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Full text of "Mélanges biologiques tirés du Bulletin de l'Académie impériale des sciences de St. Pétersbourg"

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TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST. - PETERSBOURG. 



Tome XL â 

(M§0 — f §SS). 



(Avec 8 Planches.) 



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St.- PETERSBOURG, 1883. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences; 
à ST.-PÉTERSBOURG : à RIGA: à LEIPZIG : 

HM. Eggers & C M. N. Kymmel; Voss' Sortimont 

tt J. Glasounof; (G. llaeasel). 

Prix: 3 Rbl. 5 Cop. arg. = 10 Mk. 20 Pf. 



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Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des Sciences. 
Décembre 1883. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



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Imprimerie de l'Académie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9® ligne, JV» 12). 



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TABLE DES MATIERES. 



J. F. Brandt. Beobachtungen über die verschiedenen Klei- 
der der Seeotter (Enhidris marina), nebst einigen Be- 
merkungen über ihre geographische Verbreitung . . . 

A, Saefftigen. Zur feineren Anatomie der Milchdrüse wäh- 
rend der Lactationsperiode. (Avec deux Planches.).. 

Dr. W, Dybowski. Einige Bemerkungen über die Veränder- 
lichkeit der Form und Gestalt von Lubomirskia bai- 
calensis und über die Verbreitung der Baikal- 
schwämme im Allgemeinen 

M. Bogdanow. Bemerkungen über die Gruppe der Ptero 
cliden ' . . 

C. Ralchbrenner et F. de Thfimen. Fungorum in itinere 
Mongolico a dar. G. N. Potänin^^t^mGhiÄa.boreali 
a cl. Dr. Bretschneider fectorum enuïûeràtio et 
descriptio 

Dr. F. Morawitz. Die russischen Bombus- Arten in der 
Sammlung der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften .-. .,. , , 

L. Rütimeyer. Bericht über einen Theil âes im Manuscript 
vorhandenen litterarischen Nachlasses von Herrn 
Geheimrath Joh. Friedr. Brandt, Mitglied der Kais. 
Akad. der Wissenschaften zu St. Petersburg 

C. J. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum asiatica- 
rum. IV. (Cum tabula lapidi incisa., 

J. Setschenof, Galvanische Erscheinungen an der cerebro- 
spinalen Axe des Frosches 

Dr. A, Strauch. Bemerkungen über die Eidechsenfamilie 
der Amphisbaeniden 

W. Weliky, Zum feineren Bau des Bindegewebes 



Pagas 



1— 


12 


13— 


40 


41— 


47 


49- 


-55 



. 57—67 
69-144 

145—154 

155—350 

351—353 

355—479 
481—483 



M 



IV — 



J. Borodin. Über krystallinische Nebenpigmente des Chlo- 
rophylls , 485—518 

IV. Wedenskij. Zur Methodik der- telephonischen Beobach- 
tungen über d "panischen M-^^'^e.sw^irkungen wäh- 
rend des willkûnicacu r'"':*iiub»<i^î''. 519 — 521 

Die telephonischen Wirkungen des erregten Nerven 523— 527 

I>r. F. Morawitz. Notiz über Bastarde von Hadropyga ci- 
nerea Vieil, und Hdbropyga melpoda Vieil. 529 — 539 

W. Weliky, Über die Endungen der sympathischen Ner- 
venfaser in den Lymphherzen 541—543 

J. Schmalhausen. Pflanzenpaläontologische Beiträge. (Mit 

2 Tafeln.) •. . . 545—563 

Ph, Owsiannikow. Über das sympathische Nervensystem 
der Flussneunauge, nebst einigen histologischen No- 
tizen über andere Gewebe desselben Thieres 565 — 579 

Dr. Ä. Bunge. Naturhistorische Nachrichten aus der Polar- 
station an der Lena-Mündung 581 — 622 

C. J. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum asiatica- 

rum. V. (Cum 3 tabulis lapidi inscriptis.) 623 — 876 



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mmm biologiques 



TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE IMPERIALE DES SCIENCES 



DE 



ST - PETERSBOÜRG. 

Tome \l 

Livraison L 



(Avec deux Planches. 



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St.-PETERSUOIIIIG, 1881. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences, 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggors & GO M. N. Kymmcl; Voss" Sortiment 

et J. Glasounoi: ((>• Ilacssol). 

Prix: m Cop, arg. ^ 2 Mk. 



u 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Mai 1881. C. Vessel ofsky, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie impériale des sciences 

(Vass.-Ostr., 9® ligne, JN» 12.) 



C 0,N TENU. 



Pages 

J, F. Brandt, Beobachtungen über die verschiedenen Klei- 
der der Seeotter (Enhidris marina), nebst einigen Be- 
merkungen über ihre geographische Verbreitung. . . 1 — 12 

A. Saefftigen. Zur feineren Anatomie der Milchdrüse wäh- 
rend der Lactationsperiode, (Avec deux Planches.) . . 13 — 40 

Dr. W, Dybowski, Einige Bemerkungen über die Veränder 
lichkeit der Form und Gestalt von Lubomirskia bai- 
calensis und über die Verbreitung der Baikal- 
schwämme im Allgemeinen 41 — 47 

M, ßogdanow. Bemerkungen über die Gruppe der Ptero- 

cliden • 49—55 

C. Kalchbrenner et F. de Thümen. Fungorum in itinere 
Mongolico a dar. G. N. Po tan in et in China boreali 
a cl. Dr. Bretschn eider lectorum enumeratio et 
descriptio % 57 — 67 

Dr. F. Morawitz. Die russischen Bombus-Arten in der 
Sammlung der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften 69—144 



I Mai 1880. 

Beobachtungen über die verschiedenen Kleider der 
Seeotter (Enhydris marina), nebst einigen Bemer- 
kungen über ihre geographische Verbreitung. Von 
J. F.Brandt ^ 

I. 

Über die Färbungsverhältnisse der als Pelzwerk 
so hoch geschätzten Seeotter besitzen wir zwar bereits 
Mittheilungen von Steller, Cook, Pallas, Meare, 



1) Der vorliegende Aufsatz fand sicli unter mehr als einem hal- 
ben Hundert nicht edirter Arbeiten im Nachlass des am 3. (15.) 
Juli 1879 verstorbenen Verfassers. Der erste, die Färbungsverhält- 
nisse der Seeotter besprechende Abschnitt desselben wurde übri- 
gens bereits am 19. December 1862 der Akademie zum Druck vor- 
gelegt, um gleich darauf, behufs irgend welcher Ergänzungen, vom 
Verfasser zurückgezogen zu werden und später über anderen neue- 
ren, wichtigeren Themata in Vergessenheit zu gerathen. Was den 
zweiten, von der Verbreitung des Thieres handelnden Abschnitt 
betrifft, so war er nur im Concept vorhanden und ist daher keines- 
wegs als abgeschlossen zu betrachten. Wenn gegenwärtig auch die- 
ser Abschnitt, ungeachtet seines durchaus fragmentarischen Cha- 
racters, der Akademie zum Druck vorgelegt wird, so geschieht dies 
hauptsächlich in Anbetracht einiger darin aufgenommenen interes- 
santen mündlichen Mittheilungen des 1871 verstorbenen Conserva- 
tors El. Wosnessenski. Letzterer hielt sich in den vierziger Jah- 
ren während einer im Auftrage der Akademie unternommenen Reise 
lange Zeit im Gebiet der ehemaligen russisch-amerikanischen Ko- 
lonien, in Kamtschatka u. s. w. auf und wirkte mit musterhaftem 
Eifer als Sammler und Beobachter (A. Brandt). 

Mélanges biologiques. XI. 1 



^ 



— 2 — 

Lichtenstein und A. Wagner: die Angaben der 
drei Erstgenannten sind aber nur kurz und die der 
beiden Letztgenannten gründen sich bloss auf einzelne, 
nicht völlig ausgewachsene Exemplare. Me are konnte 
zwar eine Menge von Exemplaren verschiedenen Al- 
ters untersuchen , doch erschöpfen seine Angaben 
keines w^egs den fraglichen Gegenstand. Da die kost- 
bare und schon seltenere Seeotter selbst in den grös- 
sern zoologischen Sammlungen meist nur in einzelnen 
Exemplaren vertreten ist, während das Museum der 
Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Exemplare 
verschiedenen Alters besitzt, und ich ausser diesen 
Gelegenheit hatte, noch andere, schöne, ausgewachsene 
Exemplare in der Niederlage der Russisch - amerika- 
nischen Compagnie in Augenschein zu nehmen ; da ich 
ferner vom Conservator unseres Museums Herrn 
Wosnessenski, der mehrere Jahre hindurch die 
meisten der jetzigen Wohnorte der Seeotter besuchte, 
Nachrichten über die Seeotter, namentlich auch über 
Abweichung derselben in der Färbung, einziehen 
konnte, — so hielt ich es nicht für überflüssig nach- 
stehende Mittheilungen zu machen. 

Der Entdecker der Seeotter, St eller^ berichtet, dass 
die einen der Exemplare noch dunkler als schwarzer 
Sammt oder Seide, die andern aber von der allerweis- 
sesten Farbe seien und ein silberartiges Ansehn hät- 
ten. In Bezug auf die Letztern fügt er hinzu: er wisse 
nicht, ob sie Altersverschiedenheiten oder eine andere 
Art oder endlich ein blosses Naturspiel seien, indes- 
sen wäre er geneigt, sie eher für sehr alte Exemplare 
zu halten. Bei den Kurilischen Inseln wurde, wie er 
ferner bemerkt, von der Zeit der Besitznahme Kam- 



— 3 — 

tschatka's durch die Russen an bis zu seinem dortigen 
Aufenthalte nur ein einziges weisses Exemplar ge- 
fangen. 

Im Allgemeinen kann man von der Färbung der 
Seeotter sagen, dass der Kopf stets weit heller als die 
andern Theile, ja häufig, wie stets die Lippen und das 
Kinn, ganz weiss oder nur schwarz mit Braun über- 
laufen oder auf braunem oder auf schwärzlichem 
Grunde mehr oder weniger stark weiss gestichelt 
erscheint. Oft (ja fast gewöhnlich) nimmt selbst der 
Hals und Nacken, nicht selten selbst die Brust, ja zu- 
weilen auch der Vorderbauch an der Kopffärbung 
mehr oder weniger Theil. Die Grundfarbe des Rückens, 
der Seiten^ des Bauches und des Schwanzes, so wie 
gewöhnlich auch die der Vorderbeine ist entweder 
tief glänzend schwarz, oder zieht etwas ins Graue oder 
sehr stark ins Kaffeebraune. Die Hinterfüsse erschei- 
nen stets brauner als die Vorderfüsse. Uebrigens sind 
sämmtliche dunkel gefärbte Theile, je nach der gerin- 
gern oder sehr beträchtlichen , sehr variabeln 
Menge der mit ihrer weissen, glänzenden Endhälfte 
vortretenden Steif haare mehr oder weniger, zuwei- 
len so dicht weiss gestichelt, dass sie die dunkle 
Grundfarbe mehr oder weniger verdecken und dem 
ganzen in einer gewissen Entfernung betrachteten 
Thier ein silberweisses glänzendes Ansehen geben. 

Übereinstimmend mit S teil er sagt Wosnessen- 
ski, dass die in der Nähe von Kamtschatka, nament- 
lich auch die bei den Kurilischen Inseln vorkom- 
menden Exemplare durch das Vorherrschen der dun- 
kelschwarzen Farbe sich auszeichnen; obgleich sie, 
wenn auch nur schwach und stellenweis, häufig einen 



— 4 — 

sehr leichten, oft fast unmerklichen oder schwer be- 
merklichen bräunlichen Schimmer haben. 

Ein prachtvolles, als jetzt sehr seltene Erscheinung 
in der Nähe des südlichsten Vorgebirges von Kam- 
tschatka, dem Cap Lopatka, erlegtes altes Exemplar, 
welches das Museum der Munifizenz Seiner Majestät 
des Kaisers verdankt, zeigt als Beleg der Angaben 
Steller's und Wosnessenski's folgende Farbenver- 
hältnisse. 

Die sammtartig glänzende, dunkelschwarze, kaum 
sehr leicht bräunelnde, Grundfarbe tritt auf dem 
Rücken, den Seiten, dem Bauche, dem Schwänze und 
den Vorderfüssen hervor^). Die durch die weissen 
Endhälften der stark vortretenden Steif haare bewirkte 
Stichelung (die übrigens individuelle und von den 
Jahreszeiten bedingte Abweichungen bietet), ist so 
modificirt, dass die dunkle Grundfarbe an den ge- 
nannten Theilen meist nur wenig oder kaum verdeckt 
wird, so dass die mit weissen Haarspitzen verseheneîi 
Stichelhaare sogar ziemlich vereinzelt erscheinen kön- 
nen. Selbst die Endhälften der langen, sehr dichten, 
schwach gewellten, ungemein zarten Wollhaare sind 
dunkelschwarzbraun gefärbt. Der Vorderkopf ist oben 
und an den Seiten schwarzbraun (heller als der Rumpf) 
und im Ganzen nur wenig weiss gestichelt. Nur die 

2) Diese, sowie auch die weiter unten angeführten Farbenanga- 
ben treffen gegenwärtig (1880) nicht mehr zu; da sich unterdessen 
das Colorit der Bälge, trotz der für gewöhnlich herabgelassenen 
dunklen Vorhänge im Museum auffällig geändert hat, besonders an 
den dem Lichte am meisten exponirten Stellen. An der gegenwärtig 
den Fenstern zugewandten Seite erscheint das eben erwähnte beste 
Exemplar merklich heller; beide Seiten sind dunkelbraun, nicht 
schwarz; fast schwarz ist nur der stets im Schatten stehende 
Schwanz zu nennen. (A. B.) 



Oberseite der Schnautzenspitze und die Kehle, deren 
Grundfarbe weniger intensiv als die des Oberkopfes 
auftritt, bieten eine ziemlich starke, weisse Stichelung. 
Die Lippen und das Kinn sind sogar schmutzig-weiss. 
Der Hinterkopf, die Kopfseiten hinter und unter den 
Ohren, und die Seiten des Halses ziehen etwas ins 
Braune und zeigen eine massige weisse Stichelung. 
Die Oberseite der Hinterfüsse bietet eine mehr dun- 
kel-schwarzbraune als bräunlich-schwarze Färbung. 
Die Länge des Exemplars beträgt von der Schnautzen- 
spitze zum Schwanz gemessen 1,34 M. die Schwanz- 
länge 0,28 M. 

Abweichend von den genannten sammt-schwarzen, 
als Pelzwerk am höchsten geschätzten, Exemplaren 
sind nach Wosnessenski die an der Westküste Ameri- 
kas etwa vom 50. bis 56. Breitengrade vorkommen- 
den Exemplare mehr oder weniger stark weiss gesti- 
chelt, so dass die Grundfarbe mehr oder weniger stark 
verdeckt wird und der Kopf wie der Hals weisser als 
bei den beschriebenen dunkelschwarzen, an den Küsten 
Asiens heimischen Exemplaren erschienen. 

Ein altes, von der amerikanischen Küste aus dem 
Kadjakschen Jagdbezirke^) stammendes, von der 
Schnautzenspitze zur Schwanzwurzel 1,56 M. messen- 
des Exemplar, welches ich näher untersuchen konnte, 
bot folgende Farbenverhältnisse. 

Der Rücken, die Seiten, der Bauch und der Schwanz 



3) Um die gänzliche Vertilgung der Seeottern zu verhindern, 
hat nämlich die russisch-amerikanische Compagnie die Einrichtung 
getroffen, dass in ihren vier Jagdrevieren, das von Kadjak, Una- 
laschka, Atoha und der Kurilen, wo die Seeotter lebt, nicht alljähr- 
lich in allen , sondern nur in einzelnen derselben Seeottern gejagt 
werden dürfen. 



— 6 — 

haben eine dunkelscliwar/e, aber sehr leicht ins Graue 
ziehende Grundfarbe, sind aber so stark und dicht 
weiss gestichelt, dass sie, wenn die Haare dicht anlie- 
gen, in einer gewissen Entfernung eine glänzende, 
silberweisse Farbe zeigen. Selbst die Flaumhaare der 
genannten Exemplare spielen leicht ins Graue. Der 
Kopf ist mehr oder weniger weisslich , ja stellenweis 
fast weiss, vorn jedoch mehr oder minder graubraun 
überlaufen. Der Rücken und Hals sind mehr oder 
minder dunkelbraun und mehr oder weniger stark mit 
weiss gestichelt. Die Vorderfüsse sind mehr oder 
minder schwarz, jedoch weiss gestichelt. Die eben- 
falls weiss gestichelten , bräunlich-schwarzen Hinter- 
füsse spielen mehr oder weniger ins Graue. 

Die südlich von Kadjak an den Küsten Californiens 
gefangenen Exemplare besitzen nach Wosnessen- 
ski eine mehr oder weniger ins Kaffeebraune ziehende 
Grundfarbe, bieten also eine dritte Farbennuance. 

Die Färbungsverhältnisse der Seeottern ändern 
aber nicht nur je nach den Jahreszeiten und der Ver- 
schiedenheit der Geschlechter, sondern auch zufällig, 
als Farbenspiel ab. 

An den weniger dicht und lang behaarten Sommer- 
fellen tritt die dunkelschwarze Grundfarbe besonders 
am Rumpfe stärker hervor als an den länger und 
dichter mit Haar besetzten Winterfellen, da bei er- 
stem die mit weissen Endspitzen versehenen Steif- 
haare in geringerer Menge wahrgenommen werden, 
ein Mangel der in noch grösserem Maasse bei den 
asiatischen als bei den an den amerikanischen Küsten 
heimischen Exemplaren beobachtet wird. 

Nach Meare sollen die dunklern, schwärzern Bälge 



— 7 — 

der Mäuiicheii schöner sein als die der Weibchen, 
deren Kopf, ünterhals und Unterleib mit mehr oder 
weniger weissen und groben Haaren bedeckt wäre. 
Wosnessenski berichtete mir nur, dass die alten 
Männchen, ausser der etwas ansehnlicheren Grösse, von 
den "Weibchen sich nur durch eine etwas dunklere 
Grundfarbe und die stärker abgesetzte weisse Fär- 
bung des Kopfes, Halses und der Brust unterschieden, 
jedoch keineswegs gröbere Haare besässen. Von ei- 
gentlich nicht von der Verschiedenheit des Wohnorts 
herzuleitenden Farbenspielarten der Seeotter ist bis 
jetzt nur eine durch Pallas (Zoogr. I. p. 202) be- 
kannt geworden. Derselbe sah nämlich ein durch 
Billings mitgebrachtes kurzhaariges, ganz gelblich- 
weisses, mitten auf dem Rücken jedoch grau angelau- 
fenes Fell einer Seeotter, welches offenbar nur eine 
eigenthümliche Spielart im Sommerkleide darstellte, 
was mir um so glaublicher erscheint, da die normal 
gefärbten Seeottern im Sommer dunkler zu sein 
pflegen. 

Eine zweite Farbenspielart hatte ich selbst Gele- 
genheit am Winterkleide eines alten 1,49 M. langen 
männlichen Exemplars zu beobachten , das im Kadja- 
ker Jagdbezirke der amerikanischen Compagnie erlegt 
worden sein soll. 

Der Kopf, die Kehle, die Brust und die Mitte des 
vorderen Theiles des Bauches waren mehr oder we- 
niger rein weiss und nur hie und da bräunlich , und 
zwar wolkenartig überlaufen , während der grösste 
Theil der Fusse , mit Ausnahme des graubraunen 
Pfotenrückens, ebenfalls weiss, aber mit Graubraun 
melirt und gestichelt erschien. In der Färbung des 



— 8 — 

Rumpfes ähnelte das fragliche Exemplar dem oben be- 
schriebenen, ebenfalls aus dem Kadjaker Jagdbezirke 
stammenden. Genauer betrachtet möchte übrigens die 
eben geschilderte Spielart das Extrem der weissen 
Färbung des Vorderkörpers darstellen und^ich als 
eine auf das erwachsene Thier ausgedehnte aber noch 
weiter und unvergleichlich schöner entwickelte jugend- 
liche Färbungs - Abweichung (siehe unten) ansehen 
lassen*). 

Fragen wir nun nach den Ergebnissen, zu welchen 
die vergleichenden Schilderungen der Färbungsver- 
hältnisse der alten, aus verschiedenen Gegenden ihres 
Wohngebietes stammenden Seeottern führen dürfte, 
so möchte sich folgendes bemerken lassen. Die kuri- 
lischen und frühern kamtschatkischen Exemplare er- 
innern durch ihre dunkle Färbung an die mehr oder 
weniger ins Schwarze ziehenden Farbentöne der Thiere 
des ihren Wohnorten benachbarten östlichen asia- 
tischen Festlandes. Sie weichen dadurch, wenn auch 
nur in den Extremen ihrer Färbung, von den gewöhn- 
lich weniger intensiv geschwärzten und viel stärker 
weiss gestichelten , daher hellem , die nördlichem 
westamerikanischen Küsten bewohnenden Artverwand- 
ten ab. Sie entfernen sich aber auch wie die Letztge- 
nannten von den an den californischen Küsten beob- 
achteten, eine mehr oder weniger kaffeebraune Grund- 
farbe, also eine dritte Farbennuance bietenden Exem- 
plaren. Die genannten Erscheinungen, da sie sich, 



4) Eine weitere interessante individuelle Farbenvarietät zeigte 
ein erst nach Abfassung dieses Aufsatzes dem Museum der Akade- 
mie zugegangenes Fell , welches leider später zu Grunde gegangen 
ist. Dasselbe war hell chocoladenbraun und weiss gescheckt. (A. B.) 



j 



— 9 — 

namentlich in Bezug auf die in den Asien benachbar- 
ten Meeren vorkommenden Individuen, sehr wohl mit 
den in Ostasien vorkommenden klimatischen auf die 
Haar- und Federbildung einwirkenden, sie schwär- 
zenden, Einflüssen in Beziehung bringen lassen, dürf- 
ten übrigens zu dem Resultate führen, dass die frag- 
lichen Abänderungen klimatischen Einwirkungen zu- 
zuschreiben sein möchten. 

Schliesslich möge es gestattet sein zur Vervollstän- 
digung der frühern Angaben noch einige Worte über 
die Jugendkleider der Seeotter hinzuzufügen, da diese 
von denen der erwachsenen Thiere sich sehr bedeu- 
tend unterscheiden. 

Ungeborene, aber schon ziemlich ausgebildete 0,31 
M. lange Exemplare, wovon unsere Sammlung eins 
besitzt, bieten ein zwischen dem Flaum- und Con- 
tourhaar die Mitte haltendes kurzes, anliegendes Haar- 
kleid. Der Rumpf erscheint ziemlich hellbraun und 
weiss gestichelt. Der Kopf und Hals nebst dem Vor- 
derrücken sind etwas schmutzig weiss und nur hie und 
da hellbraun gefleckt oder gewässert. 

Junge Exemplare, wie sie schon Steller charakte- 
risirte und das Museum der Akademie gleichfalls eins 
von 0,62 M. Länge (den 0,14 M. betragenden 
Schwanz nicht mitgerechnet) besitzt, zeigen ein mehr 
oder weniger wollartiges , schwarzbraunes Haar. Ihr 
Kopf ist mehr oder weniger weiss oder weisslich. 

n. 

Die ausführlichsten, aus mehreren Quellen zusam- 
mengestellten Daten über die Verbreitung der Seeot- 

Mélanges biologiques. XI. ^ 



— 10 — 

ter finden wir meines Wissens bei A.Wagner (Sehr eb. 
Säugeth. Suppl). Pallas (Zoogr. I p. 100) sagt, die 
Seeotter finde sich auf der asiatischen Ostseite vom 
45 bis fast zum 60"^, ginge aber an der gegenüberlie- 
genden amerikanischen Küste noch weiter südlich. In 
der That lässt der Wundarzt und Naturforscher Me n- 
zies (der Begleiter Vancouver's) dieselbe an der 
Westküste Amerikas nicht bloss südlich bis zum 30., 
sondern sogar nördlich bis zum 62° verbreitet sein. 
Diese Angaben könnten indessen nur für die Zeitpe- 
riode Geltung haben, in welcher die beiden genann- 
ten Männer lebten. Namentlich mögen die Angaben, 
welche Pallas über die südliche Verbreitungsgrenze 
der Seeotter in den die Küsten Asiens bespülenden 
Meeren macht, deren frühere ursprüngliche, sich ver- 
muthlich noch weiter nach Süden erstreckende Wohn- 
orte nicht mehr umfassen. Es scheint mir wenigstens 
nicht wahrscheinlich, dass wenn die nördlich bis zum 
60. oder 62. Grade verbreitete Seeotter nach Men- 
zies in der Nähe der amerikanischen Küsten noch 
unter dem 30^ vorkam , dieselbe ursprünglich an den 
asiatischen Küsten erst 1 5° nördlicher (unter dem 45°) 
begonnen habe. Nach Mittheilungen, welche Wos- 
nessenski von Japanern erhielt, werden Seeottern 
noch bei der Insel Jesso gejagt, was also auf ein noch 
südlicheres Vorkommen deutet. Die schon in so 
früher Zeit industriellen Bewohner des nördlichen Ja- 
pans und Chinas oder ihre Pelzlieferanten könnten 
sie schon früh in den noch südlicheren ihnen zugäng- 
lichen Meeren theils ausgerottet, theils nach Norden 
gedrängt haben. 

Als Wosnessenski sich im nördlichen Theil des 



— 11 — 

Stillen Oceans befand, kam die Seeotter bei Kam- 
tschatka nicht mehr vor. Höchstens verirrten sich 
einzelne von den Kurilen stammende Exemplare zur 
Südküste Kamtschatkas. Indessen versicherten ihm 
sehr alte glaubwürdige Bewohner der Halbinsel, sie 
hätten diese Thiere noch bis zum Ausfluss des Anadj^r 
beim Vorgebirge Fadejew, also etwa bis zum 64^, wo 
jetzt, wie bei Kamtschatka, keine mehr vorkommen, 
gejagt. Zu Wosnessenski's Zeit fand sich die See- 
otter in der Nähe des asiatischen Continents nur noch 
an den nördlichen Kurilen. 

Nach Wosnessenski trifft man unser Thier von 
der Vancouver- Insel (éS"") bis zum Kenai-Busen (55°), 
mehr einzeln an der Behrings- und Kupferinsel. Häu- 
figer, ja theilweis ziemlich häufig, findet es sich an 
allen Aleuten, dann an allen Kurilen und noch weiter. 
Früher kamen Seeottern auch bei den Inseln Georgi 
und Paul bis zum 58° vor. 

Bei Californien soll man nach Wosnessenski jetzt 
keine mehr fangen. Nichtsdestoweniger versicherten 
ihm californische Jäger, die Seeottern gingen bis zum 
Südende Californiens , also bis zum Wendekreis des 
Krebsesund viel weiter nach Süden, als Menzies 
angiebt; indessen kämen sie nur sehr einzeln im Sü- 
den vor. 

Schliesslich darf noch die Bemerkung Platz finden, 
dass die Seeotter zu den Thieren gehört, deren Ver- 
breitungsgrenzen bereits sowohl nach Süden, als auch 
nach Norden sehr beschränkt wurden, zu den Thieren 
deren baldiger Untergang mit Sicherheit vorauszu- 
sagen ist. Wie rasch die numerische Abnahme des 
Thieres von statten gegangen, erhellt namentlich auch 



— 12 — 

aus folgenden Daten. Bassow, ein Kosakenunteroffi- 
cier, brachte im Jahre 1755 oder 1756 von einer 
Fahrt nach der Behringsinsel und mehreren kleineren 
Inseln 1670 Seeotternfelle mit, — mehr denn andert- 
halb mal so viel, als die amerikanische Compagnie jetzt 
durchschnittlich alljährlich zu Markte bringt (v. Baer. 
Bull. sc. 1861. Mél. biol. T. III. 1861. p. 526). 



>Jeî<X)- 



.! 

i 

(Tiré du Bulletin, T. XXVII, pag. 15—22.) ] 



l^ Octobre 1880. 

2b 



Zur feineren Anatomie der Milchdrüse während der 
Laotationsperiode. Von A. Saefftigen. 

Aus dem histologischen Laboratorium der St. Petersb. Uuiversität. 
(Avec deux planches.) 

Die microscopische Untersuchung der Milchdrüse 
dürfte bei der ausserordentlichen Zartheit dieses Or- 
gans, der Winzigkeit der wichtigsten Formbestand- 
theile und der Natur des Secrets, der Milch, welche 
bei ihrer Undurchsichtigkeit überaus störend in den 
Gang der Beobachtung eingreift, vielleicht mit mehr 
Schwierigkeiten verknüpft sein, als die Untersuchung 
irgend einer andern Drüse ; rechnet man noch den 
Umstand hinzu, dass die Herbeischaffung des Mate- 
rials an gewisse Bedingungen geknüpft ist und nicht 
jederzeit ermöglicht werden kann, so möchte in allem 
Obigen der Grund dafür zu suchen sein, weshalb die 
Ansichten der Gelehrten über den Prozess der Milch- 
absonderung so widersprechend lauten, und die Litte- 
ratur der Jetztzeit über dieses Organ so arm ist. Letz- 
terer Umstand war das Motiv, dass ich bei der Wahl 
eines histologischen Thema mich für die Erforschung 
der Milchdrüse entschloss, und wenn ich auch noch 

Mélanges biologiques. XI. 2 



— 14 — 

nicht im Stande bin, ein in allen seinen Details voll- 
kommenes, einheitliches Bild darzustellen, so will ich 
doch die Ergebnisse , die ich während einer längeren 
Beschäftigung mit diesem Organe gesammelt habe, 
kurz mittheilen. Bevor ich aber mit der Beschreibung 
der einzelnen Elemente der Milchdrüse beginne, möchte 
ich noch einiger Beobachtungen über die Abhängigkeit 
ihres secretorischen Theils von den Nerven erwähnen. 

Schon a priori konnten durch einen künstlichen Eeiz 
der Milch drüsennerven nicht dieselben eclatanten Er- 
gebnisse erwartet werden, die man z. B. an den Spei- 
cheldrüsen erzielt hat, trotz der Analogie, die sich an 
beiden Organen in vielen Hinsichten beobachten lässt; 
nichtsdestoweniger wurde eine Beschleunigung der 
Function der durch den electrischen Strom irritirten 
Milchdrüsen bemerkt. Als Beispiel mag eine Katze 
dienen; während der zweiten "Woche der Lactations- 
periode konnten ihr durch Melken nur einige wenige 
Milchtropfen aus jeder Warze abgewonnen werden. 
Nachdem die Drüse dem Nervenreiz vermittelst des 
Inductionsstromes im Verlauf von einer Minute aus- 
gesetzt gewesen war, wurde nach dem Versuche vor- 
ausgegangener Abtragung der Haut an den betreffen- 
den Stellen, eine Anschwellung der Milchausführungs- 
gänge beobachtet, und das ganze Drüsengewebe ge- 
wann einen mehr weisslichen Ton. Diese Symptome 
verstärkten sich, wenn man den Strom in Pausen von 
drei bis fünf Minuten mehrere mal nach der Reihe 
einwirken Hess. Nach dem Versuche sonderte sich die 
Milch beim Melken in grösseren Quantitäten aus. 

Da die Blosslegung der Drüsennerven behufs Ver- 
bindung mit den Electroden mit dem Abtragen eines 



— 15 — 

bedeutenden Theiles der Drüse selbst von der Bauch- 
wand verbunden war, das Organ also in diesem Falle 
in anormale Verhältnisse gebracht werden musste, wo 
schon der blosse Luftreiz auf die physiologischen 
Functionen einwirken konnte, ausserdem die Manipu- 
lationen mit den ausserordentlich feinen Br. glandu- 
läres der Nn. supraclaviculares und intercostales pre- 
cär war, bediente ich mich des reflectorischen Nerven- 
reizes, indem ich die centralen Stümpfe der Nn. va- 
gus und ischiadicus benutzte. 

Leider war es wegen der äussersten Feinheit der 
Milchausführungsgänge sehr schwer, ein Glasrohr in 
einen derselben einzuführen, so dass eine genauere 
Messung der Milchzunahme während des Versuches 
nicht möglich wurde ; schnitt man die Warze an ihrer 
Basis ab, um den während des Experiments wachsen- 
den Milchtropfen zu fixiren, so hinderte das durch 
die Irritation reichlicher hervorquellende Blut die 
Beobachtung. 

Ähnliche Erscheinungen, wie bei Anwendung des 
electrischen Stromes, ergaben sich, wenn man Jabo- 
randi oder Pilocarpin in sehr verdünnten Lösungen 
ins Blut injicirte. Am auffälligsten waren die Resul- 
tate, die durch Jaborandi an einer Katze erzielt wur- 
den , die sich schon nicht mehr fern vom letzten Sta- 
dium der Lactationsperiode befand, und deren Junge 
sich nicht mehr ausschliesslich von der Muttermilch 
ernährten; ausserdem war das Thier circa anderthalb 
Wochen hindurch vor dem Versuche in einem engen 
Raum gehalten, und sehr unregelmässig gefüttert 
worden. 

Durch mechanischen Druck konnte durchaus keine 



- 16 — 

Milch aus der Drüse gepresst werden, dagegen quol- 
len etwa 15 Minuten nach Injection von Jaborandi 
beim Melken die ersten Milchtropfen heraus; in Zwi- 
schenpausen von 1 Minuten habe ich dieselbe Warze 
gemelkt, und nach Verlauf einer halben Stunde konnte 
man die Milch durch Druck in einem feinen Strahl 
heraustreiben. Hierauf fing die Drüse an schwächer 
zu fungiren, und nach etwa einer bis anderthalb Stun- 
den hörte jede Thätigkeit wieder auf. Dieses wären 
sämmtliche Ergebnisse, die durch physiologische Ex- 
perimente erzielt wurden. 

Noch will ich in Kürze des Einflusses der verschie- 
denen Reactive auf das Drüsengewebe, namentlich auf 
die eigentlichen Drüsenzellen, erwähnen. 

In frischem Zustande, bei Benutzung von humor 
aqueus als Untersuchungsflüssigkeit, ist die Milchdrüse 
der microscopischen Beobachtung fast unzugänglich 
wegen der ausserordentlichen Zartheit der Drüsen- 
zellen , die sich durch Zerzupfen, ohne durch Macera- 
tion dazu vorbereitet zu sein, durchaus nicht isoliren 
lassen. Die Zellen werden von den Nadeln zerrissen, 
wobei die Kerne herausfallen, und der ganze Zell- 
inhalt sich unter die üntersuchungsflüssigkeit mischt. 
Ausserdem hindern die unzähligen Fettkügelchen, die 
sich nicht fortspülen lassen, die Beobachtung. Der 
Zusammenhang der Elemente musste daher durch 
irgend ein Reagens gelockert werden. Die schönsten 
Präparate habe ich von Drüsen erhalten, die einen 
bis zwei Tage in einer 3 — 57^ Chloralhj^dratlösung 
oder einer gleichconcentrirten Solution des Krause'- 
schen molybdänsauren Ammoniaks gelegen hatten, in- 
dem ich dieselbe Flüssigkeit als Medium während der 



— 17 — 

Beobachtung benutzte. Die einzelnen Elemente Hessen 
sich leicht durch Zerzupfen oder Schaben mittelst des 
Scalpells isoliren, und die Zellconturen traten scharf 
hervor. Die Kerne und Kernkörperchen waren ein 
wenig gequollen, und in molybdänsaurem Ammoniak 
nahm diese Quellung nach längerem Einwirken des 
Reagens zu. Als Färbungsmittel leistete letzteres Re- 
activ hier nichts, da nur das Bindegewebe einen bläu- 
lichen Ton gewann, während weder die Drüsenzellen 
selbst, noch deren Kerne sich tingiren Hessen. Die 
meisten der Milchkügelchen, welche nicht im Proto- 
plasma der Drüsenzellen lagen, lösten sich von den 
übrigen Elementen ab und tauchten an die Oberfläche 
der üntersuchungsflüssigkeit unmittelbar an die un- 
tere Fläche des Deckgläschens empor, so dass sie beim 
Durchmustern der Präparate nur wenig störten. 

Fast eben so gute Resultate ergab schwaches Jod- 
serum ^), nur war das Zerzupfen darin mit mehr Schwie- 
rigkeiten verbunden. 

Nach längerer Einwirkung dieser Flüssigkeiten 
schrumpften die Drüsenzellen und nahmen eine kör- 
nige Beschaffenheit an , so dass sie für die Unter- 
suchung untauglich wurden. Die günstigste Beobach- 
tungszeit ist der andere Tag nach dem Einlegen in 
die Reagentien. 

1) Eigentlich weiss ich nicht, ob das Jodserum, dessen ich mich 
mit iDesonderem Erfolge bei Isolirung der später zu erwähnenden 
Korbzellen bedient habe, obgleich es fast farblos war, schwach ge- 
nannt werden kann, weil es schon V-/^ Jahre vor dieser Ai*beit prä- 
parirt worden war und sich in dieser Zeit, obgleich es meist an ei- 
nem dunklen Ort stand , leicht Jodverbindungen haben bilden kön- 
nen, da von Zeit zu Zeit einige Tropfen starken Jodserums zuge- 
gossen worden waren. Bereitet wurde es aus dem Fruchtwasser von 
Schafsembryonen. 

M.élauges biologiques. XI. «^ 



-• '' 



— 18 — 

Das bei Untersuchung anderer Drüsen von Manchen 
empfohlene chromsaure Ammoniak in fünfprocentiger 
Lösung leistet hier nichts, weil die Zellconturen fast 
spurlos verschwinden, und darin macerirtes Gewebe 
sich nachträglich nur schwer und unvollkommen zer- 
zupfen lässt. 

Die übrigen chromsauren Salze, sowie die freie 
Chromsäure, verändern stark das Protoplasma der 
Drüsenzellen, und ihre Einwirkung offenbart sich in 
den einzelnen Fällen so verschiedenartig, dass es 
schwer hält, den richtigen Zeitpunkt für die Unter- 
suchung zu treffen. 

Gute Schnitte erhielt ich aus Stücken, die in ge- 
sättigter Pikrinsäurelösung mit darauf folgender Alko- 
holeinwirkung gehärtet waren; statt der einfachen 
Pikrinsäure habe ich mich auch des Klein enberg'- 
schen Gemisches (100 Pikrinsäurelösung, 2 Schwefel- 
säure, 300 Wasser), bedient. Unmittelbar konnte Spiri- 
tus nur in verdünntem Zustande angewandt werden, um 
allmählich bis zur vollständigen Erhärtung des Gewebes 
verstärkt zu werden. Directe Anwendung des Alko- 
hols hat eine starke Schrumpfung zur Folge, wobei 
das Plasma der einzelnen Drüsenzellen fast zu einer 
homogenen Masse zusammengedrückt wird. Durch 
vorhergegangene Behandlung mit einer 0,2-procenti- 
gen Lösung von Chlorplatina, behufs vorläufiger Fixi- 
rung der Elemente, traten die Kerne sehr scharf her- 
vor und Hessen sich auch nachträglich gut tingiren. 

Der Chromsäure und ihrer Salze habe ich mich 
hier wiederum nur selten bedient, weil diese Keactive 
zu sehr das Gewebe entstellten und oft Trugbilder 
verursachten. So habe ich z. B. an Chromsäureprä- 



— 19 — 

paraten Drüsenzellen gesehen, welche auf langen dün- 
nen Stielen sassen, die sich an ihrer Basis wieder aus- 
breiteten ; solche Gebilde hatten das Ansehen von 
Spermatoblasten en miniature^ was sich an anderen 
Präparaten niemals bemerken liess. 

An allen derartig behandelten Schnitten konnten 
keine Milchkügelchen beobachtet werden, weil ihr 
Inhalt sich in Alkohol gelöst hatte. Nach Chromsäure- 
einwirkung machten sie den Eindruck von membran- 
losen Fettkügelchen ; manchmal liess sich eine Ver- 
einigung derselben in grössere Tropfen wahrnehmen. 
Um diesem Übelstande abzuhelfen, wurde das Gewebe 
der Einwirkung von Iprocentiger Osmiumsäure wäh- 
rend 24 Stunden ausgesetzt, wobei es eine schnitt- 
fähige Consistenz erhielt. Die Milchkügelchen bekamen 
ihre charakteristische schwarze Färbung, verloren die 
Fähigkeit bei nachträglicher Behandlung mit Alkohol 
sich zu lösen und konnten unverrückt in den Drüsen- 
zellen und den Hohlräumen der Drüsenbläschen beob- 
achtet werden. Die Zellkerne, etwas graubräunlicher 
als das fast hell gebliebene Protoplasma imprägnirt, 
traten an Osmiumpräparaten leidlich scharf hervor, 
ebenso die Kernkörperchen ; nur die Zellconturen wa- 
ren leider nicht überall gleichdeutlich wahrnehmbar. 

Die Anordnung der Elemente konnte an Osmium- 
säurepräparaten am sichersten constatirt werden. 

Was die Tinction anbetrifft, so habe ich sie nur sel- 
ten an Macerationspräparaten angewandt, weil sämmt- 
liche Farbeflüssigkeiten zu störend auf die Zell- und 
Kernconturen wirkten. Ausserdem Hessen sich schon 
macerirte Gewebestücke, nachdem sie in irgend einer 
Tinctionsflüssigkeit gelegen hatten, nur unvollkommen 



— 20 — 

zerzupfen. Die besten Dienste hat mir noch eine Lösung 
des Brazilin und Hämatoxylin geleistet ; erstere erhielt 
ich, indem ich Fernambuck- oder Sapanholz in halb- 
procentiger Alaunlösung kochte und der filtrirten ab- 
gekühlten Lösung einige Tropfen Essigsäure bei- 
mischte. 

Einen Tag lang in Jodserum macerirte Drüsen- 
stückchen von der Grösse eines Stecknadelkopfes wur- 
den auf weitere 24 Stunden in diese Flüssigkeit ge- 
than und darauf in sehr verdünntem Glycerin (1 Gl. 
zu 6 Aq.) zerzupft. Die Zellkerne waren intensiv schar- 
lachroth tingirt, während das Protoplasma fast farblos 
geblieben war. 

Auch Schnitte wurden mit gutem Erfolg auf diese 
Weise gefärbt; bediente man sich zu ihrer Tinction 
des Hämatoxylins, so trat der beste Effect ein, wenn 
man ausserordentlich schwache Lösungen in grosser 
Quantität 24 — 48 Stunden einwirken Hess. 

Karmin und Anilinfarben haben weniger geleistet. 
Ersteres benutzte ich, um die Elemente des Binde- 
gewebes zwischen den Drüsenläppchen und Drüsen- 
bläschen hervorzuheben. 

Sämmtliche Schnittpräparate wurden in verdünntem 
Glycerin oder in essigsaurem Kali untersucht und con- 
servirt, da Canadabalsam dem Gewebe eine glasartige 
Durchsichtigkeit verlieh , welche die Wahrnehmung 
einzelner Details in hohem Grade erschwerte. 

Um nicht bei genügend Bekanntem zu verweilen, 
will ich von dem macroscopischen Bau der Milchdrüse 
absehen und zur Beschreibung zunächst ihrer wichtig- 
sten Formbestandtheile, der Drüsenzellen oder Epi- 
thelialzellen, schreiten. 



— 21 — 

Das sind zarte, äusserst kleine, membranlose Ge- 
bilde von abgerundet polygonaler oder unregelmässi- 
ger Form; oft sind sie cylinderförmig oder conisch, 
so dass ihre Höhe die Breite übertrifft. Sie bestehen 
aus einem structurlosen , hellen, fast durchsichtigen, 
stellenweise körnigen Protoplasma, welches einen ver- 
bal tnissmässig grossen, oft länglichen Kern mit einem 
oder zwei Kernkörperchen umschliesst (Taf. 1. Fig. 
I, II, III). Ausserdem enthalten diese Zellen in mehr 
oder minder grosser Anzahl Fettkügelchen von sehr 
verchiedener Grösse; diese sind aber von den in der 
Untersuchungsflüssigkeit suspendirten Milchkügelchen, 
die sich oft an die Drüsenzellen heften, schwer zu un- 
terscheiden, und oft war es sogar zweifelhaft, ob die 
fixirte Zelle in ihrem peripherischen Theil Milchkügel- 
chen enthielt, oder ob diese ihr bloss von aussen ad- 
härirten. Daher habe ich beim Abbilden der Drüsen- 
zellen von den Milchkügelchen vollständig abgesehen 
und sie nur auf Taf. 1 . Fig. I, 5 und III, 5 aufgezeich- 
net, um ihre Grösse im Yerhältniss zu der Zelle an- 
zugeben. 

Die Drüsenzellen kleiden die Acini und Drüsengänge 
in ununterbrochener Schicht aus. Nur selten, und das 
an kleinen Drüsenbläschen, z. B. an manchen Acini 
einer trächtigen Katze, habe ich zwei Lagen beobach- 
ten können, eine peripherische und eine centrale. In 
diesem Falle waren die Zellen der centralen Schicht 
länglich, conisch zusammengedrückt und kleiner als 
die an der Peripherie (Fig. II auf Taf. 2). 

Einen Unterschied der Drüsenzellen der Acini und 
der Milchgänge habe ich nicht bemerken können. 
Letztere trugen auch nicht, wie etwa die Secretions- 



— 22 — 

gauge der Speicheldrüse, ihr eigenthümliches Gepräge, 
sondern waren aus vollständig denselben Elementen 
und in gleicher Anordnung zusammengesetzt, wie die 
Acini, so dass sie an Schnitten von diesen kaum un- 
terschieden werden konnten; ebenso ist es mir nie 
gelungen, den Übergang von Drüsenbläschen in Drüsen- 
gänge deutlich zu beobachten. 

In manchen Fällen, namentlich an einer Kaninchen- 
drüse, seltener bei anderen Thieren (Katze, Taf. 1, 
Fig. III, 7), waren von diesen Drüsenzellen aus feine 
Fortsätze wahrnehmbar (Taf. 1, Fig. I 1, 2, 3, II 2, 
III 2, 3, 4). 

Anfangs führte mich dieses auf den Gedanken, ob 
ich es hier nicht mit Nervenenden zu thun hätte, mit 
etwas Ähnlichem, wie Pflüger ^) es an den Zellen 
der Speicheldrüsen beschreibt; bald jedoch musste 
diese Ansicht verworfen werden, da die Fortsätze 
verhältnissmässig bei wenigen Drüsenzellen anzutreffen 
waren und sich niemals bis ins Protoplasma hinein, 
etwa bis zum Kern, verfolgen Hessen. Auch riefen 
Chlorgold und Osmiumsäure nicht die ihnen eigen- 
thümliche Reaction auf Nervenfasern hervor. Ich glaube 
eher, hier mit Plasmafortsätzen zu thun gehabt zu 
haben, freilich ohne dass mir ihre Bedeutung klar ge- 
worden wäre; an manchen Präparaten (Taf. 1, Fig. 
III 7) konnte verfolgt werden, wie die Conturendes 
Protoplasma sich allmählich in einem Winkel näher- 
ten und in einen Fortsatz ausliefen. Im Übrigen wa- 
ren diese Bilder den Pflüger'schen Präparaten ver- 
gleichbar, nur dass sich das der Drüsenzelle entgegen- 

2) Pflüger, Strieker's Handbuch der Lehre von den Geweben. 
Leipzig 1871. 



— 23 — 

gesetzte Ende des Fortsatzes nie wie dort im Zusam- 
menhange mit einer Ganglienzelle erblicken Hess. 
Merkwürdig an einigen Fortsätzen war, dass sie un- 
mittelbar an der Zelle ausserordentlich dünn waren 
und von da ab, je weiter sie sich verfolgen Hessen, 
umsomehr an Dicke zunahmen. 

Theilungen dieser Zellen konnten an allen, sowohl 
fungirenden, als auch solchen Drüsen, die dem träch- 
tigen Thiere entnommen waren, beobachtet werden 
(Taf. 1, Fig. I 3, 4, II 1, 6, III 3, 6, 8), niemals aber 
wurden sie massenhaft an bestimmten Orten oder zu 
gewissen Zeiten gefunden. Solche Bilder, wie sie z. B. 
Lavdowsky^) von durch den electrischen Strom ge- 
reizten Speicheldrüsen zeichnet, konnten an der Milch- 
drüse nicht wahrgenommen werden; wenn sich Zell- 
theilungen vorfanden , so waren es ihrer 1 — 3 im 
Durchschnitt eines Drüsenbläschen , während andere 
Stellen des Präparates keine einzige Zelltheilung zeig- 
ten, und an Macerationspräparaten konnten auch nur 
wenige im Verhältniss zu den vielen intacten umher- 
schwimmenden Zellen entdeckt werden. Ich glaube 
überhaupt annehmen zu dürfen, dass die Zelltheilung 
hier langsamer vor sich geht, als in den Speichel- 
drüsen, und dass hauptsächlich diesem Umstände die 
ungünstige Wirkung aller künstHchen Reizmittel auf 
das Quantum der beim Experimente sich ausscheiden- 
den Milch zuzuschreiben ist. 

Auch die Kariolysis bei Zelltheilungen habe ich be- 
obachten können, wenn auch selten und nicht so deut- 



3) M. Lavdowsky. Zur feineren Anat. und Physiol, der Spei- 
cheldrüse, insbes. der Orbitaldr. — Archiv für microscop. Anatomie 
von La Valette St. George und Waldeyer. Band XIII, Heft 2. 



— 24 — 

lieh ausgedrückt, wie ich sie an fertigen Präparaten 
aus dem Salamanderhoden und der Haut von Tritonen- 
larven gesehen hahe. Es liess sich trotzdem an man- 
chen Kernen ein sternartiges Aussehen, an anderen 
fadenförmige Fortsätze bemerken. Ich habe solch einen 
Fall mit möglichster Sorgfalt auf Taf. 1, Fig. I, 4 ab- 
gebildet. 

Die geeignetste Untersuchungsflüssigkeit für Kern- 
theilungen war Humor aqueus mit einem minimalen Zu- 
satz von Ameisensäure. Ich verfuhr folgendermaassen : 
Aus einem Stücke der frischen, noch warmen Drüse, 
das auf den Objectträger in einige Tropfen Humor 
aqueus desselben Thieres gelegt war, wurden durch 
Zupfen und Schaben die Kerne aus den Drüsenzellen 
herausgepresst , was leicht gelang ; hierauf wurde das 
Ganze mit einem Deckgläschen bedeckt, und darauf ein 
kleiner Tropfen einer 1% Ameisensäure hinzugethan. 

Auf diese Weise liess sich sowohl symmetrische, als 
auch unsymmetrische Kerntheilung und in vielen Fäl- 
len eine sternförmige Verdichtung der Kernsubstanz 
um das Kernkörperchen herum bemerken (Taf. 1, 
Fig. IV, 1 — 4). 

Die Beobachtung war allerdings durch die Winzig- 
keit dieser Drüsenzellkerne und durch die starken 
Systeme, die angewandt werden mussten, erschwert, 
trotzdem aber kann ich diese sternförmige Verdichtung 
nicht als ein durch die Ameisensäure hervorgerufenes 
Artefact bezeichnen, da ich an Kernen, die sich nicht 
theilten, nie dergleichen habe beobachten können. 

Was die Grösse der einzelnen Drüsenzellen ein und 
desselben Organs in den verschiedenen Acini, wenn 
man sie senkrecht zu ihrer Basis ansieht, betrifft, so 



— 25 — 

variirt sie ausserordentlich, so, dass es schwierig ist, 
ein bestimmtes Maass anzugeben. Die Abbildungen 
Taf. 1 , Fig. I 8, 7, 1 1 , II 3, 4, III 5, 6 stellen Flächen- 
ansichten von Stücken aus Acinuswänden einer Katzen- 
drüse mit Verschiedengrossen Zellen dar. Bei ihrer 
Vergleichung finden wir, dass die Kerngrösse meisten- 
theils sich gleich bleibt, und dass das Volumen von 
der Masse des Protoplasma abhängig ist. 

Auch die Höhe der Drüsenzellen ist, wie schon oben 
bemerkt wurde, verschieden; es konnte in dieser Hin- 
sicht sogar eine bedeutende Differenz zwischen den 
Zellen ein und desselben Drüsenbläschens bemerkt 
werden. Fig. IV auf Taf. 2 stellt neben verhältniss- 
mässig niedrigen Zellen solche dar, die den Durch- 
schnitt ihrer Basisfläche 4 — 5 mal an Höhe übertreffen. 

Was die Farbenimbibitionsfähigkeit dieser Zellen 
betrifft, so habe ich bemerkt, dass ihre Kerne sich 
gut in Lösungen von Hämatoxylin, Brazilin und in 
stark mit Essigsäure versetzten Anilinfarben tingiren; 
das Protoplasma nimmt in diesen Flüssigkeiten keinen 
Farbstoff auf, wohl aber wird es imprägnirt von Chlor- 
gold, Goldchloridnatrium und Palladiumchlorür, wäh- 
rend die Kerne dabei hell bleiben. Neutrale Anilin- 
lösungen, oft auch Karmin, geben eine diffuse Fär- 
bung, während Osmiumsäure und Platinchlorid fast gar 
nicht auf den Farbenton der Drüsenzellen influiren. 

Wenden wir uns nun zu anderen Elementen der 
Milchdrüse, die auch zu ihrem secretorischen Theile 
gehören. 

Neben den Drüsenzellen finden wir im Irinern der 
Acini sphärische Gebilde von kleinerer Gestalt, als 
erstere in ausgewachsenem Zustande; sie enthalten 

Mélanges biologiques. XI. 4 



— 26 — 

gewölinlicli Milclikügelchen in einem körnigen Proto- 
plasma. Das sind diejenigen Zellen, welche die soge- 
nannten Kolostrumkörperchen geben ; ich will sie hier 
der Kürze wegen Kolostrumzellen nennen. Fig. I 9, 10, 
Fig. VI 1—3 auf Taf. 1 und Fig. III, a, d auf Taf. 2 
zeigen sie auf verschiedenen Stufen der Entwickelung. 
Ich habe sie an Drüsen trächtiger und solcher säugen- 
der Thiere gefunden, die eine Zeitlang schlecht ge- 
füttert worden waren, oder sich in der letzten Zeit der 
Lactationsperiode befanden. Ihre Kerne sind verhält- 
nissmässig kleiner und nur in solchen Zellen vollkom- 
men prall, in denen noch keine Fettkügelchen zu sehen 
sind; in Milchkügelchen enthaltenden Zellen zeigen 
die Kerne mehr oder weniger unregelmässige Conturen 
und machen den Eindruck, als wären, sie atrophirt. 

Die Vertheilung dieser Zellen in der Drüse ist sehr 
unregelmässig. An manchen A cinusdurchschnitten findet 
man ihrer drei bis fünf, während an anderen Präpara- 
ten desselben Thieres man sie auf dem Durchschnitt 
eines ganzen Drüsenläppchen nur vereinzelt bemerken 
konnte. In situ lassen sie sich an Schnitten aus in 
Osmiumsäure gehärteten Stückchen demonstriren, ohne 
darauf folgende Alcoholbearbeitung. Schnitte aus Os- 
miumpräparaten waren überhaupt die einzigen, an wel- 
chen ich die Kolostrumzellen deutlich von den Drüsen- 
zellen unterscheiden konnte. Dabei lässt sich auch 
ihr Inhalt an Milchkügelchen, die sich schwarz färben, 
genau controliren. 

Diese Zellen sind zwischen die typischen Drüsen- 
zellen eingebettet und von letzteren nur selten voll- 
ständig, gewöhnlich nur theilweise umschlossen, so 
dass ihre eine Hälfte frei ins Innere des Acinus hin- 



— 27 — 

einragt. Frei werden sie schon als Kolostrumkörper- 
chen, wo sie dermaassen mit Milchkügelchen überfüllt 
sind, dass sie ein maulbeerartiges Aussehen bekommen. 

Nach Ansicht Raubers*) wären diese Gebilde weisse 
Blut- und Lymphzellen, welche aus dem Interstitial- 
gewebe in das Drüsenbläschen eingewandert hier durch 
Fettdegeneration Milchkügelchen zu bilden beginnen ; 
genannter Forscher hält sämmtliche geformte Bestand- 
theile der Milch für ein Product nur dieser Zellen. 

Was erstere Annahme betrifft, so sind meine Beob- 
achtungen an den oben erwähnten Kolostrumzellen 
nicht so ausgedehnt gewesen, dass ich im Stande wäre, 
sie positiv für selbstständige typische secernirende 
Elemente zu erklären und eine mögliche Einwanderung 
in den Acinus in Abrede zu stellen, oder für eine 
solche zu plaidiren und die Kolostrumzellen für iden- 
tisch mit weissen Blut- und Lymphzellen des anlie- 
genden Stroma zu halten ; ich will hierzu nur folgendes 
bemerken: Die Zahl der Kolostrumzellen war unver- 
hältnissmässig klein im Vergleich zur Masse der lym- 
phoiden Elemente des die Drüsenbläschen umschlies- 
senden Bindegewebes, in vielen milchhaltigen Acini 
fehlten sie gänzlich und wurden, wie schon oben er- 
wähnt, nicht in allen Drüsen gefunden; andererseits 
konnten im bindegewebigen Gerüst mancher, Kolostrum- 
zellen enthaltender Acini die lymphoiden Körperchen 
nicht entdeckt werden. 

Wenden wir uns für ein paar Augenblicke zum Pro- 
zess der Milchabsonderung. 

Es existiren heutigen Tags zwei Ansichten darüber, 

4) A. Raub er. Über den Ursprung der Milch und die Ernäh- 
rung der Frucht im Allgemeinen. Leipzig 1879. 



— 28 — 

die beide vertheidigt werden. Ein Theil der Gelehrten 
hält dafür, dass die Drüsenzellen nur ein einziges Mal 
Milchkügelchen zu formen im Stande seien, und dass 
sie, nachdem sich dieselben în ihrem Innern gebildet 
und eine gewisse Grösse erreicht haben, sich von der 
Acinuswand lösen, ins Milchplasma übergehen, beim 
Freigeben der fertigen Milchkügelchen zu Grunde 
gehen und durch neue Zellen ersetzt werden. Nach 
Meinung Anderer vermag ein und dieselbe Drüsen- 
zelle unbestimmte Zeit hindurch Milchkügelchen zu 
erzeugen, indem sie die fertigen aus ihrem Plasma ins 
Innere des Acinus hinausstösst. 

Einen ganz anderen Ursprung der Milch leitet Räu- 
ber, wie schon erwähnt wurde, von Lymphoiden-Ele- 
menten her , indem er die Epithelialzellen von der 
Production der Milchkügelchen ausschliesst, — eine 
Ansicht, die sich mit beiden oben genannten Theorien 
und allem, was ich über den Prozess der Milchsecre- 
tion beobachtet zu haben glaube, nicht verträgt. 

Ohne mich ausschliesslich einer der ersterwähnten 
beiden Ansichten anschliessen zu können, muss ich be- 
kennen, wenn auch nicht Beweise für jede dieser An- 
schauungen, so doch starke Andeutungen gefunden zu 
haben, die beide Theorien möglich machen. Als Erklä- 
rung für den Untergang der Drüsenzellen mögen die Pro- 
toplasmaconglomerate, sowie einzelne Zellkerne dienen, 
die ich oft in den Acini wahrnehmen konnte. Des- 
gleichen möchte folgender Umstand zu Gunsten der- 
selben Anschauungsweise sprechen. An der Wand eines 
Drüsenbläschens (Schnitt, Osmiumpräparat Taf. 2, Fig. 
VI), dessen Inneres mit Milchkügelchen überfüllt war, 
dessen Zellen also in letzter Zeit stark gearbeitet hat- 



— 29 — 

ten, fand ich die Zahl der Drüsenzellen zu gering im 
Verhältnis^ zum Product, das sie geliefert hatten, und 
die Vermuthung lag nahe, es hätten an der Secretion 
der Milchmenge noch andere Zellen theilgenommen 
und wären in Folge der Arbeit zu Grunde gegangen. 
Ihre Überreste sah man allerdings nicht, weil die vie- 
len Milchkügelchen alles Übrige maskirten. Die Zell- 
kerne lagen in diesem Falle im Acinusdurchschnitt 
in unregelmässiger, durch Lücken unterbrochener 
Reihe, und manche von ihnen waren in der Theilung 
begriffen. Nur die Protoplasmamasse bedeckte die 
ganze Acinuswand, freilich in verhältnissmässig nicht 
dicker Schicht, die am dünnsten an kernlosen Stellen 
war. Man könnte sich diesen Umstand dadurch er- 
klären, dass ein Druck von innen des von Milch strotzen- 
den Acinus auf das Protoplasma der übriggebliebenen 
Zellen ausgeübt wird, und dass in Folge dessen dieses 
sich auszubreiten sucht. 

Eine andere Deutung finde ich in der mir, während 
ich dieses schreibe, zugänglich gewordenen Abhand- 
lung Heidenhain's ^). Letzterer und Partsch ^) ge- 
hen freilich von dem Standpunkte aus, dass die Drüsen- 
zellen nicht vollständig zu Grunde gehen, sondern es 
äussere sich ihre Secretion in einem Abstossen der 
Milchkügelchen nebst einem Theile des Protoplasma, 
in welchem der Kern mit einbegriffen sein kann. Wen- 
det man dieses auf gegebenen Fall an , so würde man 
es am Grunde der Lücken mit dem übriggebliebenen 



5) Handbuch der Physiologie, herausg. von Hermann. Leipzig 
1880. Fünfter Band, erster Theil, pag. 383. 

6) C. Partsch. Über den feineren Bau der Milchdrüse. Breslau 
1880. 



— 30 — 

Tlieile des mit dem Kerne in das Drüsensecret über- 
gegangenen Protoplasma zu thun haben. 

Obige Bilder nun bewogen mich anzunehmen, dass 
die Drüsenzellen nach der Milchabsonderung zu Grunde 
gehen, bis ich in der letzten Zeit meiner Arbeit durch 
andere Erscheinungen stutzig gemacht worden bin. 
Als Beispiel mag ein ^ Acinusdurchschnitt (Osmium- 
präparat. Taf. 2, Fig. Y) dienen, welcher der durch den 
Inductionsstrom irritirten Hundedrüse entnommen war. 
Die Drüsenzellen erschienen gleichmässig an einander 
gereiht, und ihre Conturen waren scharf gezeichnet. 
Im Innern des Acinus Hessen sich sphärische Milch- 
kügelchen in geringer Anzahl wahrnehmen, während 
die meisten sich im Plasma der Drüsenzellen befanden. 
Letztere konnten von ersteren leicht dadurch unter- 
schieden werden, dass sie zusammengedrückt waren, 
und zwar so, dass ihre Längsachsen im Verhältniss 
zum Acinus radiär verliefen. Diese Veränderung der 
Form lässt sich durch den seitlichen Druck erklären, 
der bei dem durch das Reactiv bedingten Schrumpfen 
des Plasmas auf die Milchkügelchen ausgeübt wird. 
Das Charakteristische nun bestand in der Anordnung 
dieser Milchkügelchen; sie lagen nämlich alle in dem 
Theile des Protoplasma, welcher dem Acinuscentrum 
zugekehrt war; hinter ihnen befanden sich die Zell- 
kerne, und der Theil des Protoplasma, welcher an die 
Acinusmembran grenzte, war vollständig frei von Milch- 
kügelchen; über einige der letzteren war es schwer 
zu urtheilen, ob sie sich schon im Secret oder noch 
im Protoplasma befanden : sie erschienen auf der Grenze 
und riefen den Eindruck hervor, als ob sie eben frei 
würden. 



— ai - 

Es liesse sich diese Anordnung der Milchkügelchen 
schwer erklären, wenn man den Untergang der Zellen 
annehmen wollte, und ich glaubte daher hier mit einer 
Absonderung von Milchkügelchen zu thun zu haben. 
Nach den neuesten oben genannten Untersuchungen 
von Heidenhain und von Partsch würde diese An- 
nahme insofern modificirt werden, als bei Absonderung 
der Milchkügelchen der um sie gruppirte Theil des 
Protoplasma mit abgestossen würde. 

Da es mir nicht gelungen ist, die Ursachen für 
diese beiden augenscheinlich wesentlich von einander 
verschiedenen Erscheinungen zu finden, muss ich mich 
jedes positiven Urtheils über den Prozess bei der 
Milchabsonderung enthalten, zumal es mir gewagt 
scheint, gleichzeitig in dem einen Falle eine vollstän- 
dige Vernichtung der Zelle, im anderen ihre weitere 
Function anzunehmen. 

So viel über die speciell secernirenden Zellen der 
Milchdrüse; wenden wir uns nun zu ihren anderen 
Elementen. 

In den Drüsenbläschen finden sich Kerne, oft 2 — 4 
in jedem Durchschnitt, welche hart an der Acinus- 
membran sitzend erscheinen (Taf. 2, Fig. II c; VI e, 
VII a etc.). Anfänglich nahm ich an, die Zellen, mit 
deren Kernen ich es hier zu thun hatte, lägen inner- 
halb der Acinusmembran, und ich könnte sie selbst 
nicht unterscheiden, weil ihre Protoplasmaconturen 
— ich stellte mir diese Zellen membranlos wie die 
Drüsenzellen vor — in Osmiumsäure, woraus ich die 
ersten Präparate erhalten hatte, nicht deutlich ausge- 
drückt worden seien, wie das leider oft bei Osmium- 
säurepräparaten der Milchdrüse der Fall ist. Die Ver- 



— 32 — 

muthung lag nahe, dass diese Zellen eine ähnliche phy- 
siologische Bedeutung hätten, wie etwa die Ursamen- 
zellen der Samendrüse, und zur Bildung der speciell 
secernirenden Drüsenzellen dienten. Erst bei Durch- 
musterung von Macerationspräparaten erwies sich die 
Irrigkeit dieser Ansicht. 

In diesem Falle nämlich wurde ersichtlich, dass die 
Kerne, deren ich oben erwähnte, zu modificirten Binde- 
gewebszellen gehörten, die ich mit Anderen der Kürze 
halber Korbzellen nennen will, da sie die Bestand- 
theile eines bindegewebigen Korbes sind, welcher das 
Drüsenbläschen umschliesst. Mehrere von diesen Ge- 
bilden sind auf Taf. 1, Fig. VIII 1 — 10 dargestellt. 
Es sind das ähnliche Zellen, wie man sie an anderen 
Drüsen beobachtet hat, und vollkommen identisch denen, 
die Lavdowsky aus der Speicheldrüse isolirt und 
abgebildet hat. Als modificirte Bindegewebszellen müs- 
sen diese Gebilde ihrer abenteuerlichen Gestalt wegen 
genannt werden, und weil ihre Fortsätze sich theilen, 
während es doch sonst für ausgebildete Bindegewebs- 
zellen als eine conditio sine qua non gilt, dass ihre 
Ausläufer sich nicht verzweigen. 

Betrachtet man solch eine isolirte Korbzelle en 
profil^ so erscheint der Kern nicht mitten in der Zelle, 
sondern an einer Seite hervorragend, und zwar an der 
Seite, die in natürlicher Lage dem Acinus zugekehrt 
ist. An Schnitten sind diese Zellen sehr schwer oder 
gar nicht wahrnehmbar, und dann eben erscheinen 
ihre hervorragenden Kerne zwischen die Drüsenzellen 
eingeklemmt. 

Zur Isolirung der Korbzellen wurde Jodserum an- 
gewandt, und das ist das einzige Reactiv, welches wirk- 



— 33 — 

lieh gute Dienste leistet; dabei ist man an keine be- 
stimmte Zeit für die Untersuchung gebunden, im 
Gegentheil, je länger das Gewebestückchen in Jod- 
serum gelegen hat, desto vollkommener lassen sich 
die Zellen isoliren und werden ausserdem durch das 
Reactiv nicht verunstaltet. Aus Präparaten, die 5 bis 
7 Wochen lang in Jodserum gelegen hatten, gelang 
es mir ganze Korbtheile (Taf. 1, Fig, VIII 7) zur 
Anschauung zu bringen. 

En face betrachtet, haben die Korbzellen das Aus- 
sehen eines Sternes, dessen Centrum vom Zellkörper 
mit Kern und deutlichem Kernkörperchen gebildet 
wird. Von diesem Zellkörper nehmen etwa 3 — 6 
Fortsätze ihren Anfang, von denen manche sich thei- 
len. Diese Fortsätze vereinigen sich mit ähnlichen an- 
derer benachbarter Zellen und bilden auf diese Weise 
ein Netz oder einen Korb, der sich eng an das Drüsen- 
bläschen, d. h. unmittelbar an die Drüsenzellen an- 
schliesst und von da aus sich weiter über die Drüsen- 
gänge erstreckt. Die Form des Kerns, welcher grös- 
ser ist, als der Drüsenzellkern, ist selten rund, ge- 
wöhnlich oval, manchmal von der Gestalt des Zellkör- 
pers beeinflusst; so ist er z. B. auf Taf. 1, Fig. VIII 4 
dreieckig. Fig. IX auf Taf. 1 stellt einen Theil einer 
Acinuswand mit einer Korbzelle in situ vor. 

Die Grösse dieser Zellen variirt noch mehr, als die 
der Drüsenzellen, und ist mit von der Grösse des Aci- 
nus bedingt; in Fig. VIII 1, 2 sind zwei extreme 
Fälle abgebildet. Auch eine Theilung der Korbzellen- 
kerne konnte, am häufigsten an stark secernirenden 
Drüsen, beobachtet werden (Taf. 1, Fig. VIII 5, 7, in 

Mélangea biologiques. XI. 5 



— 34 — 

Vig. VIII 9 eine Zelle mit drei eben durch Theilung 
entstandenen Kernen). 

Lavdowsky beschreibt an den Gaumenschleimhaut- 
drüsen des Kaninchens Zellen, die sich von den ge- 
wöhnlichen Korbzellen durch einen mehr cubischen 
Körper und stumpfe schaufeiförmige Fortsätze unter- 
scheiden. An der Milchdrüse Hessen sich in Zupf- 
präparaten Zellen bemerken, die manches Ähnliche 
mit jenen hatten; sie waren bedeutend kleiner, als 
sonst Korbzellen sind, hatten einen grossen Kern und 
zeichneten sich durch kurze schaufeiförmige Ausläufer 
aus ; eine cubische Zellkörperform konnte hier nicht 
beobachtet werden. Ausserdem unterschieden sie sich 
von den typischen Korbzellen dadurch, dass ihre Kerne 
einer intensiveren Tinction durch Hämatoxylin und 
Brazilin fähig waren. Trotzdem tragen diese Zellen 
ein zu wenig specialisirtes Gepräge, um sie aus der 
allgemeinen Gruppe der Korbzellen auszuschliessen 
und ihnen eine besondere Function zuzuschreiben. Viel 
eher könnte man es hier mit noch nicht ausgewach- 
senen, unentwickelten Korbzellen zu thun haben. 

Einen eigenen Charakter haben dagegen die Zellen, 
die auf Taf. 1, Fig. VII 1, 2 abgebildet sind. Sie fal- 
len auf durch ihren mächtigen ovalen Kern mit grossem 
Kernkörperchen. Man wäre geneigt, diese Gebilde 
ihrer Form nach für Elemente einer Membran zu hal- 
ten, und ich dachte hier mit Elementen der membrana 
propria zu thun zu haben, bis ich mich davon über- 
zeugte, dass letztere homogen ist. Diese Zellen haben 
einen flachen, unregelmässigen, durchsichtigen Zell- 
körper, der an Grösse den Körper der Korbzellen be- 
deutend übertrifft ; wie bei letzteren nehmen vom Kör- 



— 35 — 

per Ausläufer ihren Anfang, die aber sehr unregel- 
mässig vertheilt und von denen die meisten bedeutend 
feiner, als die der Korbzellen sind. Oft (Taf. 1, Fig. 
VII 1 ) spaltet sich der Zellkörper und läuft dann in 
feine Fäden aus. An Schnittpräparaten ist alles dieses 
nicht wahrnehmbar, und so ist mir denn der Fundort 
und die Rolle , die diese Zellen in der Milchdrüse 
spielen, vollständig unbekannt geblieben. 

Die schönsten und meisten Präparate wurden durch 
zweitägige Maceration des Gewebes in fünfprozentiger 
Chloralhydratlösung gewonnen. 

Wie schon oben erwähnt wurde, ist die memhrana 
propria des Drüsenbläschens structurlos; sie erhält 
nach Alcoholeinwirkung ein körniges Aussehen. Um 
ihr Verhältniss zum Drüsenbläschen kennen zu lernen, 
benutzt man am besten eine fünfprocentige Lösung 
von molybdänsaurem Ammoniak; sie erscheint alsdann, 
wie das Sarcolemma des Muskels nach Wasserimbibi- 
tion, in blasenartigen Ausbuchtungen. Aus solchen 
Präparaten erhellt, dass die Korbzellen von der 7nem- 
hrana propria umschlossen werden, nicht ihr aussen 
anliegen, und jdass letztere in keinem organischen Zu- 
sammenhange mit ersteren steht, oder doch wenigstens 
nur durch einen sehr leicht zerstörbaren Kitt mit ih- 
nen verbunden ist. Dasselbe wird auch in Zupfpräpa- 
raten dadurch bestätigt, dass man niemals die Ver- 
ästelung der Korbzellen durch ein Häutchen verbun- 
den sieht. 

Fig. VIII auf Taf. 2 zeigt die Membran h mit dem 
anliegenden Korbzelleugeflecht a, wie sie durch Aus- 
pinseln und Ausspülen eines Schnittes erhalten wurde. 
Das Präparat muss ich aber als ein zufälliges bezeich- 



— 36 — 

nen, da es mir später nie wieder gelungen ist, die 
membrana propria auf diesem Wege zur Anschauung 
zu bringen. 

Das Gerüst des ganzen secretorischen Apparates 
der Milchdrüse wird durch Bindegewebe gebildet, des- 
sen Fasern in stärkeren Strängen und Schichtungen 
die Drüsenläppchen und in schwächeren die einzelnen 
Acini von einander trennen. Ein sehr hübsches und 
übersichtliches Bild von diesem Gerüst erhält man, 
wenn man zum Färben der Schnitte Karmin oder Picro- 
karmin benutzt. Die Acini bleiben farblos oder werden 
gelb tingirt, während alle bindegewebigen Elemente 
einen intensiven rothen Ton annehmen. Am efiPectvoll- 
sten färben sich Schnitte aus Chromsäurepräparaten. 

Zur Demonstrirung von Plasmazellen bedient man 
sich des Hämatoxylins, auch Brazilin hat mir vortreff- 
liche Dienste geleistet. Von ihrer Existenz habe ich 
mich durch das Recept von Ehrlich') überzeugt. 

Ausser Plasmazellen findet man noch im Binde- 
gewebe in grosser Anzahl die spindelförmigen Binde- 
gewebskörperchen in zwei Gestalten, die auf Taf. 1, 
Fig. V 1, 2 abgebildet sind. 

Was die nervösen Elemente der Milchdrüse anbe- 
trifft, so habe ich meist negative Resultate erhalten. 
An passend bearbeiteten Schnitten der Katzendrüse 
(Osmiumsäure oder Chlorgold mit nachfolgender Amei- 
sensäureeinwirkung) Hessen sich nur Trümmer von 
Nervenfasern zwischen den Drüsenläppchen veran- 



7) P. Ehrlich. Beiträge zur Kenntniss der Anilinfärbung und 
ihrer Verwendung in der mikroscopischen Technik. — Archiv für 
mikroscopische Anatomie, herausgeg. von La Valette St. George 
und Walde y er; dreizehnter Band, zweites Heft, pag. 263. 



— 37 — 

schaulichen , und auch an Zupfpräparaten konnte man 
niemals das Verhältniss der Nerven zu den Acini sich 
aufklären; eben so wenig war es möglich, einen Zu- 
sammenhang zwischen Nerven und secernirenden Ele- 
menten zu bemerken. Gangliencomplexe , wie sie an 
den Speicheldrüsen bekannt sind, habe ich an den Hun- 
derten von Schnitten aus den verschiedensten Partien 
der Milchdrüse , die ich während meiner Arbeit durch- 
mustert habe, auch nicht entdecken können. 

Eine auffallende Erscheinung waren zwischen dem 
Bindegewebe quergestreifte Muskelfasern. Anfangs 
musste ich ihr Vorhandensein an Macerationspräpara- 
ten dem Zufall zuschreiben; erst Schnitte aus verschie- 
denen Theilen der Drüse überzeugten mich von ihrer 
Anwesenheit. Später habe ich sie bei allen Thieren 
bemerkt, am häufigsten an der freilich schon verfal- 
lenen Drüse eines alten Weibes. 

Ich kann nicht schliessen, ohne meinem hochver- 
ehrten Lehrer, Hrn. Professor Ph. Owsjannikow, für 
die Anleitung und die Rathschläge, die er mir während 
der Arbeit reichlich hat zu Theil werden lassen, mei- 
nen innigsten Dank auszusprechen. 



Erklärung der Abbildungen. 

Taf. 1. 

Fig. I. Drüsenzellen nach 1 — Stägiger Maceration in 
Jodserum. 

1, 2, 3. vom Kaninchen, 4, 5. von der Ratte, 6. Drü- 
senzellkerne der Katze. 8,7. Flächenansichten 
zweier Acinuswände der Katze in verschiedenen 



— 38 — 

Stadien. 11. Driisenzelle der Katze aus einem 
dritten Stadium. 9, 10. Kolostrumzellen aus ei- 
ner Katzendrüse. 
Fig. IL Drüsenzellen nach eintägiger Maceration in 
einer öprocentigen Lösung von molybdänsauren 
Ammoniak. 

1,2. vom Kaninchen, 3,4. von der Katze in ver- 
schiedenen Entwickelungsphasen. 6, 5. vom Hun- 
de, erstere in Theilung begriffen, letztere mit 
conisch verlängertem Protoplasma. 
Fig. III. Drüsenzellen nach eintägiger Maceration in 
5procentiger Lösung von Chloralhydrat. 
1, 2, 3, 4. vom Kaninchen, 5, 6, 7. von der Katze, 
8, 9. vom Hunde, erstere mit verlängertem Pro- 
toplasma. 
Fig. IV. Drüsenzellkerne der Katze, frisch in Jod- 
serum untersucht, mit Beigabe von Ameisensäure 
in Iprocentiger Lösung. 

1 , 2. in symmetrischer, 3, 4. in unsymmetrischer 
Theilung begriffen. 
Fig. V. Spindelförmige Bindegewebskörperchen der 

Katze. 
Fig. VI. Kolostrumzellen aus Osmiumsäure von l7o 
aus der Katzendrüse. 

1. mit deutlichem Kern, 2. Übergangsstadium, 3. 
eigentliches Kolostrumkörper chen . 
Fig. VIL Flache Zellen, anscheinend Bestandtheile 
einer Membran, aus öprocentiger Chloralhydrat- 
lösung isolirt; von der Katze. 
Fig. VIII. Korbzellen aus der Katzendrüse. 

1 — 8. nach 2 — 3wöchentlicher Einwirkung von 
Jodserum. 5. in der Theilung begriffen. 8, 7. nach 



— 39 — 

6 wöchentlich er Einwirkung von Jodserum. Er- 
steres Präparat veranschaulicht den Zusammen- 
hang zweier Korbzellen, letzteres einen Theil 
eines Korbes mit sich theilenden Kernen. 9, 10. 
aus molybdänsaurem Ammoniak. 
Fig. IX. Aussenansicht einer Acinuswand der Katze 
n^ch 6 wöchentlicher Maceration in Jodserum. 
a. Drüsenzellen, h. Korbzellen. 

Taf. 2. (Schnitte.) 

Fig. I. Aus einem Drüsenläppchen der trächtigen Katze 
(Ammon. bichromie. — Alcohol — Picrokarmin). 
a. Drüsenzellen. 6. Inhalt der Acini, c. Binde- 
gewebiges Gerüst, d. Gefässe. 
Fig. II. Acinus einer trächtigen Katze (Osmiumsäure 
von 17^ — Alcohol). ' 
a, Drüsenzellkerne der peripherischen Schicht, h. 
der centralen Schicht, c. Korbzellenkern. 
Fig. III. Zwei Acini einer Katzendrüse, etwa fünf 
Wochen nach dem Wurf (Osmiumsäure). 
a. Kolostrumkörperchen vor der Reife, a. mit deut- 
lich sichtbarem Kern. &. Gefäss. 
Fig. IV. Drei Acinustheile einer Hundedrüse; eine 
Woche nach dem Wurf (Chlorplatinalösung von 
0,27o — Alcohol — Hämatoxyl.). 
a. Drüsenzelle in Theilung. h. hohe Drüsenzellen. 
Fig. V. Acinus einer Hundedrüse, 2 Wochen nach dem 
Wurf (Osmiumsäure 17^ — Alcohol). 
a, freie, h. im Protoplasma der Drüsenzellen suspen- 
dirte Milchkügelchen. d. Gefässe. 
Fig. VI. Drei Acini einer Hundedrüse, eine Woche 
nach dem Wurf (Osmiumsäure l7o — Alcohol). 



— 40 — 

a. Zellen in der Ebene des Schnittes. 6. Zellen der 
unteren Wand. d. spindelförmige Bindegewebs- 
körperchen. e. Korbzellenkern. 
Fig. VII. Aus einer Hundedrüse, eine Woche nach 
dem Wurf (Chlorplatin, Alcohol, Brazilin). 
a. Korbzellenkerne, h, Plasmazellen, c. Abdrücke 
der Milchkügelchen im geronnenen Milchplasma d, 
Fig. VIIL Korbzellengeflecht und memhrana propria 
der Katzendrüse (Picrinsäure, Alcohol). 

Die Zeichnungen wurden durch ein Zeichenprisma 
der Firma Seibert & Kraft entworfen, die der ersten 
Tafel bei Benutzung des Systems J\p VI, die der zwei- 
ten Tafel bei Benutzung des Systems K V derselben 
Firma. 

Fig. I, Taf. 2 entspricht einer 250fachen Vergrös- 
serung und ist durch ein englisches y^zöUiges System 
gezeichnet. 



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(Tiré du Bulletin, T. XXVII, pag. 78—97.) 



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- çes.v A.Saelftiçen. 



30 Septembre t qqa 
12 Octobre 1^^^' 

Einige Bemerkungerr über die Veränderlichkeit der Form 
und Gestalt von Lubomirskia baioalensis und über 
die Verbreitung der Baikalsohwämme im Allge- 
meinen. Von Dr. W. Dybowski — in Niaiikow. 

Während des Druckes meiner Abhandlung über die 
Schwämme des Baikalsees ^) erhielt ich aus Irkutsk 
von meinem Bruder dem Dr. Benedict Dybowski 
sowohl eine von ihm selbst ausgeführte photographische 
Darstellung der Lubomirskia baicalensis, als auch eine 
Mittheilung über das allgemeine Vorkommen und die 
Verbreitung der Schwämme im Baikalsee. Diese No- 
tizen bieten ein nicht geringes wissenschaftliches In- 
teresse dar und können daher zur Ergänzung meiner 
Abhandlung (1. c.) dienen, weshalb ich es für zweck- 
mässig halte, dieselben als einen kurzen Nachtrag zu 
meiner eben citirten Arbeit, der Öffentlichkeit zu 
übergeben. 

Die Veränderlichkeit der Spongien in morpholo- 
gischer Beziehung ist eine allgemein bekannte That- 



1) Cfr. W. Dybowski, Studien über die Spongien des Russ. 
Reiclies mit besonderer Berücksichtigung der Spongien - Fauna des 
Baikal-Sees (Mém. de l'Acad. des Sciences de St.-Pétersb. VIP Sér. 
T. XXVII m 6). 1880. 

Mélanges biologicLnes. XI. ^ 



— 42 — 

sache. Dass die Lubomirskia baicalensis dieser allge- 
meinen Regel folgt, dafür giebt uns das vorliegende 
Material einen hinreichenden Beweis. 

Die morphologische Variabilität der Lubomirskia 
baicalensis ist schon Miklucho-Maclay ^) aufgefallen, 
wie aber aus den Worten desselben (1. c. p. 8.) zu 
schliessen ist, hat er nur unbedeutende Variationen 
gekannt. Um eine möglichst umfassende Beschreibung 
der Form und Gestalt unseres Schwammes zu liefern, 
werde ich hier alles in dieser Hinsicht bereits Be- 
kanntezusammenstellen und durch meine eigenen Be- 
obachtungen erweitern. 

Wie sehr auffallend auch die Verschiedenheiten in 
der Form des in Rede stehenden Schwammes sind, so 
lassen sict, bei genauerer Untersuchung, alle diese 
morphologischen Abweichungen stets auf einen und 
denselben Typus zurückführen. 

Die allereinfachste und deshalb typische Form un- 
seres Schwammes ist die eines baumförmigen Stammes 
mit cjlindrischen aufrechtstehenden Ästen ^). 

Die Äste entspringen bald in verschiedenen Hö- 
hen (Cfr. Miklucho 1. c), bald aber in einer und der- 
selben Höhe (Cfr. Dybowski 1. c). 

Diese eben geschilderte einfachste Form wird in 
verschiedener Weise modificirt; die wichtigsten Modi- 
ficationen sind folgende. 



2) Cfr. Miklucho-Maclay, über einige Schwämme des nörd- 
lichen stillen Oceans und des Eismeeres (Mém. de l'Acad. des Sciences 
de St.-Pétersb. VIP Sér. T. XV m 3). 

3) Cfr. Dybowski, 1. c. Tab. I fig. 1, Miklucho-M.aclay, 1. c. 
Tab. I Fig. 5 und Midden dor ff, Sibir. Reise Bd. IV, Thl. II Lief. 1 
p. 1065. 



— 43 — 

I. Formen, an welchen der Typus deutlich zu er- 
kennen ist. 

a) Die cylindrischen aufrechtstehenden Aeste des 
Schwammes sind nicht überall frei, sondern verbinden 
sich unter einander durch mehrere verschieden dicke 
und lange Queranastomosen (Cfr. Dybowski, 1. c. p. 
12 Tab. Ifig. 1). 

h) Die cylindrischen aufrechtstehenden Äste des 
Schwammes stehen einander oder dem Stamme so nahe, 
dass sie an der Berührungsfläche, entweder unter ein- 
ander, oder mit dem Hauptstamme verwachsen. Da- 
durch werden sehr verschieden gestaltete, längliche, 
mehr oder weniger abgeflachte Körper gebildet, an denen 
mitunter oben grössere oder kleinere Äste entspringen. 

II. Formen an denen der Typus fast ganz ver- 
wischt ist. 

ä) Baumförmige Schwämme. 

a) Die Aeste stehen nicht aufrecht, sondern bilden 
mit dem Hauptstamme einen mehr oder weniger spit- 
zen Winkel. Die einzelnen Aeste sind nicht cylindrisch, 
sondern an dem freien Ende dünner, als an der Basis 
(Exemplar in meiner Sammlung). 

ß) Die kurzen, fast cylindrischen Äste sind feder- 
artig angeordnet; sie entspringen aber nur von einer 
Seite des Stammes (halbgefiedert). 

b) Strauchartige Schwämme. 

Indem aus einer kurzen und dicken Basis zahlreiche 
Zweige nach verschiedenen Richtungen emporwachsen, 
entsteht eine strauchartige Form. Innerhalb eines 
solchen Strauches bemerkt man sehr verschieden ge- 
staltete Zweige. Die meisten Zweige sind gabelartig 
getheilt und im unteren Theil unter einander verwach- 



— A4. — 

sen. Die Grösse eines Strauches ist zuweilen ganz 
enorm. 

In Bezug auf das Vorkommen und die Verbreitung 
der Schwämme in dem Baikalsee, theilt mein Bruder 
mir folgendes mit^). 

Im südwestlichen Theile des Baikalsees ^), d. h. auf 
der ganzen Strecke von Listwiennischnaja und Pos- 
solsk einerseits, bis Kultuk andererseits, kommen die 
Schwämme überall da vor, wo die dazu nöthigen Be- 
dingungen vorhanden sind^). 

In der Regel treten die Schwämme überall dort auf, 
wo der Seegrund steinig ist und wo grosse Fels oder 
Holzblöcke herumliegen; ferner findet man zahlreiche 
Schwammstöcke an solchen Stellen, wo das steile, fel- 
sige Ufer treppenartige in' s Wasser hineinragende 
Terrassen bildet. Ist dagegen der Grund sandig, schlam- 
mig oder mit kleinen beweglichen Steinen bedeckt, so 
kommen keine Schwämme vor. In einer Tiefe von 100 
Met. also, wo der See stets mit feinem Schlamm be- 
deckt ist, kommen einige kleine rasenförmige Stöcke 
nur dort vor, wo grosse Stein- oder Holzblöcke aus 
dem Schlamme hervorragen. 

Am westlichen Ufer sind diese Bedingungen reich- 
lich vorhanden, so dass hier fasst überall Schwämme 
angetroffen werden. Dicht am Ufer und nur in unbe- 
deutenden Tiefen kommen ausschliesslich rasen- oder 



4) In Ermangelung einer monographischen Bearbeitung^der Bai- 
kalschwämme unterscheidet der Beobachter nur die baumförmigen 
Stöcke von den rasen- oder polsterartigen. Es werden überhaupt 
nicht die einzelnen Arten oder Varietäten besonders behandelt, 
sondern nur das Verhalten der Baikalschwämme im Allgemeinen. 

5) Cfr. Dybowski 1. c. p. 7 fig. 1. 

6) Auszug aus einem Briefe. Irkutsk 1878. 



— 45 — 

polsterartige Schwammstöcke vor; kugelförmige sind 
selten, baumförmige werden nie gefunden. Die Schwäm- 
me sitzen für gewöhnlich an der Oberfläche grosser 
Holz- oder Felsblöcke fest. Eine besondere Neigung 
zeigen sie aber zu faulendem Holze, so dass an gewissen 
Stellen, fast jedes Holzstück Schwämme trägt. Mit- 
unter findet man sehr grosse Holzblöcke, welche von 
einer Schwammkruste förmlich überzogen werden. 

In bedeutenden Tiefen, so z. B. in einer Tiefe vop 
3 Faden (= 6,3 Mtr.), oft ganz dicht am steilen Fels- 
ufer, treten ausschliesslich strauchförmige Schwämme 
auf. Fährt man bei schönem und stillen Wetter, wo die 
Oberfläche des Sees spiegelglatt ist, mit einem Boot 
herum, so kann man sich an dem Anblick zahlreicher, 
wunderschöner Kolonien von Schwammsträuchen, wel- 
che von dem Grunde des Sees emporwachsen, er- 
götzen. Die strauchartigen Schwämme erreichen mit- 
unter eine enorme Grösse. Ein solcher mit der Dragge 
herausgeholter Strauch, war so gross, dass er ganz 
allein den Draggensack anfüllte^). So grosse Stöcke sind 
jedoch selten, gewöhnlich geht die Grösse der Schwamm- 
sträucher nicht über 60 Ctm. hinaus. 

In einer Tiefe von 6 — 25 Mtr. finden sich baum- 
oder strauchartige Schwämme ; in noch grösserer 
Tiefe kommen nur polster- oder rasenförmige Schwäm- 
me vor. 

In einer Tiefe von 1 00 Mtr. (die grösste Tiefe, in 
welcher bisher Schwämme gefischt worden sind) findet 
man nur selten einige kleine und flache Stöcke und 



7) Der Sack fasst etwa 40 Pfund Schlamm iu sich, 



— 46 — 

auch nur dann, wenn die obenerwähnten Bedingungen 
vorhanden sind. 

Am östlichen Ufer ist der Seegrund meistens mit 
Sand oder mit kleinen beweglichen Steinen bedeckt, 
daher sind die Schwämme hier viel seltener. An grös- 
seren Blöcken kommen die Schwämme nur selten vor, 
weil die hier vorherrschenden W. Winde einen fort- 
währenden Wellenschlag verursachen, was offenbar dem 
Gedeihen der Schwämme nachtheilig ist. An den fel- 
sigen Uferterrassen finden sich einige polsterartige 
Schwämme, aber nicht in so grosser Menge, wie jen- 
seits, am Westufer des Sees. 

In der Angara (cf. Dybowski 1. c. fig. 1) kommen 
die Schwämme vom Ausflusse bis zur Fabrik Taltzin- 
skaja überall in grosser Masse vor. Es sind ausschliesslich 
rasen- oder lamellenartige Schwämme, welche an gros- 
sen Holz- und Felsblöcken oder kleinen Holzstücken 
festsitzen, baumförmige kommen nie vor; offenbar 
brauchen die Schwämme ruhiges Wasser, um sich 
baumförmig ausbilden zu können. 

Zwischen der Fabrik Taltzinskaja und der Stadt Ir- 
kutsk kommen Schwämme viel seltener vor, da hier 
grosse Steine und Holzblöcke weniger zahlreich vor- 
handen sind. Oberhalb Irkutsk ist die Angara auf das 
Vorkommen der Schwämme noch nicht untersucht. 

Fasst man alles über die Verbreitung der Baikal- 
schwämme Bekannte kurz zusammen, so lässt sich fol- 
gendes sagen: 

1) Dicht am Ufer des Sees, in einer Tiefe von 2-6 
Mtr. kommen nur rasenförmige, 

2) in einer Tiefe von 6 — 25 Mtr. bäum- oder strauch- 
förmige , 



— 47 — 

3) in einer Tiefe von 25 — 100 Mtr. wiederum ra- 
senförmige Stöcke vor. In allen diesen Tiefen sind die 
Schwämme selbstverständlich nur unter den oben er- 
wähnten günstigen Bedingungen vorhanden. 

Die Farbe der Schwämme ist meistentheils mehr oder 
weniger dunkelgrasgrün ; mitunter kommen aber auch 
olivengrüne oder braune vor; nur diejenigen Schwämme, 
welche aus bedeutenden Tiefen (60 — 100 Mtr.) stam- 
men oder sich unter Steinen befunden haben sind fast 
farblos -weiss. Die Schwämme von unbestimmbarer 
schmutziggrauer Farbe werden wohl absterbende, oder 
schon abgestorbene Stöcke sein. 

An den Baikalschwämmen sind bisher folgende Pa- 
rasiten beobachtet : Gammarus parasiticus, G. violaceus 
und G. violaceus var. virens^). 

Niankow d. 20— VII 1880. 



8) Cfr. Dr. B. Dybowski, Beiträge zur näheren Kenntniss der in 
dem Baikal-See vorkommenden niederen Krebse aus der Gruppe der 
Gammariden (Beiheft zum X Bd. d. Horae Soc. Entomol. Rossicae 
St. Petersb. 1874.) p. 75, Tab. X fig. 3.,p. 76. Tab. XII, fig. 5, p. 147. 
Tab. Ill fig. 3. 



(Tiré du Bulletin T. XXVII, pag. 45—50.) 



29 Avril . ^.r.^ 
TOUT ^^^^* 

Bemerkungen über die Gruppe der Pterociiden. Von 
Modest Bog dan ow. 

Im Jahre 1878 hat Elliot^) einen «Study of the 
Pteroclidae or family of the Sand Grouse» betitelten 
Aufsatz veröffentlicht , in welchem die Gruppe der 
Sandhöhner ganz vorzüglich erläutert ist. Zur Ver- 
vollständigung dieser Arbeit möchte ich in Nachfol- 
gendem die Resultate geben, zu welchem mich das 
Studium dieser Vögel geführt hat. 

Gestützt auf anatomische Daten gelangt Elliot zu 
dem Schlüsse, dass die Pterociiden zwischen die Tau- 
ben und die Hühnervögel gestellt werden müssen, ein 
Platz, welcher ihnen bereits auch vor Elliot's Arbeit 
angewiesen war und über dessen Richtigkeit nicht der 
geringste Zweifel auftauchen kann. Mir scheint es 
jedoch noch rationeller, die Pterociiden weder zu den 
Tauben, noch zu den Hühnervögeln zu stellen, sondern 



1) Proc. zool. Soc. of London 1878 p. 233. 

Melanges biologiques. XI. 



— 50 — 

sie zu einer besonderen Ordnung zu erheben, da viele 
Organisationseigenthümlichkeiten, so wie die Lebens- 
weise sie scharf von den Easores trennen. So ist die 
Form der Flügel und Fusse keineswegs hühnerartig, 
die Färbung ist eine ganz eigenthümliche und ebenso 
auch die Lebensweise; die Eier ferner gleichen denen 
der Tauben, besitzen aber eine ganz besondere Fär- 
bung und das Gelege der Pterocliden besteht norma- 
ler Weise nur aus 3 Eiern, während es bei den Hüh- 
nervögeln bekanntlich viel zahlreicher ist. Die Jungen 
endlich sind bei den Pterocliden nach dem Ausschlüpfen 
mit einem Flaum von ganz eigenthümlicher Färbung 
bekleidet, dabei nicht blind, aber doch ohne die Fähig- 
keit zu laufen. Genug, alle diese Merkmale, so wie 
noch viele andere, nöthigen mich, die Pterocliden zu 
einer besonderen , zwischen die Golumhae und Basores 
zu stellende Ordnung zu erheben, für welche ich den 
Namen Hetcroclitae vorschlagen möchte. 

Ausser den Pterocliden muss noch die Familie der 
Tinocoridae zu dieser Ordnung gerechnet werden, wie 
es bereits von Seiten Charles Bonaparte's, des gröss- 
ten Systematikers unter den Ornithologen, geschehen 
ist. Die Übereinstimmung zwischen den Ättagis und 
Pterocles ist eine so auffallende, dass man sich un- 
willkührlich wundert, wenn Gray^) die Tinocoriden 
zu den Orallatores stellt, und dass man vergeblich 
nach Gründen für diese Anordnung sucht. Die genann- 
ten beiden Genera gleichen einander nicht bloss im 
Äussern, in der Form des Schnabels, der Flügel und 



2) Gray, Hand-list of the Genera and Species of Birds. UI p. 20. 



— 51 — 

der Fusse, in der Befiederung etc., sondern bieten 
auch im Charakter ihrer Aufenthaltsorte eine ganz 
eigenthümliche Übereinstimmung dar. Die Pterocles- 
Arten bewohnen Wüsten und sind stets Begleiter des 
Kamels, die Attagis leben auf den Alpenwiesen der 
Anden und sind Begleiter der Lama-artigen Thiere. 

Mich für heute auf obige vorläufige Notiz über die 
Ordnung der HeterocUtae beschränkend, gehe ich zur 
Beschreibung von zwei neuen Pterodes- Arten über. 

1. Pterocies Sewerzowi Bogd. 

1774. Tetrao caudacutus Gmelin, Beise durch Russ- 
land, III, p. 93, tab. XVIII (Ç). 

1784. Tetrao alchata Gmelin, ibidem IV, p. 27. 

1811. Tetrao chata Pallas, Zoographia Rosso- Asia- 
tica, II, p. 73. 

1832. Pterocies caspius Ménétries, Catalogue rai- 
sonné, p. 43. 
Pterocies alchata seu chata, Auctorum rossicorum. 

Nachdem ich in verschiedenen Museen die asiati- 
schen und spanischen Exemplare von Pterocies alchata 
verglichen habe, bin ich längst zu der Überzeugung 
gelangt, dass beide beträchtlich von einander abwei- 
chen. Aber erst jetzt, nachdem ich die Literatur über 
Pterocies alchata genau durchgesehen habe, bin ich im 
Stande mich dahin auszusprechen, dass die Exemplare 
aus den genannten Gegenden zwei völlig verschiedenen 
Arten angehören. 

Der jüngere Gmelin erhielt bei seinem Aufenthalte 
in Ghilan von den Persern das asiatische Sandhuhn 



— 52 — 

und benannte es anfänglich Tetrao caudacuta^ weil er, 
wie er selbst sagt, die Linnéische Pterocles alchata 
nicht gesehen hatte. Auf seiner Abbildung ist ein Weib- 
chen dargestellt, welches er aber für ein Männchen 
erklärt. Später, als er den Vogel am Terek erhielt, 
benannte er ihn einfach Tetrao alcJiata. Pallas führt 
denselben Vogel als Tetrao chata auf, ohne ihn von 
dem echten Pterocles alchata zu unterscheiden. Méné- 
tries dagegen, der den Vogel bei Baku erbeutete, be- 
schrieb ihn als neue Art unter dem Namen Pterocles 
caspius^ nach einem Weibchen, welches fm Museum 
der Akademie sub JA^ 3195 aufbewahrt wird. Wie sich 
aus der Beschreibung entnehmen lässt, kannte Mené- 
tries, ebenso wie Gmelin, nicht einmal das Geschlecht 
des von ihm erbeuteten Exemplars und da er keine 
Stücke des Lin n eischen Tetrao alchata zum Vergleich 
besass und sich bei der Bestimmung an Temminck's 
Hist. nat. génér. des Pigeons et des Gallinacées hielt, 
so erklärte er dieses Weibchen für eine neue Art. 

Wenn Gmelin und Ménétriesdas asiatische Sand- 
huhn vom westeuropäischen wirklich unterschieden 
hätten, so hätten sie auch die differentiellen Merkmale 
angegeben, was aber weder von leiten des einen, noch 
des anderen geschehen ist. Ebenso hat auch keiner 
der späteren Ornithologen diese beiden Formen unter- 
schieden , nichtsdestoweniger sind die Unterschiede 
zwischen den asiatischen und den spanischen Exem- 
plaren von Pterocles alchata scharf und beständig. Ich 
habe sämmtliche Abbildungen ^) von Pterocles alchata 



3) Bris s on, Ornithologie. I. pl. XIX. f. 1; — Buff on, Planches 



— 53 — 

durchgesehen und bin zu der Überzeugung gelangt, 
dass sie alle nach spanischen Exemplaren angefertigt 
sind und sowohl mit letzteren, als auch unter einander 
durchaus übereinstimmen. Leider ist es mir nicht ge- 
lungen, Sahara- oder überhaupt afrikanische Exem- 
plare der Pterodes alchata zu sehen, jedoch muss das 
Sahara- Sandhuhn nach Loche's Beschreibung in der 
Exploration de l'Algérie dem spanischen sehr gleichen. 

Die asiatische Form unterscheidet sich sowohl von 
den Abbildungen und Beschreibungen, als auch von 
den Exemplaren der spanischen durch folgende Merk- 
male: die rostfarbene Binde, welche den schwarzen 
Kehlfleck umgiebt, ist heller und schmäler, und auf 
den Wangen und über dem Auge ist diese Farbe noch 
bleicher mit einer Beimischung von Gelb. Die Kropf- 
binde ist sehr hell und von ockerbrauner Frabe. Die 
Ränder der kastanienbraunen Flügeldeckfedern sind 
rein weiss. Auf den hinteren Deckfedern und auf den 
Schulterfedern sind die schwarzen Säume breiter. Die 
Färbung des Rückens ist heller und der gelbe Ton in- 
tensiver. Die gelblichen Streifen auf den Bürzelfedern, 
den oberen Schwanzdecken und den Steuerfedern sind 
intensiver und breiter. Die weissgraue Farbe der 
Schwingen erster Ordnung ist heller und reiner; über- 
haupt erscheinen alle Farben beträchtlich bleicher. 

Bei den Männchen im Übergangskleide sind die 
Unterschiede ebenso deutlich, wie bei den Alten. Zwi- 
schen den Weibchen sind die Differenzen geringer, 



enluminées. CV, CVI; — Fritsch, Vögel Europa's. tab; XXXII. f. 
10; — Dresser, Birds of Europe, part, XXXIII. 



— 54 — 

dennoch fehlt es nicht an constanten. Bei den asiati- 
schen Stücken sind die Binden auf den vorderen Flügel- 
deckfedern von rein weisser, auf den hinteren dagegen 
von perlmutterweisser Farbe und je älter der Vogel 
wird, desto weisser erscheinen die Binden, was bei den 
spanischen, selbst bei ganz alten Stücken, nicht vor- 
kommt. Die Kropfbinde ist bleicher. 

Sämmtliche Exemplare aus den aralo-kaspischen 
Steppen, aus Turkestan, Transkaukasien und Nord- 
Persien gehören zu dieser Art, und ich benenne die- 
selbe zu Ehren des Hrn. Dr. N. A. Sewerzow, der 
sich so lange Jahre mit der Erforschung Turkestans, 
wo dieser Vogel einheimisch ist, beschäftigt hat. Eine 
ausführliche Beschreibung nebst Abbildung des Pte- 
rodes Sewer sowi werde ich später in meiner projectir- 
ten Fauna der aralo-kaspischen Steppen geben. 

2. Pterocies Ellioti Bogd. 

Diese Art ist auf ein ausgewachsenes männliches 
Exemplar begründet, welches Dr. Rüppell in Abys- 
sinien erbeutet hat und welches im Museum der Aka- 
demie sub ^9. 3112 aufgestellt ist. 

Pterocies Ellioti steht dem Pterocies exustus sehr 
nahe und ist von Dr. Rüppell auch unter letzterem 
Namen eingesandt worden; er unterscheidet sich von 
der genannten Art aber durch die geringere Grösse 
und den längeren und dickeren Schnabel. Die 
Färbung ist durchweg bleicher, aber der Hauptunter- 
schied besteht darin, dass Pterocies Ellioti fast gar kei- 
nen gelben Ton besitzt, während dieser Ton bei Pterocies 



— 55 — 



exustus sehr stark ausgeprägt ist. Statt des gelben ■ 

Tons findet sich bei der ersten Art ein hellrothbrauner. | 

Ein weiteres sehr scharfes Unterscheidungsmerkmal ' 

bietet sich darin, dass bei der neuen Art auf dem Vor- î 

derarme vor der schwarzen Endbinde ein grosser drei- ] 

eckiger Fleck von rein weisser Farbe vorhanden ist. - 



:»>ÜC 



V 



(Tiré du Bulletin, T. XXVII, pag. 164 — 168.) 



i^ Septembre 1880. 

Fungorum in itinere Mongolico a dar. G. N. Potanin et 
in China boreali a cl. Dr. Bretschneider lectorum 
enumeratio et descriptio. Curis Caroli Kalch- 
brenner et Felicis de Thümen. 

Agaricus (Tricholoma) Georgii Fr. Epier, p. 43. 

Fr. Hymenomyc. europ. p. 67. 

Mongolia borealis: Altai australis, in foro urbis Kobdo, 

fungus venalis pretio «dzen» uno. (Potanin J^ 29.) 

China, Ta- ting -mo et Pai-kou-mo (Bretschneider 

JVe 12 et 37.) 

Lamellae attenuato-adnexae , confertae, lineares; 

hinc Tricholoma hoc esculentum ad A. gambosum 

Fr. aut Ag. albellum De C. haud referendum. 

Late dispersa species etiam in Africa australi obvia. 

Agaricus (Pleurotus) ostreatus Jacq. 

Mongolia borealis, Regio Jenissei superioris ad flu- 
vium Torcholyk in arboribus. 23 Sept. 1876. (Po- 
tanin JVp 4.) Forma in Salicibus nascens. 

Agaricus (Pleurotus) mongolicus Kalchbr. nov. spec. 

Pileus carnosus, compactus, obtusus, ambitu irregu- 
laris, pellicula disrumpente, dilute gilvo-ferruginea, 

Mélangées biologiques. XL " 



— 58 - 

glabra, sqiiamoso-maculata tectus; stipes solidus, 
excentricus, curtus, ventricosus, curvato-adscendens, 
ferrugineo-squamulosus et longitudinaliter rimosus; 
caro firma, in pileo alba, in stipite lutescens ; lamel- 
lae obtuse-adnatae, latiusculae, ventricosae, confer- 
tae, pallidae. 
In truncis Mongoliae bor ealis, sine loco (PotaninJVsSS.) 

A proximo Ag. tessulato Bull, et ceteris suae 

gregis stipite squamoso distinctus. 

Agaricus (Pleurotus) Bretschneideri Kalchbr. nov. spec. 

Pileus carnosus, tenuis, plano-convexus, integer, pel- 
licula subcoriacea glabra, fusca, saepe areolatim 
disrumpente tectus; stipes solidus, excentricus, bre- 
vis, incurvus, subaequalis, glabriusculus, pileo di- 
lutior ; lamellae sinuato - adnexae , utrinque attenu- 
atae, confertae, pallidae, siccitate argillaceae. 
China borealis, Hiang-sin et Hiang-ku, in truncis 
(Bretschneider JV2 14 et 15.) 
Pileus 1 — -3 poll, latus, 1 — 2 lin. crassus, saepe 
uno latere contractus, subreniformis ; stipes Yg poll, 
longus, 3 lin. crassus. — Ab Ag, tesselato Bull, 
pileo baud compacto, ab Ag. par doli Schulz er sti- 
pite tenui colorato bene distinctus et utroque multo 
minor. 

Agaricus (Pholiota) Potanini Kalchbr. nov. spec. 

E série Lignatilium, Squamosorum. — Pileus carno- 
sus, compactus, convexus, obtusus, testaceo-fulvus, 
marginem versus albidus, squamis floccosis, fugaci- 
bus, albis adspersus, rugosus et in areolas disrum- 



— 59 — 

pens, areolis elevatis, tuberculaeformibus, glaberri- 

mis; stipes solidus, validus, ad basin bulbose dila- 

tatus, testaceo-pallens, sed maxima ex parte fibrillis 

albis obvolutus ; annulus floccoso-lacerus, plerumque 

pileo adhaerens; lamellae subdecurrentes, integer- 

rimae, fuscescentes ; sporae breviter ovatae, 0,009 

mm. longae. 

Mongolia borealis in truncis (G. N. Potanin J\2 16.) 

Nobilis omnino species, statura et liabitu Ag. 

comosi Fr. juxta quem in Systemate collocandus 

erit. Pileus, in speciminibus juvenilibus a me 

visis 1 — 2 poll, latus, procul dubio in rite evolu- 

tis 3 — 4 poll, et ultra attingit; stipes in bulbo 

poUicem et ultra crassus; tuberculi pilei pisi cir- 

citer magnitudine, vertice fulvelli, glaberrimi, hinc 

inde maculam farinaceam gerunt, squamarum eva- 

nidarum reliquias. 

Agaricus (Pholiota) praecellens Kalchbr. nov. spec. 

E série Pholiotarum truncigenarum , lamellis demum 
fuscis distinctarum, amplus, firmus. Ag, comoso Fr. 
et Ag. heteroclito Fr. proximus. — Pileo crasso, 
carnoso, valde excentrico, imo sublaterali, convexo, 
margine involuto, 3 — 4 pollices lato, squamoso (?), 
baud fulvente; stipite solido, valido, 3—5 pollices 
longo, poUicem et ultra crasso sursum attenuato, 
basi subventricoso , breviter radicante, albo, fibril- 
loso-floccoso; lamellis latis (Yg pollicar.), arcuatis, 
emarginato-adnatis, fuscis; caro pallida. 

Mongolia borealis, regio Jenissei superioris, ad flu- 
vium Torcholyk, in arboribus. 23. Sept. 1879. 
(Potanin No 5.) 



— 60 — 

Specimen quod adest, in laminas dissectum uberiorem 
descriptionem non admittit, sed omnino fungum 
praebet, qui dignus est ut ulteriori observationi 
commendetur. — Ag, heteroclitus Fr. stipite curto, 
basi praemorso-radicato , Ag. comosus Fr. lamellis 
adnato-decurrentibus omnino differt. 

Agaricus (Pholiota) aurivellus Batsch. Fig. 115. 

Fr. Hymenomyc. europ. p. 220. 

Mongolia borealis, Han-hai ad fluv. Telgir-morin , in 
trunco crasso Salicis cujusdam, 18. Sept. 1877. 
(Potanin JV?. 3.) 

Agaricus (Pholiota) aurivellus Batsch var. filamentosusScbaeff. 

Fr. Hymenomyc. europ. p. 220. 

Mongolia borealis, Altai australis ad fluvium Irtysch 

nigrum (Kara-su). (Potanin JVp 31.) 

Specimen quod adest annulo caret, sed pileus lu- 

teus, squamoso-maculatus, stipes bulbosus, squar- 

roso-squamosus et ceterae notae speciem probant. 

Agaricus (Psalliota) campestris Lin. - 
var. praticola Vitt. 

Mongolia borealis, Montes Tannu-ola, ad fluvium Ar- 
Torcholyk. 2 Oct. 1878. (Potanin JYs 1.) — Carne 
crassa, illico rufescente! 

Polyporus (Mesopus) obscurus Kalchbr. nov. spec. 

Lentus, pileo tenui, coriaceo, convexo vel depresso, 
azono, laevi, margine nudo, cum stipite pro ratione 
longo, fibroso-striato , basi subbulboso, brunneo; 
pori decurrentes, alveolares, oblongi irregulariter 



— 61 — 

hexagoni vel reticulati. umbrini; sporae oblongae, 

hyalinae, 0,009 mm. longae, 0,003 mm. crassae. 

Mongolia borealis, sine loco (Potanin JVs 20,25,26, 

27, 28.) 

E foedere Pol. incendiarii Fr. et P. alveolarii Fr., 

sed a priore coloribus obscuris, ab altero pileo 

baud umbilicato aut infundibuliformi distinctus. 

— Pori ob tenuitatem dissepimentorum flaccidi, 

siccitate crispantur. 

Polyporus (Merisma) heteroclitus Bolt. 

Fries, Epicrisis p. 452. 

Pileus fibroso-coriaceus, e tubercule radicali oriun- 

dus, lateralis, subsimplex, tenuis, late expansus, 

subreniformis, vix (spurie) zonatus, villoso-glabra- 

tus, fulvo-aurantiacus; pori submediocres, perbre- 

ves, angulati, lutei. Substantia fibroso-fomentaria, 

fulvo-aurantia. 

Mongolia borealis, Han-hai ad fluvium Chargana in 

liumo ad silvae margin em (Potanin Je 9.) 

Pileus 14 centim. longus, 10 centim. latus, 3 — 5 

millim. crassus, incremento rapide stipulas obvol- 

vens. Pori facile mycelio mucedineo-obliterati. — 

Licet iconem Bol to ni Tab. 164 non viderim et 

fungus noster — fors atypicus — a descriptione 

1. c. aliquantulum différât, nomen hocce pro eo ser- 

vandum putavi! 

Polyporus (Merisma) sulphurous Fr. 

Fr. syst, mycol. I. p. 357. 

Mongolia borealis, jugum alpium Tannu-ola, ad flu- 
vium Ar-Torcholyk, in Laricej 29. Sept. 1879. (Po- 
tanin K 3.) 



— 62 — 
Polyporus (Merisma) sulphureus Fr. 

var.nov. cochlearius Kalchbr. 

Caespitoso -multiplex, caseosus, rigido-fragilis, pileis 
e tubere communi prodeuntibus , connatis , inaequa- 
libus, linguiformibus vel ad apicem dilatatis, subtus 
concavis, cochleariformibus, albo-flavis; poriminuti, 
molles, subangulati, lacerando-inaequales, isabellini. 

Mongolia borealis, Altai australis; Han-hai ad truncos 
arborum (Pot an in JVs 30.) 

Polyporus (Anodermeus) nidulans Fr. Epicr. p. 455. 

Mongolia borealis, Han-hai ad fliiv. Unü-güt-en-gol 
in truncis Laricis sihiricae¥i?>c]i. et Pini Ledebourii 
Endl., 2 (14) Octob. 1877 (Potanin J^ 32.) 
Statio insolita in arboribus acerosis dubia quidem 
movet; sed nuUam reperimus notam, qua specimen 
missum a Polyporo nidulante definite distingue- 
retur. 

Boletus badius Fr.? 

Mongolia borealis. Regio Jenissei superioris, ad flu- 
vium Ulangom, 6 Sept. 1879. (Potanin X?. 7.) — 
Non certe determinandus! 

Clavaria spinulosa Fers. Observ. II. Tab. 3. 

> 

Mongolia borealis, Han-hai ad fluv. Chargana (afflu- 
entem Eder) ad sylvae marginem in solo, 7 Septbr. 
1877. (Potanin JV« 8.) 

Differt ramis baud elongatis, rubiginosis potius 
quam cinnamomeis, ita ut facile nova sit species, 
sed species novae ex hac regione, ni evidentissimis 



— 63 — 

superstructae sint notis , — nemini gaudio esse 
possunt! 

Hirneola Auricula-Judae (Lin.) Berk. 

China borealis , sine loco (Bretschneider JVs 13.), 
vulgo «Murh.» 

Naemateiia? morchellaeformis Kalchbr. 

Globosa vel subpileata, basi processu stipitiformi aucta, 
hymenio gyroso-plicato , nigro-fusco; nucleo duro 
nigricante. — Humectata non tumescit! 
Mongolia borealis, Han-hai ad fluv. Bujantu-gol in 
glareosis graniticis (Pot an in A*» 17, 18.) 
Cerasi majoris magnitudine. — - Fructificatione 
non observata, genus hujus fungi dubium! 

Geaster lugubris Kalchbr. nov. spec. 

Peridium exterius, adhuc clausuni, Avellanae nucis 
magnitudine, subglobosum, subtus egregie umbili- 
catum, glabrum, argillaceum , apice albidum^ aper- 
tum dein in septem — octo lacinias , anguste lan- 
ceolatas, apice passim bifidas, disruptum, pagina 
interiore strato tenui, continuo (vix rimoso) nigro 
tecta. Peridium interius basi umbilicata sessile, 
globoso depressum, glabriusculum , argillaceo-fus- 
cescens, vertice album; orificium parum prominens, 
subtiliter fibrillosum, in porum irregulärem fatis- 
cens. Capillitium et sporae umbrinae. Sporae glo- 
bosae, verruculosae , minutae, 0,0035 mm. diam. 

Mongolia borealis, Han-hai, ad fluvium Eder, 4 Septbr. 
1877. (Potanin A'« 4.) 



— 64 — 

Peridio basi umbilicato et laciniis nigris ab huc- 
dum uotis Geastrihus bene distinctus! 

Lycoperdon marginatum Kalchbr. nov. spec. 

Peridium globoso-depressum, basi late turbinatum, 
passim plicatum, in peripheria margine subacuto 
notatum, granulis angulatis vel stellato-mucronatis 
ornatum, albido-fuscescens ; sporae globosae, sub- 
glabrae, 0,0025 mm. diam., cum capillitio cinereo- 
umbrinae. 
Mongolia borealis, Thian-schan orientalis, declivitas 
borealis, in humo sylvarum acerosarum (Po tanin 
M. 35.) 
Peridium 2 — 4 centim. diametro. — Specimina 
modo exoleta adsunt, sed ob marginem, qui baud 
fortuitus videtur, et colorem sporarum obscurum, 
ad variet. Lye. gemmati vix referri possunt! 

Lycoperdon pyriforme Schaeff. 

Mongolia borealis, Han-hai (Potanin.) 

PHELLORINA Berk, emend. 

Peridium capitatum, persistens, suberoso-corticatum, 
apice irregulariter dehiscens, includens massam 
sporarum, immixtis floccis paucis; stipes solidus, 
fibrosus (postremo cavus). Sporae laete coloratae. 

Cel. Berkeley (Fungi Zeyh. Tab. 22.)indiagnosi sua 
pro genere hoc expresse stipitem cavum poscit; se- 
rius tamen monet, se modo unicum et quidem exo- 
letum specimen vidisse, cui diagnosin suam super- 
perstruxisset. Hinc, pluribus speciminibus jam nunc 



— 65 — 

visis, emendationem his convenientem diagnoseos 
licitam justamque putamus. 

Phellorina erythrospora Kalchbr. nov. spec. 

Capitulum stipiti contiguum, globoso-depressum, squa- 

mis validis angulatis auctum, vertice plerumque 

laeve ; stipes subaequalis vel basi bulbosus, squamis 

firmis, imbricatis, longitudinaliter sulcatis, apice 

truncatis vestitus; sporae globosae, 0,006 mm. 

diametro, coloris lateritii, 

Mongolia borealis, Altai australis in pratis humidis ad 

faucem fluvii Urten-gol. (Potanin JVs 36.) 

Tota alba; capitulum pomi minoris magnitudine 

(3 — 4 centim.), in vertice tenue, 0,5 millim. 

crassum; stipes 10 — 15 centim. longus, digitum 

crassus, intus sublignosus, demum rhabarbarinus, 

cortice suberoso subdiscreto, albo amictus. Phell. 

m^wma^sBerk. differt. stipite (exicone) obconico, 

vix squamoso et sporis flavis. — Speciem nostram 

— mirum sane — etiam ex Africa australi ha- 

bemus! 

Spathularia flavida Pers. Syn. fung. p. 610. 

Mongolia borealis, Han-hai ad fluvium Jamaty in sylvis 
inter muscos, 1 Septbr. 1877. (Potanin J\s 2.) 

Phyllachorae Angelicae Fuck. Symb. myc. p. 219. 

Dothidea Angelicae Fr. Syst. myc. II. p. 561. 

Mongolia borealis, Altai australis, ad fluvium Köngöi- 
ty (Irtysch nigri). in foliis vivis Umbelliferae igno- 
tae, ut videtur Archangelicae speciei, 18 Septbr. 
1876. (Potanin X 5.) 

Mélanges biologiques. XI. 9 



— 66 — 

Âecîdium Oxytropidis Thüm. nov. spec. 

Aec. pseudoperidiis dense gregariis et plerumque folii 
paginam inferiorem totam occupans, numquam con- 
fluentibus, orbiculatis, paullo elevatis, aureo-flavis, 
ore subcrasso, integro, disco minime obscuriore; 
sporis globosis aut compresso angulosis, episporio 
laevi, subcrasso, intus plasmate homogeneo, hyalinis 
vel pallidissime flavescentibus, 20°'°' diam. 

Mongolia borealis, ad fluvium Ulei, affluentem lacus 
Kosogol ab occidente, in sylvaticis, in Oxytropi flori- 
bus azureis quadem, 16 Junii 1880. (Potanin.) 

Uromyces Hedysari Fuck. Symb. my col. Nachtr. III. p. 15. 

Mongolia borealis, Altai australis ad fluvium Köngöi- 
ty (Irtysch nigri) in Papilionacearum speciei inde- 
terminatae foliis vivis, 18.Septbr. 1876. (Potanin 

J\S 6.) 

Pirostoma circinans Fr. Sum. veget. Scand. p. 395. 

Mongolia borealis, Altai australis, ad lacum Chara- 
ussu, non procul ab urbe Chobdo, in culmis emor- 
tius adhuc erectis Phragmitis communis Trin., 15 
Mart. 1877. (Potanin ]\f. 1.) 

Arcyria punicea Pers. var. fusca Fr. Gasteromyc. p. 17. 

Rostafinski, Monogr. Sluz. p. 268. 

Mongolia borealis, ante Altai australem ad fluvium 
Irtysch nigrum, in ligni putridi reliquiis, 26. Aug. 
1876. (Potanin JVs 11.) 



— 67 — 
Sclerotium Clavus De C. 

De C.Fl, franc. VI. p. 115. 

Mongolia borealis, Regio Jenissei superioris ad ripam 
fluvii ülaiigom , in Graminearum speciei spicis vivis, 
18 Sept. 1879 (Potanin J\« 6.) 



3ΫÎC 



(Tiré du Bulletin, T. XXYII, pag. 135—142). 



':^ 



20 Janvier ■• qq-i 
1 Février 

Die russischen Bombus-Arten in der Sammlung der 
Kaiserlichen Académie der Wissenschaften. Von 
Dr. F. Morawitz. 

Bei den meisten hier angeführten Hummeln habe 
ich die männlichen Genital- Anhänge , welche für die 
Bestimmung der Arten die sichersten Merkmale dar- 
bieten, ausführlicher als es bis jetzt geschehen, be- 
schrieben, indem über letztere nur in einigen Werken, 
namentlich in der Bienenfauna Nassau's von Schenck, 
in den Apidae Scandinaviae von Thomson und in der 
von Schmiede kn echt herausgegebenen Arbeit über 
die Hummeln Thüringens, zum Tlieil unvollständige 
Angaben, die zwar für jene Localfaunen genügen, 
zum Vergleiche mit nahestehenden russischen Arten 
aber nicht ausreichen, vorhanden sind. Ausserdem 
habe ich einige bereits früher publicirte, schwer zu 
unterscheidende und auch diejenigen Arten, welche 
bis jetzt nur in einem Geschlechte bekannt waren, 
mit neuen Diagnosen versehen, in denen ich einige 
Merkmale, die den älteren Beobachtern entgangen 
waren , anführe , um die Bestimmung derselben zu er- 
leichtern. 

Mélanges biologiques. XI. 9 



( 



70 — 

Die Arbeiter- Weibchen führe ich nicht abgeson- 
dert auf, indem dieselben sich von den Mutterhummeln 
nur durch geringere Grösse und hellere Flügel unter- 
scheiden. — Gemessen habe ich die grössten Indivi- 
duen der hier aufgestellten neuen Arten. 

1. terrestris L. 

Fauna Suec. B 1709. — Thomson. Hymen. 
Scandin. II. p. 32. fig 9. — Schmiedekn. Jenaische 
Zeitschr. für Naturw. 1878. p. 356. Tab. X. Fig. 1. 
a. nigro-pilosus, thorace fascia antica flava; abdo- 
minis segmentis primo tertioque nigro- , secundo 
flavo-, reliquis albido-hirtis. — hortorum Fabr. 
S. E. IL 320. 
h. ut a, sed fascia flava abdominis medio interrupta. 

c. thorace antice abdominisque segmento secundo 
fere nigro-pilosis. — cryptanim, Fabr. E. S. 
IL 317. 

d. fascia abdominis thoracisque albida. — autum- 
mlis Fabr. E. S. II. 324. 

e. thorace segmentisque abdominis duobus anticis 
flavo-pilosis , illo fascia interalari nigra. — spo- 
radicus Nyland. Ap. boreal. 233. 

f. ut e, sed thorace, fascia interalari nigra ex- 
cepta segmentoque primo abdominis albido-pilo- 
sis. — vidmis Erichs, in Middend. sibir. Reise 
II. p. 65. — pafagiatus Nyland. Ap. bor. 234. 

g. flavo - pilosus , mesonoto, scutello abdominisque 
segmentis 3 — 7 albido-hirtis. — lucorum L. 
Fn. Suec. Js 1716. S- 

Der von Thomson gegebenen, ausführlichen Be- 
schreibung der männlichen Genital- Anhänge habe ich 



beizufügen: die Spatha läuft am Ende in zwei deut- 
liche Spitzen aus ; die Sagitta ist bis zum Ende gleich- 
breit, bandförmig; die Endhälfte ist nach aussen ge- 
krümmt und deren Scheibe mit einer tiefen Grube 
versehen; der Endrand abgestutzt mit vorspringenden 
Ecken. — Schmiedeknecht behauptet, dass die 
Endhälfte der Sagitta am Unterrande einen tiefen 
Ausschnitt habe; bei zahlreichen von mir angefertig- 
ten Präparaten ist aber nicht die Spur einer Ausran- 
dung vorhanden. 

Radoszkowsky trennt im Bullet, de Moscou. 1877. 
II. 218. viduus vom terrestris, aber mit Unrecht, 
denn es lässt sich, ausser in der Behaarung, auch nicht 
an den Mundtheilen ein unterscheidendes Merkmal 
nachweisen. 

Diese Art ist im gesammten russischen Reiche vor- 
handen ; sie bewohnt die heissen Tiefebenen und geht 
im Gebirge bis zur Schneeregion. Die Varietät viduus 
ist in dem arctischen und östlichen Theile Sibiriens 
einheimisch. 

2. mastrucatus Ger st. 

Stettin, ent. Zeit. 1869. 326. — Schmied. I.e. 400. 
Tab. XI. Fig. 8. — hrevigena Thomson. 1. c. 42. 
Fig. 13. — Radoszk. 1. c. 187. 

a. nigro-hirsutus , abdominis segmentis tribus vel 

quatuor ultimis fulvo-pilosis. 
h. ut a, sed thorace antice flavo-piloso. 
c. ut b, sed scutello abdominisque segmentis anti- 

cis flavo- pilosis, 
c^. ut a, sed thorace antice, scutello abdominisque 

segmentis anticis utrinque albido-pilosis. — alpi- 



-|72- 



genus Mor. Hor. soc. ent. Ross. X. 132. — 
Radoszk. 1. c. 217. 

e, ut d, sed abdominis segmentis anticis totis albido- 
pilosis. 

Das Weibchen dieser Art ist von allen übrigen 
leicht zu unterscheiden durch den sehr breiten Cly- 
peus, die schmalen Wangen und die gezahnten Man 
dibeln. — Der Kopfschild ist reichlich um die Hälfte 
breiter als lang, dicht punctirt und flach gewölbt; die 
Oberlippe hat mitten auf der Scheibe eine tiefe, nach 
dem Grunde zu erweiterte Grube, welche an der Spitze 
von einem schwach gekrümmten, dicken, fast wulst- 
artigen Rande umgeben ist. Die Wangen sind um die 
Hälfte breiter als lang. Die Mandibeln sind an der 
Basis deutlich punctirt, aussen ohne schräge Furche; 
am Innenrande sind drei zahnartige Hervorragungen 
-sichtbar: die untere ist die grösste, die mittlere die 
kleinste von stumpf- dreieckiger Gestalt, die obere 
fast viereckig und ein wenig ausgerandet. 

An den männlichen Genital- Anhängen ist die Spa- 
tha am Grunde gekielt, die Spitze derselben gespalten. 
Sagitta in der Mitte erweitert, das Ende sichelförmig 
gebogen. Stipes innen sehr tief ausgehöhlt; die Aus- 
höhlung erstreckt sich , von der Basis beginnend nur 
bis über die Mitte hinaus, ist am Grunde sehr flach, 
mitten grubenartig vertieft und hier aussen von einem 
scharfen Rande umgeben. Die äussere Fläche des mit 
fast abgerundeter Spitze versehenen Stieles zeigt kei- 
nen Eindruck und es ist nur in der Mitte eine häufig 
sehr undeutlich ausgeprägte Querlinie vorhanden. 
Squama ein wenig breiter als lang, fast dreieckig, mit 
zugerundetem Hinterrande und sehr flach eingedrück- 



— Tä- 
ter Scheibe, innen am Grunde eine kurze, schräg nach 
innen und ein wenig nach hinten gerichtete abge- 
stumpfte Lamelle aussendend. Die Lacinia ist auf der 
Unterseite fast überall ganz matt und hier am Grunde 
mit langen, am inneren Rande sehr dicht stehenden 
röthlichen Haaren besetzt; der Aussenrand derselben 
ist ziemlich spärlich und kürzer behaart; sie überragt 
sehr deutlich die squama, ist hier nur wenig kürzer 
als letztere und hat parallele Seitenränder und einen 
schwach ausgebuchteten, mit spitz vorspringenden Sei- 
tenecken ausgestatteten Endrand. 

Im Caucasus und in Turkestan in Höhen zwischen 
6000—9000' vorkommend. 

3. hypnorum L. 

Fauna Suec..>¥ 1715. — Thoms.l. c. 40 Fig. 7.— 
Schmiedekn. 1. c. 384. — apricus Fabr. Syst. Piez. 
348. — ericetorum Panz. Fn. Germ. 75. 19. c?. 

Ç clypeo longitudine latiore hinc illinc punctato; 
genis latitudine apicis paullo longioribus; antennarum 
articule quarto quinto breviore; labro fossa profunda 
transversa apice lamina fere lineari clausa, impresso; 
mandibulis sulco obliquo nuUo; pedibus intermediis 
trochanteribus subtus atro-ferrugineo-velutinis, meta- 
tarso angulo apicali postico baud spinoso-producto, 

S^ antennarum articulo tertio quarto paullo lon- 
giore , mandibularum barba nigra, pedibus posticis ti- 
biis externe convexis punctis piliferis paucis insculptis, 
métatarse postice longe piloso, segmente ventrali ul- 
timo apice calloso; appendicibus genitalium: spatha 
punctulata apice bifida; sagitta subtus basi emarginata 
denteque minute armata, margine lateral! limbo lato 

AleiaugôS biologiques. XI. l'O 



— 74: — 

obducto, apice falcato; stipite interne excavatione pro- 
funda basi tan turn signata, dorso medio canalicula 
transversa, interdum obsoleta, indicate, apice sub-ro- 
tundato angulo interne prominulo; squama triangulari 
longitudine paullo latiore, disco leviter impresso, intus 
basi paullo dilatata, margine interne minus profunde 
excavate; lacinia squamam angulo apicis externe tan- 
tum superante, subtus nitida sat crasse punctata, basi 
margineque interne longius pilosa, externe apiceque 
breviter ciliata; margine postico fere truncate angulo 
interne dentiformi. 

a. nigro-pilosus , thorace supra aurantiaco-villoso, 

abdominis segmentis duobus vel tribus posticis 

albido-hirtis. 
h. ut a, sed thorace fascia interalari nigra signato. 

— cingulatus Wahlb. Zeitschr. für die gesammt. 

Naturw. Halle. 1857. IX. 134. 

c. ut a, sed abdominis segmento prime aurantiaco- 
villoso. 

d. ut c, sed abdominis segmento secundo etiam au- 
rantiaco-villoso. — calidus Erichs. Middend. 
sibir. Reise II. 65. 

e. ut d, sed abdominis segmento tertio apice late 
aurantiaco-villoso. 

Ich muss hier noch besonders hervorheben, dass 
die am Ende sichelförmig gekrümmte Sagitta unten 
mit einem kleinen Zähnchen bewehrt und vor diesem 
am Grunde ausgerandet ist; die Seiten sind vom Zähn- 
chen an bis zu dem nach abwärts gekrümmten Stücke 
der Spitze mit einem breiten cliitinösen Saume um- 
geben. 

Diese Art ist über den nördlichen Theil Russlands 



— 75 — 

und Sibiriens verbreitet und erreicht die arctische 
Region. — Im Hochgebirge Caucasiens und Turke- 
stans ist dieselbe bis jetzt nicht beobachtet worden. 

4. Tilingi nov. sp. 

Ç clypeo longitudine paullo latiore disco crasse spar- 
sim punctato; genis latitudine apicis vix longioribus; 
labro medio fossa transversa apice lamina arcuata 
clausa minus profunde impresso ; mandibulis sulco 
obliquo nullo ; pedibus intermediis trochanteribus sub- 
tus ferrugineo-velutinis, metatarso angulo apicali po- 
stico haud spinoso-producto, segmento ventrali ultimo 
haud carinato ; fulvo-villosus, abdominis segmentis tri- 
bus apicalibus albido-hirtis , tertio basi nigro-piloso; 
ventre griseo-ciliato. 20 mm. 

3, antennarum articule tertio quarto paullo bre- 
viore ; mandibularum barba flava ; pedibus posticis 
tibiis convexis punctis paucis piliferis insculptis, me- 
tatarso postice longe piloso, segmento ventrali ultimo 
margine apicali vix calloso; append, genitalium: spa- 
tha laevi apice subtilissime bifida; sagitta basi fortiter 
emarginata, subtus denticulo armata, lateribus vix 
limbatis, apice falcato; stipite interne leviter excavato, 
apice rotundato angulo interno haud prominulo ; squama 
triangular! longitudine paullo latiore, margine interno 
distincte excavato; lacinia subtus nitida basi margi- 
neque interno rufo-pilosa, subtilissime sparsim punc- 
tulata, apice truncata angulo interno prominulo squa- 
mam superante. 12 mm. 

Var. facie, pectore pedibusque nigro-pilosis. 

Beim Weibchen ist der Kopfschild ein wenig brei- 
ter als lang, die Scheibe flach gewölbt, grob und sehr 



— 76 — 

zerstreut, die umgeschlagenen Seiten verhältnissmässig 
dicht und etwas feiner punctirt, die Basis und die Sei- 
ten desselben fuchsroth, sehr selten schwarz behaart. 
Die Wangen sind kaum länger als an der Spitze breit. 
Die Oberlippe ist mit einer flachen, quer-ovalen Grube, 
welche an der Spitze von einem fast bogenförmig ge- 
krümmten, vorstehenden Rande umgeben ist, versehen 
und hell rostroth bewimpert. Am Kopfe sind die Schlä- 
fen, das Hinterhaupt, Stirn und Gesicht fuchsroth be- 
haart , nur längs dem inneren Augenrande einige 
wenige schwarze Haare sichtbar; bei einem Stücke 
sind alle diese Theile mit dunkeln Haaren bedeckt. 
An den Mandibeln ist eine schräge Furche nicht aus- 
gebildet. Der Thorax ist überall dicht fuchsroth be- 
kleidet, die Brust nur ein wenig heller als der Rücken, 
sehr selten aber schwarz. Die Flügelschuppen und die 
Adern der schwach gebräunten Flügel pechbraun oder 
schwarz gefärbt. Am Hinterleibe sind die beiden vor- 
deren Segmente dicht fuchsroth, das dritte schwarz 
behaart; auf der Endhälfte des letzteren stehen viele 
dunkel-rostrothe Haare; die drei Endsegmente sind 
mit weisslichen Haaren bedeckt. Die Ventralringe 
sind greis gefranzt. Die Beine sind fuchsroth, sehr 
seltendunkel, die inn ere Fläche derMetatarsen schwärz- 
lich behaart, die mittleren Schenkelringe auf der Un- 
terseite rostroth befilzt. 

Das Männchen stimmt in der Behaarung fast voll- 
kommen mit dem Weibchen überein. Der Kiefernbart 
ist hell röthlichgelb. Der Kopfschild ist dicht fuchs- 
roth behaart. An den robusten Fühlern ist das dritte 
Glied ein wenig kürzer als das vierte, das fünfte ist 
deutlich länger als letzteres. Die Schienen des dritten 



— 77 — 

Beinpaares sind aussen convex, stark glänzend, mit 
wenigen haartragenden Puncten besetzt, der untere 
Theil der Scheibe ganz kahl. Die Genital-Anhänge 
sind denen des B. hypnorum äusserst ähnlich; an der 
squama ist aber der innere Rand der ganzen Länge 
nach deutlich rinnenförmig ausgehöhlt, die untere 
Fläche der Lacinia ist äusserst fein, kaum sichtbar 
punctirt, am Stiele der obere Theil der Innenfläche 
nicht grubenartig vertieft, sondern abgeflacht, die Spa- 
tha glatt, der chitinöse Saum am Seitenrande der Sa- 
gitta sehr schmal. 

Diese, dem B. hypnorum zunächst verwandte Art, 
ist von Dr. Tiling in der Nähe des Hafens Ajan in 
Kamtschatka gesammelt worden. 

5. modestus Eversm. 

Bullet, de Mose. 1852. IL 134. — haicalensis 
Radoszk. 1. c. 203. 

Ç clypeo latitudine parum longiore disco vix punc- 
tato; genis latitudine apicis paullo longioribus; labro 
medio fossa basin versus angustiore, apice lamina fere 
linear! clausa, impresso ; mandibulis sulco obliquo nullo ; 
pedibus intermediis trochanteribus subtus atro-veluti- 
nis, metatarso angulo apicali postico haud spinoso-pro- 
ducto ; segmente ventrali ultimo haud carinato ; supra 
pallide flavo-pilosus, abdominis segmentis 3 — 6 albido- 
hirtis basi plus minusve pilis nigris immixtis, subtus 
pedibusque griseo-villosus, corbicula nigricante. 

cT facie flavo-pilosa ; antennarum articule tertio 
quarto sesqui fere longiore; mandibularum barba flava; 
pedibus posticis tibiis externe splendidis glabris, pa- 
rum convexis, metatarso postice longe-piloso, segmento 



— 78 — 

ventrali ultimo margine apicali baud calloso; append, 
genitalium : spatha apice bifida ; sagitta subtus basi 
baud emarginata, medio dente minuto armata, apice 
falcato; stipite excavatione interna minus profunda 
medium baud attingente, apice rotundato angulo in- 
terno prominulo; squama semi-ovali margine interno 
distincte excavato ; lacinia subtus nitida sparsim crasse 
punctata, basi raargineque interno rufo-pilosa, supra 
squamam parum superante, apice truncato angulo in- 
terno lobum minutum emittente. 

Dem bypnorum äbnlicb gebaut; beim Weibchen des 
letzteren ist aber der Kopfschild verhältnissmässig 
breiter und die Grube auf der Oberlippe anders ge- 
staltet; beim Männchen der Kiefernbart schwarz ge- 
färbt, die Aussenfläche der Hinterschienen deutlich 
behaart, die Sagitta an der Basis mit einem Aus- 
schnitte, die Squama von dreieckiger Form, etc. 

Die Exemplare in der Sammlung Eversmann's stam- 
men von Irkutzk. — Aus der Baicalsee- Gegend ist 
diese Art von L. v. Schrenck und Dr. Radde mit- 
gebracht worden. 

6. Scrimshiranus Kirby. 

Monogr. Ap. Angliae IL 342 §. — Thoms. 1. c. 
41. Fig. 17. — Jonellus Kirby 1. c 388. i, — mar- 
tes Gerstäck. Stett. ent. Zeit. 1869. 317. 

Ç clypeo longitudine vix latiore crasse minus dense 
punctato; genis latitudine apicis fere brevioribus; labro 
medio fossa parva basin versus angustiore, apice lamina 
angulata clausa, impresso; mandibulis sulco obliquo 
nuUo ; pedibus intermediis trochanteribus subtus atro- 
ferrugineo-velutinis , metatarso angulo apicali postico 



— 79 — 

haud spinoso-producto; segmento ventrali ultimo vix 
carinato. 

5, antennarum articulo tertio quarto pauUo lon- 
giore; mandibularum barba sordide-flavescenti ; 'pedi- 
bus posticis externe convexis sat dense punctis pilife- 
ris insGulptis, metatarso postice longe piloso; segmento 
ventrali ultimo margine apicali sub-calloso; append, 
genitalium: spatha apice bifida; sagitta subtus basi 
emarginata denteque armata, apice falcato; stipite in- 
terne leviter excavato, excavatione medium haud attin- 
gente, externe canalicula transversa plus minusve pro- 
funda instructo, apice rotundato angulo interno vix 
prominulo; squama triangulari disco impresso, mar- 
gine interno distincte excavato; lacinia subtus nitida, 
sparsim crasse punctata, basi margineque interno rufo- 
pilosa, externe apiceque breviter ciliata, margine api- 
cali truncato angulo interno appendicem brevem fere 
rectum emittente, squamam angulo externo tantum 
super ante. 

a, nigro-pilosusj thorace antice scutelloque sulfureo- 
villosis; abdominis segmentis duobus vel tribus 
posticis sordide-albido-hirtis. 

6. ut a, sed abdominis segmento antico utrinque 
sulfureo-villoso. 

c. ut b, sed abdominis segmento antico toto sulfu- 
reo-villoso. 

d. ut c, sed abdominis segmentis secundo basi vel 
toto sulfureo-villoso. 

e. ut d, seçl abdominis segmentis ultimis nigricanti- 
bus, pilis tantum paucis pallidis immixtis. 

Im Körperbau mit hypnorum übereinstimmend und 
sind auch die männlichen Genital -Anhänge beider 



— 80 — 

Arten einander täuscliend ähnlich ; beim hypnorum ist 
aber am Stipes die Aushöhlung der Innenfläche an der 
Basis grubenartig vertieft, die innere Ecke an der 
Spitze deutlich vorspringend und der Aussenrand der 
Sagitta mit einem breiten Saume eingefasst. 

Diese Art kommt in Finnland, im nördlichen Russ- 
land und, mit Ausnahme der südlicheren Gegenden, 
in ganz Sibirien vor. 

7. pratorum L. 

Fn. Suec. 1711. — Thoms. 1. c. IL 39. fig. 15. — 
Schmiedekn. 1. c. 386. tab. X. fig. 6. — arbusto- 
rum Fabr. Syst. Piez. 347. — ephippium Zetterst. 
Ins. Lapp. 473. — lullianus Nyland. Ap. bor. 236. 

Ç clypeo longitudine parum latiore sat dense punc- 
tato; genis. latitudine apicis paullo longioribus; labro 
medio fossa parva basin versus angustiore, apice la- 
mina arcuata clausa , impresso ; mandibulis sulco obli- 
que nullo; pedibus intermediis trochanteribus subtus 
atro-velutinis, métatarse angulo apicali postico haud 
spinoso-producto, segmente ventrali ultimo carinato. 

(Î antennarum articule tertio quarto longiore, man- 
dibularum barba flavescenti; pedibus posticis tibiis 
externe convexis punctis piliferis paucis insculptis, 
métatarse postice longe pilose, segmente ventrali ultimo 
margine apicali haud calloso; append, genitalium: spa- 
tha apice bifida; sagitta subtus basi fortiter emargi- 
nata, dente minute armata, apice falcate ; stipite exca- 
vatione interna minus profunda medium vix superante, 
angulo interne apicis rotundati haud prominulo ; squama 
semi-ovali latitudine paullo latiore, margine interne 
distincte excavate; lacinia subtus nitida subtilissime 



— 81 — 

sparsim punctata, basi margineque iuterno rufo-pilosa, 
externe apiceque breviter ciliata, margine apicali trun- 
cato squamam paullo superante, angulo interno pro- 
cessum parvum subcurvatum emittente, externo inter- 
dum acuto. 

a. atro-hirsutus , thorace fascia antica citrina deco- 

rato, abdominis segmentis 4 — 6 fulvo-villosis. 
h. lit a, sed abdominis segmento secundo fascia me- 
dio interrupta flava. — suUnterruptus Kirby. 
1. c. IL 356. 
c. thorace antice cum pectore, scutello segmentis- 
que abdominis duobus anticis flavo- pilosis. — 
Burellanus Kirby 1. c. 358. 
Mit hypnorum und der vorhergehenden Art zunächst 
verwandt. An den männlichen Genital-Anhängen ist 
die Squama durch die abweichende Form leicht von 
der des Scrimshiranus zu unterscheiden. 

Diese in Europa weit verbreitete Art ist bis jetzt 
nur im europäischen Russland und in Transcaucasien 
beobachtet worden. Der östlichste mir bekannte Fund- 
ort ist Kasan. 

8. haematurus Kriechbaumer. 

Verhandl. der K. K. zool. bot. Gesellsch. in Wien. 
1870. 157. 

Ç clypeo longitudine paullo latiore sat dense punc- 
tato; genis latitudine vix longioribus, labro medio 
fossa parva basin versus angustiore , apice lamina fere 
lineari clausa, leviter impresso; mandibulis sulco obli- 
quo nullo; pedibus intermediis trochanteribus sub tus 
atro-velutinisj metatarso angulo apicali postico haud 

Mö'laugBS biologiques. XI. H 



— 82 — 

spinoso-producto; segmento ventrali ultimo haud ca- 
rinato. 

(? antennarum articulo tertio quarto sesqui fere lon- 
giore; mandibularum barba flava; pedibus posticis 
tibiis externe convexis punctis paucis piliferis insculp- 
tis, metatarso postice sat longe piloso; abdominis seg- 
mento ventrali ultimo apice incrassato; append, geni- 
talium: spatha angustiore apice bifido; sagitta subtus 
basi emarginata, medio dente armata, apice falcato; 
stipite interne basi fossa profunda medium haud attin- 
gente signato , externe fovea distincta impresso , mar- 
gine apicali sub-rotundato angulo interno vix promi- 
nulo; squama triangulari disco impresso, basi intus 
leviter dilatata; lacinia subtus nitida sparsim punc- 
tata, basi margineque interno rufo-pilosa, externe api- 
ceque breviter ciliata, margine apicali truncato angulo 
externo acuto squamam superante. 

a. atro-hirtus , thorace antice segmentisque abdomi- 
nalibus secundo tertioque flavo-villosis, ano pilis 
ferrugineis immixtis. 

b. ut a, sed capite, thorace abdominisque segmentis 
tribus anticis flavo-villosis, scutello utrinque pilis 
nigris immixtis. 

In der Körpergestalt dem pratorum sehr ähnlich; 
das Weibchen wird aber leicht erkannt an dem Man- 
gel des Kieles auf dem letzten Ventralringe, die ver- 
hältnissmässig flachere Grube auf der Oberlippe, welche 
vor dem Erdrande von einer geraden Leiste begrenzt 
wird; das Männchen hat aber abweichend gebildete 
Genital- Anhänge , welche in der Form der Squama 
fast vollkommen mit hypnorum übereinstimmen, von 
diesem aber durch den anders gestalteten Endrand 



— 83 — 

der Lacinia, das stärker entwickelte Zähnchen auf der 
Unterseite der Sagitta und den deutlichen Eindruck an 
der Aussenfläche des Stipes leicht zu unterscheiden ist. 
Bis jetzt nur aus Transcaucasien und dem türki- 
schen Armenien bekannt. 

9. lapponicus Fabr. 

Syst. Piez. 345. — Thoms. 1. c. 41. fig. 16. — 
montanus Smith. Zool. IL 549. 

Ç clypeo longitudine latiore sat dense punctato, ge- 
nis latitudine apicis fere brevioribus; antennarum ar- 
ticule quarto quinto sesqui breviore ; labro medio fossa 
subrotundata apice lamina fere arcuata clausa, im- 
presso ; mandibulis sulco oblique nuUo ; pedibus inter- 
mediis trochanteribus subtus atro-velutinis, métatarse 
angulo apicali postico haud spinoso-producto. 

S, antennarum articule tertio quarto longiore ; man- 
dibularum barba nigra; pedibus posticis tibiis externe 
convexis punctis raris piliferis insculptis, métatarse 
longe pilose, segmente ventrali ultimo margine apicali 
calloso; append, genitalium: spatha angustiore apice 
bifide; sagitta subtus dente armata, basi emarginata, 
apice falcate; stipite vix excavato, apice rotundato an- 
gulo interne prominulo; squama longitudine dimidio 
latiore, margine externe fere semicirculari , interne 
medio sub-emarginato ; lacinia subtus nitida, subtiliter 
sparsim punctata, basi margineque interno rufo-pilosa, 
externe apiceque breviter ciliata, squamam vix supe- 
rante, margine apicali truncato angulo interno proces- 
sum leviter curvatum emittente. 

a. nigro-pilosus, abdomine, segmente primo excepte, 
rufo-vel fulvo-villoso. 



— 84 — 

h. ut a, sed thorace antice flavo-piloso. 

c. ut b, sed scutello flavo-piloso. 

d. ut c, sed abdominis segmento primo utrinque 
flavo-piloso. 

e. ut d, sed abdominis segmentis duobus posticis 
flavo-villosis. 

Die männlichen Genital-Anhänge sind denen der 
vorhergehenden Arten ähnlich gebaut , unterschei- 
den sich aber sehr leicht durch die abweichende Form 
der Squama; diese ist beim lapponicus um die Hälfte 
breiter als lang, der äussere und hintere Rand bilden 
zusammen einen Kreisabschnitt, der innere ist fast 
gerade und in der Mitte sehr schwach ausgebuchtet; 
die Spitze ist nach Innen verschoben. 

Diese Art ist über das gesammte arctische Gebiet 
des russischen Reiches verbreitet und kommt auch auf 
Nowaja Semlja vor. — Während dieselbe im Hoch- 
gebirge der Schweiz und Tirols eine häufige Erschei- 
nung ist, fehlt sie im Caucasus. 

10. sibiricus Fabr. 

Syst. Piez. 349. $. 

Ç. clypeo latitudine parum longiore minus dense 
punctato , genis latitudine apicis paullo longioribus ; 
labro medio fossa profunda transversa, apice lamina 
arcuata clausa , impresso ; mandibulis sulco obliquo 
distincto ; pedibus intermediis trochanteribus subtus 
atro-velutinis , metatarso angulo apicali postico haud 
spinoso-producto; segmento ventrali ultimo haud ca- 
rinato. 

S. antennarum articule tertio quarto vix longiore; 
mandibularum barba nigra; pedibus posticis tibiis ex- 



— 85 ~ 

terne convexis punctis multis piliferis insculptis, me- 
tatarso postice sat longe piloso, segmento ventrali 
ultimo margine apicali leviter incrassato medio emar- 
ginato; append, genitalium: spatha basi latiore, apice 
bifido; sagitta basi angustiore, apice processu denti- 
formi deplanato valido armata; stipite elongato apice 
rotundato, excavatione interna minus profunda, ex- 
terne leviter vage impresso; squama latitudine longiore 
margine apicali sub-rotundato , basi emarginata lami- 
nam parvàm emittente ; lacinia subtus basi dense rufo- 
hirsuta , deinde crebre punctata , vix nitida ; supra 
squamam superante ibique latitudine dimidio longiore, 
apicem versus sensim angustata, angulo apicali interno 
appendice brevi munito. 

a, subtus atro-, supra flavo-pilosus , fascia intera- 

lari abdominisque segmentis quarto quintoque 

vel etiam sexto fulvo-villosis. 
h, ut a, sed thorace supra flavo-piloso , unicolori. — 

melinoides Fischer de Waldh. Magaz. de Zool. 

1843. 1. 
Diese schöne, in Sammlungen seltene Art, ist noch 
sehr mangelhaft bekannt. — Bei dem Weibchen ist 
der Kopf länglich, überall schwarz behaart, die Stirn 
verhältnissmässig fein, am oberen inneren Augenrande 
dichter und feiner punctirt ; der obere Theil der Schlä- 
fen ist gleichfalls mit einer feinen Punctirung ver- 
sehen. Der schwach gewölbte Kopfschild ist ein wenig 
länger als breit, die Basis und der obere Theil der 
umgeschlagenen Seiten sehr dicht und ziemlich grob, 
die Scheibe sehr fein und sparsam punctirt. Die Ober- 
lippe hat mitten auf der Scheibe eine tiefe Grube, 
welche breiter als lang und an der Spitze von einem 



— 86 — 

schwach bogenförmig gekrümmten, vorstehenden Rande 
umgeben ist; die Seitenhöcker sind fast abgeplattet 
und vor dem Endrande nicht vertieft. Die Wangen 
sind deutlich länger als breit, fein und zerstreut punc- 
tirt. An den Mandibeln ist die schräge Furche deut- 
lich entwickelt. Das dritte Fühlerglied ist fast doppelt 
so lang als das vierte; dieses so lang als breit und 
kürzer als das folgende. Der Thorax ist unten schwarz, 
oben und an den Seiten sehr dicht sammetartig gelb 
behaart, zwischen den Flügeln meistentheils mit einer 
rothen oder orangefarbenen Querbinde geziert. Die 
Flügelschuppen sind schwarzbraun gefärbt, die Flügel 
braun getrübt. Auf dem Hinterleibe sind die drei vor- 
deren Segmente gelb, die beiden folgenden roth, das 
letzte schwarz behaart, die Ventralringe schwarz be- 
wimpert. Die Beine sind mit schwarzen Haaren be- 
deckt und nur die innere Fläche der Metatarsen dun- 
kel rostroth schillernd; die hintersten Schienen sind 
aussen sehr fein nadelrissig und daher seideglänzend. 
Beim Männchen sind Clypeus und Hinterhaupt gelb, 
die übrigen Körpertheile ähnlich wie beim Weibchen 
behaart. Die Spatha ist am Grunde schwach erweitert, 
die Spitze deutlich ausgerandet. Sagitta an der Basis 
ein wenig verengt , in der Mitte erweitert , die Spitze 
herabgebogen und mit einem grossen, abgeplatteten, 
nach innen und vorn gerichteten, zahnartigen Fort- 
satze bewehrt. Am schlanken Stipes ist der Endrand 
zugerundet , ohne vorspringende Ecken ; die Innen- 
fläche desselben ist schwach ausgehöhlt, die Aussen- 
fläche kaum vertieft. Die Squama ist länger als breit, 
mit fast bogenförmigem Endrande; die innere Seite 
derselben ist am Grunde mit einem deutlichen Aus- 



— 87 — 

schnitte , welcher von einem kleineu , fast zugerunde- 
ten Vorsprimge begrenzt wird, versehen. Die Lacinia 
ist unten an der Basis dicht, am Innenrande spärlicher 
roth behaart, ziemlich grob und dicht punctirt, schwach 
glänzend; von oben betrachtet erscheint dieselbe kür- 
zer als die Squama, ist etwa um die Hälfte länger als 
breit, nach der Spitze zu allmählich verengt; diese 
schräg abgestutzt und deren innere Ecke in einen 
kleinen Fortsatz ausgezogen. 

In Ost-Sibirien. Irkutzk. — Krasnojarsk. 

11. Regeli M or. 

Mél. biol. tir. du Bull, de l'Acad. imp. des sc. de 
St. Pétersb. X. p. 444. 

Der citirten Beschreibung füge ich noch hinzu: 
die Grube auf der Oberlippe des Weibchens ist an 
der Spitze von einer gebogenen, vorstehenden Leiste 
eingefasst und sind die Trochanteren der Mittelbeine 
unten sammetschwarz behaart. — Die Genital-An- 
hänge des Männchens sind denen der vorhergehenden 
Art ähnlich gebaut, der Endrand der Squama erscheint 
aber fast abgestutzt mit zugerundeten Seitenecken; 
die Lacinia hat unten am Grunde einen sehr dicht 
roth behaarten, kleinen Höcker und ist, von oben be- 
trachtet, fast so lang als die Squama, nach dem Ende 
zu allmählich verengt. 

Im Kuldsha-Gebiete. 

12. vorticosusGerstäck. 

Stett. ent. Zeit. 1872. 290. — montanus Eadoszk. 
1. c. 209. 

$. clypeo latitudine longiore, sat dense punctato, 



— 88 — 

fortiter convexo; genis latitudine apicis sesqui longio- 
ribus distincte punctatis; labro medio fossa profunda 
sub-quadrata apice lamina fere lineari clausa, impresso ; 
mandibulis sulquo oblique instructis; pedibus interme- 
dus troclianteribus subtus atro-velutinis, métatarse 
angulo apicali postico haudspinoso-producto; segmente 
ventrali ultimo baud carinato. 

J. oculis magnis; antennis elongatis articule tertio 
quarto paullo longiore; mandibularum barba sordide- 
flavescenti vel nigricanti; pedibus posticis tibiis ex- 
terne convexis punctis sat numerosis piliferis insculp- 
tis, métatarse postice longe pilose; segmento ventrali 
ultimo margine apicali medio profunde emarginato; 
append, genitalium: spatha angusta apice bifide; sa- 
gitta apice incrassata dente valide armata; stipite 
elongate, excavatione interna minus profunda, externe 
leviter vage impresso, apice truncate augulo interno 
baud prominulo; squama longitudine paullo latiore, 
marginibus apicali truncato angulis rotundatis, latera- 
libus fere parallelis , interno basi laminam parvam 
sub-rotundatam emittente; lacinia subtus basi tuber- 
cule dense pilose munita, parte apicali excavata, medio 
dilatata, supra squamam superante ibique latitudine 
dimidio longiore, apicem versus angustata, apice an- 
gulo interno lamina parva armato. 

a. atro-pilosus , thorace scutelloque flavo-villosis, 

illo fascia interalari nigra signato ; abdominis 

segmentis tribus vel quatuor posticis fulvo- villo- 

sis, anticis duobus flavo-velutinis. 
h, nt a, sed abdominis segmento tertio fere toto 

flavo-villoso, pedibus pallide-hirtis. 
c. atro-pilosus, thorace albido-vel niveo-velutino. 



— 89 — 

fascia iuteralari lata nigra decorato; abdominis 
segmentis tribus posticis fulvo-, duobus anticis 
niveo-villosis. 

Beim Weibchen dieser verkannten Art ist der Kopf 
langgestreckt, die Stirn am oberen Augenrande grob 
und nicht sehr dicht punctirt, die Zwischenräume der 
Puncte hin und wieder runzeiförmig erhaben; der 
obere Theil der Schläfen ist gleichfalls nicht beson- 
ders dicht punctirt und die Sculptur aus groben und 
feinen Puncten zusammengesetzt. Der Kopfschild ist 
deutlich länger als breit, mit gewölbter Scheibe, auf 
welcher überall zerstreut stehende, bald gröbere, bald 
feinere Puncte vorhanden sind; die Basis ist beider- 
seits verhältnissmässig dicht, die umgeschlagenen Sei- 
ten sehr sparsam und grob punctirt. Die Oberlippe 
hat auf der Mitte eine sehr tiefe, bis zum Grunde 
reichende Grube, welche deutlich breiter als lang und 
an der .Spitze von einem fast gerade vorstehenden 
Rande eingefasst ist; die Seitenhöcker sind schwach 
gewölbt, mit glatter, glänzender öcheibe und von dem 
Endrande durch eine sehr flache Vertiefung geschie- 
den. Die Wangen sind reichlich um die Hälfte länger 
als breit, die äussere Fläche derselben zwar sehr zer- 
streut , aber deutlich punctirt. An den Mandibeln ist 
die schräge Furche stark ausgeprägt. Das dritte Füh- 
lerglied ist verhältnissmässig stark verlängert und 
reichlich um die Hälfte länger als das vierte; dieses 
ist länger als breit und ein wenig kürzer als das fünfte. 

Beim Männchen sind die Wangen nur ein wenig 
länger als an der Spitze breit. An den Anhängen der 
Genitalien ist die Spatha fast gleich breit, mit tief 
ausgerandeter Spitze; die Sagitta ist am Grunde 

Mélanges biologiques. XI. 12 



— 90 — 

schmäler als in der Mitte, die Spitze nach abwärts 
gekrümmt und verdickt, einen sehr starken, nach innen 
und vorn gerichteten, abgeplatteten Zahn aussendend. 
Stipes schlank, mit abgestutztem Endrande, dessen 
innere Ecke abgerundet ist; aussen ist derselbe flach 
vertieft, innen schwach ausgehöhlt. Die Squama ist 
etwas breiter als lang, fast viereckig; der Endrand ist 
abgestuzt mit zugerundeten Ecken, die Seiten parallel, 
die innere fast gerade und an der Basis einen kleinen, 
halbkreisförmigen Anhang tragend. Die Lacinia ist 
unten am Grunde durch eine höckerartige, dicht roth 
befilzte Schwiele ausgezeichnet, hinter derselben der 
ganzen Länge nach ausgehöhlt, in der Mitte erweitert, 
nach der Spitze zu allmählich verengt. Von oben be- 
trachtet erscheint die Lacinia deutlich länger als die 
Squama, mit breiterem Grunde und schmaler Spitze, 
von deren innerer Ecke ein kurzer , zugerundeter und ein 
wenig gekrümmter Fortsatz entspringt ; der Aussenrand 
ist von der Basis bis zur Mitte sehr dicht roth bewimpert. 

Im Körperbaue mit der vorhergehenden Art über- 
einstimmend. 

In Transcaucasien in Höhen von 3500 — 6000' vor- 
kommend; nach Gerstäcker auch in Daurien. 

13. lapidarius L. 

Fn. Suec. ^ 1712. — Thoms. 1. c. 37 fig. 5. — 
Schmiedekn. 1. c. 403 tab. XI. fig. 10. 

Ç. clypeo longitudine latiore sat dense punctato; 
genis latitudine apicis paullo longioribus; labro medio 
fossa profunda transversa, apice lamina sub-angulata 
clausa, impresso; mandibulis sulco obliquo distincto; 
pedibus intermediis trochanteribus subtus atro veluti- 



— 91 — 

nis, metatarso angulo apicali postico baud spinoso-pro- 
ducto; segmento ventrali ultimo vix carinato. 

3, antennarum articulo tertio quarto sesqui fere 
longiore ; mandibular urn barba nigricanti ; pedibus 
posticis tibiis externe convexis punctis piliferis panels 
insculptiSj metatarso postice longe piloso; segmento 
ventrali ultimo apice reflexo; append, genitalium: spa- 
tha angusta apice bifido; sagitta lineari apice aculeo 
armata; stipite interne minus profunde excavato, ex- 
terne interdum canalicula transversa medio signato, 
apice subrotundato angulo interno baud prominulo; 
squama longitudine paullo latiore fere semi-ovali, intus 
basi laminam parvam emittente; lacinia subtus basi 
rufo-pilosa , sat nitida ; supra squamam superante ibi- 
que longitudine vix latiore, lateribus fere parallelis, 
apice emarginato. 

a. nigro-pilosus, abdominis segmentis tribus ultimis 
puniceo-villosis. 

b. ut a, sed thorace antice flavo-piloso. 

c. ut b, sed scutello abdominisque segmentis duobus 
anticis flavo-pilosis. — montanus Gerstäck. 
Stett. ent. Zeit. 1869. 322. 

d.ut a, sed tborace antice, scutello abdominisque 
segmentis duobus anticis sordide-griseo-pilosis; 
segmentis abdominalibus tribus posticis pallide- 
fulvo-villosis. — Sicheli Radoszk. Bull, de Mose. 
1859. 481. tab. 5 fig. 2. 

e. ut a, sed thorace antice scutelloque niveo-pilo- 
sis. — caucasicus Radoszk. ib. ûg. 3. 

f. ut e, sed thorace supra toto candido vel griseo- 
piloso. — eriophorus Bieberst. Mém. de la soc. 
de Nat, de Mose. IL 1809, p. 5, tab. I. fig. 2. 



. — 92 — 

Die Varietät a ist im nördlichen und mittleren eu- 
ropäischen Russland weit verbreitet und kommt in den 
asiatischen Provinzen gar nicht vor. — Die Varietäten 
h und c sind im turkestanischen und caucasischen Ge- 
birge häufig, seltener kommen im letzteren auch die 
Varietäten e und f vor. — Die Abänderung d ist in 
Ostsibirien und Kamtschatka einheimisch und daher 
wohl nicht mit dem auf den Schweizer Alpen vorkom- 
menden alticola Kriechb. identisch, wie Radoszk. 
Bull, de Mose. 1878. 213 glaubt; die Beschreibung 
des letzteren passt so ziemlich auf eine Varietät des 

Raiellus. ^^ . 

•^ 14. incertus. 

tunicattis Smith. Trans. Ent. Soc. IL new. ser. 43. 
T, VIII. fig. 7 Ç ?. — niveatus Kriechb. Verh. der 
K. K. zool. bot. Ges. in Wien 1870. 458. Ç ?. — 
montanus Radoszk. Bull, de Mose. 1878. 209. 

Ç. clypeo longitudine paullo latiore disco sat dense 
subtiliter punctate; genis latitudine apicis vix longio- 
ribus; labro medio fossa profunda transversa, apice 
lamina arcuata clausa, impresso; mandibulis sulco 
oblique distincte; pedibus intermediis trochanteribus 
subtus atro-velutinis, métatarse angulo apicali postico 
haud spinoso-producto ; segmente ventrali ultimo haud 
carinato; atro-pilosus , thorace supra lateribusque ni- 
veo-piloso, fascia interalari nigra decorate; abdomhiis 
segmentis primo secundoque niveo-, tertio atro-, reli- 
quis puniceo-villosis. 20 mm. 

Im Körperbau zwar vollkommen mit lapidarius über- 
einstimmend, sind die Wangen aber kürzer als bei der 
vorhergehenden Art und dürfte daher dieselbe erst 
nach dem Bekanntwerden des Männchens mit jener 



— 93 — 

vereinigt werden können. — Radoszk. zieht tunicatus 
und niveatus zusammen und stellt beide zu montanus 
Lep., einer Art, welche der mangelhaften Beschrei- 
bung wegen nicht zu enträthseln ist; — tunicatus 
kommt aber in Indien vor und könnte trotz der sehr 
ähnlichen Behaarung eine andere Art sein; niveatus 
aber ist in Palästina gefunden worden und passt die 
Beschreibung des Kopfes gar nicht auf incertus, indem 
Kriechbaumer von demselben sagt: der Kopf ist lang- 
gestreckt, der Kopfschild in der Mitte der Länge 
nach ziemlich stark gewölbt, etc., was mehr auf vor- 
ticosus hindeutet. 

Diese schöne Hummel ist von mir in Caucasien, in 
Höhen zwischen 3500 —8000' gesammelt worden. — 
Ausserdem kommt sie auch im Tjan-Schan vor. 

15. nivalis Dahlb. 

Bomb. Scandin. 40. — Thoms. 1. c. 35 fig. 11. — 
tricolor Dahlb. 1. c. 40. 3. — halteatus Dâhlh. 36. 
— KirUellus Curtis Ross's 2""^ Voy. App. p. 62. pi. 
A. fig. 2. — montanus Radoszk. 1. c. 209. 

$. clypeo longitudine latiore; genis latitudine apicis 
paullolongioribus; labro medio fossa profunda subqua- 
drata,apicelaminaarcuataclausa,impresso,tuberculisla- 
teralibus planis apice acute marginatis ; mandibulis sulco 
obliquo distincto; pedibus intermediis trochanteribus 
subtus atro-velutinis, metatarso angulo apicali postico 
baud spinoso-producto; tibiis posticis subtilissime alu~ 
taceis; segmento ventrali ultimo carina brevi instructo. 

5. antennarum articulo tertio quarto paullo longiore; 
mandibularum barba nigra pilis flavis immixtis; pedi- 
bus posticis tibiis externe convexis, splendidis, summa 



— 94 — 

basi tantum punctis piliferis insculptis, metatarso pos- 
tice longe piloso; segmento ventrali ultimo apice sub- 
reflexo; append, genitalium: spatha basi lata, apice 
bifido; sagitta medio subtus dente valido armata, parte 
postica supra convexa, subtus concava, margin e apicali 
semi-rotundato externe dente minutissimoaucto, externo 
pilis raris obsito medio dilatato ibique bidentato; sti- 
pite vix excavato, externe fere piano, dorso medio cana- 
licula transversa signato, margine apicali subrodundato 
angulo interno dentiformi; squama longitudine vix 
latiore fere semicirculari, angulo interno acuto valde 
prominente, margine interno canaliculate, leniter emar- 
ginato, basi lamina minuta munita; lacinia subtus ni- 
tida, distinte punctata, margine interno rufo-fimbriato ; 
•supra squamam parum superante ibique apice angulo 
externo fere recto, interno lobiformi plus mlnusve 
serrulate. 

a. flavo-pilosus, fascia inter alas segmentoque tertio 
abdominis nigris. 

h. ut a, sed abdominis segmentis apicalibus fulvo- 
pilosis. 

c. ut a, sed abdominis segmentis apicalibus nigro- 
pilosis summo apice pilis fulvis immixtis. 

d. ut a, sed abdominis segmentis ultimis sordide-al- 
bido-pilosis. 

e. nigricans, abdomine apice pallido. 

Das Männchen dieser hochnordischen Art ist dem 
des lapidarius sehr ähnlich, aber um die Hälfte grösser 
und durch den verschiedenen Bau der Genital-Anhänge 
von demselben sofort zu unterscheiden. An letzteren 
ist nämlich die Spatha am Grunde sehr breit, mit ge- 
spaltener Spitze. Sagitta am Aussenrande sparsam 



^- 95 — 

bewimpert, in der Mitte unten mit einem sehr starken 
Zahne bewehrt, von hier ab oben gewölbt, unten und 
aussen concav; die ein wenig erweiterte Spitze mit 
halbbogenförmigem Endrande, welcher aussen in ein 
sehr kleines, aber scharfes Zähnchen ausläuft; zwischen 
dem auf der Unterseite befindlichen grossen Zahne 
und der Spitze, etwa in der Mitte, ist die Sagitta ver- 
dickt und diese Stelle mit zwei nach aussen und unten 
gerichteten kleinen, aber scharfen Stacheln, die eine 
flache Ausrandung begrenzen, versehen. Stipes innen 
mit sehr flacher Aushöhlung, aussen fasst eben, der 
Endrand schwach zugerundet, mit zahnartig vorsprin- 
gender innerer Ecke. Squama kaum breiter als lang; 
der äussere und hintere Rand derselben bilden zusam- 
men einen Kreisabschnitt ; der innere hat an der Basis 
eine kleine zugerundete Lamelle und einen vorsprin- 
genden hinteren Winkel und ist derselbe der ganzen 
Länge nach ausgehöhlt. Lacinia am Aussenrande sehr 
kurz, der Innenrand länger und sehr dicht bewimpert; 
von oben betrachtet überragt dieselbe nur wenig die 
Squama und ist das freie Ende etwa parallelogram m - 
förmig und ein wenig nach innen gebogen; der hintere 
Rand ist behaart und fast abgestutzt, mit beinahe 
rechtwinkeliger Aussenecke, die innere Ecke aber ist 
vorgezogen, mit zugerundeter Spitze und fein gezäh- 
neltem Rande; die Unterseite der Lacinia ist glänzend, 
deutlich und dicht punctirt. 

Im Norden Finnlands. — Torneo. Enontekis. — 
Aus dem arctischen Theile Sibiriens ist diese Art mit- 
gebracht worden von den Academikern v. Midden - 
dorff (Udskoi-Ostrog), Schmidt (Inseln des Jenissei);. 
auch von Tschekanowsky am Oleneck und von Dr. 



— 96 — 

J. Sahlberg bei Turuchansk gesammelt. — Nach 
Wahlberg kommt nivalis in Lappland an der oberen 
Grenze der Birkenregion vor. 

16. hyperboreus Schön h. 

Act.Holm. 1809. 57.tab. 3. fig. 2. —Thorns. 1. c. 34. 

$ clypeo longitudine latiore sat dense punctato ; genis 
latidudine apicis pauUo longioribus; labro medio fossa 
profunda subquadrata, apice lamina sub~arcuata clausa, 
impresso; mandibulis sulco obliquo distincto; pedibus 
intermediis trochanteribus subtus atro-velutinis, meta- 
tarso angulo apicali postico haud spinoso-producto, 
segmento ventrali ultimo haud carinato; nigro-hirsu- 
tus, thorace abdominisque segmentis duobus anticis 
aurantiaco-fulvis, thorace fascia interalari nigra signato. 
- S. antennarum articulo tertio quarto pauUo longiore, 
mandibularum barba nigra; pedibus posticis tibiis ex- 
terne convexis, nitidis, glabris, metatarso postice longe 
piloso ; abdominis segmento ultimo margine apicali re- 
flexo; append, genitalium: spatha basi lata apice bi- 
fido; sagitta subtus valide dentata, margine externo 
sparsim piloso, supra convexa, subtus excavata, apice 
rotundato, medio leviter dilatata ibique bidentata ; sti- 
pite interne minus profunde excavato, externe impres- 
sione vaga notato, dor so medio canalicula transversa 
signato; squama latitudine fere longiore basi externe 
sat profunde impressa, margine postico rotundato, in- 
terno subtilissime undulato angulo apicali haud promi- 
nulo, basi lamina nulla ; lacinia subtus nitida rare punc- 
tata, margine interno sparsim fimbriato; supra squa- 
mam parum superante, longitudine duplo fere latiore, 
apice angulo externo rotundato, interno lobiformi. 



— 97 — 

Das Männchen ist dem der vorhergehenden Art, na- 
mentlich der Varietät c sehr ähnlich, lässt sich aber 
durch den abweichenden Bau der Genital -Anhänge 
leicht unterscheiden. Spatha breit, mit gespaltener 
Spitze ; Sagitta in der Mitte unten mit einem starken 
Zahne, oben schwach gewölbt, unten ausgehöhlt, die 
Spitze abgerundet, der Aussenrand dünn behaart, hin- 
ter der Mitte ein wenig verdickt und hier mit zwei 
kleinen scharfen Zähnen versehen. Stipes aussen flach 
vertieft, innen seicht ausgehöhlt, mit einer wenig vor- 
springenden hinteren Ecke und einer Querfurche mitten 
auf dem Rücken. Squama fast länger als breit, am 
Grunde aussen mit einem ziemlich tiefen Eindrucke; 
der äussere und hintere Rand derselben bilden zusam- 
men einen Bogenabschnitt, der innere ist fast gerade 
aber sehr fein undulirt, der hintere Winkel nicht vor- 
springend, am Grunde keine Lamelle. Lacinia unten 
dünn, aussen dichter behaart und überragt nur ein 
wenig die squama; der hintere, bewimperte Rand der- 
selben hat eine abgerundete äussere und eine deutlich 
vortretende, lappenförmig vorgezogene und ein wenig 
nach abwärts gekrümmte innere Ecke. 

Aus dem arctischen Theile Sibiriens vom Academi- 
ker Schmidt (Inseln des Jenissei) und von Dr. J. Sahl- 
berg aus Turuchansk mitgebracht. — Nach Dahlbom 
im nördlichen Finnland bei Enontekis, nach Wahl- 
b erg im lappländischen Gebirge in der Nachbarschaft 
der Schneegrenze. 

17. alpinus L. 

Fn. Suec. N. 1719. — Thoms. 1. c. 36. 

Das Männchen dieser Art ist mir unbekannt. — In 

MelaugßS biologiques. XI. 13 



— 98 — 

der academischen Sammlung sind nur Weibchen, aus 
der Süd-östlichen Mongolei stammend, vorhanden. — 
Radoszk. Bull, de Mose. 1878. 186. besitzt Exem- 
plare aus dem Norden Finnlands. — Nach Wahlberg 
in Lappland oberhalb der Baumgrenze. 

18. confusus Schenck. 

Nassauische Jahrb. XIV. 151. — Schmiedekn. 1. 
c. 406 tab. XL fig. 9. 

Ç. clypeo latitudine longiore dense punctato; genis 
latitudine apicis paullo longioribus; labro medio fossa 
minus profunda dense ferrugineo-hirta impresso ; mandi- 
bulis sulco oblique indistincte ; pedibus intermediis 
trochanteribus subtus atro-velutinis, métatarse angulo 
apicali postico haud spinoso-producto; segmente ven- 
trali ultimo haud carinato; antennarum articulis quarto 
quintoque longitudine fere aequalibus, conjunctis ter- 
tio vix longioribus. 

c?. oculis magnis ; antennarum articule tertio quarto 
duple longiore; genis latitudine apicis brevioribus; 
mandibularum barba nigra; pedibus posticis tibiis ex- 
terne convexis punctis numerosis piliferis insculptis, 
métatarse postice longe pilose ; segmento ventrali ul- 
timo splendide, disco transversim impresso, margine 
apicali elevate ; append, genitalium : spatha medio valde 
dilatata; stipite brevi, crasse, ante apicem fere con- 
stricto, excavatione interna profunda limbo distincto 
circumducta, angulo apicis interne prominulo ; squama 
subquadrata disco impressa, margine interne profunde 
latissimeque excavate; lacinia subtus nitida distincte 
punctata, basi lateribusque ciliata, apice bi-appendicu- 
lato: appendice interne minore spiniformi, externo va- 



— 99 — 

lido dentiformi squamara longe superante; sagitta fere 
linear! apice subrotundato , margine externo medio 
dilatato. 

a» nigro-pilosus, segmentis abdominis tribus vel qua- 
tuor posticis puniceo- vel fulvo-villosis. 

h. ut a, sed thorace antice flavo-piloso. 

c. ut b, sed scutello abdominisque segmento antico 
etiam flavo -pilosis. 

d» ut c, sed abdomine apice albido-piloso. 

Bei dieser höchst eigenthümlichen Art stimmen die 
beiden Geschlechter in der Länge der Wangen nicht 
mit einander überein; beim Männchen sind dieselben 
auffallend kurz, beim Weibchen länger als an der Spitze 
breit und ist bei diesem die äussere Hälfte derselben 
dicht punctirt. — Besonders merkwürdig sind die 
männlichen Genital- Anhänge beschaffen : Spatha mitten 
sehr breit; der kurze Stipes ist bauchig aufgetrieben, 
aussen mit einer deutlichen Querfurche, innen bis zu 
der aufwärts gerichteten Spitze tief ausgehöhlt; die 
Aushöhlung von einem scharfen Rande umgeben. Die 
Squama ist einem Viereck ähnlich, dessen äussere Seite 
aber länger als die innere ist; die Scheibe derselben 
ist mit einem tiefen, bis zum Endrande ausgedehnten 
Eindrucke versehen ; der Innenrand ist sehr tief aus- 
gehöhlt, gleichsam weit auseinander klaffend und einer 
ovalen Grube ähnlich. Die untere Fläche der Lacinia 
ist glänzend und deutlich punctirt, die Basis nebst den 
Seitenrändern röthlich behaart, der Endrand in zwei 
Fortsätze auslaufend, von denen der innere, kleinere 
und kürzere die Form eines scharf zugespitzten, ein 
wenig gekrümmten, zum grössten Theile unter der 
Squama versteckten Stachels hat, während der äussere 



— 100 — 

die Squama weit überragt und einen langen, abgeplatte- 
ten, allmählich zugespitzten, beiderseits dichtbewimper- 
ten Zahne ähnlich ist. Die Sagitta ist linear mit fast 
abgerundeter Spitze und aussen in der Mitte von einem 
breiten chitinösen Saume eingefasst. 
Im Gouvernement Volhynien. 

19. soroeensis Fabr. 

Ent. Syst. II. 318 $? — Thoms. 1. c. 36. fig. 6. 
— Schmiedekn. 1. c. 390. tab. X. fig. 7. — Proteus 
Gerstäck. Stett. ent. Zeit. 1869. 325. — ib. 1872, 
292. 

Diese Art müsste den Namen Pro^e«*s führen, indem 
Gerstäcker dieselbe zuerst ausführlich beschrieben 
hat. — Den genauen Beschreibungen Gerstäcker's, 
Thomson's und Schmiedeknecht's füge ich einige An- 
gaben über die männlichen Genital- Anhänge hinzu. — 
Die breite Spatha ist in Folge einer sehr feinen Punc- 
tirung schwach glänzend, mit gekielter Basis und ge- 
spaltener Spitze. Stipes vor dem schräg abgestutzten 
Ende aussen mit einem sehr flachen Eindrucke, innen 
der ganzen Länge nach seicht vertieft; die hintere 
innere Ecke nicht vorspringend. Squama fast doppelt 
so lang als breit, mit zugerundeter Spitze und aus- 
geschnittenem Innenrande, daher fast nierenförmig 
erscheinend; die Basis aussen muldenförmig vertieft. 
Die unten glänzende, sehr fein punctirte Lacinia hat 
einen dicht roth bewimperten Innenrand, überragt 
deutlich die Squama und ist hier ein wenig länger als 
breit, mit fast parallelen Seiten; die hintere Ecke des 
Endrandes ist scharf zugespitzt, die vordere sendet 
einen schmalen, abwärts gekrümmten Anhang aus, der 



— 101 — 

etwa doppelt so lang als breit ist. Die Sagitta hat 
mitten am unteren Rande ein kleines Zähnchen; die 
Spitze derselben ist stark erweitert, mit fast gerade 
abgestutztem Endrande, dessen innere Ecke scharf zu- 
gespitzt erscheint. 

Im nördlichen und mittleren Russland weit verbrei- 
tet, auch im caukasischen Gebirge einheimisch. — Im 
Tjan-Schan gleichfalls vorhanden. 

20. leucopygus M er. 

Fedtsch. Reise nach Turkestan. Apidae I. 2. 

Ç. clypeo longitudine paullo latiore disco sparsim 
punctulato; genis latitudine apicis fere brevioribus; 
labro medio fossa minus profunda, apice lamina angu- 
lata clausa, impresso; mandibulis sulco obliquo sat 
distincto; pedibus intermediis trochanteribus subtus 
ferrugineo-velutinis, metatarso angulo apicali postico 
haud spinoso-producto; segmento ventrali ultimo forti- 
ter carinato. 

a. flavo-pilosus, mesonoto pilis numerosis nigris disco 
immixtis, interdum fasciam angustam inter alas 
formantibus; abdominis segmentis tertio nigro-, 
quarto pallide-umbrino-vel castaneo-, quinto sex- 
toque albido-pilosis, 

b, ut a, sed pectore pedibusque fere totis nigro-pi- 
losis. 

Der vorhergehenden Art im Ganzen ähnlich, aber 
von derselben leicht zu unterscheiden durch die klei- 
nere und flachere Grube der Oberlippe, die, wenn auch 
schwach ausgeprägte schräge Furche an den Mandi- 
beln und den starken, bis zur Mitte reichenden Kiel 
des letzten Ventralringes. — Der Kopf ist Vorzugs- 



— 102 — 

weise mit schwarzen Haaren, denen auf der Stirn und 
dem Hinterhaupte gelbe beigemischt sind, bedeckt. 
Der Thorax ist überall sehr dicht gelb, die Brust blasser 
behaart, auf der Scheibe des Mesonotum mit einem 
seil wärzlichen Haarbusche, der sich zuweilen als schmale 
Binde beiderseits bis zu den Flügelschuppen ausbrei- 
tet, geziert. Auf dem Abdomen sind die beiden ersten 
Segmente sehr dicht gelb, das dritte schwarz, das 
vierte kastanienbraun, die folgenden weisslich behaart; 
die Ventralringe sind greis bewimpert. An den Beinen 
sind die Schenkel blassgelb oder greis, die Schienen 
schwärzlich, die Tarsen rostroth behaart. — Bei einem 
Stücke sind die Beine und die Brust schwarz behaart. 
Diese Art ist bis jetzt nur in Turkestan gesammelt 
worden. Im Ferghana- Gebiete in Höhen zwischen 
8100—13,300'. — Im Amu-Darja- Gebiete. — Am 
Iskander-Kul. — 

21. subterraneus L. 

Fn. Suec. N. 1718. — Thoms. 1. c. 26. fig. 10. 
— Latreillellus Kirby. Ap. Angl. IL 330. S, — 
Schmiedekn. 1. c. 370. tab. X. fig. 3. — Tunstalla- 
nus Nyl. Ap. bor. 231. — Jonellus Schenck. Nass. 
Jahrb. VII. 14. — flava -nigrescens Smith. Zool. IV. 
1566. 

Ç. clypeo latitudine vix longiorebasi utrinque spar- 
sim, lateribus sat dense crasse punctato; genis latitu- 
dine apicis sesqui longioribus ; labro medio fossa magna 
basin versus latiore, apice lamina arcuata clausa, im- 
presso; mandibulis sulco obliquo distincte; pedibus in- 
termediis trochanteribus subtus atro-velutinis, méta- 
tarse angulo apicali posticovix spinoso-producto ; seg- 
mente ventrali ultimo carina longa signato. 



— 103 — 

(?. antennarum articulo tertio quarto paullo longiore; 
mandibularum barba nigra; pedibus posticis tibiis ex- 
terne nitidis, leviter excavatis punctisque piliferis in- 
sculptis, metatarso postice brevissime piloso; segmento 
ventrali ultimo nitido sparsim punctato, apice baud 
calloso; append, genitalium: spatha basi latiore, apice 
bifido; sagitta parte apicali subtus medio appendice 
tridentato armata, apice arcuatim dilatata angulo ex- 
terno bispinoso ; stipite oblique truncato, profunde ex- 
cavato, excavatione limbo laterali distincto obducto, 
externe apicem versus impresso, impressione cum ca- 
nalicula transversa dorsali saepe confluente; squama 
lata margine interno incurvo; lacinia subtus aciculata, 
subtilissime punctata, margine interno fimbriato, ex- 
terne breviter ciliato, supra squamam parum superante 
ibique longitudine latiore, angulo antico processum 
brevem emittente. 

a. atro-pilosus, ano fusco. 
h. totus fusco-pilosus. 

c. ut a, sed segmentis posticis griseo- pilosis. — 
soroensis Kirby. 1. c. 354. 

d. ut c, sed thorace antice scutelloque pilis non- 
nullis flavescentibus immixtis. 

e. ut d, sed thorace antice scutelloque flavescenti- 
pilosis. 

f. ut e, sed abdominis segmento antico flavescenti- 
villoso. 

g. ut f. sed abdominis segmentis secundo tertioque 
margine apicali flavescenti-pilosis. — hortorum 
var. hicingulatus Eversm. Bull, de Mose. 1852. 
II. 132. 



— 104 — 

An den männlichen Genital- Anhängen hat die Spa- 
tha eine verhältnissmässig breitere Basis und eine 
deutlich gespaltene Spitze. Sagitta mit breiter Grund- 
hälfte; die Endhälfte trägt mitten am unteren Rande 
einen eigenthümlichen, deutlich abgeplatteten, am freien 
Ende in drei kurze Zähnchen auslaufenden, an der 
Basis schwach verengten Anhang; die Spitze der Sa- 
gitta ist stark erweitert, mit fast bogenförmig gekrümm- 
tem Endrande; von diesem verläuft, an dem inneren 
Winkel beginnend und bis zu dem in der Mitte befes- 
tigten Anhängsel reichend, ein ziemlich breiter chiti- 
nöser Saum; der Aussenrand der Spitze 1st mit zwei 
scharf zugespitzten Stacheln besetzt und zwischen die- 
sen ausgerandet. Der Stipes ist innen mit einer tiefen, 
von einer scharfen, namentlich an den Seiten deut- 
licheren Leiste umgebenen Aushöhlung versehen; die 
äussere Fläche desselben ist, von dem etwa in der 
Mitte befindlichen Quereindrucke an fast bis zu der 
ein wenig schräg abgestutzten Spitze hin, tief einge- 
drückt. Die Squama ist etwa doppelt so breit als lang, 
mit abwärts gebogenem Innenrande. Die untere Fläche 
der Lacinia ist kaum glänzend, äusserst fein nadelrissig 
und spärlich punctirt, mit röthlich bewimpertem Innen- 
rande. Die Lacinia überragt nur wenig die Squama, 
ist hier fast um die Hälfte breiter als lang, mit paral- 
lelen Seiten und abgestutztem Endrande, von dessen 
vorderen Ecke ein kurzer, breiter, abwärts gekrümm- 
ter Fortsatz entspringt. 

Diese Art ist über den nördlichen und mittleren 
Theil Russlands verbreitet; kommt auch im Hochge- 
birge Caucasiens vor. — In West-Sibirien. 



— 105 — 

22. distmguendus M or. 

Hör. soc. ent. Ross. VI. 32. — Thoms. 1. c. 26. — 
pratorumF B.\) Y, ^iez. 349. — fr agr ans Kirh j. l. c. 329. 
— Nyland. Ap. bor. 229. — elegans Schmiedekn. 
1. c. 376. tab. X. fig. 4. 

Diese Art ist der vorhergehenden, abgesehen von 
der Behaarung, täuschend ähnlich. Das Weibchen un- 
terscheidet sich nur durch die kaum deutlicher vorge- 
zogene hintere untere Ecke am Metatarsus der Mitt el- 
beine, das Männchen durch unwesentliche Abweichungen 
an den Genital- Anhängen. Es ist nämlich der Eindruck 
an der Aussenfläche des Stipes weniger tief und nicht 
so scharf abgegrenzt, die Stacheln am Aussenrande 
der erweiterten Spitze bei der Sagitta viel kürzer, einen 
fast geraden Zwischenraum einschliessend und der ab- 
wärts gekrümmte Theil des Innenrandes an der Squama 
verhältnissmässig breiter als beim subterraneus. — 
Könnte auch als nördliche Rasse des subterraneus an- 
gesehen werden. 

Über das nördliche und mittlere Russland verbrei- 
tet. In Ost-Sibirien bei Krasnojarsk, Irkutzk und Ja- 
kutzk häufig. 

23. altaicus Eversm. 

Bull, de Mose. 1846. II. 436. tab. IV. fig. 1. 

$. capitevalde elongate; clypeo latitudine longiore; 
genis latitudine apicis duplo fere longioribus; labro 
medio fossa magna apice lamina lineari clausa, impresso, 
tuberculis lateralibus disco sub-excavatis ; mandibulis 
sulco oblique distincte; pedibus intermediis trochante- 
ribus subtus atro-velutinis, metatarso angulo apicali 

Mélangea biologiques, XI. 14 



— 106 — 

postico spiiioso-producto; segmento ventrali ultimo 
breviter carinato. 

c?. antennis elongatis, gracilibus, articulo tertio 
quarto sesqui longiore; mandibularum barba nigra; 
pedibus posticis tibiis externe nitidis, sub-planis, meta- 
tarso postice breviter piloso ; segmento ventrali ultimo 
margine apicali baud calloso ; append, genitalium: spa- 
tha angusta apice subbifida; sagitta parte apicali sub- 
tus medio appendice basi constricto armata, apice valde 
dilatato-incrassato ; stipite truncato excavatione in- 
terna profunda limbo acuto circumducta, externe levi- 
ter impresso, dorso medio obsolete transversim cana- 
liculato; squama longitudine duplo fere latiore, apice 
rotundato, basi laminam incurvam emittente; lacinia 
subtus opaca dense ruguloso-punctata, margine interno 
fimbriato, externo densissime ferrugineo-ciliato, squa- 
mam parum superante ibique longitudine duplo fere 
latiore, margine apicali oblique-truncato anguloantico 
lamina incurva munito. 

a. atro-pilosus, thorace supra abdominisque segmen- 
tis duobus anticis flavo-velutinis. 

h. ut a, sed thorace fascia inter alas nigra decorato. 
— Tschitscherini Baer, 

An den männlichen Genital-Anhängen ist die Spa- 
tha auffallend lang, die Basis derselben schwach ge- 
kielt, die Spitze sehr fein gespalten. Sagitta wie bei 
den vorhergehenden Arten mit sehr breiter Grund- 
hälfte; die Endhälfte ist mitten am unteren Rande mit 
einem starken, an der Basis verengten Anhange be- 
setzt, dessen freies Ende abgestutzt erscheint, mit dorn- 
artig vorgezogenen Seitenecken ; die Spitze ist stark 
erweitert, mit verdicktem Endrande. Stipes innen tief 



--107 — 

ausgehöhlt und die Aushöhlung von einem scharfen 
Rande umgeben, aussen vor der abgestutzten Spitze 
vertieft und der Rücken mit einer oft undeutlichen 
Querlinie versehen. Squama fast doppelt so breit als 
lang, mit zugerundetem Endrande, innen am Grunde 
in eine ziemlich breite, am freien Ende umgebogene 
Lamelle auslaufend. Die Lacinia ist unten sehr dicht 
punctirt— gerunzelt, mit bewimperten Rändern, über- 
ragt nur wenig die Squama und ist hier fast doppelt 
so breit als lang ; der Endrand derselben ist abgestutzt 
und trägt dessen innere Ecke einen Anhang, welcher 
dem am Grunde der Squama befindlichen ähnlich, 
aber kleiner ist. 

Diese schöne Art kommt in den asiatischen Provin- 
zen des russichen Reiches vor: im Altai, in Turkestan 
und in Transcaucasien. 

24. hortorum L. 

$. capite elongato; clypeo latitudine longiore, basi 
medio depressione longitudinali subtiliter punctata 
signato ibique utrinque sparsim crasse punctato ; genis 
latitudine apicis duplo longioribus ; labro basi intégra, 
medio fossa apice lamina sub-arcuata clausa, impresso; 
mandibulis sulco obliquo distincto; pedibus intermediis 
trochanteribus sub tus atro-velutinis, metatarso angulo 
apicali postico spinoso-producto ; segmente ventrali 
ultimo breviter carinato. 

3. antennarum articulo tertio quarto sesqui lon- 
giore; mandibularum barba nigra; pedibus posticis 
tibiis externe splendidis, glabris, metatarso postice sat 
longe piloso; segmente ventrali ultimo fere truncate, 
utrinque nigro-fasciculato; append, genitalium: spatha 



— 108 — 

angusta apice bifido ; sagifta linear! apice obtuso, sub- 
tus dense serrata; stipite excavatione sat profunda, 
apice rotundato, externe impresso, dorso medio cana- 
licula transversa, saepe obsoleta, interdum cum im- 
pressione laterali confluente, instructo; squama magna 
auriculata, margine apicali incurvo, basi angustiore 
ibique lamellam latam emittente; lamella supra leviter 
emarginata, spina acuta terminata, margine postico 
integro vel undulato, saepe serrulato; lacinia subtus 
nitida, punctata, sat dense pilosa; supra squamam su- 
perante ibique latitudine dimidio fere longiore, margi- 
nibus lateralibus parallelis, apicali angulo postico 
acuto, antico processum peculiarem emittente : processu 
deplanato latitudine longiore apice bispinoso , spina 
postica longiore. 

a. totus atro-pilosus. — Apis Harrisella Kirby. 
1. c. 373. 

b. ut a, sed abdomins segmentis tribus posticis fusco- 
ferrugineo-pilosis. 

c. ut a, sed abdominis segmentis tribus posticis al~ 
bido-pilosis. 

d. ut a, sed thorace antice scutelloque flavo-pilosis ; 
alis infuscatis. — ligusticus Spin. Ins. Ligur I. 
29. — Radoszk. Bull, de Mose. 1877. IL 193. 

e. ut d, sed abdominis segmentis tribus posticis al- 
bido-pilosis. 

f. ut e, sed abdominis segmento primo flavo-piloso. 
— ruderatusFsbhr. Ent. Syst. IL 317. — Thoms. 
1. c. 25. — Schmiedekn. 1. c. 362. 

g. ut f, sed abdominis segmento secundo basi medio 
flavo-piloso. — JiortorumL, Fn Suec. JV° 1710. — 



— 109 — 

Thorns. 1. c. 24. ûg. 8. — Schmiedekn. 1. c. 

366. tab. X. fig. 2. — Radoszk. 1. c. 192. 
h. ut g, sed abdominis segmento secundo fere toto 

flavo-piloso. — hortorum var. asiatica Mor. in 

Fedtsch. Reise n. Turkest. p. 4. — ruderatus 

Radoszk. 1. c. 193. 
i, lit h, sed abdominis segmentis secundo utrinque 

macula e pilis nigris composita ornato, quarto 

basi flavescenti-fimbriato. 
k, ut h, sed thorace supra toto flavo-villoso, meso= 

noto disco pilis fuscis immixtis. 
I. supra aurantiaco- vel flavo-hirsutus, abdominis 

segmentis tribus posticis albicantibus vel flaves- 

centibus, tertio nigro-piloso. — consohrinus 

Dahlb. Bombi Scand. 49. 30. — Thorns. 1. c. 

23. — Radoszk. 1. c. 195. 
w. ut 1 , sed abdomine segmento quarto fere toto , 

secundo lateribus late et apice nigricantibus. 
An den männlichen Genital-Anhängen hat die Spa- 
tha, welche verhältnissmässig schmal ist, eine fein ge- 
spaltene Spitze. Die Endhälfte der Sagitta ist linear, 
ein wenig nach abwärts gekrümmt, mit zugerundeter 
Spitze, unten sehr dicht und scharf gesägt. Der Stipes 
ist innen ausgehöhlt, mitten auf dem Rücken mit einer 
schwächer oder stärker ausgeprägten Qu er fur che ver- 
sehen, die Aussenfläche von diesem Quereigidrucke an 
und fast bis zur Spitze, die abgerundet ist, hauptsäch- 
lich längs dem unteren Rande ausgehöhlt. Die Squama 
hat eine entfernte Aehnlichkeit mit der Ohrmuschel 
des Menschen, ist an der Basis bedeutend schmäler 
als an der Spitze, welche nach innen umgebogen ist; 
am Grunde entspringt eine breite Lamelle, die nach 



— no — 

hinten gerichtet und deren oberer Rand stärker oder 
schwächer ausgerandet und am freien Ende von einem 
scharfen, aufwärts gerichteten Stachel begrenzt ist; 
der hintere Rand dieser Lamelle ist selten einfach, 
häufig undulirt oder auch gesägt Das die Squama 
überragende Stück der unten ziemlich dicht und lang 
rostroth behaarten Lacinia ist etwa um die Hälfte län- 
ger als breit, mit fast parallelen Seitenrändern und 
bogenförmig nach innen gekrümmt; am Endrande ist 
die hintere Ecke sehr wenig vorspringend und mehr 
oder weniger zugespitzt, die vordere aber in einen lan- 
gen Fortsatz ausgezogen, welcher deutlich länger als 
breit und nach dem freien Ende hin ein wenig ver- 
schmälert und hier mit zwei ungleichen, feinen Zinken 
bewehrt ist; in gewisser Richtung betrachtet, erscheint 
dieser Anhang einem Stiefel auffallend ähnlich. 

Diese Art ist in der gesammten palaearctischen 
Region vorhanden, indessen sind einige Varietäten 
derselben nur in bestimmten Bezirken anzutreffen; so 
z. B. var, a bis jetzt nur in England, var, h im Süden 
Frankreichs und auf Corsica, var, c in der alpinen 
Region der Schweiz, var. d, e und f am häufigsten im 
Süden Europas und in Transcaucasien, var. g fast 
überall, auch in Sibirien, in den südlichen Gegenden 
Europas nur in hochgelegenen Gebirgsthälern ; var. h 
in Mittel- Asien und im Caucasus, var, i auf Sicilien, 
var, k in Ost- Asien, var. l und m in Finnland, im 
nördlichen und östlichen Sibirien, auch in Lappland 
nach Wahlberg in der Birkenregion. 

Anmerkung. Mit dieser Art wird auch noch, nament- 
lich mit der Yar. consohrinus der in der Schweiz und 
in Tirol vorkommende B. opulentus G er s tack. Stett. 



— ni- 
ent. Zeit. 1869. 319. vereinigt, aber mit Unrecht, 
indem die männlichen Genital- Anhänge einige auffal- 
lende Abweichungen darbieten; der Stiel ist verhält- 
nissmässig breiter als beim hortorum, der Endrand 
desselben einem stumpfen Dreiecke ähnlich, die innere 
Aushöhlung tiefer, der äussere Eindruck flacher; der 
an der Basis der Squama befindliche Anhang läuft in 
zwei deutliche, dicht neben einander stehende Stacheln 
aus, von denen der vordere bedeutend kürzer als der 
hintere ist. Die Lacinia ist unten ziemlich grob und 
dicht punctirt, kaum glänzend, der Innenrand roth 
bewimpert; sie überragt die Squama nur wenig und 
ist hier fast breiter als lang, nach innen gekrümmt, 
am Endrande die hintere oder äussere Ecke scharf 
zugespitzt, die innere aber in einen breiten und kur- 
zen Fortsatz auslaufend, welcher an seinem freien 
Ende vorn mit einem kleinen Zähnchen, hinten mit 
einem langen, gekrümmten und scharf zugespitzten 
Stachel bewehrt ist. 

Da aber der Name opulentus bereits früher von 
Smith im Journal of Entomology I. 1862. p. 153 an 
eine chinesische Hummel vergeben worden ist, so pro- 
ponire ich die interessante Alpen-Art Gerstäckeri zu 

nennen. 

25. mendax Gerstäck. 

Stett. ent. Zeit. 1869. 323. — ib. 1872. 288. — 
pomorum Radoszk. Bull, de Mose. 1877*. 184. 

Ç clypeo genisque latitudine dimidio longioribus; 
labro basi impressione transversa minus profunda sig- 
nato, medio fossa nulla; mandibulis sulco obliquo in- 
distincte; antennarum articule tertio sequentibus duo- 
bus conjunctis longitudine aequali; pedibus interme- 



— 112 — 

dus trochanteribus subtus atro-velutinis, metatarso 
augulo apicali postico baud spinoso-producto; tibiis 
posticis fere opacis; segmento ventrali ultimo baud 
carinato. 

(S oculis magnis; antennarum articulo tertio quarto 
triplo longiore; mandibularum barba sordide-flaves- 
centi; pedibus posticis externe sub-planis, vix nitidis, 
sat dense pilosis, metatarso margine postico pilis lon- 
gis obsito; segmento ventrali ultimo apice densissime 
rufo-ciliato baud calloso; append, genitalium: spatha 
basi latiore apice acuminato; stipite truncate brevi, 
ante apicem transversim sub- canaliculate; squama lati- 
tudine dimidio longiore apicem versus sensim angus- 
tata, disco impressa, margine interne incrassato fovea 
signata; lacinia subtus parte apicali dense punctata, 
fere opaca, supra squamam superante ibique unguicu- 
lari, margine externe longe fimbriate; sagitta basi vix 
dilatata, apice acute, margine externe subtilissime 
dense serrate. 

a. nigro-pilosus , segmentis abdominalibus tribus 
posticis rufo-villosis. 

&. ut a, sed tborace antice, scutello abdominisque 
segmento primo flavescenti-pilosis. 

c. ut b, sed clypeo disco fasciculo flavo ornato. 

d. ut c, sed abdominis segmento secundo etiam fla- 
vescenti-villoso. 

Diese Art steht durch ihre ausgezeichneten plasti- 
schen Merkmale in der Reihe der europäischen Hum- 
meln ganz vereinzelt da; ähnlich ist der mongolische 
B. luguhris M er. gebaut, von dem aber nur ein Ar- 
beiter-Weibchen bekannt ist. 

Die männlichen Genital- Anhänge sind sehr einfach 



— 113 — 

gebaut: Spatha am Grunde erweitert, mit einfacher 
Spitze ; der innen schwach ausgehöhlte Stipes verhält- 
nissmässig kurz, mit abgestutztem Ende, hinter der 
Mitte mit einer schmalen, wenig vertieften Querfurche. 
Squama fast mehr als um die Hälfte länger als breit, 
oben mit muldenförmig vertiefter Scheibe; unterhalb 
der abgerundeten Spitze ist am verdickten Innenrande 
eine tiefe ovale Grube vorhanden. Lacinia unten dicht 
punctirt, kaum glänzend; von oben betrachtet am 
Grunde ebenso breit als die Squama; von der Mitte 
an stark verengt und klauenförmig nach innen ge- 
krümmt, mit zugerundeter Spitze; der Aussenrand 
derselben ist mit langen rothbraunen Wimperhaaren 
besetzt. Die verhältnissmässig schmale Sagitta ist 
scharf zugespitzt, die Endhälfte mit fein gesägtem 
Aussenrande. 

Im turkestanischen und caucasischen Hochgebirge. 

26. taesus M or. 

in Fedtsch. Reise nach Turkestan. Äpidae. p. 3. 

Ç. clypeo latitudine paullo longiore sat dense punc- 
tate; genis latitudine vix longioribus; labro medio fossa 
transversa apicem versus latiore, lamina fere arcuata 
clausa, impresso; mandibulis sulco oblique distincte ; 
pedibus intermediis trochanteribus subtus atro-veluti- 
nis, métatarse angulo apicali postico fortiter spinoso- 
producto; segmente ventrali ultimo haud carinato. 

(^. antennarum articule tertio quarto sesqui bre- 
viore; mandibularum barba flavescenti; pedibus posti- 
cis externe convexis punctis piliferis insculptis, méta- 
tarse postice breviter pilose; segmente ventrali ultimo 
margine apicali calloso; appendicibusgenitalium: spa- 

Mëlanges biologiques, XI. 15 



— 114 — 

tha basi latiore , apice acuminato ; sagitta brevi , 
lineari, subtus medio dente parvo armata; stipite ex- 
terne summo apice impresso, interne leviter excavato, 
margine apicali fere truncato angulo interno paullo 
prominulo; squama longitudine latiore, apice truncata 
angulis lateralibus externe rotundato, interno promi- 
nente ; intus basi laminam peculiarem bispinosam emit- 
tente; lacinia subtus nitida, ante apicem plica trans- 
versa densissime rufo-pilosa divisa; supra squamam 
superante ibique latitudine dimidio longiore, margini- 
bus lateralibus parallelis , apicali oblique truncato , 
basi intus processum linearem fere liberum emittente. 

a. flavo-pilosus, mesonoto supra anrantiaco-villoso ; 
abdominis segmento anali nigro-setoso. 

h. pallide-flavo-pilosus, mesonoto disco uigro-villoso. 

c. ut b, sed mesonoto fere toto nigro-villoso. 

An den männlichen Genital- Anhängen ist die Spa- 
tha am Grunde verhältnissmässig breit und fast scharf 
zugespitzt. Die Endhälfte der kurzen Sagitta ist linear, 
unten mit einem kleinen Zähnchen bewehrt. Stipes in- 
nen flach ausgehöhlt, mit schwach vorspringendem 
hinteren Winkel, aussen an der Spitze tief einge- 
drückt. Squama ein wenig breiter als lang, mit schwach 
bogenförmigem Aussenrande; der hintere ist gerade 
abgestuzt , mit abgerundeter Aussenecke ; die innere 
Ecke ist gleichfalls abgerundet, aber deutlich vortre- 
tend; unter diesem Vorsprunge ist am Innenrande ein 
nicht besonders tiefer Ausschnitt vorhanden, an dessen 
Basis eine fast bis zum freien Ende gleich breite, in 
zwei Stacheln auslaufende Lamelle, welche nach innen 
und hinten gerichtet ist, steht. Die Lacinia ist unten 
vor der Spitze mit einer dicht behaarten Querfalte 



— 115 — 

versehen, vor derselben ausgehöhlt und stark glän- 
zend; von oben betrachtet erscheint die Lacinia nur 
wenig schmäler und fast länger als die Squama, ist 
etwa um die Hälfte länger als breit, mit fast paralle- 
len Seiten und schräg abgestutztem, von innen und 
vorn nach hinten und aussen verlaufendem Hinter- 
rande, dessen Seitenecken abgerundet sind; am Innen- 
rande ist noch ein hinter dem inneren Winkel der 
Squama hervorragender Fortsatz sichtbar, welcher 
etwa doppelt so lang als breit und gerade abgestuzt, 
dessen Ecken dornartig vorgezogen sind und welcher 
nach innen gerichtet ist. 

Im Körperbau und in der Behaarung mit einigen 
Varietäten des B, variabilis übereinstimmend; von 
allen bekannten Arten aber leicht durch die auffallend 
construirten männlichen Genital- Anhänge zu unter- 
scheiden. 

Diese Art ist weit verbreitet. Im asiatischen Russ- 
land: in Turkestan, im Tjan-Schan und in Transcau- 
casien; im etiropäischen ist die Var. h in der Umge- 
gend von Revalund Dorpat, die Var. c nahe bei 
St. Petersburg von Sagemehl gefunden worden. 

Änmerkimg, Die Varietät c des Bombiis laesus 
könnte möglicher Weise verwechselt werden mit dem 
ähnlich behaarten, vielleicht auch in Russland vor- 
kommenden B. mucidus Gerstäck. Stett. ent. Zeit. 
1869. 324. = equestris Radoszk. Bull, de Mose. 
1877. 204, welcher in der Schweiz und in Tirol ein- 
heimisch ist. — Um allen Irrthümern vorzubeugen, 
füge ich hier der citirten Beschreibung noch einige 
Details hinzu. Beim Weibchen des mucidus ist der 
Kopfschild nur wenig länger als breit, die Wangen 



— 116 — 

aber sind fast um die Hälfte länger als an der Spitze 
breit; die Oberlippe hat mitten eine tiefe Grube, wel- 
che an der Spitze von einer kaum gebogenen Leiste 
begrenzt ist; die Mandibeln sind mit einer schrägen 
Furche ausgestattet, die Trochanteren des mittleren 
Beinpaares unten rostbraun oder schwärzlich befilzt, 
der Metatarsus derselben am unteren hinteren Winkel 
in einen sehr kräftigen Dorn ausgezogen und das letzte 
Abdominalsegment nicht gekielt. — Beim Männchen 
ist das dritte Fühlerglied fast doppelt so lang als das 
vierte, welches verhältnissmässig sehr kurz, fast brei- 
ter als lang erscheint; der Kiefernbart ist schwärz- 
lich; an dem dritten Beinpaare sind die Schienen 
aussen ziemlich dicht behaart, der hintere Rand des 
Metatarsus kurz bewimpert; das letzte Ventralseg- 
ment mit callösem Endrande. — Spatha scharf zu- 
gespitzt. Sagitta fast linear, unten in der Mitte mit 
einem äusserst kleinen Zähnchen ; das hintere Drittel 
allmählich zugespitzt und am Aussenrande von einem 
schmalen, chitinösen Saume umgeben. Stipes innen 
kaum vertieft, die Aussenfläche gewölbt. Squama fast 
um die Hälfte breiter als lang, mit schräg abge- 
stutztem Endrande und abgerundeten Ecken; die 
Seitenränder sind von ungleicher Länge: der äussere 
ist fast doppelt so lang als der innere, welcher an der 
Basis eine breite, fast halbkreisförmige, nach innen 
und hinten gerichtete, am freien Ende in zwei kurze 
Spitzen auslaufende Lamelle trägt. Die Lacinia ist un- 
ten am Grunde ausgehöhlt, die Aushöhlung nur in 
der Mitte glänzend und glatt, ringsherum punctirt; 
die Endhälfte und der Innenrand äusserst dicht und 
lang roth bebartet. Von oben betrachtet überragt die 



— 117 — 

Lacinia die Squama ganz bedeutend, ist hier reichlich 
doppelt so lang als diese, stark gerunzelt und fast 
matt ; am Grunde eben so breit als die Squama , von 
der Mitte an bis zur abgerundeten Spitze hin allmäh- 
lich verengt; am Innenrande, hinter der Basis, ist ein 
sehr gestreckter, schmaler Vorsprung sichtbar, dessen 
Ecken stark vortreten ; in gewisser Richtung gesehen 
erscheint die vordere Ecke abgerundet, die hintere 
aber zahnförmig zugespitzt. 

27. agrorum Fabr. 

Eni Syst. IL 321. — Thoms. 1, c. 28. — 
Schmiedekn. 1. c. 416. tab. XI. fig. 13. — muscorum 
Smith Zool. II. 545. — intercedens Nyland. Rev. 
Ap. bor. 285. 

Ç clypeo latitudine paullo longiore sat dense punc- 
tate; genis latitudine apicis sesqui fere longioribus; 
labro medio fossa apicem versus dilatata, ante apicem 
lamina transversa lineari instructo; mandibulis sulco 
oblique distincte; pedibus intermediis trochanteribus 
subtus atro-ferrugineo-velutinis, métatarse angulo api- 
cali postico spiniformi; segmente ventrali ultimo ca- 
ri na longa signato. 

J antennis articulis intermediis subtus arcuato-pro- 
minulis, tertio quarto paullo longiore; mandibularum 
barba nigricanti ; pedibus posticis tibiis externe con- 
vexis punctis piliferis insculptis, métatarse postice 
breviter piloso ; segmente ventrali ultimo apice calloso- 
incrassato; append, genitalium: spatha angusta apice 
acuminate ; sagitta parte basali dilatata, apicali lineari 
externe subtilissime serrulata; stipite brevi truncate, 
vix excavato, externe sat profunde impresso; squama 



— 118 — 

latitudine paullo longiore apice rotundato , margine in- 
terno minus profunde emarginato basi spina longa ar- 
mato; lacinia subtus nitida ante apicem plica trans- 
versa dense pilosa divisa, supra squamam superante 
ibique miguiculari, basi processum sub squama occul- 
tum, apice furcato, emittente. 

a. supra totus fulvo-villosus. — italicus Fabr, Ent. 
Syst. II. 321. 

h. ut a, sed abdominis segmentis secundo tertioque 
atro-hirtis, apice fulvo-fimbriatis. 

c. ut a, sed abdominis segmentis intermediis atro- 
pilosis. 

d. ut c, sed abdomine basi, ventre, pectore pedibus- 
que atro-hirtis. — ardicus Dahlb. 1. c. 50. — 
apricus Zetterst. Ins. Lapp. 475. c?. — Curti- 
sellus Dahlb. 1. c. 49. (?. 

e. ut d, sed thorace antrorsum vel fere toto nigro. 
— mniorum Fabr. Syst. Piez. 350. 

An den männlichen Genital-Anhängen ist die Spa- 
tha schmal, mit scharfer Spitze. Sagitta unten nicht 
gezahnt, die Endhälfte derselben linear, nach unten 
gekrümmt, aussen fein gesägt. Der Stiel ist verhält- 
nissmässig kurz, innen kaum ausgehöhlt, an der abge- 
stutzten Spitze der innere Winkel nur schwach vor- 
tretend, aussen von der Mitte an bis zum Endrande 
hin tief eingedrückt. Die Squama ist länger als breit; 
der äussere und hintere Rand derselben bilden zusam- 
men einen Bogenabschnitt; die innere Seite ist schwach 
ausgerandet; diese Ausrandung wird an der Spitze von 
der nach innen vorspringenden, abgerundeten Ecke, 
am Grunde von der gleichfalls nach innen vortreten- 
den Basis begrenzt; letztere ist mit einem scharfen 



— 119 — 

und sehr langen Stachel, der nach hinten und ein we- 
nig nach unten gerichtet ist, versehen. Die Lacinia 
ist unten glänzend, mit einer vor der Spitze stehen- 
den, dicht behaarten Querfalte bezeichnet; der äussere 
Rand derselben ist bogenförmig, die Spitze tief halb- 
kreisförmig ausgeschnitten: der Ausschnitt ist hinten 
von einer die Squama klauenförmig überragenden, 
scharf zugespitzten Ecke begrenzt, vorn aber in einen 
unter der Squama versteckten , abgeplatteten , an der 
Spitze in zwei kurze Zinken auslaufenden, nach innen 
und ein wenig nach hinten gerichteten Fortsatz aus- 
gezogen. 

Diese Art ist fast über das gesammte russische 
Reich verbreitet, bewohnt im Caucasus und in Turke- 
stan das Hochgebirge, geht über Sibirien bis Kam- 
tschatka und findet sich auch in der arctischen Region. 

28. muscorum L. 

Fn. Suec. JV2 1714. — Thoms. 1. c. 28. — 
Schmiedekn. 1. c. 419. tab. XL fig. 14. — senilis 
Smith. Bees of Gr. Brit. 214. — venusfus Smith, 
id. II. Ed. 

Ç clypeo latitudine pauUo longiore sat dense punc- 
tate; genis latitudine apicis parum longioribus; labro 
medio fossa sat magna basin versus dilatata, apice la- 
mina transversa sub-arcuata instructo ; mandibulis sulco 
oblique distincte; pedibus intermediis trochanteribus 
subtus atro-velutinis, métatarse angulo apicali postico 
spinoso-producto ; segmento ventrali ultimo breviter 
carinato. 

3. antennarum articule tertio quarto pauUo lon- 
giore ; mandibularum barba nigra ; pedibus posticis 



— 120 — 

tibiis externe convexis punctis numerosis piliferis in- 
sculptis, metatarso postice breviter ciliato; segmente 
ventrali ultimo fere opaco apice haud calloso; append, 
genitalium; spatha basi latiore apice acuminata; sa- 
gitta subtus dente minuto armata, apice margine ex- 
terne dilatata, fere securiformi; stipite truncate, levi- 
ter excavate, externe apicem versus distincte impresso, 
angulo apicali interno prominente ; squama longitudine 
parum latiore, apice sub-rotundato , margine interno 
fere recto basi larainam latam triangulariter acumina- 
tam, dentiformem emittente; lacinia subtus parum ni- 
tida margine interno rufo-ciliata, plica transversa 
dense pilosa divisa, parte basali laevi; supra squamam 
superante ibique obtuse triangulari, basi spina acuta 
instructa. 

a. flavo-pilosus, thorace supra aurantiaco-villoso. 

h. ut a, sed abdominis segmente ultimo nigro-piloso. 

An den männlichen Genital-Anhängen ist die Spa- 
tha mit breiter Basis und scharfer Spitze ausgestattet. 
Sagitta unten in der Mitte mit einem kleinen Zähn- 
chen, die Spitze etwas verdickt und an der Seite mit 
einem schmalen Saume umgeben, dadurch fast beii- 
förmig erscheinend. Stipes innen schwach ausgehöhlt, 
aussen mit einem etwa von der Mitte bis zur Spitze 
reichenden, tiefen Eindruck versehen; der Endrand 
desselben ist abgestutzt, mit vorgezogener innerer 
Ecke. Die Squama ist etwas breiter als lang, mit fast 
zugerundeter Spitze, deren äusserer Winkel abgerun- 
det, der innere aber scharf ist und ein wenig vor- 
springt; der äussere Rand ist schwach bogenförmig, 
der innere fast gerade und hat letzterer an der Basis 
eine hier sehr breite, dreieckige, scharf zugespitzte 



-~ 121 — 

Lamelle. Die Lacinia ist unten durch eine vor der 
Spitze stehende, dichtbehaarte Querwulst getheilt; der 
Aussenrand derselben gebogen und sparsam bewim- 
pert, der Innenrand lang gefranzt. Von oben betrach- 
tet überragt die Lacinia die Squama als ein mit fast 
abgerundeter Spitze versehenes Dreieck, dessen innere 
Seite kürzer als die äussere ist. Der Innenrand der 
Lacinia ist mit einem, zum Theil unter der Squama 
verborgenen, scharfen Stachel bewehrt und zwischen 
diesem und der Spitze deutlich ausgerandet; vor die- 
sem Stachel sieht man die untere Querwulst der Laci- 
nia als schwärzlich gefärbten Höcker vorragen. 

Über das russische Reich weit verbreitet und, mit 
Ausnahme der arctischen Region, fast überall vor- 
handen. 

29. variabilis Schmiedekn. 

1. c. 424. tab. XL fig. 15. 

Ç clypeo latitudine longiore sat dense punctato; 
genis latitudine apicis sesqui longioribus; labro medio 
fossa profunda basin versus dilatata, apice lamina 
transversa lineari instructo; mandibulis sulco obliquo 
distincto ; pedibus intermediis trochanteribus subtus 
fusco-ferrugineo-velutinis, metatarso angulo apicali 
postico spinoso-producto; segmento ventrali ultimo 
breviter carinato. 

$ antennarum articulo tertio quarto pauUo lon- 
giore; mandibularum barba sordide ferruginea vel ni- 
gricanti, pedibus posticis tibiis externe convexis punc- 
tis piliferis insculptis; segmento ventrali ultimo apice 
calloso incrassato; append, genitalium: spatha basi 
lata apice acuminate; sagitta subtus medio dente mi- 

Mélanges biologiques. XI. ■*■" 



— 122 — 

nuto armata , apice margine externo dilatato, ; stipite 
sat brevi leviter excavato , externe apicem versus de- 
planato, apice truncato angiilo interno valde promi- 
nulo; squama longitudine paullo latiore apice rotun- 
dato, basi intus lamina lata triangulariter acuminata 
aucta; lacinia subtus nitida, plica transversa dense pi- 
losa divisa, parte basali excavata laevi, apicali spar- 
sim punctata; supra squamam apice unguiculari supe- 
rante, margine interno leviter bi-emarginato , angulo 
postico acuto, antico sub squama occulto processum 
furcatum emittente. 

a. totus nigro-hirsutus. 

6. ut a , sed abdominis segmentis posticis fusco- 
pilosis. 

c, ut b , sed abdominis segmentis duobus anticis 
umbrino-, reliquis flavo-pilosis. 

d, capite, pectore, pedibus abdomineque flavo-pilo- 
sis, segmento secundo pilis rufis decorato. 

e, ut d, sed thorace antice scutelloque flavo-pilosis. 

f, ut e, sed mesonoto scutelloque fulvo-pilosis, pilis 
nigris paucis immixtis. 

g, supra omnino fulvo-pilosus, segmento anali parce 
nigro-villoso. 

An den männlichen Genital- Anhängen ist die Squama 
breiter als lang, der äussere und hintere Rand der- 
selben bilden zusammen einen Halbbogen; der innere 
ist fast gerade und hat am Grunde eine sehr breite, 
aber meist dreieckig zugespitzte, seltener am freien 
Ende ausgerandete oder dreizackige Lamelle, welche 
nach innen und nur ein wenig nach hinten gerichtet 
ist. Die Lacinia hat unten vor der Spitze eine be- 
haarte Querfalte und ist das hintere Stück derselben 



— 123 — 

grob pimctirt ; der äussere Rand ist bogenförmig, der 
innere dicht bebartet. Von oben betrachtet überragt 
die Lacinia die Squama als ein Dreieck, dessen innere 
Seite bedeutend kürzer als die äussere und dessen 
Spitze klauenförmig gebogen ist; der Innenrand er- 
scheint schwach undulirt und sendet am Grunde einen 
am freien Ende gegabelten, unter der Squama ver- 
steckten Anhang aus. 

Mit Ausnahme des hohen Nordens fast über das 
gesammte russische Reich verbreitet; der östlichste 
mir bekannte Fundort ist Krasnojarsk. 

30. Schrencki n. sp. 

Ç clypeo latitudine paullo longiore sat dense punc- 
tato, genis latitudine apicis sesqui longioribus, labro 
medio fovea magna profunda subquadrata, lamina 
ante-apicali transversa lineari instructo ; mandibulis 
sulco obliquo distincto; pedibus intermediis trochan- 
teribus subtus rufo-velutinis, metatarso angulo apicali 
postico spinoso-producto ; segmento ventrali ultimo 
haud carinato; flavo-griseo-hirsutus , thorace abdomi- 
nisque segmentis duobus anticis supra fulvo-villosis , 
tribus sequentibus basi pilis numerosis atris , fasciam 
formantibus, immixtis, ultimo breviter fusco-piloso. 
16 mm. 

c? pilositate feminae similis; antennarum articulo 
tertio quarto paullo longiore; mandibularum barba 
nigra; pedibus posticis tibiis externe convexis punctis 
piliferis numerosis insculptis, metatarso postice sat 
longe piloso; segmento ventrali ultimo apice calloso; 
append, genitalium: spatha apice acuminato; sagitta 
subtus dente minuto armata, apice margine externo 



— 124 — 

dilatato ; stipite truncato , minus profunde excavato, 
externe apicem versus fortiter impresso, angulo pos- 
tico interno valde prominente; squama longitudine 
vix latiore margine postico medio leviter emarginato, 
angulo externo rotundato, interno recto; intus basi 
lamina dentiformi acuminata munita; lacinia subtus 
ante apicem plica transversa dense pilosa divisa, squa- 
mam margine interno toto super ante. 1 5 mm. 

Beim Weibchen ist der Kopfschild etwas länger als 
breit, schwach gewölbt, die Scheibe verhältnissmässig 
dicht punctirt; diese Sculptur aus feineren und da- 
zwischen eingestreuten gröberen Puncten bestehend; 
auf den umgeschlagenen Seiten sind auf der unteren 
Hälfte sehr grobe, auf der oberen feine und dicht ge- 
drängt stehende Puncte vorhanden. Die Oberlippe, 
deren Endsaum dicht röthlich bewimpert ist , wird 
durch eine sehr grosse und tiefe, fast quadratisch ge- 
formte Grube getheilt ; die Seitenhöcker sind glatt und 
die vor der Grube stehende Querleiste linear. Die 
"Wangen sind um die Hälfte länger als an der Spitze 
breit. An den Mandibeln ist die schräge Furche sehr 
deutlich entwickelt. Die Stirn ist grob punctirt, die 
glatten Zwischenräume der Puncte sind breiter als 
diese. Der Kopf ist gelblich-greis, auf dem Hinter- 
haupte fuchsroth behaart ; auf der Stirn und längs dem 
inneren Augenrande sind einige wenige schwarze den 
hellen Haaren beigemengt. An den Fühlern ist das 
vierte Glied so lang als breit und um die Hälfte kür- 
zer als das fünfte ; das dritte ist ein wenig länger als 
letzteres. Der Thorax ist oben überall füchsroth, an 
den Seiten und unten gelblich-greis behaart. Die Flü- 
gelschuppen sind pechbraun gefärbt, die Flügel bräun- 



— 125 — 

lieh getrübt. Auf dem Hinterldbe sind die beiden vor- 
deren Segmente fuchsroth, die übrigen gelblich-greis 
bekleidet ; auf dem dritten , vierten und fünften sind 
an der Basis viele schwarze Haare, welche eine mehr 
oder weniger vollständige dunkle Querbinde darstel- 
len, den hellen beigemischt. Das letzte Segment ist mit 
kurzen bräunlichen Haaren besetzt , die Ventralringe 
lang greis gefranzt, der letzte fein und dicht punctirt 
und kaum gekielt. An den Beinen sind die Schenkel 
greis, die Schienen der beiden vorderen Beinpaare 
aussen schwärzlich, die mittleren Trochanteren unten 
rostroth, der hintere Rand derselben fast weiss be- 
haart. Die Schienen des dritten Beinpaares sind ziem- 
lich stark gewölbt und glänzend, am Grunde in gerin- 
ger Ausdehnung matt und hier fein punctirt ; die Körb- 
chenhaare gelblich -greis, mit dazwischen eingestreuten 
schwarzen. Die Metatarsen sind innen dunkel roth- 
braun behaart, der des mittleren Beinpaares am unte- 
ren Winkel des hinteren Randes dornartig vortretend. 
Das Männchen stimmt in der Behaarung mit dem 
Weibchen überein^ auf dem Kopfe aber sind die schwar- 
zen Haare in überwiegender Menge vorhanden und ist 
nur der Clypeus in weiterer Ausdehnung mit blassen 
besetzt. Die Mandibeln tragen einen schwarzen Bart. 
An den Fühlern ist das dritte Glied um die Hälfte 
länger als das quadratische vierte, aber deutlich kür- 
zer als das fünfte ; die Geisseiglieder sind vom fünften 
an auf der unteren Seite stark vortretend. An den 
Hinterbeinen sind die Schienen aussen ziemlich dicht 
behaart und deutlich gewölbt, der hintere Rand des 
Metatarsus mit ziemlich langen Haaren , die aber im 
Verhältniss zu der Breite des letzteren ein wenig kür- 



— 126 — 

zer sind, besetzt. Der letzte Ventralring hat einen 
verdickten Endrand, ist sehr fein punctirt und matt 
glänzend. — Spatha mit breiter Basis und zugespitz- 
tem Ende. Sagitta in der Mitte unten mit einem sehr 
kleinen Zähnchen bewehrt, die Spitze schwach erwei- 
tert und deren äusserer Rand von einem schmalen 
Saume umgeben und dadurch fast beilförmig erschei- 
nend. Der abgestuzte Stipes ist innen seicht ausge- 
höhlt, aussen mit einem bis zur Spitze reichenden Ein- 
drucke versehen; die hintere innere Ecke weit vor- 
springend. Die Squama ist kaum breiter als lang, mit 
schwach bogenförmig gekrümmtem Aussenrande; der 
hintere Rand ist schräg abgestutzt und dabei mitten 
schwach ausgerandet, die äussere Ecke desselben ab- 
gerundet, die innere fast rechtwinkelig; der Innenrand 
ist fast gerade und trägt an der Basis eine am Grunde 
breite, dreieckige, stachelförmig zugespitzte Lamelle, 
welche derjenigen des B. muscorum ähnlich ist. Die 
Unterseite der Lacinia ist deutlich punctirt, an der 
Basis lebhaft, sonst matter glänzend, vor der Spitze 
mit einer dicht roth behaarten Querfalte versehen. 
Betrachtet man die Lacinia von oben, so erscheint 
dieselbe parallelogrammförmig mit weit vorgezogenen 
Ecken des hinteren Randes, welcher wie der Endrand 
der Squama schräg verläuft; die hintere Ecke ist drei- 
eckig und zugespitzt, die vordere, von der Seite ge- 
sehen, fast quadratisch und abgestutzt erscheinend 
vor dieser ist ein schwarzer Höcker, durch Verdickung 
der unteren Querfalte gebildet, sichtbar. 

In der Körpergestalt der vorhergehenden Art 
ähnlich. 

Von L. V. Schrenck aus der Amur- Gegend mit- 



127 



gebracht; von Tschekanowsky bei Padun gesam- 
melt und auch am Oleneck gefunden. 

31. ussuriensis Eadoszk. 
Bull, de Mose. 1877. IL 196. 

5 capite elongate; clypeo latitudine longiore basi 
sat dense punctate; genis latitudine apicis duplo fere 
longioribus ; labro basi intégra, medio fossa parva im- 
presso ; mandibulis sulco obliquo distincte ; pedibus in- 
termediis trochanteribus subtus rufo-velutinis, meta- 
tarso angulo apicali postico spinoso-producto; seg- 
mento ventrali ultimo breviter carinato ; thorace supra 
abdominisque segmentis duobus anticis pallide-ochra- 
ceo pilosis, reliquis nigro-hirtis apice albido-fimbriatis. 

^ pilositate similis feminae; antennarum articule 
tertio quarto paullo longiore ; mandibularum barba 
flava; pedibus posticis externe convexis, splendidis, 
basi tantum punctis nonnullis piliferis insculptis, mé- 
tatarse postice breviter ciliato ; segmente ventrali ul- 
timo subnitido minus dense punctato, margine apicali 
calloso-rotundato ; append, genitalium : spatha elon- 
gata, angusta, apice bifide; sagitta subtus medio den- 
tata, apice sub-securiformi externe paullo dilatato ibi- 
que truncato-deuticulato ; stipite crasse apice rotun- 
dato, intus late profundeque excavato, externe fovea 
magna distincta, dorso canalicula transversa signato; 
squama longitudine triplo fere latiore angulo interne 
prominente, basi spina longa arcuata apice acute mu- 
nita; lacinia subtus nitida, crasse punctata denseque 
rufo-barbata, supra squamam longe superante ibique 
latitudine triplo fere longiore, marginibus lateralibus 
sub-parallelis, apice angulo postico triangulariter acu- 



— 128 — 

minato, antico processum peculiarem biramosum emit- 
tente: ramis validis, postico acuminato, antico denti- 
culis numerosis obsito. 

Bei dieser Art ist der Kopf langgestreckt und sind 
die Wangen fast doppelt so lang als an der Spitze 
breit. — Beim Weibchen ist der Clypeus deutlich län- 
ger als breit, schwach gewölbt, das obere Drittel des- 
selben grob und ziemlich dicht punctirt; die glatten 
Zwischenräume der Puncte sind kaum breiter als 
diese ; die umgeschlagenen Seiten desselben sind gleich- 
falls, mit Ausnahme des unteren Drittels, grob und 
dicht punctirt und mit langen bräunlich-gelben Haa- 
ren besetzt; die übrigen Theile des Kopfschildes sind 
schwarz behaart. Die Oberlippe ist fein und zerstreut 
punctirt, mitten auf der Scheibe mit einer verhältniss- 
mässig kleinen Grube, welche an der Basis zugerun- 
det und vor dem rothgelb bewimperten Endrande 
breiter ist, versehen. An denMandibeln ist die schräge 
Furche deutlich ausgebildet. Scheitel und Stirn sind 
schwarz, die Schläfen greis behaart; auf dem Hinter- 
haupte und zwischen den Fühlern steht ein gelblicher 
Haarbusch. An den Fühlern ist das dritte Glied etwa 
doppelt so lang als das vierte; dieses so lang als breit 
und um die Hälfte kürzer als das fünfte. Der Thorax 
ist sehr dicht, unten gelblich-greis, oben blass bräun- 
lich-gelb behaart. Die Flügelschuppen sind hell pech- 
braun gefärbt. Am Hinterleibe sind oben die beiden 
ersten Segmente sehr dicht blass bräunlich-gelb, die 
übrigen schwarz behaart, das dritte, vierte und fünfte 
am Endrande mit einer ziemlich breiten gelblich- 
greisen Haarbinde eingefasst, das letzte dicht punctirt 
mit rothgelb bewimperten Seitenrändern; die Bauch- 



— 129 — 

ringe sind greis gefranzt, der letzte fein und dicht 
punetirt und mit einem kurzen, upter rothgelben Haa- 
ren verborgenen und daher schwer sichtbaren Kiele 
versehen. Die umgeschlagenen Seiten des zweiten Ab- 
dominalsegmentes sind grob und nicht besonders dicht 
punetirt. An den Beinen sind die Schenkel oben gelb- 
lich, unten greis, die Schienen röthlich, die Trochan- 
teren des mittleren Beinpaares unten brennend roth 
behaart, die vier letzten Tarsenglieder rostroth ge- 
färbt. Die Metatarsen sind röthlich behaart, der mitt- 
lere am hinteren Winkel des unteren Randes in einen 
längeren, der des letzten Beinpaares in einen kürzeren 
Dorn ausgezogen. Die Körbchenhaare sind röthlich. 
Das Klauenglied der Vorderbeine ist unten dicht mit 
borstenartigen Haaren besetzt. 

Das Männchen ist dem Weibchen sehr ähnlich be- 
haart. — An den Genital-Anhängen ist die Spatha 
lang, schmal und die Spitze gespalten. Sagitta unten 
mit stumpf zugerundetem Zähnchen und beilförmiger 
Spitze, welche aussen etwas erweitert ist; dieser Vor- 
sprung ist gerade abgestutzt und am Rande gezähnelt. 
Der dicke Stipes ist innen breit und tief ausgehöhlt, 
aussen vor der Spitze mit einer fast ovalen, mulden- 
förmig vertieften Grube und mitten auf dem Rücken 
mit einer Querfurche versehen. Squama reichlich drei 
mal breiter als lang, mit fast abgestutztem Hinter- 
rande, dessen Ecken zugerundet sind und von denen 
die innere deutlich vorspringt und dabei nach oben 
gekrümmt ist ; innen am Grunde ist die Squama mit 
einem langen, gekrümmten, scharf zugespitzten Stachel 
bewehrt. Die Lacinia ist unten sehr dicht röthlich be- 
bartet; betrachtet man dieselbe von oben, so über- 

Melanges biologiques. XI. 17 



— 130 — 

fagt sie die Squama bedeutend und ist im Ganzen 
etwa drei mal so lang als breit, mit fast parallelen 
Seitenrändern und einer auf der Mitte der Scheibe bis 
zur Spitze verlaufenden, kielförmig erhabenen Linie; 
die Spitze selbst ist ein wenig erweitert und höchst 
eigenthümlich : dieselbe ist tief ausgerandet, die Aus- 
randung hinten von einem scharf zugespitzten drei- 
eckigen Zahne begrenzt ; die vordere Ecke läuft in 
einen im Verhältniss zur Breite doppelt längeren An- 
hang aus, von dessen Spitze zwei lange Äste abgehen ; 
der hintere von diesen ist gerade nach hinten gerich- 
tet und ein wenig abwärts gekrümmt, einem dünnen 
scharf zugespitzten Stachel gleichend ; der vordere ist 
in der Nähe seiner Ansatzstelle geknickt und aufwärts 
gerichtet, dabei nach aussen und ein wenig nach vorn 
gebogen und innen und an der Spitze mit kleinen, 
dicht neben einander stehenden Dömchen besetzt. 

Diese Art ist in der Körpergestalt und in der Form 
des Kopfes mit B. hortorum verwandt; das Männchen 
unterscheidet sich leicht durch den abweichend gebau- 
ten letzten Ventralring und die ganz verschiedenen 
Genital- Anhänge; das Weibchen ist der var. consobrinus 
sehr ähnlich; bei diesem ist aber derClypeus verhält- 
nissmässig stärker gewölbt und das obere Drittel des- 
selben nur beiderseits an der Basis mit zerstreuter 
stehenden, gröberen Puncten und mitten am Grunde 
mit einer mehr oder weniger deutlichen, fein und ziem- 
lich dicht punctirten, länglichen Depression versehen; 
die umgeschlagenen Seiten des zweiten Abdominalseg- 
mentes aber sind zur Basis hin viel feiner und dichter 
punctirt. 

An der Üssuri-Mündung von Maack gesammelt. 



— 131 — 

32. sylvarum L. 

Fn. Suec. N. 1713. — Thorns. 1. c. 30. fig. 4. — 
Schmiedekn. 1. c. 412. tab. XL fig. 12. — vetera- 
nus Fabr. Syst. Piez 352. — pygmaeus Fabr. Syst. 
Piez. 253. 

Ç. clypeo latitudine vix longiore sat dense punctate; 
genis latitudine apicis paullo longioribus; labro medio 
fossa profunda fere transversa, ante apicem lamina 
sub-arcuata instructo; mandibulis sulco oblique dis- 
tincte; pedibus intermediis trochanteribus subtus ferru- 
gineo-vel nigricanti-velutinis, metatarso angulo apicali 
postico spinoso-producto; segmente ventrali ultimo 
breviter carinato. 

S. antennarum articule tertio quarto paullo longiore ; 
mandibularum barba nigra; pedibus posticis tibiis ex- 
terne convexis sat dense pilosis, metatarso postice bre- 
viter ciliato ; segmente ventrali ultimo fere opaco mar- 
gine apicali calloso-incrassato; append, genitalium: 
spatha basi lata, apice acuminate: sagitta subtus dente 
minutissimo armata, apice securiformi; stipite trun- 
cate, leviter excavate, angulo apicali interne rotun- 
dato-prominente, externe sat profunde impresso ; squa- 
ma longitudine paullo latiore, apice-rotundato , mar- 
gine interno basi appendicibus binis armato : superiore 
spiniformi, inferiore niembranaceo, plane, triangulari- 
ter acuminate; lacinia subtus plica transversa dense 
pilosa divisa, parte basali nitida fere laevi, apicali 
punctata, margine interno rufo-fimbriato ; supra squa- 
mam superante ibique longitudine paullo latiore, tri- 
angulari, basi processum liberum subquadratum emit- 
tente. 



^132 — 

a. supra pallide flavo-hirtus, thorace fascia intera- 
lari nigra signato, abdominis segmentis tribus 
posticis rufo-, tertio nigro-pilosis. 

h. ut a, sed thorace griseo-piloso , fascia interalari 
nigra latiore. 

c. ut b, sed abdominis segmentis duobus anticis ni- 
gris, pilis numerosis rufis variegatis. — Mlokasse- 
wkzi Radoszk. Bull, de Mose. 1877. II. 212. 

d. ut c, sed abdominis segmentis duobus anticis ni- 
gro-hirtis. 

e. ut d, sed thorace fere toto nigro. 

f. pallide -testaceo-hirtus, thorace fascia interalari 
nigra , abdominis segmentis 3 — 5 basi setulis 
nigris, fasciam fere formantibus. — - equestris 
Drews, et Schiödte 110. tab. II. ßg. c. — 
Radoszk. 1. c. 203. — arenicola Thorns. 1. c. 
31. — Schmiedekn. 1. c. 415. 

An den männlichen Genital- Anhängen ist die Spa- 
tha am Grunde breit, mit zugespitztem Ende. Sagitta 
auf der Unterseite mit einem sehr kleinen Zähnchen 
und schwach beilförmig erweiterter Spitze. Stipes mit 
abgestutztem Endrande, dessen innerer Winkel ein 
wenig vortritt; innen schwach ausgehöhlt, aussen nach 
der Spitze zu tief eingedrückt. Squama kaum breiter 
als lang, mit abgerundeter Spitze, an der Basis des 
Innenraudes mit zwei über einander liegenden Anhän- 
gen versehen, von denen der obere hornig ist und einem 
langen, etwas gekrümmten Stachel gleicht, der untere 
aber ist membranös, blasser gefärbt und einer abge- 
platteten, dreieckigen Lamelle ähnlich. Die Lacinia 
hat auf der Unterseite eine stark vorragende , fast die 
ganze Breite einnehmende, schwarze, dicht behaarte, 



— 133 — 

höckerartige Querwulst; vor dieser ist die Lacinia 
lebhaft glänzend, hinter derselben aber deutlich punc- 
tirt; der Aussenrand ist bogenförmig. Von oben be- 
trachtet überragt die Lacinia die Squama als ein scharf 
zugespitztes Dreieck, dessen innere Seite am Grunde 
mit einem von der Squama nicht verdeckten, fast pa- 
rallelogrammförmigen, an der Spitze ein wenig erwei- 
terten und abgestutzten Anhang versehen ist. Vor 
diesem Anhange ist noch ein schwarzer Höcker, durch 
Verdickung der unteren Querwulst entstanden, sicht- 
bar. 

Diese Art ist, mit Ausnahme der mittel-asiatischen 
Provinzen, über das gesammte russische Gebiet ver- 
breitet. — Von den Varietäten sind: a in den mittle- 
ren und südlichen Theilen des europäischen Russlands, 
f im Norden und in ganz Sibirien, &, c, (i, e in Cauca- 
sien einheimisch. 

33. Rajellus Kirby. 

Mon. Ap. Angl. IL 367. §— Thoms. 1. c. 32.— 
Schmiedekn. 1. c. 409. tab. XL fig. 11. — Apis 
DerJiamella Kirby. 1. c. 363. S. 

$. clypeo genisque lätitudine paullo longioribus, 
illo sat dense punctato; labro fossa minus profunda, 
sub-obsoleta , medio leviter impresso, ante apicem la- 
mina transversa incrassata munito; mandibulis sulco 
obliquo distincto; mesonoto fortiter convexo; pedibus 
intermediis trochanteribus subtus atro-ferrugineo-ve- 
lutinis, metatarso angulo apicali postico fortiter spi- 
noso-producto; segmento ventrali ultimo vix carinato. 

S antennarum articulo tertio quarto longiore ; man- 
dibuearum barba nigricanti ; pedibus posticis tibiis ex- 



— ia4 — 

terne convexis punctis piliferis insculptis, metatarso 
postice breviter piloso ; segmento ventrali ultimo nitido 
sparsim pimctato, apice calloso-iucrassato ; append, ge- 
nitalium: spatha basi sat lata apice acuminate; sagitta 
subtus dente fortiori armata, apice securiformi ; stipite 
truncate angulo interne parum prominulo, leviter ex- 
cavato, externe usque ad apicem impresso; squama 
longitudiue latiore apice rotundato, intusbasi laminam 
triangulärem dentiformem emittente; lacinia subtus 
tubercule valide transverso divisa; tuberculo margine 
libère piloso; supra squamam superante ibique trian- 
gulari, longitudine vix latiore, basi processum liberum 
emittente; processu lineari latitudine duplo fere lon- 
giore, apice truncate. 

a, atro-pilosus, abdominis segmentis tribus posticis 

fulvo-villosis. 
h. ut a, sed abdominis segmento secundo pilis rufes- 

centibus immixtis. 
G. ut b, sed thorace antice abdominisque segmento 

primo fusco-cinereo-pilosis. 
d. thorace subtus grisée-, supra albido-vel flavo- 
hirsute, fascia inter-alari nigra signato; abdomi- 
nis segmentis duobus anticis griseo-vel flavo- pi- 
losis. 
An den männlichen Genital-Anhängen ist die Spa- 
tha am Grunde ziemlich breit, mit scharfer Spitze. 
Sagitta in der Mitte des unteren Randes mit einem 
starken Zahne, das Ende beilförmig erweitert. Stipes 
mit abgestutzter Spitze, deren innerer Winkel schwach 
vorspringt; innen seicht ausgehöhlt, aussen tief einge- 
drückt. Squama breiter als lang, mit zugerundeter 
Spitze; der innere Rand trägt an der Basis einen brei- 



~- las- 
ten, allmählich zugespitzten, nach hinten und innen 
gerichteten Zahn und unter diesem eine häutige Lamelle. 
Lacinia unten stark glänzend, durch einen grossen, 
querstehenden, schwarzen, am freien Ende behaarten 
Höcker getheilt; die vordere Hälfte kaum, die hintere 
deutlich punctirt, der Innenrand ziemlich spärlich mit 
langen Cilien besetzt. Von oben betrachtet erscheint 
das die Squama tiberragende Stück der Lacinia von 
dreieckiger Form, ist nur wenig breiter als lang und 
sendet vom Grunde des inneren Randes einen geraden, 
schmalen, fast doppelt so langen als breiten, abgestutz- 
ten Fortsatz aus, welcher von der Squama nicht ver- 
deckt wird. 

Diese Art ist im Norden und in den mittleren Pro- 
vinzen des europäischen Russlands, Var. d auch im 
Caucasus vorhanden. 

34. zonatus Smith. 

Catalog, of Hymen. Ins. Apidae. 1854. 389. Ç. 

$. clypeo longitudine paullo latiore dense punctato; 
genis latitudine apicis paullo longioribus ; labro medio 
fossa sub-transversa, ante apicem lamina lineari in- 
structo; mandibulis sulco obliquo distincto; pedibus 
intermediis trochanteribus subtusatro-velutinis, meta- 
tarso angulo apicali postico spinoso-producto; tibiis 
posticis externe fortiter convexis summa basi crasse 
sparsim punctatis; segmento ventrali ultimo obsolete 
carinato. 

i. antennarum articule tertio quarto sesquilongiore; 
mandibularum barba flavescenti; pedibus posticis tibiis 
externe convexis punctis piliferis multis insculptis, me- 
tatarso postice breviter ciliato; segmento ventrali ul- 



— 136 — 

timo apice calloso; append, genitalium: spatha sat an- 
gusta apice acuminato; stipite excavatione interna mi- 
nus profunda, externe apicem versus leniter impresso, 
canalicula dorsali transversa interdum obsoleta; squa- 
ma longitudine vix latiore, margine postico oblique 
truncato, internofere toto lobatim producto, lobo apice 
bidentato; lacinia subtus nitida basi vix punctata, apice 
pilosa, margine interno dense barbato ; supra squamam 
superante ibique latitudine pauUo longiore, unguiculari, 
basi intus processum liberum subquadratum emittente ; 
sagitta subtus medio obsolete dentata, apice securiformi. 
a, atro-pilosus, thorace antice, scutello abdominisque 

segmentis, duobus posticis exceptis, flavo-villosis. 

— apicalis Mor. Hor. XII. 13. c?. 
h. ut a, sed scutello atro-villoso. — StevenüRsiäoszk. 

Bull, de Mose. 1859. 486. tab. V. fig. 10. $. 

c. ut b, sed abdominis segmente quarto atro-villoso. 

d. ut c, sed abdominis segmente primo fere toto- 
atro-villoso. 

e. atro-hirtus, thorace antice segmentisque abdomi- 
nis quatuor anticis albido-villosis. — calidus 
Eversm. Bull, de Mose. 1852. IL 133. $. 

f. ut e, sed abdominis segmentis anticis disco flavi- 
cantibus. 

An den männlichen Genital-Anhängen ist die Spa- 
tha ziemlich schmal und zugespitzt. Sagitta unten in 
der Mitte kaum gezahnt, mit beilförmiger Spitze. Sti- 
pes innen schwach ausgehöhlt, aussen sehr flach ein- 
gedrückt; am Endrande der innere Winkel ein wenig 
vorspringend. Squama breiter als lang, mit schwach 
eingedrückter Scheibe; der Aussenrand derselben ist 
kaum bogenförmig gekrümmt, der hintere fast abge- 



— 137 — 

stutzt mit zugerundeter äusserer Ecke; dei' gesammte 
Innenrand läuft in eine Lamelle aus, die grösstentheils 
hornig, theilweise aber membranös ist; diese Lamelle 
erscheint, von oben betrachtet, dreieckig und ist mit 
zwei kurzen , scharfen Spitzen am freien , nach hinten 
und innen gerichteten Ende bewehrt. Die Lacinia ist 
unten glänzend, die Basalhälfte kaum punctirt, die 
Spitze behaart, der Innenrand dicht bebartet, der 
Aussenrand nach innen bogenförmig gekrümmt und 
röthlich bewimpert. Von oben betrachtet überragt die 
Lacinia die Squama und ist von klauenförmiger Ge- 
stalt; der Innenrand sendet einen von der Squama nicht 
verdeckten, fast quadratischen Anhang aus; dieser An- 
hang ist nach innen gerichtet, das freie Ende desselben 
abgestutzt mit deutlich vorgezogenen Ecken. 

Auf der taurischen Halbinsel und in Transcaucasien; 
die Var. a in den heissen Thälern und in der Steppen- 
region, die Var. e und f im Hochgebirge. 

35. fragrans Pallas. 

Itin,L474.— Eversm. Bull.deMosc.l852.IL129. 

Ç. clypeo longitudine paullo latiore, sat dense punc- 
tato; genis latitudine apicis vix longioribus; labro me- 
dio fossa magna basin versus latiore, apice lamina ele- 
vata arcuata clausa, impresso ; mandibulis sulco obliquo 
distincto; pedibus intermediis trochanteribus subtus 
atro-velutinis, metatarso angulo apicali postico haud 
spinoso-producto; segmento ventrali ultimo breviter 
carinato; subtus atro-, supra densissime flavo-piloso; 
thorace fascia interalari segmentoque abdominis ultimo 
nigro-villosis; aus infuscatis violaceo-micantibus. 

Sehr ähnlich dem B. distinguendus, von welchem 

Mélanges biologiques. XI. 18 



— las- 
er sich durch die kürzeren Wangen, den auch auf der 
Scheibe ziemlich dicht punctirten Kopfschild und den 
kürzeren Kiel auf dem letzten Ventralringe unterschei- 
det. — Das Männchen ist noch unbekannt; auch in 
Eversmanns Sammlung ist keines vorhanden. 

Im Süd -Osten Russlands, in Transcaucasien und 
Central- Asien. 

36. pomorum Panz. 

Fn. Germ. 75. 18. — Schmiedekn. 1. c. 381. tab. 
X. fig. 5. — equestris Thorns. 1. c. 31. 

Ç. clypeo latitudine longiore, basi utrinque lateri- 
busque deflexis sparsim crasse punctato; genis latitu- 
dine apicis diraidio longioribus ; labro fossa magna, mi- 
nus profunda, subtiliter punctata, basin versus latiore, 
ante apicem lamina transversa sub-arcuata instructo; 
mandibulis sulco oblique distincto; pedibus intermediis 
trochanteribus subtus atro-velutinis, metatarso angulo 
apicali postico spinoso-producto; segmente ventrali 
ultimo baud carinato. 

(? antennarum articule tertio quarto paullo longiore ; 
mandibulis haud barbatis; pedibus posticis tibiis ex- 
terne convexis sat dense pilosis, metatarso postice bre- 
viter ciliato ; segmente ventrali ultimo apice rotundato 
haud calloso; append, genitalium: spatha basi latiore, 
apice vix bifide: sagitta medio subtus dentata, apice 
securiformi infra emarginato, emarginatura antice spina 
acuta terminata; stipite late excavate, externe impres- 
sione sat profunda, dorso canaliculo transversa distincta 
signato; squama oblique subtriangulari , longitudine 
paullo latiore, basi laminam fere semi-ovalem emittente; 
lacinia margine interne rufo-fimbriato , subtus nitida, 



— 139 — 

basi profunde excavata, parte apicali subtiliter spar- 
sim punctata; supra squamam superante ibique latitu- 
dine distincte longiore, lateribus parallelis, apice an- 
gulo interno lobatim producto. 

a. nigro-pilosus, abdominis segmentis tribus posticis 
rufo-hirtis. 

b. ut a, sed abdominis segmento tertio etiam rufo- 
hirto. 

c. nigro-hirsutus, abdomine supra, segmento primo 
excepte, ferrugineo-piloso. 

d. ut c, sed thorace antice scutelloquefusco-griseo- 
hirtis, abdominis segmento primo lateribus cine- 
reo-villoso. 

e. pectore, ventre femoribusque griseo-pilosis, tho- 
race supra flavo fascia lata interalari nigra, ab- 
dominis segmentis secundo tertioque rufescenti-, 
primo, quarto quintoque flavescenti villosis. — 
elegans Seidl in Mus. caes. Vindob. 

/'. thorace, fascia interalari nigra excepta, albido- 
piloso ; abdominis segmentis secundo tertioque 
fulvo-, quarto quintoque flavo-, primo albido-villo= 
sis. — canus Pallas in Mus. Berol. — inter ce- 
dens Radoszk. Horae. XII. 99. 

g, ut e, sed abdomine pallide flavo-hirsuto. — me- 
somelas Gerstäck. Stett. ent. Zeit. 1869. 321. 
— Schmiedekn. 1. c. 379. 

h. subtus atro-, supra citrino-pilosus, capite, fascia 
thoracis interalari anoque nigro-villosis. — arme- 
niacus Radoszk. 1. c. 202. 

i. pallide-cinereo-hirtus, capite fasciaque thoracis 
interalari nigro-pilosis, abdominis segmentis posti- 
cis flavescenti villosis. 



— 140 — 

Das Männchen dieser Art fällt durch den Mangel 
des Bartes an den Mandibeln auf und unterscheidet 
sich dadurch von allen mir bekannten. — An den Ge- 
nital-Anhängen ist die Spatha am Grunde erweitert, 
die Spitze kaum gespalten. Sagitta mit stark beilför- 
mig erweiterter, unten tief ausgerandeter Spitze, deren 
vordere Ecke in einen scharfen Stachel ausläuft; das 
Zähnchen unterhalb der Mitte gleichfalls stärker als 
bei den verwandten Arten entwickelt, in gewisser Rich- 
tung gesehen, breit, abgeplattet und zugerundet er- 
scheinend. Stipes innen ziemlich tief und breit ausge- 
höhlt, die innere Ecke der zugerundeten Spitze nicht 
vortretend, aussen eine tiefe, fast ovale Grube und 
mitten auf dem Rücken eine seichte Querfurche vor- 
handen. Squama wenig breiter als lang, nach hinten 
zu dreieckig verengt; der äussere und hintere Rand 
bilden zusammen einen Halbbogen, der innere ist kaum 
ausgerandet und verläuft nach hinten und innen; die 
Squama ist einem schiefen Dreieck ähnlich und ist die 
Scheibe derselben mit einem runden Grübchen, die 
Basis des Innenrandes mit einer sehr breiten, fast 
halbeiförmigen Lamelle versehen. Die untere Fläche 
derLacinia ist schwarz gefärbt, glänzend, sehr verein- 
zelt punctirt; die Basalhälfte ist tief ausgehöhlt und 
der Innenrand dicht bebartet. Von oben betrachtet, 
überragt die Lacinia deutlich die Squama und ist hier 
länger als breit, mit fast parallelen Seitenrändern ; der 
hintere Rand ist abgestutzt, mit schwach vortretender 
äusserer Ecke; die innere ist in einen fast quadrati- 
schen Anhang ausgezogen, an dessen hinterem Winkel 
ein gekrümmtes Häkchen sichtbar ist. 



— 141 — 

In den südlichen Gouvernements des europäischen 
Russlands und in Caucasien einheimisch. 

37. uralensis. 

rufescens Eversm. Bull, de Mose. 1852. II. 131. 
— elegans Radoszk. 1. c. 205. 

Ç. clypeo latitudine longiore basi utrinque lateribus- 
que sparsim crasse punctato; genis latitudine apicis 
pauUo longioribus; labro fossa magna subtiliter rare 
punctata, basin versus latiore, ante apicem lamina trans- 
versa instructo; mandibulis sulco oblique distincto ; pe- 
dibus intermediistrochanteribus subtusatro-ferrugineo - 
velutinis, métatarse angulo apicali postico spinoso-pro- 
ducto; segmento ventrali ultimo distincte carinato. 

S. antennarum articule tertio quarto paullo longiore; 
mandibularum barba nigricanti; pedibus posticis tibiis 
externe convexis sat dense pilosis, métatarse postice 
breviter ciliato ; segmento ventrali ultimo margine api- 
cali haud calloso; append, genitalium: spatha angusta 
apice obsolete bifide; sagitta subtus medio dentata, 
apice securiformi margine externe subtilissime serru- 
late; stipite apice rotundato, excavatione interna mi- 
nus profunda, externe apicem versus impressione vix 
nitida subrugulosa signato, canalicula transversa dor- 
sali distincta; squama longitudine duplo latiore angulo 
postico interne valde prominulo-rotundato, basi lami- 
nam incurvam emittente; lacinia subtus basi excava- 
tione splendida, margine interne rufo - ciliato ; supra 
squamam paru m superante ibique longitudine triple 
fere latiore, margine postico angulo externe sub-acuto 
prominulo, interne processum curvatum emittente. 

a, atro-pilosus, thorace antice, scutello abdominisque 



— 142 — 

segmento antico cinereo-flavescenti-viliosiö; ab- 
domine supra rufo-ferrugineo-hirsuto. 

h. lit a, sed abdominis segmentis posticis pallide- 
fulvo-pilosis. 

c. ut b, sed thorace, fascia interalari nigra excepta, 
abdominisque segmento antico pallide-flavescenti- 
villosis. 

Beim Weibchen dieser schönen Hummel- Art ist der 
Kopf einfarbig schwarz behaart. Der Kopfschild ist 
deutlich länger als breit, ziemlich schwach gewölbt, 
die Scheibe desselben mit feineren und gröberen, die 
umgeschlagenen Seiten auf der unteren Hälfte und die 
Basis beiderseits mit wenigen groben Punkten versehen. 
Die rostroth gewimperte Oberlippe ist mitten durch 
eine breite, aber flache, auf dem Grunde glänzende, 
fein und zerstreut punctirte Grube, welche an der Ba- 
sis breiter ist, getheilt; die seitlichen Höcker sind deut- 
lich gewölbt und auf denselben nur einige wenige grobe 
Puncte eingestochen. An den Mandibeln ist die schräge 
Furche deutlich entwickelt. Das dritte Fühlerglied ist 
um die Hälfte länger als das vierte; dieses ist kaum 
länger als breit und ein wenig kürzer als das fünfte. 
Der Thorax ist unten schwarz, oben gelblich-greis 
behaart, zwischen den pechbraunen Flügelschuppen 
mit einer schwarzen Binde geziert. Der obere Theil 
der Mesopleuren ist meistentheils greis bekleidet. Das 
Abdomen ist oben, mitEinschluss des letzten Segmen- 
tes, schön rostroth, der erste Hinterleibsring auf der 
Basis schwarz, beiderseits und am Endrande gelblich- 
greis behaart. Die Ventralringe sind röthlichgelb be- 
wimpert, der letzte mit einem starken, fast bis zur 
Mitte reichenden Kiele versehen. Die Beine sind 
schwarz, die Metatarsen innen dunkel rostbraun be- 
haart; an dem mittleren Beinpaare sind die Trochante- 
ren unten sammetschwarz befilzt, m gewisser Richtung 



— 143 — 

gesehen, rostrotli schillernd; die untere hintere Ecke 
des ersten Tarsengliedes in einen kurzen Dorn ausge- 
zogen. 

Das Männchen stimmt in der Behaarung mit dem 
Weibchen überein, es sind aber die Mesopleuren in 
weiterer Ausdehnung greis bekleidet, auf dem Kopf- 
schilde und der Stirn sind den schwarzen helle Haare 
beigemengt. An den Fühlern ist das dritte Glied ein 
wenig länger als das vierte ; dieses erscheint etwas län- 
ger als breit und ist fast noch ein mal so kurz als das 
fünfte und die folgenden, welche oben sehr schwach 
ausgerandet sind. Die Mandibeln sind dunkel bebartet, 
an der Basis schmutzig gelb behaart. An dem dritten 
Beinpaare sind die Schienen aussen gewölbt, schwach 
glänzend und dicht behaart, der Metatarsus mit kurz 
bewimpertem Hinterrande. Auf dem letzten Abdominal- 
segmente sind den hellen Haaren nur einige wenige 
schwarze beigemischt; der letzte Yentralring ist einfach 
zugerundet, sehrfeinunddichtnadelrissigundkaum glän- 
zend. Spatha ziemlich schmal mit undeutlich gespalte- 
ner Spitze. Sagitta unten in der Mitte mit einem star- 
ken Zähnchen , die Spitze derselben beilförmig erwei- 
tert; der äussere Rand dieser Erweiterung sehr dicht 
gezähnelt. Der am Ende schwach bogenförmig zuge- 
rundete Stipes ist innen flach ausgehöhlt; die Aushöh- 
lung die Spitze des Stieles nicht erreichend; aussen ist 
auf dem Rücken, in der Mitte etwa, eine vertiefte 
Querfurche vorhanden und vor der Spitze befindet sich 
ein sehr seichter, schwach gerunzelter und kaum glän- 
zender Eindruck. Squama doppelt so breit als lang ; der 
äussere und hintere Rand derselben bilden zusammen 
einen Kreisabschnitt; der innere ist schwach ausge- 
randet und trägt an der Basis eine nach innen und 
unten gekrümmte, mit fast parallelen Seiten versehene 
Lamelle, die etwa um die Hälfte länger als breit ist 



— 144 — 

und deren Endrand kaum zugerundet erscheint; die 
innere hintere Ecke der Squama ragt bedeutend her- 
vor, ist ein wenig aufgebogen und abgerandet. Lacinia 
unten am Grunde tief ausgehöhlt und hier stark glän- 
zend und grob, zerstreut punctirt, die Endhälfte sehr 
fein nadelrissig und matter erscheinend; der Innenrand 
ist roth bewimpert. Die Lacinia überragt die Squama 
nur wenig, ist hier fast drei mal so breit als lang ; am 
Endrande tritt die äussere Ecke ein wenig hervor, die 
innere ist in einen ziemlich langen, hakenförmig nach 
abwärts gekrümmten Fortsatz ausgezogen. 

Diese Art ist dem B, pomorum und namentlich den 
Varietäten elegans und canus sehr ähnlich ; die Männ- 
chen unterscheiden sich leicht durch ihre verschiede- 
nen Genital - Anhänge ; das Weibchen des uralensis 
durch die kürzeren Wangen und den deutlich gekiel- 
ten letzten Yentralring. 

Der Name rufescens konnte für diese Art nicht bei- 
behalten werden, indem derselbe bereits früher von 
Lepeletier an eine andere Art dieser Gattung ver- 
geben war. 

In den südlichen Ausläufern des Urals nach E vers- 
mann häufig. 



(Tiré du BuHetin, T. XXVII, pag. 213—265.) 



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àST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggers à C M. N. Kymmel; Voss' Sortiment 

et J, Glasounof: (G. Haessel). 

Prix: 65 Cop. arg. = 2 Mk. 20 Pf. 



Ijnprimé par ordre de l'Académie Impériale des Sciences. 
Décembre 1881. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie Impériale des Sciences. 
(Vass.-Ostr., 9« ligne, Mt 12.) 



C iV ï E M ü. 



Pages. 

L, Rtitimeyer. Bericht über einen Theil des im Manuscript 
vorhandenen litterarischen Nachlasses von Herrn 
Geheimrath Joh. Friedr. Brandt, Mitglied der Kais. 
Akad. der Wissenschaften zu St. Petersburg 145 — 154 

C. J. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum asiatica- 

rum. IV. (Cum tabula lapidi incisa.) 155—350 



^ Mai 1881. 

24 

Bericht über einen Theil des im Manuscript vorhande- 
nen litterarischen Nachlasses von Herrn Geheim- 
rath Joh. Friedr. Brandt, Mitglied der Kais. Akad. 
d. Wissenschaften in St. Petersburg. Von L. Rüti- 
meyer. 

(Die nachstehend besprochenen so wie noch manche an- 
dere Manuscripte desselben Autors sind bei der Akademie 
deponirt und können Fachmännern zur etwaigen Bearbeitung 
oder Benutzung auf Verlangen überlassen werden). 

Von dem Sohne des verstorbenen Geheimrathes und 
Akademikers J. Fr. Brandt in Petersburg aufgefordert, 
den mit meinem eigenen wissenschaftlichen Arbeits- 
feld in nächster Beziehung stehenden Theil des litte- 
rarischeu Nachlasses seines Vaters durchzusehen und 
namentlich zu prüfen , was davon eventuell zu einer 
posthumen Publication geeignet sein möchte, gebe ich 
in dem Folgenden Bericht über das Ergebniss dieser 
Durchsicht. Voraussenden will ich, dass ich mich die- 
sem Auftrag gern unterzogen habe, ebensowohl aus 
pietätsvoller Hochachtung für die Person des verstor- 
benen Akademikers , mit dem ich trotz der grossen 
Entfernung unseres beidseitigen Wohnortes wieder- 
holt in persönliche Berührung zu treten die Freude 
gehabt habe , als für dessen umfassende und höchst 

Melanges biologiques. XI. 1" 



— 146 — 

bedeutsame wissenschaftliche Leistungen, deren sorg- 
fältige Gewissenhaftigkeit und Scharfsinn mir weit 
jüngerem Mitarbeiter von Jugend an als ein Vorbild 
naturhistorischer Beobachtung und Kritik gegolten 
hat und noch gilt. _ 

Das voluminöse Convolut von Manuscripten, das 
mir zugestellte wurde, enthält folgende Arbeiten, die 
ich, ohne mich an eine bestimmte Reihenfolge zu hal- 
ten, ungefähr in der Ordnung, in welcher sie zusam- 
mengelegt waren, bespreche. 

1. Über Futterreste von Rhinoceros tichorhinus. (Ns 27.) 

Die Arbeit, verfasst vor 1846, ist soviel als fertig 
redigirt und enthält hauptsächlich die Untersuchung 
der Futterreste aus den Zähnen des Wilui'schen 
Nashorns durch den Botaniker C. G.Meyer, Director 
des botanischen Gartens in Petersburg. Beigelegt sind, 
obwohl Meyer vor der Vollendung der Untersuchung 
starb, sehr schöne Zeichnungen von dessen Hand. — 
Einige Ergebnisse dieser Untersuchung sind mitge- 
theilt (durch Alex. v. Humboldt) in den Monatsbe- 
richten d. Berliner Akademie 1846, 234, und neuerlich 
von Schmalhausen im Bulletin de l'Acad. dePétersb. 
XXII, 1 876. 291 . Mélang.biol.IX. 661 .—Nichtsdesto- 
weniger würde es, zur Vervollständigung der so wich- 
tigen Notionen über die einstige Lebensweise der sibiri- 
schen Nashörner nur erwünscht sein können, wenn dieser 
Aufsatz nebst den ihn begleitenden Zeichnungen, noch 
nachträglich in extenso zur Publication käme, da kaum 
zu zweifeln ist, dass die sorgfältige Arbeit von Meyer 
sich noch auf den heutigen Tag stichhaltig erweisen 
würde. 



— 147 - 

2. Bemerkungen über die Entwicklungsstufen der Hufthiere. 

No 24. 

Das so betitelte Fascikel enthält eine ganze Anzahl 
von Entwürfen zu einer vergleichend-osteologischen 
Charakteristik erstlich der Säugethiere im Allgemeinen, 
zweitens der Hufthiere im Besondern. Bezüglich letz- 
terer sind Anfänge da zu Monographien über 

Chalicotherium. Hippopotamus. 

Anoplotherium. Schweine. 

Palaeotherium. Pferde. 

Lophiodon. Sivatherium etc. 
Listriodon. 

Zu verschiedenen Zeiten begonnen und während 
einer Anzahl von Jahren jeweilen durch neue Nach- 
träge vermehrt und umgearbeitet, erscheint keine 
dieser Abhandlungen als abgeschlossen. Auch scheinen 
die Nachträge und Vervollständigungen ungefähr mit 
dem Jahre 1876 abzubrechen, so dass spätere Litte- 
ratur nur selten berücksichtigt ist. 

Obschon sicher mit dem Plan einer Publication in 
derartiger Form, als eine Reihe von Monographien ein- 
zelner Genera oder grösserer Gruppen begonnen, 
scheint dennoch dieser Plan mit der Zeit verlassen 
worden zu sein, und scheinen diese Arbeiten des Fer- 
neren nur noch als Collectanea benutzt worden zu 
sein, wovon Vieles dann doch seine Verwendung fand 
in den grossen Arbeiten Brandt's über Nashörner, 
über Sirenia und Cetaceen. 

Wie alle Arbeiten Brandts, sind auch diese Ent- 
würte bezeichnet durch überaus sorgfältige und mög- 
lichst vollständige Benutzung der ihm, sei es in den 



— 148 — 

Sammlungen Petersburgs, sei es in der Litteratur oder 
durch Correspondenz erreichbaren Materialien. Den- 
noch wurde sich aus den oben angeführten Gründen, 
gegenwärtig keine derselben mehr zur Publication eig- 
nen, da keine derselben bis auf den heutigen Stand der 
Kenntniss fortgeführt ist, und der allgemeine Überblick, 
der sicher das letzte Ziel Brandt's bei diesen Samm- 
lungen bildete, mittlerweile durch neuere Arbeiten, 
seien dies palaentologische Kupferwerke oder andere Zu- 
sammenstellungen, wie vor Allem G au dry's Enchaîne- 
ments du monde animal überholt ist. Ohne dies würden 
diese Monographien ohne weitläufige Illustration durch 
Abbildungen der Litteratur nur beschränkte Dienste 
leisten, so werthvoU sie auch für ihren Verfasser selbst 
gewesen sein mussten. Am ehesten würde sich noch, 
der Seltenheit des zu Grunde gelegten Materiales hal- 
ber, die Abhandlung über Sivatherium zur Veröffent- 
lichung geeignet haben. Aber auch hierüber ist in neue- 
rer Zeit von Lydekker in der Palaeontologia indica 
so viel Neues mitgetheilt worden, dass es kaum mehr 
am Platze sein könnte den Entwurf von Brandt zu 
veröffentlichen. 

3. Fascikel JV» 25, betitelt: 

Manuscript für meinen Conspect der lebenden und nach fossi- 
len Resten aufgestellten Pachydermen und ihrer Verwandt- 
schaften. 

Ihrer ganzen Natur nach schliesst sich diese Samm- 
lung der vorigen an. Sie besteht aus Collectaneis über 

Sirenia, verwendet in Brandt's Symbolae Sireno- 
logicae. 



— 149 — 

NasenhÖrner , verwendet in den Publicationen über 
diese Familie. 

Collectanea über gegenseitige Beziehungen der ver- 
schiedenen Säugethiergruppen. Ebenfalls in den 
obigen Publicationen vielfach verwendet. 

Bemerkungen über den Platz, welchen die Gattun- 
gen Nesodon, Toxodon, Macrauchenia unter den 
Pachydermen einzunehmen haben dürften. 

Diese letztere x\rbeit, ziemlich fertig redigirt, bil- 
det eine bis etwa auf das Jahr 1868 fortgeführte, und 
vortreffliche Zusammenstellung des damahgen Wissens 
über diese sonderbaren südamerikanischen Hufthiere. 
Ob dieselbe, wie der Verfasser laut einer Bemerkung 
Pag. 198. Fase. II. III. von Symbolae Sirenologicae 
beabsichtigte , zur Veröffentlichung kam vermag ich 
nicht nachzuweisen. Aber auch wenn dies nicht der 
Fall sein sollte , so würde sich doch eine jetzige Ver- 
öffentlichung nicht mehr eignen , seitdem über diese 
Genera weit vollständigere Materialien, als sie Brandt 
zur Verfügung standen, in eine Anzahl von Museen 
gelangt und durch Burmeister, Flower und An- 
dere mit Hülfe trefflicher Abbildungen bekannt ge- 
worden sind. 

4. Convolut J\[2 1. betitelt: 

Zur Vermittelung der Extreme der Transformationstheorie. 

Auch dieses sehr umfangreiche Convolut, das vo- 
luminöseste von Allen , besteht wesentlich aus CoUec- 
taneis, seien dies Lesefrüchte oder eigene Reflexionen 
bald vereinzelter Art, bald solche, welche von Zeit zu 
Zeit und in verschiedener Form zu umfangreicheren 



— 150 — 

x\ufsätzen mit bald so, bald anders gewähltem Titel 
zusammencrystallisiren. Kein Zweifel — dies geht aus 
der umfangreichen Sammlung so deutlich als möglich 
hervor — dass Brandt durch Darwin's Schriften, 
obwohl ihm dessen Gedankengang bezüglich von Bezie- 
hungen verschiedener Organismengruppen unmöglich 
neu sein konnte, in tiefer und nachhaltiger Art bewegt 
wurde, und dass er es ausserordentlich ernst nahm, 
über so wichtige Probleme, denen ja Brandt's eigene 
weitaus meisten Arbeiten zugewendet waren, und 
über deren von Darwin so bestimmt durchgeführte 
Formulirung mit sich selbst in's Klare zu kommen, ja es 
für eine Art von Gewissenspflicht hielt sich auf Boden 
seiner reichen und langen Erfahrungen, die ja namentlich 
auf palaeontologischem Gebiet denjenigen Darwin's be- 
züglich des Détails weit überlegen waren, auszuspre- 
chen. In keiner der mir vorliegenden Sammlungen von 
wissenschaftlichem Material spricht sich daher das 
persönliche Gepräge von Brandt's Art des Arbeitens so 
typisch aus wie in dieser: Emsiges und gewissen- 
haftestes jahrelanges Sammeln sowohl der Thatsachen 
selbst als der Beurtheilung derselben durch Andere, 
und zwar auf möghchst weiter Basis , Alles was Licht 
auf das bezügliche Gebiet werfen konnte mit heran- 
ziehend und , wo ihm eigene Beobachtung unzugäng- 
lich war, sich an die Fachmänner um Belehrung und 
ürtheil wendend. Das eigene Urtheil geht dabei aus- 
serordentlich vorsichtig zu Werke. Mochte er auch 
in den letzten Schlusssätzen auf Boden eigener Erfah- 
rung seine allgemeine Richtung schon von frühe an 
gewonnen haben , so hütet er sich wohl vor rascher 
Formulirung desselben, und versucht nur von Zeit zu 



— 151 — 

Zeit, immer neu bedacht auf sorgfältigste Prüfung 
analogen oder abweichenden Urtheils Anderer, in pro- 
visorischen Entwürfen , die abzuschliessen er sich 
scheut, von Neuem dem Gedankengang, den er Jahre- 
lang mit sich herum trägt, Vollständigkeit und logische 
Reife zu geben. 

Dies spiegelt sich schon ab in der Natur und in den 
Titeln der einzelnen Fascikel des in Rede stehenden 
Convolutes. Theilweise sind es blosse Collectanea aus 
der Litteratur, die bis zum Todesjahre Brandts gehen, 
theilweise mehr oder minder fertig redigirte Entwürfe 
entweder referirender oder kritischer Art, sei es über 
den ganzen Umfang oder über einzelne Gebiete der 
Frage, wie : «Kurzer Versuch einer Widerlegung der 
von Darwin zur Erklärung des Ursprungs der organi- 
schen Wesen aufgestellten Theorie», etwa 40 redi- 
girte Seiten, aber mit Zuthat einer grossen Menge 
von Litteraturnachträgen , Intercalation neuer Gedan- 
ken, Umarbeitungen des anfänglichen Textes; — fer- 
ner: «Verhältniss des Menschen zum Affen» ein un- 
ausgearbeiteter Vortrag; — «Materialien zu einer 
Kritik des Darwinismus», eine Sammlung von Lese- 
früchten mit gelegentlichen Entwürfen von Zusammen- 
stellung; «Bemerkungen zur Würdigung der Trans- 
formationstheorie der Organismen», der am fertigsten 
redigirte Theil der Sammlung, aber ebenfalls ohne 
Abschluss und mit einer Fülle von Einschiebseln und 
Nachträgen. 

Schon aus dieser kurzen Schilderung der Sammlung 
geht genugsam hervor, dass, so sehr auch Brandt fort 
und fort mit der Publication einer umfassenden Äus- 
serung und Motivirung seiner Meinung über Darwin's 



— 152 — 

Transmutationstheorie beschäftigt war, er selbst zu 
einem Abschluss der Formulirung derselben nicht ge- 
langt war, sondern sich unablässig, mochte auch viel- 
leicht die Rechtfertigung des eignen Urtheils immer 
befriedigender ausfallen, von Neuem mit Ergänzung 
und Berichtigung an der Hand neuer Thatsachen oder 
ürtheile befasste. Immerhin finden sich bald da bald 
dort Äusserungen , welche als Corollarien seines Ge > 
dankenganges gelten können und die Stellung Brandts 
zu den Darwin'schen Lehren bestimmt kennzeichnen. 
Daher einige derselben hier Erwähnung finden mögen : 

«Fassen wir Alles über die Darwin'sche Theorie 
Gesagte zusammen, so ergiebt sich dass sie die Ab- 
stammung der Arten, Gattungen, Familien und Clas- 
sen aus einer einzigen oder wenigen Urformen weder 
beweist noch erklärt. — Dass namentlich weder sein 
Kampf um's Dasein, noch selbst seine natürliche Zucht- 
wahl den Ursprung der Arten genügend nachzuweisen 
im Stande ist.» 

«Ich nehme mit KöUiker ein Entwicklungsgesetz 
für organische V/esen an, denke mir aber dasselbe als 
den Ausdruck einer dem Erdkörper durch eine zweck- 
und planmässig wirkende Grundursache alles Seins 
mittelst Praedestination inhaerirende Befähigung. Alle 
organischen Körper entwickeln sich demnach, wie mir 
scheint, planmässig und als für einen gewissen Zweck 
bestimmte Wesen aus organischer Ursubstanz in über- 
aus zahlreicher Menge und vermuthlich in Form von 
protozoenähnlichen Gebilden. Die einen verharrten als 
solche , die Andern entwickelten sich vermöge einer 
ihnen angebornen speciellen Bildungsfähigkeit zu nie- 
dern oder höhern, selbst höchsten "Wesen. Jede beson- 



— 153 — 

dere Art ging also aus einem zu ihrer speciellen Ent- 
wickelung befähigten Urorganismus hervor. So ent- 
standen aus Tausenden , ja vielleicht Millionen von 
Urformen je nach den Existenzbedingungen, welche 
die Erde bot , also vielleicht periodisch , die arthch 
verschiedenen noch lebenden, so wie die bereits aus- 
gestorbenen Thiere und Gewächse.» 

«Meine Theorie ist nur eine modificirte Descendenz- 
Theorie. Sie weicht von derjenigen Lamark's und Dar- 
win's jedoch darin ab, dass sie zahlreiche niedere Ur- 
formen annimmt, die sicli planmässig, je nach ihrer 
Art, durch einen Innern Impuls ebenso, nur in andern 
Formen zu verschiedenen Graden der Vollkommenheit 
erhoben, wie der Embryo im FA erst verschiedene 
Stufen durchläuft.» 

Es ist nicht hier am Platz, weder solche Äusse- 
rungen mit dem gegenwärtigen öffentlichen Urtheil 
über so schwierige Fragen, das ja seit dem Tode 
Brandt's kaum compacter geworden ist, in Vergleich 
zu bringen, noch etwa es mit den Anschauungen sei- 
nes grossen Zeitgenossen C. E. v. Baer zu confron- 
tiren Als bezeichnend mag nur erinnert werden, dass 
im Gedankengange Brandt's sich durchweg der Blick 
mehr nach den Ursprüngen des Bestehenden, in demje- 
nigen Baer's mehr nach den Zielen desselben richtet. 
Der Eine hält sich streng innerhalb der Schranken des 
Naturhistorikers, während der Andere fort und fort 
sich nach Keimen, Regungen und Zielen von Psyche 
umschaut. 

Über die mir vorgelegte Frage, bezüglich Publi- 
cation dieses wissenschaftlichen Nachlasses geht meine 
Ansicht dahin, dass, so überaus erwünscht und lehr- 

Me'langes biologiques. XI. 20 



— 154 — 

reich eine so gewissenhafte, umsichtige und vorur- 
theilsfreie Prüfung der Transrautationstheorie, wie sie 
an der Hand seiner gewaltigen Erfahrung von Brandt 
unternommen worden war, für die Zeitgenossen hätte 
sein müssen, es wohl schwer, wo nicht unmöglich sein 
würde, mit Hülfe der Manuscripte eine Zusammen- 
fassung zu versuchen, die Brandt's Gewissenhaftigkeit 
und Sorgfalt entsprechen könnte. War er seiher bis 
zum Ende seines Lebens unablässig mit Klärung und 
Ausreifung seines eigenen Urtheil s über solche Fragen 
bemüht, so würde es eine schwere Aufgabe sein, die 
Motivirung und Formulirung desselben nach seinem 
Tode in einer Weise durchzuführen, für welche man 
auf seinen vollen Beifall hätte zählen können Lassen 
wir vor Allem sein Vorbild auf uns wirken , um zu 
hinterlassen, was wir der vollen Kritik der Epoche, 
der wir angehören, für gewachsen halten. 

Basel, 30. Januar 1881. 



(Tiré du BuHetiu, T. XXVII, pag. 393—400.) 



^1^1881. 

7 Juin 

Diagnoses plantarum novarum asiaticarum. IV. Scripsit 
C. J. Maximowicz. 

(Cum tabula lapidi incisa.) 

Reaumuria trigyna. Glabra, ramis patulis jam a basi 
racemose floriferis; foliis semiteretibus linearibus ob- 
tusis basi subattenuatis ; fasciculis axillaribus oligophyl- 
lis aequilongis; foliis floralibus paucis immutatis; bracteis 
e basi dilatata orbiculata breviter mucronatis dense 
irabricatis, cum sepalis quibus breviores ceterum con- 
similes basi connatis; petalis in alabastro contortis 
suboblique obovatis, filamentis subulatis integris, stylis 
tribus. 

Mongolia australis: in deserto aridissimo secus 
montes Alaschan sito frequens (Przewalski, 1873.) 

Quam B. songarica m. omnibus partibusmulto major 
et flores non sessiles, ceterum habitu similior quam 
R. persicae Boiss. (FI. or. 1. 761.), cui ex characteri- 
bus diagnosticis proxima, quae tamen foliis dense fas- 
ciculatis ovatis, flore duplo majore filamentisque basi 
crenatodentatis, praeter alia signa abhorret. B. Shawiana 
{HololacJina^B.ooker fil. in Henders. et Hume, La- 
hore to Yarkand, 313. n. 65. c. tab.) inter nostram 

Mélanges biologiques. XI. 20'*' 



— 156 — 

et U, songaricam quasi intermedia videtur, sed decan- 
dra et ovario oblongoovali instructa aliisque signis 
distans. In nostra stamina circiter 40 et ovarium glo- 
bosum. 

Hololachna Ehrenb. cum Beaumuria jungenda vi- 
detur, nam stamina pauciora in priore quoad numerum 
tam indefinita sunt quam in secunda, reliqua signa autem, 
quibus ad utramque distinguendam utuntur autores. 
vel fallacia vel utrique communia sunt, v. gr. stamina 
pi. V. m. connata, flores sic dicti axillares, petala 
Hololachnes perperam inappendiculata a Ledebour 
dicta, cet. 

Myricarîa platyphylla. (§ 2.racemislateralibus Ledeb. 
FI. Ross.) Viridis, ramis foliatis longissimis vix ramu- 
losis, foliis maximis patentibus planis ovatis brève 
acuminatis acutiusculis ; pedunculis basi squamatis 
bracteis persistentibus concavis demum patentibus 
ovatis obtusis pedicello duplo longioribus calyci ae- 
qualibus; sepalis obtuse ovatis petala obovata paulo, 
stamina fere ad apicem coalita subduplo superantibus, 
ovario ovoideo brève attenuato. 

Mongolia australis: montibus Alaschan frequens 
(Przewalski, 1872). 

Frutex virgatus usque 10-pedalis foliis latissimis 
maximisque inter omnes statim cognoscendus. Folia 
ad 15: 12 mill, magna. Comparanda tantum cum M. 
dahurica ß. macrophylla Bge., M, longifolia Roy le et 
M, elegante Roy le; prior, praeter alia signa, foliis 
linearioblongis, secunda foliis medio, tertia foliis apice 
latioribus, utraque indica praeterea racemis ex inno- 
vationibus ortis differt. 



— 157 — 

Hypericaceae 
Orientali - asiaticae. 

Elodes Adans. 

Fam, II. 444. Endl. Gen. pi. 5465. 

E. virginica Nutt. Gen. II. 17. Torr, et Gray Fl. 
N. Am. I. 167. Hypericum virginicum L. Cod. 5755. 

Var. asiatica m. H. virginicum Miq. Prol. 146. 
Franch. Savat. Enum. 1. 56. Regel? Fl. Usur. n. 104. 
E. crassifolia Bl. Mus. Lugd. bat. IL 15. H. petioîa- 
tumMiq. Prol. 146., nee Walt., nee Franch. Savat. 
I. 56. E, japonica Bl. 1. c. 

Japonia: prov. Hiuga ad Norioka yama (J. Keiske!), 
circa Yokohama aliisque locis Nippon mediae (ipse, 
Tschonoski), prope Hakodate varus locis (ipse); 
Mandshuria (Maack, ex Regel, planta nunc deest). 

Var. asiatica a planta americana multis notis dififerre 
videtur: inpriore sepala erecta coriacea obtusa crasse 
vittata, petalis utrinque obtusis fere duplo breviora, 
pars connata filamentorum liberam aequans, antherae 
vesicula ampla exserta, styli germine ovoideo vix 
breviores, capsula ovoidea, semina (in utraque qua- 
dratoovalia, seriatim insculpta) fere duplo majora. In 
planta americana inveni sepala patentia membranacea 
acuta, tenuissime vittata, petala utrinque acuta, triente 
tantum calyc© longiora, partem connatam filamentorum 
liberam multo superantem, vesiculam antherae minu- 
tam, saepe inclusam, stylos germine oblonge fere triplo 
breviores, capsulam oblongam. Folia vero, ex Blum eo 
in pi. japonica crassiora, inveni rarius etiam aequo 
tenuia ac in americana. Quum tarnen in E, Fraseri 
Spach, Suites à Buffon, V. 366. filamenta aeque alta 



— 158 — 

ac in nostra describuntur,haec species vero a S. Watson 
Bibl. Ind. 1. 124:, E.virginicael^xitt synonyma habetur, 
notae adductae partim variare videntur, quamobrem 
etiam nostram tantum pro varietate habere malui. 

Planta asiatica magis juvenilis, interdum tarnen et 
lusus, sistit H. petiolatum Miq., a planta americana 
{H.petiolatoWsili,) facili negotio foliis sessilibus neque 
petiolatis cognoscendum. Crescit enim cum typo, in 
quern sensim abit, habeo denique specc. nondum flo- 
rentia juvenilia, quae folia omnia basi attenuata et 
alia, quae superiora basi rotundata gerunt. Stamina, ex 
Blume in E. japonica altius connata, ex mea inves- 
tigatione aequo alte connata, ceterum vero nonnihil 
hoc puncto variabilia sunt. 

Hypericum L. 

Stamina 5-adelpha, styli 5. Conf. ad 2. 
» 3-adelpha, styli 3. Conf. ad 7. 

2. Frutices petalis staminibusque caducis {Norysca^ Spach). 3. 
Herbae. Petala staminaque persistentia {Boscyna Spach) 5. 

3. Folia oblonga, styli fere ad apicem connati. H. chinense L. 

» ovata vel elliptica. 4. 

4. Styli in unicum stigmate capitate connati 

elongati H. formosanum m. 

Styli liberi breves H. paMum Thunb. 

5. Flores magni petalis valde obliquis, styli 

ovario longiores, folia oblonga apiculata . . . H. Aseyron L. 
Flores parvi petalis parum obliquis. 6. 

6. Folia cordatoovata emarginata , pedunculi 

elongati, styli ovario longiores H. Przewcdskii m. 

Folia anguste oblonga apiculata, pedunculi 

breves, styli ovario breviores H. Gebleri Ledeb. 

7. Capsula 3-locularis (Hypericum Spach). 8. 

» 1-locularis {Brathys, Spach). 14. 

8. Folia connata , H. Sampsoni Hce. 

» non connata. 9. 

9. Pubescens H. hirsutum L. 

Glabra. 10. 



— 159 — 

10. Caulis lineis 2 elevatis anceps , folia late 
ovalia. 11. 

Caulis teres. 12. 

11. Puncta foliorum numerosa majuscula, se- 

pala lanceolata H, perforatum L. 

Puncta foliorum minuta vel obsoleta, sepala 

ovata H. attenuatum Choisy. 

12. Folia petiolata linearioblonga pellucide punc- 
tata H, haJeonense Fr. Sav. 

Folia sessilia basi cordata, ovato- vel lan- 
ceolatooblonga. 13. 

13. Puncta foliorum nigra, flores pauci. ....... H. ereetum Thunb. 

» » pellucida, flores parvi nu- 
merosi H. Seniavini m. 

14. Stamina ultra 50, petala calyce duplo longio- 

ra, folia late ovata emarginato-obtusa. ,H. Jcamtschaticum heàéb. 
Stamina 10 — 25, petala calyce breviora vel 
vix longiora. 15. 

15. Folia ovata amplexicaulia sessilia H. mutüum L. 

» oblonga petiolata basi attenuata. . . . Jff. oUganthum Fr. Sav. 

Fruticosa. 

1. H, cMnense L. Syst. ed. X. p. 1184. (1759). 
Hance in Trim. Journ. of bot. 1879, 8. Choisy? 
in DC. Prodr. I. 545. Bge, Enum. Chin. n. 61. 
Norysca chinensis Spach, Hist. d. pi. V. 427. Blume, 
Mus. Lugd. Bat. II. 22. H. aureum Lour. Fl. Co- 
chinch, ed. Willd. 578. Norysca aurea Bl. 1. c. 23. 
Hyper, chin. ß. Hook. Arn. in Voy. Beech. 172. N. 
punctata? Bl. 1. c. H. monogynum L. Sp. pi. ed. 2. p. 
1107. (1763). Thunb. Fl. Jap. 297. H. salicifolium 
Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam. nat. I. 162 n. 194. Miq. 
Prol. 147. Franch. Savat. Enum. I. 55. N. salicif. 
Bl. 1. c. H, monog, var. salicif olia Choisy in Zoll. 
Verz. 150. Bioru vulgo Bijo Jandgi, Kaempf. Am. 
exot. 845. Kwa-wi Arb. III. 19. 

China: prov. Kwan-tung (fide Hance), Formosa 
prope Tamsuy (Oldh.! n. 29. pedunculis 1-floris, an 



— 160 — 

sponte?), prov. Schensi urbe Han-tschun-fu cultum 
(Piasezki), Pekino cultum (coll. rossici). Ja^oma, anne 
tantum spontefactum : prov, Higo in m. Higo-san (ipse), 
Yokoska inter frutices (Savatier!), colitur inNagasaki 
et Yokohama, nee non in hortis Calcutt. ! et europaeis. 
Hoc sub titulo omnes species Blumeanas conjun- 
gimus, e sepalorum et foliorum forma, longitudine sta- 
minum et stylis pi. m. connatis distinctas, quae vero 
ne bonarum varietatum nomine merentur, exclusa 
fortasse sola N. punctata^ mihi ignota, calyce foliisque 
nigro punctatis instructa. Stamina sub anthesi enim 
elongantur, primum stylos non attingunt, demum illos 
superant. Folia formae antiquissimae hortensis, e China 
australi receptae, descriptioni Loureirii bene respon- 
dent et sessilia v. infima subamplexicaulia sunt. Planta 
Ghinae horealis folia pariter sessilia et infima semiam- 
plexicaulia fert, sed folia et sepala jam interdum 
acuta, saepius vero obtusa habet. Vl.japonica cum ilia 
congruit, sed folia sepalaque acuta frequentiora sunt. 
Folia a Blume perperam eglandulosa dicuntur, sunt 
enim dense minute pellucidopunctata, non semper 
bene distincte tamen. Puncta vero nigra pauca, de 
quibus ait Choisy, equidem in sepalis nunquam, in 
foliis rarissime vidi et pro fungulis parasiticis habeo, 
quae si frequentiora sunt fortasse A^.jpwwda^amBlumei 
sistunt. 

2. H. formosanum, (Norysca) Fruticosum glabrum, 
ramis teretibus, summis compressis; foliis charta- 
ceis concoloribus sessilibus crebre pellucidopunctatis 
(punctis utrinque prominulis) ellipticis v. ovatis utrin- 
que acutiusculis; bracteis foliiformibus pedunculos 1- 



— 161 — 

floros continuos superantibus ; sepalis basi connatis 
quam petala oblique obovata triplo brevioribus acute 
oblongis ; petalis caducissimis stamina duplo stylumque 
superantibus; stylis ex toto connatis stigmate unico 
capitato; ovario5-sulcatoplacentis dorso sulcatismul- 
tiovulatis. 

Formosa^ prope Tamsuy (Oldham! n. 31.). 

Praecedenti proximum, sed foliis, staminibus brevi- 
bus et stigmate distinctum. Ramulis compressis, floris 
foliorumque magnitudine et indole H. patulo simile. 

3. H. patulum Thunb. Fl. Jap. 295. Icon. t. 17. 
Miq. Prol. 147. Sieb. Zucc. 1. c. 161. Franch. 
Savat. 1. c. I. 55. Hook. f. Fl. Brit. Ind. I. 254. 
N. patula Bl. 1. c. 23. H. uralum Ham. ex Don in 
Bot. mag. 2375. Fl. Nepal. 218. Hance in Trim. 
Journ. bot. 1878, 104. K oUongifolia Bl. 1. c. 22. 
quoad synon. Don. H, oUongifoliumW M. PI. as. rar. 
t. 244. (non Choisy). 

Japonia: Nippon, prope pagum Susokatoge (Tex- 
ter !),Hakone(Tanaka et Ycutschima!) et frequenter 
cultum in hortis Yedo, Yokohama et Nagasaki (ipse); 
China: Chin-kiang (Hance), prov. Schensi(Piasezki); 
Himalaya ! 

Don ^. uralum et H. patulum enumerat at prius 
distinxit ramis ancipitibus, foliis planis nee margine 
revolutis, mucronulatis et stylis quam stamina brevi- 
oribus nee paulo longioribus. Vidi tarnen et in planta 
japonica ramulos ancipites, folia mucronulata et simul 
margine revoluta, stylos vero saepius quam stamina 
breviores, quum in H. urali specc. sat multis cultis et 
spontaneis stamina superant. Ita ut haec ob signa certe 

Mélangea biologiciues. XI. 21 



— 162 — 

utrumque jungendum est. Attamen in longe numerosi- 
oribus exemplis indicis antherae duplo minores quam 
in japonicis et tantum in iis ex Assam a Simons lectis 
aeque magnae; an hie latet dichogamia? Semina pi. 
japonicae oblonga recta lucidula minute striolata et 
sculpta, utrinque apiculata, castanea, pi. indicae mox 
similia, mox y^ vel duplo breviora, late ovalia igitur. 
Frutex sesquipedalis e Schensi allatus quoad antheras 
et stylos ad H. patulum, qnosia ramulos et folia mu- 
cronulata potius ad H. uralum pertinet. 

Herbacea. 

4. H, Ascyron L. Cod. 5741. Ledeb. Fl. Ross. I, 
446. Miq. Prol. 147. Franch. et Savat. Enum. I, 
55. Maxim. Fl. Amur. 65, 469. Boscyna japonica 
Bl. Mus. Lugd. Bat. II. 21. Boscyna Gmelini Spach 
1. c. V, 430. H, pyramidatum Ait. h. Kew. ed. 2,1V, 
422. Torr, et Gray 1, c. I, 158. Boscyna americana 
Spach 1. c. 431. Tomo-ye-so, Kusu hijô, Soo bokf, 
XIV, 34. 

China: parte boreali prov. Hunan (Hance in Trim. 
Journ. bot. 1880, 259.), ditione fl. Pekinensis, prope 
m. In-schan (Tatarinow), m. Conolly, Takio-sze (Dr. 
Bretschneider), m. Siao-wu-tai-shan (Hancock!); 
Mongolia austroorientali, ad Siwan-tze (Artselaer!); 
Altai; Bahuria^ Sibiria baicalensi ad Irkutzk, et orien- 
tali non procul ab Olekminsk (Kruhse!); Mandshuria 
tota usque ad fines Koreae, Korea, ad Port Chusan 
(Wilford!) et archipel Koreano (Oldham! n. 84.); 
Japonia: Nippon, in m. Hakone (Savatier!), prov. 
Nambu (T sc ho no ski) et circa Hakodate ins. Yezo 



— 163 — 

(ipse), cultum in Yedo; in Kamtschatka (Kegel!); in 
America boreali. 

Hoc omne quantum vidi est a. genuinum m., ad quod 
sine ullo dubio ducendum est H. pyramidatum Ait et 
florist, amer. Ipse Ai ton tantum distinxit sepalis sub- 
rotundoovatis et caule 4-gono simplici in H. Ascyro, 
sepalis ovatis acutis et caule subtetragono ramoso in 
H. pyramidato. Spach ad sectiones Roscynae diversas 
duxit, ob sepala H. Ascyri in floribus primariis valde 
inaequalia, 2 foliacea, in H. pyramidato subaequalia, 
nunquam foliacea. Sed tempore A it o ni innotescebat 
tantum pi. sibirica simplicior, ilia ex Mandshuria et 
Japonia autem aeque ramosa ac americana. Sepala et 
in pi. asiatica vidi rarius acuta, in pi. americana vero 
passim obtusa et interdum inaequalia, nonnullis 
foliaceis. Reliqua omnia, imo quoad capsulas et semina 
in utraque identica. 

Variât etiam pL americana foliis multo angustiori- 
bus stylisque ovaris sesquilongioribus, ita ut talis jam 
accédât ad 

ß. longistylum m. 1. c. Foliis duplo angustioribus, 
stylo ovarium duplo superante, quam capsula parum 
breviore. 

Altaij Dahuria cum tj^o, Mandshuria passim, usque 
ad lacum Hanka (Przewalski), fl. Suifun (Golden- 
st ädt!) et Sungari (ipse), Mongolia cum typo, Ja- 
poniae ins. Kiusiu, ad pedem jugi centralis Kundsho- 
san. 

5. H, GeUeri Ledeb. Fl. Alt. Ill, 364. Icon. t. 
487. Fl. Ross. I, 446. Maxim. 1. c. 461 et 65 (hic 
^ub H. Ascyro J YSiY, y. hrevistylo m.). Trautv. etMey. 



— 164 — 

Fl. Ochot. n. 77. F. Schmidt, Fl. Sachal. n. 86. 
Boscyna Gebleri, Spach 1. c. V, 430. 

Altai, Song aria ad Noor-Saissan, Mandshuria: ad 
fl. Sungari (ipse) et Amur inferiorem (ipse, Augus- 
tinowicz), Sibiria austroorientali, ad üdskoi (Mid- 
dendorff!), Sachalin (Fr. Schmidt!), 

A praecedente distinctum flore duplo minore, stylis 
brevibus et seminibus utrinque appendicula obtusa 
membranacea semini aequilata instructis, neque utrin- 
que apiculatis. An H, Ascyron hrevistylum Debeaux, 
florule du Tchéfou n. 19., rêvera hue, ob defectum 
speciminis affirmare nequeo. 

6. H. Przewalskiî. (Boscyna Spach). Pluricaule gla- 
berrimum, caulibus subsimplicibus teretibus polyphyl- 
lis; foliis versus basin caulis cito decrescentibus et 
approximatis, infimis minutis obovatis, sequentibus 
ovalibus, reliquis ovatoellipticis, omnibus sessilibus basi 
cordatis apice emarginatis, pellucide punctatis subtus 
glaucis; floribus apice caulium ternis, centrali quam 
flos lateralibus quam folium longius pedunculatis; sepalis 
erectis oblongis inaequalibus fructu accretis, petalis ob- 
longis paulo obliquis duplo longioribus stamina stylesque 
ultra medium connatos ovarium superantes aequanti- 
bus; capsula ovoidea acuminata. 

China: prov. Kansu, parte alte alpina occidentali, 
ad fl. Yussun-Chatyma (Przewalski, 1880). 

Statura H. Gebleri, cui proximum , sed foliis et pe- 
dunculis stylisque elongatis diversum. A H. Ascyro, 
cujus stylos habet, flore duplo minore, petalorum 
foliorumque forma distinctum. 

Folia usque 45: 25 mm. magna. Corolla lutea, diam. 



— 165 — 

plus quam 20 mm., sicuti calyx epunctata, stamina 5- 
adelphaphalangibusl5-andris distinctis, antheris sub- 
globosis eglandulosis. Ovarium 5-locularelaeve, pariete 
tamen trans lucem viso tenuissime parallele pellucido- 
vittato. Semina valde immatura, ita ut capsula denique 
Yerosimiliter quam ilia affinium non minor. 

7. H. Sampsoni Hance in Seem. Journ. bot. 1865, 
378. Franch. Savat. En. I, 55. H. electrocarpum 
Maxim, in Bull. Acad. Pétersb. XII, 60. (1867). 
Tsuke-nuke-otogir% Soo bokf, XIV, 31. 

Japonia: circa Nagasaki sat frequens; Gliina: Ningpo 
(Forbes!), Canton (Sampson! misit Hance), Formosa 
boreali, propeTamsuy(01dham! n. 30.); — ?Khasia in 
Himalaya orientali (fide Dyer in Hook. f. Fl. Brit. 
Ind. I, 255). 

Ob sepala subaequalia, ovarium baud 3-coccum sed 
3-loculare et stamina 3-adelpha ad Hypericum sensu 
Spachii pertinet, sed in nullam esectionibusaSpach, 
Jaubert et Spach et Boissier propositis bene qua- 
drat. Capsula vesiculifera et semina profunde longi- 
tudinaliter striata Drosocarpia referunt, quibus a 
Hanceo adnumeratur, sed obstant sepala intégra; 
Milleporum esse nequit ob capsulam evittatam char- 
taceam. 

Plantam indicam a Simons in Khasia lectam, ex 
Dyer, non vidi, sed examinavi ab eodem collectore in 
Assam lectam, ex herb. Calcutt. missam, et banc ab 
sinico'japonica diversam inveni sepalis basi attenuatis, 
pellucidopunctatis, nee vittatis, duplo longioribus, mar- 
gine non nigropunctatis, et ovario globose neque ovoideo. 
Petalorum indolem in exemple male conservato exa- 



— 166 — 

minare non contigit, stamina tarnen etiam 3-adelpha. 
Ob signa adducta pi. Indiae conspecificam esse dubi- 
tare licet. 

.8. H. hirsutum L. Cod. 5762. Ledeb. 1. c. 449. 
Spachl. c. V, 391. 

Mongolia boreali-occidentali, declivitate jugi Thian- 
schan septentrionem spectante, regione sylvosa fl. 
Kungess(affl. Ili)rarum (Przewalski, 1877). Distrib. 
a Songaria et Altai per Bossiam australem et mediam 
nee non Caucasum in Europam occidentalem usque in 
Sueciam, Angliam et Hispaniam, 

9. H. perforatum L. Cod. 5758. Led. Fl. Ross. I, 
447. Spach 1. c. V, 388. Dyer in Hook. f. Fl. Brit. 
Ind. I, 255. 

Mongolia boreali: in jugo Altai australi ad fl. Kan- 
dagatai (Po tanin), inter fl. Tschuja et urbem Chobdo 
(Kalning); China occidentali, parte boreali prov. 
Schensi ad fl. Han (Piasezki). Distr. ab Altai occi- 
dentem versus. 

Var. confertiflora Debeaux fl. du Tchéfou, 35. in 
Act. soc. Linn. Burdig. vol. 31: «floribus quam in 
typo duplo majoribus densisque in corymbum termina- 
lem dispositis». 

China borealis: prov. Schan-tung, in pratis sabu- 
losis litoris prope Yan-tai, ex Debeaux. 

Sepala quam in pi. europaea breviora dicuntur. - — 
Var. haec mihi ignota. 

10. H. attenuatum Choisy in DC. Prodr. I, 548. 
Ledeb. 1. c. 448. Turcz. Fl. Baic. Dah. I, 251. 



— 167 — 

Maxim. Fl. Amur. 65. Hance in Trim. Journ. bot. 
1874, 259 et 1878, 104. 

Sihiria haicalensi ad Irkutzk et lacum Baikal; Da- 
huria; Mandshuria: ad Schilkam inferiorem et Amur 
superiorem pluribus locis (ipse, Augustinowicz), ad 
fl. Sungari, Amur australem et partem inferioris 
rarius, nee non secus üsuri fl. (ipse), ad fl. Mo affl. 
lacus Hanka (Przewalskü), sinum St. Olgae (F. 
Schmidt!) et Possiet (ipse), fl. Suifun (Golden- 
städt!), Mongolia SLUstrali: adSiwan-tze(Artselaer!), 
in jugo Muni-ula, rarum (Przewalski, 1871); China 
media (tide Hance): Chin-kiang (Stronach) et Kiu- 
kiang (Möllendorff) — pl. chinensem non vidi. — 
Praesto est denique, H. kamtschatico admixtum, e 
Kamtschatka in herb. Fischer, quoad patriam tarnen 
valde dubium. 

Sepala variant acute ovata et lanceolata. Semina cum 
illis H, erecti subidentica. Simillimum sequenti, sed dis- 
tinctum(an semper?) caule ob lineas elevatas a petiolis 
decurrentes subancipiti, foliis minute pellucide mar- 
gineque nigropunctatis , basi attenuata semiamplexi- 
caulibus, innovationum et caulium floriferorum consi- 
milibus, flore triente majore, sepalis petalisque apice 
nigropunctatis, staminibus petala aequantibus v. super- 
antibus, capsula basi attenuata calyce plus duplo lon- 
giore. 

H. attenuatum Lk. Enum. h. berol. II, 275(1822) 
nomen quidem Choisyano (1824) vetustius, sed ex 
spec, culto in herb. Schraderiano certe nil nisi 
Wehhia platysepala Spach, quae ipsa a H, canariensi 
L. {Wehhia apud Spaah) non difiert nisi sepalis ob- 



— 168 — 

tusis, quae tarnen in omnibus speciebus Canariensihus 
mox obtusa mox acuta variant. 

11. H. erectum Thunb. Fl. Jap. 296. Miq. Prol. 
147. Bl. Mus. Lugd. Bat. II, 25. Sieb. Zucc. Fl. 
Jap. fam. nat. I, 162. H, attenuatum F. Schmidt, 
Fl. Sachal.n. 87, nee Choisy. Oto-giri-sOj Soo bokf, 
XIV, 30. 

Tota Japonia, nee non in Sachalino. 

Caulis teres. Folia ubique v. ad marginem nigro- 
punctata, innovationum illis H, attenuati similia, caulis 
floriferi basi latiora cordatoamplexicaulia(vulgoovato- 
oblonga) obtusa cum apiculo. Cyma composita sae- 
pissime densa. Sepala lanceolatooblonga obtusiuscula 
petalaque saepius tota nigropunctata lineataque. Sta- 
mina petalis Yg saltem breviora, antheris glandula nigra 
superatis. Styli staminibus breviores, ovario duplo 
longiores, divergentes. Capsula ovoidea, stylorum basi- 
bus brevibus rectis coronata, crebre parallele tenuiter 
vittata, calycem fere vel plus duplo superans. Semina 
ovalia viridulobrunnea, minute lineata atque celluloso- 
sculpta. 

Specc. a Tschonoski in Nippon media lecta, ad 
var. oUusifoliam Bl. 1. c. pertinentia, foliis basi non 
latioribus minus amplexicaulibus, sepalis petalisque 
punctatis neque lineatis H. attenuato accedunt, sed ob 
caulem teretem , sepala lanceolatooblonga et fructum 
minorem ad H. erectum ducenda. Sunt verosimiliter 
individua primum florentia, quibus folia iis surculorum 
similia et inflorescentia pauperior propria videntur. 

Ipse prope Yokohama legi specimen calyce foliaceo 
capsulam fere aequante a typo abludens. 



— 169 — 

H. maculatumVf M. a nostrovix specie differt caule 
nigropunctato, punctis nigris foliorum crebrioribus, 
flore fructuque triente v. fere duplo minoribus. 

12. H. hakonense Franch. Savat. En. II, 298. H. 
petiolatum lidem ibid. I. 56, nec Walt, nec Miq. 
H. spec, dubia Miq.! Prol. 368. (ad spec. Itô Keiskei 
VII (nec XIII) n. 609. s. n. Hime otogiri-sô), 

Nippon: Hakone (Savatier! n. 157*'* s.n.Hyperici 
spec), ibidem alio loco (Tanaka et Ycutschima! 
steril.), Fudzi-yama, supra sylvas (ipse). 

Foliis linearioblongis distincte petiolatis, vulgo subtus 
glaucis, crebre glandulosopunctatis a H. erecto bene 
distinguendum. 

13. K, Seniawînî. {Taeniocarpia, Jaub. Spach) gla- 
brum, caule tereti fastigiatoramoso , foliis subpetio- 
latis subcordato-lanceolatis obtusis, punctis pellucidis 
magnis numerosis; floribus parvis in cymas densas 
multifloras trichotomas apice caulis ramorumque dis- 
positis; sepalis oblongolanceolatis acutis vittatis mar- 
gine nigropunctatis quam petala auguste oblonga ver- 
sus marginem superne parce nigropunctata plus duplo 
brevioribus; antheris nigroglanduligeris sepala pauloque 
stylos supereminentibus; stylis ovario auguste ovoideo 
3-sulco longioribus. 

E China australiore a Seniawin datum in herb. 
Fischer. 

Flores parvi H. corymbosi Mühlbg. vel K eredi 
Thunb., sed ab utroque diversum punctis crebris pel- 
lucidis foliorum, petalorum punctis nigris parcis et 
inflorescentia minus foliosa, ab K erecto floribus multo 
numerosioribus, a H. corymhoso floribus magis dissitis. 

Mélanges biologiques. XI. 22 



— 170 — 

Folia crassiuscula, 30: 8 mill, magna, punctis su- 
perne non, subtus valde prominentibus. Sepala 2,5 
mill., petala 7 — 8 mill, longa. Stamina numerosa 3- 
adelpha, ovarium 3-loculare. Capsula ignota. 

14. H. Kamtschaticum Ledeb. Comment, in Gmel. 
ex Fl. Ross. I, 447. Hyper, n. 3, Gmelin Fl. Sibir. 
IV, 179. 

Kamtschatka! 

Subsimile H. elliptico Hook., sed jam stylis baud 
connatis abhorrens. Specie! post Gmelinum a nemine 
visae sequitur diagnosis: 

(Sect. Brathys Mut.) Spithamaeum herbaceum gla- 
brum, caule simplici erecto tereti, foliis parce nigro 
punctatis amplexicaulibus late ovatis apice rotundato 
emarginatis; cyma foliata pauciflora, pedicellis folio 
florali brevioribus; sepalis inaequalibus obtusis peta- 
lisque duplo longioribus oblongis nigropunctatis, sta- 
minibus circa 60 breve 1-adelphis sepala superantibus 
quam styli brevioribus, ovario late ovoideo 3-sulco 1- 
loculari stylis divergentibus breviore. 

Pedale, tenue. Folia membranacea opaca non pellu- 
cide punctata, a 17: 12 usque ad 27: 15mm. magna. 
Flos diametro 24 mill. Petala post anthesin corrugata 
inflexa. Antherae glandula nigra innata. Stigmata sub- 
lateraliter capitellata. 

15. H. oliganthum Franch. Savat. Enum. pi. jap. 
II, 299. 

Japonia (Savatier, fide Franchet): ins. Kiusiu, 
ad pedem vulcani Wun-zen, pratis siccioribus (ipse). 

Ob ovarium 1-loculare ad J5ra%^ pertinet, stamina 
circa 20 — 24, flores fere sequentis. Affine H. elliptico 



— 171 — 

Hook., quocum comparaverunt cl. auctores specie!, quod 
autem floribus multiplo majoribus distat, nee non H, 
canadensi L., radice annua diverso. 

16. H. mutilum L. Cod. 5770. Torr, et Gray, 
Fl. N. Am. I, 164. c. synonn. Mart. Fl. Brasil, fasc. 
81, p. 186. c. synonn. E, japonicum Tliunb. Fl. Jap. 
295, t. 31. Miq. Prol. 147. Hance in Trim. Journ. 
bot. 1874, 259. Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam. nat. I, 
163. Benth. Fl. Hongk. 23. Franch. Savat. 1. c. I, 
56. Hook. fil. Fl. Brit. Ind. I, 256. Brathys quinque- 
nervia Spach in Ann. sc. nat. 2 sér. V, 367. B. ja- 
ponica, B. laxa et forsan aliae, Bl. Mus. Lugd. Bat. 
II, 19. H. Thmhergii Franch. Savat. En. II, 300. 
Eimé otogiri-sô, Soo bokf, XIV, 32. 

Per totam Japoniam, a Kiusiu usque ad Yezo austra- 
lem, frequens, CAmam mediam (Kiu-kiang, Shearer!) 
et australem (Hongkong, Wright!, Formosa, Oldh.! 
n. 31), Indiam!, Ceylon!, Tasmaniam!, NovamZelan- 
diaml, Americam borealem! et australem! 

H, mutilum sensu auctt. American, hie acceptum 
est, vix tarnen videtur planta Linnaei, saltem ex 
phrasi ejus in Mant. II, 456. e Gronovii fl. Virgin. 
88 mutuata: «folia cauli tam arete adpressa, ut vix con- 
spicua», quod tantum quadrat in H. Sarothra Michx. 

H. japonicum cum H. mutilo nuUibi comparatum 
inveni nisi apud F ran eh et et S av a tier, qui novam 
speciem ab iis propositam {H. Thunhergii) posteriori 
nimis fortasse affinem declarant. Rêvera inter utramque 
speciem nullum diserimen. Contigit quidem tale pri- 
mum invenire in seminibus pi. americanae et austra- 
liensis laevibus, asiaticae longitudinaliter suleatis, sed 



— 172 — 

postea semina sulcata rarius et inter americanas, sub- 
laevia in asiaticis inveni. Adsunt etiam variationes in 
longitudine stylorum, mox %j mox Yg ovarii aequan- 
tium, et petalorum, quae calycem aequant vel exce- 
dunt vel non attingunt, sed secus locum et aetatem 
(in floribus serotinis breviora) variant. — Quoad ha- 
bitum quum in Asia, turn in America duplex occurrit 
lusus: alter foliis magis crassis opacis, caule simpli- 
ciore versus apicem tantum pauciramoso, alter foliis 
tenuioribus cauleque ramoso. Prior nascitur tempore 
sicciore v. in oryzetis exsiccatis, posterior locis humi- 
dioribus, et observavi atque collegi individua, ubi 
caulis folia crassa opaca, rami vero pellucida gerunt, 
vel folia inferiora caulina opaca et crassa, superiora 
vero membranacea formantur, ita v. gr. si oryzetum 
V. alia statio humidior fit. Plantula primum florens 
bracteas foliiformes, tum elongata sensim angustiores 
format, ita ut signa acl.Franchet ex bracteis obtusis 
et acutis petita minimi pretii habenda, eo magis quum 
in americanis etiam utraque bractearum forma obve- 
nit et bracteae acutae cum foliis opacis et pellucidis 
promiscue occurrunt. — Nihilominus ex patria obser- 
vatur differentia quaedam habitus : species in America 
boreali luxuriat foliis majoribus, internodiis breviori- 
bus cauleque ramosiore, in Japonia et Asia tropica 
aeque alta, gracilior tamen occurrit, in America au- 
strali palmaris simplex et parvifolia, in Australia per- 
uana invenitur. PI. europaea, cum Oryme seminibus, 
ut opinant, ex America boreali introducta, habitu cum 
japonica magis quam cum vulgatiore boreali-amm- 
cana consentit. Obveniunt tamen et inter americana, 
ut jam dixi, specc. gracilia, crassifolia, simpliciora, 



— 173 — 

omnibus ^^unctis japonicis simillima.— Inter ^^eccindica 
adsunt exempla dense caespitosa, quae tarnen ex indivi- 
duis numerosis una ex capsula enatis constare videntur. 

In Japonia vulgo palmare, rarius tamen et sesqui- 
pédale, stamina 10 — 20 variant libera, brevissime 
1- vel 3-adelplia. 

Inter specc. indica vidi nonnulla foliis basi non cor- 
datis, ovalibus, quae mihi dubia sunt et bonam saltem 
varietatem sistere videntur. 

Species dubiae. 

H. olympicum Lour. Fl. Cochinch. ed. W. 577. — 
nee Linn., e Gantone et CocMnchina, arbor, ex autore, 
10-pedalis, foliis ovatolanceolatis, pedunculis laterali- 
bus et terminalibus subbifloris, flore luteo, staminibus 
S-adelphis, capsula triloculari polysperma. 

H. petiolatum Lour. 1. c. — nee Walt., e Can- 
tone, dicitur frutex diffusus tripedalis, foliis petiolatis 
vix tomentosis late lanceolatis, pedunculis axillaribus 
et terminalibus plurifloris, flore flavorubro, staminibus 
3-adelphis cum glandulis 3 magnis alternantibus, cap- 
sula ut in praecedente, 

H. cochinchinense Lour. 1. c. Lindl. in Trans, hort. 
soc. VI, 67. e CocMnchina (Loureiro) et Macao 
(Lindley). An Cratoxylon polyanthum Korth.? 

Cratoxylon Bl. 

C. polyanthum Korth. in Terh. Nat. Gesch. Bat. 
175, t. 36. Benth. Fl. Hongk. 24. c. synn. 

Ctoa australis: Hongkong (Forbes!), Whampoa 



— 174 — 

(Han ce!), nee non in PhiUppinis et archipelago Ma- 
layano. 



Zygophyllum Potanini. Perenne glabrum, caulibus dif- 
fusis dichotomis, foliis petiolatis bijugis foliolis oblique 
obovatis 2 — 3-nerviis, rhachi alatomarginata ; floribus 
alaribus geminatis pedicello sub anthesi breviore, po- 
stea longiore ; calyce colorato petala superante, stami- 
nibus paulo, stylo elongato magis exsertis, filamenti 
squamula basi adnata; fructu nutante orbiculato late 
alato loculicido ; seminibus contiguis imbricatis elevato- 
papillosis atris. 

Songaria: in montibus Tarbagatai , ad rupes Kon- 
bucha (Pot an in); Mongolia: declivitate australi jugi 
Thian-schan (Potanin), inter oppida An-ssi-tscheu 
et Hami (Piasezki). 

Affine Z. Karelini Fisch, et Mey. {Z. Lehman- 
niano Bge), Z. pterocarpo Bge et Z. macroptero C. A. 
Mey. Prius, simillimum, differt radice annua, foliolis 
1-nerviis, squama filamento fere ex toto adnata, stylo 
pedicelloque in fructu immutato brevissimis, seminibus 
albidis; secundum foliolis capsulaque oblongis, tertium 
capsula basi tantum déhiscente, petalis calyce longio- 
ribus, caule scabropuberulo aliisque notis. Z. portula- 
coides Qhd^m.. denique foliis saepe 3-jugis, petalis nul- 
lis, capsula pentagona nee alata abhorret. 

Palmare v. paulo altius, fragillimum. Foliola plana, 
10: 5 usque 30: 20 mm. magna. Calyx 7 mm. lutes- 
cens. Petala spathulata, sepalis duplo saltem angu- 
stiora, ad medium staminaque aurantiaca. Capsula 
15 — 18 mm. longa et lata, chartacea. Semina in lo- 



— 175 — 

culo 4 — 5, pendula (in Z. Karelini vidi in capsula 
erecta ascendentia, in nutante pendula). 

Zygophyllum mucronatum. Perenne multicaule dichotome 
ramosissimum, caule foliisque parce aculeatoscabris; fo- 
liis petiolatis trijugis, foliolis planis crassis linearioblon- 
gis mucronatis; floribus axillaribus singulis, alaribus 
dum adsunt geminis, suberectis; pedicello longitudine 
calycis,petalis albis vulgo sepala, staminibus longioribus 
petala superantibus, squama filamenti laciniata; cap- 
sula nutante 5-angula cylindrica utrinque acuminata; 
seminibus in loculo 2 — 3 oblongis baud imbricatis. 

Mongolia australi: montibus Alaschan, in deserto 
aridissimo (Przewalski, 1873); China occidentali: 
prov. Kansu, valle fl. Hoangho, ad austrum urbis 
Lan-tscheu (Piasezki, 1875). 

Affine Z suhtrijugo C. A. Mey. et Z. Melongenae 
Bge. Prius differt glabritie, foliolis latioribus obtusis, 
capsula utrinque rotundata, secundum pube molli, fo- 
liis subbijugis, foliolis obovatis obtusissimis, flore nu- 
tante et fructu late elliptico utrinque rotundato. 

Specimen e Kansu ultra spithamam altum, plus 
quam pedem latum, parce aculeolato-scabrum , exem- 
pla alaschanica vix palmar ia densissima, multo sca- 
briora. Folia margine aculeolatoscabra, passim laevia, 
rhachi 6 — 10 mm. longa, 1 mm. lata, apice breviter 
subulato - appendiculata , foliola 5 — 8 mm. longa, 
1— 1,5 mm. lata, apice obtuso cum mucrone hyalino. 
Pedunculi floriferi 3 — 5 mm., fructiferi 5 — 8 mm. 
longi. Sepala 5 mm., petala 7 mm-, sed in alaschanicis 
in eodem individuo calyce duplo breviora occurrunt. 
Squamae lineares dimidiae adnatae. Capsula 15 — 18 



— 176 — 

mm. longa, 3 mm. lata, videtur indehiscens. Semina 
3 mm. longa, oblonga, compressa, laeviuscula, nigre- 
scentia. 

Biebersteinia heterostemon. Tota glandulosa et villosa, 
radice tenui fusiformi; stipulis liberis ovatis longe acu- 
minatis; foliis omnibus petiolatis ambitu elliptico-lan- 
ceolatis paucijugo-subbipinnatisectis, laciniis pinnatifi- 
dis, lacinulis paucis lanceolato-linearibus acutis ; brac- 
teis praeter infimas ovatis cuspidatis ; thyrso multifloro 
denso pedunculis erectopatulis 3 — 2-floris pedicellos 
triplo, his calycem duplo superantibus; sepalis ovatis 
acutis petala obovato- oblonga apice obsolete triloba 
fere aequantibus ; glandulis tori stipitatis reniformibus; 
filamentis glandulas spectantibus squama ovata trun- 
cata acuta v. 2-cuspidata longe ciliata appendiculatis, 
alternis subulatis glabris. 

China occidentalis : prov. Kansu, in ripa sinistra fl. 
Hoang-ho prope Lan-tscheu (Dr. Piasezki), jugis 
alpinis secus fl. Tetung, in pratis passim frequens 
(Przewalski). 

B. muUifida DC, cui soli subaffinis, differt: radice 
tuberosa multicipite, stipulis truncatolaceris, foliis fere 
omnibus sessilibus, ambitu linearibus v. linearilanceo- 
latis, densissime multijugis, lacinulis crebris linearibus; 
racemo subpaucifloro laxo, pedunculis patentibus ab- 
ortu 1-floris pedicellum 3 — lO-lo superantibus, hoc 
calycem subaequante, sepalis ovatooblongis filamentis- 
que omnibus sensim subulato-attenuatis, glandulis tori 
sessilibus. 



— 177 — 
Celastraceae 

Asiae orîentalîs. 

Euonymus L. ^) 

Clavis specierum dichotoma. 

Arillus semine brevior. 2. 

» semen totum vestiens. 3. 

2. Ramuli verrucosi, folia opposita membrana- 

cea, fructus exalatus E. verrucosa Scop. 

Ramuli laeves, folia coriacea saepe alterna, 

fructus dorso breve alatus E. nana M. B. 

3. Capsula 4-partita, rami saepe corticatoalati . ^. alata Thbg. 
Capsula lobata v. subglobosa. 4. 

4. Folia coriacea perennia. 5. 

» membranacea decidua. 9. 

5. Tetramerae. 6. 
Pentamerae. 8. 

6. Capsula lobata 7. 

» subglobosa vix 4-sulcata, frutex pro- 
stratus radicans E.hederacea Champ. 

7. Lobi capsulae dorso acuti. E. chinensis Lindl. 

» » » rotundati E. japonica Thbg. 

8. Folia anguste oblonga, flores virentes E, longifoUa Champ. 

» ovalielliptica, flores purpurascentes . . E. laxiflora Champ. 

9. Gemmae acuminatae graciles, pedunculi gra- 
ciles (normales) multiflori. 10. 

Gemmae acutae ovatae, pedunculi pauci- v. 
pluriflori. 13. 

10. Capsula alata. 11. 

» globosa, flores purpurascentes E. oxyphyHa Miq. 

11. Tetramerae. 12. 

Pentamera, alae descendentes, flores atro- 

purpurei E. sachalinensis m. 

12. Alae acuminatae ascendentes, flores ochro- 

leuci, folia ojblongoobovata E. macroptera Rupr. 

Alae basi apiceque aequilatae horizontales, 

folia lanceolata E. schensiana m. 

13. Tetramerae. 14. 

Pentamera E. nipponka m. 

14. Glauca, folia longe petiolata longeque subito 

cuspidata, flores viriduli E. Bungeana m. 



1) Apud Linnaeum masculini, apud Plinium vero feminei 
generis. 

Mélanges biologiques. XI. ^** 



— 178 — 

Virides brevipetiolatae. 15. 

15. Flores minuti in pedunculo tenui. 16. 

» majusculi in pedunculo firmo striato, 
petala albida E. europaea L. 

16. Folia elliptica, flores virides E. ussuriensis m. 

» lanceolata parva, flores atropurpurei . E. FrzewalsMi m. 

Sempervirentes. 
Tetramerae. 

1. E, japonica Thunb. Fl. Jap. 100. Bl. Bijdr. 
1147. Siebold, syn. pl. oecon. n. 269. Banks, Ic. 
Kaempf. t. 8. Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam, nat. I, n. 
156. Hook. Arn. Bot. Beech, 261, t. 54. (fl., opt.). 
Miq. Prol. 17. Regel in Ind. sem. h. Petrop. 1866, 
102. Franch. Savat. Enum. I, 79. Iso Kuroggi 
i. e. k. littoralis, aliis Bupo et Mayumé, Kaempf. Am. 
exot. 790. 

Per totam Japoniam frequens: Kiusiu, circa Naga- 
saki, in littore et alibi (Oldham!, ipse), Nomosaki, in 
montibus abruptis ad mare (ipse), regione littorali 
princip. Hizen (Buerger!); Nippon (Thunberg): 
Hakone, Octobri frf. (ipse); Yokoska, in sepibus (Sa- 
vatier !), circa Yokohama, vulgaris, Junio fl., Novembri 
frf. (ipse); Yezo: Hakodate, in hortis, Konoma, in 
fruticetis non rara, et alibi; Bonin-sima (Hooker et 
Arnott, Small! frf.). 

ütuntur pro sepibus vivis. Japonice masaki, fide 
Siebold. 

ß. radicans Miq. 1. c. 18, 373. E. jap, varr. t, x, 
\ [JL, Rgl. 1. c. 103. E, radicans Sieb, herb., Miq. 
I.e. 366 (herb. Ito Keiske n. 127! s. n.tsurumasaki). 
Franch. Savat. 1. c. I, 79. 

In montibus Nippon spontaneamobservavit Keiske, 
fide Siebold mss.; in hortis saepe colitur, foliis di- 



— 179 — 

verso modo variegatis, v. c. Yedo (ipse), ita et in 
Europam introducta; Ye^o: circa Hakodate, in sylvis 
rupibusque humo prorepens frequens, sterilis, in sylvis 
Onoma et Mohidzi arbores usque ad altitudinem 20 
ped. ascendens, fine Octobris fructif. (ipse). 

Sieb old, qui tantum sterilem observasse videtur 
vel saltem sine fructu, E. radicantem distinxit (in 
adnot. mss.) caule verrucoso radicante et foliis mino- 
ribus ellipticis. 

Species quoad aetatem et stationem valde varians. 

Var, ß. in sylvis et ad rupes terrae appressa et ste- 
rilis, fibris radicalibus crebris e caule erumpentibus, 
foliis parvis in eodem individuo late ovalibus apice 
rotundatis, brevissime petiolatis (12:7 ad 17: 12 mm. 
magnis), ovatis obtusis distincte petiolatis v. ellipticis 
obtusis (18: 12 ad 25: 16 mm. magnis). — Arbores 
ascendens paulatim magis macrophylla fit et petiolis 
normalibus (6 — 10 mm. longis) praedita, lamina 
variante a rotundato-ovali (40: 35 mm.) in ellipticum 
(40; 25mm.)ramisadhucradicantibus. Talem, arbores 
20 pedes usque ascendentem, trunco digitum majorem 
crasso, vidi fructiferam. Apice enim non amplius re- 
pet, folia pi. typicae format obovata v. elliptica (30 : 17 
ad 55 : 35 mm. magna) et fructificat. Pedunculi fructi- 
feri tamen saepius solito breviores. petiolum parum 
V. non superantes, et fructus vulgo pauciores (1 v. 2). 
Flores tantum in specc. cultis observavi, ubi omnibus 
punctis cum typicis congrui, foliorum vero indoles mi- 
nus mutabatur, quam in vetustis spontaneis. 

Hac varietate multo frequentior est status normalis, 
qui fruticem erectum, 4 — 8-pedalem v. arbusculam 
pedem usque crassam, fere a basi ramosam et dense 



— 180 — 

frondentem sistit. Hunc statu juvenili non vidi, nescio 
igitur, an semper juventute repat v. tantum locis um- 
brosis. Folia vero etiam valde variabilia, a rotundato- 
ovali per ellipticum in obovatum et hoc in eodem ramo 
ludentibus. Specc. florentia et fructifera mox foliis 
ellipticis breve obtuse acuminatis (40: 20 mm. magnis) 
V. acutiusculis, v. (in pi. e Hakone) lanceolatoellipticis 
acuminatis, solito minoribus (45: 15 mm.) vel in culta 
(variegata) et pi. e Bonin lanceolatooblongis obtusis 
(50: 15 mm.) v. in arbore vetusta forma variis, usque 
ad 90 : 55 mm. magnis. — Folia a medio versus apicem 
serrulata, serraturis mucronulo atro facile caduco cre- 
nulata, crenis mox fere obsoletis mox distinctissimis 
et magnis. 

Nostrae proxima videtur E. crenulata Wall., quae 
foliis vulgo subintegris, margine revolutis, fructu tur- 
binato floreque duplo majore petalis fuscis diversa 
(vidi specc. Schmid n. 106, Metz n. 1544 et Wight 
n. 444 distrib. Kew.). E. theaefolia Wall. (Griffith 
n. 1960, hb. Calcutt.!), quam Miquel E. japonicae 
nimis affinem putat, abhorret foliis utrinque lucidis 
impresso-rugosis, ovato- v. rite lanceolatis acuminatis, 
pedicellis divaricatis elongatis. E. pendula Wall.! 
(vidi etiam e Srinagur, Gurhwal: Falconer n. 362, 
et a Roy le lectam), quam primum pro E. japonica 
habebatWallich in Roxb. fl. Ind. ed. Carey, II, 405, 
bene distincta trunco arboreo ramis gracilibus pendulis, 
foliis lanceolatis acuminatis mucronatoserratis, ser- 
raturis crebris incumbentibus in mucronem pallidum 
sensim attenuatis, nee non flore duplo majore. 

2. E. cJiinensis Lin dl. in Trans, hortic. soc. VI, 74. 



— 181 — 

(1826) — nee Lour. Walp. Repert. 1,530. E. nitidus 
Benth. in Lond. journ. of bot. I, 483. (1842) et Fl. 
Hongk. 62. Seem. Bot. Herald, t. 83. Hooker fil. 
Fl. Brit. Ind. I, 610. 

China {lAndleyl flor.): Hongkong (Wright! fl. frf., 
Forbes! frf.). India: Bengalia (Griffith! n. 1970), 
ex Hookero fil. verosimiliter culta. — Londini sub 
dio culta perennavit, teste Lindleyo. 

Planta homonyma Loureirii (fl. Coch. 194) quum 
plane ad aliam familiam pertineat^), nomenLindleyi 
vetustius restituendum est. 

Bentham, 1. prius citato, plantam suam sub nom. 
E, chinensis in horto societatis Londinensis jam multos 
annos abhinc vidisse asserit, sed descriptionis Lind- 
leyi, qui Loureiroanum nomen ne nominat quidem, 
ignarus novum nomen dedit, quia planta in Lourei- 
rianam minime quadrabat. 

Ex Lindley, qui flor entern tantum novit, E. vaganti 
Wall, et E. japonicae Thunb. affinis, me judice 
proxima E, theaefoliae Wall., quae differt petalis ru- 
bellis, stylo distincto, fructu subgloboso vix angulato 
duplo saltem minore. 

Quum planta Lindleyi fere ignota sit, specimen 
ejus, olim cum Fischer o communicatum , describam. 
— Hamulus annotinus 5 cm. longus, lY2nim. crassus, 
acute angulatus, glaberrimus, versus apicem folia 4 
internodio 1 cm. longo sejuncta gerens, cum cicatrici- 
bus aliorum duorum ad basin. Folia petiolo 5 — 6mm. 
fulta, coriacea, utrinque lucidula et elevatoreticulato- 
venosa, profunde viridia, costis tenuibus utrinque cir- 

2) De E. chinensi Lour, confer ad calcem inter species e genere 
exclusas. 



— 182 — 

citer 6 ante marginem arcuato-conjunctis, lanceolato- 
obovata breve acuminata, margine subcartilagineo a 
medio minute incumbenticrenulata , 47 — 55:19 — 
18 mm. magna. Inter folia suprema surgit ramulus 
innovans 6 cm. longus, paulo tenuior, 4-angulus, basi 
perulis 2 coriaceis lanceolatis fultus, tum parvis inter- 
vallis perulas 4 similes, post internodium 1 cm. longum 
par perularum linearium 5 mm. longarum gerens, item 
post spatium 2 cm. cicatrices 2 perularum, tum post 
internodium 18 mm. longum par foliorum, inter 
quae nascitur par foliorum juvenile. Folia novella 
chartacea, elliptica, utrinque acuminata, lamina 
45 — 47 : 21 — 22mm. magna, crenis mucronulo 
atro deciduo terminatis. Stipulae setaceae minutae 
fugaces. Pedunculi ex omnibus perularum axillis 
praeter imas, oppositi, erectopatuli , tenues, 25 — 
28 mm. longi, apice bracteis 2 submembranaceis line- 
aribus 1 — 2 mm. longis instructi, 3- vel 2-chotomi, 
pedunculis lateralibus 9 — 12 mm., apice iterum 2- 
bracteatis et 2 — 3-chotomis, bracteis squarrosopaten- 
tibus. Pedicelli nudi filiformes 5 — 6 mm. Calyx 
diam. 3 mm., laciniis depressorotundatis. Petala 4 
transverse orbiculata basi subcordata in unguem bre- 
vissime attenuata, intégra, patentia, 2 mm. longa. 
Antherae 4 quadrat orotundatae luteae, filamento bre- 
vissimo latissimo. Stigmata sessilia. 

Pentamerae. 

3. E. hederacea Champ, in Kew journ. of bot. Ill, 
333. Benth. fl. Hongk. 63. 

Hongkong y unico loco abundans, ceterum rara (ex 
Bentham). 



— 183 — 

Ovula, contra characterem genericum, pendula des- 
cribuntur. 

4. E. longifolia Champ., Benth. 11. cc. 
Hongkong, rara, ex Bent h am. 

5. E. laxiflora Champ. 1. c, nee Bl. Benth. 1. c. 
Hongkong, rara, teste Bentham. Omnes très non vidi. 

Foliis décidais. 

Miror, cur Bentham et Hooker Gen.pl. 1,361 et 
Bâillon, hist. d. pl. VI, 30. jE'wowî/mis folia persistentia 
tribuerunt, dum exstat in temperatioribus sat magnus 
specierum numerus etE.fimbriataWdiU. inter indicas, 
foliis caducis instructus. 

Gemmae elongatae imbricatae. 

6. E. schensiana. Glabra, perulis margine lacero atro- 
purpureo, ramulis teretiusculis ; foliis petiolatis lanceo- 
latis vel linearilanceolatis utrinque acuminatis nervo 
excurrente mucronatis, a basi argute setaceoserrulatis 
laevibus utrinque opacis ; pedunculis folia duplo super- 
antibus multifloris, pedicellis divaricatis; capsula laevi 
cruciatim 4-alata, utrinque truncata, alis loculum 
superantibus, calycis laciniis depresse orbiculatis. 

China occidentalis, prov. Schensi, urbe Han-tschun- 
fu, init. Maji fr. nond. mat. (Dr. Piasezki). 

Proxima E. frigidae Wall.! (vidi typum et var. e 
Sikkim, frf. a Treutier collectam), quae tamen sem- 
pervirens, perulis integris ochroleucis elongatis (nee 
rotundatis), foliis basi obtusis apice caudatoacuminatis 
remotius cum mucronulo caduco crenulato-serrulatis, 
pedunculis folio aequalibus vel brevioribus, fructus 



— 184 — 

loculo alam superante. E, angustifolia Pursh (v. fruc- 
tif.), foliis caducis conveniens, ramis 4-angulis, foliis 
brevissime petiolatis discoloribus fructuque echinato, 
praeter alia signa abhorret. 

Spec. 1. coUectum sistit ramulum 11 cm. longum, 
versus basin ramulos duos oppositos 2 cm. longos et 
supra illos alium brevissimum ferentem, apice omnium 
innovantem, pennam corvinam crassum, cortice vetusto 
castaneo laevi, récente albido. Innovationes 5 — 25mm. 
longae, perulis basalibus et pedunculos fulcientibus jam 
caducis, gemmarum terminalium subsex imbricatis 
virentialbidis margine latiusculo atropurpureo passim 
fisso, infimis rotundatis, reliquis ovatis obtusis. Paria 
foliorum in ramulis 1 — 3 approximata. Petioli 3 — 6mm. 
longi. Laminae 30 : 12 ad 35 : 15 mm. magnae, char- 
taceae, subglaucovirides, costis utrinque 4 — 5 debilibus 
arcuatis indistinctis , versus marginem anastomosanti- 
bus, serraturis sensim in mucronem atrum attenuatis. 
Pedunculus superstes unicus 70 mm., radius lateralis 
(reliquis abortivis) angulo obtuso divergens 40 mm., tum 
item singulus lateralis (alterodeciduo) ad latus dejectus 
8 mm., et cum illo subcontinuus pedicellus 18 mm. 
longus, capsulam 1 ferens. Capsula rubens, nondum 
matura diam. 20 mm., altitudine 5 mm., alls 8 mm. 
longis, 6 mm. latis, planis, apice rotundatis. 

7. E. macroptera Rupr. in Bull. phys. math. XV. 
pi. Maack. n. 24. Ramis ramulisque elongatis; foliis 
oblongoobo vatis acuminatis ; pedunculis elongatis pluri- 
floris; floribus 4-meris lacteis, sepalis petalisque 
rotundatis integris; capsulis depressis basi con- 
vexis , 4 - alatis alls acuminatis elongatotriangulis 



— 185 — 

ascendentibus loculo longioribus. Maxim. Fl. Amur. 
75. F. Schmidt, fl. Sachal. n. 97. E, latifoUa Rgl. 
in Act. h. Petrop. lY, 321. — non Scop. 

In MandsJmria orientali montosasylvatica: ad Amur 
inferiorem a Dshai ad Maji in sylvis; circa portum 
Deans-Dundas prope Wladiwostok, in fruticetis frigidis, 
(ipse), Japonia: M/^j^on media, in sylvis aIpinis(Tsc bo- 
no ski! fl.), Ye^o, prope Nodafu, in sylvis montanis 
(idem! in collect. Albrecht.); Sachalin, a Dui et 
Arkai meridiem versus, in faucibus et ad margines 
sylvarum acerosarum (Schmidt!, Glehn!). 

Incolae Sachalini ramis strictis gracilibus pro ar- 
cubus utuntur, testante Schmidt. 

Fructus forma ut in E. fimhriata Wall., sed folia di- 
versissima. Quo tructu ab omni E. Jatifolia et E. sacha- 
linensi distincta. In E. macroptera enim capsula cir- 
cumscriptione apice plana, basi vero convexa, ab alarum 
marginem superiorem horizontalem, inferiorem autem 
ascendentem, flores 4- (3-) meri ocbroleuci et folia 
elongata et apice latiora, quibuscharacteribusabutra- 
que affini dignoscitur. 

8. E. sachalinensis. Glaber ramis ramulisque brevi- 
bus subtortuosis crassiusculis v. gracilibus elongatis; 
foliis a late subrhombeo vel ovatoelliptico subito acu- 
minato in oblongoellipticum sensim acuminatum lu- 
dentibus, crebre crenulatoserrulatis, serraturis juven- 
tute mucronulatis ; pedunculis semel v. bis trichotomis 
3 - plurifloris folium fulciens superantibus , floriferis 
erectis, fructiferis abortu 1 — 3-carpis nutantibus; 
floribus 5-meris, sepalis integris, petalis atropurpureis 
rotundatis breve unguiculatis; capsula circumscriptione 

Mélanges biologiques. XI. 24 



^ 



— 186 — 

apice convexa basi plana, alis loculo brevioribus sub- 
deltoideis raargiiie inferiore horizontalibus, superiore 
descendentibus. E. latifolia var. sachalinensis F. 
Schmidt, fl. Sachal. n. 98. E. latifolia Franch. 
Savat.? Enum. I, 79. quoad pi. Savatieri. 

In MandsJturia aiistroorientali: littore inter 44 et 
45° lat. (Wilford! flor.), ad fl. Suifun (F. Schmidt! 
frf.), ad viam versus Ninguta ducentem, 50 stadia a 
fl. Suifun (Goldenstädt! frf.), circa portum Bruce, 
in faucibus sylvosis (F. Schmidt! frf.), circa sinum 
Possjet, ad latera lapidosa collium, in fruticetis (ipse, 
fr. juv.); in Sachalino, cum praecedente specie et eodem 
tempore fl. et fructif. (F. Schmidt!); Japonia: in vul- 
cano Fudzi-3^ama (Tschonoski! fl. c. fr. juv., forma 
peduncnlis tritioris); China maxime occidentali, prov. 
Kansu, regione alpina secus fl. Tetung (Przewalski! 
1880). 

E. latifolia Scop, differt modo Crescendi E. macro- 
pterae, foliis oblongoellipticis sensim acuminatis, pe- 
duncnlis bis 3- V. 5-chotomis, petalis roseis non un- 
guiculatis, capsula apice basique plana vel concava, 
alis rotundatis loculo brevioribus vel rarius subaequi- 
longis, a basi ad apicem extensis, neque versus apicem 
evanidis. 

Frutex ad 1 0-pedalis, 2 poll, crassus, cortice fusco 
lenticellis crebris albidis. Flores quam in E. latifolia 
sesquimajores, capsulae subaequimagnae. 

Plantam Savatieri circa Yokoskam collectam non 
vidi et cum dubio hue duxi. 

Var.? foliis ovatis subito vel ellipticis sensim acu- 
rainalis dense setaceoserrulatis serraturis patulis, pe- 
duncnlis folio usque duplo brevioribus 3-floris. An 



— 187 — 

E. melanantha Franch. Savat. Enum. II, 312.? (e 
m. Hassan a Rein collecta). 

^Nippon media, in alpe Niko (Tschonoski! flor.). 

E. melanantham Fr. Sa v. nondum vidi. Dicitur 
habere folia subtus nigropunctata, quamobrem cum 
nostra conjungi nequit, quamvis reliquis signis con- 
gruere videtur. Ob fructum ignotum pro specie nova 
proponere nolui. 

9. E, oxyphylla Miq. Prol. 18. Fruticosa v arborea 
glabra, ramis elongatis gracilibus; foliis breve petio- 
latis ovato- vel rite ellipticis vel ellipticolancoolatis 
subito cuspidatis, argute inaequaliter serrulatis; pe- 
dunculis elongatis gracilibus plurifloris; floribus 5- 
meris, sepalis petalisque rotuudatis integris his pur- 
purascentibus albidisve; capsula globosa subdepressa 
exangulata. E. lati folia A. Gray, Bot. Jap. 384. E. 
laxiflora Bl.l in schedis, nee Champ. 

Per totam Japoniam: Kiusiu, in sylva inter prov. 
Satsuma et Hiuga (Rein! fl.), sylvis vetustis prov. 
Simabara (ipse), Kiri-shima-yama (Rein! flor.), valli- 
bus m. Homan-take (Buerger! fl. frf.); Nippon, in m. 
Oyama (Bisset!), baud procul ab Aso (J. Keiske), 
Yokoska (Savatier!), Yokohama in fruticetis lucisque 
non rara (ipse), in alpe Niko (Tschonoski! fl., Sa- 
vatier! fr. immat.), prov. Nambu (Tschonoski! frf.), 
in umbrosis ad fretum Sangar (Small! fl.); Yezo^ 
circa Hakodate, in fruticetis (ipse) ; in Korea: ad por- 
tum Tschusan (Wilford! fr. juv., s. nom. E. latifoliae). 

Gemmae breves ovoideae. 
Pentamera. 

1 0. E. nippomca. Glabra ramis ramulisque gracilibus 



— 188 — 

tenuibus teretibus; foliis subtus pallidioribus elliptico- 
V. rite lanceolatis aciitissime cuspiclatis crenulatoserru- 
latis; pedunculis folio longioribiis filiformibus 3 — 5- 
floris, pedicellis divaricatis florem superantibus; flori- 
bus albidis 5-raeris; calycis dentibus brevissimis 
latissimis, petalis orbiculatis brevissime late unguicu- 
latis, antheris stigmateqiie subsessilibus. E. sp.prohah. 
nova, Miq. Prol. 363. 

Japonia (botan. japonicus in hb. Lugd. Bat.!): in 
collibus sylvosis tractus Niko (Tschonoski! flor., 
1864). 

Habitus E. alaiae Thunb., sed flos 5-merus et pe- 
dunculus pedicellique flaccidi elongati, nee rami su- 
bcrosoalati. E. americanae L. omnino accedit florum 
magnitudine et partium forma, satisque similis foliorum 
forma et dimensione, sed fructus nostrae ignotus affi- 
nitas itaque dubia. Pedunculi E. americanae tamen 
folio breviores 1 — 3-flori, pedicellis brevibus. 

Ferulae gemmarum paucae acutae, exteriores se- 
quentibus vix breviores, quo charactere ab E. alata 
magis distat et E. americanae appropinquat. 

Tetrauierae, capsula (ubi nota) 4 loba. 

11 E Bungeana Maxim. Fl. Amur. 470. Hance 
in Journ. Linn. soc. XIII, 77. Debeaux, flor. de 
Shanghai n. 28. in Act. soc. Linn. Burdig. XXX, 23. 
Baker and Moore in Journ. Linn. soc. XVII, 380. 



3) E. micranthus Don Prodr. fl. Nepal. 191., ex spec. auth. 
olim cum Fisch er o conimunicato, ad E. vagantem Wall, pertinere 
videtur, neque ad jB. fimhriatam Wall., ad quam cum dubio duxit 
Lawson in Ilook. f. Fl. Brit. Ind. I, 611. 



— 189 — 

E. micranthus Bge, Enuin. Chin. n. 79. nee Don^). 
Turcz. Enuni. Chin. n. 42. 

In Mandshuria maxime australi: prov. Schin-king, 
ad Chien-shan (Ross, fide Baker et Moore); Mon- 
golia: Thian-schan orientali, circa Hami (Dr. Piasez- 
ki!, an culta?); China horeali, in argillosis (Kirilow! 
fl. frf., mis. Turczan.) ditionis Pekinensis (Skatsch- 
kow! fl. frf.) Pekino culta, in montibus sponte fre- 
quens, Majoflor., Septembrifrf.(Dr.Bretschneider!), 
V. gr. in sylvaticis prope Lun-ztian-ssy (Bunge! fi.), in 
cemeterio catholico, Julio flor. (Tatarinow!), Takio- 
sze (M Ollendorff! frf.), China media: in moenibus 
urbis Shanghai (Deb eaux). 

Inter omnes nostrates insignis petiolis elongatis, 
foliorum forma et glaucedine. Lamina enim fere orbi- 
culata, subito in cuspidem dimidiam laminam metien- 
tem petiolum aequantem attenuata, chartacea, folia 
Pyri communis vel Rhamni arguiae paulo in mentem 
vocans, argute serrulata serraturis mucrone arcuatim 
incurvo incumbentibus, adulta 65 : 50 mm. magna, 
petiolo 20 mm. longo. Flores albovirescentes, diam. 
7 mm. Filamenta stylusque distincta, petalis tarnen 
fere duplo breviora, antherae atropurpureae. Capsula 
matura flavovirens, basi rotundata, apice concavo-trun- 
cata, laevis, profunde 4-sulcata, loculis dorso acutius- 
cule ventreque carinatis, valvis dehissis obcordatis, 
12mm. lata, 9 mm. alta. Semina arillo miniato tota 
inclusa. 

Adnot. Plantam, sub nom. E. Forhesi H an ce in 
Journ. of bot. 1880, 259. e ditione Shanghaiensi 
(collibus Feng-wang-shan) ^YomulgSitsim, quam nondum 
vidi, ex descriptione a specc. ûor entihiis E, Bungeanae 



^ 190 — 

distinguere nequeo, neque mensurae partium commu- 
nicatae diversae. Dantur enim et inter nostra specc. 
pedunculi solito multo breviores (6 lin. longi) et folia 
pi. florentis pariter membranacea sunt. 

12. E. usuriensis. Glabra, rainis ramulisque brevi- 
bus crassiusculis teretibus, foliis late ellipticis subito 
acuminatis minute serrulatis serraturis incumbentibus 
nigroapiculatis: pedunculis folio brevioribus tenuibus 
apice 3-~5-radiatis radiis nonnullis 3 floris, pedicellis 
patentibus florem minutum 4-merum superantibus, se- 
palis depressorotundis , petalis orbiculatis viridibus, 
antheris stigmateque subsessilibus. 

Mandshuria: ad latera graminosa sylvosa vallium 
secus Usuri superiorem frequcns, fine Majiflor. (ipse). 

Affinitas ob fructum ignotum obscura. Habitus fere 
E. europaeae var. Hamiltonianae , sed inflorescentia 
diversissima, flores minuti et antherae non atropur- 
pureae. lisdem signis differ! È, alata. Cum JË, verru- 
cosa ob hujus ramulos verrucoses, flores majores et in- 
florescentiam paucifloram non comparanda. 

Frutex vel arbuscula sesquipollicem crassa cortice 
laevi atrocinereo, coma parva Ferulae glabrae. Folia 
maxima, praeter petiolum 4 — 5 mm., 65 : 3 5 mm. magna, 
vulgo paulo V. duplo minora, membranacea, profunde 
viridia, costis arcuatis tenuibus utrinque 4 vel 5. Sti- 
pulae breves fimbriato - partitae caducissimae. Flos 
diametro vix 4 mm. Antherae ochraceae. 

13. E. europaea L. Cod. 1597. 

Typica: foliis minoribus, pedicellis vix vel rarius 
divaricatis , floribus paucioribus , antheris ochraceis, 
fructu vul^o roseo. — In ditione nostra desideratur. 



— 191 — 

ß. HamiUoniana: Vulgo grandifolia , radiis cymae 
magis multiflorae divaricatis, antheris atropurpureis, 
fructii ochroleuco v. (in pl. mandshurica) roseo. E. Ha- 
miUonianus Wall, in Eoxb. Fl. Ind. II, 403 (1824). 
Hook. f. Fl. Brit. Ind. I. 612. Brandis, For. fl. 78, 
t. 16. Miq. Prol. 363. Franch. Savat. Enum. 1,78. 
E. atropurpureus Eoxb. Fl. Ind. I, 627. — nee Jacq. 
E. europaeus Thunb.! Flor. Jap. 101. Maxim, in 
Bull. phys. math. XV, 127. Modoras, Euonymus vul- 
garis, Kaempf. Am. exot. 790 ex Linn. h. Cliffort. 
E. Sieholdianus Bl. Bijdr. 1147 (1826). Sieb. Zucc. 
Fl. Jap. fam.nat. n. 157. Miq. Prol. 18. F. Schmidt, 
Fl. Sachal. n. 99. Franch. Savat. I.e. 1,79. 11,312. 
E. majumi Sieb. Syn. pl. oecon. n. 267 (1830). E. 
Maackii Rupr. in Bull. phys. math. XV, 358 (1857). 
Maxim. Fl. Amur. 75. E. europaeus ß Maacki Rgl. 
fl. Ussur. n. 121. E. Vidali Franch. Savat 1. c. II, 
312. 

Hab. in India secus Himalayam, a Kaschmir! ad 
Nipaliam !, Mongolia boreali-orientali, tota Mandshuria, 
ins. Sachalin, et per totam Japoniam. Loca specialia 
invenies ad calcem enumerata. 

Post examen exactum supellectilis optimae et copio- 
sissimae omnium formarum, quam pl. europaeae, tarn pl. 
asiaticae, nulla alia inter utramque discrimina invenire 
potui quam ilia, quae supra exposui. quaeque me judice 
ad speciem propriam distinguendam eo minus suffi- 
ciunt, quum formas numerosas ambiguas ante oculos 
habeam, ita ut character unicus certus tantum super- 
sit ex antheris atropurpureis pl. asiaticae et ochraceis 
pl. europaeae. — Vulgo autem pi. asiaticae indi vidua 
luxuriantia opponuntur formae typicae E. europaeae. 



— 192 — 

sub silentio vero praetereuDt hie individua magis nu- 
merosa asiatica, typo pi. europaeae appropinquantia, 
illic lusiis varios pi. europaeae, ad asiaticam acceden- 
tes. Ita E.Hamiltoniana dignoscitur foliis amplis latis, 
cymis plurifloris divaricatis et fructu ochroleuco. Sed 
E. eîiropaeus ß macrophyllus Schleicher! pi. exs. 
et illi synonymus E. muItiflorKS Opitz (Tausch! hb. 
Bohem.) pariter cymas plurifloras habent, quae in 
pi. Schleiche ri etiam divaricatae sunt, folia oarum 
late elliptica bene in pi. himalaicam y . japonicam qua- 
drant, licet fere duplo minora sint. — Typus E. europaeae 
aSchleichero distributuspedunculostrifloros quidera, 
sed pedicellos divaricatos offert et folia late lanceolata 
habet, qualia (at majora) apud Brandis in E. Ha- 
miltoniana delineantur. — In E. europaeo ß. angusti- 
/b/io Wallr.! folia invenimus oblongolanceolata, qualia 
plantae Mandshuriae occidentalis propria sunt. — 
Fructus ochroleucus, qui E, Hamiltonianae proprius 
dicitur, larius observatur et in E. europaea, testanti- 
bus Hertens et Koch (Röhl. Deutschi. Fl 111,247) 
et equidem tales vidi in specc. duobus ex Italia. Forma 
vero capsulae in utraque varietate ludit plus v. minus 
basi turbinata, niagnitudo in utraque inter 7 et 1 3 mm. 
variât. Testa utriusque lucida laevis cinnamomea. — 
Blume ramos obscure 4-gonos describit, Brandis 
aliique teretes, rêvera sunt teretes, lin eis a pul vino 
cujusdam petioli ortis percursi. 

Utraque varietas ocurrit glabra v, foliis subtus ad 
reticulum pubescentibus. In utraque perspicitur in in- 
dividuis varus differentia in longitudine genitalium, 
sed in var. Hamiltoniana dichogamia multo magis ex- 
pressa. Datur enim forma hrachystemon stamini bus quam 



— 193 — 

petala duplo saltern brevioribus. stylo stamina duplo 
superante, forma macrostemon: staminibus petala fere 
aequantibus, stylum duplo superantibus, et forma ge- 
nitalibus utriusque sexus subaequilongis. E. Vidali Fr. 
S av., a me non visa, ad formam macrostemonem per- 
tinere videtur. 

Autumno (Octobri) vel hieme (Februario) var. Ha- 
miltoniana interdum iterum floret, sed fructus vel non 
format, vel 1-sperraos, oblique globosos cito caducos, 
quod fortasse pendet ab insectis tunc jam evanidis, 
fecundationem inter formas diversas non efficientibus 
vel etiam ob formam macrostemonem illo tempore dé- 
fi cientem. Observavi circa Nagasaki et vidi cultam, in 
Americam borealem a D-re Hall introductam, a cl. 
Sargent mecum communicatam. 

Ex omnibus formis sub var. Hamiltoniana ennme- 
ratis E, Maackii Rupr. proxima est E, europaeae ob 
folia, pedunculos paucifloros et capsulas roseas. Ludit 
glabra v. subtus ad folia scaberula v. puberula. Fru- 
tex tortuosus 4-pedalis v. gracilior orgyalis. 

E. Maackii occurrit: ad fl. Onon Borsa Mongoliae 
rossicae (Pallas! fol. lanceolatis v. ellipticis); in Man- 
dsJiuria secus Amur fluvium, ab Ulussu-modon (foliis 
ut in Pallas., sed longius acuminatis) usque ad mon- 
tem Oghobi prope ostium (Glehn!), secus totum Usuri 
et Suifun fl., ad lacum Hanka (F. Schmidt!), circa 
sinum Possjet (ipse). 

E. Sieholdiana Bl. saepius E. Maackii simillima, 
rarius E. Hamiltonianae respondens, foliorum latitu- 
dine, acumine, magnitudine, nee non inflorescentia valde 
ludens, late diffusa per totam Japoniam, ubi a Kiusiu 
ad Yeso in planitie et montibus altis (v. g\\ Fudzi- 

Me'laiiges biologiques XI. "^ 



— 194 — 

yama in regione fruticum) frequens occurrit et fruti- 
cem saepe altum v. imo arborem % pedis crassam, 25 
pedes altam sistit. In Sachalino australi (F. Schmidt! 
% A — 5-pedalis, capsula aurantiaca) 

14. E. Przewalskii. Frutex tenue ramosissimus pro- 
funde viridis densifolius microphyllus, truncis ramis- 
que vetustis late corticatoalatis alis 4—5, junioribus 
viridibus acute 4 — 5-angulis; foliis lanceolatis v. ob- 
longo-lanceolatis acuminatis argute serrulatis obsolete 
venosis; pedunculis filiformibus folio longioribus, pe- 
dicellis 3 — 5 florem fructumque superantibus ; flori- 
bus minutis 4-meris atropurpureis, sepalis semiorbi- 
culatis, petalis subquadratis, genitalibus subsessilibus ; 
capsulis parvis latioribus quam altis vertice planis 
basi subcuneatis 4-lobis5 lobis infra medium dorsum 
breve angusteque alatis; arillo luteo semen dimidium 
involvente. 

In China occidentali : prov. Kansu alpina, alt. 8 — 
10 mill. ped. supra mare (Przewalski fl. etfr. nond. 
mat.). 

Ab affini E. europaea valde differt ramis tenui- 
bus, foliis duplo minoribus basi nee medio latissimis 
rotundatis neque cuneatis, apice sensius longiusque 
attenuatis, floribus duplo minoribus fus eis, petalis la- 
tioribus quam longis, stigmate antherisque subsessi- 
libus. 

Frutex usque 5-pedalis. Folia sub anthesi 10:3 mm., 
in fructu 35 : 15 mm. magna. Flos diam. 4 mm., cap- 
sula 10 mm. lata, 5 mm. alta. 

15. E. verrucosa Scop. Fl. Carniol. 1, 165. Ledeb. 
Fl. Ross. L 498. 



— 195 — 

ß. pauciflora Rgl. Fl. Usur. n. 120. Parcius ver- 
rucosa, foliis superne parce, subtus densius pubescen- 
tibus, flore central! brevissime pedicellato. E. verruco- 
SMS.^ Maxim, in Bull. phys. math. 1. c. 516. Rupr. 
ibid. 532. E. pauciflorus Maxim. Fl. Amur. 74. F. 
Schmidt, Fl. Amg. Bur. n. 90. 

Mandshuria : ad Burejam inferiorem (F. S chmi d t !), 
Amur australem et inferiorem (ipse, G lehn!), üsuri 
inferiorem (Maack!), Suifun fl. (F. Schmidt!), circa 
Wladiwostok (ipse). 

Frutex 2— 10-pedalis, characteribus adductis con- 
stanter quidem a typo distinctus et longo terrarum in- 
ter vallo ab illo remotus (loca proxima E, verrucosae: 
Ural, Transcaucasia et Armenia), sed nimis similis 
quin pro specie propria habeatur. 

Adnot. E. verrucosus var. tcliefouensis Debeaux 
flor. du Tché-fou n. 26, 1. c. p. 38, etsi ramis verru- 
cosis et fructu simili, ex descriptione, instructa, ob 
folia elliptico- v. subovatooblonga obtusa crassiuscula 
coriacea vix non species propria censenda erit, sed 
plantam ipsam nondum vidi. 

16. E. nana M. B. Fl. Taur. Cauc. III, 160. Le- 
deb. Fl. Ross. I, 499. 

In China occidentali: prov. Kansu alpina, alt. 7500 
ped. s. m. (Przewalski! 1880)^ Mongolia australi: 
jugo Alaschan, rarissima, bipedalis (idem, 1873); 
Turkestan orieutali: valle Tschirtschik, mont. Talas- 
tau (A. Regel!), nee non Caiicaso! et Bessarabia!. 

Species anomala ob folia innovationum et interdum 
ramulorum florentium alterna vel pseudo-verticillata. 
Perulae ciliatae. Stipulae minutae subulatae cadu- 



:i 



— 196 — 

cissimae. Folia coriacea. Flores atropurpurei. Cap- 
sula 10 mm. alta et lata, basi turbinata, apice trun- 
catoconcava, sub 4 — 3-loba, lobis dorso breve cari- 
natoalatis, valvis post dehiscentiam obcordatis, coria- 
ceis, roseis. Arillus trientem v. dimidiumseminisfusci, 
ovoidei, 3 mm. longi vestiens, ex sicco miniatus. Al- 
bumen ochroleucum. Embryo parum brevior flavescens, 
cotyledones late ovales planae non multo radiculam 
superantes. 

Capsula 4-partita. 

17. E. alata Thunb. Fl. Jap. 98 (sub Celastro). 
Siebold, Syn, pi. oecon. n. 268. Sieb. Zuec. Fl. 
Jap. fam. nat. n. 158. Miq. Prol. 18, 363. Fr. Sav. 
Enum. I, 78. E. Thunhergianus Bl. Bijdr. 1147. 
Baker et Moore in Journ. Linn. soc. XVII, 380. 
E. suUriflonis Bl. 1. c. Sieb. Zucc. 1. c. n. 159. 
Melanocarya alata Turcz. in Bull. Mose. 1858.1,453. 
Celastrus striata Thunb. Fl. Jap. 98 et Icon. ined. ! 
(exalata fructifera). 

Typica: glabra, ramis pi. m. suberoso 4-alatis, pe- 
dunculis 1 — 3-floris. Thunb. Ic. pi. Jap. dec. IV, 3. 
(frf. s. n. G. alati). 

In Japonia: Nagasaki (^Buerger!), Miako (idem!), 
Yokoska (Savatier!), Senano (Tschonoski!), Yoko- 
hama et Hakodate (ipse), Tsusima (Wilford!); Man- 
dsJiuria SiUstraiW: prov, Schin-king, ad Fung-whang- 
shan (Ross, fide Baker et Moore); China media: 
prope Shanghai coUibus Feng-wang-shan (Forbes!). 

ß. suhtriflora Franch. Sav. 1. e. II, 511. Bl. sp. 
pr. Glabra, ramis exalatis, pedunculis ut in praece- 
dente 1 — 3-fîoris, v. longioribus sub-5-floris. 



— 197 — 

In Japonia: Nagasaki (Oldhara! num. 156 et sine 
J\^2, s. n. E. Sieholdiani, ipse), alpibus Kundshosan 
Kiusiu centralis, arbuscula 4V2 poll, crassa (ipse), jugo 
Hakone (Tanaka et Ycutchima!), Yokohama et 
Hakodate (ipse). — Imsus subquinqueflorus : Japonia 
(Blume!): Kumamoto ins. Kiusiu (ipse). 

Hortensis occurrit foliis albovariegatis (herb. Sie- 
boid!). 

y. pubescens: ramis alatis v. exalatis, foliis subtus 
pi. m. pubescentibus, pedunculis var. typicae. E. alatus 
Maxim. Fl. Amur. 73. Regel Fl. Usur. n. 119, t. 
YII, fig. 1 — 4. E. Thunbergianus Ha nee in Journ. of 
bot. 1875. XIII, 131. 

In Japonia rar a: Senano (Tschonoski, alata), alpe 
Niko (Bisset! exalata); Mandshuria: ad Amur austra- 
lem et partem inferioris, hinc per regionem montanam 
sylvaticam secus Sungari et Usuri ejusque affluentes 
(ipse) usque ad Suifun fl. (Goldenstädt!), Wladiwo- 
stok et Possiet (ipse), vulgo alata, rarius exalata; 
prov. Schin king (Ross, ex Baker et Moore); China 
boreali et media: ditione Pekinensi, saepius exalata 
(Tatarinow!), Jehol (David ex Hance), m. Po-hua- 
shan (Bretschneider!), Shanghai et Ningpo (Swin- 
hoe, fide Hance). 

Japonice, teste Siebold: nisi kigi, ko vel oni ma- 
jumi; Goldis ad Sungari fl.: indachocheié. 

Habitus E, vernicosae, sed petala viridia et capsula 
partita. Perulae gemmarum atromarginatae, rarius con- 
colores. Stipulae fimbriatae fugaces. Capsulae loculi 
raro omnes evoluti, valvae tenue coriaceae, post dehis- 
centiam complicatae atropurpureae. Semen fuscum, 
arillo miniato totum involutum. 



— 198 — 

Frarichet et Savatierl. c. II, 312. habent var, 
ciliatodentatam , a me non visam: «foliis lanceolatis 
margine ciliatoserratis», sed vidi folia a late elliptico 
cum cuspide obtuso brevi v. longiusculo acutissimo ad 
lanceolatum et serraturas majores v. minores obtusio- 
res V. acutiores ludentes. 

Species exclusse. 

E To6imThunb. Fl. Jap. 99. est Piitosporum To- 
hira Ait. 

E. chinensis Lour. Fl Goch. ed. W. 194. e familia 
excludenda: herbacea, cirrhis scandens, foliis trilobis 
asperis, bacca supera polysperma. 

Celastrus L.*). 

Folia coriacea persistentia, capsulae 1-spermae. 2. 

» membranacea v. chartacea decidua, capsulae (ubi riotae) 3 — 5- 
sperraae. 3. 

2. Pedunculi brevissimi, capsula subglobosa sessilis. C. Hindsii Bth. 
Peduncul petiolo longiores, capsulae stipitatae 

ovales C. ChampioniBth. 

3. Panicula terminalis C. angvlata m. 

Flores a Hares. 4. ^ ' 

4. Stipulae caducae membranaceae. 5. , 

» persistentes spinosae C.flagellaris Rupr. 

5. Folia medio latiora G. articulata Thunb. 

» apice latiora C crisjpula Rgl. 

Sempervirentes. 

1. (7. Championi Benth. in Kew journ.bot. Ill, 334. 
Flora Hongk. 64. Catha B ent ho mi G ärdn. et Champ, 
in Kew journ. bot. I, 310. 

China australis: in faucibus prope Hongkong, vul- 
garis (Wright!); Himalaya: Sikkim (Tr^utler!), 
Khasia (ex Benth am). 

4) Masculini generis apud Linnaeum, sed y) xv^XaaTpoç apud 
Theoph ras turn, quem sequor. 



— 199 — 
In Hookeri fil. Fl. Ind., nescio cur, omissa. 

2. G. Hindsii Benth. in Kew journ. bot. III, 334. 
Cailia monosperma Benth. in Lond.journ.bot.I, 483. 
Celastrus monosperma Benth. Fl. Hongk. 63, nee 
Roxb. 

China australis (Hooker!): Macao (Hance!), Hong- 
kong (Hinds!, Wright!). 

Planta chinensis ab indica (C. monosperma Roxb. 
fl. Ind. I, 625. Hook. f. fl. Brit. Ind. I, 618), quam 
vidi e Sikkim a Thomson et Clarke, ex Bengalia 
Orientali a Griffith, ex Assam a Jenkins lectam, 
praeter characteresolim a Benthamio indicatos: flores 
in pedunculis axillaribus capitato-congestos in posteriore 
et fructus formam, optime distincta reticulo toto folio- 
rum utrinque prominente , neque tantum trabeculis 
principalibus inter costas prominulis. Capsula C. Hindsii 
sessilis subglobosa, ilia G. monospermae distinctissime 
stipitata, stylus prions brevissimus, posterioris longius- 
culus, prior in sicco virens, posterior nigrescit. 

In utraque specie, praeter pedunculos axillares bre- 
vissimos paucifloros, occurrunt tales longissimi pani- 
culatim multiflori, rami aphylli censendi. 

G. Kiusiana Fianch. Sa vat En. IT, 314., florens 
descripta, e Kiusiu prov. Hiuga a Rein allata, mihi 
ignota, satis ex descriptione convenire videtur, praeter 
folia ovata v. oblongoovata, quae in G Hindsii oblonga 
v. oblongoobovata esse soient. 

Foliis deciduis. 

3. C. angulata. Glabra, ramis acutissime angulatis 
castaneis, foliis chartaceis modice petiolatis, late orbi- 
culato- vel obovato-ellipticis subito obtuse brevissime 



— 200 — 

acuminatis argute crenatis; panicula conica terminal! 
multiflora, rhachi pedicellisque crassis angulatis, pedi- 
cellis capsula subglobosa trivalvi stylo brevissimo co- 
ronata duplo saltern brevioribus; seminibus sub-5 totis 
ariilo inclusis. 

China occideutalis: prov. Kansu, valle fl. Hoangho 
austrum versus ab urbe Lan-tscheu, fructif., verisimili- 
terque eandem sterilem in ditione ripae sinistrae ejus- 
dem fluvii frutescentem foliis late obovatis v. arboream, 
detexit Dr. Piasezki. 

Specc. sterilia omnibus punctis cum fertili congrua, 
praeter folia obovata et petiolos breves (5 — 6 mm., 
nee 20 mm.). Si rêvera conspecifica, tum stipulae (in 
ramo frf. caduca) firme membranaceae, late subnlatae, 
— Folia quoad formam et consistentiam cum majori- 
bus C. articulatae convenientia, sed affinitas videtur cum 
G, paniculata W., quacum forma foliorum, panicula 
terminali et capsula vulgo trivalvi congruit, et a qua 
tantum differt ramulis nee teretibus nee albopunctatis 
et rhachi paniculae pedicellisque crassissimis neque 
gracilibus. Rami steriles flagelliformes habitum C. arti- 
culatae similem indicant. 

4. C. articulata Thunb. fl. jap. 97. et icon. ined. 
(sub C. orliiculata, quod nomen apud Thunb. in fl. 
Jap. pag. XLII). Bge. Enum. Chin. n. 80. Turcz. 
Enum. Chin. n. 43. Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam. nat. n. 
153. Miq. Prol. 17, 363. A. Gray, bot. Jap. 384. 
Franch. Savat. Enum. I, 80. F. Schmidt, <fl. Sachal. 
n. 100. C. Tatarinowii Rupr. in Bull. phys. math. 
XV, 357. in adnot. et C. n, sp. Maxim. Ind. Pékin. 
470. 



— 201 — 

Sachalm: peninsula austrooccidentalis (F. S c h m i d t ! ); 
tota Jt/j^o^ia frequens : circa Hakodate (Small!, ipse), 
princip. Nambii et Senano (Tschonoskü), Yokohama, 
Nagasaki et Kiusiu interiore (ipse); Korea: portii 
Chusan (Wilford!); Mandshuria australi prope fines 
Koreae, circa sinum Possjet (ipse, F. Schmidt!); 
China boreali et media: Pekin (coll. ross.!), versus 
Ssi-schan et Ssi-yui-ssy (Bunge!), Yin-shan, Pan-shan, 
Nankau, Mount Conolly, Takiosze (Dr. Bret sehn ei- 
der!), Lun-züan-ssy (Tatarinow!), Kiu-kiang (Shea- 
rer!). 

ß. humilis, procumbens, foliis minoribus ellipticis. 
G. punctata Thbg. 1. c. 97. S. Z. 1. c. n. 154. Miq. 
I. c. 17, 363. Regel in Ind. sem. h. Petrop. 1861, 
51. Fr. Sav. I. c. C. striata? Miq. 1. c. 142. Fr. 
Sav. 1. c. et II, 314- — nee Thunb. 

Japonia (Blume!): Yokoska (Sav a tier!), Naga- 
saki, Simabara (ipse); Korea: portu Hamilton (Wil- 
ford!). 

Certe nil nisi eadem locis sterilibus, in saxis cet. 
enata et in typum sensim abiens, neque a Japonensibus 
pro specie habita, uti docet jam nomen utrique com- 
mune: tsuru mumé modoki. In utraque forma rami 
vetusti cortice fusco lenticellis punctiformibus albidis. 
Siebold, teste Miquel 1. c. 142., ramos innovantes 
perperam armatos dixit, habent vero gemmas axillares 
perulis acutis duriusculis instructas, quales etiam 
Miquel 1. c. descripsit. 

C. articulata nomen est errore typographico ex C. 
orhiculata mutatum, uti docent fl. Jap. et icônes ma- 
nuscriptae Thunbergii. Quum tamen utrumque nomen 
minus aptum sit, prius ubique receptum servavi. Nomen 

Me'langos biologiques. XL 26 



— 202 — 

vero C. scandentis^ e Thunbergii flora Japouica ab 
A. Gray citatum, non inveni, neque affinitatem C. 
articulatae cum C. scandent e cum Grayo tarn arctam 
agnoscere possum, prior enim inflorescentia axillari, 
posterior terminali gaudet. 

5. C. crispula Regel in Ind. sem. h. Petrop. 18G1, 
51. Walp. Mull. Ann. VII, 578. 

China, cult, in horto Petropol. florens. 

Scandens, glabra, ramulis hornotinis et annotinis 
acute angulatis; foliis crenatoserratis, inferioribus ob- 
ovatis acutiusculis, reliquis obovatolanceolatis subito 
breve acuminatis; floribus albidoviridulis. — Foliorum 
forma tantum a C, articulata distincta, an satis? Utraque 
in frigidariis petropolitanis culta ramos solito tenuiores 
foliaque solito minora gerit, sed folia et flores utriusque 
aequimagna. 

6. C. flogellaris Rupr. in Bull, pliys. math. XV, 
357. etDecaspl. Amur. c. tab. Dioica volubilis radicans, 
glabra vel superne adque venas foliorum subtus scabe- 
rula, ramis teretibus vetustis castaneis, stipulis per- 
sistentibus in spinam deorsum uncinatam mutatis; 
foliis membranaceis longe petiolatis orbiculatis vel 
late ellipticis subito breve cuspidatis, argute se- 
taceoserrulatis ; pedicellis axillaribus paucis fasciculatis 
flores 5-meros aequantibus vel superantibus; sepalis 
obovatis ciliolatis, petalis oblongospathulatis antheras 
ovatas superantibus, stylo persistente stigmate peltate; 
capsula globosa pedicellum subaequante incomplete 
2 — 3-loculari 1 — 5-sperma; semine toto arillo invo- 
lute. Maxim. Fl. Amur. 76, 462. C. ciliidens Miq. 
Prol. 17. Fr. Sav. En. I, 80, II, 313. 



— 203 — 

Mandslniria: ad Amur australem in mont, bureicis, 
rara (ipse, sterilis), supra ostium fl. Sungari(Maack! 
fr. immat.), Possjet prope fines Koreae ad rupes prae- 
ruptas calidas non rara (ipse, fr. immat.); Japonia 
(Ito Keiske! in herb. Lugd. Bat.): Kiusiu (Rein ex 
Franchet et Savatier). 

Stipulis spinescentibus statim a G. articulata et 
scandente distincta, priori (rotundifoliae) quoad foliorum 
consistentiam , formam et magnitudinem similis, sed 
serraturae diversae. A G. scandente praeterea floribus 
non terminalibus abhorret. 

Rupes V. arbores 25 pedes altas ascendens et vesti- 
ens, semper volubilis, trunco digitum majorem crasso, 
spinis albidis, floribus viridulis. Capsula immatura 
ö-nervia, septis nervis impositis 2 vel 3, basin versus 
latioribus, superne nerviformibus. Ovula 5, in quovis 
intervallo inter nervös singulum, minima jam arillo 
multiplo majore, fere ilium seminis aequante, inclusa. 
Seminis testa fusca. Embryo non visus. 

Species exclusae. 

G. dilatata Thunb. in Act. soc. Linn. II, 332. et 
Icon, ined., est specimen foliis adultis Oriccae ja;ponicae 
Thunb. 

G. striata Thunb. Fl. Jap. 98. est Euonymus alata 
Thunb., forma exalata. 

G. adenophijlla Miq. Prol. 17., ex ipso in Ann. 
mus. Lugd. Bat. II, 85. est Ilex crenata Thunb. 

Gymnosporia Wight et Arn. 

Spinae florigerae ... G. Wallichiana Laws. 

» nudae G. diversifolia m. 

1. G. Wallichiana Laws, in Hook. f. Fl. Brit. Ind. 



— 204 — 

I, 621. Celastrus Wallichiana W. A. Prodr. 159. 
Hance in Journ. of bot. 1878, 226. C. rigida Wall, 
in Roxb. Fl. Ind. II. 396., nee Thunb. 

In China australi: Amoy (Hanee), oraaustraliprov. 
Kuan-tung (Sampson et Hance!), ins. Hainan (iid. 
ct Bullock, ex Hance); in /^<iia varus locisBengaliae, 
Pendshab et Decan occurrere di<îitur. 

Specc. cJiinensia ad banc speciem a Benthamio 
relata esse refert Hance, sed differunt ab indicis, ex 
eodem, ramis pube furfuracea ferruginea puberulis, 
fructu pisum , nee nucem avellanam aequante. Arillus 
dicitur albus, semen vix ad medium tegens. 

2. G. diversifolia. Ramis teretibus rectis furfuraceo- 
puberulis, spinis axillaribus folio brevioribus anguste 
subulatis nudis; foliis glabris brevissime petiolatis parvis 
coriaceis subtus elevatoreticulatis, late obovatis apice 
rotundatis v. emarginatis, aliis integris aliis paucicre- 
natis; cymis dichotomis paucifloris axillaribus folio 
brevioribus; sepalis petalisque ilia duplo superantibus 
ovatis; capsulis subglobosis minutis 2 — 3-valvibus in- 
complete septatis; arillo semen lucidum dimidium te- 
gente. Catha diversifolia A. Gray in sched. 

In archipelagi Lu-tschu insula U-sima, (Small! fl. 
c. fr.). 

G, Boyleana Laws., buic proxima, differ t foliis late 
ellipticis acutis serratis duplo majoribus, cymis pluri- 
V. multifloris, capsulis triple majoribus turbinato-obo- 
vatis, septis completis, semine opaco. Vdii specc. Roy- 
leana sub nom. CeLspinosae et Royleanae hb. Roy le, 
Griffithiana ex Affghanistano , Falconeriana e 
Pendshab, JV'> 359. 



— 205 — 

Folia 17:11 mm. usque 25:12 ad 14 mm. magna, 
petiolo2mm. Corolla diam.vix 2 mm. Capsula 4— 5mm. 
alta, 5 — 6 mm. lata. 

Elaeodendron Jacq. 

Folia coriacea margine revoluta in petiolum crassum attenuata in- 
tégra apice obtuso emarginata pi. m. late elliptica, cymae den- 
sae petiolum brevem aequantes, calyx corolla staminaque 5- 
mera E. japonicum Fr. Sav. 

Folia chartacea utrinque acutiuscula oblongo- 
elliptica argute crenulata petiolo tenui, 
cymae laxiusculae folium dimidium ae- 
quantes, flos rite 4-merus E ? Fortunei Turcz. 

1. E. japonicum Franch. Savat. Enum. II, 315. 

Nippon: prov. Simosa (Kramer! in hb. Franch et). 

Proximum E. attenuato Rich, (e Cuba! et Guade- 
loupe!), sed in hoc folia tenuiora, distincte neque hand 
reticulata , cymae graciliores et longiores petiolum 
superantes et flores pedicellati, neque inter bracteas 
sessiles. Flores E. japonici, quos vidi, calycem corol- 
lamque campanulatam neque patentem habent, discum 
10-crenatum crassum undulato-plicatum, extus stamina 
basi adnata ferentem, supra germen basi disco immer- 
sum conniventem. Germen biloculare ovulis erectis. 

Foliorum indole et consistent! a Ilicem integram 
Thunb. valde latifoliam, florum facie et magnitudine 
Euryam simulât. Cymae brevis rhachi ramulisque ab- 
breviatis crassis ab omnibus congeneribus, bene mo- 
nente Franchet, primo obtutu diversa. 

2. E.? Fortunei Turcz. in Bull. Mose. 1863, I, 
603. 

China media (Fortune! 1845. A, 46.). 
Turczaninow de génère speciei propositae dubitat, 
nil tamen habet de ovulis, quae collateralia et pen- 



— 206 — 

dula sunt in ovario 4-loculari, neque erecta. Discus 
cum ovario basi connatus 4-crenatus crenis stamina 
ferentibus petalis liberis alterna. Ab Elaeodendro^ 
Euonymo et Celastro ovulis pendulis, ab ultima prae- 
terea foliis oppositis, a primo ovario isomero neque 
saepissime oligo- (2 — 3-) mero differt. Melius omnium 
igitur ad Euonymmn accedere videtur, ubi E. hecle- 
racea Champ, etiam ovulis pendulis instructa dicitur. 
Fructus E. japonici et E. Fortunei ignoti. 

Species exclusa. 

E, spec, nond. determinata, Sieb. Zucc. FL Jap. 
fam. nat. n. 152., fide herbarii Sieboldiani, nil nisi 
specimen sterile Ilicis Oldhami Miq. 

Tripterygium Hook. f. 

Stigmata 3 , fructus basi cordatus, apice trun- 

catus T. WUfordi, Hook. f. 

Stigmata 6, fructus basi obtusiusculus, apice 

acutiusculus T. BullocMi Hance. 

1. T. WUfordi Hook. fil. in Benth. Hook. Gen. 
pi. I, 368. Hegel, Gartenfl. 1869, 105, t. 612. Fr. 
Savat. En. I, 80, II, 315. 

Formosa (Wilford! n. 484. v. fruct., Oldham! n. 
8P c. alab.); Kmsiu: in fruticetis jugi interioris 
Kundshosan, sat alte supra mare, Septb. frf., prov. 
Higo, in cacumine sylvoso m. Higosan, init. Julii c. 
alab. (ipse); Nippon: prov. Sin-shiou (Savatier, fide 
F ranch et). Introduxi in hortum Petropolitanum a. 
1864. 

Frutex sarmentosus, trunco pollicem crasso, ramis 
longissimis flagelliformibus supra alias arbores fru- 
ticesve incumbentibus , ramulis brevibus (pedalibus) 
fructiferis obsessis. 



— 207 — 

2. T. BullocUi Hance in Journ. of bot. 1880, 259. 

China centrali: prov. Hunan parte boreali, in colli- 
bus demissis secus fl. Siang (Bullock, ex Hance). — 
Non vidi. ^ , , , 

Genus delendum. 

Beinia racemosa Franch. Savat. Enum. II, 314. 

Nippon, prov. Oni (Rein, ex F ranch et): Amakusa 
(Dr. Rein!). 

Spec, a me visum, ni fallor ab ipso cl. Franchet 
determinatum , saltem ejus in descriptionem omnino 
quadrans, est exemplum florere incipiens Iteaejaponicae 
Oliv. (Nagasaki: Oldham!, ipse). 

Adnot. E Hippocrateaceis , nuper ad Celastraceas 
sub titulo subfamiliae ductis, e Japonia nulla hucusque 
innotuit, e China, quod sciam, enumerantur: 

Salacia chinensis L. f. DC. Prodr. I, 571. et S. 
cochin chinensis Lour. Fl. Goch. ed. W. 642., DC. 
1. c, quam synonymam prioris habet De Can do lie, 
et quam utramque cum? ad S.RoxhurghiiWsiU. ducit 
Lawson in Hook. f. Fl. Brit. Ind. I, 627. 

Hippocratea ohtusi folia Roxb. fide Bent h am, fl. 
Hongk. 62. 

Vitis Piasezkii (Sect. V. Vüis, Miq. in Ann. mus. 
Lugd. Bat. I, 73). Dioica gracilis, ramis novellis parce, 
petiolis foliisque ad venas, subtus densius, pube rufa 
confervoidea tectis; stipulis fuscomembranaceis oblongis 
deciduis; foliis membranaceis ambitu cordatis ternatis, 
foliolis petiolulatis, centrali longius petiolulato rhombeo 
utriuque acuminato, lateralibus oblique ovatis acutis, 
omnibus mucronato-incisoserratis et saepe terrainali 



— 208 — - 

3-, lateralibus 2-lobis; cirrhis parcis loco cymarum; 
cymis oppositifoliis petiolo longioribus oblongis passim 
dichotomis multifloris; floribus 5- (4-) meris parvis, 
petalis calyptratis, filamentis fl. $ antheras 4-plo, fl Ç 
duplo superaiitibus, ovario fl. S astylo, $ stylo ovarium 
aequante, stigmate indiviso. 

China occidentalis : jugo Tsun-lin, inter prov. Schensi 
et Kansu finitimo (Dr. Piasezki, 1875). — Flores, 
fide collectoris, Resedam spirantes. 

V. incisae Nutt., quae etiam petala saepe apice 
connexa, saepius tarnen libera semperque cito cadentia 
habet, proxima videtur, sed neque glabra, neque tam 
fragilis et magis angustifolia. Inter Vites typicas unica, 
quod sciam , foliis compositis instructa , atque hoc 
signo potius Ampelopsides aemulans, inter cujus species 
indicas vel sinicas ad sunt satis similes , v. gr. V. an- 
gustifolia Wall. 

Specc. pauca collecta ramos lignosos, pennam cor- 
vinam crassos sistunt, cortice cinereobrunnescente di- 
lacerante tectos. Innovationes pédales filum empor eti- 
cum crassae. Stipulae ömm.longae. Petioli 20 — 30mm. 
foliolis lateralibus paulo terminali sesquibreviores. In- 
florescentia V. Labruscae floresque non majores. Fructus 
desiderantur. 

Cliesneya mongolica. Incana, foliis 2~3-jugis, foliolis 
utrinque appresse serieeis, superne virescentibus punc- 
tatisque subtus argenteis, obovatosubrhombeis atro- 
purpureomucronatis ; stipulis reflexis ovatolanceolatis 
acuminatis; pedunculis 1-floris folio brevioribus; calycis 
dentibus subaequalibus, summis 2 fere ad apicem con- 
natis; corolla aurantiaca calycem plus duplo super- 



— 209 — 

ante; alls quam carina et vexillum aequilonga paulo 
brevioribus ; stylo sub stigmate circumcirca barbellato ; 
legumine sericeo linearioblongo acuminate leviter com- 
presse calyce angustiore ti iploque longiore 3 — 5- 
spermo; seminibus obscure alveolatis angulatoreni- 
formibus. 

Mongolia australis : desertum ad pedem jugi Alaschan 
borealis. in glareosis argillosis, rara (Przewalski). 

Species sui juris, stylo barbellato et legumine parvo 
subtereti a reliquis discrepans. Folia 20 mm. longa, 
foliola circa 6 mm. longa et fere totidem lata. Corolla 
14 mm., legumen 15mm. longa, hoc vix 3mm. latum, 
coriaceum, tarde dehiscens, valvis facile in strata duo 
secedentibus, quorum exterius membranaceum,interius 
crassius coriaceum. Semina 2 mm. breviora. 

Güldenstädtia diversifolîa. Breviter caulescens decum- 
bens incano-sericeovillosa tum virescens ; stipulis mem- 
branaceis amplis late ovatis fere ad apicem connatis; 
foliolis 9 — 11 suborbiculatis truncatis foliorum in- 
feriorum in obovatum , reliquorum in ovatum vergen- 
tibus , terminali longiuscule petiolulato ; pedunculis 
1 — 3-floris; calycis 4- Mi labio superiore 2~dentato; 
corolla duplo longiore atroviolacea , ovario oblonge 
circa 22-ovulato , stylo hamato distincte; legumine 
sericeo oblonge breve acuminate compresse utrinque 
marginato pleiospermo. 

China occidentalis , secus superiorem partem fl. 
Hoangho, alt. 9 — 11 mill. ped. s. m. (Przewalski, 
1880). 

Proxima G. Umalaicae Baker in Hook. f. Fl. Brit. 
Ind. II, 117., quam vidi in Kumaon, alt. 12,500 ped. 

Mélanges biologiques. XI. '-' ' 



— 210 — 

s. m. lectam a Strachey et Winterbottom s. n. 
G, uniflorae et cujus sequitur diagnosis: 

G. himalaica Baker: Brevicaulis, pilis fulvis dense 
sericeovillosa; stipulis ultra medium connatis late ova- 
tis membranaceis; foliolis 9 — 13 orbiculatoobcordatis 
omnibus subsessilibus; pedunculis 1 — 3-floris; caly- 
cis dentibus 5 apice acuto glandula pedicellata ter- 
minatis, 2 superioribus altius connatis; corolla caly- 
cem usque triple superante, ovario ovalioblongo stylo 
brevi; «legumine glabro lineari, 6 — 8-spermo latere 
superior e auguste marginato». 

Yexillum in utraque, in himalaica profundius, emar- 
ginatum. Alae G. diversifoliae latiores carina duplo 
longiores, in G. himalaica angustiores carinaque an- 
gustiore triente longiores. Magnitude foliorum florum- 
que in utraque fere eadem, sed corolla nostrae in sicco 
nigra, in himalaica purpurascens. 

Hedysari 

species fruticosae, 

sect. Heteroloma et genus Gorethrodendron Basineri 
monogr. Hedys. sistentes, omnes Mongoliae et finiti- 
mae Songariae et Bavuriae incolae, corolla vulgo su- 
pra fructum marcescente , carina dorso arcuata a re- 
liquis diversae, ceterum arcte inter se affines et corolla 
fere identica instructae: alis nanis, vexillo et corolla 
subaequilongis, ita dignoscuntur: 

Lomenti articuli reticulati v. insuper aculeati. 2. 
» » laeves glaberrimi. 6. 

2. Calyx superne fissus dentibus 5 inaequalibus ad latus deorsum- 

que rejectis, foliola 20—40 H. multijugum m. 

Calyx 5-dentatus baud fissus. 3. 



— 211 — 

3. Lomenti articuli planiusculi. 4. 

» » valde convex! . 5. 

4. Foliola inferiora ramorum late elliptica, re- 
liqua lineariobloûga , lomenti articuli ex- 

aculeati JS.mongolicumTutcz. 

Foliola omnia obovata v. oblonga, articuli 

aculeati H. fruticosum L. f. 

5. Khaches foliorum superiorum foliolo termi- 
natae, flores apice racemorum folio vulgo 

breviorum approximati H. arhuscula m. 

Ehacbes foliorum, paucis inferioribus 3 — 5- 
jugis exceptis, nudae, racemi folium saepius 
superantes floribus sparsis H. scoparium F. Mey. 

6. Calycis dentés summi nani, inferiores 3 acu- 

ti, foliola linearia v. linearioblonga H. laeve m. 

Calycis dentés omnes acuminati subaequales, 

foliola elliptica v. ellipticooblonga , . H. Ugnosum Trtv. 

1. H. fruticosumh. f. Suppl. 333. Ledeb. Fl. Ross. 
I, 704. Turcz.Fl.Baic. Dah. I, 336. Basin. Monogr. 
Hedys. 35. c. tab. 

Transbaicalia : ad Selengam (Wlassow! s. n. ros- 
sico : schumichta) in lapidosis prope Selenginsk et cet. 
(Turczaninow!), Werchne-Udinsk (Sedakow!); JDa- 
huria: campis subsaisis ad Argun fl. inter Chailassutu 
et Abagaitu (Turczan,!); Mongolia: Kjaclita (Uftju- 
shaninow!), parte orientali secus tractum mercato- 
rium (Kirilow! mis. Turcz.) prope Iro (Tatarinowî). 

Basiner 1. c. varietates distinguit a. sibiricum, fo- 
liolis majoribus et latioribus et ß. mongolicum. Ita 
etiam Turczaninow, ad ß. plant am dahuricam du- 
cenSj mongolicam autem pro nova habens. 

2. H, mongolicum Turcz. 1. c. 337. in adnot. ad 
H, fruticosum. Maxim. Fl. Amur., Ind. Mongol. 481. 

Mongolia: locis subsalsis et arenosis ad tractum 
mercatorium orientalem (Kirilow! 1831, mis. Turcz., 
et 1841). 



— 212 — 

3. H. multijugum. Fruticosum, foliolis 20 — 40 al- 
ternis obovatis v. oblongis obtusis subtus, petiolis per- 
sistentibus ramisque sericeopilosis ; calyce superne fisço 
dentibus brevissimis inaequalibus; alis calycem vulgo, 
carina vexillum aequantibus; lomenti pubescentis vel 
glabri articulis reticulatorugosis ad nervös praesertim 
margine aculeos subulatos interdum parcos gerentibus. 

Mongolia australis: deserto ad jugum finitimum Nan- 
shan; Kansu occidental! alpina in argillosis (Prze- 
walski, 1872, 1879, 1880). 

Proximum H. fruticosum L. f. differt calyce, petio- 
lis racemisque brevioribus, numéro saepiusque forma 
foliolorum. Ceterum planta mongolica nostra habet 
sese ad Kansuensem, ut H. fruticosi var. [3. ad var. a, 
Turcz. 

Frutex 2 — 5-pedalis densus, ramis tenuibus, flori- 
bus amplis profunde roseis (variantibus albis), foliolo- 
rum numéro et magnitudine alarumque longitudine 
ludens. 

4. H. laeve. Fruticosum; foliolis 9 — 17 alternis 
distantibus subtus minute pilosulis linearioblongis in- 
ferioribus obtusis reliquis mucronatoacuminatis, petio- 
lis persistentibus ramulisque glabris; calycis dentibus 
late deltoideis tubo multo brevioribus; alis e calyce 
parum exsertis , carina vexillum aequante ; lomento 
glabro laevi. 

Mongolia australis: regione Ordos, locis fertilioribus 
arenarum Kusuptschi dictarum, neque alibi, gregarium 
et frequens (Przewalski, 1871). — Septempedale ra- 
mosissimum, floribus ex sicco purpureis. 

Valde affine H. mongoUco Turcz., quod tantum lo- 
mento villoso atque reticulato tute distinguitur. 



— 213 — 

5 U, ligmsim Trautv. Catal. pi. Lomon. n. 39 
in Act. h. Petrop. I, 176. 

Mongolia orient alis : D olon-nor (Lomonossow!,v.s. 
in hb. Trautv.). 

6. H. arbuscula. Arboreum orgyale erectum, foliis 
inferioribus 3~4-jugis, siiperioribus praeter foliolum 
terminale ad rliachin nudam reductis, foliolis subtus 
appresse sericeopilosis linearioblongis utrinque acumi- 
natis; racemis folio saepe brevioribus floribus approxi- 
matis; calyce subbilabiato dentibus brevibus acutis; 
alis calyce parum longioribus, vexillo carinam vix su- 
perante; leguminis articiilis valde convexis villosis ru- 
gosoreticulatis. 

Mongolia australis: deserto ad pedera jugi Alaschan 
extenso in arenisTyngeridictisfrequens(Przewalski). 

Speciosissimum , dense foliosum et ramosum , flori- 
bus roseis numerosis tectum , ceterum H. scopario 
F. Mey. valde affine et habitu inter praecedentia et 
sequens medium. H. scopariiim differt tarnen statura 
viminea denudata, rliacliibus foliorum superiorum om- 
uino aphyllis, racemis paucifloris laxissimis, calycis 
laciniis subulatis. Utrumque sistit genus Corethroden- 
dron Fisch, et Basin., vix tamen generice a Hedy- 
saro separandum, nam articuli lomenti in nostro jam 
minus convexi, et habitus jam Hedysaro propior, calycis 
conformatio vero etiam in aliis speciebus varia occurrit, 
V. c. calyx superne fissus in E. midtijiigo nostro. 

7. H. scoparium Fisch. Mey. in Schrenk, Enum. 
pi. novar. 1841. 87, in adnot. Ledeb. 1. c. 704. Co- 
retJirodendron scopariuni Fisch, et Basin, in Bull. 



— 214 — 

phys. math. IV, 315. et in Basin. Monogr. Hedys. 
46. c. tab. 

Songaria orientalis: ad lacum Saissan (Fisch, et 
Mey. !); Mongolia: deserto a Thian-schan boream ver- 
sus, inter vices Adak et Nom, in arenosis (Potanin, 
1877), deserto ad pedem Alaschan, rarum (Przewal- 
ski, 1872). 

Specc. a Przewalski lecta e frutice sumpta 8- — 10 
pedes alto, prope radicem poUicem v. sesquipollicem 
crasso , frutex songarkus describitur 3 — 6-pedalis. 
Austrum versus igitur ramosius et speciosius. 

Potaninia gen. nov. 

Eosaceae Potentilleae. 

Calycis persistentis tubus infundibuliformis 3-brac- 
teolatus, lobis 3 deltoideis. Petala 3 calycis lobis vix 
majora, rotundata, decidua. Stamina 3 petalis alterna. 
Filamenta brevia ad marginem glabrum tumentem 
disci crassiusculi intus dense sericei inserta. Antherae 
ovatae non exsertae dorso affixae introrsae. Carpellum 
centrale 1 ovale dense sericeopilosum ; stylus basilaris 
versus stigma capitatum sensim crassior, carpelle pa- 
rum longior. Ovulum solitarium infra medium loculum 
latere stylino insertum, anguste oblongum, ascendens, 
micropyle supera, integumento unico crassiusculo, 
Fructus? — Fruticulus palmaris, parte hypogaea crassa 
ramosissima cortice valde dilacerato, epigaea densis- 
sime dumoso-ramulosa, ramulis ob petiolos vetustos 
persistentes undique horridis, foliis minutis coriaceis 
ternatis v. quinatis (foliolis terminalibus 3 tum basi 
connatis) , foliolis apice petioli articulatis sessilibus 
facile cadentibus, stipulis petiole adnatis amplis liya- 



— 215 — 

Unis, floribus axillaribus pedunculatis ebracteatis mi- 
nutis albis, pube omnibus partibus parciuscula elon- 
gata sericea. 

P. mongolîca. 

Mongolia centrali : in deserto a jugo Alascban sep- 
tentrionem versus, Septembri 1879 deflorescentem de- 
texit Przewalski. 

Habitus Potentillae fruticosae pusillimae exarescen- 
tis fere consumptae, qualis, semper tamen multo pul- 
chrior, in alte alpinis desertis centrasiaticis crescere 
solet ; at flores (paucissimi parvuli vix conspicui) valde 
diversi, ob calycem elongatum potius Prunum quandam 
simulantes. Est in Asia id quod PursJiia cum affiaibus 
in desertis Americae borealis. Ab omnibus Potentïlleis 
differt flore trimero , staminibus rite alternis , prope 
Potentillam tamen ponenda videtur. 

Foliola 2 : 0,5 mm. magna, flores diametro 3 mm. 

Coluria longiîolia. Viridis pilosa, foliis radicalibus li- 
nearibus multijugopinnatisectis, rhachi nuda, segmen- 
tis orbiculatis grandicrenatis imbricantibus, foliis cau- 
linis paucis ad segmenta 1 — 3 reductis; cauliculis plu- 
rifloris; petalis obcordatis, staminibus ultra 100, sta- 
minodiis nuUis. 

China occidentalis : prov. Kansu, pratis alte alpinis, 
rara (Przewalski, 1880). 

Altera species, Coluria geoides R. Br. , praeter to- 
mentum densum, foliola habet pauciora in folium ob- 
longoobovatum collecta, rhachin dentatam, flores mi- 
nores, petala rotunda, stamina circiter 30, staminodia 
ampla inflexa. Planta tangutica quam altaica multo 
speciosior. 



— 216 — 

De Coluriae génère, a Bâillon perperam cum Geo 
conjuncto, confer raeas Adnot. de Spiraeaceis, in Act. 
h. Petrop. YI, 132, 246. 

Spiraea mongolica. Ramis subangulatis, foliis omnibus 
consimilibus triplinerviis glaberrimis subtus glaucis in- 
tegris obovatis v. oblongoobovatis ; corj^mbis racemo- 
sis multifloris ramulo foliato laterali insidentibus, pe- 
dicellis flore plus duplo longioribus; staminibus petala 
superantibus; folliculis e calyce erecto exsertis intus 
gibbis extus sMiferis ventre villosis, stylo subinfra- 
apicali. S, crenifoUa var, y. Maxim. Adnot. de Spir. 
in Act. h. Petrop. VI, 181. 

Mongolia australis et Ghinae prov. Kansu (Prze- 
walski*^, 1871, 1873, 1880). 

Fructu nunc collecte speciem banc a S. crenifoUa 
distinctam esse in manifesto est. Habitus foliaque in- 
tégra locum indigitant inter Sect. Chamaedryi seriem 1 . , 
sed ramuli floriferi foliati et folia omnia consimilia po- 
tins seriei 2. adnumerant. Foliis accedit ad S. hype- 
ricifoliam Lam. et DC. et S. crenifoUam C. A. Mey., 
a priore differt corymbo racemose, a secunda folliculis 
exsertis, ab utraque foliis integris, quo signe foliisque 
triplinerviis a S. alpina et S. media distat. 

Addenda ad Chrysosplenia. 

Adumbratione mea conscripta (conf. harum Diag- 
noseon manip. I, 1876) in lucem prodierunt species a 
cl. vv. Francbet et Savatier in Enum. pi. jap. vol. 
II. descriptae, e quibus nonnullae novae, nonnullae 
mearum synonymae, equidem descripsi Gk. baicalense 
(in Bull. soc. natur. Moscou, 1879.), Franche t Gli. 



— 217 — 

Fauriae (in Bull. soc. bot. de France, XXVI, 84.) et 
nunc iterum duas novas describendas habeo. Quam ob 
causam non inutile babeo clavem analyticam omnium 
specierum nunc notarum et adnotationes in eas, ubi 
aliquid monendum est. 

Chrysosplenia dividi possunt , ut ipse antea feci: 
primo loco ex floris conformatione, nempe calyce sub 
anthesi patente cum ovario infero vel calyce semper 
erecto ovario basi tantum adnato, secundo loco ex 
modo innovationis, tertio loco ex foliis alternis v. 
oppositis. 

Quum vero ex specc. siccis de calycis sub anthesi 
positione interdum difficile sit judicandum, melius for- 
tasse et commodius sane videtur, primariam eamque 
naturalem divisionem petere : 1 . ex innovationibus, 2. ex 
foliis alternis v. oppositis, 3. ex floris conformatione 
aliisque signis. Quae divisio injsequente clavitentatur: 

1. Innovationes hypogaeae. 
a. Folia alterna, semina ubi nota laevia. 

Folia radicalia nulla, eorum loco squamae pi. m. dense imbricatae 
carnosae. Stolones innovantes nudi, apice squamigeri. 2. 
Folia radicalia evoluta. 3. 

2. Folia lobatocrenata internodiis distinctis, cyma plu- 

riflora Ch. Griffithii Hook. f. et Th. 

Folia crenata in pseudoverticillum approximata, 

cyma uniflora Ch. uniflorum m. 

3. Rosula foliorum radicalium squamis stipata, eau- 
lis nudus, cyma capitata multiflora, rhizoma cras- 
sum, stolones filiformes apice squamis paucis sub- 

membranaceis Ch. nudicaule Bge. 

Rosula foliorum radicalium squamis nullis fulta. 4. 

4. Caulis nudus, folia subpeltata Ch. peltatum Turcz. 

» foliatus. 5. 

5. Folia reniformia crenata, cyma multiflora, capsula 

infera, semina ovoideoelliptica Ch. alternifolium L. 

Folia cuneata sensim in petiolum attenuata antice 

Mélanges biologiques. XI. ■^" 



'— 218 — 

3- crenata, cyma pauciflora, capsula ^/g libera, se- 

mina ovalioblonga Ch. Wrightii Franch. 

h. Folia opposita, semina costis muricatis. 

Stolones nudi apice bulbiferi Ch. Maximowiczii Fr. Sav. 

2. Innovationes epigaeae. 

a. Folia alterna, semina (ubi nota) laevia. 

Folia caulis florentis et innovationum foliatorum 
inferiora squamiformia intégra, a superioribus 
crenatis diversa et minora. 6. 
Folia omnia rite evoluta squamiformibus nul- 
lis. 7. 

6. Folia caulis fertilis paucicrenata , sterilis mul- 
ticrenata, semina globosa papillosopuberula 0,5 

mm Ch. ovalifolium M. B. 

Folia omnia consimilia paucicrenata, semina ovalia 

glabra plusquam 1 mm. longa Ch. carnosulum Hk. f. Th. 

7. Crenae foliorum paucae et magnae. 10. 

» » numerosae et parvae. 8. 

8. Caules subsimplices , cyma terminalis pluriflora, 
plantae brunneobirtae. 9. 

Caules ramosissimi glabri, rami fere omnes flora 
singulo cymaque terminalis 2 — 3-flora floribus 
longe pedunculatis Ch. axilläre m. 

9. Obiter crenatum, flores pedicellati Ch. adoxoides Griff. 

Distincte crenatum, flores subsessiles .... Ch. Davidianum Dne. 

10. Elatum multicaule, cyma pluriflora. Ch. flagelliferum F.Schmidt. 
Pollicaria simplicia, cyma subuniflora. 11. 

11. Folia 5- crenata Ch. tenellum Hk. f. Th. 

» profunde 3- loba Ch. Seddkowi Turcz. 

5. Folia opposita. 

Caulis elongatus repens, ramulis axillaribus bre- 
vibus 1- floris, floribus longe pedunculatis, semina 

laevia glabra Ch. valdivicum Hook. 

Caulis floriferus erectus v. non repens, cyma ter- 
minalis. 12. 

12. Folia radicalia in squamas membranaceas mutata, 
caules et innovationes praeter rosulam terminalem 
foliorum pari unicc versus basin. Stamina 8 sepala 
duplo superantia, capsula basi adnata, semina ser- 

ratocostata Ch, Faunae Franch. 

Folia radicalia rite evoluta. 13. 

13. Crenae foliorum subindistinctae. 14. 

» » distinctissimae. 20. 




14. Stolones innovantes praeter rosulam terminalem 
nudijSemina costata costis lâeYihus.Ch.Kamtschaticum^chlechtôl. 
Stolones foliati. 15. 

15. Semina laevia, capsula truncata V3 v. V2 supera. 16. 

» costata, capsula basi vel Vs adnata. 19. 

16. Semina pilosa v. papillosa subglobosa. 18. 

» glabra. 17. 

17. Capsula semisupera, semina ovalia v. ovalioblon- 

ga Ch. ramosum m. 

Capsula Va supera, semina subglobosa.. Ca. macranthum Hook. 

18. Semina minutissime papillosa Ch. oppositifoUum L. 

» hispida Ch. americanum Schwein. 

19. Costae seminum laeves Ch. haicalense m. 

» » muricatae Ch. pilosum m. 

20. Folia longiora quam lata (elliptica) , multicrenata, 
capsula bicornis. 21. 

Folia rotundata. 24. 

21. Capsula semisupera. 22. 

» basi adnata longe exserta, semina costata 
V. lineata, stamina calyce longiora. 23. 

22. Bipollicare cyma capitata densa , Ch. sinicum m. 

Ulthraspitamaeum, cyma laxa sparsiflora, semina 

scaberula Ch. trachyspermum m. 

23. Macrophyllum , folia concolora, semina lineata li- 

neis muricellatis Ch. macro st emon m« 

Microphyllum discolor, semina costata costis longe 

papulosis Ch. discolor Fr. Sav. 

24. Folia multicrenatai 25. 

» antice profunde paucicrenata. 31. 

25. Capsula semisupera. 26. 

» basi V. ad V3 infer, adnata. 29. 

26. Semina laevia. 27. 

» costata costis laevibus Ch. sulcatum m. 

27. Semina glabra. 28. 

» pilis longis birsuta Ch. trichospermum Edg. 

28. Kobustum isophyllum, capsula truncata, semina 

2/3 mm. longa Ch. nepalense Don. 

Gracile caulibus floriferis micropbyllis , capsula 

recte bicornis, semina 1 mm Ch. glechomaefoUum Nutt. 

29. Tetrandrum, semina minute seriatopilosula. . . Ch. Grayanum m. 
Octandra, flores longe pedicellati. 30. 

30. Flos lacteus, folia pleraque reniformia Ch. Vidali Fr, Sav. 

» viridis, folia rotundata, semina seriebus 15 pi- 
losa Ch. macrocarpum Cham. 

31. Capsula semisupera bicornis stylis patulis. 32. 



— 220 — 

Capsula basi tantum adnata bicornis stylis paral- 
lelis. 33. 

32. Semina seriatim costata costis longe bispiiopilo- 

sis Ch. Echinus m. 

Semina seriatim muricellatolineata Ch. rhabdospermum m. 

33. Flores albi antberis nigris, sepalis acumina- 

tis Ch. album m. 

Flores lutei antberis luteis, sepalis rotundatis, se- 

mina muricellatolineata Ch. sphaerospermum m. 

Ut ex clavi praecedente manifestum est, pleraque 
Ghrysosplenia facile distinguuntur, Adest tarnen inter 
gregem numerosam specierum foliis oppositis, stoloni- 
bus foliatis, series supra ex foliis distincte vel in- 
distincte serratis in duas subseries divisa, quae hinc 
inde difficultatem servabit, quia in specie una v. altera 
foliorum serraturae variabiles inveniuntur, ita in Gh, 
piloso et Ch. spJiaerospermo. Quum in posterum etiam 
aliae species fortasse hoc puncto variabiles inveniantur, 
non inutile videtur, banc seriem, ex foliis distincte 
V. indistincte crenatis facile quidem in subgreges se- 
cernendam, innovum exponere tali modo, ut crenarum 
folii nulla mentio fiat, ita: 

Folia opposita, caulis non repens, iunovatione epigaea foliata, cyma 
florum terminali: 
Stamina exserta. 2. 
» inclusa. 3. 

2. Sepala rotundato-obtusa, folia longiora quam lata: Ch. discolor 
et Ch. macrostemon, cf. supra sub 23. 

Sepala acuminata, folia latiora quam longa, antberae uigrae: 
Ch. album. 

3. Capsula semisupera. 4. 

» basi tantum adnata. 12. 

4. Folia distincte longiora quam lata: Ch.sinicum, Ch. trachysper- 
mum, conf. supra sub 22. 

Folia rotundata. 5. 

5. Semina laevia. 6. 

» costata. 11. 

6. Semina glabra. 7. 

» pilosa V. papulosa. 9. 



— 221 — 

7. Semina ovalioblonga: Ch. ramosvm. 

» subglobosa. 8. 

8. Caulis firmus pedalis, folia floresqiie magna, semina 1 mm., cap- 
sula Vg supera: Ch. macranthum. 

Caules debiles folia floresque parva, capsula V2 supera: Ch. ne- 
palense, Ch. gJechomaefoUum , supra sub 28. 

9. Semina undique papillis v. pilis tecta. 10. 

» seriatim longe hispida: Ch. Echinus. 

10. Pili {Ch, americanum) v. papillae [Ch. oppositifoUum) breves. 
Conf. supra sub 18. 

Pili longi: Ch. trichospermum. 

11. Gestae seminum laeves: Ch. sulcatum. 

» » mxxiiceUsitsie : Ch.rhahdospermum. 

12. Tetrandrum: Ch. Grayanum. 
Octandra. 13. 

13. Flos lacteus: Ch. Vidali. 

» luteus V. viridis. 14. 

14. Semina laevia seriatim pilosa: Ch. macrocarpum. 

» costata. 15. 

15. Costae seminum laeves: Ch. haiccdense. 

» » muricellatae. 16. 

16. Semina apiculatoelliptica costis profundis Y4 mm. longa: Ch. 
pilosum. 

Semina globosa elevatolineata, V2 ^^- • ^^- sphaerospermum. 

Species Chrysospleniorum mine notae 39 per orbem 
valde inaequaliter distribuuntur. Duabus amtro-ame- 
ricanis exceptis, reliqwae omnes hemisphaerio boreali 
propriae et quidem praesertim Asiae. Unica species 
{CJi. aUernifolium) per totum bemisphaerium boréale 
dispersa et simul regiones arcticas adiens, e ceteris 
Asiae propriae sunt 32, Americae horeali 2, Europae 
1 et Europae et Asiae (minori et Caucaso) communis 
est 1. Sedes principalis generis igitur est Asia ubi 34 
species crescunt, e quibus 2 tantum [Ch. aUernifolium 
et Gh. duhium) in Europam et prius etiam in Americam 
migraverunt. 

Chrysosplerdum dividitur in 14 alternifolia et 25 
oppositifoUa. E prioribus ne unum quidem Europae 
V. Americae peculiare est. 



— 222 — 

E 1 4 alternifoliis 1 japonicum^ reliqua Asiae conti- 
nentali propria. Species innovatione hj^pogaea binae 
Eimalayae^ Chinae occidentali et Sibiriae peculiares 
et ex his 6 tant urn 1 (Ch. Wrightii) mari proxima, 
reliquae centraliasiaticae appellari possunt. AUernifolia 
innovatione epigaea in Himalaya 4 occurrunt, singula 
viget in China occidentali, 3 in Sibiria quarum 1 {CJi. 
flagelUferum) etiam Japoniam adit. Etiam in hac série 
igitur 1 tantum mare adit, reliquae centrasiaticae. 
Tota series alternifoliorum igitur centrasiatica prae- 
sertim est et omnes ejus species (quantum cognitae) 
semina laevia habent. 

Non ita sese habent oppositi folia, E 25 speciebus 
Himalayam inhabitant 3, Chinam occidentalera 2, Si- 
biriam baicalensem 1 , Asian centralem igitur 6. Re- 
liquae regionibus mari propioribus indigenae: 2 euro- 
paeae (1 in Caucasum progrediente), 2 boreali-ameri- 
canae, 2 austroamericanae, 11 japonicae (1 in floram 
Pekinensem^ 1 in Mandshuriam litt oralem propagata), 
1 kamtschatico-sachalinensis, 1 mandshurica. Ita op- 
positifolia potius maritima appellanda. Fere omnes 
gaudent innovatione epigaea, unica quae stolones hy- 
pogaeos habet \Japoniae propria est. Semina in 21 
speciebus innotuerunt: laevia (in nonnullis pilis tecta) 
sunt in 11, omnibus enim europaeis ^ americanis, 2 
Jiimalaicis, 1 sinica, 1 sibirico-japonica, 1 japonica, 
costata in 10: et quidem 6 japonicis, 1 kamtschatica, 
1 mandshurica y 1 sibirica^ 1 himalaica. Semina lae- 
via etiam hie igitur 3 centrasiaticis et extraasiaticis 
peculiaria, costata vero in centrasiaticis tantum in 2, 
in maritimis asiaticis vero apud 8 occurrunt. 

Praeter has divisiones principales inter Ghrysosple- 



— 223 — 

nia dantur typi aliqui praestantiores. Inter alterni- 
folia liabemus 2 centrasiatica foliis radicalibus caren- 
tia innovatione hypogaea {Gh. Griffithii et Gh. uniflo- 
rum) , 2 centrasiatica foliis praeter summa squamifor- 
mibus (C%. ovalifolium et Ch. carnosulum), 2 item cen- 
trasiatica tenerrima humillima cymis sub-1-floris {Ch. 
tenellum et Ch. Sedalcowii), 1 pariter centrasiaticum 
ramis axillaribus numerosis 1-floris {Gh. axillare) et 
reliqua ad Ch. alternifolium accedentia etiam Asiae 
centrali peculiaria sunt, 1 [Ch. flagellifero) excepto, 
typum proprium orientalem sistente. 

Multo minor polymorphia inter oppositifolia. Ch. 
valdivico excepto, quod refert Ch. axillare inter al- 
terni folia, sed rêvera repens est, reliqua omnia inter 
se valde similia sunt ; non exceptis imo Gh,. Maximo- 
wiczii stolonibus nudis hypogaeis excellente, et Ch. 
Fauriae ubi folia radicalia in squamas mutantur, priore 
typum Ch. Griffithii, secundo illum Gî. ovalifolii inter 
alternifolia paulo in mentem vocante, utroque Jaj9ö- 
niae indigeno. — Keliqua longe numerosiora tam inter 
se consimilia, ut aegre sub anthesi tuteque tantum ex 
seminibus distinguenda sint. 

Patet vero ex praecedentibus , juga Asiam centra- 
lem limitantia speciebus quidem pauperiora esse quam 
Japonia et regiones adjacentes littorales, typis pro- 
priis autem ditiora. Extra Asiam typus peculiaris 
invenitur unicus: Gh. valdivicum in America australi. 

Superest ad descriptiones antea a me promulgatas 
supplere loca v. synonyma v. adnotationes nonnuUas et 
addere species novas in clavi indicatas: 

Ch, uniflorum. Nanum erectum glabrum simplex, foliis 
radicalibus in squamas carnosas plures arcte imbrica- 



— 224 — 

tas orbiculatoovatas mutatis; cauliculo subhypogaeo 
ex omnibus axillis foliorum delapsorum radicante et 
longe stolonoso stolonibus nudis; foliis alternis ad api- 
cem pseudoverticillatis v. approximatis lamina longius 
petiolatis reniformibus v. cordato-suborbiculatis gran- 
dicrenatis crenis utrinque 4 emarginatis; flore termi- 
nali bracteis parvis foliaceis 2 involucrato subsessili 
solitario v. cum accessoriis 1 v. 2 multo serioribus; 
sepalis semiorbiculatis stamina parum superantibus, 
ovario \ libero truncatobilobo stylis conicis erectis 
stamina fere aequantibus. 

China occidentalis : prov. Kansu alte alpina (Prze- 
walski, 1880). 

Ex prima fronte Ch,alterni folio simile, abhorret vero 
caulis basi bulbifera loco foliorum radicalium et ovario 
apice libero stylis rectis, semina autem vix non similia 
erunt, nam valde immatura quae praesto sunt etiam 
ovoidea. Tubera quae in Gh. aîternifolio occurrunt a 
bulbo nostro diversissimi, sunt enim gemmae axilla- 
res tuberosoincrassatae et una cum caule vicino amylo 
farctae. Squamae Gh. uniflori cauli immutato tenui 
basi attenuata insident et passim apice obscure cre- 
nulatae sunt. Ob hanc squamarum conformationem 
Gh. Griffithi Hook. f. Th. proximo affine est. In sy- 
nopsi mea Gh. Griffithi ob caulem nudum et folia si- 
milia C7^. nudicauli et peltato consociavi, sed herum 
rhizoma durum et sat longum apice squamas membra- 
naceas gerit, in Gh, Griffithi vero, quantum video e 
delineationibus a cl. Hooker et me ipso factis, caulis 
pars basalis rhizomatis loco fibris radicalibus termina- 
tur, supra quas squamae 3 ovatae, illis Gh. uniflori 
similes, observantur, sed an carnosae sint adnotare omisi. 



— 225 — 

Plantula 2 — 3- pollicaris, parte epigaea pollicari, 
folia minoribus Ch. alternifolii aequimagna, üos ter- 
minalis diam. 6 mm., laterales diam. 3 mm. 

Gh. WrigUii Franch. et Savat. Enum. II, 356 in 
adnot. 

In littore maris OcJwfensis a Ch. Wright Jectum 
prostat in mus. Paris. Vidi delineationem a cl. aut. bé- 
névole communicatam. 

Juxta Gh. aUernifoUum L. collocandum. 

Gh. axillare Maxim. Chrysospl. n. 3. 

Nunc innovum iisdem regionibus lectum prostat a 
Przewalskio fructiferum. Flos in fructu vix major, 
calycis lobis erectiusculis, capsula semisupera apice 
rectilineotruncata, stylis parte libera capsulae duplo 
brevioribus rectis, serainibus 6 — 10, ovoideo-oblongis 
nitidulis subrugulosis minutissime cellulososculptis sub- 
laevibus, 1,5 — 1,65 mm. longis. 

Ch. SedaJcoîvi Turcz., Maxim. 1. c. n. 11. 

Locis adder Sihiria haicalensis: secus viam versus 
alpem Chamar-daban ducentem, prope Sludanka flor. 
1879, nee non ad viam postalem non procul a Moty 
in rupeNil appellata defl. 1881. legit Ksi^zopolski. 

Gh. oppositifolium L. Maxim. 1. c. n. 14. 

Locis adde: Lapponia (Huebener in herb. Boiss.) 

Gh. haicalense Maxim, in Bull. Mose. 1879, 21. 

Sihiria haicalensis. 

Prope Gh. oppositifolium L. locum tenet. 

Gh, ramosum Maxim. 1. c. n. 15. Synonymis adde: 

Mélanges biologiques. XI. ■^•^ 



— 226- 

F. Schmidt, Fl. Amg. bur. n. 162. Gh. yesoense 
Franch. Savat. 1. c. II, 355, 649 (ex ipsis). 

Ch, kamtscliaticum Fisch., Maxim. 1. c. n. 17. 
Adde: F. Schmidt, fl. Sachal. n. 187. 
Locis adde: Sachalin (Brylkin, Glehn). 

Chr. trachyspermum. Glabrum, stolonibus numerosis 
foliatis foliis (terminalibus maximis) obovatis fere a 
basi repandocrenatis crenis utrinque 10 — 14, cauli- 
culis debilibus foliis in petiolum lamina longiorem at- 
tenuatis spathulatoobovatis a medio utrinque sub-7-cre- 
natis crenis incumbentibus parvulis; cyma pluriflora 
laxa foliata, floribus dissitis infimis longiuscule pedi- 
cellatis viridibus, sepalis quadratis stamina parum su- 
perantibus, ovario capsulaque semisuperis bicornibus 
cornubus exsertis ovatis in stylos subito acuminatis 
divergentibus, seminibus circiter 40 globosis hinc acu- 
tis circumcirca minutissime scabris, 0,5 mm. 

China occidentalis: prov. Kansu alpina, in faucibus 
secus rivulos rarum (Przewalski, 1880). 

Ob capsulam semisuperam inter seriem8. Nepalen- 
sia collocandum, Gh. trichospermo Edg. et Gh. macro- 
carpo Cham, propius affine. Sed habitu et characte- 
ribus nonnullis etiam Gh. macrostemoni m. (e Japonia) 
accedit, quod foliis (tamen acutis) hibernantibus amplis 
floribusque in fructu pedicellatis cymaque demum 
laxiuscula simile est, sed valde difFert staminibus exser- 
tis, capsula basi tantum adnata etiam parte connata 
exserta seminisque forma, superficie et magnitudine. 

Gh. Echinus Maxim. 1. c. n. 24. Gh. echinulatum 
Fr. Savat. 1. c. II, 359, 650. 

Locis adde: Fudzi-yama (Savatier!) 



— 227 — 

Semina leviter costata costis pilos elongates linea- 
res ferentibus. 

Ch. Grayanum Maxim. 1. c. n. 26. Synon. adde: 
Gh, DicJcinsii Fr. Sav. 1. c. II, 357 et Gh. nijpponicum 
Fr. Sav. 1. c. II, 356, ex ipsis II, 650. 

Locis adde: Niigata et alpe NiJco (Franchet et 
Savatier!). 

Pili seminum interdum pauci, v. caduci. 

Gh. macrostemon Msixim. 1. c. n. 28. Adde: Franch. 
Savat. 1. c. II, 358 (descriptio). 

Gh. discolor Fr. Sav. 1, c. II, 359. 
Nippon: montibus Hakone et alpe Niko (Die kins! 
comm. Franchet). 
Praecedenti affine. 

Gh. sphaerospermum Maxim. 1. c. n. 31. 

Locis adde: Ghina borealis, ditione florae Pekinen- 
sis, in alpe Siao-wu-tai-shan , supra limitera sylvarum 
(Möllendorff, 1879). 

Yarietatem sistit foliis solito minus profunde cre- 
natis. 

Gh. Fauriae Franch. in Bull. soc. bot. de Fr. XXVI, 
84. 

Nippon: prov. Etschigo, prope Niigata, in. m. Nitz 
(Faurie!) 

Species sui juris, ut in clavi indicatum est. 

Species minus notae. 

Gh. Vidali Franch. Savat. 1. c. IL 360. 
Nippon: prov. Simotsuke (Vidal). Vidi delineatio- 
nem ramulumque sterilem a cl. aut. communicatum. 



— 228 — 

Gh. multicaule Fr. Sav. Enum. II, 361. 
Nippon boreali (Hogg!). 
Simillimum Gh. sphaerospermo, sed albiflorum. 
Utraque species ob semina ignota quoad locum mihi 
subdubia, 

Ribes stenocarpum. (Grossularia) Orgj^ale densissime 
ramosum, ramis acute angulatis glabris; aculeis infra- 
axillaribus validis ternis patentibus medio validiore, 
sparsis nuUis; petiolis parce glanduloso-setosis lamina 
subbrevioribus, lamina utrinque parce pilosa rotun- 
data basi truncata v. subcordata 3 — 5-loba, lobis ob- 
tusis pauci-grandique crenatolobatis, pedunculis recur- 
vis petiolo vulgo brevioribus subuniSoris 2 — 3-bractea- 
tis pedicelloque breviore cum calyce glabris, calycis 
tubo parte libera quam laciniae linearieblongae re- 
flexae breviore tubuloso-campanulata ; petalis oblongis 
glabris antheras oblongas aequantibus calyce fere duplo 
brevioribus, stylo cylindrico fere ad medium bifido 
glabro stamina superante cruribus contiguis; baccis 
pl. m. anguste oblongis utrinque attenuatis glabris. 

Ghina occidentalis : prov. Kansu alpina sylvatica 
(Przewalski, 1872, 1880). 

Baccae acidae dicuntur, in specc. suppetentibus pol- 
licares viridilutescentes, omnium specierum mihi no- 
tarum angustiores. 

A simillimo R. macrocalyce Hance (in Journ. of bot. 
XIII, 1875, 35., e regione Pekinensi!) et a R. grossu- 
larioidi m. e Japonia floribus minoribus glabris et forma 
mutuaque relatione partium floris distincta, nee non 
forma baccarum a posteriore (in priore ignota) diversa. 
— Omnes Grossulariae asiaticae ceterum tarn inter se 



— 229 — 

affines {B, anibiguo m. excepta), ut in posterum, si 
formae transitoriae notae erunt, fortasse cum B, Gros- 
sularia conferruminandae. 

Triosteum L. 

Species 5 hucusque notae ita disponendae : 

Flores axillares, caulis perfoliatus. 2. 
Spica terminalis. 4. 
2 Stamina stylusque inclusa, corolla calycem subaequans, calycis 
limbus in drupa sessilis. 3. 

Stamina stylusque longe exserta, corolla calyce duplo longior 
calycis limbus supra drupam tubulosus tubo quam ,margo aequa- 
liter lobatus parum breviore T. sinuatum m. 

3. Flores brunnescentes in axillis glomerati.. T. perfoliatum L. 

» ochroleuci in axillis solitarii T. angustifolium L. 

4. Folia intégra basi connata T.himalayanumW all. 

n pinnatifida libera T. pinnatifidum m. 

Typus duplex igitur in genere obvius: hiuc floribus 
axillaribus, illinc floribus terminalibus. Posterior Äsiae 
centrali proprius, prior vero iterum subdividitur in 
T. sinuatum m. (Mél. biol. VII, 553.) genitalibus ex- 
sertis, limbo calycis aequali ad medium tantum fisso, 
Mandshuriae et Japoniae proprium, at rarissimum, et 
2 species horealiamericanas valde inter se affines: ge- 
nitalibus inclusis, limbo calycis ad basin inaequaliter 
partito, e quibus una etiam perrara est. 

T. pinnatifidum. Pluricaule simplex longe superne 
glanduloso- ubique hirsuto - pilosum ; foliis liberis basi 
attenuata subcordata vel cuneata semiamplexicaulibus 
sessilibusve , summis obovatis acuminatis integris, re- 
liquis ultra medium bijugo-pinnatifidis sinubus rotun- 
datis laciniis acuminatis; spica terminali; drupa tri- 
pyrena. 

China occidentalis : prov. Kansu in sylvis alpinis 



— 230 — 

frequens (Przewalski 1872 fructif., 1880 flor. et fr. 
nond. mat.). 

A proximo T. himalayano Wall, differt foliorum 
forma et floribus ebracteolatis. Plantam himalaicam 
tamen sub antliesi non vidi, Wallich, qui fusius de- 
scripsit (in Koxb. Fl. Ind. ed. Carey, II, 180) floren- 
tem non novit. Hooker fil. et Thomson (in Journ. 
linn. soc. II, 173) atque Clarke (in Hook. fil. Fl. Brit. 
Ind. Ill, 8. sub T. Jiirsuto) florem non v. brevius de- 
scripserunt. 

Calycis 3 mm. longi dentés inconspicui brevissimi 
rotundati, tubo glanduloso-villosissimo decuplo bre- 
viores. Corolla 7 mm. longa basi inferne distinctissime 
gibba, anguste tubuloso-infundibularis incurva, limbo 
continue parvo lobis rotundatis, extus sordide viridis, 
intus brunnea, utrinque pilosa. Stamina 5 infra me- 
dium tubum inserta, antherae oblongae virides, lobos 
corollae non attingentes. Stylus cylindricus basi pilo- 
sus. Stigma cuneatocapitatum trilobum. Drupa calyce 
coronata lutea 10 mm. longa, ovoidea, trisulca, carne 
parcissima. Pyrenae très, 8 mm. longae, obcompressae 
laeviusculae nigrae. Semen convexoplanum , ventre 
bisulcatum. 

Species exclusa. 

T. Jiirsutum Roxb. Fl. Ind. I, 538. = Mephitidia 
Roxhurghii Wight et Arn. Prodr. fl. penins. Ind. or. 
I, 390., qui specimen authenticum imperfectura vide- 
runt, nunc Lasianthus cyanocarpus Jack apud Hook, 
f. Fl. Brit. Ind. Ill, 179. 

T. Mrsutum «Wall.» apud Clarke 1. c. nunquam 
a Wallich propositum fuit. 



231 



Anaphalis ex emend. Benth. 

Genus a Benthamio reconstructum, praeter genus 
Candolleanum, sect. 2. ejus Anfennariae amplec- 
tens, characteribus mere artificialibus iisdemque in- 
constantibus fultum est, seil, capitulis androgjnis et 
pappi setis liberis, neque ut in Antennaria basi in 
annulum connatis. Sed capitula «minus stricte dioica» 
in Anapliali occurrere fatetur ipse Bentbam et rêvera 
dantur in eadem specie individua mere 5 ( $5 sterilia), 
alia sub-2 i. e. flosculo 1 v, 2 centralibus 2 , reliquis 
omnibus Ç, alia denique androgyna, i. e. flosculis pe- 
ripheriae l-(vel passim bi-) seriatis 2, ceteris sterili- 
bus g . Pappi setae vero v. gr. in A. margarifacea 
distincte ipsa basi in annulum concreta et cuncta nee 
singula cadentia. Character e setis floris g vix apice 
incrassatis barbellatisque ab ipso Benthamio non 
magni aestimatur: adsunt Anaphales pappo late pul- 
chreque barbellato, cujus setae simul parciores inve- 
niuntur. — Nihilominus genus tale quale nunc circum- 
scribitur species habitu consimiles continet et igitur 
servandum, utrum vero pro genere proprio, an pro 
sectione GnapJialii (quo casu parallelum esset v. gr. 
Gacaliae, Ligulariae aliisque in Senecione) parum in- 
terest. 

Species Asiae orientalis. 

Folia secus caulem longe distincte decurrentia. 2. 
» sessilia. 5. 

2. Laete v. cinereovirides. 3. 

Dense albotomentosa, capitula globosa.. . . A. lactea m. 

3. Humilis, folia cauli parallela, corymbus in- 

volucratus A. Hancockii m. 

Pédales v. ultra, folia patentia, corymbus 
exinvolucratns, capitula parva. 4. 



— 232 — 

4. Ala latitudine caulis , folia basi vix an- 

gustiora, capitula globosa Ä, alata m. 

Ala angusta, folia basi sensim atienuata, 

capitula turbinata Ä. joterocaulon m. 

5. Folia linearia supra viridia (rarius utrinque 
incana. 6. 

Folia elongatolanceolata griseoincana, cau- 
lis ramosus .' Ä. sinica Hance. 

6. Involucri pbylla obtusa. 7. 

» » acuta V. interiora acumi- 
nata, pedicelli capitula majuscula aequan- 
tes A. yedoënsis m. 

7. Elata simplex macrophylla , capitula ma- 
juscula , A.margaritaceaBenih. 

Humilis ramosa microphylla et microce- 

phala Ä. japonica m. 

a. Folia alatodecurrentia. 
Species, una himalaica excepta, orientaliasiaticae. 

1. A. alata. Simplex elata viridis pulvereopilosula 
et ad caulem dense ad folia subtus parce araneoso-to- 
mentosa; foliis paten tibus 1-nerviis infimis spathula- 
tis vix alatopetiolatis reliquis linearilanceolatis breve 
acuminatis inermibus basi vix attenuata late ultra fo- 
lium vicinum decurrentibus, ala latitudine caulis; co- 
rymbo capitato simplici v. ramoso polycephalo; capi- 
tulis parvis subglobosis; involucri phyllis candidis 
obtuse obovatis exterioribus sensim brevioribus ; pappo 
albo. 

Kansu occidentali alpina, versus templum Tschöib- 
sen (Przewalski, 1880). 

Proxima sequens distincta videtur foliis membra- 
naceis obovato-oblongis ala angusta ex basi longe et 
sensim attenuata decurrentibus, capitulis duplo mino- 
ribus turbinatis. 

Capitula (diam. 3 lin.) in individuis 2 centre floscu- 
lum 1 5 sterilem habent, pappo omnium conformi 



— 233 — 

tenui setis vix apice paulo crassioribus, in iiidividuisi 
flores omnes abortu S, pappo breviore parciore, setis 
apice lato pulchre barbellatoclavatis. — Planta V-/^ — 2- 
pedalis. 

2. Ä. pterocaulon Franch. Savat. Enum. pi. jap. 
II, 405 (sub Gnaplialio). 

Nippon: in alpe Niko (Tschonoski! 1864), prov. 
Omi monte Ibuki (Dr. Rein, fide Franchet). 

3. A. Hancockii. Humilis simplex basi stolonifera vi- 
ridis viscidulo-pilosa, ad caulem marginesque foliorum 
araneoso-tomentosa; foliis erectis 1-nerviis infimis 
spathulatis ceteris linearioblongis obtusis v. sum mis 
sphacelato-acutis basi non attenuata secus caulem de- 
currentibus ; corymbo involucrato capitato pleiocephalo; 
capitulis turbinatis; involucri pliyllis basi nigrescente 
aequali excepta candidis nitidulis ovatooblongis obtusis; 
pappo albo. Ä. tripUnervis Hance in Trim. Journ. 
bot. YII, 1878, 12,— neque Clarke. 

China boreali: in alpe Siao-wu-tai-shan ditionis 
Pekinensis (Hancock!), Kansu occidentali alpina, alt. 
9 — 12 mill. ped. s. m^. (Przewalski, 1872, 1880); 
in jugo altissimo Nan-shan inter Mongoliam et Zai- 
dam finitimo (idem, 1879). 

Ä. tripUnervis Clarke, pro qua sumpta fuit, differt 
foliis radicalibus ellipticis longe caulinisque inferiori- 
bus petiolatis rite 3 — 5-nerviis, tomento griseo denso, 
foliis non decurrentibus, corymbo ramoso non invo- 
lucrato laxiore. In nostra folia radicalia caulinaque 
infima baud, fasciculorum sterilium seriora tantum 
petiolo alato instructa, costis ubique e nervo medio 
egressis nee a basi liberis. 

Mélanges tiologiques. XI. 30 



— 234 - 

Capitula fere semper dioica, vix Yg-pollicaria, in- 
volucri phyllis 7 ram. longis. Pappus tenuis elongatus 
ubique subaequiloiigus, setis fl. $ tameu leviter cla- 
vellatis. 

4. A. lactea. Caespitosa multicaulis ultrapedalis tota 
tomento floccoso denso incana, caulibus simplicibus 
erectis, foliis linearioblongis linearibusve planis 1-ner- 
viis fasciculorum in petiolum alatum attenuatis cauli- 
nis basi attenuata anguste alatodecurrentibus utri- 
busque obtusiusculis , superioribus acumine recurvo 
tomentoso; corymbo denso ramoso lobatocapitato; ca- 
pitulis subglobosis saepius dioicis ; involucri lactei opaci 
phyllis intus sensim longioribus oblongis obtusis; pappo 
albo capituli S late clavato. 

Kansic occidentali alpina, circa lacum Kuku-nor, 
10,200' s. m. et alibi (Przewalski, 1872, 1880). 

Ex affinitate Ä. araneosae DC. canle ramoso capi- 
tulis fere duplo minoribus turbinatis diversae. 

h. Folia sessilia. Pleraeque Indicae. 

5. A. sinica Han ce inJourn. bot. XII, 1874, 261. 
China media centrali, prope Kiu-Kiang (Dr. Shea- 
rer!, Möllendorff!) 

Proxime affinis A. oUongae DC. Ab A. lactea caule 
ramoso, foliis sessilibus mucronatis, involucre basi to- 
mentoso turbinate minore squamis corrugatis distincta. 

6. A japonica Turcz. in Bull. Mose. 1851, 200 
(sub Antennaria), Miq. Prol. 110. 

Kiusiu: Kawara yama (Buerger!), Nagasaki (Old- 
ham! n. 428, ipse), Simabara (ipse); Nippon: Kioto 
(Rein!) 



— 235 — 

Tarn similis A. contortae Hook, f., ut distinguero 
nequeam. 

7. A. margaritacea Be nth.. Herder, pi. Radd. 
monopet. n. 138. (sub Gnaphalio). Antennaria cinna- 
momea Miq. Prol. 1. c. 

Kamtschatka, MandsJmria orientalis borealis, Sa- 
chalin, Yezo, Nippon in montibus, v. gr. Fudzi-yama, 
Gïiinae prov. Kansu parte occidentali alpina (Prze- 
walski, 1872, 1880), America boreali, et var. cinna- 
momea Herd, in India. 

Planta Sinico-japonica foliis firmioribus nonnunquam 
distinctissime 3-nerviis, rarius subtus jam cinnamo- 
meo-tomentosis ad pi. Indicam transitum sistit, ita 
ut cum am. H er der o omnem conspecificam habeam. 
Etiam in gemiina enim folia latiora 3-nervia sunt, ner- 
vis lateralibus supra impressis, subtus tomento occul- 
tatis. 

8. A. yedoënsis Franch. Savat. 1. c. 404 (sub 
Gnaphalio). 

Nippon (S a va tier!). 

Yalde quidem praecedenti affinis, sed signis ab auto- 
ribus datis distincta videtur. 

Nannoglottis n. geo, 

Compositae Inuleae. 

Capitulum multiflorum hemisphaericum heteroga- 
mum, floribus radii 2 1-seriatis fertilibus ligulatis ligula 
reflexa parva oblonga intégra extus pilosa, floribus 
disci oo majoribus g abortu sterilibus campanulatis 
5-dentatis. Involucrum 2-seriale squarais extimis pau- 
cioribus foliaceis, intimis membranaceis , omnibus ae* 



— 236 — 

quilongis oblongis acuminatis appressis discum sub- 
superantibus. Receptaculum convexum alveolatum. An- 
therae basi obtusae. Achaenium angulatum oblongum, 
radii breve pilosum, disci lineare inane glabratum. Pap- 
pus radii 1-serialis parens setis plumose -barbellatis, 
disci ad setas 2 elongatas, reliquas brevissimas minu- 
tas inaequales, omnes scabras reductus. — Herba tan- 
guiica % bipedalis erecta flaccida subsimplex, tota, ad 
folia parce, versus apicem dense et subviscide corru- 
gato-pilosa. Folia magna membranacea oblonga grandi- 
dentata, infima in petiolum, reliqua in caulem alato- 
decurrentia. Pedunculi ex axillis superioribus nudi 1- 
cephali folium superantes. Capitula diametro poUice 
minora, sordide viriduloochracea homocliroma. 

N. carpesioides. ^ 

GMna occidentalis: in sylvis frondosis alpinis prov. 
Kansu (Przewalski, 1872). 

Antheris ecaudatis, in Inuleis rarissimis, anomala, 
sed ex characteribus habituque huic tribui associanda 
et quidem prope Vicoam ponenda videtur. — In radio 
rami stylini lineares semiteretes extus papillosi, in 
disco stylus inclusus sub ramis bispidus, rami pla- 
niusculi, extus convexi hispiduli, apice non dilatato 
obtusi, conniventes. Antherarum appendices breve ova- 
tae. Limbus disci breve 5-dentatus tubo aequilongus, 
pappi setas longiores aequans. Habitus Carpesii cernui. 

Cremanthodium humile. Fasciculis sterilibus nullis, caule 
decumbente repente oligophyllo; foliis subcoriaceis 
subtus incanotomentosis, radicalibus longe petiolatis, 
omnibus ovatis v. ovatooblongis penniveniis serratis 
in petiolum cuneatis; capitule V/^ pollicari, involucro 



— 237 — 

nigrovilloso et saepe albofloccoso, ligulis late oblongis 
3-denticulatis, disco luteo, styli ramis apice rotundato 
hispidulis, pappo albo. 

Kansu, alt. 10 — 12 mill. ped. s. ra. inter fragmina 
laxa lapidum frequens (Przewalski, 1872, 1880). 

Ob Crescendi modum sui juris, Werneriae nanae 
Benth. (in eadem regione detectae) similis. Caulis fere 
spithamaeus , sed pars ascendens fiorifera 3-pollicaris. 
Foliorum lamina 30 : 20 mm. magna. 

Cremanthodium plantagineum. Robustum pédale, foliis 
subcoriaceis fasciculorum sterilium longe petiolatis gla- 
bris V. subtus parce arachnoideis ellipticolanceolatis v. 
ellipticis acutis in petiolum basi vaginatodilatatum de- 
currentibus inaequaliter grandidentatis penninerviis ; 
caulibus floriferis folia radicalia paruoi superantibus 
oligophyllis, foliis basi attenuata vaginante amplexi- 
caulibus acuminatis ; capitule 2-pollicari; involucre ni- 
grovilloso V. insuper arachnoideo; ligulis oblongis 3- 
dentatis, disco fusco, styli ramis extus apiceque rotun- 
dato hispidulis; pappo albo. 

Ibidem idem. 

Aftine (7. ohloiigato Clarke (v. s. Strach. et Win- 
ter b. s. n. Ligiilariae K 4 in hb. Acad. Petrop. e Ti- 
heto occid. , alt 15 mill, ped.), quocum in communi 
liabet fascicules radicales fibris petiolorum vetustorum 
cinctos cauli florenti contiguos, sed folia basi neque 
cordata, neque rotundata, discus baud luteus, appen- 
dices stigmatum non acutae, corollae disci limbus tubo 
pluries neque parum longior, filamenta sub anthera 
distincte incrassata, neque aequalia. Appendix anthe- 
rarum in utraque oblonga. — Lamina foliorum radi- 



— - 238 - 

caiium 11 : 6 cm. magna, nervi oblique e costa egressi, 
arcuati. 

Cremanthodium lineare. Glaberrimum spithamaeum , 
foliis fasciculoruni radicalium chartaceis subeveniis 
elongatolinearibus obtusiusculis basi longe attenuatis, 
petiolo brevi subito in vaginam ovatam dilatato; caule 
florifero folia radicalia longe superante foliis diminutis 
erectis vaginatoamplexicaulibus subulatolinearibus acu- 
minatis, pluribus superne in bracteiformia sub capitulo 
abeuntibus; capitulo ly^-pollicari, ligulis e latiore basi 
linearibus acuminatis, integris v. subbidentatis, disco 
brunnescente , styli ramis extus hispidulis apice obtu- 
sis^ pappo albo. 

Kansu, regione Tangut, in pratis montium jugi bo- 
realis finitimi frequens (Przewalski, 1880). 

Typus proprius. — Folia radicalia cum petiolo 90:7 
mm. magna. Caulis superne cum foliis et involucro 
nigrescens. Appendix antherae oblonga. 

Ligulae trium praecedentium luteae. 

Cremanthodium discoideum. Foliis fasciculorum steri- 
lium parvulis glabris longe tenuiterque petiolatis char- 
taceis subeveniis subtus caesioglaucis ovatooblongis 
obtusiusculis; cauliculis florigeris pluribus folia radi- 
calia longe superantibus spithamaeis tomento floccoso 
albo aspersis oligophyllis; foliis erectis linearioblongis 
acutis basi vaginante amplexicaulibus quam radicalia 
majoribus superne nuUis; capitulo ^^-pollicari ; invo- 
lucro nigrovilloso , ligulis , disco fusco , styli ramis 
extus hispidulis acutiusculis; pappo albo. 

Kansu, regione Tangut, pratis alte alpinis (Prze- 
walski, 1872, 1880). 



■^ 239 -- 

Petioli foliorum radicalium 30 — 50 mm., lamina 
15 : 6 ad 30 : 10 mm. Folia caulina infima rariiis breve 
dilatato-petiolata late ovata, reliqua v. viilgo omnia 
)3 — 4) basi amplectente sessilia, 40 : 7 mm. magna, 
caule sub capitiilo longe nudo. Genitalia fusca, anthe- 
rae appendix ovatooblonga, filamenta sub anthera in- 
crassata. 

Capitula omnium nostrarum more generis nutantia, 
radices fasciculalae; fasciculi steriles, prima ubi de- 
sunt excepta, cauli fiorifero contigui. 

Doronicum stenoglossum. Elatum superne fastigiato- 
ramosum pilosum, foliis oblongis minute denticulatis 
radicalibus acutiusciilis in petiolum longissimum pro- 
funde decurrentibus , caulinis basi profunde cordata 
amplexicaulibus, superioribus basi latioribus acumina- 
tis; capitulis secus ramos 1 — 4 racemosis, lateralibus 
breve pedunculatis, pedunculo apice breviter obconico; 
involucre basi villoso pbyllis linearibus longe acumi- 
tis ligulas fere filiformes sulfureas subsuperantibus ; 
achaeniis omnibus pilosis pappo rufescente coronatis. 

Kansu occidentali, alt. 8 — 10 mill ped. (Prze- 
walski, 1880). 

Species sui juris, involucre elongato, capitulis sor- 
dide sulfureis v. ex brunnescente virentibus inter om- 
nes facile nota. 

Capitula diam. sesquipollicari, terminalia pedunculo 
2 — 3-pollicari, lateralia quam capitulum brevier efulta. 
Involucri viridis phylla 10 — 20 mm. longa, 1 — 1% 
mm. lata. Ligulae tube suo sesquilongiores, 1 mm. an- 
gustiores, 2-dentatae. Flores disci cum ovario 5 mm. 
longi, subcylindrici, 5-dentati dentibus anguste deltoi- 



— 240 — 

deis. Pappus parous longitudine disci, achaenio tur- 
binato-cylindrico 10-costato duplo longior. 

Senecio Sagitta ÇLigularia). Elatus pallide virens su- 
perne tomento floccoso niveo adspersus, foliis auricu- 
lato-sagittato-deltoideis e sinu subcordato anguste in 
petiolum decurrentibus paucicostatis costis praeter in- 
fimas mox ramosis, argute inaequaliter dentatis, prae- 
cocioribus apice auriculisque obtusis junioribus acu- 
minatis, caulinis paucis petiolo basi vaginante semi- 
am plexicaulibus, superioribus basi cuneatis, summis 
linearibus; racemo a basi florente elongato polycephalo 
demum laxiusculo, pedicellis praeter infimos capitulo 
brevioribus; involucri basi rotundati pliyllis suboctonis 
oblongis margine scariosis apice acuto adustis; ligulis 
5 — 9 involucro duplo longioribus oblougis 3 -dentatis, 
flosculis disci circa 10; styli ramis ubique consimili- 
bus linearibus extus ad basin usque distincte liispidu- 
lis appendice longiuscula obtusa, pappo sordide ochro- 
leuco. 

Kansu occidentali alpina (Przewalski, 1872, 
1880). 

Ex affinitate S. cacaliaefolii SchultzBip. (Flora 
1845, 50, qui Ligularia sihirica Cass.) et S. emoden- 
sis Schultz Bip. (ibid., qui L. racemosaJ) C), Sih utro- 
que foliorum forma et venatione distinctus. Folia S. 
cacaliaefolii enim pedatinervia costis laminae paucis 
ramosis , extimis 2 crassioribus basi marginantibus 
extus ramos plures emittentibus , folia S. onodensis 
costas numerosas tenues subparallelas subsimplices lia- 
bent, et extimae neque crassiores nee marginantes nee 
raraosae. 8. Sagitta habet costas paucas et ramosas 



— 241 — 

S. cacaliaefolii, infimae tarnen non crassiores sunt. Ab 
utroque praeterea capitulis duplo minoribus discrepat. 
Quo charactere ad S. Atkinsoni Clarke Comp. Ind. 
207. accedit, sed hic pubescens, foliis caulinis rotun- 
dato-reniformibus, ligulis brevibus describitur. 

Nomen S. Ligidariae Hook. fil. FI. Brit. Ind. Ill, 
350. delendum videtur, quia Schultziano recentius, 
quia L. sihirica et L. racemosa perperam junguntur et 
inter synonj^ma diversissimus S. Sibiriens «Ledeb FI. 
Ross. VI, 238.» (pro II, 638) recipitur. 

Folia caulina majora S. Sagittae exacte illis S. sa- 
gittati Schultz Bip. {Cacaliae hastatae L.) similia. 

Senecio Virgaurea [Ligidaria). Humilis glauco viridis 
stolonifer racemo excepto glaber, fasciculis sterilibus 
secus caulem nullis, caule fistuloso foliato ; foliis erectis 
integris infimis ellipticis oblongolanceolatisque in petio- 
lum alatum basi vaginantem cuneatis, reliquis elongato- 
oblongis basi attenuata convoluta semiamplexicaulibus 
acutis et acuminatis; racemo ab apice florente 1- — 12- 
cephalo, rhachi bracteis involucroque parce arachnoi- 
deis, pedicellis capitulo parvulo brevioribus ; involucri 
basi rotundati squamis 10 — 12 oblongis apice atte- 
nuato puberulis ; ligulis subdecem linearioblungis, 
flosculis disci circa 20 tubulosis breve 5-dentatis, styli 
ramis linearibus appendicula ad apicem crassiore pa- 
pulosa; pappi discum aequantis albi setis scabris. 

Kansu occidentali alte alpina (Przewalski, 1880). 

Etsi prima fronte a 8. altaico Schultz Bip. valde 
diversus, attamen proxime affinis. S. altaiats enira dif- 
fert praesentia foliorum radicalium secus basin caulis, 
ligulis latioribus basi subito constrictis, appendice an- 

Mélanges ^liologiqnos. XL 31 



___ 242 — 

therarum oblonga neque ovata, pappo breviore, racemo 
saepissime^denso et statura elata. 

Ad not. Oblata occasione hie exponere liceat très 
species inter se valde affines: 

Senecio mongolicus Schultz Bip. {Ligularia mon- 
golica DC.) a sequente differt: eaiile solido. foliis hietc 
viridibus subtus dense elevato-reticulatis, racemo a 
basi florente simplici denso, bracteis deltoideis pedi- 
cellisquo involucro pluries brevioribus, involucri squa- 
mis subquinque, flosculis paiicioribus, limbo corolla- 
rum disci ad medium 5-fido iobis oblongodeltoideis 
apice pubescentibus, achaenio (juvenili) oblongo, pappo 
longitudine tub! coroUini in disco, rufescente, multi- 
seto barbellato valde inaequali. 

Hab. in Mongolia maxime orientali et in CJiinae bo- 
realis alpe Siao-wu-tai-shan. 

iS. a/^aicMS Schultz Bip. in Flora 1 845, 50. Trautv. 
Enum. Schrenk n. 631. Ligularia altaica DC, Le deb. 
Fl. Ross. II, 621 (excl. pi. Gmelini et patria omni 
praeter Altai). 

In montibus Altai: prope Riddersli (Ledebour!, 
Politow!), ad fodinam Syränowi (Dr. Ludwig!), prope 
Smeïnogorsk (herb. Fisch.), ad Tschujam fl. (Poli- 
tow!); in Songaria: montibus Tarbagatai et Aktschawly 
(Karelin et Kirilow!), in graniticis Arassan (S erne- 
no w!), valle fl. Takyr (PotaninI); Mongolia boreali: 
ch'ca lacnm Ubsa ad brachium australe fl. Charkira 
(ît in valle fl. Ulan-Natschin (Po tanin! 1879); Kansu 
occidentali alpina, in vicinitate alpis Dshachar-dsargyn, 
alt. ultra 10 mill. ped. s. m. (Przewalski, 1880). 

Planta satis variabilis. Folia radicalia, fere semper 



— 243 ~ 

iü petiolum attenuata obionga acuta, variant tarnen in 
foliis vetustioribus v. in pi. tangtttica^ passim in omni 
distincte cordatoovata acuta. Racemus (semper ab apice 
florere incipiens) plerumque simplex pedunculis brevi- 
bus 1-cephalis, sed bracteae in medio pedunculo in- 
dicant capitula abortiva, et re vera pedunculi inferio- 
res sat frequenter occurrunt 2 — 3-cephali, et qui- 
dem aeque breves ac reliqui, aut elongati capitula 
superantes. — - Ligulae variant involucro l\{^ et 2-lo 
longiores, plus quam triplo v. paulo magis quam duplo 
longiores quam latae. — Yariationes stylorum mira- 
biles: rami oblongi v. linearioblongi , semiteretes, ap- 
pendice aequilata brevissime papulosa, in aliis indivi- 
duis rami stylini pi. m. complanati, appendice latiore, 
in eodem capitulo mox brevissime papillosa, mox pi. 
m. et imo longissime papillosoliispida. — Omnia speci- 
mina ante oculos incipiente v. plena antbesi collecta, 
fructifera bucusque ignota videntur. Pappus acbaenii 
juvenilis ovati albus involucrum superans, flosculos disci 
fere aequans, setis copiosis scabris. 

A S, altaico fortasse specie vix diversus, hujus sta- 
tus monstrosus censendus, est: 

S. SenecilUs m., SeneciUis glauca Gaertn., Ledeb. 

1. c. 619. 

Yidi specc. ePoc^oZk australi(Besser! fructif.), culta 

in borto Dorpatensi (Ledebour! flor.); jugo Altaico 
(Koptew!, alii!); ad fl. Jenisei prope Minussinsk(Tur- 
czaninow!) — omnia sibirica florentia lecta, 

Differt a S. altaico: foliis caulinis basi subito dila- 
tata (neque attenuata v. sensim minusque dilatata) cor- 
dato-amplexicaulibus, capitulis fere duplo majoribus (ta- 



.- 244 — 

men illis S. altaici e Mongolia aequimagnis) et prae- 
sertim fractu. Achaenium oblongum apice annulo 
coronatum, qui pappi setas ipso pluries breviores pau- 
cas albas fert, quae non tarn barbellatae (ut apud aucto- 
res describuntur) quam solito vix longius, sed squarrose 
scabrae sunt. Diversitas pappi ad mentem Schultzii 
Bip. a Senecione generica, ad mentem Benthami baud 
sufficiens. Equidem Bentbamio lubenter assentio, nam 
in Ästereis observavi similes pappi variationes, transitus 
a Galimeri in Heteropappiim sistentes, ita quidem, ut 
totus pappus in specc. centrasiaticis longior, ille radii 
vero quo magis Oceanum appropinquamur eo frequen- 
tius in coronulum pallescentem brevisetam mutetur. 
— Num forte in S. altaico analoga pappi mutatio oc- 
currit, si ab alpibus editis Asiae centralis ad loca 
magis demissa Sibiriae et Eossiae progredimur? 

Senecio tanguticus (Ligularia). Elatus gracilis, foliis 
superne capitulisque exceptis, parce araneoso-tomen- 
tellus, foliis subtus glaucis radicalibus nullis, caulinis 
pluribus brevipetiolatis petiolo basi subito dilatato 
semiamplexicauli , lamina ambitu cordata trijugo-pin- 
natipartita, partitionibus acuminatis paucilobis serra- 
tisque lobis acutis; panicula ampla oblonga polyce- 
phala, quovis ramo racemum compositum a basi floren- 
tem sistente, pedunculis 1 — 3-cephalis, pedicellis 
setaceobracteatis involucro brevioribus; involucri sub- 
ecalyculati phyllis 5 linearibus; ligulis 2 — 3 spathu- 
latis, disci flosculis 4 — 7 toto limbo exsertis, pappo 
1 -seriate albido; achaeniis glabris. 

Kansu occidentali, in sylvis alpinis (Przewalski, 
1872, 1880). 



— 245 — 

Cum S. Przewalskii m. et S. Mortoni Clarke tan- 
iam comparandus, ab utroque distinctissimus. A priore, 
•jui similior, differt foliis non palmatis, pubis praesentia, 
iefectu foliorum radicalium, petioli ratione, iuflorescen- 
cia non simpliciter racemosa, capitulo Yg minore, co- 
rollae disci limbo cylindrico breve 5-dentato tubum 
superante, antherarum caudis acutis cum vicina con- 
natis, styli 5 glabri ramis truncatis apice tantum pa- 
pillosopuberulis. Magis adhuc et prima fronte abhorret 
S, Mortoni: foliis palmatipartitis , caulinis petiolo va- 
ginante, iniiorescentia latissima e corymbis composita, 
pappo fusco cet. 

Senecio Roborowskii {Cacalia). Gracilis, caule angu- 
lato striatoque, foliis subtus tomento araneoso incanis 
deltoideis acutis inaequaliter dentatis e basi truncata 
cuneo oblique brève in petiolum nudum attenuatis 
dentibus mucromilatis ; panicula pyramidal! laxa pleio- 
cephala , capitulis cernuis ; involucro subecalyculato 
3-phyllo pliyllis linearibus, flosculis 3, pappo albo. 

In alpinis Kansu occidentalis (Przewalski, 1880). 

Persimilis 8. hulhifero m. e Japonia, qui tamen di- 
versus videtur caule tereti crassiore, foliis superioribus 
numerosis acuminato-ovatis, inferioribus cordato- v. 
reniformi- deltoideis basi vix recteque cuneata decur- 
rente, petiolo lamina breviore nee longiore, bulbillis 
axillaribus, panicula poly cephala densiore, capitulis 
triente minoribus, involucri squamis 5 fuscescentibus 
neque viridescentibus, flosculis 5 — 10. 

Senecio deltophyllus (Cacalia), Elatus gracilis simplex, 
praeter petioles margine pedunculos involucraque parce 
floccosotomentosa glaber, petiolis nudis laminam folio- 



— 246 — • 

rum inferiorum superantibus, mediorum subaequan- 
tibiis; lamina basi truncata deltoidea, apice breve acu- 
minato angulisque basalibus obtusis, margine inaequa- 
liter repandodentato dentibus obtusis mucrouulatis; 
pedunculis tcrminali et axillaribus gracilibus 1-cepha- 
lis folium petiolatum lanceolatum v. lineare aequanti- 
bus capitulo nutante plus duplo longioribus; invoiucri 
phyllis 10 diu connexis rigidis oblongis margine mem- 
branaceis disco pappoque albo brevioribus; flosculis oo 
limbo campanulato quam tubus subbreviore breve 5 — 6- 
dentato'lO — 12-nervio, achaenio lineari costato. 

Silvisalpinisj^aws^^occidentalis(Przewalski,1880). 

Affinis S. sagittatus S ch ultz Bip. {Gacalia Jiastata L.) 
optime differt petiolo brevi cuneato-alato, apice angulis- 
que laminae acute acuminatis, dentibus oo multo mi- 
noribus, panicula polycephala, squamis invoiucri vulgo 
floribusque paucioribus, coroUae limbo infundibuliformi 
tubum plus duplo superante, pappo sordido. Capitula 
S. sagittati ob invoiucri phylla linearioblonga mox so- 
luta floresque omnes rectos sub anthesi tota turbinata, 
in S. deltopJiyllo vero involucrum diu cylindricum ma- 
net, flores autem illi propiores extus curvantur. — 
Flores 8. deltoplujlli a collectore lutei dicuntur, sed ex 
sicco etiam ochroleuci videntur. Planta tota 8. sagit- 
tato rmnor. — 8. ruhescens L. M. Moore in Trim. 
Journ. bot. IV, 1875, 228., e China media centrali, 
mihi ignotus, abhorret ex descriptione foliis 3 — 5- 
lobis denticulatisque basi cuneatis, paniculis divaricatis 
amplis polycephalis, capitulis ascendentibus et glabritie. 

Saussureae species novae. 
S. Medusa {Eriocoryne Hook fil.). Tota tomento in- 



__ 247 — 

tricato gossypino pi. ni. tecta, caule crasso brevi fo- 
lioso; foliis caulinis patentibus petiolatis, lamina petiolo 
breviore orbiciilata circiimcirca lacimatodentata den- 
tibus acutis-, superioribus corymbiim subtendentibus 
reflexis numerosis rhombeis v. lanceolatis in petiolum 
alatum v. attenuatis pinnatifidis v. pinnatipartitis 
subulato-acuminatis laciniis linearibus, summis lineari- 
subulatis; capitulis co rhachi dilatatae arete innatis 
in hemispbaerium densissimura foliis arete einctum eon- 
globatis superficie disci sola visibili, singulis cylindrieis 
sub- 10 floris, involueri apice gossypini phyllis lineari- 
oblöngis scariosis coloratis subaequilongis ; coroUae 
purpureae tubo limbum subsuperante, pappo 1-seriato, 
achaenio lineari-fusiformi laevi; receptaculo parvo bre- 
vissime paleacco. 

In alpibus Nan-shan, inter MongoUam et Zaidam 
tinitimis, 11 — 12 mill. ped. s. m., nee non in Kansu 
occidentali, regione Tangut, in alte alpinis seeus fl. 
Tetung (Przewalski, 1872, 1879, 1880). 

Omnium speeierum Eriocorynes puleberrima ; pi. 
tangutica spithamaea, corj^mbo palmam usque lato, 
lamina foliorum pollicari, pi. nanslianica bipoUiearis. 

S. tangutica (OhvaUatae m. : foliis floralibus dilatatis 
eoloratis capitula pi. m. involucrantibus). Palmaris v. 
spitbamaea pi, m. longe villosa, caule gracili foliato; 
foliis chartaceis inferioribus patentibus petiolatis ner- 
vosis oblongis utrinque attenuatis crasse mucronato- 
dentatis acutis, floralibus coloratis reticulatis cordato- 
ovatis capitula 1 — 5 sessilia glomerata tegentibus; 
involueri nigrescentis longe hirsuti sub-4-seriati phyl- 
lis linearilanceolatis acuminatis; pappo duplici extern o 
scabro; receptaculo brevipaleaeeo. 



— 248 — 

Kansu occidentali alte alpina (Przewalski, 1872, 
1880). 

Proxima videtur ob capitula « sericeoyillosa » S. 
Schultm Hook f. mihi ignotae, sed haec describitur 
caule «puberulo«. foliis acuminatis, floralibus brevibus 
capitula pedicellata non tegentibus, et ob compara tio- 
nem cum S. hradeata Dne involucrum diver sum esse 
debet: phjdlis intimis extima plus duplo neque parum 
superantibus ; de forma foliorum floralium nil dicitur. 
— AS. obvallata Wall., cui caule gracili similis et 
a 8. involucrata Kar. Kir. (crassicauli) differt foliis 
floralibus cordatis, caulinis parvis non membranaceis, 
hirsutie caulis, foliorum et inflorescentiae , involucri 
phyllis angustis acuminatis, a S. involucrata praeterea 
receptaculo paleaceo. Corollae tubus limbum aequans, 
ut in S, involucrata. — Capitula fere pollicaria. 

S, phaeantha {Ohvallataé). Spithamaea v. pedalis pjlis 
longis mollibus ubique parce villosa; caule simplici 
erecto dense foliato ; foliis omnibus caulinis erectis 
flaccidis membranaceis linearibus acuminatis margine 
reflexo mucronato- denticulatis, iufimis in petiolum bre- 
vissimum late vaginantem attenuatis, reliquis basi vix 
attenuata sessilibus , summis corymbum fulcientibus 
violaceis capitula aequantibus ovatolanceolatis obtuse 
acuminatis; capitulis 5 — 15 sessilibus v. brevissime 
gracile pedunculatis ovatis basi rotundatis; involucri 
^/^-pollicaris phyllis nigrescentibus membranaceis lan- 
ceolatis acuminatis subtriseriatis extimis parum bre- 
vioribus; corollae fuscae limbo longitudine tubi; pappo 
flores aequante parco basi dilatato griseo; receptaculo 
longe paleaceo. 



— 249 — 

Kansu occidental! alte alpina (Przewalski, 1872, 
1880). 

A S. uniflöra Wall.!, cujus var. pumila 1 — 3- 
cepliala in eadem regione lecta ante oculos est, dif- 
fer! habitu fiaccido , foliis densis linearibus , capitulis 
parvis numerosis basi non turbinatis, pedunculis tenui- 
bus, corollae limbo quam tubus non sesquibreviore, 
pappo corolla baud breviore setis paucioribus basi 
multo magis incrassatis. Proportiones corollae eaedeni 
ac in 8. Hookeri Clarke [Sikkim, Elwes! sub S. gra- 
minifoUae var.?), sed haec cinereovillosa 1-cepbala 
integrifolia et folia floralia obtusa habet. 

S. Stella {Acaules Hook, f.) Acaulis nana glabra, 
foliis numerosis patentissimis imbricatis e basi dilatata 
elongato- linearibus longe sensimque subulato-acumi- 
natis integerrimis, capitula circumdantibus oo basi alte 
violaceis; capitulis parvis numerosis sessilibus; invo- 
lucri cylindrici sub-5-seriati phyllis sensim longiori- 
bus, exterioribus oblongis obtusis, intimis linearibus 
acutis, omnibus apice violaceis ceterum pallidis; tubo 
corollae limbum superante; pappo rufescente elongato 
simplici; receptaculo parvo paleaceo. 

Kansu occidentali: pratis alpinis secus fl. Tetung 
(Przewalski, 1872, 1880). 

Ob folia sat similis videtur S. suhulatae Clarke et 
S. wernerioidi Schultz Bip., mihi ignotis, sed capitula 
numerosa et involucrum diversum. 

S. apus (Acaules). Perpusilla acaulis araneosa, rhi- 
zomate tenui elongato horizontali apice ramoso et va- 
ginis brunneis vetustis petiolorum vestito; foliis capi- 
tulum sessile vix excedentibus chartaceis oblongolan- 

Melanges biologiques. XI. 32 



— 250 — 

ceolatis v. sublinearibus acutis basi attenuata petiolo 
vaginiformi dilatato insidentibus, summis capitulo ap- 
pressis ovatolanceolatis; capitulo iiltrasemipollicari;in- 
volucri parce tomentelii sub-3-seriati squamis paucis 
appressis extimis late ovatis nigroviolaceis intimis li- 
nearioblongis triente brevioribus; limbo corollae tubo 
duplo breviore ; pappi corollam fere aequantis setis 
exterioribus scabris; receptaculi paleis achaenio angu- 
lis subtuberculato brevioribus. 

In alpibus Nan-shan inter Mongoliam et Zaidaiii 
sitis, alt. 12 mill. ped. s. m. (Przewalski, 1879). 

Affinis videtur S, subulatae Clarke, sed in hac 
folia angustiora apice subiilata intégra revoluta et in- 
volucrum rigidum (in nostra squamae exteriores mem- 
branaceae, interiorcs scariosae). 

S, arenaria (Caiilescentes Hook, f.) Nana, rhizomate 
tenui horizontal! apice ramoso petiolorum vaginis brun- 
neis laceris tecto; caule poUicari crassiusculo foliato 
tomentoso v. glabro; foliis membranaceis subtus albo- 
tomentosis in petiolum alatum attenuatis linearioblon- 
gis utrinque acuminatis sinuato-dentatis, summis capi- 
tulum solitarium pollicare fulcientibus et longe supe- 
rantibus; involucre breve lateque ovoideo parce tomen- 
tello V. glabro viridulo phyllis numerosis sub-5-seriatis 
extimis ovatolanceolatis breve acuminatis quam in- 
tima longe acuminata fere duplo brevioribus, acumi- 
nibus vulgo recurvis; corollae tubo limbum duplo su- 
perante; pappo sordido ad limbum attingente; recepta- 
culi paleis achaenia aequantibus. 

Kansu occidentali, in aronosis ad Hoanglio superio- 
rera (Przewalski, 1880). 

Ex descriptione S. Falconeri Hook. f. proxima, quae 



— 251 — 

tarnen rhizomate cauleque crassis, foliis elongato-linea- 
ribus sinuatopinnatifidis v. dentatis lobis recurvis, in- 
volucri phyllis liuearilanceolatis'differre videtur; co- 
rolla et pappus tarnen aequilonga dicuntiir. — Pappi 
setae exteriores scabrae. 

S. katochaete {Caulescentes). Nana pollicaris, foliis 
subtus albotomentosis exceptis glabra; foliis coriaceis 
rosulatis petiolo crasso vix vaginante, lamina subcor- 
dato-ovata subito brève acuminata basi in petiolum 
brève decurrente dense mucronato-denticulata paral- 
lele multinervia, foliis capitulum solitarium pollicare 
fulcientibus sed non super antib us petiolatis lanceolatis 
acuminatis; involucri ovoidei pliyllis coriaceis nume- 
rosis quadriseriatis valide 1-nerviis obtusis ex ovata 
basi exterioribus brève interioribus duplo longioribus 
longe attenuatis nigromarginatis; corollae tubo limbum 
sesquisuperante; pappi série externa setosa réfracta! 
acbaenio laevi appressa et aequilonga, interna quam 
corolla parum breviore ; receptaculi paleis acliaenio 
brevioribus. 

Kansu occidentali: in pratis alpinis secus fl. Tetung 
(Przewalski, 1880). 

Specimen unicum collectum admixtum erat plantae, 
quam pro varietate glabriore minore S. hieracioidis 
Hook. f. (a me non visae) babeo, cujus exemplis sub- 
acaulibus quoad folia et capitula subaequimagnum est. 
— Species pappi structura per totum capitulum con- 
stante ab omnibus notis excellens, neque reliquis par- 
tibus in ullam descriptam quadrans. 

S. nigrescens {Corymhiferae Hook. f.). Pedalis laxe 
caespitosa pilis longis mollibus ubique parce pilosa; 



— 252 — 

caule gracili farcto stricto; foliis infimis in petiolum 
brevem basi vaginantem attenuatis, ceteris semiam- 
plexicaulibus , omnibns linearilanceolatis v. -oblongis 
acute sensim acuminatis reverse -denticulatis, summis 
capitula fulcientibus apice violaceis; capitulis 1 — 6 co- 
rymbosis folio longius pedunculatis pedunculis strictis 
gracilibus; involucre oblonge fere pollicem longo ni- 
grescente parce pilose phyllis sub-5-seriatis obtusis 
extimis 4-lo brevioribus ovatis intimis linearibus; co- 
rollae fuscescentis limbo quam tubus breviore pappum 
excedente; pappi setis plumosis paucis, scabris pluri- 
rais; receptaculo longe paleaceo. 

Kansu occidentali: pratis alpinis frequens et gre- 
garia (Przewalski, 1872, 1880). 

Appropinquat nonnihil 8. phaeanthae etiam ob folia 
floralia apice colorata. sed capitula majora longe pe- 
dunculata et involucrum distinctissima , posterius po- 
tius illi 8. serratae vel 8, elongatae simile. Inflorescen- 
tia tarnen et pubes diversae. 

S. Q\2iSchan\c^{Corymhferae). Palmaris simplex, caule 
gracili tomentoso foliate, foliis subtus albotomentosis 
breviter alatopetiolatis ellipticis acuminatis, superio- 
ribus sessilibus lanceolatis, omnibus mucronato-den- 
tatis, capitula 1 — 3 glomerata brevissime crasse pe- 
dunculata subtendentibus subulatis integris peduncu- 
lisque dense tomentosis; involucre % PoU. longo tur- 
binatocylindrico villoso phyllis 4 — 5-seriatis exterio- 
ribus ovatolan Ceolat is quam interiora linearia 3 — 4-lo 
brevioribus praeter intima recta acumine subulate fo- 
liacée réflexe terminatis; tube corollae limbum supe- 
rante pappo biseriato breviore; caudis antherarum 



— . 253 - 

latis breviusculis apice dense ciliatis; receptaculo longe 
paleaceo. 

Mongolia australis : in faucibus montium Alaschan, 
rara (Przewalski, 1873). 

Species, cujus exempla 2 collecta, evidenter 8. el- 
Upticae Clarke et ä ovatae Be nth. (in H end er s. Yar- 
kand, 325. cum tab.), utrique a me non examinatae, 
affinis, sed ab utraque foliis brevipetiolatis regulariter 
baud grandidentatis , capitulis duplo majoribus, re- 
ceptaculo non nudo, antherarum caudis nee bisetis 
nee laciniatis distincta. 

Folia maxima petiole pollicari, lamina 3 : V/^ poll, 
magna, membranacea (in S. ovata crassiuscula), nervis 
utrinque usque 7 tenuibus indistinctis. Flores rosei. 
Pappus sordidus, exterior copiosus brevis scaber. 
Achaenium laeve. 

S. pulvinata {GorymUferae). Vix spithamaea multi- 
caulis longe moUiterque lanata^ caulibus dense caespi- 
tosis basi petiolis vetustis vaginantibus arete crasse- 
que obvallatis foliatis, foliis carnosis oblongolinearibus 
utrinque attenuatis margine integro revolutis, infimis 
et fasciculorum sterilium in petiolum tenuem angusta- 
tis, reliquis sessilibus ; pedunculis folia aequantibus ex 
axillis superioribus; capitulis 7 — 12 dense corymbo- 
sis; involucre cylindricoovoideo semipollice breviore 
pallido phyllis appressis subquadriseriatis exterioribus 
anguste ovatis quam interiora oblonga et linearia plus 
duplo brevioribus coriaceis acutis; corollae alboroseae 
tube limbum aequante pappo biseriato brunnescente 
breviore ; acbaenio angulato tuberculatorugoso ; re- 
ceptaculo breve acuteque papillose. 



- 254 — 

In alpibus Nan-sJian inter Mongoliam et Zaidarn 
finitimis, 11 — 12,000' s. m. (Przewalski, 1879). 

In mentem vocat S. canam Le deb. ß. angustifoliam 
Ledeb. (totam speciem ex opinione Trautvetteri 
S, salicifoUae DC. varietatem), sed piibe, foliis car- 
nosis , capitulis et receptaculo abunde nimisqiie di- 
stincta. — Antherarum caudae elongatae ciliatae illis 
S. ovatae Benth. 1. c delineatis similes. Pappi series 
exterior scabra sat copiosa ochroleuca, interior plu- 
mosa plus duplo longior rhachi sordide purpurea pilis 
cinerascentibus. 

S. malitiosa {Sderodontae m,- dentibus foliorum et 
interdum involucri phyllis mucrone cartilagineo ter- 
minatis ^^). Pedalis simplex, radice fusiformi, caule 
basi petiolis vetustis vaginato crasso parce lanato fo- 
lioso ; foliis membranaceis pube corrugata elougata 
lanatis inferioribus petiolatis (petiole basi vaginante), 
superioribus v. plerisque sessilibus, ambitu lineari- 
oblongis usque ad costam alatam pinnatipartitis laciniis 
linearibus divaricatis parce dentatis v. vulgo integris, 
apice dentibusque reversis cartilagineo -mucronatis; 
corymbo denso 6 — 15-ceplialo lana densissima incano, 
capitulis pedunculo crasso brevissimo subsessilibus ; 
involucre ovoideo pollicari pallido phyllis appressis 
numerosis 5 — 7-seriatis rigidulis, extimis ovatolanceo- 
latis quam intima linearia basi attenuata plus triplo 
brevioribus^ omnibus acumiuatis tenuiter pungenti- 
mucronatis v. saepius appendice foliacea subulata mu- 

5) Hue S.alata DC. [in ali^ihns Nan-shan a Przewalskio etiam 
lecta), S.runcinata DC , /S./acmm^a Ledeb., multis \oq,\^ Mongoliae 
borealis a Przewalski et Potaiiiu inventa, et fortasse S.sylcatica 
(infra describenda). 



■^ 255 — 

cronata reflexa aiictis; corollae roseae Umbo tubum 
aequante pappiim parum superante; pappi albidi setis 
scabris paucis; achaenio ruguloso; receptaculo paleato. 

Regione alpina alpium Nan-shan (Przewalski, 
1879). 

8. laciniatae Le deb. affinis , sed jam involucro 
distinctissima et cum ilia aliisque seriem in genere 
anomalam subarmatam formans, Cousiniis hoc puncto 
appropinquantem , pappi setis in annulum connatis ta- 
rnen distinguendam. 

Adest specimen vix palmare involucro exappendi- 
culato et aliud pédale ubi ex axillis inferioribus sur- 
gunt rami stricti 1-cephali, quorum involucra omnino 
V. fere exappendiculata , simul cum eximie appendicu- 
latis in corymbo caulino principali. Pedunculi infimi 
passim longitudine capituli. Rhachis foliorum capitula 
fulcientium et vix excedentium dilatata, laciniarum 
longitudini aequilata, reliquorum latitudini laciniarum 
aeque angusta. Corolla pollicaris. Caudae antherarum 
elongatae a basi in piles parallelos vix crispatos solutae. 

S. Przewalskii {Elatae Hook. f.). Simplex ultrapeda- 
iis tomento floccoso adspersa, caule tereti basi prae- 
sertim foliate, foliis basalibus oblongolinearibus acutis 
brevipetiolatis sinuate -pinnatilobis denticulatisque lo- 
bis et dentibus subreversis mucrenulatis, caulinis pau- 
cis erectis sessilibus acuminatis sinuatodentatis; co- 
rymbo eligocephalo (capitulis 2 — 10) cearctato denso, 
capitulis brevipedunculatis, involucri 72"Pollicaris evoi- 
dei nigrescentis parce villosi phyllis rigidis appressis 
acuminatis 4-seriatis, exterioribus lanceelatis quam 
intima eblonga triple brevioribus; corollae brunne- 



— 256 — 

scentis limbo tuboque aequilongis pappura biseriatum 
sordidum parum superantibus ; receptaculi paleis achae- 
nia angulata laevia longe superantibus. 

Kansu occidentali alte alpina, in fruticetis (Prze- 
walski, 1880). 

S. elongatae DC. affinis. Differt S. elongata DC. 
praesertim tomenti absentia, foliis inferioribus ellipti- 
cis V. subcordatis vulgo profunde pinnatifidis partitisve, 
involucri turbinatocylindrici squamis sensius accrescen- 
tibus acutis. 

S. sylvatica [Elatae), Caule elato foliato superne fasti- 
giato-ramoso et pubescente, ceterum cum foliis glabro ; 
foliis membranaceis linearioblongis infimis breve alato- 
petiolatis obtusis reliquis obtuse acuminatis basi vix 
attenuata longe decurrentibus, margine alaque mucro- 
nato-dentatis dentibus cartilagineis patenti-recurvis; 
capitulis ramos caulemque terminantibus pollicaribus 
laxe corymbosis; involucri subbemisphaerici nigrescen- 
tis phyllis subsexseriatis rigidis margine dorsoque pi- 
losis obtusis, exterioribus oblongis quam interiora 
linearia subtriplo brevioribus ; corollae limbo longi- 
tudine tubi; pappi corolla parum brevioris setis exti- 
mis scabris paucis; receptaculi paleis achaenium elon- 
gatum laeve superantibus. 

Kansu occidentali alpina(Przewalski, 1872,1880). 

Habitus e longinquo fere Gnici cujusdam, at folia 
longe quidem, sed non valide mucronatodentata. 

S. epilobioides (Elatae). Simplex bipedalis dense fo- 
liata caule tereti glabro, foliis omnibus caulinis erectis 
scabriusculis linearioblongis basi subattenuata profunde 
auriculatocordata sessilibus sat dense denticulatis (den- 



— 257 — 

tibus longe mucronatis) apice in acumen acutissimum 
elongatum integrum sensim attenuatis subtus elevato- 
venosis; corymbo terminali parvo denso polycephalo 
basi foliato; capitulis breve pedicellatis ; involucri y^ 
pollice brevioris ovoidei parce villosuli phjdlis 4 — 5- 
seriatis extimis late ovatis quam intima linearioblonga 
recta acutiuscula plus duplo brevioribus omnibus ni- 
gro marginatis et appendice subulata squarrosa ter- 
minatis; corollae limbo tubum pappumque sordidum 
superante ; paleis receptaculi achaenio laevi longioribus. 

Kansu occidentali in fruticetis alpinis (Przewalski, 
1872, 1880). 

Folia non dissimilia et aeque densa Epilohio angusti- 
folio, sed basis diversa et costae paucae irregulariter 
arcuatae. Proxima 5'. rigidae Le deb., sed magis gran- 
difolia foliis neque decurrentibus neque integris, in- 
volucrum non cylindricum et minus, caulis neque sul- 
catus neque late corymbosoramosus , corolla minor 
(10 neque 15 ram.), pappus brevier (7 nee 10 mm.) 

Caudae antherarum longe lateque setosae apice la- 
ciniatae. 

Myripnois uniflora. Foliis linearilanceolatis, involucri 
phyllis 7 V. 8 externis sensim brevioribus; capitulo 
1-floro. 

Kansu occidentali alpina, ad fl. Mudshik-che, non 
procul ab oppidulo Hui-dun (Przewalski, 1880). 

M. dioica Bge valde discrepat involucre 5-phyllo 
subuniseriato phyllis extimis paulo tantum quam intima 
brevioribus, capitulo plurifloro et corolla bilabiata, 
ceterum quoad loborum dimensionem et distributionem 
variabili. Sed modus Crescendi in utraque specie idem, 

Mélangea biologiques. XI. '^'^ 



~ 258 — 

omnibus partibus in M. uniflora gracilioribus, ita ut 
congeneras credam. 

Frutex bi-tripedalis densissiine ramosus, ramis vir- 
gatis tenuibus brevibus dense ramulosis. Folia inno- 
vationum alterna, ramulorum floriferorum fasciculata, 
vere e gemmis perulatis tomentosis cum capitulis 
erumpentia, breve petiolata, lamina 30 : 4 ad 7 mm. 
magna. Capitula in fasciculis terminalia, pedunculo 
1 — 2 mm., involucro lineari 10 mm. longo. Involucri 
phylla chartacea attenuata, extima ovata, intima linea- 
ria. Capitula 9 tantum collecta. Corolla pallide rosea 
limbo inaequaliter 5-dentato dentibus linearibus re- 
curvis. Stamina minima vacua libera sub medio tubo, 
filamento anthera subulata basi sagittata triplo bre- 
viore, antheris vix supra dimidium tubi attingentibus. 
Stylus coroUam aequans apice ramique laeves crassi 
subulati acuti patuli extus breviter puberuli. Pappi 
setae numerosae apice barbellatoscabrae, extimae pau- 
cae passim breviores. Acliaenia turbinatocylindrica 
dense sericea. 

Codonopsis viridiflora. Volubilis puberula, foliis ovatis 
obtusis 1 éviter repando-crenatis ; pedunculis elongatis; 
calycis apice puberuli laciniis oblongis acutiusculis bas 
discretis: corolla sesquilongiore breviter cylindrico- 
campanulata luteoviridi lobis depresse deltoideis ob- 
tusis; filamentis late subulatis antheram subaequan- 
tibus. 

China occidentalis : prov. Kansu parte alte alpina 
(Przewalski, 1880). 

Arete quidem affinis C. clematideae Benth. (Wah- 
lenhergiae, Schrenk) et G. ovatae Benth., sed cum 



— 259 — 

neutra jungenda. Prior differt caule non volubili, fo- 
liis integris , corolla albocoerulescente campanulata 
dupio calycem superante, calycis lobis ovatolanceolatis 
basi contiguis sensim acuminatis, filamentis ima basi 
tant urn dilatatis. lisdem fere signis distinguitur etiam 
C. ovata^ quae G. dematideae omnibus partibus simil- 
lima, sed magis parviflora videtur et ab ilia baud di- 
versa suspicatur ab autoribus florae Indicae, quod 
in integro relinquere coactus sum ob supellectilem pi. 
indicae in herb, nostris non satis completam. 

Primula urticifolia. (Ârthritica) Glabra digitalis flac- 
cida, foliis membranaceis longissime petiolatis lamina 
parva late ovata obtusa basi intégra subito longe in 
petiolum decurrente, ceterum profunde grandiserrata 
serraturis paucis lanceolatoovatis acutiusculis ; scapo 
debili folia subaequante; involucri 1 — 3-phylli foliolis 
subulatis inaequalibus , umbella 1 — 3-flora pedicellis 
elongatis ; calycis anguste campanulati 5-lobi lobis 
ovatis acutis corollae tubo duplo brevioribus; limbo 
corollino quam tubus aequalis breviore lobis bilobo- 
emarginatis; capsula ovoidea calyce inclusa. 

Kansu occidentali alpina, in fissuris rupium rara 
(Przewalski, 1880). 

Folia P. macrocarpae m. , sed profundius serrata 
serraturis passim bidentatis et petioli elongati, calyx 
P. macrocarpae tamen ad medium in lacinias lanceo- 
latas fissus, limbus tubum corollae superans, capsula 
cylindrica exserta. P. elliptica Roy le foliis rotundatis 
saepe subcordatis multiserratis, calycis ad medium fissi 
laciniis anguste lanceolatis, phyllis involucri pedicellos 
breves aequantis v. superantis basi appendiculatis 
dignoscitur. P. cimeifolia Ledeb. discrepat foliis sen- 



— 260 — 

sim cuneatis brevius petiolatis, serraturis minoribus 
latioribus, calycis campanulati fere partiti laciniis lan- 
ceolatolinearibus, corolla majore tubum superante. 

Stamina in exemplis paucis suppetentibus Y^ infe- 
riore tubi inserta, antheris linearioblongis ad medium 
tubum longe non attingentibus. Capsula calyce Y^ bre- 
vier, ad medium dehiscens. 

Primula flava. {Arthriticaji^slmdins, foliis subtus niveo- 
farinosis petiole lato in laminam breviorem ovatam v. 
subcordatam obtusam crenatam cuneatodilatato ; sea- 
pis folia multo superantibus; umbella 2 — 15-flora ca- 
lycib usque albofarinosis, involucri phyllis e lanceolata 
basi linearibus attenuatis quam pedicelli parum bre- 
vioribus ; calyce pedicellos superante corolla flava 
duplo breviore tubuloso-infundibuliformi 5-fido laciniis 
oblongolinearibus obtusiusculis ; limbi corollae tube 
brevioris laciniis obcordatis, staminibus versus medium 
tubum, ovario depresse globose. 

Kansu occidentali alte alpina, ad Hoangho superio- 
rem (Przewalski, 1880). 

Subaffinis P. Stuartii Wall., foliorum forma jam di- 
versissimae. — Folia maxima 22:15 mm., petiole 40 
mm. Corolla diametro 10 mm., calyx 5 — 7 mm.longus. 

Primula stenocalyx. (Aleuritia) Palmaris tota scaberula, 
foliis obovatis v. spathulatis obtusis integris in petiolum 
brevem basi vaginantem attenuatis costa crassa venis- 
que lateraJibus subtus prominulis; scapo folia pluries 
superante J involucre 3 — 15-floro pbyllis linearibus 
acuminatis basi vix gibbis pedicellos superantibus; ca- 
lyce tubuloso pedicellum subduplo superante lobis li- 
nearilanceolatis acutiusculis ; corollae lilacinae tubo 



— 261 — 

caiyce sesquilongiore limbo breviore, limbi lobis emar- 
ginatobilobis. 

Kansu occidentali alte alpina (Przewalski, 1873, 

1880). 

Juxta F. longiscapam Le deb. coUocanda, quae ca- 
iyce campanulato laciniis latioribus corollaque parva 
(duplo minore) calycem parum superante primo obtutu 
distinctissima. P. involucrata Wall, distinguitur foliis 
longe petiolatis, lamina rotundata v. ovata basi sub- 
cordata vix in petiolum tenuem decurrente, subdenti- 
culata, scapo elongato, phyllis involucri longe appen- 
diculatis; antherae vero prope faucem insertae fortasse 
tantum statiim dichogamum a nostra diversum in- 
digitant. 

Calyx usque 10 mm., tubus corollae 12 — 15 mm. 
longus, limbus 13 — 18 mm. latus. 

Primula Pumilio. (Aleuritia) Semipollicaris scaberula, 
foliis late petiolatis lamina petiolum subaequante in- 
tegerrima obtusiuscula rhombea v. elliptica; umbella 
sessili 1 — 7 -flora; involucri foliolis ovalibus obtusis 
exauriculatis pedicello brevioribus; calycis tubuloso- 
infundibuliformis tubo lacinias anguste ovatas obtu- 
siusculas superante; corollae pallide roseae tubo non 
exserto limbum laciniis biloboemarginatis subsuperante. 

Kansu occidentali alte alpina (Przewalski, 1880). 

Proxima P. farinosae L. ß. denudatae Ledeb. et 
P. sihiricae Jacq. Prior dignoscitur scapo exserto, fo- 
liis baud integris, phyllis involucri cuspidatis basi au- 
riculatis, posterior foliis longe petiolatis forma alienis, 
scapo exserto, involucro basi appendiculato , corollae 
tubo e caiyce exserto. Cum minutis indicis (P. minu- 



— 262 — 

tissima Jacquem. et P. pusilla Wall.) affinitas fere 
nulla, propter folia diversissima. 

Flores quam in P. sihirica paulo minores , fauce 
flava. Antherae quas vidi triente tubi superiori inser- 
tae, ad faucem attingentes, lineares. Ovarium depresse 
globosum. 

Androsace erecta. Annua, ubique breve glanduloso- 
pilosa, caule erecto usque pedali striato foliato pedun- 
culisque hirsutis; foliis omnibus caulinis alternis sub- 
sessilibus carnosulis integerrimis ovatis v. ellipticis 
acutis cartilagineo-marginatis et -mucronatis; umbel- 
lis axillaribus et terminali longe pedunculatis dense 
involucratis 1 — oo-floris, involucri pliyllis caulina ae- 
mulantibus, pedicellis flore pluries v. multiple longio- 
ribus ; calycis 5-fidi lobis lanceolatis mucronatis in 
fructu non auctis; corollae tubo calycem vix limbum- 
que superante; capsula calyce breviore. 

Kansu occidentali alte alpina(Przewalski, 1880). 

Stimpsoniam quandam habitu simulât, sed calyx, 
corolla fauce constricta, capsula apice tan turn 5 -val vis 
omnino Androsaces, ubi sectionem propriam consti- 
tuere meretur, nam habitus ab omnibus reliquis diver- 
sissimus. 

Occurrit 2-pollicaris 1 -flora usque pedalis a dimidio 
caule sursum umbellifera. Folia crebra patula, maxima 
10 mm. Umbella non est talis, sed potius pedunculi 
dense aggregati ex foliis involucri approximatis axil- 
lares. Corolla roseoalbida, diam. 4 mm. 

Pomatosace n. gen. 

Primulaceae Primuleae. 

Calyx 5-lobus pcrsistens fructifer subaccretus, lobis 



— 263 — 

praefloratione valvatis. Corolla liypogyna calyce bre- 
vior hypocraterimorplia , tubo breve lateque conico 
limbum superante, fauce tumidoanniilata, limbo 5-par- 
tito praefloratione quinciinciali. Stamina inclusa medio 
tubo inserta, corollae lobis opposita, filamento subulate 
antherâ ovatâ subcordatâ basi insertâ introrsâ bre- 
viore. Ovarium a calyce liberum depressoglobosum. 
Stylus ovario brevior crassiusculus persistens. Stigma 
capitatum. Ovula plurima semianatropa obcompressa 
umbilico ventrali. Capsula corolla emarcida diu coro- 
nata, calycis tubo arcte circumdata et limbo ejus pa- 
tulo cincta, circumscisse prope basin dehiscens. Se- 
mina circa 12 placentae crassae basi constrictae sub- 
globosae favosorugosae insidentia, angulata, hilo pal- 
lido ventre affixa. Albumen carnosum. Embryo sub- 
transversus axilis prope liilum locatus teres viridulus, 
radicula cotyledones vix latiores superante. — Her- 
bula tangidica annua v. biennis, pilosa, radice fusi- 
formi tenuiter carnosa, foliis dense rosulatis vaginato- 
petiolatis linearibus runcinato - pinnatipartitis , laciniis 
numerosis linearibus integris v. dentatis, scapis axil- 
laribus folia demum superantibus , umbellis multifloris 
basi multibracteatis , pedicellis flores minutes albos 
paulOj fructifères pluries superantibus. — Nomen ex 
7ccü[jia (operculum) et (jccaoç, (scutum), quasi Androsace 
operculata. 

Prope Bryocarpum Hook. f. ponenda, habitus tamen 
Androsaces annuae cujusdam et characteres florales et 
forma capsulae diversissima. 

P. Filîcula. 

Kansu occidentali (regione Tangut) in pratis alpium 



— 264 — 

Mudshik, locis a Siphneis fossis frequens, 1 1 ,000' s. m. 
fine Junii fl. et frf. , nee non in alpibus inter jugum 
Nan-shan et montes Don-kyru extensis, ad fl. Rako- 
gol, circiter 9000' s. m., in fissuris rupium rara, sub 
finem Julii fructif. (Przewalski, 1880). 

Gentiana aperta. (Ghondrophylla. annuae). Glaberrima 
multicaulis , rosula radicali nulla , cauliculis basi laxe 
ramosis ; foliis ellipticis v. lanceolatis cartilagineo- 
acutis; floribus longe pedunculatis ; calycis dentibus 
erectis lanceolatis acuminatis; coroUae pallide coeru- 
leae tubo infundibuliformi calycem parum limbum pa- 
tulum sesqui superante, limbi lobis deltoideis acutis 
plicas acute bifidas superantibus ; genitalibus plicis 
aequialtis, antheris ovatis, stylo ovarium stipitemve 
ejus aequante, stigmate brevi indivise; capsula ovali 
inclusa. 

Kansu occidentali (regione Tangut)^ ad fl. Rako-gol, 
10 — 11,000' s. m. , in paludibus secus ripas frequens 
et gregaria (Przewalski, 1880). 

Proxima G. apricae Dne in Jacquem. Voy. 112, 
t. 118, quae ex descriptione et icone tarnen abunde 
distincta foliis imis rosulatis, foliis scabriusculis arista- 
tis, floribus brevius pedunculatis, calycis ad medium 
fissi laciniis scabris linearilanceolatis aristatis corollae 
tubo duplo brevioribus, tubo corollae limbum duplo 
superante, limbi lobis ovatis acuminatis, staminibus 
vix ad medium tubum attingentibus , antheris ovario- 
que oblongis; sed stigma pariter indi visum. 0. pe- 
diceUata Wall, etiam similis, at ob stigmata recurva 
majora magis distans, difiert foliis aristatis radicalibus 
rosulatis, floribus breve pedunculatis, calycis dentibus 



"- 2G5 — 

recurvis ciliatis, corollae lobis acuminatis, plicis cre- 
nulatis, staminibiis styloque dimidium tubiim aequan- 
tibus, antheris oblongis. 

Digitalis, caespitosa. Folia parte libera 3—4 mm. 
longa. Pedunculi fere pollicares. Calyx 6 , corolla in 
sicco semper aperta 10 mm. longa, diam. 7 mm., secus 
lobos eorumque nervös in tubo profiindius coerulea, in- 
tus ad faucem viridi-punctata. Antherae quam in affi • 
nibus duabus duplo majores, albae. Capsula (juvenilis 
visa) calyce inclusa stipitem crassum aequans et ab 
illo vix distincta, stylum superans, apice rotundata. 

Gentiana striata. {Pneumonanthe , annua) Caule pal- 
mari a basi ramoso ramisque arcuatopatentibus acute 
4-angulis ad angulos sub foliis scabris; foliis radicali- 
bus nullis, caulinis baud vaginantibus remotis patenti- 
bus sessilibus ovatolanceolatis cartilagineo-marginatis- 
acutisque margine scabris basi scabrociliatis; floribus 
maximis caulera ramosque terminantibus sessilibus so- 
litariis erectis; calycis corolla lactea secus lobos atro- 
fasciata duplo brevioris tubulosoinfundibuliformis vix 
ad medium 5-fidi secus nervös margineque scabri la- 
ciniis linearibus mucronatoacuminatis; corollae tubu- 
losae limbo perbrevi lobis deltoideis aristatis plicas 
humillimas denticulatas multiplo superantibus; stylo 
tenui stipitem subaequante capsula inclusa lineari- 
oblonga utrinque attenuata breviore. 

Kansu occidentali, in pratis alpinis parce (Przewal- 
ski, 1872). 

Species inter Pneumonanthas radice annua paradoxa 
et cum nulla notarum comparanda, e flore sect. Pneumo- 
nanthes et caule Amarellae cujusdam, v. c. G. aurieu- 

Melanges biologiques. XI. 34 



— 266 — 

latae v. G. Pulmonariae, quasi conflata. Foliis margine 
cartilagineis capsulaque longe stipitata appropinquat 
G. ornatae Wall, et G. cacJiemiricae Dne. 

Caulis saepeque folia purpurascentia. Folia polli- 
caria in caule internodia superant, semipoUicaria in 
ramis internodio saepe duplo breviora, apicalia florem 
fulcientia calycem subaequantia. Corolla 2^ poll, longa, 
cum fasciis 3 atramentariis in quovis lobo, extima la- 
tiore in alabastro marginante secus totam corollam 
extensa, vicinis angustis striiformibus fasciae paralle- 
lis paulo brevioribus, plicis estriatis. Stamina medio 
tubo inserta, filamenta subulata paulo inaequilonga, 
antherae oblongae liberae ad 7^ superiorem tubi attin- 
gentes. Stigmata oblongo-linearia patentia in orbem 
revoluta. 

Gentiana Przewalskii. {Pneumonanfhe , divis. 1, Gri- 
seb.) Palmaris v. spithamaea erecta, collo nudo, fo- 
liis obscure 3- nerviis margine scaberulis obtusiusculis, 
radicalibus majoribus fasciculatis, praecocioribus spa- 
thulatis, serioribus latopetiolatis oblongolinearibus, 
caulinis basi vaginatoconnatis oblongis; caule erecto 
4-angulo; floribus terminalibus 1 — 3 brevissime pedi- 
eellatis; calyce plus duplo corolla breviore breviter 
5-fido laciniis erectis linearibus obtusis corollaque 
anguste obconicotubulosis, limbo corollae brevissimo 
lobis depresse deltoideis, plicis baud productis rectili- 
neis, stipite ovarium superan te, capsulam linearem 
inclusam aequante, stylo tenui brevi, seminibus ellip- 
ticis testa lamellosa. 

Kansu occidentali, in pratis alte alpinis frequens 
(Przewalski, 1872, 1880). 

E speciebus a Grisebach enumeratis ex descripti- 



— 267 — 

one ad nullam accedit, praeter G, orna^am Wall., sed 
etiam haec, quam uuicam liujus seriei examinare potui, 
ex specc. in Sikkim a Thomson et Treu tier collec- 
tis, nimis diversa cauliculis decumbentibus foliatis, 
fasciculis radicalibus 0, eorum loco cauliculis sterili- 
bus dense imbricatofoliatis, foliis omnibus aequimagnis 
V. caulium florentium majoribus calycisque laciniis 
acuminatis, flore duplo minore, corolla clavata et cet. 
Nee magis accedunt species innominatae apud Clarke 
in Journ. Linn. soc. XIV, 438 sq. brevius descriptae. 
Ita species nunc proposita ob fascicules radicales co- 
rollamque amplam potius appropinquat seriei 2 et 3 
Grisebachii et transitum sistit inter has et seriem 1. 
(indicam). 

Calyx 18 — 25 mm., corolla 45 — 65 mm., coeru- 
lescens. Antherae liberae, lineares, ochroleucae. Stig- 
mata oblonga revoluta. — Flores passim 4, quarto ex 
axilla vicina approximata orto. 

Gentiana straminea. (Pneiimonanthe^ div. 2, Griseb.) 
Collo filamentoso-comoso, foliis margine scabriusculis 
5-nerviis linearioblongis acuminatis, radicalibus fasci- 
culatis; caule ascendente; floribus omnibus (saepe 
longe) pedicellatis in axillis 1 v. 2; calycis corolla 
duplo brevioris dimidiatospathacei albomembranacei 
apice brevissime 2 — 3-dentati dentibus confertis su- 
bulatis; corollae stramineae amplae anguste obconicae 
breve 5-lobae lobis ovatis acutis plicas acute deltoi- 
deas 2 — 3-lo superantibus, staminibus in alabastro 
liberis. 

Ibidem legit idem. 

Affinis tan tum G. dectimbenti L., jam corolla azu- 



— 268 — 

rea diversissimae. A G. frigida Haenke y. algida Le- 
deb. collo filamentoso, foliis 5- nee obscure 3-nerviis 
et caljce semper partite- fisso dentibus confertis bre- 
vissimis angustis distinctissima. 

Spithamaea usque pedalis, ascendens, folia radica- 
lia parum superans. Corolla 2-pollicaris, mediis lobis 
viridipunctulata et extus secus lobes eorumque con- 
tinuationem in tubo viridescens, ceterum ochroleuca 
V. ex collectore straminea. 

Swertia erythrosticta. {Sivertia Benth.) Caule erecto 
remote plurifloro, foliis omnibus oppositis, inferiori- 
bus in vaginam longam connatis oblongis obtusis in 
petiolum latum attenuatis, reliquis vagina brevi ob- 
longoellipticis obtusiusculis; alabastris nutantibus, flo- 
ribus erectis longe pedicellatis: calycis segmentis linea- 
rilanceolatis longe acuminatis corolla viridi dense fu- 
scopunctata duplo brevioribus, corollae segmentis ob- 
longis acutis, fovea unica orbiculata ampla utroque 
latere longissime fimbriata fimbriis basalibus contiguis 
in squamam laciniatam conflatis; stigmatis lobis orbi- 
culatis recur vis. 

Kansu occidentali alpina, in sylvis frondosis rara 
(Przewalski, 1880). 

Facies S. perennis L., sed folia infima nee alterna, 
nee inter se libera, florum verticilli remoti ante anthe- 
sin nutantes et flos diverpissimus. Structura fovearum 
potius speciebus persids appropinquat, v. gr. S. Ion- 
gifoliae Boiss. v. 8. lacteae Bge, ubi tamen fimbriae 
in squamam basin foveae tegentem baud confluunt. 
Proximo fortasse S. speciosae Wall, ob folia basi in 
vaginam connata et cristam fimbriarum basi conti- 



— 269 — 

guam, sed folia acuminata 7-nervia, flores nutantes, 
segmenta calycis fimbriatodentata corollae segmentis 
incurvoacuminatis parum breviora certe speciem nimis 
diversam indicant. 

Swertia tetraptera. {Ophelia Benth.) Pedalis glabra, 
caule 4-alato a basi fastigiato-ramoso ramis flaccidis 
erectis; foliis 5-nerviis infimis petiolatis ovalibus, re- 
liquis sessilibus ovatolanceolatis acuminatis basi obso- 
lete breviciliatis ; cymis terminalibus et lateralibus 
3-floris, pedicellis centralibus florem 4-merum subae- 
quantibus; calycis segmentis ovatolanceolatis corolla 
coerulescente sesquibrevioribus coroUaeque laciniis 
ellipticolanceolatis erectis, foveis 2 oblongis fimbriis 
brevissimis utroque latere marginatis esquamatis, fila- 
mentis subulatis planis. 

Kansu occidental! alpina , in fruticetis frequens 
Prz^ewalski, 1872, 1880). 

Habitus S. (H.) cordatae v. nervosae. S. vacillans 
H an ce (sub Ophelia) e prov. Canton^ a me non visa, 
cui ex descriptione non dissimilis, foliis 3-nerviis, flo- 
ribus confertis, corolla calycem aequante, foveis orbi- 
culatis squamula tectis (solitariis?), filamentis basi in 
annulum connexis optime distinguenda. 

Folia caulina 40: 10 mm. magna. Flos 8 — 10 mm. 
longus, corolla ex sicco viridis ad margines corollae 
exteriores lividocoerulea. 

Omphalodes blepharolepis. ( Mascha! anthus) Biennis se- 
tosa, caule erecto; foliis praeter summa basi attenuata 
petiolatis, radicalibus subcordatoovatis obtusis, cauli- 
nis ovatoellipticis breve acuminatis, summis sessilibus 
lanceolatis; racemis apice ramorum abbreviatis folia- 



— 270 — 

tis densis paucifloris, pedicellis bractea multo caly- 
ceque brevioribus; calycis 5-partiti laciniis lanceolatis 
aciitis corollae tubum aequantibus fructiferis accretis 
supra nuculas conniventibus; fornicibus corollae albae 
parvae dense ciliatis; niiculis stylo brevioribus cyathi- 
formibus obtuse obsoleteque subtuberculatis scabropu- 
berulis margine subcrenato, disco infra ilium incluso 
laevi. 

Kansu occidental! alpina, ad fl. Hoangho superio- 
rem (Przewalski, 1880). 

A simillima 0. trichocarpa, a me in fasciculo prae- 
cedente descripta, differt flore duplo minore albo, for- 
nicibus ciliatis, nee non foliorum forma. 

Omphalodes diffusa. (MascJialanthus) Annua v. bien- 
nis setosohispida, caule a collo in ramos decumbentes 
diviso; foliis praeter summa basi attenuata petiolatis 
spathulatis obtusis ; racemis axillaribus pedunculatis 
paucifloris; pedicellis folio florali brevioribus calycem 
aequantibus; calycis profunde 5-fidi laciniis ovatis acu- 
tis in fructu accretis conniventibus nuculas tegentibus 
reticulatovenosis , sub anthesi tubum aequantibus, co- 
rollae coeruleae limbo quam tubus breviore; nuculis 
stylum superantibus obtuse subtuberculatis parce pi- 
losis cyatho riraaeformi longitudinali subclauso, disco 
sub illo laevi. 

Ibidem, sub rupibus (Przewalski, 1880). 

Species quam habitu tam nucularum forma sui ju- 
ris, palmaris, valde setosa, floribus parvis. 

Tretocarya gen. n. 

Borageae, Eritricliieae. 

Calyx cämpanulatus 5-iidus fructifer duplo auctus 



— 271 — 

erectus. Corollae hypocraterimorphae tubus calycem 
aequans, limbum imbricatum lobis rotundatis subsupe- 
rans; fornices semilunares parum prominentes. Sta- 
mina 5 medio tubo inserta, filamentis brevissimis, an- 
theris ovatis inclusis. Ovarii lobi 4 distincti subglo- 
bosi, vertice extus fovea parva foraminiformi notati, 
gynobasi vix convexae inserti. Stylus ovario duplo 
longior, ad faucem non attingens, stigmate truncato- 
subcapitato. Nuculae 4 calyce circumdatae rotundato- 
triquetrao subinflatae, medio ventre areola parva plana 
gynobasi parum convexae insertae, hinc ad verticem 
stylum superantem carinatae et laeves, medio dorso 
convexo fovea parva immarginata quasi perforatae, le- 
viter undulato - rugosae et pilis stellatis crasse stipita- 
tis majusculis adspersae. Semina a dorso compressa 
funiculo longiusculo supra areolam inserto appensa, 
testa membranacea. Albumen testae aequicrassum. 
Embryo virescens, radicula supera et simul axin spec- 
tante a cotyledonibus ob ovatis planis longioribus vix 
distincta. — Herba tangiitica perennis acaulis, scabra 
et setosa setis |tuberculo insidentibus, foliis rosulatis 
patentibus spathulatooblongis subrepandis, pedunculis 
axillaribus congestis crassis brevibus, apice 2-bracteato 
iterato-dichotomis cum flore centrali longe pedicellato 
nudo, pedunculis cujusvis dichotomiae 2-bracteatis, 
cymam compositam foliatam confertam multifloram 
constituentibus , bracteis linearibus pedunculo basi 
adnatis flores superantibus dentato-setosis , pedicel- 
lis crassis, floribus minutissimis pallide coeruleis. — 
Nomen a 'z^ri'zoç, perforatus, ob nuculas dorso perfo- 
ratas. ' 



-~ 272 - 

T. pratensis. 

Kansu occidentali: planitie 10,000' s. m. circa ia- 
cum Kuku-nor, in pratisfrequens(Przewalski, 1880). 

Prope Microulam. Inter EritricMeas unica nucuiis 
dorso perforatis. A Gynoglosseis , ubi nuculae cyathi- 
formes frequentiores, nuciüarum apicibus ultra areo- 
lam prominentibus et fovea immarginata differt. 

Folia ima 150 : 35 mm. usque magna, in petiolum 
alatum attenuata, reliqua basi angustata, omnia 3- 
nervia, costa media crassa, nervis lateralibus tenuibus 
margini proximis. Pedunculi 10 mm , folia floralia in- 
fima 30 mm. longa, altero paulo minore vix altius in- 
serto , inflorescentiam duplo superantia. Dichotomia 
prima, praeter suum florem centralem et pedunculos 
2, inter quem vis pedunculum et folium ei brève adna- 
tum exserit pedunculum folio altius adnatum et florem 
singulum inter utrumque pedunculum situm accesso- 
rios, qui pedunculi accessorii tamen principalibus bre- 
viores et minus multiflori, atque omnes regulariter bi- 
furcantur cum flore in furca, quavis furca semper sub- 
inaequialta. Corolla 1 q. exe. mm. diametro. Calyx 
fructifer diametro 5 mm., margine et extus ad lacinias 
strigosus. 

Trigonotis petiolaris. {Oreocharis) Perennis caespitosa 
multicanlis flaccida appresse strigosula, cauliculis fili- 
formibus decumbentibus ; foliis inferioribus longissime 
petiolatis elliptico-oblongis, summis oblongis brevi- 
petiolatis; floribus ex omnibus fere axillis supraaxil- 
laribus remotis longe pedicellatis apiceque caulis in 
racemum ebracteatum confertis minutis ; pedicellis fili- 
formibus calycem fructiferum semiclausum plus triplo 



— 273 --• 

superantibus; calycis iitrinque strigosi 5-partiti laci- 
niis lanceolatis tubum coroUae coerulescentialbidae 
superantibus; lobis corollae tubo brevioribus rotunda- 
tis, fornicibus integris; nuculis lucidis glabris stipitu- 
latis tetraquetro-obpyramidatis faciebus omnibus con- 
cavis dorsali maxima, basali lateralibus minore. 

Kansu occidentali alte alpina, ad rivulos frequens 
(Przewalski, 1880). 

Plantulapalmaris tenellacum nulla e notisapte coni- 
paranda. Prope T. radicantem (Eritriclimm A. DC.) 
ponenda, quae valde distat statura ultrapedali, foliis 
amplis, floribus omnibus axillaribus magnis remotis 
cet. T. myosotidea {Eritrichium m. olim) racemis ma- 
jore parte nudis conveniens, caulibus erectis elatis, 
foliis caulinis magnis plerisque sessilibus, corolla ma- 
juscula, nuculis aequilateris abhorret. T. hrevipes m. 
magis adliuc distat. 

Corolla diam. 1 mm., calyx fructifer expansus vix 5 
mm. Nucula quarta vulgo abortiva, reliquae vix 1 mm. 

Arnebia fimbriata. Perennis, setis scabris patentibus 
tuberculo insid^ntibus horrida, bumilis pluricaulis et 
a basi ramosa, foliis oblonge- v. lanceolatolinearibus, 
racemis apice ramorum brevibus paucifloris Iaxis se- 
cundis 2—5; bracteis linearibus calycem fructiferum 
superantibus, calycis laciuiis linearibus tubo corollae 
albo duplo brevioribus fructiferis elongatis 1-nerviis, 
corollae extus villosulae limbo roseo lobis rotundatis 
fimbriatis, stylo exserto stigmate capitato 2-lobo, nu- 
culis triquetris obtusis verruculosis. 

Mongolia australis: desertum elatum ad pedem jugi 
finitimi Nan-shan extensum (Przewalski, 1879.) 

Mélanges biologiques. XI. ^^ 



— 274 -- 

A. fimbriopetala Stocks (in Hook. Journ. et Kew 
Misc. Ill, 180, tab. 6) diifert radice annua, setis bre- 
vibus appressis, racemis distichis densissimis , calyce 
fructifero valde elongato laciniis subtrinerviis et reti- 
culatis, corolla flava, stigmate subintegro stylo aequi- 
lato, nuculis acutis basi acute bigibbis. A reliquis jam 
corolla fimbriata distat. 

Przewalskia n. gen. 

Solanaceae, Hyoscyameae. 

Calyx breve cylindricus, membranaceus , breviter 
obtuse 5-dentatus, fructifer maxime accrescens, ellip- 
tico-vesicarius , reticulatus, subtruncatus , capsulam 
respectu calycis minutam fovens. Corolla tubulosa limbo 
brevi erectopatulo dentibus ovatis margine intus plica- 
tis, in alabastro imbricatis. Stamina 5 inclusa sub fauce 
inserta, filamenta brevissima plana secus partem ad- 
natara pilosa, antherae ad sinus loborum attingentes 
oblongae medio dorso insertae loculis basi ad me- 
dium liberis longitudinaliter dehiscentibus. Discus an- 
gustissimus annularis sub ovario tumens. Ovarium 
2-loculare, stylus ad antheras baud attingens inclu- 
sus filiformis, stigma dilatatum bilobum capitatum, 
ovula numerosa subamphitropa seriebus pluribus pla- 
centis tumentibus septo adnatis affixa. Capsula glo- 
bosa, calycis fundo nidulans, 2-locularis, supra basin 
circumscissa. Semina compressa laeviuscula. Embryo 
subperipbericus, cyclicus, cotyledonibus linearibus ra- 
dicula clavata brevioribus et angustioribus, albumine 
carnoso copioso. — Herba radice crasse carnosa pleio- 
cephala perennans, tota glandulosopilosa, caulibus eras- 
sis brevibus inferne laxe squamatis, squamis superne 



— 275 — 

cito in folia alatopetiolata oblonga dense approximata 
transeuntibus , pedunculis axillaribus apice caulis den- 
sissirae approximatis folio brevioribus I — 3-floris 
1 — 3-foliatis, pedicellis calyce brevioribus, corolla 
lutea pollice breviore sub anthesi calycem duplo exce- 
dente, tum marcescente illo diu inclusa, calycibus fruc- 
tiferis 4-pollicaribus facile abruptis ventoque se com- 
mittentibus longinqua itinera suscipientibus, tum de- 
nique in tranquillo magna grege colligentibus. 

P. tangutica. 

Regione Tangut, v. gr. ad summum fl. Hoangho, nee 
non in Tibeto deserto boreali, frequens. 

Fhysoclilaina G. Don, huic proxima, quam habitu, 
tam calyce 5-fido corollaque limbo patulo subcampa- 
nulatis, staminibus medio tubo insertis vulgo exsertis 
filamento elongato, nee non fructus seminisque indole 
bene distincta. 

Scopolia tangutica. Parce pilosula subglabra, caule 
crasso brevi foliis squamiformibus vestito apicem ver- 
sus in ramos breves iteratim bifurcos diviso et foliato, 
foliis petiolatis oblongoovatis acutis margine erosulis; 
floribus fere omnibus alaribus folio unico fultis nutan- 
tibus, pedunculum crassum superantibus; calyce ob- 
tuse subinaequaliter dentato; corolla fusca calycem 
subaequante lobis rotundatis tubo intus filamentisque 
parce pilosis, stylo columnari crasso, stigmate amplo 
capitato. 

GJiina occidentalis: Kansu, ad summum fl. Hoangho 
etaffluentem ejus Tetung (Przewalski, 1872, 1880). 

Sc, lurida Dun. {Nicandra anomala vel Änisodus 
luridus Lk, et Otto, Tc. sei. t. 35. WhiÜeya stramo- 



— 276 — 

nifolia Sweet, Brit. Fl. G. t. 125.) differ! pube ca- 
nescente omnium partium, caule elato ramoso, flori- 
bus axillaribus alaribusque tenuius pedunculatis, foliis 
floralibus binis, corolla calycem excedente, stylo gra- 
cili stigraateque parvo. Fructus in nostra nondum no- 
tus alias differentias fortasse addet. Magnitudo par- 
tium ceterum fere eadem. 

Veronica murorum. (Sect. Beccahunga Griseb.) Annua 
humilis a basi ramosa undique pilis articulatis longe 
villosa, foliis petiolatis argute inaequaliter crenato- 
serratis e basi subcordata inferioribus latissime ovatis 
obtusis reliquis Qjatis v. triangulariovatis acutis; ra- 
cornis folio brevioribus pedunculatis paucifloris densis, 
bracteis linearibus calyces aequantibus, pedicellis quam 
laciniae calycinae linearilanceolatae acutae plus duplo 
brevioribus; corolla capsulaque calyce brevioribus, sta- 
minibus limbo corollae duplo superatis; capsula aequo 
longa ac lata margine longe ciliata ceterum glabra, stylo 
sinum vix superante; seminibus numerosis disciformi- 
bus. V, carta Miq. Prol. 52, nee Wall. 

Japonia: circa urbem Nagasaki in muris vetustis, 
rara (ipse), in montibus Hakone (Siebold). 

ß. glahrior Miq. 1. c. Major, pube parciore, racemo 
laxifloro folia superante. 

Japonia, in agris (Siebold); ins. Formosa^ prope 
Tamsuy (Oldham, n. 407, s. n. F. laxae?) 

Primo aspectu V. canae Wall, non absimilis, valde 
tamen distincta radice annua, flore minute, capsulae 
forma cet. Vera affinitas int^r Beccahungas quaerenda, 
ob valvulas capsulae maturas a columna placentifera 
libéras, inter quas V. woger ensis Höchst.! in Rich. 



— 277 -- 

Tent. fl. Abyss. II, 126. nostrae proxima, seel racemo 
sessili, capsula latiore quam longa bilobo-obcordata et 
foliorum forma bene cognoscenda. V. laxa Bth. prae- 
ter rhizoma perenne, omnibus partibus major, flos 
majusculus calj^'cem duplo superans, stylus elongatus, 
sed capsula similis (v. spec. Royle et Falcon, n. 783). 
V. Onoei Francb. Savat. Enum. II, 457, a me non 
visa, ex descriptione caule usque ad apicem radicante, 
pube brevi, foliis tenuiter denseque serrulatis ovatis 
V. rotundatis supra glabris, racemis multifloris folio 
2 — 3-lo longioribus, capsula obovata profunde obcor- 
data calycem duplo superante crispulo - pubescente 
discrepat et ab autoribus cum V. officinali comparatur. 

Palmaris usque spitbamaea, canescens, ramis ascen- 
dentibus. Folia maxima 22:17 mm., pleraque duplo 
minora, petiolus vulgo vix y^, interdum fere Yg lami- 
nam aequans. Corolla ex coeruleo albida, 2 mm. longa, 
4-fida lobis rotundatis alternis minoribus ; antherae 
reniformes. Calyx sub anthesi 4 mm. longus laciniis 
2 posticis quam 2 anticae subbrevioribus , omnibus 
basi paulo attenuatis, fructiferus ultra 5 mm. longus. 
Capsula vix 4 mm., columna stipitata, valvae demum 
bipartitae. Semina Vg miliimetro minora. 

Observ. Veronica cana Wall, in Be nth. Scroph. 
ind. 45. Miq. Cat. hb. Lugd. bat. 74 quoad spec. 
I. Keiskei. Fr. Sav. Enum. I, 349. Kuwagata-so, 
Soo bokf. I, 23., in Japonia lecta est a botan. indi- 
geno et allata a Siebold, ipse habui ex Kiusm inte- 
rioris Kundsho-san, nee non e Nippon raontib. Hakone 
(Tschonoski, Savatier!). Flores in ])\, japonica pal- 
lide rubentes 



— 278 — 

Ad Veronicam agrestem L. pertinet F. hederaefoUa 
Miq. Prol. 360 et 385, ad specc. false nominata 
Oldhami recepta, nec non F. arvensis Thunb. FI. 
Jap. 20,beneobservantibusFranchet et Savatier. — 
Sed V.agrestis forma pmvulaMiq. Cat. herb. Lugd. Bat. 
75. est Hydrocotyle quaedam microphylla. 

Planta in Japonia australi et media frequens, etiam 
e Chmae occidentalis prov. Schensi allata a D-re Pia- 
sezki. 

Ad F. longifoliam L. ß gr andern Regel (F. gr andern 
Fisch.), rectemonenteb. am.Glehn in sched., pertinet 
F. Bachofeni Heuff.! in Flora 1835, I, 253, quae 
a Neilreich (Gef. pfl. v. üng. u. Croat. 188) a F. 
spuria L. specie vix diversa declaratur. Signa a Heuf- 
fel adhibita: pubes, tubus longior coroUae, capsula 
emarginata et foliorum forma pi. m. omnia in typo 
passim obvia. 

F. Beccahunga L. var. americana G Lehn mss. F. 
americana Schwein, in DC. Prodr. X, 468. F. Bec- 
cahunga F. Schmidt, Fl. Sachal. n, 329., per totam 
latitudinem Americae borealis crescens, occurrit in ins. 
Sachalin (F. Schmidt et Gl eh n!) et in Japoniae ins. 
Ye^o circa Hakodate (ipse). 

Addenda et emendanda 
ad Pedicular ium conspectum. 

conf. Diagu. pl. nov. asiat. IL 

Inter messes ditissimas plantarum ex Asia centrali 
nuper a cl. vv. Przewalski et Potanin advectas in- 
veni etiam Pedicularium collectionem optimam, quae 
non solum species novas peculiares obtulit, scd etiam 



— 279 — 

dubia nonnuUa q albus aliae species oppressae erant 
solvere permisil. Non inutile igitur liabui conspectui 
meo totius generis adder e supplementum, quo enume- 
ratio ista valde augetur et saepe corrigitur. 

1. 10.\GIR0STRES. 

Series 2. Gracües m. 1. c. 

Sériel hujus olim a me tantum indicatae, quia nulla 
ex Asia orientali species innotescebat , nunc clavem 
analyticam addo: 

Eostrum galeae convolutum sigmoideum v. rectum ipso apice la- 

teraliter hamato-involutum, flores flavi. 2. 
Eostrum rectum, flores (excl. P. Scolopaci) purpurei. 7. 

2. Tubus corollae e calyce vix v. non exsertus quam galea multo 
brevier, calycis dentés integerrimi, filamenta pilosa. 3. 

Tubus corollae galeam superans. 5. 

3. Galea augulo recto incurva. 4. 

» » acute incurva in rostrum verticale ipso apice con- 
volutum, spica densa pilosa, caulis ramique crassi 4-fariam pilo- 
si, folia pinnatifida P. tenuirostris Benth. 

4. Eostrum involutum apice revolutum, caulis 

glabriusculus P. pectinata Wall. 

Eostrum totum involutum , caulis superne 

4-fariam villosus P. pyramidata Eoyle. 

5. Calyx sessilis valde villosus. 6. 

» pedicellatus glaber breve 5-dentatus, 
corollae tubus calyce duplo longior, ros- 
trum apice tantum leviter incurvum P Hoborowskii m. 

6. Tubus corollae exsertus extus pilosus, fila- 
menta glabra, galea labio longior sigmoi- 

dea cristata margine pilosa P. Fetisowii Egl. 

Tubus corollae calycem 5-fidum aequans 
glaber, filamenta pilosa, galea labio brevior 
semicircularis ecristata glabra , P. tianscJianica Eupr. 

7. Elata gracilis superne paniculatoramosa, 

spicae valde interruptae , flores purpurei . . P. gracilis Wall. 
Humiles subsimplices v. basi tantum longe- 
que ramosae. 8. 

8. Flores purpurei. 9. 

Ö flavi , P. Scolopax m. 



-^ 280 — 

9. Calyx glaber oblongus 5-dentatus, folia per 

3 verticillata laciuiis oblongis P. porrecta Wall. 

Calyx Hirsutus campanulatus 5-ficlus, folia 

per 4 verticillata laciniis ovatis P. Irevifolia Don. 

1. Eostrum convolutùm v. sigmoideum. 

Species habitu foliisqiio similes, flore discernendae 

a. Tubus corollae galea multo brevior, 
e calyce non v, vix exsertus. — Species himalaicae. 

P.^6C^mö5i^aWall.Cat.420.Benth.inDC.Prodr.X, 
560. 

Himalaya (Royle!, Heide!); Afghanistan, valle 
KuiTum (Aitchison! n. 796). 

P, pyramidata Royle in Benth. Scroph. Ind. 52. 
Benth. 1. c. 

Himalaya, versus Kashmir (Eoyle!), ad fauces fl. 
Satledsh (Heide!) 

P. tenuirostris Benth. apud DC. 1, c. 561. 
Himalaya (Royle!, Falconer! n. 795). 

b. Tubus corollae galeae aequilongus. — Species mongolicae. 

P. tianscJianica Rnpr. Pedalis gracilis pluricaulis, 
caule, excepto apice, foliisque glabris; foliis infimis 
oppositis superioribus 4- et 3-natim verticillatis petio- 
latis ambitu oblongolanceolatis in lacinias oblongas 
acutiusculas serratas pinnatipartitis ; spica teiminali 
brevi interrupta; bracteis basi dilatatis superioribus 
3 — 5-fidis laciniis serratis calyceque canipanulato hinc 
fisso 5-fido dense longeque villosis, laciniis calycinis 
4 serratis summa nana intégra; corollae flavae tubo 
calycem aequante valde incurvo quam labium maxi- 
mum sesquibreviore; galea in semicirculum ct ultra 



— 281 — 

convoluta intra labium nidulante, labii lobo medio sub- 
stipitato obovato lateralibus maxi mis flabellatosemior- 
biculatis, filamentis pilosis, ovario ovoideo. Rupr. 
Sert, tiansch. 63, in Mém. Acad. Pétersb. 7 ser. XIV 

In alpibus Thian-sdian^ parte occidentali (Osten- 
Sacken! spec. 1.) 

P. Roborowskii. Sesquipedalis gracilis pluricaulis, 
caule 4-fariam foliisque pilosulis; foliis per 4 verticil- 
latis brevissime petiolatis ambitu late oblongis pinna- 
tisectis segmentis in rhachin serratam decurrentibus 
pinnatipartitis lacinulis serratis; spica elongata valde 
interrupta glabriuscula ; bracteis vaginato-dilatatis la- 
mina tripartita serrata; calyce oblongo breve 5-den- 
tato dentibus subaequalibus integris; corollae luteae 
tubo calycem plus duplo superante rectiusculo labium 
aequante galeam angulo acuto incurvam in rostrum 
tenue apice recurvum abeuntem superante; labii ampli 
rostrum superantis lobo medio rotundato lateralibus 
maximis oblique semiorbicularibus, filamentis galeaque 
glanduloso-punctatis; capsula e calyce exserta ovato- 
oblonga acuminata. 

In Kansu occidentali alte alpina (Przewalski, 
1880). 

P. Fetisowi Regel in Act. h. Petrop. VI, 349. Pe- 
dalis simplex caule foliisque pilosis, foliis infimis oppo- 
sitis reliquis per 4 verticillatis petiolatis ambitu oblon- 
gis pinnatipartitis laciniis oblongis pinnatifidis lacinu- 
lis serratis; spica laxa brevi villosa, bracteis dilatatis 
inferioribus cum lamina lineari foliacea superioribus 
acute ovatis mere membranaceis ; calycis campanulati 

Mélanges biologiques. KI. 36 



— 282 — 

profunde 5-dentati hinc semifissi dentibus subintegris 
summo nano; corollae extus pilosulae tubo e calyce 
breviter exserto incurvo galeam vertice cristatam plus 
quam in semicirculum incurvam apice breviter recur- 
vam labiumque parvum valde superante, lobo labii 
medio minore basi angustato lateralibusque oblique ro- 
tundatis, filamentis glabris; capsula parum exserta late 
ovata apiculata. 

In Thian-schan orientali, valle Yulduz (Fetissow! 
specc. 2 defl. mala). 

2, Rostrum rectum, 
a. Flaviflora. 

P. Scolopax. Radice tuberosa fusiformi, caule vix 
spithamaeo a collo ramoso ramis cauli subaequilongis 
ascendentibus atque spica puberulis; foliis iuferioribus 
longiuscule petiolatis oppositis ternisve reliquis per 
4 verticil! atis, omnibus ambitu linear! oblongis fere ad 
costam pinnatipartitis laciniis remotiusculis subalter- 
nis profunde pinnatifidis lacinulis pauciserratis; spicis 
interruptis ramos caulemque terminantibus, verticillis 
4 — 6-floris; bracteis infimis foliaceis reliquis e basi 
ovata membranacea lamina pinnatifida v. serrata in- 
structis; calyce urceolato inflate 5-dentato dentibus 
2 minoribus integris 3 alternis majoribus serratis; co- 
roUae flavae tubo quam calyx IV2 longiore^fere recto 
galeam angulo recto incurvam labium aequantem sub- 
superante, galeae parte rostrata rectiuscula basali lon- 
giore; labii lobo medio ovatooblongo lateralibus ob- 
lique depresse semiorbicularibus minore, filamentis 
inferioribus superne pilosis, ovario globosoovoideo. 



— 283 — 

Kansu occidentali alpina, ad summum fl. Hoaugho 
(Przewalski, 1880, spec. 1.) 

Sequent! affinior quam P. hrevifoliae, sed major, 
flaviflora, longespicata, brachycarpa, longifolia laci- 
niis non contiguis. 

b. Rhodanthae. 

P.porrecta Wall.! Cat. 423. Benth. 1. c. 561. 
Himalaya: Kumaon (Wallich!), Kashmir (Royle!) 

P. hrevifolia Don, Prodr. 94. Benth. 1. c. P. lani- 
geraWsiUA Cat. 419. 

Himalaya: Tibet occidentali adTschangra (Heide!), 
Kashmir (Aitchison!), Nipal ad Gossainsthan (Bu- 
chanan! comm. Don). 

P. gracilis Wall. Cat. 413. Benth. 1. c. P. stricta 
Wall.! Cat. 414. P. Brunoniana Wall.! Cat. 422. 

Himalaya (Falconer! n. 794): Simla (Royle!), 
Kauaor (Wallich!, Jameson!), Kumaon (Wallich!), 
Sikkim (Thomson!, Treutler!), Khasia (Griffith!), 
Nipal (Wallich!) 

Caule elato ramoso, floribus sparsis foliisque mino- 
ribus ab affinibus valde discrepans, P. palustrem L. 
nonnihil in mentem vocans. 

II. TERTICILLATAE. 

4. Armenae, m. 1. c. 88. 

Species nova a me memorata (Kotschy, it. cilic. 
kurd. n. 512) nunc P. pontica Boiss. Fl. Or. IV. 

5. Myriophyïïae, m. 1. c. 89. 

Ob species 2 addendas sequitur clavis nova forma- 
rum hue pertinentium : 



— 284 — 

Galea fronte declivi in rostrum porrectum attenuata (i. e. media 

longitudine incurva). 2. 
Galea fronie subverticali rostro brevi (i. e. galea versus apicem 

incurva, adunca). Tubus corollae e calyce vix exsertus. 4. 

2. Tubus corollae calyce duplo longior rectus, tum incurvus, galea 

labio longior P. ChamissonisStey. 

Tubus corollae calyce vix longior demum iu- 

fractus, labium galeam superans. 3. 

3. Diffusa multicaulis, folia pinnatifida, fila- 

menta glabra P. alaschanica m. 

Erecta, folia profunde bipinnatipartita , fila- 

menta pilosa P. curvituba m. 

4. Rostrum latum truncatum, infra apicem pi. 
m. utrinque 1-dentatum, labium galea bre- 
vius, filamenta ad insertionem dilatata. 7. 
Eostrum angustum obtusum edentatum, fila- 
menta ad insertionem aequalia. 5. 

5. Galea labio brevior, rostrum latitudine galeae 

parum brevius P. Tatarinowii m. 

Galea labio longior rostro brevissimo. 6. 

6. Rostrum galeae uncinatae continuum, brac- 
teae calycesque ciliata, folia pinnatisecta seg- 

mentis linearibus pinnatipartitis P. myriophyUa Pall. 

Rostrum a galea fere recta distinctum, brac- 
teae calycesque hirsuta, folia pinnatipartita 
laciniis inciso-serratis P. sima m. 

7. Humilis, segmenta foliorum obovata, brac- 
teae calycesque longe villosohirsuta, rostrum 

infra apicem 2-dentatum P. platyrhyncha Schrenk ^). 

Elatae, foliorum segmenta lanceolata inciso- 
serrata. 8. 

8. Calyx campanulatus pilosus, rostrum breve 

truncatum angulo utroque acuto P. interrupta Steph. 

Calyx breve cylindricus scaber, rostrum lon- 
giusculum angulo antico obtuso postico in 
dentem acuminatum protracto . . P. chorgossica Reg. et Winkl. '). 

P. sima. Radice tenui annua, caule basi ramigero 
V. simplici pedali 4-fariam foliisque pubescentibus; 
foliis inferioribus oppositis reliquis per 3 verticillatis 

6) Haec et sequentes a Comosis tantum foliis verticillatis dis- 
tinctae. 

7) in Act. h. Petrop. VI, 350, errore typographico chorgonica, e 
TurJcestaniae orientalis montibus Chorgos. 



— 285 — 

petiolatis oblongis pinnatipartitis laciniis ovatis obtu- 
sis crebre incisoserratis serraturis cartilagineo-mucro- 
natis; verticillis trifloris villosohirsutis infimis remotis; 
bracteis imis foliaceis superioribus rhombeis basi cu- 
neata intégra membranaceis ceterum inciso-pectinatis; 
calycis breve cylindrici inaequaliter 5-dentati dente 
summo deltoideo integerrimo minore, reliquis dilatato- 
cristatis ; corollae roseae tubo rectiusculo baud exserto 
galea vix adunca breviore , labio ciliato a galea supe- 
rato lobo medio rotundato minore, galea fronte verti- 
cali inferne in rostrum brevissimum obtusum subito 
abeunte; filamentis glabris; ovario attenuato-ovoideo. 

Kansii occidental! in pratis alte alpinis (Prze- 
walski, 1880). 

Ob galeam distincte etsi breve rostratam hue, ob 
babitum et galeae (misso rostro) formam potius ad 
sequentem seriem pertinens, ubi prope P. violascentem, 
verticillatam et Korolkowi ponenda esset. 

6. VerticiUatae m. 1. c. 94. 

Character seriei hujus mutetur sic: Galeae apex 
angulo superiore rotundatus, inferiore acutiusculus, 
corollae tubus infractus. Calyces (paucis exceptis) inflati 
campanulati dentibus brevibus deltoideis subintegris. 

Species hue pertinentes ita dignoscendae: 

Corolla apice tubi (extra calycem) infracta. 2. 
» basi tubi (intra calycem) infracta. 5. 

2. Folia per 4 verticillata bipinnatisecta. 3. 

» » 3 » pinnatipartita, flores atropurpurei. 4. 

3. Flores sulfurei, galea labio longior P.alrotanifoliaM.B. 

» purpurei, galea labio brevior P. moschata m. 

4. Elata, verticilli distantes einer eotomentosi . P. ternata m. 
Humilis , spica densa albotomentosa P. püostachya m. 

5. Galea labio brevior. 6. 



— 286 — 

Galea labio longior, bracteae 3-fidae, folia 
pinnatisecta segmentis pinnatipartitiS; spica 
interrupta P.violascens Schrenk. 

6. Bracteae 3-fidae v. 3-partitae. 7. 

» integrae serratae pinnatifidae v. 
-partitae. 8. 

7. Caules basi squamati, folia pinnatisecta seg- 
mentis pinnatifidis serratisve , calyx cylin- 
drico-campanulatus dentibus lanceolatis ma- 
joribus denticulatis v. integris, lobus médius 
labii truncatus, antherae contiguae, spica 

brevis densa v. basi breve interrupta P. amoena Ad. 

Caules elati esquamati , folia pinnatisecta 
segmentis pinnatipartitis lacinulis serratis, 
calyx late campanulatus inflatus dentibus 
deltoideis serratis, lobus médius labii inte- 
ger, antherae subcontiguae, verticilli nume- 
rosi omnes distantes P. hansuensis m. 

8. Galea nana labio plus duplo brevior, spica 
densa imbricata, bracteae flabellatae antice 
serratae, calyx globosus brevissimus 3 — 5- 
dentatus dentibus integris , folia pinnatifida, 

radix annua P. spicata Pall. 

Galea labio parum brevior, bracteae elonga- 
tae pinnatifidae v. serratae. 9. 

9. Calyx breve 5-dentatus dentibus integris. 10. 

)) 5-fidus dentibus lanceolatis cristatis, 

folia pinnatisecta, filament a glabra P. Moylei m. 

10. Folia pinnatipartita , calyx costatus, anthe- 
rae discretae, capsula patula P. verticillata L, 

Folia pinnatifida, calyx reticulatus, antherae 
subcontiguae, capsula patentissima P. réfracta m. 

P. moschata. Spithamaea v. pedalis e cello ramosa 
ramis ascendentibus , paleaceo-pubescens v. intra spi- 
cam villosa, foliis 4-nis subbipinnatisectis rhaclii ser- 
rata, segmentis primariis lineari-lanceolatis, secundariis 
cartilagineo-pauciserratis; spica elougata interrupta, 
bracteis inferioribus foliaceis, superioribus ovatooblon- 
gis lamina brevi pinnatifida incisoserrataque termina- 
ls; floribus sessilibus purpureis; calyce cylindrico 5- 
dentato dentibus summo minore deltoideo integro re- 



— 287 — 

liquis rhombeis cristatis; corollae tubo calycem ly^ 
superante apice infracto, galea tubo latiore labio bre- 
viore , lobis labii denticulati rotundatis medio basi 
constricto; filamentis apice tubi insertis glabris; cap- 
sula ovoidea calycem turn inflatum aequante oblique 
ovata mucronata. 

Mongolia borealis: Altai australis pluribus locis 
(Potanin, 1877). 

Proxima P. ahrotanifoliae M. B., cujus tarnen flores 
sulfurei, bracteae ovatae integrae, calycis dentés del- 
toïde! denticulati, lobus médius labelli brevis sessilis, 
capsula oblonga calyce longior et cet. 

Radix tenuis verticalis. Planta recens moschum spi- 
rat. Folia V/^ — 2 pollicaria. Flores pollicem longi. 

P. kansuensls. Elata e collo esquamato multicaulis 
villosa, foliis 4 nis pinnatisectis segmentis lanceolatis 
pinnatipartitis lacinulis pauciserratis ; spica pedali in- 
terrupta; bracteis inferioribus pinnatisectis, reliquis 
tripartitis serratisque; calycis brevipedicellati subglo- 
bosi inflati breviter 5-dentati dentibus inaequalibus 
deltoideis serratis ; corollae tubo ipsa basi infracto 
calyce plus duplo longiore galeamque superante, labii 
galea longioris lobis rotundatis terminali minore basi 
constricto; filamentis longioribus pilosis, antîieris sub- 
contiguis; capsula par um exserta oblique ovata acu- 
minata. P. verficillata var. chinensis Maxim, in Mel. 
biol. X, 96. 

E Kansu alte alpina ad summum fl. Hoangbo lectam 
denuo attulit Prze Aval ski, 1880. 

Species a me pro P. verUcillatae varietate olim 
sumpta ob labium minus, antheras spatio angusto pas- 



— 288 — 

sim discretas et praesertim ob specc. nonnuUa P. amoe- 
nae inter exempla P. verticillatae herbarii nostri mixta, 
quorum folia pinnatisecta erant. Rêvera P. kansuensis 
affinier P. amoenae quam P. verticillatae. Differentias 
prioris et nostrae in clavi fusius exposui. — Labium 
P. verticillatae ceterum occurrit passim tam magnum 
ut in P. amoena, in P. amoena tam parvum ut in P. 
verticillata. P. Korolkowi Regel in Acta h. Petrop. 
VI, 348, 349. a P. amoena non diversa videtur. 

Radix tenuis verticalis. Folia ad 2 poll, longa, % 
pollicis lata. Calyx et flos magnitudine P. verticillatae 
grandiflorae. 

P. Roylei. Humilis caespitosa, radice crassa perenni, 
collo squamato, pube praeter apicem caulis atque spi- 
cam rufovillosam nulla; caulibus humilibus oligopbyl- 
lis: foliis infimis oppositis ternisve reliquis 4-nis, pin- 
natisectis , segmentis linearibus incisoserratis ; spica 
densa brevi, bracteis oblongis pinnatifidis mucronato- 
serratisque; calyce breve pedicellato cylindrico - cam- 
panulato 5-fido, laciniis summa nana deltoidea intégra 
reliquis lanceolatis valide cristatis; coroUae purpureae 
tubo basi infracto calyce iVg-longiore galeam supe- 
rante, galea labio breviore, lobis labii omnibus rotun- 
datis truncatis; filamentis ipsa basi pilosulis ceterum 
glabris, ovario ovoideo. P. amoenae var. Maxim. 1. 
c. 97. 

Himalaya occidental! (Royle!), Tibeto occidental! 
ad Tscbangra (Heide!). 

Ad P. amoenam accedit statura, radice, collo squa- 
mato et foliis, ad P. verticillatam bracteis, ab utraque 
tam en calycis structura abhorret. 



^- 289 — 

P. réfracta. Villosa, radice fasciculatofibrosa pluri- 
cauli collo esquamato, canlibiis validis elatis, foliis 
radicalibus longe petiolatis pinnatilobis, caulinis 4-nis 
pinnatifidis lobis obtuse ovatis obtuseque inciso-ser- 
ratis; verticillis numerosis inter se remotis; bracteis 
petiolatis oblongis serratis; calycis brève pedicellati 
campanulati inflati membranacei totius reticulati hinc 
fissi dentibus inaequalibus brevibus deltoideis integer- 
rimis; corollae roseae tubo basi infracto calyce duplo 
longiore galeamque sesquisuperante, galea tubo tenuiore 
labio amplo breviore, labii lobis rotundatis medio mi- 
nore basi constricto, filamentis basi tubi insertis ibi- 
demque barbatis longioribusque superne pilosis; capsu- 
lis divaricatis oblique ovatis acuminatis calyce fere 
duplo longioribus. P. verticillata var. réfracta Maxim. 
1. G. 95. 

In Kiusiu subalpinis (ipse). 

Foliorum latissiraorum forma et magnitudine ab omni 
P. verticillata statim distincta, sed flores calycesque 
aeque magni. Flores ludunt albi. 

7. Caucasicae m. 1. c. 99. 

Charater seriei sic exprimatur. Calycis dentés 5 lan- 
ceolati. Corollae tubus medio incurvus v. rarius rectus 
(nec infractus). Uterque angulus apicalis galeae obtusus. 

Specierum hue pertinentium expositionem offero, 
quamvis ne una quidem in Asia orientali crescit, quia 
in descriptiones Boissieri (FI. or. lY.) errores non- 
nulli irrepserunt. 

Corollae tubus galeaque recta continua, ^alyx campanulatus 5- 
fidus dentibus lanceolatis cristatis , labium nanum ciliatum ga- 
lea multo brevius, folia per 5 verticillata.. P. mollis Wall. 

Melanges biologiques. XI. 37 



— 290 — 

Corollae tubus medio incurvus , calyx cylin- 
dricus 5-dentatus dentibus subintegris. 2. 

2. Labium galea brevius. 3. 

» » longius. 4. 

3. Bracteae oblongae subintegrae , flores albidi, 
ovarium globosum, folia 4-na pinnatipartita 

rbachi serrata P. pycnantha Boiss. 

Bracteae trilidae, flores purpurei, ovarium 
ovoideum, folia 3-na pinnatisecta rbacbi in- 
tégra P. Bourgeaui m. 

4. Folia pinnatipartita rhacbi serrata, bracteae 
oblongae lamina brevi serrata, flores albi, la- 

bii lobi truncati, ovarium globosum P. Semenowi Rgl. 

Folia pinnatisecta rbacM intégra, bracteae 
rhombeae v. ovatae 3-fidae v. serratae, cap- 
sula calyce longior. 5. 

5. Folia opposita, bracteae rhombeae 3-fidae et 
serratae, corollae roseae. tubus elongatus ex- 
tra calycem incurvus, labii lobi rotundati me- 
dio basi valde constricto, capsula oblique 

ovata acuminata P. cadmea Boiss. 

Folia 4-na, bracteae ovatae serrulatae, corol- 
lae albae tubus intra calycem incurvus , labii 
lobi emarginati medio sessili, capsula lanceo- 
lata acuminata recta P. caucasica M, B. 

P. moUisWsiW. Cat. 415. Benth. in DC. Prodr. X, 
564. Bot. mag. 4599. Maxim. 1. c. 94. 

Nipal (Wallich! JV?. cit.) 

Species peculiaris, flore miniito, nulli arctius affinis, 
ob galeae apicem utroque angulo obtusum hie melius 
locum tenet, quam inter seriem 6-am ubi primum 
enumeravi. 

Flores breve peclicellati. Calyx SYg mm. loiigus 
breve campanulatus, ad v, ultra medium 5-fidus, den- 
tibus parum inaequalibus utrinque serraturis mucro- 
natis 2 — 3, 10-costatus costis medianis crassioribus, 
fructifer inflatus et minus profunde fissus. Corolla 8 mm. 
longa, tubus calycem 1^/^ superans galeaque brevior con- 
tinua recta. Galeae apex rotundatus ultra labium na- 



— 291 — 

num valde porrectus. Labium circumcirca ciliatum, 
lobis rotundatis contiguis, sed vix imbricatis, medio 
duplo minore. Stamina glabra, paulo infra medium 
tubum (ovario altius) inserta, antlierae discretae locu- 
lis basi obtusiusculis. Stylus e galea non exsertus. Cap- 
sula calyce triente longior, oblique ovata acuminata, 
10 mm. usque longa. 

r. pycnantha Boiss. Diagn, ser. 1, 12, p. 45. Fl. 
or. IV. 484. 

Persia borealis (Kotschy! n. 166). 

Descriptioni Fl. or. incompletae addenda: radix 
valida, digitum minorem crassa, e collo late et obtuse 
squamato polyphylla et pluricaulis. Folia rhachi ser- 
rata, caulina 4-na verticillis duobus. Calyx breve crasse 
pedicellatus, 8 mm. longus, 10-costatus, inaequaliter 
5-dentatus, dentibus summo deltoideo conspicue mi- 
nore integro ceteris elongatotriangularibus acutis ob- 
solete denticulatis. Corolla 17 mm. longa, tubus medio 
(ad faucem calycis) incurvus, fere duplo calyce ga- 
leaque longior. Galea leviter incurva, dorso anguste 
cristata, apice rotundato-obtusa, labium nanum duplo 
superans. Labium denticulatum lobis rotundatis, me- 
dio duplo minore. Stamina infra medium tubum, ova- 
rio globoso altius inserta, longiora apice pilosa, an- 
therae contiguae. Stylus e galea exsertus apice valde 
incurvo labium spectans. 

P. Bourgeaui. Palmaris caespitosa paleaceo-pilosa, ad 
spicam oblongam densam griseohirsuta, radice valida 
carnosa ramosa pluricipiti collo squamis obtusis tecto; 
foliis radicalibus numerosis, caulinorum verticillis 
2 — 3; foliis infimis per 2-na superioribus per 3-na dis- 



— 292 — 

positis, pinna tisectis segmentis discretis pinnatifidis 
incisisve dentibus acutis; bracteis subinembranaceis 
cuneatis a medio 3-cuspidatis calycem breve cylindri- 
cam (8 mm.) breve pedicellatum siibsuperantibus; den- 
tibus calycinis 5 parum inaequalibus lanceolatis acutis 
obsolete denticulatis; corollae (in sicco atropurpureae 
18 ram.) tubo extra calycem arcuato-incurvo illoque 
fere duplo galea recta lata apice rotundata cum api- 
culo obsolete triple longiore, labio galeam parum non 
attingente lobis discretis rotundatis medio fere duplo 
minore; staminibus infra medium tubum insertis gla- 
bris, antheris contiguis, stylo incluse, ovario ovato atte- 
nuate. P. caucasica Boiss. Fl. Or. IV, 484, excl. varr. 

Armenia^ in rupestribus prope Gumusch-chané 
(Bourgeau! pi. Arm. 1862, n. 181 s. n. P. caucasi- 
cae? var.) 

Differentiae a P, caucasica M. B. numerosae supra 
in clavi diagnostica expositae. 

P. cadmea Boiss. Diagn. ser. 1, 4, p. 82. Fl. Or. 
IV, 485, cum var. ß. longiflora. P. cadmea et P. qua- 
dridentata Fzl in sched., Maxim. 1. c. 100. 

Asia minor: Caria (Boissi er), Cappadocia(Aucher, 
fide Boiss.), Pisidia (Heldreich!), Lycia (Bourgeau, 
ex Boiss.), Cataonia (Haussknecht!), Tauro (Kot- 
schy! 1836 n. 382, 473. s. n. P. quadridentatae Fzl) 
alpibus Bulgar-dagh Ciliciae (Kotschy! 1853 n. 59*, 
131'). 

Cauliculi basi squamati, squamis ovatis obtusis. Fo- 
lia radicalia oo, caulina opposita, paribus 1 v. 2 mox 
basi mox apice dispositis. Calyx praecedentis, sed dens 
summus nanus deltoideus et villus densior et longior. 



— 293 — 

Corolla rosea, primum 17 mm., turn tubo eloiigando 
22 mm. longa, tubo gracili calyce primum plus quam 
ly^, tum plus duplo longiore (nee triplo, ut habet 
Boissier sub ß. longiflora : coroWä deflorata a basi 
soluta enim ovario accrescente protruditur), extra caly- 
cem incurva. Galea recta apice rotundato-obtusa, tubo 
vix latior illoque plus duplo, demum plus 4-lo brevier. 
Labium sat amplum galea longius subdenticulatum, 
lobis discretis rotundatis, medio basi valde constricto. 
Stamina primum medio, tum infra medium tubum in- 
serta, glabra, antheris contiguis. Stylus inclusus. 

P. caucasica M. B. Fl, Taur. Cauc.II, 72, III, 412. 

Stev. Monogr. t. 8. Bge inLedeb. Fl. Ross. Ill, 272, 
Boiss. Fl. Or. IV, 483. excl. typo. 

In regione Caucasica: Caucaso orientali alpibus 
Kasbek (Rad de!) et Schadagh (Steven!) et in totius 
jugi alpinis (C. A. Meyer!), monte Alagös (Rad de!), 
Kapudshich (id!), ad lacum Tabizchuri (id!), Kara- 
bagb in alpinis m. Kaepes-dagh (Kolenatü), Somche- 
tia (C. Koch!); Persia boreali: Damir-dagh (Buhse!), 
prov. Ghilan mont. Samamisicis (M. Bieberstein!), 
adnives ra. Totschal prope Teheran (Kotschy! n. 166. 
a.); Armenia: supra Erzerum (Huet!) 

Collum squamatum. Calyx aeque profunde ac in 
2 praecedentibus 5-dentatus, 8 mm. longus, longius- 
cule pedicellatus. Corolla alba (v. galea purpuras- 
cente) 16 mm. longa, intra calycis faucem incurva, 
tubo calycem 1%, galeara triplo superante. Galea in- 
terdum medio margine dente aucta, labio (si corolla 
secus galeam fissa explicatur) distincte brevior. Lobus 
labii médius lateralibus parum minor. Stamina supra 



— 294 — 

basin tubi inserta, filamenta inferiorum superne pilosa. 
Stylus exsertus. 

P. Semenowi Regel pi. Semen, n. 810. 

Songaria: in Alatau eis Hi (Semenow!) fauce Al- 
tynemel (A. Regel!); Tibet occidentali: Lahul (herb. 
Calcutt.!) 

Descriptioni optimae Regelianae addam: radix 
crassa tuberosa ramosa. Calyx longiuscule pedicella- 
tus, 11 mm. longus, profunde 5-dentatus, dentibus 
omnibus serratis. CoroUae ultra 20 mm. longae, fide 
A. Regel albae ad marginem labii purpureae, tubus 
ad calycis faucem incurvus, illo ly^, galea recta aequi- 
lata plus triplo longior, labium galeam aequans lobis 
rotundatis imbricatis omnibus emarginatotruncatis me- 
dio parum minore. Stamina supra basin tubi inserta, 
filamenta inferiora versus apicem pilosa. Stylus exser- 
tus. Ovarium globosum. 

Planta tïbetica a songarica tantum difi'ert bracteis 
dentibusque calycinis acutius serratis. 

Incarvillea compacta. Perennis primum acaulis tum 
caulescens, puberula v. glabrata, foliis carnosis fere 
omnibus radicalibus pinnatisectis , segmentis subcor- 
dato-ovatis ovatooblongisve terminait basi rotundato 
V. cuneato majore, omnibus secus rhachin anguste de- 
currentibus ; fioribus primum dense congestis tum caule 
excrescente exsertis axillaribus crasse pedunculatis; 
foliis caulinis diminutis tripartitis v. indivisis lineari- 
bus bracteiformibus ; calycis dentibus deltoideis acu- 
minatis dorso subcristato-costatis; corollae purpureae 
tubo dilatato, limbi ampli lobis late rotundatis imbri- 



— 295 — 

catis; capsulis lignosis compresso-quadraDgulis elon- 
gatis, seminum ala opaca. 

Kansu: ad summum fl. Hoang-ho (Przewalski, 
1880). 

Planta pulchra, quum habitu tum characteribus non- 
nullis ab Incarvillea typica dissentiens: calycis sinus 
acuti (neque truncatobicuspidati), stamen sterile breve 
hamato-subulatum, stigma integrum infundibuliforme, 
semen orbiculare ala crassa vix pellucida, sed hae 
differentiae minoris momenti, quin genus proprium 
condere possint. 

Radix fusiformis crassitie digiti. Folia numerosa 
patentia palmaria, petiolo tereti crasso basi vaginante, 
lamina triplo longiore circuitu acuminato - oblonga, 
jugis 6 — 7. Pedunculi strict! erecti calyce breviores, 
nonnuUi postea tamen capsulae aequilongi, primum 
5 — 10 dense aggregati foliis breviores fere simul flo- 
riferi, tum caulis elongatione sensim exserti. Caulis 
denique pedalis et ultra, pennam cygneam crassus, 
basi ramis brevibus serius florentibus. Corolla ultra 
2-pollicans limbi diametro IV^-pollicari, intus, prae- 
cipue ad partem adnatam filamentorum, glanduloso- 
punctata. Antlierae L sinensis ^ loculis tamen brevius 
ovatis. Capsula 4-pollicaris, 4 lin. lata, rhacbi contra- 
rie compressa, acuminata. Interstitium inter semina 
in septo subnullum, ob ovulorum series plures appro- 
ximatas. Semina oo nucleo alae aequilato, 4 mm. 
magna. Cotyledones cordato-reniformos subemargina- 
tae, radicula brevissima e sinu vix exserta. 



— 296 — 
Lagotis Gaertn. 

in Nov. Comm. Acad. Petrop. XIV, 1, 533, t. 18. (1770). 
Gymnandra Pall. It. Ill, App. 710, n. 60, t. A. fig. 1. (1776). 

Semen (in L, glauca et L. hrachystachya) cylindri- 
cum (neque subglobosum ut apud Gaertner delinea- 
tum), quantum vidi semper in capsula singulum, raphe 
a placenta remota parietem capsulae spectante. 

Post examen accuratum specierum ab autoribus 
propositarum, signa a staminibus, forma labiorum co- 
roUae et foliorum petita variabilia inveni, recte opi- 
nantibus Choisy, Ledebour, Trautvetter aliisque, 
et formas sequentes tantum distinguere potui, ipsas 
fortasse olim in species légitimas duas solum distri- 
buendas: 

Rhizoma elongatum obliquum stolones hypogaeos emittens , collo 
petiolorum basibus dilatatovaginantibus in fibras uon solutis 
tecto. Caules foliati. Folia lata (vulgo elliptica) crenata v. in- 
tégra. Bracteae latae obtusae saepius margine v. totae pi. m. 
hyalinae, calycem (neque corollam) aequantes. 2. 

Rhizoma breve praemorsum, collo vaginis solutis dense fibrose, 
saepe stolones epigaeos remote squamatos apice turn radicautes 
rosuliferos emittente. Scapi aphylli folio breviores. Folia lan- 
ceolata acuminata vulgo integerrima, rarius serrata. Bracteae 
angustae foliaceae saepissime corollam aequantes. 3. 

2. Folia laevia, limbus corollae tubo triplo brevier, stylus saepis- 
sime e tube exsertus L. glavca Gaertn. 

Folia rugosa, limbus corollae tubum aequans, 

stylus tubo multo brevior L. hrevituba m. 

3. Stolones evoluti. 4. 

» nulli, corolla firma calyce alato cus- 
pidate triple lengier L. Korolkowi Regl. 

4. Glabra, corolla firma calyce leviter cestato 
acute plus duple lengier, stigma bilobocapi- 
tatum, discus ad glandulam anticam re- 

ductus ") L. stolonifera C. Koch. 



8) ut in 3 praecedentibus, ubi in L. stolonifera et L. glauca emar- 
ginatus, in L. Korolkowi integer. 



— 297 - 

Puberula, corolla tenera calyce carinato cu- 

cullato obtuso vix duple longkr , stigma vix 

dilatatum truncatum, discus completus 4-lo- . 

bus vel partitus L. brachystachya rn. 

Caulescentes. 

1. L. glauca Gaertn. 1. c. Gymnandra horealis Pall. 
L c. Rgl et Til. Fl. Ajan. n. 234. G. PallasiL G. Gme- 
lini et G. Stelleri Cham, et Schlechtdl. in Linnaea, 
II, 560 sq. Ledeb. Fl. Ross. Ill, 332. c. syon. G.ku- 
nawurensis et G. CaslimerianaRojle, DC. Prodr. XII, 
25. L, decumhens Rupr. Sert, tiansch. 64. 

Hab. in Eossia europaea: terra Samojedorum, Ural 
boreali et ad sinum Karicum; Sihiria arctica: ostium 
fl. Jenisei, ad fl. Taimyr, Janam (Werchojansk, May- 
dell), Monjero et Olenek (Czekanowski et Müller), 
inter Lenam et Oceanum orientalem (fide Steiler): 
terra Tschuktschorum ad sinum St. Laurentii et fl. 
Anadyr; ad mare Ochotense prope Ajan aliisque locis; 
Kamtschatka^ insulis Koräginsk et Beringi; ditione fl. 
Baicalensi-dahuricae satis frequens usque in Dahuriam 
(alpem Tschokondo, circa Nerczinskoi Sawod), alpibus 
Sajan, m. Sabinensibus (Lessing) et Altai; montibus 
Songariae et Turkestaniae orientalis: Thianschan, utro- 
que Alatau, regno Kokand; Mongolia boreali: Altai 
australi, jugo Han-hai et alpibus circa lacum Ubsa 
(Po tanin); China occidentali: prov. Kansu in alpibus 
secus fl. Hoangho superiorem et ejus affl. Tetung; in 
Himalaya centrali et occidentali; in America boreali- 
occidentali: ad oras arcticas, ad sinum Kotzebuei, in- 
sulis St. Pauli et Unalaschka, ad ostium fl. Columbia 
(fide Pursh). 

Variât planta late distributa foliorum foripa et cre- 

Melangfig biologiques. XL 38 



— 298 — 

natura, statura, corollae longitudine erga calycem, 
filameiitis styloque brevissimis v. elougatis. Formas 
principales, si mavis subspecies, distinguo duas, non 
satis tarnen constantes et transi tubus passim conjunc- 
xas i 

1. horealis. {G. horealis Pali.) Yaginis vetustis diu 
persistentibus, stylo e tubo pi. m. exserto. — Pi. Sihi- 
rica et Americana, in qua saepe bene cognoscuntur: 

Var, Pallasii Trautv. Enum. Schrenk, n. 875: fo- 
liis ellipticis v. lanceolatis saepius integris, filamentis 
brevissimis. — In Bossia et late per Sibiriam austra- 
liorem diffusa usque in Turkestaniam et Mongoliam. 

Var. Stellen TrdiUtY, in Act. h. Petrop. V, 95: 
foliis lanceolatis vulgo crenatis, filamentis elongatis. 
In arcticis Sibiriae. 

Var. Gmelini (sp. pr. Cham, et Schlecht.): foliis 
ovatis V. ovatooblongis vulgo grandicrenatis, filamen- 
tis brevissimis (in Kamtschatka) v. elongatis (in pi. 
Ajanensi). 

2. australis: vaginis vetustis subnullis, petiolis au- 
guste dilatatis, caule decumbente v, ascendente. Folia 
anguste elliptica vulgo profunde crenata, filamenta 
brevissima v. longiuscula, stylus inclusus v. exsertus. 
Lagotis decumbens Rupr. et pi. Mmalaica. 

Rhizoma L. glaucae ramosum , stolonibus hypo- 
gaeis parce squamatis apice tum rosuliferis florentibus- 
que. Inveniuntur igitur exempla nuper e stolone orta, 
quorum rhizoma tenuius aequale fibris radicalibus 
pauciSj Collum squamis paucis vetustis v. nullis instruc- 
tum, et alia jamdiu enata, rhizomate crasso, parallele 
crebre tot striis notato quot annos vigebat, fibris ra- 
dicalibus vaginisque vetustis numerosis. 



— 299 — 

In formae 2. australis vero speciminibus a Roy le 
et Osten-Sacken collectis paucis quae vidi rhizoma 
crassum fibris radicalibus abundans simul cum vaginis 
vetustis subnullis inveni, num forte quia sub Jove cle- 
mentiore partes petiolorum vetustae citius putrescunt? 

Corollae tubus limbum angustius v. latius lobatum 
plus duplo V. triplo superat. Filamenta saepius labio 
superiori ad marginem inserta, non raro vero etiam 
sinui inter labia et tunc semper brevissima, et inveni 
corollara ubi stamen unum sinui, alterum labio inside- 
bat. Styli longitudo in borealibus major esse solet 
quam in australi, sed observavi in eodem individuo 
tubo inclusum et tam exsertum ut labium superaret. 

2. L. brevituba. Humilis viridis, rhizomate obliquo 
fibris numerosis, foliis omnibus rotundatis v. radicali- 
bus interdum obovatis, apice obtusis, basi obtusis cor- 
datis attenuatisve, venis impressis rugosis, radicalibus 
profunde crenatis v. cum caulinis interdum integris, 
petiolis basi parum dilatatis; caulibus basi decumben- 
tibus folia parum superantibus; spica densa ovata; ca- 
lyce obtuse 2-denticulato bracteas herbaceas rotunda- 
tas tubumque corollae aequante; corolla pallide lila- 
cina limbo tuboque aequilongis, antheris in sinu inter 
labia subsessilibus ; stylo tubo breviore ovario paulo 
longiore, stigmate capitato integro, disco antico emar- 
ginato. 

Kansu: alpibus ad Hoangho superiorem et affl. ejus 
Tetung (Przewalski, 1872, 1880). 

A praecedente praesertim corolla brevituba et foliis 
rugosis differt, varus locis semperque sibi similis in- 
venta, attamen in posterum fortasse cum L. glauca re- 
jungenda. 



— 300 — 

2 — 5-pollicaris. Folia 1 — 1 V^ poll, longa. Calyx 
6 mm., corolla 12^^ mm., antherae atrae, in L.glauca 
ochraceae. Stolones non visi. 

A caul es. 

3. L. stolonifera C. Koch in Linnaea, XVII, 289 
(sub Gymnandra), Ledeb. 1. c. 333. Boiss. Fl. or. 

IV, 527. Jaub. et Spacli, 111. t. 254. Aitchison in 
Journ. Linn. soc. XVIII, 85. G. armena Boiss. Diagn. 
1. ser. IV, 75. 

In Asia minore!, Armenia!, Transcaucasia!, Persia 
boreali! et AfgJianistano (Aitchison! n. 94.). 

4. L, Korolkowi Rgl. et Schmalh. in Act. h. Petrop. 

V, 627. (sub Gymnandra). 

In Turkestania orientali, alpibus Alatau! 

5. L. brachystachya. Acaulis stolonifera, foliis rosulatis 
integerrimis linearilanceolatis in petiolum basi vagi- 
nantem pi. m. pubescentem decurrentibus; scapis vulgo 
pubescentibus folio brevioribus numerosis; spica ovoi- 
dea densa, bracteis oblongis flores albos aequantibus; 
calyce praeter carinas hyalino utrinque fere ad basin 
in lacinias ovatooblongas obtusas partito cum v. abs- 
que denticulo postico intermedio; corollae tenerae tube 
calycem aequante, labia aequilonga superius ovatum 
inferius in lobos ovales bipartitum superante; stamini- 
bus corolla brevioribus; stigmate truncate vix dilatato; 
disco complete 4-lobo v. -partito ; capsula ovoidea ob- 
tusa laevi glabra. 

Kansu, ad summum fl. Hoangho (Przewalski, 
1880). 

A valde simili L. stolonifera corolla alba tenera et 
disco complete distincta videtur. 



— 301 — 

Caryopteris tangutica. Frutex pagina siipera foliorum 
excepta incanus, foliis patentibus longiuscule tenuiter- 
que petiolatis lanceolatis inciso-pauciserratis, inferio- 
ribus in ramulo obtusis reliquis acutiusculis ; cymis 
densis 7 — lo-floris; flore parvo, labii inferioris lobo 
medio simpliciter fimbriato ; loculis antherarum paral- 
lelis, styli ramis longiusculis. 

Kansii occidentali (Przewalski, 1880). 

Affinis G. mongolicae BgeetC. incanae M iq., priori 
proxima. C mongoUca differt enim tantum foliis lineari- 
oblongis utrinque acuminatis, respectu laminae brevi- 
petiolatiSy margine integerrimo v. parce serrate, cymis 
Iaxis 3 — 7-floris, flore triente majore, fimbriis labii 
bi-trifidis. C. incana raagis distat caule suffruticoso, 
foliis ovatis basi rotundatis v. subcordatis grandiser- 
ratis, cymis multifloris, sed fimbriae labii pariter in- 
divisae. 

Frutex V/^ — 5-pedalis habitu C, mongolicae, corolla 
pallide rosea v. coerulea. — Species proposita generis 
parvi nunc septima, conf. harum diagnoseon fasc. I. 
in Bull. Acad. XXIII, 391. (Mel. biol. IX, 829.) et 
in Bull. Mose. 1879. I, 40. 

Salvia Przewalski!. {DrymosphaceBenth..) Caule ascen- 
dente herbaceo (superne glanduloso-) pubescente foliis 
radicalibus longe caulinisque petiolatis crenato-denta- 
tis subtus incanotomentosis acutis radicalibus cordato- 
oblongis, caulinis acute hastatocordatis, floralibus ova- 
tis acutis calyce multo brevioribus; racemis composi- 
tis; verticillastris distantibus subbifloris, calycibus cam- 
panulatis striatis glandulosis labio superiore semiro- 
tundo obsolete 3 -denticulate, inferioris late deltoidei 



~ 302 — 

dentibus brevibus acute triangulis; corolla calyce suu- 
triplo longiore , tubo longe exserto ampliato limbo 
porrecto. 

Kansu occidentali alpina, in pratis sylvarum rara 
(Przewalski, 1872j. 

S. Mans Royle 111. t. 75. a., Benth. in DC. Prodr. 
XII, 276., liiiic proxima, ex icone bene differt foliis 
utrinque viridibus, verticillastris 6-floris, limbo corol- 
lae hiante labio superiore falcato inferioreque elonga- 
tis, nee non flore coeruleo, qui in nostra, ex sicco, po- 
tius flavus fuisse videtur. 

Specc. pauca suppetentia 2-pedalia. Folia radicalia 
pede parum breviora, lamina 120 : 55 mm. magna, 
caulina petiole 8 cm , lamina 8 : 5 cm. Calyx sub 
anthesi 8, postea 10 mm., corolla 25 mm. longa, liaec 
parte exserta recta lata cum limbo fere cylindrica, 
parte inclusa tubi brevi subtus subito duplo angustata, 
ad stricturam intus annulo fere complete diffuse pile- 
sissimo instructa. Labium superius leviter emargina- 
tum inferiore vix longius, rectum, breve, inferius vi 
expansum triple latins quam longum, lobo medio de- 
presse semilunari integro, lateralibus nanis oblique et 
depresse semirotundis. Stamina abortiva brevia subu- 
lata anthera minuta ovata, fertilia fauci inserta, con- 
nective medio affixo arcuato loculis sterilibus fertili 
triple minoribus apice connexis. Discus antice in glan- 
dulam ovoideam crassam heterochromam ovario aequi- 
altam tumens. Stylus inclusus. Lobi ovarii fecundati 
obcompressi rugosostriati. 

Salvia Roborowskii. (Drymosphace) Glutinosohirsuta 
erecta, foliis petiolatis e basi truncata acute sagittato- 



— 303 — 

triangulis acuminatis multicrenatis, floralibus oblongis 
flores calycesve superantibus ; racemis compositis; 
verticillastris remotis subsexfloris; calycis campanulati 
glandulosi striati labio superiore semirotundo sub- 
obsolete 3-denticulato, inferiore late deltoideo denti- 
bus brevibiis acute triangulis; corollae pallide flavae 
calyce vix duplo longioris tubo parte exserta inflato, 
limbo patente labio superiore recto leviter emarginato 
inferius subaequante. 

Ibidem ad declivitates regionis alpinae , nee non in 
ruderatis vetustis frequentem legit idem collector, 
1872, 1880. 

Affinis praecedenti, sed viridis viscida et parviflora, 
uec non praesertim S. umbraticae Hance in Seem. 
Journ. of bot. VIII, 75. e Jehol regionis PeJmiensis 
(vidi e Jehol a Tatarin ow et ex angustiis Nànkau a 
Bretschneidero collectam). S. umbratica abunde dif- 
fert foliis hastatis (neque sagittatis) saepe aequo latis 
ac longis grandius pauciusque dentatis, corolla caly- 
cem triplo superante recurva coerulea, labio superiore 
longiore, pariter tarnen rectiusculo. 

Uni-tripedalis, tota viscida. Folia radicalia nulla, 
caulina inferiora petiolo 8 cm., lamina 7 : 5 cm. Ca- 
lyx 10 mm., praecedenti simillimus. Corolla 15 mm., 
parte inclusa tubi undique (nee subtus tantum) an- 
gustata, intus antice annulo incomplete longe piloso 
instructa. Labia subaequilonga, superius leviter cu- 
cullatum rectum emarginatum , inferius lobo medio 
transverse ovali emarginato laterales oblique depresse 
hemispliaericos triplo superante. Stamina abortiva fila- 
mento lineari brevi, anthera minuta transverse ovali 
connectivo distincte loculis punctiformibus terminali- 



— 304 — 

bus. Stamina fertilia sub fauce inserta, illis specie! 
praecedentis simillima, pariter ac discus cum processu 
et avaria. Stj^lus inclusus. 

Utraque species proposita galea brevi fere Euspha- 
ces, sed habitu hue pertinens, S. umhraticâ intermedia. 

Ad not. S, miltiorliiza Bge prostat e prov. ScJiensf 
ad fl. Han lecta a Dre Piasezki. 

Descriptioni adde: calyx intus ad faucem longe al- 
bopilosus. Lobi laterales labii inferioris «oblongi» dici 
possunt si a basi corollae respicimus, respectu labii 
vero et altitudine lobi potius oblique transverse ob- 
long! nominandi, lobus médius totus supra laterales 
exsertus, latior quam longus, bilobo-emarginatus, basi 
constrictus, incisodentatus. Galea glanduloso-pilosa. 

Allagospadon^). 

Salviae Sectio nova. 

Stamina postica fertilia, antica sterilia minuta vel 
nulla. Corollae tubus exannulatus. Cetera Notiospha- 
ces Benth. 

Salvia Piasezkii. Yiscidovillosa erecta herbacea, fo- 
liis petiolatis pinnatisectis segmentis 3 — 5 ovatis basi 
angustatis incisoserratis terminal! petiolulato triple 
latiore acuto lateralibus acuminatis, floralibus lanceo 
latis pedicello vix longioribus; racemis subramosis; 
verticillastris Iaxis 6-floris; calyce sub anthesi tubuloso 
postea subcampanulato glanduloso vix striato, labio 
superiore late deltoideo acuto integro, inferiore lon- 
giore apice 2-dentato dentibus elongatotriangulis mu- 
cronatis; corolla calycem parum superante pilosa tubo 



9) Ob stamina sterilia quae cum fertilibus locum mutaverunt. 



•- 305 — 

aequali incluso exannulato; genitalibus inclusis, labio 
superiore bievi subfalcato emarginato. 

In montium jugo Tsun-lin inter prov. Schensi et 
Kansu finitimo (Dr. Piasezki fl. et fructif.). 

Similis S. japonicae Thunb., ita ut varietatem pi- 
losam micrantham diceres. Sed corolla distinctissima. 
Corolla S. japonicae enim calyce duplo longior, tubo 
exserto intus versus basin piloso-annulato, labio su- 
periore recto, lobo medio inferioris latiore quam longo 
bilobo*emarginato. Connectivum elongatum arcuatum 
crure fertili loculum oblongum fere duplo, crus sterile 
plus duplo superante. Crura styli vix exserti brevis- 
sima late subulata recta. Stamina sterilia postica linea- 
ria antbera transversa subquadrata. 

Specimen collectum 1 spithamaeum, basi longe pa- 
tenti-villosum , apice viscidopilosum. Folia infima tri- 
secta foliolis lateralibus ovatis obtusis 6 : 5 mm. magnis, 
terminali basi truncato rotundato 12:11 mm. magno, 
media 5-foliolata, lateralibus subpetiolulatis 15:6 mm., 
terminali fere rhombeo petiolulo 4 mm. longo, lamina 
18 : 12 mm. Pedicelli calyce triplo breviores. Calyx 
florifer 5 mm., fructifer 7 mm., extus pilis capitatis 
adspersus, tenuiter 10-nervius, ad labium superius 
crassior. Corolla violacea 7 mm. longa, limbo exserto 
patente. Galea biloba compressa brevis subfalcata, 
labio brevior. Labii parce ciliati lobi laterales ovati, 
médius sesquimajor et duplo longior rotundatus. Sta- 
mina antica sub ipsis sinubus lobi infimi, minima (vel 
nulla) filiformia apice clavata, fertilia secus galeam 
infra faucera posita, faucem non excedentia, filamen- 
tum connectivum arcuatum superans, crus connectivi 
posticum fertili aequale, apice dilatato truncato bine 

Melangoa biologiques. XI. 39 



— 306 — 

loco loculi incrassato, cms anticiim loculo fertili ob- 
longo triplo saltern brevius. Stylus corolla longior, sed 
in corollis tribus suppetentibus apice convolutus in- 
clusus, crura elongata subulata superius paulo bre- 
vius, inferius versus basin latius et fimbriolatum v. 
lobulatoappendiculatum. Discus aequalis Nuculae fere 
2 mm. longae, oblongo-ellipticae tereti-subtriquetrae 
laeves lucidae atroviridcs. 

Nepeta coerulescens. (Sect. 2. Pycnonepeta § 2, Benth.) 
Pedalis erecta simplex v. pluricaulis pubescens, foliis 
subsessilibus ovatooblongis obtusiusculis basi subcor- 
datis multicrenatis utrinque viridibus laevibus; spica 
ovoidea aequali densa; bracteis oblongis calyces sub- 
aequantibus ; calycis bilabiati dentibus mucronatis su- 
perioribus deltoideis inferioribus lanceolatis; corolla 
calycem plus duplo superante. 

Kansu occidentali alpina, ad Hoangho superiorem 
(Przewalski, 1880). 

Affinis N. supinae Stev. et N, gratae Bth., quae 
utraque foliis ovatis paucicrenatis crenis magnis dis- 
tinguitur. 

Raiix tenuis elongata. Folia 40 : 15 mm. magna. 
Spica ly^-poU caris, passim cum verticillastro infimo 
remotiore. Verticillastri fere sessiles densi. Calyx 6 
mm. longus leviter incurvus infundibuliformis obli- 
quus 15-nervius, ad medium fissus in labia 2, sinu 
inter dentés duos superiores breviore. Corolla pallide 
coerulea 13 mm. longa, extus, excepta tubi parte in- 
clusa tenui, pubescens, tubi pars exserta paulo, faux 
valde inflata. Corolla tota intus atque genitalia glabra. 
Lobus infimus prominens. Stamina inclusa, stylus bre- 
viter exsertus. 



— 307 — 

Dracocephalum tanguticum. (Sect. Moldavica Benth). 
Caiilibus erectis puberulis, foliis 2 — 3 jngo pinnati- 
sectis laciniis eloiigato-linearibus margine revolutis 
subtus incanotomentosis; verticillastris subsexfloris in- 
terrupte spicatis; bracteis 1 — 3-fidis cal3^ce multo bre- 
vioribiis; cah^cis dentibus lanceolatis summis 3 longio- 
ribus; corolla calycem duplo superante. 

^a^isw occidental! alpina(Przew als ki, 187 2, 1880). 

D. Euprechti Regl. in Act. h. Petrop. VI, 363. 
(D. hipinnatum Rupr. Sert. Tiansch. 65.) distat fo- 
liorum forma, bracteis folia floralia aemulantibus pin- 
natifidis aristato-dentatisve, corolla maxima caljxem 
duplo et semis superante. D. austriacum L., nostro 
ex prima fronte similius, differt tarnen sectione, pube 
elongata, laciniis foliorum brevioribus, bracteis 3 — 7-fi- 
dis, calycis dente summo ovato reliquis lanceolatis, 
corolla triplo calycem superante. 

Pedale v. bipedale. Folia caulina bipollicaria , ses- 
quipoUicem lata, laciniae 1 usque fere 3 mm. latae. 
Inflorescentia valde interrupta digitalis usque spitha- 
maea. Calyx 10 — 13 mm., corolla 20 — 26mm. longa, 
coerulea. 

Koenigia fertilis. Sub oclireis pilosa, foliis crassiuscu- 
lis obovatis v. ellipticis omnibus petiolatis summis sub- 
approximatis fasciculos 1 — 3-floros axillares subses- 
siles gerentibus, pedicellis bractea hyalina obovata pe- 
rigonioque infundibuliformi 4-fido brevioribus; peri- 
gonii lobis obovatis subtruncatis ; staminibus omnibus 
fertilibus 3 — 7; caryopsi lenticulari v. triquetra, sty- 
lis brevissimis, stigmatibus 2 — 3. 

Regione Tangut, pratis alpinis prope alpem Dsha- 



— 308 ~ 

cliar-dsargyn, alt. s. m. ultra 10 mill. ped. (Prze- 
walski, 1880). 

K, monandra Dne in Jacquem. Voy. 142, 1. 147. 
diifert ex descriptione et icone glabritie perfecta, fo- 
liis summis subsessilibus in verticillum approximatis, 
inflorescentia terminali multiflora, flore 1 — 2-andro. 
Habitus et statura utriusque eadem ac in K. islandica^^)^ 
quae tamen perigonio staminibusque rite 3-meris et 
stigmate sessili capitato semper distincta. A sequente, 
praeter habitum, etiam in eo differt, quod stamina 
quaecunque evoluta adsint semper rite antherifera in- 
veniuntur. 

Koenigia pilosa. Caule piloso sub ochreis dense albo- 
barbato, foliis membranaceis majusculis ciliatis y. su- 
perne pilosis omnibus petiolatis rotundatoovatis sum- 
mis subapproximatis fascicules axillares pedunculatos 
plurifloros gerentibus; pedicellis perigonium infundi- 
buliforme ad basin 4-partitum aequantibus, perigonii 
lobis subinaequalibus ovalibus, staminibusT, 2 — 5an- 
theriferis ceteris minutis claviferis cassis; caryopsi 
inclusa 3-quetra, stigmatibus stylisque brevissimis 3. 

Kansu occidentali alpina, ad Hoangho superiorem 
ejusque affluentes, ad fontes et circa domes in rude- 
ratis frequens gregaria, ad latera aperta monti.um 
rara (Przewalski, 1872, 1880). 

Species inter reliquas primo aspectu facile cognos- 
cenda, spithamaea simplex v. in ruderatis luxurians 
ultrapedalis ramosa, ad nodos basin versus radicans, 
caule semper tamen filiformi. Stamina, ut in praece- 



10) a Potanin in Mongolia boreali in alpinis circa lacum Ubsa 
a. 1879. frequenter inventa. 



— 309 — 

dente, 4 in sinn loborum posita et 3 lobis opposita 
(quarto semper déficiente), sed in K. pilosa vulgo priora 
tantum bene evoluta. Discus perigonium vestiens ple- 
rumque distinctus obsolete et irregulariter crenatns, 
stamina tarnen fere semper paulo altius inserta. Coty- 
ledones orbiculatae , radicula cylindricosubconica plus 
duplo longior. 

Utraque species igitur staminibus numéro sepalo- 
rum duplici a duabus antea notis discrepat. Neque ca- 
ryopsis lenticularis inter generis characteres servanda, 
nam apud nostras in una semper, in altera saepe tri- 
quetra et talem inveni semel in ipsa K. islandica. In- 
florescentia in nostris distincte axillaris. Ocbreae fo- 
lium juvenile involventes demum laceratodisruptae 
tarn completae adsunt ac in Polygonis. Ita Koemgiae 
nunc a Poli/gono differentia unica in radicula elongata 
ponenda, an suffi ciens? 

Daphne tangutica. (Sect. IV. Laureola, Meisn.) Pe- 
dicellis bispidulis perulisque ciliatis exceptis glaber- 
rima,foliis oblongo- v. obovato-lanceolatis emarginato- 
obtusis basi attenuatis avenus ; fasciculis sessilibus 
1 — 3-floris; pedicellis brevissimis; perigonii lilacini in- 
tus albi lobis ovatis obtusiusculis tubo cylindrico plus 
duplo brevioribus; ovario glabro; bacca carnosa rubra. 

Kansii occidentali alpina, in sylvis frequens (Prze- 
walski, 1872, 1873, 1880). 

Proxima D. glomeratae Lam., quae tamen tota gla- 
berrima, folia venosa, coroUam graciliorem lobis ob- 
longis tubo triplo brevioribus habet. 

Frutex 2 — 3-pedalis densissime ramosus subglobo- 
sus. Flores vere erumpunt e gemmis terminalibus pe 



— 310 — 

rulatis, axillares in axillis perularum, iniiovatione fo- 
liorum terminali, et usque ad folia novella plene evo- 
luta persistunt. Ferulae paucae coriaceae maju^culae 
ovatooblongae acutiuscuiae ciliatae et ipso apice villo- 
sulae, mox caducae. Folia 40 ad 70 mm. longa, 8 — 12 
mm. lata, perennantia, nonnulla vetusta usque ad fruc- 
tum maturum anni sequentis persistentia. Flores pe- 
rulas parum superantes in umbrosis toti lilacini v. vio- 
lacei , in apertis intus v. fere toti albi, Jasminum spi- 
rantes. Perigonii tubus 10 mm., limbi diamètres 10 
mm. V paulo minor. Bacca globose- ovalis 10:8mm. 
Semen fere globosum. 

Adnot. I). Oenkwa S. Z., a qua D, Fortunei Lindl. 
vix varietate differt, in prov. Schensi secus fl. Han in 
montibus varus locis , et semel in consortio Wikstroe- 
miae indicae C. A. Mey., inventa est a D-re Pia- 
sezki, Aprili 1875, flor. 

Coryleae 

Asiae orientalis. 

Carpinus L. 

Bracteolae cum ligula libera inter axin et fruc- 
tum, amenta fructifera imbricata, bracteae 
amenti d" firmae amplae C. japonica Bl. 

Bracteolae basi involuta fructum pi. m. amplec- 
tentes ligula nulla v. non libera. 2. 

2. Folia basi profunde cordata, amenta $ fructi- 

fera imbricata, â bracteis teneris amplis.. . C. cordata Bl. 
Folia basi rotundata. 3. 

3. Amenta fructifera imbricata. 4. 

» » laxa. 5. 

4. Folia erososerrulata ramique novelli glabrius- 

cula C. erosa Bl. 

Folia inaequaliter mucronatoserrata ramique 
novelli pilosa, bracteae â parvae firmae . . . C. Tschonoskiim. 



— 311 — 

5. Bracteolae in fructu basi trilobae C. laxiflora Bl. 

» » » oblique ovatae non loba- 

tae 6. 

6. Bracteolae semiovatae acutae hie inciso-ser- 

ratae illic subintegrae, folia elliptica ciispi- 

dato- acuminata C. yedo'ènsis m 

Bracteolae late oblique ovatae obtusae grandi- 
serratae, folia parva ovata acuta v breve acu- 
minata C. Turczaninowii Hce. 

1. G, japonica Bl. Mus. Liigd. Bat. I, 308. Fr. Sa- 
vat. Enum. I, 451. Miq. Ann. Mus. L. B. I, 121. 
Prol. 358. Distegocarpus Garpinus Sieb. Zucc. Fl. 
Jap. fara. nat. II, n. 798. t. 3. C. DC. Prodr. XVI, 
2, 128. 

Japonia (Buerger! comm. Zuccarini) in insula 
Nippon: circa Yokohama, sat frequens, init. Maji 
florens, Julio et Augusto fructif. (ipse); Yokoska (Sa- 
vatier!), montibus altisHakone, Octobri fructif (ipse), 
florens (Tschonoski!). Arbor pedem crassa, 30 ped. 
alta. 

Inter nostrates facile cognoscenda foliis firmis res- 
pectu longitudinis angustis basi rotundatis v. rarius 
leviter subcordatis parallele et approximato-costatis 
costis utrinque 25 et ultra superne profunde impressis. 
Bracteae amenti S ovatae acutae firme chartaceae 
dense parallele longitudinal! ter striatae,margine dense 
ciliatae apice glabriuscnlo v. brevissime ciliolato, 
5 — 6 mm. longae, antheras ovales triplo superantes. 
Pili antherae ilia breviores. Ligula bracteolarum sem- 
per libera. 

Var. foliis paulo latioribus basi saepe distincte ob- 
lique cordatis, ligula non semper a margine bracteae 
libera , saepius basi cum ilia connexa. — Circa Yoko- 
hama (ipse, Majo, Junio fr. nond. mat.) 



— 312 — 

Blume hujus varietatis mentionem fecit, bracteolas 
C. japonicae variare cum ligula adnata v. libera folia - 
que occurrere oblique cordata affirmans. Anne potius 
hybrida censenda inter C. japonicam et C. cordatam? 

2. a cordata'Ql. I.e. 309. Regl. Fl.Usur. n.433. 
Distegocarpus cordata DC. 1. c. 

Yezo australi: vallibus et faucibus sylvosis circa 
Mohidzi frequens, fineMaji florens c. foliis juvenilibus, 
medio Octobri fructif. ; Nippon : in sylvis vulcani 
Fudzi-yama, init. Novembris frf.; MandsJmria australi- 
orientali: sylvis frondosis circa Wladiwostok (undo 
primus spec. 1 frf. attulit Selski), Deans Dundas et 
Port Bruce, Septembri frf. (ipse). 

Ex Selskio apud Regel 1. c. e fructibus oleum 
edule exprimitur ab incolis Sinensibus. 

Arbor pedem usque crassa, 30 pedes alta, late fron- 
dens, trunco in sylvis lucidis brevi, in densioribus 
altius denudato. Gemmae terminales et majores late- 
rales ovales V. lanceolatae attenuate -acutae perulis 
paucis usque ad medium exsertis. Bracteae amenti S 
ovatae acutae naviculares membranaceae parallele non 
dense rugosae, margine apiceque longe laciniatopilo- 
sae, 3 — 4 mm. longae, stamina triple superantes. Pili 
fulvi anthera oblonga longiores. 

3. G. erosa Bl. 1. c. 308. Miq. in Ann. Mus. L. 
Bat. I, 120. D..^ erosa DC. 1. c. 

Japonia (Blume). 

Specimen 1., quod hoc sub nomine in herb. Lugd. 
Bat. servatur, ad C. cordatam pertinere adnotavi. Mi- 
quel vero 1. c. a (7. japonica non satis distinctam ha- 
bet et tantum partibus glabrioribus diversam esse con- 



— 313 - 

tendit, coritradicente descriptione Blume ana. ox qua 
sequenti affinior, sed glabritie, foliis ovatooblongis 15 
— 20-costatis erososerrulatis diversa videtur. 

4. C. Tschonoskii. Ramulis novellis petiolis foliis stro- 
bilisque secus costas molliter pilosis, foliis e basi ro- 
tundata ovatis ovatoellipticis v. ovatooblongis cuspida- 
tis inaequaliter valideque snbduplicato-mucronatoser- 
ratis pellucidis utrinque parallele 12 — 15-costatis 
costis superne non impressis; strobilis fructiferis cy- 
lindricis laxiusculis, bracteolis oblique ovatis acutis 
serrulatis v. latere rectiore subintegris basi hinc auri- 
culatoinflexa fructum laevem foventibus. 

Nippon: Hakone (flor.), Fudzi-yama (frf.) — Tscho- 
noski, 1864. 

Pro C. erosa Bl. habui, cujus strobilos habet, sed 
folia ex descriptione longe aliéna. Proxima G.fagineae 
Sol. {Khasia , Griffith!, 4489), quae praesertim fo- 
liis sincerius ovatis apice attenuatis et longe cuspida- 
tis, inaequaliter (nee duplicato-) serratis differt, sed 
ex strobilis immaturis ante oculos bracteolas similes 
habere videtur. 

Folia 3 : lYg poll., petiolus 5 lin. et usque ad 4:'^/^:2. 
poll., petioli 6 lin. occurrunt. Bracteae amenti c? late 
ovatae acutiusculae chartaceae subplanae parallele 
costatae, apice glabro excepto breviter ciliatae, 3 : 3 mm. 
magnae, antheras plus duplo superantes. Antherae apice 
pilis antherâ brevioribus instructae. Strobili fructiferi 
2^^ — 3 pollicares, fructu 3 mm. longo. — Specc. flo- 
rentia hue, neque ad G. laxifloram duxi, ob foliorum 
post humectationem explicatorum formam et rhachin 

Melanges biologiques. XI. 40 



— 314 — 

amenti 2 florentis pubescentem , quae in C. laxiflora 
subglabra. 

5. C. yedoënsis. Ramulis hornotinis foliisque advenas 
molliter pilosis, foliis ovato-v. lanceolato-ellipticis basi 
rotundatis v. subcuneatis apice acuminatis inaequaliter 
mucronato - serratis parallele sub - 1 2 costatis firmis ; 
gemmis terminalibüs majoribusque axillaribus ovalibus 
perulis arete imbricatis parallele striatis tantum apice 
deltoideo non obtectis; strobilis fructiferis Iaxis, brac- 
teolis valde venosis semiovatis margine convexiore 
incisoserrato basi parura involuto, altero recto subin- 
tegro basi auricula ovata parva inflexa fructum laevem 
subamplectente. G. laxiflora Francli. Savat. Enum. I, 
451. quoad pi. Savatieri. 

Nippon: in hortis yedoënsibus culta (ipse, Novem- 
bri 1862 fructif., Savatier! n. 1172). — Japonice: 
inu side, fide Tanaka ex Fran ch et. 

Similior C. vimineae Wall.! n. 2800 {o Kanaor^ 
India bor. occid., Royleî, KJiasia, Griffith! 4488) 
quam G. laxiflora, quae cum ilia comparabatur, sed 
in pi. indica folia longe caudatu -acuminata gemmaeque 
sericeae. A G. laxiflora forma bracteolarum fructifera- 
rum op time differt. 

Adsunt formae duae: foliis latioribus brevius acu- 
minatis, ilia G. laxiflorae referentibus, sed firmis 
(2y2 — Spoil, longis, 1 — 2 poll, latis, petiolis 5 — 8 lin. 
longis) — spec. 1 meum et planta Savatieri, et foliis 
angustioribus longius subcaudatoacuminatis (2 — Spoil, 
longis, 7 lin. ad 1 poll, latis) — spec, alterum a me 
allatum. Strobili bracteolae in utraque forma identi- 
cae, 9 lin. ad 1 poll, longae, 3 — 4 lin. latae. Lenti- 



— 315 — 

celiac ramulorum quam in (7. laxiflora obscuriores v. 
indistinctae. 

6. G. Turczaninowii H an ce in Journ. Linn. soc. X, 
203. Ramulis hornotinis petiolis pedunculisque pilosis, 
foliis parvis chartaceis subtus ad costas pilosis tum 
glabratis laevibus, superne minute prominulo-rcticu- 
latis, utrinque 10 — 12-costatis, ovatis basi subcorda- 
tis V. subcuneatis breviter acuminatis acutisve inaequa- 
liter serratis serraturis obtuse mucronulatis; amenti S 
brevis bracteis latius quam longe deltoideis acutiuscu- 
lis firmis margine parce ciliolatis, antheris ovalibus 
apice pilosis; strobili fructiferi laxi breve cylindrici 
bracteolis patulis valde venosis oblique ovatis obtusis 
inaequaliter et obtusiuscule grandiserratis basi hinc 
fructum granulosoopacum subamplectentibus, C. spec, 
Turcz. pi. exs. in Maxim. Ind, Pekin. 477. 

Ditione fl. Pekinensis (Kirilow! 1 831. mis. Turcz. 
flor. 6' c. fol. juvenil.): in montibus ab urbe versus 
occidentem, Augusto 1865 fr. immat. (Dr. Williams! 
mis. H an ce). 

Affinis 0. duinensi Scop, diversae foliis plus quam 
12-costatis, bracteis c? tenuibus striatis longioribus 
quam latis, bracteolis fructiferis amplioribus hinc sub- 
integris, fructu laevi aliisque signis. 

Arbuscula fide collectons 10-pedalis. Folia omnium 
nostrarum minora, 23 : 15 ad 40 : 23 mm. magna, pe- 
tiolis 3 — 7 mm. longis. Bracteae S 2,5 mm. latae, 
1,5 mm. longae, bracteolae fructiferae 10 ad 12 mm. 
longae, 6 — 7 mm. latae. 

7. G. laxiflora Bl. 1. c. 1, 309. Ramulis hornotinis 
petiolisque demum glabratis, foliis ad venas sericeo- 



— 316 — 

pilosis tum subglabris e basi rotundata v. subcordata 
ovatis V. ovatoellipticis subito caudatoacuminatis mu- 
cronato-duplicato-serratis parallele sub-12-costatis 
pellucidis; gemmis terminalibu s majoribusque axillär! - 
bus ovalibus attenuatoacutis pauciperulatis perulis ad 
medium exsertis; strobilis fructiferis Iaxis, bracteolis 
patulis dense venosis trilobis lobo medio oblique Ian- 
ceoiato margine convexiore grandiserrato altero recto 
subintegro v. parce et parviserrato , lobis basalibus 
serratis utribusque subaequilongis inBexis fructum lae- 
vem tegentibus. B. laxiflora Sieb. Zucc. L c. n. 799. 
DC 1. c. 

Japonia (Blume!): Yezo australi: silvis montanis 
circa Oiwagi, Octobri frf. (ipse); Nippon: prov. Nambu, 
incolis soro-no-ki, fructif. , Hakone, flor. et Ç defl. 
(^Tschorioski!), ad pedem Fudzi-yama, init. Novembris 
fructif. (ipse, Tschonoski). 

C. caroliniana Walt, et G. Betulus L. liuic similes 
strobilis bracteolisque majoribus hisce integrioribus 
primo adspectu differunt. 

Ramuli dense lenticellis parvis albidis conspersi. 
Folia 2v. Spoil. longa, 1 adlYgpoll. lata, petioli 4 — 6 
lin. Bracteolae frf. 7 ad 8 lin. longae, 4 ad 6 lin. la- 
tae. Nuculae griseae 3 mm. longae. 

Ostryopsis Dne. 

0. Davidiana Due in Bull. soc. bot. Fr. XX, 155. 
Hance in Journ. of bot. XIII, 137. 

China boreali, ditione fl. Pekinensis in m. alto Po- 
hua-slian (Dr. Bretschneider frf., 1877, sinice: Jiu- 
tschen-Un); prov. Kansu, latere dextro vallis fl. Hoan- 
gho, non procul a Lan-tscheu (Piasezki, steril.); 



„. 317 - 

Mongolia australi (Przewalski, 1871, 1872, Î873) 
montium latera fruticeto intricato 2 — 5-pedali sola 
V. consortio IJlmi campestris vestiens, in jugis Suma- 
hada et Mimi-ula vulgatissima, in Alashan frequens. 

Ostrya Scop. 

0, virginica W. Sp. pi. IV, 469. DC. Prodr. 1. c. 
125. Torr. Fl. N. York, t, 102. 

Yezo australis: in sylvis frondosis circa lacum Ko- 
noma, nee non prope Oiwagi, sat frequens, Octobri fr. 
mat. (ipse); Nippon boreali, prov. Nambu (flor. , cum 
rhacliibus 2 yetustis, Tschonoski). In America bo- 
reali a Nova Brunswigia ad Mexicum. — Japonice: 
assanda. 

Arbor circiter 20 — 30-pedalis, trunco sat humili, 
4 — 9 poll, crasso, coma lata. Cortex fuscus cum len- 
ticellis illi Pruni Maximowicsi similis. 

Omnibus punctis pi. americanae similis, praeter 
ramulos crassiores et breviores, fructiferos fere sem- 
per simul amenta cJ apice ramulorura brevissimorum 
lateralium 3~-4-na gereutes, quae in exemplis fnictif. 
americanis fere semper desunt, in floriferis vero amenta 
c? singula usque terna adsunt absque 2, sed hoc for- 
tasse ob specc. male selecta. 

Corylus To urn. 

1. C. heterophylla Fisch. DC. Prodr.XVI. 2. 130. 
excl. var. y. Trautv. Imag. 10, t. 4. Turcz. Fl. Bale. 
Dah.II, 134. Maxim. FL Amur. 241. Regl, Fl. Us- 
sur, n. 43 1 . (7. Avellana Thunb. Fl. Jap. 1 60. G. Ävell. 
ß. dahurica Ledeb. Fl. Ross. Ill, 588. G. Ävell. ß. 
Thunhergii Bl. 1. c. 310. 



— 318 — 

Dahiria: adripam dextram fl. Argun (Sosnin, Ku- 
libin, Turcz.); Mandshuria: secus fl. Amur usque ad 
et ultra ostium fl. Usuri, ad fl. Usuri, Sungari et Sui- 
fun, fruticeta densa format in pratis siccis elatis syl- 
visque frondosis lucidis, prope Albasin in betuletis cum 
Larice et Pino sylvestri frequens, ad Chabarovvkam in 
consortio sequentis, medio Aprilis florens, Augusto 
fructifera, non deest etiam in regione litorali, v. gr. 
Wladiwostok ubi vulgaris (ipse); in China boreali 
(Skatschkow!): montibus altis ditionis Pekinensis 
Pohua-shan (Dr. Bretschneider!, sinice ^^m^f tschen 
i. e. Corylus obtusa, nucibus Pekinum pro esca ad- 
vectis) et Siao-wu-tai slian, inter 3600 et 5000 ped. 
s. m. (Möllendorff!); prov. Kansu , latere dextro 
vallis fl. Hoangho non procul a Lan-tscheu ^Piasezki, 
ster .) ; Japonia : Hakodate ( A 1 b r e c h t), Nambu (Ï s ch o - 
noski), Yokohama et Nagasaki culta (ipse, Oldham 
n. 746 steril.), e Nipponmedm sine loci indie. (Tschc- 
noski). 

Plantam japonicam interdum paulo minus et pi. 
chinensem saepe magis pilosam, a mandsliurica ubi 
uterque status occurrit varietate distinguere nequeo; 
nescio etiam, an in Japonia rêvera spontanea crescat, 
etsi hoc satis verisimile sit. 

2. G. rostrata Ait. h. Kew. Ill, 364. DC. 1. c. 133. 

Typica: foliis e basi cordata ovatis v. ovalibus acu- 
tis V. saepius acuminatis inaequaliter dentatis a medio 
praeterea saepe incisoserratis; bracteis setosohispidis 
fructiferis parte tubulosa nucem subduplo v. magis 
superante nuce 2 — - 3-lo angustioro apice profunde 
incisa. 



— 319 — 

In America boreali: a Nova Brunswigia! per Wis- 
consin! et Saskatchawan usque ad Oregon! et territ. 
Washington, et a Nova Anglia! secusjugum Alleghany! 
per Georgian! ! et Carolinam! 

ß. Sieboldiana Bl. 1. c. 310 (sp. pr.) Foliis e basi 
rotundata subcordata v. subcuneata ellipticis ovalibus 
V. rarius ovatis cuspidato-acuminatis mucronato dupli- 
catoserratis et a medio incisis: bracteis setosohispi- 
dis parte tubulosa subconica nucem duplo v. ultra su- 
perantibus et ilia 2 v. 3-lo angustioribus apice br évi- 
ter incisis. G. lieteropliylla y. DC. 1. c. 1 30. G. rostrata 
Maxim. Rhamn. 10. adnot. Fr. Sav. Enum. I, 452. 

Japonia (Sieb old!): Nippon^ montibus Hakone 
(Tschonoski! fl. et fructif.) , silvis vetustis ad pe- 
dem Fudzi-yama, cum var, z, et S. velG.heteyophylla? 
fide incolarum, Novembri frf. (ipse), in alpe Nikko 
(Siebold! in hb. Lugd. Bat.) 

De Candolle 1. c. G. Sieholdianam ad G, hetero- 
phyllam referons, spec, sterile habebat et diagnosin 
Blumei non legebat. — umbilicus nucis parvulus. 

y. californica DC. 1. c. 133. Foliis e basi cordata 
rotundatis inaequaliter dentatis et a medio insuper 
incisis, bracteis setosohispidis parte tubulosa nucem 
subaequante V. parum longiore, umbilico nucis impresso 
latitadine ipsius nucis parumque convexo. Bot. Calif. 
II, 100- 

Galifornia (Hartweg! n. 1960): Nevada city (Ti- 
ling!), et usque ad Oregon (ex bot. Calif.) 

Vidi specc, fructif. sat numerosa. 

2. mandshurica Regl. in Bull. phys. math. Acad. 
Pétersb. XY, 221. et Fl. Ussur. n. 432. Foliis e basi 
cordata rotundatis rarius passim ellipticis v. infimis 



-- 320 ~ 

minoribüs ovatis, a basi incisoserratis et antice pluri- 
lobis lobis acuminatis v. lateralibiis acutis. fructibus 
var. typicae, sed usque ad 6 in amento; urabilico nucc 
angustiore. Hance in Journ. linn. soc. XIII, 87. C. man- 
dshurica Maxim Fl. Amur. 241, 477. F. Schmidt, 
Fi. Amg. Bur. n. 323. 

In Mandshuria orientali montana sylvatica sylvis 
frondosis acerosisque vulgaris, a montibus Bureicis ad 
ostium Amur et a fl. Kerbi et Njuman secus Amur et 
Usuri fl. eorumque affluentes usque ad fines Koreae, ubi 
circa portus Bruce et Possjet fruticeta densa format, in 
meridionalibus cum specie praecedente consociata, sed 
vulgo mere sylvestris (ipse, alii); in montibus altio- 
ribus ditionis Pekinensis (Dr. Tatarinow) v. c. in 
monte Conolly prope cacumen non frequens, inm. Po- 
hua-shan, sinice tsien-tschen i. e. Corylus rostrata (Dr. 
Bretschneider); Japonia: circa Hakodate, culta et 
fortasse spontanea (ipse). 

Specc. e Hakodate solito magis microphylla minus- 
que lobata et incisa, illis var. calif ornicae subsimilia, 
sed folia cuspidata. 

£.. mitis: foliis var. ß., fructibus minoribüs bracteis 
fulvotomentellis, setis parcis v. evanescentibus, parte 
tubulosa nuce ly^-longiore 4-lo angustiore cylindrica 
apice tantum lobata; umbilico dimidiam nucem alto 
valde convexo. 

Nippon: ad pedem vulcani Fudzi-yama cum var. ß. 
legit Tschonoski 1864. 

Yar. paradoxa, fere species. Fructus singulus 
30 — 40 mm. longus, pars basalis 13 — 15 mm. longa, 
10 mm. lata, pars tubulosa 15 — 23 mm. longa, 2—3 
mm. lata. Eaedem partes in var. Sieboldiana ibidem 



— 321 — 

crescente: 30 — 50 mm., basis 12 — 15mm. longa 
et lata, tubus 15 — 30 mm. longus, basi 4 — 7 mm. 
latus apicem versus sensim attenuatus 2 — 4 mm. la- 
tus, igitur conicus et profundius laciniatus. 

Omnes hae varietates multo melius distinguendae 
quam v. gr. C. ktbulosa W. et C. americana Walt., 
quae tantum bracteis S in priore acutis in posteriore 
longiuscule mucronatis differunt. 

Populus Przewalskii. (Sect. TacamaJiaca Spach.) Gem- 
mis conicis lucidis glabris, rarais gracilibus teretibus 
ochroleucis; foliis pallidis superne pi. m. papilloso- 
puberulis petiolo tereti gracili 2 v. 3-lo longioribus 
parvis ellipticis utrinque acutis v. apice breviacumi- 
natis glandulosocrenulatis ; amentis sessilibus, S bracteis 
transverse ovalibus laciniatis, staminibus circa 1 5 ; cap- 
sulis parvis subsessilibus ovoideis obtusis pubescenti- 
pilosis maturis glabratis, stigmatibus 3. 

Regione Tangut: ad Hoaugho superiorem ejusque 
affluentes nee non ad lacum Kuku-nor (Przewalski, 
1872, 1880); Mongolia australi intra prov. Kansu, 
inter fl. Hoangho et murum magnum, in Liang-tschou 
et Shan-dan-siang viis publicis, in arenosis Han-tschou, 
fine Julii et init. Augusti 1875. ster. et fructif. (Pia- 
sezki). 

Foliis capsulisque parvulis ab omnibus hujus sec- 
tionis differt. P. halsamifera praeterea distincta capsu- 
lis distinctissime pedunculatis, P. laurifolia ramulis 
acutangulis, P. suaveolens folio fructuque duplo saltern 
majore, omnes très capsulis glabris. 

Arbor 60 — 80 pedalis, 3 — 6-pedes crassa vel in 
arenosis ad Kuku-fior arbuscula 10 — 12 -pedalis, 

Melanges biologiques. XI. 41 



— 322 — 

4~-5-poll. crassa vel frutex. Cortex griseo-brunnes- 
cens rimosus. Folia V/^ — 2-polL longa, pollicem cir- 
citer lata, petiolo V2 — ^ pollicari. Amenta S lYg — 2 
poll., $ fruetifera ultra 3 poll. Capsulae 2 — 3-valvcs, 
bilineales. 

Ficus L. 

Species Ficuum in China et Japonia (partibus raagis 
borealibus exclusis) sat numerosae melius ex mero ha- 
bitu cognoscuntur, quam ex floris v. fructus characte- 
ribus, quibusMiquel olim genera propria superstruxe- 
rat postea ab ipso reconjuncta. Quiim habitus valde di- 
versus inter Ficus occurrat, melius videtur species di- 
stribuere primo loco ex habitu et tantum secundo loco 
ex signis floralibus, quae in stirpibus omnibus punctis 
simillimis diversissima esse possunt. Non possum igitur, 
quin characteres florales eosque non semper satis ab- 
solutes potius ad species dignoscendas quam ad genera 
condenda aptos judicem. Duplex clavis quae sequi tur, 
prima habitu anteposito, secunda flore, opinionem 
meam melius illustrabit. 

Clavis dichotoma 
ex habitu: 

Arbores v. frutices erecti foliis juventute a serioribus non diver- 
sis. 2. 

Frutices scandentes radicantes, foliis coriaceis pi. juvenilis ab 
illis pi. adultae forma vel saltern magnitudine distinctissi- 
mis. 23. 

2. Folia membranacea bieme decidua. 3. 

» chartacea coriacea v. membranacea perennantia. 5. 

3. Folia elliptica. 4. 

» linearioblonga F. Sieboldi Miq. 

4. Glabra F. erecta Thunb. 

Pubescens F. Beecheyana H. A. 



— 323 — 

5. Keceptacula in ramulis lateralibus brevissi 
mis fasciculata. 6. 

Eeceptacula solitaria v. gemina axillaria. 8. 

6. Folia Hspidoscaberrima , receptacula bis- 

pida F. hispida L. f. 

» laevia, receptacula glabra. 7. 

7. Folia medio v. apice latiora utrinque ae- 

qualiter breve attenuata F. Harlandi Bth. 

Folia basi latiora vulgo cordata apice acu- 
minata F. chlorocarpa Bth. 

8. Folia serrata v. dentata lobataque pubescen- 
tia V. Mspida. 9. 

Folia margine integro interdum sinuato. 10. 

9. Receptacula pisiformia hispida F. hirta L. 

» pyriformia glabra ampla F. Carica L. 

10. Folia membranacea e basi longe attenuata 
apice latiora sinuata subitoque linearicuspi- 

data, receptacula pisiformia pedunculata . . . F. formosana m 
Folia chartacea v. coriacea integerrima, basi 
rotundata v. breve attenuata. 11. 

11. Gestae laterales foliorum inter se remotae 
accessoriis paucis vel nullis. 12. 

Costae approximatae v. accessoriis auctae 
- reticulo prominente e venulis costae paral- 
lele dispositis, folia coriacea, receptacula 
globosa. 21. 

12. Receptacula globosa stipitata, sub bracteis 
pedunculo nullo. 13. 

Receptacula estipitata v. pyriformia, pi. m. 
pedunculata. 14. 

13. Folia chartacea elliptica subito acute cuspi- 

data breve petiolata, receptacula pisiformia. F. insularis Miq. 

Folia coriacea oblonga subito obtuse cuspi- 

data breve petiolata, receptacula cerasifor- 

mia F. nervosa Heyne. 

14. Folia ampla elliptica utrinque vix v. breve 
attenuata, receptacula cerasiformia. 15. 
Folia modica oblonga utrinque, apice subito 
longeque cuspidata. 19. 

15. Folia longepetiolata coriacea impunctata re- 
ticulo ultimo distincte. 16. 

Folia brevipetiolata herbacea punctata re- 
ticulo ultimo indistincto, 17, 

16. Petioli crassi, stipula apice ramulorum con- 

voluta lanceolata acuminata F. laccifera Roxi). 

Petioli graciles, stipulae apice ramulorum 



— 324 — 

parvae canaliculatae plures vel gemma ovoi- 

dea perulis late ovatis apiculatis imbricatis. F, Wightiana Wall. 

17. Receptacula longitudinaliter costata. 18. 

» ecostata depressoglobosa albo- 
tuberculata F. leucotoma Poir. 

18. Rami glabri, receptacula albotuberculata. . . F. Oldhami Hce. 

» hirsuti, receptacula laevia F. septica Rumph. 

19. Receptacula cerasiformia apice umbone ele- 

rato, cuspis foliorum brevis F. variolosa Lindl. 

Receptacula pyriformia apice rotundata. 20. 
.20. Folia acuta subtus totaque planta scabro- 

pubescentia F. Äbeli Miq. 

Folia longe subito cuspidata totaque planta 

(praeter ramos juveniles) glabra F, pyriformis H. A. 

21. Pedunculi nuUi, folia elliptica reticulo den- 
sissimo. 22. 

Pedunculi graciles, folia obovata reticulo 

laxo utrinque valde prominente F. ChampioniBenth. 

22. Folia acute cuspidata F. neglecta Dne. 

» obtuse brevissime v. non cuspidata. . . jP. retusa L. 

23. Folia elliptica vix v. breve et obtuse atte- 
nuata, receptacula pi. m. pedunculata, 24. 
Folia oblonga longe et acute cuspidata, re- 
ceptacula globosa sessilia F.nipponicaFr.SsiY. 

24. Micropbyllae receptaculo parvo. 25. 
Macrophyllae. 26. 

25. Folia pi. juvenilis lobata , pedunculus cras- 

sus receptaculo subaequilongus F. Thunhergi m. 

Folia pi. juvenilis intégra, pedunculus te- 
nuis receptaculo duplo brevior F. impressa Champ. 

26. Rami tantum juventute pubescentes, folia 
acuminata, receptacula globosa parva pe- 

dunculo lineali F. Wnghtii Bth. 

Rami omnes villosi, folia non v. breve atte- 
nuata, receptacula 2-pollicaria vulgo pyrifor- 
mia. 27. 

27. Pedunculus brevissimus, receptaculum (pi. 

spont.) turbinatoglobosum F. Hanceana m. 

Pedunculus receptaculum pyriforme dimi- 

dium aequans F. pumila Tbunb. 

Ex characteribus floralibus. 

Perigonium $ 3 — 5-sepalum fructum sae- 

pius SLipereminens. 2. 

Perigonium ç truncatum pbyllis varie con- 



— 325 — 

natis V. reductis brevibus, stylus crassiuscu- 
lus brevis, stigma truncatum v. dilatatum. 19. 

2. Stylus stigmataque tenuia subulatofilifor- 
mia. 3. 

Stylus brevis crassiusculus , stigma oblique 
truncatum v. dilatatum. 11. 

3. Stigma 2-crure, folia ampla pubescentia lo- 
bata et serrata , receptacula pyriformia 

magna F. Carica L. 

Stigma 1-crure, "^ v. '^ sempervirentes foliis 
coriaceis. 4. 

4. Frutices radicantes scandentes , folia pi. ju- 
venilis difformia, seriora crasse coriacea sub- 
tus eximie subperforatoreticulata. 9. 
Arbores, rarius frutices erecti. 5. 

5. Costae foliorum crebrae cum accessoriis in- 
ter illas, reticulo utrinque prominulo, areo- 
lis cum costis parallelis, folia modica ellipti- 
ca, receptacula globosa parva sessilia. (Conf. 
sub. 22. in clavi prima : F. neglecta et retusa). 
Costae paucae accessoriis subnullis v. pan- 
els, areolae obsoletae v. distinctae. 7. 

7. Receptacula in stipitem attenuata sessilia v. 
breve pedunculata. 8. 

Receptacula estipitata sessilia, petioli elon- 
gati, lamina late elliptica subito obtuse acu- 
minata F. laccifera Roxb. 

8. Receptacula in stipitem attenuata sessilia, 
folia oblonga utrinque, apice subito longe- 

que acuminata F. nervosa Heyne. 

Receptacula estipitata breve pedunculata, 
folia longe petiolata ellipticoovalia utrinque 
rotundata, apice subito brevissime cuspidata. F. Wightiana Wall. 

9. Folia 3— 4-pollicaria, pedunculi crassi bre- 
vissimi. 10. 

Folia 1 — 2-pollicaria ovatoelliptica attenua- 
ta, receptacula pedunculo aequilonga cerasi- 
formia , F. Thunhergi m. 

10. Folia acuminata, receptacula globosa parva. F. Wrightii Bth. 

» obtusa , receptacula pyriformia v. tur- 
binato-globosa magna F. Hanceana m. 

11. Hirsuta, folia argute serrata acuteque lo- 

bata, receptacula sessilia pisiformia F. hirta L. 

Scabrae, pubescentes v. saepius glabrae, fo- 
lia non serrata. 12. 

12. Folia membranacea decidua (conf. sub 3 in 



— 326 — 

clavi prima : F. Sieboldi, erecta et Beecheya- 

na). 

Sempervirentes 13. 

13. Frutices scandentes radicantes, folia juve- 
nilia difformia, seriora rigide coriacea, sub- 
tus eximie reticulata. 14. 

Arbores v. frutices erecti. 16. 

14. Folia oblonga longe acuteque cuspidata, re- 

ceptacula globosa sessilia F.nippoiiicaYr.SäY. 

Folia elliptica vix v. breve obtuse attenua- 
ta, receptacula pedunculata. 15. 

15. Folia 1 — 2-pollicaria lanceolatoelliptica, pe- 

dunculus tenuis, receptacula globosa. , . . F. impressa Champ. 

Folia 3 — 4-pollicaria elliptica , pedunculus 

crassus, receptacula pyriformia F. pumila Thbg, 

16. Folia coriacea. 17. 

» herbacea v. membranacea reticulo non 
prominente, receptacula pisiformia. 18. 

17. Areolae reticuli prominentes , folia obovata 
vix obtuse attenuata , pedunculus gracilis, 

receptacula cerasiformia F. Championi Bth. 

Folia oblonga utrinque attenuata, reticulo 
non prominente. (Conf. sub 19. in clavi pri- 
ma: F. variolosa, Aheli et pyrijormis). 

18. Receptaculum intus bracteatum glabrum , 
folia membranacea discolora obovatooblonga 
subito cuspidata irregulariter sinuata, re- 
ceptacula pedunculata F. formosana ra. 

Receptacula intus hispida, folia herbacea 

elliptica utrinque (apice subito longiusque) 

acuminata, receptacula stipitata sessilia . . . F. insularis Miq. 

19. Receptacula in ramulis aphyllis brevissimis 
fasciculata. (Conf. sub 6. in clavi prima: F. 
hispida, Harlandi et chlorocarpa.) 
Receptacula axillaria , folia ampla (5 — 9 
poll. ) chartacea punctata elliptica vix atte- 
nuata, reticulo ultimo indistincto. (Conf. sub 
17. in clavi prima: F. leiicotoma, Oldhami 
et septica.) 

Frutices scandentes radicantes igitur quam maxime 
inter se ex habitu congrui, nonnulli rêvera omnibus 
punctis fere identici, ex charactere floris et fructus in 
divisiones diversas coguntur. Idem obtinet in série 



— 327 — 

specierum receptaculis axillaribus singulis, costis fo- 
liorum lateralibus inter se remotis sive accessoriis. Et 
hoc tantum in nostris, in enumeratione vero omnium 
generis specierum exempla talia sane multo magis nu- 
merosa offeuduntur. Praeterea etiam in structura stig- 
matum, fatente ipso Miquel, an sint truncata, obli- 
que dilatata v. subulata, variationes non paucae oc- 
currunt, ita ut interdum dubites, ad quam formam 
trahere debeas. In receptaculo fructifero quid sint 
bracteae quid perigonia, si liaec sessilia et caryopsis 
jam facile delabitur, saepe difficile extricandum. In 
aliis flores masculos frustra quaeres. Quas ob causas 
habitum prae structura florali ponendum censeo in gé- 
nère, ubi flores minimi et absconditi frequenter male 
neque semper eodem modo evolvuntur. 

Frutices v. arbores erecta. 
a. foliis hieme caducis. 

1. F. Sieholdi Miq. Prol. 131. Frutex late ramo- 
sus erectus (rarius arbuscula) ad pedunculos bracteas 
petiolos latere superiore et rarius folia subtus ad ner- 
vös parce pilosus, tum saepius glabratus; foliis modice 
petiolatis membranaceis subtus minute punctatis lae- 
vibus, e basi leviter cordata lineariobiongis acumina- 
tis, integris vel leviter undulato- v. rarissime passim 
profunde inaequaliter sinuatis; receptaculis axillaribus 
solitariis pedunculum aequantibus v. brevioribus, ma- 
turantibus ramulo nudo insidentibus, depressoglobosis 
V. supra bracteas 3 basales majusculas stipitato - sub- 
pyriformibus, mollibus cerasiformibus ; floribus 4-(3, 5-) 
sepalis brevipedicellatis S 3-andris; caryopsi stipitata 



— 328 — 

subglobosa, stylo brevi infraapicali, stigmate 3-lobu- 
lato cavo. 

Kiusiu: circa Nagasaki non rara, Junio fructifera 
(Oldham! n. 784, 785 p. p., 788, ipse). 

Ut sequens, pro cujus varietate angustifolia habere 
mallem, statu sicco folia leviter colore indigotico suf- 
fusa habet. In flore S' rudimentum ovarii non inveni, 
sed fortasse quia statu sicco examinavi, nee in vivo 
ac in sequente. 

2. F. erecta Thunb. Ficus, 9, 15. Arbor parce 
lateque ramosa vel frutex ramosissimus erectus, ad ra- 
mos novellos stipulas petiolos passimque costam v. ra- 
rius subtus ad laminam foliorum parce pilosa turn 
vulgo glabrata; foliis deciduis membranaceis modice 
peliolatis subtus minute punctatis late ellipticis basi 
attenuata rotundatis v. subcordatis apice subito acute' 
acuminatis reticulo non elevato; receptaculis atque 
floribus praecedentis, S cum rudimento ovarii. Thunb. 
in Act. soc. Linn. II, 327 et Icon. ined. (tig. et descr. 
malae). Banks, Ic.Kaempf. t 4. Sieb. Syn. pi. oecon. 
n. 173. Fr.! Savat. En. pi. jap. I, 435, II, 490. 
Itabu, Kaempf. Amoen. exot. 803, ex descr. F. pu- 
mila ß, Thunb. Fl. jap. 33. F. pyrifolia Burm. Fl. 
Ind. 226. Miq.! Prol. 131. F. japonica Bl. Bijdr. 
440. Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam. nat. n. 778. 

Japonia (Siebold! mis. Blume s. n. F, erectae): 
Nippon^ circa Yokohama (Oldham! n. 233. fr. im- 
mat.) arbor ad 20-pedalis frequens, Majo et Junio fruc- 
tif . , vulgo Itahu-no-ki (ipse), Yokoska (Savatier! 
n. 1105), Simoda (Yolkin! fructif.); Kiusiu^ circa 
Nagasaki (Oldli.! n. 719, 787 et sine B frf.) fre- 
quens, arborea v. fruticosa 4 — 8-pedalis, Augusto frf. 



— 329 — 

et tota bieme aphylla cum fructibus (ipse); Usima 
(Wrigbt! fr. immat. s. n. F. Beecheyanae): archipel. 
Koreano (Oldh.! n. 789. frf "i et Korea ipsa, ad por- 
tum Chusan (Wilford! frf.); China austraii: Wham- 
poa prope Cantonem (Hance! n. 1453). In borto Pe- 
tropolitano tempore Fischeri culta s. n. F. javanicae 
(flor.) 

Fide Siebold L c. lignum s. n. KoifsisiJc usitatum, 
receptacula dulcedula edulia, sed equidem nunquam 
pro esca collecta et semper in planta ipsa intacta vidi. 

Species ipsi Tbunbergio obscura, primum cum 
F. pumila confusa, postea receptaculo pedunculato et 
foliis tenuioribus recte sejuncta, sed perperam caule 
repente (in fî. Jap.) v. debili parum decumbente (in 
diss, de Ficu) vel decumbente ramis erectis (in Actis) 
descripta. Collegit F. erectam^ in memoria retinuit 
vero F. nijjponicam absque dubio visam, sed non carp- 
tam: cur enim, nisi banc intellexisset, in fl. Jap. stir- 
pes omnibus punctis toto coelo diversas pro varietati- 
bus ejusdem speciei tractaverit? 

Receptaculum vulgo globosum ludit tamen in eodem 
ramo basi attenuata supra brae teas basales stipitata 
subpyriforme. 

3. F. Beecheyana Hook. Arn. Bot. Beech. 271. 
Benth. Fl. Hongk. 329. Miq. Ann. mus. Lugd. bat. Ill, 
294, n. 299. 

Archipelago Lu-tschu (fide Benth am, an potius 
praecedens?); Formosa (Oldh.! n. 534, j39); China 
austraii ore: Ningpo (Swinhoe! mis. Hance), Hong- 
kong (fide Bentham). 

Praecedenti quidem similis, sed statim nota stipulis, 

Melanges biologiques. XI., 42 



— 330 — 

ramis novellis, foliis utrinque scabris atque recepta- 
culo dense pilosis hirtisve. Receptacula matiira distincte 
majora quam in praecedente esse debent, nam valde 
juvenilia quae vidi (flosculis o adhuc clausis, ceterum 
quoad structuram identicis) praecedentis majoribus 
jam aeque magna sunt, 25 mm. longa, 20 mm. lata. 

b. Folia perennautia. 

4. F. hispida L. f. Suppl. 442. Benth. Fl. Hongk. 
329. Miq. 1. c. 296. F. oppositifolia Roxb. Corom. 
t. 124. Wight, Icon. t. 638. CoveUia oppositifolia et 
G. hispida Miq. in Lond. journ. of bot. YII, 461, 
462. 

In China australi, v. c. Hongkong, fide Bentham, 
in India \ et archipel. Malayano. 

5. F Harlandi Benth. 1. c. 330. Miq. 1. prius cit. 
296. 

In China australi: Hongkong (Wright!), montibus 
Pakwan supra Cantonem (Sampson! mis. Han ce). 

Ex auctore affiuis F. congestae Roxb. ex India bo- 
reali. 

6; F, cldorocarpa Benth. 1. c. Miq. 1. c. 296. 
Bongkong^ fide Bentham, montib. Pakwan supra 
Canton (Sampson! mis, Hance). 

IF. hirtaYâhl Enum.II, 201. Benth. 1. c. 329. 
Miq. in Lond. journ. of bot. VII, 456. 

In China australi: Hongkong (Wright!), Macao et 
prope Canton (Hance!); Java! aliisque insulis Ma- 
layanis^ ex Bentham. 

^F. Carica L. Cod. 7716. Thunb. Fl. Jap. 32. Miq. 



— 331 — 

Prol. 131. Franch. Sa vat. I, 436. F. hirta Sieboid, 
Syn. pi. oecon. n. 175. F. hirta et F. Carica, Sieb. 
Zucc. Fl. Jap. fam. nat. n. 780, 781. 

Colitur TperChinam (teste Bretschneider in Journ. 
N. China branch Asiat, soc. 1881, 8.) v. c. Pekino 
(Skatschkow! c. recept.) et Japoniam^ v. c. Yoko- 
hama (ipse), Yokoska (Savatier), Nagasaki (Thun- 
berg). — Japonice, ex Thunberg: too kaki, a Lusi- 
tanis olim introducta, ex Sieboid: itsisik, e China 
orta. Fructus satis insipidi in Japonia nascuntur. 

8. F. formosana. Arbor (?) ad ramulos petiolosque 
novellos parce pilosa cito glabrata, ramis tenuibus lae- 
vibus lutescentibus ; foliis membranaceis laevibus sub- 
tus griseopallidis brevipetiolatis oblongolanceolatis basi 
longe attenuatis apice saepe latiore subito in cuspidem 
linearem obtusam acuminatis et infra apicem inaequa- 
liter hinc v. utrinque sinuatim 1 — 2-dentatis, utrln- 
que tenuiter subsexcostatis costis reticuloque laxo 
parco subtus distinctis; receptaculis axillaribus solita- 
riis pisiformibus brevissime tenuiterque pedunculatis 
basi minute o-bracteatis passim substipitatis v. utrin- 
que breve attenuatis mollibus; floribus bracteatis, cJpe- 
dicellatis 2 — 4-sepalis 2-andris. $ pedicellatis et ses- 
silibus 4 sepalis, stylo brevi infraapicali stigmate ob- 
lique truncato, caryopsi globosa subsessili. 

Formosa, prope Tamsuy (Oldham! n. 551. forma 
sinuata, u. 544. forma subintegra). 

Ad sect. Sycidii, c. rostratas, Miq. in Ann. Mus. 
Lugd. Bat. Ill, 292. pertinet. A F, caudata Wall., 
F. clavata Wall., F cuspidata Reinw. et F. rostrata 
Lam., quibuscum ramulis gracilibus, foliorum forma 
et magnitudine recept^culoque parvo congruit, foliis 



— 332 ~ ■ 

membranaceis laxe reticulatis discrepat, a F. sikki- 
mensi Miq , iibi folia etiam membranacea, lamina dis- 
colore baud punctata longius cuspidata sinuatodentata 
atque receptaculis glabris duplo majoribus distat. 

Petioli 10— 18 mm., lamina 70:25 ad 110: 40 v. 
105 : 25 mm. magna. Stipulae glabrae fuscae, e latiore 
basi oblongae acuminatae, cito cadentes, cicatrieem 
circularem ad petioli basin relinquentes, 8 ram. Ion- 
gae. Pedunculus 2 — 3 mm. Receptaculum 8 mm. v. 
cum stipite 10 mm. longum, 6 mm. latum, ob ca- 
ryopses maturantes parieti tenui sese impriraentes 
extus granulosum. Bracteolae sepalaque firmula fusca, 
antherae quadratae mucronulatae filamentum latum 
brevissimum multo superantes. Embryo non visus. 

9. F. insularis Miq. in Lond. journ. of bot. VII, 
435. Frutex (?) glaber ramis tortuosis crebre ramulo- 
sis, foliis brevipetiolatis modicis chartaeeo-herbaceis 
utrinque 8 — 10-costatis indistincte reticulatis ellipticis 
V. oblongis basi suboblique cuneatis apice subito acute 
cuspidatis; receptaculis subsessilibus basi 3-bracteatis 
pi. m. stipitatis pisiformibus intus hispidis; floribus 
J. . . ,2 sessilibus 4-sepalis, caryopsi globosa v. ovali 
stylo breviore crassiusculo infraapicali , stigmate dila- 
tato lobulato v. integro. 

In archipel. Lu-tscJiu (herb. Hooker, ex Miquel); 
Formosa (Oldham! n. 541, 545, 547, 552), in Phi- 
lippinis {Cumin g I n. 1943). 

Authcnticam eandemque tantum quam affinem de- 
signatam vidi solam Cumingianara, quae tamen foliis 
receptaculisque (admodum variantibus) et receptaculo 
inter liores structura simillimos liispido cum pi. formo- 



— 333 — 

Sana congruit. F. insularis, saltern qualis a me intel- 
ligitur, F. eredam Thunb. quodammodo in mentem 
Yocat at folia passim (Oldh. u. 552) exsiccatione pa- 
riter iüdigotica fiunt. 

1 0. F. nervosa Heyne apud Roth, nov. pi. sp. 388. 
Bentli. 1. c. 527. Miq. in Ann. mus. Lugd. Bat. Ill, 
286. Urostigma nervosum Miq. in Lond. journ. of 
bot. YI, 585. F. angiistifolia Roxb., Wight, Icon, 
t. 660. 

China australis : Hongkong (Wright!, Hance!); 
arbor vasta, coma lata. Himalaya (fide Bentham). 

11. F. Wiglitiana Wall. Cat. 4540. Arbor glabra 
sempervirens foliis longe petiolatis chartaceis laevibus 
obsolete reticulatis ovalibus basi rotundatis v. subat- 
tenuatis apice subito in acumen breve obtusum con- 
tractis; stipulis ovatis cuspidatis dorso tomentellis; 
receptaculo initio axillari turn in ligno vetusto aphyllo 
maturante brevissirae crasseque pedunculate globoso 
cerasiformi v. minore molli; floribus S 1-andris et o 
subsessilibus 4-sepalis; caryopsi subsessili v. longe 
stipitata rotundato-ovali, stylo filiformi acuminato ca- 
ryopsin longitudine duplo superante Miq. in Lond. 
journ. of bot. VI, 566. Ann. mus. Lugd. Bat. Ill, 
286. Benth. 1. c. 327. F, superba Miq. (sub Urostig- 
viate) in pi. Jungh. I, 46. FI. Ned. Ind. I, 2, 334. 
Prol. fl. Jap. 132. {var. japonica Miq., habitu robus- 
tiore tantum a pi. javanica distincta dicta). F. pyrifo- 
lia Sieb. Zucc. 1. c. n. 779., nee Burm. 

Kiusiu: Nagasaki, in littore sinus Simabarae, fine 
Julii frf. (ipse), Kowara (Sie bold!); Formosa (Old- 



— 334 — 

ham! n. 538), Hongkong (Wright!), Becan (ex Ben- 
tham); Ceylon! 

Miquel i^. siiperlam receptaculis in axillis foliorum 
delapsorum ligni vetusti fasciculatis diversam credit 
a F. Wightiana Wall., ubi receptacula ex axillis fo- 
liorum hornotinorum provenire dicuntur. Tum ad F. 
superbam certe pertinent pi. chinensis et formosana, 
sed in pi. indica ubi praeter recep taenia axil! aria oc- 
currunt etiam talia in ligno vetusto, omnes partes tarn 
similes et receptacula pariter gemina v. singula, ut 
sejungere nequeam. 

Arbores a me visae 30-pedales, y^ pedem crassae, 
coma densa et lata. Folia majora petiole ultra 60 mm., 
lamina 120:65 mm. magna. Receptacula virentialba, 
ostium versus purpurascentia, tota maculis lacteis sub- 
elevatis aspersa. 

12. F, laccifera Roxb. Fl. Ind. Ill, 545. Wt. Icon, 
t. 656. TJrostigma lacciferum Miq. in Lond. journ. of 
bot. VI, 575. 

China australi: Canton, juxta templa (Hance! frf.); 
Himalaya: Silhct (Roxb.), Khasia (Hook. f. et Th.! 
frf.) 

PI. sinica cum fig. cit. optime congrua, excepta ficu 
globosa, quae apud Wight globosoobovoidea, apud 
Roxburgh ovalis, sed in Jchasiana pariter globosa. 

13. F. Itucatoma Poir. Encycl. méth., suppl. II, 
655. Arbuscula sempervirens late ramosa glabra, ra- 
mulis stipula caduca ad insertionem foliorum annulatis; 
foliis petiolatis chartaceis laevibus utrinque 5 — 8-co- 
statis indistincte reticulatis late ellipticis utrinque breve 
obtuse attenuatis v. apice rotundatis; receptaculis sub- 



— 335 — 

sessilibus v. brevissime pedunculatis depresse globosis 
obtuse costatis alboverruculosis glabris; perigonio bre- 
\dssimo dentato triincatove, fl. S 1-andro, caryopsi pi. 
m. stipitata globosa, stylo infraapicali longiore cras- 
siiisculo, stigmate vixdilatatoconcavo. Roem. Schult. 
Syst. I, 561. Miq. in Ann. mus. Lugd. Bat. Ill, 283, 
296. F. venosa Willd. h. Berol. I, t. 36. F, leuco- 
sticta Spr. Syst. Govellia venosa Miq. in Lond. journ. 
VII, 468. 

Bonin-Sima (Hertens! frf.); Japonia maxime au- 
stralis: ins. Kakeali, medio Januario fructif. (Wright!); 
Java (Miquel). V. s. cult, fructif. s. n. F, venosae. 

Stipulae lineares acuminatae petiolum fere 2-lo su- 
perantes, ante folium bene expansum deciduae. Folia 
luteoviridia, subtus vix pallidiora. Petiolus 13 — 28 mm. 
longus, lamina pi. japonicae a 85 : 65 usque 200: 130 
mm. magna. Pedunculus crassus 5 mm. longus, sub 
ipso receptaculo 3-bracteatus. Receptaculum diam. 2 
cm. V. majus. Nee W ill d enow nee ipse flores c? vi- 
dimus, ex Miquelio 1-seriatos. 

14. F. Oldhami Han ce in Ann. sc. nat. 5 ser. V. 
Advers. p. 43. 

Formosa, prope Tamsuy (Oldham! n. 553). 
Ad CovelUam per tin et. 

15. F. septica'^xxm^h., Hb. Amboin. Ill, 153, t. 96. 
Miq. Ann. mus. Lugd. Bat. Ill, 284, 297. F. radiata 
Dne Timor, in Nouv. Ann. mus. Ill, 494. Covellia, 
Miq Fl. Ned. Ind. I, 2, 328. 

Formosa, prope Tamsuy (Oldham! a. 1864 frf. 
sine JVs); Timor (Deeaisne!), Celebes (de Vriese, flde 
Miquel), 



— 336 — 

PI. formosana praeter receptacula pilosa nullo puncto 
a timorensi differt et omnibus partibus aequimagna est, 
ab icone Rump hü praesertim foliis magnis et recep- 
taculo striate costato distincta. 

16. F. variolosa Lindl. Benth. in Lond. journ. 
of bot. I, 492. Fl. Hongk. 328. Miq. 1. c. III, 294. 

Hongkong (Hinds!, Wright!), montibus Pakwan 
supra Canton (Hanceîj; Bonin- Sima (Hertens! frf.) 

17. F. pyriformis H. A. bot. Beech. 216. Benth. 
Fl. Hongk. 328. Miq. 1. c. Ill, 294. F. Millettii Miq. 
in Lond. journ. VII, 438. 

Hongkong (Wright!, Hance!) et in China adjacen- 
te, ex Be nth am. Var. angustifoUa in Khasia! et Ben- 
galia orientali. 

18. F, Mein Miq. in Ann. mus. Lugd. Bat. III, 
281. F. pyriformis Miq. (nee H. A.) in Lond. journ. 
VII, 437. t. VI, fig. A. 

China (Ab el) — non vidi. 

19. F. Championi Benth. in Kew journ. of bot. VI, 
76. Fl. Hongk. 328. Miq. in Ann. mus. Lugd. Bat. IIL 
295. 

Hongkong (Wright!). 

Arbor vel frutex pallida griseoviridis, a simillima 
F. vasculosa^SiW.l e Penang et Malacca distinguenda 
fronde non laeteviridi, foliis minoribus non oblongis. 

20. F. neglecta Dne in Nouv. Ann Mus. III, 494. 
Miq. 1. c. III, 288. ürostigma neglectum Miq. Fl. 
Ned. Ind. I, 2, 347. 

Clîina australis: ora occidentali ins. Hainan, ad 



— 337 — 

Hoi-tow (Fogg! mis. Hance s. JV2 12781 absque no- 
mine); Timor! 

Arbor 60 — 80 -pedalis trunco 14 pedes crasso, 
coma 120 pedum diametro, fide Fogg. Simillima F. 
Benjaminae Z., nervis numerosioribus approximatis, 
receptaculis minoribus bracteisque deciduis diversae. 

21. F. retusa L. Cod. 7724. Miq. 1. c. Ill, 267, 
288. Urostigma retusum Miq. in Lond. journ. of bot. 
YI, 581. 

Var. nitida Miq. 1. primo cit. Arbor glabra, foliis 
modice petiolatis coriaceis pallidis tenuiter parallele 
multicostatis laevibus ellipticis v. obovato-ellipticis basi 
breve cuneatis apice obtuse breveque attenuatis; re- 
ceptaculis solitariis v. geminis sessilibus pisiformibus 
basi 3-bracteatis (bracteis late ovatis obtusis majus- 
culis) apice non umbilicatis; floribus sessilibus, 2 4-se- 
palis, caryopsi globosa, stylo infraapicali filiformi acu- 
minate. F. nitida Thunb. Fie. n. 14. Urostigma ni- 
tidum Miq. 1. postea cit. 582. 

Japonia: Yedo, culta, frutex ramosissimus, fine Ju- 
nii fr. mat. s. n. Kondzi-no-M (ipse); Lutschu: Napa- 
Kiang, arbor alta (Dr. Weyrich! steril.); Siani et 
archipel. Sunda (Mi quel); Ceylon!; Decan! varus 
locis. 

Folia arboris et fruticis nostratis ex minoribus: a 
petiole 10 mm., lamina 45 : 25 mm., usque ad petiolum 
13 mm., laminam 75:35 mm. magnam. Receptacula 
diam., ut fere semper, 6 mm., bracteis apicalibus ova- 
tis glabris. Sepala fructum non tegentia, fusca, firma, 
late ovalia. Fructus pi. japonicae a me visi stylo jam 
abrupto, flores 9 autem in eodem receptaculo non fruc- 

Melangos biologiques. XI. 4o 



-- 338 — 

tiferi stylo breviusculo stigmate truncato Plagiostig- 
matis instruct! erant, quod in talibus floribus apud 
Urostigma occurrere ipse observavi, neque ab ipso Mi- 
quel negatur (in introd. ad monograph.) 

2. Frutices scandentes radicantes, 
juventute micro- vel heterophylli. 

22. F. nipponica Fr. Sav. Enum. pi. jap. I, 436, 
II, 491. Scandons juventute radicans, ramis novellis 
stipulis dorso petiolis receptaculisque juvenilibus fus- 
copubescentibus, foliis coriaceis glabris persistentibus 
semper consimilibus petiolatis subtus pallidis densis- 
sime quasi perforato -elevate -reticulatis oblongis basi 
rotundatis apice subito caudato-acuminatis; recepta- 
culis geminis v. singulis initio axillaribus maturis ra- 
mulo nudo insertis, brevissime pedunculatis pisiformi- 
bus V. majoribus bracteis apicis protrusis (nee aliter) 
umbilicatis basi 3-bracteatis; floribus brevissime pedi- 
cellatis 4-sepalis, c? diandris; caryopsi brevissime sti- 
pitata globosa v. ovali, stylo infraapicali brevi, stigmate 
brevi oblique. F, ereda Miq. Pro). 132., nee Thunb. 

Nippon: Yokoska, in rupibus (Savatier!), Kiusni: 
Nagasaki (Oldham! n. 782, 783 frf.) in rupibus fre- 
quens, fine Octobris fructif., Simabara, similibus locis, 
medio Majo c. recept., forma macrophylla (ipse); For- 
mosa: Tamsuy (Oldham! n. 546, 550 frf.) 

A Mi quel 1. c. valde affinis dicitur F. pumilae et 
describitur receptaculo mature pruni mole, qualem 
equidem, fruticem frequenter observans, nunquam in- 
veni. Receptacula jam omnino matura (pressione facile 
rupta) maxima quae vidi cerasum minorem non supe- 
rabant. 



— 339 — 

((Forma Khasiana» Miq. 1. c. {F. pubiger a Wall., 
Pogonotrophe puhigera Miq. olim) nequaquam nostrae 
jungenda, habet enim receptacula intus dense longe 
parallele setosa (unde nom en generis Pogonotrophes) et 
stylum elongatum subterminalem in flore longius pe- 
dicellato, foliaque etiam diflerunt, nam sunt concolora, 
tenuiora, subtus minus dense neque perforatoreticu- 
lata, basi subcuneata et secus costam subtus parce 
pilosa; pubes receptaculi non rigidula parallela, sed 
tenuior flexuosa et subintricata. Itaque F. puhigera 
Wall, non solum specie, sed ad mentem Miquelii 
olim etiam generice a F. nipponica diversa est. 

Adest tamen rêvera planta nostrae valde affinis, in 
Sikkim ait. 2 — 5000' a cl. Hooker collecta et sub 
nom. F. puhigerae distributa, quae structura florali 
totoque habitu cum F. nipponica convenit, sed pedun- 
culo longiore receptaculum interdum superante bene 
distinguitur. Hanc inter i^^cw^- a Mi quel in Ann. mus. 
Lugd. Bat. III enumeratas non invenio. 

23. F. Thunbergiî. Scandens radicans, ramulis stipu- 
lis petiolisque fulvosericeis ; foliis coriaceis perennan- 
tibus subtus dense perforato-elevato-reticulatis, pi. 
juvenilis primum lobatodentatis tum integris oblique 
subcordato-ovatis brevissime petiolatis utrinque pilo- 
sis, pi. adultae vix duplo majoribus longius petiolatis 
subtus pubescentibus ellipticis v. ovatoellipticis, omni- 
bus apice attenuato v. acuminato obtusis v. obtusius- 
culis; peduncuiis receptaculo depressogloboso cerasi- 
tbrmi pilosiusculo bracteis apicis protrusis (nec aliter) 
umbilicato subbrevioribus; floribus c? paucissimis brève 
pedicellatis 4-sepalis 2-andris, 9 longe pedicellatis 



— 340 — 

5-sepalis; car3'0psi stipitata obovoidea, stylo infraapi- 
call stigmateque subulato fructura supereminente. 
Thunb. Fl. Jap. 351, pi. obscurae n. 8, excl. syn. 
Kaempf. ;Thunb. Icon. ined. F. pumila frudu juniore, 
Miq.! Prol. 131. Ficus Inuitahu, sterilis, Kaempf. 
1. c. 

Kiusiu: ^(variis locis prope Nagasaki lapidibus ad- 
haerens et late repens» (Thunb erg! steril.), in rupi- 
bus scandens (Oldham! u. 497, Miquel! cum F.pu- 
mild) fere ubique , etiam in muris vetustis, sed fere 
semper sterilis et juvenilis, inter Tomats et Kawara- 
yama in Quercu alte scandens, init. Octobri flor. (ipse). 

Primo aspectu sequenti similis, sed major, at F. im- 
pressa ad Plagiostigma pertinet, receptacula mollia 
(neque dura) et folia subtus obtectoperforata, sensius 
acuminata, minusque distincte petiolata habet. A F, 
pumila Thunb., quae Plagiostigma et a JP. Hanceana 
m., quacum flore congruit (dimorphia c? et 9 excepta) 
statim dignoscitur foliis distincte minoribus et angus- 
tioribus, receptaculi parvi forma, pedunculo longiore 
et graciliore, a posteriore praeterea receptaculo non 
turbinato et styli insertione. 

Individuum fertile a me visum trunco 2 poll, crasso 
ramosissimo gaudebat, ramis squarrosoflexuosis. 

24. F. impressa Champ, in Kew journ. of bot. VI, 
76. Benth. Fl. Hongk. 328. Miq. in Ann. mus. Lugd. 
Bat. Ill, 294. 

Hongkong (Wright!, Hance!, Forbes!) 
Hue fortasse referenda pi. juvenilis sterilis, ab Old- 
ham in Formosa s. n. 535 lecta et sub nom. F, stipu- 
latae Thunb. var. distributa, ad ramos teretes radi- 
cantes petiolosque brevissimos pubescens, foliis maxi- 



— 341 — 

mis 10 : 6,5 mm. magnis, opacis, siibtus punctatis, re- 
ticulo laxo non prominente, costis utrinque 3 — 5, la- 
mina obovata basi rotimdata, apice passim acutiuscula, 
stipulis fuscomembranaceis acumiuatoovatis dorso mi- 
nute serieeis, deciduis. 

25. F. Wrighti Benth. FI. Hongk. 329. Miq. 1. c. 
Ill, 285. 

Hongkong. Nec a Mi quel, nec a me visa. 

A Be nth am similis dicitur F. foveolatae Wall, 
e subgenere Pogonotrophes , sed characteres florales 
TJrosUgmatis. A F. TJiunhergi m., quacum receptaciilo 
gioboso parvo convenire videtur, foliis majusculis, a 
F, Hanceana m., cujus folia magna habet, foliis acu- 
minatis et receptaculo gioboso diversa esse debet. 

26. F. Hanceana m. Omnia F. pumilae Thunb., sed 
folia juvenilia subtus praeter costam parce setosam 
glabra, adulta apice obtuso baud attenuata, recepta- 
cula brevissime et crassissime pedunculata turbinato- 
globosa in spontanea, pyriformia in culta, apice pro- 
tracto - umbonato basique attenuata, 2 - poUicaria in 
utraque, flores utriusque sexus brevipedicellati é-se- 
pali, S 2-andri, caryopsis stipitata obovoidea stylo 
e medio latere tenui stigmateque filiformi elongato 
fructum superante. F. stipulât a ï{?in ce in Seem, journ. 
of bot. ly, 54, nec Thunb. Masters? in Gard, chron. 
1880, II, 716. frf., 560, 561 steril, (folia majora ni- 
mis acuta). 

China: Ningpo (Oldham! steril. 1861.), Macao, 
muros altos ascendens (Hance! frf.), Canton in mûris 
(Seemann apud Hance 1. c), ? Kiukiang (Hemsley 
in Journ of bot. XIV, 209 , fortasse ad F. pumilam 



— 342 — 

Th.). E viridariis nostris vidi sterilem cultam in h. 
Petrop. 1806, h. Herrenhus. fructif. 1809, h. Gryph. 
1810 steril, et h. Berolin. fructif. 1830. In Anglia, 
fide Masters, raro, in Olyssipone^ fide Gay ex eodem, 
frequenter fructificat, an tamen eadem, non satis mihi 
constat. 

Hance 1. c pi. chinensem suam jam a F, pumila 
japonica, quam fructif. a Miquelio acceperat et si- 
millimam déclarât, receptaculo turbinato-globoso ver- 
tice applanato et sericeo cum umbone protruso (neque 
ovoideo) distinguit. 

PL juvenilis sterilis e Formosa (Oldham! n. 535.) 
s. n. F. stipulatae var. a F. Hancéana certe valde 
diversa foliis obovatis subtus elevatopunctatis neque 
reticulatis et supra a me cum dubio ad F. impressam 
Champ, ducta est. 

27. F. pumila L. Cod. 7725. (Sp. pi. éd. I. cum cit. 
Kaempf. Am. exot. t. 804. et In tsta p. 887., excl. 
syn. Rumph. Scandens radicans ramis fructiferis pas- 
sim erectis, ramulis receptaculisque apice stipulis pe- 
tiolisque fulvosericeis; foliis coriaceis perennantibus 
subtus eximie densissimeque quasi perforato-reticula- 
tis pubescentibus, pi. juvenilis parvis brevissime pe- 
tiolatis oblique subcordato- ovatis obtusis, adultae lon- 
gius petiolatis multiplo majoribus ovaliellipticis apice 
obtuso brevissime attenuatis basi obsolete subcordatis 
triplinerviis et utrinque 3 — 4-costatis; receptaculis 
crasse br éviter petiolatis basi 3-bracteatis apice pro- 
tracto umbonatis pi. m. pyriformibus (rarissime sub- 
globosis) bipollicaribus ; floribus S longe pedicellatis 
4- (3-) sepalis 2-andris, $ brève pedicellatis 3 — 5-se- 
palis, stylo brevi in caryopsi estipitata globosa brevis- 



— 343 — 

simo lateral! stigmate patelliformi dilatato. F. piimila 
var. Qc, Thunb. Fl. Jap. 33. i^. stipulata (pi. sterilis) 
et F. pumila (pi. fertilis) , Thunb. ! Ficus 8, 9. et Icon, 
ined. Sieb, et Zucc. Fl. Jap. fam. nat. n. 775, 776. 
F. stipulata Sieb. Syn. pi. oecon. n. 174. Miq. in 
Lond. journ. of bot. VII, 439. Plagiostigma pumilum 
et stipnlatum Zuccar. inAbh. Bayr. Akad. IV, 1, 154, 
t. 1, fig. 6—9. 

Japonia australis : circa Nagasaki, tapetum vulgare 
murorum, rupium et arborum, fructificat autumno, 
maturat Majo sequente posteaque frondem innovât, in 
rupibus rarior fit frutex erectus ramosissimus (ipse, 
Oldham n. 399, 781); ins. Lutschu ad Napa-kiang 
(Dr. Weyrich! ster.); Formosa (Oldham! n. 549 fr. 
mat.) Introducta in viridaria europaea, ex Ait on h. 
Kew. m Ängliam circiter a. 1771, ex ejusd. operis 
ed. 2 jam 1759aMillero culta, sed haec fortasse erat 
species praecedens, at b. Zuccarini pi. cultam, ra- 
rius apud nos fructificantem, examinasse refert. 

Japonice: itabi (Sieb old), pro pabulo et ad agge- 
res muniendos. 

In China etiam occurrere videtur, nam Miquel 1. c. 
a Millett lectam vidisse asserit et sub F. stipulata 
Thunb. describit (receptaculis magnis pyriformibus 
V. turbinatis setosis), banc, una cum F. pumilaTYiUwh. 
(cum syn. Kaempf. Am. 803 c. icone) et F, ereda 
«Thunb.» {F, pumila Thunb. ß.) utraque e Japonia 
et illo tempore nondum visa, ad subgenus Plagiostig- 
matis ducens. 

Planta e Formosa^ ab Oldham fructu perfecte ma- 
ture lecta, differt quidem a japonica caryopsi minute 
tuberculata, quum vero omnes ab insectis excavatae 



— 344 — 

et vacuae sint, etiam tuberculi isti morbosi censendi 
videntur. Nescio aneadem planta, quam ad Takow ejus- 
dem insulae legit Swinhoe, Me Hance in Seem, 
journ. of bot. IV, 55. Haec, ex Hanceo, a planta 
japonica receptaculo magis elliptico differt, ex Swin- 
hoe ab incolis aqua imbuta cum saccharo comeditur 
et Aiv-keO'tsang appellatur. Etiam receptacula F. pu- 
milae in Japonia edulia dicuntur (Endl. Enchir. 166.), 
Thunberg non edulia habet, sed hoc fortasse quia 
plantam Rumphii perperam synonymam habet, cum 
Linnaeo. 

F, pumila Lour. Fl. Goch. ed. W. 820. e Cochin- 
china^ diversissima est spicis terminalibus, receptacu- 
lis parvis croceis. 

F. stipulatam Thunb. pro planta sterili juvenili 
F. pumilae Thunh. primus habet Schultes in Hoffm. 
et Schult., noms indig. p. 24. 

Species minus notae. 

28. F. difformis Benth. Fl. Hongk. 327., an Lam.? 

Hongkong. Non vidi. 

A Miquel in Ann. mus. Lugd. Bat. III, 292. 
n. 252. planta haec cum dubio ducitur ad F. gihho- 
sam Bl., ad F. difformem Lam. Encycl. II, 500. vero, 
quam ipse Lamarck ad calcem generis sine numéro, 
inter incertas igitur, enumerat et ad spec, sterile 
e Philippinis a Commerson lectum describit, Mi- 
quel cum dubio trahit F. Wassa Roxb. in Wight, 
Icon. t. 666, cujus descriptio et figura neque cum 
Miqueliana, neque cum Lamarckiana bene qua- 
drat. Equidem vidi e Philippinis ab Eschscholtz 
lectam pl. sterilem, a b. Ledebour pro F. difformi 



— 345 — 

sumptam, a descriptione Lamarckii et Roxburghii 
discrepantem, melius cum descriptione M iquelii con- 
gruam, attamen diversam foliis angustioribus passim 
integerrimis linearibus, subtus valde elevatoreticulatis 
hispidisque. Hujus specimen aliud a b. Fischero rec- 
tius ad F. heterophyllam L. fil. amandatur. 

29. F. panditrata Han ce in Ann. sc. nat. 4 sér. 
XVIII, JVJ! 4., manip. pi. nov. p. 16. 

China australis: Whampoa (Hance). Non vidi. 

Foliorum forma (media lamina valde constricta) et 
glabritie facile quidem inter nostras cognoscenda, sed 
incomplete descripta. Receptacula dicuntur ovoidea, 
mole cerasi, rubra, supra bracteas 3 sessilia, ceterum 
brevissime pedunculata, sed flores indescripti, sectio 
non iudicata, foliorum consistentia et duratio ignota. 

Circaeaster. 

Genus novum anomalum. 

Flores hermaphroditi. Sepala 2 membranacea val- 
vata persistentia. Petala nulla. Stamina 2 libera sepa- 
lis altenia, in alabastro erecta, vel 1 (altero turn se- 
paloideo), iilaraentis planis linearibus, antheris termi- 
nalibus bilocularibus introrsis loculis rotundatis obli- 
que divergentibus longitudinaliter dehiscentibus per- 
sistentibus. Ovarium lineare toro parvo basi atte- 
nuata insidens faciebus stamina spectantibus linea con- 
vexiuscula longitudinali percursum, 1-loculare, stigmate 
terminali sessili obliquo oblongo fimbriato-papilloso. 
Ovulum 1 infra ipsum apicem loculi affixum a funiculo 
crasso brevi subhorizontali pendulum orthotropum, ob- 
longum, integumento unico, micropyle deorsum spec- 

Me'langos biologiques: XI. 44 



— 346 — 

tante. Caryopsis lineari-fusiformis stigmate coronata, 
a medio sursum puis 1-celliilaribus rigidis apice unci- 
natis diu post fecundationem formatis obsessa, basi 
calyce staminibusque fulta, matura a toro articulatim 
soluta, epicarpio membranaceo. Semen pendulum ca- 
ryopsin arcte explens testa tenui ab epicarpio vix ab- 
stersibili. Albumen copiosum extus corneum intus car- 
nosum. Embryo axilis basi albuminis locatus majuscu- 
lus linearis teres, radicula infera cotyledones lineares 
vix latiores arcte parallelas marginibus nervös caryop- 
seos spectantes aequante. — Herbula tangutica annua, 
caule erecto vitreo simplici cum fasciculo fibrovasali 
centrali solitario, cotyledonibus usque ad fructum ma- 
turum persistentibus magnis linearibus integerrimis, 
foliis estipulatis pollicaribus petiolatis suboppositis in 
verticillum 7 — 16-phyllum approximatis membrana- 
ceis spatliulatis subtus glaucis antice repandoserratis 
penniveniis venis paucis ramosis in serraturas mucro- 
nato-excurrentibus, floribus minutissimis (0,5 mm.) 
in axillis superioribus fasciculatis inflorescentiam ter- 
minalem multifloram constituentibus, primum brève 
post fecundationem longe pedicellatis; pedicellis anci- 
pitibus linearibus latere ad basin bractea minuta hya- 
lina stipatis, axi propioribus praecocioribus, omnibus 
ex axillis bractearum alabastra serins evoluta saepe 
ebracteata gerentibus, fructibus (4 mm.) pro flore em- 
bryoneque (1,5 mm.) majuscuiis. — Nomen ob simili- 
tudinem fructuum quandam cum illis Circaeae et simul 
ob folia in stellam disposita. 

C. agrestîs. 

Kansu occidentali alpina, regione sylvatica ait. 7500' 
s. m., in humo sylvarum nec non in agris Sinensium 



..^ 347 ___ 

passim frequens, init. Augusti fl. fructif. (Przewaîski, 
1880). ~ Eadem vel valde similis planta allata fuit ex 
Himalaya a Strachey et Winterbottom, sed nunc 
in herb. Kew. desideratur, fide Oliver in litt. , cui 
specc. nostrae cum descriptione transmisi, sententiam 
botanicorum Kewensium de affinitate Circaeasteris ro- 
gans. Ad mentem cl. virorum uni vel alteri familiarum 
duarum nunc insequentium adnumeranda videretur. 

Genus proximum Chlor anthaceis ^ a quibus tamen 
valde distat flore rite herraaphrodito, perigonio evo- 
luto hypogyno, staminibus liberis cum sepalis alternis, 
ovario supero, fructu non drupaceo, albumine indurato, 
embryone magno cotyledonibus parallelis radiculaque 
elongatis, stipulis nullis, inflorescentia Magis adhuc 
distat a Piperaceis ovulo pendulo, fructu sicco, testa 
seminiscum epicarpio connexa, embryone n endosper- 
mio axili magno, foliis membranaceis repandoserratis, 
inflorescentia cet. Habitu quidem in mentem vocat Ur- 
ticaceas nonnullas, sed nimis obstant flores hermaphro- 
diti, stamina sepalis baud opposita, radicula infera 
aliaque signa. Ita familiam propriam constituere me- 
retur prope Ghloranthaceas collocandam, nisi hujus 
familiae genus anomalum habere malles, neglecta em- 
bryonis majusculi structura. 

Pinus leucosperma. (Sect. II. Pinaster § 4. Sylvestres 
Engelm. Revis. Pin. 16.) Arbor excelsa cortice cine- 
reo, squamis fulcrantibus attenuatodeltoideis margine 
sublaceris, vaginis pluribus elongatis apice rotundatis 
tenue membranaceis mox evanidis; foliis geminis paten- 
tibus rigidis brevibus rectis semiteretibus mucronato- 
pungentibus margine scabris glaucescentibus; strobilis 
adultis subsessilibus ovoideis obtusiusculis, squamarura 



— 348 — 

apophysi subrhombea opaca depressa carina transversa 
prominula v. obsoleta umbone lato mutico truncato; 
nuculis ovoideis magnis crasse crustaceis ala oblique 
ovata sesqui vel vix duplo brevioribus concoloribus 
ochroleucis. 

Kansu occidentali alpina, in silvis montanis seciis 
fl. Tetung aftl. HoangbOjfrequens (Przewalski, 1872, 
1880). 

Simillima P. sylvestri L., a qua nunc, floribus non- 
dum notis, tantum semine, sed optime distincta: se- 
men albidum 8 mm. longum, 3 mm. crassum, ala sola 
(sine margine adnato) 10 mm. longa, 7 mm. lata. In 
P. sylvestri vero, cujus semina e diversissimis regio- 
nibus ante oculos habeo . semen cum ala griseobrun- 
neum, nucula griseomarmorata 3— 5 q. exc. mm. longa, 
vix 2 mm. crassa pariete tenui, ala cultriformis semen 
triplo V. quadruplo superans 10 — 15 mm. longa, 
4 — Q mm. lata. 

Arbor 50 — 70' alta, 1 — 3' crassa, cortice rimoso. 

Folia 372 — ^^ ^™- ^^ï^ê"^? IV2 ™^- ^^^^1 quam in P. 
sylvestri magis semiteretia, canalibus resiniferis sub 
epidermide aeque tenui sitis 6 — 7 (in ilia ô — 12) 
paulo tenuioribus vaginulisque tenuioribus circumda- 
tis. Fasciculi fibrovasales in utraque specie dupli- 
ces, sed in nostra vaginula distinctiore circumdati. 
Vaginae ad foliorum basin 15 mm. longae. Strobili 
ovum gallinaceum parvum aemulantes. Embryo non- 
dum maturus. 

Adnot. 1. Pinus Bungeana Endl., a Parlatore 
quoad corticem et fructum, a H an ceo in Journ. linn, 
soc. XIII, 87. quoad semen nondum descripta, semen 



— 349 — 

habet cujus nucula illam P. Cembrae aeraulat (8 — 10 
mm. longa, 5 — 6 mm. lata et fere totidem crassa), brun- 
nea maculis obscuris marmorata, apice ala facillime 
caduca nucula 3 — 4-lo breviore marginiformi cincta. 

7 

pariete %mm. crasso. Embryo albumine oleoso Ygbre- 
vior clavatus 5 mm. longus, cotyledonibus circa 8. 
Foliorum epidermis quam in P. sylvestri duplo saltern 
crassior; canales sub ilia resiniferos 4majusculos, cum 
Mastersio in Journ. linn. soc. XYIII, 506, neque 
numerosos video, ut habet Engelmann 1. c. 6., fas- 
ciculum fibrovosalem vero singulum. 

Adnot. 2. Juniperus conferta Pari, in Ind. sem. 
h. flor. 1862, 23 nomen antiquius meâ J. littorali 
(1867) et igitur praeferendum. 

Finus mandshurica Rupr. synonymen P. koraiensis 
S. Z., neque P. Cembrae L. var. pumilae, ut scripsit 
Pariatore; e patria prioris deleatur Kamtschatka et 
ins. Koräginsk. 

Chamaecyparis hreviramea m. a Mastersio 1. c. 
494. perperam ad Th. (Ch.) ohtusam ducitur, neglecta 
descriptione a me data plantae juvenilis, ab ulk alia 
specie generis diversissimae. 

ÄUes Jioloijhylla m. ab eodem 1. c. 514. synonyma 
Ä. firmae S. Z. habetur, A. homolepis S. Z. vero 1. c. 
518. distincta species censetur. Prior e squama sin- 
gula coni jam distinguitur, de quarum differentia tacet 
auctor, et insuper unica inter Ahietes est, quae ubi- 
que folia apice integerrima {Piceae igitur) habet et 
hanc jam ob causam ab A. firma, cujus folia inter 
omnes Ahietes profundius bifida sunt, separanda. A. ho- 



— 350 — 

molepis S. Z. auteni est status morbosus, qualem in 
singulis ramis Ä. firmae frequenter observavi. 



Addenda et emendanda 
ad fasc. in. 

Tabula adjecta exhibet figuras Aceris pilosi et A. 
discoloris. Fig. 1. ramus deflorescens cum fructu im- 
maturo A. pilosi, 2. pars surculi juvenilis ejusdem fo- 
liis paulo magis divisis, 3. fasciculus florum m. a., 
e quibus 4. unus valde auctus sub lente expansus, 5. 
fructus m. a. immaturus. Fig. 6. Acer discolor^ fo- 
lia 2 superiora vetusta, infimum indivisum e surculo 
terminali innovante, m. nat. 

Sub Vihurno Opuloh. ad calcem stationum loco exul 
videatur lege exul videtur. 

Bakerum secutus Irin longiscapam Led eh. (1853) 
anteposui nomini vetustiori I. filifoliae Bge (1851.) 
Species haec nominetur igitur /. filifolia Bge. 



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(Tiré du Bulletin, T. XXVII, pag, 425-560. 




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1 U.Acer piiosun 6 Acer discolor 



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TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE LMPEEIALE DES SCIENCES 



DE 



ST. . PETERSBOÜRG. 



Tome XL 

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St.-PETERSBOIRG, 1882. 

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Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des Sciences. 
Janvier 1882. C. Yessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie Impériale des Sciences. 
(Vass.-Ostr., 9^ ligne, JV« 12.) 



C N T E N I. 



Pages. 

J. Setscheaof. Galvanische Erscheinungen an der cerebro- 

spinalen Axe des Frosches 351 — 353 

Dr. A, Strauch. Bemerkungen über die Eidechsenfamilie 

der Amphisbaeniden 355—479 



^ Novembre 1881, 

Galvanische Erscheinungen an der cerebro-spinalen 
Axe des Frosches. Von J. Setschenow. 

Vorläufige Mittheilung. 

Bei der detaillirten Bearbeitung der Frage über 
die galvanischen Erscheinungen an dem verlängerten 
Marke des Frosches war zunächst die grosse Beweg- 
lichkeit dieser Phénomène zu berücksichtigen, und da 
dieselbe auf eine sehr hohe Erregbarkeit des Organes 
liindeutet, so müssten alle diejenigen Einflüsse in Be- 
tracht gezogen werden, w^elche im Laufe des galvano- 
metrischen Versuches als Reize wirken könnten. Un- 
ter solchen Einflüssen waren auch die mechanischen 
Erschütterungen des Yersuchstisches zu berücksich- 
tigen, da dieselben (in Folge des Strassenfahrens) 
in dem Labaratorinm ziemlich fühlbar sind. Es war 
jedoch sehr leicht sich zu überzeugen, dass solche zu- 
fällige Erschütterungen von keinem merklichen Be- 
lange in der Production «spontaner Entladungen» 
sind. Auch erwähne ich dieser Beobachtungen nur 
deswegen, weil sie mich zu den Versuchen über die 
Wirkung von musikalischen Tönen auf das heraus- 
präparirte verlängerte Mark führten. 



— 352 — 

Die ersten Proben mit laut gesungenen Noten er- 
gaben nichts positives, deshalb griff ich zu den in un- 
serer Militärmusik gebräuchlichen Blasinstrumenten, 
namentlich zu den Tönen des Flügelh ornes. 

In allen Beobachtungen war das Elektrodengestell, 
welches das verlängerte Mark trug, gegen die Erschüt- 
terungen mittelst Kautschukröhren geschützt, so dass 
die Töne nur durch die Luft einwirken konnten. Fer- 
ner war der Luftstrom des Instrumentes seitlich von 
dem Präparate gerichtet, wenn die Deckglocke der 
feuchten Kammer während des Blasens entfernt war. 

Als unerlässliche Bedingung für das Gelingen der 
Versuche ist das Blasen nur zur Zeit, wo der Magnet 
entweder in Ruhe verharrt, oder höchst langsam 
schwingt, denn die Effecte d. h. negative Schwankun- 
gen (in allen Versuchen waren Längs- und Quer- 
schnitte abgeleitet) sind meistens sehr gering. 

Ein einziger kurz angegebener Ton wirkt gar nicht; 
länger andauernder setzt den Magneten in Bewegung; 
am allerstärksten wirkt jedoch eine Reihe von solchen 
Tönen (einer und derselben Höhe). Mit andern Worten, 
die Effecte einzelner Einblasungen summiren sich mit- 
einander. Die Grösse der negativen Schwankungen 
hängt ferner (ebenso wie die Schwankungen bei der 
Erregung des Organes vom Nerven aus) von dem 
Zustande des verlängerten Markes in dem Momente 
der Toneinwirkung ab. Geschieht das Blasen gleich 
nach Beendigung einer starken spontanen Entladung, 
so ist die Wirkung kaum merklich ; trifft dasselbe 
das Organ umgekehrt kurz vor dem Eintreten ei- 
ner spontanen Schwankung , so rufen die Töne eine 
mächtige Ablenkung hervor. Befindet sich endlich 



353 



das verlängerte Mark in einem Zustande der Inertie, 
so machen die Töne diesem Zustande ein Ende, indem 
hierauf das verlängerte Mark spontane Schwankungen 
zu zeigen beginnt. 

Was endlich die Frage über die Abhängigkeit der 
erregenden Wirkung von der Höhe des Tones anbe- 
langt, so konnte dieselbe auf Grund des soeben Ge- 
sagten leider nicht entschieden werden. Sicher ist in 
diesen Beziehungen nur Folgendes: 

a) die Erregung kann durch die Töne verschieden- 
ster Höhe hervorgerufen werden, 

h) der Ton (7 (66 Schw.) , obgleich derselbe am 
Flügelhorn nur schwach angegeben werden konnte, 
wirkte beinahe ebenso energisch wie der Ton B von 
118 Schw. 

Nachden die Thatsache der erregenden Wirkung 
der Töne auf das verlängerte Mark festgestellt war, 
versuchte ich die Einwirkung musikalischer Töne auf 
ein anderes fast ebenso labiles Sj^stem, nämlich auf das 
Herz zu prüfen. Diese Untersuchung ist im Gange. 

9, (21.) November 1881. 



(Tiré du BuHetin, T. XXVIII, pag. 43-45.) 

ilélangfts biologiques. XI. -40 



i^ Novembre 1881. 

Bemerkungen über die Eidechsenfamilie der Amphis- 
baeniden. Von Dr. A. Strauch. 

Im Jahre 1869 fand ich beim Bestimmen und Ord- 
nen der akademischen Reptiliensammlung mehrere 
Formen von Doppelschleichen (Amphisbaeniden) , die 
ich für neu halten musste , da sie sich auf keine der 
damals beschriebenen Arten deuten Hessen, und fasste 
den Entschluss, die Familie der ÄmpJiishaeniden in 
tähnlicher Weise, wie die Familie der Viperiden, mo- 
nographisch zu bearbeiten. Zu diesem Zwecke unter- 
suchte ich das mir zu Gebote stehende Material an 
Doppelschleichen auf das Genaueste, namentlich auch 
auf die Zahl der Körper- und Schwanzringel, Hess 
von jeder Art ein oder, wo nöthig, auch mehr Exem- 
plare abbilden und verfügte mich im darauf folgenden 
Jahre mit diesen Notizen und Zeichnungen in's Aus- 
land, um an den dortigen Museen meine Studien fort- 
zusetzen. Zunächst untersuchte ich die überaus reiche 
Amphisbaeniden-^âmmlung des Berliner Museums, die 
mir von meinem hochverehrten Freunde Prof. W. Pe- 
ters in gewohnter Weise auf das Liebenswürdigste zur 
Disposition gestellt wurde, und liess auch dort von 
allen Arten, von denen ich noch keine Abbildungen 



-^356 — 

besass, solche anfertigen. Von Berlin ging ich nach 
Halle, um B ur meist er's Ämphishaena Jieterozonata zu 
untersuchen, so wie nach Goettingen, um Berthold's 
Lepidosternon infraorhitale kennen zu lernen. Alsdann 
besuchte ich noch Giessen, Hamburg, Bonn, Stutt- 
gart, München, Wien und Goerlitz und brauche wohl " 
kaum noch zu bemerken, dass ich auch an allen die- 
sen Orten von den Vorständen der Museen auf die 
zuvorkommendste Weise in meinem Vorhaben unter- 
stützt worden bin. Meine damalige Absicht nach Pa- 
ris zu gehen musste ich anfangs wegen der unsicheren 
politischen Verhältnisse und später wegen Ausbruchs 
des franco-germanischen Krieges leider aufgeben. 

Nach Hause zurückgekehrt, sichtete ich das gesam- 
melte Material, musste mich aber leider bald über- 
zeugen, dass es zu einer monographischen Bearbei- 
tung der in Rede stehenden Familie keineswegs aus- 
reichte; namentlich konnte ich über einzelne von Du- 
méril und Bibron und von Auguste Duméril be- 
schriebene Arten, wie z. B. Ämphishaena caeca und 
Lepidosternon octostegum, die im Pariser Museum auf- 
bewahrt werden, so wie über mehrere der von Gray 
creirten Arten im British Museum nicht in's Klare 
kommen und beschloss daher die Bearbeitung bis zu 
dem Zeitpunkte aufzuschieben, wo es mir vergönnt 
sein würde, Paris und London zu besuchen. 

Die Gelegenheit dazu bot sich mir erst im Anfange 
des Jahres 1879, wo ich eine zweimonatliche Reise 
in's Ausland speciell zu dem Zwecke unternahm, um 
im British Museum die Sammlung der Wildschafe zu 
Studiren. Ich ging über Berlin, Goettingen, Frank- 
furt a. M., Heidelberg und Strassburg nach Paris 



— 357 — 

und von da nach London und habe an allen genann- 
ten Orten ausser den Wildschafen auch stets das Ma- 
terial an Amphishaeniden, so weit es die Kürze der 
Zeit und mein Hauptzweck erlaubten, untersucht. 

Durch diese zweimalige Reise in's Ausland und den 
Besuch von 15 ausländischen Museen, unter denen 
sich die bedeutendsten Europas befinden, so wie durch 
Benutzung der Materialien von 4 einheimischen Samm- 
langen, nämlich der Universitätssammlungen zu St. Pe- 
tersburg, Dorpat und Warschau und der hiesigen aka- 
demischen, bin ich in den Stand gesetzt worden, ein 
überaus reiches Material an AmpMsbaeniden zu unter- 
suchen, und zwar habe ich 427 Exemplare, die 40 
verschiedenen Arten angehörten, speciell auch auf die 
Zalil der Körper- und Schwanzringel untersucht, weil 
ich in diesen Zahlen Merkmale zur Unterscheidung 
der Arten zu finden hoffte, eine Hoffnung, welche sich 
ilbrigens nur in sehr beschränktem Maasse erfüllt hat. 
Ferner war es mir möglich, mich über alle diejenigen 
Arten, welche aus den vorhandenen Beschreibungen 
nicht mit Sicherheit zu deuten waren und welche sich 
in europäischen Sammlungen befinden, durch Unter- 
suchung der Originalstücke genau zu informiren und 
auf diese Weise ein Material an Notizen und Zeich- 
nungen zusammenzubringen, das zu einer monogra- 
phischen Bearbeitung der in Rede stehenden Familie 
vollkommen ausreichte. 

Leider hat es mir seitdem an der nöthigen Musse 
gefehlt, um die Monographie in der Weise, wie ich es 
wünschte und wie es bei einem so reichen Material 
unerlässlieh ist , ausarbeiten zu können , und da ich 
auch für die nächste Zukunft mit den Vorbereitungen 



— 358 — 

zu dem im Jahre 1882 bevorstehenden fünfzigjähri- 
gen Jubiläum des Zoologischen Museums unserer Aka- 
demie vollauf zu thun habe, so ist es mir nicht mög- 
lich vorauszubestimmen , wann ich die nöthige Zeit 
zur Ausarbeitung meines reichen Amphishaeniden-M.Si- 
terials finden werde. Ich habe mich daher entschlos- 
sen, einen Auszug aus der Arbeit zu veröffentlichen , 
der ausser einigen einleitenden Worten über die von mir 
adoptirte Classification, zwei dichotomische Tabellen 
zur Bestimmung der Ampidshaena- und Lepidosternon- 
Arten, ein systematisches Verzeichniss aller bisher 
bekannten A^nphishaeniden- Arten und eine Liste der 
im akademischen Museum vorhandenen Repräsentan- 
ten dieser Familie enthält. Die beiden Determinations- 
Tabellen sind genau denjenigen nachgebildet, welche 
L. Eedten hacher in seiner Fauna austriaca für die 
Käfer veröffentlicht hat und welche später von Jan 
auch für die Bestimmung der Schlangengattungen in 
seinem Elenco sistematico degli Ofidi adoptirt worden 
sind, und in dem systematischen Verzeichnisse führe 
ich ausser den hauptsächlichsten Citaten und Synony- 
men, wo möglich, alle bisher bekannten Fundorte jeder 
einzelnen Art auf, gebe eine genaue Charakteristik der 
neuen Arten und füge bei den bereits beschriebenen, 
falls ich Exemplare derselben untersucht, einige No- 
tizen hinzu. 

Schliesslich nehme ich mit Vergnügen die Gelegen- 
heit wahr, allen denjenigen Herrn Collegen, welche 
mir in so liberaler und zuvorkommender Weise die 
Benutzung ihrer resp. Sammlungen ermöglicht und 
mir nachträglich sogar noch einzelne Stücke zur Un- 
tersuchung zugesandt haben, meinen verbindlichsteil 



— 359 — 

Dank zu sagen, und möchte mir noch die Bemerkung 
erlauben, dass es mir sehr erwünscht und für meine 
Monographie von grösstem Nutzen wäre, wenn sich 
einzelne der Herrn Collegen bewogen fühlen würden, 
meine Tabellen an dem ihnen zur Disposition stehen- 
den Material zu verificiren und auf die in denselben 
etwa vorkommenden Fehler und Mängel aufmerksam 
zu machen. 

Die Familie der Ämphisbaeniden , die sehr scharf 
und natürlich begrenzt ist, wird von den Verfassern 
der Erpétologie générale bekanntlich als zweite Unter - 
familie der Chalcididen unter dem Namen Chalcidiens 
glyptodermes aufgefasst und nach dem Zahnbau in 2 
Tribus, Acrodontes und Pleurodontes, eingetheilt, von 
denen die erste, wie schon die Benennungen andeuten, 
durch acrodonte, d. h. auf den Kieferrand aufgewach- 
sene, die zweite aber durch pleurodonte, d. h. an die 
innere Seite der äusseren Kieferlamelle angewachsene 
Zähne ausgezeichnet ist. Zur ersten Tribus rechnen 
Duméril und Bibron nur die Gattung TrogonopMs 
Kaup, die zweite dagegen zerfällt in drei Genera, von 
denen das erste, Chirotes Dum., sich durch den Be- 
sitz von 2 Füssen, und zwar Vorderfüssen , die wohl 
kurz, aber vollkommen ausgebildet sind, auszeichnet, 
während die beiden anderen, AmpMshaena L. und 
Lepidosternon Wagl., durchaus fusslos sind und sich 
dadurch von einander unterscheiden, dass bei AmpMs- 
haena die Körperringel überall in gleichartige vier- 
eckige Segmente eingetheilt sind, bei Lepidosternon 
dagegen in der Sternalgegend grössere, sehr verschie- 
den geformte, von den Segmenten des übrigen Rumpfes 



— 360 — 

stets sehr abweichende Platten oder Schilder vorkom- 
men. Zugleich hatten Duméril und Bibron drei be- 
reits vor dem Erscheinen der Erpétologie générale 
SiiiîAmphishaeniden-F ormenhegrimdete Genera, Anops 
Bell, Blanus Wagl. und CepJialopeltis Müll., wieder 
eingezogen und die beiden ersten zu ÄmpMshaena, das 
dritte zu Lepidosternon gezogen. 

Fünf Jahre nach Publication dieser Eintheilung gab 
Graj^^) eine neue, in welcher er die Ämplnshaeniden 
zu einer besonderen Ordnung erhebt und in 4 Fami- 
lien eintheilt, welche, wie die Benennungen Trogono- 
Ijhidae^ Ämphishaenidae , Chirotidae und Lepidoster- 
nidae zeigen, genau den 4 Gattungen der Erpétologie 
générale entsprechen. Dabei hat Gray die Gattungen 
Trogonophis, Chirotes, Amphisbaena und Lepidosternon^ 
die beiden letzten natürlich in modiiicirter Umgren- 
zung, beibehalten, die drei von Duméril und Bibron 
eingezogenen Genera Anops ^ Blanus und CepJialopeltis 
wieder restituirt und ausserdem noch drei neue Ge- 
nera, Sarea, Cynisca und Cadea^ creirt, so dass die ihm 
damals bekannten 15 Arten in nicht weniger als 10 
Gattungen vertheilt wurden. In einer späteren Arbeit 
über die in Rede stehende Familie hat Gray^) die von 
ihm vorgeschlagene Eintheilung in der Hauptsache 
unverändert beibehalten und nur die Zahl der Gat- 
tungen noch um 5 weitere, Bronia^ Baikia, Sphenoce- 
pTialus (freilich nur als Subgenus), Monotrophis (= ilib- 
nopeltis Smith) und DalopJiia vermehrt. Endlich sind 
im Laufe der Jahre noch G hierhergehörige Genera 



1) Gray. Catal. of the Tortoises, Crocodiles and Amphisbaeniaus 
in the collection of the British Museum p. 68 — 74. 

2) Proc. zool. Soc. of London 1865, p. 442 — 455. 



— 361 — 

bekannt gemaalit worden, nämlich Phractogonus Hal- 
low., Rhinëura Cope, Diphaliis Cope, Ophioproctes 
Boule nger, Geocalamus Gnthr und Pacliycolamus 
Gnthr^), von denen die beiden ersten sich auf Lepi- 
dosternon-, die 4 letzten 2iui Ämphishaena-Formen be- 
ziehen. 

Alle diese Genera, deren Zahl sich somit auf 20, 
resp. 21 beläuft, sind nun fast ausschliesslich auf Dif- 
ferenzen in der Form, Zahl und Stellung der Kopf- 
schilder begründet und lassen sich, genau genommen, 
mit Ausnahme von Sarea und DalopMa alle aufrecht 
erhalten, nur müsste in solchem Falle, wenn man con- 
sequent verfahren wollte, die Zahl derselben noch ver- 
mehrt werden, denn es ist durchaus nicht abzusehen, 
wesshalb z. B. Lepidosternon polystegum A. Dum., und 
Lepidosternon octostegum A. Dum., die in der Form 
und Zahl der Kopfschilder sowohl von einander, als 
auch von allen übrigen Lepidosternon -Arten abwei- 
chen, nicht auch in zwei besondere Genera unterge- 
bracht werden sollten. 

Da das Ebengesagte in gleicher Weise auch von 
anderen Arten gilt, so müsste die Zahl der Genera 
immer weiter vermehrt werden und man könnte dabei 
sehr leicht zu dem Resultate gelangen, dass fast jede 
einzelne Art auch zugleich den Typus einer besonde- 



3) Wie ich aus dem zoologischen Anzeiger 1881 p. 240 entnehme, 
hat Dr. Günther am 5. April dieses Jahres der Zoological Society 
die Beschreibung einer nenen Amphishaeniden -Form von der Insel 
Socotora unter dem Namen Pachycalamus hrevis vorgestellt; ob diese 
Beschreibung bereits veröffentlicht ist, weiss ich nicht, jedenfalls 
ist das betreffende Heft der Proceedings noch nicht bis zu uns ge- 
langt und ich kann die Art daher leider nicht in meine Synopsis 
aufnehmen. 

Mélanges biologiques. XI. ^" 



— 362 — 

ren Gattung darstellt, wobei denn natürlich der Nutzen 
und die Vorzüge der binaeren Nornenclatur durchaus 
problematisch würden. 

In der neuesten Zeit ist nun freilich auch ein Ver- 
such gemacht worden, einen Mittelweg einzuschlagen, 
d. h. die complicirte Gray 'sehe Classification zu adop- 
tiren, aber zugleich die Zahl der Genera etwas einzu- 
schränken, nur ist dieser Versuch meiner Ansicht nach 
nicht ganz gelungen. Hr. Boulenger^) in Brüssel 
hat nämlich bei Gelegenheit der Beschreibung seines 
Ophioprodes liberiensis, eiuv^r sehr merkwürdigen Am- 
pMshaena- Form aus Liberia, eine neue Gattungsein- 
theilung der AinpMshaeym- Arten, die er als Tribus 
Amphishaenida aufi'asst, in Vorschlag gebracht und bei 
dieser Eintheilung die Beschaffenheit der Bauchseg- 
mente (der einzelnen Körperringel), die bei einigen 
Arten sehr in die Breite gezogen, bei anderen dagegen 
von den Rückensegmenten wenig verschieden sind, in 
erster, die Form, Zahl und Stellung der Kopfschil- 
der etc. aber erst in zweiter Linie berücksichtigt. Er 
gelangt zu dem Resultate, dass seine Tribus Amphis- 
haenida in 7 Genera getheilt werden müsse, nämlich 
Blanus, Cadea, Amphishaena, Bronia, Anops mit ge- 
wöhnlichen, Sarea und Ophioprodes mit sehr breiten 
Bauchsegmenten, mit anderen Worten, er adoptirt die 
Gray' sehen Genera, mit Ausnahme von Cynisca und 
Baikia, und fügt eine neue Gattung OpJdoprodes hinzu. 
Die Gattung Cynisca will Boul enger mit seiner Gat- 
tung Amphishaena vereinigt wissen und die Gattung 
Baikia zieht er zur Gattung Anops Bell. Was zunächst 



4) BuIU^tiii (1, 1. Soc. zool. de France 1878, p. 300 — 303. 



— 363 — 

die Vereinigung der Gattungen Balkia und Änops, die 
in der Form des riesigen dachförmig gewölbten Ros- 
tralschildes allerdings einige Ähnlichkeit mit einander 
darbieten, anbetrifft, so lässt sich dieselbe, wenn man 
die echten AmpMshaenen überhaupt in mehrere Gat- 
tungen theilen will, schwerlich rechtfertigen, denn bei 
dem Typus der Gattung Änops Bell, der ÄmpMshaena 
Kingü, liegen die Nasenlöcher, wie bei allen anderen 
Amphishaena- Arten , in besonderen Nasorostralschil- 
dern, bei dem Typus der Gattung BaiUa Gray, der 
ÄmpMshaena af ricana, dagegen im Rostralschilde und 
letztere Art nähert sich durch diese Eigenthümlichkeit 
der Gattung Lepidosternon, bei deren süd- amerikani- 
schen Repräsentanten die Nasenlöcher bekanntlich auch 
im Rostrale liegen. Noch weniger glücklich ist der Vor- 
schlag, die Gattung Cynisca Gray mit Amphishaena 
(in der Umgrenzung Boulenger's) zu vereinigen, und 
ich kann mir denselben nur dadurch erklären, dass 
Hr. B oui eng er die Amphishaena leucura D. et B., auf 
welche Gray seine Gattung Cynisca basirt, nicht aus 
eigener Anschauung gekannt hat. Diese Amphishaena 
leucura besitzt nämlich genau ebensolche in die Breite 
gezogene Bauchsegmente wie Boulenger's Ophio- 
proctes liheriensis, während diese Segmente bei dem 
Typus der Gattung 6'area Gray, der Amphishaena caeca 
Cuv., bei Weitem nicht so auffallend in die Breite ge- 
zogen sind, sondern im Gegentheil nur in sehr gerin- 
gem Grade von den Bauchsegmenten anderer Arten, 
wie z. B. der Amphishaena Darwinii D. et B. differiren. 
Es wäre daher richtiger gewesen, wenn Hr. Boulen- 
ger die Gattung Sarea eingezogen und mit seiner Gat- 
tung Amphishaena vereinigt und statt dessen die Gat- 



— Bee- 
tling Cynisca adoptirt hätte. Ausserdem war der Name 
Sarea schlecht gewählt und hätte durch die Benen- 
nung Biphalus ersetzt werden müssen, denn Gray 
hat zwar seine höchst ungenügend charakterisirte Gat- 
tung Sarea ursprünglich 2iW.îà\QAmpMsbaena caeca Ou v. 
begründet, dieselbe aber später, ohne auch nur ein 
Wort darüber zu verlieren, auf die Amphishaena fe- 
nestrata^ die Cope unter dem Namen Diphalus fene- 
strates beschrieben hat, übertragen, wie aus der An- 
gabe^): «nasal shields small, far apart, placed on the 
side of the high rostral» hervorgeht, welche wohl auf 
Amphishaena fenestrata Cope, nicht aber 2iuî Amphi s 
haena caeca Cuv. passt. Übrigens kann ich dem von 
der Breite der Bauchsegmente hergeleiteten Unter- 
scheidungsmerkmal durchaus nicht den Werth zuge- 
stehen, den ihm Boulenger beilegt, und zwar einfach 
desshalb, weil ich mich überzeugt habe, dass zwischen 
der gewöhnlichen und der auffallend breiten Form 
dieser Segmente ganz allmähliche Übergänge existiren. 
Die Bauchsegmente sind nämlich bei allen AmpMshae- 
niden stets etwas, wenn auch nur sehr wenig, breiter als 
die Rückensegmente und namentlich gilt das von den 
Bauchsegmenten der beiden mittleren Längsreihen. 
Untersucht man nun eine derjenigen Arten, welche 
von allen Autoren in der Gattung Amphishaena, in 
welcher Begrenzung die letztere auch gefasst sein 
mochte,^ belassen worden sind, also z. B. Amphishaena 
Darwinii D. et B., so findet man, dass die Bauchseg- 
mente der beiden centralen Längsreihen nur sehr un- 
bedeutend breiter sind, als diejenigen der lateralen, 

5).Proc. zool. Sog. of London 1865, p. 449, sub C. und Gray. Catal. 
of Shield Reptiles II, p. 37 sub. C. 



— 36 5 — 

bei Ampliîshaena caeca Cuv. nimmt diese Breite schon 
etwas zu, wird bei Ämphishaena fenestrafa Cope noch 
deutlicher, nimmt bei Ämphishaena Mülleri Str. und 
Ämphishaena leiicura D. et B. schon so auffallend zu, 
dass man die betreffenden Segmente als Bauchschil- 
der bezeichnen kann, und erreicht ihr Maximum bei 
Ämphishaena liheriensis Boulg. Ein solches Merkmal 
hat nun bei der Unterscheidung von Arten sicherlich 
seinen Werth, kann aber schwerlich zur Aufstellung 
von Gattungen angewandt werden, wenigstens verdient 
es vor den übrigen, der Form, Zahl und Stellung der 
Kopfschilder entlehnten Charakteren keinen Vorzug. 

Von den im Vorstehenden besprochenen Classifi- 
cationen adoptire ich selbstverständlich die von Du- 
méril und Bibron vorgeschlagene als die einfachste 
und natürlichste und theile also die Ämphishaeniden, 
welche ich nach dem Beispiele der neueren Autoren 
als selbstständige Familie auffasse, in die beiden Tri- 
bus Äcrodontia und Pleurodonfia^ von denen die er- 
stere nur eine einzige Gattung, Trogonophis Kaup, 
enthält, während die letztere in die drei Genera Chi- 
rotes Dum., Ämphishaena L. und LepidosternonWsigl. 
zerfällt Diese vier Genera, die schon im Habitus dif- 
feriren und auf den ersten Blick zu erkennen sind, 
unterscheiden sich durch folgende Merkmale von ein- 
ander : 

Der Schwanz 

A. läuft in eine scharfe Spitze aus. Trogonophis Kaup. 

B. ist am Ende stets stumpf zugeruudet. 

Extremitäten 

1) sind vorhanden, und zwar 

bloss die vorderen ...... Chirofcs Dum. 



— 366 — 

2) fehlen äusserlich durchaus. 
Die Sternalgegend 

a) eben so mit viereckigen Seg- 
menten bekleidet, wie die 
übrige Unterseite des Rum- 
pfes Amphishaena L. 

b) zeigt grosse, verschieden ge- 
formte Platten oder Schil- 
der, die von den Segmenten 
der übrigen Unterseite des 
Rumpfes auffallend abwei- 
chen LepidosternonWâgl. 

Die Gattung TrogonopMs Kaup enthält bekannt- 
lich nur eine einzige Art, die im westlichen Theile 
der Nordküste von Afrika weit verbreitet ist, und eben 
so ist auch die Gattung Chirotes Dum. nur auf eine 
einzige, aus Mexico stammende und in Sammlungen 
bisher noch sehr seltene Art begründet; die Gattun- 
gen ^m^te&aewrtL. und Lepidosternon Wagl. dagegen 
sind ziemlich reich an Arten und besitzen beide so- 
wohl auf der westlichen, als auch auf der östlichen 
Hemisphäre Repräsentanten. Aus der Gâituug Amphis- 
haena L., die im Ganzen 26 Arten enthält, kennt man 
zur Zeit bereits 9 altweltlichc Arten , von denen 8 
dem tropischen Afrika angehören, während die 9te im 
circuramediterranen Gebiet einheimisch ist; diese 9 
Arten lassen sich aber nicht in eine besondere Gruppe 
vereinigen und den neuweltlichen gegenüberstellen, da 
es kein Merkmal giebt, welches ihnen allen gemein- 
sam zukäme und durch welches sie sich von den Arten 
der westlichen IJemisphäre unterscheiden liessen. In 



— 367 — 

der Gattung Lepidosternon Wagl., die im Ganzen 21 
Arten enthält, dagegen lassen sich gut charakterisirte 
geographische Gruppen unterscheiden, und zwar müs- 
sen drei solcher Gruppen angenommen werden: die 
eine Gruppe enthält die süd -amerikanischen Arten, 
bei denen die Nasenlöcher im Eostralschilde sitzen, 
die andere Gruppe die afrikanischen Arten, bei wel- 
chen besondere Nasalschilder vorhanden sind, und zwi- 
schen diesen beiden Gruppen steht Lepidosternon flo- 
ridanum Baird, die einzige ÄmpMshaeniden- Y orm 
Nord -Amerikas, bei welchem zwar die Nasenlöcher, 
wie bei den afrikanischen Arten, in besonderen Na- 
salschildern liegen, das aber durch die besondere, in 
der ganzen Reihe der Ampliisbaeniden einzig daste- 
hende Form und Bekleidung des Schwanzes scharf 
gekennzeichnet ist. Jede dieser 3 Gruppen ist denn 
auch bereits mit Namen belegt worden, und zwar be- 
zeichnet man die süd -amerikanischen x^rten mit dem 
ältesten Namen Lepidosternon Wagl., für die nord- 
amerikanische Form hat Cope den Namen Rhinëura 
vorgeschlagen und die afrikanischen Arten werden meist 
unter dem Namen Phractogomis Hallow, zusammen- 
gefasst, obwohl der Name Monopeltis Smith älter 
ist. Da diese Gruppen scharf gekennzeichnet sind und 
ausserdem in geographischer Hinsicht Werth haben, 
so könnte man sie als Untergattungen beibehalten und 
mit den obigen Namen belegen. 

Im Nachfolgenden gebe ich die beiden Tabellen zur 
Bestimmung der Äinphisb a ena- und Lepidosternon- Ar- 
ten und will hier nur noch bemerken, dass ich in der 
ersten derselben folgende 4 Arten habe fortlassen müs- 



— 368 — 

sen, nämlich ÄmpMsbaena angustifrons Cope ^) aus 
Buenos -Ayres, AmpMshaena camura Cope ') aus Pa- 
raguay, ÄmpMshaena occidentalis Cope^) aus Jequete- 
peque in Peru und Pachycalamus hrevis Gnthr von 
der Insel Socotora, die letztere, weil die Beschreibung 
derselben, wie bereits oben bemerkt, vielleicht noch 
gar nicht erschienen ist, und die 3 andern, weil Cope 
sie so ungenügend charakterisirt hat, dass es nicht 
möglich ist, sie von ÄmpMshaena vermicularis Wagl. 
und ÄmpMshaena Darwinii D. et B. zu unterscheiden. 

Dichotomische Tabelle zur Bestiinmung der Amphisbaena- 

Arten. 

. ( Die Nasenlöcher liegen in besonderen Nasorostralschildern. 2 

* \ Die Nasenlöcher liegen im Rostralschilde, welches von enor- 

mer Grösse ist, nach hinten bis an den Scheitel reicht und 
dachförmig erhoben erscheint 26. Â. africana Gray. 

( Die Nasorostralia grenzen auf der Oberseite der Schnauze 

2. "( mit ihren Innenrändern an einander 3 

( Die Nasorostralia sind durch das Rostrale von einander ge- 
trennt .... 21 

n i Praeanalporen sind mindestens in der Zahl 6 vorhanden. . . 4 
'^ ■ \ Praeanalporen sind höchstens in der Zahl 4 vorhanden und 

mitunter etwas undeutlich 13 

. i Frontonasorostralia sind vorhanden 5 

■ \ Frontonasorostralia fehlen, da sie mit den Nasorostralen ver- 
schmolzen sind 11 

_ i Frontalschilder stets in der Zahl 2 vorhanden G 

* \ Frontalschilder in der Zahl 3 vorhanden, indem noch ein 

kleines unpaares Schildchen zwischen die beiden Fronto- 
nasorostralen und die beiden Frontalen eingeschoben ist. 

7. A. Kraussi Ptrs. 
i Die Schnauze stumpf zugerundet, breit und mehr oder we- 

6.^; niger flach gedrückt 7 

y Die Schnauze spitz zugerundet, schmal und mehr oder we- 
niger gewölbt 8 



6) Proc. Acad. Philadelph. 1861 (XIII), p. 76. 

7) Proc. Acad. Philadelph. 1862 (XIV), p. 350. 

8) Journ. Acad. Philadelph. New Series VIII, p. 176. 



8. 



9. 



10. 



— 369 — 

( Der Schwanz besitzt wenigstens 25 Ringel und ist entweder 

conisch, d. h. gegen das Ende hin etwas verdünnt, oder 

7»{ aber in seinen letzten zwei Dritteln kolbig aufgetrieben. 

1. A. fuliginosa L. 
Der Schwanz besitzt höchstens 20 Ringel und ist vollkommen 

cylindrisch mit sehr stumpf zugerundetem Ende. 

2. A. alba L. 

' Das Ocularschild ist von den Supralabialen entweder durch 
2 besondere Subocularia getrennt, oder steht auch mit dem 
2ten, nie aber mit dem 3ten Supralabiale in Berührung . 9 

Das Ocularschild berührt mit seinem unteren Rande das 2te 
und 3te Supralabiale 10 

Das Supralabiale primum berührt mit seiner oberen Ecke die 
Aussenecke des Frontonasorostrale der gleichen Seite. 

3. A. subocularis Ptrs. 
Das Supralabiale primum ist von dem Frontonasorostral- 

schilde der gleichen Kopfhälfte durch ein oder zwei be- 
sondere, supplementäre Schildchen getrennt. 

4. A. Pretrei D. et B. 

Die beiden Frontoparietalschilder sind klein, kleiner oder 
höchstens eben so gross, wie die Frontalen. 

S.A.ieucocephalaPtrs. 
Die beiden Frontoparietalschilder sind gross, jedes einzelne 
so gross, wie die beiden Frontalia zusammengenommen. 

6. A. Mertensii Str 

Das Supralabiale primum besteht als selbstständiges Schild- 
chen. Jederseits ein Supraocularschild. 

8. A. ieucura D. et B. 
Das Supralabiale primum ist mit dem aus der Verschmelzung 

des Nasorostralen mit dem Frontonasorostralen hervor- 
gegangenen Schilde seiner Seite verschmolzen. Das Supra- 
ocularschild fehlt 12 

Das Supralabiale secundum besteht als gesondertes Schild- 
chen. 3 Frontalia, indem ein kleines unpaares Schildchen 
zwischen die Frontalia und die beiden grossen, die ganze 
Schnauze deckenden Schilder eingeschaltet ist. 

9. A. Mülleri Str. 
Das Supralabiale secundum ist mit dem grossen aus der Ver- 
schmelzung des Nasorostralen, des Frontonasorostralen 
und des Isten Labialen entstandenen Schilde verschmolzen. 
Nur 2 Frontalia 10. A. liberiensisB oui. 

.of Die Frontonasorostralia sind in der Zahl 2 vorhanden 14 

' \ Die Frontonasorostralia sind in der Zahl 4 vorhanden. 

19. A. quadr if rons F t r s. 

,. ( Das Oculare besteht als gesondertes Schildchen 15 

■ \ Das Oculare ist mit dem 2ten Supralabiale zu einem Schild- 

chen verschmolzen .17. A. cubana Ptrs. 

,g fJederseitsnur2 Supralabialiavorhanden.il. A. gracilis Str. 

■ \ Jederseits 3 oder 4 Supralabiala vorhanden 16 

Mélangea biologiques. XI. 47 



11, 



12.^ 



— 370 — 

f Das Oculare stellt mit dem 2ten Supralabiale in Berührung, 
I ist von dem 3ten aber durch ein Suboculare getrennt. 



16. < Jederseits ein besonderes Praeoculare vorhanden. 

12. A. Milde! Ftrs. 
Das Oculare steht mit dem 2ten und 3ten Supralabiale in 
Berührunsj. Sub- und Praeocularia fehlen. 17 



Die Analklappe ist in 6 oder 8 Felder getheilt. Der Schwanz 

17. { von massiger Länge mit weniger als 40 Ringeln 18 

Die Analklappe ist nur in 4 Felder getheilt. Der Schwanz 
sehr lang mit mehr als 50 Ringeln. .18. A. violacea Ptrs. 

^ Q r Die Schnauze stumpf zugerundet 19 

' \ Die Schnauze spitz zugerundet 20 

f Die Zahl der Körperringel beträgt wenigstens 216. Die Nath 
^ Q Jl zwischen den Frontonasorostralschildern ist kürzer als die 

\ Nath zwischen den Frontalen IS.A.vermicularîsWagl.^ 

( Die Zahl der Körperringel beträgt höchstens 214. Die Nath' 
zwischen den Froutonasorostralen ist länger, als die Nath 
zwischen den Frontalen 14. A. Darwinii D. et B. 

f Der den freien Mundrand bildende Theil des 2ten Supra- 
rtfv I labiale ist doppelt so lang, wieder des Isten Supralabiale. 
"^"i 15. A. caeca C UV. 

y Der den freien Mundrand bildende Theil des 2ten Supra- 
labiale ist kürzer oder höchstens eben so lang, wie der 
gleiche Theil des Isten Supralabiale. Der Kopf auffallend 
stark comprimirt IG.A.SteindachneriStr. 

( Das Rostralschild von massiger Grösse, nur auf die Schnau- 
21. { zenspitze beschränkt . - 22 

( Das Rostralschild von enormer Grösse, reicht nach hinten 
bis zum Scheitel des Kopfes und ist sehr stark dachförmig 
erhoben, gleichsam gekielt 25. A. Kingii Bell. 

22 / I^as Frontonasorostralschild ist doppelt 23 

* \ Das Frontonasorostralschild ist einfach 25 

2Q f Das Frontalschild ist einfach 20. A. modestaGnthr. 

* \ Das Frontalschild ist doppelt 24 

Der auf der Oberseite der Schnauze liegende Theil des Ros- 
tralschildes erscheint breit, bildet nach hinten einen 
24. { stumpfen Winkel und ist grösser, als die beiden Nasoros- 
tralschilder zusammengenommen . . .21.A.brasiliana Gray. 
Der auf der Oberseite der Schnauze liegende Theil des Ros- 
tralschildes ist schmal, nach hinten stark zugespitzt und 
dabei kleiner als jedes der Nasorostralschilder einzeln. 

22. A. fenestrata Cope. 

Das Ocularschild steht mit dem Frontonasorostrale in di- 

25, { rekter Berührung 23. A. cinerea Vand. 

Das Ocularschild ist von dem Frontonasorostrale durch ein 
besonderes längliches Supraocularschild getrennt. 

24. A. punctata Bell. 



{ 



— 371 — 

Dichotomische Tabelle zur Bestimmung der Lepidosternon- 

Arten. 



rDi( 

{ 



■{ 



Die Nasenlöcher liegen an der Unterseite der Schnauze im 

1. ^ Rostralschilde 2 

Die Nasenlöcher liegen an der Unterseite der Schnauze in 

besonderen Nasalschildern 12 

Das Rostralschild ist von dem Frontale durch die Fronto- 

2. { rostralia getrennt 3 

Das Rostralschild steht mit dem Frontale in unmittelbarer 

Berührung 8 

Das jederseitige Ite Infralabiale ist sehr lang, wenigstens 

3. ■{ dreimal so lang wie das 2te 4 

Das jederseitige Ite Infralabiale ist sehr kurz und kommt an 

Länge höchstens einem Drittel des 2ten gleich . . 7 

{ Jederseits 2 Supralabialia, von denen das vordere dreimal 

4. < länger ist als das hintere 5 

(Jederseits 3 Supralabialia, von denen das vordere kaum 

einem Drittel des 2ten an Länge gleichkommt 6 

Das Frontale kurz, um die Hälfte breiter als lang. 
5.«( 1. L microcephalumWagl. 

Das Frontale lang, um die Hälfte länger als breit. 

2. L. phocaena D. et B. 

{Das Oculare ist vom 3ten Supralabiale durch ein besonderes 
Subocularschild getrennt 3. L. infraorbitaie Berth. 
Das Oculare grenzt direkt an das 3te Supralabiale. 

4. L. rostratum Str. 

f Nur ein einziges Frontale, das breiter als lang ist. 
7.< 5. L Petersli Str. 

1^ Drei Frontalia, ein kleines unpaares und 2 lange paarige, 
welche mitunter noch der Quere nach getheilt sein können. 

6. L polystegum A. Dum. 

( Das Frontale von massiger Grösse reicht nach hinten kaum 

8. < über das Oculare hinaus 9 

( Das Frontale von sehr beträchtlicher Grösse, reicht nach 
hinten weit über das Oculare hinaus < 11 

( Der Kopf breiter als lang und auf der Oberfläche durch 
Q J seichte Längs- und Querfurchen sehr uneben, 
\ 7. L crassum Str. 

\ Der Kopf länger als breit und auf der Oberfläche durchaus 

glatt , 10 

(Zwischen dem Frontale und dem ItenKörperriugel liegt nur 
-^ ) ein Paar von Schildern, die Parietalia. 
^^■\ 8. L Wuchererl Ptrs. 

' Zwischen dem Frontale und dem Iten Körperringel liegen 2 
Paare von Schildern hinter einander, die Parietalia und 
die um die Hälfte kleineren Occipitalia. 

9. L. Günther! Str. 



11. 



— 372 — 

Frontorostralscliilder sind vorhanden. Das Frontale um die 
Hälfte länger als breit und wenig gewölbt. 

10. L ociostegumA.Dum. 

Frontorostralschilder fehlen. Das Frontale so lang wie breit 

und fast halbkuglig gewölbt .... 11. L. scutigerum Hempr. 

[Der Schwanz deutlich flachgedrückt und auf seiner Oberseite 

j mit Längsreihen halbkugliger Tuberkeln besetzt, von 

12. { denen jedes einem Hautsegment entspricht. 

I 12. L. floridanum Baird. 

y Der Schwanz drehrund und auf der Oberseite einfach, d. h. 
die Hautsegmente auf demselben gleichen vollkommen 

denen des Rumpfes 13 

i Das Rostralschild ist von enormer Grösse, reicht nach hinten 
^ o j weit über den Scheitel hinaus und deckt für sich allein 

^ fast den ganzen Kopf 14 

^^ Das Rostralschild ist zwar auch gross, aber doch nur auf die 
Schnauze oder die vordere Kopf half te beschränkt 15 

( Jederseits 3 Infralabialia; 4 Submentalia in der 2ten Reihe. 
14. < 13. L capense Smith. 

( Jederseits 2 Infralabialia; 2 Submentalia in der 2ten Reihe. 

14. L. sphenorhynchum P t r s. 
( DieSternalschilder sind gross, sehr in die Länge gezogen und 

15. < in 6 oder 8 Paare angeordnet 16 

\ Die Sternalschilder sind von massiger Grösse, sehr zahlreich 

(16— ISPaare) und in mehrere bogenförmige, mitderCon- 

vexität nach hinten gerichtete Reihen angeordnet ... 20 

( Die Nasalschilder stossen unmittelbar an einander. Anal- 

16. <? poren sind vorhanden 15. L. galeatum Hallow. 

I Die Nasalschilder sind durch ein besonderes (zuweilen der 

Länge nach getheiltes) Supralabialschild von einander ge- 
trennt 17 

( Das Frontale, welches den Scheitel des Kopfes deckt, ist vom 
,„ I Rostrale durch ein bandförmiges Frontorostrale getrennt. 

' \ Analporen vorhanden 16. L. Dumerilii Str. 

y Das Frontale, welches den Scheitel des Kopfes deckt, steht 

mit dem Rostrale in unmittelbarer Berührung 18 

( In der vorderen Reihe findet sich nur ein einziges grosses 
18. < Submentale, auf welches 5 oder 6 in der 2ten Reihe folgen. 19 
( In der vorderen Reihe finden sich 3 Submentalia in einer 
Bogenreihe, auf welche 6 in der 2ten gleichfalls bogen- 
förmigen Reihe folgen. Analporen fehlen. 

17. L. Anchietae Bocage. 
( Die Hautsegraente bilden auf dem Rücken 10, auf dem Bauche 
- o I 8 Längsreihen. Analporen sind vorhanden. 

\ 18. L magnipartilumPtrs. 

\ Die Hautsegmente bilden auf dem Rücken 16, auf demBauche 

14 Längsreihen. Analporen fehlen. 19. L. scalprum Gnthr. 
i Das jederseitige Oculare grenzt direkt an das Rostrale. 
20. < 20. L jugulare Ptrs. 

\ Das jederseitige Oculare ist von dem Rostrale durch ein be- 
sonderes Praeocularschild getrennt. 

21. L. Koppenfelsii Str. 



— 373 — 

Systematisches Yerzeichniss aller ^) bisher bekannten 
Amphisbaeniden- Arten. 

1 . Tribus Acrodontia. 

1. (1) Trogonophis Wiegmanni Kaup. 

Trogonophis Wiegmanni Kaup in: Oken. Isis 1830, 
p. 881, tab. VIII, f. t. 

Ampliishaena èlegans Gervais in iGuérin. Mag. de 
Zool. Classe III, pi. XL 

Trogonophis Wiegmanni D. et B. Erpétol. génér. V, 
p. 469. 

Ämphishaena Wiegmanni Schlegel in: Wagner. 
Reisen in Algier III, p. 122, tab. VI. 

Von dieser hinlänglich bekannten Art habe ich im 
Ganzen 21 Exemplare näher untersucht und gefunden, 
dass die Zahl ^^) der Körper- und Schwanzringel genau 



9) In diesem Verzeichnisse sind die 4 weiter oben namhaft ge- 
raachten Ämphishaena- Arten, die ich nicht zu deuten vermag, gleich- 
faUs fortgelassen. 

10) Hier muss ich bemerken, dass ich bei Zählung der Ringel 
sowohl von Trogonophis, als auch von Ämphishaena stets mit dem 
ersten vollständigen Ringel hinter den Kopfschildern begonnen und 
als letzten Körperringel denjenigen angenommen habe, welcher nach 
unten in die Analklappe übergeht; den nächstfolgenden Ringel, 
der unten in den Hinterrand der Cloakenspalte übergeht, habe ich 
als ersten Schwanzringel angesehen, so dass also bei allen meinen 
Angaben über die Zahl der Schwanzringel stets auch die 2—4 Halb- 
ringel an der Schwanzbasis mitgezählt sind. Ferner habe ich, da 
die letzten Schwanzringel oft sehr undeutlich und namentlich auf 
dem eigentlichen Schwanzende nicht immer schai'f von einander ge- 
schieden sind, nur bis zum letzten deutlichen Ringel gezahlt und 
das Schwanzende, sobald die Ringel verschwommen waren, unbe- 
rücksichtigt gelassen. Alsdann sind auch alle Halbringel, die am 
Rumpfe ziemlich häufig vorkommen, mitgezählt, weil ich mich über- 
zeugt habe, dass einem solchen Halbringel auf der einen Seite fast 
immer ein ähnlicher an irgend einer andern Stelle der andern Seite 
entspricht ; zählt man nämlich die Ringel erst auf der einen und 
dann auf der andern Seite, so stimmt die Zahl entweder, oder es 



,, >JV «v^x^.**v ^^^ »v»^^ >/*.v„v.«v,* , 



— 374 — 

in den Grenzen schwa nkt, welche von Duméril un 
Bibron angegeben worden sind. Die geringste Zahl 
von Körperringeln nämlich, die mir vorgekommen ist, 
betrug 140, von Schwanzringeln 12, die höchste Zahl 
der ersteren 149, der letzteren 15. Auch in der Be- 
schilderung des Kopfes ist diese Art sehr constant, je- 
doch liegt mir ein Exemplar, JVj^ 294 unserer Samm- 
lung vor, bei welchem zwischen die Frontonasoros- 
tralia und die Frontalia noch ein kleines Schildchen 
von rhombischer Gestalt eingeschoben ist, genau so, 
wie es z. B. bei ÄmpMsbaena Kraussi Ptrs vorkommt. 
Habitat. Marocco (Tanger, Mogador, Zafarinische 
Inseln , Koreina , Casablanca) und Algerien (Oran, 
Mostaganera, Alger, Cap Matifou, Bona, Batna). 

2. Tribus Pleurodontia. 

2 (1) Chirotes canalicuJatus Bonnaterre. 

Le CanneULsicei^hde, Hist. nat. d. Quadrup. ovip. 
et d. Serpens I, p. 613, pl. XLI. 

Bipes canaliculatus Bonnaterre. Encyclop. méth. 
Erpétol. p. 68, pl. XII, f. 6. 

Chirotes canaliculatus J). et B. Erpétol. génér. V, 
p. 474, pl. VII, f. 1. 

Chirotes canaliculatus Guérin. Iconogr. d. Règne 
animal. Rept. pl. XVI, f. 3. 



stellt sich eine Differenz von 2 — 3 Ringeln heraus, die hier natür- 
lich von keinem weiteren Belange ist. Bei Lepidosternon bin ich 
etwas anders verfahren und habe die Brustringel , welche den Ster- 
nalschildern entsprechen, nicht mitgezählt, weil dieselben gegen den 
Kopf hin, wo die Haut Querfalten bildet, nicht mit Sicherheit zu 
unterscheiden sind; somit ist bei meinen Angaben als erster Rumpf- 
ringel stets derjenige angenommen, welcher unmittelbar hinter den 
Sternalschildern liegt. 



— 375 — 

Ghirotes canaliculatus Bo court. Mission scient, au 
Mexique. Rept. p. 487, pi. XXI C, f. 8. 

Duméril und Bibron geben die Zahl der Ringel 
bei dieser Art in Summa auf 296 an, nämlich 6 für 
den Hintertheil des Kopfes, 4 für den Hals, 250 für 
den Rumpf und 36 für den Schwanz, in Guérin's 
obencitirter Abbildung dagegen habe ich in Summa 
nur etwa 250 Ringel gezählt, so dass also, wenn man 
36 für den Schwanz in Abrechnung bringt, nur 214 
für den übrigen Körper nachbleiben. Diese letztere 
Summe stimmt denn auch recht gut mit den Zahlen 
überein, die ich bei dem Berliner Exemplar (JVs 1368) 
gefunden habe, nämlich 209 Körper- und 36 Schwanz- 
ringel. Ferner ist aus Guérin's Figur zu ersehen, dass 
die Zahl der Ringel an der Bauchseite geringer sein 
muss, als an der Rückenseite, denn an allen den Stellen, 
wo der Bauch in der Figur sichtbar ist, entsprechen 
2V2 — 3 Rückenringel zweien Bauchringeln, und auch 
dieses Verhältniss stimmt mit meinen Untersuchungen 
überein, denn ich habe beim Berliner Exemplar nur 
174 Ringel für die Bauchseite notirt. In der oben- 
citirten Bocourt'schen Figur 8b, die ein kleines Stück 
des Rumpfes darstellt, ist ein Theil der Ringel complet, 
d. h. die Rückenhälfte entspricht genau der Bauch- 
hälfte, ein anderer Theil dagegen ist so angeordnet, 
dass auf 2^^ dorsale, nur 2 ventrale Hälften kommen. 
Dieses letztere Verhältniss hat Bo court im Texte, 
(p.488) nicht berücksichtigt, sondern einfach die Zahl 
der Ringel auf c. 300 angegeben, die so vertheilt sind, 
dass 6 oder 7 auf den Kopf, 4 auf den Hals, 251 auf 
den Rumpf und etwa 40 auf den Schwanz kommen. 
Bocourt's Angaben beziehen sich, wie er selbst sagt, 



— 376 — 

auf das Exemplar, welches in der Erpétologie gene- 
rale beschrieben ist, nämlich das Stück, welches Du- 
méril im Jahre 1804 in Madrid von den Herren 
Mocino und de Sessé erhalten hat. Lacepède end- 
lich giebt für das von ihm beschriebene Exemplar, das 
nicht mehr zu existiren scheint, nur 150 ventrale 
Halbringel und 3 1 Schwanzringel an und wenn man diese 
Angaben, die nicht mehr controUirt werden können, für 
genau, oder doch für nahezu richtig acceptirt, so muss 
Ghirotes canaliculatus Bonn, in der Zahl der Ringel 
sehr beträchtliche Differenzen darbieten. Es wäre da= 
her nicht ohne Interesse, über die Zahl der Ringel 
auch der übrigen in Sammlungen vorhandenen Exem- 
plare Näheres zu erfahren, so namentlich über das 2te 
Stück im Pariser Museum, welches erst nach Abfas- 
sung der Erpétologie générale acquirirt worden ist, 
die beiden Exemplare im British Museum und das- 
jenige im Senckenberg'schen Museum, welche 
Exemplare ich zwar alle gesehen, aber hauptsächlich 
wegen Mangels an Zeit nicht habe untersuchen können. 

Habitat. Ausschliesslich Mexico, alle anderen Fund- 
ortsangaben irrig. 

3 (1) Amphisbaena fuliginosa Linné. 

Amphishaena fuliginosa Linné. Museum Adolphi 
Friderici (Holmiae 1754), p. 20. 

Amphisbaena fuliginosa D. et B. Erpét. gén. V, p. 480. 

Amphishaena fuliginosa Gnériu. Iconogr. d. Règne 
animal. Rept. pl. XVEI, f. 1. 

Amphishaena fuliginosaL,, die bekanntlich scheckig, 
schwarz und weiss gefleckt, ist, scheint entschieden 
die häufigste Art der ganzen Familie zu sein und war 
in allen von mir besuchten Sammlungen meist in 



— 377 — 

Mehrzahl vertreten, so dass ich im Ganzen 95 Exem- 
plare derselben untersucht habe, bei denen die Zahl 
der Körper ringel zwischen 196 und 219, diejenige der 
Schwanzringel zwischen 25 und 3 5 schwankte. Ferner 
habe ich bemerkt, dass die Mehrzahl der Exemplare 
jederseits nur ein Subocularschild besitzt, so dass also 
das Oculare mit dem 2ten Supralabiale in Berührung 
steht, und dass nur in verhältnissmässig seltenen Fäl- 
len, und dann auch nicht einmal immer auf beiden 
Seiten des Kopfes, wirklich 2 Subocularia vorhan- 
den sind, oder aber der obere Theil des 2ten Suprala- 
biale als selbstständiges Schildchen abgetrennt er- 
scheint und, so zu sagen, ein Pseudopraeocularschild- 
chen darstellt. Die Zahl der Praeanalporen beträgt 
gewöhnlich 8, jedoch kommen auch Exemplare mit 6, 
mit 7, mit 9, mit 10 und selbst mit 12 Poren vor. 
Der Schwanz endlich ist entweder sub cylindrisch, d.h. 
er verjüngt sich nur sehr allmählich und im Ganzen 
nicht bedeutend gegen das stumpfe Ende, oder aber 
er ist in der Gegend des 8ten — Uten Ringels stärker 
oder schwächer eingeschnürt und verdickt sich von da ab 
bald plötzlich, bald mehr allmählich, hat aber stets ein 
kolbenförmiges Aussehen. Da nun alle von mir unter- 
suchten Exemplare mit schon bei Lebzeiten verstüm- 
meltem Schwänze stets nur 8 — 1 1 Ringel besassen, so 
muss der Schwanz an dieser Stelle zum Abbrechen be- 
sonders disponirt sein, und es liegt daher die Ver» 
muthung nahe, dass alle Exemplare mit kolbig aufge- 
triebenem Schwänze einen reproducirten Schwanz be- 
sitzen. Dagegen spricht nun freilich der Umstand, dass 
weitaus die Mehrzahl der Exemplare einen kolbig auf- 
getriebenen Schwanz besitzt, denn mir ist unter 95 

Mélangea oiologique«. XI. 48 



— 378 — 

nur ein einziges, dabei ganz junges Stück {K?. 304 der 
akademischen Sammlung) vorgekommen, bei welchem 
der Schwanz eine vollkommen subcylindrische Form 
ohne eine Spur von kolbiger Auftreibung besass. Es 
ist daher wahrscheinlicher, dass die Verschiedenheit 
in der Schwanzform mit dem Alter der Individuen im 
Zusammenhange steht. 

Habitat. In Süd -Amerika weit verbreitet, dringt 
nordwärts einerseits bis zur Landenge von Panama, 
andererseits bis zur Insel Martinique vor, scheint süd- 
wärts aber nicht über die Provinz Eio Janeiro hinaus- 
zugehen, denn der Fundort des Exemplars K?, 1375 
in der Berliner Sammlung, das aus Montevideo stam- 
men soll, ist nicht sicher verbürgt und bedarf noch 
der weiteren Bestätigung. 

4 (2) Amphisbaena alba Linné. 

Amphisbaena alba Linné. Museum Adolphi Fride- 
rici (Holmiae 1754) p. 20 tab. IV f. 2. 

Amphisbaena flavescem Wied. Abbild, z. Natur- 
gesch. Brasiliens. Lief. IX, tab. I, f. 2. 

Amphisbaena pachyura Wolf. Abbild, und Beschr. 
merkw. naturgesch. Gegenstände II, p. 6 1 , tab. XVII. 

Amphisbaena alba D. etB. Erpétol. génér.V, p. 484. 

In der Erpétologie générale heisst es in Bezug auf 
diese Art: «Rien autre qu'une moindre longueur de 
la queue et une coloration constamment différente ne 
distingue cette espèce de la précédente», und wenn 
sich auch gegen die beiden angeführten Merkmale 
nichts einwenden lässt, so sind sie doch keineswegs die 
einzigen. Ausser der monotonen Färbung und dem 
kurzen Schwänze, der niemals mehr als 20 Ringel be- 
sitzt, ist auch die Form des Schwanzes eine völlig ver- 



— 379 — 

schiedene, denn derselbe ist nicht bloss durchaus cy- 
lindrisch rait sehr stumpf zugerundetem Ende, sondern 
auch von derselben Dicke, wie der Rumpf. Ferner 
besitzt Amjphishaena alba L. niemals Sub ocular Schil- 
der, sondern bei ihr steht das Oculare in direkter Be-, 
rührung mit dem 2ten und 3ten Supralabiale, genau 
so, wie hei AmpJiishaena leucocepJiala Ptrs., welche 
letztere sich aber schon durch die spitz zugerundete 
Schnauze und die grössere Zahl von Schwanzringeln 
leicht von der in Rede stehenden Art unterscheiden 
lässt. Bei den 40 Exemplaren, welche ich von Am- 
phisbaena alba L. untersucht habe, schwankte die Zahl 
der Körperringel zwischen 205 und 242, die der 
Schwanzringel zwischen 13 und 20; die Zahl derPrae- 
analporen betrug bei 17 Exemplaren 8, bei 9 Exem- 
plaren fand ich deren 10 und bei den übrigen waren 
6, 7, 9 und 11 Poren vorhanden. Ein Exemplar im 
Berliner Museum (Js 1377) zeigte in dieser Beziehung 
eine interessante Anomalie: bei demselben sind näm- 
lich jederseits von der Mittellinie 5 Poren vorhanden, 
aber auf der einen Seite stehen vor den beiden äus- 
sersten Poren noch zwei andere in einer besonderen 
Reihe, so dass also dieses Stück, wenn man die bei- 
den Poren der zweiten Reihe mitzählen will , das ein- 
zige ist, an welchem ich 12 Poren gefunden habe. 
Schliesslich möchte ich noch bemerken, dass, soweit 
meine Erfahrungen reichen, diese Art unter allen 
AmpMsbaeniden die beträchtlichsten Dimensionen er- 
reicht, denn mir liegt ein Exemplar {M. 309 unserer 
Sammlung) vor, das aus der alten Kunstkammer stammt 
und eine Totallänge von 73 Ctm. besitzt, von denen 
6,5 auf den Schwanz entfallen. 



— 380 — 

Habitat. In Süd-Amerika gleichfalls weit verbreitet, 
zur Zeit kennt man Exemplare aus Brasilien, und zwar 
sowohl von der Küste (Bahia, fl. Belmonte, fl. Muçuri), 
als auch aus dem Innern (Mattogrosso) , aus Ecuador 
(Pebas), aus Neu Granada (Bogota), aus Venezuela 
(Angostura, Calabozo, Caracas), aus Surinam, aus Ca- 
yenne und endlich von der Insel Trinidad. 

5 (3) Amphisbaena subocularis Ptrs. 

Amphishaena subocularis Peters. Berliner Monats- 
berichte 1878, p. 779, tab. f. 2. 

Das Originalexemplar dieser Art, das im Berliner 
Museum aufbewahrt wird, zeigt in der Kopfbeschil- 
derung in so fern eine Anomalie, als es auf der rechten 
Seite 2 , auf der linken dagegen nur ein einziges Sub- 
ocularschild besitzt. Die drei Exemplare, welche ich 
zu untersuchen Gelegenheit gehabt und von denen eines 
dem Göttinger Museum, die beiden andern aber un- 
serer akademischen Sammlung angehören, zeigen da- 
gegen auf beiden Seiten des Kopfes nur je ein Sub- 
oculare, woraus sich entnehmen lässt, dass das zw^eite 
Suboculare, von welchem auch Prof. Peters schon 
bemerkt, dass es sich vom 2 ten Supralabiale als be- 
sonderes Schildchen abgelöst habe, als anomale Bil- 
dung anzusehen ist. Das Originalexemplar hat 250 
Körper- und 29 Schwanzringel, bei dem Stück in der 
Göttinger Sammlung, das aus Pernambuco stammt, 
beträgt die Zahl der Körperringel 253, die der Schwanz- 
ringel aber in Folge einer schon bei Lebzeiten des 
Thieres erfolgten Verstümmelung des Schwanzes nur 
10. An unseren beiden Exemplaren, von denen das 
eine gleichfalls einen verstümmelten Schwanz besitzt, 
finde ich 242 und 244 Körper- und 27 und 9 Schwanz- 



— 381 — 

ringel. Ausserdem liât das Exemplar JV2 5563 unserer 
Sammlung nicht, wie die drei andern 8, sondern nur 
6 Praeanalporen. 

Habitat. Ost-Brasilien (Pernambuco und Bahia). 

6 (4) Amphisbaena Pretrel D. et B. 

? AmpMshaena Pretrei D. et B. Erpétol. génér. V, 
p. 486. 

AmpMshaena Pretrei Guichenot in: Castelnau 
Expéd. d. l'Amer, d. Sud. Rept. p. 38, pl. YIII. 

Das einzige Merkmal, durch welches sich diese Art 
von der vorhergehenden unterscheidet, besteht in der 
Anwesenheit eines, oder sogar häufiger zweier hinter 
einander stehenden supplementären Schildchen, welche 
jederseits zwischen das Nasorostrale, dasFrontonasoros- 
trale, das Oculare, das Iste und 2te Supralabiale, oder 
an Stelle des letztern, das vordere Suboculare, wenn 
nämlich 2 Subocularia vorhanden sind, eingeschoben ist 
und das Herantreten des Isten Supralabiale an das 
Frontonasorostrale verhindert. Obwohl diese Supple- 
mentärschildchen weder in Form, noch selbst in Zahl 
constant sind, habe ich sie doch bei allen 15 von mir 
untersuchten Exemplaren der AmpMshaena Pretrei 
stets gefunden und nur bei einem Stücke, welches dem 
Dorpater zootomischen Cabinet gehört, war dieses 
Schildchen nur auf der linken Seite vorhanden, auf der 
rechten dagegen mit dem Oculare verschmolzen, welches 
in Folge dessen in eine lange, fast bis an das Nasoros- 
trale reichende Spitze ausgezogen erschien. Im Übrigen 
stimmt AmpMshaena Pretrei vollkommen mit AmpMs- 
haena suhocularis Ptrs. überein, ja zeigt sogar die 
gleiche Variabilität in Bezug auf die Subocularia, wie 
die letztgenannte Art. Ich habe nun zwar im Ganzen 



— 382 — 

1 5 Exemplare dieser Art untersucht, auf die Zahl der 
Subocularia aber, die ich, weil sie variirte, für unwe- 
sentlich hielt, nicht speciell Rücksicht genommen, so 
dass ich über dieses Verhältniss hier nur das berichten 
kann, was ich an den 11 mir zur Zeit vorliegenden 
Exemplaren gefunden habe. 

Zuvor muss ich jedoch bemerken, dass sowohl Du- 
méril und Bibron, als auch Guichenot YonAmphis- 
haena Pretrei angeben, dass dieselbe weder Prae-, noch 
Supra-, noch Sub-Ocularschilder besitzt, während doch 
Guichenot, worauf schon Reinhardt undLütken^^) 
aufmerksam gemacht haben, ein Exemplar abbildet, 
bei welchem nicht blos 2 Subocularia, sondern auch 
ein Praeoculare jederseits vorhanden ist, und welches 
ich im Pariser Museum unter dem Namen Amphis- 
haenaPretreiD.etB. gesehen, aber leider nicht unter- 
sucht habe. Nun ist es kaum denkbar, dass ein und 
dieselbe Art in Bezug auf die genannten Schilder in so 
beträchtlicher Weise variiren sollte, und es liegt da- 
her die Yermuthung nahe, dass ursprünglich unter 
dem Namen AmpJiishaena Pretrei D. et B. eine ganz an- 
dere Art, etwa eine AmpMsbaena leucocepJiala Ptrs. 
mit zufällig vorhandenen Supplementärschildern ge- 
meint gewesen und später das Exemplar, welches Graf 
Castelnau mitgebracht und welches Guichenot ab- 
gebildet hat, eben wegen des jederseits vorhandenen 
Supplementärschildchens dazugezogen worden ist. 
Leider bin ich nicht im Stande, diese Frage zu lösen, 
da ich es versäumt habe, die beiden Originalstücke der 
Amphishaena Pretrei D . etB. im Pariser Museum zu un- 



11) Videnskabelige Middelelser 1861, p. 207. 



— 383 — 

tersuchen, und sehe mich daher für jetzt genöthigt, 
diejenige Form siis Amphishaena Pretr ei J),etB. anzu- 
sehen, welche Guichenot abgebildet hat, ohne auf 
seine Beschreibung Rücksicht zu nehmen, da dieselbe 
mit der Abbildung im Widerspruche steht und sicher- 
lich nicht nach dem Exemplar entworfen, sondern ganz 
ohne allen Zweifel aus der Beschreibung der Erpéto- 
logie générale excerpirt ist. Ich glaube dabei um so 
weniger einen grossen Fehler zu begehen, als in der 
Erpétologie générale ausdrücklich bemerkt ist, dass 
das 3te Supralabiale zuweilen der Länge nach getheilt 
sein kann, und es sich aus dieser Angabe entnehmen 
lässt, dass doch Subocularia vorhanden sind, denn der 
bei einer Längstheilung des 3ten Supralabiale selbst- 
ständig gewordene obere Theil des Schildes, der zwi- 
schen Oculare und Supralabiale tertium liegt, kann 
eben nur als Suboculare angesehen werden. 

Das Castelnau'sche Exemplar scheint, soweit sich 
nach der von Guichenot gegebenen Abbildung ur- 
theilen lässt, ein Supplementärschildchen , 2 Subocu- 
laria und ausserdem noch ein Praeocularschild jeder- 
seits zu besitzen, weicht also durch die Anwesenheit 
dieses letzteren Schildchens von allen 1 1 mir vorlie- 
genden Stücken ab. Von diesen 1 1 Stücken besitzen 
nun 5 jederseits 2 hinter einander stehende Supple- 
mentärschildchen, bei dreien finde ich nur ein solches 
Schildchen jederseits, zwei zeigen auf der einen Seite 
2, auf der andern aber nur ein derartiges Schildchen 
und bei dem eilften Exemplar, welches Prof. Dr. E. 
Rosenberg in Dorpat mir freundlichst zur Unter- 
suchung mitgetheilt hat, ist, wie schon bemerkt, das 
in Rede stehende Schildchen links einfach, rechts da- 



— 384 — 

gegen mit dem Oculare verschmolzen. Ganz ähnlich 
verhält es sich auch mit der Zahl der Subocularia, deren 
ich bei einem Exemplar (N?. 1197 unserer Sammlung) 
jederseits 2 gefunden habe, während bei 7 Exemplaren 
jederseits nur ein Suboculare vorhanden ist; die übrigen 
3 Stücke sind in dieser Hinsicht anomal gebildet und 
zeigen' auf der einen Seite des Kopfes 2, auf der ent- 
gegengesetzten aber nur ein Suboculare. 

Was die Zahl der Ringel anbetrifft so variirt die- 
selbe für die Körperringel zwischen 239 und 250, für 
die caudalen zwischen 25 und 28 und die Praeanal- 
poren sind meist in der Zahl 6 vorhanden, doch sind 
mir auch Exemplare mit 7 und 8 Poren vorgekommen. 

Schliesslich kann ich nicht umhin zu bemerken, dass 
mir die Differenz zwischen der Art, welche ich hier 
für Ämphisbaena Pretrei ansehe, und der ÄmpMshaena 
suhocularis Ptrs. doch gar zu unbedeutend zu sein 
scheint, und dass man bei Untersuchung und Verglei- 
chung einer grösseren Reihe von Exemplaren beider 
Formen doch am Ende zu dem Resultate gelangen 
dürfte, beide Arten zu vereinigen. 

Habitat. Brasilien, speciell Bahia. 

7 (5) Ämphisbaena leucocephala Ptrs. 

Ämphisbaena leucocephala l^e ter s. Berliner Monats- 
berichte 1878, p. 778, tab. f. 1. 

Das Exemplar unserer Sammlung, das wohl in 
Folge der Einwirkung von sehr starkem Spiritus etwas 
eingeschrumpft ist und dessen Haut stellenweise sehr 
harte Längsfalten bildet, stimmt mit dem Original- 
stück ^^) vollkommen überein, nur sind bei ihm die 



12) In Folge eines Druck- oder Schreibfehlers ist in der Be- 



— 385 — 

vorderen Occipitalia (oder eigentlich die Frontoparie- 
talia) etwas kleiner und die hinteren (die eigentlichen 
Occipitalia) unterscheiden sich fast gar nicht von den 
viereckigen Hautsegmenten der benachbarten Ringel. 
Ferner zeigt die Analklappe nicht 1 , sondern nur 
8 Segmente und besitzt einen bogenförmigen Hinter- 
rand , während derselbe bei dem Berliner Exemplar 
winklig gebogen gezeichnet ist. Hinsichtlich der Fär- 
bung muss ich bemerken, dass der Kopf bei unserem 
Exemplar durch seine hellere Farbe von den dunkel- 
gefärbten Segmenten der Dorsalringel zwar absticht, 
dass aber zugleich die Schauzenspitze , nach vorn von 
den Frontalschildern sowohl oben, als auch unten dunkel 
angelaufen ist. Die Zahl der Ringel giebt Prof. Peters 
auf 226 -f- 31 an, während ich bei Untersuchung des- 
selben Exemplars 232 -f- 30 gezählt habe und daher 
annehmen muss, dass die kleine Differenz wohl von der 
verschiedenen Art des Zählens herrührt. An unserem 
Exemplar habe ich fast dieselbe Ringelzahl gefunden, 
nämlich 233 Körper- und 29 Schwanzringel, dagegen 
besitzt dasselbe nicht wie das Originalstück 12, son- 
dern nur 10 Praeanalporen. 

Habitat. Beide bisher bekannten Exemplare dieser 
Alt stammen aus der Gegend von Bahia. 

8 (6) Amphisbaena Mertensii n. sp. 

Diese neue Art unterscheidet sich von den zunächst 
verwandten durch den Besitz von 2 grossen Fronto- 
parietalschildern , von denen jedes einzelne etwa so 
gross ist , wie die beiden Frontalia zusammengenom- 



schreibung angegeben, dass das Oculare über denf Isteu und 2ten 
Supralabiale steht, während es in der Figur ganz richtig als über 
dem 2ten und 3ten Supralabiale stehend gezeichnet ist. 

Mélanges biologiques. XI. 4" 



— 386 — 

men. Der Kopf, etwas länger, als an der Basis breit, 
läuft in eine spitz zugerundete, sowohl von rechts nach 
links, als auch von vorn nach hinten leicht gewölbte 
Schnauze aus und hat in seinem horizontalen Umkreise 
etwa die Gestalt eines gleichschenkligen Dreiecks mit 
stark zugerundeter Spitze. Das Rostrale ist klein, 
sphaerisch dreieckig und ragt kaum auf die Oberseite 
des Kopfes hinauf. Die massig grossen Nasorostralia 
grenzen mit dem Innenrande an einander und jedes 
einzelne derselben ist etwas breiter als lang und vier- 
eckig mit bogenförmig geschw^eiftem, mit der Convexi- 
tät nach vorn gekehrtem Hinterrande. Die Fronto- 
nasorostralia sind grösser, von fünfeckiger Gestalt und 
am Aussenrande mehr als um die Hälfte länger, wie 
am Innenrande , mit welchem sie an einander gren- 
zen. Die beiden PYontalia massig gross, jedes einzelne 
fast doppelt so lang, wie breit, bilden zusammen eine 
ovale, der Länge des Kopfes nach gestellte Figur. 
Die Frontoparietalia sind sehr gross , grösser als die 
Frontonasorostralia und einzeln etwa so gross, wie die 
beiden Frontalia zusammengenommen; sie /eigen eine 
unregelmässige Gestalt , könnten aber als Quadrate 
angesprochen werden, an welchen die beiden Ausseu- 
ecken schräge abgestutzt und die vordere Inneneckc 
stark bogenförmig ausgeschnitten ist. In diesen bogen- 
förmigen Ausschnitt beider Frontoparietalia legt sich 
die hintere Hälfte der Frontalia hinein. Das Oculare, 
mit sehr deutlichem schwärzlichem Augenpunkt, bildet 
etwa ein Dreieck mit nach vorn gekehrter Spitze und 
liegt auf der Nath zwischen dem 2ten und 3ten Su- 
pralabiale. Jederseits 4 — 5 Temporalschilder, von 
denen die beiden der vorderen Reihe grösser sind, als 



— 387-- 

die 3, resp. 2 der hinteren. Supralabialia jederseits 3 
vorhanden, die von vorn nach hinten allmählich sowohl 
an Höhe , als auch an Grösse zunehmen. Das Mental- 
schild klein, viereckig und schmäler als das Rostrale. 
Jederseits 3 Infralabialia von nahezu gleicher Länge, 
von denen das vordere so lang wie breit, das mittlere 
breiter als lang und das letzte fast doppelt so lang wie 
breit ist. Das vordere Submentale hat die Form eines 
regulären Octogons, hinter demselben finden sich in ei- 
ner Querreihe noch Submentalia, von denen das jeder- 
seitige äusserste, das mit seinem Vorderrande an einen 
Theil des Hinterrandes des 2ten und mit seinem Aussen- 
rande an den Innenrand des 3ten Infralabiale grenzt, am 
grössten ist und an Grösse etwa dem Infralabiale primum 
gleichkommt, während die vier dazwischen liegenden 
kleine Vierecke darstellen und schon sehr an die Haut- 
segmente der Ringel erinnern. Hinter diesen 6 Schild- 
chen findet sich noch eine Querreihe von lOSubmen- 
talscliildern , von denen jedoch nur das jederseitige 
äusserste, das nach aussen an den Innenrand des 3ten 
Infralabiale grenzt, als Schildchen angesprochen wer- 
den kann, während die 8 dazwischen liegenden absolut 
mit den Hautsegmenten der Bauchringel überein- 
stimmen. Der Rumpf, schlank mit deutlichen Seiten- 
falten, aber ohne Rücken- und Bauchfalte, besitzt 229 
Ringel, von denen der erste vollständige unmittel- 
bar hinter den Frontoparietalschildern liegt. Der 
Schwanz, von massiger Länge, ist etwas dünner als der 
Rumpf, am Ende stumpf zugerundet und mit 32 Rin- 
geln versehen. Der dorsale Theil der Körperringel ist 
in 24 Segmente getheilt, die schmal und beträchtlich 
länger, als breit sind; der ventrale Theil zeigt nur 20 



— 388 — 

Segmente, von denen die beiden mittelsten fast doppelt 
so breit als lang sind, während die übrigen von innen 
nach aussen, gegen die Seitenfalte hin, allmählich an 
Breite abnehmen. Die Analklappe besitzt einen bogen- 
förmigen Hinterrand und ist in 8 Segmente eingetheilt, 
von denen die beiden mittelsten am längsten, fast 
doppelt so lang als breit sind. Praeanalporen finden 
sich im Ganzen 7, nämlich 4 auf der rechten und 3 
auf der linken Seite. Die Farbe des in Folge des jahre- 
langen Liegens in Weingeist und der Einwirkung des 
Lichts wahrscheinlich etwas abgebleichten Exemplars 
ist die gewöhnliche, bei der Mehrzahl der Amphisbac- 
Äe« vorkommende, nämlich ledergelb, die Unter- 
seite erscheint etwas heller, die Kopfschilder dagegen 
sind etwas mehr bräunlich mit helleren Suturen. Total- 
länge 33 Ctm. Länge des Kopfes 1,2 Ctm., des Schwan- 
zes 4 Ctm. 

Habitat. Unbekannt, das einzige Exemplar stammt 
von der Weltumsegelung, welche unser hochverehrter 
Präsident, Graf Lütke, in den zwanziger Jahren auf 
dem Seniawin ausgeführt hat, und wird vom sei. Aka- 
demiker Dr. Hertens wahrscheinlich an irgendeinem 
Küstenpunkte Süd- Amerikas erbeutet worden sein. 

9 (7) Amphlsbaena Kraussi Ptrs. 

Amphishaena Kraussi Peters. Sitzungsber. d. Ge- 
sellsch. naturf. Freunde in Berlin 1878, p. 192. 

Amphishaena Kraussi Peters. Berliner Monatsbe- 
richte 1878, p. 781, tab. f. 5. 

Habitat. Guinea (1 Exemplar.) 

10 (8) Amphisbaena leucura D.etB. 
Amphishaena leucura D.etB. ErpétoL génci\ V, p. 

498. 



— 389 — 

Gynisca leucura Gray. Catal. of Tortoises, Croco- 
diles and Amphisbaenians, p. 71. 

Amphishaena leucura Peters. Berliner Monatsbe- 
richte 1879, p. 277, tab. f. 5. 

Duméril und Bib r on, welche diese Art sehr aus- 
führlich beschrieben haben, geben die Zahl der Ringel 
des einzigen von ihnen untersuchten Exemplars auf 
206 -*- 24 resp. 25 au, während nach meinen Unter- 
suchungen, die an 5 Exemplaren angestellt sind, diese 
Zahlen beträchtlich grösser sind und für die Körper- 
ringel zwischen 217 und 233, für die Schwanzringel 
zwischen 27 und 31 variiren. Die Zahl der Praeanal- 
poren dagegen scheint gewöhnlich 10 zu betragen, 
jedoch habe im British Museum ein Stück aus Calabar 
gesehen, welches nur 8 Poren besass, und an dem Exem- 
plar J\^ 3804 der Berliner Sammlung fand ich 9 Poren. 

Habitat. West -Africa (Liberia, Guinea, Calabar, 
Accra auf der Goldküste, Keta.) 

11 (9) Amphisbaena MUlleri Str. 

Cynisca sp. ? Müller. Verh. d. naturf. Gesellsch. 
in Basel VI, p. 704, tab. II f. c. 

Herr F. Müller hat von dieser Art im Jahre 1878 
eine sehr ausführliche, von guten Zeichnungen beglei- 
tete Beschreibung veröffentlicht, derselben aber auf-' 
fallender Weise keine specifische Benennung beigelegt ; 
da ich mich nun von der Selbstständigkeit der Species 
überzeugt habe, so befinde ich mich in der Lage, eine 
Art, die ein Anderer nicht bloss erkannt, sondern auch 
ganz vortrefflich charakterisirt hat, zu benennen, und 
halte es unter den obwaltenden Umständen wohl für 
das Richtigste, dieselbe zu Ehren ihres Begründers 
mit dem Namen Amphisbaena Müllcri zu belegen. 



— 390 — 

Ausser den beiden Exemplaren im Stadtmuseum zu 
Basel, die ich nicht gesehen habe, existirt auch im 
Museum zu Stuttgart ein Exemplar, welches mir durch 
freundliche Vermittelung des Herrn Dr. Klunzinger 
vom Herrn Oberstudienrath Dr. F. von Kr au s s in 
der zuvorkommendsten Weise zur Ansicht und zur An- 
fertigung von Zeichnungen im vorigen Jahre hierher nach 
Petersburg zugesandt worden ist. Dieses Stück stimmt 
nun bis auf eine ganz unwesentliche Differenz in der 
Beschilderung des Hinterkopfes vollkommen mit der 
von Herrn Müller gegebenen Beschreibung und Ab- 
bildung überein, besitzt aber nicht wie die Baseler 
Stücke 240, sondern nur 229 Körperringel, während 
die Zahl der Schwanzringel 27 beträgt, also mit der 
von Herrn Müller angegebenen Zahl 25 nahezu über- 
einstimmt. 

Habitat. "West-Afrika (Akropong an der Goldküste 
und Sierra Leona). 

12 (10) Amphisbaena liberiensis Boul. 

Ophioprodes liberiensis Boul en g er. Bull. d. 1. Soc. 
zool. d. France 1878, p. 301 c. ûg, xylogr. 

Ausser dem Originalexemplar dieser Art, das sich 
im Museum zu Brüssel befindet, existirt im Reichsmu- 
seum zuLeyden noch ein zweites Stück, von welchem 
ich durch die ausserordentliche Freundlichkeit des 
Herrn Dr. Hubrecht eine Federzeichnung des Kopfes 
in drei Ansichten und der Cloakenspalte erhalten habe. 
So weit sich nach dieser Federzeichnung und dem von 
Herrn Boulenger gegebenen Holzschnitt urtheilen 
lässt, weicht das Leydener Exemplar von dem Brüs- 
seler nur dadurch ab, dass bei ihm die kurze Furche, 
welche von der vorderen Ecke des Oculare gegen die 



— 391 — 

Sclmauzenspitze zieht, fehlt, und dass unter dem ein- 
zigen Temporale nicht 2, sondern nur ein einziges 
Schild liegt, welches dabei aber an Grösse den beiden 
entsprechenden Schildern des Brüsseler Exemplars 
gleichkommt. , 

Habitat. Beide Exemplare stammen aus Liberia in 
West-Afrika. 

13 (11) Amphisbaena gracilis n. sp. 

Mit Amphisbaena gracilis beginnt die Reihe derje- 
nigen Arten, welche bei Contiguität der Nasorostral- 
schilder durch den Besitz von höchstens 4 Praeanal- 
poren ausgezeichnet sind. Da nun die Zahl der Poren 
weder bei den 10 vorhergehenden, noch auch bei den 
7 letzten Arten der Gattung Amphishaena eine con- 
stante ist, sondern im Gegontheil nicht unbeträcht- 
lichen Schwankungen unterworfen zu sein pflegt, so 
könnte die Benutzung eines solchen Merkmals zur 
Unterscheidung einer ganzen Gruppe von Arten viel- 
leicht gewagt erscheinen. Dagegen habe ich nur an- 
zuführen, dass ich von den 9 hierher gehörigen Arten 
im Ganzen 90 Exemplare untersucht und auch nicht, 
ein einziges gefunden habe, bei welchem mehr als 4 
Poren vorhanden gewesen wären, so wie ferner, dass 
mir auch in der ganzen Literatur nicht eine einzige 
Angabe voi gekommen ist, wo bei einer der 9 Arten 
dieser Gruppe eine grössere Zahl von Poren beob- 
achtet worden wäre. Unter solchen Umständen hielt 
ich mich für berechtigt, die Zahl 4 der Poren in erster 
Linie als Merkmal zu benutzen, und habe in der dicho- 
tomischen Tabelle ausdrücklich noch hinzugefügt, dass 
diese Poren mitunter etwas undeutlich sind, wie solches 
bereitsvonDuméril und Bibron angegeben ist und wie 



— 392 — 

ich auch selbst zu beobachten Gelegenheit gehabt 
habe. 

AfnpJiishaena gracilis unterscheidet sich von den 
zunächst verwandten Arten hauptsächlich durch den 
Besitz von nur 2 Supralabialschildern jederseits. Der 
Kopf ist etwa um die Hälfte länger, als an der Basis 
breit, läuft in eine spitz zugerundete Schnauze aus und 
ist auf der Oberseite massig gewölbt. Das Rostrale ist 
klein, dreieckig, fast so lang wie breit und ragt fast 
gar nicht auf die Oberseite der Schnauze hinauf Die 
mit ihrem Innenrande an einander grenzenden Naso- 
rostralia sind viereckig, von massiger Grösse und etwa 
so breit wie lang. Die beiden darauffolgenden Fronto- 
nasorostralia sind grösser, als die Nasorostralia, vier- 
eckig und jedes deutlich länger als breit. Die Fron- 
talia sind kleiner, als die vorhergehenden Schilder, und 
bilden zusammen etwa ein gleichschenkliges sphärisches 
Dreieck, dessen stumpfwinklige Spitze nach hinten ge- 
richtet ist. Auf diese folgen noch zwei fünfeckige 
Frontoparietalia, die gleichfalls länger als breit sind 
und deren vorderer dreieckiger Theil sich zwischen 
das Frontale und das obere Temporale der ersten 
Reihe der entsprechenden Kopfseite einschiebt. An 
jeder Seite des Kopfes finden sich, wie schon bemerkt, 
nur 2 Supralabialia, von denen das Ite dreieckig ist, 
während das 2te ein schiefes Parallelogramm darstellt, 
dessen vordere innere (obere) spitze Ecke fast mit der 
hinteren äusseren Ecke des Nasorostrale in Berührung 
steht. Das 1 te Supralabiale grenzt mit seiner vorderen 
Seite an das Nasorostrale, mit der hinteren an das 2te 
Supralabiale und seine Basis bildet grösstentheils den 
freien Mundrand, indem nur ein ganz kleiner Theil 



»-393 — 

derselben an den Seitenrand des Rostrale grenzt. Das 
2te Supralabiale grenzt mit der Vorderseite an die 
Hinterseite des Iten Supralabiale, mit der hinteren 
an das 2te und 3te Temporale der ersten Reihe, seine 
untere Seite hilft den freien Mundrand bilden und 
seine obere Seite endlich, die sehr unbedeutend wink- 
lig geknickt erscheint, steht mit dem ünterrande des 
Oculare und mit einem Theile des Seitenrandes des 
Frontonasorostrale in Berührung. Das Oculare ist zwar 
viereckig, Hesse sich aber auch als gleichschenkliges 
Dreieck auffassen, dessen nach unten und hinten ge- 
richtete Spitze gerade abgestutzt ist und an das mitt- 
lere Temporale der vorderen Reihe stösst. Die Basis 
dieses Dreiecks grenzt grösstentheils au das Fronto- 
nasorostrale, mit der oberen Ecke jedoch auch an das 
Frontale und von seinen beiden Seiten steht die vordere 
mit dem 2ten Supralabiale, die hintere mit dem oberen 
Temporale der Isten Reihe in Berührung. Das Auge 
schimmert ziemlich deutlich durch und liegt in der 
vorderen Ecke des Schildes, welche sich zwischen 
das Frontonasorostrale und das 2te Supralabiale ein- 
schiebt. Temporalschilder sind jederseits in der Zahl 
6 vorhanden und in 2 hinter einander liegende Quer- 
reihen, die aber etwas schräge verlaufen, angeordnet. 
Die inneren oder oberen Temporalia beider Reihen, 
die an das Frontale und Frontoparietale der entspre- 
chenden Kopfseite grenzen, sind grösser, als die 4 
nach aussen von ihnen liegenden, und von diesen nimmt 
das unterste oder äusserste der vorderen Querreihe 
eine solche Lage ein, dass man es als 3tes Supralabiale 
ansehen müsste, wenn es nicht bereits hinter dem 
Mundwinkel läge. 

Mélangea biologiques, XI, oO 



— ^94 — 

Das Mentale ist viereckig mit bogenförmigem Vor- 
derrande, vorn etwas breiter, als hinten und dabei 
länger als breit. Infralabialia finden sich jeder seits 3, 
von denen das 3te aber sehr klein ist und zum Theile 
schon hinter dem Mundwinkel liegt. Die beiden vor- 
deren Infralabialia dagegen sind sehr gross, das Iste 
etwa dreieckig mit nach vorn gekehrter Spitze, das 
2te wäre viereckig, wenn nicht sein Hinterrand zweimal 
bogig geschweift erschiene. Das Submentale ist sehr 
gross, sechseckig, grenzt vorn an das Mentale, seitlich 
an das Iste und 2te Infralabiale und steht hinten 
mit 4 kleinen, viereckigen Schildchen in Berührung, 
welche den noch übrigen Raum zwischen dem 2ten 
Infralabiale der einen und der anderen Seite ausfüllen. 
Auf diese Schildchen folgt noch eine Querreihe von 
7 Schildchen, die den Raum zwischen dem 3ten Infra- 
labiale der einen und der anderen Kopfhälfte ausfüllen 
und schon vollkommen den Hautsegmenten der Kör- 
perringel gleichen. 

Der Rumpf ist schlank, von der Dicke einer ge- 
wöhnlichen Federpose und besitzt sehr stark ausge- 
bildete Seitenfalten, während die Rückenfalte schwach 
angedeutet ist und die Bauchfalte ganz fehlt. Der 
Schwanz ist deutlich dünner, als der Körper, von 
massiger Länge und am Ende stumpf zugerundet. Die 
Zahl der Körperringel beträgt 224, diejenige der 
Schwanzringel 28. Die Zahl der Segmente, in welche 
jeder Körperringel eingetheilt ist, lässt sich nicht 
mit voller Sicherheit eruiren, da die Seitenfalten sehr 
stark eingezogen sind und in Folge dessen die äussersten 
Hautsegmente in der Falte verborgen liegen, jedoch 
scheint es, als wenn 16 dorsale und 16 ventrale Sag- 



— 395 — 

mente vorhanden sind, von welchen die beiden mittleren 
ventralen, wie gewöhnlich, etwas breiter, wie die seit- 
lichen erscheinen. Die Analklappe besitzt einen bogen- 
förmigen Hinterrand und ist in 6 Segmente getheilt, 
von denen die beiden mittleren sehr lang, die beiden 
äussersten sehr kurz sind. Die 4 Poren sind sehr 
deutlich und gross. 

Die Farbe des Thieres ist ein sehr dunkles Braun mit 
violettem Anfluge und überall von gleicher Intensität. 

Totallänge des Thieres 19 Ctm., Kopf 0,5 Ctm., 
Schwanz 2 Ctm. lang. 

Habitat. Unbekannt, wahrscheinlich Süd-Amerika. 

14 (12) Amphisbaena Mildei Ptrs. 

Amphishaena Mildei Peters. Berliner Monatsbe- 
richte 1878, p. 779, tab. f. 3. 

Das Originalstück dieser Art im Berliner Museum 
(Nr. 6255), welches ich gleichfalls untersucht und von 
dem ich mir im Jahre 1870 eine Zeichnung habe an- 
fertigen lassen, besitzt nach meinen Notizen 199 Kör- 
per- und 22 Schwanzringel, Zahlen, die fast genau mit 
den von Prof. Peters gegebenen (198 -+- 24) überein- 
stimmen. 

Habitat. Porto Allègre in Süd-Brasilien (1 Exempl.). 

15 (13) Amphisbaena vermicularis Wagl. 
Amphishaena vermicularis Wagler in: Spix. Ser- 

pentum brasil. novae species, p. 73, tab. XXV, f. 2. 

Amphishaena vermicularis D. et B. Erpétol. génér. 
V, p. 489. 

Amphishaena vermicularis Reinhardt et Lütken. 
Videnskabelige Meddelelser 1861, p. 205. 

^ Amphisbaena plumhea Gray. Catal. of Shield Rep- 
tiles n, p. 36. 



— 396 — 

Die Unterscheidung dieser Art von Amphisbaena 
Darwinii D. et B. bietet grosse Schwierigkeiten dar, 
indem beide einander nicht bloss sehr ähnlich sind, 
sondern auch in der Form und selbst Zahl der den 
Hinterkopf deckenden Schilder beträchtlich variiren. 
Duméril und Bibron haben von Amphisbaena ver- 
micularis Wagl. nur ein einziges Exemplar, von Am- 
phisbaena Darwinii D. et B. dagegen mehrere unter- 
sucht und geben verschiedene Merkmale zur Unter- 
scheidung beider Arten an, von denen jedoch alle, bis 
auf eins, so gut wie gar keinen diagnostischen Werth 
haben. Zunächst sollen bei Amphisbaena vermicularis 
Wagl. die Frontalia hinten gerade abgestutzt sein, 
bei Amphisbaena Barwinii D. et B. dagegen mit dem 
Hinterrande einen stumpfen Winkel bilden, eine An- 
gabe, die ich nicht bestätigen kann, da ich sowohl bei 
dem von mir in München untersuchten Original- 
exemplar der erstgenannten Art, als auch bei den 
meisten anderen den Hinterrand der Frontalia eben so 
stumpfwinklig gebogen gefunden habe, wie bei Am- 
phisbaena Barwinii D. et B. Nicht grösseren Werth 
hat auch die Differenz in der Zahl und Form der auf 
dem Hinterkopf und in der Temporalgegend liegenden 
Schilder; bei Amphisbaena vermicularis Wagl. sollen 
in der Occipitalgegend 8 viereckige Schildchen, welche 
aber als «compartiments» bezeichnet werden, und je- 
derseits in der Temporalgegend gleichfalls 8 eben 
solcher Schildchen vorkommen, bei Amphisbaena Bar- 
winii D. et B. dagegen wird die Occipitalregion als 
mit 2 subtrigonalen grösseren Schildchen und die je- 
derseitige Schläfengegend mit 5 kleinen Schildchen 
gedeckt beschrieben. Diese Angabe ist, soweit sie sich 



— 397 — 

auf AmpMshaena vermicularis Wagl. bezieht, durch- 
aus irrig, denn bei dieser Art finden sich, soweit meine 
Erfahrungen reichen, unmittelbar hinter den Frontalen 
stets 2 grössere Schilder von wenig constanter Form, 
denen gewöhnlich noch 2 kleinere zu folgen pflegen; 
je nach der Zahl dieser Hinterhauptschilder wechselt 
natürlich auch die Zahl der Temporalia, indem die 
Exemplare mit nur einem Schilderpaar auf dem Hin- 
terkopfe selbstverständlich auch eine Querreihe Tem- 
poralia weniger besitzen, als die Exemplare mit 2 
hinter einander stehenden Schilderpaaren, vorausge- 
setzt, dass man, wie es am Ende doch geschehen muss, 
alle diejenigen Schilder als Temporalia bezeichnet, 
welche an der Seite des Kopfes zwischen dem Oculare 
und dem ersten Körperringel liegen. Fast genau die- 
selbe Anordnung bietet auch AmpMshaena Darwinii 
D. et B. dar, denn bei ihr finden sich auf dem Hinter- 
kopfe gleichfalls 2, keineswegs immer subtrigonale, 
sondern in der Form durchaus variabele Schilder, 
denen mitunter noch 2 kleinere folgen, und die Zahl 
der Temporalia ist eben so variabel, da auch hier die 
Exemplare mit 2 hinter einander liegenden Schilder- 
paaren auf dem Hinterkopfe mehr Temporalschilder 
besitzen, als diejenigen mit nur einem Schilderpaar an 
der genannten Stelle. Ganz unbrauchbar ist ferner das 
Merkmal, welches die Verfasser der Erpétologie gé- 
nérale von der grösseren oder geringeren Deutlichkeit 
der Praeanalporen hergeleitet haben, da diese Organe 
auch bei AmpMshaena Darwinii D. et B. gewöhnlich 
vollkommen deutlich sind. 

Das letzte Unterscheidungsmerkmai endlich, welches 
Duméril und Bibron angeben, bezieht sich auf die 



— 398 — 

Form des Rumpfes und die Zahl seiner Ringel, und 
zwar ist darnach der Rumpf der AmpJiishaena vermi- 
cularts Wagl. schlank und mit 232 Ringeln versehen, 
während er bei Amphishaena Darwinii D. et B. ge- 
drungen erscheint und nur 186 Ringel besitzt. Es 
würde also hier die Zahl der Ringel den Ausschlag 
geben, und in der That bietet dieselbe auch einen 
ganz brauchbaren Charakter dar, nur ist die Differenz 
in der Ringelzahl keineswegs immer eine so bedeu- 
tende, wie die Verfasser der Erpétologie générale sie 
gefunden haben. Schon Wagler giebt für das von ihm 
beschriebene Exemplar der Amphishaena vermicularis 
nur 228 (nach meiner Zählung 224) Körperringel an, 
bei den Exemplaren, welche Prof. Reinhardt aus 
Lagoa Santa in der Provinz Minas Geraes mitgebracht 
hat, variirte die Zahl derselben gar zwischen 216 und 
223 und an den 20 von mir untersuchten Exemplaren 
habe ich 217 — 247 Körperringel gefunden. Hiernach 
würde also die Zahl der Körperringel bei Amphishaena 
vermicularis^ Sigl. zwischen 216 und 247 schwanken, 
während dieselbe bei Amphishaena Darwinii D. et B., 
wie ich mich nach Untersuchung von 51 Exemplaren 
überzeugt habe, 177 bis 208 beträgt, wobei noch zu 
bemerken ist, dass von diesen 51 Exemplaren 45 we- 
niger als 200 und nur 6 von 200 bis 208 Ringel be- 
sassen. Ferner habe ich gefunden, dass bei allen Exem- 
plaren der Amphishaena vermicularis "Wagl. der 
Schwanz, vorausgesetzt, dass er vollständig ist, stets 
28 — 37, bei Amphishaena Darwinii D. et B. dagegen 
nur 17 bis 25 Ringel besitzt, jedoch ist dieses Merk- 
mal schon desshalb von geringerem Werthe, weil sehr 
viele Exemplare mit verstümmeltem Schwänze vor- 



-- 399 -- 

kommen und es nicht immer möglich ist^ zu ent- 
scheiden, ob eine Verstümmelung vorliegt oder nicht. 

Somit hätte man denn in der Zahl der Körper- 
und Schwanzringel ein Merkmal zur sicheren Unter- 
scheidung der beiden einander so nahe verwandten 
Arten, leider ist dasselbe aber nicht für alle Fälle 
ausreichend, denn ich habe im Berliner Museum unter 
Nr. 6828^^) eine Ämphishaena gefunden, bei welcher 
die Zahl der Körperringel (nach fünfmaliger Zählung 
an verschiedenen Stellen) 213 — 214 betrug und die 
folglich eine Mittelform zwischen beiden Arten dar- 
stellt, ja in der Eingelzahl sogar der Ämphishaena 
vermicularis Wagl. näher steht, als der Ämphishaena 
Darwinii D. et B., zu welcher letztern ich sie schon 
des kurzen, nur mit 20 Ringeln versehenen Schwanzes 
wegen rechnen zu müssen glaube. 

Ausser diesem der Ringelzahl entnommenen, leider 
nicht ganz constanten Merkmal glaube ich noch 2 an- 
dere angeben zu können, die aber beide gleichfalls nicht 
ganz constant sind. Das erste derselben besteht in der Zahl 
der Supralabialschilder, welche sowohl bei dem Origi- 
nalstück der Ämphishaena vermicularis Wagl., als auch 
bei den von Prof. Reinhardt und Dr. Lütken, so 
wie wenigstens bei einem Theile^*) der von mir unter- 

13) In dem Glase JV« 6828 fanden sicli 3 Ämphisbaenen, die von Dr. 
Hen sei in der Provinz Rio Grande do Sul erbeutet und als Ämphis- 
haena vermicularis Wagl. etiquettirt waren; das grösste Exemplar 
derselben besitzt 190 Körperringel und einen verstümmelten mit 
nur 10 Eingeln versehenen Schwanz, bei dem mittlem habe ich 184 
Körper- und 23 Schwanzringel gefunden und der kleinste ist eben 
das Stück mit 214 Körper- und 20 Schwanzringeln. 

14) Das Gaudichaud'sche Stück im Pariser Museum, nach wel- 
chem Duméril und Bibron ihre Beschreibung der Ämphishaena 
vermicularis Wagl. entworfen haben, besitzt jederseits gleichfalls 



— 400 — 

suchten Exemplare jederseits 4 beträgt, während bei 
Amphishaena Darwinii D. et B. nur 3 solcher Schilder 
jederseits vorhanden sind; abgesehen nun davon, dass 
mir ein Exemplar (JV?. 1195 unserer Sammlung), wel- 
ches ich wegen der 232 Körper- und 31 Schwanzringel 
zu Amphishaena vermicularisW Si gl, rechnen muss, mit 
nur 3 Supralabialen jederseits vorliegt, kommen auch 
Stücke von Amphishaena Darwinii D. et B. vor, bei 
welchen sich die Mundspalte direkt in eine der die 
Ringelsegmente scheidenden Furchen fortsetzt, wodurch 
die Zahl der Supralabialia ungewiss wird, indem es vom 
Beobachter abhängt, ob er das hinter dem 3 ten Supra- 
labiale stehende kleine Schildchen, das entweder ganz 
oder doch zum Theile mit dem 3 ten Infralabiale cor- 
respondirt, als 4tes Supralabiale ansehen will oder nicht. 
Das zweite der oben angeführten Unterscheidungs- 
merkmale bezieht sich auf die Nath zwischen den beiden 
Frontonasorostralschildern , die bei Amphishaena ver- 
micularisWsigl. kürzer ist als die Nath zwischen den 
Frontalen, während bei Amphishaena Darwinii D. etB. 
das umgekehrte Verhältniss statt hat, oder die beiden 
Näthe höchstens gleich lang sind. Hierbei muss ich 
jedoch bemerken, dass ich dieses Merkmal nur an 3 
Exemplaren der Amphishaena vermicularis Wagl., 
nämlich dem Münchener Originalstück, von dem ich 
eine Zeichnung besitze, und den beiden Stücken un- 
serer Sammlung, so wie an 21 Exemplaren der Am- 
phishaena Darwinii D. etB. verificirt und constant be- 
funden habe. Dass es nicht absolut constant ist, lehrt 
schon ein Blick auf die von Prof. Peters gegebene 

4 Supralabialia und niclit 3, wie iu der Erpétologie générale ange- 
geben ist. 



— 401 — 

Abbildung des Pariser Originalexemplars derÄmpJiis- 
baenaDarwiniiD.efB., bei welchem die Nath zwischen 
den Frontonasorostralen kürzer ist, als diejenige zwi- 
schen den Frontalen, und welches somit in dieser Be- 
ziehung das für Amphisbaena vermicularis Wagl. 
charakteristische Verhältniss darbietet. 

Aus der vorstehenden Auseinandersetzung ergiebt 
sich nun , dass es mir wenigstens nicht gelungen ist, 
ein Merkmal zu finden, durch welches sich Amphis- 
baena vermicularis Wagl. von Amphisbaena Darwinii 
D. et B. für alle Fälle mit Sicherheit unterscheiden 
Hesse, und ich sehe mich daher genöthigt, die beiden 
Arten, die sich mit der Zeit vielleicht als Localraçen 
einer und derselben Art erweisen dürften, in der Weise 
zu trennen, dass ich alle Exemplare mit wenigstens 
216 Körper- und 28 Schwanzringeln, die meist 4 
Supralabialia jederseits besitzen und bei welchen die 
Nath zwischen den Frontonasorostralschildern kürzer 
ist, als diejenige zwischen den Frontalen, zu Amphis- 
baena vermicularis Wagl., diejenigen dagegen mit 
höchstens 214 Körper- und 25 Schwanzringeln, die 
fast immer nur 3 Supralabialia jederseits besitzen und 
bei denen die Nath zwischen den Frontonasorostral- 
schildern meist länger oder auch eben so lang ist, wie 
diejenige zwischen den Frontalen, zu Amphisbaena 
Darwinii D.etB. rechne. Die beiden auf diese Weise 
geschiedenen Arten scheinen bis zu einem gewissen 
Grade auch räumlich, d. h. in ihrem Vorkommen ge- 
trennt zu sein, indem alle Exemplare der Amphis- 
baena vermicularis Wagl., deren genauer Fundort be- 
kannt ist, im nördlichen und mittleren Brasilien er- 
beutet sind, während alle Exemplare der Amphisbaena 

Melanges biologiques. XI. 51 



- 402 — 

Darwinii D. et B. mit bekanntem genauem Fundort 
entweder aus den La-PIata-Staaten, oder aus den süd- 
lich von Rio Janeiro gelegenen Provinzen Brasiliens 
stammen. 

Eine Ausnahme in dieser letzteren Beziehung bildet 
nur AmpMsbaena plumbea Gray, welche ausMendoza 
stammen soll und welche ich doch, wenigstens vor- 
läufig, zu Amphishaena vermicidaris Wagl. rechnen 
zu müssen glaube. Das einzige bekannte Exemplar 
dieser AmpMsbaena plumhea Gray befindet sich im 
British Museum und ist leider so stark lädirt, dass es 
fast aus 2 Theilen besteht, die nur am Rücken noch 
mit einander zusammenhängen. Gray hat das Exem- 
plar in gewohnter Weise so ungenügend Charakter isirt, 
dass von allen seinen Angaben nur die Zahl der Körper- 
und Schwanzringel Bedeutung hat, während alle übrigen 
auf sämmtliche AmpMsbaena- Arten mit 4 Poren und 
an einander grenzenden Nasorostralschildern gleich 
gut passen, und gerade diese einzige Angabe von Werth, 
dass nämlich die Art 270 Körperringel besitzt, folg- 
lich in dieser Hinsicht alle bisher bekannten Arten der 
Gsittimg AmpMsbaena L. übertrifft, beruht meiner An- 
sicht nach auf einem Irrthume. Ich habe das Exemplar 
gleichfalls untersucht und glaube mich überzeugt zu 
haben, dass die Haut keinen Substanzverlust erlitten, 
sondern sich nur in Folge der Einwirkung des Wein- 
geists nach beiden Seiten hin stark zurückgezogen und 
die Wunde in Folge dessen ein so weit klaffendes An- 
sehen angenommen hat; vor der verletzten Stelle habe 
ich nun 189, hinter derselben 60 Ringel gezählt, was 
in Summa 249 Ringel giebt, eine Zahl, welche nur um 
2 das W\ AmpMsbaena vermicularis W^agl. von mir be- 



— 403 — 

obachtete Maximum der Kingelzahl übertrifft. Die 
Kopfschilder, die ich übrigens nur flüchtig untersucht 
habe, stimmen in Zahl und Lage, wie ich aus meinen 
Notizen entnehme, mit denjenigen von AmpMshaena 
vermicularis W a g 1 . und Amphishaena Darwinii D . et B . 
im Allgemeinen überein und ich würde dsher AmpMs- 
haena plumbea Gray ohne Weiteres als Synonj^m zu 
AmpMshaena ^^^rmcw/aWsW agi. gezogen haben, wenn 
nicht die Zahl der Schwanzringel, die nach meiner Zäh- 
lung 23 beträgt, und der Fundort Mendoza gegen eine 
solche Vereinigung sprächen. Da jedoch die Möglich- 
keit nicht ausgeschlossen ist, dass das Exemplar einen 
verstümmelten Schwanz besitzt, und der Fundort Men- 
doza, für welchen kein Gewährsmann angeführt wird, 
noch der weiteren Bestätigung bedarf, so glaubte ich 
die Art bis auf "Weiteres als fragliches Synonym zu 
AmpMshaena vermicularis Wagl. stellen zu können. 

Habitat. Das nördliche und mittlere Brasilien ^^) 
(Rio Branco, Borbo, Bahia, Cuyaba, Lagoa Santa). 

16 (14) Amphisbaena Darwinii D. et B. 

AmpMshaena Darwinii D. et B. Erpétol. génér. V, 
p. 490. 

AmpMshaena vermicularis Henselin: Wiegmann. 
Archiv f. Naturgesch. 1868 I, p. 339. 



15) Im Pariser Museum befindet sich ein Exemplar der Amphis- 
haena vermicularis Wagl. mit 243 Körper- und 32 Schwanzringeln, 
das von der Insel St. Thomas stammen soll und vom Kopenhagener 
Museum eingeschickt worden ist; da nun Prof. Reinhardt und Dr. 
Lûtken in ihrer Übersicht der herpetologischen Fauna von Dänisch 
West -Indien die genannte Art nicht aufführen, so liegt die Yer- 
muthung nahe, dass der Fundort St. Thomas auf einem Versehen 
beruht und dass das Exemplar aus Lagoa Santa stammt, woher das 
Kopenhagener Museum durch Prof. Reinhardt zahlreiche Exem- 
plare gerade dieser Art erhalten hat. 



— 404 — 

Amphisbaena heterozonata Burmeister. Reise durch 
die La Plata Staaten II, p. 527. 

Amphisbaena Darwinii Peters. Berliner Monatsbe- 
richte 1878, p. 781, tab. f. 6. 

Zu dieser Art, über deren Charaktere ich mich be- 
reits oben, bei Besprechung der Amphisbaena vermi- 
cularis Wagl. eines Weiteren ausgelassen habe, muss 
auch Amphisbaena heterozonata Bur m . gerechnet wer- 
den, da die beiden Originalexemplare im Museum zu 
Halle, die ich untersucht und von denen ich das eine 
habe abbilden lassen, sowohl in der Beschilderung des 
Kopfes, als auch in der Zahl der Körper- und Schwanz- 
ringel, welche bei dem einen 199-1-17, bei dem an- 
deren 203-1-17 beträgt, vollkommen mit Amphis- 
baena Darwinii D. et B. übereinstimmen. Der von 
Prof. Burmeister besonders betonte Charakter, auf 
welchen auch die Benennung heterozonata anspielt und 
der darin besteht, dass die hinteren Schwanzringel 
breiter sind als die vorderen, besitzt keinen diagnosti- 
schen Werth, denn ich habe mich überzeugt, dass bei 
fast allen Exemplaren der Amphisbaena Darwinii D. 
et B. die hinteren Schwanzringel breiter sind, als die 
vorderen, und dass überhaupt die Breite der Ringel 
sowohl auf dem Rumpfe, als auch auf dem Schwänze 
bei ein und demselben Exemplar gewöhnlich mehr oder 
w^eniger zu variiren pflegt. Ausser der eben genannten 
Burmeister'schen Art gehören w^ahrscheinlich auch 
die beiden von Hrn. Cope beschriebenen Arten, Am- 
phisbaena angusticeps aus Buenos Ayres und Amphis- 
baena camura aus Paraguay zu dieser Art, jedoch lässt 
sich das wegen der durchaus ungenügenden Beschrei- 



— 405 — 

bungen, die Hr. Cope von beiden gegeben hat, nicht 
mit Sicherheit feststellen. 

' Habitat. Die südlichen Theile von Süd- Amerika, na- 
mentlich Patagonien, die argentinische Republik (Bu- 
enos Ayres, Mendoza, Tucuman), die Republik Uru- 
guay (Montevideo) und Süd-ßrasilien (Rio Grande do 
Sul und angeblich Rio Janeiro ^^). 

17 (15) Amphisbaena caeca Cuvier. 

Ämphisbaena caeca CuYier. Règne animal. 2de Edit. 
II, p. 73. 

Amphisbaena caeca D. et B. Erpétol. génér. V, 
p 492. 

Amphisbaena innocens Weinland. Abhandl. der 
Senckenb. naturf. Gesellschaft IV, p. 137, tab. V, 
f. 2. 

Amphisbaena caeca Peters. Berliner Monatsberichte 
1878, p. 781, tab. f. 7. 

Prof. Peters hat nach Untersuchung des Original- 
exemplars der Amphisbaena caeca Cuv. und nach di- 
rekter Yergleichung desselben mit einem typischen, von 
Dr. Weinland selbst bestimmten und eingeschickten 
Exemplar der Amphisbaena innocens W einl. gefunden, 
dass beide Arten identisch sind, und ich kann diese 
Angabe nur bestätigen, da ich gleichfalls das Pariser 
Originalexemplar der Amphisbaena caeca Cuv,, so wie 
Stücke àer Amphisbaena innocensW eir\\. aus der Wein- 
land' sehen Ausbeute zu untersuchen Gelegenheit ge- 



16) Die beiden Exemplare unserer Sammlung X» 2743 und 2744, 
die von Herrn Schilling in Hamburg mit verschiedenen anderen 
Reptilieu, namentlich zahlreichen Exemplaren von Acrantus viridis 
Merr. acquirirt worden sind, sollen in einer 20 Meilen südlich von 
Rio Janeiro gelegeneu Gegeud gesammelt worden sein. 



— 40G — 

habt habe. Hinsichtlich der Ringelzahl scheint diese 
durch die spitze Schnauze und durch die auffallende 
Länge des jederseitigen 2 ten Supralabialschildes ausge- 
zeichnete Art in ungewöhnlich weiten Grenzen zu va- 
riiren. Duméril und B ihr on geben die Zahl der Kör- 
perringelauf 226 — 229, die der Schwanzringel auf 15 
bis 16 an, Dr. Wein land dagegen hat nur 212 Kör- 
perringel beobachtet und benutzt diese Zahl mit zur 
Unterscheidung seiner Ämphishaena innocens von der 
Amphishaena caeca Cuv. Ich meinerseits habe andern 
Original in der Pariser Sammlung, das die A^. 550 führt 
und bekanntlich aus Martinique stammt, 227Körper- 
und 18 Schwanzringel gefunden, ein 2 tes ebendaselbst 
befindliches und gleichfalls von Martinique stammen- 
des Exemplar (M 3114) besass 230 Körper- und 18 
Schwanzringel und ein drittes endlich, das vom Kopen- 
hagener Museum acquirirt worden ist und von der 
Insel St. Thomas stammen soll, zeigte 247 Körper- 
und 1 5 Schwanzringel. Von den beiden Stücken, die 
ich aus der Wein land" sehen Ausbeute untersucht 
habe, zeigte das im Berliner Museum (JVs 1386) 212 
Körper- und 15 Schwanzringel und dasjenige in der 
Stuttgarter Sammlung 215 Körper- und 1 3 Schwanz- 
ringei. Endlich habe ich im British Museum auch die 
beiden von Capitain Austin aus Portobello in West- 
Indien mitgebrachten Exemplare untersucht, von denen 
das eine, süs Sarea caeca Gra-j etiquettirt, auffallender 
Weise nur 189 Körper-, aber 20 Schwanzringel be- 
sitzt, während das andere, an welchem der Kopf wahr- 
scheinlich behufs Untersuchung des Gebisses fast gänz- 
lich von Weichtheilen entblösst, d. h. einfach geschält 
ist und welches als Amphishaena vermicularis Wagl. 



— 407 — 

bestimmt war, 216 Körper- und 16 Schwanzringel 
besitzt und somit höchst wahrscheinlich gleichfalls zu 
Amphishaena caeca Cuv. gehört. Hiernach würden 
also bei der in Rede stehenden Art die Körperringel 
zwischen 189 und 247 und die Schwanzringel zwischen 
1 3 und 20 variiren, was für die ersteren eine so be- 
trächtliche Schwankung, nämlich eine Differenz von 
58 Ringeln, ergiebt, wie ich sie sonst bei keiner Art 
der Gattung Amphishaena h , beobachtet habe und wie 
sie selbst von keiner Lepidosternon- Art erreicht wird. 

Habitat. West-Indien (Martinique, Haiti, Portobello, 
St. Thomas). 

18 (16) Amphishaena Steindacfineri n. sp. 

Anops Kingii Steindachner. Novara Expedition. 
Reptilien, p. 55. 

Schon aus dem Umstände, dass diese Art im Wiener 
Museum irriger Weise als Anops Kingii Bell bestimmt 
ist, lässt sich entnehmen, dass der Kopf derselben stark 
comprimirt und zugleich von vorn nach hinten beträcht- 
lich gewölbt sein muss, und in der That ist sowohl 
eine Compression, als auch die Wölbung vorhanden, 
nur ist weder die eine, noch die andere so stark, wie 
bei Amphishaena Kingii Bell. 

Der Kopf ist klein, wenig länger als an der Basis 
breit, in Folge einer mehr oder weniger starken Ein- 
schnürung des Halses vom Rumpfe mehr oder weniger 
deutlich abgesetzt und hat die Form einer dreiseitigen, 
an der Spitze zugerundeten Pyramide, an welcher die 
Seiten ziemlich stark gewölbt und die Kanten stumpf 
abgerundet erscheinen. Das Rostralschild ist von ge- 
wöhnlicher Grösse, dreieckig, länger als breit und ganz 
auf die Unterseite der Schnauze beschränkt. Die Naso- 



— 408 — 

rostralia sind ziemlich gross, etwa viereckig, stossen 
mit ihrem ganzen Innenrande oben auf der Schnauze 
an einander und sind in ihrer vorderen Hälfte sehr 
stark gewölbt. Das Nasenloch, das dem Unterrande des 
Schildes sehr nahe gerückt ist, liegt von der Schnauzen - 
spitze etwa eben so weit entfernt, wie vom hinteren, 
an das Ite Supralabiale grenzenden Rande des Schil- 
des. Die beiden Frontonasorostralia sind sehr gross, 
jedes etwa doppelt so lang als am Hinterrande breit 
und fünfeckig; die vordere Seite jedes dieser Schilder 
grenzt an das Nasorostrale , die innere an das gleich- 
namige Schild der anderen Kopfseite, die äussere an 
das Ite und 2 te Supralabiale und von den beiden hin- 
teren Seiten, die etwa gleich lang sind, steht die innere 
mit dem Frontale, die äussere mit dem Oculare in 
Berührung. Die Frontalia sind bei zweien der von mir 
untersuchten Exemplare kleiner als die Frontonaso- 
rostralia und bilden zusammen eine wappenschildför- 
mige Figur, indem ihre Vorderseiten unter stumpfem 
Winkel zusammentreten, während die äussere und hin- 
tere Seite eines jeden bogenförmig in einander über- 
gehen. Bei dem dritten Exemplar dagegen sind diese 
Schilder um ein Drittel länger als die Frontonasoros- 
tralia und stellen Vierecke dar, deren jedes mehr als 
doppelt so lang wie am Hinterrande breit ist; zusammen 
bilden sie ein Fünfeck, dessen zwei hinteren Winkel 
Rechte sind, während der mittlere Vorderwinkel stumpf 
erscheint und die beiden vorderen Seitenwinkel eine 
schräge Abstutzung zeigen, mit welcher sie an das 
jederseitige Oculare grenzen. Das Ocularschild ist 
viereckig und in der Weise schief gestellt, dass es 
vorn mit dem Frontonasorostrale und dem 2ten Supra- 



— 409 — 

labiale, hinten mit einem kleinen Stück des Frontale, 
so wie mit dem vorderen Temporale und dem 3ten 
Supralabiale in Berührung steht. Das Auge ist deut- 
lich und sitzt bald in der Mitte des Schildes, bald ist 
es dem an das Frontonasorostrale grenzenden Rande 
genähert. Supralabialia finden sich jederseits 3, die 
in der Grösse wenig difi"eriren; das Ite stellt ungefähr 
ein rechtwinkliges Dreieck dar, dessen Hypothenuse 
den freien Mundrand bildet, und an welchem der vor- 
dere spitze Winkel abgestutzt ist und an das Rostrale 
grenzt; das 2te wäre ein schiefes Parallelogramm, wenn 
seine hintere Seite, welche theils an das Oculare, theils 
an das 3te Supralabiale grenzt, nicht stumpfwinklig 
gebogen erschiene, und das 3 te Supralabiale endlich 
ist ein unregelmässiges Fünfeck. An Temporalschildern 
ist jederseits ein recht grosses vorhanden und hinter 
demselben findet sich eine Querreihe kleiner Schild- 
chen, die schon vollkommen den Ringelsegmenten 
gleichen und den Raum zwischen dem 3 ten Supra- 
labiale der einen und der andern Kopf hälfte einnehmen. 
Bei dem Exemplare mit den langen Frontalschildern 
ist auch das Temporale von beträchtlicherer Grösse 
und grenzt nach hinten eben so wie die Frontalia an 
den ersten Rumpfringel. 

Das Mentalschild ist gross, viereckig und am Vor- 
derrande bald etwas breiter, bald eben so breit, wie am 
Hinter rande. Von den 3 jederseitigen Infralabialen sind 
das Ite und 3te sehr klein, während das 2te mehr als 
doppelt so gross ist, wie die beiden anderen zusammen- 
genommen, und eine unregelmässig fünfeckige Gestalt 
besitzt. Das Submentale ist grösser als das Mentale 
und wäre ein Viereck, wenn sein Hinterrand nicht 

Melaoges biologiques. XI. 52 



„ 410 — 

stumpfwinklig gebogen erschiene. Hinter demselben 
stehen noch 4 kleine Schildchen in 2 Reihen angeord- 
net und seitlich von diesen findet sich jederseits ein 
grosses Schild, welches zuweilen in 2 kleinere getheilt 
ist und den noch übrigen Raum zwischen den Submen- 
talia und Infralabialia ausfüllt. 

Der Rumpf ist schlank und besitzt bei den beiden 
Exemplaren des Wiener Museums 256 Ringel, wäh- 
rend bei dem Stücke unserer Sammlung die Zahl der 
Ringel sich nicht angeben lässt, da der Rumpf dessel- 
ben in Folge von Fäulniss grösstentheils zerstört ist. 
Jeder. Ringel ist auf der Rückenseite in 1 6 , auf der 
Bauchseite in 12 Vierecke eingetheilt, von denen die 
dorsalen länglich und schmal erscheinen, während die 
ventralen breiter sind , was besonders von denjenigen 
der beiden centralen Längsreihen gilt. Die Seitenfalten 
sind sehr deutlich und nicht viel weniger deutlich er- 
scheinen auch Rücken- und Bauchfalte. Die Analklappe 
mit schwach bogenförmigem Hinterrande besitzt 6 Seg- 
mente, von denen, wie gewöhnlich, die beiden mittle- 
ren länger sind, als die seitlichen. Die Poren sind 
deutlich und in der Zahl 4 vorhanden. Der stumpfe 
Schwanz, von massiger Länge, besitzt 19—20 Ringel 
und erscheint am Ende gleichsam wie eingekniffen, d. 
h. seine äusserste Spitze ist plötzlich und auffallend 
stark comprimirt und bietet das Aussehen dar, als wenn 
sie mit einem breiten stumpfen, vertical gestellten 
Kamme versehen wäre. Die Farbe ist das gewöhn- 
liche Lederbraun, vielleicht mit einem Stich ins Gelb- 
liche. 

Die Totallänge des Thieres kann ich leider nicht 
angeben, da ich diese Rubrik in meinen Notizen aus- 



— 411 — 

zufüllen vergessen habe, der Kopf unseres Exemplars 
ist 0,6 Ctm. lang und die Länge des Schwanzes beträgt 
2 Ctm. 

Das leider schlecht erhaltene Exemplar unserer 
Sammlung, das vonHerrnParreyss acquirirt worden 
ist, war als BhinoUanus oxyrhynchus Fitz, bestimmt, 
da von Dr. Fitzinger jedoch meines Wissens nie eine 
Beschreibung einer so benannten ÄmpMshaena veröf- 
fentlicht worden ist, so habe ich mir erlaubt, diese Art 
zu Ehren meines hochverehrten Freundes und Colle- 
gen Dr. Steindachner mit dem Namen ÄmpMshaena 
SteindacJineri zu belegen. 

Habitat. Brasilien (Caiçara, Mattogrosso). 

19 (17) Amphisbaena cubana Gundl. et Ptrs. 
ÄmpMshaena cuhana Peters. Berliner Monatsbe- 
richte 1878, p, 780 tab. f. 4. 

Das eine der beiden Exemplare im Berliner Museum 
(JV2 6904), das ich untersucht und von dem ich mir im 
Jahre 1870 eine Zeichnung habe anfertigen lassen, be- 
sitzt nach meinen Zählungen 209 Körper- und 13 
Schwanzringel. 

Habitat. Cuba. 

20 (18) Amphisbaena violacea Ptrs. 
ÄmpMshaena violacea Peters. Berliner Monatsbe- 
richte 1854, p. 620. 

ÄmpMshaena violacea Peters. Ibid. 1862, p. 26. 

Von dieser Art, die unter allen ÄmpMshaeniden den 
längsten und demzufolge auch mit der grössten Zahl 
von Ringeln versehenen Schwanz besitzt, sind bis jetzt 
nur 2 Exemplare bekannt, die beide im Berliner Mu- 
seum (JT2 4814) aufbewahrt werden und von denen das 
eine 180 Körper- und 59 Schwanzringel besitzt, wäh- 



— 4:12 --^ 

rend bei dem anderen die Zahl der Körperringel 186, 
diejenige der Schwanzringel aber nur 54 beträgt. 

Habitat. Inhambane im südöstlichen Afrika. 

21 (19) Amphisbaena quadrifrons Ptrs. 

Amphishaena quadrifrons Peters. Berliner Monats- 
berichte 1862, p. 25. 

Amphisbaena quadrifrons Peters. Ibid. 1879, p 
277 tab. f. 4. 

Prof. Peters hat diese merkwürdige Art, von welcher 
auch das Stockholmer Museum durch Wahlberg ein 
oder mehrere Exemplare besitzt, zwar sehr ausführlich 
beschrieben und später auch Abbildungen des Kopfes 
und der Analgegend veröffentlicht, aber die Zahl der 
Ringel anzugeben unterlassen und wenn diese Zahl auch 
nichts Auffallendes oder besonders Charakteristisches 
darbietet, so dürfte sie zur Vervollständigung der Be- 
schreibung immerhin nicht überflössig sein. Die 3 
Exemplare des Berliner Museums, die einzigen, die ich 
untersucht habe und von denen das eine einen schon 
bei Lebzeiten verstümmelten Schwanz besitzt, zeigen 
folgende Verhältnisse in der Ringelzahl: K 4202 be- 
sitzt 237 Körper- und 48 Schwanzringel, bei J^4203 
beträgt die Zahl der Körperringel nur 226 und der 
verstümmelte Schwanz besitzt nur 9 Ringel und bei 
Ä4204 habe ich 239 Körper- und 47 Schwanzringel 
gezählt. 

Habitat. Süd-West- Afrika (Neu-Barmen im Herero- 
lande und Damaraland). 

22 (20) Amphisbaena modesta Gnthr. 

Oeocalamus modestus Günther. Ann. and Mag. Nat. 
Hist. 5 ser. VI (1880) p. 234 c. fig. xyl. 

Habitat. Süd-Ost- Afrika (Mpwapwa, etwa 200 engl. 



^413 — 

Meilen landeinwärts von der der Insel Zanzibar ge- 
genüberliegenden Küste). 

23 (21) Amphisbaena brasiliana Gray. 

Bronia brasiliana Gray. Proc. zool. Soc. of London 
1865, p. 448 c. fig. 1 — 2 xyl. 

Bronia brasiliana Gray. Catal. of Shield Reptiles 
II, p. 37 c. fig. 18 — 19 xyl. 

Gray hat von dieser Art eine sehr kurze Beschrei- 
bung und Abbildungen gegeben, welche letzteren aber 
mit der ersteren geradezu in Wiederspruch stehen, 
denn während es im Texte heisst «Nasal shields small, 
separate above, on the side of a large swollen rostral», 
sind in der Figur die Nasenlöcher einfach als im Ro- 
strale sitzend gezeichnet. Das Rostralschild, welches 
Gray als «very large, hemisphaerical» bezeichnet, ist 
ziemlich gross, von vorn nach hinten stark gewölbt, 
von rechts nach links dagegen deutlich comprimirt und 
an seinem bald gerade verlaufenden, bald im stumpfen 
Winkel gebogenem Hinterrande nur wenig schmäler 
als am Vorderrande, der den freien Mundrand bildet. 
Jederseits besitzt dieses Schild einen tiefen Ausschnitt, 
in welchem sich das Nasorostrale befindet, welches ein 
längliches Viereck mit abgerundeten Vorderecken dar- 
stellt und mit seiner vorderen und oberen Seite an das 
Rostrale, mit der unteren an das Iste Supralabiale 
und mit der hinteren grösstentheils an das P'rontona- 
sorostrale, zugleich aber auch an die obere vordere 
Ecke des 2ten Supralabiale grenzt. Das grosse Na- 
senloch befindet sich in der vorderen Hälfte des Schil- 
des und hat eine kreisrunde Form. Die übrigen Kopf- 
schilder stimmen bis auf ganz unwesentliche, indivi- 
duelle Differenzen mit der von Gray gegebenen Zeich- 



-.414 — 

nung tiberein. An der unteren Kinnlade, die Gray 
nicht gezeichnet hat, findet sich ein kleines quadrati- 
sches Mentale und jederseits 3 Infralabialia, von de- 
nen das Iste sehr klein und dreieckig ist, das 2te 
ein sehr grosses Fünfeck darstellt und das 3te die Form 
eines Parallelogramms besitzt, dessen eine lange Seite 
den freien Mundrand bildet. Das vordere Submentale 
ist um die Hälfte länger als das Mentale und nach 
hinten so zugespitzt, dass es die Form einer Lanzette 
nachahmt; es grenzt hinten an 2 kleine neben einan- 
der liegende hintere Submentalia, welche seine Spitze 
zwischen sich nehmen. Zwischen jedem dieser letzteren 
Schildchen und den beiden hinteren Infralabialia der 
entsprechenden Seite liegt noch ein ziemlich gros- 
ses Schild von dreieckiger Form mit bogenförmig ab- 
gerundetem Hinterrande und nach vorn und innen ge- 
richteter Spitze. Hinter den so eben besprochenen 
Schildern steht noch eine Querreihe von 7 kleinen vier- 
eckigen Schildchen, von denen das jederseitige äus- 
serste am grössten ist und an die hintere Hälfte des 
Innenrandes des 3ten Infralabiale der entsprechenden 
Kieferhälfte grenzt. 

Im British Museum habe ich ausser dem Original- 
exemplar dieser Art noch ein zweites untersucht, das 
von Hrn. Bates am Cupar River «500 miles from sea» 
gefangen worden ist und eine sehr interessante Abwei- 
chung darbietet. Bei ihm ist nämlich das Nasorostrale 
in seinem oberen hinteren Theile mit dem Rostrale 
verschmolzen, so dass es den Anschein hat, als wenn 
das Nasenloch im Rostrale liegt und vor sich eine bo- 
genförmige Furche hat, die von der vorderen oberen 
Ecke der Iten Supralabiale nach vorn und oben zieht 



»~415~ 

und sich dann bogenförmig um das Nasenloch herum 
gegen den Hinterrand des Rostrale wendet, ohne den- 
selben jedoch zu erreichen. Es fehlt hier also, und 
zwar auf beiden Seiten des Kopfes, der dem Lippen- 
rande etwa parallel laufende Theil der Nath zwischen dem 
Rostrale und dem Nasorostrale. Die übrigen 5 von den 
6 Exemplaren, die ich von dieser Art im Ganzen un- 
tersucht habe, besitzen sämmtlich vom Rostrale vollstän- 
dig getrennte Nasorostralia, so dass also die Un Voll- 
ständigkeit in der Trennung der genannten Schilder 
bei dem Stück vom Cupar River wohl ganz sicher als 
Anomalie anzusehen ist. 

Die Zahl der Körperringel variirtzwischen223und 
229 und an dem kurzen sehr stumpfen Schwänze habe 
ich 1 5 — 17 Ringel gefunden. Die Praeanalporen waren 
bei allen 6 Stücken vollkommen deutlich und stets in 
der Zahl 4 vorhanden. 

Habitat. Nord -Brasilien (Santarem, Cupar River, Pa- 
rahyba do Norte ^^). 

24 (22) Amphisbaena fenestrata Cope. 

Biphalus fenestratus Coi^e. Proc. Acad. Philadelph. 
1861 (XIII), p. 76. 

AmpMshaena antiUensis Reinhardt et Lütken. 
Videnskabelige Meddelelser 1862, p. 224. 

Bei den 5 Exemplaren, die ich von dieser Art im 
Ganzen untersucht habe, schwankte die Zahl der Kör- 
perringel zwischen 242 und 250, die der Schwanz- 
ringel zwischen 1 3 und 15. 

Habitat. West-Indien (die Jungfrau-Inseln St. Thomas, 
St. Jean und Sta Cruz). 



17) Sclater. Proc. zool. Soc. of London 1880, p. 714. 



— 416 — 

25 (23) Amphîsbaena cinerea Vand. 

AmpMshaena cinerea Vandelli. Memor Acad. Real 
d. Scienc. de Lisboa I, p. 69. 

AmpMshaena oxyura Wagler in: Spix. Serpent, 
brasil. novae species p. 72 tab. XXV f. 1. 

AmpMshaena cinerea D. et B. Erpétol. génér. V, 
p. 500. 

Blanus cinereus Schreiber. Herpetologia europaea 
p. 334 c. fig. xyl. 

AmpMshaena cinerea Vand., die einzige unter allen 
AmpMshaeniden, die in Europa vorkommt, ist in Samm- 
lungen ziemlich zahlreich vertreten , so dass ich im 
Ganzen 33 Exemplare derselben zu untersuchen Ge- 
legenheit gehabt habe. Sie ist unter allen AmpMsbae- 
niden- Arten diejenige, welche die geringste Zahl von 
Körperringeln besitzt, und zwar schwankt diese Zahl 
nach meinen Untersuchungen zwischen 97 und 123, 
sodass also die Zahl 125, welche sowohl Duméril und 
B ihr on, als auch Dr. Schreiber tibereinstimmend 
angeben, das Maximum darstellt und wohl nur aus- 
nahmsweise vorkommen dürfte. Am häufigsten scheinen 
110 — 120 Bingel vorzukommen, denn unter den 33 
Exemplaren, welche ich untersucht, fanden sich nur 7 
mit weniger als 110 und ebenfalls 7 mit mehr als 120 
Ringeln. Die Zahl der Schwanzringel variirt zAvischen 
17 und 23, also fast genau in den Grenzen, welche Dr. 
Schreiber angiebt. In ähnlicher Weise ist auch die 
Zahl der Praeanalporen vielen Schwankungen unter- 
worfen, obwohl sie in der Mehrzahl der Fälle aller- 
dings 6 beträgt ; mir sind 5 Exemplare mit 4 und 
eben so viele mit 8 Poren vorgekommen, ferner habe 
ich 2 Exemplare mit 5, eines mit 7, eines mit 9 Poren 



--417 — 

untersucht und bei einem Stück endlich waren diese Or- 
gane so mangelhaft entwickelt, dass sie ganz zu fehlen 
schienen, 

Dr. Boettger^^) hat darauf aufmerksam gemacht, 
dass die paarigen hinter dem Frontonasorostralschilde 
stehenden Schilder bei einzelnen Exemplaren länger 
als breit, bei anderen dagegen breiter als lang sind, und 
die Verra uthung ausgesprochen, dass man es hier mit 
bestimmten Varietäten, wenn nicht vielleicht mit ver- 
schiedenen Arten zu thun hätte; dagegen muss ich be- 
merken, dass mir auch Exemplare vorgekommen sind, 
bei denen diese Schilder die Mitte zwischen den beiden 
von Dr. Boettger aufgeführten Formen hielten, d. h. 
so lang, wie breit waren, und dass ich daher geneigt 
bin , dergleichen Differenzen auf Rechnung individu- 
eller Variabilitaet zu stellen. 

Habitat. Portugal (Oporto, Coimbra, Lissabon) Spa- 
nien (Escorial , Madrid , Badajoz , Sevilla , Granada, 
Sierra Nevada, Malaga, Cadix), Marocco (Tanger), 
Algerien (Tebessa , Batna) , Türkei (Constantinopel), 
Klein-Asien (Rhodos, Cypern, Magnesia, Xan thus) und 
Syrien (Arsus). 

26 (24) Amphisbaena punctata Bell. 

Amphishaena punctata Bell. Zoological Journal III, 
p. 236, Suppl. pl. XX f. 2. 

Amphishaena punctata D. et B. Erpétol. génér. V, 
p. 494. 

Amphishaena punctata Cocteau et Bib r on in: 



18) X. Bericht des Offenbaclier Vereins für Naturkunde p. 53. 

Mélanges biologkiues. XI. ^^ 



— 418 — 

Ramon de la Sagra. Hist. d. l'ile de Cuba. Rept. p. 
195, pi. XXP^). 

Duméril und Bibron geben bei dieser Art die 
Zahl der Körperringel auf 1 96 — 2 14, die der Schwanz - 
ringel auf 12 — 14 an, ich habe an den 3 Exemplaren, 
die ich näher untersucht, aber nur 186 — 197 Körper- 
ringel gefunden, während die Zahl der Schwanzringel 
12 — 14 betrug und also mit der obigen Angabe über- 
einstimmte. Auch die Zahl der Praeanalporen, welche 
von den Verfassern der Erpétologie générale auf 
4 — 10 angegeben wird, war bei den 3 obigen Exem- 
plaren eine verschiedene, und zwar zeigte das Berliner 
Exemplar (Nr. 4082) jederseits 4 Poren, bei dem 
Stück im British Museum konnte ich jederseits nur 
einen Perus erkennen und unser Exemplar besitzt 
jederseits 3 Poren. 

Habitat. Cuba. 

27 (25) Amphisbaena Kingii Bell. 

Anops Kingii Bell. Zoological Journal Y, p. 391 pl. 
XYI f. 1 20). 

Amphisbaena Kingii D. et B. Erpétol. génér. V 
p. 496. 

AmpMshaena Kingii H en sel in: Wiegmann. Ar- 
chiv f. Naturgesch. 1868 I, p. 343. 

Durch die enorme Ausbildung des Rostralschildes, 
welches bei dieser Art dachförmig erhoben ist und sich 
nach hinten bis zum Scheitel hin erstreckt, sind die übri- 



19) Auf der Tafel steht Amphisbaena caeca, jedoch ist dieser 
Irrthum in der Anmerkung 2 auf p. 195 des Textes berichtigt. 

20) Dieses Citat habe ich nicht vergleichen können, da in unse- 
rem Exemplar des Zoological Journal der V. Band leider unvoll- 
ständig ist. 



— 419 — 

gen Kopfschilder tierartig verschoben, dass es, wie schon 
Prof. Hen sei bemerkt, mitunter schwer hält, manche 
derselben richtig zu deuten; da ausserdem einzelne 
Schilder auch eine grosse Neigung zeigen, zu zerfallen 
oder auch mit anderen zu verschmelzen, so bietet fast 
jedes einzelne Exemplar irgendwelche Besonderheiten 
in der Kopfbeschilderung dar. Zunächst variirt schon 
das Eostrale in seiner Breite, indem der oben auf dem 
Kopfe liegende Theil desselben bald die Form einer 
langen schmalen Spitze hat, wie bei Nr. 1 133 unserer 
Sammlung, bald sich hinter dem Nasorostrale seitlich 
in eine Ecke erweitert und mit derselben fast bis an 
das Supralabiale primum heranreicht, wie es z. B. bei 
dem Exemplar Nr. 6829 der Berliner Sammlung der 
Fall ist. Alsdann ist das Frontonasorostrale, das als 
schmales, etwa spindelförmiges Schild zu jeder Seite 
des Rostrale liegt und hinter der Spitze desselben auf 
dem Scheitel mit dem gleichnamigen Schilde der an- 
deren Seite in Berührung steht, mitunter in 2, sogar 
in 3 hinter einander liegende Schildchen getheilt. Fer- 
ner zerfallen die kleinen Frontalia , die hinter den an 
einander tretenden Frontonasorostralen liegen, jedes in 
2, zuweilen auch in 3 neben einander liegende Schild- 
chen und das Praeoculare ist bald mit dem Supraoculare 
zu einem Schilde verwachsen, bald nicht allein von 
demselben getrennt, sondern zugleich auch in 2 Schild - 
eben getheilt , von denen das vordere an das Nasoros- 
trale grenzt und so zwischen dieses und das Praeocu- 
lare eingeschoben ist , dass man es nur als Frênaie 
deuten kann. Endlich ist auch die Zahl der Tempo- 
ralia sehr variabel und in manchen Fällen kaum er- 
kennbar, da diese Schildchen sammt dem Postoculare 



— 420 — 

schon ganz die Form der viereckigen Ringel segmente 
haben, und es daher vom Belieben des Beobachters ab- 
hängt, ob er die Querreihe der Schilder, die hinter den 
Frontalen liegt und sich ununterbrochen am Mund- 
winkel vorbei auf die Unterseite des Thieres fortsetzt, 
als ersten Körperringel, oder als besondere, aus Parie- 
tal-, Temporal-, Postocular- etc. Schildern zusammen- 
gesetzte Reihe ansehen will. Genug, die Yariabilität der 
Kopfschilder scheint unbegrenzt zu sein und ich habe 
unter den 17 Exemplaren, welche ich von dieser Art 
im Ganzen untersucht, kaum 2 gefunden, welche in 
der Kopfbeschilderung vollkommen mit einander 
übereingestimmt hätten. 

Das Auge ist nur selten vollkommen unsichtbar, 
sondern lässt sich gewöhnlich als mehr oder weniger 
deutlicher schwarzer Punkt unterscheiden. In gleicher 
Weise sind auch diePraeanalporen, deren Vorhanden- 
sein Beil läugnet, gewöhnlich ganz deutlich, denn 
unter den 17 von mir untersuchten Exemplaren 
zeigten 16 mehr oder weniger deutliche Poren, und 
zwar immer in der Zahl 4, und nur bei dem Stück 
Nr. 1133 unserer Sammlung sind diese Organe so un- 
deutlich, dass ich ihr Vorhandensein nicht mit Bestimmt- 
heit constatiren kann. Was die Körper- und Schwanz- 
ringel anbetrifft, so geben Duméril und B ihr on die 
Zahl der ersteren auf 206 — 208, der letzteren auf 
18—20 an, ich habe dagegen an den 17 von mir un- 
tersuchten Exemplaren, von denen nicht weniger als 
10 dem Göttinger Museum angehören, stets grössere 
Zahlen gefunden, und zwar variirten die Körperringel 
zwischen 21 4 und 240 und die Schwanzringel zwischen 
20 und 24. 



— 421 - 

Habitat. Die südlichen Theile von Süd-Amerika 
(Porto- Allègre , Montevideo, Buenos- Ayres, Parana, 
Cordoba, von welchem letzteren Orte dem Göttinger 
Museum im Jahre 1874 zahlreiche Exemplare durch 
Dr. Schwalbe zugekommen sind). 

28 (26) Amphisbaena af ricana Gray. 

Baikia africana Gray. Proc. zool. Soc. of London 
1865, p. 451 c. üg. 3—4 xyl. 

BaiJcia africana Gray. Catal. of Shield Reptiles II, 
p. 39 c. fig. 20—21 xyl. 

Das einzige bisher bekannte Exemplar dieser Art, 
das im British Museum aufbewahrt wird, befindet sich 
leider nicht im besten Zustande; die Kopfhaut ist 
ziemlich stark eingeschrumpft und die Epidermis hat 
sich an verschiedenen Theilen des Rumpfes in grösserer 
oder geringerer Ausdehnung abgelöst und erscheint 
blasig aufgetrieben, Umstände, die eine genaue Unter- 
suchung nicht wenig erschweren. Namentlich zeigt die 
Oberseite des Kopfes eben in Folge der Einschrumpfung 
verschiedene Runzeln und Falten, die es geradezu un- 
möglich machen, die Form und Begrenzung der ein- 
zelnen Schilder mit Sicherheit zu eruiren und selbst 
die scharfen Kanten und Kiele, die sich auf dem Kopfe 
finden, könnten zum Theile wenigstens erst nachträglich 
durch Eintrocknen entstanden oder doch so auffallend 
stark hervorgetreten sein. 

Was nun die auffallendste Eigenthüralichkeit dieser 
Art, die Lage der Nasenlöcher, anbetrifft, so glaube 
ich mich überzeugt zu haben, dass dieselben wirklich 
im Rostralschilde liegen, ob und in welcher Art sie 
aber von einer Furche umgeben sind, kann ich nicht 
angeben, da es mir bei der damals in London herr- 



— 422 — 

sehenden Dunkelheit nicht gelungen ist, auf dem 
Rostralschilde die «groove on the hinder part over the 
nostrils» mit Bestimmtheit zu erkennen. Und gerade 
auf die Form und den Verlauf dieser Furche kommt 
es hier an, denn v^enn dieselbe etwa in ähnlicher 
Weise das Nasenloch umgiebt, wie bei dem oben be- 
sprochenen, vom Cupar-River stammenden Exemplar 
der ÄmpMshaena hrasiliana Gray, so könnte es wohl 
kaum einem Zweifel unterliegen, dass ÄmpMshaena 
africanaGraij eben so, wie alle übrigen Ämphisbaena- 
Arten, besondere Nasorostralschilder besitzt, die nur 
im vorliegenden Fall, wahrscheinlich anomaler Weise, 
nicht vollständig vom Rostrale getrennt sind, und die 
Art würde sich alsdann als mit ÄmpMshaena Kingii 
Bell zunächst verwandt herausstellen. Leider bin ich 
nun nicht im Stande, Genaueres über dieses Yerhält- 
niss anzugeben und habe es unter solchen Umständen 
vorgezogen, in meiner dichotomischen Tabelle für jetzt 
wenigstens die ÄmpMshaena africana Gray durch den 
Mangel besonderer Nasorostralia und durch die Lage 
der Nasenlöcher im Rostrale selbst zu charakterisiren, 
es späteren Untersuchungen überlassend, meine An- 
gabe zu bestätigen oder zu berichtigen. 

In Betreff der übrigen Kopfschilder, die bei Gray 
weder aus der Zeichnung, noch aus der mit dieser 
zum Theil in Widerspruch stehenden Beschreibung 
mit Sicherheit zu erkennen sind, kann ich leider auch 
nichts hinzufügen, da es mir wegen der bereits oben 
erwähnten Falten und Runzeln auf dem Kopfe, die von 
den Suturen schwer zu unterscheiden sind, nicht mög- 
lich gewesen ist, mich über die Zahl, Form und Lage 
der Schilder genau zu informiren ; dagegen habe ich 



--423 — 

aber an der unteren Kinnlade nicht, wie Gray angiebt, 
nur ein einziges grosses Infralabiale jederseits, sondern 
deren 2 gefunden, von denen das hintere zwar sehr 
klein, aber doch ganz deutlich ist. Ebenso ist auch 
Kinn und Kehle nicht, wie Gray angiebt, von 3 
Schildchen, einem viereckigen Mentale (inferior rostral) 
und zwei hinter einander stehenden Submentalia (gular 
plates) bekleidet, sondern zeigt, so weit ich sehen 
konnte, nur ein einziges sehr grosses Schild, welches 
vom Vorderrande des Unterkiefers eben so weit nach 
hinten reicht, wie das grosse Infralabiale primum, aus 
der Verschmelzung des Mentale und Submentale ent- 
standen ist und ausserdem noch in der Mitte einen 
niedrigen stumpfen Längskiel besitzt, welcher letztere 
sich übrigens möglicher Weise auch erst nachträglich 
in Folge von Einschrumpfung der ganzen den Kopf 
bedeckenden Haut gebildet haben kann. Alsdann 
liegen die 4 Praeanalporen In 4 neben einander ste- 
henden Schildern, nur sind die beiden mittleren Poren 
weit auseinandergerückt imd jede im äusseren hin- 
teren Winkel des betreifenden Schildes angebracht; 
ein centrales porenloses Schild dagegen, welches nach 
Gray's Angabe die beiden inneren porenführenden 
von einander trennen soll, ist, wie sich schon von 
vornherein erwarten liess, nicht vorhanden. Die 
Analklappe ist in 8 oder selbst in 1 Felder einge- 
theilt und die Zahl der Körperringel endlich be- 
trägt nach meinen Untersuchungen 253 , diejenige 
der Schwanzringel 25, jedoch kann ich für die ab- 
solute Kichtigkeit der ersteren Zahl nicht einstehen, 
da die stellenweise abgelöste und blasig aufgetriebene 
Epidermis eine ganz genaue Zählung unmöglich machte. 



— 424 — 

Habitat. West-Afrika. 

29 (1) Lepidosternon microcephalum Wagl. 

Leposternon Microcephalus Wagl er in: Spix. Ser- 
pent, brasil. novae species p. 70, tab. XXVI f. 2^^). 

AmpMshaena jpimctata Wied. Abbild, zur Naturg. 
Brasiliens. Lief. IX, tab. I, f. 1. 

Lepidosternon Maximiliani Wiegmann. Archiv f. 
Naturgesch. 1836, I, p. 157, tab. Ill, f. 3. 

Lepidosternon microcephalum D. et B. Erpétol. 
génér. V, p. 505. 

Die Hauptmerkmale, durch welche sich diese Art 
von den zunächst verwandten unterscheidet, bestehen 
in dem kurzen Kopfe, der so lang wie an der Basis 
breit, bei jungen Exemplaren sogar länger als breit 
ist; in der Unebenheit der Oberseite des Kopfes, die 
durch 3 gewöhnlich ziemlich seichte Längsfurchen 
und einige mehr oder weniger deutliche', den Suturen 
der Kopfschilder entsprechende Querfurchen hervor- 
gebracht wird und das Erkennen der einzelnen Kopf- 
schilder zuweilen sehr erschwert, indem es oft nicht 
mit Bestimmtheit anzugeben ist, ob man es mit einer 
Sutur oder nur mit einer tieferen Furche zu thun hat ; 
ferner in dem Vorhandensein von nur 4 Labialschil- 
dern jederseits, 2 oberen und 2 unteren, von denen 
sowohl an der Ober-, als auch an der Unterlippe stets 
das vordere beträchtlich, etwa dreimal, länger ist als 



21) Den ursprünglich vorgeschlagenen Gattungsnamen Leposter- 
non hatWagler in seinem Natürl. Syst. der Amphibien p. 197 in Lepi- 
dosternon berichtigt, die masculine Speciesbenennung Microcephalus 
aber beibehalten und sie durch die grosse Initiale als Substantiv 
gekennzeichnet ; ich bin den Verfassern der Erpétologie générale 
gefolgt und habe für den Speciesnamen die adjective Form micro- 
cephalum adoptirt. 



— 425 — 

das hintere; endlich in der Form und Lage des Fron- 
talschildes, welches stets breiter als lang ist und durch 
das Aneinandertreten der beiden Frontorostralia von 
der Berührung mit demRostrale ausgeschlossen bleibt. 
Die Sternalschilder dieser Art sind sehr in die Länge 
gezogen, wenig zahlreich und auch nicht ganz symme- 
trisch, indem sie auf beiden, durch die Bauchfalte ge- 
trennten Brusthälfteh weder in Zahl, noch in Form 
mit einander übereinzustimmen pflegen. Die Zahl der 
Körperringel variirt nach meinen Untersuchungen, die 
an 32 Exemplaren angestellt sind, zwischen 187 und 
229 und diejenige der Schwanzringel zwischen 10 
und 15. 

Anomalien in der Kopfbeschilderung kommen, wie 
es sich schon bei der Unebenheit der Kopfoberfläche 
erwarten lässt, ziemlich häuflg vor, und ich habe na- 
mentlich im Wiener Museum ein solches anomales 
Stück untersucht und mir auch eine Zeichnung von 
demselben anfertigen lassen, welches von Dr. Fitzinger 
als Lepidosternon Maximiliani bestimmt war. Der 
Name Lepidosternon Maximiliani ist zuerst bekanntlich 
von Wieg mann auf ein Exemplar des Lepidosternon 
microcephalumW s.g\. angewandt worden, bei welchem 
das Frontale von den beiden zu einem Schilde ver- 
schmolzenen Parietalschildern nicht getrennt war, und 
er hatte diese anomale Bildung nur desshalb für ein 
specifisches Kennzeichen erklärt, weil er durch eine 
völlig ungenaue Zeichnung eines dem Münchener Mu- 
seum gehörigen Exemplars von Lepidosternon micro- 
cepJialum Wagl. irre geführt worden war. In dieser 
Zeichnung, welche Wiegmann auf der oben citirten 
Tafel in fig. 4 "" und 4 ^ veröffentlicht hat, sind neben 

Mélanges biologiques. XI. 54 



~ 42G — 

verschiedenen anderen Ungenauigkeiten auch auf dem 
Rostralschilde zwei Stücke wahrscheinlich abgelöster 
Epidermis als besondere Schilder gezeichnet, so dass 
also das Exemplar vor dem Frontal schilde nicht, wie 
sonst immer, nur ein einziges Paar Frontorostralia, 
sondern 2 solcher Paare zu besitzen scheint. 

Das oben erwähnte Exemplar im Wiener Museum, 
das von Dr. Steindach n er mit Eecht als Varietät 
von Lepidosternon microcephalum Wagl. bezeichnet 
ist, zeigt nun die Eigenthümlichkeit, dass bei ihm das 
Frontalschild durch die sich bis weit auf das Rostrale 
fortsetzende Mittelfurche der Länge nach getheilt und 
zugleich jede der so entstandenen Hälften mit dem 
dahinter stehenden Schilde, dem Parietale, verschmolzen 
erscheint; an der Stelle, wo jedes dieser aus der Ver- 
schmelzung des halben Frontale mit dem Parietale 
entstandenen Schilder an das Supraoculare der ent- 
sprechenden Kopfseite grenzt, bildet es einen einsprin- 
genden Winkel und zeigt eine kurze, schräge von 
aussen und vorn nach hinten und innen verlaufende 
Furche, welche, wenn man sie sich verlängert denkt, 
mit derjenigen der anderen Kopfseite unter stumpfem 
Winkel zusammentreffen und jedes der genannten 
Schilder in 2 hinter einander liegende Theile trennen 
müsste, von denen der hintere dem normalen Parietale, 
der vordere aber der einen Hälfte des normalen Fron- 
tale entsprechen würde. 

Eine ganz ähnliche Verschmelzung des Frontal- 
schildes mit dem Parietale habe ich auch an einem 
Exemplar im Münchener Museum beobachtet, welches 
aus der ehemaligen Herzoglich Leuchtenberg'schen 
Sammlung stammt, und vielleicht dasselbe ist, von 



— 427 — 

welchem Wiegmann die oben erwähnte falsche Zeich- 
nung erhalten hatte; bei diesem Stück ist aber das 
Frontale nicht getheilt, die beiden Parietalia erscheinen 
zu einem grossen Schilde verschmolzen und die Furche, 
welche bei dem Wiener Exemplar die Trennung des 
Frontale und Parietale andeutet, fehlt. Das Wiener 
Exemplar besitzt 216 Körper- und 12 Caudalringel, 
bei dem Münchener beträgt die Zahl der ersteren 193, 
der letzteren 15. 

Von den 5 Exemplaren unseres Museums endlich 
besitzt das Stück Nr. 3565 überhaupt sehr undeutlich 
von einander getrennte Kopfschilder und bei den 4 
anderen ist wenigstens das Frontale von den beiden, 
oft nicht völlig getrennten Parietalia nicht durch eine 
wirkliche Sutur, sondern durch eine Furche getrennt, 
welche bei den jüngeren Stücken Nr. 5569 und 5570 
nur schwach ausgebildet ist. 

Habitat. Brasilien (Bahia, Fl. Ilheos, Fl. Espirito 
Santo, Neu-Freiburg und besonders Eio Janeiro). 

30 (2) Lepidosternon phocaena D. et B. 

Lepidosternon pJwcaena D. et B. Erpétol. génér. Y, 
p. 507. 

Lepidosternon phocaena D'Orbigny. Voyage dans 
l'Amer, mérid. Kept. p. 9, pi. VI, f. 7—11. 

Duméril und Bibron unterscheiden diese Art von 
der vorhergehenden durch die zahlreicheren, nicht in 
die Länge gezogenen Sternalschilder und durch die 
Zahl der Kopfschilder, welche bei Lepidosternon mi- 
croceplialum Wagl. 10, bei dieser Art aber 12 be- 
tragen soll, indem bei ihr ausser den Occipitalen noch 
besondere Parietalia vorhanden sind. Von diesen beiden 
Merkmalen ist das letztere aber durchaus werthlos. 



— 428 — 

denn, wie ich mich nach Untersuchung von Wagler's 
Originalstück und noch 3 1 anderen Exemplaren über- 
zeugt habe, besitzt Lepidosternofi microcephalmn 
Wagl. gleichfalls Parietalia, die freilich ab und zu 
mit dem Frontale verschmolzen sein können , und 
Occipitalia, nur erscheinen bei ihm die letzteren im 
Vergleich zu den ersteren klein, während sie bei Le- 
pidosternon phocaena D. et B. fast eben so gross sind, 
wie die Parietalia. Es würde sich somit die in Rede 
stehende Art, von der ich übrigens nur ein einziges 
Exemplar, nämlich das Originalstück im Pariser Mu- 
seum, untersucht habe, von Lepidosternon microcepha- 
^wmWagl. ausser durch die völlig verschiedene Form der 
Sternalschilder hauptsächlich durch den gestreckteren, 
auf der Oberseite weniger unebenen Kopf, durch die 
Form des Frontalschildes, welches länger als breit ist, 
und durch die beträchtliche Grösse der Occipitalia, 
welche den Parietalen in dieser Beziehung wenig nach- 
stehen, unterscheiden. Hinsichtlich der Ringelzahl 
heisst es in der Erpétologie générale : «Depuis la nuque 
jusqu'au cloaque il y a autour du corps 208 — 210 
verticilles, précédés de 12 demi-anneaux», ein Passus, 
der nicht recht zu verstehen und ohne Zweifel so ge- 
meint ist, dass i2 von den 208 Ringeln Halbringel 
sind und der Sternalregion entsprechen, wenigstens 
habe ich an dem leider nicht ganz gut erhaltenen 
D'Orbigny'schen Exemplar 15 solcher Halbringel, 
191 Körper- und 13 Caudalringel gezählt, von welchen 
letzteren die 3 vorderen nach unten in den Hinterrand 
der Cloakenspalte übergehen und daher, wie gewöhn- 
lich, nicht vollständig sind. 

Habitat. Das einzige bekannte Stück ist nach An- 



— 429 — 

gäbe der Erpétologie générale von D'Orbigny aus 
Buenos- Ayres eingesandt worden, muss aber wohl aus 
der Provinz Corrientes stammen, wenigstens sagt 
D'Orbigny, dass die Art hauptsächlich in der ge- 
nannten Provinz vorkommt. 

31 (3) Lepidosternon infraorbitale Berth. 

Lepidosternon infraorhitale Berthold. Göttinger 
Nachrichten 1859, p. 179. 

Bert hold hat von dieser Art nur eine ganz kurze 
Diagnose gegeben und obwohl er in derselben das 
Vorhandensein eines Subocularschildes besonders her- 
vorgehoben, ist die Art doch von keinem der späteren 
Autoren berücksichtigt worden und daher gänzlich in 
Vergessenheit gerathen. Nichtsdestoweniger ist die- 
selbe durchaus selbstständig und unterscheidet sich 
von Lepidosternon microcephalum Wagl. und Lepi- 
dosternon phocaena D, et B. nicht bloss durch den 
Besitz eines jederseitigen besonderen Subocularschildes, 
sondern hauptsächlich durch die Zahl und das Längen- 
verhältniss der Supralabialia, deren es jederseits 3 be- 
sitzt und von denen das erste sehr klein, das 2te da- 
gegen fünfmal grösser ist, während bei den beiden 
soeben genannten Arten jederseits nur 2 Supralabialia 
vorhanden sind, von denen das 1 ste wenigstens dreimal 
so lang ist, wie das 2 te. 

Das einzige bekannte Exemplar des Lepidosternon 
infraorhitale Berth, in der Göttinger Sammlung, das 
mir durch die ausserordentliche Freundlichkeit des 
Herrn Prof. Dr. Ehlers behufs Anfertigung der nö- 
thigen Zeichnungen hierher nach Petersburg zuge- 
schickt worden ist, besitzt einen massig grossen Kopf, 
der etwas länger als an der Basis breit ist und in eine 



— 430 — 

riemlich lange, am Ende sowohl von rechts nach links, 
als auch von oben nach unten stumpf zugerundete 
Schnauze ausläuft. Die Oberseite des Kopfes zeigt 
wenig Unebenheiten, da die 3 Längsfurchen, besonders 
die beiden lateralen, im Ganzen nur sehr schwach aus- 
gebildet sind, und die Schnauze, die sehr dick, d. h. 
sehr wenig deprimirt ist, überragt den Vorderrand 
des Unterkiefers nur in sehr geringem Grade. Das 
Rostralschild, welches die Schnauzenspitze, wie ge- 
wöhnlich, fingerhutförmig umkleidet, ist ziemlich klein 
und enthält an seiner Unterseite die beiden Nasenlöcher, 
deren jedes von seinem inneren Rande eine kurze, sich 
gerade nach hinten gegen den freien Mundrand, oder 
vielmehr zu der vorderen inneren Ecke des Iten Supra - 
labiale hinziehende Furche entsendet. Die beiden 
Frontorostralia haben eine unregelraässige, etwa ovale 
Gestalt, sind sehr schräge gelagert und grenzen daher 
nur mit einem sehr kleinen Theile ihres Innenrandes 
an einander. Auf sie folgt das grosse Frontale, ein 
reguläres Sechseck, das etwas länger als breit ist und 
dessen nach aussen gerichtete Seiten sehr kurz sind 
und an das jederseitige Supraoculare grenzen, während 
die vorderen und hinteren Seiten des Schildes sehr lang 
erscheinen und so an einander treten, dass sowohl vorn, 
als auch hinten ein beinahe rechter Winkel entsteht. 
Die Parietalia sind jedes etv/a halb so gross, wie das 
Frontale, und von sehr unregelmässiger Gestalt, könn- 
ten aber als rechtwinklige Dreiecke aufgefasst werden, 
deren Hypothenuse an das Frontale grenzt und an denen 
alle 3 Winkel gerade abgestutzt sind. Die Occipitalia 
sind beträchtlich kleiner als die Parietalia, von unregel- 
mässiger Gestalt mit z. Th. abgerundeten Ecken und 



— 431 — 

das rechte derselben ist noch in 2 hinter einander ste- 
hende Schildchen getheilt, von denen das vordere drei- 
mal so gross ist, wie das hintere. 

Das Supraocularschild ist klein und etwa viereckig, 
das wenig grössere Oculare stellt ein rechtwinkliges 
Dreieck dar, dessen Hypothenuse an das Suboculare 
und an einen kleinen Theil des 2 ten Supralabiale grenzt 
lind in dessen rechtem Winkel das ziemlich deutliche 
Auge liegt, und das Suboculare ist ein Trapezoid, 
dessen obere längste Seite an das Oculare, die vordere, 
nur wenig kürzere, an das 2 te Supralabiale, die untere 
an das 3te Supralabiale und die hintere an die in der 
Schläfengegend liegenden kleinen viereckigen, den 
Hautsegmenten des Nackens vollkommen gleichenden 
Schildchen grenzt. Das erste Supralabiale ist sehr 
klein und grenzt vorn und oben an das Rostrale, hinten 
an das 2 te Supralabiale, welches wenigstens fünfmal 
so lang und etwa dreimal so hoch ist und ausser der 
langen unteren, den freien Mundrand bildenden Seite 
noch 6 andere Seiten besitzt, mit welchen es an das 1 te Su- 
pralabiale, an das Rostrale, an das Frontorostrale, an 
das Oculare, an das Suboculare und an das 3te Supra- 
labiale grenzt; dieses letztere Schildchen ist sehr klein, 
dreieckig mit nach vorn gerichteter, etwas abgestutzter 
Spitze und liegt unter dem Suboculare, nach hinten 
eben so, wie dieses, an die viereckigen Hautsegmente der 
Temporalgegend grenzend. Hinter dem Supraoculare 
und dem Oculare liegen noch 2 kleine Schildchen, ein 
oberes, etwa viereckiges und ein unteres, kaum halb 
so grosses von dreieckiger Form, die wohl als Post- 
ocularia aufzufassen sind, und die Temporalgegend ist, 
wie schon bemerkt, mit sehr kleinen viereckigen Schild- 



— 432 — 

chen bedeckt, welche von den Hautsegmenten der be- 
nachbarten Ringel nicht zu unterscheiden sind. 

Das Mentale ist ziemlich breit, aber sehr kurz und 
viereckig; von den 3 jederseitigen Infralabialen ist 
das Ite sehr lang und gross, reicht bei geschlossenem 
Maule aber nicht so weit nach hinten, wie das 2te 
Supralabiale, und die beiden folgenden Infralabialia 
haben eine unregelmässige viereckige Gestalt und sind 
sehr klein. Das Submentale ist gross und wäre ei- 
förmig , wenn sein vorderer, an das Mentale grenzen- 
der Rand nicht gerade verliefe, und zu jeder Seite 
dieses Schildes findet sich noch ein kleines schmales und 
langes dreieckiges Schildchen ; hinter diesen 3 Submen- 
talen liegt noch eine Querreihe von 8 Schildern, von denen 
das jederseitige äusserste vorn an das Ite und seitlich 
an die beiden letzten Infralabialia grenzt und fast 
so gross ist, wie die beiden letztgenannten Schilder 
zusammengenommen. Die 6 mittleren Submentah'a 
der 2 ten Reihe sind sehr klein und gleichen schon fast 
vollkommen den Ringelsegmenten. 

Der Rumpf ist ziemlich dick , etwa eben so dick, 
wie der Kopf lang ist, und besitzt die 4 gewöhnlichen 
Hautfalten, von denen aber die lateralen beträchtlich 
stärker entwickelt sind , als die dorsale und ventrale. 
Die Zahl der Ringel giebt Berthold auf 269 an und 
bemerkt, dass ausserdem noch 15 Nackenringel, d.h. 
solche, welche der Sternalbeschilderung entsprechen, 
also nicht complete, vorhanden sind, ich dagegen habe 
nur 250 Ringel gezählt und ausserdem 14 sogenannte 
Nackenringel gefunden; jeder Ringel zerfällt auf der 
dorsalen Seite in 28, auf der ventralen in 26 Segmente, 
die, wie gewöhnlich, viereckig sind und von denen jedes 



— 433-^ 

(mit Ausnahme der in den mittleren Bauchreihen) in 
der Mitte eine blanke und zugleich härtere Stelle von 
rundlicher Form zeigt. Die Sternalschilder, die denen 
von Lepidosternon pJwcaena D. et B. gleichen, sind 
sehr zahlreich, von sehr unregelmässiger, meist rund- 
licher Gestalt , dabei höchstens doppelt so gross, wie 
die Ringelsegmente, und in schräge , von aussen und 
vorn nach innen und hinten ziehende Reihen ange- 
ordnet, von denen 4 oder 5 in der Mittellinie der 
Brust unter fast rechtem Winkel zusaramenstossen und 
sogenannte Chevrons bilden. Die Analklappe ist breit, 
aber kurz, mit bogenförmigem Hinterrande und mit 
kleinen den Ringelsegmenten durchaus ähnlichen 
Schildchen bekleidet, welche in 4 hinter einander 
liegende Bogenreihen angeordnet sind. Der Schwanz 
ist kurz, stumpf zugerundet und mit 17 Ringeln ver- 
sehen. 

Die Farbe ist ein sehr helles gelblichweisses Leder- 
braun(nach Berthold strohgelb), jedoch erscheint das 
Thier wie gefleckt, da die blanken Stellen auf den ein- 
zelnen Ringelsegmenten dunkler gefärbt sind. 

Totallänge des ïhieres 41 Ctm., Kopf 1,9 Ctm., 
Schwanz 2,6 Ctm. 

Habitat. Bahia. 

32 (4) Lepidosternon rostratum n. sp. 

Obwohl diese Art in der Sternalbeschilderung, so 
wie in der Zahl und den Längen Verhältnis sen der Su- 
pralabialschilder vollkommen mit Lepidosternon infra- 
orhitale Berth, übereinstimmt, halte ich sie dennoch 
für verschieden , theils weil ihr das Subocularschild 
fehlt und sie auch einige andere, weniger wichtige 
Verschiedenheiten in der Kopfbeschilderung darbietet. 

Mélanges biologiques. XI. ^O 



— 434 — 

Ijauptsächlicli aber, weil ihre Schnauze nicht bloss viel 
spitzer zugerundet ist und den Unterkiefer in viel be- 
trächtlicherem Maasse überragt, sondern auch eine so 
starke Depression zeigt , dass ihr horizontaler Rand 
fast scharfkantig erscheint. 

Der Kopf, der ziemlich gross, fast so lang wie an 
der Basis breit ist und auf der Oberseite in Folge der 
3 massig ausgebildeten Längsfurchen etwas uneben er- 
scheint, läuft in eine ziemlich lange, spitz zugeruudete 
Schnauze aus und bietet in seinem horizontalen Um- 
kreise die Figur eines gleichschenkligen spitzwinkligen 
Dreiecks mit leicht abgerundeter Spitze dar. Das 
Rostralschild ist gross, umgiebt die Schnauze, wie ge- 
wöhnlich, fingerhutförmig und bietet 2 Flächen dar, 
eine obere ziemlich stark gewölbte und in Folge der 
3 Längsfurchen leicht gewellte und eine untere mehr 
abgeflachte , die unter spitzem "Winkel vereinigt sind 
und den Vordeirand der Schnauze fast scharfkantig 
erscheinen lassen. Der Hinterrand der oberen Fläche 
dieses Schildes bildet einen schwachen , mit der Con- 
vexität nach vorn gerichteten Bogen , während der 
Hinterrand der unteren Fläche fast in gerader Linie 
von unten und vorn nach hinten und oben zieht und 
an der Seite der Schnauze mit demjenigen der oberen 
Fläche unter spitzem Winkel zusammentrifft. An der 
Unterseite sitzen die ovalen Nasenlöcher, die, wie bei 
allen verwandten Arten , von ihrem inneren Rande 
eine Furche zu der vorderen oberen Ecke des Iten 
Supralabiale entsenden. Jedes der beiden Frontoros- 
tralia ist gross, eben so lang wie breit und fünfeckig; 
seine vordere Seite, die leicht bogenförmig gekrümmt 
ist, grenzt an das Rostrale, die innere an das gleich- 



— 435 — 

namige Schild der anderen Kopfhälfte, die äussere au 
das 2te Supralabiale und von den beiden hinteren 
Seiten, die etwa gleich lang sind, steht die äussere mit 
dem Supraoculare, die innere mit dem Frontale in Be- 
rührung. Das Frontale bildet eben so, wie bei der 
vorigen Art, ein reguläres Sechseck, welches aber 
breiter als lang ist und dessen jederseitige nach aussen 
gerichtete Seite am kürzesten erscheint und an das 
Supraoculare grenzt, während die vorderen und hinte- 
ren Seiten jede fast die doppelte Länge besitzen und 
durch ihren Zusammentritt sowohl vorn , als auch 
hinten einen stumpfen "Winkel bilden, von denen aber 
der hintere, nicht ganz geschlossen ist, da das Fron- 
tale von den Parietalen nicht ganz vollständig getrennt 
erscheint. Die Parietalia sind gross, durch eine ganz 
feine Längsfurche von einander getrennt, viereckig 
und am Hinterrande nicht ganz vollständig von den 
etwas kleineren, sehr unregelmässig geformten und an 
den Ecken z. Th. abgerundeten Occipitalschildern ge- 
trennt. Hinter den Occipitalen findet sich mitten auf 
dem Nacken eine dreieckige Stelle, die mit grösseren, 
unregelmässig geformten und den 3 ersten Körper- 
ringeln angehörenden Hautsegmenten bekleidet ist. 

Das Ite Supralabiale ist klein, ziemlich lang, aber 
sehr niedrig und grenzt mit seinem vorderen und obe- 
ren Rande an das Rostrale, mit dem hinteren an das 
2 te Supralabiale. Dieses ist auffallend gross, hinten 
höher, als vom, und dabei etwa dreimal so lang wie 
das Ite; von seinen Seiten bildet die untere den freien 
Mundrand , die beiden vorderen, die unter rechtem 
Winkel zusammentreten und von denen die äussere 
(untere) kaum halb so lang ist, wie die innere. (obere), 



— 436 — 

grenzen an das Ite Supralabiaie und an das Rostrale, 
die obere an das Frontorostrale und die hintere, die 
kaum winklig geknickt erscheint, sowohl an das Ocu- 
lare, als auch an das 3te Supralabiale. Dieses letztere 
ist etwa viereckig, so lang, wie breit und steht oben 
mit dem Unterrande des Oculare in Berührung, nach 
vorn an das 2te Supralabiale, nach hinten an die kleinen 
viereckigen Schildchen grenzend, welche bei dieser 
Art, eben so wie bei der vorigen, die Schläfe bekleiden. 
Das Supraoculare ist viereckig, breiter als lang und 
steht vorn mit dem Frontorostrale, innen mit dem 
Frontale, aussen mit dem Oculare und hinten sowohl 
mit dem Parietale, als auch mit dem einzigen jeder- 
seitigen grossen Temporale in Berührung. Das Ocu- 
lare, das an dem hier beschriebenen Exemplar ano- 
maler Weise durch eine Querfurche in 2 hinter ein- 
ander liegende Schildchen getheilt erscheint, hat die- 
selbe Form, wie das Supraoculare, und grenzt aussen 
an das 3te, vorn an das 2te Supralabiale, innen an 
das Supraoculare und hinten an 2 von den die Schläfe 
bekleidenden viereckigen Schildchen. Das Auge ist 
dem Hinterrande des Schildchens sehr nahe gerückt 
und schimmert als ziemlich deutlicher schwarzer Punkt 
dürcn. Ausser dem bereits erwähnten grossen Tem- 
porale jederseits, das in einem einspringenden, vom 
Supraoculare und Parietale gebildeten Winkel liegt, 
ist die übrige Temporalregion, wie schon bemerkt, von 
kleinen , in Querreihen angeordneten , viereckigen 
Schildchen bekleidet, welche schon vollkommen den 
benachbarten Ringelsegmenten gleichen. 

Das Mentale ist ziemlich gross, viereckig mit bo- 
genförmigem Vorderrande, vorn breiter als hinten und 



— 437 — 

dabei so lang, wie vorn breit. Von den 3 jederseitigen 
Infralabialen, die vollkommen denen der vorhergehen- 
den Art gleichen, ist das Iste sehr gross und lang, die 
beiden hinteren dagegen sehr kurz. Das Submentale 
anterius ist im Yerhältniss zu seiner Länge etwas brei- 
ter, bietet aber sonst ganz dieselbe Eiform mit abge- 
stutztem Vorderrande dar, wie bei Lepidosfernon infra- 
orbitale Berth., und auch die übrigen Submentalia sind 
fast ganz eben so beschaffen, wie bei der eben genann- 
ten Art. 

Der auffallend dicke Rumpf besitzt einen Durch- 
messer, welcher die Länge des Kopfes etwa um ein 
Viertel übertrifft, und zeigt die 4 gewöhnlichen Längs- 
falten, von denen die beiden lateralen beträchtlich stär- 
ker ausgebildet sind, wie die dorsale und ventrale. Die 
Zahl seiner Ringel schw^ankt zwischen 240 und 245 
und jeder Ringel ist auf der dorsalen Hälfte in 28, auf 
der ventralen in 26 unregelmässig viereckige Seg- 
mente eingetheilt, von denen die des Rückens und der 
Seiten in der Mitte einen etwas dunkler gefärbten 
Fleck von rundlicher Form besitzen, der auf den in 
den Mittelreihen etwas in die Breite gezogenen Seg- 
menten der Bauchseite fehlt. Die Sternalschilder glei- 
chen sowohl in Form, als auch in Anordnung voll- 
kommen denen von Lepidosternon infraoi^hitale Berth., 
nur sind sie noch zahlreicher, und die Analklappe hat 
nur einen stärker bogenförmig gekrümmten Hinter- 
rand, stimmt aber in der Beschilderung sonst voll- 
kommen mit derjenigen der eben genannten Art über- 
ein. Der Schwanz ist kurz, kaum dünner als der Rumpf, 
an der Spitze sehr stumpf zugerundet und mit 14 — 
16 Ringeln versehen. 



— 438 — 

Die Farbe des Thieres ist das gewöhnliche, sehr 
helle gelblichweisse Lederbraun und erscheint fast ein- 
tönig, da die dunkeln Flecke auf den dorsalen und 
lateralen Ringelsegmenten nur sehr wenig intensiv ge- 
färbt erscheinen. 

Totallänge des Thieres 57 Ctm., Kopf 2,5 Ctra., 
Schwanz 3,5 Ctm. 

Die obige Beschreibung ist ausschliesslich nach dem 
Exemplar JVs 314 entworfen, da das andere (JVs 315) in 
Folge von Einwirkung zu starken Weingeistes oder 
vielleicht auch durch Eintrocknen sowohl auf dem 
Kopfe, als auch an verschiedenen Theilen des Rum- 
pfes eine Menge sehr harter Falten und Runzeln zeigt, 
die eine genauere Untersuchung, namentlich der Kopf- 
schilder, sehr erschweren, jedoch scheinen, soviel ich 
sehen kann, keine wesentlichen Differenzen zwischen 
beiden Stücken vorhanden zu sein. 

Habitat. Bahia. 

33 (5) Lepidosternon Petersi n. sp. 

Diese neue Art, die ich zu Ehren meines hochver- 
ehrten Freundes Prof. W. Peters in Berlin benannt 
habe, stimmt in dem Grössenverhältniss der beiden 
vorderen Infralabialia, von denen das Iste sehr klein, 
das 2te dagegen sehr gross ist, vollkommen mit Lepi- 
dosternon polystegum A. Dum. überein, unterscheidet 
sich von demselben aber durch die völlig verschiedene 
Beschilderung des Kopfes und die Beschaffenheit der 
Sternalschilder, welche letzteren an die gleichen Theile 
von Lepidosternon microceplialuni Wagl. erinnern. 

Der Kopf ist massig gross, etwas länger als an der 
Basis breit, läuft in eine ziemlich zugespitzte, am Ende 
nicht aufgeworfene Schnauze aus und ist auf seiner 



— 439 — 

oberen Fläche glatt, ohne Längs- und Querfurchen. 
Auf das massig grosse Rostralschild, das, wie gewöhn- 
lich, die Schnauze fingerhutförmig bekleidet und an 
seiner unteren Fläche die Nasenlöcher enthält, folgt 
ein Paar kurzer, aber sehr breiter Frontorostralschil- 
der, die mit ihrem Innenrande an einander grenzen 
und eine ungefähr viereckige Gestalt besitzen. Hinter 
diesen Schildern steht das Frontale, das etwa um die 
Hälfte breiter als lang ist und ein Sechseck darstellt, 
dessen vordere und hintere Seiten in stumpfem Winkel 
zusammentreten und dessen äussere Seiten, die an das 
jederseitige Supraocularschild grenzen, nach vorn hin 
leicht divergiren. An dieses Frontale grenzen hinten 
2 Parietalia, von denen jedes ein Fünfeck darstellt und 
nur wenig kleiner als das Frontale ist; die innere Seite 
jedes dieser beiden Schilder grenzt an die gleichnamige 
des andern, die äussere steht mit dem oberen Tempo- 
rale, die hintere mit dem Occipitale in Berührung und 
von den beiden vorderen Seiten grenzt die äussere 
kürzere an das Supraoculare, die innere längere an das 
P'rontale. Die beiden Occipitalia sind klein und stellen 
jedes etwa ein sehr langes und schmales Dreieck dar, 
dessen Spitze nach aussen gerichtet ist, und das mit 
seiner Basis die Basis des andern gleichnamigen Schil- 
des berührt. Das jederseitige Supraocularschild ist 
ziemlich klein und fünfeckig; es grenzt vorn an das 
Frontorostrale , innen an das Frontale, aussen an das 
Oculare und von seinen beiden hinteren Seiten steht 
die innere mit dem Parietale, die äussere mit dem oberen 
Temporale in Berührung. Das Oculare ist von gleicher 
Grösse, aber sechseckig; es grenzt mit der einen seiner 
beiden vorderen Seiten an das Supralabiale primum. 



— 440 — 

mit der andern an das Frontorostrale, mit der oberen 
an das Supraoculare, mit der unteren an das Suprala- 
biale secundum und seine beiden hinteren Seiten stehen 
mit dem oberen und mittleren Temporale in Berüh- 
rung. Vom Auge ist keine Spur zu entdecken. Das 
vordere Supralabiale ist fast doppelt so lang, wie das 
liiniere, und grenzt vorn an dasEostrale, oben an das 
Frontorostrale und hinten theils an das Oculare, theils 
an das 2te Supralabiale, welches letztere, wie schon 
bemerkt, etwa halb so gross ist und nach oben an das 
Oculare, nach hinten an das untere oder 3te Temporale 
stösst. Temporalschilder finden sich jederseits 3, die 
in eine Querreihe, d. h. in eine senkrecht zur Längs- 
axe des Kopfes stehende Reihe, angeordnet sind und 
von denen das obere grösser ist, als die beiden anderen 
zusammengenommen. 

Das Mentale ist kurz, aber breit, das Iste Infrala- 
biale sehr klein und etwa viereckig, das 2te wenigstens 
dreimal so gross und eben so lang, wie das Iste Ober- 
lippenschild, und das 3te endlich hält hinsichtlich der 
Grösse etwa die Mitte zwischen den beiden vorderen 
und besitzt eine unregelmässige Gestalt. Das Sub- 
mentale ist sehr gross, eiförmig und besitzt zu jeder 
Seite seiner hinteren Hälfte noch ein kleines längliches 
Schildchen. 

Die Sternalbeschilderung besteht aus zahlreichen 
polygonalen Schildchen, unter denen jederseits von der 
Mittellinie der Brust 3 stark in die Länge gezogen 
erscheinen. Der Körper ist schlank, mit sehr deut- 
lichen Lateral-, aber weniger deutlichen Dorsal- und 
Ventralfalten und besitzt 209 Ringel. Die Analklappe 
mit bogenförmigem Hinterrande ist in 6 Felder ge- 



— 441 — 

theilt, von denen die beiden mittelsten am längsten 
sind, und der Schwanz ist kurz, am Ende stumpf zu- 
geriindet und mit 16 Ringeln verseilen. 

Das im Vorstehenden beschriebene Exemplar fand 
ich im Jahre 1870 im Berliner Museum unter dem 
Namen , Lepidoste7'non microcephalum var. phocaena 
(JVs 1396) und unterliess, da ich es für das echte Le- 
pidosternon phocaena D. et B. hielt, die Maasse des- 
selben zu notiren. Erst nachträglich, nachdem ich 
Gelegenheit gehabt, das Originalstück der eben ge- 
nannten Art zu unsersuchen, gewann ich die Ueber- 
zeugnng, dass das in Rede stehende Exemplar einer 
neuen Art angehört, und kann daher jetzt nur nach 
den mir vorliegenden, in natürlicher Grösse angefer- 
tigten Figuren die Maasse des Kopfes und Schwanzes 
geben. Der Kopf hat eine Länge von 1,2 Ctm., der 
Schw^anz misst 2 Ctm. 

Die Farbe des Exemplars ist das gewöhnliche helle 
Lederbraun, wie es bei den meisten Arten dieser Fa- 
milie gefunden wird. 

Habitat. Brasilien. 

34 (6) Lepidosternon polystegum A. Dum. 

Lepidosternon polystegum A. Duméril. Catal. méth. 
des Reptiles, p. 149. 

Lepidosternon Grayii (Smith) Gray. Proc. zool, 
Soc. of London 1865, p. 452 c. fig. 5 — 6 xyl. 

Lepidosternon polystegum Peters. Berliner Monats- 
berichte 1879, p. 277, tab. f. 3. 

Von dieser durch ihre sonderbare Kopf beschilderung 
sehr scharf gekennzeichneten Art, welche, wie schon 
bemerkt, durch das auffallend kleine Infralabiale pri- 

Mélanges biologiques. XI. 50 



— 442 — 

mum mit Lepidosternon Petersi m. übereinstimmt und 
sich schon dadurch allein von allen übrigen unter- 
scheidet, habe ich im Ganzen 3 Exemplare untersucht, 
nämlich das Originalsttick im Pariser Museum, das als 
Lepidosternon Grayii Smith bestimmte Exemplar im 
British Museum, so wie ein Exemplar in der Berliner 
Sammluug (B 1397), und mir sowohl vom Pariser, als 
auch vom Berliner Abbildungen anfertigen lassen. Aus 
einem Vergleiche dieser Zeichnungen mit dem Exem- 
plar im British Museum und mit den von Gray gege- 
benen Figuren desselben, entnehme ich, dass das Pa- 
riser und Londoner Exemplar in der Kopfbeschilderung 
vollkommen mit einander übereinstimmen, während 
das Berliner von beiden in so weit abweicht, als bei 
ihm jedes der beiden langen Frontalschilder etwa in 
der Mitte seiner Länge durch eine vom Aussenrande 
des Schildes gegen den Innenrand ziehende und den- 
selben fast erreichende Querfurche in 2 hinter ein- 
ander liegende Schilder getrennt ist. Ausserdem ist 
bei dem Berliner Exemplar die Analklappe mit zahlrei- 
chen kleinen irregulären Schildern bekleidet, die eine 
netzförmige Anordnung zeigen, während bei den beiden 
anderen von mir untersuchten Stücken diese Klappe 1 
reguläre Schilder zeigt, welche so in 2 Bogenreihen 
angeordnet sind, dass die Randreihe 6, die vor dieser 
liegende aber nur 4 Schilder enthält; in beiden Reihen 
sind die beiden mittleren Schilder grösser als die la- 
teralen. Das Originalexemplar (J\2 3124 der Pariser 
Sammlung) besitzt 332 Körper- und 21 Schwanzringel, 
bei dem Berliner Exemplar (A^; 1397) beträgt die Zahl 
der ersteren 293, der letzteren 16 und das Stück im 
British Museum stimmt in dieser Beziehung mit dem 



— 443 — 

Berliner fast überein, denn ich habe an demselben 291 
Körper- und 17 Schwanzringel gezählt. 

Vielleicht wird es sich mit der Zeit, wenn mehr 
Exemplare zur Untersuchung kommen werden, heraus- 
stellen, dass das Berliner Exemplar, bei welchem die 
langen Frontalia der Quere nach getheilt sind und dessen 
Analklappe mit netzförmig angeordneten kleinen Schil- 
dern bekleidet ist, einer besonderen Art angehört. 

Habitat. Brasilien (Bahia, Pernambuco ^^). 

35 (7) Lepidosternon crassum n. sp. 

Diese Art bietet in der unebenen, von Längs- und 
Querfurchen durchzogenen Oberseite des Kopfes grosse 
Aehnlichkeit mit Lepidosternon microcephalum Wagl. 
dar, unterscheidet sich von demselben aber sowohl 
durch die Lage des Frontalschildes, welches an das 
Eostrale grenzt und die beiden Frontorostralia von 
einander trennt, als auch durch den kurzen Kopf, der 
kürzer als an der Basis breit ist, und den dicken Rumpf, 
der etwas über 22 mal, und nicht wie bei der genann- 
ten Art 27 mal, in der Totallänge des Thieres ent- 
halten ist. 

Der Kopf, der, wie soeben bemerkt, etwas kürzer, 
als an der Basis breit, und auf seiner oberen Fläche in 
Folge der 3 Längs- und einiger Querfurchen sehr un- 
eben ist, läuft in eine ziemlich spitze, leicht deprimirte, 
aber stumpfrandige Schnauze aus und bietet in seinem 
horizontalen Umkreise die Form eines gleichschenkli- 
gen, an der Spitze stumpf abgerundeten Dreiecks dar. 
Das Rostralschild ist ziemlich gross, umgiebt die 
Schnauzenspitze fingerhutförmig und enthält an seiner 



22) Sc later. Proc. zool. Soc. of London 1880, p. 713. 



— 444 — 

unteren, ziemlich gewölbten Fläche die schräge von 
aussen und vorn, nach innen und hinten gerichteten Na- 
senlöcher, deren jedes von seinem Hinterrande eine 
sehr undeutliche Furche gegen den Mundrand des Ro- 
strale entsendet. Die obere Fläche dieses Schildes zeigt 
in der Mitte seines Hinterrandes 3 ziemlich tiefe Ein • 
drücke, von denen jeder dem Ende einer der 3 auf dem 
Kopfe vorhandenen Längsfurchen entspricht, und der 
Hinterrand des Schildes ist zweimal bogenförmig aus- 
geschnitten, besitzt also in der Mitte einen kurzen 
winkligen Vorsprung, der sich an die Spitze des Fron- 
tale anlegt. Die Frontorostralia sind gross, breiter als 
lang, von unregelmässiger, ungefähr sphärisch -drei- 
eckiger Gestalt und besitzen jedes auf der inneren Hälfte 
ihrer Oberfläche einen ziemlich tiefen Eindruck, der 
mit dem seitlichen Eindruck auf dem Rostral e corre- 
spondirt. Der Vorderrand jedes der beiden Fronto- 
rostralia ist bogenförmig und legt sich in den bogen- 
förmigen Ausschnitt am Hinterrande des Rostralc. 
der Seitenrand verläuft gleichfalls bogenförmig und 
grenzt theils an das Ite Supralabiale, theils an das 
Oculare und der Hinterrand endlich bildet gleichfalls 
einen Bogen und legt sich theils an das Frontale, theils 
an das Supraoculare an. Das grosse fünfeckige Fron- 
tale ist wenig breiter als lang, erscheint weder von den 
Parietal-, noch auch von den Supraocularschildern 
vollständig getrennt und besitzt in der Mitte eine tiefe 
Längsfurche, welche mit dem mittleren Eindruck auf 
dem Rostrale correspondirt; seine hintere Seite ist die 
längste und grenzt an die beiden Parietalia, die äussern 
Seiten, die nicht überall deutlich sind, stehen mit dem 
jederseitigen Supraoculare in Berührung und die beiden 



— 445 — 

vorderen Seiten endlich, die leicht bogenförmig (mit 
nach innen gerichteter Convexität) verlaufen und au 
die Frontorostralia grenzen, treten unter fast spitzem 
Winkel zusammen und berühren mit demselben den 
mittleren Yorsprung am Hinterrande des Rostrale. 
Auf das Frontale folgen die beiden Parietalia, welche 
rechtwinklige Vierecke darstellen, etwas breiter als 
lang sind und seitlich an das jederseitige obere Tem- 
porale, hinten an die beiden Occipitalia stossen, welche 
letzteren beträchtlich kleiner sind, stark in die Breite 
gezogen erscheinen und mehr oder weniger abgerun- 
dete hintere Aussenecken besitzen. Die Supraocular- 
schilder, von denen das linke kaum, das rechte nicht 
ganz vollständig vom Frontale getrennt ist, sind ziem- 
lich klein, viereckig und grenzen jedes aussen an das 
Oculare, vorn an das Frontorostrale , hinten an das 
Temporale superius und innen endlich an das Fron- 
tale, mit dem sie, wie schon bemerkt, in grösserer oder 
geringerer Ausdehnung verschmolzen sind. Diebeiden 
Ocularschilder sind sehr unregelmässig gestaltet und 
stimmen in der Form auf beiden Seiten des Kopfes nicht 
einmal mit einander überein; jedes derselben ist aber 
breiter als lang und steht vorn mit dem Iten Supra- 
labiale und dem Frontorostrale, innen mit dem Supra- 
oculare, hinten mit dem mittleren und unteren Tem- 
porale und aussen mit dem 2ten Supralabiale in Be- 
rührung. Das Auge liegt im oberen hinteren Winkel 
des Schildes und schimmert nur schwach als schwärz- 
licher Punkt durch. Das Ite Supralabiale ist sehr 
gross, vorn niedriger, als hinten, und grenzt vorn und 
oben an das Eostrale und das Frontorostrale, hinten 
an das Oculare und das 2te Supralabiale; dieses letz- 



— 446 ~ 

tere, das unter dem Oculare liegt, ist klein und von 
unregelmässig viereckiger Gestalt. In der Schläfen- 
gegend finden sich 3 Schilder, die in einer Querreihe, 
d. h. eines unter dem andern, liegen und von denen 
das oberste etwa so gross ist, wie die beiden unteren 
zusammengenommen. 

Das Mentale wäre viereckig und so lang wie breit, 
wenn es nicht mit dem Submentale anterius, das voll- 
kommen einer nach hinten gerichteten Lanzenspitze 
gleicht, verwachsen erschiene. Das Iste Infralabiale 
ist gross, namentlich lang, und übertrifft das 2te sehr 
kleine und ungefähr dreieckige wenigstens um das 
Zehnfache an Grösse. Zwischen dem vorderen Sub- 
mentale und den Infralabialen stehen jederseits noch 
2 etwa dreieckige, mit den Spitzen nach vorn gerich- 
tete Schilder, von denen das äussere eine sehr schräge 
Stellung einnimmt und nicht soweit nach vorn reicht, 
wie das innere. 

Der Rumpf ist, wie schon bemerkt, auffallend dick, 
besonders in der vorderen Hälfte, besitzt 199 Ringel, 
denen noch 1 3 zum Theil unvollständige, der Sternal- 
beschilderung entsprechende vorausgehen, und zeigt 
die gewöhnlichen 4 Längsfalten, von denen besonders 
die dorsale und die lateralen sehr deutlich ausgebildet 
und breit sind, während die ventrale nur als dünne 
Linie erscheint. Jeder Ringel zeigt auf der Dorsalseite 
22, auf der ventralen 20 unregelmässig viereckige 
Segmente, von denen die ersteren schmal, länger als 
breit, die letzteren breiter, so lang wie breit und in 
der Mitte des Bauches sogar breiter als lang sind. 
Die Sternalbeschilderung, die nicht ganz regelmässig 
und auch auf beiden Brusthälften nicht ganz symme- 



— 447 — 

trisch ist, besteht aus etwa 8 neben einander liegenden 
langen Schildern, von denen aber einzelne in 2, sogar 
in 3 hinter einander liegende Theile getheilt, andere 
dagegen mit den nebenliegenden verschmolzen sind. 
Die Analklappe hat einen schwach bogenförmig ge- 
krümmten Hinterrand und ist in 7 Felder getheilt, 
von denen 4 auf der rechten und 3 auf der linken 
Seite liegen und von innen nach aussen successiv an 
Grösse abnehmen. Der Schwanz ist kurz, fast so dick 
wie der hintere Theil des Rumpfes, am Ende stumpf 
zugerundet und mit 15 Ringeln versehen. 

Die Farbe des einzigen mir vorliegenden Exemplars 
ist sehr hell weisslich gelbbraun, jedoch besitzt jedes 
der dorsalen und lateralen Ringelsegmente in der 
Mitte einen dunkelbraunen Fleck von rundlicher Form, 
wodurch das Thier auf der Oberseite ein geflecktes 
Aussehen erhält und die 3 Längsfalten, die ungefleckt 
sind, als eben so viele ziemlich breite Längsbinden 
hervortreten. 

Totallänge des Thieres 54 Ctm., Kopf 1,8 Ctm., 
Schwanz 3,5 Ctm. 

Habitat. Brasilien. 

36 (8) Lepidosternon Wucherer! Ptrs. 

Lepidosternon Wucheren Peters. Berliner Monats- 
berichte 1879, p. 276, tab. f. 2. 

Lepidosternon octostegum? Stein d ach n er. Novara 
Expedition. Reptilien, p. 53. 

Das Exemplar im Wiener Museum, welches von 
Dr. Steindachner fraglich als Lepidosternon octoste- 
gum A. D u m. aufgeführt und kurz charakterisirt worden 
ist, habe ich gleichfalls zu untersuchen Gelegenheit 
gehabt und mir von demselben auch die nöthigen 



— 448 — 

Zeichnungen anfertigen lassen. Wie ich aus diesen 
Zeichnungen und meinen Notizen entnehme, stimmt 
es mit dem von Prof. Peters beschriebenen Exemplar 
des Lepidosternon Wucheren in der Kopf- und Ster- 
nalbeschilderung vollkommen überein, nur dringt bei 
ihm die Spitze des Frontale etwas tiefer in den Hin- 
terrand des Rostrale ein und seine Augen sind viel 
weniger deutlich. Die Zahl der Körperringel, welche 
Prof. Peters für das Berliner Exemplar auf 278 an- 
giebt, ist bei dem Wiener Stück beträchtlich geringer, 
und beträgt nach Dr. Steindach ner's Angabe, der 
eben so wie Prof. Peters die vorderen, den Sternal- 
schildern entsprechenden Ringel mitzählt, ca. 257, 
während ich nach Abzug der 14 vorderen, zum Theil 
nicht vollständigen Ringel, 241 Körperringel gefunden 
habe. Die Zahl der Caudalringel wird sowohl von 
Prof. Peters, als auch von Dr. Steindachner auf 
17 angegeben, ich habe für das Wiener Exemplar nur 
16 Ringel notirt. 

Ein zweites aus Baliia stammendes Exemplar, 
welches dem Stuttgarter Museum gehört und mir 
durch freundliche Vermittelung des Herrn Dr. Klun- 
zinger vom Herrn Oberstudienrath Dr. von Krauss 
zur Ansicht zugesandt worden ist, stimmt in allen we- 
sentlichen Punkten vollkommen mit dem Berliner 
Exemplar überein, ist aber nur etwa halb so gross, 
wie dieses, und besitzt ausser den 13 vorderen, der 
Sternalgegend entsprechenden, zum Theil unvollstän- 
digen Ringeln 256 Körper- und 16 Schwanzringel. 

Endlich habe ich im Göttinger Museum noch ein 
Lepidosternon gesehen, welches ich nur für ein ano- 
males Exemplar dieser Art ansehen zu können glaube. 



— 449 — 

Bei diesem Stück, an welchem, nebenbei bemerkt, von 
Augen keine Spur zu entdecken ist, sind nämlich die 
beiden Frontorostralschilder wenigstens zum grösseren 
Theile mit dem Rostrale verwachsen, wodurch dieses 
letztere ein ganz eigenthtimliches Aussehen erhält, 
indem es jederseits einen langen, nach hinten gerich- 
teten, dem jeder seitigen Frontorostralschilde entspre- 
chenden und bis an das Oculare reichenden Fortsatz 
besitzt und mit diesen beiden Fortsätzen den vorderen, 
dreieckigen Theil des Frontalschildes umfasst. Dass 
es sich hierbei nur um eine Anomalie handelt, geht 
schon aus dem Umstände hervor, dass auf dem Rostrale, 
jederseits neben der in dasselbe eindringenden Spitze 
des Frontale eine kurze Querfurche vorhanden ist, 
welche man sich nur nach beiden Seiten hin bis 
an das Iste Supralabiale verlängert zu danken braucht, 
um die normale Anordnung der Kopfschilder zu er- 
halten. Ausserdem besitzt dieses Exemplar nur 6 
lange Sternalschilder , da bei ihm das jederseitige 
äusserste durch 2 Querfurchen in 3 hinter einander 
liegende Schilder getheilt ist, von denen das vordere 
den beiden hinteren zusammengenommen an Länge 
beinahe gleichkommt. In der Ringelzahl stimmt dieses 
Stück fast vollständig mit dem Stuttgarter überein, 
denn es besitzt ausser 12 vorderen, zum Theil der 
Sternalbeschilderung entsprechenden Ringeln 256 
Körper- und 14 Caudalringel. 

Habitat. Brasilien (Bahia, Rio Janeiro). 
37 (9) Lepidosternon Güntheri n. sp. 
Zunächst mit Lepidosternon Wucheren Ptrs. ver- 
wandt, lässt sich diese Art, die ich meinem hochver- 
ehrten Freunde und CoUegen Dr. A. Günther in 

Mélangea biologiques. XI. 5r 



— 450 — 

London gewidmet habe, schon auf den ersten Blick 
durch die Anwesenheit von einem Paar grosser Occi- 
pitalschilder und die abweichende Sternalbeschilderung 
von jenem leicht und sicher unterscheiden. 

Der Kopf ist ziemlich klein, etwas länger, als an 
der Basis breit, erscheint in Folge einer leichten Ein- 
schnürung des Halses vom Rumpfe ziemlich deutlich 
abgesetzt und läuft in eine an der Spitze stumpf bge- 
rundete und leicht aufgeworfene Schnauze aus; seine 
obere Fläche ist vollkommen glatt und von rechts 
nach links ziemlich stark, von hinten nach vorn nur 
sehr unbedeutend gewölbt. Das Rostralschild ist ziem- 
lich gross, umgiebt die Schnauzenspitze, wie immer, 
fingerhutförmig und enthält an der Unterseite die 
beiden Nasenlöcher, die ziemlich gross sind, schräge 
stehen und von ihrem Hinterrande eine kaum zu un- 
terscheidende, den Mundrand, wie es scheint, nicht 
erreichende Furche entsenden ; dieses Schild besitzt 
4 Seiten, eine obere, welche einen mit der Convexität 
nach vorn gerichteten flachen Bogen bildet, eine un- 
tere, die dem freien Mundrande entspricht und einen 
ähnlichen Bogen beschreibt, und jederseits eine äussere, 
die gleichfalls bogenförmig verläuft und mit dem Vor- 
derrande des Isten Supralabiale in Berührung steht. 
An das Rostrale grenzt in der Mitte das Frontale, 
welches zwar eine ähnliche Figur hat, wie bei Lepi- 
dosternon Wucheren Ptrs., und auch länger als breit 
ist, aber nach vorn nicht in eine Spitze ausläuft, son- 
dern 2 sehr kurze, unter sehr stumpfem Winkel zu- 
sammentretende Seiten besitzt, mit denen es an das 
Rostrale stösst. Ausser diesen 2 Seiten besitzt das 
Schild noch 6 andere, und zwar 2 hintere, die unter 



— 451 — 

stumpfem Winkel vereinigt sind und an die beiden 
Parietalia grenzen, und jederseits 2 äussere, von denen 
die hintere um die Hälfte kürzer ist, als die vordere, 
gerade verläuft und mit dem jeder seitigen Supraocu- 
lare in Berührung steht, während die vordere längere 
bogenförmig verläuft und an das jederseitige Fronto- 
rostrale grenzt; alle 8 Winkel dieses Schildes sind 
sehr stumpf. Jederseits neben dem vorderen Theile 
dieses Frontale liegt ein Frontorostrale von unregel- 
mässig viereckiger Gestalt, an welchem die vordere 
und innere Seite nahezu gleich lang sind und die 
beiden anderen, nämlich die äussere und hintere, die 
ebenfalls gleich lang sind, an Länge etwa um ein 
Drittel übertreffen. Das Schild grenzt vorn an das 
Rostrale, innen an die vordere Aussenseite des Fron- 
tale, hinten an das Supraocular e und aussen an das 
Iste Supralabiale. Hinter diesem Frontorostrale liegt 
das Supraoculare, welches regulär viereckig wäre, wenn 
seine beiden hinteren Ecken nicht leicht gestutzt er- 
schienen; es grenzt vorn an das Frontorostrale, innen 
an die hintere Aussenseite des Frontale, aussen halb 
an das Iste Supralabiale, halb an das Oculare und 
hinten an das obere Temporale, jedoch berührt seine 
innere Hinterecke das Parietale, die äussere das 2te 
Temporale. Die beiden Parietalschilder sind gross, 
grösser als die Frontorostralia und dabei um ein 
Drittel breiter als lang; sie stellen Vierecke dar, 
deren vordere Aussenecke leicht gestutzt ist, und jedes 
derselben grenzt vorn an das Frontale und mit der 
gestutzten Aussenecke auch an das Supraoculare, hinten 
an das Occipitale, aussen an das obere Temporale und 
innen an das gleichnamige Nachbarschild. Hinter diesen 



— 452 — 

Parietalschildern stehen noch 2 Occipitalia, die ein- 
ander mit ihrem ganzen Innenrande berühren und 
von denen jedes fast doppelt so breit als lang ist und 
mit seiner langen inneren Vorderseite an das Parietale, 
mit der kurzen äusseren an das obere Temporale grenzt. 
Der Hinter- und Aussenrand dieser beiden Schilder, 
die etwa halb so gross sind, wie die Parietalia, verei- 
nigen sich im Bogen, wodurch die Schilder eine unre- 
gelmässige, schwer zu beschreibende Form erhalten. 
Hier muss ich noch bemerken, dass an dem einzigen 
mir bekannten Exemplar dieser Art das linke Occi- 
pitalschild anomaler Weise in 2 neben einander lie- 
gende Schilder getheilt ist, von denen das äussere 
etwa halb so gross ist, wie das innere. 

Supralabialschilder finden sich jederseits 3 , von 
denen das vordere sehr lang und zugleich breit ist und 
die beiden anderen zusammengenommen etwa um das 
Vier- bis Fünffache an Grösse übertrifft. Dieses Iste 
Supralabiale hat eine etwas unregelmässige Gestalt, 
erinnert aber an ein rechtwinkliges Dreieck , dessen 
Hypothenuse bogenförmig verläuft und dessen kürzere 
Kathete zweimal schwach bogenförmig ausgerandet 
ist; es grenzt mit der bogenförmigen , der Hypothe- 
nuse entsprechenden Seite sowohl an das Rostrale, 
als auch an das Frontorostrale und an die vordere 
Hälfte des Supraoculare, und seine hintere, der kurzen 
Kathete entsprechende Seite legt sich mit dem inneren 
Ausschnitt an das Oculare, mit dem äusseren an das 
2te Supralabiale. Dieses 2te Supralabiale, so wie das 
hinter ihm befindliche 3te haben eine unregelmässige 
Form mit z. Th. abgerundeten Ecken und dabei ist 
das 3te kaum halb so gross, wie das 2te. Das Ocular- 



— 453 — 

Schild, in dessen oberem Theile das kaum sichtbare 
Auge liegt, ist viereckig, dabei breiter als lang und 
steht vorn mit dem Isten, aussen mit dem 2ten Supra- 
labiale, innen mit dem Supraoculare und hinten mit 
dem mittleren und unteren Temporale in Berührung. 
Temporalia sind jederseits 3 vorhanden, die in einer 
Querreihe, d. h. unter einander, liegen und von denen 
das obere ungefähr so gross ist, wie die beiden ande- 
ren zusammengenommen. Hinter diesen Temporal- 
schildern findet sich noch eine zweite, etwas schräge 
Reihe von 3 über einander liegenden Schildern, welche 
in Form und Grösse den beiden unteren Temporalen 
der ersten Reihe gleichen , von denselben aber durch 
ein schmales Hautspatium getrennt sind. 

Das Mentale ist ziemlich klein und stellt ein recht- 
winkliges Viereck dar, das breiter als lang ist und 
dessen vordere, dem Mundrande entsprechende Seite 
leicht bogenförmig verläuft. Das Iste Infralabiale ist 
sehr gross und breit, hinten breiter als vorn und zeigt 
an seinem Hinterrande einen dreieckigen Ausschnitt, 
in welchen sich das ovale kleine 2te Supralabiale mit 
seinem vorderen Drittel hineinlegt. Das Submentale 
anterius ist sehr lang, reicht nach hinten weiter als 
das Iste Infralabiale und wäre regulär eiförmig, wenn 
sein Vorderrand nicht gerade gestutzt erschiene. In 
dem Winkel, der jederseits zwischen diesem grossen 
Submentale und dem Isten Infralabiale übrig bleibt, 
liegt vorn ein langes schmales Schildchen und hinter 
demselben noch 2 etwas kürzere neben einander und 
dann folgt noch eine Querreihe von kleinen rundlichen 
Schildchen, die von den Ringelsegmenten schon nicht 
mehr zu unterscheiden sind. 



— 454 — 

Der Rumpf ist schlank und zeigt die gewöhnlichen 
4 Längsfalten , von denen aber sowohl die ventrale, 
als auch besonders die dorsale beträchtlich schwächer 
ausgebildet sind, wie die beiden lateralen. Die Ster- 
nalbeschilderung besteht aus zahlreichen, meist kleinen 
Schildern , unter denen das jederseitige innerste , das 
unmittelbar neben der Mittellinie der Brust liegt, be- 
trächtlich in die Länge gezogen, aber auf beiden Seiten 
keineswegs ganz symmetrisch ist. Die Zahl der Körper- 
ringel beträgt 216, denen noch 15 z. Th. nicht voll- 
ständige, der Sternalregion entsprechende voraus- 
gehen, und jeder Ringel ist auf der dorsalen Hälfte in 
32 , auf der ventralen aber nur in 24 Segmente ge- 
theilt, von denen die auf der Unterseite, besonders in 
der Mitte des Bauches, breiter erscheinen, als die dor- 
salen. Die Analklappe besitzt einen schwach bogen- 
förmig gekrümmten Hinterrand und ist in 6 Felder 
getheilt, von denen jedoch nur die beiden mittleren, die 
am breitesten und überhaupt am grössten sind, den 
Rand der Klappe erreichen, während die 4 seitlichen 
von demselben durch kleine eckige Hautsegmente ge- 
schieden sind. Der Schwanz ist sehr kurz, so dick 
wie der Rumpf, am Ende stumpf zugerundet und be- 
sitzt 13 Ringel. 

Die Farbe des Thieres ist das gewöhnliche bräun- 
lich-weisse Ledergelb und überall von gleicher Inten- 
sität, mit Ausnahme jedoch der Oberseite des Kopfes, 
die etwas mehr bräunlich gefärbt ist. 

Totallänge des Thieres 33 Ctm., Kopf 1,2 Ctm., 
Schwanz 1,8 Ctm. 

Habitat. Unbekannt, wahrscheinlich Brasilien. 

38 (10) Lepidosternon octostegum A. Dum. 



— 455 — 

Lepidosternon octostegum A. Dum ér il. Catal. méth, 
des Reptiles, p. 150. 

Lepidosternon octostegum Peters. Berliner Monats- 
berichte 1879, p. 277, tab. f. 1. 

Auguste Duméril hat diese Art in so wenig klarer 
Weise beschrieben, dass man über die wahre Natur 
derselben so lange im Dunkeln blieb, bis Prof. Peters 
sich im Jahre 1879 das Originalexemplar des Pariser 
Museums ausbat und Abbildungen desselben veröffent- 
lichte. Dieses Originalstück habe ich nicht gesehen, da 
es sich zur Zeit, als ich in Paris war, in Berlin be- 
fand, dagegen habe ich bereits im Jahre 1870 in der 
Universitätssammlung zu Bonn ein anderes Exemplar, 
das vom verstorbenen Dr. Wucherer bei Bahia er- 
beutet und dem genannten Museum geschenkt worden 
ist, untersucht und mir von demselben die nöthigen 
Zeichnungen anfertigen lassen. Nach einem Vergleich 
dieser Zeichnungen und meiner Notizen mit den von 
Prof. Peters gegebenen Abbildungen des Original- 
exemplars finde ich , dass beide in allen wesentlichen 
Punkten vollkommen mit einander übereinstimmen, 
nur erscheinen bei dem Bonner Exemplar sämmtliche 
Kopfschilder gestreckter, was übrigens möglicher 
Weise auch nur scheinbar ist und daher rührt, dass 
meine Figuren in natürlicher Grösse, die von Prof. 
Peters veröffentlichten dagegen stark, wohl um das 
Doppelte, vergrössert sind. Die Ringelzahl des Origi- 
nalstücks ist zur Zeit leider nicht bekannt gemacht, 
muss aber ohne Zweifel auch eine sehr beträchtliche 
sein, denn an dem Stück der Bonner Sammlung habe ich 
nicht weniger als 362 Körperringel (nach Abzug der 
15 Nacken- und Brustringel) und 14 Schwanzringel 



— 456 — 

gezählt , so dass also diese Art unter allen Ampliis- 
baeniden die höchste Zahl von Körperringeln besitzt. 

Habitat. Brasilien (Bahia). 

39 (11) Lepidosternon scutigerum Hempr. 

Amphisbaena scutigera Hempr ich. Verh. d. Gesell- 
schaft naturf. Freunde in Berlin I, p. 129. 

Cephalopeltis Cuvieri Müller in: Tiedemann und 
Treviranus. Zeitschrift für Phj^siol. IV, p. 256, tab. 
XXII f. 5. 

Cephalopeltis HempricMi Wiegmann. Archiv für 
Naturgesch. 1836 I, p. 157, tab. Ill f. 2. 

Lepidosternon scutigerum D. et B. Erpétol. génér. 
V, p. 509. 

Von Hemprich unter dem Namen Amphisbaena 
scutigera beschrieben, wurde diese Art anfänglich mit 
Lepidosternon microcephalum Wagl. zusammengewor- 
fen und erst Wiegmann erkannte die Verschieden- 
heit beider Arten und belegte die erstere ganz über- 
flüssiger Weise mit dem neuen Namen Lepidoster- 
non Hempr ichii^^). Kurze Zeit darauf beschrieb Jo- 
hannes Müller in seinen Beiträgen zur Anatomie 
und Naturgeschichte der Amphibien ein neues Am- 
phisbaeniden - Genu^ Cephalopeltis und benannte die 
Art, auf welche dieses Genus begründet war, Cepha- 
lopeltis Cuvieri, Wiegmann, der die nahe Verwandt- 
schaft dieser neuen Art mit seinem Lepidosternon 
HempricMi sofort erkannte, adoptirte Müller's Gat- 
tung und unterschied in derselben zwei Arten, Cepha- 
Jopeltis HempricMi Wiegm. und Cephalopeltis Cuvieri 
Müll., die dadurch charakterisirt wurden, dass bei 



23) Wiegmann. Handbuch der Zoologie (Iste Aufl. 1831), p. 156. 



— 457 — 

der ersteren das ausserordentlich grosse Frontale, 
welches Wiegmann als Scheitelschild bezeichnet, 
direkt an das Rostrale grenzt , während bei der letz- 
teren noch ein besonderes Frontorostralschild (Fron- 
tale nach Wieg mann) vorhanden ist, welches sich zwi- 
schen jenes grosse Frontale und das Rostrale einschiebt. 
Duméril und Bib r on erkannten die Gattung Gepha- 
lopeltis Müll, nicht an, sondern vereinigten sie mit 
Lepidosternon Wagl. und zogen die typische Art, 
Cephalopeltis Guvieri MüW. ^ einfach als Synonym zu 
der dritten Lepidosternon- Art ihres Werkes, für welche 
sie die alte Hemp rieh' sehe Benennung wieder ein- 
führten und sie Lepidosternon scutigerum nannten. 
Gray endlich restituirte zw^ar die Gattung Cephalo- 
peltis Müll., nahm aber nur eine einzige Art in der- 
selben an , welche er mit dem Namen Gephalopeltis 
scutigera Hempr. belegte und zu welcher er sowohl 
Gephalopeltis Guvieri Müll., als auch Lepidosternon 
Hemprichii Wiegm. als Synonyme citirte, ohne auch 
nur mit einem Worte des Merkmals zu gedenken, dessen 
Wiegmann sich zur Unterscheidung der beiden letzt- 
genannten Arten bedient hatte. 

Dieses Merkmal hat nun in der That auch nicht 
den geringsten Werth, sondern beruht auf einer zu- 
fälligen Eigenthümlichkeit , welche meiner Ansicht 
nach bei einzelnen Exemplaren der in Rede stehenden 
Art erst im Laufe der Lebens durch Abnutzung, resp. 
Restituirung der Epidermis auf der Schnauzenspitze 
hervorgebracht wird. 

Bekanntlich führen alle AmpMshaeniden eine unter- 
irdische Lebensweise und halten sich Tags über unter 
Steinen etc. verborgen, oder vergraben sich auch in 

Mélanges biologiques. XI. , 58 



— 458 — 

den Boden und kommen nur des Nachts hervor, um 
ihrer Nahrung, die in kleinen Insecten etc. besteht, 
nachzugehen. Die Lepidosternon- Arten mit ihrem 
breiten, oft scharfkantigen und an der Spitze gewöhn- 
lich leicht aufgeworfenen Rostralschilde scheinen nun 
ganz besonders zum Graben organisirt zu sein und 
D'Orbigny sagt auch über die von ihm beobachtete 
Art {Lepidosternon pJiocaena D. et B.) ausdrücklich: 
«Si on la met à terre, son premier mouvement est de 
s'enfoncer sous terre, en faisant force avec sa tête. 
Comme on la rencontre souvent dans les cimetières, 
en creusant des fosses, les habitans croient qu'elle 
mange les morts, ce qui la fait toujours regarder avec 
une extrême répugnance.» Beim Graben wird die Haut 
am Bande des Kostralschildes natürlich stärker abge- 
nutzt, als an der Basis, und zwar scheint die abge- 
nutzte Epidermis sich dabei stückweise abzulösen, we- 
nigstens habe ich an allen solchen Exemplaren (wie 
z. B. Nr. 317 und 318 unserer Sammlung) immer 
eine scharfe, freilich sehr unregelmässige, bald ausge- 
zackte, bald wellenförmige Grenzlinie zwischen dem 
mit Epidermis bekleideten Basaltheil und dem von 
Epidermis entblössten Bandtheil des Rostralschildes 
gefunden. Dass eine solche Abstossung der Epidermis 
nur am lebenden Thiere vorkomme, will ich keines- 
wegs behaupten, sondern gebe von vornherein zu, dass 
dieselbe oft auch erst an den in Spiritus aufbewahrten 
Exemplaren durch unvorsichtige Behandlung bei Un- 
tersuchung, Verpackung etc. hervorgebracht werden 
mag, dennoch bleibt es immerhin auffallend, dass die 
Epidermis sich nicht, wie sonst immer, in der ganzen 
Ausdehnung des betreffenden Schildes loslösst, sondern 



— 459 — 

gerade am Rande und dabei stückweise, und es scheint 
somit dieser Umstand wohl dafür zu sprechen, dass 
hier eine schon bei Lebzeiten durch Abnutzung ent- 
standene Verdünnung der Oberhaut vorhanden gewesen 
ist. Aber auch bei denjenigen Exemplaren, bei welchen 
sich die Epidermis an der Schnauzenspitze wieder re- 
stituirt hat, scheint die obige Grenzlinie bestehen zu 
bleiben, denn mir liegt ein Exemplar (Nr. 3314 un- 
serer Sammlung) vor, bei welchem die wahrscheinlich 
neu gebildete Epidermis auf dem Rande des Rostrale 
von derjenigen an der Basis wenigstens auf der rechten 
Seite durch eine unregelmässig verlaufende, zum Theil 
ausgezackte Linie deutlich abgegrenzt ist. 

Betrachtet man nun die von Müller gegebenen, 
von "Wiegmann reproducirten Figuren der CepJialo- 
peltis Guvieri, so ergiebt sich auf den ersten Blick, 
dass diese Art gerade auf ein Exemplar mit abge- 
nutzter oder vielleicht auch reproduciiter Epidermis 
auf der Schnauzenspitze begründet ist, und dass das 
vermeintliche Schild zwischen dem Frontale und dem 
Rostrale eben weiter nichts ist, als der Basaltheil des 
Rostrale, dessen Epidermisbekleidung durch eine un- 
regelmässige, zum Theil sogar gezackte Grenzlinie 
von derjenigen des Randtheiles geschieden ist. Von 
dem Vorhandensein eines wirklichen Frontorostral- 
schildes, welches vom Rostrale durch eine Sutur ge- 
trennt wäre, kann daher hier nicht die Rede sein und 
das Verfahren der Verfasser der Erpétologie générale 
sowohl, als auch Gray's, welche die Ceplialopeltis 
Guvieri Müll, als einfaches Synonym eingezogen 
haben, ist durchaus zu billigen. 

Übrigens kommen bei dieser Art auch Exemplare 



— 460 — 

mit anomaler Kopfbeschilderung vor, scheinen jedoch 
selten zu sein, denn unter den 14 Stücken, die ich 
von Lepidosternon scutigerum üemi^r. im Ganzen un- 
tersucht habe, fand sich nur ein einziges (Nr. 320 un- 
serer Sammlung), welches in dieser Beziehung eine 
interessante Anomalie darbot. Bei diesem Exemplar 
nämlich, welchem, nebenbei bemerkt, die Epidermis 
nicht bloss auf dem Kopfe, sondern auch auf dem 
ganzen Körper fehlt, findet sich auf der rechten Seite 
ein schmales, etwa stabförmiges Schild, das vom Ober- 
rande des ersten Supralabiale seinen Anfang nimmt, 
sich zwischen das Frontale und Rostrale, auf deren 
beider Kosten es gebildet ist, einschiebt und fast bis 
zur Mittellinie des Kopfes reicht, während auf der 
linken Seite das Frontale, wie gewöhnlich, direkt an 
das Rostrale grenzt. 

Was endlich die Zahl der Ringel anbetrifft, so 
schwankt dieselbe bei dieser Art in weiten Grenzen: 
Duméril und Bibron geben für die beiden von ihnen 
beschriebenen Exemplare 314 Körper- und 14 — 15 
Schwanzringel an, ich habe an den 1 4 von mir unter- 
suchten Stücken 255 — 306 Körper- und 16 — 19 
Schwanzringel gefunden. 

Habitat. Brasilien (Rio Janeiro, Fl. Araguay in der 
Provinz Goyaz.) 

40 (12) Lepidosternon floridanum Baird. 

Lepidosternon floridanum BsiiYd. Proc. Acad. Phil- 
adelph. 1858 (X), p. 255. 

BMneura floridanaCo^e. Ibid. 1861 (XIII), p. 75. 

Dieses schon als einziger Repräsentant der Ämphis- 
haeniden im neoarctischen Faunengebiet höchst inter- 
essante Lepidosternon zeichnet sich durch einen sehr 



— 461 — 

auffallend gebildeten Schwanz aus, der sowohl in der 
Form, als auch in der Bekleidung seiner Oberseite von 
demjenigen aller übrigen Arten dieser Familie abweicht. 
Dieses Organ ist nämlich deutlich abgeflacht, auf der 
oberen Fläche stark, auf der unteren schwächer ge- 
wölbt und zeigt auf der Oberseite eine Menge grosser 
halbkugliger Tuberkeln, die in Querreihen angeordnet 
sind und von denen jedes einem Ringelsegment ent- 
spricht; ausserdem finden sich zwischen den grossen 
Tuberkeln noch viele ganz kleine kornförmige, die in 
den Zwischenräumen, welche die Querreihen jener 
trennen, besonders zahlreich vertreten sind. Diese Tu- 
berkeln, die dem Schwänze das Aussehen geben, als 
wäre er mit Perlen besetzt, fehlen auf den vordersten 
Caudalringeln und beginnen etwa erst auf dem 4ten 
oder 5ten , und zwar anfangs in geringerer Zahl, un- 
gefähr 4 grosse in der Querreihe, darauf 6 , dann 8 
und nehmen gegen das Ende hin in ähnlicher Weise 
an Zahl wieder ab. 

Abgesehen von dieser ganz eigenthümlichen, in der 
ganzen Reihe der ÄmpJiishaeniden einzig dastehenden 
Bildung des Schwanzes, stellt diese merkwürdige Art 
gewissermaasen ein Zwischenglied zwischen den süd- 
amerikanischen und den afrikanischen Arten der Gat- 
tung Ze^i(^os^emow Wagl. dar, indem sie mit den er- 
steren in der Bekleidung des Kopfes, die aus sehr zahl- 
reichen Schildern besteht, übereinstimmt, mit den letz- 
teren dagegen die Lage der Nasenlöcher, die in beson- 
deren Nasalschildern sitzen, gemein hat. 

Eine ausführliche, von Abbildungen begleitete Be- 
schreibung dieser Art behalte ich mir für eine spätere 
Gelegenheit vor, und möchte hier nur noch zu der von 



— 462 — 

Dr. Cope gegebenen Charakteristik hinzufügen, dass 
die Sternalbeschilderung aus etwa 18 subquadrangu- 
lären, in 3 Querreihen angeordneten Schildern besteht, 
welche die Hautsegmente um das Doppelte oder höch- 
stens Dreifache an Grösse übertreiFen, so wie dass die 
Zahl der Körperringel an den beiden von mir untersuch- 
ten Exemplaren, abgesehen von den 9 Nacken- und 
Brustringeln, zwischen 237 und 241, diejenige der 
Schwanzringel zwischen 17 und 18 schwankte. 

Habitat. Florida (Micanopy.) 

41 (13) Lepidosternon capense Smith. 

Monopeltis capensis Smith. Illustr. Zool. South- 
Africa. Rept. pl. LXVII. 

MonotropMs capensis Gray. Proc. zool. Soc. of 
London 1865, p. 454. 

Dalophia WelwifscJiii Gray. Catal. of Shield Rep- 
tiles II, p. 41 c. fig. 24—25 xyl. 

Prof. Peters hat neuerdings die Exemplare von 
Moçambique und Angola, die er früher zu dieser Art 
gestellt hatte, als besondere Art, Monopeltis spheno- 
rJiynchus abgetrennt, weil dieselben jederseits anstatt 
3 nur 2 Infralabialia und nicht 4, sondern nur 2 hin- 
tere Submentalia besitzen, weil ihre Ringel in dem vor- 
deren Rumpftheile nicht in 32 — 34, sondern nur in 
20 Segmente getheilt sind, und weil endlich ihre Anal- 
klappe nicht 6, sondern nur 4 Felder zeigt, von denen 
die beiden mittleren breit sind, jedes der beiden seit- 
lichen aber aus 2 kleinen, hinter einander liegenden 
Theikn, einem vorderen porenführenden und einem 
hinteren porenlosen, besteht. 

Als ich im Jahre 1870 die Amphishaeniden der 
Berliner Sammlung untersuchte, fanden sich daselbst 



— 463 — 

überhaupt nur 2 als MonopeUis capensis Smith be- 
stimmte Exemplare vor, das eine JVb 1400 aus Jn- 
hambane, das andere JV?. 5701 aus Neu-Barmen im 
Hererolande, und von dem letzteren Stück liess ich mir 
von dem rühmlichst bekannten Zeichner Hrn. Franz 
Wagner Abbildungen des Kopfes und der Analgegend 
anfertigen. Dieses Exemplar besitzt nun , wie ich aus 
der vortrefflichen Zeichnung ersehe, 3 Infralabialia 
jederseits und 4 hintere Submentalia, gehört also nach 
Prof. Peters zu der typischen, von Smith als Mono- 
peUis capensis beschriebenen Form, seine Analklappe 
ist aber genau so beschildert, wie Prof. Peters es 
von seiner neuen Art, MonopeUis sphenorhynchus, an- 
giebt, und es scheint mir das von der Beschilderung 
der Analklappe hergeleitete Unterscheidungsmerkmal 
daher doch nicht ganz stichhaltig zu sein, denn ich 
kann doch unmöglich annehmen, dass Hr. Wagner, 
der die Abbildungen allerdings in meiner Abwesenheit 
ausgeführt hat, durch ein Versehen, oder aus irgend 
einem anderen Grunde den Kopf des einen und die 
Analgegend des anderen Exemplars Ç!&. 1400) gezeich- 
net und vergessen habe, mich von diesem Umstände in 
Kenntniss zu setzen. 

Was die Balophia WelwitscMi Gray anbetrifft, die 
ich als Synonym zu dieser Art gezogen habe, so spricht 
Prof. Peters^*) die Vermuthung aus, dass dieselbe auf 
ein Exemplar von Phractogonus (? galeatus Hallow.) 
basirt sein könnte, bei welchem das Rostrale und Fron- 
tale in der Mitte mit einander verschmolzen, seitlich 



24) Berliner Monatsberichte 1879, p. 276, Arnnerk. 1. 



— 464 — 

dagegen getrennt sind, was die Anwesenheit der seit- 
lichen Ritzen (Gray's linear slit) erklären würde, und 
fügt noch hinzu, dass auch die Sternalschilder und, wie 
es scheint auch die Nasalschilder mit der Hallo well- 
schen Art übereinstimmen. Diese Ansicht kann ich 
nun durchaus nicht theilen, obgleich ich zugeben musSj 
dass die Sternalschilder bei Da^o^Ma Welwitschn G reij 
wirklich denen von Phractogonus galeatus Hallow, 
ähnlicher sind, als denen von Monopeltis capensis Smith. 
Einerseits sind die Nasalschilder bei der Gray 'sehen 
Art, die ich in London leider zu untersuchen versäumt 
habe, durch ein centrales Supralabiale voneinander 
getrennt, me ich mich nach Betrachtung der Figur 
durch die Lupe überzeugt habe, während sie bei Phrac- 
togonus galeatus Hallow, direkt an einander stossen; 
andererseits ist der jederseitige Schlitz auf dem grossen, 
den ganzen Kopf deckenden Schilde sehr weit nach 
hinten gerückt und zugleich mit seinem vorderen Ende 
so gerichtet, dass er, wenn man sich ihn verlängert 
denkt, auf den Rand des Schildes treffen und von dem- 
selben ein kleines Schildchen abtrennen müsste: da- 
durch würde also an dem grossen Kopfschilde jeder- 
seits eine Ausrandung entstehen, welche derjenigen 
sehr ähnlich wäre, welche in der von Smith gegebe- 
nen colorirten Figur seiner Monopeltis capensis am 
Seitenrande des grossen Kopfschildes angegeben ist, 
und welche ich auch in der Abbildung des von mir 
untersuchten Berliner Exemplars ](?. 5701 finde. Ich 
glaube daher nicht fehl zu gehen, wenn ich die Dalo- 
phia WelwitscJiii Gray, von der auch Dr. Günther ^^) 



25) Zoological Record II, p. 150. 



— 465 — 

sagt «closely allied to Monopeltis capemis Smith», als 
einfaches Synonym zu dieser Art stelle. 
Habitat. Süd- und West-Afrika (Capland, Angola). 

42 (14) Lepidosternon sphenorhynchum Ptrs. 
Monopeltis sphenorhynchus Peters. Berliner Monats- 
berichte 1879, p. 275, Anmerk. 1. 

Habitat. West- und Ost-Afrika (Angola, Moçam- 
bique). 

43 (15) Lepidosternon galeatum Hallow. 
Phractogonus galeatus Hallo well. Proc. Acad. Phil- 

adelph. 1852 (VI), p. 62. 

Phractogonus galeatus Hallowell. Ibid. 1857 (IX), 
p. 50. 

Der verstorbene Hallowell hat von dieser Art eine 
recht ausführliche Beschreibung veröffentlicht und 
derselben auch einige Zeichnungen beigegeben, die aber 
nicht bloss sehr primitiv, sondern zum Theil auch so 
wenig genau sind, dass er sich veranlasst gesehen hat, 
in einer späteren Notiz einige Berichtigungen hinzu- 
zufügen. In der einen dieser Figuren, welche die Un- 
terseite der Schnauze darstellt, sind nun die beiden 
Nasalschilder unmittelbar neben einander gezeichnet, 
so dass also diese Art dadurch in sehr auffallender 
Weise von allen übrigen afrikanischen Lepidosternon- 
Arten abweicht, bei denen bekanntlich die beiden 
Nasalia stets durch ein centrales, mitunter sogar der 
Länge nach getheiltes Supralabialschild von einander 
getrennt sind. Da nun die Zeichnungen vom Autor 
selbst für nicht ganz genau erklärt worden sind, so 
liegt die Vermuthung nahe, dass die Contiguität der 
Nasalschilder in natura garnicht existirt und dieselben 
gleichfalls durch ein centrales Supralabiale getrennt 

Mélanges biologiques. XI. 59 



— 466 — 

sind, und dafür spricht auch die Bemerkung Hallo- 
well's, dass die Nasenlöcher bei dieser Art dieselbe 
Lage wie bei Monopeltis capensis Smith zeigen, denn 
er sagt ausdrücklich «the nostrils in the plate of 
Dr. Smith are placed as in Fhractogonus)), Dagegen 
findet sich aber in der später veröffentlichten Bemer- 
kung über diese Art, in welcher Hallo we 11 eben die 
Berichtigungen giebt, hinsichtlich der Nasenlöcher 
nur der folgende Passus: «the figure of the plate in 
the wood-cut of the nostrils in the volume of the Pro- 
ceedings referred to, does not appear to be accurate, 
this plate being more extended longitudinally, reaching 
to the extreme end of the rostral, where it is quite 
narrow terminating almost in a point». Somit scheinen 
die Nasalia doch direkt an einander zu grenzen, denn 
w^enn das nicht der Fall wäre, so hätte Hallow eil 
unfehlbar auch auf diesen Fehler in der Zeichnung 
aufmerksam gemacht. Ausserdem sagt er an einer an- 
deren Stelle der ursprünglichen Beschreibung, dass 
die kleinen V-förmigen Nasenlöcher nur eine Linie 
weit auseinander stehen, und da das Exemplar eine 
Totallänge von 1 5" 0^"' besitzt, so müssen die Nasal- 
schilder einander in der That so nahe gerückt sein, 
dass kaum noch ein Schild zwischen ihnen Platz haben 
dürfte. Genug, die Frage über die Lage der Nasal- 
schilder bei dieser Art lässt sich ohne Untersuchung 
der Originalexemplare nicht entscheiden und so habe 
ich denn bis auf Weiteres das Lepidosternon galeatum 
Hallow, in der Determinations-Tabelle durch die Con- 
tiguität der Nasalia von seinen nächsten Verwandten 
unterschieden, kann aber natürlich nicht dafür ein- 
stehen, dass dieser Charakter auch wirklich zutrifft. 



— 467 — 

Habitat. Liberia. 

44 (16) Lepidosternon Dumerilii n. sp. 

Phradogonus galeatus A. Duméril in: Gué r in. 
Revue et Mag. de Zool. 2. sér. VIII, p. 424. 

Phradogonus galeatus A. Duméril. Archives du 
Muséum X, p. 184. 

Mit diesem Namen habe ich vorläufig die 3 Exem- 
plare bezeichnet, welche Aubry-Lecomte vom Gabon 
mitgebracht und welche von A. Duméril als Phrac- 
togonus galeatus Hallow, bestimmt worden sind, und 
bin zu einem solchen Verfahren dadurch veranlasst 
worden, dass bei diesen Stücken die Nasalia durch ein 
centrales, sogar der Länge nach getheiltes Supralabial- 
schild, also eigentlich durch 2 Supralabialia, getrennt 
sind, und dass dieselben ein bandförmiges, d. h. sehr 
kurzes und breites Frontorostralschild besitzen, welches 
zwischen dem Rostrale und Frontale liegt und dessen 
Duméril auffallender Weise in den kurzen Notizen, 
die er über diese Stücke veröffentlicht hat, mit keinem 
Worte gedenkt. Sollte es sich aber, was ja nicht un- 
möglich ist, herausstellen, dass bei der Hallo we 11- 
schen Art die Nasalia gleichfalls durch ein einfaches 
oder getheiltes Supralabiale von einander getrennt 
sind, so müsste Lepidosternon Dumerilii ohne Wider- 
rede eingezogen und mit Lepidosternon galeatum 
Hallow, vereinigt werden, weil die Anwesenheit des 
bandförmigen Frontorostrale allein schon desshalb zur 
Artunterscheidung nicht genügen würde, weil in der 
von Hallowell gegebenen Zeichnung der Oberseite 
des Kopfes in der Mitte des Frontale, nahe dem Vor- 
derrande des Schildes, eine kurze Querfurche angege- 
ben ist, die nur als Andeutung eines beginnenden Zer- 



— 468 — 

falls des Frontale in 2 hinter einander liegende Schilder, 
ein Frontorostrale und ein Frontale, gedeutet werden 
kann; man braucht sich diese Furche nur nach beiden 
Seiten bis an den Kand des Schildes verlängert zu 
denken, so erhält man die hei Lepidosternon Dumerilii 
vorhandene Disposition der betreffenden Kopfschilder. 

Das eine der 3 Exemplare im Pariser Museum ist 
zu systematischen Untersuchungen kaum mehr brauch- 
bar, weil man an demselben behufs einer Untersuchung 
des Gebisses die Weichtheile vom Kopfe in sehr sum- 
marischer Weise entfernt hat, die beiden andern da- 
gegen sind gut erhalten und stimmen in der Kopfbe- 
schilderung, abgesehen vom Frontorostrale , mit der 
von Hai low eil gegebenen Beschreibung überein, nur 
habe ich jeder^eits nicht 5 Supralabialia , sondern 
ausser dem getheilten centralen, welches die Nasalia 
trennt, nur 3 solcher Schilder gefunden, von denen das 
Iste kurz und niedrig, das 2te mehr als doppelt so lang, 
aber gleichfalls niedrig, und das 3te gross und breit 
ist. Die Zahl der Körperringel beläuft sich bei 2 Exem- 
plaren auf je 216, bei dem 3 ten auf 217, diejenige 
der Schwanzringel ist bei allen dreien gleich und be- 
trägt 2 1 ; jedes der beiden vollständig erhaltenen Exem- 
plare besitzt ausserdem 8 Nacken- und Brustringel. 

Eine detaillirte von Abbildungen begleitete Beschrei- 
bung dieser Art behalte ich mir für später vor, und 
hoffe, dass bis dahin die Zweifel über die Contiguität 
oder Trennung der Nasalia bei Lepidosternon galeatum 
Hallow, beseitigt sein werden. 

Habitat. West- Afrika (Gabon). 

45 (17) Lepidosternon Anchietae Bocage. 

Lepidosternon (Phractogonus) Anchietae Bocage. 



— 469 — 

Jornal de Sc. math.,phys. e natur.IV,p. 247, c. fig. xyl. 
Habitat. Süd-West-Afrika (Humbe am Fl. Cunene 
im Innern von Mossamedes.) 

46 (18) Lepidosternon magnipartitum Ptrs. 
Monopeltis {Phradogonus) magnipartitus Peters. 

Berliner Monatsberichte 1879, p. 276, Anmerk. 2. 
Habitat. West-Afrika (angeblich Gabon). 

47 (19) Lepidosternon scalprum Gnthr. ^^) 
Phradogonus scalper Günther. Proc. zool. Soc. of 

London 1876, p. 678 c. ûg. xyl. 
Habitat. Süd- West- Afrika (Angola). 

48 (20) Lepidosternon jugulare Ptrs. 

Monopeltis {Phradogonus) jugularis Peters. Berliner 
Monatsberichte 1880, p. 219, tab. f. 1. 
Habitat. West-Afrika. 

49 (21) Lepidosternon Koppenfelsii n. sp. 

Das einzige bekannte Exemplar dieser neuen Art, 
welche ich zu Ehren ihres Entdeckers, des Herrn 
Baron von Koppenfels benannt habe, gehört dem 
Stuttgarter Museum und ist mir im vorigen Jahre von 
Herrn Oberstudienrath Dr. v. Kraus s durch freund- 
liche Vermittelung des Herrn Dr. Klunzinger zur 
Ansicht und Untersuchung hierher gesandt worden, 
wofür ich beiden genannten Herren zu grossem Danke 
verpflichtet bin. Die Art zeigt die nächste Verwandt- 
schaft zu Lepidosternoïi jîigulare Ptrs., unterscheidet 
sich von demselben aber sowohl durch den Besitz eines 



26) Dr. G tint her Iiat die nur bei Gel sus vorkommende Form 
sccäper wolil hauptsäclilich desshalb gewählt, um Genus- und Species- 
Namen grammatikalisch in Einklang zu bringen: aus demselben 
Grunde habe ich mir erlaubt für den Speciesnamen die gebräuch- 
lichere Form scalprum zu adoptiren. 



— 470 — 

jederseitigen Praeocularschildes , als auch durch die 
Lage und bis zu einem gewissen Grade auch Zusammen- 
setzung der Sternalbeschilderung. 

Der Kopf, klein, vom Rumpfe leicht abgesetzt und 
kaum länger als an der Basis breit, erscheint von 
rechts nach links ziemlich stark gewölbt, zeigt dagegen 
von hinten nach vorn, nur auf dem Scheitel eine Wöl- 
bung, an der Basis des Rostralschildes aber eine sehr 
deutliche Aushöhlung. Das sehr scharfkantige Ros- 
tralschild, welches die Schnauze fingerhutförmig be- 
kleidet, ist ziemlich spitz zugerundet und besitzt 2 
Flächen, eine untere und eine obere. Die untere Fläche 
ist sehr kurz und hat ungefähr die Form eines Huf- 
eisens, dessen nach hinten gekrümmten Arme zugespitzt 
sind und sehr stark divergiren. Die obere Fläche ist 
lang und ziemlich breit, der Länge nach leicht ausge- 
höhlt, der Quere nach dagegen ebenso leicht gewölbt 
und bietet hinten 3 Seiten dar, 2 äussere und 1 mitt- 
lere ; die beiden äusseren Seiten sind überaus kurz und 
grenzen an das jederseitigePraeocularschild, die mitt- 
lere dagegen ist ausserordentlich lang, nicht ganz ge- 
rade, sondern sehr schwach bogenförmig und dabei 
stellenweise sogar leicht gewellt, und steht mit dem 
grossen Frontale in Berührung. Zu bemerken wäre 
noch, dass die Spitze des Rostralschildes, d. h. etwa 
die vordere Hälfte seiner oberen Fläche , sowie seine 
ganze untere Fläche, nicht blank ist, wie alle übrigen 
Kopfschilder, sondern matt erscheint, wohl in Folge 
der Abnutzung beim Graben. Das Frontalschild ist 
fast doppelt so breit als lang und fünfeckig; erinnert 
aber an ein rechtwinkliges Parallelogramm, dessen hin- 
tere Seite in stumpfem Winkel geknickt ist; dabei ist 



— 471 — 

das Schild sowohl von rechts nachlinks, als auch von vorn 
nach hinten leicht gewölbt. Die vordere längste Seite 
des Schildes grenzt an das Rostrale, die hintere winklig 
geknickte an die beiden Parietalia und jede der late- 
ralen an das Praeoculare, das Oculare und das obere 
Temporale. Das Praeoculare ist sehr klein, etwa vier- 
eckig und breiter als lang ; das Oculare, in welchem das 
Auge als schwärzlicher Fleck sehr deutlich durch- 
schimmert, ist ungefähr doppelt so gross, wie das vo- 
rige, gleichfalls viereckig, aber länger als breit. Das 
Praeoculare liegt zwischen dem Rostrale, dem Fron- 
tale, dem Oculare, dem 3 ten (paarigen) Supralabiale 
und dem hinteren Ende des Nasale und das Oculare 
grenzt vorn an das Praeoculare, oben an das Frontale, 
hinten an das Temporale superius und unten an das 
3 te (paarige) Supralabiale. Von den Temporalschildern, 
deren jederseits 2 über einander, d. h. in einer Quer- 
reihe, liegen, ist das obere um die Hälfte etwa grösser 
als das untere, und von polygonaler Gestalt, wäre aber 
viereckig, wenn seine vordere obere Ecke nicht gestutzt 
erschiene ; es grenzt vorn an das Oculare, oben an das 
Frontale und Parietale, unten an das Temporale infe- 
rius und hinten an eines der viereckigen Schildchen, 
welche den ersten Halbringel zusammensetzen und et- 
was grösser sind, als diejenigen der nächstfolgenden 
Ringel. Das untere (äussere) Temporale ist durchaus 
viereckig, grenzt vorn an das 3te (paarige) Suprala- 
biale, oben an das Temporale superius, hinten an eines 
der Schilder des 1 ten Halbringels und unten an ein 
kleines Schildchen, welches gerade am Mundwinkel 
liegt und sich zwischen das 3te (paarige) Supra- und 
das 3te Infralabiale einschiebt. Hinter dem Frontale 



— 472 — 

liegen 2 polygonale, etwa querovale Parietalia, die mit 
ihren inneren Enden an einander stossen, deren äussere 
Seite an das obere Temporale, die vordere an das Fron- 
tale und die hintere an die grösseren Schilder oder 
Segmente des bereits erwähnten ersten Halbringels 
grenzen. 

An der Unterseite der Schnauze findet sich hinter 
dem schmalen hufeisenförmigen Theil des Rostrale zu- 
nächst ein unpaares oder centrales Supralabiale von 
gleichfalls hufeisenförmiger Gestalt. Jederseits von 
demselben liegt das lange bandförmige Nasale, in 
dessen vorderstem, etwas breiterem Theile das halb- 
mondförmige, mit der Convexität nach innen gerichtete 
und das mittlere Supralabiale fast berührende Nasen- 
loch sich findet ; dieses Nasalschild ist so langgestreckt, 
dass es nach hinten noch über das Rostrale hinausragt 
und, wie schon bemerkt, mit dem Praeoculare in Be- 
rührung steht. Ausser dem centralen Supralabial- 
schilde finden sich jederseits noch 3 andere, die somit 
als paarige bezeichnet werden müssen. Das erste dieser 
3 Supralabialia ist klein und stellt etwa ein liegendes 
Dreieck dar, dessen abgestutzte Spitze an das centrale 
Supralabiale grenzt, das 2te ist doppelt so lang wie das 
Iste, aber eben so niedrig und dabei viereckig; beide 
grenzen nach oben an das Nasale und bilden mit ihrem 
ünterrande den freien Mundrand. Das 3 te Suprala- 
biale ist zwar nicht länger als das 2te, aber beträcht- 
lich breiter (höher) und würde ein Trapez darstellen, 
wenn seine obere Seite an der Berührungsstelle des 
Praeoculare mit dem Oculare nicht winklig geknickt 
wäre; es grenzt vorn an das 2te Supralabiale, oben mit 
der kürzeren Seite an das Nasale und Praeoculare, 



— 473 — 

mit der längeren an dasOculare, hinten an die beiden 
Temporalia und das kleine, bereits erwähnte, am Mund- 
winkel liegende Schildchen und seine Unterseite bildet 
den freien Mundrand. 

An der unteren Kinnlade findet sich zunächst ein 
kleines Mentale mit leicht abgerundeten Ecken, dessen 
Vorderrand sehr stark bogenförmig verläuft, und jeder- 
seits davon 3 Infralabialia, von denen das Iste sehr klein 
und viereckig, das 2 te etwas grösser ist und ungefähr 
ein Dreieck mit nach innen gerichteter Spitze dar- 
stellt; das 3te ist sehr gross, von polygonaler Form 
und fast bogenförmig verlaufendem Hinterrande. Hinter 
dem Mentale liegt ein mehr als doppelt so grosses Sub- 
mentale von ausgesprochener Kartenherzform mit nach 
hinten gerichteter Spitze ; darauf folgen 4 Submentalia 
posteriora, von denen die beiden äusseren schmal, lang 
und viereckig sind, die beiden inneren dagegen recht- 
winklige Dreiecke darstellen, an denen der eine spitze 
Winkel abgestutzt ist und mit dem eben so beschaffenen 
der Nachbarschildes in Berührung steht. Hinter diesen 
hinteren Submentalia wird der noch übrige Raum zwi- 
schen dem 3ten Infralabiale der einen und der anderen 
Seite durch eine Querreihe von 6 kleinen Schildchen 
ausgefüllt, die schon vollkommen den Ringelsegmenten 
gleichen. 

Der Rumpf ist schlank , fast cylindrisch und zeigt 
nur schwach ausgebildete Längsfalten, von denen die 
dorsale und ventrale kaum angedeutet sind, während 
die lateralen zwar nicht als wirkliche Furchen existiren, 
sich aber doch an der x-förmigen Kreuzung der Haut- 
falten erkennen lassen und nur im vordersten Theile 
des Rumpfes, so wie am Schwänze fehlen. Was die 

Mélanges biologiques. XI. 60 



— 474 — 

Sternalbeschilderung anbetrifft, so nimmt sie zunächst 
schon eine ganz andere Stelle am Körper ein, wie bei 
Lepidosternon jugulare Ptrs. Bei dieser letzteren Art 
ist, wie schon die Benennung jugulare andeutet, die 
Sternalbeschilderung dem Kopfe so nahe gerückt, dass 
sie wirklich an der Kehle liegt und nur durch einige we- 
nige tiefe Hautfalten vom Kopfe getrennt erscheint, bei 
Lepidosternon Koppenfelsii dagegen ist sie viel weiter 
vom Kopfe entfernt und nimmt genau dieselbe Stelle 
ein, wie bei den süd-amerikanischen Arten der Gattung, 
mit denen diese Art auch darin übereinstimmt, dass 
bei ihr der vorderste Theil des Rumpfes eine starke 
Krümmung nach oben zeigt, wodurch die Brustgegend 
auffallend stark hervortritt, der Kopf wie zurückge- 
worfen ist und das ganze Thier das Ansehen erhält, 
als ob es von einem tetanischen Krämpfe befallen wäre. 
Alsdann bietet die Sternalbeschilderung dieser Art 
auch in der Zusammensetzung eine Differenz von Lepi- 
dosternon jugular e'Ptr s . dar, und zwar besteht bei ihr 
diese Beschilderung eigentlich aus 2 Theilen, einem 
sehr kurzen vorderen und einem beträchtlich längeren 
hinteren. Der hintere Theil ist nun sowohl hinsicht- 
lich der Form und Zahl der Schilder, als auch hin- 
sichtlich ihrer Lagenverhältnisse genau so beschaf- 
fen, wie bei Lepidosternon jugulare Ptrs., denn es 
finden sich hier auch 36 in der Grösse nicht sehr 
verschiedene Schilder von polygonaler Form, die zu- 
nächst durch eine Längsfurche und dann durch 3 Quer- 
furchen, von denen die beiden hinteren einen starken, 
mit der Convexität nach hinten gerichteten Bogen be- 
schreiben, von einander getrennt sind. Der vordere 
Theil dagegen, der von dem soeben beschriebenen nur 



— 475 — 

durch eine einzige Reihe von Hautsegmenten getrennt 
ist, besteht in einer Querreihe von Schildern, welche 
von der Mitte gegen die Seiten hin successiv an Grösse 
abnehmen, und ist eben weiter nichts als die ventrale 
Hälfte des 3ten Körperringels, der zugleich der erste 
vollständige Ringel ist. Der nächstfolgende Ringel, 
also der 4te, der gleichfalls vollständig ist, geht schon 
in die erste Schilderreihe der 2ten Abtheilung der 
Brustbeschilderung über, so dass also diese beiden Ab- 
theilungen nur durch einen aufdie Unterseite des Kör- 
pers beschränkten Halbringel von Hautsegmenten von 
einander geschieden sind. 

Der Körper besitzt 198 Ringel, denen aber noch 
10 der Sternalbeschilderung entsprechende voraus- 
gehen, und jeder Ringel ist auf der dorsalen Hälfte 
in 16 — 18, auf der ventralenin 16 Segmente getheilt; 
die Segmente auf der Rückenhälfte sind zwar vier- 
eckig, zeigen aber besonders in der Mitte des Ringels 
mehr oder weniger abgerundete Ecken, während sie 
auf der Bauchhälfte durchaus viereckig sind und gegen 
die Mitte so an Breite zunehmen, dass die beiden mit- 
telsten um die Hälfte breiter als lang sind. Die Anal- 
klappe besteht aus 4 Schildern, von denen die beiden 
mittleren die Form eines Trapezes haben und etwa 
dreimal so gross sind, wie die seitlichen. Analporen 
fehlen durchaus. Der Schwanz ist kurz, stumpf zuge- 
rundet und besitzt 1 3 Ringel. 

lieber die Farbe des einzigen Exemplars kann ich 
augenblicklich nichts sagen, da ich dieselbe zu notiren 
vergessen habe, wahrscheinlich wird sie wohl die ge- 
wöhnliche den meisten Arten dieser Familie zukom- 
mende gewesen sein. 



— 476 — 

Totallänge des Thieres 36 Ctm. Kopf 1,4 Ctm. 
Schwanz 2,2 Ctm. 

Habitat. West-Afrika (Gabon). 



Verzeichniss der im zoologischen Museum der Kaiserlichen 

Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg aufgestellten 

Amphisbaeniden-Arten. 

Bei jedem Exemplar ist ausser Fundort, Geber und 
Jahr der Acquisition auch die Zahl der Körperringel 
-+- Schwanzringel in Klammern angegeben und bei den- 
jenigen Arten, welche Poren besitzen, die Zahl dersel- 
ben, von der Kingelzahl durch ein Colon getrennt, 
gleichfalls hinzugefügt, und zwar rechts — links . Ein 
* hinter dem Namen des Gebers deutet an, dass das 
betreffende Stück dem Museum als Geschenk zuge- 
kommen ist. 

Trogonophis Wiegmanni Kaup. 

291 (145-1-14) Algerien. Dr. Guyon*. 1862. 

292 (142-H 13) Algerien. Dr. Guyon*. 1862. 

293 (145-4-14) Algerien. Dr. Guyon*. 1862. 

294 (141-t-13) Algerien. Hr. Parreyss. 1842. 

295 (142-+-12) Algerien. Dr. Strauch*. 1861. 

296 (141-»-13) Algerien. Dr. Strauch*. 1861. 

297 (145-H15) Oran. Dr. Strauch*. 1861. 

5358 (149-#-13) Batua. Hr. De y rolle. 1879. 

5359 (140-H14) Batna. Hr. Deyrolle. 1879. 

Amphisbaena fuliginosa L. 

298 (200-*-26:4— 5) Surinam. Hr. Werlemauu. 1842. 

299 (210-*-10:4— 4) Surinam. Hr. Werlemanu. 1842 

300 (204-H 9:4—4) Surinam. Hr. Dahlbohm. 

301 (208-*-30:4— 4) Surinam. Hr. Dahlbohm. 

302 (204-h30:4— 5) Fundort? Kunstkammer. 

303 (206-*-29:4— 4) Fundort? Kunstkammer. 

304 (204-4-29:4— 4) Fundort? Kunstkammer. 

2719 (213-t-25:4— 4) Cayenne. Warschauer Museum. 1870. 



— 477 — 

2720 (210h-25:4— 5) Cayenne. Warschauer Museum. 1870. 

2721 (213-1-30:5—4) Cayenne. Warschauer Museum. 1870. 
3261 (197-1-30:4— 4) Fundort? Kunstkammer. 1870. 

3586 (200-4- 9:3— 3) Bogota. Baron Nolcken. 1872. 

Amphisbaena alba L. 

305 (234-1-17:5—5) Surinam. Hr. W erlemann. 1842. 

306 (238-Hl7:4— 4) Süd-Amerika. Hr. Gregorius. 

307 (233-4-19:4—4) Bogota. Dr. Strauch*. 1861. 

308 (234-1-20:4— 4) Surinam. Hr. Werlemann. 1842. 

309 (226-1-19:5— 6) Fundort? Kunstkammer. 

310 (230-4-20:5— 5) Fundort? Kunstkammer. 

2718 (230-4-19:4— 4) Cayenne. Warschauer Museum. 1870. 

5566 (228-4-19:4— 4) Fundort? Kunstkammer. 

Amphisbaena subocularis Ptrs. 

1198 (242-1-27:4—4) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

5563 (244-4- 9:3—3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

Amphisbaena Pretrei D. et B. 

1196 (249-1-26:3—3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

1197 (247-4-28:3— 3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

1199 (250-h27:3— 4) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

1200 (245-1-27 : 3— 3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

1201 (248-^26:3-3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

1202 (242-1-26:3—3) Süd-Amerika. Hr. Gregorius. 

1203 (247-4-27:3—3) Süd- Amerika. Hr. Gregorius. 

5564 (241-1-26:4— 3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 
— (245-1- 9:3—3) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

5565 (243-1-26:3—4) Süd- Amerika. Hr. Gregorius 

Amphisbaena leucocephaia Ptrs. 

5567 (233-*-29:5— 5) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

Amphisbaena Mertensii Str. 

311 (229-1-32:4—3) Fundort? Dr. Mertens. 

Amphisbaena gracilis Str. 

5517 (224-1-25:2—2) Fundort? Hr. Schilling. 1879. 

Amphisbaena vermicularis Wagl. 

1195 (232-h31:2— 2) Fundort? Kunstkammer, 

5107 (222-1- 9:2—2) Brasilien. Kopenhagener Museum. 1878. 



— 478 — 
Amphisbaena Darwinii D. et B. 

1194 (178-h23:2— 2) Brasilien. Hr. Riedel. 1833. 
2686 (189-1- 8:2— 2) Montevideo. Hr. Salmin. 1870. 

2743 (204-#-22:2— 2) Rio Janeiro. Hr. Schilling. 1870. 

2744 (205-1-20:2—2) Rio Janeiro. Hr. Schilling. 1870. 
3264 {191-»-24:2— 2) Montevideo. Hr. Salm in. 1871. 

3486 (182-4-22:2—2) Buenos Ayres. Hr. Wessel. 1872. 

— (188-1-10:2-2) Buenos Ayres. Hr. Wessel. 1872. 

— (186-h24:2— 2) Buenos Ayres. Hr. Wessel. 1872. 

3487 (177-1-24:2—2) Buenos Ayres. Hr. Wessel. 1872. 

— (184-4-24:2—2) Buenos Ayres. Hr. Wessel. 1872. 

5571 (197-1-18:2— 2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

— (197-Hl8:2— 2) La Plata Staaten Senckenb. Museum. 1880. 

5572 (197-1-17:2—2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

— (197-1-19:2-2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

5573 (192-^18:2—2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

5574 (193-^17:2—2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

5575 (198h-19:2— 2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

5576 (200-1-18:2-2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

— (199-1-18:2—2) La Plata Staaten. Senckenb. Museum. 1880. 

Amphisbaena Steindachneri Str. 

312 ( ? -1-20:2—2) Brasilien. Hr. Parreyss. 1839. 

Amphisbaena brasiliana Gray. 

1132 (229-1-16:2—2) Brasilien. Hr. Boucard. 1869. 

Amphisbaena fenestrata Cope. 

5106 (246-1-15:2—2) St. Jean. Kopenhagener Museum. 1878. 

Amphisbaena cinerea Y and. 

2796 (120-*-21:4— 4)Rliodus. Hr. Erber. 1870. 

2797 (120-1-19:5— 4) Rhodus. Hr. Erber. 1870. 

2798 (116-*-21:4— 4) Rhodus. Hr. Erb er. 1870. 

2799 (110-Hl9:3— 3) Rhodus. Hr. Erber. 1870. 

2800 (114-1-21:3— 3) Rhodus. Hr. Erb er. 1870. 

2801 (118-*- 7:4-4) Rhodus. Hr. Erber. 187t). 
5360 (119-1-23:3— 3) Batna. Hr. Deyrolle. 1879. 
5465 (121-*-22:2— 2)Badajoz. Hr. Lataste. 1879. 

Amphisbaena punctata Bell. 

2635 (186-1-12:3-3) Cuba. Berliner Museum. 1870. 



— 479-^ 
Amphisbaena Kingîi Bell. 

1133 (219-H24 : ?— ?) Montevideo. Hr. Boucard. 1869. 
2656 (234-1-21:2—2) Porto Allègre. Dr. Mess *. 1870. 

Lepidosternon microcephalum Wagl. 

2802 (202H-15) Süd- Amerika. Hr. Erb er. 1870. 
3565 (201-f-ll) Neu-Freiburg. Hr. Salmin. 1872. 

5568 (194-H15) Rio Janeiro. Hr. Schneider. 1880. 

5569 (201-4-15) Rio Janeiro. Hr. Schneider. 1880. 

5570 (192-1-15) Rio Janeiro. Hr. Schneider. 1880. 

Lepidosiernon rostratum Str. 

314 (245-f-16) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

315 (240-*-14) Bahia. Hr. Luschnath. 1840. 

Lepidosternon crassum Str. 

316 (199-1-15) Brasilien. Dr. Touzet*. 1867. 

Lepidosternon Güntheri Str. 

313 (216-*-13) Fundort? Hr. Parreyss. 1839. 

Lepidosternon scutigerum Hempr. 

317 (260-4-17) Brasilien. Dr. Fischer*. 1838. 

318 (262-4-17) Brasilien. Dr. Fischer*. 1838. 

319 (276-4-16) Brasilien. Hr. Riedel. 1833. 

320 (271-1-16) Brasilien. Berliner Museum. 1857. 
3314 (267-4-19) Brasilien. Hr. Wessel. 1871. 



Bericlitig'iiiig'. 

Seite 79, Zeile 15 v. unten statt angusticeps lies angustifrons. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVHI, pag. 45-131.) 



Mmm BIOLOGIQiS 



TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



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DE 



ST. - PETERSBOURG. 



Tome II. 

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Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des Sciences. 
Septembre 1883. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie Impériale des Sciences. 
(Vass.-Ostr., O*' ligne, A^ 12.) 



CONTENU. 



Pages 

W. Weliky. Zum feineren Bau des Bindegewebes 481 — 483 

J. Borodin. Über krystallinisclie Nebenpigmente des CMo- 

rophylls 485—518 

^. Wedenskij. Zur Methodik der telephonischen Beobach- 
tungen über die organischen Muskelwirkungen wäh- 
rend des willkürlichen Tetanus 519 — 521 

Die telephonischen Wirkungen des erregten Nerven 523— 527 

Dr. F. Morawitz. Notiz über Bastarde von Habropyga ci- 
nerea Vieil, und Hcibropyga melpoda Vieil 529 — 539 

W, Weliky, Über die Endungen der sympathischen Ner- 
venfaser in den Lymphherzen 541 — 543 

J. Schmalhansen. Pflanzenpaläontologische Beiträge. (Mit 

2 Tafeln.) 545—563 

Pb. Owsiannikow. Über das sympathische Nervensystem 
der Flussneunauge, nebst einigen histologischen No- 
tizen über andere Gewebe desselben Thieres 565 — 579 

Dr. Ä. Bun^e. Naturhistorische Nachrichten aus der Polar- 
station an der Lena-Mündung 581—622 



-^>©?c 



4 Février 1883. 

Zum feineren Bau des Bindegewebes. Von W. Weliky. 

Ein Bindegewebsbündel wird durch den Besitz 
ringförmiger Einschnürungen und einer Scheide sowie 
durch eine, bei gewissen Beobachtungsmethoden her- 
vortretende longitudinale Streifung characterisirt, die 
von, im Inneren desselben befindlichen feinsten, durch 
einige Reagentien, wie z. B. Pikrinsäure, isolirbaren 
Fäserchen bedingt wird. Bei Untersuchung des Bind- 
gewebsbündels der Katze gelang es uns ein etwas da- 
von abweichendes Bild zu erhalten. Jedes mit Ein- 
schnürungen versehene Bündel, namentlich wenn es zu 
den gröberen gehört (bekanntlich variirt die Dicke der 
Bündel von 0,002 bis einige Hunderttheile mm.) wird 
nicht direct von einzelnen Fibrillen, sondern von ei- 
nigen feineren Bündeln, mit ebenso scharf ausgepräg- 
ten Einschnürungen, mit longitudinaler Streifung und, 
wie es'* scheint, mit eigener Scheide zusammengesetzt. 
Die soeben erwähnten Einschnürungen befinden sich 
in gleicher Höhe mit denen der von ihnen zusammen- 
gesetzten grösseren Bündel. Somit bilden einige pri- 
mitive Bündel, wie ich sie bezeichnen möchte, ein 
gröberes Hauptbündel. Die im Obigen geschilderte 
Structur beobachteten wir unter folgenden Bedingun- 

Mélanges biologiquoa. XI. 61 



— 482 — 

gen. Das die Submaxillaris der Katze bedeckende Bin- 
degewebe wird in 0,5 pCt. Goldchlorid- Lösung mit 
einigen Tropfen Ameisensäure in einen dunklen Raum 
auf 20 Minuten hineingelegt, dann in destillirtem Was- 
ser abgespült, in einem Wasserbade in Yg Alcool mit 
Hinzufügung von 10 — 15 Tropfen Ameisensäure ge- 
kocht, und wenn die Flüssigkeit mit dem Präparat 
nach 10 — 15 Minuten eine violette Färbung annimmt, 
so wird das letztere auf zwei Tage in eine Mischung 
von gleichen Theilen Glycerin und Wasser mit 20 
Tropfen Ameisensäure eingetaucht. (Owsianikow's 
Methode zur Bearbeitung des Nervensystems.) Die auf 
diese Weise bearbeiteten Präparate lassen sich leicht 
dissociiren, wobei die Hauptbündel mit deutlichen 
violett gefärbten Einschnürungen und longitudinaler 
Streifung isolirt werden. Solche Bündel zerfallen oft 
an einem Ende in 2 — 3 Primitiv-Bündel mit gleichen 
dunkel gefärbten und scharf ausgeprägten Einschnü- 
rungen, während das andere Ende ungetheilt bleibt, 
und die Primitiv-Bündel hier in das Hauptbündel 
übergehen, auf dem seine characteristischen An- 
schwellungen und einige Einschnürungen weiter be- 
stehen. Die Einschnürungen der isolirten Theile der 
Primitiv-Bündel erscheinen alle in gleichem Niveau 
gelagert. An einigen Primitiv-Bündeln sieht man die 
longitudinale, von Bindegewebsfibrillen bedingte Fa- 
serung. Solche Bilder berechtigen, wie ich glaube, die 
Annahme, dass das Hauptbündel keine eigene beson- 
dere Scheide besitze, sondern dass diese sogenannte 
Scheide von den Scheiden des Primitiv- Bündels gebil- 
det sei, und dass bei Bearbeitung mit gewissen Rea- 
gentien der Cement aufgelöst werde, wobei die Pri- 



— 483 — 

mitiv-Bündel sich isoliren, während unter besonderen 
Bedingungen die eben erwähnten Scheiden gleichmässig 
aufquellen und auf diese Weise ein Bild der angeb- 
lichen gemeinsamen Scheide des Hauptbündels hervor- 
bringen. Über das Schicksal der Gürtel an jener Stelle 
des Hauptbündels, wo dasselbe unter der Einwirkung 
von Reagentien auf die Primitiv-Bündel zerfällt, sollen 
uns künftige Untersuchungen aufklären. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVIII, pag. 292—293.) 



18 

^ Janvier 1883. 

ou 

über krystallinische Nebenpigmente des Chlorophylls. 
Von J. Borodin. 

Es wird wohlJedermann zugeben, dass die bis jetzt 
bei der Erforschung der chemischen Zusammensetzung 
des Chlorophyllfarbstoffes erzielten Resultate in keinem 
günstigen Verhältnisse zu der dabei verwendeten Mühe 
stehen. Betrachtet man aber die Geschichte des Ge- 
genstandes näher, so springt es in die Augen, dass 
eigentlich nicht alle von den überhaupt möglichen Un- 
ter suchungsw^egen dabei erprobt wurden. Nachdem 
nämlich auf macrochemischem Wege höchst unbefrie- 
digende Resultate erhalten wurden, wendete sich die 
Forschung zum Studium der optischen Eigenschaften 
des fraglichen Körpers, jedoch mit kaum günstigerem 
Erfolge, denn viel weiter als bis zur Unterscheidung 
von Xanthophyll und Reinchlorophyll (Cyanophyll oder 
Chlorophyllin) wollte es auch hier nicht gelangen. Nun 
giebt es aber noch einen dritten, bis heute so gut wie 
ganz vernachlässigten Weg, nämlich denjenigen der 
mikrochemischen Analyse. Bei der Untersuchung eines 
in so kleinen Mengen vorkommenden und so leicht ver- 
änderlichen Körpers, wie es nach allen Daten der 
Chlorophyllfarbstoff ist, scheint dieser Weg schon an 

Mélanges biologiques. XI. 61 



— 486 — 

sich viel versprechend zu sein. Durch die mikro- 
chemische Entdeckung des Hypochlorins , wohl die 
beste Errungenschaft der neuesten Forschung auf dem 
fraglichen Gebiete, wenn auch nicht in der nur schwer 
haltbaren Fassung, die ihr von ihrem Autor verliehen 
wurde, muss diese Hoffnung gewiss nur gestärkt wer- 
den. Die Beobachtung der so merkwürdigen grünen 
Krystalle, die sich bei Bearbeitung von mikroskopischen 
Schnitten grüner Pflanzentheile mit Alkohol bilden^), 
war es, was meine Aufmerksamkeit der Chlorophyll- 
frage überhaupt zulenkte. Es sei zunächst beiläufig 
bemerkt, dass die Natur der eben erwähnten Krystalle 
mir auch jetzt immer noch problematisch erscheint; 
übrigens habe ich, durch die gleich mitzutheilenden 
neuen Thatsachen lebhaft gefesselt, in diesem Sommer 
den grünen Krystallen verhältnissmässig nur wenig 
Aufmerksamkeit geschenkt. Meine neuen Untersuchun- 
gen, von denen ich hier vorläufig berichten will, führen 
zu dem Besultate, dass die durch die neueren For- 
schungen schon stark erschütterte Ansicht von der 
UnkrystalHsirbarkeit der meisten pflanzlichen Pigmente, 
durchaus fehlerhaft sei. Den Chlorophyllfarbstoff 
selbst, also das Reinchlorophyll im Sinne Wiesner's, 
lasse ich provisorisch bei Seite. Bei einer andern Ge- 
legenheit werde ich auf eine von mir schon früher (1. 
c) kurz erwähnte Erscheinung aufmerksam machen, 
die, wie ich überzeugt bin, als Krystallisation des Rein- 
chlorophylls aufzufassen ist. Hier aber soll zunächst 
von der Krystallisation einiger anderen, das Chloro- 
phyll begleitenden Pigmenten die Rede sein. Es wird 



1) J. Borodiu. lieber Chlorophyllkrystalle. Bot, Ztg. 1882, p.608. 



— 487 — 

sich sogleich herausstellen dass das sogenannte Roh- 
Chlorophyll keine so einfache Zusammensetzung besitzt, 
wie es von mancher Seite behauptet wird. Die Methode 
der Gewinnung der in Rede stehenden Pigmente in 
ausgeprägter Krystallform ist so einfach, dass ich fast 
Anstand nehmen möchte sie mitzutheilen. Man braucht 
nur die mechanisch grob zerkleinerten grünen Pflanzen- 
theile mit einer kleinen Menge Alkohol zu behandeln. 
Als erstes Beispiel soll uns. Spirogyra dienen. Ich 
wähle diese so einfach organisirte Alge mit Absicht, 
da es hier keinem Zweifel unterliegen kann, dass die 
verschiedenen gleich zu beschreibenden Pigmente dem 
Rohchlorophyll als solchem gehören; mikroskopisch 
ward ja bekanntlich in den Spirogyrazellen nichts Ge- 
färbtes ausser dem reingrünen Chlorophyllbande beob- 
achtet. Systematisch wurde meine Alge nicht näher 
bestimmt. Es war eine kleinzellige Art, ohne Falten 
an den Querwänden und mit nur je einem Chlorophyll- 
bande. Die an sich sehr reinen, nämlich keine fremde 
Organismen führenden, Rasen wurden zunächst mehr- 
mals in frischem Wasser abgespült, auf Filtrirpapier 
unter massigem Druck getrocknet, die feuchte com- 
pacte Masse in ein kleines Glasgefäss mit eingeriebe- 
nem Stöpsel übertragen und nun mit Alkohol über- 
gössen. Die Menge des letzteren nahm ich so, dass er 
nicht nur die Versuchsmasse durchtränkte, sondern 
noch bei Neigung des Gefässes etwas Flüssigkeit leicht 
abtropfen Hess. Es wird sieh weiter herausstellen, dass 
dieser Umstand von Bedeutung ist, da bei Anwendung 
grösserer Alkoholmengen die betrefienden Krystalle 
nicht nur schwerer in die Augen fallen, sondern auch 
wirklich nur theilweise gebildet werden. Dagegen 



— 488 — 

bleibt es sich fast gleich, ob man absoluten Alkohol 
oder Brennspiritus (80^/^) anwendet. Das verschlossene 
Gefäss wird etwa 24 Stunden (wie rasch die Reaction 
eintritt, habe ich nicht näher geprüft) im Zimmer ver- 
dunkelt aufbewahrt. Bringt man nach dieser Zeit einen 
Tropfen der Versuchsflüssigkeit unter das Mikroskop, 
so erblickt man darin mit Erstaunen ein buntes Ge- 
misch höchst mannigfaltig geformter, krystallinisch 
aussehender Gebilde von verschiedener Farbe. Noch 
reizender wird das Bild im dunklen Felde des Polari- 
sationsmikroskopes, wobei die fraglichen Gebilde in 
den glänzendsten Farben leuchten, somit sich als un- 
zweifelhafte doppeltbrechende Krystalle herausstellen. 
Wir wollen nun das bunte Gemisch näher analysiren. 
Zunächst findet man in regelmässiger Ausbildung 
die früher von mir für andere Pflanzen beschriebenen 
tief- bis schwarz-grünen Krystalle^), die sich von allen 
übrigen nicht nur durch ihre Farbe, sondern noch 
durch den Mangel von Doppeltbreclmng scharf unter- 
scheiden. Sind dieselben in der Lösung nicht schon 
fertig ausgebildet, so werden sie in bedeutender Menge 
beim langsamen Austrocknen des Versuchstropfens 
unter Deckglas abgesetzt. Letzteres findet aber nur 
dann statt, wenn die Lösung frisch bereitet ist. Nach 
einigen Tagen Aufbewahrung bildet sie keine grüne 
Krystalle mehr,; falls aber sich solche von selbst in der 
Flüssigkeit am ersten Tage niederschlugen, bleiben sie, 



2) Da ich in meiner früheren Mittheilung bloss ein einziges Bei- 
spiel von kryptogamischen Pflanzen anführte, aus denen grüne Kry- 
stalle erhalten werden könnten, so sei hier nebenbei bemerkt, dass 
ich letztere schön ausgebildet ausser Spirogyra auch aus Cladophora 
und dem Farrenkraute Dryopteris pcdmata neuerdings beobachtet 
habe. 



— 489 — 

wie gewöhnlich, auch nach monatelangem Stehen 
scheinbar unverändert erhalten. Von diesen Krystallen 
soll weiter keine Rede sein. 

Alle übrigen Krystalle zeigen, abgesehen von ihrer 
verschiedenen Form und Farbe, übereinstimmende 
Merkmale in ihrem Verhalten einer ganzen Reihe von 
Reagentien gegenüber. Sie sind sämmtlich in Wasser, 
sowohl kalt als warm angewendet, unlöslich, verschwin- 
den aber fast momentan in Äther, Chloroform und 
Schwefelkohlenstoff. Auffallend resistent erweisen sie 
sich gegen Alkalien, indem zie in starkem Ätzammo- 
niak, sowie in concentrirter Kalilauge, wenigstens einige 
Zeit scheinbar unverändert liegen bleiben. Aber auch 
von den meisten Säuren werden sie nur schwer ange- 
griffen. Indifferent verhalten sich ihnen gegenüber z. 
B. die organischen Säuren (mit Ausnahme von Eis- 
essig, von dessen Wirkung weiter die Rede sein wird), 
aber auch concentrirte , syrupartige Phosphorsäure, 
sowie verdünnte Schwefel-, Salpeter- und Salzsäure 
rufen keine merkbaren Veränderungen hervor. Wer- 
den dagegen die drei letzteren Säuren in genügender 
Concentration angewendet, so tritt eine höchst eigen- 
thümliche und charakteristische Reaction ein, indem 
sämmtliche Krystalle eine tiefblaue Farbe annehmen. 
Ziemlich unsicher wirkt Salpetersäure , da die Bläuung 
hier zwar bei genügender Concentration stets auftritt, 
aber nur vorübergehend ist ; nach einigen Augenblicken 
tritt von selbst Entfärbung ein und an der Stelle des 
Krystalls bleibt ein wie Schleim aussehender Klumpen, 
der noch mehr weniger die Form seines Mutterkrystalls 
nachahmt, an den früheren Ecken aber abgerundet er- 
scheint und nun keine doppeltbrechende Eigenschaften 

Mo'anges biologiques. XI. 62 



— 490 — 

mehr besitzt. Noch unsicherer ist die Wirkung von 
Salzsäure, da, wenn die Lösung nicht sehr concentrirt 
ist, dieselbe keine merkliche Veränderung hervorruft. 
Am lehrreichsten ist die Einwirkung von Schwefel- 
säure. Je nach ihrem Concentrationsgrade folgt auf 
die Bläuung entweder sofort ein Zerfliessen des Kry- 
stalls, oder derselbe bleibt eine Zeit lang erhalten. In 
letzterem Falle gelingt es leicht durch Sättigung der 
Säure mit Ammoniak- oder Kalilauge, ja durch ein- 
faches Auswaschen mit Wasser, die blaue Farbe zum 
Schwinden zu bringen und es tritt wieder die frühere, 
wenn auch nicht immer genau in der früheren Nuance, 
auf ^). Abermaliges Zufliessen der Säure ruft abermals 
Bläuung hervor und man kann auf diese Weise den auf- 
fallenden Farbenwechsel mehrmals nach Belieben an 
ein und demselben Krystalle beobachten. 

Verfolgt man nun die Wirkung der Schwefelsäure 
näher, nämlich wendet man letztere in verschiedenen 
Abstufungen der Concentration an, so kommt man zu 
dem schon durch die unmittelbare Beobachtung höchst 
wahrscheinlich gemachten Schlüsse, dass, ungeachtet 
der eben erwähnten übereinstimmenden Merkmale, 
ein Gemisch mehrerer verschiedener Pigmente vorliegt. 
Es bläuen sich zwar sämmtliche Krystalle mit Schwe- 
felsäure, aber nicht alle mit derselben Leichtigkeit 
und es ist möglich, die Concentration der Säure so zu 
wählen, dass eine nur theilweise Bläuung stattfindet, in- 



3) Ich lasse es vorläufig unentschieden, ob nicht aus sämmtlichen 
verschiedenen Krystallen durch Schwefelsäurewirkimg ein und die- 
selbe blaue Substanz erhalten werde, die dann durch Neutralisation 
der Säure stets eine gelbbraune Substanz liefere; wenigstens wollte 
es mir noch nicht gelingen, die schöne ursprüngliche Farbe der 
rothen Schuppen wieder herzustellen. 



— 491 — 

dem bestimmte Krystallformen des Gemisches ganz 
unverändert bleiben. Noch überzeugender erscheint 
das Verhalten der verschiedenartigen Kry stalle zu Al- 
kohol und Benzin. Es erweisen sich in Alkohol schwer, 
in Benzin (oder Petroleumäther) leicht lösliche Bestand- 
theile des Gemisches und andere die ein genau ent- 
gegengesetztes Verhalten zeigen. Freilich ist der Unter- 
schied nur ein gradueller, indem erstere Gebilde z. B. 
von Alkohol schliesslich doch aufgelöst werden, er 
ist aber dennoch sehr scharf ausgeprägt, so dass auf 
den ersten Blick gewisse Krystalle ganz unlöslich in 
Benzin resp. in Alkohol zu sein scheinen. Es lassen 
sich somit alle Bestandtheile des krystallinischen Ge- 
misches bequem in zwei Kategorien theilen. Auch in 
ihrem Verhalten zu einigen anderen Reagentien er- 
scheint diese Theilung als vollkommen gerechtfertigt. 
Es werden nämlich alle in Alkohol löslicheren Kry- 
stalle durch Säuren leichter als die in Benzin löslichen 
gebläut, gleichgültig ob man Salpeter-, Salz- oder 
Schwefelsäure anwendet. Ausserdem werden sie auch 
von Eisessig leicht angegriffen, während die in Benzin 
löslicheren dabei zunächst unverändert bleiben. 

Wir wollen nun die in Benzin leicht, in Alkohol 
schwer löslichen Krystalle näher betrachten. In diese 
Kategorie fallen zunächst die rothen Krystalle des 
Gemisches. Sie besitzen eine überaus mannigfaltige, 
meistens sehr unregelmässige Form, stellen aber 
fast immer dünne Plättchen von je nach der Dicke 
etwas schwankender, meistens grell orangerother 
Farbe dar. Bei besonders regelmässiger Ausbildung, 
die nur selten und zwar bei den kleineren Formen an- 
getroffen wird, erweist sich ihre Grundform als dieje- 



— 492 ~ 

nige eines rhombischen Plättchens (etwa wie beim 
Asparagin). Öfters findet Abrundung der stumpfen 
Ecken des Rhombus statt, wodurch linsenartige Ge- 
bilde entstehen. Schüppchen von dieser Gestalt kom- 
men sowohl einzeln als zu mehreren gruppirt vor. In 
letzterem Falle sieht man viele solche Schuppen 
von verschiedener Grösse parallel auf einander ge- 
schichtet, oder in verschiedenen Flächen concentrisch 
verbunden drusenartige Gruppen bilden. Auch kreuz- 
förmige Gestalten, wohl Zwillingsbildungen, werden 
häufig beobachtet. Die Arme des Kreuzes sind bald 
regelmässig bogenförmig begrenzt, bald durch Zacken 
verschiedenartig ausgefranzt. 

Die allgemeinen Eigenschaften der rothen Krystalle 
wurden schon oben angegeben, wir wollen aber hier 
ihr Verhalten zur Schwefelsäure etwas näher prüfen. 
In reiner concentrirter Schwefelsäure zerfliessen sie 
fast momentan mit tiefblauer Farbe. Ein Gemisch 
von 4 Volumtheilen derselben Säure auf 1 Theil 
Wasser lässt die rothen Schuppen einige Minuten lang 
unverändert, dann werden sie allmählich dunkelroth- 
braun, später schmutzigviolett und endlich tiefblau 
gefärbt ohne längere Zeit merklich zu zerfliessen. 
In einem Gemisch von 3 Säuretheilen auf 1 Theil 
Wasser findet die Bläuung erst nach 15 — 20 Minuten 
langer Einwirkung und auch dann noch ziemlich un- 
sicher statt. Bei noch stärkerer Verdünnung des 
Reactivs scheinen die rothen Schuppen längere Zeit 
ganz unverändert zu bleiben. Es genügt somit schon 
eine verhältnissmässig schwache Verdünnung der 
Schwefelsäure mit Wasser um ihr Vermögen, die be- 
schriebenen Krystalle zu bläuen, stark abzustumpfen, 



— 493 — 

ja sogar gänzlich aufzuheben. Dadurch findet fol- 
gende auf den ersten Blick sonderbare Erscheinung 
ihre genügende Erklärung. Verfolgt man unter dem 
Mikroskop die allmälige Ausbreitung eines Tropfens 
Schwefelsäure von genügender Concentration unter 
dem Deckglase, so sieht man nicht selten die zunächst 
im Wege liegenden rothen Schuppen sich rasch bläuen, 
während die entfernteren im Übrigen ganz gleichen 
von demselben Tropfen nicht mehr angegriffen werden. 
Werden dann durch den Strom die Krystalle fortge- 
schwemmt und untereinander gemischt, so sieht man 
oft tiefblaue und reinrothe Schuppen dicht beisammen 
liegen. Ein frischer Tropfen von derselben Concen- 
tration wie der erstere genügt dann zuweilen um an 
den rothgebliebenen Krystallen ebenfalls Bläuung her- 
vorzurufen. Es muss bemerkt werden dass die eben 
angeführten Angaben über die Wirkung verschiedener 
Concentrationen der Schwefelsäure sich auf die rothen 
Schuppen des frisch oder vor wenigen Tagen berei- 
teten Gemisches beziehen. Nach dreimonatlicher Auf- 
bewahrung im Dunkeln findet man dieselben merklich 
gebleicht, von nur hellrother Farbe und in ihrem Ver- 
halten der Schwefelsäure gegenüber bedeutend ver- 
ändert: jetzt werden sie von letzterer viel leichter 
angegriffen; selbst ein Gemisch von nur ly^ Theil 
Säure auf 1 Theil Wasser ruft schon in wenigen Mi- 
nuten Bläuung hervor. 

Wenden wir uns jetzt zu einer zweiten Krystallart, 
die ebenfalls in Benzin momentan aufgelöst, von abso- 
lutem Alkohol aber nur schwer angegriffen wird und 
in den meisten Beactionen mit den rothen Schuppen 
übereinstimmt. Wir wollen diese Krystalle proviso- 



— 494 — 

risch als .violette bezeichnen, obgleich ihre Farbe 
ziemlich wechselnd erscheint. Sie kommen in zwei 
verschiedenen aber durch, wenn auch verhältnissmässig 
seltene^ Übergangsformen verbundenen Gestalten vor. 
Erstens sind es lange, raphidenartige, aber abgeplat- 
tete Nadeln, die theils einzeln, theils paarweise unter- 
einander gekreuzt, seltener zu mehreren gruppirt 
liegen ; die gekreuzten bilden mit einander meistens 
einen spitzen Winkel. Nicht selten trifft man auf sehr 
regelmässig ausgebildete Gestalten, die ein stark in 
die Länge ausgezogenes und an beiden Enden sehr 
schief abgestutztes Parallelogramm darstellen. Es 
können zwei solche Gebilde parallel und symmetrisch 
gruppirt verwachsen oder einander schief kreuzen. 
Zweitens erblickt man viel breitere Gestalten, die wie 
Bruchstücke eines breiten Bandes aussehen. Die 
beiden Flanken sind schnurgerade und einander streng 
parallel , während die Enden meistens ganz unregel- 
mässig ausgebildet, wie abgebrochen erscheinen, öfters 
sind sie dabei zackenartig gefranzt. Zuweilen zeigt 
aber wenigstens das eine Ende ebenfalls scharfe krys- 
tallinische Begrenzung. Dann ist es entweder schief 
abgestuzt oder dachförmig ausgebildet. Die zwei 
Dachseiten stossen unter einem stumpfen Winkel und 
sind bald von gleicher, bald von sehr verschiedener 
Länge. Nun kommen aber auch dünne Schuppen von 
regelmässig linsenartigem Umrisse, ihrer Form nach 
von den rothen nicht zu unterscheiden, vor. Zu den 
unregelmässigeren Gestalten gehören solche die im 
Allgemeinen nadeiförmig, aber an einem Ende stumpf 
abgebrochen, während das andere spitz ausläuft , er- 
scheinen. Auch körperliche, wie es scheint, prisma- 



— 495 — 

tische Ausbildung wird nicht selten angetroffen. Die 
Farbe aller dieser ohne Zweifel zu ein und derselben 
Substanz gehörender krystallinischer Gebilde ist, wie 
oben bemerkt, ziemlich wechselnd, immer aber sehr 
hell. Die nadeiförmigen erscheinen meistens hell 
violett, etwa in der Nuance von Syringa-Blüthen, die 
Farbe der breiteren, band- oder linsenförmigen Ge- 
stalten ist viel unbeständiger und oft schwer definirbàr. 
Man kann sie bald als hellgrau , bald als hellstrohgelb, 
oder blass rosaroth bezeichnen, doch herrscht im All- 
gemeinen auch hier dieselbe violette Nuance entschie- 
den vor. Eigenthümlich ist es nun, dass an den Stellen, 
wo zwei oder mehrere solche Gebilde einander decken, 
zuweilen eine scharf ausgeprägte rein rothe Färbung 
beobachtet wird. Da ausserdem die in Rede stehen- 
den violetten Krj^stalle in ihrem Verhalten zu ver- 
schiedenen Reagentien auffallend mit den oben behan- 
delten rothen Schuppen übereinstimmen, so kann ihre 
Selbständigkeit angezweifelt werden. Man könnte 
vermuthen es wäre im Grunde ein und dieselbe Sub- 
stanz, die in besonders dünnen Plättchen nicht mehr 
roth erscheint. Diese Frage habe ich mir öfters vor- 
gelegt und muss gestehen bis jetzt keine befriedigende, 
überzeugende Lösung derselben erzielt zu haben. 
Wenn ich hier die violetten Krystalle getrennt be- 
handle, so geschieht das nicht nur aus Vorsichtsgrün- 
den 5 manche Umstände scheinen für die Selbständig- 
keit der fraglichen Gebilde zu sprechen. Es fällt zu- 
nächst auf, dass bei aller Mannigfaltigkeit doch keine 
eigentlichen üebergangsformen zwischen den rothen 
und violetten Krystallen angetroffen werden ; nie fühlt 
man sich im Zweifel darüber welcher von den beiden 



— 496 — 

Krystallarten dieses oder jenes Gebilde zuzurechnen 
sei. Eher ist noch eine Verwechselung in anderer 
Hinsicht möglich. Die breiten Bandstücke nämlich, 
falls sie an einem Ende regelmässig schief abgestutzt 
und dabei hellbraun gefärbt sind, sehen gewissen Kry- 
stallarten der zweiten Kategorie sehr ähnlich aus, die 
Behandlung mit Alkohol oder Benzin genügt aber zur 
sicheren Unterscheidung. Auch die Verbreitung der 
rothen und violetten Krystallformen , von der später 
die Rede sein soll, spricht für die Selbständigkeit 
beider, da die rothen überall, die violetten dagegen 
nur bei gewissen Pflanzen angetroffen werden. Zu 
demselben Resultat führt endlich das nähere Studium 
der Schwefelsäurereaction. Die violetten Krystalle 
erweisen sich nämlich der Schwefelsäure gegenüber 
sogar noch resistenter als die rothen ; oft findet man 
letztere schon deutlich gebräunt, ja selbst tiefblau 
gefärbt, während dicht daneben liegende violette 
Schuppen oder Nadeln noch ganz unverändert erschei- 
nen. Hätten wir es mit derselben Substanz nur in 
dünneren und daher nicht mehr rothen Gebilden zu 
thun, so müssten doch die violetten im Gegentheil von 
der Säure leichter angegriffen werden. Findet nun 
endlich dieser Angriff statt, so verläuft er in sehr 
charakteristischer Weise. Es bedeckt sich die zu- 
nächst in ihrer Farbe noch unveränderte Schuppe mit 
kurzen tiefblauen verschieden gerichteten Strichelchen. 
Sie treten an einer oder mehreren Stellen zugleich auf 
und breiten sich von da aus über die ganze Schuppe, 
indem neben den zuerst erschienenen immer neue auf- 
tauchen. In der Nähe des Randes sieht man diese 
Strichelchen allmählich über den Rand der Schuppe 



— 497 — 

hinaus frei liervorwachsen und beim Herumdrehen der 
Schuppe springt es in die Augen, dass die Striche 
kurze, gerade oder gekrümmte Stäbchen darstellen. 
Später färbt sich auch die Schuppe selbst tiefblau, 
die sie bedeckenden Stäbchen bleiben aber am Rande 
derselben noch lange bemerkbar. Am schönsten wird 
die beschriebene Erscheinung bei Anwendung eines 
Geniisches von 4 Theilen Säure auf 1 Theil Wasser 
und zwar an den breiten Bandstücken beobachtet; 
weniger günstig erweisen sich die nadeiförmigen Kry- 
stalle. So charakteristisch nun auch diese Reaction 
an sich ist, bleibt es mir immer noch zweifelhaft, ob 
ihr eine principielle Bedeutung zugeschrieben werden 
kann. Unzweifelhafte blaue Stäbchen habe ich zwar 
an den rothen Schuppen bist jetzt nicht beobachtet, 
aber auch letztere bläuen sich bei Schwefelsäurezutritt 
öfters ungleichmässig , indem die gebräunte Schuppe 
ein geflecktes, ja zuweilen ein gestricheltes Aussehen 
erhält. 

Wenden wir uns nun zur Betrachtung derjenigen 
Krystalle des Gemisches, die in Benzin schwer löslich 
sind, von absolutem Alkohol dagegen leicht angegriffen 
werden. Sie besitzen sämmtlich eine gelbe oder braune 
Farbe, ich fühle mich aber, für Spirogyra wenigstens, 
in Verlegenheit mit Bestimmtheit anzugeben, wie viele 
verschiedene Pigmente in diese Kategorie fallen. Man 
könnte versucht sein, deren drei, sogar vier zu unter- 
scheiden, es wäre aber auch möglich , dass sie sämmt- 
lich ein und derselben Substanz gehörten. Bei anderen 
Pflanzen kam ich in dieser Hinsicht zu ausgeprägteren 
Resultaten und konnte, wie es sich weiter zeigen wird, 
in vielen Fällen zwei verschiedene gelbe Pigmente be- 

Mälaoges biûlogi(iaes. XI. 63 



— 498 — 

stimmt unterscheiden. Jedenfalls stimmen alle hierzu 
betrachtenden in Alkohol leicht löslichen Krystalle in 
ihren Eigenschaften auffallend untereinander überein. 
Sie werden von Eisessig stark angegriffen und ver- 
schwinden darin spurlos binnen wenigen Minuten, wo- 
bei die Lösung sich deutlich gelb färbt. Gegenüber 
Schwefelsäure erweisen sie sich viel weniger resistent 
als die oben behandelten rothen und violetten Kry- 
stalle, indem sie schon bei viel geringerer Concentra- 
tion der Säure tief blau gefärbt werden. Findet die 
Bläuung nicht zu rasch statt, so nehmen unsere Kry- 
stalle zunächst vorübergehend eine Chokoladenfarbe 
an und bei einem gewissen Wassergehalte der Säure 
kommt es überhaupt nur bis zu dieser Färbung. Ich 
finde die Grenze der Reaction für die von mir ange- 
wendete Säure etwa bei einem Gehalt von 1 Theil 
Wasser auf 1 Theil Säure liegen, indem dieses Ge- 
misch meistens, wenn auch langsam, eine Chokoladen- 
färbung hervorzurufen im Stande ist. Bei einem etwas 
grösseren Gehalt an Säure (ly^auf 1 Thl. Wasser) kann 
man nach 15 — 20 Minuten langer Einwirkung sogar 
auf eine wenigstens theilweise Bläuung rechnen. Da- 
gegen verändert eine Mischung von 2 Thl. Wasser 
auf 1 Theil Säure die Farbe der Krystalle durchaus 
nicht mehr. Aber auch in dieser Verdünnung ist die 
Schwefelsäure keineswegs ganz wirkungslos, denn es 
findet ein sehr langsames Zerfliessen der Krystalle 
statt, das an der Gelbfärbung benachbarter plasma- 
ähnlicher Massen am sichersten wahrgenommen wer- 
den kann. Selbstverständlich findet dieses Zerfliessen 
bei grösseren Concentrationen der Säure entsprechend 
rascher statt. Es fällt dabei auf, dass ein solches über- 



— 499 — 

baupt nur in zwei Farben vorkommt. Je nacb der 
Stärke des Reactivs siebt man die Krystalle entweder 
mit blauer oder mit rein gelber Farbe zerfliessen. Be- 
sonders auffallend ist es chokoladenbraun gefärbte 
Krystalle sieb mit reinblauen wolkigen Massen um- 
gebend zu beobachten. 

Untersuchen wir jetzt die morphologischen Ver- 
hältnisse unserer Krystalle näher. Zunächst fallen 
Schuppen oder bandförmige Gebilde von mehr oder 
minder strohgelber Farbe in die Augen. Sie sind 
meistens sehr dünn, biegsam und zerspalten sich an 
den Enden leicht ihrer Länge nach bis zu verschie- 
dener Tiefe oder zerfasern sich sogar in derselben 
Richtung zu mehr oder minder stark auseinander 
spreizenden Fibrillen. Findet das aber nicht statt, sind 
die Bandstücke an ihren beiden Enden intact und 
regelmässig ausgebildet, so sieht man sie schief abge- 
stutzt und zwar in einander entgegengesetzten Richtun- 
gen, was sehr auffallend ist und an den im Allgemei- 
nen ziemlich ähnlich aussehenden violetten oben be- 
trachteten Bandstücken nicht beobachtet wird. Durch 
diese charakteristische Abstutzung erhalten die ein- 
ander parallelen Seitenkanten des Bandes verschiedene 
Länge; man kann eine lange und eine kurze Seite 
unterscheiden. In einem am 27. September (a. St.) 
bereiteten Auszuge bildeten die beschriebenen stroh- 
gelben Bänder für sich allein so gut wie den ganzen 
krystallinischen Niederschlag. Nur sehr kleine rothe 
Schuppen waren spärlich vorhanden. Hier und da fielen 
mir auch nicht stroh- sondern mehr goldgelb gefärbte 
Krystallstücke in die Augen, im Übrigen waren sie 
aber von den strohgelben nicht sicher zu unterscheiden. 



— 500 — 

Es wird sich' weiter zeigen, dass bei vielen Pflanzen 
wirklich zwei nicht nur in ihrer Farbe, sondern auch 
in ihrer Formausbildung verschiedene Pigmente auf- 
treten, ein strohgelbes und ein goldgelbes, für Spiro- 
gyra aber bleibt mir die Sache noch zweifelhaft. 
Ausserdem sei bemerkt, dass der Auszug vom 17. Sep- 
tember eine ganz schwarze dickflüssige Masse bildete; 
die schwarze Farbe rührte vom contrahirten Inhalte 
der Spirogyrazellen. Eine grössere Mannigfaltigkeit 
bot mir ein aus derselben Spirogyra am 25. August 
bereiteter Auszug, der uns das Material zur Beschrei- 
bung der rothen und violetten Krystalle bereits ge- 
liefert hat. Der Inhalt der Algenzellen war hier ein- 
fach entfärbt, keineswegs geschwärzt. Ueber die Ur- 
sache dieses verschiedenen Verhaltens weiss ich nichts 
Bestimmtes anzugeben. Auch in diesem Gemisch fanden 
sich die beschriebenen strohgelben bandförmigen Schup- 
pen. Meistens waren sie ihrer ganzen Länge nach ge- 
streift, als ob sie aus einzelnen flächenartig parallel 
untereinander verbundenen Fibrillen gebildet wären. 
Zuweilen sind die Schuppen in ihrer Mitte besonders 
dünn oder sogar ganz durchbrochen, so dass man nach 
Einwirkung von Schwefelsäure blaue Rahmen erhält. 
Die Bläuung findet an den längsgestreiften sehr ungleich- 
massig statt und verläuft längs den Fibrillen, so dass 
auffallende Combinationen von gelb und blau in ein 
und derselben Schuppe dabei temporär auftreten. 

Ausser den strohgelben Schuppen erblickt man noch 
gelb- bis dunkelbraun gefärbte, meistens strauchartig 
verzweigte gerade oder seicht bogenförmig gekrümmte 
Stäbchen. Sie kommen auch vereinzelt vor, gewöhn- 
lich verwachsen sie aber an einem Ende zu zwei oder 



— 501 — 

mehreren beisammen. Ihre Natur ist mir nicht ganz 
klar. Zuweilen überzeugt man sich durch Rollen dieser 
Gebilde leicht, dass die vermeintlichen Stäbchen nur 
auf die Kante gestellte an ihren Enden schief abge- 
stutzte Schüppchen von hellbraun bis strohgelber Farbe 
sind, die von ihrer Fläche aus betrachtet von den oben 
beschriebenen strohgelben Krystallen nicht sicher un- 
terschieden werden können. Es wird sich später her- 
ausstellen, dass auch ein anderes Pigment auf dieselbe 
Weise den Schein brauner Stäbchen hervorbringen 
kann. Dennoch möchte ich nicht behaupten, dass in 
Spirogyra kein wirklich stäbchenartig krystallisirendes, 
dunkelbraun gefärbtes Pigment auftritt. Erstens ge- 
lingt es nicht immer die strauchartig verbundenen 
Stäbchen durch Rollen zu breiten Schuppen umzu- 
gestalten, zweitens fiel mir auf, dass bei Auflösung in 
Alkohol und Einsaugung mittelst eines Streifens von 
Filtrirpapier letzteres ausser der gelben Färbung noch 
einen deutlichen braunen Saum zeigte, der aus dem 
Extracte des 17. Septembers, wo sich keine braune 
Stäbchen vorfanden, nicht zu erhalten war. 

Als zweites Beispiel soll nn^ Betula verrucosa dienen. 
Das Material stammte von einem jungen ganz frei er- 
wachsenen Bäumchen, dessen Blätter auffallend dunkel- 
grün gefärbt und von übergewöhnlicher Grösse waren. 
Sie wurden am 25. August und dann noch später im 
September geerntet und nach grober Zerkleinerung 
direkt mit absolutem Alkohol bearbeitet. In dem bun- 
ten Krystallgemische, das auf diese Weise auch hier 
erhalten wird, können leicht folgende Krystallarten 
unterschieden werden. Erstens, die rothen Schuppen, 
die hier meistens prachtvoll und oft sehr regelmässig 



— 502 — 

ausgebildet sind. Zweitens, die violetten Krystalle, 
von den aus Spirogyra erhaltenen nicht zu unterschei- 
den. Sie kommen hier in derselben Mannigfaltigkeit 
der Form und Farbe wie dort, bald als platte Nadeln, 
bald als breite Bandstücke oder linsenartige Schuppen 
ausgebildet vor. Drittens, erblickt man die stroh- 
gelben Bandstücke mit ihren charakteristisch in ent- 
gegengesetzter Richtung abgestutzten Enden. Lässt 
man den Versuchstropfen austrocknen, so tritt an die- 
sen Gebilden eine sehr eigenthtimliche Veränderung 
auf. Sie krümmen sich nämlich bogen- oder sichel- 
förmig, wobei die kurze Seitenkante zur concaven im 
Uebrigen intacten Seite der Sichel wird, während die 
längere sich convex krümmende durch quere, bis zu 
verschiedener Tiefe sich erstreckende, scharfe Ein- 
schnitte in Stücke zerbröckelt wird. Zu dieser Zer- 
bröckelung in querer Richtung kann sich noch in 
mannigfaltiger "Weise eine Spaltung der Länge nach 
gesellen. Auch bei Spirogyra wurden ebensolche Ge- 
bilde gelegentlich beobachtet. Die Bedingungen dieser 
Veränderung habe ich noch nicht näher untersucht. 
Es ist zu bemerken, dass die quer zerbröckelten stroh- 
gelben Krystalle von der Schwefelsäure verhältniss- 
mässig schwer (richtiger langsam) angegriffen werden 
und sich zunächst nur an den Rändern ihrer Ein- 
schnitte bläuen. Überhaupt stimmen aber alle drei 
erwähnten Krystallarten mit den entsprechenden aus 
Spirogyra erhaltenen in allen Reactionen vollkommen 
überein; selbst die Goncentrationsgrade, bei denen die 
Schwefelsäurereaction erlischt, bleiben die nämlichen, 
so dass an der Identität der betreffenden Stoffe durch- 
aus nicht zu zweifeln ist. Nur finde ich an den Kry- 



— 503 — 

stallen aus Betula verrucosa auch nach dreimonatlicher 
Aufbewahrung des Auszuges im Dunkeln die Reac- 
tionen nicht merklich anders als früher verlaufen. 
Auch muss beachtet werden, dass das in den Birken - 
blättern vorhandene Harz einigen Reactionen hinder- 
lich sein kann. So sieht man z. B. bei Behandlung des 
ausgetrockneten Versuchstropfens mit Benzin viele 
rothe Schuppen unverändert liegen bleiben, während 
dieselben nach vorheriger Behandlung mit Alkohol in 
Benzin, wie gewöhnlich, momentan aufgelöst werden. 
Nun kommt aber in den Birkenblättern noch ein 
viertes krystallinisches Pigment vor. In seinen chemi- 
schen Eigenschaften stimmt es mit dem strohgelben 
fast vollkommen überein, ist aber nach der Form und 
Farbe seiner Krystalle sicher und leicht davon zu un- 
terscheiden. Man kann letztere am Passendsten als 
goldgelbe Navikeln bezeichnen. Bei besonders regel- 
mässiger Entwickelung , die aber verhältnissmässig 
selten anzutreffen ist, stellen sie stark ausgezogene, 
sehr spitzwinklige rhombische Plättchen dar. Meistens 
findet aber eine Abstumpfung der scharfen Ecken, so- 
wie eine Abrundung der stumpfen statt, wodurch eine, 
zuweilen auffallende Ähnlichkeit mit Navikeln (in ihrer 
Schalenansicht) entsteht. Solche Gebilde findet man 
nun theils einzeln, theils paarweise kreuzartig ver- 
bunden, zuweilen sehr regelmässige Durch wachsungs- 
zwillinge bildend, meistens aber zu mehreren ver- 
schiedenartig gruppirt. Öfters kommen auch halbent- 
wickelte von etwa zuckerhutförmigem Umrisse, an 
einem Ende breite, am anderen schmal abgestutzt vor. 
Die einzelnen Navikeln einer Gruppe können von 
gleicher aber auch von sehr verschiedener Grösse sein. 



— 504 — 

Stellen sich diese Gebilde auf die Kante, so projiciren 
sie sich als braungelbe, dünne, gerade oder seicht 
bogenförmig gekrümmte, einfache oder strauchig ver- 
zweigte Stäbchen. Die Reactionen dieser Krystalle 
stimmen, wie bemerkt, mit denjenigen der strohgelben 
überein, doch scheinen gewisse secundäre Unterschiede 
auch in dieser Hinsicht vorhanden zu sein. Die gold- 
gelben werden von Schwefelsäure etwas leichter als 
die strohgelben angegriffen; bei einer gewissen Säure- 
concentration sieht man erstere mit blauer Farbe 
rasch zerfliessen, während letztere nur gebläut werden. 
Eisessig scheint dagegen die strohgelben rascher als 
die goldgelben aufzulösen. 

Ausser den vier beschriebenen kommen in Betula 
verrucosa, wie es scheint, keine andere krystallinische 
Nebenpigmente des Chlorophylls vor. Wir wollen nun 
keine weitere Beispiele einzeln analysiren und schrei- 
ten direkt zur Frage über die Verbreitung der ver- 
schiedenen oben nachgewiesenen Pigmente. 

Was zunächst die rothen Schuppen betrifft, so kann 
nach meinen Untersuchungen durchaus kein Zweifel 
sein, dass der betreffende Stoff in allen chlorophyll- 
führenden Pflanzen vorkommt. Seine Gegenwart lässt 
sich noch viel leichter und rascher als nach der oben 
angegebenen Methode feststellen. Man braucht nur 
mikroskopische Schnitte des zu untersuchenden Theiles 
in gewisser Menge auf dem Objectträger ausgebreitet 
mit Alkohol zu behandeln, ein Deckglas aufzulegen 
und das Präparat nach dem Austrocknen im verdun- 
kelten Felde des Polarisationsmikroskopes zu betrach- 
ten. Ist der fragliche Stoff (in genügender Menge?) 
vorhanden, so verräth er sich dabei in Gestalt roth 



— 505 — 

leuchtender Gebilde. Treten dieselben nur sparsam 
auf, so findet man sie gewöhnlich an den Rändern des 
Präparats gelagert, öfters beschlagen sie aber in grosser 
Menge die ganze Fläche sowohl des Deckgläschens, 
als auch des entsprechenden Objectträgertheiles, so 
wie die Schnitte selbst. Das dunkle Feld gleicht dann 
einem Firmament das mit rothen Sternen dicht durch- 
säet ist und oft erblickt man sogar wie eine Milch- 
strasse winziger, dicht beisammen liegender roth leuch- 
tender Funken. Bei stärkerer Vergrösserung und 
gewöhnlicher Beleuchtung untersucht erweisen sich 
die rothen Sterne als kleine Schüppchen, die zuweilen 
regelmässig rhombisch oder linsenförmig gestaltet, 
meistens aber ganz unregelmässig contourirt sind. 
Sie stimmen in allen ihren Eigenschaften mit den oben 
beschriebenen rothen Schuppen aus Spirogyra oder 
Betula vollkommen überein. Auf diese Weise konnte 
ich nun ohne grosse Mühe die Gegenwart des betref- 
fenden Stoffes in folgenden Pflanzen ^ feststellen : Spi- 
rogyra sp.^ Cladophora sp.^ MarcJiantia polymorpha, 
PolytricJium commune, Climacium dendroides, Equise- 
tum limosum, BotrycMum Lunaria, Äspidium spinu- 
losum, Pteris serrulata, Larix europaea, Picea vulgaris, 
Pinus sylvestris, Imperata saccharifera , Poa annua, 
Poa trivialis , Dactylis glomerata , Bromus inermis, 
Bromus secalinus, Äira caespitosa, Anthoxanthum odo- 
ratum, Phleum pratense , Alopecurus pratensis , A. ge- 
niculatus, Zea Mays, Cyperus alternifolius, Carex hirta, 
C. vesicaria, C, microstachya , Lemna minor, Calla 
palustris, Potamogeton perfoliatus, Alisma Plantago, 
Juncus communis, Lumla campestris, Iris Pseudacorus, 
verschiedene Salix- und Populus-Arten, Betula verru- 

ilelangeä biologiques. XI. 64 



— 506 — 

cosa, B. lenta, B. fruticosa, Alnus incana, A. glutinosa, 
Morus alba, Rumex domesticus, Quer eus pedunculata, 
Amarantus hybridus , Chenopodium bonus Henrieus, 
Plantago media, Lysimachia vulgaris, L, thyrsiflora, 
Myosotis palustris^ Mentha piperita, Lamium album, 
Leonurus cardiaca, Glechoma hederacea, Galeopsis te- 
traJiit, Verbascum Thapsus, Veronica Cliamaedris, V. 
longifoUa, Rhinanthus crista galli, ScropJiularia nodosa, 
Solanum tuberosum, Fraxinus excelsior, Syringa vulga- , 
m, S. JosiJcaea, Philadelphus coronarius, Polemonium 
coeruleum, Phlox perennis, Lobelia Erinus, Dahlia va- 
riabilis , Achillea Millefolium, Artemisia Abrotanum, 
Girsium palustre, C. heterophyllum, Gentaurea Scabiosa, 
Lappa minor, Taraxacum officinale, Gnicus benedictus, 
Ghrysanthemum japonicum, Tagetes signata, Scabiosa 
atropurpurea , Galium Mollugo, Sambucus racemosa, 
Angelica sylvestris, Aegopodium Podagraria, Garum 
Garvi, Daucus Garota, Petroselinum sativum, Herac- 
leum sibiricum, Pimpinella saxifraga, Anthriscus syl- 
vestris , Vitis vinifera , Epilobium angustifolium , E. 
montanum, Ribes nigrum, Gallitriche verna, GJiryso- 
splenium alternifolium , Amygdalus nana, Prunus Pa- 
dus, Geum rivale, Potentilla anserina, P. Wrangeliana, 
Rubus idaeus , Rubus saxatilis , Spiraea Ulmaria , 8. 
Filipendula, S. opulifoUa, Alchemilla vulgaris, Aronia 
rotundifolia, Gotoneaster vulgaris, Grataegus sanguinea, 
Garagana arbor escens. Genista tinctoria. Lathy r us pra- 
tensis, Scorpiurus vermiculatus , Trifolium pratense, 
Vicia cracca, V. sepium. Hibiscus sp. , Geranium pra- 
tense, Viola palustris , Gerastium triviale , Lychnis flos 
cuculi, Linum usitatissimum, Tilia parvifolia, Barbarea 
vulgaris, Gapsella bursa pastoris, Gar damine pratensis. 



— 507 — 

Hypericum quadrangulum , Aquilegia vulgaris, Delphi- 
nium Consolida y Ranunculus acriSj B. Flammula, E. 
repens. Salix und Populus betreffend möchte ich noch 
bemerken, dass ich in den letzten Maitagen zu einem 
ganz anderen Zwecke 97 Formen des ersteren, theils 
reine Arten, theils Bastarde, sowie 14 Formen von 
Populus auf die angegebene Weise prüfte und stets 
rothe Schuppen oft in auffallend grosser Menge erhielt. 
In obiger Zusammenstellung finden sich Repräsentan- 
ten aller wichtigen Pflanzengruppen. Weder Conife- 
ren noch untergetauchte Wasserpflanzen bilden eine 
Ausnahme von der allgemeinen Regel. Es muss her- 
vorgehoben werden, dass sogar da, wo wegen Säure- 
gehalt in der Pflanze der Alkoholauszug nicht grün 
ist, wie z. B. LysimacMa, Hypericum, rothe Schuppen 
dennoch abgesetzt werden. Man sage nicht es sei das 
eine selbstverständliche Folge ihrer Resistenz schwa- 
chen Säuren gegenüber. Die von mir früher beschrie- 
benen grünen Krystalle werden ja ebenfalls, einmal 
gebildet, von schwachen Säuren nicht angegriffen, aber 
die Gegenwart einer solchen genügt um die Krystall- 
bildung aufzuhalten. Nach vorherigem Auskochen 
der Blätter in Wasser sieht man immer noch rothe 
Schuppen auftreten, während grüne Krystalle nicht 
mehr beobachtet werden. Auch durch Trocknen ge- 
tödtete Blätter können, falls sie ihre grüne Farbe be- 
halten haben, rothe Schuppen liefern, wenigstens war 
das an den dem Herbarium entnommenen, in Wasser 
aufgeweichten Blättern von Mentha aquatica x viridis, 
die ich zu einem anderen Zwecke prüfte, der Fall. 

Es ist nicht gleichgiltig zu welcher Jahreszeit die 
grünen Pflanzentheile auf ihren Gehalt an dem rothe 



— 508 — 

Schuppen bildenden Farbstoffe untersucht werden. 
Im Frühjahr erhält man, wenigstens auf die angege- 
bene Weise, meistens negative Resultate oder höchstens 
Spuren des fraglichen Stoffes. In der zweiten Hälfte 
des Maimonats lieferten mir die Blätter von Dactylis 
glomerata, Alopecurus pratensis, ülmus effusa, Syringa 
vulgaris, Samhucus racemosa, Prunus Padus, Spiraea 
sorhifolia, Sorhis Äucuparia, Crataegus sayiguinea, Ae- 
gopodium Podagraria, Carum Carvi, Anthriscus syl- 
vestris, Heradeum sïbiricum, keine rothen Schuppen, 
während im Juni dieselben Pflanzen solche zum Theil 
sogar reichlich absetzten. Ich möchte aber daraus 
keineswegs schliessen dass in den schon lebhaft grünen 
Maiblättern der fragliche Stoff gar nicht vorhanden 
sei. Wahrscheinlich ist nur seine Menge so unbedeu- 
tend, dass er auf die angegebene Weise nicht entdeckt 
werden kann, aber auch andere Umstände könnten 
dabei im Spiele sein. Mehrere Pflanzen wollten mir 
auch im Sommer, auf rein mikrochemische Weise ge- 
prüft, keine rothen Schuppen liefern, während in aus 
denselben bereiteten Auszügen solche stets, oft sogar 
in bedeutender Menge vorhanden w^aren. Equisetmn, 
Polytriclium, Climacium und einige andere wurden in 
obiger Zusammenstellung nur auf Grund der Unter- 
suchung ihrer Extrakte angeführt. Wird durch die 
eigenthümliche Organisation der Pflanze eine relativ 
schwere Extrahirbarkeit ihres Chlorophylls bedingt, 
washier und da bekanntlich wirklich vorkommt, so ist 
das negative Resultat der rein mikrochemischen Prü- 
fungsmethode leicht verständlich : der Alkohol bleibt 
zu kurze Zeit mit den Schnitten in Berührung. ' Am 
18. Juli prüfte ich die Blätter eines starken Sprosses 



— 509 — 

von Caragana arbor escens mikrochemisch eins nach 
dem anderen von oben nach unten fortschreitend. 
Das oberste eben aus der Terminalknospe geschiedene 
noch sehr hellgrün gefärbte Blatt mit unentfalteten 
Blättchen lieferte gar keine rothen Schuppen, aber der 
Auszug war überhaupt nur sehr schwach gefärbt. 
Das zweite, halbentfaltete , ebenfalls blassgrüne Blatt 
dagegen setzte rothe Schuppen in merklicher Menge 
ab. Von diesem Blatte an bis zum achten stieg nun 
der Gehalt am fraglichen Stoffe Hand m Hand mit 
der Intensität der grünen Färbung, und aus den 
Blättern 6 — 8 wurde eine Masse rother Schüppchen 
erhalten. Das 12-te und 16-te lieferten merklich we- 
niger. Die Schicksale unseres Stoffes im Herbste 
müssen noch näher geprüft werden, schon jetzt kann 
ich jedoch angeben , dass er m gegen den Frost resis- 
tenten Pflanzen bis zum Tode ihrer Blätter vorhanden 
zu sein scheint. Noch am 3. October*) konnte ich 
ihn ohne Mühe in den Auszügen frischer, lebhaft grün 
gefärbter Blätter von Ruhus idaeus, Spiraea opulifolia^ 
Rihes nigrum , Epilohium montanum, Lamium album^ 
Glechoma hederacea, Veronica Chamaedrys und Betula 
verrucosa nachweisen. Aber auch ganz gelb gefärbte 
herbstliche Blätter können den Stoff immer noch füh- 
ren, wenigstens war das für Quer eus pedunctdata (am 
5. September untersucht) der Fall. Höchst interessant 
wird es sein zu erfahren, wie sich etiolirte Sprossen 
in dieser Hinsicht verhalten. 

Bei der allgemeinen Verbreitung des in Rede ste- 
henden Stoffes und seiner schweren Lösbarkeit in Al- 



4) Der erste bedeutende Frost der die Georginen tödtete fand 
schon in der Nacht des 12. Septembers statt. 



— 510 — 

kohol ist es selbstverständlich, dass er auch bei der 
gewöhnlichen Bereitung von Chlorophyllauszügen mit- 
telst grösserer Mengen von Alkohol auftreten muss. 
Bei direkter Prüfung des Rohauszuges findet man auch 
wirklich die bekannten rothen Schuppen stets. Wird 
aber die Lösung kalt filtrirt, so bleiben letztere auf 
dem Filter liegen und das Filtrat setzt beim Ver- 
dunsten wenigstens nicht allzugrosser Mengen keine 
neue Schuppen ab. Daher fällt der Stoff bei gewöhn- 
licher makrochemischer Untersuchung meistens nicht 
auf. Ganz neu ist er aber keineswegs. Er wurde 
zum ersten Male von BougareP) im Jahre 1877 be- 
obachtet und unter dem Namen von Erythrophyll ziem- 
lich kurz beschrieben. Bougarel erhielt ihn aus 
Pfirsichblättern sowie aus denjenigen von Ficus Sy- 
comorus. Seine Angaben lassen keinen Zweifel zu, 
dass er durchaus dieselben rothen (im durchfallenden 
Lichte, im auffallenden sollen sie grün sein) Schuppen 
wie ich in den Händen hatte, nur eine seiner Behaup- 
tungen ist mir etwas unverständlich. Es soll nämlich 
das Erythrophyll nicht nur in Kali, Essigsäure, Salz- 
säure und Alkohol, sondern auch noch in Aether 
schwer löslich sein. Meine rothen Schuppen ver- 
schwinden dagegen in Aether ziemlich leicht, freilich 
nicht momentan wie in Chloroform oder Benzin, aber 
mit den oben angeführten Reagentien kann das Aether 
unmöglich in eine Reihe gestellt werden. Zwei Jahre 
später wird derselbe Stoff unter Hinweisung auf Bou- 



5) Ch. Bougarel. Sui' une matière colorante rouge accompag- 
nant la chlorophylle. Bulletin de la soc. chim. de Paris, T. 27, p. 442. 



— 511 — 

garel's Arbeit von Hoppe-Seyler^) erwähnt, der 
ihn bei der Darstellung seines Chlorophyllans aus 
Grasblättern erhielt. Diese beiden Forscher erwäh- 
nen der charakteristischen Schwefelsäurereaction nicht. 
Letzteres ist aber in einer Notiz von Rostafinsky ^) 
der Fall, aus der ich ersehe, dass diese Reaction schon 
1856 de-Bary bekannt war. Rostafinsky unter- 
sucht den rothen Farbstoff mehrerer Algen aus der 
Reihe der Chlorophyceen und macht auf die merk- 
würdige Übereinstimmung desselben mit Lieb er- 
mann 's Chrysochinon in der Schwefelsäurereaction 
aufmerksam. Es scheint mir aber Ros.tafinsky dabei 
den Fehler zu begehen diese Reaction als ein untrüg- 
liches Zeichen ein und derselben Substanz, die er 
Chlororufin nennt, zu betrachten, indem er z. B. aus 
der Bläuung mit Schwefelsäure auf die Gegenwart von 
Chlororufin in gelben Blüthen schliesst. Wir sahen 
nun aber dass es mehrere verschiedene Pigmente giebt, 
die in ihrem Verhalten der Schwefelsäure gegenüber 
untereinander übereinstimmen. Dieselbe mehrfach 
erwähnte Reaction wird noch schliesslich von zwei 
Forschern für den Farbstoff einiger rother Früchte 
angegeben, nämlich von Hartsen^), der die Beeren 
von Solanum dulcamara, Tamus communis und Aspa- 
ragus officinalis untersuchte, dann von Millardet^) 



6) F. Hoppe- Seyler. Über das Chlorophyll der Pflanzen. 
Zeitschr. f. physiol. Chemie, Bd. III, H. 5, u. Bot. Zeitg. 1879, p. 819. 

7) J. Rostafinsky. Über den rothen Farbstoff einiger Chlo- 
rophyceen etc. Bot. Ztg. 1881, p. 461. 

8) M. Harts en. Sur la substance colorante des baies rouges 
C. rendus, 1873, I, p. 385. 

9) A. M illarde t. Note sur une substance colorante nouvelle 
(Solanorubine) etc. Nancy. 1876. 



— 512 — 

in seiner bekannten Arbeit über den rothen Farbstoff 
der Tomaten. Weitere Untersuchungen werden wahr- 
scheinlich die Identität von Solanorubin, Erythrophyll 
und Chlororufin feststellen, die bis jetzt vorhandenen 
Daten reichen aber dazu bei Weitem nicht aus. Ich 
möchte es vorschlagen an Bougarel's Bezeichnung 
der Substanz als Erythrophyll festzuhalten. 

Was nun den zweiten Farbstoff, der die oben als 
violett bezeichneten Krystalle liefert, und dessen Selbst- 
ständigkeit zur Zeit noch etwas fraglich erscheint, be- 
trifft, so ist er nach meinen Beobachtungen zwar weit- 
aber doch, wie es scheint^ nicht allgemein verbreitet. 
Bis jetzt habe ich ihn mit Bestimmtheit in den Aus- 
zügen folgender Pflanzen nachgewiesen; Spirogyrasp,^ 
Cladophora sp., Iris Pseudacorus, Betula verrucosa^ 
Veronica Ghamaedrys, Lamium album, Glechoma he- 
deracea^ Phlox per ennis, Heracleum sihiricum, Petro- 
selinum sati/vum, DaucMS Carola^ Epilohium montanum, 
Rihes nigrum, Spiraea opulifolia, Tiliaparvifolia. Über- 
all tritt er in denselben oben beschriebenen krystalli- 
nischen Gestalten und mit durchaus übereinstimmen- 
den Eigenschaften auf. Aus welcher Pflanze ich sie 
nur prüfte, konnte ich mich von ihrer verhältniss- 
mässig starken Resistenz gegen Schwefelsäure sowie 
von dem Beschlagen mit blauen Stäbchen bei einer ge- 
wissen Concentration der Säure überzeugen. Ueber- 
gangsformen zu den Erythrophyllschuppen waren bei 
den übrigen Pflanzen ebensowenig wie in Spirogyra- 
oder Betula- Auszügen vorhanden. Bei rein mikro- 
chemischer Prüfung erinnere ich mich nicht violette 
Krystalle auftreten gesehen zu haben, doch muss die 
Sache weiter geprüft werden. 



— 513 — 

Es soll nun von der Verbreitung der verschiedenen 
in Alkohol leicht löslichen gelben Pigmente die Eede 
sein. Wir konnten oben deren wenigstens zwei sicher 
unterscheiden. Was zunächst den Stoff der strohgelben 
lang ausgezogenen Schuppen, deren eigenthümliche 
Zerfaserung und Zerbröckelung oben beschrieben 
wurden, betrifft, so ist er weit verbreitet, ob er aber, 
dem Ery throphyll gleich, in jeder chlorophyllführenden 
Pflanze vorkommt, ist mir noch zweifelhaft. Bis jetzt 
konnte ich ihn in den Auszügen folgender Pflanzen 
nachweisen: Spirogyra sp,, Aspidium spinulosum^ Zea 
Mays, Iris Pseudacorus, Betula verrucosa, Populus 
laurifolia, Myosotis palustris, Scrophularia nodosa, 
Lamium album, Glechoma hederacea,LeonurusGardiaca, 
Syringa vulgaris, PMoxperennis, Taraxacum officinale, 
Samhucus racemosa, Daucus Garota, Petroselinum sa- 
tivum, Änthriscus sylvestris, Aegopodium Podagraria, 
Pimpinella Saxifraga, Heracleum sihiricum, Callitriche 
verna, Geum rivale, Spiraea opulifolia, Tilia parvifolia. 
Auch an mikroskopischen Präparaten tritt oft derselbe 
Stoff in Gestalt blasser, nicht scharf begrenzter, flach 
nadeiförmiger Schuppen, zuweilen in grossen Mengen 
hervor. Ich sah solche z. B. an Präparaten aus Tri- 
folium pratense, Dahlia variabilis und CJirysosplenium 
alternifolium auftreten, erinnere mich aber dieselben 
Gebilde noch bei vielen anderen, damals nicht näher 
verzeichneten. Pflanzen beobachtet zu haben, zu einer 
Zeit, wo ich sie noch für blasse Erythrophyllschuppen 
hielt, bis mich ihre Löshchkeit in Alkohol eines An- 
deren lehrte. Letztere, sowie ihre Form und ihr Ver- 
halten gegen Schwefelsäurelösungen verschiedener Con- 
centration lassen keinen Zweifel darüber, dass es die- 

Uélanges biologiques. XI. 65 



— 514 — 

selben Gebilde sind, die in viel mächtigerer Entwicke- 
lung in den auf die oben angegebene Weise bereiteten 
Auszügen der meisten Pflanzen auftreten. Am Sicher- 
sten findet man sie, wenn man den Rand des Deck- 
gläschens am trocknen Präparat aufmerksam durch- 
mustert: gewöhnlich strahlen sie hier von verschiede- 
nen Puncten aus ins Innere des Präparats. Bei reich- 
licherem Absatz findet man sie einen Saum ausserhalb 
des Deckgläschens bildend oder sowohl Deck- als Ob- 
jectglas inwendig beschlagend. 

Während die strohgelben Krystalle aus den meisten, 
vielleicht sogar aus allen chlorophyllführenden Pflanzen 
erhalten werden können, scheint den goldgelben Na- 
vikeln, die wir aus Betula verrucosa kennen lernten, 
eine viel begrenztere Verbreitung zuzukommen. Ich 
habe sie bis heute ausserdem nur noch in den Aus- 
zügen Yon Cladophor a sp.j Aspidium spinulosum^ Tara- 
xacum officinale^ Biles -nigrum^ Spiraea opulifoUa, An- 
thriscus sylvestris, Heracleum sibiricum und Petrose- 
Unum sativum beobachtet. Letztere Pflanze (am 23. 
September untersucht) lieferte mir besonders schön 
entwickelte und in so reichlicher Menge vorhandene 
goldene Navikeln, dass ich mich eine Zeit lang fragte 
ob hier wirklich noch ein anderes gelbes Pigment vor- 
handen wäre, bis ich auf hier und da zerstreute dichte 
Büschel strohgelber, oft pinselartig zerfaserter Kry- 
stalle aufmerksam wurde. Anthriscus lieferte zuweilen 
sehr regelmässige sechseckige goldene Täfelchen mit 
allen üebergängen zu der gewöhnlichen Navikelnform. 

Nach der krystallinischen Form zu urtheilen, kom- 
men bei gewissen Pflanzen noch andere gelbe Pig- 
mente vor, von Blüthen, die ich noch nicht näher un- 



— 515 — 

tersuchte, ganz abgesehen. Die Auszüge von Equi- 
setum limosum z. B. lieferten mir erstens ziemlich 
grosse, aber sehr dünne, sich leicht umschlagende, sehr 
hellroth gefärbte Erythrophyllschuppen, wie sie auch 
aus manchen anderen Pflanzen erhalten wurden, zwei- 
tens aber gold- bis braungelbe, oft sehr regelmässige, 
viereckige und scheinbar rechtwinklige Plättchen, 
bald einzeln, bald zu verschiedenartigen Gruppen ver- 
einigt, die sich in der Seitenansicht als braune Stäb- 
chen projicirten. In ihren Eigenschaften stimmten 
diese Krystalle mit den goldenen Navikeln überein. 
Ganz ähnliche Resultate lieferte auch Larix europaea, 
es hatten aber die goldenen Täfelchen eine merkliche 
Dicke und schienen nicht ganz rechtwinklig zu sein. 
Aus Epilohium montcmum wurden ebenfalls viereckige, 
jedoch weniger regelmässige goldgelbe Plättchen er- 
halten. 

Es fragt sich nun, in welchem Verhältnisse die ver- 
schiedenen beschriebenen gelben Pigmente zu dem so- 
genannten Xanthophyll stehen. Weitere Untersuchun- 
gen werden dieses Verhältniss näher aufklären, ich 
möchte aber vermuthen, dass in den meisten Fällen 
das Xanthophyll ein Gemisch wenigstens zweier ver- 
schiedener Pigmente, etwa eines stroh- und eines gold- 
gelben sein möchte. Es würde das der Hauptsache 
nach mit den Resultaten der optischen Untersuchun- 
gen englischer Forscher, wie Stokes und Sorby, 
harmoniren. Dass das Xanthophyll überhaupt kry- 
stallisire, davon kann man sich leicht überzeugen. 
Man braucht nur eine alkoholische Chlorophylllösung 
in einem Uhrgläschen im Dunkeln austrocknen zu 
lassen und dann den seit N. C. Müller's Untersuchun- 



— sie- 
gen bekannten äusseren gelben Saum mikroskopisch 
zu prüfen : er zeigt sich aus zwar nicht sehr deutlichen 
aber unzweifelhaften Krystallen zusammengesetzt, die 
sich im dunklen Felde des Polarisationsmikroskops als 
doppeltbrechend herausstellen. Auch fehlt es in der 
Litteratur keineswegs an Angaben über die Krystalli- 
sirbarkeit des gelben Bestandtheils des Chlorophylls, 
sie scheinen aber wenig Berücksichtigung gefunden zu 
haben. Frémy^^) giebt an das Phylloxanthin (Xantho- 
phyll der neueren Autoren) krystallisire bald in gelben 
Blättchen, bald in röthlichen Prismen, welche in ihrem 
Aussehen Ähnlichkeit mit dem zweifach chromsauren 
Kali haben sollen. Nach Thudichum ") sind die Kry- 
stalle seines Luteins, einer gelben Substanz, die in den 
verschiedensten Theilen von Pflanzen und Thieren vor- 
kommen soll, scheinbar rhombische Tafeln, von wel- 
chen je zwei oder mehrere in einer besonderen Weise 
aufeinander gelagert sind. Hartsen^^)erhielt aus zer- 
schnittenen Blättern verschiedener Pflanzen eine kry- 
stallisirte Substanz, die er Chrysophyll nennt; ihre 
Krystalle sollen Plättchen, welche aus aneinander ge- 
fügten Nadeln gebildet sind, vorstellen. Letztere An- 
gabe könnte auf unsere strohgelben, leicht der Länge 
nach zerfasernde Krystalle bezogen werden, während 
Thudichum's Beschreibung mehr auf unsere goldene 
Navikeln passen möchte; Frémy's Angaben könnten 
für beide gelten. Die Blaufärbung mit concentrirter 



10) E. Frémy. Recherches chimiques sur la matière verte des 
feuilles. Comptes rendus. T. 61, p. 188. 

11) J. L. Thudichum. Ueber das Lutein und die Spectren gelb- 
gefärbter organischer Substanzen. Chem. Central-Blatt, 1869, p. 65. 

12) F. A. Hartsen. Chem. Centr.-Bl. 1872, p. 525 u. 1875, p. 613. 



— 517 — 

Schwefelsäure war schon Frémy bekannt. Em sorg- 
fältiges Studium der vorhandenen Litteraturangaben 
würde somit genügen um zur Ueberzeugung zu ge- 
langen, dass die vielbesprochene Schwefelsäur ereac- 
tion mehreren verschiedenen Pigmenten zukomme. 

Es wird mir der Leser gewiss verzeihen, dass ich 
die oben unterschiedenen Pigmente, mit alleiniger 
Ausnahme des Erythrophylls, vorläufig mit keinen be- 
stimmten Namen belege. Namen sind schon ohnedem 
im betreffenden Gebiete in reicher Fülle vorhanden 
und die Synonymik derselben noch sehr wenig aufge- 
klärt. Es muss die Reindarstellung im grösseren Maass- 
stabe, sowie die Untersuchung der optischen Eigen- 
schaften der fraglichen Pigmente abgewartet werden 
ehe man für sie alte Namen anzuwenden oder neue zu 
schaffen sich berechtigt fühlt. Recht interessante Re- 
sultate verspreche ich mir von der Untersuchung etio- 
lirter Pflanzen. 

Schliesslich erlaube ich mir noch die Hauptresultate 
der vorliegenden Arbeit kurz zusammenzufassen. 

1) Das Reinchlorophyll wird in den grünen Pflanzen- 
theilen von mehreren leicht krystallisirenden Nebenpig- 
menten begleitet. 

2) Alle diese Nebenpigmente besitzen die Eigen- 
schaft von concentrirter Schwefelsäure gebläut zu 
werden. 

3) Sie können in zwei Gruppen getheilt werden, je 
nachdem sie in Benzin oder in Alkohol leichtlöslich sind. 

4) Die in Alkohx)! löslicheren werden auch von 
Schwefelsäure und Eisessig leichter angegriffen. 

5) In die erste Gruppe gehört Bougarel's Erythro- 



— 518 — 

phyll, welches ein durchaus constanter Begleiter des 
Chlorophylls zu sein scheint. 

6) Vielleicht kann noch ein zweiter Stoff derselben 
Gruppe unterschieden werden. 

7) Die zweite Gruppe bildet das sogenannte Xantho- 
phyll. 

8) Letzteres scheint in vielen Fällen ein Gemenge 
zweier verschieden krystallisirender Körper zu sein. 

St. Petersburg, 20. Dezember 1882. 



3>0<t 



(Tiré du BuUetin, T. XXVIIÏ, pag. 328-352.) 



21 Décembre 1882. 
2 Janvier 1883. 

Zur Methodik der telephonischen Beobachtungen über 
die galvanischen Muskelwirkungen während des 
willkürlichen Tetanus. Von N. Wedenskij. 

(Aus dem physiologischen Laboratorium der St. Petersburger Uni- 
versität.) 

Nachdem ich im Einklänge mit Bernstein und 
Schönlein und zwar auf einem von beiden unab- 
hängigen Wege festgestellt hatte , dass das Telephon 
zum Nachweis der negativen Schwankungen des Mus- 
kelstromes dienen kann, stellte ich mir als nächste 
Aufgabe vor, die Aeusserungen und die Entstehungs- 
weise des willkürlichen Tetanus zu untersuchen. 
Meine ersten hieraufgerichteten Versuche unterschei- 
den sich von einander nur dadurch, dass in der einen 
Reihe (Frosch, Kröte, Kaninchen) die Ableitung von 
den entblössten und möglichst isolirten Muskeln 
(mittelst unpolarisirbaren oder polarisirbaren Elektro- 
den), in der anderen von den mit Haut bedeckten (in 
diesem Falle durch das Einstechen der Nadeln in den 
Muskel) stattfand. Es versteht sich von selbst, dass 
am Menschen nur dieses letzte Verfahren möglich war. 

Unter allen diesen Bedingungen äusserte sich tele- 
phonisch jede starke natürliche Contraction durch 



— 520 — 

einen eigenthümlichen sehr tiefen Ton oder richtiger 
durch ein regelmässiges Geräusch, welches viel Ähn- 
lichkeit mit demjenigen zu haben scheint, was man 
nach dem Helmholtzt'schen Verfahren direkt beob- 
achtet. 

Nebst diesen Thatsachen war es interessant noch 
jene Ableitungsweisen zu prüfen, welche in den Ver- 
suchen mit den galvanischen Muskelwirkungen am le- 
benden Menschen und zwar bei den unversehrten 
Muskeln bekannt sind. — Ich meine den berühmten 
Versuch von Du-Bois-Reymond mit dem willkür- 
lichen Tetanus und die galvanischen Erscheinungen bei 
der Ableitung von dem Vorderarm nach Hermann. Im 
Versuche von Du-B ois-Reymond werden bekannt- 
lich die Finger beider Hände in die Zuleitungsgefässe 
des Galvanometers eingetaucht. Bei mir blieb die Ver- 
suchsform dieselbe nur wurden die Hände zum Tele- 
phon abgeleitet. Jede starke willkürliche Muskelcon- 
traction in dem einen Arm wird im Telephon durch 
dasselbe charakteristische Geräusch verkündigt, welches 
ich auch bei direkter Ableitung vom Muskel stets höre. 
Das Geräusch fehlte aber auch dann nicht, wenn an- 
statt einer Hand beide contrahirt waren ; es erschien 
nun sogar viel stärker, als bei dem einseitigen Teta- 
nus. Der willkürliche Tetanus bei der Hermann- 
schen Ableitungsweise des Vorderarms ergab eben- 
falls dasselbe. 

Die Unabhängigkeit der soeben beschriebenen Er- 
scheinungen von den mechanischen Erschütterungen 
der Elektroden oder der Hände während des Tetanus 
wurde durch folgenden Controlversuch bewiesen. Hält 
nämlich ein Mann ruhig seine Hände in den Zulei- 



— 521 — 

tungsgefässen, während der Andere von Aussen her 
die Gefässwände oder die Elektroden absichtlich in 
Erschütterung versetzt, so nimmt man im Telephon 
gar kein Geräusch wahr. 

Schliesslich sei noch bemerkt, dass alle in dieser 
Mittheilung erwähnten Erscheinungen am S im ens - 
sehen Telephon sehr leicht und in höchst prägnanter 
Form erzeugt werden können. Einstweilen kann ich 
in keine theoretischen Betrachtungen der angeführten 
Thatsachen eingehen, da die letzteren von denselben 
mit den hierauf bezüglichen herrschenden Vorstellun- 
gen schwer zu vereinigen sind. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVTII, pag. 290—292.) 
Mélanges biologiques. XI. 66 



^ Mars 1883. 

Die telephonischen Wirkungen des erregten Nerven. 
Von N. Wedenskii. 

(Aus dem physiologischen Laboratorium der St. Petersburger Uni- 
versität.) 

Fortgesetzte Untersuchungen mit dem Telephon 
über die galvanischen Muskelwirkungen während des 
willkürlichen Tetanus^) führten mich zur Frage, ob 
möglicherweise das Telephon auch zum Nachweis der 
negativen Schwankungen im erregten Nerven ange- 
wandt werden kann? 

Eine Beantwortung dieser Frage war insofern sehr 
wünschenswerth, als bekanntlich die Rhythmik des 
tetanisch erregten Nerven bisjetzt ein gar nicht be- 
tretenes Forschungsgebiet darstellt und als die galva- 
nometrischen Beobachtungen der Actionsströme bei 
den einzelnen Reizen ohne Repetitionsmethode so 
schwierig anzustellen sind. 

Natürlich dürften die Anforderungen die man in 
dieser Beziehung an das Telephon stellt, nur sehr 
massige sein, weil schon die vom Muskel in diesem 



1) Meine Mittheilung an die Akademie vom 21. December 1882. 
«Zur Methodik der telephonischen Beobachtungen über die galva- 
nischen Muskelwirkungen während des willkürlichen Tetanus». 



— 524 — 

Apparate hörbaren Töne von keiner grossen Intensität 
sind. Um so überraschender waren die glänzenden 
Resultate der in dieser Richtung angestellten Ver- 
suche. Bei der Ableitung eines einzelnen Froschischi- 
adicus zu den zwei gewöhnlichen Siemens'schen Te- 
lephonen äussert sich jede tetanisirende Reizung einer 
von dem Ableitungsorte mehr oder weniger entfernten 
Nervenstelle (einerlei ob central oder peripherisch 
davon) durch einen leisen, aber ganz wahrnehmbaren 
Ton. Derselbe Versuch an zwei Nerven ergab Töne, 
welche der Stärke nach von denjenigen des tetanisirten 
Gastrocnemius sehr schwer zu unterscheiden waren. 

Die Klangfarbe dieser, wir möchten sagen, Nerven- 
töne, lässt sich von den telephonischen Muskeltönen 
ebenfalls nicht unterscheiden. Der einzige von mir 
bis jetzt wahrgenommene Unterschied zwischen beiden 
besteht nur darin, dass der Muskelton, entsprechend 
der allgemein bekannten rascheren Erschöpfbarkeit 
des Muskels, bei der Reizung früher sinkt, als der 
Nerventon. 

Dass die in Rede stehenden Töne als echt physio- 
logische, nicht als physikalische (etwa unipolare Indue - 
tionswirkungen oder Stromschleifen) Erscheinungen 
aufzufassen sind, geht aus Folgendem hervor. 

Diese Töne treten nach Unterbindung des Nerven 
zwischen der Reizungs- und der Ableitungsstelle nicht 
mehr auf. 

Sie kommen ferner im Vergleich mit den unipola- 
ren Wirkungen bei viel schwächeren Reizstärken zu 
Stande. In meinen Versuchen entspricht die rein phy- 
siologische Wirkung dem Rollenasbtand 24 — 10 Ctm., 
während die unipolaren Wirkungen erst in der Ent^ 



— 525 — 

fernung von 8 Ctm. merklich zu werden beginnen. 
Letztere sind hierbei (besonders scharf bei geringerer 
Reizfrequenz) aus der eigenthümlichen Klangfarbe 
leicht zu erkennen. ^) Am todten Nerven sind nur sie 
allein zu beobachten. 

Wirkt als Unterbrecher der primären Kette die 
elektromagnetische Stimmgabel von 250 Schwingungen 
in der See, so erhält man bei allmählicher Verstärkung 
der Reizströme gewöhnhch folgende Reihe von Er- 
scheinungen. 

Schlittenabstand 

21 — 24 Ein regelmässiges Geräusch, welches manch- 
mal mit dem typischen Geräusche des will- 
küdichen Tetanus am Muskel vollkommen 
übereinstimmt. 

17—19 Ein der Reizfrequenz entsprechender musi- 
kalischer Ton mit einem Geräusche vermischt. 



2) Ein anderes einfaches und zu empfehlendes Verfahren sich 
von der Existenz der unipolaren Wirkungen, (welche wegen der äus- 
sersten Empfindlichkeit des Telephons gegen dieselben bei Anstel- 
lung solcher Versuche zu ganz besonderer Vorsicht ermahnen), zu 
überzeugen, besteht in Folgendem. Berührt man mit der Hand eine 
der reizzuführenden Elektroden auf irgend einem entblössten Punete 
ihres Verlaufs, so vernimmt man sogleich, wenn unipolare Entla- 
dungen im Spiele sind, eine scharfe Abschwächung oder Verstärkung 
des hörbaren Tones, je nachdem man die dem Telephon nähere oder 
davon entferntere Elektrode ableitet. Auf echte Nerventöne übt 
dieser Handgriff keinen Einfluss. 

Da der Abstand zwischen beiden Keizelektroden in allen Ver- 
suchen nur IY2 — 2 mm. betrug, so kann von Stromschleifen bei 
massigen Reizen keine Rede sein. Es ist ferner hinzuzufügen, dass 
ich mich wiederum bei allen Versuchen behufs der Ausgleichung 
der Schliessungs- und Oeffnungsinductionsströme des vor Kurzem 
von Prof. Setschenow angegebenen Verfahrens (Ersatz der Bern- 
stein'schen Nebenschliessung zur primären Rolle durch einen Ne- 
benzweig mit der darin eingeführten Spirale) bedient habe. 



— 526-- 

13 — 15 Derselbe Ton, nur stärker und reiner. 
9 — 11 Derselbe Ton, aber schwächer und von un- 
regelmässigen Geräuschen begleitet. 

Bis zu diesem Augenblicke entsprechen die Töne 
und Geräusche den physiologischen Processen im 
Nerven. Bei weiterer Verstärkung der Sröme gesellen 
sich zu den Nerventönen die unipolaren Wirkungen 
in Form leiser und in ihrer Intensität sich nie ändern- 
der Töne. 

Die erste von den angegebenen Stufen ist von mir 
schon früher bei derselben (und bei viel höherer) Reiz- 
frequenz am Muskel beobachtet worden und soll spä- 
ter einer ausführlichen Betrachtung mit Rücksicht 
auf den willkürlichen Tetanus unterzogen werden; 
hier wird dieselbe nebst anderen Stufen nur als ein 
neuer Beweis der Mannigfaltigkeit der durch das Te- 
lephon im Nerven angezeigten Erscheinungen ange- 
führt. 

Reizt man den Nerv mit den Schliessungen und 
Oeffnungen eines starken (nach Pflüger) Kettenstromes, 
so hört man in Uebereinstimmung mit dem Zuckungs- 
gesetz, einen eigenthümlichen Schlag entweder nur 
bei der Schliessung, oder nur bei der OefiPnung des 
Stromes, je nachdem letzterer zur Ableitungsstelle oder 
von ihr ab gerichtet ist. Wird ferner der Nerv an 
einer Stelle tetanisirt, an einer anderen der Einwir- 
kung eines constanten Stromes unterworfen, so erhält 
man durch die telephonische Ableitung verschiedener 
durch Polarisation veränderter Nervenpuncte eine 
Reihe von Erscheinungen, von denen man bei entspre- 
chender Versuchsanordnung am todten Nerven keine 



— 527 — 

Spur wahrnimmt. Dieser Versuche, welche nicht so 
einfach sind, um in der vorliegenden kurzen Mitthei- 
lung beschrieben zu werden, erwähne ich nur deshalb, 
weil dieselben noch einen klaren Hinweis darauf enthal- 
ten, dass man im Telephon ein wirksames und sehr will- 
kommenes Hülfsmittel auch für die Methodik der 
galvanischen "Wirkungen im Nerven (und zwar vor- 
züglich hier) finden wird. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVIU, pag. 361—364.) 



^ 



21 Décembre 1882. 
2 Janvier 1883. 

Notiz über Bastarde von Habropyga cinerea Vieil, und 
Habropyga melpoda Vieil. Von Dr. F. Morawitz. 

Die Bastardirung der beiden oben genannten Vogel- 
arten kam unter höchst eigenthümlichen Verhältnissen 
zu Stande, wesshalb ich mir erlaube, das Nähere dar- 
über hier ausführlicher mitzutheilen. 

Ende Mai 1882 hatte ich in einen grossen Käfig, 
dessen Wände und Decke aus einem ziemlich fein- 
maschigen Drahtgitter zusammengesetzt waren, sechs 
Astrüden gesetzt, und zwar je ein Paar Schmetterlings- 
finken — Uraeginthus phoenicotis — , Orangebäckchen 
— Habropyga melpoda — und Grau-Astrild — Ha- 
bropyga cinerea — . Dicht neben diesem Bauer stand 
ein zweiter, bedeutend kleinerer, w^elcher ein Paar 
Tigerfinken — Pytelia amandava — beherbergte. Ich 
hatte gar keine Nistvorrichtungen angebracht, es mir 
für eine spätere Zeit vorbehaltend, weil als Brutzeit 
für alle diese Prachtfinken der September-Monat an- 
gegeben wird. — Bereits Anfangs Juni beobachtete 
ich aber, dass die Tigerfinken überaus zärtlich mit ein- 
ander thaten, dass das Männchen fast ununterbrochen 
sang und das Weibchen, zuvor einen mit dem Scheuern- 
gesäme zufällig in den Käfig gekommenen Grashalm 

mélanges biologiques. XI. "7 



-~ 530 — 

mit dem Schnabel ergreifend, umtänzelte. Bald er- 
folgte auch die Begattung und am Tage darauffand ich 
auf dem Sande ein Ei. — Da nun die Tigerfinken im 
Gebüsch über der Erde nisten, so band ich, dem ent- 
sprechend, einen aus Heidekraut bestehenden Besen 
an einer Seitenwand ihres Käfigs an und gab ihnen 
Grashalme, Bastfasern, Watte, Rosshaare und Federn 
als Niststoffe. — In sehr kurzer Zeit hatten die Tiger- 
finken, wobei das Männchen am thätigsten war, in 
ihrem Busche ein Nest gewebt und bald brüteten beide, 
entweder abwechselnd, oder auch gemeinschaftlich. 

In dem grösseren Nachbarkäfige hatten die drei 
Pärchen bis dahin friedlich mit einander gelebt; jedes 
Paar hielt treu zusammen und nestelte sich gegen- 
seitig im Gefieder. Nachdem aber die Tigerfinken mit 
dem Bau ihres Nestes begonnen hatten, war es auch 
hier mit der Ruhe vorbei. Die Orangebäckchen und 
Grau- Astril den geriethen in grosse Aufregung, klam- 
merten sich häufig an die dem Tigerfinken-Neste zu- 
gekehrte Wand ihres Käfigs und schauten neugierig 
hin. — Ich hielt es nun für geboten, auch für diese 
Vögel schon jetzt die nöthigcn Nistvorrichtungen zu 
machen und brachte demgemäss zwei Besen, einen für 
die Orangebäckchen, den andern für die Grau-Astril- 
den, da beide Arten ähnlich wie der Tigerfink nisten 
sollen, im Bauer an und befestigte auch noch einen 
Korb für die Schmetterlingsfinken an einer Seiten wand 
desselben, indem letztere, nach Brehm, in der Ge- 
fangenschaft sich mit einem gewöhnlichen Nistkästchen 
begnügen. 

Kaum hatte ich dieselben NiststofPe, die ich auch 
den Tigerfinken gegeben, in den Käfig gebracht, als 



— 531 — 

audi schon das Weibchen des Graii-Astrilden einen 
Grashalm in den Schnabel nahm und auf die höchste 
Sitzstange flog; hier reckte sie den Kopf in die Höhe, 
streckte sich dabei auf und nieder und gab Locktöne 
von sich, wie ich solche bis jetzt noch nicht gehört 
hatte; sie klangen ungefähr «fui-tju» und wurden rasch 
hinter einander ausgestossen Sofort hatte auch das 
Männchen des Grau - Astrilden einen Grashalm er- 
griffen und eilte zu seinem Weibchen, einen äusserst 
leisen Gesang zwitschernd; aber auch beide Orange- 
bäckchen thaten dasselbe und flogen zu demselben 
Weibchen. Bald entspann sich ein heftiger Kampf 
zwischen den bis jetzt so friedlich mit einander leben- 
den Orangebäckchen und nun w-urde es mir klar, dass 
beide Individuen Männchen seien. In Brehms a ge- 
fangene Vögeh hatte ich gelesen, dass sich beide Ge- 
schlechter der Habropyga melpoda kaum von einander 
unterscheiden lassen, der Händler aber, bei welchem 
ich diese Vögel kaufte, behauptete, dass das Weibchen 
von dem Männchen durch einen bleicheren Wangenfleck 
abweiche und gab mir ein Paar, von welchem das eine 
Individuum intensiv mennigrothe Wangen, das andere 
aber lebhaft orange-farbene hatte. In dem Kampfe 
unterlag das mit bleicherer Wange gezeichnete Männ- 
chen und flüchtete auf die entfernteste Sitzstange, das 
Gefieder sträubend. Aber auch der Sieger schien hart 
mitgenommen zu sein, denn als er sich dem Weibchen 
näherte, fiel der Grau-Astrild über ihn her und ver- 
jagte ihn mit leichter Mühe. — Ich konnte an diesem 
Tage die Yögel nicht länger beobachten und fuhr auf's 
Land. 

Als ich am andern Morgen mit einem frischen Vor- 



— 532 — 

rathe von Grashalmen wiederkam, bemerkte ich, dass 
die den Vögeln am vorhergehenden Tage gereichten 
Gräser zu einem fast kreisförmigen Haufen, mitten 
auf dem Sande des Bodens geordnet waren und es be- 
schäftigten sich auf demselben sowohl die beiden Grau- 
Astrilden wie auch das eine Orangebäckchen friedlich 
neben einander. Nachdem ich die frischen Gräser in 
den Käfig gelegt, fielen alle drei gierig über dieselben 
her und schleppten einen Halm nach dem andern auf 
den Haufen. Das ^besiegte OrangehäclccJien)) sass auf- 
geblasen auf einer entfernten Sitzstange und hatte den 
Kopf unter einem Flügel versteckt; die beiden Schmet- 
terlingsfinken flatterten auf den Besen umher und 
kümmerten sich nicht um die andern. 

Am folgenden Tage war der Nestbau bedeutend vor- 
geschritten und einem Heuschober von der Grösse einer 
halbirten Wassermelone ähnlich. Von den Niststoffen 
wurden nur die feinsten Bastfasern und Grashalme be- 
nutzt, die Federn, Rosshaare und Watte nicht weiter 
berücksichtigt. — Einen Tag später fand ich den 
Gipfel des Heuschobers muldenförmig eingedrückt und 
waren die beiden Männchen beschäftigt, um diese Ver- 
tiefung herum Grashalme und Bastfasern aufzuschichten ; 
auch das, Weibchen kam ab und zu geflogen, trug aber 
bald eine Feder, oder ein kleines Stück Baumwolle in 
das Nest und blieb, sich nach allen Seiten herum- 
drehend, in demselben längere Zeit sitzen. Am andern 
Morgen war das Nest, meiner Ansicht nach, fertig; 
auf dem Heuschober hatten die Astrilden nämlich 
einen conischen, wohl 4 Zoll hohen Bau aufgethürmt, 
dessen eine Fläche und zwar die dem Beobachter zu- 
gekehrte, eine Öffnung hatte, durch welche man be- 



— 533 — 

quem in das mit Federn und Watte dicht ausgepolsterte 
Innere sehen konnte und in welches, sobald ich mich 
dem Käfige näherte, entweder das Weibchen, oder das 
eine der beiden Männchen schlüpfte. — Ich muss hier 
noch bemerken, dass der Käfig dicht am Fenster stand 
und da ich denselben stets an seiner Stelle liess, um 
die Vögel nicht zu stören, so konnte ich demnach den 
hinteren Abschnitt des Nestes nicht genau beobachten. 

Ein fataler Umstand trat nun ein, der mir viele 
Sorgen machte; der Sand im Käfige war dicht mit 
Koth und leeren Samenhülsen bedeckt und verbreitete 
einen höchst widerlichen Menageriegeruch. Die Tiger- 
finken Hessen sich freilich im Brüten durch das Her- 
ausziehen des Kastens, in welchem der Sand las*, nicht 
stören; die Erneuerung desselben erfolgte jeden dritten 
Tag und blieb der gerade im Neste sitzende Vogel 
auch während der Reinigung, ruhig auf den Eiern. — 
Bei den Astrilden musste ich aber, um das Nest nicht 
zu zerstören, anders verfahren; ich entfernte ganz ein- 
fach mit einem Löffel den schmutzigen Sand und liess 
die nächste Umgebung des Heuschobers unberührt. 
Die Vögel waren zwar während dieser Operation höchst 
unruhig, flatterten ununterbrochen umher, beruhigten 
sich aber bald und eilten sogleich auf den Heuschober, 
nachdem der frische Sand um denselben gestreut war. 
Als ich mich davon überzeugt hatte, dass diese Art der 
Reinigung die Astrilden nur wenig belästigte, erfolgte 
auch für sie die Erneuerung des Sandes jeden dritten 
Tag. 

Nun passte ich scharf auf das Legen des ersten Eies 
auf, konnte aber, nachdem bereits eine Woche nach 
Vollendung des Nestes vergangen, noch immer Nichts 



— 534 — 

entdecken. Ich bescliloss daher, um den Bruteifer der 
betreffenden Vögel noch mehr anzuregen, denselben 
die animalische Kost zu vermehren. Bis jetzt hatten sie 
von dieser nur aufgeweichte Ameisenpuppen erhalten ; 
nun brachte ich ihnen täglich allerlei Raupen, haupt- 
sächlich die eines Tortrix, welche sich in zusammen- 
gerollten Blättern von Sorbus aucuparia aufhielten und 
in meinem Garten zahlreich vorhanden waren, ausser- 
dem die Larven von allerlei Blattwespen und zuweilen 
kleine Nodua- und Geometra-Baupen vom Lande mit. 
Diese Kost gefiel meinen Vögeln sehr und waren bald 
sämmtliche in den Käfig gesetzten Raupen vertilgt; 
die haarigen, die ich hin und wieder zugleich ihnen 
vorwarf, wurden verschmäht. — Aber auch jetzt, es war 
bereits am vierten August, konnte ich im Neste Nichts 
wahrnehmen ; näherte ich mich demselben, so schlüpfte 
sofort, am häufigsten das Weibchen, in dasselbe, drehte 
sich daselbst herum, ergrifi" einen Grashalm, oder eine 
Feder und machte sich damit zu schaft'en. Auffallend 
war mir der Umstand, dass der im Neste sitzende Vogel 
nur während meiner Anwesenheit in demselben blieb, 
sobald ich mich aber entfernte, dasselbe verliess. Bald 
kam ich denn auch dahinter, dass dieses Manöver von 
dem Vogel nur unternommen wurde, um meine Auf- 
merksamkeit zu fesseln und dieselbe von dem wirk- 
lichen Neste abzulenken. — Das eigentliche Nest be- 
fand sich im Heuschober, wie ich sehr bald ausfindig 
machte.- Nachdem ich längere Zeit versteckt sass und 
mich ruhig verhielt, kroch nämlich das Weibchen unter 
den hinteren Abschnitt des Heuschobers und blieb so 
lange in demselben, bis ich an den Käfig herantrat; 
zuweilen erschien es auch dann nicht und in diesem 



— 535 — 

Falle flog das eine von den Männchen in das leere, 
mir zugekehrte Nest. 

Am sechszehnten August hörte ich zum ersten Male 
das Geschrei der Jungen, besonders deutlich, nachdem 
das Weibchen unter den Heuschober gekrochen war. 
Das Orangebäckchen schlüpfte gleichfalls häufig hinein 
und es erfolgte dann regelmässig dasselbe Geschrei. 
Das iNIänuchen des Grau-Astrilden sah ich kein ein- 
ziges Mai in das Nest dringen und es trieb sich meist 
auf dem Heuschober, denselben ausbessernd, umher. 
— Von nun an gab ich den Vögeln auch noch hart- 
gekochte und fein zerhackte Hühnereier, welche gern 
genommen wurden, vorzugsweise das Eiweiss. 

So ging es fort bis zum dreizigsten August. Als ich 
an diesem Tage, früh Morgens, um die Vögel zu füt- 
tern, mich dem Bauer näherte, fiel es mir sogleich auf, 
dass die Schmetterlingsfinken, auf einem Besen sitzend 
und zugleich mit ihnen das kranke Orangebäckchen, 
alle mit langgestrecktem Halse, unverv>andt auf den 
Heuschober stierten, an welchem die drei anderen 
Vögel Sassen und eigenthümlich zwitscherten. Bald kam 
auch ein junger Vogel zum Vorschein, welcher von deu 
beiden Grau-Astrilden längs dem Gitterwerke des 
Käfigs bis zu einer Sitzstange geleitet wurde. Nach 
einiger Zeit erschien der zweite, welchen die Eltern 
gleichfalls hinauf beförderten. Beide Jungen unter- 
schieden sich von den alten Grau- Astrieden durch die 
kleinere Gestalt, den schwarzen Schnabel, die einfarbige 
schmutzig weisse untere Fläche des Körpers und die 
dunkeln ZügeL — Das Orangebäckchen, welches bis 
dahin die Jungen im Neste so fleissig mitgefüttert hatte, 
kümmerte sich um die ausgepflogenen gar nicht, son- 



— 536 — 

dern fuhr fort, häufig unter den Heuschober zu krie- 
chen und konnte ich dann jedes Mal deutlich das Ge- 
schrei von jungen Vögehi unterscheiden. Nach zwei 
Tagen kamen denn auch noch zwei Junge zum Vor- 
schein und wurden diese ausschliesslich vom Orange- 
bäckchen gefüttert; sie waren ein wenig grösser als 
ihre Geschwister, hatten gleichfalls einen schwarzen 
Schnabel, es war aber der Zwischenraum zwischen 
diesem und dem vorderen Augenrande schmutzig gelb- 
roth, der Bürzel dunkel karminroth und ebenso die 
Schwanzfedern oben am Grunde gefärbt; beide waren 
mithin Bastarde, welche in der Körperform und in der 
Gestalt des Schnabels mit dem Orangebäckchen über- 
einstimmten; sie unterschieden sich auch durch ihre 
bedeutend tiefere Stimme von den jungen Grau- 
Astrilden. 

Nicht unerwähnt kann ich es lassen, dass die Bastarde 
von dem Männchen des Grau-Astrilden niemals ge- 
füttert, sondern, wenn sie sich bettelnd demselben nä- 
herten, mit tüchtigen Schnabelhieben abgewiesen wur- 
den; sie merkten sich aber sehr bald diese ungnädige 
Behandlung und kamen demselben nicht mehr in die 
Nähe. — Auch Folgendes scheint mir noch der Mit- 
theilung werth zu sein: das Orangebäckchen mit den 
bleicheren Wangen verfolgte fast ununterbrochen schon 
am ersten Tage nach dem Ausschlüpfen der Jungen 
den einen Grau-Astrilden, setzte sich häufig auf den- 
selben, packte ihn bei den Nackenfedern und versuchte 
den Coitus auszuüben. Obgleich das Yögelchen gan:'. 
erbärmlich schrie, kamen die Eltern ihta niemals zu 
Hilfe; dieses Gebahren hat ihm übrigens keinen Scha- 
den zugefügt. — Sehr störend wurden die Schmetter- 



— 537 — 

lingsfinken ; setzte sich ein junger Vogel in ihre Nähe, 
so hackten sie unbarmherzig auf ihn los; ich musste 
sie daher aus dem Bauer entfernen. 

Vor Sonnenuntergang wurden die Jungen von den 
Eltern in das Nest geführt und schliefen die vier fol- 
genden Nächte in demselben; am fünften Abende blie- 
ben sie, dicht an einander gedrängt, auf einer Sitz- 
stange hocken. Den Tag darauf entfernte ich die un- 
nützen, mit Koth beschmutzten Besen, so wie auch das 
Nest und reinigte den Käfig gründlich. — Der obere 
Aufbau des Nestes war schon zusammengefallen, der 
untere Heuschober fühlte sich sehr locker an; am hin- 
teren Abschnitte desselben waren die Grashalme der- 
artig geordnet, dass die Rispen, dicht an einander lie- 
gend, den Boden berührten und gleichsam einen Vor- 
hang bildeten, w^elcher emporgehoben werden musste, 
um in das Innere gelangen zu können. Ich konnte aber, 
nachdem ich den Vorhang zurückgeschlagen, keine 
Öffnung, die in das Innere des Heuschobers führte, 
finden und war gezwungen, die äussere Hülle desselben 
auseinander zu nehmen. Bald stiess ich denn auch auf 
das eigentliche Nest; dasselbe war sehr fest aus feinen 
Grashalmen und Bastfasern gebaut, eiförmig, 11 cm. 
lang, 8,5 cm. breit, und hatte an dem, dem hinteren 
Abschnitte des Heuschobers zugekehrten Ende eine 
kreisförmige Öffnung, von 3,5 cm. im Durchmesser, 
die gleichfalls von einem aus dicht an einander ge- 
fügten Grasrispen bestehenden Vorhange verschlossen 
war. In dem Innern des Nestes war gar Nichts zu 
finden, keine Rosshaare und auch nicht eine Feder in 
demselben vorhanden. 

Am siebenten September bemerkte ich, dass die 

Melanges biologiqnes. XI. 68 



— 538 — 

jungen Vögel selbst ihre Nahrung aufsuchten, aufge- 
weichte Sämereien und Ameisenpuppen, indessen wur- 
den die Eltern, die sich auch stets erweichen Hessen, 
noch immer angebettelt. — Am fünfzehnten September 
badeten die Jungen zum ersten Male, riässten sich 
tüchtig ein und reinigten das Gefieder. — Am sechs- 
zehnten September fing der Schnabel aller Jungen an 
sich zu verfärben ; die Basis desselben erschien braun- 
roth. — Am darauffolgenden Tage sang der eine von 
den Bastarden; der Gesang hatte auch nicht die ge- 
ringste Ähnlichkeit von dem des Orangebäckchens, 
oder dem des Astrilden. 

Am fünfzehnten October war der Schnabel bei allen 
vier Jungen corallenroth und nur eine Strieme, welche 
sich von der Spitze des Schnabels bis zu der Mitte des- 
selben hinzog, schwarz. — Bei den Grau -Astrilden 
hatte sich ein purpurrother Zügel vollkommen aus- 
gebildet und die Aftergegend rosenroth befiedert. — 
Von den Bastarden hatte der eine einen sehr breiten 
purpurrothen, der andere einen schmaleren, trübe hell- 
orangefarbenen Zügel; bei ersterem war die After- 
gegend rosenroth, bei letzterem gelblich gefärbt. 

Am zehnten November war der Schnabel bei allen 
einfarbig corallenroth. — Die Grau -Astrilden sind in 
der Färbung der Mutter vollkommen ähnlich. 

Die Bastarde sind im Ganzen dem Orangebäckchen 
sehr ähnlich, aber ein wenig kleiner, die Oberseite des 
Körpers heller rehbraun, die Unterseite dunkler, hell 
aschfarben, das Weiss der Kehle nicht so scharf abge- 
grenzt wie bei jenem, der Bürzel und der Schwanz 
oben am Grunde dunkler karminroth. Beiden Indivi- 
duen fehlt der Wangenfleck, der Zügel ist aber viel 



— 539 — 

breiter als beim Grau-Astrild, bei dem Männchen pur- 
purroth, am unteren Augenrande orangefarben und ist 
auch bei diesem, wie bei dem Weibchen des Grau- 
Astrilden, die Aftergegend rosenroth befiedert. — 
Das Weibchen unterscheidet sich von dem Männchen 
durch den blass orangefarbenen und weniger breiten 
Zügel und ist die Aftergegend wie bei dem Orange- 
bäckchen gelblich befiedert. 



-00j©:j00~— 



(Tiré du Bulletin, T. XXVTIT, pag. 379-386.) 



2b Avril iQQo 
8 Mai 

Ober die Endigungen der sympathischen Nervenfaser 
in den Lymphherzen. Von Weliky. 

Bei meinen Arbeiten über die Lymphherzen des 
Frosches bemerkte ich, dass bei Reizung, durch einen 
schwachen Induktions-Strom, des peripherischen Thei- 
les des N. coccygeus, die hinteren Lj^mphh erzen ener- 
gische rhythmische Contractionen äusserten^). Dieser 
Umstand veranlasste mich die Endigungsweise der Ner- 
ven in den Lymphherzen histologisch zu untersuchen. 
Bisher ist es mir nur gelungen, die Endigungen der 
sympathischen Faser in den Muskeln der hinteren 
Lymphherzen aufzufinden. Die Fig. 1 und 2 zeigen, 
in welcher Weise eine feine sympathische Faser in einen 
Muskelbündel eindringt. Zuweilen sieht man eine Thei- 
lung solcher Faser in zwei Fäserchen. Das weitere 
Schicksal dieser Fasern ist schwierig zu verfolgen. 
Die erwähnten Fasern sind häufig sehr lang, was zur 



1) Mitgetheilt in der Sitzung der Naturforscher-Gesellschaft in 
Petersburg. Zoolog. Sect. 9 April 1883. 

Mélanges biologiqaes. XI. ^o , 



— 542 — 

Annahme veranlasst, dass die sympathischen Zellen, 
aus welchen sie heraustreten, von dem Lymphherzen 
entfernt liegen. Diese Thatsache steht im Einklänge mit 
Ran vi er 's Meinung, dass die eben erwähnten Zellen 
sich nur an den Anostomosen zwischen N. coccygeus 
und sympathicus ûnàen. Die von Ranvier ^) in den 
Lymphherzen der Natter beobachteten motorischen 
Nervenendigungen ist es mir bisher beim Frosche zu 
sehen nicht gelungen. 



Fig. 1. 



Fig. 2. 





Die von mir geübte Vergoldungsmethode war fol- 
gende. Das ausgeschnittene frische Herz wurde in 



2) Ranvier Anatomie générale 1880. 



— 543 — 

zwei Theile zerlegt, mit destillirtem Wasser abgespült, 
auf etwa 5 Minuten in 1% Ameisensäure eingetaucht; 
dann in 1% Goldchloridlösung mit einigen Tropfen 
Ameisensäure während 20 Minuten gelassen und 
schliesslich das Goldchlorid in 1% Ameisensäure am 
Sonnenlichte reducirt. Dabei färben sich die sympa- 
thischen Fasern schwach violett, deren Kerne aber mehr 
intensiv violett. 



(Tiré du Bulletin, T. XXXVIII, pag. 455—456.) 



^ Mars 1883. 



Pflanzenpaläontologische Beiträge. Von J. Schmal- 
hausen. 

Mit 2 Tafeln. 

(Die Originale zu dieser Abhandlung gehören dem geologischen 
Cabinet der Universität in St, Petersburg,) 

I. Nachträge znr Jura-Flora des Kohlenbassins von Kusnezk 

am Altai. 

Aus dem geologischen Cabinet der Universität in 
St. Petersburg erhielt ich zwei Sammlungen. Die eine, 
vom Dorfe Afonino, enthielt nichts Neues. Die andere 
Sammlung ist vom Dorfe Nowo-Batschatskoje^). 
Sie besteht aus schwarzen Thonschieferstücken mit 
den Abdrücken der Stengel und Aeste von Fhyllotheca 
deliquescens^ zahlreichen Blattstücken von Rhiptom- 
mites Goepperti und den zum Theil noch am Stengel 
sitzenden, zum Theil isolirt liegenden Blattwirteln 
von Cyclopitys Nordenskiöldi. Darunter befand sich 
auch ein Thonsttick mit den Bruchstücken eines Farn- 



1) In meiner Jura-Flora des Bassins von Kusnezk am Altai (Mé- 
moires de l'Académie Imp. d. sc. de St. Pétersb. VII® Série. T. XXVII, 
JV» 4. 1879) wird das Dorf Batschatskoje p. 7, 11, 20, 42 erwähnt. 
Von diesem Fundorte werden daselbst nur zwei Pflanzenreste auf- 
geführt: Äsplenium Petnischinense Hr. und Samaropsis parmüa Hr. 

Mélanges biologiques. XI. 69 



— 546 — 

blattes, welche ich für Sphenopteris prisca Eichw. 
halte. Diese Art ist für Kusnezk neu und zugleich ein 
willkommner neuer Anhaltspunct zur Beurtheilung 
des geologischen Alters der von mir beschriebenen 
Flora. Denn Sphenopteris prisca (Thyrsopteris) ist von 
Eichwald zuerst aus den jurassischen Schichten bei 
Kamenka unweit Isjum beschrieben worden. 

Seitdem meine Jura-Flora erschienen, sind einige 
darin beschriebene Pflanzentypen aus älteren Schich- 
ten bekannt geworden. Herr 0. Feistmantel hat ge- 
zeigt: 1) dass eine meiner neuen Gattung Rhiptozamites 
äusserst ähnliche und wahrscheinlich mit ihr identi- 
sche Pflanzenform, welche von Herrn 0. Feistmantel 
Noeggerathiopsis genannt wird, in Indien im Trias, mit 
VolUien und Schizoneura vergesellschaftet, vorkommt^); 
2) dass dieselbe Gattung in Australien nicht allein 
in den oberen Kohlenschichten der New-Castlebeds, 
sondern auch in solchen Schichten gefunden wird, 
welche eine marine paläozoische Fauna enthalten, 
nämlich in den unteren Kohlenschichten von Greta 
in N. S. Wales. ^) Nach Herrn 0. Feistmantel haben 
diese Steinkohlenfloren Australiens einen mesozoischen 
Character. Ausser Noeggerathiopsis kommen in den 
unteren Kohlenschichten Phyllotheca, Glossopteris und 
in den oberen Schichten unter Anderem noch Er achy- 
phyllum vor, dagegen keine Racopteris, Archaeopteris, 
Gyclostigma, Lepidodendron, welche aus den unteren 
carbonischen Schichten Australiens beschrieben 



2) 0. Feistmantel, Fl. of the Talcliir-Karliarbari Beds. 
Palaeontologia Indica. Ser. XII. 1. 1879. 

3) Paläozoische und mesozoische Flora des östlichen Austra- 
liens. Palaeontographica. Suppl. III Lief. III Heft 2—4. 1878—1879. 



— 547 — 

werden. Ich bin in der Lage hinzuzufügen, dass Rhip- 
tozamites in der Nord-westlichen Mongolei, wie 
im folgenden Abschnitte dieser Beiträge näher darge- 
legt wird, mit Lepidodendron, Racopteris und Cardi- 
opteris in denselben Schichten vorkommt, hier also 
als Bestandtheil einer entschieden untercarbonischen 
Flora auftritt. Ganz dieselben BMptommites-BleitieY 
habe ich kürzlich von Herrn Professor A. Stucken- 
berg in Kasan unter den Pflanzenresten der Artin- 
schen Gruppe (Übergangsgruppe von der Steinkoh- 
lenformation zum Perm, welche am westlichen Ab- 
hänge des Uralgebirges auftritt) bekommen. Die Gat- 
tung Ehiptozamites (Noeggerathiopsis Feistm.) kann 
also nicht ausschliesslich für paläozoisch oder meso- 
zoisch gelten und reicht vom unteren Carbon bis in 
den mittleren Jura. 

Noch eine zweite Gattung meiner Jura-Flora ist 
seitdem aus älteren Schichten bekannt geworden. Herr 
0. Feistmantel beschreibt aus den unteren Kohlen- 
schichten mit mesozoischer Flora in N. S. Wales, von 
Greta (1. c. p. 154 T. VE Fig. 6) eine Ännularia 
australisn. sp., welche unverkennbare Aehnlichkeit mit 
meiner Gattung Gyclopitys hat. Ich habe kürzlich zahl- 
reiche Abdrücke dieser Pflanze vom Dorfe Nowo- 
Batschatskoje gesehen und davon einen Ast mit 
drei Blattwirteln T. I. Fig. 1 abgebildet. Es waren 
darunter Blattwirtel vorhanden, welche denen von -4^- 
nularia australis Feistm. vollständig glichen. Von Än- 
nularia ist Gyclopitys leicht zu unterscheiden durch 
die häufig gekrümmten Blätter und dadurch, dass die 
Blattoberfläche zu beiden Seiten der Mittelrippe fein 
querrunzelig ist. In Bezug auf letzteren Character 



— 548 — 

müssten Exemplare von Annularia mistralis Feistm. 
verglichen werden, da er in der Abbildung nicht zu 
sehen, aber vielleicht unberücksichtigt geblieben ist. 

Beschreibung einiger Pflanzenreste vom Dorfe Nowo-Batschatskoje. 

Thyrsopteris prisca Hr. T, I Fig. 2 — 4. 

Sphenopteris prisca Eicliw. Lethaea rossica IV. p. 14. T. IV. 
Fig. 2. 

0. Heer, Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens und des Amur- 
landes (Mémoires de l'Acad. Imp. d. sc. de St. Pétersb. VIP série. 
T. XXII :^2 12) p. 86. T. XVIII Fig. 8. 

Die zuerst von Kamenka unweit Isjum durch 
Eichwald beschriebene und abgebildete Pflanze ist 
ein wenig verschieden von der Amur-Pflanze, welche 
Prof. 0. Heer unter demselben Namen beschrieben 
hat. Die Form von Kamenka hat etwas mehr von ein- 
ander entfernt stehende Fiederchen, welche am Grunde 
ein wenig herablaufend sind; ferner sind die unteren 
Lappen der Fiederchen deutlich ausgerandet, wie es 
Eichwald auch beschreibt, aber in der Abbildung 
nicht ausgedrückt hat. An Originalexemplaren aus 
Eichwald's Sammlung in der geologischen Sammlung 
der Universität in St. Petersburg sind die unteren 
Lappen der Fiederchen ausgerandet oder auch fast 
dreilappig, wie ich T. I Fig. 3 an einem Fiederchen 
darzustellen mich bemüht habe (das Fiederchen ist 
um % vergr.). Der von Herrn Prof. 0. Heer beschrie- 
bene Farn hat dagegen dichter stehende Fiederchen 
mit stumpfen, keine Ausrandung zeigenden Lappen. 
Die grösten Fiederchen am Eichwald'schen Original 
sind nur 7 mm. lang, während die Fiederchen der 
Amurpflanze nach den Abbildungen bis fast 1 2 mm. 



— 549 — 

lang sind. Es scheint hiernach die Amurpflanze speci- 
fisch von Thyrsopteris prisca verschieden zu sein. 

Herr Professor 0. Heer hat von seiner, als Thyr- 
sopteris prisca beschriebenen, Pflanze keine fertilen 
Blattabschnitte gesehen, dieselbe aber, der grossen 
Aehnlichkeit mit Thyrsopteris Murrayana Brgt. wegen, 
zur selben Gattung gebracht. Als ich die Gelegenheit 
hatte das Originalexemplar von Sphenopteris prisca zu 
untersuchen, fand ich auf demselben Handstücke, von 
welchem das Fiederchen T. I Fig. 3 gezeichnet ist, 
fertile Wedelstücke, von denen das eine T. I Fig. 4, 
4 a, 4 b, letztere zwei Abbildungen vergrössert, dar- 
gestellt ist. Die stielförmigen Abschnitte der fertilen 
Fiederchen sind plötzlich in das becherförmige Invo- 
lucrum erweitert. 

Vom Dorfe Nowo-Batschatskoje habe ich ein 
Thonstück mit Bruchstücken der Blätter von Thyrsop- 
teris prisca erhalten und T. I Fig. 2 abgebildet. Sie 
sind der Sphenopteris prisca Eichw. von Kamenka 
ganz ähnlich, nur mit etwas grösseren Fiederchen ver- 
sehen und halten hierin die Mitte zwischen der 
Pflanze von Kamenka und der vom Amur unter 
gleichem Namen beschriebenen. Die Hauptspindel des 
Stückes von Nowo-Batschatskoje ist dünn; ebenso 
auch die abwechselnd an derselben stehenden Neben- 
spindein. Die Fiederchen sind länglich-eiförmig, am 
Grunde etwas eingeschnürt und herablaufend, so dass 
die feine Spindel, an welcher die Fiederchen etwas 
von einander abgerückt und rechts und links abwech- 
selnd stehen, schmalgeflügelt ist. Jederseits haben die 
Fiederchen 2 — 3 Lappen, von denen die oberen 
stumpf, die unteren ausgerandet sind und der unterste 



— 550 — 

Lappen oft ein wenig 3 - lappig ist. Vom feinen Mit- 
telnerv gehen Aeste in die Lappen, von denen die un- 
teren sich in 3 — 5 Enden theilen, die oberen nur ein- 
mal gabelig sind. 

Rhiptozamites Goepperti Schmalh. T. I Fig. 5. 

Beiträge zur Jura-Flora Russlands 1. c. p. 29 — 33, 49. 81. 
Vgl. ferner: Arbeiten der Naturforschergesellschaft in St. Peters- 
burg. T. X. 1879. Protocoll der botanischen Sitzung vom 16. Nov. 
1878 und Bulletin de l'Acad. Imp. d. sc. de St. Pétersbourg. T. 

XI. i%8 Jan. 1879. 

Über Noeggerathiopsis Feistm. vergl. 0. Feistmantel: Pa- 
laeozoische und Mesozoische Flora des östlichen Australiens. Pa- 
laeontographica. Suppl. III Lief. III Heft 4. 1879. p. 155-158, 161. 
Bemerkungen über die Gattung Noeggerathia Stb. sowie die neuen 
Gattungen Noeggerathiopsis Feistm. und Bhiptosamites Schmalh. 
Prag. 1879. Flora of the Talchir — Karharbari Beds. Palaeontolo- 
gia Indica. Serie XII. 1. 1879. p. 20. Suppl. Palaeontologia Ind. Ser. 

XII. III. 1881. p. 55. 

Unter dem Gattungsnamen Rhiptommites hatte ich 
spateiförmige Blätter beschrieben, welche mehr oder 
weniger dichtstehende, aber immer etwas nach oben 
auseinanderlaufende, gleich starke und hier und da 
sich gabelig theilende Nerven haben. Weil diese Blät- 
ter zuweilen Spuren eines Mittelkiels erkennen lassen, 
welcher die Blattfläche in zwei nicht ganz gleiche 
Hälften theilt, hatte ich sie für Fiederblätter gehalten, 
welche von der Blattspindel sich leicht abgliederten 
und stellte die Pflanze deshalb zu den Cycadeen. Nun 
widerspricht dieser Annahme aber der Umstand, dass 
bei der grossen Anzahl von Blättern doch auch Blatt- 
stücke mit der Spindel hätten vorkommen müssen, 
wenn die Pflanze zu den Cycadeen gehörte. Es sind 
aber bis jetzt, mit Ausnahme weniger zweifelhafter 
Fälle, keine gefiederten Blattstücke vorgekommen. 
Haben die nichtgefiederten spateiförmigen Blätter 



— 551 — 

zerstreut am Stengel gesessen, so gehört die Pflanz 
nicht zu den Gycadeen^ sondern zu den Cordaïteen. 
Folgendes scheint hierfür zu sprechen. 

Herr Grand'Eury hat in seiner vortrefflichen 
Flore Carbonifère du Département de la Loire p. 218 
T. XX einen Corddites Ungulatus beschrieben und ab- 
gebildet, welcher wahrscheinlich zu Bhiptommites ge- 
hört. Die Blätter sind vorne breiter, stumpf und haben 
ein wenig auseinanderlaufende Nerven; sie haben zer- 
streut am Stengel gesessen, wie aus T. XX Fig. 4 zu 
sehen ist. 

Die feinere Nervation der von mir beschriebenen 
Blätter kommt bei Cycadeen nicht vor. In meiner 
Jura-Flora des Bassins von Kusnezk habe ich p. 82 
und 3 1 darauf hingewiesen, dass auf einigen Blättern 
feine Quernerven zu sehen sind, welche zwischen den 
Längsnerven verlaufen und in Folge dessen die Blatt- 
oberfläche fein gegittert erscheint. Vom Dorfe Nowo- 
Batschatskoje habe ich ein Blatt erhalten, welches 
das Gitterwerk recht schön zeigt. Das Stück ist 16 cm. 
lang, unten 19 mm., oben 22 mm. breit; unten hat 
es 33 Längsnerven, von denen die mittleren fast um 
% mm., die in der Nähe des Randes um Yg mm. von 
einander abstehen. Zwischen den Längsnerven sind 
ziemlich deutliche Querverbindungen zu sehen. Ein 
Stück aus der Mitte des Blattes ist T. I Fig. 5 ge- 
zeichnet (die Quernerven sind etwas zu grob ausge- 
fallen). Eine gleiche Gitter ung der Blattoberfläche ist 
an Gorddites-BldXiQYn häufig beobachtet worden. Da- 
gegen kommen weder bei Conifer en noch bei Cycadeen 
Querverbindungen zwischen den Längsnerven vor. 

Das isolirte Vorkommen der Blätter und das Vor- 



— 552 — 

handensein von Querverbindungen zwischen den Längs- 
nerven nöthigen die Gattung Rhiptozamites zu den 
üordaiteen zu stellen. 

Bei Bearbeitung der Altai-Flora sind mir mit den 
Rhiptommites-BMiern oft Schuppen welche dieselbe 
Nervation haben, vorgekommen; diese Schuppen, haben 
öfters übereinander oder auch ineinander eingeschach- 
telt gelegen. Mit den Schuppen, oder auch mit diesen 
und den Blättern zusammenliegend fand ich Häufchen 
geflügelter Samen {Samaropsis parvula, Jura-Flora 
von Kusnezk p. 42. 43. T. IV Fig. 3, 9), welche 
wahrscheinlich zu vielen auf dem Schuppengrunde 
gesessen haben. Die Schuppen haben möglicher Weise 
Zapfen gebildet, welche vielleicht wie bei Gorddües in 
langen Ähren angeordnet gewesen sind. Gehören diese 
Theile zu einer Pflanze, wie mir scheint, so haben 
wir in BMptozamites eine Pflanze aus der Verwandt- 
schaft der Cordaïten, welche spateiförmige Blätter 
mit ein wenig auseinanderlaufenden Nerven und kleine 
geflügelte Samen, welche zu Vielen am Grunde der 
Zapfenschuppen gesessen, hat. 

II. Pflanzenreste aus der nord-westlichen Mongolei. 

Die Herren A. Potanin und Adrianow hatten 
wärend ihrer, von der geographischen Gesellschaft 
in Petersburg veranstalteten, Expedition in die nord- 
westliche Mongolei im Jahre 1877 und 1879 eine 
kleine Sammlung von Pflanzenabdrücken zusammen- 
gebracht, welche mir im Frühjahre 1882 zur Bear- 
beitung übergeben wurde. Dieselben sind an folgenden 
Localitäten gesammelt: 



— 553 — 

l)im Thaïe des Flusses Ohara -Tarbagatai, im 
Tangnuola-Gebirge ; 

2) am Flusse Ar-Tarcholik, Nebenfluss des Ulu- 
Chem (Quellfluss des Jenissei); 

3) am Berge Oschii (von Herrn Potanin 1877 
mitgebracht), süd-westlich vom Gebirge Dschiin- 
Chair-Chan ; 

4) vom Flusse leleges, Nebenflusse des Ulu-Chem. 
Dazu kam im Februar 1883 noch eine kleine 
Sammlung von Herrn Adrian ow; 

5) aus dem linken Ufer des mittleren Laufes des 
Flusses Irbeck, welcher zur rechten Seitein den 
Ulu-Chem (Jenissei), 10 Werst unterhalb der 
Stelle wo der Chakem sich mit dem Beikem 
vereinigt, mündet. 

Die meisten und besser erhaltenen Pflanzenreste 
sind am Chara-Tarbagatai gesammelt. Sie liegen 
auf dunkelgrauen, mehr oder weniger sandigen Thon- 
schieferstücken und zeugen von der ältesten Abthei- 
lung der Steinkohlenformation, der Ursa-Stufe. Ein 
Theil dieser Pflanzenreste ist identisch mit solchen, 
welche von mir früher vom oberen Laufe des Jenissei, 
aus einer Gegend, welche von der hier in Betracht 
kommenden durch das dazwischen liegende Gebirge 
getrennt ist, beschrieben sind^). Während aber am 
oberen Jenissei Lepidodendron Veltheimianum, in 
Lepidodendron und Knorrien-Y orm, vorwaltet, ist am 



4)1. Schmalhausen, Pflanzenreste aus der Ursa-Stufe im 
Flussgeschiebe des Ogur in Ost-Sibirien. BuUetin de l'Acad. Imp. 
d. sc. de St. Pétersb. T. IX 1876. Fernerer Beitrag zur Kenntniss 
der Ursa-Stufe Ostsibiriens 1. c. T. X. 1877. 

Mélanges biologiques. XI. 70 



— 554 — 

Chara-Tarbagatai nur ein Stück davon gefunden; 
auch von Bornia radiata liegen nur schlechte Sten- 
gelstücke vor. Dagegen ist der Farn, welchen ich Neu- 
ropteris Cardiopteroides genannt habe, hier sehr zahl- 
reich und vielgestaltig. Neben diesem Farn kommen 
am Chara-Tarbagatai noch zwei Farne vor, welche 
die Zugehörigkeit dieser Florula zur untersten Ab- 
theilung des Carbon noch mehr bestätigen. Es liegt 
eine Blattfieder vor, welche der Cardiopteris frondosa 
Göpp. sehr ähnlich ist. Ein anderer in mehreren 
Stücken vorhandener Farn gehört zur Gattung Ra- 
copteris, unterscheidet sich aber von den bisher be- 
schriebenen Arten durch gegenständige Fiederchen; 
ich werde ihn B. Potanini nennen. Zu diesem Farn 
gehört wahrscheinlich das Fragment, welches ich in 
meinen «Ferneren Beiträgen» 1. c. T. II Fig 19 abge- 
bildet habe. Sehr überrascht war ich mit den genann- 
ten Pflanzenresten zusammen Blätter anzutreffen, die 
ich Bhiptozamites Goepperti genannt habe und welche 
am Altai, an der unteren Tunguska und im Petscho- 
ralande mit mesozoischen Formen vergesellschaftet vor- 
kommen^). Ganz ähnliche Blätter hat Herr 0. Feist- 
mantel unter dem Namen Noeggerathiopsis aus der 
Trias Indiens und aus dem oberen wie auch unteren 
Carbon Australiens beschrieben. Es reichen deshalb 
ganz ähnliche Blattformen (Bhiptozamites Schmalh., 
Noeggerathiopsis Feistm.) vom untersten Carbon bis 
in den mittleren Jura. 

Vom Flusse Ar-Tarcholik habe ich einige wenige 
Kalksteinstücke erhalten auf denen unbestimmbare 



5) Beiträge zur Jura-Flora Russlands. 1. c. 



— 555 — 

kleine Fragmente vegetabilischen Ursprungs sich be- 
finden. Einige dieser Bruchstücke sind deutlich längs- 
gerippt und lassen einen Calamiten, vielleicht Bornia 
radiata, vermuthen. 

Auch vom Flusse Jeleges erhielt ich nur unbe- 
stimmbare Bruchstücke auf hellgrauen Schieferthon- 
stücken. Dieselben bestehen aus schmallinealischen, 
bis bandförmigen, geraden, oder verschiedentlich ge- 
krümmten, glatten oder auch längsgestreiften Pflan- 
zentheilen, von denen einige an Czékanowshîa erinnern. 

Die von Herrn Adrianow 1881 am Fl. Irbeck 
gesammelten Bruchstückchen eines schwarzen Schie- 
ferthones zeigen zerstreut liegende Bruchstücke na- 
deiförmiger und breiterer parallelnerviger Blätter, 
von denen erstere zu Czekanowskia rigida, letztere 
zu Phoenicopsis angustifolia gehören könnten. Hier- 
nach würde diese Fundstelle zum Jura gehören. 

Zur Jura-Formation müssen auch die Conglomerat- 
schichten des Berges Ose hü gehören, aus welchen 
genügend gut erkennbare Abdrücke von Czekanowskia 
rigida, Asplenium argutulum und Asplenium spedahile 
gesammelt sind. Mit diesen, den mittleren Jura anzei- 
genden Pflanzenresten ist der Steinkern eines Stammes 
gefunden, welcher aber schlecht erhalten ist. 

1. Beschreibung der Pflanzenreste vom Chara-Tarbagatai. 

Bornia radiata Schmp. T. I Fig. 6. 

W. Schimper, Traité de palaeontologie végétale I. p. 335 III. 
p. 454. 

Es sind nur einige unvollständige Stengelstücke 
vorhanden. Das beste ist in Fig. 6 abgebildet. Es ist 
ähnlich dem oberen Internodium des in Prof. 0. He er ' s 



•— 556 — 

Kohlenflora der Bären-Insel T. IV Fig. 2 (Flora fos- 
silis arctica II) abgebildeten Stückes. 

Neuropteris cardiopteroides Schmalh. T. II Fig. 1 — 8. 

Fernerer Beitrag zur Kenntniss der ürsastufe Ost-Sibiriens 
1. c. p. 742. T. II Fig. 14 — 18. 

FiedercJien gegenständig oder abwechselnd, rundlich- 
eiförmig bis länglich- eiförmig, stumpf am Grunde tief 
herzförmig und mit ungleich grossen, zuweilen überein- 
ander geschlagenen, Öhrchen versehen, der Spindel mit- 
telst bleibender dornenförmiger Stielchen angeheftet, 
ohne Mittelnerven, aber mit zahlreichen divergirenden 
mehrfach gabelig sich theilenden Nervillen versehen. 

Die Stücke vom Chara-Tarbagatai geben eine 
viel vollständigere Vorstellung von diesem Farn, als 
es bis jetzt möglich war. Vom Issyk hatte ich nur 
einzelne Fiederchen gesehen, war end jetzt einfach ge- 
fiederte Blattstücke vorliegen, Sie haben eine ziemlich 
dicke fein längsstreifige Spindel an welcher die Fie- 
derchen bald gegenständig (Fig. 1,8 a), bald abwech- 
selnd (Fig. 5, 8 b.) angeheftet sind. Wo die Fie- 
derchen sich von der Spindel abgelöst haben , bleibt 
an ihr ein kurzer dornförmiger Fortsatz stehen 
(Fig. 3, 5). In Fig. 4 habe ich eine kräftige Blatt- 
spindel mit abwechselnd stehenden kurzen und star- 
ken Dornen abgebildet, welche von Dorn zu Dorn ein 
wenig hin und her gebogen ist. Die Fiederchen stehen 
entweder durch Zwischenräume von einander mehr 
oder weniger getrennt, oder auch so dicht, dass sie 
sich mit den Rändern decken (Fig. 6). Ihre Grösse 
und Form ist beträchtlichen Schwankungen unter- 
worfen. Das Endfiederchen, welches nur an dem Fig. 1 



— 557 — 

abgebildeten Stücke erhalten ist, ist grösser als die 
ihm zunächst angehefteten Seitenfiederchen und hat 
eine breitkeilförmige Basis ; auch das ihm benachbarte 
Fiederchen-Paar scheint mit breiter, aber doch schon 
herzförmiger, Basis angeheftet. Sonst sind die Fie- 
derchen am Grunde tief herzförmig und mit zwei 
Öhrchen versehen von denen das hintere bedeutend 
grösser wird als das vordere. Die Form der Fiederchen 
ist bald mehr eine rundliche (Fig. 1 , 8 a), bald mehr 
ins eiförmig-längliche übergehend (Fig. 1, 7, 8 b.); 
ihr hinterer Rand ist stärker gebogen und im unteren 
Theile der Fiederchen etwas stärker vorgebogen, wäh- 
rend der vordere mehr gerade verläuft. Die Fiederchen 
lassen keine Spur eines Hauptnerven erkennen; ihre 
ganze Oberfläche ist aber von dichtstehenden vom 
Blattgrunde fächerförmig auseinanderlaufenden und 
sich mehrmals gabelnden feinen Nerven eingenommen, 
welche in der Mitte der Blattfläche weniger dicht 
stehen als am Rande. 

Cardiopteris frondosa Goepp. T. II Fig. 10. 

W. Schimper, Traité I p. 453. T. XXXV. 

Es liegt nur das eine fast halbkreisförmige, mu- 
schelförmig vertiefte, am Rande undulirte und am 
Grunde fast geradlinige Fiederchen vor. Von der mitt- 
leren Partie des Blattgrundes gehen die feinen mehr- 
fach gabelig getheilten Nervillen aus; nahe am Blatt- 
grunde kommen ihrer 3 auf die Breite 1 mm., am 
Blattrande dagegen 4. 

Es scheint mir nicht ganz unmöglich, dass das ab- 
gebildete Fiederchen der obere zufällig gerade abge- 



— 558 — 

schnittene Theil eines Fiederchens von Neuropteris 
Gardiopteroides ist. 

Racopteris Potanini n. sp. T. II Fig. 11, 12. 

Spindel ohne Furche; Fieder chen rhombisch-keilför- 
mig, gegenständig, tief fünf- bis sieben theilig, mit einge- 
schnittenen Abschnitten und gezähnten Lappen. 

Ist sehr ähnlich der Bacopteris elegans Ettingsh., 
hat aber entfernter stehende, breitere Blattfiederchen, 
welche gegenständig sind; ausserdem ist auf der Blatt- 
spindel keine Längsfurche zu erkennen. 

Die ziemlich zahlreich vorliegenden Stücke dieses 
Farn haben sämmtlich gegenständige Fiederchen. 
Ihre Blattspindel ist ziemlich dick, fein längsgestreift 
und könnte oberseits nur wenig rinnenförmig vertieft 
gewesen sein. Die Fiederchen sind 2 — 3 cm. lang 
und 10 — 13 mm. breit, im Ümriss rhombisch -keil- 
förmig und bilden mit der Spindel meistens einen fast 
halbrechten Winkel. Sie sind bis fast zum Grunde in 
5 bis 7 keilförmige am Aussenrande abgerundete 
Abschnitte getheilt. Von den Abschnitten sind die 
unteren 2 von den mittleren tiefer hinunter getrennt. 
Jeder Abschnitt ist ungefähr bis auf ein Drittel der 
Länge in 2 — 3 Lappen eingeschnitten und jeder Lap- 
pen hat am Aussenrande 2 — 4 stumpfliche Zähne. 
Die Blattfiederchen haben gabelig verzweigte Nervillen 
welche in die Zähne der Blattabschnitte auslaufen. 

Lepîdodendron Veltheîmîanum Sternb. T. II Fig. 13, 14. 

Zwei Thonplatten, welche genau aufeinander passen, 
sind mit den Abdrücken eines 1,5 cm. dicken Lepi- 
dodendronastes verziert. Der eine dieser Abdruck 



— 559 — 

entspricht der Aussenfläche des Astes (Fig. 13). Er 
zeigt fast quadratische, 1% mm. im Durchmesser 
messende und ebensoweit von einander abstehende 
Blattpolster, welche an ihrem oberen Winkel eine 
kleine rhombische Narbe haben, von welcher rück- 
wärts eine schwache Längsfurche über den Blattpol- 
ster verläuft. Der andere Abdruck stellt die Ober- 
fläche eines unter der Rinde sich befindenden Gewebe- 
cylinders dar (Fig. 14) und errinnert an die Gattung 
Knorria. Er ist von länglichen Grübchen bedeckt, 
welche auf flachen Höckern emporgehoben und in ent- 
sprechenden Schrägzeilen angeordnet sind wie die 
Blattpolster auf dem anderen Stücke. 

Rhiptozamites GoeppertI Schmalh. T. I Fig. 7. Vergl. p. 

Vom Chara-Tarbagatai habe ich mehrere Blatt- 
stücke erhalten, welche sich von jenen nicht unter- 
scheiden lassen, die ich früher beschrieben habe. Ein 
vollständigeres Blatt ist T. I Fig. 7 abgebildet. Es ist 
etwas ungleichseitig, im vorderen Theile breiter als 
unten, länglich-lanzettlich, an der Spitze stumpf. Von 
den zahlreichen etwas auseinanderlaufenden und sich 
stellenweise gabelnden Nerven kommen im unteren 
Theile 2, nahe an der Spitze dagegen 3 auf die Breite 
eines Millimeters. 

2. Beschreibung der Pflanzenresie aus den Conglomeratschichten des Ber- 
ges Oschü am südlichen Fusse des Dschün-Chair-Chan-Gebirges. 

Asplenium argutulum Hr. T. I Fig. 8, 8 a. 

0. Heer, Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens und des Amur- 
landes. Mémoires de l'Acad. Imp. d. sc. de St.-Pétersbourg. VII^ Sé- 
rie. T. XXII m 12. p. 41. T. m. Fig. 7 p. 96 T. XIX Fig. l — 4. 

J. Schmal hausen, Beiträge zur Jura-Flora Russlands 1. c. 
p. 23 T. II Fig. 11. 



— 560 — 

A. Schenk, Jurassische Pflanzen. Von Richthof en. China IV. 
Palaeontologischer Theil. p. 246 T. XLVI Fig. 2, 3, 4. T. XLVII 
Fig. 1, 2. 

Nur das abgebildete zudem noch schlecht erhaltene 
Bruchstück ist gesammelt worden. An der dünnen 
Spindel sind 4 Seitenfiedern befestigt. Diese tragen 
länglich lanzettförmige mit der ganzen Basis angehef- 
tete Fiederchen, welche bis unten hin von einander 
getrennt sind. Die Fiederchen haben einen feinen Mit- 
telnerv und jederseits 5 — 7 Nervillen, von denen die 
unteren sich 2 mal gabelig theilen, die folgenden eine 
einfache Gabel bilden (8 a vergr.). 

Stimmt im Ganzen mit dem von 0. Heer und 
A. Schenk beschriebenen Farn überein, hat aber, wie 
auch der von mir vom Altai beschriebene Farn, nicht 
so spitze Fiederchen. 

Asplenium spectabile Hr. T. I Fig. 9. 

0. Heer, Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens und des Amur- 
landes p. 96. T. XXI Fig. 1, 2. Älethopteris insignis Eichwald, Le- 
thaea rossica II p. 15 T. II Fig. 6. 

Auch von diesem Farn sind nur schlecht erhaltene 
Bruchstücke vorhanden, auf denen wohl der ümriss 
der Fiederchen, nicht aber die Nervation derselben 
zu erkennen ist. In Grösse und Form der Fiederchen 
stimmen dieselben mit den sehr characteristischen 
Fiederchen des Aspl. spectabile überein, 

Czekanowskia rigida Hr. T. I Fig. 10, 10 a. 

0. Heer, Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens und des 
Amurlandes p. 70, 116. T. V Fig. 8—11, T. X Fig. 2 b., T. XX 
Fig. 3 d., T. XXI Fig. 6 e. 8. — Beiträge zur fossilen Flora Sibi- 
riens und des Amurlandes (Mémoires de l'Acad. Imp. d. sc. de St.- 
Pétersbourg VIP Série T. XXV JV« 6. 1878.) p. 7, 26. T. I Fig. 
16, 17, T. V Fig. 3 b, c. Nachträge zur Jura -Flora Sibiriens (1. c. T. 
XXVII JVïï 10. 1880) p. 19. T. VI Fig. 7 — 12. 



— 561 — 

J. Schmalhausen, Beiträge zur Jura-Flora Russlands 1. c. 
p. 36, 86. T. V. Fig. 2 e, 6 a, T. VI Fig. 7, T. XV Fig. LS a, T. 
XVI Fig. 16 a, 17. 

A. Schenk, Jurassische Pflanzen 1. c. p. 251, 262. T. L. Fig. 
7. T. LIV Fig. 2 a. 

Dia drei abgebildeten gabelig getheilten nadeiför- 
migen Blätter gehören wahrscheinlich zu demselben 
Blattbüschel. Sie sind mehr als lYg mm. breit, haben 
einen deutlichen Mittelkiel und feinere Längsstreifen, 
von denen jederseits 1 — 2 mehr hervortreten. 

Aus den Conglomerat-Schichten des Berges Oschü 
ist mit den im Vorstehenden beschriebenen Abdrücken 
ein etwas flachgedrücktes 18 cm. langes und TYa cm. 
breites Stammstück gesammelt, welches wahrschein- 
lich von einer Conifere stammt. Die Oberfläche des 
Stückes ist schuppig-runzelig und zeigt auf den flache- 
ren Seiten je eine vertiefte Astnarbe; die eine der 
Astnarben steht etwas höher als die andere; erstere 
hat einen Durchmesser von 1,5 cm., letztere einen 
etwas weniger als 1 cm. messenden. 

3. Beschreibung der Pflanzenreste vom Flusse Irbeck. 

Czekanowskia rigida Hr. T. I Fig. 11, 12, (11 a, 12 a 
vergr.) 13 vergr. 

Es sind vom genannten Fundorte nur kleinere Bruch- 
stücke gesammelt, unter denen kein einziges gabelför- 
miges Stück vorhanden ist. Dessenungeachtet scheint 
die Bestimmung zuverlässig zu sein. Einige Nadel- 
stücke sind nur 0,5 mm. breit, andere mehr als einen 
Millimeter breit. Sie haben einen kräftigen Mittelkiel 
einerseits und eine breite flache Furche andererseits 
(Fig. 13 vergr.); ausserdem sind feine Längsstreifen 
zu sehen. 

Mélanges biologiques. XI. '1 



— 562 — 

Phoenicopsis angustifolîa Hr. T. I Fig. 14— 18 (15 a, 
16 a, 17 a vergr.). 

0. Heer, Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens und des Amur - 
landes 1. c. p 51, 113 T. I Fig. 1 d. T. II Fig. 3. T. XXXI Fig. 7, 
8. Beiträge zur fossilen Flora Sibiriens und des Amurlandes 1. c. 
p. 6, 23. T. VII Fig. 3 — 8. 

J. Schmal h au s en, Beiträge zur Jura-Flora Kusslands 1. c. 
p. 35, 56 Anm., 87. T. V. Fig. 4 c, 5 d. T. IX Fig. 5. T. ^XVI Fig. 
9 b., 11, 16 b. 

Auch von dieser Pflanze sind nur kleine Bruch- 
stücke der Blätter vorhanden. Sie sind entweder gerade 
oder etwas gebogen, 2 — 4 mm. breit und haben 4 — 8 
Längsnerven, welche mehr oder weniger deutlich 
sind. An manchen Stücken waren ausser den Längs- 
nerven sehr feine dichtstehende Strichel zu erkennen 
(Fig. 15a vergr.), während andere Stücke zwischen den 
Längsnerven fein querrunzelig sind (Fig. 17 a vergr.). 
Einige Stücke verschmälern sich nach ihrem einen 
Ende hin (Fig. 17, 18) und dem entsprechend laufen 
die Nerven paarweise zusammen. Da die Blätter an 
der Spitze stumpf abgerundet sind und die Nerven 
hier endigen ohne sich miteinander zu verbinden, so 
müssen die ebenerwähnten Stücke den unteren Theil 
der Blätter darstellen. 

Erklärung der Abbildungen. 

Tafel I. 

Fig. 1 . Cyclopüys NordensMöldi Hr. Vom Dorfe Nowo- 
Batschatskoje. Jura- Formation. 

Fig. 2. Thjrsopteris prisca Hr. Vom Dorfe Nowo- 
Batschatskoje. Jura-Formation. 

Fig. 3, 4. Thyrsopteris prisca Hr. Vom Dorfe Ea- 
rn en ka unweit Isjum. Jura-Formation. 3 steriles 
Fiederchen wenig vergr. 4 fertiles Blattstück 4 a 



— 563 — 

ein Abschnitt davon 2 mal vergr. 4 b. ein Sorus 

4 mal vergr. 
Fig. 5. RMptommites Goepperti Schmalh. Vom Dorfe 

Nowo-Batschatskoje. Jura-Formation. 
Fig. 6. Bornia radiata Schimp. Vom Flusse Chara- 

Tarbagatai. Unter Carbon. 
Fig. 7. Rhiptozamües Goepperti Sclimalh. Vom Fl. 

Cbara-Tarbagatai. Unter- Carbon. 
Fig. 8 Äsplenium argutuliim Hr. 8 a. ein Fiederchen 

2 mal vergr. Vom Berge Ose hü. Jura-Formation. 
Fig. 9. Äsplenium spedahile Hr. Vom Berge Oschti. 

Jura-Formation. 
Fig. 10. GzehanowsMa rigida Hr. Vom Berge Oschü. 

Jura-Formation. 10 a. vergr. 
Fig. 11, 12, 11 a und 12 a 3 mal vergr. 13 — 5 mal 

vergr. Czelmnoivskia rigida Hr. Vom Flusse Irbeck. 

Jura-Formation. 
Fig. 14 — 18(15 a, 16 a, 17a2 mal vergr.). Phoenicopsis 

angustifoUa Hr. Vom Flusse Irbeck. Jura-Forma- 
tion . 

Tafel IL Pflanzenreste vom Flusse Chara-Tarbagatai. ünter- 

Carbon. 

Fig. 1 — 8. Neuropteris Cardiopteroides Schmalh. 

Fig. 9. Blattstiel eines Farn. 

Fig. 10. Gardiopteris frondosa Goepp. 

Fig. 11, 12. Racopteris Potanini n. sp. 

Fig. 13, 14. Lepidodendron Veltheimianum Stbg. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVIII, pag. 426-438.) 




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2C Avril -,00 9 
8 Mai 

Über das sympathische Nervensystem der Fliissneim- 
auge, nebst einigen histologischen Notizen über 
andere Gewebe desselben Thieres. Von Ph. Ow- 
siannikow. 

Im Allgemeinen sind unsere Kentnisse über das 
sympathische Nervensystem der Cyclostomen höchst 
dürftig. Obgleich es an einzelnen Beobachtungen über 
die Existenz der sympathisclien Nerven und Nervenzel- 
len beim Petromyzon^) nicht fehlt, so ist doch auf 
diese Thatsachen wenig Werth gelegt worden oder 
standen sie zu vereinzelt da und sind deshalb wenig 
berücksichtigt worden. Wäre die Sache anders so wür- 
den wir in den Handbüchern der vergleichenden Ana- 
tomie etwas mehr, als den stereotypisch gewordenen Satz 
vorfinden: «Über das Nervensystem der Cyclostomen 
wissen wir gar nichts». 

Die vorliegende Mittheilung hat zur Aufgabe diese 
Frage zu beleuchten und einige neue Thatsachen zu 
den schon bekannten, hinzuzufügen. Zur Untersuchung 
der Nerven und auch anderer Gewebe der Neunauge 



*) Untersuchungen über Petromyzon Planeri von Dr. Paul Lan- 
gerhans. Freiburg. 1873 Dr. Forfcunatow. Über die Fettresorption 
und histologische Structur der Darmzottoi. Pflüger's Archiv. 1876. 

Mélanges biologiques. XI. 71* 



— 566 — 

habe ich, unter anderen Methoden, folgende benutzt, 
die sich sehr praktisch erwiesen. Die eine besteht 
darin, dass man frische aufgeschnittene Neunaugen 
in eine Salpetersäure von 20° legt. Diese Methode 
wurde von vielen Forschern zu verschiedenen Zwe- 
cken benutzt und auch von P. Langerhans mit gros- 
sem Erfolge bei seinen Untersuchungen mancher Ge- 
webe der Neunauge. Um schneller zum Ziele zu kom- 
men, habe ich zuweilen frische Neunaugen in einem 
Gemisch von Spiritus, Wasser und Ameisensäure ge- 
kocht. Durch dieses Verfahren löst sich das Bindege- 
webe etwa in einer Stunde. 

Neunaugen die in Chromsäure oder doppeltchrom- 
saurem Kali gelegen haben, erfordern etwa die dop- 
pelte Zeit, damit ihre Gewebe in einzelne Theile zer- 
fallen. 

Zur Untersuchung der Herzganglien habe ich fol- 
gendes Verfahren angewandt und empfehle dasselbe 
Jedem, der meine Beobachtungen wiederholen will. 
Ich zweifle nicht, dass diese Methode zu vielen an- 
deren Untersuchungen sich auch als brauchbar er- 
weisen wird. 

Ich lege die Theile des Herzens, die ich untersuchen 
will, auf y^ Stunde in eine Lösung von 17^ Chlorgold. 
Darauf trage ich das Präparat in ein Probiergläschen 
über, in welchem sich ein Gemisch von Spiritus, Was- 
ser und Ameisensäure belind et und lasse die Flüssig- 
keit einige Mal aufkochen. Schon beim ersten Auf- 
kochen nimmt die Flüssigkeit die bekannte violette 
Farbe der Goldpräparate an. Darauf wird das Präparat 
in Wasser etwas abgespült und in Glycerin, welches fast 
mit derselben Quantität Ameisensäure vermischt ist. 



— 567 — 

gelegt. Nun zerzupft man das Gewebe mit feinen 
Nadeln und bedeckt es mit einem Deckgläschen. 
Diese Methode hat sehr viele Vorzüge vor der ge- 
wöhnlichen Goldfärbung. Man kann die Präparate in 
sehr kurzer Zeit, im Laufe einiger Minuten herstellen. 
Fast nie erhält man Niederschläge. Endlich, was sehr 
wichtig ist, dass man bei Anwendung derselben auch 
solche Gewebe mit Gold färben kann, die eine mehr 
oder weniger lange Zeit in Chromsäure oder dop- 
peltchromsaurem Kali gelegen haben. 



über die Nervenzellen im Herzen. 

Ehe ich die Resultate meiner histologischen Unter- 
suchungen darlege, will ich einige physiologische No- 
tizen über denselben Gegenstand vorausschicken. Das 
aus der lebendigen Flussneunauge herausgeschnittene 
Herz fährt eine mehr oder weniger längere Zeit fort 
zu schlagen. Um zu sehen ob das Herz unter dem Ein- 
flüsse des Centralnervensystems steht, wurde bei ei- 
nigen Neunaugen das Gehirn und auch einige Theile 
des Rückenmarks mit einem ununterbrochenen Strome 
gereizt. 

Es stellte sich eine unerwartete und interessante 
Thatsache aus diesen Versuchen heraus, nämlich die, 
dass die galvanische Reizung weder auf die Zahl der 
Herzschläge oder sonst irgend einen Einfluss ausübte. 
Dieselben Resultate erhielt ich an Neunaugen welche 
mit Curare vergiftet wurden. Die Vergiftung geschieht 
sehr leicht. Nach Einspritzung von Curare unter die 
Haut werden die Neunaugen in einigen Minuten ganz 



— 5G8 -^ 

bewegungslos. Die Thatsache, dass die Reizung des 
Centralnervensystems gar keine Veränderung in der 
Zahl der Herzschläge nach sich zieht, lässt den Schluss 
ziehen, dass die Arbeit des Herzens von diesem System 
ganz unabhängig ist und dass die Kopf- und Rücken- 
marksnerven in gar keinem Zusammenhange mit dem 
Herzen stehen. Später werden wir sehen ob eine solche 
Voraussetzung durch histologische Untersuchungen 
sich bestätigen lässt. 

Nachdem die Reizung des Centralnervensystems 
ganz erfolglos blieb, wurde das Herz selbst mit etwas 
schwächeren Strömen gereizt. 

Von keinem Punkte des Herzens und keinem in 
der Nachbarschaft liegenden Gewebe , konnte eine 
Verlangsamung der Schläge erzielt werden. Die Rei- 
zung des Herzventrikels blieb oft ganz erfolglos, dage- 
gen die des Vorhofs, besonders die Stelle an welcher 
die untere Hohlvene in denselben sich einsenkt, gab 
eine bedeutende Beschleunigung der Herzschläge. 
Wenn z. B. das Herz in 15 Minuten 11 Herzschläge 
machte, so erfolgten während der Reizung 26 Schläge. 
Diese Resultate, dass bei Reizung des Vorhofs immer 
eine Beschleunigung der Herzschläge eintrat, blieben 
constant, ob die Versuche an einem aus der Neunauge 
entfernten, oder in der Leibeshöhle sich befindenden 
Herzen statt fanden. 

Nachdem der Ventrikel von dem Vorhofe so ab- 
getrennt wurde, dass ein dünner Streifen desselben 
mit dem letzteren hängen bliebe so dauerten die Con- 
tractionen des Vorhofes regelmässig fort, während der 
Ventrikel still stand. Als ich endlich den Herzven- 
trikel in kleine Stücke zerschnitt, so contrahirten sich 



— 569 — 

dieselben noch regelmässig fort, einige länger, andere 
kürzere Zeit. 

Zu den oben erwähnten Thatsachen will ich noch 
zwei nicht uninteressante Beobachtungen hinzufügen. 
Durch Muscarin konnte kein Stillstand des Herzens 
hervorgerufen werden. Nach Beschleunigung der Herz- 
schläge durch galvanische Reizung, erfolgte fast im- 
mer eine Verlangsamung der Herzschläge. Das Herz 
brauchte einige Zeit um zu der früheren Zahl der 
Schläge zurück zu kehren. Es scheint, dass die galva- 
nische Reizung eine Erschöpfung der Herzthätigkeit 
nach sich zieht. 

Darauf behandelte ich einige der sich regelmässig 
contrahir enden Stückchen auf die oben erwähnte Weise 
mit Goldchlorid. In den Muskeln des Ventrikels konnte 
ich nirgends Nervenzellen entdecken, dagegen zeigten 
sich dieselben in allen Theilen, welche von den Vor- 
höfen abstammten, in grösserer oder geringerer An- 
zahl. Man kann sie schon mit System IV, Ocular 
(Seibert und Kraft) erkennen; doch werden sie bedeu- 
tend deutlicher wenn man sie mit System V und VIII 
und Ocular I untersucht. 

Die Nervenzellen liegen den Muskelbündeln, die 
alle quergestreift sind, dicht an. Da die Muskelschicht 
in dem Vorhofe weniger dick ist, die Bündel feiner und 
mehr auseinander liegend, so ist die Zerzupfung leich- 
ter als die des Ventrikels. Die Zellen liegen gruppen- 
weisee, zuweilen 2 — 4, zuweilen 20 und mehr in einer 
Gruppe. An ihrer freien Oberfläche sind sie schwach 
erhaben und besitzen hier keine Fortsätze. Der Kör- 
per der Zelle ist rundlich, häufiger oval und noch öf- 
ter stark in die Länge gezogen. Durch Druck oder 

Mélanges biologiques. XI. 72 



— 570 — 

durch Klopfen auf das Deckgläschen gelingt es leicht 
die Nervenzellen von den Muskelbündeln abzutrennen. 
Dann erst tritt ihre Form und ihre wahre Nervennatur 
deutlich zu Tage. Von den in die Länge gezogenen 
Zellen gehen von den entgegengesetzten Polen zwei, 
zuweilen auch mehr Fortsätze, die man weit verfolgen 
kann. Dieselben sind gewöhnlich dicker als die übri- 
gen. Zuweilen sind zwei solcher Zellen durch einen 
kurzen aber ziemlich dicken Fortsatz mit einander ver- 
bunden. Allem Anscheine nach sind diese Fortsätze 
dazu bestimmt, um einzelne Zellen mit einander zu 
verbinden. Die Verbindung der Zellen geschieht nicht 
allein durch diese langen Hauptfortsätze, sondern auch 
durch die von ihnen abgehenden Zweige, erster oder 
zweiter Ordnung. Die Verbindung der Zellen unter 
einander ist mit einer solchen Klarheit zu sehen, dass 
für mich dieser Umstand ausser jedem Zweifel steht. 
Einzelne Zellen reissen sich von den übrigen los, 
schwimmen in der Flüssigkeit zu zwei und drei umher, 
drehen sich um ihre Axe, beim Druck auf das Deck- 
gläschen, ohne sich zu trennen. Beim Betrachten der 
Zelle in Profilansicht ist die äussere Fläche, wie schon 
erwähnt wurde, erhaben und glatt, von der unteren 
gehen aber nicht selten viele sehr dünne Fortsätze, 
welche sich theilen und in die Muskelsubstanz eindrin- 
gen. Einmal sah ich eine Zelle welche so fest mit einem 
Muskelbündelchen verbunden war, dass beide in der 
Flüssigkeit unter dem Deckgläschen umherschwammen. 
Ausser den Polarfortsätzen und den, von der unteren 
flacheren Seite abgehenden Nerven, schicken manche 
Zellen Ausläufer nach allen Richtungen hin. Solche 
Zellen können mit Recht als multipolare oder Stern- 



— 571 — 

Zellen bezeichnet werden. Der Kern erscheint überall 
als ein rundes helles Bläschen, welches niemals die 
Mitte einer Zelle einnimmt, sondern mehr dem einen 
oder dem anderen Pol, der einen öder der anderen Seite 
genähert ist. Viele von den Nervenzellen des Herzens 
erinnern uns lebhaft an die Form der in den vorderen 
Hörnern des Rückenmarks desselben Thieres vorhan- 
denen, nur dass die ersteren viel kleiner sind als die 
letzteren. Durch Goldchlorid werden die Zellen in- 
tensiv violet gefärbt, während die Fortsätze nur 
schwach die Färbung annehmen. Eine besondere 
Membran habe ich weder an den Zellen noch an 
ihren Ausläufern gesehen, somit halte ich dieselben 
für nackte Zellen. In der nächsten Umgebung der 
Nervenzellen findet sich ein sehr dünnes Btindel- 
chen, aus einigen wenigen Nervenfasern; nie habe 
ich wahre, weit sich hinziehende Nervenstämme ge- 
troffen, obgleich ich nach ihnen speciell gesucht und 
hunderte von Präparaten zu diesem Zwecke durch- 
mustert habe. Nervenstämme finden sich auch weder 
an der Aorta noch an der Hohlvene. Die feinen Ner- 
venbündel sind also dazu bestimmt, einzelne Zellen- 
gruppen mit einander zu verbinden ; sie thuen sich nie- 
mals zu grösseren Bündeln zusammen, welche bestimmt 
wären die Herzregion zu verlassen. 

Es ist von hohem Interesse, dass das sympathische 
Nervensystem der Neunauge ein vollkommen in sich 
abgeschlossenes, selbständiges ist, ohne in irgend welche 
Verbindungen mit dem centralen Systeme einzugehen. 
Diese histologischen Ergebnisse sind in einem harmo- 
nischen Einklänge mit unseren oben erwähnten Versu- 
chen und erklären uns zur Genüge warum die Rei- 



— 572 — 

zung des Geliirns und des Rückenmarks auf das Herz 
keinen Einfluss ausübten. Ich sehe die oben erwähnten 
sympathischen Herzzellen als embryonale an, die sich 
an Ort und Stelle gebildet haben, in der Weise wie z. 
B. die Hautnervenzellen in dem Schwänze des Frosches 
oder des Axolotls sich entwickeln. 

Letztere gehen später Verbindungen unter sich ein, 
werden zu Nerven, während die ersteren im embryo- 
nalen Zustande beharren. Höchst wahrscheinlich ent- 
wickeln sich die sympathischen Nervenzellen im Herzen 
bei höheren Thieren auf dieselbe Weise, nämlich, an- 
fangs bilden sich die Zellen und später erst verbinden 
sie sich mit dem Vagus. Die Abwesenheit jeglicher 
Verbindung der sympathischen Herzzellen bei den 
Neunaugen, ihre multipolare Form, das Fehlen der 
Membran, sind solche Facta, welche uns zum Schlüsse 
berechtigen, dass wir hier Bildungen vor uns haben, 
welche auf einer bestimmten Stufe stehen geblieben 
sind, während sie bei anderen höheren Wirbelthieren 
fortfahren sich zu entwickeln um schliesslich sich mit 
den Vagusfasern zu verbinden. 

Der centrale Ast des Nervus vagus. 

Schon aus den früheren Untersuchungen von J. 
Müller, Schlemm, d'Alton und anderen Forschern 
war es bekannt, dass beim Petromyzon ein N. lateralis^ 
vorkommt. Die neueren Arbeiten von Langerhans und 
Ant. Schneider haben zur tieferen Erkenntniss seiner 
Lage und seines Verlaufes manche wichtige Thatsache 
hinzugefügt, doch existirt bis jetzt keine einzige na- 
turgetreue Abbildung und kann man eine richtige 



— 573 — 

Vorstellung nur durch eigen verfertigte Präparate 
erhalten. Leider bin ich aus Mangel an Zeit genöthigt 
die Abbildung bis zu einer anderen Gelegenheit zu 
verschieben. 

Der Vagus tritt aus dem verlängerten Mark, hinter 
der Ohrkapsel, heraus und theilt sich in zwei verhält- 
nissmässig dicke Äste, den oberen und unteren Late- 
ralis. Der obere Ast ist der wahre N. lateralis, der 
wie die beiden genannten Forscher richtig angeben, 
durch den ganzen Körper bis zur Schwanzflosse sich 
hinzieht. Er lässt sich mit der grössten Leichtigkeit 
nebst allen seinen Zweigen herauspräpariren. Es ist 
bekannt, dass nirgends, weder an seinem Stamme, 
noch an seinen Zweigen Ganglienzellen zu finden sind. 
Der untere ventrale Ast, der Pneumogastricus, hat 
einen viel verwickeiteren Verlauf. Er liegt auf beiden 
Seiten als getrennter Nerv auf den Athmungsmuskeln 
und giebt denselben in bestimmten Entfernungen dicke, 
weit zu verfolgende Äste ab. Vergleichen wir seine 
Lage mit den bekannten Zeichnungen anderer Cycles- 
tomeu, so finden wir grosse Übereinstimmung zwi- 
schen ihm was seinen Anfangstheil etwa bis zum Herz- 
beutel anbetrifft, und der Abbildung welche J. Mül- 
ler Tab. III. Fig. 6 von der Myxine glutinosa gege- 
ben hat. Die Seitenzweige sind aber von J. Müller 
nicht angegeben. Langerhans sagt dass die Ganglien- 
zellen im Stamme des Nervus intestinalis weniger vor- 
kommen als in seinen Zweigen ^). Ich kann dieser Aus- 
sage nicht beistimmen. Ich habe den Stamm sammt 
seinen Zweigen heraus präparirt und unter dem Mi- 

2) 1. c. p. 47. 



— 574 — 

kroskop durchmustert und fand in demselben eine unge- 
heuere Anzahl von Ganglienzellen. Freilich liegen sie 
nicht immer in einem continuirlichen Zusammenhange, 
sondern häufig gruppenweis. Ferner erwähnt Langer- 
hans, auf derselben Seite, der multipolaren Nerven- 
zellen im Verlaufe des iV. lateralis. Diese würden also 
meinen embryonalen Herznervenzellen entsprechen. 
Ich habe solche Nervenzellen im Pneumogastricus und 
seinen Verzweigungen nicht beobachtet. "Wir hatten 
übrigens verschiedene Objecte. Langerhaus scheint 
zu diesem Zwecke den Ammocoetes untersucht zu ha- 
ben, während ich die Flussneunauge untersuchte. Es 
wäre von hohem Interesse wenn sich die Thatsache 
bestätigen würde, dass die Form der Nervenzellen bei 
der Larve eine andere ist, als bei dem erwachsenen 
Thiere. Ich fand beim Fetromyzon fluviatilis, sowohl 
im Stamme des Pneumogastricus, als auch in seinen 
Zweigen und in den Plexus nur bipolare Zellen. Die 
beiden Hauptstämme, wie ich schon oben bemerkte, 
liegen nicht an der Seite des Darmes, sondern in einer 
ziemlichen Entfernung von demselben, über den 
Athmungsmuskeln. Von diesen Stämmen gehen Zweige, 
die nicht nur bis zu den Primitivmuskelbündeln und 
Gefässen der Kiemen zu verfolgen sind, sondern die 
sich auch in die Schleimhaut des Mundes, in die Mus- 
keln des Darmes und in die Leber einsenken. In allen 
diesen Theilen sind sehr zellenreiche Nervenplexus 
vorhanden. Besonders viele Nervenverflechtungen fin- 
den sich am Ende des Vorderdarms. Unterhalb des 
Gallenganges dagegen entziehen sie sich ganz der 
mikroskopischen Beobachtung, da sie sich als verein- 
zelte Faden in die Musculatur des Darmes einsenken. 



— 575 — 

Ganz richtig erwähnt Langerhans, dass man Nerven- 
zellen unmittelbar unter der Schleimhaut findet. In 
der Längsfalte habe ich die Nervenzellen nicht häufi- 
ger beobachtet als an anderen Stellen des Hinterdarms. 
Ich besitze eine grosse Anzahl von Querschnitten aus 
Ammocoetes, in denen gleichfalls keine einzige Nerven- 
zelle in der Längsfalte vorhanden war. Man findet die 
Zellen auch zwischen den Muskelfasern und ziemlich 
häufig an der Seite der Arterien mittlerer Grösse. An 
dicken Arterienstämmen kommen sie weit seltener 
vor. Im Ganzen ist besonders hervorzuheben, dass die 
Zahl der Nervenzellen eine sehr geringe ist. Alle von 
mir beobachteten Nervenzellen waren bipolar, hatten 
eine besondere Membran und einen excentrisch gele- 
genen Kern Die Zellen kommen in kleinen Gruppen, 
zu zwei, drei oder mehr, aber auch nicht selten ein- 
zeln vor. Kehren wir zu den im Stamme des Pneumo- 
gastricus enthaltenen Nervenzellen zurück, so muss 
erwähnt werden, dass die Grösse der Zellen eine sehr 
verschiedene ist. Unter den Zellen, welche der Grösse 
nach denen in den hinteren Spinalwurzehi vorkom- 
menden in Nichts nachstehen, finden sich auch sehr 
viele um das Fünffache und noch kleinere als die er- 
steren. In grösseren Zellen findet man bei starker 
Vergrösserung in dem Kerne, ausser dem Kernkör- 
perchen, noch mehrere umherliegende Körperchen. 
Durch das Kernkörperchen geht ein feiner Faden 
durch. Der Zellenleib ist längsgestreift, in der Umge- 
gend des Kernes nur ist diese Längsstreifung undeut- 
lich. Um den Zellenleib ist eine continuirliche Mem- 
bran aus Endotelzellen vorhanden. Von aussen liegt eine 
mehrschichtige Faserschicht aus Bindegewebe densel- 



..^ 576 — 

ben an. Die Dicke dieser Schicht übertrifft die innerste 
Schicht auf das Fünf- bis Sechsfache. — Wenn die 
Präparate in der oben angeführten Salpetersäurelö- 
sung gelegen haben, so erkennt man an den Nerven- 
fasern bei starker Vergrösserung Ocular I und III 
Objectiv VIII (Seibert und Kraft) eine sehr regelmäs- 
sige Querstreifung, ähnlich jener die bei Behandlung 
des Axencylinders mit salpetersaurem Siberoxyd auf- 
tritt. Manche Fasern zerfallen geradezu in dünne, 
runde Plättchen, ähnlich den primitiven Bowman'schen 
Muskeldiscen. Man kann leicht gegen die von mir 
beschriebenen Bilder einwenden, dass dieselben in 
keinem organischen Zusammenhange mit der norma- 
len Structur der Nerven stehen und nur Folgen der 
Säureeinwirkung seien. So natürlich ein solcher Schluss 
zu sein scheint, so spricht doch gegen denselben die 
zu grosse Regelmässigkeit der Streifung. Die Bow- 
man'schen Discen treten ebenfalls unter der Einwir- 
kung von Säuren und anderen Agenten zu Tage und 
es fällt jetzt Niemandem ein, dieselben als Kunstpro- 
dukte anzusehen. 

Ehe ich diesen Abschnitt abschliesse möchte ich 
einige allgemeine Betrachtungen über den ventralen 
Ast des Vagus anknüpfen. Erinnern wir uns dass der 
Vagus beim Petromyzon mit vielen Gehirnnerven in 
Verbindung steht, dass sein ventraler Zweig, der 
Pneumogastricus, zu den Athmungsmuskelu, zum Dar- 
me, zu der Leber, zu den Blutgefässen sich erstreckt; 
dass während seines ganzen Verlaufes in ihm Gang- 
lienzellen sich vorfinden, dass seine dünnen Zweige 
durch Ganglienhaufen unterbrochen werden, so wird 
es im höchsten Grade wahrscheinlich, dass war in die- 



— Ö77 — 

sem Nerven einen Vagus in Vereinigung mit Sympa- 
thicus vor uns haben. Schon J. Müller in seinem be- 
kannten Werk über die vergleichende Neurologie der 
Myxinoiden sagt «dass bei den Cyclostomen der ramus 
intestinalis n. vagi das sympathische Nervensystem 
vollkommen ersetzt ^). 

Untersuchen wir nun das Verhältniss in welchem 
die Vaguszweige zu einigen Ganglien des Sympathicus 
bei höheren Wirbelthieren stehen, so erkennen wir ei- 
nen Zusammenhang zwischen den Vagusfasern und den 
Zellen jenes Nerven. Ich hatte selbst, vor einigen 
Jahren, Gelegenheit die Verbindung der Vagusfasern 
mit den Nervenzellen des Sympathicus im Herzen des 
Frosches und in der Lunge des Hundes zu beobachten. 
Wenn eine solche Thatsache, selbst an irgend einem 
Orte des Körpers festgestellt ist, so ist es höchst wahr- 
scheinlich, dass dieselben Verhältnisse in anderen 
Theilen ebenfalls vorkommen. Da die Ganglien des 
Sympathicus an der Seite der Vaguszweige liegen, so 
müssen die Zellenfortsätze die Richtung zu den Ner- 
venstämmen einschlagen und sind daher unipolar. Trotz- 
dem, wie bekannt, gehen von diesem einen Pol wenig- 
stens zwei Fortsätze, der eine, centrale, der mit den 
Vagusfasern verbunden ist, der andere, peripherische, 
der zu den Herzmuskelbündeln oder anderweitig ge- 
richtet ist. Demnach halte ich den, aus den Nerven- 
zellen des Pneumogastricus bei den Neunaugen central 
verlaufenden Faden für einen Vagusfaden , während 
der peripherische Nerv mit einer sympathischen Faser 
zu vergleichen wäre. Eine solche Annahme glaube ich 



3) 1. c. p. 224. 
Mélanges biologiques. XI. 73 



— 578 — 

findet noch seine Bestätigung darin, dass zu den Kie- 
menmuskeln, die einen von den Rumpfmuskeln abwei- 
chenden Bau besitzen, Zweige des Pneumogastricus 
gehen, welche von Nervenzellen unterbrochen werden. 
Es stehen zwei Wege offen, um die von mir ent- 
wickelte Meinung über den Pneumogastricus-sympathi- 
cus aus dem Bereiche einer Hypothese, für die manche 
dieselbe halten werden, in eine feststehende Thatsache 
tiberzuführen, nämlich die physiologischen Versuche an 
diesen Nerven und die histologische Untersuchung des 
Vagus an manchen anderen Thieren, an Schlangen z. B. 

Die Augen- und Herzmuskeln. 

P. Langerhans beschreibt bei P. Planen die 
Structur der Herz- und Augenmuskeln als abweichend 
von der übrigen Musculatur des Rumpfes. Die Ele- 
mente sollen eine corticale quergestreifte Zone und 
einen körnigen Axencylinder besitzen. Bei Unter- 
suchung der Augenmuskeln von P. fluviatilis fand ich 
auch ganz dieselben Bilder, wie Langerhans auf 
seiner Taf. HL Fig. 9 und 10 dargestellt hat. Doch 
fand sich in denselben Muskeln eine grosse Reihe an- 
derer Bilder. Manche Primitivbündel waren ganz un- 
verändert indem sie deutlich quergestreift waren. An- 
dere dagegen hatten einen sehr schmalen Axencylin- 
der, bald aus sehr feinen Körnchen, bald aus grösseren, 
starkglänzend und lichtbrechenden Tröpfchen be- 
stehend. Zuweilen lagen dieselben einzeln, zuweilen in 
regelmässigen Reihen geordnet. In einzelnen Primitiv- 
bündeln waren sehr breite quergestreifte Ränder. Zu- 
weilen bestand der feingranulirte Axencylinder aus 
gleich grossen Stückchen, deren äussere Kanten in 



— 579 — 

die quergestreifte corticale Zone übergingen. Die Mus- 
kelkerne kommen in dem Axencylinder in beträcht- 
licher Anzahl vor und treten besonders durch die 
Picrin-carmin-färbung deutlich hervor. Liegen die 
Körnchen nicht in regelmässigen Reihen, so umgeben 
sie öfters den Muskelkern. Die Betrachtung der oben 
erwähnten Bilder könnte zur Annahme führen, dass 
wir hier mit, in ihrer Entwickelung gehemmten Mus- 
keln zu thun haben. Eine solche Voraussetzung ent- 
spricht aber dem Thatbestande nicht. Vielmehr haben 
wir einen Muskelzerfall und eine rückschreitende Me- 
tamorphose vor uns. Ant. Schneider hebt richtig her- 
vor, dass bei Trichinose und Typhus ähnliche Erschei- 
nungen in den Muskeln vorkommen. Dieselben kön- 
nen überall beobachtet werden wo die Muskeln anfan- 
gen zu degeneriren. Schneider bringt die Degene- 
ration der Muskeln beim Petromyzon mit der Laich- 
zeit in Verbindung. 



>î«^c 



(Tiré du Bulletin, T. XXVIII, pag. 439—448.) 



'^'^ 1883. 

5 Juin 

Naturhistorische Nachrichten aus der Polarstation an 
der Lena-Mündung. Von Dr. A. Bunge. Aus einem 
Briefe an den Akademiker L v. Schrenck^). 

Sagastyr, den 15. (27.) Dec. 1882. 

73° 22' 47'' n. Br. 
126° 35' ö. L. V. Gr. 

Seit mehr als vier Monaten sind wir hier an Ort 
und Stelle, und erst jetzt kann ich daran denken, Ihnen 
einen kurzen Bericht über die Beobachtungen und 
Sammlungen auf dem Gebiete der Naturwissenschaf- 
ten, die, neben der Hauptaufgabe der Expedition, in 
das Programm aufgenommen waren und die zu ver- 
treten mir zugefallen war, zukommen zu lassen. Bis 
jetzt waren wir durch die laufenden Beobachtungen, 
Einrichtung der Station etc. so in Anspruch genom- 
men, dass ich kaum Zeit gehabt habe den Meinigen 
einige Zeilen zu schreiben. Ganz fertig werden wir 



1) Hr. Dr« Alex. Bunge, Solin des gleiclinamigen berühmten 
Botanikers und Ehrenmitgliedes der Akademie der Wissenschaften, 
nimmt zur Zeit die Stellung eines Arztes an der zeitweiligen Polar- 
station ein, die behufs magnetischer und meteorologischer Beobach- 
tungen in den Jahren 1882/83 russischerseits errichtet und der 
Leitung des Stabscapitains vom Steuermaunscorps , Hrn. Jürgens, 
unterstellt worden ist. S. 

Mélanges biologiques. XI. '3'^ 



— 5S2 — 

wohl erst dann sein, wenn es heisst «nach Hause», 
oder nicht einmal dann: es giebt zu viel zu thun. In- 
dessen werden Sie nicht ganz ohne Nachrichten von 
uns gewesen sein, da Hr. Jürgens bisweilen kurze 
Berichte an den Gouverneur von Jakutsk abgesandt 
hat, mit der Bitte sie weiter zu befördern, und ferner 
unsere amerikanischen Freunde H arber und Schütze, 
die längere Zeit bei uns verweilten, Ihnen genaue 
Nachrichten über unser Leben und «Heim» gebracht 
haben werden. Geändert hat sich in dieser Zeit, abge- 
sehen davon, dass die magnetischen Beobachtungen 
begonnen haben (gleich nach der Abfahrt der Ameri- 
kaner) und dass wir den kürzesten Tag oder, besser 
gesagt, die Hälfte unserer dreimonatlichen Nacht hinter 
uns haben, gar nichts. Man darf sich die Unannehm- 
lichkeiten der Polarnacht gar nicht so schlimm vorstel- 
len, wie sie gewöhnlich geschildert w^erdeu. Drückend 
kann sie nur dem werden, der zu vollkommener Un- 
thätigkeit verdammt ist oder sich selbst derselben hin- 
giebt. Das ist aber mit uns durchaus nicht der Fall, 
Sehr störend ist der fast beständige Sturm oder wenig- 
stens Wind, der bei einer Temperatur von meistens 
unter — 30° C. jede Thätigkeit ausser dem Hause, ab- 
gesehen von den schnell gemachten Ablesungen an 
den Instrumenten, unmöglich macht. Im Allgemeinen 
können wir über gar zu grossen Mangel an Bewegung 
nicht klagen; ich bin aber der Ansicht, dass man da- 
von nie genug haben kann. Nur selten kann man sich 
einen kleinen Spaziergang erlauben , der , ausser eben 
der Bewegung, weiter keinen Zweck hat, denn man 
sieht der geringen Helligkeit wegen wenig und ausser 
der mit niediigen Scbneewellen bedeckten Tundra, de- 



— 583 — 

ren braune Vegetation allenthalben zum Vorschein 
kommt, giebt es auch nichts zu sehen. Einen sehn- 
süchtigen Blick wirft man auf den hellröthlichen Saum 
am südlichen Horizont und kehrt in's warme Zimmer 
zu seiner Beschäftigung zurück. 

Der späte Beginn der magnetischen Beobachtungen 
war für unseren Chef eine Quelle bitterer Sorgen. Bei 
seiner Gewissenhaftigkeit nahm er sich jede neue Ver- 
zögerung sehr zu Herzen. Er braucht sich aber wahr- 
haftig keine Vorwürfe zu machen, denn er hat Tag 
und Nacht an der Aufstellung der Instrumente gear- 
beitet. Unsere verspätete Ankunft, die Menge der Ar- 
beit, sowie das Wesen derselben, waren die Haupt- 
ursachen. Man muss selbst Mechaniker, Tischler, Mau- 
rer sein, und die ungeübte Hand erfordert mehr Zeit. 
Die meteorologischen Beobachtungen fingen rechtzei- 
tig an, nachdem wir uns, mit vereinten Kräften an die 
Arbeit gemacht und diese auch während der damals 
noch hellen Nächte an der Aufstellung der Instrumente 
sowie der dazu gehörigen Baulichkeiten fortgesetzt hat- 
ten. Es gehört hier zu den grössten Schwierigkeiten 
ein etwas tieferes Loch in die Erde zu graben. Der 
gefrorene Sand, auf welchen wir im Herbst in c. einer 
Arschin Tiefe stiessen (genaue Messungen an verschie- 
denen Stellen mussten bis zum nächsten Jahre aufge- 
schoben werden), ist ein Material, das jedem Werk- 
zeug trotzt ; nur mit der Hacke gelingt es kleine Stücke, 
die einen muscheligen Bruch zeigen, abzuschlagen. 
Dazu kommt, dass wir fast nur auf unsere Leute und 
uns selbst angewiesen waren, denn die hiesigen Jaku- 
ten sind zu jämmerliche Arbeiter. Sie verstehen in 
ihren kleinen Böten pfeilschnell dahinzufahren , Netze 



— 584 — 

zu stellen, eine Gans mit ihrem primitiven Bogen zu 
schiessen, auch ein schwimmendes Rennthier abzu- 
stechen; aber jeder etwas schwereren Arbeit sind sie 
nicht gewachsen. Hatten sie, bisweilen sechs Mann 
hoch, einen Balken von den Barken bis an den Ort 
seiner Bestimmung getragen, so setzten sie sich gleich 
um ein Feuer, um Thee zu trinken und zu schwatzen, 
und wurden sie von hier vertrieben, so sass gleich die 
ganze Gesellschaft am Ufer und besprach offenbar 
unser sonderbares Treiben. Sie sehen den Zweck der 
Arbeit gar nicht ein; wesshalb man Löcher in die Erde 
^rub, war ihnen vollkommen unverständlich, und dass 
man noch gar Eile hat bei einer solchen Beschäftigung, 
blieb ihnen vollständig unklar. 

Doch ich klage Ihnen hier vor und komme von dem, 
was ich Ihnen eigentlich mittheilen wollte, ab. Die 
Hauptsache war, dass die meteorologischen Beobach- 
tungen rechtzeitig begannen und selbstverständlich bis 
jetzt ununterbrochen fortgeführt wurden. 

Bevor ich nun zur Aufzählung des bisher Beobach- 
teten schreite, möchte ich vorausschicken, dass ich 
leider habe einsehen müssen , dass ich auf dieser Ex- 
pedition als Sammler nur wenig werde leisten können. 
Der Hauptzweck der Expedition, sowie die Oertlichkeit, 
an welcher die längste Zeit verbracht werden muss, 
bringen es mit sich, dass ich so wenig thun kann. 
Nimmt mir der erster e zu viel Zeit fort , um ander- 
w^eitige Interessen verfolgen zu können, so bietet die 
letztere, so weit ich mich im Herbst habe überzeugen 
können, im Ganzen wenig Interessantes dar. Ich hatte 
viel vom Meere gehofft, sah mich aber bitter getäuscht. 
Wir haben nichteinmal die Station am Strande errich- 



— 585 — 

ten können, wenn auch südlich von uns zur Zeit der 
Fluth das Wasser salzig ist und wir eigentlich auf 
einer Insel leben. Die Küste ist ganz flach, das Land 
geht allmählich in Meeresboden über, wird bald von 
der Fluth überspült, bald liegt es trocken da. Von 
einer Meeresfauna und Flora kann gar keine Rede 
sein. Die specifische , arktische Yogelfauna fehlte voll- 
ständig; fast alle Thiere, die ich hier gesehen, kann 
man an einem Binnensee selbst im Sommer finden. 
Das was Hr. Akademiker Strauch mir besonders zu 
sammeln empfahl, nämlich Schädel und Fische, werde 
ich aber besorgen können, wenn gleich mir auch hier- 
bei durch die geringe Zahl der Species enge Grenzen 
gesetzt sind. Hoffentlich werden einige von den Per- 
sonen, denen ich unterwegs Aufträge in Betreff des 
Sammeins von Schädeln gegeben, ihr Versprechen hal- 
ten. Dann werde ich wenigstens in dieser Beziehung 
eine ganz hübsche Collection zusammenschaffen kön- 
nen. 

Die Zahl der hier vorkommenden Säugethierarten 
(auf diese, sowie auf einige in nächster Nähe vorkom- 
mende möchteich mich beschränken) ist selbstverständ- 
lich nur eine kleine. 

Aus Erkundigungen, die ich im Sommer eingezogen, 
hatte ich erfahren, dass der Eisbär (ürsus mariti- 
mus) hier vorkommt und alljährlich einige Exemplare 
von den Bew^ohnern von Tumat erlegt werden. Am 
28. October konnten wir uns mit eigenen Augen an 
einem leider todten, aber noch warmen Thiere (einem 
jungen Männchen) von dem Vorhandensein desselben 
überzeugen. Die Jakuten hatten uns leider nicht be- 
nachrichtigt, als sie ihn entdeckten und auf eigene 

Mélanges biologiques. XL 74 



— 586 — 

Hand erlegten. Er war in eine jetzt unbewohnte, etwa 
10 Werst von unserer Station entfernte Jurte einge- 
drungen, in welcher Fischvorräthe aufbewahrt wur- 
den. Hier hatten sie ihm durch ein Loch in der Wand 
der Jurte den tödlichen Schuss beigebracht. Vielleicht 
lässt sich der eine oder andere im Frühling durch die 
Wohlgerüche unserer Station zu einem Besuche ver- 
leiten. Schädel und Fell des geschossenen besitze ich. 
Die Spuren dreier Bären sind im Herbst an der Küste 
gesehen worden. 

Der Wolf (Ganis lupus) soll als Begleiter sowohl 
der wilden, als auch der zahmen Rennthiere in dem auf 
der An jou'schen Karte als Changalachskij Chrebet be- 
zeichneten Theile der Insel nicht selten vorkommen 
und von den nomadisirenden Rennthiertungusen gejagt 
werden. (Die Bezeichnung «Changalachskij Chrebet» 
[XanrajiaxcKiH xpe6eTT>] ist den hiesigen Jakuten ganz 
unbekannt und auch nicht ganz richtig; ein Ort auf 
dieser Insel heisst §(xigalacli. Die bis etwa 50 Fuss 
absoluter Höhe sich erhebenden Torf hügel einen «Chre- 
bet» [Gebirge] zu nennen, erscheint etwas kühn; da- 
durch entstehen nur falsche Vorstellungen; freilich, 
im Vergleich zu anderen Theilen des Delta, z. B. un- 
serer Insel Sagastyr, kann dieser Theil wohl als hüge- 
lig bezeichnet werden.) Während meines kurzen Auf- 
enthaltes mit Capitain Harber bei den dort gerade 
anwesenden Tungusen, hatten drei Wölfe die Renn- 
thierheerde derselben attaquirt. , 

Der Fuchs {Canis vulpes) kommt bisweilen vom 
Festlande her in's Delta, hat aber seinen Bau nicht 
in demselben. Das Fell wird von den hiesigen Jakuten, 
offenbar der rotlien Farbe wegen, geschätzt; eine Mütze 



— 587 — 

aus Fuchsfüssen gilt als etwas besonders Feines; uns 
wurden einige solche geliefert. 

Sehr häufig ist der Eisfuchs {Canis lagopus). Nach 
den Angaben der Bewohner von Tumat (des unserer 
Station gegenüberliegenden Dorfes, auch Ketach ge- 
nannt) fangen sie in ihren Fallen ungefähr 300 Stück 
im Jahre. Ich habe also Aussicht eine grosse Anzahl 
Schädel dieser Species zu erhalten; bis jetzt werden 
es etwa 70 — 80 Stück sein. Der Werth einer grossen 
Anzahl von Schädeln derselben Art ist durch einige 
neuere Arbeiten zur Genüge bewiesen worden, und 
C, lagopus gehört gerade nicht zu den Thieren, die 
man immer erhalten kann , besonders von hier nicht. 
Auf meine Bitte machen die Leute an den Schädeln 
ein Zeichen zur Unterscheidung, welchem Geschlecht 
das Thier, von dem der Schädel stammte, angehörte. 
Einer der Leute war dabei leider zu eifrig gewesen und 
hatte allen Männchen einen gründlichen Beilhieb über 
den Schädel versetzt. Auf der Fahrt durch das Delta 
sahen wir mehrmals in grösserer Entfernung Eisfüchse, 
meist von Möven wüthend verfolgt. Sollten Exemplare 
von eigenthümlicher Färbung in diesem Jahre erbeutet 
werden (man erzählte mir von ganz schwarzen, viel- 
leicht G. vidpes?)^ so werden sie mir gebracht werden. 

Das Hermelin {Mustela erminea). Eine Anzahl von 
Fellen aus verschiedenen Jahreszeiten belehren mich 
über das Vorkommen dieses reizenden Eaubthieres im 
Delta; ich hatte es hier nicht mehr erwartet, nicht 
weil es zu nördlich ist (Middendorff hat das Herme- 
lin unter derselben Breite angetroffen), sondern der 
Bodenbeschaffenheit wegen. Ich habe sichere Aussicht 
vollständige Thiere zu erhalten. 



— 588 — 

Das Rennthier {Gervus tarandus) kommt alljähr- 
lich im Frühling in's Delta und zieht im Herbst wie- 
der fort in die Waldregion. Über die Art und die Rich- 
tung des Zuges habe ich bis jetzt noch nicht in's Klare 
kommen können. Die Leute scheinen selbst nicht zu 
wissen, welche Richtung es einschlägt; einige ver- 
sicherten mich, dass es während des ganzen Winters 
auf dem Changalachskij Chrebet bleibe, und mit ihm 
der Wolf. Beim Abzüge im Herbst erlegen die Jaku- 
ten die Thiere während sie die Stromarme durch- 
schwimmen. Die erbeuteten Thiere sind Gemeingut 
und werden vom Starosta (Ältesten), der sich knjas 
(khasl) oder Mnjas (khhasb) nennen lässt, vertheilt. 
Rennthier e zu schiessen ist den Deltabewohnern von 
der Gemeinde verboten, hauptsächlich wohl, weil die 
Thiere durch Schüsse scheu gemacht werden. In die- 
sem Jahre fiel die Rennthierjagd sehr unglücklich aus. 
Die Flüsse bedeckten sich vor dem Abzüge der Thiere 
mit Eis, und sowohl die hiesigen Bewohner, als auch 
die Amerikaner und wir kamen in eine sehr schlimme 
Lage, da wir keine Winterkleider erhalten konnten. 
Ich fuhr damals (Ende Sept. a. St.) mit Capitain Har- 
ber auf Anrathen der Jakuten auf den Changalachskij 
Chrebet, um selbst das Nöthige zu schiessen. Wir hiel- 
ten uns während der Zeit bei einem mit Rennthier- 
heerden dort nomadisirenden Tungusenstamme auf, 
der sich bereits selbst auf dem Rückzuge in die Wald- 
region am Olenek befand. Mir war es eine sehr ange- 
nehme Abwechselung. Wir schössen leider nur zwei, 
da die Thiere sehr scheu waren und wir nur auf 300 
bis 500 Schritt zu Schuss kamen. Durch Kauf konn- 
ten wir aber von den Tungusen so viel Felle erhalten, 



— 589 — 

dass wenigstens die Amerikaner für ihre Equipirung 
genug hatten; wir selbst haben uns später vom Omoloj 
(Omojioh) Felle kommen lassen. Die Brunstzeit des wil- 
den Rennthiers fällt auf Ende October bis Anfang No- 
vember, diejenige des zahmen gerade in die Zeit un- 
seres Aufenthaltes bei den Tungusen (23 — 26 Sept. 
a. St.). 

Das Bergschaaf (Aegoceros montanus [?]). Als wir 
gerade das Lenathal verliessen und über die etwa 20 
Werst breite Wasserfläche dem Delta zusteuerten, sah 
ich auf der Höhe des rechten Ufers , der Insel Stolbo- 
woj (Ctoji^obou) gegenüber, sechs dieser herrlichen 
Schaafe; die neugierigen Thiere begleiteten uns eine 
Strecke weit, und nach einem Schuss, der auf sie ab- 
gefeuert wurde (auf etwa V/^ Werst Distanz), ver- 
schwanden sie nur auf kurze Zeit. An Jagd durfte 
ich in diesem kritischen Moment gar nicht denken, 
habe aber die Hoffnung nicht aufgegeben, im näch- 
sten Sommer einmal dorthin zu kommen. Sie sollen in 
jener Gegend, namentlich gegenüber Kumaksur, häu- 
fig sein. Die jakutische Bezeichnung ist tschehakà. So 
weit ich aus der Entfernung mit dem Binocle sehen 
konnte, waren sie gleichmässig hellgrau gefärbt, hat- 
ten starke Hörner und etwa 4 Fuss Rückenhöhe. Ich 
habe ein Fragezeichen hinter den lateinischen Namen 
gesetzt, da mir Hr. F. Schmidt sagte, dass man aus 
den von Czekanowski mitgebrachten Skelettheilen 
eine neue Art erkannt habe. Ich weiss nicht, ob die 
Frage schon entschieden ist ; hoffentlich gelingt es mir, 
durch weiteres Material hierzu beitragen zu können. 

Meine Erkundigungen nach Lemmingen, die ich 
bereits an der Lena einzuziehen begann (zwischen Shi- 



— 590 — 

gansk und Siktjach), hatten stets ein negatives Resul- 
tat. Ich zeigte den Tungusen die Abbildungen in Mid- 
den dorff 's Reisebeschreibung, erhielt aber stets die 
Antwort: solche Mäuse kämen hier nicht vor. Auch 
hier fragte ich anfangs vergebens nach ihnen. Zu An- 
fang des Winters waren in unseren Jurten und Vor- 
rathskammern mehrmals hellgefärbte Mäuse gesehen 
worden. Erst vor Kurzem sagte mir ein hiesiger Ja- 
kute, dem ich wieder die Abbildungen zeigte, es kämen 
solche Thiere hier vor, und versprach mir einige zu 
verschaffen; sie seien aber, meinte er, sehr selten. 
Die Nager, die ich im Herbst und nach dem ersten 
Schnee mit Hülfe meines Hundes eingefangen habe, 
muss ich für's Erste für Arvicola ohscurus halten; ich 
habe sie noch nicht genauer untersuchen können. 

Das Wallross (TricJiecJius Rosmarus). Bald nach 
unserer Ankunft hier erfuhr ich, dass ein Jakute auf 
einer nahe der Küste gelegenen kleinen Insel, Belkoj 
(B'fejiKOïï) — nicht zu verwechseln mit der gleichnami- 
gen Insel in der Nähe der Mündung des Olenek — 
etwa 60 Werst von unserer Station, zwei Wallrosse 
erlegt habe. Auf meinen Wunsch wurden mir die Schä- 
del gebracht; nachher auch eine vordere Extremität. 
Beide Thiere waren Männchen, und ausser ihnen waren 
keine anderen bemerkt worden. Vor sechs Jahren hat 
derselbe Jakute in derselben Gegend ein Wallross er- 
legt. Sie sollen hier sehr selten vorkommen. An den 
Mündungen der Chatanga und Anabara hingegen sol- 
len sie häufig sein. Da C. E. v. Baer das Vorkom- 
men des Wallrosses hier nicht annahm und, so viel ich 
weiss, bis jetzt nur Nachrichten über dasselbe aus die- 
ser Gegend bekannt geworden sind , so könnten diese 



— 591 — 

beiden Schädel als kleiner Beitrag zur Circumpolari- 
tätsfrage des Wallrosses gelten. Zu welcher der von 
einigen Forschern aufgestellten Varietäten die vorlie- 
genden Thiere gehören, kann ich aus Mangel an Ver- 
gleichungsmaterial hier nicht entscheiden; auch wird 
diese Trennung von anderen nicht anerkannt. Im Ma- 
gen hatten sich Muscheln befunden und bei einem auch 
Reste eines Seehundes. 

Über die an der hiesigen Küste vorkommenden See- 
hunde habe ich bis jetzt nichts erfahren können. Ich 
habe hier nur einen sehr defekten Schädel eines See- 
hundes erhalten. Ein Jakute hatte ihn am Meeresufer 
gefunden; er ist jedenfalls sehr alt (vielleicht fossil?). 
Die Schädelhöhle ist ganz mit Torf ausgefüllt. Wel- 
cher Art der Schädel angehört, kann ohne genügen- 
des Vergleichungsmaterial (es ist kein Zahn vorhan- 
den) nicht entschieden werden. 

Die Jakuten erzählten uns, dass alljährlich im Spät- 
herbst, bevor der Fluss sich mit Eis bedeckt, ein gros- 
ser, 5 — 6 Pud schwerer «Fisch» aus dem Meere in 
den Strom käme; er werfe Strahlen Wassers in die 
Luft und trüge seine Jungen auf dem Rücken. Aus 
ihren Wurfgeschossen hätte er sich nichts gemacht 
und sei mit ihnen fortgeschwommen. Dass es sich hier 
um einen Delphin handelt, unterliegt keinem Zwei- 
fel. Ich war sehr gespannt auf seine Ankunft, aber, wie 
das so gewöhnlich zu geschehen pflegt, in diesem Jahre 
kam er nicht, und so musste es unentschieden bleiben, 
ob es Delphinapterus leucas ist, oder Phocaena orca, 
die beide, nach Middendorff, in die Mündungen der 
nordsibirischen Flüsse eindringen. 

Das ist auch Alles, was ich von Säugethieren hier 



— 592 — 

gesehen und gehört habe. Was die Vögel anbetrifft, so 
schalte ich in meinen Brief ein kurzes Verzeichniss der 
von mir mit Sicherheit beobachteten ein. Zuvor möchte 
ich aber demselben noch einige Worte vorausschicken. 
Ich glaube, dass auf die Zugrichtung der Vögel hier 
nur wenig gegeben werden kann: man muss diesen 
Ort als den Ausgangs- oder Ankunftspunkt ansehen, 
wo sie die beim Zurücklegen grösserer Strecken ein- 
gehaltene Eichtung entweder schon verändert, oder 
noch nicht eingeschlagen haben; das Fliegen findet, 
auch im Herbst, meist Behufs Wechseins der Futter- 
plätze statt. Jedenfalls will ich die Ankunftszeit so 
genau als möglich beobachten. Von Bälgen werde ich 
nur das, was mir wirklich werthvoll erscheint, zu er- 
halten suchen: ich denke die Sammlung der Akademie 
ist mit Material der von mir aufgezählten Vögel über 
und über reichlich versehen. 

1. Aqiiila. Die Art war nicht zu bestimmen, da ich 
die Adler nur aus der Entfernung gesehen habe: 
einen am 3. Mai 1882 bei der Station Olsonow- 
skoje (OjibSOHOBCKoe)^ c. 130 Werst nördlich von 
Irkutsk, auf einem Aas sitzend; einen zweiten 
am 17. Juli am Flüsschen Ssemeika (einem lin- 
ken Nebenfluss der Lena, in c. 70° 30' n. B.). 
Dieser war klein, sehr dunkel gefärbt, am meisten 
an Aq. dang a erinnernd. 

2. Falco gyrfalco. Anfang September wurde ein 
Exemplar hier auf Sagastyr gesehen ; ein zweites 
kam am 26. October (!) angeflogen und setzte 
sich in der Nähe unseres Hauses auf eine der 
Jurten nieder; es war stark gefleckt. Wir hatten 
damals bereits unter — 25° C. 



— 593 — 

3. F. aesalon. Einen Falken, der am 22. August 
an unseren Gebäuden vorüberflog, muss ich für 
diese Art halten. 

4. F. tinnunculus. Ende März 1882 bei Irkutsk. 

5. F. peregrimis. Nistete allenthalben an der unte- 
ren Lena am felsigen Ufer. Das letzte Nest sah 
ich an dem der Insel Tit-ar}^ gegenüberliegenden 
Ufer (in 72° n. Br.). In Siktjach, am 9. Juli, 
nahm ich drei Junge aus einem Nest und schoss 
beide Alten. Zum Neste waren gar keine Vor- 
bereitungen getroffen worden: die Jungen sassen 
auf einer vorragenden Sandsteinplatte, die von 
einer anderen, ähnlichen überdacht wurde. Rund 
umher lagen ausschliesslich Federn von kleinen 
Vögeln, Ammern u. drgl. Das eine der Jungen 
wurde zahm und lebte bei uns bis zum 11. Sep- 
tember, wo es verschwand ; vielleicht ist es durch 
die Kälte umgekommen. Es gab damals — 12° 
und einen Buran (Sturmwind) von 17'" in der Se- 
cunde. 

6. Buteo lagopus. Nistete am Flüsschen Tigié (einem 
linken Nebenfluss der Lena, in 71° 30' n. B.). 
Am 21. August beobachtete ich ein Exemplar 
auf Sagastyr. 

7. Milvus, Milane kommen allenthalben an der Lena 
und in den Städten, von Irkutsk bis Jakutsk, vor; 
ich kann aber, da ich keinen in Händen gehabt, 
die Art nicht angeben. 

8. Strix hiiho. In Tjumen sah ich einen gefangenen 
Uhu und mehrere Bälge, sämmtlich von der hel- 
len Varietät. Oberhalb Kirensk hörte ich seinen 
Lockruf. 

Mälaages biologiques. ^I. » *> 



— 594 — 

9. Garrulus Brandtii. Bei Irkutsk geschossen, 

10. G. infaustus. Ein Exemplar zwischen Tomsk und 
Krasnojarsk (Anfang Februar) geschossen. 

11. Corvuspica. Ist in jedem Dorfe zu sehen; zuletzt 
habe ich sie bei Shigalowo beobachtet. 

12. C monediila. In den Dörfern Westsibiriens. 

13. C. daurica. Am 17. März bei Irkutsk, am 2. 
April auf der Insel Olehon, am 22. Mai nahe 
von Witimsk beobachtet. Sie nistet in hohlen 
Bäumen. Auch bei Shigalowo gesehen. 

14. G, Corone. Zuerst in Tomsk beobachtet, wo sie 
mit den folgenden zusammen vorkommt, von da 
ab allein; die letzte in Siktjach gesehen, am 10. 
Juli 1882. 

15. (7. comix. Bis Tomsk allenthalben. 

16. (7. Gorax, Während der ganzen Keise, vom euro- 
päischen Russland an, einzelne Exemplare getrof- 
fen; zuletzt am Flusse Tigié (in 71° 30' n. B.), 
wo er offenbar in der Nähe nistete. 

17. Lantus, Am Flusse Ssemeika habe ich einen|Wür- 
ger geschossen, die Art jedoch nicht näher be- 
stimmen können (L. phoenicums ?). Der Balg ist 
aufbewahrt. 

IS. Hirundo rustica. Abart mit rostbrauner Kehle, 
Brust und Bauch. Witimsk. 

19. ZT. urhica. Nistet an der unteren Lena an den 
Felsen des Ufers, ganz ebenso wie bei uns an den 
Häusern. Die letzte Colonie traf ich am Flusse 
Tigié, unter IT 30' n. B. (!). Vielleicht war es 
H. lagopoda. Es thut mir jetzt leid, dass ich kein 
Exemplar geschossen habe; ich glaubte aber mei- 
ner Sache zu sicher zu sein, und — offen gestan- 



— 595 — 

den — genirte ich mich vor den Tungusen die 
harmlosen Thierchen zu stören. 

20. H. riparia. Allenthalben an der Lena, wo sie ge- 
eignetes Ufer findet. Die letzte Colonie sah ich 
bei Shigansk. 

21. Gypselus. In den Uferfelsen zwischen Kirensk 
und Witimsk nistet eine Gypselus- Art: dieselbe 
ist auf der oberen Seite graubraun gefärbt; der 
Schrei unterscheidet sich von dem des (7. apus. 
Es gelang mir leider nicht ein Exemplar zu 
schiessen. 

22. Caprimulgus europaeus. Bei Kirensk am 19. Mai 
gehört. 

23. Picus major. Witimsk. 

24. P. kamtscJiatJcensis. Ich habe ein bei Irkutsk ge- 
schossenes Exemplar. Unter einigen bei Shiga- 
lowo beobachteten Spechten habe ich 

25. P. leuconotus und 

26. P. tridactylus erkennen können. 

27. Gîtculus canorus. Am 7. Mai bei Shigalowo zum 
ersten Mal gehört; von da abwärts allenthalben 
bis Witimsk. ' 

28. (7. spec? Eine andere, kleinere Art habe ich 
oberhalb Kirensk geschossen und weiterhin über- 
all beobachtet. Den charakteristischen Kuf die- 
ser Art hörte ich noch c. 300 Werst unterhalb 
Jakutsk. 

29. Turäus. Ausser einigen in Irkutsk gesehenen sibi- 
rischen Arten (T. ruficoUis, T, dbscurus) habe ich 
nur eine Drossel bei Siktjach geschossen, die Art 
aber nicht bestimmen können. Auf den Lena-In- 
seln unterhalb Jakutsk hörte man häufig Dros- 



— 596 — 

sein, doch hatte ich keine Gelegenheit welche 
zu schiessen. 

30. EuticiUa mtrorea. Anfang April in Irkutsk. 

3 1 . jR. Caliope. In dichten Weidengebüschen der Lena- 
Ufer und Inseln bis unterhalb Jakutsk. 

32. Ficedula Eversmanni. Bei Siktjach geschossen, 
am 14, Juli; das Exemplar stimmte vollkommen 
mit der von Middendorff gegebenen Beschrei- 
bung überein. 

33. Saxicola OenantJie. Am 30. März auf der Insel 
Olehon im Baikal; an den Lena -Ufern überall, 
zuletzt am Flusse Tigié, am 23. und 24. Juli 
1882. 

34. Motacilla citreola. Mitte April in Irkutsk. 

35. M. sulphurea (?). ilm 11. Mai bei Shigalowo. 

36. If. alba, var. lugens. In Irkutsk und überall an 
der Lena, zuletzt am Flusse Tigié, am 23. und 
24. Juli. 

37. Alauda arvensis. Gegen Ende März bei Irkutsk; 
grosse Schaaren auf dem noch mit Schnee be- 
deckten Feldern bei der Station Olsonowskaja, 
an der Jakutsker Strasse, am 30. März, bei c. — 
10° C. 

38. A. tatarica. Ende Januar auf der Poststrasse in 
der Nähe von Omsk. 

39. Emherim melanocephala (?), Oberhalb Kirensk. 
Der Balg vorhanden. 

40. E.pytJiiornis. Ende März und Anfang April allent- 
halben. Ebenso 

4:1. E. rustica. 

4t2. E, spec? Eine hier geschossene Art habe ich 
nicht bestimmen können. Der Balg vorhanden. 



— 597 — 

43. Plectrophanes nivalis. Der Schneeammer beglei- 
tete uns während der ganzen Reise vom europäi- 
schen Russland an ; die letzten sah ich bei Irkutsk, 
am 3. April. Die ersten im Norden beobachtete 
ich auf Tas-ary, wo sie offenbar nisteten, am 26. 
Juli. Auf Sagastyr sah ich sie täglich bis zum 
10. September; am 25. August einen starken 
Zug. Die letzten sah ich hier am 19. September. 
PL nivalis und die vorher erwähnte Art waren 
die beiden einzigen Sänger, die ich hier noch an- 
traf. 

44. Loxia pythiopsittacus. Insel Olehon im Baikal 
(1. und 2. April). 

45. Pyrrhtla vulgaris. Allenthalben auf der Fahrt bis 
Irkutsk beobachtet. Vielleicht war P. einer acea 
darunter; doch sah ich überall die rothen Männ- 
chen. 

46. Uragus Sibiriens. Mitte April bei Irkutsk. 

47. Linaria canescens. Grosse Schaaren von Linaria 
waren überall auf den Landstrassen während der 
Fahrt von Omsk bis Irkutsk und auch früher zu 
sehen. Ein bei Irkutsk Anfang März geschosse- 
nes Exemplar stimmte am besten mit der erwähn- 
ten Art. 

48. Golumha oenas (?). Unterhalb Shigalowo gesehen. 

49. Tetrao urogalhts. Soll nach Aussagen eines Tun- 
gusen bis Bulun vorkommen, aber sehr selten. 

50. T. tetrix. Bei Siktjach (!) fand ich am 13. Juli 
eine Kette; ein Junges wurde geschossen. Hier 
soll das Birkhuhn sehr selten sein. 

51. T. JBonasia. Soll als grosse Seltenheit bis Bulun 
vorkommen; allenthalben an der oberen Lena, 



— 598 — 

wo wir das Haselhuhn mehrmals geschossen ha- 
ben. 
62. Lagoptis albus. Eine Kette, die ich auf Tas-ary 
fand und ausschoss, gehörte dieser Art an. Zwei 
Bälge gingen mir leider bei dem Schiffbruch, den 
wir bei der oben genannten Insel erlitten, zu 
Grunde. 

53. L. alpinus. Überall im Lena-Delta. Am 10. Au- 
gust schoss ich noch recht junge Exemplare. Die 
Federung muss sehr schnell vor sich gehen: 
schon am 10. September waren die Thiere sehr 
bunt, am 13. September fast weiss mit einzel- 
nen braunen Flecken am Halse und auf den Flü- 
geldecken, am 19. September ganz weiss. Die 
letzten wurden hier Ende October beobachtet. 
Sie überwintern nicht im Delta, sondern ziehen 
sich in die Berge des Festlandes zurück und keh- 
ren erst mit der Sonne zum Delta zurück. 

54. Charadrius fulvus. Bei Tas-ary beobachtet, wo 
offenbar Junge waren; im Lena-Delta namentlich 
junge Exemplare geschossen; zuletzt beobach- 
tet am 29. August. 

55. G. morinellus. Am 10. August auf Sägastyr ge- 
schossen. 

56. C. aironicus. An der oberen Lena von Shigalowo 
an häufig. 

57. C. squatarola. Im Lena-Delta häufig. Am 22. 
August beobachtete ich einen Zug dieser Vögel 
von WNW nach OSO in grossen, geordneten Schaa- 
ren; aber noch am 29. August sah ich einige nach 
Westen fliegen; desgleichen am 30. und 31. Au- 
gust nach SO, und endlich habe ich noch am 
5. September einen Zug gehört. 



— 599 — 

58. Strepsilas interpres. In grossen Schaaren im Delta. 

59. Tringa minuta. Bei Siktjach gab es am 14. Juli 
noch Junge mit Flaumfedern. Im Lena-Delta ist 
dieser Vogel häufig. Ebenso 

60. T. TemmincU% 

61. T. maritima und wahrscheinlich noch mehrere 
andere Arten ; doch war es mir zu jener Zeit un- 
möglich, dieselben genauer zu beobachten. Am 
24. August waren die Tringen stark auf dem 
Zuge; doch habe ich noch in der Nacht auf den 
7. September den Pfiff einer Tringa gehört (Therm. 
— 2° C). 

62. Machetes pugnax. Im Delta häufig; der letzte 
wurde am 22. August geschossen. 

63. Actitis Jiypoleucus. Allenthalben an der Lena. 

64. Totanus glareola. Nur gehört, am oberen Lauf 
der Lena. 

65. T. glottis. Bei Tumat (im Lena-Delta) geschossen. 

66. T, spec. (?). Eine Art, die ich oberhalb Kirensk ge- 
schossen habe, aber nicht näher zu bestimmen 
vermag. Der Balg ist vorhanden. 

67. Phalaropns platyrhyncJius. Junge, flügge, aber 
noch mit Flaum versehene Exemplare bei Tumat 
geschossen. 

68. Scolopax gallinago. Unzweifelhaft bei Kirensk ge- 
hört, am 19. Mai. 

69. S.heterocerca. Balzte überall auf sumpfigen Wald- 
partien an der oberen Lena, von Shigalowo (am 5. 
Mai) bis Witimsk. 

70. 8. stenura. In einem Sumpfe bei Kirensk luhie 
ich den Balzton einer Schnepfe. Entweder war 



— 600 — 

es die genannte Art, oder S. soUtaria. Der letz- 
teren Art möchte ich einige Exemplare zuschrei- 
ben, die ich in Siktjaeh fand ; es gelang mir aber 
leider nicht, eines zu schiessen. 

71.5'. rusticula. Vom 5. Mai, bei Shigalowo, bis zum 
26. Mai, bei Witimsk, fast täglich Abends auf 
dem Zuge geschossen. 

72. Numenius arquatus. Bei Katschuga, Ende April, 
und auch weiter unterhalb an der Lena. 

73. Gms cinerea. Am 6. Mai bei Shigalowo geschos- 
sen, noch auf dem Zuge. 

74. Crex palustris. Bei Kirensk gehört. 

75. Sterna macrura. Bei Tas-ary gab es am 26. Juli 
Mgge Junge. Auch sonst vereinzelt zwischen 
Jakutsk und der Mündung der Lena beobachtet. 

76. 8. Mrundo (?). Einige im Delta gesehene Exem- 
plare glaube ich dieser Art zuschreiben zu müs- 
sen. 

77. Larus canus. Von Siktjaeh an täglich gesehen, 
die letzten am 8. September. 

78. -L. argentatus. Oberhalb Siktjaeh bis zum Delta 
gesehen, die letzten am 31. August. Auf dem 
Baikal am 31. März 1882. 

79. L. glaums. Von Siktjaeh an abwärts. Flügge Junge 
sah ich am 14. August auf Sagastyr. Am 8. Sep- 
tember schoss ich noch ein junges Exemplar. 
Die letzte Move (spec?) sah ich am 14. Sep- 
tember, als schon starke Eisbildung stattfand. 

80. L. leucopterus. Beim Flüsschen Krestjach (einem 
linken Nebenfluss der Lena, in c. 71"^ n. B.) be- 
obachtete ich zwei Exemplare dieser Art. 



— 601 — 

8 1 . Lestris pomarina. Ein Exemplar nördlich von der 
Insel Tit-ary gesehen. 

82. L. parasitica.VBeide im Delta häufig; die letzte L. 

83. L, Buffonii, j parasitica S3ih ich sua 25.Aug.1882. 

84. Halieus carbo (?). Nur dieser Art kann ich einen 
Vogel zuschreiben, den ich hier zweimal in gros- 
ser Höhe habe fliegen sehen. 

85. Golymbus septentrionalis. Im Lena-Delta häufig. 
Wahrscheinlich kommen auch die beiden anderen 
Taucher- Ar ten vor; doch hatte ich keine Zeit 
genauer zu beobachten. Vor dem Abzüge, am 
3 1 . August , machten sie furchtbaren Lärm und 
gaben die abenteuerlichsten Töne von sich. 

86. Cygnus musicus. Am 5. Mai in Shigalowo noch 
auf dem Zuge beobachtet; am 20. Mai bei Ki- 
rensk ein Exemplar gesehen. Auf Tas-ary, am 
26. Juli stiess ich auf Stellen, wo die Singschwäne 
gemausert hatten. Am 5. August schoss ich im 
Lena-Delta ein Exemplar; hier gab es noch Junge 
in Flaumkleidern. Am 1. September wurde ein 
Singschwan in der Nähe unserer Station geschos- 
sen. 

87. (7. BewicUi. Ein von einem Jakuten gebrachtes 
Thier erwies sich als zu dieser Art gehörig. 
Das Exemplar war sehr verdorben, mausernd, 
vom 6. August. 

88. Anser segetum. Bei Irkutsk auf dem Zuge Mitte 
bis Ende April beobachtet. Oberhalb Kirensk 
wurden einige geschossen, die vor einem Regen 
nach Süden, nach demselben nach Norden zogen. 
Sie sollen in jener Gegend nisten («bt» Tanrt»). 
Am unteren Lauf der Lena habe ich die Saatgans 

Mélanges biologiques. XI. 76 



— 602 — 

am 5. Juli bei Cap Kystotom (unterhalb Shi- 
gansk), am 8. Juli nahe von Siktjach in der Mau- 
ser geschossen. Bei Siktjach wurden auch noch 
am 15. Juli welche geschlagen. Am 17. Juli traf 
ich sie ebenfalls in der Mauser am Flusse Sse- 
meika. Ungeheure Massen von Saatgänsen gab es 
im Delta. Am 21. August fingen sie an unruhig 
zu werden; am 22. sah ich geordnete Züge, von 
NW — SO oder WNW— OSO, am 25. August 
die letzten Züge. 
89.^. albifrons. Im Lena-Delta häufig. Der Abzug 
fand mit der vorigen Art statt. 

90. Bernida leucopsis. Auf dem Baikal, am 3. April 
1882. 

91. Tadorna vulpanser. Baikal, am 3. April. 

92. Anas hoschas. Bei Irkutsk und an der oberen Lena. 
Soll nach Aussage der Jakuten auch im Delta vor- 
kommen. 

93. ^. querquedula. Am 6. Mai bei Shigalowo ge- 
schossen; auf Tas-ary am 26. Juli (?). 

94. Ä, crecca. Am 6. Mai bei Shigalowo. 

95. ^. falcata. Ende April bei Irkutsk. 

96. ^. glocitans. Am 8. August bei Tumat und am 
10. August auf Sagastyr junge Exemplare ge- 
schossen. Unter den Enten, von denen häufig, 
aber meist in grosser Entfernung Schwärme ge- 
sehen wurden, konnte ich mit Sicherheit erken- 
nen: 

97. Oidemia nigra und 

98. Harelda histrionica — beide unterhalb Jakutsk. 

99. Mergus merganser und 

100. M, serrator sah ich in Schwärmen von 20 und 



— 603 — 

mehr Exemplaren am oberen Lauf der Lena; die 
geschossenen Exemplare erwiesen sich alle als 
alte Männchen. 
lOL M, albellus. Ein Weibchen dieser Art wurde auf 
einer Lena-Insel oberhalb Jakutsk (bei der Sta- 
tion Ssinija) am 3. Juni geschossen. 

Aus der Classe der Reptilien habe ich auf der ganzen 
Reise keinen Repräsentanten angetroffen. 

Von Amphibien fand ich, ausser Bana temporaria, bei 
Irkutsk, wo sie etwa Mitte April erschien, nur noch 
einen kleinen Frosch etwa 50 Werst unterhalb Ja- 
kutsk, den ich, ohne ihn genauer zu besehen, in Alco- 
hol steckte. 

Mehr wäre über die Fische zu sagen. Da ich nicht 
weiss, ob die russischen Bezeichnungen (an die ich 
mich augenblicklich bei der Bestimmung allein halten 
könnte) der in verschiedenen Flüssen Nordsibiriens 
vorkommenden Salmo- und Corregonus- Arien densel- 
ben Species zukommen, und da überhaupt der Syste- 
matik auf diesem Gebiete noch viel zu thun übrig 
bleibt, so möchte ich mich bei der Aufzählung der hier 
vorkommenden Arten der lateinischen Namen ganz 
enthalten und nur die russischen Namen anführen, 
denen ich die jakutischen beifüge. 

Corregoniden. 

1 . Njelma (eejibMa, jak. tut-lalyk). Wird bis zwei Pud 
schwer, besonders im Sommer und Herbst, 

2. Muksun (MyKcyHT>, jak. ebenso). Wird bis 10 Pfund 
schwer. Im October findet der Hauptzug statt; sie 
werden aber auch sonst gefangen. 

3. TscUr (hhpt>, jak. ebenso). Ungefähr von derselben 



— 604 — 

Grösse wie der vorhergehende. Kommt sowohl 
im Flusse, als auch in den im Delta befindlichen 
Seen vor. 

4. Omul (oMyjib, jak. ebenso). Nicht zu verwechseln 
mit dem Omul des Baikalsees. Er wird bis 5 Pfund 
schwer; im Herbst. 

5. Seldj (cejibüb, jak. kondewej). Trotz diesem Namen, 
der so viel wie «Häring» bedeutet, ist es kein Clu- 
peide, sondern eine kleine Corregonus- Art] unsere 
Matrosen nennen ihn auch Ssig (chf'l) oder Ssishëk 
(cHJKeKt). Er wird besonders um Weihnachten her- 
um gefangen; bis jetzt sehr selten. 

Diese fünf Arten bilden während des Winters fast 
ausschliesslich die Nahrung der Deltabewohner. Ich 
brauche wohl kaum hinzuzufügen, dass alle diese Fische 
von vorzüglicher Qualität sind; wir haben sie täglich 
gegessen, ohne sie überdrüssig zu werden. Auch unser 
Fang fiel im Herbst recht reichlich aus, so dass wir 
uns mit einem gehörigen Vorrath versehen konnten; 
an einem Morgen wurden in unseren drei kleinen Stell- 
netzen aus Pferdehaar 3 Neljmas und 35 Muksuns 
und Omuls, zusammen ungefähr 6% Pud, gefangen. 
Der Fischreichthum ist wohl ein ganz kolossaler. Dun- 
kelheit und Kälte hinderten die Fischerei weiter fort- 
zuführen. Die Jakuten fangen aber auch jetzt noch, 
und im Frühling denken auch wir wieder zu beginnen. 

Ferner wurden gefangen drei Salmoniden. 

6. LenoJc (jieHOK'L). Derselbe, den ich auch im oberen 
Lauf der Lena angetrofi'en habe. Ich kann nicht 
angeben, ob der Lenok der Angara derselben Spe- 
cies angehört. 



— 605 — 

7. Golez (rojiem>, KpacHafl pbi6a, jak. halyka, ssawa- 
cha). In den Seen des Delta; wird von den Jakuten 
mit Recht geschätzt. 
8. Taljmenj (TajitMeHb, jak. Ulj). Hier seltener als im 
oberen Lauf der Lena; wird sehr gross, bis 7' lang. 
Die sehr feste Haut desselben wird zu verschiede- 
nen Zwecken benutzt, Kleidungsstücken u. drgl. 

Häufiger wurde im Herbst 

9. Lota vulgaris (jak. sselycharda) gefangen. Die Haut 
dieses Fisches wird namentlich als Fensterver- 
schluss im Sommer benutzt. 
Als Seltenheiten kommen hier noch vor: 

10. Gottus quadricornis (?). 

1 1 . Esox lucius. 

12. Perca fluviatilis. Die beiden letzteren sind im obe- 
ren Lauf der Lena häufig. Endlich wurde mir 
noch ein kleiner 

13. Gadus gebracht, den ich nicht habe bestimmen 
können. 

Cyprinoiden sollen hier gar nicht vorkommen. 
Einige weiter oberhalb vorkommende Arten habe ich, 
nebst etwa acht anderen (darunter auch einen Kaul- 
bars) in Spiritus conservirt. 

In Bulun sah ich einige Exemplare einer Platessa 
in getrocknetem Zustande, die aus dem Delta stammen 
sollten. Nach meiner Beschreibung schienen einige Ja- 
kuten aus Ary (in der Nähe der Mündung des Olenek) 
den Fisch zu erkennen und versprachen ihn mir zu 
bringen. 

Von Ganoiden habe ich bisher drei Arten gesehen. 
Im August wurden einige Sterlette (jak. chatys) in un- 



— 606 — 

seren Netzen gefangen; ich unterschied zwei Arten, 
ohne sie aber mit den mir zu Gebote stehenden Mit- 
teln bestimmen zu können. Leider konnte ich die im 
Herbst gefangenen nicht conserviren; hoffentlich habe 
ich es nicht zu bereuen; die Hauptfangzeit für Ster- 
lette hier ist Juni und Juli. Eine dritte Äcipenser- 
Art (russisch kostjor, KOCTëpi), mit kurzer stumpfer 
Schnauze, kommt häufig oberhalb in der Lena (von 
Witimsk bis Shigansk) vor. 

Was ich an Wirbellosen gesammelt, ist kaum der Er- 
wähnung werth. Am besten ging es noch mit den Co- 
leopteren; aber auch hierbei konnte von einem «Sam- 
meln» nicht die Eede sein: was mir gelegentlich unter 
die Finger kam, habe ich eingesteckt; es werden etwa 
50 Arten sein. Sehr unbedeutend ist die Ausbeute an 
Lepidopteren und Hymenopteren. Einen Reprä- 
sentanten der ersteren habe ich hier noch in Raupen- 
form angetroffen; es ist ein Bombycide, offenbar der 
Gattung Orgyia nahe verwandt. Ich hatte bereits auf 
Tas-ary eine ebensolche Raupe gefunden. Sie haben 
sich verpuppt, und ich will sie nächstens in's Zimmer 
nehmen und auskriechen lassen. 

Von den übrigen Articulaten habe ich nur noch 
einige Grus tace en erhalten können. Im Ganzen scheint 
die Lena sehr arm an im Wasser lebenden Wirbellosen 
zu sein. Es klingt kaum glaublich, wenn ich sage, dass 
ich auf der ganzen Strecke nirgends Mollusken ange- 
troffen habe; mit ganz festen Augen bin ich doch auch 
nicht gereist. Auch hier wurden meine Fragen nach 
dem Vorkommen derselben stets verneint. Nur bei 
jener früher erwähnten Insel Belkoj , auf welcher siel) 



— 607 — 

die Vv^allrosse aufhielten, sollen welche vorkommen; 
dafür spricht auch der obenerwähnte Mageninhalt die- 
ser Thiere. Offenbar ist dort das Meer etwas tiefer, 
und darauf beruht meine ganze Hoffnung, etwas von 
der hiesigen Meeresfauna erhalten zu können, d. h. 
wenn ich es überhaupt möglich machen kann hinzu- 
kommen; der Sommer ist gar zu kurz, und andere 
Arbeiten gehen vor. 

Botanisirt habe ich so oft sich dazu Gelegenheit 
bot und ein kleines Herbarium zusammengebracht; es 
mögen etwa 300 Arten sein. Bei unserem Schiffbruch 
bei Tas-ary wurde zwar Alles stark angefeuchtet, 
namentlich mein Papiervorrath geradezu zu Papier- 
mache zusammengeschlagen; ich glaube aber nicht, 
dass von den Pflanzen viel verdorben ist, da ich sie 
bald nachher wieder habe trocknen können. Hier habe 
ich weder Zeit, noch Platz gehabt, sie mir ein wenig 
anzusehen. In einem Briefe an meinen Vater habe ich 
Einiges über die Flora der Lena geschrieben und ihn 
gebeten, Ihnen Mittheilung darüber, sowie über eini- 
ges Andere (namentlich die Reise selbst) zu machen. 
Meine dort ausgesprochene Ansicht, die Flora des Delta 
könne nichts Interessantes, weil nichts Neues bieten, 
möchte ich etwas ändern, da dieselbe insofern wohl 
interessant sein könnte , als man aus ihr die Verände- 
rungen, die eine Pflanze unter den hiesigen Bedingun- 
gen erleidet, erkennen kann. Das über das Herbarium 
Gesagte gilt nur für Phanerogamen und einige Far- 
renkräuter. Meine Unkenntniss auf dem Gebiete der 
Moose und Flechten, die gerade von grossem Interesse 
wären, hindert mich am kritischen Sammeln derselben; 
auch w^ar es mir im Herbst, wo ich gerade gern Moose 



— 608 — 

gesammelt hätte, geradezu unmöglich, sie irgendwo 
unterzubringen; es wäre mir Alles verloren gegangen. 

Nun noch einige Worte über die Ergebnisse auf 
dem Gebiete der Palaeontologie und Geologie. Wäh- 
rend der Fahrt auf der Lena fing ich an Erkundigun- 
gen über Mammuthfunde anzustellen. Man sagte 
mir, dass abseits, in der Tundra, Überreste gefunden 
würden, an der Lena selbst keine. Das bezog sich im- 
mer nur auf Knochen, namentlich Stosszähne, von de- 
nen alljährlich durch die Kajuki (Lenaböte) ein nicht 
unbeträchtliches Quantum aus dem unteren Lenagebiet 
nach Jakutsk befördert wird ; einzelne Zähne sollen 
ein Gewicht von 5 Pud erreichen. In Bulun sagte mir 
der dortige Schreiber, die Tungusen hätten vor einiger 
Zeit (etwa 2 Jahren) in der Tundra ein heiles Mam- 
muth oder wenigstens eines mit zum Theil erhaltenen 
Weichtheilen gefunden, machten aber ein Geheimniss 
daraus, obgleich ihnen bekannt sei, dass die Akademie 
für die Auffindung eines solchen einen Preis ausge- 
setzt habe; sie seien der Ansicht, dass alle für sie 
daraus entstehenden Schwierigkeiten und Unbequem- 
lichkeiten, Transporte, Zusammenkommen mit den Be- 
amten, die dann herkämen (Letzteres wird besonders 
gern vermieden), bei Weitem die damit verbundenen 
pecuniären Vortheile überstiegen. Er versprach mir, 
sobald er wieder von einem solchen Funde hören sollte, 
mich davon wissen zu lassen. In solch' einem Falle 
glaube ich es wohl möglich machen zu können, an den 
Fundort zu reisen. 

Im Thale des Flüsschens Tigié (das ich bereits bei 
Aufzählung der Vögel mehrmals angeführt habe) hat- 
ten, kurz vor unserer Ankunft daselbst, Tungusen einen 



— 609 — 

Stosszalin gefunden; und auch wir fanden ein kleines 
Stück vom proximalen Ende eines solchen. Meine 
Nachforschungen nach Mammuthresten hier im Delta 
hatten anfänghch ein durchaus negatives Resultat. All- 
gemein erhielt ich die Antwort, es seien hier nie welche 
gefunden worden, am Olenek etc. kämen sie vor. Erst 
später erfuhr ich, dass auf der Insel Ary (auf der Karte 
Belkoj) Mammuthknochen gefunden seien, vor einigen 
Jahren ein Unterkiefer und kürzlich ein Schädel. Auf 
meinen Wunsch wurde mir der letztere hergebracht: 
es war nur ein Oberkiefer mit Stücken der angrenzen- 
den Knochen; die Stosszähne waren schon früher her- 
ausgebrochen und verkauft worden, die Backenzähne 
waren vorhanden. Der übrige Theil des Schädels soll, 
in kleine Stücke zersplittert, im Torf zurückgeblieben 
sein. Die Bodenbeschaffenheit in Ary ist nach Aussage 
der Jakuten ganz dieselbe wie hier: richtige Delta- 
bildung. Die Entstehung des Torfes lässt sich auch 
jetzt sehr gut verfolgen. Die Grundlage bilden die 
durch die Lena angeschwemmten Sandmassen, die im 
stillen Wasser zu Boden sinken. Der Sand ist meist 
ziemlich grobkörnig. Steine, grösser als eine Erbse 
oder Bohne, kommen nicht vor. Es ist sehr charakte- 
ristisch für die hiesige Gegend, dass ein Jakute, der 
gehört hatte, dass ich Naturalien («Seltenheiten», pii^- 
kocth) sammele, mir einen Kieselstein von der Grösse 
einer kleinen Kartoffel brachte; er erzählte, er habe 
ihn in einem Gänsenest gefunden, derselbe sei ganz 
warm gewesen etc. Ein Stein von solcher Grösse war 
ihm aufgefallen! Auf einer solchen Sandbank nun, die 
bei besonders hohem Wasserstande sich gebildet hg,tund 
nicht mehr alljährlich überschwemmt wird, stellt sich 

Mélanges biologiques. XI. 77 



— 610 — 

bald einige Vegetation ein, Poa, Myosotis und bald 
auch einige Moose. Ich habe hier Sphagnum in reinem 
Sande wachsen sehen; die Stelle war nicht etwa ober- 
flächlich versandet, sondern der ganze Boden bestand, 
so weit wir gruben, aus reinem Sande, der keine Spu- 
ren von Pflanzenüberresten enthielt. Mit den Moosen 
ist der Beginn zur Torfbildung gelegt, die ganz colos- 
sale Dimensionen erreicht; an einzelnen Stellen der 
Tumatskaja protoka war die Torfschicht am Ufer wohl 
25 — 30' stark. Nimmt man hierzu noch die Hebung 
des Bodens, die ja für die Nordsibirische Küste ange- 
nommen wird (bei den hiesigen «ältesten Leuten» 
konnte ich in dieser Beziehung nichts durch Fragen 
herausbekommen), so kann man sich die Entstehung 
der als «Changalachskij Chrebet» bezeichneten Hügel 
vollständig erklären. Die im Delta vorhandenen grös- 
seren, zum Theil sehr fischreichen Seen sind Überreste 
früherer Stromarme, die durch neue ersetzt wurden, 
wie das jetzt noch alljährlich geschieht. Dafür spricht 
auch das Vorkommen von Treibholzstämmen an den 
Seen, die jetzt unmöglich mehr hinkommen können. 
Auch die allmähliche Ausbildung, Abrundung der Seen 
lässt sich noch jetzt weiter verfolgen. Die kleineren 
Seen oder Torfteiche sind ihrer Bildung nach identisch 
mit ebensolchen in unseren Moosmorästen. Aus dem 
hier Gesagten geht zur Genüge hervor, dass im Delta 
ausser vereinzelten Knochen keine weiteren Überreste 
gefunden werden können. Adams hat ja sein Mam- 
muth auch nicht hier, sondern südlich vom Cap Bykofi", 
am Festlande gefunden. (Ebenso dürfte aus dem hier 
Gesagten mit Sicherheit hervorgehen, dass Eisenlager, 
welche die magnetischen Beobachtungen beeinflussen 



— 611 — 

könnten, hier nicht zu befürchten sind; die Steine, die 
wir an der Lena darauf hin untersuchten, zeigten sich 
alle als eisenfrei). 

Von der Richtigkeit Ihrer Ansicht über die Art und 
Weise der Einbettung und Conservirung ganzer Cada- 
ver habe ich mich am unteren Lauf der Lena über- 
zeugen können, wo Ende Juli in den Schluchten noch 
ganz gewaltige Schneemassen lagen, die bisweilen glet- 
scherartig bis zum Wasserspiegel des Stromes hinab-^ 
reichten; bei der vorgerückten Jahreszeit war keine 
Aussicht vorhanden, dass sie noch in diesem Jahre 
schmelzen könnten. Ich habe früher gesagt, die Tundra 
hier sei nur mit einer ganz dünnen Schneeschicht be- 
deckt; wo aber nur ein Hinderniss für den Wind vor- 
handen ist, da sammeln sich gleich grosse Massen an. 
Die Jurten von Tumat sind fast ganz vom Schnee be- 
deckt, und auch um unsere Gebäude haben sich ge- 
waltige Schneehügel angesammelt. Auf die an den Sta- 
rosta gerichtete Frage, bis wann dieselben schmelzen 
würden, antwortete er: bis zum Peterstage (29. Juni) 
werden sie wohl verschwinden. Angenehme Aussichten ! 

Von sonstigen Säugethierüberresten habe ich noch 
auf Tas-ary unter den am Ufer liegenden Steinen zwei 
Knochen, einen Wirbel und den distalen Theil eines 
Humerus, gefunden, die beide einer Art des Genus 
Bos zuzuschreiben sind, vielleicht dem Bos Pallasii. 
Wo sie herkamen, konnte ich nicht herausfinden; ich 
habe vergeblich die kolossalen Torfschichten des nörd- 
lichen Theiles der Insel (das südliche Ende ist steinig; 
Tas-ary bedeutet Steininsel, Tit-ary — Lercheninsel) 
nach weiteren Kosten durchsucht; ausser eingebette- 
ten Treibholzstämmen fand ich nichts. 



— 612 — 

Endlich erhielt ich von dem Schreiber in Bulun ein 
mir sehr interessant erscheinendes Stück; es ist das 
Stirnbein mit den Hornzapfen eines Cavicorniers, offen- 
bar einer Antilope. Leider habe ich über den Fund- 
ort nichts Genaueres erfahren können; ana goljzach» 
(auf den unbewaldeten Höhen) zwischen dem unteren 
Lauf der Lena und des Olenek, war das Einzige, was 
er mir sagen konnte. Bevor durch Vergleich eine ge- 
nauere Diagnose gestellt werden kann und das Alter 
des Stückes bestimmt worden ist, muss man sich 
aller daraus zu ziehenden Schlüsse enthalten, beson- 
ders da so wenig über den Fundort bekannt ist; hof- 
fentlich lässt sich noch etwas Derartiges finden. 

Von demselben Manne, der, durch Czekanowski 
dazu veranlasst, Einiges gesammelt hatte, erhielt ich 
noch einige ganz hübsche Ammoniten (cf. F. Schmidt, 
Wissenschaftliche Resultate etc., Tal III, Fig, 13, 14), 
die aus derselben Gegend wie der Knochen stammen 
sollten, ferner einige fossile Muscheln und eine offen- 
bar subfossile Art, die in derselben Gegend auf der 
Oberfläche des Bodens liegend gefunden sein sollte. 
Ich kaufte ihm alle diese Sachen ab, und er versprach 
mir weiter zu sammeln und dabei mehr auf die Fund- 
orte achten zu wollen. Selbst habe ich an mehreren 
Stellen fossile Muscheln gefunden. 

Nirgends machte sich der Mangel an Zeit mehr 
fühlbar, als bei der Untersuchung der geologischen 
Profile. Dazu kam noch bei mir der Mangel an Kennt- 
nissen auf diesem Gebiete, der mich hinderte einen 
schnellen Überblick über das Vorliegende zu gewin- 
nen. Ich glaube aber, dass gerade auf dem Gebiete 
der Geologie am unteren Lauf der Lena viel geleistet 



— 613 — 

werden könnte. Ich hatte leider in Petersburg zu wenig 
Zeit, um mich mit einigen geologischen Kenntnissen zu 
versehen. Hr. F. Schmidt war so freundlich, mir 
das Czekanowski'sche Manuscript zu übergeben, aber 
erst in den letzten Tagen meines Aufenthaltes da- 
selbst, so dass ich nur wenig (besonders da es sehr 
unleserlich geschrieben war) aus demselben entnehmen 
konnte. Da Czekanowski, so viel ich weiss, nur das 
linke Ufer untersucht hat und auch nur kurze Zeit 
darauf verwenden konnte, so kann von einer erschöp- 
fenden Untersuchung des hier Gebotenen gar keine 
Rede sein. Ich glaube, dass man selten so schöne 
geologische Profile, eine solche Mannichfaltigkeit der 
Schichten antreffen kann wie hier. Wenn ich von der 
Barke aus in der Entfernung ein solches Profil be- 
merkte, so traf ich, falls wir nicht zu weit vorüber- 
fuhren, gleich Vorbereitungen, um dort zu landen, 
nahm meinen photographischen Apparat und meinen 
geologischen Hammer in ein kleines Boot und fuhr 
voraus hin. Je näher man der Felswand kommt, desto 
mehr sieht man die Unmöglichkeit in kurzer Zeit etwas 
thun zu können ein, und ist man endlich am Ufer, so 
steht man da, wie — nun, man darfauch gegen sich 
selbst nicht zu grob werden. Aber man ist wirklich in 
einer schlimmen Lage: 2 — 300' erhebt sich die Fels- 
wand, senkrecht oder überhängend, eine ungeheure 
Anzahl der verschiedensten Schichten präsentirend ; 
nur mit Mühe erreicht man die untersten, vom Geröll 
nicht bedeckten Schichten, Alles was drüber ist bleibt 
unerreichbar. Ich musste mich darauf beschränken, hier 
und da mit dem Hammer ein Stück abzuschlagen, ein 
oder das andere im Geröll mir auffallende Stück mit- 



— 614 — 

zunehmen, einige Notizen zu machen und eine Photo- 
graphie aufzunehmen. Dann musste ich schnell weiter, 
denn die Barken sind schon vorüber und zu lange darf 
ich von der meinigen nicht fortbleiben; in der Ferne 
aber locken schon neue, in allen möglichen Farben 
spielende, noch schönere Felswände als die, an der 
ich eben gelandet war. 

Unter den von mir gefundenen Muscheln (ich fand 
namentlich mehrere unterhalb Shigansk, beim Cap 
Kystotom — auf der Anjou'schen Karte Pustodom — 
wo wir in einer Nacht vom Sturm an's Ufer getrieben 
wurden) befindet sich ein Inoceramus, ähnlich dem von 
Hrn. F. Schmidt abgebildeten; er erreicht bisweilen 
eine Grösse von c. einem Fuss im Durchmesser; fer- 
ner ein Gardium und noch einige Bivalven. Ich kann 
sie mir eben nicht genauer ansehen; sie liegen in der 
Vorrathskammer verpackt, und als ich sie neulich et- 
was betrachten wollte, erfror ich mir die Finger so 
sehr, dass sie sich nachher häuteten. Mit den dicken 
Pelzhandschuhen aber, die hier allein zweckmässig 
sind (wollene, gestrickte taugen gar nichts), kann man 
leicht etwas verderben, so rathsam es auch sonst ist, 
ein oder das andere Ding «mit dem Handschuh anzu- 
fassen»; im vollsten Sinne gilt Letzteres hier von me- 
tallischen Gegenständen. Kälte und Dunkelheit ver- 
eint sind zwei schlimme Gegner. 

Im Allgemeinen steigen die Schichten, wie bereits 
Czekanowski mitgetheilt hat, von Süden nach Nor- 
den an ; seltener senken sie sich nach Norden hin ; noch 
seltener sind sie aus ihrer ursprünglichen horizonta- 
len Lage in eine fast oder ganz senkrechte umgestürzt 
(etwas unterhalb Bulun). Am deutlichsten kann man 



— 615 — 

das allrnähliclie Ansteigen an den oberhalb Shigansk 
beginnenden Kohlenschichten verfolgen. Man sieht sie 
dicht über dem Wasserspiegel beginnen und einige 
Werst unterhalb an der Oberfläche verschwinden; un- 
terdessen sind aber wieder darunter liegende, neue auf- 
getreten, so dass man bisweilen an einer Stelle des 
Profils 3 — 4 Kohlenschichten sieht, jede von der an- 
deren durch eine grössere Anzahl Thon-, Schiefer- oder 
Kalksteinschichten getrennt. Die Kohlenschichten sind 
meist von geringer Mächtigkeit, bis 3 Fuss. Ein grös- 
seres Lager befindet sich nicht weit von Jakutsk, etwa 
50 Werst unterhalb; es ist zum Theil ausgebrannt. 
Hier erreichen die Kohlenschichten eine Dicke von 
mehreren Metern; über denselben liegt eine nahe an 
100 Fuss starke Sandschicht, unter denselben die auch 
bei Irkutsk vorkommenden, stark sandhaltigen pflanzen- 
führenden Juraschichten. Die Kohle ist meist gut und 
fest; ich habe von verschiedenen Stellen Proben mitge- 
nommen. Me 11 ville soll in der Nähe von Bulun ein 
grösseres Kohlenlager entdeckt haben; für die Grösse 
desselben spricht der umstand, dass er Bennet pro- 
ponirt hat, sich das Recht der Exploitirung desselben 
zu verschaffen. 

Fossile Pflanzenreste fanden sich überall, nirgends 
aber in einem solchen Zustande der Erhaltung, dass 
sich die Aufbewahrung gelohnt hätte; einige Proben 
habe ich selbstverständlich mitgenommen. Ich habe 
immer nur kleine Pflanzensplitter, die das ganze Ge- 
stein durchsetzen, gefunden, aus denen selbst ein Os- 
wald. He er nur wenig hätte machen können. Solche 
Stücke, wie sie Czekanowski mitgebracht und Osw. 
Heer abgebildet und beschrieben, habe ich bisher nir- 



— 616 — 

gends gesehen. An den Hauptfundorten Czekauow- 
ski's (Tschirimy, Bulun, Ajakit) bin ich freilich rasch 
vorübergefahren; es werden aber gewiss auch sonst 
ergiebige Plätze vorhanden sein, wenn man nur gehö- 
rig nachsuchen kann. An einzelnen Stellen fanden sich 
geradezu Balken in verkieseltem Zustande, z. B. bei 
Cap Kystotom; die Structur des Holzes war deutlich 
zu erkennen. 

Zum Schluss will ich noch erwähnen, dass es mir 
gelungen ist, auch einiges anthropologische Material 
zu erhalten, dank dem früheren Brauch der Deltabe- 
wohner, ihre Todten zu bestatten. Neuerdings vergra- 
ben sie dieselben, offenbar von der Geistlichkeit dazu 
angehalten (der Priester von Bulun kommt jährlich 
etwa zwei Mal hierher), in die Erde. Früher wurden 
sie in einem ganz primitiven Sarge — vier Bretter 
und zwei Brettchen oder ein ausgehöhlter Baumstamm 
mit einem Deckel — auf einem Gestell , zum Schutze 
gegen die Eisfüchse, in der Tundra ausgestellt. Der- 
artige Särge finden sich allenthalben zerstreut in der 
Umgegebung unserer Station. Im nächsten Frühling will 
ich von einigen derselben Photographien aufnehmen. 
Aus einigen habe ich die Schädel bereits herausgenom- 
men und denke diese Collection im Laufe des Sommers 
zu vervollständigen. Ausser den mit Lumpen oder Fell- 
stücken bedeckten Skeletten war in den Särgen nichts 
Bemerkenswerthes; nur in einem fand ich einen Stock. 
Diese Särge sind auch insofern interessant, als sie 
meist sehr alt sind und einen vortrefflichen Boden für 
eine grosse Anzahl von Flechten und Moosen abgeben, 
die bei dem Mangel an Steinen auf ihnen in gedräng- 
ter Mannichfaltigkeit Platz genommen haben. 



— 617 — 

Die beständigen Bewohner des Delta sind, wie Sie 
schon aus dem vorhergehenden entnommen haben 
werden, Jakuten; Tungusen kommen nur zeitweilig in's 
Delta. Da aber Heirathen zwischen beiden Völker- 
schaften stattfinden, so wird es wohl schwer sein, reine 
Jakuten oder Tungusen zu finden. Sie selbst wissen es 
offenbar nicht, welchem Volke sie angehören: machen 
entweder keinen Unterschied, oder wollen ihn nicht 
machen, wenigstens die Tungusen nicht. Mir schien 
es bisweilen so, als ob der Jakute nicht für einen Tun- 
gusen gehalten werden, der Tunguse aber lieber für 
einen Jakute ç gelten wolle. Überhaupt hat an der 
Lena ein eigenthümlicher Austausch zwischen diesen 
beiden Völkern stattgefunden: der Jakute ist seiner 
Lebensweise nach vollkommen Tunguse geworden, hat 
aber dem Tungusen seine Sprache mitgetheilt. Tungu- 
sisch wird nirgends gesprochen. Die Deltabewohner 
sind ein harmloses, gutes, nicht unintelligentes Völk- 
chen, von dem ich Ihnen ein anderes Mal Genaueres 
berichten will; ich kenne sie noch etwas zu wenig. 
Sehr komisch ist es, wenn ich einem von ihnen die 
von Middendorff gegebene Abbildung eines Fro- 
sches zeige und ihn frage, ob er ein solches Thier ge- 
sehen habe; mit einer sittlichen Entrüstung über solch' 
eine Zumuthung stösst er sein asoJiOj^)), «nein», aus. 

Von meiner photographischen Thätigkeit, die ich 
einige Mal erwähnt, haben Sie vielleicht bei der An- 
kunft dieses Briefes einige Proben sehen können; ich 
denke, dass einige Bilder gelungen sein werden. Bei 
Tas-ary wurde mir mein «Laboratorium», wie es die 
Leute nannten, meine Dunkelkammer zerstört; das 
erste Leck entstand gerade unter derselben, und so 

Mélanges biologiciuea. XI. 78 



— 618 — 

konnte ich erst hier wieder einige Photographien an- 
fertigen. Sobald die Sonne wieder da ist, gedenke ich 
diese Thätigkeit wieder aufzunehmen und im Frühling 
namentlich Typen der hiesigen Einwohner zu sammeln. 

Was endlich die Spectroscopie des Nordlichtes an- 
betrifft, die auch mir zufiel, so habe ich bis jetzt nichts 
Erwähnenswerthes erzielen können. Wenn auch die 
Nordlichter hier häufig (fast täglich) sind und die 
wunderbarsten Formen zeigen, so ist doch die Licht- 
intensität derselben meist sehr gering, und ich habe 
bis jetzt immer nur eine aus anderen Beobachtungen 
bereits bekannte Linie finden können. Vielleicht wer- 
den meine Bemühungen im Frühling durch helle Nord- 
lichter und etwas wärmeres, namentlich stilleres Wet- 
ter unterstützt. 

Meine ganze Hoffnung für weitere naturhistorische 
Sammlungen und Beobachtungen beruht auf dem näch- 
sten Sommer; kann ich mich aber dann nicht auf einige 
Zeit frei machen, so sieht es freilich schlimm aus. 
Wenn erst die Sonne wieder da sein wird (und das 
wird recht bald geschehen, denn wir schreiben heute 
den 13. (25.) Januar 1883, woraus Sie sehen können, 
wie viel ich hier zum Schreiben komme), werde ich 
mit etwas mehr Zuversicht in die Zukunft blicken. 
Diese fortwährende Dunkelheit wird auf die Dauer 
doch langweilig. Wir können jetzt unsere Spaziergänge 
schon weiter ausdehnen, und von 11 — 1 Uhr Mittags 
können die Ablesungen an den Instrumenten drausseu 
bereits ohne Licht gemacht werden. Neulich sah ich 
auch schon wieder ein lebendiges Wesen in der Tun- 
dra; ich fand einige Lagopus alpinus. Es ist gar nicht 
zu glauben, wie einen so etwas angenehm berührt. Vor 



— 619 — 

einigen Tagen wurde mir der erste Lemming gebracht, 
es ist Myodes torquatus, desgleichen ein Hermelin. 

Unser Leben geht so einförmig hin, dass darüber 
nichts zu schreiben ist. Die Stimmung bei uns und 
unseren Leuten ist eine vortreffliche. Immer hört man 
Lachen und Scherzen, bisweilen Musik, bei den Leu- 
ten Harmonica und Flöte, bei uns ein Harmonium, das 
die Reise glücklich überstanden hat und namentlich 
Sonntags maltraitirt wird. Den Weihnachtsabend ver- 
banden wir mit dem Sylvesterabend und verbrachten 
ihn sehr heiter und froh. Wir machten den Leuten 
kleine Geschenke, und nachher wurde verschiedener 
Neujarsscherz getrieben. Das Wetter war damals ziem- 
lich warm, die Thermometer stiegen sogar bis in die 
zwanziger Grade; aber ein milder Süd von 6 — lO"" 
in der Secunde verleidete einem doch den Aufenthalt 
draussen. Die niedrigste bis jetzt beobachtete Tempe- 
ratur ist — 48°7. In der letzten Zeit ist es wieder 
etwas kühler geworden, die Thermometer zeigen Tem- 
peraturen um — 40° herum. 

Einige Worte über unser Haus möchte ich noch 
hinzufügen. Ich weiss, dass Sie, als die Frage, ob 
Haus ob Jurte, ventilirt wurde, sich entschieden für 
die letztere aussprachen. Dennoch denke ich, werden 
wir es nicht zu bereuen haben, dass Hr. Jürgens sich, 
nach gehöriger Berathung in Jakutsk, für ein Haus 
entschlossen. Der Hauptgrund, der, so viel ich mich 
erinnere, Sie veranlasste, sich für eine Jurte auszu- 
sprechen, war die in derselben herrschende Trocken- 
heit und damit geringere Veranlassung zur Entstehung 
von Scorbut. Sperck, dessen Arbeit über den Scor- 
but in Ostsibirien (Feorpa^o-naTOJiorHqecKie oqepKH bo- 



— 620 — 
CToqHOH CnÔnpi: HcTopia pacnpocTpaHGHia ii,i>iHrH b-b 

ITpHMOpCKOH, AMypCKOH H OT^aCTH iÏKyTCKOH OÔJiaCTflXl). 

MeAHKO-Tonorpa^nqecKiïï CoopeHK-L, 1870, CTp. 35) 
Ihnen wohl bekannt sein wird, hebt die Yortheile der 
Jurte dem Hause gegenüber hervor und giebt drei 
Gründe für die Feuchtigkeit der Häuser Neuangesiedel- 
ter an: frisches Bauholz, feuchter Boden und schlechte 
Ventilation. Alle drei Bedingungen treffen bei unse- 
rem Hause nicht ein; unser Haus ist auf trocke- 
nem Sandboden, dazu mit einigen Yorsichtsmaass- 
regeln, Kohlenschicht etc., aus trockenem, abgelager- 
tem Holz gebaut, und für genügende Ventilation sor- 
gen zwei Öfen und ein jakutischer Kamin; im Nothfalle 
können noch zwei eiserne Öfen in Thätigkeit gesetzt 
werden. In Folge dessen ist es so trocken in unseren 
Zimmern, dass z. B. ein Kästchen mit Tabak in ein bis 
zwei Tagen in jenen Zustand der Trockenheit kommt, 
der den Kaucher veranlasst , auf Mittel zu sinnen ihn 
wieder anzufeuchten. Dabei ist es warm im Hause; 
bisweilen steigt die Temperatur bis h- 24° C, so dass 
es uns schon zu viel wird, und nur bei starken Süd- 
winden fällt sie auf h- 10° C, und dann zeigt sich 
bisweilen leichter Reif in einer oder der anderen Ecke 
des Zimmers, der aber bald wieder verschwindet. Wir 
heizen meist nur einmal täglich , nicht aus Mangel an 
Holz, sondern weil es vollkommen genügt; an Holz 
haben wir, wenn auch keinen Überfluss, besonders nach- 
dem das in der Nähe der Station abgelagerte Treib- 
holz verbraucht worden, so doch genügende Quan- 
titäten. Die Jakuten führen es uns jetzt gegen Bezah- 
lung zu. Ich möchte hier bemerken, dass das Treib- 
holz zum Theil aus sehr grosser Entfernung von ober- 



— 621 — 

halb an der Lena hergeführt worden sein muss; derar- 
tige Birkenstämme, wie ich hier gefunden, kommen bis 
Jakutsk hin nicht vor. Die Vortheile des Hauses sind 
aber evident: nur in einem solchen können wir uns 
den Beschäftigungen (namentlich dem Schreiben), zu 
denen uns unsere Aufgabe zwingt, vollkommen wid- 
men; in einer Jurte, wo die Temperatur zwischen 
-H 20 und — 10° wechselt, wäre das durchaus nicht 
möglich; da können nur Menschen mit tungusischen 
Interessen sich längere Zeit aufhalten. Dass es für 
die ermüdeten Reisenden erquickend ist, in eine Jurte 
zu treten, wo gerade der Kamin brennt, habe ich so- 
gar nach kleineren Fahrten erfahren können. Wenn 
die Bewohner der Jurte nur am Tage beschäftigt wä- 
ren, so ginge es auch noch, aber bei uns sind Tag und 
Nacht mindestens zwei Personen auf und zu einer 
sitzenden Lebensweise gezwungen. Und zweitens, wie 
wäre es in der Jurte mit den Barometerablesungen 
geworden bei einem solchen Temperaturwechsel, wo- 
bei, wenn die Temperatur bei den Barometern nicht 
gar zu niedrig sein soll (unter 0), dieselben der strah- 
lenden Wärme des Kamins ausgesetzt werden müssen? 
Das sind neben vielen anderen (Augenkrankheiten etc.) 
die Hauptmängel der Jurte gegenüber dem Hause. 

Bei den Augenkrankheiten fällt mir ein, dass ich 
bisweilen auf Praxis fahre. Dann kommt «Equipage» 
nach mir, und mit Geheul und Gebell ziehen mich 
meine edlen Bosse (nie unter 6, bisweilen 14 Stück) 
über die Schnee- und Eisflächen der Tundra, beständig 
angetrieben durch die Zurufe der Jakuten (tädak-td- 
dak^ tök-tök und eine Menge anderer Laute, die wie- 
derzugeben unser Alphabet nicht ausreicht), lieber 



— 622 — 

die hier vorkommenden Krankheiten will ich ein an- 
deres Mal ausführlich schreiben. Scorbut aber ist völ- 
lig unbekannt. 

Wie mir Herr Obrist Unterberger aus Irkutsk 
schreibt, haben die Amerikaner ihre Nachforschungen 
nach dem dritten Boote der «Jannette» noch nicht auf- 
gegeben und wollen namentlich die Küste westwärts 
vom Olenek absuchen. Ihm hat es Gild er mitgetheilt, 
ich weiss aber nicht, wie viel darauf zu geben ist. 
Meiner Meinung nach hätten vor Allem die Ljachow- 
schen Inseln abgesucht werden müssen. Als ich Har- 
ber und Schütze dies sagte, meinten sie, der Wind 
sei nicht derart gewesen, dass das Boot dorthin hätte 
verschlagen werden können. Der Wind wechselt hier 
aber häufiger als irgendwo anders und scheint oft 
ganz local zu sein. Der Wind, der den unglücklichen 
De Long hierher, in unsere Nähe, und Dan ne n h au er 
nach Barkin führte, braucht das dritte Boot gar nicht 
berührt zu haben. Wir haben das hier bisweilen ver- 
folgen können: als Schütze von hier fortfuhr, begann 
bald darauf ein furchtbarer Buran , der jedes Eeisen 
hindern musste; wie uns aber der nach einigen Tagen 
zurückgekehrte Begleiter Schütze's mittheilte, ha- 
ben sie gar keinen Buran gehabt und ungehindert die 
Fahrt von hier nach Barkin (BapKnut-CTenb) und von 
dort weiter bis Cap Bykof zurückgelegt. 

Sie werden entschuldigen, dass ich so Verschiede- 
nes durcheinander schreibe; ich habe das viele Neu- 
gesehene und Erlebte noch nicht gehörig verarbeiten 
können. 

(Tiré du Bulletin, T. XXVIII, pag. 517—546.) 



^ Mai 1883. 

Diagnoses plantarum novarum asiaticarum, V. Scrip- 
sit C. J. Maximowicz. 

Cum 3 tabulis lapidi inscriptis. 

Isopyrum L. 

Synopsis specierum omnium cognitarum. 

Species 18 genus hoc vere naturale, etsi a vicinis 
generibus characteribus minoris momenti distinctum 
constituentes, inter se notis optimis et numerosis di- 
gnoscendae, distributione geographica peculiari gau- 
dent. Sectiones duae, e quibus componitur, autoribus 
nonnullis genera propria, petalorum praesentia (Iso- 
pyra vera) et deficientia {Enemion Rafin.) tantum 
distinguuntur. Species 5 apetalae {Enemii) omnes 
americanae, 1 pacifico-asiatica excepta, ob structuram 
floris simpliciorem antiquiores haberi possunt. Affini- 
tas inter illas major quam inter Isopyra vera, nam 
typum duplicem tantum praebent: I. hiternatum, uni- 
cum atlanticum, habitu, folliculis refractis semineque 
laevi profecto speciei unicae europaeae, I. tlialictroidi 
persimile, et reliquae, omxiQ^ pacificae^ semine granulato 
instructae, e quibus tantum I. stipitahim magis discrepat 
et nonnihil J. fumarioides (sihiricum) in mentem vocare 
videtur. I. Baddeanum, unicum ex Enemio asiaticum^ 



— 624 — 

ex alpinis MandsJiuriae et Japoniae^ proximum est 7. 
Hallii e montibus Scopulosis. Omnia Enemia plantae 
caulescentes sylvaticae, rliizomate horizontali brevi 
fibris saepe incrassatis praesertim ad collum obsesso. 

Habitus liuic consimilis occurrit et inter sex spe- 
cies Isopyri veri. Ex his très foUiculis duobus diva- 
ricatis instructae Japoniae, reliquae très folliculis 
plus quam tribus Asiae centrali et Europae propriae 
sunt. 

Ex Isopyris radiée verticali praeditis caulescentia 
ad praecedentia sane adhuc accedunt: 2 perennia 
Japoniae propria, 1 annua Sibiriae et Tibeto boreali. 

Denique 4 radiée crassa, caespitibus amplis, scapis 
1-floris numerosis, àlpibus Asiae centralis propria sunt 
et quidem 2 macrantha orientalihus, 2 micrantha occi- 
dentalihus. 

Ditissimae Isopyris regiones vero sunt: montes 
Americae borealis Oceano Pacifico parallelae (3 spe- 
cies), Japonia (6 species) et Himalaya (4 species). 

America pacifica typo tantum unico gaudet, sed 
species affinis nata est in America atlantica, alia trans 
Oceanum in Mandshuria et Japonia. Japonia^ praeter 
Enemion hoc unum, typum duplicem alit, très igitur, 
e sex speciebus vero duae tantum MandsJiuriam vel 
Chinam vicinam adeunt. Himalaya orientalis unicam 
speciem alit eamque typo europaeo satis similem, occi- 
dentalis typum duplicem habet, sed tantum species 
orientalis endemica est, reliquae late distributae usque 
ad Sihiriam orientalem occurrunt. 

Reliquae regiones speciebus singulis gaudent: ita 
Europa, Afghanistan, Persia et Sihiria cum Tibeto bo- 
reali orientali. 



— 625 — 

Sedes principales generis igitur censendae: Ame- 
rica pacifica, Japonia^ certe ditissima, et Himalaya. 

Clavis analytica specierum. 

Petala tot quot sepala (Isopyrum). 2. 

» nulla (Enemion), filamenta apice pi. m. dilatata, semina 
longiora quam lata majuscula. 14. 

2. Dense caespitosa perennia scapis 1-floris folia parum superanti- 
bus. 3. 

Caules solitarii v. pauci foliati. 6. 

3. Flores parvi (sepala 8 — 10 mm. longa). 4, 

» magni (sepala 15 — 20 mm.), petala basi tantum concava 
semina oblonga. 5. 

4. Nanum furfuraceo puberulum, petioluli segmento 
primario 2-lo breviores, segmenta secundaria sub- 
sessilia, petala obovata emarginata basi concava 

extus gibba stamina aequantia I. caespitosum Boiss. Hoh. 

Glabrum, segmenta petiolulata, primaria petiolulo 
duplo breviores , petala orbiculata emarginata basi 
concava staminibus duplo breviora . . I. uniflorum Aitch. Hemsl. 

- 5. Folia biternatisecta, petala obovata, semina pubes- 

centia teretiuscula I. grandiflorum Fisch. 

Folia triternatisecta, petala orbiculata, semina gla- 
bra alata I. microphyllum Royle. 

6. Perennia. 7. 

Annuum, radiée debili verticali, folliculi numerosi, 
semina minuta granulata I. fumarioides L. 

7. Kadix tuberosa verticalis. 8. 
Rhizoma tenue horizontale. 9. 

8. Carpella 2, radix vaginis vetustis tecta, petala longe 

unguiculata I. nipponicum Franch. 

Carpella 3 — 4, radix nuda, petala brevissime un- 
guiculata, semina pyriformia granulata I. adoxoides DC. 

9. Petala brevissime unguiculata, folliculi 3 — 4, se- 
mina pyriformia v. Ovalia. 10. 

Petala longissime unguiculata, semina globosa. 11. 

10. Sepala petalaque acute ovata, haec tantum basi 
concava, semina obpyriformia laevia, folia semper 
alterna, folliculi lati subquadrati .... I. thcdictroides L. 
Sepala obtuse elliptica, petala oblique infundibuli- 
formia apice latiora, semina late oblonga longitudi- 
naliter striata, folliculi lanceolati . . . /. anemonoides K. K. 

11. Rhizoma nudum, folia bis trisecta, folliculi duo di- 
varicati. 12. 

Mélangea biologiques. XI. 79 



— 626 — 

Khizoraa vaginis patentibus tectum, folia subclicho- 

tome bis secta, folliculi 2 — 3 patuli. . I. adiantifoUum Hk. f. Th. 

12. Collum vaginis aphyllis maximis patentibus instruc- 
tum , lamina petalorum in unguem réfracta, semina 

laevia I. dicarpon Miq. 

Vaginae foliorum radicalium angustae, lamina pe- 
talorum cum ungue continua. 13. 

13. Segmenta foliorum ovata, semina lae- 
via I. stoloniferum m. 

Segmenta foliorum rotundata, semina 

tuberculata I. trachyspermum m. 

14. Folliculi stipitati staminaque circiter 10, segmenta 

foliorum linearioblonga I. stipitatum A. Gr. 

Folliculi 3 — 8, segmenta foliorum cuneatorotun- 
data. 15. 

15. Semina laevia raphe valde prominente, folliculi re- 
fracti, stamina oo sepalis duplo bre- 

viora, I. hiternatum T. Gr. 

Semina granulata rapbe non prominente. 16. 

16. Foliorum segmenta dentesque obtusa, sepala sta- 
mina circa 20 vix superantia, carpella 6 — 7 octo- v. 
enneasperma oblonga, flores axillares solitarii 

I. occidentale H. A. 
Foliorum segmenta dentesque acuta. 18. 

17. Pedunculi 1 — 3-flori, sepala angusta stamina sub- 

duplo superantia I. Eaddeanum m. 

Pedunculi 3~8-flori, sepala lata stamina aequantia 
I. HaUii A. Gr. 

Sect. 1. Isopyrum verum. 

Sect. Olfa et Leptopyrum Endl. Gen. pi. n. 4790. 

1. Perennia. 

A. Kadix verticalis crassa vel tuberosa. 

* Dense caespitosa, scapis 1-floris. 

a» Macrantha. 

1. I. microphyllum Royle 111. 54, t. 1, fig. 4. (mala). 
I. grandiflorum Turcz. Fl. Baie. Dali. I, 67. — nee 
Fisch. Rgl. PI. Radd. n. 96. 

Hab. in Altai orientali (Bunge!), montibus Saja- 
nensibus (Rsiädel) et Sabinensihus (Leasing); Mongo- 
lia boreali, in montibus altis eirca lacura Ubsa (Pot a- 



— 627 — 

nin, 1879), ditione florae Baicalensi-Baliuricae: in 
montibus altis circa lacum Baikal (Turczaninow!, 
Stubendorff!); Himalaya occidentali: Sauch-Pass 
alt. 14000', nee non in Garhwal (Strachey et Win- 
terbottom!) 

Sequenti simile, sed saepe duplo altius et ob folia 
magis dissecta speciosius. Segmenta ultima foliorum 
vulgo duplo minora, in individuis elatis vero aequi- 
magna ac in sequente. Flores ejusdem coloris et mag- 
nitudinis, sed petala retusoorbiculata quam sepala 
quadruplo breviora. Fructus iidem, in individuis ro- 
bustis baicalensibus tamen duplo majores. Semina ob- 
longa reticulata glabra, raphe valde prominente di- 
midio nucleo aequilata alata. — Descriptione fusiore 
ob similitudinem cum sequente non eget. 

2. I. grandiflorum Fisch, in DC. Prodr. I, 48. Le- 
deb. Fl. Ross. I, 53 (excl. syn. Turcz.). Royle, III. 
54, 1. 1, fig. 3. Hook. fil. et Thoms. Fl. Ind. I, 43. 
Hook. f. Fl. of Brit. Ind. I, 23. (excl. syn. I. micro- 
phylli Royle). I. grandifl. var. songarica Trautv. 
Enum. songor. n. 48. in Bull. soc. natur. Moscou, 
1866 J\2 2. Aquilegia anemonoides W. in Mag. Ges. 
naturf. Fr. V, 401, t. 9, fig. 6. 

Hab. in Altai (Schangin, Salessow in herb. Ste- 
phan sub nom. Aquilegiae minutae, alii); montibus 
Sabinensihus (Schangin, Lessing); Sotigaria: in 
Alatau eis Hi (Schrenk, Karelin et Kirilow); al- 
pibus Nan-shan inter MongoUam et Zaidam finitimis 
(Przewalski, 1879); prov. Kansu: alpibus secus fl. 
Tetung (idem, 1872, 1880); Tibeto occidentali (hb. 
Calcutt.!) ad Tschangra (Heide!); Himalaya occi- 



— 628 — 

dentali (Royle!): Garliwal (Strachey et Winterb.!); 
Afghanistan (Aitchison! 1879 fl. c. fr.). 

111. Trautvetter 1. c. differentias inter hanc spe- 
ciem et praecedentem jam optime exposuit, semine 
illi ignoto excepte. 

Glabrum glaucescens. Eadix crassa multiceps. Ca- 
pita densa pulvinos amples constituentia, petiolis ve- 
tustis numerosis horrida. Folia radicalia in quovis ca- 
pite plura, longepetiolata , petioli basi in vaginam 
chartaceam ovatam striatam dilatati, lamina biternati- 
secta, segmenta primaria petiolulos subaequantia , se- 
cundaria subsessilia, cuneato-rotundata antice obtuse 
2 — 3-loba v.-fissa, 5 — 7 mm. longa, rarius 2 — 3- 
partita ceterum intégra v. parce dentata. Pedunculi 
radicales in quovis capite singuli, folia paulo superan- 
tes, digitales filiformes 1-flori, infra apicem bracteis 
2 suboppositis instructi. Bracteae e vagina hyalina 
rotundata et lamina lineari foliacea constantes. Flores 
lilacini. Sepala 20 — 25 mm. longa, late elliptica ob- 
tusa, petalis subtriplo longiora. Petala sessilia obovata 
emarginata, basi ob labium interius brevissimum con- 
cava, staminibus subduplo breviora. Stamina oo fila- 
mentis filiformibus sub anthera oblonga lutea contrac- 
tis. Ovaria 2 — 6 linearia in stylum rectum duplo 
breviorem attenuata. Folliculi lanceolati stylum triple 
superantes erectiusculi , cum stylo 10 mm. longi. Se- 
mina oblonga sat dense hispidula, 1,5 mm. longa. 

b. Micrantha (sepalis 8 — 10 mm.). 

3. I. uniflorum Aitchison et Hemsley in Journ. 
linn. soc. XIX, 149. 

Hab. Afghanistan: valle Kurrum, in saxis marmo- 



— 629 — 

reis Shendtoi, 10,000 ped. s. m., Jiüio 1879 fl. (Dr. 
Aitchisou! n. 802). 

Ab autoribus cum sequente comparatur, sed diver- 
sum declaratur foliorum segmentis obovatis trifidis, 
petiolis multo longioribus, floribus diametro vix 6-line- 
ali, petalis suborbicularibus, stylis fere rectis, ovariis 
epapillosis. Flores dicmitur «coeruleoflavi», stamina 
petala duplo superantia (nee aequilonga) et tota planta 
multo laxior quam in L caespitoso. Ex mea sententia 
omnibus signis convenit cum /. grandiflorOj praeter 
sepala 8 mm. longa petalaque triplo breviora orbicu- 
lata, haec emarginata basi intus concava brevissime 
stipitata, filamenta sub anthera non constricta. Car- 
pella 7 — 8, ovulis in quovis 15 — 20, matura ignota. 

4. i. caespitosum Boiss. et Höh. Diagn. ser. 1, VIII, 
7. Boiss. Fl. or. I, 64. 

Hab. in Persia boreali: Elbrus, 11,000' s. m. 
(Kotschy! u. 501). 

I. grandifloro multo minus, petioli, folia subtus, 
pedunculi et Ovaria pube pulverea tecta. Petioli pollice 
vix longiores, laminam plus duplo superantes, haec 
bis trisecta. Petioluli primarii segmento 2 mm. vix 
excedente duplo breviores, segmenta secundaria sub- 
sessilia. Sepala late elliptica, apice obtusa pauciden- 
ticulata, basi late subunguiculata , fere 8 mm. longa. 
Petala duplo breviora, brevissime stipitata subobovata 
profunde emarginata, basi concava et extus supra un- 
guem gibbo obtuso intus nectarifero instructa. Stamina 
oo petala aequantia, filamenta linearia basin versus 
vix latiora, sub anthera ovata subito constricta. Ova- 
ria papillosa stylis circinnatorecurvis. Fructus ignoti. 



— 630 — 

Differ! igitur ab J. grandifloro minutie, pube, stylis 
circinnatis, staminibus et petalis aequilongis, sed pe- 
tala fere eadem, quamvis a Boissiero «cucullata ob- 
longa apice bifida» (verosimiliter in sicco et complicata 
examinata) describuntur. 

** Caules foliati solitarii vel pauci. 

5. I. adoxoides DC. Syst. I, 324. Prodr. I, 48. 
Miq. Prol. 195. Franch. Savat. Enum. 1, 11. l.ja- 
ponicum Sieb. Zucc. Fl. jap. fam. nat. n. 331. A. 
Gray in Perry's Exped. 306. Bot. Jap. 379. 

Hab. in Japonia (Langsdorff!, Siebold!): Yoko- 
hama et Simoda (Williams et Morrow, ex Gray), 
Yokoska (Savatier!), insula Amakusa (Rein!), Naga- 
saki (Oldham!, ipse); in China: prov. Kiangsu colli- 
bus Feng-wang-shan (Forbes, fide Hance in Journ. 
of bot. XVIII, 1880, 257), circa Ningpo valle mon- 
tana (W. Hancock!, 1877). 

Radix tuberosa crassa brunnea ad collum nuda. 
Folia radicalia numerosa, petioli basi anguste dilatati, 
lamina trisecta, segmenta 10 — 20 mm. longa brevi- 
petiolulata rotundata 2 — 3-partita profundeque ob- 
tuse incisocrenata. Caules palmares usque pédales, 
vulgo ex una radice plures, erecti. Folia caulina alterna 
radicalibus subsimilia. PeduncuH axillares elongati, ad 
medium bracteis parvis foliaceis suboppositis instructi, 
1-flori. Flores 4 — 6 mm. longi albi. Sepala oblonga, 
petala triente breviora brevissime stipitata, lamina 
basi extus gibba oblique infundibuliformi, labio externo 
obovato truncato, interno triplo breviore integro. Sta- 
mina circa 10 filamentis subulatis antheris ovatis pe- 
tala ovariaque paulo superantia. Ovaria erecta oblonga 
stylis apice recurvis duplo brevioribus, circiter 1Ö- 



— 631 — 

ovulata. Folliculi 6 — 7 mm. patuli, apice in stylum 
rectum brevem attenuati. Semina obpyriformia gra- 
nulata atra, 1 mm. q. exc. longa. 

6. I. nipponicum Franchet in Bull. soc. bot. de 
France, XXVI, 82. 

Hab. in Nippon: prov. Etshigo, ad cataractas Nitz 
(Faurie! comm. Franchet). 

Collum radicis crassae praecedenti similis vaginis 
vetustis rotundatis aphyllis tectum. Folia radicalia 
interdum ad vaginas aphyllas reducta, trisecta, seg- 
menta petiolulata obovata v. rhombea a medio obtuse 
incisocrenata, terminale simplex, lateralia in segmenta 
2 — 3 valde inaequimagna petiolulata dissecta. Folia 
floralia alterna radicalibus subconsimilia. Pedicelli op- 
positifolii nudi. Flores viridescentes, 2 — 3 mm. longi. 
Sepala obovata, petala ungue filiformi laminam sub- 
semiorbicularem longe superante. Antherae oblongae. 
Carpella 2 liorizontaliter patentia, stylo brevi infra api- 
cem apiculata. Semina globosa laevia 1 mm. breviora. 

In descriptione Francheti de floribus paniculatis 
et foliis biternatis loquitur, fortasse in specc. robusti- 
oribus quam quae ipse acceperam. — Planta digitalis, 
foliis folliculisque illis I. stoloniferi aequimagnis^ 

B. Rhizoma tenue horizontale. 

c. Petala brevissirae unguiculata, folliculi 3 — 4, semina pyrifor- 
mia V. ovalia. 

7. I. thalictroides L. Cod. 4104. DC. Prodr. I, 48. 
Led. Fl. ross. I, 53. Boiss. Fl. or. I, 64. /. aquile- 
gioides L. Cod. 4105. 

Hab. in Europa: Bulgaria et Haemo (fide Bois- 
sier), Littoral! (Mirich!), Bosnia (Sendtner!), Do- 
brudsha (Sintenis!), Bessarabia!, Podolia! et Volhy- 



— 632 — 

nia!, gub. Kiev!, Polonia!, Lithuania, Transsylvania, 
Hungaria!, Silesia!, Borussia orientali, Bohemia!, 
Austria!, Carniolia!, Crania (Freyer!), Helvetia!, 
Lombardia, Pedemontio et agro Romano, Gallia ! (An- 
gers, Lyon, Bagnères), Pyrenaeis. 

Glabrum. Rhizoma tenue, ad originem caulium fas- 
cicule denso fibrarum radicalium filiformium obsessum, 
Collum breve vaginis amplis membranaceis aphyllis 
rotundatis tectum. Folia radicalia pauca longe petio- 
lata. Petioli ipsa basi subito in vaginam rotundatam 
utrinque auriculatam dilatati. Lamina biternatisecta, 
segmentis omnibus (terminali longius) petiolulatis, pe- 
tiolis segmente primario vix, secundario multo brevi- 
oribus. Segmenta e basi subcordata rotundata v. cu- 
neata suborbiculata 2 — 3-loba-partitave obtuseque 
antice dentata, 10 — 20 mm. longa. Cauliculi solitarii 
spithamaei v. pédales. Folia caulina alterna, inferiora 
radicalium aemula, sequentia brevipetiolata 3-secta, 
summa ad segmentum 1 reducta, omnia ex axillis pe- 
dicellos 1-florosnudos 1 — 2-pollicaresferentia. Sepala 
6 — 10 mm. longa alba elliptica acutiuscula. Petala 
sextuple breviora breve unguiculata, late ovata acuti- 
uscula, ob labium internum brevissimum marginiforme 
basi concava. Stamina calyce breviora ovariis longiora, 
numerosa, inaequilonga, filamentis filiformibus, anthe- 
ris ovatis. Ovaria 1 — 3 parallela oblonga, stylo rec- 
tiusculo triple breviore. Folliculi brevissime substipi- 
tati patentes, oblique subquadranguloelliptici , dorso 
recto in stylum brevem incurvum subito abeuntes. Se- 
mina lageniformia, stipite triple breviore ipsa basi 
perforate, laevia, castanea, 2,5 mm. longa, plus quam 
1 mm. lata. 



— 633 — 

8. I. anemonoides Kar. Kir. Enum. pi. Songor. n. 
55. Ledeb. Fl. Ross. I, 735. Regel et Herd. PL 
Semen, n. 40. I. thalictroides Hook. f. et Thorns. 
Fl. Ind. I, 43. Hook. fil. Fl. Brit. Ind. I, 23. — 
nee L. 

Hab. in Songariae alpibus Alatau eis et trans fl. Hi 
(Kar. Kir.!, Semen ow!, Sewerzow!); declivitate 
boreali jugi Thian-schan, ad fontes fl. Zan-ma Mon- 
goliae borealis; varus locis alte alpinis prov. Kansu 
(Przewalski); Tibetia occidentali ad Lahul (Sto- 
liczka!) et Himalaya occidentali (Heide!) inter Kash- 
mir et Balti (Winterbottom ex Fl. Ind.) 

Glabrum. Rhizoma fibris radicalibus paucis, collo 
elongato tenui vaginis aphyllis lanceolatis attenuatis 
castaneis tectum. Folia radicalia pauca longe petiolata. 
Petioli ipsa basi breve lateque vaginantes, lamina bi- 
ternatisecta, segmenta primaria petiolulos aequantia 
intermedio quam petiolulus breviore, secundaria bre- 
vissime petiolulata cuneatorotundata antice obtuse 
triloba-partitave laciniis obovatis, 10 mm. longa. Cau- 
lis simplex palmaris v. vix spithamaeus, versus apicem 
foliis 2 suboppositis brevius petiolatis trisectis ceterum 
radicalia referentibus instructus, biflorus, pedicello 
altero nudo pollicari, pedunculo altero longiore supra 
medium minute v. foliaceo-bracteato etiam 1-floro. 
Sepala 6 — 7 mm. longa alba late elliptica v. subobo- 
vata V. ovata. Petala plus duplo breviora brevissime 
unguiculata, basi dorso gibba, ceterum oblique infun- 
dibuliformia truncata labio interior e multo breviore. 
Stamina ultra 40 sepalis breviora, ovaria aequantia, 
antheris globosis. Ovaria 3 — 6 sessilia patula, late 
lanceolata, stylo recurvo parum breviore superata. 

Mélangea biologi<iues. XI. SO 



— 634 — 

Folliculi divaricati brevissime substipitati, stylo triplo 
breviore. Semina ovalia longitudinaliter substriata, 
1,5 mm. longa. 

d. Petala longissime unguiculata, semina globosa. 
* Folliculi patuli saepe 3. 

9. I. adlantifolium Hook, f. et Thoms. Fl. Ind. I, 
42. Hook. f. Fl. Brit. Ind. I, 23. 

Hab. in Himalaya orientali (Griffith! n. 46) et 
centrali: Sikkim (autt. citt. !, Treutier!, Clarke!) 

Spithamaeum. Rhizoma tenue fibris radicalibus fili- 
formibus, vaginis majusculis membranaceis crispatis ro- 
tundatis petiolorum vetustorum delapsorum patentibus 
obsessum. Folia radicalia plura digitalia, petiolo basi 
subito et apice ubi dividitur in vaginam rotundatam 
membranaceam dilatato, lamina in imis trisecta segmen- 
tis simplicibus, in reliquis segmento terminali simplici, 
lateralibus-in segmenta 3 — 7 subalterna sectis mediis 
majoribus, omnibus petiolulatis, primariis petiolulo bre- 
vioribus, secundariis illo longioribus, cuneatorotundatis 
antice obtuse lobatocrenatis, 5 — 10 mm. longis. Folia 
caulina versus apicem posita subopposita v. terna radica- 
libus sat similia. Pedunculi axillares supra medium 
bracteati folia superantes vulgo 1-flori, addito saepe 
uno nudo 2-pollicari praecociore. Sepala 5 — 6 mm. 
longa obovata obtusiuscula. Petala duplo breviora, 
ungue filiformi laminam planiusculam late rotundatam 
bilobam duplo superante. Stamina circiter 15 sepalis 
breviora, filamenta basi attenuata filiformi, antherae 
obovatae. Ovaria 2, rarius 3, parallela, linearioblonga, 
stylo 4-lo breviore, circa 20-ovulata. Folliculi an- 
gulo recto patuli linearioblongi, apice truncato hinc 
stylo brevi incurvo apiculati, oligospermi, membrana- 



— 635 — 

cei, laeves, 6 — 7 mm. longi. Semina globosa laevia, 
fere 1 mm. magna, testa Crustacea tenui cinnamomea, 
hilo vix prominulo parvo albido. 

** Folliculi 2 divaricati. 

t Vaginae aphyllae rotundatae maximae patentes circa collum, 
lamina petali in unguem réfracta. 

10. I. dîcarpon Miq. Prol. 195. J. stijoulaceumYr. 
S a vat. Enum. pi. jap. II, 270. 

Hab. in Kiusiu (Sa va tier ex F ranch et): in are- 
nosis ad Promontorium Nomosaki (Buerger! in Hb. 
Lugd. Bat.); Ko-isi-wara, silvis opacis ad rivulos; al- 
pibus Kundsho-san simili loco (ipse). 

Rhizoma breve obliquum, mox obsoletum, ita ut 
vulgo specimina solis fasciculis fibrarum instructa, 
quasi radice fibrosa insignia. Folia radicalia fere omnia 
ad vaginas suborbiculatas maximas patentes firme mem- 
branaceas reducta, pauca evoluta trisecta, segmentis 
petiolulatis ovatis rhombeis rotundatisve profunde ob- 
tuse incisodentatis , terminali simplici majore, latera- 
libus in segmenta 2 — 3 valde inaequimagna medio 
longius petiolulato sectis. Folia floralia conformia sub- 
opposita. Pedunculi 3 medio bracteati, 1 — 3-flori. 
Sepala 3 — 5 mm. longa, alba, ovalia v. obovata ob- 
tusa. Petalorum breviorum ungues filiformes lamina 
5-lo longiores; lamina réfracta, primo obtutu sub- 
quadrato-rotundata plana, rêvera complicata usque ad 
basin in labia 2 inaequalia partita, quorum externum 
bilobum sesquimajus internum late flabellatum denta- 
tum apicibus amplectitur. Stamina circa 10, petalis 
triente longiora, filamentis anguste subulatis, antheris 
ovatis. Styli ovario 5 — 8-ovulato duplo breviores. 
Carpella 2 divaricata oblonga membranacea, oligo- 



— 636 — 

Sperma. Semina globosa laevissima vix 1 mm. longa. 

Mensurae foliorum et foUiculorum fere ut in L sto- 
lonifero. 

Species a Mi quel ad spec. 1, non sat complete 
descripta, nunc ex spec, authentico herb. Lugduno- 
Batavi mihi a cl. Sur in gar mutuato enucleata. 

ft Vaginae foliorum radicalium angustae, petalorum lamina cum 
ungue continua. 

11. I. stoloniferum. J. dicarpon Franch. Savat. 
Enum. I, 11, II, 271, nee Miq. 

Hab. in Nippon: in sylvis Fudzi yama sat frequens 
(Tschonoski!, Franchet). 

Rhizoma tenue distinctum elongatum , fibris radi- 
calibus tenuibus. Petioli foliorum radicalium basi 
anguste vaginatodilatati , lamina trisecta, segmentis 
petiolulatis rhombeis ovatisve obtuse incisodentatis, 
10 — 40 mm. longis, 6 — 30 mm. latis, terminait 
simplici majore, lateralibus in segmenta 2 — 3 valde 
inaequimagna terminali longius petiolulato sectis. 
Folia floralia fere conformia subopposita. Pedun- 
culi 2 — 3-flori pedicellique medio bracteati. Sepala 
late elliptica alba 6 — 8 mm. longa. Petalorum brevi- 
orum unguis filiformis laminam obsemiorbicularem 2- 
labiatam multo superans. Antherae obovatae. Folli- 
culi 2 divaricati, 6 — 9 mm, longi, membranacei, oli- 
gospermi. Semina globosa laevissima, ultra 1 mm. 
magna. 

12. I. trachyspermum. L dicarpon S. L. Moore in 
Journ. of bot. 1878, 129, nee Miq. 

Hab. in Nippon: prov. Owari (bot. japon.! in herb, 
h. Petrop.); alpe Niko fructif. et in monte Oyama flor. 
legit Bisset! 



— 637 — 

Bhizoma praecedentis. Petioli basi anguste vagina- 
to-dilatati. Folia radicalia 3-secta, segmentis petiolu- 
latis rotundatis obtuse incisocrenatis 5 — 15 mm. mag- 
nis, terminali simplici latiore quam longo, lateralibus 
in segmenta 2 — 3 valde inaequimagna petiolulata sec- 
tis. Floralia conformia subopposita. Pedunculi nudi 
1-flori. Sepala elliptica acutiuscula alba, ad 5 mm. 
longa. Petalorum breviorum unguis filiformis laminam 
obsemiorbicularem bilabiatam multo superans. Antbe- 
rae globosae. Folliculi 2 divaricati anguste oblongi, 
basi attenuati, apice truncati, stylo suturae dorsali 
contiguo, 8 — 10 mm. longi. Semina subglobosa laxe 
tuberculata, ultra 1 mm. longa. 

2. Annuum. 

13. I. fumarioides L. Cod. 4103. DC. Prodr. I, 48. 
Ledeb. Fl. ross. I, 53. Turcz. Fl. Baie. Dab. I, 66. 
Leptopyrum fumarioides Rehb. Fl. germ. exc. 747. 
Trautv. Mey. Fl. Ochot. n. 21. in Middend. Sib. 
Eeise, I, pars 2. 

Hab. in ditione fl. Altai et Baikal. daJmricae, montibus 
Sahinensihus, circa JahutzJc, in Mandshuria occidentali : 
locis cultis ad fl. Schilka, Amur superiorem et Dse- 
jam inferiorem, nee non in regione Tangiit (Przewal- 
ski, 1880). 

Glabrum glaucescens. Radix annua tenuis perpen- 
dicularis. Folia radicalia numerosa, petioli elongati 
basi in vaginam membranaceam angustam apice utrin- 
que in auriculam subulatam patentem desinentem di- 
latati, lamina bis trisecta, segmenta omnia petiolulata 
profunde tripartita, laciniis vel oblongis apiculatis sub- 
indivisis vel bi-trifidis lacinulis similibus. Folia cau- 
lina inferiora nulla v. pauca alterna, superiora subver- 



— 638 — 

ticillata v. opposita, priora radicalibus conformia, po- 
steriora simpliciora. Pedunculi floriferi ex omnibus 
axillis cauliculorum usque pedalium saepe numeroso- 
rum, foliis floralibus summa caulina aemulantia in- 
structi, additis pedicellis nudis l-floris poUicaribus 
oppositifoliis praecocioribus. Sepala ovata acuta albida 
4 — 5 mm. longa, petala 4-lo superantia. Petala 
ungue duplo saltem breviore quam lamina ovata con- 
cava bilabiata, labio postico brevissimo emarginato v. 
truncato. Stamina circa 15, sepalis breviora, filamen- 
tis subulatis, antlieris globosis. Ovaria usque 20 erecta, 
lineari-oblonga, in stylum brevem attenuata. Folliculi 
consimiles patuli substipitati, 7 — 10 mm. longi. Se- 
mina globosoovata apiculata transverse granulatostriata 
castanea, 0,5 mm. 

Sect. 2. Enemion Torr, et Gray. Fl. N. Am. I, 660. 

Genus Enemion Rafin. in Journ. phys. 91, 70. 

a. Folliculi stipitati staminaque circa 10, segmenta foliorum line- 
arioblonga. 

14. I. stipitatum A. Gray in Proc. Am. acad. XII 
(1876), 54. 

Hab. in California boreali (Greene, fide Gray). — 
Non vidi. 

Simile videtur I. fumarioidi^ sed perenne et ape- 
talum. — Ex descr. autoris spithamaeum, radice fas- 
ciculata perenni. Folia radicalia ter, caulina 1 — 2 
versus apicem caulis sita bis trisecta, petiolulis elon- 
gatis, segmentis ultimis sessilibus linearioblongis pas- 
sim trifidis. Sepala oblonga. Stamina circiter 10, fila- 
mentis subulatis. Folliculi 10 oblongi longiuscule sti- 
pitati 3 — 4-spermi. Flores /. occidentali minores, 
I. fumarioidi majores. 



— 639 — 

h. Folliculi 3—8, segmenta foliorum cuneato-oblonga. 
* Semina granulata raphe non prominente, 
f Foliorum segmenta dentesque acuta. 

15. I. Raddeanum Rgl. PI. Radd. n. 94, t. II, fig. 
3, 4, f., g. (sub Enemio). Franch. Savat. 1. c. II, 
271 {var. japonica), 

Hab. in MandsJiuria orientali, secus partem austra- 
liorem jugi Sihota-alin, v. gr. ad superiorem decur- 
sum fl. Li-Fudin in sylvaticis graminosis, ad fl. Da- 
dso-shu simili loco (ipse); nee non in centrali, mon- 
tibus Bureicis (Radde), In Nippon: monte Tsitsibu 
(Tachiro Yassada, fide Savatier). — V\, japonicam 
nondum vidi. 

Parce pilosum viride. Rhizoma horizontale brève 
fibris radicalibus filiformibus numerosis obsessum. Fo- 
lia radicalia pauca longe petiolata, petiolis pilosulis 
basi subito in vaginam membranaceam rotundatara 
dilatatis, lamina subbis trisecta. Petioluli primarii la- 
terales segmento paulo .breviores, terminales longiores 
vel aeque longi , secundarii brevissimi vel nulli. Seg- 
menta ultima passim basi confluentia, lateralia oblique 
ovata V. lanceolata, terminale rhombeoobovatum, priora 
extus, posterius antice inciso-serrata, omnia cum ser- 
raturis acuta v. acutiuscula, 20 — 40 mm, longa. Gau- 
les 1 — 2 spithamaei v. pédales, basi pilosuli, apice 
foliati. Folia infima alterna brevipetiolata , superiora 
2 subopposita inaequalia, radicalibus subsimilia, sur- 
sum simpliciora, omnia v. superiora ex axillis florifera. 
Pedunculus infimus si adest supra medium bracteatus 
1 — 3-florus, summi plures nudi 1-flori pollicares et 
ultra. Sepala elliptica v. oblanceolata obtusa alba, 4 
— 6 mm. Stamina circiter 25 calyce parum breviora, 



— 640 — 

filamenta apice leviter dilatata, antherae suborbicula- 
tae. Folliculi 3 — 5 oblique ovati stylo duplo brevioro 
recto terminati, transverse venosi, sutura dorsali in- 
crassati, erecti, 2-spermi, sine stylo 5 mm. longi. Se- 
mina (immatura) obovata transverse granulato-striata, 
fere 2 mm. 

16. I. Hallil A. Gray in Proceed. Amer. Acad. VIII 
(1872), 374. 

Hab. in Americae horealis montibus Scopulosis 
(E. Hall! n. 10). 

A praecedente differt foliorum segmentis subtus 
glaucis brevioribus et latioribus, minus acutis, filamen- 
tis manifestius dilatatis, praeter signa diagnostica in 
clavi exposita. 

Planta speciosa 1 — 2-pedalis dicitur, foliis amplis 
triternatis, segmentis P/g — 2-pollicaribus, caule su- 
perne diphyllo, floribus in pedunculo elongate 6 — 10 
umbellatim dispositis, carpellis 3 — Ö.ovatis brevisty- 
lis 2 — 4-ovulatis , seminibus rugulosis. — Specimen 
ante oculos radice caret. Petioli spithamaei basi ae- 
quales (?), lamina tenera subtus glauca biternato- v. 
subtriternatisecta (segmentis tum basi saepe con- 
fluentibus), petioluli primarii segmenta aequantes, se- 
cundarii segmente breviores. Segmenta secundaria sub- 
cuneato-rotundata, 3 — 4 cm. longa et lata, mox 
rite 3-secta, mox 2 — 3-partita vel 2 — '3-fida in laci- 
nias acutiusculas cuneatas v. oblique ovatas, parce 
antice incisoserratas. Folia caulina 2 — 3 alterna, imum 
petiole primario brevi, reliqua brevissimo, summum 
sessile trisectum 10 mm. longum. Pedunculi ex sum- 
mis axillis bini, oppositifolio validiere bracteis foliaceis 



— 641 — 

majorîbus, iitroque 1 — 6 cm. longo, apice abounte în 
pedicellos 3 — à subumbellatos approximatos basi brac- 
teola subulata auctos, circa 20 mm, longos. Sepala 
obovata 7 — 10 mm. longa, staminibus subbreviora. 
Stamina oo, filamenta clavatodilatata quam anthera 
orbiculato- obovata latiora. Stylus apice recurvus car- 
pello elliptico triplo brevior. 

tt Foliorum segmenta dentesque obtusa. 

17. I. occidentale Hook. Arn. Bot. Beech. 316. 
Torr, et Gray, Fl. of N. Am. I, 660. Bot. of Calif. 
I, 9. . 

Hab. in Califorma (Douglas!, Deppe!) 
Radix e fibris incrassatis fasciculata. Planta spitha- 
maea glabra. Folia subtus glauca, petiolis basi leviter 
dilatatis, radicalia in specc. nostris deficientia, caulina 
alterna sensim brevius petiolata, bis trisecta. Petio- 
luli Primarii segmenta terminalia subaequantes, seg- 
menta ultima cuneato-rotundata antice obtuse bi-tri- 
fida partitave dentataque, circa 10 mm. longa. Pedun- 
culi axillares mox nudi 1-flori 2-pollicares, mox apice 1 
— 2-phylli 1 — 3-flori. Sepala oblonga alba 6 — 15 mm. 
longa, stamina pauca parum superantia, filamenta sur- 
sum paulo dilatata, antherae ovatae. Folliculi 6 — 7 
oblongi compressi transverse venosi erectopatuli, stylo 
rectiusculo brevi superati, 8 — 9-spermi, 10 : 3 mm. 
magni. Semina ovalia granulata. 

** Semina laevia raphe valde prominente. • 

18. I. biternatum Torr, et Gray Fl. of N. Am. I, 
660. A. Gray Gen. I, 36, t. 12. Man. ed. 5, 44. 
Enemion biternatum Raf. in DC. Prodr. I, 48. Torr, 
et Gr. 1. c. I, 29. I. tJialictroides Hook. Journ. of 
bot. I, 187, nee L. 

Mélanges biologiques. XL 81 



— 642 — 

Hab. in EeipuhUcae horeali- Americanae civitatibus: 
Florida occidentali (ex Chapm. Fl. S. U. St. 9), Ar- 
kansas (fide Torr, et Gray), Alabama!, Missouri!, 
Kentucky!, Illinois!, Indiana!, Ohio!, Wisconsin! 

Glabrum. Rhizoma brève horizontale, fibris radica- 
libus numerosis saepe versus apicem incrassatis. Folia 
Ulis I. Eaddeani similia, sed segmenta omnia petiolu- 
lata cuneatorotundata apice obtuse 2 — 3 -loba. Gaules 
etiam similes, sed flores pauciores et majores. Sepala 
elliptica 7 — 10 mm. longa alba, stamina oo plus 
duplo superantia. Filamenta clavatodilatata, antherae 
orbiculares. Folliculi 3 — 5 oblique ovati, stylo recto 
plus duplo longiores et sine illo 5 — 6 mm. longi, ma- 
turi stellatorefracti , 2-spermi. Semina obovata raphe 
incrassata valde prominente, laevia, minute patule pi- 
losula, 2 — 2,5 mm. longa. 

Planta primo aspect u L thalictroidi valde similis. 

Menispermaceae 

Asiae orientalis. 

Clavis generum. 

Stamina in columnam centralem connata. 2. 

» libera (in Menisjpermo nonnulla rarissime filamentis inae- 
quialte connatis.) 3. 

2. Sepala libera Stephania. 

» connata Cyclea. 

3. Stamina definita, saepissime 6, rarissime 9. 4. 

» indefinita 9—20 .' Menispermum. 

4. Antherae terminales, folia pl. m. rotundata Coccülus. 

» laterales, folia elliptica acuminata Limacia. 

Cyclea Arn. 

G. deltoidea Miers in Kew journ. of bot. III, 258. 
Benth. Fl. Hongk. 14. 

In Ghinae australis ins. Hongkong (Wright!), ne- 
que alibi. 



— 643 — 
Stephcmia Lour. 

Sepala basi et apice subaequilata S. hernandifoUa Walp. 

» louge unguiculata lamina parva latiore quam 
longa S. tetrandra Moore. 

1. St. hernandifoUa Walp. Repert. I, 96. A. Gray, 
Bot. Jap. 380. Miq. Prol. 108. Franch. Savat. 
Eniim. I, 20. St. japonica Miers Bot. contrib. Ill, 
213. Menispermum japonicum Thunb. Fl. jap. 193. 
Cocculus japonicus DC. Syst. I, 516. Prodr. I, 96. 
Sieb. Zucc. Fl. jap. fam. nat. n. 360. Clypea con- 
summata et Cl. subovata Miers 1. c. Ill, 209. St. 
hernandifoUa^ St, discolor Walp. et St. latifolia Miers 
1. c. 222—224. 

Hab. in Kiusiu: circa Nagasaki in fruticetis et ad 
rivulos inter saxa non rara, Ko-isi-wara in pratis, et 
cet., japonice: hasu^no ha kadsura i. e. K. nelumbii- 
folia, fide Sieb old. In China australi: Hongkong 
(Wright!), Whampoa (Hance!), Formosa (Oldh.! 
ji. 27.) et i^er Indiam! orientalem, insulas Malayanas! 
ad Amtraliam! 

Planta japonica glaberrima , folia late ovata v. ro- 
timdato-deltoidea vulgo emarginato-obtusa raro acu- 
tiuscula, in ramis vetustis passim subsinuata. Talem 
vidi et e Ceylona^ Deccan (v. c. mont. Nilagiri), Timor. 

PI. sinica foliis rite ovatis discedit et fide Miers 
1. c. 212. St. Ungarn Lour. Fl. Goch. ed. W. 747. 
sistit. Sed exempla e Formosa simillima japonicis. 

Fl. indica ludit glabra et crispe ad folia subtus et 
pedunculos pilosa. Ad priorem, simul foliis vulgo 
acutis V. acuminatis instructam pertinent numerosa 
specc. a me visa indica, ad pilosam exempla e Deccan, 
Java et Australia. Haec posterior sistit species Mi er- 



— 644 — 

sianas très supra ad calcem synonymiae enumeratas. 

Quae differentiae in foliorum forma et pube nequa- 
quam parallelae inveniuntur cum florum structura 
diversa, neque diversitas florum tarn constans ac con- 
siderabat Miers. Pro Gly]peae genere suo Miers po- 
stulat capitula tam densiflora, ut singuli flores non 
rite discernendi sint, quam ob causam summam par- 
tium floralium omnium capitulum componentium in 
numerum germinum v. columnarum staminalium divi- 
sit et tali modo pro quovis flore sepala 8, petala 2 
vel 4 et stamina 2 — 4 (vel, ut ait Miers, anther am 
centralem 4 ■ — 8-locellatam) invenit. Ita v. gr. in 
Clypea Forsten 2 capitulum dissecavit ubi germina 
aderant 14, phylla floralia autem 84, quorum tertia 
pars reliquis minor et obscurior erat, unde pro peta- 
lis habuit, cuivis flori tribuens petala 2 et sepala 4. 
Equidem specc. Ç Oldhamiana, quibus Miers Gly- 
peam consummatam et CL suhovatam superstruxit, 
ante oculos non habeo. Sed in supellectili japonica 
ditissima, qua usus sum, rem non tam simplicem inveni. 

In exemplis a me ipso lectis ubi glomeruli laxius- 
culi erant, in quovis glomerulo capitula partialia 3- v. 
5-flora inveni bene discernenda. In capitulo 3-floro 
aderant bracteolae 3 lineares: sub quovis flore laterali 
singula et una infra inserta communis, ita ut flos ter- 
minalis nudus esset, tum sepala 6 biseriata et petala 
3 in c?, sepala et petala 3 in 2, columnam triandram, 
sepala exteriora c? interioribus breviora et angustiora 
acutiuscula. 

In spec, c? e Formosa ab Oldham Jecto sepala 
erant obtusa, ceterum omnes partes ut in praecedente, 
admixtus tarnen erat in capitulo flos unus 4-sepalus 



— 645 — 

(1 sepalo externae seriei tantum evoluto), 4-petalus, 
5 -ander. 

In capitulo 5-floro denique spec, c^ e Nagasaki 
(Oldham! n. 27) flores très examinavi, quorum unus 
erat bibracteolatus (bracteolis quam sepala majoribus: 
altera 2-dentata 2-nervi, altera 3-dentata 3-nervi), 
sepala habebat 6 acuta vix inter se diversa, tum pe- 
tala 6 , antheras 6, reliqui flores duo ebracteolati ha- 
bebant: alter sepala 7, petala 5, stamina 4, alter sepala 
8, petala 5, stamina 6, et petala sepalis pallidiora 
erant. 

In tali florum polymorphia igitur numerum partium 
floralium non licet computare more Miersiano, sed 
ex examine cujusvis floris. Tum vero persuasum habe- 
mus, neque Clypeae genus, ne que species numerosas 
Miersianas servandas esse. 

Planta japonica glaberrima. Radix longa lignosa 
perennis. Caulis pennam anserinam crassus mox ramo- 
sus, ramis ramulosis orgyalibus volubilibus. Folia jam 
supra descripta, maxima inferiora passim angulatosub - 
triloba. Flores virentes, petalis saepius saturatiori- 
bus crassioribus. Drupa suborbicularis diam. 8 — 9 
mm., compressa (5 mm.), cicatrice styli prope pedicel- 
lum rejecta, cum carne obscure coccinea. Putamen 
imperforatum (contra Miers), cristis in parte semini- 
fera 8, ut a Miers in St. japonica describitur, quam 
tamen e Japonia non vidisse fatetur. 

Expl. figur. tab. II. Stephaniae hernandifoUae: 1. Cymula triflora 
ex glomerulo polyantlio spec, japonici, cum bracteis, m. a. 2. Calyx 
ex ilia , magis auctus. 3. Flos 6-sepalus 3-petalus et 4. flos abortu 
4-sepalus 4-petalus, ex spec, formosano; 5. petalum et 6. columna 
ex eodem; 7. columna S-andraj 8. columna 4-andra, avertice, ex 
alabastro; 9. columna hexandra spec. Oldhamiani japonici; omnes 
figg. decies auctae. 



— 646 — 

2. St. tetrandra S. Moore in Journ. of bot. XIII. 
225. 

Hab. in China australiore: Kiii-kiang (Dr. Shea- 
rer!); ins. Formosa, prope Tamsuy (Oldham! n. 7.) 

A specie praecedente tute differt tantum sepalorum 
semper 1-seriatorum forma; inflorescentia vero e ca- 
pitulis globosis secus pedunculum axillarem racemose 
dispositis constans, primo aspectu valde quidem ab 
ilia St. hernandifoliae abhorret, sed interdum pedicelli 
capitulorum infimorum folio diminuto, loco bracteae 
minutae membranaceae, stipati obveniunt, unde potius 
rami considerandi, quorum inflorescentia ad capitulum 
unicum reducta est, quales etiam in specie praecedente 
rarius observare licuit. 

Spec, formosanum volubile, folia petiolum glabrum 
aequantia v. superantia peltata late deltoidea, basi trun- 
cata, apice obtuso emarginata v. mucronata, intégra v. 
saepius lobulis 3 — 5 sinuata, utrinque (sub tus densius) 
pilosula; pedunculi axillares tenues folium aequantes 
pedicellis basi minute bracteatis (rarissime foliatis) 
obsessi, pedicellique capitule globose longiores pilosuli. 
Capitulum e glomerulis aggregatum, flores brevissime 
pedicellati in quovis glomerulo terminales praecocio- 
res 4-ii^eri columna vulgo 2-andra, laterales 3-sepali 
3-petali 2-andri. Sepala membranacea ungue lineari 
laminam subrhombeoorbiculatam subduplo superante. 
Petala crasse carnosa subquadrata longitudinaliter bi- 
cristata ungue sepalorum breviora. Columna sursum 
crassior sepala aequans, vertice in discum concavum 
dilatata margine loculos 4 vel 8 transverse déhiscen- 
tes et tum confluentes ferentem. — Rarius columna 
triandra. Semel vidi columnam apice bifidam quovis 



— 647 — 

crure discum 2-andrum ferente, ita etiam rarissimi 
flores perfecte 4-andri (8-locellati) ex junctione florum 
duorum orti videntur. 

Planta Moorei typica, ex hb. Kew. accepta, a prae- 
cedente differt foliis duplo minoribus integris et flori- 
bus 3-sepalis 3-petalis 2-andris praevalentibus, contra 
Moore, qui praeterea sepala pro petalis sumpserat. 
Hisce characteribus accedit ad var. glabram, praeter 
glabritiem omnium partium simillimam, e Formosa 
(Oldh.! n. 7" p. p.). Etiam in hac nonnuUi flores 3- 
andri adsunt. 

Expl. figur. tab. II. Stephaniae tetrandrae. 10. Folium cum inflo- 
rescentla pi. formosanae typicae, m. nat.; 11. flos 3-sepalus 3-peta- 
IVLS 2-ander; 12. flos 3-sepalus 4-petalus 2-ander, petalo 1 accesso- 
rio; 13. flos 4-sepalus 4-petalus 3 - ander ; omnes decies aucti; 14. a. 
h. petalum a dorso et ventre; 15. columna 2-andra; 16. columna 
4-andra rarior, ex alabastro, magis auctae. 

Menispermum L. 

M. dahuricum DC. Syst. I, 540. Prodr. I, 102. 
Deless. Ic. sel. t. 100. Bge, Enura. Chin. n. 16. 
Turcz. En. Chin. n. 15. Ej. Fl. Baie. Dah. I, 90. 
Ledeb. Fl. Ross. I, 78. Maxim. Fl. Amur. 30, 468, 
480. Regel, Fl. Ussur. n. 43. Id. PI. Radd. n. 143. 
F.Schmidt, Fl. Amg. bur. n. 37. Miq. Prol. 198. 
Fr. Sav. Enum. pi. jap. 1, 20. Hance in Journ. Linn, 
soc. XIII, 130. Baker et Moore ibid. XYII, 377. 
Steph. rotunda Miq. Cat. hb. jap. 4 (pi. sterilis) — 
nee Lour. 

Hab. in ditione fl. Baicalemis ad urbem Irkutzk 
(Turcz.) et in Dahuria secus fl. Argun et Schilkam 
et inter illos, saepissime masculum; in Mandshuria 
secus totum fere Amur fluv. et ad Burejam inferiorem, 
parte boreali deficiens, australi frequens, etiam in re- 



— 648 — 

gione littoral!, v. gr. sinu St. Olgae, et prov. Scliin- 
king (J. Ross!); in China boreali frequens ad vias et 
in sepibus prope Pekinum (Bunge) et in multis aliis 
locis, transiens etiam in Mongoliam adjacentem; in 
Japoniae insulis Kiusiu, circa Nagasaki (ipse) et Nip- 
pon, fruticetis circa Simonoseki (Buerger) et in mon- 
tibus Hakone (Tschonoski). 

Nonnihil variât quoad pubem et fructum. Juvenile 
ubique, adultum subtus secus costas foliorum pilosu- 
lum occurrit in Sihiriaj Mongolia, Japonia, rarius in 
China et Mandshuria, ubi totum glaberrimum frequen- 
tius crescit. Fructus in planta boreali parci evoluti et 
caro druparum tarn aquosa, ut in sicco putamen tan- 
tum epicarpio membranaceo tectum evadat. In planta 
chinensi vero fructus bene evolvuntur et fascicules 
densos constituunt, praeterea majores et carne copio- 
siore donati, quae sicco statu massam viscidam puta- 
men tegentem et velantem constituit. Prope limitem 
suam borealem planta suffruticem sistit caules annuos 
ferentem, melius evoluta fruticem volubilem et ita 
sese habet imo sub dio culta Petropoli, ubi aeque ac 
simile M, canadense laete hiemes perdurât, at nunquam 
frutificat. 

A M. canadensi L. Babitu parum differt: foliis di- 
stinctius peltatis , inflorescentiis abbreviatis saepe ge- 
minatis pedunculo brevi fultis, nonnunquam apice 
caulis paniculatim confluentibus. — Verae et optimae 
differentiae latent in flore. In M, dahurici pi. ^ flores 
cymulae terminales 6-sepali, 9 — 10-petali, usque 20- 
andri, laterales 4-sepali, 6-petali, subdodecandri, pe- 
tala cucullata sepalis parum breviora stamina fere 
aequantia. In fl. 2 carpophorum ovariis parum bre- 



— 649 — 

vius, styli clistincti in stigmata 2 divaricata abeuntes. 
In M. canadensi vero sepala ubique 6, petala 6 quam 
sepala plus duplo breviora quadrata baud cucuUata, 
sed lateribus involuta, staminibus plus duplo breviora, 
stamina florum terminalium 17 — ^20, lateralium 11 — 
12. In 9 stylus nullus, stigmata lobulatoreniformia. 
Drupae in utraque specie persimiles, sed in M, cana- 
densi yertex a basi magis remotus, quod pendet a pu- 
tamine, cujus crus apicale brevius, quum in M, dahu- 
rico utrumque crus aequilongum. Ex Miers (Contrib. 
Ill, 114, t. 110) in M. canadensi embryo minus cras- 
sus est et testa seminis intra putaminis discum non 
immittitur, equidem embryonem in utroque simillimum 
et testam intra putamen intromissam observavi, sculp- 
tura identica. 

In tab. II, fig. 17. floris â et 18. 9 partes nonnullae M. dahurici, 
in 19 J et 50 $ M. canadensis delineatae sunt, omnes aequo modo 
auctae; a. sepalum interius et exterius; &. petal urn; c. stamen; d. 
columna staminum irregulariter connatorum saepe obvia; d. in 
flore 9 germina cum toro; e. ovarium. 

Cocculus DC. 

Frutex erectus glaber, foliis brevipetiolatis ellipti- 
cis 3-nerviis ; flores rite 3-meri, sepala carnosa bise- 
riata, petala parva unguiculata quadrangula biloba, 

anthera terminalis C. IcmrifoUus DC. 

Frutices volubiles. 2. 

2. Stamina 9, sepala 6 subaeqiialia membranacea petala 
6 carnosa biloba plus duplo superantia, putamen ob- 
tuse cristatum et tuberculatum, pi. praeter peduncu- 
los glabra, petioli paniculaeque angustae elongata 

C. diversifoUus Miq. 
Stamina 6. 3. 

3. Petala 6 bicuspidata stamina involventia, antbera 
terminalis, sepala 3 interna externis petalisque plus 
duplo breviora, putamen margine anguste obiter sul- 
catum obtusissime tuberculatum; pi. plus v. minus 
villosa brevipetiolata, paniculae saepissime breves 

a Thunbergii DC. 

Mélanges biologiques. XI. 82 



— 650 — 

Petala 6 intégra v. obsolete obtuse lobulata. 4. 
4. Glaber longepetiolatus rotuüdifolius paniculis Iaxis 
angustis longissimis ; sepala sübaequalia antherae 
terminal! aequialta petalaque paulo breviora rotun- 
data glandulosopunctata, stigmata intégra, putamen 
obovatum obtuse cristatum transverse sulcatum 

C. macrocarpus W. A. 
Villosotomentosus, folia modice petiolata emarginato- 
orbiculata, paniculae latae breviusculae squarrosae, 
sepala subaequalia petalaque duplo minora spathu- 
lata epunctata, stamina petalis aequialta, anthera 
infraapicalis , stigma bifidum, putamen orbiculatam 
margine aculeatocristatum . C. incanus Colebr. 

1. C. laurifolius DC, Vvodr. I J 100. Deless. Ic. 
sel. I, t. 97. Hook. f. et ThoÊis. Fl. Ind. I, 191. 
Hook. f. Fl. Brit. Ind. I, 101. Miq. Fl. Ind. bat. I, 
1, p. 81. Prol. fl. jap. 198. Fr. Sav. Enum. I, 19. 
Holopeira laurifolia et H, australis Mi er s , bot. con- 
trib. III, 276, 277. 

Japonia (Siebold!, ex cujus schedulis tantum cul- 
tus occurrit), Nippon, ad radicem montium Sata toge 
prope Kifura Saga (Buerger!), in eadem regione, 
japonice wujok vel ujaku (Tanaka ex Franch. Sa- 
vat.), ceterum in Himalaya sub tropica! usque ad Ni- 
pal, fide Hooker fil. et Thomson, Javal 

Equidem in Japonia nunquam vidi. Flores c? plan- 
tae japonicae: sepala carnosa valide extus cristata 
late elliptica, exteriora 3 plus duplo minora, interiora 
3 ly^ mm. longa. Petala 6 unguiculata subquadrata 
biloba vel bifida apiceque erosula, angulo inferiore 
carnoso-auriculata, staminibus duplo saltem breviora. 
Filamenta filiformiclavata 1,5 mm. longa. Anthera 
terminalis didyma rima transversa introrsum spectante. 
Ger minis vestigium minutum integrum. 

2. G. incanus Colebr. in Trans, linn. soc. XIII, 57. 



— 651 — 

Hance in Journ. linn, soc XIII, 99. Pericampykis in- 
canus Miers in Taylor's Annals ser. 2. VII, 40. 
Hook. f. et Thorns. Fl. Ind. I, 194. Hook. f. Fl. 
Brit. Ind. I, 102. Benth. FJ. Hongk. 13. 

China australi: Hongkong (fide Bentham). India 
transgangetica! et eis Gangem in Himalaya orientalü, 
archipel. Andaman!, Borneo! 

3. G. Thmhergii DC. Syst. I, 524. Prodr. I, 98. 
Sieb, et Zucc. Fl. Jap. fam. nat. n. 361. Hook. f. 
et Thorns. Fl. Ind. I, 190. in adnot. Miq. Prol. 
198^). Hance Advers. 7. in Ann. sc. nat. 5 ser. V. 
et in Journ. Linn. soc. XIII, 99. Franch. Savat. 
Enum. I, 19. Deb eaux, flor. de Shanghai n. 5., fl. 
de Tchifou n. 4. C. ovalifoUus DC. Syst. I, 426. 
Prodr.1,99. Miq. Fl. Ind. Bat. I, 2, 81. Benth. FL' 
Hongk. 13. Menispermum orhiculatum et M. trilobum 
Thunb. Fl. Jap. 194 et Icon. ined. ! Nephroica sar- 
mentosa Lour. Fl. Cochinch. 692. N. hexagyna, ova- 
lifolia, caudata, Thunhergii, dilatata, hastata Miers, 
Contrib. Ill, 261 — 264. N, triloba, cynanchoides, 
pycnantlia Miers ibid. 266 — 268. 

Hab. in Japonia australiore, Nippon et Kiusiu: Yo- 
kohama in fruticetis frequens (Oldh.!, ipse), Yokoska 
(Savatier!), Hiogo (Wawra! n.^ 1474), Koshiu kaido 
(Rein!), Nagasaki (Oldh.!, ipse); Korea: portu Chu- 
san (Wilford!); China: Tschifu (Forbes!), Shanghai 
(Deb eaux), Fu-tschau 1800's. m. (Augustinowicz!), 
Amoy (de Grijs!), Hongkong (fide Benth.), Canton 
(Hance!), Kiu-kiang (Shearer!), Formosa (Oldh.!). 
— Java (Junghuhn!). 

1) Excl. syn. Bryoniae japonicae Thunb. fide Sieboldi hue 
ductae, quae autem Melothria japonica. 



— 652— . 

Valde variabilis quoad foliorum formam , inflores- 
centiae longitudinem , pubem densiorem, parcam v. 
subnullam. Sed structura florum et fructuum in omni- 
bus formis fere identica. Species diversae a Miers 
propositae, me judice, ne varietates quidem cen- 
sendae. 

4. C, macrocarpus W. A. Prodr. I, 13. Hook. f. 
et Th. Fl. Ind. I, 191. Hook. f. Fl. Brit. Ind. I, 101. 
Benth. Fl. Hongk. 12. Diplodisia macrocarpa Miers 
Bot. contrib. III, 280, t. 127, et aliae. 

Hab. in China: Hongkong (Hance! n. 10143 Ç), 
tum in Malabar!, Ceylon!, Tenasserim! 

Spec, chinense acceptum est sub nomine C. glauces- 
centis Bl. (Bijdr., Miq. Fl. Ind. bot. I, 1, 82), sed 
omnibus signis, praeter petioles laminam superantes 
(in Cocculo admodum variabiles) C. macrocarpö simil- 
limum. Verum est, me hunc tantum fructiferam vi- 
disse. At flos Ç ante oculos descriptioni Miersianae 
bene respondens. Panicülae elongatae fructiferis indi- 
cis simillimae. Flores 6-sepali, 6-petali, sepalis inter se 
magnitudine vix diversis petalisque crebre punctatis 
generis Diploclisiae , stamina 6 sterilia petalis calyce 
triente brevioribus paulo longiora, styli breyissimi. 

5. C. diversifolius Miq. Prol. 198. Franch. Savat. 
Enum. I, 20. Frutex volubilis inflorescentiâ pilosus 
ceterum glaberrimus, foliis coriaceis longe petiolatis 
prominenter 5- v. subseptem-nerviis subtusque laxe 
elevatoreticulätis ab rite rotundato saepe subcordato 
brève subito acuminate per late ovatum v. deltoideum 
mox in reniformem obtuse v. mucronato- 3 — 5-angu- 
gulum mox in cordatorotundum 3~7-lobum lobis late 



— 653 — 

triangulis, imo rarjus in hastatotrilobum variantibus 
lobo medio turn acuminatoovato lateralibus pluriesmino- 
ribus horizontaliter patentibus angulatoovatis ; pani- 
culis conicis niiiltifloris Iaxis erectis folia vulgo aequan- 
tibus bis alternatim racemosis, ramulis ultimis cymoso- 
3 — 5-floris, bracteis sub pedunculis pedicellisque mi- 
nutis subulatis; floribus virescentibus omnibus 6-sepa- 
lis 6-petalis, S majoribus semper 9-andris, 9 6-andris 
staminibus cassis, ovariis 3 sessilibus, stylis distinctis 
stigmatibus 2 bilobis divergentibus , drupa abortu so- 
litaria, putamine reniformi margine cristato. 

Hab. in Japonia^ a Nippon media (Sieb old!, Buer- 
ger!) austrum versus; v. gr. prov. Owari (I. Keiske), 
montibus Hakone (Sieb old! steril.), circa Nagasaki 
varus locis, ad fossas, yias, rivulos inter lapides, pas- 
sim frequens, sed ? rarior, ineunte Julio florens, Sep- 
tembri fructiferus (ipse). Japonice: oho tsudzura fusi, 
i. e. (7. Thunhergii magna. Radix, fide Sieb old, diu- 
retica habetur. 

A Mi quel cum alabastris tantum visus quae non 
examinaverat et ob habitum tantum ad Goccuhim duc- 
tus, ad mentem Mi er si i ad Menispermum ducendus