu suchen adn ^vird. Ausserdem ist aber die Wie«- 



y €i r jr d e. mix 

derhokmg des ProMmens kSer nftch ^oem Mageien Zw{«> 
schensfttze so passend^ dm» es sooderfoar enscbeinen 
■dsste, wollte man dem Zufalle diese Wiederholung ia 
den besktett vod meisten Handschriften beimessen. Des- 
halb schrieben vdr getrost: $tatim «e nd honiinu egentiSj 
tmdaeiMy in iudiciU ccrrimpMdi$ exercüati, tum au^ 
tSm hidicUy Stuieni famUimitatem 9e appUcavit, 
das erste se nach 9talbn war* fast ganz* wieder ver-* 
gessen und es thnt die Wiederaufnahme des Pronomens 
vor appUcavit fiist noth, wenigstens dem Hörer oder 
Leser, sehr wohl« Solehe Dinge bedürfen swar eigent- 
lich keiner Beispiele, aber gleich in dieser Rede selbst 
findet sich Cap, 8. $• Sft. ein ganz gleiches, zwar nicht 
kl den Aa^id>en, aber doch in den bessten Handschrif«- 
^n: P$9t illam aulem fttgamp sceleris et conscfe^Uiae 
teslem^ nmmquam se ifuüeiisy — numquam inerwem se 
inimieis commUtere ausus est, hier war die Wiederho- 
lung des Pronomens se nach inermem eben so angemes- 
sen, als oben vor appUcavit. Ganz gleich ist die Stelle 
von Demosthenes' Bede gegen EuergQs und Mnesibulos 
$• 74. Bekk. 8. 1163. Reisk^ ovroi yieg ^opto, ci op^ 
9^ düuetntdy ipAt d nQ)Jka pov )jüßoisv iwäxvQa, äafis* 
POP aq^itp p9 ToifQ fAtip(HrvQ(4g töip 'iffßvSoficegrvQicip, äars 
Anolußsfp fu zu ip4xv()(a Jüan vergliche Euripides' 
P^oemxierinnen V. 498. 

iftoi fdp ü xai ßh Xi$dr ^EXk^PiOP x^ctPCf 
ve&Qaiifi^ff y äXm ovp ivpexa po4 Soxitg Uyatp. 
und die bekannte Stella wsi ArL^tophnnes* Achamem 
V. »83. 

wp OVP pi^ n^mon itQin Xiystp idacetß 
ipamvaaaa&iici (i otop ad'Xuoxenop* 
Ja nicht einmal die deutsche Sprache, sonst mehr als 
gewöhnlich eingezwängt in r^elmässige Fiigungen, hat 
diese freiere Wiederholung ganz verschmäht; und so singt 
Fr. Schiller in der Braut vpn Mesßüui Q8. 619. Aus- 
gabe vom J. 1830): 

Schaudernd hörf ich ofl und wieder 
ron deni Schlangenhass der Brüder ^ 
und jet%t reisst mein Ochreckenschicksal 



mich ^ Arme, HeUungttotey 

tn den Strudel däetet Haaeiy ' 

diescM Unglücks mich hinein J 
lieber die griechischen SteHea vei^^letche mm A. Mat*-* 
thiae's amf. gr. Grammatäi Bd. 9. S. 1819. Fr. Y. 
Frilzsche's (^metff. lAtcimmu ^14. Mebr dafvcm an 
einem anderen Orte. Man vergleiche noch aber die Wie- 
derholung der Partikel t<f oben 8. XXVE fg. 

Bfoendaselbst Cap. 96. $. 70. wandern \Rir nnaj 
Wie die Lesart den mdsten Handsdiriftea^ die aUerdinga 
schon in alter SiCit verdächtig gewesen sein mag, was 
nan aas der an sich anpass^den Variante sieht, nicht 
ebne alles Bedenken von den neuesten Herausgebern 
beibehalten and in ihrem gewiss sehr alten Rechte go» 
schützt worden ist in den Worten: Cum esset egenM, 
stimptuosuSy audaxy caUidus, perfiMosus ^t cum domi 
suae mserrums in lodset inmdsswHis tanium mmuh- 
rtmi positmn videret, ad omnem maHtiam et fraudem 
versare mentem suam coepit etc. Denn wenn miserrumis 
in lociSy woftr man nach mehreren Handschriften miser-* 
rumtis in loeis lesen und sodftnn ^ vor inanisstmus strei- 
tiken wollte, jschon an sidi, da hier der ganse Znsaai- 
mehhang die richtige Beziehung an die Hand gibt, nidit 
imdeutSch sein kann: ,,ais ^r in seinem Hanse an Pon« 
cten Gelder fand, wo es sonst höc^ miüerabel aussah^ ^ 
so wird aach noch durch den Zkisatz: et inmiissumiSy 
die Beziehung der Worte: miserrwmis in loeis , so aus- 
ier allen Zweifel gesetzt, dass es in der That Verstet* 
lung wäre, wollte man behaupten, es seien jene Worte 
unverständlich« Den Einwurf, dass miser nur von Per- 
sonen gebraucht w^de, kömieii wir föglich unwideriegt 
lassen. Ehe wir von dieser Rede scheiden, die mit 
Berücksichtigung der Classen'schen Ausgabe an mehr als 
vierhundert Stellen von uns sich hat Aendemngen ge- 
fallen lassen müssen, wollen wir noch einen Blitk auf 
Cap. 70. §• 198. werfen, wo wir um so weniger An- 
stand nahmen: Quam doleo abesse ab Imius iudido L. 
Votusienum, summa sptendore hominem ac virtute pnte-^ 
düum. veUem praesentem possem P. Helt4dium Rufum, 



Vorrede. j*xxf 

e^ffiUem Banmmmi omniwii wnutiuiwmim nommare! 
gteieh in deiiTiixt za set^^ii: da iui»ere Vermutlitiiig mit 
der von !• Classen %<isiiinmeDtraf, und man aaf diese 
Weise einen besseren Sinn gewinnt^ ohne die band- 
setiriftMcbe Lesart aUbiusehr aas den Augen zu setzen. 
Denn da die Handschriften statt Quam non s&mmtUck 
ifwmdo lesen j so ist die Yermuthung: Quam dctee m 
Mhreften /nicht zu fern liegend; in allen übrigen Pun« 
€ten «tinmit unsere Lesart mit dem handschriftlichen Zeug*- 
nisBe.' Denn statt der gewöhnlichen Lesart:' prciedihmiy 
tn^leml Quam tellem praaenlem po»$e: haben allenam- 
iialien Handschriften blos: praeditum velleni ^praesenietk 
ftm^em^ was dann^ nach unserer Weise abgetbeiit^ den 
liesaten Sinn gibt 

Aoeh in der feigenden Bede für Ch. Planciu» war 
In neuerer Zeit sehr viel geieistef worden^ und da wir 
auch bereits selbst an «mem anderen Orte über mdirere 
Stellen ausführlicher gesprochen haben ^ so können wir 
luer um so kuraer sein* Wir^ wollen nur von einigen 
von uns früher nicht berührten Stellen sprechen, wo wir 
Irrthumer beseitigten und jetzt Missvarstiadnissen vor- 
iMMgen woUenw Cap. 11. $. 97. sdirieb man gewöhn* 
Ueh gegen das Zeugnis der Ha«4sclariften: ftii est qtd^ 
dem enm iU& maximU mnculis et propmquUali» H af^ 
fimlaliM cafüunetM) Med Ua magnU antarUf^ tU iUae 
fWcesHIutUnis cauBsae leres esse mdea7Uw\y indem man. 
4ie handsehriGtliche Lesart: Med ita magm omariMj pe- 
dahtiseh mrit d^ vorbeigehenden Constmction auf glei« 
chen Fnss stellte; wir sind dagegen überzeugt, dass 
Cicero mit alleu Fleisse schrieb: sed ita magm amoriM, 
wobei man zwar aneh vmct/diM zu ergänzen hat, aber 
doch die Worte ita magni omoriM nngetrennt lasst. Der 
Jdäne, nur für nns empfindliche Uebelstand, dass die, 
Torige Construction in etwas geändert ist, ward dem La- 
,tetner durch die gewonnene Einheit der Beziehungen, 
die er besonders Hebt, anfgewi^n. Man. vei^eiche die 
Bede für A. LdeimuM ÄrchioM Cap. 3. $• 4. PoMt m 
eeteris Aüae partibus ctmclaeqtte Oraedae sie ^us ad- 
i^eddus cekbrabankar jete.^ wo man auch geneigt war: 



uoM Vorrede. 

eun^ique Graeciaey va sdirejben, dier: in pmrtik» 
cunclae Graeciae. kommt doch dem Sinne nach anch 
aaf dasselbe htnaua, wie m partUnu amdis Graeciae^ 
eben so wie hier die vfncuia Ha magni amoru dem 
Sinne nach am Ende anch weiter nichts sind als: vin^üa 
rniwriM iia magna. Rede für Sex. BüMdiu auM Amtria 
Cap. 16. $.*47*9 wo man statt der Worte: exfn^tuamF^^ 
que hnaginem noMtram tAtae qtuMdianaty ebediEdls mit 
Gewalt schreiben wollte: expt^enankque imagmem n^^ 
9b*ae/mtae qwdidUmae. In mancher Hinsicht noch iha- 
licher für P. Quinetim Cap. SO. %. 64. forbsnarum auo-* 
rumy omrüa vUae omamentay wo man scfar^ben wollte: 
mmüß farlimm^Hm tuarumy amnia vitae amam^ntay am 
die Rede nach, unserer Ansicht rftcfit gieichmissig im 
maeheq« Aber dachten denn in solchen Stellen aoch die 
Lateiner gerade wie wir? 4 

leichter werden wir an einer anderen Stelle, die 
wir ebenfalls früher noch nicht berühri haben^ die Leser 
von der Richtigkeit unserer Aenderung überzeugen. Cap. 
18. $• 4$, stand schimpflicher Weise in allen Ausga- 
ben vor der unsere: it/o m genere et fidmiu ipuy cma 
ambitionU nmlrae tempara pasMabanty et darUmmM 
tiro$ eMie vidimm et hadie eM$e vid^nmi quam pfuru^ 
mo» graUoiot. Wir unteriassen es hier, das schon as- 
derwSrts von uns vertheidigte gratia^i^ ku schatnra, 
d&i alle Handschriften hshen und das obgleich die Worte« 
Jdp bi genere, sich an sich schon auf gnMm beliehen, 
doch am Ende des Satses des Nachdruckes wegen, dea 
dieser Begriff ^lieii hat, noch einmal wiederholt wird. 
Wir bitten die Leser auf die Worte: ettertcfemM quam 
p^urumoiy sfiu aditen; die uns, gerade heraus gespro- 
chen, einen logischen Unsinn zu enthalten scheinen. 
Kaum können wir uns die Worte anders übersetsen, 
als; „wir sehen so viele wie möglich in Gunst stdien.^ 
Aber was soll das hier bedeuten? Wqrde man denn im 
Griechischen hier auch sagen können: o(Mo;f<« m ftJ^ 
dfovg äQfjuxrixovg ovra^, oder Aehnliches? BdtanntlicA 
gibt doch die Verbindung: quam pturumMy einen«olcheii 
Bc^ff 2 4^^^ ^ ^^ D<^ einem Worte oder Satze ate- 



V * r r e 4 ek uxm 

Imb kaim><der ttieii;W«iideli^ wie JAmidbit v. 6« w. be- 
•ek^met, wedvreh sie ent bedingt wird. ^JNesas Ver* 
liätnia li^ manclHnftl offeo^ joftnchaial verdeektor in 
einem Suiaudy Mein ist dodh erfets vwhandeB. Bäm 
j^efai oMur jm isolcfaea Stellen, ^vie AMage pegen C.Ver^ 
i>«».Budi S. Cnp« 30. %. 76. Vrget DohbeUa, ul quam 
priamm iecuri ferianturp . qm> quam nmume. mßlU ea$ 
Hü» de ütim lüfdria 9cdem iamüre po$$mt., oder in 
den vmiiiMcUem.Briefm Boeh 16. Br. 91. $. 8. OreB. 
Peto a tty ut quam celerrume miki tibrarim tmUatur, 
tritt dieses Verhiltnis hervor, sondern aneh in soldiel^ 
wie haeUm Cap. 13. $• 46. ewnmodiMmaniäm eue quam 
taxis9umm hmbemu halbere amidtiaey * wo deriielbe B^ 
gnff öl eommodutmmium e$»e verboi^geB liegt. Hier sidit 
man sieh vergebli^ nach einer solche Bedingsng sm^ 
da videmuB doch in dieser Yerbindong nidits der Art 
enthält Aber was steht denn in den Handschriften? 
Nidits ^veniger als videmui. Dean die^ JBrfinrter Hand"*- 
sehrift, »wei Mimchenei^ drei Florentiner, zwei Pariser^ 
eil» Dresdner, eine Bemer, vier Oxfbrder Handschrif- 
ten haben tMrftistiaaosdrüdüich statt t^jifemtit, etneffinfto 
Oxforder hat nokmui and ehie andare Pariser liest vo*^ 
hdmuM* Da die ,nieistra übrigen Handschfiften nor nachr 
ttssig vei^iohen sind, mid %vir namentlich von der Te* 
gemseeer Handschrift (^dem Bavaricos} an solchen Stel-^ 
len nor nutthmaasslicfae Analumft haben, so kann man mit 
v^dlem ffechte behaupten, daas alle . namhaften Hand* 
sduriftea anf die von ans gewfilAe I^ealtft w/tfmta qtatt 
fzMnmia hiniubren, ^«odurch auch der ganze ^atz sich 
gehörig gestaltel. Cicero sagt: „Unter diede Classe ha«» 
ben wir selbst gebort, die ^berühmtesten Müilner da ge- 
sdiea vmA auch jetzt erscheint es ons wünschenwerth, 
dass so Ykißf als möglich, vorhanden sdm, welche die 
Gimst des Volkes geniessen.^ Hier folgte nun nach 
vabMus gan^ in der Ordnung quam fdumma» graäosa»* 
Cap. Sl. $. 51. fanden wir die gewöhnl^e Les- 
art: Nibü eil emm, mild crede^ Laterenäs, de te de^ 
tractumt detraetum dica? u meberciUe vere, qttod 
aceidiiy inierpretari wüi, est aUquid etiäm de viriute 



9Mm , V ^ r re A e. 

^lificatum May vtdA'm iMrtiwendigvJfafls^mni«fe gei- 
gen d«d Zeognit aller nanhaflea Haadsokriften tott»dial» 
ten^6öUtei Wir gio^ daher zu der handaehriftUcheB 
Lesart «inräGk und Bchriebea: Nihil e^enim^ fmhi crede^ 
Jjaterehsi^, dp ft^'detraobm dica: «^ffte/l0rctdir>flei*€£efft 
JDieB wirdö sageni ^Denn niehtdt iat;^glpmke4Qir^ isatm^ 
rensis, Dir entauigeiinfig' feh^ j» wenn tnim den* ¥9«fii( 
Hcbtig auibsst^ esaiviclit B«4^>'*detivJBeweiiB Deiaer 
•Tüchtigkeit aas:^ Aueh wir braneiteäimser^sag^ ich^ 
^0, w# wir andeuten wollen^ dass wir diesen .oder jenen 
Auädruck wähle» ^ olme ihn eigeätMefa ganK vertreten -aa 
w^en^ and dns Folgende habt di^nn, Avie audi hieit, alle 
Zweideutigkeit Cap. 36.^ ^. ßO. ^vird es ui» Niemand 
verargen^ dass wir die handsebrifdiclie Lesart Uehai' sit 
#iBer notwendigen Ergäns^iiig beibebidten, ads wälkar- 
licher ändern wolttea^ in den Wortent Erfo Hie cum 
9umHy non amt tenatms factum defmderct^ cum per^ 
teveraniiam senhM/iae mtae^ nök natuäem reipmUtcae 
i^eUmüiset: kiMeu'ob ittani omummm fu^ddUud vöbm^ 
tarixim ralkut aecepäy* iMtighim^ amaium MMeHamm 
ei darisitwnos trimipho$ fUma €t Umde^ nupensüt ete^y 
wo die besäten HaUdsidiriften aar Wtciir^feMm afriOom, 
i/uod^ attem GAtitaam^ %vas l^ekanottick aaf aann^iiiMaha 
Weise abgekürzt sm werdeo^ piScgt^ ^etoaan»' afc. naeh 
iUam leichter ausfallen^ ab die Jetat gewählte Lesart: 
tfwien quotii in die kandsdanftliche: lammt ob iUam^pwd, 
Abergehen kMBte. Wir haben mit. Hückiicht auf die 
Ausgabe von Ed» Wunder^ so wie nnsere eigene Beaiv 
<heiluK% derselben in den Jahrb^ f. PhUoL uud Pamhif. 
Bd. 4. i. HfL (idS*) S. A9 ^ 183. an fest zw^st- 
hundert BteHen auch in dieser. Beder von tei gerwehali- 
eben Aasgaben abweiefaen müssen, and vavwdsen aber 
die Hauptotellen auf die angefahrte Reeenston^ >¥ie ilber 
Caf. i. $. i». cum te non nid^utm. Cap. 13. %. 33. 
f/m hoc ^MTuntur etc. Cofu «3. $. 5?. Ciq). 94. g. 
W.y wa die gewöhnliche Lesart: ipU €S$et famiUa coik^ 
mdoiiy statt der handschiriftlichen: guia ex$et etc. reines 
Vnainn enthielt, über Cap. Sft. $. 61., wo NiesMid var 
ans Cicero's Worte verataadtn. hatte, «her qap* 06. $.63. 



V » f • d «. «jonr 

e^teheiilioniite. Ueber eap;40. §• ft5« änfMo litoMiii. B.wi 
Das Einzelne, bleHM der kritiiäeii Avsgahe Torbdialtem 

Fa^t bodenlos war die Krtttk in der Rede ßr Qi 
lAgmiMy wa4 man 8dion*darnaoh'biMirthe0enkaB% da« 
Wir an Mdia und neuszig Ste||fifl'1ii dersetbeo v«ii dea 
gewohnliotea AiKSgab^i -idiweteii^n'Biusaten^ obgleich diiei 
Rede selbdt nur a<^ht nnd dreiaBig %%. siblt; auch sind 
unsere Abweiehungen ania gresseik llieüe lodit Mos 
Klekibesseirat^eii^ wie «Mv^eib Jeder leidit ttierzeagen 
wtrd* Yen Videm amA blev nor Elnaefees^ C^>. i. 
$. 8. hiess es ft. H.- aadi 4er gewöhnttcbea Lesart: At^ 
qne iU& mH-medfoeri cupüUtate arrifHU impMwny H 
üktdimperim^tBse pokiUiymd ad prkxdkm €lam&i'$ 
muttHudinUy nuK9 pubUc0 ccniiUo defarehaliMr. Diese 
Worte, entbahen aber einen offenbaren Fehler, da F^ 
Atttcos Yaras nidii Pfivatmaiin war* AUeia aneh die 
glaidl»wdrd^en Handsü^hriften nnlanrtateea diese Lesart 
nicht Denn dte treffliche Erfurter^ «atehrere Pariser^ 
und mehrere Dxforder Haadsehrifteb-Ibieteiit ^/uod mprt^ 
rato elamore rniMitwUnk^ stulfo fwUiw cSMäfe^ 4e^ 
fh'eifdttr., was das aHein Richtige ist; man vergleidie 
nm anderer ^Stellen nicht zd gedenicen, nor die Rede /9r 
P. Seriim Ckqi. IS. $. t7. Quid enim ^pdiquäm'poteMt 
ex emni memoria mxmere übubriuM' qtwm pro tmo dce 
et b&nM MuniM prkfoto ^^wm^m et «nJaerauNt wmuäum 
pHiUieo c&Milio mutante vestem? . 

Wenn wir Cap. %. $. 6. siduriebent eaiM ego cam^ 
mmy anmadverte^ qtmetOy qua fide defeudmn: fnyklQ 
meam! O clemenliam adnürabüem atqiie wmimn laude, 
pmedieaüane y Utterü mamtmenäsque deearundamy cum 
M. Cicero apud te defendit etc., so gesdiidi AHes ge» 
nau nach den bessten Handschriften und dem Bimie der 
Stelle gemftss. Zunächst mosste man den* anverbnnde» 
nen nnd lockeren Satz: qua fide defendam: prodo meam! 
nicht nur als darch sämmtliche Handsdmften foegriindet, 
didden, sondam aoch der inneren Rewegung des Red- 
ners in seiner äusseren Darstellni^ vollkommen entspre^ 
ehend tmd als musterlu^ schon anerk^iaen. Denn bei 



hxxvx .Vorrede. 

den.'WdfteiK t/mt fide 4efendam, vnvti det.lMsm den 
(vedanken auf seine öig'ne (jage gara plötzlich hin, spricht 
iriso mit dergrössteii Ueweguag nicht nur ohne Ve]i>iiidangy 
sondern auch^ ohne wie sonst, die begonnene Constmction 
ittdem3^odtisnai3bKiihalten: prodo nteßml Aebnlich spre- 
ehta auch di& Griechen bisweilen, Demostheaes fiede 
gegm NeOera %. i9». Bekk. & 1388. Aeisk« 9eal ^ 
liy^i . dtifTÖg aitrop Sri ovÄär .V)'4i9 l4y€i ohc id'^k^ct^ 

Jdtbxbv.^ wo man, um die Abwi^uag m beheo, adioa 
in den schlechteren Handschriften schriebe a^ ^ ^i^ßfnr, 
und die Kritiker das Schlechtere H^hA .in der nepe^ten 
Zeit nicht verschmäiiten. 8. Antiphon's ersti» Rede $• 
i2. BekL. S, 11«. H. Steph- ^ r^ tourwp i&^Ml6ptc9P 
SiSovai ^Ig ßüiKCPOP, iym ^ py^ i&i^iutQv, roirotg &0 179. 
xuvxc^ T^fiui^ict, wo man mit den schlechten Handschrif- 
ten herrasgab: fyÄ ^ Osidfiv^, um die . regelmässige 
Constmction zu gewinnen. Man vergleiche R. Klotz's 
Quae$tt. out lib. 1. S. 64 tgg. Lateinische Beuqiiele 
finden sich noch mehrmals in diesen Beden Cicero's. 
Wie konnte man nun an unsere^ Stelle vor: proth meamy 
noch qia xNier cum einsetzen wollen^ ja letzteres noch 
in der neuesten Zeit in den T^t bringen? sodann 
schrieben wir mit den bessten Haiid$chri(lent 4Uque om* 
mum laude y >vo(ur man gewähnlich: ahpw a»mi laudey 
las. amniumy abgekürzt amm;, ist aehr hHufig in &mni 
verderbt worden. Siehe die Bede de imperüJi Ol. Pam^ 
]9et Cap. m^ §• 61., wo wir. mit den bessten' Hand« 
Schriften herausgaben: Sfd amniwn etiam ^udUp vimmr- 
dmn et eoncelebrandam piUamt. In diesra Stella ist 
aber,, um Mtssdentuogen vorzubeugen, omnium loMy 
omnümi »ludinm. eic.^ fast weiter nichts, als unser: 
yyollgemeüies Loby allgemeiner Elf er tu «• w.^^ End* 
lieb schrieben mt mit den bessten Handsichriften : cum 
M. Cicero etc., wo man früher das Asyndeton M. Cicero 
eic. hatte; allein so passend dieses vorher war, so ange- 
messen war es hier, cwn anzunehmen, weil Cicero jetzt 
weniger im Affecte, ab vorher, spricht, und nun das 
ganze VerhÜlnis naher beleuditet. Wir mtissen.dea 



T r c e d e. "- lxxvu 

Rmbi sparen und wollen «neh- d^ kritisclien Ao^abe 
ttiefat vorgreifen. Deshalb wenden wir nns gleieh ym 
Cap. 4. $• li«9 wo es in den gewöhnlichen Ausgaben 
vor uo» hiess: Extemi Uli smU ffioret. UMqne adtan^ 
fuinem^indtari $alel odkan aul ieemm CrraecorwHy aut 
üHmmüma barbarorum. Allein keine Handschrift ^otet 
diese Lesart«, wir sind den bessten Uandsehrifteii^ /der 
trefflichen Eriiirter u» s. w., worüber man ikd ikriiische 
Ausgabe nachsehen mag^ gefolgt nnd haben geschrieben: 
Extenü Mi maret ii$(ßie ad Monguinem incilari 90lmt 
adi^y aut lemum Graecamni aul fmrntttmtm barbaronatu 
Hier stehen die ersteren Worte ^r sich: Extemi iäi 
mareMusque ad mngmfiem incitari %olent odiOy fastganab 
ao. wie es her Cicero Ueber die Pflichten Bodt 1. Cap; 
Id. $• 64. heisst: ut enrni apud Plalonem est, omneui 
moreni Laeedaemaniorum ittflmnmatmn esse cupidUftie 
tincoidi etc.: sodann treten die Wor^^: aut leciuHi 
Graecinnan aud imuunmui^ barbarorumy die Jemand hat 
för ein Glossem ericlAren wolla^ gams richtig noeh hin-» 
su^ am das schon angedeutete: extemi i$fi mpre^y noch 
m xergUedem und so dem, welcher eine solche Sitte 
gezeigt hatte, keine andere Ausflucht zu lassen, als sich 
f&r einen leichtsinnigen Griechen oder blutdürstigen Bar^ 
baren erklären zu lassen« So bringt Cicero mehrmals 
nachträglich noch etwas zur Vervollständigung des 6e-^ 
dankens bei und mm darf an solchen Constructionen qicht 
den l^Msten Anstoss nehmen* Alle Handschriften, ja 
selbst Anfiihningen der Grammatiker schützen übrigens 
die letzten Worte. 

Cap. 11. $* 33. begreife, wir nicht, warum man 
dte Lesart der bessten Uands<Auriften in den Worten: 
Videme igüur hunc gplendorem amniumy hone Broccho-^ 
rum domum — non Mobmi noto$ tibiy verum eUam prö^ 
bedot rtro», qui teatm fuerunt. , hat so sehr vernach- 
lässigen können. Denn abgesehen davon, dass die Er^ 
fiirter Handschrift hunc ^pleudarem onmiumy haue Broc^ 
ehmtun danuan statt der gewöhnlichen Lesart: Imuc 
^Hendm'emy amnem hone Brocchortmi domum elCy bie- 
tet, was sich npr au zeigen braucht^ imi. aneriamnt zu 



Lxxrm V p r r e d e. 

werden^ da hmic ipland&rem iür rieh »a kaid stelieii 
wärdCy die Worte: funw Braccharum donwm^ aber gar 
uicht des Zusatzes: oninem^ liedürfen, ja iliethoriache 
Grande hmic an die Spitae (dieses Satzgli^es drii^iid 
verlangen^ so findet sich auch in den letxten .Worten 
die Lesart^ welche wir aufnahmen: qui teeum fu^tmiy 
in allen guten Handschriften, wie der trefflichen Erfor^ 
ter, dea besäten Parisem, Oxfordem u. s. w. Und 
wenn man schon vor uns die Lesart: ietwn fuiuey mü 
llecht venvarf, so beging man doch einen kaum Ver* 
Keihliclien Verstoss gegen diese Stelle, wenn man in 
neuester Zeit sehrieb} probaios vtrM? Teeum fuenmi. 
Denn so passend ein solches Asyndeton anderwärts sein 
wärde^ >ventt es mit dem inneren Sinne der SteUe im 
Einkhinge stände, so unangemessen ist es hier. Denn 
Cicero will nicht sowohl Caesar^s Aufiaerksamkeit dahia 
lenken, dassdi^e SÜnner auf seiner Seite gestanden 
hätten — dies wosste ja Caesar selbst am bessten, und 
deshalb gtng.audi die Lesart: virm^iecum fmM$ey nicht — , 
als vielmehr dataui', daas jene Männer jetxt für ^. Li^ 
garius um Begnadigung flehten, die doch ihm ganz er« 
geben gewesen seien, und dass er also, wenn er Liga-» 
rhis begnadige, nur dem heissen Wunsche der Seinigen 
entgegen komme* Hier war also nur die Lesart i ^ 
tecimi fuerunty zulässig. Wur hoflbn, wir wurden bei 
den meisten von uns vorgenommenen Änderungen aatfa 
in dieser Rede die Beistimmung unserer Leser sieher eiv 
halten, wenn wir ausführlicher die Grunde, welche ens lei« 
teten, angeben könnten, wollen aber dem eigenen Urthdle 
nicht femer voigreifen und gehen zu der Rede für den 
König Deiohtrui über.* Auch in dieser Rede nahineii 
wir ober hundert Aendenmgen vor and, wie >vir i^ao- 
ben, nicht ohne Grund* Cap. li $• S. führten die bess- 
ten Handschriften auf die frühere, aber in neuerer Zlett 
verdrängte Lesart zurück: CrudeUi CoMlar! ne diornn 
$cderalmn et inqmm! qui nepos de.y wo den Accus»- 
tivus: Crwkiem dutorenty oflenbar die än^ttliche Rudi-* 
sieht auf das Folgende herbeigeführt hatte. Ausser den 
bessten Handschriften, welche: CrudeUs CoitoTy 



Vor r e.d e« uaas 

drAokMdi haben, >vfo die Rfin-ter liid andere, schtta^eii 
ancb-die Handschriften, wciehe lesen: CW/dUit Castor 
esty wie sieben Oxforder nnd.zwei l^*iser, die von nn^ 
gewählte Lesart« Wenn wir Oap. ii. $. 9. schrieben: 
Cfum faeäe oräriy Caeiftr^ htm temel exorari solas, so* 
haben wir die bessten Handscliriften ud alten Ausgaben 
tfir uns^ nhd wenn man aurh an sich nicht würde j^sagt 
haben: fädle arari iole»y Caesar ^ so scheint doch hier 
der gansie Zusaounenhang für die Grundlage i Cicrn fa^ 
dk ärarij ftu dem Foigendea: htm $emet exorari solesy 
va sprerheUi Es bildet also ^ari isu eooorariy w/is hier 
noch dnrch semel seine Beziehung zum ganzen Satze, 
erhält, denselben Gegensatz, wie bei .Terenz in der An^ 
ärieiin Act. 8. Sc. 4. V. 13. gmdam id det orovix^fue 
id exärow Man gewinnt also folgenden Gedanken: „Wenn 
Da öberhaspt Bitten leicht Gehör schenkest^ M lässt ^ 
Da Dich aoch leicht auf einmal erbitten.^ 

Cap. 4» $• ftO. und 11« mnssten >vir in Uebereia* 
sthomung der trefflichen Erforter und vier Oxforder 
Handschriften mit den alten Aasgaben bei Ermangehing 
ausdrücklicher Angaben aus anderen Handschriften an« 
nehmen, dass die handschriftlidie Lesart: (püque cum 
iUmn ordmeni ete. , sei, «od dass die gewöhnliche Les- 
art nidit grosse handsc^ftltcäe Unterstützung habe nnd 
gestalteten demnach die ganze Stelle also: hrexy qmn 
eenmtuM hoc nombie saepe hone$lU$iimi$ decretie appel^ 
iaeütety iptique cum ilkim or^nem — duxiesety ndem 
retof eaf pekiirbah^y — ^td&us noh in media re pu^ 
blka naüeemperque vermüy ff. 11. cum audbrety ee^ 
mifia — datam: ntovebatur atümo et vir Jade bnperio 
mmcin mme de Makde popuU Aomoiti extimeecebat. etc. 
Der Gedanke verliert durch die Länge des Satzes nicht^ 
wild vifehnehr enger zusammengedrängt und tritt sodann 
sdiärfer hervor. Schwer liMse es sich auch sonst be^ 
gmSdmy wie jene Lesart in die Handschriften gekomitveii 
seiw Kaum wird es €^ 6. j$. 17. der Erklaning be- 
dürfen, warom wir nach der Erforter und anderen Hand-« 
Schriften die ältere Lesart: Ibi emm erant mwuUiy qtd 
le imterfioereMy in eo ip$o loc^, ooUocaüy wieder her- 



hxxx. V r r ^ d e. 

stellten; denn ibi und in eo ipto loeo heben hier einw^ 
der gar nicht auf. Ibi ist ganz etnfaeb daselbst. ^Denn 
daselbst befanden sich Bewafihete.^ Die Worte: m eo 
ipsQ hcOy sind enger mit coUocaU zu verbinden: ^an 
ebep Jenem Orte in Hinterhalt gelegt/^ Auch ist eratU 
— coUocatt nicht etwa einfach za verbinden, vde coUo^ 
eaii erantj sondern eränl steht fiur sich, caUocaU ist 
nnr Apposition zu arnuäu Also: ,,Deim daselbst befim- 
den sich Bewaffnete, um Dich zu t^ten, gerade an 
jenem Orte aufgestellt^', d* h. „welche, nm Dich zu 
tödten, gerade an jenen Ort gebracht worden war^i.^ 
Cap. 8. $• 33. haben fast alle namhaften Handsdiriften 
die ivon uns gewählte Lesart: qtiem profecto t«, fpü 
opiume no$tro9 hominet novit y veLgida non nos»^ pel 
st nouety conieitmerety und es war wohl nnr verfehltes 
Streben nach Gleichfonnigkeit der Rede, wenn man 
nach geringerer handschriftlicher Aactoiitfit schrieb :''^Mi 
^fti&i nosset vd quia tum nosset. Leicht sieht man, dass 
obgleich vorher gesagt wird: vel qtda non no$9et, doch 
recht fBglich, weil der innere Gedanke ein anderer is^ 
sodann gesagt werden könne: vel sinO$9eL Wir kön- 
nen allerdings unser weü in beiderlei Hinsicht brauchen, 
im Lateinischen wOrden aber die Worte: vel quia nouely 
leicht so verstanden werden können, ab ob Cicero sa- 
gen wolle: aus dem Grunde, dass er Deiotarus bekannt 
gewesen, habe er ihn verachtet,, wogegen die Worte: 
vel. 91 noMsety nicht der geringsten Missdeutung, als 
höchstens der von den Kritikern, an die freilich Cicero 
nicht deidcen mochte, unterworfen sein kennten. 

Falsch verstanden und deshalb ge&ndert wurden dUe 
Worte $• S4. Addit etiam illtuly equiiei non optwmo9 
nM»Me. Veter e$y credOy Caesar $ nihil ad luum equi^ 
iiäumy sed tniul ex üSy quos habutt ophmws. Deiota- 
tarus soNte dem Caesar einen Contingent Reiterei stel- 
len; er that dies zwar, allein es ward ihm der Vorwmrf 
gemacht, dass sie schlecht gewesen sei. Cicero sagt, 
um Alles mildernd au&ufiihren: eqitite» non optumo^ 
mi$i8sey man macht ihm den Vorwurf, dass er nicht 
die besste Reiterei geschickt habe. Dageg^ enl- 



Vorrede, lxxxi 

g/dgaet Cicero: Vder^s, credOy Cae$ar: y,Es waren, so 
viel ich weiss, gediente Leute, Caesar.^ E|r sagt za 
Deiotarus' EntscboldigiiDg, dass es keine frisch gewor- 
benen, sondern bereits geäbte Truppen gewesen seien. 
Wenn er sodato fortfiUurt: nihil ad tuum equUatumy so 
bitte man kennen freilidi hier, da veteres zum Lobe der 
Reiter gesagt ward, erwarten, dass Cicero sagen sollte: 
9ed nihü ad eqtätatwn fuumj wie anderwärts die Re- 
densart: sed niMl ad etc^j gebraucht wird, wie in der 
SteUe Vom Redner Buch 9. Cap. 6. $. So. Laelium 
Decum^m eognavmu^ vimm non üUUeralumy $ed nihü 
ad Permtaty und an anderen Stellen: allein Cicero er- 
klärt mit dem Folgenden nur das erwähnte veteret 
noch genauer, sagtJÜso:^mAi/ ad hium equitatuMy nicht 
Im G^ensatze zu veterei y sondern nur, um das Fol- 
gende darauf zu basiren: $ed müU ex ii$ etc. Deutli- 
cher wäre es gewesen, hätte Cicero gesagt: nOäl qm^ 
dem ad tuum equitalumy sed mmt ete.y allein er spricht 
hier in rascherer Rede und wer würde an dem deutschen 
Stitze Anstoss nehmen oder ihn nicht verstehen: „Ge- 
diente Leute, glaub' ich, Caesar; nichts gegen deine 
Bdterei, aber er sandte von denen, die er hatte, die 
auserwäfalten/^ Deshalb möchten wir jetzt vor sed blos 
ein Komma statt des Semikolons setzen. Dass die Ver- 
muthung: vetereniy credOy GaesoTy nihil ad tuum equi^ 
tatumy nichts tauge, sieht man eben so leicht ein, wie 
dass die Weglassung des Wortes veteres mit geringer 
handschriftlicher Auctorität die SteUe zwar nicht gera- 
dezu fehlerhaft, aber doch kalUer und unschöner machte^ 
als sie war. 

Wir kommen zu derRede /ür Jlf. Marcellus und ehe 
wir hier auf die niedere Kritik eingehen, wollen wir noch 
einige Blicke auf die Grunde werfen , die gegen ihre 
Aechtheit vorgebracht worden sind. Es ist durch Cicero's 
eig'nes Zeugnis (^man vergleiche dessen veririiscMe JBfie/i? 
Buch 4. Br. 4.} bestätiget, dass er, als M. Marcellus 
von C. Caesar in Folge der einstimmigen Bitten des 
ganzen Senates begnadigt werden war, und er nach 
den übrigen Seoator^i, die ausser Volcatius sämmtliph 

f 



Lxxxn Vorrede. 

dem gnädigen Machthaber ihren Diuik abgestattet hal- 
ten^ an seiner Reihe befragt wurde ^ ausführlicher O^t«- 
ribiis verbisj auch zu seinem Theile seinen Dank dar- 
brachte. Dieses Factum steht sicher und wird von Nie- 
mandem in Abrede gestellt. Nur ^len Ausdruck pforj- 
hus ^TtrbiSy wie lÜcero silh selbst ausdrückt, konnte 
man noch anders deuten, als es in jenem Zusammen- 
hange und überhaupt den Worten nach geht; denn CSp- 
cero will und kann dadurch nur sagen, dass er mit meh- 
reren Worten, d« h. ausführlicher als die übrigen and 
als es sonst wohl geschah, bei einer ausserordentlicheo 
Gelegenheit seinen Dank abstattete. Auch das konnte 
man nicht in Abrede stellen, dass Cicero hierauf habe 
können eine Rede wie vorliegende ausarbeiten. Nur 
behauptete man dagegen, dass fiir Cicero gar kein Grund 
vorhanden gewesen sei, es zu ttiun. Wovon wir gleich 
sprechen werden. Vorher müssen wir das Zeugnis Plu- 
tarch's zurückweisen, worauf man, ich weiss in der Tfaat 
nicht warum, das meiste Gewicht gelegt hat, da es ge- 
radezu durchaus nicht das Geringste fiir oder g^en die 
Aechtheit dieser Rede beweisen kann« Dieser ersihlt 
uns im Leben Cicero's Cap. 89. S. 880. zn Ende 
Frankf. Aasg. folgende Anekdote, die er aber gar 
nicht verbärgt: My^rai Si xai Kotirtov Aiyu^iav Simjiw 
(pev^'ovregy on t€ov KaiaaQog noXe/itüatp elg iyeyipei^ xai 
KiXi'Qfopog avTff) ßotj&ovpTogtineciß top KcUaaqa nQoq rovg 
fp0.ovg' ^^Ti XfoXim Siä XQOvov KixiQ(avog axowcu iAyop^ 
rogy inel nalae x^XQirai novtjobg avrjQ xai noiAiuog;** 
Man beachte zunächst Plutarch's Worte: Afy^cct Si xcä 
octL , wodurch er diese Anekdote nicht ausdrücklich ver- 
bürgen will; sodann dass wenn man auch iiü XQopov, 
wie billig, nach so langerZeit übersetzt, diese Worte 
doch den von Cicero selbst erzählten Umstand, dass er 
vorher im Senate mit mehreren Worten dem Caesar sei- 
nen Dank bezeigt habe, nicht aufzuheben im Stande 
sind. Denn ist auch jene Anekdote, wie sie hier Plu- 
tarch erzählt, wahr, so beweiset dies nur, dass Caesar 
jene Danksagung im Senate gegen eine förmliche Ver- 
theidigungsrede, welche Cicero zu Gunsten des Q. Li- 



Vorrede. txxxin 

gBltiuB Jetzt vorhatie^ nicht in Anschlag brachte; fcei- 
nesweges kann man afber daraus folgern^ dass Cicero 
Bar mit zwei Worten (är M. MarceUus' Begnadigung 
Dank ge^sagt habe. So steht kein historisches Zeugnis 
der Aechtheit dieser Rede entgegen. Wenn man aber 
femer behauptet hatte, dass kern Grund gewesen sei, 
warum Cicero diese Rede hätte in Hinsicht auf die im 
Senate gesprochenen Worte spXter ausarbeiten sollen; 
so ist dies ganz aus der Lqft gegriffen. Denn wenn 
auch an sieh dieser Umstand nicht von so hohem Inter^ 
esse Ayar^ dass er hätte ihn wollen in einer l^usterfoe- 
handlung darstellen, noch gerade die Gesinnungen des M. 
Marcelhis selbst von der Art waren, dass er sich würde 
durch ein solches Greschenk sehr eifreut geiuhlt haben; 
so hing doch auch dies Beides ganz von Cicero's eig'ner 
Ansicht ab und es ist sebwierig, sich für das Eine oder 
itA Andere hier bestimmt auszusprechen.^ Aber es konn- 
ten doch auch andere Grande vorhanden sein, warum er 
diese Rede ausarbeitete. Konnte .er dadurch nicht ge- 
wisseimaassen Rechenschaft ablegen wollen, warum er 
wieder aufgetreten sei? Konnte er nicht dadinrch sein 
sich wieder freundlicher gestaltendes Verhältnis zu C* 
Caesar zu befördern gedenken? Konnte er nicht M. 
Marcellus' Freunden, die mit meiner Danksagung zufrie- 
den sich erklärt hatten, dieselbe in schriftlicher Ausfüh- 
rung übergeben wollen? Ja konnte er nicht, was man 
geradezu ohne Grund läugnet, dem M. MarceUus bei sei- 
ner Ankunft seine warme Theilnahme an den Tag legen 
wollen? — Doch auf solche Untersuchungen, die zu kei- 
nem Ende führen, kann man sich vernünftigerweise nie- 
mals einlassen. Genug ist es, zu behaupten, dass wenn 
man auch in unserer Zeit nicht genau die Gründe auffin- 
den kann^ die Cicero bestimmt haben mögen, diese Rede 
zu schreiben, man doch noch nicht sogleich die Folge- 
rung machen dürfe, dass er sie nicht geschrieben habe, 
wo noch dazu äussere und innere Zeugnisse dafür spre- 
c^n. Denn dass schon die ältesten Grammatiker diese 
Rede als eine Cicero's kannten, wird nicht geläugnet. 
Was die inneren Gründe anlangt, so sind sie nach un- 



hxjoar y r r e, 4 e/ 

serer Ueberzengan^ ganz för ibre.^^tdiUieit; und wir 
glauben nicht^ dass ein Nicht-Cicero habe Cicera's Qeidc- 
und Schreibart auf diese Weise wiedergeben können« 
Denn nichts in der Rede selbst — d^nn Einzelnes ha- 
ben wir theils bereits durch die niedere Krit^ beäeitiget^ 
theils wird es gewiss später noch eptfjßrnt werden^ spUte 
noch ein kleiner Flecken gebliebcQ sein — spricht ge- 
gen die Aeehtheit der. Bede. Wir. können nicht Alles 
hier berühren^ ja halten es gar nicht der Mjühe werth, 
die Einwürfe, welche nian oft aafiii^len4er Weist$ gemacht 
hat, alle zu entkräQen^ sonderp werden nur. belJ^^echen* 
schaftsabl€|;ung von unserem kritischen Verfahren auf Ein- 
zelnes zurückH^nunen. Wenn man sich hier zunächjst an 
der Inschrift pro JH. Marcello stiess, so wollen wir .zwar 
iMcht behaupten, dass sie von Cipero's Ilaod herrfibre, 
obgleich schon in^iüter Z;eit die. Bede einstimmig also 
augefährt wird, ab^ müssen doch bekennen, dass sie 
ganz richtig sei. Denn wenn man darunter einq. eigent- 
liche Vertheidigungsrede suchte, so that man dies mit 
Unrecht, da ja eine Bede für einen, der bereits begna- 
digt ist, anders ausfallen muss, als für einen, der erst 
begnadiget werden soll, aber doch die Bede in beiden 
Fällen für ihn gehalten wird. 

Cap. 1. $• 1i. schrieben \yiri cum viderenty vfißim 
taleniy qvi m eadem caussa €9sely m qua ego ßmsem^ 
n(m in eadeni esse fortuna. So geben die treffliche 
Erfurter und andere Handschriften die Stelle. Es heisst: 
„als ich sah, dass ein solcher Slann^ der auf derselben 
Seite stand, auf der ich gestanden hatte, nicht dasselbe 
Schickhai theilte.^^ Wenn Jemand hier den Einwurf 
machte: y^Üed ntiUa etican tutw erat Pompeä caussa y^' 
der gab nur zu erkennen, dass er nicht wusste, was 
caussa dem Lateiner bedeute, wenn von Spaltungen und 
verschiedenen Parteien im. Staate die Bede ist, man 
vergleiche Bede für Q. Ugarius Cap. 6. $. 19. caussa 
tum dubia, quod erat aliquid in ulraque parle y quod 
probari passet ß nunc meüor ea iudicanda est, quam 
etiam di admverunt. Wenn Cicero hier sein Verhältnis 
von dem des Mareellus dadurch schied, dass er von die-» 



V 1* re i'eJ Lxxxr 

« ^ 
0ett ragte; 9tiiflr in eademtatMa^eHitty von äfch aber: 
ik qitß^ egß^^Hiiiemy so ist ARes in^ der Ordnung. 
IMnn'JfaurcellHs befiind sich aur Zeit der KM^ Cicero's 
mi^>' in • jenem Verhftltnisse^ ^etl^ obgleich 'Pompeius' 
FarteivsseiTüilet wür^ ihn doch noch nicht CaesaPs Be- 
gnadiganf der anderen 'Kugeführt hatte ^ €icero tvar aber 
Mtonllhgit-ktif jDÄesar's Seite getreten und an- und 
aa%eMiii^en wordeü^ ^ Die vor uns gfeWShnlTche Lesart:^ 
«jnmt' Mm^ qmtin in eadem causm^ in qua ego,"" 
fuiM90tym0n in ^adefm e^se /brfima^ bietet däg^en ein 
merfcwirdijsed Sürpogat f&r Gicero's Worte. $« 8. ist 
in vor -omnibM in unserer Ausgabe wieder KU tilgen. 
Cap. 2;$s 4. hiess es tor uns: NnUmt tanhtm flumen ett 
ingeiäy tiuUa Mcendi €n*t »erOenlM iania vi$ etc. nitüa 
konnte weder dem Sinne noch d^ äusseren Kritik* nach 
nefatig sein^ da sehr viele -HandscÄHiften mM statt nul- 
la baten, andere nttlKu9y so zogen vatnutttM vor, da 
fwSUi letehl aus ^nnltf entstehen koqnte und der Ge- 
nitivi» auch am dem-'VoDrMergenenden besser zn pABsen; 
scheint/ aber 'auch mtlH svfkte an äcb nicht lalsch, qJM^ 
giefch Ciceri» sodann Üc^r nembü wärde gesagt haben^' 
verglekke ft^ Stärenburg cwmnmlatio IL depaHie. neg.- 
nach seiner Ausgabe der Sicher C/<06er die PfHehten 
S. ilSl..,' luur nnUa gebt durchaus- nicht. €ap. 3. $. 8. 
moasten wtrl nach der Erfiirter, Oxforder und anderen 
HändschriAea das so sdidn in die Constniction eingrei- 
fend^; Arne 9111 fedty mm ego eutn cum mmmäs viris 
comparOy sedetc.^ aufnehmen, die gewöhnliche Lesart:. 
haet Jtfui: faciaty non ego etc. ermangelt dagegen der 
hier erfonderiiehen Znvei^iehflichkeit. Sollte $• 9. Je- 
mand an der Richtigkeit der ven uns eb^ftills nach gu- 
tertiAoctorität aufgenommenen Lesart: i^ellicae time läu^ 
de» beUbrabantur iUae firidem non »otlg no^Ms^ sed pene 
amnimn^ genUwn Utterii atqm Hngtriiy statt der gewöhn- 
lichen Lesart: lum »ahmt Hostri^ etc. Z^eW^'hegen^ den 
verweisen wir auf Cicero Ueber das Ch-eisenaUer Cap. 23. 
$. 83. nei/uk eas ßolos eonvenire aveOj guos ipse co^ 
gnomy\»ed etiam Ulos etc., wie auch dort die bessten 
Uandsehriften lesen ^ ebmdM. Cap. 11. $.36. mc vero 



hxxxvi V,a r r e,(J e* » 

corpori solh,ßu6wBfUe:mUuH est^ $ed.menti aüfue mdma 
fmdlo magiÄ. U^ber die Pßchten, Bach 1. Ca|K 4v^49* 
nee sibi &oU^ sed ,tioniugi y Uberh ^eterüque. Ueber die 
Freundschaß Oap. 87. $. 10». nee mihi soU tfprwtmr 
ante owlos^ gm illam semper in mambui habmy sed 
etiam po$lei'is erit etwa et imigniß* . Ueber die Gränr- 
%en den Gräen und Bösen Budi 1^ Gap. li. $.97. M» 
ejum .eqfü sqiqm ßeqtümw -^ ß sed maxumam illam ro- 
iuptalem liabemiiSy quae perdpüur omni dolore^ delra^ 
cto. Livius Buch 9. Cap. 6. neque ea S9la isifkamae 
erantj tpme in promncia procul ab aeuUs fada HorfioH 
bantwTy »ed eUam magiSy tpjtae etc. So wird man wohl 
den aogefochtepen Gebrauch anerkennen mässen^ deü 
abwischen beiden Wendungen obwaltenden Unterschied 
hat R. Klotz zu Gicero 8 X^ie/iM S> 137 fg. auseinander 
gesetzt. Gap. 4. $• 11. ist das P^sseseas anlepwm in den 
Worten: kuinc tu igilur diem tuis maxuoris et immme-- 
rabiUbus gratulatimiifn^ iure antepands j so gMz im 
Geiste der lateinischen Spracht) duss wir nns 'm der 
That nicht wundem^ dasa map. ihn bis .auf hentigen Ttig 
nicht anerkannt hat. Man ver|^tsi»ebe das oben Ka der 
Rede für A. Caecina Gap. 19« $.t5a. S.XXV. Oesagte 
und in Bezug' auf die Gmch^ Andokides' lieber die 
Mysterien $. 3. Bekk. Ausg. S. 1. nach U. Estbane^ 
wo man nach den . Handschriften zu lesen hat: .o^toaoi 
^fdv yoQ fii) iid-iXtjaav imop^tu 9(aTa/vQ$(T€^ ccvt&p oft- 
xiav^ eixotfog Toi 9eui if/Mtg rmavra mgl avvm ^y/ymii^ 
trxere xti. 

Wir sind an eine Stelle gekomaien, wo man d^ntttch 
sleht^ wie kurzsichtig diejenigen Kritiker waren, -welche 
hier in den Worten der Rede nur Unsinn fanden, ohne 
die Umsicht zu haben, aus den verworrene Lesarten der 
HandschriTlen das, was Gicero's Hand gab, wieder her^ 
stellen und somit allen Unsinn entfernen zu könnas« 
Wir schrieben Gap. 4. $. 1 1. nfimlich statt der vor ans ge^ 
wohnlichen Lesart: Haec enhn res unius est propria C 
Caesaris: ceterae duce te gestae, magnae ülae quidenty 
ted tarnen muUo magnoque condtatu. Hums mUem rei tu 
ideni et dux es, et comes: quae quidem temia. e«f, ut tro^ 



r Vorrede. i.xAxva 

pä^ nuHmmefäisque bd$ aUatura finemsä adas: (jrti/iä 
enm ed opere md manu facttmi, quod aU((udndo non 
cohfidat et cwuunml vetnstoMQ S. 19^. at haec Ina iu^ 
gada et lenüM mümi florescet quolidie magiSy ita ulj 
quanhan aperibm tuis ditäwnitas detrahat ^ lunlum 
off erat UmJübui. y diese Worte also: luiea emm res 
tmim est propria Caesaris: celerae duce ie gestacy ma-- 
gnae ülae quidenty sed tarnen muUo magnoqae comlalu. 
BtmM autern rei tu idem es et dtav et camesy quae quir* 
dem tanta esty tU nulla tr opaeis et moaumejUis tms 
adlatura fiiiem sü aetas. nihil est enim opere et manu 
faohtmy qmd non aliquando conficiat et cotisunuU vetu- 
stas: §. 12. at haec tua iustUia et lenitas animi flore^ 
seit qwotidie magisy ita ut quanlum tiüs operibus diulUr^ 
nUiis detrahety taniwn adferat laudibus.y und fordern 
lum alle Zweifler auf, ob sie wohl an diesem Gedanken 
etwas auss^usetzen haben. Wir glauben kaum. Wollen 
abei* jetzt nocii beweisen, dass alle guten Handschriften 
«Qsere Lesart in Schutz nehmen. Zuvörderst haben die 
Erfurter, drei Oxforder und andere miteponis statt an^ 
lepoues und wie passend das Praesens bei dergleichen 
soversichtlichen Voraussetzungen sei, haben wir bereits 
eben S. XXV. gezeigt. Sodann schrieben wir ebenfalls 
nach der Erfurter und anderen Handschriften in gefällig 
ger^ Wortstellung: Utätis mitern rei tu idem es ei dux 
et eofmes. Endlich hat last keine Handschrift die fol- 
genden Worte so, wie sie die gewöhnliche Lesart vor 
ins bot, sondern statt der Worte: vt tr opaeis monu-- 
meniisque tms adlatura finem sü aetaSy haben die Er- 
liurter, acht Oxforder und andere Handscliriften : ut nulta 
trapaeis et manumenUs tuis (oder momanenlisque /mtj 
adlatura ßiem sü aetaSy was nun den angemesseii||pD 
Sinn gibt: „die so gross ist, dass keine Zeit deinen 
Siegeszeichen und Uenkmälern eine Eudschaft bringen 
%vird.^ Dazu werden nun in dem Folgenden ebenfalls 
von uns verbesserten Worten die Gründe angegeben: 
nihä est enim apere et manu factum y quod nan ali-- 
quanäo Confidol et consumat vetustas. Hier sclirieben 
im naeh der Erfiuter imd sammtliijien Oxforder Hand- 



txxxvifl T r r.e d e. 

Schriften: nihä e$t enbn opere et numu factum ^ da cBe 
gewöhnliche Lesart: mhü enhn est opere cad manu fa^ 
ttam^ kaum richtig, geschweige diplomatisch hinliinglieli 
beglaubigt war. qaod non aliguando statt qiiod aU^ 
quando non ist ebenfalls ans der Erfurter Handschrift 
Der Redner macht nun zu dem gewöhnlichen Gange der 
Dinge den besonderen Gegensatz in Caesar's Verhält- 
nissen, wodurch er endlich dahin kommt, wohin er 
wollte: at haec tua iustitia et lenitas anmi floreMcU 
^otidie magis^ Ua tä qtianium tuU operüms diutunuF- 
ta$ detrahety lantum adferat UmdUnu. Hier schützen 
floreicit ausser der Erfurter ausdrücMich noch zwei Ox- 
forder Handschriften und es ist dem Sinne nach offen- 
bar besser als das schwächere fioreicet Wenn man 
nun früher den in der gewöhnlichen Lesart liegenden 
Sinn streng tadelte, ja unsinnig fand, so wird man wohl 
jetzt an dem durch die niedere, aber Schritt vor Schritt 
sicher vorwärts schreitende Kritik gewonnenen Gedan- 
ken nicht mehr anstossen dürfen: „Diesen Tag ziehst 
du also deinen so hohen und unzählbaren Freudentagen 
mit Recht vor. Denn diese That gehört Caesar ganz 
allein an, die übrigen, die unter deiner Leitung gescha- 
hen, sind zwar gross, allein haben auch viele und zahl- 
reiche Theilnehmer. Aber von dieser That bist du An- 
führer und Theibehmer in einer Person und sie ist so 
gross, dass kein Alter deinen Siegeszeichen und Denk- 
malen ein Ende bringen wird. Denn nichts, was dnrch 
Menschenhand bereitet, ist von der Art, dass es nielU 
einst die Dauer aufreiben und zerstören sollte: -aUein 
diese Gerechtigkeit und Milde deines Sinnes erblüht mit 
jad|m Tage mehr; so wird die Ewigkeit stets eben so 
vU zu deinem Ruhme hinzuffigen, wie viel sie deinen 
äusseren Denkmalen entziehen wird.^^ Was man ausser 
den von uns entfernten Uebelständep getadelt hat, war 
grundlos und zeigte nur von Engherzigkeit des Tadlereu 
Wir würden in der That unseren Lesern zu wenig eig- 
nes Urtheil, zu wenig Selbsteinsicht zumuthen, wollten 
wir das Einzelne noch verfolgen; nur gleichsam Scher- 
zes halber bemerken wir, dass wir am Schlüsse der 



y # r n e 4 e^' lxxxix 

IMd Cup. 11. $• 88« nodi mdhr leisten kmnteD^ «b 
seihst dßr streagste Tadler verlangte^ weQ er bei alle- 
dem des. Ifttemschen Ansdrackes nicht ganz Meider war« 
Ihnelbst las Matt V4m aas: Sed^ tmde est tna^ in^ ecM 
dem iermnietur -äraUo. Maximas Hin mmes. graüM 
agviMmy CL'iCamaty maiares eBamyhabemus. Der. Ans-r 
dbrodc: unde Mtanay m eodem» tunlMnebar sra<j9^. kaim 
an sidL mit keiner SHbe Schwiäri^^eii maidicto, riiek) 
wanmi sehrieb. man ttefat,:wie aHe> Haadichciftes bietenis 
Sed ut nndä €$t:ariay m/eiklmnxtermimturiäratkt: nMH 
xumat iHdnoamergtMiag aginmg, C* Caesdfr^^ mml$reM 
Hiam Aofrßtmif'^vrSa.nte köanen/die Worte von Cicera's 
Hand sein; und; so lesen. z. B« die. Erfhrtor, vier Oxn 
Ibrder Handschrifted aasdrücklich. F. A. Wolf fühlte in 
der Anmerksoig das Richtige, . aber der. grosse Mann 
woHte lieber andere Fehler finden, als. solche, welche die 
Kritik sogleich beseitigen. konnte. 

Die. letzte Rede, von wellßher wir hier zu. q^reejien 
bitten, ist diß für. den Dichter A. Liemilii Archioi^ 
die in iscinerer Keit tmsi , sörgfiBtiger gepflegt , dennoch 
eia%e schwierige Pnneto liir die Kritik b6t. .Znteidhst 
fällt unser Auge..auf:difi. bekannte und viel besprochene 
Stelle Cap. 1. $• %. Acme quU a nobis hoc ita did 
forte nUretwip quod müa quaedam in hoct fmulku .ßit 
ingpni nequeiuiee dicemdi tatio mä disc^UhM, * ne \no$ 
ipüdem ißüc cwwti $Mio penitus tmU/wm idfditi ßdr 
nms. Fast .i41e Heraui^geber haben hier .Yeipderbnisse 
gefunden ond^ aUgemeineti Bet&U hfttte die Yemmthoi^i 
um statt emMixa schreiben, davongetragen; Aar We* 
ni^ versuchten das handschriftlicke ouncti zu erklären, 
und auch hier war man zum Theil Wenig ^cklich , in^ 
dem man, cimcfi för loti nahm und dergleichen ineAür, was 
der guten uiMl sicheren Lesart, nur schaden konnte. £s 
kann fiir die, welche lateinisch- verstehen, vernünftigeiC 
Weise nur , eine Erklärung von der. handschriftlich^ 
Lesart, die wir natOrlieh ohne Zeichen des Yerdeitois- 
ses. beibehielten, vorhanden sein and die;sejst folgandei 
„Sollte sich Jemand wundem, dass wir diesß Sprache 
fiihren^ weil dieser eine andei^^ Gabe des Talentes be^ 



xc i y 6 F) r: e d a 

rftzt und nicht diese Kmat tnd FertigHeit Sftntfieh za 
sprechen^ so haben auch wir uns insgesanmt Qcimctiy 
der Redner bikkl hier zur Linken und Rechten und sidit 
BDI sich jeinra Kreis von MSnnern^ die sich der Führung 
öffentlicher Angelegenheiten vorzugsweise hefleissiget ha- 
ben} ^ydiesem Stadium £dem der Beredtsankeit} 20 kei«* 
nerJ&eit^aussohliessltBh ergeben.^ Wer sollte aber im 
dieser. Rede deitatOedanken oder dem Ausdrucke nach 
den leisesten Anstoss aetmen kduen und- die Lesart 
derHandsehrifte» mit Gewalt vcfrriieken wollen? 

Cap« 3. $. 5. heisst es^ ebenfalls» in allen Handsehriften: 
Sed etiam hoc tum göltim ingeni ae Ulterarumy verum 
eüam ruUurae alqut mrhiiiiyUtdomu^^ qtuw hidusado^ 
U^ceniiae prhnu fueriiy eadem €9$et *famäiaris9tima se^ 
nectutL Hier, hat man an. den Worten prima fnerit viel- 
fachen Anstos» genommen und theils facerit statt fuerity 
theils nur -noch neulich pr^xwna staU prima zu lesen 
vermuthet. :Nichts von alle dem ist das Wahre. Be- 
halte man die gewöhnlich«^ Lesart nnd ^rkUre sie rich- 
tig ^ so 'werden bald alle Schwierigkeiten gehoben sein* 
Der Redner legt hier dnen besonderen Nachdruck dar- 
auf^ dass das Haus, was den Arehias zuerst au%enom- 
men^ auch in seinem Alter ihm noch das befreundeteste 
sd. Warum sollte es nun auffaDen, wenn Cicero dies 
Jetzt mit den Worten hervorhebt: ^,dass dasselbe Haus^ 
wdches ihm in den Jünglin^jahren das erste (d^ Zeit 
nach} >wiur; jetzt ihm noch in seinem Alter das befreun- 
deteste sei.^^ Denn nichts anderes besagen doch die 
Worte des Textes. So hat man die gehörigen Gegen- 
s&tze zwischen adolesceiitiae und 9enectnHy zwischen 
prima und fcmUliarUmma und nur ein pedantisches Stre- 
ben^ die höchste EüifBrmigkeit zu erzielen, kann statt 
prima einen Ausdruck, wie proxtana^ der dem familia-^ 
rissuma noch Ähnlicher sei, verlangen, da ja prima der 
Sache nach weit schöner ist: es war seine erste Fami- 
lie in seiner Jugend, und blieb auch die befreundeteste 
fai seinem Alten Wollte man zu prima noch eine Erklä- 
rung, wie: qtmeeum exciperety haben, so sieht man wohl, 
dass eine solche Ausführlichkeit weder nöthig war, da 



Vorrede. xtt 

aodi wir' »lae Hndeüflidi 2a werdea M spi^edmi dir« 
feii^ noch auch wegen des sen macbendea Oe^nsatzeA 
flifttikaft erseheinen konnte. HofieniUch wird man sichidso 
in der. Folge mit der Lesart aUer Handschriften, wie 
an 80 viekn anderes Stellen, so auch hier begnfigeA 



Cap. 4« .$• 8; heisst'es in den Hambwfarifteii! jUU 
9wd HeracUen$e$ legati^ miäiuumi hamme^^ hubm 
iudiei tmu^a €wn inandtitif ei cum publica Uädkoii^ 
venerunty ^..kknc äda^priptum Hetaeüemsm tUctmfi^ 
Aach diese Worte, so leicht imd einfiftch sie sind, habea 
g^eiehivroy in/ hritiseher! Uimifcht 8ehwierigkei<ta ge- 
macht, da Niemand ihit .der Wendung: qui kfine adscri'^ 
ptmn HeractieMem Mcvmty mfirieden war« 9enn Einige 
widlten HeracUentem, Andere adscriptum herauswer«^ 
fen, noch Aadere Herw^ifte^hwsemy endlich noch nen-^ 
lidi Jemand. fierocJieiUe«, sb iAms die Aassage der Mt^ 
radiensischen Abgeordneten hier .nochmals ntttJfachdnidc< 
bervorgeho^n: werden soUtew -. Nor das Verfahren, derer^ 
wekhe^die^ Worte: ^ Aimr ad$criptum Hermlii^mem 
dJoiM., in flehntK nehm^i nnd also erkJfiren: ,^w€lehe 
behaupten^' idass dieser als Heraclienser eidgeschriebeir 
werden! sei,^ können wör gat hassen, in grammatiseher 
liJMsicht kaan. dem Unbefongenai nidit die: geringste^ 
JSdIwierigiLeit bleiben, sagt man ja im Oriediiseheni Hut 
demselben Rechte: ot ixetvop iyY^gufjtfA^anm Iddyjveuov 
}^oMi^9nrL Se^ sagt map mU&ibere aliifudh sodwny 
wie Inder Rede Ueber.Ctu Pompmm' Oberbefehl €ap.i 
19. $. 56., so adscribere aliquem ad tmticUiam fer«^ 
thm, wie £/r6er die Pßkhten Bach 3; Cap. 10. $.45.^ 
warum sollte man also nicht sag^n dirfea ad»cribere 
aUtfuem SkrqcÜen9em9 Cap. 5. $. 11. hatten wir be-^ 
reit9 frfiher die handschriftliche Lesart: Sed guamam 
centui tum ms cwUatU am/irmat ac tanhan modo in- 
dicatj eumy qui nt cemus^ üa $e iam tum gessiMse pro 
dve, in Sdiatz genommen, man vergleiche die Quae-^ 
stione$ TvUkmae lib. I. S. 134 fg. Denn wenn auch 
Uta nach den Worten: etmiy qtd mt census, zur Noth 
wegUeften konnte, so wird doch dadiirch die fichiiget 



xca V h vt ^ i e. 

Effmlxaeig des JSaiftes uAd 4er Oedadke dtei(<S|rechen* 
den so ireffficb hervoi^g^hobeo/ dass an ' eine iNadib(»-i- 
serm^ von-^eitetr eines Gramnwtikers gatr riidit gedaebl 
werden kaijn. Wir sagen: dery^celAenge'mAät&twar'-' 
den seiy habe sich sonach schon damdsfmt reihen ßün^ 
ger ausgegeben u. s. f. Auch durfte man in den.gleidi' 
loi^endctt Worten sich biciit nach einetr Teitesserung 
der Aandscbriftlichen Lesart ^ sondern nach einer richti*-' 
gen ErfiUlruag nmseben^ wenn^ heasstyüs^ tempfmibüs,^ 
quae^Ju erimmärisj ne ipsius quxdem iMmo in eiman 
JUmuütdMm nire esse versaium etc. Wir haben bereu» 
durch die Juterpuite'tion daanauf hingewiesen; und in den 
erwähnten. QtiaestL TudL Fib« LS; 1S6; auseinander 
gesetäst/ wie wr die Wmie: . qtiae tu. criminaris ^ zu-. 
Bächsifür sich gefasst wissen woUeii^ sodann aber die 
ürigendeo' Werte: ne ^mäs'\quidem ituiibm.\in. iCimtm 
Bamanorum iure esse rntttolicm efc.y als iärdere Erktä««: 
Tüng anzusehen ^tien. > JB& würde Alles plan sieni^ wenn. 
Cteerb/wie wohl soBst^.gesehriebeft hätte: ü» tempari^ 
busy 4fuae tu crimimris ) 4fuom dicis emn.m ipsiuM qui^ 
dMn iudicio in civium Ramanomm iure esse nersatuM 
etc.y all^n bei dem einsichtsvollen. Leser rdtürfte er andi. 
80^ fiir das. oriditige .Verständnis der Stdte nicht bednrgt 
seiny wenn dr gedrängt 'Uiri' praeds die verschiedenar^ 
tigen. Beaiebuhgen zusammenstellte^, und fiir die fialb*. 
wisser der neaei:en Zeit schrieb er bekanntlich nicht« 

Cap. V. % 16».liat.ma» in der neuesten 2eitt rich-^. 
tig eihgesehen^ dass die Lesart aller Handschriften: 
0t\ haec studia adolescentiam agunt, seneclutent 06- 
kctant elc.y fast allein richtig sei. Das agere ist recht 
eigentlich unser. fo«oM/(%ren..,^ Sie beschäftigen^ halten 
rege die Jugend/^ was würde dagegen das von unse* 
r^n Vorgänger noch beibehaltene alunt sagen? La Ue- 
hrigeil haben wir hauptsäcbUeh nach dem Ambro«ani- 
sdien Palimpsestus^ so weit dieser reichte^ und nach der 
Erfurter Handschrift bei der Kritik uns. gerichtet^ wie z. 
B. Cap^TilO. $• 85.^ .Wo wir schreiben zu müssen glaub«- 
ten: quem nos in cand&ne vidimus! cum ei libelltan 
mofycs poela de pöpulo sübiecissety quod epigranmm in 



Vorrede» xcni 

eum fecüiet Imihtm modo altemiB vei'9^us tßngia$cuU$^ 
Mtaiim ex hU refnu, qua» tum vendebal, iustit ei pt'^^ 
nUuni trUmiy «ed ea con^itione^ ne quid pottea »cribe^ 
rel, wo man vor uns gewöhnlich las: q%wnh no» in con^ 
cUnie vidinuiSy cum ei UbeUwn mahn poeta de populo 
^ubiecisset — statim ex üt rebus ^ qua» ttmc vendebat^ 
iubere ei praemiumn triHnüy sub^ea condSione, ne quid 
poäea »criberet. Das Unstatthafte des Ausdruckes mdt 
ea conditione gegen die Lesart des Ambrosimifchei^ 
Palimpsestus hatte bereits IL Stürenburg riehtig gpzeigk 
Cap. 11. $. 28. konnte es kaum zweifelhaft sein, was 
von Cicero's Hand sei und dennoch hat man sich vor unf 
gewaltig mit der Stelle geplagt. Die gewöhnliche Les- 
art war: quibui audUis quod nuhi^ magna res et iucunda 
Visa ett, hunc ad perficietulum horlatM iwn^ allein 
diese Lesart hatt;e iast gar keine handschriftliche Be- 
glaubigung^- indem andere adhortatüs sutn^ wie die Er*«- 
fiirter Handschrift^ andere hortatus fui, wie der Barbe*- 
rinus, viele Handschriften femer hortavi, wie z. B. drei 
Oxforder, dreizehn ^andschrtften La^omarsini's^ Einigie 
adhoi'tavi lesen, endlich der Ambrosianische Palimpse«^ 
stus bei A. Mai in dem Clasncorum auctorum e Vatir- 
catiis codicibm edäorum tonms IL S. S48. zweimal 
Bosdrücklich adoravi bot, und man. nun geneigt war oct- 
horlaci in Bezugnahme auf Priscian YIU. 4. entweder ajs 
archaistische Form zu schützen, oder \yo1i1 S^ adoravi 
zu vertheidigen. In Erwägung der am meisten beglau- 
bigten handschriftlichen Lesart adliortavi oder adoravi 
und in Erinnerung, dass Cicero auch L. Lucceius mit 
cammenlariü rerum onmium, welche, er von ihm besin- 
gen sollte, versehen wollte, man vergleiche Cicero's 
vermischte Btiefe Buch 5. Br. 19. $. 10. Orell., glaub- 
ten wir schreiben zu müsseü: quUnu audOUy quod mihi 
nuxgna res et iucunda visa est, hunc ad perficiendum 
adomavu So w&re nur ein einziger Buchstabe in der 
Lesart des Palimpsestus ausgefallen gewesen, und nur 
so Hesse es »ch erklären, wie so viele Handschriften 
horlad oder adhortam, was Cicero auf keinen Fall ge- 
schrieben hat, bieten können. Der Sinn der Stelle 



xciv V r I* e d e» 

scheint ebenfalls adornati dringend zu fordern, und so hö- 
ren wir, dass nach uns bereits zwei Gelehrte auf dieselbe 
Vermuthang gekommen sind^ ein Beweis, dass unsere 
Ansicht wenigstens nicht allzufeme der Wahrheit ge- 
blieben sei. %. 39. war gar kein Grund vorhanden^ 
warum man die Worte: non dum vUae tempore e^^ 
dbmUendam commemarationent namims nosiriy $ed cum 
omni potteriUUe adetequandamy nls verdorben be^ieieh- 
nete; da dimittere commemoraUonem nominis no^tri doch 
gar nichts anderes bedeuten kann, als die Erwähnung 
unseres Namens aufgeben, was hier doch gerade dem 
Sinne der Stelle g(inz entsprechend ist 

Wir mässen noch Cap. i2. $. 31. in aHer Kürze 
erwähnen, wo auch ^vir die Lesart aller Handschriften, 
beibehalten haben in den Worten: Qim re conservate^ 
tudicen^ hominem pudore eo, quem amicorum videti$ 
eomprobari cum dignitate tum vermatutey ingemo auteln 
tantOy quanto id convetät existumariy qtwd mmmorum 
honünum ingenüM expetUum esse videatis etc*^ allein 
doch die gewöhnliche Erklärung der Ad|;raction: ingemo 
autem tantOy quanto id conoenit existumari etc., nicht 
gutheissen können./ Man nahm an und so noch neuer- 
dings Ferd. Hand in seinem Lehrbuc/ie des lateinischen 
suis S. 384., dass diese Adtraction ganz wie im Grie- 
chischen sich verhalte, und dass also in den wenigen Fäl- 
len, welche im Lateinischen von der Art vorieämen, der 
eine Casus ganz nach dem ersten sich richte, ob^^ich 
eigentlich der Accusativus an der zweiten Stelle hätte 
stehen sollen, wie auch in der rhetorischen Schrift an 
Herennius Buch 1. Cap. 7. $. 11. principiian huius 
ntocft deipet esse, tä statim apertis rationibuSy quUnu 
praescripsimus y aul benevolum aut adtentnm out doci^ 
lern faciamus aiuUtorem* bei A. Gellius Attische Nächte 
Buch 8. Cap. S6. in iis coloribus quibus modo dixisti 
designandis non perinde inopes stanus^ tä tibi videnmr. 
Dem scheint aber nicht so zu sein. Denn in den Stel- 
len, welche aus der älteren Zeit Spurra jener, Adtra- 
ction an sich tragen, findet offenbar mehr eine elUptische. 
Sprechweise^ als eine Adtraction Statt. So in der Stelle 



y a r r e dl e. xw 

ans der Rede für den DieMer Arehioiy wo maa M 
vervollständigen hat: ingenio auteni tantOy qttanto inge-^ 
nio id ingenivm convenit exisiumari^ quod mimmorum 
hommum vtgenäx expetUum es^e videaiis. Dass man mir 
nicht einwerfe^ dass jene Vervollstfind^ung einem inge^ 
mum erst wieder ein ingeimmi heilte, so entgegnen 
wir, dass sich Cicero kaum gescheut haben würde voll*- 
stdndig also zu sprechen, wie z. B. er in den TuMculani^ 
sehen Gesprächen Bach 1. Cap. <i5. $• 69. sagt: i/uarum 
eonvertiofies cmnisque moius qui anhtms vidU^ üdocvU 
mmUem animum $man eim etsty qtä ea fabricatu» euet 
in caelo.y wo Fr. Aog. Wolf ganz naiv fragt: „Wo hat* 
denn der animus einen aninms?^^ wir aber zu jener 
Stelle S. ^2. unter Berufung auf Cicero *Ueber die^ 
Pflichten Buch 1. Cap. S3. %. 89. gezeigt haben, dasa 
die Lateiner hier nicht so ingstüch veofuhren, wie wir 
Deutschen; und dass femer da, wo die Rede nicht ganz 
vollständig erscheint, wie in jener Stelle, man eine solche 
Ungenaaigkeit noch leichter entschuldigen kann. Der 
Schlüssel zu jener Sprechweise liegt darin , dass inge'-^ 
nhah m den Worten: ingenio auteni tanto^ quanto^ im 
eigentlichen Sinne steht, wo es dagegen bei id^ wozn 
ebenfalls Ingenium in Gedanken zu ergänzen ist, schon 
wieder mehr das ganze Wesen» die ganze Persönlichkeit 
eines Mannes bezeichnet. So legt Cicero in der Stelle 
aus den Ttisculamsc/ien Gesprächen dem animus nur 
deshalb einen animus bei, weil er später unter dem 
ersteren anumis blos die Person gemeint glaubte. Dar« 
nach würde auch die Stelle an Herennius ursprünglich 
80 au%efasst sein: vi statbn aperüs rationibusy qmfms 
raUonibus apertin praesaiprimus id fieri operiere etc» 
Die Stelle des Gellius ist etwas schwieriger, gehört aber 
auch schon der gesunkenen Latinität au. Uebrigens 
möchten auch wir lieber statt des handschriftlichen ve^ 
rmstale die Conjectär velusUäe in jenen Worten auf- 
nehmen. In Bezug' auf die Cap. lÜ. $• 31. von uns 
vorgenommenen Veränderungen bemerken wir, dass eine 
Vertheidigung der handschriftlichen Lesart: qui etiam 
/äs recenübui nostris vestrisque damestici9 pericuUs oe- 



xcYi Vorrede. 

temum se teitimonium laudU datw^nm esse proßetur 
isque est eo numero^ qtU semper apud omnis sancliswd 
habüi itaque *dicti etc., bereits in den genannten Quaettt 
TulUann. lib* L S« 138. versacht worden ist^ indem 
wir die emeate Hervorhebang desselben Subiectes, durch 
isque statt des unbeglaubigten q%äque zu rechtfertigen 
und die Wendung*: qm — sancti sunt habüi itaque di^ 
ctiy statt des minder beglaubigten atque dieti durch die 
Stelle aus der Anklage gegen C. Verres Buch 2. Cap. 3&. 
S« 67. nunc üs locis posUa sunLy ut mUü semper Sc^ 
pknäs. fare trideantur itaque dicdntur^ zu vertheidigea 
suchten. Der handschriftliGhen Liesart. in den Schluss- 
worten $. 32.: ab eOy qm iudickan exercet^ certe s&o, 
glauben >vir in der Anmerkung zu Cicero's Schrift fTe-- 
ber das Greisenalter Cap. 1. $.9. S. 76 fg. hinläng- 
licfaen Schutz gebracht zu haben gegen das untergescho- 
bene certö seio» 

. So glauben wir in Bezug' auf die kritische Behand- 
fang der vorliegenden Beden die nöthige Vorsicht nie 
ausser Acht.gdassen zu haben, und wenn wir manch- 
mal in der Sicherstellui^ der von den bessten Hand- 
schriften uns überiieferten Lesart zu weit gegangen sein 
sollten, so wird doch ein einsiöhidvoller Beurtheiler uns 
lieber hierin Entschuldigung vergönnen^ als wenn wir 
auf der anderen Seite zu viel geändert hätten. Eine ge- 
hörige Beurtheilung des von uns erstrebten Zieles in 
kritischer Hinsicht wird aber erst nach der eigentlich 
kritischen Ausgabe möglich seih und wir müssen um so 
mehr bitten in streitigen Puncten erst diese zu erwarten^ 
weil wir auch schon selbst mehrere Stellen zur Aende- 
rung in jener Ausgabe bezeichnet haben. Wie wir z. B« 
jetzt in der Rede für Sex. Roscius von Ameria Cap. 
5S. $. 150. nach Madvig's Vermuthungr. m«i eliam crw^ 
deUtati sangtUs praebilus sity statt der handschriftlichen 
Lesart: nisi eliam crudeUtate sanguinis praeditus sity 
schreiben möchten. Man vergleiche lieber das Urwesen 
der Götter Buch 3. Cap. 38. J. 80i Cut Poenonm cru-- 
delitali ReguU corpus est praebUum? In der Rede/iir Q. 
Ligarius Cap. 10. $• 30. empfiehlt sieh die von Madvig 



Vorrede.' xcvh 

ans Handschriften nachgewiesene JUesarf : ErroxM, fernere 
fecUy poerütet elc^ von selbst und wir würden ihr jetzt 
mehr Gerechtigkeit wiederfahren lassen. So könnten wir 
noch Einiges hervorheben^ wo wir m^ere Ansicht änder- 
ten« Anderes ist gegen unseren Willen jetzt noch im 
Texte geblieben^ wird also erst später» erlediget werden 
können. Noch Anderes haben wir auch bereits in den 
Erläuterungen berichtiget^ wie dass in der Rede für A. 
Caecina Cap. 18. $. 50. zu lesen sei: An cum votun^ 
tos et contäium et Bententia intellegatur etc. statt der 
bis jetzt gewöhnlichen Lesart: An nan cum votuntas et 
caniähm etd Ebendas. Cäp. i9k $. 82.y wo zu lesen 
ist: neque emn praeter^ n ex eo fundo e$sem deiectuiy 
ila me reMtitui nuHty sed eo^ unde deiectuM enem — .* 
statt der durch Versehen entstandenen^ ganz unpassen- 
den Lesart: neque enith ptaetöTy si ex eo fundo eäsem 
deiectWy ita.me reitihn itaril — ^ $ed eo etc. Ebenda^. 
Cap> 30. $. 86.^ wo zu lesen ist: 9i qtd ab eo locoy 
quo vimiret: et horum etcl statt H qui ab eo loco^ quo 
venisiety vi deiectui eaet: et horum etc. In der Rede 
für P. Quinctius Cap. til. $. 89.^ wo wir: ut nobiU 
ne gtddialori qtstdem cederet^ statt der vor uns gewöhiF- 
fichen Lesart: ul nobiU ne gladiatori quidem faverety in 
den Erläuterungen S. 588. gutheissen mussten^ Und so . 
noch Manches anderwärts^ 

Ausser der viel besprochenen kritischen Berichtigung 
des Textes hoffen wir, dar<^h die neuen und ausfuhrli- 
chen Inhaltsangaben das Verständnis dieser Reden nach 
bessten Kräften gefordert und in den angehängten Er- 
läuterungen wenigstens einen Sehritt zu einer tieferen 
Erforschung des Schwierigen und zu einer grnndUchen Er- 
örterung des Streitigen vorwärts gethan zu haben; dass 
wir äberall das Richtige und Wahre ungetrübt gesehen 
hätten^ sind wir weit entfernt zu glauben; man wird aber 
um so bereitwilliger die etwaigen Irrthumer in den in 
jenen behandelten Verhältnissen entschuldigen, wenn 
man bedenkt^ dass, um nur von älteren Auslegern zu 
sprechen, Männer^ wie lohann August Emesti, Caspar 
Garatoni^ häufig in diesen Dingen die offenliegendesten 

g 



xcvm . Vorrede. 

JHissgriffe nicht vermeiden konnten ^ und dass C^eister^ 
wie B. 6. Niebahr and C. von Savigny, des Dankden 
crflmals zu viel fanden. ^ 

Ein vollständiges Verzeichnis der erwähnten Eigen- 
namen mit den nöthigen Nachweisangen^ so weit sie de- 
rer noch nach den Erläuterangen zu bedürfen scheinan, 
und ein Register zu nnseren Erläaterungen gedenken wir 
dem dritten und letzten Bande dieser Reden betzogebra. 

Ctoscfarioben zu Leipzig im Januar 188flL 



Bemhold Klotz. 



Marens Tullius Cicero's 

sämmtllclte Reden« 



Krater Band. 



«* 



M. TuUi Cicero nis 

oratio 

pro 

A- CAECINA. 



Inhalt. 

M. Fuleinius aus der MurüdpaUtadt Tarquinii^ der zu 
JßO0i kein unansehnHches Weehtelgesehäft betrieb^ hatte zum 
Weibe Caesenniay die aus derselben Stadt gebürtig war. An 
diese verkaufte er zur Zeit^ als durch Sulla' s Bedrückungen 
die Zahlungen schwer wurden, ein Grundstück im Targui^ 
frischen Gebiete, und legte so die Mitgift, die er baar in sei^ 
nen Händen hatte, - der Sicherheit lutlber auf dieses Chrund" 
Stück. Nachdem Fulcinius später sein Wechselgeschäft 
aufgegeben hatte, kaufte er einige Landgüter, welche an das 
Chrundstück seiner Gattin gränzten und mit demselben zusam^ 
menhingen. Es stirbt Fulcinius, setzt durch' s Testament sei^ 
nen SoJmy welchen er von der Caesennia hatte, zum Erben 
ein, den Niessbrmtch aller seiner Güter bestimmt er der Cae^ 
sennia, dass sie gemeinschaftlich mit ihrem Sohne im Genüsse 
seL Kurz darauf stirbt auch der junge M. Fulcinius; er 
hatte den P. i^aesennius zum Erben eingesetzt, seiner Gattin 
eine bedeutende Summe Silbers und seiner Mutter einen noch 
nasehnücheren Theil seiner Güter vermacht. Deshalb wurden 
beide Frauen zurErbvertheilung gezogen. Hier vertrat ein gewis^ 
ser Aebutius die Angelegenheiten Caesennia' s und erstand, 
weil nicht nur ihre Freunde es riethen, sondern sie es auch 
selbst für rathsam hielt, das Gnmdstück des Fulcinius, wel-' 
dh€S an ihr eignes gränzte. Das Geld würde von der Cae^ 
sennia ausgezahlt, doch ging Alles, wie sieh' s versteht, unter 
Aebutius' Namen. Caesennia besass nun das Grundstück und 
verpachtete es. Sie verheiräthete sieh nicht lange darauf an 

1 



;. ?. ./..•* * • M- T""i Ciceronis 

A. Caeeina am Tolalerrae, Später stirbt tie, nachdem sie ein 
Testament errichtet, in welchem sie dem Caeeina ii wid % 
StfWölftlieit ihres Vermogensy Pon dem übrig gebtiebenen halben 
Ztvölfiheile dem M* Fulcinius, einem Vorgelassenen ihres 
ersten Mannes, zwei Drilttheile, dem Aebutius einDritttheü 
rermackt hatte. Aebutius hatte sich^auf mancherlei Weiserer^ 
gebens bemüht den Caeeina von der Erbschaft fsu verdrängen: 
er hatte behauptet, Caeeina könne nicht Erbe sein^ weil Sulla 
den Volaterranern das Bürgerrecht eni%egeih habe; sodann 
hatte er, da Caeeina weit entfernt war sich dadurch einschäeh^ 
lern zu lassen, obgleich er als Vertreter Caesennia's im Be- 
sitze der CKller war, und mqhr, wie Jeder andere. Gelegen^ 
heit hatte, seinen geringen Anthcil an der Erbsehaft zu rer^ 
grossem, doch eine MrbsebafUUh^lungsklage (f^Vkilie^e her^ 
eiscundae iudieiumj einteilen wollen. EndUeh kündigte 
er dem Caeeina an, dass jends erwähnte Grundstück, was er, 
wie Cicero behauptet, für die Ca esennia gekauft halte, sein 
sei und dass er es für sich gekauft habe. 

So sehr sich Caeeina wundern musste, dass jener das 
Grundstück für sieh in Anspruch nahm, in dessen, ungeslöT" 
tem Besitze Caesennia seit vier Jahren, nämUeh seitdem das 
Grundstück erkauft woj'den war, getcesen war, so zeigte er 
sich doch bereitwillig, da jener behauptete, Caesennia habe nur 
deshalb den Niessbraueh doßon gehabt, weil er ihr durch das 
Testament ihres Mannes besämfnt gewesen seij nach dem her^- 
kimmlichen bürgerUehen Gesetze die Sache entscheiden z» 
lassen. Man bespricht sich. Es wird ein Hag nach Beider 
Bequemlichkeit festgesetzt, an welchem Caeeina nach A^f- 
könwUichem Verfahren, das als Einleitung zu einer geriekt^ 
liehen Beschwerde galt, tH>n dem Grundstücke mit scheinbarer 
Gewalt weggebracht werden sollte. Caeeina kommt an dem 
festgesetzten Tage nach dem festen Platze Axia, in dessen 
Nähe jenes, Grundstück lag, und erfährt da zu seinen, Er^ 
staunen, dass Aebutius mele Leute zusammengebracht und 6e-> 
waffnet habe. Ja Aebutius komtnt selbst nachAxia undkttn^ 
digt dem Caeeina a», er werde mit bewaffneten^ Itei/Uen 
begegnen und sckteerlich werde er lebend zurückkehren^ i 
er einen Versuch mache, das Grundstück zu betretet^ 

Vemungeachlet begab sieh Caecinq mit seit\e^ freundt^ 



oratio pro X. Caeciiia. Inhalt 8 



bei 

&nmäM§ek$ äer CaeMennis, d^tm Be9U% nUM tireUif wat, 
trift er Bewaifneie, äie Mfi »trüekwiiBen. CUekkunM jimAi» 
Cmeeina tmf mnisttm We§e na6k äem 9tr€HI§n G r t m d § iüd ^ 
SM gdmgen: da fUf ÄeMkiB Reimern LeuUn zu, $i$ w M IU m 
J4dm todim, dm dm O r und § lMi isu beiretm vmt^ Am* 
M länt Mich Cm4eina notk nUM a b^ d^e ekeny mndem wekki 
erü der MUMehe$^ QewaU der Bemaffneten tmd die S^iiigeH 
fidlen ihm. Nmek dieeem YarfeMe trmi der Präioi^ P. Boim^ 
helloy wie ee eeln mmeeU, mü deee Interdicte: Ueber €^e^ 
%eult, über bewaffneie Leute (de vi, hominibne ar^ 
metie) daaneieehenj ehne äUe Auefimekt, daee er dabin wie^ 
der ^ngeeeM werde, wm wo er tmU^ieb e u eeL Aebuiime be* 
haupM, dem BeMe de$ Caeeina, wieder einffe$etfU %u wer-» 
dem, eei Onüge feeeMlen Qrestifuieee ee diMit). Die 
weeheeieeitige QewäMeietung Openeio) wird angefangen, 
wieder Praeter Bolabeila gibt dreiBiekier C^eeuperato^ 
re$y, naeh deren Aueeinttehe die Sache enieckieden werd&e 

Yar dieeen Bicbiem hatte M. Tulliue Cieera^ der die 
Bache dee A. Caeeina führte, gegen SewU Aebutiue und $ei^ 
neik Saehwaiter L. Piea sehen ssweiaud geeprochen, doeh hatten 
die$e noch nicht »u ent e e heiden gewagt Denn Aebutiue hatte 
wdt derMCtben Dreietigheü die geübte GewaU eor €ferieht ver^ 
treten, mit wdeher er ^ auf dem Qnmdetüeke vollzogen 
hatte, und indem er behauptete, er habe mit Recht den Cae^ 
eina von dem Orundstüehe entfernt, die geschehenen Gewalt^ 
tkäügheiten gar nicht in Abrede gesum (Cap^ i* f • i- l'> 
De sha l b glaubt nun aber auch Cicero, dass die Badke Caeei^ 
na*s Jetzt um Vieles Mehter durchzuführen eei ais vorher, 
wen er statt euer Yertheidigung eich auf das GestiMMs des 
Aebutit^) statt auf seine Zeugen sieh auf die Zeugen seines 
Gegners bemfenhonne Cf-^*> Doeh handelten naeh Cicero* s 
Meinung von der anderen Seite seine Gegner sehr sehkmund 
Hstigy wenn sie gerade diesen Weg einsehlagen zu anüesen 
Raubten. Denn ittdem eie jenen Yorfßü, den sie ohnedies 
nicht würden in Abrede haben stellen können, eingestanden, 
tmd nur behaupteten, sie hätten dies mit vollem' Rechte ge^ 
than, nährten sie die Bedenklichkeit der Btchter und lenkten 



4 . BL Tdli Ciceronis . 

tue AufjnerkiomkeU dendben ron dem strafbaren Vffiemelmen 
des AebutiuB auf die bGrgerliehe Beehtifrage ab Cdo^. 1. S* 
4.y.HierfflaiMnHnCieerofddUatlekiC4iedina^sBecktter^ 
treten^eandemauch dasPrineip eines Reeütee^ was das aUgemeine 
Wohl betrifft^ in Schut% nehmm tu müssen^ Denn eher 
müeste man glaluben^ er halbe die Sache nicht gehörig aufye» 
Marty ats dass die Bichter bei einer so wichtigen Angelegen^ 
beit ihr Gewissen rerleht hätten CS- ^J* ^^^och 4st der 
Sprecher der Ansicht^ dass die Bichter weniger^ weil sie wm 
der Sache nicht hinldngUeh unterrichtet gewesen wären y ats 
weil sie den hart angeklagten Aebutius schonen wollten^ ge^ 
%audert hätten. Denn leider sei es jetzt schon allgemein, 
dass man bei einer schwereren Anklage gelmder verfahr^, und 
gerade das QegetUheU von dem^ was die Natur der Sache 
erfordere, beobachte (if • ^* ^•^- Nadulem er nun noch dar^ 
auf hingewiesen lutt, wie wurecht es sei, bei geringftigigen 
Dingen nach äusserster Strenge %u terfahren, bei wichtigeren 
hingegen, wodurch der Buf des Angeklagten gepUirdet werde, 
übertriebene Nachsicht %u zeigen (Cap. 9. g. 7. S.); begegnet 
er dem Vorwurfe, den man ihnen etwa machen konnte, dass 
sie vermöge des strengsten Verfahrens %u ihrem Bedite ge^ 
langen wollten, und behauptet, dass es nicht nur in der WiU^ 
kühr eines Jeden stehen müsse, welchen Bechtsgang er ein^ 
schlagen wolle, sondern ihnen auch kein milderer Beehtsweg 
möglich gettesen sei, um vu ihrem Beehte %u kommen ($• S. 
90' Fernere Nachsicht gegen Aebutius könne nun jet%t nach 
längerem Zaudern nieht mehr Statt finden, und trenn nodi 
Zweifel .Über den Bechtsfall selbst obwalte, so werde er diesen 
durch eine genaue Auseinandersetzung der Sad^.lösen CCap^ 4. 
g. 9. iOJ.. Hierauf setzt er den oben erwähnten Bergung 
der Sache , auseinander (fCap. 4. g. tO -^ Cap. S. g. 99.). 
Soruchlosnun Aebutius^ Benehmengegen Caecina gewesen 
sei, so sehr komme auf der anderen Seite Aebutius demselben 
durch seine Thorheit ssu HUfe, da seine Zeugen den Vorfall 
selbst offen fsugeständen QCap. 9. g. »8a). Deshalb will Ci^ 
cero, ehe er zu seinen Zeugen kommt, sieh des Bekenntnisses 
und der Zeugen seines Gegners bedienen. Er selbst bekenne 
unterhohlen: „Ich habe Leute zusammengerttfm, rersammelt, 
bewaffnet; durch Schrecken des Todes und Gefahr fitr dein 



(>ratio pro A. Caediia* Inhalt. 5 

Leben dieh verhindert herbeifmkommen^ fM dem Schwerte 
dich fswüekgewotfm und ver$cheueht.^^ Von den Zeugen 
behauptete P. V etiliuSy er habe dem Aebutius mit bewaffneten 
Sklaeen beigestanden ^ es seien mehrere Bewaffnete gewesen^ 
Aebutius habe dem Caeeina gedroht (g. 24.). A. Terentius 
sagt aus^ dass bewaffnete Leute da gewesen seien und dass 
er selbst dem Antioehus^ dem Skiaren des Aebutius, be/bhien 
habe, dass er auf Caeeina mit dem St^nwerte eindringen 
solle CS'^^O* t^' Caelius sagt, dass nicht nur Aebutius mU 
mehreren Betaaffneten erschienen sei, sondern auch Caeeina 
wenig Beistände gehabt habe (g. 26.J. P. Memmius erwähnt, 
dass er den Freunden Caeeina* s einen Weg durch das Grunde 
Stück seines Bruders gemattet habe, wo sie hätten entkommen 
kennen, da sie alle vor Furcht ausser sidi gewesen wären 
CCap. iO. g. 96.). A. Atilius und sein Sohn L. Atilius 
sagten, dass nicht nur Bewaffnete dagewesen trären, sondern 
dass auch sie ihre Betpaffneten mitgebracht hätten, und dass, 
als Aebutius den Caeeina mit dem Tode bedroht hätte, 
Caeeina gefin'dert habe, dass die Herabweisung nach Berkommen 
Statt finden mochte. Dasselbe hatte P. Rutilius gesagt. Zwei 
Zeugen, P. Caesennius und Sext. Clodius, sagten nichts über 
die Gewalt, sondern nur über Me Sache selbst und über den 
Kauf, was nicht hierher gehöre (g. 98.). Zuletzt tritt Fide-- 
eulanius Falcula auf, welchen Cicero nicht im tiortheilhaf-^ 
testen Lichte fseigt, der anfangs gegen die Aussage aller Ve^ 
brigen behauptete, dass keine Bewaffneten zugegen gewesen; 
dann aber plötzlich angab, dass seine Sklaven allein 
bewaffnet gewesen seien Cg' ^^ -p ^^0' ^^^ diesen Zeugen 
habe es den Riefitem nicht könneti zweifelhaft sein, dass Oß- 
wait geübt worden sei, und ihr TlrtheHsspruch hätte nicht 
können verzögert werden. Denn er könne kaum glauben, 
dass ihnen die Vertheidigung des Gegners: „Ich habe nicht 
her abgeworfen, sondern nur den Weg rertrc'' 
ten,<^ genüge C^ap. ii. g. Si.). Doch beeor er über den 
Ausdruck selbst sprechen will, nimmt er sich fsor zu untere 
suchen, nach welchem Gesetze und nach welcher Klage man 
bei ddr Sache, die von den {Regnern nicht in Abrede gestellt 
wird, verfahren müsse* Denn nach seiner Ansicht war es 
nur jenes Interdiet CS- ^^0* WoUe^ man aber behmipten. 



6 JML ToUi Ciceronis 

ei gebe gegen ein »o geßhtUehee ynd die Ruke de$ Slaalm 
gefuhrdendee Beginnen keine Klage, $o tnüese mum eieh inift- 
4em, da$» ihre Vor fahren, wekke die geringfiigigeien Dinge 
mit derselben Aufmerlamnkeit, wie die wichtigUen, behandelt 
hätten, e$ verahsäuaU hätten, dieeem Unweeen gesetzlieh su 
steuern C^ap. i». g. 88. 84.^. Behaupte man aber, man 
könne, wenn Jemand mU CMbaU tf erhindert worden sei, in 
sein Orundstüek zukommen, und nicht ans demseWenherausge-' 
werfen sei, nicht nach jenem Interdiete klagen, sondern nur, 
wie L. Calpurnius mekUe, eine If^furienMage anstellen, so 
werde nutn %war CMegwheit haben eich wm sekwm Gegner 
wegen der Beleidigung Genugthmmg »u verschaffen, allein 
doch dadureh den verlornen Besitz nicht Wieder erlangen 
CS' 91^0* ^^*^ würde der Praetor, wollte man jenes Inter^ 
diel Ueber Gewalt hier nicht gelten lassen^ gar nicht 
im Stande sein einem auf diese Weise von seinem Eigenünume 
Verdrängten zu seinem Rechte zu verheben; jeder Besitz 
werde unsicher sein, wenn man dureh eine Silbe dem Ange^ 
klagten eine Ausflucht gestatte CCap' ^9. $.8$^ 89 J. Auch 
s^ es an sieh ganz einerlei, bb fnan einen, wenn er komaw, 
von seinem Grundstücke entferne, oder wenn er es schon be^ . 
treten habe CCap. 14. g. 89J. Also macht Cicero die jRM- 
ter- darauf abermals aufmerksam, wie gefährlich für den 
Staat und wie schimpflich für ihre Altvordern es sei, das er- 
wähnte Interdiet hier nicht gelten und ein solches Begkmen 
ungkahndet zu lassen CS' 40S). 

Wtnn Caeeina^s Gegner femer den Einwurf gemacht 
hatten, dass zwar Bewaffnete zugegen gewesen wären, aU^n 
keine Gewalt gegen denselben gerichtet gewesen sei, so bewei- 
set Cicero, dass die Furcht, welche bewaffnete Leute ein- 
flösslen, eben so sehr für Gewalt gelten müsse, wie Tödt%mg 
und Mord selbst CS- ^^* Cap. i6. g. 49 — 44.J). Dies sei 
noch unlängst allgemein so a^enommen und man könne bei 
dem blossen AnbUeke von Bewaffneten Ober Gewalt Magen, 
so müsse es auch sein, wenn nicht Jeder um das Seinige kom- 
men solle, der es nicht mit Waff&igewait vertheidigen wolle 
CS» 45 — 4r.9* Endlich Hege es auch in der Natur der 
SaehCy dass dem GewaÜ wiederfahre, der verhindert werde 
das, was er woUe, su thun; auch sei es gleichet, ob man von 



' oratio pro A. Caedua. Inhalt. 7 

ekuem OnmMtÜeke, wo man seiy foerlrÜAen toerde, oder von 
offM»^ iPoMi flMMi «ic* begebe; an dem Worte dürfe 
wmn nkkt JUMyrn (^(kfp^ tr. y. 4B ^MJ. Denn e$ könne 
m keinet Spraye jeder Bepif mit teinem eigenHümHeheti 
Worte bexekknet ^eerden, kein äfmUMeke», kein Prieatrer-- 
kältmm könne odtiifVidk mufye»etsU werden^ wa^män nicht 
dem Jnotetatefi nach hintergehen könne, jm der tägliche Ver^ 
kehr werde nicht beetehen kennen^ wottte man auf den Buch^ 
Hüben Jagd wmekeny kein Haneweeen endlich würde in Ord- 
mmg gekaUen werden können COap. 18. g. 60 -^ 6fJ. Dies 
kßbenoehem' Kurzem L* Crasiu9 gegen Q. Mueius in der 
AngdegenheU de» M\ Curi^s vor einem Centumtiralgerichte 
dnrehge»et%t CS* ^0' ^^ ff^^ >*^^ ^^^^ **<^ vielen ande^ 
rm Qesetxek, deren etreng wörfUche Auslegung zu Irrthü^ 
eeem fähre C^^. iS. g. 64.)^ smdem audh ron dem v^an- 
zen erwähtüen Interdiete, da» dmm aa^itkrlich erörtert ttird 
CS* M -^ ^^' ^^* S* ^^0* ^on ma»»e oho überall in die^ 
»em Interdiete nicht an den Worten, »ondem an dem Sinne 
und den Gedanken foethtdten (g- ^^0' t}amaeh könne man 
nun »elpet »eben, wie umtaUhaft Pi»o*» Verlheidigung, wor^ 
nach er behauptete, der habe einen nicht herabgeworfen, der 
Um nicht habe herankommen las»en, erecheinen mü»»e C^ap. 
99. g. 64*). Eben k» wenig können »ein Verlangen, da»» 
wum dem Gutachten der Reehtegeiehrten nicht fbigeh »oUe, 
geb&Ugt werden, da ja gerade in dieeer Sache mehr nach 
Beeht undMUügkeU aU nach dem Buch»taben von den Reeht»^ 
gelehrten enUcMeden worden »ei und der Vorwurf »ie »engt 
eher im Gegentheile treffe CS^ 66 — Cap. $r. g. ISTJ. Wolle 
man aber die» auf da» bürgerliche Recht Qu» civile) »db»t 
be%iehen, wa» bi»weUen durch eine fal»che Amlegung rer- 
»ekuldet worden »ei, »o wäre die» nicht nur »ehr faleeh ge- 
urtheik, »ondem auch »ehr nachtheilig für Jedermann, da 
gerade die»e» da» be»t9mmte»te und wohUkätig»te Recht »ei 
CS^ W -. Cap. »6. g. T6J. 

So werde auch in die»em Recht»falle, wenn man dem 
AMiteprudw der Rechtegdekrten fdcht Folge leide, weniger 
Caecina al» der ganze Staat die Nachtheile davon emfßfinden 
QCap. 97. g. T6 — 760. Wenn aber Uwe Gegner behauptet 
hallen, man dOrfo des C Aguiliu» Gutachten nklU %uhoch 



6 JML ToUi Ciceronis 

e$ gehe gegen ein to gefShrUehes und die Buhe dee Staatee 
geßhtdende9 Beginnen keine Kiage, eo m&ae mum eieh irmt- 
dem^ doM ihre Vorfahren, weiche die geringfügigeien Dinge 
mit derselben Aufmerktmniceif, wie die wiehttgetenj behandeit 
käiten, e$ verabsäumt hätten, diesem Unwesen gesetzheh su 
steuern C^ap. i9. g. B8. 84.]. Behmtpte man aber, man 
könne, wenn Jemand mit Qe^aU ff erhindert worden sei, in 
sein Ghrundstüek zu komtnen, und nicht mts deaueiben herausge" 
warfen sei, nicht nach jenem Interdiete Magen, sondern nur, 
wie L. Caipurnius mekUe, eine If^furienMage anstellen, so 
werde man %war OeUgwheit haben eich ton sekwm Gegner 
wegen der Beleidigung Genugthuung »u verschaffen, allein 
doch dadurch den verlornen Besitz nicht Wieder erlangen 
CS' 9^0- -A^uch wikrde der Praetor, wollte man jenes Inter^ 
dict Ueber Gewalt hier nicht gelten lassen^ gar nicht 
im Stande sek% ektem auf diese Weise von seinem Eigenthume 
Verdrängten zu seinem Rechte zu verheben; jeder Besitz 
werde unsicher sein, wenn man durch eine Silbe dem Ange^ 
klagten eine Ausflucht gestatte fO^. 18. $• ^ ^ ^^0' ^f^^»*^ 
s^ es an sieh ganz einerlei, bb snan einen, wenn er komme, 
von seinem Grundstücke entferne, oder wenn er es schon be» 
treten habe QCap. 14. g- 99J. Also macht Cicero die Bieh^ 
ter darauf abermals aufmerksam, wie gefährlich für den 
Staat und wie schimpflich für ihre Altvordern es sei, das er^ 
wähnte Interdiet hier nicht gelten und ein solches Begkmen 
ungkahndet zu lassen CS* 40.^. 

Wtnn Caecina^s Gegner femer den Einwurf gemacht 
hatten, dau zwar Bewaffnete ssugegen gewesen wären, allein 
keine Gewalt gegen denselben gerichtet gewesen sei, so beweis 
set Cicero, dass die Furcht, welche bewaffnete heute ein* 
flössten, eben so sehr für Gewalt gelten müsse, wie Tödtung 
und Mord selbst CS* ^^« Cap. 16. f. 49 — 44.^). Dies sei 
noch unlängst allgemein so angenomsnen und man könne bei 
dem blossen Anbtieke von Bewaffneten über Chwalt klagen, 
so müsse es mich sein, wenn nicht Jeder um das S^nige kom^ 
men solle, der es nicht mit Waffengewalt vertheidigen wolle 
CS* ^ -* 4r.J. Endlich liege es auch in der Natur der 
SachCy dass dem Gewalt wiederfahre, der verhindert werde 
das, was er wolle, zu thun; auch sei es gleichviel, ob man von 



' oratio pro A. C«ediia. Inhalt. 7 

€iknem OnmMtÜeke, wo man sei^ rer&üAm toerde, oder von 
fgmm^ iPoMi flMii «ic* begebe; an dem Worte dürfe 
man nkkt h&^en CCap. if. y. 4B *-M.> Berm e$ körnte 
tf» kektt^ Sprache jeder Betpriff mit »einem eigenßümliehen 
Worte bexeieknet vwnden, kein dfmtUekes, kein Prteatrer' 
kaUtm könne Mftn/Kidk mufyeeeint werden^ trat man nicht 
dem Bucketaben nach hintergehen könne, ja der tägiithe V^- 
k^ar werde niekt beetehen kännen^ wollte man auf den Buch^ 
etabem Jagd maeken, kein Hamweeen endlich würde in Ord- 
nung gduUten werden können (~CVi|?. i8. g. öO -^ 69 J. Bies 
kabefweheer Kursfem L* Crasiu» gegen Q. Mueius in der 
Angdegenheit de» M*. Curi^e wr einem Centumeiralgeriehte 
durdigeeetsa CS* ß^O' ^^ fß^^ fitcA/ ihir ron melen nnde^ 
reh Qeeetne^y deren etreng wörtUche Auslegung %u Irrthü" 
mem fahre C^^. i0l S* ^^9> Sondern cmch ron dem Kgan^ 
%en erwdhiUen interdiete, da» demn au^Ttdwlieh erörtert wird 
CM' M ^ Cap. ff. S* ef.y. Man mü»»e oho überall in die^ 
»em Mnterdide niekt an den Worten, »andern an dem Sinne 
und den Gedanken feethaUen CS* S8.J. Damach könne man 
nun »elpet »ehen, wie %m»tatlhaft Pi»o^s Verlheidigung, wor^ 
nach er behauptete, der habe einen nicht herabgeworfen, der 
ihn nicht habe herankommen laeeen, erecheinen müese CCop* 
f9. g. 64.). Eben bo wenig könne »ein Verlangen, da»» 
wmn dem Gutachten der Heeht»geiehrten nicht fblgen »oUe, 
gebUligt werden, da ja gerade in dieeer Sache mehr nach 
Recht undMUigkeU al» nach dem BudMaben ^oH den Recht»" 
gelehrten ent»ckieden worden »ei und der Vorwurf »ie »onst 
eher kn Gegentheile treffe CS- ^^ — Cap. fr. g. 6T.J. Wolle 
man aber die» auf da» bürgerliehe Recht Ou» eivilej »elbet 
beziehen, wa» bieweUen durch eine fahche Auelegung rer- 
»ohuldet worden »ei, »o wäre die» nicht nur »ehr falseh ge- 
mrtheHt, »ondem auch »ehr nachtheiHg für Jedermann, da 
gerade die»e» da» be»t9mmte»te und wohltkätig»te Recht »ei 
CS. W -. Cap. f6. S' S^O 

So werde auch in die»em Rechtefalle, wenn man dem 
Aueeprudw der Rechtegelehrten nicht Folge leietCy weniger 
Caeeina al» der ganze Staat die Nachtheile davon empfinden 
QCap. ff. S* ^^ — ^^0* Wenn aber Uwe Gegner behauptet 
hätten, man durfo des C. Aguiliu» Gutachten niclU zuhock 



8 U. Tolli Ciceronis 

amchiageny $o MchÜixe diese» Mmmu EhuMU und CMe- 
schoUenheU gegen jeden Vorwurf von der Art und üati, dan 
die Erwähnung, dfi99 sie dem Aquilius gefolgt wären, ihnen 
nachtheUig sei, konnf sie Urnen nur vortheilkaft sein (§. 77 — 
79 J. Aber auch nach dem Buchstaben des Inderdietes wikrde 
num nach der Ansicht eines von den Hechtsgelebrten, denen 
Aebutius beipfticIUete, dem Caecinafsum Siege verhelfen Icön^ 
nen, wenn man behauptete, Caecina sei nicht wieder dabin ein^ 
gesetzt worden^ von wo er herabgeworfen worden sei, da er 
sich wenigstens auf dem Grundstücke des Nachbars- befunden 
habe, und dalrni von AebuthAS nicht wieder eingesetfU worden 
sei, obgleich das Interdiet gebiete: Von wo einer vertrieb 
ben sei, dahin solie er wieder eiagesetfst werden^ 
und man, da kein Grundstück namentlich befudehnet seiy Je^ 
des Grundstück^ wovon einer vertrieben sei, verstellen wüese. 
So sehr nun diese Behauptung gegen RecfU und BHUgkeU set, 
so sehr sei sie doch nach Aebutha' engherziger Ansieht vom 
Rechte ricIUig und wenn er sieh hier auf den Gedanken be^ 
rufe, und den Worten nicIU folgen wolle, so gebe er zu, dass 
auch er das Interdiet falsch ausgelegt habe. Des/udb gab auch 
Cicero diese Ansicht, ohne sie gut zu heissen, blosdem Ae^ 
butius zurück CCap. 28. g. 79 -*- Cap. ft9. g* ^&> ^^f^'f^ 
anders stehe es snit seiner Vertlieidigung, die nicht nur mit 
Sinn und Gedanken des Jnterdictes, sondern auch vdt d0n 
Worten übereinkomme. Denn unde, woher, bedeute sucht 
nur aus welchem Orte, sondern auch von welchem 
Orte, was er durch viele Beispiele und den gewöhnüchen 
lateinischen Sprachgebrauch beweiset; da also Caecina von ei- 
nem Grundstücke vertrieben worden sei, so könne er sich 
fugtich auf jenes Inderdict: Unde tu deiecisti, eo resti" 
tuasy berufe da es nicht fwir bedeute: aus welchem Orte, 
sondern auch: von welchem Orte du herabgeworfen 
hast, dahin musst du wieder einsetzen C^P- ^* 
$. 66 — 68.)* Dass femer diese Worterklärung auch mit 
der Natur der Sache übereinstimme, beweiset er mit dem 
Beispiele, dass wenn einer b^i der Bückkehr nach Hause von 
seinem Hause vertrieben werde ^ er doch verlangen mösse^ 
dass er wieder in sein Haus eingesetzt werde QCmp. Bi. 
$. 69.J. 



oriitio pro A. CaedBa^ Inhalt ' 9 

UMt €ri^. 9ißo bdMuptet, dam Cofieinu nur dann wttrd^ 
auf d^ Wi0der€in$ei»un^ nach Jenem Inierdicte dringen 
können, umm er damtUe imBeätsse dee OnnUMüekes gewe^ 
9en wäre: diee eei aker nMU der Faü geweetn; $o begegnet 
iHeeiro dkeen lOmoürflm a^, dose er fougibij man nnBiie 
%mtr bei d«r OewaU ohne Waffen C^uotidiana viej den 
reehimauigen BeeUm erweisen, da di dieeem InterdMe diee 
ousdrOeMidk angegeben %ei; allein bei dem Interdicte über 
Gewalt mit Waffen C^e H atmata^ finde dieser Ztuatz 
nicht Statt, und Caecina könne auf Wiederekuetxung nach ^ 
jenem Merdit^e beetehen, ohne den Bekt» iu ericeisen CS* 
M -— C^p. M; $. 98 J. Doch weHe er sa den Caecina nicht 
rerthüdigen, denn Caecina 'habe das Orundstüek uHrldkh 6e- 
sessen, nicht nur aU Erbe der Caesennia, deren Besitz man 
wegm des Niessbranches nicht Uksgnen könne, ßondem auch in 
WiticHchkeit, als er die Rechnungen mUdan Pachter abgeschlossen 
CS" <^> ' Dasselbe beweise auch der Umstand, dass Aebu^ 
tius ferade aber dieses ChruhdUück, und kein anderes, ihm 
Anträge genmeht habe, und dass Caecina berdtimlKg gewesen 
wdre^ die scheinbare Wegweisung an sich tfoltsiehen teu 
brnsen,^ um e^^ Klage wegen des Beriixes eimsuleiten CS- 
96.y 

Der Behauptung Pön Caecina* s Gegnern, dass er nicAt 
Erbe sein könne, wdl Sulla den Volaterranern dasBür^ 
gerreekt entzogen habe, stdH Cicero entgegen, dass das BOT" 
gerrecht eben so wenig, wie die Freiheit, einem römischen 
B&rger entzogen werden könne, folglich Sulla' s Gesetz, wie 
jedes andere, was etwas bestimme, wozu man kein Recht 
habe, nicht anerkannt werden müsse. Was aber Caecina' s 
Wall anlange, so hMe Sulla selbst die Schuldcontracte und 
Erbsehaften dersMen (^nexa et heredidates) ausdrück-» 
Ueh als gütig bestehen lassen CCap. 88. g. 96 — Cap. 86. 
S' iOt.J. Bierauf empfiehlt er den Caecina und fasst däe 
seine Verthd^gungSgründe toi Folgenden kwnti zusammen: 
Caecina^s Bürgertugenden seien in seinem Kreise allgemein 
anerkannt, Aebutius hingegen ersehene in dem schleditest^ 
Lichte, Was aber den Reehtsfaü selbst betreffe, so bekenne 
der eine, dass er Gewalt mit bewaffneten Leuten rerübt^ 
suche sich mit dem Buchstaben, nicht nach BedU und Bit" 



^ 



Ib M. Tulli CiceroAii cts. i--^. 

üffkeU Mu terikeUfgen, utid weh die$e Ver^eUttgunif $ei als 
falsch erwksm; 4er amtete hake das ehUaehtm ier ekuid^^ 
vollsten Beehlsgelehrien für sieh; habe, 9b es gMch nkM 
hierher gehorey ob er im Besftxe gewesen sei 04er niehi, doch 
den BesU» des Ormdslüekes enoi^^n; fweh weniger froffs 
es sieh, ob da^ QrundstiMt ihm eigenMimUeh gMre, aber 
ßueh dies sei dargethm CC0p.,9$. g. iO%. i&4J. 



Csp. h ^ t. 6i qnantom in «gre locisqoe deserüt 
daoia poteit^ taotnm io foro atque in iudicüs impodentin vai»- 
ret: non minos nunc in canasa cederet A. Caeoina Sex* Aatatf 
.impudentiae^ quam tun in vi ftM^anda cessit andai^lae. vensn ei 
illod conäideraü Iiominis esse patavit, qua de re inre deeertari 
oporteret annis non contendere^ et lioe constantis, qniovm vi el 
armis certare nolnisset, enm iure indidoque snpenre. §. 9. ae 
mihi qiiidem qnom aodaz praecipne ftiisse videtur Aetoüns in 
convocandis luMninibas et armandisy tum Impadens in fakUcio, 
non soliun qnod in iudloiam venire ansos est -— aam idqpiden 
tametd improbe fit in i^^erta re, tarnen malitia est iam naita- 
(om —y sed qnod non dubitavit id ipsum quod argnitnr oonfl- 
teri. nisi forte lioc rationis habnit, qacniam ai fMm vis esset 
moribos, soperior in possessione retinenda non ftiisset, qnia contra 
ins moremqne fiicta sit, A. Caecinam cum amids motu pertw- 
ritnm proftagisse: nunc qnoqiie in iadicio si caossa more iasti- 
totoque omninm defeadator, nos inferiores in agendo non ftato- 
rosy sin e consoetodine recedator, se, qno impodentios egerit, lioo 
supedorem discessnrom. qnasi vero aat idem possit in iadicio 
improbitas qnod in vi confldentia aot nos non eo labentiuB twa 
aadaclae cesserimos, qno nunc in^ndentiae Ikcilios obsisteremns. 
$. 3. itaqne longe alia ratione, recnperatores, ad agendam 
caussam iiac actione venio atqoe initio veneram. tom enim 
nostrae canssae spes erat posita in defensione mea, nunc in eon- 
fessione adversari; tarn in nostris, nunc vero in ülorom testibus. 
de qnibns ego ante laborabam, ne si improbi essent fiJsi aliqaid 

Diversitas exenq»li OrelUani. Cap. I. g. 1. fiidinida] facienda. 
S* 8. qaom] guum. tia e oona.] sin a com* ideta poMit In iadlcie} 

in iiidMo possU üem. 



dkerM^ d proW obtomimatar «u^^^iiMeBt prob«^« vnq» 
tmm ni^mo mfn pämam ß. 0I enim «mit v]^ boni^ jDeadisrnmtcuiD 
U isriti dioanti «uod «gQ iniurate insiiDiilo: «iii watm mimi« 
Uopd) me'nop kedmit^ ciii» U0 dife oredi^, oredHor hoe ipsa» 
gBod HOS argoipa^ «Ire fd^ Mm luriMtqr« da ^veruMi te« 
etioB flde derogatnr. 

Cftp. n. 9. 4. Venisi temeo eam iOeraa uOtßfm caos-« 
MM comidero^ tum Yidao qpiid imyidaatfm dici ^aisit^ com lUkr 
toai vestram in iudicaiida dwifi^äßo^mf vereoc uß 4d ^pioA vi-* 
desto baifioämtK tedfuey astnta. et ceUide feoerijit. nam d 
negiUseRt vim bomiiiUNis anaetis ea^e fMtua^ fa^e boneatiaaa- 
mlB teatiliaa in re persptmia teneFeatori sin eenfeaai eaaent et 
id good nollo tenq^re faire toi potes^ tarnen ab ae kurefftctom 
eaee defenderent, apwarant, id qnod ads^ooä Boat, ae iaiectorea 
vebifl eansaam d^iberandi et ladioaadi Inatam ttoram ao religio- 
aem, ainral ülad^ qood indlgniaaanuiia est» fetanua arbitcatt aiinti 
i|t in hao caoaaa non de improbitate 8ex« Aebuti, aed de iora 
oivili indiciam fieri videretor. g. & qna in re ai mäi eaaet 
anina A. Caednae caniaa agenda, pn^erer aatia idonema esse 
me detoiaorem, propterea qood fldeai meam dfiign^iaBiqiie prae- 
starem, qoae coai aont in actore eanasae» tdbfl eat in re prae* 
aertlni aperta ao dmpUd qnod exoeUena ingeniam requlrator. 
aed. com de eo ndbi iore dioendom ait, qoed pertineat ad emBia^ 
fnod conatitotnm ait a maieribaa, eona^rvatani naqne ad hoo 
tempus, qoo snblato non aolom par« aUipia ioria demlnnfai aed 
eüam vis ea qnae iuri maTnme eat adv^raaria, indieio m^«- 
mata ease videator, video aunuai ingeni eanaaain esse^ noa oti 
demonstretar, qnod ante ocnlpa eat, aed ne ai qois vobla egprot 
in tanta re dt obiectoa, omnea potioa me arbitreatnr cwBWsae, 
qnam voa rdigioni veatrae deftuaae. %. 6. Qnamqoam ego mihi 
de peraoadeo, reooperatorea, non voa tarn propter ioria obseo- 
ram dabiamqoe rattonem bis iam de eadem caoBsa dabitaaae, 
qoam ^pmd videtur ad anmmam illins exiatnmadonem hoc iodi-* 
cinm pertinere, moram ad condemnandum anqnidviaae aimol et 
Uli apatinm ad aeao colligendum dediaae. qnod quoniam iam in 
consaetodinem venit et id viri boni vestri aimiles in indicando 

Cap. IL i. 4. iUomm aotionem canasae] iUortaa eaussae «cttonan. 
tarnen ab se] tum ab se» i. 6, de eo m^ inrel du «o ktre mihi, 
g. e. anqnlsivisse] acquisivigse. 



ftieiont^ re|ifeliendendQm fortuse miiras^ qaerendom vero magfs 
edam videtor: ideo quod omnia hidida aat distrahendamin contro- 
versiantm aot poeoieDdomm maleficfomm caiuusa reperta sunt; quo- 
nun attemm levioB est propterea qood et minus laedit et persaepe 
disceptalore domestioo diiudicatnr; altennn est vehemenüssamom, 
quod et ad graviores res pertinet et non honorariam operam amici^ 
sed sevMtatem Hidicis ac vim reqoirit: $, 7. qnod est gravhis 
et cnios' rei ca«ssa maxnme iodida iooitttitnta snnt, id iam mala 
oensnetudine dissdntom est. nam nt qnaeqne res est tdr^^Mnuna, 
de maxume et matarissome vindicanda est: at de eadem hao, 
qnla eiistomatiotiis pericnlum est, tar^Ussnme iadicator. Cap.IIL 
Qni Igitor convenit, qoae oanssa Aierit ad constitnendom iodi- 
dum, eaiidem moram esse ad iadicandnm. Si quis quod spo- 
pondit, qua in re verbo se obligavit nno^ si Id non flicit^ ma- 
turo iudido sine nlla religione iudicis oondemnatur: qni per 
tntelam aut societatem aut rem mandatam aut flduoiae rationem 
fraudavit quempiam, in eo quo defictnm gravius est, eo poena 
. est tardior. $. 8. — „Est enim turpe iudicium.^ — El Ihcto 
qnidem turpi. videte igitür quam inique aeddat^ quia res in- 
digua sit^ ideo turpem existumationem sequi; quia turpis existu- 
maüo sequatur, ideo rem indignam non vindicari. ac si qui mi- 
hi lioc iudex recnperatonre dicat: „Potuisti enim leviore actione 
confligere, potuistl ad tnum ins fiiciliore et eommodiore iudicio 
pervdnire; qua re aut muta actionem aut noH nühi instare^ ut 
iudicem:^^ tarnen is aut timidior videatur, quam fortem, aut 
ciiplMr, quam sapientem iudicem esse aecum est^ si aut milil 
praescrilMtt^ quem ad modum^ meum ins persequar^ ^aut ipse id^ 
quod a^ se delatum ^ non audeat iudicare. Btenim si praetor 
Isj qui iudida dat, numquam petltori praestituit, qua actione 
ülum uti velit: Tidete quam inicum sit, constitnta iam re iudi- 
cem quid agi potnerit aut quid possit^ non quid actum sit quae- 
rere. §. 9. Verum tarnen nimiae vestrae benignitaü pareremus, 
si aüa ratione Ins nostrum recuperare possemus. nunc vero quis 
est qui aut vim hominibus armatis factam reHnqui putet opor- 
tere aut dus rei lenior em actionem nobis aliquam demonsdure 

Cap. II. S* ^ poeniendorum] puniendorum. at de eadem hac, quia] 
at eay in qua. Cap. III. verbo se obligavit uno, si id] verbo se uno 
obUffoMy id. g. 8. ao si qai] ac si quis. %. 9. hominibos armaüs] 
armatis hominibtts. leniorem] leviorem. 



posfidit «at ^«0 genere peoc«(i^ ul MI dMlfaiirty Tel irfakmm 
Tri capMb MMa eönsttota smit, in eo potogte ttrodMoA 
Mitrani-npnhMiM«^ oom vtttofttb bMI dtocl aotam nUl po0-* 
•onioiiem per intordictom «ne ropetttent Cap. tV. VerMV 
fllre ¥00 exlftiiiMilioiiiB Wob peftoutom al^re iorlB tfobitetto tar^ 
dIoreB fedt «dboo ad iodloMidiiBi^ atterioi: nk emumm voamet 
lp«l iui ToU» fliMpiw proUUD MMo maMMüj Mmk» tg^ 
voMs hodieiiio die craMam prtffMa «ifmun, ae dMits 60 
eevtrovenia noatra ae de ceMBUud iure diMMIs. $.10. El 
fli forte Vidabor aldns lailinm rei deBMmatmadM pettsse, goaia 
mo ratio Inrisi et ian, de quo iadldbai est, et natorik caiasaM 
eaegerit^ qaaeao nt ignoacatifl. oon #iilm mumm laborat A« Oae«' 
oina, ne amafflo iore egisae quata- na oertom iua abo -oMfamisa» 
Tideatar. 

M. Fiüdiitai taütj reedpendorea, e mnaiciplo Varqiditiensi; 
^ ^ dond raae omn priaia boneataa existuniataa est et RomM^ 
«-gentariam 000 igaoMleiii fectt. la habnit in matrimonSo 0«tt^» 
aenaiaiD, eodem e nrnalcipio, immmo loeo natam et probattaadMaitf 
fuBioani, Stent et viVos ipae aiallis p^m» ostendit et in morte' 
aoa testameoto daolaraTÜ ^ t±i liiiic Caesennfae fhodon itf 
agro Tarqninleiisi Vendfdit temporitH» IHIs difflcUhennSs aolotiOflia. 
ettm uteretur uxoris dote irofuerata, quo malieri esset res caiw 
tior, coravit, at in eo fündo dos collooaretnr. alfqvatito post iaar 
argeataria dissolata PalcioinB birio fliado uxoris cootinentia qaae- 
dam. praedia atqae adioncta mercatar. moritw Folcioifis ^ 
nalta enim qiiae sant 4n re, qvla remot»' sunt n caassa^ prae-' 
termUtam ^ : testamento ftidt keredem qdem habebat e Cae- 
sennia ftttnm: usam et ftnctran omdiim bononm snomm Cao- 
aenniae legat, pt frueretor ana cam lilU>.< %. 19. magnos honoi^ 
Tiri iacQodns malieri fküsset, si diotuhitim esse licidsset fme» 
vetor enim bonis com eo, «foem sois bonls lieredem esise oa-: 
plebat et ex quo maxnmam fractma ipsa capiebat. sed hano 
fnictim mattire fortuaa ademü Dam brevi tempate M. Fnlcl-f 
Dios adolescens mortans est: heredem P. Caesennium fecit: nxori 
grande pondns argenti matriqne partem maloreni iMinomm lega- 
Vit itaqae in partem molieres vocatae imnt. ^ 

Cap. IV. g.. la iuris et lais de qtta> iuris Hui, S€ qmo. Ipse wd-^ 
lisl vttU^ ifMe, ^ II. nxoiii datej ä44e vxoH$. «sma e( ftvotam) 
usrnn. fructum. g. t2. maiorem bojionua] b(m&rum matorem. v 



14 IL Tidli (Seeroiäa c v. vj.8.i»^iiw 

Cap. Y;^ 18. C^WNtlmooftiiotialMreiltMte emdÜM^ 
A«bnttiM Ma» gid Im diu OMsowiiae vM^^ 
ae 06 io tiiM üunillariMeBi kukmtmtd kM nttoe^ «C mu» att^M 
Ml ^cnpcadio aegotte BHiltor% sl qmä aodddreoV ooiiteovwiftaq— 
fl^M^ipere^ vwnnilNitiir te qnoqse tempore tu Ut mtioBibof •»- 
fttonis et ptdldonie^ »(qne etiam ae ipee intoditt et tmro dalMty 
#t in esa opiobmem CSteacMkai addneelMit^ «t mt^ler iapetite 
«ttiil potiret »gl caUMit fMm, «M non adeMet Aetatias« 9» 
14. OoaiA penNNMttn Um eac eotidkiui vite eegaoseitiS) reo»« 
peratoresy mnliennt adoealatoriiy cogvJtorfs vldaanmi) dotanDrli 
afanio» Ukifi^lofli, oontrikl ad; regbun^ inepti ac atnlti kkt&r y\rmy 
UUer QUdierea peritf kurte et eaUidit baac pereoaaai impeaUe 
▲elmtio. ia eiiitt Caeflonaiaa Mi Aebntiiu. ne forte qiiaeratiay 
mun proj^qaosf nihU alienioflu amiciui ant a patre ant a irtee 
tradituaf idiül miaiia. qiAi igltarf Ule^ Ule qneal attpaa ddte- 
«ayi: valaatarbia aiücua ttHÜeda» non neoeaaitiidiM aiiqua^ aei 
floto oüdo abnidalaqiie aediditale conionetaa; magia epportnna 
^pera noa BvmqpuMD, gpau altgaaeAi idelL $. 16« eua eaaet^ 
«t dieere laatitiimuii^ eoaatitata aaetio RoAae^ soadaliant andel 
^gaatiqae Oaeaeanlaey id qnod %Hsi qaoqoe .imaieri yenieliat is 
mMem, q aoa l am poteatae eaaet^ emeadl Itedam Ukua Fnfolaia« 
nam, q^l ftiado eioa antiquo ceBtiaeBa «eaaet^ naBani eaae ratta-. 
nem amittere etua laodi oceaatonem, ooin praeaertim pecmiia ex 
pactUione deberetnr, naaqiiam poaae eam mafliua ooUoeari. ttaqae 
hoo BUiMer fiieere oonstttnit: nandat ot fnaduni süi amat eul 
taademf cal patatta! aa nea ia menteta Toliia veiiit oBudboa 
ilUo» hec miaaa eaae ad omaia midleria aegoüa parati^ rtae 
«aa nibtt aafla eaate^ niiai aaOa eaOide ponset agi? recte adteo- 
ditis« 9, 16. A^bntio negotkim datur. Cap. VL Adeat ad 
tabidami lioetor Aebatiua. deteepeiitar cmptorea molä^ partiai 
gratia Caeaemdae^ partim etiam pretio. ftmtoa addlcitor Atto- 
tto: peeaaiam argentade proaülMr Aebirtiai^ qao teatfmoiio bobc 
vir oiKoama «litor aibi emplBHi eaae. quaal vero «it noa ei ne«. 



Cap. V. g. 13. iBtro dabat} MmdOtti. g. 14. eaiikitt ad regia«] 
eoncUi ad rixam. propiaqaoal prppinguui. Igitar? iUe, ille qaem] 
i0Uur9 nie, quem. g. Id. veniebat in meutern] in metUem veniebaL 
aaiqnam poaae eam] mttqmmm 00m poue. Itaqua boc audier] nttque 
ftaüer. Ia maatam robla ▼«tft] ia tnofiUm viMilU peaaet agiti ayi 

p09S€i9, 



G.vLV]i.si,t«-tf. onU» frei A. CleclBa. lA 





um ffAnymm «Mit fol «qUImM qtkt 

w iU» hiwiterta difce wiit r, M* porro ta 

imdraifty ttearetur ^ füü CatuMudie diM 

pttM M» V#OPMft laMi MB poiB% 4M* ipM tibolMi «terliftta 
•B iHi^m halMre »rgentMi teMbw^ la qailiM äki topMü» p»- 
ffüb li«» iiit « p pip ttq M Tftote: fiMi U aitar tel opirtiMiit 
Qua OMiiifi Ma flMt» fMm^ «Mpc ad aMhb Mi deMidimas 
QMeemria tmiam fMieiit Jooiivi^jMt M|ne .Üa Mte^ past A« 
CMcbiM op^r« Uti in PMM OOII0KMB, .tettepiMi Mtot iMiitr 
lAMtav« fMk hw r e deü m Amm» et aen— rti CSaadnaBi, ac 
dMbas. ie«tii|ia M* FulaWam likaotant «ip«i(>ria Irtri: Aabnlia 
aasmiap adapaigit haM Beatalaai lUa üaraadMi eiaa vaWI 
tpMsJWif at motaittae^ ü quam ggacj^aiat iata aata« hm mätuh 
aa aaiam reOp^ca aaialan oaaanrrendarBBi pnlati 



Cap. TIL 8. 18. lam prindpio ausus est dioere. non pos- 
86 heredem esse Caesenniae Caecinam, quod is. deteriore iure 
esset quam ceteri cives propter incommodum Volaterraaonini 
calamitaternque civUem. itaque homo timidus imperitusque^ qui 
neque animi neqae consili satis haberet, noa putavit e^se (anti 
hereditateni; nt de civitate in dabinm v^niret: Qoacessit credo 
AebaÜO; qaantam vellet de Caesenniae boniß nt baberet« Imö, 
nt viro fort! ac sapienti dignnm fdt, ita calamniam stultitiam^ae. 
eins obtrlvit ac contadit. $. 19. in pQssessione bonomm cnm 
esset et cnm ipse sextolam suam nimdum ex^iggeraret^ nomine 
heredis arbltmm flamillae bercisenndae postnlavit, atque Ulis pau- 
eis diebus postea qnam videt nibil se ab A. Caecioa posse li- 
tinm terrore abradere: bomini Romae in foi'o denonciat ftindom. 
illnm, de qno ante dixi, cnins istum emptorem demoqstrayi folss^ 
ibandatu Caesenniae suum esse seseqne sibr emisse« quid ais? 
istins flle fündns est, qnem sine olla controversia qnadriennium, 

Cap. XL g. 16. doUtarel} dmhHfih$^ dfu VB. 9. la sMlcit 
tiamqpe, elifs obCxivitJ «l^Mif^aiaiM oM-iaM; t* 19« Ipsal üfe. 
qae] iequ€. 



t< BL T^ OeenmiB cntrut^^i»-^ 



hocieM, 0x qod iempotcf Unlos Teirfk/ fMad JftaK pcMMdlt 
Caeseoolat «m ankB^ iiiv«<^ ehu UuM 0I ftwtM testimeitl» 
viii ftief*! OMPe^idM.) g. fO* Dm hoe mHwIMs gern» 
tarn aiillÜMe inlvidtre^'pl^eiit €MOiiMie de'MrfeordB BeotMtl» 
coiMtltaere; 4«o ^ iniim ffnmmkm vebiMar «t do Amdo» 
Ofteeinft sKvflnui Mtoceretat. coHocultan dies ex «Ivtewqiie 
obmmodo smiiliir* CaeeliMM <saai anüdii 4kd' dien tlftttlt in ca- 
■Mlam Aaduü: ex quo loco fkiädas ii, de 4M<4kglMr^«Mi'lotige» 
•6e8t iU oertior fit • j^witraa himitDes permiillo% Ulftfos atqM 
senro0) i^OH^iMO et arnuHse AebetituB: Cam id partim nil^ 
rarentor^ partiii bm ofed«nai; eoee ipse AiMtfMui In easMhm 
yeidt. dcMaoM Gaeoinae ee enaato« habere: ilbitiihm eom nonr 
eiM, 8i aoteaiiflset Caeolaae plaoidt et aedeiis ipMad vlderelor 
aalYO oapite i«ri poaoe, ecperiri tameo. %. tl. He castdlo 
ämcmiSßndy in ftaadini profleiseBaCor. TideCar teai«*6 ooMBriasira^' 
Terora ' ot <^or hoo ftilt cmuMaes tarn tenere fotum re com«* 
nüsannim qaaoi Terbia mlnllabatiir nemo pata^ Cap. VUL 
Atqoe iate ad omnis iotroitas, qua adfri pbtemt aen fliodo fai 
emn fandum^ de quo erat co uCi o v er Bl a, Md etiaia ki VMm pro^ 
xamtUD; de quo nihil amblgebatiir» armaios homioes opponit 
itaque^ primo cam in anticam ftmdam ingredi Teilet, qaod ea 
proxnme accedi poterat, Areqaentes armaü obsttterant g. ff. 
quo loco depalsus Caecina tamea , qua potait ad eom fUndam 
profectas est, ia quo ex conventu vim fleri oportebat. eios au- 
tem fbodi extremam partem oleae directo ordine deflniunt. ad 
ea8 oam acc^deretur, iste com omnibus copüs praesto fUit ser-^ 
vamqae snum nomiae Antiochnm ad ie vocavit et voce olara 
imperavil, at.enm^ qoi illam olearam ordinem intrasset, occide- 
ret. Homo mea sententia pmdentissumas Caecina tarnen in hae 
re plas ijiihi animi qnam consili videtnr habuisse. nam com et 
armatorom maltitudinem videret et eam vocem Aebnti, qaam 
eommemoravi^ andisse^ tarnen accessit propius et iam Ingrediens 
intra flnem eins loci, quem oleae termioabant, impetam armati 
Antiocbi oeteroromqae tela atqne incarsas reAigit eodem tem- 
pore se in fügam confemnt nna amici advocatlqne eins metu 

Oap^^Vn. S. 19. eins ftindi et fracto^l elus^ et fmctua fnndL 
g. 8(K ei^eilri tarnen] ixperirL g. 21. De casteBo dcAcl Tum de 
cmMIo duv. €«p. \m. %. 99. proftectoB est, in qüoXprofecfw est, 
ex quo* voce dara] ciara voce. 



avm.aLi.2i-«6. on&& pvo A. Caeeiiuu 47 



pmimMy ^oem* »d nodwtt IttOTdm fttsten Aoere 
i. M. Mi Utm Ü» gestk P. DolaMb imetor iiit«rdltit^ nl 
Ml etasnemdOy ds ti; •HomuBUB • abmatis^ triae idl* ex^ 
eeptioi» HiBtmB^ «t Mie deietteet reirtitiierct r«ititfii«Hi stf 
^yKit vpimtAo fiMte «Bt hae 4e sponoloiie robb teüOMdiim «st 

CafiJ UL Blaarani« fnil oirfaddam CaecloM^ raoi^erstoras; 
vi coBtrovOTriae ittliil hakeret^ Menodo loeo «t M. oiim taa ioM 
prsbo honloe^ teiti» «t eam ten sllilli habwü etedm mm 
oiMs MS «tiiUte tttai rablerat qiMiii laadit iaipfdiltM. in^ 
ppottoa. DErit q«od hraüMM eoe^t, atBUivfty «•aetfs. arwMjgqnte 
vte fMt la«itt itt eo CMelmua, snUeTavit iftidem. nam la eaa 
reay qnas iaij^oblinBae 0ieK, tetMmooki sümp$ä et eis ia 
ijtostfmoi^ ntilar« g. M. ttaqne aifti caftam «at^reao«^ 
pafatoraa^ aale quam ad a i Bai defeoiioiieia meoaqae teaÜB venid} 
illiQsa(iieoBrteBi0B(i€*4aattnioaii8. qnidoaailataralqiieita lalMi^ar 
eoafitetmr, ntwNl aöluai falcri, sad etiaai proiteri vldaatar^ remipa«* 
mioiaa? „Caavooavi boaiitteB, ooagly annaTi^ terrore nartta ao pari- 
eak» capitta ne accaderes oMfÜ, ferro^ ia^ß^ ftnns — a( lioedidt la 
ittdi<4a •- te rflteei ai^e pcrtomiL'^ OaU9 taute quid afamC« 
P.. yattfiaa prapiaqaos Admti ae Aebotlo ema amatia aarvia 
vanitifd advoaatom. ^pild praatarea.t Mfse eomptoia annalaa» 
qiiA aimd? laiaatma esse Aabothim Cäeciaae.^qiiid ega de boö 
leste dicaai nid hoe, recuperataresy nt ae Iddrea aüans ei cre^ 
dali% fopd lioiiia miaas idooeas babator, aad ideo oredatift, qaod 
nUla parte idäMt, qoodattcaassaemaxaiae est atteiHmif %M. 
A. Terentius alter testis noa moda AsiNiitiiim, sed etiam se Ipse 
fM^fioris argoit in AebMcan hoc dicit^ anaatos homines ftiisse; 
da se «utem hac piaedicat, Anüoolio Aebad senro imparas^ 
ut in Caeeteam /^dvenientem ciun ferra invaderet« qoid loqiiar 
aoapüns de hoc bondne? io quem ag^o hoo dioere, cam rogaref 
a Caeeina^ nomquam velai, na argoere ilbua rei capttals vU 
derer; de eo dobifo oanc quo moda aot Idquar ant taceam^ 
com ipse hoc de se hiratas praedic^ 4«^6, Ddade L« Cae-- 
Uns Bon sobun Aebatium cum armatis dixit jPIdsse cmaplnribas« 
vecom etiam cum advocatis perpaaeis eo Tenisae Caecinam« 
Cap. X. De hoc ego teste detraham? cni aeque ao meo testi 

Cap, IX. g. ^ se ipse fiMHn0ri«t«r9Bit3 9e ipaum- at^vdk* de 
hoc taominej hoc de homine^ ego hoc dicere} €go iicttt^ Cv^ Xi 
, 8<{. sc sieol atoii« meom 

n 



t9 M. Tum Oeernm c x. f. 

v» ef«Mi» pMola F. Mmadiis sMrtos tst, fol «■■ 
KfUTTUD beneflcliui commemormvit in müom ffanrimn^ 
«Me vIttB per tnitk mxk taadnm dediaM dbüt> 
y9MWit^^ caai eaient omnes flMto perticrllL kaio ego tarfl gn^ 
Uoi «gwB, qoid •! in re uümtitiooritm se p ia d N iaii i el in tülU 
flMfiio rdigftMaaw 9. tT. A« AtUhM et eins fllim L. Aüfiw 
et anottto» ibi Mmm el ne 8BO0 nmntee n drtnBhwe dtnennlL 
etkmi liooemptai: em AdMiai Cneeinne auilnn mineretor, hee 
eitiDortem nyneretor, ibI tion Cneoinnv poetnlMM^ ol nmitand»» 
dttotle icret lloe idem P. Balifiiu diiit et eo lidbeaine dislt^ n^ 
in indicie eine teiümonio creditain putnretor: dve pnetenen teitae 
nBiU de vi) Md de ce ipm ntfne enptione llindl dixemni: F.. 
CeeeeonhMi noetor fiui^ nen taaaiietoritnlegraiH^pwni^erpen^ 
et ergentedni Sex. Glodln% enl nomen est Pbomle, 
eiger aeo nimie cenUene^ ^puun Ule Tomdiinnii eet ] 
de vi dixenm^ niliU pneteten qnod nd veitran 1 
i* M. DecAao vefo leee teetie eu^eotatoe et nd 
eermtoe dfaüt aeneter popoli Bmnnni, eplendor enUnfe, 
n^tflf^ o rn e m ent n m indkiomm, exenplnr entiqnne reilgieniey Vt- 
decnfaudne Falcidnt qal oun itn TeiMMeos neec^^pu venieeeti «t 
nen mede Gneoinnm peitote eae l#ederety aed etfam mfM ^rl- 
dttpetsr kmuif itn enm pinddnai ineBenM|iie leddidiy nt ann na» 
derety a&ont «jeailniaH«^ itenun ^eere^ qnot niillin 
ebeuet ab erbe, aam cum dixiMiet, minaa nbeaae Ufl^ 
enm lini nodamavit ,4Pfli eaae^. meminefnnt 
tarn in Albinoe iodioio aecepiMei. 

f. f a. in enai quid dicnm nlai id qned a^gare non pearitt 
Yenieae in eonaüinni piri>licae qnaeetiOBifly com etnaeonafli Indan 
non esaety et in eo cenriüo oam oanMaa non andiaset et p»» 
teeUui esaet ampHnndi dixiaae am UQuann: enm de ineognüa 
re iodioare ynlaiaaei, maloieae oondennare qnaa abaolvere: eoai 
fli ono rninoa oondemnareat, ooademaari reoa non poaaet, non 
ad cognoeoeodam eanaaaaiy aed nd explendaai dam nati o n a n i 
praeato ihiiaae. ntrum gnavtea attqnkl in qoempinai^ diel poteat 
qoam ad hoadnem oendennnndnH^ qttein narnquan vidiaset ne- 



■1 awte ommm paaebaefic] pnaeMi. i. ST. andaai 
vy Hw eet ateiteB fliiaarecary ibi toai] nudum arinerefnr, M 
tum* t, 99. abeife] [akeisej. (• 80. caai de tnoogaltaj oaa inco^mUm. 



c X XL i. ift>-atL oratia pro A. CaedM. 19^ 




mm prtte? w tvtfa» qaUtfBmm (MtA 
I K teet quam fosd ii, cid oMkitinr, ae mita qiidnn iainuHre 
oOMitar« 9* M. VcnuB tuBen Is toitfi, irt Am^ kMIcgeretfai 
cwi omi MUtalne aal]iie> oom cm«mi ab Ufia ageretor teateafie 
Aoerenl^ aad taaiiiper de al^oa rto oog^aMe: eoa owaw aate 
ewn dbLiaaeirt teitoa armatoa am Aebotlo faiaae eoa^pUaeiay aokia 
dliit BOB Paimm, lAmm art Bfibi pdaMi TataraloriaMlegareiurae-^ 
dar«, foid ranawaie opteet, et taateai bmAb enrarä, qiiod onmia 
teallt iaimare^ qpi ante eoai Hiiltafwif: com anUto eooe ideai 
fBl aoiei aooa aeloa aenroa amatoa ftitoae üxit Gap. XL Quid 
hiic ta hoariai IMaaf wiBiie eoneedaa iatelrtaBy nt exeosaüene 
atoMitlae atkanaae ia^nribttatia odfana depreeatiorf %. U. 
reeapacatoraa, Ua teatitai noa orettaada, oaai ifidd 1^ 
BOB botaiadaf at cootrovenia uob erat qula Tenm dU 
eofeat aa ia eoaeia «rittafiBO; iB^«aiay in teUa^ ia praaaead 
aMdia pacai^eaoqaa peiicalo oaedia diiMaiB Tobfia M^ 
via aHqaa vidaretar aeeaef qoüwa igtor ia rebaa via 
. iBtiUagi petaaty al io.liia bob iateHegetarf aa veao ffla detaifo 
vaUa praeoiaca ^m eal? ^,bob d^ed^ aad^ olMÜti» bob eoiai te 
joai paaaaa ia ftmdiiai iag r e di , aed anaaloa hoadoea oppoaat, 
lä iaMegaraa, ai ia itedo pedeoi poaalMas, stattai tttd .eaa» 
pereoadaai/' qaid ala? ia qui anaia perterritoa, ftq^ato, pidsa» 
eaty BOB videtor eaae deieetaaf $. at. poatarina d» reiho vi- 
dafeiana: bvdo raa ^aaat peaMraa, qaaai US bob aegaat, et 
claa rei iaa 



Est liaee res poflita, qnae ab adv«nnirio non n'egatar: Cae- 
«^Bam com ad eonsätotam diem tempusque venisset, nt vis ac 
dedüctio moriboa ileret^ pulsunr prohibitamqiie esse vi, ooactis 
liOBdnIbaa et armatis. Cum hoc constet, ego homo iäiperitus 
Iuris, ignah» negodomm ac litium, hanc pnto me habese acdo* 
neiB, at per iDterdictom meom ins teneam atque iniBriam taam 
perseqnar. fko ia hoc errare me nee uU(r modo posse per hoc 
iBterdictum id adseqid quod velim: te nd Id hac re magistro 
Tolo. $. 83. qnaero sitne aliqna hahis rek acüo aa nuna. con- 
vocari honünes propter possesmonis controversiam dob oportet^ 



Ciqi. X. g. 90. addaeboa esse pvetio] aädueimm pr^H»tsie. %. aa 
ab iS^ ageretar] 416 UHU camm m^ereimr. quid caRssae öptaretj 
quid amia^opCaret. Cap. Xt a* ^* iaesse] 4m esse. 



t9 M. TuUi CieeiMis c x. f. 

v^ cirtiinttg pMoli^ F. Menmk» B^eoliis tut, fä mm 
KfUTTUD iMBefioiam eoaunemormvit in müom ffanrimn» 
«Me vimi per Drathi ni Iteadm dediaie dixtty q«i 
yeiawit^^ cain eaient omnes flMto perticrllL Mc ego tmA gn^ 
Uoi «gwB, qoid •! in re vAaeAcotitm se p rad k i e ri t el in tülU 
flMfiio rdigftMinw «. %7. A. AtUhM et eins fllim L. AÜttnn 
et nraieto ibi. Mmm el ne sbm nmntee nddmlMe dfammit 
eüem hooemptais eam AdMiOi Cneeinne anbrni mineretor, hee 
eitiDoctein ndniretnr, iU tian Cnedona poetnlMM^ ol vmrüim i^ 
dttotle ieret lloe idem P. Bntifiiu disil et eo lidbeallne disi^Qt nl^ 
inindioio eine teitfanonie cieditaBi putnretiiK dve pneCeven teitae 
wükü de vly Md de ce ipM atfoe enptione llindl dixemnft: V. 
Cneeenninsi eaoter puM, non tMmaetttritntegreylyMwi yerpeee » 
et ergentMiai Sex. CtottM^ enl nooM est Pbomle^ 
«iger neo aümie cenidene, qonoi flle Teienttenne eet ] 
de vidixenait^ nffiU pfnetptee qnod nd Teetram 1 
i* M. Dectaio yefo leee teetis ex^eotate et nd 
eenmtae dfaüt aenetor popoli Bomeni, eplendor erdinfe, 
el«nf oneaentam indMonmi^ exenplar aatiqnee reilgieniay Fl- 
decaiiudna Falcida: qni ouli ite Teiuaieaa aeec^^pu venj eaa t, «t 
nea mede Caeduiani padniie' aae l^edo^et^ aed etfem mfM H- 
deretor imad, it» eaoi plnddam ineBenqne leddidi^ nt aen -aa-* 
derety stoot neadniatia^ ittmai ^eere^ 400t niillie ftndaa aana 
ebeaaet ab wbe. aam cum diii aae t , minna abeaae UH^ 
eam risu acdamatvit ,4lMn eaae^. araninefnnt 
tarn in Albieoe indido eecapiaaei. 

f. M. in eoai quid dicam nlai id qned a^gare non pearitt 
veniaae in oanaUiiim piri>licae qnaftrtionia^ com etnaeonafli taden 
non eaaaty et in eo cenailio eam oanaaaa nen andleaet et p»» 
teataa esaet ampHnndi dixiaae am UQuana: enm de inoognüa 
re hidiGare Tohuaeety makdase oendennare qnaa abaolireret eoai 
ai ono minna oondemnarent, oondemaari reoa non posaet, nen 
ad cognoaceodam eanaaam, aed ad explendaa damnatloneai 
pjraeato Aiiaae^ ntrum gnavtea attfofd in qnempiaa^ diei poteat 
qnam ad hoadnem eendewnandnai» qaem namqnan vidiaaeC ne- 



b3 awte eniMw ffadinevm fm a e ku U , $. ST. andaai 
adnaretur, lu>e eat aieitam adnarecar^ iW toai] nudum arinarefttr, M 
tum. t. 99. abeife] [aketsej. (• M* com de tnoogaltaj oan incoynif«. 



c\ X. XL i. ift>-atL oratia pro A. Caeeitta. ift 



qam wriiiigf^ iiHnitei tum prtte? w tvtfa» gnligtUM MM 
|Mte0t quam fosd ii, cid oMkäar, ae mita ^daa iainaftre 
oOMitar« $. M. VcnuB tuBen Is toitfi, irt Am^ kMIcgeretfai 
c«a BM MUtalne aolnie^ oom emmm ab Ufia ageretor teateafie 
Aoerenl^ aad taaiiq^ de al^oa rto oog^aMai eoa oaMoa- aate 
ean dbiiaaeirt teitos armatoa ctua Aebotlo faiMe ecm^huhsymiikm 
dUü^ BOB Paimm, lAmm art Bfibi pdaMi TataraloriaMlegareiurae-^ 
dar«, fBid c ao a w w opteet, et taalna meda enrarä, qiiod onmia 
teaüi iBflnaaret^ qjEä ante tmm diziaaeHt: cob aoUto eooe ideai 
qoi BoM *8aoa aaloa aerroa anaatoa ftitoae üxit Cap^ XL Quid 
ImIo ta hoflrini IMaaf wiBiie eoneedaa iatalrtaBy ot exeosaüane 

ii^nribttatia odfana depraeatorf f. U. 
Ua teatitai bob orettMia, oaai ifidd 1^ 
qatni bob botaiatlaf at cootrovenia noa erat ifokk venm dU 
eefoat aa ia eoaeia mUtateo, ia^«aiay in teHa^ ia praaaead 
laeta iMdia peoi^eaoqaa pedoolo oaedia doMoai TobSa Mty 
iaeM/vifl aHqaa vidoretar aoeBot qaüwa igtor ia rebus tIb 
. iateUagi petaat, al ia.Ua bob iatellefetarf aa veeo ffla detaiia 
veUB praeoiaca :^m eitt ^,bob daied^ aad obaüti» aoa eaha te 
joai paana Ib taidaai ia gr e dl , aed anaatoa bomkiea eppoaal, 
lä iaMegaraa, ai ia Aaido pedem poaaiaaas, statim tttd .eao» 
peaeaadaai*^ qoid aia? Ib qui anaia perterritoa, ftigalai^ pnka» 
eaty BOB Tidetor tme deleetaif $. aai poatarii» d» Terbo vi* 

ciaa rei iaa 



Eit liaee res posita^ qnae ab adv«nnirio non niq^atar: Cae- 
daam cnm ad eonstitotam diem tempusque venlsset, nt via ac 
dednctk) moriboa fierety pultfonr probibitmaqae esse vi^ coactis 
liominlbaa et annatia. Cum hoc constet, ego homo iihperitus 
\üx\»y ignanu negotiomm ac litium, hanc puto me habese actio* 
neiB, Qt per interdictom meam ins teneam atque ininrlam tuam 
perseqnar. fkc ia hoc errare me nee aU(r modo posse per hoc 
iaterdictum Id adsciqid quod velim: te nti ia hac re magistro 
volo. $. 83. quaero «Itne aliqna hohis rd actio aa nolla. con- 
Yocari homines propter possessionis controvemiam dob oportet^ 



Cap. X. g. 80. aidaetoai esse pretio] atkhsehm prm^t99e. %. aa 
caassa ab Olis ageretar] ab UHU camm m perei mr* quid caassae öptarelj 
quid. cmtamoiJ4anL Oap. Xt §. at. faesse] 4m etor. 



iO M. Tulli Cioeroms c xl xu. i. aan». 

armari imdtilydi&eBi ioris retinendi caonn non conrenit^ neo iuri 
qoidquam tem iBimicam quam vis nee aeqidtaü qiiid(iittm tarn 
inttstam est quam conroeati honünes et armaö. Cap. Xil. 
Onod com ita ät reaqiie dos modi ät, nt ioprinis a magiatniti^ 
toi admadvartenda videator, itemm qnaero, altne eins rei all-» 
qua actio an nalla^'naUam esse dieesf aiidire auiiio: qui in 
pace et oüo com amniim fecorit, eoplas pararit, multttkidlaeai 
bomiDom coegerit, armarit, instrazerit, hominea iaennis, qui ad 
eonsütotam experiaadi iuris gn^ venissent, armls, iriris, ter- 
rore periculoqne mortis repiderit^ lügarit, aTerterit, hoc dicat: 
$. 34. y^Feci eqoidem qvae dicis omai% et ea sunt et torlm- 
lenta et t^neraria et periculosa. quid ergo est? impune feeit 
nam qoid agas mecom ex iure oirili ao praetoiio non habea.^ 
itane vero, recuperatorest lioc vos audietis? et apod vos diel 
patiemini saepiiuif Com maicft^i nostri tanta diBgentia praden- 
tiaque fberlnt, at omnia omnium non modo tantarum reroBy aed 
isüam tennissnmanim iura statoeriat perseontique sint; nt hoc 
genas nnom y^ maxnmom praetermitterenty nt si qui me exire 
domo mea coegisset armis^ halberem adlenam, ai qni introire 
probiboisset, non haberemf nondom de Caedaae oansaa dis- 
pnto^ nondom de iure posseJMiods nostrae loqoor, tantnm de 
taa defensione^ C^ Piso, qoaaro* %. 85. fluom ita dids et it» 
consütids: ^,81 Caedna com In fkindo easet^ Inte deiectos esset, ton 
per hoc interdietom eom reatitBl oportolsse: mmc rero deieetnn 
noUo modo esse inde, nbi non ftierlt; hoc interdicto nlhU aos 
adsecutos esse,^ qnaero, si te hodie domom toam redeaotem 
coacti homines et armatl non modo limine tectoqoe aediom toa- 
ram, sed primo adito vesübuloqoe prohiboerint, qoid actarus 
SIS. monet amicos mens te, L. Calpomins, nt idem dicas, qood 
ipse antea dixit, ,^niorianim.^^ quidadcanssampo^sesdonisY qnid 
ad restitiiendom eom, quem oportet restitoi? quid deniqoe ad 
los civile aot ad actoris notionem atqqe animadversionem agee 
InioriäromY plns tibi ego largiar. non solom egeris, vemm etiam 
condemnaricr licet: nom qoid magis possidebis? actio enim in- 

^ Cap. Xn. S. 83. animadverftcnda videator] anknadverienda esse 
videatur. $. 34. ul; hoc genusj [utj hoc genus, coegisset-prohibnisset] 
dfeffissent'-prokihuisstnt» quaoro] ^ueror. %. SS. Qoonl QuandtK quid 
sd crasMun] quid[idj ad camsiom* civfie au( ad aetorisj civUsf Ät 
ad actoris. atque aaimadversioneai] st [adj aninmdcerskmsm* 



c.xiLXiB.9.»-a9. oratta jn A. Giecnuu 91 

tariarm BOR km pimemimda «doeqniliir, oed dotorttn tauniaiitae 
WmU^ hidioio poeoi^pM mitigat Ci^^ XIIL f. 36.. Prae*. 
iae iatMiMy PIiDi tanta de re tacebitf goem ad modum te re* 
üitaat in media laaa iMm babeblt? qui diee totes aot viin fleri 
vetat aot ttäiMk ftetam M^ qoi de ibsate^ de cload% de aü- 
cnmia a^piannii ^ifiaennaque oeotroirersiüi interdieity ia repeate 
«luBiitefloetf in. atfociaeom re qidd faoiat non habebttf et C. 
Flaeae demo tectiaque sols probibite, prohibHo, ioqoam, per ho- 
arifea eoactea «i anaatos, praetor ^ quem ad modom more et 
aaeniple -opltiilaii posait non haMdtt Quid enim dicet? aot qoid 
In taa indgal aoeepta inioria postnkbist ^^node vi prohlbitas 
eia><< aema na^iAm intordirit aevum eat^ non dico imudtatoiay 
¥«raai ramiao iaaadilogh ,,aade deieetnaf^^ quid profioiefl^ cum 
lli koc reapeadetant ttti, qood tn nunc mihi: armatea ae tibi 
nbäiliiiae; ne in aedia aeeederee: ddici porro nuHo modo po-> 
by qni non aoceMorkf $. 37. delicior ego, inquis, si quis 
diific^ttmr* eaaiao« iam bene agis, a y^bia emm recedia 
d aeqnitale nterii^ nam verfoa qoidem ipaa si aequi vidumus, 
qno modo ta deiiceris cum servus tuna deiidtnr? verum ila 
aal nti ditta, te dmectum debeo inteliegere, etiam ai tactus non 
Hwris. nenne? age nunc, si ae tuorum ^idem qnisquam loco motns 
-«rit atque oawes in aedibus adservatt ao reteati; tu solas pro- 
httltoa et a tois aedibus vi atque amüs proterritns, ntrum hanc 
netionem.habebia> qua noa usi aumus, an aliam quampiam an 
omi^M» nulhunf nuUnm esae aotionem dioere In re tarn iosigni. 
.taaique /ifroci neqne prudentiae neqne auotoritatis tuae est idia 
ai quae forte est^ quae aos Itagerit^ die quae sit^ cuf^ disoere. 
f^i 38« haec si est. qua nos usi sumus, te iudice vincamus ne- 
-eeiie -est non enim vereor ne hoc dicas^ in eadem caussa eo* 
dem ipterdMo te pportere restitoi, Caecinam non oportere. etenim 
.eui neu perapicuum est ad incertum revocari bona^ fortunas, 
yoaaesstones omninm, si uUa ex parte sententia hüius interdicti 
,4iniauta aut ipflnnpta sitf si auetoritate virorum talium vis ar- 
matorum hominum iudicio approbata videator^ in quo iudicio non 

Cap. XIIK S* 30. araiStos se tibi] armaios tibi. %. 87. deUcitar. 
m0uilkoJ>äfUdUur>owmitt». verba qoidem ipaa] verba ipso* proter- 
rltaa] perterriiut. si qnae fmrtej si qua forte, S* 38. non perspioaom 
«st] penf/ric mum nett ^, dimioota] demimaa. 



SS M. TolK GiM^eroais c.xuLxiT.f.«-4i. 



de arniis dulbtUitaiB, üed de ▼«rUs qiMMsitiim ease dl4Sit«4 iMe 
-ftpnd vos obÜneWt CMwan 8«mi, ^ tfd tta detettdarlt: y,Blecl 
«go te wuMb iMUnliitlnB, um detool;^ nt iMtm Hu^Imm um fai 
MQuitete defmdoifisy sed ia mm Utterft tetoiise vüeftlnrf S* 
9». Hntnsce rei vos statoeds nidlam esse .MäOMflii bi Uio 
expeiiandi ins constitotam, qoi (rttetttertt arBWlb hoeMtras^ fok 
nndätndiiie eoacta noo introitQy sed omniiio tMta qomirtttii pr»- 
lülmfritf €ap. XIV. Quid etgo^ hoo qmMi luüM via, vt 
distare »Mqtiid »ut ex attqiia parte düferre vi d ea tw : «mm ye» 
dem eam lotalero atque in po an e es ione ▼ eütt g l t ia fbeero, imm 
«zpellftr ao ddlciar, aii eeden vi e( iedea amis niM ante oecvrr«- 
tur, oe non^ modo intrare, veram adspioere aqt ada plr a re iieeAa f 
quid hoc ab illo dUfort? vi ille eogator resätvere; qoi kignmm 
expvlerit: iDe, qoi iagredientem repiderlt, boh eogatvt f. M. 
Yidete per deoa immortalisl ^jood Iw nobisy qoam ooadlttottMi 
Tobianel ipsb, quam deniqne dvftati lefem oooatttiiere ti i ül 
hidiuce generifl una est actio per hoo Merdlotiimy quo noa mä 
aumoBy ooBfltKota. ea ei aihil ralet ant si ad haae rem wMper^ 
tloet: qidd neglegeatiiM aut quid stidlliM maloritaB a ee tile 4Uk 
potest, qoi aut tantae rd praetermiserlnt actionem aat eam coa*- 
atitoerlot, qm^ neqaaqaam salis verbis eamieam et rattooem imrlB 
«mplectttretor? hoc est perieolosam dissolvi hoc Merdientm, ea( 
captioatmi omnibiM, rem idlam eomtitiii das modi^ qaae com ar~ 
Alis gesta dt^ teeeindi iure itoa potfdt yenim tamen Ittod tti 
tarpisBumiim tantae dultttiae pmdenttemiios hominea ooodem- 
Dari^ ut Toe iudicetifi hnim rd los atque acthmem hi mealMi 
mdoribns nostrie noti venisse, 

f. 41. Qneramiir, Hiquit^ licet; tamea hoc interdido Ae- 
boti^fl non tenetor. -^ quid itaf — qood Vis Caeddae tketm 
noD est -> did Mi hac caossa potest, nbl arma fberte^ 
dtd coacta homiaom mdltitado^ idd insimdl et oeitis leeb 
cum ferro homines collocäti^ nbi minney perieida tem^- 
resque mortis, ibi vim noa ftüssef — ItanOy inqoity ocdav 

Cajp. Xiy. %. 39. Qt distare aliqnid ant et aliqua parte] tU mm 
res ai^fuid aUqua ex parte. poMeMione] poiseeekmenL ao deüolar] 
aique deUciar. vemm adsploere] eemm eüam adefHeere. 9* 4^ 
Hoc Ott pertcidosiim] PerinUosum est est capttosum] [eH] cmpUo^ 
SHtm illud est turpissamnm] est twrpiMsimum Uimd. bdqs rei fos 
atqoe aotionemj huitu rei uti(ue actkmit. 



€:xivu«xi.4i«-4flk oMUiQ fto A. Caetitfuu' tS 




-- ^|«d iri»t em de pimiiiiioiig 4M|Qtr^ 

it «MlM et eeeigfo DuBti^ aoto «itf ege 
•Mpe iwiliiee ^ Aigeloe emm Aco-torrefe 



vis eil, qßm ed uoifi eeeignii Titaif «e pw»tiiili> ied 
ttaier el^.41lee p«loido noftli üileeto 
H eeito de 
oeqiere 




lMlif»s el yu |MllHtar:ialvri) ol «m doMim elt, «ole 
ei rit, eetae «tew ilt pivtMtitoe qeaai itt 
wleerel— idt g. M. QeMf > M V poteee dIoieM 
eiifeitvi eflie eos, qjA mttu m temd ssepe Mi^ieieae iieihiall 
Hgmum^ et i& nee eekni Iwpeiin seelifiim HMßp» «oeüot« eor« 
letn iJiMiMiwi ne^iae ceeiecitoee idenBe^eed eao p i 
mlKUma eut leitmotteae edifeoiaqae d gauiwi iMi« 
gMe e e ytei viüeee eese et Tidime et eadMmwii ipm% vie ii 
Mb epvettetv, ce is eile eea eppeUMarf et «Md vebowee 
bk re aiüitsri pA^tat, M leve fai lere ^vtti iadleeMlerY et «ag« 
eKcreHufl eneetos aerety Id* «dvaeetieeeBi logetenw non vlde» 
Mter ttoiieMf et Telmu eorperie negli MftA ▼*■& QUMd tlBrrer 
^M«i deeiweldtt et «Mcietio qoearalv, oohi Aigian tM$m lüm 
demtetttY f« 4d. Tim eidm testis tee dtaüt inete ^ert^rrüie 
mmtaiB »droeelie lecniii ee qua effugereiit de«eD8tre^. q«i loe 
■lodo et ftq^met, eed etkä ipeios Itagee ttttem "»«eii qoteiU 
feraity liie Tlft edhibite ikan videUturf qeid igitnr IkigMbefitf 
propter metom. quid metnebaat? vim videlioet. poteetia IgltQr 
principia negare^ cam extreme conceditia? fdgisae pert^rhoa con- 
fiteminly caussam fbgae dicitis eandem quam omnes ietellegimus, 
arma, multitadiDein hominaiD, incarsionem atqne impetum armato«- 
mm: haec obi cooceduntar esse facta, ibi vis facta negabitiir? 
Cap. XVL ft. 45. At vero hoc quidem iam vetus est et maiomm 



Cap. Xtv. g. 41. aegebis Ikctaml neff'aM* esse factam* Cap- 
XV. %^ 43» KÜiN|iieiit looQta, qncot st ttM ieronq peUnqmmt loctea, 
^mmm skOmrkii. 8..4a..eid4? m Quoä si. $. 44. qnaestreraatl 
^^utesknmi. 



t4 . M* TulB.Gioeroiii» cxxvu»'jla.4»^«m 

«xen^lo mmtäB in celoa luttttam:. «am a4 viai fMdutenaMretav 
•i q«M armatM quamfk prooul etajpOTiwfntf^ Hft Mäm teittf- 
e^ disQidereiity e|iteiii^ sposslooem Ikeert ptamfi: lA jumts««« 

BDICTVM PSASTttUS VM TACtA a8SM|^. UM» TflCOt 81^ 

«086 »ruMtos salb est ot viM fkotem ^0^0«: ihjfßmmfiomm 
inoi^^e. HOB estvaMiff adtpecfas «rmatorum «d vinuitfolmiidaa 
raleUt: ioowrsM et inpeta iioiiTiildbtt«qil&ahkftt> CmUIw aiU^vki 
IlMSüun probabU^ qomm qni efufetitf f. 4C At e^ahae dlMt 
aL at'.|ffiflM In caaftello Caacteaa dixü AeMhM ae Imdaaa aaa-i 
gisae et anpaaie ne^pie eam, «I Ute aooeaaifeaat, abitanti^.aMia 
CaaclM diaeaaaifliiat; dpbitaie vaa noa.'dehaiaaa quin C aa ii aa a 
t^etm via ^aaat ai varo ateid ao.pröatil.:oaaapesit anaata^ ra^ 
oaaaififiaty aa miniia dnUtaralia. aoMda. eaim via^eat^ qaaa paci* 
o^ ant deoedera noa.afiavnda cogit aat ptohihet acoadaca« 
fivod ai aliter stotoetia: videte na hao yoa stataaüa, quk vivaa 
diaoeiaerity ai virn non aaae tacimm, m^^hbc omaibkia . in j»oaaaa*a 
lioiMiiii ooatFOYenlla'i^raeaMibatiSy utaaüAigandttiii aibi at r ara rf a 
daeartaBdam putentr ne ^[«etfi ad medtai ki Mh> poaaa igaftiia 
ab inpanaladbiia coaatitaitar^ aic in indietta daterior afHaasarall 
aorom^ qui fiigeriBt, qnam qoi ad aitraawi« naqne cootoadadnt 
§• 47.. Quam 4» iure aC legitimia lioadnam oootraf^nüa Jan 
qaimiir et in lila rebna vi« nominauma, pertenoia vis inlattagi 
dabet vidi amatos quamvia paoooa: magna vis eat deaeial 
vnivs liomtoia teio perterrMos: deieetos detnumsque anm« hn^^ m 
ita atatoetiai non modo non erü cor dapognare qoisqaam poat^ 
bao possessionis canasa velity aed ne illnd qnidem eor fepo* 
gnare. sin antem vim aine caede, sine tolaeraüone^ rine sangtdna 
mUlam intellegiüs^ statuitls homines posseasionia onpidiores qnaai 
vitae esse oportere. 

Cap. XVn. $. 48, Age vero, de vi te ipsum habebo 
indicem, AebntI, responde, si tibi videtur, ip ftindam Caecin» 
Virum (andern noloit an non potoit accedere? com te obstiüsse 
et repnlisse dicis, certe booc volnisse coQcedis« potes igitnr 
dicere non ei vim ftiisse impedimento^ cui, com coperet eoqne 
consiUo venisse^ per hominea eoactos, licitnm non sit aceederef 

Cap. XYL S. 46L neqae evaiy ai iUo] neque ülmm, H §0. 8« 47. 
Intellegitte, statuiUs] hUeUigeUt^ ßtaimtis. Gap. XVIL g* da taadaai 
nolaitj nQl^U t4mdenu 



i:.xim.vmiL»m^u orttt» pro A. CTiedia. Sft 



il mim |ifi9d«4 taMtmne' vMi« tadto inoila yafriti tii pro0eeto 

v«ilet McadcM^^oipanMCMMflt $. 48l kau vinAdam ncgare 

r<f!ieiiiM«rl^6iilm iife ^ipiilH de >iöe«i iMetase Mt eom^ 
i^ talMi -acalteft»«! ^^ patest^ qid dtmikio in 
iw.ibtt>9'tiiMftM:^Mktetak eiMi'.#int, iii|iiKpmm'MCt;^|idit:d 

äßapeU «QfeMii^uMto Mt0«u#«i'4teor. »d. ta- qid:iliuiLidilg«iit 
fear: et tateieeUUinrblkQMftreverilM, wm MqiiMe<«lii4te8iy .et 
fc— nnl, tfted üttctis «i)iiJiiiiss,peteliic6 dkcre 
Mf# todta Bbii erirt fiii) deMweitdiceioe« 
«ftlrerlil» %,e||teA pnieterai Ib hoe:iatandiGte .«H eoMMit 

0i voDhntt ed(tiievbiMBBB^»hee laleliflguiiis Tianfwfc est eem de« 
tcodij cnL.HMOMiWfonMiivVniMeesfle «st^ ia^AO^ flEi.4id.verl»ai 
reüPtotrtntoi a^fc-lgette/ Jimhuhi ■!«« detro^on^n^ni boh m^ 
hWta^vifUDemr'dmetpi et^eetwipmetepe inteNegMon §: W. 
IMecliiri.TeBfta)^<ipfltaii:i9e8«'fyto ia krfeetaepi lo^ 

ismm dkt iinMiiinfii aietnet: patent pMn% IdgatiU) eMtOB deniqoet 
ilkid.yetsi'yMle aMdo peiiai^ »ieetmi^eise qviiiqoM; vea modo 
^pil'tsetiiB:saa td^eed iie-iii:'e^qiiO'<faldeiii rt :platie loco. qold 
ecge?. tee-lofeedictam fw Ui— edmatcaae caUuar pompositoii^ 
qak 80 fsmeoitiltotlia 6x leefai MptriOrÜMv diecrmt? eoe eidtt 
▼eseipoeffiiKda dio«re eüo Meotöm 

Cap. AYui. An non cmi;^' yoluntas et consiliam' et sen« 
tentia inter^icU intellegatur^ unpadentiain summam aat stultitiam 
singularem pud^bimus in verbpnim errore versari, rem et caus- 
sam et ufiUtatem communem non relltiquere solum^ sed etiam 
prodere? ^ 51. pn boc dabinm est quia neqae verDonim 
tanta copia ait noii modo in nöstra Hngua, qnae dicitur esse 
inops: sed ne )n alia. quidem lyll», res ut omnes suis certis ao 
propril^ YQcabulLs nominentqrf ne^ue vero qqidqaam opus sit 
verbis, eam ea res, euias caussa verbä quabsita siot, inteltega- 
iart qaae lex^ qaod senataa considtom, qaod magistratos edi- 

. K * 

Cap« XVn. %. 49» eoatroTersUlBi] .eoft<rowr«iaju QM% defimsnm 
dtoOMie?] .l?tii#? drlrtetiufl diqeftT t^ 50. deiectus •veriM>] deUeUa 
vero. ne in ae^pio quidem] ne aequo quidem* ^' 



•6 IL TttlU CmrMb . Qxmk'ax.%.u^*^ 

etuBiy qi»d IbeiM Mt pfteio^ fnod -- iil4rt f^vstis rw re- 

dem — tflüB—ifin, qvM tadkiB m( rtitiiiKiuiin «it pM«i 

•t coivreiiii ftraimla Mb InftroMiri ae «oovalli qpe(«t, iii ad Tefto 

r«m f toieetote vdlmofl^ «Maffiitat wiftea Bm^m; -fök 

e( ratiottea et andtriteMi rtUwjaiwmt f. Mi ScnM 

cale €t Itodttarii «t qiwttdüms bm eohiiwIiH, flitedba 

Bos.MMapikIflnir. deolqDe Imparlm i l i iBtti ttd a ia-^ inM hai <rity id 

s^rvalifl Im noslris omicesMiliMB, «1 «i T^rte* aoMi tbudiaiij 

am adid^Mid ex rerMa iaiallagl 

aoae «a irUdle^ ailhi aeoam est haraai wt/tm laiaJatol 

eeconrit «*i ealqaa TeirtnuB attüd alM in 

f Qod teitiMOBia iit, ata iOL ^arldfl aptaa ^aadwa laa^ 

■enrire hoaikran eonällia «I aäotatetftaaf 9^ 69r Oraata at 

aopiose L. C^nums hmaa tooge aJo^aoattwaa lauffla aala, 

qwiiii aoA la Ummbi TiaiaHiS) ladtoi a 

tiam deftadft el «Müe^ «am eoalra 

9« Marina dloerel^ pv«iMatt anailw M.' Cariaa^ qoi 

rfMotOi anat tot afoaava raamnio laua^ 

aM)da nan nürtitarf} aed se uatoa qoMeai eiaat,< 

ofartera. ^pddt vartifts tea aato ini eaMriaf 

igitnr TaluM vataataa, qola ri teettia 

terbis aamlao non aMtaors fria naa pateat, Tart» Ta|>ert» 

annt^ «on qnae Inpedireat^ aad qaaa ia i tearaii volMMaB. C3a|K 

XIX. f. M. Iiax osaai et «aelortotaD Aindi labet aase \km^ 

«1110^ at atimiur eodem iore ia aadilwi» fiae ia tage aon ap* 

pellaotur. Si via sit immonttai tobet qaa vellt ag^re iamentBH. 

potest hoc ex verbis intellegi Ucere^ si Tia sit in Rrotüs iai- 

manita^ agere id veltt inmentom per M. Bcaiiri Tosoolanma. 

Actio est in anctorem praesentem Us yerbis: quandooub 

TB cf lÖRE coNSPicio« liac acöone Appins üle caecas 

oti non posset, si tarn vere liomines verba consectarentur^ vk 

rem^ cnios caussa verba sunt, non considerareot, Teatamento si 

recitatos iieres esset pupillos Comelios isque iam annos XX 

Iwberet, viAis interpretibna amitteret hereditatem. %, 55. Yeniunt 



Cap. XYm. %n 51. paott et coaventi] paifM [etj cmvetäL %. 
09. beroolej wukerctae. %, aa« Terbli koo satls erat eaatmatl 
wrbü ssUi koe anthm ermi^ t/ap. XIX. g. 64. oUA»oova] 

QÜANDO [qUIDMMJ, 




c.xBLWL%M^7. oratio {MV A. OlbcStia. tt 




t9Ub iMniy «itfio Mio. 



wv fMMft Medtttety nt pfhur, tii idlqiii« de 
l|gtar'«o«M t» rMCIMiMit «oipi^ quid 
yrttet iici, qol LmUm flotae, ki 
iMtof^t «i mlfo »6 kabeM qiM«i «enmui p tm a tor «m^ V^ m» 
iMeMri^ oIuim >dd«ttoet: ii Mm ftaiiii»^ • linriiii aai «i^ 
«»or te Mflpe ddMtnii. «#qM midi duMam «d ijpi» id id räB 
MtetfHdftiii vwke daotaHir, non i^ flMKBtmi > laMkgan ai, qme 
oata ii t « strvlii idMltaiy qobi mM« 1mmi# AnMIft wm ilt 
«cltMii ewte Iuk» ook Mod» pMrtal^ sed «aHB oogit« ' f. Ai. 
-«t irtro r«(io tarte Intordiettqve Tis «t pnetorMi iR^tatMi dt. 
^fottittHtt fraddnttm cd nait w a «( i^MUrtiai leM H it taideddüttb 
idittett <i |ira «Afld pvtet Gip. XX« Q«M 6fgo«. Uli teai«. 
Ml lAtiüe ^noD loeoftturf fanno iPtn -iMitttM liiu M te» ^mdwa 
M^ MlB Ad liMfofeiidaii riAmmmfi cm «Ud liÖ€ prapoiwiM^ 
«t «Urd ne M deieeols ilve taonm ful^ilun stve Mnwm «Ive 
ttdioortfniy 4eiI senrofl iieii nvwMPO distii^piaat, sed AppeÜflü «ao 
hmXttim iiottlM. * f. 57. de WMIi ftutOB ^akiqi^ ett^ precw. 
näerls ncMne eppettvitiir: b€« qne omiies sint aot »ppelleiiliff 
proeitfatoresy qid teifoti BOfl^i ftUqiild garant^ W In hat re 
cegidtti* fleAteiMla lüttrdicd verbe sobtilüer ezqidri omiiki mImu 
nint ttfen ddlfti «i» tAnsMi eid »eqidtiitto lo imo serf« at. in 
pfenibiia: aott alte ndlo iaria in boc geiiere 4«wtaautt^ ^tnu 
sie tm» proearator ddeceift la, qvü tegKIme ptoeimAaT iköüar 
emtihim urum etos, qol In ilana nen alt abaüve ral pdUi^ae 
eaoaaa, qua^ qiddam p4me doBrinna, lioo eat aUenl haMd vlaarhtat 
»u tmm eoloniia aot ▼kdnoa aot oBefta aal Ifbertoa ant qoivla, 
qid lllaa Tim 4aleetldDeBiqiie too regat» aot taa noirtiM f« 



Cap, XIX. S. 55. quo de agitnr] de quo apitur, fntdlegitisl Ifi- 
teUigeüs. - yelimus] volunms. Neqae enim dobiuin eW] Ngque duMxtm 
M. Cap. XX. $. ^9, Quid ergo?l Qiää iffUurf slyer tä me deiece« 
rtel tcl m« restituoM sive iümei deuceris. 



S8 BL Tiilli CtearMiü &xz.xau.ft.M-^. 

fit $. Mi Qm re<!il «d 4üm rt^Umetdimf ^ vi doteetap 

ad rem* perliiicty qme trerkbram vto iit ao OMriMiBi. tiHpi reiä» 
taes, 8i tuos ne OünirtiM Meoerit, mdtt tao p n ^ yorit os negottov 
^^HUB fli firocanitar d^aoefttf non quo «dum «M prooomtare^ 
qui aliqtüd «ostri negoii genvrt^ «ad quod in ^bae sa qoaaäiiikNt 
adüaet tarn restitoea, 0I ttnas aarvulos, qaanL si flmi tta. feaerit 
itnlver0i^*ada qua idaai aÜ senmliia uaoa quad ftuwttay.Tenui 
qida mm qidtaa veMB.f^fMqap dicator qnaasituff^ aad «laa tm 
agatm* «atiaitt ai — «t ftoagiua a varbo rao€da»i«8^> idi aiaqaKala 
na iaatalaai quidaa «^ ^ tiaw aecvoa arilaa Ataiit: e^iOOMi 
dieai.ac laaraenarii^ tamao et.ip^ tuaa faialHaa gaaara <at mh- 
fldae' eoAüaiAiuiftiir. Gap. XXL f. M. . Pavfa ponro haa idan 
iaiardi^lom aaqal: B^msinw coActia. ^eotiaam oocgaria; 
ijpfii ooavaaarint oaa apoata*. carte cogü ia^ qat aangra^ ba«- 
lalnear et aooraotft aaacti. »ool ii^ qoi ab attq»o mal vmsm ia 
locam .oaagragaö. al na» mado canrociUi nan. aant, aad Baea«*- 
JvaaeHiBt ^püdam, aed U »ada AiarwC, qoi /attN» ' aatea hob. m 
. iAm ßM^ vacofli} cbla^di aatpaacandi eaosaa aaaa in agca aaa- 
Macaat« dttadaa htaatoiw «aaacloa aoa tome i-a( veAa qiüdaiP 
aopanhte me ipaaiudi^iaiaataLiMCMMMdfitaaqi^ 
Viai.anJn-AiiUitudiolsraftilni vobiiranty noa mlwm ooovacaiae 
jBiilttattai% aed qiUa.plen»qaey ald multitiidiaa opus aat^ bo- 
«dnes GOgi salenl, ideo da ^ a ea eto oonppositQiii .iaterdtetnoi aat: 
-quod atiam ai verbo diffarre vidaUtory ra tamen edt imiim at 
amoibaa in caosaia idam valebit, in qniboa perapi(4t«r uaa atque 
aadam aanasa aa^piitaüs« f. 60« ABiutiavK«. quid dieemaa? 
armatoa, ai Latine loqoi yalomasy qaoa appeüara vece poaaamoa? 
opinor aaa^ qai aootia telisqaa parati araatiqua amit. quid igitnr? 
ai g^bia aot aaxia aot fbadbos aUqnem de fkmdo praaaipiiMi 
ageriiy iaaeasque ata^ quam boflünfluia annatia deieaeHa, reatitnera^ 
reatitaikae iadida? verba ai valent, ai oanaaaa non rationa, aad vo- 
cibaa poadarantar; ma auctore dicito. vincea profaoto noa füiaae 
jumatoa aoai qoi aaxa iaoeraat. qaae de terra ipai toUejcent, nan 
eaae arma eeapitea neqne glebaa, non ftaiaae armatoa eoa^ qoi 

Cap. XX. S. 58. fccerit imiversa] deiecerU universa, etiam ai 
-*- at longfus] Etiam f (ui iam longkus. et omnes] sed omnes, Cap. 
XXI. S* ^* oonsuerant] consueverani. ^ 6a dicLi?] dicesf 



c.xxLxxiLS«»-<3. onttopr» A« Ciedfia. i9 



liunrinV «m ioeai^s fbkwe vinees. fw' 61« Vcniiti ri qnidem 
eät annonttB io4icln% tan Ibüi 4kito: ioriB Mtetüm eiim erit 
6t •ifütiliiij <Mive kl ütä twi Algida, tam Mitti eadamnia 
d^tecMk nm entm repfirie» ^ent^aai IndiMA m* mNii»eni-. 
terea^ foi tMquMi si uibu MiliM» la0pid<uida<irial/,Hii prdiei 
r-Md fNoriifde vttoUt quMi «nuadnoml dMlot, fl tepe-^ 
te pnraUiUflMiy nl vi» vitee «nt €orpirl:polCMrinl«4ferre. 
€«p. igOL S« 6i. Atqod nt iwigtoialdl^^fuaiii v«rH 
nihil vttleao^.tt lu atlng «i( qohr&i «aas 4Mun'Miito et ^Mio 
impeloiii iQ. Hif rMflMt »Iqae «|ra ita Mectos ciMmy änd^eane 
«Mre intMdkslui jm».i» vtamQß hooifaiilNitf} Up miem bwri- 
jenem taamimnf^mmm tiAm. mm ^fmt Itm laipiideiift Mse«. 
alfai vide m »nlto bow» ms impndaatMir. naMiMoi^: ^idem 
omnlfl BHicdriiB imn^ware poiMes, g«od iiottiiies ia loo iMgodo 
lAÜoe oUivkieenMihiry qvod iiMmii armaü indiMreator, qocnl 
Qum iDte^tq» e8B«t de, idmitai, cMHttntea reß emei 
wk' foodi «Dti.hemo plaree esee bominefl indifweDlar. * f. 
«3. VonuB:, JA ble caAmiis ww vMni yenimil io ia- 
dkium» sed e» Tt$^ euhiB CMwa rerfc» baec ad intefdiotiua 
ooaieeta mat yim , qoae ad c«pirt ao vüaai pertlneret, 
nrtitai fliae «IIa excaplione vok^mud. ea fit pleramqQei per ho- 
fldaes ooaoi«! .anaateaqne: d wMo f»naUioy eodem periealo fhota 
•U, eaien ime esse vetaHtluit qea enha naior est iaiari% rt 
tua AmiliUt quam ai tmia vittcaa, aoa id toi servil qaaa «I 
alieal ae* metemnily aon tA imm procmator quam si vlciaiia aat 
lAertus immy bdo fi^ coaclia hOrtiniba8.,^piam «i yolniitariiA aat 
etkun assidsda ao domeaücisy non ai amialia quam, ai iaenaibaa 
qoi fim anpatonini: haberent ad nocendiudiiy non ü ptocibaa qnaasi 
ai nao aimato. qnltaa eaha rebus plemmqae via fit^ eioa, medi 
eae res appeUantor in hiterdicto. ai per alias rea eadem (hcta 
via eat: ea tametai .v^bia, interdicü , non ooneloditar^ senteatia 
tarnen iuris atque anotoritate retinetur. 

Capt. XXI. g. ßO. inermos] inerm^M* Cap. XXIL S. 63. cum 
ftcatoet gladiol cwn scuto, cum gladio, S* ^- ad interdictnmj in 
inUrMctunu ao vUam perUneret] tt ad vUam. perUnet. vim arma^ 
temm habereall vim kakitreut armaionun* seatentta tarnen iuris] 
tarnen ^ententia iuris. 



3* iL Tidli OMroni» c. %xul ^ 64-^. 



Cip. XniL f. M« Teldo mne id. ttmä t«ni: „Man 
deieci, no« ante rfvl «coadcra^^ poto te ipsan^ Pkw^pera^oor», 
tpMuito ifläi rit iBguatidr Mqu k ws"^ datario qoMi lA iUs ato« 
rera: ^^oa ftiaraBt anaMitf, eaäa ftulllMK at abnr aaads ftaannt^ 
!^ ma harcida aihl nan aafdoaa iMiakii ad dloandniB optfa da^ 
tar, ntraa tMilIni dafbodara aaa aaaa daiaataii mm, avi vi al 
anais iogradleaä alt öaeoMoai, aa anaataa nan Maaa aas^ qal 
aina acotla dnaqua tera ftaarint; amiüiia ad j^n^midom 
qua ram vidaam Mnaam mgateianifae aaaa, ad 
aotaai In atem Yidaar nttil att4lüd raparira paaM, noo Msaa 
amataa eo% qoi naqna teri ^pgddqaam naqaa aoatm oftni ht^ 
taerifll: Ua vara haataam, ai odhi datodaodaiii alt, ami qal 
pokM i^EMMVia I«, naa aaaa daiaatOL «^ ML atqoa lOod 
io tote dafiMMtoBa toa b^U vuuonia rnktm TidabalBr fa dioara 
iarifl aanaaManHi auolarttaa ofateBparari nop opartc aa > Qaad ag»- 
tematal noii Mna prtaant saqna la hae aanoai aoiom maähf 
taman sdaadom nirabar abs ta qnaa ob nm dlcarater. 
öatari total ad iatan hoctedottaai daoarnuit, cm aa fo 
potaDt ha ba ra aaoom at bononi qaod dafsodairt. ai aontniTerhl» 
at Uttaria at ot diel aoM aiiiMiio faira ooataodter: aolaat alv 
aiadi ial^oltatl aaqoi ci booi aonaii digidtataa^pia oppavara^ 
Ton illad qaad didlnr: Wfu vnrs, iiridaat, tum auaopia tot- 
bonuii at Uttafamm tattdionlas la InvIdlaQi vaoant^ tna vaeU 
ftoMitiir as aa^pio al bana, mm ax ealttda vanoCaqaa kira ra» 
Mlaart apartara: aeriptea aaqol eaionlatoflB aaaa b o ai qae In-« 
Aßia TalaaMam^ Mn^taiia a«ctaiitatam|iia dafbadava. f. 6t. 
Iki Ista vara easasa don to aia i% qol to vailia Uttafftfiia daindaa, 
aomtuaaaliitbaapartaa: ^^nadadalaotiiaaa? an laia foo eohlUtoa 
aa aceadafaf »alactaa aa, noo daiaetoal^ cm toa ät haac 
aratio: fUaor ma hoirinaa coagiMay Iblaar anaassa^ Ibtaar tM 
■wrtem aoaa mfadtalmn^ Maar baae latordlatooi praatorla vladi« 
eara, d vataatas at aaqaitaa yalaat, aad aga Invaaio ixt latar* 
dkto rarbiai imiui, abl daütaaeam: ,^oa ddad ta ck aa loaa> 



Cup. XXflL g. aa. ,^a 4Me€i, man aaim Mvl «ooaaera^ y,Nan 
deied, si nom Hti ttecedareJ^ ilneqoe ferro] mc tUme ferro. %i aa. 
aeqoi et bonij bwU et oeq^tL boiriqoe ioMte] boni ktdkU. S. 08. 
cobibitwi 00] prokiMim ee. haao iatehttcciuii pmecoris Yiadloare] koe 
interdicio praeiaris vindfcari. 



cx^m-txv.t^m^i: trstio pro A. Caecina Sl 

fsen» in loetiio ytohMi m vMilm?^ in Uta defNMiöne necncM 
•00, qol oMMiduatar, qu^d neqnIMi» oenaMUI nm^nea, non 
T«rki, ImWI op«rtnref Cftp. XXIV. f. #7. Et boc loco 
Aeno^olMi üadstl cnanMun n^ oentiunviros non temdsse^ quem 
ego tnton oonoMMioraviy ^jvttti id«ni fnoerae fnod In nanc, 
iMHetil 0» in alMian omm» flMdebnt^ to in nnRa Dicii, tnmen 
nnlai, qmd inftondei^ qola veiMs np|Nignnre neqni«. 

Yidebnterf Con id nimr te lioo in hnq re lAenn tempore 
et ooatra, qnnai i«te gmum po^tafaMeC, dofonüioe, tum illnd 
wlgo in indiclin el non nnamanai ai^ in ge nio ri a iMmiinitas dofondi 
miM nffamin^ ^deri mriel nee ivrig consnKin eooeedl nee in« ei- 
vUe kl oMiflflIe nemper vide^ epofte^ f. 68^ nna foi hoo 
li M diennt, nen leele aliqiid stntaere eoe, qni eon- 

r, iM iMe Mimä Meere inri civ«, sed bonMNM MMb 
eMenperari nen opertere. tiM ttloe reoie re«poiideiie ooioedent 
et nfiler indieere diemt epertere> nmle indicnre epoHere dieont; 
neqiie «ite tari potei^ nt i^nd todtoui de iure, nfind resfiea- 
ieri epofleet, nee nt qvin^piatt inria Mnaeremr peritne, qai M 
eWtnit OMe km^ qnod non oportent iadleail — f. ff. At est 
nMiininio eentm ioAenlnni. — pnam ntnun reete na perpe- 
ramf a reetoy I» Mt ino qoed iadiontnin esl; an nlHer, non da- 
Mnn ert, aCMa iodieee aa iarls eensnid ritnpernndi etot delnde 
A de inre Taile qtfdpiaai Indiealoia est, potk» epaira toris con- 
aiyton atntMnt> si aitar pfonnnelatnii est ne Mnoio plaon^ 
fdam ex eonun aaetDritat^ ifl, «t ManOhui itatnelNit, nie est tu- 
dkattnnf elenia ipse CialM» noa ita naasswa apnd eentnni- 
Tlres ^gÜ, nt eonlra iorin eensaMen dieeret, ned «t 6eo doeeret 
iDnd qnod Seaerola defMid^M, non esse irais; et in eam rem 
nen netani mtioaes adftoret, sad edam 9. llkiole soeero suo 
ainMsqne perltisanmis iHHninMtas «notoribas nteretor. Cap. XÜV. 
§. 70. Nam qeä tum etrile e e ntt a t aendoni potat, is vineola re- 
nfltft nen modo iadieiemm, sed etiani adlitatis vitaeqne com- 
niQflis, qni anien inlerpretoe iorin Yittiperat:, sl- Isiperitos inris 
esse dioi^ de- iHMniniiRny non de Inre dyfli detrah^: din peritis 
non pntal esse oWenpefandom, non lunntees laedit> sed Jeges 

C^. XXIV. $• 67. defendesj defenäU. $, SS. neo hoc] nam 
hoc. todionre dieont oportere^ mde isdiciire] §udicari äicunt hparterty 
nuOe kidicarL %. de. peüas] noii paHm. indtoiitaDi?] iadlCftHqn. 
sin€ inierrogaikme. 



3S M« Talli CicertNm c.xKv.xTiYh%.to^ii. 

ao Imra. Mbfefiietftt. food voMs veiiii» In tttMüieiii profMa »er 
eaase «8t nUiH ease in cin^tate tem ilUgeater qoMi im c^vlte 
reüfieodum. etenim hoo snMttto nUüi est qn» re exploratom ciA* 
^iiam poaatt esae, quid smmi aat qidd alimiui bK, ilhil aet gwMl 
aeQi9tbUe later omiiis atque niNua oDtutiba» «nft'posslt $. 71. 
itaqae ia oetöris eontrover^ alfoe. iadioii% ottm q^MtKor^ M^ 
quid fitotvm iMoae sit, vcinuB M/Msflm. profotater^ ot icta 
testis snbomari solet et intMp«iii DilMe tabnlte; imm mmifMi 
bonesto ac probaUli nojaine boao viro indioi «irror abilcl^ bapsoho^ 
fiMMiltas dari, ut cum scfoiiB pacperam iudlcarit, testem .tameo 
ant tabida« aecotna eosa videator. ia. iura nitiil est diu modi, 
recuparatoras^ tum tabolaa Ddaaa, oaa tastia improbosi daoiqua 
niala istey.qnae domiBatiic ia. cifüate^ potaatia i« h#e aolo ge- 
nore qoicacltt ^oid agaC^ quo aioda adgmUator indicaa^ qaa de- 
niqoa di||it«n pral^rat^ non liabat. $. 79. lUad atd» poto«! 
dioi iadiai i^ attqao nea tem vjHraoaade liomine qtfiia gratloa^; 
^lodici^ liae Aiotom aase aat BDmqoam e^sa ikctiaa vrt cai^ti^ 
taiDy croda.luiia tosti, liaa caiaproha (abalas^; hoo aaa potastt 
^Coi ftliaciadgaatas slt^ etas taeteoieBtam aon aase jvptwa iidioa; 
qnod moUer sine tutore aoctora proadserit^ dabarL^^ aoo mf^ 
aditus ad hninsea modi raa naqiia potantiaa eolqsfiiam naqna 
gratlae; deaiqoa quo maias liac saactiosque vidaatar^ na iHrado 
quidem oorrompl index in das modi caiissa potast §. 73. tote 
Vastar tesdsy. qui ausas est dictfe: fbcuss yipaa« woh, de 
quo ne onius rei argueratur qid^em edra potoit, ia ipsa non-* 
quam änderet indicace» deberi viro datem^ qnau miliar nuUo 
anctore diiisset. e rga praadaraai volnsqoe ob lioo rettnendaai^ 
recnperatoresl 

Cap. XXVL Qnod en^ est ins civUet qnod' neqae in- 
flecti gratia neqne pacfrlogi pptaada neque adulterari pecnnia 
possit: qood si non modo oj^raisum, sadetiam desertum ant 
neglegentias adsenratam erit, nML est qnod quisqoam sese lia-^ 
bere certum ant a patre aci^ptomm ant relictumm libaris arbi- 
tretnr« $. 74. Quid eaim refert aadis ant flindnm reiictnm m 
patre ant aHqna ratime habere bene partum^ si iaeartnm slt, 
qnae, cum omnia tua, iure maoclpi sint^ ea poasisne retinere? 

Cap. XXV« g. 78. potoit, itl poMsset. Cap. XXVL %. 74l ^ 
q«ae> cum omala toa, iura amaoipi siat] mU, quaequumomaiatua Uart 
mancipii sint 



G.xxvt xxvn. s t4~76. orAÜo pro A. Caeciim. > S3 

« 

si panim dt commabitoii^ iun? ai dvfli ac pnbncrn fege contn 
aliciihis gratiam teneri non potesti Quid, inqnam, prodesf ftin« 
dum habere^ si qnae deceDÜssome desoripta a maloribiis Iura 
ffnhnii^ possesflionniii, aqaannn itinemmqae snot, haec pertnrbari 
aflqaa ratione conmiiitariqae possant? mifii eredhet maior here-» 
ditas nnl cniqde nostrom' venit in isdem bonln a lare et a leg^ 
buB, quam ab ite^ a qaibas lila ipsa bona relicta nxxnU nam nt 
pervenlat ad tue ftmdiis, testamento ahcohis lleri potest^ ut rc<- 
ttneam qaod meam f&ctom sk sine iure civiB non potest jfttndns 
a patre reünqid potestt at asucapio fand!, boc est^ ilnis soM«- 
Gttodinis ac perlcoli ttHom^ non a patre feünqaitQt) sed a togf^ 
bm. aqoae dnctas haustos, iter aetos a patre; sed rata an-» 
ctdrHas bamm remm ontdom a iure dvili anmitnr» %. t^' 
Qoaproptfer non minus dülgenter ea^ qime a maioribas acee-» ' 
plstis^ piAlica patrimonia iuris qoam pritatae' M restrae reti'* 
nere debetis! non solom qaod baec iure <jiv))t 'ktepta hnni^ 
veram etiam qaod patrimoniam ottias Incommodo dlmittetor^ iW 
amitti non potest sine magno incommodo civitatis^ 

Cap. XaViI. In hac ipsa caussa, re6aj[»er«tores^ st b)i^ 
hos non obtinebimas vi armatis hominibus deiedtüm esse '«äiii/ 
qoem vi armatis bominibus pnlsam fdgatamque esse oohstetf 
Caecina rem non amittet, qaam ipsam animö fötdf ü^i1n^vA['ii£ 
ferret^ amitteret; in possessionem in praeseotia nOn 'tfistit'oeHi^ir^ 
fiibfi ampHost §» 76. popoü Romani oaossa^ dvtlatis ius, b^'ba^' 
fortanae possessionesqae omniam in* dabiam incertamque revo-l 
caban(ar:*vestra aactoritate hoc coostltaetar, hat praescribehiri 
qalcam (a posthao de possessione contendes^ eom^ si Ingressiim 
modo in praediam deieoeris/restitaas oportebiti sin aatem in 
gredienti com armata maltitadbie obvios füeris et ita venienteiit 
repaleriS) fügaris^ arertcris^ non restitaest ta Igifar^ A aeqaom 
est esse Tim non in Caede solom^ sed etiam in aninio^ IM dicis^ 



Cap. XXVL $. 74. dttf ettiqiie nostrum veslQ ^enU unkukfve 
^strum. ac pericuH liüDml ac f periculi Utium, %, 7^ Teram etiamj 
äeä eÜanu dimiuetnrj äbnUHtur* Cap. XXVIl. $. 76. possessio- 
iiesqüe omninm in dubium] possesOonuque In dubium. la pfaeditlm de« 
ieoeris] deiectrUy m praedHim, tu igitur si aequom est] tum Hu ei 
aequum ros statüetii, non in] in. fiolum, sed] essiy non* Ibt dicia] 
et Ubtdlne. ti verum est] inUtrla tum dicu alt, ibi djoisi niai] tUt 
nUL 

3 



34 M. Tulli Cicemnis c.xxvaxxviu.».M--79 

«in eruor apparettt, vim non et^e fnotam^ cd Teram est ddectnm 
esse, qai probibitus sit, Itd illci8> nisl ex eo loeo, abi vestigloin 
impFesserity deiici neminem posse. ^. 77. si iuris retinere seo- 
tentiam et aeqnitatem ploramaiii valere oportet ^ ibi dieia verbo 
ac littera ipa omoe torqaerL vos atatoite^ recaperatorea^ otrp. v^ 
rlor res esse videatur. 

, Hoc loco percommode acefdit, qaod non adeat is^ qai paoilo 
ante adfüit et adesae nobis freqnenter in hao canasa aolet^ vir 
dmatisfumosy C. Aqniliaa — nam ipso praesente de rirtnte eins 
et pnideutia timidiaa dioerem, qaod et ipse pndore qaodam adficere^ 
tor ex saa laude et me sUnilis ratio padoris a praeseotis laude 
tardaret — yOuiusauotoritati dictum est ab illa caossa eoncedi iii-*> 
miom non oportere. non vereor de tali viro ne plus dicam, quam 
vos aat sentiatis aot apnd voa commemorari velitis. $. 78. Qaa-> 
propter boc dicav. nnmqaam eins auctoritatem nimium valere, 
cQiua pjcudenti^m nopnloa Bomaoas in cavendo^ non in decipiendo 
pejTspexerit: qoi iuris civilis rationem numquam ab aequUate am* 
innxerit^ qui tot annoa iogenium, laborem, fidem suam popolo' 
Rpmaap promptam, expositamque praebuerit, qui ita lu^tua est et 
bonus yir, nt natur^ non disciplina^ consultus esse videatur^ ita 
peritup ac. pru^ens^ ut es iure civili non scientia sblun quae- 
di^i vejnun eti^m bpniUs oat» videatur: cuius taiitum est in- 
geo^um, ita pfomj|)tii fides, ut quidquid inde haurias purum te 
liquidumque haurjre^scmtii». g. 79, Qua re permagnam ioitia a 
nobis gratiam, cum eum auctorem nostrae dereasioois esse di* 
citls«. illud auteifi miror cur« vos aliquid contra me seotire dica- 
tiS| GUI9 0vun auctorem vos pro me appelletis, nostrum nomine- 
tis. verum tamen quid ait vester iste auctor: omnibus quid* 

qya VKBBIS, i^TUM PROSCUNCUTUM^UB SIT. Csp. XXVIII. 

Conveni ego ex isto genere CQnsultorum non neminem, ut opinor, 
iütuffl ipsum, quo vos auctore rem istam agere et defenaionem 



Cap. XXVU. S. 77. 8i iuris retüierej iutis iffUur retineru opor- 
tet, ibi dicisj operiert j an* atra verlor resj tUrum utiUus. Aquiliosl 
AquUUuM. g. 7^. iottiu est et bonos virj iuHus et bonus vir est. 
purum te tiquidomqae haurirej purum lufiüdumque te haurire. g. 70. 
aliqnid contra me sentire dicatis, com eum auctorem vos pro me ap- 
pelletis, noMram nominetis] alu/uem contra me sentire ^um äiea^ 
tisy meum auctorem pro me appelletis ^ vestrum non notnineüs* ve- 
ster Iste] iste vester, QuidockJ 9i;u>fivm. 



c.xxviu.xxix.^$o-6t. oratio pro A. Caecina. 35 

eangsae cotpütnore tos dichis. qm cum istam dia|ni(atioii6m me* 
ema iBgrassaaeiset^ noii poise probari ^emgaam esse deiectuai 
üifli.ex eo loco^ in quo Aiisset, rem et sententiam interdicti jae» 
com faoere fiUelNiUir: verbo me exdudi dioebat, a verbo auteip 
poflse recedi Qon arbürabatur» §. 80i Com exemplis nterer 
mnltis eüam illa materia aeqnitatis a verbo et ab acripto plaru- 
mi« 8a^>e io rebus ins et sequi l>on!qae rationeai esse sdan«- 
ctam^ semperqife id valuisse . plarammn^ qaod in se aactoritatis 
babuisset aequitatisque planimanii consolatns est me e^ osteodit 
in bac ipsa eaossa nihil esse qaod' iaboraremt aam verba ipsa 
^»onsionis fiicere mecum^ sl veyem diligenter adtendere. Quonam, 
inqnam, modo? •*- Qnia certe^ inqnit, deiectos est Caeeina. vi 
bbminibus armatis aliquo ex loeo^ si qon ex eo ]oco> quem io 
loeom venire volnit^ at ex eo eerte unde fogit* ^ Qoid, tom?--^ 
Praetor^ inqnit^ interdixit, at ande deiectos esset , eo restitoere-^ 
tuT) hoo est^ quiconqoe is. Jocos esset, onde deiectos esset^ Ae» 
botios aotem qoi fintetnr aliqoo ex loco delectnm esst^ Caecinasi^ 
i^ qoo modo se restitonse dixit^ necesse est male fecerit i^nsio« 
nem. — t«8i. Qoid est) Pisof placet tibi nos pognare verbis ? 
placet caossam ioris et aeqmtatis et non nostrae possessionis« 
sed omoino possessionom omniom consdtoare in verbot ego 
qoid, mihi videretor, qoid a maioribos factitatom, quid herum 
aoctoritate, qoibus iudicandum est 5 dignum esset ostendi) id 
verom^ id aecum, id utile omnibus esse; speotari qoo consilio 
et qua sententia, non qoibus qoidque verbis esset actum* tu: me 
ad verhorn vocas, non ante veniam qoam recosaro» nego opor«* 
ter^ nego obtineri posse, nego ollam rem esse, qoae waA com» 
prehendi satis aot caveri ^ut excipi possit^ si aut praeterito ali-*> 
qoo verbo aot ambigue posito, re et sententia cognita, non idi 
qood intellegitar, sed id qood dicitur valebit« 

Cap. SZIX« %. 8S4 Quoniam satis reeosavis venio iam 
qoo vocas. Quaero abs te^ simne deiectos non de Fulciniano 
fündo ^. neqoe enim praetor, si ex eo fündo essem deiectos^ 
ita me restitui iussit — , sed eo, unde deiectus essem : sum e^ 
proxumo vidni Amdo deiectus, qua adibam ad i^lum ftindum, 

Cap. XXVm. t. 90. a verbt»1 ah rerbo. g. 6i. tilri nos pugühte'i 
KN pugnate. qtAd ittibf — qdid a maforibus • qtiidl quod mihi -^ 
guod a maioribtts — guod* ante veniam] ante venio, re et fsateii- 
iCa cognlUij sentenüa et re coffnita. 



36 M. Talli Ciceronts c.xxix.xxx.9.as-8i 

enm de via, 8um certe alfctibde, dve de privato slve de pa- 
Mco. eo restitni som hissus. restitaisse te dixistL nego me ex 
decreto praetoris restitutam esse, quid ad haeo dldmiisf a^tao 
quem ad mödum dicitar gladio aat nostro defendo tua ooMI- 
datar neoesse est. ji. 8d. 8i ad interdicti sentenHam eonftigis 
M de qoo ftitido actum sit tarn, com Aebothu resätnere iahe- 
tmtar, !d qoaerendam esse diois neque aeqnitatem rel verU la<- 
qaeo capi putas oportere, in mds castris praestdUsqae Tersarls. 
mea, lAea est Istä defensio, ego hoc vodferor, eg^ omnis iio- 
nines d6oisque testör: cam nudores vim ärntatam nolia Iuris de* 
fensione texerint, non vestigium eius, qiü ddectus sit, sed fl»- 
ctum illins, ^ui deiecerit^ in iudidum venire^ deiectnm esse, qui 
fbgatus sM^ vim esse jRictam, cui periculum mortis dt Iniectam. 
%. 84. istum Tocum ftagis et reformidas et me ex hoc, ot ita 
dicam, campo aequitatis ad Istas verborum angustias et ad omnis 
tttterarum angulos revocas. in üs Ipais intercludere InddMs, qoas 
mihi conaris dpponere: ,,Non dded, sed deci.<< peracntitm ^ hoc 
tibi videtur^ liie est mnero defensionis tnae. In eum Ipsum 
caussa tua incurrat neeewe est ego enim tibi refero: %i noir 
snm ex eo loco ddectns, quo profaibitus sum accedere, at exed 
«um ddectosy quo accessi, unde fagi. si praetor non dii^tittxft 
iocum, quo me restitiii iuberet, et restitni iusdt, non sum ex de<- 
creto restitotus. %, 86. Velim, recnperatores, hoe totum si 
vobis versutius, quam mea consuetudo defiendendi fiert, Tidebftur^ 
de existumetisy prfanum alium, non me, excogita«se, delnde hoiiui 
fatlonis non inodo non inventorem, sed ne probaterem qiddem 
^sse me, Idque me non ad meam defendonem adtulisse, sed tt- 
loröm defendoni retnlisse; me posse pro meo iure dicere nere 
in hac re, quam ego protnli, quaeri oportere, quibus verbis 
praetor interdixerit, sed de quo loco dt actum, eum interdixerti: 
neque in vi armatorum spectari oportere, in quo loco sIt Ikcta 
vis, verum sitne facta: te vero nutlo modo posse defendere, 
in qua re tu vells verba spectari oportere^ in qua ire fiOlia non 
oportere. 

Cap. XXX. j|. B6j Verum tamen ecquid mihi res poa - 
detur ad illud, quod antea dixi, non solum re et «ententia, sed 
verbis quoque hoc interdictum ita esse compodtnm, ut nihil 

Cap. XXiX. % 85. neve] neqtu. cum interdUertt] crnn Mi er dixii* 



e.xxx.x2uas> 86-68. oratio pro A. Caedna. 87 

commwiMndma vlderetot AdtendKe, giuieso, iUiganter, recope- 
latorep. 8fli eote TJBstri hagtai ata »auD, sed makuroii pru« 
deadiB oogooieeroy non eala id forn dlcturai; quod ogo lavo- 
Bolfli^ sed ^pw^ illos oob fteerit com de vi ipterdlcitv» doo 
geoM» CMUNMuroai «we iBteUegabmol, ad q«M ioterdiedm per- 
Ünerets ononi, bI qai ex ee looo, oM ftiisaety le deiectoni 4lceret; 
akenuay ^ qnl ab eo locoy quo veateet, vi deieotue eteat: el 
lienm utrarnque aeqae praeterea qaidquam poteat aodtfiire, re- 
caperatorea. $. 87. id adeo^ ü placet, oonsidenite. • ai qui 
neam fMilliaiB de laeo Aindo ddecerit, ex eo me looo deie- 
cerit; si qni mihi praeeto fuerit cum anaatb homiailNie eUia 
SMom Auidam et me intro ire proiiiboerity non ex eo, sed ab eo 
loeo me de&ecerit A^ haeo doo genera ramm onum verbum, 
food satia deehuraret otraaque res, inreneront: nt sive ex fündo 
aive a ftindo deiectaa eaaemy imo atqne eodem iaierdicto reatl- 
laerer: umm tu. iioc'verbimi: unds^ nlnimqae declarat, et 
«x qao loeo et a quo loeo. unde deieotoa est Clnna^ ex arbe. 
Unde deleeti**f ab prbe. node deieeü GalU? a Capitolio. oode 
qid com Cbraccho ftaerant? ex Capitolio. $, 88. Videds igitur 
boe Uno verbo um» dgoifleacl res' duas, et ex qoo et a quo 
loeo. Com aotem eo resütol labet, Ua lobet, ut si Galli a maio- 
rUma nostris pestolareal, nt eo restitoerentnr, onde d^ecti esseot, 
et aliqaa vi hoo adseqoi possent: non, opioor, eoa in C1Ulic^lun^ 
qua adgresoL erant, sed 'in-Ca|AtoUam resütni oporteret. Hoc 
eoim intettegitar: undb oBiacsaTi^ sive ex quo loeo sive a 
quo loeo, so bbstitvas. hoc iam simplex est, in cum loeon 
restituas; sive ex hoc loeo deiecisti, resütue in bono locom, nve 
ab boe loeo, Testitoe in eom locum, noi^ ex quo. sed a quo de- 
lactas est. nt id qui ex alto, cum ad patnam aocessisset, tem- 
pestata mMli9 reieotns optaret, ut cAm esset a patria deiectus, 
a» xeslltoecetar: hoc opinor optaret, ut a quo looo depolsus 
aaset, ia eum se fkurtuna reatitueret, non in salom, sed In ipsam 
ubem, quam petebat: sie qooniam verborum vim necessario 

Cap. XXX. $, 86. Adtendite, qaaeso, diligenterl Attendiie diU- 
ffemiery guueso. id sam diclarnsl sum id dicturus, loeo, ubi ftiisset, 
f# deiedaia «Uceret^ alieroni ai q«i ab eo. loeo, quo venlsaetl ioco, im 
quo esset: alterum , si ab eo loeo , quo venirel, vi deiectus esset 
%. 99, unde delecCi'M't] ^Mifo deiectus **1 %. 8a yerbo unbk aigni- 
fcari] verbo slgnificari, und* dbirgi^htiI ukdb tu nEiEnsn. verbo- 
jram viial vim verborum. 



S8 M. Tulli Ciceroni8C.xxxi.xxxii.s.6s»-tt> 

sinülitudino reram aaoapamaF, qui postalM, nt m quo loco de- 
iectUB eMy hoo est, ande deiectus est, eo re^oativ^ boc po- 
stolat, ut in eum ipsum locmn vesütnatur. 

Cap. XXXI. g. 89. Cum yerba nos eo dnount, tum res 
ipsa hoo sentire atqne intellegere coglt^etei^, Piso, ^ redeo 
nunc ad illa prinoipia defensionls meae — si quin ie ex aedi- 
bas tuis vi hominibos armatis deiecerit, quid ^agea? opinor hoo 
interdiotOy quo nos usi sumns, persequere, quid?' si qui^ iam de 
foro redeuotem armatis homi'nibus domum tuam te intro ire pro-> 
hibuerit, quid agesf utere eodem interdicto. eum igitvr praetor 
interdixerit, uude deieotus es, eo restituaris: tu hoo idem quod. 
ego dico let, qood perspieuum est, interpretabere: cum iilud 
verbum mens in ntramquo rem valeat, eoque tu restitiü sis 
iussus: tarn te in aedis tuas restitui oportere, si e vestibnlOy 
quam si ex interiore aedium parte deiectus sis. 

$, 90. Ut vero iam, recuperatores, nulla dubitatio sit, si^e 
rem sive verlia spectare voltis, quin secandum nos iudicetis, exoritur 
hio iam obrutis rebus omnibus et pepditis illa defbnsio, eum deüd 
posse, qui tum possideat; qui non poesideat, nullo modo posee; 
itaque si ego sim a tuls aedibus deiectus, restitui non operiere: si 
ipso sis, oporterif. Numera quam multa in ista defensione felsa 
sint, Piso. ao primum ilipd adtende te iam ex illa ratiooe esse 
depulsum, quod negabas quemquam deüci posse, nisl inde, ubi 
esset; iam, qui possideat, eum, etiam si non Aierit in eo looo, 
deiiei posse ooncedis, eum qui non possideat negas deiid posse. 
%, 91. tlur ergo aqt in ilhid quotidianum interdiotom: urdb 
iLLB m VI DBisciT^ addituf: cum sgq possiduixm; si de* 
iici nemo potest, qui non posddet, aut in hoo interdietumi db 
noMiNiBüs ABMATis, uon additUT, si oportet quaeri, possede- 
rit neene? negas deiiei, nisi qui possideat oslendo si sine 
armis ooactisve hominibns deiectus quispiam sit, eum qui Mea* 
tnr se deiecisse, vincere sponsione, si ostendat eom non posse- 
disse. negas deiioi qui non posddeat ostendo ex hoo interdicto: 
na AaaiATis Qoi^miByü, qui posidt ostendere non possedisse eum, 
qui deieotus sit, eondemnari tarnen sponsionis neoesse esse, 
fA (Hteator esse deieotuta, Cap, XXXII, {, 99, Dnplioiter 

Cap, ViXU- S* 00* pisi inde, nbi esset; iam] niH q^ in eo 
(QtfO fueri^; nmc, $, >4, ^«Mspimn] ^tlif^nMrm« sppusloaej spotukh- 



c. xxxn. xxxm. %. w-«». oratio pro A. Caediia. 99 

fiomine« deiicHintiir: aut tAne ooaetis armitisre honinibns ant 
per eioB modi ratiooem »tque viok ad daas dissimilis rea dao 
dehiocta iiiterdieta sunt, in illa r\ qaotidlaDa hob satis est posse 
doeere se ddectom, vM osteodere poteet, com posalderet, tum 
ddeetiUB. ne id qaidem satis est, nisi docet ita se possedisse: 

WEG Tf HSC €LAM KBC PBBCAaiO POMBDSIUT. itaqQO is, qoi 

ae resHtoisse dixit, ma^a v<>ce aaepe confUeri seiet se vi de- 
ieeiese, venmi illod addit: „non pös«idebat<'; rel etiam, cam hoc 
ipsum eoncessit, rincit lamen spon^iooe, si planum facit ab se 
ilhim aut vi aut dam aut precario possedisse, %. 9S. Videtisne 
<|iiot defeosioDibus eum, qui sine armis ac mulütudine vim f^- 
cerit| uti posse maiores volaelint? hdao vero qui ab iure, of- 
ficio, bonis mofibos ad ferrum, ad arma, ad eaedem confug^- 
i^it, nudam in eaus^a destitatiiniqiie videHs; ut qui armatus de 
possessioue contendissef, inecmus plane de sponsione certaret. ec- 
^uid igitur interest, Piso, inter haec interdicta? eoqoid interest, 
utruii tioe Sit additum: cum a. Oabcina possbdkrit^ necna? 
eoquid te ratio Juris, ecqoid interdictorum dissimilitudo, ecquid 
aoetoritas malomm commovet? si esset additom, de eö quaeri 
operieret, additum neu est: tarnen oporteblt? g. 94. Atque eg'o 
itt hoo Caednam non defendo. possedit enim Caecina, reoape- 
ratores, et id tametsi extra canssam est, per^rram tarnen brevi, 
Qt non minus hominem ipsum, quam ius commune, defensum ve«- 
litis. Gaeseeniam possedisse propter usum fhictum non negas. qui 
colonus tiabait conductum deCaesennia fondnm, cum idem ex eadem 
oonductiooe füerit in fbndo, dubium^ est quin si Caesennia tutn pos- 
aidebat, cum erat colonus in fundo, post eios mojtem her^ eoden^ 
iure possederitf deinde ipso Oaecina eum eircuiret praedia, venlt in 
istum fbndum, rationes a colono ac cepit. sunt id eam rem teldimo- 
nia. 9 ^* Postea cur, Aebnti, de isto potius fundo^ qu^im de aho, 
-si^qoem liabes, Caecinae denuneiabas, si Oaeciaa non possidebat? 
Ipse porro Caedna our se morUI>a8 deduei vdebat: Idque tibi de 
amicorum^ etiam de ipsius C. Aquili sententia responderat? 

Cap. XXXUI. At enim Sulla legem tuiit. — ut nihil de 
iDo- tempore, nihil de oalamltate rei poblieae quetar, hoc tibi 

€ap. xxxn. %. oa. deianctal dihmcta. potest} poiaU. posse- 
disse: NKC] possedisse f ut nee. spensioDe) sponsienem. $. 93. deetitu^ 
lomqne videMsJ destHutum viMi9 inemius] in^rmi^ hoo ait additua] 
hoc additum^ 



4U M. TuUi Cicerofitöc.xxxfiL XXXIV. g. 96-96. 

respondeo^ »dscripilsse eufidem Sallftm in etiaüem legem: m 

gVlP lUS NOK E«8BT BOGAEUEa, X1U8 BA LB6B KUULUM 

BOGATVM, qaid est, quod ius noa ait, qaod popolus ioJliere avt 
retare non {»osait? ut na loagiiia abeam, decl«rat ista adsoriptio 
esse aliquid, nam nisi aaset lioc in omnibus le|^ibiis ood adsc»!- 
beretnr, S« 96« Sed qaaero abs te, putesne^ si popohis ius- 
•erlt me taum aut item te meum servuni esse, id iussum catum 
atque firmum futucnm? perspicis boc nibil esse *|* et ea teris qoae 
inter. Primum illud concedis, non qoidquid populos iosserit, 
ratum esse oportere, deinde niliil raüonis adfers, quam ob rem 
si libertas adimi nullo modo possit, eivitas pessit oam et eodem 
modo de utraque re traditom piobis est; et si semel ci^iias 
adimi potest^ retineri libertas aon potest qui enim potest iure 
Qairitinm Über esse is, qui in uumero Qniriäum non est? %. 97. 
Atque ego hanc adolescentulus caussam^ cum agerem oontra 
bomioem disertissumom 'nostrae civitatis, Cottam, probavi. Com 
^iretinae mulieris libertatem defenderem et Cotta decamviris re- 
ügionis imeoisaet non posse nostrum sacrameotum iustum iudi^ 
cari) quod Arretiais adempta dritas esset, et ego vehemeatias 
oontendissem civitatem adimi aon petoisse; decemviri priBM 
actione non iudioaverunt: postea re quaesita et deliberata sa- 
crameotum nostrum iustum iudicaverunt atque hoc et contra 
dicente Cotta et Sulia vivo iudicatMm est iam vero in ceteris, 
ut omnes, qui ia eadem caussa sunt, et iege agaat et aoum 
ius persequantur et omni iure civili sine cuinsqoam aut magi- 
i^tratus aut iudicis aut periti hominis aut imperiti dubitatione 
utantor, quid ego commemorctef dohium est nemini vestnwb 
certo, ^ 98, Quaeri hoc solere me non praetent -<- ut ex 
me ea, quae tibi in mentem non veninnt, audias — , quem ad 
mödum si eivitas adimi non possit, in colouias Latinas saepe 
nostri oives profecti siat, aut sua voluntate aut leg^ multapre^i* 
facti sunt, quiun muitam si sufferre veiuissent, tarnen .manera ia 
civitate potuisseot. 

Cap, XXXIV, Quidf quem pater ptitratus dedidit, aut 
inos pat^r popultlsva vendidit, quo ia iure amittit civitatemf ot 

Cnp^ XXXm. %. 97, religfouis] reUffionem- oostnua suersmea* 
tom] twraptentum nasirum' oauM <are oiviU] omne§ iure ckML da- 
djam est aemiiii vestrom] dtUtkim nambu vestntm est, eerta, g. 9^ 
^Qimeri] %. 98, CrK^ ifmrrk lameq meiere j ium mtam^ 



€.xxxiv.xxxv.g.M-iei. oratio pro A. Caeciiui. 41 

nfigkNio civitas solvator, (dvls Bohmibiis traditiir: qai eon est 
Mce|»tu0, est eonuB^ quibiis eiit dedttas: il non acei^ont, ut 
BlMdBiuii NttDMiBfiiii^ retioet integnifi eiMMsam pi los ciTiMuu 
rf pater Teadidk eu, quem lo nuMi potesWem «isceperat, ox 
polesUite dimitüt. % 99. Ism |iopafai8 com eon Tendit^ qol 
niilefl ÜACtat ooo est^ boo a^ait* d Uber(«teiBy eed tadicat 
Doa esse trau Mlienimy qid ot Uker ak »^ure pedeidiim Botaie- 
rü: eom aot^m inceiiMini Tendtt, hoo ludicat, ooa d, qol in 
oerTitote faista ftaerkit^ oenra ttberentor, eum, qol com über 
«sset, ceoseii ooUierity ipsom eibl UtieftateiB'obiodicaviMe. 
qood ai oiaxome hlsoe rebos adimi libertM oot civkas potest^ 
noB inteUegont^ qol bteo coameBiorBBty fli per haa raüoDes 
jnaiorea adimi poaae voloeroot, bMo modo Bolaiaae? %, 100. 
Nmm ot haee ex iore (dyili protokront, ne adfenot veUm^ qoi- 
taa lege aot RooiaoB eivitaa aot übertaa erept» alt nam qood 
ad exailhim adüpet, perapicoe iDtellegi potert qoale ait. exdUom 
enlm oeo aoppliraom eat, aed perfOgiom portoaqoe aopplici 
nam qoi Tolunt poeoBm afiqoam aobterfOgere aot calamitatem, 
eö aebm Tertoot, boc est, aedem ac looom motaot. itaqoe 
mdla in lege oostra reperietOTy ot apod exteraa civitatea, male- 
fldom oUom exailio esse moltatom^ aed com bomines viocol% 
necea Igoomkuasqoe vitaBt, qoae aool l^boa constHotae, coo- 
ftigiofit qoasi ad aram in exalliom; qoi si in dvitate legis vim 
BOlMre vdleat, non prioa dvitatem qoam vitam amitterent: qoia 
noloDt, non adiadtor bis dvitas, aed ab bis relincpiKor atqna 
dq^ooker* nam com ex nosiro iore doanun dvitatom nemo 
eaae poadt, tom amittitor baec dvitas deniqoe, com is qol 
proftagity receptos est in exsiliomy hoo est, in aliam dvitatem. 
€ap. XXXV. %. 101. Non ne inrl^^ity recopmUeres^ 
taoMM de hoo iore mdta praeiereo^ tarnen me loogioa pro- 
lapaom esse, qoam ratio ncptri iodici postolarlU verom id fed 
noB cjpiod vos in hao caosaa Jbanc delboaioBem dedderare arbi- 
trärer, sed ot omnes intellegereat nee ademptam coiqoam dvi- 
tatem ease neqoe adhni poaae« hoc com eoa adre volol, qoU 

Cap. XXXIV. g. 99. ndneritl wMü. eom d - ftierlBt ^ Übe- 
rentar) cum i$ — fiterU — libtretur. abiadJcavlMe] oHudicasse. hisce 
reboa] Hsce rebus, maioret adimI] udimi maiores, 

Cap. XXXV. %. 101. noatrq * VfUri. ae^e adiid] n^ «rdipi. 
9. 108. de re] e^ 4e u. 



4S H. Tulli Ciceronisc. XXXV. XXXVI. s.iot-f 04. 

bas Salla volait lohiriaiii fnoere, tarn omnis ceteros n(m)s ve- 
teresqae cMs: oeqiie e^in ratio' adferri potest, cor si caiqaan 
oovo eirl potoerit adimi dvitas^ dod omoibua patiiciis, omm-^ 
bus '^DtiqQiMamiB clvibus possit. f. lOi. Nam ad hanc qiiideBi 
caussam nihil hoo pertinulMe, primam ex eo intellegi potest, 
quod vos de re iudicare Don debeüs, ddnde qood Sulla ipse ita 
-talit de ciritate, Qt non sostalerit homm nexa atqae hereditates, 
lubet enim eodenT iure esse quo faerint Ariminenses; qoes qub 
igfiorat duodeciA coloniarain fuisse et a civibas Romaiiis he- 
reditates capere potaissef qaod si adimi civitas A, Caednae 
lege potuis&et, iaagis iUam rationem tarnen omnes booi qnaere- 
remusy quem admodum spectatissnmam pradentissamnmqae ho- 
minera, smAmo consilio, somma virtute, snniioa auctoritate do- 
mestioa praeditom levatam ininria civem rednere possemas, 
quam otl nune oqoi de iure civitatis nihil potuerit deperdere, 
quisquam exsistat, nisl tni. Seilte, simiUs et stultitia ^ irnpn- 
dentia, qoi hoio eivitatem adempCain esse dicat. %. 103. Oui 
quonianiy recuperatores, suum ius non deseruit, oeque qnidquam 
lllius andaciae petulanüaeque conoessit, derelinquo iam comm«- 
nem caussam populique Eomani ius in vestra fide ao religiooe 
depono. Cap. XXXVL la homo ita se probatum vobis vortri- 
que similibus semper volnity ut non minus id in hac caossa la- 
bonirit nee contenderit aliud, quam ne ius suum dissolute re- 
linquere videretur nee minus vereretur, ne oontemnere Aeba- 
tium, quam ne ab eo contemptus esse existumaretur. 

f. 104. Quapro^er sl quid extra iudieium mst^ quod vir- 
luti bominum tribumidum sit, habetis homiaem aingulari pudere, 
▼irtute oognita et spectata flde^ amplissumis viris Etruriae' to- 
titts in utraque fortuna oognitum multis aignis et virtutis et 
bumanitatis. si quid in contraria parte in homine oflTendendiim 
sit, habetis eum, ut nihil dicam amplius, qui se homines coe- 
l^isse fateatnr. sin hominibus reraotis de caussa quaeritis, omn 
iudieium de vi sit, is, quiar^tur, vim se hominUttus aroiatis 
feoisse fkteatur, verbo se^ non aequitate, defendere oonetur, id 
quoque ei verbum ipsum direptum esse videaüs, auctorkatem 
sapientisaumorum hominum fiseere nobisoum, in iudieium non 

Cap. XXXV. S. 102, dnodeeim] duodeviginti, prodentitsttmamqae] 
ptidenUssknumque, Ciqu XXXVl. %. 104. qood virtutl hominum tri- 
buendnmj quod komini Mln»endum> dtreptom] er^^^u«. 



c.xxxvxs 104. oratio pro A. Caecitui. 48 

▼eiürey utrum Caecina poimederü necite, tarnen dooeri posMu 
dlflsiy multo etiam miiios quaen, A. Catoioae fandoa ait oecne^ 
me tamep id ipsom doonisse fuiidiioi ^sse Caecinae —: coai 
baec ita «int, atatuite quid voa tempora rei publicae de anna- 
tis hominibus, quid Uliua oonffeaslo de vi, quid nostra decisto 
de aequilate, quid ratio ititerdicti de iure admooeaat, ttf ii^« 
dketis. 



M* Tulli Cieeronis 

oratio 
pro 

T. ANNIO MILONE. 



Inhalt. 

Schon längst tnar die Zeit für Rom entschwunden, in 
welcher da» Vaterland den einsichtsvollen Staatsmann, den 
treffUchen Feldherm vom stillen, väterlichen Landsitze %u s^ 
nem Dienste abrief, in wdcher Edehmtth und Uneigennützig^ 
keit die Staatsgeschafte leitete; schon längst war die alte 
2äueht,und die strenge Sitte aus den zahlreichen Heeren, aus 
den gewaltigen Lagern der Homer entwichen, schon läfigst 
hatte die hohe Herrschersladt der, nährende Fleiss und die 
erhaltende Ordnung terlassen, schon längst die eiserne Strenge 
und die starre Unbestechlichkeit den römischen Gerichten den 
Biieken gewandt, schon längst war aus den Häusern der 
Hohen und der Niedrigen Schaam und Sittsamkeit entflohetju 
Bedrückung und Habsucht beherrschte das Landj Falschheii 
Und Eigennutz^ lenkte den Staat, XiigeUoeigkeit und Au^ge» 
lasshiheU herrschte im Heere', Missgunst und Hass beseelte 
den Bürger, Parteilichkeit und Ckinst leitete die Richter, Ver- 
sckwendung und Ausschweifung verheerte das Haus. 

Jetzt standen nach langen gräuetroüen Kämpfen im In^ 
nem des Staates nur noch zwei Parteihäupter einander ent^ 
gegen, C. Julius Caesar und Cn. Pompeius, von denen ein 
Jeder auf seine Weise und zu seinem VortheÜe die letz^ 
ten Stützen der alten Staatsverfassung zu untergraben suchte; 
Caesar vertrauend der innem Kraft und sich stützend auf 
die Masse des Volkes und die Stärke seinem Heeres, Pom^ 
pfius pochend auf den alten Buhm und sich anlehnend an 
die Partei der Vornehmen ttnd den Sehein der alten Verfas" 
sung. Zwar hatten sie sich im Vereine mit dem eben so 



oratio pro T. Anuio MHone^ lahalt. 4i 

habsüchtigen als reichen Af. Lieinius Crässus qegenseiHg 
genähert, um die letzten Bestr^rttngen weniger Edlen, die 
Rechte des Staates gegen die Angr^e ßin»elner vu terthSdi^ 
gen, %u unterdrücken; hatten %usammenw ii 'h e n d oder einander 
wenigstens niehi entgegentretend ihre Gegner etdfemi oderge^ 
schwächt; und selbst den edlen M. Tullius Cieerb durch 
einen ton Caeiar*s Schergen, P. Clodins, in mseerdienie 
Verbannung bringen lassen. Doch locker trar das Band, was 
die Häupter vereinigte, und ihre Ptarteien standen sieh feinde 
Ueh entgegen. So warf sieh Clodius im Solde Caesar* s 
zum wüthenden Pöbelanfährer und ismn Parteihaupte auf, 
und Pompeius hielt es für nöthig, seinen Unternehmungen 
einen Damm entgegen%uset%en. Deshalb Hess Pompeius 
Cicero durch den Volkstribunen T. Anniüs Mite in's Va^ 
terland zurückru/rsn, damit er seinem alten Feinde entgegen* 
trete und für Pompeius Pläne thäüg 'sei. 

Während sa nach Crassus' schmaehroUem Tode Pom^ 
peius 9u Kom im Mittelpuncte des B^hes seine frühere 
Macht zu behaupten und %u erweiterh strebte, Caesar hin^ 
gegen Herr ton Gallien, an d^ Spitte tfon zwölf siegreidien 
Jjegionen, im Besitze erpresster Reiehthämer seine Pläne eor*' 
bereitete, befehdeten sieh in Bom die f^erschiedenen Partei^ 
ganger, und Jeder suchte seinen Verfhät Zu erreichen und 
seine eigennützigen Pläne durchzusetzen. So war es, als 
für das Jahr 762 nach Erb. Bornas sieh T. Annius Milo, 
P. Plautius Hypsofius und Q. Metellus Scipio um's 
Ctmsulat bewarben. Nicht allein die leider schon aOgemein 
gewöhnliche Bestedhtng der Wdhler ward an gewan d t, sondern 
auch Schaaren wurden von den Parteien rersammeH und be^ 
waffnet, um entweder günstige Wählen zu veranlassen, oder 
ungüttstigezuverhindem. Clodius,^ als Cicerone und Mi^ 
lo^s imtersöhnHcher Feind, setzte sich Milo^^ Wahl entge^ 
gen, um so mehr^ da er sieh für dasselbe Jahr um dt» 
Praetoramt bewarb, imd wohl einsA, dass er unter Milo's 
ConsukUe sehwerlidi die Pläne, welche er als Pruetor errei-- 
eheh wotUCy würde durchsetzen kdnnen. Deahtib waren 
Milo und Clodius öfters mit ihren Parteien an einan-- 
der gerathen; Beide waren gleich an Verwegenheit, doch 
befand sich Milo auf der Seite der Besseren. Während nun 



46 IL TdlU Ciceronis 

Eriterer, der, termöpe Meiner Partei mehr begümtist frard tmd 
das Volk mü Aufopferung eeinee beträchtlichen Vermögens 
theils durch reichliche Oeldrertheiiungen , theils durch glän^ 
zende Fechter^ und Schauspiele gewonnen hatte, die Wahlrer" 
Sammlungen sobald als mogUeh gehalten uünsehte, seine Mit" 
bewerber hingegen dieselben verschoben wissen wollten und 
deshalb Pompeius, jet%t dßr Schwiegersohn Scipio*s, und 
der Volkstribun T. MunmtiuSy die herkömmliche Wahl «•- 
nes Interrew, welcher die Versammlungen zur Consulwahl 
halten sollte y luntertrieben ^ rerstrieh bereits der Monat Ja^ 
nuar des Jahres 702 j ohne dass weder Vonsuln noch Praetor 
ren gewählt waren* 

DeniHten ror den Kaienden des Februars (den i8ten 
Januar), musste Milo nach seiner Vaterstadt Lanuffium 
reisen, wo er Dictatorwar, um einen Priester %u emen^ 
nen. Da begegnet ihm um die neunte Stunde des Tages Cio^ 
diue, der tfon Äricia von einer Unterredung mit dem De-* 
curionen zurückkehrte, ein wenig oberhalb BovillaCj in 
der Nähe des Ortes^ wo das Heiligthum der guten Göttin 
sich befand* Clodius war zu Pferde und hatte ausser 
dreissig bewaffneten Sklaeen noch den römischen Eitler. C. 
Cassinius Schola und zwei Plebeier P. Pomponius 
und C. Clodius in seinem Gefolge» Milo sass mit seiner 
Gattin Fausta^ der Tochter des Dictators L* Sulla^ und 
seinem Freunde M. Fufius im Beisewagen* Ihnen folgte 
eine grosse Schaar Sklaven und unter diesen zwei Pechler , 
Eudamus und Birria*, Diese, welche am Ende des Zuges 
langsamer gingen, begannen einen Streit mit Clodius' Skla^ 
ren und als Clodius sich drohend wandte, terwundete ihn 
Birrja mit einem Wurfspiesse in die Schulter* Hierauf ent^ 
spann sichß da Mehrere von Milo^s Begleitern herbei kamen, 
ein Kampf und Clodius ward schioer verwundet in das 
nächste Wirt/^shaus bei Boeillae ^ebraclU. Als Milp dies 
erfuhr, glaubte er, dies Ereignis werde ihm mehr Gefahr 
bringen, wenn Clodius am Leben bliebe, wenn aber Clo^ 
dius getödtet würde, werde er, wenn er auch der Strafe 
sich unterziehen müsse, doch eine grosse Genugthuung haben, 
deshalb befahl er ihn aus der Herberge herrorzuziel^en. Dies 
ward unter Leitung des M.F US tenusvolUn-achtuhd Ctodius 



oratio pro T. Annio MQone; luhalt* 47. 

mü zahlreichen Wunden bedeckt mnd ermerdtL Seinen Leieh» 
nam^ der auf der Strömte Uf$en biieb, ueil Clodiue* Skla>^ 
ven theUe getödtei worden waren, theiis eehrer verwundei 
$ieh %uriifikfe%ogen hatten, fand der Senator Seof^ Tediue^ 
der rofl^ Lande iswr Siadt fsurückkehren vfolUe, Heu ihn auf"- 
heben und befahl, daee er in seiner Sanfte nach der Stadt 
gehracht, werde. Clodiue' Leichnam kam tot der ereUn 
Stunde der Nacht in Rom an w%d ward untet groeeem ,Zt^^ 
laufe von Sklaven und gemeinem Volke in der Balle de$ 
Hauees aufgestellte Die Klage der Anwesenden vera^ehrte 
Bultia, Clodius* Gattin, dadurch, dass sie mit Jammer 
^eine Wtmden %^te* Eine grössere Menge ^ derselben Klasse 
eersammeUe sieh am frühen Morgen ror dem Mause des Clo^ 
dius^ wtm erst ror wenig Monaten von M* Seaurus er'* 
Ifouft worden war, und sich auf dem Palatinischen Hügel 
tfrfand: dahin begaben sieh (lie Volkslribunen A^ Munatiue 
Pla^eusj der Bruder des Redners L* Planeus, und Q* 
Pompeius Rufus, der TodUersohn des Dictator Sulla^ 
und unter ihrer Aufsicht trug der rohe Baufe den Leichnam, 
nacht, i^^er auf das Bette, gelegt , worden, auf das Forum 
und legis ihn ror der Rednerbühne nieder^ Bier sprachen 
Plancf^s und Pompeius^ die Mito*s Mitbewerber zu be^ 
ßrdern strebten^ sum Volke utfd reizten es g^en Milo auf 
Sodann, trug urUer Anführung des Staatsschreibers Sew. Clo^ 
dius das Volk den Leichnam auf das Rathhaus und ter^ 
brannte ihn mit Banken, Tribunalen, Tischen und Schrift'" 
rollen* Dadurch ward das Rathhaus selbst utid auch dn 
Tbeit der Porcischen Baue, ,die an dasselbe stiess, ein 
Raub, der FtammeUf Auch die Bäuser des M, l^epidusy 
dar zum Interrex ernannt worden war, und des abwesenden 
Milo belagerte dieselbe Schaar Clodianpr, ward aber mit 
Wurfgeschossen zurüd^etrieben. Bierauf trug sie die von 
dem Polster der Libitina entwendeten Ruthenbündel ror 
das Baus desSeipio und Bypsaeus, dann zu den Giften 
des Cn, Pompeius und rief ihn bßld zum Consul bald zum 
^IHctator aus. 

Der Brand der Curie hatte bei den Bürgern noch mehr 
Unwillen mregt als die Ermordung des Clodius» Deshalb 
war Mit Oj son dem, man geglaubt Mtte, dass er sieh in frei^ 



4d N. Tulli Ciceronis 

CPÜKge Verbannung begeben Hahey ermuntert durch den Bote, 
äer jetzt weine Gegner traf, in derselben ^acht , too die €Ju~ 
rie in Bfand gesteckt wurde, $mch Hom zurückgekeM ufid 
bewarb sich nichts desto weniger um das Consulat; ohneHeU 
hatte er tmch ^sunftweise an einen jeden Bürger tausend As 
hertheilen lassen. Auch eine Volksversammlung reranstaUete 
äer Tribun Jif. Caelius fsu seinen Gunsten und er sprach 
tmch selbst «u dem Volke. Beide behaupteten, Clodius habe 
dem Milo Nachstellungen bereitete 

InsfWischen ward ein Intarex nach dem anderen ge^ 
kcdhity fHm denen jedoch keiner die Consulwuhlen laegen der 
JKusamsnenroltungen und der Waff^ewalt der Betverber rer- 
ünstdlten konnte. Deshalb war zuerst ein Senatsbesehiuss ge^ 
fasst worden, dass der Interrex, dieVolkstfibvnen und 
Cn. Pomp ejus y äer sich als Proconsul vor der Stadt auf^ 
hieH, wachen möchten, dass der Staat nickt terletzt werde, 
und däss Pompeius in ganz Italien Truppenaashebmigen 
wranstalten solle. Als letzterer mit der grössten Schnelligkeit 
eine gehörige Macht zusammengebracht hatte, kamen bei ihm 
iBwei junge Leide, beide stUt Namen Appius Claudiu$, 
Söhne des C.Claudius, der Clodius^ Bruder gewesen war, 
'itm gleichsam im Namen seines Bruders den Tod ihres Oheime 
zu rächen y mit dem Gesuche ein, dass die Skiaren Milo*s, 
Mo wie seiner Gattin Fausta, zur Vernehmung ausgeliefert 
iterden möchten. Auch die beiden Vnlcrier, Nepos und 
Leo, und L. Betennius Baibus verlangten diesdben. 
Caelius forderte auch die Sklaven des P. Clodius und sei^ 
ner Begleiter zur AusUeferungj auch des Bypsaeus und Q. 
Pompeius Sklaeen wurden begehrt. Milo^s Beistände wa^ 
ren Q. Bortensiusj M. Cicero^ üf« Marcellut^ M. 
CalidiisSy M. CatOy Faustus Sulla. Wenig WoHe 
sprach ff. Bortensius und zeigte nur^ dass die freie Leute 
wären, welche man als Sklaeen terlange; derm^uieh frischer 
That hatte sie Milo tmter dem Vorwande frei gegeben^ dass 
$ie sein Leben gerettet hätten. 

Bieses trug sich im Schaltmonaie zu* OhngefiShr dreissig 
Tage nach Clodiuä' Ermordung behaupteU Q. Metellus 
Scipio im Senate entgegen dem M. CaepiOy es sei Unrecht, 
wenn sich Mito wegen Clodius^ Ermordung, wieergethan. 



oratio pro T. Annio Blilone. Inhalt. . 49 

terthMüge. Clodiuä sei, um eine mündHehe ünienedimg 
mii den Deeurianen van Arieia ssu hatten , mU $eefm und 
%wattssi§ Skiaten dahin abgereiteiy Milo hingegen y der ptöts^ 
lieh nach der vierten Stunde nach Entlassung des Senates mii 
mehr als dreihundert bewaffneten Sktäten ihm entgegen gegast 
gen sei^ habe ihn oberhalb Bovillae, da er es niehi reru 
muthetey angegriffen, P. Clodius sei', nachdem er drei Wun^. 
den erhalten gehabt habe, nflch Bovillae gebracht, die Her^ 
berge, tri welche er sich gerettet, von Milo ersiärmt, 
Clodius halbtodt hervorgezogen und mif der Appisehen 
Strasse ermordet und ihm im Sterben sein Siegeking abge%o^ 
gen worden. Hienmf sei Milo, da er gewusst habe, dassder 
kleine Sohn des Clodius auf dem Albanisehen Landgute 
sieh befinde, dahin gekommen, und als der Knabe vorher 
gefiüMet worden sei, *habe er den Sklaven Halicor sq zum 
Geständnisse bewegen wollen, dass er ihm habe Glied fikr 
GUed abschneiden lassen, den Verwalter und ausserdem zwei 
Sklaven habe er erdrosseln lassen; von Clodius* Skla^ 
ven, die ihren Herrn vertheidigten, seien eUf getödtet, von 
Milo nur zwei verwundet worden. Deshalb habe Milo am 
nächsten Tage zwölf Sklaven, die vorzüglieh thäUg gewesen 
wären, freigegeben und unter das Volk zunftweise tausend Am 
fikr jeden Kopf vertheilen lassen, um üblen Nadhreden vor-^ 
sfitOfCugen. Milo sollte an Cn. Pompeius geschickt haben, ^ 
weil ^Ueser sich fÜrBypsaeus, da er sein Quaestor gewesen, 
war, am meisten verwendete, er wolle, wenn er es wünsche, 
van der Bewerbung um's Consulat abstehen} allein Pom^ 
peius habe geantwortet, er wolle Niemanden veranlassen, 
sieh um das Consulat zu bewerben oder von der Bewerbung 
darum abzustehen und er werde dem Römischen Volke weder 
bei seiner Macht noch bei seinem EntsMusse noch bei sei^ . 
nem UrtheHe in den Weg treten. Dann sollte er auch dur^ 
C Lucilius, welcher vermöge seines vertrauten Umganges 
mii M. Cicero auch Mit o*s Freund war, den Milo veran^ 
laset haben, ihn nicht femer um Bath zu fragen und ver^ 
hasst zu machen. 

Als inzwischen das GeriMU immer attgemeiner wurde, 
dassman Cn. Pompeius zum Dictator ernennen mUssCy 
und dass den Uebeln des Staates auf keine andere Weise 

4 



«0 M. Talli CicerMVS 

abg^^o^tn werden ftönne, ItieÜ e$ die Partei' der Vüm^U9ien für 
Mcherer ihn %umCen»ul ohne Ämtagenossen sm toäMen, 
tmd nachdem die S€u^ im Senate foerhandeti und nach M. 
BiikulnB* VersGhlage ein Sefiatsöeeehluee abyefami worden 
war ^ ward Pawpeiue vom Inlerrex Ser. Sulpiciue den 
iUen rot den Kaienden des Mär%monaU im Sehaltmonate zum 
Ckmful, ertpähU und trat sogleich das ComukU an. Drei Ta§e 
nachher machte er Vonchlage %u neuen Gesetzen. , Zwei 
legte er nach einem Senat^^eechiusee %ur Beratkung mr, dae 
ekte üker Gewalt Qde Pi)^ inwelchemer ausdrü^klieh den 
auf der Appiechen Strmee verObten Mord, den Brand der 
Curie und die Angriffe mxf da$ Haue de$ Interrex jlf. Le^ 
pidus' einbegri/f,. dae zweite über ungeeetfuliehe Hand^ 

' lungen beiBewerbung um Staateämter Cde ambituj. 
Die Strafe eoUte geschärft und der Gang der Gerichte abgehOnU 
worden. Denn beide Oeeet%e befahlen, da$s xuerst die Zeugen 
vorgenommen werden eoHten, dann sollten an einem tmd demsel-- 
ben Tage sowohl Kläger als Beklagter ihre Heden haUen,. wossu 
dem Kläger %wei, dem Beklagten drei Stunden gegeben wer-' 
den soUten. Diesen Gesetzen versuchte der VoUatribun Jf . 
Oaelius, ein treuer Anhanger Milo''s, meh enigegews»^ 
setzen, indem er behauptete, eo sei dies ein persönliches Oe^ 
set% gegen Milo und daeemanße Gerichte übereile; doch aie 
Caelius das Gesetz hariuMng tadelte, ging Pompeiue oa 
weit in Meinem Zorne, dass er drohte, er werde, wenn er 
dßmi gezwungen würden mit den Waffen in der Hand den 
Staat tertheidigen. Es fürchtete aber Pompeius Milo oder 
gab vor, ihn zu färchten; meistentheUs hielt er sieh nicht m 
seinem Mause, sondern in seinen CUerten und zwar in den 
oberen auf, wo noch eine grosse Anzahl Soldaten zur Sicher^ 
heit mifgesteUt war. Auch den Senat hatte Pompeiue ein^ 
mal plö0Uich entlassen, indem er vorgab, er fürchte die Aai^ 
kunfi Milo's. Sodann hatte in der nächsten SenateeUzung 
P. Cornificius behauptet, Milo liobe unter sdnar Tuniea 
ein Schwert an der Seite. Er hatte verlangt, dass Milo die 
Seite entblösse, und dieser hatte auf der Stelle die Tuniea 
gedfiiet. Dann hatte M. Cicero ausgen^en, alle anderen 
Be sehuidi gu ngen, die man dem Milo mache, seien von dersel^ 

.ben Art. 



oratio pro T. Aimio Milone. Inhalt* 51 

Femer haue der Volk^tribun Munatius Planeu$ tu 
äeit Vol/uceruunmiuiip mten bekannten Menschen, den M^ 
Aemiltu» Philemon, einen Freigekmenen des Jf. Lef^i^ 
du$, vorgeführt. Dieser sagte aus, ,dass er und mit ihm rier 
freie Leute, die eine Meise gemacht hätten, dassu gekommen 
wären, ais Clodius ermordet worden sei, und da sie de^ 
hatb laut aufgeschrieen, habe man sie ergriffen, auf das 
Landhaus Milo's gebracht %$nd daselbst %wei Monate ein* 
gesperrt gelaufen. Dieser Vorfall, mochte er nm% wahr oder 
erlogen sein, brachte dem Milo grossen Hass. Derselbe Mt^ 
natius und Pompeins, beide VolMstribunen ^ hatten vok 
die Hedaerbühne einen der Triwndm, die über die Skfaeen 
richteten (Iriumviri capitales), gebracht und ihn gefragt, 
ob er defk Sklaeen Milo^s Qalata bei Verübung ron 
Mordthalen betroffen habe. Dieser hatte erwiedert, dass er 
schkfend im Wirthshause als ein Richtiger Shlace aufgegrif^ 
fen und %u ihm gebracht worden sei. Man hatte ihm dennoch 
bedeutet, er soüe den Sklaeen nicht zurückgeben. Allein am 
folgenden Tage brachte der Volkstribun Caetius und sein 
Amtsgenosse, Q. Manilius Cumanus, den am dem Hause 
des Triumicir entrissenen Sklaeen dem Milo fsurück. IHesß 
Dinge glaubte uns Q. Asconius Pedianus, obgldek Ci^ 
€ero über diese Beschuldigungen gänxUeh schnoeigt, erzählen 
%u müssen, da sie %u seiner Kunde gekommen waren. ^ 

Vor%ügUch waren.es aber die Volkstribunen Q. PampeiuSf 
C Salustius und T. Munatius PlanouSy die die feind- 
seligsten Volkstfei'sammlungen gegen Milo hielten, »ugleieh 
suchten sie Cicero, weil er den Milo mit so grossem Eifer 
in^Schulsi nahm, zu verdächtigen, und es war. in der That 
der yrösHe Thsil der Menge nicht allein dem Milo, sondern 
auch dem Cicero wegen des verhassten Beistandes, jden er 
übernommen hatte, sehr aufsässig. Später hatte man PonU 
peius %md Salustius in Verdacht, dass sie mit Milo und 
Cicero sich^ausgesöhtU hätten. AUekn Planeus fuhr mit 
der grössten Erbitterung fort und reizte auch gegen Cicero 
die Menge auf; dem Pompeius aber .machte er den Milo 
verdädUig, indem er öffetUUch behauptete,- man bereite ge^ 
Waltsame Mittel zu seinem Sturze ror; und Pompeius Ae- 
klagte sich deshalb öfters, auch ihm werden Kachstettungen 

4* 



5S M. Tolli CSceronis 

berettei und zwar ^anz offenkundig, und rentUk steh de$hM 
$ttU noch mehr Truppen. Pianeus Hess auch laut iterden, 
dass er Cicero in Anklagestand setzen wolle; später aber 
hatte auch Q. Pompeius eben daran gedacht. Aüein Ci^ 
eero bewährte so grosse Siandhaftigkeit und Treue, dass er 
weder durch die Entfernung des Volkes ron sich, noch durch 
Cn. Pompeius* Argwohn, noch durch die Furcht ror der 
einsligen €hfahr, wenn er bdm Volke verklagt würde, noch 
durch die Waffen^ welche öffentlich gegen Milo ergriffen ioor^ 
den waren, fPonMilo's Vertheidigung sich abhalten liess^ ob 
er gleich jede €kfahr fOr sich und allen Anstoss bei derfekid^ 
selig gesinnten V4dksmenge hätte vermeiden und Cn. Pom^ 
peius* Ounst wieder gewinnen können, wenn er ein Wenig 
ron dem Eifer bei der Vertheidigung nachgelassen hätte. 

Nachdem sodann der €fesetzesvorsehiag des Pompeius 
durchgegangen icar, in welchem auch dies ausdrücklich ge^ 
schrieben stand, dass durch die Wahl des Volkes ein Unter^ 
suehungsriehter^quaestor)ausderMittederM&fmer,die 
Consuln gewesen waren, gewählt werden sollte, wurden so^ 
gleich die WaMcersamnUungen reranstaüet und L. Domi^ 
tius Aenobarbus zum Untersuchungsrichter gewählt. Audk 
%u den imderen Bichtem, die über diese Sache entscheiden 
soüten, schlug Pompeius solche Männer vor, dass es nur 
eine Stimme war, es wären nie angesehenere und gewissen^ 
haflere Männer in Vorschlag gebracht worden. Nachher ward 
Milo sogleich auf jenes neue Gesetz von den beiden jungen 
Männern mit Namen Appius Clodius, von denselben, die 
vorher seine Sklaven zum Verhöre verlangt hatten, und auf 
gleiche Weise über gesetzwidrige Bewerbung Qde am^ 
bitujvondemselben Appius und ausserdem von C.Cethegus 
und L. Cornificius, wegen verbotener Versammlung 
gen Qde sodaliciis, Associationen) aber von P. Ful^ 
vius Neratus angeklagt. Er war aber sowohl wegen verbth- 
iener Versammlungen als auch wegen gesetzwidriger 
Bewerbung in der Hoffnung angeklagt worden, weil man 
voraus sehen konnte, die Klage über Gewalt werde zuerat 
vorgenommen werden, wobei man das feste Vertrauen hatte, 
dass er schuldig gesprochen und nachher nicht femer mehr 
antworten werde. Wegen der Anklage über gesetzwidrige 



oratio pro T. Annio Milone. Inhalt ftS 

Betverbung fand t^m rorläuftge Unienuehunf der MUägtr 
unter dem VareUxe de» Ä. Torquaius StM, und beide Unter- 
mehungeriMer , Torguatu» und Domitiu», befa/Uen dem 
' Beklagten den Tag wnr den Nanen de» April» Cden 4ten AprUJ 
%u er»eheinen. Milo er»€hien an dieeem Tmge vor dem BiU^^ 
teretukle de» Domitiu»^ fsu dem de» Torquatu» »endete er 
»eine Freunde, daeeibei erlangte er, indem M. Mareellu» 
m »einem Namen »praeh, da»» er niehi eher «M über die 
Anklage wegen ge»et%u>idriger Bewerbung %u rertkeidigen 
brauche, bi» da» Gericht über Gewalt abg^alten worden 
»eL Dagegen trug der ältere Appiu» bei Damitiu» darauf 
an, da»» Mila tfier und fimfssig Sklaeen auaUefem »oUe, mui 
al» dieeer behauptete, die, welche genannt würden, »eien 
nicht mehr in »einer Gewalt^ entechied Domiiiu» der Mei^ 
nung der BiMer gemä»»* dahin, da»» der Ankläger au» der 
Zahl dieeer Sklaven, »aiHel, al» er waUe, auewählen »oHe. 
Hierauf wurden die Zeugen dem Cfeeetze gemä»» rorgefordert, 
wa», wie wir oben geeagi haben, anordnete, dau ehe die 
Sache verhandelt werde, die Zeugen in drei Tagen angehört, 
und ihre Au»»agen von den Bichter erhärtet werden »oUten. Am 
vierten T(^e »oüten aUe auf den folgenden Tag vorbeeddeden und 
vor dem Kläger und dem Beklagten die Kugeln, auf wOehen 
dieNameri der Biehterverzdehnet waren, ouegegHehen werden. 
Dann »oUte wieder an dem darauf fönenden Tage die Be- 
stimmung der ein und achtzig Bichter durch*» Loa» Statt fin^^ 
den* Wenn die»e Zahl herauegekommen, »pUten mie »elbet 
»ogfßich %ur Sitzung »ich begdfcn, dann »oüte der Kläger 
%wei Stunden, der Beklagte drei Stunden zum Sprechen ha^ 
ben und über den Beklagten an demeelben Tage da» UrtheU 
gefällt werden. Vorher aber, ehe abge»timmt werdCy »oUte 
der Kläger fünf Bichter au» einem jeden Stande und eben »o 
viel der Beklagte verwerfen können, »o da»» noch die Zahl 
von ein und fünfzig Bichtem bHebe, die ihre Stimmen abgeben 
»oüten. 

Am er»ten Tage trat al» Zeuge gegen Milo auf Ca»-- 
»iniu» Sehola, der »agte er »ei bei P. Clodiu» geweeen, 
al» (ßr getödtet worden, und da» Strafbare der That, »o viel 
er nuri konnte, vergröteerte. AI» dieeen M. Mareellu» %u 
befragen begann, ward er von »o gro»»em Lärmen der Clo^ 



64 . M. Talli Ctceroniti 

dianer y wdehe sehaarenweite im Müreise umherstanden ^ m 
Furcht ^ehyt, dan er die äueeerste Qewait fürehtend auf 
den MUehtentubi ton Domitius aufgenommen wurde. Dee^ 
halb erbaten sieh Mareellue und Mite setbet eon Domi^ 
tius Schutz. Em hatte zu derselben Zeit Cn. Pompeius 
ffor der Sehatzkammer Ptatss genommen und war durch ito- 
wüe Oeecki-ei in Furcht , gesetzt worden; daher versprach er 
dem Domitiusy er werde am näduten Tage mit einer A0- 
deckung herunter kommen, was er auch that. badweh in 
Furcht gesetzt gestatteten die Clodianer, dass die Aussagen 
der Zeugen zwei Tage hindurch ruhig angehört werden konn^ 
ten. Es befragte sie M. Cicero, M, Marcetlus und Mite 
selbst. Viele von denen, welche zu Bovillae wohnten, leg^ 
ten Zeugnis ab Ober die Vorfalle, die daselbst Statt gehabt 
hatten, es sei der Wirth getbdtet, das Wirthshaus erstürmt, 
der Leiehnam des Clo dius auf die Strasse geschleppt worden. 
Jaseh die Albanisehen Jungft-auen sagten aus, essei ein im- 
bekanntes Frauenzimmer zu ihnen gekommen, das im Aaaf^ 
trage Milo^s ein Gelübde entrichten soUte, dass Clodius 
getödtet worden seL Zuletzt legten ihr Zeugnis ab Sem^ 
pronia, die Tochter des Tuditanus, die Schwiegermutter 
desP. Clodius, und seine Gattin Fulvia und bewegten durch 
ihr Weinen die Umstehenden sehr. Nachdem ohngefähr um 
die zehnte Stunde die GerieMssitzung aufgehoben worden ww, 
redete T. Munatius das Volk in der Versammlung an und 
ermahnte es, es möchte am folgenden Tage zahlreich sich 
einfinden, den Milo nicht entsc/^üpfm lassen und, wt>nn die 
Biehtar sich zur Abstimmung begeben würden, sein Urtheüund 
seinen Schmerz denselben nicht rerhehlen. 

Am folgenden Tage, was der S(e Tag vor den Iden des 
Aprils Qder 9te April) war, waren die Kaufläden in der 
ganzen Stadt geschlossen, Pompeius stellte Truppen zur 
Bedeckung auf dem Forum und um alle Eingänge zu depn^ 
selben auf, er selbst nahm, wie Tags vorher, vor der Sduttz^ 
kammer Platz, umgeben von einer mserksenen Mmmschtrft 
Truppen. Es fand die Losung der Biehtery wie am ersten 
Tage, StaU, hieraufwar ein so tiefes Stillschweigen auf dein 
ganzen Mmrkte, wie es nur irgend auf einem Marktplätze 
sein kann. Hierauf begannen innerhalb der zweiten Stunde 



oratio pre T. Abiuo MiloBe. lubalt. 55 

die Ankläger ihren Vertrag ^ det Mtere Äppin», M. Antth- 
niu» und P. Vaierim Nepee. Sie hraehfen^ wie däe 
Gesei% ffe$tattete, »Itei Stunden %u. 

Diesen antwortete M. Cieero allein, und obgleieh Meh- 
rere der Mekmng gewesen waren, man müssS (Me Anklage 
oho beseitigen, dass man sage, es sei vum Heile des Staates 
gewesen, dass Clodius getödtet wprden — welchen Weg M. 
Brutus in der Rede einsehlug, welehe er f&r Kilo rer^ 
fasäe und herausgab, als eb er sie gehalten halte ^, so, 
theilte doch Cieero die Ansieht nicht, weil man wohl Jeman^ 
den %um Wohle des Staates tferdammen. (^ber nicht unrehtr" 
the!lü hinriehten dürfe. De^udh glaubte Cicero, weÜ die An-- 
kldger angenonm^en hatten, Milo M>e den Clodius Naeh~ 
stdkmgen bereitet, was dber unwahr war — denn durch Zu^ 
fkU hatte jener StreU sieh entsponnen -^ , dies ergreifen zu 
müssen ^und behauptete hingegen, dass Clodius dem Milo 
Naebst^hmgen bereitet habe, und diese Absicht geht durch 
seine ganze Rede. Aber es war ausgemacht, uHe wir gesagt 
haben, dass an jmem Tage der Kampf ohne die AbsicM ir- 
gend Eines ron Beiden rorgrfallen, sondern durch ZufaU ent" 
standen und dems man nur von jenem Streite der Skktren 
%um Morde gestritten sei. Es war jedoch bekannt^ dass 
*Beide einander den Tod oft gedreht htdten, und so irie dem 
Milo die grössere Anzahl Sklaeen ids bei Clodius Verdacht 
fmfsog, so waren Clodius* Begleiter gerüsteter und rorbe^ 
reiteter geteesen. Als Cieero %u spreche» begann, empfing 
ifkft ein lärmendes Geschrei der Partei des Clodius, die nicht 
einmal die Furcht tfor den umstehenden Truppen in Schran- 
ken hielt. Deslutlb sprach er nicht mit der gew&hnten Festig" 
keU. Doch auch jene Rede ward nachgeschrieben und aufbe- 
wahrt: Biese aber, welche wir vor uns haben, arbeitete «• 
sehr^ilieh und zwar so vollendet ausy dass sie mit Recht ßr 
die iforfsügikhste gehalten werden kann. -^ 

Nae/idem van beiden Seiten gesprochen worden war, ver- 
wstrfim sowohl Kläger als Beklagter je fünf Senatoren, eben 
so viel Riiler und Schatssiribunen, so dass ein und funfisig 
Ihre fStimmen abgaben. Zwölf Senatoren verdammten, sechs 
niiraehen frei, dreizehn Ritter verdammten, vier spradtcn 
frei. Breisehn Sehatztribunen verdammten, drei spraclwn 



56 M. TuUi Ciceronis 

frei Em schien den Richiem nicht enigangen im sein^ dau 
ohne Winen MUq^m zuerst Ciodiu$ eencundet worden sei^ 
allein man hatte sich überzeugt, dass nachdem er verwundet 
gewesen, er auf Milo's Geheiss getödtet worden sei. Es 
gab Einige, die glaubten, M. Cato habe für die Losspre^ 
chung gestimmt; denn er hatte nicht f>erh^lt, dass durch den 
Mord des P. Clodius der Staat gewonnen habe, hatte bei 
Bewerbung um's Conmslat den Milo begünstigt und ihm, als 
er angeklagt wurde, beigestanden. Auch halte sich Cieero 
auf ihn berufen und behauptet, dasstCato von M. Favo^ 
nius drei Tage vorher, als der Mord vorfiel, gehört habe, 
Milo werde in drei Tagen umkommen. Doch konnte es auch 
nützlieh erscheinen Milo's bekannte Verwegenheit von dem 
Staate abzuioenden, und deshalb seheint es immer ungewiss 
SU bleiben^ wofttr er gestimmt habe. Zu seiner Verdammsmg 
trug vorzüglich Äppius Claudius bei. Milo tcard am 
folgenden Tage wegen gesetzwidriger Bewerbung bei 
Manlius Torquatus angeklagt und abwesend verurtheHi. 
Auch nach diesem Cfesetze war sein Anklager Appius Clau^ 
dius, doch weigerte er sich, als ihm die durc^^s Gesetz to- 
stknmte Belohnung angeboten wurde, sie anzunehmen. Als 
MHkfdger hatten sich bei dem Gerichte wegen gesetzwidriger 
Bewerbung P. Valerius Leo und Cn. Domitius, des Cn. 
Sohn, unterzeichnet. Nadk wenig Tagen ward Milo auch vor 
demQuaestorVavonius wegen ungesetzlicher Versammlungen 
verurtheilt, indem ihn P. Fulvius Neratus anklagte, der 
intch die Belohnung dem Gesetze gemäss erhielt. BannABord 
er vor dem Quaestor L. Fabius wiederum abwesend wegen 
Gewalt verurtheilt. Es klagten ihn h^ Cprnificius und Q. 
Patulcius an. Milo war innerhalb weniger ^Tage tindk 
Massilia Qdem heutigen Marseille^ in die Verbannung 
gegangen. Sein Vermögen ward wegen der Ungeheuern Schuld 
denlasl für den vier und zwanzigsten TheU der Schulden ab^ 
gegeben Cft^ etwas über vier Pro CentJ. 

Nach Milo ward nach dem neuen Gesetze des Pompeius 
zunächst M. Saufeius, Marcus^ Sohn, angeklagt, der 
Hauptanführer gewesen war bei der Erstürmung des Wirihstum^ 
ses zu Bovillae und bei der Ermordung des Clodius. Es 
klagten ihn an L. Cassius, h* Fulcinius, CaiHs' Sohn, 



oratio pro T. Aimio Milottd. Inhalt. £7 

£• Vaierius. Mb verikeidigien Um 9L CUero, M. Caeiius 
wnd sie bewirkten, dau er mit Mehrheit einer Stimm firei^ 
jietprodien wmd. Zehn Senatoren epraehen ikn $ehuUi$^ 
aekt frei, neun Bämisehe Ritter epraehen ihn eekutdiy, aoht 
frei, allein van den St^kUfUribunen sprachen ihn zehn frei, 
sechs schuldig. Der offenkundige Boss, den «mm gegen Clß^ 
dius hatte,, bewerkstelligte Sauf eins* Retlung, da seine 
Sache an sieh sehUmsner als die Milans war, weil er efeU' 
bar Führer bei Erstikrmung des Wirth^kmses gewesen .war. 
Hierauf ward er ekdge Tage später ror dem Quaestor ^Of^ 
sidius nach dem Plautisehen Gesetze über Qewall 
tmgeklagt, unter der ausdrückliehen AngtAe Oubseriptione 
eay, dass er die erhöhten Punete besetzt habe und ui^ter Mi^ 
le*s GiefBUuienmU dem Schwerte getroffen werden sei. Unter 
Anderen waren CFidius, Cn^Apponius, Cneius* Sohn, 
und M. Seius Kläger. Seine Vertheidiger waren M^ Cicero 
und M. Terentius Varro Qibba. Er ward mit mehr 
Stimmen als vorher freigesprochen, neunzehn verdas^mUen ihn, 
zwei und dreissig sprachen ihn frei; allein anders^ wie im 
er^en €kriehte, war der Umstand, dass ihn Ritter und Sc" 
natoren frei sprachen^ die Schatztribunen hingegen verdaaunten. 

Sex. Clodius aber, mtf dessen Anstiften der Leiche 
nam des Clodius auf das Mathhaus gebracht worden war, 
ward auf CCaesennius Philo's und M.Aufidius* An^ 
klagen mit grosser Stimmenmehrheit, mit sechs und eierzig^ 
Stimmen fierdammt. Fünf Stimmen epraehen ihn frei, zwei 
Senatoren, und drei Ritter. 

Viele wurden ausserdem theils anwesend theils weU sie 
vorgeladen sich nicht gestellt hatten, verurtheUt, ron denen 
der grössteTheU Anhänger des Clodius gewesen waren. 

So weil hat um Q. Asconius^ Pedianus, der um's 
Jahr 4i nach Chr^ Geburt schrieb, die Umstiktde aufbewahrt^ 
welche MHo*s Bechtsfalle vorausgingen und denselben beglei* 
teten; und seine Erzählung hat, theils weil er selbst dieQuel^ 
len seiner Forschung angibt, theils weil er jener Zeit selbst 
weit näher stand, theils weil er auch ein unparteOseher Riehf 
ter zu sein scheint, hMängUdw Glaubwürdigkeit* Cicero 
freilieh, wenn er die Freisprechung Milo's bewirken wollte, 
musstCi'^ er schon die Thatsaehen nicht wegläugnen komUe, 



58 N. Talli Ciceroniff 

dUe Sache in einem gaf» m%deren LieMe Sm'stdkn und §atm 
dmdere Beweygründb 9su dem V^rgefatlenen mtfßnden, ai$ 4et 
WahrkeU g€mdM ^arhanäen gewetenwmen. BethM bemUviB 
er, fcie wir n^h A»üoniu$ $ehon oben €mgedeutet haben, 
4ie umforhiehiiffe Ankktge eeiner Gegner, dass Miio dem 
Viodiut Naehet^ungen bereitet habe, alee, dam er Bogte, 
Ci0diH8 .rietmehr habe dem Miio naehge$tettt , um auf diese 
, Weige den Richtern Cfelegenheit %u vernehaffhi, ihr Bewissen 
9SU be^hwiehtigen oder vieimekr $ieh tor dem Hasse des Vot^ 
kes '^U^ker su äteften, wenn sie Miio fireispreehen wollten, 
d^nn er setbet hat gewiss das Mangelhafte dieser Vertheidi-' 
gung hinlängUeh gefiÖhU, 

Cicero beginnt also seine Vertheidigungsrede ßSür Miio 
damit, dass er nicht Perkennt, dass die neue Eünriehtung des 
'fferiehtes, das jstwt nach dem Pompeiisehen Oesetsse (lern 
Pompeia de f^i) rorgenommen werde, so wie die das Fo^ 
rum umgebende betcaffnete Bedeckung den Hedner bestürst 
maelten müsse y altein er erkennt in den persammeUen Trup^ 
pen nur die gute Absicht des Pompeius; welcher sie habe 
msfstetten lassen, um die OeriMsterhandhmgen ißu sehMsen^ 
und in der grossen Zahl anwejender Bürger nur die wohl- 
wollende Theilnahme onMilo*^ ScMcksale CCap.i. g.f—SJ, 
Nur eine Klasse f>on Menschen sei feindselig gegen Miio ge^ 
sinnt, die, welche Clodius auf jede Art aufgereisa habe, 
deren ühtemehmungim aber ron jeher von Miio 9um Wohle 
des Staates beküsnpft worden seien. Deshalb sollen die Kieh^ 
ter die Furcht beseitigen und die Gelegenheit ergreifen, ffer- 
dienten Bärgem Beistand wu leisten, wekhen Miio um so 
mehr perdiene, je grösser und pielfaeker seine Verdienste um 
den Staat seien C€ap.9. $.9^6J. Doch wolle er hierauf 
Milo*s Vertheidigung keineswegs griknden, sondern klar dar- 
legen, dass Miio, um sein Leben gegen Clodius* Nachstel- 
lungen %u retten, niM atsders habe handeln können, als er 
gehandelt habe CS' ^*> 

ikH)h beeor er m$ der eigentlichen Vertheidigung 
oehreüet, um er noch einige fldsche Behauptungen, wdeke 
sowohl im Senate aus auch por dem Volke, so wie kurz vor- 
her bei der Anklage, von Milo's Gegnern ausgesprochen wor- 
den seien, widerlegen. Man habe behauptet, der dürfe 



oratio pro T. Aunio Milooe. Inhalt 59 

nieht ieben, der eingestehe, er habe einen freien 
Menechen getödtei. Dms dies em meh gen% faheh $ei, 
beweisei Cicero dmreh die bekmmKeeien Beiepieie am der tm^ 
UrUMHeehen OeeehMde, durch die Beispiele eines M. Hora^ 
Uns, P. Afrieanus, S^rpilius Ahala, P. Nasiea, 
L. Opimiusy C. MariuSy fmd endUeh beruft er sidk auf 
das Benehmen des Senates unter seinem Carmdate. Auch 
Hessen ja die Dichter die weiseste ^tötän seihst ien Mbrder 
seiner eignen Mutter firei spreiten. EnäUch erlaubten auch 
die Zwötftafelgeset%e einen näcfdOehen Dieb stets, einen 
bei Tagcy wenn er sieh mit Waffen isur Wehre setsse, auf 
der SteUe %u tödten (Cap.S. g.T—PJ. Nun aber sei 
auch icein UoMtand mehr geeignet, diese Seibsteertheidigung 
9H erlauben^ als wenn man Gewalt mit öewaU zwritekweisen 
müsse, und mit Recht sei der Soldat im Heere des C. Ma^^ 
rins, welcher dem Soldatentribunen , der ihm Ungebührliches 
ansarm, getödtet habe, frei gesprochen worden CCap.4.g.9.). 
Es sei aber auch ein angebomes €hset%, dass man sieh gegen 
Gewalt ifcrtheidige, deshalb habe man Ja auch Begleiter, trage 
Waff^, tm sieh gegen einen UeberfäH pon Aufiauerern oder 
Räubern, deren Untergang niemals ungerecht sei, zu sehütxen. 
Auch gebe das Gesets selbst diese Vertheidigung an die Hand, 
iffos nicht einfach einen Menschen zu tödten^untersage , son^ 
dem r erbiete Waffen zu führen in der Absitht, einen Mes^^ 
sehen %u tödten, so dass der, welcher die Waffen nur in der 
Absieht gefiihrt habe, sich fsu vertheidigen, von dem Gesetssa 
firei gesprochen werde. So witt nun Cicero zimächst den 
Satz gesichert wissen, dass man einen Auflauerer mä Recht 
tödten könne CS- ^0. ^^0- 

Wolle man femer daram etwas gegen Milo fslgem, 
dass der Senat den Vorfall als gegen den Staat gerichtet be^ 
trachtet habe; so habe der Senat oftmals des Clodius* Br^ 
mordung gut gehdssen, was auch der Umstand beweisCy dass 
Milo's Gegner behauptet hätten^ der Senat besehüesse nur^ 
was Citero woHCj nicht was er seW^st meine. Auch habe 
der Senat, wenn auch diese VorfSUe den Staat verletzt hat-- 
tm, nicht diese neuen Gesetze geuünscht, sondern nur be^ 
schlössen, dass darüber ausserordentlich fextra or- 
' dinem), aber nach den bestehenden Gesetzen der Process 



60 AL TuUi Ciceroms 

eingeteUei tderden doUe* Diemr BeMchhas »ei aber^ durch J«- 
numden foerhmdert, ut^ das ganze Qutaehten de$ Senat» 
durch erkaufte Tribunen entkräftet worden QCap. 6. 6. $. 
^9-^140' Auch habe Cn. Pompeius dadurch, dats er 
ein Ge$et% gab Mer Mcrdy welcher auf der Appisehen 
Strasse tnn'gefallen wäre, noch keineswegs Milo^s Verdamr^ 
mung ausgesprochen, sondern vielmehr ihm einen Weg 9u 
seiner Vertheidigung bahnen wollen C§' ^^0* 

Bs sei auch unbezweifelt, dass nicht %uClodius* Ckm^ 
sten dieses Oeset% ton Pompeius beantragt worden sei, 
sondern der Zeitumstände halber. Denn als M. Drusus, 
als P. Africanus getodtet worden, seien keine neuen 
Oesetze in VorsMag gebracht worden, SoUe aber Clodius' 
Ermordung deshaUf strenger untersudU werden^ weil sie auf 
der. von seinen Vorfahren angelegten Appisehen Strasse 
eorgefäUen sei, so habe man auch damals keine besondere 
Untersuchung eingeleitet, als Clodius auf derselben Strasse 
den Römischen Ritter M, Papirius erschlagen habe, ja nidU 
einmal dOy als ein Sklave des Clodius aufgestelU worden 
seij um den Pompeius zu ermorden, sei ein besonderes 
Oeset» gegeben worden, noch da, als man dem Cicero selbst 
nach dem Leben gestrebt habe; auch betrauere der Staat des 
Clodius Unt^gang nicht so sehr, dass deshalb eine beson^ 
dere Untersuchung habe sollen Statt finden, sondern Pom^ 
peius habe gi/wiss nur, um unparteiisch fsu erscheinen, die^ 
ses strenge Gericht angeordnet. Dies beweise auch die gans» 
Zusammensetssung des Gerichtes aus den unbescholtensten iVi- 
irioten wid der gewählte Untersuchungsrichter L* Domitius 
CCap. 7. 8. $. i6— M.J). 

Da nun weder das Urtheit des Senates, noch Pompe^ 
ius* Absicht, noch die gewählten Richter und ihr Vorsitzen 
der etwas Nachtheiliges fOr Milo an den Tag legten, so dürf^ 
ien die Richter nur untersuchen, welcher von Beiden dem An^ 
deren Nachstellungen bereitet habe, tmd dies könne am besten 
geschehen, wenn man seine Erzählung aufinerksam hören 
wolle C^* ^* S' ^^*> ^ hiOfe in Clodius* Interesse ge-- 
legen, dass sein Praetoramt nicfU mit Milo's Consulate su- 
sammenfaüe und er habe deshalb Alles gethan, um demselben 
bei der Bewerbung umU Consulat hinderlich zu sein^ endtteh 



oratio pro T. Annio Milone. Inhalt. 6 1 

abery da er %tohi gesehen habe, dass Milo Contui werden 
ttOrde, den EnUehiu$s gefoMst und dengdben auth gegen 
Favonius, der ihn dem M. Cato togleieh nUtgetheiU habe, 
taut werden la$$en, dass er Milo in Kurzem umssubringeri 
gedenke C$.24'-r2B0' BeJudb sei Clodiue, da er ge-- 
%jouul habej das» Milo den iBten vor den Kaienden deeFe^ 
hruars nach Lanuvium reisen müsse, um als IHctatar Jener 
Stadt einen Priester zu wählen, Tags vorher tforaus gerelSet^ 
um einen UeberfaU vorzubereiten. Milo sei bis nach dem 
Senate in Aom geteesen, habe die Kleider gewechselt und sei 
dann mit seiner Gattin aufgebrochen. Da sei Clodius schlag'^ 
fertig ohne jede unnöthige BegleUung zu Pfhrde 'ohngefäht 
um die eilfte Stunde dem Milo, welcher im Heiseiöagen-mH 
seiner Qattin sass, zahlreiche Dienerschaft und aUerM-Wn-- 
demisse bei sieh hatte , entgegen gekommen. Sbgt^eh hätten 
Clodius' Begleiter von den Anhöhen Wurfyeä^sse auf 
Milo's Zug geworfen, den Wagenftihrer gstödtet) da sei 
Milo vom Wagen gesprungen und ein allgemeiner Kampf 
entstanden, in welchem Milo^s Skiaren, die ihren Herrn 
todt geglaubt hätten, um denselben tsu rächen, Clodius 
getödtet hätteny ohne dass Milo es befohlen oder gewussi 
hätte, oder zugegen getvesen wäre (pap.iO. $.Wr^29.). 
So sei Clodius umgekommen und Milo habe sich nuir gegen 
seine Nachstellungen rertheidiget , und man brauche nicht zu 
untersuchen, ob die Ermordung vorgefallen, sondern ob 
sie ndl Redd oder nUt Unrecht vollbracht worden sei; dies 
habe auch der Senat und Pompeius vor Augen gehabi 
CCap. ii. S' ^0. aij. 

Frage es sieh aber darum, wer von Beiden mtehste^* 
hingen bereitet habe, so brauche man nach Cassius'^ Ghmnd^* 
Satze nur zu fragen, wer den Vortheil davon gehabt 
habe, um zu sehen, dass Ciodius Milans Untergang* 
wünschte. Denn unter Milo-^s Consulate hätte er äts Praetor 
nicht so schalten können, wie er wünschte, hätte nkhi können 
die schändUehen Gesetze durchsetzen, die er durchzusetzen 
beabsichtigte. Diese habe Sem. Clodius gerettet und sie 
seien noch vorhanden (Cap. i». % 82. 88 J. 

Von der anderen Seite habe Milo keine Ursache, Clo^ 
dius^ Beseitigung zu icünschen, sondern vielmehr Interesse 



64 M. Talli CioeroDis 

gereiche^ $ei eben mo imbegr^Met. Gewiss habe man niekt 
Aushebungen in gan» ItäUen, wie BMge behaitpiet hätten^ 
nieh$ diese Truppen, und alle die Verkehtuhgen %ur Sid^-* 
steüung des Pompeius gegen Milo getroffen, da er als ein^ 
%ekier Mann gegen Pempeius an eieh ehmnädUig ßeL Aueh 
fTörd^ er, wärä ihm €Selegehheit dassu gewordeny dem Pom^ 
peius' )fewiss seine AnhängttehkeU und Ergebenheit bewiesen 
und bereUwimg seine Befehie vollzogen haben C<^' M* 9- 
^r—- M.> Deshalb sötte Pompeius IM fdehi tfon fidk 
Hassen, da die ZeU kmrimen könne, w& er auch einen ein^ 
»igen Mann als Vreurtd werde brauehen können. Dies seheine 
aber imehPompeiusnkhi fßu wollen, sortst würde er, ohne 
ein Oerieht fes$ xu setzen, denselben termöge der ihm zuste-^ 
henden.Maehi bestraft haberU Ja er scheine selbst auf Mi^ 
lo^s Bettung bedacht gewesen zu seht, da er nkht nur ein 
€teri^ angeordnet Jiabe, sondern dasselbe auch beeehSUze, 
damit die Bichter gegen die Volksbewegung frei nach ihrer 
Ueberzeugung entscheiden^ können (Cap. 29. g* 99^7i.J. 
Auch sei Clodius wegen Verletzung der heiligsten PflUMen, 
der BeUgion, der guten Sitten, des fremden Eigenthmks, kurz 
wegen der ruchhsesten Verbrechen, die Ci eero beUäuflg dwreh-- 
nknmt^ 4em Bömisehin Volke so terhaest gewesen, dam 
Milo offeh würde sieh rühmen könnetfi, er habe jenes Unge^ 
heuer überwältigt, ohne den geringsten Tadel zu erfahren, 
weit Cl6dius* Ermordüfiy attgemeine Freude und Dankbar-^ 
keit gegen den Urheber derselbe i?erantasst habe C^ap. $T. 
96. $. TM-^TSO- <^<'^ ^it<^ ^ ^^^*^ ^^i^ ^'^ Pritathaeo 
gegen Clbiius, da er •allgemein eerhaset sei," und weder die 
Bi^er selbst noch Pompeius würden es ibümehen, dose 
Clodius, wenn es geschehen konnte, wieder in^s Leben ge-» 
rufen werde C^ap. t9. f. TS^ T9.J. Wie könne man also 
einen Mann eerurtheHen , den die Griechen als M&rder ekwe 
Tgrannen 'den Göttern am nächsten ehren würden; der den 
Staat ron einem so grossen Üebel befreit habe CS' ^0^ 
Doch bektnne Milo, dass er" den Clodius nicht, um den 
Staat 50U befreien, sondern um sein Leben zu verthddigen 
getödiet habe, icürde aber fcenn ersteres gesd^ehen wäre, et 
t^en bekennen, sollte er nun Dank oder Undank tfon dem 
befreiten Staate zu erwarten haben COap- 2I0. $.^i~M.> 



oratio pro T. Annio Milone« Inhalt. 6& 

V 

OffMbar aber sei e$ Werk einer goUlkhen Ver$ehimg, deren 
Dasein nicht geUtugnet werden könne,* die Ciodius^ ErmoT" 
düng herbei geführt habe, da er die Heiligthümer der Cfottheiten 
so oft verletzt, nun aber in ihrer, Nähe seinen Untergang 
und fdekt einpml die Ehre des Begräbnisses gefunden habe 
CCap. Bi. B2. $. Sa^SBJ. Niemand hätte dem Clodius 
Widerstand geleistet und leisten können y ausser Milo, auf 
4iesen habe ihn daher eine höhere Macht stossen lassen, dass 
er durch den, welchem er Nachstellungen bereitete, seinen 
Untergang finden möchte, denn sclmerzHeh und beMagens^ 
werth würde es ffkr aUe Stände gewesen sein^ wenn Clo^ 
dius den Milo überlebt haben würde C^op* ^^* ^^* 

Man müsse aber für Milans Angelegenheit um so mehr 
Theihuthme haben, da er ungebeugt das Mitleid seiner Mit" 
hürger nicht fferlange, sondern sich nur fireue, wenn es den~ 
selben durch seine unerschrockene Bekämpfung des Clodius 
wohl gehe, auch wenn ihn selbst das schlimmste Loos treffe 
und aUe seine Bemühungen unbelohnt blieben (Cap. 94. $. 
'92-^94.^. Er sei aber auch überzeugt^ dass er nicht tm- 
dankbare Bürger zurücklasse, sondern däss man nur aus 
AengstliehkeU und Furcht ihm nicht beizustehen wage, dies 
habe sich bei seiner Bewerbung unCs Consulat gezeigt j zeige 
»ich Jetzt, wo alle für sein Wohl besorgt seien. Schön sei 
die Dankbarkeit sehiCP^Mitbürger , schön auch das frohe Be- 
wussisän edel gehandelt zu haben, schöner noch der tnwer^ 
gängliehe Name, der wmkere Thaten begleite, und auf wet^ 
ehen Milo die sichersten Ansprüche habe QCap.BQ. §.95-^ 
98.^. Schmerzlich sei Cicero das Gefühl, dass di^enigen 
Milo terurtheUen wollten, die ihn selbst in's Vaterland zu^ 
rückgerufen hätten, und nur der einzige Trost bleibe ihm, dass 
er selbst nichts unterlassen habe, um dem Milo seine rege 
Theiinahme an den Tag zu legen CCap. 86. g. 99. 109 J. 
BndHch wendet sieh Cicero mit Thronen im Auge an alle 
Anwesende, beschwört sie ihm die Gelegenheit, seine^Dankbar'^ 
keU dem Milo durch glücklichen Erfolg seiner Bemühungen 
an den Tag zu legen, nicht entreissen zu lassen, und es nicht 
zuzugeben, dass ein so wackerer Bürger, ein so unerßchrocke^ 
ner Mann ein anderes Vaterland stichen müsse. Gewiss werde 

6 



66 IL ToOi Ciceronis c, l u. s* t-Sw 

aw^ Cn. Pompeiu9 ihr gümiige$ UrtheU gut heissen C^^- 
8r. as. g. ioi-^iOöO' 



Cap. L %. 1. Btsi yereor, iudices^ ae tarpe dt pro for* 
tissamo viro dicere incipientem ümere mioumeqae deceat, cnin 
T. Annius ipse magis de rei publicae salate quam de soa per- 
torbetar, me ad eins caussam parem animi magnitudineiiL ad- 
ferre non posse^ tarnen baec novi lodioi nova forma terret ocu- 
lo0, qoi qoocamque iacidemoty veterem coBsaetadioem fori et 
pristiDiim morem iadiciorom requiront, non enim Corona conses- 
SOS vester dnctos est, nt solebat: non nsitata freqnentia süpi^ 
0iimii8. % 9. Non illa praesidia, quae \^to templis omnibns cer- 
nitifl, etsi contra vim collocata snnt, non adferant tarnen oratori 
äliqnid, nt in foro et in iudicio, qoamqaam praesidüs salotaribna 
et necessariis saepti snmus, tarnen ne non timere quidem sine 
aliqno timore possimad. qoae si opposita Miloni patarem, cjede« 
rem temporibus, iudices, nee inter tantam vim annornm existu- 
marem esse orationi locom: sed me recreat et reficit Cn. Pom- 
pd sapientissomi et instissami viri oonsilium y qui profecto neo 
instiüae soae pntaret esse, quem reum sententiis iudicnm tradi- 
disset, enndem telis militnm dedere, neo sapientiae temeritatem 
Gondtatae moltitadinis «nctoritate publica armare. g. 3. qaam ob 
rem iUa arma^ centoriones, cobortes non periculnm nobis, sed prae- 
aidinm denunciant, neqoe solam nt qoieto, sed etiam nt mag^ 
animo simos, hortantor, neqoe aoxiliom modo de;fensioni meae, 
veram etiam silentium pollicentnr. reliqna vero muiütudo, quae 
qnidem est civium, tota nostra est, neque eomm qnisqaam, qiio^ 
Qodique intuentis, nnde i^qna fori pars adspici potest, et buios 
exitam iadici exspectantis videtis, non cum virtnti Milonis Anvet, 
tum de se, de liberis suis, de patria, de fortunis bodierno die 
decertari putat 

Cap. Hj Unum genus est adversum infestumque nobis 
eomm, quos P. Ciodi füror rapinis et iocendüs et omnibus exi- 
tüs publicis pavit, qui hestema etiam concione incitati sunt, nt 
vobis voce praeirent quid iudicaretis. quorum damor si ipii 

Cap. I. %. 2. Non Uta] Nam üla, cederem tomporibos] cede- 
rem Umpori, esse oraüoni locom] e$se oraiori locum. 



c.iL$. if^ oratio pro T. Annio Milone. 07 

forte fueiit, admoaere tos debebit^ ot etim oivem retioeiitisiy qiü 
eemper genas illad bominom clamoresqne maxnmos pro vestra 
sahite neglexit. $. 4. Qimuii ob rem adeste animis, iadices, et 
timorem si qnem habetk deponite. nam sk nmqiiam de bonls ei 
"^ fortibofl TiriSy et omqnara de b«Be meritis dvibns potestas vobis 
iaficandi ftdt; d deiik|«e «mquaol locm amplissamoram ordi- 
mm delecfig virifl datns eety ot eoa studia erga tort^ et bonos 
dvisy quae volta et verbis saepe dgaiiloassent^ re ei senteniü^ 
declarareni: boo prefecio tempore eam potesiatem omoem vos 
habetiSy ni stahiaüs, otmm nos^ qoi semper vesirae aacioritaü 
dediti ftdmQS, semper miseri higeamufl aa dio vexati a perditis- 
Bomis eivibos, aliqnando per vos ao per restram fldem, virta- 
ieiri sapientiamqae recreemur. $, &. O^id eaim nobis diiobiu^ 
iadieeSy laboriosios? quid magis solficüiimy magis exercttam 
did ani finffi potesi? qni spe amplissamomm praemiorom ad 
rem pnbficam addaoti mefu cradelissomonim snpplidorom carere 
non possamns? eqnidem eeteras tempestates ei prooellas in üHs* 
dmntaxat fluetfllras eonciomlm semper pntavi Myoni esse sab* 
eondas, qnia semper pro boais eontra imprObos senserai: Ini 
iadldo vero et in eo oonsilio, in quo ex eancäs ordlnibps am- 
plissomi Tili indlcarent^ mnDqnam existomaTi spem idlam esse 
baUtoros Milonis inimf cos ad eius non modo salniem exstingaeii- 
dam, sed etiam gloriam per talis Tiros inflringendara. %, 6. 
Onamqoam in bac caassa, indlces, T. Anni tribanatn/ rebus' 
omnibos pro salate rei pnblicae gesüs ad bnins crmiinis de- 
fensionem non abatemnr. Nisi ocälis Tiderids inddias Bfileni a ' 
CHodk) esse IHctas, nee deprecatori snmaa, ni crimen boe nobis 
propter mnlta praeclara in rem poblicam merita condonetis, nee 
posiolatmi, ni si mors P. Clodi salus Tesira fberit^ ideirco 
eam Tirinti Blüoids potins quam populi Romani felicitati adsigne- 
tis. Sed si filins insidiae clariores bac loce füerint, inm deni- 
qae obsecrabo obiestaborqne tos^ indices, si cetera andsimusy 
hoc sattem nobis nt relinqaatar^ TÜam ab iaimicomm aodacia* 
Cdisqne ni hnpone ficeat defendere. 

Cap. n. S. 4. datns est, otj daius est, «M. S. 6. sappHciomml 
exiliorum, quia semperl guod semper, non modo salateml non sor- 
luUm modo, %. 6. rebus] rebusque. a Clodio esse tadaa} a Clodio 
factiu, propter moltaj muUa propter. vftam ab inimioorum audacla 
tcllsqael ob inimici^rum audacia telisguc vUam. 

6* 



68. Bf. Tulli Ciceronis g. m. iv. i^ i--^. 

_ 

Cap. in. %. 7. Sed ante quam ad eam omtiofma veoio^ 
qnae est propria vestrae qaaestioDis, Vldeator ea esse refaümda^ 
qiiae et in senata saepe ab inimicis iactata smit et in condone 
6aepe ab improbis et paoUo ante ab aecnsatoribiis; at omni er- 
rorj snblato rem plane , quae veniat in indiciam^ videre posd- 
tis. negant •intaeri Incem esse ffts ei^ qni a se hominem ocoi» 
sam esse fiiteator. In qoa tandem orbe hoo homines stoltissiimi 
disputant? nempe in ea, quae primnm iadiciam de capite vidit 
M. Horati fortissumi viri, qni nondam libera civitete tamen po- 
poli Romani comitüs liberatns est, cum sua mann sororem esse 
interfßctam fiiteretur. %. 8. An est quisquam qui hoc ignoret, 
cum de homine oociso quaeratur, ftut negari solere omnino esse 
factum aut recte et iure ftictnm esse deftadi? nisi vero exi- 
stumaüs dementem P. Africannm fnisse, qni cum a C Carbone 
tribuno plebis seditiose in concione interrogaretot quid. de TL 
Graechi morte sentiret, responderit iure caesum yiderL neque 
enim posset aut Ahala ille Servilius aut P. Nauca aut L. Opi- . 
jnius aut C. Marius aut me consule senatus non neißuius hal>eri, 
si sceleratos civis interfld neflis esset« itaque hoc, ludices^ non 
sine eanssa etiam Actis fabuüs doctissumi homines memoriae 
prodiderunt, eum, qni patris uiciscendi caussa matrem necavis« 
(set, variatis bominum sententiis non solum divina, sed etiam 
aapientissumae deae sententia liberatum. §. 9. Quod si dnode- 
ciffl tabniae noctumum furem quoquo modo, diurnnm antem, si 
se telo defenderet, interfici impune voluerunt, quis est qui quo- 
quo modo quis interfectus sit poeniendum putet, cum videat 
aliquando gladium nobis ad hominem occidendnm ab ipsis per- 
rigi legibus? 

Cap. IV. Atqni si tempus est ullum iure honünis necandi, 
quae multa sunt; certe ülud est non modo iustum, verum etiam 
necessarium, cum vi vis iliata defenditur. pudiciüam cum eri- 
peret militi tribunus tnilitaris in exercitu C. Mari propinquos 
eins imperatoris^ interfectus ab eo est, cui vim adferebat. facere 
eiüm probu3 adolescens periculose quam perpeti turpiter mahiit. 
atque huno Ille summus vir scdere solutum periculo liberavit 

Cap.ni. g.7. saepe ab inimidsjaft MadcU saepe* in concione saepej 
in concione, veniat] veniL g. 8. e( iure] ac iure, seditiose in con- 
cione] in concUme eedUiose, responderit] re^pondit. g. 9. defenderet] 
defen^erU* ad hominem ooddendum] ad occidendum fuminem. 



c. IV. V. f. lo-ii. oratio pro T^ Annio Milone. 69 

f^ 10. Imddiatori vtsro et latroni qnae potest infsrri Intosfa nex? 
quid conütatos nostri, gnid gladii volmitf qwB habcAr^ certe^ 
non UceM; m QU Ulis nullo paeto liperet« est igitor luieo, \ß^ 
dices, Don scr^ta, aed nata lex^ quam non dididmos, acoepi- 
nnis^ legimna^ veram ex natura ip^ anipaimos^ hansimius^ ex- 
preaedmnsy ad quam non docti^ aed fiicüy non institati/ sed im- 
tniti wbus^ ut cd vIta nostra in aliqnaa inMdias^ si in Tim et In 
tela aot latronom ant inimicorom inddisaet, omnia honesta ra- 
4io esset expediendae salntis. silent enim leges inter arma nee 
ae ex exspectari inb^t, com ei, qni exspectare y^^ ante iniu- 
fita poena luenda ait quam iosta repetenjia. ' g. 11. Btsi' per* 
aapienter et quodam modo tacite dat ipsa lex potestatem defra- 
dendi, qnae non modo hmninem occidi, sed esse com telo ho- 
minis ocddendl canssa vetal, ut com caossa, non telnmqoae- 
reretor, qni sd defendendi eaossa telo esset usus, non hominis 
ocddendi eaossa liabnisse telnm indicaretor. quäpropter hoo 
maneai in canssa, indices^ non enim dnbito quin probatnms 
dm vobis defendonem meam, d id memineritls, qood oblivisd 
non potestis, inddiatorem interfid inre posse. 

Cap. y. S* 19. Seqdtor ilhid/ qnod a Uilonis idmids 
sae^ssome dicitnr, caedem, in qna P. Clodins occisos e^, se-> 
natnm indicasse contra rem pnUicam esse faetam. iUam verd 
aenatoB non sentintiis.sds sdnm, sed diam stndüs* comproba* 
▼it quotiens enim est lila canssa a ndiis acta insenato! qnibns 
adsensionibos nniverd ordlnis, qnam nee tacitis nee occnitis! 
qimndo edm flreqnentissnmo senato qnattnor aot snmmnm qdn- 
qne sunt inventl, qni Milönis caussam non probarent?^ Dedarant 
hdus ambosti tribuni plebis illae intermortuae conciones, qdbps 
quotidie meam potentiam invidiose crimioabatur, cum diceret 
aenatimi non quod sentiret, sed qood ego vollem decemere. 

Xqddem d potentia est appellanda potius quam aut prqpter . 
I in rem publicam merita medioeris in bonis caussis ao- 
ctoiitas ant propter bos ofiSdosos labores meos non nolla apud 
bonos gralla, appelletur ita sane potentia, dum ea nos utamor 
pro sdute Imnonun contra amenliam perditorum. g. Id. Hanc 

Cap. IVr S* 10. est igitorl eti enkau ei in tela} d ti tela. %^ 11* 
non modo bonineml tum haminenu interfid iure! ktre MerficL 

Ctqf. V. %^ 18. iCa sane potentia, dorn ea] Ua same^ dummodo ea. 



70 M. TuUi Ciceronis c. v. vl %. la^ift. 

vero qaaestloiiein, etsi noo est idqiia, Bunaqimm tarnen senatOB 
ooDstitaendam pntavit. eraot eoim l^ges^ erant qoaesdoaes vel 
de caede vel de vi nee (antam maerorem ae loctom aenaM 
mon P. C]odi adferebat, ot nova qnaestfo constitoeretiir. .Coiiia 
•enim de llie incesto stvpro iadic^nm decemtndi senatni potestas 
enet erepta, de eins interita quis poteat credere senatom indl- 
dam novom eonsütaendom potaasef cur Igitor iaceodhun ou- 
riae, oppugnatkmem aeditnn M. Lepidi) eaedem haoe ipsam 
oootra rem pnbiieam senatns fkctam esse decrevit? qoia noila wh§ 
omqaam est in libera dvitate soseepta Inter divis non contra 
rem pablicam. $. 14. Non enim est illa defenalo contra via 
nmqoadi optanda, sed non nrnnqnam est neceasaria. niai vero 
aat iDe dies, in quo TL €(racchn8 est caesns, aot ille, qno €a- 
ina, ant quo arma Satomini, etiam ai e re pobttca op prcaaa 
aont, rem pnbiieam tarnen non volnerarant , 

€ap. VL Itaqoe ego ipse decreri, cnm eaedem In Appl» 
Austara esse oonstaret, non com qoi se defendiaset, contra ren 
poidicam fedsse, sed cum inessent in re vis et inddiae, crimen 
iudicio reservavi, rem notavi. qnod d per fnriosnm illnm triba- 
mim senatdy qnod sentiebat, pericere licnisset, novam qnae- 
dioaem nnllam haberemns. decondiat enim, ut veteribaB legi- 
bos tantmn modo extra ordinem qoaereretln^ dirisa seirtentia 
ed postulante nesdo qno; niliil ea&n neoeA»e ed odninm mt 
iagltia proferre. de reüqna anctoritas senataa empta intercea- 
sione anbiata est. 

f. 16. At edm Cn« Pompdns rogatioae sna d de re d 
de canssa indieavit talit enim de caede, qnae in Api^ via 
ftM^ essd, in qna P. Öodins ocdsos essd. ^ Qdd ergo to- 
litf nempe nt qnaereretor. qnid porro qnaerendum ed? AMStmaae 
iAt^ at condat. a qno? at pard. Vidit igitnr etiam in confea- 
sione facti iuris tarnen defendonem soscipi posse. Qnod nid 
vidissd, posse absolvi cum, qui fht^etur, cum viderd nos Ik- 
teri, neque qnaeri nmqnam iusaissd, nee vobis tam haue aahi- 
tarem in iodieando Utteram, quam illam tristem dedisset mfti 



Cap. V. 8* 14. dies, in qno] die» quo. eäam d e re pdilloa 
oppreasa «not] oppressa sunt , eUam H e re pMica. 

O^. Vi. inessent] fneseeL qaaesUonem ndlaaj ^taudioasai 
fitmr ital/om. 8* 1^ tam hanc} hanc tum. 



c.vivii.)^fle-i9. oratio pro T« Annio Nilone. 71 

Yero Cn. Pompdos non modo idhil gravios contra BDleiiein tah- 
^caase, sed etiam statnliBBe videtor, quid vos in indioando spe- 
etare oporteret nam qni non f^oenam confeoBloiniy sed defenaio^ 
oem dedit^ is canssam interitii8«qaaereadam^ non interitam po- 
tavit $. 16. lam iUad ipse dicet profocto, qnod soa sponto 
tMty Pablione Clodio trifooendnm pntarit an temporL 

Cnp. VU. Domi soae nobittssonras vir^ senatas propogna- 
tor atqne Ulis qoidem temporibod pene patronus^ avnncalns hn- 
ins indids nostri, fortiasnmi viri, M. Catonis, tribonos plebia 
M« Drosiis ocdflus est nihil de eins morte popnlui^ consoltaSi 
naDa qoaestio deoreta a seaata est Qoantam Inotom in hac 
orbe ftaisse a nostris patribus accepimos^ com P. AMcano dornt 
soae conqolescenti illa nootama vis esset adlata! qols tum non 
gttnitft? qnls non arsit dolore? qaem immortalem^ si fieri pos- 
9etj omnes esse cuperent^ eins pe necessariam qiddem exspe- 
ctatam esse morte^n! mun Igitor Ulla qnaestio deAMcani morte 
lata est? eerte nnlla. %. 17. Quid ita? qnia non alio fadnore 
dari homines, alio obscuri necantor. Intersit inter yitae dignl« 
tatent snmmorom atque Infamorom: mors qaidem illata per sce- 
los isdem et poenis teneatnr et legibus. Nisi forte magis-erif 
parieida^ si qni consnlarem patrem quam si quis hnmilem ne- 
earit: ant eo mors atrodor erit P. Clodi^ qood is in monnmen- 
tis maiorom soorom dt interfectns. hoc edm ab istls saepe 
didtor. proinde qoad Apphis ille Caecns viam mnniverit^ non 
qaa popolus ntciretor, sed nbi impone siü posteri latrocinaren- 
tor! j|. 18. Itaqae in eadem ista Appia via, ciim omatissii- 
mimi eqnitem Bomannm P. Clodhis M. Papirinm ocddisset, non 
Mt illod facinas poeniendom, homo enhn nobilis in sds mona- 
mentls eqoitem Romanom ocdderat: nunc eiusdem Appiae no- 
men qnantas tragoedlas exdtati qnae cmentata antea caede ho- 
nesti atqne innocentis viri süebatur^ eadem nunc crebro nsnr- 
pator, postea qnam latronis et pariddae sangdne imbnta est sed 
quid ego üla commemoro? Comprehensns est in templo Casto^ 
ris serros P. Clodi, qnem ille ad Cn« Pompeiam interficiandnm 

Cap. VL g. 16. ipse dioet] dicei ipse. 

Cap. Vn. fudicto nostri] nottri iudicia. odnqoiesoentQ qtducenH. 
adlata] iUata. genmitj (ngemuU. g. 17. necarit] nectwerit ab iaÜB 
saepe dicitnr] saepe ab ictfe dicUmr» proinde] perinde* numiirerit] mtc- 
nUriL g.ia poenSendaa] puniemktm. interfidmubmi] Merficitndum. 



78 M. Tulli Ciceronis c.vii.»iii.s.i9-»i. 

coUocaverat; extorta est coafltenti dea de maiiibiifl; candt Umto 
postea Co« Pompfdus^ oaroit senato, caruit publico^ ianiia ee ac 
parietUmS; non iure iegom iadiciommqae texit 8* ^^* "Sxua 
qnae rogatio lata, nnin quae nova quaeeöo decreta e^tf Atqui 
ü res, si vir, si tempos ollam dignnm füit, certe haec in ilki 
caussa summa omnia füenrnt Insidiator erat iu fofo coUoea-^ 
tos atqoe in vestibulo ipso senatns; ei viro aatem mors para- 
bator, ciüus in vita nitebator salos eivitatis; eo porro rei po- 
blicae tempore, qao si i^nas ille cecidisset, non haec solum ci- 
vitas, sed gentes bmnes concidissent. nisi vero qnia perfecta 
res non est, non fuit poenienda; proinde qnasi exitns r^nim, 
non hominnm consilia le^bos vindicentor. aünos dolendom Aüt 
re non perfecta, sed poeniendam certe nihilo minos« §. 20» 
Qaotiens ego ipse, iudices, ex P. Clodi teils et ex cmeotiB ^os 
manibns eflfngi! ex qoibns si me non vel moa vd rd publioae 
fortona servasset, qois tandem de intentu meo qnaestionem tnlisset? 
Cap, YIIL Sed stolti snmus, qni Drasnm, qni Aflrica- 
nom, Pompeiam, nosmet ipsos cum P. Clodio oonferre andea- 
mos« Tolerabilia füerunt lila: P* Clodi mortem nemo aequo 
animp ferro potest Luget senatos, maeret equester ordo, tota 
civitas confecta seulo est, squalent munic^ia, adflictantor oolo- 
niae, agri denique ipd tarn beneficum, tarn salutarem, taoi 
mansnetum eivem desiderant $• 91. Non foit ea caussa, 
Iudices, profecto non fuit, cur sibi^censeret Pompeius quaestio- 
nem fereudam, sed homo sapiens atque atta et divina quadam 
mente praeditus multa vidit, foisse illum sibi inimioum, funilia- 
rem Alilonem.^ In commQnl omnium laetitia d etiam ipse gao- 
deret, timuit ne videretur inürmior fides reconciliatae gratfaie. 
multa etiam alia vidk, sed illud maxume, quamvii^ atrociter ipse 
tulisset, vos tarnen fortiter iudicaturos. ituque delegit ^ flo* 
rentisi^umis ordinibus ipsa lumina; neque vero, qnod nonanlU 
dictitant, secrevit in iudicibus legendis amicos meos. neque 
enim hoo cogitavit vir iustissumus neque h\ bonis viris legen- 
dls id adseqd potoisset, etiam d cupisset Non enim mea graHa 

Cap. vn. %. 18. eoUooaveratl coUocarat g. 19. cecldlssetl 
occidUset. peenienda] punimda. proinde] perimle. poedradaml >»- 

Gap. VIII. g. SO. nemo aequo anlmoj aequo tmim0 nemo. g. 21, 
fulsse ttlom sibij fuisse^ 9Uh UIwh. ex florenttsMunisJ e fiareniUaämU. 



cvnLix. g.M-Mk oratio pro T. Annio Milone. 73 

flunlHftrUatibiu oonünetor, qaae late p»tere hob possnnty propterea 
qtiod isoiisaetadiiies victus tum posaunt esse gooi rniilüs« sed sl 
qjM possnmi^ ex eo possomns, quo^ res publica nos coniaiixit 
com bonls. ex quilnis lUe cmn optomos viros legeret idqo^ 
nwxoiiie »d fidem snam perünere «rUtraretar, non potoit legere 
non stodiosos md. S* ^^* 0°<^ ^^^ ^9 ^ Dondti, hnic 
quaestioni praeesse maxume ycduity nihil qnaesiyit aliud ^ nisi 
iosdüain, gravitatem, hnmamtaleoi^ fldem. Tulit ut consokur^n 
necesse esset , credo^ quod principwn munus esse ducetMit resl- 
stere et levitati multitndinis et perditorum temeritati. Bx consn- 
laribus te creavk patissumum: dederas eaiin quam contemneres 
popalaris insanias iam inde ab adolescentia documenta maxnma. 

Cap. EL 9* 9S> Quam ob rem, iodices, ut aliquaado ad 
caussam crimenqne veniamus, A neqne omnis confnrio täCÜ 
est inositata neqne de eaossa nostra quidqnam aliter ac nos toI« 
lemus a senatu indicatum est, et lator ipse legis, cum esset 
eontroTcrsia nnlla ftieü, iuris taiaea diseeptationem esse voluit, 
et decti iodioes isque praepodtns quaestioni, qui haeo iuste ^sa-* 
pienterque disceptet: relicum est, iudices, ut nihil iam quaerere 
•üud debeatis, md uter utri insidias fecerit Quod quo ftM^Uius 
perspicere possitis argumentis, rem gestam Y€bia dum brevitw 
expono, quaeso, dilig^nter adtendite« 

%. 94. P. Clodius cum istatuisset omni soelere In praetura 
vexare rem publicam videretque ita traeta esse eomitia anno 
superiore, ut non miuUos mensis praeturam gra^re posset, qui 
non honoris gradum spectaret, ut ceteri, sed et L. Paulium col-* 
legam eifugere Teilet singulari virtnte ciyem et annum integrum 
ad dilacerandam rem publicam quaneret: subito reliquit' aonum 
suum seseque in proxumum annum transtnlit, non ut flt reli- 
gione aliqna, s^ ut haberet, quod ipse dicebat, ad praeturam 
gerendam, boo est, ad evertendam rem publicam plenum annum 
atque integrum« g. 25, Occur^ebat ei mancam ao debilem 
praeturam füturam suam console Milone: ^un porro summo 

Cap. vm. S- sa Iam inde alb] ütm ab. 

Cap. DL g. 28. nostra quidguam] guidquam nostra. qoaerere 
alindl aUud quaerere. perspicere possltia argumentisj argtmentls 
perspicere possiUs. %. S4. in proxumum annuml tu antwm proxi^ 
tmsm. 9. 85. Occorrebal ei mancam] OceurreM, mmoat». fiito- 
ramsoaaii suam fiskunam. 



74 M. Tulli Ciceronis c. o. x. 8- M-«a 

«onsensa popali Romanl oonsolem flerl videbat Contolit «e ad 
das compedtores, sed ita, totam at petiüonem ipse sok» ettam 
Invitis Ulis gabtmaret; tota ut comitia Buis^ ntdietftabaty hume^ 
ris sluttiieret Convocabat trilniS) sa interponebat; CoUiflam 
lUHram dilecta perditigsiUDonim dvilim consoribebat Quanto ttle 
plara. miscebaty tanto bio magis iii dies convalescebat übt vi- 
dit hemo ad omne fuclniis paratissomus fdrtisBamnm vimm^ in- 
Imicissiimiim flinuii; oertissuranm consnlem^ idqne inteUexit noB 
solum sermonibuB, sed etiam suflüragüs populi Bomani saepe esse 
declaratom: palam agere coepit et aperte dicere oocidendom 
MUonem. §• 26. Servos agrestis et barbaros, quibns sflras 
publicas depopnlatos erat Btrariamqiie vexarat, ex Apenoino 
dedoxerat^ qaos videbatis. Res erat minome obsoora. Etenira 
diotitabat palam oonsnlatam eripiMiloni non posse, vitam posse. 
signifleavit hoc saepe in senatu, dixit in concione. quin etiam 
Favonio fbrtissomo viro qaaerenti ex eo, qna spe füreref AfUone 
¥ivO; respondit tridno illom ant summnm quatridao esse peritil- 
rom. Quam vocem dos ad hnnc M. Catonem statim Favonios 
detnlit 

€ap. X. 9- ^7* Interim cnm sciret Clodiäs — neqne enim 
erat difQcile id scire a Lanovinis — iter soUemne^ legitamom, 
necessarium ante diem tertium decomam Kalendas Febmarias Bfi- 
loni esse Lannviom ad flaminem prodendmn^ qnod erat dictator i^a- 
nnvi Milo: Roma snbito Ipse profectos pridie est, nt ante smim 
Aindum, qnod re inteUectum est^ MUoni insidiascollocaret: atqae 
tta profectns est, ot condonem torbulentam^ in qna eins fnror 
desideratns est^ quae iUo ipso die Imbita est^ relinqneret, quam, 
nisi obire fM^oris locnm tempnsqne volnlsset, nnmqnam reli- 
qidsset g. 28. BUlo autem cnm in senatu foisset eo die, quo- 
ad senatus est dimissus, domam venit, calceos et vestimenta 
mutavit, paulUsper, dum se uxor, ut fit, comparat, commoratos 
est^ deinde profectus id temporis, cum iam Clodius, si qnidem 
eo die Romam ventums erat^'redire potuisset Ob viam Üt el 
Clodius, expeditus, in equo, nuUa rbeda, nullis impedimentls, 

Cap. DL g. 25. dUectn] dOectu. $. 86. diotitabat palaml pa- 
Iam dMUabat. etipi MilonQ MiUnu eripL eeae. peritommj periht^ 



Cap.X. $.87. id scire aLanovinisJ sdire. tertiam decumoml XU/. 
g. 88. est dimissns] dimissiu est profbctns idj profedus tH tf. 



c. z. XL $. §9-^1 oratio pro T. Annio Slilone. 70 



imUis Gneda oomiübiis, nt ßolebat, fllne Bxore-qood 
feret • cmn falo inaidiator^ qiü iter inad «d caedem flioleDdaim 
apparasset, emn oxore vehereior in rheda, paenulatas, magno 
0t inpedHo et mvdMii ac delicato aneillarqm paerorarnqne oo- 
mhatik §. W. Fit ob viam Clodio ante Amdam eins hera toe 
nndecuma ant aon omito aecos. Statim eomplores eom tdki In 
himc fiMaimt 4e loeo saperiore impetom^ adrerd rhedariom oo- 
ddant Com autem Mo, de ibeda reieota paennla deoHniaiff 
aeqoe acri animo defenderet, illi qoi erant com Clodlo gladiia 
ediM^ parüm recnrrere ad rhedam^ ut a tergo JMiloaem a^ki« 
rirentor, parÜm gnod hone iam Icterreotom patarent^ eaed^ro 
indpiant eins flenros^ qol post eraot, ex qnUias qui animo fldeli 
in dominum et praesenti faeront, partim oeeki sunt, partim onm 
•d rhedam pngnarl viderent, domino siconnrero prohü>er«ilar^ 
'Bfüoneffl ooGigom et ex ipso Clodio andirettt et re veia piita-» 
renty — feoemnt id serri Milonis t- dioam eiüim aperte noa 
derivaodi oriminis caossa, sed ot faetom est -^ neo imperaote 
neo seiente neo praesente domino^ qnod 01100 qqisqoe oertoa in 
lali re Ikoere Tolaisset 

Cap. XI. 9- ^^* ^^^ f'^^^ expoaoi) i(a gesta sont, iik- 
dloes: inddiator saperatos est, vi viota Ti0 rd potioa oppressa 
▼irtote andada est JNildl dico quid res pnbKea conseonta ait, 
Bitiü qdd yos^ niktt quid omnes bod. ^iiliil sane, qnod prosit 
Miloni^ qd hoe Mo natos est^ ot ne se qddem senrare po- 
taerit, qdn nna rem pnblicam Tos^ne servaret Si id inre fleri 
non potdty nildl liabeo^ quid defendam. sin hoo ratio doctia 
e4 neeesdtas barbaiis et mos gentibos et fdria etiam bdnis na-» 
tara ipsa praescripdt, ut omnem semper vim, qnacumqiie ope 
possent, a oorpore^ a capite, a Tito sna propnlsarent: non pote- 
04i8 hoo ftudnns improbnm iodicare, quin simol iodicetis omnir 
bos, qd in latrones inciderint, ant illorom teüs aot vestris sea^ 
tentüs esse pereundum. g. dl. Qnod d ita potasse^ eerte opta* 
Mlins Milod fdt dare iugdom P. Clodio non semel ab illo 

Cap. X. 9.28. et mdiebri ao delieato3 dt nmUeM et deUeato. 
g. SO. viderent, dominol viderent et domino, dicam enim apertej lU-r 
com enim, neo — neo — sec] neque — negue — neque» 

Cap. XI. g. 80. snperatoB est] superatus, sane, qnod prositj 
9am id^ pro9lt. Id. Iure fieri] id hure, non potultj non potaeit. ralio] 
€t ratio, et feris etiam belnis natura] et feris natura. 



76 M. Tulli Ciceroms c. xi. xn. s- st-». 

neque tarn primiim petitnm qoam ingnlarl a voUs^ qda se non 
, iagolandaiii Uli tradldisset Bin hoo nemo y^stnim ita sentit, 
non Ulod iam in indidam venit, ocdsosne ät^^quodfittemor^ sed 
iure an inioria^ qnod mnltis in canssis saepe quaesitum est 
Insidlas factas ^sde constat, et id est, qnod senatns contra rem 
pnblioam factum indicavit: ab utro fi»ctae sint, incertnm est De 
hoc i^tor latnm est, nt qnaereretur. Ita et senatos rem, non 
hominem, notavit et Pompeius de inre, non de &cto, qnaestio- 
nem tolit 

Cap. XIL Nom quid igitor alind in indioinm venit, mek 
uter ntri insidias fecerit? Profecto niliil: si hie illi, ut ne im- 
pnne sit, si ille hnic, ut scelere solvamnr. 

S. 8t. Qnonam igitur pacto probari potest insidias Mllttü 
' feclsse Clodimn? 8atis est in illa qnidem tarn andad, tarn ne- 
faria bdna docere magnam d caossam, magnam spem in Milo- 
nis morte propositam, magnas ntilitates füisse. Itaqne illnd Cas- 
siannmi cui bono titebit, in bis p^^Kmis valeat: etsi boni nuDo 
emolnmento impellnntnr in frandem, improbi saepe parvo. A(» 
qni Milone interfecto Clodins haec adsequebatur, non modo ot 
praetor esset non eo coosnie, qno sceleris fiEU^ere nibil posset, 
sed etiam nt üs consplibos praetor esset, quäras si non adio- 
yantibas, at conniventibus certe speraret posse jbo eTndere in Ulis 
mäa cogitatis fnroribns: cifias Uli conatos^ ut ille ratiodaabatnr, 
A neo si cnperent, reprimere possent, cum tantom beneficinm d 
se debere arbitrareDtar> et si veUent, fortasse vis possent firan- 
gere hominis scderaüssnmi corroboratam iam vetnstate anda- 
ciam. §. 93. An vero, indices, vos soU ignoratis, ves hospitea 
In hao orbe versamini? vestrae peregrinantnr aures neque in 
hoc pervagato dvitatis sermone versantur, qnas ille leges, si 
leges nominandae sunt ao non faces nrbis, pestes rd publicae^ 
fderit impositoms nobis omnibnsatqaeinnstams? Exhibe, qnaeso, 
6exte Clodi^ exlübe libiarium iUnd legum vestrarom, qnod te ainnt 

' Cap. XI. S* Si* non ingaländam Uli] ÜU non iugüUmdum. non 
fllud iam in lodidom venit oodsasnej ülud iam In iudidum venu, mm 
üccisume, 

Cap. xn. Qtl< tum nos. %. 88. Satfa est In iUa qnidemj SixÜM 
est quidem in iUa. baecj ^loc, focere nihil posset] nihil facere po9- 
9et nee si caperent, reprimere possent] necy H posseni, reprimere 
cuperenL 



c. xa JOB. 9. da 84. oratio pso T« Aunio Milone. 77 

eripoisse ,e ä^mo et ex medils annfe tarbaqiie Doctnnia tadngaam 
PaUadiiMn extalisse^ ot pimeolariim videlieet maons atque Umtm^ 
meiitiiiii tciboDatos ad aliqnem^ d nactas esses, qoi tao Mrbitrio 
tribnaatiim gereret^ deferre posses. Atque per [omni^ tribiui 
diviiifi libertyuis servos ille omm^ qpi in übertäte morar^tor, 
lege BOva additurns erat^ ut ipsi cum ingeDoU aeqoaliter suffra« 
gia ferreot]. Aa kuias ille legis quam Sex. Clodias a se in- 
TentaiD gloriator meotionem facere ausas eeset, Tiyo IMOlone^ ne 
dicam consule? de nostrum enim omnium — dod audeo totoia 
dicere. videte qui^ ea viti lex halntara faerit^ qpias . pericnlosa 
etiam repreheasio est Et ad^exit me Ulis quidem ocuUs, qai- 
bns tarn solebat ciim omnia omnibus mlnabatar« Movet me 
qoippe lomen cnriae! 

Cap. XIIL Quid? ta me tibi iratnm^ Sexte^ patas, eidas 
ta ioimiciasiimaiii nuilto cmdelios etiaiii poenitos es^ quam erat 
bnmaoitads meae postidare? Ta> P. Clodi oraeatm eadaver 
eiecesti domo, ta ia publicom abiecisti: tu q^oUatum imagioibiiSy 
exseqaiiSy pompa, laodatione, iDfolieissomis ligds semastulataaiy 
nocturnia canibas dilaniandum reliquistL Qua re etsi iief^ie 
fecisti, tameQ qaöbiam io meo inimico cradeUtatem exprompsieti 
tqam, laodare non possam, irasei certe don debeo. g, 34* 
[Aadistis, iodices, qaantam Clodi interjfümt ocoidi Idilooem: 
eoavertite animos nonc vicissim ad Milonem. puid Milonis in-* 
iererat interdci Clodiam? Qoid erat cor Milo, non dicam, ad- 
nütteret, sed optaret? — Obstabat in spe consolatas Miloni Clo- 
dius. — At eo repugnante flebat, immo vero eo flebat magis 
nee me soffragatore meliere otebatur qaam Clodio. Valebat apod 
TO8, iodices, Milonis erga me remqne publicam meritomm jne^ 
moria, valebant preces et lacrimae nostrae, qoibos ego tarn voa 
nürifice ^overi sentiebam, sed plos malto valebat peneuloram 
impendentiam timor* Qais enim erat eiviaia, qoi sibi solotaai 
P. Clodi praetaram sine maxamo renim novarom meto propo« 
aeret? Solotam aatem fore videbatis, nisi esset is consol, qoi 
eam änderet possetque constringere. Eum Milonem onum esse 
com s^ntket oniversos popolos Bomanas, qois dabitaret soffragio 



Cap. Xn. g. 33. extalisse] sustuUsse. omnia omnlbas] omnibus omnia. 
Cap. Xm. tibi iratum, Sexte, putasj iratum, Sexte, putäs tibi. 
poenitos esj punilus es. $. 34. AudlstisJ Vemonst^avU 



80 M. TulU Ciceroms c. xv. xvx. $. 4i-4a 

1^ adtolkEiet gravi89umamqae adolesceiiB DaliiliMaiiias ret pii- 
1[>licae partem fortissanie susoepisset atque illam beloam iadid 
laqoeos declinaDtem iam Irretitam teneret: qni locos^ qaod tem- 
pus illad^ di immortales, fuitl Com se ille fugiena in scataram 
teoebras abdidisset, magnam Maoni foit conficere illam pestem 
yialla sna invidia, M. vero Antoni maxama glorlal $. 41. Quid? 
Gomitiis In campo qnotiens potestas ftdt! com ille in saepta rui»- 
aety gladioB destringendos , lapides iaciendoB coravisset) dda 
aäbito Yolta Milonis perterritns folgeret ad Tiberim, tob et 
omnes bonf vota faceretis^ ui Miloni nti virtnte sna laberet 

Gap. XVL Quem igitor com omniom graüa noloit, bonc 
volnit cum aliquornm qmerela? quem iure^ quem loco, quem 
tempore, quem impane non est ansas^ Jinnc iniariay iniqao loco^ 
alieno tempore, pericolo capitis non dabitavit ocddere? g. 4IS» 
praesertim, indices, com jionoria amplissomi eoj^entio et diea 
^ comitiorum sobesset, quo qmdem tempore — scio enim ^piaia 
timida Bit ambitio, qaantaqae et qoam soUicita sU cnpidltas coa-» 
aolatus, -— omnia non modo qnae reprehendi palam, sed etiam 
goae obscore cogitaii posrant, tipemos: rnmorem^ fiibulam fkl^ 
luim^ fictam, levem perhorrescimtis, ora omniom atqoe ocoloa 
Sntoemor. Nihil est enim tammoUe, tam tenerom, tam aot flra-» 
gile aot flexibUe, qoam volootas erga nossensoBqq^ civiom, qin 
non modo improbitati irascuntor candidatorom^ sed etiam in recte 
factis saepe fastidiont %, 43. Hone igitor diem campi spera« 
tarn atqoe exoptatom sibi proponens Milo^ craentis manibos sce- 
los et facinos prae se ferens et confltens^ ad illa aogosta cen*- 
(oriarom aospicia veniebat? Qoam hoc non credibile in hocl 
' Qoam idem in Clodio non dobitandum, qoin se ille interfecto 
Milone regnatorom potaret! Qoid? quod capot est aodaoiae, 
iodioes: qois ignorat maxomam illecebram esse peocandi impa- 
nitatis spemf In otro igitor haec füit? in Milone? qoi eüam 
nnnc reos est facti aot praeclari aot certe necessari. ^ an in 
Clodio? qoi ita iodicia poenamqoe contempserat^ ot eam ni- 

C^. XV. g. 40. M. vero Antoni] AnUmH vero. g. 41. in saepta 
roisset] in saepta irrupisset carayisset] eurasset 

Cap. XVI. g. 48. somdta sit cupiditas] soUicUa cupidUat. qoae 
obscare] obscure quae. fiibalam fiüsam, fiotam^ fabulam fictam. Ni* 
' hil est enimj NihU enim est g. 43. Hunc igitor diem] Uunc diem 
igiltur. quin se ille] qui se. 



c.xvi.xvn. g. 44-46. oratio pro T. Annio Milone. 81 

bH delecteret qood iot per natinram fis es0^ aitft per leges 

> $. 44. Sed quid e^go argnmentorf q^ plum dispnto^ 
te, Q. Petili^ appello optamiim et fortu»umam ciTen^ i0, M. 
C»to^ testor^ quos mihi divina qsaedam sors dedit indioes». Voa 
ex JH. Fayonio andiatis Clodimn dbi dixk»e et aadiatin ^iro 
Clodio pelltiinim Milonem tridao» Post diem lertiuii gesta res 
est quam dixerat Com ille nen doUtaret aperire quid cogüa- 
titf TOS potestia dobitMre qtdd feeeritf 

€ap. Xvn. % 45. Qoem ad modom igitnr eum dies non 

fefSdlitf INxi equidem modo« Dicti^orüi Lannnnl atata Baorifida 

noflse negoti mlal erat Vidit neceise ease Bdoni profictoci 

Laimviiim illo ipso qoß est profeetoa die« iteqw» aiteriNrlit/, at 

. quo dief ifOOy nt ante diii, foit insaniMima eondo ab ipaiiu 

meroeni^ tdbiiBO plebis concitsta; quem diem iDe, quam daa- 

eiODem, • qoos eli|moi;efly nisi ad cogitatnm &einqs apprope- 

raret^ BmDqnam r^quisset Ergo iUi ne oansaa quid^a MkmAn^ 

etiam rcaossa maoe^di: Miloiü maoendi nuUa facultas, exeMdi 

. Bpa eai]9safiolam> sed etiam necesskas foit Qoid? si nt ille soiTit 

Bmonem fore eo die ia via, sio Clodiom Müo ne sn^ncari qttf- 

dem potoit? 0. 46« Primnm qnaero qoi sdre potnefrit? qoed 

. TOS idem in Clodio qnaerere non potestis» Ut enim neminem 

; aHam nisi T. Patinam fiimiliarissumam snmn rogaaset^ soire po^ 

paaij illo ipso die Lanovi a dietatere Milone prodi flanÜnOm 

. ne^efsse esse. Sed erant permnlti alii> ex qnibns.id fticiflime 

'.^di^^..pes8et: omnes acilicet Lannyini Mito de Glodi redito 

. nnd^ quaesivitf qnaeaierit sane; rideto qtiid vobia largiar, aar- 

vom etiam, nt Q. Arrio« amions mens dixit, coin^evit LegHe 

teailmonia testinm restronim. dixit C. Caaainiiis S^Ma Intet-' 

aananna fujüttariaaimiHB et idem comea Clodl^ doins iam pridem 

tesämoaio Clodins eadem hoia Interamnae faerat et Bomae^ P. 

. dodtem ülo die in Albano mansurum Msae^ se^ subito esae ei 

. naneiatamCynimarGhitectnmessemortiinm^itaqiierepenteRQnMmi 

. eenftitaiaae prc^cisci. Dixit hoc comes item Fi Glodi €• Clodins« 

Cap. XVIi 8. 44. PettÜ] PeUUL dobiUMtl ^tiMiHT« co^taHtj 
. coffUaret, ' , 

Cap. XVn. S* 45. est profectas] profUdt». tH. • %. 40. Itttor- 
amaannsj Iniiitanmas* Clo^] P. CMU, es^ elj ei eue* repente 
Bomam] Bomam repente* 

6 



8ä M. Talli Ciceronis c.xvm.xnc. s.«-*o. 

Cftp. ICVm. %. 47. Videte in^ees, qoantae ret^is tefttiOM- 
niis sint confec(ae. Primam certe liberatar Milo non eo cmi- 
Büio profM^tQfl esse, at Insidlaretar in via CSodio: qidppe; si ille 
obviw el Maras omniiio noa erat Deinde — non eBim yid«o 
ear non meum ^oqae agam negottom ~ scitis, iadkses^ Mase 
qA in hao rogalione soadenda dicerent MOonis mann oaedom 
^Bse Usetam, oomdlio rero malöris aHoinas. me Tidelicet hitro- 
nem ao aioarhiin abieoU hominea et perditi desoribebant. lacent 
soifl testibus ii, qni Clodiikni negant eo die Romain, nfei de C^rro 
»o^Hsaety Msse reditoram. Beipirari, Hberatna anm, non vereor 
ne qood' ne MHpioari ^dem potoerim^ videar id oogitasae. 
§. 48. Niiao peMeqnar cetera. Nam eecorrlt dlod: „l^r 

ne C^enMi qMem de InatAls cogitavit, quoniam ftiit In Albano 
niaii8ani&'' 0i quidem exitnras ad ciiedem ^ Tfli non Maset 
Yideo eoim illom qni dicatar de Cyti aMjirte WfMieiaaie) non Id 

-mmdasse, aed IMUboem aippropinqaare. Natm qnid -de Cyro 
naaciarety qaemClodius Roma proficiaGens reVqoerat norientea? 

. URa fbi, testamentam CyrI almol obsignavi enxä Clodio; teaü- 
aeatam aotem palam fecerat et illom heredem et me aorfptferaf. 
Qnem prldle hora tertia animam efliantem reliqoLsBety Moa ommt- 
loom poatridie liora decuma deniqne d noBofabatoft 

€ap. XDL $. 49. Age, ^ ita ftictmi, qoao eanasa otar 
Bomam piV^peraret? cor in nociem se eonUceretf qoid adferciMat 
fMinattoids qood lieres erat? Primom nihil erat enr propenio 
opoa easet^ deinde 4ri quid eaaet, qnid tandem *eral, qoed 'te 
aocto eonseqni posset, amitteret aOtem, -ai postridleHotfandMUe 
veiüaset Atqoe nt Uli Boctnrans ad mrliem adrentos ritaiidlia 
|K)tid8 quam expetendos Mt, «Ic MUom emn inaidiatar eaM^ 'ai 
iUum M wbem noctii acceasorom adebat, aabsldendinn atqae 
exspeetandam MU % 60. Noetn, incddioao et pleno latromnn fn 
loco. oceidiraety ndmo ei negand noft oredidisset, quem aase 
onmea aalTum, etiam coniltentemy volnnt. anstinulaaet bee erl- 
aen primnm ipae ille latronnm oceoltator et reoeptor leew, ton 
neque mnta aoUtnda indicaaaet neqoe oaeoa nox oatenttaa^C IB- 

Cap. XVnL S. 47. afnt eoafeetae] sunt ctmfeciae. qofppe; li 
ffle obvios] guippe; [si iUe] obvius. U] hU g. 48. dicatur] dkMr. 
iestimientam C^rt sinrol] testatnentum simuh 

€ap. XIX. g. 49. Bomam nukie] mane Ramtm^ g. MK reee- 
ptor] receptator. tum nequej dtiai neque. 



c.xnt.xx. $.61-^. oratio pro T. Annio Milone. S3 

Ibneiii, ä^d/^ IM mM ab illo violaö, spoliad; botiia expvbiy 
ifiahi tiaeo ettam timentes in sospidonem cadereot, toU deniqne 
reii ciüiretnr Etmria. %. M. Atqae illo die oerte Aricki^ 
rediens devortit Clodias mä 9e in Albaniun. Qaod vt mAM 
MAöy mmn Aridae Msse^ snapicari tarnen debidt, enm, etiani! 
d Romam' illo 'die rev«rti vdlet, ad YÜam snam, quae :viam 
tangeret^ devermumm. Cor neqne ante oecnrrit^ ne ille in viU. 
redderet^^ec eo in locö aabsedit^ qno ilienoctn yentoms «Met? 

Tldeo cobdare «adhiic, indices, omnia: Milod etiaii wßHH 
fidsse Clodiam vivere, illi ad ea qaae concapierat optatusumami 
inteiHt«m iMonls, odiam fdbse Dlias in hanc . acerbiaramam, 
«allam huias in filmn^ eensoeiaduiein ilüiu perpetaam in vi In- 
ftrenda^ hdos tantiun in repeUenda: §. 50. aiortem ab illo de^ 
mmdataiti ^Ifiloni et praedioatam palam, nihil nmqoam ^aBditom 
ffii Miloiie; profeedods huius diem ilti notnm^ reditns illina huiol 
ignotam fdsse; Iraiosi iter n8ces8aiiam, iUins etiam potinci aiio-. 
iram; Ihiqc prae ne tulisse iUo ^ie Roma exitnnim^ iUam ^o.dieJ 
se ^isdBrölaiBe re^tiuraiii; himc ndlias rei motasse condiiom^. 
iffwn diiiBsiim mutandl eondli fintisse; hdc, d inddiaretur, do«-i 
etem i'pfope albem exe^^ectändain , illi etlam d hone noii tineiet,' 
tarnen aeeeasam ad «rbem noctarnnm fdsse raeftaendm^ 

• Gap«; XX. 'S- 63. YldeanuQs nane id qood capnt «st, "lomX. 
flfftnd^tasmi^ fplse^ qM congressA simt/:iitri tandem ftlerit aptieni 
Id vero^ iifdfees, ^am doMtandotn et dhiäa» eogitandomost?! 
Ante-ftmdtun CIo^, quo In fündo propter iasanas illas sob^tm^' 
ctfonfe9fia^{le Imminom'ndlle veimbantor yalentinm, ed^jidversarij 
attqae exeelso looo «nperiorem se f»re ptit»rat Afilo et ob eam- 
^m eirai Mstim ad pngnam potuNramom elegerat? An in. eo> 
looo -est pölios exspeetatas ' ab eo^ qni ipdtw lod spe (keer^ 
fmpe(am eogltarat? Hes loquitar ipsa, lodiees, qnae flemper ^a^i 
leC plühimUiD. g. 54. ^ 'haec iion gesta aadiretis^ sed pieta 
TfÜereäs; üamen appareret/>aler osäet inddiat^^ oter nihil icogi^ 

Cap. XtX, S* ^* ^ haec etiam] Hiam Tiaec. $. 51. devortlQ ä^- 
rettU, conelare adhuc , itidice&, brnnia] tuihuc ^mutare on^iß > <u^ 
Cef. $. 52. praedicataml praedictam. reditns] rediium. tolisse illo] 
tOiise se iUo. ' 

Cap. XX. S* 53. hominmtt niflle Tersabantor] iniUe homiaum «er« 
i^nOitr. pittarat] putabat. elegenit] delegerai. ipaa, luacesj iudi" 
c€s, ipsa- 

6* 



84 M. Talli Cieeronis o.xx.xsl^-h-«?. 

taret mali, Wi alter rdheretdr in tbedft paemiliitiuv «^ Bjdfini 
iixor. quid horam non impedifissomam? vcstitus «o yelupuhiik, 
«n comeis? quid mintis^promptiim ad pugüam, cum paeanla ir- 
t^tOBy riieda impeditos, nxore pene eonatrictOB esael?. \idtU 
muioillamy primom ^redientem 9 vila, ^itot cur? t* vespeii; 
quid neoe«e eslf — (arde: qxä conveoü praeserüm U teapo* 
nsf DevorÜt ia TÜaiii Pompd. Ponq^^nm ut videret? sciefoat 
ib AMensi esse. ViJam Qt persplecret? mäieii» ia ea ftierat 
Oidd ergo erat mocae et terglTersattods? dum bii> Teniret, 
loonni relinqaere nolnit. 

Cap. XXL $. 65. Age im»o iter expediä* lalroais ema 
MilODis Impedimentis eomparate. Semper üle anlea ema nxore, 
tum sine ea. nnmqQam nisi in rheda, ttim. in eqoiK Comitea 
Graeooli, qoocmnqne ibat^ etiam com in «»stra Etnucii propera«-* 
baf^ tarn in comitata nogamm niiiiL iMilo, q'iii nnrnq^^mr, tarn 
casa pueros sjmphoniaeos' nxocis dncebat et aacUlanim greges. 
Ble, qni semper seemn scorta^ semper e^ol^os^ aemper hopaa 
dnceret^ tu» imninem, nisi nt vinin^ a Mco lectom ^ease dica* 
res. Cor igitar victns estt Qida JDion seapejr vialoi; a latQaM^ 
}i0n nmaqnam eiiaib latro a viatore eeteUltor : quia quMn^iuHi^^va-* 
tus in imparatos Gledta% tarnen innUer inddecat in viros. %6^ 
Nee Vera sie erat amqoiini aon paratas JMälo.eontra Vlum, oi 
non satis fere esset t^^tfatos. Semper ille et. quanto^i^intereBaei 
P. €ledi se perke «t qaanto ilE edio es|i«t ^ quantum Hie an^ 
äderet cogitalMit Qnain ob rem ritam snam» qmmi .maxoiaia 
ffraemiis prdpoaitam et pene addietem soii^bat^ iiamqaam tu päd- 
Golnm sine praesidio et sine' onstodia proUciebat Adde caain^ 
adde ineertoa eodtos pngnaram H^rtefliqae commaaeip^ qqi aaepa 
spoliantma iam et eaunltantem evertit et pinreidit ab abiecto. Addei 
insdtiam praasi^ poti> oseitantis dncis, qoi onm ^ teiso hosteoi 
interclnsym rdiqnisset^ nibil de eii» extremis eomitibns eogita- 
Vit: in quos inoansofl ira vitamqne dqmini desp^raatis coa In-» 
ddissety haesit in Üs poenis, qijas ab eo s^rri fidelespro domini 
yita expetiveront. $. 67. Cor igitnr eos. mann misitf metue- 
bat scilicet ne indicarent^ ne dolorem perferre non possent, ne 

Cap. XX. g. 54. praeserttm Id] Id prcuserUm. erat aioraa et 
teigiveraa^nisl erM SSfora et tergicersaUo. 

Cap. XXI. . g. 55. nnrnquam nisQ nunquam wm. io comitata m- 
gammj nugarum t» cmnütaiu^^ 



€.juu.jaai. i.58-«o. omtio pro T. Aimio Miloue. 86 

tontootls^ oogereotar. ocdsmi eme h aervif .MSmiis in Appj% 
Tift P. Oodkui confiterL QxM opus est lortoref Quid qoaeri»! 
Oooideritoef Ocoidit Iure an inindiif NibH ad tortdrem. Facti 
eBim in eenleo qnaestto est^ iuris in indioi(K 

€^p. XXIL Qvod igitur in eanssa 4|iiaereDdam «st^ id 
agamus hie: qnod tormcntis invemre vis^ id Memnr. Manu 
▼ero cor miserit^ si id pottos quaeris^ qoam eiir panpi anqpUf 
adficerit praernüa, nescis inimici factum rqnrehendere. $. 68w 
Dizit enkn bic. idem, qui omnia semper oonstaater ei fortiter,' 
M. Cato^ et dcdt in turfoulenta condone, qoae tarnen buius au- 
doritate placata est^ non läiertate solum^ sed etiam omniliiii 
praemfis dignissinBos Adsse^ qui domioi ctput defendisseBt Qvte< 
eoiffi praemium satis magnum est tarn benevoUs^ tarn bonis^ taiii 
fidelibns serris, propter quOs vivit? Btsi ^ qttidem non tapü 
est quam quod propter eosdem non saqg^ine et volneribqa miäß 
crudeliflsund inimici meotem oculosque eatiavit Quos nisi man« 
mialMet) lona^ntiB etiam dedendi füerunt conservatorea domini^ 
ultores scdeda.,. jdefenseres neds. Hio vero nihii babet in Idci 
maUa^ qood mians moleste ferat, quam etiam si quid ipsi aoci- 
daty esse tarnen iHis meritum praemium persolutumi^ *- $• 69. 
Sed quaesttones urgent Milonem^ quae sunt babitae nunc in alrio 
Idbertatis. ^ Quibusnam de servisf Bogas? deP.Clodi. Quiaee« 
postolavit? Appius. Qubproduxit? Appins. Unde? abAppio. Di 
bonil quid potest agi severius? De servis nulla legequaestio estia * 
dominos nisi deinoesiu, ut foitin Clodium. Praxume.daoaaecessit 
Clodios, propius quam tum cum ad ipsos penetrarat, cuius de 
morte tamquam de clierimoiiüs violatis quaeritur. (Sed tamea 
maiores nostri in dominum de senro quaeri noluerqnt^ non quin 
non posset verum inveniii, sed quia videbatur indignum esse et 
domini morte ipsa tristius. In reum de serro aocmatoria cum 
quaeritur^ verum inveniri potest? %. 60. Age vero quae ^at 
aotquaüs quaestio? Heustu, Rufio^ verbi'caussa, cave sia nlen« 
fiaris. Ciodios inddias fecit Miloni? Fedt. certa crux. Nullas 
focK. Sperata libertas. Quid hac quaestione certins? Buldte 
abrepti in quaestionem tamen separantur a ceteris et in arcas 
conü^^untur^ ne quia cum üs coUoqui possit. Hi ceutum dies 

Cap. XXn. g. 58, et dixit3 dixUqu^. $. 69. domioi moiite] do^ 
-minU morte, de servo aocnsatoriB] de $ervi8 accusatoria. S%60. men- 
tiarisj menUare, abrepU) arrqfU, 



S9 AL Tulli Ciceronis axjui.xxiii.t^6i-64. 

peneli «ocosatorem ema flBfesen^ all eo ipso aoovntore pniattä 
Baut Quid hac qimestiene did potest integrios? quid ineoaiqktiaiV 
Cap. XXUL §. et, QQod si nondiiiii. satis c«iniltis,.eaBi 
res ipsa tot tarn claris argnmentis siguislue-liioeat, pora meiiCe 
«tqae fBtegra Mlonem^ nollo scelere imbutom^ naUo meta pertef^ 
Vitoin^ noUa coosdentia exantmatnin Romain rerertisse: reoor-* 
ihaslfAy p^ jdeos immortalisl quae tarnt celeritas ebas^ qiüc ia« 
gresmis in fbnuii ardJente oiuia^ qnae magdtiido animi, qol ycd» 
taSy qnae oratio. Neque vero se popolo solmn^ scd etiam se- 
Batcd commisit; neqae senatoi modo, sed etiam publicis praesi- 
dils et armis^ neqae his tantom, Yemm dou» potestati, cnl seoa^- 
Um totam rem- psblloam, omoem Italiae piibem, caoota po^- 
puli Romani arma commiserat: coi nranqnam se hio proteoto 
tiradidlssety nisi caossae sdae 'confideret, praeaertim emnia aor^ 
^enti, magna metaenti, multa sospicanti, nonmilla oredenti 
Magna ▼%» est consdenüae, indices, et magna in ntramqoe par- 
tem, nt neqae timeaot qai nibil commiserlat et poeaam semper 
•Bio oeolos versari patent qoi peccarint. 9* ^ Neqae yera 
dne ratione oerta caossa Milods semper a seaata probala est 
Videbant enim sapientissomi homines faeti rationeffly praesentiaai 
aniiai, defensionia constantiam. An vero obliti estls, iadieea^ 
teeenti illo nancio neds Clodianae, non modo inimiüerum Affio» 
Bis sermones et opinienes^ sed nennalloraffl etiam iroperitonmt 
Negabant eam Romam esse reditorom. $. 68. Sive enim iltod 
animo irat^ ae pereito fedsset, nt inoensns odio traoidaret ini- 
micom^ arbitrabantor eom tantt mortem P. Clodi patasse, nt 
aeqoo animo patrla careret, com sangnine idmid explesaet 
odiam saam, dve etiam iUias morte patriam liberare Tohdaset, 
non dnbitataram fiortem virom qain com sao pericolo saloteai 
fd pabHeae adtalisset, eederet aeqoo admo legibos, seca» an» 
firret g;loriam sempiternam, nobis baec firoendn relioqueret, 
qnae Ip^e servasset MaM etiam CatUinam atqae IDa portente 
loqoebantor: ^^rompet, occopabit aliqaem loeom, bdlnm patriae 
fiiciet.^' Bfiseros interdom oivis optame de re pnblioa moritod! 
ta qaibas homines non modo res praeclarissamas obliviaeinitiiry 
•ed etiam nefariaa saspicantor. 9- M- ^^Q '^^ ^"^ Aienmt, 
quae certe vera exstitissent^ si Milo admisisset aliquidi qood noa 
imsset honeste vereque defendere. 

Cap. XXIII. g. 61. venmi] verum eüam. 



c. xjuv. s. u-w. oratia pro T. Anmo fliiloiie. 8T 

C^ XXIV« Qddf Qnae pMtea siuC 1b tarn cofig^fUf 
qoM qoiemvii etim meüoeriii» d^ttetonmi eoosoleatia- pcraAM*' 
sasty «t raBteikl Di imMoiWes, sMtiaaitY fauBO^Tero^ «t oob^ 
tempall ae pro lübilo pvtavttl qo^e noque maxamo »iikiio noMM 
neqoe imiooeiM nisi fbrtliiamiiB vir integere potnisBei Bonto-^ 
mm, gladiomia, fQmmeDtpnm i^romque etism multitado de- 
preliMdi posse Isdicabatiir. NuUiim in orb« vionm, «riltuft m^ 
giportmn esse dicctent, in qoo bod Miloni oondaota 6i»M dd-y 
OHM: MIM in vifem OcrioolaiUMi derecte Til^eri^ domas kk äMve 
CftpitolliM scoüs rdMa^ pInMi omni» mnltoolorom nd mriUs' iniM«: 
din ooBpnnUonim. , Hneo non detotn soliim^ sed peno c i ^ndUn 
neo Mio repndint» mmt qoun qnaesita. §. M. Lamdsbam eqni— 
dorn inorediUlem düigontinm Ca. Pompei, ned dioam^ nt nedüo, 
iodlee«: nimis mnlta eognntor aadire, neque aliter fhoere pos- 
aoot ü^ qaXbmB tote commiMa ^ res publica. Quin edam fbttft 
«odifodna popa Lii^nias nesdo qm de olroo masnuno senroa 
BfiloalB apad so ebriofl fliotos^ iM. cenfeasos ease de interflciende 
Pompeio ooniarasse, dein postea so gladio percasoam esse $h 
«no de iUigy ne indiearet. Pompeio in hortos nvnoiayit, aroeasw 
ia primla^ de amiconun «entontia rrai defert ad senatom. Non 
potaram ia ilttoo mei patriaeqne emtodis tanta euspieione non 
meto exaaimariy eed mirabac tarnen credi pepae^ eonlfeMionem 
aur v ^ wam andiri^ volnos in latere^ qaod aon punetam^ Tidoretari 
pra iota gladlatoris probarL $. M. Veram^ nt intellege, eare- 
bat magis Pompdais quam tlmebat, nea ea eokun, qnae timenda 
arant, aed omnia, ne vee aliqoid timeretia. Oppngnata demus 
ۥ Caesaris dariBsami et Ibrtiasiimi viri per moltas noctis horas 
nancMatnr/ Nemo aadierat tam odebii looo, nemo senserat 
Tarnen audiebator. Non poteram Cn. Fraipeiam praestaatissoma 
▼irtota virom timidam saspicuri, diligentiam tota ro pobfica 
sHscapta Dindam aallam potabu»« FreqjaentiBSQmo seaato Biq»er 
ia Capitolio Senator inventns est, qni Bfilenem cum tdo esse 
diaaret NodavÜ se in sanetissamo templo, qaeniam vita talis 
at cM» ei Tisi idem nan tkcUM, ut eo taceotd res ipsa lo- 
qiaaretar. 

Ci^ XXIV. %, 64. tetameatomm) [f frenorumj sp0rormm. 
non MUoni conducia esset] MUmU non etset conducta, $. 60w cogun- 
tur andlre] au4ire cogtmtwr» Pompeio] Cn, Pompeio. dein] dände. 
^ 66. sed omnia] Bed oaialao mimiak vos aüqaid] äUqtM vo9. 



88: W. Tulli Ciceronis c. xxv.xxvl s, 67-6». 

Cnp. XXV. f. 67. Onmia üAm atqae insidiafle flcU .com- 
perta auit Cur tarnen si metokur etiam nmio Milo, non i«B 
hoc Clodiamim crimen timemas^ sed toas. Ca. Pompel, •<- te 
enim iam appello et ea voce^ ui t^e exaudire posals *- tuaa, 
toaa^ inquam; snspiciones pechorrescimiui? Si Milonem times^ 
si haoo de taa vita nefarie aut aono oogitare ant molitiim ali- 
qnaodo aüquid potas^ si Italiae dilecto^^ at nononlli odnquiaito- 
res tut dictitaninty si baec anna^ si Capitolioae coliortes, si 
oxcoftiae, m vigiliae, si delecta iaventns, quae tnum corpus do- 
miimqDe custodit^ contra MUoDis impetom aniiata est atqoe ilia 
QiyüDia in himc unom instituta, parata^ intenta sunt: magna certe 
in hoc vis et incredü)ilis animos et non onios viri vires atqoe 
Qpes iadicantor^ si qoidem in hnnc anom et praestaatissamoi 
aus electas et tota res publica armata est §• 68. Sed ^pds 
QOn intellegit omnis tibi rei publicae partis aegras et labantis, 
ut e^a bis armis sanares et conflrmares, esse commissasf Quod 
aH locus Aliloni datus esset , probasset profecto tibi ipsi neaii« 
nem umquam hominem homini cariorem füisse quam te sibi^ nnl- 
iMm se pmquam pericnlnm pro tua dignitate Aiglsse^ cum iUa 
ipsa te^erruma peste se saepissume pro tua gloria conl^Bidiase, 
tribunatnm suum ad salutem meam, quae tibi carissuma fiiiasety 
consiliis tois gubernatum^ se a te postea defensom in pericolo 
capitis, adiutnm in petitione praeturae, dnos se Imbero s«per 
amicissumos sperasse, te tno beneficjo, me suo, Quae si non 
probaret, si tibi ita penitus inhaesisset ista suspicio, nuUo ^ 
evelli modo posset, si denique Italia a dilectu, orbs ab annia 
sine Milonis clade nomquam esset conquietura: nae irte haut 
dubitans cessisset patria, is qui ita natus est et ita oonsoevit^ 
te, Slugne, tarnen antestaretur, quod nunc 'etiam tMüL 

Cap; XXVL $, 69. Vide quam sit varia vitae comanita- 
bilisque ratio, quam vaga volobilisque fortuaa, quantae iallde^ 
litates in amicitiie, quam ad tempus aptae simulationes, qoantaa 
in periculis fugae prozumorum, quantae timiditates. Erit, erift 
iDud profecto tempua et iUueescet ille aliquando dies, eioi ta 

Cap. XXV, S* 67. Cor tarnen si] Quod H tarnen. Iam hoc] ko$ 
iam, dilectns] delectusy certe in hoc] in hoc certe. iodicantor] ia- 
dicantur. g. 6a locus Maoni] MÜani locut. illa Ipsa] i^« Uta. A- 
lectu] deketu. 

Cap. XXVI. 8. 69. in amldtUa] in amieie, üle aliqoa&do] ««• 
quando iUe, 



c.xxvjLjjnr& %.m-*^ ^fnüm pca T« Amtia Milone. 80' 



mmtoirtefliponapy firt qoM cfvlm *ecld^ expartft«Btre <«ke-^' 
BMs^ ei ■niiiiwuiini beoiPiEoliDtifttD ci gnittewni homlDi» Wem 
^.wuB&xmf f9at hmtänoB tmtOB ^Ktbumad vlri magnitadttieiii nxäat* 
dBMertB. $. W. QaMBqoaü ^iii hoe oreAntr Co. Pmipfliii%: 
inris^iMel, mcri» maloraoi) rel, denfqw fvbliMe pMtfsBiuttiiiii» 
com mmim cl camniMrtt^ nt vMnrely rb qvm bmb vubuca s»« 
nomicn OAKasT^' quo- vno venkndo satt» «rmaü Mmper coii-«» 
0ideB tarasty «Üam anUis »mifl datti; luroo «aercitn^ bau« 
dfi«Gttj;;d«t»itatteiMi'eiflfeeliitaniiB ftdBse in diu» eonüllitf vlii«^ 
diondiii^iqpi H Indida ipw MIeiet? SiUis tadieatom est w 
Pempeio^ «il«^ Calw lato coafefri io MtiD«m, qid 'legem M^j 
qwiy ot.ege eeiitio^ Afiloäeni abeolFi a voMi ey ofteet, vi eoineä 
eeafiteator^ lioeret $, 71. Qoed vero ia ttlo loeo at^ie iffi«: 
poMioonn pneMtamm eoptls drcomAisiMi eedett eetti declarat' 
ae MB tcarereai loHm^ vobia -- 4pAA mAm wixxm illo dlgaoa 
tguam eegennt tos eoai eoniemoetiB^ In quem anfaaadvertere' 
ipee et aore iBaicnaa et an» lore peaaet? — ^ ael praeaidio 
ease, nt intfikgaüs contra heatemaa lUam condoB«n lioere 
veUa qood aeaüatia Ubere lodfteare» 

Cap. XXYiL §• 7t. Neo yero me, iodioes, dodianom 
criflieD aevety oee tarn som daaeoa tamfoe Teatri aenaoa Igaa- 
rna atqne «xpersy nt nesdam qoid de morte Clodi sentiatia. Da 
qua d km ndlem tta dUuere crimen nt dflni^ tarnen ißnpone 
Hilori pafaun clamare ao mentiri gioiiOBe äceret: ^Occidi, oc« 
ddi non Sp. Maeliafll, qd annoaa levanda iactnriaqne rd fa-* 
mfluuia, qda aimla amplepti plebem viddiatar^ in anapickmeoi 
teddit regai appeteadi, non Ti. Graediom^ qui coUegae ma- 
giatratom per aeditionem abrogavit, qnorom interfectorea imple-* 
v«müt orbem terramm nominia siü gloria^ sed enm — änderet 
enim dicere, enp patriam pericnio ano Mberaaset ^ , coina n»- 
fimdnm adnlterimn in pnlyinaribns aaactiaanmla nobiliaamnae fe«- 
minae comprdiendOTnnt; §• 7a enm, cdna anpplido aenatua 
aoHeania reügionea expiandaa saepe censnity eqm, quem cum 

Cup. XXVL g. 60. tempormn, quo temponm knmuiaHs ^ OT«^* 
adre debemof) debetmu tHte. g. 7a diledo] d^ectu. %.^1. nüuus 
Üio] üio mkm», illaai oondonem] co»ciea«m tfl aa i . 

Cap. XXVU. S- 9t. aa mentiri) olgiie mai^^ri. vMebatarl pit* 
. tabaiur. implevenuit) impierwU, , 



9ft JMLTuffiCiea»iiBSt:.xxvavacBi.4.74r-2e. 



soimre «»rmfiiia tiefiMijni' 8tafarpBi<fe«lMi fm^^imtmlfm 

semittid^' quem populba. Roniaima^ qlttiHii QiniM.jgMw Hebis ae 
litee cWinm oOBsenraitavem. kidicMsant^ Bervom mamkn «kümobU 
i^Titf eimi, qnl Mgna deM^ aäfmü^j.ovheiii termnun qaüNuoaa 
ydaR pafiütiif est; evmv ^ plnniBilfl «Mditoi in.J«» |Mä% 
fiii^alMi vktQlo. el, ^oon eirMi domom vi 0t atauB oinpidit^ 
ecmiy Qai nibil unuptii nofha Mt neo ia fkcioare d60 in hakk^ 
dkie; emn^ qnl «edeisNiiiM^ntti kioeiitty ut «f^niarluni p«U- 
G«m r«e0ti8ioBi» tabulls pidilicis im iwaB M i enrffalgoerati^V $^ f4.. 
oBDi deQlqii«^ otti lam nsU» toK'ecat, aolhan dvlii iwy MiUi 
pOBsassioii^ termini, ^ non rnlntria Mnn^ npa^Moftift vi»-^ 
ttcüfl ao saanMMkiB aäeaoi fjainkia^ aed <»rtr^ coBeraün^ aiguAy 
ififl»rettü».petelnt^ qnL no» «olain BtroBCiMt, — eoa eoinL.penita» 
ODotempsefal i-f-^ sed Inue P. Yaiittq^ ItaÜnABinm a^aa optn*-» 
iBom dvitti) Mlaenk )MBtfito|)> pellMra p o i att girtniiioay larmis ea^ 
flldaqua cDaalns! aat^ goL tan alroblteelia et daoeaqniis yitm 
maltoroBi hMoBtfae pamgrabat^ qtä lantonlo el AJpibiia «pas 
poBBetsionma torminaait aoamm, qoi ikuit ab eqaitß Bodhumi 
aplendido et forti, M. PacotdO', aett ImpelraMet, «I aibt iasiiia» 
in laca Prilip Tenderet, repanCe äiitribns. in eaia iasolam mate- 
riem, c^oem, eaenenl»,. mnaam eoavexit domioagDe traaa ripa» 
laspectatite nea dotttatil exatniere aadiftoimn li| wäam^ §. 71k 
qoi hnic T. FurAnia, cai Tim? di immaitalaal ^ qaid eaim 
ago^ da moUeroida Scaotia, «püd de adoleaeenta P. Apinta di- 
eomf qnonun nlüqae noften est miaitataa^ nial alW borionBA 
poflsessiQne ceasineat — aad aoBiim eiBe. Iteftnio dioera, ai 
aibi peeanian, qaantam papoaoerat^ aoa d^diiset, mortmua ae la 
dofflom eioa iOataramy qoa invldki ho&e aaset tali viro oan- 
flagFaadiuBy qoi Appiam Uratrein, liominem mihi oaaianotam idia- 
stuna giatia^ abeentom de pesaesaioDe fondi deieeit, qui parie- 
tom sie per vesübuhim söraria inaütuit dacere, sie agare Aind»- 
Hieata^ ut sororem aon modo vestibiilo pdvaret, sad omni adit« 
et Bmiae.^^ 

Cap. XXVm. g. 76. Qnamqnam haec quidem iam tole- 

Cap. XXVIL 8* 74. P. VariuBi, fortissomaml P. Varimmy virmm 
forüBsitnum. terminarat] iermmabai. ut aihl tasulaiai ui ituuiam, 
Prillol Prelw. exstruere aedifioinai] aedificimn emtiruere. %. 7A. P. 
Apiniol Aponio. ceMissent] ceasusef* aoamn eflse] mtam eU. 



aunmi. ^i^^is. orati« f^9 T* Amao Milone. 9A 



in loDgioqaofl, in prq^i^qpM»; Jn aU«nM^ in saoi irraebat^ sed. 
BMdff qpo Bodo inm nsn ok^hmieait et peroaUoent civitatis 
incr6dl]»ill0 pttientin. Qnne Tcca adncant iui et impendebiuii^ 
qooaam modo en aut degellere potoiasetia ant ferve? Impedom 
Hie ai nactna ee^, oipitto nooioa, e|Kteiaa nattonea, •J^^^es, t^, 
tcareliaa; vota enim fiactrelis, ot in eoa ae ^otiaa immittecet,^ 
fpaai in vestiM poaaoseionea^. voatra tecta) veatras pecnnlasc 
pvmviiaa dioo? a liberia medioBfidina et a ooningilHui veatri^ 
onnmpaHi iUe eiraaataa aoaa loXiidiAea ccdübniasetb Kngi pfi^ 
tatia q/mm patootf ^piae a^ta saat oauiiiNiaf qpae leoentnrt 
aervanua exeroitaB illom ia mite oonaeriptonua fiii^fle^ per fiioa 
totam rem pobüeala laaqne privataa ofluüom poaaidaret? ||t. 97^ 
Oaam ob reai sL cmaotam* gladiom tenena clamaret T. Anniaa; 
^AdeatjP; qaaeao^ alqne aodita^ civea: P. Qodiimi interfeei, eina 
taroraa^ qaea nnliia iam leglboa, nnlUa indioiia frenare poter^ 
nmf boc ferro et hac dextera a carvioibaa teetd» ^^vUly p|^ 
me ut anom iaa^ aeqiritaai legiMy libertaa, padoc, podieiliiV in 
cMtate maoarenl^^ eaaet varo ttmendan^ qponam laodo id fec^ 
lei oiYttaa! Noae caim qiiia eat %a| noa proLett qui noa laa«^ 
det? qpl non onom post bominum memoriam T. Aaniom pla-w 
romam ral pnblioae proftiiaM, maamma laätitia popolum Borna- 
anm^ eanetam Battam, naüoBaa omnia aditeeiaae et dieat et.sen- 
tiat9 Noa qaeo vetana iUa popnll Bomani-gandia qnanta taeün^ 
iodioaiiai Malte taiaeoi iam aoaunonun imperataram ctortoapn^ftH 
viotoria^ aeUia aoatoa vidit, quanun nnlla neqoe tarn dioturoam 
aAuUt laatiäaai aeo tantasa ^ 78. Mandate iioc n^amoiia^ 
iadicaa. fipere mnltn voa Uberoa^e vaetroa in re publica bona 
eaae vianoa^ ia bia afaignlia ita aeoiper eiiatamabltla vivo P« 
Qodia nifail eoram) ▼«» viaaros ftdaae« In apem. maTomam 
et qaeia ad modam ceafldo veriaanmam aarnua addactl^ biuc 
Ipeam aannm beo ipao aaaano wo coDsala compreasa bominum 
üeentia, eui^Mitatibua fieaetia, lag^bua et inatitntia oonatitatis, sa- 
lutarem civitati foi^ Nam quia eat Igitar tarn demena^ qui boc 
P. Clodio Tivo oontlngere potuiaae arbitretur? Quidf ea quae 



C99, J^f^fm. i. 70. a UbOEia mediasidiiM) aiiberis, a Uberi^, 
medkufidim^ Fiagl) Fk^ kmc. g. 78. in bis] ia ti^ samiis ad- 
4uctiJ rnddutOi mamu^ esi igitar J iffiiur etL 



9^ ' M. TfiUi Ciceronis c.xxvin.xxix*s«79.8a 

(ienetis privata atqne vestra ^n^naote dtknino fMoso^ qood litt 
perpetnae possessionis babere 'pdMssMT 

Cap. XXIX. Non timeo, Indlöes, ne odio meamm ininüol-i' 
tfaram inflammatns labenttns haee InlUcim evomere videar qoam 
Teriüs. Etenim si praedpmim esse debebat, temeo ita commii* 
nis erat emnitiiii ille' hoaüs, nl in eonunmii ocUo pene aeqnaliter 
rersaretur odiam meam. Non poiest dici satis^ ne eogiCari qoi-» 
dem^ quantum in illo sceleris, qaantom exiti taetit ^ 7^. Qoia 
6ic adtendhe, indices: nempe haeo est qnaestio de, ioterita P. 
Clodi. , Fingite anlmis — Hberae sunt edm nostrae cogtiationes^ 
et qaae Tolnnt sio intaentor,^ ea oeriümas^ qnae videmos — , 
flngite cogitatione imaginem htuns condltionis meae: si poastm 
eificere, vt Milonem absolyatis, sed ita, si P. Clodios rerixerit: 
quid ' Tolto extimiiistisf qaonam modo Ule vos vinis adfioeret, 
qaos mortons inani cogitatione percnlsit? Quid? si ipse Co. 
Pompeius, qni ea virtote ac fortona est, nt ea potaerit aenipa' 
qaae nemo pra^er fllnm; si is, inqnam, potnisset aut qnaeetlo- 
nem de morte P. Clodi ferre ant ipsnm ab inferis excitare, 
atrom pntatis potios factuum Msse? etiam ai propter amid- 
(lam Vellet illcun ab inferis arocare, propter rem pablioam noo 
fßcisset Eins igitar mortis sedetis älteres, coina vitam si pu- 
tetis per vos resütoi posse, nolitis: et de eins nece lata qnaestio 
est, qiü si lege eadem reviyiscere posset, ^ta lex nomquaoi 
esset Hidns ergo interfector si esset, in confltendo ab üsne 
poenam timeret qaos liberavissetf §. SO. Graed homines deo- 
rom lionores triboant üs viris, qni tyrannos necareront. Qoae 
ego vidi Athenis! qoae aliis in urbibas Graedael qoaa res ^ 
Tinas talibos institatas viris! qnos cantos! qaae carmina! Prope 
ad immortalitatis et reUgionem et memoriam consecrantar: vos 
tanti conservatorem popoB, tanti sceleris älterem, non modo ho- 
noribos nollis adücietis, sed etiam ad soppliciom rapi pattoninif 
Confiteretur, conflteretar, inqoam, si fecisset, et magno aoimo eC 
labente fedsse se libertatis omninm caossa, qaod esset el doh 
confitendom modOy vemm etiam praedicandum» 



Gap. XXDL meanmi inimidtiarmn] MaiicUiarum timurum. aQ 
eM %• 79. smit enim] enim mni. nostrae oogttationes] eoffUatkmet 
mottrae. floglte cogitatione] fingiie igUur cogitatione. peronlstt] per^ 
cusMiL ant quaestionem — aul ipsom] tä quaesikmem — sie ijman, 
avocare] «twcore. lege eadem] tfodf» 1^. g. 8D. ftoejsse se] ee fedne. 
ei noDj ei certe non. 



t. XXX. s.«i-«8. oratia Fo %. Aam liaone. ^ 

Cap. XXX. 9. 81« iBt^nim fli id nonnegaty px qo^ pibil 
pettt nid nt IgMM^atiif 9 dobiteet id Meri, ex. qua «Um pnie4> 
iBi» Uiiidis «(üeDt p^c^di^f Nkd vero gnÜuB potat esse yobip 
gui 86 cq^|i8 quam vaitn. ordinls defensorevi -faisMi cum pner- 
Bertim in ea eoafesgioiie^ si grati esse velletis; bonores adse* 
^aeretor amplifsiimos. si f&ctom vpbis non probaretor 7* qiiaiii-<»^- 
4|iiaiii .qni ppterat salos i^aa caiqaam noa probari? — , sed ta«- 
meo si .minus fortissiuni viri Tirtos eivibi^s grata pecidiase^ 
jiagna animo constanüqne cederet ex iogputa eivitate* Ni^ 
fidd esset ingraüns qpam laetari eeterQs^. logere eumsoloa^ 
propter quem c^teri laetarentur? , f. B2. .Qu^nquam bipc aipio 
aemper omnes folmos in patriae .prodltotibos opprimendis,.; %>ß, 
.qooniam nostca ftatora esset gloria^ pericolam qnoque et invidiaia 
Mstrafn potarepuis. Kam quae mihi ips; tribueadA laas esset, cpaf 
lantom ip oonsolatQ fn^^jprp yobis ,ac Ijiberis vestria aoans .f»r 
eemj «rid^ qoom conabar, siofs .mfaumj^ dimiqitjioiy^us meia me 
esse ansnnim^ad^trarerf quae mnlier interflcece sceleratom.ac 
pendcioyanm c^vem non andere^ si pencolom non tigeret? prp- 
{iosita4nvidia:7-,mortey,p(>ena, i^o^hilo aeg;Qius rem pubUcam 
defßndit, ia .vir vere jpat^ndosi est. Poppli grati est pri^epüs 
lU|fteere'J^eiie.meritos de re pablica.fpivjs^.viri foEtia ne soppU«. 
f^^gpi^em moveri^ nt fortitec feeiMe poenit^ $. 93. Qoai» 
.ob x^ titerela^ eadem coqfeiMdoi^eu %. Annii^ jna Abala^ jpif^ 
Ntidca, qaa (()pimiitt, qim Marina^ qna.nesmelj^^ 4 jpratfi 
res pi^ica essc^^ laelar^l fi ifijp^^ t<^^^ ui gcaid forfoüfi 
oopadei^ soi^ ni^retoi). ^ . ' . . . - ^ 

Sed bnijos benefici giatia% iudioesy fortnna popvOi B>(fffff^ 
et vestra felicitas.ei( di immorltal^ sibi deberi pntant:- neo ymp 
qoisqaafi.aU^r ai^traci potest^ nid qui nul^aoi vim.^ei^ daqft 
munenve^.diidnfun; quem nefoe Un])eri;nostii JD^nitado neqo^ 
aol illenep <^^ irignommqiie Jn9^( nee, yicisaitnd^iefl rctni^ 
atqne ordines movent neqae id, qnod mainmnm est, inaionip 
mideotia) qnt aacn^, qoi caerimonias, ^ aoapieia et Ipsi aao- 
ctissome cplnenmt'et nobis soia peateria prodidenint. 

. €ap. XXX. g. 81. restri ordinis defensorem] vesM defensarem. 
$. 88. emnes, fuimps] ftämus omnes* q^om conabarl quod canabar. 
moliar interficere sceleratamj mulier sceieratwn. dvem nonl civem 
Qcdäere non, g. 83. imperi |xottri] imper^ vetttri» maiomm sapientia] 
maiomm nosirorum taplenUa. 



96 BL Totti Giamm ax}WQf.»Mf. g.9»-«i. 

i^?/ofvpiwd«set omoia^ poarider^ teneise^ l#g9 n^fa^-^iiiiie «st 
.iaventa ^ud eoai cum reliqui« legibus' Clo4llfiii^^-0Brvas tiOfitFOs 
.libertps sQQs Cicisset: po^eiQO oisi eum # .iinaiMorteteci in eam 
.meo^in impoU^aent ^ ut • . hopo fff§mlfi>t»fi, -ftirtteumnoi .viran 
conaretur oocider^ hodie r^it p^Mv^am nplUiR/halKi^. 'S* 00. 
.Aq U(e iraetor^ ille rera consiil^vfii modi^Meo tcmpla atque 
fipoa aipeiiia atore eo yivo tanv^in e$ ooosoJMam «taa eigpoetee 
vfotoiaaeut^ille denique tUt^ muli. lOkU feoiimt» qoi «ortmiB 
,^«0 .« M^fl aateUkÜHU 8ez.. Clodio duoe cm^iam ioofadeitt? 
fj)uo ^d mia^iu, quid aoerUns^ /i|uid inetuoaiua yUtaoflcf 
r ü^emplnm BaacttaÜs, ampHtodWißy m^nitisy- oonsUi publici^ caput 
,m}HSf a^am flodanun, poxtoni omnium g^uti/am^ «ledem ah mii- 
^ y^rse populo couc^ssam uiü ordwi^ JoflanuBari, exMted^ fnneatori? 
;iiequ0 U fi^ a middludM Imperita^^ qoanqwu»: oaw^ misemm 
Jdipanm, aedi^niiiiV qulomii^tapUuiaufltti alt ufftor.promertoa^ 
,€aUb s^oifer pro viiro «pq «ffet^aoraif la Quijbi^ podssumum •b^ 
Jeettj Qt eam nortaua. iaeeiiderety quam vlvus everterat §. 91. 
,Et aapt, -qui de via Appta querantor, taceaut de curia? et qui 
.afe eo apkaote forate iHitttQjfc potoisae defeodi^ eutaa non re^ttte- 
.jlt (9|d«¥«rt curia? S<X(Oi(ale^ eouiMe eom ipaum, alpoteaüa, a 
iDOitufai* Fraagella imp^ta» ylri, eokui vis aua^a^ Aviaa 
dtpaeputtif pfafifirero mg^^ffie^a eon, qii.ouia £»cilNia ad cuiiam 
^ou^nrc^n^nt^ eoaJUoibvs ad iSaalqria, cum gladite toio &tro 
Yolitarunt Caedi vidiatlg populum Bomaoum, eoncioiKea gla^ 
jdlb dißt9rlNiri^ cum^^u^ifftof ailentla ML Caellqa, tribunns ple- 
•Mi> vir. el la r^ . j»uliUoi^./ortii»npBua et iu^rasoepta «auaaa An- 
juifisHiiioa et bpnonn» .^^ilnotati e^ «uctorit«ü aeoatna dedUua et 
ift hao^ Milofd0 plve infldift ahre, li»rtuna aingnlwi div^pa fii ia- 
.oredibili flde. / 

Cap. XXXIV. $. M. .Sed im» aatia auUa de eauaaa, 
extra eaoaaaui efem nimia fortaaae .multiu Quid reatct niai lyt 
jtfem ebteateffue, jvoa, ludi^ea, ut, eam mia^cor^iaiB tribuatta 
fKHüaaiwo viEO) •quam ippü aea Jmi^^it: ego eäam repugnant» 
hoc et imploro et expoaco? Nolite, ai in noaCro omnium fleta 
nuUam kcrimam.adappKiatia MilouLs{, jA Toltum aemper eondem, 
a& Yooem,. al oratlABem atabilem ao non mutatam ridetia, hoc 

, ^ Cap. XX^mi* 8« 90« p(W^ tcoiioe^aaml papvio Bomano cea- 
eeimt^ S*.ftl. a^Q) ipsoml iji^^fifm* . .a «o^ortiiUJ ab kiferis. fortaaa 
aiogaiari divina] fortuna, singulari, divkia. 



cxxxnr.xxxv. s.92-95. oratio pro T. Aiinio Blilone. 97 

minus el pareere! Haut sdo an mnlto alt etiam adinvai^aa 
ma^s. Etenim A in gladiateriis pngnis et intoni generis ho« 
minnm conditione atqne fbrtana timidos atqn^ «ipplices et nt 
vivere liceat obsecrantis etiam odisse solemas, fortis et animo- 
80S et ae acriter ipsoa morti'offerentis servare cnpimus, eonim- 
qne nos magis miseret, qni nostram misericordiam non reqoi- 
rant, quam qni iUam ecflagitant: qnanto hoc magis in fortLsso* 
mis civibns facere debemasl g. 93. Me qnidem, iudices^ exa- 
minant et ioterimont hae voces Milonis, qnaa audio assidue eC 
qnibos intersum cotidie: ^Valeant^^^ inqnit^ ^^valeant cives mei, 
eint incolnmesy sint florentes,. aint beati, stet haec urba prae- 
clara mihiqae patria carissuma, quoqno modo erit merita de 
me; tranquilla re publica mei cires^ quoniam milii cum illia non 
licet, sine me ipsi, sed propter me tamen perfhiantnr. Ego 
cedam atque abibo. Si mihi bona re publica frni non licuerity 
at carebp mala, et quam primum tetigero bene moratam et li- 
beram civitatem, in ea conquiescam/^ §. 94. ,,0 Drustra/^ in* 
quit, „mihi suscepti laboresl o spes fttllaces et cogitationea ina- 
nea meael Ego cum tribunus plebis re publica oppressa me 
senatui dedifljsem, quem exstinctum acceperam, equitibna Borna- 
Dia, quorum vires erant debiles, bonis viris, qui omnem auctori-* 
tatem Clodianis armis abieceraot; milii umquam bonorum prae« 
ddinm defütnrum putarem? Ego quom te,^ mecum enim sae- 
pissume loquitur — ,,patriae reddidiasem, mihi putarem in patria 
non futurum locum? Ubi nunc senatus est, quem secuti sumusf 
ubi equites Romani illi, illi,^^ inquit, „tdi? ubi stndia municipio* 
mm? ubi Italiae voces f ubi denique tua illa, M. Tulli, quae 
plummis fuit auxilio, vox atque defensio? müiine ea soli, qui pro 
te toties morti me obtuli, lühU potest opitolari?^^ 

Cap. XXXV. S- ^^' "^^^ ^^^^ hnee^ iudices, nt ego 
nunc, flens, sed hoc eodem loquitur voltu quo videtis. Negat 
enim se, n^at ingratis civibus fecisse quae feoerit: (imidis et 



Cap. XXXIV. g. 92. malto sit etiam] muUo etiam sU. et inftnnf] 
^ in infimL atqne suppUces] et supplices, g. 93. „Valeant,^^ inqait, 
^valeant dves mei, sint incolomes] ^fVäleant, valeant, inquU, cives 
mei, wUeant^ sini incdumes. mei cives] cioes mei, propter me] per 
me. bona re p.] re p. bona, prinvun] prknam, g. 94. mllii sosceptQ 
euscepU mei. et cogitationea] o cogiMiones. 

7 



Od M. TuUi Ciceronisr c.xicxv. s^oe-M. 

omnia pericula circumspicieDÜbns non negat Plebem ei infa- 
mam multitadinem , quae P. Clodio dnce fortnnis vestris inimi- 
nebat, eam, qao tutior esset vestra vSta, se fecisse commemorat, 
nt non modo virtute flecteret, sed etiam tribos sois patrimoniis 
deleniret, nee ttmet ne com plebem moneribas placarit, vos non 
ooncilifrit meritis in rem publicam singularibos. Senatns erga 
se benevolentiam temponbos bis ipsis saepe esse perspectam, 
vestras vero et vestronim ordmom occarsationes, stndia, sermo- 
nes qaemcmnque corsnm fortuna dederit secum ablatnnim esse 
dielt S* ^^' Meminit etiam vocem 'sibi praeooifis modo de- 
fükse^ quam minume desiderarit^ poptili vero cnnctis suffraglls, 
quod onom cupierit^ se consulem declaratum: nnnc deniqne si 
haec anna contra se sint futora, sibi facinoris snspicionem, non 
ftcti crimen obstare. Addit haec quae certe vera sunt: fortis 
Ü sapientis vires non tam praemia seqni solere recte factomm 
quam ipsa recte facta, se nihil in Tita nisi praeclarissnme fe- 
eisse, si qnidem nihil prael^tabilius viro <qaam pericqlis patriam 
liberare, beatos esse, qoibus ea res honori füerit a suis civfbns, 
H. 97. neo tarnen eos miseros, qui benellcio civis snos viceiint: 
aed tarnen ex omDibos praemiis virtutis, si esset habenda ratio 
praemiorom, amplissamam esse praemiom gloriam', esse hanc 
anam, quae breyitatem vitae posteritatis memoria consolaretnr, 
qnae efficeret, ut absentes adessemn^^ mortui viveremus: hanc 
deniqne esse, cuius gradibus etiam in caelum hooiines videren- 
tnr ascendere. S« ^^* 9>^® ^^9^ inquit, „semper populns Ro« 
manns, semper omnes gentes loquentur, nulla nmqoam obmute- 
scet vetustas. Quin hoo tempore ipso, cum omnes a meb inimi- 
ds faCes invidiae meae subiiciantur, tarnen omni in hominom 
eoetn gratüs agendis et gratulationibns habendis et omni ser- 
mone celebramor. Omitto Etruriae festos et actos et institotos 
dies: centesnma lux est haec ab interitn F. Clodi et opinor aU 
tera: qua flnes imperi popoli Bomani sunt, ea non solum fiuiia 
iam de illo, sed etiam laetitia peragravit Qaam ob rem, nbi 
corpus hoc Sit, non, inquit, laboro, quoniam omnibus in terris et 
Iam versatur et i^emper habitabit nominis mei gloria.^ 

Cap. XXXV. g. 05. pericala oircomspici^tibasX drcumspicitnti^ 
hu$ pericula. vestra vita] vUa vestra. %.96. vocem sibij sibi vocem, 
haec arma contraj haec contra. %. 97. etiam in caelom hominesj 
Miom komines in eacUtm. %• 08. mmt, ea nonj ttmt, non» 



cxxxvLxxxTii.^M-.ioi. oratio proT; Aüiuo MUoiie. 09 

Gap. XXXVL $. SA. Ißieo ta mecmn cmepe Jila abseoti- 
bosy aed isdem andieoübos haec ego teown^ MDo. Te qiüd^iii 
qoom iMo aaiiaö es^ aatifl laodare hob poBWun^ sed quo est lata 
Biagis dlvina yirtofl^ eo maiore a todl^e divellor. Nee vero 
■i mfti criperis, reliqiui est ill» tma^ea mi oo^BofAüAum querela^ 
at bis irasd possim, a qnibos taoliu» yqtam aeceperow J^ 
eilim inimloi mel te nühi eriptont, sei jwilrisswnls iM>n male ali- 
qnando de me meriti^ sed semper Qptusie. NoHoid mihi um« 
quam 9 iadices, tantom dolorem inuretis — etsi quis potest esi^ 
taoti»? —^ sed DO hone quidem ip^am^ ut obUvigear quanti 
me semper feceriüs. Qiiae si tos cep}t ol^Uvio ant ei in me 
ali^d offendistis, cor non id meo capite potins loitor^ qium 
Bfilonisf praeclare enim vizero, ai quid mUii acoiderM prios^ 
qoam hoo taotom mali videro, (• 100. Nanc me ona cooso« 
latio snsteotat, qnod tibi, T.Amii, millam a me amoris, naUam 
studio nuHam pietatis o£ficinm defdit. Bgo inimlcitias poteatium 
pro te appetivi, ego meom saepe corpus et vitam obieoi armis 
inimicornm toomm, ego me plonunis pro te. sapplicem obieci, 
boaa, fortaoas meas ac liberorum meorom io commauionem tao* 
mm temporum contuli: hoc deniqae ipso die sl qua vis eU 
parata, si qua dimicatio capitis futura, deposco. Quid iam rcp 
atat? quid habeo? quid faciam pro tuis in me meritis, nisi ut 
eam foctunam quaecumque erit tua ducam meam? Non recosc^ 
Donabnuo: rosque olmeoro, indic^ ut vestra beoeflcia, quae ia 
me eontulistis, aut in hoius salute augeatis aat in eiusdem ezi- 
llo oocastua esse videatis. 

Cap. XXXVIL §. 101. Hia ^crimis non movetur Jülo -^ 
est quodam incredibili robore animi — ^ sed exailiom ibi esse 
potat, nbi virtnti non sit locus, mortem natnrae flnem esse, noa 
poeoam. Sit hio ea mente, ^ua natus est. quid Vos, iadicesT 
quo taadem animo eritis? Memoriam Milonis retinebitis, ipsuB^ 
dicietisf et' erit dignior Iocua uIIqs in terris, qui hanc virtntem 
excipiat, quam hie qui procreavit? Yos, vos appdio, fortis^- 
somi viri, qui muUum pro re publica sangiünem effndi^tis: vos 

Cap. XXXVI. %. 99. NoUam mihi nrnquam, indices, tantninj Ntd^ 
hon vnquam, htdicesy mihi Umtwnu %. 100. quid habeo? quid (kciam] 
q%ad habeo f [quod dicam]^ guoä faciam. 

Gap. XXXYU. S. 101. animi -, sed exsiUom] anhni: exsUium. 
Ullas in terris] ia terria ttUus, 

7* 



100 M. Tolli Ciceronis c. xxxvn. xxxvm. $. loi^io». 

hl Tili et in oivis invicti pericalo appello, centiirioiiefly vos- 
qne^ milites: vobis noo modo inspectantibiiS; sed efiam armatUr 
el haic iadlcio praeaideiitUicis^ haeo tanta virtas ex hao arbe 
expelletar, extenninabitor^ proiicietarf §. 109. O me mLsemm^ 
o me infelicem! Rerocare ta me io patriam, BIUo^ potinstl per 
hose ejB^o te io patria per eosdem retlnere non poterof quid re^ 
spondebo liberis meis, qid te pareotem alterom patant? quid tibi, 
0» firater, qui noao abes^ consorti mecom temporom illonim? 
mene non potoisse Blilonia salotem toeri per eosdem , per qnos 
nostram ille senrassetf At in qaa canssa non podüsse? qoae 
est grata gentibns.* a qnlbos non potoisse? ab üs, qoi maxume 
P. Clodi morte adqideraot Quo deprecante? me. S* 103. 
Onodnam ego concepi tantam scelos aat qood in me tantum fa- 
cinos admisi) iodices, com iUa indicia commonis exiti indagavi, 
patefeci^ protoli^ exsünxif Omnes in me meosqoe redondant ex 
Ibnte iUo dolores. Qoid me reducem esse voloistis?. an ot in-> 
getonte me expellerentor ii, per qoos essem restitotos? Nolite, 
obsecro vos, acert^orem mihi pati reditom esse qoam fberit ille 
ipse discessos. nam qoi possom potare me resütotom esse, d 
distrahar ab üs^ per qoos restitotos somf 

Cap. XXXVin. Utmam di immortales fecissent — pace 
toa^ patria^ dixerim, metoo enim^ ne scelerate dlcam in te, qood 
pro Milone dicam pie *— , utinam P. Clodios non modo vireret, 
sed etiam praetor^ eonsol, dictator esset potios qoam hoc spe- 
etacolom Tiderem! f. 104. O di immortales! fbrtem et a to- 
Inßy iodices^ conservandom viromi ^^Mionme, minome, inqoit. 
Immo yero poenas ille debitas loerit: nos sobeamos, si ita ne^ 
cesse est, non debitas^'. Hiccine .vir patriae natos nsqoam nid 
fai patria morietorf aot, si forte,' pro patria? hoios vos aoimi 
monumenta retinebitis, corporis in Italia nollom sepolcrom esse 
pattemini? hone soa qoisqoam sententia ex hac orbe expellet, qaen 
omnes nrbes expolsom a vobis ad se vocabont? §, 105. O 
terram illam beatam qoae hone virom exceperit: hanc ingratamy 
d eiecerit: miseram, si amiseriti Sed flnis sit: neque enim praa 
lacrimis iam loqoi possum et hie ee lacrimis defendi vetat 



Cap. ^CXXVn. S- 101. pericolo t^peXloi appeUo periado. ^ lOS. 
aoerbiorem mihi paUJ paU, iTtiM aceHnorenu si distrahar] H dir- 
trahor. 



c xxxvm. f. 105. oratio pro T. Amdo Milone. • • . 101 

Vo8 oro obtoBtoqae, IndicM^ ut ia geiiteiitiis fsnuidis^ qnod 
ientiatffl^ id audeaüs« Yestnun virtutem^ iwtitiaiD^ fldem, miU 
credite, is maxnme probabit, qid in iadicibns legendis optomiim 
€t siH^ooüssoiiiiim et IbrÜssmiiiim qnemqae ddegU, 

Cap. XXXVm, 8* 105. fenmdis] ferendii. tenOiiA»] seniUtk. 



M. Tulli Ciceronis 

oratio 
DE IMPERIO CN. POMPEL 



Inhalt. 

MithridateSy König von Pontus, war %war bereits 
im Jahre Rom* 8 669 in der AmfMrung seiner ErtreiterungS" 
und Herrscherptäne eon L, Sulla durch die Schlaclifen bei 
Chaeroneia und Orchomenos gehindert und auf den Be^ 
sitz seines väterlichen Reiches beschränkt worden^ halte aber 
doch auch nach dieser Zeit keine Gelegenheit unbenutzt ge^ 
lassen, um seine lang genährten Hoffmmgen in Erfüllung 
gehen zu sehen. So hatte er schon in den Jahren 67 i bis 
678 den Krieg ttieder aufgenommen und dem Römischen 
FeWierm Murena eine empfindliche Niederlage bei Sinope 
beigebracht. Im Jahre 680, als die Römischen Waffen in 
Spanien mit Sertoriu^, in Italien mit Spartaeus 
beschäftiget waren, auch die seit Karthago^ s Fall sich im- 
mer frecher zeigenden Seeräuber, welche ihre Sitze rorzUg" 
Uch an den Meeresstrichen von CiUcien und Isaurien 
hatten, das Meer und die Küsten des Römischen Reiches 
beunruhigten, glaubte^ er den günstigsten Zeitpunet zur Aus-^ 
fährung seiner Pläne gefunden zu haben, und strebte fsu" 
nächst Bithynien, was nach dem Testamente des Königs 
Nikomedes Römische Provinz werden soütCy an sieh sm 
reissem Zu Verfolgung gleicher Zwecke suchte er seinen 
Schwiegersohn Tigranes, König von Armenien, zu ge^ 
winnen und leitete einen heimlichen Briefwechsel mit Serto^ 
rius in Spanien, um auch mit diesem gemeinschaftUeh %u 

Insor. De imperio Cn. Pompei] pro lege ManiUa. 



M. Tulli Cic. oratio de imperio Cu. PompeL Inhalt« 103 

handeln^ eku Von Rom au$ zogen gegen^jft/n L. Licinius 
Luculius tmd M. Aurelius Cotta^ die Consfiln des Jah^ 
res 680, und obgleich Cotta in ^n^ See ^^ und Landtreffen 
unglücklichen Erfolg gehakt hatte, so führte doch Lucullus 
^ den Landkrieg in der Folge so glücklicli fort, dass er mcfU 
nur den Mithridates wekrtMls gänzlich scldug und 0149 
seinem Reiche vertrieb, sondern auch dem Tigranes, der 
dem flüchtigen Mithridates Aufnahme und SchiU% gewährte, 
mehrere harte Niederlagen beibrachte in den Jahren €86 und 
686. So würde LucuFlus icahrscheinlich auch die letzten 
Anstrengungen der vereinigten Könige, welclte siß gegen die' 
Römische Bertschaft machten, völlig überwunden haben, 
hätten ihn niclU andere Umstände, die er zum Theile selbst 
herbeigeführt hatte, daran verhindert. Lucullus hatte sein 
Heer, , das er in einem sehr schlechten und zügellosen Zu- 
Stande übernommen hqlte, als kluger Feldherr zwar bisher 
durch Strenge und J^annszue^t in gutem Geltorstfm erJuilten, 
0Uein zugleich wohl auch durch seine unersättliche fiabsuchty 
tcelche er auf Kosten der Legißnen zu befnedigen suchte, die 
Gemuther der Soldaten gegen seine Strenge aufgeregt. Des^ 
halb wurde es seinen Feinden im Römischen Staate, deren 
Agenten er selbst %hne sein Wissen in seinem Heere lutU^, 
leicht, die Legionen zu Meutereien zu vermUassen und auf 
diese Weise seine TliätigkeU so zu schwächen, dass sichMi^ 
thridates wieder im Pontus festsetzen konnte. So also 
gelang es der Qegengartei zu Rom, die wohl Pompeius 
selbst vorzüglich leitete, zu bewirken, dass er vom Oberbe^ 
fehle im Jafu-e 687 abgerufen ward. In seine Stelle trat JU^. 
Acilius GlabriOy Consui dieses Jalires, ein^ der aber so 
""wenig Tüchtigkeit bßsass und so wenig Thätigkeit zeigte, dass 
Mithridates leichtes Spiel hatte und zwei Römische Le^ 
gaten Fabius und Triarius tu scldmpftichen Niederlage 
besiegte. Zti derselben Zeit hatten auch die Seeräuber von 
den Küsten Cilicien^s und lsaurien*s, welclie früher 
Servilius Jsauricus, M. Antonius und Cae^ilius 
Metellus Creticus bekämpft hatten, die verwegensten An-^ 
griffe auf Römisches Gebiet uMd Römisches Eigenthum 
gemacht und für die öffentlichen Finanzen eben sowohl wie 
für Privatleute empfindliche Verluste ft^rbeigeführt. Daher 



104 M. TulU Ciceronis 

irai der VoOcBtribun A. Oabiniu$j ein Freund des Pom^ 
peius, mit dem Cfesetxe^orsMage auf: y^Man solle Je- 
Sßanden mit ausserordentlicher Maehtt>ollkommen^ 
heit auf drei Jahre bekleiden^ um dem Unwesen 
der Seeräuber, die- einen regelmässigen und offe^ 
nen Krieg gegen Rom führten, ein Ende zu ma^ 
chenJ^ Obgleich dieser Vorschlag weniger gegen die Seeräu^ 
ber, als gegen die bestehende Staatsverfassung selbst gerichtet 
war, da jener „ Jemand ^^ kein Anderer sein konnte (üs Cn. 
Pompeius, der nach seinem Consulate ohne Statthalterschaft 
in Rom geblieben war und nur darauf dachte , sich ein po^ 
Utisches UebergetciclU im Staate »u verschaffen, so ging doch 
dieser Vorschlag durch, und Pompeius erhielt den Oberbe^ 
fehl über alle Meere und Küsten bis auf 406 Stadien C^3 
deutsche Meilen) Landeinwärts mit den ausgedehntesten Vott^ 
machten. 

Diesen Auftrag vollzog Pompeius mit solchem Er" 
folge, dass er innerhalb fünfzig Tagen die Seeräuber gänss^ 
Hch besiegt und zum Theile zu besserer Lebensweise zurück^ 
geführt hatte. Doch statt nach vollzogenem Auftrage sekie 
J^acht wieder zu beschränken^ suchte er sie vielmehr immer 
snehr auszudehnen, und da Mithridates gegen Olabrio 
mit fliscüen Kräften auftrat,' so schlug von Pompeius Par^ 
tei der Volkstribun L. Manilius im Jahre 688 vor, dass 
dem Pompeius nicht nur die verliehenen VoUmaehten ofr- 
längert, sondern dieseWen auch auf denPontus, Bithynien 
und Armenien ausgedehnt würden. Diesem Vorsehlage hatten 
sieh viele patriotisch gesinnte Bürger, wie Catulus und Hör" 
tensius, widersetzt, doch ward er von^ C. Julius Caesar 
aus tiefer Hegenden politischen Gründen unterstützt und von 
M. Tullius Cicero, der zum Praetor erwählt worden war, 
*<n der vorliegenden Rede an*s Volk empfohlen, und ging in 
dem gedachten Jahre 688 unter dem Consulate des M. AemU- 
lius Lepidus und L. Volcatius Tullus durch. 

Der Gang dieser Rede ist sehr einfach und in Kurzem ohn» 
gefälär folgender: Obgleich der Redner noch nie habe Veranlass 
sung nehmen wollen, öffentlich zu demgesammten Römischen 
Volke zu sprechen, so habe er doch schon oft die Gunst des Vdl^ 
kes bei VertheuUgung vonPrivatsaehen, bei VerMhung öffentlicher 



oratio de imperio CiL Pompei. Inhalt 14)6 

Ehrenämier und nur noch neulich auf au99erardenlUeke Wei»9 
bei der WaM isum Praetor erfahren^ und könne Jetzi mU um 
so freudigerer Dankbarkeit eich an daseeibe wenden^ da er 
eon den atte^exeiehneten Bügeneehaften eines Cn. Pompeius 
%u sprechen habe C^ap. f. ^* i — 8J. Denn bei der sehwie^ 
rigen Lage der Römischen Provinzen in Asien, die ion 
Milhridates und Tigranes bedroht und angegriffen seien, 
haben sich Aller Augen auf Einen geworfen CCap.9. g.4.6.J. 
Damit man aber besser einsehe, welche Maassregeln man in 
der Jetzigen Lage xu ergreifen habe, wolle er zunäf^ut iiber 
die Beschaffenheit des Krieges und die daraus hereorgehende 
Nothwendigkeit desselben, über seine Bedeutsamkeit und über 
die Wahl eines Feldherm sprechen (%. 6.). Denn es sei der 
aüe Kriegsruhm des Römischen Volkes, waches niemals 
das geringste Unrecht ungeahndet gelassen habe, in Gefbhr, 
wenn ein oftmals bekämpfter Feind sieh immer wieder zeigen 
und durch neue Kriegsanschläge und Angriffe auf Römer 
und Römisches Eigenthum sich gefShrUch machen könne 
CCap. a — Ä. S' T-^i^J. Es gezieme sich femer die F«*- 
theidigung der Römischen Bundesgenossen in A^ien ta 
Memehsnen (g* ^^* ^^Oj v)^ehe um so nothwendiger er- 
seheine, weil die bedeutendesten und sichersten Staatsein^ 
Minfte bei dem fortwährenden Kriege auf dem Spiele slän^, 
den CCap. 6. g' i^-^i^O, weil das Eigenthum und V'er- 
snögen tMer einzelner Bürger dadurch gefährdet sei und die 
daraus hervorgehende Oefahr ebenfalls auf den Staat zurück" 
falle CCap. 7. §• i7^i9J. Auch sei der Krieg eben so 
wichtig als nothwendig. Denn wenn gleich h. Lueullus 
mit so gutem Erfolge früher gegen Milhridates gekämpft 
habe, und man uhM meinen könne, der Krieg müsse so gut, 
wie beigelegt sein, so habe doch Milhridates immer wieder 
neue Kräfte und stets frische Verbündete gewonnen und der 
Krieg habe eine hohe Bedeutsamkeit erhalten, zumal da LUf 
jcullus, der doch am ersten habe die Sache vollends durchs 
führen können, von dem Oberbefehle abgerufen und Olabrio 
an seine Stelle getreten sei CCap. 6. 9. g- ^--26.). 

Bandele es sieh^fermr um die Wald des Feldherm, 
so kenne ät Niemanden, der zu üebemahsne des Ober^ 
befehle gegen Milhridates sieh tnehr eigne, als Cn. Pom^ 



106 M. TuIIi CiGeronis 

peius CCap.iO. i.9TJ. Denn er vereMge aUe EMgemehaf^ 
t^ einee roUkommenen Feldherm in sich^ KriegikunU^ To- 
frfierkeU und WaekerheU^ Amehen^ Glück. Seine Erfahren^ 
heit kn Kriegewesen können die vielerlei Kriege , die er von 
Jugend an geführt habej^ beurkunden CS- ^0' ^^^ Tapfer^ 
keit, »eine Auedauer y Unereehrockenheit, Sorgfalt ^ SchnelUg^ 
,keU^ Umsieht seien aus den langen und rielfacken Krifgen, 
die er geführt habe, bekannt und nur noch neulich in dem 
Kriege gegen die Seeräuber bewährt worden C^P- ^^* ^^- 
^ ^g^SÖ.Jf Auch besUs;eP?fnpeius alle übrigen Tugen^ 
den, die ein guter Feldherr haben müsse, Uneigemtütiigkeil, 
Enthaltsamkeit, Worttreue, Gewandtheit, natürliche Beredt-' 
smnkeit und ächte Menschenfreundlichkeit, welcl^e Tugenden 
in Vergleichung mit anderen auf das Herrlichste bei ihm her- 
wurgfansaen C^^^ '^* '^* g* 86 -^490. Sein Ansehen fer^ 
ner sei überall in höchsten Ehren und von Freunden wie von 
Feinden einstimmig anerkannt worden C^ap. i6. 16. ^.4^ 
— 46.3* Endlich sei sein Glück, dessen ihn stets eine göU- 
ßehe Vorsehung habe iheilhaftig werden lassen, auch in die 
Wagschaale fsu legen CS* ^^* 48»), Aus allen diesen Grün^ 
den gebe es Niemanden, der des Oberbefehls in diesem Kriege 
so würdig sei, als Cn» Pompeius, dem man um so leic^er 
diese Angelegenheit anvertrauen könne, da er bereits in der 
Nähe Jener Gegenden mit einem schlag fertigen Heare sid^ as^-^ 
halte CS* 49. Cap. ±7. $. 60 J. 

Hierauf wendet sieh der Bedner %u den Einwürfen, 
welche sswei der angesehensten Männer, Q. Calulus und Q. 
Hortensius, gegen Pompeius' Wahl zum Feldherm ge^ 
mutdU hatten, die ja doch selbst Alles, wa^ der Redner bis^ 
her gesagt habe, nicht in Abrede stellen könnten C$. 6i,J. 
Hortensius habe zwar ssugegeben, dass, wenn man Einem 
dieses Alles übertragen wolle, Pompeius der würdigste s^, 
habe aber dagegen sieh erklärt, dass man einem Einzigen 
Alles anvertrauen dürfe. Allein derselbe Einwurf sei bereits 
gegen des A. Öabinius Vorschlag gemacht worden, aber 
aus dem Grunde von dem Römischen Volke unbeachtet ge-^ 
blieben, weil die bedenkliche Lage des Staates einen Mann, 
fvie Pompeius, erfordert habe, und man lieber den Staat 
habe retten als auf einen solchen Einwurf hören wollen, und 



c. I. s* t. oratio de ÜDperio Co. PompeL 107 

e$ mei ^eAtiXb nm $o wiffersehter ffefce$en, dau man imhin- 
äeri habe, ifow A* Qahiniu» dem Beere de» Pompeiu» 
alf Ijegal sieh habe omMiemen können, da durchs ihn ein 
m verdiefMreieher VweMag gemadU worden »ei CS* ^^* M- 
Cap. iS. i9. S^ M — M.> Wenn aber Q. Catulu» »ich 
an» dem Qruade dem Vare^dage Maniliu»* widereetze, 
u>eU ß» gegen die BUnriehiungen wtd OewehnheUen de» Staa^ 
ie» »ei, wenn dieeer Oberbefehl dem Pampeiu» Üb&rtragen 
iperde, »o behanplet der Redner dagegen, da»» »chon Man^ 
che» gegen da» Herkiunmen zum Beeten de» Staate» und na^ 
menüidk auch in Bessmg^ auf Pempeiu» »elbet g^ch^un »ei 
und da»» man Jetzt um «o weniger dai^an Amta»» neha»en 
d&rfi, weil Pompeiu» gerade dieee Tugenden beeitae, die 
zur Unterwerfimg und Verwaltung Jener Provinzen am nö^ 
tMgeten »eien CCap. 90^28. g. 69-^67.}. Auch dürfe man 
da» Anaehen und da» UrtheU de» Q. Horteneiu» %md Q. 
Catulu», deren auegezeichnete Eigeneehaften er zwar gern 
ane rke nne ^ nicht wo hoch amehlagen, da»» man demulben 
bilndling» folgen m flw g ; denn »ehr auBgezeiehnele ßdänner 
»eien der entgigengeeetzten Antkid, wie F, Serviliu», L. 
€urio, €n. Lentulu», €. €a»»iu» CS- ^0* 

Endüeh ermahnt Cicero den C. Manilius, da»» er 
auf »einem lobenmcerthen Vorsehlage verharren möge, denn i^ 
ekerüt^^verde'erBeietand finden, er »elbet terepricht, keine An^ 
»trengung zu »cheuen, ihn in »einem Verhoben zu unteretOtzen, 
bekennt und rereiehert aber zugleich, da»» riicht Eiigen$mtz 
oder Hüeh»kM»nahme ihn leite, »ondem da»» er nur da» wahre 
Wohl de» Staate» §m Auge habe COap. 24. ^. $9-^^70.}. 



Cap« I. %. 1. fHiaiHqQam mihi semper fireqnens eonspe- 
otiM vester multo ioemidiasiimiiSy hie aütan locus ad agendam 
amplliwninas, ad dicendnni oraatisMUBiia est visitt, Quirites: ta^- 
men hoc adita faiadL^ iqui semper opkuio euique nmxnme pa-^ 
tQit, non mea'me Tolnntas adhuc, sed vltae tneae Tationes ab 
ineunte aetate emsceptae pr ohibaenint Nam <miiii antea per aeta^ 

Cvp. I. %. 1. Tf^ontaa adhuo, sed] vbkMUu^ »ed. vitae meae] 
meae ifUae. 



168 M. Talli accaronis c. l n. s. t-*. 

tem noDdum hnias auetoritalem loci adttngere anderem stetoe- 
rernqne nihil hac nial perfectum ingenio, elaboratom indnstria 
adferri oportere^ omne'ineiim t^npaii ämicomm temporibas trans- 
nüttendam pntav). §. ü. Ita neqne hio locus vacaiia omqnaiii 
ftait ab Ü8, qoi vestram canssaiii defeaderent; et mens labor in 
privatonim pericalis oaste integreqne v^satas ex vestro iudi^ 
fractum est amplissamom consecntus. nam omn propter dilatio- 
nem colAitloram ter praetor primus centoriis cuncti^ renimciatiiitf 
80111^ fiioUe intellexly Quirites, et quid de me iodicaretis et qoid 
alUs praescribereüs. Nunc cum et aactoritatls ia me tantum 
Sit, quantom vos honoribns mandandis esse Toloistis, et ad agen- 
dunoufacaltatls tantum , quaotom hoBiiiii TlgUanti ex foreosl Qsa 
proiS quotidiana dieendi exerdtatio potoit adferre, oerte et d 
quid anctoritatis in me est, apnd eos vtar, qoi eam mihi dede- 
ranty et si qiüd in dicendo consequi possom^iis ostendam potis- 
somom, qoi ei qnoqne rel fimctmn sao iodicio tribnendiim esse 
doxenint. $. 8. Atqae lUud in primis mihi laefan^um iure eose 
Video, qaod in Imo insolita milii ex hoc loco ratione dieendi 
canssa talis oblata est, in qna oratio deesse nemini possit ^ Dl- 
oendom est enim de Cn* Pompd shignlari eximiaqoe virtot^ 
boins antem orationis diffleilias est exttnm quam prindpiiim in- 
▼enire. ita mihi non tarn eopia quam modus in dicendo quae- 
rendus est 

Ci^. 0. $• 4. Atqoe ut^ tnde <ffatio mea proflotscator, 
nnde baec omnis caussa ducitur, be^nm graye et pericnlosom 
yestris vectigal&us ac sodis a duobus potentissumis regibns in- 
fertur, Büthridate et Tigrane, qnomm alter r^ctus, alter la- 
oesffltos, occasionem siU ad occupandam Adam oblatam esse 
arbitrantnr. Equitibus Bomanis honestissumis vkis adferuntnr 
ex Asia <^tidie Utterae, qu<mm magnae res aguntnr in Tcstris 
Yectigalibu# exerceodis occiqiatae; qiü ad me pro neoessitodine^ 
quae mihi est cum illo ordine, caussam rei publicae perioolaque 
rerum suarum detolerunt: $^ 6. Bithyniae, quae nunc yestra 
provinpia est, vicos exustos esse oomplmis, rq^um Ariobanca- 
nis, quod linitumum est restris vectigalibus, totum esse in ho- 
stfami potestate, Lucnlium magnis rebus gesUs ab eo hello dis- 

Cap. I. g. & est, apod eosj e«e, ea a$mä €0$. In dioendo} eUam 
iicendo. doxemnl] cenauerum. %. 8. nemini possit] nemini poUtL 
Cap. n. g. 4. ao sociis] atque aocÜ9. arbitranlur] aritUraUKr. 



cm, %. «-8. oratio de imperio Cn. PojnpeL 109 

eedcre, hoio qoi soeceaserit, non iatta esse paratam ad tantom 
bdhnn administrandiun, uniuii' ab omnibas Bociis et dvibos ad 
id heXivm imperatorem deposd atqae expeti, eundem hono nnam 
ab h06Übiui metiii, inraetwea nemineiik 

$.6. Canssa qoae mt videds^ bquo quid agendum sit con- 
aiderate* piimuiii mihi videtar de genere belli, deinde de magni- 
tndiney tarn de imperatore deUgendo esse dicendimu Genus est 
Müm belli eiiis modi^ qood maxome yestros animos exdtare at- 
qae inflammare ad perseqaeadi studima debeat, in qao agitnr 
popnli R<nnani gloiia, qoae robis a Hiaioribiis com magna in 
> omidbns rebos tum somma in re militari tradita «st, agitur salna 
soclomm atqne amicomm, pra qua mnlta malores nostri magna 
et gravia bella gesserünt, agnntnr certissnma popnli RomanI 
yectigalia et maxoma, qnibos amissis et pacis ornamenta et sab« 
i^dia beDi reqoiretis, agantnr.bona mnltoniln dvinm, qdbas est 
a Tobis et ipsonim et rei pablicae caossa consnlendam. Cap. HL 
%, 7. Et qaoniam semper appetentes glcnriae praeter ceteras 
geaüa atqae avidi laadia Mstis, delenda vobis est iDa macnla 
Mtthridatico bellp snperiore concepta, qoae penitns i|un insedit 
ao nimis inveteravit in popnli Bomani nomine, qaod is, qaf ono 
die, tota in Asia, tot in civitatibas, nno nonoio atqae nna si- 
gniflcatione litteranun civis Romanos necandos trncidandosqae 
coravit, non modo adhne poenam nnllam sao dignam scelere 
soseepit, sed ab illo tempore annnm iam tertiom et vicesamam 
regnat et ita regnat, at so non Ponti neqae Cappadociae latebris 
oo4^tare velit, sed emergere ex patrio regno atqae in vestris 
vectjgalibas, hoc est, in Asiae loce versarL % 8. Btenim ad- 
hao ita nostri cum illo rege contenderant imperatores, ot ab 
iUo insignia yictoriae, non victoriam reportarent. Triamphavit 
L. 8alla, triamphavit L. Marena de Mithridate, dno fortissoml 
Tiri et sammi imperatores, sed ita triampharant, ot ille palsas 
siq^eratasqae regnaret Yernm tamen Ulis imperatoribns laas 

Cap. n. g. 0. est enim bellQ est belli, ad perseqnendi Studium] 
aä Studium persequendi, omnibus rebus] rebus omiiibus. malores 
nostri] nudores vestru 

Cap. in. $. 7. concepta] suseepia. ac nimis inveteravit] atque 
inveteravit. tota in Asia] tota Asia. signifioadone litteranun] Utte^ 
rarum ^ignificatione. coravit] denotavit. Ponti] Ponto. ex patrio] e 
patriOi g. 8. nostri] vettrL 



110 Bf« Talli Ciceronis c. nr. v. «. 9-11. 

e^ tribnenda quod egerant, venia danda qnod reUqnerant^ pro- 
pterea qaod ab eo bello Ballam ia Ilaliam res pobHca^ mare- 
nam Sulla revocavit. Cap. IV. §. 9. ]Mitl)rida(60 antem omne 
relicnm tempus non ad oblivionem vetorifl beUi^ aed ad oempa- 
ratiönem novi contafiC^ qcd postea quam masnmas aediflcaaset 
oraassetqae classis exercitasqne permagDOs^ qoÜNiBCiiiiiqae ex 
gentibas potnisset^ comparasset et ae Bospheranifi fli^mls Boia 
t>elliiiii inferre cdmalaret^ usqne in ffispaniam iegatos ao littoras 
niät ad eos doces^ quibnacam tum benom gerebamos^ ut cam 
duobos in locis diBianoti£»nmis maxameque diversis uno conal- 
lio a binis hostinm copiis bellum ' terra marique gereretor, roa 
ancipiti contenüone districti de imperio dlmicaretia. $. 10. Sed 
tarnen alterins partis pencnloiii, Sertorianae atque Hispaniensia^ 
quae multo plus flrmamenti ac roboria habebat^ Cn. Pompei di- 
vino consilio ac singulari virtute clepulsum est: in altera parte 
ita res a L. Lncnllo summo viro est administrata, ut initia illa 
rerum gestarum magna atque praeclara^ non felicitati eius^ sed 
virtuÜ; haec autem extrema^ quae nuper acciderunt, non col-- 
pae^ sed fortunae tribuenda esse videantur. Sed deLucullo di- 
cam alio loco et ita dicam^ Qnirites^ ut neque vera laus d de« 
tracta actione mea neque falsa adflcta esse videatdr. %, 11. 
De vestri imperi dignitate atque gloria, qnoniam is est exorsos 
orationis meae^ videte quem vobis animum suscipiendum putetia- 
Cap. V. Malores nostri saepe mercatoribus aut naviculariis no- 
stris iniuriosins tractatis bella gesserunt^ tos tot milibus dviom 
Bomanorum uno nuncio atque uno tempore necatis quo tandem 
animo esse debetis? Legati quod erant appellati superbius^ Corin- 
thum patres vestri totius Graeciae lumen exstinctum esse voluemnt: 
vos eum regem inultnm esse patiemini, qui legatum popnH Ro- 
mani consularem vinculis ac verberibus atque omni supplido 
excruciatum necavitf Uli libertatem imminutam eivium Roma- 
norum non tulerunt, vos ereptam vitam ueglegltis? ius legatio- 

Cap. rv. S. 9. simnlaretl simulMset. g. 10. rerom gestanun] 
gestarum rerum, actione mea] actione nostra, 

Cap. y. %. 1\. maiores nostri] maiorea vestri. ant navioulariis 
nostris] ac navicularüs omisso nostris, milibns civlma Romanomml 
ciüium Romandrum miUibus, imminutam eivium Romanorum] cH^ium 
Bomanorum imminutam. ereptam vitam neglegitis?J vitam ereptam 
negligetis. 



c. V. VI. s. if-14. oratio de mperio Cn. PompeL 111 

nid verbo violatam Uli persecoti mint, vos legatom omni snp-- 
plieio iöterfbctam rellnquetisf f. ±f. Videte ne nt illis (ml- 
cbernunum ftilt tantam robis iinperi gloriam tradere, sie Vobis 
tiirpissamiim dt id, qaod acceplstis, ttieri et conservare noD 
posse. Quiflf quoft salas socionmi summam in perieüliim ac 
discrimen vocatur, quo tandem animo f^re debetiisH^ Hegno 
est expalAis Ariobarzanes rex, pocIus popoURdmani atqoe ami- 
eiis, imminent dao ireges toti Asiae non solain vobis iAiitäcissu-» 
ml, sed etiam vestris socüs atque amicis, dvitates tintem einnetf 
cnncta Asia atque Graecia vestmm aoxilftiui exspectare propter 
pericaH magnitudlnem coguntor, imperator^m a vobis certum 
deposcere, qaom praesertim vos aUmn miseriitiSy neqne aadeut 
neqne se id facere sine snmmo pericnlo posse arbitrantnr. $. 13. 
Vident et sentinnt hoc idem qaod vos, timim vimm esse, in 
quo somma sint omnia, et eam propter esse «^ quo etiam ea- 
rent aegrius — , cuius adventa ipso ätqae nomine, tametsi ille 
ftd maritamom bellam venerit, tarnen impetas hostium repressos 
esse intellegant ac retardatos. Hi vos, quoniam libere loqni 
non licet, tacite rogant, nt l^e qnoque, sicnt ceteranim provin- 
ciamm socios, dignos exlstametis, quorom salutem taU viro 
commendetis, atque hoc etiam magis, quod eeteros in provinciam 
eins modi homines mittimus, ut etiam si ab hoste defendant, 
tamen ipsorum adventus in urbis sociorum non multum ab hostili 
expugnatione differant. Hunc audiebant iintea, nunc praesentem 
vident tanta temperantia, tanta mansuetudine, tanta humanitate, 
Qt ii beatissumi esse videantur, apud quos ille diutissume ^m« 
ni<lratar. 

Cap. Yl S- 1^* Oua re si propter' socios nulla ipsi in- 
iuria lacessiti muores nostri cum Antiocho, cum Philippo, cum 
Aetolis, cum Poenis bella gesserunt, quanto vos studio conve- 
nit ininriis provocatos sociorum salntem una <^um imperi vestri 
dignitate defendere, praesertim cum de maxumis vestris vecti- 
galibus agaturf nam ceterarum provinciarum vectigalia, Qui^- 

Cap. V. S. 12. traäerel yeUnquere, vocatnr, qaö tandem animo 
ferro 4cl>etis? RegnoJ vocattar? Regno. est expulsusj expulsus est 
«fae sommol stwtmo skie. $. 13. propterl prape. quod eeteros in 
provinciaiii elos modi} quam eeteros , quo& eins modi in provinciam, 

Cap. VI. S- 1^- maiores nostrij maiores vestri, de maxujnis 
Testrill] de vestris maximU. 



119 BL Talli Cicerenis c vi. vn. $> i5-i7. 

tesy tanta mmi, nt ils ai ipsas provinciafl tatandas vb: conteoti 
esse possimiui, Asia vero (am opima est ac fertilis^ ut et über- 
täte agromni et varietate fractamn et magoitudine pastionJa et 
mnltitaduie eartim terum, quae eiporteDtar^ fiacile omnibos ter- 
ris antecellat. Itaqae haec vobi/ provincia, Quirites^ ai et belli 
utilitatem et pacis dignitatem retinere voltis, non modo a cala- 
mitate^ aed etiam a meta calamitatis est defeDdenda. '$. 15. 
Nam 10 ceteris rebus cum veuit calamitas, tum detrimentom 
ttccipitar: at ia vectigalibns non solom adventus mal], sed etiam 
metns ipse adfert calamitatem. nant com bostiam copiae non 
longe absunty etiam si imiptio nolla facta est, tarnen pecora 
relincnntur, agri cnltora deseritor, mercatonom navigatio oon- 
qoiescit. Ita neqne ex porla neqne ex decumis neque ex scrf- 
ptora vectigal conservari potest. Qua re saepe totins anni fm- 
ctos ono mmore periculi atqne uno belli terrore amittitur. $. 16. 
Qno tandem animo esse existomatis aut eos, qoi vectigalia nobia 
pensitant; aut eos, qoi exercent atque exignnt, com dao reges 
cum maxomis copüs propter adsint? cum nna excursio eqoita- 
tos perbrevi tempore totius anni vectigal aaferre possit? com 
pablicani fa^nilias maxomas, quas in silvis habent^ qoas in agris, 
quas in portubos atqne custodüs^ magno periculo se habere ar- 
bitrentur? pntatisne vos illis rebus frui posse nisi eos, qni vobis 
finctni sunt 9 conservaritis^ non solum^ ut ante dixi^ calamitate, 
aed etiam calamitatis formidine liberatos? Cap. VIL g. 17. Ac 
ne illud quidem vobis neglegendum est, quod milü ego extre- 
mum proposueram, cum essem de belli genere dictnrus, quod 
ad multorum bona civiom Bomanorum pertinet, quorum vobis 
pro vestra sapientia, Quirites, habenda est ratio diligenter. Nani 
et publicani, homines honeatissumi atque omatissumi, suas ratio- 
nes et copias in illam provinciam contulerunt^ quorum ipsorum 
per se res et fortunae vobis curae esse debent Etenim si ve- 
ctigalia nervös esse rei publicae semper duximus^ eum certe 

Ca[p. VL g. 14. ac fertiUs] et fertüis. eiq^ortentar] eatportan» 
für. retinere] ntstkiere. $. 15. in ceteris rebus] ceteris in rebus, 
nolla fiftcta est] facta mdla sit. S* 1^* propter adsint] prope adsint. 
silvis] salinis, Ihictoi sont^ conservaritis] fructuosi sunt, conser* 
vaverUis. ante] antea, 

Cap. VII. $. 17. bonesUssaml atqne ornatissumi] et komestissimi 
et onuiUssimL vobis curae] curae wbis. 



c. vn. vm. s* is-M* oratio de imperio Cd. Pompei. 11 3 

ordiaem, qui ezercet llhi, firmamentom ceteromm ordiniiai recte 
6886 dicemiiSp §. 18. Deinde ex ceteris ordioibiui hoBünes 
gnavi atque indiutrii partim tpsi in Ada negotiaDtar, quibiis'voa 
ab86iitUHis consQlere debetis, partim eomm ia ea provincia pe« 
* cnnias mai^aas coQocatas habeat Erit igitar jiamaiiitatis Vestraa 
magnom munenim eomm oivium calamitate probibere^ sj^ientiae 
▼idtf 6 andtomm civiam calamhatem a re publica seiuoctam esae 
Boo P0886. Kteoim primum illud parvi refert noa pubücanis 
amiasis vectigalia postea victoria recoperare. neqne eoim isdeo^ 
redimendi fluuiltas erit propter calamitatem neque aliis voloata« 
propter timorem. %. 19. Deinde quod nos eadem Aaia atqaf 
idem iste Miüuridates inltio belli Asiatici doeuit, certe id qiiidem 
caUunitate docti memoria retioere deb^mia. Nam tum^ com m, 
Aiia res magm» permnlü amiserant^ scimitt Romae solatione 
iapedita fldem concidiMe. Non enim possanl ami in eiviftata 
molti rem ao fortonas amittere^ ut noa ploris secom in eandem 
tratAnt calamitatem. A qao periculo probibete rem publicam 
6t mibi credite — id quod ipsi videtis — haeo fldes atque baec 
ratio pecunianmiy quae Bomae, quae in foro yersatur, implicita 
est cum Ulis pecuniis Asiaticis et cohaeret. Buere iUa non poa«» 
sunt, ut Imeo non eodem labelkota motu concidant Qua re 
Yidete num äubitandum vobis sit omni studio ad id j^ellnm in« 
eombere, in quo gloria nominis Testri, salus sociorum, veetiga* 
lia maxuma, fortunae plurumorum oivium coniunctae cum le 
puUica defendantur. 

Cap. Yin. §. m. Oooniam de genere belli dU, )inno de 
magnitudine pauca dicam. potest hoc enim diel: belli genus esse 
Ita necessarium, ut sit g^endum^ non esse ita magnnm^ ut sit 
pertimescendum : in quo maxume laborandum est^ ne (brte a to- 
his quae diligentissume providenda sunt^ contemnehda esse vi- 
deantur. atque ut omnes intellegant me L. Lucullo tantum im- 

Cap. Ylf. S* 13* ex celeris ordinibns] ceteris ex ardinibus. at- 
qne Indastrüj et industrii, mimernm civiam eoram] eorum civhan 
numerum. primum illudl Hlud primum, nos publicanis amissis] 
904 pubücanis amissa. %. 19. docuit^ certe id qnidemj docuit; id 
qmUlem certe, ac fortnnasl atque fortunas. irahant calamitateml 
calamUaUm trahant. labefocüi] labefactata, civiam conionctae com] 
civiMii cttfn. 

Cap. Vin. S* so. potest hoc enim] potett enim hoc. forte a to- 
bis] fitrU^ ea voUt. 

8 



1 14 M. Tulli Ciceronis c. vin. dl }^ »o-m. 

peiüre landis^ qaantnni forti vtrO et rapientl homini et ma^nM» 
tmperatori debeatur: dioo eins adventu roaxamaa Mithridati co- 
plas omnibas rebus ornatas atque instrnctas fdisse, arbemqae 
Asiae clarissamam nobisque amicissnmam Cyzicenomm obsessam 
essö ab ipso rege maxuma multitudine et oppagnatam yehemea«- 
ttssome^ quam L. LacnUns virtnte^ assidfdtate, eoosilio sammli 
obsidionis pericolis liberavit: S.Hl^ ab eodem imperatore elas- 
sem magnam et omatam, qpae dacibns Sertorianis ad Italiam 
studio atque odio inflammata raperetur^ superatam esse atqoe 
depressam: magnas hostium praeterea copias multiB proeliis esse 
deletas, patefhctumqne nostris legionibns esse Pontuin^ qui antea 
pnpulo ttomano ex omni aditn clausus fnisset, Sinopeä atque 
Andftuniy qulbns in oppidis erant domicilia regis, Omnibus rdraa 
ornatas atque refertas oeterasqne urbis Ponti et Cappadociae 
permuHas uno adku adventnque esse captas, regem spoliatuA 
regno patrio atque avito ad alios se reges atque ad alias gen- 
tis supplicem contulisse, atque haeo omnla salvis populi Romai^ 
sociis atque integiis vectigalibus esse gesta. t^aÜB opinor haee 
esse laudis, atque ita, Qnirites^ ut hoo vos intellegatis^ a nuUo 
istorum, qui huic obtrectant legi atque caussae^ L. liUCuDam 
simttiter ex hoc loco esse laudatum. Cap. IX. g. 9t. Reqoire- 
tur fortasse nunc quem ad modum cum baec ita sint^ relicum 
posidt magnum esse belliHn. Cognoscite, Quirites. non enim hoo 
mne caussa quaeri \1detur. primum ex suo regno sie Mitbrida«- 
tes profUgit, ut ex eodem Ponto Medea illa quondam profogisse 
dlcltur^ quam praedicant in fuga fratris sui membra in üs locLs, 
yaä se parens persequeretur, dissupavisse, ut eorum coUeetfo 
dispersa raaerorque patrins cderitatem persequendi retardaret — 
-sie MithHdates fdgtens maxomam vim auri atque argenti pnl- 
oherrumarumque forum omnium, quas et a maioribus accepmmt 
et ipse hello superiore ex tota Asia direptas in sunm regsim 
congesserat, in Ponto omnem reüquit Haec dum nostri colli- 
gunt diligentiusy rex ipse e manibus effugit Ita illum in perae-* 

Cap. VIII. $. 20. sapienti] sapienüssimo. Mithridatil MUhridMis. 
ftUssej [ftässej. S- ^i* stadio atque odto inflammata] shidio inflam-' 
mata* qai antea] qtd ante, dausus füisset] clausus esset, eroatas 
atqne refertas] omata atque referta. adventaqae] atqme adoemtu. 
baeo esse] hoc esse. 

Cap. IX. g. 22. magnam esse] esss magnum. 



c n. s- t»-s6. oratio de unperi^ Cn. Pompet 1 1$ 

qneodi fltudio maeror, hos laedtfa r^ardavit $. t9. Hone in 
Ulo timore ac fdga Tigranes res Anneniofl exoepit diffldentem- 
qae rebus suis confinnavit et adflictum erexit perdUomqne re- 
ereavit Coios in regnom. postea qoam L. Lueollos eom exer- 
cita venit^ plures eüam gentes contra imperatorem nostram 
concitatae sunt Brat enim metos iniectos ils naäonibos, qfoam 
namqoam popnlns Bomanod neqoe lacessendas bello neqae tem- 
ptandas putavit Erat eüam alia gravis atque vehemens opinio^, 
qoae animos gentinm barbaramm pervaserat, fiini locopl^etissomi 
et religiosissomi diripiendi canssa in eas oras nostmm esse 
exercitam addactum. ila nationes maltae atqne magnae novo 
qaodam terrore ac meto concitabantnr. noster antem exercitoo 
tametsi nrbem ex Tigrani regno ceperat et proeliis usus erat 
secondisy tarnen nimia longinqoitate loconun ac desiderio sno- 
nun commovebatur. g. M. Hie iam plora non dicam. füit enim 
Ulod extremom^ nt ex üs locis a militibns nostris reditns magis 
matoms quam procesaio longior qoaereretnr. Mithridates antem 
et snam mannm iam confirmarat, et eorum^ qoi se ex eins regno ' 
coUegerant et magnis adventicüs anxilils mnhomm regnm et 
miüonum iuvabatur. Iam hoc fere sie fieri solere accepirnns, 
ut regnm adflictae fortnnae facUe multornm opes adüdant ad 
misericordiam maxnmeqne eommy qoi aut reges sunt ant vivont 
in regno, ut bis nomen regale magnnm et sanctnm esse vldea- 
tur. §. 26. Itaqne tantom victns efficere potnit qnantnm inco« 
lomis nomquam est ausns optare. nam com se in regnnm snnm 
recepisset, non ftiit eo contentus, qnod ei praeter spem accide- 
rat, nt illam postea quam polsos erat terram qmqnam adtinge- 
ret, sed in exercitnm nostrnm clamm atque victorem impetnm 
tedt Sinite hoc loco, Quirites, sicut poetae solent^ qui res 
Bomanas scribunt, praeterire me nostram calamitatem; quaetanta 
liiiit ut eam ad auris LucuUi imperatoris non ex proelio nuncius^ 
ned ex sermone rumor adferret §• 26. Hie in Ulo ipso malö 



Cap. IX. %, 2S. qaae animosl guae per animos. esse exercitoml 
exercUum eBse. tametsOee^i. Tigrani] Tigranis. %, 84. adventiciis 
anxilüs maltonuii] aäventUs muUonun» iavabatarj copüs iuvabatur» 
Iam hoc ferel Uoc iam fere, at bis nomen regale] quo4 regale U$ 
nomen, S* 25. in regnom säum recepisset] in regnum recepisset tuum^ 
exercitnm nostrum] exercihun vestrum» ad aaris LuculU imperatoris] 
ad mtre* L. huctdU. %. 26. Ulo ipso] ipso iOo. 

8# 



116 M. Tulli Ciceronis c. nc. x. g. t6-«8. 

graviaramftqi]^ belli ofTensione L. Lncnlli», qd tarnen aliqna ex 
parte iis incommodls mederi fortasse potaisset, vestro inssa co- 
actus, quod imperi diatarnitaü modam statueDdum vetere exem- 
plo putavistis, partem militam, qui iam stipendiis confecti eran^ 
dimisit, partem Glabrioni tradldit. Malta praetereo consulto, sed 
ea TOS conieetara perspicite' qaantam illud bellam fkctom pate- 
Us, qaod coniangant reges poteDtissum!, renoveat agitatae natio* 
lies^ sascipiant integrae gentes, dovus Imperator noster accipiat 
retere exercita pnlso. Cap. X. g. 27. Satis mihi molta verl» 
fecisse videor, qaa re esset hoo bellam genere ipso necesbariam, 
magoitadine perioulosom: restat at de imperatore ad td bellam 
deligendo ac tantis rebus praeflciendo dicendum esse videatar. 

Utinam, Qairites, viroram fortium atque innocentium co- 
ptam tantam haberetis, ut haec vobis deliberatlo difficilis esseC, 
quemnam potissdmnm tantis rebas ac tanto belle praeflciendqm 
putaretis! nanc vero cum sit nnos Cn. Pompcius, qui non modo 
eorum hominum, qai nunc sunt, gloriam, sed etiam antiqaitatis 
memoriam virtate soperarit: qaae res est quae caiasquam ani- 
mam in bac caassa dublom fiicere possit? 9- ^^* Bgo enim 
rio existamo in summo imperatore quattuor has res inesse opor- 
tere, scientiam rei militaris, Yirtatem, auctorltatem, felidtatem. 
Oois i^tur hoc homine scientior amqaam aut fait aat esse de-> 
bait? qoi e ludo atqae paeritiae disciplinis hello maxumo atqoe 
acerramis hostibos ad patris exercitum atqae in milltiae disci* 
plinam profectus est, qai extrema paeritia miles in exerdta fbit 
sammi imperatoris, ineunte adolescentia maxumi ipse exercitus 
imperator, qui saepius cum hoste confllxit quam quisqaam cum 
inimico concertavit, plara bella gesalt quam ceteri legerunt, pla- 
ris provincias confecit quam alii concapirerant, culos adolescen- 
tia ad scientiam tei milltaris non alienls praeceptis, sed sois 
Imperiis, non offensionibns belli, sed victorÜB, non stipendiis, sed 
triomphis est eradita. Qaod deniqae genas esse belli potest, in 

qao illam non exercnerit fortona rei pablicaef Civile, Afirica- 

* 

Cap. EX. S. de. vetere ezemplo] veteri exemplo, confecti] rofi- 
feeiU, pertpicitej perspicUis. Imperator nosterj impertUor v€stet\ ex- 
erdta piil803 pulso exerciiu. 

Cap. X $, 87. esset lioo beUmn] hoc beUum esset %» 28. disei- 
plüdsj disciplina. in exercita foit smnmij fiät iummi. genas esse 
belli] genus belU esse. 



c. X. XL s. s8-^i. oratio de imperio Ctu PompeL 117 

nmoj TraDMlpfamiti; His^mmense mixtam ex civitaübiia atqoe ex. 
belUcofilssainis nationibus^ servile, navale' bellam^ varia et di- 
versa genera et bellomm et hosfiam, non solam gesta ab hoc 
UDOj sed etiam oonfecta, nuUam rem esse declarant in usu po- 
sitam militari, qoae huiaa viri scieDÜam fügere possit 

Cap. XL §. 29. lam vero virtuti Cn. Pompei qoae potest 
oratio par invenirif qoid est qood qaisqaam aut illo digoum aat 
vobb DO vom aut coiquam iDandKain possdt adferre? neqae enim 
illae sunt solae virtotes imperatoriae, qoae volgo exiistamantory 
labor in negotüs, forütodo in pericnlis, indostria in agendo, ce- 
leritas in conficiendO; consiliam in provideodo: qaae tanta snnt 
in lioc nno qoanta in omnibos reliquis imperatoribns, quos ant' 
vidimns ant andivimiis, non fneront. ,§. 30. Testis est Italia, 
quam ille ipse vietor L. Sulla huios virtute et subsidio confea- 
SOS est liberatam. Testis est Sicllia, quam multis ondique ein» 
Gtam pericnlis non terrore belli, sed consili celeritate explicavit 
Testis est AfHca, quae magnis oppressa hostium copüs eorum 
Ipsorum sangoine redundavit. Testis est Gallia, per quam legio- 
nibus nostris iter in Hispaniam GaUornm internecione patefiM^tiun 
est. Testis est Hispania, quae sa^issume plnrumos hostls ab 
hoc soperatos prostratosque conspexit. Testis est iterom et sae- 
pius Itaiia, quae cum servili belle taetro periculosoqoe preme* 
retor, ab hoc auxiüum absente expetivit: qnod bellum exspecta^ 
tione eius adtenuatum atque imminutum est, adventu sublatum 
ae sepultom. g. 31. Testes nunc vero iam omnes orae atque 
omnes exterae gentes ac nationes, deniqne maria omnia cum 
vniversa tum in singulis oris omnes sinus atque portus. ' Quis 
enim toto man locus per hos annos aut tarn firmumhabuitprae- 
sidium,. ut tutus esset, aut. tarn Mt abditus, ut lateretf Quis 
navigavit qui non sc aut mortis ant servitotb periculo commit- 
teret, cum aut hieme aut referto praedonum man navigaretf 
Hoc tantum bellum, tarn turpe, tam vetus, tam late divisum at- 
que dispersum quis umquam arbitraretur aut ab omnibos impe- 

Cap. X. g. 88.. in nsu positam militarQ in usu müUari posUam. 

Cap. XI. S* ^* oratio paf] par oratio, aut illo digniim] aut 
dignum ülo, S* 30. consUi celeritate] celeritate consilU, iter In Hi- 
spaniam] in Hispaniam iter. eias] PompeiL $• 31- Testes nuno vero] 
Testes vero. cum oniversa] twn universa, in singulis oris omnes] 
in singufis omnes. navigaret] navigaretvr. 



1 18 Bf« Tulli Ciceronis c. xt xu. s ss^-a«. 

ratoribns nno anno ant omnibas annis ab ono imperatore conüci 
possef §. dt. Quam provinciam CeDuistis a praedonibns übe- 
ram per hosce annos? qnod vectigal vobis tatnm faitf quem 
Bocinm defendisüs? cd praesidio classibns vestria fbistis? quam 
mnltas existnmatis insulas esse desertasf quam moltas aot meto 
relictas aat a praedoniboi^ captas nrbis esse sociomm? Cap. XIL 
8ed quid ego longinqna commemorof Fnit hoc quendam^ Mi 
proprium populi Romani longe a domo bellare et propngnacaUfl 
tmperi sociorum fortunas, non sua tecta defendere. Soeüs ego 
nostris mare per hos annos clausum Ansse dioam, cum exerci- 
tns nostri nnmquam a Bmndisio nisi hieme summa transmise- 
jint? QtA ad vos ab exteris nationibus venirent, captos querar, 
com legati populi Bomani redempti sint? mercatoribus tutum 
mare non ftdsse dicam, cum dnodecim secures in praedonum 
|)otestatem pervenerint? $. 3^. Cnidum aut Colopbonem aut 
Bamum nobilissumas urbis innumerabilisque alias captas esse 
commemorem^ cum vestros portus atque eos portus, quibus vi- 
tam ao spiritum duciäs^ in praedonum ftaisse potestate sdatisf 
an yero ignoratis portum Caietae cdeberromum ao plenissumom 
navium inspectante praetore a praedonibus esse direptum? Bx 
Miseno autem eins ipsius liberos^ qui cum praedonibus antea M 
bellum gesserat, a praedonibus esse sublatos? Nam quid ^;o 
Ostiense incommodum atque illam labem atque ignominiam ref 
publicae querar^ cum prope inspectabtibus vobis classis ea, ad 
cousul populi Romani praepositus esset, a praedonibui^ capta at- 
que oppressa estf Pro di immortalesi tantamne unius hominis 
Incredibilis ao divina virtus tarn brevi tempore lucem adferre 
rc4 publicae potuit, ut vos, qid modo ante ostium Tiberinum 
dassem hostium videbatis, nunc nuUam intra Oceani ostium 
praedonum navem esse audiatis? $*d4. Atque haec qua cele- 
ritate gesta sint quamquam videtis, tarnen a me in dicendo prae- 
tereunda non sunt quis enim umquam aut obeundi negoti aut 
oonsequendi quaestus studio tam brevi tempore, tot loca adire, 

Cap. Xn. %, 89. fSocfis ego nostris] Socüs wstrU ego, per hos 
annos daatani Aiisse dicam] clausum per hosce annos dicam fiüue. 
namquam a Bmndisio] a Brundisiö nunquam. Iiieme soromaj summa 
hieme. S* 83. ac spiritum] et spiritum, in pmedonom Aiisse potestate] 
in praedonum fulsse poiestaiem, ac plenissamuni] atque pletüssimum* 
videbatls, nnnc] videbatis, U nunc. 



c. xiL xia %, 36^7. oratio de iiaperio Co. Pompel 119 

taötos cursos conficere potuU, <]tiam celeriter Co. Pompeio dace 
Umü belli impetas navigavit? qm nondam tempestivo ad navi- 
gandnm man Sidliam adiit, AAricam exploravit: inde Sardiniam 
cum classe venit atque baec tria fVcmientaria eubsidia rei publi- 
cae finnissumis praesidiis dasäbusque moDivit §. 36. lade 
com ae Id Italiam recepisset^ dnabus Hispanüs et Galfia transal- 
piiia praesidiis ao navibos confirmata missis item in oram llly- 
rici maris et in Acbaiam omnemqae Graeciam navibus, Itaiiae 
dao maria maxumis classibns firmissumisqae praesidiis adorna- 
vity ipse aotem ut Brandisio profectus est^ undequinqaagesomo 
die totam ad imperium populi Bomani Cilidam adiuiixit: omnes, 
qui ubiqoe praedones füeront, partim capti interfectiqae sunti 
partim ^miius huius se imperio ac potestati dedidemat Idem 
Creteosibns^ com ad eum usque in Pampbyliam legatos depre- 
catoresqae misisseot, spem deditionis noa ademit obsidesqae im* 
peravit Ita (antom bellum, tam diuturnum, tam longe lateque 
dispersom, quo bello omnes gentes ac nationes premebaDtur, 
Ca. Pompeius extrema bieme apparavit, ineante vere suscepit, 
media aestate coofecit 

Ci^. XIIL S« 36. Bst haec divina atque incredibills virtus 
ijpperatoris. Quid?.ceterae, quas paullo ante commek^orare coe- 
peram^ quantae atque quam multae sunt? non enim bellandi vir- 
tus solum in summo ac perfecto imperatore quaerenda est, sed 
multae sunt artes eximiae bmius administrae c'omitesque virtutis. 
ac primum quanta innocentia debent esse imperatores? quanta 
deinde in omnibus rebus temperantia? quatita fide? quanta 
facilitatef quantoingenio? quanta bumapitate? Quae breviter 
qualia dnt in Cn. Pompeio consideremus. summa enim omnlii 
sunt, Quüites, sed ea nmgis ex aliorum coutentione quam ipsa 
per sese cognosci atque intcUegi possunt. g. 37. Quem enim 
imperatorem possumus ullo in numero putare, cuius in ex- 
ercitu centuriatus veneant atque venierint? quid hune bomi- 

Cap. XII. $. 34. duce tanti belli] duce belU. %, 35. cum se tnl 
jfe qutm^ in. GaUia transalpfna] GatUa Visalpina. ut Bnmdiaio] tU 
a Brundisio, boius se unpenoj huius Unperio. dediderunO se dedi- 
derunt, 

Cap. XIII. §. 36. bellandi virtus solum] solum hellandi virtus, 
ac perfectoj atque perfecto. iu pmoibus rebus] omniöns in rebus. 
$. 87. ünperatoreiu possumus ullo] jwssumus imperatorem alUfuo. 
centuriatus veneant] veneant centuriatus. 



lÄO M. TuIIi Ciceronis c, xjsl xiv. §. 3s-4i. 

nem tta^am aat amplom de re publica cogitare^ qoi peconiam 
ex- aerario depromptam ad bellum adminktrandani aut propler 
cnplditatem provinciae magistratibus diviserit aut propter avari« 
tiam Bomae in qaaestu reliqaerit? Testra admnrmnratio t^Hy 
Quirlte», ut agDOscere yideamini, qui haec fecerint: ego antem 
Domino nemiaem: qua re irasci mihi nemo potest nisi qid ante 
de se Toluerit conflterL itaque propter hanc avaritiam imperato- 
mm quantas calamitates quocumque ventuln sit nostrl exercitiw 
ferant quis ignorat? ^. 38. Itinera quae per hosoe annos In 
Italia per agros atque oppida oivium Romanorum nostri impe- 
tores fecerint recordamini: tum facilius statuetis quid apud exte- 
ras uationes fleri existumetis. utmm pluris arbitramini per hosce 
annoa rnüitum vestrorum armis hostium urbis an hibernis sodo* 
rum civltates esse deletas? neque enim potest exerc^tum is con« 
tinere Imperator, qui se ipse non continet; neque seremfl esse 
in indicando, qui alles in se sereros esse iudices non vott. 
g. 39. Hie miramur hunc hominem tantum excellere cejteris, cniuB 
legiones sie in Asiam pervenerint, ut non modo manus t»ntt 
exercitus, sed ne vestigium quidem cuiquam pacato nocnisse 
dicaturf iam vero quem ad modnm milites hibement cotidi^ 
sermones ac litterae perfemntur. non modo ut sumptum fkeiat 
in militem, nemini ris adfertur, sed ne cupienti quidem cuiquam 
permittitur. Hiemls enim, non avaritiae perfugium miüores no- 
stri in sociorum atque amicorum tectis esse voludrunt €ap. XIV. 
()• 4Q. Age vero ceteris in rebus qualis sit temperantia consi- 
derate. Unde illam tantam celeritatem et tam incredibilem cor- 
snm inventum putatisf non enim illum eximia vos remigum aut 
ars inaudita qnaedam gubernandi aut ventialiqui novi tam celerlter 
in ultumas terras pertulerunt, sed eae res, quae ceteros remo- 
rari solent^ non retardarunt: non avaritia ab Institute cursu ad 
praedam allquam devocavif, non lubido ad volnplatem, non amoe- 
nitas ad delecfationem , non nobilitas urbis 4id cognitionem, non 
denique labor ipse ad quietem. postremo signa et tabulas cete- 
raque ornamenta Graecorum , oppidorum , quae ceteri toUenda 
esse arbitrantur, ea sibi ille ne visenda quidem existumavit 
S« 41. Itaque omnes nunc in bis locis Cn. Pompdum siout aii- 

Cap. XIH. g. 87. nomino nemtnem] neminem nomino. $• ^> f<^ 
cerint] fecerunt se fpse] se ipsum, $. 39. pervenerintj pervenfrtmi. 
Cap. xrv. g. 41. omnes nunc] omnes quidtm nunc. 



c. XIV. XV. 9-4t-^* oratio de imperio CiL PompeK 12 1 

quem non ex hao orbe nüssniD, sed de caelo detepsnm htoen- 
(or: nunc deniqne incipiailt credere taaa6 homines Boibanos hao 
qnoDdam conüneotia, good iam nationibiuB exteria in<»rediMle, ae ^ 
Mao meinoriae proditnm vldebatiir. nono imperi vestri ggloDäüi ; 
ilÜB gentibos locem adferre eoeplty mmc intenegnnt non idne 
canssa maiores suos tmn^ com ea temperantf a magistratns habe- 
bamns^ servire popok) Bomano quam imperare aliis malniase. iam 
vero ifa fucile» aditns ad enm privatoram^ ita liberae qnerhno- 
niae de alioraiii ininriis esse dicantnr, nt is^ qol dlgnitate pria- 
eipUras excellit, faeilitate ioflomis par esse videatnr. S« ^^* 
Iam qmuttom consUiOy qnantom dicendi gravitate et copia valeat, 
in qiio ipso ioesi qaaedam dignitas imperatoria^ vos, Qdrite«^ 
hoo ipso ex loco saepe cognostis? Fidem vero eins qnantam 
inter sodos existomari patatis^ quam hostes omnes omnimn ge- 
nerom sanctissomam indicariDtf Hmnanitate im tanta est^ nt 
dUfidle dicta dt, atmm hostes magis virtotem dos pognantea 
touerint an mansaetadinem victl düexerint Et quisquam dobi- 
tabit qdn fanic hoc tantnm bellam transmittendom sit, qoi ad 
omaia nostrae memoriae bella conficienda divino quodam coosiilio 
natos esse videfttar? 

Cap. XV. ^. 43. Bt qooniam aoctc^tas qnoqne in bellki 
adndnistrandis maltnm atqae in imperio militari valet, eerte ne- 
mini dubinm est quin ea re idem iDe Imperator pluramum pos- 
flit Vehementer antem pertinere ad bella administranda quid 
hostes, quid socii de imperatoribus nostris existament, quis fgno- 
rat, cum sciamus homines in tantis rebus ut aut oontemnant aut 
metuant aut oderint aut ament, opinione non minus et fluai^, 
quam aliqua ratione eerta commoveri. O^od igitur nomen um- 
quam in orbe terrarnm clarius fhit? cuius res gestae paresf de 
quo homine vos, id quod maxume theit auctoritatem , tanta et 
tam praeclara iudicia fSecistis? §.44. An vero uUam usquaopi . 

u 

Cap. xrv. g. 41. coBtinentia] absUnentia. hicem adferre coepit] . 
Itfcef; ea temperantial hoc temperanUa. inftunis par] par inftndi* , 
$. 4S. ipso ex loco] ^o in loco, g. 42. quantam inter sodos] Mer • 
socios quantam* h<^s(es omnes omnium generum] hostes omnUtmgen- • 
fttim. 

Cap. XV. g. 40. aoctoriias qnoque in bellis administrandis mul- - 
tarn] mtctoritoM multum in belUs quoque administrandis. /ie impera ^ 
toribos nostrisj de imperatoribus vestris. ratione certa] ceiria ration r. 



m VL Tulli ClcerooiS c.xxv.xxvl9.m-^- 

€080 innm tarn desertam putads^ quo pon illins diei Aima perva- 
fnent, com universuB populns Bomanus referto foro completisque 
jomnüiras templia^ ex quitms hio locus conspici poCest, imam siiii 
ful commune omnium geaüom bellum Co. Pon^eium imperatorem 
^ dq^opoBcUS itaque ut plura non dicam neque aliorum exemplis 
confirmoiiy qnaotum huius auctoritas valeat in bello, ab eodem 
Cn. Pompeio omnium rerum egregiarum exempla sumantur: qui 
quo die a yobis maritumo belle praqiofiitus est Imperator ^ tantm 
rqiente vilitas annonae ex summa inopia et caritate rei firnmen- 
tariae consecuta est, unius hominis spe ac no^iine, quantam 
vix ex summa ubertate agrorom diuturna pax efflcere potuiss^ 
§• 46. lam accepta in Ponto ealamitate ex eo praelio, de quo 
vos pauüo ante invitus admonni; cum sodi pertimuissent^ hostioa 
0[jbs animique erevissent, satis lirmum praesidiom provincia non 
baberet^ amisisseäs Asiam, Quiritesy nisi ad ipsum discrimea eins 
iemporis divinitos Cn. Pompeium ad eas regiones fortuna po- 
4>uli Romani adtulisset. Huius adventus et Mithridatem insolita 
Inflammatum victoria continuit et Tigranan magnis copiis mioL- 
tantem Asiae retardavit Bt quisquam dubitabit quid virtHte 
perfecturus Aty qui iantum auctoritate perfecerit? aut quam fa- 
cile imperio atque exercitu^socios et veotigalla consenratums 
eit, qui ipso nomine ao rumore defenderit? €ap. XVL g. 46. 
Age vero illa res quantam declarat eiusdem hominis apud ho- 
etis populi Bomani auctoritatem, quod ex lods tam longinqois 
tamque divarsis tam brevi tempore omnes*huic se uni dedide- 
runtf quod Cretensiom legati, cum in eorum insula noster im- 
perator exercitusque esset^ ad Cn. Pompeium in ultimas prope 
terras venerunt eique se omnis Cretensium civitates dedere velJe 
dixeruntf Ogoid? idem iste BUthndates nonue ad eundem Co. 
Pompeium legatum usque ad Htspaniam misit? eum, quempom- 
^us legatum semper iudicayit, ii, quibus erat semper molestuoiy 
ad cum pötissumum esse missum, speculatorem quam legatum 
iudicari maluerunt. Potestis igitur iam constituere^ Qc^ites, 



Cap. XV. g. 44. completisque] repletisque. huius] [hunuj. ac 
nomine] et nomine. S* 4^* ftd ipsiun discriuien eins temporis] ipsum 
id temporis. perfecerit] profecerit. 

Cap. XVI. g. 46. hiiic 8e tui] uni huic se. Ooid? idem iste Mi- 
«iiridateaj Quid ^item ipst MUhridaiei. ad Hispaniam] to Hispaniam. 
erat semper] semper mrat. 



c.xrLxviLS. 47-60. oititio de imperio Cn. PompeL 1S3 

bsDC aactoritatem maltls postea rebus ^esüs magnisctae resMs 
hidicüs ampliflcatam^ qimiitiim apod ülos reges ^ qnaiitiim apod 
CKteras natiooos *yaIitoram esse exurtnmetis. 

$. 47. Relioam est^ ut de falicitate, (puaxk praesCare de se 
ipso nemo potest, meminisse et ^commrauKrare de altere poeso- 
muBy sient aecam est homines de potestate deoram^ tiniide et 
panca dicamos. ego eilim sicexistomo: Maxnmo^ Blarcello, Bei- 
pJoni^ Mario et ceteris magms imperatoribtis non solum propter 
vi^tem, sed etiam propter fbrtuDam saepios imperia mandata 
atqae exercitus esse Gommissoa. Fait enim profecto quibusdam 
sQiDinis viris quaedam ad amplitadioem et ad gloriam et ad res 
magnas bene gerendas divinitos adiancta fortuna: de hnias aa- 
tem hominis felidtate^ de quo nunc agimnsy hac otar modera- 
tione dicendi^ non nt in illius potestate fortunam positam esse 
dicam^ sed nt praeterita meminisse, reliqna sperare Tideamnr, 
De ant invisa dis immortalibns oratio nostra ant ingrata esse 
videatar. $, 48. Itaqne non sum praedicaturus, Quirites, quan- 
tas ille res domi militiae terra mariqae, quantaqae felicitate 
gesserit, ot eins semper volantatibns non modo cives adsense- 
rint, socii obtemperarint, bestes obedierint, sed etiam venti tem- 
pestatesque obsecnndarint: hoc brevissnme dicam neminem nm- 
qaam tam impudentem faisse, qni ab dis immortallbus tot et 
tantas res tacitus änderet optare, qnot et qoantas di immortäles 
ad Cd. Pompeinm detolerant. Qaod ot Uli proprium ac perpe- 
tuom miy Qnirites, cam communis salutis atque imperi tum 
ipidos hominis caossa, sicoti fiacitis, volle et optare debetis. 

j$. 49. Qna re com et bellum sit ita necessarium, ut ne- 
glegi non possit, ita magnum, ut accoratissume sit administran-i 
dun, et cum ei imperatorem praeficere possitis, in quo ^t exi-^ 
mia belli scientia, singularis virtus, clarissuma auctoritas, egre- 
gla fortuna: dubitabitis, QuiriteS; quin hoc tantum boni quod 
vohis ab dis immortalibns oblatum et datum est, in rem publi- 
eam conservandam atque amplificandam conferatis! Cap. XVIL 
% 50. Quod si Romae Cn. Pompeins privatus esset hoc tem- 
pore, tarnen ad tantum bellum is enat deligendus atque miUen- 
dus. nunc cum ad ceteras summas utilitates haec quoque oppor- 

Cap. XVI. g. ^. homines] kondni. et ad gleriam] ^t gloriam. 
mflitlae] nUlUiaifque. de quo] quo de. $. 48. ab dis] a düs. %. 40, 
■U ita neoessariomj Ua neceuarium Mi. ab dis] a dUs 



iM SL Talli Ciceroms c. xvu. 9 A0-5a. 

tanitas adiaogatur, ot in Us ipaia lods adrit, ut babeat exerd-^ 
tarn, ut ab iu, qni babent, acdpere statim possit^ quid exspe« 
ctamusf aut cor non 4odbiis dis immortalibiis eidem^ coi ceten 
anmina crnn sahite rei poblicae commissa eant^ hoo qaoqae bd- 
lom regiom committamiuiY 

%. 61. At enim vir clarissamiui^ amaotissnmiis rei pabU- 
cae^ vestris beoeficiiä amplissumia adfectas, Q. Cattdos, itemque 
sommis oroamenüs boooris, fortanae, virtutis^ ingeni praeditas, 
Q. HortensiuSy ab hao ratiooe dissentioat; qaonmi ego aacto- 
ritatem apad vos multis locis plorumum valuisse et valere opor» 
tere cooflteor^ sed in hac caassa tametsi cognoscitia aactorltates 
contrarias virorum fortissumonim et clarissumorum, tarnen omis- 
Bis auctoritatibus ipsa re ac raüone exquirere possunas v^ta- 
tem : atqne boo facilios^ qood ea omnia, qaae a me adhnc dieta 
sunt, idem isti vera esse concedunt et necessarium bellum esse 
et magnam et in ano Cn. Pompeio samma esse omnia. $. 69. 
Quid igitor dt Hortensinsf „A oni omnia tribaenda sint, mram 
dignissamom esse Pompeiom^ sed ad unom tarnen omnia deferri non 
oporterel^^ Obsolevit iam ista oratio re mnlto magis qaam ver- 
bis refatata. nam ta idem, Q. Hortend, molta pro tna summa 
copia ao singulari faedtate dicendi et in senatu contra vinim 
fortem A. Gabinium graviter ornateque dixisti, cum is de uno 
tmperatore contra praedones constituendo legem promdgasset, 
et ex boo ipso loco permdta item contra eam legem yerba fe-> 
dstL $. 63. Qdd? tum per deos immortdis! d plus apud po- 
pulum l^manam auctorltas tua quam ipsius populi Romad sdus 
et vera caussa valuisset, bodie banc gloriam atque boc orbis 
terrae imperium teneremusf an tibi tum Imperium esse boc vi- 
debdor^ cum populi Bomad legati, quaestores praetoresque ea- 
piebantur? cum ex omnibus provincüs commedu et privdo et 
publico probibebamur? cum i(a clausa nobis erant maria omnia, 
nt neque privatam rem traosmarinam neque publicam iam obire 



Cap. XVL 8* M committamos] commUUmua» 

Cap. XVn. g. 61. Yironmi fortissmnoraml forUaimarum vi- 
rorum. ao ratfone] et raikme. a me adhnc] adhue a me. %. 58. 
eam legem] legem eam. S*68. quaestores praetoresque] praetarea 
guaeiioreegue. npl>is erant naria omnia] erani noöiM omnia maria. 



c.xvnLxdL%64r-57, oratio de imperio CiL PompeL 185 

Cap. XVm. 9. 54. Qtiae dvUas antea umqiuaii Mt, dob 
dico Atheniensiam, qnae sads late qnondam mare temdsse did« 
tor, non Cartfaaginieofiliiiii, qoi penniiltiim classe ao maritumia 
rebas valnenint, noD Ebodioram, qaonim naque ad nostram me- 
iiioriam disciplina navalis et gloila remansity qnae civitas mn- 
quam antea tarn tenuis^ tarn parva iiiBula Mty qnae non poirtaa 
saos et a^ros et aliqnam partem regfonis atque orae maritumae 
per se ipsa defSenderetf At hercole aliquot annoa eontiiiaos 
ante legem Gabiniam ille popolns Romann«, enliia nsqne ad no- 
fitram memoriam nomen invictnm in navalibos pngnis permanse- 
raty magna ac mnlto maxnma parte non modo vtilitatis, sed dl- 
gnitatifl atque imperi camit: $. 55. nos^ quomm maiores An- 
tiocbnm regem classe Persemque snperamnt, omnibnsqne na^ 
valibns pngnis Carthaginiensis homlnes in maritnmis rebus exer- 
dtatissumos paraüssumosque vicerunt, ii nullo in loco iam prae- 
donibus pares esse poteramus: nos, qui antea non modo Itaüam 
tutam babebamnsy sed omnis socios in ultumis oris anctoritate no- 
stri imperi saivos praestare poteramus, tum, cum insula Dolos tarn 
procul a nobis in Aegaeo mari podta, quo omnes undique cum 
merdbus atque oneribus commeabant, referta divitüs, parva, sine 
jnuro nibil timebat, idem non modo provincüs atque oris ItaBae 
maritnmis ao portubus nostris, sed etiam Appia iam via care- 
bamus, et bis temporibus non pudebat ma^stratns popnli Ro- 
mani in hunc ipsum locum adscendere, cum eam nobis maiores 
nostri exnviis nauticis et classium spollis ornatum reliqnissent 

Cap. XIX. g. 56. Bono te amino tum, Q. Hortensl, popu- 
1ns Romanus et ceteros, qui erant in eadem sententia, dieere 
existumavit ea, quae sentiebaüs; sed tamen in salute commnni 
idem populus Romanus dolori suo maluit quam auctoritati ve- 
Btrae obtemperare. Itaque' una lex, nnus vir^ unus annus non 
modo nos illa miseria ac turpitudine liberavit, sed etiam effecit, 
Qt aliquando vere videremnr omnibus gentibns ac nationibus 
terra marique imperare. ^57. Quo mihi etiam indignius videtur 
obtrectatum esse adhuc, Gabinio dicam anne Pompeio, anutri- 
qnef — id quod verius est — , ne legaretur A. Gabinius Cn. Pom- 

Cas. XVm. $. 54. ac maritamis] tnarUimisque. nmqoam antea] 
aniea wnquam, tarn parva] quae tarn parva, hercnle] hercle. %, 55. 
Persemqne] Persenque. adicendere] escendere. nobis maiores nostri] 
vobit makfres vestri. 



196 VL Tulli Ciceronis c. xix. xx. ^^67-^9. 

pek) «q^ODÜ ae postnlanli. atmm Qle, qni postalat ad tanliiiii 
bellam legat^m quem vdit, idoneos non est, qui impetret, cmn 
, ceteri ad expUaodps socios dirlpiendasque provinciaci quos y^ 
loeruot legatos adduxednt, an ipse, cuius lege salos ac digni* 
tag populo Bomaao atque omnibus gentibns conatitata est, expera 
esse, debet gloriae eins imperatoris atque das exercitus, qui 
consilio ipsios ac p^cnlo est eonsütatus? §. 58. An C. Fal- 
ddios, Q. Metellss, Q. Caelios Latiniensls, Co. LeDtulos, qaos 
omnis hoBoris canssa nomine, cum tribnni plebis Mssent, anno 
proxumo legati esse potuerunt^ in hoc uno Gablnio sunt üim diu- 
gentes, qui in iioc bello, quod^ lege Gabinia geritur, in hoc impe- 
ratere atque exercitu, quem per vos ipse constituit, etiam prae- 
cq^a iure esse deberet? de quo legando consules spero ad se- 
luUum relaturos. Qui si dubitabuqt aut gravabuntur, ego me 
proflteor relatunuH, neque me impediet cuiusquam, Quirites, Ini- 
inieum edictum, quo minus vobis fretus vestrum ins beneflchi^i- 
que defendam, neque praeter intercessionem quidquam audiam, 
de qua — ut arbitror — isti ipsi, qui minantur, etiam atque 
etiam quid liceat considerabunt. Mea quid am sententia, Quiri- 
.tes, unus A. Gabinius, belli maritumi rernmque gestarum Cn/ 
Pompeio socius adscribitnr, propterea quod alter uni illud bei« 
lom suscipiendum vestris sufiragiis detulit, alter delatum susce- 
ptumque confedt 

Cap. XX. g. 59. Relicum est, ut de Q. Catuli auctoritate 
et sententia dicendum esse videatur, qui cum ex vobis quaere-* 
ret, si in uno Cn. Pompeio omnia poneretis, si quid eo fkctum 
esset, in quo spem essetis habituri: cepit magnum suae virtntis 
•fructum ac dignitatis, cum omnes una prope voce „in eo ipso 
vos spem habituros esse^^ dixistis. Etenim talis est vir, utnuila 
res tanta sit ac tam difflcilis^ quam ille non et consilio regere 
et integritate tueri et virtute conflccre possit Sed in hoc ipso 
ab eo vehementissume dlssentio, quod quo minus certa est ho- 
minum ac minus dinturna vita, hoc magis res publica, dum per 
deos ijnmortalis licet, frui debet summi vhi vita ütiue vir- 

Cap. XIX. S. 57. ad tantirai bellnni legAtom] legatum ad taniwn 
hdlium. ac pericnlo] atque pericula, $. SB, constdes spero] spero 
conndes, vobis freUis] fretus vobis. illad bellum] id bellum. 

Cap. XX* S. 59. uoa prope] pro$fe una» „in eo ipso] f^^in [toj 
ipso, sommi viril sumvü homims. 



I 

c. XX. XXL 9. 6»-«i. oratio de inqierio Cn^ Pompei. iS7 

tü/te. — S. 60. At eoim ne qidd dotI flat oofitm ezemf la at-^ 
i|ae iostttola malomm. — Non dieam hoo loojo maiorefl aostroa 
semper in pace cmisiieHidini^ in bello otiUtad paraiasey semper 
md novos casoa t^npornm, noronim oondlioram rationes aoeom- 
modasse, non dicam dno bella maxiiBia, Pimioaii atqne Ifispa^ 
wAeme^ ab nne Imperatore esse eonfbota dnasqae vMb potentis- 
«omitöy qjam» hmc imperio maxame minitabaDtnr, Cartbaginen 
«tqne Nnmantiam, ab eodem Sdpioae esse ddetas, non comme- 
moralKi nnper ita vobis'patribosqae vestris esse visnm, utinmio 
C. Mario spes imperi poneretiff, nk idem eom logartiia^ idem 
eam Cimbris^ idem eom Tbeotoais bdhim administraret: j|. 61. 
in q»a €d. Pompeio, in quo no^ eonstitai nibil voK Q. Catolas^ 
qoam nralta sint nova summa Q. Catiili vobnitate eoostitata re- 
Gordamini. 

€ap. XXL Qoid tarn novnm quam adolescent d om, pilra^ 
tarn, exercitnm di^ieüi rd psblicae tempore confioeref ^ een- 
fbdt. — ^ boio praeesse? — praei\iit — rem optiime dnotn soo 
gereref -- geaat. Qoid tam praeter consaetadinem quam bo« 
mini peradolescenti, cnius aetas a senatorio grada looge abes- 
set^ imperinm atqne exerdttnm dari? Sioiliam permftti atqne 
Afiicam bellnmqne in ea'provincia administrandnmf Fnft ia bis 
provinolis singulari innocen^, gravitate^ -virtote: bdbuainAftiea 
maxnmnm eonfeeit, vietdr^n exercitnm deportavit Qaid vero 
tam inanditum qnam eqnitem Remannm triumpbaref At eMi 
qnoqne rem popnlns Bmnanns non modo vidit^ sed omninm etkim 
studio visendam et concdebrandam pntavit g. 69. Qnid tam 
innsiüitnm, quam ut oum dno eonsnles olarissUmi fortissnmiqile 
essent, eqnes Romaans ad bellum maxnmnm formidolosissnmnBi- 
qne pro consnle mitteretur? — misgns est.' Quo qmdem tempore^ 
com esset non nemo in senatn qni diceret: ^^non oportere mitti 
hominem privatum pro consnle^ L* Pbilippm dixisse dicitnr ,,non 
se illnm sna seotentia pro consnle, sed pro consnlibus mittere.^^ 
Tanta in eo rei publiae constitnendae spes constituebatnr^ nt 

' Cap. XX. g. 00. nihil noYi] ne qnid notfi. Non dioam hoc lac6J 
Non dico hoc loco, atqae Hispaniense] et Hispaniense. duasque ut^ 
bis] duas urbes, 

Cpp. XXI. $. Ol. Oaid tmn] Quid [enimj tam. aetas a senato- 
rithgradaj a senatorio gradu aetas. in ea provincia administrandum] 
in ea administrandum. omninm etiam studio] etia» studio omni. 



1S8 IL Talli Ciceronis c xxl xxn. $. 6f-65. 

dlionim eonnihtni manns nntiis adoleaceotis virtaü eommUtere- 
(nr. Quid tarn aiDgalare quam ut ex senatfis comnilto legibus 
Bolottis oonsul ante fleret> quam ullum alinm magtotratoiii per 
legea capere licnissetl quid tarn iocredib^e quam ot itemm 
eques Romanus ex aenatos oonsolto trininpharety qoae in on^d* 
hxiB faomiidbiu nova post hominum memoriam oonstituta snnt^ ea 
lam malta non soot qnam haeo^^qiiae in hoc ano homine vide- 
mtii. S* 63. Atqae haec tot exerapla tanta ac tarn nova pro- 
fiDcta sant in eondem hominem a Q. Catnli atqne a oet^ronun 
eiüBdem dignitatia ampliasomoriim hominom anctoritate. 

Cap. XXOL Qua re videant ne alt perinicom et non fe- 
rnndnm illorom aaotoritateni de Cn. Pompei digiütate a vobia 
Gomprobatam sanper esse, vestmm ab iilis de eodem homine 
indicium popaHqne Bomani au^toritatem improbari, praesertiii 
oom iam soo iore popolos Romanns in hoc homine snam ancto- 
litatem vel contra omnis^ qoi dissentioDt, possit defODdere, pro- 
pterea qnod isdem istb reclamantibas^ vos onom ülnm ex omni- 
.bns deleg;istis quem hello praedonnm praeponeretis. §. 64. Hoc 
si TOS temere fecisds et rd pnblicae parum coosulolstis, irecte 
istt stndia vestra suis consilüs r^ere conantur; sin aatem yob 
phis tnm in re publica vidistis; tos liis repngnantibns per vos- 
met ipsos digoitatem huio imperio^ salntem orbl terramm adtn- 
listisy aüquando isti prindpes et dM et ceteris populi Bomani 
nniversi anotoritati parendnm esse fateantnr. Atqne in hoc hello 
AsIaÜoo et regio non solnm militaris illa virtos^ qoae est in Cn. 
Pompeio singnlaris, sed allae qnoqne yirtutes animi magnae et 
et mnltae reqnimntnr. Diffleile est in Asia, Cilioia^ Syria 
reguisqne interiomm nationnm ita versari nostnun imperato* 
rem, nt nihil aliad nisi de hoste ao de lande cogitet Deinde 
etian^ si qni sunt pudore ao temperaatia moteratiores, tamen 
eos esse taUs propter mnltitndinem cnpidomm homianm nemo 
arbitratnr. g. 65. Difftcile est dictn, Quirites, quanto in odio 
aimns apud exteras natlones propter eomm, qnos ad eas per 
hos annos^ cum imperio misimus, lubidines et ininrias. Qnod 
enim iknnm pntatis in Ulis terris nostris magiatratibus religiosum, 

Cap. XXI. S. 69. videmua] vidknus, 

Cap. XXIL i. 69. non fenmdum] tton ferendum. %. 64. magnae 
,et mnltael muUae et magnae. nostrum] vestrum^ nihü aliud nisi] 
ttOil oUud quam. $. 66. iobidines et IniuriasJ inimias ac Ubidbtes. 



cxxiLxxm. $,e&-ss. oratio de imperio Cn. PompeL i%9 

qaam tivitatem sanctam, quam domom satifi clausam ac muni- 
tam füissef nrbes iam locupletes ac copiosae requinintar^ qui- 
hüB canssa belli propter diripleodi copiditatem inferi^tan §. 66. 
Lnbenter haec ooram Gam Q. Catnlo et Q. Hortensio Bunmls 
et darissumis viris. disputarem; noverant enim socioiam toU 
neni; vident eorum calamitates, querimonias aodiant Pro so- 
ciis TOS contra hostis exercitam mittere patatis an hostiom si- 
molatione contra socios atque amicosf quae civitas est in As\s, 
qaae non modo imperatoris ant legati; sed uniua tribnni militom 
animos. ac spiritns capere possitf 

Cap. XXnL Qna re etiam si qaem habetüi qni collaty 
signis exercitos reglos snperare posse videator^ tarnen nisi erlt 
idran, qoi se a peounUs soclornm^ qoi ab eorom coBiagibna ao 
liberis, qoi ab ornamentb fanomin atqne oppidorum^ qoi ab aaro 
gazaqne regia manns^ ocolos, animam cohibere possit^ non erü 
idoneos, qui ad beUam Asiaticum regiomque mittator. g. 67« 
Eoqnam potatis dvitatem pacatam fülsse, qnae locnples sit? 
ecqnaiD esse locnpletem, qnae istis pacata esse rideatar? ora 
maritnma, Qnirites^ Cn. Pompeinm non solnm propter rei ini-> 
litaris gloriam, sed etiam propter animi continentiam requlsivit« 
Yidebat enim praetores locnpletari qnotannis pecania publica prae« 
ter panoos neque eos qoidqnam alind adseqoi classinm nomhie^' 
nisi nt detrimentis accipiendis maiore adüci torpitadine lidero^ 
mar. Nunc qua cnpidltate homines in provlncias^ qnibns tacto^ 
Tis et - qoibas conditionibos proflcisoantnr, ignorant videHcet Isti^ 
qui ad nnom deferenda omnia esse non arbitrantnr? Qoasi vero €n> 
Pompeinm non com snis virtnübos,. tam etiam alienis Yi(üs ma^ 
^om esse videamns. 9* ^®* 0^^ re nolita dnbitare, qoin hiiio 
nni credatis omnia, qoi inter tot annod nnns inVenins sit quem 
0ocii in nrbis snas cum exercita venisse gandeant« Qaod si 
aoctoritatibas hanc caossam, Quirites, conflrmandam pntatis, est 
Yobis anctor vir bellorom omninm maxnmaramqae remm peri-« 



Cap. xxn. $. 66. snmmis et clarissomis-iirtt di^ittarem] dispu^ 
tarem summis et clariisimii virie, 

Cap. XXm. S* 67. videbat enim pfttetores lotfoptetäri] i>ldebai 
enbn paptdum Bomanum non locwpktarL neqae eos qoidqoaml ne- 
que nos qvidquanu et qnfbnsl quUnt$. omnia taa%1 eme omnia. S« 68* 
fnter tot annosj Mer unnos tok 

6 



130 M. Tidli Ciceronis c.xxm.xnv.s.«e-Ti. 

tissmniM, P« Servfflns^ cnfais tantae r^ gestae terra iiiari(|iie 
exBÜteranty at cam de bello deHberefls, Miotor vobis grmvlor 
nemo esse debeat, est C. Cailo, sammifl vestria beDeflotta maxii- 
misqne rtbos geetis, sommo Ingei^o et pnideotUi praeditus^ eat 
€n. Lentnlna^ in qao omnes pro ampttasuiiiia veatria honoriboa 
Bdmmiim consUlcmi^ srnnmam graTitatem ease oognoviada, eat C. 
Cassiiis integritate, virtnte, conatantia singolari. Qaa re videte,- 
nt homm aoctoritatiboa illomm oratioiit^ qni dissentkmt, reapon- 
dere posse rideainur. 

€ap. XXIV. g. 69. Qnae cum itm rint, C. ManiH, prirniim 
iatam taam et legem et volantatem et aententk^ii laado rehe- 
mentlaaameqoe cimiprc^, deiada te btertor, «t aactope popiilo 
Romano inaaeas in aeatentia nave cuiaqaaa Tim ant n^naa per- 
tioMacaa. Prlmoai in te aatis esäe animi pecaeirenuitiaeqiie ar- 
Mtror/deiade com tantam moltHndinem com taato atadio adeaae 
vtdeavns^ <l<iantam nono Iteram in eodem honilae praeieiendo 
videnms: qiüd eat qnod ant de re ant de perMendi flienitate 
dnbitemoaf Ego antem qnidqnid eat in me atndi, oomUi^ Jabo* 
ris, ingeniy qoidqnid lioe beaellcie p<^nli B^naant atqne hfto 
potestate praetorta^ qudquid anotoritate, llde, eonatanda poaanni, 
Id OBUie ad hanc rem cQD^oieBdam IM et popvlo Romane pol«* 
Uceer ac defero. §. 70. Testorqne omnis deoa et eoa maxomey 
qni hido loee te«M»loqne praeaident, qni omniaa aMntta eonw, 
qni ad rem publioaa adenat, maKnae perapii^nnt, me ho>e neqa» 
rogatn faeere enina^aai neqne qao Ca. Pempei grittam woM 
per bfMe oanasam eeacfUiail pvlen, neqne quo mttü ex c«lia* 
qnam amplitadtoe ant praealdia pericnlis aiat adinmettta bottwibiia 
qoaeram, propterea ^pod perieida ftoile, nt iHNtaiaem paaeatar« 
oportet, innooentia teetl repeHemna, boaotea anlem aeqne ab iaa 
neqne ex hoc loco, aed eadem flUi aestea laboriosiaanma raÜoM 
yitae^ aiveatra T^nnlaa feret, oonaeqnoanr. $. 71. Qnam ob raoi 
qiddqnid in kae eanasa mihi anaceptum est, flniritea, id i(g» 
omne me rei pnblicae cansaa snacepisse confirmo, taotnmqoa 



Cap. XXni. S* 68. nemo esse] tue nemo. vide(e> nt homm] 
pläeie, num korum» 

-Cap. XXIV. %. ff. quMqoid eat in BM aCndfl ^vW^aid in me i^ 
HuM. $. 90. aadem ffla noatra] €ßätm not$ru Wm, g. 71. fd eg» 
OBuie] id omne. 



c. XXIV. %. 71. oratio de imperio C^d. Poinpei. 191 

abesty ot aliquam Bühi bonam gradam qnaeitoo videar, m nml- 
tas me edam stmoltates partim obecaras parttm apertaa btelle-* 
gam mihi noo neoeflsariafl, vobJ» non inotOis snacepiMe. 8ed 
ego me hoo honore praeditom^ taads ves^ beoeflifii adfDCtam 
statui, Quiritesy vestram Tolmitatem et rei pubücae dignitatem 
et Balotem provinciiM^iim at^ie aooionim mels omnibos oommodla 
et raüottlbufl praeferre oportere. 

Cap. XXrV. {• 71. atiquam milil bonam gratiam] mUq^am 60- 
nam graüam mUU, multaa me etiamj mMU(t$ etlam. 



9» 



130 M. Tiiili Ciceronis e.xxffl.mv.«.«-ti. 

tissmniM; P. Servinns^ cnfais tantae r^ gestae terra markpie 
exstitemnt, nt cam de bello deUberefis, auoCor voliia gravior 
nemo esse debeat, est C. Carlo, sammifl veatrte beoefieüi mara- 
misqne rMns gestis, sommo Ingenlo et pmdeotia praeditus^ eul 
Co« Lentnlufl, in quo omnes pro ampttasuiiiia veatris ho&orilHis 
Bdmmam confllliain, snmmaiii graTkatem ease cognovisda, est C. 
Cassina integritate, yirtote, constanüa singolari. Qua re videte,- 
nt homm aactoritatiboa illomm orationt, qni dissenthmt, reapoa- 
dere posse Tideamur. 

€i4>. XXIV. $. 69. Qoae cum itm rint, C. ManiH, prinnim 
iatam taam et legem et voloatatem et aenteiittii^ laado rehe- 
mentiflaiimeqae cimiprc^, d^de te iMrtor, «t a«otope popiilo 
Romano Bttaeas in seatentia nave cniaqoam vim ant a^butm per- 
Ümeacaa. Primoai in te «rtis esae animi pecaeirenuitiaeqiie ar- 
Mtror, deiade eom tantam mnlCitadlaem enm taato atodio adease 
viieamns, qnantam anno Iterom ki eodem homiae praeieiemio 
videmus: quid eat qnod aot do re ant de perMendi iMritate 
dnbitemoaf Ego aotem qoidqnid eat in me atndi, oomdH» Jabo* 
ris, ingeid, qoidqnld lioe beaedeie popnli RonanI at^pie hfto 
potestate praetor!»^ qud^d auctoritate, üde, conataalfai poaaani, 
Id omne ad hanc re» coD^deadam IM et popvlo Romane pol«* 
Uoeor ae defero. %. 70. Testorqve omnis deos et eoa maxome, 
qni baio loee te«M»Ioqoe praeaident, qni omnioa mentta eonuB, 
qni ad rem publioaa adenat, maxome perapidnnt, me ho>e neqva 
rogatn Hieere enioa^am neqoe q«o Cn. PeaipM griiiam miU 
per bfMe oanasam eeacUiail pulen, neqne quo mttü ex eaina-» 
qnam amplitodtoe ant praeiidia pericolis avt •diamenta bottwibiia 
qnaeram, propterea ^pod perieala DMÜn, nt Imalaem paaeatar« 
•portety inoooentiateQtl repoHemos^ bonotea aolem neqne ab mm 
neqne ex liee loco, sed eadem flla nestea laboriosiaamna ratioan 
yitae, aiveatra y^nnlaa feret, oonaeqnmnnr. f. 71. Quam ob reoi 
qiddqoid in kae eanasa mihi anaceptum tei^ finirttea, id $g^ 
omne me rei poblicae caosan anacepisse confirmo^ taotnmqne 

Cap. XXni. S* 68. nemo esse] tue nemo. vide(e> nt homm] 
Piäete, mm Aortim. 

Cap. XXIV. %. ff. quMqoid est in BM aCodfl i^Mf^M to me «<t 
Huä^L %. 90. andern ffla noetral taätm noiAr« mm, g. 71. fd e^o 
omne] id omne. 



c. XXIV. %. 71. oratio de imperio C^d. Poinpei. 191 

aboBty ot aliquam mihi bonam gndam qnaeaiBse videar, m nml- 
tas me edam simidtates partim obacuras partim apertM btelle-* 
gam milii noo necessarias, vobJ» non imitOis suaceptee. Bed 
ego me hoc henore praeditam, taotis resMa hewäiSÜM adfectom 
statui, Qoiritesy vestram volontatem et rei publicae dignitatem 
et Balotem provindi^ram atqoe aooionim mels omnibos oommodia 
et raüoiilbiis praeferre oportere. 

Cap. XXrV. S. 71. aUquam mibl bonam gratlam] mliqnam 60- 
nam 0raiium mUU, midUs me etfamj mMUa$ etktm. 



9« 



M. Tulli Cicero nis 

oratio 
PRO P. QÜINCTIO. 



Inhalt 

C* Quinetiui, der Bruder des^ P. Quinetius^ für 
icelchen Cicero in dieser Bede spricht^ hatte mit Sex. Nae^ 
viu8^ der Mich als öffentlicher Ausrufer ein kleines Vermox 
gen erworben hatte ^ in Gallien ein gemeinschaftliches OC'^ 
sehäft, das sich auf Handel mit Erzeugnissen jenes Lande» 
und auf einige ländUche Besitzungen erstrechte. Nicht gan^ 
xufirieden mit Naevius* Geschäftsführung starb Quinetius 
plötzlich in Gallien und hinterHess nach seinem Testamente 
unseren P* Quinetius als Erben. Nach seinem Tode begab 
sich Quinetius nach Gallien. Daselbst leben sie fast ein 
Jahr zusammen p besprechen sich über ihr gemeinschaftliches 
Cfesehäft und die ganze Angelegenheit in Gallien, ohne dass 
Naevius mit einer Silbe erwähnt hätte , dass ihm enttceder 
die Handlung Etwas schulde f och Quinetius für seinem 
Theil. Da noch einige Schulden rückständig waren, die in 
Born bezahlt werden sollten, machte P. Quinetius bekatml, 
dass er in Gallien zu Nfirbo C^em jetzigen Narbonne) 
eine Versteigerung der Sachen, welche ihm selbst eigentMmlich 
gehörten, anstellen wolle. Jedoch redete ihm Sex. Naerius 
davon ab, die Versteigerung werde in keine günstige Zeit fal^ 
len, er habe zu Bom Geld, das er in Bücksicht auf das enge 
Verhältnis, in dem er mit seinem Bruder gestanden habe, 
und ihre eigne Verschwägerung — denn er hatte eine Schwe^ 
stertochter des P. Quinetius zur Gattin — als gemein-' 
schaftüch betrachten könne. Quinetius schenkt seinen Worten 

Iliflcr. P. OuiNcno] P. Qüintio. Et sie sejnper. 



M. Tulli Ciceronis oratio pro P. Quinctio. Inhalt. 139 

Ohmben und beide reiBen^aus Gallien nach Rom ab. Da 
C QuinetiuB dem P. Seapula Geld echuldig getcesen war, 
Hess P. Quinetius durch C. Aquitius abrechnen, tcas er 
Scapula^s HitUerlassenen s?tt %ahlen hake, und in sicherem 
Vertrauen aiuf Naevius^ Vnterstütssung eersprieht er die 
Summe %u zahlen. Naeeius hiervon benachrichtigt und ron 
Quinetius um das Geld gebeten, weigert sich jetzt das Geld 
darzuleihen, bevor sie nicht über äUe Puncte ihres gemein^ 
schafIMchen Geschäftes abgerechnet hätten, und er sich über^ 
%eugt habe^ dorn er keine MisshelHgkeit mit Quinetius 60<- 
kommen fjcerde. Quinetius, dadurch in Verlegenheit ^- 
set»t, erlangt von Scapula^s einige Tage Frist, lässt inGal^ 
hien die vorgehabte Versteigerung veranstalten, die in seiner 
Abweseniteil und in ungünstigerer Zeit jetist gehalten werden . 
mamte, und bezahlt unter schwererer Bedingung das CMd. 
Bierauf fordert er von freien Stücken Naevius auf, dass, 
da er MisshiUigksiten befürchte, so bald als möglich die Sache 
abgemacht werde. Nachdem ein gütluAer Vergleich, wofsu 
Naevius einen Freund, M. Trebellius; Quinetius emen 
nahen Vencandten, Sex. Alfenus, gegebeny zu keinem Be- 
sultate geführt halte, leisteten sieh die Parteien gegenseitig 
Bürgschaft für persönliche Anwesenheit C^es esse in vadi^ 
monium coepitj. Nach mehrmaligem Verzuge erseheint 
endlich Naevius an dem versprochenen Termine; sagt, er 
habe eine Versteigerung in Gallien angestellt, einige belie- 
bige Gegenstände verkauft und sich auf diese Weise wegen 
seiner Forderungen an die Handlung bezahlt gemacht; er 
verlange jetzt weiter keine Bürgschaft persönlicher Anwesen^ 
heit von Quinetius, noch wolle er dieselbe leisten (^se tarn 
neque vadari amplius negue vadimonium promit^ 
tere); wolle Quinetius auf demWe^e Rechtens etwas mit 
ihm ausmachen, so werde er es nicht verweigern. Quin-^ 
etiuSj der da» Geschäftin Gallien selbst in Augenschein neh-- 
men wollte, verziehtet aucli vor der Hand auf eine Bürg- 
schaft. So geht man ohne irgend eine Verbürgung aneinander. 
Nachdem sich Quinetius noch ohngefähr dreissig Tage fsu 
Rom aufgehalten und alle seine Bürgschaftleistungen verselM^ 
ben hatte, reis^te er vier Tage vor den Kaienden des Februar* s 
unter demConsulate des Scipio und Norbanus (tm Jahre 



.t34 M. tiilM Ci^eronis 

nath Erbmmng der Stadt €69) wm R^m ab. Bei dem Orie^ 
den nmn Vada Volaterrana nannte^ isr^en eie L. Pu^ 
biipiuB^ einen Vertrauien de$ Nmeviu». Von dieeem 
mochte Naetius de$ Quinetiue Abreiee erfahren^ haben, 
mlM er zu eeinen Fretmden umherzehhkte und seine firüherem 
Amtggenossen ssuernnmentud , dam sie am nächsten Tage 
um die smeüe Sttmde bei Sestius erseheinen möchten* 
Ste kamen in grosser SCakL Jener ruft sie %u Zeugen 
an, dass JP* (fuinatius nieht erschienen sei, Ufui er er^ 
schienen sei (F. Quinetium non stitisse, et se sti^ 
tissey. Grosse Aktenstücke hierüber werden mit den üi- 
siegeki der vornehmen Anwesenden besiegelt Naevius 
pertangt vom Praetor Burrienus, dass er BdkOs gemäss 
Cex ediütoy die Güur /n Besitz nehmen dürfe. Er Uese 
Quinctiut^ e&ter tum Verkmife 9ffe^tUdh ausbieten. Sest* 
Alfenus, des P. Quinttius Pracurator, etfi», Vreund 
und Verwandter von Se^* fHaevius, reimt die Anschläge 
herab, nimmt einen Sklaven, den jener ergriffen Itatte, tote» 
der weg und erklärt, dass er Procurator sei und dass Jener 
billiger Weise aufQuinctius^ Asdnmft warten müsse. Wol^ 
er dies nichts se sei er bereit, wenn Jener eine Klage asutd^ 
len wolle, eine Vertheidigung vor Gericht »u übernehmen. 

Während dies %u Rom geschieht, wird Quinctius m 
Gallien gegen Recht und Gewohnheit und den Edielen der 
Praetoren zuwider von dem gemeinschaftlichen Walde und 
Acker durch die gemeinschaftlichen Sklaven auf Naevius* 
Veranstaltung mit Gewalt herabgestossen. Quinctius nimmt, 
von seinen ländlichen Besitzungen vertrieben und verjagt, zu 
dem Feldherrn C. Flaccus, der damals in der Provinz sich 
befand, seine Zuflucht^ welcher sich in den erlassenen Deere-- 
ten sehr stark gegen jene Handlung aussprach. 

Inzwischen nahm Alfenus %u Rom den Kam^ mit 
Naevius auf, welcher verlangte, dass der Procurator Cau» 
Hon leiste, dass das, was der riehterHehe Ausspruch bestimm 
men werde, bezahlt werden solle (ut proeurmto,r iudica^ 
tum solvi satis dar et). Alfenus hingegen behaltet, 
es sei unbillig, dass der Procurator darüber Cautie^ leiste, 
worüber der Beklagte, wesm er selbst anwesend wäre, nidd 



oratio pro P. Quinetio. Inhalt* tS5 

birmmke B&f^t^Mft %u ki$im. Manbertrft$iehm^dieTfibu^ 
nen, bei denen man nicht umaon$t MUfe suchte; und $o hesehUd 
mmn eich dtddn, daee Se;e* Alfenus vereprecken mueste , P. 
Quinetiue werde an den Iden Cäem iSten) de$ Septembere 
eieh penönUeh »teilen. Quinetius kommt naeh Born und 
erfiUU die gegebene Bürgschaft. Naevius verlangt während 
ekies Jahres, und sechs Monaldi nichts von QuinetiuSj son» 
dem hält ihn immer mit Vorschlagen hin. Endlich im Jahre 
67$ fordert er vom Praetor Cn. Dolabefla, dass ihm 
Quinetius CauHon gewähre ^ dass er dem richterlichen Aus^ 
Spruche Qnüge leisten wolle, nach der BechUf&rm^: W^il 
er von dem fordere, dessen Güter nach dem Edi^ 
ete des Praetor^s dreissigTage im Besinne gewesen 
seien QQuod ab eo petat, quoius ex edicto praetor 
ris bona dies triginta possessa essentj. Quinetius 
hatte nichts^ dagegen, wenn nufr, die Güter edictsgemäss wären 
besessen worden. Demungeachlet gibt der Praetor den Be* 
$eh&d, dass P» Quinetius $hit Sex. Naevius auf diese 
€lewährlei$tußig Qsponsio^ eingehen softe: Wenn sein^ 
ßüter nach dem Rdicte des Praetors P. Burrienus 
dreissig Tage besessen worden wären Cß^ bona sua 
ex edieto P. Burrieni praetoris dies triginta pos^ 
sessa essentj. Damit komUen sich Quinetius^ Beistände 
nicht ssufirieden geben, sie behafteten, es müsse über die 
Batke ein Bechtsaussprueh Statt ßuien, dass entwed&r Beide 
usUer einander oder Keiner von Beiden Caution leiste, es sei 
nicht nethwendig, dass der gute Name des Einen auf^s Spief 
gesetzt werde. Qu^im^tius gab zu erkennen, dms er des* 
kafb keine Caution leisten wolle, damit er nicht das Ur-» 
tkeü XU bestätigen schiene, dass seine Güter nach demEdicte 
besessen worden seien, und wenn er eine Gewährleistttng von 
Jener Art übernehme, so werde er über eine Capitalangele'» 
genheit d%er, als sein Gegner, vor Gericht %u sprechen ha^ 
ben. Doch Dolabella läset keine andere Wahl und so wählt 
Quinetius naeh seiner Ansicht das kleinere Uebel und 
stimmt, da er bei der Leistung der Cq%Uion offeniar zu sei» 
nem B^aehtheOe zu urtheilen schien, die Wette an, weil er 
doch dmch ein gerechtes Verfahren des Bichters noch etwas 
hoffhn kennte. Er wählte. den C. Aguiiius zum Richter 



186 M. Tum Cieeronis 

und hrkigtder eifigegangenen Weite gemäss die Sacke eor 
GetiphL 

Vor diesem Gerichte nun erschien M. Tultius Cicero, 
der jetzt erst M Jahr alt tooTf als ßledner fiir P. Quinctius, 
der wenig Vennogen und wenig Gönner hatte ^ während ran 
Sex, NaepiuSj der auf hohe Gmner redmen konnte ^ der 
Mumnte Redner Q.Eortensius zum Sprecher ertcähU war. 
Deshalb beklagt sich Cicefo im Eingänge der Rede über 
tiiwei Umstände y die ihn be^ürzt maclUen, das Rednertalent 
des Q. Bortensius und die günstigen VerUndungen des 
Sex. Naevius, Umstände^ die um so mehr ssu forchlen 
seien, weil M. lunius, der schon in dieser Angelegenheit 
ror C« Aquilius verhandelt habe, abwesend sei, und man 
ihn aufgesucht habe, der bei seinen geringen Kräften nun 
nicht einmal hinlängliche Zeit mar Vorbereitung gehabt habe, 
und w^y wenn selbst ror C» Aquilius Hilflosigkeit und 
Dürftigkeit nicht gegen Gewalt ttnd Parteilichkeit geeehßtxt 
werde, man an jeder Anerkennung der Wahrheit zu zweifeki 
Ursache habe QCap. i. g. i — 5.> Dies sage er aber nicht 
deshalb^ als setze er Misstrauen in die GereehttgkeitsUebe des 
C. Aquilius und der von ihm gewählten Richter, sondern 
weil ein Bedrängter leichter an die Macht als, an die BHHg" 
hat des Anderen denke C^ap. 9. g* ^* ^0* Dazu komme, 
dass P. Quinctius nicht nur den Sex. Naevtus, sondern die 
angesehensten und einflussreichsten Männer zu Gegnern habe 
CS^ ^Op ^9^ib sei es ihm leicht den Quinctius bei der 
erfolgreichen Rednergabe des Q, Hortensius unfl 6ei dem 
zu dem Nachlheile seines Gegners eingeschlagenen Gerichts^- 
»erfahren, nach welchem er eher über den aus der Sache 
entspringenden Nachtheil fOr seinen Ruf, als über die Sache^ 
selbst sprechen müsse, den P. Quinctius zu unterdrücken 
CS' ^0* ^^ ^^ gerechtere Ansprüche habe er aber jetzt auf 
die Wahrheiten und Gerechtigkeitsliebe des €. Aquilius und 
der übrigen Richter, und er bitte sie inständig^ ihm beizu* 
stehen CS* ^^0* Damit sie dies um so besser zu thun m 
Stand gesetzt wihrden, erzählt er den oben dargelegten HcT'^ 
gang der Sache Q^ap. 8^9, g- iti-^SÜJ. Ungerecht üer- 
fahre man gegen Quinctiusy dass er in einer Capitalange^ 
tegenheit zuerst für eich sprechen lassen müsse, und man habe 



oratio pro P. Qidfictio. Inbalt. 1S7 

fKMft da$BU den C. Aquilius angegangen^ dan er demselben 
die Zeit, wie lange dies geeehehen dürfe, heMmmen möchte^ 
wexu er $ieh Jedoch nUM habe bewegen Urnen CS* ^* M4J^ 
Weil Jedoch Hortensiue den Aquilius drMge vsum Vr^ 
theile »u sehreiten und ven ihm selbst Kür%e verlange, sa 
wiü er den Argwohn beseitigen, als wollten sie nicht mit der 
Sache %u Binde kommen, was er mit um so kOnseren Wor'^ 
ten thun werde, weil die Sache schon von seinem VoiyängerM* 
lunius dargestellt sei und er selbst die Kurze »u wünschen 
Ursache habe QCap. iO. $• ^* ^^0* ^^ Hortensius^ 
eignem Beisjnele tmd um die Uebersicht der Sache %u er^ 
ieiehtem, will er seinen Vortrag in bestimmte Theile bringen 
CS* 95/). Er behaupte, Sern. Naevius habe die Güter des 
P. Quinctius nicht besessen nach des Praetor's Edicte, und 
diesen Beweis habe er durch die stattgehabte Gewährleistung 
Csponsio) übernommen. Deshalb will er beweisen, dass 
erstens keine Ursache gewesen sei, warum Sex. Naevius 
rom Praetor habe verlornen können, dass er die Güter des 
P. Quinctius besitzen dürfe, sodann habe er sie edicte^ 
gemäss nicht besitzen können, endlieh habe er sie nicht be^ 
Seesen Qg. B6.J. Naevius habe nicht Ursache gehabt, jene 
Forderung ssu machen, da ihm Quinctius weder in ütrem 
Geschäfte noch für seine Person etwas sdkddig gewesen sei, 
und wenn Naevius behaupte, C. Quinctius sei ihm etwas 
schuldig gewesen, was seih Erbe P. Quinctius bezahlen 
fMsse, so zeuge der Umstand offenbar gegen die Gerechtigkeit 
sekier Forderung, dass er fast zwei Jahre lang, ob er gleich 
mit Quinctius xusammerüebte und Gelegenheit hatte, seine 
Ansprüche geltend zu machen, mit keinem Worte der Sache 
ertqähnt habe, was er hätte thun müssen, wenn er eine For^ 
derung gehabt hätte CCnp. li. HH. $• S7^4i.J. Dauelbe 
gehe auch aus dem hervor, was Sex. Naevius JelOt gethan 
habe; denn hätte er eine begründete Geldfordenmg gehabt, so 
würde er sie auf andere und leichtere Art haben anstellen 
können, als auf dem eingeschlagenen Wege, der eben so un^ 
ehrenvoll für ihn selbst als nachtheilig für den guten Namen 
des P. Quinctius sei C^ap. id. 14. g. 42^4T.y. Ja 
mwh wenn die Schuld wirklich da war, durfte Naevius 
poch nicht sogleich die Proscription der Güter' verlangen. Denn 



188 M. Tidli Cieetotm c. i. $. i. 

Midk €mffen9tnmen, dam $ieh Quinetiui der BOrgtekäft, 
per$önHch ver Gericht xu €r»eMmm^ ents^oße» habe, $o iom 
e$ wnbiUig^ werm er gUieh sm dem Aeueserstetk greifen weUie 
CQ9p^ 16 — iZ. $. •M-*M.> Aker Quinetiue Ue$s eieh 
auchniehtein diesem Besage %u StkßUdm hemmen^ den» memi 
Naepius hehaupte, er habe eine Bür^ekaft der Art oft den No^ 
nen (dem SlenJ des Februar's übernommen, so b^peiset Cieere 
diüreh die uMmderhgbarsten SRengnis^ey dass sich Quin^iius 
an jenem Tage gar nicht in Mom befinden konnte C€V^ 18^ 
9. 6€^69.J* Femer hcd>e Naevius die Güter weh nicht 
nach dem Edicte desiPraelor's besitzen kennen, da keiner von 
den angegebenen Gründen, weshaHK eine Besitznahme eintreten 
könne, Ofuf Quinctius anziiwendm getaesen sei QCt^^M 
— 24. $. €a^rßO. ßodann habe aach Naspius die G&^ 
ier nicht nach dem Edicte des Fraeior's^ in BesUst genommen, 
«0dl Naetfius erst fünf Tage vor. dem Sd^aHmonate seisia 
Forderung tor dem Praetor in Mom gemacht hatte, tmd 
Qutnctitts bereits den Tag tor denMaiendm desseiben MO'* 
nats in Gallien non der gomeinsehaßtichcn BesHssung herab-- 
geworfen worden war, wo die Nadarieht auf keine Weise 
dahin gelangt sein konnie; ferner sei auch die Besiiznahase 
ganz gegen das Edict des Fraetor's geeche^n, denn derFrae^ 
ior habe ausdrücklich befohlen, dass der Besitzer nicht mit 
Sewalt herai^eslassen werden dürfe, und dass Naevius mit 
ifuinetins gemeineehirftUchen Besitz haben soUe C^ap. 94 
— 29^ S* T6^86.}. Kerauf fasst Cicero aüe vorgebracht 
ten Gründe noch einmal gedrängt nttssmunen C^ap. 28. M. 
g. 66^9Ü,y, und sekHeest mit einer Darstellung der 6e- 
drängten Lage des P« Quinctius, um das WohlwoHen und 
Mitleid des C Aquilius und der übrigem Michier zu erre^ 
gen CCap. M^ßt. g. 9Jt^9StiJ. 



Cap. I. %» i, Qnae ve» in civUate doae pkammiuD possin^ 
eae contra nos ambae fadoot ia lioo tempore, suBiiaa gratia et 
cioqaentiay qnanim alteiam, €. Aqoili, vereor, aUenun metno. 

Cap. I. S. 1. eae contra} hae contra. €, Arqidit] C. AqnOIL El 
sie leaipeK. 



c. L IL $. t-n or^o pro P. Qainctio* 189 

dofsealia Q. HorlMd ne mt ki dkendo »mpediftt^ Bon vSbSl eom« 
■MveoT) gnttia Sex. Naevl ne P. Qwnctfo Dooemt, id veno orni 
aedioorUer fierüBiefleo. g, 9. Neque hoc Untoi »pere quere»* 
dtam Tideretur, lieee tmmmt^ in Ulis eaee^ A in aobip essest sMt 
tei» Btediocm: venn ito se rea k»bett Dt ^o, qhI iieqii^ as« 
mÜB et logeDio panon pasem, wm pi^rone dieerttssuno coia^ 
pMrer: P. OttiocthM, eiii tenoee ofes^Mdbe IboiläiUa^ exignae 
MnieoraD co|»ae süviy eom »dTersArio gntiosieMiio cootendat 
§. 8. UM qnoqae nobk »eeedtt iaoomiiodiitn^ faod M. loniafl^ 
%ai liMie rBammm, Aqiiili, aUquotie» apad te egH, Imudo ei ii 
alfis eeiuilB exeroil«Cas et in bac mnltmn et sa^e Yenatnsy boc 
tampare abest oova legatioiie impeditua: et ad ma^ veatma eet^ 
qßk «t aamma haberera eetera, tempaos qwdem certe vix aatia 
habol^ «t Ttm taotam^ tot coatroveriüs im^cat^m poaaem 
aogDoaeere. (• 4. Ha qned mibi eonanevit Jkn celeris eaaania 
«ae adiniaentOy iA qiiaqae in bao oaosM deficit oam quo miapa 
lageaio poeanoiy aobaidio Biibi düigeatiain comparavi: qnae 
^paata t^ aisi teaipaa et spattam datua ait, iatellegi aaa poteit. 
Qnae quo plora aant, 0. Aquiü^ ee le et bos, qai tibi in tom^ 
allio aoaty meUore mente noatra verba andire oportebit; ot jnol«- 
tis iacomnodiB veiitaa debilitata taodem aeqnitata taliam vir^ 
.nun reweetar. {• 6» Qood si tu iod^K mülo praesidio Msae 
Tidebere eantra Tim et ^atiam solitadiai atqoe iDopiae, ä apad 
iMe caaidUaBi ex optbns^ non ex yeritate canasa pendetor: prch> 
Ibcta nibil- est iam sanctnm neqoe sinoerom ia eivltate^ nüiil qno4 
harntttaleni oninsqnam gntTÜaa et virtas Jodieia coMOletac. 
Certe ant apnd te et eoa^ qni t^ adaant^ vei-iiaa valebit: aqt 
CK boc loco repulaa vi et ^ratia locoia ahi rea «oaaiat^t re^ 
perire non poterit €ap. IL Non ee dico^ €• AqbfiUi qpo tbM 
veniat in dnbioBi toa fldea et eeaatantia aat/qqe oon In bia, 
qaas tibi -advooaati, viria eleetiaaiuaia c&Titatia i^m* aammam ha- 
bere P. Qoiaetbia d^beat f. <S« Qoid ergeeatt Primim »agai-. 
tado perionli aotanio timore bcoolaem adfioit^ qaod «do indioio 
4e lortania omaibaa decernit, idqoe dam cogitat^ aon miana 
^ ei venit in maotem pataatatls qpiam aeqoitatia tuae, pro« 



Cap. I. g. 4. in conailio sunt] in conHUo adsunt meliore] 
muUorL %, 6. ne^pie Bfaceraml atque iktcermn. oM res conaMatJ 



140 M. Tulli Ciceroßis c. n. in. s. v-ü* 



pterea qaod omnes, qnorom in «Iterias maliü vita poaiia est^ 
pius illod oogitant/ quid possit is, coias in dittone ao potestate 
nunty quam quid debeat Dacere. j|» 7. Deinde habet adveraa- 
riam P. Qnioctias verbo Sex. Naeviam, re vera hohisoe aetoüs 
homioes diaertissamos, fortissumos^ ornatisfiiimos nostrae dritaüs, 
qai commiiDi studio; stmimis opibiM Sex. Naevium deftodnot^ si 
id est defendere cupiditati alteiius obtempeFare^ quo is fkeHios 
^uem velii iniquo iadicio opprimere possit* g. 8. Nam quid 
•hoc iniqoius ant indigoius, C. Aquili^ dici aut commemorari 
{rötest, quam ine, qui eapat alterios, fEunam fortimasqiie defen- 
dam 9 priore looo caussam dicere: com praesertim Q. Horten« 
Sias, qui hoo iadicio partis aocasatoris obtinet, contra me sit 
dictums, cni enmmam copiam fEumltatemque dicendi natura lar-* 
gita est? Ita fit, ut ego, qui tela depellere et volneribns mederi 
debeam, tum id facere cogar, cum etiam telnm adversadns mil-» 
lam iecerit; Ulis antem id tempus impugnandi detnr, cum et vi- 
tandi illomm impetos^ potestas adempfa nobis erit, et si qua im 
rey id qvod parati sant facere, Msnm crimen quasi YMenatiOB 
alifQod telnm iecerint, medicinae faciendae locus non erit« {• 9. 
Id accidit praeteris iniquitate et iniuria: primum quod contra 
omnium consabtudinem iudicium priua de probro quam de re 
maluit flerii deinde quod i(a constituit id ipsum iudidum, ut 
reus ante quam rerbom accusatoris audisset, caussam dicere 
eogeretur; quod eorum gratia et potentia factum est, qui quaid 
Bua res aut lionos agatur, ita düigenter Sex. Naeyl studio et 
cupiditaü morem gerunt, et in dus modi rebus opes suas expe-~ 
rhmtur, In quibus quo plus propter virtutem nobilitatemque pos* 
tnsnt, eo minus quantum possint debent ostendere. S* 1^* ^'"■^ 
tot tanüsque dHflcultatlbus adftctus atque adfliotus lo tuam, GL 
Aquili, fldem, veritatem, misericordiam P.Quioctius conftigerit, 
tüum adhuo el propter vim adversariorum non ius par, non 
agendi potestas eadem, non magistratus aecus reperiri potueri^ 
cum ei sammam per iaiuriam omnia inimica atque inflssta ftee- 
rint, te, C. AquUI, vosque, qui in consUio adestis, erat atqoe 
obsecrat, ut mulUa iniurüs lactatam atque agitatam aequitatrai 
in hoc tandem loco consistere et conflrmari patlamini. Cap. IIL 
§. ^1. Id quo faciliua facere possitis, dabo operam, ut a prin-^ 
cipio res quem ad modum gesta et contracta sit cognoscatis. 
0. Quinctius füit F. Quincti hulus frater, saue oeteranim 



c. m. IV. s. is*-i5. oratio pro F. Qoinctio. 141 

natmi' pftler ÜumBiM et pmdens et adtentofl, um fai re ptifflo 
flikMis eopflideiatos, qm fiocietttem ciun Sex. Naevio feeerit^ 
vko boBO, vemm tarnen Don ita institato^ nt iura societatis et 
oCfima oerti patria fiunilias nosse posa^; nen quo ei deesset in-^ 
geoinms Dam neque param focetna searra Sex. Naevins neque 
iahiiniaBiis praeeo est umqaam existomatos« Quid ergo estf 
Com d natura nihil melias quam vooem dedisset, pater lubB 
praeter Ubertatein reliqoisset, voeem in qnaestiiai oootttlit, IUmf- 
täte usus est, qao imponius dicax esset §• ±2. Qua re qaod 
aooitim tibi emn velles adiaogere, nibil erat nisl nt in tna pe- 
cnnia condisceret, qni pecuniae ftmetas esset, tarnen indactoa 
consnetadine ac familiaritate Quinctios feeit, nt dixi, societatem 
earom remm, quae in Gallia comparabantur. Erat ei pecnaria 
res ampla et mstica sane bene calta et fractnosa. TolUtor ab 
atrüs licinMs atqne a praeconnm consessu in Galliam Naevins 
et trans Alpis osqne transfertor. Jß'it magna mataüo loci, non 
ingeni. Nam qni 9h adolescentolo qoaestam sibi institnbset sine 
iknpendio, postea quam nescio qnid impendit et in commune con->« 
tolit, mediocri quaestn contentus esse non poterat. g. 13. Nee 
mimm, sl is, qni vooem venalem babnerat, ea, quae voce quae^ 
fflverat, magno sibi qaaestni fore pntabat. Itaque hercule band 
mediocriter de communi, quidquid polerat, ad se in privatam 
doraum sevooabat qua in re ita diligens erat, qoasi ii, qni 
magna flde societatem gererent, arbitrium pro socio condemnari 
aolerent Vemm bis de rebus non necesse habeo dicere ea, 
qaae me P. Quinctius cupit commemorare: tametsi caussa pe- 
stulat, tarnen quia postniat, non flagitat, praeteribo. Cap. IV. 
^ 14. Cum annos iam coropluris societas esset et cum saepe 
suspectus Qninctio Naevius fbisset neque ita commode posset 
rationem reddere^ earum rerum, quas Inbidine, non raüone ges-« 
aerat, moriturin Gallia Quinctius, cum adesset Naevids, et mo« 
ritur repentino. heredem testamento reliquit hunc P. Qninctium: 
ut ad quem summus maeror^morte süa veniebat, ad eundem 
summus bonos quoque peryeniret |$. ±6. Quo mortuo nee ita 
multo post in Galliam proflciscitur QuincÜus. Ibi cum isto Nae« 
vio fftmiliariter vivit. annnm fere una sunt, cum et de socie- 
;tate iuter se muKa communicarent et te tota illa ratiene atque 
re Gallicana, neque interea yerbum uUum interposnit Naevius, 
aut societatem sibi quidpiam debere ant privatim Quinctium de- 



14S M. Tolli Ciceronis c. iv. v. $. ic-j». 



bulsse. Coni »erb «Heiii ali^aaiit«» esset retletam, ^fBSbm no^ 
aünilms peeanian Roaae o«ir»ri oporteret, anedeiMfli ki ihMä 
P. hie Ovincttufl Nftrbone se fHetiBram eme preseriUt einm re- 
mody qoae ^sivs enmt piiv«tae. %. 16« Ai ta vir optauuifl» 
Sex. NaevioB, boalnem idaltts verbis deterrel; ne MietioMtar: 
eom ttOA ita commode posse eo tempore qattepresorfpfllasetveB- 
iere, Bomae sibi Illllll^^llll ftMsultatem esse, qaain, ei eaperet, 
eoBMiiHiem «zlatimiafet pro fhUenm iUa uecesfllMiBo et piv 
ipgiiis ttfMtate. nun P. Qaiacd eonsobrinam liabet In amtiln w- 
nie Naevins et ex ea Kberos. Qola qaod vinua boavai ftoere 
oportebaty id loqnebatnr Naevins: eredidit Qidiietias, eoni) qai 
orationem benoriHi imitaretar, ftota qaoqne imitatarmi* anetie- 
nen velle flM^ere deeiility Romam proflciseitary deeedit ex Gal* 
lia Bomam simal Naevins. {• 17. Gnm peeantam C. QiiBOtiiiB 
P. Beapniaa debnisset, per te, C. Aqnili, deddit P. Qninetta«, 
qnod ttberla eins , dissolveret Hoc eo per te agebatur, qae4 
propter aerariam rational non satis erat in tabiffls Inspexiase 
iioantinn deberetor, tM ad Castoris qnaesisset qnantnm solvere- 
tor. Decidls statnis^e tn propter necessitndinem, qnae tM eom 
Scapnlis est^ qnid iis ad denarinra solveretnr. Cap. Y. J. 18. 
Haec omaia Qninetius agelmt aoctore et oonsnasore Naevio. 
Nee mlrum, si eins otebatnr consllio^ enius anxiMnm riM para- 
tnm pntabat. non modo enidl pollioitns erat in Oalfia, sed Bonuie 
qnotidie, siuHil atqne sibI liic adnnisset, nnmeratumm se dtoebat 
Qninctiiis porre istran posse fkeere videbat, debere int^legebat, 
laentiri^ qaia cansMi enr meatlretnr non erat^ non potabat. qaasi 
domi nitmos liaberet, ita constitnit Scapolls se datnmm. Na^ 
vinm eertiorem tääii rogat, nt enret qnod dixisset %. 19. 
Tarn iste vir epttunns — vereor ne se derideri pntet, qnod Menna 
iaai dieo: optnmus — , qni fawie in snmmas angnsttas addnetm pth- 
taret, nt eam snis condItieidbuB in ipso articfdo temporis adslite* 
gerety assem sese negat datnmm^ lAtA prins de rebns radoni- 
tasqne soeietatis omnibns deeidisBet et scisset i^bi eom Qoinotio 
oontroversiae nihil Mnmm. Posterius, inqnlt, ista videbinwiy 
Qainothis: nnno hoo veihn cnres, si tibi videtor, qnod dixisti. 
Negi* se alia ratione Dictomm; qnod promisisset non pina soa 
referre, qoam si eam anoüonem venderet, domini instn quidpiaa 

C^. IT. S* lA* »oriB aHeni allquantam] arris atleni iaUfuanttOum 



c. V. VI. 8. f^-fft. orfttie pro P. Quinctio, i48 

promiflhflet %. ffO. Desütotimie 111» peronlMi Ooitietiiis k Sea- 
pidi« paaoos Aes aoTert, in Chillfciiii rntttit, ut m, ^pme firoserl* 
pserat, venireiity deteri<)Te tempore absens anettonator, 'ScapuQn 
^IHe^re eonditloiie diesolrit. tanc ' appeüat nitre Bfoevhnn, nl 
qooniaiii eospioaretur aliqna 4e re fore eontroTanetfam^ rideref, 
ot quam primimi ef quam lalnama^ com fliolestia te4 rea transl- 
getetar. fJ tl. D«t isle amtenm M. TrebeüteiBy Aoe eomma- 
nem neoesBariiim^ fpA istins domi erat edwmtus etqtio oMator 
iste plnnmimiy prepineam noetram^ Sex. Atfenum* Res eoa» 
Tenire iNillo modo poterat^ prepterea qnod hie medloereni factii«* 
ramt fkcere ciqiiebat^ Me medioori praeda conleiitiis non erat 
§, M. Itaqoe ex eo tempore res eisse in vadlmoniora coepft 
Cmi vadimoi^ saepe dilata essent et com aliquantam^emporis 
kl ea' re esset ceDSomptara neqne qaidqaam profeotum esset: 
▼enll ad vadtmoniara Naerius. Cap. VI. Obseoro, €. Aqf]% 
▼esque, qni adestis fo coosNio, ut dHigenter adtendatis, nt sHi- 
gvtee genas fhiadis et novam ratioaem insidianim cogooseere 
posaKfs. S« M. Ait se anotioffiatirai esse in Gallia^ qaod siM , 
videretar se vendidissie, cnrasse ne quid sibi societas deberet, se 
iam aeqae vadari ampJhis neque vadimonium promHtere^ si qald 
agere seoam veliC Q^inetliis, non reoasare. Hie com rem Oal- 
Hcanam onperet retisere, bominem in praesentia non Tadatnr. ita 
sine vadhDonio disoeMar. D^de Romae dies xxx fere Qfdn- 
etiiis eotameratiir. com eeteris qnae bi^ebat vadimonia dKrert, 
Qt expeditas lo CNdllam prodcisci posset pn^isettar. S- ^^^ 
Boma egreditnr ante diem IV. Kalend. Febrauias Scipione et N<v- 
bano €oss* Qnaeso, nt emn diem memoriae mandetis. L. Al*^ 
bios, Sex. IQius^ Q^rina, vir bonus et onm primis bonestns^ tina 
profeetus est. Ciim veniA^nt ad vada Volaterrana qnae nomi- 
naator , vident per Aünifiarem Naevi, qni es, €hülia pueros vena- 
üa IsÜ addaeebat, L. PabRdom, qni nt Roraam venit) narrat 
Naeyib) qno in loco vid^t Oidnctiom. qood nisi ex Pnblicio 
narratom Naevio esset^ non tarn cito res in eontentionem venls«^ 
set f. M. Tom^Naevias poeros circnm amieos dimittit, ipse 
soos neoessarios ab atriis Liciniis et a fkncibes maeelli corro* 
gat^ nt ad tabolam Sestiam sibi adsint liora secnnda postridie. 
veniont flrequentes. testUleatnr iste: P. Quinctium kon srrrissx^ 

Cap. VI. .8.J89. Obsecro, CJ Ob$ecro te, C 



144 M. Talli Ciceronis c vb. vul s. »^-ao. 

ST 8£ sTiTiBSB ; taboke niaxHinae sigois hominmii nobiBam eon-» 
fiignantaT; disceditor. postwlat & Burrieno praetore Naeyias, at 
ex edioto bona possidere ]iceat. lasait bona proscribi doa^ qui- 
com familiaritas fueraty societas erat, afflnitas, liberia ifittw vi* 
vis, divelli nullo modo poterat. $. Ji6. Qaa ex re intellegi^fa- 
eile potait nulliim esse officiam tarn sanctam atqae sollemne, 
quod non avaritia comminuere atqae violare soleat Etenim ai 
veritate amicitia, fide sooietasy pietate propinqnitas colitar: De- 
oesse est iste, qni amiciun, sociam, affinem fama ao Ibrtaiiis 
apoliare conatns est, vanam se et perfidiostim et impium ease 
fateatar. g. 97. Libellos Sex. Alfeniu, pröcnrator P. Qaincti, 
famiUaris et propincas Sex, Naevi, deiicit:' servalam unom, 
quem iste prehenderat, abdacit: deounciat sese procnratorem 
esse: istum, aecam esse famae fortanisqae P. Qoincti consolere 
et adventum dos exspectare. qnod si facere nolit atqae imbi- 
berit eiusmodi rationlbos illam ad soas conditiones perdacere, 
sese nihil precari: et si qaid agere vellt, iadioio defend«^ 
f. 28. Haec dam Romae geraptar, fiainctius interea contra ins, 
consaetadinem, edieta praetoram de salta agroqoe commani » 
seryis commanibas vi detraditur. €ap. VlI. Existama, C. Aqoili, 
modo et ratione omnia Bomae Naeviam feoisse, si hoc, qnod 
per litteras istias in Gallia gestam est, recte etqae ordiae fk- 
ctam vidcftor. Expulsas atqae eiectos e praedio Qoinctias, ao- 
cepta insigni iniaria, confbgit ad €. Flaccam imperatorem, qal 
tam erat in provinda: qaem, at ipsias dignitas posoit, honoris 
gratia nomine. Is eam rem qaam vehementer vindicandam pu- 
tarit, ex deorefb eins poteritis cognoscere. g. 29. Alfenos in* 
terea Bomae cum isto gladiatore vetolo cotidie pagnabat» ute« 
batar popalo sane sao, propterea qaod iste capat petere non 
dednebat Iste postolat, ot procarator iadicatom solvi satis dm- 
ret negat Alfenas aecam esse procaratorem satis dare, qaod teaa 
satis dare non deberet, si ipse adesset. Appellantar tribani: a 
qaibas cam esset certam aoxiliam petitom, ita tom disceditar, 
at idibus Septembribas P. Qainctiam sisti Sex. Alfenas promit- 
teret* Cap. Vm. Venit Romam Qoinctias: vadimoniara sistit 
%. 30. Iste, homo acemimas« bonoram possesaor, expalsor, 
ereptor, annam et sex mensis nihil petit: qalescit: conditionibaff 

Cap. VIT. §. 29. postolatj po$Mabai. 



c. vuL IX. s- ai-^. oratio pro P. Quimüo. 146 

Imnc qiKMid pot^ prodacU: « Co. Dolabella deniqne pri^tore 
posti^t, ut sibi QulncÜufl iudicatam solvi Mtis d^t, ex foriliaUi: 

QUOD AB so PKTATy QU0IU8 SX XDICTO PAAETOI^S BONA DIES XXX 

P088K8SA siNT. 119D reoQgabat Qtuncüns^ quin ita saÜB dare in* 
berety.Bi bona possessA esseot exedicto. Decernit: qiuunaeciim, 
uhU dico: oonm hoc dico^ noynm: et hoo ipsom taculsBe mal* 
lem^ qQoniam utramqiie quivis intellegere potaisset iabet P. 
Quinctiiim sponsionem com Sex. Naevio faeere: _ m bona sua 

KX B01CtO P. BURBONI PRABT0EI8 DIEB XXX POKABSSA NOlf 

B88BNT. RecasabaDt qoi aderant tum Quinctio. demoiiBtrabaiit 
de re iadicium fleri operiere^ ut ant nterque inter se aot iieater 
aaäs flaret: .non necease esse famam alterius In iadidum Teoire. 
%. 31. Clamabat porro ipse Qainctins sese idciroo noUe satia 
dare^ ne videretur iadicasse bona sua «ex edicto posseasa eaae. 
aponaieoem porro ai iatioa modi faceret, ae — id qood niinc ereiilt— 
de capite auo priore loco caussam esse dlctomm. Dolabella — 
quem ad modum solent homioes nobiles: seit recte sea per-^ 
peram flacere coeperuat, ita in utroqae excellant^ ut nemo 
noatro loco uatoa adseqiü possit — iBiariam faeere fortisaame per- 
severat, ant satis dare aut sponsionem iabet faeere $ et interea 
reeoaadtis nostros advocatos acerrome submoveri. Cap. OL 
(• 3$. Contorbatas sane disoedit Quinctina: neqae mimniy coi 
haec optio tarn misera tamqoe ioiqua daretor, nt aut ipse ae 
capitis damnaret^ si satis dedisset aut caussam capitis , si apoa- 
sioaem fecisset^ priore loco diceret. Cum in altera re caussae 
nihil esset^ quin secus iudicaret ipse de se; quod iudicium gra- 
viflsumum est: in altera spes esset ad talem tarnen virum iudi- 
eem veniendi^ unde eo plus opis auferret^ quo minus adtoliasfi 
gratiaey spoosionem faeere maluit: fecit: te iudicem; C. Aquili^ 
aumpsit: ex sponso egit. In hoc summa iudici caussaque tota 
consistit. 

§. ad. Iudicium esse, C. Aquili^ non de re pecnniaria, 
sed de fama fortuidsque P. Quincti vides. Cum maiores ita 
.eoostitaerinty ut qui pro capite diceret, is posteriore loco dice-* 
ret: nos inaudita criminatione accusatorum priore loco caussam 
dicere intellegis. eos porro, qui defendere consuerunt, vides 



Cap. Vm. S. 30. QuoiusJ cuwa, Mi bonaJ «/ bona, POMBSSi% 

NON KSSKNtX POMSMSBA M6MKJBiT, 

. 10 



146 M. Tdli Cieeronis c. tx. x. $. 8^*8». 

ficcQsare, et ea ingenia conrerti ad pemielem, qoae aotai rtt^ 
sabantnr in sainte atqne anxillo fereodo. IHod etiam restiCerat, 
qaod hesterno die fecerant, nt te hi ins edacerent^ nt nobls 
ternpns^ qaam diu diceremud, praestitoeres: qtihm rem fluäle 4 
praetore impelrasserit| nisi tu qued esset tmnn ins et oCBckm 
partesqae docnisses. f. 34. Neque noMi tM^t praKer fe 
qiüsqmuii Mt, ubi nostnim ins contra fflofl obtlneremos^ netfot 
Alis nfflqnam saus fUt illnd obtinere^ qnod probari emiilbiis pos- 
set. ita sine ftiiaria potentiaiii levem atqne inopem esse arWran- 
tor. Cap. X. Vemm qnoaiam tibi instat fiorfensliis, ut eas in 
consUiuin; ame postolat, ne Acendo tmnpite absomam; qoeritur 
priore patrono caussam defendente nnniqiiam p^rohiH potnfsse: 
non patiar Istam mairere saspidonem, lies rem iodfcari DoUe^ 
nöc iHad mihi adro^bo me posse cavssam coHraiediiis demoi^ 
Btrare, qnam antea demonstrata sit: neqae tarnen täte Mkä verba 
fkciam: propterea qnod et ab Olo, qoi ante dixit^ infbnkiata iam 
canssa est et a me, qni neqae exoogitare neqoe promiaelare 
malta possom, brevitas postnlatoT; quae müiimet ipsl amidbsama 
est. %. 85. Faciam, qnod te saepe animadverti fiicere, Hör- 
tensi; totam canssae meae dictionem certas in partfo dividaa. 
Tn id semper ficis, qnia semper potes. ego in hao canssa fh- 
ciam, propterea qnod in hac videor posse focere. Qnod tibi 
natura dat, nt semper possis, id mild canssa concedit, ni hoiiie 
possim. Cerios mfld flnis terminosqne constitHamy extra qvoa 
egredi non possim, si maxnme velim; nt et mihi sit proposkom, 
de qoo dicam, et Hortensius Imbeat exposifa, ad qnae rOspon- 
deaty et tn, C. AqnOi, iam ante animo prospicere possis, qnibw 
de rebus anditnms sisL f. 86. Negamnr te bona P. Qtiinoti, 
ISex. Naevi, possedisse ex edicto praetoris. in eo sponsio fbcta 
est OeAendam primum canssam nOn ftiisse, cur h praetore po-> 
atnlares, ut bona P. Quincti possideres: ddnde ex edicto te pos-« 
sidere non potuisse: postremo non possedisse. Qoaeso, €. AqniU, 
Yosqne, qtA estis in consilio, ut quid pollicitns sitt, diDgenter 
memoriae mandetis. etenim rem fkcüius totam acdpietis, ai 
haec memineritis: et me facile vestra existumatione revdcaliitis, 
si extra hos cancellos egredi conabor, quos mihi ipse circum* 
dedl. Nego fäisse canssam cur postnlaret: nego ex edicto 

Cap. IX. $. 38. cducerent] addueerent 



c. X. 3U. i(. dv--89. oratio pi^ P. Qainctio. 14t 

pottidere j^otoiBBe: neg^ podsedLMe. fiäec trUi edm Mco^oro^ 
peronOH)* 

Cafp. Xf. i. 87. Non füit cftiuwa cor pOsMares: ^ 
boc Intelfegi potest? Qida Sex. Naevjk) neqae ex «dleHMft'tifJi 
fione ueque privatim qnldquam debidt (hübötiiu. QiM'Me'^ ' 
testte e0(T idem qoi aeerramiis adrersaricui. In haiMi ttoi te, (e^ 
Inqiiam, tMein, Naevl^ dtabo. Animm et eo ^Minr f»oM inoi^ 
tem C. Qnincd Mt in' Gallia tecum simul (^irfnettttB. deoe (e 
petfase ab eo istam n^scio quam fMiiimerafcilem peoihiiatn's Soei 
iüfqolüido menfioiieia fecte«, dixisse ^cbed: debniflse ^XMM^ediittri 
$.88. Moritar C. Qaiiictias, qul ÜM, at niitf certis fiOmMMtf 
graüldem pecüniam debaü h^rea doa P. Ofdaeflas fai 49all}iM 
id Ce fpaom veait in agrum oomimnieiii: eo deniqAe, aM ilöi 
modo res erat^ sed ratio qaoqoe omnb et omnes Btttoae. ' tNi^ 
tatai diflfloIcüN» In re AimAari fbisaet^ qnis fam aegfegend'/ qlftr 
tarn tnl^ Bexte^ dfssimilis, qoi cum res ab eo', qaieum contfikis^^ 
reeessiaset et ad heredeita pervenls8et, nofa hei^edöm eunf prhnititf 
vidiaset, certfor^nfhc^ret? appellarett rafionem adferret? si quid 
tn eoutrorersiam' veniret^ aatiotra parietes atft mimmo inre exp^H^ 
returf Kane ei^tt quod vuri optomi ^ciunt^ 8l qoi saos propinquoa 
ab neceräarios caroä et faonestos esse atqaebaberi rolont, idSex. 
NaeVios non fiitceret, qoi nsqne eo fervet ecfertnrqne avarICia, vt^ 
de snis eommodis attqnam partem velit amlHere, ne quam pttt^ 
fem fatdo propinqno sno nlljiis omamenti relfnqnatT §. 39. 'Hl* 
ii p^cnirfam, sl qua deberetor^ noa peteret; qni, qoia, quod \1^«-' 
bitnm mirnqnam est, M datom non est, non pecnniam nodd^ 'ViA^. 
nnn etiam hominis propinqoi sangcdnem irfCämqne eripere cona- 
ftirT Haie tn mofesttia esse vldelieet noloisd, qttem nonc re^«' 
rare libere non sinist quem nanc interficere neAuie cuphr^ ebm' 
tarn podenter appMIare nolebasf Ita credd: hominenl pröpln<>* 
cjoni^ tiA qbs^vantem, vimm boniun, ^Mentem, naiorem natu, 
nolebas ant non andebas appellare, sa'epe, ät fit, cum ipso te 
conürmasses, cum stdtulsses de pecnnia mentionem fiacere, cnnr 
paratos meditatdsqne venisses, homo tinddns, virginali verecAn^ 
dia, subito ipse te reünebas: excidebat repente oratio, cum cü^ 
l^ea appeHare^ noa andebas^ ne inritos avdiret id erat proftietb; 



Cap* XI. 8. 07. In banc rem! in häc re, ^, 88. Itan^ ett?| 
ItaneP wi qoi mu>sj ti qui iuot. eofertnrque) ferturquB, 

10« 



148 M. Tulli Ckeronis c. xn. xm. $. «e-iai 

Cap. xn. %. 40; Credamns hoc^ Sex« K^tevinm, cdhib caput 
oppugoet, eins Miribas pepercisse.' — Si debnisseC, SextCi pe- 
tiflses statim; si non statim, pa^o quidem post; ai noa paullo^ 
^t alfapUMito; sex qaidem Ulis meqsibiis profecto^ anno vertente 
dna coBtroversia. Anno et sex mensibns vero coin tibi cotidie 
potestas hominis fuisset admonendi, verbom nnUnm faois: bien* 
nio iam conf^DCto fere aj^Uas« Qnis tarn pwditns ao proftuos 
nepos, non adesa iam, sed abnndanti etiam pocimia, sie disso- 
Iotas foisset, nt foi^ Sex. Naevinsf Com homin^n nomine, sati« 
inihi videor dicere. %. 41» Deboit tibi C. Qoinctiiis. nnmqpaBi 
petistL mortaus ei^ flie: res ad heredem venit com. enm cotidie 
yideres, post Uenainm deniqne i^p^|Ias. Dobitabitnr, utrpm sÜ 
probabilins Sex. Naevinm statim, si quid deberetor, petitorom 
ftiisse: an ne appeUatomm qnidem bienniof AppeUandi tempos 
Don eratf At teeom plos annum vixit. In Gallia agi nen po- 
tnitf At et in provincia )ob dicebator et Bomae iudioia flebant 
Bestat, ut ant summa neglegentia tibi obstiterit ant unica libe- 
r^litas. Si n^egentiam dioes, mirabimur: si bonitatem, ridi^- 
mos« neqne praeterea quid possis dicere invenio. SaÜs est ar- 
gomenti niliil esse debitom Naevio, qnod tam din nihil peürit 

Cap. XIQ. S. 4$. Qoidf si hoc ipsiim, qaod nunc ftidt, 
ostendo testimonio esse niliil deberif qnid euim nunc agit Sex» 
Naevios? qua do re controyersia est? quod est hoc iodioniB, 
in qoo iam bieaniom versamnr? quid negoti geritnr, in quo iUe 
tot et talis riros deftUigat.f Pecnniam petit Nonc deniqne t 
▼emm tarnen petat ao^iamos, — * f. 43. De rationibus et coo- 
troversüs soci^atis volt diiodicari. Sero, yenua aUqnaodo ta- 
rnen: conoedamns. — Non^ inqnit, id agO| C. Aqnili, neque 
In eo nonc laboro. peconia mea tot aonos otitar F. Qainctias« 
Qtatnr sane; non peto. — Qoid igitor pngnasf an qnod wwpc 
muHÜB in locis dixisü, ne in dvitate sit? ne locum sanm, quem 
adhttc honestissome defendit, obtineatf ne nnmeretor inter vi* 
Yosf decemat de yita et ornamentis suis omnibns? apnd indi« 
cem canssam priore loco dlcat: et eam bom orarit, tarn deni- 
qne yocem accosatoris andiatt qnid? hoc qno pertinet? at ocioa 
ad tnom peryeniasf At si id yelles, iam pridem actum esse 



Cap. Xlf. S. 40. abondanti etiam pecsniiO «kmAutl» [ttimn] 
pecvnia. 



c. xm. xnr. $. u-47. oratio pro JP. Quinctio. 149 

poterat. S* 44* Vi bonestiore iadkio eonfficterel At sioe 
soiniiia flcelere P. QuinctiDin^ propinqiaoiii taimi, iogalare noa 
lotes. Ut jRicilias iadlciom sitf At neque C. Aquiliiui de oa- 
ptte ftlterios lubeoter iadicat et Q. Hortensios contra capot non 
didicit dicere.'Qaid a nobis aiite^i, CAquili^ refMorf Pecnnlaai 
petit negamns deberi. iadiciam flat staüm: non reciuamiifl. Vi 
qufdd praeterea? cd veretar, ut res indido fiieto parata alt: In- 
dicatam solvi sada accipiat. qnlbos a me rerbla satla accipiet| 
isdem !pse, quod peto, satis det actum iam potest eaae^ C. 
Aquili. iam tu potes discedere liberatns molesthi, prope dicam, 
don minore ; qnam Qoinctins. fw 45. Quid agimna^ Hortenaif 
quid de hac conditione dichnns? possomoa aliqoando d^oattia 
amüs sine pericolo fortonaram de re peconiaria diaceptaref 
possomas Ra rem nostram perseqni, Qt hominis propiiiqiü caput 
incolame «sse paüamnrf possomns peütoris personam capere^ 
accosatoris deponere? Imo^ Inqnit, abs te satis accipiam; ^go 
antem tibi non sütis dabo. €ap. XIV. Qnis tandem nobis iste 
iora tarn aeqna describit? qnis hoc statnit, qnod aecom sit kt 
Qninctiom, id inicom esse in Naeviomf — - Qoincti bona, inqoit, ex 
edicto praetoris possessa sunt — Ergo id ut eonfltear postolas; 
nt qnod nnmqoam factum esse iudicio defendimus^ id pMnde 
quasi factum sit nostro iudicio conürmemns. f. 46, Inveniri 
ratio, C. Aquiü, non potest, ut ad suum quisque quam primnm 
dne ouiusqoam dedecore^ infimia pernicieque perveniatf Pro- 
fecto a quid deberetur, peteret: non omnia iudicia lleri mallet/ 
quam nnum illud, unde haec omnia nascuntur. Qni inter tot 
annos ne appellarit quidem Quinctium, cum potestas esset agendi 
cotidie; qui quo tempore primum male agere coepit, in vadi- 
monfis düTerendis tempns omne consumpserit: qui postea vadi- 
monium qnoque missum fecerit, hune per insidias vi de agro 
communi deiecerit; qui cum de re agendi nullo reousante pote- 
gias Mssety sponslonem de probro ftu^ere maluerit; qui cum 
reyocetur ad id iudioium, unde baec nata sunt omnia, conditio- 
nem aequissimam repodiet, fliteatur se^ non pecuniam, sed vi- 
tam et sanguinem petere: is non hoc pi^am dicit: ,,Mihi ai 
quid deberetur, peterem, atque adeo iam pridem abstulisiem: 

Cap. XIlI. $. 44. Ue qnid praeterea?] Numquid praeterea. 
Cap. XIV. S* 45. periodel pfoinde. $. 46. qai postea vadimo« 
niom queqoe missojn] gtU posUa qnam vadkmmhim [quoquej misium. 



194^^ iL TttlU Clceronis c. xiv. xv. $. 47-4». 

$. 47- nihil boo lanto negotiO; nibU ttatk invidioso iudlolo, fiihil tam 
coyjipsiV^ advocaüoDe uteier^ si petendum eiiseC. extorqneiidam eit 
iQvUo «tqae ingratisy quod oon debet eripieodam atqoe exprimen- 
d,um est; de fortunis omnibns P. Qoinctiiui detarbaados eat^ po- 
t^tBj dtoertiy nobiJes omnes advocandi sunt, adbibeuda vii est 
veritaU, ii^iAae victeotac^ perioula intendaotur^ formidioes opponao- 
tQT ji ut hlp rebus aliquando victus et perterritus ipae cedat'^ — 
Quae mphercule omoia, c^ qoi contra pagnent videa et com 
illom CQQseasuiii coosldero, adesse atque iffipendere videntar ne- 
que vitari ullo modo posse: com autem ad te^ C. Aqaili, ocnloi 
aBiDpmioqae retuli, quo maiore cooatu studioque agontur^ eo le- 
viora iofinnioraque existumo. NUdl igitur debutt^ ut tu ^ 
praedicaa. 

§. 48. Quid? si debnisset? coutinnone caossa ftüuet, cor 
a.pra^re postoJareg, ut bona posaideres? non opinor i^d qoi- 
äfioi neque ina ease neque ci^uam expedure. Qni^4 igitur de- 
i^nstrat? vadimouinm sibi ait esse desertum. Cap. XV. Ante 
quam doceo id fkotum nou esse, lubet mihi^C^quili^ ex oflioi 
raäone atque ex omnium Goosnetudine rem ipsam et factum si- 
mol Sex. Naevi considerare« Ad vadimonium non venerat^ nt 
Biß^ iBy quicum tibi af Anitas ^ societas, omnes denique caassas 
cUt necessitudines Teter^ intercedebant. illicone ad praetorem ire 
qMvenil? continuoue verum Mt postulare, ut ex edicto bons 
pgssidere liceret? ad baec extrema et inimioissuma iura tan 
eupide decurrebas^ uti tibi nihil in posterum quod gravius ant 
ccudelius facere posses reservares? $. 49* Nam q^d honiid 
potest turpius, quid viro miserius aut acerbius osn yenirie? quod 
tiptnm evenire dedecus, quae tanta calamitas inveniri poteatf 
Pecuniam si cuipiam fortuua ademit aut si alicuius eripuit iaia- 
ria: tamen dum existumatio est Integra , £aci)e consolatiir hone« 
stas egestatem. At non nemo airt ignominia adfiectua aut iodi- 
cio tnrpi convictus bonis quidem suis utitur, alterius opes, 14 
quod miserrumum est, non exspectat: hoo tamen in miseriis ad- 
iuf&ento et solatio subleyatur. Cuius yero bona renierunt, coiitf 
non modo iUae amplissumae fortunae^ sed etiam victus vestitas* 

Ci^. XIV. gv 47. atqae ingraUs] aique ingratüs. 

Cap. XV. S* 48. Ott tibi] «I tUH. ant erndeliiiBl aique ärude- 
Um. %. 46. ex nomero vlTorumj ex numero virtnt a n^ IjpograpU er* 
rore ediUonis Beddanae. 



c XIV. XV. %. 49--M. oratio pro P. Quincüo^ toi 

qae necessftriiui 00b pimeoooe cum dedecore. saUectos eat: is 
Qon modo ex numero vivomm exturbatar, sed, si fieri potest^ infhi 
etiam nuwtaos anumdaitar. Bteniin mors honesta saepe vitam 
qooqae non turpem exoroat, vita turpia ne morti qoidem hone- 
6(ae locum relinquit. %. 60. Krgo hercole giüiib bopa ex edicto 
possideatiir; hoius omnis fama et existomatio cqm honis «imiü 
poAsidetiir; de. quo hbelli in celebermmis loois proponuntar^ huio 
ne perire qnidem tacUe obacnreqae eonceditor^ ciU n^glatri 
ilont et domini constitaantor^ qai qua lege et qua conditione 
pereat pronuncient^ de quo bomine praeconls vox praedicat et 
pretinm confieit, hoic aoerbissamiun vivo Tidenüqae fonus dac)- 
tor^ ei Amos ^ habendom alt, qao non amioi conVenionl ad 
exaeqoiaa cohonestandas, aed bonoram emptores, nt carnifioea, 
ad reUqoiaa vitae l^cerandaa et distrahendaa. Ci^. XVh f. 61. 
Itaque maiorea nostri raro id aocidere volnemot, praetores nt cofCsi- 
derate fieret comparayeront riri boni cum palam fraudantur, cuip 
experiundi poteataa non est, timide tarnen et pedetentim iatuc de« 
flceadunty vi ac neceaaitate coacti, iaviti, multia vadimoniia de- 
Bertis^ e»epe illufli ac deatitutL Conaiderant enim quid et quan- 
tum ait alterius bona proscribere. logulare oivem ne iure qui- 
dem quiaquam bonua vok: mavolt commemorare ae cum poaael 
perdere pepercisse^ quam cum parcere potuerit perdidiai^e. Haeo 
in hominea alieniaaun^oa, denique inimicisanmo^ viri boni fiioiunt 
et hominum ezistumationia et oojoimunis humanitatia eaussa: ui 
cum ipai nilül.aiteri acientes inoommodariat^ gDÜiil ipsia iure in- 
commodi cadere poaait — $. 62. Ad vadimooinm non velut. 
Qnia? Propinquoa. Si rea ista graviasuma aua apoate vidercKtur^ 
lamen eiua atrodtas neceasitudioia non^ne levaretur. Ad vadi^ 
monium non yenit Quia? Sociua. etiam gravius aliqoid ei debe- 
rea concedere, quicum te aot voluntas congr^asset aut for- 
tuna coniunxiaaet Ad yadimonium pon yenit Quia? la, qui 
tibi praesto aemper fUit Ergo in eum, qui semel hoc commiait, 
ut tibi praesto non esset, omnia tela coniedsti, quae parata sunt 
in eos, qui permulla male agendi caussa fhiudandique fecerunt? 
%. 63. Si dupondiua tuus ageretur, Sex. Naevi, d in paryola 
i^e captioDja aliquid yererere^ non statim ad C. AquiSum aut ad 

Cap. XV. %, 49. vitam qaoqoe non turpem] viiam quoque turpem. 
Cap. XVI. S. 51. mayoU conuaemorare] wmvoU enim comme- 
morare. 



159 M. Tulli Ciceronis c. xvi. xvu. $. öji-w. 

eoraiii aliqaem, qui oofnsulantar, concorrisses? Ctno ins amici- 
fiiie, Bocietaüs^ affinitMis ag;eretiir: cum offlci rationem atque 
existamatiODis duci conveniret: eo tempore in non modo non ad 
C. Aqoiliam ant ad L. Lncilinm, sed ne ipse qnidem ad te 
retalisti, ne baeo qnideiQ tecum locatus: „Horae daae faerunt; 
QuiDCtias ad vadimoniam non yenit quid agot^ Si mehercnle 
baeo' tecum duo verba fecisses. ,,Quid ago?^^ respirasset cupi- 
ditas atque avaritia paullam , aliquid loci rationi et consilio de- 
disses^ tu te collegisses^ non in eat^ turpitudinem venisses, nt 
boo tibi esset apud talis vires ksonfitendum, qua tibi vadimoninm 
non Sit obitum^ eadem te hora consillum cepisse hominis pro- 
pinqui fiortnnas fünditus evertere. Cap. XVU. %. 54. Ego pro 
te nuno bos consulo, post tempus et in aliena re, quoniam tu 
in tua j'e, cum tempus erat, consulere oblitus es. Quaero abs 
te, C. Aquili, L. Lucili, P. Qoinctili, M. Marcelle: vadimo- 
ninm mihi non obiit quidam socius et affinis mens, quicum mihi 
necessitud6 vetus, controversia de re pecnniaria recens interce- 
dit. postulone a praetore, ut eins bona mihi possid^re liceat? 
M cum Romae domus eins, u^or, liberi sint, domnm potius de- 
nunciem? Quid est quod hac tandem de re vobis possit videri? 
Profecto si recte vestram bonitatem atque prudentiam cognovi, 
non multum me fallit, si consulamini, quid sitis responsuri: prl- 
fflum exspectare, deinde si latitare ac diutius ludificai^ videatur, 
amicos convenire: quaerere quis procurator sit: domnm dennn- 
dare. did vix potest quam multa sint' quae respondeatis ante 
fleri oportere, quam ad hanc rationem extriemam necessariam 
devenire. f. 55. Quid ad haec Naevius? ridet scillcet nostiam 
amentiam, qcd in vita sua rationem summi offlci desjderemus et 
instituta bonorum virorum requiramus. Quid mihi, inquit, cum 
ista summa sanctimonia ac diligentia? viderint, inquit, ista offlda 
viri boni; de me autem ita considerent: non quid habeam, sed 
quibus rebus invenerim quaerant; et quem ad modum natns et 
quo pacto educatus sim. Memini. vetus est: de scurra nmlio 
faeiHus dx^Uem quam patrem famüias fieri posse. §. 56. Haec 
iUe> si verbis non audet, re quidem vera palam loquitur. Bte- 
nim si volt virorum bonorum instituto vivere, multa* <^rtet 

Cap. XVI. S« ^^ locutus: yjaotaei} loeuUu es: Horae. panUasBi] 
pauUukan. 



c. xvn. xvm. $. 57-^9. oratio pro» P, Quinctio. 153 

discftt atqne dedlseat, qaomm Uli aetati ntniiiiqne difftdle esf. 
Gap. XVm. Non dabitavi, inquit, cum vadimoniuiii desertnm 
esset, bona proseribere. — Improbe: veraiit qnooiam ta id tibi 
adrogas et eoncedi postnlas, concedamas. Quid? si'nimiqiiam 
deseniit? si ista eanssa abs te tota per sammam flrandem et 
malitiam fieta est? si vadimoniiiDi omnloo tibi cum P. QniiiGtio 
nollnm Mi^ quo te nomine appellemus? improbum) at etiam tsi 
desertum vadlmonium esset, tarnen in ista postolatione et pro- 
scriptlone bonorum improbissumus reperiebare. Malitiosam? 
non negas. Fraudulentum? iam id qiddem adrogas tibi et prae- 
darum putas. audacem? cupidum? i>erfldiosum? volgarla et ob- 
soleta sunt; res autem nova atque inüudita. 9. 57. Quid ergo 
est?^ yereor mehercule, ne ant gravioribus ntar verbis quam 
natura fert ant levioribus quam caussa postulat. Ais esse va- 
dimonium desertum. QuaestVit a te statun, ut Romam redüt, 
Quinctius; quo die radimoaium istue faetuni esse diceres. Re- 
spondisti statim : Nonis Februarilis. Discedens in memoriam re-« 
düt Quinctius, quo die Roma in Galliam profectos sit ad ephe- 
meridem revertitur. invenitur dies profectionis ante IV dient 
KaL Februarias. Nonis Februarüs si Romae ftdt, caussae nihil 
dicimus, quin tibi vadimonium promiserit. ^, 58. Quidf hoo 
inveniri qui potest? profectus est una L. Albius^ homo eum 
primis honestns. dicet testimonium. Prosecuti sunt familiäres 
et Albi et Quincti. dicent lii quoque testimoninm. litterae P* 
Qnincti, testes tot, quibus omnibus caussa iustissuma est cur 
scire potuerint, nulla cur mentiantur, cum astipulatore tuo com- 
parabuDtur? $. 59. Et in hao eius^ modi caussa P. Quinctius 
laborabit et diutius in tanto metn miser periculoque versabitur 
et vehementius eum gratia adversari perterrebit, quam fides iu- 
dicis consolabitur? Vixit enim semper inculte atque borride, 
natura tristi ao recondita füit, non^ad solarium, non in campo, 
non in conviviis versatus est: id egit, nt amieos observantia, 
rem parsim'onia reüneret: antiquam offlcf rationem dilexit, cuius 
spendor omnls bis moribus obsolevit At si in caussa pari dis- 
cedere inferior videretur, tarnen esset non mediocriter conqne- 



Cap. XYin. S. 57. Nonis Febroariis] NonU Feb. ante diem IV 
Kai. Vebmarfas] f pridU Ktd. Feb. %., 66. et Albi et QiUnott] €t 
Mbium et Quintium. 



154 AL TulU CiceroQis c, xix. xx s* «^^-e». 

reodiim^ nanc in caiuKia mveriore^ oe ot pitf quidem sit^ posta- 
laty iaferiorem esse «e patituTi dam tazat usqae eo, ne com 
boDis^ fama fortauisque omnibiis S^. N»evi oupiditati erndeiiU- 
ttque dedatar. 

€ap. XDL f. 60. Dooiii, quod primiim poUtcitiis ßsam, C. 
▲qoili, caassam omnlBO cur poatularet noo ftaisse: qaod neqiM 
pecania debebahir, et ai maxuine. deberetur, commissiuii nlliil 
esset; qua re ad istam rationeni petveoiretur. Adtende nuiio, 
ex edioio praetoris bona P. Quincti possideri nullo modo po- 
iuisse. flecita edictom: qui fraupatiomis caussa latitabit. 
Kon est is Qoiactias, nisi si Uititaot^ qui ad n^otiom säum re- 
l|cto procuratore profi^untur. ^ cui uj&Bxa non ixasrAoif. Ne 
ia quidem. oui axsiLi caussa bolum vcbts^. Dici id de P« 
Quiactio ^OQ potest. gm abssn« iudicio obfensus noh vusbo. 
I^e id quidem. Quo tempore existomaa oportutsse, Naevi, absen- 
tem Quinctium defendi ant qao modo? tum, cum postulabas^ ot 
bona posfäderes? -* nemo adfbit. neqne eoim quisquam divi- 
nare poterat te postulatorum; neque qaemquam adtinebat id re- 
cusace, quod praetor noa fi^ sed ex edicto soo fieri inbdmt. 
§. 61. Qui locus igitur abseotis d^feadiendi procuratori primua 
datos e^? Cum pioscribebas? Ergo adfuit, non passus est, U- 
bellua deiecit Sex. Alfenua; qid primua erat offl(d gradua, aar- 
vatna est a procuratore oomma cum diiigeotia. Videamoa quae 
dcinde aiot cooaecuta. Hominem P. Quiaoti deprebendis in pu- 
blieoy conaris abdocere. non patitur Alfenus: vi tibi adimit; ca- 
lat, ot domum redj^cator .ad Quinctiom« Hie quoque summe 
Gonstat- procucatoria dilig^ntis oMciam. Debere tibi dicia Quin- 
(^um, p^oottrator negat Vadful vis, promittit In ins vocaa^ 
aequitur. ludicium pcMtulas, non recusat. Quid aliud ßit absen- 
tem defendi ego non intellego. f. 69. At quis erat procuratorf 
Credo aUquem eiectum bonpuuiiemy egentem, litigiosuffl, improbum, 
qui posset scurrae divitis q^io^dianum convidum sustinere. Ni- 
hil minus. JLxpfia lU^maojoys locn^es, sui negoti bene gerensj^ 
deotquis is^ quem qnoties Na^yius in OalUam profectus est, pro- 
curatocem pu>mae reliquit Cap. XX. Bt audes, Sex. Naevi, 
negare absentem defenaum ease Quinctiumy cum eum defenderit 

Cap. XJX. 8. (NX xwtLtMmn, Dict id de P. Ouinotto non potest« 
Qvi AasBNi IUDICIO DtnENsi» Kon KUXBiT. Ne fd quidem. Quo tem- 
pore] VEHTmatT. Quo t€mporey ceteris omissis. 



c. XX. xxi: 9. 6s-e«. oratto pro P. Quinctio. Ift5 

UdBi) qnl te floIdbfttV et cinii b inü^am neoeperit pro Odnctio, 
coi ta et rem et famam tuam conunendajre proActoceofi et oon- 
ereder^ solebfts^ conaris lioo dicere^ neminem toM^mief qai 
Qidnctinm iodici^ defenderet? §• 69. i^ostalabam^ inqnit, nt. 
flDÜs darelor.^ Ininria postnlajbas — ita Tidebire: reeosalMit Alfe« 
Q]u. yßiM; veram praetojr decwndM.^ Triboni igltor appelk- 
fttantnr. ,^llio te, inqnit, tenee; non est btnd indic^am paü ne- 
qpe iodicio defendere^ com anxUhno a tribnnis peta»/' — Hoo 
ego com adtendo^ qua prudentia sit Hcurtenalfls, dii^iinim 
eu^ noa arWtror« com aotem anlea dixisse audio et 
^sam coDiBidero, qnd aliud dicwe poe^ noa reperio. fiitetnr 
cnim ^bellos Alfemw deieciase, vadimoalam promidfise) indioiam. 
qpin aodperet in e^ ipsa rerbfi/ quae Naevina edebat^ non re- 
eosasae; ita tameu^ more et inatitoto^ per eom magiatratnm) qni 
anziH caoaaa conaütotiia est $. 6d. Ant haee foota non idnt 
neoeaae eat woA C. A^nUius^ talia yir^ inratna^ hoo ina in eivl^ 
täte oonalituat, caiaa procoratpr non reeoaarit omnia indicia, 
qnae qniaqne in verba postidarit: cniua promirator a praetore 
trittanoa appellare anaoa aty eom non defondi, ^na bona-reete 
poaaideri posae, ei miaero, abaenti, isovo^ I6i;tanamm ana« 
mm, omnia vitae omamenta pw aqmmam dedecoa et igoo« 
miniam deri^ convenire. %. 66. Quod ai probari nemini potea^ 
illad certe probari omnibna aeoeaae eat, defenaom eaae indiofto 
absentem Qoinctiam. Qnod eom ita eat, ex edicto bona poa- 
aeaaa non anat ,,At enim tribani plelna ne andieront qnidem.^ 
Fateor, ai ita eat, procnratorem decreto praetoiia oportuiape pa« 
rere. Qoid? ai M. Brotpia iirterceaanrnm ae dixit pakm, niai 
quid inter ipanm Alfennm et Naeriom oonToniretf Yidetnme 
interceaaiaae appellatio tribnnomm, non morae, aed aoxili caiiaaa9 
Cap. XXI. S- ^* Qoid ddnde fitf Alfenna, ot omnea intdie« 
gere poaaent, indido defendi Qninethnn, ne qua anbeaae poaaet 
aliena ant ipaina officio ant hoiaa exiatnmatione ani^ioio, yiroa 
bonoa complnria advocat, teatatnr iato andiente ae pro eommoiü 
neceaaitndine id primnm petere, ne quid atrodna in P. Qninetiom 
abaentem eine caoaaa facere oonetnr. ain antem inimieiainine 
atqne infeatiaanme contendere peraereret, ae paratnm eaae omni 

Cap. XX. $. 68. tta videbare] Ua^imUbare, $. 64. ignaro, 
fortonaromj ignaroy immi» fortwMrum* 



1 56 ; M. Tulli Cicerofiis c xxi. xxu. % 67-70. 



' ) 



recta mtqae honesta ratione dfefendere, qnod petat, noD deb^; 

» 86 iadicdum id, quod edat, acdpere. §. 67. Ekis rei conditio- 
nisqao tabellas obsignaverant viri boni eoinplares. res ia dnl^nm 
.venire non potest Fit rebus omnibus integris neqae proscriptis 
neque possessis bonis, ut Alfeniw promittat Naevib sisti Qoiii- 
otium. Veait ad, yadimonimn Qninctios. iaeet res in controver- 
fflis isto calamniante biennium^ usque dorn inveniretar, qua ra- 
tione res ab usitata consuetudine receder6t: in hoc singulare 
iodioinm caussa omids coacluderetur. $. 68. Quod oficium^ C 
Aquiliy commemorari procuratoris potest^ quod ab Alfeno praet^- 

' itum esse videator? Quid adf)ertur qua re P. Quinctius negetur 
absens esse defensusf An vero id, quod Hortensinm, quia im- 
per iniecit et quia Naevius s^nper id clamitaty dicturum arbi«» 
tror, non fdisse Naevio parem certationan cum Alfeno, lifo 
tempore^ ilMs dominantibus? *quod si veüm conflteri^ ilhtd^ opinor, 
ooncedent^ non procuratorem P. Quincti neminem fdisse, sed 
gratiosum Mase^ Mitü autem ad vincendum satis est füisse 
procuratorem, quicum experiretur. QnaHs is fderit, si modo 
absentmn de&ndebat per ins et per magistratnm, nihO ad r^n 
aiiiitror pertinere. f. 69« ^^ISrat enim, inqnit, illarum partium.^ 
Quidni? qui apud te esset educatus: quem tu a puero sie in- 
s^tuisses, ut nobiü ne gladiatori quidem faveret. Si, quod in 
semper summe cupisti: idem volebat Alfenus, ea re tibi cum eo 
par contentio non erat? Bruti, inquit, erat familiaris. itaque is 
itttercedebat — tu contra Burrieni, qui iniuriam decemebat, 
omnium denique Ulorum, qui tum^et poterant per vim et sceliKi 
plurumum et quod poterant, id audebant An omnis tu istos 
vincere volebas, qtli nunc, tu ut vincas, tanto opere laborantV 
audeid dicere, non palam, sed Iiis ipsis, quos advocasti: $. 70. 
tamenetsi noio eam rem commemorando renovare, euins omnino 
rei memoriam omnem toUi fünditns ao deleri arbitror oportere. 
Cap. XXII. Unom illud dico, si propter partium stndhun potens 
erat AJfenus, potentissumus Naevius, si flretus gratia postulabat 
aliquid iniquius Alfenus, multo iniqniora Naevius impetrabat 
Neque enim inter Studium vestrum quidquam, ut opinor, inter- 



Cap. XXI. S* (f7. reoederet: in hoc] tecederety et in hoc. S* ^* 
negeiur absena esse] absena ttegetur esse, experlretar] experiri poc- 
set S* ^« copisti] cottcti/HstL %, 70. tamenetsij Tametsi. 



c, xxn. xxin. $. n-^u. oratio pro P. Qoinctio. IST 

ftiit Ingenio, yeimMe^ artificio tu fMÜe vidstL nt aüa rnnit^ 
IVD^ hoc satis est Alfenns cum ib et propter eos pciritly qmt 
dUjgelmt; ta poetquam^ qiii tibi enrat amic^, Don poterast vin** 
cere: ut amici tibi esBent^ qui viocdMuit, effecML . f. 71« l^od 
ai tom par tibi ins cum Alfeno Ibiase .non putas^ qaU tarnen 
aMqaem oontra te advoeare poterat^ gnia magifltratas aUgida 
reperiebatnr^ apod quem Alfeni caiusaa eoasiater^: qoid hoo 
tempore Qakiotio atatueDdom est? öni neque^ oiagistmtiUL adlum' 
aecoa inveDtas est neque iadioium redditmn est usi^itom^ non 
condiäo^ noQ sponsio, non denique alla Umqimffl intereesiSt' po«f 
fltolatio, sdtto aequi^, vemm ante boo tempus ne fando fq^j^dam 
aadita. De re pecaniaria ca|4o eootendere. — non lioet« r— .AI 
ea controversia eist. — nihil ad m'e adtiaet, jcaassam eapitia dkaa 
oportet. — Aecnsa^ hM ita necesi^ est — non, iaquit, nid to 
aale novo modo pdore loco dixeris. dicendnm necessario est^ 
liraestitaendae horae ad arbitrium nostnun, iadex ipse arcebitar« 
§. 72. Quid tum? Ta aliqoem patironnm invenies, hominem 
antiqul offlei, qoi splendorem nostmm et gratiam neglegat? pro 
me pngnabit L. Pbilippus^ eloqnentia^ gravitate, honore fiorentui-, 
Biunas civitatis^ dicet Hortensios^ exc^ens ingenio, nobilitat^ 
existamaüone^ adenint autem homines nobilissomi ao potentis-» 
amni^ qnonim freqaentiam et consessom non modo P. t)ainotia% 
qiü de capite decernit, aed qiüvis qui extra pericalnm sit per» 
horrescat — $, 73. Haec est inlqoa certatio^ non illa^ qnft ta contra 
Alfenom velitabaris, huic ne abi consisteret qoidem contra te 
locom reliqoistL Qua re aut doceas oportet Alfenom negasse 
ae procaratorem esse, non deiecisse libelioa, iadiciam acdpere 
noloisse,' aat com haec ita facta siot, ex edlcto te bona P. 
Ottincti non possedisse concedas. 

Cap. XXni. Etenim si ex edlcto possedisti, qaaero cor 
bona non venierinty car ceteri sponsores et creditores non con- 
venerint Nomone ftait, cai deberet Qoinctias? Faerant et com- 
plores fiienint, propterda qaod Gaias frater aliquantum aeria allen! 
teliqaerat Qoid ergo est? Homines erant ab hoc omnea aUe- 
niasomi et üs debebatur: neqne tarnen qoisqaam inveotos est 
tarn insignite improbus, qai violare P. Qoincti existamationem 
absentis änderet $. 74. Unna foit, afflnls, necessariasi Sex. 
Naevioa, qai com ipse altro deberet , qaasi eximlo praemlo ^ce« 
leris exposito capidissome contenderet, nt per so adflictom atqoe 



158 M. Tulli CÜceroDis c^ xxm. xxiv. $. 14-7«. 

everanm p#opiiimiii fltibii, tbii modo boneste parfis Inm^, ^re- 
rma etfam commmA Ittce prf>^are(. UM erant chtM 6reditoreif 
denlqie hdo tempore rM i^MKf qäig.est qtä fhladatioiikr eittasA 
htnisse dioatf ^nte qni afiäefliem defefnmh ntget eisi^ 9ttii« 
otimil? iMme Ittveniti»^. % fS. At cmtä Miolied, qollMiimul 
ratio fauio «Edt eet aut Mt^ Adsimt, dier«(id«fftt, idM htAui äi^m 
loob eogoiti ae perfla» 6^x. Naevi deh>^eCifr liVoHiiit h 
hxäia modl «poai^ifem tMtö dare o^drtefMii ht eö iiumeirö^ (jß 
haec diöereAt: vadimonhiita riiihi desernSt, nie MiiM^, * me 
ttomiiila eittö^ q«»d ioMattas ^^Bet^ diem petfvit, e^d exp^rinim 
potbi^ lattta?it^ proomratorem mülum relifjuk. Berdm nihil dfd- 
Mr. Paranfur testes^ qol hae^ dfeant Teronl^ öpinor^ yideri^ 
fienie^ cuiit dlxeriiit. orfmii tdtaieii hbo cogitent) fbi ae i^ravla esse, 
ttt et veMtatMn voleot retiti««, gratitatenj fM^i obtinere; ä 
eedh neglegea^ Ita leve« skit, jü omnes fntefl^gimt tioa äd dMP 
iKMidmii mendadam, sed ad veram probandate i(actoritatem adb^ 
täte. Cap^ XXIV. §.79. Egö haec dtio qaiber^: primnm qua 
tfattote Naevios dmtDepAitai negotiiim aon tranii&^erft^ boe est, 
eai bona, quae ex edioto poäsidebat, non yeo^derkr deinde cor 
«k tot efeditorlbafl aliaa ad istam raüottem nelkno iecoitoerit, ot 
itecessatlo oonflteare neqae tarn temerariam qtfemqaam fbiaie 
iteqae te ipsam id, qaod tarpissume simcepissefl, perseverare et 
tran^l^ere potoisire. QfiiAf sl ta ipse, Bex. Naisvi, nMoM 
bona P. OqIbM ex edictb possessa non essef ophior, tmim 
Cesthnonhim, qnod in i^eriai re lere esaet, id in toa, qtioidBiB 
kontra te esrt, gravissnmiun debet esse. Emisti bona Sex. Ai- 
tttA L. 8iithi dictatore vendente. sodam tibi in hniiis bonis edl*-^ 
disti- (^linefinm. Plofa non dico. Com eo ta Tolantariam so- 
cietatem coibas, qui te in hereditaria sodetate firandarat, eteom 
fodicio tno comprobabas, qnem spoliatum (hma fdrtnniaqae omni- 
bns aiMiabaref 

g. 77. IMttdebam mehercnle, 0. Aquili, saüs animo cerio 
et coniirmato me posse in hac ea&ssa eonsistere« Sic coglta^ 
bam; com contra dictoms esset Hortenstus et cum esset adtente 
anditnnia PbUippns, fore, ntl permoltifl in rebns timore prolabe^ 
rer. IMoebam hoic Q. Roscio, cokis soror est com P. QidnofiOi 

Cap. XXrV. S. 76. ex tot creditoribas aliusl ex tot credUaribui 
Aus, neqoe tarn temcrarinmj neque eorum tarn temerarium. 



c. XMV. XXV. 8. 7t-80. oratio pro P. Qoinctio. 160 

enm & mt peferet et immme contenderet^* nl «niiii pröpfaieniii 
defiBndereDiy mihi perdifdeUe esse edntra taBs onttöres non mod6 
tantan oavssam peroirare, sed emniiio Terlmtii fiiceire oonsrl 
Cum eapfdias iastaret^ hontiii pro toidth fltmdhMfll d!xi mihi 
Tideri ore dmrlsMBMi ease, qd prtfesenie eö ^^astnift agere c6- 
naretor: qid tero eam ipso eontenderent, eoa*^ etiain si qnfd 
sntea reeü «nt YtimM habere visi emit, id amKEere: itt quid 
mihi dos modi aecMeret^ com contra Meitt tMffb^ didtutma 
essem, me rereri Gap. XXV. f. 78. Täm itfU Roseüia et 
aUa molta eonfirmtodi ihel ^aiissa dixü H iaehercdle^ al UhH 
dioeret^ tacito tpso oftcio^ et stodfo, quod 6a6ebat er^ propiit-4 
com simm) qo^mris eommoteret Btenlnk cihtt' artifex e)oa 
modi sit^ ut söhn d^mis videatnr ^sse^ qni iii s<^nä spectetnrt 
tom vir eins modi est^ ut aoltuf dfgnUff videkt^^ qtä eo non 
aoeedat. -— Vermn tamen*, quid d, inqoit; iiabes eins modi 
caossam, ut hoo tibi phroajn üt flieüendumy nemfoem esse^ qni 
posdt bidoo aot summum ftUMffy i^fing enta mifia passoom am- 
bnlare? tamenne vererls, ut pc^ads haeo eontra Hortendom ten- 
tenderef — Bfinume, inqoam. ff. 79. Sed quid id ad remf — 
Nimirmn^ inqoit^ in eo caussa considH. — Quo modof — Docet 
me eius modi rem et factum dnnü Sex. Naevi, quod d aohim 
proferretur, satis esse debereti Qaod ibs te^ C« AquBt^ et a 
Yobis, qui adestiis in oondfio, qüaeso, ut dili^nter adtendatis. 
profecto intellegetis iIHnc ab initio cupidUatem pugnasse et au«- 
dadam^ hino veritatem et ^udimrem quoad potuerit restitigse. 
Bona postnlas^ ut ex edfcto po^dere ü^eat quo die? Te ipsum^ 
Naev4y volo audire: yolb inaudiHknt facinns ipdus, qd id com«- 
midt, voce convincL Die, Naevi, diem. — Ante £em V Ka- 
lend« intercalaris. — Bene agis. Qvmm longo est hino in sal- 
tum vestrum Gallicannm? Naevi, te rogo. — dcc milia' pas- 
airam. — Optnme. De saitu deiidtmr Qtiirictius. quo die) po^ 
munus hoo quoqne ex te audire? Quid taces? die, inquam, diem. 
Pudet dieere. intellego: verum et sero et nequidquam pudei de- 
üdtur de saltu, C. Aquüi, pridie Kalend. intercalaris. biduo post^ 
ant ut stattffl de iure aliquis eueurrerit, non toto triduo dcc 
milia passuum coniiciuntur. — $, 80. O rem incredibileml o 
cupiditatem incondderatam ! o nondain volnorem! Administrl e( 
aateUitea Sex. Naevi Roma trans Alpis in Segusiaaofl biduo 
veninnt. (X hominem fortnnatum, quI du modi nnnefos seu 



160 M. Tulli Ciccronis c.xxv.xxvi.$.8i-8a. 

poüos Pcgaaos. hnhetit Cap* XXVI. Hie tgo, si Crassi omoes 
cum Antoniis exsistant, si' tu, <L. Philippe , qui inter ilios flore- 
hasy hane canssam voles cam Hortensie dieerß) tarnen saperior 
film neeesse est Noa enim quem ad modum pntatis, omnia sunt 
in eloquentia: est qnaedam tarnen ita perspicoa ventas, ut eam 
inflrmare nulla res posut. $. 81. An ante q^iam postulasti, ut 
Ibona possideres, misistl, qui curare&t, ut dominus, de suo fundo 
a sua fomilia vi deiiceretur? Vtrumlubet eligf^i alterum incredi- 
bile est, alterum nefarium; et ante hoc temp.i^ jotrumque inan- 
ditnm. Septingenta milia passuom vis esse dtecursa biduoT 
Dic^ — negas? Ante igitiH* misistl* Male. 8i enim illud dice- 
tesy improbe mentiri Tiderjßre: cum hQO cotlffieris^ id te admisiase 
boncedis^ quod ne mendacio qui^em . tegere possia. Hoc consi- 
lium Aquilio et talibus vids.tam cnj^um, tarn audax, tam te^ 
merarium probabitur? $. 89. Quid haec aaeotia; quid baec 
festinatiOy quid haec immatiiritas tauta sigoifioat? non vira? noa 
scelus? non latrociniumf non denlque omnia potius q^Mm ins^ 
quam officium , quam pud<^r^m? Mittis iniussu praetoris. quo 
Gonsilio? iussurum scie^as« quid? cum iussisset, tum mittere 
nonne poteras? Postulaturus eras. Quando? post dies xzx* 
Nempe^ si te nihil impediret, si voluntas eadem maueret, ü jtra- 
leres, deniqpe si yiveres. Praetor iussisset Opinor; m vellet, 
si valeret^ si ius diceret, si nemo recusaret^ qui ex ipslus de- 
creto et satis daret et iudicium accipere vellet g. 83. Nam 
per deos immortalis, si Alfenus^ procurator P. Quincti, tibi tum 
satis daret et iudicium accipere vellet, denique omnia quae pp- 
stulares facere voluisset, quid ageres? revocares cum, quem ia 
Gailiam miseras? At hie quidem iam de fundo expulsus, iam a siäa 
dis penatibus praeceps eiectus, iam — quod indignissumum est — 
suorum servorum^manibus nuncio atque imperio tuo violatus es* 
set Corrigeres haec scilicet tu postea. De cuiusquam, vita 
dicere audes^ qui hoc concedas necesse est; ita te caecnm cu* 
plditate et avaritia fuisse, ut cum postea quid futurum esset, 
ignorares, accldere autem multa possent, spem malefici praesao- 
tis in incerto reliqui temporis eventu collocares? Atque haec 

Cap. XXVI. 8. 88: fossfsset Opinor; sl vcllet.] iussisset, opi- 
nör, si veUct, recasaret, qui] recnsaret quin, S* 8S. satii daret} 
satis dare, eyore tj-iiograplu. 



a xxvn. XfvisL $. m. 85. oratio pro P* Qainctio* 161 

Periode lofoor^ quasi ipso iUo tempore^ com te praetor iossisset 
ex edicto. possidere/ i^ in pössessionem misisses^ Mebueris aut po- 
tQeris P/ 0^<^Q>n de possessione deturfaare. 

£;ap. :iLXVlL Ü. 84.^ Omnia sunt, C. Aqnili^ eins me^^ 
quivm ut perspicere possit/ in liac caassb improbitatem et grit- 
tiam Cum iiiopiä et veritaie contendere. I^raetor ie quem ad 
modnln possidere iossit? opinor, ex edictö. Sponsio quae in 
verba facta est? Ni xx XDicTo praktoris bono P. Ouincti 
|»08SBSSA NON siNT. Redeamiis ad edicinm. Id quidem quein 
ad modam iubet possideref j^um quid est caussae^ C. Aqolli, 
quin^ si longe aliter possedit^ quam praetor edixit, iste ex edicto 
liOQ poflsederit^ ego spbnsionevicerimf Nitiil, opinör. cognoscd« 
mns edictfUDi Qui xx edicto mko in possessioxkm vxnerint. 
i)e te loquitor^ Naevi, qaem ad ibodonk ta patas^ äis enim te 
ex edicto venisse: tibi quid facias definit^ te insÜtidt, tibi prae- 
cepta dat* Eos ita videtüb is ^ossessionb esse opörterx. 

^UO inodof QÜOD ISlliEM JEIECTE CrSTODlBE POTERUNT^ ID IBIDEM 
CUSTODIA^T. QUOD NON PÖTERÜNT, ID AUFBRRE ET ABDUCERE LI- 

CEBIT. Quid tum? i>onihNUM, inquit, invitum detruderb v6^ placbT; 
Eom ipsuni^ qui fraudandi chussi lautet , eum ipstun, quem iü- 
dicio, nenio defendat; eum ipsuiü^ qüi cum oinnibus creditoribüs 
SUIS male agat> Invitum de praedio detrudl vetat j|. 65. K^ 
flciscenti tibi in pössessionem praetor ipsci, äex. Naevi, palänl 
dielt: ita pössideto^ nt tecum siinul pöasideat Ouinctius: itä pds- 
isidetö^ ut Quinctio vis ne ädferätur. Quid? tu id quem ad ino- 
dum observas? mitto illud dicere, eum, qui hon latifarit, cui 
itomäe domus^ uxor, liberi, proCurator esset; euin^ qui tibi va- 
dlmonium non deseruissei: liaec omniä mitto: illud dico, doidi- 
iium ^xpulsum esse de praedio ^ domino a fÄmilia sua männs 
adlatas esse ante suos iLitris familiarls; Cap. XXVHt. tio6 
dicd Naevium ne üppellasse qiiidemOainctium^ cum' i||mul es^t^ 
foperiri' pesset quotidie * ^ deinde quod ömniä iüdicia difflcilluina 
cum siimma suä invidia mäxumoque pericnld P. Ooincii H'eii 
mallet, q^am illud pecuniarium iudicium, quod tino diö träii^gi 

dap. Xxyil.^^. ^. Kij «/. poisKssÄ NÖ!« sitNTJ jpoaiKtmÄ äikr, 
fd jtrideA qaem ad mödüttf] iä quemadmödum. enm ipsnin, qäetn fndlcio 
aenib 4ef)$ndat] haec amMt et edictone Orellf error ^i»ogniplii; 

Cnpi HXVUL g. 85. Boc dieo NaeTiam] Hoe dico ***^** 
XXVUL Naevium. quotidie *^ deinde] qnotidU : deinde; 

11 



iiSi M. TulK CicermAs c. i£xvjiLt^.t!t9~^. 

posset: ex quo nno haec omnia bafa et profecti i^i^' donf^^Ht 
quo in loco conäitionem tuli, si vellöt 'pecudiam petefe, "P/^oIrf- 
.ctium iudicatum solvl satis daturum^ dum ipse, si qida pdföfi^, 
^ari conditione uteretur. ' . 

g. 66. Ostendi quam mnlta aiite'fieri convenerif, ^uam homlf- 
nis propinqui bona possideri postdiarentür: präeserdm cum Romae 
domoa eias; nxor^ liberi essent ^t prociirätoraeque ütriusqne neces- 
■arius. JDocui^ cum deserfum esse dickt Vadimoninm^ omninO va- 
dimonium iiullum fülsse: quo die Tiunc slbi promisisseMicat^ ^ 
die ne Romae quidem eum füisse, id testlbus me poDicltüs ädtn 
planum faeturum, qui et scire deberent 6t caussam 6uir teenü- 
rentur hon haberent. Ex edieto antem non potii'isse '6bni pos- 
sideri demonstravi^ quod neque h-andandi caussa latUasset neqde 
exsili caussa solum vertisse dicerefur. j$. 87. ReUcuni est, xA 
eum nemo iudicio defenderit. quod contra copfosüsume'defen- 
sum esse contendi, non ab bomine älieno 'neque ab i^fio ca- 
lumniatore atque improbo, ised ab equite RomVnb, proplhqoo et 
iiecessario suo, quem ipse Sex. Naevius prpcuifWorem relinquere 
antea consuesset: neque eum, si tribunbs appelÜiiit/fdcirco nä- 
nos iudicium pati paratum füisse^. neque po^entiii pro^oi^UöHs 
Naevio lus ereptum, contra istuin potentia sua tum taiitum modo 
superiorem fdisse, nunc nobis v£x respirandi pötestätenl dare. 
Cap. Jöü!X. $. 68/ Qdaesivi qoae cajassa fuisset cur bona nön 
venissenty cum ex edieto possiderentur. deiride iUud ' gubqUe re- 
quisivij qua ratione ex toi creditohbus nemo heq^e "(linl idem 
fecerit neque nunc contra dicat omnesqüe pro P^ ^Julhetio 
pugnent: praesertim cum in täli, ludicW tesfimonia credtiorÄiii 
existumentur ad rem maxume pertihere, t^osfea stini usus ail- 
versari testimonio , qui sibi edm nup^r edidit soclum^ (|u'em, ,^io 
modo nunc intendit^ ne in yivorum quiäein numerö tum demoh- 
etrat fuisse. Tum illlam incredibil^m celeritatem seu po6u9 au* 
daciam protnli, confirmavi necesse esse aut bidno dcc milim 
passuum esse decnrsa aut Sex. .l^aevium\di^))us cömpforilias 
ante in possessiouem ^misisse, quam postufaVet^ uti ei'ncörä Ibona 
possidere. %. 89. Postea recitavl pdicti|m, qqod.jipei1e^doBÜ- 
num de praedio detrudi vetari^; J^ ^o ([fonstiUt j^a4Ti|im .ex 
edieto non posaedisse, cum confit««elnr exiitfü^dw vi d^tcosimi 

esse Quhietium. Onnia atitem bona posstena 4oa ^A»^cidnsliliii, 

( • . ■ 

Cap. XXVni. S* 66. latitasset] latltasse. 
Cap, XXIX. S* 69* Oinnia antem boiial Omnino auirm bona. 



c xxDL XXX. s. 90-S9. oratio §ro P. Quinctio. 163^ 

qpMd bfllioncmi poasessio spectetar non in aliqiia ptirte^ s^d in 
Wiversis^ .qqae (eneri ao posrideri possint t)ixi lEtoniae domum 
taiaae^ quo iste ne aspirarlt qnidem^ servos compluris,. ex 'qoibus 
]^po9s^dent neminem, ne adtigerit quidem: onum Aii^se, gaem 
adtii^ere cpnatns sit, probibitum foisse, . ^oievisse. j^. 90. In 
ipsa QaUia co^o^tis in praedia privata Qaincti Sex. Naevium 
mm venisde. Deniqne ex hoc ipso saUu^ qv^m per yim exj^ulso 
fiodo possedit, servoa privatos Quincti non omnis eiectos esse. 
fix tpio et ex ceteris dictis, factis cogitatis^que Sex. l^aevi qui- 
¥i9 potest intellegere^ istam nihil älind egisse neqne nunc a^er^^ 
nisi QU per vim, per inioriamy per iniquifatem iädid^ totupn 
agruDiy qjoi commnnis est^ säum facere pos^ft . . ^ 

Cap. XXX. S» 91. Nanc caussa perorata res ipsa et pe- 

ricnii ma^nitado^ C. AqQili? cogere vide'tur/ nt te atqüe eos, 

qoi tibi in oonsiüo ßunt, obsecret obtestetur^ne p. Q]i^inct;\us per 

senectntem ac solitudioem suam nihil aliad. nisi ut vestrae na*. 

tu^e JlK>nitatique obseqnmmni: ut cum veritas cum poc faQi^t, 

jü^shoins inopia p9asit >d miseripordi^m quam ^llins opes a^ 

cra^1^atem•. ,g. 9J9. Quo die ad te iudicem venimus, eodeqi 

die Ulf^rum ^;niiu^, quas ante horrebamus, ne^legere coepji^^s. m 

can^a cum caussa conte.nderet; nos nosicam perfäcile cvjv^ 

^rehaturoa . sta.tuebamus. Quod vitae ratio* cum ratioive vltae 

de^i^mer^t. idcirco nobis etiam magis te iudice opus esse arbi- 

.trati sumns« £a i:es,nuno enim in di^rimine versajtur. utrum 

jM)seä(i)e ae ..contra lux^uriem ac licentiam rusticana iUa atqü.e 

jncolUi jparsimonia d^endere, an deföirmatii atque ornamentis 

jDWÜbtts f^UfUtt* nuda c«|piditati petulantiae^e addicalu^. jk. 9ä. 

JSm oonp^rat se tecum jgratia p. Qjuinctiusk' Sex. Naeyi, nön 

^oplbjos^t'nonjfacultate cooten()it omnia tuQ^ ai;tis^ quibus.td ma- 

.gnua es^ tibi concedit. Fak(et|ir se np|i' be^le dicere^ non ad 

volonjtiit^m JiQftjA ,posse : , .noji „^b ^dilic||^^^micitia transf uger.e ^a(- 

^pe ^ floreBtf;o)t aUam^eypIare^ non .profqsis sumptlbus yiverjp, 

joon oj^oar^ Ao^agoälce splendideque convivium, non habere domu^i 

„Cjla^iBaiyi pudori et »aactvifpiiiae; patentem atque adeo exposKain 

.^iditati et yoluptatibus, contra sibi ait^ officium^' iliieqi/diligeri-- 

tiam, vitam .omnino semper horridam atque aridam cordi fUisse. 

*' «^' ' -^ . '* . ,ri'M''/* .'u*'" ' ■* * ./,'*' 

I^.^UpC. $» 93. nunc eufml enim r^unc»^ ^&i^i^U^, ,$. 93. Noa 
comparatj addkaHtr» ^.'^0. v« jVpn conrparit, 

' - 11# 



164 M. TuUi^ Giceronis c.xxx xxxt $.m-»7. 

iflta saperiora eisse ao plammmn posse his moribns sentit %, 91. 
Quid ergo est? Don bsqae eo tarnen ^ ut io capite fbrtunisqoe 
hominam honestissumorum dominentur il, qoi relicta bonorom 
Tiroruin disciplina et quaestom et sumptam Gallon! Beqni maloN 
nint atqae etiam^ quod in iUo non fnit^ com audacia perfldkqoe 
yixenint Si licet vivere eam, quem Sex. Naevios non Tolt, Ä 
est homini'honesto locns in civitate inv}to Naevio^ si fiM eetre- 
spirare P. Quinctium contra nutum ditionemque Naevi, si (pne 
pndore ornamenta sibi peperit, ea potest contra petolantiim te 
defendente obtinere, spes est et hanc miserum atque infettcem 
aliqaando tandem posse consistere. Sin et poterit Naevios id 
quod, lilbet. et d lubebit qaod non Hcet, quid agendum ^f # 
deus appellandos est? coius hominis fldes imploranda est? qoi 
denique questus, qni maeror dignüs inveniri in calamitate tante 
potest? Cap. XXXI. %. 95. Misermn est extarbar! fbrtaids 
Omnibus^ miserios est iniaria. acerbu^ est ab aliqao circmnTe- 
niriy acerbiös a propinqao. calamitosam est bonis evertl, cabuni- 
tosios com dedecore. funestum est a forti atque honesto flro 
ingalari^ ftmestins ab eo^ coius vox in praeconio praestitit qoae- 
stoni. indignom est a pari vinci aot superiore, indignios ab in- 
feriore ätqoe homiliore. loctoosum est tradi alteri com bmds, 
loctoosios inimico iiorribile est caossam capitis dicere^ honibi- 
lios priore loco dicere. $, 96. Omnia circomspexH QoiDCtias, 
omnia periclitatos est, C. Aqoili: non praetorem modo a quo ins 
impetraret invenire non potuit atqoe adeo ne onde arbitrato qtd- 
dem suo poslularet, sed ne amicos qoidem Sex. Naevi, qoomm 
aaepe et dio ad pedes iacuit stratus, obsecrans per deos immor- 
talis) ut aot secoin iore cpntenderent aot inioriam sine ignoiw- 
,nia sibi imponerent. ^ $. 97. Deniqoe ipsius inimici voltom iXh 
perbissomum subiK, ipsius Sex. Naevi lat;fimans amnum prehen- 
dit in propinquörum bonis proscribendiii exercitatam, obsecrant 
per (iratris sui mortui cinerem, per nomen propinquitatis, per 
ipsius coniugem et Fiberos, quibos propior P. Qoinctio nemo est, 
ut aliquando misericordiam caperet; ahquam si non propinqoHt- 
ÜSy at aetatis suae, si non liominis, at bumanitatis rationem ba- 
bere^^ ot secom a]iqoid;"integra suafama^ qualubet^ dorn modo 

Cap. XXXI. S* 9^' praesiitit quaestum] quaestu praesUUi. S*^ 
invenire non poUiit] invenire potiüL 



a yxiL $. 98. 99. oratio pro P. Quinetio« 166 

lolerablli^ coadiaono tninsigeret f. 98. Ab ipM> refudiatiM» ab 
Miiidfl eiim non frablevstiis, ab omni magkitnita agitati» atquo 
perterritiMy quem praeter Ce ippdleC, babeC neminflni, tüA so, UM 
aoaa omnia opes fortonasgae oommendat| tibi committiC exiatnma- 
tloaem ac spem reliqnae vitae. mnlüs vexatna «ontameliisy plo- 
mmk iactatoa ioinriia, non tnrpia ad te, sed aüaer eonfügiC, • 
Itando omaÜMomo ddectas^ ignominüa omnibiui appeütas^ coni 
iUnm in aois patenüs bonis domiaari wideret, Ipsa ipae nnbilf 
doton conflcere non poaset, nibil alienum tarnen vita soperioro 
oommisit $. 99. Itaqae te boo obseorat, C. Aqoili, nt quam 
ciifltnmationem, quam boneatatem in iadicium toom prope acta 
iam aetate decursaque adtolit, eam liceat ei aecnm es boo loeo 
ecferrOi ne ia, de cnioa officio nemo imqnam dabitaiit, sexage- 
81UII0 deniqne anno dedecore, macola tn^issamaqae ignominia 
notetoTy ne oroamentis eiua omnibas 8ex, Naevios pro spoliia 
abotatnr, ne per te ferat, qno minos, qaae exifitumatio P. 
Qninctiam nsqne ad senectiitem perdoxit^ ead^m naque ad ro- 
gnm prosequatur« 



Bt, TpuUi Ciceronis 

' oratio 
PRO S£X. ROSpiO AMEBINO; 



Inhalt. 

SeS. Roicius. der Vater des Sex.Ho9€iu$, ivelcher 
in dieser Rede verlfieidigt wird^ ein nicht weniger durch edle 
Geburt und hohe Verbindungen als durch Reichthum ausge^ 
zeicjineter Bürger der MunicipaUtadt Ameria Qet%l Ame^ 
liaj in Umbrien war zur ieit der Dictatur von L. Cor^ 
neliuB Sulla (um's Jahr Rom^s 674J, sei es dass er 
wirklich sich zu Gtmsten der Aristokratenpartei ^ die SulU 
vorstellte, verwandt hatte, tcie Cicero in dieser Verthär 
digungsrede behauptet , oder dass er sieh auf andere Weise 
von ihren Verfolgungen befreite, ^den ProscriptzonsHsten, die 
das Vermögen und die Güter der Gegenpartei bedrohten, glück'- 
lieh entkommen und hatte sich ohne Furcht in Rom öfters 
öffentlich gezeigt, als er daselbst auf dem Heimwege von ei- 
nem Gastmale bei den Palatinisehen Bädern ermordet 
ward, während sich sein Sohn Sex. Roseius zu Ameria, 
mit der Verwaltung der Familiengüter beschäftiget, aufhielt* 
In langjähriger Feindschaft halte er mit zwei Ameriern, 
die beide den Namen T. Roseius führten, der eine aber den 
Zunamen Capito, der andere Magnus hatte, gelebt und 
immer nichts Gutes von denselben erwartet; deshalb sucht auch 
jetzt Cicero den Verdacht wegen des vorgefallenen Mordes 
auf T. Roseius Magnus, welcher zu jener^ Zeit zu Rom 
gewesen war, hinzulenken. Als Thatsache erzählt er, daft 
ein gewisser Mallius Glaucia, aus der Classe der Fr^9^ 
lassenen, ein Client und Vertrauter jenes T. Roseius, die 
Ermordung des Sex. Roseius augenblicklich nach Ameria 
ufui zwar in das Haus des T. Roseius Capito gemeldä 



H. TuUi Cic. oratio pro Sex. Roscio Amerino. Inhalt 167 

habe, Mi^ßuf sei dtene Angelegenheit an L. Cornelius 
Chry$ogonut^ den nkächligen Freigeloßsenen des Sulla ^ in 
das Lager des Dictators nach Volaterrae gemeldet tror- 
den. Nachdem man bereits die Listen der Geächteten als ge^ 
schlössen^ betrachtete^ trard deß Sex, Roscius Name auf dia 
Prascriptionslisten gebracht; und Chrysogonus erkaufte 
seine Gütern di^ sechs Millionen Sesterze werth waren , um 
zweitausend Sesterze; drei Landgüter erläelt Cajnto eigen-- 
Jhümlich, die übrigen übernahm T. Roscius Magnus in 
Chrysogonus^ Namen, Dies Alles ^ behauptet Cicero^ sei 
ohne Sulla/ s Wissen gescliehen^ der zu viele Staatsangele" 
genheiten zu verwalten luttte^ und nicht Alles selbst übersehen 
könne,. Xnzwischen kam T, Jtoscius, der Procurator des 
Chrysogonus^ nach Ameria und bemächtigte sich der 
Güter wd des Vermögens des Sex, Roscius, den er nacki 
und verlassen aus dem ^väterlichen Hause stiess^ Hierüber 
ipard die ganze Bevölkerung von Ameria so aufgebracht, 
dass die Decurionen einen Beschluss fasste^, dass die ern- 
sten Zefyn aus ihrer Mitte an L. Sulla .sich wenden sollten, ihm 
auseinander setzen, was Sex, Roscius für ein Mann gewesen, 
sich bekißgen über das Ui^r^cJU, tpas von jenem ausgeübt werde, 
und ihn bitten y dass er den guten Namen des Verstorbenen 
und das Vermögen s^nes Sohnes in Schutz nehmen solle. 
Die Abg^eordncten kamen auch wirklich in's Lager; aliein 
Chrysogonus wd seifie Freunde vei'hinderten ein petsön-^ 
Hc^es Erscheinen derselben vqr dem Dictator, und versprachen 
pur, dass der N(wi^,df^ Sex, Roscius auf fier Froscri^ 
ptionsliste vsrtUgt ui(id ^eine Güter zurückgegeben werden soUr 
ten, Hoch zögerten sie mit* der Herausgabe der Güter und 
hielten Sex, Roscius ^in, der endlich, für sein Leben furch* 
tend, sich nach Rom. zu ein^ aUen Freundin seines Vaters^ 
der Caecilia bega^, die ihn gastfrei aufnahm und auf alle 
fikögüche Weise utUerstützte, Obgleich so sein Leben vor 
Jeder Ver/olgur^ sedier gestellt zu sein schien, so gerieth er 
doch bald in andere Gefahren; denn seine Verfolger suchten 
den Vet'dacM des^ Vatermordes ßuf ihn zu wälzen und ktag^ 
ten Um deshalb an. Vor diesem Gerichte nun^ welches der 
Praetor 3L Fannius, der die Untersuchungen über Meu- 
chelmord als quaesilor inier sicarios zu führen hatte. 



168 BL Tum Ciceronis 

unter plem Cqnsuiafe des L. Cornelifis Sulla pnd Caeci^ 
Hui Cornelius Metelfus, tpi Jahre Rom^s 6lf4, leitete^ 
hält M» Tulliu^s Cicero di^ vorliegende Verlfyeidi^n^sredey 
deren Qan^ ohngefähr folgender istf 

Man dürfe sich nicht wundem^ dass t<m so vielen out* 
gezeichneten Männern^ die als Beistand^ des Sex. Boseius 
erschienen seicfi/ef sich, der weder an Älter noch an TaJ^ni 
noch an Ansahen den O^rigßn gleich komme rrr- er befand sieh erst 
im sieben und zwanzigsten Jafire und trat Jetzt das erste Mal rar 
einem öffentfichen Gerichte aufrr-f um z^ sprechen erhoben habe. 
Dem Bikhsicht auf die Zei^erhäÜnisse bestimmten die Uebri^ 
gen zu schweigen, so sehr sie auch den Angeklagten zu rer- 
. tlieidißen wünschten C^ap. i. §. ij. Man solle aber ntehl 
glauben^ dass er entweder für kühner oder ftir pfUchilreuer 
gefyiltei} sein ^wQlie, allein man würdß mehr Ävfmerksamkeii 
den freien Aeusserungen über den SStaat, die facht wohl rer^ 
mieden werden konnfen, bei Anderen schenken ^nd denselben 
holderes QewicH biegen ^ als wenn ef spräche; sodann auch 
den Uebri^en weniger Verzeihung anged^ihen lassenj^ als ihm, 
dß er nflch kein Staatsamt perwaltet habe und noch sehr Jung 
sei CS* ^' ^'Jf^ Sodann seißn die Uebrigen vielleicht auch 
fi^ht so dringend angegangen worden;^ wie er^ und zwar wm 
Männern^ defen Wünsche er auf )tein^ Weise habe v^maeh^ 
läsidgen können CS* ^J* F^^ge man aber nach der eigent^ 
Uchen Ursache der Furcf^t, die (Ke F(ihrtir{g der gegenwärtig- 
gen Afigele^er^it ^if s{ch bringe ^ sq sei dieser Umstand aus 
gutem Grunde von den Anklägen[k unerwähnt gelassen; denn 
L. Cornelius Chrysogqnus, 0ea Dictators Sulla mäch^ 
fiffer ^chütz^ng, li/abe das Vermögen Sex^ Boseius*^ des Va^ 
{ersj^ dessen Werth sechs MilHqnen Sßsterze betrage^ ua^ 
il^weitausend Se^terze erkauft^ und verlange deshalb, dass 
man $eq^. Bospi^s, d^ Sohn, vp-dainme, domit er ^Je^ 
rtfiff unrechtmässigen Besitz^ ^m so sicher^ bleiben könne 
(Cafß- 2. St ^- ^0^ 1fo^^9^ bringe er ein gerechtes und hii^ 
fi^esi Verlangen vor, da^ p^t\ich Chryso^onus mit den 
Gütern- fiti frieden seir\ und Sex. Jßqseius Leben nicht /br« 
derf^ solle, ^nd dass ferner die Bfchter den frechen Verbre^ 
cher^i Widerstand leisten sollen. Könnte man ^ geringsten 
Verd^chf (^f Ygterjnor^s mf 'Se^, fi^spi^s brin^ent «P 



oratio pro Sex. Rosdo Amerino. Inbalt. 169 

mö^e $ein Leben Prei$ gegeben werden; wenn er eiber im« 
gehaldig befitnd^ werde, so 9ei eä hödut unwürdig, dat$ $ekm 
Gegner eine so ausgesuchte Anssahi von Biehtem haben «u 
Unterdrückung dessen, der ihnen im Wege %u sein schien^' 
missbrauchen woUen CCof^. 3. §. 7. 8.). Je mehr mm in die-^ 
ser so wichtigen Angelegenheit dem Sprecher Talent und durch 
die Jahre erworbenes Ansehen abgehen, und Je nachtheiliger 
die ZeUumstände au f dieses Gericht einwirken, um so mehr 
glaubt er die Richter, auf deren Gereehtigkeits^ und Wahr^ 
heiisliebe er sieh stüt%e, und vorzüglich M. Pannius um 
geneigte BewrtheUung ersuchen zu müssen (^Cap. 4. $. 9 — jf jf._}. 
Da nach langen Zeiten dieses Gericht die erste Untersuchung 
Ober Meuchelmord C^udieium inter sieariosj einige, 
so sei die allgemeine AufmerksarnkM auf dasselbe gerichtet 
und Jedermann erwarte ein strenges und ernstes Gerieht. 
Doch weit entfernt, dass er, was sonst wotd Angeklagte thä* 
ten, eine Milderung und Schonung* des Verfahrens verlange, 
so erbitte er sich von M.Fannius und seinen Biehtem viel-* 
mehr die grösste Strenge und unbarmherzige Ahndung der 
begangenen Frecelthaten, da nichi der Angeklagte, sondern 
die Ankläger nach einer strengen Untersuchung der angesekut^ 
digten Verbrechen schuldig gefunden werden Würden QCap. 6. 
S' ijf — id.J. Um nun die Sache inU gehörige Licht zu 
stellen, will er das, was geschehen, vom Anfange an erzähl 
len (g, j[4.). Diese Erzählung des Vorgefallenen, was wir 
bereits oben dargestellt haben, folgt CCap. 6 — iO. §. i6 ^ 98. J. 
Bierauf steHt er die beklagenswerlhe Lage des Sex* Roscius 
dar, der seines Vaters, seines väterlichen ErbtheUes beraubt, 
von Gefahren für sein Leben bedroht^ nun- noch des ärgsten 
Verbrechens beschuldiget werde und hilflos und verlassen sei. 
Doch werde er, da er einmal die Vertheidigung desselben 
übernommen, wenigstens freimüthig sprechen; denn Niemand 
könne dje traurige' Lage des BetheiUgten sehen, ohne sich sei-* 
ner anzunehmen QCap.ii. f.M*— a^.> Sodann vergleicht 
er das ruchlose Benehmen von Roscius* Gegnern, die ihn 
beraubt, mit dem Tode bedroht und sodann noch angeklagt 
hallen, mit dem wüthenden Betragen des <X Fimbria gegen 
Q. Scaevola, der erst verwundet und dann, als er die 
Gefahr überstaißden, noch angeklagt ward, ^iehi grossee 



17(1^ . M. Tulli Ciccroms 

Tlflfent^ noeb feüUß B&pedt^anOM fi^i0re R,o^ciM^* Lßge^ 
Bimdern blos eine klare Äuseifkimderse{zt^ des Beehttfaßm^ 
d^ er %u geben verspritM C^q^. isL ^. B3. 34»), E$ $eien 
drei Umstände^ toelohe dem ^ew. Rosaiui zum Nachiheite 
g&reiehtenjf die vorgekrachtei Besehuidifp^ seiner Gegner, ihre 
Dreistigkeit und ihr mddU^er J^mflms. Die Erdichtung der 
Schuld gehöre dem Ankläger C Erucius 4/tn, die Rollen der 
Dreistigkeit denBosciern, der,J^infißße.4^im Chrysogonn$^ 
Vßher alle drei Umstände will er ma sprechen, dass er 4^ 
^sten als den ihn hauptsäckfieh betreffenden y em otiji/äAr^ 
liehsten, die übrigen nur deshalb behandle, teeil sie die Rich- 
ter imNa^^nen des Römischen Volkes ebenfalls unterdrücken 
müiuden C^ap, id. g. 3&. 36,J. Wenn JSex. Roscius b^ 
schuldiget tcerde,^ seinen Vater enfkordet %u haben, so müt^ 
C Erucius S4tm Beweise eines ßo unerhörten und entsetb" 
liehen Verbreckens. Siunächst salcjie Grüwie vorbringen Ißoü'* 
neny nach denen des Angeklagten Charakter als verworfen und 
Igsterhaft befunden werde, was aber keineswegs geschehen sei 

Es sei aber Sea:u Rosciusjcein leichtfertiger JüngUng 
m^tr, sondern älter als vierzig Jahre, und noch dazu «hm 
solchen Sitten, die selbst Erucius nicht zu schmähen wage, 
so dass gar kein Grund vorhanden sein konnte, warusn ihn sein 
Vater nicht hätte leiten können, was Erucius behauptet 
habe C^P* ^^ S* 39 — 4^1.^. Behaupte aber Erucius den^ 
fwch, dass Sex. J^oscius seinem Vater vethasst gewesen 
sei, we^ er früher, als er noch zwei Sahne hatte, ihn tmxn^r 
h€^e auf defn Land^ leben lassen, den zweiten Sohn aber bei 
sich gehabt luOte, so beweise das eher das Gegentheil, weil 
fi^oscius nicht nur der Verwaltung der Güter wirklick 
vorgestanden, sondern auch den Niesbrauch von eitußcn Gü- 
tern gehabt habe; weil üJberJmupt Jedermann seine Kinder 
gerne der Vencallur^ der Güter vorstellen lasse, um ihnen 
emen Wirkimgskreis anzuweisen, der jeder Zeit von den Ro- 
mern hoch achtbar gehalten worden sei, und weit insbeson" 
det^ diese Bescliäftigung dem Sex. Roscius selbst angenehm 
gewesen C<^ap. U^tS. $. 4SI — 62J. Wenn aber Eru- 
cius behauptet habe, dass sein Vater den Sex. Roscius 
habe enterben wollen, so könne er dafür gar keinen Beweis 



oratio pro Sex. Bos«io Ameriiio. Inhalt (71 

m r ^ inge n (fC^. M. ^ W— M.> E» ^ iOer ein ^ekla*- 
^enmmrlher StMlmnä des SimUe9, werm die AMäger eiaß 
auf itpeM ekmi Tetdmekt Mn eimn zu keeekmUi^en^ mm^ 
kmm imiökumig^Leuie, JLeute, vm deren Umi^ld eie, eelM 
mep%emgt me$i, eue^ fdediiffer ehwimmeehi der ^g9tem Ver^ 
^fueefhen it^eeMM^ten Q^p. ML $. M-^BT.). S&.kabe «ueh 
Brmeiue dem Seax. M0meiu8 angeUti^t, mdü weil er §e^ 
ghmöß hu^y daee et eekuldig eei, sondern teeii et tnei^^ 
fmer werde Mnen Vertfmidijfer finden, der wetzen des KoH'^ 
/^ der <jlider und der dabei statt ^t^ndenm Vebereinfmnfi 
^egim Ckiysefianns auftreten werde /C^P* ^* $• ^^ ^^> 
Aue^ Hdni^y ats der Redner bereits aufffetreten war, um 
StMt. Maät4uet9u tertheWgeny tutb' er anfantfe seiner niekt 
jtem^btytntr erm tds Chrysogonus'' Name, erwähnt und 
wiedmum meiOMt werdenf sei, sei man aufinerksam genl^or^ 
dti^ uttd Ikiöe an Ghtfee^^anus deskalb geschMtt C^ap. M. 
f. m^Ji M!r müeee alsa weki xm^eben, dase er jf^ommen 
seiy eMt^^er fe^kxubt habe, Mosai.us werde ohne BeweisfiU^ 
runp ^taammt werden, diewn sa nathwendi^r hier sei, weU 
ein SO' fitmftensehHeke^ Verbrechen, wi& Vatermord, nur dwdk 
Wk eiekerg^en Beweiee erhärtet werden känne C$' ^^ — ^0' 
fKes hätten auch die Miehter in einer Untersuchung über den 
tVwf Oee T. €lbelius etus Tarraeinae, die, früher Statt 
gefunden hohe, ausgespraeiien, dessen Söhne bei-schmibarem 
Vfntnden ^on dem Verdachte des Vatermordes frei gebrochen 
worden seien (Cap. 29. g. 64.'^ M.). Dies hätten ebenfaUs 
die JHehter %u erttennen gegeben, wenn sie die Morder ihrer 
Äettem 9on den Furien geplagt erscheinen, oder vielmehr von 
den Vorwürfen ihres eignen Gewissems peinigen Uessen C^ap. 
M. g. M-^m.> Dies hätten ihre V^ahren ges^t, die 
fpeit schneller ats der weiseste Gesetzgeber der Athener, die 
sdirecMichste Shafe für einen Vatermörder verhängt hätten* 
'tlm so mehr sei es %u verwundemy dass Erue4us es ge^^ 
Wagt habe, eine so grosse Besehutdigung ohne irgend einen 
iriftigen Grund vor%ubnngen fCio^. M. M. %. 6A— 7d»> 
Gesetzt nun, daes ein €trund vorhmsden getanen sei, warum 
'Sew, Bosüius seinem Vater maek demLeben petraehtet, so 
müsse Erueius wenigstens zeigen:, wie er es voUbraeht habe. 
ßr se^st honnte es nicHt^ dm jener %uRam, ^ in Ämeria 



tri IL TuUi aceroms 

$ich be/hndj Ihai er et durch Andere^ $o tniMe $k Eru^ 
eiu$ doch zu nennen wissen, wenn es l4eute cus Amerim 
gewesen sein sollten. SoUien es Römisch e MeuehUr feihsm 
habeny wie konnte Boscius sie kennen, da er selbst selien 
und nur kurze Zeit «u Born war, oder durch wen Hess er 
sie dingen? Es bleibe noch übrig, dass es Skhwen gewesem 
wären, die Sex. Boscius, um seine fUnsehuld darxuthus^ 
gern ausHefem würde, wären sie nicht alle in die GewaU 
des Chrysogonus gekommen, so wie sein ganzes Vermögen 
QCap. n. 28. S.7H--7Sri. Erucius sehe selbst, dau aUa 
seine Beschuldigungen grundlos seien, und wenn er behaupte, 
dass die Spur der Mörder sich in der jetzigen Zeit, wo häufig 
dergleichen vorgefaüen sei, leichter verloren hätten, so ent" 
ferne er den Verdacht des Mordes von Sex. Boscius sMet 
und trage ihn auf die über, von toelchen er gedungen seL 
Wenn entOich Erucius von Untersehleif gegen: Sew^ Bo^ 
scius gesprochen habe, so sei dies eben so unerhört, als gründe 
los; und sollte er bis zum Zeugenoerhöre etwas mufyespari 
haben, so werde Cicero dann noeh ihm das Gehörige entgeg-' 
nen CCap. 29.' S^ 79-^62,). Ohne dqu aber Cicero die 
Rolle eines Anklägers übernehmen will, sieht er sich doch zu 
der Bemerkung veranlßsst, dass vielmehr T, Boscius Ma^ 
gnus den Verdacht des begangenen Mordes als Sex. Bo^ 
scius auf sich lade. Denn er habe viele Gründe gehabt, je- 
nes Tod zu wünschen und schon daraus könne man Ver^ 
dacht schöpfen; er wünsche deshalb ssu Gunsten des Sex. 
Boscius nach diesem Principe die strengste üntersuehut^ 
CCap. M. S' Sa-r^SSJ. Ein Vergleich mit T» Boscius 
könne dem Sex. Boscius in dieser Hinsieht nur zum Vor^ 
theile gereichen. Denn wenn dieser dürftig und beraubt er^ 
seheine, so habe sich Jener vielmehr durch jenen VorfaU 6e- 
reiohert, sei schon früher ein Feind Sex* Boscius^ des Va^ 
ters und jeder Zeit habsüchtig gewesen O^* ^^* $• S6^88.J. 
Ja wenn Erucius die Gründe gegen Sex. Boßcius habe 
vorbringen können, die gegen T. Bosciun vorhanden wären, 
wie lange wikrde seine Anklage geworden sein? Doch Cicero 
will nicht dgentüeh anMagen, sondern nur vertheidigen. JJso 
nur kurz die Gründe angedeutet haben, die' den Verdacht 
des Mordes auf den T.Baseiiis vw Sex^BQecius abwet%-^ 



oratio pro Sex. Roscio Amerino. Inhalt. ITS 

dm m&stm QO^. m. g. 89^910* Söämm wUer^nM er^ 
in wie fem T« Bo$tiu$ CMegenheU g^koH hohe, die Tltat %u 
iwübrihgeiL ZunäeM war T. Roweius «y Mom, Sew. 
BifseiuB %u Ameria* p BoBciue halte mU Meuehel-^ 
mördern Jeder Art jeder Zeit mi thun, SIew. Rosciue 
kmmte gar keinen C^op* ^^ S' 99—94.}. 

Femer gehe auch derselbe Verdacht aus den Umsiänden 
hervor y die nach Boseius^ Tode eingetreten seien. Denn 
ausserdem^ dass T. Roscius auch noch tor Gericht die 
ärgste Frechheit steige, so habe Mallius Qlaueia, $eim 
Vertrataer, nicht nur nach Ameria^ sondern in das Hm$s 
des Sex. Roscius Capito den Vorfall, und zwar mit ei^ 
ner solchen SehnelUgkeit gemeldet, dass er es nothwendig %u 
Rom von dem Vollbringer der Thal selbst müssle erfahren 
haben. Capito seibst aber sei auch durch mehrere frühere 
Vorfälle höchst verdächtig CCap. 84. 85. f. 95^i91J. Ja 
Letzterer, welcher Käufer und Besitzer der Güter des Sea^ 
Roscius sei, wolle auch noch gegen denselben als Zeuge 
auftreten und eine Freiheit, die Niemand sich habe Je im 
Römischen Staate nehmen können, sich herausnehmen, in 
eigner Angelegenheit ein Zeugnis abzulegen CCap. 86* §. i09 
•^ M4.J. Femer beweise ooeft der Umstand^ dass sie Chry" 
sogonus sogleich von Roscius^ Tode benachrichtiget hätten 
Und dafür von ihm so reiehRch belohnt worden waren^ hifk- 
längUeh, dose sie Theihwhmer der That gewesen sein CCap. 
8T. g. iO^-^iOS.^. Sodann hätte Capito, der unter den 
ersten Decurionen, die nach Volaterrae gegangen seien, 
gewesen, absichtlich nicht nur das Gelingen jener Gesandt-- 
* Schaft vereitelt, sondern auch seine Genossen auf das SchäMr 
Hehste getäuscht; und wenn nun sdum eine Verletzung eines 
Auftrages in reinen PriväieerJUUtnisi^ ehrvergessen C^rimen 
mandatiy sein müsse, um wie viel mehr gelte diesvondner 
dferUHehen Angelegerdwitj sei es an sich Urafbar seine Oe^ 
nossen zu hintergehen C^o dum faller e^, so sei es um so 
entehrender in einer so wichtigen Angelegenheit, seine CoUegen 
getäuscht zu haben, man müsse also da auch die Schuld des 
Mordes suchen, wo soleiie Vergehen Statt gehabt hätten 
CCap^ 8S^40i §. i09^iJ8.). Aber auch T< Roscius 
Jtiagnus^etehß dem Capito nicht nach, denn als man zu:ei 



17^ M. TnUi Ciceroms 

$ich hefimd) Ihai er es durch Andere, $o ti^Oate $k Sr«- 
eiue doch zu nennen wieseny wenn es Leute aus Amerim 
gewesen sein sMten. SoiUen es Römische Meuehier gethan 
habeny wie konnte Boscius sie kennen, da er selbst seUen 
und nur kurze Zeit zu Rom war, oder durch wen Hess er 
sie dingen? Es bleibe noch übrig, dass es Sklaeen gewesen 
wären, die Sex. Roscius, um seine ^Unschuld darxuthun^ 
gern ausHefem würde, wärm sie nkhi aUe in die QewaU 
des Chrysogonus gekommen^ so wie sein ganzes Vermögen 
CCap. n. »8. #.rd—r^.> Erueius sehe se^t, dass aOa 
seine Beschuldigungen grundlos seien, und wenn er behaupte, 
dass die Spur der Mörder sich in der Jetzigen Zeity wo häufig 
dergleichen porgefallen sei, leichler verloren hätten, so ent^ 
ferne er den Verdacht des Mordes ton Sex. Roscius sMsi 
und trage ihn auf die über, ron ioelchen er gedungen seL 
Wenn endlich Erueius eon UnterschMf gegen Sew^ Bo^ 
scius gesprochen habe, so sei dies eben so unerhört, als gründe 
los; und sollte er bis zum Zeugeneerhöre etwas aufgespart 
haben, so werde Cicero dann noeh ihm das Cfehörige en^eg-- 
nen CCap. »9.* g.* 79^82J. Ohne dqss aber Cicero die 
Rolle eines Anklägers übernehmen will, sieht er sich doch zu 
der Bemerkung peranlßsst, dass vieUnehr T» Roscius Ma^ 
gnus den Verdacht des begangenen Mordes als Sex, Ro^ 
scius auf sich lade. Denn er habe viele Gründe gehabt, je- 
nes Tod zu wünschen und schon daraus könne man Ver^ 
dacht schöpfen; er wünsche deshalb ssu Gunsten des Sex. 
Roscius nach diesem Principe die strengste üntersuehung 
CCap. 90. S' Sa-^86.). Ein Vergleieh ndt T, Roscius 
könne dem Sex. Roscius in dieser Hinzieht nur zum Vor^ 
theile gereichen. Denn wena dieser dürftig und beraubt er^ 
seheine, so habe sich Jener vielmehr durch jenen Vorfall be^ 
reichert, sei schon früher ein Feind Sex* Rosciut^ des Va^ 
ters und jeder Zeit habsüchtig gewesen CCap. 3/. g* Sß^SS.J. 
Ja wenn Erueius die Gründe gegen Sex, Roßcius habe 
tcrbringen können, die gegen T. Roscius vorhanden waren, 
wie lange wikrde seine Anklage geworden sein? Jfoch Cicero 
will nicht dgentHeh anklagen, sondern nur vertheidigeti. Also 
nur kurz die Gründe angedeutet haben, die' den Verdacht 
des Mordes au f dem T^Raseips vw Sext Roscius abwen-^ 



oratio pro Sex. Roscio Amerino. Inhalt. ITS 

dm m&sMt QC^^ n. S* S9^9i.^. S6ä4am untertitekt er^ 
in wie fem T. Bo8ciu$ OeügenheU gehabt habe, die Thal fsu 
iHdlbrirtgen. ZunächU war T. Boteiue xu Rom, Sew. 
Maeeiu» »» Ameria^ f: Roeeiue hatte mU Meuchel* 
mötdern Jeder Art jeder Zeit mi Ihun^ /Sew. Rosciue 
kmmte gar keinen QCop* ^^- S* 99—94J. 

Femer gehe auch derselbe Verdacht aus den Umiänden 
hereor, die nach Roeeiu»' Tode eingetreten seien. Denn 
auseerdem^ da$$ T. Roseius auch noch rar Gericht die 
ärgste Frechheit %eige, so habe Mallius Olaueia^ sein 
Vertrauter y nicht nur nach Ameria^ sondern in das Haus 
des Seit. Roseius Capito den Vorfatt, und zwar mit d^ 
ner soiehen Sehnettigkeit gemeldet^ dass er es notkucendig xu 
Born wm dem VoUbrkiger der That selbst müsste erfahren 
haben. Capito selbst aber sei auch durch mehrere frühere 
Vorfätte höchst f>erdäehtig CCap. 84. 35. f. 96^i01J^ Ja 
Letzterer, welcher Käufer und Besitzer der Güter des Sex. 
Roseius sei, wolle auch noch gegen denselben als Zeuge 
auftreten und eine Freiheit, die Niemand sich habe je im 
Romisehen Staate nehmen können, sich herausnehmen, in 
eigner Angdegenheit ein Zeugnis abzulegen CCap. 86* §. i09 
— i€f4.). Femer beweise aadi der Umstand, dass sie Chry^ 
sogonus sogleich ton Roseius^ Tode benachrichtiget hätten 
und dafür von ihm so reicUßch belohnt worden wären, .^irtr 
länglich, dass sie TheHnehmer der That gewesen sein C^^' 
9r. S* iW — iOS.^. Sodann hätte Capito, der unter den 
ersten Decmrionen, die nach Volaterrae gegangen s^ien, 
•gewesen, absichtlich nicht nur das Gelingen jener Gesandt^ 
sehafi eerdtelt, sondern auch seine Genossen auf das Schäitdr- 
Hchste getäUßdU; und wenn ntiif schon eine Verletzung eines 
Auftrages in reinen' Prieälverhältnissen ehrvergessen C^rimefi 
mandati) sein müsse, um wie viel mehr gelte diesvondner 
öffentHehen Angelegenheit; sei es an sich strafbar seine Ger- 
nassen ssu hintergehen (soeium fallerej, so sei es um so 
entehrender in einer so wiehtigen Angelegenheit, seine. CoUegen 
getäuscht ssU haben, man müsse also da auch die Schuld des 
Mordes suchen, wo solche Vergehen Statt gehabt hätten 
CCap- SS^40^ S* i09---JlJ8.). Aber auch T* Roseius 
JUagnus^st^ dem Capito nicht nach, denn als man zic^ 



174 IL Tum Ciceroni« 

Sitiatm tsum VeASre vm Um terkatft.htAe^ htite ^r M$ 
äwrehaus nicht hermttffegeben, 9on^tm^ hekwptet^ 9t« 9^m^ 
bei ChrffBOffanuWy der sie ViteM vo« mcb Jas»^; m «eftr 
man mf dieee Wtfäe auek emf dem CAryHKffn^us VendßcU 
%u faüen schien, so glaubt der ^Sprecker dach,, dßee igMlif 
Chry$ogonue TheU habe an dem Verbrechen, iteeeen ScbuV 
die beiden Roscier allein auf »eh geladen hMen Cf^* '^^• 
4». f. ÜB'-' inj. 

Der dritte TheU^ der Rede heeekäfUffit eich pM Chrj^ 
e4Pfonus, der %war einen bedeutenden Ein/Um ykßkfi} über 
dennoch nicht so eehr %u fiürdUen sei. Er habe ^Jtf. ROß- 
e-ciue' Vermögen gegen da» Geee&6 «n eich .gebracM^ nmft 
icelchem nur die GMer der Qedchieieu 0d0r ii/w^r % dfp 
unter den Sehauren der Fsinde getödied.mordm 0eiet^ 
hätten können wrlumft werden i^Cap. 4^ tf» ^4 — a(M.^. 
Sodann glaube er auch, daec die 4Mter gar michjt ^mitaitfl 
icorden seien, fcae er eret epäter begründen,PXQlfej ,t^eißigctet^ 
sei Sew, Roscius erst nach dem Tage, der ibidem OeMm 
als Frist bestimmt gewesen sei, {^etödtet, epAtw eeiße ,Wier 
feil gebeten und um so geringen J?r^ verMoßift . wüffden; er 
richte also in seinem, nicht in Roscius'' Nomen ßn €hrg'^ 
sogonus die folgenden Fragen: wüarum dm Vermögen eines 
patriotischen Bürgers eingezogen, warum die.Oi^ eines i^an^ 
nes, der weder geächtet noch auf Seiten der feinde .ggfsUsn 
sei, fiil geboten ularden, warum sie .nach de» b^ttimmten 
9age, 4€arum. ^sie so wohlfeil verkauft soerden sekn, CO^P* 
44.46. S.i$7-^äM.;)f Dies Alles aber Mitdme.SuU^'s 
Wissen geschehen, dem er 4tmh deshalb keim V^ncfirfe «nh 
ehen wollte, denn nicht jeder Mann könne fQr Mine Frelge^ 
Uassenen stehen mmiA Mies, was .vorgehe, .so gemtu w k men 
und terhindem CS- ^^i* J^^O- ^C^^ ^ ^*^ Au s fMm t^ 
^egen einer L&oke im Texte -mcM gan» voHsiäniftißJ. Snd^ 
Ueh schildert er Chrysogonus' Leben .als , brichst Mekisi^ig 
^ viMif ausschweifend und behauptet, man Uhme.dies^fsmüthjg 
dussemy ohne dabei der Angdegenhe^ der namekmeren JPß^ 
trioten zu nahe am treten, -deren bessere AbsieMsn man wohl 
von den Missbräuchen, die Chrgsogonus von seinem £te- 
ßisse mache, %u unterscheiden habe C^ap. 46. -419. $. iM3 
^■i98.J' ^^^ ^^^''^ brauche es nur sm mdgen,. jfrd su 



''l oratio pro 9ts'.- ftoseio AmMrino. lahait ^% 

ipriiihMj Tu handeln ^ %u VisSIAsiett, W -iirdlelili» ttfffcf iVic- 
PUind ufi^ikf tu Gunsten äek^€^rytügoiitt$% H^en EikßUU 
niehl so fff&ss sekif^ne, bt^ VnreefU HedU iikrde^ dtiifi*^ 
gen sich Erheben. Dehn ih ikr T/iäe \dttfilM''ii^f^&rnHmik% 
PaMottn ihre eignen VerdUhfiih, fhre efgvk "^^H^n^ rmrkM^ 
nen^ wenn sie die Berrsthaft einen 'eftätttMterUsen tW^/M- 
senen sieh tconten ge/itlten tasim (top. 4^. m^$:HB&-^'f42,% 
Doch dies Alleh, sagt dVei^o^ habe tf tdkk ikih& et^nin 
Ansieht gesprochen j Sex. ^ostiWs teWA ^begthke tdenigkr 
und sei Unfrieden , trenn inufn 'Htm nur setn ^Dttseih , :dm 'Mn 
ailein die Freunde seines Vtafets t erschaff tMy Ab tM *sän *lVf- 
snögen, worauf er selbst giit keine Ansprüche mache, in iWn 
Bärkien ' seinir Gegner ski, r ergönnen ihoje. DeshaÜb-fta^e 
et Chri/sogonus, wanmi^kr'i^eä^. hoseiutf, den httf^tn 
Mann, furchte, wetrthn'e'r, ^dessen'Vehnogen därcfh S'utla'^s 
Thaten id/rUänglich sich^ gestellt tei, Furcht hege, Hhms 
Je Boscius sein t^erlÜhes Etblketl klängen ^t>Mle, 'da 
ihm jä%t Vichts mehr, als' das tlosse t(me/tn',' ^u erttfäehen 
sei CCap. 49. SO. S' «S — i4Jr.> Beklage ^sith mt^si-^ 
gonus über darüber, dass Sex. Ahs^i^'ä doih no^'t^l 
Sorgfmt terthcidigt worden hei^ so müise *er übMegin', dAs 
wenn nidht Mete Fur^'hAgehäU&n takttf{'es im tHdn/^hr 
noch weit mehrete uM ntäblätgy^'tefüulfi^ ^iädh gegMSt^ 
■ gesehen haben ^tvüf'de: 'ßs HäÜe äbei'CdeeiHa Jü^ HäHfÜHin 
' AngeleglAiheä^* dis SeiP.'^Bo^Jic'iitif tiberAc^mmen, ^e^'säla 
die gervcküdheifi, üifid i^sirlich^äe Selbst' hier aufgeh-eiten seih, 
wmn iHn HtiAt "seine 'Ju^€)läi 'Oäi^äh ttrlUHdett hätte, 'W'kAn 
'^\f{niiehmer')patriot etwas Besseres 'fhün könne, als didS^Mk^ 
' lösen retten und reifhkidtftH^ dehn deshalb habe det grMte 
theit'ker Bürger diese ^afiki miterstmzt (täp.'Si. g- ^"^^ 
~ ikQJJi. . Wolle aber Chrysogonus nicht selbU dem Boscius 
sein Leieti vergönnen, 4iik' das er ein^^ig flehe, so müss^iie 
Sichler den schuldlos BädräHglen in Schut':s nehnden Und tter 
unerhöften Grausamkeit, die im Innern des Staates wüthe, 
' tnii NitiHdruck steuern (täp. 'pi. 63. ^.^60 -^^1^0- 



176 IL TolU Ciceronis . ^ l s. i-&. 

Cap. L t» 1« Credo egß vos^ iudices, mirari, quid ett^ 
^od cam tot Bomiid oratoreo hojninesqae nobiUssumi sedeant, 
^0 potissomom BrnTezenm, qui nequei aetato neqae iogenio 
neqne aoctoritate sün cum bis qui sedeant comparandus* Oames 
bi^ qao8 videte adesse in bao cauasa, iuiurlaiii novo scdere 
conflatam pntant oportere defendi, defendere aotem ipsi propter 
iniquitatem tetttpemm pon aadent ita fit^ a( adsint propterea, 
qood officiom aecnntar^ taceant aotem. idcirco^ quia pericnlnm 

. Titant« g. 2* Quid ergof audacissumos ego ex omnibnsY mi- 
nome. at tanto offlciosior qoam ceteri? ne istius qoidem laodis 
ita sim capidoa> nt alüs eam praereptam velim. Qoae me Igi- 
tor res praeter ceteros impolit^ ut canasam Sex. Bosci recipe- 
remf qoia, si qni istornm dixiaset, quos Videtis adesse^ in qoi« 
bos somma anetoritas est atqoe amplitudo ; si verbom de re po* 
blica feciflseti id quod in bac canasa fieri neceaoe est; molto 
plnra dixisse quam dixisset putafetor: $. 3. ego autem si 
omniai qoae diceoda sunt^ libere. dixero^ nequaqoam tarnen sinü- 

. liter oratio mea exire atqae in tolgos emanare poterit« deinde 
qood oeterorom neqne dictum obscnmm potest esse propter no- 
bilitatem et amplitudinem neqne temere dicto concecti * propter 
aetatem et prndentiam: ego si qnid liberios dixero^ vel ciccnl- 
tum esse propterea, quod nondum »d rem pnblicam accessi, vd 
ignosci adolescentlae poterit: tametsi nen modo ignoscendi ratio, 
rerum etiam cognoscendl consuetudo iam de civitate sublaU est. 
f. 4. Accedit iila quoque caussa^ qnod m eeteris foraitan Um 
Petitum ait ut dicerent, ut nt^iunvis salvo officio faoere se poase 
Dibitrarentnr: a me autem bi conteDdemnt^ qui apud iue «I 
amicitia et beneflciis et dignltate plurumum possunt, qnorum ego 
neo benevolentiam erga me ignorare nee auctoritatem aspernari 
DOC voluntatem neglegere debeam. Cap. ü. g. 5. His ie ctnis^ 
tia ego buic canssae patronns exstiti, neu electüs unos qui ma- 
xnmo iogenio, sed relietus ex omnibos qui miuumo periculo pos- 
aem dieere^ neqne uti satis flrmo praesidio defensus Sex« tto» 

Capi. I. $, 1. Onines hi] Omnes enim JU, defendere aotem ipM] 
defendere ipsL pericalöm vitant] perictdum metuunt g. 3. ita ^im 
capidds] Ua sum cupidus, ti qui istonim] ti quis istorum, g. Si ego 
autem si] ego etiam sl. ädolescentiiiel ädolescentiae meae. g. 4. fk* 
eere sei $e faceret iii bontenaenmt] ü cantenderunL nee benevo^ 
leatiaaj neguc benevolenUaM^ 



c. IL HL 8. G-8. oratio pro Sex. Roscio Amerino. 177 

sdns^ TemiE oü Jie omnUio tfeeertns esset Forsitao q1UleI»ti^^ 
qjlA istf ^error sit et qaiie tanta fonnido, qaae tot ao talis viros 
\mf/jt^i9jff quo miniis' pro capite et fortuois altedos, quem i|d 
mp^ooi cQiifliieveniiit» caa»sam velint dicere. Qpod adbtic vos 
Igno^e noa minuii est, propterea quod consulto ab acci|sato- 
jäbm. Qinsi,^refy qmie conjQayit hoc iudicium^ meotio f;|ct^ non 
est« 8* 0* ,,Qpae,fefi( ea est? bona patris huiusce Sex! Ro^cf, 
_qaa^ sunt spxa^s^ qf^e de viro fortissumo et clttryn^^^^ L. 
^S\41a^ quem hoqoriei caussa nominO; daobas milibas iiiunqm sese 
di<^ ^fV^ adol^scens vej potentissumas boc^ tempore np^tnie 
ci¥it^if]|;S; Jj. €ornc»Uq9 Qbrysogonos. Is a vobis^ iudices; hoc 
pQ((liilat> nt qiioDiai|ii^,Ji^ ali^am pecnnlam tarn plenam atque 
p^eQburam nullo iure inyaserit , , qaoniamque ei pecuniae .vita 
Sei. ^Ü>^ci.^,obsti^e atque ofiicere videatar, deleatis ex aoimo 
auo ^^nßpiW^ni omuem, metam^ae tollatis: sese hoc ipcolami 
nQO,,arbitnitar hoius iuooc^ntis patrimoniam tarn amplnm et co- 
piosqm ,po^e obtinere^ damoatq et eiecto sperat se posse^ quod 
adeptas e^ per scelus, id per laxuriam effyridere atque consu- 
mere. Huoc sibi ex animo scrupulum, qui se dies noctesque 
sümulat ac pungit^ ut evellatis^ postulat, ut ad hano suam prae- 
dam tam nef^riam adintores vos profiteamioi. $.7. Si vobls 
aequa et honesta postulatio videtur, iudices, ego contra brevem 
postulationem adfero, et quo modo mihi persuadeo^ aliquante 
aequiorem. Cap. III. Primum a Chrysogono pfcto, ut pecania 
fortunisque nostris contentus sit, sanguinem et vifam ne peta't; 
deiode a vobis, iudices, ut audacinm scereri resistatis, innocen*- 
tium calamitatem levetis et in caussa Sex. Rosci periculum, 
quod in cmnis intenditur, propu]seüs. §.8. Quod a ätit caussa 
criminis aut facti suspicio au( quaelubet denique vel minuma 
res reperietur, quam ob rem videantur illi non nihil tarnen iu 
deferendo nomine secuti, postremo d praeter eam praedam^ ^uan^ 
dixl^ quidqoam aliud caussae inveneritis; npn recusamus quin 
illomm lubidini Sex. Rosci vita dedatur. sin aliud agitur nihil, 
nisi ut iis ne quid desit, quibus satis nihil est^'si hoc solum 
hoc tempore pugnatur, ut ad illam opimam praeclaramque prae- 
dam damnatio Sex. Rosci velut cumulus accedat, non^e cum 
multa indfgna tum vel hoc indignissumum est^ vos idoneos ha- 



Cap. IL $. 5. eoQsueveruntl consuerunt 

IS 



178 M. Tülli Cieeronis c. it. y. $. 9-it. 

bitöü, per qnoriim fterfentiiis iu8^6 inrandnoi lA ad«ieqiuiiifitr. 
qaod aiifea ipsi scelere et ferro adsequ) coDsoenhttV (|id ex oi- 
'Vitat^ in eenafum propter dignitatem, ex »enatu In hoc oonsi- 
linm ddl^cti estis j^ropler severi(a(em, ab lii^ hocr postalare ho- 
mines sicados atqüe glacfiafores^ tioif modo ut sn^rplida Titent 
qtiai a vobis pro maleficiis suis metaere'al(||oe'ttdnneire de^tent, 
yenim etlam ut spoliis Sexti Rö$ci libc Itidleto orASMi auctiqde 
dis6edant? Cap. IV. $. 9. His de rcfbiis tant^ lanqtie atrod- 
bus neqae eatis me cotaimode dicei^e fletjn^ i^biüs g^vHer coii* 
qücri neque safis Hbere vociferari posse InteJfegJö. Naitt tM)in- 
moditati ingenium^ %ravitati aetas, libe^aü teropdili BQnt iin- 
pedimento. Huc accedit aammn^ Ütnclt'y quem mihi natura 
padorque meus adtribuit, et vestra Ai^tas et vis adversa- 
riorum et Sex. Rosci pericnla. Qnapropter vob oro afqae 
obsecro, iadices, ut adtente bonaqtie <Mm venia verba mea an- 
diatis. % 10. Fide sapientiaqne vestra fretus plus oneris 
sustuü, quam ferro me posse intelle^. Hoc ontis ri tos 
aliqaa ex parte adlevabitis, feram, at potero, studio etindoetiia, 
iudices: sin avobis^id quod non spero, deserar; tarnen animo non 
deficiam et id| quod suscepi^ quoad potero, perfenun ; opprimi me 
onere offlci malo, quam id, quod mihi cum fide semel impositum 
est, aut propter perfldiam abiicere aut propter infirmitatem animi 
deponere. %. 11. Te quoque magno opere, M. Fanni, quaeso, 
ut qualem te iam antea populo Romano praebuisti, cum huic 
idem quaestioni iudex praeesses, talem te et nobia et populo 
Romano hoc tempore impertias. Cap. V. Quanta multitudo ho- 
minum convenerit ad hoo iudicinm vides, quae sit omnium mor- 
talium exspectatiOy quae cupiditas, ut acria ac severa iudicia 
flaut, intellegis. Longo intervalio iudicium inter tdcarios hoc 
piimum committitur, cum interea caedea indignissumae maxu* 
maeque facta6 sint. Omnes hanc quaestionem te praetore ma* 
nifestis maleficüs qubtidianoque sangnine dimisso sperant Aitu- 
ram. §. 19. Qua vociferatione in ceteris iudicüa accusatores 
uti consueverunt, ea nos hoc tempore utimur, qui caussam di- 
cimus. Petimus abs te, M. Fanni^ a vobisque, iudices^ ut quam 

Cap. IV. 8« 11. magno opere] maoHmo opere. 

Cap. V. $. 11. praetore manifestla] praetore, de manifksHt. 
dimisto] haud rimU$ius. 



c. T, VL s- i9~i«- oratio pro Sex. Roscio Amerino« 179 

ftcerrame^ maleida Tindlcetf s, oft quam forttsnoine homloflNn «adA- 
elsflornfsreslstetis, at hoc oogitetis, nisi in hftc canssii qni Yestor ftol^ 
Ullis alt ostendetis, eo prommpere homioiin cQpidituteili et aoeioa 
et andiioiamy nt üon modo cImd, vemm etiam bio im foro' ante 
trHmtial inum^ ML Fanni, aote pedes restros^ lodicea^ inter Ipsa 
snbsielllB/ caedes Marae alnt $, 18. BieDioi tfläd aliad hoc 
liDdicio temptnJtVTy oM nt id fleri liccatT Accmant ii^ qai ta for-^ 
tnoas hnhis Invasemnt^ caiissam ^clt is, cni praeter cahunAta^ 
tem nifaU rdiqiienmt, accasant il^ qnihaa ocddl patrCm Sex, Ro«* 
adbODO Mtt eanssam didt is, coi noo modo lactmn mera pa-^ 
tris adtidity yemm etiam egestatemt acciisaiit ii, qid haae Ipsnm 
tagnlare samme ciq^ienint: caoasam Acit ts^ qtii etiam ad hoc 
Ipsam indiciam cum praesiAo Tenit) ne hio ibidem ante oeolos 
vestroft tracidetoTt deniqne aocnsant ii^ qnos popalns poecitt 
caussam didt is^ qoi nnns relictns ex Ulomm nefl&ria caede r^ 
stat §* 14. Atqae nt flusiMna intellegefe possitifly indtces^ ea, 
qoae Aida sont) indigniora eese, quam hAee eont^ qoae did-^ 
mos: ab idtio res qnem ad modnm gesta dt^ voMa etponemast 
quo fbdlios et hnios hominis imiocentismimi ditserias et iHoniln 
andaciam cognoscere possitia et rei pnblicae calattitatem« 

Cap. VI. %. 15« Sex. ftosciaa, pater hnhtsco^ dludceps 
Amerioas fiiit cum genere et nobilltate et pecnda tion niödo 
siii municipi^ vemm etiam dos vlcinhatis filcHe primiM tum 
gratia atqne hospitiis floremt bominam nobHissnmonniik Num 
cmn MetelHs, Servflüs^ Scipiodbon erat d nott modo bospitima, 
renntt etbim domestlcas ttsas et consdetodo: qnas^ nt aecnm 
est, ftraiilias bonestatis amplftadinisque gratia nomine, llaqtle 
ex suis omnibns commodis hoc solam fliio reHqtdi nam patri«^ 
moniom domestici praedones vi ereptnm posddent: fbma et vifa 
innocentis ab bospitibas amidsqne patetnis defenditnr. f. 16. 
Hic cnm omni tempore nobilitatiä faotor fbissel, tnm hoc tn^ 
mnltn proxnmo^ com omdnm nobiüom dignitas et salns in dk«- 
erimen veniret^ prader ceteros in «a vidnitate ^m partem 
eanssamqne Opera^ studio, aoctoritate defendit. Blenim rectum 
potalmt pro eomm bonestate se pognare^ propter qoos ipse bo«- 
nestissmnns inter snos nnmerabatar. Postea qnam Victoria con<<- 
stitnta est ab armisqne tecei»imns^ cum proscriberentor bomines 



Cap. V. S. 19. oatendetis] östenderitUh 



1 78 M, Tulli Cieeronis c iv, v,: $. »-it. 

bUö9, per qudriim senfentiiis iusqVüre inranAim lA aSi^qnanfttr. 
qaod aii^ea ipsi scelere et ferro adseqni ccrasd^rcmtf ^id ex d- 
"iltäU in 'eenadim propter di^nitateiti j ex »enatu In hoc consi- 
linm ' deTifecti estis j^ropter severitafeiA , ab "hin höre postalare tkö- 
mlnes sicafloö atque gladftatores^ tioil modo «t si^icia Titent 
qünk a vobis pro maleficiis suis metaere' tftque' Kdrrere ddiient, 
Veniini etiam ut spoliis Sexti Rö^d litid Itidleib orAW auctiqne 
dis(<iedant? Cap. IV. g. 9. His ä^ rc^iis tantfa^ lamque atrod- 
bus neque eatis me cotaimode dicei^e nk^ni ^Üs ^vlter eon-» 
qüeri neque satis libere vociferari ))0ss6 inteHe^ö. NaU Icom- 
moditati ingenium,' gravitati aetas, libeff^Ü tem^orä sönt im- 
pedunento. Huc accedit snihmnd Üttiot', quem mihi natura 
pudorque meus adtribuit, et vestra Äignltas et vis adversa- 
riorum et Sex. Rosei pericnla. Quapropter vbs oro afque 
obaecrOy iudices^ ut adtente bonaqne ^m venia vetba mea an- 
diatis. %. 10. Fide sapientiaque vestra fretus plus oneiia 
sustuü, quam ferro me posse intellego. Hoo onus si voa 
aliqna ex parte adlevabitiSy feram^ ut potero, studio et indnstiia, 
iudices: sin a vobis, id quod non spero, deserar; tarnen animo non 
deflciam et id, quod suscepi, quoad potero^ perferam; opprimi roe 
onere offlei malo , quam id^ quod mihi cum fide semel impositom 
est, aut propter perfldiam abiieere aut propter infirmitatem animi 
deponere. %. 11. Te quoque magno opere, M. Fanni, qnaeso, 
ut qualem te lam antea populo Romano praebuisti, cum hidc 
idem quaestioni iudex praeesses, talem te et nobis et populo 
Romano hoc tempore impertias. Cap. V. Quanta multitudo ho- 
minum convenerit ad hoo iudidnm vides, quae sit omnium mor- 
talium exspectatiOy quae cupiditas, ut acria ac severa iudicia 
flaut y Intellegis. Longo intervalio iudicium inter sicarios hoc 
primum oommittitur, cum interea caedes indignissumae maxu- 
maeque factae sint. Omnes hanc quaestionem te praetore ma- 
nifestis maleflciis quötidianoque sanguine dimisso sperant fdtu- 
ram. %. 19. Qua vociferatione in ceteris iudicüs accusatorcs 
uti consuererunt, ea nos hoc tempore utimur, qui caussam di- 
cimus. Petimus abs te, M. Fauni, a vobisque, iudices, ot quam 

Cap. IV. S« 11. magno opere] tnaximo opere. 

Cap. V. $. 11. praetore manifestla] praetore, de maniftsHs. 
dimisto] haud ranUsiue. 



c V, VL s- i3>i«. oratio pro Sex. Roscio Amerino« 179 

ftcermme^ maleflda Tiftdlcetis, nC quam fortfemniie hominibo« «ada- 
dsramlsreslsüitis, at hoo oogHetis, i^di in hftc oanssa qni fester mii^ 
ums iit ostendetifii, eo prommpere bomiDim ciipidftat^i et scehia 
et andiioiamy nt üon modo cUun, vemm etiam bic im foroaute 
trHmtial taam, M* Fantü, ante pedes vestros^ lodicee^ inter Ipaa 
sohselli»/ caedes ftitnrae nnt f« Id. Btenioi qidd aliad boe 
Indicio temptatnr, oM nC id ileri ttoeatf AcetMant ii> qai ia for-^ 
tniiaa hnhis inyasemnt^ caiissam dldC ia, cni praeter ealamlta^ 
'fem nihil reHqnenmt, accnsant U^ qaftns ocddl patrfem Sex, Ro«* 
sci'bono Mit eanssam didt is^ eoi non modo Inctnm mtra pa-^ 
tris adtidity vemm etiam egestatemt accosant tt, qid hone ipsnm 
logolare summe ci^ieront: eanssam dIdt is^ qoi etiam ad hoo 
Ipsmn hidldam com praesidto venit^ ne hie iMdem ante oeolos 
vestroft traddetntt dedqne aocnsant tt^ qnos populos posdtt 
caossam didt i8> qoi nnos relictns ex Ulorom neßuia caede r^ 
stat §* 14. Atqne nt ftidMns intdlegefe possKis^ io^ces^ ea, 
qnae Aida sont^ indigniora esse, qnmn bAee snnt, qnae dlci^ 
mos: ab idtio ros qnem ad modnm gesta dt^ vobis exponemost 
quo ftu^iUns et bnins hominis innocentissnmi ddserias et inonim 
andaciam cognoscere posdtis et rei pubUcae calamitatem« 

Cap. VI. %. 15« Sex. liosdad, pater bnliwco, flluniceps 
Amerfnns fiiit com genere et nobilitate et peeada tion modo 
sni mnnidpi, verum etlam ditts Tleinitatis filcfie pfbnos tmn 
gratki atque bospitUs florens bominum nobtüssumonmi« Niim 
cum MetelHs, Servi]iSs> Sdpiodbud erat ei noii modo bospitima, 
verum etiam domestlcus tisus et consdetndo: quas^ ut aecum 
est, fbmilias bonestatis amplftudinisque gratia nomine. Itaque 
ex suis Omnibus commodis hoc solum fliio reHquiti. nam patrl«- 
monium domestici praedones vi ereptum posddent: fbma et vifa 
innocentis ab bospitibns amicisque patetds defenditur. f. 16. 
Hie cum omni tempore nobUitatiä fantor fdssel, tain hoc tu^ 
multa proxumo, cum omdum tiobilium dignitas et salus iti dis^ 
crimen veniret, praeter ceteros in ea vidnitate ^m partetn 
caussamque öpera, studio, auetoritate' de(\Bttdit. Biedm rectum 
putaliat pro eorum bonestate se pognare, propter quos ipse bo«- 
nestissumus inter suos numerabatur. Postea quam Victoria con<- 
stitQta est ab armlsque tecessimos } cum proscril>eren(or bomines 



Cap. V. S. 19. oüendetis] östenderiili$ 



I8ft M. Tulli Ciceronis c. vi. \ti. s- *7-»u. 

nkqoe ex omni regione ctper.eBtar ii, qui adversarii ficiisse pol»- 
bantur: erat ille Bomae. freqaens, ia foro et ia ore omniom 
qaoüdie versabatur: magis ot exsuUare Tictoria nobilitatis vide- 
retufy quam timere ne quid ex ea calamitatis sibi accideret 
%. 17. Erant ei veteres immiGltiae com daobus Rosciis Ame- 
rids^ qaDnun altermn sedere ia accasatorum sabselliis video^ 
altemm tria huiasce praedia possidere audio ^ quas inimicitias si 
tarn cavere pololsset, quam metuere solebat ^ riveret Neque 
enim, iudices^ i^iuria metuebat. nam dao istl sunt T. Roscü, 
quorum alteri Capitoni cognomen est, iste qui adest Magnns 
vpcatur, homines eins modi: alter planunaram palmarum vetus 
ac nobilis gladiator habetv, hie aatem nuper se ad eom lani- 
stam contulit: qoi ante bane pugn^un tiro esset quod sciam, &- 
eile ipsam magistmm scelere aadaciaqae superavit Cap.-Vll. 
%. 18. Nam cum hie ^ex. Rosclos esset Ameriae, T. aotem 
iste Rosdas Bomae: com hie Alias assjdaos in praedüs ess^ 
. comque se volontate patris rei familiari vitaeque rosticae dedis- 
set, iste aotem freqoens Romae esset: oeeiditor ad balneas Pa^ 
latinas rediens a coena Sex. Roscias. Spero ex hoo ipso non 
esse obscarum ad qaem sospicio malefici pertineat: verom id, 
qaod adhuc est sospiciosom, nisi perspicaom res ipsa fecerit^ 
hone affinem ealpae iudieatote. % 19. Occiso Sex« Roscio, 
primos Ameriam naneiat Mallias Glaucia qaidam, homo tenuis, 
libertinusy eliens et familiaris istios T. Rosci, et naneiat domom 
uoa flliy sed T. Capitonis inimici, et cum post horam primam 
noctis occisus esset, primo dUocalo nuncios hie Ameriam yenit. 
decem horis noctarnis sex et qoinqoaginta milia passaom cisüs 
pervolavit, non modo nt exoptatam inimico nonciam primos ad- 
ferret, sed etiam croorem inimici qnam recentissomom telomqoe 
paoUo ante e corpore extractom ostenderet. g. 90. QoatridaOy 
qoo haec gesta sont, res ad Cbrysogonom in castra L. Sollae 
Volaterras defertor: magnitudO' peconiae demonstrator: bonitas 
praediorom — nam fündos decem et tris reliqoit, qoi Tibeilm fere 
omnes (angont — , hoius inopia et solltudo commemorator. demoo- 
strant, com pater huiasce, Sex. Roscius, homo tarn splendidas 
et gratiosos, noUo negotio äit occisus, perfacile hone hominem 

Cap. VI. $. 16. ftrequens, in foro] frequens , atque in ^aro. 
$.' 17. qui ante hanc pngnam tiro esset, quod sciami ui cum ante 
hanc pufptam tiro esset scUntia, 



r. vm. a. $. ti~t4. oratio pro Sex. Roseio Amerino. 181 

incantlim et msücmn et Romae ignotom de medio tolli passe, 
ad eam rem operam suam poliiceotor. Ne diutias teneam^ iu^ 
diees^ societas coitar. Cap. Vm. §. 21. Cum iam proscriptio- 
nis meDtio nnlla fieret, oam etiam^ qai antea metaeraot, redirenl 
ac lam defanetos sese pericalis arbitrarentnr: nomea refertur in 
tabidas Sexl Rosci, homiois stndiosissuiiM nobilitatis; maoceps 
fiC Cfaryvogoni». tria praedia vel nobUisBuma CapHöni propna 
tradoutor^ qoae hodie possidet; io reliqaas omnis fortaoas iste 
T. Roscius nomine Chrysogoni,, qaem ad modom ipse dicit, im- 
petnm fsdt. Haec bona [sexagies HS] emantur duobos mili* 
bm noiniiiii. Haec omnia, iadices^ impradente L. 6alla facta 
eme certe scio. $. 82. Neque enim mimm^ com eodem tem- 
pore et ea qaae praeterita sont et ea qaae videotnr iostare 
praeparet, caln et pacis oonstttoendae ratioDom et belli gerendi 
potestatem solus habeat^ cum omoes in onnm spectent, am» 
omnia gabemet; com tot tantisqne negotUs distentos sit, ot re- 
spirare libere. non pos^t^ si aliqoid non anjmadvertat: com prae- 
aerüm tarn mnlü occupationem eins observent tempusque aucu- 
pentor, ot simul atqoe ille despexerit, aliqoid hoiosce modi mo- 
teator. Hoc accedit^ qnod qoamvis ille felix eit sicut est, ta- 
rnen in tanta felicitate nemo potest esse in magna familia qoi 
neminem neqoe servom neqoe libertom improlnim habeat. % 23. 
Interea iste T. Rosdna^ Tir optoraos, procorator Chiysogoni, 
Ameriam venit, in praedia boius invadit: bonc miserom^ locta 
perditnm, qoi aoadum etiam omnia paterno fOneri iosta solvi^ 
Bety nodnm eiöeit domo atqne löcb patriis disqoe penatiboa 
4»raecipitem Sextom, iudices, extnrbat: ipse amplissomae peco- 
iriae fit dominitt. Ooi in soa re flösset egentissumosy erat, ot 
^t) imsolens'ia aliena. Malta palam domam soam auferebat^ 
plnra ölam de medio removebat, non panca sois adiatoriboa 
Jarge effoseque . donabat, rdiqoa constituta aactione vendebat. 
Cap. DL 9. 24^ Qood Amcrims usqae eo visom est indignom, 
üt orbe tota fletos gemitusqae fieret. Etenim molta simiü ante 
.ocolos yersabanlari mors hominis florentissumi Sex. Bosci cm- 
ddissoma: fili antem eins egestaa indignissoma, coi de tanto 

Cap. YII. g. 20. Ke diaüns teneaml Ne dhUius vo$ teneam. 

Cap- Vin. §. »!,. fieret, cum etiamj fieret , et quum ttlam, certe 
sciol eerto scio $, 28, elecit domo] eiicU domo, praecipitcm Scxtnm, 
iudicesj praecipitem, iudices* 



18S U. Tq^ Ciceronis c. ix. x. s- M^t. 

pAtriooDio pme^o tst» n^HritB ne iter qeid^ii »d s^ulenan 
patrimn rellquisset: booomm emptio iagiüosa, peeaesBio^ ftn-f», 
rapinae^ donationes. Nemo erst qni non lurdere emnla maUet, 
quam videre io Sex. Rosci viri optmnl atque boneBtiMOBii ka- 
nifl iaotaateiii se ac dominaatem T. Rosonun. %. M. Itaq«a 
deearioDam decretam atatlm fit, at deoem priol proAciacaafiir 
ad L. Sallam doceaolqae enm, qvii vir Sex. Roseloa füerk: 
oooquerantiir de istonim acelere et 'iolmlis: oreiit at et ilfina 
mortui fMnam et Ali innocentia fortonafl eooservatas velit At- 
qae ipanm decretuin, qoaeso, eognoscite. Dsorbtum oaccaieNUM. 
Leyati io castra veniant. intellegitar, lodices, id qaod iam aata 
dixi, improdente L. SoUa acelera baec et flagite fleri. Nan 
«tatim CbrysogODiui et ipse ad eoa aooedit et homiaea nehftfia 
adlegat üb, qui peterent, ne ad Sullain adirent, et omnia Gliiy- 
«ogonma qoae velleot esse AM^tnmm poWoerentor. $• W. Ua- 
qae adeo aatem ille pertimueraty «t mori mallet quam de lüa 
rebus 8ullam doceri. Homines aniqui^ qui ex sua natara octa* 
ros fingereaty cum iUe cooflrmaret sese nomen Sex. Boael d« 
tabolis exempturum y 'praedia vacua fllio traditurum: oumque Id 
ita futurum T« Rosdus Capito, qui in decem legatia erat, ap* 
promitterety credideruDt: Ameriam re iaorata. rererternot Ao 
piimo rem differre quotidie aeprocrastiaareisticoeperunt) deiada 
aliquante lentius, nlbil agere atque deludere: podtreno, ul i|Ood 
flicile intellectnm est, insldias vitae buinsce B^. Eosd parara 
neque sese arbitrad posse diatkn alieaam paevaiam donioo ia« 
oolumi obtinere. €ap. X- 4$. 97. Qnod bic aiaral atque aenrtt, 
de amioomm cogoatommque senteotta Bomam oonfugit, et aeaa 
ad Caeciliam, Nepotis [aoroaem, Balearici] flliam^ quam bonaüi 
caussa nomino, aantulit, qaa pater usus arat pluriuanms la qoa 
muliere, iadlces, etiam nunc, id quod omnas seaiper axistoma«- 
verunt, quasi exeiapli caussa vestigia antiqui ofM' ^remanaat 
Ea Sex, Roscium inopem, eiactam domo atque expullpm ex säte 
'fNinis, fDgientem Jatronum tebi et minas, recepit dotanm baapitiU- 
qoe ,oppresso iam des^eratoqoe ab> omnibus opittalata e«t, Bios 
virtüte, fide, düigantin Aictam tut^ ut Ua pettua vivoi In reoe, 

Cap. IX, g. 84, paasefsio] fiagHief^ possessio. 

Cap. ^. g, ^. Quod hio »\mi\l Quod U sUftul. Mepotfs Tsora- 
reai, Balearid] fiMam] f NepqUs ßkfm- ^ suis bqoM] <e stOt kmüa 
errore t^poKn^lOt 



c. X. XI. 9. t8-di. oraüp pro Stex, Roscio Amer^o. 1S3 

qmun.occteiia in prosodptos referreCor. $. 98. Naiq postq^aiiii 
iaä inteilexerant sumiiia diligeDtui vitam Sex. Rosci custQdiri 
aeque siM ullam caedi« l^ciandae potestatem dari^ coii»ilium ce* 
peront plenum sceleris et aadaoiae^ ut nomeo huius de parici- 
dlo deferrent^ nt ad eam rem aliqaem accusatorem veterem com«- 
pararent, qoi de ea re posset dicere aliquid, in qua re .qulla 
sabesset suspicio; deuiqae ai quooiam cr|mine non poterant^ 
tempore ipso puguarent. Ita loqui homines: Quod iudicia tarn 
dio facta noa essent, condemnari eum oportere, qoi prlmus in 
iudicium addactus esset: huic aotem patrooos propter Chryso- 
goni gratiam defuturos, de bonorum venditione et de ista socie*- 
4ate verbiim esse facturom Demiaem, ipso nomioe paricidi et 
atrocitate crinüuis fore, ut hlc nuUo negotio tolleretur, cum ab 
uttllo defensas esset. %. 29. Hoo consilio atque adeo .hac 
amentia impolsi, quem ipsi cum coperent non potuerunt occl- 
dere, eum iugnlandum vobis tradidernnt, 

Cap. XL Quid primum qnerar? ant unde potissnmum, ia- 
dioes^ exordiar? aut quod aut a quibus auxilium petam? Deo- 
romne immer talium? popuIine^^Romani? vestramne, qui summam 
potestatem habetis, hoc tempore fidem implorem? g. 30. Pater 
ocdsus nefarie^ domus obsessa^ ab inlmicis bona adempta, pos- 
sessa^ direpta: fili vita infesta^ saepe ferro ätque insidiis appe- 
tita. Quid ab bis tot maleücüs sceleris abesse videtur? tarnen 
haec aliis nefariis cumulant atque adaugent^ crimen incredlbile 
conflngunt, testis in hunc et acousatores huiusce pecunia oom« 
parant^ hanc conditionem mlsero ferunt, ut optetur, atrum malit 
cervices Roscio dare an insutus in culeum, supplicium parici- 
darum, per suinmum dedecus vitam amittere. Patronos huic 
iefüturos putaveruot: desunt qui libere dicat, qui cum fide de- 
fendaty id quod in hao caossa est satis, quoniam quidem susc^i, 
non deest profecto^ indices. §.31. Et forsitan in suscipienda 
caussa temere impulsus adolescentia fecerim: quoniam quidem 
semel snscepi^ licet bereutes undique omnes in me terrores pe- 
riculaque impendeant omnia^ snccurram atque subibo. Certum 

Cap. XI. S* 29. exordiarl ordiar. $. 80. opleturl optet ad 
tnsutas in culenm, suppHcium parioidarum, per somniam dedecas vitam 
amittere] an imutu$ in culewn per summmm dedectu citam amUUere, 
satiSy quoniam quidem suscepi, non deestj tatis ^ [quoniam quidem 
suscepij non dtest. 



184 M. TaUi Ciceronis c. xn. xm. g. 8t-A. 

est deliberahimque^ qaae ad canssam pertinere arbitror, omnia 

Don modo dicere, verum etiam^ lubenter , audacter libereqne di- 

eere. ^ulla res tanta exsistat^ iadices, ßt possit vim mihi maio« 

rem adhibere metua qaam fldes. §. 32. Etenim qnis tam dis- 

solnto animo est, qui baec cam videat^ tacere ao neglegere 

possit? ^^patrem meam, cam proscriptus non esset, ingulastis: 

oöcisam in proscriptorum numeram retulistis: me domo mea per 

vim expulistis: Patrimonium meum possidetis/^ Quid voltis am- 

pliusf etiamne ad subsellia cum ferro atqne telis venistis^ ut bJc ant 

iuguletis aut condemnelis Sex. Rosciumf di\). XII. $.33. Ho- 

minem longe audacissumum nuper habuimus in civitate C. Fim- 

briam, et quod inter omnis constat, nisi inter eos, qui ipsi quo- 

qne insaninnt, insaoissumum. Is cum curasset in ftinere C 

Mari, ut Q. Scaevola volneraretur, vir sanctissumus atque or- 

natissumus nostrae civitatis, de cuius laude neque bic locus est, 

nt roulta dicantur, neque plura tarnen dici possunt, quam popu- 

lus Bomanus memoria retinet, diem Scaevolae dixit, postea 

quam comperit, eum posse vivere, emä ab eo quaereretur, quid 

tandem accusaturus esset eum, quem pro diguitate ne laudare 

quidem quisquam satis commode posset: aiunt hominem, ut erat 

füriosus, respondisse, quod non totum telum corpore recepisset 

quo popAlus Romanus nihil vidit indignius, nisi eiusdem virl 

mortem, quae tantum potuit, ut omuis occisus perdiderit et ad- 

flixerit, quos quia servare per compositionem volebat, ipse ab 

iis interemptus est. g. 34. Estne hoc illi dicto atque facto 

Fimbriae non simillumum? Accusatis Sex. Roscium. quid Ita? 

quia de manibus vestris elTugit: quia se occidi passus ton est 

niud quia in Scaevola factum est, magis indignum videtur : hoo^ 

quia fit a Chrysogono, non est ferendum. Nam per deos im- 

mortalis, quid est in hac caussa quod defensionis indigeatf qid 

locus Ingenium patroni requirit ant orationis eloquentiam magno 

opere desiderat? Totam caussam, iüdices, explicemus atque ante 

oculos expositam consideremus. ita faciliume quae res totum iu- 

dicium cohtineat et quibus de rebus nos dicere oporteat et quid 

▼OS sequi conveniat intellegetLk Cap. XUI. §. 35. Tres sunt 

Cap. XI. S« 31. audacter] audacUer. ezsistatl exsUtet 

Cap* xn. g. 33. ut omnis occixus perdiderit] ut omnes cives suom 
perdiderU. $. 84. non fünülumam] sUnUlimum, 



G. xm. XIV. s. de-99. oratio pro Sex. Roscio Amerino. 185 

res, qnanttnn ego existnmare possum^ qiiae obstent hoc tempoi^' 
Sex. Roscio: crimen adversariomm et aadacia et potent!a. €rl^' 
minis coDfictionem accusator Eniciiis snscepit: audaciae particr 
Roscii sibi poposcernnt Chrysögonas aatem, is^qai planumnif 
potest, potentia pagnat De hisce omnibtis rebus me dicere opor-' 
tere iotellego. %. 36. Quid igitur estt non eodem modo de 
Omnibus: ideo quod prima illa res ad meum officium pertinet^' 
duas autem r^liqnas vobis populns Romanus imposuit ego cri- 
men oportet diluam: tos et audaciae resistere et^hominum eius 
modi pemiciosam atque intolerandam potentiam primo quoque 
tempore exstinguere atque opprimere debetis. 

%. 37. Occidisse patrem Sex. Boscius arguitor. Scelestum/ 
di immortales! ac nefarium fiicinus atque eins modi^ quo undl 
maleficio scelera omnia complexa esse videantur. Etenim si — 
id qüod praeclare a sapientibus dicitur — voitu saepe laeditui^ 
pietas: quod supplicium satis acre reperietur in cum, qui mor- 
tem obtulerit parenti^ pro quo idori ipsum^ si res postuiaret^ iura* 
divina atque humana cogebant? In hoc tanto^ tam atroci, tanf 
singulari maleficio , quod ita raro exstitit^ ut si quando auditunr 
sit^ portenti ac prodigi simUe numeretur: %, 38. qufbus tan- 
dem te, C. Eruci^ argumentis accusatorem censes uti oportere? 
Nonne et audaciam eins, qui in crimen vocetur^ dngularem 
ostendere et mores feros inimanemque naturam et Titam vitüs 
llagitüsque Omnibus deditam et denique omida ad pemiciempro« 
fUgata atque perdita? quorum tu nihil in Sex. Roscium ne obü- 
ciendi quidem caussa contnlisti. 

Cap. XIV. 8-39. Patrem occidit Sex. Roscius. Qui homo? 
Adolescentulus corruptus et ab hominibus nequam inductus? an- 
DOS natus maior quadraginta. Vetus videlicet sicarius, homo 
ftudax et saepe in caede versatus. at hoc ^ ascusatore ne did 
quidem audistis. Luxuriös igitur hominem nimirum et aeris 
alieoi magnitudo et indomitae animi cupiditates ad hoc scelus 
impulerunt. De luxuria purgavit Erudus, cum dixit hunc ne 
in convivio quidem uUo fere interMsse. Nihil autem umquam 
debuit Cupiditates porro q'uae possunt esse in eo^ qui^ ut ipse 
accusator obiecit, ruri semper habitarit et in agro colendo vixe-^ 



Gap. XTV. S. 90. annos natu nuiior quadraginta] *Annis maior 
quadrayMa. 



186 BL TalU Cicei^ . c. xiv. xv. s. «o-^. 

xity quae vMa nuunime disiiuctfi • cq^ditate est et pum officio 
oooiMQCjta. $. 40. Quae res igitur (aotum istam f^orem Sex. 
Bosdo obieoit? ^»Patriy ioqoit, noa placebat^ Patri oon place- 
bat? quam ob oauasam? aecesse est enim eam qaoque iustam 
et magnam et perspicqam tvme. Na«i ot illad iocredibile est, 
mortem oblatam ease patri a filio aioe pfainimia et mainmia 
oamuiB: aio hoo veri simUe qoq est odio fUlase parenti fllium 
riae canssia niiiltb et mag^ et neoessarii«* ^ 41. Rursua 
Igitur eodem reYertamor et qoaeramosi quae taota yitiii füerint 
In muco filio, qua re is patri dlspliceret At perspicauin est 
noUam ftiisse. Pater igitur amens^ qui odisset eum aine caussa^ 
quem proerearat At is quidem füit omnium coostaotissomaa. 
Brgo illud iam perspicunm profecto est, al neqne amena pater. 
neque perditus filius faerit, neque odi caussam patri neque aoe- 
leria flUo (üisae. Cap, XV. $. 4S. ^^Neacio, inqoit, quae oaussa 
odi ftierit: füisse odinm intellego: quia aotea, com duoa filioa 
haberet, illnm altemm, qui m<y*tuus est, secum omni tempore 
TOlebat esse, buno in praedia rosüca relcigarat,^ Quod Eraeki 
accidebat io mala nugatoriaque accusatione, idem mihi usa ve- 
nit in caussa optuma* Hie quo modo orimea commeoticium con- 
flrmsret oon inveniebat, ego res tam levis qua ratio infirmem 
ao diluam reperire oon pqßsum« $. 43. Quid ais, Eruci? tot 
praedia 9 tam pulcra, tam fructuesa Hex. Aoscius filio suo rele- 
gationis ac supplici gradai colenda ac tuenda tradlderatf Quid 
hoo? Patres fiuoiliae, qui liberos liabent, praeserüm Iiominea 
Ulins ordiniB, ex municipiis rustioanis, noiuie optatiasumum sibi 
f utant esse, filios suos rei famiüari maxome servire et in prae- 
düa eolendis operae plurumum studique coosumeref g. 44. An 
«mandarat hune sio, ut esset in agro ao tantum modo aleretur 
advilamt ut oommodis omnibus careret? Quid? siconstat, hqno 
noo modo eolendis praedüs pri^fkiisse^ sed certis fundis, patre 
tIvo, fjrui solitum esse? tamenne haec adtenta vita et rusticana 
relegatlo atque amandatio appellabitur? Videa, Eruci, quaoUim 
distet argumeotaüo tua ab re ipsa atque a veritate. Quod con- 
anetudine patres faciunt, id quasi novum reprehendis: quod be* 
nevolentia fit, id odio fiactum criminaris: quod honoris caussa 
pater filio suo concessit, id eum supplici caussa fecisse dicis. 

Cap. XV. S. 4dw Patres fiuniliae] patresfamilioi. 



cxTLXviL f 45--49. oratio pro Scsu R«scio Anserino. 167 

$.4& Neqiie baep tonon inteDegb^ ied iisqne eojpdd argqM 
HOB b»befl| nt nxm modo Übi «oute dos diceDdum putes^ venm 
ctiam contra rerum oalunun contraque eoDsoetadiaem homiBim 
oontraqae opinioneB omnliiiiL Gap. XYL At eiüm cma dnos flUoif 
habere^ altenini a ae hob dimittebat, altemm ruri ease piitiebatar. -* 
QBaeao/Eraci) ut hoo in booam partem accipias. non^eiiim expro-y 
braodi caiutfa, sed conuBOoeadi gratia dicam. $.46. 8i tibi fortooa 
aon dedity nt patre certo aascerera^ ex quo intelligere posaea, <|i4 
aniaraa patrios in lilieroa esset: at natara carte dedit^ ut bomaoi-^ 
tatls BOB pairnm baberes. eo accessit stadinm dootrioae, ut ne ^ 
litteris i|aidem alientis esses. Ec^piid. taodem tibi videtor, ut a^ 
MHilas veoiamnsy seaex iUe CaeciliaBOs miBoria flacere JSoty- 
cbnm filiom mstiksom qnam iUom altemm Cbaerestratam? -* aam 
u^ opiBor boo Bonüae est — : altenun ia urbe secom boBoria 
oaossa baberet altenim ms sappM caossa relegasset §. 47« 
fJOnid ad istas ioeptias abisf << iBqnies. Qaasi rero BÜbi difA- 
die aU qnamvis muitos Bominatini proferre, ae longina abeani^ 
vd tcibQlis yel viciBoa meos^ qd suoa liberos, qoos plarondr 
^iuBty agrioolaa asddoos esse oapiont* Verom bomliiea^ aetoa 
saniere odiosam eat^ com et illud kicertom sit Telintne bi noßO 
nofflinari et nemo vobts magis notos ftttorus dt^ qnam est bip 
EntycbBs, et carte ad rem nibil intersity otrom bunc ego comiir 
cum adoleacentem an aliqoem ex agro Vdente nonüBem. JBti^ 
Bim baec coBflcta arbitror a poetis esse, ut effletos Bostroa vhh 
res iB alicBis persoaia expressamque imagiaem aostram vidi^ 
ipiotidianae videremos. $. 48. Age bubc, refer animum sis ad 
yeritatem et considera non modo ia Vmbria atque i<i ea vioid^ 
täte, sed ia bis veteribns ipoddpiis, quae studia a patribus fk<r 
Biilias maxume laudeotur. lam profecto te iatelleges inopla cr^ 
minvm sudmam laudem Sex. Boscio vitio et cdpae dedlaa^ 
Cap. XVII, At noB modo boo patrum Tdoatate liberl Ibdnal^ 
sed permdtos et ^o aovi et, nisi me ISUlit animus, unus qd»r 
qne vestnuB, qni et ipsi ioceosi soat studio, qnod ad agmm 
coleodnm adtiaet vitamque liaac rustieam, qnam tu probra e^ 
crimini patas esse oportere, et bonestissumam et suaviasumaBi 
esse arbitrantor. §• 49. Quid censes bunc ipsum Sex. BosdOBi 



Cap. XVI S* ^* fnagliiem aosCnup Wtae] mmgi^em nottra^ 



188 M; Tulli Ciceronis c.:s:irii.xvra.8.öo-^. 

quo studio et qoa intellegentia esse in rnsti^s fei>iisf üt ex Ms 
propinqais eins, hominibtis honestissamis, audio, noo to in isto 
artlflcio aocosatorio callidior es qiian^ hie in sno. Verum vi 
opinor qnoniam ita ChiyBOgono videtar, qoi Iiiiie nnlluin prae- 
diom reliqnit, et arttficiam obliviscator et Studium deponat lice- 
fAt Qaod tametsi miserum et indignum est, feret tarnen aequo 
animo, iudices, si per ros vitam et famam potest obtinere: hoc 
vero est, quod ferri non potest, si et in hanc calamitatem venit 
^ropter praediorum bonitatem et multitudinem et, quod ea sta- 
diose cohiit, id erit ei maxume fjraudi: ut parum miseriae sIt, 
quod alüs coluit, non sibi, nisi etiam quod omnino coluit erimini 
ftierit. Cap. XVIII. %. 50. Nae tu, Bruci, accusator esses ri- 
^dicu]us, si Ulis temporibas natus esses, cum ab aratro arcesse- 
bantur, qni consules fierent. Btetiim qui praeesse agro blende 
fla^tium putes; profecto illum Atiliom, quem sua mann spar- 
gentem semen, qui missierant, eonvenerunt, hominem turpisso- 
mum atque inhonestissumum iudicares. At bercule maiores 
iiostri longo aliter et de illo et de ceteris talibus viris exiista- 
mabant. itaque ex minuma tenuissumaque re publica maxumam 
^^ florentissumam nobis reliquerunt Suos enim agros studiose 
colebant, non alienos cupide appetebant: quibus rebus et agris 
et urbibus et nationibus rem publieam atque hoc Imperium et 
populi Romani nomen auxeruot. %. 61. Neque ego haec eo 
profero, quo conf^renda sint cum hisce, de quibus nunc quae- 
rimus: sed ut illud inteüegas, cum apud maiores nostros sum- 
mi vir^ clarissurniquehomines, qui omni tempore adgubemacula 
rei publicae sedere' debebant, tarnen in a^ris qdoque colendis 
aliquantum operao temporisque eonsumpserunt; ignosei oportere 
ei homini, qui se fateatur esse räisticum, cum rure assiduus 
Bcmper vixerit: cum praesertlm nlfaH' e^set, quod aut patii gra-> 
tius aut sibi iucundius aut re Vera houestius facere posset 
% ti2. Odium igitur acerrumum patris in^fium ex hoc, opi- 
nor, ostenditur, Eruci, quod hunc ruri esse patlebatur. Num 
quid est aliud? „Immo vero, inqult, est. nam istum exberedare 
In animo habebat.^' Audio: nunc dicis aliquid, |uod ad rem 
pertineat nam illa, opinor, tu quoque concedis levia esse atque 



Cap. XYIIL* $: 6t. intenegas] inMUgatur. oonsompseraat] con- 
mtmpsmnt cum rare assiduos] cum ruri assiduus. 



€. xcx. ^Q^ i' ^^^-^- <M^tio sro Sex^BMCio Amerino. .ISl^ 

pldmn.qqidem nisi f^ernro veo^e^ .JD^onram soaiii isUm noa 
.flqre quisqniua vocatet nee mimiDf 4fi. n^q^e.Jn .mbp viv«re^ 
mgu« revocatorof^ fiSMt .Pfp« XIX,. llTeillim hsec.taqQpqii» 
iatoUegto esae BOgatoria. Blod^^quocl coeiüjiiiis, videamiiis; qyo 
oerAw argviqentom odi reperiri iiifQp, i^Ojlp. pi^ept , ,§• Aß* Ex- 
bor^di^re piUer filii}inco^tabat Mxtto^gfmjsidr^ ip^^ie^c^mst^ 
.gW^ ;VM Boiap: tametoi te dicoi^e .«tfoe. ^«nM^^re^Wifl^sa^ 
9ii^4fLrf]4^ebat:^,et.id er(it certi j^^cpsatflris eC(bs|ii(q^,,jgiii, Iwijtt 

bil3 J^;iq^Q0ii8, pfO^i^.potaerit.caiümi^ iij^jfe^e, ut natacaitifipflyiiB 

f^l^gpe patf^ €88e^;aefy^ obUvisceretiim. quae ,a^Q oii|g^ls 1)% - 
iipacf j pecoatift ^i^cqidfi^e potuiase jiod arbi^ron; . J^ M*:'Ver|m 
cQOoedo tibi^ nt^f» praieterefiSy qoae^. cvm tacea, npUa esse ^9«^ 
oedia. Slain qwdem voloiase exbe^edare certe tn planuia fac^ 
ifIbeB. ; Quid eigo adfera^ gua re id ttetma poteouia? Vere 
nihil potes.dic^e. Finge aliqnid aalten oommode: .nt ne plane 
yide«^ id faccire^ .qaod aperte focis, huiiui miseri /ortqnia et 
tnon^ vlrorom taUom dignitaü illadere. Exberedare filinm vor 
lait Qiiain ob ctmasan^? ,^escio.'^ Exheredavitaef ^^Noo*^ 
Qais probiboit; ^<pogitabat<< Cogitabat? coi dlxit? ^emini.^ 
Qldd est aliud i^dicio ao legiboa ac maiestate reatca^ abati fA 
qjDaeakim a^ae »d labidinem, nisi hoe modo accnsiu^e at^o id 
obtioeroi q|aod planum facere noa modo non poBais^ veram ne 
conerif qnlAem? .9* ^* Nemo noatcom est^ Brad^ quin sciat 
Übi li^lnifi^y imm Sex. Roscio nnllaa ease. vident omnes^ qoa 
de canasahnc ii^micos yenia^. aciont hninaoe pecnnia te ad- 
doetnm easOk Qnid -ei^go est? ita tanken qnaeatas te oopidnm 
ease oportebat, ut horam existnmationem et legem Bemmiam 
potares aliqnid valere oportere. €ap. XX. Accasatorea miiltos 
Cfise ia dvitate utile est, ut metn contineatur. audaoia, venun 
tauen boc ita est utile , ut ne plane illodamur ab accosatoribua. 
Innocena est quiq;>iam. verum tarnen quamqnam abeat a culpa, 
aoqiicione tarnen non caret. tametsi miserum est, tarnen .^^ qui 
huac accasett^ «possim aliquo modo ignoacjere. cum enim aliquid 

CaQ. XIX. S^ 58. pater] parms. $. M« bne iaimieiis] hulc in» 
iniicta. 



i9A H. Tulli Ciceronis c. xx. xxl ft. s«-^. 

lMt>eat, qaoi posatt orimfiiose ao suspictose floere, aperte IttA*- 
Veari et cfdmnniinl sdens ttoir videatiir.' g. 66. Qaa re fki^ 
imnes pafimor ^esse qäaia {»luramos accosat^yres: qnod imiocetts, 
M accnsatiis dt, absoivi potest; inöcen», tlA aectnatiis f^ieilt, 
'condemnaii non potest ITtilios est antem «KsoM hmoeeoteniy 
ipönm Docentem caussam non dicere* AnserHms dbaria piAIloe 
Ibcantnr et canes ahmtar in Capitotto, nt signifleent^^fli ftires 
Venerhit At Aires Intehioscere non possnnt sl^piiilcadt tarnen, 
irt qd noeto in ^apitoünm venerint: et, qnia id' est snapldosani, 
tametsi I>e8tbie sint, tarnen in eam partem potios peecant, qaae 
est cantior. Qaod si hice ^oqne canes IMtrent, com deos sa- 
fdtatom nUqoi teneriot: opinor, Üs crnra soffiringantor, qixod 
Kcres siflt etiam tum, enm suspicio nnSa ät» f. 57. Simfllniiui 
Bst accasatoniin ratio. Altt vestmm anseres Amt, qni timtiiBi 
modo elamant, nocere non possiiiit: alH ealbes, qni et iatrsre 
M mordere possnnt. Cibarla rMa praebeit vldeninff: Tosmutem . 
tnaxnme debetis in eos impetom tkoere, qni merentnr. Iioe po- 
pdo gratisBuniuin est. delnde ai voletis, eüam tam, cnm Teri al— 
mile erit aHqnem commlsisse, In snspicioiie lutratote. id qooqae 
Tidncedi potest. Sin aotem sie agetis, ut argnafhr alhtnem pa* 
trem oeddisse neqne dicere possitis ant qna re tot quo modo, 
se tantom modo sine snspidone latrabitis: crnra qnidem yoMs 
nemo anbringet; sed si ego lios lyene novi, Btteram illam, ooi 
TOS «sqne eo inimid estis, nt etiam Kai. omids odeiitis, ita ▼•- 
dementer ad capnt adflgent, ot postea neminem aünm nid fbrta- 
«as vesiraa «ccnsare possids. €ap. XXI. g. 66. QM kM ad 
^efendendom dedisti, Inme accnsatorf quid liisce aiitem ad att- 
apicatidum? ^ Ne exlieredaretnr, veritus est; ^ audio. iBed 
'qua de oaussa ireveri debuerit, nemo di6it. ^ Sikbebat pat^ 
In animo. •— Planum fHc. nütB est: non, quicum d^berartt, 
quem eertiorem flecerit, unde istud rebis snspieari in mentem 
Tenerit. €um tioc modo accnsas, Bmci, nonne hoc palam df<^ 
dsf Bgo quid acceperim sdo: quid dicam nesdo: unnm HNid 
'specCati, quod CliiTsogonus alebat, neminem istt patronum Ai- 
turum: de bonorum emptione deque ea societate neminem esse, 
qui vertram fiicere boc t^npore änderet Haec te opido fklsa 
In istam flraudem impulit non mehercnles verbum fecisses, d 

O19. XX f. 59. bestiae sfntl beHiae mmt. 
Cap. XXI. g. 58. mshercolea] mehercule. 



c. xxt xxB. s- 0»-^.' offvitfo pro Bex, lloscio Amerino. 101 

Uin ^qildnqiniln IVSyUBBUlUllI plnBBBCB» ~ |^ Ov* vpBivo pivmB 

Bis «eder^ttt; qM^tone, inw ^l€r «at Die deMMrii MMts de 
ne iN^^ doüiil^ftteiii tpSMä emity qmOt Mtm tiKäw m m palOkmm 

WnUICt iSry' TtßUAt/fvty V0nlo6''I^WiftltXW'^' wMt 4M0lll|lMMI MMttll 

pnertn» ^nffeftMty^ oredo, ^ eoetuun^MpMMt ptWM^m vesuo 
i^DseMi'' m '*'h€b 't^OBVMtit fffti BttniMi MMttdIfte AbotaNlfff. 
CRp. XXn. 9^ §9. ^e#bm^%i]i4iilitortfis6dttt''Mr^ eg«. 
renpMre ViMH ^ ^tood m^mm^^ßi^eer^. Coepl die«rt. 
Ob^ite eo «Aimidyei'fi^'idllce^^i'Mtti löctM^tqoe tflias ras ag«r«^ 
•nte qtmm dtryiogiMrtuii ^MnÜMMi • i^iM« itand atqne «dligi, 
MÜm lH)ffl6 ie «mcft. «ÜNM vfam Mt laMlMi quid eom f»- 
p wg tfl s o t • ttcMW I»» tSrM'^Hottliiiivt. Postea hMiines curmre 
uttm 'et imo Mii destitertttitt or^do, fsi €brysogon» Mnd#- 
rent esse flilqtiem In etvfMe^ «qtd eo«rM volaotatem eins dioere 
aoitereti iMsr cMssatn agi atqtie tifo exfotannret: aperiri bo>» 
nermn emptieiieill: vexaripesstunesoeleteteni: gradstn petendam- 
ijfae ek» neglegft indfoes dü^ectc«^ adteedere: popvle rem i»- 
dlgMn videri. 4. M. Qiiae qdoidaii le MWenmt, Afiid, qnoo- 
iMnqee vldes vefss esse dmnia; esüMMutt pro Sok. Rosdo, si 
neu eommode; «t Itbere iM\ qoemf idedi potabas^ defendi Intel-. 
legto^ qties fraAtoiM speralM»^ vides HMeares resIRiie neMs 
»Bqnande veterem toam fflam ^SlMIteten atqne prudentian, con^ 
4tere Inio ea spe fentsse, ^od polares Üic latreolniiun^ non ta- 
ilolom Mumm. De parieldio eanssa ^Kdtars ratio ab aoeosa- 
tere reifita non est^ qaam el» canssam patrem filiits oeciderlt 
-f. 6f. Qiiod In nlmuBls nexBset In bis levtorttras peceatls^ 
qnae magls erelnra et iam prope qnotliMana srnit^ M maxme et 
prlmom qnaerttor, qnae oanssa malefloi f^erit^ Id Btaelttl In 
parteidio qnaeri nen putat eportere. in qno seelere^ tncHces^ 
etlam onm mnltae eanssae convenisse uonm in loonm atqne in-* 

Cap.XXI. g.^. ne saspicatum qoideni estei qaod) ne mupUatmm 
qm^ew, quod. 

Cap. XXIL (. 60. ttHrs el eitro] irfffY> £Vf7 Hita. S* dS. fd 
mftxiraiej maxime. 



198 M» .Totti Cicaroms c.x3ai.£UH, s.f8-H6&. 



I 



ter 00 coiigniwe/Tideiitor.i tapep non ten«re credit^ joeqne leYi 
.ooueeftBitt pea j^p^ditwt Beqoe t^^ iAcertos aoditpf :iieqcie aecoaiita- 
o!» inge^io.xefliadicfttBC« Cam^olU ante» comniaü^inaleflcia, canT 
'Vita hominia perdkuswaa,. tum.siiiciiltri» ttadiMi}% ostandfttiir ne- 
06800 ost, QO^pi^ fn^^msin 0oliiiD>. aod. spniiMUi ftinn;.4üt^ aoieiitia. 
baec onm «int* oninia^. Ii^cin <ox«^i|t fo^^et <ypgygwi-ii9»lcyla voati- 
jgia, uU^ qa%niäo0^ p0r q99Sr4a^ tomporoiaaMIciiipB^ acMnissnm. 
i^wio niA notta ot ]ni^<M<^Mmt^ j^rofocto res Um aq^^f^ ^i» 
lAirox, lan^ noflNria crodi ;ii(9i< j»fK0fitr 8- ^ Jtfagpif o# oaija vis 
hnmaoUatis: onttwa vjiM c^mumnio saogiüiüsf *f e<4fmi(at istiiis 
.modi|Mispl^nU>Ds4^MtlK%f^iBPitfM^^ corttsao- 

.Biiim est osflo.füiqaeiiirtasipittiipmte f^^iyia^ qpi^aatum im- 
.maalli^ beadiMi'yioerUy >i|t r«99PJ^'«W0.:lMNiP.|M^^ In- 

oem aap^L0rit| .000 iodigni^pvif imcfi ^^mAU onm otiam fofis 
jotor soso Partus a^po.«4iioatiQ ^ wutafa i§4a.ooBoiliet., Cap. 
XXm. %. 94.: NoD' iU ,9lPtti«^)4mt0 aanbi, ai«tf T. .OoelijBB 
^loeadom Terra^ena^p Jb^mrin^ft' noo obscufiHBy -o«Ma oooiiatiis 
lOnUtom in idom cooclavft ema^^okasadol^siMpWiiis fllüa iaoot^ 
JavontaiB '0980 maipo iiigii||Uiii«u Cma netpiia s^rvu» qidsfBam 
reperiebator neque Übet; ad qqem ea so^pi^ pertinerot^ id aata^- 
tk aotom dao flUi proptor ^«baaüs na «oosiBs^ qoidom so dico- 
ront: nomloa filioram do> pirioidio dolate sunt Quid potoiat 
^^ *^** ^ snsplciosam fMitem n^trunuio seosisßef ansoa 
aut^m 0800 qnernqnam .so ia id coiv^bvo committero^ 00 potis- 
oumam tempo^o, ^mm ibidem .00000^ dao adole^oenloa fllii^ qoi 
jot 0oatiro et defeadero flndlo poeoeat? . §. 66. fiimt pono 
.||emo> in qaem ea sospido ooaveifiret Tamao com plaoom iudi- 
cibos esset fMtapi ap^o osüo dormiootis eos. repertos esse, 
. iadicio absoloti adoloBceates et sm^idooe omni libaratl sunt Nemo 
oaim putabat qoemqoam osae ^ qui com omnia divina atqoo l^i- 
mana iura sceloro neAMio* poUoisset^ somoom statim. eaporo po- 
toissety propterea qood qoi taatom facioos eommieoroot, noo modo 
aino oora qoioecwO) ood no 0piraro qoidem 0iao meto poosoot 

Cap. XXI!. S. 00. com vlta hominis] tum vUa kamMt, 

Cap. XXm. $, 64. Terracinenseml Tarradnensem, reperieba- 
tor] reperiretur. Quid poCerat nv^^*"^^ e%t sospiciostua aotem, nein 
tnnaiie tenaiase] Quid po€tea? erat sane suspkiotnmt neutrmm «ea- 
iiise. ^ 05. sine meto possuatj sin$ nulu posHnt* 



c XXIV* xxv* s- M-70. oratio pro Sex. Boseio Amerino. tl3 

Ca^,, XSnri ta Mi VIdottno 9100 nDUs poete« tinttümiit 
patii» oldBcettdi ewxmm sap^tat de nMUre snmpsitiae^ etfoi 
inmes^rttoi* deomm immorialliim iossifl at^e <vaciilifl id fee^BO 
dlooiilor^ tarnen ot eos agiteot ftiriae neqae conslstere nsquani) 
poüantor; ^piod ne pii qoidem sine scelere esse potaenmCf 
610 -a^ res habet, indices« Hagoani vim^ magnuai neoessHo«« 
teoiy magiiMft possidet religiooem patemns mftternasqae san^ 
gm: ex quo si qua maouki concepta est, non laodo loi ndii 
potest^ yemm usqoe eo peimaoet ad animam, nt sammiis tarot 
atqne ameiitla ecoseqnatar. §. 67. Nolite enim potare, quenl 
ad modam in fubnlis saepe nnmero videtis, eos^ qui aliquid iuM 
pie^aoelerateque oomnüserint, agitari et perterreritariarum tao^ 
dia ardeatibum Sua qnemque fraos et snus t^ror maxumo 
vexati snnin quemqae scelus agitat amentiaqne adflcit: snae 
malao <H>gkatkMies conscientiaeque animi terrentt hae sunt impii^ 
assidnae domesticaeqoe f^riae; quae * dies noctisque parentum 
poenas. a coasoeleratissnmis fllüs repetaot §. 681 Haec magni-^ 
tudo maleflei fadt^ ut nisi pene manifestum paricidium profera^ 
tor, coredibile iioa sitt nisl turpis adolescentia, nisi omnibns fla*« 
l^tlis vila inqulai^ nisi snmptns elTosi cum pröbro atque dede-> 
eoroi nisi prorupta audacia, nisi tanta temeritas^ ut non proeul 
aliherreat ab insania. Accedat huc oportet odinm parentiS| 
animadversionis paternae metos, amici improbi) servi conscüi^ 
te«^U8 idonenm^ locus opportune captus ad eam rem: pene di» 
can, respersaa maaus sangutoo patemo iodioes yideaot oportet» 
si tantum fiidnus, tarn immaoe) tarn acerbum eredituri sunta 
%^ 69. Dva re hoe quo minus est orediUle^ iM ostenditnr: eo 
magia cyst^ si convineitnr) vindicandom. Cip« XXVa Itaque cum 
multis ex rebus ibteilegi potest maiores nostros non modo anaki 
plus quam oeteras natiönes^ verum etiam oons^io sapientiaque 
peMssex tum ex hac re vef maxuae, quod in imj^s singulare 
supplicium inveneniat ifam la re quaatum pmdentia praestiterini 
iis, qui apud ceteros sapientissomi fuisse diconturi oonsideraMb 
% 70i Prudentissoma eivitas Athenitpsium^ . dum ea f^rum 
petita est, fuisse traditun «las porro dvitatid sapientiaftumiMa 
Solonem dicunt takae^ eum^ qoi leges^ qiübüs hodie qttoqtie ntan-*i' 
tur, scripserit« Is cum interrogaretur^ cur nullum suppUoioia 

Cap. XXIT. 8* ^' 'oi odn potestj tUtt non poie^L 

i9 



194 M« TidU Cic^roms c. xxYh ixvn. s.7i-i»- 

toisttöiM^ kl em, ip3& pareüteia neOMset, respondit so Ü ae-^ 
■riaem fketamm piitaMe. Saftfenter fttkae didtor, eem de eo 
nihil sanxeiit/ qood antea oonittfssiim non 9tMy bo noa las 
proUbere ^am admonere TidereCnr. Qnaiito malores nwM «h 
pientiaB? qai oum intellegerent nihil esse tarn sanoCiM&y qoed 
non aüqiiaDdo vioiaret andacia, sappUdnm ki parioidaa ^ngnlare 
excogitaverant: ut qaog natora ipsa reünere in officio non po- 
to&Bset, raagnitadine poenae maleicio oammoverentnr. ioani to- 
Ifienuit in onleam rivos atqne ita in turnen ä^iA. €ap. XXVf. 
%. 71. O singnlarem sapientiam^ iudicesl Nonne ridentar baoo 
hondnem ex reram natura snstnlisse et erlpniMe, cni repenl« 
endam, solem^ aqaam terramqne ademerint; nt^ qid eum necas- 
mty Dnde ipae natns easet, careret üs rebus omnibiia, ^ ^nlto 
OBBia nata esse dleuntar^ Nolaemnt fi»is corpus ohttcei«, le 
hestüs quoque^ quae tantnm soelus adtigisseat, iaHBanlorihusiäe' 
remur: non sie nudos in iinmen deiieere^ ne cum delatl essest 
in mare^ ipsum poUner^t^ quo cetera , quae Tidato sunty <npl- 
ari putantur. . Deniqoe nihil tarn yile neque tarn rolgare est, 
eulns partem ullam retiquerlnt. % 7^' Btenim quid tarn est 
commune quam spiritus vi vis, terra mortub^ Aiare fluotaanttb»» 
Rtus eiecthif Ita vivunt^ dum possont, ui iacere animam de 
c^ido non queanty ita moriuirtury nt eorum ossa terra M^atan* 
gat: ita iactantur tnotibusy ut nomquam «bluantur, Ita postraM 
eitciontnr^ ut ne ad saxa quiden mortui oonqniescant IMl 
nmtefici crimen^ ciä nuddldo tarn iasiftte noppitciimi est coofli^ 
tutum, probare te, Bmd, ceases pone talibas viris^ si ne cane- 
sam qiAdem maleflci protuleris? 81 hune ap»d bonorum empto- 
res ipsos accusarOs eiqiie ludioio Chrfsogonus prneessety taoea 
^gentius paraüusque vedsses. §. Td. Utrum quid agatur, nea 
Tidesf an apud quos agatar? Agitnr de paricidio^ quod lAa» 
multis caussis suscipi non potest. Apud honrines «otem pniiea<* 
tissumos agitur: qui iatdlegunt neminem ne minumum quiden 
maleficium sioe caussa ^mittere. 

Gap. XXVII« Bsto: caussion preferre non potes« taneti 
statim vicisse debee, tarnen de am iure daco^hua et ÜM^ ^od 
in aha caussa non ooncederem^ hi hao coneedam fk-etos boiiii 



Cap. XXV. $. 70. potnissetj magnitndinel potuisset, H magni^ 



c.xxvii.xxviiLS.74-7«. oratio pro Sex. Boscio Amerino. IM 

louoMiitfau Sm qnteio alM te qua re ^^Urtm 8tr. BoMint oe^ 
-dderlt: qnaero q«o ttoAo ocdderit IIa qaiufp iOM te, C. Bmei, 
tfoö nodo^ et flo teeom agmtt, Qt in meo loeo yd respondeB^ 
Yd lotjWpeUwidl ÜU potestatem ftidam vel etiam ü ^vid voIm 
MerrogttQdL §• 7^* Ooo modo ooeMitt ipae perenssit an afiii 
ocddeadnm dedit? 0i ipsiuli argois^ Roaae aon Mit si per 
«Hos ftolMe didfly qua^ro Bervosne an Iflbcroaf — qaos homines? 
Ittdidamne Ameria an hosce ex ushe sloarklat Si Anieria: qol 
sunt hit dir Boa nominantarf SI Borna:' nade eos noverat Ro^ 
acte, qd Romaai mottia asnia non yenit neqoe Qmqnam ploa 
ifUhio ftaltt aM ^ob conVanitf quicom locotoa OBtf qno modo 
persoasit? — Prettnm dedit — coi dedit? per qoem dedhf unde 
aut qoaatiim dedit f nOnne hia yesüglia ad capnt malefid per* 
yenlii aolet? et «üanil tHii in mentem yeniat fkeito^ quem ad 
aednm yltam hnfoace depinxeris: Inme hominem tonm atqne 
afredem ftaimet nnmqnam cum lioaüne qnoqoam .eolloeuCirai 
esset Bomqaam in oppido eönstitissei $. 76. Qua in re prae- 
t^reo UM, qnod diilii raaxnmo argaraento ad bntas innoeenüam 
potenU 0896) in rastids moribos^ in yicta aiido^ in faaO horrtda 
lAenlti^ple tita istios modt malefida gigni non solere. Ut noa 
mnoeii fhigem neqne arborem in omd agro reperire posds, 
sie non dmne ftidm» In omni yita nasi^or; In orbe ioxnrfes 
Creator: ex loxoria exsistat ayarite neeesae est: ex ayaritia 
erompat audada: inde omnia scdera ac nalefleia gignuntiir. 
Vita aotem liaec rosttca^ quam tn agreatem yoeas^ piMmoniae^ 
diUgentiae^ Institiae magistra est Cap; XXYUDU S- 7«. Vernm 
baec niissa flido« Bind qoaerd, is homO, qni, nt tote dids^ 
monqaam inter bodiines ftierit, per qiioa homlnes faoe (antnm 
fbdnns^ tarn occnltam, absens praesertim^ eonficere potderit. 
Muha snnt Msa, iadicüs^ qoie tarnen argd sospidose possunt: 
In bis rebus d snspido reperta erit, oidpam inesse conoedam. 
Bomae Sex. Bosdos ocdditor, oom in agro Amerino esset IHI09. 
Ittteras, credoi, midt attccA dcario^ qol Bomae noyerat' nemiaem. 
^ Areesdyit attquenu -^ quem ant qoandof — Nondnra mSsit. -> 

^p. JtXVii. S. iS: tn jneO ioccT] äi to iocö. $. 74. Pretiitis de- 
dit.-] jürftltun i{<rJlt 9 

Cap. XXTm. S. 7^. Arcessivlt attqoeiiu — quenl atit qutiido?1 
Aree$ßMt aUquem. At quandof 



196 IL Tulli Cicaroms c.xxvin.xxix.r7f-79. 

qoem aot ad quemf PretlOy gratis, spe, pronteis indiixit «B- 
qaeiB. — nihil horam ne conflogi qnideni potest: et tarnen 'camsa 
de parioidio dictar. §.77. Relicum est, ut per eeriFOs id ad* 
nüserit O di .immortalesi rem miseram et calan^osaniy qoed 
4n tali erimine qood innocenti sainti seiet esse, ui servos in 
quaeAtlonem polliceatar^ id Sex. Rosdo flAcere non licet, voa^ 
qui hone accnsatii^ omnis eins »ervos hi^etis. unus paer Tiotna 
qaotidiani admlnister ex tanta familia Sex. Roseio relictos non 
est. Te nunc appello, P. Scipio, te, Meielle, vobis advocatis, 
▼obis agentibus, aliqnoties doos serros paternes in qoaestioBem 
ab adversariis Sex. Roseios poetnlavit. Memmistiae te, T. Bo- 
sei) recusare? Oddf U aervi nbi sontf CluTBOgonamy iedice^^ 
aeetanlur: apod eom stmt in honore et in pretio. Btiam nnne^ 
Ol ex bis quaeratar ego postulo^ hie erat atqne obseorat — 
Quid fdcitis? cor recnsatis? — $. 78. Dobitate etlam mmc^ 
ladices, si potestis, a quo eit Sex. Bosdna occisua: ab eoney 
qai propter iliias mortem in egestate et inaidiiä versator, cui ne 
qoaerendi quidem de morte patris potestas permHtitory an ab üa, 
qui quaestionem fügitant, bona posadent, in caede atqoe ex 
caede Tivunt Omnia. indloes, in hac caussa sunt misera at- 
que indigna, tarnen hoc nihil neque aoerbius neqoe iniquius pro* 
ferri potest: mortis patemae de servis paternis quaestionem ha- 
bere filio non licet ne £am diu quidem dominus erit hi soos^ 
dnm ex Üs dfr patris morte quaeratur. Veniam neque ita mutto 
post ad huno locum. nam hoc totnm ad Roscios p^üaet: de 
quoram . aadacia tum me dietumm poUicitus som, cum Kmoi 
erimina diluissem.' Cap. XXIX. 1|.79. NunCyEmci, ad te ve» 
nio. oonveaiat mihi tecum necesse est, si ad hunc malefleinm 
istud pertinct, aut ipsnm sua manu feclsse, id qnod negas, aoC 
per aliquos liberos aut servos. liberosne? qnos neque ot conve- 
nire potuerit ne^ue qua ratione induoere neque ubi neque per 
quos neque qua spe aut quo pretio potes ostendere. Bgo con* 
tra ostendOy non modo mhil eomm fiecisse Sex. Bosdum^ aed 
ne potuisse quidem -facere: quod neqne Romae mnkis annis ftie* 
rit neque de praediis umquam temere discesserit. Restare tibi 
videbatur senrorum nomen, quo quasi in portum reiectus a ee* 



Cap. XXVni. S* 77. ealamltosam, quodj calamdosam. Quoi» 
ori^nüi« quod ianooenti] erimine innocen(L 



c.xxix. XXX.S. 81^-68. oratio pro Sex. Roscio Amerino« 197 

leris snspicioiiHHM oonfbgere posses^ vbl seopulani offenfe du» 
medi, ot non modo ab hoc crimen resilire videas, venim^omBem 
saspielonem in vosmei ipsos recidere iotellegas. 9* ^^ Ooi^L 
«9t ergo? quo (andern «ecusator inopia argamentorani confdge« 
ritf „Eins modi tempas erat, inqnit, ot homioeB volgo Impune 
ocoiderent«ir. qua re tii hoo propter malütadinem sicariormii 
Bülld negodo ftioere potoistM^ Interim mibi videris, Kraci^ iib4 
meroede doaa res ad«eqol velle: nos iodicio pc^füudere, aoeii«» 
sar& atitem eos ipsos, a qoffoas mercedem aecepisti. Q*äd aial 
Tolgo oecidebaotar? Per quos et a quibas? Nonne cogitas te % 
sectorllms liao adductum esse? -^ Quid poRtea? Nescimus per 
ista tempore eesdl^m fere sectores ftmuse coUonmi et bonorum f 
§. M. II denique, qüi tum aitiatt dies noctisque dtcmn cur-^ 
aabarit, qui Ilomae erant assidui, qui omni tempore in praeda et 
sanguino Tenuibantiir^ Sex« RoscIo temporis lUiüs acerl»tateaK - 
intqultatemqueobileient: et ilJam siearioruni multitjidinem, in qu» 
tpsi duoes ao principcs erant ^ hnio erimini patabuiit fore? 
qäi non modo Romae non fbit, sed omiuno quid Boiuae agere«* 
tur fiesolret, propterei^ 'quod rari aasidnas, quem ad modo« tute 
cenflteris, hiit. $.89. Vei«eor ne ant molestus^hn vobis, iudi* 
if^, aut »6 ingeniis vestris videar diffidere, si de tarn perspi«» 
euls rebus diutius disseram. Emoi erimlnatio tota, ut arbUror, 
dissoluta est, nisi forte exspectatis, ut ilia diluam, quae de pe- 
culatu ac de eius iaodi rebus commentieüs ioaudita nobis ante 
hoc tempufl ao nova oMecit: quae mihi iste visus e.st bk aUa 
oratiohe deelamare, quaminalium reum commeiitarctur: ita ne- 
que ad Crimen piuicldi ncque ad eum, qui caussam dielt, pecti- 
Aebant De qi^us quoniam verbo arguit, verbo satis est ne« 
gare, Si quid est, quod ad testis reservet, ibi nos quoque, ut 
in ipsa caussa, paratlores reperiet quam putabat. Cap. XXX. 
S* 83« Yenio nunc eo, quo me non cupiditas ducit, sed fides. 
nam si mihi luberet accusare, accusarem allos potios, ex quibua 
pessem cresoere: quod certnm est non facere, dum utrumvis 
lieebit. Is enim mihi videtur amplissumus, qui sua virtute, in 
altiorem loeum pervealt^ non qui ascendit per uUerius incom- 
modum et calamitatem, Desinamus aliquando ea scrutari, quae 

Gap. XXIX. S, 81. oürcott corsabr^nt] eoncursftbant* et san- 
guine] et i» sanguine* 



198 M. Tulli Ciceronis c.xxx.xxxi.s.s4-~e6. 

sont inania: quaeramiii ibi iialeficilim, ubi et est el Inveoiri 
potest. lam intellegesy Eraci^ eertnm Gdmeii qaam nalds sospi* 
cionibos co^rguatiif^ tametsi neqn^ omnifi dicem et levit^ ummi 
qaodqne tiiogam, neqne enim ic| facerem, iiisi neeease esaei; ei 
id erit lAgtd me iovitamfacere, qvod non pioseqnar looginfiy 
quam salas hiiius pt aea fides pcNitalaUt« %. 84. Cauasfim ta 
oaUani rep^ebaa in Sex. Bosoio: at ^go in T, lUiscio rtp^rto, 
Tecani eaiifi nübi res est, T. Rosci, quoniam istic aede^ ae ta 
palaip ndversariimi esse profitetis. De Capitoae post vi^enoiM^ 
sl, qaem ad modum paratam esse audio, teetis prodierU; tuoa 
aÜM qaoqqe siias palnifts cogaoscet^ de qqibQs me oe aodlme 
qnidem suspicatur« L, Cassias Slle, quem poputas B4>]BaQi9s, ^p^ 
rissamoni ef sapieDtissamam iadicem piitabat,.ideotidei9,iD ffps«* 
sis quaerere solebat: cm B0N9 FUissfaT. Sic vita hominoai eu^ 
at ad malefidniii newo conetor sioe spe atqae emplnmeiiCi^ ac-r 
eeder^ $. 86. Hnno qnaesitorem 40 iadicem Aigiebant atg«« 
horrebaot ii, qaibqs pe^ioalam creabatar: ideo qaod> tam^ ▼€*• 
ritatis erat aiqicasj tfunen niitara noa tarn propeasoa ad iMeofin> 
eordiam quam impUcatos ad severKi^teiii videbator, Bgo> 9Vmv 
quam praeest likc qoiiestiQni vir et eontra andaciam fortisainraa 
et ab inoQcentia clemeDtissomas, ti^nen iäicile me. piteter vet 
illo ipso acerraaio iadice qaaerente vel #pad Cassian^ indiMs, 
qooram etiam nano ii, qoibas caassa dicenda est, pomea ipsam 
^flormidanty pro Sex. Eoscio dicere. Cap. XXX(. ^ 86, ia 
htic enim caassa com videreot, illoa amptissomam pecpidaoi 
p^Muidere, hmic in sammi^ iniendi<^tate ess^^ Uli|d qi^eiii nan 
qoaererenty ooi (lono faisset^ sed, eo perspipooi crimen et suspiv 
fionem potias ad praedam adiong^^nt quam a4 ^estateim ff^M^ 
A acpedit eo^em^ ut tenois iMitea fü^riaf quid? «i ^^ tivamsf quid? 
A at aadi^x? qaid? si ot iliiiis, qpi occisos fst, iniipioisaiiiifaaf 
nam qai^erenda qoaete #d tantam fitcinas addazerintf Qai4 ^rg^ 
horam negari potest? Tenoitas hominis eias n^odi est, ^t diasfc^ 
ipal^ nqn ^aei^t i^tqoe ^ mag;is ^acefit, qf|0 ifiiigis QConllMvr} 

Cap. XXS^. g. 89. 'qnaeramiis ibi iqaleiolaai« pbi ^t est] ^fta^rtht 
wim^ tibi maleficivm H est. g. 8jl. ^uuß ip^Ucatus ad ^eventateia] 
guap% f implicatu4 ßd sfveritaten^ . 

Cap. xkxi. S* ^- ^4 9 CO perspicnp, criiiieDT *fä fo perspi- 
firtffft crimen, nam qnaerenda quae te ad tantom fbcinoa ad^vzofial^ 
num qMß^tn4^ ca^sa,, gnat ^ qä t^n^ f^^cimm mf^maperO^ 



c. xxxjL xxxn. s* 67-91. oratio pro Sex. Roseio Amerino. 1 99 

^, 87. Ayariüanii praefers, goi soeietatem coieri^ de imanlciplii 
cognntiqqe A)rtani3 cam alienissumo. Qpaii^ aia a^idax — Qt alia 
obUviscar — binc omnes ioli^llegere potaerant) qood ^ toU 
societate, hoc est ex tot sicariis^ solas ta inventii« ea, qui cam 
accasatoribas sederes atque os tuum noa modo ostender^, aed 
eCiam offerrea. Ioiinicitia3 tibi fuisso cum Sex. Boscio et ma- 
gnaa rei fimiillaris controversias coDcedas necesse est. ^ 88. 
Restat, iudicesy ut hoc dabitemus, uter poüus Bex. Eoscimn oc* 
^Iderit: is, ad qoem morte eius divitiae veoeriot, an ia, adqueoi 
mendicitas: ia^ qui autea tenuis fuerit, aa is, qui postea factum 
Sit egentissumua: iSy qui ardens avaiitia feratur infestos ia 8aoii| 
aa ia^ qui semper i(a vixerit^ ut quaestum oosaet mullum, firn- 
ctum autem euin solum, quem labore peperisaet: is, qui omoiuja 
aectorum audacissuinua sit, an is, qui propter fori iudic|orum;n^ 
lusolentiam non modo ^ubseliia, verum etiam urbem ipsam re- 
formidet: postremOy iudicea, id quod ad rem mea aeotentia ma* 
xume pertinet, utrum iuiuiicus potius an Mus. Cap. XXXIL 
§. 89. Haec tu, Eruci, tot et taota si nactua esses in reo^ 
quam diu diceres? quo te modo iactares? tempos, hercule, te 
citiua, quam oratio deficeret. Etenim in ^ingulis rebus eius med) 
jnateries eat^ ut dies singulos possia consnmere, Neque ego 
non posaum ; non enim mihi tantum derogo, tametai nihil adrogo^ 
ut te copiosius quam me putem poase dicere: verum ego forai- 
tan propter muUitudinem patronorum in grege ad numerer ^ te 
pugna Cannensis aecusatorem sat bonum fecit Multoa caesoa 
Don ad Trasimenum lacum, sed ad Servilium vidimpa* S* 90. 
ifuii ibi non est volneratu» ferro Phtygio? Non necesae f^ 
omnis commemorare^ Curtios, Ms^rios, deoique Memmios, quo« 
iam aetas a praelüs fivocabat: postremo Priamum ipaum aenenf, 
Antistium, quem non modo aetan, sed etiam leges pugoare pro- 
bibebfint. Iam quoa nemo propter ignobilitatem nominat, seseenti 
aunty qui inter sicarioa et de veneficüs accosab^nt: qui omnea^ 
quod ad me adtinet, vellem viverent. Nihil enim mali est canea 
ibi quam plurnmos esse, ubi pennulti observandi multaqiie aer- 
vanda sunt« S- ^1- Verum, ut iU, multa saepo iniprudentlbua 
lmperatori|)us vis belli ac turba molltur. dum is in aliia rebus 
erat occupatuS| qui summam rerum administrabat, erant inWea 

Cap. XXXIl. g. ec. Memmias] Mamercoti. 



800 M. Tiilli Ciceroms c,xx3paL.xxxin.$.^s-M. 

qui lulfl Tolneribus mederentor; qoi tamqiuiiii si oflüs» rei pn^ 
blicae sempiterna npx etwet, iüi ruebant in teocbris omniaqae 
miscebant. a qulbos miror, ne qaod iadiciorum esset vestigiam, 
non snbsellia qnoqae esse combosta. nam et accnsatores et iadi- 
ces sastnleront. Poe commodl est, qaod ita vixerunt, at tesUs 
oipois, si cqperent, interficere non possent nam dum hominam 
genoa erit, (joi ^ccoset eos non ^eerit: dam eivltas erit, iudichi 
llent. Venmi; ut coepi dicere, et Bradus bi^ec si haberet in 
amssa, qoae oommemoravi, posset ea quam vis dia dicere, ei 
ego, iqdicesy possam: sed in animo ^, quem ad modum ante 
dixi, leviter tri^nsire ac tantam modo perstringöre aoam qaam-i 
qae rem: ot omnes intellegant, me non studio accusare, sed of- 
ficio defendere. Cap. XXXIIL S. 92* \ldeo igitur eaossas 
esßB permalt^s, qaae istum impellerent Videamus nuno ecquae 
ftcaltas Bospiciendi maleflci füerit. Ubf occisos est Sex. Ro* 
sciust «— Roqiae, — Qold tu, Rosci? ubi tunc eras? — Bo-f 
mae. Verniii quid ad rem? fit alii multi. — Quasi nunc Id 
agatqr qa)s ex tanti| maltitüdine occiderit; ac non hoc quaera-r 
tar, eo|n, qqi Romi^e At occisus, utrum ve^i similius sit ab eo 
^se occisum, qui assiduqs eo tempore Romae fuerit: an ab eo, 
qui moltis annis Romam omninp nqn ^ccesserit. $, 93. Age 
nanc cetef as quoque Aicnltates consideremus. Erat tum mnititado 
(dcaiiorum, id qaod commemoravit Eruciqs, ^t liomines impune 
pccidebiinturf Quid? ea multitudp quae erat? opinor aqt eoroin, 
goi in bonis er(|nt occapati, ant eorum, ^ui i^b iis conduceban-r 
fur^ .ot ^iqaeiii qcciderent.' Si eos puias, qui alienam appete-r 
bant: (q ps in pq niimerOi ^ui no^r^ pepqni% dives es^ sin eos, 
qaqs qai leyiqrp pomine appellfint, percussorps vocaot: quaer^ 
in caiufl fide sint pt clientela, mihi crede, f^liquem de spcietate 
toa reperies; et ^dqqid tu pontn^ dixeris, id cun| defendone 
fiostra ppntpn^ito. ita f^cillume C|iqssi)^ Sex. Rpsci cqi|i tna ^on-p 
feretur, 9. 94 PiPfs: 9ai4 postea, si ftomae i^ssidqaa füi? — 
Respndebo; ^\ pgq pmnino npq fui, — Fateor nie secforein 
esse, verupi ^ ulil Q^ulfi, rrrz At ego, qt tqte ^rguis, agricola 
pt rasttpos. -»- Npq ppptinuO;, si me in gregem sicaripram con-r 
tqlji Bqiq plpiiri^St « A^ ^gQ prpf^<^(0| ^^ ^P P<)vi ^uidem 

Cap. XXXUI. i. pd. poqpap facalta«! fcqua facuUfU. f. 9% 
•etenii ^poqqe (^qI^let4 cetera^ fqcuUaU* fuo^; 



c.xxxm.xxxrr.s-9^97. oratio pro Sex. Roscio Amerino. SOI 

qaemqanm Bicarianiy longo absdin ab eius modi crimine. Per^^» 
ibnita ^nt^ quae dici possnnt, qua re inteUegatar sttmniam tibi 
facuKatem fiüsse inalefici sqsbipieädi : qaae non modo iddrco 
praetereOy qaod te ipsum non lubenter accuso, verom eo magia 
etiam, qaod si de Ulis caediboi^ velim commemorare, q^ae tarn 
factae sunt fsta eadem ratione^ qua Sex, Roscius occisus est» 
vereor ne ad ploris oratio mea pertine^e videatur. 

Cap. XXXIT. S* d^- Videamos nunc strictim/ sicut ce- 
fera^ quae pbsC mortem Sex. Rosci abs^te, T. Rosci^ facta 'sunt; 
quae ita aperta et manifesta sunt, ut medlus fidius, iudices, in- 
v|tas ea dic^m.' vereor enim, cuicuimodi es^ T. Rosei^ ne ita 
iiuDC yfdear voluisse servare, ut übi omnino non pepercedm. Cum 
hoc vereor eC'öupio tibi aliqua ex parte, quod salva flde possim, 
parcere, ruirsus immuto voluntatem meam. Venit enim milii in 
Ynentem oris tu!. Tene, cum ceteri socii tu! fügerent ac so 
occi|1tarent, ut hoc iudicium non de illorum praeda, sed de hulua 
maleficio üerl videretur, potissumum tibi partis istas depoposcisse^ 
ut in iudicio versarere et sederes cum accusatore? qua in re 
nihil aliud aäsequeris, nisi ut ab omnibus mortalibus audacia 
](ua cognoscatur et impudentla. g. 96. Occiso Sex. Rosclo qui 
primus Ameriam nunciat? Mallius Glaucla, quem iam antea no« 
piinavi; tuqs cüens et familians. Quid adti.nuit eum potissumum 
nunciare, quod^ si nulluni iam ante consillum de morte tfc de 
l>onis eins inieras nuliamque societatem neque sceleris neque 
praeipi cum homine ullo ooißras, ad te minume onuüum pertiue- 
bat? — Sua sp'onte Mallius ni|nciat. — Quid, quaesp, eins 
interemtf fin, cum Ameriaip non huiusce frei c^ussi^ venisset, 
casu ficcidit, ut id, quod Romae ^udierat, primus nunclAretf Ca- 
lus re} cfiussa venerat Ameriam? — Non possum, inquit, di« 
vinare. — Eq rem iam lidducam, ut nihil divinatione ppus sit. 
Qua ratjone Ifloscio Capi(oni primt^m nunciavitt Cum Ameriae 
ISex. Rosci domus, uxor liberi^ue edsent; cum tot propinqui co- 
gnaüque optum^ ponv^nientes^ qua ratione factum est, ut iste 
fuus cliens, sceleris tui nuncius, T^ Roscip Capitpni potissumum 
ponciaret? %. 97* Occisus est a ooenä rediens. nondum luc^- 
bat, cum Ameriae (icitum est. Quid hie incredibilis cursus, quid 
baeo tanta celeritas festinatioque signiflcat? ^on qiAiero qpia 
per c a sseri t nibfl est, €il|M|0ia, quod metnasi non exeotio te, si 
quid fbrfe fnrri bai^iiisti, ppp scrntoTf nihil #4 mo ?irt>ltror per- 



SOi BL T4lU Cicereois G.xxxv.x,xxn.s.9&~iai. 



Ünese^ quoniaiii ouias oqnsUio occimm f&t imrenio, aäoß 
mt p^rcossoß noa laboro. Uiipm boo samo; qaod mihi ap^rtom 
taum Bcelus resque manirpsta dat. Ubi aut Qnde audivit Glaa- 
ciaf Qui tarn cito acivU? Fac audisse statii^, Qaae res ^am 
nocte una tantam itineds contendere coegit? qaae neceasitea 
eam tanta premebat, ut si 8ua sponte iter Ameriam facer^^ id 
temporis Borna proflcisceretur, nullam partem noctis j^egoiesce-r 
ret? . Cap. XXXV. Etiamne in tarn perspicuiä» r0bua argiimen- 
tatio quaerenda aut coniectura caiüeuda 8it9 g. ^S. NoDoe to* 
bis haeCy quae aadistis, cernerc ocolis videmioi, iqdicest non 
illum miseroaiy ignaram casus sui, redeuntei4 a coeoa videtls? 
Qon po^tas insidias? non impetum repj^ntiaiim ? Non vQi^^atiir 
ante ooulos vobis in caede Glaucia? non adest iste T. BosciasY 
non suis manib^ in curru coHoeat ^utomedopteni .|Ilam» sai 
acel.em acerbissund nefariaeque victoriae puncioip?. noQ ora^ 
ut eam noctem pervigilet? nt bonoris sui caussa laboret? ^t 
Capitoni quam pdmum nuociet? $. 99. Quid erat quod C^i* 
ionem primum scire voluerit? Nescio: nisi toc yideo Capitonei]^ 
in bis bonis esse socium. de tribus et decem fündis tris noU- 
Ussujnos fündos eam video possidere. g. 100. Audio praetere^ 
non hanc suspicionem nunc primum in Capitonem conferri^ n^ul- 
tas esse iufamis eius palmaa, hanc primam esse tarnen lemni- 
BcatiMn^ quae Romae deferatur^ nullum modum e^e hominis oc- 
cidendi^ quo ille non aliquot occiderit^ multos ferro, multos ve* 
neno, Habeo etiam dicere^ quem contra morem inaioramy mi- 
norem annis sexaginta de ponte in Tiberim deiecerit. Qui ei 
prodierit atque adeo cum prodierit — scio enim proditurum esse — , 
audiet $. 101. Veniat modO; explicet suum yolpmen illod^ 
quod d planum facere possnm Erucium consoripsisse^ qaod aiant 
illum Sex. Roscio intentxisse et minitatum esse se omnia illa pro 
testiroonlo esae dictunim. O praeclarqm testeni; iujäipesl ograr 
vitatem di^nam exspectatiooe! o vitam honestam atque eioa n^oiK, 
ut lubentibus animis ad eius testimonium vestrum ins iurandam 
accommodetis! Profecto nqn t^m perspicpe nos isforum maleficia 
vidpremus^ pisi ipsqs caecos redderet cupiditi^s et avaritia el 



Cap. XXXV. S- tOO. e99p ioamte eins palmaa] eM0 imfaaus pät^ 
mm. Q\A ai pntdieri^JAfMi^^ §ipro4^erU. f. 101* pecspi^jf]» aaa i^tßr 
rumj par^frioue itUtrufm, 



c xxxvL xxxm $. iot-$o5, orat pro S. Roaöo Ameriiio. 9ft3 

%ad*Gia. Cap. XSXVL f. 109. Alter ex ipsa caed^ rolaer^ 
Dun^kim Ameruan ad sociom atqne ad magistrum suam misitj; 
ut si dissiviiilare omnes euperent se scire ad quem mal^ciqai, 
pertineret, tameo ipae apeitum suum scelos ante oi^nji^ii ocajo?^ 
poneret Alter^ ai dis immortaUbos placet, testimoniam, ^m, iqi, 
Sex* Ro8(äiua dictcinis est Quasi, vero id nono agatqr, i#un)^ 
18 qood dixerit credendom^.au quod f^cerit viiidici|Ddiain ait 
Itaqne more maioniai eomparatum est, ut io minumis rel^os ho- 
miaea amplmomi testimoniam de sua re non dicerent. S^ 1.03^ 
Afiieanns; qni suo cognomine declarat tertiam parteiQ p^^bM te^- 
ramm se anbegisse^ tarnen si sua res ageretur, testimonioip noA 
4lceret. nam illad in talem vimm oon audeo dicere: si dice^et^ 
Don crederietar« Mdete nunc quam versa et mutata in peioremi^ 
partem siot emoifu Cum de bonis et de caede agatpr, tesitimo- 
ilinm dictn^is est is, qui et sector est et sicarius: bop est, qui 
et illonun ipsomm bonorumi de quibus agitur, ^mptor atque 
possesflor est, et eum hominem occidepdum cpravit,,^ de cijiias 
»orte qoi^Ui^, ^ 104» Quid tu, vir optume? ecquid liabes 
quod dicas9 nöhi auscuUac vide ne tibi desia. tai| quoqqe r^s. 
permagna agitur. iqulta sceleratei multa audacter, mqlti^ ii{4)f Pt>^ 
fec^ti: onum stultissume, profecto tua sponte, non de Eruc^ 
sententia, nibil opus fuit te istie sedere, Neque enim aQcusatore 
iputo nequ^ teste quisquam utitur eo, qui de aecuaatori^ subsel- 
lip surgit Huc aocedit, quod paullo tarnen oocidtior atque ie^ 
ctior vestra ista ci^iiditas esset nunc quid es^, ^od qu]s,qpan)i, 
^ vobis andire desi^eret, cum, quae faoitis, eins modi sint, ut 
ea deditii ope^a a vobis contra vosmet ipsos fiacere videamini? 
H. 106t Age nunc illa videamus, iudices, quae statim conse^ 
cutasimt, ()ap. XXXYII, Ad Volaterrasin castra L* SuVae mors 
(iez. 9o8ci quatridup, quo is occii^ijui. est, Cbrysogono nunci^ur. 
Quaeritui^ etiaqi nun<5| quis eum o^npium mispritf Nonpe per* 
apicuom est p^ndem, qui Ameriam? Curat Clu'yso^on.us, ut eins, 
^na veoeapt statim, qui noii uqrat hominem aut rep« At qui 
ei venit in mentem praedii^ coi^ci^piaoere homiiüa ignoti, quem 
oipnioo numquam viderat} Soletiß, eum 11^99^ l^piusce modi 
fuditis, iudicesj cpntinuo dieere: ,;nece8se est aUquem dixisse 
^unioipem aut violnum: ii plerumque indicants per eos plerique 

Cf^. X^fXn. S* tOi. aqdaqter]! MidaciUr, a vobj«] ft i^Mf. 



t04 M. Tulli Ciceroms c.x]b(Ttx.xxxTiits.io6-iio. 

produntnr/' $. 106. Hio nihil est qnod sospicionem hoc pa- 
tetis. Non enim ego itn disputabo: veri simüe est Rosdos istam 
rem ad Chrysogoaam detulisse. erat enim eis ettm Chryso^no 
iam antea amicitia. nam com moltos veteres a maioribns Rosci 
patronos hospiiesqne haberent, omnis eos colere atque obsenrare 
destitemot ac se ia Cbrjrsogoni fidem et clieotelam contnlerant. 
$. 107. Haeo possom omnia vere dicere: sed in hac caussa 
coniectura niliil opus est ipsos certo scio non negare «d hmec 
bona Chrysogonmn accesdsse impalsu suo, Si eum, qui indici 
partem acceperit, ocults cemetis: poteritisne dnbitnre, iadices, 
qoi indicaritf Qui sunt igitar in istis bonis, quibos partem Chry- 
BOgonns dederit? duo Roscif. Nom qnisnam praetereaf nemo 
est, iadices. Nam ergo dubiam est, qiiin ii obtaTerint hanc 
praedam Cbryso^ono, qui ab eo partem praed^e tiderünt? 9.108. 
Age nunc ex ipsius Cbrysogoni iudicio Rosciorum ftecttnn cdn«» 
sideremus. Si nihil in isla pugna Roii{cii, qubd opefae pretium 
esset, fecerunt, quam oh caussam a Chrysogono* tantis praemüs 
donabantur? Si niliil aliud f^cerunt, nisi rem detulernnt^ nonne 
aaltaAüit bis gratias agit deniqiie, ut perliberafitef' ageretor, 
honoris aliquid haberi? Cur trla praedia tantao pecuniae statim 
Capitoni dantort cur, quae reliqua sunt, iste Roscius omnia 
cum Chrysogono commnniter possidetf Nonne perspicnnm est, 
iudicesy has manubias BoscHs Clirysogonum re cognita conces- 
aissef Ci^p. XXXVni. §, 109. Venit in decem primis lega-» 
tus in castra Capito. totam vitam, naturam moresque hominis ex 
ipsa legatione cogaoscite, Nisi intellexcritis, iudices, nallum 
esse ofdcium^ nullum ins tam sanctum atque integrum^ quod non 
eins scelus atque perfldia vlolarit et imminnerft, virum optumum 
esse eum iudicatote. %. 110. Impedimento est, quo minus do 
bis rebus SuUa doceatur: ceterorum legatorum consilia et to- 
luntatem Chrysogono enunciat: monet, ut provideat, ne palara 
res agatur: ostendit, si sublata sit venditio bonorum, illum pe«- 
cuniam grandem amissurum, sese capitis pericolura adituramx 
illum aeuere^ hos, qui simul erant missi^ fallere: HInm identi-- 
dem monere, ut caveret, hisee insidiose spem ftilsam ostenderez 
cun^ illo contm hos inire oonsÜla/ herum consilia HU enunciarex 



Cap. XXXVn. 8« W* snspicioneni bpc ^tetls} tpgfdekmem 
hone ottUUt, 



c.xxxvulxxxdl $.111-119. or. pro S»Rosdo Amerino. 906* 

com Wo partem snam depacisd, hisce aliqaa re et. mora sem-» 
per omnis aditas ad SaUaia intercludere. i^ostremo isto hortator^ 
^potore, intercessore, ad SuIIam le^aü non adieraDt, istius fido 
ac potiua p«rfidia decepti^ id qaQd ex ipsis cogaoscere poteriüs^ 
si accQsator volaerU tesümoniom ek denunciare, pro re certa 
spem falaam dommn retuleruöt g. 111. Id privatts rebus si 
qui rem maodatam noa modo mallüosius gessissct sui quaestus 
aut commodi canssai verum etiam neglegentlus, eum maiores 
. sammam admisisse dedecus existamabant. itaqae mandati codsü- 
tutom est iudidom, non minus turpe^ quam fubti: credo propter- 
ea^ quQd quibus in rebus ipsi interesse non possumus, in hir ^ 
operae nostrae vicaria fides amicorum supponitur: quam quilae- 
dit, oppugoat omnium commune praesidium et quantum in ipso 
est, disturbat vitae societatem. Non enim possumus omnia per 
DOS agere: alias in alia est re magis utilis. Idcirco amicitiae 
comparantur, ut conmiune commodum mutuis offlcüs gubemetur« 
$. 119. Quid recipis maodatum, si aut neglecturus aut ad 
loum commodum couversunis es? cur mihi te offers ac meis 
commodis officio simulato officis et obstast recede de medio 
per alium traosigam. Suscipis onus offici, quod te putas susti- 
nere posse: quod minume videtur grave üs^ qui miuume ipsi 
leves sunt Cap, XXXIX. Ergo idcirco turpis baec culpa es^ 
quod duas res sanctlssumas violat; amicitiam et fidem. nam ne- 
que maodat quisquam fere nisi amicoy ueque credit nisi ei, 
qaem, fldelem putaL PerditL^sumi est igitur hominis simul et 
amicitiam dissolvere et f allere eumy qui laesu^ non esset, nisi 
credidisset. $• 113. Itane estf in minumis rebus, qui manda- 
tum neglexerit, turpissimo indidio condemnetur necesse est, in 
re lanta, cum is, cui fama mortui, fortunae vi vi commendatae 
0ant atque concreditae, ignomiaia mortuum ****** adfecerit: is 
Inter hooestos homines atque adeo inter vivos numerabitur? In 
ininumis privatisqne rebus etiam neglegenüa in crimen mandati 
iudidumque infamiae vocatur, propterea quod, si recte flat, il- 
lum neglegere oporteat qui mandarit, non illum qui maodatum 

Cap. XXXVIIt. i, 110. aliqua re et mofa] atiqua * fr eins mora* 

Cap. XXXlX. S. lld. mortuQtn s>«>9<*** adfecerit] mortuum, 

/tffetiaie tfwttm adfecerit In eriaien mandati ludiciumquB iufamiaa 

vocator] in crimen [manäaiij , iudiciiqu$ infatniam revocaiwr. ai 

reote fiat] H ruHmuß fioL 



106 Bf. Tnlli Ciceronis c.xx3ta.xL.9>ii4-ti7. 

receperit: in re (anta^ qnae publloe gesta ätifiie comoktesa aH, 
^ui non neglegentia privatum aliquod comtnodam laeserit, sei 
perfidia legationfo ipsiua caeremoniam poUderit mactdaqae adfe- 
cerit: qua is tandem poena adficietarf aut quo iadido damiia- 
Vitarf $. 114* 8i hanc el rem privatim Sex. ftoadtis mands- 
vlsset, Qt com Chrysogono traosigeret atqne dedderet inqoe 
eamrem fidem suam, si quid opus esse pntaret^ Interpolieret: 
nie, qui sese facturum recepisset, nonne M e% eo negotio tan- 
tdam in rem snam coavertisset, damnatas per arbltrom et rem 
restitueret et honestatem omnem amitterett j|. ll'5. Ndnc non 
hanc ei rem Sex Roscias mandavit, sed — Id qood mnlto gm- 
Tina est -- ipse Sex. Roscias cum fama, vIta bonisque omni- 
bas a decnrionibas poblice Roscio mandatos est: et ex eo T. 
Roscius non paollum nescio quid in rem suam convertit, sed 
bunc ftinditus evertit bonis: ipse tria praedia sibi depactos est: 
Voluntatem decurionum ao municipum omnium tauödem^ quanti 
fidem suam, fecit. 

Cap. XL. S. 116. Videte lam porro cetera^ hidices, nt 
intellegatis fingi maleficium nuUum posse, quo iste sese non 
oontaminarit. In rebus minoribus socium fallere (urpissumum 
est aequeque turpe atque iHud, de quo ante dixi« neque inioria: 
propterea quod auxilium sibi se putat adiunxfes'e^ qui cum altero 
rem communicavit« Ad cuius igitur fidem confbgiet, cum per 
dus fidem laeditur, cui se commiserit? Atqui ea sunt animad- 
Vertenda peccata maxume, quae difficillume praecaventur. Teoti 
esse ad alienos possumus : intumi multa apertiora videant necesse 
est. socium cayere qui possumus f quem etiam si metuimus, ins 
Offici laedimus« Recte igitur maiores eum, qui socium fefeHis- 
sety in virorum XM>norum numero non putanint haberi oportere. 
% 117. At vero T. Roscius non unum rei pecuniariae sodum 
Tefellity quod tametsi grave est^ tamen aliquo modo posse ferri 
videtuT) verum novem homincs honestissumos, eiusdem munerls, 
legafionis, ottd mandatorumque socios, induxit, deeepit^ desti-, 
tuit, adversariia tradidit, omni fraude et perfidia fefellit Qui de 
eius scelere suspicari nihil potuerunt, sodum offld metuere nOn 
debuerunt: eius maliüam non viderunt^ orationi vanae credide-»» 
rnnt Itaqu^ nunc ÜU hemiaeB honaatissumi propter istioa loai^ 

Cap. XL. g. 116. aeeinn eavere} $odum ffero cmeerws 



c. XL. zLi. s* 1 18-ita. oratio pro Sex. Hestio Amerino. ItOf 

Am ptMm pafimtar caoti providiqo« faisse: iste, qni InitJÖ pro«* 

ctKor MI, deinde perfctga, qoi primo söciormn consiBa iulTeum* 

rüg enimcfavity ttdMe societafem tsonr !ps!s adversariiis coiif, 

terret ^tiam nos ao mlnatnr tribiu praedlis, hoo est, praemüs 

sceleris, ori^afos. In thtöinödi vita, indiees, in bis tot tands- 

qoe fif^tüs hoo qnoqrie bäleffciom y de qno indlciuta est, repe-> 

rieds. 9. 118, Etenim t]naerere ita debetiis: nbi mnfta avare, 

malte aadaoter, mnlta improbe, multa perfldiose flicta videbitis, 

IM seeHis qao(pie latere inter illa tot fl8g;itla pntatote. Tametsi 

hoc qnldem mintime latet, qaod ita prOmptnm et propodtam es^ 

ot non ex Ulis maledciis, qiiae in illo constat esse, boo intelle- 

gator; venim ex boo etiam, si quod inomm fbrto dobitabitar, 

convincaUin Quid tandem, qnaeso, iodices? rnim ant Hie lani- 

irta onmino iam a gladio recessisse videtor aot is discipuhiB ma- 

gistit» tantohim de arte concedere? Par est kvaritia, simOis im- 

probitas, eadem impudentia, gemina andacia. Oap.XIil. $.119. 

Bterim qnoniam Üdem magistri cognostis, cognosdte nunc disci- 

palt aeqoitatem. Dixi iam antea saepe nomero postulatos esso 

ib istifl doos servos in qnaestionem. Ta semper,. t. Rosci, re* 

cosasti. qoaero abs te, iine, qai postnüabant, indigiÜ eranl^ qni 

Irapetrarentf an is te non commovebat, pro quo postalabantf an 

res ipsa tibi iniqna videbatarf Postulabant homines nobilissomi 

«tqoe integerrami nostrae dvitatis, qaos iam antea nominavl; 

<tai ita Tixernnt tatesqne a popalo Romano potanttir^ at, quid- ^ 

qoid dioerent^ nemo esset, qni non aecnm potaret. PoBtolabant 

antem plro bomine mii^mime atqae infelicissamo, qni vel ips^ 

sese in craciatom dari caperet, dam de patris morte qoaerere- 

tor. S* ^^0* ^^^ po^o >bs te elas modi postulabatar, nt nihil 

interessdt/atram eam rem recosares an de maleficiö confiterere. 

Qoae cum ita sint, quaero abs te quam ob caussam recusaris. 

Com oeciditdr Bex.Roscios, ibidem fneru^t Server ipsos, qaod 

ad lAe i^net, neqoe arguo neque pargo: quod a vobls oppugnarl 

Video, ne in qoaestionem dentar, susptciosum est. qtidd vero apud 

vosipsos in faonore tantb sunt, profecto necesseestsciantaliqaid^ 

€ap. XL. f. lld. fladacMrl amSatmer. vldeMtis] vldeH*. a gla^ 
cllo r^oBwisse] a gladmon reSetüis^. «ot is fiseipiiliis] aut iHe di* 
wcipulus. 

Cap. XU. t» <1^- M 18 6e aoa coiamoyebat] an iite non eom^ 
movebat g. 190. oppngnarTl hoe pugnari. 



908 IL Tolli Ciceronur vcxLLXU]:8.m^iS3. 



qiiod ri dixerinty perniciosiim vebb fiitoniiii ait -^ lo 
qoaeri de servls inicom est. — At ne qaaeritar [quidem]. Sex. 
enim Bosciiis reas enU Neque enim cani de hoc qnaerttor, 
[in donünom quneritur]) vos eniim dominos ease dioitis. — Com 
Cbrysogono sunt. ^ Ita credo: Utteds eonun et urbMutate 
Chrysogomis ducitnr, xxt inter saos omniam deliciamm at^ 
ommum artium poerolos ex tot elegantissiunis faimliis lectos ve- 
lit hos versari, homines pene operarios^ ex Amerioa diBclplioa 
patris familiae msticani. $• 121. Non est ita.profecto, hidices: 
noD est veri similey at Chrysogonus horam lUteras adamartt aot 
humamtatem: dod, nt rei fkioiliaris negotio diligeotbni cogoorit 
eoram et fidem. Bst qaiddam^ qaod occoltatar. qood quo sto- 
diosias ab ipsis opprimitur et absconditur, eo magis eminet et 
apparet. Cap, XLIL $. 122. Quid igitur ? Cbry^ogomia sab» 
malefld occnltandi caassa quaestionem de bis haberi non vdt? 
miDqme, iodices, non in omnis arbitror omnia conTenire« Ego 
In Cbrysogone^ qood ad me adtinet^ nihil eins modi sns^cor; 
neqoe hoc mihi nunc primum in mentem venit dicerew Memi- 
nistis me ita distriboisae initio caussam, in crimen, ciiius toti 
argopetitatio permisqa Erucio est^ et in audaci^m., cnias partes 
Eosclis impositae sopt Quidquid malefici, sceleris, caedis erit, 
pjoprium id Rosciomm esse debebit Nimiam gratiapi poten- 
tiamque Chrysogoni dlcimns et nobls obstare et perferri nallo 
modo posse: et a vobis, quoniam potestas data est^ non modo 
infirmari, vemm etiam vindicari oportere. g. 123. Ego sie 
existumo: qui qoaeri velit ex üs, qnos constat, cum caedes 
fftcta sit, adfüisse, cum cupere verum inv^nlre: qui recuset^ 
enm profecto, tametsi verbo non audeat, tamoo re ipsa de ma- 
leficio 8U0 coniiteri, Dixi initio , iudices, i^oUe me plura de 
istomm scelere dicere, qufim caussa postulairet ap neoesskaa 
Ipsa cogeret. Nam et mullae res adferri possunt et una quae^ 
que earum multis cum argumentis dM^i potest. Verum egO; 
quod invitus ac necessario faclo, neque diu neque diUgenter 
facete possum« quae praeteriri nuUo modo poterant| ea leviter^ 

* Cap. XLI. S* 119« At ne qaaerltilr Cqoidem]! Anne qumetUut^ 
quaeritnr, lin dominom qnaerttnrjy vom enim dominos] gHaerUwr, f»i 
dominos. 

Cap. XLn. S« 12a Chrysegeaus soiae naleid] €kf^f§ogomu nd 
maUfiHL 



c, xT.in, xnv. g, lu-iw. oratio pro Sex. Roscio Ajnerino. 909 

kidioeg, tdtigii qiMi^ porfüi siuit in Bospidonibus; de qoibiui d 
cocpero dioere, plnribns verbis tit diMereDdam, ea vestris inge- 
nils ooniectnraeqoe coikunitto. 

Cap. XLTOl. f. IM. Vento irano ad iilad oomen aoream 
durysogoni^ sab quo nomine tota aocietaa atatoit: de qao, iudi- 
icesi neqae qoo modo dicam.neqae quo modo taceam, reperire 
possom. Si enim taceo, vd maxnmam partem reUnqno^ ain 
aotem dico, vereor, ne non ille jboIos — id qnod ad me nihil 
AdÜnel —9 sed alii qnoqne plnres laesos ae esse putent Tam- 
etsi ita se res liabet, ut mihi, in commanem caossam sectonim 
dioendnm nihil magno opere videatar. Haec enim canssa nova 
profecto et singolaris est f. 125. Bononun Sex. Rosd emptor 
est duysogonns. Primnm hoc videamos^ dos hominis bona 
qoa ratione Yeniemnt ant qno modo venire potnerant? Atque 
hoc non ita qnaeram, iadiees, nt id dicam esse indignom homi- 
nis innocentis bona venisse. Si enim haeo andientar ac libere 
dicentnr, non ftiit tantus homo Sex. Eosdas in civitate, nt de 
eo potissomom conqueraronr. Yemm ego hob quaero^ qni po* 
tnernnt ista ipsa lege^ qnae de proscriptiooe est, dve Yaleria 
est sive Cornelia; non enim novi nee sdo; verum ista ipsa 
lege bona Sex. Rosci venire qni potoernntf $. 106. Scriptum 
enim ita dicnnt esse^ itt borItm bona vaNBANT, gm proscbipti 
bunt: qao in nnmero Sex. Rosdus noii est: aut borum, qui 
IN advbasabiorum PRABsiDUs oGcisi SUNT. Dom praeddia nlia 
faeront, in Soliae praeddüs fdt. Postea quam ab armis reces- 
seront, in snmmo otio rediens a coena Romae occisns est. Si 
lege, bona qnoqne lege venisse fateor, sin antem constat, con- 
tra omnis, non modo veteres leges, verum etiam novas, occisum 
esse, bona quo iure, quo modo aut qua lege vederint, quaero. 
€1^. XLIV. f. 197. In quem hoc dicam, quaeris, Brudf nqn 
In enm, quem vis et putasL nam Snllam et oratio mea ab initio 
et ipdus eximia virtus omd tempore purgavit. Bgo haec omnia 
Chrysogonum fecisse dico, ut ementiretur, ut malum dvem Bo- 
sdum fdisse fingeret, nt cum apud adversarios ocdsum esse 
diceret, ut hisce de rebus a legatis Amerinorum doceri L. Sd- 
lam passns non sit Denique etiam illud suspicor omdno haec 



Cap. XLin. %. 124. statoU] staMiwr, g. 196. Veram ego hoc3 
Veittm koc ego. 

14 



910 BL Tulli Ciceronis c.xut.xlt. i.it8~iM. 

bona non Tenisse: Id quod postea, si per v<^8, lodices, Ucitnm 
erit) aperietnr. $• 128. Opinor enim esse in' lege , qimm'ad 
diem proscriptiones venditionesqae Üant: niminim aa KALXNDAa 
lUNiAS. Aliquot post mensis et homo occisa» est et bona ve- 
nisse dicantar. Profecto aut haec bona in tabolas publieaa nolla 
redierunt nosque ab isto nebolone fViceÜas eladimnr quam pata- 
mos: aut si redierunt, tabulae publicae vorruptae aliqoa ratione 
sunt. Nam lege qoidem bona venire non potoisse constat In- 
tellego me ante tempus^ iudices, haec scrntari et prope modum 
errare^ qui cum capiti Sex. Rose! mederi debeam^ reduviara 
eurem. Non enim laborat de pecunia: . non nllius rationem sni 
commodi dncit: facile egestatem suam se laturom putat, si liae 
indigna suspicione et flcto crimine liberatos sit %, ±29. Vemia 
quaeso a vobis, indices, ut haec pauca^ quae restaat, ita audia- 
tis, ut partim me dicere pro me ipso pntetis, partim pro Sex. 
Roscio. Quae enim mihi ipsi indigna ißt intolerabilia videntur 
quaeqne ad omnis, nisi providemus, arbitror pertinere^ ea pro 
me ipso et animi mei sensu ac dolore pronunclo. Quae ad huius 
vitae casum caussamque pertineant, et quid hi<^ pro se dici ve- 
Wiy et qua conditione con<entus sit, iam in extrema oratione 
Dostra, iudices, audietis. g. 130. Ego haec a Cfarysogono, mea 
spoole, remoto Sex. Roscio, quaero« Cap. XLV. Primum qua 
re civis optuml l>ona venierint: deinde qua re hominis eios, qui 
Dcque proscriptus neque apud adversarios occisus est, bona ve- 
nierint, cum in eos solos lex scripta sit: deinde qua re all- 
quanto post eam diem venierint, quae dies in lege praeflolta 
est: deinde cur tantulo venierint Quae omnla si quem ad 
dum solent liberti nequam et improbl fhcere, in patronum 
voluerit conferre, nihil egerft. Nemo est enim, qui nesciat pro- 
pter magnitudinem rerum multa multos, partim imprudente L. 
Sulla, commisisse. $. 131. Placet igitur in bis rebus aüqaid 
imprudentla praeteriri? non placet, iudices: sed necease ^t 
Etenlm si lupiter optumus maxumus, cuios nuta et arbitrlo 
caelum, terra mariaqne reguntur,' saepe ventia vehementioribos 
aut immoderatis tempestatibiis aut nimlo ealore aut intolerabili 
frigore hominibus nocoit, urbis delevit^ firnges perdidit: quomm 
nihil pernici caussa, divino consilio, sed vi ipsa et magnltadim 

Cap. XLIV. S« 129. et animi mef] ex anktU meL g. 1dl. per- 
Qiel caussa] pcnUcü caussa^ 



c. XLV, xLYh f. i8«-id4. Oratio pro Sex. Roscio Amerino. Sil 

remm täciam patamm: »t contra oommoda^ quibi» odmtir, lu- 
cemqae, qna Aruimnr, spiritumqae, quem dacimas, ab eo nobis 
dari atque impertiri videmus: quid miramar L. SuIIam, com so- 
los rem poblicam regeret orbemque terrarom gobernaret, .impe- 
riqae maiestatem, quam armis recepfrat, legibus confirmaret^ 
allqna animadvertere non potoisse? nisi hoo mirum est^ quod 
VIS divioa adseqai non possit, m id mens hamana adepta non 
dt §. 139. Verum int haeo miasa fackm^ quae iam facta sunt : 
ex iisy quae nunc cum maxume flunt^ nenne quivis potent intel- 
legere, omninm archltectum et machinatorem nnum esse Chry- 
fiogonum, qui Sex. Rosci nomen deferendum curavit? boc iudi- 
einm, cuius honoris canssa accusare se dixit Brudus. 

DesufU tum pauca. 

** \xk vico Pallacine ** maxume metnit ^^ \n Veientanam ^^ 
manu praedia praediis ♦♦ hie ego audire istos cupio *♦ 

Cap. XL VI. aptam et ratione dispositam se habere existnmant, 
qui in Salentinis aut in Brutus ha))ent^ unde vix ter in anno 
audire nuncinm possunt. 

% 133. Alter tibi descendit de palatio et aedibus suis^ 
habet animi relaxandi caussa ras amoenum et suburbanum, plura 
praeterea praedia neque tamen üllum nisi praeclarum et pro- 
pincum: domus referta vasis Corintlüis et DeUacis, in quibus est 
authepsa illa, quam tauto pretio nuper^m^rcatus est, ut, qui 
furaetereuntes quid praeco enumeraret audiebant^ fundum venire 
^bitrarentnr. Quid praeterea caelati argenti? quid stragulae ' 
vestisf quid pictarum tabularam? quid signorumf quid marmo- 
ris apud illum putatis esse? tantum scilicet quantum e multis 
spleodidisque familüs in turba et taphiis coacervari una in domo 
potuit. Familiam vero quantam et quam varüs cum artificüs 
habeaty quid ego dicamf §. 134. Mitto hasee artis volgaris^ 
coquos^ pistoresy lecticarios. animi et aurium caussa tot homines 
habet y ut quotidiaqo cantn vocum et nenrorum et tibiarnm no- 
cturnis^e convivüs tota vipinitas personet In hao vita, iudices^ 

Cap. XLV. $« 132. nmie com maximiel nunc maofkns» maxume 
mettiit] [fnaxhne m^iu ui SuUam scUicetJ *^ te ^^^k 

Cap. XLYI. %0 18d. quid praeco enumeraret] preUum mmM» 
rari, 

14« 



9i% WL Tulli Ciceronü c.xLVLXLva$.ito«ia8. 

• 
qnofl snmptiift 'qnoÜdUnos, qaas efiTasionea fleci potatisT qni« 
Tero convivia? honesta, credo, ia eius modi domo: si domos 
haeo habenda est potius quam officina nequlüae et deversorinm 
llagitioram omnium. 9* ^^* ^P^^ ^^^^ -quem ad modom com- 
posito et delibuto capillo passim per forum voUtet cum magna 
caterva togatomm, videüs, iudices^ et nnum videtis ut omnls 
despiciaty at hominem prae se neminem patet, nt se solom bea- 
tum, solnm potentem potet Quae vero efficiat et qaae conetar, 
si velim commemorare, vereory iadices, ne qcfls imperitior exiHta- 
met, me canssam nobilitatis victoriamque voloisse laedere: tarn- 
•etsi meo iure possum, ai quid in hao parte mihi non placeat, 
▼ituperare. €ap. XLYII. $, 136. Non enim vereor, ne 
quis aiiennm me animum habuisse a caussa nobilitatia exista- 
met. Sciunt ii, qui me norunt, me pro illa tenui infirmaqne 
parte, postea quam id, quod maxume volui, fleri non potuit, 
ut componeretur; id maxume defendisse, ut U vincercnt, qd 
Vicerunt Quis enim erat, qui non videret humilitatem coa 
dignitate de amplitndine contenderef quo in certamine perdid 
civis erat non se ad eos iungere, quibus incofumibus et domi 
dignitas et foris auctoritas reüneretur. Quae perfecta esse et 
suum cuique honorem et gradum redditum gaudeo, indices, ve- 
hementerque laetor: eaque omnia deorum voluntate, studio po- 
puli Romani, consilio et imperio et felidtate L. Sullae, gesta 
esse intellego« %. 137. Quod animadversum est in eos, qai 
contra omni ratione pugnarunt; non debeo reprehendere. quod 
viria fortibos, quorum opera eximia in rebus gerendia exstitft, 
honos habitus est, laude. Quae ut flerent, idcirco pugnatan 
esse arbitror meque in eo studio partium fbisse oonllteor. Sin 
autem id actum est et idcirco arma sumpta sunt, nt homines 
postremi pecunüs alieiüs locupletarentulr et in fortnnaa nnins 
cuiusque impetum facerent et td non modo re proliil>ere non 
licet, aed ne verbis quidem vituperares tum vero in isto belle 
non recreatus neque restitutus, sed subactns oppressuaqne po- 
pnlus Eomanuisi est. f. 138. Verum longo aliter est. nüiil bo^ 
mm est, iudices: non modo non laeditur caussa nobiUtatis, ai 

€ap. XLVf» S* 135. indlcei, el onnm videtis] iudieit, Etiam r^ 

Gap. XLVn. |. laa iaedUorl ImedHwr. 



cxLvm. SLS* 189-149. oratio pro Sex. EosdoAmeriao. 913 

Ifltk homioibi» redsieüs^ verum eüam oniaUtiir. Cap. XLVIIL 
fiteoim qui haec vitaperare volnoty Chrysogonnm toQtam posso 
qoeinDtar: qui landare volaot^ concessnm ei non esse eomme^ 
xnonot Ac iam nihil est, quod quisqnam aat tarn stoltiu ant 
tarn improbns sit, qui dicat, teilem gtädem Uceret: hoc dixis^ 
0emr dicas licet Hoc fecissem: facias licet: nemo prohibet. 
Hoc decrevissem: decerne, modo recte: omnes approbabnnt 
Hoc kuUcoBBem: laudabunt omnes , si recte et ordine iadicaris. 
§. 139. Dam necesse erat resqne ipsa . cogebat, nnus omni» 
poterat: qui postea quam magistratus creavit legesque eonstituil, 
soa cuique procuratio auctoritasque est restituta. Ooam i^ 
retin^re volunt ü, qui recnperarunt, in perpetunm poteruiit obti- 
nere: sin has caedls et rapinas et hos tantos tamqne proftisos 
fiumptus aut facient aut approbabunt, nolo in eos gravius quid- 
quam ne ominis quidem caussa dicere. Unum hoc dico: nostri 
Isti nobiles nisi vigilantes et boni et fortes et misericordes erant^ 
iis hominibus, in quibus haec erunt, ornamenta sua concedani 
necesse est. $. 140. Qoapropter desinant aliquando dicere male 
aüquem locutum esse, si quis vere ac libere locutus sit, desi- 
nant suam canssam cum Chrysogono communicar^, desinant, si 
Ule laesus sit, de se aliquid detractuin arbitrari, videant»ne 
turpe miserumque sit eos, qui equestrem splendorem pati non 
potnerunt, servi nequissumi dominationem ferro posse. Qoae 
quidem domlnatio, iudices, in alüs rebus antea versabatur, nunc 
vero quam viam munitet, quod iter adfectet, videtis; ad fldera^ 
ad ius iurandum, ad iudicia vestra, ad id, quod solum prope in 
civitate sincerum sanctumque restat $. 141. Hicne etiam sese 
putat aliquid posse Chrysogonusf hio etiam potens esse voltf 
rem miseram atque acerbami Neque mehercules hoc indigne 
fero, quod verear, ne quid possit: verum quod ausus est, quod 
speravit sese apud talis viros aliquid ad perniciem posse inno- 
centis, id ipsum qneror. Cap. IL« Idcirooue experrecta nobi- 
litas armis atque ferro rem publicam recuper^vit, nt ad lubidi- 
nem soam liberti servulique nobilium bona, fortunas vestras at- 
^e, nostras vexare possentf S* 149. Si id actum est, Meor 
me errasse, qui boo maluerim: fliteor insanisse, qui cum illii 
senserim. tanletid inermiS| iudices, sensL Sin autem viotoria 

C9f^ Qj. $. 1491 atqao nostras] m>HratqM^ 



I 
'^14 M. TuUi Ciceronis c.il.l.s-i49-im 

Dobilium ornamento niqae emolamento rel publicae popnloqae 
Romano debet esse, tum vero op(umo et nobllissamo ciriqiie 
incam orationem gratissumam esse oportet Qaod iri qnis est 
qiii et se et caussani laedi putet, cam Cbrjsogooas vitaperetur^: 
is canssam ignorat, se Ipsum prope non novit Caussa cÜQha 
splendidior fiet, si nequlssnmo cuiqae resistetar. Ule improbis- 
Kumus Chrysogoni faator, qai sibi com illo raüonem commani- 
calam putat, laeditur, cum ab hoc spicndore caussae separator. 
9* 1^3* • Verum haec omnis oratio > at iam ante did, 
mea est^ qua me uti res publica et dolor meus ti istorum in- 
iuria cocgit Sed Roscius borum nihil indignum pntat: nemi- 
nem accusat: nihil de suo patrimonio queritur: putat homo im- 
peritus roonim, agricola et rusticus, ista omnia, qnae vcs per 
Sullam gesta esse dicitis, more, lege, iure gentium facta: calp» 
liberatus et crimine nefario solutus cupit a vobls discedere. 
g. 144. Si hac indigna suspicione careat, animo aequo se 
carere suis omnibns commodis dicit rogat oratqu^ te, Chryso- 
gone, si nihil de patris fortunis ampUssumis in snam rem con- 
vertit: si nulla in re te fraudavit: si tibi optuma iQde sua omnit 
concessit, adnumeravit, appendit: si vestitum, quo ipse tecCos 
er^t, annulumque de digito suum tibi tradidit: si ex omnibns 
rebus se ipsum nudum neque praeterea quidquam exceplt; ut sild 
per te llceat innocenti amicorum opibus vitam in egestatedegere. 
Cap. L. S. 145. ,,Praedia mea tu pessides, ege aliena miseri- 
cbrdiavivo: concedo: et quod animus accus est, et qoia necese 
est mea domus tibi patet, mihi clausa est: fero. familia mea 
maxuma u^eris, ego servom habeo nuUnm, patior et ferendma 
puto. Quid vis amplius? quid insequerisf quid oppugnas? qm 
in re tuam voluntatem iaedi a me putasf Qbi tuis oommodls 
officio? quid tibi obsto?^^ Si spoliorom caussa vis bomioem 
occidere, spoliasti. Oaid quaeris ampliüs? Si in^idtiamm, qiuM 
sunt tibi inimicitiae cum eo; ouius ante praedia possedisti, qoiffl 
ipsum cognostif Sin metuis: ab eone aliquid metds^ quem ▼!« 
des ipsum ab gese tam atrocem inioriam/ propulsare non piWseT 
Sin, quod bona, quae Roi^ci Aieront, tua facta sunt, Idcirco bono 
illius fllium studes perdere: nonne ostendis id te vereri, (pod 
praeter oeteros tu metuere don debeas, ne quando liberis pro-* 
acriptorum bona patria reddanturf f. 146. Fads inioriaB, 
Cbryeogooe, si malorem apem empäoHia tuae la huiiia *xW» 



, c. L. u. §. 147-149. oratio pro Sex« Roscio Ameriuo. 915 

poob, ipiain In Ma rebus ^ qoiis L. Sidln gesBli Qnod il tibi 
cfiiuisB DulUi est, cor haoo mwseram taota calamitate adilcl rells: 
«i tiW omnia sna, praeter apimam tradidit oeo sibi quidqiiaiii 
patemum ne monumeDti quidem caussaclamreservavit: perdeos 
immortalisy qnae ista (anta cradelitas est? quae tarn fera iipina- 
nisqae nataraf Quie umquam praedo ftiit tarn Befarins, qois pi« 
rata tarn barbams. ut cum integram praedam sine sangaiaa ba- 
b«re posset, croenta spolia detrabere mallet? $. 147. Scisbuno 
nibil babere, nifaU andere, nihil posse, oibil umquam cootra rem 
tuam cogitasse: et tarnen oppngnas eum, quem oeque metuero 
potea neque odisse debes nee quidquam habere iam reliqui vides^ 
^od ei detrahere possis: aisi hoo indignum putas^ quod vestl- 
4nm seder« in iudicio vides: quem tu e patrimpnio tamquam o 
nauflragio nndum expulisti. Quasi vero nesclas buno et ali et 
yestiii a Caecilia, Balearici fllia, Nepotis sorore, spectatissuma 
femina: quae cum patrem dariasumum, amplissumos patmos, 
oroatlssumum fratrem baberet, tameni cum esset muHer, virtute 
perfecit, ut quanto henore ipsa ex illorum dignitate adficeretuTi 
noQ minora ilUs ornamenta ex sua laude redderet. €ap. LX 
§.;148. Ao quod diligenter defenditur, id tibi indignum fitci- 
wm Yidetarf Mihi crede^ si pro patris eins bospitiis et gratia 
veUent qnines buius hospites adesse et auderent libere defen- 
dere: n^Uis oopiose defemleretur^ sin autem pro magnitudioo 
iniuriae pvoque eo^ quod summa res publica in buius periculp 
(emptatuT) haec omnes vindicarent: consistere mebercule robis 
.isto in lopo non liceret. Nunc ita defenditur, non sane ut mo- 
leste ferro adversarii debeant, neque ut se potentia superari 
putent, f. 149. fiuse demi gerenda sunt; ea per CaeciUain 
IransigiMtiir: fori indiciquo rationem Messala^ ut videtis^ indices, 
. suscepit qui si iam satis aetatis atque roboris baberet^ ipso pro 
Sex«.Rosclo diceret quoniam ad dicendom impedimento est .aetas 
et pudor, qui ornat aetatem; caussam mihi tradidit, quem sua 
caussa cupere ac debere intellegebat: ipse assiduitate, consUiOy 
aactoritate, diligentia perfecit, ut 6ex. Rosci^ yita erepta 4o 
manibus sectorum sententüs iqdicum permitteretur. Nimirum, 
iudicesy pro hac nobilitate .pars maxnma civitatis in armis Aiit: 
baeo acta res est, nti nobiles restituerentur in civitatem, qui hoo 



Cap. L. 8« 46k caoflsa dam reservavU] caussa reservavU. 



316 M. Tulli Ciceroms eui.Liii.s* 150-153. 

facerenty ^od facere Messalam videäs: qni oapnt innooentis 
defenderent, qni iniuiiae resisfereDt, qui qoaiiUim possent^ io sa- 
lute alterios quam io exitio mallent ostendere. Qaod fA omnes, 
loi eodem loco nati Bunt, facerent, et res publica ex Ulis et 
Spsl ex invidia minus laborarent 

€ap. LOL f. 160. Verum si « Chrytogono^ iudices, Hon 
impetramus, ut pecunia uostra conteDtus i^t^ vitam ne petat: si 
ille adduci non potest, nt^ cum ademerit nobis omnia, qaae 
nostra erant propria, ne lucem quoque Imnc, quae commuob 
est, eripere cupiat: si non satis habet avaritiam suam pecunia 
expliere^ nisi etiam crudelitate sanguinis praeditus sit: unum per-^ 
fUgiumy iudices, nna spes reliqua est Sex. Roscio, eademque rei 
pubticae, vestra prisüna bonitas et misericordia: quae d maoel^ 
salsi etlam nunc esse possumus.- sin ea crudelitas, quae hoo 
tempore in re publica grassata est, vestros quoque admos, M 
quod fierl profecto non potest, duriores acerbioresqne reddidit; 
actum est, iudices; inter feras satius est aetatem degere quam 
in hfic tanta immanitate v^rsarL $. 161« Ad eamne rem ▼es 
reservat! estSsf ad eamne rem deleotl, ut eos oobdemnaretki 
qnos sectores ac sicarii iugulare non potuissentf 8oient lioe 
boni iroperatores fiftcere, cum praelium committunt, ut in eo looe, 
quo fogam hostinm fbre arbitrentur, 'nülites colloceat: in quos^ 
si qui ex acie ftigerint, de improviso inddant Niminni simitt» 
ter arbitrantur isti lK>norum emptores, vos hio, talis viros ae« 
dere, qui exoipiatis eos, qui de suis manilms ecftigerint DI 
proiiibeant, iudices, ut hoc, quod maiores comdUum pnblienm 
voeari voluerunt, praesidium seotorum existumetur. (.IM. An 
Tcro, iudices, vos non intdlegitis nihil aliud agl, nisi ut pro- 
.scriptorum überi quavis ratione tollantur et dus ret Inläum in 
vestro iure iurando atque. in Sex. Eosoi periculo quaoif Du^ 
blum est ad quem maleficium pertineat, cum videatls ex altera 
parte sectorem, inimioum, sicarium eumdemque accusatorem Ihm 
tempore, ex altera parte egentem, probatum suis filium, in quo 
oon modo culpa nulla, sed ne suspicio quidem potuit consisteret 
Cap, LÜL g. Ifta. Nom quid aliud videtis obstare Bosdo nisi 
quod patris bona venieruntY Quod ei vos id susoipitis et in ttm 



Oap. tJI. g. 150. praeditos] perlUtu* eademqae] eod^, ^uof. 
Ci^. LÜL {• Ib^. et in eam ran] el aa emdem rem, 



cx.nL$,ifi9-46i. oratio pro Sex. Roscio Amerino. S17 

rem opetam Testram proStemidt sl Iddrco aedet^, ut ad tos 
addncantur eoram liberi, qiiorom bona veniermit« caveto per 
deos immortalis^ iudices, ne nova et mnlto oradelior per vos 
prosoriptio iostaurata esse videatur. niam priorem'^ quaei focta' 
est in eoBy qoi arma capere potaenmt, tarnen Bonatna cmsci- 
pere noloit^ ne quid acrina^ quam more maiQmm eomparaton» 
est^ pablico conailio fiiictam viderettir: hane vero, qoae ad eo- 
rmn liberos atqae ad inftinüam pueromm incunacnla p^tinet, 
nisi hoc iadido a vobia reücitis et aspernamini^ videte per deoa 
immortalia^ qoem in locom rem publicam perrentaram putetts. 

8« 1Ö4. HosdneB aapientea et ista aoctoritate et potestate 
praeditOB, qua vos estis, ex qaiboa rebus maxome res publica 
laboraty Ms maxome medqri ooavenit. Vestnm nemo est^ quin 
intell^gaty popolom Bomaimm, qui quondam in hestis lenissomiis 
existnmabatiir, hoc tempore dimieetica crodelitate laborare. Hano 
toQile ex etritate, iodieea^ hanc pati nolite diatius in hac re 
publica Temari: qoae non modo id habet in ae mali^ quod toi 
ehhB atrocifiBame austollt, verom etiam hominiboa lenissomia 
ademit miaertoordiam consoetodine iocommodorom. Nam com 
omnibas horia aliqirid atrodter fleri videmos aot aodimos: etiam 
qid natura mitissami samo% assidnitate oiolestianuD aeoamo 
«nnem humanitatis ex aoioiis smitümus. 



M. Tulli Ciceronis 

oratio 
PRO A. CLÜENTIO AVITO AD lüÜICES. 



Inhalt. 

" A. Cluentifii At>ituM, ein Mi/r mgetekmm B9tr§§r im 
Mwfdeipahtadtttarinam ^e^CiiiHfio}^ tiarb tmier dm 
Cansuiaie von Sulia und ^foinpeivu (tm \3akm der SUiäi 
Born 66S) mit HMerknewig von einem f^ifv^^t^dhiti^fem SMm$ 
^ und einer älteren TodUer. Diese terheirtithete eieh &ald nmh 
ihree Vatere Tode an ihren Verwandten A. Auriu$ üfWiA«* 
Dai etüdk dieser Verbindkny ward htdd fetrübt, it^dsm S^^s^ 
iia, die Witwe des A. Cluentius Aviius, ihren Sehwie^er-^ 
söhn fm unkeasehef lAebe rerflthrte und dadurch eine Tr9nmm§ 
der jungen Cluentia von Melinus veranlasste. Ja Sas^ 
sia*s El^rpergessenheit ging noch weiter^ als sie den Meli' 
nus heirathete. Diese Vorßlle und die Klagen seiner SehwS' 
Star führten eine Trennung des jungen A. Cluentius Avi' 
tus ton seiner Mutter herbei und waren der Anfang %u den 
nuchmaligen Misshelligkeiten. Nicht %u lange lebte Sassia 
in Verbindung mit A.Aurius Melinus, da dieser in Folge 
dir Ermordung eines nahen Verwandten einen gewissen Sta^ 
tius Albius Oppianicus mit einer Anklage bedrohte; der 
aber in das Lager des Q. Metellus geflohen war^ und spar 
ter fsurüekkehrte , um, mit Sullanischer Machtroükommen^ 
heit rersehen und unter die Quattuortfiri der Munieipel' 
Stadt erhoben, sich nicht nur an seinem Verfolger %u räehen, 
sondern auch Peinige Andere aus dem Wege %u räumen, die 
ikm hätten können schädlich werden. So ward unter Andern 
auch Melinus geachtet und getödtet. Hierauf heirathete 
ppianieus selbM die Sassia, deren Mann er hatte hin- 
ric/Uen lassen. Von da aus schrieb sieh die Feindschaft des 



M. TalU Ciceronia on pro A. Cloeatio Avito. Inludt «10 

Öppiani€u$ g^^ C!uentiu$ her, wOdie noch fimm Siog^ 
darin fand, dan Letzterer eine Klage gegen Oppianieke, 
wozu ihn die Deeufionen vonLarinum aufgefordert hnt^ 
ten, übernahm, in welcher er Beschwerde führte, dae» Op^ 
pianieuM die Martialen, i. h. die liffentHehen Dierter dee 
'Mars, f&r Freie erklärt und eie für Römische Bürger aue^ 
gegeben hatte* Dadurch toard der Hase seiner Mutter und 
seines Stiefvaters gegen Cluentius* auf*s Böchste gesteigert 
und sie suchten ihn aus dem Wege zu räumen, damit nicht 
nur jene Klage beseitigt würde, sondern auch sein VermSgen, 
worüber er bis Jetzt noch niM verfügt hatte, seiner Mutter an^ 
heim falle. Oppianicus setzte sich also mit eittem bekannten 
Meuehler h.Wabricius in Verbindung, welcher sieh an Di o^ * 
genes, den Sclaeen des Cleophantus, des Arztes von 
Cluentius, wandte und diesen bereden woOte, dass er statt 
der Arzenei seines Herrn dem Cluentius Oift überbringen 
möchte. Doch dieser setzte seinen Herrn davon In Kenntnh 
und so ward nidd nur die beabsichtigte Ermordung vereitelt, 
sondern auch das Oift tu den Händen des Scamander, ei* 
nes Freigelassenen des L. Fabricius gefunden. Auch ward 
Scamander de^uM angeklagt und verurtheiU, eben so wie 
nach ihm L. Fabricius. Später klagte A. Cluentius 
auch den Oppianicus setbst vor denselben Biehtern an, die 
schon den Scamander und Fabricius verurtheiU hatten, 
durch den Sachwalter Cannutius^ Üntermichungsrichter 
Cguaesitor) war C.Iunius, sein Vertheidiger warderVolks^ 
tribunL., Quinctius. Oppianicus, der das Misdiche sei^ 
ner Lage wohi einsah und überzeugt war, dass nach den be^ 
reite über Scamander und Fabricius gefSHten Urtheilen 
dasSdtttldig auch über ihn ausgesprochen werden wikrde, wandte 
sieh deshaXb, wie Cieero behauptet, an L. Aelius Staie-^ 
nus, der 'Unter Jenen Biehtem^war, nnd übergab ihm eine 
grosse Summe, damit er die Bestechung desOeriehtes zu sei^ 
nen Ounsten bewerkstelligen sofUe. Dieser aber behielt das 
Geld für sieh und so sprachen zwei und dreiseig Biekter mU 
Ausnahme von fünf Stimmen auch über Oppianicus das 
Schuldig aus. Bieraufreizte L. Quinctius als VMOribun 
das Volk so gegen Jenes Cfericht, wovon er erklärte, es sei 
»u Ouneten des Ciuentius bestochen word^, auf, dum C 



SM . . BL TuUi Ciceronis 

Iuniu$j der nadiVerwaUung de$ AedtlenümUi Amtart* 
Mohafl auf diePraetur hatte, tdcht nur nicht gewählt Wixr4, 
mmdem auch aus dem Staate weichen mu$$te. Oppiani- 
^u$, der, nach Meiner Verurtheiiung in Exsile sieh befand, 
starb fünf Jahre nachher tti Fo^e eines Sturzes^ SogUkik 
Mumptete Sassia, A. Cluentius habe i/irem Manne dwdi 
einen gewissen M. Asellius CHft beibringen lassen. Umsond 
wurden zweiSkUwen Strato und Nicostratus 5su wieder- 
holten Malen gefoltert^ um die nöihigen Aussagen zu okuhea; 
,sie bekannten nichts* Endlich überredete Saisia ihren Stief- 
sohn OppianicuSß dass er A. Cluentius durch A. AI- 
tius anklagen Hess, er habe seinen Vater durch Oift umbrin" 
gen fassen. Die Sache ward i9or 0. Vocpnius Naso, der 
als Praetor die Untersuchungen über Vergiftungen leitete (de 
neneficiis quaesivitj, unter dem Consulatß des hepidut 
und Tullus C^r nach Erbauung Rom'sJ geführt. JL 
CluentiuM* Vertheidigung hatte Cicero übemonmen, der 
fetzt Praetor war. Ausser der offenbar erdichteten Besdml" 
digung wegen Vergiftung des Oppianicus, gerechte dm 
Cluentius 4er Umstand zum Nachtheile^ dass der aOge" 
«Ktna Glaube herrschte, das Gericht, dem C. lunius vor' 
stand j sei m Gunsten des A. Cluentius bestochen gewe^ 
sen; wul hauptsächlich auf diesen Yerdackt hin, der oBer- 
dings nn^ begründet gewesen sein mag, als Cicero in die- 
ser Verll^eidigungsrede ^s^esteh^ durfte, hoffite man auch 
seine Verdammw^ ssu bewerkstelligen. Aus diesem Gnmds 
nimmt Cicero gleich zu Anfange seirwr Vertheidigungsreds 
auf diese doppelte Beschuldigung Bucksicht, indem er sogt, 
es sei nicht schwer die eigentliche Anklage, die eine gesetzt 
Uche Untersuchung iU^er Vergiftung gegen Cluentius ei»-' 
ieite, vollständig zu widerlegen; wohl aber den Verdreht, dm 
manwegendes lunischen Gerichtes gegen Cluentius kabSf 
obgleich er ungerecht sei, gänzUeh zu beseitigen, da man bei 
jener, Beschuldigung AHes eieuseln widerlegen könne, bei dem 
erregten Hasse g^en Cluentius hingegtfn mehr sieh auf 
allgemeine Zurüelnoeisung und den guten Willen der Biebter 
verlassen müsse CCap* ^* S- '-*4.> Wenn aber eine tor-- 
gefassie Meinung, eine veranlasste Missgunst überall noch ge- 
duld0iufrd^dikrfe,so sei diese d4feh vor demGeriehteamtdltr^ 



oratio pro A. Claentio Avito« Inhalt Ml 

nt^eniffsten «u dulden, wo man die Schuld ohne Bau besira^ 
fen fnusse und ohne Schuld den Hase bei Seite eetzen^ Er 
bitte also «unächet d^ Biehttr jede OehdeeigkeU %U he$eiHgen, 
keine vorgefaesie Meinung tnitzübringen y und wenn er noch 
dazu zeige, daae jene nur Zu sehr rerbreitete Meinung Über 
CluentiuB ohne äUen Orund der Wahrheit sei, dieselbe «ftf- 
Hg aufzugehen, und ihm bei seiner Widerlegung zu folgen^ 
ohne auf das Einzelne, was noch bei derselben unberüeksieh^ 
tiget bleiben sollte, zu achten; und erst dann, wenn er zum 
Ende seiner Vertheidigung gelangt sein wird, daesdbe in Oe^ 
danken zu ergänzen CCap, 2. §• ^* ^0* Obgleich jener Vir^ 
dacht schon seit acht Jahren auf Cluentius laste, so glaubt 
der Spreeher doch, wenn man ihm geneigtes Gehör sdienken 
wolle, dass er das Gerieht dahin Timmen könne, dass es dem 
Cluentius beistehen zu müssen sich überzeugen werde QCap. 
9. S' ^0' ^0 Vieles sich auch darbiete, was im Allgemeinen 
Ober die Nachtheile eines solchen Verdachts sieh sagen lasse, 
so will er doch gleich zum Anklagepuncte selbst übergehen, 
indem er dabei die Bitte an die Richter macht^ dass sie die 
Sache so betrachten mögen, als würde sie ihnen jetzt zuerst 
vorgelegt, nicht als wenn sie schon oft besprochen und abgem 
handelt worden sei, weil früher nur Irrthum und Missgunst 
bei der Untersuchung eorgeherrscht habe, und jetzt das erste 
Mal sich Gelegenheit biete, den Cluentius von falschem Fer^ 
dachte zu befreien CS» ^0' ^^ -^ Cluentius beschuldiget 
werde, dass er das Gericht bestochen habe, um seinen Feind 
Statius Albius Oppianicus zu unterdrücken, so will 
der Redner zunächst zeigen, dass Niemand unter grossem 
Vorwürfen und unter gewichtigeren Zeugen angeklagt worden 
sei, als eben jener; zweitens dass eon denselben Hiehtem, 
welche jenen verdammt hätten, solche Värurtheile Cf^^^^tf-* 
dicia) gehalten worden seien, dass er auf eine Freisprechung 
habe auf keine Weise hoffen können. Sodann will er dar-* 
legen, dass jenes Gerieht zwar bestochen worden sei, doch 
nicht von Cluentius, sondern gegen Cluentius, und dda 
ganze Gewebe von Irrthum und Scheelsucht im Gegensätze 
zur WirMiehkeit aufdecken Q^^ap. 4. §. 9J. 

Um nun zu zeigen, dass Cluentius au f seine gerechte 
Anklage an sich vertrauen konnte, will er die fieHhuldigun-K 



t99 . H. TulU Ciceroiüs 

luniuM, der noeft VerwaUtmg äe$ AedilenümteM Amcari'- 
aehaft auf diePraetur kaUe, nicht nur nicht gewähUneardj 
mmdem aucl$ au» dem Staate weichen mu8$te. Oppiani- 
eM9y der, nach »einer Verurtheiitmff in ExBtle sich befimd, 
9tarb fik^ Jahre nackiger tn Folge eine» Sturze». Sogleich 
behauptete Sa»»ia, A Cluentiu» habe ihremManne durch 
einen gewitseti M. A»elliu» Otfi beibringen la»»en, Um»on»i 
wurden zwei Sklai^en Strato und Nico»tratu» zu wieder" 
heUen Malen gefoltert^ um die nöthigen Auesagen ssu machen; 
,9ie bekannten nichts. EndlieJi überredete Saäsia ihren SHef^ 
aehn OppianiouSy da»» er A, Cluentiu» durch A. At- 
tiu» ankU^en He»», er habe »einen Vater durch Gift umbrin' 
gen ia»»en* Die Sache ward i)or Q. Vocqniu» NasOy der 
Ol» Praetor die ljnter»uehungen über Vergiftungen leiiete Cde 
f^nefieii» quae»ivit^, unter dem Coneulat^ de» Lepidu» 
und Tullu» C68T nach Erbauung Rom*»J g^^ührt. A. 
Clueniiuß* Vertheidigung hatte Cicero übernommen^ der 
jetzt Praetor war. Au»»er der offenbar erdichteten Be»duii'' 
digung wegen Vergiftung de» Oppianieu»^ gereichte deam 
Cluentiu» jier üm»tand zum NachtheUe, da»» der oBge^ 
m^ne QUmbe herr»chte, da» Gericht, dem C. luniu» vcr^ 
stand, »ei zu Gtm»ten de» A. Cluentiu» be»toehen gewe-^ 
sen; und hauptsächlich auf die»en Verdacht hin, der oHeT" 
ding» mehr begründe geweeen »ein mag, als Cicero tu die^ 
ser Verllteidigungsrede eingestehe durfte, hoffte man auch 
»eine Verdammung zu bewerMelUgen. Au» dieeem Grunde 
nimmt Cicero gleich zu Anfange »einer Vertheidigung»rede 
auf die»e doppelte Beechuldigung Bück»ichty indem er sagt, 
e» »ei nicht »ckwer die eigentliche Ankfage, die eine ge»et%^ 
Uche Untersuchung über Vergütung gegen Cluentius ein^ 
ieite, fDoUstundig zu widerlegen j weht aber den Verdacht, den 
mum wegende» Iuni»chen Gerichtes gegen Cluentiu» habCy 
obgleich er ungerecht »ei, g^kiaUch .zu be»eitigqn, da man bei 
jener ,Be»ehuldigung AKe» einzeln widerlegen könne, bei dem 
erregten Ha»»e gegen Cluentiu» hingegen mehr »ich auf 
aägemeine Zurückweieung und den guten Wiüen, der Richter 
^oerkwen m&»»e (X^* i. g. i— *4.J. Wenn a/ber eine eor- 
gefa»9te Meinung, eine veranla»»te Mi»»gun»t überall no^ ge^ 
duldet wffd^ dfirfe^ so sd diese dtish f?or demGerichleamsiUfr^ 



oratio pro A. Qaentio Avito« Inhalt Ml 

ftenigsien %u ditiden, wo man die Schuld ohne Bau beitrat 
fen müs$e und ohne Schuld den Ha$g bei Seile eetzen^ Er 
bitte also founäehet d^ Biehttr jede Oehäeeigkeit fsU beseitigen^ 
keine vorgefasste Meinung mitzubringen, und wenn er noch 
dazu zeige y dass Jene nur zu sehr rerbreitete Meinung über 
Cluentius ohne allen Qrund der Wahrheit sei, diesetbe irtf- 
Hg aufzugehen, und ihm bei seiner Widerlegung zu fblgen^ 
ohne auf das Einsseine, was noch bei derselben unberüeksioh^ 
tiget bleiben sollte, zu achten; und erst dann, wenn er zum 
Ende seiner Verthetdigung gelangt sein wird, dasselbe in Qe^ 
danken zu ergänzen C^ap. 2. §• 6. 6.). Obgleich Jener Vir^ 
dacht schon seit acht Jahren auf Cluentius laste, so gkmbi 
der Sprecher doch, wenn man ihm geneigtes Gehör sdtenken 
wolle, dass er das Gericht dahin summen könne, dass es dem 
Cluentius beistehen zu müssen sich überzeugen werde QCap. 
9' S* '^O* ^^ Vieles sich auch darbiete, was im Allgemeinen 
Über die NachtJieile eines solchen Verdachts sieh sagen lasse, 
so will er doch gleich zum Anklagepuncte selbst übergehen, 
indem er dabei die Bitte an die Bichter macht ^ dass sie die 
Sache so betrachten mögen, (ds würde sie ihnen Jetzt zuersi 
rorgelegt, nicht als wenn sie schon oft besprochen und abge^ 
handelt worden sei, weil früher nur Irrthum und Missgunst 
bei der Untersuchung vorgeherrscht habe, und Jetzt das erste 
Mal sich Gelegenheit biete, den Cluentius von falschem Ver^ 
dachte zu befreien CS* ^> ^^ -^ Cluentius beschuldigei 
werde, dass er das Gericht bestochen habe, um seinen Feind 
Statius Albius Oppianicus zu unterdrücken, so will 
der Redner zunächst zeigen, dass Niemand unter grossem 
Vorwürfen und unter gewichtigeren Zeugen angeklagt worden 
sei, als eben Jener; zweitens dass ton denselben Bichtem, 
welche Jenen verdammt hätten, solche Värurtheile Cpraeiu^ 
dicia) gehalten worden seien, dass er an^ eine Freisprechung 
habe auf keine Weise hoffen können. Sodann will er dar-^ 
legen, dass Jenes Gerieht Z4car bestochen worden sei, doch 
nicht von Cluentius, sondern gegen Cluentius, und daa 
ganze Gewebe von Irrthum und Scheelsucht im Gegensatza 
zur WiriOiehkeU aufdecken CCap. 4. §' 9J. 

Um nun zu zeigen, dass Cluentius au f seine gereehH 
Anklage an sieh vertrauen konnte, will er die B es ehul digun-^ 



$St M. TnUi Ciceronis 

• 

^M»^ fweh weMim Albius rerurlheitt ifford, auiekumäer" 
weissen, da es nicht $o naehihelUg und gefihrUeh sei einen 
VeruribeUten und Verelcrbenen aU schuldig darfsmteUen^, al$ 
skien Schuldlosen und Lebenden ohne die ^hörige Vertheiäi^ 
pung SU lassen. Damit abier die BidUer die Ueberzeugung 
gewinnen können^ dass Cluentius nur durch schändliches 
unrecht^ durch tägliche Nachstellungen^ durch stets t^orsehnce» 
bende Lebensgefahr veranlasst ward als Kläger gegm Ojh^. 
pianieus aufzulreien, will er die Sache etwas weiter her 
hoUn, weil dwxh Erforschung des FrSAeren auch das Spä^ 
iere deiUHcher werde CS- ^0. /i.> 

Nachdem er also erzählt hat, was wir bereits oben an- 
gegeben haöen^ wie bald nach seines ^Vaters A. Cluentlui 
Aeitus Tode die Schwester des ssu vertheidigenden Cluen^ 
iius an A» Aurius Melinus verheirathet worden sei, wie 
Sassia, Cluentius' Mutler, ihren Schwiegersohn %us^üM-^ 
U^ier Unzucht verleitet, ihn nach seiner Trennung tfon sei' 
ner Gattin geheirathet und auf diese Weise nicht nur die 
gaaxe Familie gekränkt und entehrt, sondern auch den ßm^ 
gen Cluentius veranlasst habe, sich von ihrem Umgange 
gänaUch zu entfernen QCap. 6. 6. g' ii--i6J, deutet er 
anj dass er in Cluentius^ Namen die Schande seiner Mut" 
ter niM wikrde aufgedeckt haben, wenn es nicht so sehr tu 
dem BeehtsfaÜe selbst gehöre QS- ^^0* ^^'^ ^ ^ <^^ ^ 
Cluentius in seinem ganzen Leben nichts Schlimmes begeg- 
net, wovon niM seine eigene Mutter Veranlassung gewesen 
sei; und dies könne Jetzt deshalb nicht verschwiegen werden^ 
so sehr es Cluentius auch icünsche, weil sie ofueh dieses 
Gericht, diese Gefahr, diese Anklage, alle Ze$tgm hervor^-^ 
rufen und auf Jede Wefse unterstützt habe; weil sie aueh 
Jetzt von Larinum nach Rom gekommen sei, um snit ihrer 
Frechheit und ihrem Gelde das Gericht ssu Cluentius* Naeh^ 
theü zu stimmen. Gern gebe er zu, dass, wenn die Richter 
nicht alles dies bei dem Rechtfälle selbst deutlich wahmeh' 
men wikrden. Jene mit Unrecht erwähnt worden sei, wenn 
aber Alles so offen und so schändlich, wie er gesagt, befun^ 
den werde, so miksseman dem Cluentius es verzeihen, dass 
er dies erwähnen lasse, dem Sprecher aber würde man es 
nicht verzeihen kbnnen, wenn er es verschwiegen hätte CS' f^'J- 



oratio pro A. Ckientio Aynto. Inhalt Sf 9 

Zunäckit wiU er mm MrxUeh erzäUm^ wegen %de!eker Jte- 
wehtUdigungenOppianicus rerurtheUl tcarden Mei ; undxuerU 
die Gründe aueekumdereelzen , warum Cluentiu» ihn cn» 
Magte. Ale er näaiUeh Gift, wae Oppianieüs, der Gtdte 
eeiner Mutter, ihm hatte bereiten lassen, effenndUlieh entdeel^ 
hatte, unternahm er jene Anklage, um sich eon Todesgefahr 
%u befreien. Damit man aber sehe, dass er nicht gebraucht 
habe, zu Slaienus und zu Bestechungen seine Zuflucht ssu 
nehmen^ wUt- er einige Anklagepuncte vor jenem GeridUe ge* 
gen Oppianicus ausheben (Cap. T. §. i9. 20.). 

EslebtezuLarinum eine gewisse Dinaea, die SehwiC'^ 
gemmtter ron Oppianicus, die drei Sohne Marcus und 
Sum. Aurius und Num. Magius und eine Tochter, 
Magiay die an Oppianicus rerheirathet war, hatte^ M. 
Aurius war als MngHng in dem Italischen Kriege bei 
Asculum Qetxt AscoliJ im Picenischen .gefangen ge^ 
nommen worden, in die Bände des Senators Q. Sergius 
gekommen und befand sich in dessen ArbeUshause. Nume* 
rius Aurius, sein Bruder, starb und hinlerliess Nuw^ 
Magius als seinen Bruder zum Elrben. Hierauf starb Magia, 
des Oppianicus Gattin, zuletzt der einzige Sohn der Di^ 
naea, der noch übrig war, Num* Magius. Dieser setzte 
jenen Oppianicus als Jüngling, seiner Schwester Sohn, sstnn 
Ek-ben ein tmd hiess ihn mit seiner Mutter Dinaea die Ver^ 
lassenrchaft theikn. Inzwischen ward der Dinaea sichere 
Nachricht ertheüt, dass ihr Sohn M. Aurius lebe und auf 
dem Gallischen Gebiete in Knechtschaft #M befinde. Das 
Weib rief sogldeh alle ihre Verwandten und Angehörigen von 
sieh und ihrem Sohne tsusasmnen und bittet dieselben. Alles 
außsubieten, ihr ihren Sohn wieder xu verschaffen. Doch im 
dieser Unternehmung ward sie ron einer Krankheit befallen, 
sie macht deshalb ein Testament, wodurch sie diesem Salme 
riermalhunderttausend Sesterze aussetxt, jenen Oppianicus 
aber, ihren Enkel, ssum Erben bestimmt. Wenig Tage nad^ 
her stirbt Dinaeeu Demungeaehtet reisen die Verwandten, 
um den Jlf. Aurius aufisusuchen, mit dem Maone^ der die 
Nachricht gedacht hatte, ab C9* ^^- ^^0- Inzwischen lässt 
oppianicus jenen Boten bestechen und sodann den Aurius 
selbst mnbringen. Aueh die, welche %ur Aufsuchung des Ver-- 



9t4 Mi TalU Cicerosis 

wmOtm fortgereUei waren^ »ekreiben naOk Larinum, daM 
Auffinden werde ihnen echwer^ iceü eie ekieähen, da»e Op^ 
pianieu$ den Boten beetoehen habe. JHeeen Brief las X 
Äurius, ein Verwandter Jenee Auriu9^ ax^ dem Markte, 
Umt, fiw vielen Zvhorem in Oppianicu^^- Gegenwart vor 
und $chwur mit vernehmbarer Stimme, das$, wenn er er^ 
fahre, dam M. Auriue gelödtet sei, er Oppianieue an* 
Magen werde. Kurze Zeit darauf kehren Jene mit der Naeh^ 
rieht nach Larinum %urüek, dam M. Aurius ermordet 
eeL Bei der allgemeinen Aufregung der Bewohner von ha* 
rinum und vor%&gUch dm A Auriu$ gegen ^ch entweicht 
Oppianieue in das Lager von Q. Metellus. Später kehrte, 
er vermöge der Gewalt und dm Siegm von L. Sulla mit 
bewaffniHen heuten nach harinum ssurOek, hob die Vier* 
männer (^quattuor virij, welchb die Borger »elb$t einge* 
eetzt hatten, auf, eagte, er und aumerdem drei andere eeien 
von Sulla %u Viermämiem be$timmt worden; ihm habe 
Sulla befohlen, er solle Jenen Auriu» , weldier ihn mit ei* 
ner Klage bedroht hatte, und den zweiten Aurius und des* 
sen Sohn Caius, so wie den Sex. Vibius, durch dessen 
Bände das Geld gegangen war, womit er Jenen Boten hatte 
bestechen lassen, ächten und tödten lamen. So werden Jene 
grausamer Weise NngeriehteL Wer solUe also meinen, dam 
er bei solchen Beschuldigungen ^ welche man vor Gericht vor* 
brachte, habe können firei gesprochen werden (Cap. 6^ $. M 
— M.J)^ Ja er ging noch weiter in seiner Unversdiämtheit, 
indem er die Sassia, nachdem er ihren Gatten A. Aurius 
hatte tödten lassen, zu heirathen begehrte^ und da .diese des^ 
halb die Heirath ablehnte, weil er drei Söhne habe, so trug 
er kein Bedenken^ zwei seiner Söhne, den einen noch als 
Säugling, welchen er von der Novia hatte, den anderen, 
welchen er mit der Papia gezeugt hatte und dem er von 
Teanum in Apulien aus den Artigen seiner Mutter Irom* 
men liess, um ihn zu tödten und tu derselben Nacht verbren^ 
jnen zu lauen, aufisuopfem. Durch diese Hingebung ward 
Sassia vermocht dem Oppianicus nun ihre Hand zu rei^ 
ehen CCap. 9. f. M-^M8.). Wenn Jetzt noOk bei Brzäh- 
hmg dieser Schandthat die Bichter innerlich bewegt und er* 
schultert würden, um wie viel mehr hätten die Richter damals, 



oratio pro A. Cluentio Avito. Inhalt Sf ft 

al$ OppianieuB noch lebte y als $o viele Zeugen hergeführt 
waren, als P. Cannutiue mU seiner BeredtsamkM seine 
kräftige Anklage geleitet habe, %u der VervrtKeikmg dessel^ 
ben sehreiten müssen, und wie k&nne man ia glauben, dass 
Oppianieus unschuldig unterdrückt worden seif Nur kurz 
will der Sprecher noch die übrigen Verbrechen des Oppia^ 
nieus erwähnen, der auch seiner Gattin Cluentia, der 
Vaterschwester des anwesenden Avitus, Gift beigebraM 
habe, düe, naduiem sie das Gif t getrunken hatte, sogleich ihren 
Geist aufgab C^^* ^^- S* ^^* ^^0* Femer tödtete er «et- 
nen Bruder C. Oppianieus durch Gift, doch beeor er dassu 
.schritt, hatte er die Auria, seines Bruders Gattin, die schon 
ihrer Entbindung nahe war, vergiften lassen. Wenn man 
also in Asien, bei Cicerone Anwesefkheit, eine Milesierki habe 
%um Tode verurtheilen lassen, wM sie %u Gunstm der zwei^ 
ien Erben durch Arzeneien die Leibesfrucht abgetrieben habe, 
um wie vielmehr hatte Oppianieus das Schuldig verdient, 
der »wei lebende Wesen in einem- Körper gemordet hatte 
CCap. ii. §. Bi. 8»J. Als der Mutter Bruder des gegef^ 
wartigen jüngeren Oppianieus Cn. Magius an eitler 
schweren Krankheit darnieder lag, fragte er, weit er des Op^ 
pianicus Sitte und Unverschämtheit kannte und den Sohn 
seiner Schwester zum Erben hatte, in Gegenwart von mehre» 
ren Freunden und in Anwesenheit seiner MvUer Dinaea 
seine Gattin, ob sie schwanger sei, als diese dies b^aht hatte, 
bat er^ sie ßnöchte bei ihrer Schwiegermutter Dinaea leben 
und Sorgfalt dafür tragen, dass sie ihre Geburt glücklieh fcu 
Stande bringe. Deshalb setzt er ihr eine bedeutende Summe 
von dem Erbtheile des Sohnes, wenn einer geboren werde (a 
filiOy si qui natus esset) aus; von dem Erbtheile des 
zweiten Erben setzt er ihr nichts aus. Auch erwähnt er den 
Oppianieus den Vater nicht als Vormund seines Sohnes 
itn Testamente. Mit welchem Rechte Cn. Magius gegen 
Oppianieus solches Misstrauen gehabt hatte, ergab sich bald; 
denn dieser zahlte der Witwe sogleich die Summe, die sie von 
^em Erbtheile des Sohnes erhalten sollte, baar aus^ die er 
9or nicht schuldig war. Dadurch und durch mehrere andere 
Geschenke des Oppianieus, die damals aus seinen Reeh^ 
^*^^9büehem Ox tabulis Oppianiei) nadigewiesen wur^ 

16 



t9Ü AL TttUi Ciceioni:» 

ifeti^ ward 4a» Wei^ bewogen ihre Leiberfrf idii deneeUem ^auf* 
miopferfu Bndtieh eeMe Oppianieus der JSehandihai die 
Krone auf^ indem er das Weib im flinften Monate nach tA- 
reo Manaee Tode häraiheU^ doeh dauerie dkee V er b indu n g , 
weiche die Qemekuehaft einet Sekandihai perantaeei haUe, 
wie %ii erwarien, nicht laeufe C^ap. i2, $. d^— M.> 

AunerOem ward erwähnt die Ermerdung dee Asmnima 

ton Larinum, einee »ehr reichen jungen Maaneoy den er 

durch. Aeilliu» au» Latinum, einen höchet nkhtewürdigen 

Mensehen, auf folgende VlCeiee fsu kapern. »uMe* Atilliu» 

tmt»^ »ich da» Vertrauen de» ßmgen Asuviu» fm erwerben 

»uehen, damit Oppianieus dann »eint raabgierigen Pidne 

durch ihn in'» Werk »etzen kontde. (So brachten jie e» da^ 

hin, da»» Aeuvifi» mit Aeilliu» nach Rom teieete und 

daeelbst ein au»»dnDeifende» und tereehwenderiaehee Leben 

fiihrte, an welchem auch Oppianicu»^ der ihnen »ogleiek 

gefolgt war, TheH nahm* Während Aeuviu» bei einet Buh^ 

ierin »idt ^and, »teilte »ich Atilliu» der Abrede gemäe», 

al» wäre er Iwank und wollte dm Teeiament machen. Op* 

pianieu» flkhrte Silier C^beignatoreejxu ihm, die 

%eeder A»uviu» noch Avilliu» kannten; er »eübH nenne 

jenen Aeuviu». Nachdem man da» Teetaawnt unter A»u^ 

miu»' Nookcn beeiegelt halte, ging tnan aueeinander O^^ 

»tamenlo Aeuri nomine obeignato di»cediiur). 

Atilliu» gena» auf der Stelle wieder. Aeüviu» aber ward 

kur%e Zeit hernach, etatt in die Gärten, in g ewime Samdgm^ 

ben tot dem E»quilini»ehen Tbere gebracht und ermordet 

(Cap, id. g. 86. ar.> AI» mdn ihn nun rermi»»te ueid Op^ 

pianiCH» ssu Larinum auf dem Markte äueterte, da»» er 

und »eine Freunde »ein Testament beeiegeU , hätten , dachten 

die Freigela»»enen de» A»ueiu»^und Einige »einer Freunde 

»»gleich an Ai^Uliu», mit welchem Jener fButeOU gesehen wor^ 

den war, und »chleppten ihn vor dieFOese des Q. Manlius, 

der damals Triumdr war (^triumvir capitalisy siehe pro 

T. Annio Miior^ Inhalt S.6i.), und er gestand AOe» 

ein, wie es erzählt wardj dass er Aeueius auf Oppiani- 

eus^ Veranstaltung getodtet habe. Es ward Oppianieus, 

welcher sich zu Mause versteckt hMt, pon Manlius eor Qe^ 

rieht geordert} doch da Manlius eben se habsOehtig und 



oratio pro A. Ckentio Avito. lohalt. %%7 

gMeeht ah Oppianieus §elbet war, härmte steft Letalerer 
durch Geld bald frei machen, obgleich viele ZeugeiB^.undAt>ii^ 
Hub eelbet stfifte Schuld darleyten mhd •ein. Naiäe: au dar 
SpHfse der Anldaff^ etand (g- d& dd.> 

Sodann Ucm Oppianieus seine Sehwiepeiynui^r , Bi^ 
naea, durch einen Artsi X« Qhodius auä. Ancon Q'ei%i 
Aneona^, da sie nidUs Outes ahnend seinen geicShnUeheti 
Ar%t zurück gewiesen Juäte, um die Sußnmevon moeUausend 
Sesterze, wie man damals aus seinen Rechnungsbüehem nach^ 
tjries, veitffiften (Cap. 14. g* 40 j. Auch hälfe er das Te^ 
slamenl dieser Dinaea, seiner SchwiegenmUier, tml^ge^ 
schoben und die Tafehi der Censoren zu Larinum 9er^ 
fälscht, und dies Alles war so ruchbar, dass Niemußnd einen. 
Vertrag mit ihm machen^ Niemand ihn »um Vormunde fiir^ 
seine Kinder bestimmen, überhaupt nichts OemehmehaftUchem 
mit ihm haben wollte CS' 4i.J. Boeh würde ihn Vltuu^ 
tius auch so noch nicht angeklagt haben, da Oppianieus* 
zwar sein Feind, aber doch sein Stiefrater, Sassia, obgleich 
eine grttusamb Mutter, doch Mutter fär ihn war; alter da ihfis 
niehts weiter gelassen wurde, ats entweder ^ grausam und »ft- 
würdig zu Grunde zu gehen, oder mif Recht und ohne Vet'^. 
letzung seiner Kinde^flicht den Oppianieus anzuklagen, 
musste er Letzteres wählen fS* 42.J. Um dies zu beweis 
ser$y will der Sprecher Oppianieus^ Sohandthat erzählen 

CS' ^.> 

Zu Larinum gab es Martialen, das heissi, bfPetst^ 
liehe Diener des Mars, die diesem Gotte durch alteEkwloh^ 
tungen und fromme Gebräuche der Bewohner jener Stadt ge^ 
weihet waren^ wie es in Sioilien riete Biener der Venus 
gab* Biese wurden,^ wie die Biener der Venus, unter die 
Dienerschaft des Mars gerechnet |1«^ Martis famUia 
numerabanturjy Mte eine Selbstständigkeit zu haben,- 
Von diesen behauptete Oppiani^us^, dass sie frei und MS*^. 
mische Bürger seien. Bies trugen die Beeurionen und aUe^ 
Bürger der MwddpaUtadt nicht mit ßleichmuth; sondern sie^ 
gingen €luentius an, er mgehte die Sache übernehmen und^ 
pertheidigan. Bieser glaubte diese Bitte nicht zurückweisen zu 
düffrn und sa entstand eine heftige Feindschaft zwischen ihm. 
und Onpi4ini€Ufiy die \yiaeh aur^. seine. Ms^Uter Sassia 

15« 



288 M. TuUi Ciceronis 

permekrt ward. So mochte Oppianieus vrohl wünschen 
den CluentiuB s»i betieitigen, hassu kam noch^ da$s dieser 
noch Mein Tettameni gemacht luUte und ^l$o sein Vermögen^ 
falts er jetzt stürbe, seiner Mutter anheün faUen wikrde, «an 
weicher es Oppianieus leicht in seine Bände spielen karmle 
CCap. iö. g. 43^46.y Oppianieus hatte sieh frühxet^ 
Ug mit fswei der ruchlosesten Menschen^, Oaius imd Lucius 
Fabricius, aus der Mtmieipalstadt Aletrium Q^^^ Ala» 
tri), in engste Vertrautkeit gesetzt und bemilzte fetzt C. 
FabricHus, um dem Cluentius Nachstellungen zu bereiten, 
der damals kränklich war. Er hatte Cleophantus zum 
Arzte. Dessen Sklaven Diogenes suchte Fabrieius 
zu vermögen dem Cluentius Gift zu geben. Der Sklace 
theUte dies seinem Herrn mit, dieser ^ber sprach mit 
Cluentius darüber, welcher nach dem Mathe des Senators 
M. Baebius, seines vertrauten Freundes, den Diogenes 
kaufte und so ergriff man in wenig Tagen so wohl Qift, als 
versiegeites Geld in den Händen Scamanders, eines Frei» 
gelassenen der Fabricier. Wer konnte also da noch s»re»- 
fek^, dass Oppiunicus mit Hecld engekk^t sH C^ap. iß. 

Nicht nur waren demnach^die Beschuldigungen, w^che 
den Oppianieus trafen, wm der Art, dass er rerurtheüt 
werden musste, sondern es waren auch schon Verurtl^ikmgeth 
vorausgegangen, die eigentlich seine Verdammung bereits aus^ 
gesprochen hatten. Zunächst ward Scamander, der Frei^ 
gelassene der Fabricier, 'in dessen Händen man das Cfift 
gefunden hatte, angeklagt, und obgleich Cicero selbst durch 
die Bitten der Bewohner von Aletrium, welche Fabrieius, 
dessen Angelegenheit dabei betrieben ward^ für sieh gewonnen 
hatte, bewogen seine Vertheidigung übernommen hatte, und 
dieselbe mit aller möglichen Anstrengtmg zu gUkikUchan Er^ 
folge zu bringen suchte, doch fast einstimmig nach der ersten 
Verhandlimg verurtheHt. Denn wmn Cicero als sein Ver^ 
theidiger behauptete , Scamander habe keine Feindschaft 
gegen Cluentius gehabt, so entgegnete P. Cannutius, der 
in Cluentius' Namen die Anklage leitete, dass sAer Op-^ 
pianicus, dessen Diener Scamander gewesen^ sein h^-^ 
tigster Feind gewesen sei; wenn er behauptet hmbe^, Ses^ 



<Hratio pro 4- Claentie Avito. Inhalt 989 

mander JMe keine VeriheÜe ^kwon haben k9rmen, eo ent-- 
ge^mte der AnUägery aber die Qattim des Oppianicus; 
wenn er behauptet habe^ da$$ ndi Seetmander 8einßehai%^ 
herr %ufiieden gewesen seij so fragte er^ was fikr ein Mann 
der Sdmtxherr seibsi gewesen sei^ Ais Cicero aber häbiei be-^ 
haupten woOen, Diogenes habe dem Seamandsr eine 
FaOe gestellt, so fragte er, warum er ofi* einen so entlegenen 
Ort, warum er allein, warum er mit ffersiegeltem Oelde ge^» 
kommen sei- EndHoh ward die Vertheidigwig durch die Zeug- 
nisse der ashtbarsten Männer des M^ Baebius und F. 
(f^inetilius Varus xurilekgewiesen. Dieses Geriehi gali. 
aber weniger dem Seamander, als dem Oppianieus, der 
aueh selbst zugegen war und sieh mit Sorgfalt und Aengsi^ 
liehkeH für Seamander^s Saehe tserwendete. Als man ^mr 
Berathung schritt, fragte C. Iuniu$, der Untersu^hungsrieh^ 
ter, dem Cornelischen Oeselise gemäss, was damals giUig 
war, ob er in*s Geheim oder laut die Stimmen woUe abgeben 
lassen. Nach der Ansieht des Oppianieus ward geantwor-^ 
tet, dass es in^s Geheim geschehen solle, weil er behauptete, 
C. lunius sei ein vertrauter Freund des Cluentius^ Man 
sehritt zur Abstimmung und Seamandev Ward mit Aus^ 
'nähme einer SUsnmej der des Staienus, wie dieser selbst 
sagt, verdamsnt- Auf diese Weise ward ohne allen Zweifa 
aueh sehen Oppianieus mit verurtheHt C^ap^ if^l^. 
g. 49^56 J. 

Sodann rief Cluentius den €, Fabrieius ror Ge^ 
rieht, der so wenig Selbstvertrauen in seiner Angelegenheit 
besass, dass er gleich »u den Gebrüdern Cepasius seine 
Zuflucht nahm, welche sehr handwerksmässigen Gebrauch von 
dergleichen Anträgen maehten, und die sehkmme Angelegenheit 
gleich noch in rerdäehtigerem Lichte erscheinen Hessen. Man 
erschien vor Geriehi, mit wenigen Worten, une über eine 
Saehe, über die sehen getirtheili sei, klagte Cannutius an. 
Es begann der ältere Cepasius mit einer langen und weit 
hergeholten Einleitung die Entgegmmg. Zuerst ward er auf-' 
merksam gehört, und Oppianieus so wie Fabricius wa^ 
ren zufrieden* Als er aber zur Saehe selbst kam, sprach 
er so klägHch, gab selbst noch mehr Blossen, so dass Fa^ 
bridus eher entflohen war, als er zu Ende kam, und so 



989 M . Tjdfi CiedroAis 

facht ^mtr dureh Mein ^gne» Urtheiiy mmdmn "dmreh Kraft 4m 
ijleiiette» vsui durch die Stimmen der Kkhier rtr d mt m U ward 
£Cap. :HK Mi. S* 66-^690. 

Nach dem Vorgefaüenen krauchte mm eisfcntiich gar 
nii!id0iehrilber Oppianicue* Person mdHechi$faU %u epre-- 
ehe». Denn er ward ver d$e$eilpen Biehter getadea^ weiche 
Um schon s»iceifmU iMtMar verurtheiit hatten, er wardicegem 
der gröMen Verbrechen, die theUe edion erwähnt eindy theits 
jet%t ausser Acht gelassen werden seilen, er ward ror den- • 
selben Riehlcm angeklagt, weiche Scamander, den Scher^ 
gen des Oppianicus,, und C Fabricius, den Mitwisser 
der Thai, returiheiU hatten. Diese mussten Omverdamasen, 
auch wenn sie vorher Unschuldige pcrurtheilt gehabt hätten, 
mn sich amseguent »tf bleiben. Ja nicht einmal die Cferiehte, 
wo (nach der Lern Cornelia) Mos Senatoren it;u Geri4Me 
sassrni, uHtrdenes.mder solchen Umständen gewagt haben, 
Oppianicus frei zu sprechen. Wenn man also mit Bän^ 
den greifen ieönne, dass Oppianicus ron jenen Riehiem 
nicht frei gesprochen , werden konnte, so st^winde von selbst 
jeder Ch-und, warum der Kläger habe das Gericht bestechen 
wolletrCCap. M. $. öQ^ß^J. 

Man könne mit Recht fragen, wenn das Gericht über 
Oppianicus bestochen gewesen sei» Soll, ob auch die frü^ 
Ueren Vr (heile %um Nachlheile der Gewesen des -Oppiani^ 
cus durch Restechung erreicht wurden? Indem sie aber 
HcMutdrge reTdambUHi,- wie es offenbar waf, so waren jene 
Hur deshalb schuldig. Weil sie die Vergiftung auf Oppiani^ 
cus' Anstiftung betrieben hatten und so konnte es nicht an^ 
ders kommen, als dass Oppianicus reruriheilt Wurde (Y^. 
$ß. §. 62. 63 J. Jedoch will Cicero nicht länger hierbei 
verweilen, sondern imf eine angeblich von Jedermann ange- 
nommene Meinung kommen^ womach nkm mit GewisshcU 
annahm, dass bestochene Richter geurtheilt hätten; nur woUe 
er sich vmnächst vor dem Vorwurfe verwahrt haben, dass die 
Bestechung von' Ctuäntius^ Seiten geschehen seL Man müsse 
annehmen, dass wetm^eine Restechung Statt geftmden habe^ 
sie entweder von CluSntius oder von Oppianicus ausge» 
gangen sei^ infreie er tfe» Cluontius vom Vtrdadd, was 
er bereits getlian habe, so müsse Oppianicuw nothwendig 



oratio pro A. CSneiitio Avito. Inhalt Ml 

^ irdbldft^ eneMfitn; he^B^Ut» 4r €9 "Mfi Oppianieus, «o 
§ei Vluenlius akto yieid^ penehiferti^ Er verttprkfki aber 
mmh an9äif9^imöh am Bewei$ ^efenCfpiauieum sm ftO^en 
CCap. 29. fi. 69. 64 J. 

^Olkne «mA mh0 mf den Mewett äer VMIr$ekei9tlichkeU 
BiM^lasMefiy htihawpM Ciewö ^etademi, dm$ Statiu$ AI- 
bi%i$ ^ppimnie%t4f dem C. Ae-Hue Siaienus eine pro8»e 
Suwme gegeben Mbe^ damit* 4r die Biehier 4e§ieebe, und fer- 
äert eekien S^hn 4>pp%ani/öU9 mnd deeeen Spreeher 7« At^ 
1444$ aufj €s in Abrede %u eieUen^ wenH M kömUen; «rot 
eie jedoch nkM komden, da eie wm Siaienus das €kld 
Off^UUch ^urüekgeflBrrdert haüen^ Aueh Mer%H will er den 
Beweis etwas weiter herhoten. Üppianiet^s habe sie^ näm^ 
behy 40$ Seatnander angekktgt wmr^ sogleich mit 4j!eeeken^ 
ken an IStmienus gewandt und ihn dahin vermocht, dass er 
fihr Seamande'r stimmte. Später sei aber Fabrieius 
nickt einmal «im Siaienua fr^ geepreehen -worden, und 
O^ppianicJus 'habe nun seine Bitten mit gewiebtigeren 
Gritnden *bei' Staienus unterims^en m&ssen C^ap* 94. §. 
64^^69.^. Da Staienus schon fiüher in Angehgenheit 
des umdmdigen Safinius Ateik$ eich hatte Getd ssu He- 
steeMmgen geben lassen, so war es.fdehts Auffaltendes, fcenn 
er aueh jetzt den Bilien des Oppianicus sein Ohr lieh 
und mäch einigem f>ersteUteu Widerstände sechshundert^ 
vierügiausend Sesterfse in sein Baus bringeh Uess^ um die 
Bestechung des BeriMs %u bewerkst^iigen. Nachdem er das 
€Md hatte, gerieff^ er gidckwohl auf den Gedanken, es sei 
am rortheilhaf testen, wenn Oppianicus rerdtmmU werde: 

' so irürde er das Geld nieht smrOckford&n können j wenn er 
aber frei gesprochen werdcf müsste das GM entweder an die 
Hidhter abgegeben oder dem Oppianicus %urOckgeStelH wer^ 

^den. fSo simU er a^ ein Mittel, sein Vorhaben durcha^nfäh-^ 
ren (Cap. M.g. 68-^tB.y* ßtaienue^ dessen g€m%e$^Le^ 
ben SS kundgab, wie gern «r Geld an sieh brachte, versprach 
demnach den leichtfSrtigsien der BicMer iner^tausend 
Sesterze, v^enn Oppianicus freigelassen würde. Er machte 
bei Bulbus den Anfang mit dieser Unterhandlung und lässt 
dursh ihn und -Gutta mit ilm übrigen verhandeln. Man 
iTflrr mit St Menüs* Anerbieten zufrieden^ nur eis es sich 



93» IL TnUi Ciceroids 

umU OM fragte, war Staienu9 wtritrüehig, ^agtß, Op^ 
pianieuB habe ihn im Stiehe gelassen, und zum Betüeise 
daean gab er an, dass er seihst denselben ve rd amm e n werde 
CCap. 96. S' 70^720. 

Da es nicht unbekannt war, dass eine Bestechung im 
Werke gewesen' sei, so hielt es Cannutius fttr gut, ahne 
Verxug ausrufen %u lassen: Die mündUehe Handltmg sei 
rollendet Cp^^^^^^ repente pronunciari: DixKMUNr.y, 
imd man könne zur Abstimmtung schreiten. Da zwei %md 
dreissig Biehter zur Abstimmung sieh begeben wollten, so 
konnte durch sechzehn Stimmen die Freisprechung bewirkt 
werden. Je Pierssig tausend Sesterze an die einzelnen Biehter 
vertheiit bewirkten diese Stunmenzahl, so daßs Staienus' 
Stimaw noch als die siebzehnte zum Ueberfluue dazu gekom^ 
men sein, wik'de. Staienus war selbst nicht anwesend, da 
er irgend einen Process bei einem PrieatriMer hatte. Dies 
konnte sich Apitus und Cluentius gefallen lassen; aber 
nicht Oppianicus noch sein Vertheidiger L* Quinctius 
und Leiderer machte an den Untersuchungsrichter C. lu^ 
nius die dringende Mahnung, man möge nicht ohne Sta^ 
ienus.zur Berathung schreiten. Da er glaubte, dass 
die Amtsboten (yiatores^ die Sache mit FMss lässiger be^ 
trieben, ging er selbst eon dem öffentücben Gerichte zu dem 
Privatgerichte des Staienus, hiess dies vermöge der ihm 
zustehenden Gewalt auseinander gehen und brachte den Stt^ 
ienus in's Gericht. Mmi schritt daher zur Berathung imd 
Oppianicus wollte, dass die Stimmen laut (palam^ gege^ 
ben würden, wie er nach dem damals geltenden Bechte konnte, 
damit Staienus die einzelnen Stimmen erfahre. Es wa^. 
ren verschiedene Gattungen von BidUemy wenig besteche 
liehe, aber alle aufgebracht. Die übrigen hielten ihn alle fiJtr 
sduüdig, doch wollten sie erwarten, wofür die stimmen wür^ 
den, die bestochen sein sollten, um zu sdien, von wem das 
Gericht bestochen sei CCap. »7. g- 78-^76.^. Die besteche 
liehen Biehter, Bulbus, Staienus, Gutta, stimmten edle 
gegen Oppianicus. Man wunderte sieh, deshalb sagten ei^ 
^nige Biehter, weil sie glaubten, das Gericht sei gegen Op^ 
piaßieus bestochen, sie wünschten weiteren Auftehiuss C^on 
uQvatm diweruntj» Andere glaubten^ sie inüssten ihren 



^oratio pro A. Claentio Avito« luhalt 838 

frühem Ocrtdbteti ^^emäu verfiArm vnd rer dämmten ihn. 
Fünf sprachen 'Um frei COap. 96. f. TS-^tej. 

Nach 0ppianieu9* Venrrtheilung suehie L* Quinctius 
$0^eieh äie$en VarfaU «um Naehtheile der Oeriehte des Se^ 
naies beidem VMeaU VoOtstribun ssu bemttsen und indem er 
den Oppianieus eds unschuldig m»sgmb, retUe er die Menge 
auf CS' ^^-> ^^ ^^och UHxrd Staienus vsu derselben Zeil 
von Oppianieus in dasHaus des T. Annius MUo gerufen 
und ohne Hehi gemoungen^ das Geld, was er erhallen hatte, 
wieder heraus su geben CS' ^^0* ^^ Volk, wasvondem Un^^ 
tersMeife des Staienus nichts erfahren hatte, wasOppiani^ 
cus nicht kannte, von Staienus, Bulbus und Gutta 
nichts Gutes ahnete, von h* Quinctius aber irre geleitet 
ward, ward sehr gegen Jenes Gericht und gegen C, luniüs 
aufgebracht, so dose er, als er nach Verwaltung des Aedi^ 
lenasntes sich um das Praetoramt bewarb, durch das 
Geschrei der Menge bewogen ward, sich von dem Markte 
änd aus der ßtadt ssu machen OCap* ^^* S' ^^* ^0' 

Es sei dem Sprecher aber um so lieber nun erst die 
Vertheidigung fsu übernehmen^ weil Jetzt die Gemüther abge^ 
kühlter und die lautere Wahrhdt mehr hervorgetreten sei; und 
weU man, was man früher nicht auszusprechen gewagt hätte, 
ßtzt als ausgemacht annähme. Denn deutlich stelle sieh jetzt 
das Verhältnis des Anklägers und des Angeklagten heraus; dass 
Geld den Bichtem gegeben worden, sei ausgemacht: der Eine 
habe seine Anklage durch die schwersten Beschuldigungen und 
durch die vorausgegangenen Verurtheilungen begründet^ und 
würde setbst im schlimmsten Falle alle seine Rechte unge^^ 
kränkt behalten haben, der Andere musste die vielfachen und 
heftigen AnsehiMigungen fürchten, glaubte durch die Ver^ 
urthäktng der Fabricier auch sein Urtheil gesprochen, imd 
sein ganzes Glüek stand airf' dem Spiele CCap. 30. g' ^t^* Si.^. 
ßa man nun in Cluentius* Bechnungsbüchem keine Spur 
dieser Ausgabe finde, wohl aber auf Gppianicus^ Seite, 
da Staienus seehshundertvierzigtausend Sesterze erhalten 
habe, und Oppianieus und Quinctius ihn zur Abstim^ 
mung, verlangt hätten, so müsse man wohl bei Cluentius^ 
Gegner die Spur der Bestechung suchen CS» ^^- ^^0* Wenn 
Attius behaupte, dass Oppianieus deshalb das Geld dem 



S34 . H. TiitU Ciceronis 

iius zu beteirkm^ so $ei diese Verlheidigungsweiee jetsU Mcft 
Mf^gesckmaektec, tOs fr&ker, wo A Ceiheyuß, ed es dass er 
djm OfipiunPCUB\iwch tkfer keremfiihren ^oUtey oder dam 
man dtoMde ^eme andere Ausflucht haUe^ diesen Räih yeye« 
ben habe. Ms ifomite 4iber OiueiUius auf Jceine Weise sUk 
Viit Oppianieuß aass&knm^ 0Ü1 die ^'sMkchdfi mii seimer 
Mutier,!, ^dMS Aushängen der ^Ndaien des- AiskOl^ers $end .dm 
An§elflag$en, die VerurtheUtOigen.der F^bri^oisY p-osse Bis^ 
dernisse waren. Aueh würde Q>ppii$nieue daämreh fdektg 
gewonnen ^haben^ da Jeder Andere die JaMa§e hätte gegen Um 
durchsetzen könnfn, und Ciuentius konnte *ähf^ SMümpf 
die Anklage nidM aufgeben C^apL Bd. 9. 64~M.> WotMe 
amn aber, dass Staienus am der anderen JIbtM tman 
Verräth^ wiOrde (ti/ praetraricaretur) , so gekört dies 
auch schon ßmr ^Bestechung des ^Geriehies und asaabremHUe 
dassu nicht ^gerade Siaienue spu wtäden.^ JSodsmH mei^e 
auch die. Sunme genau, dass *num ae^zAn Rkihter gewinmen 
wollte C<^ap. iS0. g. ^.> Berufe num sich auf ^die tMen 
Urtheile/die bereits dahin gefälU worden setem^ damCiuen^ 
tius eich derJBeslechungseiaMig gemaektJmbs, so seien dies 
damals keime .Sktiehte gewessm, -sondern die^ Seituatstämde 
hätten sie ^eibgedrungen^ jedaeh will er audh kier das MBimzelne 
alles duTjshgehen ff. 88. 89.^. .^wn woUe snan dem Cluen^ 
iius zar hast iegen, dass,C. lunims •eerurtheHt worden sei, 
so treffe dim den Clueniius gar nidu. Au^ angemo am ke n , 
es sei )ßenes Gerieht nicht gegen die Siaatsgesetxe, *da ein -Un- 
tersuchungsrichter angehlagt ward und ein Vdlksiriban Mld^ 
ger war, so ward auch lunius nur dmhalb angeklagt, weil 
er e^ Gesetz nicht beschuwren holte und weil der Prmetor 
urbanusy C. Verres, seine Nachloosung nicht ^vjsrzeiehmei 
hatte (guod in legsmmon iurasset ^ et ^uod C. Fe- 
res — subs.ortitionefnye^i ie%aaMce non haberet) 
<^. .88. .§. 8i^ -* Oi*). Folgere amn aber so, C. lunius sei 
deshalb fiaeh atuieren Gesetzen rerurtheiit worden, weil ihm der 
Praetor wegenBests^kung des Geriehlm aufsässig gewesen \f^^ 
haben daaudß die Sachen nitht offener vorgOegen sds jet^y J^ 
der Angeklagte habe sieh nicht einmal e erü m idi ^ en kOmnen , da 
der VolksMbun mit der aufyeregten Menge ^ikn unterdsüekt 



oratio pro A. Cluratio Ayilp. Inhalt i^i 

hatte; ein UmUand^ tler nur tkoch neulich^ aU rm- C Or^ 
chieiuß Fausiu9 Sulla nrngMagt ward^ iadureh leseiHgi 
wurde, da»» num die. Klage abwies (Cap, 34. g. ^2^ß4.J^ 
Es müeeen aber die BioMer sehr darüber wachen^ dass die 
tribunieisehe €fewaU, vor welcher sich in den besten, Zeilen 
des ßlaatee Mdß%ner, wie JP* Popilius ^nd Q* Metellus 
nieltt hdUen sehntzen kikmm^ nicht grosses Unheif om^ diese 
Weise 4n dem Staate arniehte, \Eß^sei also aueh.J^nes Ge^ 
rieht nieiU armuerkennen , in ioel^hem kein Maass -^eht^l^ 
keine SUte und OewahnheiC beobachtet, keine Veriheidigung 
gefuhrt ward; und sodann könne auch jenes Gericht Cluen^ 
trus nicht treffen,, da es, urie, gesagt,, andere Anklagepuacte 
hatte CCaf>: SS. S* 96. 9€J. Auch Bulbus^ Verwtheilung 
treffe den CluenUuß-ndeht, da auch dieser nicfU wegen Be^ 
steckungy sondern wegen Maßstälsverbrechen offgekfagt wor^ 
den sei CS- 97 J. Auch des P. P4>pilius und Tu Gutta 
Verurtheihmg schade der Saehe Cluentius^ nid$(s, da beide * 
wegen unrechlmäßsiger Bewerbung Qgmbituß^ , eerwUisilf. 
worden seien CCap^ 86. §. ^S.y. Erwähne man, aber St-a^ 
ienus* VerurtheHung , so sei dieser' theils wegen Anstiftung 
einer Verschwörung im Heere, th^ls wegen Best^clfi^^ und 
Un^sMeife bei^^femSafinisehen Gerichte angßl^agl wor-^ 
den CS' 990i und sßdann halten auch seifte Ankläger PtJ^ 
hlius tmd Lui^ius Cotninius klar bewiesen, dass Staienus 
wm Oppianieus, bestochen worden sei, da sie gezeigt hätten, 
dass Staienns €Md bekommen htAe, und ^Res nur von Op^ 
pianicus, nkM von Cluentius — sie selbst hatten es. unent^ 
schieden gtlassen^ mtsgegangen sein könne CSr^^ — ^^^O- 
So stelle sich es denn heraus, dass des lunius Verurthei- 
hmg , des. Bulbus , .Papilius, Gutta facht, g^gf^ Clti^n^ 
twus, und dass ^des Staienus Verdammuug 'so ,gar fär Um 
sei COb^' ^' S^^oa.). 

Da^ Gericht, was gegen C. Füdiculanius Falcula 
niedergesetzt wttrd^ ^war aber offenbar für Cluentius, da 
dieser fast aus denselben Gründen, wie C. lunius^ange-^ 
.1» > ^ f'ormHeik frei yesprodien ward CS- ^^- i04J< Auch 
der Umstand,, dass fünf Richter den Oppianien» freige-- 
sprechen h^ten, könne nicht zu seiner Reehtfert^ung f/enutzt 
werden, da diesMen Biehter ihn icorher mittelbar bertMs ter^ 



:i36 VL Tum CiceroQis 

dammi gehabt hätten und tdeht durch irgendeinen wibegrün^ 
deten'' Argwohn von ihrer Meinung könnten abgekommen sein. 
Wenn aber Andere dm Gericht hätten aufMdeben wollen^ $o 
sei dieses Verfahren deshalb klug gewesen^ weit sie einen sa 
schuldigen Verbrecher nicht hätten frei sprechen woäen^ den^ 
selben Mer auch nichi sogleich rerdammen^ weit man eirien 
so schweren Argwohn erregt gehabt hätte. Aber auch die 
blossen Namen der Eiehter beweisen^ dass üppianieus mit 
Recht für schuldig erklärt worden sei, da ihn weder P. Oeta-^ 
Pins Balbusy noch Q. Considins, no^ M* lupentius 
Pedo, nochL.Caulius Mergus^ M. Basiliusy C Cau^ 
dinusy noch L. Cassius^ Cn. Heius^ noch P. Satu^ 
rius frei gesprochen hätten C<Jap. K. J- i^^— iW.JU 

Dies sei damals nicht so dargeUgt worden, als C. lu^ 
nins pon £r. Qninetius angeklagt und i^erurtheilt worden 
sei; sondern der Missbrauch der tribunicischen Gewalt 
und die persönliche Heftigkeit desselben haben die Ver- 
urtheilung erxwungen, was ausfilhrHd$er hier nachgewiesen 
wk'd; dies beweise auch der Umstand , dass als L^ Quin^ 
etius als Privatmann Pal cfsla wegen Gelderpressungen (^de 
pecuniis repetendis) angeklagt habe, dieser frei gesprochen 
und dadurch der Beweis geführt worden sei, dass diser un^ 
bestochen das Schuldig über Oppianieus ausgesprochen 
habe C^ap. 99-^41. g. iOS-^ÜBJ. Auch ward misser 
Fidiculanius Nj^emand weiter angeklagt/ dm die Anklage 
wegen ungesetzlicher Bewerbung nicht hierher gehöre CS* ii^.J. 
Wenn man hier erwähne^ dass demP. Septimius Scaevota, 
einem Richter^ welcher von €luentius bestochen sein sollte^ 
aus dem Grunde eine Gektbusse aufgelegt worden sei (litem 
CO nomine esse aestumatam)^ so sucht Cicero diesee 
Urtheil in so fem zu beseitigen^ dass er sagt, ^ne so fsuer-^ 
kannte Geldbusse Oitis aesiumalio) sei kein fötmHehes 
Gericht (iUdicium) und begründe also auch kein Urtheil 
Crem iudieatamj zum Nachtheile des Cluentius C9* 

Beriefe man sieh auf die Rüge und den Ausspruch der 
Censoren, welche einige Mitglieder des lunischen Gerichtes 
getroffen hätten, so glaubt der Redner doch nicht, so wenig 
er den beiden rechtschaffenen Männemy welche Censoren ge^ 



oratio pro A. Claentio Avito. liiüalt SS7 

we$en waren^ Cn. Leniuius und L. Gelliun, %u nahe 
treten wül^ da$$ ihr Ausspruch hier eine Berücksichtigung: rer^^ 
diene, denn niemals hätten im Römischen Staate die Kö- 
gen der Censoren solche Kraft i^eltabt, urie ein gericlUlich 
gefSlltes UrtheiL Dies beweise C Getane Beispiel, der ron 
den Censoren, L. M^tellus und Cn. Domitius, aus dem 
Senate gestossen, nachher aber selbst Censor geworden sei. 
So könne, wenn man blos ron einem Freigelassenen des Cn. 
Lentulus oder L. Getlius des Diebstahls verurtheill werde, 
man nie seinen guten Namen wiedererlangen, wohl aber wenn 
man durch die Censoren JL. Getlius und Cn. Lentulus 
selbst wegen Diebstahles und Bestechung eine Rüge erhalten 
hätte (Cap. 42. $. iiT-^^HO,). Es seien also diese censo" 
riechen Anmerkungen Qcensoriae subscriptionesj tiicht 
Urtheilen gleich %u achten, da das Volk dieselben oft aafge^ 
hoben, geschwohte Richter verworfen, Magistrate remach-- 
lässiget, diejenigen, die dieselbe Gewalt erhalten Italien, ab-' 
geändert, ja die Collegen unter einander selbst streitig gemacht 
häUen QCap. 43. $• 120-- 122. y. Man müsse femer Unter-- 
suchen, ob die Anmerkung der Censoren deshalb Geicicht Juh^ 
ben solle, weil sie gesehrieben werden sei, wßs niciU gesche^ 
hen dürfte, wenn tnan den Censoren nicht allzu grosse Macht 
beilegen wollte, oder ob sie gelten solle, weil sie auf Wahr-» 
heil beruhe. Im letzteren Falle müsse man untersuchen, ob 
man dem Cluenttus die Anschuldigung nachweisen könne 
und sodann erweisen, dass Oppianicus %tnschuldig gewesen 
sei, ehe man die AnUherkung der Censoren als beweiskräftig 
anerkenne. So lange aber Oppianicus vielfacher und grosser 
Verbrechen schuldig, Cluentius hingegen unscliuldig befun-^ 
den werde, könne man damit keinen Unschuldigen unter ^ 
drücken QCap. 44. g. 123'- 1260. Auch häUen die Cen- 
soren nur das Gespräch der Menge und das GerüclU zur 
Grundlage ihrer Anmerkung genommen, so dass man dieselbe 
leicht durch Gründe widerlegen könne QCap. 44. $. i26.}. 
Es sei Jene Anmerkung der Censoren nur gegen zwei Theil" 
nehmer jenes Gerichtes gerichtet, gegen M^. Aquilius und 
Ti. Gutta, so dass man annehmen müsse, die übrigen hat- 
ien Oppianicus unbestochen rerurtheilt, und er sei also 
nicht mU Unrecht unterdrückt worden CS- i^*> ^^^ ^"^^ 



«38 M. TuUi Ciceronis 

könne fHchi glauben^ dmsjßne den üfebraveh dekd Meere ^ nach 
weklietn man^ trenn Mehrere etwa$ verM'4fcken haben, nf*r 
Einzelne nach EnUeheidung des Looses mit der Strafe bde^t^ 
auf die cens&riachen AntnerkimgeH Übergetragen und $q nur 
Einzelne ' bestraft hätten , da die Cemoren e$ nicht dulden 
dürften, das$ mit ihrem Wissen wfd Willen strafbare Män^ 
ner im Senate, in den Gerichten, im ungestörten Bürgerver^ 
"kehre sich befänden; auch' könne dies dann nicht ^tUlkürßch 
sein, wer vom Censor aufgefteichnet iverde,'* sondern müsse 
durch*s tiOos bestimmt werden C^ap. 46. g' ^^^' ^^0- 
Offenbar sei es aber, dass^ man durch Jene Anmerkungen sirh 
wollte Völksgunst 'erwerben, und weil sehr viele falsche Ge- 
. richte gehalten worden war eh, habe man so Viele, als mog^ 
Uch, desluilb censorisch geriigt. Leicht würde man dies den 
Censoren selbst beweisen können, dass sie' nichts Bestimmtes 
erfahren gehabt hätten. Denn gegen F. Popilius habe L. 
Gellius angemerkt, ,ydass er sich habe bestechen las-» 
sen, um einen Unschuldigen zu unterdrücken,^^ 
ohne den Oppianicus nur gekannt zu haben^ Lentulus 
hingegen habe denselben frei gesprochen, da er ihn zttar 
nicht in den Senat genommen, weil er Sohn ekies Freigelas» 
senen war, allein ihm doch den Platz im Theater und die 
übrigen Ehren ^gelassen, auch ihn später bei anderer Gelegen^ 
heit öffentlich belobt habe, und so sei er^durchjene Anmer*^ 
kung des Oellius wenig verdächtig (Cap. 4T. g. iM — 

Wenn aber die Censoren gegen Ctuentius selbst eine 
Rüge erlassen hätten, so sei dies nur deshalb geschehen, weü 
sie geglaubt, man dürfe den Ankläger nithl übergehen, wenn 
man gegen seine Richter eine Ahndung ausgesprochen hätte 
CCap. 48. S' ^^^* 134 J. Am allerwenigsten könne die 
Stelle aus dem Testamente des Cn. Egnatius Gewicht ha^ 
ben, wo er seinen Sohn enterbte, weil er wegen Oppiani^ 
cus* Verurtheilung Geld empfangen habe; da diesen Egna^ 
tius, den Vater, die Censoren aus dem Senate gestossen, 
den Sohn aber t>i demselben gelassen hätten (S' 196.J. 

Behaupte man, dass der gesammte Senat derAnsichi ^e- 
wesen, daäs jenes Gericht bestochen worden sei, weil er durch 
den Volkstribun und die aufyeregtd^* Me)ige , so wie dftrch 



oratio pro A. duentio Avito lofaalt. S99 

den Mi^, da$9 ek^sckiüdl9Mr M€mn9ef4mkk^ und 

durch am VerOaehi, 4en mtm ge^en die SienaHf^en »elM 
haite, vermMmi «•» Belanei ertaüen habe Cdteretetity^ 
Bo hew€i9e tmt^hl dir^InMt jene» Deerete», ata auch der 
UnMmuL, dum v^eder der Ceneui Ia LueuHue^ neeh M 
Jakee dasamf M. hucullu» ^tmd C, Cuseiuajene BUi dem 
Semaitbe»cMu$$e pemäae fear eenatus eensuUoJ an dag 
Voik hraeMej und dam die mufyereisae Menge ran eeibst wie^ 
der ZUM Jlkthe kam, oime dam dieee» Senrntedectet ror das 
Foäp gebracht nvard, hMär^Ueh, uek^ee Gewieht jemr Be^ 
mhium haben müme (Cmp. 4Sk $. 196^1.38.). 

Berufs num meh darauf, iea$ Cieerö^ eimt eetbsit f&r 
eine Meinung über jene Richter abgegeben, taqs-AlHu» geflum 
habey wo könne die» uiehi ale eki Zeiugnie gellen, da er ent^ 
weder mina Meinung damaia mehr den Zeitumefänden oftgc'* 
paeei oder eich »päier auch habe eimee Be$eem beiehren kön^ 
nen und likevhampi Meden ea» der AH keine Beweiekraft 
hätten, wae ef, dmch M. Anieniuä^ ^mdvMmehr nöeh durch 
h* CraMBuei Beiepide ,%u erhärten mM, ton denen der eine 
weine Beden meht niedergeechrieden,^ deunU man Um nicht 
habe euM eaiehe JSinnetändenmg maehuc^eefi können, der an^ 
dere hing^0en dm M.Br.utu9) der ihm Zfeeideutigkeiten^ at$s 
minmK B^den nachweieen wollte, mit bUterem Spotte zurück^ 
gewieeen habe CC^- M. Si. g. i39—i4»0. 

E», eeka aus der Beantwortung der Anklage T. Aitine 

jetxt, dam nach dem Qmet%e C^^^^^^ ^^ die nrsprängHche 

Lear Sampronia, welehe aber nachL. Sultane Umgeital" 

äiog Vomelia hiemj, eondem nach dem Geschehenen 

9M$t ißUa. Verthaidigung des Ciuentius gef&hrt htibe. Denn 

$0 teichi m gewesen sein würde, dm Angeklagten auf diese 

Weise m".f»rtheidifen, da die Worte dfs Gesetzes über 

"den, war Verbindungen eingegangen habe, um et- 

' nen %i$ pardammen^ -(^gm coisset, quo pr/s c'öif^ 

imMitABmtVB) ausdrüekH4A nicht dieRBmieehen Bitter, son^ 

dem Meisi die SenatsmUgHeder tr^pen, so habe er dochy nach 

Cluentius', eignem WiUeu, die Sache seibsi in Schutz genom^ 

mm^ damü er nieht nur »an^demCleset!se gefichet^t, sonderti 

auch sein guter Name vt^eeeJwiten^^leiben möehie QCap. 62: 



S4Q VL TiiUi Ciceronis 

Wenn hier Attiui behaupte^ e$.$ei Unrecht, dan ein 
Senator nach anderen Gesetzen bestraft. ioerde, als em BiUer, 
so sei es eben so unrecht ein bestehendes Oeset» im Staate 
ausser Acht zu setzen, denn um frei zu sein müsse man die 
Gesetze achten. Auch sei es recht und biHijf, dass jedes Ge-^ 
rieht, jede Untersuchung nach bestimmten Grundsätzen aus^ 
ge&ht werde, wie es auch immer im Staate geschehe CCap" M' 
g, i4S^i48j. Sodann sucht er nach den Worten des 
Gesetzes die oben aufgestellte Ansicht, dass es den Cluen^ 
tius nicht treffe, zu begründen, und um nichts von Attiut* 
Rede unwiderlegt zu lassen, will er selbst gegen Cluentius* 
Wunsch hierOber Einiges gegen di^elbe bemerken CCap. 64. 
g. 148. 1490. 

Wenn also Attius behauptet habe, es sH unrecht, dmss 
nicht alle denselben Gesetzen unterworfen seien, so bringe es 
die höhere Stellung der Senatoren mit sieh, dass sie sieh audk 
strenger beurtheHen lassen müssen. Wollte man di^se Strenge 
auch auf die Bitter abertragen, so würden die sieh uhM dm^ 
gegen wßlvren. Denn da das Gesetz von C. Gracchus %u 
Gunsten der Gemeinde Qder Plebs} gegeben sei, so würde 
es L. Sulla, ein Mann, der ron der Partei des Volkes so 
entfernt war, nicht erneuert haben, hätte er nidU geglaubt, 
es würde zu unbillig gegen den ^tand der Bitter sein, dem 
^ doch so feindselig war. Jetzt scheine ein Theil der Sena^ 
toren, der geringere und herrschsüchtigere, bei dieser Gele^ 
genheit, dieses Gesetz auch auf den Bitterstand übertragen 
zu wollen, um dadurch seine Macht zu sichern, aber die 
Strenge der Bitter gegen sich zu untergraben (^Cap. 66. $' 
160—168.). JEs hätten sich dem M. Drusus, demVölks^ 
tribune, welcher ein ähnliches Gesetz mit Hilfe der Vor-» 
nehmen durchsetzen wollte, einst von Seiten der Bitter C. 
Flavius Pusio, Cn. Titinnius, C.Maeeenas und An- 
dere mit Nachdruck widersetzt, indem sie behauptet hätte», 
dass der BUterstand so viele VortheUe nicht mit den Sena^ 
toren theile, also auch die Besehwerden nicht auf sieh neft- 
men könne, denen die Senatoren unterworfen seien. NidU 
als ob sie gemeint hätten, dass sie dem frühem Semproni^ 
sehen, dem jetzigen Cornelisehen Gesetze unterworfen 
seien, sondern sie wollten nicht durch ein neues gebunden 



oratio pro A, Claentio Avito« Inhalt, 941 

Meii^ So weü gehe noch fdehi ^nmal CluenHuM, der rieh 
dem Qeeetsse unierworfim^ um der grössten Strenge gemäss 
seine Bandhmgmoeise prüfen zu küssen QCap. 66. f. i68 
^iSS.). Man müsse aber an den Gesetzen selbst fest'- 
halten tnitf wenn T. Attius die Anklage so führe, als seien 
die Bömisdien Bitter Jenem Gesetze unterworfen, Cluentius 
hingegen, als Römischer Bitter, eich nach dem Gesetze ver^ 
theidigen lasse, dem allein die Bömischen Senatoren und die, 
welche eh% öffentHehes Amt verwallet haben, unterworfen 
seien, so miQsse Cicero dafür Sorge tragen, dass darüber 
kein Nachtheil fltr die übrigen StaatsgUeder erwachse, und 
er verspredie, dass er Jeden, der es nicht ablehne, wie Cluen^ 
tius auch durch das besetz selbst von der Anklage befreien 
wolle CC^ap. 67. g» ^^^ — iS8,J. Denn er sei überzeugt, dass 
Jeder redHehe Bichter keine Klage übernehmen werde,^ die niehi 
auf das Gesetz sich begründen lasse; dass er nicht nach 
Wiükür schalten werde, sondern sich seiner Pflicht erinnern; 
tmd hätte dies T. Attius überlegt, so würde er gewiss nicht 
behauptet haben, ein Bichter sei durch keine Gesetze gebun» 
den, sondern brauche nur, was ihn dünke, auszusprechen. 
So viel über's Gesetz, nur noch Einiges will er gegen die 
Anfechtungen der Gegner für Cluentius sprechen C^ap. 68. 
g, 168 — 160.). Dies thut er, indem er sein Betragen gegen 
Cn. Decidius, den Sammler, gegen die Hirten des Aneha^ 
rius tmd PacenuSy in Bezug* auf P. Aelius* Testament, 
gegen Ceius, einen gewissen Sammler, gegen Ennius recht'' 
fertigt tmd unschuldig darstelU QCap. 69. g^ 161^164.). 

Der Bedner will nun noch der Anklage wegen Vergif-* 
tungen, welche die Bichter nach dem Gesetze untersuchen 
sollten, begegnen. Zunächst treffe Cluentius der Vorwurf 
nicht, dass^er Vibius habe durch Gift umbringen lassen 
QCap. 60. g. 164. 166.). Sodann mache man ihm den 
Vorwurf, er habe wollen den Jungen anwesenden Oppiani^ 
eus vergiften lassen, das Gift sei aber in Meth gegeben und 
dem BalbUtius gereicht worden, der also bald gestorben 
Bei; dass dies aber unwahr sei, beweise das Zeugnis, welches 
der Vater Jenes Balbutius dagegen abgelegt habe CS' ^^^ 
— 168.J. 

Es bleibe noch der letzte Vorwurf übrig , den man dem 

16 



S4Q SL Tum Ciceronis 

Wenn hier Attiue behaupte^ e9,gei VnreM, dan ein 
Senator nach anderen Gesetzen bestraft ADerde, als ein Ritter, 
so sei es eben so unrecht ein beuchendes Gesetz im Staate 
ausser Acht %u setzen, denn itm frei zu sein müsse man die 
Gesetze achten. Auch sei es recht tmd bilUgy dass jedes Ge-^ 
rieht, jede Untersuchung nach bestimmten Grundsätzen aus^ 
geübt werde, wie es auch immer im Staate geschehe C^ap. tiS. 
S^ i46'-'i48J. Sodann sucht er nach den Worteh des 
Gesetzes die oben aufgestellte Ansicht, dass es den Cluen^ 
tius nicht treffe, zu begründen, und um nichts von Attius* 
Rede ununderlegt zu lassen, wiü er selbst gegen CluentiuB' 
Wunsch hierüber Einiges gegen dieselbe bemerken CCap^ ^^ 
S' 148. 149 J. 

Wenn also Attius behauptet habe, es sei unrecht, dass 
fdcht alle denselben Gesetzen unterworfen seien, so bringe es 
die hoh&re Stellung der Senatoren mit sich, dass sie sieh iutch 
strenger beurtheilen lassen müssen. WoUte man ditse Strenge 
auch auf die Bitter übertragen, so würden die sieh wiM da^ 
gegen wehren. Denn da das Gesetz von C. Graeehus zu 
Gunsten der Gemeinde Qder Plebs} gegeben sei, so würde 
es L. Sulla, ein Mann, der von der Partei des Volkes so 
entfernt war, nicht erneuert haben, hätte er nicht geglaubt, 
es würde zu unbillig gegen den ^tand der Ritter sein, dem 
A- doch so feindselig war. Jetzt scheine ein TheU der Sena^ 
toren, der germgere und herrschsüchtigere, bei dieser Gele^ 
genheit, dieses Gesetz auch auf den Ritterstand übertragen 
zu wollen, um dadurch seine Macht zu sichern, aber die 
Strehge der RUter gegen sich zu untergraben (;Cap. 66. g- 
160 — 16B.). Es hätten sich dem M. Drusus, demVölks^ 
tribune, welcher ein ähnliches Gesetz mit Bilfb der Vor- 
nehmen durchsetzen woüte, einet von SeUen der Ritter C. 
Flavius Pusio, Cn. Titinnius, C.Maeeenas und An^ 
dere mit Nachdruck widersetzt, indem sie behauptet hätten, 
dass der RUter stand so viele VortheUe nicht mit den Sena- 
toren theile, also auch die Resehwerden nicht auf sieh neh- 
men könne, denen die Senatoren unterworfen seien. 2Vmj« 
ids ob sie gemeint hätten, dass sie dein frühem Semproni- 
schen, dem jetzigen Cornelisehen Gesetze unterworfen 
eeien, sondern sie wollten nicht durch ek% neues gebunden 



oratio pro A« Claentio Avito. Inhalt, S41 

Meii^ So weU gehe noch nkM einmai Clueniius, der rieh 
dem Geee^se uniencerfkn^ um der gröuten Strenge gemäss 
seine Handiimgmoeise prüfen zu küssen Q^ap. 66. §. 169 
— ±66 J. Man müsse aber an den Gesetzen selbst fest" 
halten und wenn T. Attius die Anklage so führe, als seien 
die Rbrnssehen Ritter jenem Gesetze unterworfen, Cluentius 
hingegen, als Bomiseher Bitter, sieh nach dem Gesetze ver^ 
iheidigen lasse, dem allein die Römischen Senatoren und die, 
welche ein öffentliches Amt verwalte t haben, unterworfen 
seien, so müsse Cicero dafür Sorge tragen, dass darüber 
kein Nachtheil für die übrigen Staatsglieder erwachse, und 
er verspreche, dass er jeden, der es nicht ablehne, wie Cluen-' 
tius auch durch das Gesetz selbst von der Anklage befreien 
wolle QCap. 67. S* ±66-^ 168 J. Denn er sei überzeugt, dass 
jeder redhehe Richter keine Klage übernehmen werde, die nicht 
aiuf das Gesetz sich begründen lasse; dass er nicht nach 
WiOkitir schalten werde, sondern sich seiner Pflicht erumem; 
und hätte dies T. Attius überlegt, so würde er gewiss nicht 
behauptet haben, ein Richter sei durch keine Gesetze gebun» 
den, sondern brauche nur, was ihn dünke, auszusprechen* 
So viel über's Gesetz, nur noch Einiges will er gegen die 
Anfechtungen der Gegner für Cluentius sprechen QCap. 68. 
g. 168 — 160.J. Dies thut er, indem er sein Betragen gegen 
Cn. Decidius, den Samniter, gegen die Hirten des Ancha^ 
rius und Paeenusy in Bezug* auf P. Aelius* Testament, 
gegen Ceius, einen gewissen Samniter, gegen Ennius recht'' 
fertigt und unschuldig darstelU CCap. 69. g- 161^164.;). 

Der Bedner will nun noch der Anklage wegen Vergif-* 
tungen, wdche die B^chter nach dem Gesetze untersuchen 
sollten, begegnen. Zunächst treffe Cluentius der Vorwttrf 
nicht, dass 'er Vibius habe durch €hft umbringen lauen 
CCap. 60. S' ^^"^^ 1660. Sodann mache man iJim den 
Vorwurf, er habe wollen den jungen anwesenden Oppiani» 
eus vergiften lassen, das Gift sei aber in Meth gegeben und 
dem Balbutius gereicht worden, der also bald gestorben 
sei; dass dies aber unwahr sei, beweise das Zeugnis, welches 
der Vater jenes Balbutius dagegen abgelegt habe CS' ^^^ 
— 168.). 

Es bUbe noch der letzte Vorwurf übrig ^ den man dem 

16 



S4S M. TuDi Ciceronis 

Cluentiu» gemacht habe, dasa er den Oppianieu» durch 
M. Asellius hätte vergiften lassen. Zuerst habe Cluen" 
tius keinen Cfrund gehabt, Oppianicus, der verurtheill und 
ohnpiächtig war, auf irgend eine Art ssu fürchten oder ihm 
das Leben, was er ftihrte, zu missgönnen QCkip. 6i. g. iS9 
-^i7i.). Auch die ganze Art und Weise, feie OppianU- 
eus umgekommen sei, spreche für das GegentheiL J£ Asel" 
lius sei vielmehr Freund von Oppianicus ah von ctuen^ 
tius gewesen, im Brod sei die Vergiftung nicht so leicht wie 
im Getränke, und sollte es auch geschehen sein, so treffe 
doch der Verdacht noch nicht sogleich Cluentiu s. Oppia^ 
nicus habe bei C Quinctilius auf dem Falernischen 
Landgute krank gelegen; von da sei er von Nicostratus 
Über Häuslichkeiten unterrichtet, nach einiger Genesung in die 
Gegend von Rom abger eiset und nach einem Sturze vom 
Pferde gestorben, so dass gar kein Verdacht emer Vergiftung 
vorhanden sei (Cap. 69. g* iT2^i76.). Nach seinem Tode 
HessSassia einen von A, Rupilius, Oppianicus^ Arzte, 
erkauften Sklaven Strato und einem anderen Sklaven mit 
Namen Ascla, so wie den von dem jungen Oppianicus 
erbetenen Sklaven Nicostratus, ohne dass irgend ein Ge^ 
ständnis erfolgt wäre, auf das Härteste foltern, bis endlieh 
die Anwesenden darauf drangen, dass man ein Ende mache 
CCap. €3. S' iTß^trSJ. Drei Jahre blieb Sassia ruhig, 
doch unter dem Consulate des Hortensius und Metellus 
verlobte sie an Oppianicus ihre Tochter, um ihn um so 
besser in ihrer Gewalt ?su haben* Zu derselben Zeit hatte 
sith jener Strato eines Diebstahles höchst verdächtig ^e- 
snacht und man Hess deshalb eine Untersuchung einleiten, 
doch nicht über den Diebstahl, sondern über den Tod des 
Oppianicus und verlangte dazu nochmals den^Nicostra^ 
tus von dem fangen Oppianicus QCap. 64. $• irp — iM.). 
So ward nach drei Jahren die Untersuchung erneuert und 
dieselben Sklaven gefoltert, obgleich schon früher die emge^^ 
sehensten Männer, welche anwesend gewesen waren^ die Fol^ 
ierung halten ausdrücklich einstellen lassen. Es ward der, 
welcher sieh des Diebstahls verdächtig gemacht hatte, gefolterl, 
damit er über Cfifl eingestehe. Denn obgleich Sassia behaup^ 
tetCj er habe bei Folterung über Diebstahl etwas von dar Ver- 



oratio pro A. Claentio Avito. Inhalt S43 

fiftung eingestanden^ so waren doch die deshalb niedergelegt 
ien Tafeln Q^atohoUe) ganz dagegen C^ap. 66. g' i^i — 
186. y. Es sei also klar, dass die niedergeschriebene Unter ^ 
suehung untergeschoben sei, da man auch Keinen, der dieselbe 
gesiegelt habe, nenne. Hierauf könne T. Ättius seine An^ 
klage nicht begründen, um so weniger da inan weder Nico-» 
stratus den Bichtem aberlassen habe, noch auch Strato, 
der schon vorher auf schreckliche Weise an^s Kreuz geschla-* 
gen ioorden sei (Cap. 66. $• 186--^ iST.). So habe eine 
Mutter ihren Sohn anklagen können, deren Schandthaten hin^ 
länglich bekannt und noch jetzt wegen des Vergiflungst>ersuches 
von Seiten der Fabricier an den Tag gekommen seien, die 
Alles aufgeboten habe, um Cluentius zu unterdrücken, die 
die Schwester dem Gatten gegeben habe, damit er den Bruder 
derselben anklage, die selbst eine so weite Meise ron Lari^ 
num nach Rom, auf welcher sie doch ron Jedermann ver^^ 
abscheuet worden sei, nicht gescheut habe, um alle möglichen 
Mittel und Wege einzuschlagen, um ihren Sohn zu rerder^ 
ben, ja Unverschämtheit genug besessen habe, die unslerb^ 
liehen Götter um ^Beförderung ihrer Schandthat anzuflehen 
CCap. 66^68. g- iSS^i94.). 

Um so mehr glaubt aber Cicero den Cluentius den 
Bichtern empfehlen zu müssen, um dessertt willen fast alle 
Bewohner Larinums , die es hätten möglich machen können, 
nach Rom gekommen seien, und eine. Belobung desselben ge^ 
bracht hauen. Ausserdem seien angesehene Frentaner und 
Marruciner antcesend. Römische Ritter von Teantitl 
in^Apulien undronLuceria gegenwärtig, so wie aus dem 
Bovianischen und Samnitischen die ehrenvollsten Be- 
lobungen eingegangeuj^ um den Cluentius zu retten (Cap. 
69. S' 196—^198.^. Ferner beruft er sich auf L. Vo- 
lusienus und P. Hflvidius Rufus, die verhindert seien 
zu erscheinen, und auf das Zeugnis des Cn. Tudicius und 
des gegenwärtigen Richters P. Volumnius, die alle ihre 
Bemühungen vereiniget hatten, um Cluentius gegen seine 
Mutter in Schutz zu nehmen; Cluentius wünsche also, 
snan möge nicht Gerüchte, die vor Gericht nicht gelten kön^ 
nen, ihm zum Nachtheile, dem Oppianicus, der verdammt' 
und todt sei, zum Vortheile anrechnen^ damit nicht der Ver^ 

16» 



S44 M. Tulli Ceeronis c. i. $. 3-6- 

giflungmermeh ran Seiten der Fabricier, der gegen ihn 
selM gerichtei ttar^ ihn in*$ Verderben stürze; man möge 
Cluentijusy der schon genug ertragen habe, seinar Vater^ 
Stadt, seinen Freunden und Nachbarn zurückgeben, derBichter 
Pflicht sei es Missgunst zu beseitigen und Wahrheit vor Ge^ 
rieht bestehen zu lassen C^apu 70. 71. g. i98^202.y. 



Cap« L % 1. Animadvertiy iadices^ omnem accnsatoris -orm-r 
tionem in duas dlvisam .esse partis, qaaram altera mibi niti et 
magno opere confidere. videbatur invidia iam inveterata iudici 
luniaDi: alteca tantum modo consuetudinis caussa timide et dif- 
fidenter adti^gere rationem veoeAci criminum : qua de xe le^ 
est baec quaestio constituta. Itaque mibi certum est baoceam- 
dem distributionem invidiae et criminum sie In defensione ser- 
vare^ ut omnes intellegant niliil me nee sublerfügere voluisse 
reticendo nee obscurare dicendo. %. 2. Sed cum considero 
quo modo mihi in utraqne re sit elaborandum^ altera pars et 
ea, quae propria est iudici vestri et legitnmae venefici quae- 
stionisy per milü brevis et non magnae in dicendo contentionb 
fore vldetur: altera autem^ quae procul ab iudicio remota est^ 
quae concionibus seditiose concitatis accommodaüor est quam 
tranquillis moderatisque iudicüs^ perspicio quantum in agendo 
difflcultaüs et 'quantum laboris sit babituca. %. 8. Sed in hac 
4y!ficultate illa me res tamen^ iudices, consolatur, quod vos de 
criminibus sie audire consuestis, ut eorxim omninm dissolutio* 
nem ab oratore quaeratis^ ut non existnmetis plus vos ad salu* 
tem reo largiri oportere^ quam quantum defensor purgandis cri- 
minibus consequi et dicendo probare potuerit. De invidia autem 
BIO inter nos disceptare debetis, ut non quid dicatur a nobis, 
sed qiüd oporteat dici consideretis, Agftur enim in criminibus 
A. Cluenti proprium periculum, in invidia caussa communis. 
Quam ob rem alteram partem caussae sie agemus^ ut tos do- 

Cap. L S. 8. altera pars et ea] altera pars, ea. ab iadido] a 
iuälcio. %, 8. in hao difficultatej in hac tanta difpcuUate, eoram 
omniom dissolutionem] eortim omnem dissoluHonem. inter not] inter 
vos. 



c. i-in..s..4-7. oratio pro A. Cluentio Avito. Ä45 

ceanms, alteram sic^ ut oremos. in altera, diligentia vestra nobia 
adiangenda esl^ in alter» fides imploranda. nemo est enim^ qui 
invidiae sine vestro ac shie taliam viromm subsidio possit re-, 
sistere. 9* ^« Eqaidem qaod ad me adtinet^ qoo me vertam 
nescio. negem füisse illam infamiam/ hidici cormpti? negem 
esse illam rem agitatam in concionibus^ iactatam in iadiciis^ 
commemoratam in senatu? evellam ex animis hominam tantam 
opinienem, tarn penitus insitam, tam vetnstam? — non est no- 
stri ingeni: vestri aaxili cst^ fadices, huios innocentiae sie in 
hao calamitosa fiima quasi in allqua pernioioidssama flamma at- 
qae in commani incendio subvenire. €ap. IL g* 6. Btenim eüe^ 
nt alils in locis param firmamenU et partim virium veritas lia-> 
bet, sie in hoc loco falsa invidla imbecilla esse dcbet. Domi^i: 
netnr in concionibus, iaceat in iudiciis: valeat in opinionibus ao 
sermonibns 4mperitoram , ab ingeiüis- pradentinm repudietar: ve- 
hementis habeat repenthios Impetus,, spatio interposito et eaussa 
cognita consenescat. Denique illa defloitio iudiciomm aeqnorum, 
quae nobis a maioribus tradita est, retineatur: ut in iadiciis et 
sine invidia culpa plectatur et sine culpa invidia ponatur. §. 6. 
Quam ob rem a vobis, iodices, ante quam de ipsa eaussa di«- 
cere incipio, haec postulo: primum id, quod aeqoissnmum est, 
nt ne quid hoc praeiudicati adferatis. etenim non modo aucto- 
ritatem, sed etiam nomen iudicum amittemus, nisi lue ex ipsis 
caussis iudicabimus ae i^ ad caossas iudicia iam facta domo 
deferemus. Deinde si quam opinionem iam vestris mentibus com- 
prehendistifr, si eam ratio convellet, si oratio labefactabit, si 
denique veritas extorquebi^: ne repugnetis eamqne animis ve- 
stris aut lubentibas aut aequis remittatis. Tum autem, cum ego 
una quaque de re dicam et diluam, ne ^si,. quae contraria sint, 
tadti cogitationi vestrae subüciatis: sed ad extremum ex^pecte- 
üs meque meum dicendi ordinem servare patiamini: cum pero- 
raro, tum, si quid erit praeteritum, animo requiratis. Cap. IIL 
S* 7. Ego me, iudices, ad eam caussam accedere, quae iam 
per annos octo continuos ex contraria parle audiatur atque ipsa 
opinione hominom tacita prope convicta atque damnata sit, facile 
Intdlego: sed si qui mihi deus vestram ad me aodiendum be*- 

Cap. L S. 4. negem ttse Ulaml negem illam* 
Cap. II. $. 6. quae contraria sintj qiMe contraria mmJt, meqne 
meom] et me meum* 



246 M, Tulli Ciceronis c. m. iv. s- e-to. 

nevolentiam «ODciliarit, efflciam profecto, nt intellegatis nihil 
esse homini tarn timendom qqam invidiam : nihil innocenü sosee- 
pta invidia tarn aptandum, quam aecam indicium, qnod in 
hoo uno deoiqne Aüsae^ infkmiae finis aliqois atqoe exitos repe- 
riatar. Quam ob rem magna me spes tenet^ si ea^ qnae soot 
in caussa, explioare atque omnia dicendo conseqoi potoero, hono 
locum consessomqne vestram^ quem ilii horribilem A. Cluentio 
ac foilnidolosum (bre putaverunt; eum tandem dus fortonae mi- 
serae moltumque iactatae portum ac perfdgiom futurum. '§. 8. 
Tametsi permulta sunt, quae mihi, ante quam de caossa dicam, 
de commanibus invidiae pericnlis dicenda esse videantur: tarnen 
ne diutios oratione mea suspensa exspectatio vegtra teneator, 
adgrediar ad crimen cum iila deprecationey indices, qua mihi 
saepius ntendum esse intellego, sie ut me audiatis, quasi hoc 
tempore haeo canssa primum dicatur, sicuti dicitnr; non quasi 
aaepe iam dicta et numquam probata sit. Hodiemo enim die 
primum veteris istius criminis diluendi potestas est data^ ante 
hoo tempus error in hac caussa atque invidia versata est. Quam 
ob rem dum multorum annorum accusatioai breviter dilucideque 
respoodeoy quaesO; ut me^ iudices^ sicuti fkcere instituistis, be-* 
nigne adtenteque audiatis. 

Cap. IV. 9. 9. Corrupisse dicitur A. Clueutius indidum 
pecunia^ quo inimicum suum innoceutem Statium Albium con- 
demnaret Ostendam, iudices, primum , quoniam caput illius 
atrocitatis atque invidiae fuit innocentem pecunia circumveutum, 
neminem umquam maioribu:« crimiuibus, gravioribus testibus esse 
in iudicium vocatum; deinde ea de eo praeiudicia esse facta ab 
ipsis iudjcibus, a quibus condemnatus est, ut non modo ab isdem, 
sed ne ab alüs quidem ullis, absoivi ullo modo posset. Cum 
haeo docueroy tum illud ostendam, quod maxume requiri intel- 
lego, iudicium illud pecunia esse tem|>tatum, non a Cluentio, sed 
contra Cluentium: fuciamque, ut intellegatis in tota iUa caussa 
quid res ipsa tulerit, quid error adflnxerlt, quid invidia coniarit 

9. 10. , Primum igitur illud est, ex quo intellegi posait, 
debuisse Cluentium magno opere caussae confidere, quod certis- 
cumia eriminibus et testibus fretus ad accusandum descenderit. 
Hoe loco faclendum mihi, iudices, est, ut vobis breviter iUa, 
quibos Albius est condemnatus, crimina exponam. Abs te peto, 

Cap. IT. %, fO. est condemnatnsl condemnatu» est. 



c. IV. T. s. io~it. oratio pro A. Claentio Avito. 947 

Oppiaoiee^ ut me invitum de patris tui oaussa dicere existomea 
adduotum flde atqiie oCflcio defensioais. Etenim tibi si in prae- 
sentia saus facere oon potaero, tamea maltae mihi ad satis fi^ 
ciendmn reliquo tempore Ikcultates dabuntor: Clueutio nisi nooo 
satis feceroy postea mihi satis ficiendi potestas noa erit ' Simul 
et iUad quis est qut dubitare debeat ^ contra damnatnm et moü- 
tuam pro incolami et vivo dicere? cum illi^ io quem didtar, 
damnatio omne igoominiae periculom iam abstolerit^ mors vero 
etiam dolorisf hie autem^ pro quo dicimas^ nihil possit offenaio- 
nis accipere sine acerbissumo aoimi seosa et molestia et sine 
ttummo dedecpre vitae et torpitodine. $. 11. Atqne ut intelie- 
gatis CloeDtinm non accosatorio animo^ non ostentatione aliqua 
aat gloria adductam^ sed nefiuriis iniurüs^ quotidianis insidüs, 
proposito aute oculos vitae pericqlo^ nomen Oppianici detulissey 
paullo loDgios exordium rei demonstrandae petam: qaod quaese, 
iadices^ ne moleste patiamiuL Principüs enim cogiütis malto 
facilius extrema intellegetis. 

Cap. V. A. Chientius Avitus füit^ pater hoinsce, iodices, 
bomo non solom manicipi Larioatis, ex quo erat^ sed etiam re- 
gionis illios et vicinitatis^ virtute^ existomatione, nobilitate facile 
prioceps. Is com esset mortuus Sulla et Pompeio oonsuliboB^ 
reliquit hunc annos xv natum, grandem autem et oubilem filiam: 
quae brevi tempore post patris mortem nupsit A. Aurio Melino^ 
coDsobrioo sno^ adolescenti in primis, ut tum habebatur^ ioter suos et 
honesto et nobili. S* 1^* ^^^^ essent eae nuptiae plenae dignitatis^ 
plenae concordiae^ repeote est exorta mulieris importuoae neOuria 
InbidOy non solum dedecore^ verum etiam scelere coniuncta. Nam 
Sassia^ mater huins Aviti — mater enim a me in omni caussa, 
tametsi in hunc hostili odio et crodelltate est^ mater ^ inquam, 
appellabitur^ neque umquam iila ita de suo scelere et immanitate 
audiety ut naturae nomen amittat Quo enim est ipsum nomen 
amantius induigentiusque maternum, hoc illius matris^ qoaemul- 
tos iam annos et nunc cum maxnme filium interfectum cup&t^ 
singulare scelns maiore odio diguum esse ducetis -*- ; ea igitur 

Cap. TV. $. 10. hio autem, pro quo didmus] htäc autem, pro 
quo dicUur. accipere] acvedere, jdt molosHal ac dolore* et torpl- 
tudine] ac turjntudine, S* H* petamj repetam. 

Cap. V. g, 19. eae nuptiaej Itae nuptiae, in omni caussa] no- 
mMt causa. 



«48 M. Talli Ciceronis c. v. vl s- i»-i*. 

mftter Aviti^ Mdini ilUas adolescentis^ generi soi, contra quam 

tha eraty amore capta^ primo neque id ipsum diu qnoquo modo 

poterat in illa oapiditate continebatur: delnde ita flagrare ooepU 

amentia^ sie inflammata ferri labidine^ ut eam non pudor, noo 

padicitia^ non pietas^ non maonla familiae^ non hominnm fama, 

non Uli dolor , non filiae maeror a cupiditate revocaret §. 13. 

Animnm adolesoentis nondnm consUio ac ratione linnatam pel- 

lezit ÜB omnibos rebus , qoibus illa aetas eapi ac deKniri potest 

Filia, quae non solnm illo communi dolore muliebri in eins modi 

yiri iniuiüs angeretor^ sed nefarinm matris pellicatom ferro non 

possety de quo 'ne queri qnidem se sine scelere posse arbitra- 

retur, ceteros soi tanti mali ignaros esse cupiebat: in hniiis 

amantissami soi fratris maolbns et gremio maerore et lacrimis 

consenescebat %. 14. Ecce antem subitom divortiam; qnod 

solatium malomm omninm fore videbatur. Discedit a Melino 

Ciaentia: nt in tantis iniurüs non invita^ ut a viro non iobenter. 

Tarn yero illa egregia et praeclara mater palam exsultare lae- 

titia, trinmphare gaodio coepit, victrix flliae^ non labidinis« Ita- 

qne dinüus suspicionibns obscaris laedi fiunani soam noloit, le- 

ctum illom geoiaiem^ qaem biennio ante filiae suae nubenti stra- 

verat, in eadem domo sibi omari et sterni expolsa atqae extor- 

bata fiJia iubet Nubit genero socros^ nullis aosplcibos, mdlia 

aactoribosy fünestis ominibos omninm. Cap. VI. §. 15. O mo- 

lieris scelus incredibile et praeter hanc unam in omni vlta inan- 

ditom! lobldinem effrenatam et indomitam! o audaciam singu- 

lareml nonne timoity si minus vim deorum hominumque Aunam, 

at illam ipsam noctem fkcesque illas nuptialls! non limen cabi^ 

cnll! non cubile filiae! non parietes denique ipsos sup^omm 

testis nuptiamm! perfregit ao prostravit omnia cupiditate ao 

ftirore: vicK pudorem lubido^ timorem andacia, rationem amea- 

tla. Tnlit hoc commune dedecus iam familiae, cognationis, no- 

minis^ graviter filius: augebatur autem eins molestia quotidianis 

querimonüs et assidno fletn sororis: statuit tarnen nfliil äbi in 

tantis iniarüs ac tanto scelere matris gravius esse flKdenduiBy 

quam ut illa matre ne nteretur: nam quae videre sine summo 

Cap. Y. g. 13. te sine seelere] sine scelere se* g. 14. et prae- 
dara] ac praeclara, laeütia, triamphare] laetUia, ac triumphare* 

Cap. VI. g. 15. nenne timait] non timuitse. gravius esse flu- 
eiendom] gravius faciendum» nam qoael ne, * quae* 



c. VI. ra. 8. 17-19. oratio pro A. Oaentio Avito. «49 

animi dolore non poterat, e» si matre nteretnr^ non sohun vi- 
dere^ vemm etiam probare sao iodicio. potaretor. 

$. 17. Initiain quod hoio com laatre füerit simoltatisy ao- 
distis. pertinoisse heo ad caussam, tom^ cum reliqua cognoveri- 
üs, intellegetis. Nam illad me non praeterit^ coiuscnmqae modi 
Sit mater^ tarnen in indicio fili de tnrpitndine parentis rix dici 
opoitere. non essem ad ullam caossam idonens^ ludices^ si hoc, 
quod in commanibaa hominain sensibns atqne in ipsa natora 
posiinm atqne infixum est, id ego, qoi ad amici perionla defen- 
denda adinngerer, non viderem. Facile intellego non modo re^ 
ticere homines parentum ioiorias, sed etiam aninio aeqno ferre 
oportere. Sed ego ea, qnae ferri possant, ferenda: quaetaceri, 
(acenda esse arbitror, g. 18. Nihil in vita vidit calamitatis A. 
€luentius, nnllom periculnm mortis adiit, nihil mali timuit^ quod 
Don totum a matre esset conflatnm et profectom. qnae hoc tem- 
pore sileret omnia atqoe ea si oblivione non posset, tarnen ta- 
citnrnitate soa tecta esse pateretor: sed vero sie agitnr, . vi 
prorsus reticeri nullo modo possit. Hoc enim ipsom indidum, 
hoc periculnm, iUa accusatio, omnis testium copia, qnae ftatura 
est, a matre initio est adornata, a matre hoc tempore instruitur 
atqne omnibus eius opibus et copiis comparatur: ipsa denique 
nuper Larino huius opprimendi canssa Romam advolavit. Prae- 
sto est mulier audax, pecuniosa, crudelis: iostituit accusatores, 
instruit testis: squalore huius et sordibus laetatur: exitium exo- 
ptat: saoguinem suum profundere omnem cupit, dum modo pro- 
Aisum huius ante videat Haec nisi omnia peri^exeritis in 
canssa, temere a nobis illam appellari putatote: sin erunt^ et 
aperta et nefaria, Cluentio ignoscere debebitis, quod haec a me 
dici patiatur^ mihi ignoscere non deberetis, si tacerem. Cap. 
Vn. S* 1^* Nunc iam summatim exponam quibus criminibus 
Opplanicus damnatus sit, ut et constantlam A. Cluenti et ratio- 
nem accusationis perspicere possiüs. Ac primum caussa accu- 



Cup. VI. g. 16. verum etiam] sed eüam. g. 17. toml ttme. 
Guinscamque modi sit mater] cuiusmodictmque tnater sU, vix dioi] 
dici tdx, qoi ad amld pericula defendenda adlungerer] quum ad 
amici pericula depellmda adhiberer, S* IB. profectom] perfectwn. 
sed Tero sie agitur] sed ea vero sie agit, reticeri] reticere* sin 
^nmlQ sin autem enmU debebiUs] deöetis* 



S50 M, Tulli Ciceroais c. vn. $. lo— »t. 

sandi quae füerit osteodam: ut id ipsum A. Claeatliui vi ao 
Docessitate coactam fecjsse videatis. 

§. ÜO, Cum manifesto venenum deprebendiaset^ quod vir 
matris Oppianicus ei paravisset et res noa oonieetara^ sed oca- 
lis ao maoibos teneretor neqae in caussa uUa dubitatio posseC 
esse, acousaTit Oppianicum. quam constaoter et quam diligeoter 
postea dicam: nnnc boc sehe vos volui nullani boic aliam ac- 
cusandi caossam füissey nisi od propoätain vitae pericalam et 
quotidianas capitis insidias bao una ratione vUaret. Atqoe ut 
intellegatis bis accusatam esse criminibas Oppianicum^ ut neque 
accosator timere neqae reos sperare debueiit: pauca vobis iiliua 
iudici crimina exponam, quibus cognitis nemo vestrum mirabi« 
tur illum diCddentem rebus suis ad Staienom atque ad peconiam 
confügisse« 

$. 2i. Larinas quaedam ftiit Dinaea^ soorus Oppianici, 
quae lllios babuit Marcum, Numerium Aurios et Cn. Magiuni 
et flliam Magiam, nnptam Oppianico. M. Aurius adolescentn- 
lus belle lUüico captus apud Asculum in Q. Sergi senatoris, 
eiusy qui iater sicarios damnatus est^ manus incidit et apud 
eum in ergastulo füit. Numerius autem Aurius firater eins 
mortuus est beredemqne Cn. Magium fratrem reliquit. Postea 
Magia uxor Oppianici mortua est: postremo unus, qui relicus 
erat Dinaeae filius, Cn. Magius, est mortuus. Is beredem fedt 
illum adolescentem Oppianicum sororis suae filium eumque par« 
Üri cum Dinaea matre iussit Interim venit index ad Dinaeam 
neque obscurus neque incertus^ qui nunciaret ei filium eius, M. 
Aurium, vivere et in agro Galileo esse in Servitute. $. 2%. 
Molier amissis liberis cum unius recuperaudi Ali spes esset 
ostentata^ omnis suos propinquos filique sui necessarios convo- 
cavit et ab eis flens petivit, ut negotium susciperent^ adolescen« 
tem investigarent^ sibi restituerent eum filium, quem tarnen unum 
ex multis fortuna relicum esse voluisset. Haec cum agere in- 
stituisset, oppressa morbo est. Itaque testamentum fecit eius modi, 

Cap. VII. g. 19. ac necessitate] et necessUuU. $• ^* bis ac- 
cusatiuaj Us accusatum, $. 2U DinaeaJ DkieOy et sie semper. 
Marcnm, Nomeriiuii AuriosJ Üf. et Numtrmm Äurtos, in ergastulo 
AiitJ fuU in ergastulo. firatrem reliquit] fratrem suum reÜqmL he- 
redem fedt] fecit heredetn. $, 28. ^ecuperandi Uli] ftlü recuprrandL 
et ab eis] et ab hU. 



c. viL vm. s. M-M. oratio pro A. Cluentio Avito. S51 

iit Uli illio HS ccco rnüim legareC^ heredem insütiieret eamdem 
illom OpplaDicuin, nepotem vaum* Atqae his diebns paacia est 
mortna. Propinqni tarnen ilM^ quem ad modum viva Dinaea 
InstitaeraDt^ Ua mortua illa ad investigandEim Auriom emn eo- 
dem illo indiee in agmm GaUicom profecti snot« €ap. VIII. 
^ 113. Interim Oppianiciui, nt erat^ sicuti ex multis rebus re^ 
perietis, singnlari scelere et audacia per qi^emdam GaUicanam^ 
fiamillarem sanm primom illom indicem peenoia cormpit: ddode 
ipsom Auriom non magna iaetora facta tollendom interficien* 
domqoe coravit IUI aotem, qoi erant ad propinoom investi- 
^ndom et reeoperandom profecti, litteras Larinom ad Aurios 
illiQS adolescentis soosqoe necessarioa mittunt; sibi difflcilem 
esse investigandi rationem, quod inteUegerent indicem ab Oppia^ 
nieo esse cerroptom. (toas litteras A. Aorius, vir fortis et ex- 
periens et domi nobilis et M. ülios Aori perpropioqoos, in foro, 
palam» midtis audienübus, cum adesset Oppianicos, recitat et 
olariaaoma voce se nomen Oppianicl, ai interfectum M. Aorium 
esse comperisaety delatorum esse testatur. 9* ^^* Interim brevi 
tempore iltt, qoi erant in agrom GalUcom profecti, Larinom re-^ 
vertuntnr, interfectom esse M. Aoriom renonciant. Animi non 
0Oium propinqoonun, sed etiam omniom Larinatiom odio Op- 
pianici et iUios adolesceotis miscricordia commoveotor. Itaqne 
com A. Aorios, is, qoi antea denoociarat, clamore bominem ac 
minis inseqoi coepisset: Laiino proftigit et se in castra claris« 
anai viri, Q. Metelii, contolit« $. dö. Post^ülam aotem fU- 
gam, sceleris et conscientiae testem, nomqüam se iodicüs, 
numquam legibos, nomqoam inermem se inimicis commit- 
töre aosos est: sed per illam L. Sollae vim atqoe victoriam, 
Larinom in sommo timore omniom com armatisadvolavit: qoat- 
toorviros, qoos monicipes fecerant, sostulit, se a Solla et alios 
tris praeterea factos esse dlxit, et ab eodem sibi esse impera- 
tom, ot Aoriom illom, qoi sibi delatiooem nominis et capitis 



Cap. Tll. S. 29. Atqae his diebus] ÄU/ue "*• Hs dielms, 
Cap.Vin. $. 28. ex nrakis rebu«] nmitU ex rebtu, adolescentis 
80osque3 adolescentis prognuquos suosque necessarios, et M. illius 
Auri perpropinquos] Üf. UUus Aurü propmquus, Auriom ewe com- 
perisset] Aurbtm camperisset %. 25. Post illam antem fligam scele- 
ris] Post Ükum fitgam, et sceleris, inermem se inimicis] imermem 
Mmici#. alios tris praeterea] alios praeterea tres. 



859 H. Talll Ciceronis c vm. dl s. s^-ta. 

pericahnn osteBtarat^ et altwnm Aurif v et das C. filhun eC 
Sex. Viblom, quo seqaestre in iUo indice oorrnmpendo diceba- 
tor esse usus/ proscribendos interficieiidosqae euraret Itaque 
Ulis erudelLwnine interfectis non mediocri ab eo* e^eri proscri- 
ptionis et mortis metii tenebantur. His rebus in eaussa iadido^ 
qae patefactiSy qiila est qni illam absolvi potuisse arUtraretorf 
'Cap. IX. Atqoe haeo parva sunt: cognoseite reliqaa^ ot nea 
aliquando condemnatam esse Oppianicam^ sed aliqnam. diu inco« 
lomem fblsse mireminL 

S* ^6« Primom vide^e hominis aadaciam. Sassiam in ma- 
trimonium daeere^ Aviti matrem^ illam ^ cnins virom A. Auriiui 
ocoiderat^ concnpivit. Utmm impndenüor hie, qni postolet, aa 
crudelior illa, si nnbat, difflcile dictu est. Sed tarnen ntriusque 
homanitatem eonstantiamqae cognoseite. $>. %7* Petit Oppiaid- 
cos, ot sibi Sassia nnbat, et iä magno opere contenditr lila ao- 
tem non admiratar aadaciam, non impndentiam aspemator, non 
deniqne illam Oppianici domnm viri soi sangoine redondantem 
reformidat: sed quod haberet ille tris lllios, idcirco se ab hia 
nnptUs abhorrere respondit. Oppianicns, qni peoaniam Sasstae 
conoupivisset, domo sibi qaaerendum remediam existoaavtt ad 
eam moram, qaae naptiis adferebator. Nam com haberet ex 
Novla infontem filium, alter autem eins fllioS) Papia natos, Teaol 
Apnli, qnod abest a Larino xvm milia passanm, apod matrem 
educaretor: accersit subito sine caassa puenim Teano: qnod fk- 
cere nisl Indis pablicis ant festis diebns antea non solebat Bfo- 
ter nihil mali misera suspicans mittit Ille se Tarentom profl- 
dsci com simolasset, eo ipso die poer, hora ondecoma cunt 
Valens in poblico visos esset ^ ante noctem mortoos et postridie 
ante quam luceret combostos est 9. 2S. Atqoe hi^c tantnn 
maerorem matri prius hominom romor qoam qidsqoam ex Op- 
pianici fiunilia nonciavit lila com ono tempore aodisset sibi 
non solum flliom, sed etiam exseqoiarom monus ereptom, Lad- 
num confestim exanimata venit et ibi de integre fbnos iam se- 
polte ftlio fecit. Dies nondum decem interoesserant, cum IDe 
alter fiiios infans necator. Itaqoe nobit Oppianico continoo Sas- 

Cap. VIII. S. 25. tenebantnrl terrebantur, 

Cap. IX. $, 27, Ole tris] tres ille, accersit] arce$sU. hora m- 
decama cam valcns in publico J ^titim hora wuUcima im fmbtico valems, 
$. 98. nonciavit] renunUavit, 



c. IX. X $. a&-^. oratio pro A. Claentio Avito. S53 

na laetonti lam tnimK # spe optama conflrmato. nee minun^ 
qnae se non naptialibafl doüis, sed fllioma fbneribiis delinitadl 
Yideret Ita quod ciBteri propter liberos pecuniae capidiores so«- 
leiit esse, ille proptet pecuniam liberos amittere iueandom esse 
daxit Cap. X« g. 89. Sentio, iadices, tos pro vestra huina- 
nitate^ bis tantis sceleribns breviter a me demonstratis, vehe- 
■lODter esse commotos. Quo tandem igitnr animo füisse HIos 
arlHtramini^ quibos his de rebus non modo aadiendnm ftait, ve- 
mm etiam ladicandomf Yos auditis de, eo in quem iadices non 
estiSy de eo, quem non videtis, de eo, quem odisse iam non po- 
testis, de 60, qoi et naforae et legibus satis feoit, qnem leges 
•Xfittio, natura lAorte mulctavit auditis non ab inimieo, auditis 
one testibns, auditis, eum ea, quae copiosissume dici pessunt, 
breviter a me strictimque dicuntur. Uli audiebant de eo, de quo 
iarati sententias ferro debebant, de eo, cnlus praesentis ne&rinm 
el i^naeeleratnm voltum intuebantur, deeo, quem omnes Odorant 
propter audaciam, da eo, quem omni supplido dignum esse du- 
cebant audiebant ab accusatoribua, audiebant verba multorum 
testium, audiebant, cum una quaque de re a P. Cannutio, ho- 
nüne eloquentissumo, graviter et diu diceretur. $» 30. Bt est 
quisqnam, qui cum haec cognoverit, suspioari possit Oppianioum 
iudicio oppressum et circumventum esse innocentemf Acerva- 
tim iam reliqua, iudices^ dicam, ut ad ea, quae propiora huius 
caussae et adiunctiora sunt, perveniam. 

Vos, quaeso, memoria teneatis non mihi hoc esse proposi- 
tum, ut accusem Oppianieum mortuum, sed cum hoc persuadere 
vobis velim, iudicium ab hoc non esse corruptam, hoc uti initio 
ao ftmdamento defensionis, Oppianieum hominem sceleratlssu- 
mum et nocentissumum esse damnatum, qui uxori suae Cluen* 
tiae, quae amita hiüus Avi^ fioit, cum ipse poculum dedisset, 
subito iUa in media potione exclamavit se maxumo cum dolore 
emori': nee diutius vixit, quam locuta est nam in ipso sermone 
hoc et vodferatione mortua est Et ad hanc mortem tam re- 
,pentinam vocesque morientis omnia praeterea, quae solent esse 
Indicia et vestigia veneni, in illius mortuae corpore fberunt 



Cap. DL g. 28. Ita qnod] itaque. incandimi] ktcundiM, 
Cap. X. S* ^' omnes oderant] oderant. g. 00. emori] morU 
▼ooesqael vocemtfue. 



S64 . M. Tolli Ciceronis c. xl xn. s- sts». 



Cvp« XI. S* ^1* eodemqae veneno C- Oppianicam Aratrem 
cavit. Neqne est hoc satis: tametsi in ipso fratemo parioidio 
fiullum scelas praetermissnm vldetar^ tamen^ ut ad hoc nefariiuD 
fticinas accederet, aditam sihi aliis sceleribns ante nranivit Nam^ 
com esset gravida Anna, fratris oxor et iam appropinqoare 
partus pataretur: malierem veneno interfedt, nt una iUnd, quod 
erat ex ftatre conceptam^ necaretar. Post fratrem ad^essns 
est: qd sero iam exhaosto illo pocalo mortis ^ com et de rao 
et de Qxoris interita elamaret testamentumqae matare caperet, 
in ipsa ugnillcatione hnins roluntatis est mortous. Ita malle- 
rem^ ne partu eins ab hereditate flraterna ezolnderetur^ necavit: 
fmtris autem liberos prias vita privavit quam illi hane a nator» 
propriam laeem aeeipere potaemnt: ot omnes intellegerent nihil 
ei claosom, nihil sanctnm esse posse, a cnius andacia flratri« 
liberos ne matenii quidem corporis custodiae tegere potnisseiit 
§. 39« Memoria teneo Milesiam qnamdam malierem^ enm es- 
sem in Asia, qnod ab heredibus secnndis accepta pecunia per* 
tum sibi ipsa medicamentis abegiaset^ rei capitalis esse damna- 
tarnt nee iniaria; quae spem parentis, memoriam nominis^ sob- 
sidiam generis^ heredem familiae^ designatom rei pnblicae dvem, 
sostnlisset Quanto est Oppianicns in eadem iniaria maiore sop- 
plicio dignus! si quidem illa^ com sao corpori vim adtaiteset, pe 
ipsa cmciavity hio antem idem illud eifeeit per alieni corporis 
mortem atqne cniciatam« Ceteri non videntur in slngnlis ho- 
minibns mnlta paricidia sascipere posse^ Oppianicns inventos est 
qui in ano corpore plaris necaret Cap. XIL 9* ^- Itaqoe 
cum hane eins consnetudinem aadaciamque cognosset avnncnios 
ilUas adolescentis Oppianid^ Cn. Magins, isqne gravi morbo 
adfectns esset et heredem illnm sororis snae filium Aiceret: ad- 
hibitis amiciSy praesente matre sna, Dinaea, axorem soam inter- 
rogavit, essetne praegnans. quae cum se esse respondisset, ab 
ea petivit^ ut se mortuo apud Dinaeam, quae tum ei moiieri 
socrqs erat^ quoad pareret^ habitaret diligentlarnque adhiberet. 



Cap. XI. S- 91* putaretar] videretur, mu fliad qnod] ttna Ula, 
et quod. Post fjratrem.l Postea fratrem. a natura] ab natura, a 
cnius audacia] cuiut ab audacia. custodiae tegere potuissent] caito- 
dia tegere potuisset. S« dd. nee iniuria] jieque iniuria. 

Cap. Xn. S- d3. adhiMÜB amicii] anUcis adMbm$. ^ 



e. xn. xin. s. 84-36. oratio pro A. Cluentio Avito. Ä55 

Bt id, qnod conceperat, servare et salvom parere posset. Itaqne 
ei testamento legat grandem pecaniam a filio, si qtd natas es- 
set: a secnndo berede nihil legat. §. 34. Quid de Oppianico 
saspicatas elt videtis^ qoid indicarit obscnram non est. Nam 
calas flliam fkceret heredexn, eam tatorem liberis non adseri- 
psit Qnid Oppianicns fecerit eognoscite^ nt illam Maginm in- 
tellegatis non longo animo prospexisse morientem. Qiiae pecnnia 
mnlieri legata erat a filio, si qni natos es<«et, eam praesentem 
Oppianicns non debltam molieri solvit, si haeo sointio legatoram 
et non merces abortionis appellanda est. Qno illa pretio acce- 
pto maltisqne praeterea mnneribns, qnae tnm ex tabolis Oppia- 
nici recitabantor, spem illam, qofiro in alvo commendatam a yiro 
eontinebat^ vieta ayaritia sceleri Oppianici vendidit $. 35. Nihil 
posse iam ad hano improbitatem addi videtnr. adtendite exitiun. 
Onae innlier obtestatione viri decenn illis mensibas ne domnm 
qnidem ollam nisi secras soae nosse debnit, ha^ qninto mense 
post viri mortem ipsi Oppianico nupsit. Qnae nnptiae non dia- 
tnmae Aiemnt. erant enim non matrimoni dignitate, sed scele^ 
rifl societate coniunctae. 

Cap. XIIL $. 36. Qdidf illa caedes Asuri Larinatis, ado- 
lescentis pecuniosi, quam clara tnm recenti re taii et quam 
omninm sermone celebrata! Fnit Avillias quidam Larino perdita 
neqaitia et summa egestate, arte qoadam praeditns ad hibidines 
adolescentnlomm excitandas aocommodata, qni ut se blanditiia 
et assentationibos in Asuvi consnetadinem penitas immersit, Op- 
pianicns continuo sperare coepit, hoc se Avillio lamqnam aliqna 
machina admota eapere Asnvi adolescentiam et fortnnas eins 
patrias expugnare posse. Ratio excogitata Larini est, res trans- 
lata Romam. inire enim id conriünm faciUos in solitadine, per- 
flcere rem eins modi commodios in turba posse arbitrati sunt. 
Asnvius com Avillio Romam est profeotos: hos vestigiis Oppia- 
nicns consecutns est. Iam nt Romae vixerint^ qoibns convivlis, 
qaibns flagitiis, qnantis et quam profdsis somptibns, non modo 

Cap. xn. g. SS. servare et salvom parere poiset] servaret, ut 
salvum parere posset a secando] ab secundo, g. 84. cuios filinml 
guum eiuf fiUum. non longe] longe. 

Cap. xm. $. 86. Asuvi] Asinüj et sie semper. receatl re fnit et 
qaaml recenti re fuU? quam. AvÜUnsl AvüiuSy et sie seaper. qni- 
dam Lariooj qtMam Larinas. 



S56 M« Tulli Ciceronis c. xni. s- 37-89. 

Gonsdo, sed etiam convira et adiatore Oppianico, longam est 
dicere mihi^ praesertim ad alia properantt. Ezitam holiifl add«- 
mulatae funiliaritaüs oognoscite. $. 37. Cam esset adolescens 
apad muliercalam qnamdam atqae, ubi pernoctaret, ibi diem po- 
stemm cornffloraretur, Avillins^ at erat coDstitatam^ simulat se 
aegrotare et testamentam fkoere velle. Oppianicos obsignatore» 
ad enm, qui neque Asuviam neqoe AviUiam noasent^ addocit 
et illum Asuvium appellat ipse. Testamento Asuvi nomine ob- 
dgnato disceditur. Avillias illico convalesdt Asnvius aatem 
brevi illo tempore quasi in hortaloä iret, in arenarias qaasdam 
extra portam Esquilinam perdactns occiditur. S* 38. Qiü com 
nnum iam et aUernm diem desideraretur, neqne in bis locis, nbi 
ex consaetadine qoaerebatar^ inveniretnr^ et Oppianicns in foro 
Larinatiiim dictitaret noper se et suos amieos testamentom eins 
obsignasse^ liberti Asnvi et nonnnlli amid^ quod eo die, quo 
postremom Asnvins visos erat, Avillinm com eo ftaisse et a mal- 
tis Tisom esse constabat, in enm invadont et hominem ante pe- 
des Q. Manli, qni tom erat triumvir, constitnant: atqne illio 
continao nullo teste , nollo indice, recentis malefici conscientia 
perterritos, omnia, ut a me paallo ante dicta sunt, exponit Aso- 
Tinmque a sese consilio Opplanici interfectnm fatetor. $. 39. 
Extrahitor domo latitans Oppianicas a Manlio: index Avillias 
ex altera parte coram tenetar. Hie quid iam reliqoa qoaeritisf 
Manlium pleriqae noratis. non ille honorem a poeritia, non sta- 
dia virtatis, non allom existomationis bonae ftnetam omqoaai 
oogitaraty sed ex petolanti atque improbo soarra in discordüs 
civitatis ad eam oolomnam, ad quam moltoram saepe conviciis 
perdactos erat, tarn soffiragüs popali pervenerat Itaqae renn 
oam Oppianioo transigit, peconlam ab eo acdpit, caassam et 
sosceptam et manifestam relinqoit. Ac tum in Opplanici camn 
crimen boo Asavianam eam testibos maltis, tarn vero indicio 
Avilli comprobatur: in qao adiigatom Oppianici nomen primam 



Cap. Xm. g. 86. dicere mihij mUU dicere. S* 87. atqne, qM per- 
noctarety ibi diem posteram] atque ibi pemoctarety et ibidem diem 
posterum. appellat ipse. Teatameatoj appellat : ipse, t^stametttom 
disceditur] discedU. bis locis] iU lodJt. %. 88. Q. ManU] Q. MatMiL 
illicl iUe. a sese] ab se, $• 39* n^^ <<uii] iam quid, comprobatur] 
probabaiur. in qao adiigatom Oppianici nomen] In quo inter mt>^ 
legatas, Oppianici nomen. 



c. xm. ziv. i. 40-4t. oratio pro A. Claentio Avito. 967 

e«e eoBtMaty Hm^ quem vos ttbimm atqae tnnoceBtem Mao 
indido drcamyentam esse dichis. 

Cap. XIV. $. 40. Quidt Aviaiii tnam, Oppianlce, DU 
naeftm^ coi ta es h^cs, pater tons non Hiaiiiresto^ neoavit? ad 
quam eam addmiflset mediomn iHam smim^ iam cogpnHnm et 
saepe yictoreoky per quem iDterf^ocwst plnniinos, mnlier exela- 
mat se ab eo mdle modo veDe corari, qoo curante sao«*omiü8 
perdidiseet Tcm repente AnconiüiDiim qvemdam, L. Clodiiimy 
pharmacopolam drcumforaDeamy qoi oaso tam Larinum venlsset^ 
adgreditur ^ com eo doobas mUibtis HS^ 4d qaod ipsins tabn- 
ÜB tam est demonstratom, transigit h. Clodk», qul properaret^ 
eoi fbra mvlta reatarent^ dmul atque lotroductas est^ rem oon-* 
feeit: prima potione matterem flustnltt, neque poetea Larioi pan- 
otnm est temporis commoratns« $. 41« Badem hac Dinaea te* 
stamentom fHdente cam tabnlas prehendisset Oppianicus, qai 
gener idos Aiisset, digito legata ddevit^ et cum id multis locis 
fedsset^ post mortem eins^ nejßtoris eoargtd posset. teatamen- 
tam in alias tabalas transscrlptom signis adalterinis obsignavit 
Malta praetereo consoltot etenim yereor ne haec ipsa nimiam 
molta esse videantar: vos tarnen eom similem sai ftaisse in ce^ 
teris qooqae yitae partibas existamare debetis. niom tabulas 
pablicas Larint censorias corroplsse decuriones nniversi iudica- 
rerunt Com iUo iam nemo rationem^ nemo fem ullam contra- 
hebat: nemo illam ex tam moitis cognatis et afBnibos tutorem. 
amquam Mberis suis sortpsit: nemo illom adita^ nemo congres^ 
flione, nemo sennone, nemo oonrivio dignum 4adicabat: omnes 
aspemabantur^ omnes abhorrebant^ omnes ut aliquam immanem 
ao perniciosam bestiam pestemque fügiebant g. M. Hnnc ta- 
rnen hominem tam audacem, tam neftiriam, tam nocentem, num- 
qaam accusasset Avitas^ iu^ces> si id praetermittere sahro ca- 
pite suo potuisset Erat hüio inimicus Oppianicus; erat, sed 
tamen erat vitrioos: crodelis et hoic Infesta mater, at tarnen ma- 
ten postremo nihil tam remotam ab accusatione quam piuentius 
et natura et voluntate et instituta ratione vitae. Sed cum esset 
haec proposita eonditiO) ut aut inste pieque aocosaret aut aoerbe 

Cap. XIV. $. 40. per quem Interfeoerat plnmmos] [per gttem 
inttrfecerat plurimosj. duobos mflibüs HS] HS quadringmtis. j.41. 
In oeteris qaoque] in ceterU. $. 49. Oppfanicns; erat^ sedj Oppkud* 
cus : ied. baeo proposita] haec ÜH prapoiiia* 

17 



858 If. TidU Ciceronis c xnr. xv. %. 4»-45« 

ind^pie^e moreretor, aecnnre qaoqoo modo ^oflaet^ giuun illo 
modo emori maloit. 

$. 43. Atqae ot boo il» esse perspicere posdös^ expooana 
Tobis Oppianioi Aicidiis m^oifeflto oomperUun atqoe deprdieii« 
pym: ex quo alinul uüumque et hoic acciuare et Uli eondem- 
Dari necesse tmae intellegetis. Cap. XV. Martlales quidMii 
LariDi appellabaotnT) mioistii poblici Martis atqae ei deo ve- 
teribos instttotifi reUgioilibasqoeLarioatiiim oonsecratfi, qnomm cum 
satis Hiagnufl numerus e^eet, curaque item ut in Sicilia permidti 
Venerii sunt^ sie ilULa^oi in Miartis familia numerareatur: repeate 
Oppianicus eoa omnis liberoa esse eivisque Bomanos coepit de* 
fendere. Graviter id- deegarlones Larinatium cooetiqae mnnicipes 
tulerunt Itaque ab Avito petiverunt^ ut eam caussam susdpe- 
jet publiceque defendere^ Avitns cum se ab omni eins modi 
negotio removisset, tamen pro loco^ pro aatiqtiltate geoeris mä^ 
pro eo^ qnod se non suis commodis>. sed etiam suornm muiiici- 
pum ceterorumque necessariorum natnm esse arbitrabator, taa- 
tae voluntati universornm Larinatium deesse Qohiit $. 44. Soa- 
cepta caussa Romarnque delata magnae quotidie contentiones 
inter Avitum et Oppianicum ex utriusque stu^ defenstonis ex- 
citabantur. Erat ipse immaai acarbaque natura Oppianicus: in- 
cendebal eins amentiam infesta atque inimica fllio mater AvttL 
magni autem illi sna interesse arbitrabantnr hunc a caUssa Mar- 
tialium demoveri. Snberat etiam alia caussa maier, quae Op- 
pianici bominis avarissumi atque audacissnmi mentem maxuae 
commovebat. % 46. Nam Avitus usque ad ülins iudici tempos 
nulium testamentum umquam fecerat neque enim legare eins 
modi matri poterat antmum ioducere^ neque testamento nomen 
omnino praetermittere parentis. Id cum Oppianicus sciret — 
neque enim erat obscurum — , intellegebat Avito mortuo bona 
eius omnia ad matrem esse Ventura: quae ab sese postea auota 
pecunia maiore praemio, orbata fiiio minore periculo necaretor. 
Itaque bis rebus incensus, qua ratione' Avitum veneno tollere 



C^ip. XIV. S. 43. nt hoc ita] tif haec Ua. et iDi condemnarQ ei 
ülum condemnarL 

Cap. XV. $. 48. non sois cosunodis] non suit sohim commoiU* 
f. 44. demoveri] demavere. ^. 45. poterat animnmj poierat in an^ 



c. xvL xvn. $. 46-48. oratio pro A, Cluentio Avito, 859 

coMitos Sit, cogDoseite. Cap. XVL %. 46. C. et L. Fabrieii 
tthtrea gemini füerunt ex moDieipio Aletrinati, homines- inter se 
cum forma tum moribas simiies^ manicipiim autem saonim dis- 
simülumi, in qoibas quantos splendor sit^ qaam prope aequa-> 
bilisy quam fere omninm coustans et moderata ratio vitae, nefao 
vestrum^ ut mea fert opinio, ignorat His Fabriciis sempei^ltot 
umm Oppianlcus famüiarissume. lam hoc fere sei is omuesy 
qoantam vim habeat ad cooiungendas amioitias studiorom ao 
naturae similitudo. Cum illi ita vivereot^ ut Collum qnaestum 
turpem esse arbitrareBtur^ cum emnis ab üs fk'aus, omnes insi* 
diae circumscriptionesquo adolescentium nascerentur, eumque 
essent vkiis atque improbitate ommbds noii, studiose, ut dixi^ 
ad eorom se fiuniliaritatem multis iam ante annis Oppianicus 
applicari^t 9* ^'^* Itaque tum sie statuit per €• Fabricium — 
naia L. erat mortuns — insidias Avito eomparare. Brat Hlo 
tempore infirma valetudine Avitos. utebatur autem medico igno- 
biß 9 sed gpectato homine., Cleoplianto: cuins servum Diogenem 
Fabricius ad venenum Avito dandum spe et pretio sollicitare' 
coepit. Servus pon incallidusy et, ut res fpsa deelaravit^ fragt 
atque integer, sermonem Fabrici non est aspernatos, rem ad do- 
minum detulit, Cleophantus autem cum Avito est coUocutos. 
Avitus sUitim cum M. Baebio senatore, familiarissumo suo, com- 
municavit: 'qui qua fide, qua pradentia, qua diligentia ftierity 
meminisse vos arbitror. Ei placuit ut Diogenem Avitus emeret 
a CleophantOy quo facilius aut comprehend^etur res eins indicio 
aut falsa esse cognosceretur. ^e multa; Diogenes emitur: ve- 
nenum diebiis paucis — mnM viri boni cum ex oocidto inler- 
venissent'— pecuniaque obsignata, quae ob eam rem dabatnr, 
io manibus Scamandri Ub^ti Fabricioram deprehenditur. $. 48. 
Pro di immortalesi Oppianicum quisquam lüs rebus ^coghitis c^-» 
cnmventum essedicet? Cap. XVljL Quis umquam audacior f qnis 
Docentior? quis apertior in iudicium adductus est? Quod ingenium, 
quae facultas dlcepdi, quae a quoquam excogitata defensio liuio 
uni crimiui potuit obsistcre? simul etillud quis est qui dubitet, quin 

Cap. XYI« S- 46. Aletrinati] Aletrinate. semper est asns] sem^ 
per usus est, ab iis] ab his. $. 47. et, ut res ipsa] sed^ ut ipsa res. 
coUocatosJ lodutus, M. Baebio] M, Bebrio , et sie semper. qua düi-^ 
gentia] qua digiUtaU. Ne muiia] Ne tmütis. ob eam remj ad tarn 
rem, 

17* 



«60 BL Tulli Ciceronis cxvn. xvm ».«-«i. 

bao re comperte mftnifesteqae depreheosa ant obranda man 
Claentio adt soscipienda aoonsaüo füeritf 

§. 49. Saus esse arbitror demoDstratam ^ iodices^ hb ort- 
minibas accnsatuoi esse Oppianicmn^ uti boneste absolvi nidl» 
modo potaerit. Coguoscite nunc* ita ream oitatam esse ilbun, 
nt^ semel atqne Hemm pradadicata oondemnatos in iodiciooi 
venerit. Nam Claentins^ iadices, primnm nomen eins deCnlit, 
cnlus in manlbus venenom deprehenderat. Is erat libertos Fi^ 
brlcioram Scamand^. integrum consilinni, iadici corropÜ nnlla 
sospicio, Simplex in indiciam canssa^ certa res, unnm crimen 
adlatum est Hio tarn C« Fabricins, is, de qno ante dixi, qni 
liberto dapinato sibi illnd impendere p^cnlnm videret: quod 
mihi cnm Aletrinattbns vicinitatem et com plerisqne eonm 
magnnm usum esse sciebat, freqaentis eos ad me domom ad- 
duxit Qni quamqnam de bomine, sicat necesse erat^ ezistoma- 
bant, tarnen, qood erat ex eodem mnnicipio, soae dignitatis esse 
arbitrabantor eom, qtiibas rebos possent, defendere: idque a me 
Qt facerem et ot caossam Scamandri snsciperem peteliant: in 
qua caossa patroni omne pericolum continebator« $. 50. Ego, 
qni neque Ulis, taiibns vuris ac tam amantibns mei, rem possem 
Quam negare neqne illud crimen tantnm ao tam manifestum 
esse arbiträrer, sicnt ne Uli qvldem ipsi, qid mihi tam ilkua 
caossam commendabant , arbitrabantor c pollioitas Us som ne 
omnia qoae vellent esse Ikctomm. Cap. XVm. Res agi eoepta 
est, citatos est Scamander reos. Accnsabat P. Cannntios, hoao 
in primis ingeniosos et in dicendo exeroitatos: accosabat autem 
nie tioidem Scamandrom verbis tribos: TXRBiruM kssb dkpu- 
hxnsum: omnia tela totios accosaüonis in Oppianicom conüde- 
bantor, aperiebator caossa insidiarom, Fabriciorom funiliaritaa 
commemorabator, hominis vita et aodada proferebator , denique 
omnis accosatio varie graviterqoe tractata ad extremom maoi- 
Cesta veneni deprehensione conclosa est §. 61. Hie ego tam 
ad respondendom sorrexi, qoa cora, di immortales! qua soUioi« 
todioe animil qoo timorel Semper eqoidem magno com meta 
indpio dicere. qootiescomqoe dico^ toties mihi videor in iodi- 

Cnp. XYII. %, 48. TaAttJfeM tqneTfmq nifeHoquei S. 49. lifs crlaiA- 
BibusJ üs erlmiiiibus. nÜ honestej ut honejtte, annm crimen adlatiua 
estj vtruin crimen allatum est. tum C. FabriciusJ tum Faöridus. 



c. xvm XIX. 8. 61-w. oratio pro A. CIucÄtio Avito. *61 

ciam venire, non Ingen! solam, sed etiam vlrtatis atqne offlci, 
ne ant id profiteri videar^ qaod non possim implere^ qnod est 
impudentiae, ant non id efQcere^ qaod possim ^ qaod est act 
perfldiae aot neglegentiae. Tom rero ita som pertorbatos , ut 
«mnia timerem, d nihil dixissem, ne inftintissumas; si molta in 
tiXüH modi caassa dixissem, ne impadentissnmas existomarer. 
Cap. XDL Cdlegi me aliqaaado et ita confltituiy fortlter esse 
agendam^ iUi aetati, qua tarn «ram, solere laadi daii^ etiam si 
in mim» flrmis caossis hominam perioolis non^defoissem. Ita- . 
qae fMs de pognavi^ sie omni ratione eonteodi, sie ad omnia 
confagiy qaantom ego adseqai pota!^ remedia ac perftagia caos- 
saram, ut lioe, qaod timide dicam, eonseontos slm, ne quis illi 
oaossae patronnm deftnsse arbitraretor. %. 69. Sed, at qaid- 
qaid ego apprehenderam, statin accasator extorqaebat e mani- 
bos. Sl quaedToram^ qaae inimicitiae Scamandro cam Avito, 
flitebator noUas Msse^ sed Oppianicam, caias ille minister ftds- 
0ely holo inimicissomum fdsse atqae esse dicebat. Bin aatem 
illad egeram noflam ad Soamandrom morte Aviti ventaram emola- 
mentnm ftiisse, oencedAat, sed ad uxorem Oppianici, hominis in 
oxoribos necandis exercitati, omnia bona Aviti ventara ftiisse dicebat. 
Com illa defensione osas essem, aaaf in libertinonim caassis ho«^ 
nesstiflsama semper existumata est, Scamandram patrono esse pro- 
batam, Mebatar, sed qaaerebat cid probatas esset ipse patro- 
nos. S.68. €nm ego ploribos verbls tn eo eommoratas essem 
Scamandro fkctas insidias esse per IMogenem constitutamqne 
-inter eos de aüa re füisse, ot medicamentnm^ non venenum 
IMogenes adferret, lioc ooivis asa venire posse, qaaerebat, cor 
in eiaa modi locam tam abditisn, cor solas, cor com obsignata 
peonnia venisset? Dentqoe hoo ioco caassa testibos honestissu- 
mls heminibas premebator. M. Baebios de sao consilio Dioge- 
Dem emptom^ se praesente Soamandrom com veneno peconiaque 
dq^rehensam esse dicebat. P. Qoinctilias Yarns, homo samma 
rdigione et somma aaotoritate praeditoe, de insidiis, qoae ile- 
reot Avito et de soHidtatione Diogenis recenti re secam Cleo- 
phantom locatam esse ^Bcebat % 64. Atqae in illo iadicio 
com Scamandram nos defendere videremur, verbo ille reas erat, 

Cap. xvm. S- dl- <^at non id] atU id nm, 
' Cap. X!X. S* «^- quaesiveram] quaesUranu ftiüsse dicebat] esse 
dUebat. ,« 



«6« M. tulli Ciceronis c. xix. xx. «. w-öi. 

re qaidem rem et perioolo, tota aceosatione Oppiaoicaa. Neque 
id obscare ferebat nee dissimalare ullo modo poterat: aderai 
fceqaens, advocabat, omni stadio ^ratiaqne pognabnt: postreno, 
id quod maxumo male illi caossae taitj hoc ipso in ioco qaaai 
reofi ipae esset sedebat. Oculi omnioitt iudicum noo in Sea- 
mandnim, sed in Opplanicum cooiieiebantur: Ümor eins, pertnr» 
batio, sospensas incertasque vdtus^ crebra coloris mntatio, qoae 
erant antea sospidosa^ haee aperta ac manifesta faciefoant. 
Cap. XX. S. 55. Com in consilium iri oporteret, qaaeaivit ab 
reo C. lonins qqaesitor ex lege illa Cornelia , qnae tom ent^ 
dam an palam de ae seatentiam ftni vellet De Oppianid sen- 
tentia responsnm est, qnod is Aviä ftimiliarem luniom esse di- 
eebat, dam velle ferri. Unm est id consHiom. omnibos sentea- 
tenüis praeter unam, quam suam Staienos ease dleebat, Seaman- 
der prima actione condemnatos est Qais tum erat omdnm^ qal 
Scamandro condemnato non iudicinm de Oppianioo fM^tnm esse 
arbitraretur? quid est illa damnatione iadicatum, nisi venemim 
idy quod Avito daretor, esse qoaesitam? Quae porro tennksama 
suspido collata in Scamandrum est aut eonferri potnit^ ut is ana 
sponte necare voloisse Avitum putaretor? 

%. 56. Atqne boc |^n iadicio fkcto et Oppianioo re et 
existomatione iam, l^e et pronunciatione nondnm condemaatoy 
tamen Avitus Oppianicam reom statim non fedt Voloit cogno- 
sccre, nCrom iudioes in eos solos essent severi, qoos yeneaum 
habuisse ipsos comperissent, an etiam consiUa eonacientiaaqwe 
eins modi fkdnomm sopplicio dl|2^as iadicarent Itaqne C Fa- 
briciom, quem propter fämiüaritatem Oppianici conscinm iUi ik- 
dnori foisse arbitrabatur, reom statim fedt; ntiqne dos loona 
primos constitaeretor propter canssae conianGtionem impetravit. 
Bio tum Fabridos non modo ad me meoa vidnos et amicea^ 
Aletrinatis y non addoxit, sed ipse üs neque defensoribas od 
postea neque laodatoribus potnit. §. 57. Rem enim iotegram 
hominis non alieni qoamvis suspiciosam defendere bumanitalia 
esse putabamus; iudicatam labefactare oonari impudeatfae. Ha* 
qne tum ille ioopia et necessitute coaotus in caussa eina modi 

Cap. XIX. g. 54. pericolOy tota aceosatione] perkuio et Ma ac^ 
Cap. XX. S« 56. ntiqae eins locos] uülque H locus. 



c. XXL xxa 9. n-^. oratio pro A» C^entio' Avito. 96it 

mä Cepaslofl flratres «onfofit, homines iDdnstriofl atqae eo animo, 
ut quaepnmqiie dieeadi potestas esset data, in faonore atqae id 
beaeflcio pooerent Ca{^ XXL lam, hoc prope iniqnlssiiiiie eom- 
paratom est, qood in inort^ corporis, at quisque est dtfficiU 
brams, itaiaedieiis iiobilissiuDiis atque optnmos qaaeritpr, in pe- 
riculis capitis, Qt qoaeqne canssa difOoifiuma est, ita determmns 
obscarissianiisqoe patronns adhibetor. NIsi tote hoc caussne est, 
qnod medii^ nihil praeter artiflciioD, orateres eüam auctoritatem 
praestare debeat. $. 68. Citator reas, agitnr canssa, pands ver« 
bis accnsat, nt de re indicata, Canmutios. Inclpit longo et alte pe- 
tito prooemio rtspondere maior Cepaons. primo adtente anditnr 
eins oratio, erigebat animom iam demisanm et oppressnm Op*'^ 
pianicns. gandebatJpse Fabrieins. non intellegebat animos indi- 
cnm non illins elöquentla, sed defonskmis impndentia eommo« 
veri. Postea quam de re coepit dioere, ad ea, qnae erant in 
canssa, addebat etiam ipse nova qnaedam YiolBera^ nt qnamqnam 
sednlo fladebat^ tarnen interdum non delMlere^ sed praevaricari 
aocnsationi videretnr. . fiaqne cum caBldissnme se dicere pnta~ 
let et cnm illa vtfba gravissuma.e}t iatumo artiflcio deprompsis- 
set: BBSPicixa, icmcAd, bomimum fortukas, ab^citb nuBioa 
TAHiosouK CAsiTS, BsspiciTs C. Fabrici' sbnsctutem: cum. hoc: 
BiMPicnx, emandae orationis canssa saepe dixkset, respexit 
Ipse: at C. Fabrieins a snbselliis demisso capite discesserat 
g. 69. Hie indices ridere, stoma^ari atque aoerbe ferro pa- 
tronns cauasam sibl enpi, et se cetera de ilio loco: nsspicm 
lUiHcxs, noa posse dicere, neo qnldquam propins est facinm, 
quam nt iUum persequ^etnr et coUo obtorto ab subselüa redn- 
ceret, nt rdiqna posset perorare. Ita tum Fabricius, primum 
soo indicio^, qnod est gravlssiunnm, deinde legis vi et sententüs 
iudicnm est condemnatus. 

Cap. XXn. Quid est, qnod iam de Oppianici persoYia 
oanssaqne phura dicaaMü? Apnd eosdem ludkes rens est factns, 

Cap. XXI.' S- 57. hoc propel hoc [quoquej prope, adbibetur. 
Nisi fDrte hoc canssae est, qaod medici nihil praeter artificiam, ora- 
tores etiam aactoritatem praestare debent S.58.€itatnr reus] adhibe- 
tur. ÖS. Ciiatur reu$. . votnera, tit-q«ataqilaiB3 vuinera. Hoc quam' 
quam, praerarioari accasationi videretor] praevaricari [accusationij 
videbatwr. 

Cap. XXn. g. 50. de Oppfaudci persona canstaqiie ^tura dica^ 
mu5j de Oppianici causa plwra äicamw. 



S64 IL Tom Ciceronis c xxn. s* fi»~6t. 

Qam his dnobus pra^dicib km damiMitiis esset: ab isdem an- 
tem ludicibiis, qui Fabrioionun damnatiooe de Oppianico indica» 
raut, locus ei primus est consütotos: accusatoa est erimiiiUias 
gravissumis et Us, qoae a me brevit^r dlcta Saat/ et praeterea 
mtiiüsy quae ego omDia nono omitto* accBsatos est apod eos, 
qui Scamandrum miaistnim OppJanici, C. Fabricimn oonsQimn 
malefici eondemnarant $. 60. Utmmy per deos immortalis^ bm- 
gis est mirandum, qnod ia oondemnatns est, aa qnod omniiio 
respondere ansus est? Ooid eoim ÜU lodioes ÜMsere potaemntf 
qui si innocentis Fabricios eondemnasseoty tarnen in Oppiaalco 
sibi coostare et superioribas consäitire iodioüs deboermit Aa 
yero Uli sua per se ipsi iudida rescindereaty cum eeteri aoleaat 
in indicaodOy ue ab aliorum toidieüs discrepeat, providere? ^ fi, 
qui Faluridi libertnm, quia minlbter in malefldo lüerat; patromna^ 
qnia oonsoins, coademnassent} ipsom prindpem atqne archit^» 
otum sceleris absolTerent? et qui eeteros nullo praeiodicio fiaota 
tarnen ex ipsa caussa condemnassent^ huttc, qnem bis Condom- 
Datum iam acceperant, liberareat? 9« ^1* ^l^^un ^^^ ^^ i<M^ 
cia senatoria, non fidsa lavidia, sed rera atqne insigni turpita« 
dine notata atque operta dedecore et infamia defensioni looum 
nullum reliquissent Ooid enim tandem Uli ludioea respondereot, 
si qui ab üs quaereret: Condemnastis Scamandmm: qoo cri- 
mine? nempe; qnod Avitam per servnm medici veneno necare 
voluisset Quid Aviti morte Soamander conseqnebatur? nikil, 
sed administer erat OppianieL Bt oondonnastis C FabriciuBs 
quid ita? qnia, cum ipse fluniliarissume Oppianioo usus, libertos 
aotem eins in maleflcio deprehensns esset, illnm expertem eins 
consiii füisse non probabatnr. Si igitiur ipsum Oppianieam bis 
suis iudioüs condemnatnm absolvissent, quis tantam turpitndünea 
iudiciomm, quis tantam ineonstantiam r«mm indieatanm, qnis 
tantam luUdinem iudleom ferve potuisset? 

%. 6SI. Qnod si boo Tidetis, qnod iam bac omni oratioae 
patefactnm est, illo iudioio reum condemnari, praesertim ab in- 
dem iudidbns, qui duo praeindicia f^cissent, necesse Aiisse; d- 

Cap. xxn. g. 59. com bisdaobntl faiMi U$ duobut^ qni Soaraan- 
drum ministnun Oppianici, C- Fabricium oonsoiam maleSct comleBiia- 
rant] gtä et Scamandrum, ministrum Oppianici, et FaMcium, am-^ 
sektm vuOeficüy eondemnarant. g. OD. et U, qoil et Uli, qoL $. 61* 
•i qui ab Uf ] ^l ffuis od ü«. Bt oondeianastlBj Cmdemnusikt^ 



c. xxn. zxm. g. u-^u. oratio pro A. Qaentio Avito« S65 

mal mod TidetdB liecessa est irnllMn a^euntorb esse cans^ 
■am potuisse, cur iadidam yeUet corrompere. Cap. XXHL 
Quaero enim aba te, T. Atti^ relictis 4am ceieris argamenüa 
omnibasy aam Fabrioioa qiUMipie ionooentia coDdemnalos exista- 
meoy mmt eöam illa iadicia pacania corrapta esse dicas^ qiBbua 
1b iodieUa atter a Staieno lolo absoludis est, alter etiam ipse 
ae eoodemnaTit Age,dnooeiiÜs:oaiii8malefici?BQmqidd praetor 
TeDenum qoaesltam, quo ÄTitos neearetnr, obiectom estf num quid 
aliod ' in Ulis iudioila yersatnm est praeter basce insidiaa Avito 
ab Oppianieo pw Fabrioioa fiietasf nihil, nttiil ioqnam, attod, 
Indices, reperietis. , Bxstat memoriat sont tidmlae poblicaes red* 
argoe me, si mealiori teedom dicta redtat doce ia iUomm ia« 
dicüs quid praeter hoc veneiiam Oppiasici noa modo ia orimi«^ 
als, aed io maledicti looo alt obiectimu $. 63. Malta dici poa« 
sont qoa re ita neoesae ftmit iodicari, sed ^go ooeorram ex- 
speeCalloni vestrae, lodiees. Nam etei a toUs de aadior, ut 
Bomqoam beoigoias neqae adtenüas qaemqoam anditom patea, 
tarnen vocat me aUo iam dadam (adta vestra ezspectatio, qoae mihi 
ebloqoi videtor. — Qokl ergot n^gasne fllod iodieiam esse cor- 
raptam? -^ non nego, sed ab hoo corraptom non esse conflrmo» — 
Aqaoigitnreeteorroptamt — opinor, primom, si inoertom fküsset, 
qolsnam exitns illios iadid Aitanm esset, veri similios tarnen esset^ 
eam pothu corrapiase, qoi metoisset, ne ^^ eondemoaretor, 
qoamtthim, qoi veritas esset, ne atter abso^lreretor: deinde com 
esset nemini dnbiom, quid hidicari necesse esset, enm carte 
pottos, qoi sibi aBa ratione 4ilfideret, qnam com, qoi omni ra- 
tkme oonideret: postremo certe potios illom, qoi bis apnd eoa 
todicea ofliondi(ENMt, quam eam, qoi bis caoaaam üs proKutvisset 
(. 64L Unom qoidem oertex nemo erit tam inimicos Gloentio, 
foi miU non conoedat: ai eonstet oorroptam fflod iodidom esse, 
aot ab Avito ant ab Oppianieo esse corraptom. si doceo non 
ab Avito, vinco ab Opplaoico: ai ostendo ab Oppianieo, porgo 
Aritom. Ooa re etai satia doeol rationem nollam hidc corrom- 
pendi tadid Adsse — ex qoo hitonegitor ab Opjj^anico esse 

Cap^XXILS.^. acooastoria esse caoaaam] orctfioforlcayitasief««, 
Oap« XXm. g. aa. qoibaa ia iodieUa] qnibm iudküi. $. 68. aibi 

alla ratioael tibi aUqua raiUme. $• 64. tam inimioosl toai üäquut. 

indtoiam eaae] e$9e kuUäum. earmaipeadi ladicl fiiiaae] corrumpendi 

fuiite. 



266 BL TalU Ciceroms c. xxiv. g. m~67. 

corraptom ^ : tsrnen de illo f psa MparaÖn eof^oscUe. Ckp. 
XXIV. Atque ego iiia non arguBientibol-, qaae flaut gravi« 
vehementer: eam oorropisse, qui in pericula fUerit; eom, q^ 
metnerit; cum, qpk spem salatis in' alia mtione noo balraerit; 
eoniy qui semper singolari fuerit »ndacia. Malta sunt eioB modi. 
Verum cnm habeam^ rem noo dolnam^ sed ap^am atqoe mani« 
festam, enomeratio dngalonim argmnenlontm non est peceaaa 
rta. S« 66. Dico €. Aelio Staieno iodici peconiam grandem 
BtaÜom Albinm ad comunpendom iodidoffl dedisse. Nam qaia 
pegatf Te ai^^eHo, Oppianice; te^ T. Atti: qaoron alter elo- 
qoenüa damnaüoaem illam, atter (adta pietate deplorat Aad^e 
negare ab Oppiaiüco Staieno iudioi peconiöi datam: negate, 
negatO; inqaam^.in eo looo. Quid tacetisf an negare tion pot- 
Mtia^ qaod repetiatia, qood confessi.esti% qood abataUatis. Qoo 
tandem igitar ore m^nüonem corrupti.indici ilacitis, eam ab iata 
parte iadici peooniaai ante iodidum datant^ pest iadiciiai ere* 
ptam esse ftteamiaif §. 66. Qoonam igitar Im^ modo geata 
ßont? repetam paallo altiiBSy iadice% et Qmni% qoae in dtotwoa 
ebsooritate latoerant, aic i^eriamy.nt ea cernere oeidla videi^ 
miok Vos qaaeso, ot adhne aie adteote aodistia^ item, qaae 
reliqaa aant, andiaAb: profecto nihil a me dicetar, qood noa 
di^om hoo conventb et. ailentio, d^nam veetris stodüa at^pM 
auriboB esse videataür. 

. . Nam ot.primnm Of^ianicos ex eo^ qood Scamander rem 
erat ftMstaa, quid aibi impenderet coepit saspicari) atatim ae ad 
haminia egentis, aadacia, ia iadieMB.corrompendia exei^oitati, tom 
aatem iodicifl/ ^taleni Ikmiliar^tatem se applioavit; Ae primnat 
Seamandro re6 .tentom. donia datis araneriboaqoe perfeeerat, ot 
eo fiiatore oteiretar capidiore, qnam fidea iadieia poatolidltat. 
{. 67. Pofit aotem mm eiwet Soamanfter qnioa Staieni aenten- 
tia abaolotusy painmpa aatem* Soaflumdri ne aoa qoidem aenten-* 
tia liberatoa^ äcrioriboa a^ti äoae rteaedMd aabveniendom pota- 
Vit Tom a Staieno^ rieot ab homine ad excogitaadom acotis-^ 
aomoy ad aodendam impodectiflsumo^ ad effloiendam aeerrama 
_ baeo enim ille et aliqaa ex. parte habebat et maiore ex 

Cap.XXIIL S. 64. Qjald tacetls?] Quid reücetU. an negare] at 

Cap. XXIV. g. 66. JkaüHaritatem ae appUoaTit] fmMiiit a iiatem 
appUcavU. eo fiwtorej eo auctore. 



€. XXIV. XXV* $. 69-70. oratio pro A# Qaentio Avlto. S67 

patrte se habere shnalabat— amdlhnii eapiti ao fortmüs (Stab 
petere .coef>it Caih XXV. han hoc non ignoratis, iadices^ ut 
eUaia hestiae fame monitae plerumqoe ad emn locnm, Qbi pa* 
stae müt aliqaando^ revertantur. $. 69. Staienus ille hiennio 
ante quam caassam bonoram Safini Atdlae reeepisset, sescentia 
miJibiM huniiim se ludidam cormptamm esse dixerat. qaae cum 
Aceepisset a ptipUlo, snppressit: iadicioqne titßio nee Safiaio neo 
iKmomm emptodbus reddidit. Quam cum peeviiiam profiBdlsset 
et idbi mhil non modo ad cupiditatea Boas, sed ne ad neoessi* 
iaiem qnldem rdiqidsBet^ gtatnit ad easdem esse sibi praedas ao 
Boppressiones iadieiaüs revertendom. Itaqne cum Oppittüema 
iam perdHun et dnobiia ingnlatnm praeindioiis videret: promis-» 
als cum suis exeitavit ablei^am et dmul sakiti desperaro yetnit 
Oppianicas ai^em onire hominem eoej^ ut sibi ratiooem osten<«> 
dieret iodicl cormmpeadi. §. 69. lUe. antem -^ quem ad mo« 
dum ex ipso Oppianico postea est aoditmn ^— negavit qoem«- 
-qnam esse in civitate praeter se, qüi id efficere posset ^ed 
primo gravari eoeplt^ qood aedilitatem se petere com hominibos 
nobUissumis et itfddiam atqae oflluisionem timere dioebi^t« . poat 
exoratus initio piormiignam peoontam poposcit: deinde:ad id 
perveait, qiiod eonfloi potuit^ ei BS sescenta quadraginta.do- 
Mrri ad se .domom itissit« Qaae peconia simol atque ad eom 
delata est, homo impunsdamus statim coepit in eins modi mente 
«t cogltatione versari: nihil esse suis rationibos utflioB, c^aam 
Opplanicnm condenmari: Ulo abi^ato pecuniam illam aot iikH^ 
•cibBs dispertiondam mjA ipsi esse reddondamt damnato repetiti»^ 
Tum esse oMiinett. ^, 70. Itaqao reib excogttat singnlarem« 
Aiqae haec, iadices/ qnae vera dicantnr a nobis, faclttos ere-» 
-diefia, d cum aaimi» vestris longo interrallo recordari C Sta-^ 
lenivitam et naturam volueritis. nam p^nde ut opinio ^ de 
-cuiusquo moribtts^'ita quid ab eo ftictum aut non factum si^ 



Cap. XXIV. S. 67. ao fortunis] et fortunis, pastae siat aliqaan 
do] pastae atiquando siht S* ^* biennio ante quam] biennio ante 
guunu 

Cap. XXV. . 9. OB. ad easdem esse sibQ ad easdem sibi. Oppia- 
nicas antem orare} OpjHatücus orare.' qaadraginta defecri] guadra-' 
ginta mUUa defhrri, reddnndaml reddendam. qnae vera dioontnr] 
qnae vere dknoiter. g. 70. Hkctnm ant non flietoml factum et wm 
factum. 



268 IL TuUi Ciceronis c zxvl s- 7o-7t. 

existnmari potest Cap. XXVL Com esset egens^ snmptoosiiSy 
aadaxy callidnsy perfidiosos et cnm domi soae mis^nimis in lo— 
ols et inanissnnis Untam namontib positam videret, ad omnem 
maüdam et fraudem yersare mentem snam coepit: ^yDemne iudl- 
oiboB? mihi igitnr ipd^ praet^ pericolam et inAimiam quid 
qnaeretorf -i- Niliil excogltem^ quam ob rem Oppianioimi damnaii 
necesse sitf Quid tandemf nihil eirfm est qnod llerl non possit. 
61 qois eom forte casus ex perieolo eripnerit^ nenne reddündona 
est? praedpltantem igitor impeUamos, inqoit, et perdltom pre- 
stemamns.^ %. 71. Capit hoc comdli, nt peconiam qnibiisdaa 
indidlKis levissnmis poDlceatnr: delnde eam postea sopprimat: 
nt qnooiam gravis homioes soa sponte severe ihdicatoros po(a* 
hat^ eosy qni leviores erant, destftatione iratos Oppianlco red* 
deret Itaqae nt erat sonper praepostems atqoe perversos, inl-> 
thim facit a Bnibo, et eom, qood lam dia nihil qnaesierat, tri- 
stem atqne oscitantem leviter impeUit: ^^Quid tn/ tnqnltf „ec* 
qnid me adhivas^ Bnlbe, ne gratis rei pnhlicae serviamnsf «^ Hie 
vero simol atqne hoc andivit: ns gratis: ^^Quo yoles,'^ inqni^ 
^seqnar. sed quid adfers?^ Tnm d quadraginta milia^ si esset 
absdntns Oppianlcos^ poIBcetnr^ et eam, nt ceteros appellet, 
quiboscom loqni censnesset, rogat, atqne etlam Ipse conditor 
totins negoü Gnttaia adspergH hnlc Bnlbo. %. 7t. Itaqne mi^ 
nume amams ils idsus est, qni aliqnid ex dos sermone speea- 
lae degnstarant Unna et alter dies intercesserat, cum res pa- 
mm certa videhator: Sequester et eonflraator peconiae deside- 
rabatur. Tnm appellat hilaro voltn honänem Bidbos, nt blau- 
c^ssome potest: „Qnid tu, inqnlty Paetet<< — hoc edm sibi St». 
ienos cogaemen ex imaginibns Adiorum delegerat, ne sl seli- 
garem fedsset^ nationis magis snae, quam geaeris ntl cogno- 
mine Tideretnr — ^qna de re meonm locntns es^ qnaemnt a me 
nln Sit pecnnia.^ — Hlc üle planus improUssumus, quaestu hn^ 
didario pastns, qni illi pecuaiae, qnam condiderat, spe lam at- 
qne admo incnbaret, contrahit flrontem: — recordamioi fiadem 
atqne illos dns Actos dmnlatoaqne voltnsl — qneritnr so ab 

Oap.XXVI. g.90. mlsemmiis in lods] f mherrknU In XocU. Op- 
piaaioam] Opjrianico, Quid tandem?! ^ tandemf reddmiduiii] red» 
dendum, t. AI. hoc consfUl hoc ccmOimu eos, qol] hoe^ ^fuL g. TBL 
I Ms] amarui ic degostaranl] degustarat. hilaro volta] kUati 



c xxvL xxvn. 9. Ti-76' oratio pro A, Cbratio A^^to. S69 

Opi^anioo degätatmn: et, tpA esset totns es firande et mendacio 
foctos qnique ea vite, qnae » natura habebat, etiam studio at- 
qae artiflcio qoodam malitiae condiTisset, pulcre adsevorat sese 
ab OppiaiüGo destitatam, atqae hoc addit testimoni sua illun 
aeDtentia, com palam omnes latori essent, condemnatam irL . 

Cap. XXVn. f. 73. Manarat semio ia coDsflio peconlae 
goamdam mentioiieBi inter iadices esse rersatan. res neqne tarn 
füerat oceulto, qaam erat occoltaiida: seqne tarn erat aperta, 
quam rei publicae caiissa aperienda. In ea obsonritate ac dobi- 
tatlone omniimi, Cannatio, perito homkii, qol qnodam odore sn^ 
s^cionis Staiennm eorropCum esse sensisset neqne dum rem 
perfectam arbltraretnr, placnit repente prenondari: DixsauNT. 
Hie tum Oppianicns non magno opere perttmnit: rem a Staieno 
perfl&ctam esse arbitrabatnr. %. 74. In eonsiliam erant itnri in- 
dicesxxxn, sententüs xvi absolutio oonfld poterat HS qnadra- 
gena milia nnmum in singulos iodiees distribnta eum nnmerum 
aententiarum eonflcere debebant, iA ad enmukun spe maiornm 
praemiorum ipsius Staieni sententia septuma decnma acoederet 
Atque etiam casa tum, quod iam illnd repente erat factum, Sta* 
lenus ipse non aderat canssam nesdo quam apud iudioem de- 
ftndebat Facile hoc Avitos patid^atur, AMÜIe Cannutins: at 
Bon Oppianicns neqm patronos dns h* Quinotius: qni cum es- 
tui illo tempore tiibnnus pleUs, convicinm C» Innio indid qnacr 
adonismaxnmumfedt: ut ne sine illo in consüillm iretur: com^ 
que id d per viatores consulto neglegentius agi videretnr» ipse 
e pnblico indido ad privatom Btaieni indidum profectas est et 
Ulod pro potestate dimitti inssit: ßtaienum ipse ad snbsdlia ad- 
dnzit 8* 7^* Consurgitur in eonsiliam, com sententias Oppla* 
nicns, quae tum erat potestas, palam ferri velle dixisset, ut Sta- 
ienus sdre posset, quid cuiqne deberetnr. Varia iodicum ge- 
Bera: numarii paaci, sed omnes irati, Ut qui acdpere in cam- 
pe consuerunt, üs oandidatis, qoomm numos suppressos esse 
putant, inimidssnmi solent esse: sie dus modi indices infesti 
tum reo yen^ant ceteri nocentissomom esse arbitrabantnr, sed 

Cap. XXVI. g. 79. sese ab] se ab, com palam] quam päiam. 

Cap. XXVn. $, 7a. prontmciari: Hobrukt. Hie] prommtiarL 
[ludicesj dUxerunt *e id veUe. g. 74. qaod iam Ulud] guod UttuL 
illo tempore] eo tempore, sine illo] amm btaimho. ' 



Ä70 M. Tulli Ciceroni« c. xxviLxxynL %.i6-7e. 

eisp^ctabant BonteDtias eornm^ qaoA comiptos esse putabaot, 
Qt ex üs constitaerent^ a quo iudieiiun corraptam videretur* 
Cap. XXVni. Eoce tibi eins modi sortitio, ut in primis Balbo 
et Staieno et Guttae easet iudicandum. Samma omniam exspe^ 
ctatiq, quidnam sententiae ferrent leves ao Dumarli iadices. At« 
que Uli omnes sine uW^ dubitaüone coodemnant. §. 76. Hio 
tum iniectua est homioibus scropulas et quaedam dabiUUio, quid- 
nam esset actom. deiode faomines sapientea et ex vetere illa 
disciplina indiciorom, qoi neque absolvere hominem nocentiasa- 
muHL possent neque eum, de quo esset orta snspioio^ peconia 
oppognatnm re illa incognita prlmo condemnare vellent^ nom 
LittUSEB dixerunt Noonulli autem severi iiomines, qui tioo sUitae- 
ruaty quo quisque animo quid faceret spectari oportere, etsi alii 
pecunia accepta vemm iudicabant^ tarnen nihilo minus se sope- 
rioribus suis iudicüs constare pntabant oportere: itaque darana- 
runt. Quinque omnino foerant^ qui illum vestrnm innocentem 
Oppianicum sive imprndenüa sive misericordia sive aliqoa soapi* 
done sive ambitione adducti absolverunt 

g. 77. Condemnato Oppianico statim L. Quinetios, homo 
onaxume popularis^ .qui omnis rumorum et ooncionnm ventoa col- 
ügere consuesset^ oblatam idbi facultatem putavit, ut ex invidia 
aeoatoria posset crescere, quod eius ordinis indida minus iam 
probari populo arbitrabatur. Habetur una atque altera concio 
vebemens et gravis: aeeepisse pecuniam indices, ut innocentem 
reum coodemnarent^ tribunus plebis elamabat: agi fortunas omnium 
dicebat: nuUa esse indicia: qui pecuniosum ioimicmn habere^ 
incolumem esse neminem posse. Homines totius ignari negoti, 
qui Oppianicum numquam vidissent^ virum optumum ^ hominem 
pudeotissumum pecunia oppressum esse arbitrarentur^ incenai 
suspicione rem in medium vocare coeperunt et caussam illam 
totam deposcere. • ^ 78. Atque illo ipso tempore inaedis T. Anni, - 
hominis honesüssumi^ necessari et amici mei^ noctu Staienua ar- 
cessitus ab Oppianico venit. Iam cetera nota sunt omnibus: ut 
cum illo Oppianicus egerit de pecunia^ ut ille se redditurum 

€ap. XXVn. S. 75. cormptos esse pntabaat] corrupios p^fabani» 

Cap. XXVUI. 8* 76. absolvenuit] abMlvereni. $. 77. clamabali 
cktmitabat. oppressom esse arbftrarentor] opprtSMpn arMrMrattmr, 



C.XXV1II.XXIX. S-79--80. oratio pro A. Ou^ntio Avito. 271 

esse dixerit^ nt emn seniioiieiii aadierint ^snttli v2ri lioiii, ^ 
tan c^Q9oko Printer in oecalto stetuseiit: ut res patefi^cta et 
in forum prolata, et peeonia ornnis Staieno extorta atque erepta 
flit Cap. XXEL Hains Staieni persona popnlo iam nota atque 
perspeota ab nnUa tnrpi snspicione abhorrehat: sappr^ssam esse 
ab eo pecnniaiDy qjoaoi pro reo pi^oneiasaet^ qm erant in con- 
eione^ non iniellegebant. neqne enim docebantnr*. Tersatam esse 
in ittdicio mentionem pecnoiae sentiebant^ innof^nlem renm con- 
demaatnra aadiebant^ Staieni sententia eondemnatnm videttant: 
non gratis id ab eo factnm esse, qnod hcMHinem norant, iadica^ 
•baat sinülis in Bnlbo^ in Gntta^ in alüs non nollis snspicio con- 
lüstebat f. 79. Itaqae coniteor — ^ licet enim iam impnoe hoc 
l^aesertim in looo conflteri — y qnod Oppiamci non modo vita^ 
sed eüam nomen ante illod teiapns popnlo ignotam fbisset^ in«- 
digiiissomnm porro Tideretar^ eircnmventum fsse innoeentem 
peeonia 9 hano deinde sospidmem angeret Staieni improbltas et 
non nollornm eins almiliam iudieiiBi tmrpitadOy canssam antem 
ageret L. Qoinctios, homo com mnama potestate praeditos tarn 
ad inflanunandos animos maUitodinifl aocommodatos^ snmmam iUi 
ladicio invidiam infamiamqne esse coniatam* Atqoe in hano flam- , 
mam recentem tnm ۥ Inninm, qni Uli qnaestioni praefberat^ in- 
ieotnm esse memlni et illom hominem aedüieiam iam praetorem 
opiniODibas hominnm conslitotam non dlsceptatione dicendi, sed 
clamore homioam de foro atque adeo de oivitate esse snblatem. 
§. 80. Neqne me poenitet lioo potms tempore^ quam iilo, 
C^flsam A. Cineuti defeadere. Caussa enim manet eadem^ quae 
jnntari nnllo modo potest, temporis iniquitas atqne invidia reces-r 
ait, ut qnod in tempore mali-.fuity nihil obstt, quod in caussa 
boni talty prosit. Baque nanc quem ad modum audiar, sentio, 
non modo ab iis^ quorum iadiciom ao petestas est, sed etiam 
ab illisy quorum tantum est existiimaUo. At tum si dicerem^ 
non audirer: non quodalia res esset — 4mmo eadem — , sed 



Cap. XXVm. %, 79. $. 78. ut eom sermonem aadieript omnem] 
vi eortun sermonem omnem audierhit et in forum] atque in forum. 
omofs Staieno] omnis a Staieno. 

Cap. XXIX. g. 78» oondemnatom aodiebant] eondemnaium ents 
oudiäHmt. g.79. recentem tum C. laainml recmtem C. lunium. i.G(k 
ac potestas] migue poUtiai. 



%7% VL Tulli Ciceronis c. xxx. $. si-as. 

tempw aliad. Id adeo slo oognosdte. Cap. XXX. Qids tum 
«oderet dicere noceotem condemnatam ease Oppianieomf qlito 
nonc id andet negaref Qois tum posaet argaere ab Opphudeo 
iadidum temptatqm esse pecunlat qois id hoc tempore inflöari 
potesif Cid tum lic^ret dooere Oppianicam reom flactam eaM 
tum deniqaey cum dnobua proxnmia praeiodioila oondeiaDatiB 
esset? qois est ^ id hoc tempore inflrmare oonetnrf %. 81* 
Qua re iayidia remota, qnam dies mitigavit, oratio mea depre« 
cata est, vesbra ildes atqne aeqiütas a veritatis disoeptatioiie 
rdeeit, quid est praeterea, 4aod in caossa relinqnatnrf- 

Yersatam esse in indicio pecnniam constat: ea qeaeHter 
nnde profecta sit, ab aocnsatore an ab reo f Dioit a^eosator 
haec: „Primnm gravissomis criminUms accnsabam, ot nihil opna 
esset peconia^ deinde eondemnatnm addacebam^ ot ne erlpi qni- 
dem peconia pcpset^ postremo etiam si absolntos esset^ meanoi 
tarnen omniom Ibrtanaram statos inoolnmis maneret^ QfM ooo-« 
tra reost ^^Primum ipsam mottitadinem crindmim et atrocitatm 
p^timesodbam^ deinde Fabridis propter oonsdentiam mei soele-' 
ris eondemnaüs me esse condemnatom sentiebam, postremo ki 
eom casum veaeram, nt omnis meamm fdrtanaram etatos mdna 
iodici pericnlo contineretar.^ 

$. 89. Age^ qnottiam comnnpendi indid canssas tHe mid- 
tas et gravis habait, liic naUam; prof^ctio ipsins peconiae re- 
qoirator. Confecit tabnlas diligentiasome Clnenlios« haec antea 
res habet hoc eerte^ irt nihil posiAt neqne additom neqne detra- 
Gtmn de re fluniliari'Iatere. And sont octo> com ista canasa 
in ista meditatione Tersator, com omnia, qnae ad eam rem per- 
tinent) et ex hdns et ex aliomm tabolis agitatis, tractathi, In- 
qoiritis; com interea Chientianae peconiae vesüginm nolhim In« 
vedtis. Qdd Albiana pecadat vesägüsne nobis odoranda est 
an ad ipsom cnbile robb iodlcibofl venire possomus? Tenentor 
uno in loco HS iocxl: tenentor apod hominem aodacissamoa: 
tenentor apud iodicem. %, 83. Odd voltis ampliosf -^ At 
edm Stdenos non ftdt ab Oppiadco^ sed a Cloentto ad iodl- 
ciom corrompendom constitotos. -^ Cor eom, com in constliom 

Oap. XXX. g. 81. Dielt accdsator] Äccuiaior dicU. %. 8f . mnl- 
tiiadinem crimlnom et atroGiftatem] muUUudinem et airocUaieiH cri* 
tttinum* g. 88« qoae ad eam] quae ntmc ad emnu voUa todttoibm] 
vohli ducibut. 



chiuacgacxL «. 8s^«. 'oratio pro A* Cldäitio Avito« S78 

cOBtflim HltMMit; BMwaM indicma qui pecaniMi dedertui^ 
MB wqßrlkmt^ Op^kankom qmniMnr: QidiicÜiis 41agit»l»ti 
«ine Stuen« ne in :€MisllhMii ketor^ tribvokk petesäito efltectiut 
•slu -* At condtenrvit. -^ Hsoo eniin coodemnadoneid #»^ 
i«f«l oMden JBiiM>et eeteri% mt destkntiw ab Oppianico vMe-f 
iplar. i- 4^:i« 'jitlstinO' eansni oeivampendi hidid, si isäiio pe^ 
€01^ isteO'Slateini, Mbc deiüqii» omfii fhuw ei Mdacsla esir 
luoe pud^v höMBta Vita; et anlia mnpid» peimiüaey ntdla cor« 
raiapebdl ioücl.caiHtta:. patiaiiidi veiitate patalkcfa stqve omat 
tnwe .mblito co tnuuire ittus torpitiidiBlB infiuaiaoiy iM cetera 
«aMei» conaifliant: mJb eo imMam üseeder» aUvurndo, ad 
quen iMiiBiiiiam aiaeaasiaaa eqlpam. ^rtdeda; 

Capu jaXL $. §4L At: MÜm peemiiani Staieno dedH Op- 
fhßoksQByVoa ad ecurmflipeodan i adi chiui ^ aed ad eoncUiatleiieiii 
^vatiae« — Tene äoc, Atti, dicere taU prudeotiä, eöaai nm 
alfaer.«cefd(aüeoai;praadilanLY SafMiHssawiini eaae dieant eotty 
aü. qiiod>op«a>'Bltipiri iveidat in seiiteni: proxume aooedere U» 
Ittin^ qoi ( mtorina ibeMo« inveatts obtemperet. In atoHiäa contra 
est. > Aünw .eatia.ostidtiiar.eBt is^ col nikilinmentna veidt, quam 
iUe^. q«l> qiiod atalte' altert vmdt in mentem, coaiprobai Istam 
c a a elHa tto ne« gratiaa 0taieniiB tarn reoeati re, com fradbns 
premeretaB^* exaogita«lt^ alve nt homlnea^ tma lo^ebantnr^ a^ P. 
Cethego admooitusy istam dedit coactiiatiods et gratiae Iklmlani. 
9« 8d* üaia fiMe bano- tnto liominiim aermonem recordari 
poteatia: Celbegnmv ^uod bominem odlaaet et qood rtoa hapro«* 
bitaton rarsaii in re pobttca adlet et qood Tideret enm/qui se 
ab reo peeBaiam^ oam iadex eaaet, clam atqae extr» ordineoi 
aoeepiaae.coDlSMaiui esaet^ aaironi 68bb «oo peese, miiM» ei ildel^ 
oonailiuni dediase^ >Iii hoc al impvoibaB Cetbegoa ftiH, videtor 
niü advmaariolft removera ▼ohdsse« wkk erat elaa modi eanaaa, 
ui Staienas aomaa ae acoe|te« negard nan poaaet' ^ oibil aa^ 
tea erat perieiilottiia nee torpios^ qnaai^ ad qoam rem aeeepia- 

Cap. XXX. S. 83. qoi pecnoiiiml etil pecuniam, Oppianicas qae- 
rebatarj Oftpia$iitus gmaerebat, ^' e»c^am eatj -perffoimi ist; toor- 
damaatfonem] ämmnaHoneau al istiBG pacnau^J uMac pf€tunist, pa^ 
üattdnQ fmtiminL , * .. ^ 

. Cap. XXXJ^ 8;. 84. «ei gratlae] [itj grmtUu^ t. M. baao taai 
hominum] kunc koin$Mtimk . i ,r. . . ^ 

18 



%74t M. Tutli Qcenmis cxxxi. 




Wt, etnitori t*^ m» est OMMiteoi OeChegi 

S. 86. Ymudi ftUa ohumi tum Steieiil AiK, «B» mim, Altl^ 

tua est nie com re premeretor, tfmdtmmfaß itteerety 

dieerety quam ri, qiiod erat (kotm, fiilecetar: te Tere iMud i 

qoed tum explosom et deotuBi td^ nano retettve deaüror. Qid 

MiA peterat tnm in gratkuoi redire om Opplaalce 

%fA com matre hefcetat simnlteteat haerekat in MMm ] 

et aeeittater: ooademnati eraot Fkbrieiü nee eiaU aHe s 

pelerat AHüoa neo siae igaomlaia ealomoiae reHaiiiMre 

aatlonem Claeattoa. Cap. XXXIL f. 87. An ut praevarieafe- 

tili!? lam Id qaoqoe ad oomnapeadivB hidhdiim pertioet« 

quid epos erat ad eam nm Mlee aequeetre? et emakK 

ob rem tota tota rea per fltakiWMi petiaa, homlneBi ab 

attealieimiiimy awdidigo mBa «, tafpiaeomam, qoam per 

attqoem vimm ageretur et aalcum neeeeMriomqiie eeoMnaeoit 

8ed qoid ego haee phirihiu, qiiari de re obeew% dlepoto^ eaai 

ipea .pecnnta» qaae Staleao data est, awaeia ae 

modo qoanta ftierlty sed etlam ad 

Se&deolm dleo hfdloee, nt OppiaoieiM ihaetyeretar, 

dos fiiUoei ad fitaleaom aeaoeota qnadragtaia milia i 

de'^ita. Bi, at to dieis, gratiae ooaolBaodae oaais% qoadragMa 

igtomm acGOMlo miDiim qold valett ai, at aos dieliaaey ot q«a- 

dcageoa rnUia aamma sexdecim iodidbiia dareotar, aea Aroid^ 

medea meHaa petolt deMtlbere. 

f. 88. — At eniaiL todida flMta permaUa aaat a Clneatia 
iodiolam eese eormptom. -^ Ime vero aate hoo tempaa omwiae 
Uta ipea rea aoe nemiae in hidleittm nooMiaam eat vecata» IIa 
maltam agHida, Ita diu iaetata lata rea eet, ot bodierae die prl- 
mnrn ctniwa iUa defeasa ait, bodlerao die ptiaram varitaa ya- 
oen eootra Invidlam lili iaüeibiis fireta miierlt Venim 
ifita malta iadleia qoae aanti Bge aaim me ad 
nwvi et aic paravi, ot dooerem, qaae flMsta peetea iodicla de 
iilo iodido dieereotot, partim ndnae rimittera aot tempeetati 
quam iadido et diseeptationi Maae, partim nibil eontra Avitam 

€^. XXXH. f. 87. qoairi de re ebtooni^ dtepatoj qmui de n 
oftirtcr«, dkputem. ad qnaai rem ftofrit] 0d qu^m rem data /tartt. 
aesoeata qoadlragfata] eexcetUa tt quadragkUm. M, vt aos} «ia, «t 
me^ adUa jexdtecliiO mUUa (aataiaa eetfeekm, f. 88. agttatay Ita 
dliQ agUaim, dim, enrore Ijypegrapbi. iita aaOta] aialto UU* 



cxxxn-xxxiv. %»^n, oratio pro A. Cluentio Avito. 975 

▼alere^ pMrdnr lettmi pro lioc ene, pftTtfoT tme tum modi, at 
tteqne appeflahi 'tmiqimiii fndidb flint neqae eidstamata. $. 89. 
Hie ego magls tit consuehidfiiem servem^ quam qood vos non 
▼Mim hoc sponti^ fhcbtis y petem a vobUi^ nt me, dum de his 
afnfalki ^spnto fndif^ls, adtente audiad«. €ap. XXXIIT. €on- 
demiialQs est C. Innim; qid cd qoaestiotii praefdenit, adde etfam 
Miidy A plae«l: tarn est eendemnatUBy cwn esset iade$ qua^^« 
fltloni& Non m^do canssae, sed ne legi qnüdem qiddquaiii 
per trfbaniBD plebls laxamenti datom M. Qoo tempore Ulom a 
qoaestkHie ad qulhioi allod rd pabticae- maDiis abdod Ifcebat, 
eo tempore ad qimestlonem Ipse abrepfns -est.- Ad quam quae« 
ifionemf veltos enim vestrl^ fai^Hces, me invitant^ «t, qiiae red- 
eenda pntaram, hibeat iam libere dicere. §. 90. Qold? iUa 
tandem qnaestlo aat disceptado ant iudlehim Mt? pntabo Msse. 
dieat qid volt hodie de fllo popnlo coneltato, enl tum mos ge-» 
fltHB estx qua de re lanlns canssam dixerlt, qoemcamqoe roga- 
terts, hoe respondeMt: qaod pecnnism aceeperft^ qood innoceo«* 
tem efareamvenerlt Bst baec opinlo.' At, sl Ita esset: hao lege 
aecnsatom esse opertolt, qua aecosatiir AvItas. At fpse ea lege 
4«aer e> a t Fmcos ffies exspeqtasset Oirinctlas. At neque pri- 
vatfui aeihisare nee sedata iam loTidia volebat YMetis Igitar 
HOB in eaussa, sed in tempore ao polestate spem omaem aeco- 
aaterla Msse. $. M. Bfoictam peÜTlt Qna legef qnod in le- 
gem non lorasset, qnae res nemld nmqoam firandi fült, et qood 
C Verres praetor orbannsy homo sanetos et düfgens, snbsorti- 
dooem eina in eo'oodice non haberet, qni tum intertitas profe- 
rebatnr. flb de oaossbi C. lonios oondemnatns est, indiees, le- 
▼issamlt et inflrmissomls;. qoas oftinino in iodioinm adfbrri non 
oportoit Itaqoe oppressns est non canssa, sed tempore. Cap« 
XXXiy. $. 99. Hoe vos Cloentio indlehim patatls obesse opor- 
tere9 Qoam ob canssamf Sl ex lege sabsortttus non erat lo- 
ains aot sl in aliqnam legem aüqoando non ioraverat, Idcirco 
HUns damnatlone allqnid de Clnendo indicabator? Non, inqult, 
sed illa ideiroo HUs legibna eondemnatos est» qnod contra aUam 

Cap. XXXm. S. 80. Ad qnam qoaesttonem] At quatn quaeMtkh- 
ntmf S. 90. rogaverifij rogat-ui^ 

Oip. XXXSV. g. 08. si in aliqlMi UnpmJi #i in ledern, Mtrem 
iOH l^gioNis] idcirco H9l€gitu». 

18« 



legem conunigerat «- Qoi.boo can|t^n^r|r,||^ofWfK^.|^, |Uai 
iadiciam falsse defeoder^f Ergo, - liquit^ '^l^co .inlMn» loa 
pofHiliiis Romanos C* ly^ W^y V^ iUud ioff^wat coantfitmm 
per eom potabatnr. — Noot igltiir hoe tempof^.canaaa mitM% 
estf num alia res, alU jnUio iüiu« iodici, »ttii mKiur» totins ne^ 
goti nimo est sc tarn ftoit,? noa a|UDor ex üß rebuf^ qpM ge* 
stse sunt) r^m nllam potoisse materL f. 99* QfaiJL*etgo est 
csossse qaod nunc nostn^ de(i^o midistar taste siientio^ taao 
Innk) defendendi sui potestas erepta sitf Qoia tnii^ ia 
nUiil erat pcaeter invidtam^ e^QTfi^y suspidooemr opoeieoai i 
tidianas seditiose ae popabupU^ condtala^. isccos^Mit töbunw 
plebis idem io eonpiooibiis^.idci^.ad sabselfia: ad indioium noa 
modo de condene^ sed e^i^ com ipsa c^ncioiie yeiMbai. Gm- 
dos Uli Aurelüy tum noyir qmsi Pfo tlieftro i|li iudiclo aedii-. 
caüvldebantor: quos ubi aocqs^for coooUatis Ikub^oUnw oompla. 
rat, noo modo dieendi ab reo, sad ne surgendi iqpidem :poteetMi 
erat. §. M. Naper apud C. OrcbiTiom, oott^gam a^eaat, km» 
ab indidbus Fauste Bullae de pecunUs residnte aou est oqdsÖ« 
tntos, neu quod tili aut exlegem esse SuUam aot osnsw« pop» 
cuniae publicae contei^ptam atque aUiiBctain putar)Mit, sei ^[iwd 
acousante tribuno plebis ooaditioQe aequa dii | ceptsri.poase aoa 
putaveranC Qiddl conferam Sullaiaae eum. Inaio? aa lmi|^ tiU 
bunum plebis cum QuinptioY aa vero teppos epm tomperet 
8uUa maxumis opibus, oogaatiS) affinibus, necessarüs». olieotflbaa 
plurumis: haeo aatem apud luaiom parva et laflnsa. et ffßim 
labore quaesita atque eoUecta. ffic tribunus j^k!tii»^mod^e(taa, 
prudens, aoo modo aoa seditiosqs,^ sed etian sedttiofiis Maar« 
sarius: iUe autem acer))usy cfteioosos^ popularif hoi^ sks tor- 
bulentus. Tempus hoc tranquiUum atque pacatma^ iUBd omoibiM 
ioTidlae tempestatibus con^tum. Quae cun^ ita essest,. in F^mi« 
sto tamen Uli iädices statuerunt, iniqaa conditiooe reum eaas- 
sam dicere, cum adversarlo eias ad ins aocusationis samaia via 
potestatis acoederet Cap* XKXV. % M. Quam qaldem ratie- 
aem vos^ iadices, dillge^r pro vestra sapientia et bamanitate^ 

Cap. XXXiy. S* ^* ^^^9 iDf|iiit, idcirco infestos] Br^o U» 
Circo, inquit, infetius. tarn populus Homanas C. lunfo] tum praetor 
hmio. $. 04. apod C. Oreldytam] apud C: Orchinhtm. ' nodestofi^ 
pradeat] siod^ffticf , p9ä€t^. «Maea HU indioes statoenuiO tssim {iia 
teNcetJ sUUv£runt. 



^.xxl!v.sant^i^i»i-MC ohitto pm- A, ^uentio Avito. «77 

Tco^kM <lP [ft y ti fc ifoiiBpicere debeÖ^i, qdd teali, qaan^m peri- 
eoli tnk iiiiif^Qo Vestimn lafl^rre 'possit vis trtbtiiückiy eonfat» 
j^rft^sedW ^ifhrlffia'^t <;oneloiiibitö secUtb«s ConbKatls. Optumis 
iHrctäe ietbjJdAbd^; tan, c^m bomities 6e ood iactatiöne popa- 
htAy sed'di|^tt8te'atqiie innocentfai taebantor, tarnen neo P. Po« 
fitikisy neqae 0. M^tellas, clariaKOml Viri atqäe amplissumi, vim 
tribnnlelain sa^ttnere potnerant: nedoni his temporibus, bis mo« 
rifm, M9 ünagfflti^sttbo0, sloe vestira sa^ientia ao sine iadicio- 
tuai remedüfl satv! esse possimüs. ' ^ 96j Non Aiit Igitor illod 
fudleiäBi hidid ijfnrile, hidfcesiy nod Tdlh in quo non modus ,idliui 
esf adliiHUiiS; liofir mos ooiunietiidotla&^aerVatay non caassa de-- 
Tema. " VbiUa tB&t et/nt saepe* tamdbü^ ndna qoaedam atqno 
tcionpeshis et qtdd vis potins quam iQdldam aot disceptatio aot 
qoaestio. ' Qbod "si qdis est, ifat ittbd bdicinm fdisse arbiträre- 
tur,' et'^qul Msrebtis indicatis stafadnm pntet: is tamen liano 
csossAm- ab flla debet seimigere, ab itio enim sive qaod in le-- 
gern nön iol-assel sive qnod ex lege subsorütos iüdicem non 
ess^, iKnUita petfta- esse dicitnr. ClaenÜ anCem ratio cnm illLi 
fegtboty qnibm^ a^Itmio mnlcta pettüi est, nnlla potest ex parte 
ißss^ ooMnncta. % 'dfl At enlm etiam Bnlbos est oondemnatns. 
— Adder miKestiM' nt* intellegfW'hoc Indieitnn cnm illo non 
«ftteconfon^tintK' V' At 'est lioc Uli crimen obiectam. — Fa« 
teör^"Mtt^etiaiti[ ' t ligl ft tte m esse ab eo sotliclfartam in Ulyrico C. 
tibi^eotil 'litteM et tnnMomm t^moniis planam faetom est: qnod 
effahen eriit'^bprfiim tUins '4naestiodls et'qnae i^ lege maie- 
sta«b 'tdubtittor.'^" At lioe obfbtt '^ maxnm^ -^ lam ista 
d¥Hliado^M:'ltdi' 'A nÜ ficet^ vidA' ^e mea cönlei^ra multo slC 
yerfdr. "fi^^'erdm siö arbitror Hvflbnrn^ qtiod homo nequam, 
tünyi^/i^obitt'/'ifilnltift likgitiik iWtlfltilnatas in indicium sit ad- 
^tit^,!idtAl('co'%dliiis esse datinitttim. 'Iti miM ex tota canssa 
tftt^, ^ÜiM Wrif dbmmödom W;"digtt^' at id esse se'cotos'itidi- 
i^^älbäifcl 'Ht^.'^itelVI. ^. «SJ'^dapropter hoc Iftatbi UtdA« 
diiiA nbtf^t^ 'l^ol'^^^^ tätßStiie deb«t, qnam lila, ^füäe com- 

^o « ' ,;rji .' • :•.;.'• 'u :.'" • iiiMi'/'" • , • . .; . . > 

"'*fcap. "bcüJcV/ S« ^* Veitniiiij nottrtim. bereolel hercle. ncc 
P. PoptHas neqae 0- Metcüiw] nee P., PopUUui tiee Q. ^JfffteUuSt vlrl 
Wijue üAitH^inmi)^ ai^tä amplissim{' Ürti ^.'W. moäas nlla« est ad^ 
Mbtbs] ittödui ett habUuM. arbitk^areturj' ärbitretur. ' g. 9t. at enlm 
chitttt] at gtiam. 

Cap. XXXVI. i. 98. hatc Obes^e^ oh^ss& huie. 



97B H. ToIH Cji^eroim csj^i^.^R^)^^ 

legem eioimkerai. -^ Qai.lioe (XM#t^rin,9o^sf(fit.|^< iHnl 
iDdlciam fiiisae defender^^f Ergo, ivquit, i^co ii^Mas ton 
po|Milii8 Romanu» C(. laoio C^t, ^med illiid Iq^etancocnipliBB 
per eom p^tabatari. — Num Igitur hoe tempofif^^caiMoa nuttata 
«itf nom alia res, a|ia .rl^io lUiua iadicl, alia m^a Mm» ne^ 
god Dimc est ao tain Mt,? noa ofdoor ex Oft rebo«^ qi»e ge* 
atae sunt, rem oUam potoisüe nupjtarL Sn 93. 0Qid< eigo est 
canssae quod mino nostri^ defi^q audiatur taoto sitnitjki^ iiuo 
looio defendendi svi potestas erepta sitf Qmm fnin in n^naa 
i^hil erat pcaeter invidiaii^ errorf^»^ miagtciDoein^ oonci^Nieo ^pM- 
tidianas seditiose ae .pQpijdai;lt^. oonutata^. ncco^i^ (i^Inidim 
plebis idem In eoaplotiUKis, idc^.ad sobselfia: ad indielom non 
modo de concieney sed e^ii^pi oom ipsa cqpc^iie yeidebat. Bn^ 
dos Uli Aoreliiy tum novi^ ^iiasi pro tbe^o ilU.Uidioie aedtfl« 
eaÜTidebaator: qaos ubi accqe^for coooiüilis iMUn^oünu oomfil». 
rat, noD modo dieendi ab reo, sed iie aargendi ^pid^em :pötes(M 
erat. §. M. Naper apod C. Orcbiriom, ooflcgam o^ewa, loens 
ab indiciboa Fansto Sallae de pecuiüis resldvdi^ aoo est eosiati-. 
tntos, non quod illi aut eid«gem esse Sallam .aot eanwam pe^ 
coniae publicae conteay^tam atqoe al4octai|| putiufat, sed qoad 
acoQsante tribaqo pleMs ooaditioi^ aeqoa diaceptari' poase ooa 
putavemiit Qaidf oooferam Sulla^ae oimiliupdof aii b«i^ tii-» 
bonua plebla com Oninpäof ao vero tempos epm tiamporet 
Sulla maxomis opU>u% cognate, aCOiulHwi, necesfadia^ oliaotibiM 
plonmüs: haec autem apud luaiom parva et kifiraia..et' ^vrioa 
labore qnaesita. atqoe collepta». ffic tribonua plel^,. SK^desduiy 
prodeoa, non modo non seditioauß^i sed ettem sedHMs M^er« 
aarius: ille antem acer|>as, crkaiBosas^ popnlarlf hoqip «elar-. 
bnlentos. Tempus hoc tranqaUliim atque paoatum^ illud omotbiia 
Inyidiae tempestatibus oonci^atam. Quae cum ita esseat^.inFiaQ« 
ato tamen Uli kidicea statueroot, ioiqaa coadkioae reum ciuis- 
aam dicere, cum adversario eius ad ins aocusationia aomam Tk 
potestatia acoederet Cap, XXXV. %. 95. Quarnquidem ratio- 
nem vos^ iudices, düigeiiter pro vestra sapientia et bomanitate^ 

Cap. XXXIV. g. 99. . Ergo, inqnit, idcirco infestos] Bryo id^ 
eircoy inguU^ infestut. tarn, populas Homanus C. lanfol tum praetor 
hmio. $. 94. apod C. Orchivium] afntä C: Orchinhim, ' aiodestos, 
pradeat] mod^Mha, fnUk»h^ Maea ÜU iodices atatoeranQ <aai#ii /im 
MficetJ Hatuenmi. 



Xio^jtteft €P [MMfin iwrapicere debett^r, qnld niftll^ qimn^iii peri-* 
eirii iink enf^e Vestmm lafl^rre 'possit vis trtbtiDickiy eonfat» 
j^rAÖeAdlitf 'iihina* «t <^neloaibiiä sedltio«o COiibi(ati& Optamis 
lif^rcttle ierir^ärlbdüs; tan, c^m boniities 6e ood iactatiöne popa- 
biHy sed'di|^ttete at^ae innocentla taebaDtar, tarnen n^o P. Po« 
fitlkis^ neqae 0. Metellas, clarisKOtnl yiri atqäe amplissunii, vim 
trilnmMain sa^ttnere potnerant: nedom his temporibus, bis mo- 
ribttty Ms imgfflti^attbos, sine vestira sa^ientia ao sine iadicio« 
tuxA remediis satv! esse possimüs. ' %. 96.' Non Aiit Igitor iUod 
tddieiäfli fadld ilfnille, hidlcesy nod tsAii in quo non modos^nlhia 
esf adbibitns; nonr mos oonsnetiidoqae''8erVatay non canssa de-- 
rettsa, ' Vlsilla fhlt et^'nt säepe" tamdbü, ndna qoaedam atqoo 
tcmpestas et qtddvis pötins quam hidldnm aot disceptatio aot 
qnaestio. ' Qbod 'st qüls «st, qn(< ittbd ladlchim fdisse arbiträre- 
tor,' ef^ul Ms'Tebtis indicatis staiidnm pntet: is tarnen bano 
csossAm ab flla debet seimigere, ab illo enim sive qnod in le- 
dern nOn hitassel sive qnod ex lege sabsorütns indicem non 
ess^, tnnUsta 'petita- *esse dicitnr. Claenti antem ratio cum iULi 
legtbos, gnlbns a^Ionio nnilcta petitk est, nnlla potest ex parte 
Bsse co^ncta. % '971 At enlm etiam Bnlbos est oondemnatns. 
^ Adder mÜiestaM^ tit* intellega»- boc Indieimn cnm illo noo 
esse ' cö uluftta aBH' ^P- At 'est boc Uli crimen obiectam. — Fa« 
teör^"Mtt^etiaiA( * i feglftrtem esse ab eo sofflci^tam in Ulyrico C. 
^Cbs^dotrf MeM et mtiMmmn tcbtfmonils pTannm faetnim est: qnod 
'diHliiieh"ertit'^6prb]m BHüs '^aestionls et'qnae i^ lege maie- 
stal^ 'tihibblttar.''^" At boe obfbit'^ maxnm^ -^ lam ista 
dfMbado^^Mti'^yr nÜ Beet, viU^ lie^mea cdnlei^hi mnlto slC 
Verlor. "'8^''enfan idö ariiitror Mlbtliü, qtiod boroo nequam, 
tdnd&,'iiUtn\)l^,"litolti^ lla|^tiik ilonflllbinatas in indicium sit ad- 
Mt^, 'Idäli^o %dlitis esse da^ihndvrm/^ti mtÜ ex tota canssa 
Itf^, ^ürM Mi dbiAmödom «st;"eligtt^' at id esse secntos'iädi- 
öi^^ti^.1 ''4t!ap.''i:!QIVI. Sf. «8.''«dapit>pter bocillirbilbdi« 
Waä tlM^^^ *hak Obusse tvtiaStit deb«t, quam lila, ^ae com- 

''^'Cap.'^döcV.* j. fe. Vestnunj notirtim, bereolel hercle. nee 
P. Popllias neqae 0- Metcllas] nee P., Poptmia nee Q. ßfetelluß^ vlrl 
'ai^iie AÜ^liWiMiiY <rf^tiif amplissimi' iirti S^.'W. moäas nlla« est ad^ 
Tiibitm] iitödui est habitus. arbitrareturj ärhUreiur. ' S. 9t. at enlm 
eiiaiAl ätetiänu 

Cap. XXXVI. J. 98. hnlc Obeissie^ ob^'ss^ hule. 



S78 IL TnlU CSceronis . i^, xavi. i^ w*iat. 

memorata saai ab aceimtore, dso iodida P. P^i^etTt AiU 
tae, qoi caaciaaaii,.de ambita dixenrat, qid acoqsatji mmi ab 11% 
qui eraat ipsi apbiiiis condemiiaU^ quo« ego aiw i^ciiroo eno 
arbitrur In iutegTum ^recititolpSy quod plaoom Aicciriiit Uloa ob 
rem ludicaudam pec^iuiiaiii aocopisae, aed quod iodicibpa .{uroba* 
'Teriuty quom io eodem . g!Boere> in qao ipai offiBiidLsseiit, alla« 
repreheodistieiit^ ae ad praeoüa Icjgia venire oporUtt^ Quapro* 
pter Demiaem dubitare eiJ^j^Q» quin Ula damaaUo i^abitoii anlla 
ex parte cum camisa ClaeoÜ veatroqoe iudicio ooaiuoeta esse 
possit g. dd. Quid, quod ^taienua eat ceodemoatusS non dice 
hoc tempore, iudicefi, id qiiod. neado an diel oporte^li Ulum am- 
iestatis ease coQdemnatum , non recito taartaonla hoadnaai ho* 
nestissumorum, quae in ^^iamun sunt dioU ab liia, qtd M. Aenü- 
lio^ ciarissomo viro legpUi et praefecU et triboai aüitarea fkie- 
rant: quorqm testimonüa planum iitctum est, maxume eine opera» 
com quaeiitor «^^ In e^^pitii aeditionem eaiye oanfataBU Ne 
iUa quidem teatimonia reqita,t quae dicta sunt^ de H8 loc^ qmt 
ille com acc^piaaet nomine iudid Saflnianiy aicut in Oppkudd 
iudicio post^.y reücoit atqiie aoppceaait« 8.100« Omitto et 
haeo et alia pei;multa, quae illo iudicio in Staienum dicta annt: 
hoc dico eamdem tum Aii^qt P. et JU Com||rtia^, equiübaa Bo- 
maoi», honeaüa homioibua et diaertia, conülmiiiilm 091a Staieau, 
quem accusabaot, quae nifiic mitii est com: Att&o. -C^fBinii di^ 
cebant idem quod ego dicoi Staieanin ab Oppianico paciiniafli 
accepiss^ ut iudicium eofmoiperet: Staieaua condliai^ae gm- 
tiae caussa ae accepiaae dicebat $. 101^ Irridebatur haeo Uliiia 
reconciliatio et peraona vijrl bool auaoepta^ aicqt ip.atMilifl iaa9<- 
ratis, quas posuit ad IutpF^a#y.quibua aubaciipaits aaasa An aa 
IN GBATiAM jßßßM loiivacoa« ^ J^xagiMMmtuT pjaMm^ ^m.tnadt^ 
atque faUaciae^ ^ta vlta )m ^ modi rattqne «em^.aperiebft- 
tur^ ^estas domestiGap^^ fgiaefitua Ibrenaia in jnedi^m.infofmba- 
tur^. ii^m^lna. JInterprea .^a(^ et eoi^ordlae npn probahatar. 
Itaque tim Stijlenua^ cum ,f dem defeoderet, qued^JOÜna, oor- 
demnatus est %. lOÜ, Cominii com hoc agerent, qood noa la 
tota causaa^ egimua, probayerant Quam ob rem ai Staiesl 

Cap. XXXTI. g. 98. probaverint, quem in eodem] prokmHtä, 
quod in eodtm. g. dO. condemnatum] damnatum* ab hia, qui M. 
AemnioJ 06 üs, qui * Mim. AtmUio. reüooit] ntitwit. S* 100. he* 
nescia hominibos] honesU»*imi* hominUmi* 



e,xunx%xnLf^i9^tu. oratio pro A. Clnentio Avito. t79 





I, Ot^kMft 

Mätm. fiepwbiii iadtmUiioi 

■it^ 1* kl Jila «HliMi. Mt ClfmüiiB :i# 

«Uta iadi|i,4atw Qlte mitigkl 

ly^pte iOas dtnpaioi'tiCaitiii ooo 
. diaiitlaia y l^d^giMUMiie jwitfiai rianwaii 

idi» iml^ Ml im&laäovtm potfoi 
trl)lm«IH«m^ .qaui ioiiehni 
M ^piis .MM-Miotim mppelMy taoua 
•it^ MiUo aiodo^filMKiüriiiMMD^ ffBM äk 
pelto 0i^ ohqiOmiiII c M toofc ji o ai e Miitai«k> JUad ig|4» 
tar loakMiua p«r vta tacnni art; BolM ctFoplli «^Cbitoe oo»# 
Im^aoeiitili» aan.Mti 9tmoi •daü^proiiCkiMäo a*t . Vli«o« 
feras^ oOfOiA altafl MfeckMit ^jood pcot CinciBiiowrf^ fiotoro 

a Jnüoidaidin Fatalk^ ^ OfM 
i^ miffff^Kttnäm^ Id qiukl ftatt'in^iUo bi^ 
diflio invklkialisviiiiBy pwitos dleier «d. Milsoititiom iwdiarot« 
ili&it ,€( Mft ^tnldeiK diaüt In. miiniiuiiftr^nliDitLu Qoladiiis invi«« 
iiiMii' oomIooMs .eaa giMÜdlmUn indüii^i ;efcitBrbritilii «ddö-( 
Vno Mtite iMADt»:efi4^:«oqpetl^ fnod 

iMpi# fNK,i.kge (wdlHM^t' .-itMdlo s»;» 
dalltcei tMPpw» witi xrnwrtsw .tfmmmäbmj aed ^aadto fap» togtr 
et ^fbtOm. IWa,;MtUftHte lodMauMdUib htf^aff vis .ae6>tiirta 

taM ahMAiittoiMn» . ^ttil|tto;lBdiw m^Um^w^iM fOtm nwlctenr 
AM iMOHBiMiU^ mornj^ym tnen.ick j«ttti«fiQMid«^:^ «spte 
nai»wm flt«iepofr jodcBtJigo dtiiL 'P»wrtta|fOEiiiiMiUad>i|iiM-^ 
flteaii «tad^MaMt $4.104« Fidlcidaiiias^pridtMsi^d^ 
acnifiiir» CUteoliötBa imic;:. Gidini tfHt ofdlnlat MMUui. 
fNa) kge hl «o feüjiro^nusenaldco ndlo/.rc|iell.ooM .de:.{NHMb^ 
ttUüf ■ < | > t tad dld ,'.aa) legat fcqtiwiti luipCiitkHnito ind alMolMiBu 
Ml m^.CMam «Mo aidiniar^ idatr yl> ilncl ;aMliir, *äM 

Cap. XXXVI. S. 108. Ql in üla] ttliiit l/t«. ab indioe] a iudice. 
Cap. XXX^|I..f .vtO^ ß^4miM,a,fimiqi i^BC^iuba} ne^nf tir^ 



kidices Btmt mm modo-fiotofage^honegle a^dw^ireohp ooMmummpI^ 
qai fictt'iieq»6taoi «Mis«H> 'SeA »Uad :iilt.1li<^^ 

terwi niliU MMsseiMii itBiv. Graxmo.'^f .i-iM.; Vom «ten Uli 
quinque, <qük iMpciltonMI IwwpioMiü • i WmiwiU)fll'iiig»pirtl'JtBi»iii^ 
hmi dbsolvwmo^ «»liam* saäni^ clcM^dthnt' ^^liakuii tittgw iji um 

Falnr^iiiaiy sediaii I» JtecteiMM •■i^KterwgsiedtaiS'i'Mtti i^ «ri^ 
flpinei» eiset» acooMiüvi'^riielerqivnd yencU^lltaf^ »food ^||«takf^ 
tiUü.Avbe diperetor^ «tgkvMti t8i<»d#lB* ewsMi infttttf ifM 
IbdicMvent^ <etHtiHnii«tNe«)(i»i4ie^w«t.'tiiea» enhn itterfrife-i B^m 
4€9n inofb qmtritB « •i'-e^get »to etn—hirg^iieegtliidett < 
OiMent) «Mitetsl ine>^Hft sMiotUMentialiMiiiwf «pdt UImii 
BfOM lom.iftitovitiii' «li^tti4i0ft^Mlk.ii^ IM. n^ier^^gtar- IM» 
Mw «u|e iBiäBteiAmMtfeB9niM«d4l«lKiiite^ liaL^«ei^,8ibie^rel 
iodicatae oomit^ase dicit, aa Ule, qol se In prioeipeiaHndiAel 

UKß^ in aüoMfftti iillii il iillii 1I11 1 nm>|M^s»i iiiiw wü r^ 

sfdndMff'iOiMirimi pgK4«tMiitoali|pi»4#^ a^fo« 

Mm lM>ita qnla «iiititato* ¥ftiit»8ii0p!oiepe ^dftfw iMreold ^repea-* 
Üiia de. atftta jioaldeciiDaBtet Oaa: re .eemm, ^ aWolveAMt» 
fäieiicerili«ln> aoni jreprdienio » eönm , qid iiv-iaüeaiii«' sape* 
tioBa iadtoia (becM aipt aqs^^piM«) mm Mdeirf «mda* 
tikm ematlroba^^Maa'iVi^yXfi^^sllil m»i' anuanfütenia^ 
ptoatiM» teid^i ^übalMveria «ap^ >^pMi aaeütfOToa« 
mtal^ el>qaeia ip4 Wa Üüi -aalaa «•admaaiaat,' fltfo 
anat^ iCiHideimiM^ «QBi laata. ooariM^ la^Miia etite» «üfrOii^T«! 
nifpMaj eaitt' ioleote^ paollo postfiiiaiU|fäMk0ta»if<apii 
§.107/ ;Aef na tö fteta aolom «spieatt^illla» iofiaeli^rn« 
kai fK.lioiiinilNi8'4piiiy jqwld kf ^^ewnMyiYaaMMoaa ao«:] 
tfaniBbift€tam prdtefia2uqai0 P. OcfaUie2Salkia*'lig«toifF 
Üory lara ^tfkiörv üde^ reBglope,*^HIcio ttt ilj)M a tfb # autu 
oomiBemdraiilpatMy Noä.tal^^ <OQi8.4K^£o«ti^'OTMaaV 
Üorf foli laüdiocaBiiaMaö tiw«galtattr^ ^pae.iai* i ai iciH P«m 
bikü .vannrlifdeM/ pHitiortf .) .^^ tMate^^oettilft^i^adetalMA 
praestantiorf Ne is' quid^a absolvit. Longom est de singalo* 

M ■-* ■. «In .^ '. ' ■> i^ Ifi'I' iii Nt .201 .Ä J ''Z ' /■ .1'. . 

* €Äp. XXXVn.' «? «Hl^ •' *Ä'ateM**l'*«^>fe-*lTtt< ^* ' ^- •n«'^ 

• Cap. XXXVnf. * ^♦•i«'»«^rtu««>Ä-döik'«^^ 

bos ipsis] f« aomliiifrttf i^ifl*. W feceruntj H^fmHmF^^^' -'^ «-'^ 



0i^iaaMa4ni%4m'^imw9tXli CJÜentio Avito. #91 



fiyr>mt«iireftfflrici*iciii»'eis^^ ^tuM'^ oJ^nm^'^M^h» 

iifdli«r>^i0iit«illli»ieM^B^i|plai^ ta'%ft^>\Airti»:^ 

M»'>Mi«i*'iBkiMMM^ llii^tid'^«!^ tlH^ti^ et^'t^engtoüft» ffar ^ 

lWHH!^''>WlH(tMilli#l .ti'MWb i. fi liS MJil ; lux. r (4 l . .J4{)'».7 

|iMi«t»Mr''«i^»V^*^tiilM^ c6ftsistere ti^af^iii^ 

tfrif^fWttiii «t «iMfratt'ilMdia^ tf^fbHtoe fdtelleg^ebat. $äoäW 
l^iuHc^Qf» ^A^iiHMiiMaeeMim; i4«icd3ttDhiiii Hceusar« VMtiÜiiet^ 
ittijpbiMMfdl IRdM^^ ftic^ non esset;* 'j/ke^^^m» 

]iil0«M(iiA^U #H«|(or.>''9fertn«hMletftiyi''^ hbttffi(fes>* tiinlM 
8iftiii<M»*^ifir'ttl^««#IH(ti#^Mtohiete». '^Hltidd eratdiAiamT Hf M^ 

^Üto^ Itftc^efaMII^ 'tlfl^Üliiffiir ^[tfi Vllld'Vmm f|>sainr ac^^WI^'WfttllJI 
d^mMVit'W Mtli§ii0*%MM'ftdllse?^ihi#f#ätt^**'^iii se 'ad 'jhitrdiiMP 

ahmem f m imi l M/%nov^ßa«i^miyo8i)ä*«efä)di;'''e^^ 

dixerat^ com anoos ad quinquagiDta natas esset f Qnis enm um« 
Cap. XXXDL S«108i totam * icaassarnj cmt^iam iotam, defer- 



98t U.TvSäCißcgmB c.JUM%hL%iiM-4i^ 

qamm noa »odo h p afa y i i l y Md la^hiifctaflg mü^MnmiUmmi 
yUeoUt ^ qind roitn im dta viMm Itc w ific Uhifli p^il 
•dTMtmi L. Snlliie • tiftaricfe Toot jteie Uni i 
auittltadiiMB^pM tom dewwiftiotiw a oii^toirt to w t |4 vvMfi 
■BfiMtol« riwfflnidliHü rBTOMunt, IMhrM wäitw h n w l— gih^ 
•od pMlUspw inew«« A«. At^te MmümvIo ki •«##•- 
itea «uU Dlii 4p«U ftiU^ per 91M te Mß^f^mM 
ralf Naque ialiiris. f. 111. FMto Mdn» utiMMi «oim 
et «rrogMitiaiii tliHiy.sfd joUmk vett—. eiy ievpffi 
liiii illaai mtfo» ad teloe deat— pprinm«» m^erdoMle*^ 
9iMi nea «Met ollo nodo fare ed u « et «ii tadicfo 
viotiiai, rem a (mbeeUUs ad nMtr» delullt Itt.h« 
imif^ bofliiiiibiia doyLi noa Mtb aagaee- ta.jme dfiMeene 
Crooliuf nego usquam upiqwun lUeae Bialefeif> nU ei.iiaifl tjne 
HU loiro natoe Ita vlvit, vt neWUtalie «ffiltalMi v^rtide tiMl 
pO0se vifeatiir, aeqiie ee penreatty qaead eam tadap^da cnya ia«: 
aooeotia proeeoata eot ^f. 119. 81 qoia aqkii^ Imo. aaevaüllai^ 
qocd eü^ IgpMOiUis: proeedK «epe (oagtiiir fWi äk ideal. IIa. 
eeeet cum kdem eaU vMia n e^ M^M M W i » ;lj(,>(Mae||pi .^ aiM 
eativi dieam de oeterls -r 9^ ^^daeei bomo cfpuMHe^ qaie eam ^mai 
Bla aopfDrbia atipie itttolivMbi fme pefnlafiflt .^|aid e^ leea 
tMj to takrant, ot al ^pdd habereC a Qf|tai:a.)liei||^ p c ede w e el 
potareot epoitere: apperbiam aatem atyie;inff|| pa <a « eiaa da<> 
rUandam mairla arhitcarentar aroater lurnUitafeflai' haaüala» < 
pafltlmfBceadam. Cap^ XU. Sed at tt|i9t«fevfi|art qpie te 
FldMeniv» «^ atmololof, tOf Vd:ea )a#«l»die%i; 

), fpiid tnm eesf .ei^stama« iodi e al am t eeitak.giptia iiaäl^ 
$. 113. At, coQ^fpaarat: aft yanfwam-tatap eop eadle i 
laKf a< ||^ oqacionibps emofthiai m lu .ftoia^ valmMatar ^mtd. 

taiMaota, popolaria,. fedltipe^ ipdleli flammt -^ Bele;! pi^aMs 
eaee lopeceaa Falenla.. ^ lam e^o irilfid Oiptttph)am «nitfa. 
eeodemaavit? lam. 00a eea loaiaa aa^aoRlMQflijoely 



Cap. XL. S. 110. reroonrat] revoeaverai. fi. 111. mores et ar- 
rogmtüuii eins] morcf« ektt et arroganUamu atqoe etiam illam] affve 
i/lom. a sobnelliis ad rostra] «6 «afr«elKi« in roMtra. ita viTttJ iCa 
rlMC 

Cap. XU. g. 118. aUfol OppteaieamJ MptU QfpUaOewm. 



c XLL |. 119-iit. oratio fvo X. Oaeiitlo Avito. 9^9 



t: im potiil «Ufol 9k loitfo bo» 
tMneo OypIbaicwM, giatfai oondemoMf«. Venn al 
Ffticali» «w^ro qnl iH tooeosf ■! bic gntfii e ond w o^vity fri9 
oocepttf Nago rem «wo ollajii in ^|ttc«u|iifai Ulorm ci.Marta% 
Fidtontamio joU(mU non att, aUi|oid fttkae fai FidicoliN^ 
qood Mtm BM «tMt in eeteonn. 9« 114. Aot Imo 
fa^diGiom copnhMriat ta, cuiiMi, ftconattto rebnp indicatis nH<>»i 
tw, neeaMie Mt^ aol «I boo vatooi mmt oom^edk»^ Opuliiiipw» 
fliptfs oonH^^nttem mtm iktoure* 

QoMiyiMii ^i#i mtfuo arSVMpto «m 4obi(, fooi e» bwi 
ninltla fudiolhni ah^pli^ Falcul» nmo rfm.JhdiMi üt .Mi 
OQJte w^fc^ dtiiiitoi .anhiüis ool^tfltWi alfai Imbw c^rtlf 
^m^ plommifl testfbiMf com pitmioi UU i|ii9l«4eb«eriol, 

mmtmmmA de i MK HUllla HWfJl i n diM OBBIIl ^"^M*"« DMI. fll in 

ton hidifiüi boe ifai obtetty gub aSn kign OMiMim dIoiraiM 
oeitoy fli pniyriB lefo bniss p^centf ndAfcA easeot, jrnallD plw 
^l^fiBiMet 9* 116. Deinde A tnnte vis Mi littos orlminli, i« 
gan tpHiae legn «l UUa. indi^ban leoa i)Mlni eiMt, tnoien Jhm 
Ifl^S» {»erirat: cor ki (nn^ imiltltadbi» i^UfMitonuB, tuntis pm»» 
Iriii» oeteri nA flMti non aofitf. 01c turofertur ,U» qnod btdjyoifni 
^(ppelliri HOB oportet^ P. ^qpt^unio fioMVQlfie. litcm eo ntwint 
eye.ftfitujptfMn. Goios r«ii ^a^» coBinelpdo «i^ «fMmiBM n^ 
iMipdAJW ptriteBmos 4icf , .pbucUms verii^ dof^e^ tum d^hfm 
NBrnffiiiini enim en diUgjfnttn^ (^ne solet ndbflM in c^toris in«r 
didüi^ i^m reo dttjou^to ndJübtt». «it 9,11«.. In lirtbm net^hi 
iBMdfai.ISQre ladiceB luity tooA fliU e^m^ quem .«Bind fiBodcwuh- 
imXf inimiciuB pntnnt ease^ «ji qoBe in enni .1^ BOfdlis Utetn op^ 
hbb BdBiittiuity Bol qoBd •• perthiactos lign ^M.Brbitranlar, cbb| 
^ rfl(9 indioBnin^ B^flBgenttas ndtendont o^tmu ItBQBO ol bmi« 
instyitta idwolntt ennt pBrauiUii qnibiiB danyMitiB de peeBBÜe repo.» 
lBiidi0.,litei nM^Mtatti esieot neatBonttei et beo qBotidie «eri 
yideipiMi» Bt.reo, dnannta de. pecontts rtpetnodii, nd qnoi per^ 
yetivm peco^iM ^ Utibqe^i^oitQmBodia «Intatinpi ^, eoeden in» 
dice«./dMlvBal2 ^qiiod ofim alt, noB indicU rjwdndnntar, aed 

Cap. XU. g. 113. aUqui ab initia] aUtpA$ o» kMo. foaefi^ 
qoi aU innooena] quanOy guis hmocens. non aii^ aUqaUl] mm. jtf: 
n^^ ii%iii<l. $. 114. nttebator] ni^ viäebaiur. üb obfliiU] ibi« 06/Wi. 
S. IIB. ai qaae in eonl H qua in tum. Utea aaleataUa eaaant] M* 
Icf €Mmt eoadem tottoea] tm UU kidkxM. 



IMttWiii blatte m^ a1u8 ciÜAiUilMis. '^eqn^hfflisinilH Apmse V^ösfi^ 
lUMi oteift «iynt^HotMf bngnatmn est^ üi) iÜi iiMd' öktMs^afäitti^i 
Mlfmr.'' ^aäe i%^ »i'iM ladlcfated |roiMtt# iHiMi^^set;^ ille posidi 

JHitl *<p. toili;^8.'Ht; feiqüitar W, »^Jtaodf' itf <d««SoiÄ'd^ 

MHt'' rimii^ tftteüW'lit remItriBcalam ilhs^rHTvhsXy anfiiitUlvek^^ 
aioiieiii atqne aactoritatem Genfldrfam.' 'QM"^ te ahtfe qtM» 
Mbi^ M^io^, '^r^Kdtii 'irifM de in;66''V>M)Ad Veriba ftMlanda 

mmm «t iiliii^llE^kM'' ratio conserVafa '^esie rideatar. ürmn 
MlMqeJM^ Vfriii^Ä^ p'"ebb8(M^ä prOUitffe^'erimt^'kiiAiU 

IfMttftl' ^ ''inikgiitüiB tfefäjs ''<st"iAiniiia' titrMJMittÜ' ofDcii^ * äorinitäCa 
Mlte5««ett«^ lii^L^^ "^ ^} «kä. <Fä(i T« qofdquRI dr ibtt^«rfptioiilhii!( 
iMratii' läiäl' dicehdabi eil^,' ieo 'didfim aniihö, ' trt omnem oratio«- 
mk W^üflii 'ii<m''d6*'iH6hM(^Ai(^oV'«t^' Attn^no censotfk ftkbli^ 
«M'^fcxfätMart''Vetffi^: VCent^^ in<^o; qiil i^^i 

ff^ ^eklmhl^' mtr'VirUtl'^ Mfmmä jae* hotibiWäs,^ *^^ 'a pbpoYo *flMä 
tflMd^kd^tt^ yst;lii)ttörtd c^^^^ t^^ittk^'-l^cHe'irdc,' hkd}<9e^ 
iMtUHi^i'M ^m'4^e adtilMsre cöti^eVif inttttiicoi^nl' i)igri- 
tNH!^''c«tf' Hd^'^fet'^^eiittäitit-iiat^ 4i|iEt'''«nliii!'ll»»rt<wi^ 
OKierimrtic %i&lMi^iAteüiiiy üt tiihtthii' rittU'fmmam^'''pffl(4^ 
rt(kfe«i»^4»*A(nllÄ^lfeeWrlte'n A inb äÖotfJ'WÄ 

8ip>di ^/Mfaia''^tHe''peaetiittt^ dtcft»fiäf, nt "M^aJ^^-llito 
titfd^''d^r^n^^fa8''i^]Kfs neqae dähisqiiäm ^ (li]J:iib^^ Mmi 

^atu g> f|4^; * ^^(^ Ij^hif , iodi^es, antiUftVe^tädö lieihKMM iil 
lifti^is^ q^^i'dain^^l^ Idbhsill laniatfi, düm^litiilii i^li^'Nsi^ii 
IttftcrfMteft. '1llho''prtAfua ittutt' ^6mMa¥'propdakift nWfttth 
sai«adr^sh)äibtrs- li^nsoms' bahc MtnNatöilüF^Mt <$otiteiUaiir'tW W- 
Mis hidieatis fäyi36. tiegnef hr' re noita cöd^Anfakm'tempifa «tem« 
jnti. fnidam iOtid^ tmtiid: C. Getam, eunl' li X. M^tdkf 'lef Cn. 
Domitio, censoribas^ ex aeoata electus esset ^ oensorem 



'*' Cap. XI.t i. iih. ' uti lis liacol ut tii haec. 

**'^ Cäp. Xtirtl'^^/Iir; ucqne proinde lit' reiii indicaCam observanuill 
i^eqfie pevlnde, ut f^l^ iiidicatamf öhierravmmt. ikc^vvHiHj facienda. 
Biooti plerique] iticuU et pferique. $. flS: bxiilui üMti'in %i^ mihi» 



putaretur; ut ceteri tarpl iudioio daniBati in vp^n^elnoni fWPi 

mi9f pfffteBi r«^iipi9iiWt: qoes.Mten iVie. h. QtX\m ei 09^ 

OM,..Aii4 .#i eapti^wi ptmmnmk immim i<ot»Y<wrt^ lük^im 
91049 iA «Boatpm roüanmC, ped; cMfu«, iUanu» lpMrqBii(«fcii« 
indicU» abiolnU ahmU CaR- XUUU ÜMteevi ^volnennit miioviii 
Mplri.«0Q moda de edfl^aaÜimfiL oiiiiiaqaiun^iSfd »e fec^iifiifi 
^p^dem de re «Umiiia ess» ^ndleem» .mM «id Mii;« a4v^fM#i;i«i 
4!iHiT«ds9et Ooepr^plar In onttikas l e gtfc w fl , qfdtei epcei^bmi 
(M, de «ollNiii f^MMia taol iMgtateatam io^wre üoiuliiH^t^Pk 
iqdieen legi- aai «tamni! noeonrey baeo IfumWae eaofl|N^^r%ih 
Ü^naiwii tut;) TlmeileiMte OMuiMfli^ im vitee p » fm i <i , ; iifc,iU^^ 
po^fidUn ,^V«e roikBmwaki $. itl. Itaqw no» Mtliim^r iudi##i|^ 
lUod'O^itefidiMQt «wrt Im videtia, pepidi-KMUMii enfime^ «acye 
BPOifHi^ ,f^«8ort»a tfOmeiiipäomB «Me MbMa») itTWU» ettan i»* 
iWp .^ofWBy qid jtarMi.iiatttcre matoe oma rdigleae ei dW-r 
gfHitia dehoermt* Bdara«, iodleea» aanatarai eqniteaqHe Bomaal 
In. ^oüi^vrikoa^ ian* rela,: fWMi contca legea pepmias aeoepisna 
fpbaeriptaoi est^poaerpiKiua. i«Ugieiii qoam. caBaeciiffl oplaia^ 
fwniamiit Made pni^^rea iirbani, 9ri iarati detoil; optaat««! 
^ineaque in seleotoe iad^cea neferre, miinqoam aibi ad eao« 
nm, ceosoriam igaomlaiam iaipediinei^ eoae ofiortere duxerast 
$. IM. Ceaaores deaiqiie ipAl saepe namero aupedoram oeor« 
aanim iodieii«^ ek ista liidida appeUari Toftie^ noo atetoruiit «U 
que edAHi ipd inter se eeasoree aua iodioia taotl eaae aridtraa* 
UVf Bt alter alterios iadioban noii laode reprebeadat^ sed «tiam 
lescindat; ut alter de senatn movere velit^ alter retineat et er- 
dine amplissaiao digoam existumet; ot alter in aerarios reTerri 
aat trlbn moveri iabeat, alter vetet. Qua re qni vobis in meih* 

Cap. XLnt .^. 131. eablatas] delet4U. accepisse] cepisse. $. 123. 
movere velit] moveri velU. * * 



t86 H. TuHi Cicero^ r. xlol xuv. %. itt-it». 

teni veiM hMC «ppdiMr» tiidlel% qaae a po|NiIo resdo^ d^id- 

eaBid«!!! pot€0talem aitepti maty comnnrtaH) inter eollegas dte- 
erepare vldeatlsf 

Cap. XLIV. f« IM. Qnae muB ita siot, videaflnu^ 41M 
tandem oeosorai de lUo tndioio eorraiito indlcasBe üflatitan 
Ao pilmam ilkMl «tatoaaias, iitram qaia eeflsmes «atocripaerlBt^ 
Ha n\ty an i|iila ita Pa^tft^ tili Mtoer^sertat Si Meo, qoia mrib- 
«cHpserlnty videCe goM agatte, na In itauoi qnemqtfa noatmm 
ceasoriMia 1b poiteraB poteMtem regiaai panaMaCig, ne nri^ 
Boripfloi oeiMParla noa nimia caiaaiRatla eh1bii8 quam iDa acw- 
MsBOHia prosoripüo poMll adferre: oe oeasarinm gtteniy arii» 
nmeronem nmUfs remedfla naiorea nosiri retadwaat, aeqaepost- 
baa atqua IUiibi Aetatorloai gladiom pMlimeBoamitt. §. It4 
01a aateniy qood raHMiiptam est, qoia venna eet, Moireo grave 
debet eiset hoe qaaeranrasy Teram elt aa Iklgam; renoveat^oi^ 
aneterltates eensoriae; tollatar Id ex eatma^ qnod in eaas» 
non est; dooe qoen peeonlam Cloealiaa dedertt^ nnde d^eril^ 
qaen ad modnra dedefit; arnna deniqae aMqood a Cfloentio pro- 
fMae peoantae vestigtiim oatenda. Viilee defaide'Yttiiia boami 
fDlsse Opplanioom, bonünemlategnaa^ lüifl <de llle nmqnani tm^ 
008 esse extstamatiini)' aüiil deniqaa pkaelndleatnaL TttBi aneta« 
ritatem öeasorlam anplexato; toai iflonna kklidhni eam re «00- 
ianctun esse defendtto^ f« IM. Ih» Tero eam Msse Op^a- 
aleoai constablty qid tabalas pnbMcaa nraidclpi mann «na eerro- 
plsse iadtoatos slt, qai testaaentoiii intertav^t, qid snpposHa 
persona Msain testameatam obslgnandom cnraverlt; qid ema, 
eoios neaüne Id oMgnatnm est, interfeeerit; qol avoncalom IQI 
mA in senitate ac vincalls necaverlt; qnl mniddpes soos pro- 
aorlliendos occidendosqoe onraverlt; qol dos nxorein, quem oe- 
elderat, in matriaianlam duxerit; qni peeoaiam pro abortiOBe de- 
derlt, qoi soerum, qirf mores, qnl ano tempore firatris morem 
speratosqoe Mberoe nratrem^nM ipsom, qol deniqae sooe ffllMraa 

Cap. XLm. %. ISB. a popalo rescindi] a pofTuio Romano rt^ 
MCindl 

Cap. XMV. $. 124. anotoritatem ceosorlam] auctoritatfM cm-' 
aorum. %, ia/l. municipi mann sna] munk^ipU wL coraveritj curarit, 
Becaverit] necarU, coraveric] curarii. pro abortione] pro poUone. 
osores] uxorem. 



ik dep reh ww Dg , mto »kiiMfi eo n ai ik wf ie dMMNifIt ipie 
In Inileiini pMiÜMi fnäUA dtdMl «d Mnüatli 
■peadMs doli Immo^ Inqiiiiay dd Oppbateo 
BeqM idio Ufpnmio CfumjfUmmt peümlfte erinieii teaMtnr^ 
f«ld Mt) q«o4 to faen MMoria rfve ▼•hmlM rive opliiio Mi, 
•dkiTmre a«t hme iMMeentMi epprtiMre pome vMettturf Cftpw 
XLV. f. IM« QM Igftiff oMMTis müM «Mtt M ifül qoU 
ätm, Qt gnTiiiiiiM dkMt, q«k|qaMi sIM dloenl prm«ier ser«. 
«ique Ikonak iriliH iie tantltai, ntliU laMli, ^W «nivt 
MguoMBto f O üMrt uwa, RiMI düi^pw cühm c^giiiti üü» 
dk)6ot. Qtoi il M» fWebsMC, tMMn M noo ta imM 
«Me ddbnret, «t «oareHl «on neoret, Non oter «xemiitoraii 
•B i i ia, ^pme mmam eit, mw r«n raltftii , m« IimiHmbi pal«»» 
Um attqMni Mt gnüoiaai profDnNiL Niiper homSrnm itmamn, 
aedÜkliMi, Bi. lIMritiliiai, tmm defendiMM «iMd M; 
Q. PnMdui imMtofM et BL Plaetoriun, G. FNoniidM^ 
MdlHs (curailss pwrwMMJ, «1 Mribam ianid legwwl «m, quem 
Ideiii lid eMMorts Mitiiui rellqalne soteoripienuit Coa eito 
la homiiie miOa «dpa luvMiretnry qold IDe maraliset^ aon q«id 
4e eo ftetutnm tnel, quMraidini me dueniiit §. it7. Nm 
baee qoideBi, qtmib de tadido eorraplo MtonripeenMi^ 4«le e«l 
^ ab lllie «die mtgtüm et dWgealer Indfoida arUtMurf ki MT. 
Aipdltini el in TL OultMi videe eeee eubeOT^tiiiii. Quid ed 
boot d«os «Me eemqito» eoloe peewi» dicaalt eelerl lid^eet 
gratis eondeMlnnuit Nen est Igltor elMMventuSy non oppfe»- 
mm pteunia^ aen, ut IDae QobMtlaaa» eoadeaes habelantory 
aiaaee, qiil Opptanleoai eoBdemnaraot, fa oolpa miot ae mMpl^ 
eioae peaeedL Doee ecdos videe aaetofffaie cefMoram allnle el 
turpMtidlat iaticaiL Aot fflud afferaai ali^d sese, qaod de Ha 
dnolNis habaertot eonpertam^ de ceterls oemperUse. Cap. XLVL 
f. IM. Nam ilkMl qnideni mloime probaadinn eet, ad netatie«« 
Ben aoetofitatemqae cenmriam exemplum illos a conaiNitadloe 
BlHtari tranntolfme. Stataeront enlm ita maiores nontri^ «t ri a 
maltia esset flagHiiun rel militaris admissum, sertttkme la quoa- 

Cup. XLXV, g. f2& neqne nllol nee Mo. 

Cap. XtiV. $ ViO, reliqniMO sabscripserantl reUqtüitsfnt. la- 
▼eniretnrj reperireiur. $. 197. peoonia dicsat: ceCert ▼idelicetl e- 
cmUaf Quid eHni9 ifkMkti. aea* epprtfssai} aoa mI o ppre a nu . 



ftS9 .'. . BLitTidU. GicecQ&ift c. xlv].xl\ii. g. iss-iaoi 



«dimfiHriiviMimicffvfiity nl^iietttS' vid^iMt/ id.>«nlDi0, poettn «i 

tMi«mti in Mioio ciflum^^ ia »niiii»d vrtfeno^ tVitfonm q«i 
,Y4WKI^ naia ]iiik»j')qni')loc«m non teMät, jqvlihostidm 
yin^e pecUoiQtt, pcrtei^ .ifleiii: iMitoft etfintfiA «fse/iaelior ^«6 
YiT) bonufl. et civi8 nÜUs. Qa« re m in-^beUo ^ropteri hosfiiui 
9^111 d^lioqoer^tt iMnpitor' ei mMtis et «OpiMfel »eCaa eil a 
naipiibus «onßtiliiUii$.r iie^»p(ei»»iiMttai 'ttiiü pmofiA cipllb 
fiiriiir^' idcirco ills «ertite eoii|pana*rieat. S: 199. Hoe tli 
id8«% ÜM^. oenier^ in •seoattf legendo? Si.^tsrwDfL\ plnres, qui e^ 
inmm^Um tCft ndc wi nM id n« . peciiaiaar> ne e f peri nty ta m» Mia<» 
»dyert^ in omdiBy eed carpeS) liiivelili| et iMopos .ex irtultia ed 
igüOfflliuaia sortiere f. Habebit .i^Koc te eeieote'et TideoU owia 
eeoatoresi; poiiakia KoiiieeB» iadiceBiv •'^ iniUiee drem sioe 
SgneniBia qnettfaeniy qui .«d . pei;nifdeai ioopceatis fldeitt' somi 
et reUgioneni peoani» eoBMnuUultl et qol' p£eti6 addvctoe erl* 
piMTit ptttdam, fortauM^ Jiberoet elvi iaeofeatl, fe ceosoiiee ee^ 
vedUti^ neta noo arcitiicl}; 9;a eft^taefeMne' n^ribiuiy t« nu^ 
ster yeteris dieoiplinae ac severitatis, al wat retinee qaemqoaa 
seiMui ia aeaattt eoelere taato coataminatlim . ant . fitatuis^ qui ki 
eadem ealpa.sit^ aon eadea.poeaa adioV< cenveniref aut qiuuft 
eondUaooem anpplici laaiares in beUetiadditaü militis proposkam 
^see' vctaerant^ eamdem tu. k paea eonetkoea ivprobttati 'aeoa** 
teriaf Oaod si Jioe exenplim ex re milMait'ad aidinadvefaio^ 
aem ceosofiaia tranetetvidum ftaits -sertitiane id Ipsmi .Ikettim 
esse oportuit. Ski. a«tem -aorUri ad püßiiui et bomiaan deli«* 
otom fortuaae iadioie^ eoautttttere miaQme.icenserioni est, ceita 
in omltorum peooalo oarpi paoeos ad ignanüniam' [ei tarpitadi 
aem] noo epertet« Gep. XJLVU. % 130. Veniia oiaaea iateU 
leginnia in istis eobeciiptioBibiui veatoai qoiNada» pepulareoi 
eeiie * quaesitum. lactata res erat in ooaeiene [a tribnao sedi« 
tioso^: iDcogaita eanssa probatam illud erat multitodini: neminl 
licitiiiB est contra dicere: nemo deniqae, ut defooderet ecotr»- 
fiam partem^ laborabat In iovidiam pinrro magnam iUa indicia 

Cap. XLVI. S. 129. ta nonl ^ tu non* at velis] vt voUs. non 
nretiir] nan inuretur. ao severitatis] et severitatis* et boaiiniuB] 
aiqu^ hominupu [et (urpitadlnem]] et turpUudinenu 

.qap* XLVIL 8« IdO. [a.talbiiao sedmoMU a fritaio «nKtfoie. 



cxLviLXLviu.s.iaa-183. oratio pro A. Ooeiitio Avitoi t89 

TeneraDt. eteoha paacis postea menflOnui alia vebemeoa erat in 
iadiciis ex notaüone tabeUaram inyidia versata. PraetemUtÜ ab 
censorlbus et neglegi macnla iadiciamm posse neu videbfttor« 
Homioesy qaos ceteris viüis atque omni dedecore ioAuma vide- 
banty eos bac qaoqae fiabsoriptione notare volaenuity et eo ma^ 
gisy qood illo Ipso tempore Ulis oeosoribiui eraot iodieia com 
eqnestri ordioe commanicata, ot videfentur per hobiiiium idooeo- 
rom ignomioiam sua aactoritate ilki iudicia reprebeodisse. 0. 131« 
Ouod si banc apud eosdem ipaoa censores mibi aat alii caos- 
sam agere licoissety bomimboa tali prudentia praeditis certe pro*' 
bavisaem:. res enim iudicaty nibil ipsos babolase cogoiti^ 
nibil eomperti: ex tota ipaa sobscriptiooe mmorem quemdam et 
plausum populärem esae quaesitem. Nam in P. Popüiam^ qoi 
Oppiaoicum condemnarat^ sobscripeit L. Gelliufly ocoo is pkcuniau 
jkcCBPis8ST| QUO mNocBNTSM coBiDEMKA&BT. lam id Ipsom qoaD- 
tae divüiatioDis est^ soire innocentem fbisae reom, quem Ibrtaase 
namqoam viderat, com bomioes aapleutissamiy iodicesy ot nibil 
dicam de bis, qoi condemnaraot^ oaoaNi cogoita aiM dixeront 
Don liqoere? 

$. ±S2. Verom esto. Condemnat Popillom Gellioa: iodi- 
cat aeeepisse a Cl^entio pecuniam. Negat boc Lentolos. nam 
Popilium, qood erat l^rtini fllios, in seoatom non legit, locdm 
qoidem seoaterium lodis et cetera ornamenta reliqoity et eum 
omni igoominia liberat. qood com Ikdt^ iodioat eioa aententla 
gratis esse Oppianicom condemnatom. Et eomdem Popillom 
postea Leptulos in ambUos iodicio pro testimonio diligeotissame 
lAodat. Qoa re si neqoe L. Gelli iodicio stetlt Lentotos neqoe 
Lentoli existomatione contentos füit Oellios: et si oterqoe cen- 
sor censoris opinione standom non putavit, qoid est^ qoam ob 
rem quisquam nostrom censorias sobscriptiones iMDunis ilxaa et 
in Perpetuum ratas potet esse oporteref ^ 

€ap. XLVin. %. 133. — At in ipsom Avitom animadver- 
teront. — - NuUam qoidem ob iorpitodinem^ noUom ob totioa 
vitae non dicam vitiom, sed «ratom. neqoe enim boc bomüß" 
sanctior neque probior neque in omnibos offlcüs retinendis dili- 



Cap. XLYII. S> ISO. ab eensoribus] a censorUnu. $, 181. ex 
tota ipsaj tx tota ^ ista. de bis, qui] de iU, qtd. sibi dixenmt] HH 
dixerint. %. 132. oroamenta reUquit] ontam^nta relinqiüL 

19 



390 M. Tnlti CScaronis c XLvm. xlix. $. 134-iM. 



gentior esse qabqaain potest: neqae Uli alRer dicant, sed 
dem illam famam iodici eorrupd seeati sunt, neqae ipsi seeas 
existamaoty quam nos existamari volamas, de huhis pudere, in- 
tegritate, virtute: sed pntanint präeteimitti aecnsatorem noa 
potDisse, cum animadversum esset in indices. Qua de re tota 
si unmn fftctam ex omni antiqultate prottdero, plara non dican« 
§. 134. Non enim mihi exemplam snmmi et clarisscimt viri, 
P. AMcaniy praetereundam vid^tur: qui com esset censor et in 
eqoitam censu C. Licinius Sacerdos prodisset, ciara Toce, ut 
omnis ooncio andire posset, dixit se scire illam verbis conceptis 
peierasse. si qai contra dioere Teilet, osorum esse eum suo 
testimonio: ddnde cum contra nemo diceret, iassit eqaom tra- 
dacere. Itaqae is, caias arbitrio et popalas Romanas et exte* 
rae gentes oontentae esse consaerant, ipse saa sdentia adigno- 
miniam alterias contentas non Mt. Qaod si hoc Avito fueere 
Bcidsset, facUe Ulis ipsis iadicibas et Msae saspicioni et inTi- 
diae popalariter excitatae restitisset 

g. 135« Unam etlam est, qaod me maxame pertorbat, coi 
loco respondere vix videor poase, qaod elogiam recitasti de te- 
stamento Cn. Egnati, patds, hominis honestissami videlicet et 
sapientissomi : idcirco se exheredasse flliam, qaod is eh Oppia- 
nici condemnationem pecaniam accepisset De caias bonuBis 
levitate et inconstantia phira non dicam : hoc testamentnm ipsom, 
qaod recitäs, eias modi est, at ille, cam eam fiHam exhered»- 
ret, quem oderat, ei fllio coheredes homines alienissamos adioo- 
geret, quem dOigebat. Sed ta, Atti, consideres, censeo, diu- 
genter, otrum censoriam iadiciam grave velis esse an Egnati. 
Si E^ati, lere est, qaod censores de ceteris sabscripseniot, 
ipsam enim €n. Egnatium, quem ta gravem^ esse vis, ex seoata 
eiecerant: i^n aatem oensoram: hanc Egnatiom, quem pater 
censoria sabscriptione exheredavit, censores in senata, cum pa- 
trem eiicerent, retinaerant. 

ۊp. XLIX. %. 136. At enim senatos oniversos iadicaTit 
illad corraptam esse iadichim. — Quo modo? — Suscepit caos- 
sam. — An potait rem delatam eias modi repadiaref cum tri-> 

Cap. XLYin. $. 184. consuenint] cansuerant, sna sdential sva 
amscientia, $. 135. pertnrbatj conturbat vix videor posse] posse 
vix videor» ob Oppianici condemnationem] ob Oppianici darnrnUkh- 
fUm. adiimgeret] conkmgeret» oensoriom] censorttm. 



€. XI jx. L. s- 186-138. orAtio pro A. Claentio Avito» 391 

banas plebis popnlo oondtato rem pene ad manos revocasset^ 
cmB vir optonras et homo innocentissomiis pecunia oircamven- 
tns esse diceretur, cum invidia flagraret ordo senatorios, potait 
nihil decenii? potoit illa eoneitatio multitudlDis sine snmmo pe- 
rleolo rei pnblicae repndiari? At gnid est decretom? qaam 
loste I quam sapienter! quam diligenterl Si qui sunt, quobum 

OPEAA FACTUM SIT, UT lUDICIUM PUBLICUM COBBUMPBBBTUB. Utnml 

videtur senatos Sd factam indicare, an, si IVictam sit, moleste 
graviterqne ferret Si ipse A. Clnenfins sententiam de iadiciis 
rogaretnr, aHam non diceret, atqne ii dixenint, qaomm senten-> 
Üis Claentinm condemnatam esse dicitfs. g. 137. Sed qnaero 
a vobis, nnm istam legem ex isto senatos consolto L. Locollos 
cM>nsal, homo sapientissumos, tolerit: nom anno post M. Locol- ^ 
los ^ C. Cassios, in qoos tarn consoles designatos idem illod 
senatos decreverat? Non tolerant: et qood toAviti peconia fa* 
etom esse argois neqoe id olla tenoissoma sospicione conirmas, 
fiictom est primom illoram aeqoitate et sapientia consolom, ot id, 
qood senatos decreverat ad illod inridiae praesens incendiom 
restingoendom, id postea referendom ad popolom non arbiträren- 
tor. Ipse deinde popohu Romanos, qoi L. Quincti triboni ple- 
bis llctis qoerimoniis antea conoitatos rem illam et rogationem 
Hagitarat, idem C. loni ili, poeii parvoli, lacrimis commotos, 
naxomo clamore et concorso totam illam qoaestionem et legem 
repodiavit. $. 198 Ex quo intellegi potoit id, qood saepe di- 
ctom est: ot mare, qood natora soa tranqoillom sit, ventoromvi 
agitari atqoe torbari, sie popolom Romanoro soa sponte esse 
placatom: hominom seditiosoram vodbos ot violentissomis tem- 
pestatibos concitari. 

Cap. L. Est etiam reUqoa permagna aoctoritas, qoam ego 
torpiter pene praeterii. Mea enim esse dieitor. Becitavit ex 
oratione nescio qia Attios, qoam meam esse dicdimt, cohorta- 
tionem qoamdam iodicom ad honeste iodicandom et commemo- 
rationem com illoram iodicioram, qoae probata non essent, tom 



Cap. XL1X. S. 137. deereverat] deereverit, nlla tenoissiiiiia] uUa 
vel tenuissima. primumj primo. qaaestionem et legem] legem et 
quaestionem. $. 138. natura soa]! stut natura, lic popoliim] sie et 
Popultwu 

€ap. L. g. 138. com illoroml tum ^ aliorum. 

19* 



390 M. Talti C^caronis c. xLvin. xlix. s. isi-ide. 



gentior esse qaisqimiii petest: neqne illi allter diennt^ sed 
dem illain famam iodici comipti seenti sunt, neqne ipsi secos 
existumant, quam nos existamari volamas, de huhis pudore, in- 
tegntate, virtute: sed pntanint praeteimitti accnsatoreiii dod 
potDisse, com animadversom esset in indices. Qua de re tota 
si nnrnn factum ex omni antiquitate protolero, plara non dicain. 
%, 134. Non enim mihi exemplum summi et claiissumi viri, 
P. Aflricani^ praetereundam videtur: qni cum esset censor et in 
eqnitnm censa C. Lidnins Sacerdos prodisset, clara voce, nt 
offinis ooncio aadire posset, dixit se scire illnm verbis conceptis 
pderasse. si qni contra dicere Teilet, osurnm esse eom suo 
testimonio: deinde cum contra nemo diceret, iussit eqnom tra- 
dncere. Itaqne is, cnfas arbitrio et popakis Romanos et exte- 
rae gentes contentae esse consoeront, ipse soa scientia adigno- 
miniam alterios contentos non ftiit. Qood si hoc Avito (Heere 
Hcoisset, täcWe Ulis ipsis iodicibos et IHlsae sospieioni et invi- 
diae popnlariter exdtatae restitisset 

g. 135. Unom etiam est, qood me maxome pertorbat, cni 
loco respondere vix videor posse, qood elogiom recitasti de te- 
stamento Cn. Egnati, patris, hominis honestissomi videlicet et 
sapientissomi: idcirco se exheredasse flliom, qood is ob Oppia- 
nici condemnationem peooniam accepisset De coios hominis 
levitate et inconstantia phira non dicam : hoo testamentmn ipsom, 
qood recitäs, dos modi est, ot ille, com eom fllhun exhereda« 
ret, qoem oderat, ei filio coheredes homines alienissomos adion- 
geret, qoem düigebat. 8ed to, Atti, consideres, c^nseo, dili- 
genter, otrom censoriom iodiciom grave velis esse an Egnaä. 
8i E^ati, leve est, qood censores de ceteris sobscripseront, 
ipsom enim €n. Egoatiom, qoem to graveni^ esse Tis, ex senato 
eieceront: sin aotem censorom: hone Egnatiom, qoem pater 
censoria sobscriptione exheredaTit, censores in senato, com pa- 
trem eücerent, retinoeront. 

€ap. XLIX. %. 136. At enim senatos oniTersos iodioaTlt 
illod corroptom esse iodicnim. — Qoo modo? — Soscepit caos- 
sam. — An potoit rem delatam eins modi repodiaref com tri- 

Cbji. XLYm. $. 184. consoeruntj cotisuerant sna scienlial sua 
conscienHa, $. 135. perturbatj conturbat vix videor posse] posse 
vix videor, ob Oppianici condemnationem] ob Oppianici damnoHo^ 
nem* adinngeret] coniungeret. censoriom] censorum. 



€. xiA. L. s- 186-138. oratio pro A. Claentio Avito. 991 

boDOs plebis popalo eondtato rem pene ad manos revocasset, 
cam vir optnmiis et homo innoceDtissiiiniis pecunia oircamven- 
tns esse diceretar, cmn invidia flagraret ordo senatorios^ potalt 
nihil decerni? potait Ula concitatio miiltitiidinis sine sommo pe- 
rlctdo rei pabllcae repndiari? At quid est decretom? quam 
iustel quam sapienterl qaam dlligenterl Si qiti sunt, quobum 

OPERA FACTUM SIT, UT lUDIClUM PUBLICUM COBBUMPEBBTUR. Vtnm 

Yidetur senatas Sd factum iadicare, an, si factam sit^ moleste 
graviterqae ferret Si ipse A. Claenfias sentenöam de iadlciia 
rogaretar, aüam non diceret, atqae ii dixerant, qaomm senten-> 
tiis Claentiam condemnatam esse dicitis. g. 137. Sed qnaero 
a YObis, nnm istam legem ex isto senatas consnlto L. Lucallas 
consul, homo sapientissnmiis^ tiderit: nnm anno post M. Lucal- 
las et C. Cassios, in quos tum eonsules designatos idem illud 
senatus decreverat? Non tulerunt: et quod tuAviti pecunia fa- 
etam esse arguis neque id olla tenuissuma suspicione conirmas, 
factum est primum illorum aequitate et sapientia consulom, ut id, 
quod senatas decreverat ad illud inridiae praesens incendiam 
restioguendam, id postea referendum ad popolum non arbiträren- 
tur. Ipse deinde populos Romanus, qui L. Quincti tribuni ple- 
Ms fictls querimonüs antea concitatus rem illam et rogationem 
flagitarat, idem €. luni Ali, pueri parvoli, lacHmis commotus, 
maxamo clamore et concarso totam illam quaestionem et legem 
repudiavit. $. 198 Ex quo intellegi potuit id, quod saepe di- 
ctum est: ut mare, quod natura sua tranquillum sit, ventorumvi 
agitari atqde turbari, sie populum Romanum sua sponte esse 
placatum: hominum sedttiosorum vodbus ut violentissnmis tem- 
pestatibus conchari. 

Cap. L. Est etiam reUqua permagna auctoritas, quam ego 
turpiter pene praeterii. Mea enim esse didtur. Redtavit ex 
oratione nesdo qua Attius, quam meam esse diodmt^ cohorta- 
tionem quamdam iudicum ad honeste iudicandum et commemo- 
rationem cum iUorum iudidoram, quae probata non essent, tum 



Cap. XL1X. S. 137. decreverat] deereverit. nlla tenoissrnna] uUa 
vel tenuissima, primiun] prhno. quaestionem et legem] legem et 
quaestionenu $. 138. natura sua] stut natura, sie popolum] sU et 
Populum, 

€ap. L. g. 138. cum illorum] tum ^ aliorum, 

19* 



993 M. Tulli Ciceronis c. l. li. s- iss-im 

iUinfl ipsios iadicilnniaiii: proinde quasi ego non ab initio hains 
defensionis dixerbn invidiosum illüd iadiciom ftaisse: ant cum de 
infomia iudicionim dispotarem, potuerlm illad, qnod tarn popu- 
läre esset illo tempore praeterire. §. 139. Bgo vero, si quid 
eins modi dixi, neqae cognitom commemoravi neque pro tesll- 
monio dixi, et illa oraüo potios temporin mei^ quam iodici et 
anetoritatis^ fait Cum enim aecusarem et mihi initio propo- 
solssem, ut animos et popoU Romani et iudicum commoverem, 
cumque omnis offensiones iudicionim non ex mea opinione, sed 
ex hominum rumore proferrem: istam rem, quae tarn populari- 
ter esset agitata, praeterire non potui. Sed errat vehementer, si 
quis in orationibus.nostris, quas in iudieüs habuimus, anctorita- 
tes nostras consignatas se habere arbitrator. omnes enim illae 
orationes caussarum ac temporum sunt, non hominum ipsorum 
aut patronorum. Nam si eaussae ipsae pro se loqui possent, 
nemo adhiberet oratorem. nunc adUbemur, ut ea dicamus, non 
quae nostra auctoritateconstituantur, sed quae ex re ipsa caus- 
saque ducantur. $. 140. Hominem ingeniosum, ]M[. Antomum, 
aiunt solitum esse dicere, iddrco se nuUam umquam orationem 
Mcripsisse, ut $i quid äUquando non opus esset ab se esse 
Jietumy passet se negare dixisse: proinde quasi si quid a noUs 
dictum aut actum sit, id nisi litteris mandaverimus, hominum 
memoria non oomprehendatur. Cap. LL Bgo vero in isto ge- 
nere lubentius cum multorum tum hominis eloquentissumi et sa- 
pientissumi, L. CrasM, auctoritatem sequor, qui cum Cn. Plan- 
cum defenderet^ accusante M. Bruto, homine in dicendo veh»- 
menti et callido, cum Brutus duobus reoitatoribus constitutis ex 
duabus eins orationibus capita alterna inter se contraria reci- 
tanda curasset: quod in dissuasione rogationis eins, quae contra 
coloniam Narbonensem fsrebatur^ quantum potest, de auctoritale 
senatus detrahit: in suasione legis Serviüae fl^mmis omat senal 
tum landibus, et miilta in equites Romanos, cum ex ea oratione 
asperius dicta recitasset, quo animi Ulorum iudicum in Crassum 

Cap. L. S* 188. proinde qaati] perindt quasL ladicinm fiiisse] ftässt 
hidicium, esset illo tempore praeterire] esset , in. illo tempore praeterire. 
$.189. ac temponun] et temporum. aut patronorum] ac patronorum. 
g.l40. si quid aliquando non opus esset ab se esse dictum] si quid 
aliquandOf quod non opus esset, ab se esset dictum, pro- 
inde qaasi si quidj perinde quasi, quid, . Cn. Plancom] L« Plancatm. 



c. Lt UL s. i4i-i4d. oratio pro A. Cluentio Avito. 393 

iDcenilerentiir: aliqaaiitiini escie commotns didtur. g. 141. Ita^ 
qne lo respondendo primam exposuit ntriusque rattoaem tempo«- 
rifl, Qt oratio ex re et ex canssa babita rideretar, deinde ut 
iatollegeife posset Bmtas^ quem bominem et dod solum qua 
doqaentia^ vemm etiani quo lepore et qulbus facetiis praeditaoi 
laceseissety tris ipse exeitavit recitatores com singalis libellis^ 
qaos M. Brntos^ pater illius aecusatoris^ de iure civili reliquit 
Eomm initia cum recitarentor, ea, qoae vobis nota esse arbi- 
fror: FORTE EVBNrr^ ur rubi in Privbrnati essbbixjS; bgo et 
Brutus filius: ftindum Privernatem llagitabat: in Alba50 
XRAMU8 xeo BT Brutub FILIUS : AUmnum poscebat: in Ti- 

BURTI FORT^ CUM A88BD1SSEMUS ^ EGO BT BrUTUS FILIUS : Tl- 

bortem fabdam reqirirebat: Bmtom aotem, bominem sapientem) 
quod Ali neqoitiam videret, qaae praedia ei relinqueret, testifl- 
cari voloisse dicebat. qood si potuisset boneste scribere se Ui 
balneis^am id aetatis fllio'ftiisse^ non praeterisset: eas se ta- 
rnen ab eo balneas non ex llbris patris, sed ex tabalis et ex 
censo quaerere. Crassns tum ita Brotnm nltas est, at illom re- 
citaüonis saae poeniteret. moleste enim fortasse talerat se in bis 
orationibus reprehensam, qaas de re publica habuiss^t, in qui- 
bns forsitan magis requirator constantia. g. 149. Ego aotem 
illa recitata esse non moleste fero. neqae enim ab illo tempore, 
qood tom erat, neqne ab ea canssa, qaae tum agebatur, aliena 
füenint, neque mibi quidqaam oneris soseepi, cam ista dixi, quo 
minus boneste hanc caussam et libere possem defendere. Quod 
si yelim confi(eri me caussam A. Cluenti nunc cognosse, antea 
fuisse in illa opinione populari: quis tandem id possit reprehen- 
dere? praesertim, iudices, cum.a vobis quoque ipsis boc impe- 
trari sit aequissumum, quod ego et ab initio petivi etnunopeto, 
ut, si quam huc graviorem de illo iudioio opinionem adtulistis, 
banc canssa perspecta atque omni yeritate cognita deponatis« 

Cap. LII* %. 143. Nunc quoniam ad omnia, quae abs te 
dicta sunt, T. Atti, de Oppianici damnatione respondi, confiteare 
necesse est te opinionem multum fefellisse, quod existumaris me 
caussam A. Cluenti non facto eins, sed lege defensurum. Nam 



Cap. LL g. 141. ex re et ex canssaj ex re et caussa. tri9 ipse] 
ires et ipse. voluisse dicebatj dicebat voluisse. in bts orationibusj 
im Us oraUonibUi. S. 14^9. cognosie] cognoteert. 



S94 H. Tulli Ciceronis c. lil un. s- i4a~i4e. 

hoo persaepe dijüsti tibi sie renondari, me hnbete in animo 
canssam bano .praesidio legis defendere. Itane est? ab amicia 
imprndeDtes videlicet prodimur; et est nescio qois de bis, qnos 
amicos nostros arbitramar, ^ qui nostra consilia ad adversarioB 
deferat. Quisnam hoo tibi renundavit? qois tarn improbus Mtf 
Gui ego autem.narravi? nemo, ut opinor, in culpa est, sed nl- 
miram tibi istac lex ipsa renanciavit. Sed niini tibi ita defen«* 
disse videor, ut tota in caussa menüonem nllam fecerim legis f 
nnm secns baue canssam defendisse, ac si lege Avitos tenere- 
tur? certe, ut bomioem confljrmare oportet, nnllns est locns a 
me pnrgandi istius iovidiosi crimiois praetermissns. %. 144. Quid 
ergo est? quaeret fortasse qnispiam, displiceatne mihi legvm 
praesidio capitis periculum propulsare? Mihi vero, indices, noa 
displicet, sed utor instituto meo« In hominis honesti prudentis- 
que iudicio non solum meo consilio uti consuevi, sed mnltom 
etiam eius, quem defendo, et consflio et voluntati obtemp^t». 
Nam ut haec ad me caussa delata est, qui leges eas, ad quas 
adhibemur et in qnibus versamur, nosse deberem: dizi Avite 
statim capite eo: qui coissxt, quo quis oondehnabstub, illum 
esse liberum: teneri autem nostrum ordinem. Atque ille me 
orare et obsecrare coepit, ut ne sese lege defenderem. Cum 
ego quae mihi viderentor dicerem, traduxit me ad suam sen^ 
tentiam. adfirmabat enim lacrimans non se cupidiorem esse ci- 
vitatis retinendae, quam existumationis. $. 145. Morem homiid 
gessi, et tarnen idcirco feci — ueque enim id semper faoere 
debemus — quod videbam per se ipsam canssam sine lege co- 
piosissume posse defendi. Videbam in hao defenstone, qua iam 
sum usus, plus dignitatis, in illa, qua me hie uti noluit, minus 
laboris futurum. Quod si nihil aliud esset actum nisi ut lumc 
canssam obtineremus, lege recitata perorassem. 

Cap. LIIL Neque me illa oratio commovet, quod aitAtüus, 
indignum esse facinus, si Senator iudicio qnempiam drcumve- 
nerit, le^bus cum teneri: si eques Bomanus hoc idem fecerit, 
non teneri. %, 146. Ut tibi concedam, hoc indignum 



Cap. LH. S. 143. impradentes videlicet] vidiUcei knpmdaUes. 
amicos nostros] tunicos nobi*. hoc tibi] tibi hoc* defendisse, ao si] 
defeKdissemy ac tu $. 144. capitis pericolom] a capite pericuUoL 
statim capite eo] statim de eo. $. 145. sine lege copiosisfnme poase] 
copiosiseime poue sine lege. 



c. uu. UV. 9. 146-146. oratio pro A. Cluentio Avito. Ä96 

qaod cuiiis modi sit iain videro, to mihi concedas necesse eaif 
multo esse indignias, in ea civitate^ qaae legibus contineatur, 
discedi ab legibus. Hoc enim vincnlum est huius dignilatis^ 
qua fruimor ia re publica^ boc fündamentom libertaüs^ hie fona 
aequitatis: mens et animus et consilinm et seiUentia Civitatis 
posita est io legibus. Ut corpora nostra sine mente, sie 
civitas sine lege suis partibus, ut nervis et sanguine et 
anembrisy uti non potest Legum ministri magistratusy legüm 
interpretes iodices, legi denique idcirco omnes servirnns, ut 
liberi esse possimus. g. 147. Quid est, Q. Naso, cur tu in 
isto loco sedeas? quae vis est,, qua abs te hi iudices (ali digpi- 
täte praediti coerceantnrf vos autem, iudices, quam ob rem ex 
tanta multitudine civium tarn pauci de homioum fortunis senten- 
tiam fertis? quo iure Attius, quae voluit, dixit? cur mihi tarn 
diu potestas dicundi datur? quid sibi autem illi scribae, quid 
lictores, quid ceteri, quos apparere hnic quaestioni video, vo- 
lunt? opinor haec omnia l^ge fieri, totumque hoo^iudicium, ut 
ante dixi, quasi mente quadam regi legis et admini/stran. Quid 
ergo? haec quaestio sola ita gubernatur? quid M. Plaetori et C. 
Flamini inter ßicarios? qej^ C. Orchivi peculatns? quid mea de 
pecuniis repetundis? quid C. Aquili, apud quem nunc ambitus 
caussa dicitur? quid reliquae quaestiones? Circnmspicite omnis 
rei publicae parüs: pmoia legum imperio et praescripto fieri 
videbitis. $, 148. Si quis apud me, T. Atti, (e reum velit fa- 
cere, clames te lege pecuniarum repetundaram non teneri. ne- 
que haec tua recusatio confessio sit captae pecuniae, sed labo- 
ris ei periculi non legitumi declinatio. Cap. £<IV, Nunc quid 
agatur et quid abs te iuris constitnatur vide. lubet lex ea, 
qua lege haec quaestio constituta est, iudicem quaestlonis, hoc 
est, Q. Vocooium, cum üs iudicibus, qui ei obvenerint — vos 
appellat, iudices — quaerere de veneno. In quem quaerere? 
infinitum est Quicumqub fbcsrit, VBNDinERii, bmbrit, habub- 
RiT, DEDBBiT. Quid oadom lex statun adiungit? Recita. Dbqub 
Bius GAPiTB QUABBiTo. Cuius? qui coieilt? convenerit? non ita 
est Quid ergo est? die. Qui tribunus militum lbgionibus 

Cap. Lm. g. 146. ab legibus] a legUnu. Et nervis et sanguiDe] 
ut nertfis ac sangtüne, legij legum. servimus] aervi summ. S, 147. 
quid ergo?] Quid ergo estf nunc ambitus caassa] nunc de ambitu 
caussa. $. 146. T. Atti, te] te, T. AUL laborU et pericuU] labo- 
riSf sed perkulk 



S96 M. Tnlli Ciceronis c. uv. lv. %, ias-im. 

QVATTUOR PBinaSy OUITB QVAESTOR, TRIBÜNUS PtBBIS. DeiüCepfl 

omnis magistratos nomiimvit. Quivb m sbnatu sbntbntiam 
pnuT^ DixERiT« Quid tum? qui eobum coit, coibbit^ conym— 

lOTy CONVBKBBlTy QUO QUIS lUDICIÖ PTTBLlCO CONDBMNABBTXnU — * 

Qui EORUfti — qaorum? videlicet^ qui sapra scripta snnt Quid 
interest, atro modo scriptum sit? etsi est apertum, tarnen ipsa 
lex docet UM enim omnis mortalis adligat, ita loqnitur: qui 
VBNBNUM MALUM FECiT^ FBCBRiT. omnes viri, muliereg, liberif 
servi in iudiciam vocantar. 8i idem de coitione volaisset, ad- 
innxisset, quive coierit. Nunc ita est^ dequb bius cabitb quab- 

EITO, QUI MAGISTRATUM HABUBBIT, XSVE 8ENATU SBNTBNTIAM 

dixerit: qui borum coit, codsrit. g. 149. Nam is est Cloen- 
titis? certe non est Qois ergo est Claentins? qoi tarnen defendi 
canssamsnam lege noiit. Itaqae abiicio legem: morem Cluentlo 
gero: tibi tamen, Atti^ paaca, qnae ab hoius canssa seiuncta son^ 
respondebo. Est enim quiddam in hac caassa, qnod Chientias 
ad se^ est ^aliqoid, qnod ego ad me putem pertinere. Hio soa 
pntät Interesse^ se re ipsa et gesto negotio, non lege defendi: 
ego antem mea existumo ioteresse me nnlla in disputatione ab 
Attio videri esse snperatum. Non tiiim mihi haeo canssa soh 
dicenda est. omnibns hio labor mens propositns est, quicomqoe 
hac facnltate defensionis contenti esse possnnt. Nolo quemqoam 
eorum, qui adsunt, existomare, me, quae de lege ab Attio dlcta 
sunt, si retieuerim, oomprobare. Quam ob rem, duenti, de te 
Übi/Obsequor neque ego legem recito neque hoc loco pro te 
dico, sed ea, qnae te a me desiderare arMtror, non relinquam. 
Cap. LV. S* 150. Inicum tibi videtur, Atti, esse, non 
isdem legibus omnis ten^ri. Primum, ut id iniquissumum esse 
oonlitear, eins modi est, ut commutatis ei^ opus sit legibus, non 
ut his, quae sunt, non pareamus. Deinde quis umquam hoc 
Senator accusavit, ut cum altiorem gradum dignitatb beneflcie 
populi Romani esset consecntus, eo se putaret durioribus legum 
conditionibus uti non oporteref Quam multa sunt commoda qui- 
bus earemus, quam multa molesta ac diffioilia quae subimusi 

Cap. LIY. g. 148. corr] coitr. invb sekatu] quivs jn ab* 
MfATü. corr] coiMT. g. 14&. quae te a me desldenufl quae a me 
d€9lderari. 

Cap. LV. g. IM), commutatis eis] afnunuMU f eis. bis, qoae 
sunt] Hi^ qua$ sunt, Senator accusavit] eeiudor f aecutavU* 



c. Lv. Lvi. s. 150-153. ofatio pro A. Cluentio Avito. 897 

atqne haec omnia tantom honoris et amplitudinls commodo com- 
peosantar. Converte nano ad equestreni ordinem atque in ce- 
teros ordines easdem vitae condiüones: non perferent Pntant 
enim minns maltos sibi laqneos legnm et conditidmim ao iudi^ 
cioram propodtos esse oportere, qoi sommam locnm civitkis 
aot non potuejlnt ascendere aat non petiverint $. 151. Atqne 
ut omittam legres alias omnis^ quibns nos tenemor^ eeteri antem 
sunt ordines liberati: hanc ipsam legem: Nx ouis lurncio din- 
cuMVENmsTUB^ €. Gracchos tnlit: eam le^m pro plebe^ non 
in plebem tuKt' ^ostea L. Sofla homo a popnli caossa remo* 
tiäsamos, tarnen com eins rei qnaestionem hac ipsa lege eon- 
stitnerety qna vos hoc tempore iodicatis^ popalom Romanom^ 
qnem ab hoc genere liberom aceeperat, adligare novo qoi^estio- 
nis genere ansns non est. Qood si fieri posse existomasset, 
pro illo odio, quod habnit in eqnestrem ordinem ^ nihil fecisset 
lubentios, quam omnem illam acerbitatem proscripüonis snae^ 
qna est usus in veteres iodices^ in hanc jnnam qnaestioneai 
contulisset. $. ±62. Nee nunc qoidqoam agitur -^ mihi cre- 
dite^ iudices, et prospicite id, qood providendum est — ^ nist nt 
equester ordo in hniosce legis pericnlom conciudator. Neqae 
hoc agitm ab omnibos, sed a pancis. nam ii senatores, qoi se 
facile tnentnr integritate et innocentia^ qoales — nt vero dicam 
— vos estis et eeteri ^ qni sine cnpiditate vixOTont^ eqnites or- 
dini senatorio dignitate proxamos concordia coniunctissamos esse 
cnpiunt: sed ii, qoi sese volunt posse omnla neqae praeterea 
qnidqnam esse aot in homine ollo aut in ordine, hoc uno meto 
se pntant eqnites Romanos in potestatem snam redacturos, si 
consütntnm est, ut deüs^ qoi rem iudicarent, hniosce modi indicia 
fieri possint. Vident enim aoctoritatem hoios ordinis confirmari,' 
vident iodicia comprobari, hoc meto proposito evellere se aco- 
leom severitatis vestrae posse eonlidnnt. $. 163. Qois enim de 
homiae audeat paollo maioribos opibos praedito vere et fortiter 
lodicare^ cum videat sibi de eo, qood coierit aot consenserit^ 
oaussam esse dicendam? Cap. LVL vires fortis^ eqnites 



Cup. LY. g. 150. commodo compensantar] commodis compeit'- 
santur. qid smnmom] qtä in nanmum. g. 159. concladaturl inriti- 
äaiur, nt vero dicam] ut vere dicam, sese vohmt] se volutU, si 
eonstitotan estj H comtiMw» sU. Iniliisoo modi] huiu» modL 



S98 BL Tulii Ciceronis Lc. hyi, %. i58-ij». 

BomanosI qni bomini clurissamo ac potentissnmo^ M. Dnmo tri* 
buDO plebis restitenmt^ com Ule nihil aliad agereC oom illa oon- 
eta^ quae tom erat oobilltas^ nisi nti^ qui rem iadicassent, bn* 
iasce modi qnaestiombos in iadicimn vocarentar. Tano C. FJa- 
vias PusiOy Cn. Titinnins^ C. Maecenas, illa robora populi Ro- 
mani ceterique einsdem ordinis non fecemnt idem, quod ntmo 
ciaentias, nt aliqoid cnipae sosdpere se pntarent recusaDdo^ sed 
apettissunie repugnaniDt, com haec recasarent et palam fortis- 
sfime atque honestissüme dicarent: se potnisse iudicio populi 
Bomani in amplissiimiim locum per venire , si sna studia ad bo- 
nores petendos conferre voluissent: sese vidisae in ea yita qua- 
lis splendor inesset^ qnanta ornamenta, quae dignitas: qoae 80 
non contempsisae, sed ordine sao patrumqne snonun content 
foisse et vitam illam trapqoiUam et qoietam^ remotam a procd- 
lia invidianim et buiasee mpdi iudicionim sequi maluisse. §. 164. 
Aut sibi i^d bonores petendos aetatem integram resütui pportere, 
aat qnoniam id non posset, eam conditionem vitae, quam secuti 
petitionem reliquissent^ mauere: iniquom esse eos^ qui bonorum 
ornamenta propter perieulorum multitudinem praetermisissenty 
populi beneficlis esse privates ^ iudiciorum novorum periculis non 
carere: senatorem hoo queri non posse^ propterea quod ea con-> 
ditione proposita petere coepisset quodque permulta essent orna- 
menta , quibus eam mitigare molestiam posset: locus , auctoritas, 
doml splendor, apud ezteras nationes nomen et gratia, toga 
praetexta^ sella c^ruli0, insignia, fasces, exercitus^ imperia^ pro- 
vittciae: quibus in rebus cum summa recte factis maiores nostri 
praemia, tum plura peocatis pericula proposita esse voluerunt 
Uli non hoo recusabant^ ne ea lege accusarentur, qua nunc Avi- 
tus accusatur, quae tunc erat Sempronia^ nunc est Cornelia ^ 
intellegebant enim ea lege equestrem ordinem non teneri^ sed 
ne nova lege adligarentur, laborabant. $, 155. Avitns ne hoc 
quidem umquam recusavit^ quo minus vel ea lege rationem vi- 
tae suae redderet, qua non teneretur. Quae si Tobis conditio 



Cap. LVI. S* 1^* qnae tom erat nobilitasj guas tum erat^ no- 
bUUate. rem iadicaasent] res iudicassetU. ceterique einsdem onünis] 
ceieiHij/ue f huiusce modi ordhUs. iadidorom seqnij iudiciorum om- 
fractu^ segtd. S. 154. seUa cumliSy insignia, fiisoesj seila curuUi^ 
[insigniaj fasces. . ne ea lege] §a ne lege. 



c. LVL Lvn- s- 155-157. oratio pro A. Claentio Avito. 899 

placety omnes id agAmiiS; tut haec quam primam io omnls ordl- 
Des qnaesüo perferatar. 

Cap. liVlL loterea quidem, per deos immortalls! qnoniam 
omnia commoda nostra, iura^ libertatem, salotem deniqae legibus 
obünemus^ a legibus nou recedamns: ämv} et illnd quam sH 
inicum cogitemosy populum Romanum aliud nuoo agere: vobis 
rem publicam et fortuuas suas commisisse: ipsum sioe cura 
esse^ non metuere^ ne lege ea^ quwu nnmquam ipse iusserit, 
et quaestione, qua se solntum liberumque esse arbitretnr, p« 
panoos indioes adstiingatiff. $. 156. Agit enim sie caussam 
T« AttiuS; adolescens bonus et disertus: oadIs eivis' legibus te- 
neri Omnibus: tos adtenditis et auditis silentio, sicut facere de- 
betis« A. Cluentius caussam dieit eqnes Eom^ipus ea leg^ qua 
lege senatores et ii^ qui magistratum habuerunt^ soll teoentur: 
mihi per ctam recusare et in arce legis praesidia constituere 
defensionis meae non licet Si obtinuerit caussam Cluentius^ 
sicuti yestra aequHate nixi conlidimus, omnes existnmabunt, id 
quod erit^ obünuisse propter innocentiam, qnoniam ita defensos 
Sit: in lege autem, quam adtingere noluerit, praesidi nihil füisse. 
§. 157. Hie nunc est quiddam, quod ad me pertineaty de quo 
ante dixi, quod ego populo Romano praestare debeam^ qnonlain 
is vitae meae status est, ut omnis mihi cura et opera posita 
Sit in hominum perieulis defendendis. Video quanta et quam 
perioulosa et quam infltaita quaestio temptetur ab aocusatoribus, 
cum eam legem, quae in nostrum ordinem scripta sit, in popu- 
lum Romanum transferre coneatur. Qua in lege est, qui coikrit, 
quod quam late pateat videtis, conyensbit, aeque inc^rtom 
et infinitum est, conssnsebit: hoc vero cum infinitum, tum ob- 
scurum et occultum, falsumvb Testimonium dixbrit: quis 
de plebe Romana testimonium dixit umquam, cui non hoc peri- 
culum T. Attio auctore paratum esse videatis? nam dicturum 
quidem certe, si lioc indicium plebi Romanae propositum si^ 

Cap. LVL g. 156. A. Cluentias caussam didt eqnes Bomanus ea 
lege3 A. CluenUuif egues Bontanusy causam dicit ea lege. 

. Cap. LVII. S« 157. vitae meae] meae vUae. et opera] atque 
opera. in hominmn pericolis] in omnium pericuUe. aeque iocertam 
et infinitam est] iteque infinUttm et incerhun est hoc vero cum iufi- 
nitam, tarn obsooram et occultom] hoc vero quam incertum et infinJlr^ 
tum, tum o(w>untm et occuUtan eei. 



300 M. Tulli Ciccronis^ c. lvil Lvin. s- iw-ieo. 

neminem umquam esae confirmo. S« ^^^^ Sed hoo polliceor 
omoibus, si'cai forte bac leg^ negotium fAcessetur^ qni lege 
nou teneator, si is nti me defensore voluerit, me eius eaussam 
legis praesidio defensaram, et vel bis iudicibas vel bomm si<- 
milibas faciUume ?robatarum et omni me defensione usnmai 
esse legis, qua nanc ut utar, ab eo, cuins volontati mibi obtem- 
perandum est, uon conceditnr. Cap. LVIII. Non enim debeo 
dubitare, iudices, quin si qua ad vos caussa eins modi delata 
Sit eius, qui lege non teueatur, etiam si is inyidiosus aut multis 
oiTensus esse videatur^ etiam si eam oderltisy etiam si inviü 
absoluturi siüs, (amen absolvatis et religioni potius vestrae, quam 
odio, pareatis. g. 159. Est enim sapientis iudicis, neminiase se 
hominem, cogitare, tantum sibi a populo Romano esse perml»* 
sum, quantum commissnm sit et cr.editüm, et non solom aibi 
potestatem datam, verum etiam fidem habitam esse meminisse, 
posse quem oderit absolvere, quem non oderit eondemnare, et 
semper non quid ipse velit, sed quid lex et reUgio cogat cogi« 
tare; animadvertere, qua lege reus citetur, de quo reo cogno« 
scat, qnac res in quaestione versetur. Cum haec sunt videnda, 
tum vero illud est hominis magni, iudices, atque sapientis^ com 
iliam iudicandi caussa tabellam sumpserit^ non se repntare so« 
lum e^se neque sibi quodcumque concupierit licere^ sed habere 
in consilio legem, religionem, aeciuitatem, fldem: lubidinem av- 
tem, odium, invidiam, metum cupiditatesque omuis amovere; 
maxumeqne aestumare conscientiam mentis suae^ quam ^ ab dis 
immortalibus acce{ämu8, quae a nobis divelli non potest; quae 
Hl oijtumonim consiliorum atque factorum testls in omni vita 
nobis erit, sine ullo motu et summa cum honestate vivemus. 
g. 16l>. Haec si T. Attins aut cognovisset aut cogitasset, pro-^ 
fecfo ne conatus quidem esset dicere, id quod muitis verhia 
egit, iudicem, quod ei videatur, statuere et noä devinctum legi* 
bus esse oportere. Qnibns de rebus mibi pro Cluenti voluntate 
nimiua, pro rei dignitate parum, pro vestra prndentia satis 

Cap. LVI1. $. 158. vel horam] vel eorum. foeUIome] facUe. 

Cap. LVllI. S« 156. caiMsa eins modi] caussa kuiusmodi, $. 159. 
iodicis meminisse se hominem, cogitare] iudicis^) cogUare. nonae 
reputftre solnn esse] non se putare esse solum, fi. 159. maxmneqne 
at^nmarcl maximique aestisnm'e, pro rei digoitate] yro res pMkoae 
dignitate. 



c. Lvm. Lix. g. 159-163 oratio pro A. Ciuentio Avito. 301 

dizisse' videor. Reliqua perpanca rant^ qoae^ quim vestme qose- 
flüoois erant, idoirco illl stattteraot fingenda esse sM et profe- 
renda, ne omnlani titrpissami reperirentor, si Id iodiciam nihil 
praeter invidiam adtolissent. Cap. LDL Atqne ut existumetis 
necessarlo me de bis rebus, de qnibiis iam dixerini) pleribas 
egisse verbis, adtendite reliqua. Profecto iniellegetis ea, qme 
imucis demonstrari potoerint, brevissume esse defensa. 

g. 161. €n. Decidio Samnitii ei, qoi proscriptos est, inla- 
riam In calamitate eins ab bnias ftimilia fkctam esse diristL 
Ab nullo iJle liberalius quam a daentio traetatos est Hnkis 
iUuni opes in rebos eins incommodlssomis sublevarant. Atqne 
boc oam ipse, tum eins amici necessariiqite omnes oognoraot 
Anebari et Paceni pastoribus hnios vilicnm vim et manus ad- 
tQFisse. Cum quaedam in collibus, ut solet, controversia pasto- 
rum esset orta: Aviti vilici rem domini et privatam passessio- 
nem defenderunt. cum esset expostulatio fHcta: cauäsa iUis de- 
roonstrata, sine iudicio controversia(}ue discessum est. §. 102. 
P. Aeli testamento propincus exheredatus cum esset, heres hio 
alienior institutus est. — P. Aelins Aviti merito fecit, neque hio 
in testamento faciendo interfuit^ idque testamentum ab huius 
inimico Oppianico est obsignatum. — Floro legaturo ex testa- 
mento infitiatum esse, *— Non est. ita. sed cum HS xxx scripta 
essent pro HS T3oo, neque d cantum satis videretur, voluit eum 
aliquid aeceptum referre libenüitati suae. primo debere negavit, 
post sine controversia solvit — Gel cuia<:dam SamnitU uxorem 
post bellum ab hoc esse repetitam. — Mulierem eum emisset 
a sectoribus: quo tempore eam primum liberam esse audivit, 
aine iudicio reddidit Ceio. $. 163. Ennium esse quemdam, eu- 
ius bona teneat Avitus. — Bst blc Ennins egens quidam ca- 
lumniator, mercenarius Oppianici, qui permnltos annos quievit, 
deinde aliquando cum servis^ Aviti fürti egit, uuper ab i|)so 



Cap. LTin. $. 160. fiogenda essc^sibi] sibi fingenda esse, 
Cap. LDL g. 160. potaerint] potuertsnt $. 161. Gn. Pecidio] 
Ctu Deckt, dixisü] dixiiUs. in rebus eins inoommodissomi«] in re- 
bus eku incommodis. eins amici necessarliqae omnos] omnts eins 
amici necessarOgue, Anebari] AncariL vüicain] vilUcos. %, 162. 
Floro] Florio. caatam satis] satis cauiunu debere] deheri, Cei] 
CoelU» a sectoribus] de sectoribus. Ceio] CotUo. g. 16d. com ser- 
vis] cum Mcrvo. 



303 M. TuUi Ciceronis c. ux. vx. $. i6»-i€6. 

Avito petera ooepit *Hic illo privato iodicio — mihi credite — 
Yobis Uäem fortasse patronis^ calnmiiiaiii non effagiet Atque 
etiam, nt nobts reoaociatar^ hominem nraltoram hospitom, AniM-* 
Yimn quemdam, coponem de via Latina^ sobomatis; qui öbi a 
ClaeDüo «enrisqae eiag in tab^oa soa mamn adlatas esse dicat 
Quo de homine nibil etiam mino dioere nobis est necesse. Si 
invitaverit, id qaod solet, sie honÜDem accipiennis, nt moleste 
ferat se de via deeessisse. §. 164. HabeÜs, iadices^ qoae in 
totam vitam de moribns A. Cluenti, quem iUi invidiosom esse 
ream volant, annos octo meditati accasatores colle^erant quam 
levia geoere ipso l quam falsa re ! quam brevia responsa I Cap. LX. 
Cognoscite nanc id^ quod ad yestmm ins iarandnm pertiaet^ qnod 
vestri iadici est^ qaod vobis oneris imposnit ea lex, qaa coacti 
hao convenistis, de eriminibns veneni: ot omnes intellegant, qQam 
pancis verbis liaec caassa perorari potaerit et qoam mnlta a me 
dicta fiint, qaae ad Iraius volnntatem maxome^ ad Yestrom in- 
diciam minmnt pertinerent 

§. 165. Obiectam est Vibium Cappadoeem ab hoc A. 
C^entio veneno esse soblatmii. Opportune adest homo samma 
Me et omni yirtbte praeditas, L. Praetorias, Senator , qai ülios 
VIbi hospes ftiit et familiaris. apnd hunc ille Romae habitavit, 
apad hanc aegrotavit, hiiicis domi est mortaus. At beres est 
Claentius. Intestatum dico esse mortnum possessionemque eins 
bonoram, ex edicto praetoris hulc illhis sororis ülio, ado- 
lescenti pndenüssnmo et in primis honesto, eqniü Romano datam^ 
Nnmerio Clnendo, quem videtis. 

%, 166. Altemm venefici crimen, Oppianico hoic adole* 
scenü, com eins in napüis more Larinatiam mnldtodo homimim 
pranderet, venenum AviÜ consino paratnm: id cam daretor in 
molso, Balbntiam quemdam, eins familiärem, intercepisse, biblsse 
statimqne esse mortnnm. Hoc ego si sie agerera^ tamqoaa 
mihi crimen esset dilaendam, haec plaribns verbis dicerera, 
per qnae nunc paucis percorrit oratio mea. Qoid mnqaam Avi- 

Cap. L1X. $. 163. vobis isdem] nobis üsdem. bospitem Ambi- 
vium] hospUem, A. Binnktm. $. 164. esse rema volnnt] reum ro- 
Uint esse. 

Cap.LX.S,165. Vibium Cappadoceml Vibium Capacem. VibI] Capa- 
eis, At beres est Olaentins] [At heres est Ctuentius.J ex edicto prae- 
toris} praetoris edicto. g. 166. dioerem, per qoae] dicerem, qwu* 



c. Lx. Lxi. %. 167-^9. oratio pro A. Cfaientio Avito. 303 

las iu se admisit, ot hoc tantom ab eo faciniis i^o abliorrere 
videatar? quid autem ma^o opere Oppianicnm metaebat^ cmn 
iUe verbam omnino in hac ipsa caossa nnllom facere potnerii: 
hiiic autem aocnsatores viva matre deesse non possent? id qaod 
iam inteUegetis. An ut de caiMsa eins pericali nihil decederet, 
ad canssam noynm* crimen accederetf qnod autem tempos ve- 
neni dandi illo die 9 in illa flreqaentia? per qaem porro datnmf 
onde sumptam? quae deinde interceptio poculi? cor non de in> 
tegro antem datoai? Malta sunt, qoae dici ppssont: sed non 
committam^ ut videar non dicendo voluisse dicere^ res enim iam 
se ipsa defendit. §.168. Nego illum adolescentem , quem sta- 
tim epoto pooulo mortuum esse dixistis, omnino illo die esae 
mortuum. magnum crimen et impudens mendadum! Perspicite 
cetera. Dico illum, cum ad illud prandlum crudior venisset et, 
ut aetas illa fert, sibi tum non pepercisset, aliquot dies aegro^ 
tasse et itä esse mortuum. Quis huio rei testis est? idexn, qui 
fiui luctns, pater; pater, inquam, illius adolescentis: quem propter 
animi dolorem pertenuis suspicio potuisset ex illo loco testem 
in A. Cluentium constituere: is huno suo testimonio sublevat, 
quod recita. Tu autem nisi molestum est, paullisper exsurge: 
perfer bunc dolorem commemorationis necessariae, in qua ego 
diutius non morabor, quoniam, quod fuit viri optumi, fecisti, ut 
ue cui innocenti maeror tuos calamitatem et fttlsum crimen ad- 
ferret. [Testimonium Balbuti patbis.] 

€ap. LXI. g. 169. Unum etlam mihi relicum eins modi 
crimen est^ iudices, ex quo illud perspicere possitis, quod a me 
initio orationis meae dictum est: quidquid mall per hosce annos 
A. Cluentius viderit, quidquid hoc tempore habuerit sollicitudi- 
nis ac negoti, id omne a matre esse conflatum. Oppianicum 
veneno necatum esse, quod ei datum sit in pane per M. Asel- 
lium qnemdam, familiärem illius, idque Aviti consilio factum 
esse dicitis. In quo primum illud quaero, quae caussa Avito 
faerit, cur interiScere Oppianicum vellet. Inimicitias enim inter 
ipsos füisse confiteor, sed homines inimicos suos morte adfici 

Cap. LX. 8. Iff7. nullam fecerel facere mtUum* vlva matre] 
matre viva. id, quodl quod, ipsa defendit] ipsa defendet. $. 16a 
magnam crimen etj magnttm et. exsurge: perfer] exsurge ^ et perfer, 
ut ne] uH ne, 

Cap. LXl.g« 160. per hosce annos} per hos annas. haboerit] habeat. 



304 M. Tulli Ciceronis c. i.xi. uuf. $. 179-173. 

volant aa( quod eos metaant ant qnod odenuit g. 170, Quo 
tandem igitor AvUus meto addactus taatoiif in se facialis sosci-» 
pere conatus est? quid erat^^quod iam Oppianicam poeoa ad- 
fectum pro maleOcUs et eiectum e civitate quisqnam timeret? 
quid metaebat: ne oppu^oaretar a perdito? an ne accuaaretor 
a eofldemnato? an ne ex^ulis tesümonio laederetur? Si aatem, 
quod oderat Avitas inimicani; ideirco illum vlta trm oploit: adeooe 
erat stültus^ tit iUam, quam tum ille vivebat, vitam esse arbitra- 
retur, damnati, exeolis, deserti ab omoibos? quem propter animi 
importonitatem nemo recipere tecto^ nemo aadire^ nemo adloqoi, 
nemo aspicere veUet? Huios igitor yitae Avitus invidebatY 
g. 171. Hanc si acerbe et penitus oderat, non eum quam dia- 
tissome vivere veUe debebat? hcdc mortem maturabat inimicus, 
qaod Uli unum in malis' erat perfdgiam calamitatis? qoi si quid 
animi ao virtutis haboissety nt molti saepe fortes Tiri in eins 
modi dolore, mortem sibi ipse conscisset: hoic quam ob rem id 
vellet iniralcQS offerre, qaod, Ipse sibi optare' deberet? Nam nunc 
qoidem quid tandem illi mall mors adtulit? nisi forte ineptüs au 
fabalis dnoimur, nt existamemus illum apud inferos impiorum 
suppllcia perferre ac pluris illio oifendisse inimicos, quam hie 
reliquisse; a soerus, ab uxoram, a fratds, a liberum poenis 
actum esse praecipitem in sceleratorum sedem atque regionem. 
Quae si falsa sunt, id quod omnes intellegunt, quid ei tandem 
mors eripuit praeter sensum doloris? S* l^'^* -^^ ^^^^ veoe- 
num per quem datum? per M. Asellium. Cap. LXDL Quid 
huio cum Avito? nihil: atque adeo, quod ille Oppianico fami- 
liarissume est usus, potius etiam simultas. eine igitur quem sibi 
offensiorem, Oppianico familiarissumum sciebat esse, potissumum 
et scelus suum et illius periculnm committebat? Cur deinde tu, 
qui pietate ad accusandum excitatus es,, huno Asellium esse in- 
nltum tarn diu sinis? cur non Aviti exemplo usus es, ut per 
illum, qui adtulisset venenum, de hoc praeiudicaretur? ^±73, 
Iam vero illud quam non probabile^ quam inusitatnm, iudices, 

Cap. LXI. S. 16^. aut qaod eos metuant aut quod oderunt] vH 
quod metuunty vel qttod oderunt S- 170* et eiectum] eiectum. a 
damnato] a condemnato, Si autemj Sin autem. A^tus inimicum, 
ideirco] AtAtuSy ideirco, andire] adkre, aspicere] respicere. S« 17L 
erat perfugium] perfugium trat, tandem mori] 4andem gliud mors, 

Cap< LXII. $. 17m2* scelus snom] suum scelus* 



c. Lxn. hxuL %. 174-176. oraüo pro A. Cluentio Avito. S05 

quam novnin, ki pane datmn yenennml Faciliosne potoity quam 
io pocalo? lados potolt, abditam aliqua in parte panis^ quam sl 
totom colliqueftiotiim- in poüone esset? celerias potnit comestum 
qaam epotam In venas atqae in omois partis corporis perma- 
Bare? facilios fallere in paoe, si esset aBimadversom , qoam in 
pocolo/com ita conftasum esset ^ vi secerni nullo modo possetf 
— At repentioa morte periit — S« ^^^^ Q^od si esset ita 
factum, tarnen ea res propter moltonim eiqs modi casum 
minume flrmam veneni sospicionem haberet; si esset snspi- 
dosum, tamen potius ad alios quam adAvitum pertineret. Ve- 
rum in eo ipso bomines inpndentissume mentiontur. Id ut in- 
tellegatisy et mortem eins et quem ad modum post mortem in 
Avitum Sit crimen a matre quaesitum oognoscite. 

%. ±76. Cum vagus et exsnl erraret atqae undique ex- 
dusus Oppianicus in Faleiiium se ad C. Quinctiiium contulisset^ 
ibi primum in morbum incidit ac satis rehementer diuque aegro- 
tavit. Cum esset una Sassia eaque Sex. Attio quodam colooo, 
homine valenti, qui simnl esse solebat^ familiarius uteretur^ quam 
vir dissolatissumus incolumi fortona pati posset, et ins illud ma- 
trimoni castum atque legitumum damnatione viri snblatum arbi- 
traretur: Nicostratus quidam, fidelis Oppianici servolus, percu- 
riosus et ^minume raendax, multa dicitur domino renunciare so- 
litus esse, Interea Oppianicus cum iam oonyalesceret neque 
improbitatem coloni in Falerno diutius ferro posset et huc ad 
url>em profectus esset — solebat enim extra portam aliquid 
habere condueti —y cecidisse ex equo dicitur et homo infirma 
valetudine latus offendisse vehementer, et, postea quam ad urbera 
cum febri venerit, paucis diebus esse mortuus. Mortis ratio, iudi- 
ces, dus modi est, ut aut nihil habeat suspidoni«, aut, d quid habet, 
id intra parietes in domestico scelere versetur. Cap. LXni. S« 176. 
Post mortem dus Sassia statim moliri nefiuria mulier coepit ind- 
dias filio: quaestionem habere de yiri morte constituit. Emitde A^ 
Rupiüo, quo erat usus Oppiadcus medico, Stratonem quemdaro^ 
quasi ut idem^faceret quod Avitosin emendo Diogene fecerat De 

Cap. LXir. latias] kttenüus. g. 174. easiim, minume firmam] 
mortem , satis firmam, •iispicionetn haberet] susjncionem non habe- 
ret, petias ad alios] ad alios potius, $. 17d. eaque Sex. Atüo] et 
Statio Albio, vdenti] f^aiente. domino remmciare] renunciare domimo, 
improbitatem coloni in Fdemo] in Falerno improbUatem colonL 

20 



806 M. Tulli Gceronis c. lxui. lxiv. $. i7e-i79. 

hoc StratOBe et de Ascla quodam, senro sao, qaaemtonun esse 
dixit Praeterea servnm illam Nicostratom^ qaem nimium lo- 
quacem Mase ac nimium domino fidelem arbitrabatiir, ab hoc 
adolescente Oppianico in qnaestioaem postulavit. Hie com es- 
set illo tempore puer et illa quaestio de patris soi morte con- 
stitui diceretur: etsi Ulom servom et sibi benevolum esse et 
patri fbisse arbitrabator, nihil tarnen est aosas recusare. Ad- 
vocantar amici et hospites Oppianici et ipsias mnlieris mniti, 
homines honesti atque omnibos rebas ornatL Tojrmentis offloi- 
bos vehementissame qaaeritar. Cam essent animi servorum et 
spe et mein temptati, ut aliqoid in quaestione dicerent: tarnen^ 
nt arbitror^ auctoritate advocatorum et vi tormentorom addueti 
in veritate mans^runt neqoe se quidqnam scire dixeront %, 177. 
Quaestio illo die de amicorom sententia dimissa est Satis lon^o 
intervallo post iterum advocantur. Habetur de inte^ro quaestio: 
nuUa vis tormentorum acermmorum praetermittitnr: adversari 
advocati et iam vix ferre posse, furere cruddis atque importuna 
mulier, sibi nequaquam, ot sperasset^ ea^ quae cogitasset, pro- 
cedere. Cum iam tortor atque essent tormenta ipsa defessa 
neque tamen illa finem f&cere vellet : quidam ex ad vocatis, homo 
et honoribus populi ornatus et summa virtute praeditus, intelle- 
gere se dixit non id agi, ut verum inveniretur, sed ut aliquid 
Msi dicere oogerentur. Hoc postquam ceten comprobarunt: ex 
omninm sententia constitutum est, satis videri esse quaesitam. 
%. 176. Redditur Oppianico Nicostratus, Larinum ipsa proA- 
ciscitur cum suis maerens, quod iam certe incolumem filium 
fore putabat, ad quem non modo verum crimen, sed ne ficta 
quidem suspicio perveniret; et cui non modo aperta inimicorum 
oppugnatio, sed ne occultae quidem matris insidiae nocere po- 
tuissent Larinum postquam venit: quae a Stratone illo vene- 
num antea viro suo datum, sibi persuasum esse simulasset, ia- 
structam ei continno et ornatam Larini medicinae exercendae 
caussa tabernam dedit. Cap. LXIV. Unum, alterum, tertiom 
annum Sassia quiescebat, ut volle atque optare aliquid calami- 
tatis filio potius, quam id stroere et moliri videretur. §. 179. 
Tum Interim, Hortensie, Q. MetcUo oonsulibus, ut hone Oppla- 

Cap. LXIII. S. 170. Ascial €UsecU$, vehemeDtismimel vthemen- 
tUsimis, $. 177. adversari advocati] arersari advocmü, 

Cap. LXIV. $. 179. Hortensio, Q. MeteHo] HortensiOy MetelU, 



c. Lxiv. Lxv. $. 179-189, oratio pro A. Claentio Avito. S07 

nicnm aliquid agentem ac nihil eins modi eogitantem ad hano 
aecasationem detraheret, invito despondit d filiam soam iltani; 
quam ex genero susceperat, Qt eam naptiis adügatom simcd et 
testamenü spe devinctcun posset habere in potestate. Hoc ipso 
fere tempore Strato ille mediens domi furtum fecit et caedem 
eins modi. Cnm esset in aedibas armarinm, in qno sciret esse 
numonim aliqnantum et anri^ noctu daos conservos dormientis 
occidit in piscinamque deiecit, ipse armari ftindam exsecnit et 
HS ^"^^ et auri quinque pondo abstnlit, ano ex servis poero non 
grandi conscio. g. 180. Farto postridie cognito omnis snspicio 
in eos servos, qui non comparebant, commovebatnr« Com ex* 
Sectio illa fandi in armario animadverteretor, qnaerebant liomi- 
nes, qnonam modo fieri potoisset. Qoidam ex amicis Sassiae 
recordatas est se nnper in auctione quadam vidisse in rebus 
minutis aduncam ex omni parte dentatam et tortoosam venire 
serrulam, qua illud potuisse ita circumsecari videretur. Ne 
multa: perquiritur a coactoribus: invenitur ea serrula ad Stra- 
tonem pervenisse. Hoc initio suspicionis orto et aperte insimu- 
lato Stratone pner ille conscius pertimuit: rem omnem dominae 
indicavit, homines in piscina inventi sunt, Strato in vincuia con- 
iectus est atque etiam in taberna eins numi, neqnaquam omnes, 
reperiuntur. g. 181. Constituitur qnaestio de ftirto. Nam quid 
quisquam suspicari aliud polest? An hoc dicitis? armario expi- 
lato, pecunia ablata, non omni recuperata, occisis hominibus, 
institutam esse quaestionem de morte Oppianici? cui probatis? 
quid est, quod minus veri simile proferre potuistis? Deinde, ut 
omittam cetera, triennio post mortem Oppianici de eins morte 
quaerebatur. Atque etiam incensa odio pristino Nicostratum 
eumdem iUum tum sine caussa in quaestionem postulavit. Op> 
pianicus primo recusavii postea quam iUa abductnram se fliiam, 
mntaturam esse testamentum minaretur, mulieri crudelissnmae 
servom fidelissumum, non in quaestionem tulit, sed plane ad 
supplicium dedit. €ap. LXV. S« 1^^* ^^^^ triennium igitur 
agitata denique qnaestio de viri morte habebatur, et de quibus 
servis habebatur? Nova, credo, res obiecta, novi quldam homi- 
nes in suspicionem vocati sunt. De Stratone et de Nicostrato. 
Quid? Romae quaesitum de istis hominibus non erat? Itanetan- 



Cap. liXrV. %, 179. aUqoid agentem] (dhtd agentum. 



308 M. Tulli Ciceronis c lxv s. iss-isc 

deiD; malier iam non morbo^ sed soelere fiariosat com quaeatio- 
nem haboisses Romae, com de T. Anni, L. RnÜli, P. Saturi, 
ceterorum hoqestissumoram virorom sententia conatitatum essÄ, 
aatis quaesitnm videri: eadem de re triennio post, isdem de ho- 
mioibns, nnllo adhibito, non dicam viro — ne colonum fbrte 
adfüisse dicatis — , sed bono viro^ in flu capnt qaaestionem. ha- 
bere conata es. 8* 183. An boc dicitis? mihi enim yenit in 
mentem, qnid dici posait, tametsi ab hoc non esse dictom me- 
mentote: cum haberetor de ftirto qnaestio, Stratonem aliquid de 
veneno esse confessnm. Hoc uno modo^ iudices, saepe mnllo- 
rom improbi(ate dopreasa veritas emergit et innocentiae defensio 
interclasa respirat, quod aat hi, qoi ad iVaudem callidi sunt, non 
tantnm andent, qnaotum excog^itant, ant ii^ quornm eminet aada- 
cia atque proiecta est, a consiliia malitiae desenintnr. quod sl 
ant confldens astutia mt callida esset audacia^ vix uUo obsiaü 
modo posset. Utmm fbrtom factum non est? at nihil clarius 
Larini fUit. An ad Stratonem suspicio non pertinuit? at is et 
ex serrula insimulatus et a pnero conacio est indicatos. An id 
actum non est in quaerendo? Qnae fnit igitnr alia caussa qnae- 
rendi? an^ id quod dicendum vobis est, et quod tum Sassia 
dictitavit, cum de fürto quaereretur, tum Stratonem isdem in 
tormentis dixisse de veneno. $. 184. En hoo iUud est, quod 
ante dixi: mulier abundat audAcia, consilio et ratione deficitur. 
Nam tabellae quaestionis plures proferontur, quae redtatae vo- 
bisque editae sunt, illae ipsae, quas tum obsignatas esse dixit: 
in quibus tabellis de fürto littera oulla invenitur. Non venit in 
meutern primam orationem Stratonis conscriberc' de ftarto, post 
aliquid adiungere dictum de veneno, quod non percontatione 
quaesitum , sed per dolorem expressum videretor. Qoaestio de 
forte est, veneni iam suspicio superiore quaestione snblata^ 
quod ipsa haec eadem mulier iudicarat, quae ut Romae de ami«- 
corum sententia statuerat satis esse qoaesitom, postea per trien- 

Cap. LXV. S. 18^- liabuisses] habuistet Saturi, cetoromm] Sa^ 
iurüf et ceterorum. conata es] conata est $. 183. tametsi ab boc 
non esse dictum mementote: cum baberetnr] tametsi adkuc non etset 
dictum O quum haberetur. quod aat hij quod aut iL ant ü] out UU. 
fult igitnr alia] fnU aiia igUur. dictitavit] dictitabat Stratonea — 
dixitse] Strato — dlrit $. 184. per dolorem] dotors, aospicio] sm- 
spicione. quod Ipsa] quod ipsum» iudiearat] indicarat. 



c. LTV. Lxvi. s. 185^166. oratio pfo A. Cluentio Avito. 309 

niom mftxame ex omniXras servis Stratonem illum dilexerat, in 
honore halraerat, commodLi omnibos adfecerat ^ g. 185. Com 
igitar de forte quaereretur et ee forte , qoed ille sine contro- 
yersia fecerat: tom ille de ee^ qood qoaerebator^ verbom nol- 
lom feoit? de yeneno «tatim dixit? de farto si neo eo loco, 
qoo deboit, ne in extrema qoidem aot media aot in aliqua de- 
niqoe parte qoaestionis^ verbom fecit ollom? Cap. LXVI. lam 
yidetis illam nefariam molierem^ iodices, eadem mann, qoa, si 
detor potestas^ interfioere flliom copiat, banc flctam qoaestionem 
censcripeisse. Atqoe istam ipsam qoaestionem^ dielte, qois ob-* 
sigoarit? Unom aliqoem nominate: neminem reperietLs^ nisi forte 
eins modi hominem, qoem ego profenri malim, qoam neminem 
nominari. 9- 1^^* Q^^ ^> "^^ Atti? to pericolom capitis , to 
indidom sceleris, to fortonas alterios litteris conscriptas in iodi- 
ciom adferas: neqoe eamm aoctorem litteranim neqoe obsigna- 
torem neqoe testem ollom nominabisf et qoam to pestem iono- 
centissomo fllio ex matris sino deprompseris, hanc bi tales viri 
comprobabont? Este: in tabellis nihil est aoctoritatis: qoid? ipsa 
qoaestio iodicibos, qoid? amieJs hospitibosqoe Oppianicü, qoos 
adhiboerat antea, qoid? hole tandem ipsi tempori cor non re- 
servata est? qoid istis hominibos factom est, Stratqne et Nico- 
strato? g. 187. Qoaero abs te, Oppianice, servo too Nico- 
strato qoid factom esse dioas: qoem to, com bonc brevi tem- 
pore acoosatoros esses, Romam dedooere, dare potestatem Indi- 
candi, incolomem deniqoe servare qoaestioni, servare his iodici- 
bos, servare hoic tempori deboisti. Nam Stratonem qoidem, io- 
dices, in crocem esse octom exsecta scitote lingoa: qood nemo 
Larinatiom est qoi nesciat. Timoit molier amens non suam 
conscientiam, non odiom mouicipom, non famam omniom, sed 
qoasi non omnes dos sceleris testes essent fbtori, de metoit, 
ne condemnaretor extrema servoli vooe morientis. 

$. 188. Qood hoc portentom, di immortales! qood taotam 
monstromin ollis locis! qood tam infestom scdns et immane aot 
nnde natom esse dicamos! lam enim videtis profecto, iodices, 
DOn sine necessanis me ac maxomis caossis, principio orationis 
meae de matre dixisse. Nihil est enim mali, nilül sceleris, qood 

Cap. liXVI. S. 18d. obsignarit] ohHgnatM, %. 166. adferas] af- 
fertB. aoctorem] audorUatem, $. 187. esse actum] actum esse. La- 
rinattom est] est LarhuOium, 



310 M. Talli Ciceroms c lxvl lxvh. s. i8«-i9o, 

iUa non ab idüo fllio volaerit, optaverit, coghaverit, effecerU. 
Mitto illam. pirjaam lubidinis iniariam : mitto nefkriaa generi 
naptias: mitto cupiditate matris expolsam ex matrimonio Aliam: 
qaae nondam ad huiasce vitae pericalam^ sed ad commiuie fii- 
iniliae dedecas peiünebant Nihil de alteris Oppianioi nnptiia 
queror: qaarainiila eam obsides filios ab eo mortaos accepisset, 
tum deniqae in fiimiliae lactom atqne in privignorom fünns nn- 
psit Praetereo^ quod A. Amiom, cnins illa qaondam socrus, 
panllo ante uxor fbisset; cum Oppianici esse opera prosoriptom 
oooisamque cognosset, eam sibi domam sedemqne delegit, in 
qua qnotidie auperioris viri mortis indicia et spolia fortnnamm 
videret §• 189. Dlud primnm queror: de illo scelere, quod 
nuno denique patefactum est, Fabriciani veneni; quod iam tum 
recens suspiciosum ceteris, huie iacredibile, nunc yero apertom 
iam Omnibus ac manifestum videtur: non est profecto de illo 
veneno celata mater: nihil est ab Oppianico sine consilio mo- 
lleris cogitatum: quod ni esset, certe postea, deprehensa re« 
non illa ut a viro improbo discessisset, sed ut a cmdelissumo 
hoste fügisset domumque illam in perpetnum scelerum omnium 
adfluentem reliqoisset. g. 190. Non modo id non fecit, sed ab 
illo tempore nuUum locum praetermisit, in quo non strueret fllio 
insidias aliquas ac dies omnis atque noctis tota mente mater de 
pemicie Ali cogitaret. quae primom ut illum oonflrmaret Oppia- 
nioum accusatorem fllio suo, donis muneribus, coUooatione filiae, 
spe hereditatis obstrinzit. Cap. LXVII. Ita quod apad ceteros 
novis inter propinquos snsceptis inimicitüs saepe fieri divortia 
atque afflnitatum discidia vidimus: haeo mulier satis flrmum ac- 
cusatorem fllio suo fore neminem putavit, nisi qui in matrimo- 
nium sororem eius antea dnxisset ceteri novis affinitatibus ad- 
ductiy yeteres inimicitias saepe deponnnt: illa sibi ad conflirman- 
das inimicitias, affinitatis coniunctionem pignori fore putavit 



Cap. LXTI. g. 188. quod A. Aariam, cuius] ^iiod Aurium Me- 
Unum, cuhu, cognosset] cognosceret. sedemqne delegit] sedemque 
conhipU delegit, $. 189. quod ni esset] quod nUi esset a Wro im- 
probo] ab improbo viro. scelerum omniiua adflaentem] seelere owmi 
afffuentem* $• 190. non straeret fllio insidias] mm instrueret ifui- 
dias, stqne noctis] ae noctes, ut illam] vt ishwu 

Cap. L^CVn. S- 190. iMi qood] liaqHe, vidimos] videmut. antoa] 
ante. 



c.uLvn. LxviiL $.t9i-i94. oraüo pro Ä. Guentio Avito. Sit 

§. 191. Neque in 6o sohm düigeBs fUit, ot aeeiUNitor«» filio 
Mio eompAnuret, sed etuun cogltevit^'^piibiis eum rebus «cmarot 
hioc enim ilkie sollidtatioiies Bervoram et miiiiii et promisakt 
June iUae infloitae cmdeliflsiiiiuteqiie de morte Oppkoiei qaae^ 
stiones: quibus fioem aliqoaodo non molieris modasy fied amico- 
ram anctoritas fecit. Ab eod^m scelere illae trieanio post ba«» 
bHae Larini q«aestioaefl: eioadem aaieutiae falsae coaseriptiODei 
goaeatioana; ex ^eodem forore edam illa conscelerata exaectie 
Ikigoae: totins denique eiua ab iUa est et inventa et adornata 
oomparatio criBünis. % 199. Atque bis rebus omn inatmetmii 
accasatwem flUo sno Bomam mlsisset: ipda paullisper coaqiii-« 
readonun et eondaceodomni tesüum caussa Lanni est oommo- 
rata: postea aatem quam appropinqnare hiuus ladioiam ei ouq- 
oiatmn est, confestini bac advolavit, ne aut accnsatoribus diligen- 
tia aut pecania testibos deesset; aot ne forte mater boo sibi 
optatisBomum spectaeiihim bidos sordium atqne luetns et tanti 
squaloris amitteret. Cap. LXVIIL lam vero quod iter Romam 
eins molieris füisse existumatis? qood ego propter vicinitatem 
Aqoinatiom et Fabraternorum ex multis audivi et eomperi: quos 
concursus in bis oppidis? quantos et viroiiim et mulierum ge- 
mitos esse factos? molierem qoandam Larino atque ülam osqoe 
a mari supero Romam profieisci cum magno conütatu et pecu- 
nia, qoo Aieüius circomyenire iudicio capitis atque opprimere 
tilkuu posset. g. 193. Nemo erat illorym, pene dicam, quin 
expiandum iilum locum esse arbitraretur, quacumque illa iter fe- 
cisset; nemo, quin terram ipsam violari, quae mater estomnium, 
restigüs consceleratae matris pntaret Itaque nullo in oppido 
consistendi potestas ei fuit: nemo ex tot hospitibus inventus «st, 
qui non contagionem aspectus fugeret. nocti se potius ao soli- 
tudini, quam ulii aut urbi aut hospiti eommittebat §. 194. 
Nunc yero quid agat, quid moliatur, quid denique quotidie cogi-« 
tet; quem ignorare nostrum putat? quos appellarit, quibus peou- 
niam promiserit^ quorum fldem pretio labefactare conata sit^ te- 
oemus. Quin etiam nocturna sacrificia, quae putat occultiora 
esse, scetoatasiue eins preces et nefaria votacognovimus: qui- 
bus illa etiam deos immortalis de suo scelere testatur neque 

Cap. LXVn. S. 101. etat] htdus $. 192. misisset: ipsa] ip€a 
mUisset. postea aatem quam] postea autem, ifuum. 

Cap. LXVin. S« 192. et FabratemorunJ et Venafranorum. 



813 M. Tulli Ciceronis c. lxvUllxix. %. 195-197. 

iotelleg^t pietete et religiöse et iastis preeibus deonim menlis, 
oon cootaminaUi snperstitione neqae ad sceli» pericieodam cae- 
BIS hostiis posse placari. Cifiiui ego farorem atqae crodeHtatem 
deos immortalis a suis aris atqae tanpÜs aspernatos esse coofido. 
Cap. LXIX. S. 195. Vos, iadiees, qaos liaic A. ClaeaÜo 
alios deos ad omne yitae tempna fartuna esse volait^ hoiiu im- 
portanitatem matris a Ali eapite depellite. molti saepe in iadi- 
eando peecata liberam parentoin misericordiae coDeeesemot: 
vos, De huiiis honestissume actam vitam matris eradditati coo- 
donetisy rogamns, praeseriim cum ex altera parte totom mmii- 
eipium videre possitis. Omois scitote, iadlces, — ineredüMle 
dicta est^ sed a me rerissiime dicetoTi — omnb LarioaÖs, qui 
raloeninty venisse Romam, ut hanc studio frequeatiaquc sua, 
qoantum possent, in (anto dus periculo subleyarent poeria iUod 
hoc tempore ei moUeribus oppidom scitote esse traditum^ idqoe 
in praesentja, commoni Italiae pace^ in domesticis copüs esse 
totam. Qnos tamen ipsos aeqne et eos, qaos praesentis videtis, 
hdas exspectatio iodici dies noctisqae sollicitat. %. 196. Non 
Uli vos de nnios monicipis fortanis arbitrantar, sed de totios 
manicipi statu ; dignitate commodisque omnibus sententias esse 
latnros. Summa est enim, iudiees, hominis in communem ma- 
nicipi rem diligentia, in sin^^os municipes lienignitas^in omuis 
bomines iustitia et fides. Praeterea nobüitatem ülam inter snos 
locumque a maioribus jtraditum sie tuetur^ ut maiorum graTita^ 
tem, constantiam, gratiam^ liberalltatem adsequatur. Itaque im 
eum verbis publice laudant, utnon solum testimonium suum in- 
diciumque significent, verum etiam curam animi ac dolorem« 
Quae dum laudatio recitatur, vos quaeso^ qni eam detulistis, 
adsurgite. [Laudatio Clusnti xx dbcuriorum Labin atium dx«- 
CRBTo.] ^ 197, Bx lacrimis horum^ iudices, existumare potestis, 
omnis haeo decuriones decrevisse lacrimantis. Age vero, vicinomm 
quantum Studium, quam incredibilis benevolentia, quanta cura 
est? non illi in libellis laudationum decreta miserant, sed homi- 
nes honestissamos, quos nossemus omnes, huc frequentis adesse 
et hunc praesentis laadare voluerunt, Adsunt Frentani, homi- 
nes nobillssumi^ Marrudni item pari dignitate: Teano Appulo 

Oap. I4XIX. S. 195. A« Cluentio alios] A. CUtentiö qwnUtm äUoM. 
dlcetnr] dMhtr, eommanij ki conununL in domesUcisJ damettieit. 
totom] liiltMi, 



c.LX]x.Lxx.s-i98-too oratio pro A. doentio Avita. 813 

diffo» Lnceria equites Roimmofl, homines honestiMamos, laud»- 
tores videüfl: BoTiano totoqne ex Samiüo oom laadationes ho- 
nestissomae missae saaty tum homioes amplissnini nobilissomiqiie 
veB^mot. $. 198. lam qui in A^o Lariaati praedia, qni ne- 
goÜBf qui res pecamarias habent^ honesti bomioea et sammo 
gplendore praediti, diffieUe dicta est, qoam flint soUioiti, quam 
laborent. Nod mnlti mihi ab iiiio sie dIMgi videutar^ ut hio id) 
liia miiversis. Cap. LXX. Quam doleo abesee ab hahn iodicio 
L. Volusienom, aommo apleodore homiaem ac virtnte praedi- 
tnm, Tellern praesentem possem P. HeMdiam Bafamy eqntton 
BodBannm omniom ornatissmniim^ nominare! qai com boiiia eaossa 
dies Doctisque vigilaret et eom me hanc canssam doceret^ in 
norbom gravem pericoloannqne incidit: in quo tarnen non mi- 
B1I8 de capite fanios quam de sna Tita laborat. Cn. Tadici se- 
uatoris^ viri optomi et honesäsanmi, par Studium ex testiiionio 
et laodaüone cognosoetis. Eadem spe, sed maiore verecundia 
de te, P. Volnmoiy qnooiam index es in A. Clnentiamy dicimus. 
Et ne kogum sit, omninm Tidnomm summam esse in liunc be- 
nevolentiam coDfirmamns. S* 1^^* Homm ommom stndinm^ ca- 
ram, diUgentiam raeomqne una laborem, qni totam hanc cans- 
sam vetere institnto solos peroravi vestramqne simnl, indices^ 
aeqoitatem et mansnetndinem ona mater oppngnat. At quae 
mater? qnam caecam crudelitate et scel^e fern videtis, cnins 
cnpiditatem nulla nmqnam turpitudo retardavit, qnae vitiis animi 
in detemimas partis iura hominnm converüt omnia, cnins ea 
stnttitia est^ ut eam nemo bominem^ ea vis^ nt nemo feminam; 
ea erndditas, nt nemo matrem appellare possit Atqne etiam 
Domina necessitndinnm^ non solnm natnrae nomen et ima muta- 
Tit: nxor generi, norerca Ali, flliae pellex: eo iam deniqne ad- 
dncta est, nti sibi praeter formam nihil ad similitndinem homi- 
nis resenrarit g. SOO, Qna re, indices, si scdns odistis, pro- 
bil>ete aditum matris a Ali sangnine, dato parenü hnno incre£- 
bilem dolorem ex salnte, ex victoria libemm: patimini matrem, 
ne orbata fllio laetetor, victam potins vestra aeqiütate disoedere. 

Cap. LXJX. S- 1^* homlnes honestiMnmosj hanettUsimott kami' 
nti. g. 198, res peconiarias] res pecuarias, 

Cap. LXX. g. 196. Quam doleo abesse] Quam non abesse, prae- 
ditnml vellem praesentem possem] praedUum^ veUeml Quam vettern 
praesentem posse. ex testbnonio] in tesUmonio. %, 199. nti sibi] ul ^bL 



S14 M.T.CÜc.onpr.A.Cluent.Avito. c.Lxx.iJuu.s.to(^M2. 

1^0 aotem^ id qaod restra natani postulat, pudorem^ veritatem 
virtatemqae diügitis, levate hono aliqaanda stipplicem vestmo, 
iudices, tot aonos in falsa invidia pericolisqoe versatam, qui duhc 
prlmum post illam flammam aUomm fticto et cnpiditate exoHa^ 
tarn spe vestrae aeqnitatia erigere ammum et paullam respirare 
a metn coei^t: cni poota sunt ia vobis ornnia: qaem servatam 
esse plummi copiunty servare soll vos potestis. %. iOl. Ont 
V08 Avitw, iodicesy et fleos obsecrat^ ne se iovidiae^ qnae in 
indidis valere noa debtt, ne matri, düas vofa et preces a ye* 
«tria mentUnis repndiare debetis, ne OppiaDico homini nefttfio, 
eondemnato iam et mortaO; condonetis. Cap. LXXI. Qnod ai 
qna calamitaa bunc in hoc iadlcio i^ixerit innocentem: nae 
iste misef; iodicea^ d, Id qnod difficile ftictn est; in vita rema- 
nebit, saepe et mnltnm qneretor depreliensam esse illnd qaon- 
dam Fabriciannm venenom, qnod ri tnm indioatnm non esset, 
non hnio aemmnosissnmo Teoenum illnd ftnsset^ sed rnnkonuB 
medicamentnm labomm: postremo etiam fortasse mater exse- 
qnias illins ftanoris prosecnta mortem se fili Ingere simniasset 
Nnnc vero qnid erit profectnm, nisi nt bnius ex medüs mortis 
insidüs vita ad inotum oonservata mors sepnlcro patris privata 
esse videatnr? §• 90S. Satis din fbit in miseriis, iudices: satis 
mnltos annos ex invidia laboravit Nemo hnic tam inicns prae- 
ter parentem toitf onins non animnm iam expletnm esse pute- 
mns. Vos, qni aeqni estis omnibns, qni, ut qnisqne omdelis- 
snme oppngnatnr, enm ienissnme snblevatis, conservate A. Clnen- 
tinm: restitnite incolnmem mnnicipio: amicis, vicinis, hospitibos» 
qnomm stndia videtis, reddlte: vobis in perpetnnm libmsqoe 
vestris obstringite. vestmm est hoe, indioes, vestrae dignitatlsy 
vestrae dementiae: recte hoc repetitnr a vobis, nt vimm optamun 
atqne innocentissnmum plummisque mortalibns camm atqne in- 
cnndissnmnm his aliqnando calamitatibns liberetis : ut omnes in- 
teüegant in conclonibus esse invidiae loenm, in indioiis veritatL 

Ci^. liXX. g. 90a verttatem] bonUatem. 

Cap. LXXI. $, 901. fortasse] fortassis, cooservata] reservata. 
düas non animam] ctäuM anknum iwn. 



M. Tulli Ciceronis 

oratio 
PRO CN. PLANCIO. 



Inhalt. 

Im Jähte Roms 699, wo Ctu Pompeiu$ und M, Li^ 
einius CrassuB zum zweiten Male dag C&neulat penpal~ 
teten, halten sieh vier Männer, Cn. Planeiue, A. Plotius, 
Q. Pedius und M. luventiue Lalerenei» (vergl Cap. 
7. S' t7. und Cap. 29. S* ^"^0 ^^ ^^ Aedilenamt fUer das 
folgende Jahr beworben. Erst kn Jahre 700 waren, weil die 
Wahteereammhmgen verschoben worden waren, unter dem 
Consulate des L. Domitius und Appius Claudius, zu 
dem Aedüenamte Cn, Plancius und A. Plotius ernannt 
worden. Da Cn. Planeius die meisten Stimmen für sich 
gehabt hatte, und daher M.Laterensis argwöhnte, er möge 
auf unrechtmässige Weise seine Wahl bewerkstelliget haben, 
leitete er gegen denselben nach dem Lieinischen Gesetze 
über ungesetzliche Verbindungen (AssoeiationenJ 
zur Wahlerreichung Qder Lex Lieinia de sodali^ 
eiisj unter Mitwirkung des L. Cassius als Mittmterzeieh' 
ner der Klageschrift QsubscriptorJ vor dem nach Massgabe 
des erwähnten Gesetzes von ihm selbst gewählten Untere' 
suchungsrichter, dem Praetor C. Flavus Alfius, und seinen 
Bichtem, deren Waid nach eben jenem Gesetze fast allein 
von dem Willen des Anklägers abhsng Qes waren iudices 
editiciijy eine Anklage ein. 

Wenn auch Plancius nicht ganz frei van allem Ver^ 
dachte erscheinen mochte, so übernahm doch M. Tullius 
Cicero, wekher nach seiner Büekkehr aus der Verbannung 
sein früheres Ansehen wieder gewonnen hatte, und sich gegen 
Plancius deshalb sehr verpflichtet ftMte, weil ihn derselbe 



316 M. TuUi Cicaroms 

al$ QuaeüwinMacedonien ^atr Zeit Meiner Verbannung fM 
Wohlwollen und Freundschaft aufgenommen und ihm mit eigener 
Gefahr gegen seine Verfolger Schuld verliehen halte .^ seine 
Verlheidigung; und fiHn-le sie mit solchem Erfolge^ dass 
Plancius frei gesprochen ward^ und so geschickt durch, dass 
man später die Herausgabe dieser Rede eifrig getcikischt hatte, 
wie Cicero selbst, an seinen Bruder Quintus 3. Buch, 
i. Br. 4. Cap, S- ^^v ^r^sählt. Wie einfiussreich nun gerade 
Cicero^ s Verhältnis, in welchem er %u Plancius stand, 
auf dessen gerichtlidte Verlheidigung sein musste, geht deut'- 
lieh aus der Rede selbst hervor; so sehr auch überhaupt sieh 
unser ^Redner jeder Zeit bemüIUe, die übernommenen Angele^ 
genheUen Anderer als seine eigenen erscheinen %u lassen. 

Da Crt. Plancius wohl nicht grössere Verdienste siek 
mochte um den Staat erworben haben, als dass er nach den 
neUwpendigen Kriegsdiensten, welchen er sich unter A. Tor-- 
quatus in Africa und später unier Q. Metellus auf 
Creta unterzog, unter dem Praetor L. Appuleius in Ma^ 
cedonien das Amt eines Quaestors' im Jahre 696, und 
im Jahre 698 das Amt eines Volkstribunen, während dessen 
er jedoch, im Vertrauen gesagt, höchst unthätig gewesen sein 
mag, wie der Ambrosianisehe Scholiast xu Cap. il. 
S» 98. rerräth und Cicero nur mit Mühe verhehlen kann, 
verwaltet hatte, so sucht Cicero die Theilnahnw, welche man 
für Plancius bei seiner Erwähhmg zum Aedilen gezeigi 
habe, und gegen denselben bei der gegemcärUgen Anklage 
an den Tag gelegt, darauf zurückzufithren, dass Plancius* 
Bemühungen für sein Wohl zur Zeit^ als er ihn als Quae^ 
Star in Maeedonien aufgenommen habe, vergL Cicerone 
vermischte Briefe, iö.Buchi.Br. Briefe anAtti^ 
cus, 8. Buch, 14, und 2$. Br., ihm sowohl bei der Bewer- 
bung günstig gewesen, als bei der Anklage nachtheOig sei 
QCap. i. S* ^0' D^ ^^^ ^ anwesenden Richter alle sidk 
die grössten Verdiensie um ihn ertcorben hätten, so glaubt er, 
dass bei diesen jener Umstand dem Plancius nicht 5sum 
Nachtheile gereichen könne; doch will er nicht durch Pian- 
cius* Verdienste um sich, sondern durch dessen eigene Unbe- 
schQltenheit seine Freisprechung bewirken, und nur dann 
für den sieh verwenden, der sich so sehr um ihn verdimu 



oratio pro Cn. Plancio* Inhalt. 317 

gemacht habe. Da aber die Kläger auch gegen ihn aufyetre" 
ten nndy mu$s et auch für eich xugieich^mit epreehen (%. 9. 
9»). Doch nur auf das tüill er eingehen^ wo» Planeiue 
mit betrifft und zeigen^ das$ jener Mine Dankbarkeit im Iwch^ 
etenMaasee eich wirklich -erworben habe, ohne dabei Ande^ 
Ter Verdienste %u schmalem oder den Biehtern in Bexug' 
auf Plancius* Anklage tforzugreifen^ auf welche er ror^^ 
her eingeht C^ap. 1^. g- 4J. 

So leicht ihm nun auch Planeius' Veriheidigung sei, 
so unangenehm werde er doch dadurch beiührl, dass erg^gen 
seinen Freund M. Juventius Laterensis auftreten und 
noch dazu in einer Angelegenheit auftreten müsse, in welcher 
er entweder dessen Ehrliebe zu nahe treten oder die Sache 
seines dienten auf's Spiel setzen müsse (g. 6, 6.'). Doch 
ohne behaupten ziu wollen, dassM* Laterensis dem Cn* 
Plancius oder irgend Jemanden an Wikrde naclistehe, — 
wiewohl er auch nichts außsuw^en habe, worauf Plancius 
nicht ebenfalls Ansprüche machen könne , worüber er später 
sprechen will — glaubt Cicero doch, dass Laterensis 
deshalb, weil das Volk treniger nach der Würde des Bewer^ 
bers als nach seinem freien Willen und guten Hechle ge-^ 
stimmt habe, die Biehter für dessen Verurtheilung, der ihm 
vorgezogen worden sei, in Anspruch nehmen könne, und dass 
er seine Würde mit Unrecht in Gefahr gebracht habe (Cap. 
S. S' ^ — SJ. Es könne aber auch die Wahl des Volkes 
der Ehre des Laterensis nicht zum Nachtheile gereichen, 
da die Wahhersammhingen nicht nach Ueberlegung und Ur^ 
iheil, sondern nach dem freien Volkswillen und nach Gunst 
verführen; und von jeher die Verständigen dieselben, wenn 
auch nicht immer belobt, doch immer ertragen hätten. Er 
könne also deshalb nicht Plancius anklagen, da nicht die^ 
ser schuld sei, dass Laterensis nicht gewählt worden sei, 
sondern allein der Wille des Volkes^ das nicht durch Ur- 
fhml, sondern durch Neigung solche Aemter perleihe. Hatte 
aber Laterensis dies ftir ein Urtheil des Volkes, so müsse 
er es dennoch dulden und sich durch fernere Bemühungen 
dessen Gunst zu versehenen suchen (Cap. 4. §. 9 — ii.J. 

Sodann sucht Cicero mit des Volkes eigenen Worten 
es herauszustellen, dass Laterensis seinen Mitbewerbern 



318 M. TuUi Ciceroms 

nur deshalb nachgesetzt worden $ei^ weil er eich weniger al» 
die übrigen um dessen Gunst beworben habey und ihm den 
Roth zu ertheilen, dass er solches^ falls er StaatsdnUer 6e- 
gehre^ künftig nicht unterlassen möge QCap. 6. §. i9. IB.). 
Des Redners eigene Ansicht sei die, der Richter dürfe 
nicht untersuchen, wodurch Einer den Anderen bei der Be- 
Werbung ausgestochen hohe, wenn es nur nicht durch Beste^ 
chung geschehen seL Wollte man stets nach der grössten 
Anwartschaft fragen, die Einer s»i einer Stelle habe, so höre 
des Volkes freier Wille auf und es trete eine Nothwendigkeit 
der Verleihung der Aemter ein, die der ganzen jetzigen Ver- 
fhssung zuwider laufe. Es sei daher unrecht vor Gerieht 
etwas geltend zu machen, was auf dem Wahlfelde keine Be- 
rücksiclUigung finde y und nichts könne es ausmachen, warum 
das Volk einen erwählt habe, ja offen könne man sogar zu- 
geben, dass es mit Unrecht geschehen sei, ohne dass dem 
Angeklagten ein Nachtheil daraus entstehe (Cap. 6, g. 14 — 
i6,J. Aber Cicero wiü sogar des Volkes Handhjng$u?eise 
rechtfertigen, denn wenn Laterensis behaupte, dass ihm 
rermöge seines Standes der Vorzug vor Plancius gebührt 
habe, so könne man wohl fragen, warum er nicht eben so 
den anderen Mitbewerbern Q. Pedius und A. Plotius, 
Vorwürfe mache; allein gehe man auch den Vergleich ein, 
so betteise dies nur, dass die Zahl derer ^ welche den Adel 
rorziehen, in den Wahlversammlungen geringer gewesen sei, 
als die der übrigen {Cap, 7. g* ^^* ^^0* Sodann haben sich 
für Plancius seine Landsleute, die Bewohner des Munici^ 
piums ton Atina Qauch jetzt noch Atina genannt), was 
noch nicht so an hohe Ehren der Seinigen gewöhnt sei, als 
das von Tusculum (in der Nähe des heutigen Fraseati), 
woraus Laterensis aus einer ron väterlicher und mütter- 
licher Seite consularischen Familie hervorgegangen war, 
angelegentlichst verwendet Auch sei dieses Mtmicipium wek 
zalUreicher als das von Tusculum; und alle die römi- 
schen Ritter und Schatztribunen, welche jetzt in Trauerklei- 
dem ihre Theilnahme beweisen, seien damals bei der Bewer- 
bung thätig gewesen C^ap. 8. %. i9 — tij. Ja auch die 
ganze Nachbarschaft, die ganze Strecke, die ganze Gebirgs- 
gegend habe Plancius" Bewerbung unterstützt und jetzt €fe- 



oratio pro Co. Plando. Inhalt. 819 

MOHdie und Zeugnisse zu seinen Gunsten Meher gesandt. 80 
habe dieser des Laterensis hohen Qeburtsadel hinter sich 
zurück gelassen, da die Nachbarschaft für Letztem nicht 
thätig gewesen sei. Auch der Utnstand, dass sein Vater ein 
Zollpäehter gewesen sei, habe, weit gefehlt, dass er ihm, wie 
Laterensis geäussert habe, %um Nachtheile habe geteichen 
müssen, ihn offenbar bei seiner Bewerbung unterstOtzt C^ap. 
9. S* ^^ — 24.^. Ausserdem glaubt der Sprecher, dass auch 
er durch seine Verwendung fik* Plancius etwas zu seiner 
Ernennung beigetragen habe; doch nicht sowohl durch seine 
Macht, sondern weil der Grund der Bitte für den, welcher 
sich um seine Person so viele Verdienste erworben hatte, an^ 
genehm sein mu$ste. Denn schon vor seiner ROckkehr in^s 
Vaterkmd halten alle Patrioten den Plancius bei der Be- 
werbung um das Amt eines Tribunen um seinetwillen begün^ 
stigt, um wie Viel mehr hätte es geschehen müssen, nachdem 
er sich persönlich habe für ihn verwenden können? Denn wenn 
die Colonisien von Minturnae wegen C. Marius" Auf- 
nahme sich ewigen Nadvruhm bereitet hatten, so sei es nicht 
t^fremdend, dass Plancius* Bemühungen um seine Rettung 
demselben zur Ehre gereicht hohen QCap. iO. §.24-^260. 

Aber auch Plancius' Leben, was er gefuhrt habe, habe 
ihn ebenfalls empfehlen müssen, dass ihn A. Torquatus, 
unter welchem er tu Africa diente, ausgezeichnet habe, eben 
so sei er während seiner Dienste auf Creta von seinen Vor^ 
gesetzten geehrt worden. Auch seien die Macedonisehen 
Oesandtmi, in deren Provinz er Soldatentribun und Quaestor 
war, gegenwärtig, um sich för ihn zu verwenden; aber auch 
sein Praetor L. Appuleius habe ihn ungewöhnlich Heb gC'^ 
Wonnen und als Volkstribun endUeh habe er wenigstens nichts 
Unrechtes gethan (Cap. ii. $* ^* ^^0* ^^^ <n^A '^ 
Privatleben sei gleich rein und unbescholten, da er mit den 
Seinigen in der grössten Eintracht l^be, da so viele angesC" 
hene Leute jetzt in Trauerkleidem zu seinen Gunsten anwe^ 
send seien. So brauche man sich nicht zu wundern, dass 
ein in jeder Hinsicht unbescholtener und ausgezeichneter Mann 
den Vorzug des Adels an seinem Nebenbuhler ausgestochen 
habe. — Wenn aber Laterensis einige Flecken an den 
Sitten des Plancius habe aufdecken wollen, so seien diese 



S9ff AL TiiUi Ciceronis 

Beschuldigungen entweder unwahr oder von der Art ^ 4^»e$ eie gwr 
kein schlechtett lAeht auf ihn werfen könnten COap* ^^* S'^ — 
Si.J. Wenn ferner Laterensis behauptet habe^ daudes 
'planciue Vater seinem Sohne habe bei der Wahl hmderlieh 
iein müssen , so sei dies offenbar umgekehrt ^ denn sein Vater sei 
aus der angesehensten Familie der römischen Bitter y habe 
stets seine Würde, auch in des P. Crassus Legionen be- 
hauptet, die grössten Angelegenheiten in seiner Sphäre und 
als Richter durchgeführt, und die grössten Untemehmiungen 
geleitet. — Habe er manchmal freier über StaatsangOegen- 
heilen gesprochen, so habe er ma^ von der Freiheity Oe von 
jeher den römischen Bittem gestattet gewesen sei, Oe^ 
brmich gemacht, und nur das geäussert, was Jeder Andere 
gedacht habe. Wenn er aber der Erste gewesen sei, der 
sich für das von dem Consul C. Caesar in Vorschlag ge^ 
brachte Gesetz %u Gunsten der Zollpächter Qex de 
publieanisj erklärt habe, so haben dies natürlich alle ZoO- 
Pächter gethan, und er sei nur deshalb der Erste gewesen, 
weil ihn das Loos dazu bestimmt habcy oder weil ihn der 
Consul für den ausgezeichnetsten Bitter geluüten habe; in 
beiden Fällen sei er unschuldig, im letztem sogar geehrt ge^ 
wesen C^ap- ^^' ^4- •¥• 91-^ 86^. 

Was aber die Sache selbst anlange, so habe Lateren^ 
sis durch das Licinische Gesetzüber verbotene Wahl^ 
Verbindungen Cde sodaliciis) nichts anderes, als tudi^ 
ces editicii bezweckt, da er unter demselben alle Gesetze über 
ungesetzmässige Bewerbung Cde ambituj zusammen» 
gefasst habe, die doch durch die gewöhnlichen Gerichte ent» 
schieden werden müssten. Und auch hierbei habe er nickt 
dem Willen des Senates gemäss gehandelt, den noch gestern 
Q. Hortensius mit Beifall dargelegt habe, womadi bei ei» 
ner solchen Klage die Zünfte, welche auf solche Weise ge» 
Wonnen sein sollen, ton dem Kläger zur Gerichtszusammen^ 
Setzung vorgeschlagen werden sollen C^P* ^^- S* ^- 9Z.y. 
Denn da Laterensis behauptet habe, die Terentinisehe 
Zunft und die Voltinisehe seien von Plancius durch 
gesetzwidrige Verbindungen gewonnen worden, so habe er 
diese in Vorschlag bringen müssen; anstatt dieser habe er aber 
die Lemonische, Ufentinische, Crustuminische 



oratio pro Cn. Plando. Inhalt 8S1 

Maeci$ehe, letztere nur tun sie verwerfen zu la$$en, ror^ 
ge9ehiagen und auf diese Weise zu erkennen gegeben^ dass 
er den Planeius unschuldiger Ifeise unterdrücken u^oüe; 
denn wenn die gegenwärtigen Bichter sieh als ordentliche 
Michter bewähren würden^ so hßbe dies wenigstens Lat er en^ 
sis nicht gewollt C^ap. iß. g- BS-^dHJ. Wie terhasst 
<i6er der Name eines so bestellten Richters (judicis editicij 
sei, habe noch neuUch ein sehr stürmischer Vorfall betviesen. 
Doch will Cicero nicht über die Strenge des Gesetzes klan- 
gen, sondern behauptet nur, dass Laterensis dasselbe, über-^ 
schritten habe^ wenn er demPlancius die ihm befreundeten 
Zünfte gegen das ausdrückliche Gesetz entzog , aber auch so 
ist er überzeugt^ dass auch die Zünfte^ die Planeius nicht 
kennen^ und die deshalb Laterensis gewählt habe^ um vor 
üinen seinen Gegner verdächtig zu machen^ denselben frei 
sprechen werden^ da auch der Untersuchungsrichter C. Al^ 
fius^ sein Nachbar und Zunftgenosse^ ein würdiger und ge^ 
rechter Mann sei^ der Planeius genau kenne und deshalb 
gewiss sein Besstes woUe (Cap. tf. g' ^^ — 48.), 

Hätte aber Laterensis dem Willen des Senates ge^ 
mäss die Zünfte vorgeschlagen , welchen Planeius bekannt 
gewesen sei, so würden sie aUe sogleich die Beschuldigung 
einer Besteckung zurückgewiesen, eher gerne zugegeben Aa- 
ben, dass er ihre Gunst besessen habe; denn diese wolle kein 
Befehl des Senates deshalb unter den Zunftgenossen aufge^ 
hoben wissen, und von Jeher habe es viele so Begünstigte ge^ 
geben. Wenn Laterensis andere Beweise einer gesetzwi^ 
drigen WalUrerbindmig, die EMheHung der Zunftgenossen in 
Decurien, die Abtheilung des Volkes, die Erkaufimg der 
Stimmen, vorbringen könne, so müsse man sich wundem, 
dass er eben jene Zünfte, mit denen das vorgefallen sein 
soll, nicht vorgeschlagen habe. Jetzt aber müsse er in Ver^ 
legenheit sein, was er bei den unbetheüigten Zünften vorbrin^ 
gen solle. Er selbst, Cicero, läugnet nicht, dass Planeius 
in Gunst stände bei seinen Zunftgenossen, allein, wenn La^ 
terensis keine schwereren Beweise führe, so könne das 
nicht den mindesten NaehtheU für ihn haben CCap. iS, i9. 
§. 44 — 4T,y, Es möge endlich Laterensis nur eine 
Zunft wählen und beweisen, wer in Planeius^ Namen ge^ 

«1 



888 M. Tulli CiceroQis 

waltet, teer die Vertheikwg geleitet habe; von Jeder weite 
Cicero beweisen, wie sie Planoiui m*f rechtmä$mge Weiee 
für sich gehabt habe CS' ^* ^0- 

Doch schon der Umstand beweise Plancius* Unschuld^ 
dass er schon in den früheren Wahkersammbmgen gewähU 
gewesen sei, wo wegen der Schnelligkeit ihrer Abhallung fUchl 
der genngste Verdacht einer solchen Verbindung möglich ge~ 
wesen sei» Hätte damals sich Laterensis s^u Bitten gegen 
das Volk herabgelassen, so würde sich dasselbe ihm z-Msge^ 
wandt haben. Habe er aber seine Würde und Seelengrösse 
hoher angeschlagen, so solle er das nicht ungern missen, was 
er für geringer hielt, als das, was er schon hatte QCaj^ ZO* 
S. 49. 600. 

Wenn aber Laterensis sich auf seine Ahnen und ito- 
menllich auf seinen Vater berufe, so würden diese gewiss, 
wenn sie noch lebten, s^ne Klagen missbilligen, da auch su 
ihrer Zeit vielfache Beispiele torgekommen seien, dasSjJenumd 
gaungere Elirenän^er nicht erlangt habe, aber zu den höch^ 
sten berufen worden sei, und deshalb Laterensis tücht itn^ 
ssunehmen brauche, dass seine Ehre verletzt worden sei, ja 
er könne sogar zu seinen Gunsten Manches dabei ausixen, 
da er, als er unter dem Consulate des Caesar und Bibu^ 
lus (694 nach Bornas Erbauung), um sich nicht einen Eid 
abnehmen zu lassen, von der Bewerbung um das Amt eines 
Volkstribunen abstand, deutlich seine unerscMtterlicJw poUti^ 
sehe Gesinnung ausgesprochen und dadurch wohl Mandien vom 
Volke verletzt haben möge QCap. 2i. 22. f. 6i^63J. 

Sodann begegnet Cicero der Beschuldigung, dass Plan^ 
cius undPlotius, um ilire Wahl durchausetzeny eine Ver^ 
einigung (^coitio, das frz. coteriej gemacht hfitten, weil 
sie die meisten Zünfte und zwar fast mit derselben Stimmenzahl 
für sich gehabt hätten^ indem er beJutuptet, dass das erstere 
oft vorkomme, das zweite aber auch sclion vorgekommen sein 
müsse, weil ihre Vorfahren schon für einen solchen Fall die 
Entscheidung durch's Loos festgesetzt liätten, Dass femer 
Plancius und Plotius früJier dem Pedius und Lateren^ 
siß die Anjensische und Terentif^ische Zunft überlas^ 
sen, dieselj^ß aber jetzt von beiden durch Bestechung wieder €m 
sich .gepracht habm sollen, dazu sei kein vernünfliger Grund 



oratio pro Ctu Plancio« InlialL 883 

vorhanden gewesen. Und ttenn er behauptet habe^ dost er ^er 
die Voltinisehe Zunft-mehr Zeugen hahe^ als er Stimmen 
in derselben gehabt^ so wölk er entweder die %u Zeugen an^ 
rufen, welche bestochen worden seien , oder er gebe vu, dass 
sie ihm aueh. unerkaufte Stimmen niehi^ ertheiU hättm CS' ^^* 
S4J. 

Wenn endHch Laterensis behauptet habe, dass man in 
der Flaminischen Rennbahn C^ircusFlaminius) Geld 
entdeckt habe, so könne er weder darthun, was das für Geld, 
welche Zunft, wer Vertheiler gewesen sei, und der, welchen 
man ror den Consuf deshalb gebracht hätte, habe »ich schwer 
beklagt, dass er von Laterensis^ Anhängern unrechtmässiger 
Weise angegeben worden sei. — Es müsse ein anderer Grund 
gettmsen sein, der den Kläger bestimmt habe, den Plancius 
anzuklagen, seine Macht, sein Einfluss, die grosse Zahl sei" . 
ner Freunde^ auch die Feinde des Plancius und seines Fa« 
ters, endlich gemeinsehaftUche Feinde aUer Beklagten hätten 
ihn wohl hoffen lassen, dass er den Plancius unierdrücken 
könne. Gegen diese wolle er nicht sprechen, da er dies der 
JB^nsicht der Richter überlasse, nur darauf mache er sie noch 
aufmerksam und beschwöre sie darum, dass sie nicht leeren 
Reden, von denen sie keinen Grund fänden, Raum g^en 
möchten CCap. 2B. $• ^^ — ^^v)- 

Sodann kommt Cicero auf ü.' Cassius, der vorzüg^ 
Hch daher zu Plancius^ Anklage Griknde entlelmt habe, dass 
Laterensis von altem Adel sei, wozu er die Beweise sehr 
weit hergeholt haben mochte, und folglich nur auf unrecht^ 
massige Weise habe aufgestochen werden können. Dem ent- 
gegnet Cicero, dass nutn stets wachen müsse, um das zu 
erreichen oder auch fest zu halten, was uns die Geburt über-- 
liefert habe, und dass «war ein Mann von hoher Geburt mit 
mefir Ruhm* und auf leichtere Weise, aber nicht höhere 
Staatsämter als jeder Andere erlangen könne C^ap. $4. 26. 
g, liS — 60.). Frage er aber nach Plancius^ Triumpkxü'- 
gen, so luiben alle ruhjnwürdigen Männer der Vorzeif nicht 
Ehrenstellen erlangt, weil sie triumphirt hatten^ sondern 
Triumphe, weit sie Ehrenstellen erhalten hatteny in denen s^ 
triumphiren konnten. Frage er nach seinen Feldzügen, so 
habe Plancius auf Creta und in Maeedonien sich den^ 

81« 



994t U. TulU CiceroBis 

Mdbengewk$enhaft unterzogen. VerhmgeaberCassiui Beredt 
Momkeit, Beehtikunde tmd andere KennUnmey so mache Pian- 
ciu8 gär keine Ansprüche darauf, und sie werden auch zu 
solchen Aemtem nicht erfordert, sondern Tugend, RedliehkeU 
und Unbescholtenheit CS- ^^* ^^0* Wenn ferner Cassius 
ssu Laterensis" Lobe spreche, so könne ihm dies Cicero 
Alles zugeben, ohne dass es für Plancius nachtheiUg seL 
Wenn er aber erwähne, dass jener zu Praeneste Spieie 
angestellt, so haben dies andere Quaestoren ebenfalls geiftan. 
Erwähne er aber, dass jener zu Cyrenae freigebig gegen 
die Zollpächter und gerecht gegen die Bundesgenossen gewe^ 
sen sei, so müsse man erwägen, dass was in den Procinsson 
geschähe, zu Bom selbst in der Begel tmbekannt bleibe, was 
Cicero mit einer Anekdote aus seinem eigenen Staatsleben 
belegt, wo er sich in seiner Erwartung, als er nach Bom 
kam, sehr getäuscht sah. Gleichwohl sei es sehr nüt%lieh für 
ihn gewesen, dass er jene Erfahrung gemacht Iwbe, um dem 
Volke eiff:iger zu dienen, . und diesen Weg v^Use auch La- 
terensis einschlagen. So sei auch Plancius stets zu Bom 
bemüht gewesen, sich zu Ehren&ntem zu empfehlen CCap. :^. 
27. S' 63-^6r.J. 

Wenn Cassius ferner behauptet habe, dass Plancius 
nicht so grosse Verdienste um ihn habe, als Cicero vorgebe, 
so entgegnet dieser, dass er zwar gegen Mehrere Verpflich' 
tungen der Art habe, er aber doch zunächst dem Plancius, 
der es am nötigsten bedurft hätte, habe seine Schuld abtra^ 
gen wollen; wenn sich hier Cassius daarauf berufe, dass 
weder des Q. Metellus Name habe Calidius retten können, 
noch Opimius sein eigener, so antwortet Cicero, dass Metel" 
lus, wenn er hätte zu Bom sein können, Calidius gewiss 
würde vertheidigt haben, und dass des Opimius Verurthei^ 
hing noch heute ein Sehandflecken in den römischen Jahr^ 
büchem seL Auch vergrössere Cicero seine Gefahren nicht, 
um dadurch des Plancius Verdienste grösser erscheinen sm 
lassen, sondern der Boss seiner Feinde sei gross und unver^ 
söhnUch gewesen und Plancius* Verdienste erscheinen des» 
halb um so edelnmhiger CCap. »8. 29. $* ^S — ri.J. 

Wem Laterensis aber selbst behauptet habe, dass 
Cicero nur der Zeitumstände halber die Verdienste des 



oratio pro Co. Plancio. Inhalt 895 

Ptaneius um seine Perton $o gross ' erseheinen lasse, so 
beruft sieh Cicero dagegen zunächst darauf^ dass man Fer- 
pfiichtungen nicht gerne erdichte, das Manche sogar wirk^ 
liehe nicht gerne anerkennen, sodann auf Lat er ensit^ eig'ne 
Aeusserung ülper Plancius, auf seine im Senate gehaltene Bede 
hei seiner Rückkehr, in welcher er Ptaneius mit Namen unter 
seinen vorfsügUehsten Rettern aufgeführt, vergL Cicerone Rede 
nach seiner Rückkehr im Senate, Ciop. i4. g* ^^* 
CCap. 80, S' 72-^74.^. Wenn aber Laterensis ihn an 
seine Vertheidigung des Cispius, wobei er trot» seiner Bit^ 
ien nichts ausgerichtet habe, erinnere, so habe er sie auf 
Laterensis^ Verwendung übernommen und damals habe je^ 
ner behauptet, seine Bitten und Thränen machen einen gün^ 
sügen Eindruck, denen er jetzi eine gehässige Seite abs&uge" 
winnen sich bemühe (Cap, Bi. g. 76-^77.'). 

Wenn femer Laterensis, umPlancius* Bemühungen 
fOr Cicero während seines Tribunates gering ersehenen %u 
lassen, die Verdienste des L. Raeilius, der mU ihm VolkS'^ 
Iribun waTj hervorgehoben habe, so erkennt Cicero sehr 
gerne und mit höchstem Lobe die amgezeiehneten VerdienUe 
des letzteren an* Doch deshalb habe er doch auch gegen 
Ptaneius dankbar sein müssen, welchem aucf$ durch einen 
Senatsbeschhsss .öffentlich Bank gesagt worden sei; aber epen 
so gerne werde er Jedem Anderen und gewiss auch IßtC'^ 
rensis selbst dieselbe Dankbarkeit beweisen, aber 'de^,%, müsse 
er zunächst seine Schuld abzutragen suchen, der es am mei^ 
sten bedürfe fCki^y. 8». g* 77-^790. Da nun Planeius* 
Lage gefährlicher sei, als die des Laterensis, habe er des 
erster en Vertheidigung übernehmen zu müssen geglaubt, werde 
aber stets dasselbe auch für andere thun, da er Dankbarkeit 
für die grösste und nothwendigste Tugend ansehe. Wenn 
aber Laterensis behauptet habe, dass Cicero nur Schul" 
digen und Streitsüchtigen seine Freundschaft beweise, so sei 
dies unwahr, da er zwar stets zur Vertheidigung seiner 
Freunde bereit sei, es aber doch lieber sehe, wenn sie ohne 
seine Hufe in Ruhe lebten QC^p* 9^- S- 79 --8».;). Hierauf 
begegnet Cicero einigen Spitzreden, welche Laterensis 
gegen seine Person gerichtet hatte, mit vieler Laune (^Cap. 64. 
g. 83-^66.). 



886 , M« TuUi Ciceronis 

Wenn aber femer Laterensis ermfUeh gegen ihn auf-* 
ge$telU habe, dass er nicht hilf los bei Meinem Weggänge avi 
der Siadt gewesen sei, aber die Bitfe verschmäht habe, so 
zeigt Cicero dagegen, dass er wohl geirtisst habe, welche 
HUfsmUtel ihm ^ti Geböte stehen würden, dass er aber dodi 
es vorgezogen habe, bei einem unsicheren Ausgange der Dings 
nicht nur seine angesehenen und patriotisch gesinnten Mitbür^ 
ger, sondern auch überhaupt Bürgerblut lieber zu schonen, als 
mit bewaffneter Hand den Kampf gegen die Consuln und die 
Staatsverräther, die er schon in ihrer grössten Macht gebrih- 
chen gehabt hätte, aufzunehmen CCap. 36. 86. g- 86—89.). 
Wenn ihm endlich Furcht vor dem Tode vorgeworfen wor^ 
den sei, so habe er aus anderen Bücksichten sein Leben gs^ 
eehoht und es wohl vorher schon bewiesen gehabt, dass er 
den Tod nicht fürchte CCap. 87. g- ^0- 

Wenn Laterensis behauptet lutbe, dass er im Staate 
frei sei, Cicero hingegen seine Freiheit verloren habe, so 
habe er zwar, nachdem er denk Staate mit der grössten Auf-' 
Opferung gedient, mehr Rücksicht auf sich und üe Seinigen 
genommen, aber dennoch das Wohl des Staates nicht verlas-- 
sen, sondern nur ico anders Stichen zu mOssen geglaubt. 
Habe er sich also an Cn. Pompeius und C Caesar und 
ihre Meinungen mehr angeschlossen, indem er von der seini^ 
gen abgegangen sei, so habe er auch in diesen das Wohl des 
Stautsa erkannt, und es für unfreier gehalten auf derselben 
Meinung zu verharren, die den Zeitumständen gerade entge- 
gen sei, als mit Mässigung seine Meinung dem Zustande des 
Staates, den veränderten Zeitumständen y der' Rücksicht auf 
Eintracht anzupassen CCap. 38. 99. g- 91-^94.^. 

Wenn endlich Laterensis beliauptet habe, dass er des 
Plancius Verdienste um sich bis in' s Unendliche vergrössere j 
dass weder Nachstellungen noch Todestgefahr für ihn dagewe^ 
sen sei, so sucht dies Cicero durch eine genaue Schilderung 
seiner damaligen Lage, wo er überall nicht sic/ter war und 
selbst von seinen Freunden nicht geschützt werden konnte, 
endlich erst bei Plancius in Macedonien elften Ruhe^ 
punct und zwar durch Plancius^ eigene Aufopferung ge^ 
fwiden habe, zu widerlegen CCap. 40. 4/« g* 96—^00.). 
4uf diese Anstrengungen des Plancius fitr sein Leben und 



c. L §. 1-». oratio pro Ca. Plancio. . 8Ä7 

mif sein en^eg Verhältnis %u demseiben bemft sieh endlich 
Cicero^ um die Biehter %u' beiccgenp die Bitten des Vaters 
des Planeius und seiner Brüder und sein eignes Flehen 
fsu erhören und den Planeius %u reden ^ wie sie ihn selbst 
gerettet hätten. 



Cap. I. % 1. Qaom propter egregiam et singalarem Co. 
Planet^ iudiecs, in mea salute castodienda fldem tarn maltoa et 
1)onos vires eiug honori viderem esse favitores: capiebam ahimo 
non mediocrem voluptatem^ quod cnius ofncium mihi salnü fais- 
8et, ei meorain temponim jnemoriam suffragari videbam. Qaom 
autem andirem meos partim inimicos, partim invidos hnic accu- 
ßationi esse favitores eandemqae rem adversiriam esse in iadi- 
cio Cn. Plancio, quae in petitione fuisset adintrix: dolebiim, ia- 
dices; et acerbe fer^baQ); ^ }mm ^alus ob eam !p§am caussam 
esset infestior, quod is meam salotem atqoe vitam sua benevo- 
leiitia, praesidio custodiaque texisset. §. 2. Nunc autem vester, 
iudices, conspectus et consessus iste reficit et recreat mentem 
meam, cum inlueor et contemplor unum quemc[ue vestrum. Video 
enim hoc in numero neminem, cui mea salus non cara fuerit, 
cnius non exstet in me summum meritum , cui noa sim obstii- 
ctus memoria beneflci sempiterna. Itaque non extimcsco, no- 
Cn. Plancio custodia meae salutis apud eos obsit, qui me jpsi 
maxume salvom videre voluerunt: saepiusque, iudices, mihi ve- 
nit in mentem, admirandum esse, M. Laterensem, hominem stu- 
diosissumum et dignitatis et salutis meae, reum silÄ hunc potis- 
Bumum delegisse, quam metuendum, ne vobis id ille magna 
ratione fecisse videatur. g. 3. Quamqnam mihi non snmo iati- 
tum neque arrogo, iudices, ut Cn. Plancinm suis erga me me- 
ritis impunitatem consecutum putem. Nisi eius integerrumam 
vitam, modestissumos mores, summam fidem, contlnentiam , pie- 
tatem, innocentiam ostendero: nihil de poena recusabb. sin 
omnia praestitero, quae sunt a bonis viris exspectanda: petam, 
iudices, a vobis, ut cnius misericordia salus mea custodita slt, 
ei vos vestram nüsericerdiam me deprecante tribuatis. Equi^ 

Cap. I. 8« 1- favitores ftvitores] fautores — fautores. %. 2. 
non cara füeritj cara non fuerit, %, 8. tantnm neque arrogo, iudi- 
cesj tantum^ iudices y neque arrogo. conseculom putem] consuuiu^ 
rum putem, petam» iodices, a vobia] petam a i»W#, iufUce«. 



388 M* TuIIi C^ronis c. a m. s. s-c 

dem ad reliqno« laborefl, quos in hao oanssa rnftlores susdidOy 
qaam in ceterls, etiam haoo tDolesÜam adsomo, qnpd mihi non 
solom pro Co. Plaocio dioeodom est, cuiiu ego salat^n noo 
seoas ac meam taeri debeo^ sed etiam pro me ipso, de quo 
accnsatores plara pene quam de re reoqae dixemot. 

Cap. II. 9. 4. Qnamqiiam, iadices, si quid est in me ipao 
Ita r^rehensum, nt id ab hoc seionctom sit^ non me id magno 
opere contnrbat: non enim timeo, ne, qoia perraro grati hood- 
nes reperiantur^ idcirco, com me nindom gratom ilii esse di- 
cant, id mihi crinünosom esse possit. Qoae vero ita sant agi- 
taU ab Ulis, ot ant merita Cn. Planci erga me minora esse dl- 
oerent, quam a me ipso praedicarentmr; aat si essent sonuna, 
negarent ea tameq ita magni, nt ego pntarem, ponderis apod 
vos esse debere: haec milii sunt tractanda, indices, et modioe, 
ne qnid ipse offendam: et tarn denique, com respondero crimi- 
idbos, ne non tam innocentia reus sa^ quam recordatione meo- 
mm tempomm defensos esse videatnr. 

% 6. Sed mihi in canssa fkcili atqne explicata perdiflU 
cilis, iadices, et lobrica defensionis ratio proponitor. Nam sl 
(antum modo mihi necesse esset contra Laterensem dicere: 
tarnen id ipstim esset in tanto osa nostro tantaqae amicitia 
molestnm. vetos est enim lex iUa iustae veraeqne ami- 
citiae, qoae milii cnm illo iam diu est, nt idem amici sem- 
per velint^ neqne est ullom amicitiae certios vincnlom quam 
conseosus et societas consiliomm et volnntatnm: mihi ant^a 
non id est in bac re molestissnmnm, contra illam dicere, sed 
mnlto iilnd magis, qnod in ea canssa contra dicendnm est, in 
qna qnaedam hominnm ipsonun videtur facienda esse contentic 
$. 6. Qnaerit enim Latereasis atqne hoc uno maxnme nrget, 
qua sc virtnte, qua laude Plancius, qua dignitate superarit It» 
si cedo illius ornamentis, qoae multa et magna sunt: non solom 
huius digoitatis iactura facienda est, sed etiam largitionls red- 
pienda suspicio est. sin hunc Uli antepono, contnmdiosa ha- 
benda est oratio et dicendum est id, qnod iUe me flagUat, La- 
terensem a Plaocio dignitate esse snperatum. Ita ant amids- 
sumi hominis exlstnmatio offendenda est, si Ulam accosationis eoii- 
ditionem sequar^ aut optnme de me meriti salns des^reoda eot. 

Cap. n. 8. d. estenitt] enimut. amlcitfaeoerttea] certkummicmäe. 



c. ut IT. %. 7-9. oratio pro Cju Plancio. 380 

Cap. nL 6ed ego, LaterenaiA, caeoora me et praedpUem 
feni confitear In caiissa, si te ant a Planolo ant ab ullo digoi^ 
täte petuifise snperari diiero. Itaqoe diBcedam ab ea conten-» 
tloae^ ad quam tu me yocas, et veniam ad illam^ ad quam me 
caoflsa ipsa dedocit $. 7. Quid ta9 anne digmtatls iadicem po« 
las eaae popolimf Fortaase dod nomquam est. Utlnam Vr ^ 
a^aper easeti 8ed est penraro^ et ai qnaiido est^ ia üs ma^ 
atratibus est maDdandls, qniboB aalotem siiam committi potatc 
bis levioribiw oomitils diligentia et-gralia petttomm honoa pari- 
tnr^ non üs ernameiitifly quae esse in te videmus. Nam, ^piod 
ad populiim pertin^, semper dignitatis inicns index est, qni ant 
invidet aut Aiveü qnattiqnam nibil pötes in te, Laterensis, oon- 
atitaere^ qnod sit propdam iaudis toae^ quin id tibi sit com« 
Bnone com Planeio. $. 8. Sed hoo totnm agetnr alio loeo; 
miao tantom diEq^nto de iore popnli, qoi et potest et solet non 
nomquam dignos praeterire; nee si a popnlo praeteritos est^ 
nuem non oriortoit, a iodicibns condemnandos est. qoi praeteri- 
tos non est. Niun si ita esset , qnod patres apud^maiores no- 
0tros tenere non potoemnt, nt r^rehensores essent comitiomm, 
id hab^ent iodices, vel qnod molto etiam minus esset feren- 
dam: tarn enim magistratom non gerebat is, qoi ceperat, si pa- ' 
tres anetores non erant facti: nnno postolator a vobis, ut das 
exsilio^ qoi creatus sit, iudicium popali Romani reprehendatis. 

Itaque qnamquam qua nolui ianua sum ingressns in caus- 
sam, sperare videor, tantam afbturam esse orationem meam a 
minuma suspicione offensionis tuae^ te ot potios obiorgem, quod 
Inicam in discrimen adducas dignitatem toam, quam ut ego eam 
Ulla contumeüa coner adtingere. 

Cap. IV. §. 9. Tu continentiam, ta industriam, ta ani- 
rnnrn in rem publicam^ ta virtutem^ ta innocentiam, tu fldem^ tu 
labores tuos, qnod aedilis non sis factus^ fractos esse et alue- 
ctos et repudiatos putasf Vide tandem, Laterensis, quantnm ego 
a te dissenüam. Si^ medius fidius^ decem soli essent in civitate 
viri boni; sapientes, iusü, graves, qui te indlgnum aedüitate iu- 
dicavissent: gravius de te iudicatum putarem, quam est hoc, 
qaod tu metuis, ne a populo iudicatum esse videatur. Non 
enim comitüs iodicat semper populus, sed movetur plerumque 

Cap. III. $. 7. Quid tn? anne dignitaüs] Qyid9 tu dignUaUa. 
%. a esset ferendma] ui fenndmu 



880 IL TaUi Ciceroms c. iv. v. % 9-it. 

grmtia; cedit precUnis; fkcil eos, a quibua est raaxmne andbitog: 
denique^ etiam si iudicata non ddeeta aliqua aat aapieDtia du- 
eitur ad indicandiun, sed iiapeta non nomqnam et ^piadam etfan 
temeritate. Non est eoim consilinm in volgo^ non raäo, non 
discrimen^ non diUgentiii: semperqoe sapkntes ea, qoae popnlna 
fecisset, ferenda ^ non semper laodanda daxerant. Qoa re evm 
4ö jiedUem. fleri opoitoisse dids^ popnU ddpaa, non competko- 
lis^i accosas. $. 10. Ut Aieris dignior, quam Plandos: de quo 
ipso tecmn ita contendam paidlo post^ ot conflerrera dignitatem 
tnam: sed, nt fberis dignior, non competitor, a quo es viotm^ 
sed populos; a quo es praeteritos; in colpa est. In qoo pri* 
mum iilnd debes pniare, comitiis, praesertim aeditteiis, stodiom 
esse popoli, non iadicfnoi} eblandita iHa, non enocleata esse 
snffragia; eos, qui snffi-agiam ferant, qnid caiqne ipsi debeant, 
coDsiderare saepios, qoam quid cniqne a re publica debeatnr. 
Bin autem mavis illnd esse iadiciom: non tibi id rescindendom 
6sf, ööd t^m&m. 5. il; MW« iudicavU ponnln-, ^ Ai Jj. 
dicavit. — Non debiüt. — At potuit. — Non fero. — At 
multi clarissami et sapientissnmi cives tnlenint. Bst enim haec 
conditio liberorum popalomm praecipueqne liuins prindpis po* 
pnli et omoiam gentium domiui atque victoris, posse suflDragib 
vel dare vel detrabere quod velit cuique: nostrnm est autem, 
nostrum, qui in hao tempestaCe populi iactemur et flnctibas, 
ferro modice populi voluntates, adlicere alienas, retiuere partas, 
placare turbatas: bonores si magni non pntemns, non servire 
populo: sin eos expetamus, non defetigari supplicando. 

Cap. V. S. 12, Venio iam ad ipsius populi partis, ot il- 
lius contra te oratione potius, quam mea, disputem. Qui si te- 
cum congrediatur, et si una loqui voce possit, haecdicat: ,,Ego 
tibi, Laterensis, Plancium non anteposui; sed cum essetis aeque 
boni viri, meum beoeAcium ad enm potins detuU, qui a me con- 
tenderat, quam ad enm, qui mibi non nimis submisse supplica- 
rat^^ Bespondebis, credo, te splendore et vetustate famillae 

Cap. TV. S. 0. Deniqoe, etiam si] Denique^ H, non deleciul 
non dilechi. $. 10. tecom itaj üa tecum. mavis illod etsa] nutvis 
ui€. S* li« ^^ flncübu»! ae fluctibus. 

Cap. V. S« 1^ nna loqoi ToeeJ una voce loquL 



c. V. VL s. 12-14. oratio pro Ciu Plancio. 331 

ttttwn Don*vaIde ambtondinD pätasse. At vero te Ule ad saa 
institata saorumque maiorutn exempla revocabit, semper se dicet 
rogari volnissey semper sibi supplicari^ se M. Seiam, qui oe 
equestrem quidem splendorem incolmnem a calamitate iadid re- 
tioere potnissety homim Aobilissmno^ inDoeentLisiimo, eloqueotia« 
sttffiOy M Pisoni, praetuiisse; praeposidsse se Q. Catalo^ summa 
io familia nato, sapientissamo et sanotissiimo viro, aoa dico C. 
Serranam, stoltlssiimam hominem: — Mt enim tarnen doI^Hs — , 
DOQ C. Fhnbdamy novnm hominem — ftait enim et animi satis 
ma^ et consili — ^ sed €n. Malüam, non sokun ignoUlem, 
verum sine virtate, sine ingeidOy rita etiam oontempta ac sor- 
dida. $• 18. ^Desiderarant te, iaqait^ ocoli raei, enm tu essea 
Cyrenis. me enim^ qnam socios^ tua tnA virtote malebams et 
qao plos intererat, eo plas aberas a me^ com te non videbam. 
Ddade sitientem me virtotis tuae desemisti ac dereliqaisti. coe« 
peras enim petere trlbonatom plebis temporibos üs, qaae istam 
oloqueatlam et virttitem reqiürebant: quam petitiQn^Ql cum r^i- 
quisses, rt boü indiVi^« fenta In tenipestaie ie ^bernare non 
posse, de virtute tua dubitavi: si nolle, de voluntate. sin, quod 
magis intellego, temporibos te aliis reservasti : ego quoque, inquiet 
popuius Roxnanufl, ad ea te tempora revocavi, ad qnae tu te ipse 
servaras. Pete igitur eum magistratum^ in quo mihi magnao 
utHitati esse possis: aediles Iquicumque ernnt, idem mihi sunt 
ludi parati: tribuni plebis permagni interest qui sint Qua re 
aut redde mihi quod ostendcras: aut^ si, quod mea minus inter- 
est, id te magis forte delectat, reddam tibi istam aedilitatem, 
etiam neglegentcr petenti: sed amplissumos honores ut pro di- 
gnitate tua coDsequare, condiscas, censeo, mihi paullo diügen- 
tius supplicare. 

Cap. VI. g. 14. Haec populi oratio est, mea vero, Late^ 
rensis, haec: Quare victos sis, non debere iudicem quaerere, 
modo ne largitione sis victos. Nam si, quotiescumque praeteri- 
tus erit is, qui non debuerit praeteriri, toties oportebit eum, qui 
factus erit, condemnari: nihil est iam, quod populo sopplicetur; 



Cap. V. g. 12. snpplicari: se M. Seiom] iupjdlcari: M. Seium, 
f. 13. ciun te non videbam] certe non t^idibam. Indicasti] in^asti. 
$• 14. niliil es4 Iam3 tHhU iam est. 



33ji M. TulH Cieeronis c. rt vn. %. i*-i7. 



nihil, qaed diribitio, nilii]^ quod sappliofttki magi rtr a to i u y, 
dado soffragioriiiii exspecteäir; simnl nt, qui sint professl; vi- 
dero, dioam: g. 15. hie familia coiisiikiri est, ille praetoila; 
reHqaos video ease &i eqaestii toco: sunt omnes sine maviifa^ 
sunt aeqne boni viri atqae integd: sed senrui necesse est gm- 
dos: cedat consnlari generi praetorimn nee contendat eomprae- 
torio nomiae equestw locms. Soblata sunt stndia, exsünctae 
suffiragatioaes, nullae contenüones, nnUa Mhertas popnli in man- 
dandis magistratibas, nnlia exspectatio soffiragionim: nil^, ot 
plemmque evenit, praeter opinionem accidet: nolhi erit postbae^ 
varietas conütioranif. Sin hoc persaepe aecidit, n^ et ftedos 
aüqnos et non factos esse miremur: si campas atqne illae aii- 
dae comitionuB, uit mare profandum et immensam, üo ecteve- 
acont qnodam quasi aesta, ut ad alios aecedant, ab aliis 
recedant: tarnen nos inpeta stadioram ei mota temerilalis 
dum aliqnem et oonsUium et rationem reqidremus? $. 16. Qua 
re noli me ad contentionem vostriun vooare, Laterensis. Ete- 
nürt A popuio it^^ ^t t§M»; ^«ae frontis aperit hominiDD, 
mentis tegit datque eam libertatem, ut quod veünt fJaciaat, pro- 
mittant autem quod rogentur: cur tu id in indicio ut fiat, expii- 
mis, quod non fit in campo? Uic quam ille dignior: perquaa 
grave est dictu. Quo modo igitur est aequius? Sic credo: 
quod agitur; quod satis est iudlci: lue factus est. Cur iste 
potius, quam ego? Vel nescio vel non dico vel deniqne, quod 
mihi gravissumum esset, ü dicerem, sed impune tamen debe- 
rem dicere: Non recte. Nam ()uid adsequerer, si illa extr^na 
defensione uterer: Populnm, quod voluisset, fecisse^ non quod 
debuissetf 

Cap. VIL S'17. Quid 9 si populi quoque factum defondo, 
Laterensis, et doceo Cn. Plancinm non obreposse ad honorem, 
sed eo venisse cursu^ qui semper patuerit hominibus ortis hoc 



Cap. T. $. 14. nihil qaod supplicatio magistrataam, rennnciatio 
•nflhigioram exspeotetor] tUhÜy quod [supplicaiio nut^istratuatm] 
renuntiatio £suffragioruniJ exspectetur. 

Cap. VL S. 15. tamen nos impetn] m tanio nos knpeiu. $. 10. 
contenüoDem vostrumj eotUentionem ve$trvm^ $. 16. Nam quid ad- 
•equerer] Nam quid adsequerere. 



e. rn na %. 17-19. oratio pro Co. Plando. 883 

oofitro equesM looo^ iionwimiie eripece oraüoiii taae contentioiieiii 
voBtrum^ qiiae tnctari dae costnmelia ooo potest, et te ad 
duusMD aliqaando crknenqae dedoc^ef Si^ qood eqniüs Ro« 
mani iliiui est, inferior obbo deboit: omnes tecum e<iiiitiim Ro« 
maoomm filli petivenmt: nihil dico ampiios. Hoo tarnen mir«»', 
cor tu hnic potisfliimDm irascare, qni loogimnme a te aftiit 
Bquidem, ei qoando, ut fit, iactor in turba, non iUam accvso, 
qui ^t in ^nmma sacra via, com ego ad Fabinm förnioem im- 
pellor, »ed enm, qui in me ipsnm incurrit atqao inddit Ta 
neque Q. Pedio, forti viro, saoeensea, neque tnüc A. Pletio, 
ornatiasumo homini, familiari meo, et ab eo, qni hos dimovit, 
potins, quam ab iis, qni in te ipsom ineaboerant, (e depolsom 
pntaa. % 18. Sed tarnen haee tibi est prima com Plancio, ge^ 
nerii vostri familiaeqae oontentio, qua aba te vincitiir: cor enim 
non confitear, qaod necoMe estf Sed non liio magis, quam ego 
a meis competitoribiis et atias et in conaalatos petitione vinoe- 
bar. Sed vi^e, ne haec ipsa, qnae despida, hoic snIQragata 
aint: sie enim confcramns. Est tanm nomen ntraqae ftunilia 
coDsulare. Nam dnbitas igitor, qnin omnes, qni favent*^ .'obili^ 
tati, qui id pntant esse palchermmcim, qni imaginibns, qc\ no- 
minibus vostrls dacuntur, te aedilem fecerint? Eqnidem i|pQ 
dobito. Sed si parom molti sunt, qd nobilitatem ament: nnm 
ista est nostra colpa? Etenim ad ci^nt et ad fontem generis 
ntrinsqne veniamos. 

Cap. Vm. %^ ±9. Tu es e iponidplo anüqolssomo Ta- 
scidano, ex qao sant plommae familiae consulares^ in qaibos est 
etiam laventia: tot e reliquis monidpüs omnibas non sunt: hie 
est e praefectora Atinati, non t^mi prisca, non tarn honorata, 
non tam suborbaaa« Quantam interesse vis ad ratlonem petendi? 
Primum ntmm magis Uvese potas Atinatis an Toscnlanos suis? 
alteri — sdre enim hoo propter vicinitatem ftidle possmn — 
cum hnins omatissomi atque optumi viri, Cn. Saturoini, patrem 
aedilem, cum praetorem videruut, qaod primus üle non modo 



Cap. vn. i, 17. contentionem Tostnmil contentiomm vestrtan, 
S« 18. generis Tostri] generis vestrU generis atrinsqae] utrhuque 
generis. 

Cnp. VIII. $, 19. e manicipio] eae municipio. ex quo sont pla- 
romae fiuniliaej ew quo plmimae famUiae nmt 



334 M. Tulli CiceroDis c viil ix. §• i»-tf. 

in eam famiMam, sed etiam in praefectarma iUam sdlam eara- 
lern adtulisset, mirandom ia modam laetati svnit; altern — cre* 
do^ quia refertum est maniciplom conmilaribas; nam malevolos 
OOD esse certo sdo *- nomquam intellexi vehementius munlei« 
pnm suonim honore laetari. $• 80. Habemos hoc dos: babeot 
nostra manicipla. Qaid ego de me, de trMre meo loquar? 
quorum honoribos ngrl ipsi prope dicam montesqoe fkrermut. 
Num quando vides Tuscalanum aliqaem de M. Gatone illo in 
omni Tirtnte principe , nom de Ti. Coruncanio manleipe rao, 
num de tot Falviis gloHari? verbam nemo facit At in quem* 
cumqae Arplnatem incideris, etiam si nolis, erit tarnen tibi, for* 
tasse etiam de nobis aliqaid^ sed certe de €. Mario andien* 
dam« Primam igitnr hio baboit studia suonim ardentia: to 
tanta^ quaota in hominibas iam satnratis bonoribas esse potae- 
rnnt §. 191. I>einde tni modicipes sant illi qnidem splendidls- 
snrni bomines, sed tamen pauci, si quiden com Atinaübas oon* 
ferantor: boios praefectora plena vironim forf ssamoram , sie nt 
nalla tota Italia freqaentior die! possit. Quam qoidem nunc 
moHitodinem videtis^ iodices, in squalore et lacta suppUcem vo- 
Ms. Hi tot eqaites Romani, tot Iribnni aerarii — nam plebem 
a ludicio dimisimus, qaae cuncta comUiis adfuit — qoid robo- 
ris, qoid dignitatis hoias petiüoni adtulerunt? Non enlm tribom 
Terentinam, de qua dicam alio loco^ sed dignitatem^ sed ocalo* 
rom coniectam, sed solidam et robostam et assidoam ftreqnen- 
tiam praebaeront. Nostra moriicfpia conionctione etiam vicini« 
tatis vebementer moventor. Cap. IX. $. 22. Omnia, quae dico 
de Plancio^ dico expertas in nobis: sumns enim finitomi Atina- 
tibos. Laadanda est vel etiam amanda vicinitas, retinens vete- 
rem illam ofAoi rationem^ non Infascafa malevolcntia, non assneta 
mendaciis, non focosa, non faUax^ non erndlta artificio simid»-« 
tionis vel sobnrbano vel etiam urbano. Nemo . Arpinas dod 
Plancio stnduit, nemo Soranns, nemo Cassinas, nemo Aquinas. 
Tractus ille celeberramus^ VenafhinaS; Allifaniis^ tota deniqoe 

Cap. Vlil. 8. 19. vehementius municipum suoraml vehementius 
[municifmmj suorum, $. 20. agri ipsi prope dicam] agri, prope di- 
cam, ipsi, de nobis aliquid, sed certe de C. Mario] de nobis aUqmd, 
aliquid certe de C. Mario. $• ^1* Nostra mnaicipia] Iam nostra mutO- 
cipia. " 

Cap. K. S. So. illam offici rationem] ttito» of^c'd morem. Tra- 
ctns ille celebermmos] Totus Ule tractus celeberrimut. 



c. IX. X. $. 12-25. oratio pro Co. Plando. 835 

DOBtra Wm ftcqperfi el mondUfsa et Hdeüs et rimplex et fratrix 
(EMonun regio se hiüi» boDore onmri, se mageü dlgnkate arM-« 
trabatnr. Isdernque ouno ex manidpUs adsont eqnites Romaol 
puUice com legatione et testimoiUo: neo mioore naoc sunt sol- 
lidtadine^ qnaortuin emnt stadio. Btenim est gravins spoliarl 
fortnnisy quam non aiigeri digniti^e. $. 98. Krgo ot alia io te 
erant ilhutriora, Laterensis, quae tibi maiores toi reliqnerant: 
sie te PlancloB hoc non sohini manidpi, veram etiam vicinitatis 
genere vincebat Nisi forte te Labicana aot Gablna aot PoviU 
laoa vioinitas adiuvabat. Qulbns e monidpüs vix iam, qni car- 
nem Latinis petant, repeiiiintar. ' Adiangamnsy si vis^ id^ qood 
to buic obease etlam potas, patrem publicanam: qni ordo qnanto 
adiamento sit in lionore qois neseit? Flos enim eqnitnm Roma« 
oonmi; omamentom civitatis , flnnamentnm rd pablicae publica- 
noram ordine continetnr. $. 194. Qnis est igitor^ qoi neget eins 
ofdinis stndinm fbiase in honore Plane! singnlare? Neqne in- 
ioria: vd qood erat pater is, qd est princeps iam dia pnblica- 
noraniy vel qnod is ab sodis ndce diligebatar, vcl qood dili- 
gentissume rogabat^ vel quia pro filio snpplicabatj vd qnod hn- 
ins ipsius in illom ordinem summa olttcia qnaestorae tribnnatus- 
qae constabant^ vel qnod illi in hoc ornando ordinem se ornare 
et consnlere überis suis arbltrabantnr. 

€ap. X. Aliqnid practerea, timide dicam, sed tarnen di- 
cendom est, non enim opibos, non invidiosa gratia, non poten- 
tia vix ferenda, sed commemoratioae l)eneflci, sed misericordia, 
sed predbns aliqnid adtnlimus etiam nos. Appellavi popolnm 
tribuüm, snbmisi me et snpplicavi; nitro mehercnle se mihi et- 
iam offerentis, nitro pollicentis rogavi. Valoit canssa rogandi, 
non gratia. $. 95. Nee d vir amplissnmns, cni nihil est, qnod 
rogänti concedi non inre possit, de aliqno, ut dicis, non impe- 
travit, ego sum arrogans, qnod me valuisse dico. Nam nt 
omittam illod, qnod ego pro eo laborabam, qni valebat ipse per 
sese, rogatio liaeo ipsa semper est gratiosissnma, quae est offi- 
cio necesdtodlnis conlnncta maxome* Neqne enim ego sie ro- 

Cap. ÜC. $,22, ex mnnidpUsl a mtmicipUs. $• ^* Adinngamnsl 
Adiungam> $. 24. eins ordinis] ordinis ems. vel quod buius] vel 
quia huius, 

Cap. X. $. 24. timide dicam] tknide dico* S. 25. haec ipsa] ipuh 



.336 BL Tulli Ciceroms c. z. xl $. tn-sr. 

gabam, ot petere viderm*^ qui» famlliftris easet mens, qida Tid- 
DOS, qaia haiaa parent» semper plnmmam essem lunia: sed ut 
quasi partnü et castodi salutis meae. Noa potenüa mea, Md 
caoflsa rogaüonis foit gratiosa. Nemo mea restttaöone laetatas 
est^ nemo iniuria dohiit, cid dod haios iiv me misericordia graia 
ftaerit S.'96. Etenim si ante reditom menm Cn. Plancio se 
volgo viri inmi^ com bic trilmnatam petzet, nitro offerebant: 
cni nomen menm abeentb honori ftiisset^ ei meas praeeentis 

.preces non pntas profoisse? An Mintnrnensea colonl^ qnod GL 
Marinm e civili ferro atqne ex impüs manibna eripuernnt, q«od 
tecto recepernnty qnod fessnm inedia flnctibnsque recreanmt, 

' qnod viaticnm congessemnt, qnod naviginm dedemnt^ qnod enm 
linqnentem terram eam^ qnam servarat, ^otis^ ominibosy laori- 
misqne prosecnü sunt, aetema in lande versaotnr: Plancio^ qnod 
me vel vi pnlsom vel ratione cedentem receperit, inverit, oo- 
stodierit; bis et senatni popnloqne Romano , nt baberent quem 

ptednoerent, conservarit, honori hanc fldem^ misericordiam^ vir- 
tntem fnisse miraris? 

Cap. XL %. 27. Vltia mebercnle Cn. Planci res eae^ de 
qnibus dixi^ tegere potn^mnt: ne tn in ea vita^ de qna tarn 
dioam, tot et taota adinmeata bnio bonori Aiisse mirere. BDe 
est enim^ qni adolescentnlns cnm A. Torqnato profectns in Afri- 
cam, de ab illo gravissnmo et sanctisanmo atqne omni lande ei 
honore dignissnmo viro dilectns est^ nt et contnberni neceasi- 
tndo et adolescentis modestissnmi pndor postnbUluU. qnod si ad* 
esset, non minns ille declararet, qnam liio ilUns fhiter patmdis 
et sooer, T. Torqnatns, omni Uli et virtnte et lande par: qni est 
qnidem cum illo maxnmis vincnlis et proplDqnitatis et affinitatis coo- 
innctuSy sed ita magni amoris, ut iilae neoesdtudinis canssae leves 
esse videantnr. Fnit in €r^ postea contnbemalis Satnmiiii, pro^ 
pinqni sni, miles hnius Q^ Metelli, cni cnm füerit probatissnmua 
hodieqne sit: Omnibus esse se probatum debet sperare. In ea 
provincia legatns füit C. Sacerdos: qna virtnte , qna constantia 
vir? L« Flaccus: qui homof qui civls? qualem hnnc pntent, 

Cap. X« S* ^* servaratl servaverai. voüs, ominibns Ucrimi»- 
quel lucrimis, votU ominibusij/tte. 

Cap. XI. i. 27. adolescentis] odolescenitdL omni iUij ÜU omnL 
sed ita magni amorisj sed Ua * magnis amoris. cni com ftieritj ffui» 
bui cum fuerii. 



c. XLxn. S.28--80. oratio pro Cn. Plallcio. 337 

assidoitate testimonioqae declarant. $. 98. In Macedonia triba- 
nus militam füit, In eadem proviticia postea qaaestor. Primam 
Macedonia sie enm diligit, at Indicant hi principes clvitatam 
mianun: qui cum missi sint ob aKam caussam, tarnen huins re- 
pentino perionlo commoti hole assident, pro hoc laborant, bnio 
si praesto ftierint, gratios se civitatibns suis flactoros putant^ 
quam si legationem suam et mandata confeceriut. L. vero Apu- 
leius bunc tanti facit, nt morem illum inaioruro, qui praescribit 
in parentum loco quaestoribas suis praetores esse oportere, of- 
Bciis benevolendaque superarit. Tribunus plebis fuit, non for- 
tasse (am vehemens, quam isti, quos tu iure landas: sed certe 
talis, quales si omnes semper füissent, numquam desideratus ve- 
hemens esset tribunus. 

Cap. XII. g. 29. Omitto illa^ quae si minus in seena sunt, 
at oerte cum sunt prolata, laudantur: ut vivat cum suis; pri- 
mum cum parente^ — nam meo iudicio pietas fundamentum est 
omnium virtutum — j quem veretur ut deum , — neque enim 
multo secus est parens liberis —, amat vero ut sodalem, ut 
fratrem, ut aequalem. Quid dicam cum patruo? cum afiini- 
bus? cum propinquisf cum hoc €n. Saturnino, ornatissumo 
viro? cuius quantam honoris huius cupiditatem fuisse creditis, 
cum videtis luctus societatem? Quid de me dicam? qui mihi 
in huius pericnlo reus esse videor? quid de bis tot viris tali- 
fous, quos videtis yeste mutata? Atqui haecsunt indicia^ iudices^ 
solida et expressa, haec signa probitatis non fücata forensi spe- 
cie^ sed domesticis inusta notis veritatis. facilis est ilia occur- 
satio et blanditia popularis; aspicitur, non adtreotatur; procul 
apparet; non excutitur, non in manus sumitur. $. 30« Omnibus 
ig'itur rebus ornatum hominem, qua externis, qua domesticis; 
nonnullis rebus inferiorem, quam te, geueris dico et nominis: 
superiorem alüs^ municipom, vicinomm, societatum studio, meo- 
rum temporam memoria; parem virtute, integritate, modestia^ 
aedilem factum esse miraris? 

Hunc tu vitae splendorem macuUs aspergis istbi? laois 
adulteria, quae nemo non modo nomine, sed ne sospicione qui« 

Cap. XII. §. 29. indlcia, iadieet, soUda] indieia §otida, MUce9. 
(. 80. meoram temporumj temporum meormm, 

SS 



338 M. Tulli Cioeronis c. xn. xiu. $. 30-03. 

dem possit agnoscere: bknarUum appdlas, ut verba eüam fingms, 
non solam crimina. Dactmn esse ab eo in proviDciam aüipieai 
diele lubidinis caussa, qnod non crimen est, sed impanitam in 
maledicto mendaciom. raptam esse mimulam: qnod dicitur Aü- 
nae factom a iaventute vetere qaodam in scenicos iure maxn- 
meqoe oppidano. $• 31. O adolescenüam Iraductam eleganter! 
coi qoidem com qnod liooerit obiiciatur, tamen id ipsom falsom 
reperiatar. — Emissus aliqais e carcere. — Et quidem emissns per 
impradentiam, croissus, ut cognostis, neeessari hominis optumi- 
qoe adoleseentis rogatu: idem postea praemandatis reqnisitus. 
Atque haec nee ulla alia sunt coniecta maledicta in eius vitam, 
de cuius vos pudore, religione, integritate dubiteiis. Cap.XllL Pa- 
ter vero, inquit) etiam obesse filio debet. O vocem duram atque 
indignam tua probitate, Laterensis! Pater ut in indicio capitis, pater 
ut in diroicatione fortunarnm, pater ut apud talis viros obesse filio 
debeatf qui si esset turpissumus, si sordidissumus, tamen ipso 
nomine patrio valeret apud clementis iudlces et misericordis; 
valeret, inquam, communi sensu omnium et dulcissuma commen- 
datlone naturae. % 39. Sed cum sit €n. PJancius is eques 
Romanus, ea primum vetustate equestris nominis, ut pater, ut 
avos, ut maiores eius omnes equites Eomani füerint, summum 
in praerectura florentissuma gradum tenuerint et dignitatis et 
gratiae; deinde, ut ipso in legionibus P. Crassi, imperatoris, In- 
ter ornatissumos liomines, equites Romanos, summo splendore 
faerit; ut postea princeps inter suos, plorumarum rerum san- 
etissumus et iustissumus iudex, maxumarum societatum auctor, 
plurumarum magister, si non modo in eo nihil umqoam repre- 
bensum, sed landata sunt omnia, tamen is oberlt bonesti^sumo 
filio pater, qui vel minus honestum et alienum tueri vel aucto- 
ritate sua vel gratia possit? S* ^* "' Asperius, inquit, locu<- 
tus est aliquid aliquando. — Imo fortasse liberins. — At id 
ipsum, Inquit, non est ferendum. — Ergo hi ferendi sunt, qoi 
hoc qneruntur, libertatem equiäs Romani se ferre non possef 
Ubinam ille mos? ubi illa aequitas iuris? ubi iUa antiqua Über- 
las, qnae malis oppressa civilibus extollere iam capnt et ali- 

Cap. xn. S. 80. impnnitam in maledido mendaeiom] impunitttm 
[in nuOedictoJ mendacium. g. 81. aliguis] atiquL 

Cap. Xin. S* ^* qui hoc quenmturj qui querwUur. 



c. xia 3uy. 8. 33-35. oratio pro Cn. Plancio. 839 

quan^o recreata se eügere debebatf Equitam ego R^iaaDoniin 
in homines Dobilissamos maledicta, publicanorum ia Q. Scae- 
YoJam^ vimm omnibas iogenio, iustitla, integritate praestantem, 
aspere et feroeiter et llbere difta commemorem? 

€ap. XIV. CoD£oli P. Nasicae praeco Granias in medio 
foro, cum ille edicto iastltio domum decedens rogasset Graulum^ 
quid tristia esset: an quod reiectae aoetiones essentf ^ Imo 
vero^ inqtdt, quod legationes. ^ Idero tribuno plebi potentis- 
snrno hominis M. Druso, sed multa in re publica molienti, cum 
ille eum salutasset, nt fit^ dixissetque: Quid agis Grani? re- 
spondit: Imo vero, tu Druse, quid agis? Ille L. Crassi, ille 
^. Antoni voluntatem asperioribus faeetüs saepe perstrinxit im- 
pune. Nunc usque eo est oppressa nostra arrogantia civitas, 
at, quae fdit olim praeconi in ridendo, nunc equiti Romano In 
'plorando non sit concessa libertas. §. 34. Quae enim umquam 
Jak Planci vox eontumeliae potias, quam doloris? quid est au- 
tem umquam questus, nisi cum a socüs et a se iniuriam pro- 
pulsaret? Cum senatus impedlretur, quo minus, id quod hosti- 
bus semper erat tributum, responsum equitibus Romanis redde- 
retur: omnibus illa Inioria dolor! fuit publicanis, sed eum ipsnm 
dolorem hie tulit paullo apertius. Ckimmunis ille sensus in alüs 
iortasse latuit: hie, quod cum ceteris animo sentiebat, id magis 
quam ceteri et voltu promptum habnit et lingua. %. 35. Quam**- 
quam, iudices, — agnosoo enim ex me, -^ jpermulta in Plan- 
cium, quae ab eo numquam dicta sunt, conferuntur. Ego quia 
dico aliquid aliquando, non studio adductus, sed Aut oontentione 
dicendi aut lacessitus; et quia, ut fit^ in multis exit aliquando 
aliquid, si non perfacetum, attamen fortasse non rusüoum: quod 
qaisque dixit, me id dixisse dicunt Ego autem m quid est, 
qaod mihi scitum esse videatur et homlne ingenuo dignum at- 
qae docto, non aspernor; stomachor vero, cum aliorum non me 
digna in me conferuntur. Nam quod primus soivil legem de 
publlcanis, tum, cum vir amplissumus eonsiil id Uli ordini per 

Cap. XIII. $. 38. Romanoram in hominet] Bomanorum [etiamj 
in homines. 

Cap. XIY. S^ 83. in medio foro] medio in faro. üsque eo est op- 
pressa nostra arrogantia eivitac] usque ea oppressa vestra arrogatttia 
civU<u est. %. 84. tait Planci yox} Plimcü vox fuit. dolor! fUit po^ 
blioauls] dolari pubUcanis fuit. , 

»8* 



840 8L Talli Ciceronis c. xv. xvl s- ae-a». 

popolam dedit, qaod per BenatniDy si licolsset, dedisset, si in eo 
crimen est, qaia suffragium tulit: quis Bon tiilU publicaniia ? ai, 
qoia primus scivit: ntnim id sortis esse ris, an eins, qui iOam 
legem ferebat? Si sortis, niiUam crimen est in casa; siconsoliB, 
splendor etiam Planci, imnc a snnuno viro prineipem esse ordi- 
nis iadicatam. 

Cap. XV. $. 36. Sed aüqaando Yeniamus ad caassara. 
In qna ta nomine legb Liciniae, qnae est de sodalicüs, omnia 
ambitas leges complexas es. Nee enim qnidquam aliud io hae 
lege, nisi editidos iudices, secatns es: qnod genas iadlciomm 
si est aecnm uUa in re nisi in hac tribnaria: non intdlego, 
quam ob rem senatus hoo nno in genere tribos edi volnerit ab 
accnsatore, neqne eandem editionem transtalerit in cet^tm caas- 
sas, de ipso deniqae ambitu reiectionem fleri volaeiit iadicom 
altemorum; cnmqne nallom genns acerbitatis praetermitteret, 
Iioc tarnen unnm praetereondam putarit. S* ^^* Quid? huinaoe 
rei tandem obscara canssa est? an et agitata tum, com ista In 
senatn res agebatnr, et disputata hesterno die copiosissome a Q. 
Hortensio, coi tum est senatus assensos? Hoc igitur sensimos; 
cuiaseamque tribns largitor esset et per hanc consensionem« 
quae magis lioneste quam vere sodalltas nominaretar, qnaa 
qiiisque tribam tnrpi largitione cormmperet, enm maxume üs 
hominibns, qui eins tribus essent, esse notnm. Ita patavit se- 
natus, cum reo tribos ederentur eae, qnas is largitione devin- 
ctas haberet, eosdem fore testis et iudices. Acerbum oranino 
genas iudici: sed tamen, si vel soa yel ea, qaae maxame es- 
set cuiqae conioncta, t