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Full text of "Mélanges biologiques tirés du Bulletin de l'Académie impériale des sciences de St. Pétersbourg"









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TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST.-PETERSBOTJRG. 



TOIIE \. 



(Avec trois Planclies. 



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St.-PETEUSBOUKG, 1880. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences: 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RJGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggera & C" il. K. Kymmel; Voss' Sortiment 

et J. GlasoTinof; (G. Haessel). 

Prix: 2 Roub. 15 Cop. arg. = 7 Mk. 20 Pf. 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Novembre 1880. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



'^^Thsö^, 



i^RARV 



Imprimerie de l'Académie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9® ligne, JVs 12.) 



TABLE DES MATIERES. 



F, W. Woldstedt. Beitrag zur Kenntniss der um St. Peters- 
burg vorkommenden Ichneumoniden 1 — 41 

C. J, Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum asiati- 

carum. II 43—134 

J. F. Brandt. Bemerkungen über eine Synopsis der Familie 

der Ehinocerotiden 135 — 137 

B. Babikof. Du développement des céphaloides sur le th al- 
ius du lieben Peltigera aphthosa Hoffim. (Avec une 
planche.) 189—155 

Dr. W, Gruber. Vorläufige Anzeige über das Vorkommen 
des Musculus peroneo-tibialis auch bei den Quadru- 
mana 157 — 158 

Dr. phil. Oskar Boettger. Beitrag zu einem Katalog der 
innerhalb derGränzen des russischen Reichs vorkom- 
menden Vertreter der Landschneckengattung Cläu- 
silia Drap 159—198 

Dr. W. Gruber. Über die ungewöhnlichen Musculi tensores 

fasciae suralis beim Menschen. (Nachträge.) 199—209 

Über eine neue Art von Ossiculum supernumerarium 

carpi beim Menschen 211 — 224 

J. F. Brandt. Nachträgliche Bemerkungen zur Monogra- 
phie der tichorhinen Nashörner 225 — 232 

K. Kessler. Beiträge zur Ichthyologie von Central-Asien . 233—272 

!V. Wedensky. Über die Wirkung des Lichtes auf die Er- 
regbarkeit der Haut bei Fröschen 273 — 274 

AI. Bunge. Enumeratio Salsolacearum omnium in Mongo- 
lia hucusque collectarum 275—306 

A. Jeleneff. Histologische Untersuchung des kleinen Ge- 
hirnes der Neunauge. (Petromyzon fluviatilis.) (Avec 
une planche.) 307—325 

Dr. J. Schmulewitsch. Über das Verhalten der Verdauungs- 
säfte zur Rohfaser der Nahrungsmittel 327 — 333 



IV : 

Pages. - 

W. Michâilow. Neues Verfahren, die vasomotorischen Er- 
scheinungen am Frosche zu beobachten 335—350 

W. Wolfsoii. Die embryonale Entwickelung des Lymnaeus 

stagnalis 351 — 377 

Prof. E. V. Martens. Aufzählung der von Dr. Alexander 
Brandt in Russisch -Armenien gesammelten Mol- 
lusken 379—400 

A. Famintzin. Die Wirkung der Intensität des Lichtes auf 

die Kohlensäurezersetzung durch Pflanzen 401 — 426 

M, Montéverdé. Recherches embryologiques sur V Orchis 

maculata. (Avec une planche.) 427—441 

Dr. F. Morawitz. Ein Beitrag zur Bienen -Fauna Mittel- 
Asiens 443—518 

Pli. Owsjannikow und W. Weliky, Zur Innervation der 

Speicheldrüsen 519— 527 

A. Brandt. Über mediterrane Crustaceen aus den Gattun- 
gen : Stenorhynchus, Ächaeus, Inachus, Herhstia und 
Pisa, unter Benutzung von Materialien des Dr. R. A. 
Philippi 529—565 

C. J. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum asiatica- 

rum. III 567—741 

Les échantillons de limon dragués en 1879 dans les lacs 
d'Arménie. Lettre adressée à Mr. le Dr. Al. Brandt 
à St.-Pétersbourg par le Dr. F. A. Fore 1, professeur 
à l'Académie de Lausanne 743 — 751 



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TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST .- PETERSBOURG. 



Tome I. 

Livraison 1. 



St.-PETEUSBOIUG, 1878. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences. 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggers & CO, j. issakof, M. N. Kymmel; M. Leopold Y 3S. 

et J. Glasonno f; 

Prix: 40 Cop. arg. = 1 Mk. 30 Pf. 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Février 1878. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel 



Imprimerie de l'xicadémie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9^ ligne, JVs 12.) 



CONTENU. 



F. W. Woldstedt. Beitrag zur Kenntniss der um St. Peters- 
burg vorkommenden Ichneumoniden l-r 41 

C. J. Maximowicz. Diagnoses plantarum novarum asiati- 

carum. II 43—134 

J,*F. Brandt. Bemerkungen über eine Synopsis der Familie 

der Rhinocerotiden 135 — 137 



>î<«e 



25 Janvier -i 0177 
6 Février ^^' '• 

Beitrag zur Kenntniss der um St. Petersburg vorkom- 
menden lohneumoniden, von F. W. Woldstedt. 

Was man bis jetzt über die in der Umgegend St. 
Petersburgs vorkommenden Ichneumoniden weiss, ist 
noch sehr wenig. In Georgias «Versuch einer Beschrei- 
bung der Russisch-Kayserlich en Residenzstadt St. Pe- 
tersburg.» Band IL St. Petersb. 1790 finden wir die 
Angabe, dass in der hiesigen Gegend 7 Arten der 
Gattung Ichneumon vorkommen. Bei Cederhjelm^m dem 
«Faunae Ingricae Prodromus», sind 38 Arten ange- 
führt, von denen jedoch mehrere, als zu den eigentli- 
chen Ichneumoniden nicht gehörig, ausgeschieden 
werden müssen , und in Bummels «Essais entomolo- 
giques» sind ein Paar zerstreute Notizen verbanden 
über einige Arten, die als dem Petersburger Bezirk 
angehörig bezeichnet werden. Bei Osten-Sacken hin- 
gegen, in dem «O^epKi) coBpcÄieHHaro cocToamn nosna- 
Hifl aHTOMOJiornqecKOH <ï>ayHbi OKpecTHOCxen C.-IIeTep- 
Öypra. C.-IIeTepÖ. 1858» fehlt die Familie der Ich- 
neumoniden ganz. Es scheint mir darum nicht ganz 
unangemessen zu sein, wenn ich die mir bis jetzt aus 
der hiesigen Gegend bekannt gewordenen Arten ver- 
öffentliche, so unvollständig und dürftig das Verzeich- 

Mélanges biologiques. X. 1 



_ 2 — 

niss auch ausfallen muss. Das hauptsächlichste Mate- 
rial, welches mir dabei zu Gebote gestanden hat, ist 
von dem Conservator am entomologischen Museum der 
Akademie der Wissenschaften Herrn Äug. Morawits 
gesammelt worden. Es ist aber natürlich, dass ein ein- 
zelner Sammler, insbesondere wenn er noch dabei sein 
Hauptaugenmerk auf andere Insectengruppen richtete, 
nicht alle Schätze der Natur zu heben im Stande war. 
Daher steht gerade in Bezug auf diese Familie den 
hiesigen Entomologen und Sammlern noch ein weites 
Feld der Thätigkeit offen , und ich glaube versichern 
zu können, dass die Zahl der in der petersburger Ge- 
gend vorkommenden Ichneumoniden sich mit der Zeit 
auf das Dreifache von dem herausstellen wird, was mir 
bis jetzt bekannt geworden. 

In Bezug auf die systematische Eintheilung der 
Ichneumoniden habe ich die «Familien», die Förster 
in der «Synopsis der Familien und Gattungen der 
Ichneumonen^)» aufstellt, angenommen, jedoch mit der 
Abweichung, dass ich die Endung «-oidae» in «-ina» 
verwandelt habe. Es können aber diese Gruppen wohl 
nicht gern «Familien», sondern müssen eher «Tribus» 
genannt werden, denn der grosse Artenreichthum der 
Ichneumoniden kann kein triftiger Grund sein für die 
Zersplitterung derselben in eine Menge selbstständi- 
ger Familien , da wir in anderen Insectenordnungen 
auch sehr grosse Familien haben, so z. B. unter den 
Dipteren die Museiden. Was nun ferner die ungeheuere 
Menge der von Förster kurz charakterisirten neuen 
Gattungen betrifft , bei denen nicht einmal eine ty- 

1) Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preussi- 
schen Kheinlande und Westphalens. 25-ster Jahrg. 1868. 



— 3 — 

pische Art angeführt ist , so war es mir sehr oft un- 
möglich, zu einem definitiven Resultat darüber zu ge- 
langen, in welche Gattung die eine oder andere Art 
einzureihen sei. Es sind daher diese Gattungen nur 
bisweilen, wenn ich ganz sicher zu sein glaubte, be- 
rücksichtigt worden. 

Mein Verzeichniss , in welchem auch einige neue 
Arten und Varietäten beschrieben werden , gestaltet 
sich folgendermaassen : 

^noma^loiiiiia. . 

Tricliomma Wesm. 

1. Tr. enecator Rossi. Fauna Etrusca T. IL 48.777 
(Ichneumon). — Gravenhorst. Ichneumonologia Euro- 
paea. T. III. 641.10 (Anomalon). -- Wesmael. Bulle- 
tins de l'Académie royale de Belgique. T. XVI. IL 137. 
— Holmgren. Monographia Ophionidum Sueciae in 
Kongliga Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlin- 
gar. Ny Följd. Andra Bandet. Andra Haftet (1858). 

K 8. 30. 1. 

Hahronyx Foerst 

1 . H, heros Wesm. 1. c. 125.4 (Anomalon). — Holmgr. 
1. c. 20. 6 (Anomalon). — Foerster. Verhandlungen 
des naturhistorischen Vereines derpreussischenEhein- 
lande und Westphalens. 17*'' Jahrgang (1860). 149. 

ExocJiüum Wesm, 

1. Ex. circumßexiim Linné. Fauna Suecica. n. 1631 
(Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 643. 112 (Anomalon). 
Wesm. I.e. 122. — Holmgr. I.e. 14. 1. — Var. 1 Grav. 

Anomalon Jiirine. 

1. An. flaveolatum Grav. 1. c. III. 664. 122. — 
Holmgr. 1. c. 25. 14. 



2. An. tenuicorne Grav. 1. c. III. 671.125. — Holmgr. 
I.e. 28.20. 

IVototracliiiiia. 

Nototrachys Marshall. 

1 . N. foliator Fahricius. Supplementum Entomolo- 
giae Systematicae. 239. 21 (Ophion). — Grav. 1. c. 
III. 715. 148 (Trachynotus). — Holmgr. 1. c. 13. 1 
(Trachynotus). — Marshall. A Catalogue of British 
Hymenoptera(1872). 50. 

Poirizonina.. 

Porizon Fallen. 

1. P. hostilis Grav. 1. e. III. 753. 1 6 1 .-— Holmgr. 
I.e. 132.1. 

2. P. Jiarpurus Schrank. Fauna Boica II. 2.n. 2110 
(Ichneumon). — Grav. 1. e. III. 758. 164. — Holmgr. 
1. e. 134. 6. 

Thersilochus Holmgr. 

l,Th. caudatus Holmgr. var 1. Holmgr. 1. e. 144. 
2. Th. hoops Grav. 1, e. III. 776. 172 (Porizon). — 
Holmgr. 1. c. 145.23. 

P]:*istoiiiex*i uei • 

Pristomerus Curtis. 
Pr. vulnerator Pander. Faunae Inseetorum Germa- 
nicae Initia. Fase. 72. T. 5 (lehneumon). — Grav. 1. c. 
III. 724. 149 (Pachymerus). — Curtis. British Ento- 
mology. Vol. XIII. 624. — Holmgr. 1. e. 146. 1. 

Ox-emastina.. 

Cremastus Grav. 

1. Cr. interruptor Grav. 1. c. III. 736. 153. — 
Holmgr. 1. c. 107.2. 



2. Cr, infirmus Grav. 1. c. III. 746. 160. — Holmgr. 
I.e. 110.7. 

Opliionina,. 

Opheltes Holmgr. 

1 . OpJi. glaucopterus Linn, 1. c. n. 1 630 (Ichneumon). 

— Grav. 1. c. III. 632. 108 (Paniscus.) — Holmgr. 

1. c. 30.1. ^ . 

Pamscus Grav. 

1. P. cephalotes Holmgr. 1. c. 31. 1. 

Absyrtus Holmgr, 

1. Abs» luteus Holmgr. 1. c. 33. 1. 

Ophion Fahr. 

1. Oph, ramidulus Linn. 1. c. n. 1629 (Ichneumon). 

— Grav. 1. c. III. 699. 139. — Holmgr. 1. c. 11.2. 

2. Oph, luteus Linn. 1. c. n. 1628 (Ichneumon). — 
Grav. 1. c. III. 692.136. —Holmgr. 1. c. 12.5. 

Oa.mpopleg'ixia,. 

Gampoplex Grav. 

1. G. carinifrons Holmgr. 1. c. 34. 2 et Om de skan- 
dinaviska arterna af Ophionidslägtet Gampoplex in Bi- 
hang tili Kongl. Svenska Vet. Akad. Handlingar. Band 
I. M 2 (1872). 24.5. 

2. C nitidulator Holmgr. Monogr. Oph. Suec. 36. 6 
et Om Ophionidsl. Gampoplex 26.6. 

3. C. pugillator Linn 1. c. n. 1624 (Ichneumon) 
(ex parte). — Grav. 1. c. III. 606. 102 (ex parte). — 
Foerster. Monographie der Gattung Gampoplex in Ver- 
handlungen der zoologisch -botanischen Gesellschaft in 
Wien. XVIII. Band (1868). 816.32. — Holmgr. Om 
Ophionidsl. Gampoplex 29.7. 



— 6 — 

4. C, suhaequalis Foerst. 1. c. 822. 36. — Holmgr. 
1. c. 33.9. 

5 . a terehrator Foerst. 1. c. 8 1 0. 2 6 et 2 7 . — Holmgr, 
I.e. 34.10. 

6. G. anceps Holmgr. Monogr. Oph. Suec. 35. & et 
Om Ophionidsl. Campoplex 42. 15. 

7. C. hucculentus Holmgr. Monogr. Oph. Suec. 36. 
4 et Om Ophionidsl. Campoplex 49. 18. 

8. C. lapponicus Holmgr, Monogr. Oph. Suec. 37.8 
et Om Ophionidsl. Campoplex 51.19. 

9. C. monozonus Foerst. 1. c. 833.44. — Holmgr. 
Om Ophionidsl. Campoplex 52. 20. 

10. C. oUiteratus Holmgr. 1. c. 59. 24. 

11. (7. oxyacantJiae Bote. Stettiner Entomologische 
Zeitung. 16*°' Jahrgang. 104. 43. — Holmgr. 1. c. 
60.25. 

12. G, parvulus Foerst. 1. c. 865.69. — Holmgr. 
1. c. 64. 28. 

13. G. tenuis Foerst. 1. c. 851. 58. — Holmgr. 1. c. 
69.31. 

14. G, facialis Holmgr. 1. c. 77. 35. 

15. G. viduus Grav. 1. c. III. 497. 28. — Holmgr. 

1. c. 84. 40. 

Zachresta Foerst. 

1. Z. insignis n. sp. Punctata, pubescens, nigra; ore, 
maculis clypei et faciei, puncto ad orbitas verticis 
tibiisque flavidis; abdominis medio, apice femorum et 
tarsis anticis rufescentibus ; alarum stigmate brunneo, 
nervo transverso anali fere in medio fracto. 
Long. 12 millim. 

Ç. Caput subbuccatum, pone oculos paulo angusta- 
tum, facie in medio nonnihil elevata, nigra, maculis 



duabus subtriangularibus flavi» ad orbitas. Mandibu- 
lae dentibus inaequalibus apice instructae, inferiore 
scilicet paulo longiore. Clypeus apice depressus. An- 
tennae fere filiformes, corpore brevier es. Thorax ro- 
bustus, altitudine nonnihil longior, supra, praesertim 
antice, opacus, pleuris nitidis; areis metathoracis su- 
perioribus quinque subdistinctis , quarum superomedia 
apice dilatata, aperta. Segmentum abdominis primum 
posticorum pedum coxis cum trochanteribus longitu- 
dine subaequale , canaliculatum , nigrum , apice badio, 
petiole lateribus profunde excavate; secundum et ter- 
tium latitudine paulo longiora, rufa; quartum et quin- 
tum transversa, dorso fusca, lateribus rufocastanea; 
sequentia nigra; terebra segmente primo vix longiore, 
fusca, apice fulvo. Alae infumato-hyalinae , squamula 
rufa, areola irregulariter quadrangulari , subpetiolata. 
Pedes médiocres; tibiis posterioribus apice fuscis; un- 
guiculis tarsorum basi pectinatis. 

Cymodusa Holmgr. 

1. G. leucocera Holmgr. var. 2 Holmgr. Monogr. 
Oph. Suec. 40.1. 

2. G. cruentata Qrav. 1. c. III. 575. 84 (Campoplex). 
Holmgr. 1. c. 40. 2. 

Sagaritis Holmgr. 

1. S, raptor Zetterstedt, Insecta Lapponica. 395. 4 
(Porizon). — Holmgr. 1. c. 44.2. 

2. S, sonata Grav. 1. c. III. 584. 89 (Campoplex). 

— Holmgr. 1. c. 45. 4. — Var. 1 Holmgr. — Var. 3 
Holmgr. 

3. 8, laticollis Holmgr. 1. c. 46. 5. — Var. 1 Holmgr. 

— Var. 2 Holmgr. 



— 8 — 

Casinaria Holrngr. 

1. C. varians Tschek. Ichneumonologische Frag- 
mente I in Verhandlungen der zoologisch-botanischen 
Gesellschaft in Wien. XXI. Band (1871). 55. 5. 

Bhimphoctona Foerst. 
1. Rh. fulvipes Holmgr. 1. c. 102. 3 (Pyracmon). 

Pyracmon Holmgr. 

1. P. fumipennis Zeit. 1. c. 395. 6 (Porizon). — 
Holmgr. 1. c. 101. 1. 

2. P. melanurus Holmgr. 1. c. 102.4. 

Canidia Holmgr. 

1. C. suhcinäa Grav. 1. c. IIL 494. 25^ (Campo- 
plex). — Holmgr. 1. c. 103. 1. 

Limneria Holmgr. 

1. L. alhida Gmelin. Caroli a Linné Systema Na- 
turae. Ed. XIII. T. I. 2705 (Ichneumon) (ex parte). 
— Grav. 1. c. III. 474. 13 (Campoplex) (ex parte). — 
Holmgr. 1. c. 53. 1. — Var. 1 Holmgr, 

2. L. geniculata Grav. 1. c. III. 486. 19 (Campo- 
plex). — Holmgr. 1. c. 54.2. — Var. 1 Hohngr, 

3. L. mutahilis Holmgr. 1. c. 55. 3. 

4. L. alhovincta Holmgr. 1. c. 56. 6. 

5. L. viemiensis Grav. 1. c. III. 478. 14 (Campo- 
plex). — Holmgr. 1. c. 57.7. 

6. L. erucator Zett. 1. c. 394. 1 (Porizon). — Holmgr. 
1. c. 58.9. 

7. L. fenestralis Holmgr. var. 3 Holmgr. 1. c. 59. 1 1. 

8. L. majalis Grav. 1. c. III. 462. 4 (Campoplex). 
Holmgr. 1. c. 60. 12. 



— 9 — 

9. L. chrysosticta Grav. 1. c. III. 522. 49 (Campo- 
plex). — Holmgr. 1. c. 60. 13. 

10. L. combinata Holmgr, 1. c. 62. 16. 
W. L, lugubrina Holmgr. 1. c. 64. 19. 

12, L, cursitans Holmgr, 1. c. 64. 20. 

13. L, fuscipes Holmgr. 1. c. 66. 22. 
' 14. L, vivida Holmgr, 1. c. 76.41. 

15. L. notata Grav. 1. c. III. 570. 82 (Campoplex). 

— Holmgr. 1. c. 78.44. 

16. L. rufocincta Grav. 1. c. III. 580.87 (Campo- 
plex). — Holmgr. 1. c. 79.45. 

17. L. errans Holmgr. 1. c. 83.53. 

18. L. longipes Mueller, Zoologiae Danicae Pro- 
dromus n. 1 847 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 546. 
65 (Campoplex). — Holmgr. 1. c. 85. 56. 

19. L. fulviventris Gmel. 1. c. 2704 (Ichneumon). 

— Grav. 1. c. III. 540. 62 (Campoplex). — Holmgr. 
1. c. 86.58. 

20. L. pagana Holmgr. 1, c. 86. 59. 

21. L. sericea Holmgr. 1. c. 88. 61. 

22. L, erytJiropyga Holmgr. 1. c. 91. 65. 

23. L. auctor Grav. 1. c. III. 566. 79 (Campoplex). 

— Holmgr. 1. c. 95.72. 

!E»a.iicliiiia.. 

Scolohates Grav, 

1. Sc. auriculatus Fahr, Sy stoma Piezatorum. 69. 
82 (Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 360. 230 (crassitar- 
sus). — Holmgr. 1. c. 154. 1. 

Exetastes Grav. 
1, Ex. fornicator Fahr. Species Insectorum. T. I. 

Mélanges biologiques. X. 2 



— 10 — 

432. 72 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 402. 10. — 
Holmgr. 1. c. 150. 1. 

2. Ex. fulvipes Grav. 1. c. III. 401. 9. 

3. Ex. tarsator Fahr. Syst. Piez. 134. 20 (Ophion). 

— Grav. 1. c. III. 405. 11 (clavator) et III. 413. 15 
(osculatorius). — Holmgr. 1. c. 150.2. 

4. Ex, illusor Grav, 1. c. III. 427. 25. — Holmgr. 
1. c. 151.3. 

5. Ex. laevigator Villers. Caroli Linnaei Entomolo- 
gia. T. III. 193. 189 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 
424. 23.—- Holmgr. 1, c. 151.4. 

6. Ex. nigripes Grav. 1. c. III. 416.17. — Holmgr. 
1. c. 153.7. 

7. Ex. rdbustus Grav, 1. c. III. 422. 21. — Holmgr. 
1. c. 153.9. 

8. Ex. guttatorius Grav. 1. c. III. 411. 14. — Holmgr. 
1. c. 154.10. 

Coleocentrus. Grav. 

1. C, excitator Poda. Insecta musaei Graecensis, 
105. 4 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 439. 31. — 
Holmgr. Monographia Pimplariarum Sueciae in Kongl. 
Svenska Vet. Akad. Handl. Ny Följd. Tredje Bandet 
(1860). M 10.7.1. 

Corynephanus Wesm. 

1. G. monileatus Grav. 1. c. III. 393. 5 (Banchus). 

— Holmgr. Monogr. Oph. Suec. 149.4. 

Banchus Fahr. 

1. B. falcator Fahr. Syst. Piez. 128. 6.- — Grav. 1. c. 
III. 385.4 (ex parte). — Holmgr. 1. c. 148. 2. 

2. B. {OidapJiurus Foerst.) volutatorim Linn, 1. c. 



— 11 — 

n. 1591 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 385. 4 (fal- 
cator) (ex parte) et III. 394 (monileatus var. 1). — 
Holmgr. 1. c. 149.3. 

Mietopiiua. 

Metopius Panzer, 

\. M. dissectorius Pans. Faun. Germ. Fasc. 98. 
T. 14 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 291. 1 (sica- 
rius). — Holmgr. Monographia Tryphonidum Sueciae 
in Kongl. Svenska Vet. Akad. Handl. Ny Följd. För- 
sta Bandet (1855—56). J\2 3 et 5. 372. 1. 

2. M, necatorius Fahr. Entomologia systematica. 
T. II. 144. 45 (Ichneumon). — Panz. Kritische Revi- 
sion der Insectenfaune Deutschlands. T. IL 79. — 
Grav. 1. c. III. 292. 2 et 299. 3 (micratorius). — 
Holmgr. 1. c. 373. 3 (micratorius). 

Ortliocentrina. 

OrtJiocentrus Grav. 

1. Orth protuberans Holmgr. 1. c. 333. 15. 

2. Orth, riclihundlis Grav. 1. c. III. 366. 33. — 
Holmgr. 1. c. 336. 21. 

Exo china. 

Hyperacmus Holmgr, 

1. H. crassicornis Grav. 1. c. II. 347. 221 (Exo- 
chus). — Holmgr. 1. c. 322. 1. 

Giorinaeus Holmgr. 

1. Ch. funehris Grav. 1. c. I. 695. 226^ (Exo- 
chus). — Holmgr. 1. c. 321. 3 et Dispositio methodica 
Exochorum Scandinaviae in Öfversigt of Kongl. Vet. 



/ 



— 12 — 

Akad. Förhandlingar. 30'' ârgângen (1873). JV24. 78. 
2. — Var. 1. S: facie nigra, macula flava utrinque 
supra clypeum. 

2. Gh, cristator Grav, 1. c. II. 352. 226 (Exochus). 

— Holmgr. Monogr. Tryph. Suec. 321. 2 (subcari- 
natus) et Disp. Exoch. Scand. 78. 3. 

TricUstus Foerst. 

1. Tr. congener Holmgr. Monogr. Tryph. Suec. 319. 
28 (Exochus), et Disp. Exoch. Scand. 57. 2. — Var. 
2 Holmgr. 

2. Tr,podagricus Grav. var. 3 Holmgr. Disp. Exoch. 
Scand. 58. 3. 

Metacoelus Foerst. 

1. M. femoralis Fourcroy. Entomologia parisiensis. 
396. 11 (Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 346. 220 
(Exochus). — Holmgr. Monogr. Tryph. Suec. 308. 1 
(Exochus) et Disp. Exoch. Scand. 61.1. 

2.M. mansuetorGrav. 1. c. II. 339. 217 (Exochus). 

— Holmgr. Monogr. Tryph. Suec. 309. 2 (Exochus) 
et Disp. Exoch. Scand. 61.2. 

Exochus Grav. 

1. Ex. gravipes Grav. 1. c. II. 351. 225. — Holmgr. 
Monogr. Tryph. Suec. 310. 4 et Disp. Exoch. Scand. 
63. 1. — Var. 4 Holmgr. — Exochus prosopius Grav. 
1. c. II. 349. 223. 

2. Ex. tibialis Holmgr. Monogr. Tryph. Suec. 317. 
22 et Disp. Exoch. Scand. 76. 29. 

Bassina.. 

Bassus Panz. 
1. B. laetatorius Fahr. Ent. Syst. II. 147. 54 (Ich- 



~ 13 — 

• 

neumon). — Grav. 1. c. III. 353. 26. — Holmgr. Mo- 
nogr. Tryph. Suec. 353. 1. 

2. B. albosignatus Grav, 1. c. III. 343. 20. — 
Holmgr. 1. c. 354. 2. 

3. B. nemoralis Holmgr, 1. c. 354. 3. — Var. 1. 
Holmgr. 

4. B. multicolor Grav A. c. III. 352. 25. — Holmgr. 
1. c. 355. 4. 

5 . B. hizonarius Grav .I.e. III. 350.23.— Var. 1 Grav. 

6. B. lateralis Grav, 1. c. III. 342. 19. — Holmgr. 
1. c. 355.5. 

7. B,pectoratovius Grav. 1. c.III. 333.11 . — Holmgr. 
I.e. 357.9. 

8. B. pictus Grav. 1. e. III. 336. 13. — Holmgr. 
1. e. 361.20. — B. pumilus? Holmgr. 1. e. 364. 27. 

9. B. fissorius Grav. 1. e. III. 335. 12. — Holmgr. 
1. e. 362.22. 

10. B. strigator Fahr. Ent. syst. IL 173. 166 (Ich- 
neumon). — Grav. 1. e. III. 330. 9. — Holmgr. 1. e. 
363.24. 

11. B. nigritarsus Grav. 1. e.III. 338. 15. — Holmgr. 
1. c. 365.28. 

12. B. pulchellus Holmgr. 1. e. 366. 30. — Grav. 
1. e. III. 321 (sulcator var. 1—4). 

13. B. signatus Grav. 1. e. III. 325. 6. — Holmgr. 
1. e. 367.33. 

14. B. festivus Fahr. Suppl. Ent. syst. 230. 213 
(Ichneumon). — Grav. 1. e. III. 314. 3. — Brisehke. 
Die Hymenopteren der Provinz Preussen. Vierte Fort- 
setzung. Tryphonides in Schriften der Königlichen 
physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg. 
Jahrg. XI (1870). 105. 



— 14 — 

15. J5. rufonotatus Holmgr. 1. c. 369. 36. 

16. B. pulcher Holmgr. 1. c. 370. 39. 

17. B. elegans Grav, 1. c. III. 313. 2. — Holmgr. 
1. c. 371.40. 

18. 5. compressus Desvignes. Catalogue of British 
Ichneumonidae in the collection of the British Museum 
(1856) 91.19 var. 1 Ç: facie tota nigra. 

19. 5. (Promethes Foerst.) sulcator Grav, 1. c. III. 
320. 4 (excl. var.). — Holmgr. 1. c. 365. 29 (areolatus). 

20. B. (Syrphoctonus Foerst.) higuttatus Grav. 1. c. 
III. 332. 10. — Holmgr. 1. c. 358.12. 

21. B. (Syrphoct.) exsuUans Grav. 1. c. III. 328.8. 

— Holmgr. 1. c. 359. 13. 

22. B. (Syrphoct.) rufipes Grav. 1. c. III. 337. 14. 

— Holmgr. 1. c. 360. 17. 

23. ^. (Syrphoct.) confusus Woldstedt. Materialier 
till en Ichneumonologia Fennica in Bidrag till känne- 
dom af Finlands natur och folk. 21^** haftet. 84. 5. 

— Grav. 1. c. III. 340. 17 (deplanatus) (excl. S). 

Pimplina.. 

Bhyssa Grav. 

1. Bh. persuasoria Linn. 1. c. n. 1593 (Ichneumon). 

— Grav. 1. c. III. 267. 119. — Holmgr. Monogr. Pimpl. 

Suec. 9. 1. ^, , 

Thalessa Holmgr. 

1. TJi. curvipes Grav. 1. c. III. 265. 117^ (Rhyssa). 

— Holmgr. I.e. 10. 1. 

2. Tit. siiperha Schrank. Enumeratio Insectorum Au- 
striae indigenorum n. 707 (Ichneumon). — Grav. 1. c. 
III. 276. 122 (Rhyssa). — Holmgr. 1. c. 10. 2. 

3. Th. perlata Christ. Naturgeschichte, Klassifica- 



— lo- 
tion und Nomenclatur der Insekten vom Bienen-, 
Wespen- und Ameisengeschlecht. 356. Tab. 36. Fig. 
6 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 280. 123 (Rhyssa 
clavata). — Holmgr. 1. c. 11.3 (clavata). 

Ephialtes Grav. 

1. Eph. Imperator Kriechhaumer. Stett. Ent. Zeit. 
XV. 156. 1. —Grav. 1. c. III. 232. 107 (manifestator) 
(ex parte). — Holmgr. 1. c: 12. 1. 

2. Eph. tuherculatus Four er. Ent. paris. 395. 7 
(Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 228. 105. — Holmgr. 
I.e. 13. 4. 

3. Eph. carhonarius Christ. 1. c. 365. Tab. 38. Fig. 
5 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 240. 108. — Holmgr. 

I.e. 14. 6. ., „, 

Penthous Holmgr, 

1. P. mediator Fabr. Syst. Piez. 117. 23 (Pimpla). 

— Grav. 1. c. III. 256. 115 (Ephialtes). — Holmgr. 
1. c. 15.2. 

2. P. varius Grav. 1. c. III. 254. 114 (Ephialtes). 

— Holmgr. 1, c. 16.3. 

Pimpla Fahr. 

1. P. instigator Fahr. Ent. Syst. IL 164. 126 (Ich- 
neumon). — Grav. 1. c. III. 216. 103. — Holmgr. 1. c. 
18.1. 

2. P. arctica Zett. Ins. Lapp. 375. 8. — Holmgr. 
L c. 19. 3. 

3. P. examinator Fahr. Syst. Piez. 85.62 (Cryptus). 

— Grav. L c. IIL 207. 99. — Holmgr. L c. 19.4. 

4. P. (Apechthis Foerst.) rufata Gmel. Ed. Linn. L 
2684. 240 (Ichneumon). — Grav. 1. c. IIL 164. 82. 

— Holmgr. 1. c. 19. 5 (flavonotata). — Taschenberg. 



— 16 — 

Die Schlupfwespenfamilie Pimplariae in Zeitschrift für 
die gesammten Naturwissenschaften. Band XXI(1863). 
263. 7. 

5. P. (Ap.) varicornis Fahr. Ent. Syst. II. 180. 193 
(Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 167. 83. — Holmgr. 
1. c. 20.6 (rufata). — Taschenb. 1. c. 263.8. 

6. P. {Iseropus Foerst.) graminellae Schrank. Fauna 
Boica IL 2. n. 2128 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 
181. 91 et III. 186. 92 (stercorator) (excl. Ç). — 
Holmgr. 1. c. 22. 9. 

7. P. {Epiurus Foerst.) stercorator Grav. 1. c. III. 
186. 92 (excl.c?) et III. 197. 94 (flavipes). — Holmgr. 
1. c. 23.12. 

8. P. (Ep.) hrevicornis Grav. 1. c. III. 211. 100. — 
Holmgr. 1. c. 24. 14. 

9. P. (Ep,) Gravenhorsti Taschenb. 1. c. 266. 22. 

10. P. (Ep.) ovivora Boheman. Svenska Vet. Akad. 
Handl. (1821) 336. — Holmgr. 1. c. 26.20. 

11. P. (Ep.) melanopyga Grav. 1. c. III. 149. 76 
var. 1 Ç : segmentis abdominis primo, tertio et quarto 
basique coxarum infuscatis. 

12. P. (Itoplectis Foerst,) turionellae Linn. 1. c. n. 
1615 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 192. 93. — 
Holmgr. 1. c. 21.7. — Var. 1 Holmgr. 

13. P. (Itopl.) scanica Vill. C. Linn. Ent. III. 190. 
174 (Ichneumon).— Grav. 1. c. III. 204. 98. — Holmgr. 
1. c. 21.8. — Var. 1 Holmgr. 

Lycorina Holmgr. 

1. L. triangulifera Holmgr. 1. c. 43. 1 var. 1 $: 
macula faciei utrinque supra clypeum pallide flava. 



— 17 — 

Glypta Grav, 

1. Gl. flavoUneata Grav. 1. c. III. 27. 13. — Holmgr. 
1. c. 39. 7. 

2. Gl. consimilis Holmgr. 1. c. 40. 9. 

3. Gl. teres Grav. 1. c. III. 8. 2. — Holmgr. 1. c. 
40. 10. — Taschenb. 1. c. 277. 8. 

4. Gl. hifoveolata Grav. 1. c. III. 25.12. — Holmgr. 
1. c. 41. 11. — Var. 2 Grav. 

5. Gl. mensurator Fahr. SystemaEntomologiae. 338. 
65 (Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 21. 9. — Taschenb. 
1. c. 277. 9. 

6. Gl. scalaris Holmgr. 1. c. 42. 13. 

7. Gl. vulnerator Grav. 1. c. III. 11. 3. Holmgr. 1. c. 
42. 14. 

8. Gl. (Conohlasta Foerst.) fronticornis Grav. 1. c. 
III. 17. 7. —Holmgr. 1. c. 38. 4. 

9. Gl. (ConoU.) ceratites Grav. 1. c. III. 18. 8. — 
Holmgr. 1. c. 38. 5. — Brischke. Die Hymenopt. der 
Provinz Preussen. Dritte Fortsetzung. Pimplariae in 
Sehr, der Königl. phys. ökon. Ges. zu Königsb. Jahrg. 
V (1864). 187 (cornuta). — Var. 1 Grav. 

Dïblastomorpha Foerst. 

1. D. hicornis Desvignes. Cat. of Brit. lehn. 74. 6 

(Glypta).— GlyptabicornisBoie? Stett. Ent. Zeit. XI. 

216. XIII. . — Glypta corniculata Siebold. Brischke 

1. c. 186. ^ , .. 

Polyspmncta Grav. 

1 . P. carbonator Grav. 1. c. III. 1 23. 67. — Holmgr. 
I.e. 31.6. 

2. P. (Zaglyptus Foerst.) varipes Grav. 1. c. III. 117. 
64. — Holmgr. 1. c. 29. 1. 

Melanges biologiques. X. ' 3 



— 18 — 

X^issonotina, . 

Lampronota Holiday. 

1. L, nigra Grav. 1. c. II. 935. 318 (Phytodietus). 
— Haliday. Annals of natural history. Ser.I. Tom. 2. 
121 (fracticornis). — Holmgr. 1. c. 47. 1. 

2. L. caligata Grav. 1. c. IL 936. 319 (Phytodie- 
tus). — Holmgr. 1. c. 48. 3. 

Phytodiaetus Grav. 

1. Ph. coryphaeus. Grav. 1. c. II. 945. 326. — 
Holmgr. 1. c. 62. 1. 

2. Ph, segmentator. Grav. 1. c. IL 944. 325. — 
Holmgr. L c. 63. 4. 

Bothynophrys Foerst. 

1. B. catenator Pans. J. Chr. Schaefferi Iconum 
Insectorum circa Eatisbonam indigenorum enumeratio 
systematica. 29, Tab. XX. Fig. 10 (Ichneumon). — 
Grav. L c. III. 45. 23 (Lissonota). — Holmgr. 1. c. 
61.2 (Meniscus). 

Lissonota Grav. 

1. L. parallela Grav. \. c. III. 79. 43. — Holmgr. 
1. c. 49. 2. 

2. L. hellator Grav. 1. c. III. 106. 60. —Holmgr. 
1. c. 49. 3. — Var. 2 Holmgr. 

3. L. cylindrator Vill. C. Linn. Ent. 180. 136 (Ich- 
neumon). — Grav. 1. c. III. 102. 58. — Holmgr. 1. c. 
51. 5. 

4. L, segmentator Fahr, Ent. syst. IL 163. 124 
(Ichneumon). — Grav. 1. c. III. 52. 28. Holmgr. 1. c. 
57. 24. 

5. L. errabunda Holmgr. 1. c. 58. 27. 



— 19 — 

AUoplasta Foersf, 

1. All. miirina Grav. 1. c. III. 99. 54 (Lissonota). 
— -Holmgr. 1. c. 62. 5 (Meniscus). 

^coenitiiua,. 

Collyria ScMoedte, 

1 . C. calcitvator Grav. Vergleichende Übersicht des 
Linneischen und einiger neuern zoologischen Systeme 
n. 3780 (Bassus) et lehn. Eur. III. 727. 150 (Pachy- 
merus). — Schioedte. Ichneumonidarum ad Faunam 
Daniae pertinentium genera et species novae in Gué- 
rin-Méneville. Magasin de Zoologie. T. IX (1839). 10. 

Acoenites Latreille. 

1. Ac. arator Rossi, Faun. Etr. IL 49. 778 (Ich- 
neumon). — Grav. lehn. Eur. III. 813. 5. — Holmgr. 
1. c. 8. 1. ^ .^. 

Odontomerus Grav. 

1. Od. dentipes Gmel Ed. Linn.l. 2719. 384 (Ich- 
neumon). — Grav. 1. c. III. 854. 17. — Holmgr. 1. c. 

73. 1. 

Ischnocerus Grav. 

1. Ischn. rusticus Fourcr. Ent. paris. 426. 95 (Ich- 
neumon). — Grav. 1. c. II. 951. 327. — Ratzeburg. 
Die Ichneumonen der Forstinsecten. Band II. 108. 
14 (Xorides cornutus). — Holmgr. 1. c. 72. 1. (Mitro- 
boris cornuta). — Brischke. Hym. Preuss. Pimpl. 200. 

Xylonomus Grav. 
1. X. depressus Holmgr. 1. c. 70. 6. 

Poemenia Holmgr, 
1. P. tipularia Holmgr, 1. c. 67. 2. 



— 20 — 
IMCesoelioirina,. 

MesocJiorus Qrav. 

1. M. confusus Eolmgr. var. 2 Eolmgr. Monogr. 
Oph. Suec. 129. 

Plectîscîiia. 

Plectiscus Grav. 
1. FI. 2omtus Grav. 1. c. IL 984. 342. 

PezouiaoH ina. 

Agrothereutes Foerst. 

1. Âgr. ahhreviator Fahr. Suppl. Ent. Syst. 222. 89 
(Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 878. 291 (Pezomachus). 
— Foerst. Monographie der Gattung Pezomachus. 33.1. 

Aptesis Foerst. 

l.Apt. microptera Grav, Monogr aphia Ichneumonum 
pedestrium. 26. 2 (Ichneumon) et lehn. Eur. II. 879. 
292 (Pezomachus). — Foerst. 1. c. 41.7. 

Pezomachus Grav. 
1. P. Deheyi Foerst. 1. c. 110. 37. 

Hemitelina,. 

Hemiteles Grav. 

1. H. oxyphymus Gratv. lehn. Eur. IL 815. 249 et 
IL 818. 252 (palpator) (excl. S) et IL 822 (palpator 
var. 5). — Taschenb. Die Schlupfwespenfamilie Cry- 
ptides in Zeitschr. für d. gesammten Naturwiss. Band 
XXV (1865). 123.12. 

2. H, tristator Grav. 1. c. IL 787. 231. — Taschenb. 
L c. 126.24. 

3. H. hicolorinus Grav. 1. c. IL 862. 284. — Ta- 
schenb. 1. c. 127.30. 



— 21 — 

4. E. aestivalis Grav, 1. c. II. 805. 244. — Taschenb. 
1. c. 129. 32.— Far. 1 Grav. 

5. H.pulchellus Grav. 1. c. II. 854. 280. — Taschenb. 
1. c. 130.35. 

6. H. pictipes Grav, 1. c. II. 799. 239. — Taschenb. 
1. c. 131.37. 

7. H. inimicus Grav. 1. c. II. 824. 254. — Taschenb. 
1. c. 132.41. 

8. H. floricolator Grav. Vergl. Übers, n. 3750 (Ich- 
neumon) et lehn. Eur. II. 841. 269. — Taschenb. 1. c. 
132.43. ^^ 

Phygadeuon Grav. 

1. Ph. flavimanus Grav. lehn. Eur. II. 647. 152. — 
Taschenb. 1. c. 23.4. 

2. Ph. dumetorum Grav. 1. c. II. 669. 168. — Ta- 
schenb. 1. c. 24. 6. 

3. Ph. variabilis Grav. var. 1 Grav. 1. c. II. 706. 
— Taschenb. 1. c. 24.7. 

4. Ph. fumator Grav. var. 3 Grav. et var. 6 Grav. 
1. c. II. 691 et 693. — Taschenb. 1. c. 27. 14. 

5. Pk nitiduferav. 1. c. II. 708. 188. — Taschenb. 
1. c. 30.22. 

6. Ph. vagans Grav. 1. c. II. 738. 207. — Taschenb. 
1. c. 31.25. 

7. Ph. ovatus Grav. 1. c. II. 668. 167. — Taschenb. 
1. c. 32.27. 

8. Ph. improhus Grav. 1. c. II. 670. 169. — Ta- 
schenb. 1. c. 36.41. 

9. Ph. profligator Fabr. Syst. Ent. 334. 39 (Ichneu- 
mon). — Grav. 1. c. II. 729.203 (excl. S et var.). — 
Taschenb. 1. c. 37.45. 



— 22 — 

10. Fh. parviventris Grav. 1. c. II. 746. 214. — 
Taschenb. 1. c. 39.49. 

11. Ph. ahdominator Grav. var. 2 Taschenb. 1. c. 43. 
61. — Grav. 1. c. II. 736 (vagabundus var. 1) et II. 
676 (quadrispinus var. 1) et II. 729. 203 (profligator cî). 

12. Ph. hrevicornis Taschenb. 1. c. 48. 77. — Grav. 
1. c. II. 648. 153 (oviventris) (excl. cî). 

13. Ph. lacteator Grav. 1. c. II. 618. 131 (Cryptus). 

— Taschenb. 1. c. 50.81. 

14. Ph. sperator Muell. Zool. Dan. Prodr. n. 1829 
(Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 683. 177. — Taschenb. 
1. c. 50. 82. — Var. 3 Taschenb. 

15. Ph. monticola Grav. 1. c. I. 108. 1 (Ichneumon). 

— Taschenb. 1. c. 53. 89 (regius) et Die drei ersten 
Sectionen der Gattung Ichneumon Gr. in Zeitschr. für 
d. gesammten Naturw. Band XXVII (1866). 229. 1. 

— e.G. Thomson. Opuscula entomologica. Fasciculus 
quintus (1873). 473. 1 (locryptus regius). 

, OryTptina, 

Xenodocon Foerst 

1. X. macrobatus Grav. 1. c. II. 440. 15 (Cryptus). 

— Taschenb. Die Schlupfwespenfamilie Cryptides 106. 

1 (Linoceras). ^ , 

Cryptus Fabr. 

1. Cr, viduatorius Fabr. Syst. Piez. 70. 2. — Grav. 
I.e. IL 476.40. — Taschenb. I.e. 70.2. 

2. Cr, tarsoleucus Schrank. Enum. Ins. Austr. ind. 
359. 725 (Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 447. .19. — 
Taschenb. 1. c. 71.7. 

3. Cr. parvulus Grav. 1. c. II. 459, 26. — Taschenb. 
I.e. 74. 15. 



— 23 — 

4. Cr, anatorius Grav. 1. c. IL 460. 27. — Taschenb. 
I.e. 75. 16. 

5. Cr. furcator Grav. 1. c. II. 462. 28. — Taschenb. 
I.e. 75.17. 

6. Gr. claviger Taschenb. 1. e. 76. 21. 

7. Cr. stomaticus Grav. 1. e. IL 466. 31 . — Tasehenb. 
I.e. 77. 23. 

8. Cr. leucopsis Grav. l. c. IL 467. 32. — Taschenb. 
Le. 77. 24. 

9. Cr.grisescens Grav. L c. IL 464. 29. — Taschenb. 
Lc.78.27. 

10. Cr. üüllator Grav. 1. c. IL 564. 98 (excL syn.). 

— Taschenb. L e. 80. 34. — Var. 2. Grav. 

11. Cr. hosülis Grav. \. c.II. 512. 62. — Taschenb. 
Le. 89. 57. 

1 2 . Cr.porrectorius Fahr. Mantissa Insectorum. T. L 
260. 8 (Ichneumon). — Grav. L e. L 642. 277. (Isch- 
nus) et IL 495. 50(assertorius). — Taschenb. L e. 90. 
60 (asser torius). — Thoms. L c. 498. 1 (Habroeryptus 
assertorius). 

13. Cr. analis Grav. VergL Uebers. n. 378 1 (Bassus) 
etlehn.Eur.IL 560. 97. —Taschenb. Lc. 91. 62. 

14. Cr. confector Grav. lehn. Eur. IL 518.66. — 
Tasehenb. Lc. 95.72. 

15. Cr.peregrinatorLinn.l.e.n. 1601 (Ichneumon). 

— Grav. L c. IL 605. 123. — Taschenb. L c. 99. 81 . — 
Var, 2 Taschenb. — Cryptus brevicornis Grav. Lc. IL 
511.61. 

16. Cr. tricolor Grav. L c. IL 514. 64. — Tasehenb. 
Lc. 100.84. 

17. Cr. migrator Fabr. Syst. Ent. 334.38 (Ich- 



— 24 — 

neumon). — Grav. 1. c. II. 592. 119. — Taschenb. 1. c. 
102.90. — Var.2Grav. 

18. Gr. pygoleucus Grav. var. 1 Grav. 1. c. I. 702. 

— Taschenb. 1. c. 103.92. 

19. Gr. rufoniger Desv. Cat. of Brit. lehn. 58. 57. 

— Hoploeryptus mesoxanthus Thorns. 1. e. 509. 2. 

Trog-ina. 

Trogus Panz. 

1. Tr. lutorius Fahr. Mant. Ins. I. 262.34 (Ich- 
neumon). — Grav. 1. c. II. 374. 2 (excl. var. 5). — Wes- 
mael. Tentamen dispositionis methodicae Ichneumonum 
Belgii in Nouveaux Mémoires de l'Académie Royale 
des Sciences et Belles-lettres de Bruxelles. T. XVIII 
(1844). 143.1. — Holmgr. Ichneumonologia Suecica. 
T.II (1871). 285.1. 

2. Tr. exaltatorius Pans. Schaeff. le. enum. 199. 
Tab. CCXLII. Fig. 3 (Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 
378 (lutorius var. 5). — Wesm. 1. c. 143. 2. — Holragr. 
1. c. IL 285. 2. 

Automalus Wesm. 

1. Aut. alhoguttatus Grav. 1. c. II. 373. 1 (Trogus). 

— Wesm. 1. c. 144. 1. — Holmgr. 1. c. IL 286. 1. 

^tilpuina. 

Stilpnus Grav, 

]. St. gagates Grav. Vergl. Uebers. n. 3760 (Ich- 
neumon) et lehn. Eur.I. 667.288. — Taschenb. Le. 56. 

Atr act odes Grav. 

1 Atr. vestalis Haï. Ann. of nat. hist. Ser. I. Tom. 
2. 118. —Holmgr. Monogr. Oph. Suec. 112. 1. 



— 25 — 

2. Atr, exilis Hal. 1. c. 119. — Holmgr. 1. c. 1 1 3. 6. 

Exolytus Holmgr. 

1 . Ex, laevigatus Grav. Monographia Ichneumonum 
Pedemontanae regionis in Memorie della Reale Acca- 
demia delle Scienze di Torino. T. XXIV. n. 121 (Ich- 
neumon) et lehn. Eur. IL 111. 69 (Mesoleptus). — 
Holmgr. 1. c. 115. 1. — Taschenb. 1. c. 10. 

IclmeTLmoiiiiia.. 

Proholus Wesm. 

1. Pr, alticola Grav, var, 2 Wesm. Ichneumones 
Platyuri Europaei in Bulletins de l'Académie Royale 
de Belgique. T. XX. IIP Partie (1853) 303. — Ta- 
schenb. Die Arten der Gattung Ichneumon Gr. mit 
linealen oder lineal-elliptischen Luftlöchern des Hin- 
terrückens in Zeitschr. für d. gesammten Naturw. Band 
XXXVI (1870). 462. 

Platylabus Wesm. 

1. PI. dolorosus Grav. lehn. Eur. I. 204. 57 (Ich- 
neumon). — Wesm. Mantissa Ichneumonum Belgii in 
Bull. del'Acad. de Belgique (1848). 168. — Taschenb. 
1. c. 463. 5. --Holmgr. lehn. Suec. IL 312.4. 

2. PI. leucogrammus Wesm. lehn. Plat. Eur. 316. 

— Taschenb. 1. c. 464. 10. — Holmgr. 1. c, 315.6. 

3. PI. pedatorius Grav. 1. c. 1. 180. 44 (Ichneumon). 

— Wesm. Tent. 158. 7. — Taschenb. L c. 464. 8.— 
Holmgr. L c. 317.7. 

4. PL orUtalis Grav. 1. c. I. 490. 203 (Ichneumon) 
et L 338.126^ (Ichneumon subalbellus). — Wesm. 

Mélanges biologiques. X. 4 



— 26 — 

Tent. 158.8. — Taschenb. 1. c. 465. 12. — Holmgr. 
1. c. 322.11. 

5. Fl, horealis Holmgr. 1. c. 324. 13. 

Anisohas Wesm, 

1. An. hostilis Grav. Monogr. lehn. Pedem. reg. n. 
41 et lehn. Eur. 339.127 (lehneumon). — Wesm. 
Tent. 145.2 (rebellis). — Brisehke. Die Hymenopt. 
d. Prov. Preussen I. lehneumones in Sehr. d. Königl. 
phys.-ökon. Ges. zu Königsb. Jahrg. II (1861). 22. — 
Holmgr. 1. c. 289 (eingulatorius var. 4). 

Amhlyteles Wesm, 

1. Ambl, amatorius Muell. Zool. Dan. Prodr. n. 1758 
(lehneumon). ■ — Grav. lehn. Eur. I. 315.112 (leh- 
neumon) et I. 414 (lehneumon luetatorius var. 4). — 
Wesm. Tent. 123. 17. — Tasehenb. 1. e. 414.9. — 
Holmgr. 1. c. 219.4. 

2. Amhl, suhserieans Grav, Monogr. lehn. Pedem. 
reg. n. 9 et lehn. Eur. I. 161.31 (lehneumon). — 
Wesm. Tent. 128. 22. -— Tasehenb. 1. e. 416. 16. ~ 
Holmgr. 1. c. 249.22. — Var. 1, Wesm, 

3. Amhl. Gravenhorsti Wesm. Bull, de TAead. des 
Sc. et Belles-lettres de BruxeUes. T. III (1836). 337 
(lehneumon) et Tent. 127. 21. — Ichneumon exten- 
sorius Grav. lehn. Eur. I. 266.89 (excl. Ç). — Ta- 
sehenb. 1. c. 451. 25. — Holmgr. 1. e. 230. 11. 

4. Am^L pseudonymus Wesm. Tent. 76. 74 etMant. 
97 (Ichneumon) et lehneumonologica otia in Bull, de 
TAcad. de Belgique (1857). 51.4. — Tasehenb. 1. c. 
453. 33. — Holmgr. 1. c. 238. 16. — Var. 1 Wesm, 

5. Ambl. strigatorius Grav. 1. c. I. 352. 136 (Ich- 



— 27 — 

neumon). — Wesm. Tent. 138.38. — Taschenb. 1. c. 
460.56. — Holmgr. 1. c. 275.41. 

Eoplismenus Grav, 

1. E. perniciosus Grav. 1. c. II. 413. 3. — "Wesm. 

Tent. 108.1. — Holmgr. lehn. Suec. T. I (1864). 

208.2. 

Ghasmodes Wesm. 

1. Gh. motatorius Grav. Vergl. Uebers. n. 3777 et 
lehn. Eur. I. 353. 137 (Ichneumon). — Wesm. Tent. 
15. 1.— Holmgr. 1. c. 4. 1. — Taschenb. 1. c. 369.1. 

2. Gh. lugens Grav. lehn. Eur. I. 215. 65 (Ichneu- 
mon) (excl. J) et I. 226 (Ichneumon fuscipes var. 2). 

— Wesm. Tent. 16. 2. — Holmgr. 1. c. 6. 3. — Ta- 
schenb. L c. 370. 3. 

Ichneumon Linn. 

1. lehn, pisorius Linn. var. 1 Grav. 1. c. I. 464. 

— Wesm. Tent. 24.8 et lehn, otia 12.8. — Holmgr. 
1. c. 10. 1.— Taschenb. 1. c. 375. 14. 

2. lehn. Goqiieherti Wesm. Mant. 70 et Tent. 24 
(fusorius var. 1 S). — Holmgr. 1. c. 13. 3. — Taschenb. 
1. c. 375. 15. — Tischbein, üebersicht der europäi- 
schen Arten des Genus Ichneumon in Stett. Ent. Zeit. 
XXXIV. 348.3. 

3. lehn, stigillatorius Linn. 1. c. n. 1578. — Grav. 
1. c. I. 437. 172 (excl. c3^) et I. 440. 173 (designato- 
rius) (excl. $). — Wesm. Tent. 29. 15. (guttiger) et 
Remarques critiques sur diverses espèces d'Ichneu- 
mons de la collection de feu le professeur Gravenhorst 
in Bull, de l'Acad. de Belgique (1858). 57. 

4. lehn, falsifiais Wesm. Tent. 25. 10. — Holmgr. 
1. c. 19. 8. — Taschenb. 1. c. 375. 16. 



— 28 — 

5. lehn, comitator Linn. 1. c. n. 1600. — Grav. 
1. c. I. 108.2 et T. 119.8 (fasciatus). -- Wesm. Teot. 
30.17. — Holmgr. 1. c. 31.16. — Taschenb. 1. c. 
377. 24. 

6. lehn, hilineatus Gmel. Ed. Linn. I. 2698. 265. 

— Grav. 1. c. I. 127. 11 (ex parte). — Wesm. Tent. 
26. 11 et Mant. 71. — Holmgr. I. c. 35. 19. — Ta- 
schenb. 1. c. 375.17. 

7. lehn, castaniventris Grav. 1. c. I. 556. 233 et 
I. 539. 224 (haemorrhoidalis). — Wesm. Tent. 32. 21. 

— Holmgr. 1. c. 37. 20. — Taschenb. 1. c. 378. 27. 

— Var. 1 Holmgr. 

8. lehn, seutellator Grav. 1. c.1. 175. 40. — Wesm. 
1. c. 35. 25. —Taschenb. 1. c. 379. 33. 

9. lehn, trilineatus Gmel. 1. c. I. 2679. 228. — Grav. 
1. c. I. 173. 39. —Wesm. Tent. 35. 24. — Holmgr, 
1. c. 46. 26. —Taschenb. 1. c. 379. 32. 

10. lehn, soreitorius Linn. 1. c. n. 1580. — Grav. 
1. c. I. 302. 105 et I. 357. 1 38 (vaginatorius).— Wesm. 
Tent. 60. 54 et Ichneumonologica documenta in Bull, 
de l'Acad. de Belgique (1867). 458. 11. — Holmgr. 
L c. 56.32. — Taschenb. 1. c. 391.82. 

11. lehn, suspieiosus Wesm. var. 1 Holmgr. l. c. 63. 

12. lehn, luetatorius Linn. 1. c. n. 1590. — Grav. 
1. c. I. 411. 162 (ex parte; excl.Ç) et I. 266. 89 (ex- 
tensorius) (ex parte; excl. J). — Holmgr. 1. c. 76. 43. 

13. lehn, gradarius Wesm. Mant. 80. 47^'^ et Ich- 
neumonologica miscellanea in Bull, de l'Acad. de Bel- 
gique (1855). 23. 17 (refractarius). — Holmgr. 1. c. 
80. 46. 

14. lehn, latrator Fahr. Species Insectorum. T. I. 
431. 69. — Grav. 1. c. I. 572. 242 (ex parte; excl. $) 



~ 29 — 

et I. 622. 267 (crassipes). — Wesm. Tent. 63. 58. — 
Holmgr. 1. c. 87. 51. — Taschenb. 1. c. 393.87. 

15. lehn, gracilicornis Grav. 1. c. I. 290. 98 Ç et 
1. 326. 121 (iocerus).— Wesm. Tent. 41.34.— Holmgr. 
1. c. 95.56. — Taschenb. 1. c. 383.47. 

1^ .Ichn.emancipatusWesm.TQ,^i. 46. 38. — Holmgr. 
1. c. 98.58. — Taschenb. 1. c. 385.55. 

17. lehn, raptorius Linn, I. en. 1579. — Grav. I.e. 
I. 286. 97 (ex parte; excl.c?). — Wesm. Tent. 43. 37. 

— Holmgr. 1. c. 104. 61. — Taschenb. 1. c. 384. 51. 

18. lehn, melanohatus Grav. 1. c. I. 266. 88. — 
Wesm. Tent. 39. 31. — Taschenb. 1. c. 382.44. 

19. lehn, saturatorius Linn. 1. c. n. 1586. — Grav. 
1. c. I. 237. 77 (excl. quibusdam var.). — Wesm. Tent. 
66. 62. — Holmgr. 1. c. 133. 78. — Taschenb. 1. c. 
395.95.— Far. 1 Wesm. 

20. lehn, faunus Grav. var. 2 Wesm. Mant. 91. — 
Grav. I.e. 1. 156.29 (leucopygus). — Holmgr. I.e. 136. 

— Taschenb. 1. c. 395. 

21. lehn, nigritarius Grav. Monogr. lehn. Pedem. 
reg. n. 3 et lehn. Eur. I. 113.4.— Wesm. Tent. 68. 
65. — Holmgr. 1. c. 138.81. — Taschenb. 1. c. 396. 
100. — Var. 6 Wesm. — Var. 11 Holmgr. 

22. lehn, pallidifrons Grav. lehn. Eur. I. 117. 7 
(excl. Ç) et I. 149 (annulator var. 3) (ex parte). — 
Wesm. Tent. 70. 67. — Holmgr. 1. c. 146. 86. — 
Taschenb. 1. c. 397. 103. — Far. 1 Wesm. 

23. lehn, fabrieator Fahr. Ent. syst. II. 166. 138. 

— Grav. 1. c. I. 185. 46 et I. 147. 24 (annulator) (ex 
parte). — Wesm. Tent. 69. 66. — Holmgr. 1. c. 142. 
83. — Taschenb. 1. c. 397.101. 

24. lehn, laeteator Grav. 1. c. I. 202. 55^. — Wesm.- 



— 30 — 

Tent. 75. 73 (depexus). — Holmgr. 1. c. 163. 97. — 
Taschenb, 1. c. 400.111. 

25. lehn, oscillator Wesm. Tent. 14. 1 (Eupalamus). 

— Grav. 1. c. I. 219, 68 (deliratorius) (excl. Ç) et I. 
233. 75 (pallipes) (excl. S). — Holmgr. 1. c. 172. 103. 

— Taschenb. 1. c. 400. 112. — Var. 1 Holmgr. 

26. lehn, castaneus Grav. var. 4 Grav. 1. c.I. 559. 

— Wesm. Tent. 78 (var. 2). — Holmgr. 1. c. 198 (var. 
2). — Taschenb. 1. c. 401 (var. 2). 

27. lehn, fortipes Wesm, Mant. 101. 89^^^ — Ta- 
schenb. 1. c. 404.131. 

28. lehn, monostagon Grav. Monogr. lehn. Pedem. 
reg. n. 12 et lehn. Eur. I. 172. 38. — Wesm. Tent. 
84.85 (indagator) et Rem. crit. 21 et 23. — Holmgr. 
1. c. 167.100. — Taschenb. 1. c. 403.126. 

29. lehn, anator Fahr. Ent. syst. IL 169. 149. — 
Grav. lehn. Eur. I. 250. 81. — Wesm. Tent. 220. 92^ 

— Holmgr. I.e. 181. 108. — Taschenb. 1. c.405. 135. 

30. lehn, eallieerus Grav. 1. c. I. 343. 130 (excl. J). 

— Wesm. Tent. 96. 101 et lehn. misc. 39. 30 (pluri- 
albatus) (excl. var. 1). — Holmgr. 1. c. 184. 110. — 
Taschenb. 1. c. 408. 147. 

31. lehn, hilunulatus Grav. 1. c. I. 331. 125 et I. 
487. 201 (sexlineatus). — Wesm. Tent. 98. 103. — 
Holmgr. 1. c. 187. 112. — Taschenb. 1. c. 409. 149. 

32. lehn, semirufus Grav. var. 1 Wesm. lehn. ot. 36. 

— Taschenb. 1. c. 410. 

33. leh. alhieinetus GravA, c. I. 509. 213. — Wesm. 
Tent. 101. 108.— Holmgr. I.e. 203. 121.— Taschenb. 
I.e. 410. 154. 



— 31 — 
Pka.eog'enina . 

Apaeleticus Wesm. 

1. Ap. bellicosus Wesm. Tent. 166. 1 et lehn. Plat. 
Eur. 324. — Holmgr. lehn. Suee. II. 336. 1. 

2. Ap.flammeolus Wesm. Tent. 168. 2 et lehn. Plat. 
Eur. 326. —Holmgr. 1. c. 338. 3. 

3. Ap. mesostictus Grav. 1. e. I. 504. 209 (lehneu- 
mon). — Wesm. lehn. Misc. 56.2 (longicornis) et lehn. 
Plat. Eur. 325 (longie.) et Rem. crit. 62. —Holmgr. 
1. c. 337. 2 (longie.). 

AetJiecerus Wesm. 

1. Aeth. dispar Wesm. Tent. 203. 1. — Ichneumon 
ischiomelinus Grav. var. 1 Grav. 1. c. I. 608. 

Colpognathus Wesm. 

1. C. celerator Grav. Vergl. Übers, n. 3740 (Ich- 
neumon) et lehn. Eur. I. 566. 239 (lehn.). —Wesm. 

Tent. 174.1. ^. , ^ 

Vicaelotus Wesm. 

1. D. pumUiis Grav. lehn. Eur. I. 152. 26 (Ichneu- 
mon). — Wesm. Tent. 175.1. 

Centeterus Wesm. 

1. C. opprimator Grav. 1. c. 595, 252 (Ichneumon) 
(excl.c?).— Wesm. Tent. 178.3 et Rem. crit. 73. 

Phaeogenes Wesm. 

1. Ph. melanogonus Wesm. Tent. 182. 3 et Mant. 
177 et Rem. crit. 95. 

2. Ph. stimulator Grav. 1. c. I. 143. 21 (Ichneumon) 
(excl. var.). — Wesm. Tent. 184.6. 

3. Ph. hellicornis Wesm. Tent. 186. 11. 



— 32 — 

4. Fh. ophthalmicus Wesm. Tent. 188. 14 et Mant. 
180. 

5. Ph. fuscicornis Wesm. var. 1 Wesm. Mant. 181. 

6. Fh. ischiomelinus Grav. 1. c. I. 608. 259 (Ich- 
neumon) (excl. var.). — Wesm. Tent. 192.21. 

7. Ph. amoenm Wesm. Tent. 196. 27 et lehn. misc. 
66.8. 

8. Ph. lascivus Wesm. lehn. misc. 68. 10. 

9. Ph. vafer Wesm. Tent. 198. 31 et Mant. 185. 

10. Ph. macilentus^Wesm. Tent. 199. 32 et Mant. 
185. 

i\.loin.yiii.a,. 

Alomya Panz. 

1. Al. dehellator Fahr. Syst. Ent. 333. 37 (Ichneu- 
mon). — Grav. 1. c. II. 398. 1 (ovator). — Wesm. Tent. 
217 (ovator). — Far. 2 TTesw. — GraV. 1. c. II. 405. 
2 (nigra). 

Oteniscina.. 

Belotomus Foerst. 

1. B. lucidulus Grav. var. 2 Eolm^r. Monogr. Tryph. 
Suec. 223 (Acrotomus). 

Gteniscus Hal. 

1. Gt. {Tricamptus Foerst.) pratorum Woldst. Bidrag 
till kännedom af Finlands Tryphonider in Bidrag till 
kännedom af Finlands natur och folk. 21'** haftet. 52. 
13 (Exenterus). — Var. 1 S: femoribus posticis medio 
rufis. 

2. Gt. lituratorius Linn. 1. c. n. 1594 (Ichneumon). 
— Grav. 1. c. II. 149. 96 (Tryphon scalaris) et II. 159, 
102 (Tryphon sexlituratus). — Holmgr. 1. c. 228. 4 
(Exenterus). — Var. 2 Holmgr. 



— 33 — 

3. Ct. sexcinctus Grav. 1. c. II. 164. 105 (Tryphon). 
Holmgr. 1. c. 229.7 (Exenterus). 

4. Ct. succinctus Grav. 1. c. II. 166. 107 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 230.8 (Exenterus). 

5. Ct. gnathoxanthus Grav. 1. c. II. 147. 94 (Try- 
phon). — Holmgr. 1. c. 231. 12 (Exenterus). — Var.l 
Brischke. Hym. Preuss. Tryph. 98. 

6. Ct. pachysomus Stephens. Illustrations of British 
Entomology. Vol. VII. 2,45. 39 (Tryphon).— Marshall. 
Ichneumonidum Britannicorum Catalogus (1870). 19. 

— Holmgr. 1. c. 234.20 (Exenterus colorator). 

7. Ct.pictus Grav. 1. c. II. 288. 192 (Tryphon). — 
Holmgr. 1. c. 238.29 (Exenterus) 

8. Ct. mitigosus Grav. 1. c. II. 258. 168 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 241. 37 (Exenterus limbatus). 

9 ., Ct. {Didborus Foerst.)quinquecinctus Grav. Monogr. 
lehn. Pedem. reg. n. 125 (Ichneumon) et lehn. Eur. 
IL 165.106 (Tryphon). 

10. Ct. {JDiab.) sedulus n. sp. Nitidulus, pubescens, 
niger; ore, clypeo, apice genarum, facie, colli parte 
infera, squamulis alarum, apice scutelli et postscutelli, 
marginibus apicalibus segmentorum ultimorum abdo- 
minis, anteriorum pedum coxis et trochanteribus maxi- 
ma ex parte basique tibiarum posticarum paUide fla- 
vis; antennis apicem versus subtus, segmentis abdo- 
minis secundo apice late et 3 — 7 pedibusque rufescen- 
tibus, posticorum coxis et trochanteribus, femoribus 
basi apiceque , tibiis apice et ante basin tarsisque 
nigro-fuscis; foveola apicali scutelli nulla; areis me- 
tathoracis superioribus quinque, quarum superomedia 
quadrangulari , latitudine longiore; segmento abdomi- 
nis primo apicem versus sensim dilatato, scabriculo, 

Melanges biologiques. X. 5 



34 



carinulis ultra medium extensis; nervo alarum trans- 
verso anali infra medium fracto. 
Long. 5 millim, 
S. Caput nonnihil tumidum, pone oculos vix an- 
gustatum. Antennae filiformes, corpore breviores. Seg- 
menta ultima abdominis interdum infuscata. Alae sub- 
fumato - hyalinae , stigmate majusculo, piceo, areola 
subpetiolata , nervum recurrentem inter medium et 
apicem excipiente. Coxae anteriores basi infuscatae. 

Exyston ScMoedte. 

1. Ex. cinctulus Grav. Monogr. Iclin. Pedem. reg. 
n. 107 (Ichneumon) et lehn. Eur. II. 37. 23 (Meso- 
leptus). — Holmgr. 1. c. 246. 1. 

2. Ex. sponsorius Grav. lehn. Eur. 41. 24 (Meso- 
leptus). ^^ , . 

Rhorus Foerst. 

I. Rh. mesoxanthus Grav. 1. c. II. 233. 152 (Try- 
phon) et II. 326. 213 (Tryphon punctus). — Holmgr. 
1. c. 117. 1 (Ctenopelma). 

Gtenopelma Holmgr. 
1. Ct. xanthostigma Holmgr. 1. c. 118. 3. 

Erromenus Holmgr. 

1. Err. brunnicans Grav. 1. c. 270. 177 (Tryphon). 
— Holmgr. 1. c. 22 1 . 1 . — Erromenus oppositus Foerst. 
in sched. — Var. 1 Holmgr. 

2. Err, zonarius Grav. Monogr. lehn. Pedem. reg. 
n. 132 (Ichneumon) et lehn. Eur. II. 268. 175 (Try- 
phon). — Holmgr. 1. c. 221.2. 

3. Err. punctulatus Holmgr. 1. c. 222. 3. 



— 35 — 

4. Err. frenator Grav. lehn. Eur. II. 332. 214 (Exo- 
chus). — Eatzeb. lehn. cl. Forstins. I. 129. 12 (Try- 
phon haemorrhoieus). — Holmgr. 1. e. 222.4. 

5. Err. analis Brischke. Hym. Preuss. Tryph. 95. 

Trichocalymma Foerst, 

1 . Tr. plehejum n. sp. Nitidulum ; metathorace brevi, 
areis superioribus quinque distinetis; segmento primo 
abdominis nonnihil elevato, carinulis fere ad apieem 
extensis; alarum nervo transverso anali infra medium 
fracto — ; nigrum; ore clypeo, abdomine apieem ver- 
sus, femorum apice, tibiis et tarsis rufescentibus. 

Long. 4 millim. 
c^. Caput pone oculos paululum angustatum ; fronte 
supra antennas impressa; tubercule faciali distincte. 
Antennae validiusculae , corpore breviores , flagelle 
piceo-ferrugineo. Thorax robustus; area metathoracis 
superomedia hexagona, longitudine vix latiore. Ab- 
domen thorace non brevius, rufum, segmento primo 
toto , secundo basi fasciaque media segmenti tertii 
nigro-fuscis. Alae latiusculae, subfumato - hyalinae, 
stigmate et squamula rufo-piceis, radice pallida. Pedes 
validi; apice femorum rufescente, tibiis et tarsis sub- 
spinosis, pallide rufis. 

2. Tr. punctatum n. sp. Subnitidum, punctulatum; 
areis metathoracis superioribus quinque distinetis; seg- 
mento primo abdominis subaciculato, carinulis vix ultra 
medium extensis; nervo alarum transverso anali infra 
medium fracto — ; nigrum; ore, apice clypei, squa- 
mulis alarum, abdominis medio late pedibusque rufis, 
horum posteriorum coxis et trochanteribus infuscatis. 

Long. 5 millim. 



— 36 — 

c?. Caput pone oculos nonnihil angustatum , vertice 
angusto, subelevato; fronte supra antennas impressa, 
fortiter punctata; facie planiuscula, confertim fortiter 
punctata. Thorax robustus, altitudine paulo longior; 
mesonoto et pleuris nitidis, crebre punctatis, spatio 
superiore mesopleurarum laevissima. Scutellum non- 
nihil ultra medium marginatum. Metathorax rugulo- 
sus, area superomedia subhexagona, longitudine paulo 
latiore. Abdomen capite cum thorace vix longius, 
griseo-sericeum; segmentis 2 — 4 rufescentibus, ulti- 
mis nonnihil infuscatis. Alae subfumato-hyalinae, stig- 
mate piceo, radice et squamula pallide rufis. Pedes 
validiusculi, rufi ; coxis posticis totis, anterioribus basi 
nigricantibus ; trochanteribus fusco-maculatis. 

3. Tr, hipunctatum n. sp. Nitidulum; areis meta- 
thoracis superioribus quinque distinctis; segmento pri- 
mo abdominis subelevato, carinulis fere ad apicem ex- 
tensis, secundo bipunctato; nervo alarum transverso 
anali infra medium fracto — ; nigrum; ore, clypeo, 
marginibus summis apicalibus segmentorum abdomi- 
nis pedibusque rufis, coxis, trochanteribus et basifemo- 
rum nigricantibus. 

Long. 3 — 4 millim. 

Ç. Caput pone oculos vix angustatum, nitidum ; fronte 
canaliculata, supra antennas utrinque nonnihil impressa; 
facie subelevata. Antennae filiformes, fuscae; scapo 
longiusculo. Thorax robustus, altitudine paulo longior. 
Abdomen capite cum thorace non longius, segmento 
primo marginato, subopaco; secundo punctis duobus 
paulo pone medium impressis instructo. Alae subfu- 
mato-hyalinae, stigmate et squamula fuscis, radice pal- 
lida. Pedes validiusculi. 



— 37 — 
Monoblastm Eolmgr. 

1. M. neustriae Bather. lehn. d. Forstins. II. 115. 
16 (Tryphon). — Holmgr. 1. c. 203.2 (Polyblastus 
femoralis) et 385. 

2r M. longicornis Holmgr. 1. c. 387. 5. 

PolyUastus Hartig. 

1. P. varitarsus Grav. 1. c. II. 222. 146 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 204.5. — Var. 1 Brischke 1. c. 91. 

— Tryphon albovinctus Grav. 1. c. II. 224. 147. — 
P. affinis Woldst. lehn. Fenn. 83. 3. 

2. P. cothurnatus Grav. 1. e. II. 285. 189 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 205.7. 

3. P. palaemon Schioedte. lehn. Dan. gen. et sp. 
nov. 13.2. — Holmgr. 1. c. 211.22. 

4. P. annulatus Holmgr. 1. e. 212. 24. 

5. P. sanguinaforius Ratzeb. I.e. III. 129.51 (Try- 
phon). — Holmgr. 1. e. 213.25. 

6. P. grammicus Holmgr. 1. c. 215. 30. 

Oed[emoi>siiia.. 

Oedemopsis Tschek. 

1. Oed. scabricula Grav. 1. e. II. 180.119 (Try- 
phon). — Zett. Ins. Lapp. 381.20 (Bassus dorsatus) 
et 382. 25 (Bassus puleher). — Holmgr. Öfvers. af 
Kongl. Vet. Aead. Förhandl. 29 ârg. (1872). Nr. 2. 
145. 2 (dorsatus). 

3£esoleptiiia. . 

Perilissus Holmgr. 

1. P. hucculentus Holmgr. Monogr. Tryph. Suec. 
123.5. 



— 38 — 

2. P. dissimilis n. sp. Pariim nitidus, niger; capite 
rufo-testaceo, macula ad ocellos et occipite fuscis ; basi 
antennarum, suturis pleurarum, abdominis medio pedi- 
busque posticis rufescentibus ; punctis ad alarum radi- 
cem, squamulis alarum pedibusque anterioribus flavi- 
dis; clypeo vix discreto; areis metathoracis superiori- 
bus quinque obsoletis, quarum superomedia elongata; 
segmento abdominis primo planiusculo, carinulis et 
canalicula nuUis; areola alarum petiolata, nervum 
recurrentem pone medium excipiente , nervo trans- 
verso anali supra medium fracto. 
Long. 5 millim. 

J. Caput subbuccatum, pone oculos hand vel vix 
angustatum. Antennae setaceae, longitudine corporis, 
ai'ticulo primo flagelli secundo vixlongiore. Segmentum 
abdominis primum coxis posticis vix longius, nigrum, 
apice testaceo ; secundum latitudine parum longius et 
tertium quadratum rufo-testacea , illo macula basali 
fusca. Stigma alarum majusculum, fuscum, basi pal- 
lida. Pedes graciles, pallide rufi, posticorum geniculis, 
apice tibiarum et tarsis parum infuscatis ; calcari in- 
temo tibiarum posticarum articulo secundo tarsorum 
baud breviore. 

Notopygus Holmgr. 

1. N. {Polycinetis Foerst.) resplendens Holmgr. 1. c. 
116.4. — Brischke 1. c. 69. 

Catoglyptus Holmgr. 

1. G. crassipes Holmgr. 1. c. 107. 2. 

2. C. foveolator Holmgr, 1. c. 108.4, — Var, 1 
Holmgr, 

3.0. fuscicornis Gmel. Ed. Linn. I. 2701.295 



— 39 — 

(Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 87.51 (Mesoleptus) 
et II. 70.42 (Mesoleptus nemoralis) (excl. Ç). — 
Holmgr. 1. c. 108.5. 

Mesoleptus Grav. 

1. M, cingulatus Grav. 1. c. II. 22. 13. — Holmgr. 
1. c. 103.9. 

2. M. (Hadrodactylm Foerst.) Typhae Fourcr, Ent. 
paris. 413.59 (Ichneumon). — Grav. 1. c. II. 62.39 
(excl. var.). — Holmgr. 1. c. 104. 11. 

3. M, (Hadrod.) macrodactylus Holmgr. 1. c. 106. 
16. — Brischke 1. c. 66. 

4. M, (Älexeter Foerst.) melanocephalus Grav. 1. c. 
IL 28. 16. — Holmgr. 1. c. 100. 1 — Var. 2 Holmgr, 

5. M. (Alex.) ruficornis Grav. 1. c. II. 43.26. — 
Holmgr. 1. c. 101.4. 

6. M. (Alex.) luguhris Woldst. Fini. Tryph. 31.5. 

Euryproctus Holmgr. 

1. Eur. nemoralis Grav. 1. c. II. 70. 42 (Mesolep- 
tus) (excl. S). — Holmgr. 1. c. 110. 3. 

2. Eur. nigricepsGrav. 1. c. II. 202. 130 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 113. 14. 

TrypKonina. 

Adelognathus Holmgr. 
1. Ad, nigrifrons Holmgr. 1. c. 197. 2. 
Trematopygus Holmgr. 

1. Tr. vellicans Grav. 1. c. II. 263. 171 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 182.7. 

2. Tr. procurator Grav. Monogr. lehn. Pedem. reg. 
n. 131 (Ichneumon) et lehn. Eur. IL 266. 174 (Try- 
phon). — Holmgr. 1. c. 184. 13. 



— 40 — 
Tryphon Fallen. 

\, Tr. consohrinus Holmgr. 1. c. 188.8. — Grav. 
lehn. Eur. II. 310 (rutilator var. 5). — Var. 1 Brischke 
1. c. 88. 

2. Tr. tenuicornis Orav.l.c.U. 228. 150. — Holmgr. 
1. c. 192.19. 

3. Tr. {Gosmoconus Foerst.) elongator Fahr. Syst. 
Piez. 67. 72 (Ichneumon). —Grav. 1. c. IL 238. 155. 

— Holmgr. 1. c. 185. 1. — Var. 1 Grav. 

4. Tr. {Otitochilus Foerst.) vulgaris Holmgr. 1. c. 
186.4. — Grav. 1. c. II. 309 (rutilator var. 3). — 
Var. 1 Holmgr. — Var. 2 Brischke 1. c. 87. 

5. Tr. (Otitoch.) trochanteratus Holmgr. 1. c. 187. 
5. — Grav. 1. c. II. 308 (rutilator var. 2). — Var. 1 
Holmgr. 

Mesolius Holmgr. 

1. M. {Protarchus Foerst.) rufus Grav. 1. c. II. 200. 
129 (Tryphon).-^ Holmgr. 1. c. 133.2. 

2. M. aulicus Grav. 1. c. II. 173.113 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 134.4. 

3. M. caligatus Grav. 1. c. IL 170. Ill (Tryphon). 

— Holmgr. L c. 135.6. 

4. M. sanguinicollis Grav. 1. c. II. 187. 122 (Try- 
phon). — Holmgr. 1. c. 137. 10. — Var. 1 Holmgr. 

5. M. haematodes Grav. 1. c. II. 177. 1 1 6 (Tryphon). 

— Holmgr. 1. c. 137.11. 

6. M. conformis Holmgr. 1. c. 139. 16. 

7. M. carinatus Holmgr. 1. c. 151.48 et 380. 

8. M. anceps Holmgr. 1. c. 154. 56. 

9. M. rufolabris Zett. Ins. Lapp. 380. 15 (Bassus). 

— Holmgr. 1. c. 171.96. 



— 41 — 

10. M. nigricolUs Grav. 1. c. IL 234. 153 (Tryphon). 
Holmgr. 1. c. 176.106. 

U. M. hilineatus Grav. 1. c. IL 179. 1 18 (Tryphon). 
Brischke 1. c. 85. 



(Tiré du Bulletin T. XXIIÎ, p. 432 - 460j. 

Mélanges biologiques. X. 6 



19 Avril lû^py 

Diagnoses plantarum novarum asiaticarum. II. Scripsit 
C. J. Maximowicz. 

Corydalis DC. 

Species novae chinenses. 
1. Caulis basi in fil um attenuatus (radix igitur tuberosa). 

C, melanochlora. {Capnites D C.) Palmaris simplex, fo- 
liis Inridoglaucis radicalibus longe petiolatis ambitu 
ovatis pinnatisectis, jugis sub 3, infimo petiolulato, ro- 
tundatis tripartitis v.-sectis, laciniis inaequaliter 2 — 3- 
fidis lobatisve lobis oblongis, caulinis 2 sub racemo 
sitis saepissime oppositis inaequaliter brevius petiola- 
tis ceterum consimilibus; bracteis pedicellos superan- 
tibus flabellato-multifidis; racemo denso 4 — 8-floro; 
sepalis peltatis laceris; flore ochroleuco ad laminam 
sordide azureo , calcari petala superante cylindrico 
apice deflexo, petalis apiculato-ovatis exterioribus dorso 
cristatis, interioribus adnatis bialatis; ovario lineari 
stylum superante, stigmate orbiculari 5-lobo, ovulis 
sub-1-seriatis* 

In Ghinae prov. Kansu (Przewalski, 1872.). 



— 44 — 

A C rutaefoUa Sibth. Sm., quacum foliis opposi- 
tis convenu, bracteis incisis abhorret, a C. cachemi- 
riana Roy le, ubi folia etiatn saepe opposita et brac- 
teae incisae, statura robusta, foliis non palmatisectis 
subcoriacei% et structura floris minoris differt. 

- C. linarioides. (Capnites DC.) Tubere globoso, caule 
pedali stricto simplici, foliis sub tus glaucis, radicalibus 
nullis?, caulinis alternis apice caulis sub tribus sessi- 
libus pinnatisectis jugis subtribus, segmentis longissime 
linearibus acutis 3-nerviis infimis rarius bipartitis; 
racemo simplici 5 — 10-floro denso; bracteis pedicel- 
los superantibus pinnatifidis summis linearibus indi- 
visis; flore flavo apice brunneo calcari longius pedi- 
cellato subhorizontali; sepalis minutis laceris, calcari 
cylindrico petalum planum acutum dorso late alatum 
superante, petalo inferiore consimili obovato, interiori- 
bus adnatis dorso bialatis, ovario lineari stylum supe- 
rante, stigmate sagittato-quadrato antice bilobo; cap- 
sula (immatura) oblongo-lineari ; seminibus 2-seriatis. 

In Chinas prov. Kansu (Przewalski, 1872). 

C. polygalina Hook. f. et Th., ex fragmentis ab 
auctt. comm, et descriptione, differt racemis composi- 
tis, foliis 5 — 6 -jugis, nihilominus brevioribus, seg- 
mentis igitur densioribus, oblongo-lanceolatis (ex men- 
sura autorum % poll, longa, Vg poll, lata, ex segmentis 
ante oculos 21 — 22: 3 — 3,5 mill., unde perperam in 
Fl. Ind. I. 263. linearia dicuntur, et tota species recte 
cum C. rutaefoUa consociatur) , nee non petalis forni- 
catis anguste alatis. Segmenta speciei nostrae minima 
1,5 : 15 mill., maxima 4 : 52 mill, magna, itaque an- 
gustissima. Corolla 22 mill., major igitur quam in C. 
polygalina^ ubi % poll. 



— 45 — 

C. trachycarpa. (Capnites DC.) Spithamaea simplex 
V. rarius apice breve racemifero-ramosa, foliis subtus 
glaucis, radicalibus?, caulinis a medio caule, alternis, 
infimis petiolatis ceteris sessilibus , ambitu oblongis 
siib-4-jugo-bipinnatisectis, segmentis iiltimis ellipti- 
cis V. oblongis acute 2 — 3-fidis; racemo densissimo 
multifloro; bracteis pedicellos superantibus flabellato- 
pinnatisectis ; flore livido ad laminas atro-violaceo ; se- 
palis miniitissimis profunde laceris, calcari anguste 
conico valde acuminato pedicellum laminamque fere 
duplo super ante, lamina petalorum basi cobaerentium 
dorso breve lateque 1-alata, exteriorum ovata con- 
cava; ovario stylo breviore eliiptico capsulaque juve- 
nili ovali-elliptica quavis facie fasciis 3 dense tubercu- 
latis; stigmate orbiculari 5-lobo; seminibus 2-seriatis. 
— Flos 3 cent, longus. 

In Chinae prov. Kansu (Przewalski, 1872). 

Species cum nulla e notis bene comparanda, for- 
tasse prope C. Sheareri L. Moore in Trim. Journ. 
bot. 1875. 225. (Fortune! n. 10) ponenda, quacum 
calcar acuminatum commune babet. 

2. Caulis basi non v. in multicaulibus vix et breve attenuatus, 
basi petiolis vetustis vaginantibus obsessus, in rhizoma per- 
enne abiens. 

a. Calcar petalis longius. 

C. dasyptera. {Capnoides DC.) Palmaris robusta li- 
vido-glauca, rhizomate cylindrico, coUo dense vaginis 
lucidis acuminato- oblongis obsesso; foliis coriaceis, ra- 
dicalibus breve petiolatis oblongis pinnatisectis, seg- 
mentis 11- — 15 approximatis imbricatis subsessilibus 
late orbiculatis obtuse 2 — 3-fidis lobis ovatis, cauli- 
nis V. 1. bracteiformi ; caule folia radicalia vix su- 



— 46 — 

perante triente superiore racemum densum 10 — 15- 
florum gerente; bracteis pedicellum superantibus an- 
guste oblongis breve petiolatis pinnatipartitis-fidisve 
V. summis 1 — 2-dentatis; flore sordide ochraceo; se- 
palis minutis transversis antice dentatis, calcari lami- 
nam superante cylindrico apice deflexo obtuso, lamina 
petalorum exteriorum ovata fornicata dorso late alata 
ala in calcar excurrente, petalo inferiore superius ex- 
cedente, lateralibus basi adnatis dorso bialatis; ovario 
oblongo stylum duplo superante, stigmate quadrato 
subsagittato antice 1-lobo, ovulis 2-seriatis. 

In Chinae prov. Kansu, cacumine montis Sadi So- 
ruksum 13,500 ped. alti (Przewalski, 1872). 

Ex affinitate G. crassifoliae Roy le, sed toto coelo 
di versa, neque melius cum C\ elegante Wall, conso- 
cianda, ad quam caule aphyllo floreque majuscule acce- 
dere videtur, quae tamen foliis membranaceis forma 
omnino alienis, bracteis aliisque signis abhorret. — 
Flos 20 mill. , lamina foliorum radicalium 30 mill, 
longa, 15 mill. lata. 

C. rosea, (Capnoides DC.) Ad bipedalis, foliis subtus 
glaucis radicalibus longe petiolatis bipinnatisectis ju- 
gis sub - 5 remotis segmentisque ultimis (his brevis- 
sime) petiolulatis cuneato-ovatis trifidis trilobisve lobis 
ovatis mucronato-acutis ; caule erecto supra medium 
dense foliate et ramoso , foliis caulinis superioribus 
subsessilibus semel sectis segmentis trisectis - parti- 
tis fissisve; racemis terminalibus Iaxis sub-10-floris 
numerosis, bracteis inferioribus pinnatipartitis supe- 
rioribus cuneato-ovatis acutis pedicellos breves paten- 
tes superantibus; flore roseo, calcari cylindrico crasso 
petala superante, lamina petalorum exteriorum con- 



— 47 — 

cava ovata acuta carinata, interiorum 2-alata; capsula 
oblonga stylum conicum multiplo superante, stigmate 
orbicular! sub-8-lobo; seminibus l-seriatis ovalibus 
nitidis, strophiola appressa minore. 

InChinae prov. Kansu (Przewalski, 1872. 1873.) 

Typum proprium sistit, quoad folia C. Semenowi 
Rgl Herd, accedentem . quoad specimina parva C. 
cormitae Royle subsimilem, sed flore diversissimum. 
G. crithmifoUa Roy le floris magnitudine et segmen« 
torum folii forma nonnihil accedit, sed calcar C. roseae 
crassius obtusius, caulis foliatus nee nudus, segmenta 
latiora cet. 

Corolla pollicaris, foliorum radicalium lamina ad 
8 : 16 — 20 cent, magna, semina 3 mill, longa. 

b. Calcar petalis brevius. 

C. adunca. (Capnoides DC.) Pleiocephala bipedalis 
glauca, foliis radicalibus petiolo triquetro vix vagi- 
nante lamina oblonga bipinnatisecta, jugis 4 — 5, seg- 
mentorum 1 — 2 , segmentis ultimis profunde in laci- 
nias oblongas obtusas tripartitis; caule foliato fasti- 
giato-ramoso foliis petiolatis consimilibus ; racemis 
multifloris elongatis Iaxis; bracteis linearisubulatis su- 
perioribus pedicellos erectos aequantibus; flore luteo 
^/4-pollicari, sepalis ovatis longe acuminatis calcaris 
crassitiem subaequantibus , calcari petalis triple bre- 
viore crasso adunco, lamina petalorum dorso laevi, ex- 
teriorum cucuUata, interiorum unguibus adnatis lamina 
oblonga convexa duplo brevioribus ; stylo ovarium su- 
perante, stigmate transverse ovali antice 4-lobo; cap- 
sula erecta lineari stylo multo longiore non torulosa, 



— 48 — 

seminibus 1-seriatis nitidis minute punctulatis, stro- 
phiola parva patula crassa. 

In Ghinae prov. Kansu (Przewalski, 1873. Pia- 
sezki, 1875.) 

Var. humilis. Spithamaea v. pedaiis, foliorum seg- 
menta ultima in lacinias lineari-oblongas saepe iterum 
bipartitas divisa, herba laete glaucescente. 

Mongolia australi, montibus secus decursum medium 
fl. Hoang-ho, rara (Przewalski, 1872.) 

Affinis C. stridae Steph., quae radice bienni, caule 
crasso dense foliato, racemo brevi denso, capsulis ob- 
longis cet. differt. G. ramosa Wall, habitu sat similis, 
sed flaccidior, longe et gracile calcarata et capsula obo- 
vata instruct a. -^Lamina foliorum radicalium ad 6 : 14 
cent, magna, corolla 20 mill., ad laminas brunnes- 
cens, capsula 12 — 22 mill. : 2,5 mill., semina fere 
2 mill. 

C. slreptocarpa. {Capnoides DC.) Multicaulis elata 
erecta, caule ramoso foliato, foliis radicalibus longe 
caulinis brevius petiolatis, petiolis vaginantibus , la- 
mina oblonga bipinnatisecta , segmentis primariis 9 — 
1 1 brève petiolulatis 2 — 3-jugis , segmentis ulti- 
mis sessilibus oblique ovatis oblongisve 2 — 5-fidis- 
lobisve lobis obtusiusculis mucronatis; racemis elon- 
gatis densifloris, bracteis subulatis pedicello demum 
deflexo brevioribus ; flore horizontali flavo ; sepalis mi- 
nutis reniformibus cum mucrone, calcari lamina duplo 
breviore , petalis basi liberis , exterioribus concavis 
emarginatis cum apiculo, interioribus dorso alatis, stig- 
mate transverse ovali; capsula anguste lineari contorta 
stylo brevissimo terminata valvis planis; seminibus 



— 49 — 

1-seriatis nitidis impresso - punctatis parvis strophiola 
clavata patente brevioribus. 

In CJiinae prov. Kansii (Przewalski, 1872). 

Proxima C. Semenoivi Egl. Herd. (PI. Semenow. 
n. 62. tab. I. fig. 6.) differt racemo brevi (pollicari) et 
deflorato vix longiôre, bracteis petiolatis lanceolatis 
pedicello longioribus, sepalis ovatis, flore minore, pe- 
taiis exterioribus acuminatis, stylo ovarium superante; 
fructus et semina ignota, frons intense viridis tenue 
membranacea, in nostra firmior glauco-viridis. C. ophio- 
carpa Hook. f. Th. racemis oppositifoliis abhorret, ce- 
terum quoad formam et magnitudinem segmentorum 
folii, floris, calcaris et capsulae similis, sed petala su- 
periora obcordata, stylus ovario aequilongus,- capsulae 
latiores. In mentem vocat etiam C. paUidam Pers. ^), 
sed haec est biennis, capsula gaudet duplo latiore 
vulgo torulosa v. moniliformi et semine duplo majore. 

Planta 4-pedalis, folia radicalia pedalia, racemi fruc- 
tiferi spitliamaei, corolla 10 mill., capsula bis terve 
torta, si vi producta 25 mill, longa, 1 mill, vix latior, 
semina 1,5 mill. 

3. Eadix annua. 

C. ediilis. (Capnoides,) Tenera flaccida, foliis radicali- 
bus longe caulinis brevius petiolatis ovatis bipinnati- 
sectis segmentis primariis 5—7 petiolulatis, secunda- 
riis subsessilibus cuneato- ovatis tripartitis-fidisve la- 
ciniis apice bi-trilobis obtusis cum mucrone, caule 
simplici v. ramoso ramis floriferis oppositifoliis; race- 



1) Ad C. pallidam Pers. referendae videntur : C. heterocarpa 
S. Z., C. speciosa Maxim., C Wüfordi Egl. — C. aureaW., quacum 
a Regelio jimgebatur , calcaris forma semineque laevi semper 
distinguenda et ex Asia exul. 

Mélanges biologiques. X. 7 



— 50 — 

mis 5 — 8-floris Iaxis, bracteis ovatis acuminatis pedi- 
cellos patulos superantibus , flore subpollicari purpu- 
rascente, sepalis peltato-ovatis acutis denticulatis mi- 
nutis, calcari lamina triplo breviore cylindrico obtuso 
apice adunco pedicellum superante, petalis basi subli- 
beris, superioris lamina rotundata subbiloba ungue 
duplo, inferioris lamina minore apiculata ungue lineari 
triplo breviore, petalorum interiorum dorso bialata, 
stigmate transverse oblongo intègre; capsula pendula 
longe lineari aequali; seminibus 1-seriatis orbiculatis 
margine obtuso subopacis argute impresse lineolato- 
punctatis, strophiola tenui appressa multo minore. 

In Chinae provinciis Hupe et Schensi secus fl. Han, 
nec non in Kansu australi. Ab incolis pro obsonio co- 
meditur (Piasezki, 1875.). 

Affinis C. glaucae Pursli, quae foliis caulinis sessi- 
libus, ramis axillaribus, calcari recto conico brevis- 
simo, capsulis erectis distat, nec non G, flaccidae Hook. 
f. et Th., quae racemis axillaribus multifloris, caule 
crasso elato , sepalis amplis , flore minore (% — % 
poil.) optime difi'ert, de cujus radice tamen non con- 
stat, an sit perennis vel annua. In mentem vocat etiam 
C, tiheticam Hook. f. et Th., sed haec radice perenni 
et calcari elongato instructa. 

Palmaris vel pedalis, simplex vel multicaulis, quoad 
foliorum formam valde ludens a lacinulis minimis ad 
multo majores, ab angustioribus ad latas. Semina 
fere 2 mill, longa. 

Ästragali novi Prsewalskiani 
ab ill. am. Bunge descripti. 

Astragalus alaschanus Bge. {Hemiphaca) Yirens; sti- 



— 51 — 

pulis infimis connatis caeteris liberis, foliolis obovato- 
oblongis emarginatis supra glabris sub-6- (5 — 8) ju- 
gis, pedunculis folium subaequantibus, racemis abbre- 
viatis denique laxiusculis, calycis nigro-puberuli den- 
tibus deltoideis, ovario biovulato, legumine subgloboso 
didymo obtuso laevi parce nigrohispidulo. — Habitus 
A. alpini. 

Mongolia: montibus Alaschan. 

Astragalus skytbropos Bge. (Hemiphragmium) Sub- 
acaulis virens; caule brevissimo, stipulis magnis sub- 
scariosis infimis aphyllis connatis superioribus ovato- 
lanceolatis acutis liberis erectis, foliolis 10 — 15-jugis 
oblongis supra glabris subtus ad costam margineque 
sericeo- pilosis, pedunculis scapiformibus folium ae- 
quantibus patulo-villosis, racemis confertis multifloris, 
floribus cernuis, bracteis scariosis calycis nigropilosi 
tubum aequantibus, dentibus calycinis lanceolatis tubo 
campanulato brevioribus, carina vexillum subspathu- 
latum vix superante alis integris paulo brevioribus 
latiore, ovario longe stipitato 6 — 9-ovulato albo ni- 
groque villoso, legumine. . . . 

In Ghinae prov. Kansu. 

Species insignis floribus intense violaceo-purpureis 
fere habitu Hedysari ohscuri et quodammodo affinis 
A, arctico. 

Astragalus chrysopterus Bge. {Hemiphragmium) Elàtu^ 
gracilis viridis; caulibus angulosis simplicibus, stipu- 
lis herbaceis liberis linearibus minutis, foliolis 6- 
(7 — 8)-jugis lato-ellipticis rotundatis supra glabris 
subtus adpresse puberulis, pedunculis numerosis gra- 
cillimis folio longioribus, racemis laxissimis, floribus 
erecto-patulis, carina vexillum alas intégras aequans 



— 52 — 

superante, ovario longe tenuissime stipitato glaberrimo 
2 — 4-ovulato, leguminis glaberrimi unilociilaris sti- 
pite calycem ter superante. 

In GJiinae prov. Kansu. 

Astragalus Przewalskii Bge. {Hemiphragmimn) Elatus 
erectus viridis; caule simplici a basi ultra medium 
nudo stipulis aphyllis vaginato, foliolis 5 — 8-jugis 
lanceolatis acutis supra glabris subtus puberulis, ra- 
cemis axillaribus subfastigiatis laxiusculis , floribus 
atropurpureis nutantibus tunc pendulis, calycis late 
campanulati nigro-puberuli dentibus triangulari- lan- 
ceolatis acutis tubo dimidio brevioribus, carina alls 
integris vexilloque breviore, ovario longe stipitato 
1 1 — 14-ovulato albo nigroque pubescente, legumine. . . 

In Chinae prov. Kansu. 

Astragalus monadelphus Bge. [Hemipliragmium) Elatus 
adscendens viridis; caule a basi fere ad trientem nudo, 
stipulis infimis aphyllis scariosis connatis superioribus 
liberis herbaceis oblongis magnis reflexis, foliolis sub- 
6-jugis oblongis obtusis supra glaberrimis subtus parce 
pilosis, pedunculis axillaribus folio duplo longioribus, 
racemis multifloris Iaxis, floribus flavescentibus nutan- 
tibus, calycis oblougo-campanulati subglabri dentibus 
subulatis nigro- puberulis tubum dimidium aequanti- 
bus, vexillo alas intégras carina longiores superante, 
filamentis mouadelphis, ovario longe stipitato puberulo 
4 — 5 - ovulate , legumine vesicario trigone utrinque 
acuto nigro-puberulo uniloculari ventre carinato dorso ' 
piano, stipite calycis tubum aequante. 

In Ghinae prov. Kansu. 

Habitu praecedenti affinis, sed multis notis diver- 
sissimus. 



~ 53 — 

Astragalus variabilis Bge. {Craccina) Humilior canus 
multicaulis erectus; stipulis herbaceis parvis inter se 
liberis, foliolis 5 ■ — 7-jugis oblongo-obovatove-lineari- 
bus obtusis retusisve utrinque aequabiliter adpresse 
pilosis, pedunculis folio brevioribus, racemis abbre- 
viatis et fructiferis confertis, calj'cis dentibus tubum 
dimidium aequantibus subulatis, vexilli lamina obovato- 
oblonga, alis vexillum aequantibus minute emarginatis, 
ovario subsessili 18 — 21-ovulato, legumine lineari 
leviter curvato ventre compresse carinato dorso pro- 
funde sulcato biloculari calycis tubo triplo longiore 
pube subbasifixa incano. 

Mongolia: montibus secus^ripam sinistramfl. Hoang- 
ho, nee non in deserto ad pedem jugi Alaschan ex- 
tenso. 

Affinis A. arenario et A. hayonnensi^ sed facile jam 
stipulis discernendus. 

Astragalus discolor Bge. {Craccina) Elongatus virens 
vel subcanescens laxus prostratus; stipulis herbaceis 
triangularibus parvis inter se liberis, foliolis 4 — 8-ju- 
gis linearioblongis obtusis supra viridibus glabris vel 
parce puberulis, subtus glauco-canescentibus, pedun- 
culis folio raulto longioribus, racemis elongatis Iaxis, 
calycis dentibus brevissimis , vexilli lamina ovato- 
oblonga, alis vexillo brevioribus oblique emarginatis, 
ovario stipitato 10— 14-ovulato. 

Mongolia: montibus Alaschan et prov. Ordos. 

Praecedenti characteribus affinis, sed habitu diver- 
sissimus et racemis longe pedunculatis Iaxis, caiyce 
ovarioque facile distinctus. 

Astragalus Ochrias Bge. (Laguropsis.) Acaulis cane- 
scens; stipulis inter se liberis lanceolatis serieeis apice 



— 54 — 

herbaceis, foliolis 7- — 10-jugis oblongis acutis utrin- 
que adpresse strigillosis , scapis folia superantibus sul- 
catis, capitulis confertis subglobosis, bracteis calycis 
tubi dimidio multo brevioribus, calycis tunc demum 
inflati oblongo-vesicarii pube alba nigrave inaequaliter 
bicuspidata hirsuti dentibus conniventibus tubi Vg ae- 
quantibus, vexillo obovato-oblongo calycem fructi- 
ferum parum superante emarginato , alis subintegris 
carinam superantibus, ovario 14 — 20-ovulato, legu- 
mine incluso dense patentim albo-hirsuto biloculari. 

Mongolia: montibus Muni-ula et Alaschan. 

Species distinctissima , quam vis characteribus A. 
sabuletorum valde affinis; hie enim differt jam legu- 
mine calycem excedente adpresse incano et calyce 
brevi parum vel vix excrescente, dentibus patulis, 
vexillo multo breviore. 

Angeliea pubescens. Tota pubescens, caule robusto 
striato ramoso, ramis patulis floriferis umbellam fructi- 
feram principalem superantibus; foliis ternato-bipin- 
natisectis circumscriptione rotundatoovatis, jugis sub- 
tribus, segmentis ultimis infimis bi-tripartitis fissis 
sectisve terminalique tripartito anguste decurrente 
petiolulatis reliquis sessilibus, omnibus ovatis v. ovato- 
lanceolatis acuminatis argute inaequaliter serratis ser- 
raturis acuminatis incumbentibus, vaginis caulinis ova- 
tis subtubuloso-amplexicaulibus, summis involucranti- 
bus aphyllis; umbellae multiradiatae radiis dense uno 
latere pubescentibus radiolisque valde inaequilongis; 
involucro involucelloque nuUis; calycis dentibus obso- 
letis; petalis ellipticis cuspidatis involutis; fructu valde 
compresso ovalirotundato utrinque emarginato, meri- 



— 55 — 

carpii jugis dorsalibus carinatis tenuibus demum ner- 
vorum ope tantum cum nucleo cohaerentibus, latera- 
libus late pergameneoaiatis , valleculis 2 — 3-vittatis, 
commissura 2 — 6-vittata, vittis demum nucleum libe- 
rum vestientibus. 

Fruticetis sylvisque graminosis totius insulae Kiusiu 
et Nippon australis usque ad Yokohamam sat frequens. 

Ob vittas numerosas ad Archangelicas^) pertinet, 
sed vittae partim saltem non obtectae et fructus illis 
A, BaBouli Gouan magnitudine forma et consistentia 
similes, folia fere A, montanae Schleicher, sed seg- 
menta longius, imo saepe cuspidato- acuminata et ser- 
raturae validiores et multo acutiores. Planta 5 — 6-pe- 
dalis floribus albis. Habui primum cum dubio pro A. 
Sieboldi Miq. Prol. 249., sed herbario Lugdunobatavo 
examinato speciem Miquelianam conflatam esse in- 
tellexi ex foliis adultis A. Kiusianae m. , folio juvenili 
A. puhescentis m. et spec, fructifère aphyllo A. dahu- 
ricae Fisch, (sub Callisace), unde nomen Miqueli 
delendum est. 

Lonicera L. 

Species Asiae orientalis. 

Subgen. Caprifolium (Tourn gen. pr.; cf. Inst. 608. tab. 378. Spach. 
Hist. d. vég. YIII. 329.) 

Corolla tubo tenui elongate aequali limbo ringente bilabiato. 
Caulis scandens. 

Sect. Nintooa Sweet, Spach 1. c. 331. Sect. XyJosteum § Nin- 
tooa DC. Prodr. IV. 333 

Flores collatérales. 



2) De Archangelica cum Angélicae génère juugenda conf. quod 
dixi in Mél. biol. IX. 250. in decade XYI. Diagn. pi. nov. Jap. et 
Mandsh. 



— 56 — 

Pedunculi biflori, bracteae amplae foliaceae, folia membranacea, 
calycis tubus glaber , L japonica. 

Pedunculi bi- v. pluriflori , bracteae angustae iu- 
conspicuae, 2. 

2. Calycis tubus dense puliescens. 3. 

» glaber. 4. 

3. Folia acuta L. cortfusa. 

» obtusa L. reticulata. 

4. Corolla bipollicaris, bacca alba, folia elliptico-ob- 

longa glabra > L. longiflora. 

Corolla pollicaris, bacca nigra. 5. 

5. Folia sensim acuminata ovata v. oblonga L. macrantfia. 

» subito acuminata late ovata L. a/finis. 

1. L. japonica Thbg, Fl. Japon. 89. et Icon, ined! 
Sieb. Syn. pi. oecon. n. 238. Miq. Prol. 157. L. 
chinensis Wats. Dendr. brit. tab. 117. DC. 1. c. De- 
beaux Florule de Shanghai n. 52. in Act. soc. Linn. 
Bord. 1875. 30. L. flexiiosa Thbg. in Act. Linn. II. 
330. Ker Bot. reg. 712. Miq. Prol. 158. L. confusa 
Miq. Prol. 157. mnDC. L.hrachypodaJyC. 1. c. 335. 
Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam. nat. II. 171. 

Japonia: a Yokohama ad Nagasaki frequens, archi- 
pel. Koreano (Oldham) et Korea ipsa: Port Chusan 
(Wilford), China: Pekino, in hortis (coll. ross.). in 
prov. Tschekiang: Shanghai (Fortune A. 24., For- 
bes), Kiangsu, Schan-tung circa Tschefu (ex De- 
beaux), Fokien: prope Amoy (de Grijs), Schensi in 
urbe Han-tschun-fu (Piasezki), in China australi (Se- 
niawin), Formosa (Oldham). 

Bracteis maximis rotundatis acutis brevissime pe- 
tiolatis flores 2 sessiles in pedunculo axillari ceterum 
nudo stipantibus ab omnibus statim distincta. Rami 
foliaque pi. m. molliter pilosa^ haec semper saltern ci- 
liata, sed occurrere dicuntur et glabra {L. japonica 
var. chinensis Baker in Saund. Befug, bot. IV, tab. 



— 57 — 

224). In hortis folia saepe pulchre aureo- reticulata 
(L. hrachypoda var. reticulata Belgiq. hortic. 1871. 
59. tab. 5.), innova tionum simul, ut etiam in sponta- 
nea, sinuata. Baccae nigrae globosae liberae. 

Specimen florens herbarii Thunbergiani sistit L. 
japonicam, fructiferum L. flexuosam ejus, prius foliis 
latis , secundum angustis instructum. Ita obveniunt 
quotidie in Japonia: vere coUiguntur specimina flo- 
rentia latifolia , sed basi ramorum manent adhuc folia 
angustiora nonnuUa et apice surculorum iterum talia 
formantur. Autumno pedunculi fructiferi incrassantur, 
unde folia lata pedunculos fulcientia facilius cadunt, 
angusta vero autumno formata manent et ita exempla 
cum fructu maturo hieme lecta omnia angustifolia sunt, 
ad partem fructigeram autem aphylla. Praeterea ba- 
bemus individua humilia rêvera nonnihil magis steno- 
phylla et parvifolia, et altiora bene evoluta magis lati- 
et grandifolia, sed hoc minus de aetate vel solo pin- 
guiore, quam de statione pendere videtur: plantas ste- 
nophyllas enim semper inter gramina nidulantes inve- 
nimus, dum vero frutices vicinos ascendere possunt, 
folia latiora, majora, pedunculi longiores, flores majo- 
res fieri soient. Ita L. flexuosam ne pro varietate qui- 
dem L. japonicae agnoscere possum. 

2. L, confusa DC. 1. c. Deb eaux 1. c. n. 51. ex 
tabula Andrews, citata. L japonica Bot. reg. tab. 70. 
Andr. Bot. repos, t. 583. L. muUiflora Champ, in 
Kew. Journ. of bot. IV. 167. Bth. FI. Hongk. 144. 

China (unde a. 1805 in Europam introducta, etiam 
nunc passim culta): Hongkong (ex Bentham), Wham- 
poa (Hance), Wu-sung (ex Debeaux); Japonia, in- 
troducta (hb. Siebold.) 

Mélanges biologiques. X. 8 



— 58 — 

Praecedenti affinis et saepe cum ilia confusa, sed 
pedunculis et axillaribus saepe glomeratis v. racemo- 
sis plurifloris aphyllis, bracteis omnibus, et in pedun- 
culo bifloro, subulatis parvis, calyce minute bracteo- 
lato ad tubum dense pubescente facile distincta et ha- 
bitu diversa: folia enim praecedente crassiora, acu- 
tiora et vulgo minora, subtus subelevato-reticulata. 
Corollae tubus pubescens et glandulosus. 

3. L, reticulata Champ., Bth. Fl. Hongk. 144. 
Cliina australis: Hongkong. — Non vidi. 

4. L. macranthaDC. 1. c. Bth. 1. c. 143. excl. syn. 
Bot. repos, et bot reg. L.japonica Hook. f. et Thoms. 
in Journ. Linn. soc. II. 171. (excl. synn. nonn.) 

China australis: Hongkong (Hance), praeterea in 
India boreali. 

Folia inferiora subcordata, omnia ovata v. oblongo- 
ovata sensim acuminata, superne reticulo impresso mi- 
nute rugulosa , costa excepta glabra, subtus ad reticu- 
lum dense cum ramis hispida. Tubus corollae ly^poll. 
longus. Foliis et inflorescentia a L. japonica Thbg. 
distans. 

5. L. longiflora DC. 1. c. Bth. 1. c. 143. Lindl. 
Bot. reg. 1232 (sub Caprifolio.) 

In China (Lindley) australi (Bent ham): Hongkong 
(Forbes). 

Glabra, folia subcoriacea elevato-reticulata. 

6. L. affinis Hook. Arn. Bot. Beech. 264. Sieb. 
Zucc. 1. c. 170 n. 580. Miq. Prol. 158. 

InsulisZw-^scÄi^(exped.Beechey ex auctt. citt.),nec 
non Japonia (Siebold, Buerger in hb. Lugd. bat!) 
australiore: circa Nagasaki in litore rupestri sat fre- 
quens, in sylvis lucidioribus montium circa Akano-ura, 



— 59 — 

arbores alte ascendens, Yokohama, rarius. Japonice: 
hosoba nindô (in sched. indigenis iib. Lugd. bat.) i. e. 
Nintooa angustifolia. 

Glaberrima, folia cliartacea, inferiora subcordata, 
cetera late ovata subito breviter acuminata, superiora 
ramorum basi brevissime cuneata, apice sensim brève 
acuminata, subtus glauca, vetusta superne reticulo mi- 
nuto impresso. Tubus coroUae pollicaris. Flos fra- 
grans, albus, dein flavus. Bacca globoso-ovalis atra. 

Var. puhescens: rami juveniles crispe puberuli, fo- 
lia subtus dense pubescentia vel praeterea in eodem 
specimine punctis crebris aureo-resinosis tecta, demum 
glabrata. L. moUissima Bl. ined., L. hypoglauca Miq. 
et L. LescJienauUii (non Wall.) Miq. 1. c. 

Japonia (herb. Lugd. bat.): Nagasaki (Oldham 
n. 484.), fruticetis lapidosis ad Tomats sat frequens. 
China: Formosa prope Tamsuy (Oldham n. 208 frf., 
subdubia). 

Praeter pubem demum evanidam minime a tj^po dis- 
tincta. Perperam Sieb old fruticem erectum dixit, un- 
de Mi quel infauste Chamaecerasis adnumeravit. Oc- 
currit quidem in saxis nudis litoreis crescens trunco 
brevi (1 — 2-pedali) suberecto, sed ramos orgyales v. 
longiores funiformes saxo incumb entes emit tit, in syl- 
vis vero alte scandit. Synonyma Miqueliana adducta 
levés differentias formae pubisque foliorum indicant, 
nec ad nominandam varietatem apta videbantur. 

Subgen. Chamaecerasus (gen. pr. Tourn. Inst. 609. t. 379. Gen. Lo- 
nicera Spach 1. c. 347.). 

Corolla tubo brevi crasso infundibuliforrai v. cylindrico, basi sae- 
piu3 gibbo, limbo ringente bilabiato. Frutices erecti. 



— 60 - 

1. Rhodanthae. 

Corollae purpureae v. atropurpureae, rarius roseae. 

Pedunculi flore breviores. 2. 

» » saltern sesqui longiores. 3. 

2. Baccae rubrae totae connatae ex ovariis supra medium connatis, 

calyx bracteolaeque liberae orbiculatae minutae glabra. 

L. Ghamissoi. 
Baccae nigrae liberae, calyx dentibus acumina- 
tis bracteolaeque connatae orbiculatae glan- 
duloso-ciliata L. nervosa. 

3. Folia longe pilosa, baccae rubrae. 4. 
Pubes foliorum minuta crispula vel nulla. 5. 

4. Ferulae ad bases ramorum scariosae adpressae 

persistentes, bracteae ovario breviores, co- 
rolla tota purpurea L. Maximowiczi. 

Ferulae interiores foliaceae patulae demum de- 
ciduae, bracteae ovario longiores, corolla in- 
tus virens L. Glehni. 

5. Folia subtus prominentireticulata incana pu- 

bescentia . L. Tatarinowi. 

Folia laevia glabra. ... , L. Tschonoskii. 

7. L. Chamissoi Bge in Kir il. Lonic. d. russ. Reichs. 
28. Trtv. Mey. Fl. ochot. n. 163. Rgl. et Til. Fl. 
Ajan.n. 141. Maxim. Fl. Amur. 136. Herd.Pl.Radd. 
III. 19. tab. II. fig. 1. 2. F. Schmidt Fl. Amg. bur. 
48. Fl. Sachal. 142. 

Kamtschatka, ad mare Ochot ense, ins. Kurilis, Mand- 
shuria boreali-orieutali, ins. Sachalin. 

8. L. Maximowiczi Rupr. PL Maxim, n. 33. in 
Bull. phys. math. XV. Maxim. 1. c. 137. Rgl. Fl. Usur. 
75. et in Gartenfl. 1868. 322. tab. 547. Herd. 1. c. 
14. n. 10. tab. Ilfig. 6.(fig. baccae mala). F. Schmidt 
Fl. Sachal. 142. n. 211 (var. sachalinensis). 

In Mandshuria orientali montana sylvatica: a fluviis 
Amgun, Nemilen et Bureja superioribus et Amur in- 
feriore ad Sungatschi fl., lacum Hanka, fl. Da-dso-schu 
et Li-Fudin, aestuarium St. Olgae et Wladiwostok, 
in sylvis subalpinis; insula Sachalin, rarius. 



— 61 — 

In planta sachalinensi et australi-mandshurica bac- 
cae rarius totae connatae occurrunt, saepius tarnen 
observantur ad medium connatae, atteniiato-ovoideae. 

Huic affinis est L. conjugialis Kellogg, nuper in 
California détecta. 

9. L. Glehni F. Schmidt Fl. Sachal. 143. n. 212. 
tab. III. fig. 8—13. 

Insula Sachalin^ a Dui et Arkai meridiem versus. 
Perularum indole foliisque oblongis sensim acumi- 
natis a proxime affini praecedente facile distinguitur. 

10. L. Tatarinowi Maxim. 1. c. 138. in nota. 
China boreali, montibus Po-hua-shan (coll. ross.) 

et Siao-wu-tai-shan (Hancock), a Pekino occidentem 
versus sitis. 

L. discolor Lindl. Bot. reg. 1847. t. 44., foliis si- 
milibus, sed glabris, differt calycis dentibus deltoideis 
neque lanceolatis, ovariis totis nee ad medium conna- 
tis, corolla albida roseo-suffusa neque atropurpurea. 

1 1 . L. Tschonoskii. Glabra, perulis basi ramorum lan- 
ceolatis scariosis appressis persistentibus; foliis amplis 
oblongo-ellipticis utrinque apice acutioribus 8-costatis 
membranaceis , pedunculis firmis folium dimidium su- 
perantibus; bracteis acutiusculis bracteolisque subor- 
biculatis totis v. bilobo-connatis ovario plus duplo bre- 
vioribus calycis que dentibus acutissime deltoideis glan- 
duloso-ciliatis, ovariis liberis ovoideis, corolla sordide 
purpurascente extus glabra basi gibba tubo limbum 
superante intus a basi ad medium piloso, staminibus 
glabris, stylo a basi ultra medium hispido. 

Nippon: alpe Nikko (Tscbonoski specc. 2. fl. non- 
dum apertis). 

Proxima L. Karelini Bge, quae foliis ellipticis v. 



— 62 — 

lanceolatis acuminatis chartaceis glandulosopunctatis, 
bracteis ovarium superantibus, corolla viscido-puberula, 
staminibus villosissimis , nee non perulis ad bases ra- 
mulorum ovatis acutis distinguitur. lisdem fere signis 
differt etZ. alpigenah., utraque praeterea baccis pi. m. 
connatis bracteolis calycisque dentibus obtusis minutis. 

12. L. nervosa. Elata ramosissima glabra, foliis (sae- 
pius late) ellipticis subrhombeisve utrinque acutis sub- 
decemcostatis reticulatisque , pedunculis petiolo plus 
duplo floreque sublongioribus : bracteis linearibus ova- 
rio brevioribus, bracteolis utrinque per paria in bilo- 
bam connatis calycisque dentibus acuminato-deltoideis 
glanduloso-ciliatis; ovariis ovoideis liberis; corolla ro- 
seo-purpurea basi gibba extus glabra tubo limbo sub- 
breviore intus dense staminibusque corollam aequan- 
tibus basi pilosis; stjlo breviore ad medium dense 
hispido ; baccis globosis liberis nigris calyce persistente 
coronatis. 

In Ghinae pro v. Kansu (Przewalski). 

Ex affinitate L. caucasicae Pall., L. orientalis Lam., 
L. nigrae L. et L. CJiamissoi Bge, sed ab omnibus 
baccis liberis, a primis tribus etiam foliis reticulato- 
nervosis quoad formam alienis diversa, a L. Chamis- 
soi, cui ob foliorum rete elevatum accedit baccis non 
rubris, bracteolis per paria connatis et stylo hispido 
distincta. Corolla et genitalia forma, magnitudine, 
colore et pube L. tataricae L., sed folia toto coelo 
diversa. 

Frutex ad 10-pedalis cortice cinereo firmo, ramu- 
lis tenuibus brevibus numerosis. Folia saturate viridia, 
circiter 1 : 3 vel 2 : 3 cent, magna, bacca diametro 
5 — 6 mill., 3 — 5-sperma. 



— 63 — 

2. Corolla lutea, ochroleuca v. alba, baccae ubi notae rubrae. 

Baccae totae v. ad medium saltem connatae. 2. 
» liberae. 6. 

2. Bracteolae nullae. 3. 

» distinctissimae connatae, folia acuminata laevia mar- 
gins ciliato excepto glabra L. cerasina. 

3. Folia cum floribus orta acuminata laevia, pe- 

dunculi flore parum breviores deflexi. 5. 
Folia ante flores orta obtusa. 4. 

4. Pedunculi calyce breviores, Ovaria tota con- 

nata, folia glabra reticulo prominente L. reticulata. 

Pedunculi florem aequantes v. superantes, Ova- 
ria ad medium connata , folia laevia subtus 
pubera L. înicrophylla. 

5. Subsempervirens glaberrima L.fragrantissima. 

Folia decidua ramulique setosa L. Standishi. 

6. Pedunculi calyce parum longiores, calycis lim- 

bus 5-fidus ovario longior, corolla Candida . L. MaacTci. 
Pedunculi flori aequales v. multo longiores, 
calycis limbus ovario brevior, corolla lutea 
v. ochroleuca. 7. 

7. Ovarium glanduloso-punctatum, folia superne 

laevia L. chrysantha. 

Ovarium glaberrimum, folia superne reticulo 
impresso. 8. 

8. Bracteolae ovario vix v. parum breviores , fo- 

lia obtusa V. acuta densa parva L. Morrowi. 

Bracteolae ovario triplo breviores, folia acu- 
minata magna L. Buprechtiana. 

13. L. reticulata. Humilis microphylla ramosissima 
ramulis patulis brevibus castaneis ob internodia bre- 
vissima perulasque persistentes valde verrucosis, pe- 
rulis coriaceis ovatis acutis; foliis ovalibus lateve el- 
lipticis inferioribus obtusis reliquis acutiusculis 4-cos- 
tatis prominulo-reticulatis pilis adpressis mox caducis 
adspersis; pedunculis calyce brevioribus, bracteis li- 
nearisetaceis eodem longioribus, bracteolis nuUis, ca- 
lycis limbo brevissimo truncato, corolla flavescente 
glabra tubo basi gibbo intus longe piloso limbum laci- 



— 64 — 

niis ovalibus obtusis aequante, genitalibus vix exsertis 
glaberrimis, ovariis omnino connatis. 

In Nippon borealis prov. Nambu, in alpibus altis- 
simis (Tschonoski). 

Distinctissima species. L. Ghamissoi^ quae ex ha- 
bita proxima , nimis differt pedunculis florem aequan- 
tibus, bracteis bracteolisque brevissimis , corolla pur- 
purea. L. microphylla W., quacum magis convenit 
corollae colore et bracteolarum defectu, magis certe 
distat foliorum forma, reticulo, compage et pube, pe- 
dunculis longioribus. Foliorum nervatione pedunculis- 
que brevissimis appropinquat etiam L. humili K. K., 
cujus flores nondum cogniti, sed haec bracteas lanceo- 
latas foliaceas et baccas libéras habet. 

Folia ad 2 : 3 cent, magna, vulgo duplo minora, 
subtus nitidula. Corolla 12 mill, longa, antherae ex- 
sertae late oblongae. Bracteae margine glandulis ses- 
silibus parcis obsessae. Innovatio quotannis brevissima, 
unde ramuli perulis vetustis crebris quasi tuberculati. 

14. L. microplujlla^. Ledeb. Fl. Alt. I. 248. — 
Trautv. PI. Schrenk. n. 524. Forsyth. Yarkand. 
322. 

a. Sieversiana Trautv. 1. c. L. Sieversiana Bge. 
Enum. Alt. n. 62.Kiril. 1. c. 56. L. microphylla Rook. 
f. et Thorns. 1. c. 171. 

In Mongoliae jugo Suma hada, montibus secus fl. 
Hoang-ho et jugo Alaschan (Przewalski), Chinae 
prov. Kansu (idem). Praeterea in Altai, Songaria, 
Alatau transiliensi, Kaschgaria et Tihetia. 

15. L. cerasina. Ramis crassis glabris, foliis cum 
floribus ortis longiuscule petiolatis membranaceis cilia- 
tis lanceolato-ellipticis subito acuminatis basi obliquis ; 



— 65 — 

pedunculis ovarium fructiimque demum aequantibus; 
bracteis linearibus ciliatis ovario sublongioribus , bra- 
cteolis in cupulam bilobam lobis truncatis connatis 
calycisque dentibus brevissime deltoideis glanduloso- 
ciliatis; ovariis ultra medium connatis; corolla sulfu- 
rea extus glabra basi gibba, limbo tubum latum in- 
tus sericeo-pilosum subaequante, labio superiore bre- 
viter 4-lobo; genitalibus corollae aequilongis glabris; 
baccis totis connatis transverse ovalibus coccineis 
cunctis dispermis, semine maximo nitido. 

Japonia: in hortis Yedo rarius colitur; habui fru- 
ticem in olla cultum pedalem fructiferum, anno se- 
quente florentem, vidi etiam in herb. Sieb old. speci- 
men defloratum sine loci indicatione sub nomine hijo- 
tan boku servatum. 

Rami pennam anserinam, ramuli corvinam crassi. 
Folia sub anthesi ad fasciculos reducta et parva, plene 
evoluta petiolo 10 mill., lamina ad 3 : 8 cent, magna, 
liaec opaca, concolor, 4 -— 5-costata, costis arcuatis, 
ceterum laevis. Flores ante folia plene evoluta caduci, 
corolla 10 mill, longa. Pedunculus florifer calycem 
bracteolas non multo superantem aequans. Bacca 
(e 2 conflata) mole cerasi minoris, dulcedulo-amara. 
Semen ovale, parum compressum, 5 — 6 mill. 

Affinis L. StandisM, quae bracteolarum defectu, pe- 
dunculo longiore, floribus albis fragrantibus et pube 
setosa optime differt. Quoad folia L. Wehhianae "Wall. 
M. alpigenae Hook. f. et Thoms. vix L.) non absimi- 
lis, sed oclirantha et brevissime pedunculata atque his 
signis ab omnibus rhodanthis abhorrens. 

16. Z. Standishi Hook. f. in Bot. mag. 1868. tab. 
5709. Erecta virgata, ramis subflexuosis scaberulis, 

Mélanges biologiques. X. 9 



-~ 66 — 

hornotinis, foliis subtus petiolis pedunculisque puis 
scariosis elongatis retrorse hispidis ; foliis cum floribus 
ortis anguste ovato-oblongis v. obloiigo-lanceolatis sen- 
sim acuminatis; floribus albis fragrantibus pedunculo 
subaequilongo nutaute; bracteis foliaceis lanceolato- 
subulatis ovario duplo longioribus setosis, bracteolis 
nuUis; ovariis subcylindricis ad medium connatis; ca- 
lycis margine cupulari integro herbaceo; corolla ultra 
medium bilabiata tubo subcylindrico basi gibbo extus 
parce setoso, labio superiore 4-lobo, genitalibus co- 
rolla conspicue brevioribus , filamentis parte adnata 
styloque ad basin parce pilosis. New Lonicera Lindl. 
in Gard, cbron. 1858. 314. (ex comparatione cum se- 
quente, et collectore). 

China: vulgaris in hortis urbis Shanghai (Fortune 
vivam Britanniam introduxit, exHookero, qui specc, 
sicca Fortuneana non habuisse videtur). Vidi cultam 
ex hortis Anglorum ortam. 

17. L. fragrantissima Lindl. et Paxt. Fl. Gard. 
III. 75. n. 547. c. fig. xylogr. 263. — L. odoratissima 
(sphalmate) Lindl. in Gard, chron. 1. c. 

Chma (Fortune ex Lindley). Non vidi. 

Ex figura praecedenti simillima, sed dicitur glaber- 
rima et subsempervirens, folia subtus pallida. Hamulus 
delineatus tamen ramulis flori-et foliiferis nuper e gem- 
ma eruptis obsessus, folia igitur certe novella, neque 
adsunt vetusta in ramo principali, sed tantum cicatri- 
ces eorum, unde et a Lindleyo 1. postea citato «part- 
ly evergreen shrub» dicitur. 

18. L. Maacki Rupr. PI. Maack. n. 55. in Bull, 
phys. math. XV. 369. (sub Xylosteo). Elata ramosis- 
sima, ramulis tenuibus, hornotinis foliisque ad venas et 



— 67 — 

marginem crispe breveque pubescentibus, petiolis vis- 
cido-puberis , foliis membranaceis ovato-ellipticis basi 
rotundatis inferioribus sensim breviter superioribus 
longius acuminatis; pedimculis calyce fructuque de- 
mum brevioribus; bracteis setaceis calyce longioribus 
bracteolisque per paria in orbiculatas truncatas con- 
natis Ovaria libera tegentibiis calyceque longe ciliatis; 
calycis limbo ovarium superante membranaceo 5-fido 
laciniis acute longeque deltoideis; corolla Candida ino- 
dora tubo infundibuliformi basi tenui aequali utrinque 
piloso, breviore quam limbus, labio superiore profunde 
4-lobo; genitalibus corolla brevioribus, filamentis ad 
medium stylo toto hispidis; baccis liberis globosis ob- 
solete apiculatis vestigio limbi calycini decidui notatis 
sanguineis. Maxim. Fl. Amur. 136. 

In China boreali (Fortune A. 34. a. 1845. fl.): 
Shanghai, culta in hortis (Forbes n. 914 s. nom. L. 
aff. Morroivi); Mandshuria australi frequens: Possjet, 
Wladiwostok, ad Suifun fl. (F. Schmidt, Golden- 
st ädt), ad fl. Wai Fudin St. Olgae, et usque ad Amur 
australem, ubi infra montes Bureicos primum a Maack 
deflorata détecta, a me circa Jekaterino-Nikolskaja rein- 
venta fuit. In Nippon borealis pro v. Nambu (Tscho- 
noski). 

Proxime affinis L. quinqueloculari Hardw. (L. di- 
versifoliae Wall, et L. Boyleanae Wall.), quae tamen 
distincta ramis foliisque villosis, foliis duplo minori- 
bus inferioribus obtusis reliquis breve acuminatis, pe- 
dunculis subnullis, corollae luteae tubo cylindrico basi 
gibbo (ex propria observatione et ex Wall, in Roxb. 
Fl. Ind. II. 178., contra Hook. f. et Thorns, in Journ. 
Linn. soc. II. 169). De colore baccarum L. quinque- 



— 68 — 

locularis nil constat, semina a Hooker et Thomson 
dicuntur atra, an ob baccam nigram, an ob malam 
exsiccationem, unde fortasse subputrida? 

Frutex in Mandshuria ad 10 — 15-pedalis, trunco 
bracbii crassitiem attingente, habitu fere L. clirysan- 
tJiae, sed teniiius graciliusque ramulosus. Folia surcu- 
lorum juvenilium passim a medio ad apicem sinuato- 
repanda. Flores numerosissimi, corolla extus ad nervös 
saepe roseo-suffusa, pollicaris. Bacca 7 — 8 mill, longa. 
Pulcherrima species! 

Exempla cMnensia calycis dentés late deltoideos 
habent, ceterum (colore corollae tarnen ignoto) omnino 
identica. 

19. L. clirysantha Turcz. in Ledeb. Fl. Ross. II. 
388. et Fl. Baie. Dah. I. 522. Maxim. Fl. Amur. 
135. 472. 482. Rgl. Gartenfl. 1863. 211. tab. 404. 
F. Schmidt. Fl. Sachal. 142. n. 209. L. clirys. et L. 
Xylosteimi Rgl. Fl. üsur. n. 237. 238. 

Hab. in Mandshuria tota vulgaris et luxurians, Da- 
vuria ad fl. Argun, humilis et subprocumbens , ins. 
Sachalin^ Mongolia rossica et chinensi: ad declivitates 
boréales jugi Muni-ula (Przewalski), China boreali: 
ditione florae Pekiiiensis (Kirilow) ab urbe occiden- 
tem versus prope templum Miao-fyn-schan (Hr. Tata- 
rinow), in montibus Po-hua-slian (Dr. Bretschnei- 
der). 

Var. longipes: pedunculi flore triplo longiores, folia 
longius et parcius pilosa. 

In Chinae prov. Kansu (Przewalski 1872., Pia- 
sezki 1875). 

Species L. Xylosteo L. quam maxime afônis et vix 



— 69 — 

signis diagnosticis accurate circumscribenda, attamen 
viva in liortis ex prima fronte ramis strictioribus, sta- 
tura elata, flore luteo fragrante, bacca Yg minore a 
vicina tota libera, nee non statu sicco foliis laete nee 
pallide subcinereo-viridibus et pube rigidiore semper 
certe cognoscenda. Accedunt characteres ex foliis acu- 
minatis nee obtusis vel acutis, corolla majore extus 
pilosa nee dense pubescente , bracteolis brevioribus 
glandulosis vlx longe ciliatis, ovariis ovoideis ab initio 
liberis (nee subglobosis ipsa basi ut baccae connexis, 
cf. Mortens et Koch in Roehl. Deutschl. Fl. II. 
199.), calycis dentibus acutis neque obtusis, bracteis 
membranaceis anguste linearibus ovario duplo longio- 
ribus neque saopissime herbaceis basi latioribus ova- 
rium aequantibus. Omnes hae notae tarnen sat varia- 
biles, ita ut inter exempla numerosa L. Xylostei sem- 
per invenies unum vel alterum, ubi mox folia sub- 
acuminata, mox bracteae membranaceae longiores, mox 
alius L. chrysanthae character aliquis et si levius ex- 
pressus neque reliquis notis corroboratus occurrit. 
Distinctio ex anthera basi barbulata in L. chrysantha, 
a Kirilow (Lonic. des Russ. Reiches. 24.) proposita, 
non minus fallax est, nam vidi antheras basi barbula- 
tas et in L. Xylosteo, rarius et nudas in nostra. Perpe- 
ram autem a Kirilowio L. chrysanthae ovaria et bac- 
cae basi connexae tribuuntur (1. c. 26.) et species ipsa 
a L. Xylosteo removetur et prope L. Chamissoi pone- 
tur, quacuni nil commune habet. — L. Xylosteum Rgl. 
1. c. (planta fructifera) est forma L. chrysanthae foliis 
late ellipticis subito acuminatis, qualia nunquam inter 
L. Xylosteum occurrunt. Forma vero inter banc et 
illam, de qua mentio facta est in Maxim. Rhamn. 10. 



— 70 — 

in adnot. (Mem. Acad. Petersb. T sér. X, n. 11.) 
pertinet ad L. BuprecMianam. 

20. L. RuprecMiana Rgl. Gartenfl. 1870. XIX. 68. 
tab. 645. L. chrysantha var. suhtomentosa Rupr. 1. c. 
(sub Xylosteo). Maxim. Fl. Amur. 136. 

In MandsJiuria australiore : ad Amur meridionalem, 
montibus Bureicis, propeNismennaja (Glehn), ad Sun- 
gari inferiorem, Usuri fl., Suifun (Goldenstädt), circa 
portus St. Olgae, Wladiwostok et Deans Dundas, fre- 
quens. 

Praecedenti valde affinis, distincta tamen foliis su- 
perne praesertim in pi. fructifera reticulo impresso 
subrugulosis opacis, subtus saepissime subtomentosis, 
pedunculis longitudine florum, bracteolis nanis ovariis- 
que glaberrimis, corolla primum albida tum lutescente 
inodora, baccis sanguineo-coccineis. Valde ceterum 
quoad folia, uti praecedens, variabilis, occurrunt enim 
oblongo-lanceolata acuminata (in typica amurensi) et 
elliptica breve acuminata, ad bases ramulorum imo 
subcordato-ovata obtusa (in austro-mandshurica). Bac- 
cae globosae, perfecte liberae. Occurrit saepius fruti- 
cosa 6 — 10-pedalis, sed observavi et arboream, 20- 
pedalem, trunco 4 poUices crasso. 

Habet sese ad sequentem, ut L. chrysantha ad i. 
Xylosteum vel L. Maacki ad L. quinquelocularem , 
i. e. ut forma quasi nobilior et major ad viliorem et 
minorem. 

21. L. Morrowi A. Gray in Perry's Exped. 313. 
L, Xylosteum et L. chrysantha Miq. Prol. 158. 

In Japonia: Yezo et Nippon frequens, circa Naga- 
saki tantum in hortis culta observata. 

Praecedenti proxima, sed minor (2 — 6-pedalis), 



— 71 — 

folia densa, (saepe triplo) minora, inferiora obtusa, su- 
periora saepius acuta, bracteolae amplae ovarium sub- 
aequantes et calyx longe ciliata, corolla distincte ma- 
jor (15 — 16 mill., neque tantum 11 — 13 mill, longa). 
Adsunt tamen L. EuprecMianae specimina e Man- 
dsJiuria australi , quae jam folia subsimilia habent, 
bracteolarum ratione tamen statim cognoscuntur. 

Formae duae adsunt : regionis demissae foliis ovali- 
oblongis saepe obtusis (typus Grayi), et alpina, in 
Yezo etiam in litore marino mihi obvia, foliis mox si- 
milibus, sed minoribus et semper acutis, mox ellipticis 
utrinque acutis, pollicaribus. Baccae in utraque libe- 
rae sanguineo-coccineae. 

Siibgen. Xylosteon Tour nef. et Spach 1. c. 355. gen. pr. 

Corolla infundibuliformis vel subliypocraterimorpha limbo 5-lobo 
regular!. Frutices erecti, baccis, excepta L. phyllocarpa, liberis. 

A. Bracteatae Hook. f. et Thorns. 1. c. 165. 

Bracteae foliaceae amplae Ovaria et coroUarum bases baccasve 
obtegentes. 

Bracteolae nullae. 2. 

» evolutae, calyx subnullus, folia parva . L. ramosissima. 

2. Hispido-pilosa, corolla extus pubescens. . , L. hispida. 

Molliter pilosae v. pubescentes. 3. 

3, Folia concolora membranacea , corolla glabra, 

bacca rubra L. pilosa. 

Folia subtus glauca chartacea, corolla extus pi- 
losa, bacca nigra « L. phyllocarpa, 

22. L. phyllocarpa Maxim. Fl. Amur. 1 38. in adnot. 
(pi. frf.). Elatior, ramis hornotinis obsolete hispidulis 
omnibus in modum L. Mspidae ad nodos subinflatis 
perulatisque ; foliis juvenilibus utrinque sericeo-pilosis, 
adultis chartaceis superne glabratis opacis subtus glau- 
cis puberulis margine costaque ciliatis, utrinque ele- 
vato-reticulatis, ovato- vel rite ellipticis utrinque acu- 



— 72 — 

minatis; floribus subpraecocibus breve atque demum 
fructu breviiis pedunculatis, pedimculis primum erec- 
tis dein nutantibus ; bracteis oblongis acutiusculis ger- 
mina duplo superantibus et tegentibus; bracteolis ob- 
soletis; calyce membranaceo obtuse 5-dentato ovariis- 
que pilosis; corolla basi gibba (flavescente?) infundi- 
buliformi-campanulata br éviter 5 -loba extus ad tub urn 
pilosa intus cum genitalibus glabra; staminibus inclu- 
sis, stylo breve exserto; baccis ultra medium (raris- 
sime totis) connatis ovalibus nigris. Lonicera sp. Ma- 
xim. 1. c. 472 (pi. flor.). 

China boreali, in montibus a Pekino occidentem ver- 
sus, varus locis, v. gr. fructifera in monte Min-ziao- 
anj. (Tatarinow). 

Species insignis, ob baccas connatas L. ihericam 
M. B. in mentem vocans. 

Folia adulta 3 : 6 cent, circiter magna. Flos 18 — 
20 mill, longus, bacca matura fere 10 mill. alta. Se- 
mina in quavis bacca sub-8, ovalia, plano-compressa, 
fere 3 mill. 

23. L. hispida Pall, in Schult.. Syst. V. 258. 
Ledeb. Icon. tab. 212. Fl. Ross. XL 389. Kiril. 
Lonic. 30. 

In Chinae prov. Kansu (Przewalski 1872. 1873., 
Piasezki 1875.). Praeterea in Alatau trans- et cis- 
iliensi, Songaria et Altai^). 

Planta chinensis congruit cum alatavica Semenowi 
foliis minoribus obtusioribus , subtus ad costam, su- 



3) Cum pi. altaica congruum, sed ob bases corollarum totas 
destructas non certe dignoscendum et igitur dubium, ante oculos est 
specimen in litore Koreae orientali olim a lib. bar. a Schlippen- 
bach lectum. 



— 73 - 

perne versus marginem setosis, pedunculis breviori- 
bus, corolla aperte infundibuliformi tubo breviore limbo 
magis patulo. Calyx tarnen in nostra rarius cupularis 
distinctus et in fructu persistens, vulgo est hinc 1 — 5- 
dentatus, dentibus inaequalibus passim ovario aequi- 
longis, dein deciduis. Ovarium glabrum v. glanduloso- 
punctatum. 

Planta himalaica^ aHookero filio et Thomson ad 
L. hispidam Pall, ducta (L. hr act eat a Roy le Illustr. 
237. tab. 53.) ex Royleo corolla aequali, baccis con- 
cretis, ex auctt. citt. corolla basi gibba (de baccis nil 
dicunt) instructa , cujus specimen florens vidi in Gar- 
hwal a Strachey et Winterbottom lectum in hb. 
Acad. Petrop., a L. Mspida Pall, differt pube molli, 
foliis subtus cinereo-villosis, bracteis amplioribus tu- 
bum corollae aequantibus,. coroUae basi gibbae lobis 
patentibus. Occurrit ex auctt. laudatis praeterea in 
Kunawiir, Sikkim et Kitmaon. Var. ß. setosam Hook, 
f. et Th. non vidi. Anne duae species hic latent, qua- 
rum una (var. ß. auctt. citt.) typica L. Mspida? 

24. l. pilosa: ramis tenuibus, hornotinis cum petio- 
lis pedunculis foliisque utrinque longe pilosis; foliis 
amplis breve petiolatis ovato-ellipticis acuminatis mem- 
branaceis concoloribus; pedunculis erectis demum brac- 
teas late acuteque ovatas ciliatas super antibus ; brac- 
teolis nullis; calyce membranaceo demum deciduo ova- 
rium superante oblique 5-lobo lobis rotundatis ciliatis; 
corolla (flavescente?) basi aequali aperte infundibuli- 
formi 5-loba cum staminibus aequilongis styloque ex- 
serto glabra; ovariis liberis setosis; bacca saepe soli- 
taria globosa rubra bracteis multo breviore. 

ilélanges biologiques. X. 10 



~ 74 — 

Nippon borealis, silvis alpinis prov. Nambu (Tscho- 
noski). 

Habitus L. clirysanthae Turcz., ob folia ampla et 
ramos graciles. 

Folia sub anthesi, sine petiolo 3 mill, longo, 3 — 4 
cent., in fructu 6 — 10 cent, longa. Flos longitudine 
23 mill. Baccae pisiformes, semina suboctona, ovalia, 
parum compressa. 

25. L ramosissima. Franch. Savat. ined. Humilis? 
ramis crassis dense verticillatim vel opposite ramulo- 
sis; foliis sub anthesi parvis breve petiolatis ovatis v. 
ovalibus obtusiusculis utrinque subtus densius pube 
fulva pilosis; pedunculis nutantibus bracteas oblongas 
acutas foliaceas superantibus pilosiusculis ; bracteis et 
bracteolis (per paria in singulam late obcordatam Ova- 
ria libera glabra superantem connatis) glabris ; calycis 
limbo subnullo; corolla basi gibba anguste infundibuli- 
formi breve 5-loba extus glabra intus fundo longe albo- 
pilosa; staminibus corollam aequantibus styloque bre- 
viter exserto glabris. 

Japonia (hb. Franchet n. 2888. fl.). 

Ob bracteolas non déficientes, sed amplas, in hac 
série anomala, ceterum habitu L. asperifoliae Dne vel 
L. glaucae Hook. f. et Th. subaffinis. 

Ramus in hb. citato prostat 1 pedalis, pennam an- 
serinam crassus, ramis 4 — 5-natim verticillatis iterum 
opposite ramulosis obsessus. Folia nunc 1 cent, non 
attingentia. Corolla 7 — 8 mill., ex sicco flavescens. 

B. Bracteae setaceae v. lineares. 

Corolla subhypocraterimorpha purpurascens, bacca rubra. 2. 
» tubuloso-infundibuliformis flavescens, bracteolae nuUae. 3. 
2. Pedunculi breves v. subnulli, calyx 5-fidus, bracteolae amplae, 
flores gemini i. syringantha. 



— 75 — 

Pedunculi elongati, calyx truncatus, bracteolae 

obsoletae, flores vulgo singuli L. graciUpes. 

3. Pedunculi breves, baccae totae connatae coeru- 

leae L. coerulea. 

Pedunculi elongati, baccae rubrae ad medium 
connatae L. tangutica. 

26. L. coerulea L. Cod. 1380. Kiril. 1. c. 51. 
ß. villosa Torr, et Gray. 

In SacJialino, Kamtschatka^ Sibiria tota, Mandshu- 
ria boreali-orieatali , Baviiria^ nee non Bossia boreali 
usque ad Ingriam, 

Y. edulis Kiril. 1. c. 54. 

Mandshuria orientali montana sylvatica ab Amur 
inferiore (prope Tschirkracb, Glehn) ad fontes fl. Da- 
dso-schu non procul a portu St. Wladimiri, ad Amur 
superiorem et Schilkam inferiorem, Sibiria maxime 
orientali, JDavuria et Transbaicalia, Spngaria. 

§. tangutica: rami villosi, folia lanceolata utrinque 
pilosa, flores brevissime pedunculati viscido -villosi vi- 
rides, 8 mill, tantum longi, antherae (nee filamenta 
partim) exsertae, baccae ovoideo-oblongae edules. 

In Chinae prov. Kansu (Przewalski, 1872, 1873.). 

27. I. tangutica: elata ramosissima ramulis gracili- 
bus glabris, foliis breve petiolatis obovato-elliptieis 
obovatis v. oblongis obtusiusculis superne praesertim 
versus marginem adpresse pilosis, subtus seeus costam 
pubescentibus vel glabris, glaucis; pedunculis folia 
aequantibus gracilibus patentibus; bracteolis nullis; 
calyce membranaceo inaequaliter acute 5-dentato in 
fruetu- truncato bracteisque linearibus ovaria duplo 
superantibus glabris; corolla flavescente basi obliqua 
vix gibba tubuloso-infundibuliformi breve 5-loba lobis 
porrectis, extus glabra intus basi vel toto tubo pilosa; 



— 76 — 

staminibus inclusis styloque exserto glabris; baccis 
ultra medium connatis globosis rubris. 

In Chinae prov. Kansu (Przewalski, 1872. 1873). 

L. microphyllae W. , praesertim specc. cultis gran- 
difoliis, similiima, sed corolla diversa. Ex Jiimalaicis 
tantum cum L. purpurascente Hook. f. et Th. compa- 
randa, quae tamen ex descript. et fig. in Jacquem. 
Voy. tab. 87. foliis ovalibus basi truncatis, corolla 
valde gibba purpurea, extus nee intus pilosa, genita- 
libus exsertis, praeter alia signa, distinguitur. 

Magnitude partium et modus Crescendi fere L. mi- 
crophyllae majoris, sed frutex 7 — 10-pedalis, foliis ad 
35 mill, longis. Stylus occurrit rarius parcissime pi- 
losus , antherae quandoque basi paucipilosae , vulgo 
utraque glabra. 

28. L. gracilipes Miq. in Versl. en Mededeel. K. 
Akad. d. Wetensch. 2 ser. Vol. II. et Pro]. 158. 

In Kiusiu interioris alpibus Kundsho-san, alpe Aso- 
san, Nippon montibus Hakone, Yokoska, Yokohama. 

Var. ß, glabra Miq. 1. c. 159. et var. y. albiflora 
Yedo saepe coluntur. 

Afnnis L. angustifoUae Wall. 

Corolla L. gracilipedis limbo majore minus exacte 
regulari, lobis 2 enim paulo majoribus, a ceteris Xy- 
losteis diversa. Flores a me saepissime, baccae sem- 
per solitariae visae, unde nomen L, uniflorae, sub quo 
a b. Blumeo varus herbariis communicata fuit, a 
Miquelio sine causa in minus aptum mutatum, for- 
tasse praeferendum, quum nomen Sieboldi CaprifoUi 
uniflori a Miquelio 1. c. adducitur. Bacca in vivo 
ovalis V. ovoidea, basi leviter umbilicata, apice vesti- 



— 77 — 

gio calycis coronata, pallidius sanguineo-coccinea cum 
rore tenero albido, 10 — 13 : 8 mill, magna. 

29. l. syringantha: elata ramosissima glabra micro- 
phylla, foliis ovalibus ovatisve obtusis basi rotundatis 
V. subcordatis; pedunculis brevissimis ; bracteis petio- 
latis lanceolatis foliaceis calyces aequantibus; bracteo- 
lis in cupulam connatis; calycis laciniis foliaceis lan- 
ceolatis Ovaria libera aequantibus persistentibus ; co- 
rolla hypocraterimorpha albido-rosea, tubo aequali in- 
tus pilosulo, limbi brevioris laciniis ovalibus; antheris 
subsessilibus medium tubum vix superantibus; stylo 
quam tubus duplo breviore glabro; baccis ovoideis li- 
beris (rubris?). 

In Chinae prov. Kansu (Przewalski, 1872). 

Var, minor: depressa, folia semipoUice breviora, 
flores minores pedunculo subnullo, bracteae bracteo- 
laeque ciliatae. 

Ibidem, ad latera alpium (idem, 1873). 

Proxima liuic speciei est L. spinosa Jacquem,, ex 
icone in Jacquem. Voy. tab. 86. et spec. Eoyle (L. 
lineari Roy le herb.) diversa ramulis spinescentibus, 
foliis angustioribus et minoribus, coroUae tubo lon- 
giore laciniis limbi attenuatis, genitalibus exsertis et 
calyce parvo. 

■Species quoad sectionem dubia. 

30. L. linderifolia: ramis tenuibus foliisque oblongo- 
lanceolatis infimis obtusis reliquis obtuse acuminatis 
parallele sub-.7-costatis utrinque crispe ad petiolos 
densius puberulis; perulis ad basin ramulorum an- 
gustis setaceo-acuminatis ; pedunculis fructiferis graci- 
libus erectis folium dimidium superantibus; bracteis 



— 78 — 

membranaceis setaceis fructu brevioribus; bracteolis 
nullis; baccis liberis globosis rubris limbo truncato 
coronatis. 

Nippon media (Tschonoski, 1866). 

Corolla ignota incertum est, an ad Xylostea vel 
Chamaecerasos ducenda sit. L. gracilipedi proxima 
videtur, quae tamen praeter foliorum et baccae soli- 
tariae formam, nimis distincta est costis foliorum ar- 
cuatis flexuosis subquinis, ramulis crassioribus et bre- 
vioribus, perulis ovatis acutis, bracteis herbaceis. Ex 
prima facie similior est L. coeruleae y- eduli, cujus 
folia habet, sed fructibus liberis rubris abhorret. Cum 
reliquis speciebus vix comparanda videtur. 

Cortex fuscus jam in ramis tenuibus, qui praesto 
sunt, passim lacerus et solutus. Folia infima 1 : 0,5 
cent., superiora ad 7 : 1,8 cent, magna, concolora, raem- 
branacea. Baccae magnitudine pisi, 3 — 4-spermae. 
Semina ovalia, parum compressa, nitida, 2 mill, longa, 
e came facile soluta. 

Dipelta gen. n. 

Caprifoliaceae , Lonicereae. 

Calycis tubus cum ovario connatus lanceolatus, lim- 
bus persistens herbaceus 5-fidus laciniis linearibus. 
Corolla infundibuliformis , tubo basi angusto gibbo 
fauce valde ampliato, limbo bilabiato, labio superiore 
praefloratione extimo 2-lobo, infimo paulo longiore 3- 
lobo lobo medio extimo. Stamina (summo déficiente) 4 
didynama , superiora longiora infra medium , inferiora 
breviora supra basin tubi inserta. Antherae medio 
dorse affixae, basi bifidae, loculis parallelis. Pollen 
griseum triporosum. Ovarium inferum 4-loculare, lo- 



— 79 — 

culis 2 alternis 1-ovulatis fertilibus, ceteris 2 pluri- 
ovulatis sterilibus. Stylus stamina aequans, stigmate 
capitato-truncato. Ovula fertilia majora, ex apice lo- 
culi pendula, anatropa, compressa, sterilia minuta, 
versus apicem placentae centralis inserta, horizontalia 
subglobosa crasse carnosa. Drupa carnosa (teste col- 
lectore). — Frutex gemmis perulatis, foliis oppositis de- 
ciduis penninerviis ellipticis, basi acutis, apice subito 
acuminatis, integerrimis vel passim apice obsolete re- 
pandodentatis, ad venas margineque parce pubescenti- 
bus, pedunculis axillaribus petiolos superantibus 1-flo- 
ris, medio minutissime bibracteatis , in racemum ter- 
minalem 4 — 8-florum approximatis , foliis floralibus 
praeter infima diminutis angustioribus. Calyx basi brac- 
teis 2 foliaceis ovalibus (folium florale et axin spectan- 
tibus) fultus et altius quam illae basi tubi calycini ad- 
natas bracteolas 2 peltatas suborbiculatas gerens, quae 
bracteis alternae atque multo majores has calycem- 
que totum obtegunt. Corolla fere sesquipollicaris , ex 
sicco alba, intus ad tubum et faucem labii inferioris 
pilosa. Loculi fertiles ovarii bracteas, steriles brac- 
teolas spectantes. Drupa rubra edulis dicitur, ex caly- 
cibus defloratis, qui praesto sunt, ovoidea vel demum 
fortasse subglobosa, calycis limbo coronata, bracteis 
fulta et bracteolis adnatis sibi invicem appressis abs- 
condita. 

Habitus Diervillae cujusdam albiflorae, affinitas cum 
SympJioricarpo, a quo corolla ampla irregulari, stami- 
nibus didynamis eorumque insertione, nee non bracteo- 
larum fabrica differt, et inter quem et Äheliam po- 
nenda videtur. 



— 80 — 

D. floribanda. 

In Chinae occidentalis prov. Schensi, montibus circa 
urbem Han-tschun-fu, initio Aprilis florens (Dr. Pia- 
sezki, 1875). 

Pedlicn-laris L. 

Species Asiae orientalis cum totius generis conspectu. 

I. LONGIEOSTEES. 

Galea in rostrum elongatum filiforme sigmoideum, 
circinnatiim , oblique tortum, subreflexum vel porrec- 
to-subincurvum abiens, in 1. erostris. Labium galeam 
amplectens vel rarius patens rostri apici contiguum. 
Antherae muticae. 

Series très, e quibus tantum prima species ditionem 
nostram incolentes habet: 

1. Siphonanthae. Tubus corollae filiformis rectus, 
calycem saepissime longe superans, fauce minuta, la- 
bio amplo. Stamina apice tubi inserta. Calycis dentés 
vel laciniae cristatae. Folia sparsa. — Specierum con- 
spectum et Asiani orientalem incolentium enumera- 
tionem confer infra. 

2. Gracues. Tubus corollae cylindricus saepius incurvus calycem 
parum vel duplo superans. Galea a labio araplo porrecto remota, ob 
basin galeae erectam sub angulo recto in anticam rostrigeram in- 
curvam. Stamina medio tube inserta. Folia verticillata.— Species, una 
excepta, himalaicae {P. 2^ectinata'W nil. j pyramidataB. oyle, tenuiros- 
tris Benth., tianschanica Ru^r., porrectaWaU., hrevifolia Don (P. 
jßroboscideaD OTi\ in sched.)'*), ^racîTzsWall.) radice perennivel bienni 
napiformi vulgo carnosa, foliis verticillatis vel inferioribus vel in 
1. ramealibus oppositis, pinnatifidis vel partitis, caule vario, rarius 
apice breve vel toto ramoso (in n. 3. et 7.), floribus verticillatis ap- 
proximatis vel in P. gracili oppositis remotis, magnis vel majusculis. 



4) V. s. e Nipal (Buchanan) et e Tschangra Himalayae occi- 
dentalis (Heide, cor. intense purpurea). 



— -81 — 

3. Surrectae. Tubus corollae cylindricus incurvus vel rectus ca- 
lycem vix vel parum superans, galea ad faucem utrinque 1-den- 
tata^), a basi incurva, rostro porrecto vel recurvo, labium parvum 
galeae accumbens. — Species americanae [P. groenlandica Retz. cum 
var. eurrecta A. Gray, P. attollens A. Gr., P. incurva Bth., ultima 
a me non visa), glabrae, radice e fibris carnosis aequalibus fascicu- 
lata, caule elatiore stricto simplici, foliis plerisque radicalibus, cau- 
linis sparsis parvis, pectinato-pinnatipartitis , spica elongata densa 
micrantha. 

1. Siphonanthae Bth. Scroph. ind. 53. 

Herbae centrasiaticae habitii vario. Radix mox te- 
nuis simplex (P. Perrotteti)^ mox napiformis apice vel 
a basi in fibras carnosas aequales divisa, caulibus so- 
litariis vel saepius numerosis, centrali tunc saepius 
brevi vel bravissimo, lateralibus ascendentibus vel de- 
cumbentibus. Folia radicalia sub anthesi saepius nulla 
vel caulinis minora, semel pinnatifida partita vel ra- 
rius secta, unica species subacaulis. Flores magni, 
saepe pedicellati, axillares vel breve racemosi. 

Clavis analytica specierum mihi notarum. 

Galea lougirostris. 2. 

» erostris, corolla alba P. Perrotteti Bth. 

2. Calyx 5-dentatus. 3. 

» 2 — 3-dentatus, labii lobus médius rotunda- 
tus integer vel emarginatus. 11. 

3. Rostrum circinnatum vel sigmoideum. 4. 

» subrectum brfidum, pi. nana acaulis foliis 
pinnatilobis, corolla purpurea P. Przewalskii m. 

4. Folia pinnatifida vel partita segmentis lata basi 

sessilibus, flores in racemum conferti. 5. 
Folia pinnatisecta segmentis petiolulatis, flores axil- 
lares rosei, tubus calyce 3 — 5-lo longior, fila- 
menta glabra P. muscicola m. 

5. Rostrum porrectum galea plus duplo longius, tu- 

bus e calyce oblongo-ovoideo vix exsertus, fila- 
menta inferiora parce pilosa. Elata, folia pin- 



5) Adest talis in P. si^honantha Don. et aliis inter Siphonan- 
thas et in Palustribus nonnullis inter Bidentatas. 

Mélanges biologiques. X. Il 



— 82 — 

natifida lobis oblongis pinnatilobis , racemus 

spithamaeus, flores flavi P. elephantoides Bth. ^) 

Rostrum circinnatum vel sigmoideum galea brevius 
vel sesquilongius. 6. 

6. Tubus corollae calycem yix superans, rostrum ga- 

lea brevius, filamenta pilosa, galea edentata, 
lobus labii médius lateralibus paulo anguslior 

P. macrantha Kl. ^) 
Tubus corollae calyce subduplo longlor. 7. 

7. Flores rosei rostro integro, folia profunde pinna- 

tipartita lacijius abbreviatis. 8. 
Flores flavi rostro apice bifido, folia pinnatifida 
lobis oblongis. 10. 

8. Filamenta glabra. 9. 

» inferiora villosa, rostrum galea eden- 
tata longius P. lahellata Jacquem. 

9. Rostrum galea ad faucem bidentata brevius, planta 

spithamaea P. rhinanthoides S chr enck. 

Rostrum galea edentata longius , planta bipolli- 

caris P. Elephas B o i s s. 

10. Folia ovato-oblonga laciniis oblongis, stamina pi- 
losa P. megalantha Don.*) 

Folia anguste oblonga laciniis rotundatis vel ova- 

tis, stamina glabra P. licornuta Kl. ®) 



6) Specc. Roylei, a me pro P. elephantoide Benth. sumta, fere 
glabra, folia oblonga, racemus basi interrnptus, pedicelli erect! ca- 
lycem dimidium aequantes, calyx inflatus dense reticulatus inter 
costas, hinc fissus, dens summus duplo ceteris minor, omnes late 
lanceolati acute duplicato-serrati, labii lobus médius obovatus emar- 
ginatus lateralibus rotundatis multo minor, rostrum galeae integrum, 
ovarium puberulum, capsula oblique lanceolata acuminata calyce 
triente longior. 

V 7) P. macrantha Kl. in Ergebn. der Reise des Prinzen Waldem. 
108. t. 59. Vidi e Kumaon a Jameson, nec non a Strachey et 
Winterbottom (n. 7.) lectam. Valde similis P. rhinanthoidi , sed 
florum color ex sicco non eruendus. 

8) Videtur simul P. Eoffmeisteri Kl. 1. c. 108. t. 60., sed rostrum 
delineatùm est integrum, an ita sit, in descriptione non dicitur. Vidi 
specc. Wall. n. 411., Don (Buchanan) e Nipal, Jameson e Ku- 
maofiy Roy le ex Himalaya occidentali. 

9) P. Ucornuta Kl. 1. c. 109. t. 61. Vidi semper sibi similem e 
Lahul aliisque locis Tibeti occidentalis, ex hb. Calcutt. et a Hans 
communicatam , e cujus adnotatione recens saepe moschum olet. 
P. megalanthae quidem persimilis , sed signa adducta constantia 
videntur. 



— SS- 
II. Flores flavi. 12. 

» rosei, lobi labii latissimi subaequales medio 
truncato. 15. 

12. Galea dorso cristata crista ante rostrum acute ab- 

scissa et evanida P. cranolopha m. 

Galea ecristata. 13. 

13. Calycis dentés ampli foliaque spinuloso-serrata, 

rostrum sigmoideum longum, tubus calyce 6-lo 

longior filiformis P. armata m. 

Calycis dentés parvi foliaque non mucronato - ser- 
rata, rostrum fere circulare. 14. 

14. Labii lobi omnes emarginati, rostrum apice fissum, 

planta nana P. longiflora Rud. 

Lobi labii laterales rostrumque intégra , planta 

elata P. chinensis m. 

15. Galea a basi incurva fauce bidentata, tubus calyce 

multiplo longior P. siphonantha Don! 

Galea ad medium erecta edentula, tubus calyce 

2— 3-lo longior P. EooJceriana Wall. ^^) 



Species orientaliasiaticae, 

1. P. labellata 3 Sicquem. Voy. 118. t. 123. Bth. 
in DC. Prodr. X. 56^. 

In Chinae'^YOY. Kansu^ regione altissima pratorum 
alpinoriim jugi a fl. Tetung meridiem versus siti (Prze- 
walski). Vidi praeterea e varus locis Tibeti occiden- 
talis, ex hb. Calcutt. a Stoliczka et alii s, nee non 
a Strachey et Winterbottom collectam. 



10) Ad P. Hookerianam duco specc. a Royle in Himalaya occi- 
dental!, a Jameson et Strach. et Winterb. (n. 4. s. n. P. sipho- 
nanthae) in Kumaon, ab iisdem (n. 10.) in Garhwal inventa, et eadera 
planta videtur P.himalaica Kl. 1. c. 107. t. 58. Planta autem, quam 
e Tiheto {TscJiangra, Heide, Lahul, Neser) commun. Hans s. n. 
F. Hoolcerianae differt statura floreque duplo majore, foliis inferiori- 
bus pinnatilobis lobis omnium ovatis, et erit fortasse P. punctata 
Dne. in Jacquem. Voy. 117. 1. 122. In utraque filaraenta inferiora 
villosa, in pi. Hansi lobi labii laterales latissimi dorso corollae sese 
tegentes, quod in fig. Decaisnei non expressum, et corolla im- 
punctata. De corolla in ulla Pediculari rite et normaliter albo- 
punctata ceterum dubito. An tota P. punctata varietas macrantha 
P. HooTcerianae? 



— 84 — 

Planta chinensis cum tibetica optime congruit. 
Flores purpurei. 

2. P. muscicola. Multicaulis caespitosa glabrata, cau- 
liculis filiformibus ascendentibus vel procumbentibus 
foliatis a basi floriferis; foliis ambitu ellipticis vel lan- 
ceolatis pinnatisectis, segmentis pl. m. petiolulatis lan- 
ceolatis pinnatifidis serratisque serraturis et lobis mu- 
cronatis; floribus axillaribus pedicellatis folia aequan- 
tibus vel siiperantibiis ; calyce cylindrico integro 5- 
dentato, dentibus vix maequalibus linear! -lanceolatis 
argute mucronato-serratis; corollae profunde roseae 
tubo calycem plus triplo quintuplove excedente, galea 
edentula in rostrum apice emarginatum sigmoideum 
recurvum vel semicirculare incurvum attenuata, labii 
maximi latissimi subeciliati lobis lateralibus depresso- 
rotundis medio ovato obtusiusculo multiplo majoribus, 
filamentis glabris; ovario ovoideo oblongo acuminato. 

In Chinae prov. Kansti, ejusdem jugi iit praecedens 
silvis acerosis et frondosis solo humido muscoso fre- 
quens (Przewalski), in ejusdem provinciae parte au- 
strat, nee non in prov. ScJiensi parte boreali (Pia- 
sezki). In MongoUae australis jugo Älaschan, silvis 
muscosis rarius (Przewalski). 

Pulcherrima species, solam P. siphonantham Don 
paulo in mentem vocaus, sed diversissima floribus 
maximis omnibus axillaribus, foliis dissectis, calyce 5- 
dentato aliisque signis. 

3. P. Przewalskii, Nana caespitosa pilosa, cauliculis 
subnullis, foliis fere omnibus radicalibus anguste ob- 
longis obtusis imbricato-pinnatilobis lobis rotundatis 
obtusissimis crenatis; floribus in cauliculo 1 — 2 axil- 
laribus pedicellatis; calyce folia aequante cylindrico 



— 85 — 

herbaceo hinc fisso 5-dentato, dente summo minore 
subintegro, 4 inaequalibus rotundatis obtusis 3 — 4-lo- 
bis crenatisque; corollae roseae tubo calycem triplo 
superante cylindrico pubescente, galea erecta apice 
incurva in rostrum bifidum rectum partem galeae in- 
curvam vix superans attenuata, labio maximo glabro 
lobis aequilatis rotundatis medio emarginato, filamen- 
tis omnibus villosis; capsula oblique oblonga breve 
cuspidata calycem fere duplo superante. 

In CJiinae prov, Kansu, pratis alpinis regionis altis- 
simae frequens (Przewalski). 

Cum nulla hujus gregis apte comparanda, habitu 
proprio et rostro recto breviore insignis. 

4. P. cranolopha. Humilis caespitosa, caulibus brevis- 
simis basi ramosis, ramis ascendentibus caespitem for- 
mantibus bifariam villosulis basi nudis, petiolis cilia- 
tis, foliis anguste oblongis pinnatipartitis laciniis ova- 
tis oblongisve acutis pinnatifidis et mucronato-serratis ; 
racemo laxo paucifloro, bracteis foliiformibus elonga- 
tis; calyce cylindrico bifido lobis e basi attenuata 
ovatis acutis pinnatifidis et inciso-serratis (accedente 
summo tertio rainuto); corollae flavae tubo calycem 
plus 3 — 5-lo superante lineari pubescente, galea in- 
curva dorso, versus frontem altius, cristata, crista ad 
rostri originem usque extensa ibique truncata, rostro 
sigmoideo galea breviore apice bifido, labio ample lobo 
medio truncate lateralibus parum minore, filamentis 
omnibus villosis, ovario oblonge attenuate. 

In Chinae prov. Kansu, confinibus australibus jugi 
fl. Tetung comitantis, nee non, ex coUectore, circa 
templum Tschöibsen (Przewalski). 

P, longiflora Rud., huic similis, differt, praeter ga- 



— 86 — 

learn ecristatam , foliorum lobis abbreviatis obtusis, 
calycis dentibus parvis, tubo corollae filiformi longiore, 
lobis labii ciliatis omnibus emarginatis medio con- 
spicue minore. 

5. P. armata. Caespitosa, caulibus numerosis demum 
spitbamaeis procumbentibus ascendentibus centrali ab- 
breviato erecto, omnibus subbifariam villosis basi nu- 
dis, petiolis ciliatis, foliis glabris ambitu linearibus 
pinnatipartitis laciniis rotundatis inciso-serratis serra- 
turis lobulisque longe cartilagineo-mucronatis; racemo 
valde interrupto plurifloro, bract eis foliiformibus elon- 
gatis; calyce cylindrico pubescente 2-dentato dentibus 
e basi attenuata reniformibus 3 -lobis rigide mucro- 
nato-grandiserratis ; corollae ochroleucae tubo filiformi 
villoso calycem 6-lo superante, galea pulverulenta in 
rostrum vix brevius tenue sigmoideum apice emargi- 
natum porrectum desinente, labio ciliato ample lobis 
rotundatis medio triple minore , filamentis omnibus 
villosis, ovario ovoideo-oblongo. 

In Chinae prov. Kansu, in pratis ejusdem jugi fre- 
qüens (Przewalski). 

Inter praecedentem, a qua tubo tenui elongate, ga- 
lea ecristata, pube, foliis ceterisque, et sequentem 
quasi media. Haec (P. longiflord) rostro, labio, calyce, 
statura, glabritie distincta et certe propior. 

6. P. longiflora Rudolph, in Mem. Acad. Pétersb. 
IV. (1811.) 345, t. 3. Bge. in Ledeb. Fl. Ross. III. 
276. P.^^w&^/^oraFisch.inMem.Soc.MoscJII.(1812.) 
58. Stev. Monogr. 30. DC. Prodr. X. 365. Turcz. 
Fl. Baie. Dah. II. 361. 

In Sibiria haicalensi ad fl. Aladseja, torrentem Ur- 
gudei aliisque locis, Tiheto occidental! (hb. Calcutt.): 



— 87 — 

prope Rupcliu (Stoliczka), Himalaya ditione Kumaon 
(Strachey et Winterbottom). 

' Calyx hinc fere ad medium fissus, 2-dentatus5 dente 
tertio summo si adest minuto lamina vix ulla, latera- 
libus lamina parva triloba serrataque apici baseos 
deltoideae imposita. Galea ad faucem bigibba, cete- 
rum praecedenti similis, sed glabra, rostrum apice bi- 
fidum galea distincte brevius. Specimina indica et tibe- 
tica sibiricis simillima. 

P. tuUformisKl. 1. c. 106. t. 57. a Garcke eodem 
loco a P. longiflora non diversa habetur et rêvera labii 
lobis omnibus emarginatis galeaque bigibbosa conre- 
nit, ex icone et descriptione tamen distincta videtur 
statura elata, caule a basi florifero multifloro, petiolis 
villosis, foliorum laciniis contiguis ovatis neque distan- 
tibus saepe rotundatis, calyce sub-5-dentato, rostro 
integro. 

7. P. chinensis. Pedalis pluricaulis, caule erecto fo- 
liato foliisque glabris, petiolis breve ciliatis, lamina 
ambitu lineari pinnatiloba vel pinnatifida lobis rotunda- 
tis inaequaliter serrulatis; racemo elongato multifloro 
interrupto, bracteis foliiformibus elongatis superiori- 
bus calyce brevioribus petiolo lanceolato lamina ovata 
crenata, pedicellis et defloratis calyce brevioribus; 
calyce cylindrico piloso hinc fisso 2-dentato dentibus 
reniformirotundis crenato-subtrilobis; corollae flavae 
tubo filiformi pubescente calycem 4-lo excedente, ga- 
lea fere a basi incurva margin e baud gibba sensim in 
rostrum vix brevius circulare integrum atteivuata, la- 
bii ampli ciliati lobo medio duplo minore truncato, 
filamentis omnibus villosis, ovario oblongo. 



— 88 — 

In Ghinae prov. Kansu (Przewalski, Piasezki) 
et PetscMli, jugo Siao-wu-tai-shan (Hancock). 

Proxime affinis videtur P. tuhiflorae Kl. mihi tan- 
tum ex icone notae, nee non P. longiflorae Rud. Prior 
differt foliis circumscriptione oblongis, lobis contiguis 
ovatis argute serratis, calyce 5-dentato, bracteis ut vi- 
detur omnibus foliiformibus, posterior pube subnulla, 
caulibus abbreviatis, racemis paucifloris, bracteis om- 
nibus foliiformibus , galea utrinque ad faucem bigib- 
bosa basi erecta, rostro bifido, labii lobis emarginatis. 
P. megalantha Don. statura nostram aemulans, magis 
distat foliis, corolla majore, tubo breviore cet. 

II. VERTICILLATAE. 

Folia floresque verticillata vel subvert! cillât a, foliis 
nonnuUis passim oppositis vel sparsis. Calyx 5-dentatus 
V. 5-fidus (in P. sulcata 3 — 5-dentatus). Galea eden- 
tata forma varia, rostro recto vel nullo. Tubus coroUae 
cylindricus fauce subdilatata. 

4. Armenae. 

Calycis dentés denticulati. Galea fronte declivi in 
rostrum obliquum fronti continuum breve vel brevissi- 
mum attenuata, tubus corollae incurvus vel infractus. 
Plantae humiles foliis omnibus verticillatis, floribus 
purpureis, ab Asia centrali in Asiam minorem et 
Caucasum propagatae, a série Rostratarum tantum 
foliis non sparsis distinct ae. Hue: P. crassirostris 
Bge., P. leptorhiza Rupr., P. armena Bge. (nee 
Boiss.), P. araratica Bge., P. suhrostrata C. A. Mey., 
P. cheilanthifolia S ehre nek et species nova (Kotschy 
It. Cilic. kurd. n. 512) huic et P. suhrostratae affinis, 



— 89 — 

a priore labio galeam brevem aequante, a posteriore 
foliis pra'esertim distincta. 

8. P. cheilanthifoUa Schrenck in Bull. phys. math. 
Acad. Pétersb. I. 79. et Enum. alt. pi. novar. 19. 
Bge. in Ledeb. Fl. Ross. III. 273. Bth. 1. c. 562. 

In Chinae prov. Kansu , pratis altissimis alpinis, 
(Przewalski spec. 2 collegit P. verticillatae Mmixtü), 
Praeterea occurrit in Alatau cisiliensi Songariae, Ti- 
heto occidentali (T. Thomson): adTschangra (Heide), 
ad Kibber etc. (hb. Cal cut t.), Himalaya occidentali 
ad fl. Satledsch superiorem (Heide). 

Corolla pi. chinensis ex collectore rosea, in sicco 
violacea et ita est in recentiore optime exsiccata hi- 
malaica, in vetustiore pallidior fit. Planta tibetica et 
Mmalaica sistit P. abrotanifoliam Aut. Angl. in sche- 
dis varus. 

5. MyriophyUae. 

Calycis dentés (P. Chamissonis excepta) dentati, ga- 
lea in primis tribus fronte declivis rostro oblique por- 
recto gracili, in ceteris adunca rostro subverticali et 
tuncbrevi. Plantae elatiores caulibus simplicibus rarius 
ramosis, pluribus vel solitariis, floribus purpureis vel 
ochroleucis, tubo coroUae in P Giamissonis recto, in 
reliquis infra cto vel incurve, foliis verticillatis (vel sub- 
verticillatis in P. interrupta). — Centrasiaticae cum una 
boreali circumpacifica, quarum sequi tur clavis. 

Galea fronte declivi in rostrum porrectum attenuata. 2. 
Galea fronte subverticali rostro brevi. 4. 

2. Tubus corollae calyce vix longior incurvus. 3. 

» » » duplo longior rectus. P. Chamissonis S te v. 

3. Diffusa multicaulis, folia pinnatifida, filamenta gla- 

bra ,...,,, P. alaschanica m. 

Erecta , folia profunde bipinnatipartita , filamenta 

pilosa P. curvituba m. 

Mélanges biologiques. X. 12 



— 90 — 

4. Folia pinnatisecta, spica interrupta, rostrum eras- 

sum breve, galea labium superans. 5. 
Folia bipinnatisecta vel partita. 6. 

5. Folia subverticillata segmentis lineari-oblongis 

P. interrupta S te ph. ^i) 
» verticillata segmentis obovatis, spica brevis 

P. platyrhyncha Schrenck. 

6. Labium parvum galea brevius, rostrum breve 

P. myriophyïla Pall. 
» amplum galea longius, rostrum gi:acile lon- 
giusculum P. Tatarinowi m. 

Species Asiae orientalis. 

9. P. Giamissonis Stev. Monogr. 20. tab. 4. fig. 1. 
Bge. 1. c. 274. Bth. 1. c. 561. 

In insulis Kurilis, Kamtschatka ^ insula Atcha Ale- 
utorum, nee non Unalaschka et Sitha Americae bo- 
realis. 

Planta Kurilensis galeam solito nonnihil latiorem et 
rostrum paulo longius habet, quare non dubito, plan- 
tam japonicam tantum varietatem esse : 

ß. japonica, Miq. Prol. 53. (sp. propr.). Rostrum 
latitudini galeae aequilongum. 

In Kiusiu: montibus prov. Higo frequens, ex Ito 
Keiske fide Mi quel, in Nippon: m. Haksan (Miquel 
spec. 1., Rein ex Franchet et Savatier), parte 
media et boreali, prov. Nambu (Tschonoski). 

Differentiae a typo praeter dictam vix ullae. Folia 
var. japonicae in sicco laete viridia, laciniae saepe 
latiores et una cum dentibus obtusiores non cartila- 
gineo-mucronulatae. Flores ex sicco in utraque vio- 
lacei, sed Steven dicit in vivo flavos, statu sicco ob- 
scure violaceos. Pubes utriusque, praeter calycis 
bractearumque marginem ubi parce villosa et dis- 

11) P. Ludwigi Rgl. PI. Semenow. hujus planta juvenilis ri- 
detur. 



— 91 — 

tincta, occurrit tantum, contra autores, in caule rarius, 
ubi in typo superiorem partem circumcirca vestit, in 
var, japonica autem passim parca quadrifaria in toto 
caule adest et petioli ciliati sunt, sed non semper. 
Galea utriusque formae labio longior, sed rostrum var. 
japonicae paulo magis porrectum, longius et subincur- 
vum. Labii lobi laterales in utraque forma non, ut 
habet Bunge, oblongi, sed oblique rotundati leviter 
sinuati cum apiculo subobsoleto, lobus médius parum 
minor prominulus. Ita unica differentia in rostro latet, 
quod in aliis speciebus (v. gr. P. resupinata) certis 
limitibus variare manifestum habeo. 

10. P. alaschanica. Caespitosa caulibus apice ascen- 
dentibus villosis, foliis quaternatim verticillatis petiolo 
laminam fere aequante pinnatifidis laciniis lanceolatis 
decurrentibus serratis; verticillis florum numerosis 
interruptis; bracteis inferioribus totis foliaceis, reli- 
quis basi intégra membranaceis ovatis apice foliaceo 
pinnatilobis serratisve; calyce membranaceo ovoideo in- 
flato margine et ad costas villoso semiquinquefido den- 
tibus inaequalibus acutis serratis summo deltoideo in- 
tegro; coroUae tubo medio infracto calycem aequante, 
galea curvata vertice convexa fronte declivi in rostrum 
anguste conicum galeae latitudinem subaequans et 
porrectum attenuata, labii galeam superantis lobis 
lateralibus oblique rotundatis medio multo minore 
subrhomboideo prominente ; filamentis glabris; cap- 
sula. . . 

In MongoUae australis jugo Alaschan, parte media, 
ad rupes rara, in Chinae prov. Kansu^ deserto coUino 
elato inter jugum boréale finitimum et aliud illi paral- 



— 92 — 

lelum extenso, nee non ibidem ad latera montium, 
rara (Przewalski). 

Affinis quidem sequenti, sed quam maxime diversa 
statura, modo Crescendi, foliis, calyce, rostro et pube. 
Ad summum pedalis, corolla ex sicco ocbroleuca. 

1 1 . P. cnrvitoba. Elata pluricaulis , caulibus erectis 
passim parce ramosis 4-fariam puberulis, foliis qua- 
ternatim verticillatis pinnatisectis segmentis distan- 
tibus linearibus vel lanceolatis pinnatipartitis-fidisve 
lacinulis acutis hinc passim 1-serratis; verticillis flo- 
rum numerosis interruptis ; bracteis inferioribus folii- 
formibus, reliquis basi membranacea ovata integerri- 
mis apice herbaceo pinnatipartitis ; calyce membranaceo 
ovoideo inflato hincfisso subaequaliter 5-dentato denti- 
bus acutis pinnatilobis, corollae tubo medio geniculato- 
incurvo, galea incurva vertice convexa fronte declivi 
in rostrum porrectum gracile subincurvum latitudinem 
galeae attingens attenuata, labio galeam superante lo- 
bis lateralibus dilatatis medio multo minore transverse 
ovali cum apiculo; filamentis omnibus pilosis; cap- 
sula .... 

In Chinae prov. Kansu, vallibus rivulorum alpino- 
rum vulgaris (Przewalski). 

Statura et folia P. myriopJiyllae Pall., floris fabrica 
et color in sicco potius P. alascJianicae, 

12. P. Tatarinowi. -Erecta simplex vel ramosa, caule 
4-fariam pubescente; foliis 4'(3-)natim verticillatis 
pinnatisectis segmentis distantibus lanceolatis vel oblon- 
gis pinnatifidis partitisve lacinulis acutiusculis passim 
hinc 1 - dentatis ; florum verticillis 2 — 4 subinter- 
ruptis; bracteis ut in praecedente; calyce membra- 
naceo inflato hinc fisso subaequaliter 5-dentato denti- 



— 93 — 

bus obtusis crenatis; coroUae violaceae tubo leviter 
incurvo calycem vix excedente, galea antice convexa 
fronte sub vertical! uti rostrum crassum conicum lati- 
tudinem galeae vix attingens, labio galeam superante 
lobis lateralibus dilatatis medio minore ovato-rotundo; 
filamentis omnibus pilosis; capsula oblique ovata acu- 
minata calycem excedente. P. s;pec, myriophyllae affi- 
nis Maxim. Ind. Pékin, in Fl. Amur, 475. 

China boreali: ab urbe Pekino occidentem versus, 
circa She-che (Jehol) legit Dr. Tatarinow. 

Valde affinis sequentis var^ purpureae^ quae tamen 
flore minore (16 nee 20 mill.), labio galea breviore 
parvo, rostro brevissimo, filamentis 2 tantum pilosis 
certo differt. 

13. P. myriophylla Pall. It. III. App. 737. n. 99. 
tab. S. fig. 1. A. Bge. in Ledeb. Fl. Ross. III. 274. 
Turcz. Fl. Baie. Dab. II. 356. Btb. 1. c. 562. 

In Sihiria baicaleusi ad fl. Angaram et Dsbidam 
nee non occidentem versus ad Jeniseam et in Altai 
orientali. 

^.purpurea Bge. in Walp. Repert. III. 410. Co- 
rolla purpurea tubo calycem parum excedente. P. myr. 
ß. et Y. Turcz. 1. c. 337. P. rupestris idem in sched. 

Mongolia rossica ad limites chinenses (Turcz.) et 
cbinensis, parte orientali centrali (Kirilow). 

Bunge olim (in Bull, scientif. VIII. 247.) et Tur- 
czaninow 1. c. de identitate varietatis cum typo non 
dubitant, prior tamen postea (in Ledeb. 1. c.) quaerit, 
nonne specie diversae sint ob radicem var. ß. peren- 
nem. Equidem in utraque similem video, sed coroUae 
tubum in typo calyce sesquilongiorem , in var. ß. 
aequilongum, quod tamen valde ab aetate pendet, nam 



— 94 — 

in omnibus hujus generis speciebus tubus ante coroUam 
apertam brevior est, turn distincte elongatur, peracta 
anthesi denique basi solutus ab ovario fecundato pro- 
truditur iterumque longior apparet. Ita potius cum 
Turczaninowio, qui utramque formam vivam obser- 
vavit, conspecificam habeo. 

6. Verticülatae. 

Calycis dentés (P. amoena excepta) integri, galea 
(excepta P. molli) subcurvata fronte cucuUata verticali 
inferne erostri, tarnen saepissime acuta vel acutiuscula, 
ita ut galea apice latior sit quam medio, corollae pur- 
pureae vel in 1. sulfureae tubus infractus. Caules 
erecti vulgo elatiores passim ramosi, folia rite verti- 
cillata, rarissime infima opposita. Species asiaticae, 
praeter 1. annuam, alpinae, unica circumpolari : 

Galea apice rotundata et tubus recta continua ae- 
quilonga, folia per 5 verticillata, calyx aperte 
campanulatus P. moUis Wall. ^^) 

Galea tubo infracto multo brevior incurva. 2. 

2. Folia quaterna bipinnatisecta, flores dense spicati 

sulfurei P. abrotanifoUa M. B. 

Folia semel pinnatifida partita vel secta, flores pur- 
purei. 3. 

3. Antherarum paria distantia , calyx brevissime 5- 

dentatus „ P. verticillata L. 

Antherarum paria contigua. 4. 

4. Annua, folia pinnatifida, spica densa, bracteae inte- 

grae, labium galeam minutam duplo superans. P. spicaia Pall. 
Perennes, folia pinnatipartita vel secta. 5. 
5.- Bracteae trifidae, folia 4-na, corolla purpurea tubo 
basi infracto fauce valde dilatata. 6, 
Bracteae indivisae, folia terna, corolla nigra tubo 
medio infracto fauce parum dilatata. 7. 

6. Labium latissimum galeam superans P. amoena A d. 

Galea labium superans P. violascens Schrenck. 



12) Bot. Mag. 4599. Plantam ipsaw non vidi. 



— 95 — 

7. Verticilli florum valde distantes cinerei , folia radi- 

calia pauca, planta elata P. ternafa m. 

Spica densa albo-tomentosa, folia radicalia nume- 

rosa, planta humilis P. pilostachya m. 

Ad not. P. ahrotanifolia, galeae apicis angulo infe- 
riore mox acutiusculo mox prominulo acuto inter hanc 
et praecedentem seriem, uhi P, myriophyllae'SiiïmiSj 
medium tenet, sed quum galea minime rostrata et 
folia totusque habitus var. chinensi P. verticillatae simil- 
lima sint, magis commode hie militare videtur. 

Species Asiae orientalis. 

14. P. verticillata L. Cod. 4401. Bth. 1. c. 563. 
Bge. 1. c. 270. Turcz. Fl. Baie. Dah. II. 358. Bgl. 
et Til. Fl. Ajanr n. 224. Schmidt. Fl. Amg. bur. 
n. 223. Fl. Jeniss. n. 176. Trautv. PL Czekan. n. 264. 

In Sihiria: montib. Ural, ad Jenisei et Lenam infe- 
riores, ditione fl. Olenek et Kolj^ma, terra Tschuk- 
tschorum ad fl. Anadyr, Kamtschatka, ins. S. Pauli, 
Ishiga, jugo Stanowoi et ad Majam, Ochotzk, Ajan, 
circa Baicalem, Transbaicalia, montib. Sabinensibus et 
Altai, archip. Kurilensi (Urup), Mandshuria boreali: 
ad fl. Alyn et fontes Burejae, China boreali: ditione 
fl. Pekinensis in m. Siao-wu-tai-shan, ab urbe 250 
stadia occid. versus, prov. Kansu: pratis altissimis al- 
pinisfrequens (Przewalski). Praeterea in Europa bo- 
reali (Lapponia rossica) et alpina usque ad Rumeliam 
et S. Nevadam Hispaniae, dénique in America arctica 
(ex Be nth.) et in insulis Sitka cet. 

Var, réfracta: folia radicalia et floralia pinnatiloba 
lobis ovatis vel obtusis, caulina pinnatifida lobis oblongis 
utribusque inaequaliter serratis, corolla purpurea vel 
varians alba, capsulae patentissimae subrefractae. 



— 96 — 

In Kiusiu alpinis : Kumamoto in sylvis Cryptomeriae, 
et in alpe vicina Kiponsan, alte supra mare, in pratis 
alpinis (cum lusu albifloro), nee non in monte Naga. 

Primo aspectu specie diversa videtur ob folia la- 
tissima et praesertim capsulae directionem, sed inter 
specc. innumera pi. typicae inveni jam alia quoad folia 
similia etsi minora, alia capsulis pariter fere paten- 
tissimis instructa, omnes aliae partes vero ita iden- 
ticae, ut pro sola varietate geographica eximia ha- 
beam. — Ludit var. réfracta 3 - pollicaris usque 
2-pedalis, folia radicalia occurrunt spithamaea, pe- 
tiole hmina breviore, lamina ambitu ab ovato- in 
lineari-oblongum variante, 1 — iVg poll. lata. Caulis 
et inflorescentia villosiores quam in typo occurrere 
soient. Folia caulina 1 :4 poll, magna vel minora. Ver- 
ticilli florum in majoribus usque ad 8 distincti, prae- 
ter terminales spicatos. Calyx et corolla quam in typo 
paulo majora. 

Var. cMnensis: spithamaea usque bipedalis, folia 
bipinnatipartita lacinulis serratis, bracteae pinnatipar- 
titae, corolla, violacea. 

In Chinae prov. Kansu montosis, vulgaris (Prze- 
walski, Piasezki). 

Hanc etiam pro specie distincta haberes, si respicis 
Individuum unicum a Przewalskio lectum bipedale, 
cum caulibus 30 ex una radice ortis et foliis fere in 
modum P. ahrotanifoUae divisis, sed specimina spi- 
thamaea simplicia aPiasezkio allata omnibus partibus 
minora transitus oiferuiit ad nonnulla sibirica foliis 
solito profundius partitis donata, alii vero characteres 
diagnostici plane desunt. 

Utraque varietas ad limites maxime australes hue- 



— 97 — 

usque notas hujus speciei crescit, réfracta climate 
humidissimo maritimo, chinensis humido continentali. 

15. P. amoena Adams in Stev. Monogr. 25. tab. 
7. Bge. 1. c. 271. Bth. 1. c. 263. Turcz. 1. c. Rgl. 
Til. 1. c. n. 225. F. Schmidt Fl. Jenis. n. 177. Trtv. 
PL Czekan. n. 265. P. amoena a. et P. verticillata Rgl. 
PI. Semen, n. 809. 808. 

In Sihiria: regione arctica ad Jenisei, Wilui, Olenek 
et Lenam inferiores, fl. Kolyma, terra Tschuktschorum 
secus fl. Anadyr, prope Ishiga et Ajan, tum in Kam- 
tschatka, Kurilis, alpibus Baical, et Sajan. , in Davii- 
riae alpe Czokondo, Altai, Alatau cisiliensi (specc. gi- 
gantea) et transiüensi , Himalaya occidentali (Royle 
s. n. P. verticillatae) ad Tsdiangra (Heide). 

Specc. himalaica bracteis non trifidis a vera P. 
amoena recedunt, sed calyx et labium corollae inferum 
hujus neque P. verticillatae, filamentis glabris ab utra- 
que differunt, vix specie tamen. 

Ad not. P. eriophora Turcz. 1. c. II. 361. in not., 
Kamtschatka prope Tigil orta, P. amoenae et P. violas- 
centi Schrenck affinis dicta, foliis, calyce, filamentis 
glabris distincta, mihi ignota est. Descriptio autoris 1. 
c. errore typographico ita impressa, ut flores primum 
purpurei, ad calcem vero flavi dicuntur, sed posterius 
referri debet ad P. longifloram Rud. 

16. P. spicata Pall. It. III. app. 738. n. 109. 
tab. S. fig. 2. B. Bge. 1. c. 271. Bth. 1. c. Turcz. 
1. c. Maxim. 1. c. 209. 475. 484. F. Schmidt Fl. 
Amg. bur. n. 292. 

In Bavuria, Mandshuria occidentali et australi: 
secus fl. Amur usque ad m. bureicos, ad lacum Hanka, 

Mélanges biologiques. X. 13 



— 98 — 

fl. Suifun, aestuaria Bruce, Wladiwostok et Olgae, 
pratis turfosis humidis frequens, in China boreali: a 
Jehol meridiem versus (Tatarinow), jugo Siao-wu- 
tai-sban (Hancock), et ni fallor imo usque in prov. 
Schensi borealem unde specc. juvenilia attulit Dr. 
Piasezki. E Mongolia etiam olim enumeravi, sed 
specimen nunc in hb. h. Petrop. desideratur. 

A praecedentibus radice annua vel bienni, coUo 
plane esquamato differt et galea minuta spicaeque 
densae structura, nee non statione in regione demissa 
insignis et nuUi propius affinis. 

17. P. ternata. Rbizomate lignoso pluricipiti, caule 
simplici elato glabrato erecto, foliis ternatim verticil- 
latis, inferioribus (saepe oppositis) longe petiolatis, 
summis sessilibus pinnatipartitis laciniis oblongo-line- 
aribus pinnatilobis serratisque, bracteis arachnoideis 
lanceolatis longe acuminatis acumine serrato, superio- 
dbus calyce brevioribus; verticillis trifloris 2 — 5 inter 
se remotis; calyce oblongocylindrico cinereo-arach- 
noideo 13 -nervi 5-dentato dentibus subulatis revolutis 
summo minore; corollae (atroviolaceae) tubo calyce 
sesquilongiore ad medium rectangulo-infracto, galea 
recta obtusissima infra apicem minute bidentula, la- 
bio subaequilongo lobis obovatis medio minore, fila- 
mentis apice tubi inaequaliter insertis glabris, stylo 
bilobulo apice subclavato; capsula ovata mucronata 
calycem parum excedente. 

Mongolia australi: jugo Alaschan sylvis humidis 
regionis superioris frequens (Przewalski). 

Sequenti proxime affinis et cum ilia soli P. molli 
Wall, comparanda, quae tamen nimis distat caule ra- 
moso hirsuto, foliis 5-nato verticillatis , calyce brevi 



— 99 — 

dentibus serratis, corolla recta tubo calj^cem aequante. 

18. P. pilostachya. Palmaris caespitosa, tota praeter 
spicam albotomentosam violascens, foliis radicalibus 
fasciculatis numerosis lamina duplo longius petiolatis 
pinnatipartitis , laciniis oblongis pinnatifidis subtus 
gilvotomentosis lacinulis parce subserratis, caule te- 
reti arachnoideo foliorum verticillis 2: inferiore di- 
superiore triphyllo subsessili ; spica densa oblonga vel 
lineari-oblonga ad 1 5 -flora, bracteis basi ovata vel lan- 
ceolata integris dorso dense tomentosis, apice her- 
baceo lineari serrato vel superiorum calycem subae- 
quantium fere nuUo; calyce subsessili oblongo 10-ner- 
vio densissime albo-tomentoso breve 5-dentato dente 
summo subobsoleto; coroUae tubo ad ostium calycis 
sesquibrevioris rectangulo-infracto, galea recta obtu- 
sissima labium subaequante, labii lobis suborbiculatis 
medio paulo minore, filamentis glabris, stylo aequali. 

In Chinae prov. Kansu, cacumine alpis Sadi Soruk- 
sum alt. 13,500 ped. (Przewalski). 

Praecedentis quasi formam alpinam frigidam di- 
ceres, sed accuratius examinata nimis diversa: calyx 
subsessilis dentibus rectis brevibus uno subnuUo, co- 
roUae limbus rati one tubi labiumque majora, galea 
edentula, stamina subaequialte inserta, stylus aequalis, 
folia radicalia longe petiolata, lana densissima. 

7. Caucasicae. 

Calyx 5-fidus vel dentatus dentibus denticulatis vel integris. 
Corollae tubus basi infractus. Galea seriei 6. VerticiUatarum, sed 
recta apice ac medio aequilata utroque angulo apicali obtuso, in 
P. caucasica medio vel infra medium marginem passim obtuse angu- 
lata vel rarissime subbidentula. Antherae basi apiculatae. Radix 
ramosa, cauliculi palmares caespitosi simplices, folia radicalia nu- 
merosa, caulina paucissima verticillata, subverticillata vel in eodem 
caule subsparsa, flores purpurei vel albi. — Species Caucasicae, Ar- 



— 100 — 

menae etPersicae cum unica centrasiatica: P. caucasica MB. {armena 
Boiss. nee Bge.), P- Semenowi Rgl. (ex Alatau cisiliensi et Tibeto 
occid. prope Lahul, hb. Calcutt.), P- cadmea Boiss., P. quadridentata 
Fzl. [cadmea var. longiflora Boiss. et Hauskn., caucasica Ky pi. 
Cilic. n. 59. a., 131. a., 181., pi. Tauri n. 382), P. pycnantha Boiss. 
et P. sp. nova spica lanata corolla intense purpurea {caucasica var.? 
Bourgeau pi. Armen, n. 181.). 

Arete accedunt hie ad Boseas illic ad Hirsutas. 

III. EHYNCHOLOPHAE. 

Galea falcata i. e. vertice, vel adunca i. e. antice 
convexior, margine edentata, in rostrum galea brevius 
(vel in paucis longius) vel nullum (P. tristis, rudis, 
seylanica) attenuata. Folia sparsa. 

8. Prdboscideae. 

Caules simplices elati foliati ad collum squamis 
aphyllis paucis, folia pinnatipartita vel pinnatifida, spi- 
cae multiflorae, saepissime elongatae. Flores ochro- 
leuci vel flavi. Galea in 4 ultimis medio margine vil- 
losa, rostrata, rostro passim profunde dentato, vel in 
tristi et rudi erostris. Calycis dentés 5, excepta P. tristi 
et rudi integri. — Species Asiam mediam, plerum- 
que borealem nee non Mexicum incolentes , per P. 
hrachystachyn et P. proboscideam rostro subsigmoideo 
vel subrecurvo, labio subincumbente ad sect. Longiros- 
trium subappropinquantes. Hue ab autore collocatur et 
P. conforta Bth. 1. c. 575., ex Oregon^ a me non visa, 
ex descriptione rostro elongato fere circinnato in la- 
bium latissimum, 7 lin., incurvo, ad Siphonanthas, 
quarum fere galeam ex ipso autore habet, propius ad- 
huc accédons. Mediante P. dolichorhisa series haec ad 
Comosas etiam proximo accedit. 

Galea margine glabra rostrata, folia pinnatipartita. 2. 
» » dense villosa rostrata vel erostris. 7. 

2. Rostrum elongatum lineare fere eircinnatum in labium latissimum 



— 101 — 

incurvum, segmenta foliorum remota linearia, spica laxiuscula 

eloDgata , P. contorta Bth. 

Rostrum rectum. 3. 

3. Folia radicalia numerosa, caulina diminuta, 

rostrum truncatum integrum. 4. 
Folia radicalia pauca, caulina crebra parun]. 
minora, rostrum acutiusculum yel obtusum 
emarginato-subbidentatum. 5. 

4. Rostrum longius quam latum, galea labio la- 

tissimo tirevior P. mexiccma Zucc. 

Rostrum brevius quam latum , galea labio 
longior , P. Orisdbae Cham. Schtdl. 

5. Galea labium aequans, rostrum latitudiui ga- 

leae aequilongum P. compacta Stepb. 

Galea labium superans. 6. 

6. Segmenta foliorum crebra, rostrum gracile 

acutiusculum porrectum . . , , , . P. uncinata Steph. 

Segmenta distantia, rostrum crassum obtusum 

subverticale , . P. cdbulica Bth. 

7. Galea rostrata, corollae tubus calyce inclusus. 

Folia profunde pinnatipartita. 8. 
Galea erostris, tubus calycem subduplo su-. 
perans. Folia pinnatifida. 9. 

8. Labium galeam aequans, rostrum incurabens 

P. hrachystacTiys Bge. 
» galea brevius , rostrum breve por- 
rectum , P. prohoscidea Stev. 

9. Galea apice cucullato - clausa cum apiculo, 

labium multo brevius P. tristis L. 

Galea toto apice hians labium aequans P. rudis. 

Species Asiae orientalis. 

19. P. uncinata Steph. in Willcl. Sp. pi. III. 213. 
Stev. 1. c. 34. t. 12. Btli. 1. c. 575. Bge. 1. c. 280. 
Turcz. 1. c. 373. F. Schmidt Fl. Jenis. n. 178. 

In Sihiria orientali: Davuria, Trans-et Cisbaicalia, 
seciis Jeniseam : Krasnojarsk et parte inferiore, Tun- 
guskam superiorem et inferiorem; praeterea in Altai 
orientali et ad fl. Tom. 

20. P. compacta Steph. in Willd. 1. c. 219. Stev. 
1. c. 36. t. 11. f. 1. Bth. 1. c. 576. Bge. 1. c. 280'. 
Turcz. 1. c. 374. F. Schmidt Fl. jenis. n. 179. 



— 102 — 

Sïbiria orientali: baicalensi, m. Sajan, ad Jenisei 
inferiorem, occidentali: Altai, m. Tarbagatai Songa- 
riae, m. Ural. 

Flores flavi. Radix in hac et praecedente fascicu- 
lato-tuberosa. 

21. P. tristis L. Cod. 4404. Bth. 1. c. 580. Bge. 
1. c. 302. Stev. 1. c. 57. t. 10. f. 2. Turcz. 1. c. 
376. Rgl. et Til. 1. c. n. 231. Trautv. PL Czekan. 
n. 277. 

Sïbiria orientali: Davuria, flora Baicalensi ad limites 
MongoUae, ad fl. Birjussa et Chorma, m. Sajan in 
alpe Munku-sardyk, ad fl Jauam et Olenek, prope 
Ajan, praeterea in ûoysl Altaica. 

Radix a Bentham cum dubio annua, a Bungeo 
biennis vel perennis dicitur, mihi videtur, quanta col- 
lecta est, rliizoma tenue horizontale vel obliquum pas- 
sim vaginis aphyllis parvulis obsessum, ut in P. lappa- 
nica, sed ad basin caulis vaginae aphyllae desunt. An 
sunt tantum stolones stipitati e radice quae deest, an 
rêvera rhizoma repens, nunc non dijudicandum. Flo- 
res a collect, flavi dicuntur. 

22. P, rudis. Hirsuta vel pilosa, caule erecto folioso, 
foliis sparsis linearilanceolatis profunde pinnatifidis 
lobis oblongis acutis duplicato -serratis serraturis car- 
tilagineo-mucronulatis; racemo longissimo interrupto 
foliato , bracteis superioribus flore brevioribus lineari- 
oblongis apice serrulatis ; calyce glanduloso-pubescente 
campanulato 5-dentato dentibus ovatis acutis serratis 
summo majore passim trilobo; coroUae extus pilosae 
tubo calycem 2^/^ galeamque 2-lo superante, galea na- 
viculari antice aperta subtruncata margine villoso- 
ciliata, labio galea subbreviore trifido laciniis rotun- 



— 103 — 

datis fimbriato-ciliatis media majore, filamentis gla- 
bris, ovario ovoideo stylo post anthesin persistente. 

In MongoUae australis jugo Alaschan in faucibus 
sylvestribus frequens, in Chinae prov.^Kansu in valli- 
bus et fruticetis frequens, prope templum Tschöbsen 
non procul a lacu Kuku-nor, in collibus rara (Prze- 
walski). 

Ex affinitate P. tristis et P. prohoscideae, sed galea 
in genere toto peculiari et habitu proprio insignis. 
Tripedalis vel altior, corolla sicca ochraceobrunnea. 

9. Resupinatae^ 

Caules in plerisque ramosi, folia sparsa vel rarius 
opposita crenata, pinnatifida vel in P. Parryi pectina- 
to-partita, flores axillares bracteis foliatis, superne 
brevi spatio approximati vel breviter denseque spi- 
cati, albi, flavi vel purpurei. Calyx hinc fissus vel in 
speciebns 2. integer, campanulatus vel breve cylindri- 
cus, 2 — 5-dentatus, dentibus integris dentatis subcris- 
tatisve. Galea (excl. P. zeylanica) fronte declivis ros- 
trata rostro continuo gracili (in 1. crasso) acuto. 
Labium saepius amplum obliquum vel patens. — Spe- 
cies Asiae et Ämericae propriae cum una cirmm- 
polar i. 

P. flagellaris Bth. 1. c. 58*1, ex Assam, caule pro- 
cumbente villoso, foliis piunatipartitis, galea cum ros- 
tro semicirculari , mihi ignota et in clavi omissa. 

Series Palustrihus et Canadensihus inter Bidentatas 
analoga. 

Galea obtusa erostris P. zeylanica Bth. 

» rostrata. 2. 
2. Flores dense spicati, calyx aequaliter 5-den- 
tatu« dentibus integris, labium galea bre- 



— 104 — 

vius, folia pleraque radicalia, caulina parva 
et pauca. 3. 
Labium galea longius vel aequale , calyx an- 
tice fissus. 4. 

3. Glabra, folia pectinato-pinnatipartita, galea 

glabra, labium membranaceum P. Parryi A. Gr. 

Pubescens, folia crenata, galea fronte circum- 
circa fascia lata flavovillosa, labium coria- 
ceum P. lasiophrys m. 

4. Corolla ochroleuca. 5. 

» purpurea. 8. 

5. Folia pinnatifida, rhizoma stolonibus filifor- 

mibus, calycis dentés 2 — 3 integri,filamenta 

glabra P. lapponica L. 

Folia crenata. 6. 

6. Calycis dentés integri, rostrum gracile. 7. 

» » cristati, rostrum crassum bre- 
ve, folia saepius opposita ....... P. lanceolata Michx. 

7. Eostrum incurvum, planta glabra multicau- 

lis basi squamigera, caulibus simplicibus 

vel superne breve ramosis . P. racemosa Dougl. 

Rostrum rectum. Puberula, caulis solitarius 

basi esquamatus ramosissimus P. yezoënsis m. 

8. Calycis dentés integri , folia glabra inferiora 

lamina ovata longius petiolata P. furfuracea Wall. 

Calycis dentés cristati, folia breve petiolata. 9. 

9. Labium patens a rostro remotum P. carnosa Wall. 

» galeae incumbens P. resupinata L. 

Species Asiae orientalis. 

23. P. lasiophrys. Caule erecto spithamaeo foliato 
cum foliis pubescente, foliis sparsis inferne congestis 
linearibus obtusis dense crenatis crenis parce crenu- 
latis; spica brevi densa rarius basi interrupta; bracteis 
oblongo-lanceolatis integris villosis calycem aequanti- 
bus vel brevioribus; calyce ovatooblongo membrana- 
ceo villoso 5-fido laciniis anguste deltoideis acutis in- 
tegris dense viscido-villosis; corollae flavae tubo recto, 
galea arcuata fronte dense flavo-lanata in rostrum gla- 
brum tenue gracile deflexum attenuata labium coria- 
ceum profunde 3-partitum subeciliatum lobis aequali- 



— 105 — 

bus rotundatis basi attenuatis superante, filamentis gla- 
berrimis, ovario late ovato. 

In Chinae prov. Kansu, pratis montanis et alpinis, 
in his frequentius (Przewalski). 

Radix quae adest ubique ex collo subincrassato 
fibris densis obsesso tenuis laevis elongata efibrosa 
obliqua vel horizontalis , ita ut structura eadem ac in 
sequente, cui sane, nee non P. Parryi A. Gr., affinis. 

24. P. lapponica L. Cod. 440«. Bth. 1. c. 576. 
Stev. 1. c. 35. Bge. 1. c. 281. Turcz. 1. c. 374. 
Hook. Fl. bor. am. II. 108. Trtv. Mey. Fl. ochot. 
n. 251. Rgl. Til. 1. c. n. 226. F. Schmidt Fl. 
Sachal. n. 332. Fl. Jenis. n. 180. Trtv. PI. Czekan. 
n. 266. 

Sibiria arctica: ad Boganidam, Jeniseam, Janam, 
Lenam, Olenek, Kolymam, terram Tscliuktschorum 
secus fl. Anadyr et alibi, in Kamtschatka, Sibiria 
orientali ad Ajan, inter Jakutzk et Ochotzk, fl. Wilui, 
regionem baicalensem et Davuriam, in Sachalin bore- 
ali. Praeterea in America arctica, Labrador et Groen- 
landia, et Europa arctica ab Ural ad Scandinaviam. 

Rhizoma tenue filiforme, intervallis longiusculis va- 
ginis linearibus obsessum, apicem versus ramosum; 
quodam ramo brevi vel subelongato aut interdum cau- 
les confertos plures floriferos aut talem singulum et 
fascicules foliorum radicalium gereute, trunco princi- 
pali in ferne passim innovationes hypogaeas mox supra 
terram erupturas proferente. Folia radicalia capitum 
sterilium contra Linnaeum, caulinis saepius non 
similia, sed latiora et majora, in specc. kohjmensibus 
triple caulina excedentia, laciniis simul paucioribus et 
latioribus. 

Melanges biologiques. X. 14 



— 106 — 

25. P, yezoënsis. Radice perenni lignosa ramosa va- 
lida, caiüibus pluribus inferne nudis tum dense folia- 
tis ramosissimis , foliis sparsis vel passim suboppositis 
petiolatis infimis ovatis basi truncatis sequentibus ovato- 
oblongis plurimis oblongo-lanceolatis acutis argute 
grandicrenatis crenis dentatis ; floribus axillaribus 
summis congestis; calycis glabri campanulati antice 
fissi dentibus 2 acutis integris; corollae flavescentis 
galea gracili brevi arcuata in rostrum ipsa longius 
gracile porrectum integrum scnsim attenuta, labio la- 
tissimo obliquo ciliato, filamentis 2 parce barbatis; 
capsula ovata vel ovato-oblonga oblique cuspidata ca- 
lycem duplo excedente. 

Ye^o: circa Hakodate, frequens ad pedem montis 
juxta urbem in fruticetis et pratis, nee non ad sylva- 
rum margines, floret Septembri. 

Affinis sequenti et praesertim ejus var. oppositi- 
foliae^ sed macrorhiza, dense foliata, ramosissima, 
ochrantha et longirostris. Galea duplo brevior quam 
in P. resupinata. Occurrit spithamaea et ultra bipe- 
dalis, vulgo tamen sequente specie humilior et semper 
multo robustior, crassicaulis , folia minoribus P. resu- 
pinatae aeque magna, flores paulo minores, labium si- 
mile etiamque obliquum. — Affinis nostrae est étiam 
P. furfuracea Wall. (v. s. Thomson et Treutier) 
galea longirostri (neque brevirostri, ut habet Ben- 
tham) labioque obliquo similis, sed in hac flores non 
approximati, pedicelli longiores, folia pinnatifida vel 
pinnatiloba et tota planta gracilior et tenuior quam 
ipsa P. resupinata. 

26. P. resupinata L. Cod. 4402. Stev. 1. c. 31. 
Bth.l. c. 581. Bge. 1. c. 281. Turcz. 1. c. 377. Rgl. 



— 107 — 

Til. 1. c. n. 227. A. Gray Bot. Jap. 402. Maxim. 1. c. 
210.475.484. F. Schmidt Fl. Amg. bur. n. 294. Fl. 
Sachal. n. 331. Glehn Witim-Olekma. n. 216. Trtv. 
PI. Czekan. n. 267. 

Tota Sihiria: Ural, Altai, Tomsk, ad Jenisei prope 
Krasnojarsk, m. Sajan, circa Baicalem et in Davuria, 
Jakutzk,' ad Lenam, circa Ajan, Isliiga, in Kamt- 
schatka, insulis Kurilis, Sachalin, tota Mandshuria 
ab ostio fl. Amur ad fl. Schilkam, fl. Sungari, Usuri 
et Suifun usque ad fines Koreas. Japoniae ins. Yezo 
circa Hakodate (Small), China boreali: a Jehol orien- 
tem versus prope pagum Yui-scbin-tschun (Tatari- 
now, galea solito graciliore), in m. Siao-wu-tai-shan 
(Hancock), Mongolia: australi, jugo Muni-ula (Prze- 
walski) et boreali: Iro et alibi (Kirilow), Kjachta. 
Transit in Bossiam europaeam, ubi gubernio Perm 
nuper invenit Augustinowicz (P. lepidota Weinm. 
in Bull. Mose. 1850. I. 551., verosimiliter). 

Lusum corolla alba vidi e Kamtschatka, flora Bai- 
calensi et Altaica. 

Haec omnis ad typum pertinet, qui multicaulis, 
caulibus simplicibus vel rarius ex axillis passim breve 
ramosis, foliis brevissime petiolatis oblongo-lanceolatis 
acutis vel acuminatis, sparsis, rarissime hinc inde 
suboppositis , galea lata brevius rostrata, capsula vi- 
rescente. 

Occurrunt autem , uti videtur rarissime , in insulis 
Kurilis (Pallas! in herb. Stephan, alius collector 
in hb. Fischer) et Kamtschatka (Pall, in hb. Fisch., 
Ditmar! ad ostium fl. Shupanow) planta mox omnibus 
characteribus cum vulgari congrua, mox foliis mani- 
festius petiolatis ovato-oblongis obtusiusculis praedita, 



— 108 — 

quae galea longirostri gaudet. Galea enim solito fere 
duplo angu'stior, magis incurva et in rostrum longius 
et gracilius desinens. Haec sistit P. teucriifoliam M. 
B. in Stev.l. c. 31. t. 10. fig. 1., Bth. 1. c. 580. Bge. 
1. c. 282., quam equidem vero ne pro manifesta varie- 
tate quidem agnoscere possum. Observa vi enim inter 
typicam resupinatam galeam variantem mox plus mi- 
nusve curvatam brevirostrem, mox brevirostrem, sed so- 
lito fere triente angustiorem, mox denique eandem simul 
longirostrem , ita ut inter exempla a Dit mar collecta 
quaedam adsint omnino intermedia. Reliqui charac- 
teres, ab autoribus P. teucriifoliae tributi, valent tan- 
tum de individuis singulis: ita Steven folia subtus to- 
mentosa descripsit, quae Bunge, eadem exempla exa- 
minans, recte ad instar P. resupinatae pilosa esse cor- 
rigit, folia breviora et obtusiora et in typo rarius 
obvia sunt, flores pauci capitati P. teucriifoliae occur- 
runt in aliis speciminibus tam sparsi ut in typica P. 
resupinata^ ubi pauci capitati tamen rarius etiam oc- 
currunt, labium ciliolatum video in ipsissimo exemplo 
originali hb. Stephan, subeciliolatum rarissime in 
kamtschaticis P. resupinatae. Manet igitur character 
unicus e rostro. longiore petitus, ad speciem stabilien- 
dam non sufficiens, et habet sese P. teucriifolia ad 
P. resupinatam fere ut P. japonica Miq. ad P. Cha- 
missonis. 

Var. oppositifolia Miq. Prol. 54. Caulis solitarius 
late ramosus, folia praeter infima vel floralia raris- 
sime omnia opposita, petiolo Yg — y^ laminam aequante, 
inferiora vel caulina ovato-oblonga reliqua vel ramealia 
ovata vel cordato-ovata acuta vel acuminata, capsula 
nigrescens. P. resup. var. glahricalyx etpygmaea Miq. 



— 109 — 

1. c. P. resupinata F ranch. S a vat. Enum. I. 351. 
Shihogama giku . Soo bokf. XI. 59. 

Per totam Japoniam, meridionali in subalpinis, 
frequens, v. gr. Naga yama in Kiusiu, Hakone, Yo- 
koska, Yokohama, Nambu in Nippon, Hakodate, Todo- 
hiki, Schuro in Ye^o. 

Japon, oho-shiba-gama, Hagusan-no-hiogama-soo. 

Et in var. oppositifolia galea ludit plus et minus 
curvata, rostrum tamen aequilongum, etsi in galea 
magis curva quasi longius appareat. — Yarietas ha- 
bitu tam insignis, ut pro specie propria lubenter ag- 
nosceres, sed characteres florales vel carpici nulli aut 
inconstantes. Ita nervus galeae dorsalis marginem su- 
periorem constituens in var. oppositifolia villosus, in 
typica glaber, sed vidi hic rarius et puberulum, ros- 
trum apice saepissime integrum neque biloboemargi- 
natum, observa vi tamen et denticulatum et leviter 
emarginatum. Capsulae jam juvenilis color quidem in 
utraque semper quantum vidi constans, sed fructus 
maturi et satis numerosi non praesto sunt, ut de cha- 
racteribus a capsula petitis certi aliquid dicam; forma 
in utraque eadem. 

Kadix P. resiipinatae typicae lignosa fusiformis 
ramosa non magna, coUo neque squamato neque dis- 
tincte incrassato, ita ut biennem diceres, sed peracta 
anthesi circa coUum et in axillis caulinis infimis ap- 
proximatis formantur gemmae squamatae minutae, 
quibus planta innovatur. 

Proxime huic speciei affinis est etiam, optime ob- 
servante Bunge, P. lanceolata Michx., quae foliis 
saepe oppositis vel suboppositis var, oppositifoliae ap- 



— no — 

propinquat, statim vero differt corolla flavescente et 
galea labium superante. 

10. Eostratae. 

Perennes, rhizomate brevi crasso fibris validis car- 
nosis obsesso, coUo squamato. Caulis rarius erectus 
pedalis foliatus (P. atroruhens, P. incarnata) vel cail- 
les plures spithamaei subnudi (in sibirica et americana) 
vel saepissime humiliores caespitosi ascendentes. Folia 
sparsa vel passim opposita, pinnatisecta vel partita, la- 
ciniis profunde pinnatifidis. Flores purpurei vel rarius 
ochroleuci. Calycis dentés vel laciniae 5, serrata in- 
cisa vel rarius intégra. Galea glabra fronte sensim 
declivis rostro porrecto gracili continua, rostro (ex- 
cepta P. atrorubente , gyroflexa et nasuta) latitudine 
galeae distincte longiore, tubus corollae calyce longior 
rectus, labium (excepta P. pedicellata) galeam aequans. 
— Hue: P. atronibens Sclileicli.,P. incarnata J acq., 
P. tuber osa L., P. adscendens Gaud., P. pyvenaica 
Gay, P. gyroflexa Vi 11., P. rostrataL,, P. Portenschlagi 
Saut., P. aspleniifolia Flo vke (planta indica: P. Walli- 
chi Bge. mihi ignota), P. Nordmanniana Bge. et quae 
sequuntur duae, reliquis igitur europaeis cum 1 . cauca- 
sica. Proxime accedunt inter VerticiUatas ad seriem Ar- 
menae; nonnullae humiles europaeae liabitu ad P. por- 
redam e série Gracilis Longirostrium accedunt ; P. pe- 
dicellata foliis caulinis dum adsunt saepius oppositis 
et galeae fabrica quasi formam minorem P. Chamisso- 
nis inter Myriopliyllas sistit, P. nasuta M. B. ad Sude- 
ticas inter Bidentatas modo Crescendi omnino accedit. 

Species duae extraeuropaeae ita dignoscuntur : 

Rostrum conicum latitudine galeae brevius, labium galeam latam 
aequans P. nasuta M. B. 



— ni — 

Rostrum lineare latitudine galeae longius, la- 
bium galea angusta brevius P. pediceïlata Bge. ^^) 

27. P. nasuta M. Bieb. in Stev. 1. c. 43. t. 15. 
f. 1. Bth. 1. c. 576. Bge. 1. C.279. 

In archipel. Kamtschatico (M. Bieb.) et litore ma- 
ris Ochotensis: Ishiga (Kruhs), Ochotzk (Walront). 

Rarissima in herbariis species, neque unquam re- 
centiore tempore collecta, caule subaphyllo et spica 
densa P. sudeticae similis, galeae structura P. afroru- 
henti, prope quam ponenda videtur. 

IV. BIDENTATAE. 

Galea adunca vel in P. adunca fronte subdeclivis, 
infra apicem vel supra faucem utrinque dentata, dente 
deltoideo vel subulato, breviter crasse subrostrata vel 
erostris. Folia sparsa, rarius passim opposita. 

11. Palustres. 

Radix simplex annua vel biennis. Plantae glabrae 
vel rarius puberulae, ramosae, multicaules vel sim- 
plices et tune passim elatiores. Folia, saltern inferiora, 
pinnatisecta vel partita, sparsa, vel ramorum passim 
opposita. Flores axillares vel rarius brève racemosi, 
brevissime pedicellati, sordide ex flavo rubentes labio 
striato, vel purpurei. Calj^x fissus 2 — S-dentatus vel 
5-dentatus, dentibus (excepta P. euphrasioide) denta- 
tis vel cristatis. Corollae tubus rectus brevis vel ex- 
sertus. Galea brevirostris vel saltem apice deorsum 
acuto et dilatato, infra apicem vel simul infra medium 
bidentata. Labium galeam circiter aequans vel bre- 
vius vel vix longius. — Series e speciebus paucis con- 
stans, quarum 1 circumpolaris y singula cuivis conti- 



13) P. subnuda Benth. 1. c. 577., in ins. Sitka. 



— 112 — 

nenti boreali propria, 1. Asiae et ^mencae communis. 
Ex his P. sylvatica galeae forma Comosas refert, P. 
euphrasioides- et P. adunca nonnihil Mesupinatas in 
mentem vocant, P. angustifoUa , labio brevi et parvo 
cum plerisque americanis consentiens, quoad folia P. 
cremdatae subsimilis, quoad galeam P. canadensi. 

Galea infrk apicem tantum bidentata, tubus calyce sesqui vel 

duplo longior. 2. 
Galea siraul infra apicem et infra medium bidentata, calyx bifidus 

dentatusque. 4. 

2. Calyx fissus 2 — 3-dentatus den ibus brevibus iutegris, galea ro- 

strata, capsula lanceolata, caules raraosi. 3. 
Calyx 5-dentatus, galea apice incurvo valde cucullata, capsula 
inclusa, caules basi ipsa ramosi ramis longioribus, folia pinnati- 
secta, flores rosei P. sylvatica L. 

3. Galea fronte subdeclivi, folia pinnatipartita 

superiora serrata 5 corolla variegata, cap- 
sula calyce 2-lo longior P. euphrasioides Steph. 

Galea fronte verticali, folia anguste linearia 
crenulata, capsula calyce 3-lo longior, la- 
bium parvum galea brevius, corolla ochro- 
leuca P. angustifoUa Bth, 

4. Corollae tubus vix exsertus , galea apice de- 

clivis rostrata, flores conferti, segmenta fo- 

liorum serrata P. adunca M. B. 

Corollae tubus calyce sesquilongior , galea 
apice verticalis erostris, flores vulgo spar- 
si, segmenta fol. pinnatifida P. palustris L. 

28. P. euphrasioides Steph. in Willd. Sp. pi. III. 
204. Stev. 1. C.42. Bth. 1. c. 567. Bge. 1. c.284. Hook. 
Fl.bor. am. II. 109. Trtv. Mey. Fl. Ochot. n. 253. Rgl. 
Til. l.c.n. 229. Maxim. I.e. 210. F.Schmidt Fl. Amg. 
bur. n.295. Fl. Sachal. n. 333. Fl. Jenis. n. 181 . Glehn. 
Wit. Olekm. n. 217. Trautv. PI. Czekan. n. 268. P. 
paniculata Pall, ex Rupr. Ural. n. 190. 

Late diffusa in tota Sihiria boreali: Ural septentri- 
onali , Sibiria arctica ad Boganidam , Jeniseam , fl. 
Monjero ditionis Chatangae, Olenek, Lenam, Anadyr, 



— US- 
terra Tschuktschorum, in Sibiria orientali parte media 
ad Tunguscam inferiorem, circa Baicalem, ad mare 
Ochotense circa Ochotzk et Ajan, inter fl. Witim et 
Olekma, et usque in Dahuriam, in MandsJiuria bore- 
ali secus Amur fl. superiorem et inferiorem et septen- 
trionem versus, Sachalin boreali, ins. Kurilis, Kam- 
tschatka, nee non in America arctica a Kadjak ad Groen- 
landiam et usque in mont. Scopulosos (Drum mon d 
ex Bentham). 

Specc. amurensia maxima quae vidi: sesquipedalia, 
rami biseriatim,.caulis 4-seriatim puberuli, folia cau- 
lina laciniis solito majoribus et magis distantibus, su- 
periora pinnatiloba. Corolla a varus coUectoribus varie 
depingitur. In planta amurensi ipse adnotavi ex vivo 
sordide rubescentem labio sordide carneo lineis rubris 
picto. Small de planta Beringiana flores luteos habet. 
F. Schmidt dicit sordide luteos in jeniseensi, minores 
et magis virescentes in boreali mandshurica, 

29. P. adunca M. Bieb. in Stev. 1. c. 29.t. s.f. 2. 
Bth. 1. c. 566. Bge. 1. c. 282. Rgl. et Til. 1. c. n. 228. 

Circa mare Ochotense: Ishiga (Kruhs), Ochotzk 
(idem), Ajan (Tiling). 

Modus Crescendi P. euphrasioidis , sed galea falcata 
distincte rostrata. 

30. P. palustrish. Cod. 4397. et ß Wlassowiana 
Bge. 1. c. 283. P. Wlassowiana Stev. 1. c. 27. t. 9. 
ûg. 1. Bth. 1. c. 566. Hook. Fl. bor. am. II. 107. 

In Sibiria orientali, v. gr. ad Jenisei inferiorem, 
Tunguskam Inferiorem, Angaram prope Irkutzk, circa 
Baicalem, ad fl. Kolyma, terra Tschuktschorum, Da- 
vuria, in deserto inter Onon et Argun Mongoliaeho- 

Melanges Mologiques. X. lo 



— 114 — 

realis et in ejusdem parte australi secus fl. Hoangho 
(Przewalski). Transit in Europam et Americam. 

In borealibus flores minores, ita in asiatica omni, 
in medioeuropaeis majores, sed fines inter P. palustrem 
et P. Wlassowianam nulli. — Planta Sihiriae arcticae 
minuta, dentibus ad faucem interdum inconspicuis, 
specc. ad Kolymam lee ta, primo anno florentia, 4 — 6- 
pollicaria, foliis inferioribus ellipticis serratis, reliquis 
pinnatipartitis , racemo dense, galeae dentibus ad fau- 
cem distinctissimis. 

12. Canadenses. 

Caules simpliees erecti basi squamis paucis parvis instructi, ca- 
pitibus stipitatis perennantes, radicis fibris aequalibus. Folia pinna- 
tiloba vel crenata, pubescentia. Flores dense breve spicati flavo 
rubroque variegati. Calyx fissus dentibus 2 — 3 integris. Corollae 
tubus calyce 2-lo longior subrectus, galea apice verticali brevi- 
rostris, dentés ad faucem nulli, labium brevius vel aequale. Ameri- 
canae: P. canadensis L. , P. crenidata Bth. Habent sese ad Palu- 
stres, ut P. lapponica cum affinibus ad reliquas Resupinatas. 

13. Sudeticae. 

Radix fasciculata fibris carnosis apice incrassatis. 
Caules simpliees, in unica elati, basi squamis pluribus 
aphyllis vestiti, parce vel in unica crebre foliati. Folia 
pinnatipartita laciniis serratis. Calyx 5-dentatus denti- 
bus integris vel serrulatis. Spicae densae, rarissime 
laxae, breves vel elongatae. Corolla purpurea, in 1. 
ochroleuca, tube exserto recto, labio patente, galea 
adunca erostri vel brevirostri infra apicem 2-dentata. 
Sibiricae, una et in Sudetis Germaniae et America fri- 
gida obvia. Series Comosis arete affinis, mediante P, 
songarica. 

Humiles caulibus subaphyllis vel parvifoliis. 2. 
Elata foliata, folia pectinata laciniis linearibus acuminatis, spica 
elongata, galea subrostrata labium duplo superans. 

P. elata W. 



— 115 — 

2. Spica densa brevis. 3. 

» elongata basi interiupta , calycis 

dentés integri, galea erostris P. vülosa Ledeb. 

3. Corolla rosea tota incurva rostro derti- 

busque brevibus P. sudetica W. 

Corolla ochroleuca recta erecta , galea 
ipso apice adunca rostro nullo denti- 
bus galeae elongatis P. songarica Schrenck. 

30. P. data W. Sp. III. 210. Stev. 1. c. 53. t. 11. 
f. 2. Bth. 1. c. 574. Bge. 1. c. 285. Turcz. 1. c. 365. 

E Sihiria occidentali , ubi in deserto barabensi, ad 
fl. Ob et ditione altaica provenit, transit in Orienta- 
len!, unde ad fl. Katscha prope Krasnojarsk olim in- 
venta et e deserto alarensi ad Angaram sito allata est. 

Species pulchra et sui juris, sequenti tarnen affinior 
quam ulli aliae. Corolla ex violaceo purpurea, fide 
Gmelini. 

21. P. villosa Ledeb. in Spr. Syst. IT. 780. Bge. 
1. c. 289. Trautv. PI. Czekan. n. 270. P. sudetica 
F. Schmidt? Fl. Saclial. n. 334. 

Sihiria orientalis: secus fl. Lenam et Olenek et 
inter illos (Czekan o\v ski), ad fl. Kolymam (Augus- 
tinowicz), in ins. Sachalin? (frf. F. Schmidt). 

Planta, hucusque ex exemplis paucis pessimeque 
exsiccatis Tilesii, sine loci indicatione, verosimiliter 
in eadem regione coUectis, nota et Comosis adnumerata, 
rêvera P. sudeticae tarn similis est, ut specimina parva 
spica brevi donata tantum floris examine accuratiore 
distinguenda. Bene evoluta tamen, qualis nunc exem- 
plis numerosis praesto est, primo aspectu cognoscitur 
spica elongata basi interrupta. Folia nunquam rite 
secta, saepe autem rhachis aeque lata ac in P. sude- 
tica. Nomen Ledebouri minus aptum, frequentius 
nempe spica glabrata occurrit. — Planta sachalinensis 



— 116-- 

fructifera ob spicam interruptam foliorumque rhachin 
angustiorem hue verosimiliter pertinet, nisi plane di- 
versa est, calyces enim jam omnes emarcidi et corolla 
desideratur. 

32. P. sudeticaW. Sp. III. 209. Stev. 1. c. 44. 1. 15. 
f. 2. Bth. 1. c. 568. Bge. 1. c. 286. cum synn. Hook. 
1. c. IL 109. Turcz. 1. c. 364. F. Schmidt Fl. Jenis. n. 
182. Glehn. Wit. Olekm. u. 218. 

In Sibiria arctica : ad Ural borealem , Taimyr et 
Boganidam, Jenisei, Olenek, Lenam, Kolymam, terra 
Tschuktschorum ad fl. Anadyr, archipel. Kamtschatico 
et ipsa Kamtschatka, et in Sibiria orientali inter fl. 
Witim et Olekma et Transbaicalia ad fl. Udam. Transit 
hinc in Rossiam arcticam: terram Samojedorum, Lap- 
poniam et meridiem versus in Silesia occurrit, illinc 
in Americam arcticam et frigidam et obviam facta di- 
citur in mont. Scopulosis. 

Corolla saepissime purpurea, ex adnot. Small in 
sched. pi. Beringianae galea intensior, labium roseum 
ad faucem purpureo-maculatum. Variât tamen et pur- 
pureo cum flavo variegata in planta lenensi ab Adams 
collecta. — A praecedente distinguitur, praeter charac- 
teres floris, foliis cartilagineo serratis laciniis nunquam 
pinnatifidis et spica capitata densa. 

14. Comosae. 

Folia semel vel bis pinnatisecta vel bis partita, cau- 
lis saepius foliatus et elatus, spica varia plerumque 
elongata. Cetera ut in Sudeticis. Species europaeae et 
longe numerosiores asiaticae, in Asiam australem ta- 
men non propagatae, nee mare Ochotense adeuntes, ob 
characterum principalium inconstantiam frequentem 



— 117 — 

difficillime dignoscendae, a Bungeo optime descriptae. 
Accedunt Proboscideis per P. uliginosam galea rostro- 
.que fere P, Orisahae gaudentem, P. doUchorhiza fere 
P. compactae analoga. 

Rostrum vel vestigium ejus obtusum anguloque obtuso in dentés 

breves abiens. Spica laxa vel interrupta pi. m. elongata, in 

una pauciflora densa. 2. 
Rostrum vel vestigium ejus truncatum angulo subrecto a den- 

tibus distinctissimis vulgo subulatis sejunctum. Spica florens 

(excl. P. alfaica) densa. 6. 

2. Dentés calycis deltoidei integri acuti. Spica brevis. 3. 

» » lanceolati vel oblongi. . Spica laxa. 4. 

3. Caulis decrescenti-foliatus, rostrum longius quam latum, spica 

cylindrica multiflora demum laxa exinvolucrata, corolla ochro- 

leuca , P. doUchorhiza Schrenck. 

Caulis apice tantum foliatus foliis spicam 
paucifloram capitatam basi involucranti- 
bus, rostrum latius quam longum, flores 
purpurei P. fissa Turcz. 

4. Bracteae calycem aequantes , spica vulgo 

palma brevior, capsula acuminata ovoi- 
dea. 5. 
Bracteae, summis exceptis, flores superan- 
tes pectinato - partitae , spica spithamaea 
interrupta, calyx cristatus, corolla ochro- 
leuca, capsula cylindrica P. mandshurica m. 

5. Labium galeam aequans, corolla purpurea . P. uliginosa Bge. 

» galea duplo brevius, corolla ochro- 

leuca P. leucodon Griseb. 

6. Galea labium aequans vel subaequans. 13. 
Labium galea manifeste brevius. 7. 

7. Calycis dentés lanceolati vel ovato-lanceo- 

lati. Spica canescens vel lanata. 8. 
Calycis dentés deltoidei. Spica glabra vel 
hirsuta. 11. 

8. Corolla ochroleuca, labii lobi laterales di- 

midiam galeae latitudinem aequantes. 9. 
Corolla purpurascens , spica albo-lanugino- 
sa. 10. 

9. Capsula oblongo-lanceolata, spica canescens 

P. achüleifolia Steph. 

» semiovata, spica flavo-lanata P. lasiostachys Bge. 

10. Labii lobi laterales dimidia galea angustio- 

res, capsula ovata inclusa P. laeta Stev. 



— 118 — 

Labii lobi laterales latitudine galeae, cap- 
sula ovato-oblonga exserta P. Friderici Augusti Tomm. 

11. Calycis dentés acuti. 12. 

» » obtusi (variantes acuti), brac- 
teae indivisae , capsula oblique ovata 
apice recurva calycem superans P. comosa L. 

12. Bracteae irregul. 3 — 5-fidae, capsula calyce 

duplo longior P. venusta Schang. 

Bracteae indivisae, capsula calycem aequans P. acmodonta Boiss. 

13. Calycis dentés lanceolati. 14. 

» » deltoidei , corolla flava , cap- 

sula oblique ovata calyce triente lon- 
gior. 17. 

14. Folia bis secta segmentis ult. lanceolatis vel 

linearibus dentatis vel partitis, corolla 
purpurea, capsula ovato-oblonga acumi- 
nata calycem superans. 15. 
Folia semel secta segmentis pinnatifidis, 
corolla flava, capsula inclusa late ovata 
recta. 16. 

15. Calycis dentés integerrimi , foliorum lobi 

dentati, labii laciuiae laterales latitudine 

galeae P. graeca Bge. ^*) 

Calycis deutes serrati, foliorum lobi pro- 
funde partiti, labii laciuiae laterales ga- 
lea latiores P. rubens Steph. 

16. Rostrum oblique truncatum dentibus trian- 

gularibus, bracteae pinnatifidae, corolla 

concolor, radix fasciculata P physocalyx Bge. 

Rostrum subnullum borizontaliter trunca- 
tum dentibus subulatis, bracteae 3-parti- 
tae, corolla ad galeam labiumque inten- 
sius flava, radix valida fusiformis pleio- 
cephala P. flava Pall. 

17. Segmenta foliorum pinnatipartita et spica 

florens densa, calyx crispohirsutus P. Sibthorpi Boiss. 

Segmenta fol. distantia pinnatifida vel inci- 
sa, calyx breviter canescens P. altaica Staph. 

Ditione nostra crescunt: 

33. P. uUginosa Bge. 1. c. 290. Turcz. 1. c. 368. 
Bth. 1. c. 570. 



14) Vidi tantum P. rupestrem Boiss. et Orph. Diagn. 2 series. 
III. 175., quae ex Janka in Linnaea XXX. 593. P.graecae synonyma. 



— 119 — 

Mongolia orientali ad fines rossicos : prope lacum 
Kossogol, Transhaicalia: non procul a fl. Irkut ex ad- 
verso Mondae (Turcz.), nee non in fl. Altaica orien- 
tali ori. 

y. alpina Bge. 1. c. 291. 

Mongolia boreali ad fines rossicos altaicos : alpe Al- 
tyn-Tschetsche, prope nives aeternas, palude lapidosa 
(Kalning), nee non intra fines /Sï&mae, in Altai orien- 
tali ad fl. Tschujam, et Songaria: Alatau cisiliensi. 

34. P.fissa Turcz. I.e. 367. Bth. 1. c. 569. Bge. 
1. c. 288. 

Bavuria: ad pedem alpis ad fl. Kumyl (Turcz.). 

35. P. ruhens Steph. in Willd. Sp. pi. III. 219. 
Bge. 1. c. 290. Bth. 1. c. 570. Turcz. J. c. 367. 
Trtv. PL Czekan. n. 271. P.r. et P.sp, Maxim. Ind. 
Mongol. 484. 

Sihiria or lentsiM: adLenam (Redowski) prope Shi^ 
gansk (Czekanowski), ad Irkutzk et alibi in fl. bai- 
calensi, in m. Sajan in alpe Munku-Sardyk (Radde), 
Transbaicalia, Davuria, varus locis v. gr. ad Scbilkam 
prope Stretensk (ipse), Mongolia orientali: ad fines 
rossicos (La dys h in ski) et ad tractum mercatorium 
circa Gagza-Chuduk (Kirilow, spec. 1 minutum). 

Capsulam hucusque indescriptam observavi in planta 
prope Irkutzk et Werchne-Udinsk lecta, ubi ovato- 
oblonga oblique cuspidata, tubum calycis fere duplo 
superans. Spica longe dense hirsuta, fructifera laxior. 

Var. japonica: spica parce et breve hirsuta, bracte- 
arum laciniae calycisque dentés omnesmucronato-ser- 
rata, corolla profundius rubra. 

Nippon boreali: prov. Nambu, in alpilwis altissimis 



— 120 — 

fl. c. fr. et media, sine loci designatione, cum P, Gha- 
missonis var. fl. leg. Tschonoski. 

36. P.achilleifolia Steph. I.e. III. 219. Bth. 571. 
Bge. 1. c. 294. Turcz. 1. c. 371. 

Mongolia orientali australi: montibus Suma-hada, 
rara in declivitatibus sterilibus valde lapidosis (Prze- 
walski) et boreali ad fines rossicos (Turcz.), nee non 
in Altai et Songaria et Caucaso (quam ultimam Bge. 
vix non specie diversam habet, equidem autem accura- 
tius non investigavi). 

Planta a Przewalski lee ta sistit varietatem ^am- 
floram: calyce 4 — 5 lin. et corolla 9 — 10 lin. longis, 
quum in typo prior 5 lin., posterior 12 lin. sit. Prae- 
terea caulis non simplex, sed plures 6 — 9-pollica- 
res et folia tenuius dissecta quam in ullis aliis exem- 
plis visis, aeque tenuia fere ac in tenuissime dissecta 
P. rubente. Caules tamen plures occurrunt inter specc. 
songarica, folia fere nostra aemulantia in sp. Turcz. 
Herba nostrae denique pallide cinerascentiviridis neque 
nigrescens, hoc tamen quia optime exsiccata. Corolla 
ex sicco ochroleuca. 

37. P. mandshurica. Caule simplici erecto foliis- 
que sparsis puberulis, radicalibus lanceolatis pinnati- 
sectis segmentis lanceolatis pinnatifidis hinc in rhachin 
alatam decurrentibus lobis cartilagineo pauci-dentatis, 
caulinis pectinate -pinnatipartitis; racemo interrupto 
spithamaeo, bracteis foliiformibus flores superantibus ; 
calycis cylindrici (10 — ^^14mill.)pubescentissemiquin- 
quefidi laciniis ex attenuata intégra basi oblongis lan- 
ceolatisve argute duplicato-incisoserratis ; coroUae (28 
mill.) sulfureae galea incurva suberostri dentibus del- 
toideis, labio ciliato galeam aequante lobis lateralibus 



semiobovatis latitudine galeae, terminali rotundato 
duplo minore; filamentis (inferioriJbus dense) pilosis; 
capsula cylindrico-oblonga apice acuto recurva caly- 
cem triente superante. 

In Mandshuria orientali montana: in jugo graminoso 
inter fl. Da-dso-schu et aestuarium St. Wladimiri per- 
frequens; declivitatibus lapidosis litoreis circa sinum 
St. Olgae passim (ipse, spec, fere glabrum leg. F. 
Schmidt), nee non in collibus sinus Possjet (F. 
Schmidt). 

Capsulae forma et erga calycem ratione, calyce et 
racemo interrupto species inter omnes Gomosas in- 
signis, ceterum P. achilleifoliae specc. nonnullis solito. 
magis latifoliis propior quam aliis, attamen abunde 
distincta flore toto majore, csîijce cristato nee integro, 
labio amplo, foliorum laciniis latis. Habitu ad P. uli- 
ginosam quodammodo etiam accedit, floris colore et 
capsula abhorrens. A P. physocalyce, cui foliis, floris 
magnitudine labloque accedit, racemo et fructu distin- 
guitur. — Siccata tota semper nigrescit. 

38. P. venusta Schang. in Bge. 1. c. 293. Bth. 
1. c. 571. Turcz. 1. c. 370. P. comosa var. venusta 
Trtv. PI. Czekan. n. 272. 

Mongolia (hb. Acad. Petrop,), Davuria^ Sihiria ori- 
entali: jugo Sajan, trans et eis Baicalem, ad Jakutzk et 
alibi ad Lenam inferiorem, adKolymam 150 stad. ab 
ostio ejus (Augustinowicz), Kamtschatka, nee non 
Altai orientali ad fl. Tschujam. 

Florens a P. comosa habitu graciliore, calyce corol- 
laque parvis potius quam signis diagnosticis: bracteis, 
labio eciliato calycisque dentibus acutis distincta, sed 
capsula specie diversa videtur. 

Mélanges biologiques. X. 16 



— 122 — 

Hujus varietas, F. Schmidt Fl. Sachal. n. 335., ca- 
lycis dentibus acutis, bracteisirregularitertri-quinque- 
fidis ad typum P. venustae accedit, sed corolla polli- 
caris P. comosae, colore florum tarnen albo ab utraque 
differt et ulterius observanda. 

Sachalino: ad oras orientales, prope Manue ad rupes. 

39. P. comosalj. Cod. 4409. Bth. 1. c. Bge. 1. c. 
292. Turcz. 1. c. 3G9. Maxim. Fl. Amur. 210. Trtv. 
PI. Czekan. n. 272. 

Mongolia boreali orientali, ad lacum Kossogol ( Cze- 
kan ow ski, var. dentibus calycinis acutis), Mandshu- 
ria: ad Amur superior em (Maack), Davuria (ex 
Bunge), Sibiria: regione jeniseensi, baicalensi et orien- 
taliore ad Lenam, inter Jakutzk et Olekminsk, Altai 
et occidentem versus in Europam. 

Hujus varietas (etiam ex Neilreich Diagn. Ung. 
98.) videtur P. campestris Griseb. et Schenk in 
Wiegm. Arch. XVIII. 1852. 324. ex Transsylvania, 
labio interdum hie inde ciliato styloque parum exserto 
ludens, sed capsulam ex autt. rectiusculam non vidi, 
neque Neilreich vidisse videtur. 

40. R flava Pall. It. III. App. 736. t. R. f. 1. A. 
B. Bth. 1. c. 572. Bge. 1. c. 295. Turcz. 1. c. 372. 
P. flava et P. physocalyx Maxim. Ind. Mongol. 484- 

Mongolia boreali inter fl. Tschuja et urbem Chobdo 
(Kalning) et orientali secus tract um mercatorium 
(Kirilow): ad Schibetu et ad Tschoilin (idem), et 
usque in fines rossicos: in saisis Dat;wnae adfl. Argun 
et Onon-borsa (Sokolow ex Pallas, Turcz.), in m. 
Odon-tscholon (Sedakow), inter fl. Argun et Gasi- 
mur, Abagaitu in montibus nudis (Radde). 

Capsula, Bungeo ignota, ovata acuminata calyce 



— 123 — 

parum longior. Species in sicco similiima P, physoca- 
lyci Bge., florae altaicae et songaricae civi, sedbrac- 
teis trifidis, foliis puberulis laciniis paulo magis distan- 
tibus, galea erostrata commode distinguenda. . 

15. Striatae. 

Labium galeae longiori accumbens. Corolla sordide 
lutescens purpureo-striata. Calyx 5-fidus laciniis inte- 
gris. Radix napiformis ramosa fibris aequalibus, collo 
subesquamato. Caulis erectus polyphyllus. Folia pec- 
tinato-piriDatipartita. Spica elongata densa. — Species 
unica: P. striata^ nisi forte hue pertinet P. procera 
A. Gray in Sillim. Journ. 1862. 251. e montibus 
Scopulosis orta, a me non visa, corolla pariter sordida 
striata et spica elongata instructa, sed labium galeam 
aequans subpatens describitur et folia bipinnatipartita 
dicuntur. Caulis ex A. Gray tripedalis foliatus et 
spica densa Vg-pedalis molliter pubescentia, calycis 
dentés integri, corolla ultrapollicaris; capsula collecta 
quidem, sed indescripta. 

41. P. striata Pall. It. III. 266. t. R. f. 2. Stev. 
1. c. 20. Bth. 582. Bge. 1. c. 285. Turcz. 1. c. 366. 
et Enum.Chin. n. 150. Maxim. Fl. Amur 210. 475. 
484. 

In China boreali: ditione fl. Pekinensis (Kirilow) 
ab urbe occidentem versus, secus viam ad m. Po-hua- 
shan ducentem (Tatarinow), in ra. Siao-wu-tai-shan, 
ab urbe 250 stadia occidentem versus sitis (Hancock); 
Mongolia australi: in betuletis lateris borealis jugi 
Muni-ula, nee non in silvis humidis regionis superioris 
jugi Alaschan (Przewalski), prope Siwan-tze diei 
cursu ab oppido Kalgan N. 0. versus (rev. pat. Art- 



— 124 — 

selaer, 1876), nee non in parte boreali prope fines 
rossicos; Mandshuria occidentali: ad Amur superio- 
rem et meridionalem (ipse, Glehn), Davuria et 
Transhaicalia. 

Corolla in vivo sordide lutescens crebre purpureo 
striolata. 

V. ANODONTAE. 

Galea erostris apice vulgo rotundato-obtusa vel ra- 
rius deorsum acutiuscula, edentata vel infra apicem 
rarissime et obsolete bidenticulata (in FoUosis et Hir- 
sutis nonnullis). Folia sparsa. 

16. Sceptra. 

Caulis brevissimus (in una specie elatus) foliatus 
vel in aliis subapliyllus , foliis radicalibus tunc caule 
vix brevioribus. Folia respectu plantae ampla, bis (in 
specie elata ter) divisa, plerumque pinnatisecta. Flores 
axillares, vel superiores vel omnes in spicam basi fo- 
liosam brevem, interruptam vel densam congesti, vel 
spica composita elongata subaphylla. Flores colore 
varii, maximi {V/^ — 2 poll.), in unica pollice breviores. 
Calyx 5-dentatus vel 5-fidus. Corollae tubus rectus 
exsertus , galea incurva apice cucullata angulo mox 
superiore mox inferiore magis prominente, posteriore 
tunc acutiusculo, labium galeae parallelum vel rarius 
accumbens, plerumque ilia brevius. Antherae aristatae, 
mucronulatae vel muticae. Capsula globosa vel ovata, 
recte vel valde oblique mucronata. 

Species habitu quidem diversae et charactere com- 
mun! vix conjungendae, attamen inter se magis affines 
quam aliae cuidam seriei. Ita P. grandiflora, elata fo- 
liata, antlieras aristatas communes habet cum P. cen- 



— 125 — 

tr anther a (e Novo Mexico et Utah) subacauli, quae ite- 
rum P. semiharhatae (e California) antheris fere muti- 
cis proxime affinis est. Ultima foliorum forma, statura 
et spica basi foliata P. capitatam sat bene refert. P. 
acaulis europaea evidenter affinis est hinc P. semihar- 
hatae , illinc P. Artselaeri mongolicae , cujus galea 
illam P. (jrandiflorae aemulatur. Ita omnes, excepta 
P. Sceptro , necessitatis vinculo quodam junguntur, 
haec autem ipsa non male habitu quodam hie cum 
P. capitata illic cum P. grandiflora consentit, foliis 
albo-marginatis forma similibus P. centrantherae gau- 
det et capsula globosa P. semiharhatae (tamen ob- 
lique mucronatae) instructa est. Neque naturae ni- 
mis contrarium videtur, si folia tenuiter iteratimque 
secta P. grandiflorae et pinnatifida P. Sceptri vel P. 
centrantherae consociamus, habemus et inter Comosas 
tenue sectam P. ruhentem, neque magis miremur, cap- 
sulam recte et oblique mucronatam in speciebus vici- 
nis occurrere, easdem enini obvias esse in Comosis 
cuidam no tum est. — Quod attinet ad alias series, 
P. capitata galeae structura et villositate marginali 
labioque breviore ad P. tristem accedit, P. Sceptrum 
floris et spicae late bracteatae aspectu nonnihil P. 
striatae appropinquat , P. semiharhata Brevilahrihus 
subsimilis est, P. Artselaeri floribus longe pedicella- 
tis, calyce cristate, caule brevissimo Siphonanthanim 
nonnullarura gaudet. 

Species mihi notae ita dignoscuntur : 

Scapus saepe ramosus, spica elongala aphylla, galea apice rotun- 
data margiue villosa, faux labio clausa, antherae muticae, cap- 
sula globosa recte mucronata. P. Sceptrum L. 

Caulis foliatus interdum subnullus. 2. 
2. Caulis elatus ramosus, folia sub ter pinoati- 



— 126 — 

secta, spica exserta. corolla 2-pollicaris 
purpurea, galea acuta margine villosa la- 
bium aequans, antherae aristatae F.grandifloraYisch. 

Caules nani vel subnulli, infra coll um stipi- 
tati. 3. 

3. Flores in spicam basi passim compositam fo- 

liatam digesti, galea labium superans. 4. 
Flores omnes axillares , galea labium ae- 
quans, 6. 

4. Caulis praeter folia floralia nudus foliis radi- 

calibus pinnatisectis altior, spica pauciflora 
densa, galea incurva apice infra cucullum 
concava labio multo longior, antherae mu- 

ticae P. capitata Ad. 

Folia radicalia nulla, caulina spicam niulti- 
floram superantia , galea subrecta apice 
tola convexa labium parum superans, folia 
pinnatipartita. 5. 

5. Fol. laciniae pinnatifidae, spica saepe basi 

composita, corolla ochroleuca pollice bre- 
vier, antherae breve mucronatae . . . • P. setnibarbata A. Gray. 
Fol. laciniae duplicatodentatae , spica sim- 
plex, corolla purpurea V/^ pollicaris, an- 
therae longe aristatae P. centranthera A. Gray. 

6. Pedicelli calyce breviores, segmenta foliorum 

densa, galea obtusa, antherae muticae. ... P. acaulis Wulf. 
Pedicelli florem aequantes, segmenta distan- 

tia, galea acuta, antherae mucronulatae.. . P. Artselaeri m. 

Ex his in Asia orientali crescunt: 

42. P. Sceptrum Carolinum L. Cod. 4400. Stev. 
1. c. 17. Bth. 1. c. 581. Bge. 1. c. 302. Maxim. Fl. 
Amur. 210. Miq. Prol. 54. F. Schmidt Fl. Jenis. 
n. 187. Glehn. Wit. Olekm. n. 220, Trtv. Fl. Be- 
gan, n. 38. PL Czekan. n. 278. 

In Sibiria tota, etiam arctica, usque ad fl. Kolyma 
et mare Ochotense, sed e Kamtschatka nondum nota; 
tota Mandshuria, Mongolia boreali ad Kjaclitam, Ja- 
ponia: montib. Hakone, in^turfosis (Savatiern. 909.). 
Distrib. est per Europam^ desideratur in Songaria et 
Sachalino. 



— 127 ~- 

Planta Asiae orientalis fere omnis pertinet ad var. 
ß. pubescentem Bge., japonica segmentis foliorum so- 
lito acutioribus acutiusque fissis et dentatis nonnihil 
discrepat. 

43. P. capitata Ad. in Mem. Mose. V. 100. Stev. 

I. c. 10. t. 3. f. 2. Bth. 1. c. 581. Bge. 1. c. 301. 
Trtv. Imag. 55. t. 36. Trtv. in Midd. Fl. Taimyr. 
33. Idem PL Czekan. n. 277. Hook. Fl. bor. Am. 

II. 106. F. Schmidt Fl. Jenis. n. 186. P. Nelsoni 
Hook, in Parry's Second voy. 402. t. 1. 

In Sihiria orientali arctica: ad fl. Taimyr, Jenisei, 
Olenek et hinc ad Lenam, terra Tschuktschorum ad 
fl. Anadyr et sinum St. Laurentii, Kamtschatka et in- 
sulis freti Beringiani. Tum in America frigida et arc- 
tica: Kadjak, Unalaschka, Sitka, ad fretum Kotzebue, 
ad insulas et oras oceani arctici (ex Hooker). 

44. P. Artselaeri. Caule subnuUo, foliis omnibus sub- 
radicalibus pinnatisectis segmentis distantibus petiolu- 
latis ovatis profunde pinnatifidis serratis; floribus axil- 
laribus pedicello filiformi florem aequante vel supe- 
rante; calycis tubulosi 5-fidi laciniis ex angusta inté- 
gra basi lanceolatis incisoserratis ; corollae violaceae 
galea leviter incurva acutiuscula, labio profunde tri- 
fido lobis obovatis galeam subsuperante porrecto. 

Mongolia orientali australi : Siwan-tze non procul ab 
oppido Kalgan (rev. pat. Artselaer sp. 1. legit 1876). 

Distinctissima species, soli P. acauU Wulf, proxime 
affinis, quae tamen segmentis foliorum den sis lata basi 
sessilibus densius pinnatifidis, pedicellis crassis flore 
brevioribus, calyce subcampanulato , corolla pallide 
rosea, galea magis incurva latiore apice cucuUato-ob- 



— 128 — 

tusa abunde differt. Statura vero, modus crescendi, 
magnitudo partium fere eadem. 

45. P. grandiflora Fisch, in Mem. Mose. III. 60. 
Stev. 1. c. 17. t. 2. Bth. 1. c. 582. Bge 1. c. 303. 
Turcz. 1. c. 379. Maxim. 1. c. 463. Rgl Fl. Usur. 
n.372. 

Baviiria: paludibus inter Nertschinskoi Sawod et 
Nertscliinsk; Mandshuria: ad confluxum fl. Schilka et 
Argun, ad Amur inferiorem, ad Usuri medium ex ad- 
verso ostii fl. Ima (Maack), ad lacum Hanka (Prze- 
walski) et secus ejus affluentem Mo (idem), nee non 
in Mandshuria maxime australi: Tsehemuche (Gol- 
denstädt). 

17. BrevHahres. 

Labium galea multoties brevius porrectum, tubus rectus exser- 
tus, galea recta, in P. densiflora obtusissima, in P. attenuata angulo 
apicali inferiore acutiuscula, in P. bracteosa angulo superiore valde 
prominente gibbo inferiore acuto, ita ut galea apice latior quam 
medio. Antherae mnticae vel apiculatae. Calycis 5-dentati dentés 
subulati, iutegri vel deutati. Flores lutei vel sordide purpurei. — 
Americanae (P. densiflora Bth., P. attenuata Bth. e California, P. 
bracteosa Bth. em. Scopulosis et orientem versus), habitu sequen- 
tium. P. bracteosa spicam floribus erectis P. songaricae habet et 
galea similis, sed edentata. 

18. Foliosae. 

Labium galeam subaequans patulum, tubus rectus 
vel leviter incurvus exsertus fauce passim dilatatus, 
galea fere seriei Verticillatarum, sed major, saepius ma- 
gis incurva et pubescens, in P. otropurptirea infra api- 
cem passim minute bidenticulata. Calyx breviter 5-den- 
tatus saepe hinc fissus, dentibus integris. Caules vulgo 
elati cum spica densa multiflora foliosi, folia pinnati- 
partita vel secta segmentis iterum pinnatifidis vel parti- 



— 129 — 

tis, flores majusculi ochroleuci vel sordide rubri. Hue 
species europaeae et caucasicae: P. foliosa L., P. exal- 
tata Bess., P. condensata M. Bieb., P. Wilhelmsiana 
Fisch., P. atropurpurea Nor dm., P. recutita L., quae 
ultima, spica non foliosa instructa, habitum P. atroru- 
hentis et affinium habet. 

In Sibiria orientali ex hac série occurrit tantum : 

46. P. sajanensis Steph. hb. in Bge. 1. c. 298. 

In jugo Sajanensi. 

Adest tantum summitas caulis unica, unde species 
dubia et vix nota P. condensatae M. Bieb. valde affi- 
nis videtur, sed galea fere brevirostris dicenda. 

19. Boseae. 

Tubus corollae rectus exsertus, calyx profunde deutatus dentibus 
angustis integris, folia sparsa pinnatisecta, plantae humiles. Cetera 
omnia ut in série Verticülatarum. Hue species europaeae: P. rosea 
Wulf, et P. orthantha Griseb., cum var. vel specie nova (dubia ob 
capsulam ignotam) ex Himalaya (faucibus fl. Satledsh superioris, 
Heide), a typo diversa foliis villosulis et bracteis integris. 

20. Hirsutae. 

Galea labium aequans obtusissima (in P. versicolore 
apice deorsum acutiuscula) , in nonnullis passim, in 1. 
semper, infra apicem minute bidenticulata, tubus rec- 
tus exsertus. Calyx 5-dentatus. Spica, exclusa P.Langs- 
dorffii (ubi laxa et centripeta) densa, vulgo centrifuga 
i. e. ab apice ad basin florens^*) subcoaetanea. Humi- 
les, folia pectinatifida vel partita, flores modici vel 
parvi , rosei vel flavi , tunc cum vel absque maculis 2 



14) Spicam centrifugam observavi rarius in specc. paucis alte 
alpinis aliarum specierum v. gr. P. cheüanthifoliae , flores singuli 
basales post apicales aperti frequentius occurrunt, v, gr. in P. viUosa. 

Mélanges biologiques. X. 17 



— 130 — 

in galea, capsulae acuminatae calycem saepe longe 
superantes. Species arcticae^ P. versicolore etiam alte 
alpina, una pontica. Mediante P. Langsdorffii acce- 
dunt ad Sudeticas, juvante P. olynipica ad Caucasicas. 
En clavis mihi notarum: 

Spica centripeta hirsuta viridis laxa, bracteae pectinatae flores 
roseos superantes, galea bidenticulata, squamae caulinae basa- 
les aphyllae nuraerosae obtusae P. Langsdorffii Fisch, 

Spica centrifuga, bracteae floribus brevio- 
res, squamae caulinae basales acutae vel acuminatae, pleraeque 
olim foliiferae. 2, ' 

2. Corolla rosea (in P. dlympica dubia), foliorum 

laciniae patentes. 3. 
Corolla citrina (cum vel sine maculis duabus 
ad galeam), folia subruncinata. 5. 

3. Bracteae parte intégra calycesque densissime 

albo-lanata, corolla usque pollicaris, galeae 
apex deorsum acutiusculus inferne passim 
2-denticulatus, stamina 2 barbata, capsula 

ovata P. lanata W. 

Spica non albo-lanata, galea utroque angulo 
obtusa , corolla semipollicaris , filamenta 
glabra. 4. 

4. Caulis cum spica lanatus, labium galeam sub- 

aequans, calyx fructifer ovatus, capsula ob- 

longo-ovata P. hirsuta L. 

Caulis cum spica glabriusculus, labium galea 
brevius P. olympica Boiss. 

5. Filamenta duo barbata P. versicolor Wahlbg. 

» omnia glabra P. flammea L. 

47. P. Langsdorffii Fiscli. in Stev. 1. c. 49. t. 9. f. 2. 
Bth. 1. c. 568. Bge 1. c. 288. 

In Sibiria orientali arctica : ad ostium fl. Lenae 
(Adams), fl. Kolyma inferiorem paludibus muscosis 
(Augustinowicz), in terra Tschuktscliorum ad sinum 
St. Laurentii, Kamtschatka, ins. St. Pauli, nee non in 
America occidentali boreali : in ins. St. Laurentii, 
Alaska, Unalaschka, Sitka. 



— 131 — 

Species liucusque, aeque ac P. lanata, speciminibus 
pessime exsiccatis iisdemque saepius parvulis vel de- 
pauperatis nota, nunc ex coUectione D-ris Augusti- 
nowicz praesto est optimis exemplaribus ad fl. Koly- 
mam collectis. Quae ultima docent, speciem esse non 
cum Sudeticis, sed multo melius cum P. lanata conso- 
ciandam, quacum caule crasso, foliorum, galeae ejus- 
que dentium forma et bracteis peculiaribus convenit. 
Specc. arctica antea a coUectoribus allata P. lanatae 
saepe similia sunt, kolymensia autem et quoad habi- 
tum primo obtutu inter omnes generis hujus species 
excellunt: planta bene evoluta pedalis pyramidem con- 
stituit ob folia bracteasque sursum sensim decrescentia 
crebra, racemi elöngati virides inferne interrupt!, brac- 
teae quam in planta arctica ampliores, corolla major. 

Planta groenlandica, hoc sub nomine ex expeditione 
Suecorum distributa, ad P. lanatam pertinet, recte 
observante Trautvettero pi. Czekan. n. 273. 

48. P. lanata Willd. ex Cham. Schtdl. in Linn. 
II. 584. Bge 1. c. 299. P. Ursuta Bth. 1. c. 579. p. p. 
P. Kanei Durand ex»A. Gray in Sillim. Journ. 1862. 
251. sub J\2 253. 

In Sibiria orientali arctica: ad fl. Taimyr, in terra 
Tschuktschorum in montibus secus affluentes et ipsum 
fluvium Anadyr (v. Maydell) nee non ad sinum St. 
Laurentii, in KamtschatJca, ad fretum Beringii et Ame- 
rica arctica occidentali usque ad Sitkam et Groenlan- 
diam. Occidentem versus in Ural boreali et insulis 
Nowaja Semla. 

Var. alopecuroides Trtv. PI. Czekan. n. 273. 

Sibiria orientalis arctica: ad Olenek inferiorem et 



— 132 — 

versus il. Monjero affluentem Chatangae (Czekanow- 
ski), Lenam fl. ad Wiluisk (v. May d eil) et ad mare 
Glaciale probabil, ibidem (Adams), ad Kolymam in- 
feriorem (Dr. Aiigustinowicz), in terra Tschuktscho- 
rum ad fl. Anadyr (v. Maydell). 

Var. haec, staturam ultra spithamaeam attingens, 
spica densissima fere tripoUicari , floribus subcoaeta- 
neis ultra pollicaribus pulchre purpureis, speciosissima 
est planta, specie tarnen a typo, in quem paulatim tran- 
sire videtur, nequaquam separanda. Corolla denticulos 
galeae eo distinctius ostendit quo major fit, sed vidi 
rarissime et in flore uno alterove plantae typicae. Fo- 
lia variant pinnatipartita in planta groenlandica^ pinna- 
tisecta in planta kamtschatica^ sed ilia a Maydell col- 
lecta intermedia, ita ut discrimina ex foliorum forma 
petita inter praecedentem , praesentem et sequentem 
speciem vix sint alicujus momenti. Quum specc. ex 
oris arcticis Ämericae britannicae non viderim, ab au- 
toribus britannicis vero haec et sequens confunditur, 
nescio, an intervallo inter Groenlandiam et Alaskam 
crescat nec ne. 

49. P. Ursuta L. Cod. 4406. Stev. 1. c. 51. Bth. 
1. c. 578. excl. syn. P. lanatae W. Bge. 1. c. 299. 
F. Schmidt Fl.jenis. n. 184. Trtv. PI. Czekan. n. 274. 

Sibiria arctica: in sinu Karico, fl. Taimyr, Jenisei, 
Olenek, versus Lenam et secus illam. Tum in arcticis 
Europae^ archipel. Spitzbergen, Groenlandia, America 
arctica britannica et Sitka. 

Galea P. hirsutae lapponicae antice tota cucuUata et 
clausa, in americana (Parry et e Groenlandia) inferne 
brevissime subfissa cum angulo obsoleto rarissime den- 



— 133" 

ticulifero, in sibirica (Czekanowskii) manifestius fissa 
et paulo frequentius denticulifera. Spica floribus sub- 
coaetaneis, saepius superioribus praecocioribus , vidi 
et inferiores citius apertos. Corolla, ex Adams apud 
Steven, pallide carnea, quo colore nee non eo quod 
minor est, a P. lanata, ubi purpurea et major, statim 
distincta. 

50. P. versicolor Wdihlhg. Veget. helv. 118. Stev. 
1. c. 52. Bth. 1. c. 578. Bge. 1. c. 300. Turcz. 1. c. 
375. Rgl. et Til. 1. c. n. 230. Hook. Fl. bor. am. II. 
110. Rgl. Herd. PI. Semen, n. 821. F. Schmidt 
Fl. jenis. n. 185. Glehn. Wit. Olekm. n. 219. Trtv. 
PI. Czekan. n. 275. 

In Sihiria orientali: ad ostium fl. Jenisei, ad fl. Tai- 
myr, ad Olenek, Lenam et Kolymam inferiores, in 
terra Tschuktschorum secus fl. Anadyr, Kamtschatka: 
ad promont. Schipun a portu Petri et Pauli orientem 
versus (v. D itmar), in jugo Stanowoi : circa mare Ocho- 
tense ad Ajan, inter Jakutzk et Ochotzk, inter fl. Wi- 
tim et Olekma ad fl. Absad, in alpibus Baicalensibus et 
Davuriae, mont. Sajan (Czerski et Härtung) etSa- 
binensibus (Lessing), in Chinae prov. Kansu, pratis 
alpinis rar a (Przewalski). Praeterea in Tiheto occi- 
dentali (Strach. Winterb., hb. Calcutt.), Hima- 
laya occidentali (Falconer, Roy le), Garhwal (Strach. 
Winterb.), Thianschan (Semenow), Altai, Sihiria oc- 
cidentali versus ostium fl. Ob et Ural boreali, in Nor- 
vegia, Carpathis, Styria et Helvetia, ex Asia per ins. 
S. Laurentii transit mAmericam borealioccidentalem. 

In latere uno galeae unicae speciminis a M ay de 11 
lecti vidi supra faucem dentem subulatum distinctis- 



— 134 — 

simum, in aliis ubi nervus obliquas galeae in margi- 
nem excurrit saltern angulum protrusum. Planta quoad 
magnitudinem partium satis variabilis, ita v. gr. planta 
Kamtschatica a Ditmar lecta duplo major et flores 
duplo majores fert quam planta tangutica Przewal- 
skii. 



(Tiré du Bulletin, T. XXIV, pag. 26—88.) 



^ Mai 1877. 

Bemerkungen über eine Syriopsis der Familie der 
Rliinocerotiden. Von J. F. Brandt. 

Meine Untersuchungen über die Nashörner mit 
knöcherner Nasenscheidewand (der Tichorhinen) gabeln 
Veranlassung zur Ermittelung der verwandtschaft- 
lichen, nähern oder fernem, Beziehungen derselben 
zu den noch lebenden oder ausgestorbenen Gliedern 
der Familie der Nashörner eingehende Untersuchun- 
gen anzustellen, deren Resultate in einer für die Me- 
moiren bestimmten Abhandlung enthalten sind, welche 
ich die Ehre habe der Classe heute vorzulegen. Sie 
führt den Titel: 

RMiiocerotiËïïi TiTeiiünm et fossilim synopsis 

anctore 
loanne Friederico Brandt. 

Es wurde darin der Versuch gemacht die Arten 
nach ihren Verwandtschaften neu zu classifiziren und 
nach ihren wesentlichsten Kennzeichen zu charakteri- 
siren. 

Die Arbeit beginnt mit einer umfassenden Angabe 
der Charaktere der Familie der BhinoceroUden^ denen 
Bemerkungen über ihre Beziehungen zu andern Fa- 
milien folgen. 



— 136 — 

Die Familie der Rhinocerotiden glaubte ich übri- 
gens nach Maassgabe der Verschiedenheit ihres Zahn- 
verhältnisses in drei ünterfamilien zerfallen zu können, 
nämlich in Subfamilia I Thysanodontes seu Hippodon- 
tes, Subfamilia II Aulonodontes , und Subfamilia III 
Palaeotheriodontes. 

Die erste ünterfamilie enthält eine einzige Gattung, 
die zwar durch den Schädelbau und die Verkümmerung 
der Schneidezähne mit den typischen Rhinoceroten 
übereinstimmt, aber denen der Pferde ähnliche Backen- 
zähne besitzt. Es ist dies die Gattung Elasmotherium, 

Die zweite Unterfamilie, die an Gattungen und Ar- 
ten reichste, umfasst die typischen, stets der Eck- 
zähne ermangelnden, mit oft verkümmernden, Schneide- 
zähnen und mit etwas schiefen Querthälern versehenen, 
mehrwurzlichen Backenzähnen ausgestatteten, meist 
horntragenden Formen der Ehinocerotiden. 

Sie enthält folgende Gattungen: Genus I Atelodus 
Pomel mit den Untergattungen : 1 ) Tichorhinus mihi 
(Atelodus antiquitatis und Merckii). — 2) Mesorhino- 
ceros mihi (Bhinoceros seu Atelodus leptorhinus Cuv. 
Pomel). — 3) Colodus mihi (Bhinoceros pachygnathus 
A. Wagner). — 4) Colohognathus mihi (Rhinoceros seu 
Atelodus hicornis et simus Pomel). — Genus II Dyho- 
plus mihi (Rhinoceros, seu Dyhoplus Schleiermacheri et 
? sansaniensis). — Genus III Ceratorhinus Gray (Gera- 
torhinus sumatrensis Gray, ? lasiotis Sclater, ? cucullatus 
Wagner mihi). — Genus IV Rhinoceros Gray (Rhino- 
ceros sondaicus Hors field. Rhinoceros unicornis Linn., 
Rhinoceros inermis Lesson). — Genus V Aceratherium 
Kaup (Aceratherium incisivum Kaup, .^ minutum Kaup, 
? Goldfussii Kaup). 



— 137 — 

Ein Appendix I liefert Angaben über ein angeb- 
lich in Afrika lebendes einhorniges Nashorn. 

Ein Appendix II führt die nach in Amerika gefun- 
denen Resten aufgestellten, der Gattung Ehinoceros 
oder Aceratherium zuerkannten , Arten auf , welche 
sich bisher meist weder einer der oben aufgeführten 
Gattungen sicher einreihen , noch als Typen irgend 
einer neuen aufFühren lassen. 

Die dritte Unterfamilie (die der (Palaeotheriodonten) 
bietet 1 Schneidezähne, }y Eckzähne nebst Backenzäh- 
nen, welche denen der typischen Rhinocerotiden (der 
Aulonodonten) ähneln. Sie umfasst übrigens nur die 
Gattung Hyracodon Leidy^s. 

Den Schluss der Arbeit bildet ein Appendix III, 
welcher Mittheilungen über die Gattung Cadurcothe- 
rium Gervais's enthält. 



(Tiré du Bulletin, T. XXIY, pag. 167-168.) 

Melanges biologiques. X. 18 





TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST.-PETERSBOÜKG 



Tome \. 

Livraison 2, 



(Avec 2 Planches.) 



St.-PETEIISIJOHKü, 1879. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences: 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggers & C, J. Issakof M. N. Kymmel; M. Leopold Vosa. 

et J. Glasonno f; 



Prix: 70 Cop. arg. = 2 Mk. 30 Pf. 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des Sciences. 
Août 1879. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie Impériale des Sciences. 
(Vass. - Ostr. , 9® ligne, ^1; 12.) 



CONTENU. 



Pages. 

B. Babîkof. Du développement des céphaloides sur le thal- 
lus du lichen Peltigera aphthosa Hoffm. (Avec une 
planche.) 139—155 

Dr. W, Gruber. Vorläufige Anzeige über das Vorkommen 
des Musculus peroneo-tibialis auch bei den Quadru- 
mana 157 — 158 

Dr. phil. Oskar Boettger. Beitrag zu einem Katalog der 
innerhalb derGränzendes russischen Reichs vorkom- 
menden Vertreter der Landschneckengattung Clau- 
silia Drap. 159—198 

Dr. W. Gruber. Über die ungewöhnlichen Musculi tensores 

fasciae suralis beim Menschen. (Nachträge.) 199 — 209 

Über eine neue Art von Ossiculum supernumerarium 

carpi beim Menschen 211 — 224 

.1. F. Brandt. Nachträgliche Bemerkungen zur Monogra- 
phie der tichorhinen Nashörner 225 — 232 

R. Kessler. Beiträge znr Ichthyologie von Central-Asien . 233—272 

iV. Wedensky. Über die Wirkung des Lichtes auf die Er- 
regbarkeit der Haut bei Fröschen .' 273 — 274 

AI. Bunge. Enumeratio Salsolacearum omnium in Mongo- 
lia hucusque collectorum 275—306 

A. Jeleneff, Histologische Untersuchung des kleinen Ge- 
hirnes der Neunauge. (Petromyzon fluviatilis.) (Avec 
une planche.) .307-325 



jjjö^oo- 



22 Novembre ^ q^- 
4 Décembre 

Du développement des céphalodies sur le thallus du 
lichen Peltigera aphthosa. Hoffm. Par M. Babikof. 

(Avec une planche.) 

On donne le nom de céphalodies aux excroissances 
particulières qui se trouvent sur la surface de quel- 
ques lichens. Elles se composent d'un tissu cellulaire 
présentant l'aspect de globules, de renflements verru- 
queux, ou de petites verrues. Leur couleur tranche 
sur celle du lichen lui-même. La structure des cépha- 
lodies n'est connue que chez peu de lichens, et il n'y 
a jusqu'à présent que bien peu de données exactes 
concernant l'histoire de leur développement, hors 
quelques hypothèses, assez vraisemblables du reste, 
mais qui ne sont pas encore constatées par les faits. 

Les céphalodies se rencontrent sur beaucoup de li- 
chens, mais les mieux étudiées se trouvent sur quel- 
ques représentants du genre Stereocaulon; je me bor- 
nerai, par conséquent, à un exposé sommaire de la 
littérature, concernant ce dernier genre. 

M. Nylander ^) les compare aux bulbes: «forte 
bulbillis comparanda» et en donne la définition sui- 



1) Ann. des se. nat., 4"*® série, T. XI, pag. 252. 

Mélanges biologiques. X. 18 



— 140 — 

vante: les véritables céphalodies des Stereocaulon se 
présentent sous la forme d'excroissances d'un aspect 
très varié, elles sont composées de trois tissus diffé- 
rents, qui correspondent aux parties d'autres lichens: 

1) systema corticale, 2) systema gonimion et 3) sy- 
stema medulläre. Quant aux gonidies il en distingue 
aussi trois types: 1) stratum gonimon scytonemoideum, 

2) Stratum gonimon sirosiphonoideum et 3) Stratum 
gonimon e modulis gonimicis formatum. Ces trois types 
de gonidies sont adoptés par M. Nylander comme 
caractères distinctifs des différentes espèces de Ste" 
reocaulon, 

M. Th. Fries ^) constata, que ces différents types 
de gonidies peuvent se trouver réunis , non seule- 
ment dans différentes céphalodies du même lichen, 
mais, très souvent, dans la même céphalodie, par ex., 
ch6z le Stereocaulon ramulosum. En conséquence il 
n'accepte pas les trois types de gonidies de Nylander 
comme caractères spécifiques pour la définition des 
différents Stereocaulon. 

M. Fries trouva aussi sur le podetium du Stereo- 
caulon proximunij mixtum et sur d'autres genres de 
lichens, de coussinets parasites du Sirosipkon, qui ne 
se distinguaient en rien des gonidia sirosiphonoidea, 
enfermées dans les céphalodies. Il suppose donc, que 
ces dernières gonidies sont étrangères au lichen, et 
les considère comme des algues parasites, qui se logent 
dans l'intérieur de l'écorce du hchen et produisent 
sur le Stereocaulon les excroissances anormales, qu'on 
nomme ordinairement céphalodies. M. Fries pense 



2) Fries, Flora, 1866, pag. 17. 



— 141 — ■ 

enfin , que ces algues parasites du Stereocaulon ne 
sont que les phases différentes de développement d'un 
seul organisme. 

M. Sch wendener ^) se range de l'avis de M. Fries, 
en n'admettant pas cependant la transformation d'une 
algue en une autre ; mais en considérant les trois types 
des gonidies de M. Nylander comme trois algues 
différentes: le Sirosiphon, le Scytonema et le Nostoc, 
qui sous cette forme de gonidie ne sont que très peu 
différentes entr'elles. Puis M. Schwendener dit que 
les céphalodies, qui contiennent une des algues men- 
tionnées, présentent la forme d'excroissances d'un 
aspect varié, couvertes d'une écorce. Cette écorce se 
compose d'un tissu cellulaire pseudoparencliymateux 
compacte sans interstices. 

Le Sirosiphon, qui réside dans l'intérieur de la cé- 
phalodie, prend la forme de chaînettes ramifiées qui 
sont tantôt lâchement enlacées par des hyphas très 
fins, tantôt enfermées dans des membranes fibreuses 
(Faserhülle), assez épaisses. Parfois on en trouve aussi 
des chaînons détachés, réunis en amas enlacés de hy- 
phas. La grandeur des chaînons ou cellules reste à peu 
près la même où elles sont faiblement enlacées, elles 
deviennent souvent un peu plus petites où l'enlace- 
ment devient très étroit. Mais en général la différence 
de grandeur chez ces cellules n'est pas assez sensible, 
pour qu'il ne soit pas possible de reconnaître à quelle 
algue elles appartiennent. Quant à l'histoire du dé- 
veloppement des céphalodies, elle est restée parfaite- 
ment inconnue à M. Schwendener, il émet à cet 



3) Die Algentypen der Flechtengonidien, 



— 142 — 

égard seulement la supposition suivante: «Ihre Ent- 
stehung lässt sich indess kaum anders denken, alsdass 
Sirosiphonkeime, wenn sie auf jugendlichen Thallom- 
strahlen aufliegen, hier eine locale Wucherung der 
peripherischen Fasern bedingen, welche späterhin zu 
einer vollständigen Überwölbung und Umrindung 
führt». M. Schwendener considère enfin, comme un 
trait caractéristique, que non seulement les algues 
mentionnées, mais aussi des représentants d'autres fa- 
milles, sont capables de produire de semblables ex- 
croissances sur les parties jeunes du thalle du lichen. 
Après les recherches de M. Schwendener parut 
l'ouvrage de M. Bor net ^), où il parle de la structure 
de céphalodies et fait des suppositions sur leur forma- 
tion: «Parmi les ramuscules du thalle du Stereocaulon 
ramulosum (pag. 33) on rencontre souvent de renfle- 
ments globuleux, nommés céphalodies, elles renfer- 
ment des gonidies entièrement différentes des gonidies 
du lichen lui-même, puisque ces premières sont co- 
lorées par le physochrome , et les dernières par le 
chlorophj'lle. De plus ces gonidies se présentent sous 
des formes différentes, non seulement dans les di- 
verses espèces du même genre, mais encore dans 
les céphalodtes du même individu. Cette circonstance 
rend vraisemblable l'opinion, qu'il faut les considérer 
comme des formations accidentelles. Si l'on fait des 
coupes à travers la céphalodie de manière, que cette 
coupe traverse le point de son attache, on peut voir 
qu'elle consiste en une sorte de poche, dont la cavité 
est remplie de tissu spongieux et la périphérie est 



4) Ann. des se. uat., 5'"^ série T. XVII. 



— 143 — 

formée d'hyphas très serrés. Le tissu spongieux con- 
tient des gonidies bleuâtres, formant de longs filaments 
flexueux. Ces derniers ont tous les caractères d'un 
Scytonema qu'on rencontre aussi en petites touffes à 
la base du thalle et sur la terre environnante. A me- 
sure qu'on se rapproche de la périphérie de la cépha- 
lodie, où le tissu d'hypha est plus dense, les filaments 
de gonidies deviennent plus courts et ne sont plus 
formés que de fragments isolés de trois ou quatre cel- 
lules, dont les rapports avec ceux de Scytonema se- 
raient très obscurs et presque impossibles à recon- 
naître, si l'on n'en pouvait suivre la modification dans 
le tissu même du lichen». M. Bornet trouva IsiGloeo- 
capsa dans les céphalodies du Stereocaidon alpinum: 
«A la surface de ramuscules spongieux du thalle on 
remarquait des colonies de Gloeocapsa, sur lesquelles 
l'hypha était plus ou moins développé. Les unes étai- 
ent en partie libres, les autres recouvertes d'un mince 
réseau, les autres enfin revêtues d'une couche dont 
l'épaisseur était d'autant plus grande, que la grosseur 
des colonies était plus considérable. On suivait très 
bien la marche de l'hypha autour de l'algue. On voyait 
le réseau s'étendre entre les colonies partielles, sans 
pénétrer à travers la couche gélatineuse jusqu'aux 
cellules colorées elles-mêmes». Dans le Stereocauîon 
furcatum M. Bornet trouva sur les ramifications du 
thalle des touffes entières de Stigonema en différents 
degrés d'enlacement. «En examinant des échantillons 
de Stereocauîon furcatum, sur lesquels s'étaient déve- 
loppées des touffes de Stigonema, y si rencontré plusieurs 
de ces touffes singulièrement déformées. Les filaments 
soudés entre eux étaient réunis en masses irrégulières, 



— 144 — 

lobées, crêtées et couvertes de papilles ou de saillies 
cylindriques. L'étude anatomique faisait reconnaître, 
que ces masses étaient composées de filaments de Sti- 
^o)îema, à l'intérieur desquels avait pénétré l'hyphade 
Stereocaulon». Et plus loin: «dans quelques-unes de ces 
touffes de Siigonema pénètrent quelques hyptias à par- 
tir de la couche gonidiale jusqu'au milieu, et y écar- 
tent les filaments du Stigonema, ce qui rend les touf- 
fes très gonflées à leur base; d'autres touffes, au con- 
traire, se présentent presque nues, et ce n'est qu'au 
moyen d'un grossissement considérable, qu'on peut 
voir que les filaments du Stigonema, qui venaient tou- 
cher la couche corticale du lichen, étaient reliés par 
l'hypha, qui passait d'une partie à l'autre». C'est en 
appuyant sur cette connexion de l'hypha du lichen 
avec une algue, que M. Bornet ne considère point les 
céphalodies du lichen comme des organisations indé- 
pendantes, simplement appliquées à sa surface: «Ces 
excroissances, dont la connexion avec l'hypha du Ste- 
reocaulon m'a paru si claire, que je ne saurais les re- 
garder comme des productions autonomes, appHquées 
sur ce lichen, donnent, si je ne me trompe, la clef de 
la formation des Spilonema^ EpJiebe et de leurs alliés. 
Voilà tout ce qu'on connaît jusqu'à présent sur la 
structure et l'histoire du développement des céphalo- 
dies. Relativement à la dernière, comme nous avons 
pu le voir, on n'avait trouvé que les différents degrés 
d'envahissement de l'algue par l'hypha, mais on 
n'avait pas observé toute la marche du développement 
des céphalodies. Ce n'est donc que sur de simples 
faits isolés que les auteurs, dont nous avons exposé les 
vues, se fondent, en supposant, que les céphalodies 



— 145 — 

présentent ~ des formations anormales, produites par 
une croissance locale du lichen sous l'influence des 
algues, accidentellement tombées sur lui. Leur hypo- 
thèse a été cependant complètement confirmée par les 
expériences que j'ai eu la chance de faire, guidé par 
M. le professeur A. S. Famintzin, sur le développe- 
ment de céphalodies du Peltigera aphthosa, que j'ai 
suivi dès le premier commencement de l'envahisse- 
ment de l'algue par l'hypha jusqu'au développement 
complet des céphalodies. 

Quoique les céphalodies du Peltigera aphthosa soient 
depuis longtemps décrites par M. Acharius^), per- 
sonne après lui ne s'en est occupé, excepté M. S ch wen- 
den er ^), qui en parle dans son ouvrage sur la struc- 
ture anatomique du thalle de ce lichen: «Rinde 30 
Mik. dick, häufig mit warzenförmigen Prolificationen, 
die aus interstitienlosen meist und deutlich parenchy- 
matischem Gewebe bestehen». A char ins (page 99 et 
516) fait une description plus détaillée des céphalodies 
du lichen examiné: «La surface du thalle du Peltigera 
aphthosa est souvent couverte de verrues crénelées, 
déprimées, qui, à mesure qu'on se rapproche de son 
bord, se présentent sous l'aspect d'une couche pou- 
dreuse». Plus loin en parlant de la coupe verticale de 
la céphalodie (page 100) il dit: «le parenchyme, qui 
est semblable à un mucilage, renferme des gonidies 
nues; la substance corticale de la céphalodie ne passe 
pas de sa surface supérieure à l'inférieure.» La figure 
qu'Acharius donne (T. X f. 8) présente la coupe 



5) Acharius, Lichenographia universalis. * 

6) Schwendener, Beiträge zur wissenschaftlichen Botanik, 3*® 
Band, pag. 175. 

Mélanges biologiques. 1. 19 



— 146 — 

d'une céphalodie, où l'on voit le tissu médullaire de 
Peltigera s'étendre en forme de zone continue sous 
la couche gonidiale du thalle du lichen et sous la cé- 
phalodie elle-même, ainsi que les autres parties de 
cette dernière, mentionnées ci-dessus. C'est le seul 
ouvrage où l'on trouve une description assez détaillée 
de la structure de la céphalodie du Peltigera aphthosa, 
La description de la forme extérieure des céphalodies 
faite par Acharius est parfaitement exacte, mais 
quant à leur structure anatomique, on n'y trouve point 
de parenchyme semblable à un mucilage, mais bien un 
tissu d'hypha renfermant de gonidies. Puis on ne re- 
marque non plus dans les céphalodies complètement 
développées une transition de leur tissu médullaire à 
celui du lichen même; une semblable transition s'ob- 
serve, comme on le verra, seulement dans la cépha- 
lodie non développée. 

Sur de coupes verticales, que j'ai pratiquées, d'une 
céphalodie du Peltigera aphthosa (fig. 9) complète- 
ment développée, on pouvait clairement distinguer, 
que son milieu consistait d'un tissu de filaments lâche- 
ment entrelacés d'hypha, entre lesquels se faisaient 
remarquer des amas de gonidies bleuâtres, disposés 
sans aucun ordre apparent, tandis que sa périphérie 
était formée d'une couche homogène d'une écorce 
brune, beaucoup plus épaisse du côté supérieur de la 
céphalodie que du côté inférieur et consistant de tissu 
pseudoparenchymatique. De la surface inférieure des 
céphalodies descend une rangée de poils radicaux (rhi- 
zines) d'un brun foncé, dont les membranes, forte- 
ment épaissies, pénètrent jusqu'au sol par l'ouverture 
du thalle de Peltigera et s'entrelacent avec de poils 



— 147 — 

semblables de ce dernier. Le corps même de la cépha- 
lodié est appliqué aux bords de l'ouverture du thalle, 
comme un couvercle, et sans aucun rapport organique 
avec celui-ci. Si l'on examinait la forme générale de 
la céphalodie sans connaître l'histoire de son dévelop- 
pement, on serait tenté de supposer, que ce doit être 
un lichen homeomère qui croit en parasite sur le FeU 
tigera aphthosa et qui présente de la ressemblance au 
Pannaria triptophylla, par exemple, représentée par 
M. Bornet (ibid. PI. XIV f. 1.). Les gonidies des 
céphalodies, comme je l'ai déjà dit, sont colorées en 
bleu et appartiennent par conséquent aux algues phy- 
cochromacées; tandis que celles du lichen même sont 
d'un vert clair et appartiennent aux chlorophylacées '). 
En outre elles se distinguent, les unes des autres, par 
la grandeur; les premières atteignent 0,010 Mm., les 
secondes seulement 0,006 Mm. Toutes les deux sont 
oblongues, souvent triangulaires ou carrées, mais -ra- 
rement rondes {ûg. 1 a, h.). En examinant la forme 
des gonidies qui se trouvent dans les céphalodies il est 
impossible de décider à quel genre d'algues elles 

7) Il m'est impossible de décider à quel genre d'algues chloro- 
phylacées appartiennent les gonidies vertes du thalle du Peltigera 
aphthosa, puisque je n'ai point réussi à étudier moi-même l'histoire 
de leur développement. Schwendener (Beitr. zur wiss. Botanik, 
Bd. Ill, pag. 174) dit que les gonidies du genre Peltigei'a sont petites, 
d'un bleu vert ou d'un jaune grisâtre, toujours teintes par le phyco- 
chrome; Bornet (Eecherches sur les gonidies des lichens, pag. 31) 
n'a trouvé aussi dans les différentes espèces de Peltigera examinées 
par lui, que de glauco-gonidies, c.-à-d. de gonidies colorées par le 
phycochrome. Pour me persuader, lequel de ces deux auteurs avait 
raison, j'ai préparé un extrait alcoholique du thalle du Peltigera 
aphthosa, en éloignant préalablement de sa surface les céphalodies, 
et, l'ayant soumis à une analyse spectroscopique , j'ai obtenu un 
spectre très nettement caractérisé de chlorophylle, sans aucun mé- 
lange de phycochrome. 



— 148 — 

appartiennent. Pour résoudre cette question, j'ai pro- 
fité de la méthode de culture employée par M. Fa- 
mintzin et Baranetsky, dans leurs recherches sur 
les gonidies des Collema pulposum et Peltigera canina 
(Beiträge z. d. Kenntniss d. selbständigen Lebens d. 
Flechtengonidien). 

J'ai semé sur le sol, que j'avais bouilli auparavant, 
quelques tranches de céphalodies, préalablement exa- 
minées au microscope, pour me convaincre de l'absence 
de tout organisme étranger, puis j'ai placé mon semis 
sous une cloche de verre dans une atmosphère hu- 
mide. Au bout de deux semaines et demie, lorsque 
les hyphas étaient entièrement détruits, on pouvait 
remarquer sur la surface des tranches une grande 
quantité de boulettes gélatineuses, contenant chacune 
deux, trois ou quatre cellules bleuâtres (Fig. 2a.). 
Après une autre semaine les boulettes acquirent des 
dimensions plus considérables et la quantité des cellu- 
les bleuâtres s'accrut, en même temps ces dernières 
se trouvèrent disposées en chaînettes repliées, dont 
quelques-unes contenaient déjà des hétérocistes du ca- 
ractère de Nostoc (fig. 2 b.). Cinq semaines après 
l'ensemencement on trouvait sur le sol des colonies de 
Nostoc parfaitement formé, qui consistaient de chai- 
nettes nombreuses, avec des hétérocistes entièrement 
développés; les chaînettes étaient plongées dans un 
mucilage limité par des contours très évidents (fig. 2 c). 
La culture des gonidies constata donc qu'elles prove- 
naient du Nostoc, entièrement déformé sous l'influence 
de l'envahissement de l'hypha. Désirant connaître de 
quelle manière les Nostocs entièrement libres étaient 
dégénérés en gonidies et avaient donné naissance à la 



— 149 — 

formation des céphalodies, je me suis efforcé à exa- 
miner l'histoire du développement de ces dernières 
que je vais exposer ici. 

Sur la surface du thalle du PeUigera aphthosa, 
comme nous avons pu nous en convaincre d'après la 
description, qui précède, se trouvent des céphalodies 
verruqueuses qui, à mesure qu'elles se rapprochent 
du bord du lichen, deviennent de plus en plus petites, 
et prennent enfin pour l'oeil nu la forme d'une pous- 
sière. Les plus petites céphalodies sont les plus jeu- 
nes. Parmi ces excroissances on rencontre souvent un 
enduit bleuâtre pui consiste exclusivement de Nostocs 
en différents degrés de développement; rarement ils 
sont mélangés à d'autres algues. En faisant des coupes 
transversales des parties les plus jeunes d'un lichen 
parfaitement frais,* on peut voir, à un grossissement 
considérable, que sa surface est couverte d'un grand 
nombre de poils, formés d'une, de deux, ou de trois 
cellules ; parmi ces poils on trouve souvent des colonies 
entières de Nostocs, dont les unes sont entièrement 
libres, simplement appliquées à la surface des poils, 
et s'en séparant facilement sous la pression du covet; 
les autres, au contraire, s'appliquent si intimement 
aux poils, que ce n'est que sous une pression bien forte 
qu'on parvienne à les détacher, mais en enlevant en 
même temps le poil même. Les poils associés de cette 
manière aux colonies subissent une division en cellu- 
les nombreuses et émettent de ramuscules qui pénè- 
trent dans l'intérieur du mucilage et serpentent entre 
les filaments des Nostocs isolés (fig. 3). C'est le com- 
mencement de la formation des céphalodies. Sur les 
mêmes coupes, ou sur d'autres prises sur de parties 



— 150 -- 

plus âgées du lichen, on rencontre des colonies de 
Nostoc, où l'entrelacement par l'hypha commence à 
s'opérer. On voit distinctement, que quelques-uns des 
ramules s'insinuent dans l'intérieur du mucilage, tan- 
dis que d'autres ne font que toucher la surface et don- 
nent origine à l'écorce en formant de nombreux ra- 
mules latéraux, qui adhèrent les uns aux autres. Dans 
ce moment l'écorce ne couvre pas encore toute la sur- 
face de la colonie, on voit saillir ça et là sa substance 
mucilagineuse qui est devenue plus foncée, et dans 
l'intérieur de laquelle s'étalent les cellules de Nostoc, 
disposées non plus sous la forme de filaments isolés, 
mais réunis en masse compacte (fig. 4). Si l'on écrase 
une telle préparation, on remarquera parmi les cellu- 
les de Nostoc des filaments d'hypha qui partent en 
s'entrelaçant des cellules de l'écorce. Sur des coupes 
faites d'une partie plus âgée du lichen, on peut trou- 
ver des colonies de iVbs^oc entièrement entrelacées par 
l'hypha, où l'écorce est formée d'une couche continue 
de cellules, provenues de la ramification et de leur ad- 
hérence réciproque. Au premier coup d'oeil on pour- 
rait prendre de semblables formations pour de fruc- 
tifications de Pyrénomycètes ^ si l'histoire de leur dé- 
veloppement, ainsi que leur structure anatomique, 
n'étaient déjà connues. Ma figure 5 montre un sem- 
blable corps sphérique et cellulaire fixé aux poils à 
une certaine distance de la surface du lichen. Si l'on 
pratique des coupes aussi minces que possible à travers 
ces corps sphériques, on distinguera, qu'ils sont for- 
més d'une ou de deux couches de l'écorce qui enve- 
loppe le tissu gonidial, composé de gonidies et de fila- 
ments d'hypha (fig. 6). Cette écorce consiste en tissu 



— 151 — 

pseudoparenchymatique , et les gonidies s'y trouvent 
si solidement enlacées par l'hypha, qu'elles apparais- 
sent sur la coupe comme engaînées dans les mailles 
d'un réseau; dans ce cas elles adoptent une forme ir- 
régulière et sont plus grandes, que les cellules primi- 
tives de Nostoc. 

A mesure que l'envahissement du Nostoc par l'hy- 
pha devient complet, les cellules de l'écorce du lichen 
et les hyphas de la couche gonidiale s'élèvent consi- 
dérablement dans leur croissance et forment peu à 
peu avec la céphalodie un tissu continu (fig. 7). Les 
gonidies du lichen, qui se trouvent en dessous de la 
céphalodie, périssent et disparaissent graduellement, 
étant absorbées par le tissu environnant; aussi ne sont- 
elles plus disposées en couche continue, mais inter- 
mittente. Dans son état plus avancé la céphalodie 
s'accroît considérablement dans une direction parallèle 
à la surface du lichen, et prend une forme lenticulaire. 
C'est à cet état qu'elle est décrite et figurée par M. 
Acharius (T. X f. 8.). Lorsque la céphalodie s'ac- 
croît prodigieusement dans la direction nommée, le tissu 
du lichen qui se trouve sous elle, ne se présente plus 
sous la forme d'écorce pseudoparenchymatique et ne 
renferme plus de gonidies, mais consiste seulement en 
hyphas très entrelacés, et ce n'est que sur les parties 
disposées près des bords de la céphalodie, que s'ob- 
serve encore une transition progressive des cellules 
rondes de l'écorce aux filaments de l'hypha entière- 
ment développés, qui dégénèrent progressivement en 
poils radicaux (rhizines) d'un brun foncé (fig. 8.). Dès 
que la transformation finale du tissu de l'écorce du 
lichen en filaments d'hypha s'est accomplie, toute li- 



— -152 — 

aison entre la céphalodie et le thalle du lichen dispa- 
j'aît. Les cellules de Fécorce du lichen à l'endroit, où 
s'est opérée la séparation de la céphalodie, prennent 
une teinte brune; en dessous d'elles s'étend une cou- 
che de gonidies, qui touchent bien à quelques-uns des 
poils radicaux de la céphalodie, mais n'ont plus de 
connexion avec eux. Sous la couche des gonidies du 
thalle est disposée la couche médullaire, dont les fila- 
ments se distinguent nettement des poils radicaux par 
leur couleur plus transparente*, ainsi que par l'épais- 
seur de leur membrane. Les cellules de Thypha de la 
céphalodie, disposées sous ses gonidies, étant dégéné- 
rées en poils radicaux, se transforment en écorce pseu- 
doparenchymatique qui couvre sa face inférieure. Dès 
que la céphalodie devient entièrement indépendante 
du lichen, elle s'accroît de plus en plus dans la di- 
rection horizontale, et reçoit en conséquence une forme 
oblongue, ou orbiculaire et aplatie. C'est par celle 
même que j'ai commencé ma description. 

Voici donc toute l'histoire du développement des ce- 
phalodies sur le thalle du Peltigera aphthosa. On peut 
en conclure qu'elles doivent leur origine au parasi- 
tisme du Nostoc^ qui se trouve toujours dans les en- 
droits humides, où on rencontre ordinairement ce li- 
chen. Je n'affirme pas, que le Nostoc seul prend part à 
la formation des céphalodies ; d'autres algues y parti- 
cipent peut-être aussi, ainsi que MM. Schwendener 
et Bornet l'ont effectivement montré chez le Stereo- 
caulon. Dans mon cas je n'ai rencontré que le Nostoc 
seul, mais il est possible, que, si l'on recueillait le Pel- 
figera aphthosa dans quelque autre localité, on trouve- 
rait peut-être aussi d'autres algues. 



153 



Explication des figures. 

Fig. 1. a. Gonidies phycochromacées extraites de la 
céphalodie; h. gonidies chlorophylacées extraites 
du thalle Peltigera aphthosa. Grossissement: 900 
fois. 

Fig. 2. Différents degrés du développement de goni- 
dies phycochromacées; a. après une culture de 
deux semaines et demie; ô. après une culture de 
trois semaines et demie : elles ont reçu la forme de 
chaînettes repliées, dont quelques-unes contien- 
nent déjà des hétérocistes; c. après une culture 
de cinq semaines: elles sont entièrement transfor- 
mées en Nostoc. — Grossissement considérable. 

Fig. 3. Commencement du développement de la cé- 
phalodie: un poil ramifié de la surface du thalle 
est attaché à une colonie de Nostoc; quelques ra- 
muscules de ce poil pénètrent en dedans du mu- 
cilage et serpentent entre les filaments du No- 
stoc. — Grossissement considérable. 

Fig. 4. Quelques ramuscules de poils s'insinuent dans 
rintérieur du mucilage de la colonie, les autres ne 
font que toucher sa surface et par la formation de 
ramules secondaires et de leur adhérence mutuelle 
donnent l'origine à l'écorce ; cette dernière ne 
couvre pas encore toute la surface de la colo- 
nie. — Grossissement considérable. 

Fig. 5. On voit un corps sphérique et cellulaire fixé 
aux poils qui ressemble au premier coup d'oeil à 

Mélanges biologiques. X. 20 



— 154 — 

la fructification de Pyrénomycetes. — Grossisse- 
ment considérable. 

Fig. 6. Coupe pratiquée à travers ce corps sphérique: 
il est constitué d'une ou de deux couches d'écorce 
pseudoparenchymatique, qui enveloppe le tissu go- 
nidial composé des gonidies et des filaments d'hy- 
pha; les gonidies sont solidement enlacées par 
l'hypha, de sorte qu'elles apparaissent comme en- 
gaînées dans les mailles d'un réseau. — Grossis- 
sement: 650 fois. 

Fig. 7. Coupe pratiquée à travers une céphalodie plus 
avancée: l'hypha de l'écorce et de la couche goni- 
diale du lichen s'élève dans sa croissance et forme 
avec la céphalodie un tissu continu; les gonidies 
vertes du lichen se trouvent interrompues en des- 
sous de la céphalodie. — Grossissement: 650 fois. 

Fig 8. Coupe pratiquée à travers une céphalodie en- 
core plus avancée : la céphalodie a reçu une forme 
lenticulaire; le tissu du lichen sous elle ne se pré- 
sente plus sous la forme d'écorce pseudoparenchy- 
matique et n'enferme plus de gonidies, mais con- 
siste en hyphas très entrelacés; ce n'est que sur 
les parties disposées près des bords de la cépha- 
lodie que l'on observe encore une transition des 
cellules rondes de l'écorce aux filaments de l'hy- 
pha qui dégénèrent plus bas en rhizines. — Gros- 
sissement: 480 fois. 

Fig. 9. Coupe à travers la céphalodie complètement 
développée: le tissu de l'écorce du lichen sous la 
céphalodie s'est entièrement transformé en fila- 
ments d'hypha; toute liaison entre elle et le thalle 



— 155 — 

du lichen a cessé et la céphalodie elle-même ne 
fait que toucher par ses bords ceux du thalle du 
lichen; les cellules de l'hypha de la céphalodie, 
disposées sous ses gonidies, étant dégénérées en 
rhizines, forment une écorce pseudoparenchymati- 
jque qui couvre sa face inférieure et s'étend en zone 
continue sur sa face supérieure. — Grossisse- 
ment: 480 fois. 



(Tiré du Bulletin, T. XXIV, pag. 548 — 559.) 




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biologiques. T.X. 



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Babikof del atnat. 



LifhoqraphiB de c Ivanson 



^ Mai 1878. 

Vorläufige Anzeige über das Vorkommen des Musculus 
peroneo-tibialis auch bei den Quadrumana. Von 
Dr. Wenzel Gruber, Professor der Anatomie. 

In einem Aufsätze^) habe ich einen neuen ano- 
malen Muskel beim Menschen, welchem ich den 
Namen «Musculus peroneo-tibialis)^ gab, beschrieben. 

Bei meinen Untersuchungen über das etwaige Vor- 
kommen des homologen Muskels bei den Säuge- 
thieren, die jetzt noch fortgesetzt werden, traf ich den 
(iM. peroneo-tibialis)) unter den Carnivora bei den 
«Canina)) an, und konnte nach Massenuntersuchun- 
gen den Muskel dieser Thierfamilie als normal 
vorkommend erklären. In einem anderen Aufsätze^) 
habe ich über den M. peroneo-tibialis der Hunde 
ausführlich abgehandelt. 

Von den Quadrumana^ deren Untersuchung ich 
darauf vorgenommen hatte, standen mir, abgesehen 

1) über den neuen Musculus peroneo-tibialis beim Menschen. — 
Archiv f. Anatomie u. Entwickelungsgescbichte. Leipzig. Jahrg. 1877. 
S. 401, Taf. XVIII, Fig. 1-6. 

2) Über den normalen Musculus peroneo-tibialis bei den Hunden 
(Homologen des gleichnamigen, aber anomalen Musculus bei dem 
Menschen) nebst Vorbemerkungen über die gekannte Ünterschenkel- 
musculatur dieser Thiere. (Mit 4 Abbildungen.) — Citirtes Archiv 
(Dahin zum Drucke abgesandt am 19, (31.) Jan. 1878.) 

Mélanges biologiques. X. 20* 



I 



— 158 — 

von den anthropomorphen Affen, wovon ich vor der 
Hand leider keine Exemplare besitze, eine beträcht- 
liche Collection von Simiae und Prosimiae zur Ver- 
fügung. Ich kann vor der Hand melden: «dass der 
M. peroneo- tibialis bei allen Genera und Species 
der Quadrumana^ die ich bis jetzt untersucht habe, 
constant vorkam». Auch am vermittelnden Gliede 
zwischen den Affen und Fledermäusen, d. i. bei 
Galeopithecus, habe ich den M. peroneo-tïbialis vorge- 
funden. 

Die ausführliche Beschreibung des bei den 
Quadrumana ebenfalls vergessenen M. peroneo- 
tibialis und die aus dem Funde des Muskels, namentlich 
dieser Thierordnung , hervorgehenden Folgerungen 
werde ich in einem besondern Aufs atze nachtragen. 



(Tiré du Bulletin, T. XXV, p. 97.) 



i? Mai 1878. 

Beitrag zu einem Katalog der innerhalb der Gränzen 
des russischen Reichs vorkommenden Vertreter 
der Landschneckengattung Clausilia Drap. Von Dr. 
phil. Oskar Boettger in Frankfurt a. M. 

Durch die Zuvorkommenheit des Herrn Akademi- 
kers Dr. Alex. Strauch wurden mir in neuester Zeit 
die in den Sammlungen des zoologischen Museums der 
K. russ. Akademie d. Wissenschaften und des zoologi- 
schen Kabinets der K. Universität in St. -Petersburg 
aufbewahrten Arten der Ländschneckengattung Clau^ 
silia, durch freundliche Vermittlung des Herrn Direk- 
tor Dr. Gust. Rad dé aber die im K. kaukasischen 
Museum in Tiflis liegenden Clausilienformen zur Durch- 
sicht, resp. Neubestimmung anvertraut. Ausserdem 
verdanke ich der Güte der Herren Prof. Alb. Mous- 
son in Zürich und Dr. Sie ver s in Tiflis noch die 
Kenntniss von Originalstücken der meisten von den 
zahlreichen, erst in neuerer Zeit bekannt gewordenen, 
kaukasischen Species der Gattung. Die Resultate dieser 
Untersuchungen, soweit sie die russischen Vertreter 
dieser formenreichen und schwierigen Gattung betref- 
fen, soll die folgende Aufzählung geben. Dieselbe be- 
ansprucht zwar den Namen einer vollständigen Liste 



— 160 — 

aller bis jetzt bekannten russischen Arten von Clau- 
silia, praetendirt aber durchaus nicht ein Katalog 
aller bis jetzt verzeichneten Fundorte in Russland zu 
sein : zu letzterem Zweck wären namentlich in literari- 
scher Beziehung sehr umfassende und zeitraubende 
Vorarbeiten nothwendig gewesen. Ich beschränke mich 
daher darauf, die von mir selbst geprüften Arten mit 
ihren Originalfundorten zu verzeichnen und weiter nur 
die Nachweise und die Gewährsmänner namentlich 
anzuführen, die mir in der leichter zugänglichen deut- 
schen und russischen Literatur über diesen Gegenstand 
aufgetossen sind und gegründeten Anspruch auf Be- 
achtung verdienen. Angaben in gedruckten Samm- 
lungskatalogen habe ich leider nur in wenigen Fällen 
berücksichtigen können. 

Geographisch betrachtet trennen sich die russi- 
schen Arten von Clausilia in zwei räumlich scharf ge- 
schiedene Gruppen, die des sarmatischen Tieflandes 
und die der pontisch-caspischen Bergländer. Die Schei- 
dung dieser beiden Gruppen ist eine so strenge, dass 
mir bis jetzt keine Art bekannt geworden ist, welche 
aus dem einen Gebiet in das andere übergriffe. Wäh- 
rend die Species des sarmatischen Tieflandes als ein 
nach Osten und Nordosten sich ausbreitender Zweig 
der über ganz Mitteleuropa verbreiteten gemeineren 
Arten angesehen werden können, welcher ausserdem 
kaum eine der für Siebenbürgen und die Bukowina 
charakteristischen Formen in sich aufgenommen zu 
haben scheint, ist die pontisch-caspische Clausilien- 
fauna durchaus von jenen verschieden und sehr eigen - 
thümlich, zeigt aber vielfache Anklänge nicht blos an 
türkisch-armenische, anatolische und persische Formen, 



— 161 — 

sondern auch in der Gruppe Serrulina Mouss. nahe 
Beziehungen und vielleicht in einer Art der Gruppe 
Phaedusa H. u. A. Ad. sogar innige Übereinstimmung 
mit Süd- und südost-asiatischen Clausilienarten. 

Bei der folgenden Aufzählung der einzelnen Species 
lege ich mit wenigen verbessernden Abweichungen 
mein neueres System dieser Gattung ^) zu Grunde. 

Möchte die anspruchslose Arbeit, zu der ich einen 
beträchtlichen Theil der Literaturnachweise der Zu- 
vorkommenheit des Herrn Prof. Dr. E. von Martens 
in Berlin verdanke, dazu beitragen, die Kenntniss die- 
ser interessanten Gattung in geographischer Beziehung 
vervollständigen zu helfen. 

GEN. CLAÜSILIA DRAP. 
Sect.]. BaIea(Prid.)Gray. 

(Boettger, Clausilienstudien etc., S. 10.) 

a. Gruppe der perversa L. sp. (Baiia Bourgt.) 

1. Clausula perversa L. sp. (Linné, Faun. Suec. 
JV» 2172 und Pfeiffer, Monogr. Helic. viv., Bnd. II, 
1848, S. 387). 

Aus Russland bis jetzt nur aus Finnland bekannt, 
und zwar nach Nylander und Nordenskj öl d^) von den 

o 

Alandinseln (an den Ruinen von Kastelholm), hier et- 
was glatter als gewöhnlich und 7,5 Mm. lang, und 
von Nordsjö im Kirchspiel Heisinge, hier von J. J. 
Chydenius gefunden. 

Das auffallend weite Verbreitungsgebiet der von 



1) Clausilienstudien, 1877, Cassel bei Theod. Fischer, Gross 4^ 
mit 4 Taf. Abb. 

2) Finlands Mollusker, Helsingfors 1856, 8^ S. 38. 

Mélanges biologiquee. X. ^l 



— 162 — 

mir aus gewichtigen Gründen in den Kalimen der 
grossen Gattung Clausilia eingefügten Art erstreckt 
sich über das ganze westliche und mittlere Europa 
mit Einschluss sämmtlicher Halbinseln und grösseren 
Inseln; doch scheint sie dem eigentlichen sarmatischen 
Tiefland, den Karpathenländern — mit Ausnahme von 
Nieder-Ungarn — -, der türkisch- griechischen Halb- 
insel und den griechischen Inseln gänzlich zu fehlen. 
Dieselbe Art ist auch von den Azoren und von Ma- 
deira bekannt. 

Sect. II. Marpessa ex rec. mea. 

(Clausilienstudien S. 31.) 

a. Gruppe der laminata Mtg. sp. (Marpessa v. Vest). 

2. Clausilia laminata Mtg, sp. (Montagu, Test, 
Brit., S. 359, Taf. 1 1, Fig. 4 = Turbo laminatus Mtg. 
und Pfeiffer, a. a. 0., S. 397.) 

Diese Art ist in der typischen Form in nahezu dem 
ganzen europäischen Russland verbreitet. Ich kenne 
sie und konnte sie theilweise untersuchen aus dem 
südlichenFinnland(Nylanderu.Nordenskjöld^), aus 
Ingermanland (St. Pejtersburg im Garten von Zarskoje- 
Selo, nach Siemaschko*) und nach den von Kolenati 
gesammelten Stücken im Mus. Petrop.), aus Livland 
(Riga, nach Büttner bei Siemaschko^) und Livland 
ohne nähere Ortsbezeichnung, nach Schrenk^) und 
Gerstfeldt'); Exemplare im Mus. Petrop. und in coli. 



3) Nylander ü. Nordenskjöld, a. a. 0., S. 33. 

4) Bull. d. 1. Soc. Imp. d. Nat. d. Moscou, Bnd. 20, 1847, S. 111. 

5) Siemaschko, a. a. 0., S. 112. 

6) Bull. d. 1. Soc. Imp. d. Nat. d. Moscou, Bnd. 21, 1848, S. 157. 

7) CoiT. Bl. d. Nat. Ver, zu Riga, Jahrg. 11, 1859, S. 109. 



— 163 — 

V. Martens), aus Kurland (Kawall^), aus Lithauen 
(Wilna, nach Eichwald ^), aus Polen (Ojcow, nach SI ô- 
sarski^^), aus Volhynien (Eichwald^) und W. Schlü- 
ter, Exempl. in meiner Sammlung), aus Kleinrussland 
(Eadomysl, nach Bélke^^) und Kiew, nach Jelski^^); 
von hier Exempl. auch imMus.Petrop., von Hochhuth 
1849 gesammelt), aus Podolien (Kamieniec Podolski, 
nach B elk e ^^); Exemplare aus Podolien im Mus. Tiflis; 
desgl. solche aus dem Anspülicht des Bugflusses im 
Mus. Tiflis) und aus Grossrussland (Smolensk, nach 
Ratschinsky^^), Moskau, nach Ratschinsky^*) und 
Nadeschin^^) und Gouvern. Tula, Exemplare im Mus. 
Petrop., vom Grafen Vargas gesammelt). 

GL laminata Mtg. sp. zeigt überhaupt ein sehr 
weites Verbreitungsgebiet. Sie lebt in ganz Europa, 
auf dem Festland, den Halbinseln wie auf den grösse- 
ren Inseln, mit Ausschluss von Schottland (v. M arten s), 
der iberischen Halbinsel, der Inseln des Mittelmeers 
und der Balkanhalbinsel, kommt aber noch südlich des 
ünterlaufs der Donau, z. B. in der Dobrudscha vor. 
In Dalmatien scheint die Art sehr selten zu sein. 

3. Clausilia imgidata (Z.) Ä. Schm. suhsp. commu- 



8) Ann. d. 1. Soc. Malacolog. d. Belg., Bnd. 4, Brux. 1869 im Bull, 
d. Séances, S. LXYIII 

9) Naturliist. Skizze v. Lithauen, Yolliyn. u. Podol., Wilna 1830, 
S. 216. 

10) Materyaly do fauny malakologicznej Krölestwa Polskiego, 
V^arschau 1872, S. 9. 

11) BuU. d. 1. Soc. Imp. d: Nät. d. Moscou, Bnd. 39, 1866, S. 526. 

12) Journ. d. Conchyliologie, Bnd. 11, Paris 1863, S. 132. 

13) Bull. d. 1. Soc. Imp. d. Nat. d. Moscou, Bnd. 26, 1853, S. 426. 

14) Bull. d. 1. Soc. Imp. d. Nat. d. Moscou, Bnd. 26, 1853, S. 233 
(als Pupa bidens). 

15) Conchyl. Fauna von Moskau in Mittheil. d. K. Ges. f. Naturk., 
Anthropol. u. Ethnogr., Moskau 1868, Sep. Abdr. S. 12 (=C1. bidens). 



— 164 — 

tata Rssm. (Rossmässler, Ikonogr. Bnd. 4, S. 19, 
Fig. 269 und Pfeiffer, a. a. 0., S. 401). 

Nur in einer Unterart aus Russland angegeben, und 
zwar aus Polen (Ojcow, nach Slösarski^^). 

Cl. ungulata im Sinne Ad. Schmidt's zu der ich 
fusca De Betta, cingulata F. J. S ehm. und granatina 
A. S ehm. als Varietäten und commutata Rossm. als 
Subspecies rechne, findet sich im ganzen Alpengebiet 
von der Ostschweiz an (Tirol, wie es scheint, über- 
springend) bis Steiermark und geht südlich bis Yene- 
tien, das Friaul, Istrien und Croatien. Isolirt er- 
scheint ihr Auftreten noch in Galizien, dem Banat 
und in Montenegro. Die subsp. commutata hat die 
gleiche geographische Verbreitung, fehlt aber in 
Montenegro und dem Banat und geht von Galizien 
aus — wo sie nach einer gütigen Mittheilung des 
Hrn. Prof. Dr. M. Nowicki in Krakau bei den Orten 
Krzeszowice, Skaly panienskie und Wilkowice vor- 
kommt — auch noch nach Russisch -Polen hinüber. 
Möglich ist immerhin, dass die polnisch -galizischen 
Stücke zu der nahe verwandten, in Schlesien, Kärnthen, 
Krain und Bosnien auftretenden Claus, silesiaca A. 
S ehm. gehören, deren scharfe Trennung von der in 
Rede stehenden Species erst in neuerer Zeit bekannt 
geworden ist. Ich konnte mir leider bis jetzt weder 
polnische, noch galizische Stücke dieser Art verschaffen, 
um die auch zoogeographisch interessante Frage zu 
entscheiden. 

4. Glausilia orthostoma Mke. (= Moussoni Chpr., 



16) Slosarski, a. a. 0., S. 9. 



— 165 — 

= taeniata Rssm. — Menke, Syn. ed. II, S. 130 
und Pfeiffer, a. a. 0., S. 402), 

Aus Russland von Livland (Heimthal und Euseküll, 
nach Schrenk^^); Exemplare von letzterem Ort im 
Mus. Petrop., leg. Schrenk; auch von Gerstfeldt^^) 
aus Livland erwähnt), Kurland (KawalP^)) und von 
Kiew (Jelski^^)) bekannt. 

Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich 
ausserdem von der Schweiz an durch das südliche, 
östliche und nordöstliche Deutschland und über Salz- 
burg, Österreich und Mähren nach Ungarn und Gali- 
zien bis nach Siebenbürgen und die Bukowina. 

Sect. Delima ex rec. Bttg. 

(Clausilienstudien S. 34.) 

Das angebliche Auftreten einer Art von Delima 
aus der Untergruppe der Gl. conspurcata Jan — 
Clausilia minusculaKüster^^),nach Parreyss' Angabe 
von Kutaïs — in Transkaukasien ist in so hohem 
Grade unwahrscheinlich, dass hier nur der Name der- 
selben erwähnt werden soll. Die 29 Arten aus der 
näheren Verwandtschaft dieser Species stammen näm- 
lich ohne Ausnahme von Dalmatien und dem unmittel- 
bar an Dalmatien angrenzenden Theile von Croatien. 
Parreyss' Fundortsangaben sind zudem fast ohne 
Ausnahme entweder vage, oder geradezu ungenau. 



17) Schrenk, a. a. 0., S. 158. 

18) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 

19) Kawall, a. a. 0., S. LXVIII.. 

20) Jelski, a. a. 0, S. 132. 

21) X Ber. d. nat. Ges. zu Bamberg, Bamberg 1875, S. 92. 



— 166 — 
Sect. HI. Papillifera ex rec. Bttg. 

(Clausilienstudien S. 50). 
a. Gruppe der leucostigma (Z.) Rssm. (Papillifera v. Vest). 
1. Formenkreis der solida Drap. 

5. Clausilia hidens L. sp. (== papillaris Drap. — 
Linné, Syst. nat., ed. X., S. 767, JV2 566 = Turbo 
bidens L. und Pfeiffer, a. a. 0., S. 453). 

Aus Südrussland liegen zwei zweifellos ange- 
schwemmte Exemplare dieser Art, die mit Stücken 
von Cl. plicata Drap, zusammen gefunden worden 
sind, im Mus. Tiflis. Die genannten Exemplare sind 
von auffallend geringer Grösse , nur «1 1 Mm. lang, 
und besitzen eine etwas schwächer als gewöhnlich ent- 
wickelte ünterlamelle, stimmen sonst aber in jeder 
Beziehung mit typischen Stücken dieser Species über- 
ein. Auch Mousson ^^) führt mit folgenden Worten 
angeblich südrussische Stücke von bidens an : «Suivant 
Msr. Parreyss eile se trouve en Transcaucasie , en 
dimensions faibles, mais bien caractérisée». — In 
lebenden Exemplaren ist die Art meines Wissens 
übrigens innerhalb der Gränzen des russischen Reiches 
noch nicht gesammelt worden. Ich vermuthe, dass 
alle die oben genannten Stücke von Cl. bidens durch 
Schiffsballast aus dem Mittelmeer ins schwarze Meer 
verschleppt worden sind, und dass sie sich wol nur an 
sehr einzelnen Stellen unter günstigen Umständen 
lebend erhalten haben kann. 

Die Art scheint übrigens durchaus nur auf die 
Küsten und die Inseln des Mittelmeeres beschränkt 
zu sein. Sicher bekannt und grossentheils in meiner 



22) Coqu. d. l'Orient, rec. p. Schläfli, II, 1863, S. 393. 



— 167 — 

Privatsammlung vertreten ist sie aus Süd-Frankreich, 
Sardinien, Sicilien, den Maltainseln, Italien, Dalmatien, 
dem Litorale von Epirus, den griechischen Küsten 
und den Inseln Corfu, Cefalonia und Zante und end- 
lich aus dem Litorale von Constantinopel (von hier 
nach Mousson, aber auch im Mus. Petrop. durch 
Belegstücke vertreten). 

Sect. IV. Phaedusa H. u. A. Ad. 

(Clausilienstudien S. 54.) 

a. Gruppe der pluviatilis Benson. (Hemiphaedusa Bttg.) 

1. Formenkreis der hyperolia v. Mts. 

6. ClausUia perlucens Bttg. {= caucasica Muhlenpf. 
non A. S ehm. — Boettger, Clausilienstudien S. 69 
u. Jahrb. d. d, Malakozool. Ges., V Jahrg. 1878, S. 
105, Taf. 4, Fig. 7). 

Angeblich aus dem Kaukasus (3 Originalstücke in 
coli. Dr. W. Kobeltin Schwanheim a. M.), doch leider 
ohne jede nähere Fundortsangabe. — Sämmtliche 
übrigen zahlreichen Arten dieser Section leben in Süd-, 
Südost- und Ost-Asien, so dass auch bei dieser Species 
Zweifel an dem russischen Bürgerrecht erlaubt sind. 

Sect. Y. Serrulina Mousson. 

(Clausilienstudien S. 70.) 

a. Gruppe der serrulata P. (Serrulina sens, str.) 

1. Formenkreis der serrulata P. 

7. ClausUia Sieversi P. (Pfeiffer in Malakozool. 
Blatt., Bnd. 18, 1871, S. 70 und Monogr. Helic. 
viv., Bnd. VIII, 1877, S. 537). 

Bis jetzt nur von Lenkoran nahe dem Caspi-See 



— 168 — 

bekannt (leg. Dr. Sie vers; Expie, in coll. A. Mous- 
son in Zürich). 

8. Clausüia serrulata (Mus. Petr.)P, (Mus. Petrop. 
et Middendorff nom.; Pfeiffer in Zeitschr. f. Ma- 
lakozool., 1847, S. 71 u. Mon. Helic. viv., Bnd. VI, 
1868,8.511). 

Aus der Krym, den Kaukasusländern und Armenien 
erwähnt. 

Var. gracilior Mousson (Coqu. Schläfli II, 1863, 
S. 394). 

Nur aus Mingrelien bekannt (coli. Mousson). 

Die genaueren Fundortsangaben für diese Krone 
der russischen Clausilien sind: Krym (Middendorff 
und Dubois, nach Mousson); Transkaukasien (ohne 
nähere Fundortsangabe, Nordmann im Mus. Petrop.; 
nur ein Stück im Mus. Tiflis); Mingrelien (im Kion- 
auswurf bei Kedut Kaie, gesammelt von Schläfli, in 
coli. Mousson); Armenien (nach Pfeiffer, a. a. 0., 
S. 511). 

2. Formenkreis der funiculum Mousson. 

9. Clausüia funiculum Mouss. (Coqu. Schläfli II, 
1863, S. 397 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. 
VI, S. 487). 

ChysirKalé (?KysylKalé) an der pontischen Küste 
von Transkaukasien (leg. Schläfli in coli. Mousson); 
angeblich auch von der Küste von Türkisch- Armenien. 

Durch die ihr eigenthümliche Decollation sehr an 
manche Arten der Sect. Phaedusa erinnernd. 

3. Formenkreis der semilamellata Mouss. 

10. Clausilia semilamellata Mouss. (Coqu. Schläfli 



— 169 — 

II, 1863, S. 395 und Pfeiffer, Mon.Helic. viv., Bnd. 
VI, S. 446). 

Transkaukasien, und^zwar im Rionauswurf bei Redut 
Kaie in Mingrelien (leg. Schläfli, in coli. Mousson) 
und lebend bei Borshom, westlich von Tiflis (leg. Dr. 
Sie vers, Expie, in Mus. Tiflis). 

b. Gruppe der filosa Mouss. (Filosa Bttg.) 

11. Clausula filosa Mousson (Coqu. Schläfli II, 
1863, S. 395 und Pfeiffer, Mon.Helic. viv., Bnd. VI, 
S. 511). 

Bis jetzt nur in einem einzigen Exemplar von 
Chysir Kaie (? Kysyl Kaie) an der pontischen Küste 
von Transkaukasien bekannt (leg. Schläfli, in coli. 
Mousson). 

Ausserdem gehört in diese Section, ohne dass ich 
im Stande bin, ihr einen sicheren Platz anzuweisen, 
da mir die Art unbekannt geblieben ist : 

12. Clausilia erivanensis Issel (Moll. miss. ital. in 
Pers., 1865, S. 41 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., 
Bnd. VIIL S. 536.) 

Nur von Eriwan in Russich-Armenien bekannt (leg. 
de Filippi). 

Sect. VI. Incinaria v. Vest. 

(Clausilienstudien S. 77). 

13. Clausilia gulo Bssm. (? = procera Bielz var. 
— Rossmässler in coll.; A. Schmidt, System d. 
europ. Clausilien, Cassel 1868, S. 152). 

Nach dem einzigen bis jetzt bekannten Stück in 
Rossmässler s Sammlung (im Mus. Francofurt.) an- 
geblich aus Podolien. 

Mélanges biologiques. X. 22 



— 170 — 

Leider kann ich aus Mangel an Originalexemplaren 
der Claus, procera Blz. aus Siebenbürgen nicht ent- 
scheiden, ob die obengenannJ:e , auch nach meiner 
Ansicht von turgidaRssm., wie von elataRssm. speci- 
fisch verschiedene Rossmässler'sche Art, wie Bielz 
meint, mit seiner procera identisch ist, doch spricht 
schon ihre bedeutende Grösse neben den schon von 
A. Schmidt, a. a. 0. S. 152 angegebenen Unterschei- 
dungsmerkmalen gegenüber der nur 10 Mm. langen 
Bielz'schen Art nicht für diese Auffassung. 

Die Fundortsangabe Podolien ist etwas verdächtig, 
da die andern häufigeren Arten aus dieser Gruppe die 
Bukowina östlich nicht zu überschreiten scheinen. 

Sect. VII. Mentissa Bttg. 

(Clausilienstiidien S. 78). 

14. Clausula graciUcosta (Z.) Bssm. (Ziegler Mus. ; 
Rossmässler, Ikonographie III, S. 18, Fig. 184 
und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. II, S. 411). 

Nur aus der Krym bekannt. 

Die Stammart kenne ich aus der Krym (coli. Ross- 
mässler-^); mit gleicher Fundortsangabe zahlreich 
im Mus. Petrop., auch Expie, von W. Schlüter erh. 
in meiner Sammlung) und von Muchalatka an der 
Südküste der Krym (leg. Akad. J. F. Brandt 1861, 
im Mus. Petrop.). 

var.graciliorA, <S'c/^w^^c?^(=porcataZ., A. Schmidt, 
Syst. d. europ. Clausilien, S. 167). Krym (Expie, im 
Mus. Tiflis). 



23) Bei Eossmässler ist Taurien als Fundort angegeben; da 
jedoch unter dieser Benennung ganz unzweifelhaft stets nur die 
taurische Halbinsel gemeint ist, so habe ich in diesem Aufsatze 
tiberall Krym statt Taurien gesetzt. 



— 171 — 

var. minor A, Schmidt (=ravida Z., A. Schmidt, 
a. a. O.J S. 16?). Krym (als Cl. vicina Fér., leg. 
Kiitorga und unter derselben Bezeichnung , leg. 
Demidoff 1842, im Mus. Petrop.), und Sebastopol 
(in coli. Rossmässler, leg. Prof. Kessler und im 
Mus. Petrop.). 

var, maxima A. Schmidt (= frater Parr. , A. 
Schmidt, a. a. 0., S. 167). Krym (ohne nähere Fund- 
Ortsangabe im Mus. Petrop. z. Th. von Rathke er- 
halten und im Zoolog. Cab. d. Univers. St. Petersburg; 
Sebastopol im Mus. Petrop. und in coli. Rossmäss- 
ler). — Sehr unwahrscheinlich ist dagegen der an- 
gebliche Fundort Verschovnice (?) in Podolien (A. 
Schmidt, a. a. 0.). 

suhsp. sodalis A. Schmidt (a. a. 0., S. 167). Krym 
(ohne nähere Angabe, von Kuschake witsch ge- 
sammelt im Mus. Petrop.; von Sebastopol nach Ad. 
Schmidt). 

var, taurica A. Schmidt non Krynicki (a. a. 0., 
S. 167). Krym. Ist mir unbekannt geblieben. 

15. Clausilia canalifera Rssm . (Rossmässler, Iko- 
nogr. III, S. 17, Fig. 18'3 und Pfeiffer, Mon. Helic. 
viv,, Bnd II, S. 410). 

Krym (nach Rossmässler). Die Fundortsangabe 
Volhynien bei Ad. Schmidt (System d. europ. Claus:, 
S. 167) ist wohl sicher irrthümlich. — Mir nur aus 
der coli. Rossmässler bekannt. 

var. acridula (Z.) Bossm. (Mus. Ziegler; Ross- 
mässler, Ikonogr. III, S. 18, Fig. 185). Krym 
(in coli. Rossm.). 

16. Clausilia deter sa {Z.) Rossm, (Mus. Ziegler; 



— 172 — 

Rossmässler, Ikonogr. Ill, S. 17, Fig. 182 und 
Pfeiffer, Monogr. Helle, viv., Bnd.*IL S. 411. 

Krym (coli. Rossmässler; ohne nähere Fund- 
ortsangabe im Mus. Tiflis und leg. Demidoff 1842 
im Mus. Petrop.; von Simferopol in coli. Rossm. 
und vom Fluss Salgir in der Krym im Zool. Cab. d. 
Univers. St. Petersburg). Angeblich auch von Odessa 
(im Mus. Tiflis). — Sicher nur ein Druckfehler ist 
bei Pfeiffer, a. a. 0., Bnd. YIII, S. 474 die Fund- 
ortsangabe «Turcia». 

var. cosüdata Bttg, Forma staturaque Cl. detersae 
typicae, sed subtiliter capillaceo-costulata, anfractu 
ultimo costulis distinctioribus. Alt. 1472 — ^ ^ Mm., lat. 
4 Mm. 

Krym (von Kuschakewitsch zahlreich gesammelt, 
im Mus. Petrop. ; auch im Mus. Tiflis). 

Diese Form ist sicher weiter nichts als eine stark 
skulpturirte detersa, mit der sie bis auf die etwas 
geringere Grösse die Form des Gehäuses, des Nabels, 
des Nackens und die Gestalt der Mündung und der 
Mundfalten gemein hat. Es wundert mich einiger- 
maassen, dass diese Varietät noch von niemandem 
erkannt worden ist, während doch bei der verwandten 
Claus, gracili Costa für viel weniger auffallende Ab- 
weichungen vom Typus so zahlreiche Namengebungen 
stattgefunden haben. 

Sect. VIII. Enxina Bttg. 

(Clausilienstudien S. 83; incl. Sect. Mentissoidea Bttg. et 
Subsect. Index Bttg.) 

a. Gruppe der litotes A. Schm. (Mentissoidea Bttg.) 

17. ClausiUa griseo-fusca Mouss. (Mousson in 



— 173 — 

Journ, d. Concli. 1876, S. 145 und Pfeiffer, Mon. 
Helic. viv., End. VIII, S. 489). 

Nach Mousson bis jetzt nur am Tabizhuri-See im 
südlichen Transkaukasien (leg. Dr. Sievers.) — Diese 
Art ist mir leider bis jetzt unbekannt geblieben. 

18. Clausilia litotes A. Schmidt (=fusorium Mous- 
son. — A. Schmidt, Sytem d. europ. Clausilien, 
S. 163 und Pfeiffer, Mon. Hei. viv.,Bnd. VI,S.414). 

Ossetien (nach A. Schmidt). Die Stücke des Mus. 
Tiflis stammen theils aus Central-Kaukasien, nämlich 
aus der Radscha, aus Ossetien und der Tschetschna, 
theils aus Cis-Kaukasien (aus dem Anspülicht des 
Kubanflusses). 

Das Originalexemplar vonMoussön's Gl. fusorium 
(Journ. d. Conch. 1876, S. 41), das sich nur durch 
etwas schlankere Gestalt bei etwas grösserer Anzahl 
der Umgänge — ein Fall, der sich bei der verwandten 
Gl. Duboisi Ghpr. in gleicher Weise wiederholt — 
von der typischen litotes A. S ehm. unterscheidet, 
wurde bei Ssori unweit Kutaïs im Eionthal, also sehr 
nahe im Südwesten der obengenannten Landschaft 
Radscha gesammelt (leg. Dr. Sie vers, in coli. 
Mousson). 

Diese interessante, in der Zahl der Umgänge (von 
12 bis 14) und in der bald rein spindelförmigen, 
bald mehr bauchig-spindeligen Totalgestalt, auch in 
der hornfarbigen bis dunkel rothbraunen Gehäuse- 
farbe variirende Art ist stets durch die unter der 
tiefliegenden Principal falte stehenden 2 kurzen, weit 
von einander entfernten Palatalen zu erkennen, von 
denen die eine ihrer Lage nach als obere, die andere 
als untere bezeichnet werden kann. Zu erwähnen ist 



— 174 — 

noch, dass in der That, wie Ad. Schmidt angiebt, 
eine Spirallamelle vorhanden ist, dass sie aber erst 
beim Aufbrechen des Gehäuses deutlich sichtbar ge- 
macht werden kann. — Einige nicht unwesentliche 
Zusätze zu der Mousson'schen Diagnose von fusorium, 
die ich damals noch nicM als synonym mit der A. 
Schmidt'schen Art erkannt hatte, habe ich schon in 
meinen Clausilienstudien S. 77 nach dem Mousson- 
schen Originalexemplar gegeben. 

b. Gruppe der index Mouss. (Index Bttg.) 

19. Clausilia index Mousson (Coqu. Schläfli II, 
1863, S. 401 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. 
VI, S. 417; non index var. minor Siev. et Mouss.) 

Bis jetzt nur von Redut Kaie in Mingrelien (leg. 
Schläfli, in coli, Mousson) und von Chysir Kaie 
(? Kysyl Kaie) an der pontischen Küste von Trans- 
kaukasien (leg. Schläfli, in coli. Mousson). 

Diese höchst ausgezeichnete Art, von der mir die 
beiden Originalexemplare vorliegen, und die im Mus. 
Petrop., wie im Mus. Tiflis noch fehlt, brachte ich 
früher (vergl. Clausilienstudien S. 87) in nahe Be- 
ziehung zur Gruppe der Gl. biplicata Mtg. sp., mit 
der sie viele äussere Ähnlichkeit hat. Da mir jetzt 
aber durch die Güte der Hrn. Dr. Rad de und Sie- 
vers zahlreichere Exemplare der Gl. litotes A. S ehm. 
und der Gl. Duboisi Chpr. zu Gebote stehen, als 
früher, glaube ich doch nachträglich ihre Unterbrin- 
gung unter Euxina befürworten zu sollen. Von der 
vorigen Untersection unterscheidet sich die aus der 
einzigen genannten Species gebildete Gruppe durch die 
ganz versteckte Subcolumellarlamelle, von der folgen- 



— 175 — 

den durch die so auffallend tief im Schlünde liegenden, 
zu dem sehr gut gewählten Namen index Veranlassung 
gebenden Gaumenfalten. Alle drei Gruppen stimmen 
dagegen in der Form der innen stark spiralig gedrehten 
Unterlamelle sehr gut mit einander überein und be- 
weisen dadurch ihre gegenseitige nahe Verwandtschaft. 

c. Gruppe der Duboisi Chpr. (Polyptychia Bttg.) 

2.0. Glausßia Duboisi Chpr, {= subtilis A. S ehm., 
= index Mouss. var. minor Sievers u. Mouss. — 
Charpentier in Journ. d. Conch. 1852, S. 402 und 
Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. IV, S. 727). 

An den Gestaden des schwarzen Meeres von der 
Krym bis zur Küste von Türkisch - Armenien und im 
centralen Kaukasus. 

Die genaueren Fundorte dieser, wie es scheint, in 
den Kaukasusländern häufigen und weitverbreiteten 
Art sind : Krym (leg. D üb ois, in coli. Mousson ^*)), Re- 
dut Kaie in Mingrelien (leg. Schläfli, in coli. Mous- 
son ^^)) und Borshom bei Tiflis (leg. Dr. Sievers = 
index var. minor Si e ver s ^^)); Trapezunt in Türkisch- 
Armenien (leg. Doria nach Pfeiffer). 

An der Zusammengehörigkeit aller der oben ge- 
nannten Formen zweifle ich nach Prüfung zahlreicher 
Exemplare nicht im geringsten. Insbesondere stimmen 
die mir von Mousson freundschaftlichst überlassenen 
aus Redut Kaie stammenden Stücke von Gl. Duboisi 
Chpr. sowol mit der Abbildung dieser Art bei Küster 
(Monographie d. Clausilien, Nürnberg 1847, Taf. 30, 



24) Coqu. Schläfli, II, 1863, S. 393. 

25) ebenda, S., 394. 

26) Mousson in Journ. d. Conch., Bnd. 21, 1873, S. 215. 



— 176 — 

Fig. 25 — 27), als auch namentlich auf das voll- 
kommenste mit meinen von Hrn. Dr. Sie ver s erhalte- 
nen Stücken der sogen, index minor (unter diesem 
Namen auch in S. Clessin's Sammlung in Regens- 
burg) von Borshom überein. Auch die Diagnose A. 
Schmidt's von Cl. subtilis (Syst. d. europ. Clausilien, 
S. 163) passt sehr gut auf diese Art, doch ist hervor- 
zuheben, dass die unterste Palatale nicht immer, wie 
Ad. Schmidt anzunehmen scheint, so auffallend 
-^förmig gebildet zu sein braucht, wie an den Par- 
reyss'schen Stücken. 

var. minor A. Schmidt (a. a. 0., S. 164). Angeb- 
lich aus Kleinasien, doch wohl sicher ebenfalls aus dem 
Kaukasus. — Diese Varietät ist mir bis jetzt nicht 
zu Gesicht gekommen. 

d. Gruppe der acuminata Mouss. (Mucronaria Bttg.) 

21. Glausilia Strauchi n. sp. 

Char. Testa minutissime rimata, ventrioso-fusi- 
formis, cornea, tenuis, subpellucida , nitidiuscula, 
ad suturam raro - strigillata ; spira concave -producta, 
prope apicem acutum gracilis. Anfr. 12 convexius- 
culi, sensim accrescentes , sutura profunda, submar- 
ginata disjuncti, primi 4 laeves, caeteri distanter sub- 
tiliterque costulati, ultimus vix validius costulatus, 
ante aperturam costulis paucis interpositis , a latere 
modice impressus, basi carinatus leviterque sulcatus. 
Apert. subobliqua, piriformis, margine dextro pro- 
tracto rotundatoque, basi distincte canaliculata, sinulo 
mediocri, erecto, non reflexo nee appresso; peristoma 
continuum , breviter solutum et reflexum , sub sinulo 
subcallosum, albo-labiatum. Lamellae compressae, satis 



— 177 — 

approximatae ; supera minima, verticalis, marginalis, 
cum spirali continua aut contigua; infera satis pro- 
funda, sublime sedens, sigmoidea, oblique recedens, a 
basi intuenti intus spiraliter torta, antrorsum eva- 
nescens; subcolumellaris non conspicua. Plica prin- 
cipalis profunda, mediocris; super lunellam brevissi- 
mam, obsoletam, callosam ut in CI. acuminata Mouss. 
pliculae palatales 3. Clausilium oblique intuenti dis- 
tincte conspicuum. 

Alt. 14—15 Mm., lat. 3% Mm. Alt. apert. 3% 
Mm., lat. apert. 273 Mm. 

Ich erlaube mir diese schöne Art, die bis jetzt nur 
in zwei Stücken, einem frischen^ anscheinend lebend 
gesammelten und einem abgeriebenen, todt gefundenen 
Exemplar im Thianetaner Wald im Norden von Tiflis 
in Transkaukasien zusammen mit Cl. quadriplicata 
A. S ehm. vorgekommen ist (im Mus. Tiflis), meinem 
hochverehrten Freunde Hrn. Akad. Alex. Strauch 
in St. Petersburg zu dediciren. 

Claus. Strauchi verbindet aufs engste die Gruppe 
der Claus. Duboisi Chpr., von der sie sich abgesehen 
von anderen Eigenthümlichkeiten leicht durch die 
auffallend schwach entwickelten Gaumenfalten unter- 
scheiden lässt, mit der Gruppe der Cl. acuminata 
Mouss., die aber schon durch die ganz abweichende 
feinere Skulptur und die Gehäuseform zu keiner Ver- 
wechselung Veranlassung geben kann. Doch steht 
sie der letzteren im ganzen näher als der ersteren. 

Nach der kurzen Diagnose Charpentiers^') könnte 
man fast in Versuchung gerathen, unsere Form für 



27) Journ. d. Conch. 1852, S. 402. 

Mélanges biologiques, X. 23 



— 178 — 

die wahre Cl. Duboisi zu halten, wenn nicht aus der 
Abbildung und Beschreibung bei Küster und aus 
den späteren Mittheilungen Mous son's und anderer 
aufs unzweideutigste hervorginge, dass die genannten 
Forscher darunter dieselbe Art verstehen, die auch 
ich unter diesem Namen aufgeführt habe, und die 
sich durch die 3 oder 4 weitaus längeren unter der 
Principale liegenden Palatalen unschwer unterschei- 
den lässt. Auch sprechen die Ausdrücke in der Char- 
pentier'schen Diagnose: «T. fusiformis, cinnamomeo- 
fusca, lunella nulla, plie, palat. 3 (deren oberste augen- 
scheinlich unsere Principalfalte sein soll), long. 12y2 
— isy^ Mm.» und der Fundort «Tauria» gegen eine 
Identificirung beider Formen, 

22. Clausilia acuminata Mouss, (= acrolepta v. 
Mts. , = promta A. Schm. — Mousson im Journ. 
d. Conch., Bnd. 24, 1876, S. 144 und Pfeiffer, 
Mon. Hei. viv., Bnd. Vm, S. 473.) 

Bis jetzt nur vom Tabizhuri-See nördlich von 
Achalkhalaki (leg. Dr. Sievers, im Mus. Tiflis und 
in coli. Bttg.). Nach v. Martens genauer auf dem 
Berg Schaw-Nabedeli in 7 — 8000' Höhe zwischen 
dem Berg Abul und dem Tabizhuri-See im oberen 
Stromgebiet der Kurâ (leg. Dr. 0. Schneider). — 
Die Angabe «America rossica» in Pfeiffer, a. a. 0., 
S. 624 beruht offenbar auf einem Druckfehler für 
Armenia rossica. 

An der völligen Übereinstimmung von Cl. acuminata 
Mouss. mit Cl. acrolepta v. Mts. (Nachrichtsbl. d.d. 
Malakozool.-Ges., 1876, S. 90) ist abgesehen von der 
gleichen Fundortsangabe wegen der fast gleichlauten- 



— 179 — 

den Diagnose nicht im geringsten zu zweifeln. Beide 
Benennungen sind zwar im selben Jahre publicirt, 
doch gehört dem Mo us son' sehen Namen als dem um 
mehrere Monate älteren die Priorität. — Cl. promta 
ist von: Ad. Schmidt zwar nur nach einem einzigen 
beschädigten Stück besprochen worden (System der 
europ. Clausilien, S. 151), aber immerhin ausreichend 
genug gekennzeichnet, dass die Synonymie mit der 
vorliegenden Art nicht zu verkennen ist. Da aber 
A. Schmidt keine vollständige Diagnose dieser Spe- 
cies zu geben in der Lage war, halte ich es für billig, 
dass der Name Mo us son's, welcher die Species zuerst 
kenntlich beschrieb und abbildete, dieser interessanten 
x\rt verbleibe. 

e. Gruppe der quadriplicata A. Schm. (Quadriplicata Bttg.) 

Char. Lunella nulla. Plica principalis recédons, 
palatales 3 laterales, quarum prima et tertia longiores, 
conspiduae. Lam. infera subobsoleta, gibbulaaeque 
ac subcolumellaris fere immersa; spiralis contigua. 
Apert. subrhomboidea, basi canaliculata, sinulo rece- 
denti. T. costulato-striata , maculato-strigillata, seri- 
cina, fusco-cornea, apice mediocri. 

Hierher bis jetzt nur eine Art: Cl. qu'adriplicata A. 
Schm. aus Transkaukasien. — Die Form der Unterla- 
melle ist bei dieser Species so eigenthümlich und von 
der aller Verwandten so abweichend, das mir eine Ab- 
trennung dieser Art von der Gruppe der Dubois! 
Chpr. nothwendig erschien. Sie verbindet letzteren 
Formenkreis ohne grossen Zwang mit dem der Cl. 
ossetica A. Schm. 

23. Clausüia quadriplicata A. Schm, (System der 



— 180 — 

europ. Clausilien, S. 163 und Pfeiffer, Mon. Helic. 
Yiv., Bod VI, S. 421). 

Ad. Schmidt kannte diese schöne Art nur aus 
der Radscha. Im Mus. Tiflis liegt sie ausser von hier 
noch ausOssetien (leg. Bayern) und aus demThiane- 
taner Wald im Norden von Tiflis, also nur aus Ört- 
lichkeiten im centralen Kaukasus. 

f. Gruppe der ossetica A. Schm. (Megaleuxina Bttg.) 

24. Clausüia ossetica A. Schm, (= ossetica Bayern, 
nom., nonParreyss nee Mousson nee Boettger, == 
Sandbergeri Mousson. — A. Schmidt, System d. 
europ. Clausilien, S. 150 und Pfeiffer, Mon. Helic. 
viv., Bnd. VI, S. 443). 

Im Mus. Tiflis von Borshom (leg. Dr. Sie vers), 
Ossetien (Originalexemplar der ossetica Bayern) und 
aus der Tschetschna im centralen Kaukasus. Stücke 
dieser Art liegen ausserdem in coli. Kobelt und in 
meiner Sammlung. 

var. minor Bttg. T. minore, subclavata, spira mi- 
nus gracili, anfr. lOYg, apert. obliqua, subficiformi. 
Alt. i6% Mm., lat. 4% Mm. Alt. apert. 4 Mm., lat. 
apert. 3 Mm. 

Bis jetzt nur aus der Tschetschna (im Mus. Tiflis 
und in coli. Bttg). 

Parreyss sowohl, wie Mousson und leider auch 
ich hielten früher (siehe Clausilienstudien S. 85) Claus, 
tschetschenica P. für die ächte ossetica. Alles, was 
Prof. Mousson über seine somchetica P. var. ossetica 
Bayern sagt, sowie meine Beschreibung der ossetica 
(Bayern) Bttg. an ob en genannter Stelle bezieht sich 
demnach auf Cl. tschetschenica P. , was ich zu be- 



— 181 — 

rücksichtigen bitte. Cl. Sandbergeri Mous s. (Journ. 
d. Conch., End. 21, 1873, S. 216), gleichfalls von 
Borshom (leg. Dr. Sievers), ist, wie mich das Origi- 
nalexemplar in coli. Mousson belehrt hat, mit der 
A. Schmidt'schen Art absolut identisch. 

25. ClausiUa derasa Mousson (Coqu. Schläfli II, 
1863, S. 400 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. 
VI, S. 420.) 

Nach Mousson bei Kutaïs in Imeretien (leg. 
Dubois) und bei Redut Kaie in Mingrelien (leg. 
Schläfli). Im Mus. Tiflis ebenfalls von Kutaïs (ge- 
sammelt 1860) und ein angeschwemmtes Exemplar 
von der Stidküste der Krym. 

Eine der Cl. ossetica A. S ehm. sehr nahe stehende 
Art, die fast nur durch konstant geringere Grösse, 
auffallend spitzen Wirbel und die länglich sechseckige 
Mundöffnung mit parallelen Seitenrändern von ersterer 
abweicht und sich vielleicht noch als eine Varietät der- 
selben herausstellen wird. Ich habe sie als selbst- 
ständige Species aufgeführt, da die beiden von mir 
untersuchten Stücke des Mus, Tiflis von jedenfalls 
weit verschiedenen Fundorten dem Typus der Art, 
wie sie Mousson zuerst diagnosticirt hat, auffallend 
treu bleiben. 

g. Gruppe der somchetica P. (Caucasica Bttg.) 

2 6 . ClausiUa somchetica P. {= Kolenatii S i e m a s ch- 
ko. — Pfeiffer, Symb. III, S. 94 und Mon. Helic. 
viv., Bnd. II, S. 458). 

Pfeiffer führt als Vaterland für diese Art den 
Kaukasus und Amasia in der kleinasiatischen Provinz 
Rumili (leg. Frivaldsky) an. Rossmässler, dessen 



— 182 — 

Beobachtung, dass Cl. Kolenatii Siem. (Bull. d. 1. Soc. 
Imp. d. Nat. d. Moscou, Bnd. 20, S. 114 und Taf.II, 
Fig. 1) mit in Rede stehender Art identisch sei, ich 
nach Vergleichung der Originalexemplare bestätigen 
kann, fügt diesen Angaben noch Somchetien (leg. Ho- 
henacker) und Russisch- Armenien (teste Kolenati 
et Siemaschko) bei. Mousson endlich nennt (Coqu. 
Schläfli II, 1863,8.399) noch Koischet (leg. Bayern) 
als Fundort. Ich kann all' diesen Angaben noch fol- 
gende Lokalitäten hinzufügen: Jelisawetpol , südlich 
von Tiflis (t. Kolenati im Mus. Petrop.), Kutaïs in 
Imeretien (im Mus. Tiflis), die Radscha in Central- 
Kaukasien (ebenda), Pjatigorsk (mut. albina! im Mus. 
Tiflis) und im Auswurf des Kubanflusses in Ciskau- 
kasien (hier besonders zahlreich, aber schlecht erhalten ; 
im Mus. Tiflis). 

forma colchica P. (Ross massier, Ikonogr. III, S. 
61, Fig. 877.) In der Radscha (leg. Bayern im Mus. 
Petrop. und nach Parreyss bei Pfeiffer, Mon.Helic. 
viv. , Bnd. IV, S. 737) und aus den Steppen von 
Jekaterinograd in Ciskaukasien (leg. H off mann nach 
Mousson, Coqu. Schläfli IL 1863, S. 399). Ich 
kann dieser Form nicht einmal den Rang einer Varietät 
einräumen, da sich alle Übergänge zwischen der typi- 
schen somchetica und der colchica an ein und der- 
selben Örtlichkeit nachweisen lassen. 

var. Eaddei (Sievers) Mousson (Journ. d. Conch., 
Bnd. 24, 1876, S. 43 und Pfeiffer, Mon. Helic. 
viv., Bnd. VIII, S. 472). 

Bis jetzt nur vom Berg Schambobel in 6000' Höhe 
bei Achalzich (leg. Dr. Sieve rs, Originalexemplar in 
coli. Mousson, Stücke auch in meiner Sammlung) 



— 183 — 

und vom Tabizhuri-See nordnordöstlich von Aclial- 
khalaki in 7000' Höhe (leg. Dr. Sievers im Mus. 
Tiflis und in meiner Sammlung). 

Ich kann auch diese Form nach gewissenhafter 
Prüfung und Vergleichung nur als eine kleinere Va- 
rietät, etwa eine Hochgebirgsform, von Cl. somchetiea 
P., mit der sie zudem in der Anordnung der Falten 
und Lamellen der Mündung vollkommen übereinstimmt, 
ansehen. ^ 

Das Verbreitungsgebiet von Cl. somchetiea ist nach 
alledem ein sehr bedeutendes. Es erstreckt sich über 
ganz Cis-, Central- und Transkaukasien , Russisch- 
und Türkisch -Armenien und geht anscheinend noch 
tief bis in die kleinasiatische Provinz Rumili hinein. 

Von der folgenden Art unterscheidet sie sich trotz 
aller Ähnlichkeit, wie es scheint, constant durch die 
mehr bauchige Gestalt der Schale , den weniger 
stumpfen Wirbel, die mehr ins Grüne ziehende Fär- 
bung, die kräftigere Skulptur und die weniger vor- 
tretende und in der Mündung minder sichtbare zweite, 
dagegen um so kräftigere dritte Parietalfalte. 

27. Clausula tschetschenica P. (Bayern nom.; 
Pfeiffer, Malakozoolog. Blatt., Bnd. 13, 1866, S. 
149 und Mon. Helle, viv., Bnd. VI, S. 440; Boett- 
ger, Jahrb. d. d. Malakoz. Ges. 1878, S. 39, Taf. H, 
Fig. 5). 

= somchetiea P. var. ossetica Mousson (Coqu. 

Schläfli II, 1863, S. 399.) 
= ossetica Boettger (Clausilienstudien S. 85), 
non A. Schmidt. 

Die von mir untersuchten Exemplare stammen aus 
dem Kaukasus (ohne nähere Fundortsangabe und von 



— 184 — 

Borshom westlich von Tiflis, in coli. W. Kobelt und 
im Mus. Petrop.) und liegen z. Th. mit Gl. som- 
chetica P. zusammen. So sah ich sie von Eutaïs 
in Imeretien (im Mus. Tiflis), aus der Radscha (eben- 
daselbst), aus Ossetien (ebendas.), aus Koischet (in 
coli. Mousson), aus Daghestan (hier besonders grosse 
Exemplare von durchschnittlich 17,5 Mm. Gehäuse- 
länge, im Mus, Tiflis) und vom Tatarendorf auf dem 
Wege bei Forelnaja in der Tschetschna (von hier 
die Bayern'schen Originalstücke, im Mus. Tiflis). 

h. Gruppe der maesta Fér. (Laciniaria ex reo. Bttg.) 

Clausilia iberica Roth (Wagner's Reise nach Kol-. 
chis, S. 340 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. 
IV, S. 783.) 

Nach dem Roth'schen Originalexemplar im K. Zo- 
olog. Museum von München ist das genaue Vaterland 
dieser wunderbaren Art « Mons Taurus ». Danach 
ist die Pfeiffer'sche Vaterlandsangabe «Georgien» in 
hohem Grade unwahrscheinlich. Schon Mousson 
(Coqu. Schläfli II, 1863, S. 394) bezweifelt mit 
Recht ihr Vorkommen innerhalb der Gränzen des 
russischen Reiches. 

Clausilia corpulenta P. var, continua Mousson (Coqu. 
Schläfli II, 1863, S. 399.) 

Diese in Kleinasien und Syrien ziemlich verbreitete 
Art wird von Mousson aus Redut Kaie in Mingre- 
lien (leg. Schläfli) angegeben. Ich glaube aber fast 
sicher zu sein, dass wir es hier mit einer irrthümlichen 
Vaterlandsangabe oder noch eher mit einer Verwechs- 
lung mit irgend einer Form von somchetica P. zu 
thun haben dürften, da mir bei dem grossen Material 



— 185 — 

von transkaukasischen Ciausilien , das durch meine 
Hände gegangen ist, eine Art des engeren Formen- 
kreises der Cl. maesta Fér. niemals vorgekommen ist. 

Sect. IX. Alinda ei rec. Bttg. 

(Clausilienstudien S. 86.) 

28. Clausüia plicata Draparnaud (Tabl. d. Moll., 
S. 63, M 22 und Pfeiffer, Mon. Hei. viv., Bnd. II, 
S. 479.) 

Diese Art ist im mittleren Theil des europäischen 
Russlands sehr weit verbreitet und scheint dort viel- 
fach die nahe verwandte Cl. biplicata Mtg. sp. zu er- 
setzen. Ich kenne sie in der typischen Form von 
folgenden Fundorten des russischen Reiches: Reval 
in Esthland (nach Siemaschko^^)), Riga (nach dem- 
selben), Heim thai, Treiden, Kremon, Kokenhusen und 
Grütershof in Livland (nach Schrenk^^), und Gerst- 
feldt^^) an Baumstämmen in schattigem Laubwald 
und an schattigen Kalkwänden nicht selten; von 
Schrenk gesammelte Exemplare im Mus. Petrop.), 
aus Kurland (nach KawalP^)), von Wilna in Lithauen 
(nach Eichwald ^^)), von Ojcow in Polen (nach Slö- 
sarski^^)), aus Volhynien (nach Eichwald ^^), aus dem 
Auswurf des Bugflusses (Stücke im Mus. Tiflis) , aus 
Bessarabien (desgl. im Mus. Tiflis), aus Kiew in Klein- 
russland (nicht selten; Exempl. von Hochhuth 1849 
im Mus. Petrop. und von demselben Ort nach Jelski^*)), 

28) Siemaschko, a. a. 0., S. 112. 

29) Schrenk, a. a. 0., S. 58. 

30) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 

31) Kawall, a. a. 0., S. LXVIII. 

32) Eichwald, a. a. 0., S. 216. 

33) Slôsarski, a. a. 0., S. 9. 

34) Jelski, a. a. 0., S. 132. 

Mélanges biologiques. X. 24 



— 186 — 

Moskau (nach Nadeschin ^^)) und Tula und Umgegend 
in Grossrussland (vom Grafen Vargas gesammelte 
Stücke im Mus. Petrop.) und Charkow in der Ukraine 
(Krynicki nach Siemaschko^^)) 

var, minor A. Schmidt (System d. europ. Clausilien, 
S. 142.) Aus Podolien (zahlreiche Exemplare, im 
Mus. Tiflis). 

var. pulverosa Z, Von den Gebr. Villa ^^) aus Vol- 
hynien angegeben. Schrenk^^) citirt dieselbe Form als 
pulverosa Parr. aus Galizien. Die Kennzeichen dieser 
Form und die Varietät selbst sind mir unbekannt. 

Sonst ist Claus, plicata Drap, in ganz Europa und 
seinen Halbinseln weit verbreitet und scheint nur 
England, Belgien, den Niederlanden und der norddeut- 
schen Ebene, sowie den Inseln des Mittelmeers zu 
fehlen. Auch sind mir Exemplare von der Pyrenäen- 
halbinsel — in Portugal fehlt sie nach Barboza du 
Bocage sicher — noch nicht vorgekommen, obgleich 
die Art von Spanien (Pfeiffer, Mon. Hei. viv., 
Bnd. II, S. 480) angeführt wird. Im Norden der 
türkisch -griechischen Halbinsel ist sie dagegen eine 
der gewöhnlichsten Erscheinungen und tritt hier in 
mehreren z. Th. sehr auffälligen Formabänderungen auf, 
z. B. als var. coarctata A. S ehm. in Serbien und der 
Walachei und als subsp. laticosta Bttg. in der Wala- 
chei. — Die var. minor A. S ehm. (= exalta Parr.) 
war bis jetzt nur aus der Moldau und Walachei ange- 
geben worden (A. Schmidt, a. a. 0., S. 142). 



35) Nadeschin, a. a. 0., S. 11. 

36) Siemaschko, a. a. 0., S. 112. 

37) Dispositio systematica conchyl., 1841, S. 27. 

38) Schrenk, a. a. 0., S. 159. 



— 187 — 

29. Clausilia hiplicata Mtg, sp. (Montagu, Test» 
brit., S. 361, Taf. 11, Fig. 5 (= Turbo biplicatus 
Mtg.) und Pfeiffer, Mon. Hei. viv., Bnd. II, S. 469.) 

So häufig die vorhergehende Art in Russland ge- 
funden wird, so selten scheint die in Rede stehende 
Species daselbst aufzutreten. Ich erinnere mich früher 
nirgends russische Stücke von biplicata gesehen zu 
haben und auch die Sammlungen des Mus. Petrop. 
und des Mus. Tiflis enthalten, obgleich ich speciell 
auf diese Art gefahndet habe, kein in Russland ge- 
sammeltes Exemplar. 

Als einzigen sicheren Fundort für diese Species 
in Russland kann ich auf die Autorität von v. Mar- 
tens hin nur Livland anführen (Stücke in coli. v. 
Martens.) Auch Büttner (bei Siemaschko^^) giebt 
diese Art von Riga, Gerstfeldt*^) allgemein aus Liv- 
land an. — Zwar verzeichnet Kawall*^) Claus, bipli- 
cata Mtg. sp. = similis Chpr. noch von Kurland, 
Slôsarski*^) von Ojcowund Zloty Potok in Polen, Na- 
deschin*^) von Moskau, Eichwald**) von Wilna in 
Lithauen und von Volhynien, Siemaschko*^) von 
Reval in Esthland (auf dem Lachsberg!), von Charkow 
in der Ukraine und sogar aus der Krym, doch dürften 
sich die meisten dieser Stücke, wie mich die von 
Schrenk*^) in Livland gesammelten Exemplare, die 



39) Siemaschko, a. a. 0., S. 112 (als Cl. perversa Müll.) 

40) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 
41)Kawall, a. a. 0., S. LXYIII. 

42) élôsarski, a. a. 0., S. 9. 

43) Nadeschin, a. a. 0., S. 12. 

44) Eichwald, a. a. 0., S. 216. 

45) Siemaschko, a. a. 0., S. 112. 

46) Seh renk, a. a. 0., S. 159. 



— 188 — 

im Mus. Petrop. aufbewahrt werden, belehrt haben, 
einerseits auf Cl. plicata Drap., andererseits und na- 
mentlich auf Claus, cana Held und die in der Krym 
gesammelten Stücke auf gracilicosta (Z ) Rm. zurück- 
führen lassen. 

Sonst ist Cl. biplicata mit Ausnahme der Pyrenäen- 
halbinsel, von Süd- und Mittel-Frankreich, von Italien 
und den Inseln des Mittelmeers im mittleren Europa 
überall verbreitet, wird aber nach Süden hin bereits 
in den Alpenländern selten und fehlt beispielsweise in 
Steiermark, Kärnthen, Krain und Istrien gänzlich, wäh- 
rend sie mit Einschluss von Süd-Croatien, aber mit 
Ausschluss von Dalmatien in allen übrigen Ländern 
der österreichisch- ungarischen Krone angetroffen wird. 
Über die Donau hinüber geht sie im Osten laut A. 
Schmidt nach Serbien und Bulgarien (hier als var. 
maxima A. S ehm.), ja ich besitze sogar ein angeblich 
in Macédonien gesammeltes Exemplar dieser Art (von 
W. Schlüter erhalten). 

Sect. X. Strigillaria v. Vest. 

(Clausilienstudien S. 88.) 

30. Clausula cana Held (Isis 1836, Apr. S. 275 
und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. II, S. 472.) 

Bei EuseküU in Livland, selten (von Schrenk ge- 
sammelte Exemplare im Mus. Petrop.; auch von 
Heimthal , Treiden , Kremon und Kokenhusen in 
Livland von Schrenk*') unter der irrthümlichen Be- 
zeichnung Cl. similis Chrp. angegeben), bei Kiew 
in Kleiurussland (von Hochhuth 1849 gesammelte 



47) Schrenk, a. a. 0., S. 159. 



— 189 — 

Stücke im Mus. Petrop.; auch von Jelski*^) angege- 
ben) , in der Ukraine (nach Pfeiffer ^^) und sehr 
wahrscheinlich auch in Russisch -Polen , da ihr Auf- 
treten im Weichselthal bei Bromberg in der Prov. 
Posen constatirt ist. 

Diese interessante und oft verwechselte Art ist 
sonst noch beobachtet bei Cassel (nach Cl essin), in 
Bayern, Schlesien und dem ganzen Nordosten von 
Deutschland, in Galizien (nach v. S ehr öc kinger und 
in der Tatry und am Dniestr bei Scianki nach briefl. 
Mitth. von Prof. M. Nowicki), in Siebenbürgen, dem 
Banat, der Wallachei (wohl aber kaum bei Bukarest, 
siehe Paetel, Katalog S. 113) und Bulgarien (nach 

Mousson), 

Sect. XI. Oligoptychia Bttg. 

(Clausilienstudien S. 94.) 

a. Gruppe der laevicoüis Chpr. (Armenica Bttg.) 

31. Clausula unicristata Bttg. (Clausilienstudien S. 
94, Taf. IV, Fig. 49 a— d.) 

Bis jetzt nur von Katharinenfeld (leg. Dubois) und 
von Helenendorf, südlich von Jelisawetpol (Original- 
exemplare in coli. Mousson). 

b. Gruppe der foveicollis Chpr. (Scrobifera Bttg.) 

32. ClaiisiUa foveicollis Charpentier (Journ. d. 
Conch., 1852, S. 399, JVs 218 und Pfeiffer, Mon. 
Helic. viv., Bnd. VI, S. 455.) 

Die mir bekannt gewordenen Fundorte für diese 
merkwürdige Species sind: Pontus (leg. Nordmann, 
im Mus. Petrop.), im Auswurf des Kubanflusses (im 



48) Jelski, a. a. 0., S. 132. 

49) Mon. Helic. viv., Bnd. YIII, S. 525. 



— 190 — 

Mus. Tiflis und nach Parreyss), bei Jekaterinograd 
in Cis-Kaukasien (leg. Hoffmann, nacli Mousson ^% 
im Kaukasus ohne nähere Fundortsangabe (leg. Bay- 
ern et Dubois), häufig in Borshom bei Tiflis (leg. 
Dr. Sievers, im Mus. Tiflis und in meiner Samm- 
lung), in Ossetien (nach A. Schmidt ^^), in Transkau- 
kasien (nach Parreyss), bei Redut Kaie in Mingrelien 
(leg. Schläfli) und bei Ghysir Kaie (?Kysyl Kaie) 
an der pontischen Küste von Transkaukasien (eben- 
falls von Schläfli gesammelt, nach Mousson ^^)). 

Gl. foveicollis ist demnach über ganz Cis-, Centre-, 
und Trans-Kaukasien verbreitet. 

33. Clausula taurica KrynicM (vergl. Pfeiffer, 
Mon. Hei. viv., Bnd. II, S. 412 und Küster, Mon. 
ClausiL, S. 173, Taf. 19, Fig.l— 6.) 

Angeblich aus der Krym (Pfeiffer und Küster.) 
— Ist mir unbekannt geblieben und dürfte vielleicht 
identisch mit der vorigen Art oder doch nur eine 
kleinere Varietät derselben sein. 

Sect. XII. Pirostoma v. Mlldff. 

(Clausilienstiidien S. 96.) 

a. Gruppe der rugosa Drap. (Kuzmicia Br usina). 

1. Formenkreis der rugosa Drap. 

Clausilia parvula Studer (Verzeichniss S. 20 und 
Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. IL S. 462;) 

Das Auftreten dieser Art in den Ostseeprovinzen 
(laut Büttner bei Siemaschko^^) ist nach Hrn. v. 



50) Coqu. Schläfli II, 1863, S. 403. 

51) System d. europ. Clausilien, S. 126. 

52) Coqu. Schläfli II, 1863, S. 403. 

53) SiemaschkOj a. a. 0., S. 113. 



— 191 — 

Martens^*) nicht genügend verbürgt; auch ich sah 
bis jetzt nirgends russische Exemplare derselben. 

Überhaupt scheint Cl. parvula nur im mittleren 
Europa vorzukommen. Sie lebt in ganz Frankreich 
mit Ausschluss der Pyrenäen und geht von hier über 
Belgien und Deutschland südlich nur bis zur Schweiz, 
Tirol , Salzburg , dem Erzherzogthum Österreich, 
Kärnthen und Krain ; ihr Östlichstes Vorkommen ist 
Galizien, wo sie nach Prof. M. Nowicki's briefl. Mit- 
theilung bei Skaly panienskie unweit Krakau und bei 
Krzeszowice angetroffen wurde; im nördlichen Italien 
scheint sie nur noch hie und da vorzukommen (Exem- 
plare von L. Benoit in meiner Sammlung). 

34. Clausula dubia Draparnaud (Hist., S. 70, Taf. 

4, Fig. 10 und Pfeiffer, Mon. Hei. viv., Bnd. IV, 

5. 768.) 

In Russland nur nach Rossmässler's Angabe in 
Livland (auch von Ad. Schmidt ^^) mit der Autorität 
Rossmässler citirt) und nach Slosarski^^) (als gra- 
cilis Pfr.) von Ojcow und Zloty Potok in Polen. — 
Mir selbst ist unter den von Schrenk in Livland ge- 
sammelten, im Mus. Petrop. aufbewahrten Clausilien- 
arten keine Spur dieser Species aufgestossen. 

Die Art ist im mittleren Europa weit verbreitet 
und nur, wie es scheint, im Süden der iberischen 
und italienischen Halbinsel, auf den Inseln des Mittel- 
meers und in der norddeutschen Ebene fehlend. Im 
Osten scheint sie die Karpathen nirgends zu über- 
schreiten, ist aber in Galizien (hier nach Prof. M. 



54) Jahrb. d. d. Malakozool. Ges., Bnd. 2, 1875, S. 179. 

55) Kritische Gruppen d. europ. Clausilien, S. 44. 

56) Slosarski, a. a. 0., S. 9. 



1 Q9 

Nowickis briefl. Mittheilung bei Krzeszowice, Mni- 
kow 5 Skaly panienskie , am Königsschloss Wawel in 
Krakau, bei Witkowice imd Olsza bei Krakau und in 
der Tatry) noch recht häufig; im Südosten dürfte sie 
nur bis nach Serbien, Bosnien und Süd-Croatien vor- 
dringen. 

35. Clausiliarugosa Drap, suhsp. nigricans PuUeney 
(Gray, Man. S. 217, Taf. 5, Fig. 58 und Pfeiffer, 
Mon. Helic. viv., Bnd. IV, S. 771; = rugosa Lmk. 
der russischen Autoren). 

Bis jetzt nur im Norden von Russland, so bei Borge 
in Süd-Finnland (leg. Nord enskjöld, als rugosa Lmk. 
im Mus. Petrop.) und nach Nylander und Norden- 

o 

skjöld^^), auf den Alandinseln und sonst in Süd-Finn- 
land, sowie in den Ostseeprovinzen bis Reval nach 
Siemaschko^^) und KawalP^); höchst wahrschein- 
lieh gehören hierher auch die v.on Slosarski^^) bei 
Oj cow in Polen, von Ratschinsky^^) bei Smolensk und 
von Ratschinsky ^^) und Nadeschin ^^) bei Moskau 
erwähnten Gl. rugosa Lmk. Die von Schrenk^^) und 
Gerstfeldt^*) bei EuseküU, Treiden, Kremon und 
Heimthal in Livland gesammelten Stücke dieser Art 
(= rugosa Lmk. Rssm.) habe ich unter den Vorräthen 
des Mus. Petrop. nicht finden können, doch liegen 
Exemplare dieser Species in coli. v. Martens. 



57) Nylander und Nordenskjöld, a. a. 0., S. 36. 

58) Siemaschko, a. a. 0., S. 112 (als rugosa Essm.) 

59) Kawall, a. a. 0. S. LXVIII. 

60) Slôsarski, a. a. 0., S. 9. 

61) Ratschinsky, a. a. 0., S. 233. 

62) Nadeschin, a. a. 0., S. 12. 

63) Schrenk, a. a. 0., S. 160. 

64) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 



— 193 — 

Claus, nigricans, die ich als eine im Norden und 
Nordosten verbreitete Unterart der mehr das west- 
liche und südwestliche Europa bewohnenden Claus, 
rugosa Drap, auffasse, lebt in ganz Nord- und einem 
Theil von Mittel-Europa. Ihre Südgränze zieht durch 
Central-Frankreich, die Schweiz ausschliessend, über 
Süd-Deutschland der Alpenkette entlang bis zum nörd- 
lichen Ungarn und Galizien (hier von Nowicki und 
V. Mts. nachgewiesen), fehlt aber merkwürdiger Weise 
in Schlesien. In Nord-Italien tritt sie als var. Amia- 
tae V. Mts. nur noch ganz sporadisch auf. 

36. Clausilia cruciata Stiider (Verzeichniss, S. 20 
und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. IV, S. 771.) 

Aus Russland mir nur von EuseküU in Livland be- 
kannt (Exemplare im Mus. Petrop. , von Seh renk 
gesammelt, und in coli. v. Martens). 

Sonst ist die Art noch bekannt aus der Schweiz, 
aus Baiern, Schlesien, Tirol, Nord-Italien — hier als 
var. Bonellii v. Mts —, Kärnthen und Krain bis 
Siebenbürgen. Der Fundort Nordost-Frankreich (nach 
C 1 e s s i n) ist verdächtig, wenigstens will Bourguignat 
die Art noch nicht in Frankreich beobachtet haben. 

37. Clausilia pumila (Z,) G. Pfr. (Ziegler Mus.; 
C. Pfeiffer III, S. 41, Taf. 7, Fig. 16 und Pfeiffer, 
Mon. Helic. viv., Bnd. IV, S. 772.) 

Mir aus Russland nur von Euseküll in Livland be- 
kannt (von Schrenk gesammelte Exemplare im Mus. 
Petrop.); auch Gerstfeldt^^) kennt sie von der Aa bei 



65) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 

Mélanges biologiques X. 25 



— 194 — 

Treiden und von der Oger in Livland undKawalF^) 
nennt ausserdem noch Kurland als Fundort für diese 
jedenfalls im russischen Reiche noch weit verbreitete 
Art. 

Ausserdem lebt sie in Schweden und Dänemark, 
aber nicht in England^ im ganzen nördlichen und öst- 
lichen Deutschland, im Erzherzogthum Österreich, in 
Tirol, Kärnthen, Krain und Croatien — hier als var. 
leptostoma A. Schm. = Sabljari Br usina — , im Ba- 
nat und in Siebenbürgen; endlich wird sie auffälliger 
Weise und wohl irrthümlich von A. Schmidt auch 
aus Rumelien angegeben. 

b. Gruppe der plicatula Drap. (Pirostoma v. Vest.) 

1. Formenkreis der plicatula Drap. 

38. Clausula plicatula Draparnaud (Tabl. d. Moll., 
S. 64, M>. 24 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. 
IV, S. 779.) 

Aus Russland kenne ich sie nur aus Livland (hier 
auch von Schrenk^^) und Gerstfeldt^^) häufig be- 
obachtet) und zwar von EuseküU (zahlreiche von 
Schrenk gesammelte Exemplare im Mus. Petrop. und 
in coli. V. Martens) und von Riga (von hier auch von 
Büttner bei Sie maschko^^) erwähnt. Claus, plicatula 
wird aber ausserdem aus Russland noch angegeben 
von Helsingfors, von Heisinge und vom Kalkbruch 
der Newa in Sibbo in Finnland (nach Nordenskjöld^^), 



66) Kawall, a. a. 0., S. LXVIII. 

67) Schrenk, a. a. 0., S. 160. 

68) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 

69) Siemaschko, a. a. 0., S. 113. 

70) Nylander und Nordenskjöld, a. a. 0., S. 34 



— 195 — 

von St. Petersburg in Ingermanland (nach Siemasch- 
ko ^^) und Clessin), aus Kurland (nach Kawall^^),aus 
Lithauen (nach Siemaschko^^), aus Polen (von Ojcow, 
nach Slosarski^^) und von Smolensk (nach Rats chin s- 
ky'^) und Moskau in Grossrussland (nach Nadeschin^*) 
und Ratschinsky'^). 

Ausserdem lebt diese Art in ganz Nord- und Mittel- 
Europa, und fehlt nur auf der iberischen Halbinsel, 
in England, in Südwest-Frankreich, in Süd-Italien und 
auf den Inseln des Mittelmeers. Sie mangelt auffallen- 
der "Weise auch in Siebenbürgen, vielleicht auch in der 
ungarischen Tiefebene, ist aber aus Galizien und Nord- 
Ungarn bekannt. 

2. Formenkreis der ventricosa Drap. 

39. Clausula ventricosa Dr aparnaud {TsJol. d. Moli., 
S. 62, ]Vf! 21 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. 
II, S. 465.) 

Aus Russland mir nur von Euseküll in Livland be- 
kannt (nach Schrenk'^) unter Laub, Moos oder Baum- 
rinden gemein; Exemplare im Mus. Petrop., von 
Schrenk gesammelt; auch von Gerstfeldt'*^) aus Liv- 
land angegeben); ausserdem von K a wall 7) aus Kur- 



71) Kawall, a. a. 0., S. LXVm. 

72) élôsarski, a. a. 0., S. 9. 

73) Ratschinsky, a. a. 0., S. 233. 

74) Nadeschin, a. a. 0., S. 11. 

75) Schrenk, a. a. 0., S. 158. 

76) Gerstfeldt, a. a. 0., S. 109. 

77) Kawall, a. a. 0., S. LXVIII. 



— 196 —- 

land, von Ratschinsky '^) aus Smolensk und von Na- 
de s chin "^^) aus Moskau angegeben. 

Cl. ventricosa Drap, lebt ausserdem in ganz Nord- 
und Mittel-Europa. Ihre Südgränze läuft etwas süd- 
lich der Alpenkette und dann über Istrien und Süd- 
Croatien, Bosnien und Serbien bis zum Banat. Sie 
fehlt übrigens der iberischen Halbinsel, ganz England 
und dem östlichen Siebenbürgen ; wahrscheinlich auch 
dem südlichen Italien. 

c. Gruppe der concllians A. Schm. (Graciliaria Blz.) 

1. Formenkreis der concilians A. Sçhm. 

40. Clausilia caucasica A. Schmidt. (System der 
europ. Claus., S. 123 und Pfeiffer, Mon. Helic. viv., 
Bnd. VI, S. 426. 

Ad. Schmidt nennt als Heimath dieser Art all- 
gemein nur den Kaukasus (teste Parreyss). — Mir 
ist sie leider unbekannt geblieben, 

2. Formenkreis der filograna (Z.) Rssm. 

41 . Clausula ßograna Rssm. (Ziegler Mus. ; Ross- 
mässler , Ikonogr. IV, S. 17, Fig. 264 und Pfeiffer, 
Mon. Helic. viv., Bnd. II, S. 409.) 

Ist mir aus Russland nur von EuseküU in Livland 
(nicht selten, vonSchrenk gesammelte Exemplare im 
Mus. Petrop.) und von Kiew in Kleinrussland (nicht 
selten, Hochhuth 1849, Exempl. im Mus. Petrop.; 



78) Ratschi nsky, a. a. 0., S. 233. 

79) Nadeschin, a. a. 0., S. 12. 



— 197 — 

auch von Jelski^^) von hier angegeben) bekannt ge- 
worden. 

Das Verbreitungsgebiet dieser Art zieht von den 
Ostseeprovinzen durch die Prov. Preussen über Schle- 
sien, die Provinz und das Königreich Sachsen (leg. 
Dr. W. Schaufuss im Amselgrund) nach Oberbayern 
und von hier über ganz Österreich und Ungarn , und 
zwar einerseits über Steiermark, Kärnthen, Illyrien, 
Istrien und Croatien nach Serbien (leg. Zelebornach 
Pfeiffer^^) und demBanat, andererseits überGalizien 
(leg. Jachno) und die Bukowina nach Siebenbürgen. 

Gänzlich unbekannt geblieben sind mir und z. Th. 
der unvollständigen oder mangelnden Beschreibung 
wegen auch mit keiner der von mir aufgezählten Ar- 
ten zu identificiren: 

Clausilia Eichwaldi Siemascliko (Bull. d. 1. Soc. 
Imp. d. Nat. d. Moscou, Bnd. 20, 1847, S. 114 und 
Pfeiffer, Mon. Helic. viv., Bnd. III, S. 621.) 

Als Fundort ist Süd-Russland angegeben 

Clausilia densestriata (Z.) Bssm. nach Siemaschko, 
a. a. 0., S. 112). 

Vom Ursprung des Flüsschens Popowka. 

Clausilia macilenta Bssm. (nach Siemaschko, a. 
a. 0., S. 113.) 

Gleichfalls vom Ursprung des Flüsschens Popowka. 

Mit den 41 von mir somit aufgezählten Vertretern 



80) Jelski, a, a. 0., S. 132. 

81) Mon. Helic. viv., Bnd. IV, S. 727. 



— 198 — 

der Gattung Clausilia dürfte übrigens der Reichthum 
an russischen Arten noch nicht erschöpft sein, nament- 
lich möchte es sich empfehlen, die an Galizien an- 
gränzenden Landestheile, das südliche Bessarabien und 
vor allem die Kaukasusländer und Russisch -Armenien 
einmal speciell auf diese interessante Molluskengruppe 
hin zu durchforschen. Auch ist es in zoogeographi- 
scher Hinsicht ein dringendes Bedürfniss, die Ost- 
gränze der gemeineren mitteleuropäischen Arten, für 
deren Vorkommen im Inneren des europäischen Russ- 
lands fast noch keine Angaben vorliegen, entgiltig 
festzustellen. 



(Tiré du BuUetiu, T. XXV, pag. 163--190.) 



i| Mai 1878. 

Ober die ungewöhnlichen Musculi tensores fasciae 
suralis beim Menschen. Von Dr. Wenzel Grub er, 
Professor der Anatomie. 

(Nachträge.) 

A. Eigene Beobacbtungen. 

Beim Menschen kommen nach meiner Erfahrung 
zwei Arten ungewöhnlicher Tensores fasciae sura- 
lis vor. Die eine Art wird vom Biceps femoris, die 
andere Art vom Semitendinosus abgegeben. Von der 
ersten Art hatte ich bis jetzt 1 Fall, von der zweiten 
Art aber 2 Fälle beobachtet: 

In einem an der linken Extremität eines robusten 
Mannes beobachteten Falle, welchen ich 1871 be- 
schrieben hatte ^), war der Muskel mit einer schmalen 
und langen Sehne von dem langen Kopfe des Biceps 
femoris^ 1" (Par. M.) unter dessen Ursprünge und 9" 
über dessen Ansätze also 1" über der Mitte seiner 
Länge, entsprungen, hatte in der äusseren Hälfte des 
Trigonum superius der Fossa poplitea u. s. w. seinen 
Verlauf genommen und mit einer schmalen und langen 



1) über zwei ungewöhnliche Spannmuskeln der unteren Ex- 
tremität des Menschen. — Bull, de l'Acad. Imp. des sc. de St.-Péters- 
hourg. Tome XV. Col. 527—528. Mit Abbildung (i. Holzsch.). 



— 200 — 

Sehne an der vorderen Fläche der Fascia suralis 
strahlenförmig in dieser geendet. 

In einem zweiten an der rechten Extremität eines 
Mannes beobachteten Falle, den ich 1872 veröffent- 
licht hatte ^), war der ungewöhnliche Tensor mit einer 
langen Sehne von einer Zacke des Semitendinosus, 
7" 9'" unter seinem Ursprünge und 4" unter seiner 
Trennung vom langen Kopfe des Biceps femoris ab- 
gegangen, hatte fast in der Medianlinie der Fossa 
Poplitea hinter dem N. tilialis seinen Verlauf genommen 
und mit seiner Sehne in dem tiefen Blatte der ober- 
flächlichen Sur alfas cie mit strahlenförmig aus ein- 
ander fahrenden Fasern geendet. 

In einem dritten an der linken Extremität eines 
Mannes beobachteten Falle, welchen ich ebenfalls 
1872 mitgetheilt hatte ^), war der Muskel in Gestalt 
eines Muskelbauches mit sehr langen Sehne auf- 
getreten. Er war fleischig von der äusseren Rand- 
partie des Semitendinosus, 7"9''' — 8" unter dessen 
Ursprung und 2"6'" unter dessen Trennung vom langen 
Kopfe des Biceps femoris^ abgegangen, hatte neben 
der Medianlinie der Fossa poplita unter der Facie 
und , nachdem er diese mit seiner Sehne durchbohrt 
hatte, in der Medianlinie der Wade über der Fascia 
suralis seinen Verlauf genommen und mit strahlen- 
förmig aus einander fahrenden Fasern seiner langen und 
schmalen Sehne im hinteren Blatte der Scheide 



2) Über einen vom Musculus semitendinosus abgegangenen 
Musculus tensor fasciae suralis. — Daselbst Tome XVII, Col. 289 
— 291. Mit Abbildung (i. Holzsch.). 

3) Über eine Variante des vom Musculus semitendinosus ab- 
gegebenen Musculus tensor fasciae suralis. — Daselbst Tome XVIII. 
Col. 384—386. Mit Abbildung, (i. Holzsch.). 



— 201 — 

der Achillessehne, welche die oberflächliche Su- 
ralfacie durch Theilung in zwei Blätter bildet, 2"6'" 
über dem Calcaneus, geendet. 

Dem Falle von der vom Biceps femoris abgege- 
benen Art kann ich nachstehende 2 neue Fälle 
anreihen : 

I. (IV.) Fall. 

Supernumerärer Fleischschwanz vom kur- 
zen Kopfe des Biceps femoris als Tensor fasciae su- 
ralis. 

Zur Beobachtung gekommen am 8. October 1876 
an der linken Extremität eines Mannes. 

Den supernumerären Fleischschwanz reprä- 
sentirt ein 5,5 Cent, langer, 1,5 Cent, breiter und 3 
Mill, dicker fleischiger Streifen. Der Fleisch- 
streifen hat sich als Verlängerung der hinteren 
Partie der inneren Schichte des kurzen Kopfes des 
40 Cent, langen Biceps femoris von diesem 17 Cent, 
über seinem Ansätze am Capitulum fibulae^ also über 
den unteren zwei Fünfteln der Länge des Muskels, 
isolirt, ist hinter dem Sulcus popUteus externus, diesen 
und den darin liegenden N. peroneus von hinten 
kreuzend und eine Strecke auf dem Gastrocnemius 
externus liegend, schräg ein- und abwärts herab- 
gestiegen und hat mit strahlenförmig aus einander 
fahrenden sehnigen Fasern in der Fascia suralis ge- 
endet. 

IL (V.)Fall (Fig.) 

Supernumerärer Fleischschwanz {e"') vom 
langen Kopfe {e') des Biceps femoris (e) als Ten- 
sor fasciae suralis. 

Mélanges biologiques. X. 26 




Zur Beobachtung gekommen am 22. März 1878 
an der linken (nicht an der rechten) Extremität 
eines Mannes. 

Der Fleischschwanz (e'") hat die Gestalt eines 



— 203 — 

spindelförmigen, in sagittaler Richtung comprimirten, 
mit einer Sehne endendenFleischbauches, welcher 
16 Cent, lang, an seiner Mitte 1 2 Mill, breit und 4—5 
Mill, dick ist. 

Derselbe geht über den unteren zwei Fünfteln 
der Länge des langen Kopfes {é) des Biceps femoris 
(e) von dessen gegen den Sulcus femoro-popliteus 
médius gekehrten Rande am Ende der hier sehnigen 
Partie 8 Mill, breit und einige Mill, dick sehnig-flei- 
schig ab. 

Er steigt hinter dem Nervus tibialis, diesen be- 
deckend, in der Medianlinie der Fossa poplitea bis 
gegen deren unteren "Winkel vertical herab und 
hat die Vasa poplitea im Trigonum superius der Fossa 
Poplitea, in der Tiefe der letzteren, einwärts von sich 
liegen. 

Seine starke, 2 Cent, lange und 5—6 Mill, am 
Anfange breite Sehne theilt sich über dem unteren 
Winkel der Fossa poplitea in drei streifenförmige 
Schenkel, wovon der mittlere (ß) in die vordere 
Lamelle der Lami^ia superficialis der Fascia suralis 
(1), die seitlichen (a, a) in die seitliche Partie der 
letzteren und in die hintere Lamelle derselben 
und damit auch in die vordere und hintere Wand 
des Kanales(-|-) in der Fascia suralis für die Vena 
saphena minor, der sich in der Fossa poplitea zum 
Spatium popliteum intra-aponeuroticum erweitert, aus- 
strahlen. Der mittlere Streifen hat die genannte Vene 
hinter sich und den Ast des N. tibialis zum N. su- 
ralis vor sich liegen. Die Ausstrahlungen der seit- 
lichen Streifen liegen theilweise hinter genannter Vene. 



— 204 — 

Der Fleischschwanz miisste die Lamina super- 
ficialis der Fascia suralis überhaupt, speciell aber auch 
die Wände des Kanals für die Vena saphena minor, 
anspannen. 

— Die Zahl der von mir beobachteten Fälle von 
Tensores fasciae suralis ist somit schon auf: 5 ge- 
stiegen. 

Die zwei neuen Fälle der vom Biceps fenoris ab- 
gegebenen Art unterscheiden sich von einander 
und von dem früheren Falle. Im früheren Falle 
und in einem der neuen Fälle war der Tensor 
vom langen Kopfe des Biceps femoris, und zwar im 
ersteren mit einer langen Sehne, im letzteren fleischig- 
sehnig, abgegangen; im anderen neuen F alle war 
der Tensor eine Verlängerung des kurzen Kopfes 
des Biceps femoris. Die Richtung des Verlaufes 
war nicht dieselbe. Auch die Endigung in der 
Suralfascie war nicht in gleicher Höhe und 
nicht auf dieselbe Weise vor sich gegangen. In 
einem Falle verlor sich ja der Tensor in der 
vorderen Fläche, in dem anderen Falle an der 
hinteren Fläche und im dritten Falle in beiden 
den Kanal für die Vena saphena minor und den unteren 
Theil des Spatiiim popUteum intra -aponeiiroticum be- 
grenzenden Lamellen der Fascia suralis super- 
ficialis. 

Bei der zweiten, vom Semitendinosus abge- 
sandten Art endete die Sehne des Tensor in einem 
Falle in der tiefen Lamelle der Fascia suralis super- 
ficialis, in dem anderen Falle sogar tief unten in 
dem hinteren Blatte der von der Suralfascie ge- 
bildeten Scheide der Achillessehne — . 



— 205 — 

B. Fremde Beobachtung« 

Meinen 3 Fällen von besonderen Tensores 
fasciae suralis, die vom Biceps femoris abgegeben 
worden, kann meines Wissens nur eine von x\lex. 
Macalister*) erwähnte Beobachtung von Kelly 
mit Endigung eines besonderen Bündels des 
Biceps femoris des Menschen in die Unter schenke 1- 
fascie zur Seite gestellt werden. Wie aber das Bün- 
del beschaffen, wo es abgegangen war und wie es sich 
in der Fascie verloren hatte, ist nicht angegeben. 
Von einem vom Semitendinosus, wie in 2 meiner 
Fälle, abgegebenen Tensor fasciae suralis^ war bis jetzt 
nichts bekannt. 

Einen starken, musculösen Fortsatz des Biceps 
femoris des Menschen, welchen W. G. Kelch ^) in 
einem Falle vom inneren Rande des langen Kopfes 
des übrigens gewöhnlichen Biceps femoris jeder Seite, 
unweit des Ursprunges, abgehen, über die Kniekehle 
fortgehen, die hier liegenden Gefässe bedecken, hinter 
den Wadenmuskeln herabsteigen und mit einer starken 
und festen Sehne mit dem unteren Ende der 
Achillessehne auf das festeste vereinigt gesehen 
hatte, scheint man, nach dem zu urtheilen, an was 
derselbe bei gewissen Thieren erinnern soll, auch 
zu den Tensores fasciae sur alts gerechnet zu haben. 
Aliein dieses Beispiel von Abweichung des Biceps 
femoris^ dessen J. Fr. MeckeP), A.W. Otto^), nicht 



4) A descriptive Catalogue of muscular anomalies in human 
anatomy. Dublin 1872. 4^ p. 117. 

5) Beiträge z. pathol. Anatomie. Berlin, 1813. S. 42. Art 
JMs XXXVI, «Abweichung des Biceps femoris». 

6) Handb. d. menschi. Anat. Bd. 2. Halle u. Berlin, 1813. S. 574. 

7) Lehrb. d. pathol. Anatomic. Berlin, 1830. S. 248. 



— 206 — 

nach eigener Beobachtung, gedenken, ist kein Tensor 
fasciae suralis^). 

C. Bedeutang. , 

Eine Verlängerung zur Suralfascie schicken beim 
Menschen schon in der Norm der Biceps femoris 
und Semitendinosus (nebst dem Gracilis) ab. Di ess 
gilt auch bei den Quadrumana und anderen 
Thieren. Dass aber der Flexor cruris bei den Simiae 
hauptsächlich in die Fascia suralis endige, wie E. 
Burdach^) angab, ist ein Irrthum. Bei Perameles 
lagotis endet nach Rieh. Owen^^) die breite Apo- 
neurose des Biceps flexor cruris unten auch in die 
Scheide der Achillessehene, wie beim Menschen 
in einem Falle ein Fleischschwanz mit einer 
langen Sehne vom Semitendinosus u. s. w. 

Bei den Canin a inserirt sich die starke Sehne, 
welche die Achillessehne, vor dieser gelagert, be- 
gleitet, vor der Sehne des Gastrocnemius an die obere 
innere Ecke des hinteren Endes des Calcaneus. 
Von den zwei Sehnen, welche dieselbe zusammen- 
setzen, kommt die äussere von dem inneren Blatte 
der Scheide des dem Caput longum hicipitis femoris 
des Menschen homologen Muskels, die innere 
von der Scheide und dem Rande der Sehne des 



8) Ähnliche Fälle wie der von Kelch, die ich zu seiner 
Zeit beschreiben werde, sind mir, wie meine Jahresbücher nach- 
weisen, 3 Mal (1855 u. 1856) vorgekommen. Ich konnte mich daher 
aus eigener Erfahrung tiberzeugen, dass Kelch's Muskel 
kein Tensor fasciae suralis sein könne. 

9) Beitrag z. vergleich. Anatomie d. Affen. — Neunter Bericht 
d. anat. Anstalt i. Königsberg. Königsberg 1838. 8*^ S. 45. 

10) The Cyclopaedia of anatomy a, physiology. Vol. III. London 
1839—1847. Art.: «Marsupialia» p. 290. 



— 207 — 

Semitendinosus*^). Diese Sehnen gehören somit 
zur Fascia suralis und können als Verlängerungen 
der Sehnen der genannten Muskeln, wie man ge- 
wöhnlich annimmt, nicht gelten. Bei Felis (nament- 
lich F. leö) und anderen Thieren existirt ein ähn- 
liches Verhalten wie bei Canis. 

— Darnach haben die von mir beobachteten Fälle 
Yon Tensores fasciae suralis beim Menschen nicht die 
Bedeutung etwa bei den Säugethieren als ähn- 
liche Tensores normal vorkommende Fleisch- 
schwänze der angegebenen Muskeln, sondern 
nur die Bedeutung der sonst allein aponeurotisch 
vorkommenden Verlängerungen der Sehnen jener 
Muskeln in die Fascia suralis, welche anomaler 
Weise mit besonderen Fleischbäuchen versehen 
worden sind. Ebenso wenig kann der von Kelch 
beim Menschen zuerst beobachtete, vom langen 
Kopfe des Biceps femoris ausgegangene und mit der 
Achillessehne vereinigte lange Fleischschwanz 
mit dem die Fascia suralis verstärkenden, am Calca- 
neus inserirten und nur von der Scheide des Flexor 
cruris ausgegangenen Sehnenstreifen bei Felis leo und 
manchen anderen Thieren verglichen werden, weil 
ja dieser Streifen eine Verlängerung der Sehne 
des Flexor cruris in die Fascia suralis nicht repräsen- 
tiren kann. 

Übrigens hören die ungewöhnlichen Tensores 



11) Sieh W. G ruber: «Über den normalen Musculus peroneo- 
tibialis bei den Hunden, nebst Vorbemerkungen über die gekannte 
Unterschenkelmusculatur dieser Thiere». — Archiv, f. Anatomie u. 
Entwickelûngsgeschichte. (Dahin zum Druck abgesandt am 19. (31.) 
Jan. 1878.) 



— 208 — 

fasciae sur alls , welche mir im Verlaufe von 7 — 8 
Jahren schon 5 Mal zur Beobachtung gekommen sind, 
deshalb, weil sie etwa bei Säugethieren normal 
vorkommende Bildungen nicht darstellen, nicht 
auf, bemerk enswerth zu sein. Man denke sich 
den Fall: Fig. an einem Lebenden, an dem in der 
Fossa Poplitea eine Operation vorzunehmen wäre. 
Der Operateur, der nur normale Verhältnisse 
kennt, dürfte in Verlegenheit, wenn nicht noch in 
Ärgeres, gerathen — . 

Erklärung der Abbildung. 

Fossa Poplitea mit dem unteren Stücke der 
Femoral- und dem oberen Stücke der Crural- 
region der linken Seite: 

a. Musculus sartor ius 
gracilis, 
semitendinosus. 
semimembranosus, 
biceps femoris, 
e Caput longum 
» brève 

) SupernumerärerSchwanz 
des Caput longum als Ten- 
sor fasciae suralis (etwas 
auswärts gezogen) 

f. Musculus gastrocnemius internus. 

g. )) » externus, 
Ji. Nervus ischiadicus. 
i. » tibialis, 
k. » peroneus. 



b. 


)) 


c. 


)) 


d. 


h 


e. 


» 




e 




e" 




e'" 



des- 
sel- 
ben. 



— 209 — 

I. Fascia suralis superficialis. 

+ Canal am Übergange in das Spa- in 
Hum popliteum intra-aponeurotium [ der- 
(geöffnet) für die Vena saphena mi- sel- 
nor J ^en. 

a. fi\ Seitliche Schenkel der End- \ 

sehne des Tensor fasciae suralis ! -, ^ . 

J- I, n- 1.1- 1, T I der Fascia 
m die oberflächliche La- ■ 7. 

> surahs 

^^ ' I superficialis 

p. Mittlerer Schenkel derselben in 



die tiefe Lamelle J 



iTiré du Bulletin, T. XXV, p. 230—236.) 

Mélanges biologiques. X. 27 



î| Mai 1878. 

Ober eine neue Art von Ossiculum supernumerarium 
carpi beim Menschen von Dr. Wenzel Gruber, 
Professor der Anatomie. 

Abgesehen vo» der durch Zerfallen einzelner 
Knochen im menschlichen Carpus in 2 oder selbst 
3 Stücke bedingten Überzahl, habe ich bei Er- 
wachsenen die gewöhnliche Zahl der Carpal- 
knochen noch durch Auftreten von vier anderen 
Arten ungewöhnlicher Knochen vermehren ge- 
sehen und zwar: 

1. Bei Vorkommen der an Zahl, Form und Grösse 
normalen, oder, in letzteren beiden Beziehungen, doch 
nur wenig von der Norm abweichenden Carpalknochen. 

2. Zugleich mit dem Vorkommen eines Capitatum 
tripartitum. 

Die eine Art dieser supernumerären Knöchel- 
chen im menschlichen Carpus repräsentirt das 
dem Knochen bei gewissen Säugethieren, Repti- 
lien und Amphibien, homologe Knöchelchen, 
welches die Franzosen, Engländer und A. seit de Blain- 
ville: iiintermedium carpu und die Deutschen nach 
Gegenbaur «Centrale carph nennen. Ich habe das- 
selbe 1868 beim Menschen entdeckt und bis jetzt 



— 212 — 

j;beim Vorkommen der gewöhnlichen 8 Carpalknochen 
sals neunten in 5 Fällen bei Erwachsenen ange- 
troffen^). A. Friedlowski^) hat das Vorkommen die- 
ses Knöchelchens bei Erwachsenen mit einem 
Falle bestätiget. E. Rosenberg^) und W. Henke 
mit C. Reyher^) haben seine Anlage auch bei ganz 
jungen Embryonen (nach letzteren bis in den An- 
fang des 3 Monates) aufgefunden. Seine Nichtexistenz 
schon im späteren Intrauterinleben soll nach der einen 
Ansicht: «in allmähliger Reduction» nach der anderen, 
wohl richtigeren Ansicht: «im Aufgehen in das Na- 
viculare» begründet sein. 

— Dass die Anlage des Knöchelchen im Embryo beim 



1) a. Über ein dem Os intermedium s. centrale gewisser Säuge - 
thiere analoges neuntes Handwurzelknöchelclien beim Menschen. — 
Archiv f. Anat, Physiol, u. wiss. Medicin. Leipzig, 1869. S. 331., 
Taf. X. A. Fig. 5, 6, 8, 9 lit. 1. — (I. Fall). 

h. Nachträge zur Osteologie der Hand und des Fusses. Art. JV« II. 

— Bull, de l'Acad. Imp. des sc. de St.-Pétersbourg. Tome XV, 1870. 
Col. 444. — (II. Fall). 

c. Nachträge zu den supernumerären Handwurzelknochen des 
Menschen. — Daselbst Tome XVII. 1872. Col. 395., Fig. 1. 2. JV« 9 — 
(III. Fall). 

d. Weitere Nachträge zum Vorkommen des Ossiculum intermedium 
carpi beim Menschen. — Citirtes Archiv 1873. S. 712., Fig. 1—4. a. 

— (IV. u. V. Fall). 

2) Über Vermehrung der Handwurzelknochen durch ein Os carpale 
intennedium und über secundäre Fusswurzelknochen. — Sitzungs- 
berichte d. math, naturwiss. Classe d. Kais. Akademie der Wiss. Bd. 
61. Abth. 1. Wien, 1870. S. 584, Fig. 1. — 

3) Über die Entwickelung der Wirbelsäule und das Centrale carpi 
ties Menschen. — Morphologisches Jahrb., eine Zeitschr. f. Anatomie 
u. Entwickelungsgeschichte Bd. I. 1855. Art.: »Centrale carpi.» p. 
172., dann Sitzungsber. d. Dorpater naturforsch. Gesellschaft. Bd. 
III. H. 4. 1872. S. XVI. — 

4) Studien über die Entwickelung der Extremitäten des Menschen, 
insbesondere der Geleukflächen. — Sitzungsber. d. math, naturwiss. 
Classe d. Kais. Akad. d. Wiss. Bd. 70. Abth. 3. Jahrg. 1874. Wien, 
1875. S. 268, Taf. I, Fig. I. — 



— 213 — 

Menschen constant auftrete, ist nach der geringen 
Summe der darüber gemachten Beobachtungen nicht 
bewiesen, sondern erst noch zu beweisen. Die Em- 
bryologen sind nicht berechtigt zur Constatirung der 
Häufigkeit eines Vorkommens, mit geringeren Summen 
zu rechnen als die macroscopischen Anatomen. Die 
Bestimmungen der Häufigkeit irgend eines Vorkommens 
in der .macroscopischen Anatomie nach Dutzendunter- 
sucherei haben sich in der Regel «als falsch» erwiesen, 
ähnliches Vorgehen in der Embryologie hat dieselbe 
Aussicht. Wenn ferner den homologen Knochen bei 
den Thieren Manche: «Intermedium»; Andere: «Cen- 
trale» nennen ; so war ich berechtigt : auch dem Knöchel- 
chen bei dem Menschen den Namen: n Intermedium s. 
Centrale» zu geben. Wenn weiter das Knöchelchen 
beim Menschen nur in der ersten Zeit des Intrauterin- 
lebens (ob constant, oder nicht?) angelegt ist, in der 
späteren Zeit des Intrauterinlebens verschwindet, im 
knorplig präformirten Zustande noch gar nicht gesehen 
worden ist, als ausgebildeter Knochen nur ganz aus- 
nahmsweise und dann die normale Zahl der Knochen 
im menschlichen Carpus um einen vermehrendes vor- 
kömmt; soistesbeimMenschen aisunwesentliches 
Carpuselement characterisirt und wann und wo es 
sich erhält: «supernumerär». — Dies die Antwort 
auf Rügen, welche man mir von Dorpat her ertheilen 
wollte — . 

Die andere Art supernumerären Knöchel- 
chens im menschlichen Carpus, welches wohl zu- 
erst J. Saltzmann^) vor 153 Jahren beobachtet, von 

5) Duas observ. anat. Obs. III. Argentorati 1725 (Diss, ab H. A. 
Nicolai). — Haller. Disp. anat. select. V. VII. Goettingae 1751. p. 691. 



— 214 — 

J. Struthers^) und mir, von einander unabhängig, 
wieder aufgefunden worden, ist, wie erst ich bewiesen, 
durch einen selbstständig gewordenen, an mit 
hyalinischem Knorpel überkleideten Flächen articu- 
lirenden Processus styloideus des Metacarpale III. 
vertreten. Ich habe dieses Knöchelchen von 1869 bis 
1876 unter 1521 Händen in 12 Fällen als neuntes 
Handwurzelknöchelchen gesehen ^). 

Die von mir entdeckte dritte Art eines super- 
numerären Knöchelchen im menschlichen Car- 
pus ist durch einen selbstständig gewordenen und an 
mit hyalinischem Knorpel überkleideten Flächen arti- 
culirenden, den Processus styloideus des Metacarpale 
III. substituirenden, anomalen fortsatzartigen An- 
hang des MuUangulum minus repräsentirt, der bei 
jüngeren Individuen eine Epiphyse, später eine Apo- 
physe ist. 

Ich habe in 4 Fällen das MuUangulum minus mit 
einem anomalen fortsatzartigen Anhang, welcher 
1 Mal noch eine Epiphyse, 3 Mal aber schon eine 



6) Gase of additional bone in the human carpus. — Journ. of 
anat. a. physiology. Vol. III. Cambridge a. London 1869. p. 354. (Bei- 
derseits bei einem 29jährigen Individuum). 

7) a. Über das aus einer persistirenden und den Processus styloi- 
deus des Metacarpale III. repräsentirenden Epiphyse entwickelte 
neunte Handwurzelknöchelchen. — Citirtes Archiv 1870. S. 197. — 
Taf. V. C. Fig.. 3. JV« 9. — (L— III. Fall). — 

6. Citirtes Bulletin. Tome XV. Col. 483. (IV. et V. Fall). 

c. Daselbst. Col. 486, Fig. 1—4. (VI. FaU). 

d. Daselbst. Tome XVII. Col. 399. (VII. Fall). 

e. Citirtes Archiv. 1873, S. 766. (VIII. et IX. Fall). 
/. Daselbst 1876, S. 223. (X. Fall). 

g. Anatomische Notizen. ^2 XCV. Art. L— Archiv f. pathol. Anat. 
u. Physiol, u. f. klinische Medicin. Bd. 72. Berlin 1878. S. 489—. 
(XI. et XII. Fall). 



— 215 — 

Apophyse war, versehen vorgefunden^), den fort- 
satzartigen Anhang aber als besonderes, arti- 
culirendes neuntes Knöchelchen im Carpus in 
2 Fällen angetroffen^). 

Die vierte von mir entdeckte Art eines super- 
numerären Knöchelchensim menschlichen Car- 
pus ist durch eine selbstständig und articulirend 
gewordene anomale Epiphyse der Dorsalecke des 
Ulnarkammes des Metacarpale IL repräsentirt. 

Ich habe dieses Knöchelchen an der rechten 
Hand eines Mannes beobachtet, welche das Capita- 
tum des Carpus in 3, an einander mit hyalinischem 
Knorpel überzogenen Flächen articulirende Stücke 
zerfallen aufgewiesen hatte ^^). 

Den angegebenen vier Arten supernume- 
rärer Knöchelchen im menschlichen Carpus, 
wovon eines im Centrum des letzteren zwischen der 
oberen und unteren Reihe seiner Knochen, die übrigen 
in der unteren Reihe derselben Platz genommen hatten. 



8) a. Citirtes Archiv f. Anatomie. 1869, S. 342, Taf. IX. Fig. 1, m 9. 
Fig. 2, 5 (1. FaU — Epiphyse — ). 

5. Daselbst. S. 352, Taf. IX, Fig. 8, 9, 6 (II. Fall — Apophyse — ). 

c. Citirtes Bulletin. Tome XV. Col. 451, Fig. 8 a. (III. Fall— Apo- 
physe — ). 

d. Anatomische Notizen J\2 CIL — Citirtes Archiv f. pathol. 
Anatomie. Bd. 73. 1878. S. 337. (IV. F all- Apophyse —). 

9) a. Über ein aus der Epiphyse eines durch einen fortsatzartigen 
Anhang vergrössertenMultangulum minus entwickeltes articulirendes 
neuntes Ossiculum carjpi. — Citirtes Archiv f. Anatomie. 1876. S. 221, 
Taf. V. (I. Fall). 

h. Anatomische Notizen M XCV. Art. II. — Citirtes Archiv f. 
path. Anatomie. Bd. 72. 1878. S. 490 (II. Fall, erst nach Untersuchung 
von 1554 Händen mit Weichtheilen angetroffen). 

10) Nachträge zur Osteologie der Hand und des Fusses. Art. I.- 
«Beobachtung von 11 Handwurzelknochen»— Citirtes Bulletin. Tome 
XV. (1870) Col. 434, Fig. 1, 2. JV« 5. 



— 216 — 

zwei im Carpus selbst sich entwickelt und zwei vom 
Metacarpus herrührende in jenen sich eingereiht hatten, 
kann ich noch eine fünfte A\t gesellen, welche mir 
an der linken Hand eines Weibes am 18. November 
1877 zur Beobachtung gekommen war. 

Über den Metacarpus und Carpus dieser Hand, 
die ich in meiner Sammlung aufgestellt habe, kann ich 
Nachstehendes mittheilen (Fig. 1 — 4): 



Fig. 1. 



Fig. 2. 




Fig. 3. 



Fig. 4. 





1. MeUcarpale IL 

Das Metacarpale H. (JV?. 9) verhält sich normal; 
aber es ist doch an dem überknorpelten Ulnarkamme 



— 217 — 

seiner Basis an dessen üinarseite nicht nur am längeren 
Volarabsclinitte, sondern auch an dessen kürzeren Dor- 
salabschnitte , welcher sonst gewöhnlich scharfrandig 
ist, ein gut abgegrenztes Gelenkfeld (7) zu sehen. 
Dadurch zeigt die Gelenkfläche an der Superficies ul- 
naris seiner Basis 4 Felder: zwei schmale obere am 
Ulnarkamme und zwei breitere untere. Von den Fel- 
dern am Ulnarkamme ist das am Dorsalabschnitte 
befindliche ungewöhnliche Feld (y) halb-oval, mit 
der abgerundeten Basis volarwärts, mit der Spitze 
dorsalwärts, mit dem concaven Bande auf- und radial- 
wärts, mit dem convexen Rande abwärts gekehrt, dor- 
sal- und ulnarwärts abfallend, ganz schwach concav, 
6,5 Mill, lang, 2,5—3 Mill, am volaren Ende breit. 

2* Met'acarpale III. 

Das Metacarpale III. (3\l?. 10) besitzt einen gut 
entwickelten Processus und ist, abgesehen von einem 
supernumerären Gelenkfelde an dem letzteren, 
normal. Der Processus weiset nämlich an dem über- 
knorpelten Kamme, welcher sein radiales, in den Dor- 
salabschnitt der Gelenkfläche oder in die dorsale Ge- 
lenkfläche der 8. radialis seiner Basis übergehendes 
Gelenkfeld von dem ulnaren in die Gelenkfläche der 
S. hrachialis der Basis des Knochens fortgesetzten Ge- 
lenkfelde scheidet , ein durch zwei Kanten scharf be- 
grenztes, volarwärts sehr abfallendes, in sagittaler Rich- 
tung gelagertes, 7 Mill, langes und 4 Mill, breites, 
sehr concaves, ovales Gelenkfeld (s) auf. Derselbe 
besitzt somit ausser dem gewöhnüchen radialen (§) 
und ulnaren (^) noch ein intermediäres Gelenkfeld (e), 
also 3 Gelenkfelder. 

Mélanges biologiques. X. 28 



— 218 — 
3. Gewöhnliche Garpalia. 

Von den Carpalia zeigt sich das Capitatum am 
radialen Dorsalwinkel seiner Basis auffallend abgerun- 
det, wie es übrigens auch in gewöhnlichen Fällen auf- 
treten kann. 

Die Superficies ulnaris des MuUangulum minus (B 5) 
besitzt, wie oft in anderen gewöhnlichen Fällen, zwei 
von einander geschiedene Gelenkflächen, welche 
durch eine rauhe Stelle zum Ansätze des Zi^. interosseum 
zm^chen MuUangulum minus und Capitatum geschieden 
sind. Die hintere Gelenkfläche (a) am dorsalen 
Ulnarwinkel ist klein, dreieckig, schwach concav und 
hat unter sich das kleinere, dorsale Gelenkfeld 
(y) am Ulnarkamme der Basis des Metacarpale II. 
(J\ls 9) gelagert, mit dem es eine, in sagittaler Richtung 
längere als in verticaler, ovale Gelenkgrube (Fig. 
2. a., ß.) an der radialen Wand der Lücke (*) zur 
Aufnahme des Ossiculum supernumerarium bildet. 

Die S. digitalis des Capitatum besitzt wie gewöhn- 
lich ein grosses Ulnarfeld zur Articulation mit der 
Gelenkfläche an der S, hrachialis der Basis des Meta- 
carpale III. und mit dem ulnaren Gelenkfelde an dessen 
Processus styloideus^ wofür am radialen Dorsalwinkel 
des Ulnarfeldes des Capitatum diesmal keine besondere 
Facette existirt, und dann ein Radialfeld zur Articu- 
lation mit dem volaren Felde am Ulnarkamme der 
Basis des Metacarpale IL An der 8. radialis des 
Körpers kommen zwei, durch eine rauhe Stelle zum 
Ansätze des Lig. interosseum zwischen dem Capitatum 
wwà MuUangulum minus geschiedene Gelenkflächen, 



— 219 — 

eine volare grössere und eine fast ovale, sattelförmige 
(concave in verticaler, convexe in sagittaler Richtung) 
dorsale (ß) vor, welche am unteren dorsalen Winkel 
jener Fläche als der ulnaren Wand (Fig. 2, JV?. 6. ß) 
der Lücke (*) zur Aufnahme des Ossiculum super- 
numerarium sitzt, in das ülnarfeld der S. digitalis sich 
fortsetzt, am Knochen der Norm bald da ist, bald fehlt. 
Die übrigen Carpalia verhielten sich wie gewöhnlich. 

4. Ossiculnm snpernumerarinm. (Fig. i., 4. JYs 8.) 

a. L a g e. 

Im Dorsalabschnitte der unteren Reihe der 
Carpalia (Fig. 1.) zwischen dem MuUangulum minus 
und Capitatum, über dem Metacarpale IL et III. 
in eine kleine rhombische Lücke, welche auf- und 
volar w arts: vom Lig. inter osseum zwischen dem 
Multangulum minus und Capitatum; radialwärts: 
vom dorsalen ülnarwinkel des Multangulum minus 
und vom dorsalen Abschnitte des ülnarkammes des 
Metacarpale IL; ulnarwärts: vom dorsalen Radial- 
winkel des Körpers des Capitatum; ab- und rück- 
wärts: von dem Processus styloideus des Metacarpale 
in. und von letzteren so begrenzt ist, dass es im Car- 
pus bis auf seinen hinteren Pol versteckt liegt, 
wie ein Keil von unten und hinten, bei Stellung des 
langen Durchmessers in sagittaler Richtung, 
eingetrieben. 

b. Gestalt und Grösse. 

Eines Segmentes eines ovalen Körpers, welches 
von des letzteren Peripherie zu seinem Centrum 
allmählig zugeschärft, mit einer Superficies digitalis^ 



— 220 — 

radialis nnà ulnaris, mit einem brachialen, radialen 
und ulnaren Rande und mit einem dorsalen und 
volaren Pole versehen ist. Die S. digitalisa) ist 
convex, mehr in sagittaler als in transversaler Rich- 
tung, mit einer dicken Schichte von Hyalinknorpel 
ükerkleidet. Die S. radialis {a!) ist plan -convex, 
mit einer massig dicken Schicht von Hyalinknorpel 
überzogen. Die 8. ulnaris (ß') ist sattelförmig (convex 
in sagittaler Richtung und concav in verticaler). Alle 
3 Ränder sind bogenförmig gekrümmt, wovon nament- 
lich der brachiale oder obere (Ç') dick überknorpelt 
ist. Beide Pole sind dreieckig, wovon der volare 
(§') überknorpelt, nicht der dorsale (e'), welcher 
rauh ist. 

Das Ossiculum misst in sagittaler Richtung: 7 
Mill., in verticaler: bis 5 Mill., in transversaler an 
der unteren Fläche: bis 4 Mill., am oberen Rande 
vorn: 1,5 Mill, hinten 1 Mill. 

c. Verbindung. 

Das Ossiculum verbindet sich: durch Faser- 
bündel von seinem dorsalen Pole zur Dorsalfläche des 
MuUangulum minus ^ Capitatum und zur Spitze des 
Processus styloideus des Metacarpale III. mit diesen 
3 Knochen. An letzteren und zugleich am Meta- 
carpale II. articulirt es und zwar mit seiner 8. 
digitalis am intermediären Gelenkfelde des Proces- 
sus styloideus des Metacarpale III. , mit seiner 8, ra- 
dialis: an der hinteren Gelenkfläche der 8. ulnaris 
des MuUangulum minus und am dorsalen Felde des 
Ulnarkammes des Metacarpale IL und mit seiner 8- 



— 221 — 

ulnaris an der hinteren Gelenkfläche der S. radialis 
des Körpers des Capitatum. 

e. Seltenheit des Vorkommens. 

Es mussten 1885 Hände untersucht werden, um 
das Knöchelchen 1 Mal anzutreffen. 

f. B e d e u t u n g. 

Ein Gelenkkörper ist das Knöchelchen hestimmt 
nicht. An eine selbstständig gewordene anomale 
Epiphyse des MuUangulum minus wäre zu denken, 
aber das Auftreten eines derartigen Ossiculum ist im- 
mer mit Mangel des Processus styloideus des Me- 
tacarpale III. einhergegangen. Eine selbstständig 
gewordene anomale Epiphyse der dorsalen Ra- 
dialecke des Capitatum ist es wohl auch nicht. Man 
könnte an ein dem Intermedium, bei Talpa und 
Lepus, homologes, vom gewöhnlichen Standorte 
bis auf dasMetacarpale IL, zwischen dem MuUan- 
gulum minus und Capitatum herabgerücktes Knöchel- 
chen denken, wenn es mit dem Naviculare in Con- 
tact wäre. Zum Processus styloideus des Metacar- 
pal III. kann es nicht gehören. 

— Es scheint demnach die Bedeutung eines 
schon vom Ursprünge an anomal angelegten Car- 
puselementes zu haben — . 



Erklärung der Abbildungen. 

Fig. 1. 

Carpus mit dem Metacärpale IL der linken Hand 



— 222 — 

eines Weibes. (Ansicht von der Dorsal- und Digital- 
seite.) Tn, « 
^ Fig. 2. 

Capitatum, MuUangulum minus mit dem Metacar- 
pale IL derselben Hand. (Ähnliche Ansicht.) 

Fig. 3. 

Basalstück des Metacarpale III. derselben Hand. 
(Ansicht von der Volar- und Brachialseite.) 

Fig. 4. 

Ossiculum supernumerarium carpi derselben Hand. 
(Ansicht von oben und von hinten,) , 

Bezeicbnung für alle Figuren, 

Jß 1.0s naviculare. 

» 2. » lunatum. 

» 3. » triquetrum. 

» 4. » pisiforme. 

» 5. » multangulum minus. 

» 6. » capitatum. 

» 7. » hamatum. 

» 8. Ossiculum supernumerarium carpi. 

» 9. Os metacarpale IL 

» 10. » metacarpale III. 
a. Hintere Gelenkfläche der Superficies ulnaris des 

MuUangulum minus. ^ 

ß. Hintere Gelenkfläche der S. radialis des Capitatum. 
Y» Ungewöhnliches Feld am dorsalen Abschnitte des 

ülnarkammes des Metacarpale IL 
h. Radialfeld ^ der Gelenkfläche am Procès- 

s. Intermediäres Feld \ sus styloideus des Metacar- 
Ç. ülnarfeld I pale HL 



223 — 



a'. Radialfläche 

ß'. ülnarfläche 

y'. Digitalfläche 

8'. Volarpol 

s'. Dorsalpol 

i'. Oberer oder Brachialrand. , 



des Ossiculum super- 
numerarium. 



(Tiré du Bulletin, T. XXV, p. 237—245.) 



^ Octobre 1878. 

Nachträgliche Bemerkungen zur Monographie der 
tichorhinen Nashörner. Von J. F. Brandt. 

In der erwähnten Abhandlung S. 10 bemerkte ich 
in Folge einiger frühern Mittheilungen eines meiner 
ehemaligen Zuhörer, Namens Pawlowski, der mehrere 
Reisen in Sibirien, namentlich auch im Flussgebiet des 
Wilui machte, derselbe habe mir von von ihm geborge- 
nen Resten einer gemahnten Nashornleiche erzählt und 
bedauerte damals von ihm keine nähere Details über 
den so interessanten Fund erhalten zu können, da er 
eingehende Mittheilungen vermied. Erst nach der Pu- 
blication meiner erwähnten Monographie erhielt ich 
den 1873 im Mai zu Irkutsk veröffentlichten 4*^° Band 
der Nachrichten (HsB'fecTifl) der Sibirischen Abtheilung 
der Kaiserl. Russischen geographischen Gesellschaft, 
worin Hr. Pawlowski S. 85 über den fraglichen Fund 
Folgendes berichtet: «Der berühmteste Fundort für fos- 
sile Knochen von Mammuthen, Nashörnern u. s. w. ist 
der District Kentik (jakutisch Kentikja), 120 Werst 
oberhalb Wiljuisk am rechten Ufer des Wilui gelegen^). 



1) Die Nashornleiche , deren Reste Pallas in Irkutzk erhielt 
und zuerst beschrieb, wurde bekanntlich ebenfalls oberhalb Wil- 
juisk gefunden. 

Mélanges biologiques. X. 29 



— 226 — 

Das Flussufer bildet dort einen sandigen, 10 Faden 
hohen Abhang, welcher alljährlich im Frühjahr vom 
Hochwasser unterwaschen wird. Übrigens stürzt auch 
beim gewöhnlichen Wasserstande des Flusses dieses 
Ufer bald an dieser, bald an jener Stelle ein und rollt 
der feuchte Sand hinab. Am Ufer, namentlich dem 
Fusse des Abhanges, sind viele ausgewaschene Knochen 
zerstreut; die Mehrzahl derselben jedoch wird durch 
Strömung und Eis fortgerissen. Im Frühjahr 1858 zeigte 
sich im genannten Abhänge das vollständige Skelet 
eines Bhinoceros tichorhinus. Leider übereilten sich 
die Jakuten bei seiner Aufnahme, um es der localen 
Kreisverwaltung schnell einzusenden. Letzere schickte 
dasselbe dem derzeitigen Civilgouverneur J. Stuben- 
dorf zu. Da nun aber am Skelete viele Knochen fehlten, 
so besuchte ich, bei Gelegenheit einer Reise am Wilui, 
im nächsten Jahre den District Kentik in der Absicht die 
Stelle, wo das Nashorn gelegen hatte, zu besichtigen; es 
erwies sich jedoch, dass der Abhang bereits eingestürzt 
war, ein Umstand, welcher den Verlust der mangeln- 
den Knochen veranlasst hatte. Von dort wohnhaften Ja- 
kuten erfuhr ich, das Gerippe wäre auf der Seite lie- 
gend in einer Tiefe von etwa fünf Faden gefunden wor- 
den. Ein Theil der Haut und einige Büschel langer 
Haare, welche wahrscheinlich die Mähne des Thieres 
gebildet hatten , hätten unter dem Gerippe gelegen ^), 
bevor man aber letzteres bergen konnte, wäre der Ab- 



2) Einige Jahre früher, als mir Hr. Pawlowski von der Ent- 
deckung der Reste des fraglichen Gerippes während seiner Anwe- 
senheit in St. Petersburg erzählte, sagte er: es sei unter dem Hals- 
theil desselben ein etwa 5 Zoll im Durchmesser haltendes Hautstück 
nebst einem Büschel 3 — 4 Zoll langer, röthlich-brauner Haare ge- 
funden worden. 



■—227 — 

Sturz des Ufers erfolgt und ein Theil des Skeletes ab- 
gerissen und vom "Wasser fortgetragen worden. Ge- 
leitet durch diese Nachweise und ermuntert durch die 
Thatsache, dass das Frühlings -Hochwasser im Jahre 
1859 einen nur geringen Grad erreicht habe, entschloss 
ich mich nach den verlorenen Knochen zu suchen. Beim 
Aufwühlen des Bodens am Fusse des üferabhanges fand 
ich nun auch in der That einige Rippen und Wirbel, 
mit einem Klumpen langer, rothbrauner Haare. Die 
Knochen waren, nachdem sie offenbar den Abhang 
hinuntergerutscht waren , zwischen angeschwemmtem 
Holze stecken geblieben und mit Erde zugeschüttet wor- 
den, konnten daher vom Wasser nicht fortgespült wer- 
den. Diese Knochen, nebst den Haaren, nahm ich so- 
gleich mit mir nach Jakutsk Beim Aufsuchen der 

verlorenen Knochen dieses Nashorns, fand ich auch 
viele andere Nashorn-, sowie auch Mammuthknochen, 
einen Theil eines Schafschädels, einen Ochsenschädel 
und ein Stück Hirschgeweih. Ausserdem wurde noch 
der Unterkiefer eines Bhinoceros acquirirt, welcher et- 
was weiter stromaufwärts von Kentik gefunden wor- 
den war». 

Stub end or f sandte, wie ich erfuhr, die gefundenen 
Reste an die sibirische Abtheilung der geographischen 
Gesellschaft Ich veranlasste daher die Akademie der 
Wissenschaften sich an diese zu wenden und sie um 
Zusendung derselben zu ersuchen. In Folge davon er- 
hielt das Museum der Akademie jedoch nur 2 Hals- 
wirbel, 3 vordere Rückenwirbel, 6 mittlere Rücken- 
wirbel, 7 Rippen, 2 Schulterblätter, 1 Oberarmknochen, 
1 Ulna und 1 Radius, also nur eine geringe Zahl 
von Knochen des angeblich ursprünglich vollständi- 



— 228 — 

gen Skelets. Von Hauttheilen und Haaren gelangte 
nicht die geringste Spur an die Akademie. Einer Nach- 
richt aus Irkutsk zu Folge war dort weder der von 
Pawlowski erwähnte Hautrest vorhanden, noch konnte 
man Haare einsenden. Sehr zu bedauern ist, dass 
dem erwähnten Skelet nicht sogleich nach seiner Auf- 
findung die nöthige Aufmerksamkeit geschenkt wur- 
de. Der einzige Nutzen, den die noch übrigen Skelet- 
reste für die Wissenschaft bringen, beschränkt sich 
daher darauf, dass sie das Museum der Akademie um 
mehrere ihm fehlende Knochen bereichern, von denen 
einige etliche Ergänzungen zu der von mir in der Mo- 
nographie der Tichorhinen befindlichen Beschreibung 
und Abbildung des Skeletes des Bhinoceros antiqui- 
tatis liefern. 

Als Nachtrag zur Beschreibung des fünften Hals- 
wirbels (a. a. 0., S. 22, 23), lassen sich im Vergleich 
mit dem entsprechenden des EMnoceros javanus fol- 
gende Abweichungen namhaft machen: Die schiefen 
Gelenkfortsätze perpendicular, breiter und dicker. Der 
Dornfortsatz am Grunde breiter und, besonders hinten, 
dicker. Die eigentlichen Querfortsätze viel kürzer, di- 
cker, knorrenähnlich, nicht abgeplattet. Der von jedem 
Querfortsatze nach unten abgehende , flügelähnliche 
Fortsatz schmäler hinten und unten dicker, mit einem 
gebogenen, dicken, untern Rande versehen. 

Der Beschreibung des sechsten Halswirbels (S. 22) 
möchte ich nachstehendes hinzufügen. Der sechste 
Halswirbel ähnelt zwar im Allgemeinen dem fünften, 
ist aber in allen Theilen grösser. Sein Körper erman- 
gelt der untern, centralen Längsleiste. Sein ebenfalls 
sehr kurzer, knorrenartiger Querfortsatz ähnelt dem 



— 229 — 

des fünften, ist aber dicker. Der von ihm nach unten 
absteigende, flügelähnliche Fortsatz ist länger, breiter, 
besonders unten, und bietet einen längeren, stärker ge- 
rundeten, untern Rand. 

Von Rückenwirbeln machen sich der zweite, dritte 
und vierte im Vergleich mit denen des Rhinoceros ja- 
vanus durch den kräftigern Bau ihrer rauhern Kör- 
per, ihre breiteren, dickeren, dem hintern Körperrande 
näheren Querfortsätze, sowie ihre längern, breitern und 
dickern, hinten der Länge nach stärker und breiter 
gefurchten Dornfortsätze bemerklich. 

Der 10*^ bis 15*^ der Rückenwirbel weichen von 
denen des BJdnoceros javanus gleichfalls durch kräfti- 
gern Bau , grössere Rauhigkeit , sowie die grössere 
Breite und Höhe ihrer Körper ab. Die Dornfortsätze 
erscheinen dicker und breiter, eben so die Querfort- 
sätze. 

In meiner Abhandlung über die tichorhinen Nas- 
hörner konnte ich hinsichtlich der Rippen nur Mitthei- 
lungen nach Giebel und zwei unvollständigen aus Mün- 
chen erhaltenen Gypsabgüssen machen. Die mir vor- 
liegenden, oben erwähnten, sieben Rippen mit denen des 
Rhinoceros javanus verglichen sind weit dicker, brei- 
ter, länger und stärker gekrümmt. Ihre oberen Gelenk- 
höcker sind dicker und stärker angeschwollen. Der vor- 
dere Saum der Rippen ist, namentlich am obern Ende 
der mittlem Rippen, stark verdickt und bietet einen 
vorderen, gerundeten, nicht scharfen Rand, hinter dem- 
selben aber nur, etwa am obern Drittel jeder Rippe, 
eine ziemlich flache, rauhe, gebogene Längsfurche. 
Die äussere Fläche des obern Endes der vierten, fünf- 
ten und siebenten mir vorliegenden Rippe ist brei- 



— 230 — 

ter und rauher. Die hintern Rippen, mit Ausnahme 
ihrer grössern Breite und Dicke , ähneln mehr de- 
nen des Rhinoceros javanus als die eben genannten 
nebst den mittlem. 

Da auch die durch Giebel's Güte erhaltene Abbil- 
dung des von mir (Monogr. d. Tichorhinen Taf. VII 
Fig. 13) dargestellten und (S. 26) beschriebenen Schul- 
terblattes, namentlich in Betreff seiner nur fragmenta- 
rischen obern Hälfte, keine genügende Vorstellung von 
der Gesammtgestalt des Schulterblattes des Atelodus 
tichorhinus liefert, so schien es mir (weil der Bau des 
Schulterblattes gute Artkennzeichen bietet) nicht un- 
passend eine Abbildung des linken, ziemlich vollstän- 
digen zu liefern und dieselbe mit einigen Bemerkun- 
gen zu begleiten. 

Dasselbe ähnelt allerdings am meisten dem des Ate- 
lodus hicornis (also dem einer mit Atelodus tichorhinus 
congenerischen Art), weicht aber davon durch folgende 
Kennzeichen ab. Es erscheint im Allgemeinen, beson- 
ders oben, breiter. Der Gelenktheil ist grösser, na- 
mentlich breiter, vorn unter dem beträchtlichen, ziem- 
lich ovalen, rauhen, knorrigen Acromion abgeplattet, 
hinter demselben nur wenig vertieft. Der vordere, unten 
sehr schwach bogenförmig ausgeschweifte, Rand wen- 
det sich oben mehr nach aussen, ebenso der hintere, 
etwas stärker (zum Theil auch oben) ausgeschweifte. 
Der rauhe obere, bogenförmige Rand ist weit breiter. 
Die Spina scapulae ähnelt ungemein der des Atelodus 
hicornis. Ihr äusserer freier Rand sendet gleichfalls hin- 
ter der Mitte keinen grossen Hakenfortsatz aus, wie dies 
beim Rhinoceros javanus der Fall ist, sondern erscheint 
nur massig nach aussen umgebogen. — Bemerkenswerth 



— 231 — 

ist übrigens, dass das Schulterblatt des Bhinoceros 
indiens dem des tichorhinus auch ziemlich ähnelt, nur 
kürzer ist. 




Schulterblatt des Ätelodus antiquitatis seu tichorhinus. 



— 232 — 

Was den Zahnbau des BMnoceros tichorhinus an- 
langt, so habe ich es a. a. 0. S. 14 unterlassen auch 
auf Boyd Dawkins Natural history Rewiew 1868 p. 
552 zu verweisen. 

Im Betreff der geographischen Verbreitung des Bhi- 
noceros ticliorhinus wäre ferner in der Monographie 
der tichorhinen Nashörner S. 58 noch zu erwähnen 
gewesen, dass nach Gray Catal, Pacliyd. p. 82^ Reste 
desselben auch im Himalaja vorgekommen sein sollen. 

Auf S. 46 wurden ebendaselbst als in den Höhlen 
der Backenzähne des BMnoceros ticliorhinus aufgefun- 
dene Futterreste theils von mir, theils von A. Meyer 
und Mercklin nur die von Coniferen, Gneta- 
ceen (Ephedra) und Salicineen bezeichnet. Hr. F. 
Schmalhausen, dem ich später einen Theil der noch 
nicht untersuchten Reste mittheilte, lieferte aber im 
Bulletin de V Académie Imp, de St. -Péter sb. T. XXII. 
{1876) p. 291 beachtenswerthe Ergänzungen. Es ge- 
lang ihm namentlich die Zahl der verschiedenen Fut- 
terreste wesentlich zu vermehren. Er fand nämlich 
Reste von Gramineen, den Blattrest einer Erica- 
cee (wahrscheinlich Vaccinium Vitis Idaea), Holz- 
stückchen und Nadelreste von Picea (obovata?), 
Abies(sibirica?)und Larix (sibirica?), neben Holz- 
resten einer Ephedra, so wie von Betulaceen und 
Salicineen. Auch er konnte also bestätigen, dass die 
tichorhinen Nashörner sich von Pflanzen ernährten, die 
in nördlichen Gegenden vorkommen, also dort auch 
lebten. 



(Tiré du BuUetin, T. XXV, pag. 260—265.) 



j^ Décembre 1878. 

Beiträge zur Ichthyologie von Central -Asien. Von 
K. Kessler. 

I. 

Das zoologische Museum der Akademie ist im Ver- 
laufe der zwei letzten Jahre abermals durch mehrere 
aus Central -Asien stammende Fischsammlungen be- 
reichert worden, welche unsere Kenntnisse über die 
ichthyologischen Verhältnisse jener bis vor kurzem 
noch fast gänzlich unbekannten Region bedeutend ver- 
vollständigen. Es sind dies namentlich die Fisch- 
sammlungen der Herren Poljakow, Po tanin und 
Przewalski. 

J. S. Poljakow hat im Sommer 1876 das Strom- 
gebiet des Balchasch, zu welchem auch die Seen Sys- 
sykkul und Alakul, nebst den in dieselben sich er- 
giessenden Flüssen zu rechnen sind, bereist und eine 
recht bedeutende Fischsammlung heimgebracht. Haupt- 
sächlich stammen die von ihm gesammelten Fische 
aus den Flüssen Lepsa und Ajagus, welche in den 
nordöstlichen Winkel des Balchasch einmünden, und 
dann aus den Seen Sassykkul und Alakul, nebst deren 
Zuflüssen Tentek und Urdshar. Es bildet also die 
Poljakow'sche Fischsammlung eine willkommene Er- 

Melanges biologiques. X. 30 



— 234 — 

gänzung zu der vor 40 Jahren in demselben Strom- 
gebiete gemachten Fischsammlung von Dr. Alexander 
Schrenck. Auch enthält dieselbe, trotz ihres unge- 
meinen Reichthums an Individuen, nur wenige Arten 
und dabei vorzüglich nur die nämlichen Arten, welche 
schon von Dr. Schrenck eingesammelt wurden {Perca 
Schrenckii, Schizothorax argentatus et ScMz. Orientalis, 
Diptychus BybowsMi, Diplophysa Strauchii et Diploph. 
Idbiata). Nur befinden sich unter denPoljakow'schen 
Fischen zwei Arten der Gattung Phoxinus, welche in 
der Schrenck'schen Sammlung nicht vertreten waren 
Und welche beide von Hrn. Poljakow im Flusse Aja- 
gus, in der Nähe von Sergiopol, gefischt worden sind. 
Die eine von diesen zwei Arten kommt der gemeinen 
europäischen Pfrille, Phoxinus laevis Agass., so nahe, 
dass sie wohl nur als klimatische Varietät derselben 
(Ph. laevis, var. halchaschana) angesehen werden dürfte. 
Die Flossenformel für dieselbe ist folgende: 

P. 1/13 — 14, V. 1/7. D. 2/7. A. 3/7. C. 19. 

Charakteristisch für diese Varietät scheint, ausser 
der verminderten Anzahl der Strahlen in den paari- 
gen Flossen, die geringe Grösse zu sein, denn von fast 
100 Exemplaren überschritt keines die Totallänge von 
72™°". Die Seitenhnie pflegt sehr verschieden ent- 
wickelt zu sein, erleidet bisweilen fast keine Unter- 
brechung und erreicht den Grund der Schwanzflosse. 
Die meisten Exemplare erscheinen sehr bunt, in Folge 
schwärzlicher Tüpfel zu den Seiten des Rückens und 
röthlicher Streifen am Bauche; auch war bei den 
meisten Exemplaren der schwarze Fleck am Grunde 
der Schwanzflosse sehr scharf ausgeprägt. 

Die zweite Art scheint noch nicht beschrieben zu 



— 235 — 

sein und ist von mir Phoxinus Poljakoivii benannt wor- 
den. Folgendes sind die Artkennzeichen des 

Phoxinns Poljakowii, sp. nova. 

P. 1/12 — 13. V.1/6— 7. D.2/7— 8. A.3/6. C. 19. 
Lin. lat. 88 i5=l| 93. 

Die Kopflänge ist in der Totallänge 4:% bis 4:% mal 
enthalten und übertrifft merklich die grösste Körper- 
höhe; der Abstand von der Schnauzenspitze bis zum 
Anfange der merklich zugerundeten Rückenflosse ist 
um V3 grösser als der Abstand von dem Ende der 
Rückenflosse bis zum Grunde der Schwanzflosse; die 
halbrunde Mundöffnung nimmt die Spitze der Schnauze 
ein, doch bedeckt bei geschlossenem Munde der Ober- 
kiefer den Unterkiefer; der Augendurchmesser ist 
3% bis 4 mal in der Kopflänge enthalten, dabei aber 
beträchtlich kleiner als der Abstand von der Schnau- 
zenspitze bis zum vorderen Augenrande und V/2 mal 
kleiner als der Abstand zwischen den Augen; die 
Seitenlinie ist schwach ausgeprägt und meistentheils 
mehr oder weniger unvollständig. 

Diese Art kommt der gemeinen Pfrille ebenfalls 
ziemlich nahe , nur ist bei ihr der Körper seitlich 
stärker zusammengedrückt, höher. Die Länge der zu- 
geschärften Brustflossen kommt der Höhe der Rücken- 
flosse fast gleich und ist 8 bis* 9 mal in der Totallänge 
enthalten. Die Bauchflossen sind kürzer als die Brust- 
flossen und erreichen den After nicht. Die abgerun- 
dete Afterflosse kommt an Höhe der Rückenflosse fast 
gleich. Die Länge der seicht ausgeschnittenen Schwanz- 
flosse ist 6 bis 6% mal in der Totallänge enthalten. 



— 236 — 

Die Farbe erscheint an den in "Weingeist aufbe- 
wahrten Exemplaren als eine bräunlichgraue, zum 
Bauche hin weissliche. Der Seitenlinie entlang ver- 
läuft eine mehr oder weniger deutliche, dunkele, bis- 
weilen schwärzliche Längsbinde , welche mit einem 
schwärzlichen Flecke am Grunde der Schwanzflosse 
zu endigen pflegt. Bisweilen machen sich Spuren von 
dunkeln Tüpfeln an den Eückenseiten bemerklich. 
Alle Flossen erscheinen grau, nur die Bauchflossen 
weisslich 

Die von Hrn. Poljakow mitgebrachten Exemplare, 
gegen 20 an Zahl, erreichen eine Länge von 60 bis 
102"". 

Hr. Oberst Przewalski hat von seiner letzten Reise 
an den Lob-Nor ebenfalls einige Fische aus dem Bal- 
chaschgebiete heimgebracht, welche von ihm zum 
Theile in dem oberen Ili, zum Theile in dem Kungès, 
einem Nebenfluss des Ili, erbeutet wurden. Dieselben 
gehören grösstentheils Arten an , die schon in den 
Sammlungen der Herren Schrenck und Poljakow 
vertreten waren {Perca Schrenckii, Phoxinus laevis, 
ScMzothorax orientalis et ScJiü. argeniatus^ Diptychus 
DyhowsMi), doch fanden sich unter denselben auch 
zwei noch unbekannte Formen aus der Familie der 
Gohitiden, welche ich Nemachilus dorsonofatus und Di- 
plophysa Jcungessana benannt habe. Die Charakteristik 
dieser beiden Arten lasse ich hier folgen. 

Nemachilus dorsonotatus, sp. nova. 

P. 1/11. V. 1/8. D.3/7. A. 2/5. C. 16. 

Artkennzeichen: Der Körper völlig nackt; die 
Kopflänge ist etwas über öYa mal in der Totallänge 



— 237 — 

enthalten, der Augendurchmesser ungefähr 6 mal in 
der Kopflänge; der Abstand von der Schnauzenspitze 
bis zum Anfange der Rückenflosse ist nur wenig klei- 
ner als der Abstand vom Ende der Rückenflosse bis 
zur Spitze der Schwanzflosse; der Abstand vom Nacken 
bis zum Anfange der Rückenflosse kommt fast gleich 
dem Abstände vom Ende der Rückenflosse bis zum 
Grunde der Schwanzflosse; auf der Rückenfirste fin- 
den sich grosse, blassgelbliche Flecke, welche durch 
schwärzlichbraune Querflecke von einander geschieden 
werden. 

Der Körper ist ziemlich rund, nur gegen das Schwanz- 
ende hin merklich zusammengedrückt; die grösste 
Körperhöhe beträgt ungefähr % der Kopflänge, der 
Schwanzstiel gegen 76 tier Totallänge. Die hintersten 
Mundbarteln erreichen fast den hinteren Augenrand. 
Der Abstand von der Schnauzen spitze bis zum vor- 
deren Augenrande enthält gegen 3 Augen durchmesser 
und kommt fast gleich dem Abstände vom hinteren 
Augenrande bis zur Kiemenspalte. Die Höhe der 
schräg abgestutzten Rückenflosse beträgt % der Kopf- 
länge. Die Länge der Brustflossen kommt der Höhe 
der Rückenflosse fast gleich und ist gegen 7 mal in 
der Totallänge enthalten ; die Bauchflossen sind merk- 
lich kürzer, erreichen jedoch die Afteröfiiiung. Die 
Schwanzflosse ist sehr seicht ausgeschnitten. In der 
Seitenlinie lassen sich über 70 Röhrchen unterscheiden. 

Die ganze obere Körperseite ist auf blassgelblichem 
Grunde mit schwärzlichbraunen Flecken und Punkten 
mehr oder weniger übersäet , alle Flossen sind mit 
Reihen dunkeler Tüpfel verziert. 

Zwei Exemplare dieser Schmerle, ein männliches 



— 238 



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und ein weibliches, ers ter es 106 , letzteres 100 
lang, sind von Hrn. Przewalski im Flusse Kungès, 
in einer Höhe von 4000,' gefischt worden. 

Diplophysa kungessana, sp. nova. 
P. 1/12. V. 1/7. D. 3/7. A. 2/5. C. 17. 

Artkennzeichen. Die grösste Körperhöhe ist fast 
8 mal in der Totallänge enthalten, die Kopflänge in 
der Totallänge ungefähr ^^j^ mal; der Augendurch- 
messer ist ungefähr 5 mal in der Kopflänge enthalten 
und lYa mal in dem Abstände zwischen den Augen; 
die beiden Lippen, sowohl die Oberlippe, als auch die 
Unterlippe, sind ziemlich dünn und fast gänzlich glatt, 
ohne deutliche Franzen oder Papillen; fast der ganze 
Körper ist auf blassgrauem Grunde mit schwärzlichen 
Fleckchen und Punkten dicht übersäet, auch alle Flos- 
sen sind mit Reihen schwärzlicher Tüpfel besetzt. 

Diese Art kommt der Diplophysa Strauchii in man- 
chen Beziehungen ziemlich nahe, unterscheidet sich 
jedoch von derselben durch ihren bedeutend grösseren 
Kopf, durch ihren höheren und stärker zusammen- 
gedrückten Schwanz, durch ihre weniger fleischigen 
Lippen. 

Der Abstand von der Schnauzenspitze bis zum vor- 
deren Auegnrande beträgt ungefähr 2 Augendurch- 
messer. Der Abstand vom Nacken bis zum Anfange 
der Rückenflosse ist merklich grösser, als der Ab- 
stand vom Ende der Rückenflosse bis zum Grunde der 
Schwanzflosse. Alle Flossen sind bei Dipl, kungessana 
weniger entwickelt, als bei Dipl. Strauchii; die Bauch - 
flössen erreichen den After nicht, die Rückenflosse ist 



— 239 — 

an ihrem vorderen Ende merklich zugerundet, die 
Schwanzflosse nur sehr seicht ausgeschnitten. 

Zwar ist von Hrn. Przewalski nur ein einziges 
weibliches Exemplar der Bipl. kungessana, SS""* lang, 
heimgebracht worden, doch kann die Selbständigkeit 
der Art keinem Zweifel unterliegen. Aufgefunden wor- 
den ist dieser kleine Fisch in dem Flusse Kungès, in 
einer Höhe von 4000'. 

Da nun von den Mitgliedern der im Jahre 1878 statt- 
gehabten Bremer Expedition nach Westsibirien, wie 
aus dem von Professor Peters (in den Monatsberich- 
ten der Berliner Akademie) gelieferten Yerzeichnisse 
der ichthyologischen Ausbeute der Expedition hervor- 
geht, im Balchaschgebiete ebenfalls nur solche Arten 
aufgefunden wurden, die schon in der Schrenck'schen 
Sammlung sich vorfanden, so scheint die ichthyologi- 
sche Fauna des genannten Stromgebietes wirklich nur 
aus wenigen Arten zu bestehen, dabei aber ganz eigen- 
thümliche Verhältnisse aufzuweisen. Zur Erläuterung 
dieses Satzes möge folgende Übersicht der bis jetzt 
bekannt gewordenen Fischformen des Balchaschgebie- 
tes dienen. 

Es sind bisher in den Seen Balchasch, Syssykkul und 
Alakul, so wie in den in dieselben sich ergiessenden 
Flüssen und Bächen 10 Arten von Fischen aufgefun- 
den worden: 1, Perca Schrenckii Kessl. in den Seen 
Balchasch und Sassykkul, in den Flüssen Hi, Lepsa 
und Tentek; 2, Phoxinus laevis L., var. in den Flüs- 
sen Ajagus und Kungès; 3, Phoxinus PoljaJcowii Kessl. 
im Flusse Ajagus; 4, Schisothorax argentatus Kessl. 
im See Alakul und in den Flüssen Ajagus, Kungès 
und ürdshar; 5, Schisothorax orientalis Kessl. in den 



— 240 — 

Flüssen Lepsa und Kungès, sowie in einem Bache des 
Alataugebirges; 6, Diptychus Bybowskii Kessl. in den 
Flüssen Ajagus, Lepsa, Tentek und Kungès; 7, Biplo- 
physa Strauchii Kessl. in denselben Flüssen; S^Di- 
plophysa lahiata Kessl. im Flusse Ajagus; 9, Diplo- 
physa kungessana Kessl. im Flusse Kungès; 1 0, Nema- 
chilus dorsonotatus Kessl. ebenfalls im Flusse Kungès. 
Die meisten dieser 10 Arten scheinen, so viel be- 
kannt, dem Balchaschgebiete ausschliesslich anzuge- 
hören, demselben eigenthümlich zu sein und dasselbe 
zu einer abgesonderten ichthyologischen Region zu 
stempeln. Die am meisten charakteristische Art die- 
ser Region möchte Perca Schrenckii sein. Dieselbe 
scheint durch das ganze Balchaschgebiet verbreitet zu 
sein und auf den einstigen Zusammenhang dieses Ge- 
bietes entweder mit dem Becken des Aralsee's, oder 
mit dem Obstromgebiete hinzuweisen; jedenfalls aber 
dürfte die Abtrennung und Isolation des Balchasch- 
gebietes schon in einer ziemlich entfernten geologischen 
Epoche stattgefunden haben, da sich hier eine so ei- 
genthümliche Form der Gattung Perca hat ausbilden 
können (denn selbst die nordamerikanische Perca fla- 
vescens Mitchill kann nach Steindachner's Unter- 
suchung nur als eine Varietät der P. ßuviatilis ange- 
sehen werden). Aus dem Obstromgebiete möchten auch 
die zwei Arten der Gattung Phoxinus einstmals in die 
Balchaschregion eingewandert sein. Dagegen weisen 
fast alle übrigen Fischarten der Balchaschregion, be- 
sonders die Arten der Gattungen Schizothorax, Dipty- 
chus und Diplophysa daraufhin, dass dieselbe ihre mei- 
sten Repräsentanten aus den Flüssen des hohen Cen- 
tral-Asiens bezogen hat. Es bildet die Balchaschre- 



— 241 — 

gion, so zu sagen, die nördlichste Grenze, bis zu wei- 
cher die spaltbäuchigen Cypriniden Central -Asiens 
vorgedrungen sind. 

II. 

Schon in der Schlussbemerkung zu der von mir ge- 
lieferten Übersicht der Fische, welche von Hrn. Oberst 
Przewalski auf seiner ersten Reise durch Central- 
Asien gesammelt worden waren, habe ich mich dahin 
ausgesprochen, dass wenn es dem kühnen Reisenden 
einst gelingen sollte, seinen stets mit warmer Liebe 
gehegten Wunsch auszuführen und bis zum Lob-Nor 
vorzudringen, er daselbst von Fischen ausschliesslich 
nur Repräsentanten der spaltbäuchigen Cypriniden 
und der Cohitiden vorfinden werde. Diese meine Vor- 
hersagung ist nun buchstäblich in Erfüllung gegan- 
gen. Die ganze ichthyologische Ausbeute des Hrn. 
Przewalski aus dem Lob-Nor, aus dem unteren Tarim 
und aus den nördlichen Zuflüssen des Tarim (grosser 
Juldus, kleiner Juldus, Balgantaigol) besteht einzig 
aus spaltbäuchigen Arten der Cypriniden und aus Co- 
hitiden. 

Das langgedehnte, sich wohl über 17 bis 18 Län- 
gengrade erstreckende Becken des Lob-Nor ist bis in 
die ganz neueste Zeit in naturwissenschaftlicher und 
respective also auch in ichthyologischer Beziehung voll- 
kommen unerforscht geblieben. Erst im Jahre 1873 
fand eine englische Expedition, unter der Leitung von 
Hrn. Douglas Forsyth, nach Kaschgar statt, wel- 
che den Auftrag hatte auch naturwissenschaftliche 
Sammlungen daselbst zu veranstalten. Als Naturfor- 
scher war der Expedition namentlich der bekannte 

Mélanges tiologiques. X, 31 



— 242 — 

und seitdem verstorbene, österreichische Gelehrte, Dr. 
Stoliczka, beigegeben. Die von Dr. Stoliczka heim- 
gebrachten Fische sind dann später von Hrn. Francis 
Day bearbeitet und in den Proceedings of the Zoolo- 
gical Society (April 1877) publicirt worden. Hr. Oberst 
Przewalski hat seine Reise nach Ost-Turkestan im 
Herbste 1876 angetreten, hat die Wintermonate von 
18777 am Lob-Nor zugebracht und ist im Frühjahre 
1877 nach Kuldsha zurückgekehrt, um die von ihm 
gemachten naturwissenschaftlichen Sammlungen nach 
St. Petersburg zu befördern. Seinem Wunsche nach- 
kommend, gebe ich hier eine vorläufige Übersicht der 
von ihm eingeschickten ichthyologischen Ausbeute. 

Die Zahl der von Hrn. Przewalski im Bereiche des 
Lob-Nor-Beckens gesammelten Fischarten beläuft sich 
auf 11, von welchen 8 der Familie der Gypriniden^ 
3 der Familie der Gohitiden angehören und meisten- 
theils neu sind. Unter den spaltbäuchigen Gypriniden 
giebt es sogar eine Art, welche keiner der bis jetzt 
bekannten Gattungen beigezählt werden kann, sondern 
als Typus einer neuen Gattung zur Geltung kommen 
muss. Für diese neue Gattung bringe ich die Benen- 
nung Aspiorhynchus in Vorschlag. 

Die Aufzählung der von Hrn. Przewalski aus den 
Gewässern des Lob-Nor-Beckens eingesandten Fische, 
nebst der kurzen Beschreibung der neuen Arten der- 
selben, lasse ich folgen. 

1. Aspiorhynchus Przewaiskii) sp. nova. 

Kennzeichen der Gattung. Gleich hinter den 
Bauchflossen beginnt eine spaltförmige, von zwei Rei- 
hen breiter Schuppenplatten begrenzte Rinne, welche 



— 243 — 

bis zum hinteren Ende der Analflosse sich erstreckt; 
die an der Spitze leicht hackenförmigen Schlund- 
zähne stehen in drei Reihen 

5/3/2 — 2/3/5; 

der grosse Kopf ist nach der Schnauze hin sehr platt 
gedrückt, wobei der Unterkiefer den Oberkiefer etwas 
überragt und an der Spitze merklich verdickt er- 
scheint; es findet sich an den Ecken der Mundspalte 
ein Paar von Barteln. 

x4rtkennzeichen. 
P. 1/17 — 18. V. 1/9. D. 3/7. A. 3/5. C. 19. 
Lin. lat. 115 |!=| 125. 

Die Kopflänge ist in der Totallänge nicht ganz 4 
mal enthalten, der Augendurchmesser in der Kopflänge 
9 bis 1 2 mal ; die den hinteren Ecken der Mundspalte 
aufsitzenden Barteln kommen unter dem vordem Drit- 
tel der Augen zu stehen und erreichen den unteren 
Augenrand ; der Abstand vom Nacken bis zum Anfange 
der Rückenflosse ist merklich grösser als der Abstand 
vomEnde der Rückenflosse bis zum Grunde der Schwanz- 
flosse; der Anfang der Rückenflosse liegt dem Grunde 
der Bauchflossen gegenüber, wobei der obere Rand der 
Rückenflosse seicht ausgeschnitten und der dritte Kno- 
chenstrahl derselben fast der ganzen Länge nach stark 
verdickt und am hinteren Rande mit paarigen Zähn- 
chen bewaffnet ist; sowohl die Seiten des Kopfes und 
des Körpers, als auch alle Flossen sind mit schwärz- 
lichen Flecken besprenkelt. 

Der stark in die Länge gezogene, fast keilförmige 
Kopf unseres Fisches erinnert in manchen Beziehun- 



— 244 — ■ 

gen an die Gattung Äspius, weshalb ich ihm auch die 
Benennung ÄspiorJiynchus Przewalshii beigelegt habe. 
Die platte -Schnauze mit der weiten Mundspalte und 
dem vorragenden, an der Spitze verdickten Unterkiefer 
ist offenbar auf die Ergreifung von grösserer, leben- 
diger Beute berechnet und stempelt unseren Aspio- 
rhynchus zu einem wahren Raubfische; auch fand ich 
im Magen der von mir untersuchten Exemplare aus- 
schliesslich nur Fischreste. 

Die Augen haben eine längliche Form und stehen 
weit von einander ab (über zwei Augendurchmesser). 
Der Abstand von der Schnauzenspitze bis zum vorde- 
ren Augenrande beträgt ungefähr 2Y2 Augendurch- 
messer, ist aber gegen 2^3 mal kleiner, als der Ab- 
stand vom hinteren Augenrande bis zur Kiemenspalte. 
Die häutig -fleischige Oberlippe ist jederseits zu ei- 
nem länglichen Lappen erweitert, dem ein seichter 
Ausschnitt in der entsprechenden Hälfte der Unter- 
lippe zur Aufnahme dient. Die unteren Kiemenstrah- 
len sind merklich verkürzt und in Folge dessen die 
Kiemenspalten sehr breit. Die Rechenzähne der Kie- 
menbogen sind kurz und dick; auf jedem der beiden 
vorderen Bogen giebt es deren 9 bis 10. 

Die Höhe der Rückenflosse beträgt kaum Ya der 
Kopflänge und ist bei grossen Exemplaren geringer als 
die Höhe der zugerundeten Analflosse. Die Schwanz- 
flosse ist durch einen tiefen Ausschnitt in zwei fast 
ganz gleiche Lappen getheilt. Die Länge der breit zu- 
gerundeten Brustflossen ist etwas grösser als die Höhe 
der Rückenflosse und 7 bis 8 mal in der Totallänge 
enthalten. Die Bauchflossen sind merklich kürzer als 



— 245 — 

die Brustflossen und erreichen bei weitem die After- 
öffnung nicht. 

Die Schuppen sind weich und rundlich und verlie- 
ren sich fast gänzlich auf der vorderen Hälfte des Bau- 
ches. Die Seitenlinie beginnt am oberen Rande der 
Kiemenspalte, senkt sich in flachem Bogen bis zur 
Körpermitte und verläuft dann in gerader Richtung 
bis zum Grunde der Schwanzflosse; die röhrchentra- 
genden Schuppen, aus welchen sich die vordere Hälfte 
der Seitenlinie zusammensetzt, übertreffen an Grösse 
die über und unter der Linie gelegenen Schuppen. 

Zur Charakterisirung des Äspiorhynchus Frzewalskii 
haben mir 4 Exemplare desselben vorgelegen , welche 
von Hrn. Przewalski theils im unteren Tarim, theils 
im Lob-Nor gefischt worden sind. Das grösste davon 
(noch an Ort und Stelle abgehäutet und ausgestopft) 
war 790™", das kleinste 340°'™ lang. Das Fleisch die- 
ses Fisches soll, nach Przewalski's Aussage, sehr 
schmackhaft sein. 

Anmerkung. Unter den von Dr. Stoliczka ge- 
sammelten Fischen befanden sich zwei, der eine aus 
Kaschgar, der andere aus Yarkand, welche von Hrn. 
Day der Gattung Ptychoharhus Steind. beigerechnet 
und von ihm Ptycli. laticeps und Ptych. longiceps be- 
nannt worden sind. Unmöglich jedoch können die zwei 
erwähnten Fischarten zur Gattung Ptychoharhus ge- 
hören, denn als eines der Kennzeichen dieser Gattung 
gilt der unter ständige, bogenförmige Mund. Auch hat 
schon Hr. Day die Vermuthung ausgesprochen, dass 
die von ihm beschriebenen zwei Fischarten die Auf- 
stellung einer eigenen Gattung erfordern möchten und 
scheint die Begründung einer solchen Gattung nur des- 



— 246 — 

wegen unterlassen zu haben, weil die ihm zugekom- 
menen Fische schlecht erhalten (der eine ohne Anal- 
flosse und ohne Schlundzähne) waren. Höchst wahr- 
scheinlich nun gehören die beiden Ptychobarhus- Arten 
des Hrn. Day zu meiner Gsittxmg Aspiorhynchus xmô. 
es scheint sogar sein Ptych. longiceps meinem Aspiorh, 
Przewalskii in mancher Beziehung sehr nahe zu kom- 
men. Es würde also die Gattung Äspiorhynchus sich als 
eine dem Tarimstromgebiete eigenthümliche und das- 
selbe ausgezeichnet charakterisirende herausstellen. 

2. Diptychus Przewalskii, sp. nova. 

P. 1/16. V. 1/9. d/2/8. a. 3/5 C. 19. 
Lin. lat. 99. 

Artkennzeichen. Die Kopflänge ist bei grösseren 
Exemplaren kaum mehr als 4 mal, bei jungen Exem- 
plaren bis gegen 5 mal in der Totallänge enthalten, der 
Augendurchmesser in der Kopflänge 5 bis S^/^ mal; 
der unterständige Mund hat die Form eines ziemlich 
regelmässigen Bogens, mit zwei von ihm abgehenden 
ziemlich langen und etwas eingebogenen Schenkeln; 
sowohl der Oberkiefer, als auch der Unterkiefer sind 
von breiten und ziemlich fleischigen Lippen umsäumt, 
wobei die zwei Hälften der Unterlippe in der Mitte durch 
einen schmalen Zwischenraum von einander getrennt 
werden ; die an den Mundwinkeln sitzenden Barteln er- 
reichen kaum den unteren Augenrand; der Abstand 
vom Nacken bis zum Anfange der Rückenflosse ist be- 
deutend geringer als der Abstand vom Ende der Rücken- 
flosse bis zum Grunde der Schwanzflosse; der ganze 
Körper ist nackt, nur verläuft eine Schuppenreihe ent- 
lang der Seitenlinie und finden sich etliche quere Schup- 



•— 247 — 

penreihen am hinteren Rande der Kiemenspalte; die 
vom Grunde der Bauchflossen bis zum Ende der Anal- 
flosse sich erstreckende Bauchspalte wird jederseits 
von ungefähr 27 Schuppenplatten umsäumt; die Ober- 
seite des Körpers ist auf blässlich- graubraunem Grunde 
mit kleinen schwärzlichen Fleckchen dicht übersäet, die 
Unterseite weisslich, mit Silberglanz; die Rückenflosse 
und die Schwanzflosse sind dunkelgrau, die übrigen 
Flossen weisslich, dunkelgrau punktirt. 

Der Körper ist nach vorne hin bedeutend verdickt; 
seine grösste Höhe, welche Yg der Kopflänge beträgt 
und ungefähr ßYg mal in der Totallänge enthalten ist, 
übertrifiPt um 3 mal die kleinste Schwanzhöhe. Die 
Rückenflosse, deren hinteres Ende dem Grunde der 
Bauchflossen gegenüber liegt, ist an ihrem oberen 
Rande leicht zugerundet; ihre Höhe beträgt ungefähr 
Yg der Kopflänge. Die Analflosse übertrifl't die Rücken- 
flosse bedeutend an Höhe und erreicht, zurückgelegt, 
mit ihrer stark zugerundeten Spitze den Grund der 
Schwanzflosse, welche letztere durch einen bogenför- 
migen Ausschnitt in zwei gleichgrosse , abgerundete 
Lappen getheilt wird. Die Länge der breit zugerun- 
deten Brustflossen ist ungefähr Vj^ mal in der Total- 
länge enthalten; die bedeutend kürzeren Bauchflossen 
erreichen bei weitem die Afteröflnung nicht. Die längli- 
chen, röhrchentragenden Schuppen der Seitenlinie neh- 
men nach dem Schwänze hin allmählich an Grösse ab. 

Im Ganzen kommt der Diptychus Frsewalshii dem 
Diptychus Dybowskii sehr nahe, unterscheidet sich je- 
doch von letzterem auf den ersten Blick durch seinen 
merklich grösseren Kopf und durch die zugerundeten 
Lappen seiner Schwanzflosse. 



— 248 — 

Es sind von diesem DiptycJius durch Hrn. Prze- 
walski gegen 10 Exemplare eingesandt worden, doch 
erreicht nur ein Exemplar, aus dem grossen Juldus 
stammend; die Länge von 388""; die übrigen Exem- 
plare sind junge Fische, 53 bis 144"" lang, welche 
zum Theile im kleinen Juldus, zum Theile im Balgan- 
taigol gefischt worden sind. 

3. Diptychas gymnogaster, sp. nova. 

P. 1/17. V. 1/8—9. D. 3/8. A. 3/5. C. 19. 

Lin. lat. 91 i^ 93. 

Artkennzeichen. Die Kopflänge ist in der Total- 
länge 5Y2 bis 5% mal, der Augendurchmesser in der 
Kopflänge 5^^ bis 5% mal enthalten; der unterständige 
Mund hat die Form eines breiten, flachen Bogens, wo- 
bei der Unterkiefer mit einer scharfrandigen Horn- 
scheide versehen ist; die an den Mundwinkeln sitzen- 
den, sehr kurzen Barteln erreichen bei weitem nicht 
den unteren Augenrand ; der Abstand vom Nacken bis 
zum Anfange der Rückenflosse ist merklich geringer, 
als der Abstand vom Ende der Rückenflosse bis zum 
Grunde der Schwanzflosse; die Seiten des Körpers 
und des Schwanzes sind mit zarten, zum Theile nicht 
vollkommen an einander schliessenden Schuppen be- 
kleidet, dagegen bleibt der Bauch fast gänzlich nackt; 
die Oberseite des Körpers und besonders des Kopfes 
ist auf bräunlichem Grunde mit unregelmässigen, 
schwärzlichen Flecken und Streifen gleichsam bemalt, 
die Unterseite weiss, mit Silberglanz ; die Rückenflosse 
und die Schwanzflosse enthalten reihenweise gestellte 
schwärzliche Tüpfel und es finden sich Spuren von 



— 249 — 

solchen Tüpfeln auch auf den übrigen Flossen, beson- 
ders auf der oberen Seite der Brustflossen. 

Der vorne ziemlich rundliche Körper ist nach dem 
Schwänze hin merklich von den Seiten zusammenge- 
drückt; seine grösste Höhe kommt ungefähr ^j^ der 
Kopflänge gleich, ist ungefähr 8 mal in der Totallänge 
enthalten und kaum über zwei mal grösser, als die 
kleinste Schwanzhöhe. Die Rückenflosse, deren hin- 
teres Ende dem Grunde der Bauchflossen gegenüber 
steht, ist an ihrem oberen Rande in der Mitte kaum 
merklich ausgeschnitten , an den beiden Enden zuge- 
rundet; ihre Höhe kommt ungefähr % der Kopflänge 
gleich und ist merklich grösser als die Länge ihrer 
Basis. Die zugerundete Analflosse ist merklich höher 
als die Rückentiosse und erreicht beinahe oder auch 
vollkommen den Grund der Schwanzflosse , welche 
letztere durch einen halbmondförmigen Ausschnitt in 
zwei mehr oder weniger zugerundete Lappen getheilt 
wird. Die Länge der scharf abgerundeten Brustflossen 
ist ungefähr 7Y2 mal in der Totallänge enthalten und 
es erreichen dieselben kaum die Mitte des Abstandes 
von ihrem Grunde bis zum Grunde der Bauchflossen ; 
diese letzteren sind noch beträchtlich kürzer als die 
Brustflossen und erreichen bisweilen die Afteröfihung 
nicht. 

Die zarten, die Körperseiten bekleidenden Schuppen 
bedecken vorne einander nicht, sondern ragen als ver- 
einzelte Plättchen aus der Haut, in welche sie mit 
ihrem vorderen Theile eingesenkt sind, hervor. Die 
röhrchen tragenden Schuppen der Seitenlinie (welche 
ziemlich parallel dem Bauchrande verläuft) sind etwas 
verbreitert und merklich grösser als die übrigen. Der 

Mélangea biologiques. X. 32 



— 250 — 

Bauch bleibt fast gänzlich nackt, nur finden sich bisweilen 
vereinzelte Schuppen in der Nähe der Bauchflossen 
und länglich-dreieckige Platten sitzen über dem Grunde 
der Bauchflossen. Die Bauchspalte erstreckt sich vom 
Grunde der Bauchflossen bis zum Ende der Analflosse 
und pflegt jederseits von ungefähr 30 quergestellten 
Schuppenplatten umsäumt zu sein. 

Zwei Exemplare dieser interessanten Art, 131"" 
und 196"" lang, sind von Hrn.Przewalski imgrossen 
Juldus gefischt worden. Ein drittes, von ihm eingesand- 
tes Exemplar, 121"" lang, stammt aus dem Kungès 
und weicht etwas von den beiden andern ab, scheint 
gleichsam einer besonderen Varietät anzugehören. 

4. Diptychus Dybowskii Eessl. 

Dieser im Stromgebiete des Balchasch weit verbrei- 
teten Art scheinen zwei Fische anzugehören, die von 
Hrn. Przewalski im Bereiche des grossen Juldus er- 
beutet worden sind. Der eine von diesen Fischen hat 
die Länge von 165"", der andere von 224"" und beide 
bieten nur ganz unwesentliche Abweichungen von der 
normalen Form des Dipt. Byboivskii dar; höchstens 
dürften diese Abweichungen zu der Aufstellung einer 
lokalen Varietät der erwähnten Art berechtigen. 

5. Schizothorax lacustris, sp. nova. 
P. 1/17—18. V. 1/8—9. D. 4/7. A. 3/5. C. 19. 

Lin. lat. 115 23E28 ■'^^^• 

Artkennzeichen. Die Kopflänge ist in der Total- 
länge etwas über 5 mal, bis b% mal, der Augendurch- 



— - 251 — - 

messer in der Kopflänge 7 bis 8 mal enthalten; der 
Oberkiefer überragt nur wenig den Unterkiefer und 
beide Kiefer sind von fleischigen, obwohl nicht beson- 
ders breiten Lippen umsäumt, wobei die Unterlippe 
in der Mitte eine Unterbrechung erleidet; die vorderen 
Barteln sind nur wenig kürzer als die hinteren, die 
bis zum unteren Augenrande oder selbst bis zur Pu- 
pille reichen; der Anfang der leicht ausgeschnittenen 
Eückenflosse liegt dem Grunde der Bauchflossen gegen- 
über und steht bedeutend weiter ab von der Schnauzen- 
spitze als vom Grunde der Schwanzflosse ; der Abstand 
vom Nacken bis zum Anfange der Rückenflosse kommt 
dem Abstände vom Ende der Rückenflosse bis zum 
Grunde der Schwanzflosse gleich, oder beinahe gleich ; 
der vierte Knochenstrahl der Rückenflosse ist fast sei- 
ner ganzen Länge nach bedeutend verdickt und an 
seinem hinteren Rande mit starken paarigen Zähnchen 
versehen. 

Die Kopfhöhe beträgt ungefähr y^ der Kopflänge 
und übertrifft merklich die Kopfbreite. Der etwas un- 
terständige Mund hat die Form eines nach vorne deut- 
lich verengten Bogens, in Folge wessen auch die zwei 
Hälften der Unterlippe nach vorne stark convergiren. 
Auf der inneren Seite sind beide Kiefer mit einem 
leicht abgehenden, hornigen Überzuge belegt. Die 
Augen sind etwas länglich und der Längsdurchmesser 
derselben 2 bis 2V2 mal in dem Abstände zwischen 
denselben enthalten. Der Abstand von der Schnauzen- 
spitze bis zum vorderen Augenrande beträgt über 273, 
bei grösseren Exemplaren fast 3 Augendurchmesser, 
ist aber iVg bis 1% mal geringer als der Abstand vom 
hinteren Augenrande bis zur Kiemenspalte. Jeder der 



— 252 - -^ 

beiden vordersten Kiemenbogen trägt auf seiner inne- 
ren Seite 17 bis 18 paarige Rechenzähnchen. 

Die Höhe der Rückenflosse beträgt ungefähr 7, der 
Kopflänge und ist beinahe iVamal grösser als die Länge 
ihrer Basis. Die zugerundete Analflosse ist merklich 
niedriger als die Rückenflosse; die Schwanzflosse wird 
durch einen ziemlich tiefen Ausschnitt in zwei Lappen 
getheilt, von denen der obere etwas länger und stär- 
ker zugeschärft erscheint, als der untere. Die Länge 
der beiden zugerundeten Brustflossen kommt der Höhe 
der Rückenflosse nicht ganz gleich und ist 8 bis 8% 
mal in der Totallänge enthalten. Die Bauchflossen sind 
noch kürzer als die Brustflossen und erreichen nicht 
die Mitte des Zwischenraumes, der ihre Basis vom 
Anfange der Analflosse scheidet. 

Die röhrchentragenden Schuppen der Seitenlinie 
sind merklich grösser als die übrigen Schuppen. 

Von dieser Art sind durch Hrn. Przewalski drei 
Exemplare, aus dem Lob-Nor stammend und 370 bis 
440™™ lang, eingesandt worden. Zwei von diesen Exem- 
plaren zeigen eine bräunlich -gelbliche Färbung, mit 
Spuren von schwärzlichen Tüpfeln an den Körper- 
seiten, und besitzen blassgelbliche paarige Flossen; 
das dritte Exemplar ist bedeutend dunkler gefärbt 
und besitzt dunkelgraue paarige Flossen (auch ist bei 
diesem letzteren Exemplare die Schnauze etwas schär- 
fer zugespitzt, als bei den zwei anderen). 

Es scheint diese Art dem Schizothorax clirysochlo- 
rusJSPClell. ziemlich nahe zu kommen, sich aber durch 
die weiter nach hinten gerückte und minder hohe 
Rückenflosse von demselben zu unterscheiden. 



— 253 — 

6. Schizothorax Tarimi, sp. nova. 

P. 1/17. V. 1/9. D. 4/7. A. 3/5. C. 19. 

Lin. lat. 115 777. 

24 

Artkennzeichen. Die Kopflänge ist in der To- 
tallänge gegen 5 mal, der Augendurchmesser in der 
Kopflänge über 8 mal enthalten; der Oberkiefer über- 
ragt merklich den Unterkiefer und beide Kiefer sind 
von breiten, fleischigen Lippen umsäumt, wobei jedoch 
die Unterlippe in der Mitte eine Unterbrechung er- 
leidet; die vorderen Barteln sind beträchtlich kürzer 
als die hinteren, welche den hinteren Augenrand er- 
reichen; der Anfang der leicht ausgeschnittenen und 
am hinteren Ende abgerundeten Rückenflosse liegt 
dem Grunde der Bauchflossen gegenüber und steht 
beträchtlich weiter ab von der Schnauzenspitze, als vom 
Grunde der Schwanzflosse; der Abstand vom Nacken 
bis zum Anfange der Rückenflosse ist kaum grösser 
als der Abstand vom Ende der Rückenflosse bis zum 
Grunde der Schwanzflosse; der vierte Knochenstrahl 
der Rückenflosse ist fast seiner ganzen Länge nach 
sehr bedeutend verdickt und an seinem hinteren Rande 
mit starken, paarigen Zähnchen versehen. 

Diese Art kommt offenbar der vorhergehenden sehr 
nahe, unterscheidet sich jedoch von derselben schon 
auf den ersten Blick durch ihren längeren und platte- 
ren Kopf, durch ihre breiteren Lippen und ihre nie- 
drigere Rückenflosse. 

Die Kopfhöhe beträgt kaum Y7 der Kopflänge und 
übertrifft merklich die Kopf breite. Der ziemlich schma- 
le, unterständige Mund hat die Form eines regelmäs- 
sigen Bogens, mit zwei von ihm abgehenden geraden 



— 254 — 

Schenkeln. Die Oberlippe ist in der Mitte stark ver- 
breitert; die zwei Hälften der Unterlippe werden in 
der Mitte durch einen breiten Zwischenraum von ein- 
ander getrennt. Auf der inneren Seite sind beide Kie- 
fer mit einem hornigen Überzuge versehen. Jeder der 
beiden vordersten Kiemenbogen trägt auf seiner inne- 
ren Seite ungefähr 20 paarige Rechenzähnchen , von 
denen 1 6 auf den unteren Theil des Bogens kommen. 

Die Höhe der Rückenflosse beträgt kaum mehr als 
V2 der Kopflänge und ist nicht viel grösser als die 
Länge ihrer Basis. Die Analflosse ist noch etwas nie- 
driger als die Rückenflosse. Die Länge der Brustflos- 
sen übertrifit etwas die Höhe der Rückenflosse und ist 
gegen 8 mal in der Totallänge enthalten. Die kurzen 
Bauchflossen erreichen nicht die Mitte des Zwischen- 
raumes, welcher ihre Basis vom Anfange der Anal- 
flosse scheidet. 

Die röhrchentragenden Schuppen der Seitenlinie 
sind merklich grösser und länglicher als die übrigen 
Schuppen. 

Der Körper erscheint dunkelbraun gefärbt , alle 
Flossen dunkelgrau. 

Von dieser Art hat Hr. Przewalski nur ein ein- 
ziges, 420°"° langes, aus dem unteren Tarim stammen- 
des Exemplar eingeschickt. Doch möchte ich zu der- 
selben Art auch noch ein zweites, nur 177"" langes 
Exemplar ziehen, das von Hrn. Przewalski im gros- 
sen Juldus gefischt worden ist, obgleich dasselbe in 
etlichen Beziehungen von ersterem Exemplare etwas 
abweicht. So unter anderem besitzt das Exemplar aus 
dem Juldus eine verhältnissmässig höhere Rückenflosse, 
längere Brustflossen und längere Barteln, als der Fisch 



— 255 — 

aus dem Tarim; auch finden sich bei ersterem nur 14 
paarige Rechenzähnchen auf dem vordersten Kiemen- 
bogen. 

7. Scbizothorax microlepidotns, sp. nova. 

P. 1/17. V. 1/8. D. 4/7. A. 3/5. C. 19. 

Lin. lat. 135 ^ö« 

Artkenn zeichen. Die Kopflänge ist in der Total- 
länge etwas über 5 mal, der Augendurchmesser in der 
Kopflänge etwas über 4 mal enthalten; von den sehr 
dünnen Barteln sind die vorderen merklich kürzer als 
die hinteren, welche kaum bis zum unteren Augen- 
rande reichen; der Anfang der ungewöhnlich hohen 
Rückenflosse liegt dem Grunde der Bauchflossen ge- 
genüber und der Abstand vom Nacken bis zum An- 
fange der Rückenflosse ist etwas geringer, als der Ab- 
stand vom Ende der Rückenflosse bis zum Grunde der 
Schwanzflosse; der vierte Knochenstrahl der Rücken- 
flosse ist seiner ganzen Länge nach bedeutend ver- 
dickt und an seinem hinteren Rande mit starken, nach 
unten gerichteten, paarigen Zähnchen versehen. 

Es hat mir von dieser Art ebenfalls nur ein einziges, 
überdem kleines (136™"" langes) und ziemlich schlecht 
conservirtes Exemplar vorgelegen, dennoch aber kann 
die Selbständigkeit der Art nicht bezweifelt werden. 
Die ungewöhnlich kleinen Schuppen und die ungemein 
hohe Rückenflosse derselben bilden Kennzeichen, wel- 
che sie mit keiner anderen der bis jetzt bekannten 
Arten der Gattung Schizothorax zu verwechseln er- 
lauben. 

Die Kopfhöhe beträgt ungefähr ^5 der Kopflänge 
und übertrifft etwas die Kopf breite. Der unterstän- 



~~ 256 — 

dige Mund hat die Form eines regelmässigen Bogens, 
mit zwei von ihm abgehenden geraden Schenkeln. Der 
Abstand von der Schnauzenspitze bis zum vorderen 
Augenrande ist beinahe zweimal geringer, als der Ab- 
stand vom hinteren Augenrande bis zur Kiemenspalte. 
Auf jedem der beiden vordersten Kiemenbogen finden 
sich, auf der inneren Seite, 16 paarige Rechenzähn- 
chen. Die Schlundzähne, 5/3/2 — 2/3/5, erscheinen 
fast cylindrisch, sind nur an ihrer äussersten Spitze 
leicht ausgehöhlt und hakenförmig eingebogen. 

Die Höhe der Rückenflosse übertrifft etwas die Kopf- 
länge und ist 272 mal grösser, als die Länge ihrer 
Basis. Die Analflosse ist fast um das Doppelte niedri- 
ger, als die Rückenflosse, die Schwanzflosse durch ei- 
nen tiefen Ausschnitt in zwei Lappen getheilt. Die 
Länge der Brustflossen übertrifft etwas die Höhe der 
Analflosse und ist ungefähr 7 mal in der Totallänge 
enthalten. 

Die zarten Schuppen erscheinen nach dem Schwanz- 
ende hin etwas in die Länge gezogen und sind mit 
schwärzlichen Punkten bestreut, die der Seitenlinie 
entlang und auch unterhalb derselben eine sternför- 
mige Gestalt annehmen, dabei stellenweise zu grösse- 
ren Fleckchen mit einander verfliessen. 

Das erwähnte Exemplar ist von Hrn. Przewalski 
im unteren Tarim gefischt worden. 

8. Schizothorax aksaiensis Kessl. 

Diese Art ist von mir schon vor längerer Zeit nach 
Exemplaren aus dem Aksai, einem Nebenflusse des 
oberen Tarim, die von Hrn. Sewerzow mitgebracht 
waren, beschrieben worden. Zu derselben möchte ich 



— 257 — 

zwei kleine Fische ziehen, die von Hrn. Przewalski 
im grossen Juldus erbeutet worden sind und von denen 
der eine eine Länge von 176™™, der andere eine Länge 
von 196™™ hat. Jedenfalls kommen diese zwei Fische 
dem Schizoth, aksaiensis so nahe und weichen nur in 
so unwesentlichen Beziehungen von demselben ab, dass 
höchstens nur eine lokale Varietät für dieselben sich 
begrüuden Hesse. 

9. Diplophysa Stranchii Kessl. 

Unter den von Hrn. Przewalski im Bereiche des 
grossen Juldus gesammelten Fischen fanden sich vier 
Exemplare einer Diplophysa- Art, welche wohl mit der 
von mir schon früher heschriebenen Diplophysa Sir auchii 
identisch sein möchte; um so mehr, da von Hrn. Prze- 
walski Exemplare derselben Art auch im Kungès ge- 
fischt worden sind. Das kleinste der Exemplare aus 
dem Juldus misst 115™™, das grösste 136™™. 

10. Diplophysa papilloso-Iabiata, sp. nova. 

P. 1/11—12. V. 1/8. D. 3/7—8. A. 2/5. C. 19. 

Artkennzeichen. Die grösste Körperhöhe beträgt 
% bis % der Kopflänge und ist 7^^ ^^^ 9 mal in der 
Totallänge enthalten, die Kopflänge in der Totallänge 
b% bis 5% mal; der Augendurchmesser ist, je nach 
der Grösse der Exemplare, 5 bis 7 mal in der Kopf- 
länge und 273 bis 3 mal in dem Abstände zwischen 
den Augen enthalten; die Oberlippe ist durch Einker- 
bungen in eine doppelte Reihe von Zähnchen zerlegt, 
die zweilappige Unterlippe mit zwei Eeihen von hohen 
Papillen besetzt; die ganze Oberseite des Körpers ist 
auf blassbräunlichem Grunde mit schwärzlichen Fleck- 

Mélanges biologiques. VIII. 33 



— 258 — 

chen übersäet, von denen die auf dem Rückgrate ge- 
legenen die grössten zu sein pflegen. 

Diese JDiplophysa - Art kommt den Arten Dipl. 
Strauchii und Dipl. lahiata, besonders der letzteren, 
sehr nahe, unterscheidet sich jedoch von denselben 
durch die zweifache Reihe von Zähnchen an der Ober- 
lippe und durch die doppelte Reihe von Papillen auf 
der Unterlippe. 

Der Körper ist nach dem Schwanzende hin beträcht- 
lich verdünnt und die grösste Körperhöhe über zwei- 
mal so gross als die kleinste Schwanzhöhe. Der Ab- 
stand von der Schnauzenspitze bis zur Afteröffnung 
beträgt ungefähr % der Totallänge. Der Abstand vom 
Nacken bis zum Anfange der Rückenflosse kommt dem 
Abstände vom Ende der Rückenflosse bis zum Grunde 
der Schwanzflosse ungefähr gleich; die Länge des 
Schwanzstieles beträgt gegen ^^ der Totallänge. 

Die Kopf höhe beträgt wenig über Ys der Kopflänge 
und kommt der Kopfbreite beinahe gleich. Der unter- 
ständige Mund bat die Form eines flachen Bogens, 
mit zwei von ihm abgehenden geraden Schenkeln. Von 
den 6 Barteln sind die vordersten merklich kürzer als 
die übrigen, doch erreichen auch die hintersten kaum 
den unteren Augenrand. Die kleinen Augen sind et- 
was länglich ; der Abstand von der Schnauzenspitze bis 
zum vorderen Augenrande beträgt 2 bis 3 Augendurch- 
messer und kommt dem Abstände vom hinteren Au- 
genrande bis zur Kiemenspalte fast völlig gleich. 

Die Höhe der Rückenflosse, deren Anfang dem 
Grunde der Bauchflossen ziemlich genau gegenüber 
liegt, beträgt ungefähr %^ bei kleineren Exemplaren 
selbst bis Yg der Kopflänge; ihr oberer Rand pflegt 



~ 259 — 

schräg abgestutzt, am hinteren Ende abgerundet zu 
sein. Die Analflosse steht der Rückenflosse merklich 
an Höhe nach; die Schwanzflosse, deren Länge unge- 
fähr Ye der Totallänge ausmacht, ist durch einen fla- 
chen Ausschnitt in zwei Lappen getheilt, von denen 
der obere den unteren etwas überragt. Die Länge der 
stark zugerundeten Brustflossen kommt der Höhe der 
Rückenflosse gleich; die ebenfalls stark zugerundeten 
Bauchflossen stehen den Brustflossen nur wenig an 
Länge nach und erreichen beinahe oder auch völlig 
den Anfang der Analflosse. Bei den männlichen Exem- 
plaren pflegen die obersten Brustflossenstrahlen be- 
trächtlich verdickt zu sein. 

Es haben mir von dieser Art 4 Exemplare, 2 männ- 
liche und 2 weibliche, vorgelegen, von denen das klein- 
ste Sl"™, das gröste léO"""" lang war. Zwei Exem- 
plare sind von Herrn Przewalski im grossen und im 
kleinen Juldus, zwei im Balgantaigol gefischt worden, 
in einer Höhe von 4800' bis 7000'. 

11. IVemachilus tarimensis, sp. nova. 

P. 1/12. V. 1/7. D. 3/7. A. 2/5. C. 18 — 19. 

Artkennzeichen. Der Körper völlig nackt; die 
Kopflänge ist in der Totallänge 5 mal, der Augendurch- 
messer in der Kopflänge ebenfalls ungefähr 5 mal ent- 
halten; der Abstand von der Schnauzenspitze bis zum 
Anfange der Rückenflosse ist etwas geringer, als der 
Abstand vom Ende der Rückenflosse bis zur Spitze 
der Schwanzflosse, der Abstand vom Nacken bis zum 
Anfange der Rückenflosse etwas grösser, als der Ab- 
stand vom Ende der Rückenflosse bis zum Grunde der 
Schwanzflosse ; die Oberseite des Körpers ist von dun- 



— 260 — 

kelgrauen Fleckchen übersäet, von denen manche eine 
längliche Form haben und sich in zwei Reihen, zu den 
Seiten der Rückenfirste, anordnen. 

Der etwas kurze Körper ist vorne beträchtlich dicker 
als hinten; die grösste Körperhöhe beträgt ungefähr 
Ys der Kopflänge und übertrifft reichlich um das Dop- 
pelte die geringste Schwanzhöhe. Der Abstand von der 
Schnauzenspitze bis zur Afteröffnung beträgt merk- 
lich über Ya der Totallänge, die Länge des Schwanz- 
stieles kaum Yio der Totallänge. 

Die Kopfhöhe beträgt kaum über Ya der Kopflänge 
und ist merklich geringer als die Kopf breite. Der un- 
terständige Mund hat die Form eines flachen Bogens; 
beide Kiefer sind von ziemlich schmalen, etwas flei- 
schigen Lippen umsäumt, wobei die Unterlippe durch 
eine mittlere Einkerbung in zwei Hälften getheilt ist. 
Die Barteln des zweiten Paares sind die längsten und 
reichen etwas über den vorderen Augenrand hinaus. 
Der Abstand zwischen den Augen beträgt ungefähr 2 
Augendurchmesser und kommt dem Abstände von der 
Schnauzenspitze bis zum vorderen Augenrande gleich, 
der merklich kleiner ist als der Abstand vom hinteren 
Augenrande bis zur Kiemenspalte. 

Die Höhe der schräg abgestutzten Rückenflosse, de- 
ren Anfang etwas vor dem Grunde der Bauchflössen 
zu liegen kommt, beträgt ungefähr Y4 der Kopflänge. 
Die Analflosse steht der Rückenflosse, an Höhe merk- 
lich nach und erreicht nicht den Grund der Schwanz- 
flosse, die durch einen mondförmigen Ausschnitt in 
zwei zugeschärfte, etwas ungleiche Lappen getheilt 
wird. Die Länge der Brustflossen welche meistentheils 
die Höhe der Rückenflosse etwas übertrifft, ist 6Y3 bis 



— 261 — 

6% mal in der Totallänge enthalten. Die Bauchflossen 
sind beträchtlich kürzer als die Brustflossen und er- 
reichen bisweilen die Afteröfi'nung nicht. 

Die Rückenflosse und die Schwanzflosse sind von 
Eeihen länglicher, dunkelgrauer Tüpfel durchzogen, 
auch machen sich Spuren von solchen Tüpfeln nicht 
selten auf den anderen Flossen bemerklich. 

Von dieser Art haben mir zur Anfertigung meiner 
Beschreibung über 20 Exemplare vorgelegen, welche 
von Hrn. Przewalski zum Theile im unteren Tarim, 
zum Theile im Lob-Nor gesammelt worden sind. Die 
grössten Exemplare erreichen eine Länge von 70 bis 
80"", doch sind bei den meisten die Flossen durch 
Reibung mehr oder weniger verletzt. 



Herr Francis Day führt in der von mir erwähnten 
Abhandlung über die ichthyologische Ausbeute Dr. 
Stoliczka's für das Stromgebiet des Lob-Nor folgende 
Fischarten an: 1) ScMzothorax chrysocMorusM.'' Clelh 
Kaschgar, Yankihissar, Yarkand; 2) Scliizothorax inter- 
médius M'Clell. Kaschgar, Yankihissar, Serikol (und 
Afghanistan); 3) Ptychoharhuslaticeps Day, Kaschgar; 
4) Ptychobarbus longiceps Day, Yarkand; 5) Diptychm 
maculatus Steind. Yarkand, Serikol (und ausserdem 
weit verbreitet in den Zuflüssen des Indus) ; 6) Nema- 
cMlus Stoliczkae Steind. Yarkand (und verschiedene 
Zuflüsse des Oxus und des Indus); 7) NemacMlus yar- 
kandensis Day, Yarkand und Kaschgar; 8) NemacMlus 
tenuis Day, Yankihissar (und Zuflüsse des Oxus). Die 
von Dr. Stoliczka gesammelten Fische stammen aus- 
schliesslich aus den westlichen und südlichen Theilen 



— 262 — 

des Tarimstromgebietes, die von Oberst Przewalski 
eingeschickten dagegen aus dem östlichen, unteren 
Verlaufe des Tarim und aus dessen nördlichen Zuflüs- 
sen, endlich der in der Fauna des westlichen Turke- 
stan von mir beschriebene DiptycJius Sewerzowii aus 
dem Aksai, einem Zuflüsse des oberen Tarim. Sollten 
sich unter denselben keine identischen Arten finden, 
wie es wirklich der Fall zu sein scheint, so würde 
die volle Zahl der bis jetzt aus dem Stromgebiete des 
Lob -Nor bekannten Fischarten sich auf 20 belaufen. 
Doch wäre auch mein Schizothorax lacustris identisch 
mit dem Schizothorax chrysochlorus M'ClelL, dem er 
jedenfalls sehr nahe kommt, und mein Diptychus Se- 
werzowii nicht zu trennen von dem Diptychus macu- 
latus Steind., wie Herr Day, wahrscheinlich mit Un- 
recht, annimmt, so würde dadurch das allgemeine Er- 
gebniss für die Fischfauna des Tarimstromgebietes 
das nämliche bleiben. Es finden sich in diesem central- 
asiatischen Binnengebiete ausschliesslich nur Reprä- 
sentanten der bauchspaltigen Cypriniden und der Co- 
Utiden, wobei die meisten derselben dem genannten 
Gebiete eigenthümlich anzugehören scheinen, etliche 
aber auch in den Gewässern der angränzenden hohen 
Gebirgsländer verbreitet sind. Am meisten charakte- 
ristisch für das Tarimstromgebiet dürfte, wie schon 
erwähnt, die äusserst merkwürdige Gattung Äspio- 
rhynchus sein. 

Noch glaube ich bei dieser Gelegenheit einige Worte 
darüber sagen zu müssen, dass Hr. Francis Day die 
von mir aufgestellte Gattung Diplophysa nicht will gel- 
ten lassen, sondern meint, dass dieselbe nicht von der 
Gattung Nemachilus zu trennen sei. Ich gebe gerne 



— 263 — 

zu, dass nach äusseren Kennzeichen nicht selten schwer 
zu entscheiden sein möchte, ob eine gegebene Art zu 
der Gattung Nemachilus, oder zu der Gattung Biplo- 
physa zu ziehen sei, doch stossen wir auf ähnliche 
Schwierigkeiten auch bei der Bestimmung der Fische 
in anderen Familien, wie z. B. in der den Cohitiden 
so nahe verwandten Familie der Cypriniden. Wie in 
der Familie der Cypriniden ohne Berücksichtigung der 
Schlundzähne sich häufig nicht sagen lässt, in welche 
Gattung eine gegebene Art einzureihen sei, so in 
der Familie der Cohitiden ohne Berücksichtigung der 
Schwimmblase. Die Trennung der Schwimmblase in 
zwei Theile, von denen der vordere in eine Knochen- 
kapsel eingeschlossen zu sein pflegt, während der hin- 
tere frei in der Leibeshöhle zu liegen kommt, wodurch 
diese Trennung auch bedingt sein mag, bildet doch 
kaum ein minder wichtiges Kennzeichen, als die Zahl 
und die Gestalt der Schlundzähne. Dabei ist noch zu 
berücksichtigen, dass alle bis jetzt bekannten Arten 
der Gattung Diplophysa auch noch in manchen ande- 
ren Beziehungen bemerklich mit einander überein- 
stimmen; bei allen ist der Körper völlig nackt, bei 
allen die Schwanzflosse mehr oder weniger ausgeschnit- 
ten, fast alle besitzen stärker oder schwächer gefranzte 
Lippen, u. s. w. Freilich giebt es auch Arten der 
Gattung Nemachilus, welche ihnen in den erwähnten 
Beziehungen sehr nahe kommen, aber eben in solchen 
Fällen muss die Untersuchung der Schwimmblase den 
Ausschlag geben. Endlich ist auch noch zu bemerken, 
dass manche der bis jetzt beschriebenen Arten der 
Gattung Nemachilus in Betrefi" der Schwimmblase 
wahrscheinlich noch gar nicht näher untersucht wor- 



— 264 — 

den sind und aus der Gattung Nemachilus vielleicht 
in die Gattung Diplophysa zu versetzen sein möchten. 
Den aus der geographischen Yerhreitung entnomme- 
nen Gründen des Hrn. Day gegen die Aufstellung der 
Gattung Diplophysa vermag ich keine Bedeutung zu- 
zuerkennen, um so mehr, da der Verbreitungsbezirk 
der Gattung Diplophysa sich noch gar nicht feststellen 
lässt. 

Die Reise des Hrn. Po tanin umfasst hauptsächlich 
Steppengebiete, die sich auf der südlichen Seite des 
langgestreckten Altaigebirges hinziehen. Es finden 
sich daselbst mehrere abgeschlossene Binnenwasser- 
becken, deren Flüsse entweder in Salzseen sich er- 
giessen, oder auch, nach ihrem Hervortreten aus den 
Gebirgsketten, sich einfach im Sande verlieren. Das 
eine von diesen Becken hat zu seinem Haupt ström den 
Fluss Kobdo, der vom See Daingol seinen Anfang 
nimmt und in den See Kara-Üssi einmündet, ein an- 
deres ähnliches Wasserbecken hat zu seinem Mittel- 
punkte den Fluss, an welchem die Stadt Chami gele- 
gen ist. 

Die ichthyologische Ausbeute des Hrn. Potanin 
ist übrigens eine ziemlich geringe und konnte wohl 
auch unter den schwierigen Verhältnissen, unter wel- 
chen seine Reise stattfand, kaum reichlicher ausfallen. 
Wir sind überhaupt dem verdienstvollen Reisenden 
zu grossem Danke verpflichtet, dass er es in seiner 
mühevollen Lage noch möglich gefunden hat, Fische 
zu sammeln und heim zu schaffen. 

Die Aufzählung und Beschreibung der von Hrn. 
Potanin gesammelten Fischarten lasse ich hier folgen. 



— 265 — 
1. Brachymystax coregonoides Pall. 

Zu dieser schon von Pallas beschriebenen, eigen- 
thümlichen Lachsart gehört ein Fisch, der von Hrn. 
Po tanin in dem zum Stromgebiete der Selenga ge- 
hörigen Flüsschen Eder erbeutet worden ist. Der- 
selbe misst 495"'°' und bietet folgende Zahlen Verhält- 
nisse dar : 

P. 1/16. Y. 1/9. D. 3/10. A. 5/8. C. 19. 

Lin. lat. 135 ^g- 

Die Kopflänge ist in der Totallänge kaum über 4}/^ 
mal, der Augendurchmesser in der Kopflänge kaum 
über 6 mal enthalten. Die Kopfhöhe beträgt ungefähr 
Ys der Kopflänge und übertrifft beträchtlich die Kopf- 
breite. Der Abstand von der Schnauzenspitze bis zum 
vorderen Augenrande beträgt über V/^ Augendurch- 
messer, ist etwas grösser als der Abstand der Augen 
von einander, aber beinahe zwei mal kleiner, als der 
Abstand vom hinteren Augenrande bis zur Kiemen- 
spalte. Die grösste Körperhöhe beträgt ungefähr % 
der Kopflänge und ist merklich über zwei mal grösser 
als die kleinste Schwanzhöhe. Der Abstand von der 
Schnauzenspitze bis zur Afteröfihung beträgt über Yg, 
die Länge des Schwanzstieles nicht ganz Yj^ der Total- 
länge. Die Höhe der Rückenflosse beträgt Yg der Kopf- 
länge und kommt gleich der Länge ihrer Basis. Die 
Analflosse ist merklich höher als die Rückenflosse, da- 
gegen ihre Basis merklich kürzer als die Basis der 
Rückenflosse. Die Länge der seicht ausgeschnittenen 
Schwanzflosse kommt der Kopfhöhe und ebenfalls der 
Länge der Brustflossen gleich, ist überhaupt gegen ^^/^ 
mal in der Totallänge enthalten. Die Bauchflossen sind 

Mélanges biologiques. Vni. 34 



— 266 — 

um Yg kürzer als die Brustflossen. Auf jedem der vor- 
dersten Kiemenbogen stehen 25 paarige Rechenzähne, 
von denen 1 7 dem unteren Theile desBogens zukommen. 

2. ThymallQS brevirostris, sp. nova. 

P. 1/15. V. 1/9-10. D. 6-8/11-12. A. 3/8-9. C. 19. 
Lin. lat. 75 ^-=| 80. 

Artkennzeichen. Die Kopflänge ist in der Total- 
länge 5 mal, oder etwas mehr als 5 mal, der Au- 
geudurchmesser in der Kopflänge 475 bis 5 mal ent- 
halten; der Abstand von der Schnauzenspitze bis zum 
vorderen Augenrande beträgt kaum gegen V/^ Au- 
gendurchmesser und ist um das Doppelte kleiner als 
der Abstand vom hinteren Augenrande bis zur Kie- 
menspalte; das hintere Ende des Oberkiefers liegt dem 
hinteren Augenrande beinahe gegenüber; der Grund 
der Bauchflossen liegt fast genau gegenüber dem zwei- 
ten Drittel der Rückenflosse, deren Höhe ungefähr % 
der Kopflänge beträgt und beträchtlich geringer ist, 
als die Länge der Brustflossen. 

Diese Aeschenart kommt unserer gemeinen euro- 
päischen Aesche ziemlich nahe , unterscheidet sich 
jedoch von derselben durch einige aufi*allende Kenn- 
zeichen. So z. B. ist bei Th. brevirostris die Schnauze 
merklich kürzer, als bei Th. vulgaris, und es kommen 
bei ihr, in Folge dessen, die hinteren Enden des Ober- 
kiefers dem hinteren Rande der Augen gegenüber zu 
liegen. Die obere Kopfseite ist bei Th. brevirostris 
ebenfalls kürzer, als bei Th. vulgaris, und fällt steiler 
nach der Schnauze hin ab. Der Unterkiefer wird voll- 
ständig vom Oberkiefer überdeckt. Die Rückenflosse 



— 267 — 

pflegt bei Th, hrevirostris etwas niedriger und kürzer 
zu sein, als bei Th. vulgaris, wobei nicht die Mitte 
derselben, wie bei Th. vulgaris, sondern deren zweites 
Drittel dem Grunde der Bauchflossen gegenüber zu 
liegen kommt. 

Von den zwei bis jetzt beschriebenen sibirischen 
Aeschen, Th. Pallasii Cuv. Val und Th. Qrubei Dyb. 
scheint unser T^. hrevirostris noch stärker abzuweichen, 
als von Th. vulgaris. 

Zwei Exemplare des Th.. hrevirostris, 232"''° und 
250™"° lang, sind von Hrn. Potanin in einem Quell- 
zuflusse der Daingol gefischt worden, ein drittes, 295°^™ 
langes, aber schlecht conservirtes Exemplar im Flusse 
Dsabchyn, der sich in den See Kara-Ussi ergiesst. 

3. Ghondrostoma Potanini, sp. nova. 

P. 1/14—15. V.1/8. D. 3/8. A. 3/8—9. C. 19. 

Lin. lat 87 ^f=f^ 97. 

Dentés phar. 5/5. 

Artkennzeichen. Die Kopflänge ist in der Total- 
länge éVg bis 4y3 mal enthalten; der Anfang der Rücken- 
flosse kommt etwas hinter dem Grunde der Bauchflos- 
sen zu liegen und steht bedeutend weiter ab von dem 
Ende der Schwanzflosse, als von der Schnauzenspitze; 
der Abstand vom Nacken bis zum Anfange der Rücken- 
flosse kommt beinahe gleich dem Abstände vom Ende 
der Rückenflosse bis zum Grunde der Schwanzflosse; 
die Länge der Brustflossen ist bedeutend kleiner als 
die Höhe der Rückenflosse und 7 bis 8 mal in der 
Totallänge enthalten. 

Der länglich-spindelförmige, oben und unten gleich- 



— 268 — 

massig convexe Körper ist seitlich merklich zusammen- 
gedrückt. Die grösste Körperhöhe, die so ziemlich dem 
Anfange der Rückenflosse entspricht, kommt ungefähr 
-/3 der Kopflänge gleich und ist zweimal grösser als die 
kleinste Schwanzhöhe. Der Abstand von der Schnau- 
zenspitze bis zur Afteröff'nung beträgt ungefähr %, der 
Schwanzstiel Vs ^is Y^ der Totallänge. 

Die Kopfhöhe beträgt etwas über Yg der Kopflänge 
und übertrifft etwas die Kopf breite. Der Oberkiefer 
überragt nur wenig den Unterkiefer und der Mund 
hat die Form eines etwas flachen Bogens, mit zwei 
von ihm abgehenden, geraden, ziemlich langen Seiten- 
schenkeln, wobei die hinteren Winkel der Mundspalte 
den hinteren Nasenöffnungen gegenüber zu liegen kom- 
men. Beide Kiefer sind von schmalen, doch ziemlich 
fleischigen Lippen umsäumt. Die Nasenöffnungen sind 
den Augen stark genähert. Der Augendurchmesser 
ist 6 mal, oder beinahe 6 mal in der Kopflänge und 
ungefähr iVg mal in dem Abstände zwischen den Au- 
gen enthalten. Der Abstand von der Schnauzenspitze 
bis zum vorderen Augenrande beträgt ungefähr Vj^ 
Augendurchmesser und ist etwas geringer, als der Ab- 
stand vom hinteren Augenrande bis zur Kiemenspalte. 
Auf jedem der vordersten Kiemenbogen stehen 17 
oder 18 paarige Rechenzähnchen, von denen 13 oder 
14 dem unteren Theile des Bogens zukommen. 

Die Rückenflosse ist sehr stark nach hinten abge- 
stutzt und am hinteren Ende meist etwas abgerundet ; 
die Höhe derselben übertrifft meistentheils merkhch 
die grösste Körperhöhe und um V/2 bis 1% mal die 
Länge ihrer Basis. Die Analflosse ist beträchtlich nie- 
driger als die Rückenflosse und erreicht, zurückgelegt, 



— 269 — 

bisweilen nicht den Grund der Schwanzflosse, die durch 
einen nicht sonderlich tiefen Ausschnitt in zwei zuge- 
schärfte, etwas ungleiche Lappen getheilt wird. Die 
zugeschärften Brustflossen reichen kaum bis zur Mitte 
des Raumes, welcher sie von den Bauchflossen scheidet; 
ihre Länge steht der Höhe der Rückenflosse nach und 
ist 7 bis 8 mal in der Totallänge enthalten. Die Bauch- 
flossen sind nur wenig kürzer, als die Brustflossen, er- 
reichen jedoch die After Öffnung nicht. 

Zur Feststellung der Kennzeichen dieser Art haben 
mir 10 Exemplare, die eine Länge von Idd"^"^ bis 
257"™ besassen, vorgelegen. Dieselben sind von Hrn. 
Potaninin Quellzuflüssen des Daingol gefischt wor- 
den. Nach den Angaben des Herrn Potanin war bei 
ihnen die Oberseite des Körpers dunkelgrün- gelblich 
gefärbt, mit goldigem Glänze, die Unterseite weisslich, 
mit Silberglanze ; die Rückenflosse und die Schwanz- 
flosse waren dunkelgrün, grau besprenkelt, die übrigen 
Flossen blassroth. An den Körper selten finden sich 
ausserdem schwarzbraune Punkte, die bisweilen stellen- 
weise zu grösseren Flecken zusammenfliessen; ein dunk- 
ler Querfleck macht sich bisweilen am Grunde der 
Schwanzflosse bemerklich. Das Peritonaeum pflegt stets 
schwärzlich gefärbt zu sein. 

Hr. Potanin traf diesen Fisch in verschiedenen 
schnellfliessenden Bächen, bisweilen in ganzen Schaa- 
ren ; nicht selten gelang es ihm unter einem und dem- 
selben Steine, unter welchen sie sich geflüchtet hatten, 
4 bis 5 Exemplare mit den Händen hervorzuziehen. 

4. Diplophysa microphtlialma, sp. nova. 
P. 1/12—13. V. 1/6—7. D. 2/7. A. 1/5. C. 18. 
Artkenn zeichen. Die grösste Körperhöhe beträgt 



— 270 — 

Yg bis y^ der Kopflänge, die 5 mal, bei grösseren Exem- 
plaren bis öYg mal in der Totallänge enthalten zu sein 
pflegt, der Augendurchmesser in der Kopflänge 8 bis 
9 mal und 3 mal in dem Abstände zwischen den Au- 
gen; die Oberlippe ist durch Einkerbungen in 18 bis 
20 Zähnchen getheilt, die zweilappige Unterlippe mit 
ungefähr 12 Papillen besetzt, von denen die mittelsten 
eine bedeutende Grösse zu haben pflegen; die ganze 
obere Körperhälfte ist mit dunkelgrauen Sprenkeln über- 
säet, die theilweise mit einander zu grösseren Fleckchen 
verfliessen; die Flossen, besonders die Rückenflosse 
und die Schwanzflosse, sind mit reihenweise gestellten, 
dunkelgrauen Tüpfeln verziert. 

Diese Art kommt in manchen Beziehungen der Di- 
plopJi. lahiata sehr nahe, ist aber unzweifelhaft von 
derselben verschieden. 

Der vorne ziemlich runde Körper ist nur am Schwanz- 
ende seitlich zusammengedrückt; seine grösste Höhe, 
welche vor der Rückenflosse zu liegen kommt, über- 
trifft die kleinste Schwanzhöhe um das Doppelte und 
ist 7 bis 8 mal in der Totallänge enthalten. Der Ab- 
stand von der Schnauzenspitze bis zur Afteröffnung 
beträgt ungefähr %, der Schwanzstiel %q bis % der 
Totallänge. Der Abstand vom Nacken bis zum Anfange 
der Rückenflosse ist merklich grösser, als der Abstand 
vom Ende der Rückenflosse bis zum Grunde der Schwanz- 
flosse. 

Die Kopfhöhe beträgt kaum über V2 der Kopflänge 
und ist merklich kleiner als die Kopfbreite. Der unter- 
ständige Mund hat die Form eines sehr flachen Bogens. 
Die Barteln sind dick und kurz, die hintersten dersel- 
ben erreichen kaum den unteren Augenrand. Die vor- 
deren Nasenöffnungen sind in ziemlich lange, fast bar- 
teiförmige, häutige Halbröhrchen ausgezogen und durch 
einen bedeutenden Zwischenraum von den hinteren Na- 



— 271 — 

senöffnungen geschieden. Der Abstand von der Schnau- 
zenspitze bis zum vorderen Augenrande enthält SYg 
bis 4 Augendurchmesser, ist aber merklich kleiner als 
der Abstand vom hinteren Augenrande bis zur Kiemen- 
spalte. 

Der Anfang der ziemlich stark zugerundeten Rücken- 
flosse kommt etwas hinter dem Grunde der Bauch- 
flossen zu liegen und die Höhe derselben kommt gleich, 
oder fast gleich der Körperhöhe. Die ebenfalls stark 
zugerundete Analflosse ist ungefähr eben so hoch wie 
die Rückenflosse und erreicht, zurückgelegt, den An- 
fang der scharfkantigen Knorpelleiste, die unterseits 
der Schwanzflosse zur Stütze dient. Diese letztere 
Flosse ist durch einen ganz seichten Ausschnitt in zwei 
gleiche, breitzugerundete Lappen getheilt. Die Länge 
der scharfzugerundeten Brustflossen kommt der Höhe 
der Rückenflosse fast gleich; dieselben erreichen kaum 
die Mitte des sie von den Bauchflossen trennenden 
Zwischenraumes und ihre obersten Strahlen pflegen 
bei den männlichen Exemplaren stark verdickt zu sein. 

Die Bauchflossen sind beträchtlich kürzer als die 
Brustflossen und erreichen bei weitem die Afteröffnung 
nicht. 

Von dieser Art sind von Hrn. Po tanin zahlreiche 
Exemplare, von denen jedoch nur wenige gut erhalten 
waren, heimgebracht worden. Dieselben sind von ihm 
in dem Flusse, an welchem die Stadt Chami liegt, ge- 
fischt worden. Die kleinsten Exemplare messen éS""", 
die grössten 80 bis 92^°", 

5. Nemachilus dorsonotatus, var. 

In demselben kleinen Flusse, aus welchen die Diplo- 
physa microphthalma stammt, sind von Hrn. Po tan in 
auch zwei Exemplare eines Nemachilus aufgefunden 
worden. Beide Exemplare, von denen das eine 90"'°' , das 



— 272 — 

andere DTjö"""" misst, sind leider schlecht conservirt, 
besonders sind bei ihnen die Flossen theilweise abgerie- 
ben. Nichtsdestoweniger lässt sich ersehen, dass die- 
selben dem Nemachilus dorsonotatus sehr nahe kommen, 
wahrscheinlich nur eine locale Varietät der genannten 
Art bilden. Aus der möglichst genauen Vergleichung 
der zwei Exemplare aus Chami mit den Normalexem- 
plaren des Nemach. dorsonotatus aus dem Flusse Kungès, 
ergaben sich für erster e folgende Abweichungen: 1) 
die Brustflossen enthalten ^/^^ Strahlen, nicht 7^; 2) 
die Lippen sind weniger fleischig und die Lippenbar- 
teln verhältnissmässig etwas kürzer; 3) der Abstand 
vom Nacken bis zum Anfange der Rückenflosse ist 
merklich grösser, als der Abstand vom Ende der Rücken- 
flosse bis zum Grunde der Schwanzflosse; 4) der 
Schwanzstiel ist verhältnissmässig etwas kürzer, be- 
trägt kaum Yg der Totallänge; 5) die Grundfarbe des 
Körpers ist etwas heller, mehr gelblich, und die dunkeln 
Querflecken, welche entlang der Rückenmitte sich fin- 
den, sind minder deutlich ausgeprägt. 

Als Resultat aus den ichthyologischen Forschungen 
des Hrn. Potanin scheint sich zu ergeben, dass keine 
spaltbäuchigen Cypriniden bis in die von ihm durch- 
wanderten Binnenregionen Asiens vorgedrungen sind, 
wohl aber Fischarten, die an Europa und das nordwest- 
liche Asien erinnern {Ghondrostoma^ Thymallus). 



(Tiré du Bulletin, T. XXV, p. 282—310.) 



^ Janvier 1879. 

Ober die Wirkung des Lichtes auf die Erregbarkeit 
der Haut bei Fröschen. Von N. Wedensky. 

(Vorläufige Mittheilung aus dem Laboratorium von Professor 

Setschenow.) 

An einem Frosche, welcher im Laufe einiger Minu- 
ten nur von einer Seite der Einwirkung des diffusen Ta- 
geslichtes ausgesetzt ist, habe ich nebst bekannter Pu- 
pillenverengerung Folgendes beobachtet: Das Nasen- 
loch der dem Fenster zugekehrten Seite wird weiter; 
der sackförmige Boden der Mundhöhle zieht sich auf 
dieser Seite etwas stärker hinein und der ganze Kopf 
des Thieres dreht sich um die Spinalaxe mit der be- 
leuchteten Seite etwas nach oben. 

Diese auf die Erregbarkeitszunahme gewisser Ner- 
venmuskelapparate hindeutenden Erscheinungen ver- 
anlassten mich auf den Rath des Hrn. Professors Se- 
tschenow die Erregbarkeit der Haut an den hinte- 
ren Extremitäten des P'rosches unter dem Einflüsse 
des Lichtes zu studiren. 

Zu dem Ende wurde an den geköpften Fröschen 
das Reflexvermögen der beiden Extremitäten nach der 
Turk' sehen Methode gemessen, nachdem die eine von 
ihnen dem Lichte ausgesetzt, die andere beschattet 

Mélanges biologiques. X. 35 



— 274 — 

war. Alle solche Versuche ergaben übereinstimmend 
eine Zunahme der Erregbarkeit an der beleuchteten 
Seite, und zwar scheint diese Zunahme derjenigen 
gleich zu sein, welche durch Köpfung des Thieres her- 
vorgebracht wird. Dieses leite ich aus dem Umstände 
ab, dass man die bekannte Folge der halbseitigen 
Rückenmarks-Durchschneidung (die Brown- Sequard- 
sche Erscheinung) durch Beleuchtung des Thieres auf 
der dem Rückenmarksschnitte entgegengesetzten Seite 
zum Verschwinden bringen kann. 



^>oî»îc 



iTiré du Bulletin, T. XXV, p. 349.) 



30 Janvier 
11 Février 



1879. 



¥ 



Enumeratio Salsolacearum omnium in Mongolia hucus- 
que colleotarum. Auctore AI. Bunge, membro ho- 
nario Academiae Petropolitanae etc. 

Glavis diagnostica tribnam. 

1. Embryo periphericus cyclicus vel hippocrepicus albumen cingens, 

rarissime plicatus exalbuminosus. 2. 
Embryo spiralis exalbuminosus vel albumine parco laterali. 6. 

2. Flores glomerati in paniculas vel spicas dispositi. 3. 
Flores simpliciter spicati. 5. 

3. Folia plana herbacea, saepius sinuato-dentata. 4. 

Folia linearia integerrima . . III. Camforosmeae. 

4. Flores homomorpbi plerumque omnes berma- 

pbroditi I. Chenopodeae. 

Flores beteromorphi sexu distincti II. Atripliceae. 

5. Folia linearia herbacea planiuscula IV. Corispermeae. 

» nulla vel squamaeformia,rarius carnosa. V. Sàlicornieae. 

6. Seminum saltern praecociorum testa semper 

Crustacea , albumen laterale parcum VI. Suaedeae, 

Seminum omnium testa membranacea, albu- 
men nullum 7 

7. Semen horizontale VII. Scäsöleae. 

» verticale VIII. Anàbaseae. 

Giavis diagnostica generum. 

1. Chenopodeae: Semen horizontale Chenopodium. 

» verticale. Blitum. 

2. AtripUceae: 1. Seminis testa crustacea vel coria- 

cea, albumen copiosum. Embryo 
albidus. 2. 



276 



Seminis testa tenue membranacea, 
albumen par cum. Embryo viri- 
dis. 3. 

2. Calyx floris feminei tripartitus in 

fructu scariosus Axyris. 

Calyx floris feminei bifidus a dorso 
compressus, increscens lobis li- 
beris vel plus minusve connatis. . Atriplex. 

3. Calyx fl. feminei semibifidus bicor- * 

nis villosissimus Eurotia. 

Calyx fl. feminei cuneatus compres- 
sus biaristatus Ceratocarpus . 

^.Camforosmeae:\. Semen verticale ;flor.quadridentati Cawforosma. 

Semen horizontale , calyx plerum- 
que 5-dentatus. 2. 
2. Calyx fructifer exappendiculatus 

lana involutus Londesia. 

Sepala dorso in alam vel in aculeum 
excrescentia Kochia. 

Semen e pericarpio aperto seorsim 
deciduum AgriophyUum. 

Semen cum pericarpio clauso deci- 
duum Corispermum. 

1. Folia opposita, caulis articulatus. 2. 
Folia alterna, caulis continuus . . . Kalidium. 

2. Embryo plicatus exalbuminosus, 
herba annua Salicornia. 

Embryo hippocrepicus albumen 
cingens, frutex Halostachys. 

Ovarium basi calyci adnatum Schanginia. 

» liberum, stamina subhy- 
pogyna Suaeda. 

Staminodia nulla Salsola. 

Staminodia 5. cum filamentis plus 
minusve connata Haloxylon, 

1. Folia opposita. 2. 
Folia sparsa. 4. 

2. Staminodia distincta, fruticulosae 
vel caudice lignoso. 3. 

Staminodia nulla, planta annua, fo- 
lia elongata Petrosimonia. 

3. Calyx fructifer alatus Anabasis. 

» » immutatus exalatus Brachylepis. 

4. Herbae annuae, sepala in fructu 
late alata Halogeton. 

Fruticulosae. 5. 



4. Corispermeae: 



5. Scdicornieae: 



6. Suaedeae: 

7. Sodeae: 

8. Anabaseae: 



— 277 — 

5. Sepala exalata, flores tunc demum 

distincti Nanophytum. 

Sepala alata, flores in capitulum 
conferruminati Sympegma. 

Enumeratio Salsolacearum omnium hucusque in Mongolia col- 

lectarum. 

I. Oyclolol>eae. 

Trib. I. Chenopodieae. 

Cheflopodinm L. 

Clavis specierum. 

1. Embryo perfects annularis. 2. 

» hippocrepicus. 6. 

2. Folia intégra et integerrima Ch. acuminatum. 

» sinuato-dentata. 3. 

3. Semina margine acuta laevissima. 4. 

» margine obtusa. 5. 

4. Sepala carinata Ch. album. 

» ecarinata Ch. glaucum. 

5. Sepala ecarinata Ch. urbicum. 

» carinata, semina laevigata Ch. opulifolium. 

6. Folia lanceolato-linearia glabriuscula in- 

tegerrima Ch, aristatum. 

Folia sinuato-pinnatifida glanduloso-pu- 
bescentia Ch. Botrys. 

1. Ch. acuminatum Willd. Led. fl. ross. III. p. 694. 
Maxim. Ind. mongol, p. 484. 

Hab. in lapidosis vallis Irtysch nigri in montibus 
Kitschkene-Tau, 27. Juni. 76. (Potanin), prope 
Kiachta (Basilewski), in jugo Han-hai , in coUibus 
arenosis vallis fluvii Schuryk, 23. Juli 1877. (Po- 
tanin), in siccis ad tractum mercatorium (Bunge, 
Kirilow. 1831.) 

2. Ch. opulifolium Schrad.? Fl. ross. 1. c. p. 696. 
Hab. in Mongoliae australis terra Ordos, in valle fl. 

Hoangho, solo argilloso frequens. 5. Sept. 71. 
(Przewalski). 



— 278 — 

Fructu nondum maturo haud rite determinandum, 
nee tarnen ad aliam speciem amandandum. 

3. Ch. album L. Led. 1. c. p. 697. Ind. mong. 1. c. 
Hab. in Mongolia boreali: secus fl. Kungess, affluen- 

tem Hi, sub finem mens. Aug. et ad medium Septbr. 
1877. (Przew.), in valle Irtysch nigri ad fortalitium 
Saissan 27. Juli 76, in via inter Kinderlyk et Assu 
Syr-bulak. 4. Aug. 76, in campis Dtirbeldjin, 24. 
Aug. 76 (Potanin), Arschain-gol et Bogdyn gol in 
lapidosis jugi Han-hai, Urten-gol Altai australis 
2. Juli 1877. Forma pygmaea (Potanin), in Mon- 
golia australi: Siwan-tse prope Chalgan (Pat. Art- 
selaer, 1876), inter Thianschan et murum mag- 
num, in ipsa urbe Ssu-tscheu (Piassezki). 
Speciei polymorphae formae variae collectae, cer- 
tis characteribus haud limitandae, omnes calyce 
5-costato, fructifère firmiter clause, seminib usque 
laevissimis margine acutis inter se convenientes. 

4. Ch. glaucum L. fl. ross. 1. c. p. 700. 
Hab. in Mongolia (Turczaninow, Piassezki.) 

5. Ch, urhicum L. fl. ross. p. 701. Ind. mong. 1. c. 
Hab. in Mongolia boreali ad Irtysch nigrum (Po- 
tanin) et orientali ad tractum mercatorium (Tata- 
rinow. 1840.) 

6. Ch. aristatum. L. Teloxys aristata Moq. Led. fl. 
ross. 1. c. p. 693. Ind. mong. 1. c. 

Hab. in siccisMongoliae borealis : ditione jugi Tannu- 
ola, ad lacum Schar-nor in ripa fl. Tess, 1 Novbri 
1877. Mongolis «Ssoli», cibo inservit. (Potanin.), 
ad tractum mercatorium (Kirilow, Bge.), nee non 
parte australi : Siwan-tse prope Chalgan (Pater Art- 
selaer). 



— 279 — 

Téloxys nulla re a Ghenopodiis sectionis Botryois 
distincta; iterum Chenopodiis associanda. 

7. Gh. Botrys L. Led. fl. ross. 1. c. p. 704. 

Hab. Mongolia boreali-occidentali, in desertis ad fl. 
Kungess inferiorem et Hi superiorem, Juni — Juli 
1877. (Przewalski), ad Irtysch nigrum, in monti- 
bus Kitschkene-tau in lapidosis. (Potanin 27. Juli 
1876.) 

Blitum Tourn. 

8. Bl. virgatum L. Led. fl. ross. 1. c. p. 706. 
Mongolia borealis: in montosis Altyn-tschetsche, 

inter Chobdo et fines Sibiriae (Kalning), Altai au- 
strali, in alveis siccis rivulorum Ssakssa et Tatal, 
7. et 8. Juli 1877 (Potanin) et in valle Bogdyn- 
gol jugi Han-hai 7. Aug. 77 (Potanin), in Mon- 
golia (Piassezki.) 

Trib. II. Atripliceae. 

Axyris L. 

Erecta, foliis ovatis A. amarantoides. 

Diffusa, foliis obovatis A. prostrata. 

9. Ä, amarantoides L, Led. fl. ross. HL p. 713. Ind. 
mong. 1. c. 

Hab. in Mongolia boreali, jugo Han-hai, ad fl. Schu- 
ryk, 23. Juli 77. (Potanin), ad tractum mercato- 
rium (Bunge, Kirilow 1831, Tatarinow 1840), in 
Mongolia austro-orientali : Siwan-tse pr. Chalgan 
(Pat. Artselaer, 1876). * 

10. Ä. prostrata L. Led. 1. c. p. 714. Ind. mong. 1. c. 

Hab. in lapidosis tractus mercatorii Mongol iae orien- 
talis (Bunge, Kirilow 1831.) 



280 



Atriplex L. 

1, Folia subintegerrima ovato-lanceolata, vi- 

rentia A. lenticulare. 

Folia sinuato-dentata, subtus albida. 2. 

2. Flores feminei fructificantes cuneato-sub- 

globosi muricati A. sibiricum. 

Flores feminei fructificantes sessiles rhom- 
bei vel triangulari - subhastati margine 
dentati A, laciniatum. 

11. A. laciniatum L, Led. 1. c. p. 718. 

Hab. in Mongolia boreali: ad Irtim nigrum, 15. et 
26. Aug. 1876 (Potanin), in desertis ad fl. Tekess 
ditione Kungess, locis olim habitatis, 3. Juli 1877. 
(Przewalski). Mongolia australis: deserto inter An- 
ssi-tscheu et Hami, 20 — 22. Aug. 75. (Piassezki.) 

12. A. lenticulare C. A. M. ex Turcz. Cat. Baical. 
n. 958. Ohione fera Moq. Led. 1. c. p. 733. Ind. 
mong. 1. c. 

Hab. in Mongoliae orientalis saisis (Bunge, Kiri- 
low, 1831.) 

13. ^. sihiricum L. Led. fl. alt. IV. p. 315. Ohione 
muricata Gärtn. in Led. fl. r. 1. c. p. 734. Ind. 
mong. 1. c. 

Hab. in Mongolia boreali: ditione jugi Tannu-ola, 
ad lacum Schar-nor in ripafl. Tess, 1 Novbr. 1877., 
incolis: «Chamgul» (Potanin), in valle fl. Kran, 28. 
Aug. 76. (Potanin), ad tractum mercatorium orien- 
talem, frequens (Bunge , Kirilow, 1831., Tatari- 
now 1840.), in ditione Ordos australis inter Poro- 
balgassun et Wousjen, a muro magno et urbe Nin- 
ghia-fu orientem versus, autumno 1877 (Pat. Ver- 
linden), nee non in valle fl. Hoang-ho, in solo are- 
noso frequens, 2 4 . Aug. 1871. (Przewalski), in Mon- 



— 28Î — 

goliae occidentali-borealis terra Chalcha, 20. Aug. 
1873. (Przew.) 

Eurotia Ad ans. 

14, E. ceratoides L. Led. fl. ross. 1. c. p. 738. Ind. 
mong. 1. c. Axyris rosmarinifoUa Turcz. Ind. mong. 
1. c. Axyris sericea Turcz. pL exs. 

Frequens per Mongolian! orientalem (Bunge 1831, 
Kirilow 1840., Tatarinow), in Mongoliae australis 
montibus Alaschan, in valle fl. Hoang-ho, in arena 
mobili, 16. Aug. 1871 (Przewalski), in Mongolia 
boreali ad Irtin nigrum (Potanin). 

Geratocarpus Buxb. 

15. C. arenarius L. Led. fl. ross. 1. c. p. 739. 

In Mongolia boreali -occidentali in desertis ad fl. 
Tekess ditione Kungess, vulgaris, Juli 1877. (Prze- 
walski). 

Tribus III. Camforosmeae. 

londesia F. et M. 

Iß/L, eriantha Fisch, et Meyer. Led. fl. ross. III. 
p. 745. 
Hab. in Mongolia boreali- occidentali, in itinere ad 
Chobdo (Kalning). 

Camforosma L. 

17. C. ruthenicum M. Bieb.Led. fl. ross. 1. c. p. 743. 
Hab. in desertis vallis fl. Irtysch nigri prope forta- 
litium Saissan, 1876. Julio (Potanin). 

Kochia Both. 

1. Annuae. 2. 

Perennis basi lignosa suffruticosa, calyx 
alatus , K. prostrata. 

2. Calyx in alas 5 minutas tuberculiformes 

excrescens , K. scoparia. 

Calyx in spinas 5. excrescens. 3. 

Mélanges biologiques. X. 36 



— 282 — 

3. Spinae calycis fructiferi apice hamato iü- 

flexae K. hyssopifoUa: 

Spinae calycis fructiferi apice rectae. 4. 

4. Molliter patentim villosa K. mollis. 

Pube adpressa sericeo-villosa K. divaricata. 

18. K, scoparia Schrad. Led. fl. r. 1. c. p. 746. Ind. 
mong. 1. c. 

Hab. in ditione Ordos australi inter Poro-balgassun 
et Wousjen, autumno 1877. (Pater Verlinden, 
Mongolis : «Sapan» audit); ibidem, in valle fl. Hoang- 
ho, medio Julio 1871. (Przewalski), in Mongolia 
austro-orientali : Siwan-tse prope Chalgan (Pater 
Artselaerl876.)et alibi in locissubarenosis(1831. 
Bunge, Kirilow, forma humilis subsimplex). Var. y. 
in Mong. occ. terra Ordos, in valle fl. Hoang-ho 
in uliginosis limosis rara (Przew.) 

19. K, prostrata Schrad. Led. fl. ross.l. c. p. 747. Ind. 
mong. 1. c. 

In Mongoliae borealis aridis in faucibus Dzussylyk 
Altai australis, 29. Juni 77. (Potanin), in siccis ad 
tractum mercatorium, frequens (Bunge, Kirilow 
1831. Kirilow 1841). 

20. K. hyssopifoUa (Solsola) Pali. Led. fl. ross 1. c. 751 
(sub Echinopsilo.) 

In urbe Ssu-tscheu inter murum magnum et Hami, 
ad vias, 2. Aug. 75. vixdum florens (Piassezki). 

21. K, dasyphylla F. et M. in Schrenk Enum. Lp. 12 
in adnot. Echinopsilon divaricatusKsir. etKir. Led. 
fl. ross. 1. c. p. 752. 

In borealibus, ad lacum Uliungur, ad Salburta, 17. 
Aug. 76. (Potanin.) Hue etiam spectare videntur 
duo specimina valde juvenilia a cl. Piassezki col- 
lecta; tum in terra Ordos in valle fl. Hoangho in 



— 283 — 

arenosis frequens, et in regione Chalcha, in alveo- 
lis arenosis exsiccatis vallium frequens, Aug. 73. 
florere incipiens (Przewalski). 
22. K. mollis Bge. F. et M. 1. c. Echinopsilon mollis 
Fenzl. in Led. fl. ross. 1. c. p. 754. 

Hab. in arena mobili in medio deserto Gobi pr. 
Chadatu, Schara-budurghana et Durma (Bunge 
1830 et 1831), in itinere ad Chinam (Tatarinow 
1840), in Mongoliae occidentalis montibus Ala- 
schan (Przewalski 1871), in Ordos australi, inter 
Poro-balgassun etWousjen, Autumno 1877 (Pater 
Verlinden: Plante médicinale dans les accouche- 
ments difficiles, «Patang-hambei» en Mongol). 

Praecedenti proxime affinis et forsan aptius cum 
ilia specie jungenda. Discrimina a cl. F. et M. 1. 
c. allata ex parte ab aetate pendent, nam K. dasy- 
phyllam juniorem tantum observabant, cum fructus 
omnino maturos alterius a m. collectos cl. Fischero 
communicaveram. Habitus tamen tantisper discre- 
pans. Indumentum in illa densius fere adpressum, 
caulis rarius a basi atque laxius ramosus, in hac 
dense ramosissimus in globum excrescens. Spinae 
calycis fructiferi in illa tenuiores, in utraque vero 
occurrunt calyces fructiferi quorum sepal um unum 
praeter spinulam insuper in alam spinula brevio- 
rem lateralem excrescit, ita ut discrimen inter 
Kochiam et EcJiinopsilon omnino nullum, annuente 
etiam cl. Fenzl. in fl. ross. 1. c. p. 751. 

Tribus IV. Corispermeae. 

Agriophyllum M. Bieb. 

Fructus ala sensim in rostrum attenuataan- 

gusta dentata Ä. arenarium. 

Fructus ala apice dilatata lacera A. golicum. 



— 284 — 

23. Ä.gobicum Bge. pl. exs. in hb. Acad. et Horti petrop. 
Przewalski it. L 157. Agr, arenarium Ind. mongol. 
I.e. 

A. foliis sessilibus lanceolatis 5 — Tnerviis pungen- 
tibus, spiculis axillaribus numerosissimis, bracteis 
rigidis pungentibus squarroso-reflexis, fructu basi 
anguste apicem versus latins alato, ala superne 
dilatata lacera stigmatibus erectis saepius hinc 
dente auctis. 

Hab. in arenosisMongoliae mediae australioris prope 
Durma (Bunge) et Kobur (Tatarinow!, Kirilow); in 
ditione Ordos : in valle fl. Hoang-ho in arena mobili 
vulgare et gregarium, etiam in montibus Alaschan 
vulgatissimum, a Mongolis «Ssulchir» dictum, e cu- 
jus seminibus farinam parant, 1 6 Aug. 1871. (Prze- 
walski), ejusdem regionis parte australi, «sauvage 
et cultivée, Soulkhir en Mongol» (Pater Verlinden). 

Valde affine Agr. arenario, nee ab illo nisi fructu 
maturescente distinguendum; sub anthesi omnino 
eongruum, sed fructus major superne latius alatus, 
ala apice dilatata lacera; stigmata etiam in Agr. 
arenario hinc inde lateraliter dente aucta. 

24. Agriophyllum arenarium M. B. — Led. fl. ross. 
III. p. 756. 

A. foliis sessilibus lanceolatis 5 — 7 nerviis pungen- 
tibus, Spieulis axillaribus numerosissimis, bracteis 
rigidis pungentibus squarrosis, fructu anguste alato, 
ala apicem versus attenuata denticulata, stigma- 
tibus junioribus divaricatis, saepius hinc dente 
auctis. 

Hab. in arena mobili ad fl. Irtysch nigrum (Pota- 
nin, 1876.), deserto ab urbe Gutschen et jugo 



~' 285 — 

Thianschan boream versus, 18. Sept. 1875. (Pias- 
sezki.) 

Corispermum L. 

1. Fructus villosulus exalatus C. Gmelini. 

» glaberrimus. 2. 

2. Fructus apterus C. orientale. 

» in alam distinctam expansus. 3. 
' 3. Fructus apice integer stylorum basi biden- 

ticulatus , . . C. hyssopifolium. 

Fructus apice emarginatus ; sepala nulla . C. MarschaUi. 

25. C orientale Ldi>m. Led. fl. ross. 1. c. p. 758. Cori- 
spermi spec. Ind. mong. 1. c. 

Hab. parte orientali ad tractum mercatorium (Ta- 
tarinow), parte australi, ditione Ordos, in valle fl. 
Hoang-ho, in arenosis Kusuptschi dictis, 1. Sept. 
1871 . florens, nee non in montibus Alaschan, Sept. 
71. fructificans (Przewalski). 

Planta a Przewalskio collecta distincta foliis latiori- 
bus carnosulis, bracteis fructum tegentibus latis- 
simis, sed ob flores pentandros et fructum omnino 
immarginatum convexo - concavum hue spectans. 
An C. Stauntoni J mihi ignotum? 

26. G. Marschallii Steven. Led. 1. c. p. 762. 

Hab. in Mongoliae terra Ordos australi (Pat. Ver- 
linden, autumno 1877.) 

27. G. hyssopifolium Juss. Led. 1. c. p. 759. 

Hab. in Mongolia boreali: ad ripam fl. Irtysch nigri, 
nee non ad fl. Kran, 28. Aug. 1876. fructif. (Po- 
tanin); jugo Han-hai, in coUibus arenosis vallis fl. 
Schuryk fl., 20. Juli 77. (idem). 

28. (7. Gmelini m. in hb. Acad, petrop. 

C. elongatum divaricato-ramosum, Junius canescens, 
fructiferum rubens; foliis oblongo-linearibus , spi- 



— 286 — 

eis elongatis tenuibus Iaxis, bracteis ovatis acumi- 
nato-cuspidatis , floribus monosepalis 1 — 3, 4-an- 
dris , fructu pube stellata pubescente oblonge im- 
marginato^vel ala angustissima cincto. 

Hab. in Mongoliae terra Ordos australi, autumno 
1877 fr. mature (Pat. Verlinden), nee non in 
Chinae occidentalis prov. Kansu, 23. Juli 1875., 
florens et c. fr. immaturo (Piassezki). 

Ab omnibus speciebus notis, praeter G. Bedowskii 
et ulopterum^ facile distinctum fructu pube stel- 
lata canescente, ab bis vero fructus ala nulla vel 
angustissima intégra. — Planta a Piassezkio lecta 
junior tota canescit, serius, ut in speciminibus Ver- 
lindenianis, calvescit, caule ramisque intense ru- 
bescentibus. Elatior, fere pedalis, cum C. Bedow- 
skii semper humile vidi. Folia in caule primario 
saepe 8'" longa, basi attenuata, supra medium us- 
que ad 3'" lata, obtusa, ramealia minora. Bracteae 
inferiores sub anthesi oblongo-lanceolatae , supe- 
riores breviores ovatae herbaceae, denique fructu 
mature marcescentes, fere ex toto membranaceae, 
pungenti-mucronatae. Sepalum unicum oblongum 
apice rotundatum hyalinum. Stamina saepius plura, 
filamenta sepalum multo superantia, nee tamen illo 
duplo longiora, antherae mox caducae, suborbicu- 
lares, didymae. Fructus immaturus pube stellata 
densa tectus, canus, denique rufescens et in dorso 
saepe calvescens, tenuiter papulosus, 1,6'" longus, 
y/' latus, oblongus acutus, vix ac ne vix quidem 
marginatus, apice acutus vel basi stylorum persi- 
stente biapiculatus, facie interna convexus. 

G. Gmelini dixi, quia frustulum in herbario Aca- 



— 287 — 

demiae Petrop. asservatum verosimiliter e herb. 
Gmeliniano ortum est. 

Tribus V. Salicornieae. 

Salicornia Moq. 

29, S. Jierhacea L. Led. 1. c. p. 767. Ind. mong. 1. c. 
Hab. in saisis Mongoliae orientalis (1831. Bunge, 

Kirilow), in Mongoliae australis montibus Alaschan, 
in lutoso-salsis ad ripam lacus Zagan-nor vulgaris, 
21. Sept. 1871. (Przewalski) 

Ralidinm Moq. 

1. Folia subnulla, seu potius foliorum lamina libera brevis- 

sima. 2. 
Foliorum lamina libera elongata K. foliatum. 

2. Flores in spica ternatim dispositi E. caspicum. 

» » solitarii K. gracüe. 

30. K. gracile Fenzl. in Led. fl. ross. 1. c. p. 769 in 
adnot. Ind. mong. 1. c. 

Hab. in Mongoliae orientalis deserto Gobi pr. Chai- 
lassutu, Boroldshi etc. (Bge. 1830, 31., Tatarinow. 
1840. Kirilow. 1841), in Mongoliae australis terra 
Ordos et ad montes Alaschan in desertis aridissi- 
mis boream versus, in argilloso- saisis vulgare et 
gregarium, camelorum pabulum gratissimum. Au- 
guste 1873. (Przewalski) 

SI. K. caspicum L. Ung. Sternb. in Atti del Cougr. 
Firenz. p. 317. K. arabicum Ind. mong. 1. c. Led. 
fl. ross. 1. c. 

Hab. in Mongolia orientali (Bunge, 1830) et bo- 
reali, in saisis ad lacum Uliungur, 11. Aug. 1876. 
(Potanin), Var. y. cuspidata: in Mongoliae australis 



— 288 — 

terra Ordos, in valle fl. Hoang-ho, locis arenoso- 
lutosisvere inundatis vulgare et gregarium, 2. Aug. 
1871. (Przewalski). 

32. K. foliatum Pali. Led. fi. ross. III. p. 770. Ind. 
mong. 1. c. 

Hab. in Mongolia orientali (Bunge, 1831. Kirilow, 
1841) et boreali, regione Chalcha, in limoso-salsis, 
quoad formam simile K, gracilis quocum iisdera 
locis crescit, 20. Aug. 1873. (Przewalski), var, 
hrevifolium in Mongoliae borealis ditione Urot, in 
deserto Golbyn-Gobi sparse, solo argilloso-lapidoso 
(idem), nee non ad lacum Uliungur, 15. Aug. 1876. 
et ditione Tannu-ola, ad lacus Schar-nor et Ubsa, 
1., 7. Novbr. 1877. (Potanin.) 

Halostachys C. A. Mey. 

33. H. caspia Pall. Ung. Sternb. 1. c. p. 334. Id. Ver- 
such eines Syst. d. Salicorn. p. 77 — 79. Halocne- 
mum caspicum Fenzl. in fl. ross. 1. c. p. 772. 

Hab. in Mong. austro-occid. in desertis ad fl. Ta- 
rym superiorem, baud procul a Lob-nor, Nov. et 
Decbr. 1876. (Przewalski) et boreali, ad lacum 
Uliungur (Potanin.) 

II. Splrolobeae. 

Tribus VI. Suaedeae. 

Schanginia C. A. Mey. 

34. S. linifolia Pall, in Led. fl. ross. 1. c. p. 755. 
Hab. in Mongolia boreali, in pratis ad fl. Kran, affl. 

Irtin, 29. Aug. 76. (Potanin.) 

Suaeda. 

1. Fruticosa, foliis elongatis, calyce fructifère 

inflate S. physophora. 



-- 289 — 

Annuae herbaceae. 2. 

2. Florum glomeruli petiolares vel subpetio- 

lares. 3. 
Florum glomeruli exacte axillares. 4. 

3. Erecta elata, foliis filiformibus confertis, se- 

minibus praecocibus globosis granulatis, 
serotinis borizontalibus in calyce depresso. S. glauca. 
Prostrata, foliis carnosis spathulatis, semi- 
nibus praecocibus globosis laevissimis,se- 
rotinis in calyce globoso-inflato vertica- 
libus S. ampuUaeea. 

4. Folia lineari-teretia. 5. 

» obovata carnosa , semina planiuscula 

tenuissime striata S. Frzewcdslcii. 

5. Sepala apice tuberculata in calycem sub- 

stellatum excrescentia S. corniculata. 

Sepala ecarinata rotundata. 6. 

6. Folia acuta vel in setam terminata S. setigera. 

» obtusa. 7. 

7. Semina granulata vel punctato-striata S. maritima. 

» laevissima nitida S. salsa. 

35. S. physophora Pall, in Led. fl. ross. 1. c. p. 777. 

Hab. in Mongolia boreali: in deserto salso ad fl. 
Tekess infer., frequens, V 1^—2^1^ ped. alta, 7 Juli 
1877. (Przewalski) et prope Kertsch ad rivulum 
Tschakyrta, ditionis Irtysch nigri, 5. Aug. 1876. 
(Potanin). 

Praeeunte cl. Fenzl. 1. c. Chenopodinam Moq. Tand. 
non solum, sed et plurima genera ab illo constituta 
a Schoheria C. A. M. sejuncta, ad genus Suaedam 
reducenda censeo; seminum uempe et fructuum 
fabrica in omnibus his plantis tarn variabilis, ut 
nullos certos fines inter illas in venire possim. In 
plurimis semina serotina a praecocibus omnino 
diversa, haec testa Crustacea albumineque prae- 
dita, ilia vero testa membranacea albumineque 
nullo; semina fere omnium tum borizontalia turn 
verticalia, calycis structura aeque varia undeScho- 

Melanges biologiques, X. 37 



— 290 — 

heria, Brezia^ Calvelia et Belowia nullo modo a 
Chenopodinis, quibuscum habitu optime congruunt, 
removendae. Denique et Helicilla Moq., infauste 
ad Sodeas relata, nil nisi Suaeda (Schoheria) glauca 
m., vel si mavis Suaeda Stauntoni Moq. 
36. iS. Przewalskii n. sp. 

S. annua a basi divaricato-ramosa, foliis carnosulis 
omnibus obovatis obtusissimis, floribus exacte axil- 
laribus glomeratis, sepalis laevibus ecarinatis clau- 
sis, pericarpio semini arete adhaerente, semine ho- 
rizontali tenuissime striate -grauulato planiusculo 
nee turgido. 

Hab. in Mongoliae australis regione Alaschan, ripa 
limoso-salsa lacus Zagan-nor, vulgaris et gregaria 
21 Sept. 1871. (Przewalski), nee non in prov. 
Kansu Chinae occidentalis , 23. Juli 1875. (Pias- 
sezki.) 

Affinis S. maritimae , sed facillime distincta foliis 
omnibus obovatis, pericarpio semini arete adhae- 
rente et semine planiusculo supra concave, subtus 
convexo. Viva laete virens, exsiccata flavescens, 
caulis a basi solutus in ramos ut videtur prostra- 
tes, ad summum 10 — 1 1 -pollicares, saepius multo 
brevier es. Folia infima maxima ex parte emarcida 
4 — 5'" longa, subfloralia 2y/" longa, sub apice 
ly/'' lata, basi cuneiformia, subarcuato-surrecta, 
summa minora. Glomeruli exacte axillares 5 — 7- 
flori, flore primario vel tribus fertilibus, laterali- 
bus sterilibus vel fructum serotinum maturanti- 
bus. Sepala convexa arete conniventia carnosula, 
in flore fructifie ante planiuscula. Antherae minu- 
taeflavae inclusae(?). Styliduo brevissimi. Semen 



— 291 — 

vix ^ll" in diametro, nigro-brunneum, difficillime a 
pericarpio solvitur, planiusculum, sed niargine ob- 
tusum , tenuiter concentrice punctato - striatum. 
Fructus serotini desunt. Planta Piassezkii omnino 
congrua, sed vix florens. 
37. A'. ampuUacea n. sp. 

S. annua, a basi in ramos soluta; foliis carnosis 
spathulatis obtusissimis glabris, glomerulis sub- 
petiolaribus paucifloris, floribus primariis herma- 
phroditis semen horizontale crustaceum turgidum 
a pericarpio facile solutum gerentibus, sepalis 
floris serotini (feminei?) ampuUaceo-inflatis clau- 
sis tenerrimis, pericarpio ovato tenue membrana- 
ceo semine multo ampliore, seminis verticalis ex- 
albuminosi testa tenue membranacea, rostello-in- 
fero. 

Hab. in Mongolia occidentali, deserto Gobi, ad 
austrum urbis Hami, 28. Aug. 75. (Piassezki.) 

Planta singularis, cujus unicum specimen collectum 
autumnale, habitu foliisque omnino simile S. Prze- 
walsMi, sed quamvis jam Augusto mense collecta, 
tamen fructus nisi serotinos ferens, seminibus pri- 
mariis crustaceis in calyce baud ampliato perpau- 
eis jam a caule solutis, magnitudine, forma et 
superficie ab illis S. Przeivalskii omnino distinctis. 

Folia inferiora lineari - clavata 6'" vix longiora, 
y/' crassa, carnosa, superiora subfloralia paulo la- 
tiora et breviora, obtusissima. Flores e rudimen- 
tis in glomerulo pauci fere axillares. Bracteolae 
ovatae acutae scarioso-hyalinae. Flores primarios 
hermaphrodites perpaucos superstites rite exami- 
nare baud licuit. Semen in illis majusculnm tur- 



— 292 — 

gidum nitide nigrum laevissimum. Calyces fructi- 
feri florum ut videtur femineorum, nam staminum 
ne vestigium quidem detegere potui, ampuUacei, 
usque ad ^"' ampli, tenuissime membranacei, vi- 
dentur omnino clausi. Pericarpium amplum, vide- 
tur inflatum, exsiccatione vero compressum, fere 
3"' longum totidemque latum , fovet semen multo 
angustius, in diametro vix ultra lineam magnum, 
testa tenue membranacea rufescente. Embryon 
exalbuminosum rostello lutescente, cotyledonibus 
brevioribus viridibus. Plumula vix conspicua. 
38. 8. salsa Fenzl in Led. fl. ross. III. p. 785, excl. 
syn. Pall. ill. p. 46., quoad descriptionem. 

Hab. in Mongolia orientali (Tatarinow 1840), bo- 
reali-occidentali , in terra Urot, in luto salso hu- 
mido arenoso, 10. Aug. 1873. (Przewalski), Mong. 
australi, in valle Hoang-ho, ad pedem m. Muni- 
ula, Julio 1873. (Idem.) 

Icon Pallasiana tab. 39. forsan hue spectat, non 
vero descriptio, quae disertis verbis sequentem 
speciem indicat: «Calyces facti e foliolis qui- 
nis carnosissimis viridibus, supra semen arete 
conniventibus , apice gibbis , extrorsumque an- 
gulo insigni prominulis, unde substellati appa- 
rent», quod certe ad amussin in Schoberiam corni- 
culatam C. A. M. quadrat, non vero in Sch. sal- 
sam. Nee credibile, plantam characteribus his in- 
signem et in regionibus ab oculatissimo Pallasio 
perlustratis frequentem ilium effugisse. Quid sit 
Salsola salsa L., qui plantam prope Astrachan col- 
lectam hoc nomine insigni vit, vix eruendum. S. 
salsa C. A. M. 3l S. maritima ab unde di versa vi- 



— 293 -- 

detur caule robustiore elato, ramis elongatis fa- 
stigiatis, colore glauco seminibusque minoribus lae- 
vissimis nee punctulatis, a Pallasio forsan ut a 
Biebersteinio pro forma proceriore S. maritimae 
sumta est. 

39. 6'. corniculata {Schober ia) C. A. M. 

Hab. in Mongoliae orientalis salsuginosis (Tatarinow 
1840.) 

40. S. glauca (Schoberia) Bge. Enum. chin. n. 310. He- 
licilla aliissima Moq. in DC. prodr. XIII. p. 170. 
Suaeda Stauntoni Moq. Chenop. Enum. p. 31. 

Hab. in Mongoliae australis terra Ordos, frequens 
in pratis vere inundatis vallis fl. Hoangho, 2 1 Juli 
1871 fl. incip. (Przewalski). 

Ambigit inter Suaedam et Schanginiam, nam calyx 
basi ovarii, quam vis breviter, adnatus vel adhae- 
rens. Habitus vero omnino specierum annuarum 
Suaedae,f2i>ci\e vero ab omnibus notis distinguenda: 
caule elato foliosissimo, erecto, glomerulis petio- 
laribus, floribus polygamis, et seminis testa subti- 
liter at eleganter granulata. 

Annua. Caules stricte erecti, parce fastigiato-ramosi, 
aetate provectiores 3 — 5 pedes alti. Folia filifor- 
mia 12 — 15"' longa, Yg'" crassa, praesertim ver- 
sus apicem ramorum sterilium conforta, erecta, 
glauca, acutissima. Glomeruli primarii 5 — 7 flori, 
petiolo supra basin inserti, sessiles, flore medio 
hermaphrodite, lateralibus multo minoribus abortu 
femineis, in summo caule et in ramulis supremis 
flores subsolitarii omnes abortu feminei, stamini- 
bus cum antheris efibetis brevissimis squamulae- 
formibus ad basin ovarii subperigynis ; ex his in- 



— 294 — 

feriores fructiferi parum depressi obtuse pentagoni, 
profunde 5-sulcati, quinquedentati, dentibus invi- 
cem marginibus dilatatis obtusissimis incumbenti- 
bus et arete cohaerentibus , nee tarnen vere con- 
natis, ita ut foramen tantum minutum stylo stigma» 
tibusque perforatum remaneat. Sepala dorso con- 
vexa omnino ecarinata, denique in floribus summis 
in cornicula subalaeformia carnosula stellatim pa- 
tentia excrescunt. Semina horum florum inferiora 
testa Crustacea, summa serotina testa membrana- 
cea praedita, haec omnino exalbuminosa. Haec tan- 
tum cl. Moquin investigavit, neglectis inferioribus. 

41. S. maritima Dumort? Led. fl. r. 1. c. p. 786. Scho- 
heria glauca Turcz. pi. exs. Ind. mong. 1. c. 

Hab. in Mongolia orientali (Turcz. pi. exs. a Kirilow 

an. 1831 collectae.) 
Specimina nimis juvenilia, vix florentia, nee rite 

determinanda. 

42. Suaeda setigera Moq. Led. fl. ross. 1. c. p. 783. 
Hab. in Mongolia boreali, inter fines Sibiriae et 

oppidum Chobdo (Kalning 1870.) 

Hujus quoque specimen valde juvenile et incom- 
pletum coUectum, ob folia acuminata hue relatum. 

Collecta insuper specimina vel nondum florentia, 
vel primes flores expandentia, ideoque indetermi- 
nabilia, a Przewalskio sub JV2 249 in regioneUrot, 
ad fontem uliginosum, in luto salso humido, et om- 
nino similia ad fl. Tschakyrta prope Kertsch, a 
D. Potanin, 5. Aug. 1876; a D. Kalning in iti- 
nire ad Chobdo sub J\2 180, nee non aliud in mon- 
tibus Alaschan in deserto aridissimo boream versus 
frequens (Przewalski J^. 229. a. 1873.) 



— 295 — 
Tribus VII. Sodeae. 

Salsola Gaertn. 

1. Annuae. 2. 
Fruticosae. 12. 

2. Folia ramique sparsi. 3. 

» » oppositi, antherae appendi- 

culatae S. hrachiata. 

3. Folia spinuloso-mucronata rigescentia. 4. 

» mutica vel submutica carnosa. 7. 

4. Styli breves stigma simplex mentientes, flo- 

res remote glomerati S. ulicina. 

Stigmata elongata filiformia, flores subso- 
litarii. 5. 

5. Flores superiores feminei, sepalum anticum 

alatum, caetera dorso gibba S. monoptera. 

Flores omnes hermapbroditi, sepal,a omnia 
alata vel dorso gibba. 6. 

6. Sepala basi membranacea dorso gibba, alis 

nempe minutis spongiosis S. coïïina. 

Sepala basi indurata omnia alata, alismem- 
branaceis S. KcHi. 

7. Antherae omnino exappendiculatae. 8. 

» appendiculatae vel saltem apice pictae. 10. 

8. Stigmata brevissima, calyx fructifer aper- 

tus, utriculus baccatus S. clavifoUa. 

Stigmata subulata elongata, utriculus sic- 
cus. 9. 

9. Alae reniformes membranaceae S. rosacea. 

n subnullae transverse carinaeformes. . S. Soda. 

10. Antherae appendicula distincta membrana- 

cea, 11. 
Anthera vix apiculata, nervo apice viridi- 
picto S. spissa. 

11. Alae reniformes imbricatae, antherae ap- 

pendicula subulata acuta S, afßnis. 

Alae obovatae sinu rotundato interstinctae, 
anth. app. ovata obtusa S. sclerantha. 

12. Virides, folia elongata linearia. 13. 
Cana, prostrata, folia brevia semiamplexi- 

caulia S. gemmascens. 

13. Folia basi membranaceo marginata, axillae 

villosae S. ahrotanoides. 

Folia basi in petiolum brevem angustata, 
axillae glabrae S. Arhuscula. 



— 296 — 

43. S. ulicina (Horaninowià) F. et M. in Led. fl. ross. 
I.e. p. 794. 

Hab. in Mongolia boreali - occidentali. (Piassezki 
1875.) 

44. S. monoptera n. sp. 

S. annua, ramosissima, brevissime patulo-hispidula, 
dense foliosa; foliis subulato-triquetris spinuloso- 
acuminatissimis basi tenuissime dentato-spinellosis, 
floralibus florem axillarem solitarium longe supe- 
rantibus, floribus polygamis inferioribus $ supe- 
rioribus femineis, sepalo calycis fructiferi antico 
minute alato, caeteris immutatis, antberis vix api- 
culatis. 

Hab. in Mongolia orient ali australiore (Tatarinow 
1840.) 

Caulis circiter pedalis crassitie fere pennae anseri- 
nae, ut videtur prostratus, dense ramosus, ramis 
patentissimis , imo inferioribus reversis semipeda- 
libus, iterum ramulosis, undique setulis patulis 
hispidus. Folia triquetra basi parum dilatata su- 
bulata apice in spinulam tenuem pungentem pro- 
ducta versus basin muriculato ciliolata subsemi- 
poliicaria. Flores fere in omnibus axillis ramulo- 
rum minutissimi , folio subflorali , bracteisque ge- 
minis occulti, illisque multo breviores, inferiores 
hermaphroditi, superiores mere femin ei. Bracteae 
e basi oblonga membranaceo dilatata, in euspidem 
triquetrum pungentem contractae, 272''' longae. 
Flos vix linea dimidia amplior 5-partitus, sepala 
nempe 5 basi breviter connata membranacea 
acuta, exterius anticum in fructu in alam minutam 
subcartilagineam interdum bilobam excrescens, 



— 297 — 

apice in fructu utriculiim tegens; caetera, quamvis 
etiam uninervia,- immutata, vel medio gibbere mi- 
nuto (an forsan serins etiam in alam excrescente?) 
aucta. Discus hypog}' nus inconspicuus cum basi ca- 
lycis et ovarii breviter coalitus. Stamina 5 vel 
pauciora perigyna, filamentis exsertis filiformibus 
enerviis. Antherae oblongae vix apiculatae conco- 
lores. Ovarium globosum. stylus brevis, stigmata 
duo elongata filiformia papulosa. Utriculus subur- 
ceolatus. Semen horizontale. Embryo spiralis sub- 
turbinatus. Flos etiam fructifer vix auctus. 

Ob flores polygamos, et sepalum unum tantum in 
alam excrescens olim generice banc speciem a 
veris Salsolis sejungendam esse credidi, Monopte- 
rygium minutiflorum illam nuncupans; ob affinita- 
tem vero proximam cum Salsola collina potius in 
genere retinendam esse censeo. 
45. S. Kali L. Led. fl. r. 1. c. p. 797. 

Hab. in Mongolia orientali frequens (Bunge, Kirilow, 
Tatarinow, Rosow, alii), australi: in valle fl. Hoang- 
ho in lotis lutoso-arenosis terrae Ordos frequens, 
24. Aug. 1871., in montibus Alaschan, in desertis 
aridissimis boream versus, frequens, 26. Juli 1873 
(Przewalski) occidentali (Piassezki), boreali: rara 
in lutosis humidis in terra Chalcha, 3 1 . Aug. 1873 
et ibidem in parte australi frequens, 29. Aug. 1873. 
(Przewalski), ad lacum Uliungur, 16. Aug. 76., 
Bulun-tochoi in arvis derelictis, 19. Aug. 76., ad 
fl. Urungu in pratis, 21. Aug. 76., ad fl. Irtysch 
nigrum, 28. Aug. et 27. Juni 76. Han-hai, ad 
fl. Schuryk, 23. Juli 77, ad fl. Telgir-morin, 19. 
Sept. 1877 (Potanin). 

Mélanges biologiques. X. 38 



— 298 — 

46. 8. rosacea L. Led. fl. r. 1. c. p. 801. 

Hab. Mongolia boreali, in lapidosis pr. Djurbel- 
dshin ad fl. Irtysch nigrum, 24. Aug. 1876. (Po- 
tanin.) 

47. S. coUina Pall. Led. fl. r. 1. c. p. 800. 

Hab. in locis subarenosis ad tractum mercatorium 
Orientalen! (Turcz. pi. exs. a Kirilow collectae, 
Bge, 1831., Kirilow, 1841., Tatarinow, 1840), 
in Mongoliae meridionalis deserto ad pedem au- 
stralem jugi Muni-ula, in agris Sinensium vulgaris, 
22. Juli 1871 . (Przewalski), ditione Ordos australis, 
inter Poro-balgassun et Wousjen, autumno 1877. 
Mongolis «Sapan» (Pater Ver linden), boreali in 
arvis derelictis pr. fortalitium Saissan, nee non 
prope Djurbeldshin (Potanin, 1876.) 

48. S. clavifolia Pall. Led. fl. r. 1. c. p. 802, non Ind. 
mong. 1. c. 

Hab. in Mongolia boreali occidentali (Piassezki.) 

49. S. Soda L. Led. fl. r. 1. c. p. 803. 

Hab. in Mongolia boreali prope Kertsch ad fl.Tscha- 
kyrta (Potanin.) 

50. S. affinis C. A. Mey. Led. fl. ross. 1. c. p. 805. 
Hab. in Mongoliae borealis valle fl. Kran, 29. Aug. 

76. (Potanin), in Mongolia occidentali (Piassezki). 
61. S, hracMata Pall. Led. fl. ross. 1. c. p. 806. 
Hab. in Mongolia boreali prope Djurbeldshin et ad 
fl. Kran (Potanin). 

52. S. sderantha C. A. M. Led. 1. c. p. 807. 
Hab. in Mongolia occidentali (Piassezki.) 

53. S. spissa M. B. Led. fl. ross. 1. c. p. 808. 

Hab. in Mongolia boreali ad lacum Uliungur prope 
Salburta (Potanin.) 



— 299 — 

54. S. gemmascens Pall. Led. 1. c. p. 815. Halimocne- 
mis microphylla Turcz. pi. exs. Mong. Salsola Pas- 
serina Bge. in Linn. 1843. pag. 4. 

Hab. in saisis Mongoliae orientalis mediae deserto 
Gobi (Bunge, Kiiilow 1830. Kirilow 1841.), bo- 
reali: in deserto Golbyn-Gobi in terra Urot, in la- 
pi dosis rarius, 14. Aug. 1873. (Przewalski) , au- 
strali: in montibus Alaschan, in planitiebus argil- 
losis trans arenas Tyngeri sitis gregaria (Prze- 
walski). 

55. /S. ahrotanoides n. sp. 

S. fruticosa humilis tortuoso-ramosa glabriuscula 
glauca; foliis sparsis sessilibus teretibus obtusis 
vel mucronatis , axillis villosis , floribus in ramis 
terminalibus gracilibus confertim spicatis, bracteo- 
lis flore brevioribus, sepalis ovatis obtusis mem- 
branaceo-marginatis , (tune demum supra medium 
alatis) glabris, antheris minute obtuse apiculatis 
mox deciduis, filamentis brevissime exsertis hya- 
linis; fructu? 

Collecta specimina pauca valde juvenilia in valle 
déserta secus pedem borealem jugi Thian-schan 
expansa, solo limoso circa vicum Adak, 17. Juni 
1877. et ad fl. Koschöty, in deserto salso boream 
versus a montibus Taischir-ola Altai australis sito, 
16. Juli 77. (Potanin.) 

S. Arhusculae affinis, attamen diversissima. Fructu 
ignoto locus in systemate dubius. Villi crispati 
in axillis foliorum affinitatem cum nonnullis Ana- 
haseis, sed ovarii conformatio et ovuli situs semen 
horizontale Sodearum indicant. 

Truncus saepe digito multo crassior nigricans, dis- 



— 300 — 

torte breviter ramosus, rainulis hornotinis aliis fo- 
liigeris, aliis mere florigeris gracilibus, illis sub 
anthesi ad summum tripollicaribus. Folia tere- 
tiuscula carnosa 3 — 5'^' louga, exsiccata vix Ys'" 
crassiora, vel saepius obtusissima, vel rarius ju- 
niora mucronulata , recta vel curvata , in axilla 
crispato-villosula, basi non in petiolum angustata, 
ut in S. Arhuscula, sed saepius anguste membra- 
naceo dilatata, in axillis subinde fasciculata. Rami 
floridi sub anthesi '/g — I'/g pollicares graciles, laxi 
nee rigidi, recti ut in S. Arhuscula; sub anthesi 
dense imbricato-florigeri, floribus contiguis. Folia 
subfloralia caulinis similia, at sensius breviora, 
summa fiore breviora. Flores solitarii. Bracteolae 
ovatae minutae flore breviores. Sepala 5 late ovata 
late hyalino marginata obtusa, medio intense vi- 
ridia, jam supra medium alarum vestigia osten- 
dunt, nee infra medium ut in S, Arhuscula, Sta- 
mina 5 filamentis linearibus extus cyathulo minu- 
tissimo insertis, parum supra sepala prominulis, 
hyalinis, nee ut in S. Arhuscula fuscescentibus. 
Antherae cordatae ad mediam fissae, apice minu- 
tissime obtuse apiculatae. Ovarium ovatura in sty- 
lum attenuatum, stigmata mox recurva nigricantia. 

Semen ? 

66. S. Arhuscula Pall. Led. fl. ross. 1. c. p. 816. Ha- 
Umocnemis laricifolia Turcz. pi. exs. Ind. mong. 
1. c. 
Hab. in montosis lapidosis Mongoliae borealioris 
mediae (Bunge, Kirilow, 1831., Kirilow 1841), 
in regione Chalcha, in lutosis lapidosis rara, 29. 
Aug. 1873. (Przewalski) , in sabulosis ad lacum 



— 301 — 

Uliiingur, 15. Aug. et ad fl. Kran, 28. et 29. Aug. 
1876. (Potanin), in Mongolia occidentali (Pias- 
sezki.) 
Valde polymorpha, sed facile recognoscenda in om- 
nibus for mis foliorum structura, quae semper ver- 
sus ba?in in petiolum brevem albidum attenuata, 
supra ilium facile rupta, ipso petiolo maxima parte 
adnato-decurrente et basi in gibbum minutum in- 
crassato persistente. Sepalorum parte infra alas 
sita vix indurata haec species distinguitur a S. 
SîibapJiylla^ glauca et affinibus. , 

Haloxylon Bge. 

Folia brevissima in ciipulam connata op- 

posita, rami articulati H. Ammodendron. 

Folia elongata sparsa, rami continui H. Begelii. 

57. H. Ammodendron C. A. M. (sub Anabasi) Led. fl. 
alt. I. p. 373. Led. fl. ross. 1. c. p. 820. 
Hab. in Mongolia australi: in montibus Alaschan 
borealibus, 1. Juni 1872. (Przewalski. «Arbor 
«10 — 14 pedaliSj trunco vix 5 pedes longo, sed in- 
«terdum ultra pedem crasso, tortuoso, ligno fragili, 
«cortice albido laevi cum fossulis longitudinalibus ; 
«florere dicitur Aprili.floribus luteis,fide incolarum» 
Prz. in schedula). In Mongolia boreali: in tra- 
jectu inter Kenderlyk ad Assu-ssary-bulak, 7. Aug., 
Semis-tschij , 10. Aug., in iitore austro-orientali 
lacus Uliungur, 15. Aug., in valle Kran, 29. Aug. 
1876., deserto Gobi inter Thian-schan et Altai, 
fauce Gaschiun-dsucb, 23. Juni 77. (Potanin) et 
ibidem occidentem versus (Piassezki.) 

bS. H. Begelii n. sp. 



— ' 302 — 

H. fruticulosum , caudice brevi crasso lignoso ra- 
mosissimo, ramis hornotinis ramosis, foliis fere 
omnibus sparsis carnosulis lineari-clavatis, floribus 
axillaribus solitariis minutissimis , staminodiis 5. 
brevibus carnosulis, filamentis sepala aequantibus, 
stylo brevissimo, stigmatibus duobus divaricatis. 

Hab. Altai australi, in deserto lapidoso inter lacum 
salsum Burâ et il. Tugurjuk, 5. Juli 77. (vix flo- 
rere incipiens), in deserto Gobi inter Altai et 
Thian-schan sito, septentrionem versus a vico Nom, 
21. Juni 77. (vix florens); in itinere a Hami ver- 
sus trajectum jugi Thian-schan, in limite australi 
deserti sterilissimi limosi, 4. Juni 77. nondum flo- 
rens sed vegetius (Potanin.) 

Specimina nondum vel vixdum florida in nostris re- 
gionibus collecta, plantae distinctissimae , nec ta- 
men rite definiendae, nisi in regionibus contermi- 
nis a cl. Alb. Regel sine ulla dubitatione eadem 
planta fructificans collecta esset, quae de affinitate 
illius dubia solvere licuit. Quamvis habitus a cae- 
teris Haloxylis longe abhorreat, attamen certe huic 
generi adnumeranda, mediantibus H. Griffithii et 
H. TJiomsonii m. 

Caudices saepe pollice crassiores tortuosi fusci ra- 
mosi abbreviate Kami hornotini graciles inci- 
piente anthesi 3 — 6 pollicares, rarius pédales, nec 
fructiferi longiores, in parte lignescente cortice 
laevi tecti, foliosi, foliis sparsis exsiccatione nigri- 
cantibus. Folia carnosula clavata 2 — sy/'' longa, 
rarius in planta vegetiore nondum alabastra ferente 
semipollicaria, juniora exsiccata vix ultra Yg'" 
crassa, tune demum paulo crassiora, glaberrima 



— 303 — 

patentissima teretiuscula obtusa, plerumque apice 
paulo crassiora. Flores in axillis superioribus ex- 
acte sessiles solitarii minutissimi, incipiente an- 
thesi vix ultra ^l^" magni, bibracteolati. Bracteolae 
flore breviores crassiusculae, breviter ovatae mem- 
branaceo marginatae obtusae. Sepala 5 sub orb i- 
culata concava latiuscule membranaceo marginata 
obtusissima , ima basi connata. Staminodia 5 ro- 
tundata carnosula margine glandulosa. Filamenta 
brevia inter ovarium et staminodia inserta et bre- 
vissime cum his connata inclusa. Antherae cor- 
dato-reniformes obtusissimae vix exsertae. Ova- 
rium subglobosum in stylum brevissimum attenua- 
tum, stigmatibus 2 vel 3 brevibus divaricatis. Se- 
pala fructigera longe supra medium alata, parte 
inferiore concava latiuscula, parte supra alam sita 
brevi incurva, alis tenuibus flabellatis patulis 2y/" 
latis et ly/' altis. Pericarpium carnosulo-coria- 
ceum nigrum, tenuissime subpapulosum , a semine 
facile solutum. Seminis horizontalis integumentum 
fuscescens membranaceum. Embryo spiralis exal- 
buminosus, rostello flavicante, cotyledonibus multo 
brevioribus intense viridibus. Plumula vix con- 

^ ' Tribus VIII. Anabaseae. 

Anabasis L. 

1. Caules annui berbacei a trunco articulato- 

secedentes A. cretacea. 

Caules basi persistente lignescentes. 2. 
2. Sepala tria tantum alata, folia obsoletissima 

truncata A. aphyUa. 

Sepala 5 omnia alata, folia distincta apice 
setigera A. irevifölia. 

59. J^. cretacea Pall. Bge. Anab. rev. p. 36. 



— 304 ~ 

Hab. in Mongolia boreali, prope Kok-bucha, 10. 
Aug. 1876. (Potanin.) 

60. A. apliylla L. Bge. 1. c. p. 40. 

Hab. in Mongolia boreali, in trajectu inter Kender- 
lyk ad Assu-Ssary-bulak, 4. Aug. 1876 et prope 
Kran, 28. Aug. 1876. (Potanin), in Mongolia oc- 
cidentali (Piassezki.) 

61. ^. hrevifolia C, A. M. Bge. 1. c. p. 42. Ind. mong. 
1. c. 

Hab. in deserto Gobi Mongoliae orientalis mediae 
(Bge., Tatarinow, Kirilow), Mongolia australi, in 
arenosis montium Alaschan frequens, 25. Sept. 
1871. et in desertis ad boream montium liorum, 
in argillosis rarius, 28. Juli 1873., boreali: in 
terra Chalcha, ad rupes et in lutosis lapidosis 
vulgaris, 25. Aug. 1873. (Przewalski), in rupestri- 
bus pr. Kran, 29. Aug., pr. Kok-bucha, 10. Aug. 
76; Altai australi, inter lacum Bura et fl. Tugu- 
rjuk, 5. Juli 77., et pr. Zagan-derissu, 2. Juli 77. 
(Potanin.) 

Brachylepls C. A. Mey. 

62. B. salsa C. A. M. Bge. 1. c. p. 48. 

Hab. ad litus austro-orientale lacus Uliungur, 15. 
Aug. 76, et pr. Kertsch ad fl. Tschakyrta, Mon- 
goliae borealis (Potanin.) 

Nanophytum Less. 

63. N. erinaceum Pall. Bge. 1. c. p. 51, 

Hab. in Mongolia boreali, prope Assu-ssary-bulak, 
in argilloso- saisis, 5. Aug. 76. et prope Kertsch 
ad fl. Tschakyrta (Potanin), in Mongolia occiden- 
tali (Piassezki.) 



— 305 — 

Petrosimonia Bge. 

64. P. sibirica Pall. Bge. 1. c. p. 60. 

Hab. in Mongolia boreali in itinere a fl. Ulasty ad 
fl. Tumandy, 7. Aug. 76 et ad fl. Tschakyrta, 5. 
Aug. 76. (Potanin.) 

HalogetOD C. A. Mey. 

Semen verticale H. glomeratus. 

» horizontale H. arachnoideus. 

65. H, arachnoideus Moq. Bge. 1. c. p. 98. Ind. mong. 
1. c. 

Hab. in Mongoliae orientalis australioris arenosis 
(Bunge, 1831.,Tatarinow, 1840.,Kirllow 1841), et 
australi, in montibus Alaschan, Sept. 71. (Prze- 
walski fructif.), boreali: in ditione Chalcha, lapi- 
dosis nudis deserti aridissimi Golbyn-gobi frequens, 
15. Aug. vix florens (Przewalski), in litore austro- 
orientali lacus Uliungur prope Salburta (Potanin), 
in Mong. occid. (Piassezki). 

Collecta insuper in terra Chalcha, 20. Aug. 73, spe- 
cimina duo sub N. 267 a. D*" Przewalski, quae for- 
san ad speciem novam pertinent; distincta habitu 
multo robustiore, caule pedali annuo quidem sed 
lignescente, cortice alutaceo-albo, flores saltern 
medii in glomerulo pentandri, sed staminodia de- 
tegere haud potui, fructu déficiente seminum situs 
haud eruendus; affinis etiam H. tibetico m. 

66. jff. glomeratus M. B. Bge. 1. c. p. 95. 

Hab. in Mongolia boreali, pr. Kertsch ad fl. Tscha- 
kyrta, 5. Aug. 1876. (Potanin) et occidentali (Pias- 
sezki). 

Mélanges biologiques. X- 39 



— 306 — 
Sympegma Bge. 

67. 8, Begelii Bge. Salsol. turkest. ined. 

Hab. in Mongolia boreali: in trajectu Udsjur-Mii - 
gan, montibus Altai parallelo, ad fontem Tomi- 
bulyk, 28. Juni 77. (Potanin), occidentali (Pias- 
sezki.) 



(Tiré du Bulletin, T. XXV, pag. 349—371.) 



i| Janvier 1879. 

Histologische Untersuchung des kleinen Gehirnes der 
Neunauge (Petromyzon fluviatilis). Von A. Jeleneff. 

(Aus dem histologischen Institut der St. Petersburger Universität, 
unter Leitung des Herrn Prof. Owsjannikow.) 

(Avec une planche.) 

Bevor wir zur eingehenden Beschreibung des histo- 
logischen Baues des Kleinhirns der Neunauge schrei- 
ten, wäre es am Platze, einiges über die äussere Form 
und Lage desselben zu sagen. 

Öffnen wir die Schädelhöhle einer Neunauge, so 
erhalten wir ein klares Bild über die Beziehungen, in 
welchen das Kleinhirn zu den übrigen Theilen des 
Kopfmarkes steht. Es lagert sich senkrecht zwi- 
schen den Hemisphären des Grosshirns und dem «ver- 
längerten Mark» und bildet, in Form einer dünnen 
Platte, den Vorderrand der fovearhomboidalis. Die 
Rautengrube wird seitlich von den corporibus resti- 
formibus, welche nach vorne hin auseinandergehn, be- 
grenzt, so dass das Kleinhirn als Fortsetzung der ge- 
nannten Körper betrachtet werden kann. Von den 
Hemisphären des Grosshirns ist das Kleinhirn nur durch 
eine kleine Grube getrennt, an deren Stelle wir beim 
Frosche die corpora geminata finden, w^as von einer 



— 308 — 

höheren Entwickelung der Frösche den Fischen ge- 
genüber zeugt. Im Übrigen ist die Lage und anato- 
mische Form des kleinen Gehirns bei der Neunauge 
dieselbe wie beim Frosch. 

Da das Gehirn bekanntlich eine weiche, nachgie- 
bige Masse bildet, und der feinere Bau desselben sich 
am leichtesten an feinen Schnitten untersuchen lässt, 
so muss es vor AUe^m genügend erhärtet werden. Zu 
diesem Zwecke wurde zuerst eine Lösung von doppelt- 
chromsaurem Kali angewandt, in welcher das Gehirn 
7 bis 9 Tage blieb und dann auf 4 Tage in eine 1 — 
2y^j Chromsäurelösung übertragen wurde. Nach Ent- 
fernung der Chromsäure durch gründliches Abspülen 
mit destillirtem Wasser wurde das so vorbereitete Ge- 
hirn bis zur Untersuchung in 60gradigem Alkohol 
aufbewahrt. Zur Anfertigung von Schnitten wurde 
das von den umgebenden Theilen entblösste Gehirn in 
Wachs mit Provenceröl oder Glycerinseife einge- 
schmolzen. Die Schnitte erfolgten sowohl in sagittaler 
Eichtung als parallel der Oberfläche. Die anhaftende 
Wachsmasse wurde von den Schnitten mittelst Ter- 
pentinöl, die Glycerinseife mittelst Spiritus entfernt. 
Hierauf erfolgte die Färbung der Präparate vermittelst 
Karmin, Eosin oder einer schwachen Lösung von Hä- 
matoxylin, zuweilen auch mit Chlorgold. Auf diese 
Weise erhielten wir eine intensive und gleichmässige 
Färbung unserer Präparate, welche in Nelkenöl, Gly- 
cerin oder Kreosot aufgestellt wurden. 

Auf solchen Schnitten tritt die Beziehung des Klein- 
hirns zu den angränzenden Theilen mehr hervor als 
bei Betrachtung desselben von der Oberfläche: es liegt 
keilförmig zwischen dem Grosshirn und dem «verlän- 



— 309— ^ 

gerten Mark», ist niedriger als das erstere und höher 
als das letztere. 

Das kleine Gehirn der Wirbelthiere wird gewöhn- 
lich als aus 4 Schichten bestehend betrachtet, näm- 
lich einer Faser-, Kern-, Zell- und Molekulär-Schicht. 
Unsere Untersuchung zeigte uns jedoch, dass dasselbe 
Organ bei der Neunauge nur aus 3 Schichten besteht, 
indem bei ihr die Faserschicht der höherorganisir- 
ten Thiere sich nicht zu einer besonderen Schicht aus- 
bildet. Wir wollen die einzelnen Schichten in der Eei- 
henfolge beschreiben, wie sie in der Richtung vom 
«verlängerten Mark» zu den Hemisphären des Gross- 
hirns auf einander folgen. 

Auf der der «vierten Hirnhöhle» zugewandten Seite 
ist das Kleinhirn mit Epithelialzellen bekleidet, welche 
als Fortsetzung des Epithels vom «verlängerten Mark» 
betrachtet werden können. Diese Zellen tragen im 
Allgemeinen den Charakter eines Cylinderepithels. 
Während ihre freie, dem «verlängerten Mark» zuge- 
kehrte Oberfläche flach ist, bilden ihre Seitenflächen 
einen Kegel, dessen Spitze sich fadenförmig verlängert 
und tief in die Masse des Gehirns hinein dringt. Man 
kann diesen Fortsatz ziemlich weit verfolgen, jedoch 
ist es uns nicht gelungen, irgend einen Zusammenhang 
mit den Nervenelementen des Kleinhirns aufzufinden. 
Wahrscheinlich stehen die Epithelialzellen durch diese 
Fäden mit den Bindegewebselementen in Verbindung. 
Jede dieser Zellen besitzt, wie jedes Epithel, einen 
ovalen Kern, welcher auf tingirten Präparaten inten- 
siver gefärbt erscheint. Näher zum oberen Theile des 
Kleinhirns werden die Epithelzellen immer flacher und 
büssen allmählich ganz ihre charakteristische Form ein. 



— 310 — 

Vergleicht man dieses Epithel mit dem entsprechen- 
den des Froschhirns , so kann man sich leicht von der 
vollkommenen Gleichheit dieser Elemente bei beiden 
Thieren überzeugen, sowohl was die Form als auch 
die Lage desselben betrifft. 

Unter dem Epithel breitet sich eine Schicht von 
Nervenfasern aus, welche mit kleinen, runden Zellen 
wie besät erscheint. Diese letzteren liegen dichtge- 
drängt aneinander, so dass man nur in den Zwischen- 
räumen die Fasern deutlich sehen kann. Bei der Neun- 
auge kann man also nicht, wie dieses bei höher orga- 
nisirten Thieren geschieht, die Faserschicht von der 
Kernschicht trennen, da hier die Elemente der beiden 
genannten Schichten noch zu sehr durcheinander grei- 
fen, und eine Gruppirung derselben in zwei besondere 
Schichten noch nicht eingetreten ist. An einzelnen 
Präparaten findet man zwar einen verhältnissmässig 
schmalen Streifen, der ausschliesslich aus Nervenfasern 
gebildet wird und direct unter dem Epithel liegt, doch 
kann man dieses durchaus nicht an den meisten Prä- 
paraten wahrnehmen. Hier könnte man wol eine Fa- 
ser- und Kernschicht, als besondere Schichten unter- 
scheiden, doch wäre dieses nur ein Ausnahmefall, der 
keine allgemeine Bedeutung haben kann. An solchen 
Präparaten lässt sich die Structur der erwähnten run- 
den Zellen am Besten erkennen, zumal derjenigen, 
welche an der Grenze des Nervenfaserstreifens liegen ; 
sie tragen ganz und gar den Character von Zellen aus 
der Kernschicht an sich. 

Die Richtung der Nervenfasern ist im Allgemeinen 
parallel der Oberfläche und nur ein Theil derselben 
dringt in die Masse des Kleinhirns hinein , um sich 



— 311 — 

theils mit den Fortsätzen der kleinen, hier vorkom- 
menden, runden Zellen, theils mit den Zellfortsätzen, 
die ihnen aus der eigentlichen Kernschicht entgegen 
kommen, zu vereinigen. Es bildet sich hier ein förm- 
liches Netz von Fasern, in dessen Maschen sich jene 
runden Zellen anhäufen. Nach Golgi's Beobachtun- 
gen sollen sich diese Fasern noch weiter fortsetzen. 
Golgi sagt nämlich, dass dieselben, nachdem sie die 
Kernschicht passirt haben, ihr Netz über die Pur- 
kinje 'sehen Zellen ausbreiten und in die Molekular- 
schicht eindringen, wo sie sich mit den sog. periphe- 
rischen Ganglienzellen verbinden. Solch ein Bild ist 
uns jedoch auf keinem unserer Präparate zu Gesicht 
gekommen. Ebensowenig gelang es weder uns noch 
Denissenko etwas ähnliches im Kleinhirn des Frosches 
zu beobachten, dessen histologischer Bau überhaupt 
derselbe ist, wie bei der Neunauge. Auch beim Frosch 
kann man keine besondere Faserschicht unterscheiden : 
die Nervenfasern, welche von der allgemeinen Rich- 
tung abweichen, umstricken hier ebenso die Zellen der 
Kernschicht und verbinden sich mit den Fortsätzen 
derselben. Bei Untersuchung der Structur dieser Ner- 
venfasern begnügten wir uns nicht mit den angefertig- 
ten Schnitten, sondern wandten auch die Methode des 
Zerzupfens in Jodserum an. In dieser Zusatzflüssigkeit 
behalten die Nervenfasern bekanntlich ihre Elasticität 
und — was noch wichtiger ist — ihre natürlichen 
Structurverhältnisse ziemlich lange, wogegen sie in der 
Müller 'sehen Flüssigkeit, doppeltchromsaurem Am- 
monium, Alkohol u. s. w. spröde werden und leicht 
zerbröckeln. Desselben Verfahrens bedienten wir uns 
auch zur Untersuchung der Purkinje 'sehen Zellen 



— 312 — 

und der Zellen aus der Kernschicht. An so zubereite- 
ten Präparaten konnte man dreierlei Arten von Fasern 
unterscheiden: 1) markhaltige Nervenfasern, deren 
Axencylinder von Eosin schwächer gefärbt und von 
einer verhältnissmässig dicken Markscheide umgeben 
war; 2) marklose Fasern, also nackte Axencylinder 
und 3) Fasern, deren Axencylinder nur stellweise mit 
Mark bekleidet war. 

Die eben beschriebene Schicht geht allmählich in die 
eigentliche Kernschicht über, von welcher sie sich, 
wie wir gleich sehen werden, nur durch unwesentliche 
Merkmale unterscheidet. Hier treffen wir dieselben 
Nervenfasern an, welche sich ebenfalls zu einem Netze 
verflechten und die bekannten, runden Zellen in ih- 
ren Maschen einschliessen. Der ganze Unterschied be- 
steht darin, dass diese Zellen hier in grösserer Anzahl 
auftreten, besonders im unteren Theile des Kleinhirns. 
Betrachtet man die runden Zellen oder Kerne, wie sie 
von Baer benannt worden sind, bei schwacher Yer- 
grösserung, z. B. mit dem Objectivsystem J\2 II und 
dem Okulare ^ I eines Mikroskop's der Firma «Sey- 
bert und Kraft», so erhält man folgendes Bild: die 
betreffenden Zellen erscheinen als runde Flecke, deren 
Mittelpunct ein stärkeres Refractionsvermögen besitzt 
und bei der Tinction eine dunklere Farbe annimmt, 
als das übrige Plasma. Die Anordnung der Zellen ist 
durchaus keine so regelmässige, wie sie Denissenko 
in seiner Arbeit «üeber die Rinde des kleinen Gehirns» 
darstellt, wo er sagt, dass sie in regelmässige Reihen 
geordnet erscheinen ; sie sammeln sich vielmehr grup- 
penweise an oder liegen gleichmässig zerstreut in der 
betreffenden Schicht, »wie dieses auch Baer in seinem 



— ai3 — 

Werke «lieber das Centralnervensystem des Frosches» 
beschreibt. Denissenko, welcher die Zellen der Kern- 
schicht beim Menschen, Huhn, Frosch und anderen 
Thieren untersucht hat, spricht einigen von ihnen den 
nervösen Character ab und nennt sie «Hämatoxylin- 
zeilen», was mit den Resultaten unserer Untersuchung 
durchaus nicht im Einklänge ist. Betrachtet man die 
Kernschichtzellen bei starker Vergrösserung — wir 
nahmen der Reihe nach die Objectivsysteme JV2 V und 
VI und schliesslich das Immersionssystem J\2 VIII, 
zuweilen unter Anwendung des Oculars JV2 III — , so 
kann man sich leicht davon überzeugen, dass man es 
mit Nervenelementen und nicht mit Bindegewebskör- 
perchen zu thun hat. Sowohl beim Frosch als auch bei 
der Neunauge befinden sich diese Zellen in denselben 
Texturverhältnissen, die an Karmin- und Eosinpräpa- 
raturen deutlich hervortreten. 

Die zelligen Elemente der Kernschicht, «die Kerne», 
sind von einer dünnen Plasmaschicht umgeben und 
besitzen deutliche dunkler gefärbte Conturen. Von ih- 
rer Peripherie gehen feine Fortsätze aus, welche man 
ziemlich weit verfolgen kann. Die einen dringen in das 
Netz der Nervenfasern ein, andere vereinigen sich mit 
gleichartigen Zellfortsätzen ihrer Schicht, die" dritten 
endlich wenden sich zu den Purkinje 'sehen Zellen, 
um sich mit deren Fortsätzen zu verbinden. Das Plasma 
dieser «Kerne» ist feinkörnig und manchmal einem 
zarten Gewebe ähnlich , dessen einzelne Fäden unter 
einander dicht verflochten sind. Der dunkler gefärbte 
Mittelpunct endlich erweist sich als Kernchen mit run- 
den Umrissen. Auch hier sind die Zellen in einem 
Gewebe von Nervenfasern eingehüllt, die aus jener 

Mélanges biologiques. X. 40 



— 314 — 

Faserschicht abbiegen und ihre Richtung hierher neh- 
men. Dieselben «Kerne» trafen wir überall in der ent- 
sprechenden Schicht an. Durch Zerzupfen eines frischen 
Hirns in Jodserum erzielten wir Präparate, welche die 
Richtigkeit des Bildes, das wir bei Betrachtung der 
Schnitte von diesen Zellen gewonnen, bestätigten und 
ergänzten. Wir sahen deutlich die einzeln oder grup- 
penweise vertheilten Zellen, von denen jede 5 bis 7 
Fortsätze besass; sahen die Verbindung dieser Zellen 
unter sich vermittelst der erwähnten Ausläufer und 
konnten den Bau derselben bis aufs Genauste, selbst 
ohne Anwendung von Färbmitteln, wahrnehmen. Wie- 
der erschienen uns die Zellen in runder Form, mit 
deutlichen Conturen, mit jener characteristischen, ge- 
webeartigen Zeichnung des Plasma's und jenen runden 
Kernchen, niemals jedoch bekamen wir solch ein 
Bild zu Gesicht, wie es Denissenko nach Präparaten 
vom Kleinhirn des Menschen, der Maus, des Huhnes, 
des Frosches und anderer Thiere zeichnet. Diese Zel- 
len haben durchaus keine polygonale Gestalt. 

Weder bei der Neunauge, noch beim Frosche, bei 
welchem Denissenko solche Zellen in grosser Menge 
gesehen haben will, haben wir etwas ähnliches gefun- 
den. Ausserdem finden wir, dass Denissenko sich 
selbst widerspricht, indem er an einer Stelle sagt, dass 
die vieleckige Gestalt der «Hämatoxylinzellen» um so 
schwächer ausgesprochen sei, je mehr Plasma sie um- 
gebe , vordem aber gerade das Umgekehrte behauptet. 
Er habe nämlich gefunden, dass an Zerzupfungsprä- 
paraten vom Kleinhirn des Menschen die eckige Form 
jener Zellen bedeutend schwächer hervortrete, wo nur 
wenig oder gar kein umgebendes Plasma vorhanden 



— 315 — 

sei. Woher rührt dieser Widerspruch?!... Ferner 
lässt sich seine Behauptung in Betreff der Structur 
jener «Hämatoxylinzellen» nicht mit unseren Unter- 
suchungen vereinigen: er spricht ihnen den Besitz jeg- 
licher Fortsätze rundweg ab und glaubt in den Zeich- 
nungen von Gerlach, Oberstein und Golgi, wo 
die «Kerne» mit Ausläufern versehen sind, Fehler zu 
sehen, die in Folge optischer Täuschung entstanden 
seien. «An zerzupften Präparaten», sagt er, «kann 
man oft dasselbe sehen, was jene Beobachter beschrei- 
ben. Einzelne Fasern dringen durch die «Kerne» durch* 
man braucht jedoch dem Objectträger nur einige Zeit- 
lang eine schiefe Stellung zu geben, um sich davon 
zu überzeugen, dass die «Kerne» sich von den sie 
scheinbar durchdringenden Fasern entfernen, und eine 
Annäherung der «Kerne» und Fasern jene Figuren 
hervorrufen». DassDenissenko die besprochenen Zell- 
fortsätze nicht gesehen, ist durchaus kein Wunder, 
da er zur Isolirung derselben Präparate benutzt hat, 
die vorher in der Müll er 'sehen Flüssigkeit, in Chrom- 
säurelösung oder dgl. m. gelegen hatten und dadurch 
spröde geworden waren. Beim Zerzupfen brachen die 
Fortsätze natürlich ab und in Folge der übrig geblie- 
benen Stumpfe konnten Zellen möglicher Weise in je- 
ner polygonalen Form erscheinen. Andrerseits konnte 
diese Gestalt sowohl vom Drucke, welchen das Deck- 
gläschen auf das Präparat ausübt, als vom Zusammen- 
schrumpfen der Zellen in der Erhärtungsflüssigkeit 
herrühren. Obgleich wir frische Präparate zum Zer- 
zupfen verwandten, so konnten wir dennoch nicht bei 
allen Zellen jene Fortsätze erhalten. Wenn wir be- 
haupten, dass alle «Kerne» Fortsätze besitzen, so 



— 316 — 

thun wir es auf Rechnung dessen , dass sie alle genau 
dieselbe Structur besitzen, abgesehen von einem ge- 
ringen Unterschiede in Betreff der Grösse, dass wir 
ferner sowohl bei den kleineren als bei den grösseren 
Fortsätze gefunden haben und dass sich alle in gleicher 
Weise zur Tinction verhielten, wovon jetzt die Rede 
sein soll. 

Um sich einerseits von der Richtigkeit der eigenen, 
eben erwähnten Beobachtungen und die aus ihnen zu 
ziehenden Schlüsse zu überzeugen, andererseits aber 
um zu erfahren, ob die Elemente des Kleinhirns — der 
Behauptung Denisse nko's und anderer Beobachter 
gemäss — sich wirklich zu einer zweifachen Tinction 
mit Eosin und Hämatoxylin verschieden verhalten, 
versuchten wir jene von Denissenko empfohlene Me- 
thode anzuwenden. Wir legten sowohl Schnitte als 
Zerzupfungspräparate vom Kleinhirn des Frosches auf 
24 Stunden in eine wässrige Spirituslösung von Eosin. 
Dieselben nahmen eine schöne rosa Färbung an. Mit 
Wasser abgespült, wurden sie in Hämatoxylin über- 
tragen, dessen Stärke ungefähr der des Eosin gleich 
kam. Indem wir die Präparate von Zeit zu Zeit her- 
ausnahmen und betrachteten, erwies es sich, da?s 
dieselben allmählich die Farbe des Hämatoxylin annah- 
men. Nach 10 Minuten waren alle Elemente des Klein- 
hirns, somit auch die Zellen der Kernschicht, noch 
rosa, abgesehen von einem unbedeutenden violetten 
Anflug. Nach ungefähr 20 bis 30 Minuten erhielten 
die Präparate ein schmutzigbraunes Aussehen und 
schliesslich verdrängte das Hämatoxylin förmlich das 
Eosin. Alle Zellen ohne Ausnahme erschienen jetzt in 
bläulich-violetter Farbe, während, nach den Zeich- 



— 317 — 

nungen Denissenko'szu urtheilen, die einen Zellen 
die Farbe des Eosin hätten annehmen müssen, die an- 
deren — die des Hämatoxylin. Man konnte wol eine 
gewisse Ungleichmässigkeit der Färbung wahrnehmen, 
doch hat man, unserer Meinung nach, die Ursache 
derselben nicht in einem ungleichen Verhalten der 
Zellen zur Tinction zu suchen. Die einzelnen Elemente 
nahmen die Färbung des Hämatoxylin in gleichem Ver- 
hältnisse an wie die des Eosin. Dasselbe Verfahren 
wandten wir auch beim Kleinhirn des Hundes und des 
Huhnes an, wo wir ebenso wenig eine Specialisirung 
der Tinction wahrnehmen konnten, wie beim Frosch. 
Wir konnten, beiläufig gesagt, auch hier die Verbin- 
dung der Zellfortsätze unter einander in der Kern- 
schicht deutlich sehen. 

Wie schon oben erwähnt war, sollen, nach Deni- 
ssen ko, die Zellen der Kernschicht regelmässige Rei- 
hen bilden und so die Wandungen lymphatischer Gänge 
auskleiden. Wir haben jedoch an keinem Präparate 
jene regelmässige Lagerung wahrnehmen können, so 
dass die «Kerne» wol schwerlich an der Wandbildung 
jener Kanäle Theil nehmen, geschweige denn gleich- 
sam ein Endothel bilden können. 

Der Umstand, dass die Zellen der Kernschicht, 
Denissenko's «Hämatoxylinzellen», sowohl unterein- 
ander, als mit den Nervenfasern und den « Purkinje - 
sehen» Zellen in Verbindung stehen, lässt keinen Zwei- 
fel übrig, dass die besagten Zellen Nervenelemente 
sind, zumal da bis jetzt noch keine anderen Nerven- 
elemente gefunden worden sind — etwaige «Eosin- 
zellen», wie sie Denissenko nennt — welche in 



•—318 — 

Form und Eigenschaften sich gänzlich von den «Hä- 
matoxylinzellen» unterschieden. 

Es wird unsere Leser vielleicht befremden , in 
einer so kurzen Arbeit, wie es die unsrige ist, so oft 
den Namen Denissenko's zu lesen; der Grund hier- 
für liegt nicht fern: Denissenko's Untersuchungen 
gehören zu den neuesten und unserer Meinung nach 
zu den genauesten und eingehendsten Arbeiten, welche 
das Kleinhirn der Wirbelthiere behandeln. Dennoch 
können wir manches Detail seiner Untersuchungen auf 
Grund unserer eigenen nicht gelten lassen, namentlich, 
soweit es das Gehirn der Neunauge betrifft. 

Kehren wir zu unserer Kernschicht zurück. Hier fin- 
den wir ausser den beschriebenen Zellen— «den Kernen» 
—wiederum eine Menge sich untereinander verwickeln- 
der Nervenfasern, die jene Zellen umgarnen und theil- 
weise sich mit ihren Fortsätzen verbinden. Die Be- 
schaffenheit dieser Fasern ist hier dieselbe , wie wir 
sie oben beschrieben haben. Dasselbe gilt auch für 
das Kleinhirn des Frosches, nur sind die «Kerne» bei 
ihm ein wenig kleiner. Aus diesem Allem lässt sich 
folgender Schluss ziehen: bei der Neunauge sowie beim 
Frosch können wir nicht eine besondere Faser- und 
Kernschicht unterscheiden. Wir sehen vielmehr gleich 
unter dem Epithel eine einzige Schicht, gebildet aus 
einem Netze von Nervenfasern, zwischen welchen sich 
jene «Kerne» lagern und allmählich nach innen hin an 
Zahl zunehmen. Demgemäss können die betreffenden 
Schichten der höheren Thiere in unserem Falle als zu 
einer einzigen Schicht vereinigt, richtiger — als noch 
nicht getrennt betrachtet und mit «Kernfaserschicht» 
bezeichnet werden. 



— 319 — 

Der eben beschriebenen «Kernfaserschicht» schliesst 
sich die Zeilschicht an. Auch in Betreff dieser Schicht 
besitzen Neunauge und Frosch dieselben Texturver- 
hältnisse jedoch mit einem geringen quantitativen Un- 
terschiede. An gefärbten Schnitten fällt uns sofort 
eine Reihe grosser, birnförmiger Zellen in die Augen 
— es sind die «Purkinje 'sehen Zellen». Von ihnen 
hat jede zwei Fortsätze, welche diametral entgegenge- 
setzte Richtungen besitzen; der eine, viel dünnere, 
wendet sich zur «Kernfaser schiebt», der andere — zu 
den Hemisphären des Grosshirns. Da bei höher orga- 
nisirten Thieren die Faserschicht das Centrum der 
Theile des Kleinhirns einnimmt, so wollen wir auf 
Grund der Analogie den erst erwähnten Fortsatz, der 
sich zur Kernfaser schiebt wendet, den «centralen», den 
entgegengesetzten, den «peripherischen» Fortsatz der 
Purkinje 'sehen Zellen nennen. Den grössten Theil 
der Zellen nimmt der' Kern ein , so dass nur für eine 
schmale Plasmaschicht Raum bleibt. Der Nucleus ist 
seinerseits mit einem an Tinctionspräparaten deutlich 
hervortretenden Nucleolus versehen. Betrachtet man 
die Purkinje 'sehen Zellen bei starker Vergrösserung, 
z. B. dem System ]^ VI und dem Immersionssystem 
J\2 VIII mit dem Ocular JV2 III, so werden folgende 
feine Texturverhältnisse sichtbar. Bei der Neunauge 
sind diese Zellen mit einer Membran bekleidet, welche 
sich auf die Zellfortsätze erstreckt, wie dieses auch bei 
anderen Thieren beobachtet worden ist. Die Zellmem- 
bran erscheint in Form eines hellen Saumes am peri- 
pherischen Theile der Zellen. Manchmal ist dieselbe 
stellweise beschädigt; kleine Stücke derselben kommen 
dann neben den Zellen zu liegen und sind beim ersten 



— 320 — 

Anblick mit zerstückelten Nervenfasern leicht zu ver- 
wechseln. Solch' ein Bild kann möglicherweise Ger- 
lach zu jener Aussage bewogen haben, dass die Pur- 
kinje 'sehen Zellen mehrere axencylindrische Fortsätze 
besässen. Die Zerzupfungsmethode leistete uns hier 
wie auch früher ausgezeichnete Dienste und bestätigte 
die an Schnitten gewonnenen Resultate — ein Beweis 
dafür, dass wir bei der Combination der Erhärtungs- 
flüssigkeiten eine glückliche Wahl getroffen haben. 
Will man jedoch den inneren Bau der Purkinje'schen 
Zellen studiren, so bietet die Zellmembran trotz ihrer 
Durchsichtigkeit bedeutende Hindernisse; so kann 
man z. B. an Zerzupfungspräparaten, wo die Membran 
grösstentheils ganz bleibt, sogar den Nucleus und 
Nucleolus nur mit Mühe unterscheiden, geschweige 
denn die feineren Texturverhältnisse des Plasma's be- 
obachten. Ein Leichtes ist es dagegen, wenn der Schnitt 
die Zelle trifft, und ein Theil derselben wie ein Deckel 
vom Kästchen dadurch abgehoben wird. Dann tritt 
die faserige Structur des Plasma's, wie dieses Max 
Schultze für andere Zellen des Centralnervensystem's 
beschrieben hat, deutlich zu Tage. Das feinkörnige 
Plasma wird von den Primitivfibrillen in allen Rich- 
tungen durchkreuzt, was besonders deutlich in der 
Gegend des centralen Fortsatzes zu sehen ist. Vor- 
treffliche Präparate haben wir in dieser Hinsicht durch 
Zerzupfen und Chlorgoldfärbung erzielt; die Fibrillen 
erschienen dann in violetter Farbe. Die Primitivfibril- 
len sammeln sich kegelförmig gegen den «peripheri- 
schen» Fortsatz an und gehen hier in denselben über, 
wo sie einander parallel fortlaufen. Diese Fortsätze 
richten sich bei ihrem Anfange- durchaus nicht senk- 



— 321 — 

recht gegen die Hemisphären des Grosshirns, wie Baer 
dieses beim Frosche beobachtet zu haben angiebt, 
sondern sie weichen, in der segetalen Fläche bleibend, 
bald nach oben, bald nach unten von der horizontalen 
ab — so ist es bei der Neunauge und auch beim Frosch. 
Jede Purkinje 'sehe Zelle besitzt nur einen solcher 
Fortsätze, deren Verzweigung die molekulare Schicht 
bilden und bei dieser weiter unten zu besprechen sind. 
Beiläufig sei erwähnt, dass die Purkinje'schen Zellen 
bei höheren Thieren, z. B. beim Hunde, mehrere «peri- 
pherische» Fortsätze besitzen. Wenden wir uns jetzt 
zum «centralen» Fortsatz unserer Zellen, der am ent- 
gegengesetzten Ende derselben entspringt und sich der 
Kernfaserschicht zuwendet. Bei der Neunauge wie beim 
Frosch ist dieser Fortsatz um das 7- bis 9 -fache dünner 
als der eben besprochene und erscheint in Form eines 
dünnen Fadens. Er besitzt alle Eigenschaften des Axen- 
cylinders einer markhaltigen Nervenfaser bis auf die von 
Max Schnitze beschriebenen Primitivfibrillen, welche 
uns unter keinerlei Bedingung zu Gesichte kommen 
wollten. Der «centrale» Fortsatz ist so zart, dass man 
ihn an Schnitten selten noch im Zusammenhange mit 
den Zellen erblickt, gewöhnlich reisst er ab, und, was 
von ihm an der Zelle zurückbleibt, sieht dann wie ein 
kleiner Hügel aus. Zerzupft man jedoch ein Stückchen 
des frischen Kleinhirns in Jodserum, so kann man den 
«centralen» Fortsatz seiner ganzen Länge nach isoli- 
ren, ohne ihn von den Zellen, mit welchen er in Ver- 
bindung steht, abzutrennen. An solchen Präparaten 
sahen wir, dass unser Fortsatz eine verhältnissmässig 
bedeutende Länge. erreicht, sich dann verzweigt und 

Mélanges biologiques. X. 41 



— 322 — 

mit den Zellfortsätzen der Kernfaserscliicht verbindet. 
Ein ähnliches Bild beschreibt auch Golgi. 

Die Purkinje'schen Zellen besitzen einen runden 
grossen Kern, dessen grobkörniges Plasma ein rundes 
Kernchen einschliesst. Der Kern ist von einer dünnen 
Plasmaschicht umgeben; die beiden dünnen Fortsätze 
des Nucleus, die Denissenko an seinen Präparaten 
gesehen haben will und die sich bis in die beiden Zell- 
fortsätze erstrecken sollen, konnten wir nicht finden 
und halten sie für ein Kunstproduct. 

Die Schicht der Purkinje'schen Zellen, die beim 
Frosch in weit grösserer Anzahl vorhanden sind , als 
bei der Neunauge, erstreckt sich nicht bis zum Gipfel 
des Kleinhirns, sondern endigt ungefähr auf der Hälfte 
des Weges von der Basis zum Gipfel, an Zahl allmählich 
abnehmend. Auf diese Weise ist die Zellschicht an 
der Basis des Kleinhirns breiter als in der Mitte. Die 
andere, dieser Schicht entsprechende Hälfte des Klein- 
hirns wird theilweise von Zellen der Kernfaserschicht 
ausgefüllt. Letztere trifft man auch hin und wieder 
zwischen den Purkinje'schen Zellen an. 

Wir gehen zur Beschreibung der Molekularschicht 
über. Diese besteht fast ausschliesslich aus den Ver- 
zweigungen der «peripherischen» Fortsätze der Pur- 
kinje'schen Zellen. Die Richtungen, welche diese 
Zweige einschlagen, variiren in hohem Grade. 

Man kann den ganzen Fortsatz nebst seinen Aesten 
recht gut mit einem Bäumchen vergleichen, dessen 
Verzweigungen dichotomisch, selten trichotomisch an- 
geordnet sind und dessen Hauptzweige , wie wir hier 
bemerken wollen, fast immer in der Segetalfläche blei- 
ben. An den dickeren Aesten sieht man deutlich eine 



— 323 — 

Membran — die Fortsetzung der Zellmembran der 
Purkinje 'sehen Zellen, bei manchen Thieren sogar 
eine äusserst dünne Plasmaschicht. Da die feinsten 
Verzweigungen selbst durch die Färbung nicht beson- 
ders deutlich hervorgehoben werden, so können wir 
nichts Genaues über ihren weiteren Verlauf sagen, 
demgemäss wir uns vorläufig in Betreff der Meinun- 
gen von Kölliker, Gerlach, Rindfleisch, Golgi 
und Denissenko, die überhaupt auseinander gehen, 
ganz neutral verhalten wollen. Unsererseits wollen 
wir nur noch hinzufügen, dass die feinsten Zweige, an 
der Peripherie des Kleinhirns angelangt, nach unten, 
zur Basis hin abbiegen, was übrigens auch nicht sehr 
deutlich zu sehen war. Dennoch geben wir nicht zu, dass 
sie in Form von Nervenfasern ihre weitere Fortsetzung 
finden. In der Molekularschicht fanden wir ferner ver- 
einzelte Kerne von bald runder bald länglicher Gestalt, 
über deren Character wir ebensowenig sagen können, 
da wir keinen weiteren Zusammenhang derselben mit 
den übrigen Elementen fanden — jedenfalls sind es 
keine Nervenelemente. 

Über das Bindegewebsgerüst und die Gefässe des 
Kleinhirns haben wir nichts Besonderes zu bemerken. 
Die Molekularschicht der Neunauge ist, wie auch die 
vorhergehenden Schichten, der entsprechenden Schicht 
des Frosches gleich, mit Ausnahme eines geringen 
Unterschiedes an Zahl und Grösse der einzelnen Ele- 
mente. 

Die Resultate unserer Untersuchung, in wenigen 
Worten zusammengefasst, sind folgende: 

1) Bei der Neunauge, wie beim Frosch können die 
Faser- und Kernschicht nicht als besondere Schichten 



— 324 — 

betrachtet werden, da die Elemente derselben zu sehr 
durcheinander greifen; bei diesen Thieren existirt 
demnach nur eine o Kernfaserschicht », deren Elemente 
sich noch nicht in zwei besondere Schichten gruppirt 
haben. 

2) Die «Hämatoxylinzellen» Denissenko's sind, 
wie alle Zellen der Kernschicht, Nervenzellen , da sie 
sowohl unter sich , als mit den Nervenfasern und den 
Purkinje 'sehen Zellen in Verbindung stehen. 

3) Die verschiedenen Schichten des Kleinhirns zei- 
gen bei der Neunauge und beim Frosch ein und die- 
selben characteristischen Eigenschaften; überhaupt 
ist das Kleinhirn der Neunauge in Betreff der Structur 
dem Kleinhirn des Frosches sehr ähnlich. 

4) Die peripherischen Fortsätze der Pur kin j e 'sehen 
Zellen gehen nicht in Nervenfasern über; die Zellen 
selbst besitzen alle eine Membran. 

Was die Litteratur des Kleinhirns betrifft, so glau- 
ben wir uns die Anführung derselben ersparen zu 
können, indem wir auf Denissenko's Werk «üeber 
die Kinde des Kleinhirns» hinweisen, wo alle uns be- 
kannten Schriften, die auf unseren Gegenstand Bezie- 
hung haben können, verzeichnet sind. 

Erklärung der Abbildongen. 

Fig. 1. Sagittalschnitt aus der Mitte des Kleinhirns 
der Neunauge, a Epithelialschicht. Die Zellen 
sind mit ovalem Kern und langem Fortsatze ver- 
sehen, welcher in die Masse des Gehirns hinein- 
dringt, h. Kernfaserschicht, gebildet aus Nerven- 
fasern, zwischen denen die sog. Kerne sich grup- 



— 325 — 

piren. Ihre Verbindung unter einander und mit 
den Centralfortsätzen der Purkinje'schen Zellen. 
c. Zellschicht. Purkinje'sche Zellen mit deutlicher 
Membran, einem centralen und einem peripheri- 
schen Fortsatze, Zellkern und stark glänzendem 
Kernkörperchen. d. Molekularschicht. Baumartige 
Verzweigungen der peripherischen Fortsätze der 
Purkinje'schen Zellen. Vereinzelte Kerne. 

Fig. 2. Sagittalschnitt aus dem Gipfel des Kleinhirns, 
zeigt das Abnehmen der Purkinje'schen Zellen 
zum Gipfel hin. Bedeutung der Buchstaben wie 
bei Fig. 1 . 

Fig. 3. Sagittalschnitt bei stärkerer Vergrösserung. 
Bedeutung der Buchstaben dieselbe. 

Fig. 4 und 5. Sagittalschnitte bei schwacher Ver- 
grösserung, die Ferne und Lage des Kleinhirns 
zeigend, a. Hämisphären des Grosshirns, h. Klein- 
hirn, c. Corpora restiformia, d. 4^ Hirnhöhle, 
e, Einsenkung zwischen Klein- und Grosshirn. 

Fig. 6. A. Isolirte Purkinje'sche Zelle mit Kern 
nebst Kernkörperchen und netzartigem Plasma. 
a. Peripherischer Fortsatz, b. Centralfortsatz in 
Verbindung mit dem Fortsatz einer Kernschichts- 
zelle. B. u. C. Isolirte Gruppe von Kernschichts- 
zellen. 



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(Tiré du Bulletin, T. XXV, pag. 333 — 345.) 

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MÉLMGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN 



DE 



L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



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Tome \, 

Livraisons 3 et 4, 



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Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Septembre 1880. C. Vessélofsky, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9* ligne, JV« 12.) 



CONTENU. 



Pages. 

Dr. J. Schmulewitsch. Über das Verhalten der Verdauungs- 
säfte zur Eohfaser der Nahrungsmittel 327—333 

W. Michailow. Neues Verfahren, die vasomotorischen Er- 
scheinungen am Frosche zu beobachten 335 — 350 

VV. Wolfsoil. Die embryonale Entwickelung des Lymnaeus 

stagnalis 351 — 377 

Prof. E. V. Martens. Aufzählung der von Dr. Alexander 
Brandt in Russisch -Armenien gesammelten Mol- 
lusken 379—400 

A. FamintziD. Die Wirkung der Intensität des Lichtes auf 

die Kohlensäurezersetzung durch Pflanzen 401 — 426 

M. Moïltéverdé. Recherches embryologiques sur V Orchis 

maculata. (Avec une planche.) 427—441 

Dr. F, Morawitz. Ein Beitrag zur Bienen -Fauna Mittel- 
Asiens 443—518 

Ph. Owsjannikow und W, Weliky. Zur Innervation der 

Speicheldrüsen 519— 527 

A. Brandt. Über mediterrane Crustaceen aus den Gattun- 
gen : Stenorhynchus, Ächaeus, Inachus, Herhstia und 
Pisa, unter Benutzung von Materialien des Dr. R. A. 
Philippi ,... ...... 529—565 



2^ Septembre 1879. 

Über das Verhalten der Verdauungssäfte zur Rohfaser 
der Nahrungsmittel. Von Dr. J. Schmulewitsch. 

Es ist bekanntlich vonHenneberg, Stohmann und 
Anderen bewiesen worden, dass im Verdauungskanal 
des Schafes, des Ochsen und auch des Menschen die 
Rohfaser verdaut wird, dass nämlich der Koth einer 
gewissen Periode bei Behandlung mit verdünnten 
Schwefelsäure- und Ätzkalilösungen um die Hälfte we- 
niger Rückstand giebt, als die Futtermittel, die das 
Thier während derselben Periode aufgenommen hat. 
Welche Yerdauungssäfte bei dieser Verdauung der 
Rohfaser thätig sind — darüber haben wir so gut wie 
gar keine Angaben. Ich habe eine Reihe von Ver- 
suchen vorgenommen um diese Frage zu studiren und 
will hier in Kürze die Resultate dieser Versuche zu- 
sammenstellen. 

I. Lässt man Cellulose (aus schwedischem Filtrir- 
papier durch längeres Kochen mit Salzsäure vorbe- 
reitete) oder Rohfaser*^(aus Futterstoffen durch Be- 
handlung mit verdünnter Schwefelsäure und Ätzkali 
erhaltene) mit Ptyalin, Ptyalin und Pepsin, oder Pan- 
creatin im Verdauungsofen bei einer Temperatur von 
35 — 40"^ C. während 24 Stunden digeriren, so be- 

Melanges iMologiquos. X- 41 '"^ 



— 328 — 

kommt man bei nachfolgender Behandlung der Sub- 
stanz mit verdünnter Schwefelsäure und Ätzkali 
(iy4 7o) ^^^^ Verminderung des Gewichts. Man be- 
kommt aber ungefähr dieselbe Verminderung des 
Gewichts, wenn man die betreffende Substanz mit den 
erwähnten Flüssigkeiten behandelt ohne vorherige 
Einwirkung der Verdauungsfermente; das Filtrat, 
welches man nach Abkochung der digerirten Rohfaser 
in verdünnter Schwefelsäure bekommt, zeigt keine 
Spur von Zucker. Die Gewichtsabnahme ist also nicht 
der Fermentwirkung zuzuschreiben; mit anderen 
Worten: die aus Futterstoffen extrahirte Rohfaser 
erleidet nicht die geringste Modification bei Einwir- 
kung von thierischen Fermenten, so dass ein Thier, 
mit solcher Cellulose gefüttert, gewiss verhungern 
würde. Diese Thatsache widerspricht keinesfalls der 
Erfahrung über die Verdaulichkeit der Rohfaser im 
thierischen Organismus; es scheint, dass letztere bei 
Behandlung der Futterstoffe mit verdünnter Schwefel- 
säure und Aetzkali eine Modification in ihrem mole- 
culairen Bau erleidet, welche die Einwirkung der 
thierischen Fermente unmöglich macht. An und für 
sich bemerkenswerth und für die üngenauigkeit un- 
seres Begriffes « Rohfaser » kennzeichnend ist die 
Thatsache, dass man durch Wiederholung einer und 
derselben Behandlung der Futterstoffe immer eine 
neue Gewichtsabnahme hervorruft. 

II. Lässt man Futterstoffe mit Pancreatin im Ofen 
während 24 Stunden digeriren, so bekommt man eine 
Verminderung der Rohfaser von 9 bis 207^ je nach 
dem Futterstoff. Ich habe mit Stroh, Wiesenheu, 
Klee, Inhalt der Schafmägen, Kaninchenmageninhalt 



— 329 — 

und Kohlrabiblättern experimentirt; bei letzteren 
habe ich in 2 Versuchen eine Rohfaserabnahme von 
28% bekommen. Diese Rohfaserabnahme (besonders 
bei Rohfutter) ist bedeutend kleiner, als die Abnahme, 
welche im Darmkanal des lebenden Thieres stattfin- 
det. Wenn man aber bedenkt, wie unvergleichlich 
günstiger die Bedingungen für die Verdauung im 
Darmkanal, als im Brütofen sind, so wird man jene 
Zahlen als einen vollständig genügenden Beweis be- 
trachten, dass Pancreatin das wichtigste (wenn auch 
nicht das einzige) Agens bei der Verdauung der Cel- 
lulose im Darmkanal ist. Als weiterer Beweis für diese 
Behauptung möge Folgendes dienen. 

III. Lässt man Futterstoffe mit Pancreatin dige- 
riren, so bekommt man im Filtrat nach Abkochung 
in verdünnter Schwefelsäure bedeutend mehr 
Zucker, als bei derselben Behandlung der Substanz 
ohne vorheriges Digeriren. So habe ich nach Abko- 
chung von Wiesenheu im Filtrat eine Quantität Zucker 
bekommen, welche 15 — 18^o der Trockensubstanz 
entsprach, nach vorheriger Digestion aber — 22 — 277o 
der Trockensubstanz. Dass es sich hier nicht um eine 
Einwirkung des Pancreatins auf die stickstofffreien 
Extractivstoffe handelt, beweist Folgendes. 

IV. Filtrate nach Wasserabkochung eines und 
desselben Futterstoffes nach Digestion oder ohne 
dieselbegeben dieselbe Zuckermenge; bei Wiesen- 
heu war es 6 — 77o der Trockensubstanz. Das be- 
weist also, dass die Digestion nicht die Zuckerquan- 
tität vermehrt, sondern die Quantität der stickstoff- 
freien Stoffe, die bei nachträglicher Behandlung mit 
Schwefelsäure in Zucker übergehen können — und 

Mélanges biologiques. X. 42 



— 330 — 

das kann nur auf Kosten der Cellulose geschehen. — 
Die Zuckerbestimmungen wurden auf gewichts-ana- 
lytischemWege mit der Fehlingschen Flüssigkeit aus- 
geführt, wobei ich die Tabelle von Hrn. Allihn^) be- 
nutzte, in w^elcher auf die Veränderlichkeit des Re- 
ductionsvermögens des Traubenzuckers Rücksicht ge- 
nommen ist. 

Y. Ptyalin (wenigstens aus menschlichem Speichel) 
scheint auf die Cellulose eine eben solche Wirkung 
auszuüben, wie das Pancreatin. 

VI. Das Pepsin an und für sich ruft keine Ver- 
minderung der Rohfaser hervor; Pancreatin bringt 
aber eine viel bedeutendere Abnahme der Rohfaser her- 
vor, wenn der Futterstoff vorher — der Wirkung 
des Pepsins unterworfen worden ist. 

VII. Lässt man 2 Portionen eines Futterstoffes mit 
genau denselben Menge neiner Ptyalinlösung während 
5 Stunden digeriren, fügt man nachher zu einer Portion 
einey27oSchwefelsäarelösung mit Pepsin, zu der anderen 
Portion dieselbe Schwefelsäurelösung aber ohne Pep- 
sin, so bekommt man im Filtrate nach Wasser ab - 
kochung in der ersten Portion eine bedeutend grös- 
•sere Zuckerquantität, als in der zweiten Portion. 
Ebenso gibt die erste Portion bei nachträglicher Be- 
handlung mit verdünnter Schwefelsäure und Aetzkali- 
lösung eine uùi mehr als die Hälfte kleinere Rohfaser- 
quantität, als die zweite Portion. So gab mir z. B. in 
einem Versuche mit Wiesenheu die Pepsinportion 
21,67o Zucker und nur 14,27o Rohfaser, die Portion 



1) Muspratt. Theoretische, praktische und analytische Chemie 
in Anwendung auf Künste und Gewerbe, bearbeitet von B. Kerl 
und F.Stohmann, 3. Aufl., 7. Bd., 11. Liefer., S. 695. 



— 331 — 

ohne Pepsin nur 13,77o Zucker, dafür aber 33,07o 
Rohfaser. Ich muss aber hier hinzufügen, dass diese 
Versuche nur bei gewissen Vorsichtsmassregeln ge- 
lingen; namentlich muss die Temperatur im Verdau- 
ungsofen nicht unter 45° C. sein. Widrigenfalls tritt 
Gährung ein, und der Zucker kann bis auf Spuren 
verschwinden. Ich habe mich zweimal überzeugt von 
der Anwesenheit von Alkohol im Destillat — mittelst 
der Jodoformreaction — in Versuchen, bei welchen 
die Temperatur nicht über 35° gestiegen ist. — 
Findet nun in den angegebenen Versuchen eine aus- 
giebigere Einwirkung des Ptyalins infolge der Befrei- 
ung der Cellulose von Eiweisskörpern, welche unter 
der Einwirkung des Pepsins in Peptone übergehen, 
oder haben wir es hier mit einer directen Wirkung 
des Pepsins auf die stickstofffreien Extractivstoffe zu 
thun — das müssen weitere, von mir jetzt angestellte 
Versuche entscheiden. Wenn ich aber in Betracht 
ziehe, dass 1) Ptyalin in einer Yg^o Schwefelsäure- 
lösung fast gar keine Wirkung ausübt und 2) dass 
das Pepsin als Ferment sehr gut die hohe Tempera- 
tur ersetzen kann (gegenüber den Eiweisskörpern ist 
es ja bewiesen), so kann ich mich schon jetzt für die 
letztere Voraussetzung aussprechen — nämlich für 
die directe Einwirkung des Pepsins auf die 
stickstofffreien Extractivstoffe. 

VIII. Kaninchen verdauen von Grünfutter bis 
70 7o Cellulose. Ein Kaninchen wurde während 13 
Tagen mit Kohlrabiblättern gefüttert. Versuche haben 
gezeigt, dass 300 Gr. ausreichen, um das Kaninchen 
im Gleichgewichtszustande zu erhalten. Die 13 Tage 
wurden in zwei Perioden eingetheilt : die ersten 8 Tage 



— 332 — 

wurden als Übergangsperiode von der früheren Füt- 
terung zur Grünfutterfütterung betrachtet, die letzten 
5 Tage wurden als eigentliche Versuchsperiode be- 
nutzt. Futter, sowie Rückstand wurden genau jeden 
Morgen gewogen, von jeder täglichen Portion 50 Gr. 
zum Trocknen und zur nachherigen Bestimmung der 
Rohfaser hingelegt; Koth wurde auf das Sorgfältigste 
vom Zinkkasten, in dem das Kaninchen sich befand, 
täglich gesammelt. Aus der Differenz des Gehaltes 
an Cellulose in der Gesamnitmenge des Grünfutters, 
welches während einer Periode vom Kaninchen ver- 
zehrt wurde und in dem Koth, welcher während die- 
ser Periode gesammelt wurde, ergab sich das oben 
angeführte Resultat. 

IX. Kaninchen mit unterbundenem Ausfüh- 
rungsgang des Pancreas verdauen 45 — 507o Cel- 
lulose und zw^ar nur von Grünfutter. Die Operation 
(unter Carbolsäure ausgeführt) ist an zwei Thieren 
vollständig gelungen. An einem dieser Kaninchen wur- 
den die unter VITI beschriebenen Versuche ausge- 
führt. Am 14. Tage wurde das Thier operirt und 
dann während 8 Tage die Fütterung und Kothsamm- 
lung wie vor der Operation fortgesetzt. Am 9. Tage 
wurde das Thicr getödtet und genaue Obduction ge- 
macht. Die Bauchspeicheldrüse wurde zur microsco- 
pischen Untersuchung herauspräparirt. Am zweiten 
Kaninchen dauerte der Versuch mit Kohlrabiblättern 
11 Tage, das Futter wurde täglich abgewogen, der 
Koth sorgfältig gesammelt, in beiden Cellulosebestim- 
mungen ausgeführt. Am 12. Tage wurde das Kanin- 
chen auf Wiesenheu gestellt; während 3 Tage ist 
das Gewicht um 400 Gr. gefallen (bei Kohlrabifütte- 



— 333 — 

rung schwankte das Gewicht nur um 30 — 40 Gr. 
täglich) und das Kaninchen starb den 14. Tag nach 
der Operation. Bei der Obduction konnte man hier 
schon mit blossem Auge die vollständige bindegewe- 
bige Degeneration der Bauchspeicheldrüse consta- 
tiren. 

Ich muss noch hinzufügen, dass ich mich durch 
viele Injectionen überzeugt habe, dass die Bauchspei- 
cheldrüse beim Kaninchen nur einen einzigen Aus- 
führungsgang hat 

Die Arbeit wurde im landwirthschaftlich- physiolo- 
gischen Institut zu Leipzig bei Hrn. Prof. Stoh- 
mann, die Operation unter der gütigen Leitung des 
Hrn. Prof. C. Ludwig ausgeführt. Ich halte es für 
eine angenehme Pflicht, den genannten Herren mei- 
nen herzlichsten Dank für ihre liebenswürdige Unter- 
stützung meiner Versuche auszusprechen. 



(Tiré du Bulletin, T. XXV, pag. 549—554.) 



ii. Septembre 1879. 

Neues Verfahren, die vasomotorischen Erscheinungen 
am Frosche zu beobachten. Von W. Michailow. 

(Aus dem physiologischen Laboratorium des Hrn. Prof. Setsche- 
now in St. Petersburg.) 

1 . Das Verfahren, die vasomotorischen Erscheinun- 
gen zu beobachten und dieselben zu messen, um dessen 
Begründung es sich in dieser Untersuchung handelt, 
stellt eigentlich eine Nachahmung des bekannten B ern- 
stein'schen dar^); jedoch mit dem Unterschiede, dass 
hier als Versuchsobject der Frosch dient und dass das 
geschlagene Blut nicht in einzelne Abtheilungen der 
arteriellen Bahnen, sondern in den arteriellen Anfang 
des Gefässsystems injicirt wird. Da zu gleicher Zeit 
das abfliessende Blut nicht aus einzelnen Venen, son- 
dern aus dem venösen Theil des Herzens gesammelt 
wird, so entspricht dieses Verfahren augenscheinlich 
einer Injection des ganzen Gefässsystems. Die Einwir- 
kung der Herzcontractionen wird bei diesem Verfahren 
auf eine andere Weise, aber eben so sicher, wie bei 
dem Bernstein' sehen ausgeschlossen, so dass das 
Fliessen des Blutes auch hier nur von dem Injections- 



1) J. Bernstein, Versuche zur Innervation der Blutgefässe. 
Pflüg er's Archiv. Bd. XY. 



— |36 — 

drucke, von der Temperatur der Flüssigkeit und von 
der Capacität der Blutbahnen abhängig ist. Was end- 
lich das Messen des abfliessenden Blutes anbelangt, so 
unterscheidet sich dasselbe von den entsprechenden 
Messungen anderer Beobachter (Bernstein, Mosso^^ 
u. a.) wesentlich dadurch , dass die Flüssigkeit in viel 
kleineren Zeiträumen resp. in viel kleineren Quanti- 
täten gemessen wird, so dass man die Möglichkeit er- 
langt, einerseits solche Änderungen in dem Fliessen 
zu bestimmen, welche kurzdauernd sind, andererseits 
das Fortschreiten der Erscheinungen in der Zeit viel 
genauer zu analysiren. Überhaupt lässt sich diese Me- 
thode am besten mit einer Calibrirung der totalen 
Capacität des ganzen Gefässsystems im Laufe kleiner 
Zeiträume und bei verschiedenen Zuständen des vaso- 
motorischen Apparates vergleichen. Bedenkt man end- 
lich, dass die Injection des ganzen Gefässsystems, als 
Mittel zur Beobachtung der vasomotorischen Erschei- 
nungen, in einzelnen Fällen gewisse Vorzüge vor den 
Injectionen in einzelnen Provinzen des Körpers oder 
Organe haben kann, und dass eine systematische Be- 
obachtungsmethode der vasomotorischen Erscheinun- 
gen am Frosche überhaupt fehlt, so leuchtet von selbst 
dass das soeben in allgemeinen Umrissen angegebene 
Verfahren einer Ausarbeitung verdiente. 

Die Grundidee desselben gehört Hrn . Prof. S e t s c h e- 
now und die praktische Ausführung Hrn. Schuhe- 
ninow und Tschistoserdow und mir an. 

2. Bei dem Biossiegen des Herzens wird nur corpus 
et manubrium sterni entfernt, damit die Baucheinge- 



2) A. Mo s so, Von einigen neuen Eigenschaften der Gefässwand. 
Arbeiten aus der physiol. Anstalt zu Leipzig. 9. Jahrgang (1874). 



— 337 — 

weide nicht herausfallen. Nach vorsichtiger Spaltung 
des Pericardiums wird das Herz nach oben umgewor- 
fen, die Sinushüllen vorsichtig abpräparirt und die 
Sinuswände mit Froschgalle von allen Seiten so lange 
bestrichen, bis das Herz still steht. Die Ganglien der 
Vorhöfe und der Atrioventriculargränze habe ich durch 
Zermalmen paralysirt. Ehe man weiter geht, muss man 
natürlich abwarten, ob die Contractionen des Herzens 
wirklich vernichtet sind. Erst hierauf wird die Canüle c 




Melangos biologiques. X. 



43 



— 338 — 

des Injectors (Fig. 1) in das Bulbus Aortae eingebun- 
den und der ganze Ventrikel sammt einem Theile der 
Yorhöfe abgeschnitten. Das Korkbrett, an welches das 
Thier angebunden ist, muss in eine durch die Figur 
angegebene Lage gebracht werden, damit das abflies- 
sende Blut nur vom Punkte P herabfällt. Die Canüle 
communicirt mit einem biegsamen, theils aus Glas-j 
theils aus Kautschukröhren bestehenden Schlauch, in 
dessen oberes Ende ein von oben nach unten verschieb- 
bares Trichter eingesetzt ist. Die Höhe AB ist somit 
veränderlich und entspricht der Höhe der zu injeci- 
renden Blutsäule. Ist die obere Öffnung des Trichters 
weit genug, so braucht man nicht das Niveau der Flüs- 
sigkeit in dem Trichter zu reguliren, die Höhe der 
Blutsäule bleibt ohnedies während eines nur einige 
Minuten dauernden Versuches beinahe constant. In 
einigen Fällen, namentlich da, wo man das von dem 
oberen Theile des Körpers kommende Blut nicht zu 
sammeln braucht (wie es z. B. bei einigen Durchschnei- 
dungen des Rückenmarkes der Fall ist), ist es rath- 
sam, in das Abflussende des Herzens eine kleine glä- 
serne Canüle einzubinden. Zu jenen Fällen endlich, 
wo es nöthig ist, das den Injector füllende normale 
Blut durch vergiftetes oder überhaupt verändertes zu 
ersetzen , geschieht das Herauslassen des normalen 
Blutes durch die Öffnung des Fortsatzes F. . 

Für die Injection gebrauchte ich ausschliesslich 
frisches defibrinirtes Kalbsblut bei der Zimmertempe- 
ratur Dasselbe wurde nur deshalb gewält, weil es 
nach den Lokalverhältnissen am leichtesten zu bekom- 
men war und sich bei den Probe versuchen für meine 
kurzdauernden Versuche als tauglich erwiesen hat. Ist 



— 339 — 

man mit allen dem Versuche vorangehenden Opera- 
tionen fertig, und bleibt das Herz bei neuer Besich- 
tigung stillstehend, so beginnt der Versuch mit dem 
Losmachen der Kiemmpincetten und mit dem Zählen 
der abfliessenden Tropfen nachSecunden einer daneben 
hängenden Taschenuhr. Der hierbei gemessene klein- 
ste Zeitraum entspricht somit der Bildungsdauer eines 
Bluttropfens. Bestände das Abflussende des Gefäss- 
systems aus einem Schlauche mit unausdehnbaren Wän- 
den, so würde unter übrigen gleichen Bedingungen 
diese Zeit wie in Tropfenzählern nur von dem Quer- 
schnitt der Ausflussöffnung abhängen ; da es aber nicht 
der Fall ist, so erhält man die Gleichheit der Bildungs- 
zeiten jedes nachfolgenden Tropfens nicht sogleich nach 
dem Losmachen der Pincetten, sondern im Laufe der 
ersten oder zweiten Minute. Aber auch jetzt ist diese 
Gleichheit nur eine annähernde, denn im Grunde nimmt 
die Geschwindigkeit des Fliessens beständig ab; nur 
ist diese Abnahme im Laufe der ersten 5 — 6 Minuten 
so unbedeutend, dass man diese Periode mit vollem 
Recht als Zeit des constanten Fliessens betrachten kann. 
Die Verlangsamung des Fliessens hängt von folgen- 
den drei Umständen ab: 1) von der Verstopfung der 
Gefässe mit den Blutkörperchen ; 2) von der durch die 
Injection bedingten Reaction in den elastischen oder 
contractilen Kräften der Gefässwände (Mosso und 
Bernstein), und 3) von der Stauung des Blutes in 
dem Abflussende des Herzens. Sicher ist es jedenfalls, 
dass die Blutkörperchen in dieser Verlangsamung die 
Hauptrolle spielen, denn vergleichende Versuche am 
Blute und Serum haben mir bei den Injectionen des 
letzteren eine viel längere Dauer des constanten Flies- 



— 340 — 

sens, ebenso wie eine grössere Gleichheit der Zeiten 
der Tropfenbildiing ergeben. Die Stauung des Blutes 
in dem Abflussende des Herzens, als Grund der Yer- 
langsamung des Fliessens, leite ich davon ab, dass die 
Dauer des constanten Fliessens in solchen Fällen län- 
ger ist, wo die Herzganglien vor dem Versuche un- 
versehrt geblieben sind und das Herz in Folge dieses 
ümstandes sich von dem in demselben sich ansam- 
melnden Blute entleeren konnte (Versuche von Schu- 
heninpw und Tschistoserdow). 

Auf Grund des Gesagten habe ich in allen Ver- 
suchen mich bemüht, die Beobachtungszeit nur auf 
die Dauer des constanten Fliessens zu beschränken. 
Die Ausnahme hiervon wurde nur in solchen Fällen 
zugelassen, wo die Einwirkung der zu untersuchenden 
Agenz so stark war, dass deren EiFecte auch während 
der Verlangsamungsperiode beobachtet werden konn- 
ten. Auch ist die Dauer von 5 — 6 Minuten genügend, 
um die vasomotorische Norm und die durch verschie- 
dene Eingriffe bedingten Schwankungen derselben be- 
obachten zu können. 

Die schwächste Seite des Verfahrens bietet jedoch 
der Umstand, dass die Gefässe des Frosches nicht mit 
seinem eigenen Blute, sondern mit demjenigen eines 
Warmblüters injicirt werden — ein Umstand, welcher 
nicht umgangen werden konnte, wegen der Unmöglich- 
keit, Froschblut in genügenden Quantitäten zu erhal- 
ten. Ich zweifle nicht einen AugenbHck, dass sowohl 
das Nervensystem als die Muskeln des Thieres hier- 
durch in einen anomalen Zustand versetzt werden. 
Auch bestand der Endzweck dieser Untersuchung ei- 
gentlich m der Prüfung der Frage, wie weit diese 



— 341 — 

Anomalien gehen und ob es trotz ihrer dennoch mög- 
lich ist, die bekannten vasomotorischen Effecte in Folge 
von Durchschneidungen und Reizungen im Gebiete des 
Nervensystems zu beobachten. Die Begründung des 
Verfahrens hing mit anderen Worten gerade von der 
Entscheidung der Frage ab, ob es mittelst dieser Me- 
thode möglich ist, die Existenz des Gefässtonus und 
das Bestehen der vasomotorischen Reflexe nachzu- 
weisen. 

Indem ich jetzt zu diesen Versuchen übergehe, habe 
ich Folgendes zu bemerken. Die Injectionen des Kalbs- 
bluts erzeugen an und für sich im Frosche weder Con- 
vulsionen, noch irgend welche Zeichen der Unruhe; 
dennoch bleibt das angebundene und sonst unversehrte 
Thier nur selten vollkommen ruhig, was das Fliessen 
des Blutes natürlich sehr merklich beeinflusst. Ebenso 
wirken die reflektorischen Zuckungen bei Reizungen 
der Nerven. Um diese schädlichen Nebenwirkungen 
zu vermeiden, müssen die Frösche zu diesen Versuchen 
curarisirt werden. Eine Ausnahme hiervon kann nur 
für Versuche an geköpften Thieren zugelassen werden, 
weil an diesen die durch Reizung entstehenden Reflexe 
sehr flüchtig sind; auch solche Fälle, wo die vasomo- 
torischen Effecte zu stark sind, um von den erwähnten 
schädlichen Einflüssen überdeckt zu werden. 

3. EleUrische Beizung des centralen Stumpfes des 
VI, ischiadicus. Die Reizung geschah überall mittelst 
Inductionsströme solcher Stärke, welche, dem Frosch- 
vagus applicirt, das Herz sofort zum Stillstand bringen. 
Der Reizung geht die Feststellung der Norm voran. 
Um die Erscheinungen der Reizung handgreiflicher zu 
machen, will ich erst als Beispiele solche Fälle an- 



— 342 — 

führen, wo das Blut ohne irgend welche Reizung des 
Thieres floss. Die Zahlen bedeuten überall die Zeiten 
der Tropfenbildung, 





IMin. 


2 Min. 


3 Min. 


4 Min. 


5 Min. 


.N2 1. 


17.18 


20.21 


21.21 


21.22 


24.24 


JV22. 


10.11.12 


13.13.13 


13.14.14 




17.17.17 


. 


30 


31 


31 


31 


32 















6 Min. 



Q^ CO ü 
Qä ai t_. 



24.25 






u 

Pn-f^ SS t» 

=0 .5^ 'C o 
ü 



Z)^e dauernde "Reizung des IscMadicus ruft am cura- 
risirten unversehrten Frosche periodische Verengerungen 
der Bluthahnen hervor, mit Erschlaffungen, welche die 
normale Weite des Gefässsystems nicht zu übertreffen 
scheinen. 

Die nichtcurarisirten Frösche mit Durchschneidungen 
der Spinalaxe zwischen dem Schädel und dem ersten 
Wirbel verhalten sich gegen die Reizung etwas anders, 
indem an denselben die Erschlaffung manchmal in eine 
wirkliche Erweiterung der Bahnen übergeht. 

Unversehrte curarisirte Frösche. 

l)Norm 23.23.24 

Reizung 27.24.26.27 , 

Nach der Reiz. . . 28.26 

•2) Norm 14.14.14 

Reizung 15.15.14.15 

Nach d, Reiz 13.17.15.14.15 



— 343 — 

Geköpfter, nicht kurarisirter Frosch. 

3) Norm 22.22.22 

Reimug 24.29.22.21 

Nach d. Beiz 17 19.20.23.22 

Die DurcJischneidung heider plexus ischiodici, sowohl 
an normalen als curarischen Fröschen, ruft eine vor- 
übergehende Verengerung der Gefässbahnen hervor y auf 
welche eine dauernde Erweiterung derselben folgt, 

Curarisirter Frosch. 

Norm 20.22.21.21 

Nach d. Durchschn. . . 26 . 23 . 20 . 19 . 1 9 . 18 

Nicht curarisirter Frosch. 

Norm 13.12.13.13 

Nach d. Durchschn. , . 16.13.12.12.11.11.11 

Starke Reizung des centralen Stumpfes eines durch- 
schnittenen vagus ruft gewöhnlich , nebst kurzdauernder 
Verengerung der Gefässe, Erweiterung derselben (gegen 
die Norm) hervor. 

Schwache dauernde und starke fllüchtige Reizungen 
desselben Nerven bringen nur die erste Hälfte der Er- 
scheinung zu Stande. 

Curarisirte Frösche. 

l)Norm 21.20.21 

Reizung 33.19.16.20 . 

Nach d. Reiz. ... 17.19.20 

2) Norm 30.30 

Reizung .... 35.29.29.28.29 

Nach d. Reiz. .. 28.30.31 

3) Norm 14. 14 

Reizung 17 16. 13. 14. 12. 14 

Nach d, Reiz. ... 11.14 



— 344 — 

Die beschriebenen drei Reihen von Versuchen haben 
uns somit zu solchen Resultaten geführt, welche mit 
den Ergebnissen anderer Beobachter sowohl am Frosche 
als an den Warmblütern in vollkommenen Einklänge 
stehen. So war z. B. die periodische Verengerung der 
Gefässe bei fortdauernder sensibler Reizung des ischia- 
dicus und die Erweiterung bei eben solcher Reizung 
des vagus (von Kaninchen) von Latschenberge r und 
Dahna^) beobachtet, während die Erweiterung der 
Gefässe in den untern Extremitäten des Frosches, als 
Folge der Plexusdurchschneidung, allgemein bekannt ist. 



Nachdem auf diese Weise die Anwendbarkeit der 
Methode zur Erforschung der vasomotorischen Erschei- 
nungen bewiesen war, versuchte ich dieselbe zur Lösung 
folgender Frage anzuwenden. Es ist aus den Versuchen 
von Traube, Ludwig und Thiry, Hering, Kowa- 
lewskj^, Cyon u. a. bekannt, dass das Blut vermöge 
seines Gasgehaltes sowohl auf das Herz mit seinem 
Nervensystem als auf den vasomotorischen Apparat, 
die Gefässwände mitberechnet, einen Einfluss ausübt. 
Durch das gleichzeitige Zusammenwirken aller drei 
Einflüsse werden die Erfolgen des veränderten Gas- 
zustandes im Blute von. Seite des COg- und 0- Gehaltes 
natürlich höchst complicirt, und die Analyse derselben 
unter natürlichen Bedingungen der Circulation so gut 
wie unmöglich. Erst wenn man diesen oder jenen von 
den drei Einflüssen beseitigt, wird die Erscheinung 



3) Dr. J. Latschenberger und Dr. A. Dahna, Beiträge zur 
Lehre von reflectorischer Erregung der Gefässmuskeln. Pflügers 
Archiv. Bd. XII. 



— 345 — 

der Analyse zugänglich. Auch sind die Versuche von 
Cyon am ausgeschnittenen Herzen und diejenigen von 
Mo SSO an den ausgeschnittenen Organen von diesem 
Standpunkte aus zu betrachten. Die nächst zu be- 
schreibenden Versuche mit den Injectionen in das Ge- 
fässsystem des Frosches des in verschiedenen Graden 
mit COg beladenen Blutes haben dieselbe Bedeutung, 
insofern bei diesen Versuchen die Einwirkung des ver- 
änderten Blutes auf das Herz ausgeschlossen war und 
die Erscheinungen der Circulation hiermit nur von 
den beiden übrigen Factoren abhängig sind. Die Wir- 
kung der letzteren konnte in meinen Versuchen aller- 
dings von einander nicht getrennt werden; bedenkt 
man jedoch, dass der Einfluss des Blutes auf die Ge- 
fässwände eine dauernde Wirkung des ersteren voraus- 
setzt (Mo s so), während die Dauer meiner Versuche 
sehr kurz ist, so konnte die Einmischung dieses Fac- 
tors in die von mir beobachteten Erscheinungen au- 
genscheinlich nur von sehr untergeordneter Bedeu- 
tung sein. Aus diesem Grunde bin ich geneigt zu glau- 
ben, dass die von mir gefundenen Änderungen der 
Circulation bei Injectionen des COg-Blutes ausschliss- 
lich oder wenigstens hauptsächlich auf die vasomoto- 
rischen Effecte zurückzuführen sind. 

Stark arterielles defebrinirtes Kalbsblut wurde zu 
diesen Versuchen nach dem Augenmass so lange mit 
COj gesättigt, bis es die Farbe des venösen Blutes an- 
nahm^ und diese Flüssigkeit galt für mich als verän- 
dertes Blut, in Vergleich mit demjenigen, welches zur 
Feststellung der vasomotorischen Norm diente. Letz- 
teres wurde natürlich zuerst injicirt, um die normale 
Schnelligkeit des Fliessens zu bekommen; hierauf 

Mélanges biologiques. X. 44 



— 346 — 

wurde dasselbe aus dem Injector durch den Fortsatz 
F ausgelassen und durch das COg-Blut ersetzt. Der 
Wechsel beider Blutarten dauerte weniger als 1' und 
verursachte eine Verlangsamung des Fliessens im 
Laufe einiger Secunden. Deshalb äussern sich die 
wirklichen Eifecte des CO^-Blutes nicht sogleich nach 
dem Blutwechsel, sondern einige Zeit später, um so 
mehr, als das COg-Blut Zeit braucht, um das normale 
im Körper zu ersetzen. 

Die vasomotorischen Effecte des CO ^-Blutes hängen 
von dem Injectionsdruche ah. Bei Injectionen unter 
schwachem Druck bemerkt man nur die Verlangsamung 
des Fliessens , resp. eine Verengerung der Ge fasse; 
während die Injectionen unter stärkeren Druckhöhen 
nebst einer flüchtigen Verlangsamung eine dauernd über 
die normalwachsende Beschleunigung des Stromes geben. 

Wird das COg-Blut durch das normale ersetzt, so 
kehren die Erscheinungen mehr oder weniger voll- 
ständig zur Norm zurück. 

Curarisirte Frösche. 
I. Starke Druckhöhen. 

1) Normales Blut 15.16.15.15 

COjj-Blut 22.21.19.17.17.19.18.17,17.16.15.14.14 

Normales Blut 19.19.18.18,19 

2) Normales Blut 28.28.28 

COjj-Blut 37.30.32.23.20.20.18.18.19.17.16.18.17 

Normales Blut 19.17.17.15.19.16 

3) Normales Blut 19.20.19.21 

COg-Blut 27.25.26.24.22.20.20.19.18.17.18.19.18 

Normales Blut 21.18.18.18.19.21 

II. Schwache Druckhöhen. 

1) Normales Blut 39.39.37. 

COg-Blut 54.49.43.51.51. 

Normales Blut 60.53.45.40.39.39. 

2) Normales Blut 15.15,15. 

COa-Blut 21.20.20.23.30.36.41.46. 

Normales Blut 31.31. 



— 347 — 

Die Verengerung der Gefässe als Folge der Ein- 
wirkung des COg-Blutes auf die vasomotorischen Ap- 
parate wird, glaube ich, von Niemandem bestritten. 
Die Erweiterung der Oefässbahnen bei stärkeren Druck- 
höhen stellt hingegen eine neue Thatsache dar, und 
insofern bedarf sie einer Erläuterung. 

Die Beschleunigung des Stromes könnte eigentlich 
auf zweifache Weise erklärt werden: 1) durch die 
Paralyse der vasomotorischen Centra, wie es z. B. für 
den Hemmungsapparat des Herzens bei Erstickung 
angenommen wird; oder 2) durch eine Änderung der 
contractilen oder elastischen Kräfte der Gefässwände. 
Von diesen beiden Möglichkeiten liegt die Wahr- 
scheinlichkeit auf Seite der ersteren, weil nach Ver- 
suchen von Mosso die Beladung des Blutes mit CO^ 
das Fliessen desselben durch die ausgeschnittenen Or- 
gane nicht beschleunigt, sondern im Gegentheil sehr 
stark verlangsamt ^). 

Die zweite Aufgabe, zu deren Lösung ich die Me- 
thode in Anwendung zu bringen versuchte, betrifft die 
bis jetzt in einer Beziehung noch schwebende Frage 
über die vasomotorischen Centra des Rückenmarks. 

Um die Existenz der vasomotorischen Rückenmarks- 
reflexe zu beweisen , habe ich auf dieselbe Weise ver- 
fahren, wie es oben bei den Versuchen mit sensibler 
Ischiadicusreizung beschrieben ist, mit dem einzigen 
Unterschiede, dass jetzt das Rückenmark zwischen dem 
2. und 3. Wirbel durchschnitten war. Zu einigen Ver- 
suchen wurde sogar der ganze obere Theil des Rük- 



4) L. c. S. 181—191. 



— 348 — 

kenmarks zwischen dem Schädel und dem 3. Wirbel 
exstirpirt. In einer Reihe von Versuchen wurden die 
Reflexe durch elektrische Reizung des Ischiadicus aus- 
gelöst, in der anderen mittelst chemischer Reizung 
(nach der Ttirk'schen Methode) der Haut. Die erste 
Reihe wurde weiter an nicht curarisirten , die zweite 
an vergifteten Thieren angestellt. Die Blutung konnte 
bei diesen Versuchen von keinem Belange sein, da sie 
während der ganzen Dauer des Versuches und zwar 
gleichmässig stattfand. 

Bas Hauptergehniss derselben bestand in einer Ver- 
langsamung des Fliessens resp. einer Verengerung der 
Gefässe^ sowohl bei schwächeren als bei stärkeren Hö- 
hen des Injectionsdruckes ; nur bei sehr starken Druck- 
höhen oder bei Wiederholungen der Versuche an einem 
und demselben Thiere bekommt man manchmal das Um- 
gekehrte — eine Beschleunigung des Stromes anstatt sei- 
ner Verlangsamung. 

Bei chemischer Reizung der Haut sind die vasomo- 
torischen Reflexe etwas stärker, als bei elektrischer 
Reizung der Nerven. 

Curarisirte Frösche. 
I. Chemische Beizung. 

JV2 1. Norm 21.20.20.20 

Reizung ... 20. 22.23.22 
Nachd.Reiz. 24. 20.20 

J^2. Norm 14.14.14 

Reizung ... 19.21.15 
Nachd.Reiz. 15.17.16.16 

J^3. Norm 11.11.11 

Reizung . . . 10.10.13.12.10.13 
Nachd.Reiz. 11.11 



— 349 — 

J2 4. Norm 18.18.18 

Eeizimg ... 17.17.16.17.16 
Nach d. Reiz. 18.18 

Nicht curarisirte Frösche. 
II. Elektrische Beizung. 

J\2l. Norm 25.25.25 

Reizung ... 27.26.27 
Nach d. Reiz. 29.28.28 

J^2. Norm 13.13.14.13 

Reizung ... 14. 15. 15. 16 

Nach d. Reiz. 18\ 18. 18. 21. 20. 19 

jy2 3'. Norm 40.40.40 

Reizung ... 41.42.43 
Nach d. Reiz. 41 .41 

Ausserdem habe ich einige Versuche hinsichtlich 
der tonischen Wirkungen der vasomotorischen Centra 
des Rückenmarks angestellt. 

Stricker betrachtet bekanntlich die von Schroff 
an geköpften Warmblütern nachgewiesene verengernde 
Wirkung des Antiarins auf die Gefässe als Beweis 
einer solchen Wirkung^). Ohne mich in die Betrach- 
tungen einzulassen, ob diesen Effecten in der That to- 
nische Erregungen der spinalen Centra oder periphere 
Reizungen zu Grunde liegen, führe ich einige Ver- 
giftungsversuche mit Antiarin an geköpften Fröschen 
an. Meiner Meinung nach stellen sie insofern eine Er- 
gänzung der Stricker'schen Beobachtungen dar, als 
bei meinen Versuchen die Einwirkung des Giftes auf 



5) S. Stricker, Untersuchungen über die Ausbreitung der toni- 
schen Gefässnerven-Centren im Rückenmarke des Hundes. Sitzb. der 
k. Akad. der Wissensch. B. LXXV. 



— 350 — 

das Herz vollständig ausgeschlossen war, was bei dem 
Studium der vasomotorischen Wirkungen des Antia- 
rin's gewiss von grossem Werth ist, da diese Substanz 
bekanntlich zu den Herzgiften gehört. 

Zur Vergiftung bediente ich mich des Extractes von 
Upas Antiar^ welches ich der Güte des Herrn Direc- 
tors des medicinischen Departement E. W. Pelikan 
verdanke. Das Praeparat erwies sich bei Probe ver- 
suchen am Herzen der Frösche in so kleinen Dosen als 
wirksam, dass ich für die Vergiftung des zu injici- 
renden Blutes höchstens 1 Cgr. Substanz auf 10 Ccm. 
Blut genommen habe. Der Versuch bestand in dem 
Durchlassen des normalen Blutes zur Feststellung der 
vasomotorischen Norm , worauf das normale Blut mit 
dem vergifteten ersetzt wurde. 

Die Effecte stellten sich gewöhnlich schon im Laufe 
der 1, Minute ein und bestanden in der That in einer 
stetig und stark anwachsenden Verengerung der Gefässe. 

Nicht curarisirter Frosch, dessen Rückenmark zwischen dem Schä 
del und 3. Wirbel exstirpirt war. 

Norm ... 17.17.18.18. 

Vergiftung 24 . 21 . 23 . 24 . 27 . 28 . 31 . 33 . 36. 



aXKc 



(Tiré du Bulletin, T. XXVI, pag. 1—12.) 



^ Octobre 1879. 

Die embryonale Entwickelung des Lymnaeus stagnalis. 
Von Wladimir Wolfson. 

Auszug aus der russischen Abhandlung i), mit mehreren Holzschnit- 
ten im Text. 

Untersuchnngsmethode. Die zahlreichen Controversen 
und dunklen Fragen, welche wir in der Embryologie 
der Pulmonata ungeachtet der beträchtlichen Anzahl 
schöner Untersuchungen über diesen Gegenstand vor- 
fanden, veranlassten mich diejenige Methode, die sich 
an so vielen andern Objecten als ausserordentlich 
fruchtbar erwies, die Schnitt-Methode, auch an die- 
sem ungünstigen Objecte anzuwenden. 

Die frischen Eier von Lymnaeus stagnalis wurden 
in etwa 73% Chromsäure erhärtet, in Wasser ausge- 
spült, ferner in Alcohol bekannter Gradationen ent- 
wässert, in Paraffin eingebettet und auf demLeyser'- 
schen Microtom in feine Schnitte zerlegt; die letzte- 
ren wurden mit Picrocarmin gefärbt, durch Lavendelöl 
aufgehellt und in Canada -Balsam aufbewahrt. Die 
Färbung unverletzter Eier, in toto, ist unmöglich, da 
die Eimembran keinen Farbstoff durchlässt. Sehr gute 



1) B. JH. Bojii>4>'coH'i>, « 3M6pioHajri>Hoe pasBHTie Lymnaeus st.» 
3an. Hmh. AKa^. nayKT», 1879. Tom-l XXXVI, npajioiKeHie JNs 2. 



— 352 — 

Dienste leistete das Bobretzky'sche Verfahren: Eier, 
die vor dem Erhärten in Chromsäure auf einige Zeit 
in heisses, selbst siedendes, Wasser gebracht wurden, 
gaben stets sehr schöne Bilder. 

Raryolyse. Furchnng. Keimblätterbildnng. Das Ei von Lym- 
naeus lässt während und selbst einige Zeit nach der 
Ablage im Innern der Eizelle das schwindende Keim- 
bläschen in Form eines hellen Flecken mit undeutli- 
chen Conturen erkennen (Fig. 1). Dieser Fleck liegt 
im Centrum eines Strahlensystems, welches wir mit 
H. Fol «Amphiaster» bezeichnen wollen. Er besteht 
aus zwei sternartigen , sich intensiv roth färben- 
den Gebilden. Die Strahlen sind äusserst regelmässig 
angeordnet und von dem blass-rosa gefärbten, körn- 
chenreichen Protoplasma-Keticulum der Eizelle scharf 
abgegränzt. Die einander zugerichteten Strahlen des 




Fig. 1. 

Amphiasters fliessen zusammen und bilden somit den 
sogenannten «Spindelkern» der deutschen Autoren, der 
also keineswegs als metamorphosirter Zellkern be- 
trachtet werden kann. Im Innern dieses Spindeis, d.h. 
von seinen Strahlen umgeben, liegt eben der Rest des 
Keimbläschens. Bald schwindet es ganz und der Am- 



— 353 — 

phiaster rückt zur Peripherie der Eizelle, so dass der 
eine Stern ganz an der Oberfläche, der andere im 
Centrum zu liegen kommt. In Beiden lässt sich ein 
centraler, noch etwas dunkler gefärbter Theil («Hof») 
unterscheiden; im untern Sterne konnte ich auch 
manchmal eine wasserklare Vacuole wahrnehmen. 

Die erste Entstehung des Amphiasters konnte ich 
an der ungefurchten Eizelle nicht verfolgen: sie be- 
ginnt vor der Eiablage; aus frühen Furchungsstadien 
jedoch erhielt ich (Fig. 2) Schnitte, die keinen Zwei- 
fel über die Genauigkeit der neuern Untersuchungen 
von H. Fol^) Hessen und mir vollkommene Klarheit 
über den Process der Karyolyse, freilich nur in mor- 
phologischer Beziehung, verschafften: der Kerninhalt 
(Nucleoplasma) zieht sich stark zusammen, wodurch 
ein beträchtlicher Spalt zwischen ihm und der Kern- 
membran zum Vorschein kommt; an zwei entgegen- 
gesetzten Punkten dieser Letzten erscheint je ein ho- 
mogenes, ebenso wie das Nucleoplasma sich roth fär- 
bendes Körperchen ^), aus welchem zahllose Strahlen 
in der Art von Pseudopodien einer Protomyxa aus- 




Fig. 2. 



2) H. Fol «Sur le commencement de l'hénogénie chez divers 
animaux» Arch. Zool. exp. 1877, 2. 

3) Die soeben erschienene russische Abhandlung Ganin's über 
die Entwickelung der Spongilla enthält einige Data, die mich ver- 
anlassen diese Körperchen für nucleoli zu halten. 

Mélanges biologiques. X. 45 



— 354 — 

gehen. Diese Strahlen durchstossen nicht, sondern 
umfassen den Kern — in dieser Beziehung kann ich, 
leider, den Angaben Fol's nicht unbedingt beistim- 
men. Bald rücken die Sterne auseinander. Kernplatten 
oder Körnerzonen habe ich niemals zu Gesicht bekom- 
men können und muss daher ihre Existenz bezweifeln ; 
verdickte Stellen und Protoleucithkörn er- Anhäufungen 
sind zwar sehr häufig auf dem Strahlensysteme zu fin- 
den, nie aber konnte ich irgend eine Eegelmässigkeit 
in ihrer Anordnung erblicken. 

Aus dem Obengesagten geht also hervor, dass 

1) der ganze Amphiaster ein nucleo- nicht aber 
protoplasmatisches Gebilde ist; ' . 

2) dass somit die Strahlen der Sterne durchaus 
nicht Ausdrücke einer radiären Anordnung des Proto- 
plasmas, sondern eine Art Pseudopodien vorstellen, die 
den beiden nucleoplasmatischen Körpern entstammen ; 

3) dass der sogenannte Spindelkern Nichts als die 
Stelle, wo die Strahlen beider Sterne ineinanderfliessen, 
vorstellt und nicht mit dem schwindenden Zellkerne, 
den die Letzteren umschliessen , identificirt werden 
kann; 

4) dass, schliesslich, die von Sachs vorgeschla- 
gene und von der deutschen Schule (Büt sc hli, S trass- 
burger, Auerbach und 0. Hertwig) unterstützte 
Hypothese der Attractionscentra nicht haltbar ist. 

Was die Bildung neuer Kerne und auch des ersten 
Furchungskernes anbelangt, so muss ich mich unbe- 
dingt den Untersuchungen Bütschli's*) und Fol's an- 



4) 0. Btttschli « Studien über die ersten Entwickelungsvorgänge 
der Eizelle, die Zelltheilung und Conjugation der Infusorien » Abb. 
Senck. Nat. Ges. B. X. 1876. 



— 355 — 

schliessen : in einiger Entfernung von den Sternen er- 
scheinen auf den ineinanderfliessenden Strahlen ver- 
einzelte Vacuolen, in denen man Protoleucithkörner, 
die massenhaft in der Eizelle und den Furch ungsku- 
geln zerstreut sind, unterscheiden kann. Die Kerne 
entstehen durch das Zusammenfliessen dieser Vacuo- 
len und stellen anfangs Gebilde unregelmässiger Form, 
der Färbung unfähig, mit vielen stark lichtbrechen- 
den Körnern im Innern, vor. Die charakteristische 
Kernreaction, die Sonderung der Nucleolen und Pseu- 
donucleolen, — kommt erst später zu Schau. Wäh- 
rend der Kernbildung zerfliesst (buchstäblich) der Am- 
phiaster im Protoplasma, wodurch das Letztere, be- 
sonders im Centrum, eine viel intensivere Färbung 
zeigt. 

Somit wären in dem Besprochenen die Resultate 
meiner Untersuchungen über die Karyolyse dargelegt, 
und nun gehe ich zu den Furchungserscheinungen 
über, ohne in der folgenden Schilderung zu den merk- 
würdigen und — offen gestanden — bis jetzt noch sehr 
problematischen Erscheinungen der Kernbildung wie- 
der zurückzukehren, wenngleich sie sich genau in der- 
selben Form während der ganzen Furchungsperiode 
wahrnehmen lassen. 

Wir verliessen die Eizelle in dem Moment wo der 
eine Stern des Amphiasters an der Oberfläche zu lie- 
gen kommt. An dieser Stelle bildet die Eizelle eine 
Knospe, die sich abschnürt und zum ersten Richtungs- 
bläschen wird; auf dieselbe Weise entsteht auch das 
zweite, jedoch ohne dass vorläufig ein neuer Amphiaster 
erscheine. Die Richtungsbläschen sind als Zellen zu 
betrachten, da wenigstens das zweite einen deutlichen 



— 356 — 

Nucleus in sich schliesst, wenngleich dieser Nucleus 
nicht auf dieselbe Art wie die Kerne der Furchungs- 
zellen entsteht. Die Färbungsfähigkeit der beiden Rich- 
tungsbläschen ist eine verschiedene, daher kann von 
einer Zweitheilung des ersten Richtungsbläschens kaum 
die Rede sein. 

Zu dieser Zeit lässt die früher hüllenlose Eizelle 
eine sehr deutliche Membran erkennen, wobei die 
Richtungsbläschen entweder ausser- oder innerhalb 
derselben zu liegen kommen; im letzten Falle ist sie 
am deutlichsten ausgeprägt. Ich betrachte diese Mem- 
bran als Resultat der Befruchtung, da wir aus den 
classischen Untersuchungen F ol's^) über den Befruch- 
tungsprocess ersehen, dass das erste und auffallendste, 
dabei in physiologischer Beziehung wichtigste , Resul- 
tat dieses Processes eben die Bildung einer Membran 
ist, die, wenn die Befruchtung vor dem Ausstossen der 
Richtungsbläschen vor sich ging, die Letzteren über- 
zieht. Der Befruchtungsact selbst Hess sich freilich an 
einem so ungünstigen Objecte wie das Lymnaeusei 
nicht verfolgen. Aus Analogie aber mit den Vorgän- 
gen bei Asteracanthion und Toxopneustes fühle ich 
mich berechtigt zu schliessen, dass die 'Eizellen von 
Lymnaeus, wie auch die der übrigen Süsswasserschnek- 
ken, erst einige Zeit nach der Eierablage durch Sper- 
matozoon, die in dem die Eizelle umhüllenden Eiweisse 
eingeschlossen sind, befruchtet werden. In dem Ei- 
weisse zerdrückter Eier gelang es mir in der That 
häufig Spermatozoën zu erblicken. Somit wäre denn 
die alte Frage, warum bei den hermaphroditischen 
Schnecken keine Selbstbefruchtung stattfindet, ent- 
schieden: die Eizellen erreichen ihre volle Reife, die 



357 — 



durch den Austritt der Richtungsbläschen markirt wird, 
erst einige Zeit nach der Ablage. 

Im zweiten Entwickelungsstadium habe ich mit 
besonderer Aufmerksamkeit die verschiedenen Zu- 
stände, in welchen wir die Fur chungskugeln antreffen, 
studirt. Ich unterscheide vier Zustände, die in Fig. 3 
skizzirt sind ; es sind nämlich : 




(Î) 




Fig. 3. 

a) der passive Zustand, der durch die schwache 
Attractionsfähigkeit der Furchungskugeln charakteri- 
sirt ist; die Letzteren haben eine elliptische Gestalt 
und sind sehr locker untereinander verbunden; dieser 
Zustand folgt einer jeden Theilung und daher sind die 
Kerne noch farblos, vacuolenartig. 

ß) Der semi-passive Zustand; die Furchungsku- 
geln rücken zusammen, bilden aber dennoch je eine 
starke Hervorwölbung; die Kerne noch unverändert. 

Y) Der active Zustand; die Furchungskugeln bil- 
den eine Kugel; die Furche ist kaum zu bemerken, 
jedoch immer vorhanden. Die Kerne färben sich in- 
tensiv roth und besitzen überhaupt die gewöhnliche 
definitive Gestalt, Endlich, 



— 358 — 

8) der semi -active Zustand; die Furchungskugeln 
rücken etwas auseinander und erscheinen in der Form 
ß, unterscheiden sich aber von ihr durch den Beginn 
der Karyolyse; dieser Zustand geht also immer einer 
neuen Theilung voran. 

Dieselben vier Zustände lassen sich noch in sehr 
späten Furchungsstadien wahrnehmen. 

Nach der Viertheilung (drittes Stadium) folgt das so 
allgemein unter den Mollusken verbreitete Stadium, 
wo die erste Differ enzirung der Keimblätteranlagen 
auftritt; die vier neuentstandenen kleinen Furchungs- 
kugeln, deren Axen mit den Zwischenräumen der gros- 
sen zusammenfallen, stellen die erste Anlage des Ecto- 
derm s vor, wenngleich damit durchaus nicht gesagt 
sein will, dass die vier grossen Blastodermzellen an der 
Bildung des Ectoderms weiter keinen Antheil nehmen. 



Fig. 4. 
A — viertes Stadium. JS — fünftes Stadium. 

Im fünften Stadium theilen sich wieder die vier 
grossen Kugeln und die vier Neuentstandenen lagern 



— 359 — 

sich (Fig. 4, B, c) zwischen ihnen und den Ectoderm- 
zellen. 

In diesen und auch etwas spätem Stadien tritt in 
den Letzteren eine sehr interessante Erscheinung auf: 
ihr Protoplasma zieht sich nach der Peripherie zu- 
rück und die der kleinen Furchungshöhle zugewand- 
ten Enden verwandeln sich in verhältnissmässig dünne 
Fortsätze ; dadurch wird die Furchungshöhle geräumi- 
ger. Diese Fortzsätze bewirken wahrscheinlich Con- 
tractionen der Keimblase; sie werden wieder einge- 
zogen und haben durchaus keine Beziehungen zum 
mittleren Keimblatte, wie dies von R. Lankester^) be- 
hauptet wird. 

Der Furchungsprocess geht auch in den folgenden 
Stadien genau nach dem Warneck'schen Gesetze^) 
vor sich. Die Grössenunterschiede zwischen den Fur- 
chungskugeln sind während der ganzen Furchungs- 
periode (also vom 4*^"" Stadium inclusiv) vorhanden, 
so dass Blastosphaeren , wie sie in neuerer Zeit 



5) Ray Lankester «Remarks of the shell-gland of Cyclas and 
the Planula of Lymnaeus». Quart. Journ. of micr. sc. 1876. Pag. 320 
u. folg. 

6) A. Warneck, «Ueber die Bildung und Entwickelung des Em- 
bryos bei Gasteropoden». Bull. soc. imp. natur. Moscou. T. XXIII. 1850. 

Seite 175: « In jedem Stadium des Furchungsprocesses entstehen 
«nur vier Furchungskugeln, d. h. die Theilung geht 
«nicht in einer geometrischen, sondern einer arithme- 
« tischen Progression vor sich. — Die Bildung der 
«neuen Dotterkugeln aus den alten richtet sich nach 
«dem Alter der Furchungskugeln. — Die Grösse der 
« Furchungskugeln ist vom dritten Stadium an verschie- 
« den. » 
Meiner Ansicht nach, kann dieses Gesetz als Grundgesetz des Fur- 
chungsprocesses nicht nur bei den Gastropoden, sondern bei sämmt- 
lichen Mollusken-Gruppen, die Cephalopoden nicht ausgeschlossen, 
betrachtet werden. 



— 360 — 

H. Rabl') abgebildet hat, durchaus keine optischen 
Querschnitte, sondern optische Täuschungen darstel- 
len; auch erreicht die Furchungshöhle nie solche 
enorme Dimensionen. 

Bald beginnen die kleinen Ectodermzellen die grös- 
sern Furchungskugeln, die wir von nun an als primäre 
Entodermzellen bezeichnen können, zu umwachsen, 
wobei die Furchungshöhle, als solche, verschwindet. 
Diese Umwachsung ist keine vollständige und der ve- 
getative Pol schliesst, wie bei den Heteropoden, durch 
Wucherung einiger an ihm gelagerter primärer Ento- 
dermzellen. 

Auf diese Weise kommt eine Art Morula zu Stande, 
in deren Innerem mehrere grössere Zellen, die von 
den grossen Blastodermzellen des 4- ten Stadiums ihren 
Ursprung nehmen, liegen; sie bilden die Anlage des 
gesammten Mesoderms. Bald jedoch verschwinden 
die äusseren Unterschiede der drei Zellenarten (Ecto- 
Meso- und Entodermzellen) und die Morula stellt somit 
einen kugelförmigen Haufen gleichartiger Zellen dar. 

Es flacht sich der vegetative Pol der Morula ab und 
in der Mitte des abgeflachten Theils beginnt eine Ein- 
stülpung; ihre Richtung ist durchaus nicht vollkom- 
men symmetrisch, indem sie den Embryo in zwei un- 
gleiche Theile, die die Anlagen der Fuss- und Kopf- 
blase vorstellen, theilt. Die grossen Mesodermzellen 
werden durch denEinstülpungsprocess in diese Theile, 
so zu sagen, hineingedrückt und kommen somit um die 
Einstülpungsöfl^nung (ürmund) herum zu liegen. 

Da mit dem Stadium der Gastrula so viele theore- 



7) C. Rabl, «Die Ontogenie der Süsswasser-Pulmonaten», Jen, 
Z. für Naturw. 1875, B. IX, Fig. 9 auf Taf. VII. 



— 361 — 

tischen Fragen verknüpft sind, schenkte ich ihm be- 
sondere Mühe und Aufmerksamkeit, und kann nun, 
mich auf Hunderte von Schnitten stützend, mit Be- 
stimmtheit behaupten, dass beim Lymnaeus eine Gast- 




Mz 



Fig. 5. 
FI) — Fussblase, Kb — Kopf blase, Mg — Mesoderm. 

rula ohne Mesoderm nicht existirt und nicht existiren 
kann, da die Mesodermzellen sich schon in frühen 
Furchungsstadien aus den grossen Blastodermzellen 
bilden. Die Abbildung einer Lymnaeus-Gastrula, die 
Rabl in seiner Fig. 11 auf Taf. VII loc. cit. gegeben 
hat, wage ich für erfunden zu erklären. In Fig. 5 gebe 
ich eine mit dem Prisma gezeichnete Abbildung eines 
Längsschnittes durch eine Lymnaeus-Gastrula. 

Erst nachdem der Einstülpungsprocess beendet ist, 
treten wieder auffallende Unterschiede zwischen Ecto- 
und Entodermzellen auf: die Letzteren w^erden körn- 
chenreicher und dunkler ; sie beginnen auch sofort ihre 
Verdauungsthätigkeit. Das in die primitive Darmhöhle 
eingeschlossene Eiweiss wird zu einer grobkörnigen, 
geronnenen Masse, in der zahlreiche Deutoleucith-Ku- 
geln verschiedener Grösse, die bald in die Entoderm- 
Zellen einzudringen anfangen, auftreten. 

Melanges biologiques. X. 46 



— 362 — 

ORGANOGEKflE. 

1. Velnm und Vomieren. Querschnitte durch die Lym- 
naeus-Gastrula lassen an beiden Seiten mehre grös- 
sere Ectodermzellen , die bis zum Urmunde hinzie- 
hen, wahrnehmen. Es ist dies die zum ersten Mal 
von Ganin^) genau untersuchte und richtig gedeutete 
Anlage des Vélums. Mit der Weiteren t Wickelung des 
Embryos flachen sich die grossen Velarzellen ab und 
fliessen, ein über dem Urmunde zusammenhängendes 
Band bildend, theilweise zusammen; ihr Inhalt ist 
grobkörnig, ihre Färbungsfähigkeit schwach. Auf der 
dorsalen Seite verlieren sich allmählich die beiden 
Enden des Vélums, ohne mit einander in Berührung 
zu kommen (Fig. 6). Bütschli's Deutung^) der hin- 
teren Abschnitte dieses Gebildes als äussere Vor- 
nieren ist nicht begründet. Ganz irrig ist die Angabe 
R. Lankester's*^), nach welchem sich das Velum der 
Pulmonaten in die definitiven Mundlappen umwan- 
delt: das Velum geht unbedingt durch allmähliche Atro- 
phie verloren, wogegen sich die Mundlappen in Form 
zweier Höcker zu beiden Seiten des Mundes zwischen 
Tentakeln und Fuss in einem spätem Stadium her- 
vorbilden. 

Ausserordentlich bemerkenswerth ist die Entstehung 
der von Ganin entdeckten einzelligen Vornieren: 



8) M. Ganin «Zur Lehre von den Keimblättern bei den Weich- 
thieren». Warschauer Universitätsberichte, 1873, JV» 1. Pag. 115 bis 
140. (Russisch.) 

9) Bütschli « Entwickelungsgeschichtliche Beiträge». Zeitschr. 
für wiss. Z., Bd. XXIX, 1877, Pag. 227, Anmerkung. 

10) R. Lank es ter «Observations on the development of the 
Pondsnail {Lymnaeus stagnalis) etc. » Quart. Journ. of microsc. sc. 
1874 J pag. 382. 



■"M 



363 — 




Schg 

Fig. 6. 

Velum; Vn — Vornieren; Schg — Sch^lehgrube ; Ns 
rungssack ; Mz = Mesodermzellen. 



Nah- 



eine grosse Velarzelle wird jederseits unter das dorsale 
Velum-Ende in die Leibeshöhle hineingeschoben (Fig. 
6). Die so entstandenen zwei grossen Zellen, rücken 
näher zusammen, behalten jedoch immer ihre ober- 
flächliche Lage unter dem äusseren Epithel. Ihr Kern 
erhält höckerige Conturen, ihr Protoplasma wird von 
verschiedenen Körnchen durchsetzt; sie wachsen be- 
trächtlich und lassen bald in ihrem Innern einen 
hufeisenförmigen Kanal, dessen Schenkel den Kern 
umfassen , wahrnehmen , so dass bei Verschiebung 
des Tubus bald der Kanal , bald der Kern allein zum 
Vorschein kommt. Gegen das Kopfende verlängern 
sich die Vornieren zu einem Ausführungsgang, in 
welchen der hufeisenförmige innere Kanal übergeht 
(Fig. 7); in der Nackenhöhle öffnen sich die Ausfüh- 
rungsgänge mit kleinen Trichtern. Eines der merk- 
würdigsten Beispiele der hohen Differenzirung eines 
einzelligen Gebildes. Nach Fol") sind die Vornieren 



11) H. Fol «Sur le développement des Gastéropodes pulmonés.» 
Comptes rendus, T. LXXXI, 1875. P. 523—526. 



— 364 




Fig. 7. 

vielzellig — ich muss dies auf Grund einer grossen 
Anzahl von Schnitten entschieden in Abrede stellen. 
Die beigezeichnete Fig. 7 ist eine getreue Abbildung 
meiner Präparate. Somit kommen wir zu einer voll- 
kommenen Bestätigung der Ganin'schen Untersuchun- 
gen über diesen Gegenstand. 

Ob die Vornieren eine Zeitlang neben der Niere 
fortexistiren, oder ob sie schon vor dem Auftreten der 
Letzten atrophiren, konnte ich nicht mit Bestimmtheit 
entscheiden; jedenfalls sind sie schon lange vor dem 
Ausschlüpfen des jungen Thieres nicht mehr vorhanden. 

2. Schalengrube und Mantel. Die Schalengrube oder 
Schalendrüse («shell — gland» R. Lank. , ((invagination 
préconchilienne» H.Fol) ist bei den Süsswasserschne- 
cken zum ersten Mal von Ganin als solche beschrie- 
ben worden. Die früheren Autoren hielten dies Ge- 
bilde für die Aftereinstülpung ^^). Schon auf dem Ga- 
strula- Stadium lässt sich eine dem ürmunde gegen- 
überliegende Abflachung des Ectoderms wahrnehmen. 
Diese Abflachung geht bald in eine tiefe, zu der rech- 
ten Körperhälfte gerichtete, Einstülpung über. Durch 
stärkeres Wachsthum der Fussblase kommt die Schalen- 



12) In neuerer Zeit verfiel H. Rabl in denselben Fehler. 



365 



grübe schon sehr frühzeitig näher dem vorderen (Kopf-) 
Ende des Embryo zu liegen. Ganz auf dieselbe Weise, 
me dies bei den Heteropoden und Pteropoden ge- 
schieht, beginnt sie sich auszustülpen, wobei sie die 
Figur eines uhrglasförmigen Spaltes annimmt. Ausge- 
stülpt, erscheint sie in Form eines flachen Hügels der 
vom Ectoderm bekleidet und vom Mesoderm strotzend 
gefüllt ist; er stellt die Anlage des Mantels und der 
Schale vor. 

Bald beginnt das Ectoderm eine äussert feinkörnige, 
sich schön rosa färbende, Masse, auf deren Peripherie 
sich die eigentliche Schale absondert, auszuscheiden. 
Die Schale erscheint auf Schnitten in Form eines 
schmalen, geknillten Bandes, dessen Enden sich auf den 
sich verdickenden Mantelrand stützen. DasWachsthum 
der Schale folgt genau dem Wachsthum dieses Letzteren. 

Der Mantelrand bildet schon sehr früh eine be- 
trächtliche Hervorwölbung, die aus hohen cylindrischen 
Ectodermzellen besteht. Anfangs verbreitet sich der 
Mantel (also auch die Schale) auf dem Embryo ohne 
dass sich zwischen ihm und der Körperwand ein Spalt 
— die Mantelhöhle — bilde. Erst später beginnt eine 
wirkliche Umwachsung, wobei der Mantelrand als 
freier Wulst den Embryo umgürtet. Die rechta Man- 
telhälfte verbreitet sich viel weiter als die linke, auch 
erscheint der rechte Mantelw^ulst auf Schnitten viel 
dicker. Er verwächst mit der rechten Körperhälfte 
bis auf eine kleine Oeffnung — das Athemloch — die 
in einen erweiterten Theil der Mantelhöhle — die 
Lungenhöhle — führt. 

Im Mantelrande treten zahlreiche Blutgefässe und 
Pigmentanhäufungen auf. 



— 366 — 

3. Darm tractiis nebst Annexen. DieBildung des Darm- 
tractus bietet einen der schwierigsten Punkte für die 
Untersuchung. In dieser Beziehung gelangten weder 
die älteren noch die heutigen Forscher zu positiven 
Schlüssen. Die Schnitt-Methode leistete mir hier ganz 
besondere Dienste, wenngleich ich gestehen muss, 
dass mir noch so Manches nicht ganz definitiv durch 
meine Untersuchungen festgestellt zu sein scheint. Im 
demnächst Folgenden werde ich die Controversen ver- 
schiedener Forscher bei Seite lassen und nur dogma- 
tisch die von mir erzielten Resultate darlegen. 

Gehen wir von der primitiven Darmhöhle der Ga- 
strula aus. 

Es wurde schon bemerkt, dass die Entodermzellen 
Deutoleucith-Kugeln, die in dem in diese Höhle einge- 
schlossenen Eiweissb allen entstehen, aufzunehmen an- 
fangen. Diese Aufnahme geschieht wahrscheinlich ver- 
mittelst Zellausläufer, wenigstens weisen zahlreiche 
Schnitte darauf hin. Im Innern jeder Zelle fliessen 
die Deutoleucith-Kugeln zusammen und bilden, zugleich 
das Wachsthum der Zelle ausserordentlich befördernd, 
in dem äussern Theil der Letzteren eine sich dunkel- 
roth färbende homogene Ansammlung. Der Zellkern 
wird dadurch in den der Gastralhöhle zugewendeten, 
innern Theil der Zelle verschoben. Neben ihm treten 
im Protoplasma auch ganz besondere , den Dotterele- 
menten des Hühnereies und auch den der höhern Cru- 
staceen ^^) ähnelnde Gebilde auf. Ich unterscheide im 
Ganzen 5 Arten von « Nahrungselementen »: 



13) Vergl. Reichenbach. «Die Embryonalanlage und erste 
Entwickelung des Flusskrebses». Zeitscbr. für wiss. Z., Bd. XXIX. 



— 367 — 

1) Homogene, vacuolenartige Tropfen, die auch in 
grosser Menge im Eiweisballen vorhanden sind; 

2) Kugeln , die im Innern viele sehr kleine Vacu- 
olen erkennen lassen; 

3) Kugeln, die je eine grosse und mehre kleine Va- 
cuolen in sich schliessen, — vielleicht aus den vori- 
gen entstanden; 

4) dunkle, körnchenreiche Kugeln ohne Vacuolen; 
und endlich kommt noch eine fünfte Art vor, wo wir 




Fig. 8. 

Da — Deutoleucith-Anhäufung. 1,2,3 — Im Innern der Nahrungs- 
zellen vorkommende Elemente, à — metamorphosirter Zellkern. 



im Innern der Kugel nur ein homogenes Körperchen 
antreffen — diese Gebilde halte ich für metamorpho- 
sirte Zellkerne. Die Figur 8 stellt eine schematisirte 
«Nahrungszelle» dar; mit diesem Namen werden wir 
von nun an die umgebildeten Entoderm -Zellen be- 
zeichnen. 

Nicht das ganze Entoderm erleidet die beschriebene 
Metamorphose. Der Einstülpungsstiel nebst der an- 
liegenden Entoderm-Region, und der ihm gegenüber- 
liegende, unter der künftigen Schalengrube verlau- 
fende , Theil des Entoderms bleiben unverändert , so 
dass die Bildung der Nahrungszellen hauptsächlich 



— 368 — 

den mittleren Theil des primitiven Darmsackes betrifft. 
Aus diesen zwei entgegengesetzten unveränderten En- 
toderm-Partien entwickelt sich der ganze Mitteldarm, 
und zwar folgendermassen : 

Der Einstülpungsstiel verlängert sich sehr bedeu- 
tend, was durch starkes Hineinwachsen der dem Ur- 
munde anliegenden Ectodermregion bedingt wird. Er 
geht, zwar indirekt, in den definitiven Oesophagus 
über, so dass die ursprüngliche Einstülpungsöffnung 
(Urmund) etwa der Cardia des definitiven Magens ent- 
spricht. Die den Oesophagus und die benachbarte En- 
todermregion zusammensetzenden Zellen vermehren 
sich sehr rasch und bilden einen soliden Zellstrang, der 
in die Höhle des jetzt schon ausgebildeten Nahrungs- 
sackes hineinwächst. Dieser Zellstrang bildet die Anlage 
des definitiven Oesophagus und des Magens. Er kommt 
in Berührung mit dem andern, obenerwähnten, Theile 
der unveränderten Entodermpartie, der jetzt einen be- 
trächtlichen, hinter der Schalengrube lagernden, Zell- 
haufen vorstellt, und verwächst mit ihm. Der Zell- 
haufen bildet die Anlage des ganzen Darmes (Fig. 9, Dk). 

Auf diese Weise entsteht im Embryo ein solider 
Strang, aus Entodermzellen gebildet, der von der 
Schlundhöhle bis zur Schalengrube hinzieht. In seinem 
Innern erscheint durch Auseinanderrücken der Zellen 
eine Höhle — die Darmhöhle , die sich in der vorde- 
ren Partie zur Magenhöhle erweitert. Sodann treten 
auch die beiden Hälften des Nahrungssackes mit ihr 
in Verbindung und zwar durch einen anfangs sehr be- 
trächtlichen Spalt, der sich in spätem Stadien auf 
eine kleine am Pylorus liegende Öffnung reducirt. 

Durch starkes Hervorwachsen des Magens, der sich 



— 369 — 

immer mehr und mehr aus dem Nahrungssacke nach 
dem Rückentheile des Embryo zieht und schliesslich 




Fig. 9. 

Oe — Oesophagus ; V — Velumanschnitte ; Me — Mesodermzellen ; 

Ss — Nahrungssack -Serosa -Zellen; Ns — Nahrungssack; Uen — 

unveränderte Entoderm-Zellen ; Die — Darmkeim. 

dicht unter der äussern Haut zu liegen kommt, wird der 
Nahrungssack, der durch die Anlage des Mitteldarmes 
in zwei Hälften getheilt ist, gänzlich auf die Bauchseite 
verschoben. In sehr späten Stadien beginnt der Zerfall 
seiner Zellen; seine vollständige Atrophie jedoch fällt 
in ein sehr vorgerücktes Stadium der postembryonalen 
Entwickelung, zu der Zeit, wann die junge Lymnaeus- 
Brut im Stande ist ihre derbe Nahrung selbstständig 
aufzunehmen. Der Nahrungssack stellt also ein Em- 
bryonal-Organ vor, in welchem während der embryo- 
nalen Entwickelung Nahrungselemente gesammelt wer- 
den, die erst später, wann das den Embryo umgebende 
Eiweiss schon beinahe verbraucht ist, und besonders 
während des postembryonalen Lebens, in die Magen- 
höhle gerathen und verdaut werden. 

Die Aftereinstülpung wird schon sehr früh auf der 



Mélanges biologiques. X. 



47 



— 370 — 

rechten Seite des Embryo unter dem Mantelrande, in 
dessen Nachbarschaft der After ja auch immer bleibt, 
sichtbar. Der Darm, dessen blindes Ende durch die Kör- 
perwindung des Embryo nach rechts verschoben wird, 
läuft dicht an dem Aftergrübchen vorbei ; zu welcher 
Zeit jedoch er mit ihm verwächst und die Communi- 
cation der Darmhölile mit dem Rectum beginnt, konnte 
ich nicht entscheiden. 

Die Leber hat Nichts mit dem Nahrungssacke zu 
thun. Sie erscheint kurz vor dem Ausschlüpfen des 
jungen Thieres in Form zweier kleinen Blindsäcke ^*), 
die dicht am Pylorus von der Darmwand ausgestüplt 
werden. Die definitive Ausbildung der Leber fällt in 
die Periode der postembryonalen Entwickelung und 
geht mit der Atrophie des Nahrungssackes parallel. 

Von den übrigen Darm- Annexen soll hier nur 
in Kürze erwähnt werden. 

In der oberen Wand des Radulasackes, der eine ein- 
fache nach unten gerichtete Ausbuchtung der Schlund- 
wand vorstellt, wird eine Zellwucherung bemerkbar, 
die gleichzeitig mit einer rinnenförmigen Vertiefung 
der Wand auftritt. Dadurch wird das Lumen des Ra- 
dulasackes fast gänzlich von Zellen, die den sog. Zun- 
genkeim bilden, ausgefüllt. In seiner vordem Hälfte 
tritt nun die Radula in Form kleiner stark lichtbre- 
chender Plättchen auf der unteren W^and auf. Die so 
für den Zungenkeim und Zunge charakteristische Strei- 
fung ist feinen Zellausläufern zuzuschreiben. 

Die Speicheldrüsen stülpen sich erst später aus dem 
vordeisten Theil des Oesophagus aus; ihre Ausfüh- 



14) «Caecums duodénauxw — Le re bon 11 ct. 



— 371 ~ 

rungsgäiige verlaufen immer ganz symmetrisch zu 
beiden Seiten des Letzteren. 

In spätem Stadien lassen die Zellen der Oesopha- 
gus- und Magenwand deutliche Geissein erkennen. 
Der Mund ist von einem Kranze schöner, grosser 
Zellen, die scharf vom Körper-Epithel abstechen, um- 
ringt; Geissein jedoch lassen meine Schnitte an ihnen 
nicht erkennen. 

So abweichend uns auch die Bildung des Darm- 
tractus bei Lj^mnaeus erscheint, lassen sich doch die 
soeben geschilderten Vorgänge recht bequem mit den 
bei den übrigen Mollusken und besonders den Hete- 
ropoden bekannten zusammenstellen. 

4. Nervensystem und Sinnesorgane. Wenn in Bezug auf 
die Entwickelung des Darmtractus die Complication 
der betreffenden Phänomena als bedeutendes Hinder- 
niss der Untersuchung entgegentritt, so ist es der fast 
gänzliche Mangel wenn auch annähernd genauer Data 
in der Literatur, der die Erforschung der Entwicke- 
lung des centralen Nervensystems erschwert. Daher 
fühle ich mich genöthigt, mehrere hierher gehörende 
Fragen durch meine Untersuchungen nur als gestellt, 
nicht aber als erledigt, zu betrachten. 

Bevor noch irgend welche Differenzirung der den 
Schlundring zusammensetzenden Ganglia in den Lym- 
naeus- Embryonen auftritt, erscheint in der Nacken- 
gegend ein beträchtlicher, dicht dem Ectoderm anlie- 
gender, länglich -runder Haufen grosser Zellen, die 
grell von allen übrigen Geweben des Embryos ab- 
stechen. Sie enthalten ein grobkörniges, in mehrere 
grosse Ausläufer sich verästelndes Protoplasma und 
einen grossen, deutlichen Kern mit vielen Nucleoli. 



— 372 — 

Der Haufen nimmt die ganze über dem Oesophagus 
liegende Nackenhöhle ein; einige seiner Zellen kom- 
men sogar unter dem Oesophagus zu liegen. Die 
Mesoderm-Zellen bilden eine bindegewebige Hülle um 
ihn herum, so dass er ein selbstständiges, wohlbegränz- 
tes Ganzes vorstellt. Dieses merkwürdige Gebilde (Fig. 
10, Ä. und^.. Gem.) ähnelt einem Haufen multipola- 
rer Nervenzellen aus der grauen Hirnsubstanz der 
Wirbelthiere. Dass wir es auch hier mit einem Nerven- 
Gebilde zu thun haben, unterliegt keinem Zweifel. Es 
wurde schon von Lereboullet ^^), wenngleich unge- 
nau, beobachtet und die es zusammensetzenden Zellen 
mit dem Namen cellules nerveuses primitives bezeich- 
net; auch beobachtete Lereboullet in der postem- 
bryonalen Periode ihre allmähliche Fett-Degeneration, 
und wenn seine Ansichten über die Bildungsweise der 
definitiven Nerven -Ganglien durchaus irrig sind (er 
lässt jedes Ganglion aus einer Zelle entstehen), so 
kommt ihm doch das Verdienst zu, zum ersten Mal 
eine detailiirte Beschreibung des in Rede stehenden 
Organes gegeben zu haben. 

Beim erwachsenen Thiere ist keine Spur mehr da- 
von zu finden und glaube ich, dass es daher mit den 
übrigen Embryonal- Organen der Gastropoden (Velum, 
Vornieren, Embryonal -Herzen, Schalengrube, Nah- 
rungssäcke) zusammenzustellen und als Embryonal- 
Hirn zu bezeichnen ist. Jegliche Vergleiche und Hy- 
pothesen will ich mich vorläufig enthalten. 



15) M. Lereboullet «Recherches sur le développement du Lim- 
née». An. se. nat., 4« série, T. XYIII, 1862. Vergl. pag. 169—170 
und 195—197. Die auf diesen Seiten vorkommenden Widersprüche 
lassen sich gar nicht erklären. 



373 



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— 374 — 

Alle das definitive Central -Nervensystem bildende 
Ganglien entstehen aus localen, jedoch in einan- 
der übergehenden Ectodermwucherungen (nie 
Einstülpungen), die zu beiden Seiten des Vorderkör- 
pers und in den beiden Fusswülsten auftreten. Fast alle 
Ganglienpaare differenziren sich gleichzeitig und sind, 
so wie auch die Ganglien eines jeden Paares, durch 
deutliche Commissuren untereinander verbunden. 

Dicht unter dem Radulasacke lagern die ganglia 
pedalia mit den Otocysten; zwischen Radulasack und 
Oesophagus kommen die zwei kleinen ganglia huccalia 
zu liegen; seitlich davon, in unmittelbarer Nähe der 
Augen, liegen die durch eine lange über dem Oeso- 
phagus hinziehende Commissur verbundenen ganglia 
cerehralia. Hinter und unter ihnen lagern noch fünf 
Ganglienmassen, die den asymmetrischen Centren 
(Lacaze-Duthiers) Ursprung geben, wobei das auch 
den Fussganglien anliegende Paar wohl den ganglia 
commissuralia (Uiering) entspricht. In Fig. 1 sind alle 
diese Verhältnisse naturgetreu veranschaulicht. 

Alle Ganglien stellen anfangs compakte, aus klei- 
nen, aber charakteristischen Zellen bestehende, Hau- 
fen vor; in spätem Stadien rücken die Nervenzellen 
zur Peripherie, wogegen die centralen Theile der Gan- 
glien nur von ihren Ausläufern, die in die Commissu- 
ren und Nerven übergehen , eingenommen werden. 
Um jedes Ganglion bilden die Mesoderm -Zellen eine 
pigment irte bindegewebige Hülle. 

Das Auge entsteht aus einer Ectodermeinstülpung 
in der Tentakel- Anlage. Im Innern der einschichtigen 
Augenblase wird eine Pigment-Anhäufung sichtbar. 



— 375 — 

Die Linse ist eine metamorph osirte Zelle der Augen- 
blasenwand; anfangs unterscheidet sie sich nur durch 
ihre tiefere Lage und intensivere Tinktionsfähigkeit 
von den übrigen; dann aber nimmt sie eine kugel- 
runde Gestalt an, ihr Protoplasma wird homogen und 
stark lichtbrechend, ihr Kern schrumpft zusammen 
und wird zu einem kleinen undurchsichtigen Körper 
von unregelmässiger Gestalt. Auf Schnitten bietet das 
Auge derLymnaeus-Embryonen ein sehr schönes Bild. 

Die Otocysten nehmen aus einer, zwar sehr schwer 
zu beobachtenden, undeutlichen Einstülpung der Sei- 
tenwand des Fusses ihren Ursprung; später rücken sie 
näher zusammen und verwachsen mit den Pedalgang- 
lien. Ihre vielzellige Natur ist dann fast unkenntlich. 
Auf Schnitten bleiben die Otolithen in Form kleiner 
rother Stäbchen oft erhalten. 

5. Mesoderm-GebiWe. Wir sahen das mittlere Keim- 
blatt in zwei kleinen Zellgruppen in der Umgebung 
des Einstülpungsstieles liegen. Mit demWachsthum und 
der Weiterentwickelung des Embryo nimmt die Zahl 
der Mesodermzellen bedeutend zu, sie verbreiten sich 
in der ganzen Leibeshöhle und erleiden sehr verschie- 
dene Modificationen. Die dem Ectoderm anliegenden 
nehmen bald die langgestreckte Form der Cutis-Zellen 
an. Andere, z, B. in der Nackengegend, strecken sich 
noch mehr in die Länge und ziehen balkenartig von 
einer Ectodermregion zur andern hin: vielleicht be- 
wirken sie Contractionen der entsprechenden Körper- 
partieen. Wieder andere lagern sich perlschnurartig 
Zelle an Zelle, um verschiedene Bindegewebe zu bil- 
den. Am bedeutendsten aber sind die Modificationen 



— 376 — 

die mit der Bildung der Nahrungssack-Serosa verbun- 
den sind. Die betreffenden Mesodermzellen nehmen 
eine amoeboide Gestalt, die wahrscheinlich auch mit 
amoeboiden Bewegungen der Zellen in Zusammen- 
hang steht , an , und dringen in die Zwischenräume 
der Nahrungszellen (Fig. 9, Sz), ein ziemlich regel- 
mässiges Netz um die Nahrungssäcke bildend, ein. Nach 
R. Lankester giebt dieses Mesodermnetz dem Leber- 
epithel Ursprung: in Wirklichkeit aber entsteht daraus 
Nichts als die serosa der Nahrungssäcke. 

Die Darmserosa nimmt ihren Ursprung aus Zellen 
die dem primitiven Oesophagus und dem Darmkeime 
ansitzen. Der Magen der Lymnaeus-Embryonen ist 
gewöhnlich von einer dicken, pigmenthaltigen serösen 
Hülle , in der die Mesodermzellen dicht aneinander 
gelagert sind, umgeben. Im hufeisenförmigen Leisten 
der Mundmasse hingegen sind sie nur sehr locker un- 
tereinander verbunden und bilden ein sehr schönes, 
pigmentloses Balkengerüste. 

Die Muskelfasern, die besonders deutlich im Co- 
lumellaris und in den Retractoren des Radula zu be- 
obachten sind stellen auch nur langgestreckte Me- 
sodermzellen vor ; an jeder Faser ist der Nucleus 
deutlich erhalten. 

Die Blutgefässe entstehen nach dem gewöhnlichen 
Entwickelungsschema , welches keiner nähern Be- 
sprechung an dieser Stelle bedarf. 



Was die übrigen Organe, nämlich Lunge, Niere und 
Herz betrifft, so soll ihrer in diesem Auszuge nicht er- 



— 377 - 

wähnt werden. Ebenso auch unterlasse ich hier die all- 
gemeinen Schlüsse und Vergleiche, die in meiner rus- 
sischen Abhandlung dargelegt sind. Es war der Zweck 

[^ dieses Auszuges nur die wichtigsten, einigermassen 

neuen , Resultate meiner Untersuchung den ausländi- 

if sehen Lesern vorzulegen. 

St. Petersburg, September 1879. 



-ooj^o-o- 



(Tiré du Bulletin, T. XXVI, pag. 79—97.) 

Melangfis biologiques. X 43 



i| Janvier 1880. 

Aufzählung der von Dr. Alexander Brandt in Russisch- 
Armenien gesammelten Mollusken. Von Prof. E. v. 
Martens. 

Die Molluskenfauna des Gebirgslandes von Russisch- 
Armenienj zwischen den Flüssen Kur, Araxes und 
dem oberen Euphrat, zuerst von Missionär R. Fr. 
Hollenacker (Bull. Soc. Imp. des nat. de Moscou, 
X, 1837) in Angriif genommen, ist in neuerer Zeit 
durch die Sammlungen von Dr. Sievers (Mousson 
im Journal de Conchyliologie XXI 1873, XXIY 1876), 
Prof. de Filippi (Issel Mem. Accad, di Torino, série 
II, vol. XXIII 1865), Dr. Ose. Schneider (Natur- 
wissenschaftliche Beiträge zur Kenntniss der Kau- 
kasusländer, Dresden 1878) und H. Leder (Böttger 
in den Jahrbüchern der Malako-zool. Gesellschaft VI 
|: 1879), so weit bekannt geworden, dass ein Naturfor- 

scher , der nur kürzere Zeit dort verweilen kann und 
nicht gerade die Mollusken zum Hauptgegenstand seiner 
Arbeiten macht, nicht auf viele neue Entdeckungen in 
diesem Gebiete hoffen darf. Dennoch enthält die vor- 
liegende Reiseausbeute noch einiges Neue und erweitert 
namentlich unsere Kenntniss betreffs der Seen-Fauna 
Armeniens. Es ergibt sich aus derselben im Allgemeinen 
das Resultat, dass während die Landschnecken manche 



— 380 — 

eigene Arten enthalten und gewissermassen eine eigene 
transkaukasische Fauna bilden, die Süsswässer-Con- 
chylien wesentlich mit den europäischen, sogar mit- 
teleuropäischen übereinstimmen. Es fehlen im Gebirgs- 
land ebenso wohl die südeuropäischen mehr oder we- 
niger an das Küstenland gebundenen Landschnecken, 
wie Helix vermiculata, variabilis, Pisana, als die für 
Südost-Europa und Nordasien charakteristischen Süss- 
wasser-Conchylien wie Melanopsis, Lithoclypus, Neri- 
tina, Dreissena, Corbicula, die doch schon in Mingre- 
lien und am unteren Kur vorkommen. Die Mollusken 
des Goktscha-Sees zeigen eine auifallende Analogie 
mit denjenigen, welche in den grossen Seen der 
Schweiz leben, es sind eben die weit verbreiteten Ar- 
ten durch ähnliche physikalische Verhältnisse in glei- 
cher Weise beeinflusst. Es würde von grossem Inte- 
resse sein, diese Forschungen nun auch auf die grös- 
seren südlichen Seen, den Wan-See und den salzhal- 
tigen Urmia-See, auszudehnen. 

A. Land-Sehiiecken. 

1. Limax {Milax) Brandti n. sp. 

In Spiritus 70 Mill, lang, 24 hoch, 19 breit; Schild ein- 
farbig schwärzlich mit gedrängten, gekÖrneltenQuerrun- 
zeln, hinten einfach abgerundet, nicht lappenartig zu- 
gespitzt; Rücken einfarbig grau, die schiefen Runzeln 
in kürzere Abschnitte als bei Z. cinereoniger zertheilt; 
Kiel unmittelbar hinter dem Schild beginnend, durch 
längere Abschnitte in der medianen Runzelreihe aus- 
gezeichnet. Sohle dreigetheilt und zweifarbig, wie bei 
L. cinereoniger. 

Borshom am obern Lauf des Kur. 



— 381 — 

2 . Limax (Krynickïlhs) Bynicseviczn Kaleniczenko. 
Bulletin de la Société Impériale des naturalistes de 
Moscou, XXIV 1851 pag. 216 pi. 6 fig. 3. 

In Spiritus 17 — 18 Mill, lang, b^j^ hoch, 4 breit; 
Schild 6 Mill, lang; allgemeines Aussehen wie bei L, 
agrestis L., aber Hals und Kopf bei den Spiritusexem- 
plaren noch etwas über den Vorderrand des Schildes 
vorstehend, trüb röthlichgrau, mit einer doppelten 
Längsfurche in der Mittellinie. Schild und Rücken 
mit sclBvärzlichen,grossentheils untereinander zusam- 
menhängenden Flecken dicht bedeckt. Seiten unge- 
fleckt, blass röthlichgrau. Kiel die hintere Hälfte des 
Rückens (ohne Schild gerechnet) einnehmend, weiss- 
lich, schärfer als derjenige von Spiritus-Exemplaren 
des L. agrestis. Sohle einfarbig. 

Insel Seivanga im GoktschaSeeimdDarytschi-tschach 
im Gouvernement Eriwan^ drei Meilen nordwestlich 
vom Goktscha-See. 

3. Vitrina Komaroivi B öttger. Jahrbuch der Deutschen 
malako-zoologischen Gesellschaft VI 1879. S. 392, 
Taf. 10 Fig. 4. 

Grosser Durchmesser der Schale 372, kleiner 3, 
Länge der Mündung 2, Höhe derselben 273 Mill. Durch 
die ausgeprägte Faltenstreifung an Vitrina plicosa, 
annularis und conoidea sich anschliessend. 

Elenoivka am nordwestlichen Ufer des Goktscha- 
Sees. 

4. HfMx {Friiticicola) ArpatscJiaiana^ Mousson. Jour- 
nal de Conchyliologie XXI, 1873, p. 197, pi. 7 
fig. 4. Pfeiffer Monographia heliceorumVII p. 222. 
Var. Sewanica. 



— 382 — 

Testa subdepressa, auguste umbilicata, irregulariter 
striata et distiucte grauulosa, pallide griseo-flavesceus, 
zoua peripherica subdistiucta albida; spira brevis, co- 
noidea, aufractus 6, leute cresceutes, convexiusculi, 
ultimus rotuudatus, autice desceudens; apertura sat 
obliqua, luuato-rotundata, peristomate vix expansius- 
culOj tenui, pallido, intus distincte albo-labiato, mar- 
gine supero satis, infero parura arcuato, columellari 
dilatato, reflexo. 

Diameter major 14 — 15, minor 11, altitudoO — 11, 
aperturae diameter 6y2,latitudo 6 mill. 

Schale ziemlich niedergedrückt, eng genabelt, mit 
unregelmässig stärkern und schwächern Anwachsstrei- 
fen, deutlich gekörnelt, blass graugelblich mit undeut- 
lich begrenzter weisslicher Binde im grössten Umfang. 
Gewinde kurz, gewölbt konisch; 6 Umgänge, langsam 
zunehmend, etwas gewölbt, mit massig eingedrückter 
Nath, die letzte ohne Kante, ganz vorn etwas herab- 
gebogen. Mündung abgesehen von dem Hereinragen 
der vorhergehenden Windung annähernd kreisförmig, 
ziemlich schief gestellt; Mundrand dünn, weisslich, 
mit stark ausgebildeter weisser Innenlippe, welche 
aussen gelblich durchscheint; der obere Rand etwas 
stärker gebogen als der untere, der innere oder Co- 
lumellar-Rand ausgebreitet und zurückgeschlagen. 

Insel Seivanga im GoliscliaSee (auch See von Sewan 
genannt). 

Gleicht auf den ersten Anblick ziemlich einem klei- 
nen Exemplar der europäischen Helix strigella Drap., 
unterscheidet sich aber leicht von derselben durch die 
gekörnelte Skulptur, den engeren Nabel und den we- 
niger stark umgebogenen Mundsaum. Mit der typi- 



— 383 — 

scheu Helix Arpatschaiana Mousson vom Thal des 
Arpa-Tschai, eines Zuflusses des Araxes, etwa 18 
deutsche Meilen westlich vom Goktscha-See, stimmt 
sie nach Mousson's Vergleichung in der Skulptur 
überein und unterscheidet sich nur durch etwas höhe- 
res Gewinde, gänzliches Verschwinden der Kante auf 
der letzten Windung und dafür deutlicheres Hervor- 
treten der weisslichen Binde daselbst. Die Exemplare 
variiren ziemlich in der absoluten Grösse und relati- 
ven Höhe; schon einzelne Stücke von kaum 12 Mill, 
im grossen Durchmesser zeigen eine ausgebildete In- 
nenlippe und ausgebogenen Mund säum. Junge Exem- 
plare zeigen eine Kante in der Peripherie und stellen- 
weise Härchen, wie so viele Fruticicolen. 

5. Helix (Fruf,) globula Krynicki. Bullet, de la Soc. 
Imp. d. naturalistes de Moscou X 1837; Kaleni- 
czenko ibid. XXVI 1853 p. 85; Mousson Coquilles 
terrestres et fluviatiles recueillies par Dr. Alex. 
Schläfli II 1863, p. 47 und Journ. de Conch. XXI 
p. 198. 

Var. neina Böttger. 

Böttger Jahrbuch d.Malakolog. Gesellsch. Band VI 
1879, S. 14. 

7 Millimeter im grossen Durchmesser, 6 Mill, hoch, 
im Allgemeinen kugelförmig, glänzend, hellgelb. 

Elenoivka. 

6. Helix (Campylaea) pratensis Pfr. 
Var. depressa Mousson. 

Mousson Coquilles recueillies par Dr. Schläfli II 
p. 41, Journ. de Conchyl. XXI p. 201. 

Die Mündung vorn stärker herabgebogen, als bei 



— 384 — 

der gewöliiilichen Form: die Schale fein spiralgestreift, 
besonders regelmässig und deutlicli auf der Oberseite 
und in der Peripherie der letzten Windung. 
Äzchur am obern Kur. 

7 . Helix(Tachea) atrolahiata K r y n i c k i . K r y n i c k i B ull . 
de la Soc. Imp. d. nat. de Moscou YI, 1833 p. 423; 
Pfeiffer Monogr. heliceorum p. 275^ Mart ens Vor- 
derasiatische Conchylien S. 12. Mousson Coquilles 
de Schläfli II p. 55 und Journ. de Conch. XXI 
p. 203. 

Borshom, 30 Mill, im grossen Durchmesser und 
21 hoch, Bänder 1 — 3, 4, 5 oder... 5, Grundfarbe 
braungelb, Skulptur selten streifig. Mit einigen d^r 
nachstehenden, aus Borshom stammenden Arten auch 
von J. F. Brandt im J. 1867 gesammelt. 

8. Helix (Pomatia) oUusalis Ziegler. 

B ourguignat Aménités malacologiques, vol. II. 1877 
pl. 24. fig. 1, 2; Mousson Cat. coq. de Schläfli II 
S. 37; Martens Vorderasiat. Conchylien S, 18 Taf. 
4, Fig. 23; Kobe It Fortsetzung von Rossmässler's 
Iconographie, 5 Band, S. 115, Fig. 1083, 1084. 
Karawansarai auf dem Wege von Tiflis nach dem 
Goktscha-See. 

An der dicken stumpfen Spitze und der verhältniss- 
mässig geringen Zahl von Windungen leicht von den 
Verwandten zu unterscheiden. Bänder konstant fünf, 
verhältnissmässige Höhe des Gewindes bei den zwei 
vorliegenden Exemplaren verschieden, so dassdas eine 
etwas höher als breit, das andere merklich breiter als 
hoch ist. 



— 385 — 

9. Helix (Pomatià) Nordmanni Parreyss. 

Mousson Catal. coq. deScliläfli II p. 38 und 102; 
K obéit Fortsetzung von Rossmässler's Iconogra- 
phie, Band IV, S. 25, Fig. 1047, 1048. 
Äclialzycli^ von Michalowsky 1878 gesammelt. 
Grosser Durchmesser 26—29 Mill., Höhe 24 — 25, 
Bänder konstant fünf. Nahe verwandt mit der vorigen, 
der Wirbel verhältnissmässig kleiner. Auf der zweiten 
Windung zeigt sich zuerst nur das erste und dritte 
Band. 

10. Helix (XerophUa) Derhentina Andrzejewski. 
Mousson Catal. coq. de Schläflill p.28, Issel Mol- 
luschi race, della missionePersica(Mem. Accad. di 
Torino XXIIl) 1865 p. 29). Martens Vorderasia- 
tische Conchylien S. 10 Taf. 1, Fig. 7, 8. Mous- 
son Journal de Conchyliologie XXI 1873 p. 196. 
0. Schneider Naturwiss. Beiträge z. Kenntniss der 
Kaukasusländer 1878 p. 21. 

Borshom und Abas-Tuman, letzteres oberhalb Achal- 
zych, an einem Nebenfluss des Kur. Bei Achalzych 
selbst von Michalowsky 1878 gesammelt. Von den 
beiden letztgenannten Orten nur Exemplare ohne Bän- 
der. 

11. Biilimimis Hohenackeri Krynicki. 
Krynicki Bull. Soc. Imp. nat. IX 1836; Pfeiffer 
Monogr. helic. II p. 223; Rossmässler Iconogra- 
phie 3 Band, S. 91, Fig. 912, 913.; Mousson Coq. 
de Schläfli II, p. 60; Martens Vorderasiatische 
Conchylien S. 20. Mousson Journal de Conchyl. 
XXI p. 204; Schneider Naturwiss. Beiträge zur 
Kenntniss der Kaukasusländer 1878 p. 22. Bulimus 

MelaBges biologiqnes. X. 49 



— 386 — 

interfuscus (Mouss.) Issel Moll. Pers. p. 31 pi. 2 

fig, 23, 24. 

Borshom, AcliaUych und Ahas-Tuman. Alle Exem- 
plare ganz oder fast ganz einfarbig weiss. Eine grös- 
sere Anzahl bei Achalzych von Michalowsky ge- 
sammelter Exemplare zeigt grosse Verschiedenheiten 
in der absoluten Grösse und relativen Breite der aus- 
gewachsenen Stücke, in ersterer v. 20 — 2572 Millime- 
ter Länge; die Breite ist meist nahezu gleich der Län- 
ge der Mündung, aber geht 2^^ bis 2% mal in die 
ganze Länge der Schale, so dass der hauptsächlichste 
Unterschied darin liegt, ob die obern Windungen mehr 
oder weniger ineinander geschoben sind. 

12. Buliminiis (Chondrula) tridens Müll. 
Var. Caucasiens Mousson. 

Mousson Coquill. de Schläfli II p. 66; Journ. de 

Conch. 

1 1 Mill, lang, etwas über 5 breit. 

Elenowha und Insel Sewanga. 

13. Clausula (Euxina) gradata Böttg. 

Böttger Jahrb. Mai. Gesellsch. VI, 1879. S. 409, 

Taf. 10, Fig. 5. 

Borsliom. 

14. Clausula (Euxina) Duhoisi Charp. 
Charpentier Journ. de Conchyliologie 1852, S. 
402 Taf. 11 Fig. 14, Mousson Coq. de Schläfli II 
p. 73. Küster Clausilia S. 270 Taf. 30 Fig. 25 — 
27. Issel moll. Pers. p. 40. 

Bor shorn. 
Bald etwas mehr, bald etwas weniger schlank. Ex- 
emplare an denen die Fältelungen des Mundsaums 



— 387 — 

noch nicht ausgebildet sind, können leicht für eine 
andere Art gehalten werden. 

15. ClaiisiUa {Eitxina) Ossetica A. Schmidt. 

A. Schmidt System d. europäischen Clausilien 
1868S. 150. GL Sandbergeri Mousson Journal 
de Conchyliologie XXI 1873 p. 216, pi. 8 fig. 2. 
Bor shorn. 

1 6 . Clcmsüia (OUgoptychia) foveicolUs P a r r e y s s. 

PfeifferMonogr.helic.lv p. 754.Küster Clausilia 
S. 310, Taf. 35 Fig. 13—17. Mousson Coq. de 
Schläfli II p. 82 ; Journ. de Conch. XXI p. 216, 
Issel Moll. Pers. p. 41. 
Borsliom. 

17. Sîiccinea Pfeifferi Rossmässler. 

Mousson Catal. coq. de Schläfli II p. 83; Issel 
Molluschi raccolti délia missione Italiana in Persia 
(Mem. Accad. di Torino XXIII) 1865 p. 27. 
Elenowka. Bis 12 Mill. lang. 

18. Siiccinea putris L. 

Insel Sewanga. War bis jetzt noch nicht von Ar- 
menien bekannt. 

19. Gyclostoma costiilatum Ziegler. 
Rossmässler Iconographie 1 Band Heft 5, 6,1837 
S. 49, Fig 395; Pfeiffer Monographia pneumono- 
pomorump. 224; Mousson Coq.de Schläfli II p. 
87; Journ. de Conch. XXI p. 218; Issel Moll. Pers. 
p. 43; Martens Vorderasiat. Conchyl. S. 30. Cy- 
clostoma rivulare, Eichwald Zoologia specialis, 
1. Band, 1829 p. 302. 

Bor shorn. 



9 Q C 
«JOÖ 

13 Mill, breit und ebenso bocli, gut mit Exemplaren 
aus Siebenbürgen übereinstimmend. Der von Eich- 
wald gegebene Artname ist eigentlich früher mit Be- 
schreibung publicirt, als der Ziegler'sche, aber die- 
ser ist so allgemein im Gebrauch, dass eine Aenderung 
nicht zu empfehlen ist. 

B, Sfisswasser-Conchylien. 

20. Planorhis carinatus Müll. 

' Yar. duhius Hartm. 

Hart mann, Erd- und Süsswasser - Gasteropoden 
der Schweiz. 1844. S. lll.Taf.32. — Planorhis 
carinatus Mousson, Journ . de Conch . XXI . p . 221. 
6^oÄ:^sc/ia-See, mehrere Exemplare; die vorliegenden 
Exemplare entsprechen in der etwas langsameren Zu- 
nahme der Windungen und damit verhältnissmässig 
geringeren Breite der letzten nicht dem typischen 
carinatus Müll., Hartm. a. a. 0. Taf. 31, undRoss- 
mässlerlconogr. I.f. 60,sondernHartmann's duhius. 
Die Unterseite ist bei dem einen Exemplar etwas 
gewölbt, bei einem anderen ganz flach. 

21. Planorhis marginatus Drap. 

Rossmässler Iconographie I. S. 102. Fig. 59. 
Hartmann a. a. 0. S.113. Taf.33. — Mousson 
Coquilles de Schläfli II. p. 86 und Journ. de Conch. 
XXI. p. 221.1ssel Moll. Pers. p. 44 {PL complana- 
tus). Schneider Naturwiss. Beiträge Kaukas. p.28. 
Im GoktschaSee und in dem damit zusammenhän- 
genden Flusse Sanga bei Elenowka; zwei todte Scha- 
len im nördlichen Theile des Sees aus einer Tiefe von 
34 Faden. Auch sub fossil im Kalktuff der Üferregion. 



— 389 — 

Die Kante ist auch bei jungen Exemplaren deutlich 
ausgeprägt. 

22. Planorhis albus Müll. 

Gyraulus hispidus H art mann Erd- u. Süsswasser- 
Gasteropoden der Schweiz S. 89. Taf. 25. — PL al- 
bus Schneider Naturwiss. Beiträge Kaukas. S. 28. 
Elenowka. Auch von K. E. v. Baer aus dem Gok- 
tschaSee erhalten. 

An der deutlich ausgeprägten Spiralskulptur und. 
der sehr schiefen, verhältnissmässig weiten Mündung 
leicht zu erkennen. 

Grösstes Exemplar 6 Mill, im grossen, 4Y2 im klei- 
nen Durchmesser; ein Spiralstreifen auf der Ober- 
seite und ein anderer auf der Unterseite tritt fast 
kantenartig hervor. Farbe braungelb. 

23. Planorhis glaher Jeffreys, 

Gyraulus r egularisB. 3iYtm dinn 3i. Si. 0.^,97 Taf. 28. 
Planorhis laevis Aider (1837). Bossmässler Ico- 
nographie Band III Heft 3. S. 133. fig. 964. PL 
glaher (Jeffreys 1833), Martens Malakozool. Blät- 
ter VI 1859, S. 164. 
Elenowka, sehr sparsam; 4 Mill, im grossen, 3 im 
kleinen Durchmesser, ohne Spiralskulptur und in der 
Peripherie ganz gerundet, ebenfalls braungelb. Bis 
jetzt noch nicht aus Transkaukasien , Armenien oder 
Klein- Asien bekannt. 

24. IJmnaea stagnalis L. 
Var. lacustris Stud er. 

Limnaeus lacustris S t u d e r System atischesYerzeich- 
niss der Schweizer Conchylien 1820S. 27. L. stag- 
nalis var. lacustris Hartmann bei Sturm Deutsch- 



— 390 ~ 

lands Fauna, Würmer Heft 8. 1829. Taf. 10 (aus 
dem Bodensee), Kobe It Fortsetzung von Rossmäss- 
ler's Iconographie Band V. S. 35. Fig. 1236. — 
L. stagnalis Yar. lacustris und var. médius Hart- 
mann in: Steinmüller Neue i^lpina 1, 182 1 . S. 252; 
Erd,- u. Süsswasser-Gasteropoden d. Schweiz S. 20 
und 44. — Limnaea Defilippü Issel Molluschi rac- 
colti della missione Italiana in Persia (Mem. xiccad. 
di Torino XXIII 1865) p. 45 tav. 3. fig. 62, 63. 
Schale ziemlich stark, blass gelblich, mit verhält- 
nissmässig sehr kurzem Gewinde, % — % tier ganzen 
Länge einnehmend, und etwas flügeiförmig ausgebrei- 
tetem Aussenrand der Mündung. Schulterkante schwach 
ausgebildet oder ganz fehlend. Länge der erwachsenen 
Schale 22- 34 Millimeter, grosser Durchmesser 16 
— 20, Länge der Mündung 15 — 2072, Bi'^ite dersel- 
ben 10— 11V2. 

Im Goktscha-^ee bei JElenowka und an der Insel 
Sewanga. 

Stimmt im Allgemeinen mit der Form der Schwei- 
zer-Seen überein, namentlich mit Exemplaren aus dem 
See von Neuf-chatel, doch ist auch schon bei diesen, 
und noch mehr bei denen aus dem Bodensee, durch- 
schnittlich das Gewinde noch etwas kürzer und die 
Schulterkante mehr ausgeprägt. Die citirte Abbildung 
bei Kobelt und diejenige in Sturm's Fauna Fig. d, 
stimmen am bestenzudeuExemplaren aus dem Goktscha- 
See.Charpentier's var. lacustris^ Catâl. d. moll. terr. 
et fluv. de la Suisse 1837 pi. 2. fig. 14, undKobelt's 
var. media, loc. cit. fig. 1235, viel weniger; es fehlt 
ihnen die Ausbreitung des Mundsaumes und das Ge- 
winde erscheint bei ihnen breiter. 



— 391 — 

Var. turgida Menke. 

Hartmann Erd- und Süsswasser-Gasteropoden der 
Schweiz S. 19, 20 und 44, Taf. 8. 

Mit stark ausgeprägter Schulterkante und daher 
eckiger letzter Windung, an der Naht oft ganz hori- 
zontal. Gewinde massig lang, % der ganzen Länge oder 
etwas mehr. Äusserer Mundsaum etwas ausgebreitet: 
Columellarfalte stark ausgebildet. Schale fest, hell 
gelbbraun. Länge 38 — 45, grosser Durchmesser 24 — 
25, Länge der Mündung 23—27, ihre Breite 13 — 16. 

Im GoJctscJiaSee mit der vorigen zusammen, und 
durch einzelne Übergangsformen verbunden. 

Var. 

Limnaea stagnalis var. GoktschanaMoii^^on Journ. 
de Conch. XXI p. 219. 

Ausser den genannten liegen noch Exemplare aus 
dem Goktscha-See vor, welche durch längeres Gewin- 
de und Mangel der Schulterkante mehr der normalen 
Form von L. stagnalis gleichen^ sie sind zugleich dünn- 
schaliger, haben einen geraden dünnen Mundsaum 
und die meisten von ihnen dürften Jugendzustände 
der vorhergehenden sein, da die Schulterkante bei 
var. turgida erst auf der letzten Windung deutlich 
wird. Eine derselben, zu gross und schon in ihren 
obern Windungen zu wenig gewölbt um als junge 
turgida gelten zu können, passt gut zuMousson's Be- 
schreibung seiner var. Goktschana, sie ist 36^^ Mill. 
lang, 17 breit, ihre Mündung 19 lang u. 12 breit, 
ihre Oberfläche auf dem letzten Umgang durch in 
kurzen Zwischenräumen wiederholte stärkere Anwachs- 
streifen ausgezeichnet, mit einzelnen hammerschlag- 
artigen Eindrücken; die Columellarfalte schwach, der 



— 392 — 

Aiissenraiîd dünn und gerade. Im Allgemeinen kann 
sie zu var, elegans Leacli oder fragilis Hartm. und 
Charp. gerechnet werden, unter den Kobelt'schen Fi- 
guren kommt ihr am nächsten Fig. 1237, var. palu- 
striformis vom obern Euphrat. 

25. Limnaea lagotis Schrank. 

Kobelt Iconographie Band V. S. 37. Fig. 1240 
— 1242. Martens Vorderasiatische Conchylien 
S. 29. Taf. 5 Fig. 36. — L. ovatiis var. fontinalis 
Charpentier Catal. de coq. terr. et fluv. de la 
Suisse p. 20 tab. 2 fig. 15. — L. liniosa var. vul- 
garis (Pfr.) Issel Moll. Pers. p. 45. — L. tenera 
(Parreyss) Mousson Journ. de Conchyliologie II 
p. 220. 

Im Goktscha-See bei ElenowM^ auch subfossil im 
Kalktuff daselbst, und im Fluss Kars-tschai bei Kars. 

Die Exemplare aus dem Flusse zeigen ein verhält- 
nissmässig sehr kurzes Gewinde, sind aber durch die 
tiefe, an der Mündung etwas aufsteigende Naht und 
die glänzende, etwas rippenstreifige Schale als zu die« 
ser Art gehörig charakterisirt; die Dimensionen eines 
der grösseren Exemplare sind: Länge der Schale 15 
Mill., grosser Durchmesser IOV2, Länge der Mündung 
12V0, Breite derselben 7 Mill. 

Die Exemplare aus dem Goktscha-See sind ziemlich 
festschalig, glänzend und deutlich vertical rippenstrei- 
fig; das Gewinde nimmt zwischen Vs und 74 der ganzen 
Schalenlänge ein; alle Umgänge sind massig gewölbt, 
ohne Kante; an der Mündung zeigt sich eine schwache 
innere Lippe am Aussenrand, der Columellarrand geht 
nahezu senkrecht herab , eine Columellarfalte ist 



— 393 — 

kaum angedeutet. Länge der Schale 16 — 19, grosser 
Durchmesser 11 — ^12, Länge der Mündung 12 — 14, 
Breite derselben 7 — 9 Mill. 

Von den kleinsten Exemplaren der L. stagnalis var. 
lacustris mit welchen sie zusammen vorkommt und 
einige Habitusähnlichkeit hat, unterscheidet sich diese 
Form sofort durch das breiter aufsitzende Gewinde 
und den Verlauf des Columellarrandes. 

Das kleinste, nach der Innenlippe zu schliessen, aus- 
gewachsene Stück, zugleich auffallend schlank, zeigt 
folgende Dimensionen: Länge der Schale 8, grosser 
Durchmesser öYg, Länge der Mündung 6% Breite 
derselben 4:% Mill. 

26. Limnaea ovata Drap. 

Kobelt Iconographie Band V S. 42. Fig. 1251 
bis 1259. 

Im See Tschaldyr, nördlich von Kars. Die Exem- 
plare gleichen am meisten Kobe It's Figur 1256; sie 
zeigen eine matte feingestreifte Oberfläche und ein 
breitkonisches Gewinde. Länge eines der grössten 
Exemplare 18 Mill., grosser Durchmesser 14y2, Länge 
der Mündung 13, Breite derselben 9% Mill. 

Var. papilla Hart m. 

Limnaeus auricularius var. papilla Hartmann bei 
Steinmüller Neue Alpina L 1821 S. 250 Taf. 2. Fig. 
26 (aus dem Bodensee). — Limnaea ovata var. Ko- 
belt Iconographie V S. 119 Fig. 1510, 1511. 

GoUscJiaSee, in Gemeinschaft mit L. stagnalis var. 
lacustris und mit L. lagotis^ ähnlich der letzteren, aber 
mehr bauchig, mit sehr kurzem stumpfen Gewinde, die 
Naht weniger tief, der Columellarrand dünner und mehr 

Mélanges biologiques. X. 50 



— 394 — 

eingebogen. Länge der Schale 1 1—1 5, grosser Durch- 
messer SYa — ^^12, Länge der Mündung 9 — 1272, Breite 
derselben 6 — 8 Mill. 

27. Äncylus fliwiatilis Müller. 

C. Pfeiffer Deutsche Land- u. Wasser-Schnecken, 
I S. 107, Taf. 4. Fig. 44, 45. Voith bei Sturm 
Deutschlands Fauna, Würmer, Heft 4 Taf. 9. ~ 
Mousson, Journ. de Conch. XXI p. 221. 
Daratschi-tscJiach im Gouvernement Eriwan^ nord- 
westlich vom Goktscha-See. Schale 6% Mill, lang, 
4Y2 breit, 3 hoch, fein radial gestreift, braun. Wirbel- 
spitze Y2 — 1 Mill, vor dem Hinterrande, aber 2 Mill, 
darüber erhoben. 

Issel. Moll. Pers. p. 44 erwähnt A,capuloides Jan. 
von Eriwan; derselbe ist, abgesehen von der bedeu- 
tenderen Grösse (8 Millim.), wenig von fluviatilis ver- 
schieden. 

28. Äncylus lacustris L. 

C. Pfeiffer a. a. 0. S. 109. Taf. 4, Fig. 46. Voith 
a. a. 0. Taf. 8. Mousson Coquill. deSchläfli II p. 
103. 

Elenowka. . 

29. Änodonta piscinalis Nilsson. 

Var. ponder osa Pfr. 

C. Pfeiffer a. a. 0. Theil II S. 31, Taf. 4. Ross- 
mässler Iconographie Bandl Heft 4 S. 24 Fig. 282. 
Im See Tsclialdyr. 

3©. ünio crassus R e t z. 

Rossmässler Iconographie Bd. I. Heft II, S. 19, 
Fig. 126, 127; Heft V und VI, S. 55, Fig. 411. 



— 395 — 

Küster Uïiio S. 113, Taf. 31, Fig. 3—5. U. Ba~ 
tavus (Lain.) Mousson Coq. de Schläfli II, p. 94. 
Im Fluss Kars-tschai bei Kars. 

Ein Exemplar, 62% Mill, lang, 28 hoch, 19 dick, 
Wirbel in % der Länge, in der Gestalt ähnlich Ross- 
mässler'sFig. 126a und Küster'sFig. 1, aussen vorn 
gelblich, hintere Hälfte grün, Wirbel stark abgerieben; 
innen etwas röthlich. Von Unio Hiieti Bourg, aus Er- 
zerum durch die kürzere Gestalt, den hinten kaum 
aufsteigenden Unterrand, die kürzeren konischen 
Schlosszähne und den nierenförmigen, nicht runden 
Nebeneindruck am vordem Muskeleindruck gut unter- 
schieden. 

31. Pisidimn pusillum Jen y us. 

Bau don Essai monographique sur les Pisidies 
1857 p.20pl. 1 Fig. C. Clessin Malakozoologische 
Blätter XVIII 1871, S. 124; XIX Taf. 1, Fig. 1., 
und deutsche Exkursions-Mollusken-Fauna. 1876, 
S. 520 Fig. 336. 

GoJctschaSee in einer Tiefe von 16 Faden. 
Die vorliegenden Exemplare sind klein, nur 272 Mill, 
lang, 2 hoch, etwa 1 dick, ziemlich flach zusammen- 
gedrückt, schwach concentrisch gestreift, hellgrau; 
die Wirbel stumpf, etwa in % der Länge ; vorderer und 
hinterer Seitenzahn stark entwickelt. 



Ausser den vorstehenden, meistentheils zur Aus- 
beute von Dr. A. Brandt gehörigen Mollusken, wur- 
den mir noch folgende von der West-und Südküste 
des Kaspischen Meeres stammende Arten vom 



— 396 — 

Zoologischen Museum der St. -Petersburger Akademie 
der Wissenschaften zur Bestimmung zugesandt: 

1. Limax Keyserlingi sp. n., 63 Mill, lang, 17 hoch, 
13 breit, Schild 22V2 Mill, lang, unregelmässig leder- 
artig gerunzelt, nicht gekörnelt; Athemlochim hintern 
Drittel. Rücken abgerundet ohne Kiel bis zum Schwanz- 
ende. Farbe gleichmässig dunkelbraun (in Spiritus), 
Sohle deutlich zweitheilig. 

Astrahad, Graf E. Keyserling 1869. 

2. Parmacella velitaris sp. n. in Spiritus 29 Mill, 
lang, 6 breit, 8 hoch, Schild 8 Mill. lang, 10 Mill, hin- 
ter dem Vorderende beginnend, eiförmig, flach, vorn 
zugespitzt, hinten flach abgerundet, jederseits mit einer 
eingedrückten gebogenen Linie, die Schale ganz gleich- 
mässig bedeckend. Sohle nur 3 Mill, breit, deutlich 
zweitheilig, das Mittelfeld 2 Mill, einnehmend. Skulptur 
des Halses und der Körperseiten wie bei P. Olivieri 
Cuv. , von der sich die vorliegende zumeist durch den 
kleineren, auch hinten ganz flachen Schild unterschei- 
det, der auf eine kleinere innere Schale schliessen 
lässt. Mundfühler am Spiritusexemplar nicht einge- 
zogen. 

Ästrabadj Graf E. Keyserling 1869. 

3. Helix (Fruticicola) fruticola Krynicki. 

L. Pfeiffer Monogr. heliceorum I p. 136; neue 
Ausgabe von Chemnitz, Helix Tafel 97 Fig. 17, 
19. Mousson Coquilles de Schläfli II, p. 45. 
Lenkoran, von Baer. 

4. Helix (Fruticicola) Talischand sp. n. 

Schale kugelig, durchbohrt, dünn, mit dichten star- 
ken faltenartigen Anwachsstreifen und sehr feiner Kör- 
nelung, ziemlich dunkel hornbraun, einfarbig ; Umgänge 



— 397 — 

6, ein stumpfes massig erhobenes Gewinde bildend, 
etwas gewölbt, durch eine massig eingedrückte Naht 
geschieden, der letzte an der Peripherie völlig gerun- 
det, vorn bestimmt herabgebogen. Mündung diagonal, 
ausgeschnitten halbelliptisch ; Mundsaum dünn, bräun- 
lich -weiss, nur schwach ausgebogen, aber mit stark 
ausgeprägter weisser Innenlippe, welche aussen gelb- 
lich durchscheint; der Oberrand etwas stärker gebo- 
gen als der Unterrand, der Columellarrand ausgebrei- 
tet und umgeschlagen. 

Grosser Durchmesser 17, kleiner 14, Höhe 14, Durch- 
messer der Mündung 10, Höhe derselben 8 Millim. 

Lenkoran^ Provinz Talisch^ v. Baer. 

Diese Art, sowie die oben beschriebene Sewanica, 
wird in demnächst erscheinenden «Conchologischen 
Mittheilungen» des Verfassers abgebildet werden. 
5. Helix (Xerophila) Derhentina Andrczejewsky. 

Vgl. oben. 

Berbent, Moritz 1850. 

Die Exemplare sind von besonderem Interesse, in- 
sofern sie am Original-Fundort der Art gesammelt sind ; 
sie zeigen 12 Mill, im grossen, lOVg im kleinen Durch- 
messer, 7 Mill, in der Höhe, das Gewinde steht etwas 
vor und hat eine kleine lebhaft braunrothe Spitze; die 
letzte Windung ist vollkommen gerundet, die Mün- 
dung ist ein wenig höher als breit, der Nabel offen und 
tief, aber schon durch die vorletzte Windung bedeu- 
tend verengt; alle Exemplare haben gelbbraune Fle- 
cken an der Naht, bei dem einen verlängern sich die- 
selben zu radialen bis zur Peripherie reichenden Bo- 
genstriemen; die Unterseite zeigt etwas unterbrochene 
Bänder, bei einzelnen sehr undeutlich. 



— 398 — 

6 Clausilia. Ein unbestimmbares ganz junges Stück 
von Lenkoran, v. Baer. 

7. Succinea Pfeifferi Rossm. vgl. oben, Lenkoran, 
V. Baer. 

8. Planorbis suhangulatus Philippi. 
Süsswassersee bei Lenkoran und Aschrew in Masan- 

deran, v. Baer. 

9. Limnaea lagotis Schrank, vgl. oben. 
Süsswassersee bei Lenkoran und Aschrew^ v. Baer. 

Von der Ostküste des Schwarzen Meeres: 
10. Helix atrolabiata Krynicki und 11. Melanopsis 
praerosa L., Suchum, Czerniavsky 1868. 



399 — 



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Ç-ï? 1880. 

8 Juin 

Die Wirkung der Intensität des Lichtes auf die Koh- 
lensäurezersetzung durch Pflanzen von A. Fa- 
mintzin. 

Die Abhängigkeit der Kohlensäurezersetzung der 
Pflanzen von der Intensität des Lichtes ist bis jetzt 
wenig studirt worden. Die einzigen, mir bekannten, 
diesen Gegenstand behandelnden Untersuchungen sind 
von Wolkoff und späterhin von Prianischnikoff an- 
gestellt worden. Wolkoff giebt an, innerhalb gewisser 
Grenzen, eine Proportionalität zwischen Sauerstoff- 
ausscheidung und der Lichtintensität wahrgenommen 
zu haben ^). Diesen Gegenstand in seinem Lehrbuche 
besprechend fügt Sachs folgendes hinzu: «Wahr- 
scheinlich giebt es jedoch eine bestimmte hohe In- 
tensität der wirksamen Strahlen bei welcher ein Maxi- 
mum von Gas (Sauerstoff) abgeschieden wird, und über 
welche hinaus die Funktion wieder abnimmt oder die 
Pflanze beschädigt wird. Ob dieses Optimum der 
Lichtintensität jedoch von dem Sonnenlicht, wie es 
auf der Erdoberfläche erscheint, schon erreicht oder 



1) Ringsh. Jahi'b. Bd. 5 p. 1. 

Mélanges biologiques. X. 51 



— 402 — 

überschritten wird, lässt sich gegenwärtig nicht sagen. 
Bezüglich der geringsten Lichtintensität, bei welcher 
noch Gasabscheidung stattfindet , liegt nur eine An- 
gabe von Boussingault vor, dass ein Oleanderblatt 
unmittelbar nach Sonnenuntergang keinen Sauerstoff 
mehr abschied. 

Ebensowenig ist die Frage über die Existenz des 
Optimum der Lichtintensität in Bezug auf Kohlen- 
säur ezer Setzung von Pflanzen durch Prianischnikoff 
définitif erledigt worden. Letzterer konstatirte aber 
schon, dass ein durch eine Lage gewöhnlichen Schreib- 
papiers beschattetes Blatt um ein Geringes weniger, als 
das direkt von der Sonne beschienene Kohlensäure zer- 
lege. Indem er aus der ganzen Reihe seiner Versuche 
den Schluss zieht, dass die Kohlensäurezersetzung mit 
der Intensität des Lichtes zunimmt, fügt er den- 
noch hinzu : « obwohl ich nicht behaupten kann , dass 
ein Optimum der Lichtintensität existire , so scheint 
mir doch eine gewisse Grenze für die Lichtintensität 
vorhanden zu sein, über welche hinaus das Licht keine 
weitere Steigerung der Kohlensäurezersetzung veran- 
lasse. » 

Die folgenden Zahlen, die ich dem bei mir verblie- 
benen Manuscript , des nur leider zu früh durch den 
Tod der Wissenschaft entrissenen jungen, talentvollen 
Pflanzenphysiologen Prianischnikoff entnehme, lies- 
sen seine Vermuthung sehr wahrscheinlich erscheinen. 
In fünf von ihm angestellten Versuchen wurden Typha 
laüfolia Blattstücke , von ungefähr 50 Quadratcenti- 
meter Oberfläche, in zwei Eudiometern, die in jedem 
Versuche, ein gleiches Gemisch von Luft und Kohlen- 
säure enthielten, eingeschlossen. Der mit B bezeich- 



— 403 — 

nete Eudiometer wurde mit einem Blatte Schreibpapier 
umwickelt und darauf beide dem direkten Sonnen- 
scheine ausgesetzt. 

Nach Beendigung des Versuches wurden folgende 
Zahlen für die zerlegten Kohlensäuremengen in den 
Eudiometern A, u. B, erhalten. 



Versuch. 



Eudiometer A, (direkt 
von der Sonne be- 
schienen) 



Eudiometer B, 



11,15 

8,41 



11,34 



8,09 



11,04 



9,99 



10,25 
9,03 



12,53 



12,94 



Besonders gering sind die Differenzen in den drei 
letzten der angeführten Versuche ; im Versuche 5 ist 
sogar ein geringer Überschuss der zerlegten Kohlen- 
säure in dem durch ein Blatt Papier beschatteten 
Eudiometer zu bemerken. 

Dass in der That ein solches Optimum der Lichtin- 
tensität, für eine gewisse Zahl von Pflanzen besteht, 
will ich in den folgenden Zeilen nachzuweisen suchen, 
und zwar durch zweierlei Reihen von Versuchen, in- 
dem ich einerseits im geschwächten Sonnenlichte, eine 
ebensogrosse , manchesmal sogar eine energischere 
Kohlensäurezersetzung als im direkten Sonnenscheine 
erzielte, andererseits aber auch im künstlichen Lichte, 
einer ungefähr 50 Kerzen gleichen Gasflamme, eine 
bedeutende Kohlensäurezersetzung durch Blätter ver- 
schiedener Pflanzen hervorgerufen habe. 



— 404 — 



I. 



Die im Sonnenscheine angestellten Versuche las- 
sen sich in zwei Kategorien zusammenordnen. Zur 
ersten gehören die in einem Gemisch von Luft und 
Kohlensäure, zur zweiten — die in kohlensäurehalti- 
gem Wasser vorgenommenen. — Zu den Versuchen 
der ersten Kategorie wurden ausschliesslich die Blatt- 
fiedern von Ghamaedorea elatior gebraucht, welche 
ihrer geringen Dicke, respektiv geringen Volumens 
wegen als besonders geeignetes Objekt erschienen. 
Wie aus der folgenden Tafel zu ersehen ist, wurden 
zu einem jeden Versuche Blattstücke gleicher Grösse 
gebraucht, deren Dimensionen in den verschiedenen 
Versuchen zwischen 19 bis 25 Quadratcentimeter 
schwankten. Die sich zu einer Spitze verschmälernden 
Blattenden wurden abgeschnitten, das übrige Blatt als 
Versuchsobjekt gebraucht. 

Das Blatt wurde in einem Gasgemische von ohnge- 
fähr 30 C. C. Luft und 5 C. C. Kohlensäure in einer, 
in Cubikcentimeter getheilten Röhre eingeschlossen. 
Das Volumen des Gasgemisches wurde, mit Wasserdampf 
gesättigt, im Apparate von Doyer, beim constanten 
Niveau des Wassers im Regulator gemessen, wodurch 
also die Correctur auf Barometer Druck und Tempe- 
ratur vermieden werden konnte. Nach Beendigung des 
Versuchs wurde das Gas in eine, starke Kalilauge ent- 
haltende Pipette von Doyer übergeführt, 3 bis 5 Mi- 
nuten lang stark geschüttelt und darauf wieder gemes- 
sen. Aus dem Überschusse des Gasvolumens gegen- 
über der eingeführten Luftmenge konnte also die Quan- 
tität des ausgeschiedenen Sauerstoffs bestimmt werden. 



— 405 — 

Die, möglichst gleiche Blätter und gleiches Gas- 
gemisch enthaltenden, Röhren wurden nehen einander 
gestellt; die eine dem directen Sonnenlichte ausge- 
setzt , die anderen daneben mit 1 , 2 bis 4 Lagen von 
dünnem Papirospapier umwickelt. Auf die richtige und 
gleiche Lage der Blätter gegen auffallendes Licht 
wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Um die 
zu starke Erwärmung abzuhalten und dadurch die 
Temperatur in den Röhren möglichst gleich zu erhal- 
ten wurden dieselben hinter einem mit parallelen glä- 
sernen Wänden versehenen und Wasser enthaltenden 
Gefässe, oder in gleiche, geräumige, mit Wasser von 
gleicher Temperatur erfüllte Cylinder gestellt; in letz- 
terem Falle wurde nicht die Röhre, sondern das Cy- 
lindergefäss mit Papier umwickelt. 

Die an Ghamaedorea e^a^ior-Blättern erhaltenen Da- 
ten sind in folgender Tabelle zusammengestellt: 



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— 409 — 

Aus der angeführten Tabelle ist zu ersehen, dass 
in keinem der vergleichenden Versuche, den am trüben 
Tage vom 24. Mai angestellten ausgenommenen, hin- 
ter einem Blatte Papirospapier weniger Sauerstoff, als 
in der direkt beschienenen Röhre gebildet wurde; am 
2 Juni wurden in beiden Röhren gleiche Sauerstoff- 
mengen gefunden, am 19, 20, 30 Mai dagegen in den 
durch ein Blatt Papier beschatteten Röhren wurde 
mehr Sauerstoff erhalten. Sogar in den mit 2 La- 
gen Papirospapier umwickelten Röhren sind am 21, 
22 und 30 Mai genau oder ohnegefähr gleiche Men- 
gen Sauerstoff erzeugt. Nur in den mit 4 Lagen Pa- 
pier beschatteten Röhren ist constant eine schwächere 
Kohlensäurezerlegung zu Stande gekommen. 

Dass die geringen Temperatur-Differenzen in den 
verschiedenen Röhren keinen Einfluss auf die Energie 
der Kohlensäurezersetzung haben konnten beweisen 
die folgenden, aus dem oben erwähnten Manuskript 
des verstorbenen Prianischnikoff, entnommenen 
Zahlen, die ich hier mit desto grösserem Vergnügen 
einschalte, weil sie soviel mir wenigstens bekannt ist, 
nur in russischer Sprache niedergeschrieben und des- 
halb dem auswärtigen botanischen Publicum unbe- 
kannt geblieben sind. Es ist nämlich Herrn Pria- 
nischnikoff durch eine ganze Reihe sorgfältig ausge- 
führter Versuche gelungen zu zeigen, dass in den, ins 
direkte Sonnenlicht ausgestellten Röhren, welche gleiche 
Blattstücke von Typha latifolia in gleichen Gemischen 
von Luft und Kohlensäure enthielten, ohnegeachtet 
der absichtlich constanten Temperatur -Differenz von 
lO'^ bis 20° gleiche Mengen von Kohlensäure zerlegt 
wurden. 

Mélanges biologiques. X. 52 



— 410 



Die von ihm erhaltenen Data sind, in Kubikcenti- 
metern ausgedrückt, folgende: 

Typba latifolia. 



Datum. 



Volu- 
men 
der 
Luft. 



Vol. der 
Koh- 
len- 
säure. 



Zahl 

der 

Stunden. 



Tempera- 
tur. 



Volumen der 

zerlegten 
Kohlensäure. 



Juli 29 



Juli 27 



Juli 30 



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August 2 



August 2 



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59,45 

62,58 
61,16 

61,47 
61,47 

70,18 

70,58 

68,47 
68,71 

68,71 
67,80 



11,02 
10,73 

19,72 
20,15 

8,86 
9,51 



10,97 
10,84 



11,89 
11,01 

11,65 
11,60 



2 St. 15 M. 
idem 

4St.30M. 
idem 

2 St. 
idem 

lSt.20M. 
idem 

ist. 35 M. 
idem 

lSt.35M. 
idem 



29° C. 

2OV2« 

39 » 
20 » 

12%» 
23 » 

9%« 

17%» 



13 
24 



23%» 
11%» 



10,71 C.C. 
10,66 » 

19,59 » 
19,84 » 

8,36 » 

8,98 » 



11,12 
11,38 

11,62 
10,22 



11,73 » 
10,34 » 



Man mag dieses unerwartete Resultat erklären in 
welcher Weise man will: oder dadurch, dass die Tem- 
peratur zwischen den angeführten Grenzen von 1 0° bis 
39° keinen Einfluss auf die Kohlensäurezersetzung habe, 
oder, wie es Prianischnikoff thut, annehmen, dass 
gleiche Zahlen der zersetzten Kohlensäure nur deshalb 
erhalten werden, weil durch die Temperaturerhöhung 
der Athmungsprozess in so weit gesteigert wurde, 



— 411 — 

dass der Sauerstoffüberchuss derselbe blieb, so steht 
es doch fest, dass die geringe Temperatur-Differenz, wel- 
che in den Röhren meiner Versuche stattfand, keinen 
störenden Einfluss auf das Hauptresultat haben konnte. 

Die Existenz des Optimum der Lichtintensität für 
die Kohlensäurezersetzung durch Pflanzen wird noch 
durch folgende Citaten aus Boussingault Agronomie, 
Physiologie etc. Bd. 5 Seite 5 bekräftigt: «Ich habe 
öfters, auf der Nordseite eines grossen Gebäudes», 
schreibt Boussingault, «bei wolkenfreiem Himmel, 
Apparate hingestellt und die Menge des gebildeten 
Sauerstoffes ohngefähr derjenigen, welche im direkten 
Sonnenlichte ausgeschieden wurde, gleich gefunden.» 

Ferner ist aus der auf der 379. Seite des 4*^"" Ban- 
des desselben Werkes vorhandenen Zusammmenstel- 
lung, der im direkten Sonnenlichte und im Schatten 
erhaltenen Sauerstoffmengen dasselbe Resultat für Ne- 
rium Oleander ohne Weiteres ersichtlich. Die etwa vor- 
handenen Differenzen lassen sich noch dadurch unge- 
zwungen erklären, dass die zu vergleichenden Zahlen 
an verschiedenen Tagen, also bei verschiedener Licht- 
intensität erhalten wurden. Die citirten Data sind fol- 
gende : 

Nerium Oleander. 

Sonne 0,062 C.C. 

Schatten. . . 0,025 

Sonne 0,056 

Schatten. . . 0,051 

Schatten. . . 0,055 

Sonne 0,055 

Sonne 0,057 

Schatten . . . 0,046 

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— 412 — 

Die für Prunus Lauro-Cerasus, Aesculus Hippocas- 
tanuMj Eubus Idaeus, Populus alha^ Prunus persica, 
Zea Mays, angeführten Zahlen zeigen mehr oder 
weniger beträchtliche Differenzen; da auch diese Ver- 
suche nicht gleichzeitig, sondern an verschiedenen Ta- 
gen und mit nicht gleichen Blättern angestellt wurden, 
weil der Zweck der Versuche ein anderer war, müssen 
diese Zahlen noch genau geprüft werden. Ich will 
aber damit nicht gesagt haben, dass für alle Pflanzen 
es ein Optimum des Lichtes auf der Erdoberfläche 
existire; es ist wohl nicht nur möglich, sondern auch 
wahrscheinlich dass bei gewissen Pflanzen das zum 
chlorophyllhaltigen Gewebe gelangende Licht durch 
die stark entwickelte Epidermis, oder andere Anpas- 
sungen in dem Grade geschwächt werde, dass beim 
hellsten Sonnenlichte das Optimum noch nicht erreicht 
werde. Für gewisse, von mir untersuchte Pflanzen 
aber, nach den Versuchen von Boussingault für Ne- 
rium Oleander^ und wahrscheinlich für alle im Schat- 
ten lebenden Pflanzen ist aber ein solches sicherge- 
stellt. Ein damit übereinstimmendes Resultat wurde, 
wie ich sogleich zeigen werde, auch an Blättern an- 
derer Pflanzen, in Kohlensäurehaltigem Wasser erhal- 
ten. Die meisten der letzterwähnten Versuche sind 
mit Blattstücken von Bamhusa arundinacea angestellt 
worden. 

Wie aus der beigefügten Tabelle zu ersehen ist, ist 
in den durch ein Blatt Papirospapier beschatteten 
Röhren mehr Sauerstoff gebildet worden, den einen 
Versuch vom 2. Juni ausgenommen, in welchem gleiche 
Mengen Sauerstoff erhalten wurden. 



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Ein ganz übereinstimmendes Resultat ergaben fol- 
gende, in einer Mischung von 3 5 C. C. Newa- Wasser mit 
6 C. C. Kohlensäure gesättigtem Wasser, in drei Röhren, 
mit Elodea canadensis und Chamaedorea graminifoUa 
angestellte Versuche: 

Der Versuch mit Elodea dauerte 2 Stunden; in eine 
jede der Röhren wurden 3 gleiche Zweige der Elodea 
eingeführt; nach Beendigung des Versuches hatte die 
Elodea , welche dem direkten Sonnenlichte ausgesetzt 
war 3,2 C. C, die mit einem Blatt Papirospapier be- 
schattete 3,7, die mit J9 Blättern umwickelte 3,8 C. C. 
Sauerstoff ausgeschieden. 

Von den zwei gleichen Blattstücken der Chamaedo- 
rea graminifoUa hat das dem direkten Sonnenlichte 
ausgesetzte in 7^^ Stunden 1,5 CC. Sauerstoff geliefert, 
das durch ein Blatt Papirospapier beschattete in der- 
selben Zeit 1,6 CC. 

In mit Calamogrostis-Blättern in Kohlensäurehalti- 
gem Wasser angestellten zwei Versuchen habe ich 
dagegen in den, mit einem Blatt Papirospapier be- 
schatteten Röhren geringere Kohlensäurezersetzung, 
als in direktem Sonnenlichte erhalten, obwohl während 
des Versuchs der Himmel vollkommen wolkenfrei ge- 
blieben war. 



— 415 — 



Galamogrostis. 



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Für Galamogrostis also scheint unter den, bei mei- 
nen Versuchen vorhandenen Bedingungen, im Gegen- 
satz zu allen übrigen von mir untersuchten Pflanzen 
das Optimum der Lichtintensität nicht erreicht wor- 
den zu sein. 

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In vollem Einklänge mit dem Vorhandensein eines 
Optimum der Lichtintensität für die Zerlegung der 
Kohlensäure durch Pflanzen stehen die mittelst der, 
ungefähr 50 Kerzen an Intensität gleichen Gasflamme 
von mir erhaltenen Resultate. 

Die mittelst dieser Lampe angestellten Versuche 
lassen sich, denen im Tageslichte vollführten gleich, in 



— 416 — 

zwei Kategorie ordnen. Die Resultate der der ersten 
Kategorie, im Gemische von Luft und Kohlensäure 
zu Stande gebrachten, habe ich in nächstfolgender 
Tabelle zusammengeordnet. Sie wurden ebenfalls 
mit Ghamaedorea eZa^«o/-Blattfiederstücken angestellt. 
Durch Einschalten eines mit parallelen Wänden verse- 
henen Glasgefässes, in dem während des Versuchs ein 
Strom kaltes Wasser cirkulirte , wurde es möglich das 
Gefäss der grossen Flamme sehr nahe zu stellen und 
dahinter die Röhren mit Blattstücken bis auf 1 5 Cen- 
timeter dem Centrum der Flamme zu nähern. 



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— 420 — 

Um die mittelst der Gasflamme erhaltenen Sauer- 
stoffmengen richtig würdigen zu können, will ich eine 
vergleichende Tabelle folgen lassen, wo letztere mit 
denen im direkten Sonnenlichte sowohl von mir, als 
auch vonBoussingault und Godlewski erhaltenen 
Zahlen zusammengestellt sind. Der Vergleich mit den 
von mir im Tageslichte erhaltenen Sauerstoffmengen 
ist desto interessanter, da die betreffenden Versuche 
an den Blattfiedern derselben Pflanze, nämlich der Gha- 
maedorea elatior gemacht worden sind. 

Die vorliegende Tabelle enthält Zahlen, welche in 
Kubikcentimetern das Volumen des durch ein Qua- 
dratcentimeter Blattfläche während einer Stunde aus- 
geschiedenen Sauerstoffes angeben. Die, die Grösse 
der Blattoberfläche in meinen Versuchen darstellenden 
Zahlen drücken nicht die Gesammtoberfläche des 
Blattes, wie diejenigen von Boussingault in seinem 
Werke angegebenen, sondern nur die Ausdehnung der 
dem Lichte zugewendeten Blattseite; beim Vergleich 
mit denen vonBoussingault sind sie also durch ^ zu 
dividiren. Ich habe diese Art von Schätzung der Grösse 
der Blattoberfläche deshalb gewählt, weil in allen Ver- 
suchen mit der Gasflamme nur die obere Blattseite 
beleuchtet wurde, die untere dagegen kein Licht er- 
hielt. 

Durch ein Quadrat-Centimeter Blattfläche der Gha- 
maedorea elatior wurde während einer Stunde Sauer- 
stoff ausgeschieden : 

Im direkten Sonnenlichte. 

Versuch 1. (19. Mai) 0,037 C. C. 
» 2. (20. Mai) 0,057 » 



— 421 — 

Versuch 3. (21. Mai) 0,080 C. C. 
» 4. (22. Mai) 0,080 » 
» 5. (22. Mai) 0,100 » 
» 6. (24. Mai) 0,125 » 
» 7. (30. Mai) 0,093 » 
» 8. (2. Juni) 0,070 » 

Bei Beleuchtung mittelst der Gasflamme. 

Versuch 1. ( 5. Mai) —0,022 C. C. 
» 2. ( 8. Mai) —0,031 » 
» 3. (13. Mai)— 0,031 » 
» 4. (19. Mai) —0,023 » 

Die erhaltenen Sauerstoflfmengen schwanken im di- 
rekten Sonnenscheine von 0,037 — 0,125 C. C. 
im Gaslichte von 0,022 — 0,031 C. C. 

Die Minimalwerthe sind nicht um die Hälfte von 
einander verschieden, der Maximalwerth des im Gas- 
lichte gebildeten Sauerstoffs wurde nur um das vier- 
fache durch den, im direkten Sonnenlichte erhaltenen 
übertroffen. Das Verhältniss der Mittelwerthe aus al- 
len Beobachtungen im direkten Sonnenlichte und mit- 
telst der Gasflamme erhaltenen Sauerstoffs lässt sich 
durch den Bruch ^%^ also ungefähr durch die Zahl 3 
ausdrücken. Dieses Resultat erscheint desto überra- 
schender, da die Intensität der von mir angewendeten 
künstlichen Lichtquelle, die ich gleich 50 Kerzen 
schätze, noch durch das Einstellen eines parallelwändi- 
gen, mit Wasser gefüllten Glasgefässes , bedeutend 
geschwächt wurde. 

Folgende Tabelle enthält die den Boussingault'- 
und Godlewski'schen Untersuchungen entlehnte Zah- 
len sowohl als auch die von mir für Ghamaedorea ela- 



— 422 — 



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— 423 — 

Diese Zahlen können natürlich nur als annähernde 
gelten, denn schon der verschiedene Kohlensäurege- 
halt, welcher in den angeführten Versuchen von Bous- 
singault zwischen 30% — ^^^k-, bei Godlewski zwi- 
schen 1,7 — 28,5% schwankte, in den meinigen 207^ 
betrug, schliesst die Möglichkeit eines strengen Ver- 
gleiches aus. Dessenungeachtet bietet ihre Zusam- 
menstellung grosses Interesse in sofern als es die Be- 
urtheilung der Grösse der durch die Gasflamme er- 
zeugten Sauerstoff- Ausscheidung im Vergleich mit der 
mittelst Sonnenlichtes erhaltenen Kohlensäurezerset- 
zung anschaulich macht. 

Die Existenz eines Optimum der Lichtintensität in 
Bezug auf Kohlensäurezersetzung durch Pflanzen ist, 
aller Wahrscheinlichkeit nach, auf das Innigste mit 
dem von Borodin für mehrere Pflanzen beim direkten 
Sonnenschein nachgewiesenen Herüberwandern der 
Chlorophyll-Körner auf die minder erleuchteten Wände 
der Zellen verbunden, wobei, wie bekannt, die Chlo- 
rophyllkörner dem Lichte ihre schmale Seitenkante 
zuwenden und auf diese Weise die Quantität des auf 
sie fallenden Lichtes verringern. Diesem Zwecke ent- 
sprechend geht noch, wie Stahl neuerdings in der Bo- 
tanischen Zeitung nachgewiesen, bei manchen Pflanzen, 
bei starker Beleuchtung, eine entsprechende Volumen- 
und Form- Veränderung der Chlorophyllkörner vor, die 
schon vor längerer Zeit von Mi che li beobachtet wurde. 
Wenn wir die hier beschriebenen Erscheinungen ins 
Auge fassen, so wird die Möglichkeit einer gleichen 
Kohlensäurezersetzung bei wechselnder, ein bestimm- 
tes Optimum übersteigender, Beleuchtung ohne Wei- 



— 424 — 

teres begreiflich. Die bezüglichen Versuche will ich bei 
nächster Gelegenheit vornehmen. 

Endlich ist die Nachweisung des Optimum der Licht- 
intensität für die Kohlensäurezersetzung durch Pflan- 
zen für die Lösung der Frage über die Farbe und 
Brechbarkeit der die Kohlenzersetzung verursachen- 
den Strahlen von grosser Bedeutung. Diese Frage 
kann bis jetzt als noch ungelöst betrachtet werden, da 
die einen den gelben, die anderen den rothen, Pril- 
lieux und Baranetzki endlich allen Strahlen des 
Spektrum diese Funktion, als in gleichem Maasse eigen, 
zuschreiben. Die so grellen Meinungsverschiedenhei- 
ten in Betreff dieses Gegenstandes hat, in der letz- 
tern Zeit, WoUkoff einer ausserordentlich klaren Kri- 
tik unterworfen und gezeigt, dass allen diesen Versu- 
chen ein und derselbe Mangel anhaftet der die Resul- 
tate unzuverlässig macht, nämlich die gänzliche Ver- 
nachlässigung der Bestimmung der Intensität des in 
den Versuchen wirkenden Lichtes. Alle diese For- 
scher begnügten sich mit der qualitativen Analyse des 
durch gefärbte Medien durchgelassenen Lichtes, ohne 
den Grad der Schwächung der einzelnen Strahlen durch 
die angewendete Concentration genau zu berücksich- 
tigen. Dass dieser Einwurf vollkommen berechtigt ist, 
dagegen lässt sich nichts einwenden. Die hier be- 
schriebenen Versuche zeigen, dass letzteres allem 
noch nicht genügt. 

Ferner zwingt die Nichtexistenz der Proportionali- 
tät der Lichtintensität und der durch dieses bewirkten 
Kohlensäurezersetzung durch die Pflanzen und die Nach- 
weisung eines Optimum der Lichtintensität, bei dessen 
Überschreitung die Lichtwirkung nicht nur nicht zu- 



— 425 — 

nimmt, sondern sogar manchmal verringert erscheint, 
bei der Anstellung derartiger Versuche noch die In- 
tensität der gebrauchten Lichtquelle genau zu berück- 
sichtigen und während des Versuchs constant zu er- 
halten. Deshalb ist für die Untersuchung der Wirkung 
verschiedener Strahlen eine constante Lichtquelle un- 
umgänglich und deshalb das Gaslicht dem wechselnden 
SonnenHchte vorzuziehen ; das Gaslicht bietet einen 
Vorzug noch darin, dass es das Optimum der Licht- 
intensität nicht erreicht und deshalb jede Schwächung 
der die Kohlensäurezersetzung hervorrufenden Strah- 
len eine Verminderung der Kohlenzersetzung zur Folge 
haben muss. Ganz anders können sich dagegen die 
Resultate im Sonnenlichte herausstellen, indem bei 
grellem Sonnenscheine hinter die wirkenden Strahlen 
stark absorbirende Medien eine fast gleiche oder sogar 
grössere Kohlensäurezersetzung stattfinden kann als 
im direkten Sonnenlichte, oder hinter solche gefärbte 
Medien, welche die, die Kohlensäurezersetzung hervor- 
rufenden Strahlen fast ungeschwächt hindurchlassen. 
Durch letzteres Resultat überrascht, wurde ich auf die 
Bearbeitung der in dieser Arbeit behandelten Frage 
gebracht, obgleich ich anfänglich nur die Frage: wel- 
che Strahlen die Kohlensäurezersetzung hervorrufen, 
zu lösen im Sinne hatte. 

Die erhaltenen Resultate lassen sich kurz folgender- 
massen zusammenfassen : 

1) Es giebt für eine ganze Reihe von Pflanzen ein 
Optimum der Lichtintensität in Bezug auf die Kohlen- 
säurezersetzung. Beim Übersteigen dieses Optimum 
wird durch den Zuwachs der Lichtintensität keine 
grössere Menge Kohlensäure zersetzt; in mehreren 

Mélanges biologiques. X. 54 



— 426 — 

Fällen wird sogar eine geringere Sauerstoffausschei- 
dung zu Stande gebracht. 

2) Die, 50 Kerzen gleiche Gasflamme ist im Stande, 
wenn man nur dafür Sorge trägt, ihre dunkeln Wärme- 
strahlen abzuhalten, eine ganz bedeutende Kohlen- 
säurezersetzung durch Pflanzen zu bewirken. Wie die 
zusammengebrachten Data beweisen wird dabei im 
Mittel nur ohngefähr eine um das dreifache geringere 
Menge der Kohlensäure zersetzt; welches Resultat 
vollkommen mit der Existenz eines Optimum der Licht- 
intensität in Bezug auf die Kohlensäurezersetzung 
stimmt. 

3) Die Existenz des Optimum der Lichtintensität 
für die Sauerstoffausscheidung ist, aller Wahrschein- 
lichkeit nach, mit den bekannten, im direkten Sonnen- 
scheine vorgehenden Orts- und Form Veränderungen 
der Chlorophyllkörner aufs innigste verbunden. 

4) Endlich ist die Nachweisung dieses Optimums 
für genaue Versuche über den Einfluss verschiedener 
Strahlengattungen auf die Kohlensäurezersetzung, von 
grosser Bedeutung und erklärt theilweise die jetzt vor- 
handenen, sich widersprechenden, Resultate. 



(Tiré du Bulletin T. XXYI, pag. 296—315.) 



^ Avril 1880. 

Recherches embryologiques sur TOrchis maculata. 
Par M. Montéverdé. 

(Avec une planche.) 

En commençant à analyser l'histoire du développe- 
ment des Orchis, j'ai eu principalement en vue de suivre 
le plus soigneusement possible l'évolution des embry- 
ons à partir des premiers partages jusqu'à leur matu- 
ration; j'ai voulu en même temps scruter si effective- 
ment il n'y a aucune régularité dans la formation des 
cloisons, et enfin tâcher de trouver de la ressemblance 
avec les autres monocotylédones dans la période de 
leur premier développement. 

Avant de commencer cet exposé je dois faire men- 
tion de deux notices de Fleischer ^) et de Pfitzer ^) 
publiées récemment. 

Selon l'expression de Fleischer les Orchis occu- 
pent parmi les monocotylédones une position tout-à- 
fait exceptionnelle quant à l'histoire de leur dévelop- 
pement. D'après les dessins deHofmeister, Fleischer 
dit que l'embryon provient d'une seule cellule gonflée 



1) Flora, 1874. 

2) Beob. über Bau und Entwickelung der Orchideen. Verhandl. 
des naturhist. medic. Vereins zu Heidelberg, Bd. II, 1877. 



— 428 — 

du suspenseur; après la segmentation habituelle en 
quatre parties, toute régularité dans la formation des 
cloisons disparaît de manière que la semence mûre se 
compose de plusieurs douzaines de cellules sans aucune 
différenciation; à l'extrémité inférieure de l'embryon 
se trouve le suspenseur, formé ordinairement de deux 
cellules dont la supérieure se transforme en embryon. 
Pendant la germination des semences apparaissent plu- 
sieurs points végétatifs et toute la surface de l'em- 
bryon se couvre de petits poils, à l'exception du bout 
inférieur; pendant tout le temps de la germination on 
remarque non seulement l'absence complète d'une 
différenciation intérieure symm étriqué , mais même 
l'absence du cotylédon et de la racine principale. 

Cette conclusion est fausse pourtant, comme l'a 
prouvé Pfitzer. D'après ses recherches sur V Orchis 
latifoUa l'embryon se compose non d'une seule, mais de 
trois ou quatre cellules du suspenseur, dans lesquelles 
se forment des cloisons longitudinales, disposées en 
forme de croix; chacun des étages pro venus de cette 
manière se divise en quatre cellules centrales et quatre 
périphériques; les cellules périphériques n'équivalent 
pas au dermatogène, puisqu'elles peuvent être partagées 
par des cloisons, tangentielles. La cellule du suspen- 
seur, la plus proche de l'embryon (la troisième ou 
quatrième des cellules primordiales) est l'hypophyse. 
Le même observateur a étudié les embryons pendant 
leur germination. Il démontre que l'histoire du déve- 
loppement des Orchis ne se distingue pas des autres 
monocotylédones. A la base de l'embryon, c'est-à-dire 
à l'extrémité dirigée vers le suspenseur, se montrent 
des poils en assez grande quantité, à l'extrémité op- 



— 429 — 

posée se forme peu à peu le cotylédon, qui change sa 
position horizontale primitive en position verticale à la 
suite du gonflement de la partie moyenne de l'embryon; 
ainsi, le cotylédon forme un angle avec la partie du 
germe couverte de poils. Au milieu vis-à-vis du coty- 
lédon se montre bientôt un rudiment de feuille, et 
entre cette feuille et le cotylédon apparaît le point 
végétatif. Pendant toute la germination il n'y a pas 
trace de racine. 

Pour éclair cir les embryons j'ai employé Tesprit de 
vin, l'alcali et l'acide acétique. Les plus jeunes embryons 
sont restés dans une dissolution d'alcali de 107o, ordi- 
nairement pas plus de deux jours. Plus les embryons sont 
adultes, plus longtemps ils doivent rester dans l'alcali. 
Quelquefois ils s'éclaircissent assez vite (en 5 ou 6 jours), 
quelquefois en 14 jours; dans ce dernier cas les cellules, 
par une trop forte action de l'alcali, se gonflent au point 
de perdre leur forme primitive ; c'est pourquoi il vaut 
mieux les garder pendant trois ou quatre semaines 
dans une faible dissolution d'alcali. Dans certains cas 
pour plus de clarté, il faut garder les embryons quelque 
temps dans l'acide acétique. Afin d'éviter tout malen- 
tendu relativement au premières cloisons transver- 
sales, j'ai comparé la grandeur des cellules d'un grand 
nombre d'embryons préparés d'une manière identique 
et dessinés au même grossissement. 

Le plus jeune embryon de VOrcMs maculata se 
composait de deux cellules de grandeur inégale: une 
petite supérieure (a) et une autre inférieure à peu près 
doublement plus grande; cette dernière est divisée 
par une seconde cloison transversale en une petite 
cellule au milieu (b) et une grande en bas (fig. l. 2). 



— 430 — 

Ces deux cloisons sont généralement inclinées Tune vers 
l'autre et forment un angle plus ou moins grand. En- 
suite dans la cellule supérieure (a) apparaît la pre- 
mière cloison longitudinale qui la divise en deux parties 
égales ou quelquefois inégales; on peut en conclure que 
lorsque l'embryon se développe un peu plus, souvent 
une des cellules prend l'aspect de cellule terminale. 
Bientôt dans la cellule inférieure apparaît une nou- 
velle cloison transversale et en même temps une se- 
conde cloison longitudinale dans la cellule (6), qui forme 
relativement à la première un angle à peu près de 
45° ou 90° (fig. 3, 4 a, 4ß). 

Dans les deux cellules inférieures les cloisons trans- 
versales suivantes se forment d'une manière interca- 
laire, de sorte qu'on obtient quatre cellules dont cha- 
cune est divisée de nouveau par une cloison transver- 
sale en deux autres; cela n'arrive pas toujours cepen- 
dant. De ces huit cellules, les sept inférieures forment 
le suspenseur et périssent plus tard, tandis que la su- 
périeure (c) participe à la formation de l'embryon (fig. 
6,7). 

Après la formation des deux premières cloisons lon- 
gitudinales, dans les cellules (a) et (h) apparaissent en- 
core deux nouvelles cloisons qui se placent, par rapport 
aux premières, en forme de croîx, d'abord dans la cel- 
lule (a) et ensuite dans la cellule (6); de sorte que les 
deux cloisons longitudinales de la cellule supérieure 
se joignent aux cloisons de la cellule inférieure (h) 
ou forment avec ces cloisons un angle d'à peu près 45° 
(fig. 5, 7). La position relative de ces cloisons se con- 
serve dans les embryons adultes, comme on le voit 
dans les fig. 16, 17. 



— 431 — 

Ainsi rembryon est formé non d'une seule cellule 
du suspenseur, comme le dit Fleischer, ni de trois 
ou quatre, comme l'affirme Pfitzer, mais de deux 
seulement. 

Si nous comparons maintenant les premières phases 
du développement de V Orchis maculata avec les autres 
monocotylédones, nommément avec le Bracliypodium 
(de la famille des Graminées) décrit par H an stein, 
nous trouverons entre eux une grande ressemblance. 
Cette ressemblance n'est pas seulement dans leur forme 
extérieure, mais aussi dans la position relative des 
deux premières cloisons transversales, dans l'apparition 
de deux cloisons longitudinales des deux cellules su- 
périeures, et enfin en ce qu'une des cellules prend 
souvent l'aspect de cellule terminale. Quoique Hau- 
stein ne cite pas d'embryon avec une seule segmen- 
tation, on peut conclure par analogie que la seconde 
cloison transversale se forme aussi dans la cellule in- 
férieure. 

Il faut noter ici une certaine différence dans la for- 
mation de l'embryon entre V Orchis maculata et VAlis- 
ma plantago qu'on prend comme type des monocoty- 
lédones. L'embryon des Orchis, composé primitivement 
de trois cellules, se forme de deux cellules supérieures 
et en partie de l'inférieure. Dans VAlisma plantago 
l'embryon se forme de la cellule supérieure et en 
partie de celle du milieu. Mais dans l'apparition des 
premières cloisons longitudinales disposées en croix 
on remarque une ressemblance complète. 

Après que les cellules {a) et (b) se sont divisées en 
quatre segments, les cellules de l'étage supérieur se 
partagent par des cloisons transversales, et forment 



— 432 — 

par conséquent deux étages ; il arrive pourtant quelque- 
fois que les cloisons transversales se montrent aupara- 
vant dans la couche inférieure. — A l'intérieur de 
l'embryon ainsi qu'à sa surface la segmentation de la 
moitié supérieure (a) se produit en général beaucoup plus 
énergiquement que celle de la moitié inférieure. — En 
même temps les cellules intérieures se séparent des 
extérieures par des cloisons parallèles à la surface de 
l'embryon, et quelquefois par des cloisons obliquo-ra- 
diales; dans ce dernier cas les deux cellules se divi- 
sent ordinairement en deux extérieures et deux inté- 
rieures par des cloisons parallèles à la surface de 
l'embryon (fig. 8, 11). Nous trouvons les mêmes seg- 
mentations dans VAlisma plantago. 

Chacun des trois étages se compose maintenant de 
quatre cellules intérieures et de quatre extérieures. 
Ces dernières, comme l'a remarqué Pfitzer, ne for- 
ment pas encore un tissu permanent , équivalent au 
dermatogène, parce que dans la suite ces cellules se di- 
visent par des cloisons tangentielles (fig. 15). — Quant 
aux cellules intérieures, elles se subdivisent de nou- 
veau par des cloisons parallèles à la surface de l'em- 
bryon, ou parallèles aux parois des cloisons longi- 
tudinales primitives (fig. 11). Enfin nous avons le 
dessin suivant pour la coupe transversale : quatre cel- 
lules intérieures, entourées de 6 à 8 cellules de mi- 
lieu, après quoi vient l'anneau extérieur de cellules 
périphériques (fig. 1 4). Je n'ai pas réussi à prouver 
si ces tissus équivalent au plérome et periblème de 
VAlisma plantago, parce que les cellules ne se divi- 
sent presque pas dans cette direction jusqu'à la ma- 
turation de l'embryon. Dès ce moment, l'embryon 



— 433 — 

croît principalement en longueur, formant des sections 
au moyen de cloisons horizontales (fig. 15); en lar- 
geur et en grosseur le nombre des couches n'augmente 
pas; dans chaque étage c'est le nombre seul de cellules 
qui augmente, et ces dernières sont divisées par des 
cloisons perpendiculaires à la surface. 

En examinant la coupe transversale et optique, nous 
remarquons en outre que le nombre des cellules de la 
moitié supérieure est bien plus grand, et elles ont en 
même temps des dimensions bien moindres que les cel- 
lules de la moitié inférieure; ainsi la fig. 14 montre 
qu'il y a plus de divisions dans la partie supérieure de 
l'embryon; on le voit d'après le nombre des cellules qui 
est plus grand, mais dont la dimension est moindre. 

En observant un des quatre segments de la moitié 
supérieure et de la moitié inférieure de l'embryon, on 
peut suivre la formation graduelle des cloisons , per- 
pendiculaires à la surface, et voir la limite entre les 
deux moitiés. Pour mieux voir les contours de ces 
segments, je les ai tracés un peu plus fortement; ce- 
pendant dans plusieurs embryons on voit clairement les 
limites des segments, parce que les parois de ces cloi- 
sons sont un peu plus épaisses que les autres. A la 
première époque du développement de l'embryon , les 
cloisons sont ordinairement tranversales ou longitudi- 
nales; ensuite les cellules peuvent se diviser dans un 
autre sens (fig. 13, 16, 17). — Une division caractéris- 
tique se produit dans les cellules de l'extrémité supé- 
rieure : chaque cellule est divisée le plus souvent par 
une cloison parallèle aux parois des cloisons longitudi- 
nales primitives; on obtient ainsi deux cellules: l'une, 

Mélanges biologiques. X. 55 



— 434 — 

ayant l'aspect d'un triangle sphérique, l'autre — al- 
longée ; dans cette dernière une cloison perpendiculaire 
à la précédente se montre ensuite, et par conséquent 
la cellule supérieure reprend sa forme triangulaire 
primitive (fig. 17). 

La troisième cellule (c), qu'on est habitué à comp- 
ter pour hypophyse, participe aussi à la formation de 
l'embryon avec les deux cellules supérieures. Ordi- 
nairement cette cellule , après s'être divisée par une 
cloison transversale, a dans la moitié supérieure une ou 
deux cloisons longitudinales, disposées en croix, et 
reste invariable dans cet état jusqu'à la maturation 
de la semence. Quelquefois encore plusieurs cloisons 
longitudinales et transversales se forment dans cette 
cellule (c), de sorte qu'elle occupe toute la partie in- 
férieure de l'embryon. 

Cependant les embryons de V Orchis maculata ne se 
développent pas tous d'après le type que je viens d'in- 
diquer; plusieurs d'entre eux présentent des déviations 
plus ou moins grandes, qui empêchent considérable- 
ment, surtout dans les semences mûres, de limiter le 
produit de la division de la cellule supérieure et de 
l'inférieure. 

Dans le développement qu'on peut considérer comme 
normal, parce qu'il a lieu dans la plupart des cas, le 
produit de la division de la cellule supérieure occupe 
la moitié de l'embryon ou un peu plus. Mais on ren- 
contre des embryons dans lesquels la partie supérieure 
prend tellement le dessus sur la seconde, que cette 
dernière a l'aspect d'une couche insignifiante, comme 
on le voit sur la fig. 12 qui présente la coupe op- 
tique d'un de ces germes; ici la partie supérieure est 



— 435 — 

formée de 16 cellules, tandis que celle d'en bas n'en a 
que quatre, et encore très petites. 

Il y a encore une différence, qui se produit à la suite 
d'un puissant développement d'un seul côté, de la 
partie inférieure de l'embryon; la partie supérieure 
se déplace à côté et prend une position complètement 
transversale. Quand un germe pareil se transforme en 
semence mûre, on ne réussit pas à délimiter les deux 
parties (fig. 10a, lOß). 

Comparons maintenant les résultats et les recherches 
de Pfitzer sur la germination des Orchis avec VAUs- 
ma plantago, et voyons si nous pouvons trouver une 
ressemblance plus complète dans l'histoire du déve- 
loppement des Orchis et de VAlisma plantago. 

Il fallait savoir, dans ce but, si un embryon bicel- 
lulaire de VAlisma plantago est divisé par une seconde 
cloison transversale d'abord dans la cellule inférieure, 
comme chez les Orchis^ ou dans la cellule supérieure. 
Je n'ai pu pendant longtemps parvenir à trouver Tem- 
bryon voulu ; enfin , d'après le conseil du professeur 
Famintzine,j'ai teint les embryons à l'aide du car- 
min ; les noyaux cellulaires se sont colorés plus forte- 
ment et d'après leur nombre on peut dire avec certi- 
tude, si l'embryon est formé de deux ou de trois cel- 
lules. Ces observations m'ont prouvé que l'embryon 
bicellulaire de VAlisma plantago se compose d'une 
grande cellule inférieure gonflée et d'une cellule su- 
périeure, allongée (fig. 9); une seconde cloison trans- 
versale apparaît dans cette dernière cellule et la par- 
tage en deux moitiés: une supérieure, hémisphérique, 
et une moyenne, cylindrique. Plusieurs cloisons trans- 
versales se forment graduellement, l'une après l'autre, 



— 436 — 

dans la cellule moyenne. — D'après les observations du 
professeur Famintzine^) c'est de la cellule supérieure 
que se forme le cotylédon ; la seconde cellule , située 
plus bas 5 forme la plumule , et la troisième — la ra- 
cine ; les autres cellules forment le suspenseur. Pen- 
dant tout le temps du développement des embryons, 
ces trois parties sont tout-à-fait individualisées et sen- 
siblement limitées. Dans les semences mûres des Orc/zis 
on peut de même suivre souvent assez distinctement 
le produit de la division des deux cellules supérieures 
de l'embryon, à la surface et dans la coupe optique. — 
Si nous comparons les embryons de V Orchis maculata 
avec ceux d''Alisma plantago , sans faire attention à la 
grande cellule gonflée de cette dernière, nous verrons 
que le développement des embryons de VOrcJiis macu- 
lata se produit de la même manière que l'évolution 
des germes de VAlisma plantago, à partir de la forma- 
tion de la première cloison transversale, jusqu'à la ma- 
turation de la semence. 

D'un autre côté, comme je l'ai dit plus haut, l'ou- 
vrage de Pfitzer explique comment la partie supérieure 
de l'embryon forme le cotylédon, la moyenne la plu- 
mule, et comment les petits poils croissent de la base 
même. Si l'on considère que les embryons des Orchis 
ressemblent aux autres monocotylédones, non seulement 
pendant leur germination, quand ils sont entièrement 
formés, mais dès leur premier développement, — on 
peut admettre que la cellule supérieure du germe don- 
nera ensuite naissance au cotylédon, la seconde, située 
plus bas, à la plumule. Quant à la troisième cellule, 

3) Mémoires de l'Académie Impériale des sciences de St.-Péters- 
bourg, YII« série. Tome XXVI, JV« 10. 



— 437 — 

comptée ordinairement pour hypophj^se, on peut plutôt 
la comparer, par analogie avec VAlisma plantago, à la 
cellule qui donne la racine principale dans VAlisma, 
mais qui ne se développe pas entièrement ici. 

Ce n'est qu'après avoir achevé mon travail, que 
j'ai lu les recherches de Treub, publiées récemment 
sous le titre: «Notes sur l'embryogénie de quelques 
Orchidées.» 

Ce savant étudie le développement des embryons, 
principalement du point de vue physiologique, et décrit 
entre autres leur structure. En analysant micro- chi- 
miquement les différentes substances contenues dans 
les germes, Treub trouve qu'on peut partager l'em- 
bryon entier en deux parties , ayant différentes fonc- 
tions physiologiques : — le suspenseur et l'embryon 
même. La destination du suspenseur consiste dans 
l'absorption de substances nutritives ; il doit ensuite 
les transporter peu à peu dans le germe, qui les ren- 
ferme dans ses cellules comme matériel de réserve. 

Laissant de côté les recherches physiologiques de 
Treub, j'exposerai tout ce qui a rapport à la structure 
des embryons. 

Je crois pouvoir diviser en trois types principaux 
toutes les Orchidées, décrites par Treub, quant à 
l'histoire de leur développement. Il faut rapporter au 
premier type les embryons dont le suspenseur s'indi- 
vidualise tout-à-fait distinctement, et dont l'embryon 
se forme de deux cellules inférieures du proembryon. 
(Les embryons sont placés de manière à ce que le mi- 
cropyle soit dirigé en haut. L'oeuf fécondé se change 
généralement en «proembryon»; et celui-ci se diffé- 
rencie en suspenseur et en «embryon» Treub). On range 



— 438 — 

ici les Orchis latifolia^ Orchis maculata, Anacamptis 
pyramidalis^ Herminium Monorchism Platanthera hifo- 
lia, Serapias Lingua; Gypripedium harhatum, Gypripe- 
dium venustum; Sohralia macrantha. On peut citer 
comme exceptions Epidendrum ciliare et Laelia Bry- 
siana, dans lesquelles la première cloison transversale 
sépare déjà l'embryon du suspenseur; pourtant à en 
juger par les dessins, il est assez difficile de déter- 
miner ce qui se forme de la cellule inférieure, et ce 
que produit la cellule supérieure , car les cellules se 
partagent pour la plupart par des cloisons transver- 
sales; de cette manière on obtient quelquefois toute 
une rangée de cellules, divisées seulement par une 
seule cloison longitudinale. Quant à VOrchis latifolia, 
Treub dit que l'embryon se forme de deux cellules 
inférieures du proembryon, conformément à ce que j'ai 
trouvé dans VOrchis maculata; cependant, après l'ap- 
parition d'une cloison longitudinale dans chacune des 
deux cellules, ces dernières cessent de se diviser d'a- 
près une scheme générale. L'étage supérieur prend une 
faible part dans le développement du germe. L'epi- 
dermis se différencie seulement dans la suite. La cel- 
lule hypophyse se partage en 2 à 4 cellules et com- 
plète l'embryon. 

Parmi les plantes de ce groupe , la Sohralia mac- 
rantha est celle qui atteint le plus grand développe- 
ment. Quoique Treub affirme que les embryons de 
cette plante se développent de trois cellules du proem- 
bryon, à en juger par les dessins le germe ne se forme 
que des deux inférieures ; la troisième cellule, comme 
dans les autres plantes qu'il décrit, joue le même rôle 
d'hypophyse, seulement ici la cloison longitudinale 



— 439 — 

apparaît très tôt. Le développement précoce de cette 
cellule, dans laLSobralia, nous prouve encore qu'il faut 
la considérer non comme hypophyse, mais comme la 
cellule qui donne la racine chez les autres monocotylé- 
dones. «Généralement l'inférieure des trois premières 
cellules engendre la majeure partie de l'embryon; 
bientôt à sa partie apicale se forme un léger enfonce- 
ment situé latéralement ; dans les embryons adultes, la 
partie enfoncée est devenue plus profonde, ses bords 
commencent à se relever, quoique faiblement. La 
partie apicale est bien différente alors de la région ba- 
silaire. Je n'ai pas remarqué, même dans les embryons 
les plus âgés, une différenciation du tissu en plérome 
et en écorce primaire.» De même que Pfitzer, Treub 
compare la partie apicale au cotylédon. «La gaine 
cotylédonaire et la plumule ne se forment pas, cela 
a probablement lieu lors de la germination. » 

Il faut remarquer , que presque dans tous les em- 
bryons des plantes, que je viens de citer, on peut 
distinguer clairement la limite du produit de la divi- 
sion des deux cellules du proembryon dont l'embryon 
se développe. 

Les plantes du second type se signalent par l'ab- 
sence totale d'un suspenseur, de sorte que toute la 
cellule de l'oeuf est destinée à l'embryon {Listera 
ovata, Epipactis palustris^ Epipactis latifolia, Gypripe- 
dium spectahïlé). La première cloison transversale 
divise l'oeuf en deux parties, dont chacune se déve- 
loppe à son tour; on peut voir cette cloison, comme 
le remarque Treub, même dans les embryons presque 
adultes. 

L'évolution la plus caractéristique, d'après Treub, 



— 440 — 

se produit dans les embryons du troisième type , au- - 
quel appartiennent: PJialaenopsis grandiflora ^ Plia- 
laenopsis Schilleriana, Stanhopea oculata. L'oeuf fé- 
condé se segmente en deux cellules par une cloison 
transversale: la supérieure a une destination toute 
spéciale et homologue au suspenseur des autres Or- 
chidées: elle se divise par des cloisons longitudinales 
en plusieurs cellules qui se transforment en longs fila- 
ments, lesquels servent à l'absorption des matières. 
La cellule inférieure, dont se forme ensuite l'embryon, 
est toujours divisée d'abord par une cloison transver- 
sale; les cloisons ultérieures sont longitudinales et se 
montrent d'abord dans la cellule inférieure et ensuite 
dans la cellule supérieure. 

Treub a déjà exposé l'embryogénie des Orchidées, 
je me décide cependant à presenter mon ouvrage, 
parce que mes recherches ont abouti à d'autres résul- 
tats. J'ai trouvé dans V Orchis maculata un ordre 
assez régulier dans la formation des cloisons : il se 
produit tout d'abord une segmentation régulière en 
quatre parties dans les deux cellules supérieures de 
l'embryon, la séparation des cellules extérieures de celles 
des intérieures, après quoi les cellules, en se multi- 
pliant, forment un nombre toujours croissant d'étages. 
J'ai indiqué plus haut la ressemblance qui existe dans 
l'histoire du développement des Orchis avec les autres 
monocotylédones depuis la formation des premières 
cloisons. — Dans V Orchis maculata, comme dans 
presque tous les embryons décrits par Treub , on peut 
observer distinctement la première cloison transver- 
sale, qui sépare de la partie inférieure la partie su- 
périeure de l'embryon. Cette circonstance nous prouve 



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— 441 — 

encore une fois, que ce n'est pas un simple hasard, 
mais que ces deux parties resteront également indivi- 
dualisées pendant la germination; le produit de la di- 
vision de la cellule supérieure formera ensuite le co- 
tylédon, et la cellule inférieure engendrera la plumule. 



3>«< 



(Tiré du Bulletin, T. XXVI, pag. 326—335.) 
Mélanges biologiques. X. 56 



I^t 1880. 

10 Juin 

Ein Beitrag zur Bienen -Fauna Mittel - Asiens. Von 
Dr. F. Morawitz. 

Mehrere Expeditionen, welche die Kaiserliche Aca- 
démie der Wissenschaften und die Kaiserliche russische 
geographische Gesellschaft nach Mittel- Asien ausrüste- 
ten, haben dem zoologischen Museum der ersteren ein 
reiches Material aus diesem in naturhistorischer Be- 
ziehung wenig bekannten Ländergebiete eingetragen, 
unter welchem, wenn auch nicht so zahlreich wie aus 
anderen Familien der Insecten, Apidae vorhanden 
sind. Besonders sind es die bekannten Reisenden 
Prshewalsky, Potanin, Dohrandt, Russow und 
Mielberg, welche auch Bienen gesammelt haben. 
Ich habe alle von diesen Naturforschern mitgebrachten 
Apidae durchgesehen und dem Verzeichnisse derselben 
noch die von Dr. Regel im Kuldsha- Gebiete beobach- 
teten, so wie auch die von Christof bei Krasnowodsk 
gesammelten hinzugefügt. 

Bombus Fabr. 

1. altaicus Eversm. Bullet, de Mose. 1852. II. pag. 
134. — Im Tjan-Schan. Regel. — Häufig in der süd- 
östlichen Mongolei. (Prshew.) — Im Amu-Darja Ge- 



— 444 — 

biete. (Russe w.) — Diese Art ist schon früher be- 
obachtet worden im Altai, in Turkestan von Fed- 
tschenko und in Transcaucasien am Goktscha von mir. 

2. hortorumh. Fauna Suec. No. 1710. — ImTjan- 
Schan. In den chinesischen Provinzen Ordoss und 
Gan-su. (Prshew.) — Auch in Turkestan von Fedtsch. 
gesammelt; in Sibirien und Europa, wie auch im Cau- 
casus häufig. 

3. Begeli n. sp. capite elongate; clypeo genisque lati- 
tudine dimidio fere longioribus ; atro-hirsutus, thorace 
supra flavo fascia interalari nigra signato; abdominis 
segmentis duobus anticis flavo-, tertio nigro-, reliquis 
sordide-albido-pilosis. 

§ labro medio fossa magna impresso; mandibulis 
sulco oblique distincte, métatarse intermedio apice 
haud spinoso-producto, segmente ventrali ultimo vix 
carinato. 19 — 20 mm. 

J" segmente ventrali ultimo apice haud calloso me- 
dio incise breviterque dense ciliato; pedibus posticis 
tibiis externe convexis punctis piliferis instructis; mé- 
tatarse basi angustato, margine postico longius pilose; 
appendicibus genitalium: spatha apice bifida; stipite 
longo interne profunde excavate, excavatione haud 
acute marginata, externe leviter deplanato; squama 
subquadrata apice fere truncata, margine interno basi 
profunde emarginata ibique spinam brevem emittente ; 
lacinia angusta, longa, leviter incurva, margine externo 
dense ciliata, apice truncate angulo antico hamate; 
sagitta basi leviter dilatata, apice subtus densissime 
subtiliter pectinata, processum dentiformem validum 
emittente. 

Beim Weibchen ist der Kopf stark verlängert, die 



— 445 — 

Mandibeln mit einer von der Mitte des unteren Ban- 
des Ms etwa zu der Mitte der Spitze schräg verlaufen- 
den Furche, die Oberlippe mit einer sehr breiten und 
tiefen Grube versehen. DerClypeus ist um die Hälfte 
länger als breit, die Scheibe sehr fein, die Seiten grob, 
beide Theile sehr sparsam punctirt. Die Wangen sind 
gleichfalls um die Hälfte länger als breit und auch 
länger als der Querdurchmesser der Augen. Die Neben- 
seiten des Gesichtes sind ziemlich fein und nicht dicht 
punctirt, indem die Zwischenräume der Puncte breiter 
als diese selbst sind. Der Kopf ist überall tief schwarz 
behaart. An den Fühlern ist das dritte Glied nur ein 
wenig kürzer als die beiden folgenden zusammen ge- 
nommen, das fünfte ist deutlich länger als breit und 
das vierte nur um ein Geringes kürzer als jenes. Der 
Thorax ist oben und an den Seiten gelb, unten schwarz 
behaart, zwischen den Flügeln mit einer ziemlich 
schmalen schwarzen Binde geziert. Flügelschuppen, 
Flügelwurzel und Adern schwarz gefärbt, die Flügel 
bräunlich getrübt. Auf dem Hinterleibe sind die bei- 
den ersten Segmente sehr dicht gelb, das dritte 
schwarz, die drei folgenden schmutzig-weiss behaart; 
das letzte ist ziemlich dicht punctirt; der Bauch ist 
schwarz bewimpert, der letzte Ventralring kaum ge- 
kielt. Die Beine sind schwarz behaart; an den hinter- 
sten Schienen haben die Haare zuweilen greise Spitzen; 
die vier Endglieder der Tarsen sind rostroth gefärbt. 
Bei dem einzigen von Dr. Regel geschickten Männ- 
chen fehlt leider der Kopf. - — Der Thorax ist mit 
Ausnahme der schwarzen Querbinde überall schön gelb 
behaart. Der Hinterleib ähnlich wie beim Weibchen, 
nur ist der Bauch greis behaart. Die Beine sind 



— 446 — 

schwarz, die Schenkel gelb behaart; die Schienen des 
dritten Beinpaares mit gewölbter, wenig glänzender, 
ziemlich dicht punctirter Aussenfläche , der Metatar- 
sus an der Basis verengt, der hintere Rand desselben 
mit ziemlich langen Haaren besetzt. Der letzte Ven- 
tralring ist am bewimperten Endrande mitten einge- 
schnitten. Genitalanhänge: Spatha an der Spitze tief 
ausgerandet. Stipes lang mit abgerundeter Spitze, 
aussen fast abgeplattet, innen tief ausgehöhlt, die Aus- 
höhlung ohne scharfen Rand. Squama fast so lang als 
breit, innen tief ausgerandet, die Ausrandung an der 
Basis mit einem feinen, ziemlich kurzen und abgestutz- 
ten Stachel versehen. Lacinia oberhalb der Squama 
fast so lang als. diese, nach dem Ende zu allmählich 
verengt und nach Innen gekrümmt, der Aussenrand 
dicht röthlich bewimpert, innen stark bebartet; die 
Spitze abgestutzt, die vordere Ecke derselben aber in 
ein Häkchen ausgezogen. Sagitta mit breiterBasalhälfte ; 
die Endhälfte ist höchst eigenthümlich gestaltet; sie 
hat die Form eines Angelhakens, dessen oberes Stück 
am Aussenrande sehr fein und dicht gekämmt und 
dessen unteres Stück unter einem spitzen Winkel sich 
mit dem oberen vereinigend, als starker Dorn nach 
hinten gerichtet ist. 

Diese Art ist dem B. hortorum L. täuschend ähn- 
lich; beim Weibchen des letzteren aber hat die Ober- 
lippe ein schmales Grübchen, das fünfte Fühlerglied 
ist deuthch länger als das vierte, der Metatarsus des 
mittleren Beinpaares an der hinteren Ecke des unteren 
Randes in einen kleinen Dorn ausgezogen ; das Männ- 
chen hat vollkommen abweichend gebildete Genital- 
Anhänge. 



— 447 — 

In der Umgegend von Kuldsha. (Regel.) 
4. luguhris n. sp. eapite elongate, clypeo genisque 
latitudine dimidio fere longioribus; nigro - hirsutus, 
fronte, pectore thoraceque antice griseo-hirtis ; abdo- 
minis segmentis duobus anticis tribusque posticis al- 
bido-pilosis ; labro medio fossa nulla ; mandibulis sulco 
oblique obsoleto, métatarse intermedio apice angulo 
postico rotundato, segmente ultimo ventrali haud cari- 
nato. Operaria. 12 mm. 

Leider liegt mir von dieser eigentbümlichen Art 
nur ein Arbeiter vor. — Der Kopf ist langgestreckt, 
die Oberlippe am Grunde fast der ganzen Breite nach 
sehr schwach eingedrückt, mitten keine Grube vor- 
handen. Clypeus um die Hälfte länger als breit, stark 
glänzend, die Scheibe sowohl wie auch die Seiten mit 
einigen zerstreut stehenden, sehr feinen Puncten ver- 
sehen. Die langgestreckten Wangen um die Hälfte 
länger als breit, lebhaft glänzend. An den Mandibeln 
ist die schräge Furche kaum angedeutet. Der Kopf 
ist mit langen schwarzen Haaren bedeckt; auf der 
Stirn und dem Gesichte sind den schwarzen greise 
Haare beigemengt. Die Nebenseiten des Gesichtes 
sind sehr fein und sehr sparsam punctirt. Das dritte 
Fühlerglied ist nur wenig kürzer als die beiden fol- 
genden zusammen genommen, das fünfte deutlich län- 
ger als das vierte. Am Thorax sind der Vorderrand 
und die Brust, nebst Meso- und Metapleuren, greis, 
die übrigen Theile schwarz behaart; die Haare wie die 
des Kopfes lang und struppig. Die Flügelschuppen 
sind bräunlich, die Adern der schwach getrübten Flü- 
gel dunkler gefärbt. Der Hinterleib ist greis, fast 
weisslich, der Endrand des zweiten Segmentes und 



— 448 — 

das dritte vollständig schwarz behaart; auch hier sind 
die Haare lang und struppig. Die Bauchringe sind 
mit langen, greisen Wimperhaaren versehen, der letzte 
kaum gekielt. Die Beine -sind schwarz, die innere 
Fläche der Metatarsen roströth behaart und die vier 
letzten Tarsenglieder roströth gefärbt; das erste Tar- 
senglied der Mittelbeine an der Spitze mit abgerunde- 
ter Hinterecke. 

In der Form des Kopfes hat diese Art Ähnlichkeit 
vom B. hortorum L.; bei diesem ist aber ausser der 
verschiedenen Behaarung, die Oberlippe mitten mit 
einer tiefen Grube versehen, an den Mandibeln die 
schräge Furche deutlich entwickelt und der Metatar- 
sus des mittleren Beinpaares anders gestaltet. 

In der chinesischen Provinz Gan-su im Gebirge. 
(Prshewalsky.) 

5. mendax Gerst. Stett. ent. Zeit. 1869 p. 323. — 
ib. 1872 p. 288. — Im nördlichen Tjan- Schau. — 
Am oberen Kungess. Prshew. — In der nordwestlichen 
Mongolei von Potanin gesammelt. — Fedtschenko 
beobachtete diese Art auf dem Passe Ansob; ich fing 
sie im Ober-Engadin und in Tirol; ausserdem kommt 
sie auch in den Pyrenäen vor. 

6. fragrans Pallas, Itin. I. p. 474. — In der Wüste 
Gobi, im Gebirge Muni-Ula und im Tjan- Schau. 
(Prshew.) — In Turkestan, auch in Transcaucasien 
und im südöstlichen Russland. 

7. sibiricusFahr. Syst. Piez. p. 349. — . — In der 
südöstlichen Mongolei und in der chinesischen Pro- 
vinz Ordoss amChuan-che. Prshew. — Sonst ist diese 
Art bis jetzt nur in Ost-Sibirien bei Irkutzk und Kras- 
nojarsk beobachtet worden. 



— 449 — 

8. atripes Smith. Trans. Ent. Soc. II new ser. p. 44. 
tab. VIII fig. 3. — capite latitudine longiore, genis 
subquadratis; supra ferrugineo-velutinus, subtus pedi- 
busque atropilosus; abdominis segmentis sexto nigro- 
setoso, ventralibus ferrugineo-ciliatis, ultimo carina 
longa instructa; labro medio fovea magna signato, 
mandibulis sulco obliquo distincto, metatarso inter- 
medio apice angulo postico spinoso ; alis fortiter fuma- 
tis. Ç 17 — 19 mm. — Sehr ähnlich B. agrorum Fabr. 
und vielleicht nur eine Varietät desselben. — In der 
südöstlichen Mongolei und im Gebirge der Provinz 
Gan-su von Prshew. gesammelt. — Smith erhielt sie 
aus Chu-san. 

9. muscorum L. F. S. N. 1714. — In der südöst- 
lichen Mongolei und im Tjan-Schan am unteren Kun- 
gess von Prshew. gefunden. — Über ganz Sibirien 
und Europa verbreitet. 

10. variaUUs ScJimiedekn. Jenaische Zeitschr. f. Na- 
turw. XII. p. 424. Tab. XI fig. 15. — Im Tjan-Schan 
am unteren Kungess. Prshew. — In Sibirien und 
Europa weit verbreitet. 

11. laesus Mor. in Fedtsch. Reise nach Turkestan. 
Apidae p. 3. — Im Tjan-Schan von Prshew. gesam- 
melt. — Fedtsch. brachte diese Art von Wernoje, 
Semiretschinsk, Acbura und Gulsha, ich aus Trans- 
caucasien mit. 

12. alpinusL. F. S.N. 1719. —In der südöstlichen 
Mongolei von Prshew. gesammelt. — Kommt sonst 
nur in Sibirien und Lappland vor. 

ISJapidarius L. F. S. N.1712. — In der nordwest- 
lichen Mongolei von Potanin, im Tjan-Schan auf dem 
Juldus-Plateau von Prshew. gesammelt. — Es kommen 

Mélanges biologiques. X. 57 



— 450 — 

hier aber nur die Varietäten B. montanus Lep. und 
niveatus Kriechb. vor. 

14. lapponicus Fahr, Ent. Syst. II. 318. — ImTjan- 
Schan auf dem Plateau des kleinen Juldus von Prshew. 
gefunden. — Auch in N.-Sibirien und Lappland vor- 
handen. 

1 5, PrsliewalsJcyi n. sp. clypeo genisque longitudine 
latioribus; nigro-pilosus, thorace antice scutelloque 
cinereo-hirtis; abdominis segmentis primo griseo-, se- 
cundo flavo-apice-nigro-, tertio quartoque rubro-, ul- 
timis albo-villosis. 

5 labro medio fossa parva impresso, mandibulis 
sulco oblique nullo, metatarsis intermediis apice an- 
gulo postico haud spinoso-producto, segmente ultimo 
ventrali vix carinato. 14 mm. 

3' clypeo fascicule cinereo decorate, antennarum 
articule tertio quarto paullo longiore, pedibus posticis 
tibiis externe convexis punctis numerosis piliferis in- 
sculptis, metatarso margine postico longius pilose; 
segmente ventrali ultimo apice haud calloso ; appendi- 
cibus genitalium: spatha angusta nitida j stipite mar- 
gine interne usque ad apicem excavate, excavatione 
supra haud limitata ante apicem fovea ovali sat pro- 
funda signata; squama parva transversa, intus basi 
dente triangulari armata, medio lamina apice bifide 
terminata; lacinia valde elongata apice fere truncata, 
angulo postico acute, antice processum peculiarem 
emittente ; sagitta apice aculeo longo armata. 1 3 mm. 

Bei dieser Art ist der Clypeus breiter als lang, 
beim Weibchen fein und sehr sparsam punctirt; bei 
diesem ist ferner die Oberlippe mitten mit einer kleinen 
Grube versehen, das dritte Fühlerglied um die Hälfte 



— 451 — 

länger als das vierte; der Kopf überall schwarz be- 
haart. Der Thorax schwarz, vorn mit aschgrauer 
Binde, das Schildchen gleichfalls mit aschgrauen Haa- 
ren dicht bedeckt. Der Hinterleib ist sehr bunt be- 
haart: das erste Segment desselben grau, das zweite 
gelb mit schwarzem Endrande, die beiden folgenden 
schön roth und die letzten weiss. Die Beine sind 
schwarz behaart. 

Das Männchen ist dem Weibchen sehr ähnlich, der 
Clypeus aber auf der Scheibe mit einem aschgrauen 
Haarbusche geschmückt, die Fersen der hinteren Beine 
röthlich, die Unterseite des Abdomens grösstentheils 
aschgrau behaart. — Spatha schmal und glänzend. 
Stipes innen breit bis zum Ende ausgehöhlt; die Aus- 
höhlung ist oben von keinem scharfen Rande begrenzt 
und hat vor der Spitze ein ovales, ziemlich tiefes Grüb- 
chen; aussen ist derselbe, in der Mitte etwa, mit einem 
sehr kurzen, linienförmigen Quereindrucke versehen 
und vor der Spitze flach vertieft. Squama klein und 
schmal, reichlich drei Mal breiter als hoch, ragt nur 
ein wenig über den Stipes vor und läuft innen an der 
Basis in einen spitzen, fast dreieckigen Zahn aus; vom 
oberen Rande, beinahe von dessen Mitte, entspringt 
ein ziemlich schmaler, mit gespaltener Spitze ver- 
sehener Fortsatz, welcher nach innen und hinten ge- 
richtet und von dem dreieckigen Basalzahne durch 
einen fast halbkreisförmigen Ausschnitt getrennt ist. 
Die Lacinia ist langgestreckt , die Squama weit über- 
ragend, mit fast parallelen Seiten und abgestutzter 
Spitze, deren hintere Ecke scharf ist, die vordere aber 
einen kleinen, an der Basis verengten Fortsatz trägt. 
Sagitta verhältnissmässig schmal, nach abwärts ge- 



— 452 — 

krümmt, vor dem Ende aussen sehr fein gesägt, mit 
scharfer Spitze, von welcher ein langer Zahn ent- 
springt, der nach innen und ein wenig nach vorn, ähn- 
lich wie bei B. lapidarius, gerichtet ist. 

In der .Körpergestalt mit B. pratorum L. überein- 
stimmend. Eine der schönsten Arten derpalaearctischen 
Region. — 

In der chinesischen Provinz Gan-su von Prshewalsky 
gesammelt. 

16. rufocindus n. sp. clypeo longitudine vix latiore, 
genis subquadratis ; nigro-velutinus, thorace fascia an- 
tica scutelloque griseo-albido-pilosis ; abdominis seg- 
mentis tertio rufo-hirto, primo, quarto quintoque cano- 
villosis; mandibulis sulco obHquo nullo, labro fossa 
media magna, segmentis abdominalibus ultimis dorsali 
nitido subtilissime sparsim punctulato, ventrali hand 
carinato; métatarse intermedio angulo apicali postico 
spina nulla. Ç 22 — 23 mm. 

var. a. abdominis segmentis tertio apice quartoque 
basi rufo-velutinis. 

var. h. ut a, sed abdominis segmentis duobus anti- 
cis albido-pilosis. 

Von der Gestalt des B. terrestris L., hat aber einen 
verhältnissmässig längeren Clypeus und gestrecktere 
Wangen. Der Kopf, die Unterseite des Körpers und 
die Beine tief schwarz, die Metatarsen innen bräunlich 
rostfarben behaart. Die Flügelschuppen sind schwarz 
mit pechbrauner Scheibe, die Flügel sehr schwach ge- 
trübt mit pechschwarzen Adern. Das dritte Abdominal- 
segment ist am Grunde in geringer Ausdehnung schwarz, 
sonst prächtig und dicht sammetartig roth behaart. 



— 453 — 

Der stark glänzende Hinterleib sehr fein und sehr 
sparsam punctirt. 

In der Provinz Ordoss am Chuan-che; auch in Gan- 
su. (Prshew.) 

17. Jiaemorrhoidalis Smith. Trans. Ent. Soc. II. new 
ser. p. 43. — Es liegen mir nur Arbeiter vor, bei 
denen die Mandibeln mit sechs deutlichen Zähnen ar- 
mirt sind und denen die schräge Furche fehlt. Da- 
durch ist diese Art dem B. mastrucatus Gerst. ver- 
wandt, von welchem sie sich aber, abgesehen von der 
ganz abweichenden Färbung des Abdomens, auch 
durch die verhältnissmässig längeren Wangen und den 
weniger breiten Clypeus unterscheidet. 

Ordoss am Chuan-che. -^ Gan-su im Gebirge. 
(Prshew.) 

18. leucopygus Mor. in Fedtsch. Reise nach Turk. 
Apidae p. 2. — Aus Turkestan von Russow mitge- 
bracht. — Fedtsch. hat diese Art im Thale des Zeraf- 
schan und im Ferghana-Gebiete gesammelt. 

19. soroeensis Fabr. E. S. IL 318. — Im Tjan-Schan 
am oberen Kungess von Prshew. gesammelt. — Kommt 
auch in Caucasien, Nord- und Mittel-Europa vor. 

20. terrestrisL. F. S. N. 1709. — In der nordwest- 
lichen Mongolei. Potan. — Im Tjan-Schan von Prshew. 
und Regel gesammelt. — Im Amu-Darja- Gebiete. 
Russow. — Diese Art kommt überall in der palae- 
arctischen Region vor. 

2 1 . mastrucatus Gerst. Stett. ent. Zeit. 1869. p. 326. 
— var, thorace antice, scutello segmentisque duobus 
anticis abdominis griseo-villosis. 

Im Hochgebirge der Provinz Gan-su von Prshew. 



— 454 — 

aufgefunden. — Kommt auch im Caucasus, in der 
Schweiz, in Deutschland und in Lappland vor. 

Anthophora Latr. 

22. parietina Fahr. Ent. Syst. II. 323. — Im Tjan- 
Schan. (Prshew.) — Auch sonst überall im turke- 
stanischen Gebirge, in Caucasien und Europa vor- 
kommend. 

23. simplicipes n. sp. genis latis, labro longitudine 
paullo latiore; tegulis calcaribusque testaceis; nigra, 
tarsis apice ferrugineis; capite, thorace abdominisque 
segmentis tribus anticis fulvo-pilosis ; mandibulis facie- 
que flavis; antennis scapo antice flavo-lineato, articulo 
tertio sequentibus duobus longitudine subaequali; seg- 
mento abdominali ultimo apice truncato; pedibus in- 
termediis simplicibus, metatarso postico margine in- 
feriore ante apicem leviter dilatato. S' 12 — 13 mm. 

Bei diesem Männchen sind die Mandibeln gelb mit 
pechbrauner Spitze. Oberlippe etwas breiter als lang, 
gelb mit einer bräunlichen, flachen Schwiele jederseits 
am Grunde ; die Scheibe in weiter Ausdehnung glatt 
und glänzend, die übrigen Theile grob, sparsam punc- 
tirt und ziemlich lang weisslich behaart. Clypeus 
gleichfalls grob, aber noch vereinzelter punctirt, weiss- 
lich behaart, glänzend, gelb gefärbt mit einem schwar- 
zen Puncto jederseits an der Seitennath oberhalb der 
Mitte. Stirnschildchen mit breiter gelber Querbinde. 
Nebenseiten des Gesichtes gelb; am inneren Augen- 
rande erstreckt sich die helle Färbung nur wenig auf- 
wärts. Die Wangen sind deutlich entwickelt und im 
Verhältniss zum vierten Fühlergliede breiter als die 
Länge des letzteren. Die Stirn ist fein und ziemlich 



— 455 — 

dicht punctirt, unterhalb des mittleren Nebenauges 
mit einem tiefen Grübchen und ausserdem noch mit 
einem nach oben dreieckig zugespitzten Kiele ver- 
sehen. Der Kopf ist röthlichgelb, der innere Augen- 
rand schwärzlich behaart. Die Fühler sind schwarz 
mit vorn gelbgestreiftem Schafte ; das dritte Glied der- 
selben ist so lang wie die beiden folgenden zusammen- 
genommen. Der Thorax ist dicht röthlichgelb behaart; 
Mesonotum glänzend, wenig dicht punctirt mit glatter 
Scheibe ; das Mittelfeld der hinteren Thoraxwand glän- 
zend, beiderseits fein und oberflächlich, sparsam punc- 
tirt. Die Flügelschuppen und Flügelwurzel sind bräun- 
lichgelb, die Flügel schwach getrübt mit pechbraunem 
Randmale und helleren Adern. Auf dem Hinterleibe 
sind die drei vorderen Segmente röthlichgelb, die 
übrigen schwarz behaart, das letzte nach innen ge- 
krümmt mit abgestutztem Endrande. Die Beine sind 
schwarz, die vier Endglieder der Tarsen rostroth, die 
Schiensporen gelblich gefärbt, röthlichgelb, der hin- 
terste Metatarsus innen dicht fuchsroth behaart und 
ist der Unterrand desselben vor der Spitze ein wenig 
vortretend. 

Der A. parietina Fabr. täuschend ähnlich; bei die- 
ser sind aber die Mandibeln und die Nebenseiten des 
Gesichtes schwarz gefärbt, die Schenkel des letzten 
Beinpaares schwarz behaart, deren Metatarsus unten 
mit einem stark vorspringenden Höcker versehen und 
der letzte Hinterleibsring am Endrande jederseits in 
einen dreieckigen Zahn auslaufend. 

Von Prshewalsky im Tjan-Schan in der Waldregion 
gefunden. 

24. personata Erichs, in Waltl's Reise nach Spanien. 



— 456 — 

p. 109. — variet. feminae: clypeo labroque nigris. 
— Im übrigen vollkommen mit südrussischen Exem- 
plaren übereinstimmend. — Von Prsliew. in der süd- 
östlichen Mongolei gesammelt. 

Auch bei Taschkent von Fedtsch. gesammelt; in 
Mittel- und Südeuropa verbreitet. 

25. acutilahris n. sp. genis sat latis antennarum arti- 
culo quarto fere longioribus ; ore porrecto ; nigra, tegi^- 
lis disco piceo excepto calcaribusque testaceis ; thûrace 
fulvo-piloso; abdominis segmentis duobus anticis fulvo- 
villosis, secundo tertioque margine apicali albido-cilia- 
tis, ultimo apice truncato ; antennis scapo antice flavo- 
lineato, articule tertio sequentibus tribus longitudine 
subaequali ; facie nigra, clypeo macula discoidali trian- 
gulari citrina ornato; labro latitudine fere longiore 
apice dente instructo ; pedibus dense fulvo-pilosis, tibiis 
posticis patellatis, articule unguiculari tarsorum inter- 
mediorum utrinque dense nigro-flabellato. c? 19 mm. 

Dieses Männchen hat ein vorragendes Gesicht und 
ist schwarz gefärbt. Die Mandibeln schwarz und glän- 
zend, in der Mitte rostroth geringelt, mit zugerunde- 
tem, wenig vorgezogenem Endzahne ; der untere Rand 
derselben mit langen und dicht stehenden Haaren be- 
setzt. Die Oberlippe ist ein wenig länger als breit, 
sehr grob und sparsam punctirt, mit breiten, meist 
glatten und glänzenden, hin und wieder schwach ge- 
runzelten Punctzwischenräumen ; ziemlich dicht fuchs- 
roth behaart; auffallend ist der untere Rand derselben 
gestaltet, indem er mitten in ein deutlich vorspringen- 
des Zähnchen ausgezogen ist ; dabei ist dieselbe schwarz 
und nur die beiden Basaltuberkel trübe gelbbraun ge- 
färbt. Die Wangen sind deutlich entwickelt, fast breiter 



— 457 — 

als das vierte Fühlerglied und lebhaft glänzend. Der 
Clypeus ist grob und ziemlich dicht punctirt, die 
Zwischenräume der Puncte nadelrissig; schwarz ge- 
färbt und fuchsroth behaart, den hellen Haaren einige 
schwarze beigemischt; die Scheibe mit einer dreiecki- 
gen citronengelben Makel geziert. Die Nebenseiten 
des Gesichtes sind einfarbig schwarz und mit spär- 
lichen dunkeln Haaren versehen, die übrigen Theile 
des Kopfes sind fuchsroth, der Scheitel schwarz be- 
haart und mit einem starken Längskiele versehen. 
Die Fühler sind schwarz gefärbt, der Schaft vorn 
schmal gelb gestreift, das dritte Glied derselben ist 
etwa so lang wie die drei folgenden zusammen genom- 
men, das vierte fast um die Hälfte kürzer als das fol- 
gende. Der Thorax ist sehr dicht und schön fuchs- 
roth behaart. Die Flügelschuppen sind scherbengelb 
mit pechbrauner Scheibe, die Flügel schwach getrübt, 
das Randmal und die meisten Adern hell pechbraun 
gefärbt. Der Hinterleib ist schwarz, die beiden vor- 
deren Segmente fuchsroth, der Endsaum des zweiten 
und dritten weisslich behaart; das letzte mit abge- 
stutzter Spitze, Die Beine sind auffallend dicht und 
lang fuchsroth behaart, mithellbräunlichgelben Schien- 
sporen, die Endglieder der Tarsen rostroth gefärbt. 
Die Schienen des dritten Beinpaares sind mit einer 
Kniescheibe versehen; das Klauenglied der mittleren 
Fersen beiderseits mit dicht gedrängten schwarzen 
Haaren fächerartig besetzt. 

In der Körpergestalt ähnlich A. ventilabris Lep., 
die aber eine ganz anders geformte Oberlippe und ein 
gelb gezeichnetes Gesicht hat. 

Von Potanin im nördlichen Tjan-Schan gefunden. 

Mélanges biologiques. X. 58 



— 458 — 

26. asiatica n. sp. genis latis; nigra, tegulis calcari- 
busque testaceis,pallide-ocliraceo-pilosa, segmentis ab- 
dominalibus , duobus anticis exceptis, nigro-hirsutis, 
secundo tertioque margine apicali albido-ciliatis; anten- 
nis articulo tertio sequentibus tribus conjunctis lon- 
gitudine subaequali, scapo antice flavo-lineato; nian- 
dibulis dente apicali elongato-producto ; labro latitudine 
paullo longiore, margine apicali fere semicirculari 
medio emarginato-dentato, flavo, tenuiter nigro-lim- 
bato, basi utriuque fusco-bimaculato ; clypeo scutoque 
frontali fascia apicali flava plerumque medio interrupta 
signatis; angulis lateralibus faciei vitta elongata trian- 
gulari decoratis; abdominis segmento ultimo area me- 
diana apice truncato aucto; pedibus ochraceo-pilosis, 
tarsis ferrugineis articulis intermediis pallidioribus, 
tibiis posticis patella instructis. ^16 mm. 

Der Kopf ist schwarz gefärbt, gelblich-greis, die 
Unterseite weisslich behaart; den hellen Haaren sind 
auf der Stirn, längs dem inneren Augenrande und auf 
dem Scheitel dunkle beigemischt. Die glänzenden, 
mitten dunkelroth geringelten Mandibeln sind ver- 
hältnissmässig gross, mit weit vorragendem, scharf 
zugespitztem Endzahne und einem breiten abgestutz- 
ten über demselben. Die Wangen sind stark ent- 
wickelt, breiter als das vierte Glied der Fühler, glatt 
und glänzend. Die Oberlippe ist ein wenig länger als 
breit, gelb gefärbt, schmal schwarz gerandet und an 
der Basis beiderseits mit einem bräunlichen flachen 
Höcker versehen; der Endrand derselben ist fast halb- 
kreisförmig, mitten deutlich ausgerandet und die Aus- 
randung beiderseits von einem spitzen Zähnchen be- 
grenzt; jederseits von diesem Zähnchen sind noch drei 



— 459 — 

bis vier sehr kleine stumpfere vorhanden. Kopfschild 
und Nebenseiten des Gesichtes schwarz; ersterer vor 
dem Endrande mit einer mitten oft weit unterbroche- 
nen gelben Binde, letztere mit dreieckigem, gelbem 
Flecken, welcher sich längs dem inneren Augenrande 
fast bis zu der Fühlerwurzel hinzieht, geschmückt. 
Stirnschildchen schwarz mit gelber Binde, die zuweilen 
mitten unterbrochen ist. Die Fühler sind schwarz mit 
gelb gestreiftem Schafte; das dritte Glied derselben 
ist fast so lang wie die drei folgenden zusammen ge- 
nommen, mit keulenartig erweiterter Spitze ; das vierte 
ist breiter als lang und um die Hälfte kürzer als die 
folgenden. Der Thorax ist sehr dicht blass ockergelb 
behaart. Die Flügelschuppen sind scherbengelb, die 
Flügel klar, das Randmal und die Adern pechbraun 
gefärbt. Die beiden ersten Abdominalsegmente sind 
sehr dicht blass ockergelb, die übrigen spärlicher 
schwarz behaart, das zweite und dritte am Endrande 
ausserdem weiss gefranzt, das letzte mit vortretendem, 
bräunlich gefärbtem und abgestutztem Mittelfelde. 
Die Beine sind dicht ockergelb, die Metatarsen innen 
fuchsroth behaart, die Schiensporen scherbengelb. Die 
Tarsen sind rostroth, die mittleren Glieder blasser ge- 
färbt und mit langen, gelblichen, struppigen Haaren 
wenig dicht besetzt. 

Diese Art ist der A. mucida Grib. --= caucasica Rad. 
sehr ähnlich ; letztere ist aber kleiner und hat schma- 
lere Wangen, gelb gefärbte Mandibeln und eine nicht 
ausgerandete Oberlippe. 

Bei Krasnowodsk von Christof gesammelt. 

27. Prshewalskyi n. sp. genis linearibus, labro longi- 
tudine latiore tuberculato-rugoso; nigra, segmentis 



— 460 — 

ventralibus duobus posticis ferrugiaeis; capite, thorace 
abdominisque basi griseo-pilosis ; mesonoto disco pilis 
fuscis immixtis ; segmentis abdominalibus secundo ter- 
tioque apice fascia alba medio interrupta limbatis, 
quinto supra toto ventralibusque margine apicali late 
fulvo-villosis ; pedibus griseo-pilosis, tibiis metatarsis- 
que interne atro-birtis ; scopa albida penicillo apicali 
nigro. $16 mm. 

Bei dieser Art sind die Wangen sehr schmal, die 
Oberlippe breiter als lang und dicht grob gerunzelt, 
ausserdem mit vereinzelt stehenden spitzen Höckern 
besetzt; die bei den Anthophora- Arten gewöhnlich 
vorhandenen, mehr oder weniger halbkugelförmig vor- 
ragenden Tuberkel jederseits am Grunde der Ober- 
lippe fehlen diesem Weibchen. Der Kopf ist dicht und 
lang greis behaart; Clypeus dicht und grob punctirt 
mit runzelig erhabenen Punctzwischenräumen ; die 
Punctirung der Stirn und des Scheitels ist viel feiner 
und sparsamer. Die Fühler sind schwarz, das dritte 
Glied derselben vor der Spitze nicht eingeschnürt und 
etwa so lang als die drei folgenden zusammen genom- 
men, das vierte und fünfte an Grösse kaum verschie- 
den. Der Thorax ist überall sehr dicht greis behaart, 
auf der Scheibe des dicht punctirten Mesonotum den 
hellen Haaren dunkelbraune beigemischt. Flügelschup- 
pen und Flügel Wurzel schwarzbraun, die Flügel schwach 
getrübt, Raudmal und Adern pechbraun gefärbt. Der 
glänzende Hinterleib ist äusserst fein und dicht punc- 
tirt, mit fast glatten, dunkel pechbraun gefärbten Seg- 
menträndern ; der erste Hinterleibsriûg ist dicht und 
lang greis behaart; die beiden folgenden haben eine 
eigenthümliche Haarbinde: dieselbe umfasst den End- 



— 461 — 

rand der Segmente, ist mitten unterbrochen und ein 
wenig nach vorn gekrümmt. Das vierte Segment ist 
am Grunde gröber punctirt; diese grobe Punctirung 
mitten durch eine bedeutend feinere unterbrochen; am 
Endrande steht jederseits ein weisser Haarbusch und 
vor demselben kurze röthliche Haare, die eine mitten 
sehr weit unterbrochene Querbinde darstellen. Das 
fünfte Segment ist sehr dicht röthlichgelb , der End- 
rand jederseits weiss behaart. Die Bauchringe sind 
mitten roth, zu beiden Seiten weiss bewimpert, d^r 
fünfte und letzte bräunlichroth gefärbt. Die Beine 
sind mit Einschluss der Tarsen und Schiensporen 
schwarz gefärbt und greis, die innere Fläche der Ti- 
bien und Metatarsen kohlschwarz behaart; die Schie- 
nenbürste ist weisslich, der Endpinsel des hintersten 
Metatarsus schwarz. 

In der Körpergestalt der A. robusta Klug ähnlich, 
aber bedeutend kleiner und ganz verschieden behaart. 
— Im Tjan-Schan am unteren Kungess. Prshew. 

28. Christofi n. sp. genis linearibus, labro latitudine 
fere longiore tuberculato-rugoso; nigra, thorace sub- 
tus griseo-, supra flavicanti-piloso ; abdominis segmen- 
tis primo utrinque albido-fasciculato, sequentibus tribus 
margine apicali dense niveo-ciliatis, fasciis omnibus 
plus minusve interruptis; ventralibus medio nigro-, 
lateribus albido-fimbriatis; antennarum articulo tertio 
sequentibus tribus conjunctis longitudine subaequali; 
scopa albida, metatarso postico apice penicillo fusco 
terminato. Ç 13 mm. 

Wangen äusserst schmal, Oberlippe fast länger als 
breit, dicht gerunzelt, die Runzeln hin und wieder 
höckerartig erhaben; am Grunde jederseits ein brauner 



— 462 — 

Tuberkel. Der Kopf ist schwarz gefärbt, die Man- 
dibeln vor der Spitze blutroth geringelt. Clypeus und 
Stirnschildchen stark gewölbt; ersterer ziemlich grob 
und dicht punctirt, kaum glänzend; das Gesicht greis, 
der Scheitel gelblichgreis behaart. Die Fühler schwarz, 
der Schaft an der Spitze und das zweite Glied dersel- 
ben braunroth; das dritte etwa so lang wie die drei 
folgenden zusammen genommen, das vierte deutlich 
kürzer als das fünfte. Der Thorax ist unten greis, 
oben schmutzig gelb behaart, den blassen Haaren auf 
der Scheibe des dicht punctirten und fast matten Me- 
sonotum einige schwarze beigemischt; die hintere 
Thoraxwand mit glattem und stark glänzenden Mittel- 
felde. Die Flügelschuppen, das Eandmal und die Adern 
dunkel pechbraun, die Flügel schwach getrübt. Der 
Hinterleib ist äusserst fein und dicht punctirt, matt; 
das erste Segment jederseits mit einem weissen Haar- 
busche und sonst nur mit spärlichen, längeren greisen 
Haaren versehen, die drei folgenden mit einer schnee- 
weissen Haarbinde am Endrande, von denen die des 
vierten Hinterleibsringes mitten sehr schmal, die des 
dritten etwas mehr und die des zweiten am weitesten 
unterbrochen ist. Das fünfte Segment ist schwärzlich 
braun behaart, die Ventralringe mitten schwarz, an 
den Seiten weiss gefranzt. Die Beine sind schwarz, die 
vier letzten Tarsenglieder rostroth gefärbt , die Schienen 
und Metatarsen aussen greis, innen schwarz behaart; 
die Schienenbürste silberweiss, der Endpinsel des letzten 
Metatarsus dunkelbraun, die Schienensporen schwarz. 
Der A. lepida Pallas täuschend ähnlich; bei dieser 
ist aber die Brust schwarz, eben so alle Metatarsen 
behaart j die Ventralringe schwarz gefranzt und der 



— 463 — 

Clypeus viel feiner und weniger dicht punctirt, deut- 
lich glänzend. 

Bei Krasnowodsk von Christof gesammelt. 

29. Semperi Fedtsch. Reise nach Turkest. Apidae 
p. 41. tab. I. fig 8. ~ Yon Potanin in der nordwest- 
lichen Mongolei gefunden. — Sonst nur in Turkestan 
vorgekommen. 

30. deserUcolaMor. Hör. soc. ent. Ross. IX. p. 48. 

— Von Dohrandt im Amu-Darja-Gebiete gesammelt. 

— Auch in Turkestan und bei Astrachan vorkommend. 
3 1 .pilosa n. sp. genis nullis,labro longitudine latiore ; 

nigra, dense flavicanti-vel griseo-pilosa, metatarsis in- 
tus atro-velutinis ; mandibulis , labro facieque albidis ; 
antennarum scapo antice albido, articulo tertio sequen- 
tibus duobus conjunctis longiore; abdominis segmentis 
dorsali ultimo fere conico apice rotundato, utrinque 
fpina parva armato, ventrali sexto medio apice pro- 
funde excise; metatarsis posticis margine antico pro- 
minenti infra medium dente munitis. J" 14 mm. 

Mit Einschluss der Flügelschuppen , Tarsen und 
Schiensporen schwarz gefärbt. Die Wangen nicht ent- 
wickelt; Mandibeln weisslich mit schwarzer Spitze; 
Oberlippe deutlich breiter als lang, dicht punctirt, 
weisslich, mit in der Mitte schwach verdicktem, un- 
deutlich ausgerandetem, dunkel gefärbtem Endsaume. 
Clypeus, Nebenseiten des Gesichtes und eine breite 
Basalbinde des Stirnschildchens weisslich gefärbt; alle 
diese Theile dicht punctirt und matt. Der Kopf ist 
oben gelblich-greis, unten weiss behaart, äusserst fein 
punctirt und glänzend, mit schwach ausgeprägtem Kiele 
auf der Stirn. Die Fühler schwarz, mit vorn weiss ge- 
färbtem Schafte; das dritte Glied derselben ein wenig 



— 464 — 

länger als die beiden folgenden zusammen genommen, 
das vierte und fünfte deutlich breiter als lang und 
unter sich an Grösse kaum verschieden. Der Thorax 
ist dicht, oben gelblich, unten greis behaart; dasMe- 
sonotum sehr dicht, die Scheibe desselben etwas zer- 
streuter punctirt und kaum glänzend. Die Flügel 
schwach getrübt, das Randmal und die Adern pech- 
braun gefärbt. Der Hinterleib ist oben sehr dicht 
gelblich-greis behaart; die Haare, mit Ausnahme der 
auf dem ersten Segmente stehenden, ziemlich kurz und 
anliegend; der letzte Hinterleibsring ist fast conisch 
geformt, mit abgerundeter Spitze und beiderseits mit 
einem feinen Stachel bewehrt. Die Ventralringe sind 
röthlich bewimpert, der sechste mitten am Endrande 
mit einem tiefen Ausschnitte. Die Unterseite der 
Schenkel ist dicht und lang, die Aussenfläche der 
Schienen und Tarsen sehr dicht und kürzer greis, die 
Innenfläche der letzteren schwarz behaart. Der vor- 
dere Rand am Metatarsus des dritten Beinpaares ist 
etwas unterhalb der Mitte vortretend und hier mit 
einem Zahne bewehrt. — Das hier beschriebene 
Exemplar ist wahrscheinlich ein abgeblasstes und kann 
daher die Färbung der Haare bei frischen Stücken 
eine andere sein. 

Sehr ähnlich der A. deserticola und podragra Lep. ; 
bei ersterer ist das dritte Fühlerglied nur wenig 
länger als das vierte, das fünfte ist um die Hälfte län- 
ger als breit; die Tarsen sind rostroth gefärbt, innen 
roth behaart, der Metatarsus des dritten Beinpaares 
am Grunde mit einem starken Zahne bewehrt. — Bei 
A. podagra ist die Fühlergeissel unten rostroth ge- 
färbt, der zweite und dritte Hinterleibsring mit dicht 



— 465 — 

schwarz behaarter Basis, der letzte Metatarsus anders 
gezahnt. 

Im Tjan-Schan am unteren Kungess. Prshewalsky. 

32. gracüipes Mor. Hör. soc. ent. Ross. IX. p. 46. 

— Im Amu -Darja- Gebiete von Dohrandt und Miel- 
berg gesammelt. — Kommt ausserdem bei Samarkand, 
Katty-Kurgan und in Transcaucasien vor. 

33. StraucM Fedtsch. I. c. p. 25. — Im Amu-Darja- 
Gebiete von Mielberg gefunden. — Auch bei Sutkent, 
Bairacum, Katty-Kurgan. 

34. quadrimaciilata Pan0. Fauna Germ. 55. 7. — 
variet. maris: mandibulis nigris. — Süd- östliche Mon- 
golei. Prshew. — In Sibirien und Europa weit ver- 
breitet. 

35. horealis Mor. Bull, de Mose. 1864. p. 446. — 
In der nordwestlichen Mongolei von Potanin, im Tjan- 
Schan von Regel beobachtet. — Diese Art ist weit 
verbreitet, denn sie kommt in der Umgegend von 
Petersburg, Orenburg, in Transcaucasien und in N.- 
Deutschland vor. 

36. magnilahris Fedtsch. 1. c. p. 22. — variet: an- 
tennarum funiculo nigro. — Südöstliche Mongolei. 
Prshew. — Kommt auch bei Samarkand, in Trans- 
caucasien, im griechischen Archipel und auf Sici- 
lien vor. 

37. quadrifasciata de Vill. Entom. III. 319. — Im 
Tjan-Schan im Thale des unteren Kungess. Prshew. 

— In Turkestan überall häufig, eben so in Trans- 
caucasien, Mittel- und Süd-Europa; auch in Algerien 
und auf Madeira vorkommend. 

38. Saussurei Fedtsch. 1. c. p. 30. — In der nord- 

Melanges biologiques. X. 59 



— 466 — 

westlichen Mongolei vonPotanin gesammelt. — Fedtsch. 
entdeckte dieselbe im Thale des Zerafschan. 

39. Solskyi Fedtsch. 1. c. p. 30. — Im Amu-Darja- 
Gebiete von Russow gesammelt. — Auch im Thale 
des Syr-Darja bei Sutkent und in der Wüste bei 
Bairacum. 

40. eruhescens n. sp. genis nullis, labro longitudine 
latiore; rubra vel capite tlioraceque nigricantibus; 
mesonoto flavescenti-villoso ; abdominis segmentis pri- 
mo griseo-piloso, sequentibus disco plus minusve nigro- 
coloratis apice niveo-fasciatis. 

$ labro tuberculato-rugoso, antennis nigris articu- 
lis basalibus rubris, tertio sequentibus tribus conjunc- 
tis longitudine fere aequali; ventre pedibusque auran- 
tiaco-villosis. 14 — 15 mm. 

S^ mandibulis basi, labro facieque albidis; antennis 
nigris scapo antice albo-lineato, articule tertio sequen- 
tibus duobus conjunctis breviore; segmente abdominis 
dorsali ultimo apice truncato angulis lateralibus denti- 
formibus, disco obsolete carinato. 13 — 14 mm. 

Var. antennarum funiculo basi piceo. 

Bei dieser Art sind die Wangen nicht entwickelt 
und die Oberlippe etwas breiter als lang. — Beim 
Weibchen ist der Kopf hell braunroth gefärbt, der 
Scheitel und der Orbitalrand meist geschwärzt, die 
Schläfen und das Gesicht gelblich, das Hinterhaupt 
nebst Scheitel röthlichgelb behaart. Die Mandibeln 
sind gelb mit schwärzlicher Spitze. Oberlippe, Clypeus 
und Stirnschildchen orangefarben. Fühler schwarz, 
der Schaft und die zwei folgenden Geisseiglieder orange- 
roth; das dritte Fühlerglied etwa so lang als die drei 
folgenden zusammen genommen, das vierte um die 



— 467 — 

Hälfte kürzer als das fünfte. Der Thorax ist dunkel 
rostroth, die Brust schwärzlich gefärbt, überall dicht, 
oben orangegelb, unten und an den Seiten blasser be- 
haart. Mesonotum und Schildchen matt, ziemlich fein 
und sehr dicht punctirt; die gröber und sparsamer 
punctirte hintere Thoraxwand schwach glänzend. Die 
Flügelschuppen sind blass scherbengelb, die Flügel- 
wurzel gelb; die Flügel stark getrübt, das Randmal 
und die Adern pechbraun gefärbt. Der Hinterleib ist 
blass rostroth gefärbt, das zweite Segment fein und 
sehr dicht, die folgenden sparsam punctirt; der erste 
Hinterleibsring ist dicht gelblich-greis behaart; die 
drei folgenden mit einer schmalen weissen Cilienbinde 
am Endrande, das fünfte hier wie auch alle Ventral- 
ringe Orangeroth behaart. Die Beine sind orangefarben 
und eben so behaart, die Schiensporen etwas blasser 
gefärbt. Die mittleren Abdominalsegmente haben zu- 
weilen auf der Scheibe eine bald mehr, bald weniger 
ausgebreitete schwarze Zeichnung. — Das Männ- 
chen stimmt in der Färbung und Behaarung des 
Hinterleibes vollkommen mit dem Weibchen überein, 
der Kopf und Thorax sind aber schwarz, Basis der 
Mandibeln, Oberlippe, Clypeus, Stirnschildchen, Neben- 
seiten des Gesichtes und die vordere Fläche des Fühler- 
schaftes weiss. Die Fühlergeissel ist entweder schwarz, 
oder es sind die beiden ersten Glieder pechbraun ge- 
färbt, das dritte kürzer als die beiden folgenden zu- 
sammen genommen , das fünfte etwa drei Mal so lang 
als das vierte. Die Flügel sind fast ganz klar und mit 
helleren Adern als beim Weibchen. Der letzte Hinter- 
leibsring ist abgestutzt mit zahnförmig vorspringen- 
den Seitenecken, der sechste Ventralring schwach 



— 468 — 

ausgerandet. An den Beinen sind die Schenkel ge- 
schwärzt. 

Diese hübsche Art hat in der Gestalt Ähnlichkeit 
von der A. quadrifasciata. 

Bei Krasnowodsk von Christof gefunden. 

41 . picicornis Fedtsch. 1. c. p. 34. — Im Amu-Darja- 
Gebiete von Dohrandt und Mielberg gesammelt. — 
Auch bei Samarkand, Dschysack und Warsiminor. 

4:2. velocissima Fedtsch. \. c. p. 33. — ImTjan-Schan 
im Thale des unteren Kungess. Prshew. — Auch am 
Syr-Darja, bei Samarkand, in Ferghana und Trans- 
caucasien. 

43. bimaculata Pam. Fauna Germ. 55. 17. — In 
der nordwestlichen Mongolei von Potanin gefunden. — 
Auch im Thale des Zerafschan, in Ferghana, Trans- 
caucasien, in Mittel- und Süd-Europa. 

Tetralonia Spin. 

44. spedahüis Mor. 1. c. p. 48, — In der nordwest- 
lichen Mongolei. Potanin. — Ausserdem in Ferghana, 
im Thale des Zerafschan, bei Taschkent und in Trans- 
caucasien. 

45. turcomannica n. sp. nigra, atro-hirta, thorace 
abdominisque segmento antico cinerascenti - villosis. 
$ 13—14 mm. 

Schwarz, glänzend, rein schwarz behaart, auf dem 
Hinterhaupte mit einem weissen, zwischen den Fühlern 
mit einem aschgrauen Haarbusche geschmückt. Clypeus 
fein und dicht punctirt; die mittleren Fühlerglieder 
länger als breit. Der Thorax ist mit Ausnahme der 
Brust blass aschgrau behaart; die Flügelschuppen sind 
dunkel pechbraun, das Radmal und die Adern der 



— 469 — 

klaren Flügel ein wenig heller gefärbt. Der Hinter- 
leib ist fein und nicht besonders dicht punctirt, schwarz, 
das erste Segment, zuweilen auch das zweite mitten 
am Grunde aschgrau behaart. Die Beine sind mit 
Einschluss der Schienenbürste schwarz behaart. 
Bei Krasnowodsk von Christof gesammelt. 

Eucera Scop. 

46. longicornisL. F. S. N. 1684. — ImAmu-Darja- 
Gebiete. Dohrandt. — In Sibirien und Europa weit 
verbreitet. 

47. taurica Mor, Hör. soc. ent. ross. VH. 311. — 
In der chinesischen Provinz Ordoss im Thale des gel- 
ben Flusses. Prshew. — Im südöstlichen Russland, 
in Transcaucasien und im taurischen Gouvernement 
vorkommend. 

Meliturga Latr. 

48. clavicornisLatr. Gen. Crust, et Ins. I. tab. 14. 
ûg. 14. — Im mongolischen Gebirge Muni-Üla und 
im Tjan-Schan von Prshew. gesammelt. — Auch sonst 
überall in Turkestan, Mittel- und Süd -Europa vor- 
kommend. 

Camptopoeum Spin. 

49. riißventre n. sp. nigrum, capite thoraceque flavo- 
pictis; abdomine rufo-testaceo, segmentis flavo-fasciatis, 
quarto quintoque basi nigra. S 9 mm. 

Der Kopf ist schwarz, glänzend, fein und nicht sehr 
dicht punctirt, greis behaart; Mandibeln, Oberlippe^ 
Clypeus, Stirnschildchen , Nebenseiten des Gesichtes, 
der hintere Orbitalrand und zwei kleine Flecken in 
der Nähe des oberen Augenrandes gelb gefärbt, Füh- 



— 470 — 

1er gelblich roth, die drei ersten Glieder blassgelb. 
Thorax schwarz, spärlich greis behaart, die Brust dicht, 
Mesonotum und Schildchen zerstreuter punctirt, Me- 
tanotum fein und dicht gerunzelt; gelb gefärbt sind: 
Pronotum, Schulterhöcker, der hintere Rand und die 
Seitenlappen des Schildchens, das Hinterschildchen 
und je eine Makel beiderseits auf den Meso- und Meta- 
pleuren. Flügelschuppen und Flügelwurzel gelb, erstere 
schwach gebräunt ; Flügel mit getrübtem Aussenrande 
und braunrothem Randmale und Adern. Abdomen 
unten blassroth, oben etwas dunkler roth gefärbt, die 
ersten drei Segmente mit einer gelben Querbinde ge- 
ziert; der vierte Hinterleibsring mit schwarzer Basis, 
rostrothem Endsaume und einer gelben Binde; der 
fünfte mit breit gelb gefärbtem Endrande und schwar- 
zem Grunde, die übrigen einfarbig gelb. An den blass- 
gelben Beinen sind die Schenkel röthlichgelb gefärbt. 

Grösser als C. frontale Fabr. und vollkommen ab- 
weichend gefärbt. 

In Turkestan auf dem Berge Karak von Fedtschenko 
gesammelt. — Ich erhielt diese Art, nachdem bereits 
die Bienen Turkestans im Drucke erschienen waren; 
durch ein Versehen war dieselbe den Grabwespen bei- 
gesteckt worden. 

Rhophites Spin. 

50. atrocoeruleus Mor. 1. c. p. 74. — Im Hochgebirge 
der chinesischen Provinz Gan-su von Prshew. gesam- 
melt. — Fedtsch. fand diese Art im Ferghana-Gebiete 
in der Nähe des Gletschers Schtschurowsky und auf 
dem Pass^ Isfairam in einer Höhe von 11800' über 
dem Meere. 



— 471 — 
Systropha Latr. 

5 1 . ruficornis n. sp. nigra, dense griseo-pilosa ; alis 
hyalinis, tegulis, carpo venisque pallide-flavescentibus; 
abdominis segmentis margine apicali late testaceo-de- 
coloratis; antennarum funiculo rufescente. S^ 8 mm. 

Schwarz, dicht greis behaart, die Geissei der Fühler 
vom dritten Gliede an hell rostroth gefärbt. Am Hin- 
terleib ist der breit abgesetzte und niedergedrückte 
Endrand der Segmente hell scherbengelb gefärbt; der 
zweite Ventralring hat zwei grosse Höcker, deren Spitze 
abgerundet ist, der dritte zwei bedeutend kleinere, 
wenig vorragende; der vierte und fünfte sind mitten 
am Endsaume tief ausgerandet. 

In der Körpergestalt ähnlich S. curvicornis Scop., 
von dieser Art leicht durch die verschiedene Färbung 
und den abweichenden Bau der Ventralringe und deren 
Höcker zu unterscheiden. 

Bei Krasnowodsk von Christof gesammelt. 

Macropis Panz. 

52. lahiata Panz. Fauna Germ. 107. 16. — In der 
nordwestlichen Mongolei von Potanin gefunden. : — In 
Sibirien und Europa weit verbreitet. 

Panurginus Nyiand. 

53. nigripes n.sp. niger, nitidus, parce griseo-pilosus, 
alis leviter infumatis carpo venisque piceis; clypeo 
flavo; tibiis anticis sordide-flavo-lineatis. S 5,5 mm. 

Schwarz, glänzend, spärlich, nur die Unterseite des 
Kopfes und die Brust dichter und länger greis behaart. 
Der Kopf ist dicht und fein, Stirnschildchen undClypeus 
gröber und sehr zerstreut punctirt; letzterer gelb ge- 



— 472 — 

färbt. Die Fühler schwarz, die Geissei unten kaum 
lichter gefärbt, das zweite Glied der letzteren länger 
als das folgende. Mesonptum und Schildchen fein und 
ziemlich sparsam, Hinterschildchen sehr fein und dich- 
ter punctirt. Mesopleuren schwach glänzend, zerstreut 
und undeutlich punctirt, mit nadelrissigen Punct- 
zwischenräumen; Metathorax äusserst fein und dicht 
gerunzelt, matt. Die Flügelschuppen sind dunkel pech- 
braun, das Randmal und die Adern der schwach ge- 
trübten Flügel etwas heller gefärbt. Der stark glän- 
zende Hinterleib ist sehr undeutlich punctirt. An den 
schwarzen Beinen sind nur die vordersten Schienen 
innen fast der ganzen Länge nach trübe gelb gestreift. 

Dem P. labiatus Eversm. in der Körperform sehr 
ähnlich ; dieser hat aber ein deutlicher punctirtes Ab- 
domen, wasserhelle Flügel mit blassgelbem Randmale 
und Adern, am Grunde gelb gefärbte Schienen und 
ganz gelbe Tarsen. 

Im Hochgebirge der Provinz Gan-su von Prshew. 
gesammelt. 

Epimethea Mor. 

54. nana n. sp. cellula radiali apice rotundata; nigra, 
nitida, facie, antennis, pedibus, callis humeralibus, te- 
gulis scutellisque pallide-flavescentibus$ abdominis seg- 
mentis apice flavo-fasciatis. c? 3,5 — 4 mm. 

Schwarz, stark glänzend. Mandibeln gelb mit röth- 
licher Spitze; das Gesicht unterhalb der Fühler gleich- 
falls gelb gefärbt und sehr dicht schnee weiss behaart. 
Der Kopf schwarz, lebhaft glänzend; Stirn und Scheitel 
glatt, das Hinterhaupt und die Schläfen weiss behaart. 
Die Fühler blassgelb, länger als der Thorax, nach der 



— 473 — 

Spitze zu ein wenig verdickt, die Geissei oben schwach 
gebräunt, der Schaft vorn weiss gefärbt. Der Thorax 
schwarz, unten und an den Seiten dicht weiss behaart, 
oben kahl und sehr stark glänzend; Mesonotum und 
Schildchen fast glatt, indem nur hin und wieder ein 
Pünctchen wahrzunehmen ist; das Metanotum stark 
entwickelt, hinten abgerundet und matt; Metapleuren 
schneeweiss behaart ; Schulterhöcker, Pronotum, Schild- 
chen nebst Seitenlappen und Hinterschild chen schwefel- 
gelb. Flügelschuppen, Flügel wurzel und Adern blass- 
gelb, das Randmal bräunlich gefärbt; die Flügel was- 
serklar, die erste Cubitalzelle doppelt so gross als die 
zweite; diese nach oben verengt, beide rücklaufende 
Adern empfangend; die Radialzelle mit zugerundeter 
und dem Flügelrande dicht anliegender Spitze; die 
vena transversa ordinaria vor der Gabel eingefügt. 
Der schwächer als der Thorax glänzende Hinterleib 
ist unten blassgelb, oben schwarz gefärbt, alle Seg- 
mente mit einer gelben Binde am Endrande; die Sculp- 
tur desselben ist sehr undeutlich ausgeprägt, etwa 
nadelrissig. Die blassgelb gefärbten Beine sind weiss 
behaart. 

Ich habe diese Art vorläufig in die Gattung Epime- 
thea gestellt, da sie im Bau der Mundtheile mit der- 
selben noch am Meisten übereinstimmt; das Flügel- 
geäder weicht aber sehr ab und daher wird dieselbe 
nach dem Bekanntwerden des Weibchens eine eigene 
Gattung bilden müssen. 

In der Provinz Ordoss am gelben Flusse von Prshew. 
gesammelt. 

Mélanges biologiques. X. 60 



— 474 — 

Dasypoda Fabr. 

55. hirtipes Fahr, Ent. S. IL 312. — Aus der nord- 
westlichen Mongolei von Potanin mitgebracht. — In 
Sibirien und Europa weit verbreitet. 

56. tibialis n. sp. nigra, dense fulvo-villosa, tibiis 
tarsisque omnibus rufo testaceis; abdominis segmente 
ventrali sexto fere integre; tibiis posticis apice emar- 
ginatis. J 9,5 — 11 mm. 

Schwarz, dicht gelblich oder fuchsroth behaart, die 
Mandibeln mit rostroth gefärbter Spitze. An den 
schwarzen Fühlern ist das dritte Glied um die Hälfte 
länger als das folgende. Die Flügelschuppen, das 
Randmal und die Adern der bräunlichgelb getrübten 
Flügel rothgelb, die Flügelwurzel schwarz gefärbt. 
Am Hinterleibe ist der sechste Ventralring am Grunde 
beiderseits flach vertieft mit kaum ausgerandeter Spitze. 
Die Beine sind rothgelb behaart, alle Schienen und 
Tarsen röthlich gefärbt, die Schienen des dritten Bein- 
paares innen tief ausgehöhlt , glatt und glänzend und 
hinten oberhalb der Spitze tief ausgerandet. 

Der D. rufipes Sich, ähnlich; letztere ist aber be- 
deutend grösser, mit rothgefärbter Fühlergeissel; bei 
welcher ferner der sechste Ventralring deutlich aus- 
gerandet ist und deren hinterste Schienen an der 
Spitze in einen dreieckigen, zwischen den Sporen vor- 
ragenden Fortsatz ausgezogen und nirgends ausge- 
randet sind. 

VonPrshew. in der südöstlichen Mongolei entdeckt. 

Andrena Fabr. 

57. fulvicrus Kirby. Ap. Angliae. II. 138. — Aus 
der nordwestlichen Mongolei von Potanin mitgebracht. 



— 475 — 

— Fast über die ganze palaearctische Region ver- 
breitet. 

58. dorsata Kirby. 1. c. IT. 44. — Nordwestliche 
Mongolei. Potanin. — In Sibirien, Transcaucasien, 
Mittel- und Süd -Europa. 

59. funebris Pans. Fn. Germ. 64. 5. — Im Tjan- 
Schan von Prshewalsky gesammelt. — In Turkestan, 
Transcaucasien, Süd -Europa und Nord -Afrika vor- 
kommend. 

60. Eversmanni Radoszk. Hör. soc. ent. Ross. V. 
74. tab. III. fig. 1. — Im Amu- Darja- Gebiete von 
Dohrandt gesammelt. — Auch in der Kirgisen-Steppe. 

61. xanthura Kirhy . I.e. II. 164. — Aus der nord- 
westlichen Mongolei von Potanin mitgebracht. — Über 
Sibirien und Europa verbreitet. 

62. parvula Kirhy. 1. c. IL 162. — Nordwestliche 
Mongolei. Potanin. — Überall in der palaearctischen 
Region vorhanden. 

63. antJiracina n. sp. genis linearibus, nigra, griseo- 
pilosa; mesonoto nitido disperse punctulato, scutello 
opaco nigro-piloso ; alis vix infumatis carpo venisque 
piceo-testaceis; abdomine splendido fere impunctato. 

Ç lamina labri subtriangulari, clypeo nitido sparsim 
punctate, nigro-piloso; fimbria anali fusca; segmentis 
abdominis ventralibus albido-ciliatis; scopa grisea. 
9 mm. 

c? clypeo eburneo nigro-bipunctato; antennarum 
articule tertio quarto duplo fere longiore. 8,5 mm. 

Beim Weibchen ist der Clypeus glänzend, fein und, 
namentlich auf der Scheibe, sparsam punctirt, wie auch 
die Nebenseiten des Gesichtes schwarz , die übrigen 
Theile des Kopfes greis oder aschgrau behaart; den 



— 476 — 

hellen Haaren sind aber hier schwarze beigemischt. 
Der Kopf ist glänzend, sehr fein und sparsam punctirt, 
der Raum zwischen den Nebenaugen und den Fühlern 
dicht gestreift und matt; der Augenspiegel schwarz, 
bräunlich schillernd. Fühler schwarz, die Geissei un- 
ten pechbraun, das zweite Glied der letzteren ein wenig 
länger als die beiden folgenden zusammen genommen. 
Mesonotum glänzend, fein und sehr zerstreut punctirt, 
sparsam greis behaart, auf der Scheibe den hellen 
Haaren dunkle beigemengt. Schildchen äusserst fein 
und dicht gerunzelt, matt und schwarz behaart. Die 
Brust ist greis, die äusserst fein und dicht punctirten, 
kaum glänzenden Mesopleuren, vorwiegend schwarz 
behaart. Der herzförmige Raum des Metathorax ist 
nur undeutlich ausgeprägt, am Grunde so breit wie 
das Hinterschildchen , eben so fein runzelig wie die 
hintere Thoraxwand und fast matt; die Metapleuren 
deutlicher glänzend, aschgrau behaart. Die Flügel- 
schuppen und Flügelwurzel dunkel pechbraun, die 
Adern der schwach getrübten Flügel heller gefärbt, 
die vena transversa ordinaria interstitiell. Der Hinter- 
leib lebhaft glänzend und auf demselben nur hin 
und wieder ein feines Pünctchen wahrzunehmen; die 
Segmentränder dunkel pechbraun gefärbt und beider- 
seits spärlich greis behaart; die Endfranze schwärz- 
lich, die Bauchringe weisslich bewimpert und äusserst 
fein punctirt. Die Beine sind schwarz, greis behaart, 
die Schiensporen blassgelb. 

Das Männchen ist dem Weibchen sehr ähnlich, mit 
beinfarbenem Clypeus. Das dritte Fühlerglied ist fast 
länger als die beiden folgenden zusammen genommen. 



— 477 — 

Die Behaarung des Kopfes und des Thorax besteht 
grösstentheils aus greisen Haaren. 

Diese Art ist der A. Shawella K. sehr nahe ver- 
wandt; bei dieser ist aber der Hinterleib, wie auch 
das Schildchen deutlich punctirt und letzteres eben- 
falls glänzend; beim Männchen ausser dem Kopfschilde 
auch noch die Nebenseiten des Gesichtes beinfarben. 

Von Prshewalsky in der Provinz Gan-su gefunden. 

64. mongolica n. sp. genis distinctis; nigra, subtus 
griseo-, supra flavescenti-pilosa; mesonoto scutelloque 
crasse sparsiraque punctatis, interstitiis punctorum 
latis nitentibus ; spatio metathoracis cordiformi obsoleto 
sat crasse rugoso; abdomine nitido minus crebre sub- 
tiliter punctato, rufo-testaceo nigro-variegato, segmen- 
tis apice albido-ciliatis; fimbria anali fulva; clypeo 
crasse punctato, lamina labri truncata; pedibus nigris 
albido-pilosis, tarsis posticis ferrugineis. Ç 1 2 — 1 3 mm. 

Diese Art hat deutlich entwickelte, ziemlich breite 
Wangen und einen abgestutzten Anhang der Ober- 
lippe. Der Kopf ist schwarz, sehr dicht, die Schläfen 
und das Gesicht greis, der Scheitel und das Hinter- 
haupt gelblich behaart. Der Clypeus ist grob und 
beiderseits sehr dicht punctirt, glänzend; der Kaum 
zwischen den Nebenaugen und den Fühlern dicht ge- 
streift und matt; der greise Augenspiegel oben ge- 
bräunt. Fühler schwarz, die Geissei unten pechbraun, 
das zweite Glied der letzteren kaum so lang als die 
beiden folgenden zusammen genommen, die unter sich 
fast gleich gestaltet sind. Der schwarze Thorax ist 
überall lang und dicht greis, Mesonotum und Schild- 
chen gelblich behaart ; letztere grob und sparsam 
punctirt , mit glänzenden Punctzwischenräumen ; die 



— 478 — 

Mesopleuren dicht körnig punctirt; der herzförmige 
Raum des Metathorax undeutlich ausgeprägt und ziem- 
lich grob gerunzelt, die Metapleuren weiss behaart. 
Die Flügelschuppen sind bräunlich gelb mit dunkler 
Scheibe, das Randmal und die Adern der schwach ge- 
trübten Flügel rostroth gefärbt, die vena transversa 
ordinaria interstitiell. Der glänzende Hinterleib ist 
fein und ziemlich dicht punctirt; die drei vorderen 
Segmente hellroth, das erste mit schwarzer Basis, das 
zweite jederseits mit einem kleinen schwarzen Flecken 
und zuweilen auch noch mit einem grösseren mitten 
auf der Scheibe ; das dritte mit einer breiten schwar- 
zen Binde, welche bei einem Stücke aber wenig aus- 
gedehnt ist ; die folgenden Hinterleibsringe sind schwarz 
gefärbt, mit röthlichem Endrande, alle weisslich be- 
wimpert, die Endfranze röthlichgelb. Die drei vorde- 
ren Ventralringe sind hellroth, die übrigen schw^arz 
gefärbt, alle am Endrande mit langen weissen Haaren 
besetzt. Die Beine sind schwarz, greis behaart, die 
vier EndgUeder aller Tarsen und auch der Metatarsus 
des dritten Beinpaares rostroth gefärbt ; die Schienen- 
bürste und Hüftlocke weiss. 

Der A. aulica Mor. verwandt; bei dieser ist aber 
der herzförmige Raum des Metathorax deutlich aus- 
geprägt und gröber gerunzelt, der Hinterleib viel 
dichter punctirt, das fünfte Fühlerglied um die Hälfte 
länger als das vierte, die Schienen des dritten Bein- 
paares rostroth und die Flügel mit dunklerem Aussen- 
rande. 

Aus der nordwestlichen Mongolei von Potanin mit- 
gebracht. 

65. ephippium Spinola. Ann. de la soc. ent. de France. 



— 479 — 

1838. p. 511. — Im Amu-Darja-Gebiete von Rus- 
sow gesammelt. — In Turkestan weit verbreitet, auch 
in Transcaucasien, Per sien, Süd -Europa und Nord- 
Africa. 

66. fuscosa Erichs. Waltl's Reise n. Spanien p. 103. 
— Vom Amu-Darja von Russow mitgebracht. — Bei 
Taschkent, in Transcaucasien, über Süd-Europa ver- 
breitet. 

67. pilipes Fahr. Mant. p. 298. 13. — Nordwest- 
liche Mongolei. Potan. — In der Provinz Ordoss am 
Chuan-che. Prshew. — In der gesammten palaearct. 
Region vorhanden. 

68. vitrea Smith. Zool. V. 1737. — In der südöst- 
lichen Mongolei von Prshew. gefunden. — In Sibirien, 
Nord- und Mittel -Europa, auch in Caucasien vor- 
kommend. 

69. tibialis Kirhy. 1. c. 107. — Südöstliche Mon- 
golei. Prshew. — In Sibirien und Europa vorkommend. 

70. mordaoc: genislatis; nigra, calcaribus testaceis, 
atro-pilosa; mesonoto fere opaco sparsim punctulato, 
interstitiis punctorum alutaceis, fusco-cinereo-hirto ; 
spatio metathoracis cordiformi vix ruguloso, meta- 
pleuris griseo-villosis ; alis fortiter infumatis ; abdomine 
subtilissime sparsissimeque punctulato, segmento primo 
pilis longioribus raris griseis obsito. 

$ lamina labri apice truncato ; clypeo dense punc- 
tato linea longitudinali laevi notato; fimbria anali 
nigra, segmentis ventralibus nigro-ciliatis ; femorum 
flocculo scopaque atris. 13 — 14 mm. 

â mandibulis magnis; antennarum articulo tertio 
quarto longiore. 12 — 13 mm. 



— 480 — 

A. mordax Mor. in Fedtsch. Reise nach Turkest. 
Mellifera. p. 196. S. 

Bei dieser Art sind die Wangen stark entwickelt 
und der Scheitel fein und dicht gestreift. Beim Weib- 
chen ist der Kopf schwarz, Stirn und Scheitel bräun- 
lich-grau behaart ; der Anhang der Oberlippe mit breit 
abgestutzter Spitze, Clypeus ziemlich grob und dicht 
punctirt, mitten mit einem glatten Längsfelde ; Augen- 
spiegel sammetschwarz. Die Fühler schwarz gefärbt, 
das dritte Glied derselben länger als die beiden fol- 
genden zusammen genommen. Das dunkel aschgrau 
oder schmutzig bräunlich behaarte Mesonotum ist fein 
und sehr sparsam punctirt, die Zwischenräume der 
Puncte nadelrissig und matt seideglänzend. Das Schild- 
chen eben so wie das Mesonotum sculptirt und behaart. 
Die hintere Thoraxwand und die Metapleuren, letztere 
dicht und lang, greis behaart; der herzförmige Raum 
schwach ausgeprägt und am^ Grunde sehr fein gerun- 
zelt. Die Brust ist mit schwarzen Haaren bedeckt, 
die Mesopleuren fein und dicht punctirt. Die Flügel- 
schuppen dunkel pechbraun, die Flügelwurzel etwas 
heller gefärbt, die Flügel stark getrübt mit violettem 
Schimmer, das Randmal und die Adern dunkel, die 
vena transversa ordinaria interstitiell. Der glänzende 
Hinterleib ist nur mit äusserst feinen und sehr ver- 
einzelt stehenden, haartragenden Pünctchen, das erste 
Segment mit längeren, spärlichen, greisen Haaren ver- 
sehen; die Endfranze ist schwarz, eben so die Ventral- 
ringe bewimpert und auch die Beine behaart. 

Das Männchen ist 1. c. ausführlich beschrieben. 

Diese Art ist der A. pratensis Nyl. ähnlich; bei die- 
ser sind aber die Wangen nur schwach entwickelt, 



— 481 — 

beim Weibchen der Anhang der Oberlippe zugerundet, 
beim Männchen das dritte Fühlerglied doppelt so lang 
als das folgende. 

In der nordwestlichen Mongolei von Potanin ge- 
sammelt. — Auch bei Warsiminor. 

71. genalis n. sp. genis latis; nigra, dense supra 
fulvo-, subtus atro-hirta, thorace fascia interalari 
nigra decorate ; lamina labri leviter emarginata, clypeo 
nitido subtiliter crebre punctate, fimbria anali albida, 
scopa nigra. Ç 12 mm. 

Bei diesem, mit breiten Wangen versehenen Weib- 
chen ist der Anhang der Oberlippe an der Spitze 
deutlich ausgerandet. Der Kopf ist dicht und lang 
schwarz, die Stirn fuchsroth behaart; der Raum 
zwischen den Nebenaugen und den Fühlern sehr dicht 
gestreift und matt, der Augenspiegel sammetartig 
schwarz. An den Fühlern ist das dritte Glied länger 
als die beiden folgenden zusammen genommen, das 
vierte ein wenig kürzer als das fünfte. Der Thorax 
ist unten und an den Seiten schwarz, oben fuchsroth 
behaart, zwischen den Flügelschuppen mit einer schma- 
len schwarzen Binde geziert; überall matt, äusserst 
fein und dicht punctirt; der herzförmige Raum der 
gleichfalls fuchsroth behaarten hinteren Thoraxwand 
schwach ausgeprägt. Flügelschuppen schwarz, Flügel- 
wurzel pechbraun, die Adern der schwach getrübten 
Flügel röthlichbraun gefärbt, die vena transversa ordi- 
naria fast interstitiell. Der Hinterleib ist oben wie 
der Thorax sehr dicht und lang fuchsroth, unten schwarz 
behaart, mit weisslicher Endfranze ; sehr fein und dicht 
punctirt, kaum glänzend. Die Beine sind überall 
schwarz, nur die Metatarsen innen rostbraun behaart; 

Mélanges biologiques. X. 61 



— 482 — 

die vier Endglieder der Tarsen rostroth, die Schien- 
sporen blass scherbengelb. 

Diese hübsche Art ist der A. fulva Schrank sehr 
ähnlich, hat aber bedeutend breitere Wangen und ist 
auch durch die schwarze Thoraxbinde leicht kenntlich. 

In der nordwestlichen Mongolei von Potanin ge- 
sammelt. 

72. scuteUaris n. sp. genis linearibus; nigra calcari- 
bus testaceis, griseo-pilosa ; mesonoto cinereo-hirsuto, 
fere opaco, sat dense punctulato, interstitiis puncto- 
rum alutaceis; scutello nitido basi hie illic punctato; 
spatio metathoracis cordiformi distincto basi ruguloso, 
metapleuris albido-villosis ; alis apice leviter infumatis; 
abdomine subtilissime rare punctulato, sparsim griseo- 
piloso; lamina lab ri emarginata, clypeo minus nitido 
sat dense punctato ; fimbria anali fusca, segmentis ven- 
tralibus albido-ciliatis, femorum flocculo albo, scopa 
nigra. $ 11 — 12 mm. 

Schwarz, die Unterseite der Fühlergeissel und die 
letzten Tarsenglieder pechbraun gefärbt. Der Kopf 
ist überall dicht mit langen greisen Haaren bedeckt, 
längs dem oberen inneren Augenrande aber ein Büschel 
schwarzer beigemischt. Der Anhang der Oberlippe 
ist ein wenig ausgerandet, die Wangen schmal, der 
schwach glänzende Clypeus dicht punctirt, der Augen- 
spiegel sammetartig schwarz. Der Thorax ist dicht 
und lang greis behaart; auf dem Mesonotum und 
Schildchen sind die Haare dunkler, meist aschgrau, 
selten schwärzlich gefärbt ; ersteres ist ziemlich dicht, 
fein punctirt, mit nadelrissigen, kaum glänzenden Punct- 
zwischenräumen, letzteres mit sehr vereinzelt punctir- 
tem Grunde, daher von lebhaftem Glänze. Der herz- 



— 483 — 

förmige Raum des Metathorax ist deutlich ausgeprägt, 
mit gerunzelter Basis, die Metapleuren dicht und lang 
weiss behaart, die Mesopleuren äusserst fein punctirt, 
fast matt. Die Flügelschuppen und die Flügelwurzel 
dunkel pechbraun, das Randmal und die Adern etwas 
heller, die Flügel am Aussenrande bräunlich getrübt, 
die vena transversa ordinaria interstitiell. Der fast 
matte Hinterleib ist äusserst fein und spärlich punc- 
tirt, dünn, aber lang greis behaart, die mittleren Seg- 
mente mit pechbraun gefärbtem Endrande und wenigen 
dunklen Haaren auf der Scheibe, die Endfranze fast 
schwärzlich. Die Ventralringe sind am Endrande 
beiderseits weiss, mitten dunkel bewimpert, sonst 
spärlich schwarz behaart. Die Beine sind schwarz, 
die Schenkel der Vorder- und Mittel-Beine zum Theil 
greis behaart, die Hüftlocke rein weiss, die Schienen- 
bürste schwarz. 

Diese Art hat einige Aehnlichkeit von der A. hel- 
vola. L. 

In der nordwestlichen Mongolei von Potanin ge- 
funden. 

73. discophora Mor. 1. c. p. 202. — Im Amu-Darja- 
Gebiete von Mielberg gesammelt. — Bis jetzt nur in 
Turkestan beobachtet. 

74. cineraria L. F. S. N. 1688. — In der nord- 
westlichen Mongolei. Potanin. — Auch in Sibirien, 
Turkestan, Europa und Nord-Africa. 

Nomioides Schenck. 

75. parvula Fahr, E. S. suppl. p. 277.— In der 
nordwestlichen Mongolei. Potanin. — Auch in Turke- 
stan, Persien, Caucasien, Mittel- und Süd-Europa. 



— 484 — 

Halictus Latr. 

76. leucopus Kirhy. 1. c. 59. — Amu- Darj a- Gebiet. 
Russow. — In Turkestan, Sibirien, Nord- und Mittel- 
Europa weit verbreitet, 

77. Smitlimanellus Kirhy. 1. c. 375. — Nordwest- 
liche Mongolei. Potanin. — Auch in Sibirien, Turke- 
stan, Mittel- und Süd-Europa. 

78. morio Fahr. E. S. 306. — Nordwestliche Mon- 
golei. Potan. — Auch in Sibirien, Mittel- und Süd- 
Europa weit verbreitet. 

79. varipes Mor. 1. c. p. 223. — Nordwest!. Mon- 
golei. Potan. — In Turkestan weit verbreitet. 

80. semitectus Mor. Horae. X. p. 172. — Aus der 
südöstlichen Mongolei von Prshew. mitgebracht. — 
Auch in Transcaucasien und bei Sarepta vorkommend. 

8 1 . mongolicus n. sp. viridi-aeneus, griseo-pubescens ; 
metanoto rotundato tenuissime ruguloso ; tegulis, alarum 
carpo venisque palHde-flavescentibus; abdomine ferru- 
gineo segmentis basi viridi-aeneis; antennarum funiculo 
pedibusque rufo-testaceis, his nigro-variegatis ; capite 
rotundato, clypeo scutoque frontaU nitidis subtiliter 
sparsim punctatis. Ç 6 mm. 

Der rundliche Kopf grün metallisch, spärlich greis 
behaart, ziemlich stark glänzend, äusserst fein und 
dicht, Clypeus und Stirnschildchen sparsam punctirt; 
ersterer nur an der Basis grün, sonst bräunlich gefärbt. 
Oberlippe und Mandibeln rostroth, letztere mit schwar- 
zer Spitze. Fühler rostroth, der Schaft schwärzlich 
grün. Thorax grün metallisch glänzend, oben sehr 
sparsam, die Brust ziemlich dicht greis behaart; Meso- 
notum und Schildchen fein punctirt, die Punctzwischen- 



— 485 — 

räume viel breiter als die Puncte; die Mesopleuren 
mit feinerer und dichterer Punctirung; Metanotum 
abgerundet, sehr fein gerunzelt, am Grunde zum Theil 
längsstreifig; die hintere Wand des Metathorax sehr 
stark glänzend, die Seiten derselben nicht gerandet; 
die Metapleuren dicht greis behaart, äusserst fein punc- 
tirt. Die Flügelschuppen sind blassgelb, eben so die 
Adern und das Randmal der wasserhellen Flügel ge- 
färbt. Der Hinterleib ist spärlich greis behaart, sehr 
fein und dicht punctirt, hell rostroth, die Basis der 
Segmente, die des ersten in weiter Ausdehnung, grün 
metallisch gefärbt. Die Beine sind röthlichgelb, die 
Schenkel fast bis zur Spitze schwärzlich gefärbt; die 
Schienen häufig, zuweilen auch der letzte Metatarsus 
mit einem dunkeln Längswische. 

In der Körpergestalt dem H. pulvereus Mor. ähn- 
lich; dieser ist aber äusserst dicht greis behaart und 
dessen Mesonotum sehr dicht punctirt. 

In der nordwestlichen Mongolei von Potanin ge- 
sammelt. 

82. coIoratusMor. Horae.X.p. 167. — Amu-Darja- 
Gebiet. Mielberg. — Auch in Transcaucasien und um 
Sarepta vorkommend. 

83. atomarius Mor. 1. c. p. 254. — Südöstliche 
Mongolei. Prshew. — Auch um Taschkent. 

84. nigriceps n. sp. niger, nitidus, griseo-pilosus, 
mesonoto scutelloque minus crebre punctatis, meta- 
thorace truncato fortiter rugoso; abdominis segmentis 
distincte punctatis secundo tertioque basi utrinque ob- 
solete maculatim tomentosis, margine apicali anguste 
ferrugineo-limbatis; antennis capite thoraceque Ion- 



— 486 — 

gioribus, sat crassis, funiculo subtus piceo; tarsis omni- 
bus flavescentibus. S 7 mm. 

Schwarz, glänzend, Kopf und Thorax greis behaart; 
Mundtheile und Clypeus gleichfalls schwarz. Die Füh- 
ler sind länger als Kopf und Thorax zusammen ge- 
nommen, ziemlich verdickt, die Geissei unten dunkel 
pechbrauu gefärbt. Mesonotum und Schildchen fein 
punctirt, die Punctzwischenräume bedeutend breiter 
als die Puncte; die Mesopleuren sehr fein und dicht 
punctirt-gerunzelt, matt. Metathorax abgestutzt, über- 
all grob gerunzelt, die hintere Wand gerandet. Die 
Flügelschuppen und Flügelwurzel hell pechbraun, die 
Adern nebst dem Randmale gelb gefärbt. Der stark 
glänzende Hinterleib ist sehr deutlich, aber fein und 
nicht dicht punctirt, der Endrand der Segmente glatt 
und mit rostrothem Endsaume; der zweite und dritte 
Hinterleibsring jederseits am Grunde mit einer kleinen, 
übrigens sehr undeutlichen weissen Haarmakel; auf 
dem siebenten ist die Scheibe grübchenartig vertieft; 
die Bauchsegmente kahl und einfach. Die Beine sind 
schwarz, alle Tarsen, die vorderen röthlich-, die hin- 
teren blassgelb gefärbt. 

Dem H. lineolatus Lep. sehr ähnlich; bei letzterem 
sind aber die Mundtheile und der Endrand des Clypeus 
gelb gefärbt, auch die Beine, namentlich die Schienen 
gelb gezeichnet, Mesonotum und Schildchen sehr dicht, 
das Abdomen undeutlich punctirt und es sind auch 
die Fühler verhältnissmässig dünner. — Ordoss am 
Chuan-che. Prshew. 

85. lineolatus Lep. Hymen. H. 275. — Südöstliche 
Mongolei. Prshew. — In Sibirien und Europa weit 
verbreitet. 



— 487 — • 

86. fulvicornis Kirhy. 1. c. 67. — Nordwestliche 
Mongolei. Potan. — Auch in Sibirien und Europa. 

87. cylindricus Fahr. E. S. II. 302. — Nordwestl. 
Mong. Potan. — Ordoss am Chuan-che. Prshew. — Fast 
über die gesammte palaearctische Region verbreitet. 

88. sex-notatulusNyl. Ap. bor. Suppl. 97. — Nord- 
westl. Mong. Pot. -— Auch in Sibirien und im nörd- 
lichen Europa. 

89. leuco^onius. Schranck Ins. Austr. 406. — Nord- 
westl. Mong. Pot. — Amu-Darja-Gebiet. Mielberg. 

— Überall in der palaearct. Region. 

90. major Nyl. Rev. Ap. bor. p. 240. — Nordwestl. 
Mong. Pot. — In Mittel- und Süd-Europa vorkom- 
mend; auch in Turkestan und Transcaucasien. 

91. fulvipes Germar. Fauna ins. Eur. fasc. 7. tab. 15. 

— Nordwestl. Mong. Pot. — In Turkestan, Trans- 
caucasien und Süd-Europa vorkommend. 

92. sex-cinctus Fahr. E. S. II. 387. — Im Tjan- 
Schan. Prshew. — In Turkestan und Europa weit 
verbreitet. 

93. quadricinctus Fahr. E. S.U. 303. = quadristri- 
gatus Autor. — Im Tjan-Schan. Prshew. — In Tur- 
kestan und Europa weit verbreitet. 

Nomia Latr. 

94. diversipes Latr. Gen. Crust, et Ins. lY. 155. 

— Im Tjan-Schan vom unteren Kungess von Prshew. 
mitgebracht. — In Turkestan, Transcaucasien, Mittel- 
und Süd-Europa verbreitet. 

95. ruficornis Spinola. Ann. de la soc. ent. de France 
VII. p. 514. — Im Amu-Darja-Gebiet von Mielberg 



— 488 — 

gesammelt. — In Turkestan, Caucasien, Süd-Europa 
und Nord- Africa vorkommend. 

96. latipes n. sp. nigra, antennarura funiculo rufo, 
tegulis, spinis scutellaribus tarsisque testaceis, his ar- 
ticulo unguiculari nigro, intermedio disciformi dilatato; 
pectore impresso griseo-piloso; abdominis segmentis 
basi dense albido-vestitis ; pedibus griseo-pubescenti- 
bus, posticis femoribus incrassatis, tibiis apice valde 
dilatatis laminam sub-lanceolatam flavicantem emit- 
tentibus; tibiis intermediis calcari brevi armatis. 
c? 8 mm. 

Der Kopf ist schwarz, greis, das Gesicht sehr dicht 
weiss behaart; die Fühler roth mit geschwärztem 
Schafte. Der schwarze Thorax schwach glänzend; die 
Mesopleuren dicht, die Brust spärlicher greis be- 
haart; letztere tief eingedrückt ; beiderseits von diesem 
Eindrucke, vor den Mittelhüften, ist ein glatter, glän- 
zender, fast höckerartiger Vorsprung vorhanden. Me- 
sonotum und Schildchen dicht punctirt; ersteres ziem- 
lich dicht, namentlich am vorderen und hinteren Rande 
beschuppt; die Schuppen blassgelb gefärbt; letzteres 
beiderseits mit einem blassgelben Stachel bewehrt. 
Das Hinterschildchen ist weiss befilzt und ausserdem 
stehen auf demselben noch längere weisse Haare ; die 
hintere Thoraxwand glänzend, grob punctirt, mit brei- 
ten Punctzwischenräumen. Die Flügelschuppen sind 
weisslich gelb, an den Rändern ganz klar durch- 
scheinend, mit schwarzbraun gefärbter "Wurzel und 
dicht und fein punctirter Scheibe; die Flügel sind kaum 
getrübt, das Randmal scherbengelb, die Adern etwas 
dunkler gefärbt. Der Hinterleib ist glänzend; die 
Basis aller Segmente breit und sehr dicht weisslich 



— 489 — 

behaart, hinter der Haarbinde grob und sparsam punc- 
tirt, der niedergedrückte Endtheil derselben mit glat- 
tem, weisslich entfärbtem Saume und auf dem zweiten 
und dritten Hinterleibsringe vor diesem fein und dicht 
punctirt. Der vierte Ventralring ist mitten am End- 
rande schwach ausgerandet, die Ausrandung beider- 
seits von einer vorspringenden Leiste begrenzt. Die 
Beine sind greis behaart, die Schenkel schwarz ge- 
färbt, die des dritten Beinpaares stark aufgetrieben. 
Die Schienen der beiden vorderen Beinpaare röthlich- 
gelb, mit dunkel gezeichneter Aussenfläche, der Schien- 
dorn der mittleren kurz und sehr fein; die des letzten 
Beinpaares schwarz, nach der Spitze hin stark er- 
weitert, aussen gekrümmt, die Spitze selbst in einen 
scherbengelb gefärbten, grossen und breiten, allmäh- 
lich zugerundeten Anhang auslaufend. Die Tarsen 
sind sehr blass weisslichgelb , das Klauenglied aller 
Beine schwarz gefärbt, das der mittleren auch noch zu 
einer kreisförmigen Scheibe erweitert. 

In der Körpergestalt ähnlich N. diversipes ; von allen 
bekannten leicht^durch die aufîallenden plastischen 
Merkmale zu unterscheiden. 

Bei Krasnowodsk von Christof gefunden. 

Sphecodes Latr. 

97. rufithorax Mor. 1. c. p. 255. — ImAmu-Darja- 
Gebiete von Mielberg gesammelt. — Auch um Tasch- 
kent und Bairacum. 

98. gihhus L. F. S. N. 1658. — Südöstliche Mon- 
golei. Prshew. — In dar palaearctischen Region weit 
verbreitet. 

Melanges biologiques. X. 62 



— 490 — 

99. similis Wesm. Obs. Sph. 6. — Nordwestl. Mong. 
Pot. — Auch sonst überall. 

100. Qeoffrellus Kirhy. Le. 45. — Nordwestl. Mong. 
Pot. — Überall gemein. 

Nomada Fabr. 

101. thoracica n. sp. fronte acute carinata, genis 
latis, coxis anticis subtus spinosis, pronoto medio pro- 
funde emarginato, antennarum articulo tertio quarto 
longiore, mesonoto crasse minus dense punctato-rugoso, 
scutello fortiter bituberculato , spatio metathoracis 
cordiformi opaco, pectore breviter sat dense griseo- 
piloso; nigra antennis pedibusque pallide-rufescentibus 
flavo-nigroque pictis; mandibulis, ore, facie, pronoto, 
callis humeralibus, tegulis scutellisque flavis; abdomine 
crebre punctato, segmentis omnibus flavo-fasciatis rufo- 
nigroque variegatis, ultimo apice rotundato. c? 12 mm. 

Mandibeln gelb mit schwarzer Endhälfte und abge- 
rundeter Spitze. Oberlippe, Clypeus, Stirnschildchen, 
Nebenseiten des Gesichtes und Wangen gelb ; letztere 
breit und wie die Nebenseiten des Gesichtes zum 
grössten Theile glatt und glänzend. Die Stirn zwischen 
den Fühlern mit einer scharfen Leiste. Fühlerschaft 
vorn gelb, hinten röthlich gefärbt wie die Geissei, 
deren zweites Glied deutlich länger ist als das folgende ; 
Fühlerglied 4 bis 8 inclusive oben mit einem schwar- 
zen Längsstrich. Das Pronotum ist mitten tief ausge- 
randet, das Mesonotum grob punctirt, mit runzelig 
erhabenen, glänzenden Punctzwischenräumen. Das 
Schildchen besteht aus zwei stark entwickelten, grob 
punctirten Höckern. Mesopleuren und Brust sehr dicht 
körnig punctirt und greis behaart; Metathorax überall 



— 491 — 

matt, die hintere Wand derselben dicht und grob punc- 
tirt, der herzförmige Raum mit fein gerunzelter Basis. 
Am Thorax sind gelb gefärbt: Pronotum, Schildchen 
und Hinterschildchen , die Schulterhöcker und eine 
grosse Makel auf den Mesopleuren. Flügelschuppen 
gelb, bräunlich gerandet und sparsam punctirt, die 
Flügel braun getrübt, das Randmal und die Adern 
röthlichgelb gefärbt, die vena transversa ordinaria in- 
terstitiell und die mittlere Cubitalzelle nach oben ver- 
engt. Der Hinterleib ist dicht punctirt, spärlich greis 
behaart, bräunlichroth ; das letzte Segment mit abge- 
rundeter Spitze, das erste am Grunde mit zwei grossen 
schwarzen Makeln und einer gelben , mitten unter- 
brochenen Binde auf der Scheibe; das zweite längs 
der Basis, die folgenden vor dem Endrande schmal 
schwarz bandirt, alle mit einer breiten vollständigen 
gelben Binde. Die Unterseite des Abdomens ist heller 
bräunlichroth gefärbt und gleichfalls spärlich greis 
behaart, der zweite, dritte und vierte Bauchring mit 
einer schwarzen Querbinde, der fünfte und sechste mit 
einer gelben Makel geziert, der letzte mit einem röth- 
lichen Haarbusche versehen. Die Beine sind blassroth, 
die Kniee und die Spitze der Schienen gelb gefleckt, 
die Trochanteren und Schenkel der Mittel- und Hinter- 
beine schwarz gezeichnet. Die Hüften der Vorder- 
beine sind mit einem deutlichen Stachel bewehrt, wel- 
cher von greisen Haaren umgeben ist. 

Diese hübsche Art gehört in die Gruppe der N. 
Jacobeae Panz. , ist aber durch ihre breiten Wangen 
mit N. pectoralisMor. zunächst verwandt; diese unter- 
scheidet sich auch fast nur durch den eigenthümlichen 
Höcker der Brust von der thoracica. 



— 492 — 

Von Prshew. aus der südöstl. Mongolei mitgebracht. 

102. rufiventris Kirby, 1. c. 187. — Südöstl. Mon- 
golei. Prshew. — Weit verbreitet. 

103. ruficornis L. F. S. N. 1707. — Südöstl. Mong. 
Prshew. — Weit verbreitet. 

Epeolus Latr. 

104. rufipes Thoms, Hym. Sc. IL 212. -^ Amu- 
Darja-Gebiet. Russow. — Weit verbreitet. 

Crocisa Jurine. 

105. scutellaris Fahr. E. S. II. 346. — Südöstl. 
Mong. Prshew. — Auch in Sibirien vorhanden. 

106. ramosa Lep. Hymen. II. 451. — Amu-Darja- 
Gebiet. Mielb. — Überall in Turkestan, Mittel- und 
Süd-Europa, in Nord- Africa und soll auch in Indien 
vorkommen. 

107. picicornis Mor. 1. c. 142. — Amu-Darja-Ge- 
biet. Dohrandt. — Auch in der Wüste Kisil-kum. 

Melecta Latr. 

108. plurinotata Bnillé, Exp. scient, en Morée. 
Zool. III. 343. — Südöstl. Mong. Prshew. — Auch 
bei Samarkand und im Gebiete des Mittelmeeres vor- 
kommend. 

109. corpulenta: nigra, capite thoraceque pilis albis 
variegatis; mesonoto scutelloque sat dense punctato- 
rugosis; dentibus scutellaribus sub-elevatis; abdomine 
tomento atro in illaesis densissime tecto. 

Ç abdominis segmentis antico lateribus niveo-tomen- 
toso, tribus sequentibus utrinque apice macula magna 
nivea decoratis. 1^ — 18 mm. 



— 493 — 

J abdominis segmentis primo fere toto albido- 
villoso, sequentibus quatuor utrinque apice macula 
magna nivea signatis. 16 mm. 

corpulenta Mor. in Fedtsch. Reise p. 140. Ç 
Das Weibchen dieser grossen Art hat einen oben 
weiss, unten schwarz behaarten Kopf; Stirn, Neben- 
seiten des Gesichtes, Stirnschildchen und Basis des 
Clypeus schneeweiss behaart. Das dritte Fühlerglied 
ist länger als das folgende. Der Thorax ist unten 
schwarz, der obere Theil der Mesopleuren weiss be- 
haart. Das Mesonotum vorn jederseits und in der 
Mitte, auch vor jedem Seitenlappen des Schildchens 
mit einem weissen Haarbusche. Der obere Theil der 
Metapleuren und das Hinterschildchen jederseits gleich- 
falls mit langen, weissen Haaren bedeckt. Flügel- 
schuppen und Flügel Wurzel schwarz; die Flügel nach 
aussen zu bräunlich getrübt mit dunkeln Adern. Der 
Hinterleib ist bei frischen Exemplaren mit einem sehr 
dichten schwarzen Tomente überzogen und erscheint 
dann vollkommen matt; die Seiten des ersten Segmen- 
tes in weiter Ausdehnung vollständig weiss behaart; 
die Haare dabei dicht anliegend: der zweite und dritte 
Hinterleibsring sind jederseits mit einer breiten, den 
Vorderrand aber nicht erreichenden, fast Paralle- 
logramm - förmigen , schneeweissen Haarmakel ge- 
schmückt; auf dem vierten Segmente stehen die Makeln 
mehr entfernt vom Seitenrande und haben eine quer- 
ovale Form. Bei abgeriebenen Stücken erscheint das 
Abdomen glänzend, fein und dicht punctirt. Die Beine 
sind schwarz, die Basis aller Schienen und das Klauen- 
glied der Mittel- und Hinterbeine schneeweis befilzt. 
Die Schenkel der Vorder- und Mittelbeine tragen an 



— 494 — 

der Spitze einen weissen Haarzipfel und sind auch die 
mittleren Tarsenglieder zuweilen weiss behaart. 

Das Männchen ist dem Weibchen sehr ähnlich. 
Gesicht mit Einschluss des Clypeus, der vordere Rand 
desMesonotum sehr breit, die Meso- und Metapleuren, 
so wie auch das erste Abdominalsegment lang und dicht 
weiss behaart, das fünfte jederseits weiss befilzt, das 
letzte sehr schwach ausgerandet. Die Beine wie beim 
Weibchen, die Mittelschienen und die Metatarsen 
des dritten Beinpaares aber aussen vollständig weiss 
befilzt. 

Im Tjan-Schan von Dr. Regel gesammelt. 

110. luduosa Scop, Ann. Hist. Nat. IV. 9. — Im 
Tjan-Schan. Regel. — Amu-Darja-Gebiet. Russow. 
— In Turkestan, Mittel- und Süd-Europa weit ver- 
breitet. 

Pasites Jurine. 

111. maculatus Jur. Nouv. méth. p. 224. — Im 
Tjan-Schan am unteren Kungess. Prshew. — In der 
Umgegend von Kuldsha. Regel. — In Turkestan, 
Transcaucasien und im Gebiete des Mittelmeeres weit 
verbreitet. 

Phiarus Gerst. 

112. abdominalis Eversm. Bull, de Mose. 1852. II. 
58. — Tjan-Schan. Regel. — In Ost-Sibirien, Tur- 
kestan, Süd-Russland, Transcaucasien, Anatolien und 
Ungarn vorkommend. 

Coelioxys Latr. 

1 13 . constricta Forst. Verh. d. nat. Vereins d. preuss. 



— 495 — 

Eheini. X. p. 274. — Amu -Darja- Gebiet, ßussow. 
— In Transcaucasien und Süd-Europa vorhanden. 

114. Mielbergi n. sp. ferruginea, albido - squamosa ; 
capite thoraceque nigris ; mesonoto punctis ^rassis pro- 
fundis squamiferis irrorato, scutello apice integro; ab- 
dominis segmentis margine apicali niveo-squamosis, 
ultimis dorsali longitudinaliter carinato, apice rotun- 
dato, ventrali fere acuminato ; clypeo dense tomentoso 
puisque erectis sparsis obsito. $ 11 — 12 mm. 

Variet. pectore, margine mesonoti laterali dentibus- 
que scutelli etiam ferrugineis. 

Der Kopf ist schwarz, das Gesicht nebst dem Clypeus 
sehr dicht greis befilzt und mit wenigen hervortreten- 
den blassen Haaren besetzt; das Hinterhaupt grob 
punctirt-gerunzelt, die tief eingestochenen Puncto meist 
mit einem Schüppchen auf dem Grunde. Mandibeln 
und Fühler bräunlichroth gefärbt, das dritte und vierte 
Glied der letzteren an Länge kaum verschieden. Der 
Thorax ist entweder schwarz, oder es sind die Brust, 
Seitenränder des Mesonotum und die Zähne des Schild- 
chens rostroth gefärbt. Das Mesonotum ist grob punc- 
tirt, mit ziemlich breiten, stellenweise runzelig erhabe- 
nen Punctzwischenräumen; die Puncto sind wie die 
auf dem Hinterhaupte tief und auf dem Grunde mit 
einem weisslichen Schüppchen versehen; bei reinen 
Exemplaren ist der Vorderrand dicht gelblichweiss 
beschuppt. Das Schildchen ist sehr dicht punctirt-ge- 
runzelt, mit Ausnahme der Zähne und der Scheibe 
dicht beschuppt. Die Metapleuren sind schneeweiss 
behaart, die Brust nebst Mesopleuren mit blassen 
Schuppen sehr dicht bedeckt. Die Flügelschuppen 
sind bräunlich oder scherbengelb, die Flügelwurzel 



— 496 — 

heller gefärbt, die Flügel aussen schwach getrübt, das 
Randmal und die Adern dunkel pechbraun. Der roth- 
braune Hinterleib schwach glänzend, ziemlich fein und 
nicht besonders dicht punctirt, der Endrand der Seg- 
mente mit einer aus drei Reihen bestehenden, weissen 
Schuppenbinde geschmückt; die Seiten der drei vor- 
deren und die Basis des ersten gleichfalls beschuppt. 
Der letzte Hinterleibsring ist feiner als die vorher- 
gehenden punctirt, der ganzen Länge nach fein ge- 
kielt, die Spitze desselben abgerundet und dunkel 
gefärbt. Der Bauch ist ziemlich dicht, namentlich am 
Endrand der Segmente beschuppt; das fünfte zuge- 
spitzt; das letzte nur wenig über das obere hinaus ver- 
längert, mit einfacher, ziemlich stumpfer Spitze. Die 
Beine sind weiss beschuppt, die vordersten Hüften 
ohne Anhang, die Schiensporen dunkel, zuweilen 
schwarz gefärbt. 

Diese hübsche Art ist in der Körpergestalt sehr 
ähnlich der C. brevis Eversm. = octodentata Lep.; 
bei dieser ist aber das Mesonotum sehr dicht punctirt- 
gerunzelt, die Puncte auf dem Grunde ohne Schüpp- 
chen. — Bei der gleichfalls sehr ähnlich gebauten 
C. conspersa Mor. hat der letzte Ventralring eine 
deutlich gespaltene Spitze. — Die ähnlich gefärbte 
C. sogdiana Mor. hat aber einen gewölbten, mitten 
stark gekielten Kopfschild. 

Im Amu-Darja-Gebiete von Mielberg gesammelt. 

115. coronata Forst. 1. c. 280. — Ordoss am Chuan- 
che. Prshew. — Amu-Darja-Gebiet. Dohrandt. — 
In Mittel-Asien und Europa weit verbreitet. 

116. recurva Sehende. Jahrb. d. Vereins für Nat. in 
Nassau. IX. 201. — Im Tjan-Schan. Prshew. — In 



— 497 — 

Turkestan, Transcaucasien, Mittel- und Süd-Europa. 

117. rufescens Lep. Encycl. méth. X. p. 109. — 
Im Tjan-Schan. Regel. — In der Alpenregion Tur- 
kestans, in Sibirien und Europa vorkommend. 

118. mandibularis Nyl. Ap. bor. 252. — Nord- 
westl. Mongolei. Potanin. -— In Sibirien und Europa 
weit verbreitet. 

Stelis Latr. 

119. phaeoptera Kirhy. 1. c. 232. — Amu-Darja- 
Gebiet. Russow. — Überall vorhanden. 

120. aculeata n. sp. nigra, nitida, atro-pilosa, minus 
crebre punctata ; abdominis segmento ultimo aculeato. 
(? 9 — 10 mm. 

Schwarz, glänzend, überall spärlich schwarz be- 
haart. Clypeus und Stirnschildchen dicht punctirt, 
letzteres mit glatter Mittellinie; Scheitel und Hinter- 
haupt spärlicher punctirt, mit breiten glänzenden 
Punctzwischenräumen. An den Fühlern ist das dritte 
Glied ein wenig länger als das folgende. Mesonotum 
und Schildchen grob und sparsam, die Brust viel 
gröber und dichter punctirt; auf letzterer die Zwischen- 
räume der Puncte runzelig erhaben; der obere Theil 
der Mesopleuren dicht punctirt-gerunzelt. Flügel- 
schuppen und Flügelwurzel schwarz; die Flügel sehr 
stark braun getrübt mit pechschwarzem Randmale 
und Adern. Der Hinterleib ist feiner als die obere 
Fläche des Thorax, aber auch sparsam punctirt; das 
letzte Segment ist mit einem Mittelkiele versehen, der 
in einen ziemlich langen Stachel ausläuft. Der dritte 
Ventralring hat mitten am Endrande einen vorsprin- 

Me'langes biologiques. X. 63 



— 498 — 

genden dreieckigen Zahn. Die Beine sind schwarz 
und nur das Klauenglied pechbraun gefärbt. 

In der Körpergestalt der St. phaeopteraK. täuschend 
ähnlich, diese ist aber greis behaart; ausserdem ist 
bei dieser das dritte Fühlerglied kürzer als das vierte, 
das letzte Abdominalsegment ohne Mittelkiel, einfach 
abgerundet und der dritte Ventralring mit abgestutz- 
tem Endsaume. 

In der nordwestl. Mongolei von Potanin gesammelt. 

Anthidium Latr. 

121. oUongatumLatr. Ann. du Mus. d'Hist. nat. XIII. 
216. — Im Tjan-Schan am Dschin. Regel. — Auch 
in Mittel-Asien und Europa weit verbreitet. 

122. punctatumLatr, Ann. du Mus. d'Hist. nat. VII. 
p. 217. — Im Tjan-Schan. Regel. — Auch am Syr- 
Darja und in Europa vorkommend. 

123. cingulatum Latr. 1. c. 219. — Im Tjan-Schan 
im Thale des unteren Kungess am Flusse Zanma. 
(2900'). Prshew. — In Turkestan, Sibirien, Persien, 
Caucasien, Europa und N. -Africa. 

124. florentinum Fahr. Syst. Piez, 336. — Amu- 
Darja-Gebiet. Dohrandt. — In Turkestan, Persien, 
S. -Europa und N. -Africa verbreitet. 

125. caspicum n. sp. clypeo subquadrato; lobis late- 
ralibus scutelli rotundatis, scutello fere semicirculari ; 
segmentis abdominalibus basi crassius sparsimque, ante 
marginem apicalem densissime subtiliterque punctatis; 
nigrum, flavo-variegatum; thorace supra flavescente-, 
subtus griseo-piloso ; mandibuUs facieque flavis; clypeo 
margine apicah truncato; abdominis segmentis dorsa- 
libus antepenultimo utrinque valide dentato, septimo 



— 499 — 

medio aculeato lateribusque appendice lobiformi sub- 
quadrato aucto, ventralibus griseo-vestitis, sexto an- 
gulis lateralibus spiniformibus. J 12 mm. 

Mandibeln gelb, glänzend, die beiden scharfen End- 
zähne schwarz gefärbt. Der Clypeus ist beinahe so 
hoch als breit, gelb, dicht weiss behaart, grob punc- 
tirt, mit einem glatten Längsfelde auf der Scheibe, der 
Endrand abgestutzt. Das Stirnschildchen mit einer 
gelben Querbinde am Grunde. Die Nebenseiten des 
Gesichtes gelb, dicht weiss behaart und feiner und 
dichter als der Clypeus punctirt; die übrigen Theile 
des Kopfes schwarz gefärbt, das Hinterhaupt breit 
gelb bandirt und bräunlichgelb behaart. An den 
schwarzen Fühlern ist der Schaft unten gelb gestreift, 
die drei ersten Geisselglieder unten rostroth gefleckt. 
Der Thorax ist dicht, oben gelblichbraun, unten und 
an den Seiten greis behaart, kaum glänzend; Mesono- 
tum und Schildchen dicht runzelig punctirt; letzteres 
mit fast halbkreisförmigem Endrande; die hintere 
Thoraxwand kahl und glänzend, das Mittelfeld dersel- 
ben mit grob punctirt-gerunzelter Basalhälfte. Am 
Thorax sind gelb gefärbt: die Schulterhöcker, ein 
Flecken auf den Seitenlappen des Schildchens, eine 
mitten unterbrochene Binde am Endrande des letz- 
teren und zum Theil auch der Seiten — und Vorder- 
rand des Mesonotum. Die Flügelschuppeu sind gelb 
mit braunrother Scheibe, dicht punctirt; die Flügel- 
wurzel und Adern am Grunde der Flügel gelbroth ge- 
färbt; letztere stark gebräunt mit pechschwarzen 
Adern. Der Hinterleib ist schwarz, die Basalhälfte 
der Segmente glänzend, grob und sparsam, die End- 
hälfte feiner und sehr dicht punctirt, matt. Das erste 



— 500 — 

Segment ist beiderseits mit einer grossen , nach innen 
zugespitzten gelben Makel, das zweite mit einer breiten, 
mitten unterbrochenen gelben Binde versehen ; die vier 
folgenden Hinterleibsringe sind gelb bandirt; die Bin- 
den mitten an der Basis mit einem dreieckigen schwar- 
zen Ausschnitte, der sechste dabei an den Seiten tief 
ausgerandet und mit einem starken gelben Zahne be- 
wehrt. Das letzte Segment ist schwarz gefärbt, in der 
Mitte mit einem langen Stachel, beiderseits mit einem 
fast quadratischen gelben, schwarz umsäumten Lappen 
versehen. Die Bauchringe sind dicht greis behaart, 
der sechste fast abgestutzt, dessen Seitenecken aber 
in einen langen schwarzen Stachel ausgezogen. Die 
Beine sind schwarz, die Spitzen der Schenkel, die 
Schienen und Tarsen gelb gefärbt, greis, die Meta- 
tarsen dicht silberweiss behaart. 

In der Gestalt und im Bau der letzten Abdominal- 
segmente fast mit A. variegatum Fabr. übereinstim- 
mend; bei diesem ist aber der sechste Ventralring 
mitten tief ausgerandet und die Seitenecken fast ab- 
gerundet, die Trochanteren des dritten Beinpaares 
nach unten zahnförmig herabgezogen und die Zeich- 
nung des Hinterleibes eine ganz verschiedene. 

Bei Krasnowodsk von Christof gefunden. 

126. UturatumPanz. Fn. Germ. 80. 21. — ImTjan- 
Schan am unteren Kungess. Prshew. — In Sibirien, 
Mittel- und Süd-Europa vorkommend. 

Megachiie Latr. 

127. alho-cristata Smith. Catal. of Hymen. Apidae 
I. p. 151. — In der nordwestliehen Mongolei von 
Potanin gesammelt. — Kommt auch in Transcaucasien 



— 501 — 

und Süd-Europa vor und gehört in die Untergattung 
Chalicodoma Lep. (conf. Fedtsch. Reise nach Turkest. 
Apidae p. 105). 

128. desertorum: nigra, dense aurantiaco-vel rufo- 
pilosa, tegulis, pedihus calcaribusque rufo-testaceis ; 
alis flavescentibus apice infuscatis. 

$ clypeo apice serrulato, mandibulis margine interno 
edentato; antennis interdum scapo vel totis rufescenti- 
bus; scopa ferruginea. 14 — 15 mm. 

S' antennarum articulo tertio quarto longitudine 
subaequali; abdominis segmentis ultimis dorsali multi- 
spinoso, ventrali rotundato-prominente, coxis anticis 
inermibus. 12 — 14 mm. 

Mor. in Fedtsch. Reise. Apidae p. 106. tab. I. 
fig. 19. Ç Chalicodoma. 

Diese Art gehört in die Untergattung Chalicodoma 
Lep. Beim Männchen sind die Mandibeln und Fühler 
schwarz, erstere mit rostrother Spitze, letztere mit 
einfacher Geissei, deren drittes und viertes Glied fast 
gleich lang sind. Das Gesicht ist mit Einschluss des 
Clypeus sehr dicht weiss behaart; die Haare auf dem 
Kopfschilde herabhängend. An den rothgefärbten Bei- 
nen sind Hüften , Trochanteren und Basis der Schen- 
kel geschwärzt. Im Übrigen mit dem von mir 1. c. 
beschriebenen "Weibchen vollkommen tibereinstimmend. 

In der nordwestl. Mongolei von Potanin gesammelt, 
um Krasnowodsk von Christof gefunden. — Fedtsch. 
brachte dieselbe aus der Wüste Kisilkum mit. 

129. derasa Gerst. Stett. ent. Zeit. 1871. p. 361. 
~ Ordoss am Chuan-che. Prshew. — Nordwestl. 
Mongolei. Potan. — In Turkestan, Transcaucasien, 
Ungarn und S. -Europa vorkommend. 



— 502 — 

130. argentata Fahr. E. S. IL 336. ~ Nordwestl. 
Mong. Potan. — Amu-Darja-Gebiet. Dohrandt. — 
Häufig in Turkestan, Sibirien, Europa und N.- Africa. 

131. communis Mor. 1. c. p. 111. — Amu-Darja- 
Geb. Dohr. — In Turkestan weit verbreitet. — In 
Transcaucasien in der Provinz Eriwan von mir ge- 
funden. 

132. imbecilla Gerst. 1. c. 1869. p. 359. — Amu- 
Darja-Geb. Dohr. — In Turkestan überall häufig, 
auch in Russland und Mittel-Europa, so wie auch in 
Caucasien vorhanden. 

133. nasica n. sp. nigra, vix nitida, griseo-pilosa, 
tegulis testaceis; mesonoto creberrime punctato, abdo- 
minis segmentis primo albido-villoso, sequentibus mar- 
gine apicali dense albido-ciliatis, ultimo griseo-tomen- 
toso ; facie dense albescenti-vestito ; clypeo apice medio 
triangulariter prominente; mandibulis validis externe 
griseo-pilosis , apice tridentato, margine interne basi 
tuberculo magno munitis ; scopa albida, segmentis ven- 
tralibus margine apicali praeterea niveo-ciliatis. Ç 
11 mm. 

Der Kopf dieses Weibchens ist verhältnissmässig 
gross, fein und dicht punctirt, schwach glänzend, unten 
weisslich , das Gesicht sehr dicht greis behaart. Der 
gleichfalls, namentlich an den Seiten dicht behaarte 
Clypeus ist am Endrande in einen dreieckigen Fortsatz 
ausgezogen. Das Stirnschildchen ist wie der Clypeus 
fast ganz matt. Die Mandibeln sind sehr stark ent- 
wickelt, aussen greis behaart und ein wenig eingedrückt; 
der innere Rand am Grunde mit einem grossen, fast 
schräg abgestutzten Höcker versehen und an der Spitze 
mit drei Zähnen bewehrt. An den schwarzen Fühlern 



— 503 — 

ist die Geissei unten pechbraun gefärbt. Der Thorax 
ist unten und an den Seiten dicht greis, Mesonotum 
und Schildchen an den Rändern gelblichgreis behaart; 
beide Theile sehr dicht punctirt, mit schmalen, schwach 
glänzenden Punctzwischenräumen. Die Fitigelschuppen 
sind scherbengelb, die Flügelwurzel und die Adern 
hell pechbraun gefärbt. Der Hinterleib ist fein und 
dicht punctirt; das erste Segment buschig weiss be- 
haart, die vier folgenden mit einer dichten weissen 
Cilienbinde am Endrande, das letzte dicht greis befilzt. 
Die Bauchbürste ist weisslich, der Endsaum der Ven- 
tralringe ausserdem sehr dicht schneeweiss bewimpert. 
Die Beine sind greis, die Innenfläche der Metatarsen 
gelbhch behaart; die Schiensporen blass gefärbt. 

In der Körpergestalt der M. argentata Fabr. voll- 
kommen ähnlich, durch den grossen Kopf und den 
auffallenden Bau des Clypeus und der Mandibeln leicht 
kenntlich. 

Im Amu-Darja-Gebiete von Mielberg gefunden. 

134. Bohrandti n. sp. nigra, nitida, griseo-pilosa, 
tegulis calcaribusque testaceis; mesonoto subtiliter mi- 
nus dense punctato; abdominis segmentis margine 
apicali niveo-ciliatis, ultimo griseo-tomentoso; mandi- 
bulis deplanatis 4-dentatis, facie clypeoque densissime 
argenteo-pilosis ; scuto frontah laevi splendido, scopa 
nivea, segmentis ventralibus praeterea margine apicali 
niveo-ciliatis. Ç 13 — 14 mm. 

Die Mandibeln sind am Grunde weiss behaart, ab- 
geplattet und vierzähnig; die drei unteren Zähne scharf 
zugespitzt, der obere stumpfer. Die Schläfen sind sehr 
dicht weiss, Clypeus und Gesicht bis zu den Neben- 
augen gleichfalls sehr dicht silberweiss behaart; zwi- 



— 504 — 

sehen den beiden oberen Nebenaugen steht ein blass- 
bräunlicher Haarbusch. Scheitel glänzend, sehr fein 
und zerstreut punctirt, in den Zwischenräumen der 
Puncte hin und wieder den feinen grobe beigemengt. 
Das Stirnschildchen ist kahl, glatt und spiegelblank, 
nur am Grunde zuweilen mit zwei grossen, tief einge- 
stochenen Punkten versehen. Die Fühler sind schwarz. 
Auf dem Thorax sind die Brust, Meso- und Meta- 
pleuren, wie auch die hintere Thoraxwand dicht greis, 
zum Theil weiss behaart; das glänzende Mesonotum 
fein und nicht besonders dicht punctirt, indem die 
Punctzwischenräume fast breiter als die Puncte selbst 
sind; ringsherum mit kurzen greisen Haaren bedeckt. 
Das Schildchen ist gröber und dichter als das Meso- 
notum punctirt, schwächer glänzend und ziemlich dicht 
greis behaart. Die Flügelschuppen sind scherbengelb, 
die Flügelwurzel, das Randmal und die Adern pech- 
braun gefärbt. Der glänzende Hinterleib ist fein punc- 
tirt, die erhabene Basalhälfte der Segmente dichter 
als die Endhälfte. Das erste Segment ist überall, 
namentlich aber an den Seiten sehr dicht und lang 
weiss behaart, die vier folgenden mit einer breiten, 
schneeweissen Haarbinde am Endrande, das letzte dicht 
greis befilzt und an der Spitze dunkelbraun behaart. 
Die Bauchbtirste ist schneeweiss, auf dem letzten Seg- 
mente aber schwarz, der Endrand dieser aber ausser- 
dem noch dicht weiss bewimpert. Die Beine sind sehr 
dicht greis, die Metatarsen innen bräunlichgelb be- 
haart, die Schiensporen blass gefärbt. 

Diese Art ist der transcaucasischen M. laevifrons 
Mor. sehr ähnlich, welche aber grösser ist und ein 
sehr grob punctirtes Mesonotum hat. — Die mit einem 



— 505 — 

fast ähnlich sculptirten Mesonotum ausgestattete tur- 
kestanische M. nitidicollis Mor, hat rothe Fühler und 
Beine und ist auch der Hinterleib anders behaart. 
Am Amu-Darja von Dohrandt gesammelt. 

135. lagopodaL, F. S. N. 1702. — Im Tjan-Schan 
auf dem Juldus von Prshew. gesammelt. — Kommt 
auch im Thale des Zerafschan, in Ferghana, Sibirien, 
Nord- und Mittel-Europa, im Caucasus vor. 

136. maritima Kirhy, 1. c. 242. — Im Tjan-Schan 
im Thale des oberen Kungess. Prshew. — In Turke- 
stan, Caucasien, Mittel- und Süd -Europa weit ver- 
breitet. 

137. WillughUella Kirhy, 1. c. 233. Im Tjan-Schan 
am oberen Kungess. Prshew. — In Sibirien und Europa 
weit verbreitet. 

138. MaacU Badoszk. Bull, de Mose. 1874. 23.— 
Südöstliche Mongolei. Prshew. — ^^ In Ost-Sibirien vor- 
kommend. 

139. genalis n. sp. genis sub oculis dilatatis; nigra, 
griseo-pilosa, vertice thoraceque supra f usco-villosis ; 
mesonoto crasse denseque punctato, abdominis segmen- 
tis duobus anticis flavicanti-griseo pilosis, sequentibus 
nigro-hirtis m argine apicali albido-ciliatis; clypeo 
scutoque frontali crasse punctatis linea media laevi 
signatis; mandibulis basi callo munitis, margine interno 
impresso apice acute bidentato; scopa ventrali rufa. 
J 14 mm. 

Der Kopf ist grob und ziemlich dicht, beiderseits 
von den Nebenaugen aber sehr vereinzelt punctirt und 
hier lebhafter glänzend; die Schläfen und das Gesicht 
greis, der Scheitel bräunlich behaart. Clypeus und 
Stirnschildchen grob und dicht punctirt, beide mit 

Mélanges biologiques. X. 64 



— 506 — 

einem glatten, stark glänzenden Längsfelde in der 
Mitte. Die Wangen sind unter den Augen sehr breit, 
mit eingedrückter Scheibe. Die Mandibeln sind stark 
entwickelt, sehr grob punctirt und glänzend, am Grunde 
in der Mitte mit einer rundlichen, deutlich hervor- 
tretenden Schwiele versehen. Der Innenrand der 
Mandibeln ist in weiter Ausdehnung niedergedrückt, 
mit zweizähniger Spitze; diese Zähne sind fast gleich 
stark und scharf zugespitzt, zwischen denselben eine 
ziemlich undeutlich ausgeprägte Furche sichtbar ; ober- 
halb der Endzähne ist noch am inneren Rande eine 
breite, aber wenig vortretende, kaum ausgerandete 
Lamelle vorhanden. Die Fühler sind schwarz. Der 
Thorax ist greis, Mesonotum und Schildchen bräun- 
lich behaart und ziemlich grob und dicht punctirt, 
kaum glänzend. Flügelschuppen, Flügelwurzel und 
Adern der bräunlich getrübten Flügel pechbraun. 
Der schwach glänzende Hinterleib ist ziemlich dicht 
punctirt; die beiden ersten Segmente lang aber nicht 
besonders dicht greis, die folgenden spärlich schwarz 
behaart, das dritte, vierte und fünfte mit einer weissen 
Gilienbinde am Endrande; die Bauchbürste ist roth, 
der Endsaum der Ventralringe kahl. Die Beine sind 
greis, die Innenfläche der Metatarsen rostroth behaart, 
die Schiensporen rostroth gefärbt. 

Grösser als M. centuncularis L., derselben aber 
ähnlich; durch die breiten Wangen und den ganz ab- 
weichenden Bau der Mandibeln leicht kenntlich. 

Im Tjan-Schan auf dem Plateau des kleinen Juldus. 
Prshew. 

140, hombycina Pallas = maxillosa Eversm. Bull, 
de Mose. 1852. II. p. 68. — Im Tjan-Schan im 



— 507 — 

Thaïe des oberen Kungess. Prsliew. — Auch in Si- 
birien, Ost- und Nord-Russland und in Mecklenburg 
einheimisch. 

141. centuncularis L. F. S. N. 1687. — Im Tjan- 
Schan am Flusse Zanma. Prshew. — In Sibirien und 
Europa weit verbreitet. 

Lithurgus Latr. 

142. cornutus Fahr. Syst. Piez. 357 ^:= monoceros 
Eversm. Bull, de Mose. 1852. II. 67. — Im Tjan- 
Schan am oberen Kungess in der Waldregion. Prshew. 
— In Turkestan, Caucasien und Europa. 

143. tibialis Mor. 1. c. 103. — Amu-Darja-Gebiet. 
Mielberg. — In Transcaucasien, Griechenland und in 
Andalusien vorkommend. 

Osmia Panz. 

144. coerulescens L. F. S. N. 1696. — Im Tjan- 
Schan. Regel. — In Turkestan, Caucasien und Europa 
weit verbreitet. 

145. indigotea: coerulea, albido- vel griseo-pilosa; 
melanoti area media fere opaca basi rugulosa; segmen- 
tis abdominalibus margine apicali albido -fimbriatis; 
calcaribus nigris. 

Ç mandibulis tridentatis, dentibus omnibus acutis; 
clypeo scutoque frontali crebre punctatis ; scopa ventrali 
albida. 7,5 mm. 

(5" antennis thorace longioribus simplicibus; abdo- 
minis segmentis sexto leviter emarginato, septimo 
bidentato, ventrali secundo permagno. 7 mm. 

Mor. in Fedtsch. Reise. Apidae p. 86. (Î 

Das Weibchen hat schwarze dreizähnige Mandibeln; 



— 508 — 

alle Zähne scharf zugespitzt. Der Kopf ist blau metal- 
lisch gefärbt, sehr dicht punctirt und weisslich be- 
haart, schwach glänzend ; der Kopfschild bläulichgrün, 
gröber und weniger dicht als die übrigen Theile des 
Kopfes punctirt und von lebhafterem Glänze. Die 
Geissei der schwarzen Fühler ist unten pechbraun ge- 
färbt. Der blau metallisclie Thorax ist oben greis, 
unten weiss behaart, schwach glänzend, überall dicht 
punctirt ; das Mittelfeld der hinteren Thoraxwand fast 
matt, am Grunde undeutlich gerunzelt. Die Flügel- 
schuppen, die Flügelwurzel, das Randmal und die 
Adern der schwach getrübten Flügel schwarz. Der 
blau metallische Hinterleib lebhafter als der Thorax 
glänzend, fein und dicht punctirt; das erste Segment 
beiderseits mit einem weissen Haarbusche, die folgen- 
den am Endrande mit einer weissen Haarbinde ver- 
sehen; das letzte dicht greis behaart. Die Bauchbürste 
ist weiss. Die greis behaarten Beine sind schwarz 
metallisch, die Schenkel mit grünlichem Schimmer, 
die innere Fläche der Metatarsen schwärzlichbraun 
behaart. — Das Männchen ist 1. c. ausführlich be- 
schrieben. 

Im Amu - Darja - Gebiet. Mielberg. — Auch bei 
Samarkand. 

146. mongolica n. sp. fusco-aenea, fulvo-pilosa, tibiis 
posterioribus tarsisque posticis rufis;metathoracis area 
media fere opaca; abdomine cupreo-micanti ; mandibu- 
lis tridentatis, clypeo crebre punctato apice truncato; 
scopa ventrali ferruginea. Ç 9 mm. 

Mandibeln dreizähnig; die beiden unteren Zähne 
scharf zugespitzt, der obere fast abgestutzt. Die "Wan- 
gen sind linear. Clypeus und Stirnschildchen sehr 



— 509 — 

dicht und ziemlich grob punctirt, ersterer mit abge- 
stutztem Endrande, beide nebst dem Scheitel dunkel 
kupferfarbig, die übrigen Theile des Kopfes fast 
schwarz metallisch gefärbt und überall dicht roth be- 
haart. Die Fühler sind schwarz, das dritte Glied der- 
selben etwa so lang wie die beiden folgenden zusammen 
genommen. Der Thorax ist unten dunkel erzfarben, 
oben kupferig glänzend, überall dicht roth behaart; 
Mesonotum und Schildchen dicht, ersteres gröber punc- 
tirt, das Mittelfeld der hinteren Thoraxwand kaum 
glänzend, der mittlere Theil des Grundes sehr schwach 
gerunzelt. Die Flügelschuppen sind fast schwarz, eben 
so die Flügelwurzel; das Randmal und die Adern pech- 
braun gefärbt, die Flügel, namentlich die Endhälfte 
bräunlich getrübt. Der Hinterleib ist lebhaft kupfer- 
glänzend, hin und wieder mit violettem Schimmer, 
fein und ziemlich sparsam punctirt; das erste Segment 
beiderseits buschig behaart, die übrigen am Endrande 
roth bewimpert. Die Bauchbürste ist feuerroth. Die 
Beine sind schwärzlich, die Schienen der mittleren 
und hintersten roth, die Endglieder aller Tarsen mit 
Einschluss des letzten Metatarsus gleichfalls roth ge- 
färbt; die vordersten Schienen sind aussen an der 
Spitze in einen kurzen, nach abwärts gerichteten Dorn 
ausgezogen. 

Der 0. ferruginea Latr. sehr ähnlich, von derselben 
aber leicht durch die abweichende Färbung der Beine 
zu unterscheiden. 

In der südöstl. Mongolei von Prshew. gesammelt. 

147. agilis Mor. 1. c. 88. — Amu-Darja- Gebiet. 
Russow. — Auch in Turkestan und Transcaucasien. 

148. princeps Mor, Hör. soc. ent. Ross. IX. 57. — 



— 510 — 

In der nordwestl. Mongolei von Potanin gefunden. — 
Auch bei Astrachan. 

149. maculata n. sp. lingua brevi; nigra, nitida, 
fulvo-pilosa , tegulis, mandibulis tridentatis, pedibus 
abdomineque rufo-ferrugineis; area metathoracis media 
nitida; segmentis abdominalibus anticis maculis, posti- 
cis fere totis nigris; alis apice infuscatis carpo piceo, 
venis basalibus flavescentibus. 

$ antennarum basi ferruginea; clypeo truncato ni- 
tido, minus crebre punctato, apice rufo-ferrugineo ; 
scopa ventrali fulva. 12 mm. 

c? abdominis segmentis dor sali ultimo fere truncato, 
basi profunde foveolata, medio apice dente sat longo 
pyramidali armato, ventrali secundo lamina elevata 
transversa notato. 1 3 mm. 

Bei dieser Art ist die Zunge verhältnissmässig kurz, 
eben so die Maxillen und die Lippentaster, deren 
zweites Glied deutlich länger ist als das erste. — Beim 
Weibchen ist der glänzende, fein punctirte Kopf schwarz 
gefärbt und dicht rothgelb behaart. Die mit drei star- 
ken, aber ziemlich stumpfen schwärzlichen Zähnen be- 
wehrten Mandibeln sind roth, am Grunde ohne Quer- 
eindruck. Wangen nicht entwickelt. Kopfschild glän- 
zend, ziemlich fein und nicht dicht punctirt, indem die 
Zwischenräume der Puncto breiter als diese sind; der 
Vorderrand ist fast abgestutzt und in weiter Ausdeh- 
nung schön roth gefärbt. Das Stirnschildchen ist be- 
deutend feiner und viel sparsamer als der Clypeus 
punctirt. Die Fühler sind schwarzbraun, die vier 
ersten Glieder roth gefärbt, das dritte Glied derselben 
deutlich kürzer als das folgende. Der Thorax ist 
schwarz und glänzend, fein, die Brust viel dichter als 



— 511 — 

das Mesonotum punctirt, mit spiegelblankem Mittel- 
felde der hintereD Thoraxwand; überall dicht rothgelb 
behaart. Flügelschuppen und Flügel wurzel roth, die 
Flügel gelb, nach der Spitze zu bräunlich getrübt, mit 
hell pechbraunem Randmale; die Adern sind auf der 
Basalhälfte gelb, auf der Endhälfte pechschwarz ge- 
färbt. Der roth gefärbte, schwarz gezeichnete Hinter- 
leib ist eigenthümlich sculptirt. Das erste Segment 
ist roth mit schwarzer Basis, fein und sparsam punc- 
tirt, mit breiten glänzenden Punctzwischenräumen, 
ziemlich dicht rothgelb behaart. Die beiden folgenden 
Hinterleibsringe sind durch eine vor der Mitte quer 
verlaufende Linie getheilt, roth gefärbt, fein und spar- 
sam punctirt, mit einer ziemlich grossen schwarzen 
Makel mitten am Grunde, die äusserst fein, dicht punc- 
tirt und dabei matt ist, geschmückt; die schwarze 
Färbung geht auf die Scheibe der Segmente über und 
ist hier glänzend und sehr zerstreut punctirt. Der 
breite Endsaum dieser Segmente ist gelblich gefärbt, 
sehr fein und dicht punctirt und rothgelb gefranzt. 
Die drei letzten Segmente sind schwarz, der rothgelb 
gefranzte Endrand derselben und die Seiten des vier- 
ten roth gefärbt. Auf dem Bauche sind die vorderen 
Segmente roth, die hinteren schwarz; die Bauchbürste 
ist aus rothgelben Haaren zusammengesetzt. Die Beine 
und Schiensporen roth, die Hüften der beiden hinteren 
Bein paare schwärzlich gefärbt, überall gelbroth behaart. 
Das Männchen ist in der Färbung dem Weibchen 
ähnlich. Das Gesicht ist dicht silberweiss behaart. 
Die Fühler sind pechbraun gefärbt, die lineare Geissei 
mit ziemlich abgeplatteten Gliedern, deren zweites 
um die Hälfte länger als breit und ein wenig kürzer 



— 512 — 

ist als die folgenden; das letzte mit abgerundeter 
Spitze. Der siebente Hinterleibsring hat mitten auf 
der Scheibe eine tiefe runde Grube und einen gerade 
abgestutzten Endrand, von dessen Mitte ein ziemlich 
grosser pyramidaler, oben scharf gekielter Endzahn 
entspringt. Auf dem zweiten Bauchringe steht vor der 
Scheibe eine mitten sattelförmig vertiefte Querleiste 
und ist dessen Endsaum mitten tief ausgerandet und 
dicht gelblich bewimpert. 

Der 0. princepsMor. ähnlich; diese ist aber grösser, 
der Hinterleib mit Ausnahme der Segmentränder 
schwarz gefärbt, beim Männchen die mittleren Schen- 
kel mit einem Zahne versehen, etc. 

Im Ili-Thale bei Kuldsha von Dr. Regel entdeckt. 

150. melanocephala Mor, 1. c. 81. — Nordwestl. 
Mongolei. Potanin. — Fedtsch. fand diese Art auf 
dem Passe Sangy-Dshuman und am See Iskander-kul. 

151. excisa n. sp. nigra, nitida, subtiliter punctata, 
sparsim griseo-pilosa, calcaribus pallide-testaceis; man- 
dibulis tridentatis, clypeo prominente, apice elevato 
medio profunde excise; scopa ventrali albida. Ç6mm. 

Schwarz mit scherbengelben Schiensporen. Der Kopf 
ist sehr spärlich greis behaart, fein und dicht punc- 
tirt. Die Mandibeln sind vorn abgeplattet und mit 
drei Zähnen bewehrt, von denen die beiden unteren 
scharf zugespitzt sind, der obere breit und fast ausge- 
randet erscheint. Der glänzende Clypeus hat ein voll- 
kommen glattes breites Längsfeld und ist jederseits 
von diesem fein und dicht punctirt; der Endrand des- 
selben ist stark vortretend, ein wenig nach aufwärts 
gerichtet und in der Mitte mit einem tiefen Ausschnitte 
versehen. Das glänzende Stirnschildchen ist dicht 



— 513 — 

punctirt. Die Fühler sind schwarz mit unten pech- 
braun gefärbter Geissei. Mesonotum, Schildchen, 
Brust nebst Mesopleuren glänzend, gleichmässig fein 
und ziemlich dicht punctirt, sehr spärlich greis be- 
haart. Hinterschildchen und Metathorax dichter und 
länger behaart, viel feiner und äusserst dicht punctirt, 
daher fast matt erscheinend; das Mittelfeld der hin- 
teren Thoraxwand glatt und glänzend. Flügelschuppen 
schwarz mit bräunlichem Aussenrande, die Flügel 
ziemlich stark getrübt, Randmal und Adern pechbraun 
gefärbt. Der glänzende Hinterleib ist fein, ziemlich 
dicht punctirt; das letzte Segment greis befilzt, die 
übrigen sehr spärlich behaart; die Bauchbürste ist 
aus weisslichen Haaren zusammengesetzt. Die schwar- 
zen Beine sind greis, die Innenfläche der Metatarsen 
röthlichgelb behaart, die letzten Tarsenglieder rostroth 
gefärbt. 

In der Körpergestalt der 0. parvula Duf. et Perr. 
sehr ähnlich, von derselben aber leicht durch den 
eigenthümlichen Clypeus zu unterscheiden. 

Ordoss am Chuan-che. Prshewalsky. 

152. denudata n. sp. nigra, tegulis calcaribusque 
testaceis, griseo-pilosa; capite thoraceque nitidis, me- 
sonoto scutelloque minus crebre punctatis ; area meta- 
thoracis media nitida; abdominis segmentis margine 
apicali ferrugineis ; mandibulis funiculoque antennarum 
rubris; clypeo scutoque frontali splendidis lateribus 
tantum punctatis; illo ante apicem série punctorum 
signato; scopa ventrali albida. Ç 6 mm. 

Schwarz, Kopf und Thorax stärker, Abdomen 
schwächer glänzend; ersterer fein und dicht punctirt. 
Die roth gefärbten Mandibeln scheinen nur zweizäh- 

Mélanges biologiques. X. 6Ö 



— 514 — 

nig zu sein; der Endzahn ziemlich stark vorgezogen 
und scharf zugespitzt. Clypeus gewölbt, lebhaft glän- 
zend, nur an den Seiten fein und dicht punctirt, die 
Scheibe mit einigen vereinzelten gröberen Puncten 
versehen; vor dem Endrande ist eine aus sehr feinen 
und dicht gedrängten Pünctchen zusammengesetzte, 
eingegrabene Linie vorhanden; dadurch erscheint der 
Saum des Kopfschildes, in gewisser Richtung gesehen, 
schwielig aufgetrieben. Das Stirnschildchen ist wie 
der Clypeus sculptirt. An den rothen Fühlern ist der 
Schaft pechschwarz. Mesonotum, Schildchen und Brust 
fein und zerstreut, Mesopleuren dichter punctirt; das 
Mittelfeld der hinteren Thoraxwand glänzend. Die Flü- 
gelschuppen sind hell bräunlichgelb, das Randmal und 
die Adern etwas dunkler gefärbt. Der Hinterleib ist 
sehr fein und dicht punctirt, der Endrand der Segmente 
röthlich, die Bauchbürste weiss. Die Beine sind pech- 
schwarz, Kniee, Spitze der Schienen und die untersten 
Tarsenglieder heller gefärbt, die Schiensporen scher- 
bengelb. — Das Exemplar ist vollständig abgerieben, 
nur hin und wieder ein greises Haar sichtbar. 

Der 0. flavicornis Mor. ähnlich, durch den abwei- 
chend sculptirten Kopfschild leicht zu unterschaiden. 

In der nordwestlichen Mongolei von Potanin ge- 
funden. 

153. hrevicornis n. sp. nigra, nitida, griseo-vestita, 
tegulis calcaribusque pallide-testaceis; area metatho- 
racis media laevi, splendida ; abdominis segmentis mar- 
gine apicali decoloratis, dorsalibus sexto utrinque dente 
minuto armato , septimo rufescenti apice rotundato- 
producto , ventralibus secundo transversim calloso- 
elevato, sequentibus dense griseo-ciliatis; antennis sim- 



_515 — 

plicibus capite pauUo longioribus, funiculo rufo-testa- 
ceo; pedibus albido- pilosis, femoribus tibiisque apice 
tarsisque omnibus rufescentibus. c?. 7 mm. 

Schwarz, glänzend, dicht greis behaart. Die Man- 
dibeln rostroth, mit verlängertem Endzahne; das ganze 
Gesicht sehr dicht silberweiss behaart. Die Fühler sind 
ein wenig länger als der Kopf, von einfachem Baue, 
der Schaft schwarz, die Geissei gelbroth gefärbt. Me- 
sonotum und Schildchen fein und spärlich punctirt, 
das Mittelfeld der hinteren Thoraxwand glatt und stark 
glänzend. Die Flügelschuppen sind blass scherben- 
gelb, die Flügelwurzel, das Randmal und die Adern 
der klaren Flügel gelb. Der Hinterleib ist sehr fein 
und dicht punctirt, mit blass entfärbten Segmenträn- 
dern ; der sechste Hinterleibsring hat jederseits ein 
kleines Zähnchen und der Endsaum desselben ist blass- 
roth gefärbt; der siebente ist blassroth, stark vortre- 
tend, mit breit niedergedrücktem und zugerundetem 
Endrande. Der zweite stark glänzende Ventralring ist 
vor dem Endrande fast schwielig verdickt, die folgen- 
den dicht bewimpert. An den Beinen sind die Spitzen 
der Schenkel und Schienen, nebst allen Tarsen hell 
rostroth gefärbt. 

Der 0. flavicornis Mor. sehr ähnlich; bei dieser sind 
aber die Fühler verhältnissmässig viel länger, Meso- 
notum und Schildchen gröber und dichter punctirt, die 
letzten Segmente verschieden. 

Bei Krasnowodsk von Christof gesammelt. 

Xylocopa Latr. 

154. valga Gerst. Stett.ent. Zeit. 1872. p. 276.— 
In der nordwestl. Mongolei. Potanin. — Im Tjan-Schan 



— 516 — 

im Thaïe des unteren Kungess am Flusse Zanma. 
(2900'). Prshew. — Ausserdem in Turkestan, Trans- 
caucasien, Mittel- und Südeuropa einheimisch. Der 
nördlichste mir bekannte Fundort ist Porchow im Gou- 
vernement Pskow. 

155. nitidiventris Smith. Scientif. Results of the sec. 
Yarkand Mission. Hymen. 1878. p. 7. fig. 10. Wahr- 
scheinlich nur eine Varietät der X. Amedaei Lep. — 
Im Tjan-Schan am Kasch. Regel. — Am unteren Kun- 
gess am Flusse Zanma. Prshew. — Sonst noch bei 
Yarkand. 

156. hellenica Spinola Ann. de la soc. ent. de France. 
2^ sér. I p. 144. — Südöstliche Mongolei. — Ordoss 
im Thale des Chuan-che. Prshew. — Auch in Turke- 
stan, der Kirgisen-Steppe, Transcaucasien, Anatolien 
und auf der Balkan-Halbinsel einheimisch. 

Colletés Latr. 

157. alpinus Mor, Verh. der k. k. zool. bot. Ges. in 
Wien. 1872. p. 373. — In der nordwestl. Mongolei. 
Potanin. — In der Schweiz und in Tirol im Hochge- 
birge vorkommend. 

158. Daviesanus Smith. Zool. IV. 1278. — Südöst- 
liche Mongolei. Prshew. — Überall in der palaearcti- 
schen Region vorhanden. 

159. halteatus Nyl. Rev. Ap. bor. p. 248. — In der 
nordwestl. und stidöstl. Mongolei von Prshew. und 
Potan. gesammelt. — In Sibirien, Europa und Trans- 
caucasien einheimisch. 

160. Jcirgisicus Badossk. Hör. soc. ent. ross. V. 77 
t. III. fig. 3. — Im Amu-Darja-Gebiet von Dohrandt 
gefunden. ~ Auch in der Kirgisen- Steppe vorhanden. 



— 517 — 

161. caspicus Mot. Hör. soc. ent. rossic. X. p. 174. 

— Im Amu -Darja- Gebiete. Dohrandt. — Sonst auch 
in Turkestan und Transcaucasien häufig. 

Hylaeus Fabr. 

162. dolichocephalus Mor. 1. c. 271. — Nordwestl. 
Mongolei. Potan. — Auch im Thale des Zerafschan und 
in Ferghana von Fedtsch. gesammelt. Kommt im Ge- 
birge bis zu einer Höhe von 11000' vor. 

163. pusillus Mor. 1. c. 272. — - Südöstl. Mongolei. 
Prshew. — Von Fedtsch. am Syr-Darja bei Bairacum 
gefunden. 

164. affinisMor. 1. c. 273. — Variet. pronoto nigro. 

— Nordwestl. Mongol. Potan. — Auch in Turkestan 
und Transcaucasien vorkommend. 

165. frontalis Mor. 1. c. 275. — Variet. signaturis 
pallidis omnibus eburneis; clypeo feminae macula parva 
eburnea signato. — Amu-Darja- Gebiet. Dohrandt. — 
In Turkestan weit verbreitet. 

166. communis Nyl. Rev. Ap. bor. 234. — Variet. 
maris: clypeo scutoque frontali totis citrinis. — Süd- 
östl. Mongolei. Prshew. — In Sibirien und Europa weit 
verbreitet. 

167. leptocephalus Mor, Hör. soc. ent. ross. VII. p. 
324. — Nordwestl. und südöstl. Mongol. Potan. Prshew. 

— Auch im südöstl. Russland vorkommend. 

168. confusus Nyl. Rev. Ap. bor. 232. — Südöstl. 
Mongolei. Prshew. — Auch in Sibirien und Europa. 

169. angustifrons Mor. 1. c. 281. — Variet. pronoto 
fascia medio interrupta albida signato. — Südöstl. 
Mongolei. Prshew. — Im turkestanischen Gebirge bis 
12300' hoch von Fedtsch. gesammelt. 



— 518 — 

170. gracilicornis Mor. Hor. soc. ent. ross. Y. p. 56. 
— Variet. maris: scuto frontali flavo. — Nordwestl. 
Mongolei. Potan, — Im Norden Russlands und im Ober- 
Engadin einheimisch. 

171. variegatus Fabr. Ent. S. suppl. 265. — Amu- 
Darja-Gebiet. Dohrandt. — In Turkestan, Sibirien und 
Europa weit verbreitet. 

172. EinM Gorski Ann. ad Ent. prov. Russ. I. p. 
181. tab. 3. fig. 1. — Im Tjan-Schan von Prshew. und 
Regel gesammelt. — In Sibirien, Nord- und Mittel- 
Europa einheimisch. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVI, pag. 337—389.) 



^ Avril 1880. 

Zur Innervation der Speicheldrüsen von Ph. Owsjan- 
nikow und W. Weliky. 

(Vorläufige Mittheilung.) 

Obgleich wir in den folgenden Zeilen nur die Haupt- 
resultate, die wir über die Function einiger Nerven 
auf die Absonderung in den Speicheldrüsen erhalten 
haben, niederlegen wollen, so halten wir es für zweck- 
mässig einige Worte zur Erläuterung der von uns ange- 
stellten Versuche vorauszuschicken. Wir finden dieses 
um so mehr angemessen, als die Wirkung der sensib- 
len Nerven auf die Absonderung der Submaxillardrüse 
noch keine Bestätigung von allen Seiten erhalten hat. 
So fanden einige Forscher, dass bei Curare-Vergiftung 
der Speichel von selbst, ohne Reizung der Nerven, 
fliesse. 

Was diesen Umstand anbetrifft , so haben wir auch 
in einzelnen Fällen eine Absonderung ohne jegliche 
Reizung der Nerven bei, mit Curare vergifteten Thie- 
ren gesehen. Es erwies sich bei näherer Untersuchung, 
dass fast in allen derartigen Fällen die Respiration 
unzureichend war. Wurden die Lungen sorgfältiger 
ventilirt, so sistirte die Absonderung meistens augen- 
blicklich. 



— 520 — 

Auf diese Weise ist die selbstständige Absonderung 
in jenen Fällen auf Rechnung des mit Kohlensäure 
vergifteten Blutes und auf die Reizung der Nerven- 
centra durch dieses Gas zu setzen. 

Andererseits hat man behauptet, dass die Reizung 
der sensiblen Nerven keinen Einfluss auf Speichelab- 
sonderung hätte. In einzelnen seltenen Fällen sind uns 
auch solche Versuchsthiere begegnet, bei welchen wir 
temporär durch die Nervenreizung keinen Speichel 
aus den Drüsen erhalten konnten. Wir Hessen uns in 
solchen unerwarteten Fällen nicht stören, sondern 
setzten den Versuch fort. Es kam sogar vor, dass wir 
während einer ganzen Stunde, ja auch länger, die Pa- 
rotis nicht zur Arbeit bewegen konnten. Trotzdem 
wurde die Reizung von Zeit zu Zeit wiederholt. 
Schliesshch zeigten sich einige Tropfen, und einige 
Minuten später ging der Versuch seinen normalen 
Gang fort. 

Höchst wahrscheinlich ist die zeitliche Erfolg- 
losigkeit des Versuchs auf Rechnung der Über- 
curarisation der Nerven zu setzen. Zu den oben an- 
geführten Thatsachen müssen wir noch hinzufügen, 
dass die ersten Quantitäten des Speichels zuweilen 
etwas dickflüssig sind. Ist aber diese erste Partie ent- 
fernt, so fliesst der Speichel bei jeder Reizung in viel 
grösserer Quantität als zu Anfang des Versuchs. 

Zum vollen Gelingen des Versuchs ist es ferner 
nöthig kräftige , gut gefütterte Thiere zu nehmen. 
Endlich muss die Ansammlung des Schleimes wäh- 
rend des künstlichen Athmens in der Trachea verhin- 
dert werden. 

Der Versuch an der Parotis darf nicht sehr in die 



— 521 — 

Länge gezogen werden; nach 3 — 4 Stunden werden 
die Kesultate unsicher. 

Ausser den genannten Umständen welche auf diese 
oder jene Weise die Resultate des Versuchs modifici- 
ren können , scheinen noch andere vorzukommen, 
welche aber bis jetzt nicht hinlänglich ermittelt wer- 
den konnten. So schienen verschiedene Arten von 
Curare auf die Speichelabsonderung von Einfluss zu 
sein. 

Unter vielen von uns angestellten Versuchen ist uns 
ein Fall begegnet an der Parotis eines Hundes, wo aus 
dem Gange dieser Drüse ein continuirlicher Strom 
Speichels ununterbrochen eine Zeitlang in grosser 
Quantität abfloss. Im Laufe von 2 — 3 Minuten war 
ein Glasrohr von etwa 20 Cm. ganz voll. Die Spei- 
chelabsonderung hörte erst nach der ersten Nerven- 
reizung auf. Nun ging der Versuch seinen normalen 
Gang fort. Die angeführte räthselhafte Erscheinung 
ist um so auffallender als der Herzschlag ganz normal 
war, die später wiederholte Einspritzung von Curare 
keine Veränderung mehr in der Secretion hervorrief 
und das künstliche Athmen auch das Blut reichlich 
mit Sauerstoff versorgte. 

Während der Verdauung sondert sich bisweilen 
continuirlich eine geringere oder grössere Quantität 
Speichels ab, wie schon Jae nicke bemerkt hat. Jedoch 
war die abgesonderte Quantität geringer als in unse- 
rem Falle. Jaenicke glaubt, dass die continuirliche 
Speichelabsonderung von der grösseren Quantität der 
im Blute sich ansammelnden Kohlensäure abhängig ist. 
Wir können dieser Anschauungsweise keineswegs bei- 
stimmen. 

Mélanges biologiques. X. 66 



— 522 — 

Da die Inervation der Parotis bis jetzt viel weniger 
als die der Maxillardrüse bekannt ist, so wenden wir 
ihr vor Allem unsere Aufmerksamkeit zu. Wir experi- 
mentirten zumeist an Hunden, machten aber auch ei- 
nige Versuche an Katzen. Vergiftung mit Opium oder 
Morphium halten wir für unzweckmässig, weil die hier 
oder da eintretenden Krämpfe keine positive Sicher- 
heit in den erhaltenen Resultaten zulassen. 

Noch weniger ist zu rathen die Versuche an unver- 
gifteten Thieren zu unternehmen, wie es Jaenicke 
gethan hat. 

Zuerst untersuchten wir diejenigen Nerven, von 
denen es uns bekannt war, dass bei ihrer Reizung, 
der Speichel sich aus der Parotis absondert. 

Die Reizung des R. auricolotemporalis, N. sympathi- 
cus, lingualis, glossopharyngeus gab uns je nachUmstän- 
den kleinere oder grössere Quantitäten von Parotis- 
Speichel. Rklitzky untersuchte auch den N. vagus, 
die Resultate fielen bei ihm aber negativ aus. 

In allen unseren Versuchen erhielten wir bei Rei- 
zung des Vagus reichliche Speichelabsonderung aus 
dem D. stenonianus. Wir brauchen wohl kaum hinzu- 
zufügen dass der Vagus vom Sympathicus sorgfältig ab- 
getrennt , durchschnitten und das centrale Ende der 
Reizung ausgesetzt war. Das negative Resultat von 
Rklitzky ist für uns um so räthselhafter als er unter 
der Leitung von Prof. Nawrotzky experimentirte, 
der grosse Kenntnisse und reichliche Erfahrung in 
Untersuchungen ähnlicher Art besitzt. 

Es scheint uns von grossem Interesse zu sein, dass 
wir auch nach Reizung der sensiblen Nerven Spei- 
chel aus der Parotis erhielten. So gaben uns die N. 



— 523 — 

cruralis, ischiadicus und auricularis ebenfalls Speichel. 
Einige Schläge auf die Finger der Pfote oder nur 
ein Zug des ischiadicus reichten zuweilen hin um 
Speichelsecretion hervorzurufen. 

Übrigens verhalten sich nicht alle Hunde vollkom- 
men gleich. Manche gaben wenig, andere viel Speichel. 
Jedenfalls waren die Thiere vollkommen bewegungslos. 
Während der Reizung sonderte sich der Speichel all- 
mählich, nicht stossweise, wie zuweilen angegeben 
wird, ohne dass Muskelcontractionen auftraten, sodass 
vom Auspressen des schon gebildeten Speichels nicht 
im Entferntesten die Rede sein kann. 

Ferner gab die Parotis Speichel nach mechanischer 
Reizung der Magenschleimhaut und des Dünndarms, 
so auch nach Reizung des centralen Endes des Splanch- 
nicus major. 

Die Reizung aller oben angeführten Nerven lassen 
die Speicheldrüse unter der Bedingung arbeiten, dass 
der R. auriculotemporalis unverletzt und nicht durch- 
schnitten blieb. 

Nach Durchschneidung jenes Nerven gab die Rei- 
zung der übrigen keinen Speichel aus G. parotis, was 
schon Nawrotzky für einige derselben constatirt hat. 

Somit ist der R. auriculotemporalis der einzige 
Nerv durch dessen Fäden die Reizung auf die ge- 
nannte Drüse übertragen wird. 

Aus den angeführten Versuchen ersehen wir, dass 
zwischen der Inervation der G. parotis und G. sub- 
raaxillaris kein wesentlicher Unterschied besteht. Beide 
Drüsen können in Thätigkeit versetzt werden, nicht 
allein durch die Geschmacksnerven, sondern auch 
durch eine Reihe anderer. Was für dieG. submaxillaris 



— 524 — 

die Chorda ist, das ist für die Parotis der N. auric u- 
lotemporalis. 

Wenn der Blutdruck allein ohne Nerveneinfluss 
keine Secretion in den Speicheldrüsen hervorzurufen 
vermag , so ist doch eine gewisse Druckhöhe nöthig 
damit dieselbe normal vor sich geht. So hatten wir 
einen Fall am Hunde, an dem wir aus der Parotis 
eine geringe Quantität Speichel , selbst bei Reizung 
der Geschmacksnerven erhalten konnten. Die Gefässe 
schienen über ihre normale Grösse erweitert zu sein. 
Wir unterbanden die Bauchaorta und prüften die 
Nerven von neuem. Dabei gaben nicht die N. lingua- 
lis, glossopharyngeus , sondern auch der Vagus und 
Ischiadicus viel grössere Quantitäten, wie zu Anfang 
des Versuchs , als die Aorta noch nicht unterbunden 
war. 

Es steht bis jetzt ziemlich fest, dass die electrische 
Reizung gewisser Stellen der Grosshirnrinde die Spei- 
chelsecretion aus der G. submaxillaris hervorruft. Wir 
haben diese Versuche an curarisirten Hunden einige 
Mal wiederliolt. Sobald aber die Hirnrinde allein und 
oberflächlich mit massig starkem Strome gereizt wurde, 
haben wir nie, weder eine Erhöhung des Blutdruckes 
noch Speichelabsonderung wahrnehmen können. Wa- 
ren die Electroden tief ins Gehirn eingestochen und 
die Ströme sehr stark, dann freilich zeigten sich beide 
Erscheinungen zugleich ; für unseren Versuch aber 
können sie von gar keiner Bedeutung sein, weil in 
diesem Falle die Empfindungsnerven oder ihre Cen- 
tren unwillkürlich in den Bereich der Reizung hinein- 
gezogen waren. Jeder mechanische Druck aufs Gehirn 
kann sich ebenfalls bis zu den Empfindungsnerven 



— 525 — 

fortpflanzen und die Veränderung des Blutdruckes wie 
auch die Speichelsecretion hervorrufen. So haben wir 
durch den Druck eines Schwammes aufs Gehirn jene 
Erscheinungen hervorgerufen. 

Diese Thatsachen geben unserer Anschauung, dass 
die Speichelsecretion, wenn dieselbe durch Reizung 
der Hirnrinde erzielt wird , nicht auf Rechnung der- 
selben, sondern auf die der sensiblen Nerven zu setzen 
ist, eine neue Stütze. 

Obgleich wir in dieser unserer vorläufigen Mitthei- 
lung weder unsere Protocolle über die von uns ausge- 
stellten Versuche vorzulegen, noch eingehend die Li- 
teratur anzuführen die Absicht hatten, so schien uns 
die Arbeit von Ad. Jaenicke in Königsberg von so 
hohem Interesse, dass wir es für unsere Pflicht hiel- 
ten uns jetzt schon über einige von dem Autor festge- 
stellte Thatsachen auszusprechen. Unsere Versuche 
bestätigen gleichfalls, dass bei gut gefütterten Thie- 
ren, bald nach der Fütterung, der Speichel aus der 
Parotis continuirlich abgesondert wird. Jedoch glau- 
ben wir dass hier andere Umstände obwalten als ein 
etwas grösserer Gehalt von Kohlensäure im Blute, wor- 
auf Dr. Jaenicke so grosses Gewicht zu legen scheint. 
Bei unseren Versuchen haben wir immer mit künst- 
lichem Athmen gearbeitet; die Lungen wurden sorg- 
fältig ventilirt, trotzdem beobachteten wir häufig eine 
continuirliche Speichelabsonderung der Parotis. Der 
Gedanke dass während der Verdauung die Absonde- 
rungscentra der Parotis ebenfalls zur Thätigkeit ange- 
regt werden, liegt viel näher. Diesen Gedanken glaubt 
Jaenicke durch negative Resultate, welche die Durch- 
schneidung des Sympathicus gaben, beseitigt zu haben. 



— 526 — 

Unserer Meinung nach konnte die Durchschneidung 
des Halssympathicus keine andere Resultate geben, als 
die, welche der Autor erhalten hat. Die Leitung von 
der Magen- und Darmschleimhaut geht zu den Speichel- 
und Gefässcentra nicht durch den Halssympathicus, son- 
dern durch den Vagus und Splanchnicus, was von uns 
früher für Gl. suhmaxiUaris und jetzt für Gl. Parotis 
festgestellt wurde. 

Die Untersuchungen von Jae nicke bieten noch 
in sofern Interesse , weil er neben der Speichel- 
absonderung den Blutdruck untersucht hat, um die 
Absonderung in der Parotis mit dem Blutdruck in 
Zusammenhang zu bringen. Dass die Absonderung 
der Speicheldrüsen in gewisser Abhängigkeit von dem 
Blutdrucke steht, ist eine uns bekannte Thatsache, 
wir können aber dem Autor nicht beistimmen, wenn 
er z. B. die Wirkung der sensiblen Nerven auf die 
Speichelabsonderung allein durch erhöhteren Blutdruck 
zu erklären glaubt. Bei dieser Erklärung hat der Au- 
tor eine schon früher festgestellte Thatsache ausser 
Acht gelassen, dass die Reizung der sensiblen Nerven 
wirkungslos bleibt, wenn die Chorda durchschnitten 
ist. (Owsjannikow und Tschiriew.) Auf andere 
Theile der Untersuchung, z. B. auf die depressorische 
Wirkung des Vagus, werden wir später Gelegenheit 
haben näher einzugehen. In unserer eben vorgelegten 
Arbeit haben wir mit starken Strömen gearbeitet, und 
für uns ist daher der Vagus ein Absonderungsnerv. 

Wir wollen noch einige unserer Resultate anführen. 
Nach Ausreissung des N. glossopharyngeus, gleich bei 
seinem Austreten aus dem F. jugulare^ haben wir kei- 
nen Speichel aus der Parotis erhalten können, weder 



— 527 — 

bei Reizung des Lingualis noch der Empfindungsner- 
ven. Die Reizung des peripherischen Endes des N» 
glossopharyngeus in der Schädelhöhle gab uns hinge- 
gen eine deutliche Absonderung aus jener Drüse. An 
der Hand der eben angeführten Versuche glauben wir 
annehmen zu können, dass die in dem N. auriculo-tem- 
poralis enthaltenen Secretionsfasern für die Parotis aus 
dem N. glossopharyngeus ihren Ursprung nehmen. Ei- 
nige Forscher fanden an der Gl. suhmaxillaris das 
Gang, suhmaxiUare nicht. Wir haben dasselbe immer 
gefunden. Ein grösseres Ganglion, freilich zuweilen 
aus mehreren Knoten bestehend, findet sich an der 
Yerschmelzungsstelle der Chorda mit dem N. lingua- 
lis in ziemlicher Entfernung von den Drüsen. Ausser- 
dem finden sich kleinere Ganglien in sehr grosser An- 
zahl, die am Eingange der Chorda in die Drüsensub- 
stanz liegen. Auf diese Weise scheinen die Chorda- 
fasern eine zweifache Verbindung mit den Nervenzellen 
einzugehen. Die Nervenzellen gehören ihrem histolo- 
gischen Character nach dem vasomotorischen System 
an. Die Resultate, die man bei der Reizung der 
Chorda vor oder hinter dem oberen Ganglion submaxil- 
lare erhält, sind nicht wesentlich verschieden. Das 
G. suhmaxiUare können wir keineswegs als Nervencen- 
trum, von dem die Arbeit in der Drüse in irgend wel- 
cher Abhängigkeit stehen würde, ansehen. 



^>Hc 



(Tiré du BuUetin, T. XXVI, pag. 389—395.) 



29 Avril -, qq/x 

Über mediterrane Crustaceen aus den Gattungen : Ste- 
norhynchus, Achaeus, Inachus, Herbstia und Pisa, 
unter Benutzung von Materialien des Dr. R. A. Phi- 
lipp!. Von Alexander Brandt. 

Vor seiner Übersiedelung nach America überliess 
der rühmlichst bekannte Zoolog Dr. Philip pi eine 
grosse, von ihm an den Küsten Italiens zusammenge- 
brachte Crustaceensammlung dem Zoologischen Mu- 
seum der Petersburger Akademie. In einem aus Karls- 
hütte vom 14. Jan. 1851 datirten, an den nunmehr 
verstorbenen Director des Museums, meinen Vater, 
gerichteten Schreiben offerirte er, als Zugabe zur 
Sammlung, auch seine zugehörigen, an Ort und Stelle 
gemachten Beschreibungen und Originalzeichnungen, 
mit der Bitte damit, nach Belieben, frei zu schalten und 
walten. Obgleich noch aus den Jahren 1838 und 1839 
stammend, bieten die Philippi'schen Aufzeichnun- 
gen noch heutzutage, namentlich in Bezug auf niedere 
Crustaceen, vieles noch nicht durch den Druck Be- 
kanntgewordene. Es ist daher sehr zu bedauern, dass 
dieselben drei Decennien lang unverwerthet blieben. 
Erst vor ein Paar Jahren machten sich mein Freund 
Wold. Czernjawsky und ich an das Philippi'sche 

Mélanges biologiques. X. 67 



— 530 — 

Manuscript , in der Absicht es unter Benutzung der 
Originalexemplare in extenso gemeinsam zu ediren. 
Gegenwärtig sehen wir uns jedoch, leider, genöthigt 
dieses Vorhaben aufzugeben und uns auf eine gelegent- 
liche Veröffentlichung einzelner Fragmente aus dem 
Manuscript zu beschränken. Als solches ist der gegen- 
wärtige kleine Aufsatz anzusehen , welcher ursprüng- 
lich dazu bestimmt war den Anfang der zusammenhän- 
genden Bearbeitung des Ganzen zu bilden. Ein weite- 
res Fragment wird demnächst Czernjawsky in seinen 
«Miscellanea carcinologica», im Bulletin de la Soc. Imp. 
d. Natur, de Moscou, zum Abdruck bringen. 

In Bezug auf die Bearbeitung des vorliegenden 
Fragmentes genügt es zu erwähnen, dass dasselbe sich 
nur zum Theil genauer dem Manuscript resp. den No- 
tizen von Philippi anschliesst, im Übrigen aber frei 
bearbeitet wurde. Von den beigefügten Holzschnitten 
sind die der Fig. XV und XVII nach Philippi 'sehen, 
die übrigen nach eigenen Zeichnungen angefertigt. 

Gen. 1. Stenorhynchus. 

S. longirostris F. 

Die typischen Exemplare sind leicht kenntlich durch 
ihr langes, den Stiel der äusseren Antennen überra- 
gendes Rostrum, sowie einige Stacheln an der unteren 
Fläche des Antennenstiels. An den Vorderbeinen en- 
den Femur und Tibia mit spitzen, langen Dornen, wo- 
bei die Tibia auch oben, am basalen Ende, einen kräf- 
tigen Dorn trägt. «Klauenglied des letzten Fusses 
kaum halb so lang als der Tarsus». (Ph.) 

Zahlreiche Exemplare wurden von Philippi in 
Neapel und eines in Palermo erhalten. 



— 531 — 

S. phalangium Penn. 

Rostrum absolut und relativ kürzer, als bei S. Ion- 
girostris] es erreicht nicht die Länge des äussern An- 
tennenstiels. An letzterem vermisst man jegliche Sta- 
cheln. Die Stacheln des vorderen Fusspaares zeigen 
eine geringere Ausbildung ; statt des bei S. longirostris 
an der Tibia vorhandenen basalen Stachels, findet sich 
nur ein unbedeutendes Höckerchen. Das Krallenglied 
des letzten Fusspaares bietet nach Philippi etwa % 
der Länge des Tarsus. Abgesehen von dem kürzeren 
Rostrum, stehen die grössten Exemplare dieser Art 
an Grösse denen von S. lo^ngirostris nicht nach. Auch 
in der Gestalt des Céphalothorax beider Arten finde 
ich, beim Vergleich von Exemplaren desselben Ge- 
schlechtes und derselben Grösse, keine erheblichen 
Unterschiede. Nach Heller (Die Crust, p. 25) zu ur- 
theilen, hätten von den in nördlichen Meeren vorkom- 
menden Stenorhynchen die dem S. phalangium ange- 
hörigen Individuen einen weniger verschmächtigten 
Körper, an welchem namentlich der halsartig einge- 
schnürte Theil hinter den Augen weniger verlängert 
ist. Die im Mittelmeere vorkommende Varietät von 
S. phalangium {S. inermis Heller olim) schliesst sich 
jedoch gestaltlich dem S. longirostris an. Zwischen 
der mehr gedrungenen nördlichen und der schlanken 
südlichen Form fand der genannte Verfasser Über- 
gänge. — Bei einem jungen, aus Neapel stammenden 
Stenorhynchus- Weibchen von nur 14 Mm. Totallänge 
finde ich das Rostrum wie bei S. phalangium beschaf- 
fen, während alle übrigen Merkmale entschieden für 
S. longirostris sprechen. 



— 532 — 

Als besondere, dritte Mittelmeerart wurde von Mil- 
ne-Edwards nach dem Savigny'schen Atlas (ob 
auch nach den Originalexemplaren?) ein S. aegyptius 
aufgestellt. In der bekanntlich von Audouin besorg- 
ten Tafelerklärung zur «Descr. de l'Egypte» ist die Ab- 
bildung als zu S. pJialangium gehörig gedeutet. S, 
aegyptius hält gewissermaassen die Mitte zwischen 
beiden oben besprochenen Arten. Mit S. longirostris 
theilt er die 4 Stacheln am Epistom, sowie auch die 
Stacheln am Basalglied des äussern Antennenstiels; 
während das kürzere Ro strum zu S. plialangmm hin- 
neigt. Die beiden vorderen Höckerchen auf der Gas- 
tricalgegend sollen sich bei S, aegyptius fast berühren. 
Es dürften diese Höcker chen übrigens nicht mit jenen 
äusseren Gastricalstacheln identisch sein, welche in 
Gemeinschaft mit dem mittleren ein gleichschenkeliges 
Dreieck bilden , sondern überzählige sein , wie ich sie 
an einzelnen Philippi 'sehen Exemplaren des S. lon- 
girostris^ zum Theil in Begleitung von ferneren, uure- 
gelmässig gestellten Höckerchen wiederfinde ; die grös- 
seren seitlichen Gastricalstacheln scheinen auf der Sa- 
vigny 'sehen Figur blos undeutlich gezeichnet zu sein^). 
Mithin blieben die von Edwards erwähnten zwei oder 
drei Stacheln am Aussenrande des dritten Gliedes der 
äusseren Kieferfüsse als einziges Unterscheidungsmerk- 
mal des S. aegyptius von den beiden übrigen Arten be- 
stehen. 



1) Bei dem obenerwähnten 14 Mm. langen jungen Weibchen von 
S. longirostris findet sich vor dem mittleren Gastricalstachel, gleich- 
falls in der Mittellinie des Körpers, ein aus zwei Theilen verschmol- 
zenes Höckerchen. 



— 533 — 

S. Czernjawskii n. sp. 

S. longirostris Czern. Mater, ad Zoographiam pont, 
compar. p. 77. 

Distinguitur a 8, longirostri, cui valde affinis, statura 
minore, rostro stipitem antennarum externarum non 
superante, spinis relative fortioribus, in setas productis 
et, in feminis, postabdomine scabro, spinoso. 

Die vier ersten Exemplare, lauter Weibeben von 
circa nur 14 Mm. Länge, wurden von Czernjawsky 
in den J. 1867 und 1869 in Jalta gesammelt und be- 
finden sieb im Besitz unseres Museums. Ein fünftes, 
männlicbes Exemplar stammt von M. Ussow aus Se- 
wastopol (1876) und ist Eigentbum der Petersburger 
Universitätssammlung. Es ist nocb kleiner als die 
weiblichen, indem es bei derselben Totallänge ein be- 
deutend längeres Rostrum besitzt. Schliesslich lag mir 
noch ein sechstes Exemplar, ein gleichfalls aus Sewas- 
topol, und zwar von Herzenstein und Tararykow 
im J. 1875 mitgebrachtes junges, nur 8 Mm. grosses 
Männchen, zur Untersuchung vor. — Indem Czer- 
njawsky die weiblichen Exemplare zu S, longirostris 
stellte, hob er nichts desto weniger mit Recht deren 
verkürztes Rostrum hervor. Ein solches bemerkte er 
übrigens auch an der dritten Figur von Bell (Brit. 
Stalk-eyed. Crust, p. 6), bei einem Weibchen des S, 
tenuirostris Leach, welch letztere Form allgemein 
als identisch mit S, longirostris betrachtet wird. (Wei- 
ter oben gedachte ich bereits eines aus Neapel stam- 
menden kleinen Weibchen von S. longirostris, gleich- 
falls mit kurzem Rostrum). Bei dem kleineren Männ- 
chen aus Sewastopol wird das Rostrum annähernd von 



— 534 — 

der Hälfte des dritten Antennengliedes überragt, 
während bei dem grösseren ebendaher stammenden der 
äussere Antennenstiels und das Rostrum gleich weit 
nach vorne ragen. Von den vier krymschen Weibchen 
ist bei dreien das Rostrum kürzer als der Antennen- 
stiel, bei dem vierten demselben gleich. Aus dem hier 
über die Dimensionen des Rostrums bei S. longirostris 
aus Italien und den krymschen Stenorhynchen Gesag- 
ten dürfte zu folgern sein, erstens, dass das Rostrum 
bedeutend an Länge variirt, und zweitens, dass es häufi- 
ger bei kleineren Exemplaren weniger entwickelt ist. 
Letzteres gilt auch für die sich vom Jugendtypus, dem 
allgemeinen Naturgesetze nach, weniger entfernenden 
Weibchen. 

Beschreibung der beiden Männchen. — Alle 
Stacheln des Céphalothorax stärker entwickelt, als bei 
gleichgrossen Mittelmeerexemplaren des S. longirostris^ 
in Borsten auslaufend; drei verhältnissmässig enorme 
Stacheln am basalen Gliede des Antennenstiels. Ferner 
nur beim grösseren Exemplar mehrere kleinere Sta- 
cheln an der untern Fläche des 2 und 3 Ghedes 
der äussern Kieferfüsse. Bei entsprechend grossen 
Exemplaren von S. longirostris fehlen sie und können 
selbst bei ausgewachsenen Exemplaren durch stumpfe 
Höcker chen ersetzt sein. Finger , wie bei den jünge- 
ren Exemplaren von S, longirostris, nicht klaffend. 
Die beiden Stacheln an der Tibia und der Stachel am 
Femur wie bei S. longirostris , ' doch in mehrere Bor- 
sten auslaufend. Klauenglied des 5 Fusspaares beim 
grösseren Exemplar %, beim kleineren % des vorher- 
gehenden Gliedes. 



— 535 — 

Beschreibung der vier Weibchen. — Kör- 
per plump, kurzhalsig, rauh, Stacheln stärker mar- 
kirt als bei den entsprechenden Exemplaren von 
S. longirostris und phalangium, mit Borsten versehen. 
Postabdomen sehr rauh, ja stachelig. Feine Stackel- 
reihe an der unteren Fläche der äusseren Kieferfüsse 
vorhanden. Von den drei Stacheln der Vorderbeine 
ist der femorale bei allen gut ausgeprägt, von den 
übrigen sind bald beide, bald (wie bei S. phalangium) 
nur der untere ausgebildet. Diese Stacheln laufen in 
Borsten aus. Das Klauenglied des 5 Fusspaares er- 
reicht annähernd die Hälfte des vorletzten Gliedes. — - 
Sämmtliche vier Exemplare tragen zahlreiche Eier, 
ein Umstand, welcher mit einiger Wahrscheinlichkeit 
dafür spricht, dass sie wenigstens annähernd ausge- 
wachsen sein dürften. 

Mit ungefähr demselben Rechte wie die drei weiter 
oben angeführten , wohl auch nur in ihren typischen 
Exemplaren unterscheidbaren Arten , dürfte , den er- 
wähnten Merkmalen nach, auch die pontische als eine 
besondere vierte Art gelten können. 

Gen. 2. Achaeus. 

A. Cranchii Leach ^). 

Diese im Mittelmeere seltene Art wurde, soweit 
dies Heller bis zum J. 1863 bekannt geworden. 



2) Costa führt diese Crustacee auf S. 22 seiner Fauna auf. Es 
ist ohne Frage ein lapsus calami, wenn Heller (p. 27) statt dessen 
Seite 25, Taf. 3, Fig. 1 citirt. Das von Costa auf der genannten 
Seite und Tafel (Fig. 1, J., wohl in vergrössertem, Ö im natürlichen 
Maasstabe) unter dem Namen Macropodia gracilis n. sp. abgebildete 
Thier hat mit Achaeus nichts gemein. 



— 536 — 

nur im Adriatischen Meere , ferner im Golfe von Ta- 
ranto und gelegentlich an der afrikanischen Küste ge- 
fischt. Als weiterer Fundort wäre Neapel nachzutra- 
gen, woselbst Philippi zwei im Petersburger Museum 
aufbewahrte männliche Exemplare fing. 

Ich gebe hier die Beschreibung des grösseren Exem- 
plares fast wörtlich nach den Aufzeichnungen von 
Philippi, 

Das Thier ist ganz blassbraun von Farbe, das Kopf- 
bruststück um ein weniges dunkler und röther. Seine 
Länge beträgt SYa'" (12 Mm.), seine grösste Breite 
273'" (8 Mm.). Der Schnabel ist sehr kurz und be- 
steht aus zwei Zähnen, die nicht bis ans Ende des 
zweiten Gliedes der äussern Fühler reichen und sich 
nach hinten gleichsam in zwei erhabene Linien verlän- 
gern. Die Wülste der Orbita streben stark hervor. 
Unmittelbar hinter ihnen ist das Kopfbruststück 
etwas eingezogen ; darauf erweitert es sich jederseits 
in einen starken Höcker. Die hintere Hälfte des Kopf- 
bruststückes ist regelmässig abgerundet. Die allge- 
meine Gestalt desselben ist übrigens mehr dreieckig 
und keineswegs « presque globuleuse » zu nennen, wie 
es bei Demarest heisst. Ein einziger grosser, ovaler 
Höcker bildet die Magen- und Genitalgegend, ein kleiner, 
spitzer die Herzgegend; die Branchialgegenden sind 
stark angeschwollen. (Bei dem kleineren 8 Mm. langen 
und 6 Mm. breiten Exemplar unterscheidet ein kleiner 
Absatz die Genitalgegend etwas von der Magengegend). 
Die äusseren Fühler sind von Yg der Körperlänge; 
ihr Stiel nimmt davon mehr als ein Drittel ein. Die 
Fühler sind behaart. Die Augen stiele erscheinen 
lang und dünn, fast in der Mitte mit einem nach vorn 



— 537 — 

und unten gericMeten Höcker versehen. Die Augen 
selbst sind wenig dicker als ihr Stiel, roth. Die Schee- 
ren sind ziemlich stark, denen von StenorhyncJius ähn- 
lich, mit dem dasThier auch sonst übereinstimmt; das 
Femur abgerundet und dreikantig, der Carpus halb so 
lang, beinahe kegelförmig, die Hand fast drei Mal so 
lang. Die Finger berühren sich nur mit der letzten 
Hälfte der Schneide , sind weisslich mit braunen Rin- 
gen. Am zweiten, dem längsten der Fusspaare neh- 
men Tibia und Tarsus etwas mehr als den dritten Theil 
der Länge ein. Das dritte Fusspaar ist erheblich kür- 
zer als das vorhergehende. Es ist das dünnste von al- 
len ; sein Nagelglied ist schwach gekrümmt, dabei aber 
noch stielrund. Das vierte und fünfte Fusspaar sind 
beinahe ganz gleich, mit einem stark zusammenge- 
drückten und gebogenen , vollkommen sichelförmigen 
Nagelglied versehen, welches innen grob gesägt und am 
Aussenrande mit rothbraunen Punkten besetzt ist. B e- 
haarung: das Kopfbruststück und die Hände sind 
mit hakenförmigen Haaren, Carpus und Bachium, so- 
wie die übrigen Fusse (mit Aussnahme der sichelför- 
migen Nagelglieder), mit langen, geraden Haaren be- 
setzt. 

Gen. 3. Inachus. 

I. scorpio F. var. lata Czern. in litt. 
I. latus Philippi in manuscr. 
7. mauritanicus Lucas (Expl. Algérie p. 6, Taf. I). 

Stimmt, was die Sculptur des Kopfbruststückes an- 
betrifft, ganz mit I. scorpio überein. Die für die letzt- 
genannte Art characteristischen vier, in einer Quer- 
linie auf der Magengegend stehenden Höckerchen sind 

Mélanges biologiques. X. 68 



— 538 — 

vorhanden ; desgleichen der starke Dorn anf den Ge- 
nital- und der auf der Cardiacalgegend. Von den bei- 
den Dornen auf der Branchialgegend ist der vordere, 
kleinere weniger entwickelt, bei manchen Exemplaren 
auf einer oder auf beiden Seiten obsolet. Die Scheeren 
erreichen auch bei den Männchen nicht ganz die Kör- 
perlänge, sind bei den kleineren Exemplaren zum Theil 
selbst dünner, bei den grösseren nicht viel dicker als 
das zweite Fusspaar, unbewehrt oder nur mit Spuren 
von feinen Stachelhöckerchen an ihrem Aussenrande. 
Das zweite Fusspaar ist viel dicker, ja beinahe doppelt 
so dick als die folgenden. 

Von den typischen Exemplaren des I. scorpio un- 
terscheidet sich unsere Varietät: 1) durch die grös- 
sere Breite des Céphalothorax, die dessen Länge tiber- 
trifft, statt nur etwa % derselben zu betragen; 2) durch 
die dünnen, unbewehrten oder so gut wie unbewehrteh 
Scheeren, welche bei I. scorpio dick und, namentlich 
auf der inneren Seite des Carpus , mit Dornen besetzt 
sind. 

Fundort: Neapel. 

Maasse des grössten Männchens: Céphalotho- 
rax 20 Mm. lang, 24 Mm. breit; Scheeren 16,5 Mm. 
lang, 4,5 Mm. breit. 

Als Mittelform zmschen der hier beschriebenen 
Varietät und der typischen Form betrachte ich ein 
gleichfalls von Phi lip pi aus Neapel stammendes männ- 
liches Exemplar, dessen Céphalothorax 21 Mm. lang 
und bloss 22 Mm. breit ist, dessen Scheeren 9,5 Mm. 
dick und 23 Mm. lang sind. 

Sechs von Grohmann vom Mittelmeere (Sicilien?) 



— 539 — 

eingesandte Exemplare zeigen im Allgemeinen gleich- 
falls ein geringes Überwiegen der Breite über die 
Länge; nur bei dem kleinsten, einem Weibchen, sind 
beide Dimensionen gleich (13 Mm.). Die Scheeren va- 
riiren, unabhängig von Geschlecht und Grösse, bedeu- 
tend ; sind im Allgemeinen jedoch dünn, wie die der var. 
lata ; nichts desto weniger hat eines der Männchen viel 
dickere (7 Mm. breite) Scheeren; abermals eine Hin- 
neigung zu der typischen Form. Die Grohmann'schen 
Exemplare besitzen sämmtlich unbewehrte Scheeren. 
Die beiden auf der Mittellinie des Céphalothorax sit- 
zenden und der jederseitige hintere Stachel der Bran- 
chialgegenden sind bei den meisten Exemplaren über- 
aus lang. 

Nicht uninteressant für die Kenntniss der Variatio- 
nen des /. scorpio ist auch K 125 des Museumscata- 
logs, ein aus Neapel von Philippi stammendes Männ- 
chen. Seine Länge (21 Mm.) praevalirt beträchtlich 
über die Breite (17 Mm.); die Vorderfüsse sind 40 
Mm. lang , mit feinen Stacheln besetzt , in ihren ein- 
zelnen Theilen ziemlich aufgetrieben ; die Scheeren 6 
Mm. breit. Von den vier in einer Reihe aufgepflanzten 
kleinen Höckern der Gastricalgegend sind die beiden 
mittleren einander genähert, die äusseren bedeutend 
von ihnen entfernt. Der vordere Branchialstachel ist 
obsolet , der hintere , desgleichen der grosse unpaare 
Gastrical- und der Cardiacalstachel, um so grösser und 
stärker. jVp 126 ist ein von mir aus Neapel mitgebrach- 
tes , weibliches Exemplar , welches mit der Varietas 
lata übereinstimmt. 

Von Algier besitzt unser Museum 4 von den Herrn 
S. Ssolsky und Akad. Strauch stammende männliche 



— 540 — 

Exemplare des /. scorpio (JVs 127 — 130). Sie stimmen 
mit der von Lucas als I. mauritanicus beschriebenen 
Varietät überein, variiren in der Länge und Dicke der 
Vorderfüsse und stimmen in Form und Proportionen 
des Céphalothorax und , wie es scheint , auch in allen 
übrigen Beziehungen mit L latus Ph. überein. 

Als allgemeines Resultat ergeben sich für den 7. 
scorpio bedeutende Variationen im Verhältniss zwi- 
schen Länge und Breite des Céphalothorax, in den Di- 
mensionen des vorderen Fusspaares, dem Stachelbesatz 
an Céphalothorax und Vorderbeinen. Eine geringe An- 
zahl extremer Exemplare könnte leicht zur Aufstellung 
mehrerer Arten verleiten. 

I. dorynchus Leach. 

Die neun von Philippi aus Neapel gebrachten 
männlichen und weiblichen, zwischen 9 und 21 Mm. 
Körperlänge schwankenden Exemplare stimmen im 
Ganzen sehr gut mit den Beschreibungen von Leach, 
Desmarest und Heller überein, nur ist der spiess- 
förmige, an der Spitze kaum geschlitzte Schnabel an 
seinem Vorderende theils mehr, theils weniger aufwärts- 
gekrümmt. Der mittlere Stachel der Magengegend ist 
kräftig entwickelt , im Übrigen zeigt sich der Cépha- 
lothorax, statt der Stacheln, mit Höckern versehen. 
Nur bei einem der Exemplare sind die beiden paarigen 
Gastricalstacheln merklich zugespitzt. Die Farbe war, 
nach Philippi, rothbraun, mit schrägen weissen Strei- 
fen zu den Seiten des Kopfbruststücks. Die Abbildun- 
gen von Leach und Desmarest sind einförmig gelb- 
braun colorirt. 



— 541 — 

I. tlioracicus Roux. 

Das Männchen dieser Art ist, wie bekannt, sehr 
leicht kenntlich an der dreilappigen, mit einer centra- 
len Protuberanz versehenen, gewisserraaassen an Ge- 
sässschwielen erinnernden kahlen Kalkplatte am Ster- 
num. Wie schon aus den Abbildungen von Roux 
(Taf. 26 u. 27) hervorgeht, ändern die Proportionen 
des Céphalothorax nach Alter und Geschlecht bedeu- 
tend ab. Namentlich zeichnen sich die grösseren 
Männchen durch ihre schmächtigere Gestalt aus. Auch 
individuelle , vielleicht auch locale Variationen in der 
Körperform kommen vor. Drei männliche Exemplare 
des Museums aus dem Mittelmeer von Dupont und 
eines speciell aus Neapel von Philippi zeigen, obgleich 
annähernd von derselben Grösse wie das Erwachsene 
von Roux abgebildete, statt einer herzförmigen, eine 
langgezogene dreieckige Gestalt mit mehr concaven 
Seitenschenkeln. «Der Schnabel endet vorn mit zwei 
divergirenden breiten Spitzen, genau ivie hei 7. scorpio» 
schreibt Philippi, und, nach Maassgabe der mir vor- 
liegenden Exemplare und Abbildungen , gewiss mit 
Recht. Milne Edwards bezeichnet das Rostrum von 
I. tlioracicus als «court et échancré», das von I. scorpio 
als «large, très-court et profondement échancré au 
milieu», während Heller das Rostrum von I. thoraci- 
eus nach vorn viel weniger ausgeschnitten wie bei I. 
scorpio, daher die beiden Rostralzähnchen auch sehr 
klein sein lässt. Wir ersehen hieraus, dass die Bildung 
des Rostrums kein constantes Unterscheidungsmerk- 
mal abgiebt. Ähnlich steht es offenbar auch mit den 
Stacheln am Céphalothorax. An den Roux'schen Ori- 



— 542 — 

ginâlexemplaren besass die regio gastrica vor dem 
grossen unpaaren hinteren Stachel drei kleine, wäh- 
rend Heller nur zwei angiebt, eine Zahl, welche auch 
die mir vorliegenden Exemplare zur Schau tragen: der 
mittlere fehlt. Dafür sind aber die beiden seitlichen 
an den grossen Exemplaren keineswegs obsolet (Roux), 
sondern gut entwickelt. Unansehnlich erschienen sie 
nur bei einem inOran von Lucas erbeuteten und vom 
Pariser Museum eingesandten kleineren, 20 Mm. lan- 
gen Weibchen und noch kleineren Männchen und Weib- 
chen von Philippi aus Neapel. Von den drei Stacheln 
jeder Branchialgegend ist bei allen zum Vergleich vor- 
liegenden Exemplaren nur der mittlere gross, während 
die beiden übrigen, besonders der vordere, an einzel- 
nen, namentlich jungen Exemplaren bis zum Ver- 
schwinden klein sein kann. 

Gen. 4. Herbstia. 
H. condyliata Herbst (M. Edw.). 








II. 



543 — 




v>— rv/V%^v_ 




lY. 



y. 



Fig. I — Y. Herhstia condyliata. Sämmtliclie separat darge- 
stellte Hände sind linke , von der äussern Fläche in natürl. Grösse 
abgebildete. I. Hand eines typischen, 57 Mm. langen Männchens, 
n. u. in. desgleichen von 50 Mm. langen männlichen Exemplaren. 
lY. Hand eines 37 Mm. langen, vom Akad. Strauch aus Algier mit- 
gebrachten Männchens. Y. Hand eines 36 Mm. langen Männchens 
(Mittelmeer, Christofori). 



Die betreffenden Thiere, 14 an der Zahl, wurden 
von Philipp! nach dem Vorgänge einigen älteren For- 
scher dem Genus Mitlirax eingereiht , ein Verfahren, 
welches gewiss nicht gerügt zu werden verdient, weist 
doch der Autor des Gen. Herhstia, M. Edwards, bei 
Veranlassung seines Mitlirax triangularis auf dessen ge- 
staltliche Ähnlichkeit mit der Herhstia hin und ist 
doch das Hauptmerkmal des Mitlirax, die löffeiför- 
mige Aushöhlung der Scheerenfinger, wenigstens in 
schwächerem Maasse, auch bei den grösseren Exem- 
plaren der hier zu besprechenden Philippi'schen 
Originalstücke vorhanden. AVohl aus Mangel an litte- 
rarischen Hülfsmitteln, während der Untersuchung, 
schrieb unser Forscher diese Exemplare einer neuen 
Art M. corallinus zu. 



— 544 — 

Ich lasse hier die Beschreibung Philippi's, mit re- 
dactionellen Abänderungen und manchen Ergänzun- 
gen, folgen. — Die Gestalt des Kopfbruststückes 
steht zwischen eirund und dreieckig in der Mitte. 
Zwischen dem letzten Fusspaar ist es merklich vorge- 
zogen, und mit drei bis fünf Spitzen besetzt, welche, 
von hinten betrachtet , zusammen das Ansehen einer 
kurzen, transversalen Crista bieten. Vorn läuft das 
Kopfbruststück als Rostrum in zwei kurze Zacken oder 
Dornen aus. Dahinter steht jederseits vorne am obe- 
ren Rande der Orbita ein ähnlich gestalteter, kleine- 
rer ; unter letzterem , am unteren Rande der Orbita 
ein stärkerer, namentlich längerer und spitzerer Dorn, 
aus dessen innerem "Winkel die äussern Fühlhörner 
entspringen. Die hintere Hälfte des Orbitalrandes hat 
drei Zähnchen, von denen der mittlere der stärkere 
ist, und bietet oben 2, unten 1 Spalte zwischen diesen 
und den benachbarten Dornen. An den Seitenrändern 
der Carapax zählt man je vier Hauptdornen von sehr 
massiger Länge. (Ihnen schliesst sich als fünfter der 
bereits erwähnte mittlere Dorn am hinteren Orbital- 
rande an). Die verschiedenen Regionen des Cépha- 
lothorax sind deutlich abgesetzt. Die Magengegend 
hat vier Höcker, drei vordere, in einer Reihe stehende 
und einen hinteren. Die sogen. Genitalgegend bietet 
bei den grösseren Exemplaren einen wohl ausgebilde- 
ten, nach Form und Dimensionen übrigens variablen 
Höcker. Noch variabler ist die Behöckerung der Car- 
diacalgegend. Bald fehlt sie ganz, bald wird sie von 
einem einzigen centralen, bald von mehreren unregel- 
mässig gehäuften oder in einem Kranze stehenden 
Höckern gebildet. Diese Höcker sind bei einzelnen 



— 545 — 

Exemplaren nur schwach angedeutet. Der Stachel - 
reihe auf der Intestinalgegend wurde bereits oben ge- 
dacht. Über die Branchialgegenden sind bei den 
Weibchen mehrere, bei den Männchen viele verschie- 
den grosse Stachelhöcker ausgestreut. Die Regiones 
pterygostomiales und branchiales inferiores sind mit 
zahlreichen spitzen Dornen bewehrt. Der Hinterleib 
bietet in beiden Geschlechtern sieben Glieder. Von 
diesen ist beim Männchen das erste sehr schmal und 
kurz, das sechste das längste. Beim Weibchen ist das 
erste Glied ähnlich wie beim Männchen beschaffen, 
während die übrigen zusammengenommen eine beinahe 
kreisförmige Platte bilden. So bei den grösseren Exem- 
plaren; während bei einem 35 Mm. langem jüngeren 
Weibchen die Form des Postabdomens elliptisch er- 
scheint. Die äussern Fühler entspringen aus dem 
Winkel des unteren Dorns der Augenhöhle , bei den 
grössten Exemplaren etwa 2 Mm. von dem vorderen 
Örbitalrande entfernt. Das erste Glied derselben ist 
klein und in ihrer Gelenkhöhle versteckt , die beiden 
andern sind gleich lang und reichen kaum bis an die 
Schnabelspitzen. Die Geissei ist sehr kurz. Die inne- 
ren Fühler und die äusseren Kaufüsse bieten nichts 
Bemerkenswerthes. Das vordere Fusspaar hat ein 
cylindrisch-dreikantiges, auf der innern und äussern 
Seite dicht mit rundlichen Höckern besetztes Femur. 
Die Tibia ist nahezu kugelförmig, ebenfalls mit Höckern 
besetzt, die Hand so lang als die beiden vorherge- 
henden Glieder zusammengenommen, comprimirt, aber 
mit abgerundeten Kanten, von denen die obere eben- 
falls Höcker trägt. Die Finger nehmen % der Hand- 

Melanges biologiques. X. 69 



— 546 — 

länge ein. Die ganze Oberfläche des Körpers ist mit 
dichten kurzen Borsten besetzt, welche auf den Füs- 
sen etwas entfernter stehen und stärker sind. Ihre 
Färbung ist eine schwarze , weshalb die eigentlich 
rothe Farbe des Thieres am Körper als ein ziemlich 
dunkles Rothbraun erscheint. 

Die Dimensionen der männlichen Exemplare über- 
treffen die der weiblichen. Maasse des grössten 
Männchens: Länge des Céphalothorax 57 Mm., Breite 
desselben 45, Länge der vorderen Fusse 100, Länge 
der Hand 48, Breite derselben 15. Maasse des 
grössten Weibchens: Länge des Céphalothorax 45 
Mm., Breite desselben 35, Länge der vorderen Fusse 
47, Länge der Hand 20, Breite derselben 5 Mm. Wie 
der Vergleich der Weibchen mit einem ungefähr gleich- 
grossen von Akad. Strauch aus Algier mitgebrachten 
jüngeren Männchen lehrt, bietet die Gestalt des Kopf- 
bruststückes keine von der Grösse unabhängigen sexu- 
ellen Verschiedenheiten. Auch die schwächere Ent- 
wicklung und das theilweise Fehlen der Stacheln beim 
Weibchen findet sich bei den jüngeren Männchen. 
Ausser dem bereits hervorgehobenen Unterschiede in 
der Form des Postabdomens, differiren in beiden Ge- 
schlechtern die Dimensionen der vorderen Fusse. Beim 
Männchen übertrifft deren Länge die des Céphalothorax 
fast um das Doppelte, beim Weibchen ist diese Länge der 
des Céphalothorax ungefähr gleich. In allen ihren 
Theilen sind die Fusse des Männchens gegen die des 
Weibchens nicht bloss absolut, sondern auch relativ 
kräftiger. So ist die Breite der Hand in der Gesammt- 
länge des Céphalothorax bei den männlichen Exem- 
plaren etwa 4, bei den weiblichen 9 mal enthalten. In 



— 547 — 

beiden Geschlechtern nehmen die Finger etwa % der 
gesammten Handlänge ein und sind mithin, im Ver- 
gleich zu den Dimensionen des Rumpfes, beim Männ- 
chen viel länger. Der beträchtlicheren Länge entspricht 
auch eine erheblichere Dicke. Beim Weibchen be- 
rühren die Finger einander mit der ganzen Innern 
Kante, während sie bereits beim gleichgrossen Männ- 
chen an ihrem Grunde, bei den ausgewachsenen fast 
in ihrer ganzen Continuität, d. h. bis gegen die Spitze 
hin, weit klaffen. Es kommt dieses Klaffen hauptsäch- 
lich durch ein Abwärtskrümmen des beim Weibchen 
fast geraden unbeweglichen Fingers zu Stande. Bei 
den grossen Männchen sind die Finger mehr oder we- 
niger löffeiförmig ausgehölt (Hinneigung zum Gen. 
Mithrax, s. o.). Die vorderen , einander berührenden 
Drittel der Finger sind verbreitert und an den Berüh- 
rungsrändern sägeförmig gezähnelt. An der Grenze 
des basalen und mittleren Drittels trägt der beweg- 
liche Finger einen verlängerten Höcker, welcher, wenn 
er gut ausgebildet , vier bis fünf Querleisten zeigt ^). 
Beim Weibchen fehlt er und ist die übrige Bezähne- 
lung der Finger sehr fein. Diese Bezähnelung er- 
streckt sich dafür beim Weibchen über die ganze 
Länge der Finger. 

Besonders wichtig ist die von Philip pi notirte Beob- 
achtung, dass es bei unserem Krebse, Männchen mit 
weiblichen Scheeren giebt. Zwei solcher Exemplare 
sind dem Museum erhalten worden. In Anbetracht 
des grossen Interesses , welches ein ähnlicher männli- 
cher Dimorphismus seit dem Erscheinen der geistrei- 

3) Einzelne Variationen in der Form der Hand veranschauliclien 
die beigegebenen Fig. I— III. 



548 




YI. 




VI his. 




VII. 




VIII. 




— 549 — 



X. 





XII. 




XIII. 



Fig. VI — XIII. Herhstia condyliata. Sämmtliche separat darge- 
stellte Hände sind linke, von der äussern Fläche in natürl. Grösse 
abgebildete, VI. Grösseres Männchen mit weiblichen Scheeren in 
natürl. Grösse (54 Mm.). VI his. Hand desselben. VII. Hand des klei- 
neren , mit weiblichen Scheeren versehenen Exemplars. VIII. Hand 
eines 43 Mm. langen Weibchens. IX. Finger eines 42 Mm. langen Weib- 
chens, zwei mal vergrössert. X u. XI. Hand und Postabdomen eines 
29 Mm. langen Weibchens. XII. Postabdomen eines 55 Mm. langen 
Männchens. XIII. Postabdomen eines 43 Mm. langen Weibchens. 

chen Schrift von Fr. Müller*) wachgerufen, dürfte 
es sich der Mühe lohnen diese beiden Exemplare etwas 
näher in Augenschein zu nehmen (Fig. YI,YI&^s, YIl). 
Über etwaige Eigenthümlichkeiten in Form und Sta- 
chelbesatz der Carapax wüsste ich nicht Besonderes 
hervorzuheben, da dieselben innerhalb der Grenzen 
individueller Variationen bei gleich grossen typischen 
Männchen liegen. Das erste Fusspaar ist allerdings in 
allen seinen Theilen merklich länger und kräftiger als 
beim Weibchen beschaffen, im Übrigen jedoch vor- 
waltend nach dem weiblichen Typus gebaut. Wie beim 



4) Für Darwin. Leipzig 1864. 8^ 



— 550 — 

Weibchen reicht das vordere Ende des Femur nur un- 
gefähr bis an die Augen, statt, wie beim Männchen, das 
Eostrum zu überragen. Die Finger sind in ihrer gan- 
zen Länge an den einander berührenden Rändern fein 
gezähnelt, fast ebenso wenig gebogen wie beim Weib- 
chen und klaifen daher nur ganz unbedeutend an ihrer 
basalen Hälfte. 

Dimensionen der beiden mit weiblichen Scheeren 
begabten Männchen, in Millim. 

1) Körperlänge — 47, Körperbreite — 35, Länge d. 
vord. Beine 56, Breite d. Scheeren 6, 

2) Körperlänge — 52, Körperbreite — 40, Länge d. 
vord. Beine 67, Breite d. Scheeren 8. 

Während, wie oben erwähnt, bei den Männchen die 
Scheerenfüsse die Körperlänge fast um das Doppelte 
übertreffen, beim Weibchen ihr ungefähr gleich sind, 
erscheinen dieselben bei dem einen der in Rede ste- 
henden abnormen Exemplare, dem kleineren, etwas 
mehr als von Körperlänge, beim andern anderthalb 
mal länger. Eine Hinneigung zum normalen Verhalten 
der Männchen ist daher, besonders für das grössere 
Exemplar, nicht zu leugnen. (Es sei hier beiläufig er- 
wähnt, dass bereits bei einem nur 30 Mm. langen jun- 
gen Weibchen die Scheerenfüsse die Körperlänge er- 
reichen, und andererseits, dass bei dem jüngsten zum 
Vergleich vorliegenden , 38 Mm. langen Männchen 
diese Fusse noch nicht volle anderthalb mal länger 
als der Céphalothorax sind). Ein Vergleich der beiden 
weiblich bescheerten Exemplare mit ebensogrossen 
männlichen lehrt auf den ersten Blick die Unterschiede 
kennen (s. d. Abb.). Andererseits zeigen aber auch die 



— 551 — 

beigefügten Abbildungen, dass — im Gegensatz zu dem 
von Fr. Müller bei einer Tanais und einer Orchestia 
beobachteten Verbalten — bei den Männchen von 
Herbstia nicht bloss zwei extreme, unvermittelte Schee- 
renformen (worunter eine nach dem weiblichen Typus), 
vorkommen, sondern auch verschiedene' Variationen 
derselben beobachtet werden. Diese neigen sich zum 
Theil mehr dem weiblichen, zum Theil mehr dem männ- 
lichen Typus ZI*. 

Gen. 5 Pisa. 

A. Carapax stark behaart, mit buckelig vorspringen- 
den Regionen, ohne Stacheln am vorderen Seitenrande. 

p' / spitz P. armata. 

^. I coupirt. Einsatte- { flach, mit Behaa- 

p^ j lung zwischen der | rung ausgefüllt . P. Gihhsii. 

^ I reg. gastrica und { tief, von einer kurz- 

o I cardiaca | behaarten Rinne 

o' I i durchzogen P. nodipes. 

B. Carapax "wenig behaart, mit ziemlich gleichmäs- 
siger Oberfläche und Stacheln an den Seitenrändern. 



CO 






lang, vorne stark divergirend P. tetraodon. 

kurz, nicht divergirend, durch einen brei- 
ten Spalt bis zur Basis geschieden P. convexa. 

sehr lang, nur an der Spitze divergirend P. coraUina. 

sehr kurz, wenig länger als die gerade 
nach vorn gerichteten Orbitalstachel . . . P. quadricornis. 



Ä. Arten mit buckeliger Carapax und in die 
Augen springender Behaarung. 

P. Gibbsii Leach. 

Nach Leach (Malac. Brit. Tab. XIX) hat diese Art 
ein abwärts geneigtes Rostrum, ein Kennzeichen, das 
von Heller nicht erwähnt wird. Seinerseits giebt 
der Letztgenannte, namentlich in Bezug auf die Fuss- 
bildung, Kennzeichen an, die sich auf der Abbildung 



— 552 — 

von Leach nicht wieder finden. Es könnte daher 
die Identität der Leach'schen mit der H eller 'sehen 
Form noch in Frage gezogen werden. 

P. armata Latr. M. Edw. 




XIV. 

Fig. XIV. Pisa armata. Linke Hand eines 60 Mm. langen , von 
Dr. Krohn aus dem Mittelmeer stammenden Männchens. Nat. Gr. 

Als besonders characteristisch für diese Art wird, 
wie bekannt, der lange, spitze Stachel der Intestinal- 
gegend hervorgehoben. Ein recht typisches, leider 
seines Haarkleides beraubtes Männchen von 60 Mm. 
Länge besitzt die Sammlung durch Dupont aus einer 
unbekannten Gegend des Mittelmeers. Ein zweites, 
gleich langes Männchen stammt von Dr. A. Krohn, 
höchst wahrscheinlich aus Neapel. Bei der grossen 
sonstigen Übereinstimmung mit dem ersterwähnten 
Exemplare, zeigt dieses zweite ganz gerade, nicht, 
wie beim ersten, vorne leicht abwärts gebogene Stirn- 
hörner. Ferner ist sein Intestinalstachel kürzer und 
dicker, nicht dornförmig, wie beim erstgenannten, son- 
dern zuckerhutförmig zugespitzt, wohl eine Hinnei- 
gung zu P. Gibhsii. 

Von Philippi liegen aus Neapel drei männliche 
Exemplare von 50 und 47 Mm. Länge und vier weib- 
liche von 28 — 40 Mm. vor. Die Scheeren der drei 
Männchen sind so wie bei der Herbstia gebildet, d. h. 
sie sind dick, breit, mit weit klaffenden Fingern. An 
ihren Berührungsrändern erscheinen sie sägeförmig 



— 553 — 

gezähnelt. Der bewegliche Finger trägt ferner noch 
den für Herhstia erwähnten Zahn am unteren Eande, 
unweit seiner Basis. Bei relativ gleicher Länge {% der 
Carapax) ist die Hand bei den Philip pi'schen Männ- 
chen nicht bloss relativ, sondern auch absolut breiter 
und dicker als bei beiden am Eingange erwähnten, viel 
grösseren, von Dupont und Krohn stammenden In- 
dividuen. Die Scheeren der beiden letzteren sind, 
wenn auch nicht ihren Dimensionen , so doch ihrer 
Gestalt nach den weiblichen überaus nahe (Fig. XIV.). 
Wir haben es hier wohl abermals, wie bei Herhstia, 
mit einem männlichen Dimorphismus zu thun. Von 
den vier Weibchen wäre zu erwähnen, dass ihr Körper 
vorne viel breiter und gewölbter als der der zugehö- 
rigen Männchen ist, dass Stirn und E-ostrum, etwa in 
einer Flucht liegend, unter einem Winkel von 45° ab- 
wärts steigen. Die Vorderfüsse sind viel kürzer, so 
dass die Femora nur bis an die Orbita reichen, die 
schwachen Hände nur etwa % der Körperlänge betra- 
gen. Der umgeschlagene Theil des Postabdomens ist 
fast kreisförmig, stark gewölbt, nur bei dem kleinsten 
Exemplar mehr oval und platt. Ein von mir aus Nea- 
pel mitgebrachtes, jüngeres Weibchen ist dadurch 
bemerkenswerth , dass es trotz einer Körperlänge von 
32 Mm. noch die ovale und platte Gestalt des Postab- 
domens bewahrt hat, während dies bei gleichgrossen 
Philip pi'schen Exemplaren nicht mehr der Fall ist. 
Das grösste weibliche Exemplar unserer Sammlung (42 
Mm.) stammt, laut Etikette, aus Neufundland. Als 
einzige bemerkenswerthe Abweichung wäre hervorzu- 
heben, dass sein Intestinalstachel nicht dorn-, sondern 
zuckerhutförmig zugespitzt ist. 

Melanges biologiques. X. »0 



— 554 — 

P. nodipes Leach. 

P. nodipes Leach, W. E. The Zool. miscellany. 
London 1815. Vol. II, p. 50, pi. 78. 

? Pisa armata Risso, A. Hist. nat. de l'Europe 
mérid. T. V. Paris 1826, p. 24. 

Inachus musivus. Otto, A. W. Beschr. einiger 
neuen, in den Jahren 1818 u. 1819 im Mittelländ. 
Meere gefund. Crustaceen. N. Acta Acad. Leop.-Car. 
T. XIV. P. 1. Bonnae 1828, p.334, Tab. XX. (Nach 
Roux auch im Bulletin universel, août 1829). 

Pisa armata Roux, P. Crust, de laMéditerr. Paris 
1828, pi. XXXIII. 

M. Edwards (p. 309) erwähnt die P. nodipes Lesich 
nur anhangsweise. Sie scheint ihm der P. armata sehr 
nahe stehend , vielleicht von ihr überhaupt nicht un- 
terscheidbar. Heller (p. 43) führt sie ohne jede Re- 
serve unter den Synonymen für P. armata auf. 

Eine eingehendere Untersuchung der vorliegenden 
22 aus Neapel stammenden Exemplare veranlasste 
Czernjawsky und mich der Philippi'schen Bestim- 
mung derselben als P. nodipes Leach vollkommen 
beizupflichten. Von P. Gibbsii, der unsere Art nä- 
her zu stehen scheint, unterscheidet sie sich durch 
die musivischen Rinnen , welche die Behaarung der 
Carapax durchziehen, von P armata ausserdem noch 
durch den abgestumpften Stachelhöcker auf der In- 
testinalgegend. Die folgende Beschreibung beruht 
zum Theil auf den Aufzeichnungen von Philippi, 
zum Theil auf eigenen Ergänzungen. Die langen, 
etwa % der Körperlänge ausmachenden Stirnhörner 
sind fast vollkommen horizontal, liegen dichter bei- 



— 555- 

einander und divergieren auch an der Spitze meist 
weniger als bei der vorhergehenden Art. Orbitaldorn 
wie bei P. armata , kürzer als bei P. tetraodon. Die 
Seiten haben keine Dornen. Die Branchialgegend trägt 
hinten einen hohen, schräg nach oben und aussen vor- 
springenden spitzen Höcker, welcher dem Stachel der 
vorhergehenden Art entspricht. Auf der Intestinalge- 
gend erhebt sich ein weniger hoher, abgeschnitten-co- 
nischer Höcker. Breite, scharf begrenzte Furchen 
theilen die Oberfläche der Carapax in unregelmässige, 
aber sehr constante, symmetrische Felder. Nach der 
richtigen Bemerkung von Roux können diese Furchen 
der Arbeit eines bohrenden Wurmes verglichen wer- 
den. Sie verlaufen zu beiden Seiten der Genital-, Herz- 
und Intestinalgegend , bilden zwischen den beiden er- 
sten dieser Gegenden eine Queranastomose ; erstrecken 
sich ferner jederseits zwischen Branchialgegend und 
Hinterrand der Carapax, desgleichen vom Zusammen- 
stoss der Herz- und Genitalgegend im Bogen nach 
hinten und aussen. Die von den Furchen begrenzten 
Felder sammt den zugehörigen Buckeln und Höckern 
sind nach Otto's treffender Beschreibung mit Steinchen 
besetzt , welche wie Pflastersteine oder Bochenzähne 
dicht aneinander liegen, am Messer knirschen und auf 
keulenförmigen biegsamen, etwa eine halbe Linie lan- 
gen Stielchen der Schaale aufsitzen. Die Furchen 
kommen dadurch zu Stande , dass hier die Steinchen 
der verlängerten Stielchen entbehren. Mitten auf der 
Einsattelung zwischen Cardiacal- und Intestinalgegend 
befindet sich stets eine kleine länglich-rundliche, den 
Furchen entsprechende Glatze. Das Rostrum, die 
Stirn- und Lebergegenden und Seiten sind mit gelb- 



— 556 — 

lichen Hakenhaaren besetzt. Die knotig-höckerigen 
Fusse erscheinen dreikantig , indem sie an drei Seiten 
mit Büscheln langer, an der Spitze verdickter Haare 
besetzt sind. Der Daumen hat oben und, dem entspre- 
chend, der Zeigefinger unten zwei Kanten. Die Seiten- 
flächen der Hand sind durch mehrere Längsleisten 
rauh. Die Hand des Männchens ist nicht bloss absolut, 
sondern auch relativ grösser, doch an den vorliegenden 
Exemplaren eben so wie die des Weibchens gestaltet. 
Vielleicht macht sich bei grösseren Exemplaren, zu 
denen die vorliegenden nicht gehören, hier auch eine 
gestaltliche Differenz bemerkbar. Leider wurde uns ein 
Exemplar nicht erhalten, dessen Philippi nachträglich 
Erwähnung thut. Es soll ein starkbeschädigtesMännchen 
gewesen sein, welches mit der gegenwärtigen Art in Allem 
übereinzustimmen schien, aber löffeiförmige Scheeren 
hatte, genau wie P. tetraodon. Sollte, so fragt unser Ge- 
währsmann, dies der ausgewachsene Zustand sein? 

M a as se. Grösstes Männchen 47 Mm. lang, 26 breit; 
Scheeren 19 Mm. lang, 5 breit; grösstes Weibchen 
38 Mm. lang, 21 breit; Scheeren 10 Mm. lang, 3 breit. 
Das von Leach abgebildete Exemplar war kleiner als 
die grösseren Philip pi'schen. Ob das grösste Exem- 
plar von Otto die unsrigen in seinen Dimensionen 
übertraf oder nicht, ist schwer zu beurtheilen, da die 
Figur des Verfassers nur die ungefähre Grösse ange- 
ben soll. Die Abbildung von Roux übertrifft unsere 
grössten Individuen nur ganz unbedeutend. 

Entgegen der Ansicht von Otto kann ich nicht um- 
hin seinen InacJius musivus mit Pisa nodipes Leach 
zu identificiren , um so mehr, als der Verfasser selbst 
die nahe Verwandtschaft beider «Species» betont und 



— 557 — 

keine erheblichen DiiFerentialmerkmale anführt. Die 
vordere Verlängerung des mit gestielten «Steinchen» 
gepflasterten Gastricalfeldes ist kaum characteristisch, 
könnte leicht variiren oder auf der Figur von Leach 
nicht deutlich genug gezeichnet sein. Die Färbung des 
Thieres — welche Otto übrigens keineswegs als Un- 
terscheidungsmerkmal hervorhebt — dürfte noch we- 
niger maassgebend sein, da dieselbe nach Roux zwi- 
schen roth, gelblich oder orange variirt. 

Übrigens will ich nicht verabsäumen zu erwähnen, 
dass Philippi nicht mit derselben Entschiedenheit 
seine Exemplare zu P. nodipes zieht, wie es oben ge- 
schehen, sondern nicht ganz abgeneigt ist den Inaclius 
musivus als Varietät davon gelten zu lassen. Er schreibt: 
«Bei/, musivus reicht die Genitalgegend bis an die Au- 
gen, bei P. nodipes nicht, sondern sie hört in der hal- 
ben Länge des Körpers auf. Bei L musivus divergiren 
die Stirndornen, bei P. nodipes sind die Spitzen parallel, 
bei /. musivus sind die Tarsen höckerig, bei P. nodipes 
nicht.» Dem entgegen finde ich an denPhilippi'schen 
Exemplaren die Höckerigkeit der Tarsen so gering, 
dass sie auf der Abbildung von Leach nicht ausge- 
drückt zu sein braucht. Ferner variiren an denselben 
Exemplaren die Stirndornen in Bezug auf die Rich- 
tung ihrer Spitzen sehr beträchtlich und erscheinen 
daher als zweifelhaftes Merkmal. 

Ausser den Philipp i'schen Exemplaren besitzt das 
Museum noch aus dem Mittelmeere ein mittelgrosses 
Weibchen durch Krohn (wohl auch aus Neapel), zwei 
kleinere Weibchen von Dupont und schliesslich ein 
32 Mm. langes von Philippi mit (iPisa nodipes Leach. 
Venedig» signirtes Männchen. 



— 558 — 

P. tetraodon Leach. 

Dies ist die grösste der vorliegenden Arten, denn 
einzelne männliche Exemplare messen, das Rostrum 
mit einbegriffen, 54 Mm. 

Das Rückenschild ist gedrungener, weniger schlank 
und meist stärker gewölbt als bei P. corallina. Dem 
Gesammthabitus nach erinnert er an Mithrax. Im 
Übrigen, in der Gestaltung der Beine, der Zahl und 
Vertheilung der Stacheln etc. steht unsere Art der 
P. corallina überaus nahe. Als einziges sonstiges ge- 
staltliches Unterscheidungsmerkmal tritt uns die Bil- 
dung des Rostrums entgegen. Bei P. tetraodon näm- 
lich sind die Stirnhörner relativ merklich kürzer, ver- 
laufen nur an der Basis dicht neben einander, wäh- 
rend ihre vordere Hälfte oder ihr vorderes Drittel stark 
divergirt; bei P. corallina hingegen divergiren nur die 
äussersten Spitzen der Stirnhörner und auch diese 
nur ganz unbedeutend. Nun ist aber zu bemerken, 
dass die Form des Rostrums bei P. tetraodon über- 
aus stark variirt und kaum bei zwei Individuen ganz 
gleich gestaltet ist. So schwankt der Winkel, in wel- 
chem die Enden der Stirnhörner divergiren, zwi- 
schen 45 und 90°. Die Scheeren sind auch bei dieser 
Art, ebenso wie auch bei den folgenden, ganz ähnlich 
wie bei Herhstia gebildet, und zwar beim Männchen 
nach dem Muster der kürzeren, breiteren der oben für 
Herhstia abgebildeten Formen. 

Unter den 34 von Philippi in Neapel gesammelten 
Individuen befindet sich eines (K 199) mit nach dem 
weiblichen Typus gebildeten Scheeren. Es misst genau 
50 Mm. Als Beleg dafür, dass auch an der englischen 



— 559 — 

Küste Männchen mit weiblichen Scheeren vorkommen, 
dient (JTs 210) ein vom Akad. L. v. Schrenck aus 
Portsmuth mitgebrachtes Exemplar von 45 Mm. Länge. 
Ausser den aufgeführten Exemplaren liegen bei der 
Untersuchung noch 13 aus dem Mittelmeere von Du- 
pont, Christ of ori und Grohmann stammende Exem- 
plare, ohne nähere Angabe des Fundortes vor. Bei 
einem defecten, aus dem Berliner Museum ohne An- 
gabe des Fundortes erhaltenen Exemplare von 53 Mm. 
klaffen die Scheeren so unbedeutend, dass sie gewis- 
sermassen eine Hinneigung zum weiblichen Typus an- 
zeigen. 

P. convexa Ph. n. sp.? 





>^ 



"7 



XV. . 

Fig. XV. Pisa convexa PMl. n. sp.? Weibchen in natürl. Grösse, 
nacli Originalzeichnungen von Dr. Philippi aus dem J. 1839. 



— 560 — 

CepJialothorace laeviusculo, valde convexco^ ovato; 
tuber culis regionis genitalis et cardiacalis nullis; cornu- 
bus frontalibus brevibus, rectis valde declivis^ spatio 
separatiSj orbitalibusque divergentibus , later alibus re- 
curvis, secundo quartoque majoribus. 

Die naclistehende, fast wörtlich dem Philippi'schen 
Manuscript entlehnte Beschreibung beruht auf einem 
einzigen weiblichen, aus Neapel stammenden Exemplar 
(K?. 1596). Dasselbe war ursprünglich ganz mit Serpein 
etc. besetzt, so dass sich über die Behaarung nichts 
sagen liess. Ferner war es der Fühler beraubt. 

Das Kopfbruststück ist incl. Stirndornen 26 Mm. 
lang, 18 breit, eiförmig, stark gewölbt, die Regionen 
schwach abgesondert. Die Stirndornen sind etwas ge- 
neigt, bis zu ihrer Basis durch einen breiten Spalt ge- 
sondert, an den Spitzen kaum divergirend, stumpf, aus- 
sen gemessen 5 Mm. lang. Die vorderen Orbitaldor- 
nen sind kurz, dick und gleichfalls stumpf. Seitendor- 
nen sind, wie gewöhnlich, 5 vorhanden, etwas gekrümmt 
und nach vorn gerichtet, wie bei P. tetraodon; von 
diesen Dornen ist der zweite und nächst dem der vierte 
der grösste. Auf der oberen Fläche sind fast alle Höcker 
obsolet, am deutlichsten ist der allerletzte und nächst 
dem ein Höcker jederseits innen vom letzten Seiten- 
dorn. Auf der Magengegend erkennt man mit Mühe 
4 Höckerchen ; die Höcker der Genital- und Cardiacal- 
gegend sind völlig verschwunden. Der Hinterleib ist 
sehr breit, trotz der geringen Grösse des Thieres 
bereits annähernd kreisförmig. 

Die Bildung der 4 die Stirn zierenden Hörner lässt 
allerdings auf den ersten Blick das vorliegende Exem- 
plar von gleich grossen Weibchen der P, tetraodon un- 



— 561 — 

terscheiden. Was nun aber die übrigen Merkmale an- 
betrifft, so erscheinen sie kaum wesentlich: derselbe 
Grad von Wölbung und Breite des Céphalothorax fin- 
det sich auch bei gleich grossen P. tetraodon vor; von 
welch letzterer eines unserer Exemplare bereits auch 
ein kreisförmiges, nicht mehr eiförmiges Postabdomen 
besitzt. Mithin dürfte eine spätere Randbemerkung 
Philippi's der Beachtung werth sein. Es weist die- 
selbe nämlich auf ein nachträglich erhaltenes Weibchen 
von P. tetraodon hin, bei welchem das eine Horn ge- 
wöhnlich, das andere wie bei P. convexa gestaltet war. 
Mithin könnte P. convexa auch nur eine blosse Mon- 
strosität darstellen. 

P. corallina Risso. 




XVI. 

Fig. XVI. Pisa corallina. Männchen aus Neapel, von Philip pi, 
JV« 204 unsers Museums, nebst linker Hand von aussen, in nat. Grösse. 

Mélanges biologiques. X. '■'■ 



— 562 — 

Die Differentialdiagnose dieser kleineren Art ergiebt 
sich aus der synoptischen Übersicht und wurde auch 
bei Besprechung der P. tetraodon hervorgehoben. Ge- 
gen 30 Exemplare von verschiedener Grösse, Männ- 
chen und Weibchen, gehören zur Collection Philippi's. 
Fünf derselben sind aus Palermo, die übrigen aus Ne- 
apel. Unabhängig von Geschlecht und Grösse, un- 
terliegt der Grad der Wölbung des Céphalothorax in- 
dividuellen Variationen. Das grösste, von Philippi 
geschickte Exemplar, ein Männchen, ist 38 Mm. lang 
und 19 Mm. breit. 

Gleichsam die Mitte zwischen P. corallina und P. 
tetraodon halten zwei männliche Exemplare einer Krebs- 
form (J^ 1600), als deren Geber Prévost (1835), ohne 
Angabe des Fundortes, notirt ist. Ihre Länge erreicht 
50 Mm., übertrifft also ganz bedeutend die für P. co- 
rallina bekannte Grösse und nähert sich der von P. 
tetraodon. In Bezug auf die Bildung der langen Stirn- 
hörner, die im vorderen Theile etwas verschmächtigte 
Gestalt des Céphalothorax, nähern sich die in Eede ste- 
henden Exemplare der P. corallina^ in der stärkeren 
Wölbung des letzteren hingegen der P. tetraodon. 

P. quadricornis Philippi n. sp.? 

CephalotJiorace laeviusculo, suhtriangulari ^ spinis 
lateralibus posticis divergentihus, cornubus frontis hre- 
vihus, orhitaUhus magnis, parallelis] spinis lateralibus 
1, 2, 3 minutis. 

Den 25 November in Neapel ein Männchen bekom- 
men, vollkommen wohl erhalten, aber der dritte Fuss 
der rechten und der fünfte der linken Seite in Folge 
von Reproduction kleiner. Die Farbe ist rothbraun. 



— 563 — 




XVII. 

Fig. XVII. Pisa quadricornis Phil. n. sp.? Männclieii innat. Gr., 
nach Originalzeichnungen von Dr. Philippi aus d. J. 1839. 

die ganze Oberfläche mit kurzen, dicken Haaren wie 
gepflastert. Das Kopfbruststück ist gegen 30 Mm. 
lang, wovon nur 5,5 auf die Stirnliörner kommen, und 
hinten zwischen den seitlichen Dornen 20 Mm. breit. 
Es wäre fast dreieckig zu nennen, wenn die Orbital- 
dornen nicht so gross wären. Die äusseren Fühler sind 
länger als die Stirnhörner. Letztere sind, wie erwähnt, 
sehr klein, ferner schwach geneigt mit aufwärts gebo- 
gener Spitze, einander parallel, nach aussen mit ge- 
krümmten Haaren reichlich besetzt. Die vorderen Or- 
bitaldornen sind parallel, messen innen 4, aussen bis 



— 564 — 

zur Orbitalfissur 5 Mm. Die hinteren Orbitaldornen 
sind nur wenig vorstehende Höcker. Ausserdem be- 
finden sich an den Seiten, wie gewöhnlich, 4 Dornen, von 
denen die beiden ersten nur schwache Höcker sind. 
Auf der Magengegend 4 kleine Höcker; davor meh- 
rere Büschel hakenförmiger Haare, ein grosser Höcker 
auf der regio genitalis, ein anderer noch grösserer 
auf der Herzgegend, ein dritter über dem hinteren 
Rande. Zwei schwache mit Haaren besetzte Höcker zwi- 
schen dem der Herzgegend und dem letzten Seiten- 
dorn. Die Eegionen sind wenig von einander abgesetzt. 
Der erste und zweite Seitendorn sind von einander 
entfernt, und der Körper zwischen dem 2 ten und 3 ten 
Seitendorn wenig breiter als dicht hinter den Augen. 
Die Scheeren haben die gewöhnliche Form und sind 
ziemlich lang zu nennen. Die Hand misst 19 Mm.; 
der Arm hat auf der inner n unteren Kante 4 , auf der 
oberen 3, auf der äusseren, nahe der Basis 2 Höcker, 
der Carpus aussen 2. Die nach innen gebogenen Finger 
berühren sich nur mit der letzten fein gezähnten Hälfte ; 
der Daumen hat vorher einen breiten zweihöckerigen 
Zahn. Das zweite Fusspaar ist ebenso lang wie das 
erste, das Femur nimmt davon die halbe Länge ein. 
Die übrigen Fusse nehmen allmählich an Länge ab. 
Bei allen ist das Femur auf der oberen Kante, bei den 
beiden letzten auch auf den beiden unteren Kanten 
mit hakenförmigen Haaren besetzt und am Ende drei- 
höckerig, die Tibia ist nach vorn etwas verbreitert und 
oben mit einer schwachen Grube versehen, der Tarsus 
unten vor dem Ende mit einem behaarten Höcker wie 
mit einer Bürste besetzt, das Nagelglied mit feinen 
Zähnen und Borsten versehen , wie gewöhnlich. — 



— 565 — 

Durch das beinahe glatte Kopfbruststück mit schwach 
abgesetzten Regionen stimmt diese Art mit P. tetrao- 
don überein, unterscheidet sich aber wesentlich: 1. 
durch kurze Stirnhörner; 2. indem der 2te und 3te 
Seitendorn nur sehr schwach angedeutet, auch der 
erste oder hintere Orbitaldorn weit weniger vor- 
springt; 3. durch die Yerschmälerung des Kopfbrust- 
stückes in der Genitalgegend; 4. andre Beschaffenheit 
der Höcker auf demselben; -5. längere und schlankere 
Scheeren (?) mit mehreren Höckern auf dem Arm; 6. 
durch die Verlängerung des zweiten Fusspaares. 

Als Ergänzung zu dieser wörtlich dem Philippi' 
sehen Manuscript entlehnten Diagnose und Beschrei- 
bung möchte ich nur hinzufügen, dass das in Rede 
stehende Exemplar der P. corallina ungleich näher 
als der P. tetraodon steht. Abgesehen von der ursprüng- 
lich anderen Färbung und von der Stirnbildung, wüsste 
ich sogar durchaus kein unterscheidendes Merkmal 
anzugeben. Bei dem Vorhandensein nur eines einzi- 
gen Exemplares wäre es daher immerhin nicht unmög- 
lich, dass dasselbe eine blosse Monstrosität darstellt. 



(Tiré du Bulletin, T. XXVI, pag. 395—420.) 



î| Mai 1880. 



Diagnoses plantarum novarum asiaticarum. III. Scripsit 
C. J. Maximowicz. 

Arabîs Piasezkii. (Alomatium § 4. DC. Prodr.) Hu- 
milis perennis raulticeps, caulibus diffusis basi divari- 
cato-ramosis cum foliis novellis pedicellis calyceque ex- 
tus puis tripartitis adspersis; foliis radicalibus nullis, 
caulinis petiolatis linearioblongis obtusis integerrimis, 
superioribus linearibus; pedicello calycem patentem 
duplo superante, petalis truncato-obovatis calyce plus 
duplo longioribus; siliquis patentibus pedicello incras- 
sato triplo longioribus pilis bipartitis pubescentibus, 
stylo brevissimo crasso stigmateque bilobo superatis; 
semine ovali anguste marginato. 

In Chinae occidentalis prov. Kansu australi (Pia- 
sezki, 1875). 

Primo aspectu Sisymhrio Jiumili C. A. Mey. simil- 
lima, sed embryo rite pleurorhizeus et folia inte- 
gerrima majora. Prope A. sinuatam Turcz. locum 
teuere videtur, sed modo Crescendi refert potius A. 
fruticulosam C. A. Mey. vel A. pachyrhimm Kar. Kir., 
praeter ramos decumbentes. — Planta palmam alta, 
sed cauliculi ramive decumbentes spithamaei. 



— 568 — 

Arabis ? alaschanica. Perennis multiceps nana, radice 
fusiformi longissima, foliis radicalibus numerosis erec- 
tis oblongospathulatis obtusis acutisve, cum petiolo alato 
margine pilis simplicibus parcis ciliatis, medium versus 
pauciserratis; cauliculis sub anthesi folia non v. parum 
superantibus basi 1 — 3-foliis, foliis linearibus sessili- 
bus flores axillares emittentibus; racemo plurifloro 
demum elongato glabro, pedicellis erectis flore vix bre- 
vioribus, sepalis oblongis quam petala exserte ungui- 
culata spatbulata duplo brevioribus, stylo elongato 
ovario vix triple breviore; siliquae dehiscentis valvis 
1-nerviis. 

In montibus Alaschan Mongoliae australis, in rude- 
ratis (Przewalski, 1873). 

Habitus peculiaris, ita ut an ad Arahides pertinet 
incertum sit , tamen et ad Cardaminem duci nequit 
ob val vas 1-nervias, etsi stylus gracilis convenir et, at 
in speciebus integrifoliis Cardamines stylus semper 
perbrevis occurrit. Ad Sisymbrii sect. AraUdopsin 
pertinere nequit, stigmate sessili contradicente, reliquae 
sectiones vero jam floribus flavis discrepant. Eutre- 
ma siliqua brevi difi*ert, Smelotvskia foliis, Erysimum 
et Zerdana pube et habitu. Inter Ar abides accedit ad 
A, Jcokanicam Rgl. et Schmalh., fructiferam tantum 
notam, quae difPert foliis integris parvis, caulinis nullis, 
siliquarum pedicello styloque brevioribus. 

Dontostemon senilis. Perennis, setis longis tenuibus 
patentibus parce tectus; foliis sparsis longe linearibus 
integerrimis; petalis calyce duplo longioribus lamina 
obovata; siliqua glabra, stylo crassitie stigmatis; se- 
minibus marginatis pleurorhizeis. 



— 569 — 

In Mongolia australi, territorio Ordos, rarus (Prze- 
walski, 1872), Thian-schan orientali (Potanin, 
1877). 

D. perennis C. A. Mey. ab hac specie distal: den- 
sus et dense foliatus foliis brevioribus, canescens v. 
virescens pilis appressis brevibus, stylus in fructu raa- 
turescente stigmate distincte angustior (contra Lede- 
bouri descriptionem , sed ex ejus ipsius exemplis), 
semina immarginata notorhizea. 

Sisymbrium Piasezkii (Sect. Ar ahidopsis DC.) Annuum 
V. bienne, palmare, pube ramosa cinerascens, caulicu- 
lis multis erectiusculis ; foliis inferioribus integris, su- 
perioribus rarius hinc v. utrinque 1-dentatis, omnibus 
oblongolinearibus v. linearibus obtusiusculis; pedicello 
calycem extus cinereopubescentem superante; petalis 
obovatis retusis sepala plus duplo superantibus ; sili- 
quis gracilibus incanis torulosis incurvis v. circinnatis 
pedicello plus duplo crassioribus, styli cylindrici longi- 
tudine latioribus, stigmate truncatoretuso. 

In China occidentali, prov. Kansu parte australi 
(Piasezki), Mongolia australi, montibus Alascban et 
Muni-ula (Przewalski). 

A simillimo S, humili C. A. Mey. distinctum vide- 
tur cauliculis non diffusis humilioribus, foliis integris, 
petalis retusis calycem magis superantibus et siliqua 
contortuplicata. 

Malcolmia mongolica. (§ 1. Sisymbrioides Boiss.) Pu- 
bescens, annua, caule spithamaeo a basi valde ramoso 
ramis ascendentibus ; foliis linearioblongis basi atte- 
nuatis apice obtusiusculis integris v. infimis utrinque 
infra apicem 1 -dentatis ; pedicellis dense pubescentibus 

Mélanges biologiç[ues. X. 72 



— 570 — 

calycem bäsi aequalem dorso pilosum superantibus, 
petalis obovatis quam sepala duplo longioribus; siliqua 
pilosula pedicello duplo crassiore recurva v. circimiata 
subtorulosa styli cylindrici longitudini aequilata, 
stigmate truncato, retuso, septo fungoso aequali. — 
Malcolmia torulosa Rgl. et Herd. PI. Semen. Suppl. 
II. 33. in adnot. — non Boiss. Sisymbrium contortup- 
licatum var. parviflora Rgl. Herd. PI. Semen, n. 102. 
excl. syn. Boiss. 

Mongolia boreali, in itinere a fl. Tschuja superiore 
ad oppidum Chobdo (Kalning, 1870), Tliian-schan, 
prope fontes fl. Zan-ma (Przewalski, 1877). 

A M. contortuplicata Boiss. diversa pedicellis sili- 
qua matura baud aequicrassis, foliis omnibus indivisis, 
a M. torulosa Boiss. pedicellis calycem superantibus 
et petalis obovatis. 

Berteroa Potanini. Caudiculo basi fruticuloso, cauli- 
culis numerosis ascendentibus simplicibus paucifoliis; 
foliis plerisque radicalibus petiolatis oblongis ; racemis 
subpaucifloris fructiferis Iaxis, pedicellis arcuatopatulis 
siliculam planocompressam rotundato-ovalem stylo sub- 
aequilongo coronatam superantibus; semine late alato. 

Mongolia^ Thian-schan orientali (Potanin, 1877). 

Modus Crescendi et statura B.spathulataeC. A.Mey., 
folia et siliculae potius B. orhiculatae DC, a qua 
differt statura, habitu caespitoso, ramis cauliculorum 
nuUis, petalis ochraceis, stylo longiore, floribus multo 
paucioribus, fructu majore. Species sui juris. 

Dilophia fontana. Major, foliis ovalibus longe petiolatis, 
racemis foliatis elongatis, silicula transverse ovali mar- 
gine minute aculeolata, embryone pleurorhizeo. 



— 571 — 

In Ghinae occidentalis prov. Kansu, prat is alpinis 
liumidis (Przewalski, 1872). 

Characteribus datis abunde et nimis distincta a 
duabus speciebus notis: D, salsa Thorns, (e Tibeto) in 
Kew Journ. Y. 19. lY. tab. 12. et D. kaschgarica Ru^r, 
Sert, tiansdian. Ob siliculae structuram persimilem 
certe congenerica, sed cotyledonibiis accumbentibus 
neque incumbentibus habi tuque diversissima et valde 
similis Taphrospermoplatypetalo S ehr enk. Nihilominus 
a Dilophia non removendam censemus. Nam et in Ta- 
pJirospernio nunc nominato cotyledones mox incumben- 
tes mox accumbentes occurrunt, aequo ac in CocMearia 
(Kernera). Junctionem Cochleariae et Taphrospermi a 
Bentham et Hooker propositam approbare nequeo, 
quia character Cochleariae tunc nimis vagus evadit. 
Genera Cruciferarum longe plurima mere artificialia 
sunt, ita ut plantas habitu identico donatas saepe sub 
diversis tribubus militantes invenias. Donee genera 
artificialia in genera naturalia non reficiuntur, priora 
signis bene definitis circumscribere saltern commodum 
atque necessarium videtur. Qualia signa in Taphro- 
spermo sunt racemi bracteati et siliculae acutae, con- 
tra racemos nudos et fructus obtusos Cochleariae. Di- 
lophiae autem genus utrique nunc adducto sane proxi- 
mum. 

Coelonema. 

Gen. nov. Cruciferarum. 

Sepala basi aequalianavicularia. Petala breve ungui- 
culata, lamina obovata emarginata patula. Stamina 
tetradynama filamentis linearibus basi dilatatis cavis, 
antheris dorso insertis erectis. Ovarium rotundato- 



— 572 — 

ellipticum a latere compressum , epicarpio laxo mem- 
branaceo ab endocarpio carnoso praeter replum libero, 
2-loculare, septo angusto cavernoso subduplici. Sty- 
lus brevis 5 stigma truncatum. Ovula in loculo 5 — 6, 
pleraque demum abortiva. Silicula (valde juvenilis) 
valvis navicularibus 1-nerviis immarginatis baud so- 
lubilibus, indehiscens igitur. Semina ? — Herba nana 
suffruticosa viridis , radice elongata tenui , cauliculis 
numerosis procumbentibus caespitosis nonnullis rosu- 
liferis, nonnullis e rosula florigeris, foliis parvis obo- 
vatis, caulinis paucis ciliatis (pilis simplicibus , admix- 
tis paucis bipartitis), floribus racemosis, inferioribus 
2 — 6 bracteatis, reliquis numerosioribus nudis, pedi- 
cellis defloratis patenti-incurvis , petalis flavis. — No- 
men e y.oi\oç cavus et vvfjia filamentum. 

Habitus Brabae sect. Chrysodrahae yel specierum 
humiliorum Aethionematis ^ prope quas posteriores ex 
habitu, pube et charactere florali pro tempore ponen- 
dum videtur. 

C. draboides. 

In 6%maeprov.Kansu,ad latera deuudata montium 
(Przewalski, 1873). 

Pugionium Gaertn. 

Isatideae. 

Calyx erectus sepalis anguste oblongis membrana- 
ceis lateralibus basi saccatis, cito deciduis. Petala li- 
nearilanceolata basi in unguem exsertum apiceque 
attenuata, calyce nondum delapso erecta , tum cum 
staminibus recurvo-diffusa subtorta. Stamina 2 brevi- 
ora centro glandulae magnae reniformis v. sulcatae in- 
serta, sepalis saccatis opposita et aequiloiiga, 4 longi- 



— 573 — 

ora media petala superantia, per paria sepalis exteri- 
oribus opposita. Fiîamenta filiformia, antherae angu- 
ste oblongae dorso supra basin bilobam insertae, 2-lo- 
culares. Germen brevissime substipitatum a latere 
compressum subquadratum dorso alatum, alis stamina 
breviora spectantibus , 2-loculare, localis 1-ovulatis. 
Ovula medio septo angusto crasso ope funiculi crassi 
et brevis inserta reniformiorbiculata. Stigma sessile sub 
anthesi latitudinem ovarii aequans depressocapitatum, 
papillis crassis maximis elongatis quasi penicillatum. 
Silicula indehiscens obortu 1-sperma obliqua (latere 
loculi fertilis majore), a latere compressa, loculo 
transverse ovali stigmatis vestigio prope basin alae 
minoris coronato, dorso utrinque in alam chartaceam 
loculo longiorem angustam dilatata, disco reticulato- 
nervosa ex nervis aculeos paucos emittente , reticulo 
cum interstitiis hyalinis demum passim perforatis epi- 
carpium constituente , maturitate omni fere circuitu 
ab endocarpio coriaceo laevi solutum et latere alae 
majoris tantum fills paucis connexum. Vestigium lo- 
culi abortivi cum ovulo minute ad basin alae minoris 
in ipso extreme libero endocarpii locatum. Semen 
intra endocarpium laxum , oblongum superne hinc 
emarginatum, horizontale, funiculo crasso in emargi- 
natura affixonunc sat elongate adissepimentopendulum. 
Testa membranacea inter cotyledones et radiculam dia- 
phragmate cellulose instructa, arete embryonem lu- 
teum circumdans. Radicula supera liorizontalis chala- 
zam spectans teres clavata ipso apice subito apiculata, 
cotyledonibus linearioblongis curvis convexis incum- 
bens — Herbae MongoUae austral is arenicolae , an- 
nuae v. biennes, orgyales, globi in modum intricato- 



— 574 — 

ramosissimae, foliis radicalibus carnosis sub anthesi 
nullis caulinisque parvis pinnatisectis, floribus in race- 
mos laxos paucifloros nudos dispositis majusculis ro- 
seis, siliculis erectis. 

1. P. cornutum Gaertn. De fr. II. 291. t. 142. 
Siliculae aus acuminatis. — Lam. Enc. meth. lUustr. 
d. genres, III. 659. t. 974. (e Gaertnero sumta). 
Ledeb. Fl. Ross. I. 168 et in Munch. Abh. IV. pars 
3. 115. c. tab. Bge. in Linnaea XVI. 98. Myagrum 
cornutum Lam. Enc. meth. I. 571. Bunias cornuta 
L. Cod. 4877. excl. syn. Tourn. J. Mayer in Abh. 
Boehm. Ges. d. Wiss. III. 1786. 240. t. VIL f. 3. 

Hab. in de&erüs Mongoliae (Heike ^) fr. nond. mat. 
ex J. Mayer): regione Ordos, in arenis sterilissimis 
Kusuptschi dictis frequens (Przewalski, 1871) et 
ejusdem parte australi, inter Porobalgassun et Wu- 
sjen , ab urbe Ning-hia-fu et muro magno orientem 
versus (rev. pat. Verlinden, 1877, schedulae inscri- 
bens: Moutarde sauvage, Saho en Mongol, on la cul- 
tive aussi. Odeur désagréable). Alibi in Mongolia 
nusquam visa, ita ut et ab Heucke fortasse ex iisdem 
locis, ad tractum mercatorium e Tibeto Pekinum du- 
centem, a mercatoribus indigenis acceptum. 

E flora Rossica certe excludendum , nam a solo 
Georgi (Beschr. d. r. R. III. 1146. et Nachtr. 290.) 
in Sibiria ad Iset et Tobol et in deserto Calmuccorum 



1) Heike, rectiiis fortasse Heucke, qui nominatur in Gmelini 
FI. Sibir. IH. 172. et in cujus honorem descripta fuit Amygdalus 
Heuckeana Schtcll. Abh. Halle. 1854. 1. 22. De hac habet Gmelin 
1. c. : ramum mihi attulit iu campis apricis sineusibus, per quos ex 
Sibiria per Muugalorum regioues ad Sinas itur, chirurgus Heucke, 
qui comitatui sinico interfuit. Unde Heucke um etiam Pugionium 
in China ipsa a mercatoribus siuicis accepisse verosimile fit. 



— 575 — 

inter Wolgam et Ural fl. crescere affirmatur, absque 
dubio banc tantum ob causam, quia Martini, Pugionii 
possessor, Gmelini socius, regiones istas peragrave- 
rat ^). Sed J. Mayer, qui plura specimina bona a 
Martinio habuisse refert, Heikeum collectorem 
MongoUarnqne patriam tantum notât. Descriptio vero 
et figura Mayeri cum descriptionibus et figuris alio- 
rum autorum tam bene congruit, ut alia specimina 
praeter Marti ni ana baud adfuisse certum sit. 

Radix digitum crassa carnosa. Folia radicalia nu- 
merosa ultrapedalia , ad 6 — 7 poll, lata, petiolis ca- 
naliculatis penna anserina crassioribus , lamina 6 — 7- 
jugo-pinnatisecta glabra, segmenta linearioblonga utrin- 
que attenuata, indivisa v. irregulariter bine dentibus 
magnis 1—3 instructa v. apice 2 — 3-loba, v. usque 
ad basin 3 -partita laciniis segmentum integrum simu- 
lantibus. Caulis, ex Przewalskio, prope radicem 1 
— IV2 poll, crassus, ramosissimus , autumno demum 
fractus vim venti magnam concipiens velocissime rui- 
tur per campos aridos natales. Folia caulina parca 
et tenuia, petiolata, lanceolatolinearia vel iinearia, in- 
feriora tripartita, reliqua vulgo indivisa v. apice 2 — 3- 
loba. Sepala 7 : 2 mill,, petala 15 : 1,75 mill, magna. 
Siliqua cum alis 6 — 8 cent, lata, loculus 10 : 8 mill, 
magnus. Semen 9 mill, longüm. Embryo vix minor. 

2. P. dolabratum. Siliculae alis oblique angusteque 
quadrangulis ad apicem truncatum latioribus. 



2) Quae fides Georgio tribuenda, docet patria Bhei palmati: in 
insulis oceani orientalis (1. c. III. 947.), ubi Pallasium laudat, qui 
ipse in Kiachta e China accepisse testatur. 



— 576 — 

Hab. in Mongoliae regione Ordos, in arenosis secus 
fl. Hoang-ho (Przewalski, 1871). 

A praecedente differt tantum fructus forma (jam sub 
anthesi distingiienda) et glandulis hypogynis minoribus 
sulco percursis neque reniformibus, nee non foliis su- 
perioribiis filiformibus sessilibus. Habitus idem. 

Genus Pugionii a De Candolle (Syst. IL 149. et 
in Prodr. I. 185.) ob embryonfem tunc pleurorhizeum 
perperam descriptum, ad Eudidieas sive Pleurorhizeas 
Nucamentaceas ducitur. Ledebour in Flora Rossica 
I. 168. ibidem locavit, postea, post examen specimi- 
nis autlientici, de loco assignando silet. A Bentham 
et Hooker Gen. pl. I. 96. ad Isatideas inter Octo- 
ceras et Myagrum ponitur. In Isatideis, sensu autorum 
nunc laudatorum, series duae distinguuntur: siliqua 
1-loculari 1-sperma et siliqua 2- v. 4-loculari, et Pu- 
gionium locatur in série secunda, quamvis ab ipsis au- 
toribus siliqua 1-loculari describitur. Ex mea disqui- 
sitione Pugionium omnium melius cum Odocerate, Eu- 
didio^ Odithodio comparandum, ob cotyledones incum- 
bentes, fructum in primo 8-spinosum, folia pinnatifida, 
etsi omnia haec genera fructu 2-loculari gaudent, qui 
tamen et in Pugionio juventute 2-locularis est. Etiara 
mihi igitur Pugionium ad Isatideas sensu Bentham 
et Hook er ponendum videtur. 

Viola thianschanica. (Sect. Nomimium Ging., stigmate 
immarginato). Parvula neque fructifera major, glaber- 
rima; radice cylindrica subindivisa; stipulis ultra me- 
dium adnatis; lamina folii ovata elliptica v. ovali in 
petiolum longiorem apice marginatum attenuata; flore 
intense violaceo albovariegato imberbi, calcari recto 



— 577 — 

brevissimo scrotiformi; stigmate breviter uncinato con- 
vexo baud marginato; capsula brevi obtusa. V. Gme- 
liniana ß. glabra Rupr. Sert, thianschan. p. 40. Rgl. 
et Herd. PI. Semen, n. 122. — neque Ledeb. 

Hab. in ditione Jcaschgarica et mongolica jugi Thian- 
schan: ad lacumTschatyr-kul trans jugum sito (Osten- 
Sacken), trajectu Zanku alt. 10 mill. ped. (Seme- 
now), planitie elata Yuldus Minoris eadem altitudine 
et demissius, rara, nee non trajectus Narat cacumine 
9800 ped. alto, frequens (Przewalski, 1877). 

F. Gmeliniana R. S. var. glabra h eàeh., buic rêvera 
persimilis, differt stigmate distincte marginato, pube 
saltem ad petiolos saepe superstite, petiolo lamina bre- 
viore, calcari incurvo longiore (sepala saepe aequante). 
Stigma omnino medium tenet inter stigmata marginata 
F. Patrini et affinium et immarginata F. sylvestris 
aliarumque : breve rostratum enim ut in illis, convexum 
sine margine ut in his. Quoad folia non male refert 
etiam F. turkestanicam Rgl. etSchmalh. (e Kokand), 
sed haec major, rhizomate multicipite, capita stipitata 
decumbentia in modum F. hirtae, folia majora sub- 
cordata, praesertim vero stigma marginatum!; flores 
nondum noti. — Utraque species transitum memora- 
bilem a Nomimiis marginatis ad immarginatas sistit: 
thianschanica a série F. Patrinii quoad habitum ad illam 
F. odoratae quoad stigma, F. turkestanica a série F. 
odoratae quoad habitum ad illam F. Patrini quoad 
stigma. 

Lychnis alaschanica. (Subgen. Physolychnis Royle, 
Rohrb. in Linnaea XXXYI. 666.) Laxe caespitosa 
multicaulis tota subglanduloso-pubescens viridis, foliis 

Mélanges biologiques. X. 73 



— 578 — 

radicalibus petiolatis spathulatis v. obovatolanceolatis, 
caulinis linearioblongis vix attenuatis acutiusculis, cau- 
libus tenuibus ascendentibus simplicibus, floribus sub- 
erectis longe pedicellatis in racemum pauciflorum elon- 
gatuiii dispositis; calycis florentis ovati fructiferi cam- 
panulati viridinervii glandulosi dentibus obtuse ovatis 
nervis apice conjunctis; petalorum unguibus exsertis 
glabris acute auriculatis, fornicibus minutis trunca- 
tis, lamina bifida basi utrinque dente subulato acuta, 
filamentis basi villosis; capsula carpopborum lanatum 
multiplo superante late ovoidea; seminibus reniformi- 
bus facie laevibus dorsoque granulato planis. 

Hab. in montibus Alaschan MongoUae australis 
(Przewalski). 

A L. saxatili Turcz., cui magis similis ob caulem 
et inflorescentiam quam L. nutanti^ tamen magis dif- 
fert calyce non reticulato crassiore, petalis non obtuse 
auriculatis , appendicibus nec elongatis nec obovatis 
nec petaloideis foliorumque forma. A L. nutante^oyle^ 
quocum calyce, petalis acute auriculatis congruit, in- 
floroscentia non dichotoma et foliis distinguitur. Semina 
in omnibus tribus videntur subsimilia, in L. mitante ta- 
men a Robrbach describuntur série dorsali tuber- 
culorum acutorum unica, in L. saxatili vero tuberculi 
dorsales duplo longiores et acutiores quam in nostra. 

Arenapia Przewalskii. (Eremogone Fzl.) Caespitosa po- 
lycephakj caudicibus adscendentibus foliis emortuis 
tortis moUibus tectis polyphyllis; foliis margine sca- 
bris carnosis planis crasse cartilagineo-marginatis 1- 
nerviiSjturionum linearibus elongatis obtusiusculis, cau- 
linis lanceolato-linearibus obtusis; cauliculis calyceque 



— 579 — 

glandulosopilosis ; cyma contracta 3-flora; calyce flo- 
rum lateralium infra basin bibracteolato campanulato 
sepalis emarginato-bilobis , petalis unguiculatis obova- 
tis truncatis calyce parum v. sesquilongioribus, disci 
glandulis 5 emarginatis, filamentis linearilanceolatis. 

In Chinae occidentalis prov. Kansu, pratis alpinis 
(Przewalski, 1872). 

A. formosa Fisch, ß. glandulosa Fzl., huic persi- 
milis, pluribus notis differt: folia omnia triquetra su- 
bulatofiliformia apice pungentia, pedicelli infra medium 
bracteolati longiores et numerosiores, sepala baud emar- 
ginata, petala subexunguiculata ovalioblonga, filamenta 
subulata. 

Arenaria kansuensis. (Eremogone Fzl.) Densissime pul- 
vinata cauliculis pollicaribus dense foliosis foliisque e 
latiore scariosa minute serrulata basi subulatis sub- 
triquetris pungentibus glabris, ram ul or um floriferorum 
latioribus ad apicem fere scariosis, summis bracteali- 
bus longitudine pedicelli; flore majusculo pedicellum 
villosum parum superante, sepalis lanceolatis subtri- 
nerviis hyalinomarginatis petala obovata superantibus. 

In Chinae prov. Kansu, rara in rupibus ad cacumina 
alpium (Przewalski, 1872). 

Persimilis A. monticolae Edg. in Hook. fil. Fl. 
Brit. Ind. I. 238., haec tamen distincta flore sessili v. 
subsessili pedicello glaberrimo, foliis bractealibus di- 
latatis tantum 4, petalis unguiculatis ovatis sepala di- 
stinctissime 3-nervia superantibus, flore paulo minore. 

Monogone. 

Sect, nova Arenariae. 

Sepala extima in alabastro distincte breviora. Sta- 



— 580 — 

mina 5 sepalis opposita et staminodia 5 planiuscula 
squamiformia cum illis alterna disco eglanduloso in- 
serta. Ovarium 2-ovulatum. Capsula 1-sperma. — Suf- 
frutex habitu Eremogones. Nomen dedi quia semen 
unicum tan tum gignit. Est fere inter Arenarias, quod 
SchizotecMum inter Stellarias. 

Arenaria pentandra. Suifrutex glaber trunco crasso li- 
gnoso polycephalo, capitibus ramulosis, ramulis aliis 
fasciculos foliorum, aliis caules florifères ferentibus; 
foliis subteretibus subulatis pungentibus basi breviter 
membranacea caulinis connatis mafgine scaberulis; 
cyma terminali ter tricliotoma, bracteis abbreviatis 
ultimis lanceolatis praeter costam hyalinis; pedicello 
calycem pluries superante; sepalis acuminato-lanceolatis 
late hyalinomarginatis ; petalis paulo longioribus oblon- 
gis; capsula ovoidea inclusa, semine concentrice obtuse 
tuberculato. — Planta pedalis, foliis iVg-pollicaribus. 

Hab. in Songaria, non procul a finibus Mongoliae, 
in montibus Kitschni-ne-tau prope fortalitium Saissan, 
in rupibus (Po tanin). 

Cerastium melanandrum. (Sect. Dichodon Bartl.) Pe- 
renne sursum pilis nigris glandulosis pubescens, cauli- 
culis procumbentibus radicantibus ; foliis carnosulis in- 
fimis brevipetiolatis ellipticis, reliquis sessilibus oblon- 
gis V. oblongolanceolatis obtusis, fasciculis axillaribus 
homophyllis; cyma foliata 1 — 3 -flora, pedicellis de- 
floratis erectis dense glandulosis demum folio longiori- 
bus; flore nutante, sepalis oblongis obtusis margine 
anguste scariosis quam petala erectopatula obovata 
emarginata duplo brevioribus, antheris atropurpureis. 

In CJiinae prov. Kansu (Przewalski, 1873). 



— 581 — 

A G. trigynoN iW. omnibusque affinibus foliis carno- 
sulis, antheris atropurpureis petalisque non bilobis 
dignoscitur. Planta palmaris, flore diam. 15 q. exc. mill. 

Linum nutans. (Adenoliniim Rchb.) Perenne multi- 
caule glaucum, foliis linearibus v. lineari-Ianceolatis 
enerviis margine serrulato-scabris; racemo fructifero 
elongato; floribus parvulis erectis, sepalis late ovatis 
obsolete 1-nerviis hyalino-marginatis, petalis coeruleis 
cuneato-obovatis crenulatis calycem plus duplo supe- 
rantibus, glandulis disci 10, staminodiis deltoideis, sty- 
lis basi connatis ovario parum longioribus, stigmate ca- 
pitato subdecurrente ; pedicellis fructiferis capsulam nu- 
tantem parum superantibus; capsula subglobosa calyce 
plus 3-lo longiore pseudo-10-loculari septis pseudo- 
septisque margine pilosis. 

Hab. in Chinae prov. Kansu, in campis argillosis 
non procul ab urbe Da-dslian (Przewalski, 1872). 

Affine L. austriaco L. et L. perenni L. {sibij^co DC.) 
Prius, a Planchon in Hook. Lond. journ. bot. VII. 
175. inter varietates L. perennis enumeratum, ab Ale- 
feld in Bot. Zeitg. 1867. 255. cum permultis aliis 
distinctum habitum, a nostro differt colore viridi, fo- 
liis distincte 1-nerviis, flore fere triplo majore, sepalis 
nervosis exterioribus acutis, glandulis 5, staminodiis 
filiformibus, stylis liberis stigmate decurrente, pedi- 
cello fructifero capsulam plus duplo superante fere 
horizontali, apice tantum leviusque nutante, capsula 
quam calyx duplo usque longiore. L. perenne L. di- 
gnoscitur foliis laevibus basi trinerviis, stigmatibus 
baud decurrentibus ovoideocapitatis et reliquis signis 
ut in L. austriaco. 



— 582 — 

Tiliae Asiae orientalis. 

Species Tiliae quam maxime polymorphae difficil- 
lime dignoscuntur , quia characteres florales et carpici 
graviores fere desuiit, illi vero ex organis vegetationis 
deprompti nimis variabiles. Ut taceam de autoribus 
antiquioribus species innumeras describentibus charac- 
teribus minimi pretii fultas, recentiore tempore scrip- 
tores duo de generis monographia optime meriti sunt: 
Spach in Ann. sc. nat. 1 Sér. II. 331., qui primus 
genus hoc optime subdivisit et specierum characteres 
exposuit, sed inter americanas fortasse nimis numero- 
sas formas specie distinxit, et Bayer in Verb. Zool. 
bot. Yer. Wien. XII. 1862. 3. sq., qui tamen nimium 
laborem organis vegetationis et descriptioni innume- 
rarum formarum sine ulla utilitate distinctarum im- 
pendit, characteres vero fundamentales Spachi nimis 
neglexit speciesque pauciores admisit. 

Formae Tiliarum, docente Spach, in duas greges 
sejunguntur ex praesentia staminodiorum in america- 
nis et T. argentea^ et defectu illorum in europaeis (T. 
cordata et affinibus), adjuvantibus flore semiclauso, 
staminibus brevioribus, foliis vulgo maximis subtus to- 
mentosis in illis, et flore patente, staminibus elonga- 
tis foliisque saepius minoribus glabris in his. Tempore 
Spachi tamen in Tiliarum distributione cognita hiatus 
erat maximus, Asia nempe orientalis. Cognitis nunc 
formis asiaticis invenimus nonnullas, inter duas divi- 
siones Spachi ambiguas. Habemus v. gr. T. mongo- 
licam infra descriptam, ex characteribus floralibus 
nonnuUis ad americanas, ex habit u ad T. cordatam ac- 
cedentem. Ipsa T. cordata in Japonia crescens et a 



_583 — 

contermina mandshurica ne varietate quidem sejun- 
genda, staminodia offert, quae in planta mandshurica 
rarissima, in ilia vero in occidentali Mandshuria et 
magis occasum versus proveniente plane desunt. Sal- 
tus igitur ab europaeis ad americanas ope formarum 
asiaticarum nuper detectarum multo minor evadit quam 
hucusque putabatur. Nihilominus greges Spachianae 
etiam nunc servandae ope aliorum characterum, etiam 
a Spachio jam indicatorum. In T. cordata et affini- 
bus stamina cum stylo aequo passu elongantur, ita 
ut demum priera stylo aequalia v. longiora et petala 
superantia évadant ; praeterea stamina in quovis fasci- 
cule epipetalo 5 — 6, in toto igitur 25 — 30 (in affini- 
bus et ultra). In T, argentea et affinibus autem 
stamina aperiente alabastro stylum crassum brevem 
superant, sub anthesi vero vix elongantur, dum stylus 
valde accrescit, ita ut demum staminibus multo longior 
fit, stamina ipsa vero in fascicule 10 — 15, in toto 
igitur 50—75. 

Sed etiam hie T. mongoUca inter utramque divisio- 
nem sub vacillât: stamina enim satis elongantur, etsi 
minus quam in T. cordata, numerus eorum autem major 
quam in hac et minor quam in T. argentea invenitur. 

Quum jam subdivisio primaria generis tan ta difti- 
cultate prematur, multo difficilius adhuc est e cyclo 
innumero formarum enucleare principales illasque 
characteribus validis dignoscere. Nihilominus, habitu 
nimis diverse notisque e flore vel fructu deductis 
commoti, specierum nomine formas aliquas distingui- 
mus, semper tamen in mente habentes, species has 
multo minus absolutas esse quam in aliis generibus, 
ubi formae transitoriae parciores occurrunt. 



— 584 — 

Quibus animadversionibus praemissis jam species, in 
Asia orientali hucusque détectas describere conabi- 
mur. 

Clavis specierum. 

Stamina 25—30 et stylus sub anthesi subae- 
qualiter elongantur petalaque patentia superant, 
nux tenuis, folia discolora glabra T. cordata. 

Stamina 35 — 75 petalis patulis stylo stamino- 
diisque 5 evolutis breviora. 2. 

2. Stamina 35—40 petalis parum breviora, pe- 
dunculi basi longe uudi, folia glabra discolora par- 

cius grandiserrata serraturis longe mucronatis . . . T. mongolica. 

Stamina 60 — 70 petalis styloque demum duplo 
breviora, pedunculi bractea fere ad basin decur- 
rente, folia subtus tomentosa multiserrata. 3. 

3. Folia cordatorotundata subito cuspidata ser- 
raturis patulis longe mucronatis, nux basi perfo- 
rata, bene evoluta sulcata T. mandshurica. 

Folia deltoidea v. ovata sensim attenuata ser- 
raturis incumbentibus apiculatis, nux basi plana, ^ 
costata T. Miqueliana. 

1. T. cordata Mill. Diet. Maxim. Fl. Amur. n. 154. 
Rgl. Fl. üsur. n. 100. F. Schmidt, Fl. Amg. ßur. 
n. 76. 

Per totam Mandshuriam, exclusa maxime boreali, 
frequens. Ex Turczaninow in Dahuria circa Nert- 
schinsk, ex Maack ad Schilkam fl. frequens, sed pri- 
mum locum incolae negant, ad Schilkam autem tantum 
inter Schilkinskoi Sawod et Gorbizam sat frequens, 
infra vero in altioribus rarescit, ut et ad Amur superi- 
orem montanum. 

Sistit var. mandshuricam, foliis grandius et paucius 
serratis serraturis longiuscule mucronatis ab omni 
planta europaea diver sam et tantum ad plantam sihiri- 
cam nonnihil accedentem, quae 

Var, sihirica hb. Petrop.: foliis basi truncatis v. sub- 



— 585 — 

cuneatis saepe latioribus quam longis, serraturis non 
mucronatis. — Spontanea in gubernio Tomsk ^). — 
Conf. de hac: Bayer. Monogr. p. 23. 1. c. sub T. 
parvifoUae varietatihus. 

Var.mandshurica ludit: foliis subtus glaucis, fructu 
subgloboso: Ad Amur inferiorem, et foliis subtus pal- 
lidis, fructu late ovali : ad Amur australem et in Man- 
dshuria meridionali. 

Var, japonica Miq. Prol. 206. Folia argutius ser- 
rata serraturis brevius mucronatis, subtus minus glau- 
cescentia, staminodia saepe evoluta ! , nux major sub- 
globosa, ad 7 mill. alta. 

In Japoniae insulis Nippon media, montibus Hakone 
et alibi, et Yezo circa Hakodate , frequens arbor. Si- 
millima quidem occurrit in Mandshuria littorali Ko- 
reae contermina, sed in hac staminodia rarissime evol- 
vuntur. 

Ob staminodia evoluta, qualia speciebus americanis 
atque T. argenteae propria sunt, videtur antiquissima 
forma T. cordatae, in Japonia superstes, vinculum inter 
utramque generis gregem sistens. 

An Tilia quaedam, in Kurilis australioribus prove- 
niens, ex Pallas N. nord. Beitr. et ex Golownin 
apud Külb, Länder- u. Völkerkunde in Biographien, 
III. p. 505., ad banc speciem referenda? 

2. T. mongolica. Glabra microphylla foliis discoloribus 
latioribus quam longis basi truncatis antice tricuspida- 



3) Sylvae magnae Tiliae (an hujus varietatis ?) occurrere dicun- 
tur secus fl. Tartas districtus Tara gub. Tobolsk, unde incolae loci 
apes mellificas colunt. MaKCHMOBi). IIojihthh. ccbuifcHbiej Bt Otg^- 
3an. 1869. AsrycT-B, CTp. 224. 

Melanges biologiques. X. 74 



— 586 — 

tis, pauci- et grandiserratis serraturis aristatiSj pe- 
dunculis basi nudis erectis, cymis densis bracteam su- 
perantibus, sepalis margine tantum tomentosis intusque 
ad basin barbatis, flore campanulato, staminibus 35— 40 
quam staminodia petalaque brevioribus, stylo glabro. 

Mongolia australis: ad latus australe jugi Muni-ula, 
rarius (Przewalski, 1871); Giina boreali: in monte 
Po-hua-shan ditionis Pekinensis (Dr. Bretschneider, 
1877). 

Ab omni T, cordata flore non patente, petalis sta- 
mina superantibus et a planta europaea et asiatica 
continentali staminodiorum praesentia difi'ert, ex ha- 
bitu ad T, cordatam var. mandshuricam ob folia ac- 
cedit, sed folia .adhuc paucius et grandius serrata. — 
Folia tricuspidata ceterum et in aliis Tiliis passim oc- 
currunt, et quamvis in T. mongolicae omnibus exemplis 
collectis sola adsint, tamen olim verosimiliter et indi- 
visa invenientur. — In planta chinensi (nondum florente) 
in plerisque cymis ad basin secundae vel rarius primae 
trichotomiae adsunt bracteolae virentes oblongoline- 
ares, ad 10 mill, longae. Tales observatae sunt a Ma- 
linvaud (Bull. soc. bot. de France 1878. 316) cito 
caducae in ramo T. grandifoliae in medio pedunculo, 
in eadem versus pedunculi basin observavit Des église 
(ex adnot. 1. c. 317.), praetereain T.parvifolia (cordata), 
denique in T. argentea pedicelli 2 v. 3 versus medium 
bracteolam minutam caducam habebant. Specc. mon- 
golica sub plena anthesi lecta bracteolis his carent, an 
caducae, an baud evolutae, non constat. 

3. T, mandshurica Rupr. et Maxim. inBull. phys. 
math. Acad. Pétersb. XV. vel Mél.biol. IL 412. 519. 
Ad folia subtus dense, ad bracteas cymas gemmasque 



— 587 — 

parce tomentosa grandi folia; foliis cordato- v. truncato- 
rotundatis subito cuspidatis mucronatoserratis ser- 
raturis patulis ; bractea pedunculo fere usque ad basin 
adnata; flore semiaperto, sepalis incanis, petalis stami- 
nodia his stamina numerosa superantibus, stylo petalis 
demum paulo longiore, nuce crasse lignosa globosa sub- 
tuberculata tota v. inferne 5 -sulcata basi pro pedicelli 
insertione excavata. Maxim. FI. Amur. n. 155. T. ar- 
gentea var. mandshurica Rgl. FI. Usur. n. 99. T. argen- 
tea Bayer Monogr. Til. 48. T. PeUnensis Rupr. 11. ce. 

In Mandshuria ab Amur australi meridiem versus 
usque ad fines Koreae sat frequens , China boreali, 
ditione fl. Pekinensis (Kirilow). 

A T. argentea (europaea) et T. Miqueliana (japonica) 
differt foliis parcius serratis serraturis longe mucro- 
natis et nuce sulcata basi perforata, a secundapraeterea 
foliis rotundatis subito cuspidatis et serraturis patulis. 
Regel 1. c. diversitatem foliorum et fructuum negat, 
sed in adversariis ejus de serraturarum mucrone et 
fructu perforate nulla mentio facta est, Bayer vero 
diagnosin meam non legisse videtur, ipse autem neque 
in serraturarum naturam neque in fructus indolem in- 
quisivit, nam si hisce mentem adhibuisset nulle modo 
pro mero synonyme declarasset, dum varietates nu- 
merosas signis minimi momenti superstructas enume- 
rasset. 

T. pekinensis^ tantum sterilis et cum alabastris col- 
lecta, formam lobatam sistere videtur, qualis in Tiliis 
fere omnibus juventute occurrere solet. 

4. T. Miqueliana. Bracteis cymis gemmisque parcius, 
ad folia subtus dense cinereotomentosa , parvifolia; 
foliis deltoideis v. deltoideoovatis sensim acuminatisbasi 



— 588 — 

truncatis, argute serratis serraturis incumbentibus 
breve calloso- apiculatis; bracteis pedunculo ad basin 
fere adnatis; flore semiaperto , sepalis incanis, petalis 
staminodia his stamina numerosa superantibus, stylo 
sub anthesi stamina, post anthesin petala vix superante; 
nuce lignosa globosa basi 5-costata ceterum laevi non 
umbilicata. T, mandshurica Miq. Prol. 1. c. Franch. 
S a vat. Enum. pi. jap. I. 

Nippon media: tractu mentis Nikko (Savatier s. n. 
T. cordatae), circa Yokohama, arbores nonnullae prope 
Tobi, in hortis urbis Yedo culta (ipse). — Japonice: 
Moku énami. 

In série specierum ad quam pertinet species hie 
proposita americanis magis affinis quam T. mandshu- 
rica et T. argentea, quae ambae foliis cordatorotundatis 
subito cuspidatis et serraturis patulis differunt. Species 
americanae vero foliis saepe ovatis sensius acuminatis 
et serraturis vulgo incumbentibus cum T. Miqueliana 
congruunt, omnes tamen differre videntur stylo jam 
sub anthesi stamina, post anthesin petala saepe longe 
superante et fructu ecostato. Nostrae omnium propior 
est T. heterophylla Vent, ob folia subtusincanotom en- 
tosa, sed discrepat gemmis glabris et foliis majoribus 
minus sensim acuminatis. T. puhescens Ait., quae ab 
autoribus americanis T. amencawaeL. (T.nigraeBorkh.) 
varietas habetur, gemmis pubescentibus et foliis mi- 
noribus convenit, sed posteriora subtus non tomentosa 
vel imo glabra et forma nonnihil aliéna. 

Qua ex disquisitione satis elucet affinitas permagna 
T. Miquelianae cum Tiliis varus in America boreali 
indigenis. Si nostra in America inventa esset, vix 
specie distincta haberetur. Nunc vero stylo brevi, 



— 589 — 

fructu costato foliorumque forma utimur ad formam 
geographice remotam etiam in systemate secernendam, 
potius quam specie! cuidam adnumerandam, a qua toto 
habitu nimis differret. 

Formae duae ante oculos sunt: foliis ovatis, bracteis 
angustis cyma brevioribus (Yokohama florens, Niko de- 
florescens, sine loci indicatione in bb. Lugd. Bat.) et 
foliis deltoideis bracteis latis cyma longioribus (Yedo 
florens, Yokohama fructifera collecta). 

Folia maxima quae habeo 120 mm. longa et 85 
mm. lata, sed ilia surculorum sterilium quae olim vidi 
in herb. Lugd. Bat. majora erant et simul grandius 
serrata, vulgo tamen in planta adulta longifolia 80 : 45 
mm., in brevifolia 55 : 50 mm. magna, petiolum plus 
duplo superantia. Bracteae angustiores circiter 70 : 
10 mm. magnae, latiores ultra 90:55 mm., pi. m. au- 
guste oblongae, basi et apice v. tantum apice rotun- 
datae. Sepala 5 mm., petala 6 mm. longa, stamina 
duplo breviora. Stylus post anthesin ovario sesqui tan- 
tum longior. Nux diam. 9 — 10 mm. dense tomentosa, 
apiculata. 

Acer discolor. Arbor vasta sempervirens glaberrima, 
ramulis gracilibus cortice laevi juniore fuscescente, 
foliis tenuiter coriaceis utrinque dense elevato-reticula- 
tis superne lucidis subtus glaucis trinerviis, e rotun- 
data V. subcordata basi ovatooblongis ovatolanceola- 
tisve V. rarius ovatis sensim v. caudatoacuminatis v. 
rarius acutis ipso apice obtusiusculis indivisis inte- 
grisque v. versus basin obtuse v. acute breviterque 
trilobis margine crispato pi. m. hinc inde mucronato- 
serratis. 



— 590 — 

In Chinae occidentalis prov. Schensi et Kansu secus 
fl. Han et in planitie boream versus varus locis sterile 
legit Dr. Piasezki, 1875. 

Ex affinitate Ä. pentapomici J . L. Stewart in Hook, 
f. Fl. Brit. Ind., a me non visi, sed glabritie etiam in 
statu juvenili perfecta, serraturis dum adsunt lon- 
giuscule mucronatis, lobis brevioribus non ovatis di- 
versum, flore fructuque tamen ignotis. A reliquis indi- 
eis et sinicis integrifoliis , quae ante oculos sunt, ma- 
gis distinctum. 

Folia vetusta usque ad novella perfecte evoluta per- 
sistunt, novella innovationum elongatarum inferiora 
saepius triloba reliqua indivisa, petiolo ad 35 mill., 
lamina ad 110 mill, longis, hac ad 50 mill, lata, sed 
occurrunt et breviora et latiora (v. gr. 95 : 60 mill.) 
et triplo minora. 

Acer pilosum. Arbor mediocris densissime frondens 
sempervirens, cortice fuscocinerascente rimoso, petio- 
lis patentim pilosis, lamina tenuiter coriacea reticulo 
dense utrinque prominente, superne lucidula parce pi- 
losula atroviridi, subtus luteoviridi margine costisque 
densius ceterum parcius pilosa , ad axillas et sinus 
barbatovillosa , latiore quam longa, ambitu trigona, 
basi rectilinea subcuneata v. leviter cordata 3 -nervi, 
3-partita et obtuse inaequaliter pauciserrata v. sub- 
integra, laciniis oblongolanceolatis obtuse acuminatis; 
fasciculis paucifloris coaetaneis terminalibus , floribus 
longe pedicellatis minutis, sepalis longissime ciliatis, 
staminibus exsertis, stylo longitudine stigmatum; sa- 
marae loculis laevibus convexis patentissimis costaque 
alarum oblique obovatarum arcuatoascendentium con- 
niventium dense gilvopilosis. 



— 591 — 

In Chinae prov. Kansu, parte australi, in planitie, 
15 Junii 1875 defl. fr. nond. mat. (Dr. Piasezki) 
A. trifidum H. A. , cujus planta juvenilis est Ä. 
Buergerianum Miq. (de quo vide infra), A.piloso sane 
proximum , differt pube tantum ad axillas costasve 
parca, foliis novellis pube mox tota abrasa dense pu- 
berulis, plantae juvenilis ambitu ovatis v. rotundatis 
trifidis lobis ovatis longe acuminatis, plantae adultae 
circumscriptione obdeltoideis antice breviter acumi- 
nate -trilobis, floribus glabriusculis, sepalis lanceolatis 
acutissimis , stylo subnullo , stigmatibus longissimis, 
fructus loculis valde exsculptis alisque glabris. — A. iso- 
lobum Kurz, e Pegu^ sterile tantum notum, ex de- 
scriptione distinctum glabritie, foliis majoribus serru- 
latis lobis lanceolatis acute acuminatis. A. Semenowi 
R gl. et Herd, denique, etiam foliis trilobis instructum, 
ad seriem A, tatarici pertinet, inflorescentia floribus- 
que igitur nimis abhorret. — Est quasi A. trifidum 
juvenili statu florens et pubescens, flores samaraeque 
tamen etiam diversa, sed partium magnitude, samara 
minore excepta, A. trifido consimilis. 

Oblata occasione non inutilem habeo conspectum 
brevem Acerum Asiae orientalis: 

Sect. I. Acer. 

Flores polygami v. dioici petaligeri. Folia simplicia. 
Divis. 1. 

Flores e gemmis lateralibus propriis orti, in racemum brevem 
sub antbesi fasciculiformem dispositi v. fasciculati. Gemma termina- 
lis foliifera v. etiam rarius simul florifera. 

Polygama. 

I.A. pycnanthum C. Koch in Miq. Ann. Mus. Lugd. 



— 592 — 

Bat. I. 250. p. p. Folia antice triloba, flores praecoces 
fasciculati rubri. Fr. Sav. Enum. pL Jap. I. 90. 

Japonia, loco special! ignoto, japonice: hana-no-ki 
i. e. arbor florida. 

Species haec vix nota, in hb. Lugd. Bat. servata, 
composita est e spec, florente aphyllo et ramulo foliis 
juvenilibus tecto cum foliis adultis nonnuUis et fructi- 
bus, quae omnia, praeter flores, ad A, argutum m. per- 
tinent et nomine japonico diverso tsjoosja-no-ki de- 
signata sunt. In hb. Sieb old. etiam ramulus florens 
A. pymanthi exstat, cui adjecta sunt folia, evidenter 
a Sieb old conspecifica habita, sed ad A, trifidi sta- 
tum juvenilem pertinentia, qui a Mi quel nomine A. 
Buergeriani designatus est. Equidem denique a bo- 
tanico japonico accepi ramulum foliiferum sterilem 
s. n. hana-no-ki, ab omnibus reliquis Aceribus japo- 
nids diversum, quern pro vero habere licet. Huic folia 
petiolo gracili laminam superante instructa, subtus cae- 
sia et ad axillas basales parce barbata, ceterum utrinque 
glaberrima denseque elevatoreticulata, e basi truncata 
V. superiorum leviter cordata ceterum rotundata tri- 
loba tricostata, costis rectis sub angulo semirecto a 
mediana divergentibus, lobis centrali ovato breve acu- 
minato subtrilobo lateralibus fere dimidio angustiori- 
bus ceterum similibus, omnibus inaequaliter grandi- 
serratis. — Inter folia ejusdem ramuli adest discrepantia. 
Folia adulta sinus ad medium attingentes habent, pe- 
tiolos 80 mill, longos, laminam 65 mill, longam et 
per apices loborum lateralium mensam totidem latam. 
Folia superiora petiolo 27 mill, longo, lamina 40 mill, 
longa, 25 mill, lata, acuminato-ovata basin versus 3- 
loba, lobis terminali ad medium 2-, lateralibus versus 



— 593 — 

basin 1-lobulatis his acutis. Adest denique folium 
seorsim additum, sed conspecificum, quod secus omnes 
très costas subtus usque fere dimidiam longitudinem 
pilosum est et laminam habet 35 mill, longam, 30 
mill, latam, dimidio inferiore semirotundam , antice 
acuminatotrilobam , lobis deltoideis, medio plus duplo 
latiore. 

Qua ex foliorum latiorum forma certe multo magis 
accedit ad Ä. rubrum, quam a C. Koch putabatur. 

2. Ä, diaboUcum Bl. ex C. Koch 1. c. 251. (sterile). 
Folia 5-loba lobis breve acuminatis pauciserratis fere 
crenatis, flores magni lutescentes, loculus samarae lon- 
gior quam latus. Miq. in Arch. Néerl. II. 476. (ad pi. 
flor. a me missam). Fr. S a v. 1. c. I. 87. 

Hab. Japonia, in prov. Senano, ins. Nippon, nee non 
jugo Hakone (hie: Savatier! n. 181 sterile). 

Racemus primum fasciculiformis in fructu elonga- 
tur, 5 — 9-carpus. Lobi foliorum plantae juvenilis ob- 
tusi. — Affine Ä. villoso Wall. 

3. A. purpurascens Fr. Sav. 1. c. II. 320. Folia 
praecedentis, flores magni rubri, loculus samarae la^ 
tior quam longus. 

Hab. Nippon: alpe Niko (Savatier!), Yedo, cultum 

(fl. Savatier et Franchet, ipse steril, s. n. tô-kaëde). 

Sterile, teste Franchet, a praecedente haud dis- 

cernendum. 

D i i c a. 

4. A. harhinerve Maxim, in Mél. biol. VI. 369. Fo- 
lia 3 — 5-loba duplicatoserrata serraturis paucis mag- 
nis, costae secus nervum medium subsenae, sepala quam 
petala angustiora, samarae angulo obtuso divergentes. 

Mélanges biologiciues. X. 75 



— 594 — 

In Mandshuria australi orientali : silvis acerosis se- 
cus fontes fl. Li-Fudin et Wai-Fudin, ad fl. Suifun 
(F. Schmidt! frf.), circa aestuaria Deans Dundas et 
Wladiwostok. 

Frutex truncis pluribus ad 10-pedalibus, cortice 
fusco laevi, turionum sanguineo. 

Cum A. gldbro T. Gr., cujus cum specimine sterili 
olim comparavi , nil commune habet praeter sectionem. 

Folia et fructus e Japonia, quae a Mi quel Arch. 
Néerl. II. 476. ad hoc ducuntur, ad sequens pertinere 
autopsia edoctus sum. 

5. A. argutum Maxim. 1. c. 368. Folia 5 — 7-loba 
lobis argute inaequaliter multiserratis , costis secus 
nervum medium subdenis, sepala petalis latiora, sa- 
marae divaricatae. Miq. 1. nunc cit. 475. 

Nippon: silvis subalpinis prov. Senano et Nambu. 
Praecedenti tantum affine. Flores in utroque ochra- 
cei. 

Divis. 2. 

Inflorescentia terminalis et folia e gemma communi orta. 

Flores racemosi. 
* Kacemus densus spiciformis, flores minuti. 

6. A. spicatum Lam. var. ukurunduensis Maxim. 
Fl. Amur. 65. Folia 7-loba subtus canescentia, race- 
mus compositus densissimus. Fr. Schmidt. Fl. Sacha, 
n. 88. Fr. Sav. 1. c. I. 88. A. spicatumMiq, in Arch. 
Néerl. 470. 

Mandshuria orientalis sylvatica montosa, a mari 
Ochotensi usque ad fontes fl. Li-Fudin. Sachalin. Nip- 
pon media et borealis. 

Differentiae pi. asiaticae ab americana, a me 1. c. 



— 595 — 

expositae, a Miquel (qui a me spec. 1. acceperat) ne- 
gatae, sunt tales, quod utraque planta et sterilis sta- 
tim cognoscenda. 

7. A. parviflorum Fr. Sav. 1. c, IL 321. Folia tri- 
loba, racemus simplex. 

Japonia, sl botanico indigeno s. n. tetsu kaëde a 
Franc he t accepta. 

Fructus ignoti. Vidi delineationem a cl. auctore 
communicatam et flores, quorum analysin confeci. Spe- 
cies inter omnes distinctissima ! 

** Racemus laxus. 

a. Folia indivisa varie serrata. 

8. A, distylum S. Z. Fl. Jap. fam. nat. I. n. 172. 
Folia e profunde cordata basi rotundatoovata obtusa 
V. subito acuminata serrulata parallele paucicostata, 
passim ob lobos anguliformes subrhombea; racema 
compositi nutantes, flores parvi lutescentes, sepalis 
oblongis petala linearia aequantibus quam stamina bre- 
vioribus , antheris rotundatis , stigmatibus discretis ; 
alae samarae angustae erectae conniventes. 

Nippon: montibus altis prov. Senano et Nambu. 

A. sikkimense Miq. in Arch. Néerl. 471. Hook. f. 
Fl. Brit. Ind. I. 604. difi*ert foliis 3-nerviis obsolete 
serrulatis, racemo simplici, pedicellis abbreviatis, styli 
praesentia, alis divergentibus. — Diagnosin fusiorem 
et differentias ab A, Sikkimensi exposui, quia hucus- 
que minus notae erant. 

9. A. carpinifolium S. Z. 1. c. n. 173. Fl. Jap. II. 
1. 142. Folia oblonga acuminata parallele multicostata, 
flores polygamodioici , racemo simplici fructifero oli- 



— 596 — 

gocarpo, pedicellis elongatis, alis divergentibus, loculo 
samarae piano ovato-oblongo. 

Hab. in Kiusiu interioris jugo Kundsho-san, et Nip- 
pon jugo Hakone et alpe Niko. 

Arbor 50 pedes alta, incolis ins. Kiusiu teng-ma, 
Racemi primum abbreviati demum elongantur, in pl. 
Kiusiana multiflori, in Nipponica pauciflori. In flore 
c? stamina sepala aequant, antherae oblongae filamento 
longiores, ovarium abortivum, in fl. Ç stamina nulla 
vel minuta (ut in S. Z. fig. 1), ovarium distinctissimum 
stylo stigmatibus breviore superatum. 

A, Hookeri Miq. Arch. 1. c. 471. Hook. f. Fl. Brit. 
Ind. I. 694. valde differt foliis basi latioribus (vulgo 
ovatis) cordatis, apice caudatoacuminatis 3-nerviis*) 
paucicostatis, demum chartaceis; pedicellis florem vix 
aequantibus, racemis fructiferis polycarpis, samaris 
conspicue minoribus, loculo convexo rotundato. Planta 
dioica videtur, sed vidi tantum fl. S ovario abortivo 
(habui e SiJckim a Thomson flor., a T. Anderson 
frf., e Bhutan a Griffith fl. M 928. 929.). 

b. Folia lobata et serrata. 
* Peclicelli circiter longitudine florum. 

10. A. crataegifolmm S. Z. 1. c. n. 174. et Fl. Japon. 
II. t. 147. Folia ovata acuminata basi cordata et plus 
V. minus triloba, samarae patentissimae. Miq. Prol. 21. 
et in S. Z. Fl. Jap. IL 84. Fr. S av. I. 89. 

In Nippon mediae alpe Niko, et Kiusiu prov. Higo 
alpe Higo-san. — Arbor pedem usque crassa. 

11. A rufinerve S.Z. 1. c. n. 175. et 1. c.II. 1. 148. 



4) In Fl. Ind. 5-nerviis, sed nervi extimi breves et indistincti 
negligendi sunt. 



— 597 — 

Folia apice latiore triloba lobis acuminatis, basi cor- 
data utrinque obsolete insuper bilobula, subtus ad 
axillas barbata, petala quam sepala latiora, pedicelli 
crassi loculo samarae globose breviores, alae patulae. 
Miq. 1. c. et in S. Z. 1. c. 85. Fr. Sa v. 1. c. I. 89. 

Nippon: alpibus Niko et Hakusan (Rein!), Kiusiu: 
jugo interiore Kundsho-san et alpe Higo-san, alte su- 
pra mare. — Arbor altissima, 4 pedes usque crassa. 

Simile A. pensylvanicum L., quocum rejungere mal- 
let Miquel (Arch. Néerl. IL 473.), differt tarnen op- 
time loculo samarae majoris ovato tantum convexo, 
floribus demum duplo majoribus pedicellisque graci- 
libus samara tota duplo tantum (neque loculo) bre- 
vioribus. 

12. A. tegmentosum Maxim. Fl. Amur. 66. Folia 
praecedentis subtus glabra, petala quam sepala latio- 
ra, pedicelli loculo ovato convexo aequilongi, alae pa- 
tentissimae. Rgl. Fl. Usur. n. 105. 

Arbor in Mandshuria orientali montosa sylvatica 
passim frequens, a Mitudine sinus de Castries usque 
ad Usuri superior em. 

** Pedicelli florem superantes. 

13. A, capillipes Maxim, in Mel. biol. VI. 367. 
Glabrum, folia medio latiora lobis patentibus ut in 
praecedentibus, sed angustioribus, pedicelli filiformes, 
racemi valde multiflori, sepala quam petala latiora, 
fructus. . . Miq. in Arch. Néerl. II. 477. 

Hab. in Nippon media (Tschonoski). 

Pedicelli fere A, pensylvanici, sed folia floresque 
diversa. — AMiquelio^. capillipes proximum A. spi- 
cato Lam. (sic!) et affine A, Thomsoni habebatur. Sed 



— 598 — 

posterius longe abhorret inflorescentia praecoci e gem- 
mis propriis infra folia orta et ad nostram divis. 1. 
pertinet, ubi prope Ä, villosum Wall, ponendum est, 
pro cujus varietate imo habetur a Hiern in Hook. f. 
Fl. Brit. Ind. I. 695., non absque dubio tarnen. Specc. 
frf. e Bhutan (Griff. 9281) et SikUm (Thorns.) q\x2i.e 
vidi (flores ignoti videntur) non solum foliis et fructu 
majore, ut habet Hiern, sed etiam alis basi valde con- 
strictis, fere ad costam dorsalem reductis, ab Ä, vil- 
loso distincta videntur, recte monente Miquelio. — 
Ad seriem specierum A. pensylvanico affinium vero 
nonnihil approximant ex indicis Ä. caudatum Wall, 
et A. pectinatum Wall. 

14. A. micranthum S. Z. 1. c. n. 176. Fl. Jap. H. 
t. 141. Folia 5 — 7-fida lobis caudatoacuminatis, flos 
fructusque minuti, petala quam sepala duplo triple ve 
breviora, loculus samarae ovatus convexus, alis parum 
longioribus divergentibus. Miq. Prol. 20 et in Fl. Jap. 
n. 80. 

Hab. in Kiusiu prov. Bugo, alpe Jnu-take in regione 
fruticum, 4 -pédale dumosoramosissimum , trunco V/^ 
pedem crasso, prov. Simabara vulcano Wunzen, versus 
cacumen, prov. Higo alpe Higo-san alte supra mare 
in sylvis, arbor 2 pedes crassa, 40 pedes alta. In in- 
sula Nippon: Fudzi-yama, altius ascendens quam A. 
pictunij et prov. Nambu. 

Flores Ç ignoti, anne igitur dioicum? Flos in icone 
Sieboldiana nimis magnus delineatus. 

Flores corymb osi. 

(Ab illis ubi racemi brevi pauciflori pedicellis elongatis sunt, 
distinguuntur pedicellis plus quam 1-floris). 



— 599 — 

a. Folia margine integro. 
* Lamina indivisa. 

15. A. oUongumWM. in DC. Prodr. I. 593. Folia 
minute subinconspicue reticulata, corymbuspubescens, 
flores minuti, loculus samarae medio carinatoconvexus. 
Benth. Fl. Hongk. 47. 

China australis, circa Hongkong, frutex orgyalis 
parce ramosus (Wright!, Hance! Forbes!). In ai'- 
chipelago Lu-tschu, foliis duplo fructuque minoribus 
quam in pi. hongkongensi (Wright !). — In Himalaya 
tota frequens arbor. 

16. A, reticulatum Champ.inHook. Kew Journ. bot. 
III. 312. Folia utrinque valde reticulata, corymbus 
glaber, flores majusculi, loculus samarae valde con- 
vexus nervosus. Seem. Botan. Herald, t. 80. Bth. 
Fl. Hongk. 47. 

Hab. in ins. Hongkong (Wright!, Hance!) neque 
alibi. — Frutex valde ramosus v. arbor. 
Affine A. laevigato Wall. 

** Lamina 5 — 7-loba. 

17. A. pictum Thbg. Fl. jap. 161. et Icon. dec. 
V. 1 . Folia 5 — 7-loba plantae adultae basi truncata 
lobis acute subcaudatoacuminatis integris, corymbus 
floresque sulfurei glabriusculi , petalis obovatis de- 
mum bilinealibus sepala oblonga staminaque superan- 
tibus, samara brunnea alis loculum planiusculum ses- 
qui V. duplo superantibus divergentibus v. rarius con- 
vergentibus vulgo angulum rectum includentibus. 

Arbor in Sachalino et Japonia frequens et variabilis 
vix in varietates divellenda, quarum una tamen in 
Mandshuria constantissima evadit. Ad foliorum lobos 



— 600 — 

et fructuum formam si respicimus, formas sequentes 

distinguere possumus: 

Lobi foliorum ad trientem laminae incisi: 

a. Folia imo statu juvenili subtus ad axillas tan- 
tum barbata, alae erectae apice convergentes v. ra- 
rius apice divergentes. A. pictum Thbg. 11. ce. (folia 
alterna delineata et descripta ita videntur, quia ad 
apicem innovationis sterilis, quae sola autori innotuit, 
congesta sunt). — Planta juvenilis v. surculi steriles 
folia ultra medium v. fere ad basin fissa habere possunt, 

Haec var. lecta est spontanea varus locis ins. Ye^o, 
et culta in hortis yedoënsibus. 

ß. Folia juvenilia et vulgo adulta subtus secus ner- 
vös pubescentia adque axillas barbata, alae ut in a. 

Lecta circa Hakodate ins. Yezo, prov. Nambu, mon- 
tibus Hakone et vulcano Fudziyama ins. Nippon, nee 
non in alpe Niko et Yedo urbe. 
Lobi ad v. ultra mediam laminam incisi: 

Y- Folia subtus ad axillas barbata, alae sub angulo 
recto V. obtuso divergentes. A. Mono Maxim. Fl. Amur. 

Per totam Mandshuriam orientalem a finibus Ko- 
reae fere usque ad ostium fl. Amur. Japonia: vulcano 
Fudzi-yama, in consortio A. picti, sed autumno viride 
manet ubi hoc jam rubrum invenitur. 

§. Folia et adulta subtus ad nervös pubescentia, 
alae angulo recto divergentes. A, truncatum Fr. Sa- 
vat. Enum. L n. 359. 

Nippon: Sagami (Savatier), alpe Niko (Tscho- 
noski). 

Adest denique forma inter a. et y. ambigua, foliis 
nempe a. {A, picti typici), alis y. a basi sub angulo recto 



— 601 — 

V. obtuso divergentibus. Haec circa Hakodate a Wil- 
ford et me ipso lecta est. 

Ex hisce formis tan turn 7. {A, Mono) in Mandshuria 
occurrit ibique semper sibi constans est, in Japonia 
vero omnes altera in alteram transire videntur. 

18. A. truncatum Bge Enum. Chin. n. 62. Folia 
ramorum floriferorum basi truncata 5 — 7-loba lobis 
subcaudato - acuminatis integris, corymbi glabri flo- 
resque sulfurei visciduli, petalis obovatis (demum 3- 
linealibus) sepala oblonga duplo staminaque superan- 
tibus, fructus ocliroleucus , alls loculo convexo magno 
sesquilongioribus angulo obtuso divergentibus. 

Hab. in ditione florae Pekinensis (omnes collectores), 
V, gr. Yin-shan, Takiosze, monte alto Po-hua-shan et 
alibi. 

Flore majore fructusque colore et forma loculique 
magnitudine semper sibi constans et ab ^. picto distin- 
guendum. Transitus nuUi a me observati. 

A C. Kocb in Miq. Ann. Mus. Lugd. Bat. I. 251. 
A, truncatum Bge cum A. laeto C. A. Mey., A. cul- 
trato Wall, et A. Mono Maxim, ad A. pictum Thbg. 
ducuntur, etMiquelProl. 19. et Hier n in Hook. f. Fl. 
Brit. Ind. I. 696. Kochium secuti sunt.^ — Quo modo 
A» truncatum Bge ab A. picto, cui A. Mono subjunxi, 
différât, supra exposui. — A. laetum C. A. Mey. Enum. 
Cauc. Casp. (1831.), A. Lohelii Ten. Fl. Napol. II. 382. 
(1820) et A. cuUratum Wall. PI. As. rar. II. p. 4. 
(1831) inter se parum v. vixvarietate diversa, a duo- 
bus orientali-asiaticis calyce hispido et alis fere ho- 
rizontalibus loculum duplo v. triple superantibus fruc- 
tuque fere duplo majore multo magis differunt, quam 

Mélanges biologiques. X. 76 



— 602 — 

ab A. platanoidih., quod tantum foliorum lobis si- 
nuato-dentatis differt, qui tarnen in illis jam passim 
antice tricuspidati inveniuntur. Si igitur species Äsiae 
Orientalis cum illis Asiae occidentalis conjungendae, eo 
magis species europaea {A. Lobelii) iis addenda, omnes 
vero sub titulo A, platanoidis L. coacervandae sunt. 
Multo magis naturale mihi videtur species 4 distin- 
guere, e quibus 2 orientales fructu parvo alis parum 
divergentibus, 2 occidentales fructu maximo alis sub- 
horizontaliter patentibus excellunt, omnes vero, A. pla- 
tanoide excepto, foliis fere identicis gaudent. 

Sub nomine antiquissimo A. Lobelii Ten. conferru- 
minanda videntur A, laetiim et A. cultratum. Boissier 
quidem (FL or. I, 949.) A. laetum C. A. Mey. ab A. 
Lobelii Ten., quocum Ledebour (Fl. Ross. I. 456.) 
jam conjunxerat, distinctum esse vult corymbo compo- 
sito et flore minore, sed corymbo composite omnes 
hae species instructae sunt, flores juveniles vero in 
utroque multo minores quam adulti, ita ut in erro- 
rem incidamus, dum plantam iucipiente anthesi illius 
cum specimine plena sub antliesi collecto liujus com- 
paremus. Mihi flores juveniles, soli obvii, A. Lobelii 
juvenilibus A. laeti aequimagni apparuerunt. Praeterea 
Boissier samaras A. Lobelii horizontales, illas A. laeti 
divaricatas descripsit, quae bona certe esset differen- 
tia, nisi hie irrepserit error. Inter exempla A, laeti 
enim herbarii nostri a Boissiere examinata et nomi- 
nata invenimus Szovitsiana e Karabagh^ quae rêvera 
alis divaricatis gaudent, at certe non ad A. laetum, 
sed ad A. campestre L. pertinent, cujus lusum sistunt 
foliorum lobis solito minus distincte dentatis fere in- 
tegris. Omnia specc. vero fructifera A. laeti numerosa 



— 603 — 

a me partiraque ab ipso Boissier visa, e varus locis 
Transcaucasiae et Lazistanica, fructus A. Lohelii iden- 
ticos offerunt. — A. cultratum Wall., quod optime e 
varus locis vidi, a duobus nunc nominatis distinguere 
nequeo. — Flores fructusque omnium trium quam illi 
A. platanoidis duplo minores, attamen in A. laeto culto 
utrique subaequiraagni sunt et non mutatus mansit 
tantum loculus samarae in tribus prioribus duplo mi- 
nor quam in A. platanoidi. Ratio sepalorum et stami- 
num ad petala, ab autoribus ad species has distin- 
guendas adhibita, rêvera in floribus aeque provectis 
apud omnes eadem est. 

Habemus ita ex hac affinitate A. plafanoides L. in 
Europa media et boreali, A. Lohelii Ten. in Europa 
australi et Asia austrooccidentali usque ad Himalayam, 
A, truncatum Bge in China boreali et A.pictum Thbg. 
in Mandshuria, Sachalino et Japonia. 

b. Lamina triloba, obtuse v. obsolete serrata passim intégra. 
Flores minuti lutescentes. 

19. A, trifidum Hook. Arn. Bot. Beech. 174. — 
nee Thbg.^). Folia plantae juvenilis serrata basi, adul- 
tae subintegra apice 3-loba, corymbi compositi breve 
conici valde multiflori, alae samarae erectae. S. Z. 1. c. 
n. 179. (excl. fl. praecocibus) et Fl. Jap. IL 81. 1. 143. 
(excl. fig. I. et 1 — 4.). Savatier. Kwa-wi 112. etKwa- 
wi Arb. IV. fol. 4. (juvenile, sterile). A. tr. et A. Euer- 
gerianum Miq. Prol. 20. Franch. Sav. 1. c. I. 87. 88. 

Hab. in China media: in montosis circa Ningpo (R. 
Swinhoe! frf.), Shanghai (Siebold!, steril.); in Ja- 



5) A. trifidum Tbbg. Fl. Jap. 163., ad spec, sterile descriptum, 
ex icone inedita et specimine authenticis , est Lindera triloha Bl., 
in moutibus Hakone rêvera spontanea. 



— 604 — 

ponia vix non introductum , circa Nagasaki et Yedo, 
cultum tan turn observatum, in Hakone sterile lectum 
a Savatier, teste Franchet. 

Ad A. trißdum ducendum est tamquam planta juve- 
nilis et sterilis A, Buergerianum Miq.,jamaSiebold 
sub recto nomine transmissum et a me ipso in hortis 
Yedo sub nomine japonico A. trifidi cultum inventum. 
Mea specimina, ex arbuscula tripedali in olla a me 
culta, maxime juvenilia et micropliylla, folia utrinque 
viridia, ultra medium trifida satisque argute inaequa- 
liter serrata habent, lobis acuminatis. Specc. ilia Sie- 
boldiana in hb. Lugd. Bat. et proprio (nunc Acad« 
Petrop.) aetate jam provectiora, folia discolora lobis 
minus acuminatis, serraturis paucioribus et obtusiori- 
bus ostendunt. Adest denique specimen pariter ste- 
rile, a Sieb old prope Shanghai decerptum, quod om- 
nia dubia solvit, folia novella enim habet A. Biierge- 
riani nunc a me descripta, vetusta vero A. trifidi. 

20. A. pilosum Maxim. Folia basin versus trifida 
tripartitave , corymbi simplices pauciflori in fasciculos 
aggregati, alae erectae. 

Supra fusius descriptum est. 

c. Folia margine argute incisoserrata. 
Penninervia. 

21, A. tataricum L. var. GinnalaMdixim, Fl. Amur. 
67. Folia oblonga acuminata basi triloba integrave; 
corymbi compositi multiflori, stamina exserta, alae 
erectae. Miq. in Arch. Néerl. II. 470. 

Hab. in Mongoliae australis jugis Muni-ula ct Ala- 
schan (Przewalski); 3Iandshuria, a finibus Koreae 
ultra Amur fluvium; Japoniae insulis Kiusiu: m. Hi- 



— 605 — 

gosan (Hein!), et Nippon: alpe Niko et principatu 
Nambu, japonice: karako-ki. 

Cl. Franchet in Bull. Soc. botan. de la France 
nuper descripsit e Japonia var. aidzuensem^ mihi igno- 
tam, foliis et in planta fructifera membranaceis nee 
chartaceis praesertim diversam, an satis? 

Palminervia, foliis 5 — 11-lobis v. -partitis. 

22. Ä. circumlobatumMd^xim. in Mél. biol. VI. 368. 
Gemmae plantae fructiferae petioli basi band obtectae ; 
folia longiora quam lata profunde cordata sinu sub- 
clauso, multiloba; flores. . . .; alae loculique samarae 
horizontalia. Miq. in Arch. Néerl. II. 475. 

Hab. silvis subalpinis prov. Senano (Tschonoski). 
Sequenti valde affine. 

23. A, japonicum Thbg. Fl. Japon. 161. Icon. pi. 
Japon. Dec. IL t. 10. Arbuscula gemmis pl. fructiferae 
non obtectis; folia aeque longa ac lata aperte cordata 
multiloba; flores ampli calyce purpureo, staminibus 
parum exsertis, antheris laevibus, stylo elongato stig- 
matibus brevissimis; loculi samarae horizontales alis 
ex horizontali basi ascendentibus. S. Z. fl. jap. fam. 
nat. n. 177. Fl. Jap. II. 1. 144. Miq. Prol. 1 8. Fr. Sav. 
1. c. I. 86. 

Hab. in Yeso australi frequens, Nippon prov. Nambu 
et mediae alpe Niko, australi: in urbe Miako, cultum. 

A Thunberg et Siebold et Zuccarini sepala 
purpurea describuntur et ab his citatur icon. fl. Japon, 
iued. t. 154. (nunc t. 144.), ubi tarnen flores virides 
delineantur, aliaque signa non perfecte quadrant. Sed 
hic error pictoris, etiam in flgura A, polymorpTii ob- 
servaudus, cui etiam loco rubri flos viridis tribuitur. 



— 606 — 

figurae aiithenticae enim utriusque a Siebold in Ja- 
ponia delineatae (in Acad. Petrop. servatae) nigrae, 
ita ut colores jam postea et ex memoria fallaci additi 
sint. Equidem in A. japonico^ a me quotidie viso, 
semper flores intense purpureos magnos observavi. 

Species vix variabilis, borealioribus propria. In Nip- 
pon australi et Kiusiu ejus locum sequens teuere vi- 
detur. 

24. A. Sieholdianum Miq. Prol. 19. Arbor gemmis 
plantae fructiferae minutis petiolorum basi occultatis; 
folia sublatiora quam longa multiloba aperte cordata; 
flores minuti ochracei , staminibus valde exsertis, 
antheris dense scabris, stylo stigmata aequante, sa- 
maris A, japonici. Fr. Savat. I. 87. A. japon, var. Sie- 
holdiana Fr. Savat. II. 317. 

Hab. in Mandshuria australi circa Wladiwostok et 
Port Bruce; Kiusiu interioris alpibus Kundsho-san, 
Nippon australi, fide Japonensium, Yokoska(Savatier 
n. 186. fructu del., s. n. A. japonici), Yedo, cultum, 
alpe Niko, in silvis (Tschonoski). 

Species et autori ejus et cl. F ranch et non satis 
nota et saepe cum praecedente confusa, a Miquelio, 
quia maie examinaverat, aFranchet, quia flores, sal- 
tern A.japonicij non cognoverat. Miquel characterem 
A. Sieholdiani in pube copiosa persistente quaerit et 
omnia mea specc. ubi parca occurrit mandsliurica ad 
A. circumlohatum y japonica ad A. japonicum duxit. 
Franchet omni cum jure signa a Miquelio e foliis et 
fructu petita utrique communia déclarât. Rêvera utra- 
que species tute cognoscenda tantum florens, fructifera 
vero aegre et non semper distinguenda. Flores A. ja- 
ponici calyce purpureo 5 mill, longo, illi A. Sieholdiani 



— 607 — 

sepalis ochraceis, sub anthesi 1,5 milL^peracta anthesi 
3 mill, longis gaudent. Stamina prioris primum calyce 
breviora, demum paulo, A. Sieholdiani ab initio jam 
duplo longiora, et antherae stylique pariter diversis- 
sima sunt. Quoad folia utraque species sub anthesi 
etiam facile cognoscitur, nam folia A, japonici, prae- 
cocioris, sub anthesi tenuiter membranacea reticulo 
baud prominulo, ilia A. Sieholdiani firma, reticulo 
utrinque prominulo. In fructu folia minus bene distin- 
guuntur costis ochroleucis in A. japonico, viridibus in 
A, Sieholdiano, lobis semper incisoserratis in priore, 
argute inaequaliter serratis in posteriore, attamen 
in hoc rarius et incisoserrati inveniuntur. Lamina 
A. japonici fructiferi semper magna, A. Sieholdiani 
rarius, vulgo duplo et triplo minor. Loculi samarae 
A, japonici initio v. semper tomento setoso gilvo denso 
tecti, A. Sieholdiani primum breviter pubescentes, tum 
vero glabri, sed quoad for mam samarae utriusque va- 
riationes fere parallelae occurrunt, — A, circumloha- 
turn, ad quod Mi quel specc. mandshurica A. Siehol- 
diani duxit, foliorum sinu clauso v. angustissimo et 
lobis ad latam basin usque serratis , neque triente 
inferiore cuneato-attenuatis integrisque dignoscitur. 
Spec. Oldham n, 176. denique, recte sub nom. A. po- 
lymorplii distributum, sed a Miquelio ad A. japoni- 
cum ductum, fructu minuto alis patentissimis ab hac 
specie abhorret. 

26. A. palmatum Thbg. Fl. Jap. 162. Arbor gem- 
mis minutis petiolorum basi obtectis; folia rotundata 
truncata v. rarius aperte cordata vulgo 7-loba (va- 
riantia multiloba partita sectave lobisque incisoser- 
ratis v. pinnatifidis) ; flores parvi purpurei, antheris 



— 608 — 

laevibus non exsertis, stylo elongato stigmata valde 
superante; alae samarae parvae horizontales v. rarius 
divaricatae apiceve ascendantes. C. Koch 1. c. 251. 
Miq. Prol. 20. Ä. septemlobum et Ä. dissedum Thbg. 
1. c. 160 — 162. Ä, polymorphum S. Z. Fl. Jap. 
fain. nat. n. 180. Fl. Jap. II. t. 145, 146. 

Arbor alta coma vasta ramosissima dense frondente 
microphylla, spontanea pube, lobis v. partitionibus 
foliorum 7 — 9 latioribus, v. 9 — 11 angustioribus, 
fructu minore v. majore varians, minus tamen quam 
culta, ubi quam maxime polymorpha evadit. Occurrunt 
enim, praeter typicas formas cultura in variegatas vel 
purpureas v. crispatas foliorum marginibus incurvis 
(talis a me in hort. Petrop. introducta) mutatas , se- 
quentes principales : 

Var. lineariloha Miq. in Arch. Néerl. II. 469. folio 
basin usque partite, laciniis 9 — 11 linearibus caudato- 
acuminatis subintegerrimis. 

Colitur in Yedo passim, ubi fructiferam collegi. 

Var. dissecta (Thbg. sp. pr.) foliis 7 — 11-sectis 
segmentis petiolulatis linearilanceolatis pinnatifidis 
incisoserratisque. 

Haec per totam Japoniam culta ob elegantiam fron- 
dis, a me tantum 10-pedalis cum flore fructuve 
visa, per transitus numerosos, saepe in eodem ramo, 
hie paullatim in typum, illic rarius et quasi morbose, 
nee unquam in omnibus ramis ejusdem individui, in 
lusum sessilifoUum abiens {Negundo sessilifolium S. Z. 
1. c. n. 181. et omnium autorum): foliis breve v. bre- 
vissime petiolatis segmentis solito longius v. aequilonge 
petiolulatis, lanceolatis sublinearibus late ellipticisve in 
eodem ramulo, varieque incisis et serratis. — Lusus 



— 609 — 

hic sterilis quidem tantum notus, sed ne pro bona 
varietate quidem habendus, quia vix non semper ra- 
mulis folio brevipetiolato gaudentibus alii admixti 
sunt, ubi petioli passim dimidiam et plus quam dimi- 
diam laminam attingunt. 

Sponte crescit A. palmatum per totam Japoniam, 
Ante oculos est e Kiusiu circa Nagasaki et in interio- 
ribus alpibus Kundsho-san lectum, e Tsu-sima (Wil- 
ford), e Nippon, ab australi (ad lacum Biwa 1. Moseley) 
per mediam (Yokoska, 1. S a va tier, Yokohama, Niko) 
in borealem usque (Nambu 1. Tschonoski), ex insula 
Ye0o: in vallibus sylvosis prope Mohidzi, circa lacum 
Konoma cet. Extra Japoniam non crescere videtur. 

Sect. IL Negundo (Mch. gen.). 

Flores dioici , in nostris petaligeri, in americanis apetali. Folia 
ternata (vel in americanis et pinnata), quo unico signo ab Äcere 
typico differunt. 

A. Flores corymbosi. 

Gemmae graciles acuminatae perulis imbricatis. Corymbi sub- 
sessiles pauciflori. Flores (v. fructus ubi flores ignoti) magni, om- 
nino Acerum. 

26. A. nikoënse Maxim. 1. c. 370. — nec Miq. 
Arbor ad gemmas, folia brevipetiolata subtus et locu- 
lum fructuum tomentosa, floribus magnis flavescenti- 
bus, samara maxima lignosa basi imperforata. A Ma- 
ximowiczianum Miq. in Arch. Néerl. II. 478. 

Hab. in Kiusiu: prov, Hizen et Higo, m. Naga et 
alpe Higosan, silvis vetustis. Nippon: prov. Owari, 
coemeterio imperiali a Yedo 40 stadia japonica occi- 
dentem versus sito, culta, alpe Niko et prov. Nambu. 
— Japonice audit in Kiusiu ssira-ki, in Owari tsjosa- 
no-ki. 

Mélangea biologiques. X. 77 



— 610 — 

Arbor usque ad 2y2pedem crassa, cortice illi A.picii 
subsimili, trunco brevi, ramis paucis, coma lucidiuscula. 
Corymbi subtriflori. Flos diam. Yg-poUicaris, nutans, 
coaetaneus, 6^ pedicello pollicari, staminibus exsertis, $ 
staminibuscastratis sepalapetala subsuperantia aequan- 
tibus, stylus fl. Ç stigmatibus crassis patulis arcuato- 
recurvis longior. Samara ultra 2-pollicaris, alae latae 
erectopatulae , loculi convexissimi in planta meridio- 
nali glabrati. 

Species, uti et sequens, nuUi e notis affinis. 

27. A. mandshuricum Maxim. 1. c. 371. Arbor 
glabrata, foliis lamina longius petiolatis, floribus dioi- 
cis . . . , samara glabra loculis lignosis intra suturam 
basi profunde excavatis, alis erectopatulis. 

Hab. in Mandshuria austroorientali : ad Usuri su- 
periorem, silvis montanis secus amnem Dsiabigo sat 
frequens, fruticosa et arbuscula, sterilis tantum visa, 
circa portum Wladiwostok in silvis frequens, arborea. 

Arbor gracilis, coma ramosissima, ramulis tenuibus. 
Folia prima juventute subtus villosula, mox glabra, 
concolora, longe petiolata. Samarae 1% poll, longae, 
loculo tenuiore et duplo minore quam in praecedente. 

B. Flores racemosi. 

Gemmae obtusae parvae perulis non imbricatis. Racemi pedun- 
culati multiflori. Flores miniiti. — Hoc est typicum Negundo , ex- 
cepta in nostro petalorum praesentia. 

28. A. cissifoUum C. Koch 1. c. 252. Arbor, folio- 
lorum serraturis paucis magnis, pedicellis flores paulo 
superantibus loculo samarae brevioribus, alis erectis. 
Miq. Arch. Néerl. 478. et A, nikoënse Miq. ibid. 



— 611 — 

Negundo cissifolium S. Z. 1. c. n. 184. Miq. Prol. 22. 
et N. ? niko'ènse Miq. ibid. 

Hab. in Nippon: Hakone (Sieb old), Sagami (Sa- 
vatier), Niko, Nambu. 

A. cissifolium C Koch a Miquel (Arch. Néerl. II. 
472. 473) merum synonymon A. Negundo L. decla- 
ratur, verosimiliter ob similitudinem quandam foliorum. 
Nam differentiae adsunt graves et numerosae: A, Ne- 
gundo habet inflorescentiam â fasciculatam e racemis 
compositis brevibus, $ simpliciter longissime racemo- 
sam, A. cissifolium racemes simplices elongates aequi- 
longos in utroque sexu, pedicelli prions florem multiplo 
superant, fructum aequant, posterioris florem aequant, 
loculo fructus breviores sunt, prioris antherae lineares 
et flos apetalus, posterioris antherae orbiculatae et 
petala distinctissima, in A. Negundo loculus samarae 
oblongus ala sesquibrevior, in A. cissifolio loculus ova- 
tus ala plus duplo superatus, folia juvenilia prioris 
subtus incanotomentosa, posterioris sub tus ad costas 
pilosa concolora, serraturarum differentiam in diagnosi 
indicavi. 

A. niko'ènse Miq.! est ramulus sterilis A. cissifolii, 
unde synonymon Neg. nikoensis Miq., a me 1. c. sub 
meo A, nikoënsi adductum, delendum est. 

Negundo californicum T. Gr., a Miquel 1. c. cum 
A. nikoënsi m. comparatum, vix me judice ab A, Ne- 
gundo L. specie diversum est, cum priore autem tan- 
tum folia composita communia habet. 

Species quoad locum incerta. 

29. A. discolor m., de quo confer supra. 
Hab. in China occidentali. 



— 612-- 

Geraniaceae 

in Asia orientali detectae. 

Geranium L. 

Clavis dichotoma specierum. 

Carpella parte seminifera transverse rugosa, flores 
parvi, folia trisecta segmentis bipinnatifidis, planta an- 
nua pedunculis bifloris G. Bdbertianum L. 

Carpella laevia, plantae perennes. 2. 

2. Khizoma praemorsum fibris radicalibus elonga- 
tis. 3. 

Khizoma moniliforme i. e. ad caulium originem tu- 
ber osoincrassatum, fibris radicalibus tenuibus, flores 
maximi, pedicelli fructiferi refracti G. Pyleowianum m. 

3. Caules adulti decumbentes vulgo radicantes, 
elongati , folia caulina plura 3-secta-partita v. pi. minus 
profunde 3-fida, pedunculi axillares crebri, pedicelli 
fructiferi declinati , flores parvi petalis calycem parum 
superantibus, columna suberostris. 4. 

Caules erecti v. divaricato-ramosi diffusi, sed nee 
procumbentes nee radicantes, pedunculi plerique e cen- 
tre dichotomiarum, apice caulis pi. m. aggregati. 5. 

4. Segmenta v. partitiones foliorum incisoserrata, 

petala spatbulata albida G. Wilfordi m. 

Laciniae v. lobi foliorum 3-lobulata et inciso-pauci- 
serrata, petala obovata vulgo purpurea G. nepcdense Sweet. 

5. Pedunculi 1-flori, flores parvi pallidi, petala ca- 
lyce vix longiora, pedicelli fructiferi declinati, folia 5- 

partita, laciniis sub- 3-lobis incisoserratis G. sihiricum L. 

Pedunculi 2-flori. 6. 

6. Pedicelli plena sub anthesi saltem calyce, vulgo 
flore vel fructu longiores. 7. 

Pedicelli calyce florifero saepiusque fructifère bre- 
viores , semper erecti , folia profunde 7- et 5-partita et 
ultra medium in lacinias angustas fissa. Columna longe 
rostrata, stigmata brevia. 16. 

7. Folia caulina inferiora 7- , pleraque reliqua 5- 
partita. 8. 

Folia caulina inferiora 5-, pleraque v. saltem floralia 
3-fida, flores caeruleo- v. rubroviolacei. 13. 

8. Flores fructusque pollice minores, laciniae folio- 
rum tri- V. bis tri - v. pinnatipartitae (-fissae in G. al- 
hifloro). 9. 

Flores fructusque pollice majores, laciniae folio- 



— 613 — 

rum sub-3-fidae et incisoserratae, pedicelli fructiferi 
declinati, filamenta parte dilatata ciliata. 11. 

9. Pedicelli fructiferi declinati, radix grumosa. G. davuricum DC. 
Pedicelli fructiferi erecti, fibrae radicales elon- 

gatae crassae. 10. 

10. Petala violacea truncata, laciniae foliorum par- 

titae . . G. pseudosihiricum J. May. 

Petala albida bilobo-emarginata, laciniae foliorum 
fissae G. alhiflorum Led. 

11. Styli parte libera apice tantum stigmatosi, pe- 
tala albidolilacina striata, foliorum laciniae serratu- 

raeque acuminatae G. Sieboldi m. 

Styli usque ad stigmata connati, petala purpurea v. 
rosea. 12. 

12. Columna stylina rostrata, foliorum laciniae ser- 
raturaeque acuminatae G. coUinum Steph. 

Columna erostris, tantum breve attenuata, foliorum 
laciniae et serraturae acutae, planta diffusa demum pe- 
dalis ., G. yesoense Fr. Savat. 

13. Stigmata elongata, folia ultra medium fissa, pe- 
dicelli fructiferi declinati. 14. 

Columna rostrata stigmatibus brevibus, pedicelli 
fructiferi erecti,filamentaparte dilatata extus setosa. 15. 

14. Filamenta parte dilatata ciliata et extus vulgo 
setosa, planta pube brevi praesertim ad folia subtus 
canescens . . G, Wlassowianum Fisch. 

Filamenta parte dilatata ciliata, planta viridis pube 
setosa hirsuta G. Maximowiczii Kgl. 

15. Folia ad medium fissa v. lobata G. eriosiemon Fisch. 

Folia ultra medium fissa profundiusque incisa 

G. eriost. ß. orientale m. 

16. Filamenta parte dilatata extus setosa G. erianthum DC. 

Filamenta parte dilatata ciliata G. pratense L. 

Annuum. 

1. G. Bohertianum L. Cod, 4987. Francli. Savat. 
En. IL 307. (var. glabra). Hook. f. Fl. of Brit. Ind. 
I. 432. Trautv. Enum. pi. Schrenk. n. 265. Hime 
huro-sOj sMlio-ydki'So, Soo bokf. XII. 52. 

Japoniaj anne olim introductum ex Europa?, raris- 
simum: Hakone (Savatier ex Franchet), prov. Omi 
(J. Keiske), Owari (botan. jap.). Loca proxima in 



— 614 — 

Asia sunt Songaria et Himalaya occidentalis , cete- 
rum fere vulgivagum, exclusis regionibus arcticis. 

Spec, meum japonicum et figura citata valde micro- 
phylkj prius solito parcius pilosum, ita etiam Fran- 
che t var. ^nsim glahram tantum glabriorem dicit, unde 
potius gldbrata nuncupanda esset. — Ab omnibus 
nostris, praeter notas indicatas et alabastris auguste 
conicis distinguitur. 

Perennia. 

Rhizoma praemorsum fibris radicalibus elongatis. 

Caules deinum elongati radicantes. 

2. G. Wilfordi. Caulibus tenuibus parce, petiolis lon- 
gissimis pedunculisque densius breve reversopubescen- 
tibus, stipulis liberis subulatis longe acuminatis; foliis 
appresse (subtus ad venas) setulosis 3-partitis-sectisve: 
segmentis contiguis basi attenuatis ovatis breve acumi- 
natis fere a basi incisoserratis serraturis mucronatis, 
lateralibus infimorum cum lobulo accessorio; pedun- 
culis axillaribus 2-floris folium pedicellosque in fructu 
déclinâtes parum superantibus; sepalis ovatis aristatis 
brevissime pilosulis et ad nervös dense longe pilosis; 
petalis vix longioribus patulis spathulatis intus basi 
parce breveque pubescentibus; filamentis parte dilatata 
pilosulis stigmata revoluta superantibus; carpellis lae- 
vibus setosopilosis et cum columna crassiuscula brevis- 
sime rostrata minute pilosulis, stylis totis connatis stig- 
matibusque dorso hispidulis; semine late ovali minute 
impresse punctate. 

Mandshuria orientali littorali : inter 44 et 45° (Wil- 
ford) et australi: in fruticetis et ad margines sil va- 
rum circa Wladiwostok, sat frequens, fine Augusti fl. 
frf. , uec non ad Amur australem , montibus Bureicis, 



— 615 — 

3 stadia supra Jekaterino-Nikolskaja, silvis frondosis 
non rarum, ultimo Julio fl. incip, Japoniae insula Kiu- 
siu, prov. Simabara, fine Septembris fl. c. fr. nond. mat. 

Cum solo G. nodoso L. comparandum, sed caule pro- 
cumbente demum radicante, foliis et infimis trisectis, 
flore triplo saltem minore, petalis integris, pedicellis 
fructiferis declinatis, columna brevissime rostrata toto 
coelo diversum. Planta mandslmrica foliis duplo fere 
majoribus S-partitis neque 3-sectis Sijaponica differt. 
Folia circuitu triangulari-reniformia, 7 — 14 cent, 
lata, 4 — 9 cent, longa. Corolla semipollicaris albido- 
rosea striolata. 

3. (^.wejpa^ewse Sweet, Geran.t. 12. Rchb. Icon. exot. 
t. 116. Don, Prodr. fl. Nepal. 208. Maxim, in Ind. 
sem. h. Petrop. 1865. 42. Miq.Prol. 201. Hook. f. 1. 
c. I. 430. Debeaux. Fl. de Tchifou n. 23. in Act. soc. 
Linn. Bord. XXXI. 1876. et XXXIII. 1879. p. 62. 
G. Thunhergii ^. etZ. Fl. jap. fam. nat. I. 136. (nomen). 
Lindl. etPaxt.Fl. Gard. I. 186. fig. 115. G. palustre 
Thbg. Fl. Jap. 268. G. sihiricum Miq. ! Prol. 201. Tat- 
schi fuuro vel IbuM fmiro, S o o-b o kf. XII. fol. 46 . et 49 . 

Japonia frequens: Yeso, circa Hakodate, Arikawa, 
Ono, init. Julii fl. incip., Octobri fl. frf. Nippon: Yoko- 
hama, in herbosis secus vias, floret a Julio in Decem- 
brem, Yokoska(Savatier!), Simoda (Yolkin); Kiusiu: 
pratis maritimis ad Nomo-saki, Nagasaki, ad agros, in 
fruticetis herbosis, a Julio in hiemem fl. et frf. China: 
Tschi-fu (Debeaux I.e.), prov. Yun-nan (Hooker fil. 1. 
c), toto Himalaya: Nipal (Wallich, Buchanan), 
Khasia (Griffith, Clarke), Gurhwal (Falconer n. 
320), Sikkim (Thomson, Treutler) et parte occiden- 



— 616 — 

tali (Royle s. nom. G. nepalensisl^ G. pallidil et G. 
patentisl). 

PI . nilagirica (G. affine Wight!, etiam Metz, Clarke) 
hirsuta, foliis magis divisis, rliizomate longo aequali fib- 
ris tenuibus (an semper ?), semine ovali distincte longi- 
tudinaliter impresso-punctato , — formam maxime au- 
stralem sistit, paullatim tamen in liimalaicam transe- 
untem. — Haec saepius cum nilagirica foliis magis di- 
visis et distinctius 5-lobis convenit, sed semina latins 
ovalia minusque profunde punctata habet. — Forma 
japonica denique folia manifeste triloba (in infimis v. ra- 
dicalibus sub- 5 -loba) lobis latioribus brevioribusque 
et semina globoso- ovalia obsolete puncticulata offert. 
Quoad folia planta japonica himalaicae cultae simil- 
lima fit (confer etiam figg. Sweet, Reichenbach ad 
indicam, Lindleyi ad japonicam delineatas), sed et 
inter spontanea ex Himalaya illa a Treutlero lecta 
cum japonicis identica sunt. Occurrunt e contra inter 
nostra rarius profundius divisa, himalaicae vulgatiori 
consimilia, et semina rarius et ovalia distinctius sculpta 
vidi. Radix pi. juvenilis utriusque fusiformis tenuis, fib- 
ris radicalibus paucis tenuibus, plantae provectioris 
rhizoma brevissimum praemorsum, fibris elongatis car- 
nosis validis, uterque status igitur a rhizomate supra 
descripto, unico viso, G. af finis diver sus, — anne et hoc 
tantum stadium evolutionis? Quum autem omnia re- 
liqua signa variabilia, principalia vero omnibus formis 
communia sunt, certe G. Thunbergii pro synonymo G. 
nepalensis habendum et verosimiliter G. affine iis ad- 
dendum est. 

A Thunbergio pro G. palustri habebatur et imo a 
Miquel huic proximum perperam declarabatur. Sed 



— 617 — 

abhorret O, palustre L. modo Crescendi, flore magno, 
corolla calycem duplo superante et columna rostrata. 
Propius nostro jam videtur G. sihiricum L., quod etiam 
parviflorum, fructum in pedicello declinato et colum- 
nam suberostrem habet, sed pedunculo fere semper 
1-floro et foliis 5-fidis differt. 

G, Krameri F ranch. Savat. 1. c. II. 306., e Nippon 
prov. Simosa ortum, non vidi, sed ex ipsis autoribus a 
G. nepalensi differre dicitur foliorum laciniis basi et 
apice subaequilatis, petalis duplo majoribus calyce ses- 
quilongioribus et «capsulis» (i. e. carpellis cum columna 
stylina) non sexies vel septies, sed decies v. duodecies 
longioribus quamcrassis. Habeo tarnen inter specc. mea 
pernumerosa, alia foliis G. Krameri petalis vero vix 
calycem superantibus, alia florere incipientia petalis ca- 
lyce 1 Yg longioribus solitoque duplo majoribus cum foliis 
G. nepalensis typici. Fructus apud me inter mensuras 
illas extremas saepius medium tenent et ut flores valde 
magnitudine et indumento variant. Ita et G. Krameri 
formis G. nepalensis adnumerandum esse censeo. — 
Variae hae formae fortasse et a Japonensibus nomini- 
bus propriis distinguuntur , vidi enim, praeter supra 
adducta, in schedulis indigenis nomina gen-no-seuko 
et tatsi-matsi-kusa. 

Caules non radicantes. 
Pedunculi 1-flori. 

4. G. sihiricum L. Cod. 4996. Ledeb. 1. c. 459. 
Turcz. Fl. Baie. Dah. I. 254 et Enum. Chin. n. 38. 
Maxim. Fl. Amur. 70. 469. Trautv. Mey. Fl. Ochot. 
n. 79. Rgl. Fl. Usur. n. 110. Hook. fil. 1. c. 431 
(spec, non vidi).- 

Melanges biol<^iqaes. X. 78 



— 618- 

Sibiria austroorientalis : üdskoi (Middendorff) et 
australis: ditione baicalensi-dahurica ubique in pra- 
tis et ruderatis (omnes collect.), prov. Jeniseisk et Tomsk 
(Augustinowicz), Altai et occidentem versus usque 
ad Ural (Orenburg), Wolgam (Simbirsk), Mosquam et 
Caucasum; MandsJiuria media et australi, a finibus Ko- 
reae ad Amur et Schilkam inferiores ; Mongolia australi: 
montibus Alaschan, circa domes vetustas Sinensium 
et in faucibus humidis (Przewalski); China boreali, 
circa Pekin (Kirilow, Tatarinow), Takiosze, Wan- 
shou-shan(Bretschn eider), Ti6e^öoccidentali(Thom- 
son ex Hooker). 

G. siUricum Miq. Prol. 200. ex spec. hb. Lugd. Bat, 
ad praecedens pertinet. 

Petala lilacina v. albidorosea, violaceolineata. 

Pedunculi biflori. 
Flores pollice minores. 

5. G. davuricum DC. Prodr. I. 642. Ledeb. 1. c. 
468. Turcz. Fl. Baie. Dah. I. 258. Rgl. 1. c. n. 114. 
Franch. Savat. Enum. II. 303. (spec, non vidi). G. 
pseudosibiricum Maxim. 1. c. 71 et G. bifolium idem 
ibid. 469., nee aliorum. 

Davuria^ copiose; MandsJiuria: secus Schilkam et 
Amur usque ad ostium Usuri et secus ilium , in mon- 
tibus lapidosis passim, ad lacum Hanka (Przewalski), 
ad Suifun fl. (Goldenstädt), a medio Julio in autum- 
num florens; Japonia: circa Hakodate (ex Franchet), 
urbe Yedo cultum (ipse), prov. Ko-tsuge (I to Keiske 
in hb. Siebold s. nom. germo seuko); China boreali, 
circa Pekin (Kirilow), Jehol (Tatarinow), monte Po- 
hua-shan (Bretschneider), prov. Kansu (Przewal- 



— 619 — 

ski); Mongolia oriental! australi, circa Siwan-tze non 
procul aKalgan (Artselaer) et boreali, in monte Guntu 
prope Urga (Tatarinow) et Kiachta. 

In Mandshuria et China occurrit solito magis gran- 
diflorum, petalis basi dense albobarbatis. 

Flores rosei v. purpurei. Columna stylina duplo vel 
triplo statu fructifère calyce longior, fructus ceterum 
et semina dense impressopuncticulata G. sibirici. 

6 . G. pseudosiUricum J. M ay . in B o e h m . Abb. 1786. 
238. Ledeb. 1. c. 469. G.hifolimiVaitY. inDC.Prodr. 
I. 643. Turcz. Fl. Baie. Dab. I. 257. 

Sihiria orientali: Jakutzk, Olekminsk (Stub en- 
dor ff), Irkutzk, Baical (Turczaninow, alii) et Trans- 
baicalia(Augustinowicz), occidentali: Altai, Tobolsk 
(Roscher) et occidentem versus trans Ural usque in 
gub. Perm (Augustin.) et Orenburg, circa Sterlitamak 
(Karpinski), ilfo^o^m boreali : jugo Han-hai et Altai 
australi ad fl. Kran et altis montibus Taischir-ola, sil- 
vis declivitatis borealis jugi Thian-schan, nee non dé- 
serte boream versus, ad fl. Tugurik in vice Adak, in 
humo (Potanin). 

Altis alpibus digitale, locis demissis sesquipedale, 
erectum, dense frondens et apice multiflorum. Traut- 
vetter (Enum. Schrenk n. 262.) distinguit var. eglan- 
dulosam et glandulosam , sed omnis nostra ad priorem 
pertinet. Pedunculis glandulosopilosis vero, quales de- 
scribuntur in Ledeb. Fl. Alt. III. 228., rarissime oc- 
currit: inter magnam copiam speciminum ante oculos 
vidi tantum specimen altaicum, a Ludwig prope Buch- 
tarminsk lectum et alia aLedebourioin horto Dorpa- 
tensi culta, ad quae viva icon fl. alt. t. 148. facta est. 

Plantam s. n. G. pseudosiUrici a Francbet et Sa- 



— 620 — 

vatier IL 302. enumeratam non vidi quidem, sed icon 
citata Soo bokf., XII. fol. 48. foliorum superiorum 
segmenta latiora omniumque minus profunde inciso- 
serrata habet, quam in ullo G.pseudosihirico a me viso, 
praeterea stipulae saepe connatae dicuntur (quae in 
ö. pseudosiUrico liberae) et petala intégra , quae sub- 
emarginata in hoc. Anne igitur pl. japonica potius ad 
ö. Sieboldi ducenda? 

7. G. alhiflorum Ledeb. Fl. Alt. III. 230. Icon. pl. 
Ross. 1. 18. Fl. Ross. I. 463. (excl. syn. Hook, et Fisch. 
Mey.). F. Schmidt. Result. Mammuth Exped. 96. 
n. 64. 

Sibiria: Irkutzk et Baikal occidentalis (Turcz.), ad 
fl. Tschara etNetschatka(Maydell), jugo Sajan(Czer- 
ski et Härtung), ad JeniseipropeKrasnojarsk(Turcz.) 
et inferiorem (F. Schmidt), Songaria in jugis Tarba- 
gatai et Alatau (Schrenk), Altai varus locis, v. gr. 
laricetis ad lacum Markâ (Potanin), fontibus fl. Ka- 
tunja (Gebier), ad Ulbam affl. Irtin (Adams), prope 
Buchtarminsk et Ustkamennogorsk(L e de b o ur), Thian- 
schan occidentali (Sem enow). 

Songaricum et altaicum saepius eglandulosum, bai- 
calense omne glandulosum. 

Planta homonyma americana Hookeri sistit G. Ei- 
cJiardsoni F. Mey., optime distinctum flore albo (nee 
subcaerulescente), petalis patentibus integris duplo 
majoribuSjintusalte filamentisque subulatis extus longe 
pilosis (neque patulis emarginatis basi cum filamentis 
lanceolatis ciliatis) , capsulis capitate- nee simpliciter 
pilosis, nee non foliis alio modo incisis. — Quaeritur 
tamen, an nostrum rêvera diversum a G, aconitifolio 
THerit., quod tantum foliis profundius divisis petalis- 



— 621 — 

que iiitegris distinguendum est, et jam in Himalaya 
ôccidentali et hinc in Europam extensum invenitur. 

Flores pollice majores. 

Longepedicellata. 

Pedicelli fructiferi declinati v. refracti. 

8. G. collimm Steph. in Willd. Sp. pi. III. 705. Le- 
deb. Fl. Ross. 1. 467. Rgl. et Herd. PI. Semen, u. 190. 
Q. longipes DC. Prodr. I. 642. G. Londesii Fisch, in 
Lk. Enumh.berol.il. 196. 

Mongolia boreali: in monte Guntu propeUrga, init. 
Julii fl., Thian-schan orientali, circa oppidum Hami, 
med. Septbri fl. c. fr. (Piasezki), declivitate boreali 
vallibus fl. Ili superioris, alt. 2500 ped. s. m. et in 
silvosis Kungess superioris, alt. 3500 ped. s. m., ult. 
Junio fl., fine Augusti fl, ult. et frf. (Przewalski); 
Sihiria orientali: ad fl. Jenisei circa Krasnojarsk 
(Pallas) et australi: Songaria et Altai. Hinc occiden- 
tem versus in Turhestania, Ural, Bossia australi ad 
Wolgam inferiorem et Tanain, in Cis- et Transcaucasia, 
Persia et Afghanistano et usque in Himalayam occi- 
dentalem. 

Specc. mongolica e Thian-schan quam songarica et 
altaica majora, transcaucasica fere aemulantia, mox 
pedunculo pubescente mox glanduloso donata, spec, 
a Piasezki lectum dense, inde ab infimis axillis flori- 
feris glanduloso-pilosum. Exemplaem. Guntu minora, 
eglandulosa. Pedunculi non valde elongati, potius G, 
collini, quam formae s. n. G. longipedis descriptae. 
Flores quam in pi. caucasica minores, tamen majus- 
culi. Semina dense minute longitudinaliter reticulata. 

Var. hirsuta Trautv. Enum. Schrenk. n. 260. 



— 622 — 

Songaria (Seh renk): jugo Tarbagatai (Po tanin). 

Totum pilis setosis patentibus pl. m. hirsutum, pe- 
tala calyce sesquilongiora. Filamenta alterna, ut in 
typo, subito, reliqua sensim dilatata, omnia petalaque 
basi dense barbatociliata, barbisalbis. Petala innostris 
purpurea, inSchrenkianisex eadem regione in sicco 
albida. Rhizoma in bis brève, fibris crassis fasciculatis, 
in nostris deest. 

9. 6. Sieboldi. Rhizomate brevi fibris validis fusi- 
formibus, caule erecto bi~trichotomo, ad nodos subin- 
crassato, pilis reversis (ad petioles dense) hirsute, 
basi longe nudo; stipulis ovatis acuminatis mediis ra- 
rius connatis; foliis superne appresse sub tus ad venas 
patulo-setosis, radicalibus et caulinis inferioribus longe 
petiolatis, ambitu reniformibus ultra medium v. fere 
ad basin 7 — 5-partitis, superioribus sessilibus triparti- 
tiSjpriorum laciniis cuneatoobovatis, posteriorum oblan- 
ceolatis, acutis, a medio 3-fidis lobis 2- 3- v. pluri- 
incisis; pedunculis folium duplo pedicellos in fructu 
déclinâtes pluries superantibus ; sepaiis pedicello multo 
brevioribus oblongis aristatis 5-nerviis, petalis obovatis 
intus supra basin parce pilosis ipsa basi densissime bar- 
batis calyce sesquilongioribus patentissimis; filamentis 
stylos subaequantibus parte dilatata sat longe ciliatis 
ipsaque basi densissime longeque ciliigeris ; stylis parte 
libera versus apicem stigmatosis; columna stylina 
fructifera suberostri, valvis laevibus brève hispidis 
medio dorso parce intusque basi longe setosis, semine 
globoso ovali minutissime impressopunctato. Soo- 
bokf. XII. fol. 50. 

Japonia (hb. Siebold s. nom. jap. Dai furo so): 
pratis circa Yokohama non rarum, floret a Julio in 



— 623 — 

autumnum, Nagasaki, in horto bot. jap. Motoski 
(Siebold, Junio fl. incip.). Mandshuria: ad fl. Tumen 
Koreae finitimum, prope oppidum Hun-tschun, Julio 
fl. incip. (F. Schmidt), ad fl. Suifun prope Nikol- 
skoje, Aug. Septembri fl. (Goldenstädt), pratis sicci- 
oribus ad lacum Hanka, Augusto fl. c. fr. immat. 
(Przewalski). 

Pro G.japonico Franch. Savat. Enura. II. 305, cu- 
jus fructus nondum noti et quod videre non contigit, 
sumere nequeo, quia in hoc calyx describitur pedicellum 
aequans, sepala ovata (an aristata sint non dicitur), 
folia vix ultra medium divisa, pubes ubique glandulosa, 
petala denique sepala paulo tantum superantia. 

Planta 2— 3-pedalis, folia majora 5, fere 6 pollices 
lata, flos diametro pollicaris, petala lilacina purpureo 
striata, in unico flore quidem patentissima in sicco 
visa, attamen sepala in floribus pluribus statim post 
anthesin adhuc patentissima manent, unde et priora 
omnia talia in vivo fuisse conjicere licet. — Planta 
mandshurica humilior, tenuior, folia profundius divisa 
laciniis angustioribus ; stipulae etiam angustiores et 
longius acuminatae, flores numerosiores,brevibus verbis 
talis, qualis solo climateque siccioribus produci solet. 

Similius G. maculate L. et G. Eichardsoni F. Mey. 
americanis, queun G. collino Steph., G. palustri L. et 
G. alhifloro Ledeb., etsi priora ab Engelmann (in 
A. Gray, pi. Fendl. 26, in adnot.) pedicellis defloratis 
erectis v. suberectis describuntur, quos equidem dé- 
clinâtes observo^), praeter spec. 1 ad Fort Colville fl. 



7) Spec, cum fructu vidi: G. Bichardsoni e montib. Scopulosis 
(Parry n. 112.), Saskatschawan (Bourgeau, cum? s. n. G. macu- 



— 624 — 

Columbiae superioris a Lyall lectum, ex hb. Kew. 
s. n. G. maculati? communicatum, quod autem ob pe- 
dicellos et in fructu brevissimos aggregates aliaque 
signa pro G, erianthi varietate solito minus incisa habeo. 
G. Eichardsoni F. Mey. a nostro diflert columna sty- 
lina rostrata, filamentis toto dorse parce longeque 
pilosis, petalis intus versus basin hirsutis neque dense 
barbatis. G. maculatum L. differt columna longe ro- 
strata, filamentis brevissime ciliatis et petalorum pube 
praecedentis. G. coUinum Steph. et G. palustre L. 
pariter columna rostrata (stylis usque ad stigmata con- 
natis) et carpellis pube aequali tectis distincta, prius 
insuper filamentis alternis subito dilatatis, caule par- 
cius molliusque piloso, foliis profundius partitis, poste- 
rius stipulis longe sensimque acuminatis, superioribus 
subulatis diversum. G.albiflorum Ledeb. denique, ge- 
ographice nostro proximum, distinguitur foliis profun- 
dius cordatis radicalibus ad medium fissis laciniis latis 
contiguis, caulinorum acuminatis rhombeis crebrius 
incisoserratis, sepalis petalisque non patentissimis fere 
duplo minoribus, petalis saepe emarginatis basi intus 
laxe filamentisque parce pilosis, columna rostrata stylis 
ad stigmata connatis. 

10. G. yesoënse Franch. Savat. Enum. II. 305. 
{yedoënse sphalmate dictum, ut patet e patria et de- 
scriptione ubi yesoënse dicitur). G. erianthum A. Gray. 
Bot. Jap. 383. (pro parte?). Miq. Prol. 201. (quoad pi. 
Wright; spec, sterile Siebold, ex nom. japonico for- 



lati)j Arizona, mount Graham (Rothrock n. 408.), California 
(Greene, s. n. G. Fremonti); G. maculatum habui e civit. New York, 
Saskatschawan (fl. albo, Bourgeau s. n. G. Hookeriani), Wisconsin 
(Henning) et culta specc. 



— 625 — 

tasse ad praecedens). EaVsan-Tiöbu-fiiro. Soobokf.XII. 
fol. 48.? 

Yeso: in arenosis circa Hakodate frequens (Small!, 
ipse) a Junio in autumnum florens, Augusto fructi- 
ferum. 

Specc. authentica florentia tantum lecta non vidi, 
sed descriptio exacte quadrat, etsi quoad signa gravia 
incompleta sit. Autor es comparant cum G, pratensi 
L., quod foliis profundius partitis differre dicunt, sed 
G. pratense longe distat floribus subcorymbose appro- 
ximatis, filamentis basi valde dilatatis ipsaque basi 
dense barbatociliatis et columna longe rostrata. — 
Arcta tamen affinitate certe cum nostro conjuncta sunt 
G. WlassowianumF isch, et G. palustre L. Omnia enim 
communia habent pedicellos sat elongates florem supe- 
rantes fructifères déclinâtes , filamenta sensim dilatata 
aequaliter ciliata et columnam erostrem. G. palustre 
L. a G. yesoënsi habitu quodam differt: rami divaricati 
graciliores et longiores, pubes vulgo patens, stipulae 
saepe connatae, filamenta brevius ciliata, praesertim 
vero serraturae foliorum porrectae, neque arcuatopa- 
tulae. G. WlassowianumF is ch, distinguitur pube vulgo 
patente, foliis minus divisis lobis latioribus minusque 
incisis, flore triente majore, filamentis praeter cilias 
marginales etiam dorso pilosis, stipulis saepissime 
connatis. 

Rhizoma brève, fibris crassis validis. Caulis patule 
dichotome ramosus, folia inferior a ad v. ultra medium 
fissa, laciniis basi integris. Stipulae liberae, inferiores 
ovatae brève acuminatae. Pedunculi folium pedicel- 
losque superantes, pedicelli florem aequantes vel lon- 
giores. Pubes omnis eglandulosa, in calyce mox ap- 

Mélanges biologiques. X. 79 



— 626 — 

pressa, mox patens. Petala basi pubescentia obovata, 
calyce duplo longiora. Ciliae filamenti parti dilatatae 
subaequilatae. Styli usque ad stigmata connati. Cau- 
dae carpelloïum intus scabropuberuhe. Semen minute 
reticulato-impressum. 

11, G. Wlassowianum Fisch, in DC. Prodr. I. 641. 
Ledeb. FI. Ross. I. 463. Turcz. FI. Baie. Dah. I. 254, 
Maxim. FI. Amur. 70. (forma incana,) 

Ditione fl. Baicalensi-dahuricae: ad fl. Angara 
(Pallas) prope Irkutzk (Turcz., alii), ad Baikal 
(Hess), ad fl. Witim (Maydell), Nertschinsk (Sen- 
sinow); Mandshuria: secus Amur superiorem varus 
locis et meridionalem, init. Julii fl. incip., secus Usuri 
fl., Septbri fl. c. fr., ad lacum Hanka et superiorem 
partem fl. Mo (Przewalski), ad fl. Suifun (Golden- 
städt), circa Wladiwostok, pratis humidis non rarum, 
Septbri fl. frf. 

Omnino apud nos G. palustris L. locum tenet et in 
hortis cul tum et luxurians folia radicalia pariter 7-fida 
format, laciniis subcontiguis fere rhombeis basi inte- 
gris, hinc apicem versus subtrilobis et incisoserratis 
serraturis patulis. Sed exempla spontanea quotquot 
vidi folia 5 -Ada circuitu cordatoorbiculata habent. 
Difi'ert G, palustre L. tantum foliis viridibus, nec pi. 
m. subincanis, staminibus brève ciliatis neque dorso 
margineque setosopilosis. Sed filamenta G. Wlasso- 
wiani variant basi tantum v. ad medium ciliata, ciliis 
griseis filamenti dilatati latitudine brevioribus, v. fila- 
menta occurrunt dense ciliata et dorso pilosa, pilis 
ciliisque albis latitudinem filamenti superantibus, v. in 
exemplis ad Suifun lectis praeter pilos longos dorsales 
adhuc brevius ciliata. Columna brevirostris, stigmata 



— 627 — 

elongata recurva. Flos diam. 35 — 40 mill. , in amurensi 
roseus purpureovenosus v. caeruleoviolaceus, in au- 
strali purpureus. Yalvas pi. cultae rarius dispermas 
inveni, seminibus superpositis angulatoglobosis evolutis 
V. uno inani minore. 

Quibus expositis satis patet, G. Wlassowiamm, vix 
aliud esse quam varietatem geographicam 0. palustris, 

Exstat s- n. G. mamlati L, in herb. Stephan a 
Sievers 1792 in Sibiria collectum, deest vero hoc 
sub nomine e Dahuria mherh. Fischeri, aquosemina 
habuisse asserit Reichenbach (Icon. crit. III. fig. 
460. p. 74.) et quod typicum G. maculatum esse vi- 
detur, e flora Rossica certe excludendum. 

12. G. Maximowiczii Rgl. Fl. üsur. n. 1 12. tab. III. 
fig. 4 — 6. G. Wlassowiani forma setosopilosa Maxim. 
Fl. Amur 70. 

Mandshuria, ad fl. Amur infer, parte australiore, 
in silvis prope Dshare et Dole, fine Aug. fl. frf. (ipse); 
ad Usuri fl. decursum medium, in montibus Sumur ali- 
isque locis (Maack). 

A praecedente pube setosa stipulisque liberis distinc- 
tum, filamenta enim parcius ciliata occurrunt et in 
G. Wlassowiano. Folia tamen exactius trifida, neque 
lobulis basalibus aucta, inferiora 5-fida, laciniae an- 
gustiores indistincte rhombeae, parte intégra basali 
dimidium lobum occupante, serraturae porrectae. Flos 
20 — 25 mill., pallide roseus, calycesque minores. 
Columna distinctius rostrata, stigmata tamen eadem, 
ita et semen minute reticulatum. Nodi caulini pi. ve- 
tustae distincte incrassati. — Omnia haec signa tamen 
in reliquis Geraniis satis variabilia sunt et fortasse et 
in nostro, quum melius notum erit, variantia obser- 



— 628 — 

vabuntur. Equidem olim pro forma silvestri speciei 
praecedentis habui, fortasse non immerito. Habet sese 
enim ad illam, ut var. orientalis ad G. eriostemon. 

Pedicelli fructiferi erecti. 

13. G. eriostemon Fisch, in DC. Prodr. I. 641. 
Ledeb. Fl. Ross. I. 464. Turcz. Fl. Baie. Dah. I. 255. 
et Eniim. Chin. n. 39. Maxim. Fl. Amur. 70. 469. 
480. F. Schmidt. Fl. Amg. bor n. 82. G.eriostomum 
(sphalmate) Rgl. Fl. Usur. n. 113. 

Ditione fl. Baicalensi-Dahuricae in pratis siccioribus 
(Turcz.), V. gr. «ad aggeres Baicaliet in frutetis», nee 
non ad fl. Ledjanka, Julio 1772 (hb. Pallas s. n. G, 
maculati et G. columbini), in betuletis Davuriae (hb. 
Fisch.), frequens v. gr. secus fl. Sehilkam in pratis 
et betuletis, medio Junio fl. (ipse). Mandshuria: secus 
Amur superior em et australem varus loeis, in rupibus 
et alibi, ad fl. Bureja (F. Schmidt) et Usuri (Ussol- 
zew), ad fines Koreas circa sinum Possjet, in collibus 
brevi gramine obtectis frequens, med. Julio fl. ult. et frf. ; 
Mongolia orientali: Kiachta, prope Urga in monte 
Gun tu, medio Julio flor. (Tatarinow), et australi, 
jugo Muni-ula, pratis humosis humidis, init. Julii fl. 
(Przewalski). China boreali: montib. altis ditionis 
Pekinensis, v. gr. Po-hua-shan (Kirilow, Bret- 
schneider), Siao-wu-tai-shan (Hancock) alt. 4 — 5 
mill. ped. (MöUendorff), et occidentali, prov. Kansu, 
in silvis montium secus fl. Tetung frequens, med. Julio 
flor. (Przewalski). Japonia, cultum in hortis Yedo 
s. n. Gunna-i-fûro, fl. lilacinis et incarnatis, Junio fl. 
(Siebold). 

Differt a G. eriantho DC. pedunculis folia proxima 



— 629 — 

superantibus , pedicellis fructiferis immutatis jam sub 
anthesi calycem aequantibus v. subsuperantibus utri- 
busque saepissime glandulosopilosis et foliis minus 
profunde fissis laciniis latioribus, a G. sylvatico L. pe- 
talis integris et pilis filamentorum dorsalibus elongatis. 
G. eriostemon et G, erianthum sunt quasi formae ori- 
entali-asiaticae G. sylvatici, ad quod sese habent fere 
ut G. Wlassoivianum et G. Maximowicm ad G. palus- 
tre, omnia nostratia praesertim filamentis longe pilosis 
ab europaeis distincta. 

Caulis pi. m, saepe dense reflexohirsutus , mox fere 
a basi, mox tantum ad pedicellos glandulosopilosus 
(v. in ß. eglandulosus). Folia et in typo rarius lobata, 
saepius paulo ultra medium fissa et ita describuntur 
a Ledebour et Turczaninow, qui plantam borea- 
lem, humiliorem et ad folia minus pilosam observarunt. 
Valde liirsutum et latilobum in meridionalibus potissi- 
mum invenitur. Sepala 3-nervia, exterioribus margi- 
nem versus obsolete venosis. Petala horizontaliter pa- 
tentia rubro- v. azureoviolacea. Columna stylina ultra 
30 mill, longa, cum valvis breve pubescens et pilis 
patentibus longioribus capitatis sat dense tecta, in ro- 
strum (stylos connatos) triplo brevius attenuata, quod 
in stigmata illo 5-lo breviora finditur, caudae intus 
glabrae. Valvae praeterea, praesertim basi , puis lon- 
gis non capitatis instructae. Semen minute reticulato- 
punctatum. 

ß. orientale: eglandulosum v. pi. m. glandulosum, 
foliis utrinque parcius pilosis profundius ultra medium 
fissis crebrius et profundius lobatis incisisque, lobis 
serraturisque mox obtusis cum mucrone mox acumi- 
natis. G. erianthum var. ? elata Maxim. Fl. Amur. 71 . 



— 630 — 

(non vel breve gland ulosum). G. Onoei Franch. Sa- 
vat. En. n. 303. (valde glandulosum). 

MandsJiuria: ad Schilkam inferiorem, 70 stadia 
infra Gorbiza, in laricetis siccioribus frequens, medio 
Junio fl., ad Amur superiorem, silvis frondosis lapido- 
sis montanis ad Tolbusino et Tschernäjewa frequens, 
ad Amur inferiorem, lucis pratisque humidis prope 
Kitsi, frequens, ad üsuri superiorem prope Dsiabigo 
in montibus lapidosis, fine Maji fl. incip., similibus lo- 
eis secus fl. Li-Fudin, et circa portum S-tae Olgae, 
med. Junio fl. c. fr. immat.; Japonia: Nippon, ad ru- 
pes secus rivulos in alpe Niko (Tschonoski), prov. 
Senano (Tanaka, fide Franche t). 

Primo obtutu a typo valde diversum videtur, atten- 
tius examinatum tamen solis signis supra datis distinc- 
tum. Ceterum valde ludit pubis longitudine et cliarac- 
tere, fl. rubro- v. azureo-violaceo, et laciniis foliorum. 
Specimina japonica quoad foliorum formam magis typo 
appropinquant , quam amurensia, quae olim cum du- 
bio sequenti speciei adsociavi. 

Y. Eeini Franch. Savat. 1. c. 304. (sp. pr.): fo- 
lii ultra medium fissi laciniis latioribus contiguis vel 
sese tegentibus, sepalis divisione nervorum externorum 
sub-5-nerviis, pube elongata copiosa; cetera ut in ß. 

Nippon: in Ibuki-yama, fl. c. fr. immat. legit Rein s. 
JVî: 6. — planta ab autoribus descripta. 

Magis accedit ad typum quam var. ß. In typo sinus 
inter lacinias foliorum aperti, in ß. basi aperti, medium 
versus ob lacinias rhomb eas contiguas clausi, in y. fere 
toti clausi. Reliqua omnia ut in typico. Maculas in fo- 
liis hinc inde densius villosas, de quibus ait Franchet, 



— 631 — 

vidi quidem in folio unico, sed insecti cujusdam in- 
fluentiae potius adscriberem. 

G. ibericum Cav. (incluso G. platypetalo F. Mey.), 
quocum G. Reini ab autoribus comparatur, rêvera per- 
affine est et tantum distinguendum flore fere duplo 
majore, petalis truncatis lobulatisve calycem duplo su- 
perantibus, filamentis parcius breviusque pilosis; pu- 
bes vero eodem modo variât simplex v. glandulosa, fo- 
liorum dentés obtusiusculi v. acuminati. Simillimum 
G. iberico est G. gymnocaulon DC. (Steven!), (cujus 
synonymen G. amethystinum Ledeb.), quod ad G. ibe- 
ricum sese habet ut ß. orientale ad G. eriostemon, sed 
rhizomate elongato subaequali, nee brevi praemorso dif- 
ferrevidetur. G. eriostemoni ^ubsimile estetiam G, Wal- 
lichianum Sweet (ad quod ducendum G, ruUfolium 
Lindl. Bot. reg. XXVI. t. 67.), sed abhorret pedicel- 
lis fructiferis declinatis, stipulis maximis, laciniis folio- 
rum acuminatis. 

Brevipedicellata, pedicellis in fructu erectis. 

14. G. erianthum DC. Prodr. I. 641. Ledeb. 1. c. 
464. Trtv. Mey. Fl. Ochot. n. 80. Rgl. Til. Fl. Ajan. 
n. 72. F. Schmidt. Fl. Amg. bur. n. 83. Fl. Sachal. 
n. 91. Maxim. Fl. Amur. n. 168. Franch. Savat. I. 
c. I. 69. II. 303. Gunna-i-furo. Soo bokf. XII. 51. 

Sihiria orientali maritima (Pallas!, Merk!): circa 
Ochotzk (Walront), Ajan (Tiling) cet., Kamtschatka 
frequens, insula Koräginsk (Posteis), regione litorali 
sicciore ins. Sachalin frequens (F. Schmidt, alii); 
Mandshuria orientali boreali, ad Amur inferiorem, fl. 
Amgun (Schmidt) et circa sinus De Castries (ipse) et 
Hadshi (Kusnezow); Japonia boreali: circa Hakodate 



— 632 — 

(Savatier, ex Franche!) , Nambu (Tschonoski), 
America occid. frigida. 

Specc. a Small prope Hakodate lecta, sub hoc nom. 
distributa, ad G. yezoënse Fr. Sav. pertinent, unde 
synon. A. Gray. Bot. Jap. 383. et Miq. Prol. 201. 
valde dubia fiunt. 

Ab affini G. sylvatico L. praesertim pilis filamento- 
rum dorsalibus paucis longis (neque densis brevioribus 
marginalibus) , nec non pube pedunculorum brevi eg- 
landulosa dignoscitur. Pubem in G. eriantho quoad 
characterem satis constantem observavi. 

15. G. pratense L. Cod. 4982. Ledeb. FI. Ross. L 
466. Turcz. L 256. Rgl. Herd. PI. Semen, n. 187. 
Trtv. Mey. FI. Ochot. n. 81. Maxim. Ind. Mongol. 
480. 

China boreali: prov. Kansu, in jugo secus fl. Tö- 
tung, init. Julii fl. (Przewalski), inter Lan-tscheu et 
Murum magnum (Piasezki), prov, Petschili, in alto 
monte Siao-wu-tai-shan (Hancock); Mongolia parte 
maxime orientali, inter fl. Chui-gol et Iböan-gol, lat. 
48°, long. 119", init. Julii fl. incip. (Fritsche); ad 
tractum mercatorium (Kirilow) prope Charimtu (Ta- 
tarinow), boreah: jugo Han-hai ad fl. Schuryk et Bog- 
dyngol, silvis acerosis (Potanin) et ad fl. Baintu-gol 
(Kolomeizew), Altai australi, non procul ab urbe 
Kobdo (Kalning), alpibus Dolon-nor, sub rupibus gra- 
niticis, nanum, vix palmare (Potanin); tota Sibiria, 
exclusa arctica, v. gr. Kamtschatka, Jakutzk et alibi ad 
Lenam, ad fl. Tscharam (Maydell), Nertschinsk, ad 
Baicalem, Irkutzk, ad Jenisei, jugo Sajan et Altai, 
Tomsk, Omsk, omni Rossia ab Archangel ad Caucasum, 
et occidentem versus. 



— 633 — 

G. himalayense Kl. in Reise d. Prinz. Waldemar, 
1 16. t. 122., quod vidi e Kashmir a Clarke, in Tibeto 
occidentali a Strachey et Winterbottom coUectum, 
nanum, grandiflorum , omni jure ab Edge worth et 
Hookero fil. in Fl. Brit. Ind. I. 429. hue ductum vi- 
detur, nam nanum vidi et ex Mongolia, flores vero 
quoad magnitudinem , ut in omnibus macranthis, vari- 
abiles. 

Variât ditione nostra normale, v. pube ad caulem 
parca breviore, v. tali crispa cum copiosa patente lon- 
giore intermixta, pilis capitatis copiosis vel ad pedun- 
culos calycesque fructumve reductis, statura palmari 
ad bipedalem. 

RMzoma tuberosum, 

16. G. Pylzowianum. Rhizomate filiformi tuberculis pi- 
siformibus approximatis olim cauligeris submoniliformi, 
pube eglandulosa; caule gracili erecto semel bifurco, 
ramis erectopatulis ; foliis pedatisectis ambitu subqua- 
dratoreniformibus : segmentis 5 tripartitis, lobis ter- 
minali 3-, lateralibus 2-partitis integrisve linearibus; 
stipulis liberislineari-lanceolatis; pedunculis pedicellis- 
que longissimis folium valde superantibus, his in fructu 
divaricatis; floribus amplis purpureis, sepalis breve ari- 
statis quam petala truncata duplo brevioribus, filamen- 
tis subulatis parte dilatata longe pilosis, columna erostri 
carpellisque pilosis. 

China occidentalis: prov. Kansu, in vallibus rivulo- 
rum alpium secus fl. Tetung (Przewalski). 

Proximum G. tuberosum L., vel potius forma ejus, 
quae sistit G. linearilohum DC, difi^ert tuberibus mole 
nucis Avellanae saltem, foliis plus quam 5-sectis laci- 

Melanges biologiques. X. 80 



— 634 — 

nils saepius pinnatifidis, flore duplo minore, petalis 
profunde emarginatis, pedicellis brevibus in fructu erec- 
tis, filamentis dorso glabris. Q. malvaeflorum Boiss. et 
Reut., ex foliis simile, jam rhizomate incrassato abhor- 
ret et pedicellos fructiferos erectos habet. G, Tuhera- 
ria Camb. in Jacquem. Voy. t. 37. ex icone etiam si- 
mile, sed praeter tubera napiformia statim distinctum sti- 
pulis foliorum radicalium petiolo longissime adnatis, fo- 
liorum segmentis pinnatilobis et pedunculo subumbella- 
tim 3 — 4-floro. Ad eandem seriem pertinere videtur 
G, rapulum St. HiL et Naud. e Brasilia australi. 

Pedale v. altius. Pubes caulis et foliorum parcius- 
cula appressa, in priore reversa. Folia alterna, usque 
45 mill, lata, 35 mill, longa. Flos diametro 60 mill., 
calyce corollaque patulis. Sepala 5-nervia. Petala or- 
biculato-obovata, ad unguem mediamque laminam in- 
tus sat longe pilosa. Stylorum connatorum pars libera 
stigmatibus duplo brevior. 

Species a me non visae. 

G. japonicum Franch. Savat. Enum. II 305., flo- 
rens tantum collectum in montibus Hakone, ex descrip- 
tione G. Sieholdi affine videtur. ' 

G. spec, quaedam petalis acute tridentatis patenti- 
bus calycem duplo superantibus , pedunculis bifloris, 
pedicellis defloratis declinatis, foliis 5-fidis incisoser- 
ratis. Delineatum in Soo bokf, XII. fol. 47. s. nom. 
ïbuki furo. Simile G. striato L., sed directione pedicel- 
lorum post anthesin diversum, quo signo cum G. reflexo 
L. convenit, at petala patula, neque reflexo patentis- 
sima. 



— 635 — 

Erodium THerit. 

Folia trifida et incisa, cinereotomentosa. ..... E, tihetanum Edg. 

» bipinnatisecta-partitave. 2. 

2. Lamina folii circumscriptione deltoidea segmentis 
decurrentibus E. Stephanianum W. 

Lamina circumscriptione oblonga. 3. 

3. Caulescens, segmenta primaria pinnatipartita 

E, cicutarium Lern. 
Acaule, segmenta omnia pinnatisecta E. tataricum W. 

1. E. tibetanum Edg. in Hook. f. Fl. Brit. Ind. I. 
434. 

Mongolia borealis, territorio Urot, deserto arido 
Golbyn gobi dicto, rarum, med. Aiigusto fl. frf. (Prze- 
walski), praeterea hucusque tantum in Tibetia occi- 
dentali, valle Ladak, infra Hanle (herb. Calcutt.!). 

Specc. tibetica, licet florifera, bene in nostra quad- 
rant, folia tarnen paulo majora et minus dense tomen- 
tosa. Edge worth perperam annuum cum dubio dixit, 
nam et inter tibetica occurrunt jam pleiocephala ut in 
nostro. 

Herbula vix digitalis, pube simplici. Radix tenuis 
elongata perpendicularis in collo capita sessilia v. ra- 
rius stipitata (stipite pollicari) densissime stipulis per- 
sistentibus foliorum delapsorum obvallata gerens, certe 
saltem biennis, nisi perennis. Petiolus laminam in mon- 
golicis 10 — 12 mill, longam et totidem fere latam su- 
perans, laciniae dentesque obtusa. Petala patula albida, 
3 mill. q. exc. longa. Filamenta staminum fertilium an- 
guste subulata glabra, sterilium triente breviora lanceo- 
lata, sat longe ciliata. Columna tenuis, 14 — 16 mill, 
longa, rostrata, stylis usque ad stigmata connatis. Car- 
pella 4 q. exc. mill, longa, loculo anguste oblanceolato 
stipitem triple superante. Semen 2,5 mill, longum, an- 
guste fusiforme, laevissimum, opacum, cinnamomeum. 



— 636 -^ 

2. E. cicutanum L eman in D C. Fl. Franc. IV. 840. 
Ledeb. 1. c. 476. Rgl. Til. Fl. Ajan. n. 73. 

In ruderatis Sihiriae orientalist Ajan (Tiling), 
Kamtschatka (Rie der), praeterea vidi e Tomsk Sibir. 
occidentalis ad viam publicam postalem copiose cres- 
cens. Omnibus liisce locis, praesertim vero orien- 
talibus, probabiliter introductum. — E. Japonia non- 
dum vidi, sed figura Soo bokf. XII. fol. 53. vix non 
ad hoc, non obstantibus segmentis incisoserratis neque 
pinnatifidis. 

3. E. StepJianianum W. Sp. pi. III. 625. Ledeb. 
Le. I. 475. Turcz. Fl. Baie. Dah. L 260. et Enum. 
Chin. n. 40. Bge Enum. Chin. n. 72. Maxim. FI. 
Amur. 71. 469. 480. 

Ditione fl. Baicalensi-Dahuricae frequens: Irkutzk, 
ad fl. Tschikoi (Si ever s), Tschita ad pedem coUium 
lapidosorum et simili loco ad Schilkam (Augustin o- 
wicz) alibique per Dahuriam; Mongolia: Kiachta ad 
pedem m. Burgultei (Turcz.), ad tractum mercatorium 
(Kirilow), Ordos in agris Sinensium frequens (Prz e- 
walski); China boreali: circa Pekinum ubique (omnes 
collect.), Takiosze, Pan-shan (Bretschneider), Tschifu 
et Teng-tschau-fu (Hancock); Mandshuria occiden- 
tal!, ad Amur superiorem passim, v. gr. Blagowes- 
tschensk (Glehn), Aicho (ipse); occurrit praeterea in 
Songaria (Karel. EiriL), Altai (Bunge) ad Tschujam 
fl. (Gebier), nec non in Tibetia occidental! (Thomson 
ex Hooker f. !n Fl. Brit. Ind. L 434.). 

Ludit floribus purpureis v. pallide roseis purpureo 
striatis v. caeruleoviolaceis. 

4. E, tataricum W. Sp. pl. III. 625. Ledeb. 1. c. 474 



— 637 — 

Bavuria (Sie vers 1796. in herb. Stephan, fl. fr. 
immat.), ad Karysch, circa fodinas (herb. Pallas eo- 
dem statu), neque alibi, nam Willdenow, in cujus 
herbario examinavit Ledebour, a Stephan acceperat. 

Diagnosis atque descriptio apud auctores citatos 
optima, ita ut pauca sint quae addam. Flos diametro 
fere pollicaris, ex sicco purpureus. Columna rostrata 
ob stylos usque ad stigmata brevia connatos. A Will- 
denowio bene comparatur cum E. supracano He rit., 
cui ob folia circuitu oblonga, flores majuscules et ha- 
bitum rêvera affine , ita ut et E. petraeo W. , sed co- 
lumna crassior quam in utroque. Ab E. Stephaniano 
quam foliis tarn floribus totoque habitu diver sissimum. 

Leguminosae 
ab am. cl. Bunge descriptae. 

Oxytropis Mbllendorffii Bge (Orohia ?) acauHs humilis 
viridis glabrescens; stipulis linearilanceolatis petiole 
breviter adnatis longe acuminatis subherbaceis rigidu- 
lis l-nerviis; foliolis conjugatis 7 — 10-jugis lanceo- 
latis acutissimis parce hispidulis ciliatis denique glab- 
ratis, petiolis hispidulis; scapis folium vix superanti- 
bus patule mere albo villosulis 3 — 5-floris, floribus 
subumbellatis, bracteis lanceolatis calycis tubum ae- 
quantibus longioribusve , calycis tubulosi pilis nigris 
brevibus adpressis longioribusque albis villosuli denti- 
bus subulatis tubi dimidio brevioribus, vexilli lamina 
orbiculari-obcordata , alis rotundato-bilobis , carinae 
mucrone brevi subulate, ovario sessili 16 — 20-vel 
pluri-ovulato albohirsuto, legumine.... 

China boreali: in m. Siao-wu-tai-shan prov. Pe- 



— 638 — 

tschili, supra terminum silvarum, altit. 7500—9000 
ped. s. m. (aMöllendorff). 

Legumen ignotum et igitur locus in genere incer- 
tus, habitu vero multisque notis ad 0. alpinam et 0. 
Tschujae accedit. Tota planta 2 — 3 pollices alta. Fo- 
liola foliorum seriorum usque ad 5 lin. longa, pleraque 
linea angustiora. Calyx 5% lin. longus. Vexillum fere 
8 lin.: 4, 5 lin. Alae vix 7 lin. longae, apice 3 lin. 
latae. Carinae mucro Yg lin. vix aequans. 

Oxytpopis diantha Bge (JantMna) acaulis dense caes- 
pitosa glabrata viridis; stipulis petiolaribus hyalinis 
obsolete 1-nerviis antice connatis glabris ciliatis eglan- 
dulosis; foliolis 3 — 4 — 5-jugis petiolisque glabris 
vix apice barbellato-ciliolatis linearioblongis acutius- 
culis; scapis folio brevioribus subglabris subbifloris, 
calycis albo nigroque breviter hispiduli tubuloso-cam- 
panulati dentibus tubo dimidio multo brevioribus, ve- 
xillo latissime ovato emarginato, alis brevioribus dorso 
rotundatis retusis, carina alis breviore longiuscule cus- 
pidata, ovario sub-30-ovulato, legumine linearioblongo 
(juniore) calycem duplo superante acuminate, parcis- 
sime nigro-piloso 1 -loculari sutura ventrali sulcata an- 
gustissime et vix quidem septifera. 

Mongolia boreali, jugo Han-hai, in littore australi 
lacus Ssangin-dalai (Potanin, spec. 1.). 

Folia 8 — 12 lin. longa, foliola lineam longa di- 
stantia. Glandulae interfoliolares paucae minutae. Ca- 
lyx 4 lin. Vexillum 7, 5: 5, 5 lin. Alae 6, 5 lin., ca- 
rina 5 lin. longa, mucrone linea breviore recto superata. 

Oxytropis micrantha Bge (Xerobia) acaulis humilis 
caespitosa; stipulis hyalinis tenuissime 1 -nerviis in 



— 639 — 

dorso petioliproducto-connatis: foliolis 1 — 3-ad sum- 
mum 4-jugis elongatolinearibus arete complicatis sub- 
tus adpresse pubescentibus supra prostrato-sericeo- 
villosis; scapis suberectis adpresse puberulis, capitulis 
confertis 10 — 12 floris , calycis subcampanulati den- 
tibus vix y^ tubi aequantibus, alis apice rotundatis 
dorso rotundatogibbis, carinae mucrone subulato recto, 
ovario villoso sub-20-ovulato; legumine vesicario pro- 
strate- albopubescente 1-loculari ventre sulcato dorso 
convexo, sutura ventrali parum intrusa auguste sep- 
tifera. 

Mongolia borealis, jugo Han-hai , in arenosis prope 
Cliudshirtu et inter fl. Dsabchyn et Gutu (Po tanin). 

Habitus omnino 0. leptopJiyllae, sed flores multo 
minores, foliola supra prostratovillosa, scapi adpresse 
pubescentes cet. 

Oxytropis heterophylla Bge (Baicalia) dense adpresse 
argenteosericeo-tomentosa caespitosa; stipulis hyalinis 
antice connatis dorso brevissime connate -productis 
ovatis 1-nerviis eglanduloso-ciliatis; foliorum prima- 
riorum foliolis conjugatis seriorum subverticillatim 
ternis quaternisve 8 — 12-jugis oblongis acutis; scapis 
erectis folio longioribus tunc demum strictis; capitu- 
lis sub-10-floris confertis; bracteis oblongis calycis 
tubum vix aequantibus, calycis turgido-tubulosi den- 
tibus tube (4 lin.) dimidio brevioribus (V/^ lin.), ve- 
xillo oblonge bilobo, carinae mucrone mediocri, ovario 
sericeo 20 — 22-ovulato, legumine (in pi. Piasezkii) 
oblonge turgido albovilloso sutura ventrali in septum 
producta subbiloculari. 

Mongolia borealis: Thian-schan, planitie elata Yul- 
dusMinoris(Przewalski, fl.). Declivitate meridionali 



— 640 — 

prope Hami specc. fructifera a Piasezki lecta hue 
spectare videntur. 

0. pumilae affinis , sed distincta indumento , foliolis 
multo numerosioribus brevioribus. Scapi sub anthesi 
3 — 4-pollicares , fructiferi Ya-pedales. Yexillum fere 
10 lin. longum, lamina infra medium vix 3 lin. lata. 

Astragalus dependens Bge (Hemiphaca) fruticulosus 
viridis, ramis pendulis; stipulis liberis; foliolis confer- 
tim 5 — 8-jugis linearioblongis oblongisve obtusis 
supra glabris subtus minute pubescentibus; peduncu- 
lis folio duplo triplove longioribus; racemis elongatis 
multifloris; calycis minute campanulati nigropuberuli 
dentibus abbreviatis, vexillo obovato emarginato, alis 
breviter bilobis, ovario 4 — 6-ovulato, legumine gla- 
berrimo globoso-didymo transversim rugoso obtusis- 
simo perfecte biloculari. 

China occidentalis , prov. Kansu, in coUibus, ramis 
e rupibus dependens (Piasezki). 

Affinis A, capillipedi, a quo differt foliolorum numéro 
et magnitudine, ab A. alascJiano racemis elongatis et 
leguminibus glaberrimis rugosis, ab A. melilotoide et 
A. tenui foliolorum numéro et forma, ab J. rytidocarpo 
pedunculis elongatis et fructu glabro. Folia 1 — iVg- 
poUicaria, foliola 3 lin. longa, 1% lin. lata, saepe multo 
angustiora. Pedunculi sine racemo 4-pollicares, ra- 
cemo omnino evoluto tripollicari. Vexillum fere 3 lin. 
longum. Logumen vix 2 lin. longum. 

Astragalus Hancockii Bge (Hemiphragmium) glaber; 
caulibus erectis angulosis ; stipulis membranaceis herba- 
ceisve connatis v. summis liberis; foliis subsessilibus 
(3) — 4 — (5)-jugis, foliolis oblongis obtusis vel emar- 



— 641 — 

ginatis utrinque glabris; pedunculis folio duplo tri- 
plove longioribus, racemis elongatis Iaxis; calycis den- 
tibus subulatis tubum aequantibus v. brevioribus, alis 
minute bilobis carina longioribus, legumine stipitato 
nutante glaberrimo utrinque carinato compresso, su- 
tura dorsali in septum angustum producta. 

CMna borealis, prov. Petschili, m. Siao-wu-tai-shan 
(Hancock)alt. 3600— 5000p.s.m.(aMöllendorff). 

Affinis A. australi L. Planta Möllendorffiana tan- 
tisper recedit a Hancockiana: stipulis intermediis 
latioribus herbaceis, nee linearibus scariosis, foliolis 
plerumque obtusis neque emarginatobilobis. CoroUae 
structura vero omnino eadem. — Cum racemo plus quam 
pedalis. Foliola usque ad 10 lin. longa, 5 lin. lata. 
Pedunculi sine racemo 3 — 4-pollicares. Racemus 
fructifer usque ad 6-pollicaris. Bracteae subulato-se- 
taceae pedicello longiores. Calycis nigropubescentis 
tubus 2 lin. longus, dentés in pi. Moll en dor ffii su- 
bulati tubum aequantes, in Hancockiana vix lineam 
longi lanceolati. Vexillum 7,5 lin. longum, medio 3,5 
lin. latum, emarginatum. Alae 6,5 lin. longae, la- 
mina 1,5 lin. lata. Carina 4,5 lin. longa, lamina alis 
fere aequilata. Ovula in ovario glaberrimo stipitato 
7 — 10. Leguminis stipes calycem vix excedens. Le- 
gumen (immaturum)cum stipite et rostro 1 lin. longum. 

Astragalus Möllendorffii Bge{Cenantrum)eYectu^ strie- 
tus glabrescens; stipulis caulinaribus inter se liberis 
herbaceis ovatis acutis; foliolis 2 — 4-jugis magnis 
ovatis acutis supra glabris subtus hispidulis ; peduncu- 
lis folio multo longioribus; floribus laxe longeque ra- 
cemosis cernuis; bracteis herbaceis ovatis acutis pedi- 

Melanges biologiques. X. 81 



— 642 — 

cello multo longioribus; calycis campanulati basi glab- 
rati nigropubescentis dentibus triangularibus brevibus, 
vexilli lamina oblonga emarginata, alis cultriformibus 
carinae subaequilatis, ovario longe stipitato dense albo 
nigroque pubescente 10 — 12-ovulato, legumine.... 

In Chinae borealis monte Siao-wu-tai-shan, in as- 
censu supra monasterium Tieh-lin-sze , 3600 — 5000 
ped. s. m. (a Möllendorff). 

Caulis cum racemo ultra pedalis. Folia usque ad 
5 pollices longa. Foliola majora sesquipoUicaria , in- 
fra medium 7 — 8 lin. lata. Bracteae fere pollicem 
et dimidium longae. Pedicelli nigro hispiduli. Calyx 
4 lin. longus, dentés vix Yg lin. longi. Vexillum 8 — 9 
lin. longum, 4 lin. latum. Alae ultra 7 lin. longae, 
antice convexae. Carina vix ultra semipollicaris, la- 
mina brevi ly^ lin. lata. Ovarii stipes basi glaber, su- 
perne albopubescens. Ovarii pubes alba densa , pilis 
nigris paucis intermixtis. — Affinis Ä. aksiiensi m. fo- 
liis, sed diifert ovario dense pubescente, alarum 
forma cet. 

Astragalus monophyllus Bge [Trachycercis) acaulis, pube 
bicuspidata prostrata mere alba cinereus; stipulis pe- 
tiolaribus inter se liberis hirsutis ; foliis unifoliolatis, fo- 
liolis late ovatis acutis; scapis folio brevioribus 1 — 2- 
floris, calycis tubulosi dentibus tubo vix brevioribus, 
vexillo obovatooblongo, ovario sessili hirsutissimo 35- 
pluri-ovulato, legumine calycem rumpente illoque plus 
duplo longiore oblongotrigono dorso sulcato ventre 
carinato biloculari hirsutissimo. 

In Mongolia orientali , ad tractum mercatorium, 
prope Zaghan-tugurik i, e. arundinetum album (Ki- 
rilow). 



— 643 — 

Leguminis forma fere A. subhijugi , sed pluribus 
characteribus distinctissimus. Folia quantum vidi sem- 
per 1-foliolata. Foliolum usque ad 7 lin. longum et 6 
lin. latum, utrinque pube bicuspidata elongata pro- 
strata scabrida tectum. Scapi vix semipollicares his- 
pidi, 1 — 2*flori. Bracteae parvae lanceolatae. Calyx 
cum dentibus semipollicaris ; dentés herbacei lanceo- 
lato-subulati. Vexillum 8 lin. long., supra medium vix 
3 lin. latum, basi aequabiliter neque auriculato dilata- 
tum. Alae 6,5 lin. longae integrae. Carina vix 5 lin. 
longior. Legumen pollice parum brevius, saepe defle- 
xum, pilis mere albis scabridis densis hirsutissimum. 

Tillaea saginoides. Nana caespitosa a basi ramosa et 
florifera, glaberrima; foliis carnosis oblongolinearibus 
basi subconfluentibus; pedunculis numerosis e quavis 
dichotomia in cymas foliosas digestis flore duplo saltem 
longioribus; flore 4-mero, calycis lobis quam petala 
fere duplo brevioribus et ut ilia ovatis, staminodiis 
epipetalis 4 minutis, squamis hypogynis nullis; car- 
pellis sub anthesi semiinferis maturis fere superis ovo- 
ideis stylo brevissimo apiculatis petala vix superan- 
tibus divergentibus polyspermis. 

In Songaria rossica versus fines mongolicos, secus fl. 
Irtysch Nigrum, ad Djurbeldjin et altius, fine Au- 
gusti frf. c. fl. ult. (Pot an in). 

Inter omnes mihi notas tantum T. macranthae 
Hook. f. in Hook. Ic. pi. IV. t. 310, Benth. Fl. Au- 
stral. II. 452. nonnihil affinis, sed haec diifert jam 
carpellis a calyce liberis ellipticis subparallelis, praete- 
rea petalis consistentia sepalorum utribusque subae- 
quilongis acuminato-ellipticis, floribus majoribus, foliis 
latioribus, sed modus Crescendi idem. — Carpella ca- 



— 644 — 

lyci subadnata occurrunt tarnen etiam in T. moschata 
DC. Prodr. III. 382. Hook. Ic. pi. 2. ser. II. t. 535. 
Utraque habet squamulas hypogynas distinctas (in priore 
a Hookero f. in figuris omissas) et staminodia nulla. 
Character! artificiali Grassulacearum et generis Til- 
laeae si pretium uUum tribuerenms, plantulam de qua 
agitiir in genus novum Saxifragacearum erigendum 
esse existimaremus, Chrysosplenio proximum et ab illo, 
excepte habitu, diversum petalorum praesentia, car- 
pellis 4 ovulisque ventralibus (nam stamina 4 et in Ghry- 
sospleniis paucis normalia, 8 autem in Tillaea nostra 
jam iudicata). Jam Penthorum, hucusque Crassulacea 
habita, a B a i 11 o n Saxifragaceis adnumeratur. Numero- 
siores sane sunt species inter Saxifragaceas isomeras,- 
quae Crassulaceis appropinquant. Ita vix errabimus, 
si Crassulaceas pro tribu Saxifragacearum^ mero ha- 
bitu (neque semper) distincta declarabimus. 

Viburnum L. 

Specierum Asiae orientalis 
enumeratio, generis totius adumbratio. 

Viburni genus a varus autoribus varie dividitur in 
genera, subgenera vel sectiones apud quemvis autorem 
diversa. Ita Tournefortius genera 3 distinxit, Can- 
doll eu s sectiones 3, cum generibus prioris tamen non 
identicas, Spach genera item 3 diversa cum 3 sectioni- 
bus in genere ejus Vihurno, cum subdivisionibus praeces- 
sorum partim tantum congruas, Oersted ex charactere 
putaminis plus v. minus profunde ad ventrem sulcati 
et corolla tubulosa v. rotata sive campanulata imo ge- 
nera 5 proposuit, quae nuper fere omnia pro sectioni- 
bus a Bentham et Hooker declarantur, addita sexta. 



— 645 — 

Peccant tarnen omnia haec tentamina in eo, quod spe- 
cies habitu simillimae diversis sectionibus interdum 
adscribuntur, dum diversissimae stirpes in eandem sub- 
divisionem coguntur. In maxime naturali genere vero, 
uti certe est Viburnum, habitui pretium maximum est 
tribuendum. Nequit igitur excludi ex Opuli sectione 
stirps, quia floribus radiantibus caret, quum folia lo- 
bata stipulata, flores fructiisque eadem possideat. Nil 
valet character e florum sterilium praesentia v. absen- 
tia petitus, quia cultura tales produci possunt, ubi in 
sponte nascente desunt. Nee magis ad sectiones sta- 
biliendas valet corollae forma, dum adsunt species 
flore absente nequaquam distinguendae , dum adest 
imo una (F. odoratissimum) ubi corolla variât subro- 
tata et tubulosa. Putaminis difi^erentiae ipsae, tanti ab 
Oerstedio habitae, in varus speciebus paullatim al- 
tera in alteram transeunt, certeque saltemnon loqui pos- 
sumus de fructu pseudobi-vel tri-loculari, ubi adsunt 
Ovaria 1-locularia 1-ovulata, ubi demum in fructu mar- 
gines putaminis tantum plus v. minus inflectuntur, ita ut 
in sic dictis semibilocularibus habeamus sulcum pi. m. 
profundum , in semitrilocularibus margines tam infle- 
xos, ut arcum constituant in putamen intromissum, cu- 
jus origo in F. lantanoidi aliisque manifesta, dum in 
reliquis margines vicini arete connati cristam intus di- 
latatam solidam formant. Quibus omnibus perpensis, 
subdivisionem generis principalem quaerere placuit in 
foliorum natura, quae in plerisque facile definienda 
sectiones très principales easdemque naturales circum- 
scribere permittit, quas deinde aliis notis adhibitis 
subdividere conatus sum. Praemitto tamen, multas 
species quoad gemmarum naturam, frondis durationem, 



— 646 — 

fructusve structuram nondum rite cognitas esse, ita 
ut errores in loco eis assignando vix evitandi sint. 
Paucae denique occurrunt stirpes hie inde in quadam 
sectione anomalae et nota aliqua divisionem vicinam 
in mentem vocantes, sed in genere tarn naturali nulla 
praecepta per omnia valent. 

Generis subdivisio. 

Sect. 1. Tinus. 

Costae foliorum ante marginem anastomosantes, ser- 
raturas v. dentés vulgo minores vel obsoletas hand v, 
in paucis post bifurcationem attingentes. Stipulae 
nullae. 

A. Sempervirentia (paucissimis exceptis). 

a. Albumen ruminatum in putamine esulcato. 

Drupa nigra subsicca, corolla rotata, corj^mbi 
umbellati, gemmae nudae Series 1 . Tinus. 

b. Albumen non ruminatum (paucissimis exceptis). 
* Putamen intromissa crista ventrali intus dilatata. 

Corolla campanulatorotata , drupa (ubi nota) 
nigra succulenta, corymbi umbellati 

Ser. 2. Oreinotinus. 

Corolla tubulosa limbo patente, antherae ex- 
sertae, drupa rubra succosa, corymbi radii secun- 
darii iterato-oppositi Ser. 3. Solenotinus. 

** Putamen ventre cum sulco profundo. 

Corolla rotatocampanulata v. infundibulifor- 
mis limbo patente, drupa nigra, corymbi pani- 
culati Ser. 4. Microtinus. 

*** Putamen esulcatum. 

Corymbi umbellati Ser. 5. Megalotinus. 



— 647 — 

Corolla rotata Subseries. 1 Foetida. 

Corolla tubulosa limbo erecto Subseries. 2. Coriacea. 

B. Folia decidua. 

Gemmae nudae, drupa nigra, putamen planius- 
culum sine sulco, pubes nulla v. minuta stellato- 
sublepidota Ser. 6. Lentago. 

Folia glabrata , Subseries 1. Americana. 

Folia pubera. Corolla rotata v. cylindrica.Subseries 2. Asiatica. 

Sect. 2. Viburnum. 

Costae foliorum earumque rami stricte in serratu- 
ras vulgo reguläres majusculas abeuntes, inter se tra- 
beculis parallelis crebris quidem conjunctae, sed non 
flexuosae trabeculisque distincte crassiores. Folia fere 
semper decidua membranacea (excl. V.japonico Spr.). 
Stipulae nullae. 

A Gemmae nudae. 

Drupa nigra putamine turgido, esulcato v. prof, 
sulcato, testa seminis dense punctis resinosis im- 
pleta et in nonnullis intra albumen passim im- 
missa, corolla infundibuliformis vel rotata, co- 
rymbi umbellati. serraturae foliorum minus regu- 
läres et saepius minores quam in sequentibus 

Ser. 7. Lantana. 
B. Gemmae perulatae. 

Putamen intromissa crista ventrali intus di- 
latata, corymbi umbellati radiis secundariis ite- 
rato-oppositis, flores pedicellati. . . . Ser. 8. Nervosa. 

Corolla tubulosa. Flores praecoces Subser. 1. Nervosa. 

« rotata. Flores coaetanei Subser. 2. Sieholdi. 

Putamen cum sulco ventrali. Corymbi umbellati 
pedunculati, flores subsessiles, corolla rotata 

Ser. 9. Dentata. 



— 648 — 

Drupa nigra, fl. radiantes Subser. 1. Ventata. 

Drupa rubra, fl. radiantes Subser. 2. Tomentosa. 

Putamen planum, drupa rubra, flores omnes fer- 
tiles, cetera ut in praecedente. Omnia Asiatica. 

Ser. 10. Dilatata. 
Sect. 3. Opulus. 

Folia divis. praecedentis quoad costas et dura- 
tionem, sed in plerisque 3-loba. Stipulae evolu- 
tae. Gemmae perulatae. Corymbi umbellati, corolla 
rotata v. campanulatorotata Ser. 11. Opulus. 

Species Asiae orientalis enumeratae, 
reliquae mihi notae indicatae. 

Sectio 1. Tinus. 

Ser. 1. Tinus. 

Frutices foliis coriaceis, alter Mediterraneus (F. Tinus L.), alter 
e Macaronesia (F. rugosum Pers.). Quaerendum tarnen, anne hue re- 
vocandi sint frutices nonnulli e sections Oreinotini, habitu cum 
Tifio convenientes, quorum fructus tamen nondum noti. Vestigia al- 
buminis ruminati ceterum obvenire videntur in paucis e sectione 
MegcHotini. 

Ser. 2. Oreinotinus Oerst. gen. pr. '). 

Frutices Americae occidentalis et centralis tropicae, non satis 
noti , partim forsan ad sect, praecedentem vel ad Lentaginem olim 
amandandi. Fructus enim in paucissimis adhuc notus (ipse vidi vel 
descriptum inveni in F. viïloso Sw. , F. glabrato H. B. K., V.fusco 
Oerst. quoad colorem, in paucis aliis, quorum flores ignoti, quoad 
structuram). Species ab Oersted enumerantur 32, equidem viditan- 
tum, praeter nominatas, F. undulatum Oerst., F. triphyllum Bth., 
F. umbeUatum Bth., F. oyavacense H. B.K., F. lasiopliyUum Bth., 
V. Hartwegi Bth., F. peruvianum P o e p p. , F. parviflorum M a r t. 
Gal., F. discolor Bth. 

Ser. 3. Solenotinus Bth. Hook. (Oerst. gen.) 
Frutices foliis chartaceis, ita definiendi: 



8) Vib. gen. adumbr. in Vidensk. Med. Nat. Foren. Kiobenh. 
1860. — 'Excludendum est F. microcarpum Schlecht. 



— 649 — 

Folia decidua acuminata, corymbi nutantes, fl. pe- 
dicellati (species Indica) F. eruhescens Wall. 

Folia persistentia obtusa v. acutiuscula, corymbi 
erecti, flores sessiles F. Sandankwa Hassk. 

1. F. Sandankwa Hassk. inRetzia I. 37. Miq. Prol. 
156. 366. Bot. mag. 6172. (fl. quam vulgo majore). 

In archipel. Lutschu^^oniQ (Wright! fl. c. fr.), in 
Japonia cultum tantum observatum, in Yedo Majo, in 
Nagasaki xiprili flor., Junio fructif. Japonice, ex I too 
Keiske hb. n. 190. in Mus. Lugd. bat., Miq. Prol. 
366., audit: koru mume vel gomo-zju. — In viridariis 
cultum apud nos rarissime floret. 

V. cylindrico Don et V. eruhescenti Wall, (quo- 
cum jure conjunctum videtur V. Wightianum Wall, 
a Hook. f. et Thoms. in Journ. Linn. soc. II. 177.) 
a Miquelio, priori a Hookero in Bot. mag. proxi- 
mum habetur, et distinguendum foliis non integris, pe- 
dunculo brevi eglanduloso et corollae limbo concavo. 
Sed vera affinitas sine dubio cum V. erubescente, ob 
fructus structuram, folia latiora a medio sursum dentata. 

Ser. 4. Microtinus Bth. Hook. (Oerst. gen.) 

Arbusculae v. frutices elati foliis coriaceis, per- 
sistentibus, corymbis paniculatis amplis. Species 2, 
Himalayae orientons incolsie: V. Simonsii Hook. f. Th. 
et F. odoratissimum Ker, et in Chinam Japoniamqiie 
australem extensum. 

2. F odoratissimum Ker Bot. reg. 456. DC. Prodr. 
IV. 326. Bth. Fl. Hongk. 143. Sieb. Zucc. Fl. jap. 
fam. nat. II. n. 589. Miq. Prol. 156. 366. Hook. f. 
Thoms. in Journ. Linn. soc. II. 177. F. odor, et F. 
Awahuki C. Koch in Berl. Wochenschr. X. 1867. 109. 

Mélanges biologiques. X. 82 



— 650 — 

F. sinense Zeyh. in Colla h. rip. 145. app. 2. ex Sieb. 
Zucc. 

In archipel. Lutschu, in vallibus, frutex 8 — 15- 
pedalis late ramosus, fine Aprilis fl. (Wright!), in Kiu- 
siu: circa Nagasaki, valle silvosa prope Tomats, ra- 
rius, circa montes Yuwaya et Zidsi in silvis frequen- 
tius, arbusculae graciles, trunco 2 poll, crasso, Junio 
flor., in Nippon media: Yokoska, in sepibus efferatum 
(Savatier! n. 542.), circa Yokohama, Kamakura cet. 
cultum, arbor 20-pedalis coma densissima lata, fine 
Junii fl., sub finem Augusti fructif. — Japonice vulgo: 
sangui, ex Itoo Keiske hb. n. 215. in hb. Lugd. bot.: 
sango ziju (apud Miq. 1. c. 366. erronée scriptum 
sango zipis). 

Drupa primum rubra, perfecte matura et tunc fa- 
cile cadens nigra fit. 

A C. Koch distinguuntur species duae: verum F. 
odoratissimum Ker, foliis saepius dentatis, limbo co- 
roUae tubum superante, et F. Äwdbuki C. Koch, fo- 
liis fere semper integris, tubo quam limbus longiore, 
hoc, ex Koch, originis ignotae in hortis europaeis 
cultum. Planta indica et sinica rêvera corolla rotata 
tubo brevi describitur. Equidem in planta nostrate tu- 
bum limbo breviorem in illa ex insulis Lutschu tantum 
vidi. Planta circa Nagasaki lecta jam limbum tubum 
paulo superantem habet, illa denique e Yokohama tu- 
bum coroUae limbum duplo superantem. Folia vero 
in omnibus fere semper integerrima, in boreali non 
rarius dentata quam in australi. Planta nipponica igi- 
tur sine dubio sistit F. Awdbuhi^ lutschuana F. odo- 
ratissimum^ kiusiana inter utramque media, unde jam 
concludere licet, species Kochianas non diversas esse. 



— 651 — 

Nam levissima signa, quibus praeterea ambas distin- 
guere conatus est, tantum individuis illis hortensibus 
ab eo observatis conveniunt Quum autem planta nippo- 
nica tantum culta sit et imo Kiusiana fortasse tantum 
introducta et efferata, verosimilius adhuc fit, V. Awa- 
huki nil esse quam varietatem geographicam , cultura 
ita mutatam, ut corolla eo magis tubulosa fiat, quo ma- 
gis septentrionem petimus. 

Ser. 5. Megalotinus. 

Species tropicae v. subtropicae Indicae et sundaicae 
cum 1 . austrochinensi, m series inaequales duas ex co- 
rollae forma segregandae. E subserie 1. (Foetida) inno- 
tueruntmihi V. lutescensBl., V. ColehrookianumWsLU., 
a praecedente, quocum a Hookero fil. et Thomson 
in Journ. Linn. soc. II. 176. juugebatur, distinctum 
corymbis subaphyllis axillaribus, foliis fere a basi gran- 
diusque serratis et drupa duplo minore ovata, V. sam- 
bucinum Reinw. ^), a quo fortasse non satis difi*ert V. 
integerrimumW all }^), V. punctatumB.Skm. , V. foetidum 
Wall, et V. sempervirens C.Koch. E subserie secunda 
(Coriacea) , drupa rubra acida donata : V. coriacewm 
Bl. (sensu Hook. f. et Th.) et F. hehanthum W.A., 
utrumque corymbis pedunculatis. 

3. V. sempervirens C. Koch. hört, dendrol. 300. 
n. 22. ex synon. Hook. Arn. (1853.) et in Berl. Wo- 
chenschr. 109. 1867. Oerst. Yib. adumbr. 299. t. VII. 
fig. 28 — 31. F. nervosum H. A. Bot. Beech. 190. 



9) ad quod pertinere videtur V. odoratissimum pl. Junghuhn.! 

10) In nunc accepto vol. III. 5. Flora of British India synonymon 
habetur. Loco «Japan specimen» lege tarnen Javan. — V. Cölebroo- 
Manum etiam distinctum dicitur. 



— 652 — 

— nee Don. V. venulosum Benth. Fl. Hongk. 142. 
(1861.). 

China australi: Hongkong, in collibus vulgare, Majo 
fl. (Wright!)^ in montibus Pak wan supra Cantonem 
(Hance!). 

Ser. 6. Lentago Auct. (reform.) 

Frutices foliis chartaceis passim subpersistentibus 
(in americanis) vel vulgo deciduis membranaceis , sae- 
pissime argute serrulatis, in subseries 2 dividendi, ut 
sequitur : 

Americana. Laevia glabra v. obsolete sublepidota, corolla rotata. 
Civitatum atlanticarum Americae borealis incolae. 
Folia acute serrulata, corymbi sessiles. 

Folia basi latiora subito acuminata V. Lentago L. 

» medio latiora vix acuta V. prunifolium L. 

Folia apicem versus serrulata v. saepe tota intégra. 

Corymbus pedunculatus V. nudum L. 

» sessilis V. obovatum Walt 

Asiatica. Tota pilis crebris stellatis plus minus dense 
adspersa. Asiam teraperatam orientalem habitantia. 

Corolla rotata, folia obtusa v. acutiuscula. 
Corymbi non radiantes, 
sessiles, folia passim intégra v. minute serru- 
lata V. Schensianum m. 

pedunculati, folia distincte dentata V. hurejamim Herd. 

Corymbi radiantes pedunculati, folia minute ser- 
rulata V. passim intégra V. macrocephalum Fort. 

Corolla tubulosa, folia distincte serrulata. 

Corolla cylindrica viridula, folia medio latissima 

obtusa V. davuricum Pall. 

Corolla urceolata rosea, folia basi latissima acu- 
minata V. urceolatum S.Z. 

* Corolla rotata. 

4. V. macrocephalum Fort, in Journ. hort. soc. IL 
244. (1847.) Lindl. Bot. reg. 1847. t. 43. Maxim, 
in Bull. Mose. 1879. 



— 653 — 

In China media: Shanghai et Chusan (Fortune, A. 
50. a. 1845) — lusus fl. omnibus sterilibus ampliatis. 
Feng-wang-shan non procul a Shanghai, fine Apri- 
lis fl. (Forbes) — typicum. 

Descriptionem plantae florentis fusiorem 1. c. dedi. 

5. V. schensianum. Ramulis foliis subtus et inflores- 
centia furfuraceostellatis, foliis superne secus nervös 
fasciculatopilosis breve petiolatis ellipticis mucronu- 
lato-acutiusculis obiter denticulatis; corymbis ramulos 
abbreviatos laterales terminantibus sessilibus radiis 
elongatis; calycis glaberrimi tubo lineari dentés ro- 
tundatos 4-lo superante, corolla rotata. 

In Chinae occidentalis prov. Schensi. parte austra- 
liore , secus fl. Han, initio Aprilis flor. (Piasezki, 
1875). 

A F. macrocephalo Fort., cui accedit forma, vena- 
tione, serraturis et magnitudine foliorum, distinguitur 
modo Crescendi non dichotomo, floribus sterilibus ra- 
diantibus nuUis, bracteolis squamuliformibus (nee linea- 
ribus calycem aequantibus), calycis tubo graciliore co- 
rollam aequante, neque duplo breviore. E reliquis 
speciebus adest quaedam similitudo cum F. fragrante 
Bge ob calycis tubum elongatum, sed abhorret hoc 
floribus praecocibus tubulosis foliisque grandidentatis, 
et cum F. foetido^ quod vero sempervirens et gran- 
dius dentatum, corymboque pedunculato et tubo ca- 
lycino brevi instructum est. Cum vix noto Vih.? chi- 
nensi Hook. Arn. in Beech, voy. 190 identicum esse 
nequit ob folia hujus inaequaliter grandidentata, co- 
rymbos terminales et pubem, ut videtur, simplicem. 

6. F. bîtrejanum Herd, in Add. ad pi. Radd. p. 11. 



— 654 — 

in Bull. Mose. 1878. F. burejaeticum Herd, in pi. 
Radd. Monopet. n. 5. tab. 1. fig. a. d. F.Schmidt. Fl. 
Amg. bur. n. 185. V. davuricum Maxim. Fl. Amur. 
135. n. 349, nee Pall. Rgl. Fl. Usur. n. 236. Gar- 
tenflora, 1862. 407. t. 384. 

In moutihn^ Mandshuriae: ad fl. Bureja inferiorem 
(F. Selimidt frf.) et in jugo bureico secus Amur aus- 
tralem(ipsej Maaek frf., Radde fl. frf.), in silvis mon- 
tanis Usuri medii rarius (Maaek frf.), in faueibus ri- 
vulorum jugi silvosi ad eonfluxum fl. Daubicha et Usuri 
superioris non frequens, fine Maji flor. (ipse). 

Frutex orgyalis virgatus, sterilis et fruetifer a F. da- 
vurico, pro quo donee fruetus soli innotuere sumebatür, 
non distinguendus, sed eoroUa potius F. Lantanae, at- 
tamen minor. F. Lantanah., quoeum eomparavit Her- 
der, venatione foliorum, foliis utrinque prominenti- 
reticulatis, subtus dense stellatotomentosis, basi eorda- 
tis, majoribus primo ob tutu eognoscendum. 

** Corolla cylinclrica v. urceolata. 

7. F. davuricum Pall. Fl. Ross. II. 30. t. 58. F. G. 
DC. Prodr. lY. 328. Ledeb. Fl. Ross. II. 386. Rgl. 
Herd. PL Radd. III. n. 6. tab, I. fig. 2 ete. Türe/. Fl. 
Baie. Dah. I. 520. Lonicera racemis terminantibus eom- 
positis Iaxis umbellatis, foliis serratis. Gmel. Fl. Sib. 
III. 135. t. XXV. (e muro magno sinensi). 

Davuria: ad Dalai -nor (Messersehmidt) et Argun 
superiorem (Pallas): in montosis prope Zuruchaitu et 
Nertsehinskoi Sawod (Turczan.), inter Argun et Ga- 
simur fi. (Radde); Mongolia australi orientali: jugo 
Suma-bada rarius (Przewalski), ad murum magnum 
(ex Gmelino) prope Kalgan (Kirilow); China oeei- 



— 655 — 

dentali, prov. Kansu, regione inferiore silvosa jugi ad 
meridiem fl. Tetung (Przewalski) et ejusdem provin- 
ciae parte australiore (Piasezki). 

Synonymon Gmelini cum H er der o hue, nee cum 
Ledebourio ad V. fragrans pertinere persuasus sum, 
ob flores, ex descriptione Gmelini, coaetaneos et tu- 
bum corollae, fide iconis, duplo quam in V. fragrante 
breviorem. Ledebour ad V. fragrans duxisse videtur, 
quia ejus tempore e China nondum innotuerat, sed jam 
a Kirilow vix non loco Gmeliniano reinventum est. 

Drupa, ex Pallasio, primum rubra, tum nigra, dulcis. 

8. V. urceolatum S.Z. Fl. Jap. fam. nat. II. n. 587. 
Miq. Prol. 156. Franch. Sav. 1. c. I. 201. 

Japonia: Nippon (Sieb old) ad fl. Yodo kawa prope 
oppidum Yodo (Buerger, comm. Blume et Mi quel); 
Kuisiu: in ripa rivulorum prope Nagasaki (Buerger), 
prov. Simabara, fine Sept. frf., vulcano Wunzen, circa 
fontes calidos, fr. immat., jugo centrali altissimo Kun- 
dsho-san et silvis vetustis prope Eo-isi-wara, initio 
Julii flor.^^ Japonice Mizuki (Miquel). 

Species inter nostrates insignis quam foliis tam co- 
rollae forma et colore. Folia inferiora ovata, sensim 
longe acuminata, superiora innovationum lanceolata, 
longe acuminata, costis utrinque 5 — 6 ante margi- 
nem in reticulum solutis, trabeculis crebris parallelis. 
Corolla rosea parva, fere Vaccinii, cylindrica, apice 
tubi leviter constricta, limbo brevi, staminibus inclu- 
sis. Drupa nigra. 

Sectio 2. Viburnum. 

Ser. 7. Lantana Auct., excl. spec. 
Series inter sectionem praecedentem et praesentem 



— 656 — 

quasi intermedia, ob species nonnuUas venatione mi- 
nus manifeste, distincte tamen, in dentés marginis 
saepe minores et minus reguläres excurrente, habitu 
ad Lentaginis stirpes asiaticas non parum accedens, 
attamen jam foliis saepissime multo majoribus facile 
nota. Habitant: unica corolla infundibuliformi donata 
in Himalaya, putamine esulcato floribusque haud ra- 
dian tibus in Europa et Asia oriental i centraliore, puta- 
mine sulcato : una, corymbo aequali, in Himalaya, duae 
corymbo radiante in Japonia et America boreali ori- 
entali. 

Putamen leviter 2-costatum v. laeviusculum, flores omnes fertiles, 
folia leviter v. vix cordata. 

Corolla infundibuliformis F. cotinifdlium Don. 

« rotata, stamina exserta, corymbi pedun- 
culati. 
Stamina corolla longiora, flores in radiolis 3 et 4 

ordinis, putamen turgidum V. Lantana L. 

Stamina corollam aequantia, flores in radiolis 2 

ordinis, putamen compressum V. glomeratum m. 

Putamen sulco ventrali profundo intus dilatato ^^), folia profunde 
cordata. 

Flores omnes fertiles, radii pauciflori, stamina co- 
rolla duplo breviora V. cordifoUum Wall. 

Flores marginales dilatati steriles, radii multiflori. 
Stamina corolla duplo saltern breviora, sulcus pu- 

taminis sect, transv. forma literae T V. furcatum Bl. 

Stamina corolla sesquilongiora, forma sulci pu- 

taminis sectione ut literae Y V. lantanoides Mx. 

9. V. glomeratum. Ramis junioribus foliis subtus et 
inflorescentia tomento stellato dense fere gilvo-tomen- 
tosis, foliis e basi oblique subcordata ellipticis ovali- 
busve apice breve acutatis basi excepta sinuato den- 
ticulatis utrinque subparallele 5 — 7-costatis reticulo 



11) Quum parietes sulci inter se non connati sint, pseudosepta 
non formantur. 



— 657 — 

subtus prominente superne impresso ruguloso ; corymbo 
terminali breve pedunculato sub- 4-radiato radiis bre- 
vibus 3 — 4-floris, floribus sessilibus, calycis tubo brac- 
teisque linearilanceolatis stellatopilosis, calycis dentibus 
deltoideis ciliatis tubo ovali duplo brevioribus, corolla 
rotata stamina aequante , stigmatibus subsessilibus, 
drupacompressaglabratahinc obtuse bi-illinc 1-costata. 

China occidentali, prov. Kansu, parte australiore, 
fine Junii defl. c. fr. immat. (Piasezki, 1875.) 

Simillimum F. Lantanae L., quod tarnen differre 
videtur foliis duplo floribusque triente majoribus, his 
plerisque pedicellatis , corymbo pluries composito ra- 
diis 6 (5 — 7), calycis glabri tubo oblongo limbum 
eciliatum 5-lo superante et fortasse (nam in nostro 
fructus nimis juveniles) putamine multo minus com- 
presso. Habitus omnino F. Lantanae^ de statura mo- 
doque crescendi tamen adnotationes non praesto sunt. 

10. F. furcatum BL in sched. F. cordifolium Hook, 
f. etTh. in Journ. Linn. soc. H. 175. Oersted, Adumbr. 
Vib. 31. — nee Wall. V. plicatum A. Gray in Per- 
ry's Exped. 313. nee Thbg. et excl. syn. S. Z. et 
Michx. F. Schmidt, Fl. Sachal. n. 207. F. dilatatum 
var. radiata A. Gray, Bot. Jap. 393. F. lantanoides 
Miq. Prol. 153., nee Michx. Hance in Seem. Journ. 
hot. VIII. 276. Franch. Savat. I. 199. n. 744. Mu- 
sika. OhenoJci. ItoKeiske, PI. rar. III. fol. 21 . a verso 
(fl. c. fr., opt.). 

In Sachalini parte austraii (Schmidt), Japonia tota, 
australiin alpibus: Ye^o, in silvis et fruticetis frequens, 
init. Maji fl., fine Sept. frf., Nippon: in fruticetis alpis 
Niko (Savatier !), silvis montanis jugi Hakone ; Kiusiu: 

Mélanges biologiques. X. " 83 



— 658 — 

prov. Higo, silvis vetustis alpis Higo-san, alte supra 
mare, jugo central! altissimo Kundsho-san, silvis um- 
brosis, med. Octob. frf. , ad pedem et ad latera vulcani 
Wunzen prov. Simabara, in fruticetis, medio Majo fl. 

Japonice: Kiso musikari (in sched. botan. indig. 
herb, Siebold.) 

Species propior F. lantanoidi Michx. {americano) 
quam V. cor dif olio Wall, (himalaico). V. cordifolium 
Wall, a V. furcato differt floribus radiantibus nuUis, 
fertilibus triente majoribus, corymbo pauperiore (flo- 
ribus jam in radiolis tertii neque quarti ordinis), ca- 
lycis tubo duplo nee plus triplo longiore quam lato, 
limbo dense stellatopiloso neque glabro, drupa fere 
duplo minore rotundatoovata neque ovali v. ovata, sulco 
putaminis latiusculo aequali neque fundo dilatato , fo- 
liis cordatoovatis sensim caudatoacuminatis neque cor- 
datoorbiculatis cum apiculo v. cordatoovatis subito breve 
acuminatis. Convenit vero cum nostro staminibus co- 
rolla duplo brevioribus, albumine ruminate testaque 
dense resinosa. Ob albumen ruminatum nuperrime (Fl. 
Brit. Ind. III. 6.) a C. B. Clarke in sectionem Pseudo- 
Tinum erectum est. — F. lantanoides Michx. in her- 
bario fere tantum staminibus corolla sesquilongioribus 
(neque duplo brevioribus) et serraturis foliorum mi- 
noribus duplicatis distinguendum est. Differre prae- 
terea videtur habitu, nam dicitur frutex squarrosus ra- 
mis declinatis saepe radicantibus , quum F. furcatum 
frutex est erectus usque 10-pedalis, ramosissimus, 
trunco ad 4 poll, crasso. Foliorum forma eadem, 

Corymbi hieme obteguntur bracteis late oblongis 
radiorum et radiolorum usque ad anthesin persisten- 
tibus, gemmae foliaceae vero nudae, utrumque omnino 



— 659 — 

ut in F. lantanoidi. Flores fragrantes, fertiles albidi, 
steriles albi, hi nunquam déficientes. Driipa primum 
coccinea , perfecte matiira nigra pulposa. Folia in planta 
boreali illis plantae americanae simillima, cordatoro- 
tunda vix late apiculata, ampla, in planta australi illis 
plantae indicae appropinquantia, cordato-ovata, atta- 
men subito, brevius latiusque acuminata. Costae utrin- 
que (excepto acumine) subdecem. 

Ser. 8. Nervosa. 

Hoc sub titulo, simili tudine exacta plantarum fructi- 
ferarum inductus, conjunxi stirpes quoad flores diversis- 
simas. In tribus enim corolla tubo tenui elongato, stami- 
nibus inaequali altitudine tubo inclusis, limbo patente, 
flores praecoces, in quarta (japonica) corolla rotata sta- 
minibus exsertis, flores coaetanei. Sed folia et fructus 
eadem. — Species floribus praecocibus, inter se arc- 
tissime affines et fortasse melius in unam conferrumi- 
nandas, ita distinguo : 

Stylus vix e calyce exsertus. 

Parce stellatum, flores in radiis 2-i ordinis . V. nervosum Don. 

Parce pubescens, flores in radiis 3-ii ordinis. V.fragrans Bge. 
Stylus calycis limbum duplo superans, flores in ra- 
diis secundi ordinis, tota planta glaberrima V.foetens Dne. 

* Flores praecoces. corolla tubulosa. 

11. F. fragrans Bge Enum. Chin. n. 194. 

Colitur in China boreali ob odorem gratissimum 
florum: Pekino et circa urbem (omnes collectores), 
Kansu boreali, in templis urbis Lan-Tscheu ad fl. 
Hoang-ho, et in Mongolia ^ ad declivit. Thian-schan, 
prope vel in oppido Barkül (Piasezki, 1875). 

An nil nisi F. nervosum e Tibeto introductum et 



— 660- 

cultura glabratuni et magis multiflorum? Differt enim 
a F. nervosa tantum foliis subtus praeter axillas bar- 
batas glabris, neque ad venas pilis fasciculatostellatis 
adspersis, floribusque in corymbo numerosioribus, in 
radiolis 3" ordinis sessilibus neque in radiolis 2 or- 
dinis (abortu lateralium) pedicellatis. 

Drupae colorem V. fragrantis nullibi adnotatum in- 
veni. V. foetenti DneaBrandis (Forest Flora, 259) 
tribuitur drupa dulcedula edulis, hinc nigram conjice- 
rem, sed Clarke (Fl. Ind. III. 8.) rubram describit, 
anne nondum maturam? 

** Flores coaetanei corolla rotata. 

12. F. Sieholdi Miq. Prol. 155. 

In Japonia australiore: Nippon, circa Yokohama 
(Majo 1861 fl. , Siebold!) in fruticetis et silvulis 
passim, fine Septembris frf. (ipse), in fruticetis mon- 
tium Hakone (Savatier! fl.); Kiusiu, jugo centrali 
Kundsho-san , in silvis densis ad pedem alpium ad ri- 
vulos nee non in locis apertioribus, initio Junii fl. , 
medio Octobri frf. 

Japonice: goma-ki (in sched. japon., yama-gi a 
Siebold vixrecte legitur). 

Frutex ad 10-pedalis a basi ramosus, trunco basi 
dodrantem pedis usque crasso, vel arbuscula coma 
densa subglobosa, trunco 4 pollices crasso. Flores albi. 

Ser. 9. Bentata. 

Species americanae, corymbo non radiante et fructu 
azureonigro ab asiaticis distinctae, ita dignoscuntur : 

Pubes simplex F. dentatum Mx. 

« stellata. 

Folia subtus pallidiora, corymbus et calyces 



— 661 — 

glabra V. molle Mx. 12). 

Folia subtus albotomentosa, corymbus calycesque 

pilis fasciculatis hispida V. microcarpum Ch. Schtdl. ^^). 

Asiatica duo nota sunt: 

Folia fere a basi multiserrata serraturis acutis 
subincumbentibiis , costae utrinque circa 12, tra- 

beculae parallelae densae V. tomentosum Thbg. 

Folia a medio obtuse pauciusque serrata, costae 

utrinque 7, trabeculae laxae flexuosae . . . V. Hanceanum m. 

13. V. tomentosum Thbg. Fl. Jap. 123. et Icon, 
ined. DC. 1. c. 329. cum dubio de génère, excl. syn. 
Kaempf. Sieb. Zucc. Fl. Jap. I. 81. t. 38. V. plica- 
turn Miq. Y- tomentosum Miq. Prol. 154. 

a. Forma typica, yama demari japonice dicta, foliis 
late ellipticis breve cuspidatis majoribus grandius ser- 
ratis. 

In Japoniae australioris silvis fruticetisque , v. gr, 
Yokohama, Kanagawa, medio Majo fl. incip., Junio fr. 
nond. mat., Yokoska (Savatier n. 538^", s. n. V.pUc. 
ß, parvifolii)^ Nagasaki (Oldham!) et sine loco spe- 
cial! a Blume, Siebold acceptum. China media: 
(Fortune, A. 48.), Ningpo, ad rivulos montanos, alt. 
1700 ped., frutex 6 — 8 pedalis (Hancock). 

In typico jam occurrunt passim, saltem in innovatio- 



12) V. moUe Mx. aDeCandolle (Prodr. IV. 328.) corymbo ra- 
diante, drupa rubra describitur et inter Opulos locatur, verosimiliter 
duce Michaux, qui petiolos subglandulosos, flores vero cum dubio 
radiantes describit. Specc. tarnen, quae praesto sunt, flores omnes 
fertiles habent, neque florum radiantium mentio facta est apud A. 
Gray (Man. edit. 5., 206.), Torrey et Gray (Fl. N. Am. II. 16. sub 
F. dentato ß?. scabreUo) et Chapman (Fl. South. U. S. 172. sub F. 
scabreUo T. Gr.), atque drupa caerulea describitur. Silent etiam 
recentiores de glandulis petioli, neque ipse tales invenire potui. 

13) Vidi spec. auth. Planta haec mea?zcawa perperam ab Oersted 
Oreinotinis adnumeratur, a quibus et putamine et foliorum nerva- 
tione abhorret. 



- 662 — 

nibus, folia angustiora et omnia magnitudine ciispideque 
longiore v. breviore tam variabilia sunt, ut omnes ad- 
sint transitas ad 

ß. cuspidatum Sieb. Zucc. Fl. Jap. fam. nat. II. 
171. n. 584. (sp. pr.). — nee Thbg. Foliis ellipticis 
V. anguste ellipticis longius cuspidatis, quam in a. saepe 
duplo minoribus. V. pUcatum ß. parvifolmm> Miq. 
Prol. 154. 

Kiusiu: jugo centrali Kundshosan, silvis vetustis, 
ad rivulos, frutex liabitu var. a., initio Junii fl., prin- 
cipatu Higo, simili loco in alpe Higosan, fine Junii fl., 
prov. Simabara, in vulcano Wunzen, fine Julii fr. im- 
mat., valde microphyllum, Praeterea multis specimi- 
nibus, satis ludentibus quoad longitudinem cuspidis et 
laminae magnitudinem, communicatum a Blume. 

Y. plicatum Thbg. in Act. Linn. II. 332. et Icon, 
ined. (sp. pr.) S.Z. Fl. Jap. I. 81. t. 37. DC. 1. c. 
329. V.plicat. S. plenum Miq. 1. c. 154. 366. (jap. 
demari ex Ito Keiske herb. n. 197. in lib. Lugd. 
Bat.). V.dentatum Thbg. Fl. Jap. 122. Fundan vulgo 
Temariqae Kaempf. Am. exot. 854. Folia ut in typo, 
flores omnes dilatati steriles. 

Colitur in Japonia , unde e Yokohama et Nagasaki, 
e loco incerto a Blume et Sieb old missum habeo, nee 
non, uti videtur rarius, in China, unde ex urbe Han- 
tsehunfu prov. Sehensi attulit Dr. Piasezki. — In hoc 
sinensi specimine flores pauci fertiles manserunt, in 
reliquis omnes steriles facti sunt. 

14. V. Hanceanum. Pube parca stellata, foliis orbicu- 
latoellipticis circa 6 — 7-costatis costis arcuatis utrin- 
que paulo prominulis, trabecuhs paucis indistinctis fle- 
xuosis, a medio sursum crenatodentatis sinuatisve dente 



— 663 — 

terminali deltoideo majore; corymbis pedunculatis ra- 
mulos breves laterales terminantibus 5-radiatis, flori- 
bus radiantibus sterilibus, fertilium corolla campanu- 
latorotata tubo limbum subsuperante. F. tomentosum 
Hance in Seem. Journ. of bot. VIII. 275., nee Thbg. 

China austral! : montibus Pakwan supra Cantonem, 
Martio 1870 fl. detexit Sampson, misit Hance. 

Praeter signa in clavi diagnostica iudicata F. tomen- 
tosum Thbg. differt trabeculis utrinque distinctissimis, 
radiis corymbi vulgo 7 (6), corolla rotata limbo tubum 
subsuperante; siccatum viride manet, quum F. Hance- 
anum nigrescit. 

Ser. 10. Dilatata. 

Species paucae, praecedentibus americanis ex habitu 
praeter n. 15. persimiles, ita dignoscendae : 

Stamina corolla sesqui v. duplo longiora. 

Folia vulgo rotundata subito breve acuminata vel obtusa. 
Sempervirens, obiter subsinuato-dentatum V.jajponieum Spr. 
Folia membranacea decidua. 

Flores in radiolis 4 ordinis subsessiles , calyx 

et corolla extus pubescentia V. dilatatum Thbg. 

Flores in radiolis 3 ordinis^ laterales cujusdam 
radii longius, pedicellati, calyx et corolla sae- 

peque totum glabra V. Wrighti Miq. 

Folia ovata v. ovatolanceolata longe sensim sub- 
caudatoacuminata, corolla extus pilosa. . . . V. Mullaha Don. ^*) 
Stamina corolla duplo breviora, flores nutantes in 
radiolis 2 ordinis, laterales cujusvis radii longe, pe- 
dicellati. Folia ovata acuminata V. pMehotrichumS.Z. 



14) V. Mullaha Don, fl. Nepal. 141 (1825) nomen jure prioritatis 
praeferendum , nam F. stellulatum Wall. (pi. as. rar. II. 54. 1. 169. 
1831) et V. invotucratum Wall, ined., in DC. Prodr. lY. 327. a. 1830. 
publicata sunt, praeterea utrumque nomen jam quam falsum rejicien- 
dum est, nam pili sunt non « stellati » sed fasciculati, et « involucrum », 
corymbus enim inter folia sessilis, rarissime quasi monströse tantum 
occurrere dicitur. Vidi specc. auth. et numerosa. Pubis copia et forma 
variabilis. 



— 664 — 

15. V. japonicum Spr. Syst. I. 934. Roem. Schult. 
Syst. III. 320. V. macrophyllum Bl. mss. apud Van 
Hall in Siebold et de Vriese, Ann. d'hortic. II. 
1859. 97. cum tab. — non Thbg. V. Buergeri Miq. 
Prol. 156. Cornus japonica Thbg. Fl. Jap. 63. et 
Icon. ined. DC. Prodr. IV. 273. Hagusan holcu, Ito 
Keiske! herb. n. 41 (neque 38) apud Miq. 1. c. 366. 

Japonia (Blume!, Miquel!), sed vix extra Kiusiu: 
ad fluvios Seta gawa et Tsikugo gawa (Siebold), 
«juxta Nagasaki et Kosido vulgaris, fructus maturatur 
Octobri Novembri Decembri» (Thunberg!, Langs- 
dor ff! , Oldham!, ipse, ad vias et infruticetis silvisque 
montiura ubique, medio Aprilis fl. , medio Novbri fructu 
maturo usque ad Februarium rubro, demum fusco cor- 
rugato, ad novam anthesin persistente). 

Frutex ad 10-pedalis ramosissimus dense frondens 
glaberrimus. Ferulae duae coriaceae oblongae, diu per- 
sistentes. Folia ampla carnosocoriacea lucida profunde 
viridia subrhombeorotundata breve acuminata. Corym- 
bus magnus breve pedunculatus multiflorus. Flores albi 
rotati, stamina corollam duplo superantia. Drupa rubra 
acida succosa. Putamen planum dorso obscure bi-, 
ventre 1-costatum. 

Descriptio Thunbergii, excepto germine supero, 
bona. Genus ex sola descriptione optime enucleavit d. 
Sprengel. Species ob folia persistentia inter Eu-Vi- 
huma mirabilis et peculiaris, sed forma foliorum et 
corymbi non absimilis V. dilatato. 

16. F. dilatatum Thbg. Fl. Jap. 124. et Icon. ined. 
DC. Prodr. IV. 329. cum?. S.Z. Fl. Jap. fam. nat. II. 
171 . A. Gray, Bot. Jap. 393. (excl. syn. F. erosi). Miq. 
Prol. 154. Bot. mag. 6215. L.M. Moore in Journ. 



— 665 — 

bot. XIII. 231. Lindl in Journ. hört. soc. III. 1848. 
247. F. erosum A. Gray in Perry's exped. 313. (ex 
ipso, 1. supra cit.). Hue etiam fortasse V, ? chinense 
Hook. Arn. in Bot. Beech. 190. (ex descr.) 

Per totam Japoniam frequens : Yeso, circa Hakodate 
(Wilford, Small, ipse, Albrecht) — frutex 1 — 5- 
pedalis, initio Julii il. albidis, odoris, Octobri frf. Nip- 
pon: Kanagawa (Sie bold, 1861.), Yokohama (Old- 
ham), vulgaris, ab initio Maji ad Augustum florens, 
init. Octobris frf., Yedo (ipse), Yokoska (Savatier!), 
ad pedem Fudsi yama in silvis, fine Novembris frf. 
(ipse), Simoda(Yolkin), Kioto (Rein, n. 88.), Kiusiu: 
circa Nagasaki (Oldham, ipse), pro v. Higo in alpe 
Higosan , fine Junii fl. , ad pedem vulcani Aso-san se- 
cus rivulos, fine Maji flor. — In China media etiam 
sat frequens videtur: Tei-tung prope Ning-po (For- 
tune, A. 1, fl.), Kiu-kiang non procul a Hankau (Shea- 
rer, frf.), prov. Kansu australiore et prov. Schensi 
borealiore, init. Junii fl. (Piasezki), in australioribus 
lectum dicitur a Millett (si F. chinense rêvera hue). 
In Himalaya orientali, Khasia, etiam occurrere videtur 
(F. coryUfoUum Hook. f. Th.). 

Frutex 1 — 10 pedalis, saepe ramosissimus dense- 
que frondens, flores albidi, drupa orbiculato-ovata v. 
ovata, coccinea, succosa, calyce apiculata. Sed inhortis 
yedoënsibus colitur lusus drupa lutea. 

Planta quoad foliorum formam et pubem satis vari- 
ans. Folia enim inveniuntur rotundata, obovata cum 
acumine brevi, vel fere rhombea, dentibus magnis et 
parvis, concolora v. subtus griseo subtomentosa, pube 
simplici v. passim fasciculata substellata, punctis re- 
sinosis saepissime distinctis crebris v. rarius obsoletis, 

Mélanges biologiques. X. 84 



— 666 — 

interdum ob guttulas resinae persistentes imo lucidula, 
Corymbus pedunculatus pedunculo radiis aequilongo 
V. rarius subnuUo. Calyx extus totus v. tantum mar- 
gine pilosus. Corolla extus crebre v. parce pilosa, ra- 
rissime glabrata. 

Folia surculorum innovantium maxima, saepius par^ 
videntata ; tales surculi autumno interdum floriferi co- 
rymbum habent minorem magisque contractum et flo- 
res passim duplo usque minores, staminibus corollam 
non sesqui v. duplo, ut solito, sed paulo tantum supe- 
rantibus. — Quae omnia dum in mente habemus varie- 
tate tantum distinguere possumus: 

ß. formosanum: foliis ovatis pl. m. acuminatis, co- 
rymbis brève pedunculatis , floribus minoribus , stami- 
nibus brevioribus. An F. erosum var. formosana Hce 
Advers. 17. in Ann. sc. nat. 5 sér. V. 1866.? 

In China australiore (Seniawin,fl.), Formosa prope 
Tamsuy (Oldham n. 204. fl., 206. frf.) et in Kiusiu, 
circa Nagasaki, init. Sept. c. fl. (ipse). 

A F. eroso abhorret stipularum defectu et coroUis 
dorso pilosis, nee non pube foliorum fasciculata neque 
rite stellata. 

Ad F. dilatatum ducendum videtur F. corylifolium 
Hook. f. et Thoms. in Journ. Linn. soc. II. 174. 
Hook. f. Fl. Brit. Ind. III. 3. e Khasia, fructiferum 
tantum notum, cujus folium, corymbum et drupas 2 
ex herb. Kew. benevolo communicata vidi, et a F. di- 
latato (v. gr. spec sinicis Fortune i) distinguere nequeo. 
Pili ab autoribus stellati dicti, rêvera autem fascicu- 
lati, tantum in corymbo occurrunt, in foho vero sim- 
plices, quales rarius et in F. dilatato adsunt. Folio- 
rum costae utrinque 6 (in folio ante oculos, ubi apex 



— 667 — 

deest) occurrunt raro et in F. dilatato, ubi vulgo 10 
et ultra. Fructus iidem. 

17. V. Wrighti Miq. Prol. 155. (excl. pi. Gray 
e Simoda). F. erosum A. Gray, Bot. Jap. 393. 

In Japonia boreali et in silvis montanis altioribus 
Japoniae mediae : Yeso, ad collium latera ad Hakodate 
(Small! s. n. F. erosi), silvis frondosis ad lacum Ko- 
noma, nee non in fruticetis vallis metallofodinae Idsi- 
Nowatari, frequens, medio Junio fl. , fine Octobris frf. 
Nippon: princip. Nambu (Tsehonoski), alpe Niko 
alioque loco Nippon mediae (Tsehonoski), ad pedem 
Fudsi yama, init. Novbr. frf. 

Frutex altus, usque 10-pedalis et ultra, truncis pol- 
licem crassis, parce ramosus parceque frondens, flori- 
bus albis subodoris. 

Toto habitu jam a F. dilatato distinguendus , magis 
macrophyllus , corymbo parvulo, floribus minus densis 
majoribus. Folia fere semper apicem versus, rarius 
medio latiora, sat longe et fere semper subito cuspidata, 
utrinque 6 — 8-costata costa infima extus ramosa, gran- 
didentata dentibus pi. m. mucronatis. Non semper est 
glabrum, sed pubes dum adest parca mox evanida, 
superne ad folia brevis appressa, subtus pili longi ad 
costas, praeterea ad ramulos hornotinos, petioles et 
pedunculum cum corymbo. Alabastra glaberrima. — 
In planta nipponica ad axillas costarum subtus saepe 
barbulae rufescentes, et pili elongati partim persistunt. 

18. V.phlehotrichum S. Z. Fl. Jap. fam. nat. II. 173. 
n. 588. Miq. Prol. 155. Fr anch. Savat. Enum. I. 200. 

Japönm(Blume!,Miquel!):iVip^on media (Tseho- 
noski): in fruticetis jugi Hakone (idem, Savatier!); 



— 668 — 

Kiusiu: Kawara yama (Buerger! fl.), jugo centrali 
Kundsho-san , silvis vetustis ad rivulos, initio Junii fl. 
Frutex circiter 5-pedalis, miser, trunco pollicem us- 
que crasso. Bracteae ad basin radiorum et radiolorum 
setaceae elongatae. Bracteolae ad basin florum sub an- 
thesi jam desunt. Corolla aperte campanulata neque 
rite rotata, albida fundo rubens vel, ex icone inedita 
Sieboldi, alba, calyce etrhachi purpureis, cyma tota 
nutante delineata et tali etiam in specc. exsiccatis ad- 
huc observanda. 

Sectio 3. Opulus. C. Koch. Dendrol. I. 
Ser. 11, Opulus. 

Mediante F. eroso et V. puhescente arete ad Eu-Vi- 
hurna accedentia et ab illis tantum stipularum prae- 
sentia cognoscenda, ita inter se distinguenda: 

Putamen sulco profundo ventrali concavum fere se- 
miseptatum, folia indivisa longiora quam lata antice 
grandiserrata , stipulas basi adnatae persistentes, 
glandulae in petiolo v. lamina folii nullae, flores om- 

nes fertiles V. éllipticum Hook. 

Putamen planiusculum esulcatum. 

Stipulae liberae caducae, drupa rubra, flores om- 
nes fertiles. 
Folia penninervia indivisa eglandulosa duplo 
longiora quam lata , corolla rotata , corymbi 
5 — 7-radiati multiflori, flores sessiles. 
Stamina corolla sesquilongiora, pubes sim- 
plex V. puhescens Mx. 

Stamina corollam aequantia, pubes stellata. 

V. erosum Thbg. 
Folia palminervia triloba, glandulae 2 margini 
laminae subtus prope petiolum impositae, flores 
in corymbo 2 — 4-radiato pauci, in radiis 2 or- 
dinis subsessiles, stamina e tubo corollae cam- 

panulatorotatae vix exserta V. pauciflorum PyL 

Stipulae petiolo adnatae persistentes, petioli v. lamina secus 
ilium glandulosa, folia trilobata, corymbus 5 — 8-radiatus, flores 
in radiolis 3 ordinis subsessiles, stamina corollam superantia. 



— 669 — 

Flores omnes fertiles, glandulae subtus supra basin laminae. 
Drupa nigra, folia subtus crebre glanduloso- 
punctata et pilis fasciculatis molliter pubes- 

centia V. acerifoUum Mx. 

Drupa rubra, folia subtus irapunctata, ad co- 
stas pilis parcis simplicibus, ad axillas fasci- 
culatis F. orientale Pali. 

Flores radiantes steriles, glandulae in apice 

petioli, drupa rubra V. Opuïus L. 

Ex his 4 sunt horeali-americana, et quidem F. ellip- 
ticum montibus Scopulosis intra Rempublicam , F. pu- 
hescens et F. acerifoUum civitatibus ejusdem Atlanticis 
propria, V.pauciflorum pervagatur totam regionem fri- 
gidam a Terra Nova ad Alaskam. F. orientale species 
est Caucaso indigena, reliquae duae nostrates. 

19. F. erosum Thbg FI. Jap. 124. et icon. ined. 
DC. 1. c. 327. S. Z. FI. Jap. fam. nat. II. 171. n. 585. 
Miq. Prol. 154. 

In Kiusiu frequens: Satsuma (Rein!), circa Naga- 
saki in silvis montanis frequens, fine Aprilis flor. , Si- 
mabara et in vulcano Wunzen, fine Julii frf. , Naga- 
yama, silvis vetustis, init. Octob. frf., Amakusa (Rein!), 
Higo prope Miadzi, fine Maji fi., jugo centrali Kund- 
sho-san, init. Junii fi., medio Octob. frf. Nippon: 
prope pagum Susoka-toge et Sakanoste (Buerger!), 
ad pedem Fudzi yama non frequens, init. Novbr. frf., 
jugo Hakone, prope Yokoska (Savatier!), Yokohama, 
fine April, fi., Kanasawa, silvis umbrosis hand rarum, 
fine Octob. frf. Insula Tsu-sima (Wilford!), archi- 
pel. Koreano (Oldham! n. 477. frf.). 

Frutex ad 5-pedalis et ultra, trunco digitum usque 
2^/^ pollic. crasso, ramis patentibus, floribus albis, co- 
rolla rotata. Stipulae statu fructifero caducae et sub 
anthesi vulgo tan tum in foliis juvenilibus non deficien- 



— 670 — 

tes. Pubes quoad copiam valde variabilis et sub fructu 
saepe evanida, interdum subtus tantum ad costas pili 
molles superstites et superne ad venas pubes brevis 
(talia specc. v. gr. in herb. Thunbergiano Upsaliae 
servato), vulgo tarnen utraque pagina pubescit, inferior 
pi. m. cinerascit et non raro dense villosa v. incana 
fit imo in fructu semperque pilis rite stellatis. Quo 
signo, imo deficientibus stipulis, tute a F. dilatati for- 
mis solito magis angustifoliis discernendum , a quo ta- 
rnen saepissime foliis pi. m. ovatis acuminatis jam e 
longinquo distinguitur. 

20. F. Opulus L. Cod. 2135. A. Gray, Bot. Jap. 
393. Miq. Prol. 153. Franch. Savat. Enum. I. 199. 
F. puhinerve Bl. ined, in Miq. 1. c. Kanhokf, Thbg! FI. 
Jap. pi. obsc.n. 27. excl. syn. Kaempf. (quae Gleyerav, 
Ternstroemia). Kwa-wi, Arb. I. 6. F. eduleVsh. FI. Am. 
I. 203. et F. Oxycoccos Psh. 1. c. DC. Prodr. IV. 328. 

Japonia borealiori: Yeso (Small), circa Hakodate in 
fruticetis vulgare, Junio flor. Nippon: prope Yedo, ra- 
rum(Thunberg),alpeNiko(Savatier) et sine loci spe- 
cialis indicatione (S i e b o 1 d) ; ins. Sachalin (F. S c li m i d t), 
tot3i Mandshuria^ exclusa maxime boreali alpina, China 
boreali: ditione florae Pekinensis, prope Jehol (T a ta- 
rin ow), in mont, occidentalibus (idem) v. gr. Po-hua- 
shan (Bretschneider), Siao-wu-tai-shan, inter 3600 
et 5000 ped. alt. (Möllendorff), prov. Schensi parte 
boreali, init. Junii fl. (Piasezki); Mongolia australi: 
rarum in declivitate boreali jugi Muni-ula, init. Junii 
fl. (Przewalski), Sibiria australi, a Davuria et Bai- 
cale lacu occidentem versus usque ad Ural, Europa 
tota, exclusa arctica, Asia minore nee non America 
boreali frigidiore. — E Kamtschatka et tota Sibiria 



— 671 — 

Orientali nee non arctica ita ut etiam ex Ural boreali 
exul videatur. 

Specc. nostra saepissime ad folia sub tus pubescen- 
tia, pube saepe tarnen ad barbas in axillis foliorum 
reducta, rarissime glabra. 

Japonice audit kan-boku v. kami-boku. 

Species e genere exclusae. 

F. cuspidatum Thbg! est Hydrangea Hortensia DC. 
var. acuminata A. Gray. 

F. hirtum Thbg! est Hydrangea hirta S. Z. 

F. macrophyllum Thbg! est Hydr, Hortensia DQ. 
fl. pleno. 

F. serratum Thbg ! est H. Hortensia D C. ß. japonica 
m. (herb. Upsal. Thbg. fol. b.), var. acuminata forma 
silvatica m. (ibid. fol. c. d.) et Hydr. steUata S. Z. (ibid. 
fol. a.). 

F. vir ens Thbg! est Hydrangea virens S.Z. 



Senecio Przewalskii. (Ligularia) elata gracilis glaber- 
rima, foliis subtus glaucis radicalibus longissime peti- 
olatis palmatim 7-, caulinis sub tribus 5-partitis petiolo 
posteriorum basi vaginante amplexicauli, summi her- 
baceodilatato brevi , laciniis subrhombeis aeuminatis 
subbi-trifidis et parce incisis serratisque, lobis denti- 
busque mucronatis; racemo interrupto longissimo com- 
posito polycephalo, racemulis 1 — 2-cephalis, bracteis 
et bracteolis parvis subulatis; involucro pedunculum 
superante 5 — 7-phyllo cylindrico basi squamula mi- 
nuta vel calyculato , squamis linearibus margine 
membranaceis planis 1-nerviis; flosculis in capitulo 
5 — 7 toto limbo exsertis, radii 2 Ç ligula spathulata, 



— 672 — 

disci 3 ^ ; pappo teniii pluriseriato rufescente, achae- 
nio striât glabro. 

Mongolia australi , in declivitate septentrionali jugi 
Muni-ula, ad rivulos frequens (Przewalski). 

Accedit tantum ad S. stcnocephalum m., qui ta- 
rnen folia indivisa, capitula pleiantha habet et multo 
robustior est. Foliis in mentem vocat S. (Gacaliam) 
Zuccarinii m., sed laciniae profundiores et magis incisae 
serrataeque. Planta elegans, 3-pedalis, folia 14 cent, 
longa et lata, involucrum 8 mill., flosculi lutei in disco 
12 mill, longi, 5-dentati, dentibus linearibus turn revo- 
lutis, ligulae lamina longior, staminibus liguliformibus 
minutissimis abortivis. Fructus deest. 

Artemisia centiflora. (Seriphidium) annua pedalis parce 
ramosa sericeopubescens; foliis sessilibus linearibus 
acuminatis 3-nerviis basin versus subtrijugo-pinnati- 
lobis, lobis linearibus patentissimis basalibus stipulifor- 
mibus; pedunculis axillaribus elongatis 1-cephalis in 
paniculam angustam pleiocephalam dispositis; capitu- 
lis nutantibus hemisphaericis sub-lOO-floris; involucri 
squamis extimis 3 — 4 herbaceis hyalino marginatis, 
reliquis multo numerosioribus hyalinis, omnibus rotun- 
datis glabriusculis, receptaculo hemisphaerico. 

In Mongolia australi, in arenosis subsaisis montium 
Alaschan, rarissima (Przewalski). 

Nulli e Seriphidiis nee e longinquo quidem affinis, 
ob capitula magna (10 mill, diam.) Abrotanis vel Ah- 
sinthiis nonnullis appropinquans, capitula tamen quot- 
quot diligenter perquisivi e solis flosculis ^ constantia. 
Ad Tanaceta etiam baud ducenda ob achaenii areolam 
terminalem minutam. 



— 673 — 

Buddleia L. 

Species sinico-japonicae. 

Folia alterna, corolla intus glabra JB. alternifolia m. 

» opposita, » » pilosa. 2. 

2. Calyx ad medium fissus corolla sesquibrevior , an- 

therae faucem attingentes, fl. albi B. asiatica Lour. 

Calyx dentatus corolla fere triplo v. ultra brevior. 3. 

3. Pubes corollaeextus farinosoviscidula, antherae in- 
fra medium tubum insertae, calycis dentés acute 

deltoidei, flores violacei B. Lindleyana Fort. 

Pubes corollae e pilis intricatis constans. 4. 

4. Calycis dentés acuminati, antherae infra medium 

tubum B. curviflora H. A. 

Calycis dentés obtusiusculi, antherae triente supe- 

riore tubi B. officinalis m. 

1. B. alternifolia. Frutex ramis virgatis teretiusculis, 
juvenilibus filiformibus apice, foliis subtus, inflorescen- 
tia calyceque incanotomentosis ; foliis alternis brevis- 
sime petiolatis linearilanceolatis acuminatis integris lae- 
vibus; glomerulis multifloris subsessilibus basi pleio- 
phyllis in thyrsum spithamaeum interruptum termina- 
lem approximatis , foliis floralibus glomerulo breviori- 
bus obovatis obtusiusculis ; pedicellis calycis tubo bre- 
vioribus, calycis dentibus late ovatis obtusiusculis; co- 
rolla violacea apice tubi pilis stellatis parce adspersa 
ceterum intusque glabra calycem fere triplo superante, 
antlieris triente tubi superiore insertis, stylo crasso 
stigmate ovarioque breviore. 

In Ghinae occidentalis prov. Kansu, latere austral! 
fl. Hoangho, sinice: ti-gu-dou (Piasezki). 

Toto habitu et structura partium floralium exacte 
cum Buddleüs oppositifoliis conveniens, ita ut de gé- 
nère, etiam déficiente fructu, vix ulla dubia super sint. 
Foliis alternis (spir aliter y^ dispositis) tamen inter om- 
nes insignis. 

Melanges biologiques. X. 85 



— 674 — 

Tomeiitum paginae inferioris folioriim e puis stella- 
tis minimis contextiim. Petiolus 1 — 2 mill, longus, 
lamina 35:6 ad 65:10 mill, magna, foliorum flora- 
lium triplo vel quintuplo minor. Glomeruli circa 20- 
flori. Calyx 2,5 mill, longus. Corolla 7 — 8 mill, 
longa, limbo patente 6 mill. lato. Antherae sessiles au- 
guste oblongae. Stigma claviforme. Germen oblongum 
glabrum 2-loculare cK^-ovulatum. 

2. B. asiatica Lour. Fl. Coch. ed. Willd. 90. Bth. 
in DC. Prodr. X. 446. et Fl. Hongk. 231, Hook. f. 
Bot. mag. 6323. 

In CJiina australi: Hongkong (Wright!), Formosa 
(Oldh. n. 318.), praeterea in India cis-et transgan- 
getica et Archipelago Malay ano. 

3. B. LindleyanaY ort in Bot. reg. 1846. t. 4. Bth. 
Fl. Hongk. 231. B. intermedia C tar i\ Rev. hortic. 1873. 
151. c. tab. colorata. 

In China australi: prov. Canton (Sampson!), Chu- 
san (Fortune!), Kiukiang (Shearer!), Hongkong (ex 
Bentham). 

B. intermedia , ex auctore e seminibus B. curviflo- 
rae (unde acceptis?, cur non cum illis B, Lindleyanae 
commixtis?) educata et pro specie diversa ad Lindley- 
anam vergente declarata, fatente ipso auctore, qui 
fusius cum sequente diversissima comparavit, et teste 
icone, nil differt nisi signis individuo luxurianti pro- 
priis. Ceterum color florum iconis non quadrat cum 
descriptione. 

4. B. curviflora Hook, et Arn. Bot. Beech. 267. 
Miq. Prol. 63. Franch. Savat. Enum. I. 322. An- 
dré in 111. hortic. XVII. 1870. 133. c. tab. color. Carr. 



— 675-^ 

Rev. hortic. 1870. 337. c. fig. xylogr. Yu-tu-tsao etc. 
II. fol. 5. verso (magn. dimin., bonaj. 

Nippon media etaustrali: alpe Niko (Tschonoski, 
Savatier), Yokohama et montib.Hakone (ipse), prope 
Hiogo et in collibus litoralibus inter Simonoseki et 
Miwara (Buerger!), Kiusiu: Nagasaki (ipse); archi- 
pel. LiU'kiu (ex Hooker et Arnott). 

Rami hornotini alato-4-goni. Folia pi. spontaneae 
tomento tenui rufo e pilis intricatis, praesertim subtus 
ad costam, fructifera paulo glabriora, plantae cultae 
jam florentis interdum subtus vix pubescentia dicenda, 
fructifera omnino glabrata, pi. m. sinuato-acuteden- 
tata. Calyx 4 mill. Corolla 13 mill, longa, extus gil- 
votomentosa, limbo intus violaceo diam. 6 mill. An- 
therae oblongae sessiles. Thyrsus fructifer dense im- 
bricatus. Calyces frf. deflexi. Capsula 7 mill, longa, 
auguste acute ovoidea, calyce duplo longior. Semina 
1 mill, longa, testa exterior laxa reticulata utrinque 
acute producta, interior nucleo adhaerens laevis, nu- 
cleus late ovalis % seminis longus. 

5. B. officinalis. (Sect. Neemda ^ 6, Be nth.) fruticosa 
ramosissima ramis teretiusculis juvenilibus cum foliis 
subtus, inflorescentia calyce corollaque dense incanoto- 
mentosis; foliis brevissime petiolatis linea elevata v. 
auriculata conjunctis membranaceis integris v. argute 
serrulatis oblongo- v. lineari-lanceolatis acuminatis, su- 
perne appresse pubescentipilosis ; thyrsis in apice ra- 
morum crebris oblongis continuis basi folio fultis, glo- 
merulis 3-10-floris breve pedunculatis, pedicellis tubo 
calycino brevioribus bracteolam linearem subaequan- 
tibus; calycis dentibus rotundatis; corollae tubo levi- 
ter incurvo calycem triple excedente intus piloso, sta- 



— 676 — 

minibus triente superiore tubi affixis, germine tomen- 
toso stylum brevissimum stigmaque oblongum bifidum 
sublongius aequante ; capsula obtuse ovoidea duplo ca- 
iycem excedente. 

In Chinae occidentalis prov. Schensi et Kansu; ur- 
bem Han-kau advehitur, officinalis, sinice: mun-chua 
(Piasezki). 

A similibus B. madagascariensihsim. et ß. macro- 
stachya Bth. jam stylo brevissimo situque staminum 
diversa et hisce notis potius reliquis nostratibus ap- 
propinquat, praesertim B. curviflorae^ quae tamen to- 
mento gilvo, foliis dentatis et calycis lobis acuminatis 
distat. E prius nominatis B, madagascariensis insu- 
per differt floribus lateritiis v. luteis (haec B. hetero- 
pJiyllahdh), B. macrostachya foliis et glomerulis ses- 
silibus, ramis alatoquadrangulis, tomento rufo, flore y^ 
majore, capsula attenuato-oblonga, calycis lobis acu- 
minato-deltoideis abhorret. B, Martii T. A. Schmidt 
in Seem. Journ. bot. VI. 1868. 245. eKhasia, B. ma- 
crostacJiyae proxima dicitur et iisdem signis distingui- 
tur, praeter folia inaequaliter serrata sub tus tenuis- 
sime pubescentia v. ochracea, 4 — 6 poil, longa, 2 
poll, lata, calycis dentés acutos, capsulam oblongo- 
ellipticam tomentosam (in nostra demum glabratam). 
B. sundaica Bl. denique, quae ex diagnosi breviore 
similis videtur, ad B. asiaticam ducitur a Hookero 
fil. Bot. mag. 6323. 

Petioli circiter 5 mill. Lamina mox 18: 4 cent, 
magna serrulata, auricula interfoliacea 4 mill, lata, 
mox lamina 9 : 2,5 vel 7,5 : 1 cent, magna, intégra et 
exauriculata, costis prominulis utrinque subdenis ar- 
cuatim conjunctis, tomento e pilis simplicibus longis 



— 677 — 

intricatis. Folia innovationum axillarium fasciculata 
acuta. Thyrsi 2,5 — 6 cent, longi. Calyx 3 — 4 mill., 
corolla 11 — 12 mill, longa, limbus diam. 5 — 6 mill., 
capsula 6 mill, longa. 

Gentlana pudica. (ChondrojoiJiyUa, annua) pluricaulis basi 
laxe ramosa viridis glaberrima, rosula radicali nulla; 
foliis basi alte connatis margine anguste albomargina- 
tis ellipticis, inferioribus obtusiusculis , superioribus 
mucronulatis ; ramis cauliculisque 1-floris, pedunculo 
exserto ; calyce tubuloso-infundibuliformi dentibus mar- 
ginatis ovato-lanceolatis acutis tubo corollae vix am- 
pliato brevioribus; corollae azureae lobis acute ovatis 
tubo duplo brevioribus, plicis dimidios lobos superan- 
tibus laciniato-dentatis, stylo brevi; capsula lineari- 
oblonga stipitem plus duplo superante inclusa. 

In Chinae occidentalis prov. Kansu, pratis altis al~ 
pinis frequens (Przewalski). 

Eradicata statim corollas omnes claudit, teste col- 
lectore^ unde et omnia specimina sicca ne unam quidem 
corollam apertam servarunt. Simili modo pi. m. impa- 
tientes videntur etiam 0. prostrata Hke et G. Jiumi- 
lis M. B., nam et in his inter centena specimina flori- 
bus numerosis onusta in herbario vix singulam corol- 
lam apertam invenire contigit, quum species sequens 
et aliae, v. gr. G. aquaticah., squarrosa Ledeb., ripa- 
naK. K., TJiunhergii Griseb. , japonica m., pedicellata 
Wall, hacce qualitate non gaudeant, nam flores exsic- 
cati frequenter limbum bene expansum monstrant. 

Simillima statu florente G. prostrataeEsienke, quae 
tamen eximie differt capsula minuta brevi cum stipite 
pluries longiore exserta, praeterea plicis integris et 
flore vulgo % minore. 



— 678 — 

Bi-quinque-pollicaris. Vagina foliorum 5 mill, us- 
que longa, lamina 6: 3 mill, circiter magna. Calyx 
11 mill., corolla 20 mill., stipes capsulae 5 mill, longa, 
capsula 9 mill.! longa, 1,5 mill. lata. 

Gentiana aristata. {Chondrophylla, annua) multicaulis 
basi laxe ramosa viridis glaberrima; foliis basi alte 
connatis membranaceis anguste albo-marginatis, rosu- 
lae radicalis planis ovatis mucronatis quam caulina 
concava lanceolata acuminata aristata parum majori- 
bus; cauliculis ramisque 1-floris, pedunculo brevi in~ 
cluso ; calyce anguste infundibuliformi fere ad medium 
5-fido laciniis linearilanceolatis aristatis mucronatisve 
sinus coroUae attingentibus ; corollae azureae tubo in- 
fundibuliformi lobos ovatos acutos duplo superante, 
plicis dimidiorum loborum longitudine apice laciniatis; 
capsula obovata ancipiti membranaceo-marginata co- 
rolla breviore stipitem superante. 

Summa regione alpina jugi fl. Tetung pro v. Kansu 
comitantis, in vallibus pratisque, frequens et gregaria 
(Przewalski). 

G. pedicellatae Wall, proxima, sed haec humilior 
et simul robustior, folia rosulae numerosiora maxima 
caulinaque latiora apice recurva subcoriacea, calyx 5- 
dentatus tubo corollae brevier, corolla pallida paulo, 
limbus duplo quam in nostra minor, capsula duplo sal- 
tem minor stipite multo brevier et corollam pi. m. 
vulgo valde superans. 

Sesqui-usque sexpollicaris. Folia caulina circiter 8: 

2 mill, magna (complicata 1 mill, lata), flos 14 mill, 
longus, limbus corollae 9 mill, diametro. Capsula 6: 

3 mill, magna, stipes ad 5 mill, longus. 



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