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Full text of "Mélanges biologiques tirés du Bulletin de l'Académie impériale des sciences de St. Pétersbourg"

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MÉLANGES BIOLOGIQUES 






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TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



8T.-PETERSB0UBG. 



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TOME XIII. 




(Avec "26 planches) 






St.-PÉTERSBOURG, 1894. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences: 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggers & C ie M. N. Kymmel. Voss' Sortiment 

(G. Haessel) 



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et J. Glasounof. 



Prix 5 Rbl. 20 Cop. = 13 Mrk. 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Juillet 1894. N. Doubrovine, Secrétaire perpétuel. 









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Imprimerie de l'Académie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9 e ligne, J\6 12). 



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CONTENU. 



Pages. 

Dr. med. A. E. Feoktistow. Zur Physiologie der Klapper des Crotalus durissus . 1 — 4 

August Morawitz. Entomologische Beiträge 5— 54 

Ph. Owsjannikow. Zur Entwickelungsgeschichte des Flussneunauges. Vorläufige 

Mittheilung 55— 67 

S. Herzenstein. Über einen neuen russischen Wels (Exostoma Oschanini Herz.) . 69 — 73 

Eug. Büchner. Über das Fehlen des Eichhörnchens im Kaukasus 75 — 82 

Dr. A. Peoktistow. Über die abnorme Wirkung einiger Curare-Sorten 83 — 86 

Nieolaus Kulagin. Über einige im europäischen Russland und in Sibirien vor- 
kommende Arten von Regenwürmern 87 — 96 

Ivan Schevyrew. Liste des espèces du genre Scolytus de la collection du Musée 

de l'Académie Impériale des sciences de St. Pétersbourg • . . 97 — 99 

Ph. Owsjannikow. Zur Structur der Nervenfaser 101 — 112 

S. Herzenstein. Ichthyoiogische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der 

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. 1 113—126 

Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der Kaiser- 

lichen Akademie der Wissenschaften. II 127 — 141 

Eug. Büchner. Die Säugethiere der Ganssu-Expedition (1884 — 87) 143—164 

N". Kusnezow. Beiträge zur Flora Caucasica. I. Zwei neue Rhamnus-Formen. (Mit 

2 Tafeln) 165-168 

A. Pamintzin. Arbeiten aus dem botanischen Laboratorium der Kaiserlichen 

Akademie der Wissenschaften zu St.-Petersburg. JV» 2. Eine neue Bacterien- 

form: Nevskia ramosa. (Mit einer Tafel) 169 — 174 

N. Kusnezow. Neue asiatische Gentianen. (Mit einer Tafel) 175 — 178 

Andreas a Semenow. Revisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae 

Caesareae Scientiarum Petropolitanae. I. Genus Cleptes Latr 179 — 186 

Revisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Caesareae Scientiarum 

Petropolitanae. II. Genus Abia (Leach) 187 — 195 

Revisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Caesareae Scientiarum 

Petropolitanae. III. Familia Evaniid a e 197 — 218 

S. Herzenstein. Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der , 

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften .'. . 219—235 

Dm. Iwanowsky. Über die Mosaikkrankheit der Tabakspflanze ........ 237 — 240 

Andreas a Semenow. Chrysididarum species novae 241—265 

Eug. Büchner. Über eine neue Sminthus-Art aus China 267—271 

Th. Pleske. Die ornithologische Ausbeute der Expedition der Gebrüder G. und 

M. Grum-Grzimailo nach Central-Asien (1889-90) . 273—301 

Übersicht der Gattung Regulus, Cuv., nebst Beschreibung einer neuen Art 

derselben 303—307 

Eug. Büchner. Zur Kenntniss der rothen Murmelthiere Central- Asiens 309—324 

P. Schalfeew. Carcinologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der 

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. (Mit einer Tafel.) 325 — 336 

N. Kusnezow. Neue asiatische Gentianen. [Fortsetzung.] (Mit einer Tafel.) . . . 337—340 

Eug. Büchner. Über eine neue Katzen-Art (Felis pallida n. sp.) aus China. . . . 341—343 



Pages. 

S. Kawasehin. Zur Embryobildung der Birke. (Vorläufige Mittheilung) 345—348 

Über die Brandkrankheit der Torfmoose. (Mit einer Tafel.) 349 — 358 

Andreas a Semenow. De Coleopterorum familia nova 359 — 366 

Revisio synoptica Meloidarum generis Ctenopus Fisch 367 — 376 

K. F. Meinshausen. Das Genus Sparganium L. — Systematische Beschreibung 
der Arten nebst Darstellung ihrer Verbreitung auf Grundlage ihres Vor- 
kommens im Gouvernement St. Petersburg 377 — 397 

G. O. Sars. Crustacea caspia. Contributions to the knowledge of the carcinological 

Fauna of the Caspian Sea. Part I. Mysid se. (With 8 autographic plates) . . . 399—422 

A. Famintzin. Über Chlorophyllkörner der Samen und Keimlinge. (Mit 1 Tafel.) . 423—433 

Über das in den Samen von Helianthus annuus entdeckte Chromogen und 

zwei neue aus ihm erhaltene, in Wasser lösliche Pigmente : das gelbe und 

grüne. (Vorläufige Mittheilung.) 435 — 436 

A. Kowalevsky. Etudes expérimentales sur les glandes lymphatiques des Inver- 
tébrés. (Communication préliminaire) 437 — 459 

G-. O. Sars. Crustacea caspia. Contributions to the knowledge of the carcinological 

Fauna of the Caspian Sea. Part II. Cumacea. (With 12 autographic plates.) . 461 — 502 

S. Korshinsky. Note sur la Calystegia dahurica Choisy* 503 — 507 

Dm. Iwanowsky. Über die Wirkung des Sauerstoffes auf die alkaholische Gährung 509—531 



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MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST.-PËTERSBOURG. 



TOME XIII. 

£vwtaison 1. 



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St.-PÉTERSBOURG, 1891. 

Commissionaires de l'Académie Impériale des Sciences: 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

M. N. Kymmel. Voss' Sortiment 

(G. Haessel) 
Prix 1 Rbl. 10 Kop. = 2 Mrk 75 Pf. 



MM. Eggers et O 
et J. Glasounof. 



' Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Février 1891. A. Strauch, Secrétaire perpétuel. 




Imprimerie de l'Académie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9 e ligne, të 12) 



CONTENU. 



Pages 

Dr. med. A. E. Feoktistow. Zur Physiologie der Klapper des Crotalus durissus . 1 — 4 

August Morawitz. Entomologische Beiträge 5 — 54 

Ph. Owsjannikow. Zur Entwickelungsgeschichte des Flussneunauges. Vorläufige 

Mittheilung 55— 67 

S. Herzenstein. Über einen neuen russischen Wels (Exostoma Oschanini Herz.) . 69 — 73 

Eug. Büchner. Über das Fehlen des Eichhörnchens im Kaukasus 75 — 82 

Dr. A. Feoktistow. Über die abnorme Wirkung einiger Curare-Sorten 83 — 86 

Nicolaus Kulagin. Über einige im europäischen Russland und in Sibirien vor- 
kommende Arten von Regenwürmern 87 — 96 

Ivan Schevyrew. Liste des espèces du genre Scolytus de la collection du Musée 

de l'Académie Impériale des sciences de St. Pétersbourg 97 — 99 

Ph. Owsjannikow. Zur Structur der Nervenfaser 101—112 

S. Herzenstein. Ichthyoiogische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der 

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 113 — 126 

Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der Kaiser- 
lichen Akademie der Wissenschaften. II * 127 — 141 

Eug. Büchner. Die Säugethiere der Ganssu-Expedition (1884—87) 143—164 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

• BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE STrPÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Zur Physiologie der Klapper des Crotalus durissus. Von Dr. med. A. E. Feok- 
tistow. (Lu le 16 août 1888.) 

Im Juni 1887 erhielt ich 10 lebende Crotalus durissus, die ich seit- 
dem genau habe beobachten können. — Wegen Mangels an genügenden 
Mengen geeigneten Futters (die Thiere wollten ausschliesslich nur ganz 
junge Kaninchen fressen), verlor ich 5 davon im Laufe der ersten 6 Monate. 
Die übrigen befinden sich gut und fressen nun ausser Kaninchen, auch Vö- 
gel. — Sie bewohnen ein grosses Terrarium mit geräumigem Wasserbassin, 
Cementboden und permanenter Wasserheizung, welche es ermöglicht, die 
Temperatur der Luft im Innern auf 20 — 22° R. zu halten. Futterthiere 
werden in genügender Menge gereicht, und sind die Schlangen Sommer und 
Winter gleich munter. 

Bei dieser Gelegenheit habe ich das Wachsen, Abfallen und die Erneu- 
erung der Klapper genau beobachten können. ■ — Bis jetzt ist nichts Siche- 
res über die Physiologie dieses Apparates bekannt. — In ganz Amerika 
beurtheilen z. B. die Einwohner das Alter einer Klapperschlange nach der 
Anzahl der Ringe an der Rassel, und glaubt man dort, dass jährlich ein 
neuer Ring hinzukomme (Brehm). Andere glauben wieder, dass bei jeder 
Häutung ein neuer Ring gebildet wird, etc. Brehm 1 ) hebt hervor, dass 
man an gefangenen und mehrere Jahre nach einander beobachteten Klapper- 
schlangen zwar eine Zunahme ihrer Grösse, nicht aber eine Vermehrung 
der Glieder ihrer Rassel wahrgenommen hat, dass letztere vielmehr sich 
jahrelang nicht veränderte. Wie lang eine Rassel werden kann — giebt 
auch kein Autor mit Bestimmtheit an. — Ich bin in die glückliche Lage 
gekommen, an gesunden und gut fressenden Exemplaren einige Beobach- 
tungen machen zu können, die diese Fragen entscheiden. 

Fünf von meinen Schlangen fielen die langen Rasseln selbstständig zu 
verschiedenen Zeiten ab, und nun konnte ich vor Allem beobachten, wie 
schnell sich selbige wieder ausbilden. — Zuerst will ich aber bemerken, 
dass es ganz natürlich ist, wenn die Rassel bei der Klapperschlange perio- 
disch oder unperiodisch abfällt. Es besteht ja dieselbe aus leblosem Horn- 



1) Brehm, Tbierleben, B. VII, Kriechthiere. 1883, p. 491. 
Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 1. 



2 DR. MED. A. E. FEOKTISTOW. [t. XIII 

gewebe, welches zu den bekannten hohlen «Kegeln» ausgebildet wird, welche 
Kegel einander theilweise wohl umschliessen, die Rasselkette bildend, im- 
merhin aber mit einander nur ziemlich lose verbunden sind. Es ist nun ganz 
natürlich, dass solch eine Kette, wenn sie einigermaassen lang wird, mecha- 
nischen Insulten stark ausgesetzt ist, und desshalb leicht abreissen kann. 
Ohne jeden Schaden für die Schlange selbst, lässt sich auch diese Kette ab- 
schneiden, oder gewaltsam abreissen. Das ist auch der einfache Grund, 
wesshalb die Rassel niemals besonders lang wird, und 15 — 18 gliederige 
Klappern zu den Seltenheiten gehören 2 ). Gewöhnlich hält die Rassel nicht 
länger aus, als bis sie 8 — 10-gliederig wird. 

"Wenn eine Rassel abgefallen ist, so bleibt doch immer wenigstens das 
letztgebildete (also erste von der Basis) Glied derselben am Schwänze zu- 
rück, da es mit demselben so lange fest verbunden ist, bis es nicht von 
einem neuen, darunter sich ausbildenden, verdrängt wird. Dieses letztgebil- 
dete Glied der Rassel hat nicht die düsterbraune Farbe der älteren Glieder. 
Es ist vielmehr hornartig durchsichtig und nur schwach gelblich gefärbt. 
Durch die dünnen Wandungen dieses Rasselgliedes sieht man den horn- 
bildenden Kegel am Ende des Schwanzes, als weisse, plattgedrückte, un- 
regelmässig-kegelförmige Masse mit tief eingekerbter Spitze, auf's deut- 
lichste durchschimmern. 

Wie gesagt, konnte ich also an den 5 Exemplaren der Klapperschlangen, 
denen ihre Rasseln abgefallen waren, die Neubildung derselben verfolgen. 
So lange sie keine längere Rassel hatten, waren sie natürlich auch nicht im 
Stande zu klappern. Nun wuchsen aber die Glieder langsam nach und zwar 
so, dass bei allen im Laufe von drei bis vier Monaten bereits zwei neue 
Glieder, ausser dem erwähnten, zurückgebliebenen (jetzt endständigen 
Gliede), vorhanden waren. Solche dreigliederige Rasseln brachten schon 
einen ziemlich lauten Ton hervor. — Im Laufe von einem Jahre bildeten 
sich die Rasseln bereits zu 5 — 6 gliederigen Ketten aus und waren dann 
im Stande den gewöhnlichen, recht intensiven Rasselton hervorzubringen. — 
Mit den Häutungen hatte das Nachwachsen der Rasseln nichts gemein 3 ). 
Die Oberhaut wird bekanntlich ohne die Rassel abgeworfen, dicht an der 
Grenze derselben sich abtrennend, und zwar so, dass das Ende des Schwanzes, 
an der abgestreiften Haut, eine Öffnung mit fein gekerbten, den Schuppen- 
reihen entsprechenden Rändern darstellt. 



2) Rasseln aus 42 Gliedern, wie es S e b a abbildet, gehören wohl in das Gebiet der Phantasie .' 

3) Schlegel (Essai sur la physionomie des serpens. T. II, 1837, p. 557) meinte, es entstehe 
ein neues Rasselglied bei jeder Häutung. Diese Meinung ist neulich auch von Garman aus- 
gesprochen worden. Die Häutungen folgen aber nach meinen Beobachtungen viel schneller auf 
einander (eine Häutung alle 6 Wochen), als die Bildung der Rasselglieder. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 2. 



T. XIIl] ZUE PHYSIOLOGIE DER KLAPPER DES CROTALUS DURISSUS. 3 

Es folgt also aus meinen Beobachtungen, dass je ein Kasselglied im 
Laufe von zwei — drei Monaten gebildet werden kann 4 ) und ist mir nicht 
klar, wesshalb andere Beobachter an gefangenen Klapperschlangen das 
Wachsen der Klapper nicht wahrgenommen haben. Wahrscheinlich wurden 
die Schlangen unter für ihr Wohlsein ungünstigen Bedingungen gehalten, 
wodurch ihr Lebensprocess deprimirt war. Vielleicht waren aber auch die 
Beobachtungen nicht sorgfältig genug angestellt worden. 

Was das Rasseln selbst anbelangt, so kann ich die Worte Geyer's im 
allgemeinen bestätigen: kriecht die Klapperschlange langsam dahin, so 
schleppt sie die Rassel am Boden völlig ruhig nach ; ist sie aber auf der 
Flucht, so hebt sie dieselbe in einem Winkel von etwa 60° und rasselt dabei 
ununterbrochen. Nur wenn sie ihren Raub verfolgt, hört man davon meistens 
nichts. Letzteres ist aber nicht immer der Fall, vielmehr sah ich oft Klapper- 
schlangen die ihnen zur Nahrung dienenden Kaninchen mit lautem Rasseln 
verfolgen, wovor die letzteren aber durchaus keine Angst zeigten. — Ge- 
reizt, nimmt die Klapperschlange die in Brehm's «Kriechthiere» (p. 492) 
trefflich wiedergegebene drohende Lage ein, und ist im Stande dabei ge- 
radezu stundenlang und ununterbrochen zu rasseln. Das Geräusch, 
welches sie dabei hervorbringt, ist schwer mit irgend einem andern zu ver- 
gleichen, jedenfalls dem «Zirpen einer Heuschrecke», wie Brehm meint, 
nur sehr entfernt ähnlich. Eine starke, grosse Klapperschlange macht ein 
so lautes Geräusch mit ihrer Rassel, dass man die Worte einer laut spre- 
chenden Person in einer Entfernung von 3 Schritten nicht verstehen kann, 
wenn der Schlangenkäfig sich zwischen den Sprechenden befindet. Die 
kraftlosen Exemplare, die man gewöhnlich in den Thiergärten sieht, geben 
keinen Begriff hierüber. — Taucht die eben vibrirende Klapper in Wasser, 
so entsteht ein eigenthümlicher Ton, dem Zischen glühenden Eisens beim 
Eintauchen in's Wasser vollkommen ähnlich. Unter dem Wasser ist das 
Rasseln fast tonlos. — Hält man eine Klapperschlange mit einer Hand 
hinter dem Kopfe, und fasst mit der anderen das Ende des Schwanzes gleich 
hinter der Klapper, so wird ihr das Rasseln unmöglich. 

Ich habe es versucht, die Zahl der Schwingungen, welche die Rassel 
pro Minute macht, zu bestimmen. — Es wurde eine grosse Klapperschlange 
am Nacken gefasst, und ihr darauf von einem Assistenten eine Nadel durch 
das mittlere Glied einer siebengliederigen Rassel durchgestochen, und zwar 
so, dass die Nadel die Rassel im grössten Durchmesser durchdrang, also von 
oben nach unten, wenn man sich die Schlange mit auf dem Boden ausge- 
strecktem Schwänze ruhig liegend denkt. Da nun die Rassel, bei der ge- 



4) Allerdings bei künstlicher "Wärme im Winter, Herbst und Frühjahr. In der Freiheit geht 
das "Wachsthum der Rassel offenbar viel langsamer vor sich. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 3. 



4 DR. MED.A. E.FEOKTISTOW. ZUR PHYSIOLOGIE U.S. W. [t. XIII 

dachten Lage der Schlange, beim Klappern in der Richtung von links nach 
rechts und umgekehrt bewegt wird, so konnte die Nadel auf berusstem Papier 
Schwingungscurven aufzeichnen. Ich benutzte als Registrirapparat den Dud- 
geon'schen Polygraphen mit berusstem, vermittelst des Uhrwerks schnell fort- 
gleitendem Papierstreifen. Der Schwanz der Schlange wurde einigermaassen 
dadurch fixirt, dass ich letztere, in der Gegend vor dem Anus, mit der 
Hand hielt. Nach vieler Mühe gelang es die Nadel auf passende Weise mit 
dem Papierstreifen in Contact zu bringen und Schwingungscurven zu ge- 
winnen, aus welchen die Zahl der Schwingungen pro Minute (bei bekannter 
Schnelligkeit der Fortbewegung des Papierstreifens) mit ziemlicher Ge- 
nauigkeit auszurechnen war. — Es zeigte sich dabei, class die Bewegungen 
der Klapper aus grossen Schwingungen des ganzen Schwanzes selbst und aus 
kleineren Schwingungen der eigentlichen Rassel sich zusammensetzen, und 
zwar in der Weise, dass der Schwanz 75 Schwingungen, die Rassel hin- 
gegen ihrer 110 pro Minute macht. Es sind das ungefähre Durchschnitts- 
zahlen, da ich nur mangelhafte Curven gewinnen konnte, und zwar aus 
dem Grunde, weil die Rassel ihre Schwingungen nicht genau in einer Ebene 
ausübt. — Stundenlang mit einer solchen Geschwindigkeit ausgeführte Be- 
wegungen sind geradezu staunenswerth. Mit blossem Auge beobachtet, sieht 
man nur einen Schatten von der sich so rasch bewegenden Klapper 5 ). 



5) Über den Bau der Klapper haben folgende Autoren geschrieben: Lacépède. Histoire 
des Serpens. Vol. II, p. 390—420. PI. XVII. 1789. Leuckart. Anatom. -physiologische Über- 
sicht des Thierreiches. 1855. Czermak. Über den Schallerzeugenden Apparat von Crotalus. 
Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Bd. VIII, p. 294 und f. 1857. W y mann. The mode 
of formation of the rattle of the Rattlesnake. Proceedings of the Boston Society of Natural his- 
tory. Vol. VIII, p. 121. 1861—1862. Garman. Bulletin of the Museum of Comparative Zoology 
at Harvard College. Vol. XIII, JV° 10. The Rattle of the Rattlesnake. 1888. 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 4. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Entomologische Beiträge, von August Morawitz. (Lu le 1 Novembre 1888). 

I. Zwei neue centralasiatische Carabus- Arten. 

Die beiden folgenden Cardben sind von Herrn Haberhauer in den 
Bergen östlich von Taschkent gesammelt worden, zugleich mit Carabuspuer 
und G Äkinini, Arten, welche in den Gebirgen südlich vom Issikul zuerst 
aufgefunden sind. 

1. Carabus (Cratocephalus) pupulus: Oblongus, niger, coleopteris cu- 
preis, dorso nonunquam viridulis, ore, antennarum articulis primis quatuor 
femoribusque rufo-brunneis, capite angustiore pronotoque cupreo-nitente 
distincte punctatis, hoc parvo postice rotundatim angustato, usque ad mar- 
ginem tenuiter callosum convexo, angulis posticis apice extremo angulatis 
minimis; coleopteris ellipticis convexis, humeris vix ullis, obsolete punctato- 
striatis, limitibus alternis distinctius tuberculatis. 2 15 mm. 

8. Minor, gracilior, tarsorum anticorum articulis quatuor primis valde 
dilatatis, transversis, subtus spongiosis. 13'/ 2 mm. 

Im Bau mit G. (Cratocephalus) infantulus zunächst übereinstimmend, 
es sind, wie bei diesem, die Augen stark gewölbt, das vierte Fühler- 
glied kurz u. s. w.; Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind aber deutlich 
schmäler und erscheint daher diese Art im Ganzen etwas schlanker als 
C. infantulus. 

Schwarz, auf der Oberfläche des Halsschildes mit Kupferschimmer, die 
Flügeldecken kupfrig, beim Weibchen auf der Scheibe mit grünlichem 
Schimmer, der Mund, die vier ersten Fühlerglieder und die Schenkel roth- 
braun. Die Oberfläche des Kopfes ist deutlich, etwas zerstreut punktirt, der 
Clypeus von der Stirn durch eine eingedrückte feine, in der Mitte gerade 
Linie abgesetzt und am Vorderrande etwas bogig ausgerandet. An dem Kinn 
sind die Seitenlappen vorn abgestutzt, der Kinnzahn ragt über dieselben 
als flacher, vorn abgerundeter, über die Fläche des Kinns nach unten vor- 
tretender Zapfen vor. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 33. 2 



6 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

Das Halsschild erscheint im Vergleich zu den Flügeldecken sehr klein, 
ist kaum mehr als l x / 2 mal so breit als lang, an den Seiten bogig gerundet 
und nach hinten ziemlich stark verschmälert; der Vorderrandwulst ist in 
der Mitte ganz undeutlich; von den kurzen, an der Spitze winkeligen Hin- 
terzipfeln nimmt jeder ein Zehntel des Hinterrandes ein. Die Oberfläche des 
Halsschildes ist überall ziemlich grob und deutlich, in der Mitte etwas spär- 
licher und feiner punktirt, der Eindruck vor den Hinterzipfeln ist flach und 
undeutlich. 

Die Flügeldecken sind etwas mehr als iy 2 mal länger als breit, nach 
vorn etwas verschmälert, an den Schultern in sehr flachem Bogen abge- 
rundet; die Punktstreifen werden von den Höckerchen mehr oder weniger 
verdrängt, die Höckerchen der zweiten, vierten, sechsten, achten, zehnten 
und zwölften Keihe sind nahezu gleich ausgeprägt, fiiessen der Länge nach 
stellenweise zusammen, sind im Ganzen ziemlich flach, treten aber, da sie 
dunkler, fast schwärzlich sind, deutlich hervor. 

2. Carabus (Tribax) eous: Elongatus, convexiusculus, niger, supra laete 
cupreus nonunquam cum nitore viridulo, ore, antennarum articulis quatuor 
primis, tibiis tarsisque rufo-brunneis nigroque varus ; elytris striis punctatis 
quindecim subregularibus, limitibus angustis aequalibus, 4°, 8°, 12° que ra- 
rius magis prominentibus. 2 18 mm. 

$. Minor, gracilior, tarsorum anticorum articulis quatuor primis valde 
dilatatis, transversis, subtus spongiosis. 15 mm. 

Schwarz, die Oberseite röthlich kupfern, hin und wieder mit grün- 
lichem Schimmer, der Mund mit den Tastern, die ersten vier Fühlerglieder, 
die Schienen und Tüsse rothbraun ; die Endglieder der Taster sind schwarz, 
die übrigen zum Theil schwärzlich, so auch die ersten Fühlerglieder, die 
Spitze der Schienen und der einzelnen Fussglieder. 

Der Kopf ist verhältnissmässig klein, hinter den Augen mit sehr flacher 
Einschnürung, auf der Oberfläche grob und seicht eingeritzt. Der basale 
Ausseneindruck der Mandibeln ist ziemlich scharf begrenzt ; an den Kiefer- 
tastern ist das Endglied deutlich länger als das vorhergehende. Die Fühler 
sind kurz, nach hinten bis zum Anfang des zweiten Viertels der Flügel- 
deckenlänge reichend, das erste Fühlerglied etwa so lang als das dritte, das 
vierte kurz, so lang als das zweite und beim "Weibchen am Enddrittel, beim 
Männchen aber am Endfünftel fein behaart. 

Das Halsschild ist etwa iy 3 mal breiter als lang, vorn in flachem Bogen 
ausgerandet, mit abgerundeten Vorderecken und hier deutlich schmäler als 
am Hinterrande; an den Seiten ist das Halsschild gerundet, nach hinten zu 
kaum wahrnehmbar ausgeschweift. Von den kurzen Hinterzipfeln nimmt 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 34. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 7 

jeder etwa ein Siebentel des Hinterrandes ein und ist nur halb so lang als 
an der Basis breit, an der nach unten etwas umgebogenen Spitze abgerun- 
det und geht in flachem Bogen in den geraden Hinterrand über. Die Ober- 
fläche ist deutlich gewölbt, wie der Kopf, von unregelmässigen groben 
Kissen durchzogen, die nach den Seiten zu dichter gedrängt sind, wo 
das Halsschild auch etwas abgeflacht ist, welche Abflachung nach hinten 
zu an Breite etwas zunimmt. Der deutliche Längseindruck vor dem 
Hinterrande ist im Grunde stärker vertieft, der hintere Quereindruck 
scharf ausgeprägt, der Vorderrandwulst ziemlich fein, doch deutlich ab- 
gesetzt. 

Die Flügeldecken sind leicht gewölbt, mit ganz flach abgerundeten 

Schultern, vor der Spitze kaum ausgeschweift, beim Männchen etwa l 4 / 5 , 
beim Weibchen etwa nur 1% mal breiter als lang und an den Seiten auch 
viel gerundeter als beim Männchen ; sie sind bis an den Umbilicallimes ziem- 
lich regelmässig gestreift, diese fünfzehn Streifen sind im Grunde deutlich 
punktirt, die Zwischenräume erscheinen als schmale, gleichmässig gewölbte 
Streifen und ist der vierte, achte und zwölfte von den übrigen nicht ver- 
schieden und nur bei einem Männchen ein wenig stärker vortretend; vor 
der Spitze lösen sich alle Streifen auf und gehen in eine unregelmässige 
Runzel ung über. 

Beim Männchen sind die vier ersten Glieder der Vorderfüsse stark 
erweitert und mit schwammiger Sohle versehen, das zweite ist fast doppelt 
so breit als lang, das dritte um ein Drittel kürzer als dieses und kaum etwas 
schmäler, das vierte dagegen ganz klein und kurz, doch auch wenigstens 
doppelt so breit als lang. 

In der Wiener Entomologischen Zeitschrift hat neuerdings A. v. Semenow eine neue 
centralasiatische, gleichfalls zur Abtheilung der tribacogenen Cardben gehörige Art beschrieben, 
welche aber noch mehr abzuweichen scheint von den flachen kaukasischen Tribax-Avten als 
die hier beschriebene. Mir ist zur Zeit die Beschreibung der von Semenow, auf seiner dies- 
jährigen Eeise in Turkestan, entdeckten Art leider noch nicht zugekommen, und kann ich daher 
über etwaige nähere oder fernere Verwandtschaft zwischen dieser Art und dem Carabus eous 
vorläufig auch keine Angaben machen. 

Als Tribax- Gruppe betrachte ich diejenigen Caraben, welche mit den von Fischer (Mém. 
d. Mose. V. 1817. p. 463.), als zu seiner Gattung Tribax gehörig, namhaft gemachten Arten über- 
einstimmen, welchen Namen Tribax, nur weil er nicht charakteristisch genug sei, Kolenati 
(Melet. ent. I. 1845. :p. 25.) durch Platychrus ersetzen zu müssen glaubte. Als Plectes- Gruppe 
fasse ich dagegen diejenigen flachen kaukasischen Caraben zusammen, als deren Typus der von 
Fischer (Entomogr. Ross. III. 1825 — 28. !p. 230.) schliesslich allein als Plectes aufgefasste 
Caràbus ibericus angesehen werden kann. Tribax und Plectes sind zwei äusserst nahe ver- 
wandte Gruppen, die, was den Habitus anbetrifft, in einem ähnlichen Verhältniss zu einander 
stehen, wie die gleichfalls unter einander äusserst nahe verwandten Gruppen Damaster und 
Coptolalrus (cf. Mor. Adeph. 1886. p. 19.). Auch Reitter (Wien. E. Z. 1887. p. 186.) nimmt 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 35. 2* 



8 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

jetzt diese beiden Gruppen unter den flachen kaukasischen Caraben als berechtigt an, ersetzt 
aber den Namen Fleetes durch den von ihm früher für eine umfangreichere Untergattung vor- 
geschlagenen Namen Neoplectes. Über diese Namenänderungj sagte übrigens Ganglbauer 
(Deutsche E. Z. 1886. Heft IL p. 305. Anm. 1.): «Hr. Reitter (Wien. E. Z. 1885. p. 27.) hat 
unter der irrigen Voraussetzung, dass Pterostichus Drescheri den Typus der Fischer'schen 
Gattung Fleetes bilde, für Fleetes im bisherigen Sinne den Namen Neoplectes vorgeschlagen. 
Dieser Name ist somit überflüssig», und hätten daher die Bemerkungen, welche Reitter 
(Wien. E. Z. 1887. p. 104. 159.) gegen die Nichtannahme des Namens Neoplectes machen zu 
müssen glaubte, doch eher gegen seinen Freund Ganglbauer, der überdies selbst die erste 
Veranlassung zur Namenänderung gegeben, gerichtet werden müssen und nicht, mit Verheim- 
lichung von Ganglbauer's Ausspruch, allein gegen mich, um so mehr, als ich mich, wenn 
auch nahezu gleichzeitig, über diese Namenänderung lange nicht so absprechend geäussert, 
wie es von Ganglbauer geschehen. Vorläufig kann man die Gruppen Fleetes {Neoplectes) und 
Tribax (Platychrus), da sie einmal in Vorschlag gebracht waren, als solche bestehen lassen', 
indem so durch Nennung der Gruppe, zu welcher eine etwaige neue oder wenig bekannte Art 
gehört, immerhin sogleich ein genauerer Begriff gegeben wird über habituelle Eigenthümlich- 
keiten dieser Formen und eingeschränktere Verwandtschaft. 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 36. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 9 



II. Zur Synonymie einiger Caraben. 

In der Deutschen Entomologischen Zeitschrift (1886. p. 379. Anm. 1.) 
druckt Ganglbauer die von Fabricius (Syst. El. I. 1801. p. 171. 16.) 
gegebene Beschreibung des Carabus lusitaniens wieder ab mit dem Zusatz : 
«Diese Beschreibung passt absolut nicht auf G. antiquus Dej. und es ist somit 
das in der Fabricius 'sehen Sammlung befindliche Exemplar des G lusi- 
taniens, nach welchem Schaum denselben auf G antiquus bezog, nicht als 
Type zu betrachten». Wenn dagegen von anderer Seite für die Deutung der 
beschriebenen Arten gleichfalls die Beschreibungen als maassgebend angese- 
hen worden sind, so spricht Ganglbauer (Soc. ent. IL 1887. Nr. 1.) so- 
gleich mit apodictischer Gewissheit über «zahlreiche unrichtige synonymische 
Angaben», einzig und allein nach oberflächlicher Ansicht angeblicher Typen, 
auch wenn die Beschreibungen «absolut nicht» auf dieselben passen und ohne 
auf diese Beschreibungen auch nur im Geringsten einzugehen ; ja, ohne sich 
selbst auch nur etwas Zeit zur Überlegung zu gönnen und es für nöthig zu 
erachten, seine kategorischen Bemerkungen anders zu begründen als durch 
den Wunsch zu «korrigiren». Es ist ja auch kaum statthaft, dass in neuerer 
Zeit noch Jemand über Caraben Untersuchungen anstelle ausser Gangl- 
bauer allein, der sich zu wiederholten Malen urbi et orbi als Monograph 
angekündigt und als solcher von dem austro-germanischen Entomologenring 
auch gleich für unfehlbar anerkannt ist. Wer kann denn auch besser ur- 
theilen als der Monograph, dessen für 1886 angekündigte Arbeit indessen 
immer noch — angekündigt bleibt. Doch ich will auf diese jedenfalls sehr 
sonderbaren Ankündigungen nicht näher eingehen. Hier handelt es sich ja 
auch zunächst um den Gardbus lusitanicus, mit welchem Schaum den 
D e j e a n 'sehen G antiquus identificirt. 

Hinsichtlich derjenigen Form, welche Schaum (Berl. E. Z. 1860. p. 
81. 4.) als G. lusitanicus in der Fabricius'schen Sammlung fand, ist 
Schaum's Hinweis indessen doch wohl von Wichtigkeit, dass Ähren s 
(Faun. Ins. Eur. I. 1812. t. 7.) diesen G. lusitanicus recht kenntlich abge- 
bildet. Schaum stellt natürlich, wie es Jeder thun muss, der solche rohe 
Abbildungen aus alter Zeit vergleicht, an dieselben nur sehr geringe Anfor- 
derungen und meint unter «recht kenntlich» doch nur, dass der Habitus 
einigermaassen wiedergegeben ist. Ein Vergleich dieser Abbildung, welche 
Ganglbauer auffallenderweise ganz unbekannt geblieben ist, mit der von 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 37. 



10 AUGUST MOE AWITZ, [t. XIII 

Dejean (Iconogr. I. 1829. t. 47. f. 1.) mitgetlieilten, zeigt klar genug, dass 
Schaum, der den Dejean'schen G. antiquus ohne Zweifel nie gesehen, 
einzig und allein aus dem Grunde, weil Dejean ein recht schlankes Exemplar 
des C. lusüanicus abgebildet, wie solche aus der Umgegend von Lissabon 
Schaum nicht gekannt, der irrigen Meinung war, dass Dejean die dort 
vorherrschenden kürzeren und breiteren Exemplare des G. lusitaniens als 
G. antiquus bezeichnete, und hat diese auch Ganglbauer selbst, eben so 
wie es Schaum gethan, irrigerweise für den wahren G. antiquus Dej. er- 
klärt und als var. antiquus aufgeführt. Dejean waren diese gewöhnlicheren 
breiteren Exemplare des C. lusitanicus aus dem mittleren Portugal aber 
schwerlich unbekannt, da Dejean (Spec. IL 1826. p. 91. 43.) keineswegs 
völlig davon überzeugt, dass es auch wirklich die Fabricius'sche Art sei, 
von seinem Cardbus lusitanicus angibt : «mais c'est le même que celui rap- 
porté du Portugal par M. le comte de Hoffmann s egg, et qui est regardé 
comme le véritable G. lusitanicus dans la collection du Muséum royal de 
Berlin et par presque tous les entomologistes». Über den von Fabricius 
zuerst bekannt gemachten Gar abus lusitanicus, welchen Ganglbauer auch 
nicht einmal zu deuten versucht, kann darnach gar kein Zweifel obwalten, 
und sind G. lusitanicus Fabr. und C. lusitanicus Dej. ein und dieselbe Art, 
und sind dieselben überdies, da sie nur Unterschiede im Habitus darbieten, 
auch nicht einmal als verschiedene Rassen anzusehen. Das von Fabricius 
beschriebene Exemplar gehört indessen zu einer schwarzen Farbenabeände- 
rung, wie solche sog. Nigrinos übrigens bei fast allen metallischen Carabus- 
Arten vorkommen und wie auch unser Museum ein schwärzliches Stück von 
der nordportugiesischen Form besitzt. 

Ganglbauer führt diese nordportugiesische Form, welche bis zum Jahre 
1860 ganz unbekannt war, als G. lusitanicus var. Schaumi Gaubil auf. 
Gaubil (Cat. cl. Col. 1849. p. 17. 53 6 .) hat aber, in der irrigen Meinung, 
dass G. antiquus Dej. der echte G lusitanicus Fabr. sei, für die von De- 
jean unter letzterem Namen beschriebene Art nur einen neuen Namen in 
Vorschlag gebracht, welcher neue Name übrigens schon von A. Dey rolle 
(Ann. S. E. Fr. 1852. p. 245. n.) zurückgewiesen worden ist. Die er- 
wähnte nordportugiesische Form des G. lusitanicus, welche Gaubil damals 
eben so unbekannt war wie allen andern Entomologen, ist von Paulino d' 
li viera erst viel später in der Serra d' Estrella aufgefunden und zwar wahr- 
scheinlich erst kurz vor dem Jahre 1860. Schaum (Berl. E. Z. 1860. p.81.4.) 
hielt diese Form irrigerweise für den Dejean'schen C. lusitanicus und scheint 
Exemplare dieser Form gleichfalls erst von Paulino erhalten zu haben, und 
wollte es ihm daher vielleicht auch überlassen, diese von G. lusitanicus Fabr. 
seiner Meinung nach speeifisch verschiedene Form zu benennen. Erst zwei 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 38. 



T. XILl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 11 

Jahre später gab Schaum (Cat. Col. Eur. ed. II. 1862. p. 3.) den Namen 
Hellwigi, und wurde unter diesem Namen die nordportugiesische Form in 
grosser Anzahl verbreitet, so dass sie jetzt in den Sammlungen am zahl- 
reichsten vertreten ist, und hat sie auch Thomson (Opusc. ent. VII. 1875. 
p. 648. 2.) als C. (Hadrocarabus) Hellivigi kurz charakterisirt. Zu dieser 
nordportugiesischen Form, welche Schaufuss übrigens als G. lusitaniens 
bezeichnet, wie unserem Museum gesandte Exemplare es darthun, gehört 
als Sculpturaberration C. descensus Schauf. (Nunq. Otios. I. 1871. p. 195.), 
welchen Schaufuss (1. c. IL 1876. p. 367.) selbst bereits zu seinem G. 
lusitaniens zieht, und unterschied Schaufuss (1. c. III. 1882. p. 557.) spä- 
ter noch eine andere Sculpturaberration als G. mediotuberculatus var. nov. 
Diese nordportugiesische Form ist also mit vollem Recht als «Hellwigi» be- 
zeichnet worden und lässt sich für den von Ganglbauer hervorgesuchten 
Namen «Schaumi» absolut nichts geltend machen als Ganglbauer's Wunsch, 
einen eingebürgerten Namen durch einen mit vollem Recht unbeachtet ge- 
bliebenen zu ersetzen, der, selbst wenn er gebraucht werden könnte, jeden- 
falls nicht zur Bezeichnung der nordportugiesischen Form gebraucht wer- 
den darf. 

Eine dritte südportugiesische Form ist von Paulino d' Oliveira als 
G. antiquus Dej. bezeichnet worden und führt Paulino, der diese drei 
portugiesischen Formen als zu Einer Art gehörig ansehen zu müssen glaubt, 
diese unter dem Namen C. antiquus auf, weil er der Ansicht war, das G. lusi- 
taniens Fabr. auf keine dieser drei Formen zu beziehen sei. Abgesehen 
davon sind aber Paulino's Angaben im Übrigen sehr zutreffend, denn Pau- 
lino unterscheidet auch drei Formen: eine nordportugiesische von der Serra 
d' Estrella und S. do Gérez, welche Paulino indessen gleichfalls irriger- 
weise als C. antiquus var. lusitanicus Dej. bezeichnet, eine mittelportugie- 
sische von Leiria und Azambuja, zu welcher das als G. antiquus var. Viei- 
rae unterschiedene, gleichfalls in der Nähe von Leiria gefundene Exemplar 
als Aberration hinzuzuziehen sein dürfte, und endlich eine südportugiesische 
von Beja und Faro, welche Form Paulino wohl mit Recht als C. antiquus 
Dej. bezeichnet. Paulino d' Oliveira (Mél. entom. 1876. p. 19. Anm.) 
hebt es aber ausdrücklich hervor, dass die Exemplare aus dem Süden (Beja 
et Faro) und aus dem Norden (Serra d' Estrella et Gerez) so sehr von ein- 
ander abweichen, dass es nahe liege, sie als zu zwei verschiedenen Arten 
gehörig anzusehen, «mais nous possédons des exemplaires des localités inter- 
médiaires (Azambuja et Leiria), qui par leur forme aussi bien que par leur 
position géographique établissent la transition parmi les premiers», und ge- 
hören diese, den Übergang zwischen den nord- und südportugiesischen For- 
men angeblich vermittelnden Exemplare zu G. lusitanicus Fabr.,, Dej., 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 39. 



12 AUGUST MO R AWITZ, [t. XIII 

Schaum (= antiquus Ganglb. nee Dej.). Speciell von C. antiquus sagt 
Paulino : «Vers le sud du Portugal la forme de ces carabes devient gradu- 
ellement plus trappue, le corselet s'élargit et les bords de celui-ci se 
rabaissent en même temps que les élytres deviennent plus courts, plus 
larges surtout antérieurement et moins convexes». Zu C. antiquus kann die 
von Ganglbauer (Deutsch. E. Z. 1886. p. 379.) dafür angesehene Form 
schon deshalb nicht gehören, w r eil sie durch «hinten sehr breit aufgebogene 
Seiten des Halsschildes» von der nordportugiesischen Form abweicht, welche 
letztere nach Ganglbauer (1. c. p. 380.) «hinten weniger breit abgesetzte 
und weniger aufgebogene Seiten des Halsschildes hat». Denn G anti- 
quus verhält sich in dieser Hinsicht zu G. lusitaniens nach Dejean (Spec. 
IL 1826. p. 91. 44.) gerade umgekehrt: «les bords latéraux sont moins re- 
levés», was auch in der nach Ganglbauer «eminenten» Dejean'schen Ab- 
bildung deutlich zu sehen ist und was auch durchaus übereinstimmt mit 
Paulino's Angaben über die südportugiesische Form. 

Über die Sculptur der Flügeldecken der mittel- und südportugiesischen 
Formen macht Paulino Angaben, welche jedenfalls auch Beachtung ver- 
dienen: «Dans les exemplaires de Leiria les lignes des élytres ne sont pas 
encore interrompues, tandis qu'elles le sont déjà dans les carabes d'Azam- 
buja et dans la plupart des individus plus méridionaux. Dans les premiers 
les points des élytres ne terminent pas en pointe, ce qu'on voit déjà dans 
les exemplaires d'Azambuja et elle devient ordinairement plus saillante dans 
les exemplaires du sud». Paulino hebt es schliesslich noch besonders her- 
vor, dass er die Fundorte Azambuja und Leiria nur deshalb bei seinem C. 
antiquus verzeichnet, weil die von den genannten Orten stammenden Exem- 
plare in der Gestalt mehr mit den südportugiesischen übereinstimmen, «car 
par la forme, que nous croyons le principal caractère pour séparer la variété 
lusitaniens Dej., ils sont plus rapprochés de V antiquus Dej.», und scheint 
darnach Paulino schlanke Exemplare aus dem mittleren Portugal, wie 
Dejean ein solches abgebildet, auch nicht gekannt zu haben. Diese scheinen 
überhaupt selten zu sein und besitzt auch unser Museum nur ein solches 
Männchen des G lusitaniens. Offenbar hat Ganglbauer (1. c. p. 380.) 
solche Exemplare aus der Umgegend von Lissabon, wegen ihrer schlanken 
Gestalt , vermengt mit der nordportugiesischen Form, welche auch nach 
Paulino's Darstellung bei Lissabon unmöglich vorkommen kann, da fast in 
der Mitte zwischen Lissabon und der Serra d' Estrella, bei Leiria nämlich, 
die mittelportugiesische Form allein vorhanden ist. Die von Ganglbauer 
bei seiner var. antiquus, = G lusitaniens Fabr., Dej., Schaum, erwähn- 
ten «durch dunkel kupferig grüne Färbung» ausgezeichneten Stücke stammen 
auch vielleicht von der nordwestlich von Lissabon befindlichen Serra de 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 40. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 13 

Montachique und nicht von «dem südlichsten Gebirge Portugals» , von der 
Serra de Monchique, wie es G an gib au er wahrscheinlich in Folge einer 
Verwechselung der ähnlich lautenden Namen dieser Serren angibt. Denn 
bei der südportugiesischen Form sind die breit abgeflachten Seiten des Hals- 
schildes, wie es auch Paulino hervorhebt, nur sehr schwach aufgebogen, 
ungleich schwächer als selbst bei der nordportugiesischen Form. 

Dass die drei erwähnten portugiesischen Formen in Wirklichkeit nur 
Varietäten ein und derselben Art seien, daran dürfte man eigentlich nach 
Paulino's Darstellung, dem ein sehr grosses Material dieser Formen vor- 
gelegen, nicht wohl zweifeln. Einstweilen halte ich aber dennoch die An- 
sicht, dass G. Hellwigi und die dünnfüssigen G. lusitaniens und G. antiquus 
nicht als drei verschiedene Arten anzusehen seien, für keineswegs erwiesen, 
da ja Paulino, vielleicht befangen von den von ihm wahrgenommenen 
Übergängen in der Sculptur der Flügeldecken, auf andere Unterscheidungs- 
merkmale gar nicht geachtet. Das mir vorliegende Material ist leider nicht 
sehr gross und von C. antiquus ist in unserem Museum überhaupt nur ein 
Weibchen vorhanden, welches übrigens zu D ej ean's Beschreibung und Abbil- 
dung seines C. antiquus im Ganzen recht gut passt. Nach Dejean und Pau- 
lino sind aber bei C. antiquus die Höckerchen der Flügeldecken spitz, ähnlich 
wie bei G. scabriusculus, und fliessen sie auch bei unserem Exemplar nicht 
zu zusammenhängenden Leisten zusammen; nach Paulino ist letzteres bei 
einzelnen Exemplaren der südportugiesischen Form beobachtet worden, wie 
denn umgekehrt bei den Exemplaren der mittelportugiesischen Form von 
Azambuja, wie ich solche noch nicht gesehen, keine zusammenhängenden 
Leisten, sondern nur Höckerchen zwischen den Kettenstreifen vorhanden 
sind. Da der C. antiquus wenig bekannt zu sein scheint, so gebe ich hier 
einzelne Angaben über das mir vorliegende Exemplar. Es ist auf der Ober- 
seite dunkel kupfrig bronzefarben und macht durch den verhältnissmässig 
schmalen Kopf, das breite, quere Halsschild und die kurzen, breiten und nur 
schwach gewölbten, und wie auch Dejean es hervorhebt, längs dem hohen 
Seitenrande überdies breit abgeflachten Flügeldecken einen von C. lusitani- 
ens ganz verschiedenen Eindruck. Das Halsschild erscheint im Verhältniss 
zu den breiten, nach vorn kaum verschmälerten Flügeldecken, trotz seiner 
transversalen Form, klein, ist fast doppelt so breit als längs der Mitte lang, 
vorn nur flach ausgerandet mit verrundeten Vorderecken, die Seiten breit 
abgeflacht, indessen nur schwach aufgebogen. Auf den opaken Flügeldecken, 
welche kaum etwas mehr als 1% mal länger als zusammen breit sind und 
deren Schultern nach aussen über das Halsschild vorstehen , sind zwischen 
den Kettenstreifen drei Keinen längsgereihter, grober, rundlicher Höckerchen 
vorhanden und sind die Höckerchen der mittleren Reihe etwas kleiner als 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 41. 



14 AUGUST MOKAWITZ, [t. XIII 

diejenigen der seitlichen ; zwischen diesen befinden sich längsgereihte feine 
Körnchen, doch sind diese stellenweise undeutlich, da der Grund dazwischen 
unregelmässig runzelig ist. Ähnlich gerunzelt und mit gereihten feinen 
Körnchen ist auch der Grund der Flügeldecken bei der mittelportugiesischen 
Form oder dem G. lusitaniens. Auch Dejean (Spec. II. 1826. p. 90.), was 
übersehen worden ist, gibt von seinem G lusitaniens an: «on aperçoit, en 
outre, dans les intervalles de ces différentes lignes des petits points peu 
distincts, alternativement enfoncés et élevés», während die nordportugiesische 
Form oder C. Eellwigi sich unter Anderm durch grössere Glätte auszeichnet 
und auf den Flügeldecken für eine solche Runzelung auch gar keinen Platz 
hat, indem zwischen den nahe an einander befindlichen erhabenen Streifen 
ziemlich gleichartige, gröbere, längsgereihte Körner vorhanden sind, die der 
Länge nach häufig stellenweise zusammenfliessen, was so weit gehen kann, 
dass zwischen den Kettenstreifen sieben an einander gedrängte convexe Strei- 
fen zur Ausbildung kommen. Schon diese Sculpturdifferenz der Flügel- 
decken steht einer Identificirung des Dejean'schen G lusitaniens mit der 
nordportugiesischen Form entgegen und wird von letzterer überhaupt wohl 
Niemand ein Exemplar gesehen haben, welches hinsichtlich der Form und 
Breite des Halsschildes und der Sculptur der Flügeldecken übereinstimme 
mit der offenbar sehr guten Abbildung, wie sie Dejean von seinem G. lusi- 
taniens gegeben. Exemplare, welche mit irgend welchem Recht als Über- 
gangsexemplare zwischen den drei besprochenen portugiesischen Formen in 
Anspruch genommen werden könnten, sind bis jetzt wenigstens noch nicht 
bekannt geworden und glaube ich auch, dass Paulino keine gehabt, wie ich 
schon oben erwähnt. Paulino's Angaben in dieser Hinsicht erscheinen um 
so zweifelhafter, als Paulino (Revista da Soc. de instrucç. do Porto IL 1882. 
p. 98. 2i.), bei sonstiger wörtlicher Wiederholung der von ihm früher in 
seinen Mélanges entomologiques gemachten Angaben, z. B. als Varietäten zu 
G. guadarramus, sowohl G. Stewarti und C. errans, als auch G. Heydeni 
zieht, trotzdem dass diese vier Formen von einander sehr verschieden sind 
und ganz allgemein als eben so viele durchaus berechtigte Arten angesehen 
werden. 

Nach den Angaben, welche Chaudoir (Deutsch. E. Z. 1877. p. 76.) 
über G. Gougeleti und G. antiquus macht: «qui a les tarses tout aussi grêles 
et aussi allongés et ne paraît différer que par la sculpture moins en relief», 
ist es möglich, dass zu C. antiquus auch der mir unbekannte G. Gougeleti 
als Rasse oder Varietät zu ziehen sein dürfte. Chaudoir, der das Benennen 
von Varietäten im Allgemeinen nicht für statthaft fand, macht daher auch 
gewöhnlich nur über das etwaige Zusammengehören verschiedener Formen 
zu Einer Art Angaben, ohne auf Rassenunterschiede oder Varietäten näher 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 42. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 1 5 

einzugehen, was bei seinen Angaben stets im Auge behalten werden muss, 
und nur so darf es auch verstanden werden, wenn Chaudoir (1. c.) ausser- 
dem auch noch die Identität von G. Gougeleti und G. leptopus behauptet. 
Denn die Angaben, welche Reiche (Ann. S.E.Fr. 1 863. p. 472. 2.— 1864. 
p. 662.) über den C. Gougeleti macht, weichen so sehr von der Beschrei- 
bung ab, welche Thomson (Opusc. ent. VII. 1875. p. 648. 3.) von seinem 
G. leptopus gibt, dass ein so einfaches Verfahren, beide Formen für absolut 
identisch zu erklären, wie es Ganglbauer und jetzt auch Kraatz für be- 
gründet halten, ganz und gar nicht gerechtfertigt erscheint, wie aus folgen- 
den, nach den Beschreibungen zusammengestellten Diagnosen ersichtlich 
sein dürfte: 

C. leptopus (Thomson): Niger, capite minore sublaevi, prothorace duplo 
angustiore, pronoto antice parum profunde emarginato, lateribus ante medium 
rotundatis, disco distincte punctato; coleopteris convexis lateribus rotunda- 
tis, inter catenas substriato-punctatis, interstitiis convexiusculis, antice in- 
tegris, aequalibus vel 2 :o et 6 :o magis elevatis, limbo angusto parce aspe- 
rato-punctato vix metallico. 20 — 22 mm. 

$ tarsis anticis articulo 2:o elongato-triangulari, 4:ohaud transverso. 

Habitat apud Cordobam. 

Sehr verschieden erscheint nach Reiche's Angaben der 

G. Gougeleti (Reiche): Obscure aeneus, capite ruguloso medio obsolete 
punctulato, pronoto capite dimidio latiore lateribus parum rotundatis et 
praesertim postice parum reflexis, antice sat profunde emarginato angulis 
anticis obtusis, disco ruguloso vix punctato; coleopteris parum convexis la- 
teribus subparallelis, paullo infra medium vix amplioribus, inter catenas 
aequaliter seriatim asperato-tuberculatis sine punctis impressis. 22 mm. 

Habitat in Hispania meridionali orientali, civitates Malacam et Cordu- 
bam versus. 

Zu G. leptopus gehören die von Ganglbauer (1. c. p. 377.) als var. 
Gougeleti aufgeführten Exemplare von Cordoba, und ist es leider nicht zu 
ersehen, ob Ganglbauer Exemplare von Grazalema bei Ronda, westlich 
von Malaga, auch wirklich gesehen, da er nur über Cordoba-Exemplare 
Angaben macht. Die angeblichen Übergangsexemplare zu Rassen des G. 
latus bleiben vorläufig aber ganz zweifelhaft, da Ganglbauer die meisten 
der von Thomson angegebenen Merkmale überhaupt einer Beachtung nicht 
für werth gehalten. «Noch deutlicher aber vermitteln die Formen von Al- 
caraz und Riopar den Übergang zu var. helluo und var. albarracinus», was 
aber, da Ganglbauer (1. c. p. 378.) über diese Formen aus der Sierra 
de Alcaraz absolut gar nichts angibt, doch nur für Diejenigen genügend 
sein kann, die auf eigenes Urtheil vollständig Verzicht geleistet. Dieser 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 43. 



16 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

absolut gar nicht charakterisirten , angeblich deutlichen Übergangsform 
gibt Kraatz (Deutsch. E. Z. 1886. p. 384.) den Namen «alcaracinus», 
ohne über diese, von ihm benannte Form sonst etwas angeben zu können, 
da er sie überhaupt noch gar nicht gesehen und nach seinem eigenen Ge- 
ständniss, sich über diese ihm meistens unbekannten, angeblichen Über- 
gangsformen auch kein Urtheil bilden und daher auch keine Vermuthungen 
anstellen könne! 

Es ist selbstverständlich sehr schwierig, zeitraubend und immer mehr 
oder weniger unsicher, nach Beschreibungen allein Angaben zu machen. 
Ganglbauer scheint ein kritisches Prüfen der Beschreibungen für ganz 
überflüssig anzusehen, wie es bei Erörterung von Dejean's G lusitanicus 
und G antiquus schon ersichtlich war, und so ist es denn auch erklärlich, 
wenn Ganglbauer die Beschreibung, welche ein so ausgezeichneter Be- 
obachter wie Thomson (Opusc. ent. VII. 1875. p. 650. 4.) von einer hier- 
her gehörigen Form gegeben, sogar ganz unbeachtet gelassen. Thomson's 
G (Hadrocarabus) lusitaniens (nee Fabr.) = antiquus (necDej.) kann weder 
auf G. lusitanicus, noch auch auf G. antiquus bezogen werden, und erweist 
sich den Angaben nach mit Gangib au er's var. portalegrensis als durchaus 
identisch, wenigstens stimmt das Wenige, was Ganglbauer über letztere 
Form sagt, ganz zu Thomson's Angaben. Diese Form ist aber wahr- 
scheinlich nicht verschieden von dem G Gougeleti, wenigstens ist in den 
Angaben von Bei che nichts enthalten, was nicht auf diese Form bezogen 
werden kann, und desgleichen gehört nach Allem hierher auch der G Luczoti 
Laporte (Ann. S. E. Fr. 1832. p. 393. n. — Etud. ent. 1834. p. 88. 2. 
— Hist. nat. d. Ins. I. 1840. p. 142. 7. t. 9. f. 9.), welchen Kraatz (Berl. 
E. Z. 1860. p. 59. 4.) jedenfalls ganz ohne Grund mit G. antiquus für völ- 
lig identisch erklärt. Thomson hält diese Form aber für speeifisch ver- 
schieden von G leptopus und müssen die von ihm angegebenen Unterschiede 
jedenfalls erst eingehender geprüft werden. Mit solchen inhaltlich hohlen 
Phrasen, dass diese oder jene Form, über welche indessen absolut nichts 
angegeben wird, den Übergang bilde, ist nichts erreicht als allenfalls eine, 
zunächst doch nur subjective, «Brücke» (cf. Deutsch. E. Z. 1886. p. 384. 
Anm.) von einer allgemein als Art angesehenen Form zu einer andern. Dass 
übrigens die von Ganglbauer unter dem Namen Gardbus latus zusammen- 
gefassten Formen nur Bässen ein und derselben Art seien, dies scheint aber 
auch Kraatz (Deutsch. E. Z. 1886. p. 384.), so blind er auch sonst für 
Ganglbauer eingenommen ist, denn doch zu viel zu sein, indem er unter 
Anderm äussert, dass ihm «die Einziehung einer Art, welche der ungemein 
scharfsichtige Thomson aufgestellt hat, stets besonders sorgfältig motivirt 
werden zu müssen scheint». In Ganglbauer's Arbeit vermisst man aber 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. U. 



T. XIIl] EXTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 17 

jegliche Motivirung, und ist dies um so mehr zu bedauern, als wohl kaum 
Jemandem so bald ein so «ausserordentlich reiches, prachtvolles Material», 
wie Ganglbauer das ihm zugekommene selbst bezeichnet, zur Verfügung 
stehen wird. Nach Ganglbauer's (1. c. p. 381.) «nomenclatorischem Stand- 
punkt» hätten die als zu Einer Art gehörig aufgeführten Formen wohl auch 
als Carabus antiquus zusammenfasst werden müssen, da der Name antiquus 
«vor latus Priorität» hat. Doch ist dies insofern gleichgiltig, als vorläufig, 
ausser Ganglbauer's unmotivirter Versicherung, absolut gar kein Grund 
vorliegt, diese Formen als zu Einer Art gehörig anzusehen. 

Wozu es führt, Exemplare, welche sich als sogenannte Typen in einer 
Sammlung vorfinden, ohne Kritik als unzweifelhafte Typen anzusehen, dafür 
liefert doch wohl der von Dejean beschriebene und abgebildete Carabus 
latus ein auffallendes Beispiel. Denn wer auch noch so flüchtig die von 
Dejean (Iconogr. 1^1829. t. 47. f. 3.) gegebene Abbildung des G. latus 
sich ansieht, dem muss der Gedanke ganz fern liegen, dass C. latus Dej. 
und G. Gougeleti Reiche identisch sein könnten, wie es erst Reiche selbst, 
nach der männlichen und weiblichen Type, und später auch Chaudoir, nur 
nach einer männlichen Type der Dejean'schen Sammlung, dennoch be- 
hauptet haben. Kraatz (Deutsch. E. Z. 1876. p. 334.) bezweifelte frü- 
her die Angabe Reiche's, dass C. Gougeleti in der Nähe von Malaga ge- 
funden sei und auch die Identität der «Carabus, die eventuell bei Malaga 
gefunden wurden mit dem Cordoba-Käfer», sagt aber nichtsdestoweniger, 
Reiche's Beschreibung sei eine solche, dass darnach die Art nicht wohl zu 
erkennen ist. Nachdem Chaudoir aber C. Gougeleti und C. leptopus als zu 
Einer Art gehörig bezeichnet, behauptet Kraatz (Deutsch. E. Z. 1877. 
p. 77.2.), dass er dieses ein Jahr früher auch schon ausgesprochen, indessen 
wies hier Kraatz nochmals auf die Unterschiede der Beschreibungen hin, 
«welche kaum erlauben, den grossköpfigen, bläulich schwarzen, violett ge- 
randeten G. latus mit leicht punktirtem Halsschilde auf G. Gougeleti zu be- 
ziehen», schliesst aber trotzdem seine jedenfalls nicht grundlosen Zweifel mit 
der Bemerkung, «indessen ist Chaudoir's Angabe wohl festzuhalten». So fest 
eingewurzelt ist der Typenglaube ! In Dejean's Sammlung hat aber ganz un- 
zweifelhaft, noch bevor Chaudoir Besitzer derselben wurde, eine Verstellung 
der Exemplare stattgefunden: Ein Dejean'sches weibliches Exemplar des G. 
latus ist in Folge irgend welcher Unachtsamkeit als Dejean's C. helluo auf- 
gestellt worden, denn nur so erscheint die Angabe von Reiche (Ann. S. E. 
Fr. 1864. p. 662.) erklärlich, die Dejean'scheType des G. helluo sei, «une 
femelle beaucoup plus grosse que toutes celles que j'ai vues». Die von De- 
jean gegebene Abbildung des G. latus stellt aller Wahrscheinlichkeit nach die- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 45. 



18 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

ses von Reiche gesehene, angebliche Weibchen des C.helluo dar, während die 
D e j e an'sche Abbildung des Weibchens von G helluo den meisten Exemplaren 
gegenüber auf die von Reiche gebrauchte Bezeichnung «beaucoup plus grosse» 
absolut gar keinen Anspruch machen kann. Ganglbauer (1. c. p. 376.), 
welcher unter dem Dejean'schen Namen «helluo» fälschlicherweise eine 
südostspanische Form von Aguilas (am Mittelmeer, etwas südlich von Car- 
tliagena) aufführt, ist überdies durchaus im Irrthum, wenn er behauptet, 
Dejean habe den Fundort seines C.helluo nicht genauer angegeben. Anfangs 
war Dejean allerdings nur ein Weibchen des G helluo zugekommen, von 
welchem Dejean den speciellen Fundort nicht kannte; später sah er aber 
noch andere Exemplare und theilt Dejean (Spec. V. 1831. p. 533. 48.) 
selbst dieses auch mit : «M. Goudotatrouvé cet insecte (C.helluo) en Espagne, 
près du Guadarama. Dans le mâle les stries des élytres et les trois ran- 
gées des points enfoncés sont un plus marqués que dans la femelle». Dass 
die bei Guadarrama vorkommende Form des C. latus Dej., welche die fran- 
zösischen Entomologen meistens als C helluo bezeichnet, dieser Name auch 
mit Recht zukommt, dürfte darnach, schon weil D ej ean selbst diese Gua- 
darrama-Form zu seinem C. helluo gezogen, einigermaassen gerechtfertigt 
erscheinen; de la Ferté (Ann. S. E. Fr. 1847. p. 449.) indessen, welcher 
mittheilt, dass in Dejean's Sammlung, wie es übrigens auch aus Dejean's 
Beschreibung evident ersichtlich ist, von C. brevis nur Weibchen vorhanden 
seien, glaubte die von Ghiliani gesammelten männlichen Guadarrama- 
Exemplare als Männchen zu C. brevis ziehen zu können, das eine de 
Brême'sche Exemplar freilich mit Zweifel, weil es «aussi grand que les 
plus grandes femelles et entièrement noir sans reflets métalliques», das zweite 
aber mit voller Sicherheit: «Si je conserve quelques doutes à l'égard du 
premier, je n'en conserve aucun à l'égard du second, que j'ai définitive- 
ment placé parmi les G. brevis de la collection Dejean». De la Ferté, der 
damalige Besitzer der Dejean'schen Carabiciden- Sammlung, von welchem 
erst später Chaudoir die letztere erworben, hat demnach also den De- 
jean'schen Typen Exemplare hinzugefügt, ohne die von Dejean bestimmten 
und beschriebenen kenntlich bezeichnet zu haben, und ist es daher auch nicht 
überraschend, wenn Reiche (Ann. S. E. Fr. 1864. p. 661.) als Typen der 
Dejean'schen Sammlung bei G. brevis «S et 2» anführt, obgleich Dejean 
von G. brevis gar kein Männchen gekannt. De la Ferté mag, da er über den 
Werth von Typen jedenfalls ganz im Unklaren gewesen zu sein scheint, 
überhaupt auf die Erhaltung der Dejean'schen Exemplare wenig Gewicht 
gelegt haben; wenigstens führt Chaudoir zu wiederholten Malen an, 
dass er nicht alle Exemplare erhalten, welche Dejean in seinem Werke 
beschreibt. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 46. 



T. XIIl] EXTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 19 

Was nun die bei Guadarrama gefundene Form anbetrifft, so befindet 
sich in unserem Museum ein, unter dem Namen Carabus guadarramus de 
Brème von Giuliani eingesandtes, schwarzes Minnchen, wie ein solches 
de la Ferté erwähnt, und scheint auch Gaubil (Cat. d. Col. 1849. p. 17. 52. 
— Dejr. Ann. S. E. Fr. 1852. p. 239. 2.) unter solcher Bezeichnung ein ähn- 
liches gesehen zu haben. Ganglbauer hat aber diese Guadarrama-Form, 
welche Dejean zu seinem C.helluo glaubt ziehen zu müssen, mit Dejean's 
G brevis vereinigt, obgleich letztere Form, abgesehen von dem Bronzeglanz 
und den grünlich metallischen Seiten von Kopf und Halsschild, auch durch 
die Sculptur der Flügeldecken constant abzuweichen scheint und auf den 
ersten Blick durch die kaum hervortretenden schmalen Kettenglieder sehr 
verschieden zu sein und auch nicht einmal mit der Guadarrama-Form an 
denselben Orten vorzukommen scheint. Das Männchen des G brevis zeich- 
net sich überdies dadurch aus, dass die Flügeldecken auffallend abgeflacht 
sind, ähnlich wie bei dem Männchen, welches Dejean als G. complanatus 
beschrieben. Nach der Abbildung, welche Dejean (Iconogr. I. 1829. t. 48. 
f. 1.) von einem Weibchen des G. brevis giebt, sind die Flügeldecken l 1 /, 
mal so lang als breit, in dieser Hinsicht also wirklich sehr wenig von den- 
jenigen des G. latus verschieden. Mit dem von Dejean (Iconogr. I. 1829. 
t. 48. f. 2.) nach dem einzigen, ihm anfänglich bekannten Weibchen abge- 
bildeten G helluo, welches laut Abbildung ein auffallend kleines Halsschild 
zeigt, muss aber die von Ganglbauer (1. c. p. 377.) als var. albarracinus 
unterschiedene Form verbunden werden, und hat unser Museum ein solches 
hinsichtlich des Habitus und des «auffällig kleinen» Halsschildes zu Dejean's 
Abbildung des G helluo recht gut passendes, im Übrigen aber mit den ge- 
wöhnlichen Guadarrama- Exemplaren übereinstimmendes Männchen von 
Seoane als G helluo erhalten, bei welchem auch der aufgebogene Seiten- 
rand des Halsschildes viel schmäler abgesetzt ist als bei den Exemplaren, 
wie sie bei Guadarrama sonst in grosser Anzahl gefunden worden sind. In 
diesen Unterschieden sehe ich aber nicht Rassenunterschiede, sondern indi- 
viduelle, wie es ja auch bei vielen andern Carabus - Arten vorkommt, dass 
einzelne Exemplare derselben Form durch verhältnissmässig grosses, andere 
umgekehrt durch auffällig kleines Halsschild sehr von einander abweichen, 
ohne deshalb als verschiedene Rasse in Anspruch genommen werden zu 
dürfen. Man kann übrigens auch sagen, die bei Guadarrama von Goudot 
gesammelten, von Dejean nachträglich gesehenen Exemplare, welche De- 
jean zu seinem G helluo gezogen und wie solche auch die französischen 
Entomologen vorherrschend als G. helluo bezeichnen, Ganglbauer aber 
ohne hinreichenden Grund mit G brevis verbunden, seien Übergangs- 
exemplare zwischen G latus und G helluo Dej. (= var. albarracinus 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 47. 






20 AUGUST MORAWITZ, [t. XIH 

Gangib.) Es ist ja auch nicht gut anders möglich, als dass zwischen Varie- 
täten, welche wirklich zu Einer Art gehören, Zwischenglieder vorhanden sein 
müssen, welche wegen des ganzen Habitus der Eine geneigter ist, der einen 
bereits bekannt gemachten Form zuzuzählen, während ein Andrer für solche 
Exemplare eine besonders zu unterscheidende Varietät annehmen zu müssen 
glaubt, indem er Gewicht legt auf Sculptur, die Conformation des Hals- 
schildes u. s. w. Erwähnen muss ich übrigens, dass Kraatz (Deutsch. E. 
Z. 1886. p. 384.) Ganglbauer's var. albarracinus nach den gemachten 
Angaben als Varietät zu G leptopus (Gougeleti Kraatz) zieht wegen des 
«kleineren» Kopfes, aber das «auffällig» kleine Halsschild unbeachtet lässt, 
trotzdem dass er die Grösse desselben bei G leptopus (Gougeleti Kraatz) 
als specifisches Merkmal zum Unterschiede von G. latus ein paar Zeilen 
vorher besonders hervorhebt! Doch auch Dejean (Spec. IL 1826. p. 95.) 
sagt von seinem G. helluo «la tête est un peu plus petite que celle des espèces 
précédentes», und kann daher die Identität von G helluo mit Gangl- 
bauer's var. albarracinus wohl als völlig sicher hingestellt werden. 

Mit Dejean's G. brevis hat Ganglbauer auch die Weibchen zweier 
anderer Formen vermengt, deren Männchen er als G latus var. complanatus 
aufführt, doch sind seine Angaben über diese Formen so nichtssagend, dass 
es nicht einmal sicher scheint, ob er eine dem Dejean'schen G complanatus 
entsprechende Form auch wirklich vor sich gehabt. Auf letztere beziehe ich, 
nach dem mir vorliegenden Material, die von Seidlitz (Berl. E. Z. 1867. 
p. 169.) bei Escorial gesammelten Exemplare, von welchen Seidlitz auch 
unserem Museum zwei Weibchen und ein Männchen mitgetheilt. Das letz- 
tere passt auf Dejean's Abbildung und Beschreibung des G complanatus 
recht gut, hat auch ziemlich gestreckte, abgeflachte Flügeldecken, welche 
etwas mehr als iy 9 mal so lang wie breit sind, während die Weibchen, welche 
Dejean unbekannt waren, durch kurze und stark gewölbte Flügeldecken 
ausgezeichnet sind, die etwa nur l l / 3 mal länger als breit sind. Das Hals- 
schild ist bei dieser Form ziemlich gestreckt, der Vorderrand in der Mitte 
tief ausgerandet, und auch die Vorderecken sind weniger verrundet und er- 
scheinen beinahe winkelig. Bei den Weibchen sind die Flügeldecken mit 
groben Punktstreifen versehen und ziemlich regelmässigen, nur wenig unter- 
brochenen Zwischenräumen, welche ^beim Männchen flacher und fast der 
ganzen Länge nach in längliche, zum Theil der Quere nach zusammen- 
fliessende, Höcker aufgelöst sind, und sind auch die Punktstreifen nur stellen- 
weise und auch das nur undeutlich wahrnehmbar. Die Kettenglieder sind 
ziemlich schmal, der Kand der Flügeldecken grob runzelig gekörnt. Die 
Färbung ist schwarz, mit blauen, stellenweise in's Violette spielenden Bän- 
dern, und macht auch de la Brûlerie (Ann. S. E. Fr. 1866. p. 536.) die 

Bulletin N. S. T (XXXIII) p. 48. 



T. Xm] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 21 

Bemerkung «que les individus de l'Escorial sont tous d'un noir plus ou moins 
bleuâtre», während bei Navacerrada die Exemplare «presque toujours d'un 
bronzé doré très brillant et entourré de vert» seien. Diese bronzeglänzende 
Form hat auch Seidlitz (Berl. E. Z. 1867. p. 171.) in der Schlucht, die 
von dem Passe von Navacerrada nach La Granja (S. Ildefonso) zu steil ab- 
fällt, gesammelt, wie solche Exemplare vor Jahren auch Staudinger in 
grosser Anzahl von dort mitgebracht, und hat Schaufuss (Sitzungsb. d. G. 
Isis. 1862. p. 190. — Nunq. Otios. IL 1874. p. 319.) diese «nach Dejean's 
Beschreibungen» für C.laius Dej. $. = brevis Dej. <5. = complanatus Dej. 
(8 minor). = var. helluo Dej. erklärt und unter diesen Namen auch unse- 
rem Museum mitgetheilt. Später trennt übrigens Schaufuss (Nunq. Otios. 
III. p. 557.) diese «wieder nach Dejean» als verschiedene Arten unter den 
Dejean'schen Namen, undscheint Schaufuss damals keine der von Dejean 
beschriebenen Formen vor sich gehabt zu haben, wie denn umgekehrt De- 
jean diese Ildefonso-Form überhaupt gar nicht gekannt. Diese ist sehr ver- 
schieden von der als complanatus zu bezeichnenden Form, mit welcher sie 
Ganglbauer ganz ohne Grund zusammengepflanzt, und kann sie als var. 
complantus unterschieden werden. Abgesehen von der verschiedenen Fär- 
bung unterscheidet sich diese Form dadurch, dass sie im Allgemeinen ge- 
drungener ist, namentlich sind auch die Beine und Fühler weniger schlank 
und der Kopf breiter und dicker. Das Halsschild ist kürzer und stärker 
gewölbt, am Vorderrande in flacherem Bogen ausgerandet, mit stumpferen, 
breiteren Vorderecken und stärker gerundeten Seiten. Die Flügeldecken 
sind bei beiden Geschlechtern regelmässig gewölbt, wenn auch beim Männchen 
weniger stark als beim Weibchen, an der Spitze stumpfer, und mit breiteren 
Kettenstreifen versehen, übrigens in der Sculptur ausserordentlich variabel. 
Das letzte Rückensegment des Männchens ist am Endrande feiner punktirt 
und ist auch der Forceps ein wenig schlanker als bei dem einzigen mir vor- 
liegenden Männchen der complanatus- Form von Escorial, und erscheinen 
beide Formen überhaupt sehr verschieden von einander und auch von G latus, 
wenigstens nach dem mir vorliegenden Material. 

Manche der von Ganglbauer als Rassen des G. latus angesehenen For- 
men, wenn es auch nur sehr wenige sind, kenne ich nicht, und ist es über- 
haupt sehr schwierig, nach seinen Angaben die betreffenden Formen heraus- 
zufinden, namentlich wenn die Sammlungsexemplare nicht mit genauer 
Fundortsangabe versehen sind, wie es ja leider meistens der Fall ist. Es ist 
dies um so schwieriger, als Ganglbauer überdies die einzelnen Formen, 
abgesehen von den meistens unrichtigen Namen, unter welchen er sie aufführt, 
auch nicht einmal richtig zusammengefasst und ausserdem so manche Unter- 
schiede, welche zwischen den betreffenden Formen angegeben worden sind, 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 49. 3 



22 AUGUST M0RAW1TZ, [T. XIII 

weil ja diese Formen seiner Meinung nach doch alle zu Einer Art gehören, brevi 
manu unerörtert gelassen. Gewissermaassen in Vorahnung, dass es einmal 
geschehen könne, dass Jemand, ohne kritische Erläuterung der angegebenen 
Merkmale und ohne den Nachweis zu liefern, dass letztere nicht von speci- 
fischer Bedeutung seien, allgemein als verschieden angesehene Arten zu- 
sammenziehen köDne, citirt Kraatz (Berl. E. Z. 1860. p. 55.) Illiger's 
Worte: «Der für seine Lieblingswissenschaft so besorgte Creutzer fürchtet, 
dass bei der Zusammenfassung aller oft so augenscheinlich abweichenden 
Abarten manche Beobachtung verloren gehen werde, weil man eine Abart 
nicht der Aufmerksamkeit werth zu halten pflege, welche man ihr wid- 
men würde, wenn man sie als verschiedene Art ansähe. Sollte man diese 
Gleichgiltigkeit gegen Abarten wohl von einem Andern, als von einem An- 
fänger oder einem Dilettanten erwarten dürfen, u. s.w.». Durch möglichstes 
Unbeachtetlassen der anderweitig gemachten Angaben glaubt Ganglbauer 
sehr selbstständig dazustehen, was indessen bei einem praesumptiven, wenn 
auch nur palaearctischen Monographen schwer verständlich ist, und keines- 
wegs zu seiner eigenen Erkenntniss beiträgt und auch nicht zur Kenntniss 
der Arten, über welche er Aufklärungen zu geben wünscht. Bei den Hadro- 
car abus- Arten finden daher auch weder Deyrolle's, de la Brûlerie's, 
Heyden's etc. Mittheilungen über das Vorkommen, und, wie bei G. helluo 
erwähnt, auch nicht einmal Dejean's Angaben Berücksichtigung, ja, bei 
dem durch seinen Fundort so interessanten G. trabuccarius wird nicht ein- 
mal angeführt, dass Dieck (Deutsch. E. Z. 1870. p. 148. Anm. 1.) ein 
angeblich dazu gehöriges Exemplar auf dem Montserrat gefunden und be- 
sprochen, und ein noch besser mit G. trabuccarius übereinstimmendes aus 
dem südlichen Aragon erwähnt. Und doch sind dies die ersten Mittheilungen 
über das Vorkommen von Hadrocarabus-Formen in den genannten Gegenden, 
die überdies in derselben entomologischen Zeitschrift gemacht worden sind, 
in welcher auch Ganglbauer's Arbeit erschienen ist! Das Vorkommen des 
G. trabuccarius an der Grenze von Spanien und Frankreich, bei dem Col de 
Perthus, welches Fauvel bezweifelte, konnte schon damals als nicht so 
unwahrscheinlich erscheinen, wie es Fauvel (Faun, gallo -rhénan. I. 1882. 
p. 42. Anm.) hinstellt, wenn ihm nur, was bei einem Franzosen zu ent- 
schuldigen ist, die von Dieck in deutscher Sprache gemachten Angaben 
nicht entgangen wären. 

Den G. trabuccarius, nur weil Ganglbauer «die Type von trabuccarius 
nicht zugänglich» war, ohne Weiteres als Rasse zu G. latus zu ziehen, ist 
jedenfalls auch sehr eigenthümlich, so wenig befriedigend die Beschreibung 
und Abbildung, welche Fairmaire (Ann. S. E. Fr. 1857. p. 727. 3. t. 14. 
I. f. 2.) von dieser Form nach einem Weibchen gegeben, auch sein mögen. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 50. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 23 

Es darf doch jedenfalls nicht unbeachtet gelassen werden, dass es Fair- 
maire nicht unbekannt geblieben sein konnte, dass die ähnlichen Dejean'- 
schen Formen von Kraatz und Reiche als zu Einer Art gehörig ange- 
sprochen waren, und wenn Fairmaire trotzdem eine Form als neue Art 
aufgestellt, so muss doch dazu immerinn einiger Grund gewesen sein. Meiner 
Ansicht nach ist G trabuccarius eine Form, wie sie sich auch in Aragonien 
findet und gehören zu dieser Form, als Abänderung, die von Ganglbauer 
als G latus var. aragonicus aufgeführten Exemplare. Diese Form ist bis auf 
Weiteres nicht als Varietät von G latus anzusehen, wenn man nicht alle 
Unterscheidungsmerkmale, welchen allgemein specifische Bedeutung beige- 
legt wird, a priori als unwesentlich einer Beachtung nicht für werth erachtet, 
wie es Ganglbauer thut. Hätte Ganglbauer die von Thomson für die 
Artunterscheidung der oft überaus ähnlichen Garabus- Arten als höchst wich- 
tig hingestellte Untersuchung des Forceps nicht vollständig ignorirt, so hätte 
er, ausser andern Unterschieden, jedenfalls auch finden müssen, dass bei 
seiner als var. aragonicus bezeichneten Form der Forceps viel breiter ist als 
bei G latus. In ähnlicher Weise dem G latus gegenüber durch Breite aus- 
gezeichnet ist der Forceps bei einer Form, welche Schaufuss bei Chiva in 
der Nähe von Valencia gesammelt und vor wenigen Jahren als den wahren 
Dejean'schen G helluo unserem Museum gesandt, welche Form ich für 
identisch halte mit Ganglbauer' s G latus var. catalonicus, aber bis auf 
Weiteres gleichfalls für selbstständige Art ansehe. 

G castilianus, dessen «zuverlässige Deutung» nach Ganglbauer (1. c. 
p. 381.) «vom nomenclatorischen Standpunkte von Wichtigkeit» wäre, «da 
der Name castilianus vor latus Priorität hätte», kenne ich nicht. Dejean 
(Spec. II. 1826. p. 87. 41. — Iconogr. I. 1829. t. 46. f. 3.) kannte nur 
ein Männchen und hat Kraatz (Berl. E. Z. 1860. p. 60. 5.) dasselbe Exem- 
plar untersuchen können, welches nach ihm «möglicherweise nichts als ein 
flaches, männliches Stück des G. Hellwigi (G lusitanicus Dej. sec. Kraatz) 
sein» könnte. Nach Gautier (Ann. S. E. Fr. 1865. p. XXXIV. 2.) wäre 
aber G castilianus identisch mit G complanatus Dej., und gibt Gautier 
hier folgende Synonymie: G. castilianus = latus = complanatus = orevis 
= helluo, wobei er schliesslich aber den G latus, worunter auch G au tier 
wahrscheinlich den G Gougeleti meint, doch möglicherweise als berechtigte 
Art hinstellt, «comme le pense M. Reiche.» Gautier hat diese Angaben 
aber offenbar nicht nach den Dejean'schen Typen gemacht und seine Be- 
hauptung, dass G. castilianus nach einem Exemplar, «rapporté d'Espagne 
par M. Chevrolat», dieselbe Form sei, wie G complanatus, weist darauf 
hin, dass er das Männchen des G brevis, welches von Paris aus mehrfach 
als G complanatus versandt worden ist, irrigerweise für G castilianus an- 

Bulletin N. S. I (XXXHI) p. 51. 3* 



24 AUGUST MORAWITZ, [T. XIII 

gesehen. Ich halte die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, dass G castili- 
anus als Männchen zu derjenigen Form gehört, welche de la Ferté (Ann. 
S. E. Fr. 1847. p. 450.) nach einem gleichfalls einzelnen und zwar weib- 
lichen Exemplar als G Egesippii beschrieben. Denn nach de la Ferté ist 
der G. Egesippii auch «thorace et elytrorum margine virescente», wie nach 
Dejean der G. castilianus, und sind in den Beschreibungen von Dejean 
und de la Ferté auch keine als wesentlich anzusehende Unterschiede vor- 
handen, nur dass das de la Ferté'sche Exemplar, eben weil es ein weibli- 
ches Exemplar war, einen dickeren Kopf hatte. Ganglbauer (1. c. p. 381.) 
beachtet auch hier de la Ferté's Beschreibung absolut gar nicht, sondern 
sagt, dass G. Egesippii «die Sculptur und Färbung des G cantabricus habe», 
citirt auch Kraatz, obgleich Kraatz (Berl. E. Z. 1860. p. 59. 3.) die von 
ihm als G Egesippii angesehenen Exemplare für nicht verschieden von G 
cantabricus erklärt, welche nur hinsichtlich der Sculptur der Flügeldecken, 
auf welchen die Zwischenräume nicht gleichartig hoch, sondern alternirend 
niedriger seien, von den gewöhnlichen Exemplaren des G cantabricus ab- 
weichen. A. Deyrolle (Ann. S. E. Fr. 1852. p. 243. 9. t. VI. f. 2.) gab 
eine Beschreibung der von ihm für G Egesippii angesehenen Form, welche 
aber nach der Abbildung ein viel längeres Halsschild aufweist als es bei 
G Egesippii sein kann, welches von delaFertéals «transversal» bezeich- 
net wird, und transversal erscheint es auch in der Abbildung, welche De- 
jean von seinem G castilianus gegeben. Jacquelin du Val (Gen. d. Gol. 
d'Europ. I. 1857. t. 3. f. 12.) gibt dagegen eine Abbildung, die mit der 
Deyrolle'schen übereinstimmt, und darnach ist dieser neue G Egesippii 
durch die weit breitere Körpergestalt von G macrocephalus var. cantabricus 
verschieden. Deyrolle hat vielleicht aber später Exemplare des G cantabri- 
cus mit abwechselnd erhabeneren Zwischenräumen der Flügeldecken auch 
für G. Egesippi angesehen und unter letzterem Namen versandt und solche 
Exemplare mag auch Kraatz gesehen haben. Ganglbauer's G. Egesippii 
ist ohne Zweifel identisch mit der von Deyrolle und Jacquelin du Val 
abgebildeten Form, obgleich Ganglbauer die letztere Abbildung nicht 
citirt, «keinenfalls ist er mit G macrocephalus zu verbinden, doch halteich 
ihn für eine Form des G latus, die einzige die vorläufig nicht durch deut- 
liche Zwischenglieder in denselben übergeführt werden kann». Aus der vor- 
stehenden Darlegung werden aber noch viele andere, von Ganglbauer als 
Varietäten des G latus in Anspruch genommene Formen nicht mit dieser 
Art verbunden werden dürfen, und hätte auch hinsichtlich der von Gangl- 
bauer als G latus var. Egesippii bezeichneten Form die Untersuchung des 
Forceps es sicher stellen können, ob es wirklich eine von G. macrocephalus 
specifisch verschiedene Form sei, da der Forceps des Männchens von G 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 52. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 25 

macrocephalus den andern Hadrocar abus- Arten gegenüber sich dadurch aus- 
zeichnet, dass er eine breite, unregelmässig verrundete Spitze hat. Paulino 
(Mél. entomolog. 1876. p. 17.) führt G Egesippii als eine ihm unbekannte 
Varietät des G macrocephalus auf, scheint aber später Exemplare des Dey- 
rolle'schen G. Egesippii gesehen zu haben, da Paulino (Rev. da Soc. de 
instr. do Porto II. 1882. p. 97. 15.) über das Vorkommen dieser Form die- 
selben Angaben wiederholt, doch ohne den Zusatz, dass ihm diese Form 
unbekannt sei. 

Ich bin auf die Hadrocar abus- Äxten, nur aus dem Grunde näher einge- 
gangen, weil ich an einer Art, dem Dejean'schen G. latus, hinsichtlich 
dessen Deutung, da ja Ganglbauer derselben Ansicht ist, von deutscher 
Seite kein Einwand erhoben werden dürfte, es zeigen wollte, wie sinnlos es 
unter Umständen sein kann, Exemplare einer Sammlung, wenn letztere nicht 
unangerührt geblieben, als unbedingt maassgebend anzusehen. Denn wenn 
diejenigen Exemplare, nach welchen eine Beschreibung gemacht, nicht so- 
gleich als «Typen» kenntlich bezeichnet worden, woran in früherer Zeit fast 
Niemand auch nur gedacht, so konnte es vorkommen und ist leider auch 
vorgekommen, dass den ursprünglichen Exemplaren später erhaltene, besser 
conservirte hinzugefügt worden und bei etwaigem Tausch schliesslich allein 
nachgeblieben. Man behält ja die besten Exemplare für sich und gibt die 
älteren, oft weniger gut erhaltenen fort. Sind nun einander sehr ähnliche 
und zur Zeit noch nicht unterschiedene Arten vorhanden, so liegt die Mög- 
lichkeit vor, dass auch der erste Beschreiber einer Art, welcher von Manchen 
in Bezug auf die von ihm «creirte» Art für unfehlbar angesehen wird, in 
solcher Weise unabsichtlich eine Verwechselung verschuldet. Ja, oft genug 
ist eine Art nach einem einzigen Exemplar beschrieben worden, aber «Ty- 
pen» dieser Art befinden sich trotzdem in vielen Sammlungen! Dies können 
aber allenfalls nur Exemplare sein, welche der erste Beschreiber der be- 
treffenden Art als zu dieser Art gehörig determinirt hat, und es fragt sich 
dabei nur, ob überhaupt und wie eingehend ein Vergleich mit den ursprüng- 
lich beschriebenen Exemplaren oder den sog. Typen gemacht worden ist. 
Sogenannte Typen beweisen meiner Ansicht nach gar nichts, wenn sie zu 
den Beschreibungen etc. nicht passen, höchstens allenfalls, dass der erste 
Beschreiber einer Art sich genau eben so irren konnte wie jeder Andere, ja, 
noch sehr viel leichter in früherer Zeit, wo viele Merkmale, aufweiche erst 
nachträglich die Aufmerksamkeit gelenkt worden, unbeachtet geblieben 
waren. Ichtheile solche, allgemein gehaltene Betrachtungen mit, weil Gangl- 
bauer (Soc. ent. II. 1887. p. 1.) ohne Erörterung der Angaben, welche Pio- 
chard de la Brûlerie (Ann. S. E. Fr. 1875. p. 118.) über seinen Gara- 
bus Saulcyi macht, es für hinreichend hält, einfach zu sagen, «C. Saulcyi 

Bulletin N. S. I (XXXni) p. 53. 



26 AUGUST MORAWITZ, [T. XIII 

Pioch. ist nach einem typischen Exemplare der Sammlung von Dr. L. von 
Heyden eine kleine Form von Procrustes Duponcheli Barth». Der G.Saulcyi 
ist aber nach de la Brûlerie 22 — 28 mm. lang, der Pr. Duponcheli nach 
G au tier aber 26 — 30 mm., und gibt es also von beiden Formen Exem- 
plare, welche hinsichtlich der Grösse von einander nicht verschieden sind. 
Den G. Saulcyi als «eine kleine Form von Pr. Duponcheli» zu bezeichnen, 
ist doch jedenfalls nicht richtig, wenn von ersterer Form vielleicht auch 
wirklich Exemplare vorkommen, die kleiner sind als alle bisher beobachteten 
von Pr. Duponcheli. Der letztere hat aber nach Barthélémy (Ann. S. E. Fr. 
1837. t. 8. f. 13.) eine deutlich dreilappige Oberlippe, nach Solier (Stud, 
entom. I. 1848. p. 50.) den mittleren Lappen der Oberlippe «très prononcé 
dans la femelle et à peine marqué dans le mâle» und einen Kinnzahn, wel- 
cher so breit ist, dass er «cache à peu près en entier la languette» (1. c. p. 
61.), und auch nach Schaum (Ins. D. I. l. 1856. p. 176. 2.) einen breiten 
Kinnzahn und eine dreilappige Oberlippe; nach Gau tier (Rev. et Mag. Zool. 
1866. p. 280. l.) endlich hatten alle von ihm gesehenen Procrustes «une 
forte dent très large» und eine dreilappige Oberlippe (cf. 1. c. p. 292 et p. 
372.). Piochard de la Brûlerie (1. c. p. 120.) hebt nun in der Charak- 
teristik der auch von ihm als Procrustes beibehaltenen Caraben-Gruppe als 
wesentlichste Gruppenmerkmale hervor: «Labre trilobé, dent du menton 
tronquée ou légèrement échancrée à son extrémité»; die von de la Brûlerie 
nicht zur Procrustes-Grwpipe gezogenen, als Garàbus Saulcyi beschriebenen 
Exemplare müssen doch wohl eine ausgerandete Oberlippe und einen schma- 
len, weder ausgerandeten, noch auch abgestutzten Kinnzahn gehabt haben, 
weshalb auch delà Brûlerie den G. Saulcyi nicht in die Procrwsfes-Gruppe 
stellt. Wie das von Ganglbauer erwähnte, angeblich typische Exemplar 
der Heyden'schen Sammlung in dieser Hinsicht beschaffen, darüber gibt 
aber Ganglbauer absolut nichts an. Hat aber dieses sog. typische Exem- 
plar eine dreilappige Oberlippe und einen breiten, ausgerandeten oder ab- 
gestutzten Kinnzahn, so ist dieses Exemplar doch wohl «nicht als Type zu 
betrachten». Die Flügeldecken sind bei der gewöhnlichen Form der in den 
Sammlungen als Pr. Duponcheli verbreiteten Art überdies mit ziemlich gro- 
ben Punktreihen oder Punktstreifen versehen, bei G. Saulcyi dagegen, nach 
de la Brûlerie «punctis minutis bene tarnen perspicuis», und müssten 
typische Exemplare des letzteren auch in dieser Hinsicht von den gewöhn- 
lichen des Pr. Duponcheli abweichen. Diese gröbere, resp. feinere Punkti- 
rung der Flügeldecken dürfte natürlich nicht als ausreichend erachtet wer- 
den, um beide Formen von einander zu trennen, und kommen vielleicht auch 
vonPr. Duponcheli Exemplare mit feinerer Punktirung vor. Wenigstens theilt 
Gautier (Rev. et Mag. Zool. 1866. p. 364.) eine darauf bezügliche Be- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 5i. 



T. Xm] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 27 

merkimg von Vuillefroy mit, doch hat Gautier solche Exemplare mit fei- 
nerer Punktirung nicht selbst gesehen und könnte daher die Vuillefroy'- 
sche Notiz sich auf G. Saulcyi bezichen. Gerade der Umstand aber, dass de 
la Brûlerie seinen C. Saulcyi nicht zur Procrwstes-Gruppe zieht, welche 
letztere, wie erwähnt, von ihm vorherrschend wegen der abweichenden Bil- 
dung der Oberlippe und des Kinnzahns beibehalten wird, hat mich veran- 
lasst, den G. Saulcyi nicht ohne Weiteres mit Pr. Duponcheli zu verbinden, 
so sehr er mit dem letzteren auch übereinstimmt. Denn de la Brûlerie 
hatte jedenfalls nicht ganz wenige Exemplare von G. Saulcyi, da er über das 
Vorkommen desselben angibt: «Liban, régions boisées, Khamès! Ehden! 
sous les feuilles mortes, les mousses et dans les souches pourries plus sou- 
vent que sous les pierres». Und eben weil de la Brûlerie viele, sowohl 
männliche als auch weibliche Exemplare gehabt haben muss, welche in der 
Bildung der Oberlippe und des Kinnzahns übereinstimmend von den gewöhn- 
lichen Stücken des Pr. Duponcheli abweichend waren, so scheint es immer 
noch gerathen, beide Formen so lange getrennt aufzuführen, bis der Beweis 
erbracht worden, dass auch der Kinnzahn bei diesen Formen variabel ist und 
auch «nicht einmal specifische Bedeutung hat», wie auch alle anderen Unter- 
scheidungsmerkmale zwischen diesen beiden Formen. Géhin (Catal. d. 
Carab. 1885. t. II. 5.) bildet zwar angeblich von einer einzigen Art, welche 
er Carabus Ehrenbergi nennt, sowohl die Oberlippe als auch den Kinnzahn als 
variabel ab; die von Géhin (I.e. p.XII. 5.) gegebene Charakteristik der be- 
treffenden Untergattung passt aber nicht zu den gegebenen Figuren und 
überhaupt zu keiner einzigen der als zu dieser Untergattung gehörig aufge- 
führten Arten, und hat Géhin offenbar die beiden einander ähnlichen Ghae- 
tomelas- und Pseudoprocrustes- Arten als zu Einer Art gehörig angesehen. 
Von den Abbildungen der Oberlippe und des Kinnzahns gehört die erste 
(von links nach rechts) zu G. praestigiator, die zweite wahrscheinlich zu C. 
Saulcyi, die übrigen drei aber zu Pr. Duponcheli. Oder sind die dem Cata- 
logue desCarabides beigegebenen Tafeln von Haury ganz selbstständig ent- 
worfen, ohne von Géhin auch nur controlirt worden zn sein? Géhin (1. c. 
p. IV.) theilt darüber nur mit, dass «Mr. Ch. Haury, de Prague, m'a offert 
le concours de son habile crayon, pour ajouter quelques planches», und das 
klingt doch so, als ob Géhin die abzuzeichnenden Objecte ausgesucht und die 
Beifügung der Tafeln überhaupt sein Verdienst sei. 

Dass übrigens die drei- resp. zweilappige Bildung der Oberlippe «nicht 
einmal von speeifischer Bedeutung» ist, indem bei einzelnen genuinen Pro- 
crustes-Arten die Oberlippe bisweilen auch einfach ausgerandet sein kann, 
dies ist schon sehr lange, seit vierzig Jahren nämlich, bekannt, indessen, 
vielleicht nicht ohne Vorsatz, unbeachtet geblieben. In der akademischen 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 55. 



28 AUGUST MOE AW I TZ, [ï. XIII 

Sammlung sind jetzt zwei Weibchen des G. (Procrustes) Foudrasi, desgleichen 
ein aus Frankreich stammendes "Weibchen des G (Procrustes) coriaceus vor- 
handen mit einer wie bei den typischen Caraben ausgerandeten Ober- 
lippe und führt auch Solier (Stud. ent. I. 1848. p. 50.) gerade diese bei- 
den Arten als solche an, welche hinsichtlich der Oberlippe variiren. Auch 
der von Chaudoir (Stett. E. Z. 1857. p. 82.) beschriebene Procrustes ob- 
tritus, bei welchem die «Oberlippe wie bei Garabus ausgerandet» ist, gehört 
zu G (Procrustes) Foudrasi, wie schon Schaum (Berl. E. Z. 1864. p. 142. l.) 
nach den Chaudoir'schen Originalexemplaren ganz kurz mittheilt; Schaum 
hätte nur hierbei die Richtigkeit von Chaudoir's Angabe über die ab- 
weichende Bildung der Oberlippe jedenfalls besonders hervorheben sollen, 
da ja Schaum (Ins. Deutschi. I. l. 1856. p. 174.) die dreilappige Ober- 
lippe als wesentlichstes Merkmal für die Aufrechterhaltung von Procrustes 
als Gattung festgehalten, trotz der schon früher gemachten gegentheiligen 
Beobachtungen eines so ausgezeichneten Entomologen, wie es Solier war. 

Ich gebe, nach unserem leider immer noch sehr geringen Material, mit 
Berücksichtigung der anderweitig gemachten Angaben, zunächst eine Cha- 
rakteristik der als Procrustes Duponcheli bekannten Art oder des 

Gardbus (Pseudoprocrustes) Durvillei: Elongatus, niger, nitidus, parum 
convexus, pronoto transversim levissime ruguloso, lateribus postice latius 
reflexo, ad basim parum angustato, angulis sat latis, rotundatis, margine 
postico medio subrotundato sinuque utrinque distincte, linea media profun- 
dus expressa. Coleopteris depressiusculis elongato-ellipticis, grosse striato- 
punctatis aut punctato-striatis, limitibus costalibus postice interdum fove- 
olis antice tuberculo minuto instructis subinterruptis. Pectus et abdomen 
lateribus punctulatis rugulosis. Femoribus posticis subtus sulcatis, tibiis 
posticis dorso planiusculis, rugulosis, opacis. Mentum dente latiusculo, apice 
emarginato, labrum bisinuatum. 

Procrustes Duponcheli Barthélémy Ann. S. E. Fr. 1837. p. 245. t. 8. f. 13. 
Procrustes Durvillei Barthélémy Ann. S. E. Fr. 1838. p. V. 
Procrustes Durvillei Dupont sec. Geh. Cat. d. Carab. 1885. p. 4. 
Procrustes punctatus Gautier Rev. et Mag. Zool. 1866. p. 363. l. 

var? sec. Gautier: elytris tenuiter minus regulariter striato-punctatis, 
interstitiis tribus (vel limitibus costalibus) elevatioribus. 

Procrustes punctatus var. Gautier 1. c. p. 364. 

Dagegen dürfte lauten die Charakteristik des 

G. (Pseudoprocrustes) Saulcyi: Elongatus, niger, minus nitidus, con- 
vexiusculus, pronoto, postice parum angustato angulis rotundatis margine 
postico utrinque sinu distincto, linea media vix ulla. Coleopteris maris elon- 
gatis, feminae breviter-ellipticis, tenuiter striato-punctatis, limitibus 3 — 5 
(costalibus et intercostalibus) saepe angustioribus et elevatioribus, foveolis tri- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 56. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 29 

plice série vel nullis. Tibiis posticis sulco dorsali distincte, tenui. Mentum 
dente angusto, labro plerumque eniarginato, rarius bisinuato. 

Carabus Ehreribergi Klug Symb. phys. Ins. III. 1832. t. 23. f. 7. <f . 
Car abus Saulcyi de la Brûl. Ann. S. E. Fr. 1875. p. 118. 
Carabus Ehrenbergi var. juâaicus Géh. Cat. d. Carab. 1885. p. 5. 

var.? elytris grosse striato-punctatis, margine violaceo 

Procrustes incertus Haury Le Natural. VIL 1885. p. 30. 5 . — Wien. E. Z. 1885. 

p. 109. $ . — Géh.. Cat. d. Carab. 1885. t. IL f. 3. ç . 
«Morawitzi» Ganglb. Soc. ent. IL JV° 1. sine indicatione generis et subgeneris! 

In einer Anmerkung, welche ich meiner Arbeit zur Kenntniss der ade- 
phageu Coleopteren (Mém. d. 1' Ac. Imp. d. sc. d. St. Pétersb. XXXIV. 1886. 
Nr. 9.) glaubte beifügen zu müssen, um Diejenigen, denen ein grösseres 
Material zu Gebote steht und denen die Unterdrückung von Procrustes als 
Gattung möglicherweise nicht ganz plausibel scheinen könnte, zu veran- 
lassen, einige «einander ähnliche und daher oft mit einander verwechselte» 
syrische Carabus- Arten, näher zu untersuchen, habe ich es versucht, nach 
den bisherigen Beschreibungen eine Zusammenstellung dieser Arten zu 
geben, und habe ich es hervorgehoben, dass diese meistentheils als Carabus 
angesehenen, aber «mit der Procrustes- Gruppe übereinstimmenden Arten» 
nur mit Unrecht als genuine Carabus- Arten angesehen worden sind. Bei 
dieser Zusammenstellung habe ich für die in den Sammlungen theils als Pro- 
crustes punctatus, theils als Pr. Duponcheli aufgeführte Art, den Namen 
Pr. Durvülei gewählt, weil ich annehmen zu müssen glaubte, dass Géhin 
(Cat. d. Carab. 1885. p. 4. io.). im Archiv der französischen entomologischen 
Gesellschaft, vielleicht aber auch in Dupont's Sammlung über Pr. Durvülei 
die Auskunft gefunden, dass dieser Pr. Durvülei mit dem ein Jahr vorher 
publicirten Pr. Duponcheli identisch sei und dass aus diesem Grunde die von 
Barthélémy eingereichte Beschreibung und nach Dupont ungenügende 
Abbildung, welche die französische entomologische Gesellschaft zur Ver- 
öffentlichung angenommen, schliesslich für überflüssig erachtet worden. 
Welchen Sinn hat es denn sonst, wenn Géhin einen sonst völlig unbeachtet 
gebliebenen und gar nicht festzustellenden Namen als Synonym einer, unter 
anderer Bezeichnung schon früher bekannt gemachten, Art aufführt? Aller- 
dings kann man dagegen einwenden, dass es trotzdem unsicher sei, dass die- 
ser Pr. Durvülei auch mit Pr. Duponcheli identisch sein könne, da es ja 
durchaus zweifelhaft bleiben muss, was Géhin als Pr. Duponcheli angese- 
hen, da er diesen letzteren zu denjenigen Procrustes-Arten rechnet, deren 
erstes Fühlerglied ohne Borste sei. Aber Géhin's überraschende Leistungen 
in solcher Hinsicht sind durch die, nach Bertkau (Ent. Jahresb. für 1886. 
p. 313.) liebevollen Besprechungen, welche Kraatz zu wiederholten Malen 
gegeben, zu allgemein bekannt, um noch Worte darüber zu verlieren. Géhin's 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 57. 



30 AUGUST MORAWITZ, [T. XUI 

eminentes Talent, die Arten dahin zu stellen, wohin sie nicht gehören, ist ja 
von keiner Seite angezweifelt worden, ausser von Heyden (Cat. Col. Eur. et 
Cauc. ed. III. 1883.), der sogar einen von Géhin als Etiquetten gedruckten 
Catalogue über Thomson's bahnbrechende Arbeit stellt. Was dagegen den 
G. (Pseudoprocrustes) Saulcyi anbetrifft, so hatte ich früher, beim Ordnen 
der Citate nach der Jahreszahl, den ältesten Klug'schen Namen vorange- 
stellt, welcher indessen nicht gebraucht werden kann, da ja Fischer (Bull, 
d. Mose. 1829. p. 368. t. 6. f. 5.) schon einen Carabus Ehrenbergi beschrie- 
ben hatte und Klug's drei Jahre später bekannt gemachter syrischer Cara- 
bus Ehrenbergi selbstverständlich diesen von Klug gegebenen Namen nicht 
behalten kann, und war dieser Name zur Zeit jedenfalls unberechtigt. Und 
der Name Ehrenbergi ist auch jetzt noch unberechtigt für eine andere Ga- 
rabus-Art als diejenige, welcher Fischer diesen Namen beigelegt, da 
Fischer's G. Ehrenbergi ganz willkürlich als identisch mit Fischer's (En- 
tomogr. Ross. III. 1828. p. 303. 46 6 .) C. incompletus erklärt worden ist, 
indem weder Abbildung, noch auch Beschreibung auf letzteren bezogen wer- 
den können, und dürfte Fischer's G Ehrenbergi nach diesen schon eher 
mit C. maeander verbunden werden als mit G. incompletus Fisch. (= G. 
palustris Dej. Icon. I. 1829. p. 358. 66. t. 50. f. 3.). Der G. Saulcyi (Eh- 
renbergi Klug) stimmt, wie es auch de la Brûlerie hervorhebt, mit G. 
Hemprichi sehr überein, im Habitus und hinsichtlich der Wölbung nament- 
lich mit den schlanksten und kleinsten Exemplaren, in allem Anderen aber 
so sehr mit G. (Pseudoprocrustes) Durvillei (Duponcheli), dass er sehr wohl 
eine Varietät desselben sein kann, und zwar um so eher, als auch der For- 
ceps des Männchens ganz übereinstimmend gebildet ist. Man muss aber Ar- 
ten, die unterschieden worden sind, so lange als solche gelten lassen, bis der 
Nachweis geführt worden, dass alle angegebenen Unterschiede keineswegs 
speeifische seien, und dieser Nachweis ist für diese Formen jedenfalls noch 
nicht gegeben. Während nämlich die Exemplare des G. Durvillei (Duponcheli), 
so weit nämlich Exemplare dieser Form bekannt gemacht worden sind, hin- 
sichtlich der Contour der Flügeldecken im männlichen und weiblichen Ge- 
schlecht keine erheblichen Unterschiede aufweisen, erscheinen dieselben bei 
G. Saulcyi nach de la Brûlerie «prothorace apud mares minus duplo, apud 
feminas duplo aut majus latioribus» und werden bei den Weibchen hinsicht- 
lich der Contour wohl der Abbildung entsprechen, welche Haury (Geh. Cat. 
d. Carab. 1885. t. IL 3.) von den Flügeldecken seines Procrustes incertus 
gibt, mit welchem letzteren Ganglbauer's «Morowitzi» identisch sein 
dürfte. 

Der von Klug nach einem Männchen von 26% mm. Länge abgebildete 
Garabus Ehrenbergi gehört laut Beschreibung und Abbildung, welche letz- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 58. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 31 

tere, was wohl zu beachten, von dem eminenten Zeichner Sam. Weber 
herrührt, unzweifelhaft zu G Saulcyi. Da diese Beschreibung wohl den 
Wenigsten zugänglich sein wird, so gebe ich dieselbe vollständig wieder: 
Mas. Niger, obscurus. Caput vertice punctato, fronte biimpressa, clypeo (sc. 
labro) emarginato, mandibulis arcuatis, acutis, antennis capite thoraceque 
longioribus, articulis quatuor prioribus laevibus, sequentibus griseo-pube- 
scentibus. Thorax subquadratus, ad basin angustatus, angulis posticis ro- 
tundatis, parum prominulis, lateribus rotundatus, supra punctatus, medio 
laevis, vix rugosus, obsolete canaliculars. Pectus abdomenque alutacea, 
rugosa. Elytra ovata, confertim punctato-striata, apice rugosa, scabra, 
interstitiis quarto, octavo et duodecimo subelevatis laevibus punctorum 
impressorum série ornatis. Tibiae intermediae extus ad apicem ferrugineo- 
pilosae. 

Hier ist zunächst zu beachten, dass Klug das Weibchen unbekannt war, 
wie denn auch die Abbildung ein Männchen darstellt, und ist es daher um 
so weniger zu begreifen, wie eine andere, im männlichen Geschlecht insbe- 
sondere sehr auffällige Art für den Klug'schen C. Ehrenbergi hat genommen 
werden können. Diese von de la Brûlerie fälschlicherweise als G Ehren- 
bergi Klug sehr ausführlich beschriebene Art habe ich Garabus praestigia- 
tor genannt und ist dieselbe so matt, dass die schwarze Färbung geradezu 
wie grau erscheint, während Klug's Abbildung des G Ehrenbergi ein ge- 
sättigtes, sogar etwas glänzendes Schwarz zeigt. Der Kopf des G. praestigi- 
ator ist ziemlich schmal und die Stirn namentlich fast quadratisch mit fast 
parallelen Seiten; in Klug's Abbildung des G Ehrenbergi erscheint der 
Kopf aber eben so kurz und die Stirn eben so breit und eben so stark nach 
vorn verengt wie bei G Saulcyi, und muss man dabei auch noch in Betracht 
ziehen, dass Klug in der gleichzeitig mitgetheilten Beschreibung des Pro- 
crustes impressus von diesem «caput elongatum» anführt, obgleich Pr. im- 
pressus im Vergleich zu G praestigiator einen breiteren Kopf hat. Es ist ferner 
bei G praestigiator die Oberlippe in der Mitte deutlich ausgerandet und ist 
daher das Vorkommen von Exemplaren mit dreilappiger Oberlippe bei die- 
ser Art kaum wahrscheinlich; in der Klug'schen Abbildung dagegen er- 
scheint die Ausrandung der Oberlippe so flach, dass der Vorderrand der- 
selben als fast gerade bezeichnet werden kann. Auch die Mandibeln sind bei 
G praestigiator viel schlanker und länger, während in Klug's Abbildung 
sie eben so kurz und breit erscheinen wie bei G Saulcyi. Der «thorax sub- 
quadratus, angulis posticis rotundatis» erscheint in der Abbildung fast l 1 /, 
mal so breit als lang und stellt sich als ziemlich gewölbt dar, der Hinterrand 
in der Mitte flach gerundet, jederseits mit einer deutlichen tiefen Ausbucht 
und die Hinterzipfel erscheinen als breite, abgerundete Lappen, welche nach 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 59. 



32 AUGUST MORAWTTZ, [ï. XIII 

hinten ziemlich beträchtlich vorragen; bei G. praestigiator dagegen sind die 
Hinterzipfel des Halsschildes als solche eigentlich gar nicht abgesetzt, sie 
sind überdies sehr viel kleiner, schmäler und gleichzeitig kürzer und gehen 
unter einem sehr flachen Bogen in den geraden Hinterrand über; dabei ist 
das bei G praestigiator weit weniger gewölbte Halsschild verhältnissmässig 
schmal, nur 1% mal so breit als lang und erscheint auch deshalb noch 
schmäler, weil es auch nach hinten stärker verengt ist. Überdies sind die 
Seiten hinten nur schwach aufgebogen, eigentlich nur in Folge des stärker 
erhöhten Seitenrandwulstes ; in der Klug' sehen Abbildung erscheinen die 
Seiten des Halsschildes hinten stark aufgebogen und die Rinne, welche diese 
abgeflachten und aufgebogenen Seiten nach innen absetzt, zieht sich genau 
so wie bei G. Saulcyi zur Mitte des Innenrandes der viel breiteren lappen- 
artigen Hinterzipfel hin. Auch ist bei G. praestigiator die Mittellinie des 
Halsschildes als scharf eingedrückte Linie deutlich markirt, nach Klug bei 
G. Ehrenbergi dagegen «obsoleta». Überdies ist das Männchen von G. prae- 
stigiator durch die gegen die Schultern ganz auffallend verschmälerten Flü- 
geldecken ausgezeichnet, wovon die Klug'sche Abbildung gar nichts zeigt; 
Klug bezeichnet ferner die Flügeldecken als «striato- punctata, interstitio 
4°, 8° et 12° subelevatis, laevibus, punetorum impressorum série ornatis». 
Von G. praestigiator, von dem de la Brûlerie gleichfalls sehr viele Exem- 
plare gehabt, sind noch keine Exemplare bekannt geworden, deren Flügel- 
decken als «striato-punetata», d. h. mit gereihten Punkten versehen gewesen 
wären, sondern nur Exemplare mit vertieften, im Grunde punktirten Strei- 
fen (punetato-striata), und eben so wenig sind Exemplare bekannt geworden 
mit stärker erhabenen, durch Glätte von den andern abweichenden Costalli- 
mes. Bei G. praestigiator sind die Limes oder Zwischenräume der vertieften 
Punktstreifen alle ganz gleichartig, nur je nach den Exemplaren flacher oder 
gewölbter und scheinen auch Exemplare, deren Costallimes sämmtlich mit 
Grübchen versehen wären, gar nicht vorzukommen. K lug's Angabe endlich 
«pectus abdomenque alutacea, rugosa» weist darauf hin, dass Brust und 
Hinterleib bei dem Klug'schen G. Ehrenbergi gleichartig sculpirt waren, 
ganz so wie es bei G. Saulcyi der Fall ist, während bei G. praestigiator die 
Brust ganz glatt ist oder doch nur mit vereinzelten groben Punkten verse- 
hen. «Alutaceus» s. alutacius = lederartig hat Klug gebraucht, um zu be- 
zeichnen, dass feinere, dicht neben einander stehende Punkte die Oberfläche 
ähnlich dem mit Poren versehenen Leder erscheinen lassen. 

Aus allem vorstehend Angeführten ist doch wohl ersichtlich, dass in den 
Sammlungen durchaus mit Unrecht die in früheren Jahren bei Beirut in 
grösserer Anzahl gesammelte und von Lederer insbesondere zahlreich ver- 
sandte Art als Klug's Garabus Ehrenbergi bezeichnet wird. Sämmtliche 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 60. 



T. XIIIj ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 33 

Angaben von Klug sprechen gegen eine Identificirung der von Klug be- 
schriebenen Art mit der von mir als C. praestigiator bezeichneten, und wenn 
im Berliner Museum jetzt andere Examplare sich vorfinden, so ist das ur- 
sprüngliche Männchen eben nicht mehr vorhanden, sondern leider weiter 
gegeben. Zeller (Stett. E. Z. 1850. p. 312.) beschreibt z. B. die neue 
Lycaena Hoffmannseggi, welche Kirby (Cat. of Diurn. Lep. 1871. p. 355. 
120.) als Varietät zu Gupido {Lycaena) Thelicanus H. zieht mit der Vater- 
landsangabe «Africa», Staudinger (Cat. d. Lep. d. europ. Fauneng. 1871. 
p. 9. Anm. 1.) dagegen als «species americana» bezeichnet, nach einem 
Exemplar mit der Bemerkung : «Ich erhielt es vom Berliner Museum, wo es 
wahrscheinlich als zu schlecht mit guten Exemplaren des Telicanus ver- 
tauscht worden war. Dieses Exemplar trug noch den vielleicht vom Grafen 
v. H offmann s egg herrührenden Zettel mit dem Namen Telicanus H., Bae- 
ticus E. F., und der Vaterlandsangabe: Lusitania». Warum kann nicht 
Ähnliches mit Klug's ursprünglichem Exemplar des G Ehrenbergi passirt 
sein? Auch gibt Schaum (Ins. Deutschi. I. 1. 1856. p. 176. 12.) an: Pr. 
Duponcheli Barthélémy sei «dem ebenfalls in Syrien einheimischen Gara- 
bus Ehrenbergi Klug sehr ähnlich und am leichtesten durch die Gattungs- 
charactere von Procrustes, den breiten Kinnzahn und die dreilappige 
Oberlippe, zu unterscheiden». Soll man annehmen, dass Schaum zwei so 
verschiedene Arten, wie es G. praestigiator und Pr. Duponcheli sind, welche 
in zwei verschiedene Gruppen gehören, in solcher Weise erwähnt hätte? Nur 
die grosse Übereinstimmung in ihrer äusseren Erscheinung ist die Ursache, 
dass über diese procrustogenen Gardben hinsichtlich ihrer Bestimmung zur 
Zeit so grosse Unsicherheit herrschte, und dabei liegt noch die Möglichkeit 
vor, dass ausser den genannten, noch eine ähnliche syrische Art vorhanden, 
deren Existenz auch Ganglbauer nicht abstreitet, und habe ich nur aus 
dem Grunde auf darauf bezügliche Angaben hingewiesen, damit Diejenigen, 
welchen diese zur Zeit nicht mit Sicherheit zu deutende Form bekannt sein 
sollte, nach ihrem Material zur Aufklärung über dieselbe etwas beitragen. 
Ganglbauer (Soc. ent. IL 1887. p. 2.) sagt, dass ich «Unrecht» habe, dies 
zu thun; mit welchem Recht Ganglbauer dieses sagt, ist aber gar nicht 
zu ersehen. 

Nachdem schon Reiche (Ann. S. E. Fr. 1855. p. 566. 3.) den von 
Laporte beschriebenen Procrustes punctatus (Chevrolat) als identisch mit 
Pr. Duponcheli angegeben, erklärt auch Schaum (Ins. Deutschi. I. 1. 1856. 
p. 176. 12.) nach «Vergleich des in Chevrolat' s Sammlung befindlichen 
Originalstückes» den Pr. punctatus für identisch mit Pr. Duponcheli, und es ist 
mir daher auch nie eingefallen, daran zu zweifeln, dass das in Chevrolat's 
Sammlung befindliche Exemplar mit Pr. Duponcheli zu ein und derselben 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 61. 



34 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

Art gehöre, und zwar um so weniger als Gautier (Rev. et Mag. Zool. 
1866. p. 373.) angibt, dass er alle Procrustes der Sammlung von Chevro- 
lat gesehen und den Pr. Duponcheli unter dem Chevrolat'schen Namen 
als Pr. punctatus aufführt. Lap orte (Etud. entom. I. 1834. p. 89.) be- 
schreibt zwar seinen Procrustes punctatus auch mit dem Zusatz «Chevrolat, 
collect.», was aber doch nur so viel bedeutet, dass unter dem von Chevro- 
lat gegebenen Sammlungsnamen, was jetzt mit «in litt.» bezeichnet wird, 
irgend ein Procrustes in den Sammlungen verbreitet war. Ich halte es so- 
gar für ein Unrecht, einen in solcher Weise mehr oder weniger bekannten 
Namen nicht zu verwenden, da Vielen das Erkennen der beschriebenen Art 
dadurch doch wohl erleichtert wird. Aber die Behauptung, dass der Zusatz 
«Chevrolat, collect.» es beweise, dass Laporte seine Beschreibung nach 
dem Chevrolat'schen Exemplar gemacht, dürfte denn doch vorläufig abso- 
lut durch nichts begründet sein, und wäre jedenfalls auch völlig unmotivirt. 
Denn, wie Laporte von seinem Käfer angibt, «noir, un peu luisant. Corselet 
finement chagriné et ponctué en arrière; élytres ovalaires, allongées, 
peu convexes, couvertes de points assez serrés et disposés de manière à for- 
mer de petites lignes longitudinales; ces points se confondent en arri- 
ère, et font paraître cette partie de l'élytre chagrinée; côtés de l'abdomen 
ponctués. 13 lin.» sind Angaben, welche nicht gut nach einem Exemplar des 
C. (Pseudoprocrustes) Burvillei {Duponcheli) gemacht werden konnten. Der 
letztere ist ja lang gestreckt, keineswegs «peu luisant», die Punkte der 
Flügeldecken bilden auch nicht «de petites lignes», sondern es sind regel- 
mässige, vertiefte, ziemlich grob punktirte Streifen vorhanden, welche sich 
auch gar nicht zur Spitze hin verwirren, sondern es tritt hier zwischen den 
Punktstreifen eine durchaus regelmässige Granulation auf; das Halsschild ist 
auch keineswegs als «finement chagriné», sondern die bei Caraben häufig 
auftretende Querrunzelung ist eher als grob zu bezeichnen ; endlich sind auch 
die ganzen Seiten des Rumpfes punktirt, auch die Seiten der Brust und in 
deutlichster Weise auch die Episternen des Prothorax, während Laporte 
nur von einer Punktirung der Seiten des Hinterleibs Erwähnung macht. 
Der von Laporte erwähnte geringe Glanz des Käfers und die angegebene 
Flügeldeckensculptur passen am besten auf die von de la Brûlerie (1. c. 
p. 117.) beschriebene Form vom Dshebel-esch- Scheich, welche unter Ande- 
rem sich auszeichnet «par la ponctuation de leurs élytres plus atténuée, au 
point qu'il faut regarder de près pour la distinguer. Il en résulte que les 
séries de points indiquent à peine les stries dont elles occupent l'emplace- 
ment et que les intervalles ne font nullement saillie». Jedenfalls passt doch 
wohl die von Laporte gegebene Beschreibung des Procrustes punctatus auf 
keine andere der bekannt gemachten, aus Syrien stammenden Formen besser 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 62. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 35 

als auf die von de la Brûlerie vom Dshebel-esch- Scheich erwähnte, und gibt 
auch Ganglbauer (Soc. ent. II. 1887. p. 2.) von letzterer es zu, dass «deren 
Zugehörigkeit zu G. praestigiator (Ehrenbergi Gangib.) nicht erwiesen» ist. 
Wenn ich endlich nach Thomson's (Opusc. ent. VII. 1875. p. 635.) An- 
gaben eine von ihm als Procrustes (Ghaetomelas) Ehrenbergi bezeichnete 
Form herangezogen, welche nicht mit G. praestigiator identisch sein kann, 
schon wegen der für seine Ghaetomelas- Gruppe angegebenen Merkmale, so 
geschah auch dieses wegen der Angaben, welche Thomson über die Sculp- 
tur der Flügeldecken macht. Diese werden zwar als «strimmigt puncterade» 
bezeichnet, von den von Thomson erwähnten Pseudoprocrustes- und Pro- 
crusticus- Arten, welche Thomson in Einer Untergattung als Tribax zusam- 
menfasse nämlich G. Hemprichi, G.prasinus (=. Calleyi Thoms.) und G. Bon- 
plandi führt aber Thomson (1. c. p. 671.) an «genom elytras sculptur kom- 
mer det närmast Ghaetomelas bland Procrustes». Thomson muss demnach 
unter dem Namen Ehrenbergi eine hinsichtlich der Flügeldecken den genann- 
ten drei Garaben ähnlich sculpirte Art gehabt haben. Dass Thomson etwa 
ein auf dem Kücken mit Punktreihen versehenes Exemplar des G. (Pro- 
crustes) Mulsanüanus (asperatus Muls.) gehabt haben sollte, mit ausnahms- 
weise vorhandenen «vanliga ventral-puncterna», ist übrigens eine Möglichkeit, 
die nicht ganz ausgeschlossen bleibt. Der Kinnzahn muss aber bei allen von 
Thomson untersuchten Procrustes jedenfalls breit gewesen sein, da Thom- 
son von dem Kinnzahn sonst nicht gesagt hätte «lobis fere majore». 

Nach de la Brûlerie (Ann. S. E. Fr. 1875. p. 114.) wären Procrustes 
punctatus und Pr. Duponcheli mit einander identisch, aber eine Varietät des 
Carabus Hemprichi (!), einzig und allein aus dem Grunde, weil unter den 
Exemplaren des letzteren auch Individuen vorkommen, bei welchen die Flü- 
geldecken auf der Scheibe gereiht punktirt sind : «Son labre est bien celui 
d'un Carabe et non celui d'un Procruste». Aber eben so unbegründet ist 
auch de la Brûlerie's (I.e. p. 120.) Behauptung, dass Pr. asperatus Muls. 
identisch sei mit Pr. impressus und hat de la Brûlerie offenbar die gruben- 
lose Varietät des Pr. impressus für Pr. asperatus gehalten, unter welchem 
Namen unser Museum bei Antiochia in Syrien gesammelte Exemplare der 
grubenlosen Varietät des Pr. impressus auch von Leder er erhalten. Pr. 
Mulsanüanus (asperatus Muls.) ist indessen sehr verschieden von Pr. im- 
pressus und ist überdies auf dem letzten ventralen Abdominalsegment mit 
Borstenpunkten versehen, kann also nach de la Brûlerie's (1. c. p. 121.) 
eigenen Angaben nicht zu Pr. impressus gehören. In der Beschreibung, welche 
Reiche (Ann. S. E. Fr. 1855. p. 566. 4.) von Pr. impressus gibt, ist diese 
Variabilität hinsichtlich der Gruben der Flügeldecken ausdrücklich her- 
vorgehoben: «on voit de place en place de très gros points enfoncés, quel- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 63. 



36 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

quefois peu marqués, quelquefois nuls». Wenn de la Brûlerie (I.e. p. 121.) 
der Meinung war, dass seine Exemplare in dieser Hinsicht noch abweichen- 
der waren, so war dies einfach ein Irrthum, denn bei seinen als Pr. impres- 
sus besprochenen Exemplaren waren von den Gruben immer noch «des ves- 
tiges», wenn auch «à peine appréciables» vorhanden, wie de la Brûlerie es 
selbst angibt. 

Zu vielen Behauptungen, welche de la Brûlerie macht, kann man aber 
leider nur wenig Vertrauen haben, zumal da er selbst die betreffenden For- 
men, trotz unzweifelhaft sehr gewissenhafter Untersuchung, doch nicht rich- 
tig unterschieden zu haben scheint. Denn die von de la Brûlerie (1. c. p. 
123.) erwähnten, von ihm als Zwitter bezeichneten Exemplare zwischen 
Procrustes impressus und Garabus Hemprichi können, nach de la Brûlerie's 
eigenen Angaben, ganz leicht den betreffenden Arten zugewiesen werden: 
das Männchen von Katana und das "Weibchen von Zebdani sind G (Procrus- 
tes) impressus mit zweilappiger Oberlippe, die erwähnten Exemplare von 
Nazareth dagegen G. (Pseudoprocrustes) Hemprichi mit dreilappiger Ober- 
lippe, und de la Brûlerie ist offenbar nur aus dem Grunde, weil er die 
dreilappige Oberlippe als wesentlichstes Kennzeichen der Procrustes gehal- 
ten, zu solchen Angaben veranlasst worden. Dass solche Variationen hin- 
sichtlich der Bildung der Oberlippe bei den genannten Arten vorkommen 
können, dies erscheint mir nicht unwahrscheinlich, beschreibt doch de la 
Brûlerie (1. c. p. 113.) das Labrum des G. Hemprichi als «bilobé, mais peu 
profondément échancré, droit en son milieu ou même légèrement arqué en 
avant», und bei dem mit G. Hemprichi nahe verwandten G. Saulcyi ist die 
Oberlippe gewöhnlich auch zweilappig, das einzige mir vorliegende Männ- 
chen hat indessen eine deutlich dreilappige Oberlippe! Ja, eine dreilappige 
Oberlippe kommt auch bei genuinen Caraben hin und wieder vor; in deut- 
lichster Weise dreilappig ist sie bei einem schwärzlichen Männchen des G. 
(Megodontus) violaceus aus dem nördlichen Ungarn, welches Merkl unserem 
Museum gesandt, und desgleichen sah ich auch ein in Nowo-Rossisk gefan- 
genes Exemplar des G. (Megodontus) exaratus, dessen Oberlippe deutlich 
dreilappig war. Ich zweifle auch gar nicht daran, dass die von Ganglbauer 
(Soc. ent. IL 1887. p. 1.) ohne Frage fälschlich als Procrustes incertus 
Ha ury bezeichnete Form, «welche durch den Habitus, die Sculptur und 
Färbung lebhaft an G. (Megodontus) purpurascens F. var. aspérulus Kr. er- 
innert», eine solche Megodontus-Form ist, deren Oberlippe abweichender- 
weise dreilappig ist, was eben auch einzig und allein Ganglbauer veran- 
lasst hat, diese als Procrustes anzusehen. Dass sie nicht zu Haury ? s Pr. in- 
certus gehören kann, geht aus den Abbildungen, welche Haury (Geh. Cat. 
d. Carab. t. II. 3 et t. III. 3 a .) gegeben, deutlich genug hervor. Nach diesen 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 64. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 37 

Abbildungen sind bei Haury's Pr. incertus die Flügeldecken mit ziemlich 
dicht und regelmässig gereihten groben Punkten und mit drei Reihen ziem- 
lich grosser Grübchen versehen, bei C. violaceus var. asperulus Kr. (Claus- 
thal) dagegen mit kleinen durchaus unregelmässig zerstreuten Körnchen 
bedeckt und überdies von drei stärkeren, geglättenen erhabenen Striemen 
durchzogen und, in der Nähe der Naht, mit noch einer ähnlichen, indessen 
weit feineren, vierten Strieme versehen, und müssen daher die von Gangl- 
bauer für Pr. incertus angesehenen Exemplare mit den von Haury beschrie- 
benen in der Sculptur der Flügeldecken auch nicht die geringste Spur von 
Aehnlichkeit haben. Ganglbauer, dem Haury mitgetheilt haben mag, 
dass er Exemplare seines Pr. incertus im Wiener Museum gesehen, hat nach 
den Haury'schen, in der Diagnose und Beschreibung sich widersprechen- 
den, unklaren Angaben über die Sculptur der Flügeldecken offenbar die 
wirklichen Pr. incertus, wie ich es schon erwähnt, als neue Art angesehen, 
und als «Morawitzi» aufgeführt. Die dreilappige Oberlippe bei Procrustes 
und die zweilappige bei Garabus sind Merkmale, welche der Mehrzahl der 
dazu gehörigen Formen zwar unzweifelhaft zukommen, aber keineswegs in 
der Weise, dass die Oberlippe bei Procrustes stets dreilappig, bei Garabus 
dagegen ausnahmslos zweilappig wäre, so dass eine generische Sonder ung 
von Procrustes mit «dreilappiger» und Gardbus mit «zweilappiger» Oberlippe, 
wie es bis in die neueste Zeit hinein Brauch war, gar keine Berechtigung 
hat. Thomson, der bekanntlich Procrustes als eine Garabus gleichwerthige 
Gattung anerkennt, sieht aber die von Dejean und Klug als Garabus Hem- 
prichi beschriebene Art für einen echten Carabus an, weil bei dieser Art, 
abweichend von Procrustes, die innere Lade der beiden Mandibeln gleich- 
artig ist, und stellt Thomson den G. Hemprichi in seine Untergattung Tri- 
bax, während ich (Adeph. 1886. p. 8.) dieser «im Uebrigen mit der Pro- 
cmsfes-Gruppe übereinstimmenden» Art in Verbindung mit Carabus Saulcyi 
und Procrustes Durvillei {Duponcheli) ihre Stellung in einer besonderen, 
Procrustes und Ghaetomelas nächst verwandten Gruppe, welche ich Pseudo- 
procrustes genannt, anweise. «Was nun die Untergattung Pseudoprocrustes 
anlangt», sagt Ganglbauer (Soc. ent. IL 1887. p. 2.), «so halte ich die- 
selbe für unhaltbar, da der Character, aufweichen sie begründet wurde, 
bei einem neuen Procrustes nicht einmal specifische Bedeutung hat. Bei 

Procrustes Kotschyi Gangib. n. sp sind die Ventralstrigae vollständig 

wie bei Pseudoprocrustes, oder unvollständig wie bei Ghaetomelas, oder gegen 
die Seiten viel seichter und nur unvollständig mit den marginalen Längs- 
streifen verbunden». Das Wesentlichste, die mit den genuinen Garabus über- 
einstimmende , von mir überdies besonders hervorgehobene Bildung der 
inneren Lade der Mandibeln, verschweigt aber Ganglbauer, es wäre ja 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 65. 4 



38 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

sonst die Unhaltbarkeit der Gruppe Pseudoprocrustes nicht nachgewiesen. 
Ausserordentlich diplomatisch ist es auch, Arten, über deren systematische 
Stellung ich anderer Ansicht bin als Dejean, Schaum, Thomson und 
Kraatz, wie z. B. Garabus Hemprichi, anzuführen, ohne zu sagen, wohin 
sie gehören, ganz einfach, ohne Nennung der Gattung oder Untergattung, 
nur unter dem Speciesnamen «Hemprichi», wie es Ganglbauer hier wieder- 
holt thut. 

Die Chaetomelas- und Pseudoprocrustes -Arten sind hinsichtlich der Bil- 
dung der inneren Lade der rechten Mandibel von einander ganz verschieden. 
Bei C. (Chaetomelas) praestigiator ist die innere Lade der rechten Mandibel 
fast wie bei G. (Procrustes) coriaceus gebildet, zur Basis nämlich allmählich 
niedriger werdend und ist der Basalzahn derselben kurz oder auch gar nicht 
vorhanden; bei C. (Pseudoprocrustes) Hemprichi dagegen ist umgekehrt der 
apicale Zahn der inneren Lade der rechten Mandibel kurz, der basale aber 
kräftig und nach innen weiter vorragend; bei G. (Pseudoprocrustes) Saulcyi 
und Durvillei (Duponcheli) endlich sind beide Zähne der inneren Lade der 
rechten Mandibel gleichlang, der basale aber etwas schmäler als der api- 
cale. Aber es kommen auch Exemplare vor, bei welchen diese Zähne wahr- 
scheinlich durch langen Gebrauch gleichsam abgeschliffen sind und besteht 
der Unterschied in der Bildung der inneren Lade der rechten Mandibel 
darin, dass der Innenrand derselben bei G. Hemprichi dann parallel der 
Längsaxe der Mandibel geradlinig ist, bei G. praestigiator dagegen schief 
erscheint, indem die innere Lade zur Basis der Mandibel so niedrig wird, 
dass sie über den Innenrand derselben auch nicht vorragt. In den Gruppen 
Chaetomelas und Pseudoprocrustes erscheinen die usuell angenommenen Pro- 
crustes-Merkmale mit Car abus- Merkmalen gemischt. Bei den Arten der 
Pseudoprocrustes-Gru^e ist die Oberlippe dreilappig oder auch zweilappig, 
der Kinnzahn an seinem abgestutzten Ende ausgerandet oder schmal, oder 
endlich gegen die abgerundete Spitze allmählich verjüngt, die innere Lade 
der beiden Mandibeln ist aber nahezu gleichartig gebildet wie bei den mei- 
sten der als Garabus bezeichneten Formen. Die Chaetomelas- Gruppe stimmt 
umgekehrt hinsichtlich der Oberlippe und der Bildung des Kinnzahnes mit 
letzteren überein, dagegen erscheint die innere Lade der rechten Mandibel 
abweichend von der linken gebildet, indem die innere Lade der rechten 
Mandibel, wie bereits erwähnt, zur Basis ganz niedrig wird und daher im 
Ganzen schief erscheint wie bei Procrustes. G. (Chaetomelas) praestigiator 
stimmt hinsichtlich der Bildung seines Kopfes mit C. (Procrustes) impressus 
am meisten überein und, was sehr auffallend ist, auch hinsichtlich der Bil- 
dung des Forceps des Männchens; die Arten der Pseudoprocrustes- Gruppe 
aber, insbesondere G. Hemprichi, der wie auch Schaum (Ins. Deutschi. I. 1. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 66. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 39 

1856. p. 176. 13.) es hervorhebt, dem G. (Procrustes) Mulsantianus (aspe- 
ratus Muls.) täuschend ähnlich ist, schliessen sich dagegen dem letztgenann- 
ten Procrustes innigst an und ist auch der Forceps der Männchen dieser 
Arten so übereinstimmend gebildet, dass unwillkürlich an einen genetischen 
Zusammenhang gedacht werden muss. Daher glaubte ich diesen, überdies 
meistens als Carabus angesehenen, aber in Wirklichkeit mit Procrustes 
nächst verwandten, unzweifelhaften Uebergangsformen zwischen den bis in 
die neueste Zeit hinein so oft als generisch verschieden in Anspruch genom- 
menen Procrustes und Carabus durch Annahme eigener Gruppen Rechnung 
tragen zu müssen. Am wenigsten Widerspruch dagegen hätte ich erwartet 
von Ganglbauer, da in einer, ohne sein Wissen schwerlich zur Veröffent- 
lichung gekommenen, nicht genug zu beachtenden Zuschrift Ganglbauer 
(Berl. E. Z. 1884. p. 390.) sich in folgender, für die Entomologen im All- 
gemeinen gerade nicht sehr schmeichelhafter Weise äussert: «Die Entomo- 
logie ist mit Hecht in den Augen der wissenschaftlichen Zoologen in Folge 
der gedankenlosen Specieskrämerei in Misscredit gekommen. Dilettanten, 
die allerdings hoch zu Ross sitzen und ganz eigenthümlich erhaben über die 
Descendenztheorie, die allein wieder Geist in die descriptive Zoologie ge- 
bracht hat, aburtheilen, verstehen nichts Anderes als über prioritätsberech- 
tigte Namen, gute und schlechte Arten, Synonyme etc. zu hadern und da- 
bei von Zoologie so gut wie nichts. Welcher Zoologe kümmert sich darum 
um ihre Leistungen etc.» Um wenigstens in letzterer Hinsicht als Zoologe 
zu gelten, kümmert sich Ganglbauer um die Mittheilungen der Entomo- 
logen natürlich auch nicht; steht er ja wenigstens in seiner Meinung so hoch 
über diesen, kann aber schliesslich selbst nichts Anderes fassen - — als Syno- 
nymisches. Doch auch Synonymisches wäre dankbar entgegenzunehmen, 
wenn es nur irgend begründet wäre; in dieser Hinsicht hat aber kaum Je- 
mand so viele geradezu unglaubliche Fehler gemacht als gerade Gangl- 
bauer, was eine Erklärung findet in dem Dünkel, mit welchem Gangl- 
bauer, in gar zu grossem Bewusstsein seines eigenen wissenschaftlichen 
Werthes, herabsehen zu müssen glaubt auf die Leistungen der Entomologen, 
die seiner Meinung nach so gedankenlos sind, dass er sie durchaus igno- 
riren müsse, freilich auf die Gefahr hin, in den Augen dieser Entomologen 
jedenfalls nicht als einer «der wissenschaftlichen Zoologen» zu gelten, als 
welchen Ganglbauer sich selbst so erhaben über die Entomologen stellen 
zu müssen glaubt. Die paar Versuche, welche Ganglbauer bis jetzt ge- 
macht, Caraben- Gruppen zu charakterisiren, zeigen deutlich genug, dass 
sich Ganglbauer auch nicht einmal um Thomson's Arbeit «kümmert», und 
sind daher auch die von Ganglbauer gegebenen Charakteristiken in Wirk- 
lichkeit ganz ohne Verständniss zusammengestellte Phrasen, welche nicht 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 67. 4* 



40 AUGUST MORAWITZ, [t. XIH 

einmal genügend sind zur Erkennung der gemeinten Gruppe und daher auch 
zur Erkenntniss der verwandtschaftlichen Beziehnungen der Caraben abso- 
lut nichts beitragen. 

Bei der Untersuchung der Caraben, deren Artenzahl eine so grosse ist 
und deren verwandtschaftliche Beziehungen zu erschliessen, eigentlich erst 
Thomson den ersten Versuch gemacht, hat sich mir immer mehr und mehr 
die Notwendigkeit aufgedrängt, nächst verwandte, in gewissen Merkmalen 
übereinstimmende Caraben-Gruppen als mehr oder weniger kleine Abthei- 
lungen innerhalb der artenreichen Gattung Gardbus zusammen zu fassen. 
Eine solche Abtheilung innerhalb der Gattung Car abus bilden z. B. die 
Gruppen oder Untergattungen Platycarabus M or. (Platychrus Seidl.), Plec- 
tes Fisch. (Neoplectes Reitter 1887.), Tribax Fisch. (Platychrus Kol.), 
Damaster Kollar, Coptolabrus Sol., Acoptolabrus Mor. und Cychrocarabus 
(Ornithocephalus) Semenow, welche Abtheilung als Carabi tribacogenici 
bezeichnet werden kann; eine andere Abtheilung bilden die Garabi cecheno- 
genici mit Iniopachus Sol., Gechenus Fisch, (nee Solier et Seidlitz, quod 
subgenus Pseudocechenus Mor. (== Platychrus Thoms.) nominandum est) 
und Gathaicus Bates, worauf ich schon früher hingewiesen (cf. Adeph. 1886. 
p. 18. Anm. — p. 60.), und eine solche Abtheilung bilden auch die mit der 
Pr oerustes- Gruppe zunächst verwandten Gruppen, welche Abtheilung sich 
in folgender Weise charakterisiren liesse : 

Carabi proerustogenici. 

Strigae laterales oeeipitis distinetae, supra continuae. 

Gula distincte constrieta, plerumque seta nulla utrinque. 

Mandibulae apice parum ineurvae, externe rotundatae. 

Palpi labiales articulo penultimo setis pluribus plerumque biseriatis. 

Pronotum setis lateralibus nullis. 

Abdomen segmentis 3 — 5 plerumque seta nulla utrinque. 

Elytra saltern postice lateribusque asperato-tuberculata. 

Folgende Uebersicht der einzelnen Gruppen dieser Abtheilung dürfte 
die natürliche Verwandtschaft der hierhergehörigen Caraben zum Ausdruck 
bringen: 

I. Mentum planiusculum, sinu lato, semicirculari. 
Antennae articulo secundo quarto breviore. 
Gula plerumque puncto setigero utrinque. 
Mas tarsis anticis articulis quatuor subtus spongiosis. 

Caput validum vel validiusculum, fronte transversa, collo lato vel latiusculo, 

oculis plus minusve subtransversis, postice minus rotundatis. 
Clypeus apice emarginatus. 
Labrum lateribus fere parallelis. 
Mandibulae ad basim externe profundius emarginatae. 
Metathorax episternis transversis. 
Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 68. 



T. XHl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 41 

1. Pachystns Motsch. Bull. Mose. 1865. II. p. 294. (pro parte). — Melancarabus Thorns. 
Opusc. ent. VII. 1875. p. 674. — Mandibulae mala interiore recta dentibus aequalibus vel 
basali longiore. Mentum dente acute triangulari, marginato. Labrum apice emarginatum. 
Abdomen strigis ventralibus profundis, ad latera evanescentibus, vel tenuibus vix indicatis, 
vel omnino nullis, segmentis 3 — 5° saepius utrinque setigeris. 

II. Mentum medio ad dentem tuberculato-elevatum, sinu angusto. 
Antennae articulo secundo quarto aequali vel paulo longiore. 
Gula seta nulla utrinque. 
Mas tarsis anticis articulis tribus primis subtus spongiosis. 

A. Caput validum, fronte valde transversa, collo lato, oculis plus minusve sub- 

transversis, margine postico minus rotundatis. 
Clypeus apice emarginatus. 

Labrum lateribus fere parallelis vel antrorsum vix latius. 
Mandibulae ad basim externe profundius emarginatae. 
Metathorax episternis transversis. 

2. Procwsticus White. Ann. Nat. Hist. XV. 1845. p. 111. — Lamprostus Motsch. Bull. 
Mose. 1865. II. p. 297. (ex parte, [exclus. G. Hemprichi, 0. Ehreribergi et C. Brandti). — 
Carabus B. (groupe des Lamprostus) de la Brûlerie Ann. S. E. Fr. 1875. p. 113. (ex parte, 
exclus. C. Hemprichi, C.Saulcyiet C. Ehreribergi B r ûl. = praestigiator). — Tn&ascThoms. 
Opusc. ent. VIL 1875. p. 670. (ex parte, exclus. C. Hemprichi). — Mandibulae mala interiore 
recta, bidentata, rarius obsoleta. Mentum dente valido, late triangulari apice rotundato vel 
subtruncato, aut angustiore, apice obtuso et toto profunde sulcato. Labrum apice emargi- 
natum aut subtruncatum, interdum trilobatum. lobo medio brevissimo aut lobis lateralibus 
aequali. Abdomen strigis ventralibus bene expressis, ad latera evanescentibus aut nullis et 
solum interdum indicatis, segmentis 5° vel etiam 4 e et 3° interdum puncto setigero utrinque 
instructis, plerumque nullo. 

B. Caput minus validum, fronte et collo minus latis, post oculos subrotundos 

distinctius constrictum. 
Clypeus apice subtruncatus. 
Labrum antrorsum distinctius dilatatum. 
Mandibulae externe ad basim obtusius emarginatae. 
Metathorax episternis fere quadratis. 

3. Proernstes Bonelli Mém. de l'Ac. d. se. de Turin. 1811. p. 39. — Carabus C. (sous-genre 
Procrustes) de la Brûl. Ann. S. E. Fr. 1875. p. 120. — Mandibulae mala interiore inaequali, 
sinistra recta bidentata, dextra obliqua dente apicali magis producto, basali saepe obsoleto 
vel nullo. Mentum dente lateribus fere parallelo, apice lato, truncato vel emarginato. 
Labrum apice plerumque trilobatum, rarius emarginatum. Abdomen strigis ventralibus 
bene expressis ad latera evanescentibus vel usque ad latera productis aut omnino nullis ; 
segmentis 3 — 5 punctis setigeris nullis. Antennae articulo primo puncto setigero nullo 
(Procrustes s. str. Thomson Opusc. ent. VIL 1875. p. 634.) aut, ut apud omnibus aliis, 
puncto setigero Jinstructo vel rarissime etiam nullo (Procrustes 2 me section de la Brûl. 
1. c. — Macrogenus Motsch. Bull. Mose. 1846. IL p. 398. — Chaetomelas Thoms. Opusc. 
ent. VII. 1875. p. 635. (ex parte vel tota parte?). — Sphodristus F au vel Rev. d'Entom. 
m. 1884. p. 294). 

4. Psendoprocrnstes Mor. Adeph. I. 1886. p. 8. — Lamprostus Motsch. et de la Brûl. ex 
parte. — Tribax Thomson ex parte. — Mandibulae mala interiore recta, dentibus fere 
aequalibus vel basali longiore vel omnibus obsoletis, tum mala interne directa. Mentum 
dente latiusculo apice emarginato vel angusto longitudinaliter sulcato aut antice angustato, 
apice subrotundato; lobis lateralibus planis externe rotundatis et marginatis. Labrum 
emarginatum, interdum trilobatum. Abdomen strigis ventralibus profundis, usque ad latera 

Bulletin N. S. I (XXXm) p. 69. 



42 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

productis et in sulcum lateralem exeuntibus; segmentis 3 — 5 punctis setigeris nullis, raris- 
sime 5° vel etiam 4° puncto setigero. 
5. Ciiaetomclas Thorns. Opusc. ent. VII. 1875. p. 634. (ex parte). — Lamprostus de la Brûl. 
(ex parte). Mandibulae elongatae mala interiore inaequali, sinistra recta bidentata, dextra 
obliqua dente apicali magis producto, basali minimo, obsolete velnullo. Mentum dente (sec. 
Thomson) lato aut angusto, longitudinaliter sulcato, apice rotundato. Caput angustius, 
fronte fere quadrata, labro bilobo. Abdomen strigis ventralibus bene expressis, ad latera 
evanescentibus, segmentis 3 — 5 punctis setigeris utrinque unico vel duobus. 

Die Carabi procrustogenici und die Carabi tribacogenici sind vielleicht 
nächst verwandte Gruppenconiplexe, und könnte die eine von de la Brûle- 
rie als flache Varietät des G (Chaetomelas) praestigiator ÇEhrenbergi Brûl.) 
aufgefasste Form vom Dshebel-Sannin und auch von Géhin als Varietät 
dieses de la Brûlerie'schen C. Ehrenbergi angesehene und als var. Piochardi 
bezeichnete Form ein wirkliches Bindeglied sein. Nach Ganglbauer (Soc. 
ent. II. 1887. p. 2.) erinnert diese mir nicht bekannte Form, welche nach 
ihm «eine selbstständige Art bilden dürfte, habituell an Tribax (Fleetes) pon- 
ticus», aber leider theilt Ganglbauer sonst gar nichts über diese allgemein 
unbekannte Form mit, nicht einmal zu welcher Gruppe sie gehört, nament- 
lich auch nicht, ob es eine Art ist, welche dem de la Brûlerie'schen G. 
Ehrenbergi, = praestigiator, trotz des abweichenden, an Tribax erinnernden 
Habitus dennoch so nahe verwandt ist, dass sie, wenn auch speeifisch ver- 
schieden, wenigstens zu derselben Gruppe zu ziehen sei. Ob Sphodristus 
acuticollis Motsch. zu den proerustogenen Caraben zu ziehen sei, bleibt zu- 
nächst unerwiesen; er scheint unzweifelhafte Beziehungen zu Thomson's 
Untergattung Sphodristus zu haben, welche in neuerer Zeit Sphodristocara- 
bus genannt wird, und wird diese Gruppe im System zwischen den proeru- 
stogenen und tribacogenen Caraben vorläufig die beste Stellung haben, wäh- 
rend andrerseits an Pachystus sich Lipaster (Lamprocarabus) anschliessen 
dürfte. 

Ein Blick auf die vorstehende Zusammenstellung der proerustogenen 
Caraben zeigt, dass die Gruppen in verschiedener Weise von einander ab- 
weichen. Von den übrigen am meisten differenzirt erscheint die Pachystus- 
Gruppe, während die andern durch eine Anzahl gemeinsamer Merkmale zu 
der genannten Gruppe gewissermaassen einen Gegensatz bilden. Aber in 
anderen Charakteren stimmen die Gruppen PacJiystus und Procrusticus mit 
einander überein und stehen, wenn man diese Merkmale voranstellen wollte, 
zusammen wiederum in einem Gegensatz zu den drei anderen Gruppen, 
welche letzteren auf's Innigste mit einander verwandt sind, obgleich zu den 
Gruppen Pseudoprocrustes und Chaetomelas solche Arten gehören, welche 
sogar ganz allgemein als genuine Caraben angesehen worden sind, und ist 
ihre nächste Verwandtschaft mit der Procrustes- Gruppe wohl nur deshalb 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 70. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 43 

ganz allgemein verkannt worden, weil Gewicht gelegt wurde auf angeblich 
generische, in Wirklichkeit aber ganz unwesentliche, zum Theil sogar bei 
ein und derselben Art variable Merkmale. Wenn ich den Namen Procrusti- 
cus für die unter diesem Namen aufgeführte Caraben- Gruppe jetzt definitiv 
annehme, nachdem ich (Adeph. I. 1886. p. 46.) schon früher die Zugehörig- 
keit des Procrusticus Paiafa zu dieser Gruppe als wahrscheinlich hinge- 
stellt, so geschieht es, weil unterdessen Haury (Stett. E. Z. 1887. p. 284 — 
290 cum tabula.) den mir leider noch immer unbekannten G. (Procrusticus) 
Paiafa offenbar sehr gut abgebildet, und kann über die systematische Stel- 
lung dieser Art nach der in der Abbildung deutlich angegebenen Oberlippe, 
welche nach vorn nicht erweitert ist, und desgleichen nach der ganzen Con- 
figuration des Kopfes, an welchem die Augen klein und nur schwach gewölbt 
erscheinen, kein Zweifel obwalten, dass diese Art wirklich zu derselben 
Gruppe gehört, wie C. robustus und Verwandte. A. a. 0. habe ich mich auch 
gegen die Identificirung von G (Sphodristus) actäicoUis und C. (Procrusticus) 
Paiafa ausgesprochen, welcher Ansicht sich auch Kraatz (Deutsch. E. Z. 
1887. p. 145.) nachträglich angeschlossen, was aber Ganglbauer (Deutsch. 
E. Z. 1887. p. 146 — 147.) trotzdem sogleich «korrigiren» zu müssen glaubte, 
wobei er seine absolut irrigen Angaben, über die angebliche Identität der 
genannten beiden Caraben überdies mit dem Schluss versehen zu müssen 
glaubte: «Mit dem Vorliegenden sind auch die von M or a wit z ausgesproche- 
nen Vermuthungen über Sphodristus und Procrusticus widerlegt». Haury 
indessen, der sich, in Uebereinstimmung mit mir, gleichfalls gegen die Iden- 
tität der beiden genannten Caraben ausspricht, verweist aber trotzdem, um 
seine freundschaftlichen Beziehungen nicht zweifelhaft zulassen, auf G an gl- 
bauer's Aufsatz, indem er mittheilt, dass er ihn «bis auf dessen Schluss, 
vollinhaltlich unterschreibe», was doch jedenfalls schon mehr als diploma- 
tisch ist. Haury's Abbildungen sind vortrefflich, seine Beschreibungen 
aber leider nicht so, und muss man nur staunen, wenn Haury (1. c.p. 287.) 
das Kopfschild als Stirn bezeichnet, die Stirn dagegen als Scheitel, die Kie- 
fertaster als dreigliederig und die Lippentaster als zweigliederig angibt u. 
s. w., und wenn man daher seine Beschreibungen ab und zu nicht versteht, 
so kann es nicht zweifelhaft sein, wem die Schuld dabei zuzuschreiben ist. 
Ganglbauer (Stett. E. Z. 1887. p. 339—343.) bespricht gleich darauf 
von Neuem Procrusticus Paiafa und Sphodristus acuticollis, indem er durch 
Körnchen, die er bei beiden verfolgt, wenn auch nicht mehr die Identität, 
so 'doch wenigstens «die nahe Verwandtschaft der beiden Arten eingehend 
erörtern» möchte, «da dieselbe von Haury negirt wird». Ganglbauer's (1. 
c. p. 343.) auf diese Körnchen basirte, schliessliche «Vermuthung, dass 
Paiafa und acuticollis wahrscheinlich noch durch Zwischenformen verbunden 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 71. 



44 AUGUST II OR AWITZ, [t. XIII 

sind, beweist indessen nur, dass ihm das Verständniss für Gruppenmerkmale 
noch vollständig abgeht. Denn obgleich «Pr. Paiafa die Charaktere von Pro- 
crustes, denen man früher generischen Werth beilegte, in hohem Grade aus- 
gebildet» zeige, wie Ganglbauer (1. c. p. 339.) merkwürdigerweise behaup- 
tet, so scheint bei G (Procrusticus) Paiafa, mit Ausnahme der drei rund- 
lichen Lappen an der Oberlippe, was ja auch bei andern Caraben hin und 
wieder vorkommt, und daher ganz irrelevant ist, trotz Ganglbauer's Be- 
hauptung, gar nichts mit der Procrustes-Gru^ipe Uebereinstimmendes vor- 
handen zu sein, und wie wenig Ganglbauer die für die Procrwsfes-Gruppe 
angegebenen Merkmale kennt, geht aus seiner Schilderung der Mandibeln 
von Pr. Paiafa und Sphodristus acuticollis deutlich genug hervor. «Die star- 
ken Mandibeln zeigen, nach Ganglbauer (1. c. p. 340.), «bei beiden einen 
kräftigen Basalzahn (processus Thomson), der von dem Basalzahn über- 
deckte, in zwei divergirende Spitzen getheilte, Mahlzahn, (innere Lade oder 
dens basalis Thomson) der linken Mandibel ist in derselben Weise unsym- 
metrisch entwickelt, indem seine hintere Spitze viel mehr verlängert ist als 
die vordere». Dass es bei Procrustes auf die Bildung der inneren Lade der 
rechten Mandibel ankommt, was Thomson überdies ganz besonders her- 
vorhebt und als wesentlichstes Merkmal für Procrustes in den Vordergrund 
stellt, darum hat sich Ganglbauer wieder einmal nicht gekümmert und 
gibt er daher auch überhaupt gar nichts über den Bau der inneren Lade 
der rechten Mandibel an. Nichtsdestoweniger kann mit voller Sicherheit 
behauptet w r erden, dass G Paiafa und G acuticollis nicht nur nicht identisch 
sein können, sondern auch nicht einmal zu ein und derselben Gruppe ge- 
hören, wenn man nur beim Suchen nach übereinstimmenden Körnchen 
nicht die hauptsächlichsten Unterschiede, wie es Ganglbauer thut, voll- 
ständig übersieht. Meinen Ausspruch, dass sich Ganglbauer in die Caraben 
noch nicht recht hineingearbeitet zu haben scheint (cf. Adeph. I. 1886. 
p. 52.), muss ich leider auch jetzt noch als durchaus begründet aufrecht 
erhalten, wobei allenfalls nur der Zusatz «zu haben scheint» angefochten 
werden kann. 

Zur Procrusticus-Grwp-pe gehören auch G Galleyi und C. torosus, hin- 
sichtlich deren Deutung Ganglbauer (Soc. ent. II. 1887. p. 2.) meine 
Angaben gleichfalls «korrigiren» zu müssen glaubte, wobei er ausserdem 
noch mittheilt, er «werde an anderer Stelle die Synonymie der in diese 
Gruppe gehörigen Arten feststellen». Aber dieses ist trotzdem bis jetzt nicht 
geschehen, und hat sich auch diese Ganglbauer'sche Ankündigung in gleicher 
"Weise als illusorisch erwiesen, wie alle andern. Ich hätte natürlich gern 
eine Begründung gesehen von Ganglbauer's zur Zeit völlig unmotivirten 
Behauptungen, da das Deuten der gewöhnlich ungenügenden Beschreibungen 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 72. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 45 

und der meist wenig befriedigenden Abbildungen aus alter Zeit immerhin 
in verschiedener Weise geschehen kann, namentlich wenn zufälligerweise 
ein aberrantes Exemplar beschrieben oder abgebildet worden ist. In einem 
solchen Falle ist ja oft genug nur dann eine Deutung mit voller Sicherheit 
möglich, wenn wieder genau solch ein Exemplar zur Beobachtung kommt, 
wie das in der Beschreibung, resp. Abbildung dargestellte. Das von Fischer 
(Entomogr. Ross. II. 1823. p. 96. t. 34. f. 2.) als Carabus Galleyi be- 
schriebene Exemplar ist aber ein normales und trotzdem behauptet Gangl- 
bauer, der G Galleyi Fisch, «ist ohne Frage die von Faldermann be- 
schriebene Varietät Boschniaki des C. Stjernvatti Mannerh.»! Hinsichtlich 
dieses Ganglbauer'schen apodictischen Ausspruches unterliegt es aber gar 
keinem Zweifel, dass Ganglbauer ohne Frage wieder einmal weder 
Fischer's, noch auch Faldermann's Angaben über die betreffenden For- 
men, noch auch die betreffenden Caraben mit diesen Angaben überhaupt 
verglichen. Die Form, welche ich als G. Galleyi ansehe, ist ganz ohne Zwei- 
fel die Fischer'sche Art und ich kann dies mit aller Bestimmtheit sagen, 
da die von Ménétriés (Cat. rais. 1832. p. 109. 348.) im Talyschgebirge 
gesammelten Exemplare von Fischer selbst als G. Galleyi bestimmt worden 
sind, und auf diese Form treffen auch alle Fischer'schen Angaben zu, aber 
absolut gar nicht auf Faldermann's G Boschniaki. Faldermann (Faun, 
transcauc. III. 1838. p. 21.), der als G Galleyi fälschlicherweise den G 
prasinus aufführt, scheint Veranlassung dazu gegeben zu haben, dass G. 
prasinus auch von Thomson (1. c. p. 671.) und Kraatz (Deutsch. E. Z. 
1879. p. 30. 6. — p. 385.) unter dem Namen G Galleyi aufgeführt worden 
ist. G Galleyi ist übrigens den grossen, als G Renardi von Chaudoir 
(Enum. Carab. 1846. p. 83.) beschriebenen Exemplaren des G. prasinus 
sehr ähnlich, indessen sicher specifisch verschieden durch die tiefen, scharf 
markirten Sulci ventrales und durch die dichte Punktirung der Flügeldecken, 
auf welchen die Punkte wahrscheinlich nie regelmässig gereiht sind, und auf 
welchen auch nur selten keine geglätteten Längsstriemen, meist aber als 
solche wenigstens die drei Costallimes, oder auch noch ein bis vier Inter- 
costallimes mehr oder weniger deutlich hervortreten, wie solche vier Striemen 
auch in Fischer's Abbildung der Flügeldecke des G Galleyi deutlich 
sichtbar sind. Auf den glatten Costallimes treten hin und wieder gegen die 
Flügeldeckenspitze zu einzelne feine Körnchen auf. Bei G Boschniaki sind 
die Flügeldecken, wie bei allen andern Varietäten des C. Stjernvalli, auf 
der Scheibe gewöhnlich ganz glatt, die hier nur bisweilen auftretenden 
Punktstreifen sind immer sehr fein, zwischen dem wenigstens hinten deut- 
lichen Nahtstreifen und dem ersten Costallimes sind nur drei solcher Punkt- 
streifen vorhanden und zwischen je zwei Costallimes vier, im Ganzen also 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 73. 



46 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

die gewöhnlichen fünfzehn regelmässigen Punktstreifen, welche durch sehr 
breite, gleichartige Zwischenräume oder Limes von einander in deutlichster 
Weise geschieden sind, und erscheinen die Costallimes, namentlich der 
dritte, wenigstens hinter der Mitte immer mit grossen Grübchen versehen, 
in welchen sich je ein grobes Höckerchen befindet. Wie Ganglbauer den 
in Sculptur der Flügeldecken so verschiedenen Fischer'schen Carabus 
Calleyi auf G. Stjernvalli hat deuten können, ist darnach ganz unverständ- 
lich, da bei G. Calleyi die Punkte so dicht sind, dass sie an den Stellen, wo 
sie gereiht auftreten, eine doppelt so grosse Anzahl von Punktreihen auf- 
weisen. Auch erscheint der Seitenrand des Halsschildes in der von Fischer 
mitgetheilten Abbildung des C. Calleyi gewulstet und nicht abgeflacht; hätte 
dem Zeichner ein G. Boschniaki vorgelegen, so hätte er nicht einen solchen 
Wulst zeichnen können, da ein solcher bei letzerer Form garnicht vor- 
handen ist, sondern der Zeichner hätte die nach hinten breit abgeflachten 
Seiten des Halsschildes dieser Form doch wohl zur Darstellung gebracht. 
Zetter, der in damaliger Zeit die meisten der von Fischer und Falder- 
mann veröffentlichten Tafeln angefertigt, war übrigens ein sehr mittel- 
mässiger Zeichner, und sind die von ihm gelieferten Abbildungen ziemlich 
schablonenhaft, namentlich glaubte Zetter das Halsschild eines Caràbus 
nie herzförmig genug darzustellen. Auf derselben Tafel, auf welcher 
C. Calleyi dargestellt ist, erscheint z. B. auch C. maeotis Fisch. (= mingens 
Dej.) mit starker Ausbucht vor den nach aussen vorgezogenen, spitzen 
Hinterecken des Halsschildes, was überhaupt bei keiner Pachystus-Form 
vorkommt, und als Zetter's Gewohnheit bei Beurtheilung solcher Figuren 
nicht unberücksichtigt bleiben darf, ebenso wie Fischer's Gewohnheit, fast 
jeden Carabus in seinen Beschreibungen mit «thorace lyrato, lyriforme, 
cordato oder cordiforme» auszustatten. Das dürfte genügend sein, um 
Ganglbauer's Widerspruch hinsichtlich der Deutung des G. Calleyi 
geradezu als leichtfertig zu bezeichnen. 

Kraatz (Deutsch. E. Z. 1876. p. 142. — 1879. p. 30.5.) hat, durch 
die Sculptur der Flügeldecken irre geleitet, die letztgenannte Art, den 
G. Calleyi nämlich, als G. torosus aufgeführt. Carabus torosus, der eben so 
wie der von Ménétriés (Bull. d. l'Ac. Imp. d. sc. d. St. P. I. 1836. p. 149.) fast 
gleichzeitig beschriebene C. Bonplandi fälschlicherweise als aus der euro- 
päischen Türkei stammend angegeben ist, stimmt nach der von Frivaldszky 
(A' Magyar tudös. 1835. t. 5. f. 2.) gegebenen Abbildung eines Weibchens 
von 37 mm. Länge in der Grösse und dem ganzen Habitus mit einzelnen 
Exemplaren dieser sehr veränderlichen, unter dem Namen Bonplandi (Spi- 
nolae) in den Sammlungen jetzt zahlreich vorhandenen Art durchaus überein, 
und da eine andere kleinasiatische, gewöhnlich gleichfalls grün oder kupfrig 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 74. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 47 

metallglänzende Procrusticus-Art, nämlich G. robustus Dey r., nachGilnizki 
(Rev. et Mag. d. Zool. 1872. p. 474.) hin und wieder auch dunkel blau 
oder schwarz gefärbt erscheint, so halte ich es für durchaus sicher, dass 
G torosus nichts Anderes ist als ein aberrantes schwärzliches Weibchen 
des G. Bonplandi, wenn mir auch ein solches ungewöhnliches Exemplar, 
wie es Frivaldszky bekannt gemacht, noch nicht zu Gesicht gekommen. 
Mir liegt aber von G. Bonplandi ein Männchen vor, welches in der Form 
des Halsschildes, das nach vorn ganz auffallend verjüngt ist, fast genau mit 
der citirten, von Frivaldszky gegebenen Abbildung übereinstimmt; bei 
einem andern Männchen sind die Flügeldecken in ähnlicher Weise punktirt, 
wie bei dem Frivaldszky'schen Exemplar, und es treten auf denselben in 
deutlichster Weise die Costallimes als drei glatte Längsstriemen hervor. 
Das von Frivaldszky abgebildete Weibchen ist ein in der Sculptur der 
Flügeldecken noch mehr abweichendes Stück des G Bonplandi, indem 
zwischen den drei, als geglättete Striemen hervortretenden, Costallimes in 
ähnlicher Weise auch noch drei Intercostallimes auftreten, ganz so wie es 
bei Exemplaren des G Calleyi auch vorkommt. Wenn Ganglbauer (Soc. 
cat. IL 1887. p. 2.) behauptet: «C. torosus Kraatz ist gewiss die Fri- 
valdszky'sche Art», so bleibt mir das «unverständlich», da Kraatz seinen 
G torosus einfarbig schwarz bezeichnet und ihm einen breiten queren 
Thorax zuschreibt, während der Frivaldszky'sche G torosus metallisch ist 
und ein eher als schmal zu bezeichnendes Halsschild aufweist. Kraatz's 
Vermuthung, dass seine Exemplare von Frivaldszky stammen, ist schon 
deshalb unwahrscheinlich, weil Frivaldszky, wie aus den angegebenen 
Maassen hervorgeht, offenbar nur ein einzelnes Weibchen gekannt, über 
welches er in ungarischer Sprache folgende Angaben macht: «Länge 
1 Zoll 1 Linie, Breite 6 Linien. Kopf schwarz, gross, nach vorn gestreckt, 
die Mitte der Stirn leierförmig erhöht, an beiden Seiten neben den Augen 

eingedrückt Halsschild schwarz, herzförmig, in der Mitte nach dem 

Kopfe zu convex, am Vorderrande eingesäumt und gekerbt, hinten nieder- 
gedrückt und punktirt und fast gerade abgeschnitten, die Seiten aufgebogen, 
hinten zwei stumpfe in's Blaugrüne spielende Zipfel bildend .... Flügel- 
decken convex, schwarz, l'/ 2 mal breiter als das Halsschild, elliptisch, fein 
punktirt mit feinen Längslinien, .... die Ränder aufgebogen dunkel blau- 
grün glänzend » 

Aus einem Vergleich dieser Frivaldszky'schen Angaben mit den von 
Kraatz über seinen G torosus gemachten, leider auch wenig befriedigenden 
Bemerkungen ist es doch wohl durchaus sicher, dass die von Kraatz als 
G torosus aufgeführte Art nicht identisch sein kann mit der von Fri- 
valdszky beschriebenen. Marseul (Abeille. XIX. 1880. p. 124.178.) repro- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 75. 



48 AUGUST MORAWITZ, [t. XIII 

ducirt in französischer Sprache, obgleich er einzig und allein «Frivald. 
Maggyar. II. 252.» citirt, Wort für Wort die von Kraatz über seinen 
G torosus gemachten Angaben und erweckt so den Glauben, als wären diese 
Angaben Frivaldszky entlehnt, obgleich nicht ein Wort zu Frivaldszky's 
Angaben passt, nur bezieht Mar seul überdies zum Schluss irrigerweise auf 
G chalconotus die Angaben, welche Kraatz zum Unterschiede von diesem 
über G. torosus mitgetheilt. Die von Sacher (Wien. E. M. 1860. p. 145.) 
gemachte Angabe, dass G. torosus zur Gruppe des C. graecus, mingens und 
hungaricus gehöre, hat vielleicht Géhin (Cat. d. Carab. 1885. p. 7.io.) ver- 
anlasst, diesen falschen G. torosus nach einem männlichen Exemplar von 
Diarbekir als Pachystus procrustoides als neue Art zu beschreiben, doch 
sind Géhin's Angaben sehr dürftige, und wenn auch in denselben absolut 
nichts vorhanden, was nicht auf G. Galleyi bezogen werden kann, so spricht 
doch Géhin's (1. c. p. XIII.) Angabe, class die Männchen aller von ihm als 
Pachystus angesehenen Arten «ont quatre pulvilli aux tarses antérieurs», 
gegen eine solche Deutung, wenn nicht Géhin, was bei ihm leider nur zu 
oft vorkommt, auch in diesem Falle seine angeblich neue Art falsch ein- 
gereiht, wie ja überhaupt die Pachystus- Gruppe bei Géhin die allerdifferen- 
testen Caraben enthält, da er ja auch G glabratus, cribratus, bessarabicus 
und Mniszechi hinzugezogen. Vermuthungen auszusprechen über beschrie- 
bene Formen, namentlich wenn über dieselben Jahre lang sonst von keiner 
Seite Mittheilungen gemacht worden sind, wird man Denjenigen gestatten 
müssen, die sich mit den betreffenden Gruppen einigermaassen vertraut 
gemacht. Denn selbst, wenn solche Vermuthungen sich nicht bewähren 
sollten, so regen sie doch Diejenigen, denen solche mangelhaft beschriebene 
und daher zweifelhaft gebliebene Formen aus Autopsie bekannt sein sollten, 
zu Mittheilungen an, wenn auch leider meistens nur dann, wenn sie glauben, 
solchen Vermuthungen widersprechen zu müssen. Da aber der von Fri- 
valdszky abgebildete G. torosus gar keine habituelle Aehnlichkeit hat mit 
G. prasinus {Galleyi Kraatz), mit welchem Kraatz seine Art vergleicht, 
so unterliegt es keinem Zweifel, dass auch hinsichtlich des G torosus sich 
Ganglbauer offenbar nicht die Mühe gegeben, die Frivaldszky'sche 
Originalbeschreibung und Abbildung auch nur anzusehen, sondern sich wahr- 
scheinlich mit Marseul's Abeille begnügt. Ueber diese Abeille hat Kraatz 
(Ent. Monatsbl. II. 1880. p. 113 — 116.) übrigens eingehend berichtet, 
leider aber nicht bemerkt, dass die Reproduktionen nicht immer der ange- 
gebenen Quelle entsprechen, wodurch schliesslich nur dem Irrthum Vor- 
schub geleistet wird. 

Damit habe ich alle Ganglbauer'schen angeblichen Correcturen in 
extenso besprochen und stimme ich der früher von Kraatz (Ent. Monatsbl. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 76. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 49 

IL 1880. p. 114. Anm.) ausgesprochenen Ansicht bei, dass es hin und wieder 
leider eine nicht zu umgehende Notwendigkeit ist, aufzutreten gegen 
Solche, die «mit grösster Oberflächlichkeit gegen die Wissenschaft vorgehen», 
— wenn es auch nur die entomologische ist. Es ist aber sehr bezeichnend 
für die jetzige Zeit, dass die Jungen, im Bewusstsein ihres hohen Stand- 
punkts, geradezu wegwerfend über die Entomologen im Allgemeinen glauben 
reden zu müssen, dabei aber leider ausser Acht lassen, dass ohne descriptive 
Entomologie eine wissenschaftliche Entomologie gar nicht denkbar ist, und 
dass es ihnen selbst auch gar nicht einmal leicht fällt, in dieser Hinsicht 
brauchbare Mittheilungen zu machen. Ein solcher unglaublicher Dünkel 
gegenüber den von ihnen wo möglich auch «Entomographen» Genannten ist 
aber geradezu lächerlich, denn es ist schon seit Latreille, dem hervor- 
ragendsten Entomologen oder Entomographen der alten Zeit, auch in der 
Entomologie das Bestreben zur Geltung gekommen, die natürliche Verwandt- 
schaft der Arten darzulegen, das Ziel ist auch nach Darwin kein anderes 
geworden, und der seit alter Zeit von den Systematikern gebrauchte Aus- 
druck «Verwandtschaft» bei Erörterung einander nahe stehender Arten ist 
doch gewiss eben so wenig zufällig, wie der von «Familie» u. s. w. Die 
Jungen sollten doch H. Milne-Edwards's (Leçons sur la phys. et l'anatom. 
compar. 1. 1857. p. 8.) Ausspruch beherzigen: «Chaque question s'est mûrie 
lentement; et si c'est pour tous une tâche ingrate et fastidieuse que de 
rappeler la longue série des opinions fausses ou incertaines dont elle a pu être 
l'objet, c'est au contraire une oeuvre utile et pleine de charmes (au moins 
pour celui qui l'entreprend) que de montrer comment la lumière s'est faite. 
En voyant la manière dont la science s'est constituée et a grandi peu à 
peu, on en saisit mieux l'esprit et les méthodes; on apprend à connaître les 
hommes aussi bien que les choses, et l'on s'inspire d'un juste respect pour 
les travaux des investigateurs de la Nature, lors même que les fruits de 
leur labeur n'auraient pas encore apparu ; car dans cette étude on rencontre 
maints exemples de faits qui, restés longtemps stériles et négligés, sont 
devenus tout à coup le germe d'une grande découverte lorsque le moment 
était arrivé pour en comprendre la portée, et qu'un homme de génie était 
venu y apposer son cachet». 

Ueber das was Ganglbauer als Gattungen unter den Caraben annimmt 
in's Klare zu kommen, ist ein ziemlich vergebliches Bemühen. Gangl- 
bauer (Deutsch. E. Z. 1886. p. 305.) gab eine Revision der kaukasischen 
Fleetes- oder Trïbax- Arten «ein Bruchstück einer für die Annalen des k. k. 
naturhistorischen Hof-Museums in Wien bestimmten umfangreichen Revision 
der gesammten paläaretischen Arten der Gattungen Calosoma, Carabus, 
Procrustes und Procerus, die ich», wie es Ganglbauer hervorhebt, «hoffent- 

Bulletia N. S. I (XXXIII) p. 77. 



50 AUGUST MORAWITZ, [T. XIII 

lieh ini Laufe dieses Jahres zum AbscMuss bringen werde». In dieser Arbeit 
entscheidet sich Ganglbauer (1. c. p. 306.) zweifelhaft, «ob als Gattung 
oder Untergattung» für den von Fischer gegebenen Namen Tribax, denn 
«ohne Frage ist der Name Tribax gegenüber Plectes prioritätsberechtigt». 
Ganglbauer führt aber die dazu gehörigen Arten mit Hinweglassung des 
Gattungsnamens Carabus als Tribax auf, erkennt also trotz seiner Zweifel- 
haftigkeit Tribax thatsächlich als Gattung an. Umgekehrt führt Gangl- 
bauer (Deutsch. E. Z. 1886. p. 374.) «die spanisch-portugiesischen Hadro- 
carabus» ohne Ausnahme als Carabus an, dann spricht Ganglbauer (Soc. 
ent. II. 1887 p. 1.) von Procrustes-, Chaetomelas- und Lamprostus-Arten, 
wobei die Namen dieser einander coordinirt genannt werden und nennt aus- 
drücklich (1. c. p. 2.) Tribax Thoms. non Fisch. = Lamprostus Motsch. 
«Gruppe»; ferner führt Ganglbauer (Deutsch. E. Z. 1887. p. 130.) «die 
Arten der Sphodristocarabus-Grxip-pe» wieder mit Hinweglassung des Gat- 
tungsnamens Carabus als Sphodristocarabus auf und in seiner neuesten 
Arbeit, welche mir erst während des Drucks dieses Artikels zugekommen, 
werden von Ganglbauer (Deutsch. E. Z. 1888. p. 383.) Chaetocarabus und 
Melancarabus als Untergattungen von Carabus, dagegen Procrustes als 
selbstständige Carabus gleichwerthige Gattung angesehen. Doch vorher 
machte Ganglbauer (Stett. E. Z. 1887. p. 343.) die Mittheilung: «Pro- 
crustes coriaceus bildet mit dem monotypen Banoni Dej. und dem in der 
Flügeldeckensculptur sehr variablen Chevrolati Crist, eine Artgruppe, die 
sich durch den Mangel einer Seta an der Spitze des ersten Fühlergliedes 
von allen übrigen Artgruppen der Caraben unterscheidet». Dass die 
genannten Procrustes auf dem ersten Fühlergliede keine Seta haben, wird 
von Ganglbauer, wie es doch den Anschein hat, als etwas Neues und 
zwar als seine eigene neueste Entdeckung mitgetheilt. Indessen de la Brû- 
ler ie (Ann. S. E. Fr. 1875. p. 121.), der zuerst die Abwesenheit der Borste 
auf dem ersten Fühlergliede bei Procrustes coriaceus constatirt und im 
Gegensatz zu diesem die Anwesenheit derselben bei Pr. impressus und Pr. 
anatolicus hervorgehoben, sah ja vor mehr als einem Decennium gerade 
darin bereits «l'indice d'une transition» zwischen Carabus und Procrustes, 
«et c'est là une des raisons qui me conduisent à n'attribuer à la division des 
Procrustes qu'une valeur subgénérique», und auch Thomson (Opusc. ent. 
VII. 1875. p. 634.) führt an, dass bei Procrustes s. str. «antennae articulo 
l:o puncto setigero nullo» seien. Ja, sogar Géhin (Cat. d. Carab. 1885. 
p. XL) theilt die Procrustes in Gruppen, indem bei einem Theil der Arten 
das erste Fühlerglied oder «scape non sétigère» sei, bei andern aber «avec 
un pore portant une soie», und führt Géhin (1. c. Note 1.) von letzterem 
Merkmal ausdrücklich an «ce caractère se retrouvant dans tous les groupes 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 78. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 51 

suivants, il n'en sera plus fait mention», nur dass Géliin irrigerweise zu 
den Arten, deren erstes Fühlerglied ohne Borste angegeben worden, auch 
den ihm unbekannt gebliebenen Pr. talyschensis, und, wie bereits erwähnt, 
auch Pr. Buponcheli Barthél. hinzuzieht und endlich wahrscheinlich durch 
die Aehnlichkeit mit dem nach Ganglbauer monotypen Pr. Banoni veran- 
lasst, vielleicht ohne Untersuchung, auch den Pr. anatolicus, bei welchem 
schon de la Brûlerie die Anwesenheit der Borste auf dem ersten Fühler- 
gliede ausdrücklich hervorgehoben. Oder hat Géhin von diesen Arten 
wirklich nur solche Exemplare gehabt, bei welchen die Borste des ersten 
Fühlergliedes und auch der entsprechende Porus abnormerweise nicht 
vorhanden waren? Denn eben so, wie bei den Arten der Pachystus- Gruppe 
die Gularborsten (cf. M or. Adeph. I. 1886. p. 20.), welche sonst doch 
ziemlich constant vorhanden oder nicht vorhanden zu sein scheinen, könnte 
ja auch die Fühlerborste bei einzelnen Arten der Procrustes-Gru^e variable 
sein, was unzweifelhaft festzustellen jedenfalls von Interesse wäre, und wäre 
dies ein Beweis mehr dafür, dass diesen Borsten keine garzu grosse Bedeu- 
tung beigelegt werden dürfe. Bei dem von Ménétriés als Procrustes taly- 
schensis beschriebenen Weibchen ist auf dem ersten Gliede des linken Füh- 
lers weder eine Borste vorhanden, noch auch die Spur eines Porus zu sehen, 
während das erste Glied des rechten Fühlers einen solchen Porus hat, und 
wird es daher wohl richtig sein, die Arten der Procrwsfes-Gruppe in einer 
Gruppe zu belassen und nicht eine Spaltung zu versuchen nach der An- 
oder Abwesenheit der Borste auf dem ersten Fühlergliede, wie es Gangl- 
bauer (Stett. E. Z. 1887. p. 343.) für gerechtfertigt zu halten scheint. 
Die proern stogenen Garaben sind überhaupt hinsichtlich der Variabilität der 
Borsten die interessante Abtheilung der Caraben. Denn dass die Borsten 
des 3 — 5ten ventralen Abdominalringes bei den Arten der Pachystus-GrwpTpe 
bald vorhanden sind, bald aber auch fehlen, und zwar bei ein und derselben 
Art, ist schon früher bemerkt worden und kann sich davon Jeder bei Ver- 
gleich einiger Exemplare von G. mingens z. B. leicht überzeugen. Bei den 
andern procrnstogenen Caraben scheinen diese Abdominalborsten nur bei 
G. (Ckaetomelas) praestigiator constant vorhanden zu sein, bei den übrigen 
fehlen sie aber nicht so constant als angenommen wird, und finden sich aus- 
nahmsweise ab und zu einzelne Exemplare, bei welchen sie deutlich entwickelt 
sind. So ist in unserem Museum ein Männchen des G. (Pseudoprocrustes) 
Burvülei {Buponcheli) vorhanden, bei welchem auf dem 5ten Abdominal- 
segment jederseits und auf dem 4ten nur auf der rechten Seite eine Borste 
vorhanden ist; desgleichen erhielt unser Museum als Carabus lamprus von 
Kraatz ein Männchen, bei welchem auf dem 5ten Abdominalsegment jeder- 
seits ein Borstenporus vorhanden ist, und zweifle ich auch nicht daran, 

Bulletin N. S. I (XXXm) p. 79. 



52 AUGUST MORAWITZ, [T. XIII 

dass Géhin (Cat. d. Carab. 1885. p. 8.1.) den von Schaufuss (Nunq. 
Otios. III. 1882. p. 526.) als selbstständige Art diagnosticirten Carabus 
sexpunctatus, welcher nur durch die Anwesenheit der Abdominalborsten auf 
dem 3. — 5ten Segment von G (Pseudoprocrustes) robustus unterschieden 
wird, mit Recht mit dieser Art vereinigt. Aber das sechste oder sog. letzte 
Bauchsegment ist bei allen procrustogenen Caraben jederseits mit Borsten 
versehen, mit Ausnahme des G (Procrustes) impresses, bei welchem sie 
fehlen, und habe ich daraufhin die von Thomson (Opusc. ent. VII. 1875. 
p. 635.) als Procrustes aspericollis erwähnte Art auf G. impressus bezogen. 
Dass aber auch bei dieser Art hin und wieder Exemplare vorkommen, bei 
welchen auf dem sog. Endsegment Borsten ausnahmsweise vorkommen, dies 
kann ersehen werden aus den von Ganglbauer (Soc. ent. IL 1887. p. 2.) 
Procrustes hybridus genannten Exemplaren, welche mit dem typischen G. 
(Procrustes) impressus in der Sculptur der Flügeldecken übereinstimmen, 
aber «durch längere Körpergestalt einen U ebergang zu Hemprichi vermitteln» 
sollen. Wenn Ganglbauer auch sagt, «möglicherweise aber haben wir es 
doch mit einer selbstständigen Art zu thun», so ist dies, bei der sonst con- 
statirten An- oder Abwesenheit solcher Abdominalborsten bei ein und der- 
selben Art, eine ganz sicher irrthümliche Vermuthung und ein Irrthum ist 
es auch, wenn Ganglbauer der Meinung ist, dass seine Procrustes hybridus 
mit den von de la Brûlerie erwähnten angeblichen Hybriden übereinstim- 
men, denn de la Brûlerie (Ann. S. E. Fr. 1875. p. 122.) spricht von 
solchen einander ähnlichen Exemplaren des G. impressus und G Hemprichi 
«surtout si l'on considère ses variétés à points effacés», und nur solche, 
überdies, wie bereits erwähnt, in der Bildung der Oberlippe u. s. w. aber- 
rante Exemplare, sah de la Brûlerie als vermuthliche Zwitter an. 

Da die sog. gewöhnlichen Abdominalborsten, die vanliga ventral-punc- 
terna oder die puncta ordinaria abdominis, wie sie Thomson (Opusc. ent. 
VII. 1875. p. 625. fig. 23. 1.) nennt, bei einzelnen procrustogenen Caraben 
bald vollständig fehlen, bald aber auch, wie bei G. (Procrusticus) robustus 
aberr. sexpunctatus sogar in vollständiger Anzahl vorhanden sein können, 
so bleibt es natürlich fraglich, ob die Chaetomelas- Gruppe, so wie ich sie 
auffasse, auch wirklich der Thomson'schen entspricht. Denn Thomson 
führt als Typus dieser Untergattung einen Carabus Ehrenbergi an, welcher 
nicht identisch sein kann mit G. praestigiator (Ehrenbergi Brûl.) und noch 
weniger mit G Saulcyi (Ehrenbergi Klug.), und bleibt es natürlich fraglich, 
ob die von Thomson gemeinte Art identisch ist mit der von de la Brû- 
lerie beschriebenen angeblichen Varietät seines G Ehrenbergi, = praesti- 
giator, vom Dshebel-esch-Scheich, und muss die Entscheidung dieser Frage 
Denjenigen überlassen bleiben, welche die letztgenannte Form kennen. Die 

Bulletin N. 'S. I (XXXIII) p. 80. 



T. XIIl] ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. 53 

Unterschiede zwischen den drei Caraben-Gruppen Procrustes, Pseudopro- 
crustes und Chaetomelas sind ohne Zweifel nur sehr geringe, aber schliesslich 
können ja auch alle Merkmale, welche zur Gruppirung von Arten innerhalb 
einer Gattung benutzt werden können, nur geringfügige sein, bei einzelnen 
Arten oder auch ganzen Gruppen schärfer ausgeprägt, bei andern gewisser- 
maassen verwischt, und es kann dies ja selbstverständlich auch nicht anders 
sein, wenn die einzelnen Arten wirklich einen genetischen Zusammenhang 
mit einander haben. Für Gruppen innerhalb einer Gattung solche Merk- 
male zu beanspruchen, wie sie für Gattungen gefordert werden, ist ein 
absolut unverständliches Verlangen. Wem die Merkmale der Uebergangs- 
gruppe Pseudoprocrustes zu geringfügig scheinen sollten, der kann letztere 
Gruppe doch wohl mit keiner andern als nur mit der Procrustes-Gruppe 
verbinden, doch muss er dann consequenterweise auch die Uebergangsgruppe 
Chaetomelas hinzuziehen und nicht, wie Ganglbauer (Soc. ent. IL 1887. 
p. 1.) es thut, die letztere als gleichberechtigt mit Procrustes ansehen, die 
Pseudoprocrustes-Gmppe aber nicht. Die nächste Verwandtschaft von 
C. praestigiator (Ehrenbergi der Entomologen), G Saulcyi (Ehrenbergililug.) 
und G Hemprichi, welche drei Arten von denjenigen Entomologen, welche 
Gardbus und Procrustes als einander gleichwerthige Gattungen annehmen 
zu müssen glaubten, ganz allgemein als zu Gardbus gehörig angesehen 
worden sind, mit den Arten der Procrustes-Grwpipe wird aber nicht abge- 
stritten werden können, und auf die Erkenntniss der natürlichen Verwandt- 
schaft kommt es doch wohl zunächst an, während die Gruppen selbst über- 
haupt nur einen relativen Werth haben können, bis eine grössere Anzahl 
von Arten genauer untersucht worden, als es bis jetzt der Fall ist (cf. M or. 
Adeph. I. 1886. p. 75.). Und so wie die Gruppen selbst, so werden auch 
die Abtheilungen innerhalb der Gattung Garabus wo möglich einen noch 
geringeren relativen Werth haben, da so manche noch nicht genauer unter- 
suchte oder auch jede neu aufgefundene Art nicht nur die versuchte 
Charakteristik solcher Abtheilungen modificiren, sondern auch die Er- 
kenntniss weiterer verwandtschaftlicher Beziehungen sicherer erschliessen 
lassen dürfte. 

Alles was Ganglbauer (Soc. ent. II. 1887. p. 1 — 2.) in seinen, nach 
Kraatz (Ent. Nachr. 1887. p. 192. Anm. 2.) «werth vollen», in Wirklichkeit 
aber unglaublich kleinlichen «Bemerkungen zu einer Arbeit von August 
Morawitz» vorgebracht, kann nur als durchaus unüberlegt und leichtfertig 
bezeichnet werden, und beziehen sich ja auch Ganglbauer's kleinliche 
Bemerkungen überhaupt nur auf zwei, in kleinster Schrift gegebene An- 
merkungen, was doch jedenfalls hätte erwähnt werden müssen. Oder ist 
die Ueberschrift gegeben worden, ohne dass sich Ganglbauer dabei etwas 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 81. 5 



54 AUGUST MORAWITZ, ENTOMOLOGISCHE BEITRÄGE. [t. XIII 

gedacht, da ja der gauze Inhalt schliesslich auch ein ganz unbedachter ist? 
Auf Ganglbauer trifft jedenfalls Kiesenwetter's (Berl. E. Z. 1865. 
p. 357.) gelegentlicher Ausspruch in vollstem Maasse zu, «dass er durch 
vorlaute Urtheile dieser Art sich selbst und seinem Rufe den grössten 
Schaden zufügt». 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 82. 



MELANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 

BULLETIN OE L'ACADÉIIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.-PÉTERSBOUBG. 

TOME XIII. 

Zur Entwickelungsgeschichte des Flussn&unauges. Vorläufige IVIittheilung von 
Ph. Owsjannikow. (Lu le 20 décembre 1888.) 

Die neuen Methoden, sowohl die Serienschnitte, als auch die neuen 
Färbemittel, erlauben jetzt eine viel genauere Untersuchung im Bereiche der 
Entwickelungsgeschichte anzustellen , als in früheren Jahren. Auf diese 
Weise ist es ganz verständlich, class Dank diesen neuen wissenschaftlichen 
Mitteln, viele Lücken, welche in unseren Kenntnissen auch über die Ent- 
wickelungsvorgänge des Neunauges vorhanden waren, durch zahlreiche neue 
Untersuchungen ausgefüllt sind. Die neuen Thatsachen bringen neue Fragen 
mit sich, die ein besonderes Interesse für die vergleichende Entwickelungs- 
geschichte haben. Da eine vollständige Publikation meiner Untersuchung über 
die Entwickelung des Neunauges nicht so bald erfolgen kann, weil das überaus 
reiche Material aus allen Entwickeiungsstaclien geordnet werden muss und 
auch die Zeichnungen viel Zeit erfordern, so habe ich beschlossen, eine 
kurze, vorläufige Mittheilung zu geben, die zugleich bestimmt ist, meine 
vor fast 20 Jahren gemachten Untersuchungen über diesen Gegenstand zu 
vervollständigen. 

Das Keimbläschen liegt in den Eiern der Neunaugenlarven, die 70 — 90 
mm. lang sind, häufig schon excentrisch. In dieser Periode der Entwicke- 
lung, wo der Eiinhalt halb flüssig ist, kann das Keimbläschen seine Lage 
ändern. Ich habe Gelegenheit gehabt, in einem Präparate drei junge Eier 
zu beobachten, in welchen sich das Keimbläschen zwischen dem Dotter und 
der Eihaut befand. 

Die Graafschen Follikel sind mit Endothelzellen belegt. An der Stelle, 
wo die Zellen sich mit ihren zugespitzten Winkeln berühren, meistens am 
oberen Pol des Eies, finden sich, nach Behandlung mit salpetersaurem Silber- 
oxyd, dunkle Flecken, welche als Eingänge in die Lymphräume betrachtet 
werden können. 

Die Blutgefässe treten in den Graafschen Follikel an dessen zugespitztem 
Ende ein, an welcher Stelle sich auch der thätige Pol des Eies innerhalb 
der Follikelmembran befindet. Man hat öfters Gelegenheit zu beobachten, 
dass die Spitze des Eies von der Spitze der Follikelhaut ein wenig absteht, 
während dieselbe an allen anderen Stellen des Eies ihm eng anliegt. 

Bulletin N. S. I I.XXXIII) p. 83. 5* 



56 PH. OWSJANNIKOW, [t. XÜI 

An allen Eiern der laichfälligen Neunaugen, wenn dieselben aus den 
Ovarien entnommen waren, habe ich mit der grössten Deutlichkeit an Schnit- 
ten das Keimbläschen gesehen. Der Keimfleck war aber nicht vorhanden. In 
sehr vielen Eiern dagegen, die aus dem Weibchen, zum Behuf der künstli- 
chen Befruchtung ausgepresst waren, konnte das Bläschen nicht entdeckt 
werden. In sehr wenigen Eiern lag dasselbe als eine kleine, platte Scheibe 
der Dotterhaut dem thätigen Pol des Eies an. Es unterliegt wohl kaum ei- 
nem Zweifel, dass in den Fällen, wo der Eikern nicht zu sehen ist, sein In- 
halt sich mit Dotterelementen vermischt hat, denn alle Eier waren befruch- 
tungsfähig und bei allen war gleich nach dem Befruchtungsakt der Zapfen 
wahrzunehmen. 

Die Präparate müssen, damit die einzelnen Theile des Embryo deut- 
licher sich von einander abgrenzen, durchaus gefärbt werden. Die allgemein 
verbreitete Ansicht, dass die Eihaut die Tinctionsmittel nicht durchlässt, ist 
unrichtig. Ich fand, dass mehrere Färbungsmittel in das Ei und den Embryo 
eindringen. Am besten färbten sich die Eier, gleichviel ob sie anfangs mit 
Flemming'scher Flüssigkeit, mit Spiritus oder Überosmiumsäure behandelt 
worden, durch zwölf- bis vierundzwanzigstündiges Liegen in starker, gesät- 
tigter Hämatoxylinlösung. Bei längerem Liegen werden die Dotterkörner 
kohlschwarz. 

Ich besitze eine grosse Reihe von Schnitten, auf denen alle jene Vorgänge 
zu sehen sind, die gleich nach der Befruchtung auftreten und an lebendigen 
Eiern von A. Müller, Kupffer, Benecke, Calberla und mir beobachtet 
und beschrieben wurden. 

Durch Behandlung mit Überosmiumsäure erhärtet der Eiinhalt augen- 
blicklich, so dass man auf Schnitten den Befruchtungszapfen sammt dem 
Protoplasma, das beim Zurückziehen des Dotters von der Eihaut gewöhnlich 
auftritt, gut zu sehen bekommt. 

Ferner kann man auf den Serienschnitten die verschiedensten Formen 
von Mitosen studiren, die bei Theilung des Kernes vor der Bildung der neuen 
Dottersegmente auftreten. 

Die Zeit, in welcher sich die verschiedenen Metamorphosen im Ei 
bilden, ist von der Temperatur abhängig, bei welcher die befruchteten 
Eier aufbewahrt werden. Diese Thatsache erklärt, warum die früher von 
mir auch an den Eiern des Neunauges beschriebenen Dottertheilungen 
rascher vor sich gingen, als bei Calberla. Kupffer berichtet, dass in 
Königsberg bei einer Lufttemperatur von 8 — 10° C. die Larven am 
16 — 17. Tage ausschlüpften und in Neapel am Ende des 8. Tages. Meine 
Larven schlüpften am 9. oder 10. Tage aus, bei einer Lufttemperatur von 
etwa 16° PI. 

Bulletin N.'S. I (XXXIII) p. 84. 



T. XIIl] ZUR ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DES FLUSSNEUNAUGES. 57 

Die erste Furche ist eine Längsfurche, hat also eine méridionale Rich- 
tung und theilt den Dotter in zwei ganz gleiche Theile. 

Die Furche beginnt vom Kerne aus, welcher längere Zeit fast ganz ober- 
flächlich in der Gegend des thätigen Pols liegt. 

Die erste Furchung geht überaus langsam vor sich. Man sieht vom 
Kerne aus lange Fäden anstrahlen, die besonders deutlich sind und an der 
Stelle dichter an einander liegen, an der sich die Furche zu bilden begon- 
nen hat. 

Vor der vollen Trennung der beiden Furchungshälften , treten mehrere 
Kerne auf und zwischen je zwei Kernen eine Spindel. Einer solchen voll- 
kommenen Trennung der Dottersegmente haben wir es wahrscheinlich zum 
Theil zu verdanken, dass wir in den letzten Tagen der Entwickelung in einer 
Eihaut zwei vollständig von einander getrennte Embryonen vorfinden, wie 
ich häufig zu beobachten Gelegenheit hatte. 

Die zweite Furchung ist ebenfalls eine Längsfurchung, erst die dritte 
ist eine aequatoriale. 

Nach 15 Stunden stellt das Ei eine Blase dar, deren obere Wand aus 
einer Reihe kleinerer Zellen, die untere aus viel grösseren besteht. Die 
Baer'sche Höhle hat eine bedeutente Ausdehnung erlangt. 

Die Eier von 28 Stunden lassen am Dache der Baer'schen Höhle eben- 
falls eine einzige Zellenreihe erkennen. 

Am unteren Pol liegt aber eine Gruppe von grösseren Zellen. Der Über- 
gang von den kleineren Zellen des oberen Pols zu den grösseren des unteren 
ist ein allmählicher. 

Bei Eiern von 55 Stunden hat die Baer'sche Höhle einen noch grösseren 
Umfang erlangt. 

Die kleinsten Zellen liegen am oberen Pol und tragen schon einen 
epithelialen Charakter an sich. Auf manchen Schnitten hat das Ei das Aus- 
sehen eines Ringes, welcher an einer Stelle, nämlich am oberen Pol, ein- 
schichtig, am anderen zwei- oder dreischichtig ist. Zuweilen liegt am unteren 
Pol eine kleine Gruppe von Segmentationskugeln. Schon in dieser Periode 
findet sich an der unteren Fläche des Eies eine Rusconi'sche Grube. Die 
Zellen des äusseren Blattes gehen allmählich auf den Grund der Grube über. 
Das Bild dieser Grube giebt Veranlassung anzunehmen, dass dieselbe sich 
durch Einstülpung des oberen Blattes gebildet hat, was in der That der Fall 
ist. Diese Bildung ist jedoch eine vorübergehende, wenigstens ändert sich 
ihr Aussehen sehr bald. Die grössten Zellen finden sich in der Rusconi'- 
schen Grube und am Rande derselben. 

Nach 80 Stunden hat sich das obere Blatt noch mehr umgebildet, die Zellen 
sind noch mehr cylindrisch geworden und haben die Dotterkörner fast ganz 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 85. 



58 PH. OW-SJANNIKO'W, [T. XIII 

verbraucht. Die Segmentationsliölile hat unterdessen an Umfang stark ab- 
genommen. Die ganze untere Hälfte des Eies bestellt aus kleinen runden 
Zellen, die jedoch von den noch kleineren Zellen desEpiblasts etwas abste- 
hen und viel lockererliegen als die letzteren. Der Rusconi'sche After ist um 
diese Zeit am unteren Pol sehr deutlich, seine Form hat sich jedoch verändert, 
indem er schmäler und länger geworden ist. Das Ei selbst ist auch länger 
geworden und an einem Ende zugespitzt. Diese letztere Erscheinung ist da- 
durch entstanden, dass während dieser Periode die Zellenvermehrung beson- 
ders reichlich an der oberen Lippe des R u sc oni'schen Afters, an der Über- 
gangsstelle des oberen Blattes in das untere, vor sich geht. 

Da während dieser Periode, einige Stunden früher, meistens aber später, 
manche höchst interessante Vorgänge im Ei sich entwickeln, so wollen wir 
dieselben näher betrachten. 

Die Bildung des Darmkanals. 

In früheren Stadien stellte der Rusconi'sche After eine breite Grube 
dar, die durch Einstülpung des Epiblasts entstanden war. Ich spreche von 
einer Entwickelungsform, welche wenigstens um 24 Stunden jünger ist, als 
die, welche auf der Fig. 10. a. von Scott abgebildet ist. In jener Periode 
haben wir in der That eine Gastrula vor uns. In einigen Stunden aber hat die 
Zahl der am Grunde des Eies liegenden Dotterkugeln um ein Bedeutendes 
zugenommen. Die Baer'sche Höhle hat die Abnahme ihrer Grösse während 
dieser Zeit nicht dem Umstände zu verdanken, dass die Zellen durch die 
sich bildende Darmspalte in dieselbe hineingeschoben sind, sondern dass 
ihre Zahl zugenommen hat. 

Die Bildung der Darmhöhle geht dadurch vor sich, dass von der Rusconi'- 
schen Grube aus eine Abspaltung der Dotterelemente von dem Drüsenkeim 
statt findet, ganz in derselben Weise, wie dieser Vorgang beim Frosch, 
Axolotl, Sterlet oft beobachtet und beschrieben worden ist. Bei den eben 
genannten Thieren ist diese Erscheinung leichter zu beobachten, weil die der 
Spalte anliegenden Zellen, während ihrer Theilung und Abtrennung vom übri- 
gen Dotter, Pigmentkörper enthalten. Zuweilen geht ein Pigmentstreif der 
Spalte voraus. Da die Eier von Petromyzon garnicht pigmentirt sind, so wird 
die Beobachtung etwas schwieriger. Trotzdem kann man an Hunderten von 
Präparaten sich überzeugen, dass das untere Blatt, das Entoderm, durch 
Abtrennung einer Zellenreihe von dem Dotter entsteht. Es ist noch zu er- 
Avähnen, dass vor der Bildung der Darmspalte auf den Schnitten schon eine 
besondere Gruppirung der Zellen erkannt werden kann, die später zu den 
Elementen des unteren Blattes verwendet werden. Während dieser Periode 
und auch etwas später sind zwei von einander gesonderte, nur an der Bie- 

Bnlletiu N. S. I (XXXIII) p. SG. 



T. XIIl] ZUR ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DES FLUSSNEUNAUGES. 59 

gungsstelle in einander übergehende Blätter, das Ectoderm und das Ento- 
derm, vorhanden. Die Zellen des Ectoderms sind kleiner als die des Ento- 
derms, was übrigens ganz natürlich ist, da die Entwickelung der ersteren 
früher als die der letzteren begonnen hat. 

Von nun an liegt der Schwerpunkt der Entwickelungsvorgänge eine Zeit 
lang am hinteren Theil des Embryo. Auf gut gelungenen Längsschnitten, 
nämlich solchen, welche durch die Mitte des Eies von hinten nach vorn ge- 
hen, so dass dieselben die obere und untere Lippe des Rusconi'schen Afters 
halbiren, sieht man den Embryo sich schon über die Hälfte des Eies erstrecken. 
Er besteht, wie schon erwähnt wurde, aus Ectoderm und Entoderm, und je- 
des dieser Blätter hat auf seinem ganzen Wege nur eine Zellenreihe aufzu- 
weisen. Man findet freilich Schnitte, in welchen das Ectoderm mehr als eine 
Zellenreihe hat, doch hängt das davon ab, dass die Schnitte schief geführt 
worden sind und das Messer, mehr an der Oberfläche des Eies gleitend, 
einen grösseren Streifen von demselben mitgenommen hat. Ich habe Präpa- 
rate gefunden, auf welchen die Darmspalte mit der Segmentationshöhle 
zusammenhing. Die Zellen, welche sich an der Decke der Höhle befanden, 
unmittelbar unter dem Ectoderm, wurden für die Bildung des unteren Blat- 
tes verwendet. 

Eier 118 Stunden nach der Befruchtung. 

Eier aus dieser Periode unterscheiden sich wenig von denen aus der 
vorigen. Sie sind um etwas länger geworden, die beiden Lippen, die obere 
und untere und der zwischen ihnen liegende Pfropf, sind noch deutlicher, der 
Embryo selbst noch länger geworden. Auf vielen Längsschnitten zeigen die 
beiden Blätter noch immer je eine Zellenreihe. Dagegen lassen manche 
Querschnitte, wenn sie das hintere Ende des Eies trafen, eine Vermehrung 
der Ectodermzellen unterhalb der Rückenfurche erkennen. Es bildet sich 
der Rückenmarksstrang. Die solide Bildung, wie schon Calberla gezeigt 
hat, wird erst später kanalisirt, indem die Zellen auseinanderweichen und 
den Rückenmarkskanal bilden. 

Eier 126 Stunden nach der Befruchtung. 

Diese Periode ist eine der interessantesten. Der Embryo ist bedeutend 
länger geworden. Auf sehr vielen Querschnitten des Eies ist er an zwei Stellen 
durchschnitten, am vorderen und hinteren Ende. Am letzteren sieht man das 
solide Rückenmark, unter demselben schon die Chorda vollkommen aus- 
gebildet und dann das Epithel des Darmkanals, welches die innere Wand 
desselben bildet. An beiden Seiten der Chorda liegen zum Theil noch solide 
Anlagen der Urwirbel, Wolf 'sehen Gänge und Seitenplatten; die Letzteren 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 87. 



60 PH. OWSJANNIKOW, [T. XIII 

gehen in ein einschichtiges Blatt über. Ein anderes Bild giebt ein nach vorn 
gelegener Schnitt. Das Centralnervensystem ist hier umfangreicher, dicker. 
Es hat sich schon ein Centralkanal gebildet, in einiger Entfernung vom 
Gehirn, dessen vorderes Ende ebenfalls noch solid ist. Die Chorda ist hier 
nicht vorhanden, die Zellen des Entoblasts liegen aber dem Centralnerven- 
system unmittelbar an. In einiger Entfernung von dem vorderen Ende des 
Embryo ist die Darmhöhle sehr bedeutend. Oben ist sie von einer doppelten 
Schicht der Entoblastzellen umgeben, die in der Mitte durch den Rücken- 
marksstrang etwas nach unten herabgedrängt sind. An beiden Seiten dieser 
Ausbuchtung dagegen, rechts und links von ihr, bildet das Entoblast eine 
Erweiterung der Höhle nach oben. Durchmustern wir nun die Schnitte von 
hinten nach vorn, so sehen wir, class zwei Falten von dem Entoblast sich 
mehr und mehr der Mittellinie nähern. Dadurch erscheinen zwei Höhlen, 
eine obere — kleinere und eine untere — grössere. Endlich rücken die Fal- 
ten ganz an einander, indem sie einen Ring um die kleinere Höhle bilden, 
die schliesslich ganz verschwindet. 

Am übrigen Körper scheint die Bildung der Chorda durch einfache Ab- 
schnürung der unter dem Bückenmarke liegenden Zellen des Entoblasts vor 
sich zu gehen, wie schon Calberla beschrieben und abgebildet hat. 

An beiden Seiten der Chorda liegt eine doppelte Reihe von Zellen, die 
bald in eine einzige übergeht. Diese Zellen haben sich vom Entoblast 
abgetrennt. Zwischen beiden Reihen existirt kein Zwischenraum. Trotzdem 
erkennt man schon jetzt die Elemente, welche sich zuUrwirbeln, zu Wolf '- 
sehen Gängen und zu Seitenplatten constituiren werden. Übrigens findet 
man an manchen Schnitten die Urwirbel schon fast ausgebildet. Die Bildung 
einer Höhle im genannten Urorgan, geht später vor sich. Das Epiblast ist 
auch während dieser Periode noch durchweg einschichtig, ausser in der 
Mittellinie, wo sich das Rückenmark schon gebildet hat. Es sondert sich 
auf den Schnitten zuweilen noch von dem Ei vollkommen ab. 

Alle Urorgane sind am hinteren Theil des Embryo in ihrer Entwicklung 
weiter fortgeschritten als am vorderen. Die Bildung der Höhlen und Kanäle 
geht dadurch vor sich, dass entweder die Zellen auseinanderweichen, oder, 
wie namentlich im Bereiche des Drüsenkeimes, dass die Dotterplättchen 
aufgebraucht werden und an Stelle der Dotterzellen nur leere Hüllen 
nachbleiben. 

Die Entwickelung schreitet von der Mittellinie nach den Seiten fort. 
Nach der Bildung des Rückenmarks und der Chorda entsteht ein Hohlraum, 
zuerst in den Urwirbeln, die sich von den übrigen Zellen des Mesoblasts 
abtrennen, dann entsteht er in den Wolf 'sehen Gängen und zuletzt in den 
Seitenplatten. A. Shipley hat (Fig. 11) angegeben, dass die Wolf 'sehen 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 88. 



T. XIIl] ZUR ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DES FLÜSSNEUNAUGES. 61 

Gänge oder das Segmentalorgan sich früher hervorbilden, als die Urwirbel. 
Solche Bilder habe ich auf meinen Präparaten nicht gesehen. Die genannte 
Figur ist überhaupt zu schematisch gehalten. 

Die Urwirbelsegmente sind nicht cubisch, sondern an dem unteren, 
inneren Winkel zugespitzt, in der Eichtung nach der Chorda zu. 

Über das Entstehen der Sinnesorgane. 

Die Bildung des Gehörapparates habe ich erst an 160 Stunden alten 
Embryonen beobachtet. Es tritt an der Seite des Gehirns eine grubenförmige 
Einsenkung des Ectoderms auf. Die genannte Bildung ist an Querschnitten 
sowohl, als auch an Längsschnitten in gleichem Maasse deutlich. Die in der 
Mitte der Grube sich befindenden Zellen sind etwas länger, als die übrigen. 
Nach einiger Zeit schliesst sich die Grube und wird zu einer Kapsel, zum 
künftigen Labyrinth des Gehörapparates. Um diese Zeit sind alle Zellen, 
sowohl der Haut, als auch des Nervensystems, noch ziemlich reichlich mit 
Dotterplättchen gefüllt. Der Zwischenraum zwischen der Ohrkapsel und 
dem Gehirn ist sehr unbedeutend und verschwindet später fast ganz. 

Das Auge bildet sich in der 200. bis 240. Stunde nach der Befruch- 
tung. An der seitlichen oberen Fläche des Vorderhirns, fast unmittelbar 
hinter der Geruchsgrube, findet sich eine sackförmige Erweiterung der 
Gehirnwand. Sie erstreckt sich nach hinten und unten. Auf den Längs- 
schnitten ist sie besser zu sehen. Die Einen jedoch ergänzen die Anderen. 
Anfangs ist die Höhle im Säckchen überaus eng, später wird sie etwas brei- 
ter, besonders an ihrem äusseren Ende. 

Die erste Anlage der paarigen Augen beim Neunauge hat mehr Ähnlich- 
keit mit der Anlage des dritten Auges bei manchen Thieren, als mit der- 
jenigen der Augen im Wirbelthierreiche überhaupt. "Wir haben hier näm- 
lich einen verhältnissmässig langen, röhrenförmigen Stiel, dessen äusseres, 
etwas erweitertes Ende nur zur Retinabildung verwendet wird. Die äussere 
Wand des Augenstiels wird dicker, eingedrückt, grubenförmig, in der Weise, 
wie sich überhaupt die Retina ausbildet. Das Epithel der Haut, welches 
der Augenanlage gegenüber liegt, nimmt an seiner Bildung keinen Antheil. 
Es ist während dieser Zeit keine Spur von der Linse zu entdecken. 

Die Bildung der Nasengrube geht durch eine grubenförmige Einbuch- 
tung des äusseren Blattes vor sich, wie es schon öfters beschrieben wurde. 

Die ersten Sinneswerkzeuge scheinen im ganzen Wirbelthierreiche alle 
auf dieselbe Weise entstanden zu sein. 

Das Herz. 

Die erste Anlage des Herzens oder vielmehr des Venengefässes habe 
ich bei Embryonen von 133 Stunden gesehen. Auf dem Längsschnitte, 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 89. 



G 2 PH. OWSJANNIKOW, [T. XIII 

welcher von oben nach unten geführt wurde, erhält man ein Bild, das einige 
Ähnlichkeit hat mit der Abbildung von A. Goette in seinem bekannten 
Werke über die Entwickelung der Unke (Fig. 37). Wir sehen nämlich, class 
die Darmhöhle ihre grösste Ausdehnung in der Gegend des sich bildenden 
Kopfes erlangt hat. Nach hinten, zum Rücken hin, wird sie schmäler, bildet 
eine sehr schwache Einsenkung in der Mitte des Drüsenkernes und geht 
dann als eine sackförmige Vertiefung in den Dotter hinein, in der Richtung 
zur Bauchfläche. Die Wände, sowohl der Darmhöhle, als jenes Venensinus, 
sind mit Zellen des Entoblasts ausgelegt, die noch lange nicht den epitheli- 
alen Charakter angenommen haben. Sie sind gross und voll von Dotter- 
körnern. Wir haben in dieser Periode nur die Höhle des Gefässes vor uns, 
die sich später vom Darme abschnürt. Sehr wenig ändert sich das Aussehen 
der Venenanlage in den nächsten 40 — 50 Stunden. 

Bei Embryonen von 180 Stunden hat der Körper eine bedeutende Länge 
erlangt. Man sieht auf Längsschnitten die Kiemenhöhle in Form eines lan- 
gen Kanals, welcher schon Kiemenspalten hat. Unter der Kiemenhöhle 
befindet sich, wie im vorigen Stadium, eine seitwärts vom Darme abgehende 
Vertiefung. Sie ist unterdessen etwas länglicher und ihr unteres Ende weni- 
ger regelmässig geworden. Dieselbe setzt sich vielmehr in eine Spalte fort, 
die man sehr weit nach hinten verfolgen kann und von der, nach allen 
Richtungen hin, Risse zu bemerken sind, die sich schliesslich zwischen ein- 
zelnen Dotterkugeln verlieren. 

Aus diesem Bilde geht hervor, dass wir, lange vor der Ausbildung des 
Herzens, ein System von Kanälen haben, die mit einer Flüssigkeit, der 
Lymphe, gefüllt sind. In allen genannten Höhlen, in der Darmhöhle, der 
Kiemenhöhle u. s. w., finden wir runde Ringe, eine Art von Membranen, die 
wahrscheinlich von aufgelösten Dotterkugeln nachgeblieben sind. Man 
findet einzelne solche Schläuche, in welchen noch einige wenige Dotterkör- 
ner vorhanden, andere, die ganz von ihnen voll sind. Die Körperchen 
sind viel kleiner, als die in der Nähe liegenden Zellen oder Dotterkugeln 
des Drüsenkeimes. Durchschnittlich kann man annehmen, dass die Dotter- 
kugeln, während der zu beschreibenden Periode, die erwähnten Körperchen 
9 bis 10 Mal an Grösse übertreffen. Übrigens sind manche von ihnen 
grösser, als ich eben angegeben habe. 

Weitere bedeutendere Veränderungen, die schon in direktem Zusammen- 
hange mit der Herzbildung stehen, sind zu verzeichnen an Embryonen von 
200 — 220 Stunden, wenn sie eine Länge von 2 bis 3 mm. erlangt haben. 
Unterhalb der Kiemenhöhle bildet sich eine erweiterte ovale Stelle, in der 
Weise, als ob der Embryo hier etwas anschwillt. Die Längsschnitte zeigen, 
dass sich hier die Seitenplatten rechts und links weit gespalten haben, es 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 90. 



T. XIIl] ZUR ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DES FLUSSNEUNAUGES. 63 

legt sich das äussere Blatt an die Haut, das innere an den Darm. Wir 
haben dann an beiden Seiten des Darmes zwei ovale Blasen, deren grösster 
Durchmesser sich von oben nach unten erstreckt. Die eben beschriebenen 
Bildungen erinnern uns lebhaft an die Pleurasäcke der höheren Wirbelthiere, 
vor dem Auftreten der Lungen. An einzelnen Schnitten sehen sie ganz 
hohl aus, an anderen, mehr nach oben gelegenen, findet man die Anlage 
der Segmentalorgane, nämlich der Urnieren. 

Um ein deutliches Bild von der Entwickelung des Herzens zu erhalten, 
müssen wir uns zu den Querschnitten wenden. Betrachtet man einen solchen 
aus der Herzgegend, so hat man um den Oesophagus einen weiten freien 
Raum, welcher sich durch Auseinanderweichen der beiden Seitenplatten 
gebildet hat, es ist die Körperhöhle. Wir gebrauchen dieses Wort, um dieser 
Höhle einen allgemeinen Begriff zu geben. Die Darmfaserplatte oder das 
splanchnische Mesoblast ist an gefärbten Präparaten besonders gut zu ver- 
folgen. Man sieht auf der rechten, wie auch auf der linken Seite eine Falte 
desselben, die um die Segmentalorgane und um die obere Hälfte des Oeso- 
phagus geht. Wenn sich die beiden Blätter unter dem geschlossenen Oesopha- 
gus begegnen, so nehmen sie die Richtung nach unten und gehen schliess- 
lich in den somatischen Mesoblast, der sich an das Ectoderm anlegt. An 
der Stelle, an welcher die rechte und die linke Faserplatte sich genähert 
haben, nämlich wo die beiden Stücke, zwischen dem splanchnischen und 
somatischen Mesoblast einander gegenüber stehen, ist anfangs eine schmale, 
später eine viel breitere Spalte, die sich von oben nach unten erstreckt. 
Dieser Zwischenraum ist die Herzhöhle. Die genannten Stücke der Darm- 
faserplatten waren an ihren oberen und unteren Rändern verwachsen und 
werden zu einem geschlossenen Rohre, welches nun frei in die Leibeshöhle 
hineinragt und durch ein kurzes Band an den Darm befestigt wird. Schon 
vor der Vereinigung des mittleren Theils der Darmfaserplatten, um die 
Herzwandungen zu bilden, konnte an ihrem inneren Rande eine besondere 
Lage von platten Zellen entdeckt werden. Diese innere Zellenlage trennt 
sich von der äusseren und wir haben auf den Querschnitten zwei in einander 
liegende Röhren vor uns. Die innere wird zum Endothelüberzuge des Her- 
zens, also zum Endocardium. Die zweite, etw r as dickere Röhre wird zum 
Muskelgewebe des Herzens, welches von aussen ebenfalls von Endothel- 
zellen bedeckt wird. Das Herz entsteht bei Petromyzon aus den Falten 
der Darmfaserplatten, die allein das Material zu allen seinen Bestandteilen 
geben. Ich hebe besonders hervor, dass die Elemente des Darmes sich bei 
der Bildung des Herzens garnicht betheiligen. Die Herzhöhle setzt sich mit 
jenen Lymphräumen in Verbindung, die wir oben als Herzanfang bezeich- 
net und die sich in die Venen umgewandelt haben. Die Venen haben um 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 91. 



64 PH. OWSJANNIKOW, [t. XIII 

diese Zeit keine eigenen Wandungen und stehen in Verbindung mit vielen 
Kanälen und Lacunen. 

Die Literatur des Gegenstandes wird zwar erst später, beim Drucke mei- 
ner ausführlichen und mit Zeichnungen versehenen Arbeit ihre volle Würdi- 
gung finden, dennoch kann ich jetzt nicht unerwähnt lassen, dass die Be- 
obachtungen von A. Shipley auch in Beziehung auf das Herz hochzustellen 
sind. Seine Abbildungen (Fig. 24 und 26) entsprechen der Sachlage, nur 
sind sie etwas schematisch gehalten. Das Endothel ist an der Darmfaserplatte, 
bei der ersten Bildung des Herzens nicht mit jener Deutlichkeit zu sehen, 
mit der es auf der Zeichnung wiedergegeben wird. 

Da die Bildung des Herzens zu den schwierigsten Objecten der Embry- 
ologie gehört, so möchte ich zu den obigen Resultaten noch einige Worte 
hinzufügen. P. Meyer in seinem Artikel «Über die Entwickelung des 
Herzens und der grossen Gefässstämme bei den Selachiern» theilte eine 
Beobachtung mit, nach welcher das Endocardium anders entsteht^ als wir es 
auseinandergesetzt haben. Nach ihm legen sich die beiden lateralen Venen 
an einander unterhalb des Darmes, wenn dieser sich sehliesst, vereinigen sich 
zu einem Gefässe, um ein einheitliches unpaares Rohr, «ein Endothelsäck- 
chen» dem Herzen zu liefern. Die Zeichnungen (Tab. 12, Fig. 2 und andere), 
welche P. Meyer uns gegeben hat, sprechen ganz für seine Ansicht. In der 
That findet man eine Reihe von Präparaten auch aus der Entwickelungs- 
geschichte des Neunauges, welche die Meinung von P. Meyer zu bestätigen 
scheinen. Es ist nämlich höchst auffallend, dass das Endothelsäckchen des 
Herzens oft sehr weit von dem Myocardium entfernt liegt, als ob es selbst- 
ständig entstanden sei und in keinem Zusammenhange mit den Seitenplatten 
gestanden habe. Ferner findet man die Herzhöhle durch die Seitenplatten 
begrenzt, ohne dass an der inneren Fläche derselben das Endothel mit Deut- 
lichkeit erkannt werden kann. Dann kommen auch solche Präparate vor, 
in welchen die Seitenplatten die untere Fläche des Darmes noch nicht voll- 
kommen umlagert haben, ihre beiden Blätter nahe an einander und mehr 
zur Peripherie hin liegen und dennoch findet sich mitten in der Körper- 
höhle ein Endothelhäutchen des künftigen Endocardiums. Trotz aller dieser 
Erscheinungen glaube ich an der Meinung, dass das Endocardium an der 
inneren Fläche, ganz in derselben Weise, wie an der äusseren, von den 
Seitenplatten sich abgegrenzt hat, festhalten zu müssen. Ich finde mich dazu 
gezwungen durch die Bilder, welche ganz junge Stadien der Embryonen, 
von c. 2,5 mm., geben. Hier ist das Endocardium auf allen Schnitten aus 
der Herzgegend sichtbar, aber immer im -engsten Zusammenhang mit dem 
Myocardium. Beide Häute erscheinen dick und sind reichlich mit Dotter- 
körnern versehen. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 92. 

9 



T. XIIl] ZUR ENT WICKELUNGSGESCHICHTE DES FLUSSNEUNATJGES. 65 

Bevor ich diesen Abschnitt schliesse, darf ich die Angaben von A. 
Goette nicht mit Stillschweigen übergehen, da dieselben im Widerspruche 
mit meinen Beobachtungen stehen. Nach ihm bildet sich das Endocardium 
aus Entoderm. Da es schwer anzunehmen ist, dass ein so tüchtiger Forscher, 
wie Goette, sich geirrt hätte, so muss das Untersuchungsmaterial derart 
gewesen sein, dass das Gesehene auf verschiedene Art gedeutet werden 
konnte. Es könnte für die Goette'sche Ansicht der Umstand sprechen, 
dass der Oesophogus in der Gegend der Herzanlage ziemlich stark an den 
Seiten comprimirt ist und mit seiner unteren Fläche das Ectoderm fast 
berührt. Hat sich das Herz gebildet, so ist das Lumen des Oesophagus um 
die Hälfte kleiner geworden. Dann findet man nicht selten einzelne Zellen 
in dem oberen Berührungswinkel der Darmfaserplatten. Eine Abschnürung 
des Oesophogus, wie zuweilen geschildert wurde, oder Abspaltung einer 
Zellenreihe von seiner unteren Fläche zu Gunsten des Endocardiums, habe 
ich niemals gesehen und bleibe desshalb bei meiner oben geschilderten 
Annahme. 

Das Entoblast. 

Die Kiemenhöhle entstellt dadurch, dass die Zellen des Dotters am vor- 
deren Ende des Embryo so auseinander weichen, wie wir es bei der Bildung 
des Darmes Gelegenheit gehabt haben zu beobachten. Der grosse, dicke, 
aus compacter Zellenanlage bestehende Kopf fängt an, sich vom Dotter etwas 
zu entfernen, wird kleiner, schmäler. Zwischen ihm und dem Dotter wird 
der Vorderkörper des Embryo immer sichtbarer und länger. Mit den äus- 
seren Veränderungen gehen die inneren Hand in Hand vor sich. Die gebil- 
dete Höhle, die am vorderen Ende anfangs geräumiger war, breitet sich 
auch allmählich in ähnlichen Dimensionen nach hinten aus. Die ganz 
indifferenten, die Höhle umgebenden Zellen werden zu Epithelzellen. Es 
treten in dem gebildeten Kanal, welcher zur Kiemenhöhle wird, seitliche 
Ausbuchtungen auf, die sich von vorn nach hinten verbreiten. Die Aus- 
buchtungen werden so stark, dass die Entodermzellen das Epithel der Haut 
berühren, welches schliesslich resorbirt wird. Der Ausbuchtung gegenüber 
ist zuweilen eine schwache Vertiefung zu bemerken. An einzelnen Stellen 
glaube ich bemerkt zu haben, dass das Epithel der künftigen Spalte sich so 
weit nach aussen hervorgedrängt hat, dass die Zellen der Epidermis hier 
dünner erschienen. Die an der unteren Fläche der Kiemenhöhle, in der 
Gegend von der ersten bis zur fünften Spalte entstehende Rinne, die sich 
später zum grössten Theil ab^chliesst, die Thyreoidea, ist sehr häufig 
beschrieben worden und ich habe nichts Wesentliches hinzuzufügen. Die 
Bildung des Mundes, die Vereinigung der Ectodermbucht mit dem Ento- 

Bulletin N. S. I (XXXIH) p. 93. 



66 PH. OWSJANNIKOW, [ï. XIII 

derm der Kiemeuliölile ist in den Hauptzügen ebenfalls bekannt. Betrachten 
wir einige Längsschnitte, die parallel der Bauclifläclie des Embryo geführt 
waren, ungefähr solche, wie sie A. Dohrn auf der Tafel IV (Bd. VII) 
gegeben hat, so fällt die Ähnlichkeit zwischen den Kiemenspalten und den 
beiden äusseren Winkeln der Mundbucht auf. Es scheint, als ob die Letz- 
teren nur die äusserste Reihe jener Spalten bilden. Die Ähnlichkeit bezieht 
sich nicht allein auf die Lage, sondern auch auf die Form. 

Die Leber bildet sich durch Ausbuchtungen der Darmwand. Man sieht 
dieselbe in Vereinigung mit Kanälen, die sich bald zu Röhren abgrenzen. 
An der Stelle, wo diese Bildungen vor sich gehen, ist der Darm weniger 
reichlich von Dotterzellen umgeben, als in seiner hinteren Abtheilung. 
Jedenfalls nehmen die Dotterkugeln keinen Antheil an der Bildung der 
Leber. Trotz der Angabe von Kupffer, dass- bei den Neunaugen ein 
Canalis neurentericus nicht entsteht, muss ich auf das Entschiedenste sein 
Vorkommen bei diesen Thieren behaupten. Es existirt bis jetzt freilich 
keine einzige genügende Zeichnung desselben. 

Verfolgen wir auf flachen Längsschnitten das Rückenmark, so sehen wir 
mit der grössten Deutlichkeit, wie das Ende desselben sich um die Chorda 
umbiegt, um dann unterhalb derselben eine Strecke fortzulaufen und als 
etwas dünnerer Strang in die obere Wand des Enddarms oberhalb der Anus- 
öffnung zu enden. Meine Präparate waren mit Haematoxilin gefärbt und 
sowohl die Zellen des Rückenmarkes, als auch der Canalis neurentericus 
sahen sehr dunkel aus, wodurch sie von den übrigen abstachen. Die 
Zellen waren übrigens auch viel grösser, als andere in der Nachbarschaft 
liegende, z. B. als die Epithelzellen. Das Bild des erwähnten Canals 
wird dadurch etwas getrübt, dass in seiner Nähe ein grosses venöses 
Gefäss liegt. 

Das Gehirn und die Ganglien. 

In einer vorläufigen Mittheilung, die nicht von Zeichnungen begleitet 
ist, lässt sich sehr wenig über die genannten Organe sagen. Mehrere Tage 
vor dem Ausschlüpfen der Embryonen besitzt das Gehirn schon mehrere 
Abtheilungen. Während der Bildung der Augenblasen stellt die vordere 
Wand des Vorderhirns eine sehr dünne Lamelle dar. Die Hemisphären und 
die Riechkolben bilden sich später. Die Hypophyse nimmt ihren Ursprung 
aus dem Ectoblast, während sie sich bei fast allen anderen Thieren aus den 
Zellen des Entoblasts bildet. 

Über die Epiphyse habe ich einige Data in der jüngst erschienenen 
Schrift über das dritte Auge der Neunaugen gegeben. Alle Ganglien, sowohl 
die des Kopfes, als auch des Rumpfes sind aus den Zellen des Ectoderms 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 94. 



T. XIIl] ZUR ENTWICKELUXGSGESCHICRTE DES FLUSSXEUNATJGES. 67 

hervorgegangen. Die Gehirnganglien scheinen in einer sehr frühen Periode 
entstanden zu sein. Später trennen sie sich von der Epidermis ab und 
scheinen dem Mesoblast anzugehören. Man sieht sie aber bei Embryonen 
von 2 bis 3 mm. noch im Zusammenhange mit der Oberhaut. Die Spinal- 
ganglien treten später auf, und zwar nicht oberhalb des Rückenmarkes, 
sondern seitwärts. Ich habe Epithelzellen zapfenartig von der Haut nach 
innen zu, zwischen die Urwirbel, sich erstrecken gesehen. In späterer Pe- 
riode lagen sie, eine rundliche, selbstständige Gruppe bildend, schon getrennt 
von der Haut, nahe dem Rückenmarke. Aus diesem letzteren ging ein 
kurzes Bündelchen von Nervenfasern, also eine Wurzel, in der Richtung 
der Ganglienzellen. Eine Vereinigung zwischen ihnen bestand in jener 
Periode noch nicht. 

Indem ich diesen kurzen Bericht abschliesse, kann ich nicht unerwähnt 
lassen, dass die Beschreibung und die Abbildungen von A. Dohrn über die 
Gehirnganglien, z. B. des Trigeminus, Ophthalmicus, Facialis, Vagus und 
anderer, im höchsten Grade naturgetreu sind. Ich besitze eine grosse Reihe 
von Präparaten, die ganz dasselbe Bild geben, wie seine Fig. 1 , 2, 4 Tab. 10 
und besonders Fig. 6 Tab. 11 (Bd. VIII, Hft. 2.). 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 95. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Über einen neuen russischen Wels (Exostoma Oschanini Herz.) von S. Her- 
zenstein. (Lu le 29 novembre 1888.) 

Die Siliiroiden-Gattimg Exostoma scheint, wie schon Day hervorhebt, 
besonders an rasch fliessende Gebirgsflüsse gebunden zu sein, während ähn- 
liche Gewässer der Ebene von anderen Gattungen bevorzugt werden r ). In 
der That, wo wir speciellere Angaben über die Verhältnisse der Fundorte 
von einzelnen Arten besitzen, wird diese Behauptung Day's vollkommen 
bestätigt. So passen hierauf die Angaben David's über den «Chepadze» 
(== GhimarrliicMhys Davidi S au vage = Exostoma Davidi Day) 2 ), diejeni- 
gen Anderson's über E. Andersoni 3 ), und auch der Fluss Tschirtschik, wo 
einige Exemplare der in Rede stehenden neuen Art gesammelt worden sind, 
wird als ein «zur Zeit der Schneeschmelze sehr tiefer und unglaublich reis- 
sender Gebirgsfluss, im Sommer und Herbst dagegen als ein sehr ruhiges, 
wenn auch rasches Gewässer» geschildert 4 ). Fasst man nun dabei die von 
früher her bekannte Verbreitung der Gattung Exostoma und die im vorliegen- 
den Aufsatze neu angeführten Daten darüber zusammen, so erweist es sich, 
dass diese Gattung nicht etwa den gebirgigen Gegenden Südwest-, Süd- und 
Südost-Asiens eigen ist, sondern vielmehr auf jene Gebirgsmassen beschränkt 
zu sein scheint, welche das eigentliche Hoch-Asien 5 ) im Westen, Süden und 
Osten umsäumen und von den mächtigen Flusssystemen Turkestans, Indiens, 
Hinter-Indiens und Chinas bewässert werden. Dem eigentlichen Hoch- Asien, 
und zwar nicht bloss den dort liegenden Quellwässern der genannten Fluss- 
systeme, sondern auch den Gewässern ohne Abfluss fehlt Exostoma oder 
dringt doch höchstens nur wenig über die untere Grenze dieses Gebietes 



1) Proc. Zool. Soc. 1876, p. 804; Sc. Res. 2 d . Yarkand Miss., Ichthyology, p. 22 (1878); 
Jourii. Linn. Soc. (Zoolog.), XIII., p. 339, 343—344. 

2) David, Nouv. Arch. d. Mus. X, Bull. p. 42(1874); Sauvage, Rev. et Mag. d. Zool. 
1874, p. 334. 

3) Western Yunnan Exp. 1868—1875, Zoolog. Research, p. 866 (1878). 

4) 'leAieHKo, Bt KoKaHCKonrB XaHCTB^ (ITyTemecTBie bi> TypKecTaHT>. T. I, lacTt 2.) 
CTp. 20 (1875). 

5) Ich gebrauche diesen Ausdruck in dem von mir bei der Bearbeitung der Przewalski'- 
schen ichthyologischen Ausbeute adoptirten Sinne (vgl. Wissenschaftl. Result, der von N. M. 
Przewalski etc. unternom. Reisen. III. 2., pp. I— II, Anmerkung [1888]). 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 119. 6 



70 S. HERZENSTEIN, [t. XIII 

vor, indem es in den Oberlauf der erwähnten Flusssysteme steigt; so viel 
lässt sich wenigstens aus dem zur Zeit schon recht beträchtlichen Material 
entnehmen, welches Fedtschenko, Ssewerzow, Stoliczka und besonders 
Przewalski mitgebracht haben. Die Flusssysteme Turkestans, Indiens, 
Hinter-Indiens etc., die sehr reiche und von einander mehr oder weniger ab- 
weichende Faunen beherbergen, verlieren also in Hoch-Asien ihre Eigen- 
thümlichkeiten und die dortige Fischfauna ist nicht nur sehr arm, sondern 
auch vom äussersten Westen bis zum äussersten Osten sehr einförmig, da 
sie nur aus spaltbäuchigen Cypriniden und einer besonderen Gruppe von 
Nemachilus-Arten besteht. 

Die Gattung Exostoma scheint also darauf hinzuweisen, dass zwischen 
jener peripherischen Zone mit so mannigfach gegliederter Fauna und der 
hoch-asiatischen mit einförmiger Fauna sich noch eine intermediäre Zone 
findet, deren Fauna sich theils entsprechend der peripherischen gliedert, 
theils durch eine gewisse Zahl von eigenthümlichen Formengruppen cha- 
rakterisirt wird, welche durch die ganze Ausdehnung der Zone von Ost 
(China) nach West (Turkestan) verbreitet sind 6 ). Im Allgemeinen würde sich 
hier vielleicht eine gewisse Analogie — allerdings im umgekehrten Sinne — 
mit den Verhältnissen herausstellen, die zwischen der reich differenzirten 
Küstenfauna und der einförmigen Tiefseefauna obwalten. Hoffentlich werden 
spätere Forschungen das nöthige Material zur Lösung dieser interessanten 
Frage liefern. 

Wenden wir uns nunmehr zu der Beschreibung der neuen Art: 

Exostoma Oschanini Herz. 

D. 1/6. A. 3/5. P. 1/11. V. 1/5. 

E. capite valde depresso, labio inferiore ad oris angulos modo evoluto, 
dentibus aciculatis, spatio pinnam dorsalem et adiposam inter l 4 / 5 — 2 l / 1(J 
pinnae dorsalis basin superante; pinna adiposa a caudali, recte truncata, 
plane sejuneta; pinnae analis initio ventralium quam caudalis basi multo 
propiore; pectoralibus ventralium basin haud attingentibus. 

8055. Fl. Ugam (affl. dext. fl. Tschirtschik), pr. Kumsan. Oschanin. 

1887. (I) 7 ). 

8056. Taschkent. Majew. 1887 (1). 

8057. Amu-Darja super. Dr. A. Regel 1882 (2). 



6) Vgl. auch Day, Fislies of India, p. XIV (1878). 

7) Die Exemplare werden hier genau in derselben Weise angeführt, wie in dem General- 
Cataloge der akademischen Sammlung, d. h. zuerst die No., dann der Fundort, dann der 
Sammler mit Beifüguug des Jahres, in welchem dieselben dem Museum zugekommen sind; end- 
lich in Klammern die Zahl der Individuen in dem betreffenden Glase. 

Bulletill N. S. I (XXXIII) p. 130. 



T. XIIl] ÜBER EINEN NEUEN RUSSISCHEN WELS (EXOSTOMA OSCIIANINI HERZ.) 71 

Der Körper ist hinter dem stark abgeplatteten Kopfe zuerst auch etwas 
plattgedrückt, dann subcyl indrisch und erscheint weiter nach hinten seitlich 
zusammengedrückt. Die grösste Körperhöhe ist 7 — 8V 2 mal in der Körper- 
länge enthalten und übertrifft 1 7 / 10 — 2 mal die kleinste, welche 3Y 2 — 4 mal 
geringer ist als die Länge des Schwanzstieles. Die Länge des vollständig 
von weicher Haut umhüllten Kopfes verhält sich zur Körperlänge (ohne 
Schwanzflosse) wie 1 : 4% — 5. Die Kopf breite steht der Kopflänge ein 
wenig nach, oder kommt derselben gleich, während die Kopfhöhe die 
Hälfte der Kopflänge oder etwas weniger ausmacht. Die Augen besitzen 
keine freien Augenlider, stehen gleich weit von der Schnauzenspitze und 
der Kiemenspalte ab, sind ganz klein und 18 — 20 mal in der Kopflänge 
und 5 — 6 mal in der Breite des Interorbitalraumes enthalten. Die vorderen 
und hinteren Nasenlöcher erscheinen durch eine schmale Brücke getrennt, 
die vorderen sind abgerundet, die hinteren — länglich ; beide besitzen einen 
etwas erhabenen Saum. Die Nasalbarteln sitzen auf der die Nasenlöcher 
scheidenden Brücke und da der ebenerwähnte Saum der Nasenlöcher sich 
sowohl auf den Vorder-, als auch den Hinterrand der Barteln fortsetzt, so er- 
halten dieselben eine plattgedrückte, bandförmige Gestalt. Die Maxillar- 
barteln sind fleischig, dick, zur Spitze hin sich verjüngend, reichen bis zur 
Basis der Pectoralen oder ein wenig darüber hinaus und erscheinen ebenfalls 
etwas plattgedrückt. Dieselben sind durch eine Hautfalte mit dem Kopfe 
verbunden, welche am letzteren bis zur Verticale des Auges, an den Barteln 
bis etwa zu % der Länge reicht. Ebenso zieht eine wohlentwickelte Haut- 
falte von den Mundwinkeln längs der unteren Seite der basalen Hälfte der 
Maxillarbarteln und setzt sich dann als schmaler Saum bis zur Spitze der 
letzteren fort. Die inneren Unterkieferbarteln sind halb so lang, wie die 
äusseren, welche letzteren bis zur Kiemenspalte oder etwas darüber hinaus 
reichen; beide Bartelpaare des Unterkiefers sind etwas abgeflacht. 

Der Mund ist unterständig, quer und weit. Die Oberlippe greift an 
den Mundwinkeln ein wenig auf den Unterkiefer über, welcher aus zwei 
beweglichen Hälften besteht und sonst keinen Lippensaum zeigt. Die Zähne 
bilden im Oberkiefer eine ununterbrochene, in der Mitte breite, an den En- 
den zugespitzte, stark bogenförmige Binde; auf dem Unterkiefer erscheinen 
dieselben in zwei, an der S}^mphyse durch einen schmalen Zwischenraum 
getrennte, ebenfalls vorn und innen breite, hinten und aussen zugespitzte 
Gruppen angeordnet. Die Zähne sind meistens beweglich, wenig aus der 
Mundschleimhaut hervorragend, borstenförmig und in den vorderen Reihen 
etwas abgestumpft. Die glashelle äussere Substanz der Zähne lässt den 
dunkleren Axentheil durchscheinen. Der Anfang der Dorsale liegt ungefähr 
zwischen dem ersten und zweiten Drittel der Körperlänge. Die Länge der 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 121. 



72 S. HERZENSTEIN, [t. XIII 

Basis dieser Flosse macht y i0 — y u der Körperlänge aus; die Flossenhöhe 
übertrifft 1% — 1% mal die Länge der Basis. Der ungetheilte Dorsalstrahl 
ist knorpelig und biegsam. Die Fettflosse ist von der Rückenflosse durch 
einen Zwischenraum getrennt, der 1% — 2y i0 mal die Basis der Rücken- 
flosse übertrifft. Die Länge der Fettflosse ist ungefähr dem Abstände vom 
Anfange der Dorsale bis zu demjenigen der Fettflosse gleich. Die Höhe der 
letzteren ist unbedeutend und ihr hinteres Ende wird durch einen merklichen 
Zwischenraum von den rudimentären Caudalstrahlen getrennt. Der Anfang 
der Anale liegt ungefähr zwischen dem zweiten und letzten Drittel der 
Körperlänge, dem Bauchflossengrunde bedeutend näher als der Schwanz- 
flossenbasis; die Länge ihrer Basis macht '/ 13 — y i5 der Körperlänge aus, 
während ihre Höhe 1% — 2 mal die Länge der Basis übertrifft. Die Pecto- 
ralen erreichen mit ihrer Spitze die Basis der Ventralen bei weitem nicht; 
ihr äusserer Theil ist horizontal, der innere — subvertical. Der ungetheilte 
Brustflossenstrahl ist breit, knorpelig, unten von einer quergestreiften, leicht 
ablösbaren Hülle bekleidet. Pori axillares fehlen. Die Bauchflossen sind 
ein wenig hinter der Verticale des hinteren Rückenflossenendes eingefügt 
und ihre Basis steht dem Ende der Fettflosse bedeutend näher als der 
Schnauzenspitze. Ihre Form ist derjenigen der Pectoralen ziemlich ähnlich, 
ihre Spitze deckt den After zu und bleibt durch einen geringen Zwischen- 
raum von der Afterflosse getrennt. Der ungetheilte Bauchflossenstrahl 
erscheint gleichfalls gestreift. Die Caudale ist vertical abgestutzt mit einem 
abgerundeten oberen und einem ebensolchen unteren Winkel. Der After 
steht ungefähr in der Mitte zwischen der Schwanzflossenbasis und der Kie- 
menspalte oder ist der ersteren merklich genähert. Die Haut erscheint auf 
dem ganzen Kopfe, sowie auf den vorderen Theilen des Rückens und der 
Flanken mit feinen Papillen besäet. Zwischen der Kiemenspalte und dem 
Brustflossengrunde zeigt die Haut wabenförmige Vertiefungen, die bei eini- 
gen Individuen deutlich ausgesprochen, bei anderen nur angedeutet sind. 
Die Färbung und Zeichnung ist an den mir vorliegenden Exemplaren sehr 
unbestimmt und undeutlich ; der Körper erscheint auf der Oberseite schmutzig 
bräunlich, auf der unteren heller und ist, besonders oben, sehr dicht mit 
dunklen Flecken und Puncten besäet, die sich auch auf die Flossen verbreiten. 
Die Totallänge erreicht bis 215 mm. 

Diese neue Art steht dem E. Stoliczkai Day 8 ) sehr nahe, unterscheidet 
sich aber durch die Anwesenheit eines merklichen Zwischenraumes zwischen 
dem Ende der Fettflosse und der Schwanzflossenbasis, der bei E. Stoliczkai 
fehlt, da beide Flossen ununterbrochen in einander übergehen. Freilich er- 

8) Proc. Zoo). Soc. 1876, p. 782; Sc. Res. 2 d . Yarkand Miss., Ichthyology, p. 1, PI. I, 
fig. 1 (1878). 

r.ulletin N. S. I (XXXIII) p. 123. 



/ 



T. XIIl] ÜBER EINEN NEUEN RUSSISCHEN WELS (RXOSTOMA OSCHANINI HERZ.). 73 

wähnt Day dieses Kennzeichen in seiner Beschreibung nicht, aber auf seiner 
Figur ist die Continuität der genannten Flossen deutlich zu sehen. 

Über diese Art schreibt Herr W. F. seh an in (in einem Briefe an 
Herrn N. A. Warpachowski) u. A. Folgendes: «Der neue Wels wurde 
zum ersten Mal im April dieses Jahres (1887) in Taschkent, in der Stadt 
selbst, in einem, Bosku genannten, aus dem Tschirtschik abgeleiteten Aryk 
(Bewässerungsgraben) gefangen und lebte ungefähr zwei Monate im Aqua- 
rium des Herrn A. P. Polewitzki. Der Fisch bevorzugte Wasser von 
niedriger Temperatur und versteckte sich immer unter Steinen; zweimal 
sprang er aus dem Aquarium heraus und blieb beide Male ohne Schaden 
etwa 2 Stunden ausserhalb des Wassers» . . . Ein anderes Exemplar «ist von 
den Schülern des hiesigen Lehrerseminars, bei Gelegenheit einer mit ihnen 
im vorigen Sommer in's Gebirge unternommenen Excursion am 2 1 . August 
geangelt worden. Ausserdem soll nach eingezogenen Erkundigungen dieselbe 
Art auch in den Flüssen Tschirtschik und Tersa vorkommen. Ich denke, 
dass der Fisch in den hiesigen Gebirgsbächen weit verbreitet ist, sich aber 
wegen seines Aufenthalts unter Steinen schwer fangen lässt.» 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 123. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST - PÉTERSBOURG. 

tome xin. 



Über dâs Fehlen des Eichhörnchens im Kaukasus von Eug. Büchner. 

(Lu le 17 janvier 1889.) 

Das Fehlen unseres gemeinen Eichhörnchens (Sciurus vulgaris Linn.) in 
den Wäldern der Krim, diese interessante zoogeographische Thatsache, 
die durch Pallas bekannt wurde und auf welche später verschiedene For- 
scher ihre Aufmerksamkeit gelenkt hatten, wobei sie in diesem Factum mit 
Recht einen Beweis für die uralte Waldlosigkeit der südrussischen Steppen 
zu sehen glaubten, ist neuerdings von Koppen 1 ) in einer umfangreichen 
Arbeit sehr eingehend erörtert worden. In dieser Untersuchung ist Koppen 
mit ganz besonderer Ausführlichkeit auch auf die Frage eingegangen, wo- 
her einzelne Waldsäugethiere, wie z. B. der Edelhirsch oder das Reh, der 
Fauna der Krim und des Kaukasus gemeinschaftlich angehören, während 
das Verbreitungsgebiet anderer, gleichfalls an den Wald gebundener, Säu- 
ger, wie z. B. des Eichhörnchens, nur auf den Kaukasus beschränkt ist, und 
gelangt dabei zu folgendem wichtigen Resultalte: «die Krim hat ihre 
sämmtlichen Waldsäugethiere aus dem Kaukasus erhalten, und zwar sind sie 
über die gefrorene Kertscher Meerenge eingewandert» und dieser Umstand 
«erklärt zur Genüge die Thatsache, dass diejenigen Arten derselben, welche 
in Winterschlaf verfallen oder wenigstens im Winter nicht wandern, nicht 
nach der Krim gelangen konnten und folglich daselbst fehlen» 2 ). 

Auf diese Weise glaubt Koppen eine Erklärung für das Fehlen des 
Eichhörnchens in der Krim gefunden zu haben; dieser Erklärung ist aber 
ein hohes Interesse in zoogeographischer Beziehung nicht abzusprechen, 
umsomehr als die von Pallas 3 ) und Nordmann 4 ) aus dieser Thatsache 
gezogene Schlussfolgerung, dass nämlich die Krim niemals mit dem Kau- 
kasus zusammengehangen habe, geologisch absolut nicht berechtigt ist. 



1) Koppen, „Das Fehlen des Eichhörnchens und das Vorhandensein des Rehs und des 
Edelhirsches in der Krim" in: Beiträge zur Kenntniss des Russ. Reiches, (2), VI, pag. 1 — 104 
(1883). 

2) Koppen: Beiträge zur Kenntn. d. Russ. Reiches, (2), VI, p. 61 (1883). 

3) Pallas, Zoogr. Rosso-Asiatica, I, p. 184 (1811). 

4) Nordmann, Observ. sur la Faune Pontique, p. 55 (1840). 

Bulletin N. S. I tXXXIII) p. 125. 



76 EUG. BÜCHNER, [N. S. I 

Eine Untersuchung der geographischen Verbreitung des gemeinen Eich- 
hörnchens hat mich jedoch zu einem anderen Resultate geführt als Koppen 
und die schwersten Bedenken für die Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen 
in Betreff der Colonisation der Krim und speciell des hypothetischen Colo- 
nisationsweges über die gefrorene Kertscher Strasse, bei mir aufkommen 
lassen. Ich will in den folgenden Zeilen speciell die Frage über das Vor- 
handensein des gemeinen Eichhörnchens im Kaukasus eingehend besprechen 
und zugleich zeigen, dass das Fehlen desselben in der Krim durch andere 
Ursachen, als die von Koppen vorgebrachten, bedingt wird. 

Da ich die Frage über das Vorhandensein des Eichhörnchens im Kau- 
kasus mit einer möglichst vollständigen Ausführlichkeit zu behandeln ge- 
denke, so will ich zuerst die in der Literatur zerstreuten Angaben über 
diesen Gegenstand zusammenstellen und kritisch sichten. 

Die ersten Nachrichten über das Vorkommen des Sciurus vulgaris im 
Kaukasus finden wir bei Georgi 5 ); derselbe führt nämlich bei Besprechung 
der Verbreitung dieser Art unter Anderem auch «am Kaukasus» und «in 
Georgien bis an die östliche, waldlose Steppe» an. Dieser Angabe des kritik- 
losen Compilators können wir weiter keine Bedeutung beilegen, da sie ohne 
Zweifel auf Ungenauigkeit in der Wiedergabe der benutzten Quellen beruht. 
Es hatten nämlich bis zum Jahre 1800 nur Gmelin und Güldenstaedt 
über das Vorkommen von Sciurus-Arten im Kaukasus und benachbarten 
Gebieten berichtet, und während der Letztere 6 ) das von ihm in Georgien 
angetroffene Eichhörnchen mit Recht für eine von Sciurus vulgaris verschie- 
dene Art erkannte und mit dem Namen Sciurus anomalus belegte, theilte 
Gmelin 7 ) über die von ihm in Gilan erbeuteten Eichhörnchen zuförderst 
Folgendes mit: «es gibt in Gilan viele Eichhörner; sie leiden aber daselbst 
eine besondere Abänderung, wie aus der folgenden Beschreibung erhellet. 
Indessen gehören sie zuverlässig zu der Race der Europäischen». Erst später 
vergewisserte sich Gmelin 8 ) von der artlichen Selbstständigkeit dieses Eich - 
hörnchens aus Gilan und nannte es Sciurus persicus, welche Art übrigens, 
nebenbei bemerkt, nur ein Synonym des Güldenstacdt'schen Sciurus ano- 
malus ist. Nur diese Angaben von Güldenstaedt und Gmelin konnten 
Georgi vorgelegen haben und in wie weit unzuverlässig er dieselben benutzt 
hat, ist schon aus dem Umstände zu ersehen, dass er in Georgien nicht 
allein das gemeine Eichhörnchen und Sciurus anomalus, sondern auch noch 



5) Georgi, Geogr.-physik. und Naturhist. Beschreibung d. Russ. Reiches, Th. 3, Bd. VI, 
p. 1584 (1800). 

6) Güldenstaedt, Reise durch Russland und im Caucasischen Gebürge, I, p. 312 (1787). 

7) Gmelin, Reise durch Russland, III, p. 379 (1774). 

8) Gmelin, Linn. Syst. Nat., ed. XIII, I, p. 148 (1788). 
Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 126. 



T. XIIl] ÜBER DAS FEHLEN DES EICHHÖRNCHENS IM KAUKASUS. 77 

Sciurus persicus 9 ), welchen letzteren er als selbstständige Art aufführt, vor- 
kommen lässt. Wir sehen auf diese Weise, dass diese Angabe von Georgi 
ohne weitere Berücksichtigung gelassen werden kann. 

Darauf theilt Pallas 10 ) in seiner Zoographia mit, dass Sciurus vulgaris 
in grosser Anzahl auch im Kaukasus vorkomme. Es ist mir unbekannt ge- 
blieben, auf Grund welcher Materialien und Beobachtungen Pallas diese 
Angabe gemacht hat, doch scheint er selbst diese Art während seiner kau- 
kasischen Reise nicht angetroffen zu haben, da er wol im entgegengesetzten 
Falle nicht unterlassen hätte, über diesen Fund in der Beschreibung dieser 
Reise n ) näher zw berichten. 

Indem ich von einer nur wenig glaubwürdigen Angabe von Br one wski 12 ) 
über das Vorhandensein von Eichhörnchen in den Wäldern des nördlichen 
Kaukasus einfach bloss Notiz zu nehmen brauche, muss ich bei den Mitthei- 
lungen von Eichwald näher stehen bleiben, da dieser Forscher Specialist 
war und während seiner in den Jahren 1825 und 1826 nach dem Kaukasus 
unternommenen Reise die Fauna untersucht hatte, folglich seine Nachrichten 
über dieselbe einen gewissen Werth beanspruchen können. Eichwald 13 ) 
theilt mit, dass Sciurus vulgaris im Kaukasus vorkomme, und sagt später 1 *) 
noch, dass es in allen Wäldern daselbst sehr gemein sei. Nachdem Bog- 
danow 15 ) in einer kritischen Besprechung der betreffenden Arbeiten dieses 
Forschers die vollständige Werthlosigkeit derselben gezeigt hat, können wir 
diesen Angaben von Eichwald keinen weiteren Glauben schenken; es ist 
im Gegentheil mehr als wahrscheinlich, dass wir in diesem Falle nicht mit 
dem Resultate seiner Beobachtungen, sondern einfach mit einer bei Pallas 
entlehnten Mittheilung zu thun haben. 

Nach Ménétries 16 ) ist Sciurus vulgaris «assez rare dans les forêts cis- 
alpines du Caucase»; in der beigefügten Tabelle, welche die verticale Ver- 
breitung der kaukasischen Säugethiere behandelt, führt Ménétries die in 
Rede stehende Art für die Region von 2 — 6000 und für diejenige von 
6 — 8000' abs. Höhe an. Ferner theilt Nordmann 17 ) mit, dass das gemeine 
Eichhörnchen ziemlich selten in Abhasien, Mingrelien und Gurien vorkommt 



9) Georgi, Geogr.-phys. und Naturhist. Beschreibung des Russ. Reiches, Th. 3, Bd. VI, 
p. 1588 (1800). 

10) Pallas, Zoographia Rosso- Asiatica, I, p. 184 (1811). 

11) Pallas, Bemerkungen auf einer Reise in die südl. Statthalterschaften des Russ. 
Reichs, I— II (1799—1801). 

12) BpoHeBCKifi, Hob. Teorp. h HcTop. Cb£,h,. o KaBKa3t, II, p. 26 (1823). 

13) Eichwald, Zoologia specialis, III, p. 371 (1831). 

14) Eichwald, Fauna Caspio-Caucasica, p. 34 (1841). 

15) BorxaHOB-B, Hthum KaBKa3a, p. 10 — 12 (1879). 

16) Ménétries, Catalogue raisonné, p. 21 (1832). 

17) Nordmann, Faune Pontique, p. 54 (1840). 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 127. 7 



78 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

und in den centralen Provinzen des Kaukasus gemein ist. Während ich 
weiter unten auf die Angaben dieser beiden Forscher noch zurückkommen 
werde, habe ich weiter der Mittheilungen von Wagner und Beketow, die 
beide den Kaukasus bereist haben, Erwähnung zu thun. Wagner 18 ) theilt 
mit, dass Sciurus vulgaris im Kaukasus seltener vorkomme als in Europa, 
während Beketow 19 ) angiebt, dass in den Buchen- und Kastanienwäldern 
des Kaukasus eine Menge von Eichhörnchen hausen, die den Arten Sciurus 
vulgaris und Sciurus caucasicus angehören. Da jedoch einerseits der Zoolo- 
gische Anhang zu Wagner's Reisebeschreibung zweifelsohne compilativen 
Charakters, andererseits Beketow nicht Zoologe von Fach ist, seiner aus- 
gezeichneten Beschreibung der Umgegenden von Tiflis folglich fehlerhafte 
zoologische Nachrichten unterlaufen konnten, so können die erwähnten Be- 
merkungen über den uns interessirenden Gegenstand keinen Anspruch auf 
Zuverlässigkeit erheben. 

In Betreff der Angaben von Ssimaschko 20 ) dass Sciurus vulgaris in 
grosser Anzahl im centralen Theile des kaukasischen Gebietes vorkommt, 
weniger häufig in Abhasien und selten in den Wäldern Transkaukasiens ist, 
habe ich nur zu bemerken, dass dieselben ausschliesslich compilativer Natur 
und daher für uns vollständig werthlos sind. 

Schliesslich muss ich an dieser Stelle noch einer Mittheilung von Mo- 
dest Bogdanow 21 ) erwähnen, in welcher der leider so früh verstorbene 
Forscher in Betreff der Verbreitung des Sciurus vulgaris im Kaukasus Fol- 
gendes sagt: «unser Eichhörnchen ist ziemlich gemein in den Bergwäldern 
des Grossen Kaukasus» und dieser Angabe diejenige von Nordmann hinzu- 
fügt. Die erwähnte Mittheilung könnte möglicherweise zur Annahme füh- 
ren, Bogdanow habe hier das Resultat seiner Beobachtungen über das 
Eichhörnchen, welche er auf seiner im Jahre 1871 nach dem Kaukasus 
ausgeführten Reise gemacht hat, niedergelegt; ich halte es daher für nicht 
unnöthig, auf Grund einer mündlichen Mittheilung M. N. Bogdanow's 
darauf hinzuweisen, dass er 1871 Sciurus vulgaris nirgends im Kaukasus 
beobachtet und über das Vorkommen desselben daselbst nur auf Grund der 
in der Literatur vorhandenen Angaben geschrieben hat. 

Dieses sind alle die wenigen Angaben über das Vorhandensein des ge- 
meinen Eichhörnchens im Kaukasus, welche ich in der Literatur gefunden 
habe. Ich habe diese Angaben in Verbindung mit kritischen Bemerkungen 
über die Competenz und Glaubwürdigkeit der sie mittheilenden Autoren 



18) Wagner, Heise nach Kolchis, p. 321 (1850). 

19) BeKeTOBT.: B£cth. PyccK. Teorp. 06m;., XV, p. 102 (1855). 

20) CimaiiiKO, PyccKaa <&ayHa, MjieKomiTaiom,ifl, p. 589 (1851). 

21) Eor,n,aHOBT>: }KypH. Oxotbi h KoHH03aBO,n,CTBa, p. 120 (1873). 
Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 128. 



T. XIIl] ÜBER DAS FEHLEN DES EICHHÖRNCHENS IM KAUKASUS. 79 

angeführt, um zu zeigen, in wie weit jede einzelne derselben Anspruch auf 
Zuverlässigkeit erheben kann. Aus dieser Besprechung ist zu ersehen, dass 
bei der Frage über das Vorkommen des Sciurus vulgaris im Kaukasus neben 
der Mittheilung von Pallas, nur noch diejenigen von Mé net ries und 
Nordmann in Betracht kommen können. Auch bin ich fest überzeugt, dass 
auf Grund der Angaben gerade dieser Forscher das Vorkommen von Sciurus 
vulgaris im Kaukasus allgemein anerkannt wird. Nicht nur in allgemeinen 
Hand- und Lehrbüchern, sondern auch in speciellen auf die Quellen zurück- 
gehenden Arbeiten (wie Catalogen, verschiedenartigen Verzeichnissen, Mo- 
nographien u. s. w.), wird bei Besprechung der geographischen Verbreitung 
unseres gemeinen Eichhörnchens in der Aufzählung der einzelnen Verbrei- 
tungsgebiete desselben immer auch der Kaukasus genannt. Dieses Vorkom- 
men des gemeinen Eichhörnchens im Kaukasus wird eben durchgängig als 
eine feststehende Thatsache angesehen, und unter anderen auch von solchen 
Forschern, wie Menzbier 22 ) und Koppen, welche eingehend die Verbrei- 
tung dieses Thieres in Kussland behandelt haben. 

Da jedoch die Nachrichten über die Zugehörigkeit des Sciurus vulgaris 
zur kaukasischen Fauna so spärliche und dazu ausschliesslich älteren Da- 
tums sind, so drängt sich unwillkürlich die Frage auf, ob die mitgetheilten 
Angaben von Pallas, Ménétries und Nordmann überhaupt soweit sichere 
sind, um das Vorkommen dieser Art im Kaukasus wirklich als constatirt 
ansehen zu können. Eine Reihe verschiedener Umstände, zu deren Be- 
sprechung ich jetzt übergehe, hat mich auch in der That zur Überzeugung 
geführt, dass die Angaben der genannten Forscher irrthümlich sind, und 
lässt sich aus der folgenden Betrachtung das Fehlen des gemeinen Eich- 
hörnchens im Kaukasus mit Sicherheit nachweisen. 

Als ich meine Aufmerksamkeit auf die Frage über das Vorkommen des 
gemeinen Eichhörnchens im Kaukasus gelenkt hatte, unterwarf ich zuerst 
die sehr ansehnliche russische Eichhörnchensammlung unseres akademischen 
Museums einer genauen Durchsicht; es erwies sich dabei, dass unser Mu- 
seum keine Vertreter dieser Art aus dem Kaukasus besitzt. War damit 
einerseits der Beweis geliefert, dass Ménétries (dessen ganze Reise- 
Ausbeute bekanntlich unserem Museum einverleibt worden ist) Sciurus vul- 
garis nicht gesammelt hatte, so musste andererseits dieser Umstand im 
höchsten Grade auffallend erscheinen, da unsere Sammlung in Betreif kau- 
kasischer Säuger eine nicht unbedeutende zu nennen ist und Sciurus vulga- 
ris doch nicht selten im Kaukasus vorkommen soll. In den Jahren 1883 
und 1884 kaufte unser Museum eine bedeutende und vorzügliche Säuge- 



22) MeH36npt: IIpiipoAa 11 Oxoxa, I, p. 11 (1878). 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 129. 



80 EUG. BÜCHNER, [ï. XIII 

thiersamnilung an, welche Hr. K. Rossikow am Nordabhange des Kaukasus 
zusammengebracht hatte, doch auch in dieser Sammlung fehlte Sciurus vul- 
garis, abgesehen davon, dass in derselben einerseits die Nager, andererseits 
überhaupt die Waldsäuger ganz ausgezeichnet vertreten waren. Ferner 
habe ich in keinem Cataloge irgend welcher Sammlung Bälge oder Schädel 
von Sciurus vulgaris verzeichnet gefunden, die mit Sicherheit aus dem Kau- 
kasus stammen; auch habe ich kein Museum kennen gelernt und von keiner 
Sammlung in Erfahrung bringen können, dass sie im Besitze derartigen 
Materiales wären 23 ). 

Man wird mir vielleicht einwenden, dass das Fehlen von jeglichem kau- 
kasischen Materiale in den Sammlungen ein nur zufälliges ist und noch 
lange nicht als Beweis für das Fehlen des Eichhörnchens selbst im Kaukasus 
angesehen werden kann. Ich glaube aber, dass meine Mittheilung in Bezug 
auf unser Museum derartige Einwendungen ausschliesst, da in diesem Falle 
das Nichtvorhandensein von Bälgen u. s. w. dieser Art aus dem Kaukasus 
absolut nicht einem Zufall zugeschrieben werden kann. Nichtdestoweniger 
ziehe ich noch einige Kenner und Durchforscher des Kaukasus aus der 
neueren Zeit in dieser Frage zu Rathe. 

Professor M. Bogdanow theilte mir nach seiner Rückkehr aus dem 
Kaukasus im Herbst 1884 mit, dass er während seines Aufenthaltes im 
nördlichen Kaukasus trotz vielfacher Nachforschungen und Erkundigungen 
nach Sciurus vulgaris, diese Art doch nirgends gefunden habe. Seine fol- 
gende, im Jahre 1886 nach dem Kaukasus unternommene Reise bot ihm 
von Neuem die beste Gelegenheit, seine Nachforschungen nach dem gemei- 
nen Eichhörnchen fortzusetzen; doch blieben dieselben auch dieses Mal 
resultatlos, worüber er mir im September 1887 berichtete. 



23) In seinem „Versuche einer natürlichen Anordnung der Nagethiere" theilt Fitzinger 
[Sitzungsber. d. K. K. Akad. d.Wissensch.,Wien, I. Abth., Bd. LV, p. 475 (1867)] mit, dass das in 
Sibirien und Kaukasien vorkommende Eichhörnchen zu ein und derselben Varietät — Sciurus 
vulgaris cinereus — gehöre. Ich habe wol in einer Beschreibung des Gouvernement Eriwan 
[}KypH. Mhh. Bh. Ä'fcjiT», IV, 2, p. 119 (1831)] eine Mittheilung in diesem Sinne („b-b 9puBaH- 
cKofi npoBiiHum ecTB 64jikh, H'BCKOJibKo jioxohuh, no ubbtv, Ha Chohpciuh") gefunden, die aber 
Fitzinger ohne Zweifel unbekannt geblieben ist, sonst existirt in der Literatur, soviel mir be- 
kannt, keine ähnliche Angabe. Man könnte daher vielleicht der Meinung sein, dass Fitzinge r's 
Angabe auf einer vergleichenden Untersuchung von Materialien dieser Art aus dem Kaukasus 
und aus Sibirien basirt, und dass derselben auch voller Glauben zu schenken wäre, wie dies 
übrigens auch schon Koppen (Beitr. z. Kenntn. d. Russ. Reiches, (2), VI, p. 12 — 13) gethan hat. 
Doch muss ich den Charakter und denWerth der Arbeiten Fitzinger's als zu bekannt voraus- 
setzen, um noch speciell hier nachzuweisen, dass die betreffende Mittheilung überhaupt gar 
keine Berücksichtigung verdient. Ich will noch bemerken, dass Hr. Dr. Aug. v. Pelzein auf 
eine diesbezügliche Anfrage mir die freundliche Mittheilung zukommen Hess, dass in der Zoolo- 
gischen Abtheilung des K. K. Naturhistorischen Hofmuseums in Wien kein Exemplar des Sciurus 
vulgaris aus dem Kaukasus vorhanden ist. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 130. 



T. Xlll] ' ÜBER DAS FEHLEN DES EICHHÖRNCHENS IM KAUKASUS. 81 

Nachdem Hr. K. Kossikow, dem wir mehrere sehr gute Arbeiten über 
die kaukasische Fauna verdanken, im Herbste 1886 nach langjähriger 
Durchforschung des nördlichen Kaukasus nach St. Petersburg zurückgekehrt 
war, theilte er mir mit, dass auch er Sciants vulgaris nirgends angetroffen 
hat. Kossikow 24 ) kam auch später in seiner «Übersicht der Säugethiere 
des Malka-Thales», anlässlich einer Berichtigung der Angaben von Méné- 
tries auf diese Frage zurück und sagte hier darüber Folgendes: «ich mei- 
nerseits bemerke nur, dass ich das Eichhörnchen während meiner fünfjähri- 
gen Beobachtungen im centralen und östlichen Theile des nördlichen Kaukasus, 
welche ich in vielen Punkten durchforscht habe, nirgends gefunden habe, 
und kann versichern, dass die Annahme über das Vorkommen von Sciurus 
vulgaris daselbst jeglicher Grundlage entbehrt». 

Ferner erhielt ich von Herrn L. Mlokossiewicz, dem tüchtigen Ken- 
ner der kaukasischen Fauna, die gefällige briefliche Mittheilung, dass er 
während seines langjährigen Aufenthaltes im Grossen Kaukasus nirgends 
Sciurus vulgaris gesehen oder gefunden habe und class es zweifellos sei, dass 
diese Art den Kaukasus nicht bewohnt. 

Endlich hat auch der Präparator unseres akademischen Museums, Herr 
J. Ananow, welcher im Jahre 1886 längere Zeit in den südöstlich von 
Wladikawkas gelegenen Bergen des Grossen Kaukasus excursirte, nirgends 
das Eichhörnchen gefunden, obgleich er nach demselben specielle Nachfor- 
schungen angestellt hat. 

Wir sehen auf diese Weise, dass diese Resultate der neueren Durch- 
forscher des Kaukasus mit unseren früheren Schlussfolgerungen vollständig 
im Einklänge stehen. Nach dem Mitgetheilten kann es meiner Ansicht nach 
weiter gar keinem Zweifel unterliegen, dass Sciurus vulgaris überhaupt 
nirgends im Kaukasus vorkommt. 

Unwillkürlich drängt sich aber die Frage auf, auf welche Weise sind so 
gewissenhafte Forscher, wie Pallas, Nordmann und Ménétries, zu ihren 
falschen Angaben über das Vorkommen des Eichhörnchens im Kaukasus 
gekommen? Ihren Angaben können, meiner Ansicht nach, nur an Ort und 
Stelle bei der Bevölkerung eingezogene Erkundigungen zu Grunde gelegen 
haben. Beim Sammeln dieser Nachrichten haben aber die genannten For- 
scher entweder Angaben über Sciurus persicus auf Sciurus vulgaris bezogen, 
oder sie sind durch einen Umstand, den ich mir folgendermaassen erkläre, 
in Irrthum geführt worden. Die gewöhnliche volksthümliche Bezeichnung 
für Sciurus vulgaris lautet bekanntlich russisch ö-fcjiKa (bjelka), doch wird 
dieser selbe Name (einfach oder in Verbindung mit einem Adjektivum) in 



24) PocciiKOBt: 3an. Hmh. ÂKa^. HayKT>, LIV, p. 87 (1887). 
Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 131. 



82 EUG. BÜCHNER, ÜBER DAS FEHLEN DES EICHHÖRNCHENS U. S. W; [t. XIII 

einigen Gegenden auch auf Myoxus glis angewandt. So heisst z. B. diese 
letztere Art nach Pallas 25 ) im Gouvernement Ssamara — 3eMJiHnaa (yfejiKa 
(semljanaja bjelka = Erdeichhörnchen) und nach Kessler 26 ) in den Gou- 
vernements des Kiew'schen Lehrbezirks — coiurnBaa ö-fejKa (ssonliwaja bjelka 
= schläfriges Eichhörnchen) ; der Lokalname des Myoxus glis im nördlichen 
Kaukasus lautet jedoch nach Kossikow 27 ) einfach ö^Jina (bjelka). Dieser 
letztere Umstand war nun den erwähnten Forschern wol nicht bekannt und 
können sie daher die ihnen zugekommenen Mittheilungen über das Vor- 
kommen von ÖijiKH (bjelki) anstatt auf Myoxus glis, auf Sciurus vulgaris 
bezogen haben. Ihre Angaben beruhen demnach in jedem Falle auf einer 
einfachen Verwechselung. 

Ich komme nun schiesslich auf das schon oben erwähnte Fehlen unseres 
Eichhörnchens in der Krim und auf die Erklärung dieser Thatsache durch 
Koppen zurück. 

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Krim einen gewissen Prozentsatz 
ihrer jetzigen Säugethierfauna einer Einwanderung aus dem Kaukasus 
verdankt und diese Einwanderung zu einer Zeit stattgefunden hat, als der 
Kaukasus mit der Krim noch in direktem Zusammenhange stand. Dieser 
letzteren Annahme widersprach aber das Fehlen des Eichhörnebens in der 
Krim, da es ja gleichfalls aus dem Kaukasus (wo sein Vorkommen allgemein 
angenommen Avurde) nach der Krim hätte gelangen müssen. Aus diesem 
Grunde sah sich nun Koppen veranlasst, diese Einwanderung der Wald- 
säuger in die Krim in eine Zeit zu verlegen, wo der Kaukasus von der Krim 
schon getrennt war, und zwar lässt er diese Einwanderung über die gefro- 
rene Kertscher Strasse vor sich gehen, da an einer solchen Winterschläfer 
oder zur Winterzeit nicht wandernde Säuger nicht Theil nehmen können. 
Diese schon eingangs der vorliegenden Notiz citirte Erklärung für das 
Fehlen des Eichhörnchens in der Krim erweist sich nach den mitgetheilten 
Betrachtungen als den Thatsachen nicht entsprechend. Das gemeine Eich- 
hörnchen konnte nicht aus dem Kaukasus in die Krim einwandern, weil es 
im Kaukasus garnicht vorkommt ; es fehlt folglich in der Krim ausschliesslich 
nur aus dem Grunde, weil es im Kaukasus nicht vorhanden ist. 



25) Pallas, Reise durch versch. Prov. d. Russ. Reichs, I, p. 154 (1801) und Zoographia 
Rosso-Asiatica, I, p.178 (1811); vgl. auch 9BepcMaHi>, Ect. Hct. OpeHÖ. Kp., II, p.126 (1850) 
und Eaji.iioHT., Oumtb hscjie^ob. o pyccKiixt Ha3BaHiaxi. wueKonnTaioiiinx-B, p. 44 (1858). 

26) Keccjiepi.: ^Khbothbih Tyô. KieB. yneÔH. Onp., I, MjieKomiTaioiirifl, P- 48 (1850). 

27) Pocchkobt., 3an. Hmd. Aiua. HayiCB, LIV, p. 48 (1887). 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 132. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ÂCADÉilE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Über die abnorme Wirkung einiger Curare-Sorten. Von Dr. A. Feoktistow. 

(Lu le 28 février 1889.) 

Es ist allgemein bekannt, dass grössere Dosen Curare in das Blutgefäss- 
system injicirt, bei Warm- und Kaltblütern ihre Wirkungen nicht mehr auf 
die Nervenendigungen in den willkürlichen Muskeln beschränken, wie es bei 
Injectionen von kleinen Dosen der Fall ist, sondern dass die lähmende Wir- 
kung des Curare sich auch auf andere Theile des Nervensystems ausdehnt. 
Es ist z. B. bekannt, dass grössere Curare-Mengen auch den nervus vagus, 
splanchnicus und oculomotorius lähmen. Von diesen drei Nerven wird aber 
vor allem und am häufigsten der n. vagus gelähmt. Diese letztere Eigen- 
schaft wusste bereits Cl. Bernard und wurde auf dieselbe auch von Kölli- 
ker, Bezold, Heidenhain und Bidder hingewiesen. Böhm zeigte, dass 
bei solcher Vaguslähmung die Keizung des peripheren Stumpfes dieses 
Nervens mittelst des Tnductionsstromes zur Blutdrucksteigerung und Puls- 
beschleunigung durch Beizung der im Vagus verlaufenden ungelähmten 
accelerirenden Nerven -Fasern führt. Es ist fernerhin bekannt, dass die 
Intensität der vaguslähmenden Wirkung des Curare bei verschiedenen Sorten 
desselben eine verschiedene ist. Es ist also im Grunde genommen nichts 
neues, wenn ich mir erlaube es mitzutheilen, dass ich neulich bei der 
Untersuchung von drei Curare-Sorten gefunden habe, dass alle drei die 
erwähnte Lähmung der Vagusendigungen im Herzen hervorrufen. Es hat 
dieser Befund nur in sofern eine grosse Bedeutung, als dass ich auf Curare- 
Sorten stiess, welche nicht in grossen, sondern in kleinen Dosen diese 
Vaguslähmung hervorbrachten. Dosen, welche gerade genügten das Thier 
zu «immobilisiren», lähmten bereits den Vagus, was bis jetzt, wie es scheint, 
nicht beobachtet worden ist. Die vasomotorischen Reflexe blieben normal, 
der Blutdruck war aber etwas niedriger als er gewöhnlich unter gleichen 
Bedingungen ist. 

Es ist auffallend, dass der Vagus der Hunde und Kaninchen nur vor- 
übergehend gelähmt wurde, hingegen der Vagus der Katzen sich als sehr 
empfindlich erwies, so dass selbst nach 1 — lY 2 Stunden fortgesetzter künst- 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 177. 



84 DK. A. FEOKTISTOW, [t. XIII 

licher Respiration seine Functionsfähigkeit nicht wiederhergestellt wurde. 
Höchst wahrscheinlich ist diese Erscheinung dadurch zu erklären, dass der 
vaguslähm ende Stoff bei den Hunden und bei den Kaninchen schneller als 
bei den Katzen ausgeschieden wurde. 

Die eine von mir untersuchte Sorte des Curare wurde vor einigen Jah- 
ren, die andere im Jahre 1887 von Merck bezogen. Die dritte Sorte hatte 
vor vielen Jahren Herr Prof. Owsjannikow von Cl. Bernard persönlich 
mitgebracht. Ich benutzte zu meinen Versuchen ganz frisch bereitete 
1 — 2°/ -ige Lösungen dieser drei Curare- Sorten, indem ich Katzen und 
kleineren Hunden 5 — 10 Mlgrm., Kaninchen 2 — 3 Mlgrm. (trockener Sub- 
stanz) intravenös injicirte. 

Wenn das Curare von Merck von vornherein eine den Vagus lähmende 
"Wirkung besitzen könnte, so ist es von dem Curare von Cl. Bernard 
kaum anzunehmen. Es ist vielmehr möglich, dass im Laufe von Jahren eine 
Veränderung in der chemischen Zusammensetzung dieses Giftgera enges ein- 
getreten ist, und zwar trotz der Aufbewahrung im trockenen Zustande. 
Schulz erwähnt z. B. ausdrücklich, dass einige Curare- Sorten, welche vor 
einem Jahr noch sich gut und kräftig zeigten, nach Ablauf dieser Zeit ihre 
Eigenschaften zum Theil oder ganz einbüssen können. Ferner zeigt zerrie- 
benes Curare unter dem Mikroskop hier und da Gruppen von prismatischen 
und nadeiförmigen Krystallen, deren Menge mit dem Alter des Präparates 
zunimmt. Dieses allein zeigt, dass in dem complicirten Giftgemenge, wel- 
ches wir Curare nennen, eine chemische Veränderung vor sich geht und 
zwar selbst in dem im trockenen Zustande aufbewahrten. 

Es zeigt in der letzten Zeit die Erfahrung zur Genüge, dass das Curare 
im Handel ungeheuer oft verfälscht oder schlecht bereitet vorkommt. Bald 
bekommt man ganz unwirksame oder schwach wirkende Sorten, Sorten, die 
die stärksten Krämpfe hervorrufen etc., endlich Sorten, wie die von mir 
untersuchten, welche in kleinen Mengen injicirt, die Vagusenden im Herzen 
lähmen und das Präparat wenigstens zu gewissen Zwecken unbrauchbar 
machen. Noch schlimmer wäre es aber, wenn ein solches Präparat den Ex- 
perimentator irre führen sollte, was namentlich bei solchen toxikologisch- 
physiologischen Untersuchungen leicht der Fall sein könnte, wo von einem 
zu untersuchenden Gifte gerade Vaguslähmung erwartet wird. — Es ist 
deshalb durchaus zu empfehlen, jedes Curare auf seine Eigenschaften 
von Zeit zu Zeit genau zu prüfen, bevor man zu den eigentlichen Experi- 
menten unter Zuhülfenahme desselben übergeht. Da aber die Unzuver- 
lässigkeit des im Handel vorkommenden Curare immer zunimmt, so ist es 
die höchste Zeit, der Fabrikation desselben einige Aufmerksamkeit zu 
schenken. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 178. 



T. XIIl] ÜBER DIE ABNORME WIRKUNG EINIGER CURARE-SORTEN. 85 

Bekanntlich bekommen die Droguenhandlimgen das Curare von Brasilien 
aus eingeführt, woselbst es von den im Norden des Landes wohnenden 
Indianerstämmen fabricirt und verkauft wird. Ebenso wird es von den 
Indianern des Orinokogebietes und von denen des British Guyana bereitet 
und in den Handel gebracht, Nun wird aber in Süd-Amerika selbst das 
Curare verschiedener Bereitung verschieden geschätzt, in Europa aber alle 
Sorten unter einer Benennung und zu gleichem Preise verkauft. — Deshalb 
wäre es sehr wünschenswerth, dem Vorschlage Schulz's zu folgen und die 
Rohstoffe selbst, welche zur Bereitung des Curare dienen, direkt auf den Markt 
zu bringen und erst in Europa zu bearbeiten. Es ist das um so viel wün- 
schenswerther, als bereits Appun gefunden hatte, class der gehörig aus- 
gekochte Saft der Rinde der zur Curare-Darstellung verwandten Strychnos- 
arten allein hinreicht, um ein Curare von derselben Wirkung herzustellen, 
wie das von den Indianern bereitete. Couty und Lacer da erhielten auch 
einen Curare-ähnlichen Stoff aus der Stryclinos triplinervia, welcher Stoff 
aber doch nicht die nöthige Intensität und Reinheit der echten Curare- 
wirkung zeigte. 

Es wäre daher wünschenswerth, alle Ingredientien, die den Indianern 
zur Bereitung des Curare dienen, zu prüfen. Als solche sind uns Stryclinos 
toxifera, Str. cogens, Str. Schomburgkii, Str. triplinervia, Str. guyanensis, 
Str. Castelnaeana, Str. Gubleri, Str. Grevcmxii, Str. Mrsuta, Str. nigricans, 
Str. rnbiginosa, ferner Paullinia Cururu (Curara), Cocculus Inème, Boulia- 
■mon guyanensis, Burmannia bicolor, Ficus atrox, Manihot utilissima etc. 
bekannt. — Es unterliegt keinem Zweifel, dass zur Erzielung der Curare- 
wirkung ein Gemenge aller dieser Ingredientien garnicht nöthig ist, sondern 
dass eine oder wenige von den genannten Pflanzen das gewünschte Extract 
in wirksamer Form liefern würden. Es werden auch alle diese Pflanzen nicht 
von einem und demselben Indianerstamme benutzt, sondern von verschie- 
denen mehrere der verschiedenen genannten Pflanzen. Es ist ferner sicher, 
dass die Beimischung von Schlangengift (oder wenigstens von Schlangen- 
zähnen) zum Curare von keiner Bedeutung sein kann, cla erstens alle Rei- 
senden etc. behaupten, dass letztere Substanzen dem Curare vor, oder 
während des Abkochens beigemengt werden und folglich durch die Hitze 
zerstört sein müssen ; zweitens aber habe ich bei dem Schlangengifte keine 
Curarewirkung gefunden, allerdings aber eine vaguslähmende Wirkung, die 
aber beim Kochen von Schlangengiftlösungen verloren geht. 

Vor Jahren hat die Firma Merck das sogenannte Curarinum sulfuricum 
in den Handel gebracht, welches sich aber als eine unconstante und unzu- 
verlässige Substanz erwiesen hat. In nächster Zeit wird dieselbe Firma 
eine constante chemische Verbindung — das Methylcurinhydroxyd — in 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 179. 



86 DR. A. FEOKTISTOW, ÜBER DIE ABNORME WIRKUNG U. S. W. [t. XIII 

den Handel bringen, welche die Endigungen der motorischen Nerven in 
gleicher Weise wie das Curare lähmen soll. Die Zukunft wird zeigen, 
ob es gelingen wird, das Curare durch das Methylcurinhydroxyd definitiv 
zu ersetzen. 



Bullotin N. S. I (XXXIII) p. 180. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE SL-PÉTERSBOUBG. 

TOME XIII. 



Über einige im europäischen Russland und in Sibirien vorkommende Arten 
von Regenwürmern. Von Nicolaus Kulagin, Assistent am Zoologi- 
schen Museum der Moskauer Universität. (Lu le 24 mai 1888). 

Dank der freundlichen Zustimmung des Herrn Akademikers A. Strauch, 
Direktors des Zoologischen Museums der Kaiserlichen Akademie der Wis- 
senschaften, war mir die Möglichkeit geboten, die dem genannten Museum 
gehörende Sammlung von Regenwürmern in sj^stematischer Hinsicht zu bear- 
beiten. Diese Sammlung besteht ausschliesslich aus solchen Formen von Lum- 
briciden, welche im Norden des europäischen Russlands und in verschiede- 
nen Orten Sibiriens gefunden sind. Zu meiner Verfügung standen 28 Exem- 
plare, welche 7 verschiedenen Arten angehören, von denen aber 2, wie man 
später sehen wird, eingezogen werden müssen. Zugleich konnte ich auch die 
Originalexemplare zu den von Gerstfeldt und Prof. Grube beschriebenen 
neuen Species aus Sibirien (Lumbricus brevispinus und L. triannularis) unter- 
suchen. 

Die s} r stematischen Arbeiten über die nordischen Arten von Regenwür- 
mern sind nicht zahlreich. Von den Reisenden des vergangenen Jahrhun- 
derts, welche Sibirien besucht haben, erwähnen Georgi 1 ) und Falk 2 ) für Si- 
birien nur einer Species, des Lumbricus terrestris L., beschränken sich aber 
bloss auf Angabe des lateinischen Namens, ohne zu erwähnen, wo die Art 
von ihnen gefunden worden ist. Der Erstere giebt nur zwei in Sibirien ge- 
bräuchliche indigene Namen, aber keinen Fundort an, und der Letztere 
bemerkt, dass Lumbricus terrestris in Sibirien: «ueberal in mulmiger Erde» 
zu finden ist. Ausser in Sibirien wird Lumbricus terrestris im vergangenen 
Jahrhundert noch von Mohr 3 ) als auf Island und von Fabricius 4 ) als in 
Grönland vorkommend erwähnt. 



1) Bemerkungen einer Reise im Russischen Reiche im Jahre 1772. St. Petersb. 1773, p. 193. 

2) Beiträge zur topographischen Kenntniss des Russischen Reichs. St. Petersb. 1786, III 
447. 

3) Mohr. Forsög til en Islandsk Naturhistorie. Kjöbenhavn 1786, p. 113. 

4) Fabricius. Fauna Groenlandica. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 181. 



88 NICOLAUS KULAGIS, ÜBER EISIGE IM EUROPÄISCHES RUSSLAND [t. XIII 

In diesem Jahrhundert führt Prof. Leuckart 5 ) in seiner Beschreibung 
der isländischen Fauna noch eine neue, dort vorkommende Species der Farn. 
Lumbricidae, den Lumbricus flaviventris, auf. Die Merkmale, welche der 
Autor zur Charakteristik dieser Species benutzt, scheinen mir nicht wesentlich 
genug, um auf sie eine neue Species zu begründen. Er schreibt nämlich, 
class «der Körper cylindrisch ist, nach hinten etwas abgeplattet. Das Kopf- 
ende von kolbiger Gestalt und nach vorn ein wenig verengt... Was aber 
unsere Art besonders auszeichnet, ist die Stellung der Borsten, die nicht 
paarweise an den Seiten des Rückens und Bauches vereinigt sind, wie sonst 
gewöhnlich, sondern einzeln stehen. Statt zwei Reihen von Borstenpaaren 
finden sich jederseits vier Reihen einzelner Borsten». Ferner werden als 
Unterschiede zwischen Lumbricus ßaviventris und anderen Arten die Lage 
der Borsten auf dem ersten und zweiten Ringe, die Grösse und die Färbung 
des Körpers angegeben. Was das erste Merkmal betrifft — die Beschreibung 
der Körperform und der Lippe, — so lässt sich dieselbe ohne allen Zwang auf 
mehrere andere Arten derFam. Lumbricidae beziehen. Die Lage der Borsten 
ist allerdings ein wichtiges Merkmal, doch findet sich die ebenerwähnte Lage 
nicht nur bei Lumbricus ßaviventris, sondern auch bei einigen anderen Arten, 
z. B. bei Lumbricus puter Hoffm. und L. stagnalis Hoffm. Was die Anord- 
nung der Borsten auf dem ersten Ringe betrifft, so ist eine ausführliche Be- 
schreibung derselben nur dann möglich, wenn Querschnitte angefertigt wor- 
den sind, und solche hat der Verfasser augenscheinlich nicht gemacht. End- 
lich sind die Grösse und die Färbung der Regenwürmer solche Merkmale, 
die sich mit dem Alter ändern. Desshalb scheint es mir, dass Lumbricus ßa- 
viventris keine neue Species bildet, sondern nach Leuckart's Beschreibung 
dem Lumbricus puter Hoffm. {Dendrobaena Boeckii Eis.) am nächsten 
steht, welcher letztere im Norden sowohl nach den Angaben von Eisen, als 
auch nach den mir zu Gebote stehenden Materialien weit verbreitet ist. 

Im Jahre 1851 hat Grube die Regenwürmerbeschrieben, welche Mid- 
d end or ff 6 ) in Nord-und Ost- Sibirien gesammelt hat, und zwar werden folgende 
Species mit ausführlicher Beschreibung genannt: Lumbricus communis Hoffm., 
der in der Boganida gefunden worden ist. Nach der Lage des Clitellums, 
der Lippe und der Zahl der Ringe steht diese Species der Allolobophora mu- 
cosa, die später von Eisen 7 ) beschrieben worden ist, sehr nahe. Ferner wer- 



5) Prof. Leuckart. Zur Kenntniss der Fauna von Island (Archiv für Naturg. 1849, p. 
159—161). 

6) Middendorff. Reise in den äussersten Norden und Osten Sibiriens. St. Petersb. 1851, 
Band II, T. I, p. 17—20. 

7) Eisen. Om Skandinaviens Lumbricider (Öfversigt af Vetensk. Akadem. Förhandl. 1873, 
M 8). 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 182. 



T. XIIlj UND IN* SIBIRIEN VORKOMMENDE ARTEN VON REGENWÜRMERN. 89 

den aus der Boganida zwei neue Species beschrieben: Lurnbricus triannularis 
und Lurnbricus multispinus. In meiner ersten Notiz über die Fauna der rus- 
sischen Oligochaeta 8 ) hielt ich diese beiden Species, nach der Beschreibung 
Grube's, für neu, fand aber in der akademischen Sammlung das Original- 
exemplar des Lurnbricus triannularis, von dem ich später eine ausführliche 
Beschreibung geben werde, und will mich jetzt nur auf die Bemerkung be- 
schränken, dass meiner Meinung nach diese Species ohne Zweifel zu Lurn- 
bricus rubeüus Hoffm. gerechnet werden muss. 

Alsdann erschien im Jahre 1858 Gerstfeldt's 9 ) Abhandlung, in welcher 
gleichfalls einige hierhergehörige Arten beschrieben sind, so Lurnbricus com- 
mwwis Hoffm. (Lurnbricus anatomicus~Dugès), der bei Tomsk, in der Umge- 
gend von Irkutsk, an der Luchna und am Amur gefunden worden und mit Allo- 
lobophora turgida Eis. identisch ist; ferner Lurnbricus multispinus, der in den 
wichtigsten Merkmalen mit dem Lurnbricus multispinus Grube übereinstimmt, 
und endlich noch eine neue am Amur gefundene Art, Lurnbricus brcvispinus. 
Nach genauer Untersuchung desjenigen Exemplars, auf welches Gerstfeldt's 
neue Art begründet ist, habe ich mich überzeugt, dass diese Species mit der 
überall in Nord-Europa und in Sibirien vorkommenden Allolobophora foetida 
Sav. identisch ist. Weiter unten, bei der näheren Beschreibung des Exem- 
plars, werde ich die Gründe auseinandersetzen, welche mich zu dieser Schluss- 
folgerung geführt haben. 

Was den von Grube beschriebenen Lurnbricus multispinus betrifft, so 
muss man denselben nach der Zahl der Borsten und nach dem Fehlen des 
Lobus cephalicus für jetzt als eine selbstständige Species anerkennen. 

Die Regenwürmer des nördlichen europäischen Russlands sind von Prof. 
Kessler 10 ) beschrieben worden, und zwar führt er für die Gouvernements 
St. Petersburg und Olonez zwei Arten auf, nämlich Lurnbricus agricola Hoffm. 
und Lurnbricus communis Hoffm., welcher letztere der Allolobophora turgida 
Eis. ähnlich ist. 

In neuester Zeit ist die Fauna der nordischen Lumbricidae hauptsächlich 
von dem schwedischen Zoologen Eisen in seinen Arbeiten: 1. Bidrag tili 
Skandinaviens Oligochaetfauna u ), 2. Om nâgra arktiska Oligochaeter 12 ), 



8) H. KyjiaruHt. Kt> 4>ayH-E Oligochaeta, BCTpinaiomHxcfl bt> Poccin. TpyiM 3ooJior. 
Otjveji. 06m,. JIfoôht. EcTecT. t. 1-h. 

9) Gerstfeldt. Über einige zum Tkeil neue Arten Platoden, Anneliden, Myriapoden und 
Crustaceen Sibiriens. St. Petersburg. 1858, p. 8 — 10. 

10) MaTepiajibi ruh. no3Hamfl OHeJKCKaro 03epa h OooHeJKCKaro Kpaa, npeuMymecTBeHHO bt> 
soojior. oTHooiemn. CUE. 1868 r. 

11) Öfversigt af Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. Stockholm 1870, p. 953. 

12) Ibid. 1872, JV° 1, p. 119. 
Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 183. 



90 NICOLAÜS KULAGIN, ÜBER EINIGE IM EUROPÄISCHEN RUSSLAND [t. XIII 

3. Om Skandinaviens Lumbricider 13 ), 4. Om New-Englands och Canadas 
Lumbricider 14 ) und 5. On Oligochaeta, collected during the Swedish exped. 15 ) 
behandelt worden. In der ersten Abhandlung beschreibt der Autor ausführ- 
lich die 8 in Schweden und Norwegen vorkommenden Species der Farn. Lum- 
bricidae und giebt eine synoptische Tabelle zu ihrer Bestimmung. Eine die- 
ser Arten — Lumbricus purpureus — wird vom Verfasser als neu aufgestellt, 
und für einige andere, namentlich Lumbricus communis, Lumbricus riparius 
und Lumbricus tetraëdrus, werden die auf der Skandinavischen Halbinsel 
vorkommenden Varietäten aufgezählt. In der zweiten Abhandlung beschreibt 
Eisen ziemlich ausführlich 3 Regenwurm-Arten von der Insel Newfound- 
land, namentlich: Lumbricus terrestris, Lumbricus rubellus und Lumbricus 
puter. Die dritte Arbeit ist wieder den skandinavischen Regenwürmern ge- 
widmet, und zwar theilt der Autor in derselben die besser bekannte Gat- 
tung Lumbricus in drei Genera: Lumbricus, Allolobophora und Dendrobaena 
und begründet ausserdem noch eine ganz neue Gattung Allurus. Aus der 
Gattung Allolobophora beschreibt er 3 neue Species: Allolobophora arborea, 
Allolobophora norvegica, Allolobophora subrubicunda. Die vierte Abhandlung 
bezieht sich auf Regenwürmer aus Canada, New-Foundland und dem Briti- 
schen Nord- Amerika ; es werden darin zwei Arten Lumbricus und 6 Arten 
Allolobophora behandelt, von welchen letzteren die drei folgenden neu sind: 
Allolobophora tumida, Allolobophora tenuis und Allolobophora parva. Ausser- 
dem ist daselbst auch eine neue Gattung Tetragonus aufgestellt mit einer Art 
T. pupa aus Canada. 

Die Regenwürmer von Nordenskiöld's Sibirischer Expedition sind von 
Dr. Eisen in seiner fünften und letzten Arbeit beschrieben worden: darun- 
ter findet sich eine neue Art Allolobophora Nordenskiöldi, die von dem Ufer 
des Jenissej und von der Insel "Waigatsch stammt, ferner eine andere Art, 
Allolobophora carnea, die bei Werchojansk (lat. 68°45') und Wirogovo Selo 
(60°50') vorkommt, und endlich Dendrobaena rubida, die zwischen Tomsk und 
Krasnojarsk (lat. 50°) im Dorfe Jurgotskoje (lat. 62°50') und in Nowaja 
Semlja (lat. 73°20') gefunden worden ist. 

Alle Untersuchungen von Eisen zeichnen sich überhaupt durch ausführ- 
liche, gewissenhafte Beschreibung des ihm zu Gebote stehenden Materials 
aus, dennoch kann ich demselben in der Bestimmung der von ihm als neu 
beschriebenen Arten nicht beistimmen. In der That, Eisen benutzt als cha- 
rakteristische Unterschiede der Arten die Anwesenheit der sogenannten «Tu- 
bercula pubertatis» auf dem einen oder dem anderen Segmente, ferner sehr 



13) Ibid. 1873, .V« 8, p. 43. 

14) Ibid. 1874, N° 2, p. 41. 

15) Kongl. Svenska Vet. Akad. Handl., Band 15, 1879. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 184. 



T. XIIl] UND IN SIBIRIEN VORKOMMENDE ARTEN VON REGEN WÜRMERN. 91 

unbedeutende Verschiedenheiten in der Zahl der Clitellumsegmehte (von 1 bis 
3), alsdann die allgemeine Zahl der Segmente und endlich die Körperfär- 
bung. Bei meinen anatomischen und embryologischen Untersuchungen der 
Regenwürmer Moskau's habe ich mich nämlich überzeugt, dass alle diese 
Merkmale sehr veränderlich sind, und dass deren Ausbildung oder Verküm- 
merung vom Alter des Regenwurms und von der Jahreszeit, in welcher er 
gefangen worden, abhängt. Desshalb sind die folgenden Arten: Attolobophora 
subrubicunda, Attolobophora norivegica, Attolobophora tumid a und Attolobophora 
parva hinsichtlich ihrer artlichen Selbstständigkeit nicht über allen Zweifel 
erhaben. 

Die letzte Arbeit über die Fauna der nordischen Regenwürmer ist mein 
Referat über die im nordwestlichen Sibirien von N. Gondatti gesammel- 
ten Regenwürmer (gelesen in der Sitzung der Zoologischen Abtheilung der 
Gesellschaft der Frelinde der Naturwissenschaft, Anthropologie und Ethno- 
graphie). N. Gondatti hat an den Flüssen Soswa und Ob drei Arten der in 
Rede stehenden Familie gefunden, nämlich: Lwnbricus rubellus Hoffm., 
Attolobophora foetida Sav. und Attolobophora tenuis Eis. 

Die mir von dem Zoologischen Museum derKai serlichen Akademie der 
Wissenschaften zur Bearbeitung zugesandte Sammlung enthielt folgende 
Gattungen und Arten: 

I. Allolobophora foetida Sav. 

Syn. ? Enterion foetidum Sav., Cuvier, Hist, des Prog. d. Sc. Nat. T. 4, p. 14. Paris 1828. 
Lumbricus foetidus Dugès, Annal, d. Scienc. Nat. Ser. II, T. VIII, p. 17, 21, fig. 4. 
? Enterion fimetorum Fitzinger. Beobacht. über die Lumbrici. Isis 1833, p. 549 — 557. 
Lumbricus annularis Templeton. Ann. Mag. nat. bist. IX, 1836, p. 233. 

— ölidus Hoffmeister. Die bis jetzt bek. Art. a. d. Farn. d. Eegenw , p. 32, fig. 5. 
ATlolobophor a foetida Eisen. Öfvers. af Kongl. Vetensk. Akad. Förbandl. 1873, JY° 8, p. 50 — 51, 
fig. 3 u. 4. 

Von dieser Art habe ich Exemplare von folgenden Fundorten untersucht: 
8 Exemplare aus "Werchojansk von Baron E. Toll in Mai 1885 gefun- 
den. Der Kopflappen ist bei einigen Formen von dem ersten Ringe scharf 
abgesondert, bei anderen mit ihm verschmolzen. Die Rückenseite des 
9-ten, 10-ten und 11-ten Ringes ist breiter als bei allen anderen. Vom 9-ten 
an sind die Rückenporen deutlich sichtbar, eine Andeutung derselben ist 
zuweilen schon vom 6-ten an bemerkbar. Die Vulva ist deutlich oder wenig- 
sichtbar; das Clitellum reicht vom 26 -sten, oder 27-sten bis zum33-sten; der 
erste Ring zeichnet sich mehr oder minder von den anderen aus. Vom 15-ten 
bis zum 26-sten Ringe findet sich zuweilen an jeder Seite eine Leiste. Die 
Gesammtzahl der Ringe schwankt zwischen 81 und 109. Die Totallänge 
beträgt 5 — 8,8mm. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 185. 



92 NICOLAUS k'ULAGIN, ÜBER EINIGE IM EUROPÄISCHEN" KUSSLAND [t. XIII 

3 Exemplare von der Insel Spitzbergen, wahrscheinlich von Akad. C. 
E. von Baer's Expedition. Zwei davon ohne Clitellum, das dritte besitzt ein 
Clitellmn, das vom 27-sten bis zum 33-sten Ringe reicht. Alle Exemplare 
sind schlecht erhalten, was deren ausführliche Beschreibung unmöglich macht. 

2 Exemplare vom Flusse Jenissej von Fr. Schmidt gesammelt. Das 
eine mit Clitellum vom 26-sten bis zum 32-sten Ringe: die Clitellumringe 
sind deutlich gesondert. Die Vulva fehlt. Die Länge beträgt 7,7 mm.; die Ge- 
sammtzahl der Ringe beläuft sich auf 113. Das andere Exemplar ist klein 
und ohne Clitellum. Beide stehen der Färbung nach der von mir aus dem 
Moskauer Gouvernement beschriebenen Varietät von AUolobophora fottida 
Sav. sehr nahe 16 ). 

2 Exemplare aus Padun am Baikal-See von Czekanowsky gesam- 
melt. Das Clitellum reicht vom 26-sten bis zum 33-sten Ringe und vom 
15-ten bis zum 27-sten findet sich auf jeder Seite eine Leiste. Ringelzahl 
130 — 138. Länge 7 — 8 mm. Das eine Exemplar ist dunkel gefärbt. 

1 Exemplar aus Port-Ajan am Ochotskischen Meere von Wosnes- 
sensky 1846 gesammelt, leider schlecht erhalten. Das Clitellum reicht 
vom25-stenbis zum 32-sten Ringe; die Vulva ist nicht deutlich. 

2 Exemplare aus Bolschoje Simowje von Dr. Bunge am 17./29. Juli 
gesammelt. Das Clitellum erstreckt sich bei beiden vom 27-sten bis zum 
39-sten Segment, die Gesammtzahl der Segmente ist 96, die Länge 5,5 mm. 

II. AUolobophora tenuis Eis. 

Eisen. Öfvers. af Kongl. Vetensk. Akad. Förhandl. 1874, JV» 2, p. 44—45, fig. 1—4. 

Syn. AUolobophora arborea (?) Eisen. Ude. Zeitschrift f. wiss. Zoolog., Bd. XLIII, p .133 — 134. 

In der Sammlung sind zwei Exemplare vorhanden, von denen das eine 
von Dr. Bunge den 17. Juli in Bolschoje Simowje, das andere von Baron E. 
Toll inDolgulach gefunden worden ist. Bei beiden ist der Kopflappen deut- 
lich sichtbar, hinten viereckig und nimmt % des Kopfringes ein. Das Cli- 
tellum ist bei dem einen undeutlich sichtbar, bei dem anderen dagegen stark 
entwickelt und reicht vom 2 5 -sten bis zum 30-sten Ringe. Die Gesammtzahl 
der Ringe beträgt bei dem letzteren Exemplar 106. Die Vulva ist fast nicht 
zu bemerken. Die Länge beträgt 70 mm., ist also um 10 mm. länger als von 
Eisen in der Diagnose angegeben ist. 

III. AUolobophora carnea Sav. 

Syn. Enterion carneum Savigny. Cuv., Hist, des Prog. d. Sc. Nat., T. 2, p. 12. 
Lumbricus trapezoideus Dugès. Annal, d. Sc. Nat., Sér. II, T. VIII., p. 22. 



16) H. M. KyjiariiHt. Hsb^ct. O-Ba JIioo. EcTecTu. IIpoTOK. 3acE,H,. ota'bji'b 3oojiorin T. I, 
Bbin. 1-fi 1886 r., CTp. 145. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 18G. 



T. XIIl] UND IN SIBIRIEN VORKOMMENDE ARTEN VON REGENWÜRMERN. 93 

Lumbricus communis earneus H off m eis ter. Die bis jetzt bek. Art. aus d.Fam.d. Regenw. p. 27. 

— aquatilis Vejdovsky. System und Morpholog. der Oligochaet. 1884. 
Allolobophora mucosa Eisen. Öfvers. af Kongl. Vetensk. Akad. Förh. 1873 JV» 8. p. 47, fig. 

7—10. 
Lumbricus mucosus Tauber. Annulata Danica. 1879, p. 36. 

Zu dieser Art muss der von Grube beschriebene Lumbricus communis 
Hoffm., der von Middendorff an der Boganida gefunden worden ist, ge- 
rechnet werden. Ich hatte drei Exemplare von der Boganida zu meiner Ver- 
fügung. Der Form der Lippe, des Clitellums, der Ringzahl und dem allge- 
meinen Habitus des Körpers nach stimmen sie mit der typischen Allolobo- 
phora mucosa Eisen überein. 



IV. Lumbricus triannularis Grube. 

Middendorff. Sibirische Reise, B. II, t. 1. 1851, p. 18 T. II, fig. 3. 

Die Charakteristik, welche Grube von dieser Art gegeben hat, ist fol- 
gende: Uncinis binis utrinque distichis, in omnibus segmentis aeque dispositis, 
segmentis 79 triannularibus, annulo medio paulo elato, uncinos ferente, vul- 
vis sub segmento 1 5-mo sitis, clitellis minimum a 29-no usque ad 3 1-mum per- 
tinentibus, processu postico lobi capitalis totum segmentum buccale dividente. 
Grube, der nur ein Exemplar dieser Species von der Boganida untersucht 
hat, sagt, dass dieselbe sich von den anderen Arten durch die dreiringeligen 
Segmente, durch die Abwesenheit des Clitellums und durch die Zahl der 
Ringe (79) unterscheidet. Bei den beiden Arten Lumbricus agricola und Lum- 
bricus rubellus Hoffm., welche der Lippenform nach der Grube'schen Art 
am nächsten stehen, schwankt die Ringzahl bei der ersteren zwischen 154 — 
180, bei der zweiten zwischen 120 — 140. 

Nach den sibirischen Exemplaren von Lumbricus rubellus, die zu mei- 
ner Verfügung standen, und nach genauer Untersuchung des Exemplars, auf 
welches Grube seine neue Art begründet hat, habe ich mich überzeugt, dass 
diese Species nicht für neu gehalten werden kann. Erstens sind die dreiringe- 
ligen Segmente eine Erscheinung, die ausschliesslich von der Wirkung der 
Reaktive abhängt, wie man sich leicht überzeugen kann, wenn man einige 
Exemplare des Lumbricus rubellus Hoffm. in starken Spiritus legt. Was die 
Grösse des Clitellums und die Zahl der Ringe bei Lumbricus triannularis 
Grube betrifft, so variiren dieselben je nach dem Alter des Regenwurms 
und nach der Jahreszeit, in der er gefunden worden. Meiner Meinung nach 
kann Lumbricus triannularis nicht für eine neue sibirische Species gehalten 
werden, sondern muss mit dem in Sibirien verbreiteten Lumbricus rubellus 
vereinigt werden. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 187. 8 



94 NICOLAUS KULAGIN, ÜBER EINIGE IM EUROPÄISCHEN RÜSSLAND [t. XIII 

V. Lumbricus brevispinus Gerstfeldt. 

Gerstfeldt. Über einige zum Theil neue Arten Platoden, Anneliden, Myriapoden und Crusta- 
ceen Sibiriens, p. 9, 1858. 

Von dieser Art stand mir das Originalexemplar aus der Gegend der Sun- 
gari-Mündung zu Gebote. Aus der von Gerstfeldt gegebenen Diagnose er- 
sieht man, dass der Hauptunterschied zwischen dieser Art und den übrigen 
darin besteht, dass bei dem Lumbricus brevispinus der Kopflappen und die 
Borsten unentwickelt sind und das Clitellum fehlt. Bei Determination von jun- 
gen Exemplaren der einen oder der anderen Art habe ich die Bemerkung 
gemacht, dass bei ihnen alle charakteristischen Merkmale viel kleiner, als bei 
den erwachsenen sind; da§ Clitellum erscheint nur in der Zeit der Geschlechts- 
reife. Daher scheint es mir, dass die Begründung neuer Arten auf die stär- 
kere oder schwächere Entwickelung des einen oder des anderen Merkmals 
nicht zulässig ist, besonders wenn die Abänderungen, welche vom Alter des 
Exemplars abhängen, nicht bekannt sind. Ausserdem bin ich nach genauer 
Untersuchung des Exemplars, welches von Gerstfeldt beschrieben worden 
ist, zu dem Schluss gekommen, dass es, der Lippenform und dem Gesammt- 
habitus nach, ohne Schwierigkeit zu AUolobophora foetida gerechnet werden 
kann. 

VT. Lumbricus rubellus Hoffm. 

Syn. Enterion rubellum Orley. A mag. Oligoch. Faun. Budapest. 1881, p. 570. 

Zwei Exemplare aus Werchojansk von Baron Toll gesammelt. Der Lip- 
penform, der Clitellumlage und der Ringzahl nach stimmen sie vollkommen 
mit Hoffmeister's Diagnose dieser Art 17 ) überein. 

VII. Dendrobaena rubida Sav. var. 

Syn. Enterion rubidum Savigny, Cuvier Hist, des Prog. d. Scienc. Nat. Tom 4, p. 20, Paris 1828. 

Lumbricus rubidus Dugès. Annal, d. Scienc. Nat. Ser. II, T. VIII, p. 23. 

Lumbricus puter Hoffmeister. Die bis jetzt bek. Art. a. d. Fam. d. Regenw., pag. 33, fig. 6. 

Lumbricus flaviventr is Leuckart. Archiv fur Naturg. 1849, p. 159. 

Lumbricus puter Johns t., Catal. of the Brit, non-parasit worms, pag. 62. 

Lumbricus pieter Udekem. Mem. Acad. roy. Belg. T. XXXV, Tab. 4. 

Dendrobaena Boeckii Eisen. Öfvers. af Kongl. Vet. Akad. Förhandl. 1873, JV» 8, p. 53 — 54. 

Einige Exemplare von der Insel Kildin von Herrn S. M. Herzenstein ge- 
sammelt. Sie unterscheiden sich von den typischen Exemplaren, der von 
Eisen beschriebenen Dendrobaena Boeckii einerseits durch die Lippenform, 
denn bei den von Hrn. Herzenstein gefundenen Exemplaren nimmt der Lobus 
cephalicus nicht 3 / 4 des Kopfsegmentes ein, sondern theilt das erste Seg- 



17) Hoffmeister. Die bis jetzt bekannten Arten aus der Famil. der R.egenwürmer. Braun- 
schweig, 1845. 

Bulletin N. S. I (XXXni) p. 188. 



T. XIIl] UND IN SIBIRIEN VORKOMMENDE ARTEN VON REGENWÜRMERN. 95 

ment in zwei Hälften. Andererseits stehen die Borsten jeder Reihe viel wei- 
ter von einander ab, als bei den Exemplaren dieser Art, welche sich in der 
Sammlung des Zoologischen Museums der Moskauer Universität befinden 
und von dem Prof. Vejdowsky stammen. Auf Grund dieser zwei Merkmale 
kann man, meiner Meinung nach, diese Form für eine besondere Varietät 
der Bendrobaena rubida Sav. (Dendröbaena BoecJcii Eis.) halten. Das Cli- 
tellumreichtvoni28-stenbis zum 32-sten Ringe. Die Gesammtzahl der Ringe 
beträgt 70. 

Die Exemplare mit der Aufschrift: «Mammuth-Expedition, Schmidt» 
und aus dem See Taimyr von Middendorff konnten nicht bestimmt wer- 
den, da sie zu schlecht erhalten sind. 

Aus allem Angeführten ergiebt sich, dass für den Norden Europa's, Asiens 
und Nord-Amerika's überhaupt folgende Arten beschrieben sind: 

1. Lumbricus terrestris Lin. (Island, Skandinavien, Nord-Russland, New-Foundland und Nord- 

Amerika). 

2. — rubéllus H off m. (Skandinavien, Sibirien und New-Foundland). 

3. — pur pur eus Eisen (Skandinavien, New-Foundland). 
? 4. — midtispinus Grube (Sibirien). 

5. ÄRolobophora foetida Sav. (Skandinavien, Sibirien und Nord-Amerika). 

6. — tenuis Eisen (Skandinavien, Sibirien und Nord- Amerika). 

7. — carnea Sav. (Skandinavien, Sibirien und Nord- Amerika). 

8. — cyanea Sav. (Skandinavien, Nord-Russland, Sibirien und Nord- Amerika). 

? 9. Nordenshioldii Eisen. (Skandinavien, Sibirien, Nord-Amerika und New- 
Foundland). 

?10. — subrubicunda Eis. (Sibirien). 

?11. — tumida Eisen (Nord- Amerika). 

?12. — parva Eisen (Nord- Amerika). 

?13. — arbor ea Eisen (Skandinavien). 

?14. — norwegica Eisen (Norwegen). 

15. — chlor otica Sav. (Skandinavien und Nord- Amerika). 

16. Bendrobaena rubida Sav. (Skandinavien, Nord-Russland und Nord- Amerika). 

17. Ällurus tetraëdrus Sav. (Skandinavien). 

18. Tetragonurus pupa Eis. (Nord- Amerika). 

Wenn man diejenigen Arten, denen ich ein Fragezeichen vorgesetzt habe, 
nicht als neue Arten anerkennen will, da sie auf sehr unwesentlichen Merk- 
malen beruhen, so bleiben für die nördlichen Gegenden folgende Arten 

übrig: 

Lumbricus terrestris L. 

— rubéllus H o ff m. 

— purpureus Eis. 
Allolobophora foetida Sav. 

— tenuis Eis. 

— carnea Sav. 

— cyanea Sav. 

— chlor otica Sav. 
Bendrobaena rubida Sav. 
Tetragonurus pupa Eis. 
Ällurus tetraëdrus Sav. 

Bulletin N. S, I (XXXIII) p. 189. 



96 NICOLAUS KULAGIN, ÜBER EINIGE IM EUROPÄISCHEN RUSSLAND U. S. W. [T. XIII 

Die Verbreitung dieser Arten erstreckt sich über ein weites Gebiet, denn 
sie sind in Nord- Amerika, Sibirien, Nord-Russland und Skandinavien gefunden 
worden. Einige Arten, wie Lumbricus rubettus, L. terrestris, L. purpureus, 
Allolobophora cyanea, A. foetida, A. carnea, A. chlorotica, Dendrobaena ru- 
bida und Allurus tetraëdrus werden nicht nur im Norden der alten und neuen 
Welt angetroffen, sondern auch in Mittel- und Süd-Europa. Eine solche aus- 
gedehnte geographische Verbreitung der gleichen Arten ist meiner Meinung 
nach durch die Lebenweise derselben zu erklären: alle Arten der Farn. Lum- 
bricidae halten sich in der Erde auf, wo der Kampf um's Dasein und die 
äusseren Bedingungen — die Hauptfaktoren für die Erscheinung der Ar- 
ten — sehr einförmig und schwach wirken. 

Was die von mir bearbeitete Lumbricidensammlung der Kaiserlichen 
Akademie der Wissenschaften speciell anbetrifft, so bietet sie nicht nur ein 
allgemeines Interesse dar, sondern hat noch einen besonderen Werth, da sie 
Exemplare aus dem höchsten Norden enthält. 

Zum Schluss halte ich es für meine Pflicht, Herrn Akademiker A. 
Strauch, Director des Zoologischen Museums der Akademie, der mir die 
Möglichkeit gegeben hat, die akademische Lumbricidensammlung zu bear- 
beiten, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen. 



oOf^O 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 190. 



MANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE SL-PÉTEHSBOUBG, 

TOME XIII. 

Liste des espèces du genre Scolytus de la collection du Musée de l'Académie 
Impériale des sciences de St. Pétersbourg. Par Ivan Schevyrew, 
assistant de zoologie à l'institut forestier. (Lu le 1 9 décembre 1889). 

Grâce à l'aimable permission de Mr. le directeur du Musée, l'académicien 
A. A. Strauch, j'ai eu la possibilité d'étudier la riche collection des Sco- 
lytiens de la faune russe, qui se trouve dans la section entomologique du 
Musée de l'Académie. Dans cet article je présente la-liste des espèces du 
genre Scolytus Geoffr. de cette collection, déterminées par moi. En donnant 
le nom de chaque espèce, je place aussi celui de la personne, qui l'a procurée 
et de la localité, où cette espèce a été trouvée. A mesure que j'aurai l'occa- 
sion d'étudier les autres groupes de cette intéressante famille des Coléoptères 
j'espère publier aussi les résultats de ces études. 

Scolytus Geoffr. 

1. Geoffroyi Goetze $ Sarepta — Christoph. 

S $ Kharkow — Schevyrew. 

2. Batzéburgii Jans. $ St. Pétersbourg t „ , , 

$ Astrakhan / 

(5$ Sibérie, Radeewka (Amour) — Christoph. 
Daurie, Tschita, rivière Ingoda — Czeka- 

nowsky. 
S. W. Baikal — S olsky. 
Monts Boureia — Radde. 

3. pygmaeus Fabr. $ Koslow — Solsky. 

<$Ç Kharkow — Schevyrew. 

4. carpini Er. Caucase, Borshom — Schevyrew. 



5. pruni Rtzb. Caucase, Tiflis 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 469. 



> — Schevyrew. 
Nowotscherkask J 



98- I. SCHEV Y RE W, LISTE DES ESPÈCES DU GENRE SCOLYTUS DE LA COLLECTION [t. XIII 

6. intricatus Koch. $2 19—22 mai; gouvt. de ] 

Woronège > — Czekanowsky. 

19 juin; gouvt. de Pensa j 

Koslow \ ri i i 

> — Solsky. 

Samara j 

7. rugulosus Koch. Sarepta — Becker. 

Kharkowï , 

> — Schevyrew. 
Tiflis / J 

8. amygdali Guér. Tiflis — Schevyrew. 

Je pense que cette espèce ne doit pas être considérée que comme une 
variété de l'espèce précédente. 

9. Kirschii Skal. Kiew — Schevyrew. 
10. muUistriatus Marsh. Sarepta 



Sarepta 1 

Koslow / "*' 



Kharkow — Schevyrew. 
Sibérie, Wladiwostok — Christoph. 
11. ventrosus nov. sp. 

Niger, nitidus, antennis tarsisque ferrugineis; fronte subconvexa, a 
marginis anterioris medio radiatim aciculata; prothorace latitudine vix 
longiore, parce punctato, punctis in disco subtilioribus, ad apicem late- 
raque profundioribus, congestis; elytris prothorace vix longioribus, striato- 
punctatis, interstitiis planis, primis et secundis multipunctatis, ceteris unise- 
riatim punctatis, ad latera apicemque punctis irregularibus, sutura a basi 
ad medium depressa. Abdomine parum truncato, a basi versus apicem vix 
ascendente; marginibus segmentorum posticis subincrassatis, medio vix 
tuberculatis; segmento ultimo linea longitudinali media depresso. 

1. $ Long. 6 millim. 

Wladiwostok (Sibérie) — Christoph. 
12. unisjpinosus nov. sp. 

Niger, nitidus, antennis tarsisque ferrugineis; fronte subplana, pilis flavis 
convergentibus hirta; prothorace latitudine vix longiore, disco subtiliter 
punctato, punctis lateribus majusculis congestis; elytris prothorace vix lon- 
gioribus, striato-punctatis; interstitiis planis, primis irregulariter punctatis, 
strigellis nonnullis obliquis, ceteris uniseriatim punctatis, ad latera apicemque 
punctis irregularibus, sutura a basi ad medium depressa. Abdominis segmento 

Bulletin N. S, I (XXXIII) p. 470, 



T. XHl] DU MUSÉE DE L'ACADEMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST. PÉTERSBOURG. 9 9 

secundo appendice conico, brevi, acuto, decliviter instructo; marginibus 
segmentorum lateralibus subincrassatis. 

1. $ Long. 5 1 /, millim. 

Tiflis (Caucase) juin. — Sew asti an off. 

13. dauricus Chap. var. Königi mihi: 

Abdominis segmento ultimo integro non bilobato ut in specie Chapuisi. 

$ Ç Turkomania, Kopet-Dag. — König. 



OÏSeîoo 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 471. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Zur Structur der Nervenfaser. Von Ph.Owsjannikow.(Lu le 30 janvier 1890). 

Ende des Jahres 1888 erschien in den Sitzungsberichten der König- 
lichen Preussischen Akademie der Wissenschaften, eine Untersuchung von 
Dr. Max Joseph, über einige Bestandtheile der peripheren markhaltigen 
Nervenfaser. In diesem Artikel spricht der Verfasser unter Anderem über 
die Structur des Axencylinders und weist nach, dass derselbe bei allen von 
ihm untersuchten Thieren, auf seiner ganzen Länge, eine regelmässige Quer- 
streifung zeigte. Um dieselbe zu erhalten, behandelte er die Nerven mit l°/ 
Lösung von salpetersaurem Silberoxyd und einer Mischung von 10% Salpe- 
tersäure mit Wasser. Nachdem die Nerven in dieser Flüssigkeit einige 
Stunden gelegen haben, bringt er dieselben erst in eine schwache, dann in 
eine stärkere Lösung von doppeltchromsauren Kali, bis sie erhärten, und 
untersucht sie alsdann auf Längsschnitten. 

Ganz unabhängig von dieser Mittheilung erschien in demselben Jahre, 
wahrscheinlich um einige Zeit früher, eine Schrift von Jakimowitsch *), 
welche einen ähnlichen Gegenstand behandelt. Dieser Autor hat die Quer- 
streifung des Axencylinders ebenfalls gesehen und abgebildet. Er geht aber 
in seinen physiologischen Betrachtungen viel weiter als der erstere. Während 
Max Joseph die Querstreifung der Cylinderaxis als einen Ausdruck nur 
wirklicher Structurverhältnisse dieses Gebildes auffasst, bringt Jakimo- 
witsch diese Erscheinung mit der Thätigkeit des Nerven in Verbindung. Er 
fand keine regelmässige oder scharf ausgesprochene Streif ung in den Bücken- 
marksnerven eines mit Curare vergifteten Frosches, ebenso wenig auch in 
den Fasern des Opticus, wenn dieser Nerv unthätig war. Jakimowitsch 
hat die Querstreifung aber auch in den Nervenzellen beobachtet und nimmt 
in den Nervenfasern mehrere Arten derselben an. Näheres über die Unter- 
suchungsmethode, über einzelne Ergebnisse und Schlüsse, so wie auch über 
die frühere, hierher einschlagende Literatur, ist in den beiden citirten 
Arbeiten nachzusehen. Ich gehe jetzt zur Beschreibung meiner eigenen 
Beobachtungen über. 



1) Journal de 1' Anatomie et de la Physiologie, normales et pathologiques de l'homme et des 
animaux. 1888, Paris. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 497. 8* 



102 PH. OWSJANNIKOW, [T. XIII 

Ich richtete anfangs meine Aufmerksamkeit auf die marklosen Nerven 
des Flusskrebses. Es ist bekannt, dass im Centralorgane dieses Thieres die 
Nerven nur aus Cylinderaxen bestehen, die aber eine überaus grosse Breite 
erlangen, also zur Untersuchung der feinen Structur sehr geeignet erscheinen, 
wie ich, vor längerer Zeit, an grösseren Krebsen gezeigt habe. Das Central- 
nervensystem wurde auf verschiedene Weise, auch nach der Vorschrift von 
Max Joseph mit salpetersaurem Silberoxyd behandelt, ohne dass die Quer- 
streifung zur Ansicht kam, und auch andere, sehr verschiedene Reactive, wie 
chlorsaures Gold, Safranin, Osmiumsäure, Salzlösung, Picrinsäure, picrin- 
saures Carmin, Haematoxylin, so wie noch weitere Färbungsmittel führten 
zu negativen Resultaten. 

Ich ging nun zur Untersuchung der markhaltigen Nerven über und 
benutzte zu diesem Zwecke den N. ischiadicus des Frosches. Nachdem der 
Frosch durch Decapitation getödtet und sein Rückenmark zerstört worden 
war, entnahm ich ein Stück des Ischiadicus, legte dasselbe in eine Mischung 
aus gleichen Theilen 10°/ Salpetersäure und einer Lösung von 1 Theil sal- 
petersaurem Silberoxyd auf 300Theile Wasser, Hess es einige Stunden darin 
und brachte es dann in einem dunklen Räume unter. Wie spätere Versuche 
mir gezeigt haben, ist es durchaus nicht nöthig, die oben angeführte Quan- 
tität von 1 0°/ Salpetersäure der Silberlösung hinzuzufügen ; man erhält 
dieselben Resultate, wenn man auch nur ein Viertel oder ein Fünftel davon 
anwendet. Darauf wurde das Präparat in destillirtem Wasser ausgespült und 
in demselben ein oder zwei Tage gelassen. Jakimowitsch 2 ) berichtet, dass 
die Nerven, nachdem dieselben aus der Salpeterlösung entfernt, in frisches 
Wasser übergeführt und dann einer intensiven Beleuchtung ausgesetzt worden 
waren, schon in einigen Minuten braun wurden. Hier, in St. Petersburg, beson- 
ders in unseren dunklen Decembertagen, müssen die Präparate stundenlang 
dem Lichte ausgesetzt werden, bis sie eine bräunliche Farbe erhalten. 

Nachdem die Nerven in einem Tropfen Glycerin unter der Lupe mit 
Präparirnadeln in feine Fasern zerlegt waren, wurden sie unter das Microscop 
gebracht und bei massiger Vergrösserung (Seibert 5. Oc. I) untersucht. Es 
erwies sich, dass einzelne Nerven und Nervenbündel etwas stärker gefärbt 
waren, als die anderen. Besonders stark färbten sich die Enden des Nerven- 
bündels und boten ein überraschendes Bild. Man glaubte Insectenmuskeln 
vor sich zu haben. Schwarze oder braune, schmale, regelmässige Streifen 
wechselten mit hellen ab. Der dunkle Strich war nicht gleichmässig schwarz 
oder braun, sondern Hess zuweilen regelmässige Linien erkennen, welche an 
die Primitivfibrillen der quergestreiften Muskeln erinnerten. Wenn man in 



2) 1. c, pag. 150. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 498. 



T. XIIl] ZUR STRUCTUR DER NERVENFASER. 103 

einigen Präparaten keine Querstreifung entdecken konnte, so brauchte man 
nur schwach auf das Deckgläschen zu drücken oder zu klopfen, um ihrer 
ansichtig zu werden. Durch diese Manipulation wird das Nervenmark 
zusammengepresst, wodurch der A xency linder und an ihm die Querstreifung 
zu Tage tritt. Die nähere Untersuchung der Querstreifung ergab, dass dieselbe 
in manchen Nerven sich nur auf den Axencylinder beschränkte, in anderen 
Fällen auf den ganzen Nerveninhalt, nämlich auch auf das Nervenmark ver- 
breitet war. Es fanden sich nämlich Niederschläge in den Lantermann'schen 
Einkerbungen. Die beiden oben genannten Forscher sprechen nur von den 
Streifen in dem Axencylinder und bilden dieselben auch nur auf ihm ab. Die 
Streifung des Cylinders kam allmählich zum Vorschein und wurde erst nach 
einigen Tagen gut sichtbar. Es unterliegt also keinem Zweifel, dass bei 
gewisser Behandlung der Nerven mit salpetersaurem Silberoxyd, der Axen- 
cylinder eine sehr regelmässige Streifung erhält, die uns unwillkürlich an 
quergestreifte Muskeln erinnert. Die schwarzen Streifen wechseln mit hellen 
ab und wenn der Axencylinder allein gefärbt ist, so fangen die Streifen von 
den Ranvier'schen Schnürringen an und liegen hier sehr nahe an einander. In 
einiger Entfernung stehen die dunklen Streifen etwas weiter von einander ab. 
Nachdem die oben beschriebene Querstreifung in den markhaltigen Nerven 
festgestellt worden, ist die Frage zu beantworten, ob dieselbe wirklich mit 
dem Ruhezustande oder der Thätigkeit des Nerven in irgend einem Zusam- 
menhange steht, wie es Jakimowitsch vermuthet. Ich muss gestehen, dass 
mir seine Ideen von vorn herein etwas zu kühn erschienen. Allerdings ist 
es ganz natürlich und verständlich, dass jeder Forscher sich selten mit rein 
histologischen Thatsachen zufrieden giebt, sondern nach Gesetzen sucht, 
welche diese Thatsachen hervorgerufen haben, und sich bemüht der anato- 
mischen Structur physiologische Gründe unterzulegen. Da Jakimowitsch 
bei seinen physiologischen Betrachtungen sich auf Beobachtungen stützt, so 
unternahm ich auch eine Reihe von Versuchen in seinem Sinne. Zuerst muss 
ich hervorheben, dass ich meine Beobachtungen im December und Januar 
angestellt habe, an Fröschen, welche schon ziemlich abgemagert waren. 
Nachdem ich den Frosch mit Curare vergiftet und das Thier sich eine Zeit- 
lang im Vergiftungszustande befunden hatte, schnitt ich den N. ischiadicus 
heraus. Natürlich konnte von Nerventhätigkeit oder Nervenreizung, nach 
einem solchen Versuche, nicht mehr die Rede sein. Trotzdem konnte, bei 
geeigneter Behandlung, die Querstreifung des Axency linders, fast in allen 
Nerven, auf's Klarste gesehen werden, ganz in derselben Weise, wie bei unver- 
gifteten Fröschen. "Wenn Jakimowitsch bei ähnlichen Versuchen andere 
Resultate erhalten hat, so müssen höchstwahrscheinlich irgend welche zufäl- 
lige Bedingungen bestanden und solches hervorgerufen haben. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 499. 



104 PH. OWSJANNIKOW, [ï. XUI 

Einige Forscher — Lawdowsky, Schiefferdecker und anderehalten 
die Fromann'sche Querstreifung für ein Kunstproduct. Lawdowsky glauht, 
dass die Membran des Axencylinders, das Axolema, sich in Falten legt und da- 
durch die Querstreifung bedingt wird, eine Ansicht, die auch von einigen 
anderen Forschern getheilt wird. 

Wir wollen nun versuchen, eine genauere Einsicht über einige, am Axen- 
cylinder beschriebene Eigenthümlichkeiten zu gewinnen. Jakimowitsch 
erwähnt, dass der Axencylinder an der Stelle der Einschnürung des Nerven 
keine Verdickung zeigt, wie man sie gewöhnlich an dieser Stelle beschreibt. 
In gewissem Sinne hat er auch vollkommen recht, denn das Auftreten und 
das Fehlen dieser Verdickung scheint zum Theil von der Art und Weise, 
wie die Präparate bereitet worden, abzuhängen. Bei practischen Übungen, 
mit den Studenten der Universität verfuhren wir, um die Kreuze von Ran vier 
zu zeigen, auf folgende Weise: Es wird ein frischer Nerv auf-dem Objectiv- 
glase in einem Tropfen Wasser mit Nadeln zerzupft, darauf betupft man das 
Präparat mit ein Paar Tropfen Lösung von salpetersaurem Silberoxyd, 
spült dasselbe mit destillirtem Wasser ab, bedeckt das Präparat mit einem 
Deckgläschen, fügt einen Tropfen Glycerin hinzu und setzt es dem Lichte 
aus. Nach zwei Stunden hat man bei günstiger Beleuchtung die Ranvier'schen 
Kreuze vor sich. In diesen Präparaten sind an Stella der Schnürringe häufig 
Verdickungen am Axencylinder zu bemerken. Die schwarzen Kreuze, die 
selbst bei mittelgrossen Systemen zu sehen sind, entstehen auf folgende Weise. 
Der ziemlich lange Längsstrich rührt vom schwarzgefärbten Axencylinder 
her, der kürzere Querstrich entspricht häufig fast dem Querschnitte des 
Nerven und wird durch eine Art von Kittsubstanz bedingt, welche die Stelle 
der sogenanten Ranvier'schen Schnürringe einnimmt. Wenn unsere Präparate 
in anderer Weise, und zwar so bereitet waren, dass ein Theil des Nerven- 
stammes in seinem natürlichen Zustande erst zerzupft wurde, nachdem er 
einige Zeit hindurch in Silberlösung, darauf in destillirtem Wasser gelegen 
und dann, dem Lichte ausgesetzt, eine bräunliche Farbe erhalten hatte, so 
zeigten sich die oben erwähnten Kreuze seltener und weniger regelmässig. 
Die schwarzen Längslinien waren vorhanden, die Querlinien dagegen erschie- 
nen kurz, oder fehlten ganz, oder es waren auch anstatt einer, mehrere kür- 
zere Querlinien zu sehen. Ich habe die Bereitung des Präparates noch etwas 
modificirt: Ich befestigte nämlich den Nervenstamm an einem hölzernen 
Stäbchen in der Art, wie man mit Muskeln verfährt, welche man in aus- 
gespanntem Zustande untersuchen will, und zwar wurde der Nerv dabei 
nur massig ausgezogen. Nachdem derselbe 24 Stunden in Silberlösung und 
schwacher Salpeterlösung gelegen hatte und eben so lange in destillirtem 
Wasser, wurde er mit dem Stäbchen zusammen in Spiritus, anfangs in schwa- 

Bnlletin N. S. I (XXXIII) p. 500. 



T. XIIl] ZUR STRÜCTÜR DER NERVENFASER. 105 

chen, später in 95° gelegt und darauf in Nelkenöl übertragen oder auch in 
Glycerin untersucht. Wenn so behandelte Nerven zerzupft wurden, waren die 
Kreuze sehr häufig garnicht zu sehen. Die schwarze Längslinie war vor- 
handen und der Silberniederschlag erstreckte sich über die beiden Stücke 
der sich gewöhnlich berührenden Schwann'schen Nervenscheiden. Hier waren 
aber die beiden Nervenstücke durch ein schmales Zwischenstück mit einander 
verbunden. Der schwarze Niederschlag bedeckte häufig den Axencylinder, 
wie ein Muff, und Hess sich in derselben Form auf eine kurze Strecke im Innern 
des Nerven verfolgen. In diesen Präparaten waren die Verdickungen des 
Axencylinders meist nicht vorhanden. Ich versuchte ferner die frischen Nerven- 
stämme an einem Ende mit Gewichten zu belasten und dann in den oben 
erwähnten Lösungen aufzuhängen, wobei die weiteren Manipulationen die- 
selben waren wie oben. Diese Versuche gaben Bilder, welche sich wenig von 
jenen unterschieden, die bei Behandlung des ganzen Nervenstammes mit sal- 
petersaurem Silberoxyd und Salpetersäure gewonnen waren. Unter den Bil- 
dern, die häufig vorkommen, wenn die Präparate schwach mit Silber gefärbt 
sind, ist noch anzuführen, dass an der Stelle der Nerveneinschnürung auf 
dem Axencylinder eine braune niedrige Scheibe, in der Art einer Schrauben- 
mutter aufsitzt; zu beiden Seiten derselben liegen zwei hellere längliche 
Streifen, denen niedrige Scheiben oder dunklere Streifen folgen. In einzelnen 
Fällen habe ich die Scheibe vom Axencylinder sich ablösen gesehen , sie war 
beweglich, wie einRing auf einem Drahte. Mitunter, nämlich bei ausgespannten 
Nerven, war an der Scheibe der Axencylinder heller gefärbt, während die 
nebenan liegenden Partien dunkler und dicker erschienen. 

Ich habe auch einige Untersuchungen an den Nerven weisser Ratten 
angestellt. Die Kittsubstanz war hier in viel grösserer Quantität vorhanden, 
als an den Nerven des Frosches und zeigte sich auch viel resistenter gegen 
äussere Angriffe. Die Querstriche waren in vielen Fällen auch an ausge- 
spannt gewesenen Nerven zusehen und die Ranvier'schen Kreuze erschienen 
in sehr regelmässiger Form. An manchen Nerven dagegen löste sich die Kitt- 
substanz und erschien als breiter Ring, oder bloss als schwarzer Fleck, oder 
in der Weise, wie ich es an Froschnerven beschrieben habe. 

Eine der wichtigsten Fragen, die zu beantworten sind, bezieht sich auf 
die Ursache der Querstreifung des Axencylinders. Befinden sich die Silber- 
niederschläge auf dem Axencylinder oder aber in demselben? Zunächst kann 
es als eine feststehende Thatsache angesehen werden, dass die Substanz, in 
der sich die Silberniederschläge bilden, den Axencylinder häufig in der 
Gegend der Ranvier'schen Einschnürungen mit einer regelmässig dicken 
Lage bedeckt. In diesem Falle ist es leicht einzusehen, dass sie dem Axen- 
cylinder aufliegt. Die braune, dicke, mit unregelmässigen Conturen versehene 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 501. 



106 PH. OWSJANNIKOW, [T. XIII 

Masse zieht sich, auf eine kurze Strecke, als ein dünnes Häutchen hin und 
dann erst folgen die Querstreifen, die uns näher interessiren. Von diesen ist 
es viel schwieriger zu sagen, ob sie nur äusserlich liegen. Um diese Frage 
zu entscheiden, machte ich mich an die Untersuchung von Querschnitten 
und verfertigte mir mehrere aus Nervenstämmen verschiedener Thiere, wie 
Frosch, Ratte, Ochs, auch einiger Fische. Alle diese Präparate lagen anfangs 
in Silberlösung und einige von ihnen wurden ausserdem mit Carmin, Ani- 
linblau, Haematoxylin oder Safranin gefärbt. Es kamen Querschnitte vor, in 
welchen fast der ganze Innenraum einer Schwann'schen Scheide mit einer 
schwarzen oder braunen Masse ausgefüllt war, die entweder in allen ihren 
Theilen gleichmässig schwarz erschien, oder in ihrer Mitte eine rundliche 
Stelle zeigte, die weniger dunkel gefärbt war. Dieses war der Axencylinder. 
Alsdann fanden sich im Präparate mehrere dunkle Ringe vor, welche den 
Axencylinder umgaben und etwas von demselben abstanden, wobei dieser 
Letztere gewöhnlich bräunlich gefärbt erschien. Bei sehr starker Färbung 
endlich, fanden sich Niederschläge in dem Axencylinder selbst, scheinbar zwi- 
schen den Fibrillen desselben. Die zuerst beschriebenen Figuren, nämlich die 
grossen dunklen Scheiben, gehören jenen Querschnitten, welche aus der 
Gegend der Ranvier'schen Einschnürungen stammen. Da die schwarzen 
Massen innerhalb der Schwann'schen Scheide liegen, so ist es ganz klar, dass 
wir es hier nicht mit Schnürringen zu thun haben, sondern mit einer Kitt- 
masse, die in der Nervenscheide liegt. Sie umgiebt den Axencylinder und 
legt sich zuweilen an die innere Fläche der beiden Ausbuchtungen der 
Schwann'schen Scheide an. In anderen Fällen liegt sie nur auf dem Axency- 
linder und kann in der Schwann'schen Scheide nach der einen oder anderen 
Richtung verschoben werden. Da diese Masse an frischen oder überhaupt 
an nicht gefärbten Nerven durchsichtig ist und dasselbe Lichtbrechungsver- 
mögen besitzt, wie die Nervenscheide, so entzieht sie sich gewöhnlich der 
Beobachtung. An Silberpräparaten dagegen gelingt es zuweilen, durch 
Klopfen auf das Deckgläschen, den Querstrich des Kreuzes in zwei gleiche 
Theile zu sondern. Da die Substanz, welche den Querbalken des Ranvier'schen 
Kreuzes bildet, innerhalb der Nervenscheide liegt, so passt der deutsche 
Ausdruck Schnürring nicht zur Bezeichnung der von Ran vier an Nerven 
beschriebenen Verengung ihrer Membran und es muss ein anderes Wort dazu 
gewählt werden. Darauf macht schon P. Schief ferdecker aufmerksam, dem 
wir eine sehr eingehende Untersuchung über die Structur der Nerven ver- 
danken. 

Die grössere Zahl der Präparate von verschiedenen Thieren, die allmäh- 
lich gewonnen wurden, machte es wahrscheinlich, dass eine Querstreifung 
auch an marklosen Nerven auftreten kann. 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 502. 



T. XIIl] ZUR STRUCTÜR DER NERVENFASER. 107 

Meine Untersuchungen, die ich in dieser Richtung, aber an Fasern der 
Krebse angestellt habe, gaben, wie ich schon erwähnt habe, nur negative 
Resultate. Andere Forscher, die sich mit diesem Gegenstande beschäftigten, 
haben auch keine Querstreifung entdecken können. Ich wandte mich nun zu 
der Untersuchung eines Objectes, welches mir in früheren Jahren eine Reihe 
von interessanten Thatsachen geliefert hatte, nämlich zu den Nerven und 
zum Rückenmarke des Neunauges. Aber auch hier haben die ersten Präpa- 
rate mir nichts Neues geliefert. Schliesslich erhielt ich doch auch hier eine 
ebenso regelmässige Streifung, wie an markhaltigen Nerven, wobei aber eine 
nothwendige Bedingung darin besteht, dass man die Nerven und das Rücken- 
mark von eben getödteten Thieren nimmt. Die grösseren Rückenmarksstücke 
müssen durch Nadeln in etwas kleinere zerzupft und dann erst in die Silber- 
lösung gethan werden. Benutzt man ganze Stücke des Rückenmarks, so färbt 
sich gewöhnlich das ganze Object nur äusserlich, da die Silberlösung wahr- 
scheinlich nicht genug in die Tiefe zwischen die einzelnen Fasern eindringt. 
In der genannten Lösung (1 auf 200 — 300) müssen die Objecte im dunklen 
Räume 20 — 24 Stunden liegen. Dann, wenn die Beleuchtung gut ist, hält 
man sie 6 — 24 Stunden in Aq. destillata. Schliesslich wird das Präparat auf 
einem Objectglas in destillirtem Wasser noch etwas mehr zerzupft, mit 
einem Deckgläschen bedeckt und nach Zufügung eines Tropfens Glycerin 
untersucht. 

Die Manipulationen, die ich beschrieben habe, können wahrscheinlich 
auch verkürzt werden, und es mag auch die Querstreifung hier und da beim 
Einlegen grösserer Stücke eintreten; ich hielt es aber für nöthig, das Ver- 
fahren genauer anzugeben, welches mir ohne Ausnahme gute Präparate 
lieferte. Man erhält die Querstreifung besonders an denjenigen Stellen, wo 
die Silberlösung mehr der Beleuchtung ausgesetzt war, und dabei in einer 
so regelmässigen und schönen Form, dass man ganz überrascht ist. Man 
traut seinen Augen nicht recht und vermuthet in der ersten Zeit, dass vielleicht 
zufällig Muskelstücke in das Präparat gelangt sind. Man mustert ein Stück 
nach dem anderen und findet verschiedene Übergänge von kaum sichtbaren 
Streifen zu vollkommen ausgebildeten. Da beim Zerzupfen des Rückenmarks 
auf dem Objectglase natürlicher Weise auch tiefere Schichten zum Vorschein 
kommen, so findet man nicht selten Mü 11 er'sche Fasern, nämlich sehr breite, 
nackte Axencylinder, die an dem einen Ende hell, durchsichtig, schwach 
längsgestreift erscheinen, am anderen dagegen mit einer regelmässigen 
Querstreifung versehen sind. Zuweilen, wenn man das Object gut beleuchtet 
und Ausdauer hat, dasselbe längere Zeit zu beobachten, sieht man unter 
den Augen die Querstreifung in jenen Theilen auftreten-, die früher frei 
davon waren. Gewöhnlich zeigt sich aber eine starke, dunklere Streifung an 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 503. 



108 PH. OWSJANNIKOW, [t. XIII 

jenem Ende, welches der Einwirkung des Silbers mehr ausgesetzt war. Hat 
man ein grösseres Stück des Rückenmarks vor sich, an dem das eine Ende 
besonders stark durch Silber gefärbt ist, so sieht man an demselben die 
einzelnen Schichten stufenartig sich abblättern. Die oberflächlichsten, die 
am dunkelsten erscheinen, sind auch kürzer als die übrigen und etwas aufge- 
rollt. In diesen Schichten, theils an einzelnen Fasern, theils an ganzen 
Bündeln, ist die Querstreifung besonders schön zu sehen. Die Ähnlichkeit 
zwischen den quergestreiften Muskeln und den mit Silber bearbeiteten Axen- 
cylindern ist besonders auffallend, wenn man die Müller'schen Fasern be- 
trachtet. Da sieht man nicht allein die dunklen querliegenden Streifen mit 
hellen sich regelmässig abwechseln, sondern man erkennt noch eine sehr 
deutliche Längsstreif ung, welche lebhaft an die Köllicker'schen Muskel- 
primitivfibrillen erinnert und in der That durch die Nervenfibrillen hervor- 
gerufen wird. 

Man hat die Querstreifung bis jetzt, wie schon oben angeführt, nur an 
Cylinderaxen der markhaltigen Nerven beobachtet und es konnte daher 
diese Entdeckung zu keiner allgemeinen Geltung kommen. Immer tauchte 
die Frage auf, wenn die Querstreifung durch einen normalen Bestandteil 
des Nerven bedingt ist, warum kommt sie nicht in allen Nerven, also auch 
in marklosen, vor. Die Entdeckung der Querstreifung an Letzteren, sollte 
man glauben, müsste jener Erscheinung eine positive Grundlage verleihen 
und sie aus dem Bereiche der Kunstproducte herausführen. Es hat sich aber 
diese Voraussetzung, wie man sehen wird, nicht bestätigt. Ich habe aus dem 
Rückenmarke des Neunauges, welches auf die oben beschriebene Weise be- 
handelt wurde, Querschnitte verfertigt. Natürlich fanden sich darunter viele 
Nervenfasern, welche schief geschnitten waren. Die Durchmusterung solcher 
Präparate, namentlich die Betrachtung der Müller'schen Fasern, hat er- 
wiesen, dass die Querstreif nng nur an der äusseren Fläche der Faser vor- 
kommt und sich nicht in die Tiefe erstreckt. Sind die Elemente sehr stark 
gefärbt, so ist auch das Innere der Faser entweder gleichmässig braun, oder 
es finden sich dunkle Körnchen, die zwischen den Elementarfäserchen mehr 
oder weniger regelmässig vertheilt sind. Ein sehr anziehendes und instruc- 
tives Bild zeigte mir ein schiefer Querschnitt einer sehr breiten Müller'- 
schen Faser. Dieselbe war äusserlich mit einer schönen regelmässigen Quer- 
streifung bedeckt. An ihrem oberen Ende, welches etwas schief abgeschnitten 
war, befand sich ein dunkler breiter und etwas erhabener Ring. Er hatte 
sich dadurch gebildet, dass die äussere Schicht der Faser sich in der Art 
einer Membran aufgerollt hatte. Aus diesem Ringe, also aus dem Faser- 
abschnitte, ragte eine sehr grosse Anzahl von Nervenprimitivfibrillen her- 
vor, an welchen keine Querstreifung vorhanden war. Man könnte das Bild 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 504. 



T. Xlll] ZUR STRUCTUR DER NERVENFASER. 109 

mit einem Sacke vergleichen, aus welchem ein Strohbund heraussteckt. 
Wenn, nach dieser Beobachtung, kein Zweifel mehr darüber bestehen kann, 
dass die Querstreifung nur an der äusseren Fläche des Axencylinders vor- 
kommt und in gar keiner Beziehung zu den Primitivfibrillen steht, so möchte 
ich noch einige Thatsachen anführen, welche dafür sprechen, dass die Be- 
handlung der Nervenfasern mit Silber dieselben stark verändert und Ver- 
anlassung zu Kunstproducten giebt. Ich gehe nun wieder zu den Ranvier'- 
schen Querlinien an den markhaltigen Nerven über. Jeder Histologe weiss, 
dass nach Behandlung von frischen Nerven mit einer Lösung von salpeter- 
saurem Silberoxyd in der Gegend jener Linie der Axencylinder schmäler 
und dunkler ist. Je mehr er sich von der Querlinie entfernt, um so heller 
und dicker wird er, bis er seine normale Dimension erlangt hat. Jede 
Flüssigkeit, jeder Farbstoff dringt leichter an den erwähnten Stellen ein, 
als an anderen, da dort der Axencylinder vom Marke entblösst ist. Von dort 
verbreitet sich die Färbung oder Wirkung des Reactivs nach beiden ent- 
gegengesetzten Richtungen. Je entfernter die Punkte liegen, um so weniger 
und später werden sie angegriffen. 

Nicht Alle werden aber mit der eben ausgesprochenen Erklärung ein- 
verstanden sein. Einige Forscher glaubten, dass die Cylinderaxen an der 
Grenze der Marksegmente auch bei frischen Nerven dünner seien, als an 
ihren übrigen Theilen. Dass dieses nicht der Fall ist, dafür sprechen sorg- 
fältig angestellte Untersuchungen. Ich habe mich auch oftmals überzeugt, 
dass die Axencylinder an jener Stelle dieselben Dimensionen besitzen, wie 
an allen übrigen. 

Als einen zweiten Beweis für die Veränderlichkeit und Schrumpfung 
des Gewebes durch Silberbehandlung möchte ich folgende Thatsache an- 
führen. Unter den Rückenmarksstückchen des Neunauges, die mit einer 
Lösung von salpetersaurem Silberoxyd behandelt waren, traf ich einige, 
welche an einem Ende schmäler waren, als am anderen. An dem ersteren 
waren sie stärker gefärbt, hier war die Querstreifung viel intensiver und die 
einzelnen Streifen standen einander viel näher. Je mehr man sich von dem 
starkgefärbten Ende des Rückenmarksstückchens entfernte, desto breiter und 
dicker wurde das Stückchen und um so entfernter lagen die Querstreifen 
von einander. Wir sehen hier an ganzen Rückenmarksstückchen dieselben 
Erscheinungen, die man an einzelnen Axencylindern beobachtet hat. Be- 
weise genug, dass hier und dort dieselben Ursachen, die Schrumpfungs- 
processe, statthaben. 

Bei Weitem der grösste Theil der Histologen hat sich der Ansicht an- 
geschlossen, dass der Axencylinder aus Primitivfibrillen bestellt, nur wenige 
haben, auf Grund ihrer eigenen Untersuchungen, sich eine andere Meinung 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 505. 9 



110 PH. OWSJANNIKOW, [T. XIII 

über die Structur dieses Gebildes geschaffen. So glauben manche, dass der 
Axencylinder ein Kohr ist, dessen Inhalt eine halbflüssige Masse darstellt. 
Da viele Axencylinder aus dem Rückenmarke des Neunauges eine bedeu- 
tende Breite besitzen, so wird dadurch die Untersuchung ihres feineren 
Baues sehr erleichtert. Wenn auch in den Nerven fast sämmtlicher Thiere 
die Längsstreifung und die Primitivfibrillen im Axencylinder bei starker 
Vergrösserung erkannt werden können, so sind dieselben in den Central- 
fasern des Neunauges deutlicher und schöner zu sehen, als bei irgend einem 
anderen Thiere. Die erste Beobachtung über die Zusammensetzung der 
breiten Axencylinder aus feinen Fasern (Primitivfibrillen) ist, so viel ich 
weiss, von mir (1854) an den Nerven des Neunauges gemacht worden. Ich 
habe Fasern von den Nervenzellen zu dem breiten Axencylinder verfolgt 
und ihr Verschmelzen mit jenem gesehen und auch eine Abbildung davon 
gegeben (Fig. 3). 

Ganz ähnliche Verhältnisse habe ich später auch an den Nerven der 
Wirbellosen beschrieben und abgebildet (Fig. 1). Obgleich man über die 
Fibrillen-Structur des Axencylinders viel geschrieben hat, so ist mir nicht 
bekannt, dass meine Beobachtung über die Verschmelzung der feineren 
Nervenzellenausläufer in Centralorganen zu breiten Axencylindern eine Be- 
stätigung erfahren hat. 

Ich gehe nun zur Schilderung meiner späteren Beobachtungen über. 
Das Bild, welches ein ganz frischer, eben aus dem lebenden Thier heraus- 
genommener oder ein todter, besonders mit verschiedenen Reactiven be- 
handelter Axencylinder giebt, ist ein verschiedenes. Deshalb stimmen die 
Beobachtungen verschiedener Forscher über die Structur des Axencylinders 
des Neunauges nicht in allen Stücken mit einander überein. Sowohl im 
frischen Axencylinder, als auch in einem solchen, welcher mit Essigsäure 
oder anderen Reagentien behandelt wurde, lassen sich die Längsstreifen 
und die Primitivfibrillen bei stärkeren Vergrösserungen sehr gut erkennen. 
Im frischen Axencylinder lässt sich das Axolema von den Primitivfibrillen 
nicht trennen und diese scheinen die ganze Breite der Faser einzunehmen. 
In einem mit schwacher Essigsäure behandelten Axencylinder dagegen 
trennt sich der Inhalt vom Axolema. Ein Bündel, bestehend aus Primitiv- 
fibrillen, nimmt die Mitte des Cylinders ein und liegt in einiger Entfernung 
von der peripheren Schicht. Das Bild erinnert mich an die Fig. 3, b, c, die 
ich von den Nervenfibrillen in der Schwann'schen Scheide der Krebse ge- 
geben habe. 

Die Primitivfibrillen zeigen Varicositäten und sind durch eine Zwischen- 
substanz von einander getrennt. Die Müller'schen Fasern des Rückenmarks 
des Neunauges werden gewöhnlich mit glatten Rändern beschrieben, ich 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 506. 



T. XIIl] ZUR STRUCTUR DER NERVENFASER. Ill 

habe aber eine Faser gesehen, an welcher sehr viele dünne Fäserchen hin- 
gen, ungefähr in der Weise, wie die Rückenmarkswurzeln am Rückenmarke 
zu hängen pflegen. Freilich zeigte sich dieses nicht auf der ganzen Länge 
des Axencylinders, sondern nur an einer beschränkten Stelle, denn weiter 
waren die Ränder wieder glatt und eben. Dieser Umstand sprach aber ge- 
rade deutlich dafür, dass das untersuchte Object wirklich der Axency linder 
war. Auf welche Weise könnte man diese verschiedenen Befunde erklären? 
Es ist möglich, dass die Nervenzellenfortsätze, die sich mit der Müller'- 
schen Faser verbinden, sehr zart sind und beim Zerzupfen der Präparate, 
namentlich wenn dieselben erhärtet sind, leicht von der Faser abreissen. 
Ähnliches kann man auch an den Nervenzellenfortsätzen in der Grosshirn- 
rinde beobachten. Ist das Präparat ziemlich stark in Chromsäure erhärtet, 
so reissen bei der Präparation mit Nadeln alle kleinen Fortsätze ab und man 
erhält einen nackten unverästelten Axencylinder. Ganz andere Resultate er- 
hält man, wenn man frische Nervenzellen oder solche, die nur kurze Zeit 
mit einer Lösung von doppeltchromsaurem Kali behandelt worden sind, 
untersucht. 

Die Axencylinder erscheinen an zerzupften Präparaten als flache Bänder, 
in der That sind sie, wie die Querschnitte es zeigen, runde Fäden. Sehr 
häufig hat man an Querschnitten den Axencylinder eckig oder gar stern- 
förmig gesehen und beschrieben, nur hatte man in diesen Fällen Schrumpfungs- 
producte vor Augen. Wenn man das Präparat in seiner natürlichen Form 
erhalten will, so muss die Erhärtung allmählich vor sich gehen und zu 
diesem Zwecke ist die Chromsäure noch immer sehr zu empfehlen. 

Man hat in der letzten Zeit nicht selten die Ansicht ausgesprochen, 
dass das Keratinnetz von Ewald-Kühne zu den Kunstproducten zurechnen 
sei. Es wurde festgestellt, dass dasselbe durch die Verdauungsflüssigkeit 
eben so wie jedes andere Gewebe aufgelöst wird. Da dieses Netz sich mit 
Osmiumsäure nicht färbt, so muss dasselbe eine andere Zusammensetzung 
besitzen als das Nervenmark. Die Ansicht, dass wir in diesem Netze Fort- 
sätze des Plasma der Nervenfaser besitzen, kann nicht bewiesen werden. 
Hätte dieses Netz in der That seine Entstehung einem halbflüssigen Plasma 

zu verdanken, so würde dasselbe nicht unter allen Umständen ein und die- 
's» 
selbe Form besitzen, sondern man würde Stellen finden, an welchen sich das 

Plasma zu grösseren Tropfen vereinigt hätte. 

Das auf gewöhnliche Art dargestellte Ewald-Kühne'sche Netz hat mir 

nichts Neues gezeigt. Um so interessanter war das Bild, welches mir Nerven 

von Torpedo und einigen Haifischen gaben. Diese Nerven hatten eine Zeit 

lang in einer Lösung von doppeltchromsaurem Kali, dann aber einige Jahre 

in Spiritus von 95% gelegen, welcher seiner Zeit einige Mal gewechselt 

Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 507. 9* 



112 PH. OWSJANNIKOW, ZUR STRUCTUR DER NERVENFASER. [t. XIII 

worden war. In diesen Präparaten war jede Spur von Nervenmark ver- 
schwunden, das Netz war grobmaschig, aber es fanden sich ausserdem Fäden 
vor, welche den Axencylinder auf grösseren Strecken spiralförmig umgaben, 
und dabei gingen Netz und Spiralfaser nicht von einem Nervenmarksegmente 
in das andere über. 

Aus Allem, was ich an dem Ewald-Kühne'schen Netze beobachtet habe, 
bin ich zu dem Schlüsse gekommen, dass wir in demselben ein normales Ge- 
bilde des markhaltigen Nerven besitzen, welches keineswegs als Kunstproduct 
betrachtet werden kann. 



Litteratur. 

Ph. Owsjannikow. Disquisitiones microscopicae de medullae spinalis tex- 
tura imprimis in piscibus factitatae. Dorpati 1854. 

Recherches sur la structure intime du système nerveux des crustacées 

et principalement du homard. Ann. des se. naturelles, tome XV, 
1861. 

Schief ferdecker. Beiträge zurKenntniss des Baus der Nervenfasern. Archiv 
für mikr. Anatomie Bd. XXX, 1887. 

Max Joseph. Über einige Bestandtheile der peripheren markhaltigen Nerven- 
fasern. Sitzungsberichte der Königl. Preuss. Akad. der Wissen- 
schaften zu Berlin. December 1888. 

J. Jakimowitch. Sur la structure du cylindre-axe et des cellules nerveuses. 
Journal de l'Anat. et de la Physiol, normales et pathologiques, 
1888. 



Bulletin N. S. I (XXXIII) p. 508. 



MELANGES BIOLOGIQUES ' 

TIKES DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.-PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der Kaiser- 
lichen Akademie der Wissenschaften. Von S. Herzenstein. (Lu 

le 29 mai 1890.) 

Beim Bestimmen und Ordnen der ichthyologischen Sammlung des Zoo- 
logischen Museums, wobei ich mich selbstverständlich an Günther's Cata- 
logue of Fishes gehalten habe, fand ich eine nicht unbeträchtliche Zahl von 
Fischarten, die sich weder nach dem genannten Catalog, noch nach anderen 
ichthyologischen Werken bestimmen Hessen, und die ich daher für neu halten 
muss. Die Beschreibung dieser neuen Arten bildet den Gegenstand der vor- 
liegenden Abhandlung und ich will derselben noch Bemerkungen hinzufügen 
über bereits bekannte Arten, die aber in der einen oder anderen Hinsicht 
nicht ausführlich genug beschrieben sind, oder aber von denen wir interes- 
sante Varietäten besitzen. 

Cottus nivosus n. sp. 

8719. Sin. St. Olgae. Maximowicz. 1863. (1) i). 

D. 9/15. A. 13. P. 17. V. 4. 

C. altitudine corporis 4 4 / 9 , longitudine capitis 2 3 / 8 in longitudine cor- 
poris. Oculis diametro 4 4 / 7 in longitudine capitis, diametro V 2 
distantibus. Cristis duabus parum elevatis et vix flexuosis in 
vertice; vestigiis tuberculorum minimis ad oculorum margines 
postero-superiores. Praeoperculo spinis 3 armato. Dentibus vo- 
merinis bene evolutis. Linea laterali 34 tubulis osseis formata. 
Cute laevi. Ventre excluso, toto corpore maculis albis parvis 
crebris ornato. 



Die grösste Körperhöhe, welche ca. 3 mal die kleinste übertrifft, ist 4 
mal in der Körperlänge enthalten. 



'9 



1) Die Exemplare werden hier genau in derselben Weise angeführt, wie in dem Generalca- 
taloge der akademischen Sammlung, d. h. zuerst die JVs, dann der Fundort, dann der Sammler, 
darauf das Jahr der Acquisition, endlich in Klammern die Zahl der Individuen in dem betref- 
fenden Glase, wobei (-+-) bezeichnet, dass mehr wie 6 Stück in einem Glase vorhanden sind; 
«sicc.» bedeutet ausgetrocknetes, «eff. » ausgestopftes Exemplar. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 23. 



114 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Der Kopf ist ebenso breit wie hoch, indem jede dieser Dimensionen 
etwa % der Kopflänge gleichkommt. Die Kopflänge macht 8 / 19 der Körper- 
länge aus. Auf dem Scheitel erheben sich 2 kaum gebogene, vom hinteren 
Ende des oberen Augenrandes zum Nacken hinziehende und dort etwas 
convergirende Leisten, deren grösster Abstand von einander einem Aügen- 
diameter ein wenig nachsteht. Etwas nach innen vom vorderen Ende dieser 
Leisten bemerkt man jederseits noch eine ganz unbedeutende lineare Er- 
habenheit und etwas vor dieser, am Augenrande, einen ganz geringen, ein 
winziges Hautläppchen tragenden Höcker. Die Augenränder sind etwas er- 
haben, wesshalb der Interorbitalraum ein wenig concav erscheint. Vor und 
zwischen den Augen, über der Nasenspitze, sitzen 2 kurze spitze Dörnchen. 
Das hintere Maxillenende fällt unter den hinteren Augenrand. Das Praeoper- 
culum trägt 3 Stacheln: einen obersten, welcher an Länge etwa 4 / 5 Augen- 
diameter beträgt, nach oben und hinten sieht und bis zur Mitte der Operkel- 
Länge reicht; einen mittleren, der nahe der Wurzel des ersten entspringt, 
bedeutend kürzer und nach hinten gerichtet ist; endlich einen unteren, der 
von dem gleich grossen zweiten weit absteht und nach vorn und unten 
schaut. Die Leiste des Operculum endet hinten in einen spitzen, kurzen 
Stachel. Das Suboperculum trägt auch einen nach unten gerichteten, an 
Länge seinem horizontalen Theile ungefähr gleichkommenden Dorn. Flache, 
zerstreute Warzen bedecken die Haut an der Oberseite des Kopfes. Bürsten- 
zähne am Vomer wohl entwickelt. 

Die Seitenlinie besteht aus 34 knöchernen Eöhrchen, welche die ein- 
zigen Hartgebilde der Haut am Rumpfe darzustellen scheinen. 

Die erste Dorsale ist ziemlich niedrig, indem ihre Höhe dem Abstände 
von der Schnauzenspitze bis zum Augencentrum gleichkommt. Die übrigen 
verticalen Flossen sind an dem einzigen Exemplare so arg beschädigt, dass 
sie sich gar nicht beschreiben lassen. Die Pectoralen reichen bis über den 
Anfang der Anale hinaus. Die Ventralen bleiben vom After durch einen 
Zwischenraum getrennt, welcher ungefähr der Hälfte ihrer Länge gleich- 
kommt. 

Der Abstand des Afters von der Schnauzenspitze macht '/ 2 der Körper- 
länge aus. 

Der Körper ist auf der Unterseite weisslich, oben und an den Seiten auf 
einem jetzt nicht mehr näher definirbaren Grunde mit zahlreichen, dicht 
stehenden, kleinen weissen Flecken geziert, welche neben der Mittellinie 
des Rückens eine gewisse Neigung zeigen, zu kurzen Streifen zusammen zu 
fliessen. Dieselben Flecken breiten sich auch auf den Basaltheil der Caudale 
und der Pectoralen aus. 

Die Totallänge beträgt ca. 185 mm. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 24. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISEKLIGBEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 115 

Das mir vorliegende einzige sehr schlecht erhaltene Exemplar lässt sich 
nach plastischen Merkmalen eigentlich nicht sicher von G scorpius und 
auch wohl von gleich grossen, also jungen Exemplaren mancher nordpaci- 
fischer irrten unterscheiden. Seine Zeichnung ist aber so auffallend und 
weicht so sehr von derjenigen aller von mir untersuchten oder mir der Be- 
schreibung nach bekannten Arten ab, dass ich nicht umhin kann, dasselbe 
bis auf Weiteres als eine besondere Art aufzufassen. 

Centridermichthys alcicornis n. sp. 

8718. Jesso. Maximowicz. 1863. (1). 

D. 10/16. A. 14. P. 16. V. 1/3. 

C. altitudine corporis 4Y 3 , longitudine capitis 2 4 / 7 in longitudine cor- 
poris. Oculis diametro 5% in longitudine capitis, diametro % 
distantibus. Praeoperculo spinis quatuor, suprema Y 2 oculi dia- 
metri paulo superante, sursum directa, valde compressa, ad 
extremitatem 4 — 5 cuspidata. Linea laterali 36 tubulis osseis 
formata. Cute sub lineae lateralis initio squamis paucis postice 
crenatis praedita. 
Die grösste Körperhöhe ist 4V 3 mal in der Körperlänge enthalten und 
übertrifft 4% mal die kleinste Körperhöhe. 

Die Kopflänge, welche 1% mal die Kopfbreite und 1 7 / 10 mal die Kopfhöhe 
übertrifft, macht 7 / 18 der Körperlänge aus. Der Augendiameter, welcher 5% 
mal in der Kopflänge und 3% mal in der Länge des postorbitalen Kopfab- 
schnittes enthalten ist, übertrifft 2 mal die Breite des ein wenig concaven 
Interorbitalraumes. Das hintere Oberkieferende fällt etwas hinter die Ver- 
ticale des hinteren Augenrandes. Zwei kleine Stacheln über der Schnauzen- 
spitze, 4 Stacheln am Praeoperculum, von denen der oberste etwas länger 
als Y 2 Augendiameter ist, aufwärts gebogen und stark zusammengedrückt 
erscheint und sich oben in 4 — 5 Zacken theilt. Die 3 übrigen sind be- 
deutend kleiner, dabei einfach und abwärts, so wie z. Th. nach vorne 
gerichtet. 

Unter der Seitenlinie, welche aus 36 knöchernen Köhrchen besteht, 
finden sich an dem von den Brustflossen bedeckten Körpertheile mehrere 
ziemlich grosse Schuppen, deren freier Band deutlich gezähnelt ist. 

Die erste Dorsale hat eine bedeutende Höhe, indem die Länge ihres 
grössten Strahles ungefähr % der Kopflänge ausmacht; ein geringer Zwischen- 
raum trennt sie von der etwas niedrigeren zweiten, welche zurückgelegt 
über die rudimentären Strahlen der Caudale hinausragt. Die Anale ist etwas 
niedriger als die zweite Dorsale und reicht zurückgelegt beinahe bis zur 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 25. 



116 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Basis der Caudale. Die Pectorale, deren Spitze über den Anfang der Anale 
hinaus reicht, hat ihre 9 — 10 unteren Strahlen mehr oder weniger verdickt 
und zeigt in der dieselben verbindenden Haut schwache, aber deutliche 
Einschnitte. Alle Pectoralstrahlen sind einfach. Die Brustflossenlänge kommt 
dem Abstände von der Schnauzenspitze bis zum Vordeckel gleich. Die Ven- 
tralen, deren Länge einer halben Bauchflossenlänge etwas nachsteht, bleiben 
durch einen bedeutenden, der Bauchflossenlänge beinahe gleichkommenden 
Zwischenraum vom After getrennt. Die Caudale ist abgestutzt und ihre Länge 
verhält sich zur Körperlänge wie 1 : 5%, 

Die Entfernung des Afters von der Schnauzenspitze macht % der Körper- 
länge aus. Die Genitalpapille ist sehr stark entwickelt. 

Die Färbung lässt sich wegen der ungenügenden Conservation des 
Exemplares nicht näher beschreiben. 

Die Totallänge macht 348 mm. aus. 

Diese neue Art ist durch ihre bedeutende Grösse und die Form des 
oberen Praeopercular-Stachels sehr gut characterisirt. 

Hypsagonus gradiens n. sp. 

1430. Kamtschatka. Dittmar. 1859. (1). 

1483. Sinus Awatscha. Dr. L. a S ehr en ck. 1854. (2). 

1484. » » » » » (2). 
5468. Kamtschatka. Dr. Peters. 1842. (1) (sicc). 
8723. Port. Petropawlowsk. Grebnitzky. 1880. (2). 

D. 9 — 11/6 — 7. A. 10 — 11. P. 12 — 13. V. 2. 

H. corporis altitudine 3% — 3, capitis longitudine 3% — 3% in corporis 
longitudine. Nucha depressa, spinis postocularibus et nuchalibus 
binis. Spatio interorbitali valde coneavo. Tentaculo filiformi supra 
rostri apice bene evoluto, vel rudimentario, vel nullo. Seriebus 
spinarum plus minusve evolutarum in trunco utrinque 5. Radiis 
pectoralibus inferioribus 7 — 8 liberis. 
Der Umriss des ziemlich stark comprimirten Körpers, dessen grösste 
Höhe zur Körperlänge sich wie 1:3 — 1:3% und zur geringsten Körperhöhe 
wie 4 7 / 10 : 1 — 4 : 1 verhält, steigt vom Hinterhaupte an beinahe vertical auf. 
Vom höchsten Puncte fällt dann das Rückenprofil entweder ganz allmählich, 
oder, vom hinteren Ende der ersten Dorsale an, rasch zum Schwanzstiele ab. 
Die Kopflänge ist 3% — 3% mal in der Körperlänge enthalten und über- 
trifft iy 2 — I 1 /? mal die Kopfbreite, welche der Kopfhöhe ungefähr gleich- 
kommt. Auf dem Scheitel findet sich eine unbedeutende trapézoïdale Ver- 
tiefung. Die Leisten, welche dieselbe seitlich begrenzen, bilden hinten je 
einen stumpfen Stachel. Einen ähnlichen Stachel bildet hinten auch jeder 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 26. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 117 

der beiden oberen Orbitalränder, die stark erhoben sind und einen tief 
rinnenförmig ausgehöhlten Interorbitalraum begrenzen. An der oberen Seite 
der Schnauze, zu welcher hin das obere Profil steil stufenförmig abfällt, 
stehen 2 schlanke spitze Dorne; vor diesen findet sich bei manchen Exem- 
plaren ein rudimentärer oder massig entwickelter fadenförmiger Tentakel. 
Der untere Rand des Praeorbitale zeigt 2 — 3 undeutliche Zacken. Ein 
mehr oder weniger entwickelter Höcker steht am hinteren unteren Orbital- 
rande von der Wange wagerecht ab. Am hinteren und unteren Vordeckel- 
rande sind 4 stumpfe Zähne vorhanden, von denen 1 oder 2 obere wohl ent- 
wickelt, die übrigen aber schwach erscheinen. Zerstreute spitze Höckerchen 
am Operculum. Das hintere Oberkieferende fällt ein wenig vor oder unter 
die Verticale des Augencentrums. Die Unterkieferecken treten knollenförmig 
hervor. Der Diameter der Augen, deren hinterer Rand beinahe in der Mitte 
der Kopflänge liegt, ist 3% — 3% mal in der Kopflänge enthalten und 
kommt der Breite des Interorbitalraum es ungefähr gleich. Die Kiemenhaut 
ist an den Isthmus nicht angewachsen, sondern frei. Feine Zähne bilden 
eine massig breite Binde am Ober- und Unterkiefer. Gaumen zahnlos. 

Die Seitenlinie wird von spärlichen Poren gebildet, die paarweise stehen, 
und zwar immer einer vorn, der andere hinter jedem Stachel der gleich zu 
beschreibenden 3. Stachelreihe. Abgesehen von einem mehr oder weniger 
starken, conischen oder etwas comprimirten, zuweilen auch ein wenig haken- 
förmig nach hinten gebogenen Stachel am Schultergürtel etwas über der 
Brustflossenbasis, sind die von den knöchernen Körperschildern sich erhe- 
benden Höcker oder Stacheln in 5 Längsreihen geordnet. Die erste, an dem 
Nackenstachel beginnend, zieht dem Rückenprofil am nächsten, um dann auf 
den dorsalen Rand des Schwanzstieles überzugehen. Die zweite, vorne etwas 
nach oben aufsteigend, beginnt ungefähr unter dem hinteren Drittel der 
ersten Dorsale und verläuft dann bis zur Basis der Caudale. Die dritte fängt 
hinter dem oberen Ende der Kiemenspalte mit 3 starken, rückwärts haken- 
förmig gebogenen Stacheln an, besteht aber nach hinten aus ganz kleinen, 
weit auseinander stehenden Höckerchen. Die vierte, etwa an der Mitte der 
Brustflossenbasis beginnende, wird von ziemlich starken, ebenfalls haken- 
förmig und rückwärts gebogenen Stacheln gebildet, die nach hinten an 
Grösse abnehmen. Die fünfte endlich bestellt aus kleinen, zirweilen kaum 
hervortretenden stumpfen Höckerchen, die von der Aussenseite der Bauch- 
flossenbasis an längs dem unteren Körperrande verlaufen. 

Die erste Dorsale beginnt am höchsten Puncte des Rückenprofils und 
reicht etwa bis zur Mitte der Körperlänge. Die längsten Stacheln (der 2. — 
4.) kommen an Länge % — 2 / 3 der Kopflänge gleich und sind ebenso wie die 
übrigen mehr oder weniger rauh. Ein etwa 1 — 2 / 3 Augendiameter gleicher 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 27. 



118 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Zwischenraum trennt die 1. Dorsale von der 2., welche letztere etwas 
niedriger und 2 — 2y 3 mal kürzer ist; die Strahlen der 2. Dorsale erscheinen 
auch mehr oder weniger rauh. Die Anale entspringt unter oder etwas 
hinter dem hinteren Ende der 2. Dorsale; an den Körper angedrückt bleibt 
sie von der Caudale durch einen sehr geringen oder massigen Zwischenraum 
getrennt. Die Haut zwischen den einzelnen, namentlich den vordersten 
Strahlen der Anale ist tief eingeschnitten. Die Pectoralen reichen mit den 
längsten (mittleren) Strahlen bis zum Anfange der Anale oder etwas dar- 
über hinaus. Die Einschnitte der Haut zwischen den 5 oberen Strahlen 
sind massig tief, zwischen den 7 — 8 unteren reichen sie dagegen bis 
zum Grunde, so dass diese letzteren frei erscheinen. Die Ventralen, 
etwas hinter der Basis der Pectoralen eingelenkt, reichen bis zum After 
oder bleiben vom letzteren durch einen merklichen Zwischenraum getrennt. 
Die Länge der hinten unregelmässig abgestutzten Caudale macht Y 5 der 
Körperlänge aus oder ist ein wenig geringer. 

Die Entfernung des Afters vom Schnauzenende macht etwa % der 
Körperlänge aus. 

Der Körper und die Rückenflossen sind mit gelblichen, weisslichen und 
braunen Makeln und Flecken geziert. Die übrigen Flossen erscheinen 
weisslich, die Caudale zeigt eine breite, mehr oder weniger deutliche Quer- 
binde an der Basis und eine andere am Hinterrande. Die Anale bietet 2 — 3 
unregelmässige schiefe Flecken dar; die Pectoralen sind an der Basis, wie 
der Körper, unregelmässig gefleckt, an den Strahlen elegant braun geringelt; 
die Ventralen braun gefleckt. 

Die Totallänge erreicht 117 mm. 

Die im Vorstehenden beschriebene Art steht zweifellos dem Hypsagonus 
quadricornisY al. am nächsten, und kann sicher zur Gruppe, für welche Gill 
die Gattung Hypsagonus aufgestellt hat, gerechnet werden 2 ). Dieselbe er- 
scheint auch dem Aspidophorus proboscidalis Valenciennes 3 ) sehr ähnlich, 
welcher für Guichenot 4 ) den Typus einer besonderen Gattung (Agonomalus 
Guich.) ausmacht, meiner Ansicht nach aber auch ein Hypsagonus ist, welcher 
mit H. gradiens den eigentümlichen unpaarigen (bei H gradiens allerdings 
nicht constanten) Tentakel gemein hat. Von beiden zum Vergleich herange- 
zogenen Arten weicht die neue Art durch ihre freien unteren Pectoral- 
strahlen ab, welcher Character, wie ich glaube, auch zur Aufstellung einer 



2) Sie bestätigt auch die von Jordan und Gilbert (Synopsis of the Fishes of N.America, 
p. 722, Note [1882]) in ihrer Diagnose der Gattung Hypsagonus ausgesprochene Vermuthung: 
«gill membranes probably free from isthmus». 

3) Compt. Eend. XLVII, p. 1040 (1858). 

4) Mém. d. 1. Société d. sc. nat. de Cherbourg XII, p. 254 (1866). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 28. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 119 

Untergattung dienen kann, für welche ich die Benennung Cheiragonus vor- 
schlagen möchte. 

Was den eben erwähnten unpaarigen Tentakel anbetrifft, so war ich an- 
fänglich geneigt, denselben für eine sexuelle, und zwar dem Männchen 
eigentümliche Differenz zu halten. Da es sich aber bei weiterer Untersu- 
chung erwiesen hat, dass bei Individuen des gleichen Geschlechts, und zwar 
bei Weibchen, der Tentakel bald abwesend, bald sehr schwach (bedeutend 
weniger als l f 2 Augendiameter lang), bald massig (etwa % — % Augendia- 
meter lang) entwickelt ist, so erscheint es wohl mehr begründet, die An- 
oder Abwesenheit desselben bloss als eine individuelle Variation anzusehen 5 ). 
Ebenso bin ich genöthigt die oben erwähnten Unterschiede in der Länge 
der Ventralen nur für individuelle zu erklären, während sie bei manchen 
anderen Agoniden sichere Geschlechtsunterschiede darbieten sollen 6 ). 

In Betreff der geographischen Verbreitung unserer Art, wie der Hyps- 
agoni überhaupt, kann ich die Bemerkung über den auffallenden Umstand 
nicht unterdrücken, dass während von der asiatischen Küste des nördlichen 
Stillen Oceans schon drei Formen bekannt geworden sind, an der amerika- 
nischen, die doch ungleich eifriger erforscht wird, bis jetzt noch keine ein- 
zige gefunden worden ist 7 ). Dann scheint der zuerst beschriebene H. quadri- 
cornis viel seltener als der H. gradiens zu sein, denn von dem ersteren sind 
meines Wissens bis jetzt nur 2 Exemplare bekannt, die sich im British 
Museum befinden und von denen eines das von Beechey's Reise stammende 
Original-Exemplar ist. 

Stichaeus Grigorjewi n. sp. 

8720. Mori ad sin. Vulcan. (Jesso). Grigorjew. 1881. (1) 

8721. » » » » » » » (1) 

D. 54 — 56. A. 42 — 45. P. 14. V. 4. 

St. corporis altitudine 9'/ 5 — 7% in ejus longitudine. Capite valde de- 
presso, altitudine 2 1 / i , latitudine l 7 / 8 — l%in ejus longitudine, qua 
4V 2 — 4}/ 3 in corporis longitudine. Oculis sursum directis diametro 
15 in longitudine capitis, 11 — ll 1 ^ in longitudine capitis partis 



5) Das einzige bekannte Exemplar von H. prdboscidens besitzt einen sehr langen Tentakel 
und ist auch ein Weibchen (Valenciennes, 1. 1., p. 1042). 

6) Nach dem grobkörnigen Ausseben der Ovarien zu scbliessen, werden die reifen Eier von 
H. gradiens wohl ziemlich gross, etwa so wie bei Agonus cataphr actus (Cf. M'Intosh, Ann. and 
Mag. Nat. Hist. (5), XV. p. 433 [1885]). 

7) Ich finde wenigstens in der neuesten Liste von Jordan (A Catalogue of the Fishes known 
to inhabit the waters of N. America, north of the Tropic of Cancer, with notes on the species 
discovered in 1883 and 1884 ; in U. S. Commission of Fishes and Fisheries, Part. XIII, Keport 
of the Commissioner for 1885 [1887]) keinen Hypsagonus verzeichnet. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 29. 



120 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

postorbitalis, diametris 1% — l 4 / 7 distantibus. Rictu amplo, con- 
spicue post oculos porrecto, mandibulae apice ante maxillam pro- 
minente. Dentibus vomerinis et palatinis sat fortibiis. 
Der vorne nur wenig, hinten stark seitlich comprimirte Körper ist 
ziemlich ausgezogen, indem seine grösste Höhe 9% — 7 5 / 8 mal in der Körper- 
länge enthalten ist und 3 — 2% mal die geringste Körperhöhe übertrifft. 

Der Kopf, dessen Länge % — 3 / 13 der Körperlänge ausmacht, ist stark 
flach gedrückt; seine Höhe verhält sich zur Kopflänge wie 1 : 2%, seine 
Breite zu derselben Länge wie 1 : l 7 / 3 — 1 : 1%. Die hintere abgerundete 
Kiemendeckelspitze ragt ziemlich bedeutend über das obere Kiemenspalten- 
ende hinaus. Die Augen sind ganz nach oben gewendet. Der Augendiameter 
wird 15 mal von der Kopflänge, l 2 / 3 — 1 4 / 7 mal von der Breite des Inter- 
orbitalraumes und 11 — 1 1 x / 2 mal von der Länge des postorbitalen Kopfab- 
schnittes übertroffen. Die etwas schief nach oben aufsteigende Mundspalte 
reicht weit hinter die Verticale des hinteren Augenrandes. Die Unterkiefer- 
spitze überragt den Oberkiefer nach vorn um ein Bedeutendes. Am Kopfe 
sind mehrere, wenn auch kleine und weit von einander abstehende, doch 
deutliche Poren sichtbar: nämlich ein Ring um das Auge herum, eine Reihe 
vom oberen Orbitalrande zum Nacken hin, eine zweite, welche zuerst von 
dem unteren Orbitalrande und dann der eben erwähnten Reihe parallel zieht, 
und eine Querreihe an der hinteren Grenze des Nackens; ausserdem fallen 
noch die Poren am Praeoperculum und an der Mandibula auf. Die Nasen- 
löcher sind in kürze, der Schnauzenspitze genäherte Röhrchen ausgezogen. 
Die Lippen sind fleischig. Eine Reihe dicht stehender, spitzer conischer 
Zähne nimmt die vordere Hälfte des Zwischenkiefers ein. Hinter dem vor- 
deren Ende dieser Reihe findet sich noch eine Gruppe ähnlicher, aber 
kleinerer Zähne, die übrigens auch eine kurze schmale Binde darstellen 
können. Die konischen Zähne jeder Unterkieferhälfte stehen zuerst in einer 
unregelmässigen Gruppe, an der vorragenden Unterkieferspitze; dann folgen 
grössere und weiter aus einander stehende, um nach hinten kleineren und 
dichter stehenden Platz zu machen. Vorn ist am Unterkiefer noch eine 
äussere Reihe kleinerer Zähne bemerkbar. Die Vomer- und Gaumenzähne 
erscheinen gross, aber ungleich und nicht dicht gestellt. 

Der Körper ist vollkommen mit kleinen Schuppen bedeckt. Die Seiten- 
linie, aus subverticalen Porenpaaren bestehend, zieht vom oberen Kiemen- 
spaltenende dem Rückenprofil entsprechend und wird unweit vom hinteren 
Körperende undeutlich. 

Die Dorsale beginnt über dem hinteren Ende des Kiemendeckels. 
Die Basis des letzten Rückenflossenstachels steht ziemlich weit von 
der Caudale ab, der Stachel selbst liegt fast horizontal und ist ver- 

Bnlletin N. S. II (XXXIV) p. 30. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 121 

mittelst einer Haut an den oberen Rand des Schwanzstieles angeheftet, so 
dass die Stachelspitze die Schwanzflossenbasis berührt oder derselben sehr 
genähert erscheint. Die Länge der Dorsalstacheln wächst von dem ersten, 
kürzesten, ziemlich rasch nach hinten, bleibt dann etwa von 7 — 8 ungefähr 
gleich bis fast zum hinteren Flossenende, wo sie wiederum abnimmt. Die 
Länge des grössten Dorsalstachels macht etwa y 5 der Kopflänge aus. Die 
Anale, deren Höhe derjenigen der Dorsale nachsteht, beginnt unter dem 
20. — 22. Strahle der Dorsale. Ihr hinterster Strahl ist mittelst einer Haut 
mit der Schwanzflossenbasis verbunden. Die Länge der Pectoralen kommt 
dem Abstände von der Schnauzenspitze bis zum Vordeckel ungefähr gleich. 
Die Länge der Ventralen macht etwa die Hälfte der Brustfiossenlänge aus. 
Die Länge der hinten etwas abgerundeten Caudale ist 10 2 / 3 — 9V 2 mal in 
der Körperlänge enthalten. 

Die Färbung ist unten weisslich, oben dunkler mit schwärzlichen Flecken. 
Undeutliche Flecken treten auch an den Flossen, jedoch mit Ausnahme der 
Ventralen, auf. 

Die Totallänge erreicht bis 507 mm. 

Diese neue Art, die das Museum nebst manchen anderen interessanten 
Bereicherungen Herrn A. W. Grigorjew verdankt, dem zu Ehren ich sie 
auch benannt habe, steht, so viel ich weiss, wegen ihres robusten Körper- 
baues, der stark niedergedrückten Kopfgestalt, der kleinen, nach oben ge- 
richteten Augen, der sehr weiten Mundspalte so vereinzelt unter ihren 
Gattungsgenossen, dass ich es für vollkommen begründet halte, für sie ein 
besonderes Subgenus aufzustellen, welches ich mit dem Namen Dinogunellus 
zu belegen vorschlage. — Der japanische Name des Fisches lautet «Nagazka». 

Stichaeus dictyogrammus n. sp. 

8716. Hakodade. Maximowicz. 1863. (1). 

8717. Japonia. » » (2). 

D. 44. A. 24 — 25. P. 14. V. 4. 

St. corporis altitudine 4 2 / 3 , capitis longitudine 4 in corporis longitudine. 
Oculis diametro 5% in longitudine capitis, diametro 10 / 17 — 8 / u 
distantibus. Lineis lateralibus utrinque binis principalibus, anasto- 
mosibus transversis unitis, ramosque transversos sursum et de- 
orsum emittentibus, hisce ramis longitudinalibus pluribus de- 
cussatis et tali modo rete formantibus. 

Die grösste Höhe des seitlich comprimirten Körpers übertrifft 3 — 2 7 / 10 
mal die geringste und ist 4% mal in seiner Länge enthalten. 

Bulletin N. S. II (XXXIT) p. 31. 



122 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [T. XIII 

Die Länge des Kopfes, welche dessen Breite 3% mal und dessen Höhe 
l 5 / 7 mal übertrifft, macht x / 4 der Körperlänge aus. Der Augendiameter, 
welcher 1 7 / 10 — 1% mal die Breite des etwas convexen Interorbitalraumes 
übertrifft, ist 5% mal in der Kopflänge und 3% ! — 3 l / 4 mal in der Länge des 
postorbitalen Kopfabschnittes enthalten. Das hintere Oberkieferende fällt 
unter den vorderen Augenrand oder unter das Augencentrum. Die Mund- 
spalte steigt etwas schief zur Schnauzenspitze hin. Zahlreiche Poren sind 
am Kopfe (um das Auge herum, am Praeoperculum , am Unterkiefer etc.) 
sichtbar. Die Nasenlöcher erscheinen als kurze Röhrchen und stehen etwa 
in der Mitte zwischen dem Auge und der Schnauzenspitze. Die bürstenför- 
migen Zähne bilden ziemlich breite Binden in den Kiefern; auch sind die 
Vomer- und Gaumenzähne wohl entwickelt. 

Der Kopf, eine Stelle zwischen dem Hinterhaupt und der Dorsale und 
die Achselgegend sind nackt, sonst erscheint der Körper dicht beschuppt. 
Die Vertheilung des Seitenliniensystems lässt schon an den 3 vorliegenden 
Exemplaren in den Details mehr oder weniger bedeutende individuelle Va- 
riationen erkennen, so dass im Folgenden nur die Hauptzüge skizzirt worden 
sind. Die obere Seitenlinie verläuft vom oberen Kiemenspaltenende dem 
Rückenprofil entsprechend und vereinigt sich nahe dem hinteren Körperende 
mit der mittleren, welche letztere dicht über der Brustflossenbasis beginnt 
und an der Mitte des Schwanzflossengrundes endet. Von der oberen Linie 
ziehen mehrere Queräste zur Basis der Dorsale, wo sie durch Längs- Ana- 
stomosen verbunden werden, welche am Grunde der hinteren Rückenflossen- 
hälfte auch eine mehr oder weniger deutliche (oberste) Seitenlinie bilden. 
Zwischen der oberen und mittleren Seitenlinie sieht man ausserdem noch 
mehrere Queranastomosen. Vom vorderen Theile der mittleren Seitenlinie 
ziehen nach unten ziemlich dicht stehende quere Ausläufer, welche zwischen 
den Ventralen und dem After durch eine mehr oder weniger ununterbrochene 
mediane Linie verbunden sind. Ähnliche Ausläufer finden sich auch über 
der Anale, wo sie theils in eine längs der Basis der letzteren verlaufende 
Seitenlinie münden, theils von einer über dem hinteren Afterflossenabschnitt 
befindlichen Linie gekreuzt werden. Endlich bringen Ausläufer des Seiten- 
liniensystems einige grosse Maschen vor der Basis der Pectoralen und vor den 
Ventralen hervor. 

Die Dorsale beginnt über dem oberen Kiemenspaltenende und ist zu- 
weilen hinten vermittelst einer Haut mit der Schwanzflossenbasis verbun- 
den. Die Länge der Dorsalstacheln wächst allmählich vom ersten, kürze- 
sten, bis zum 5., welcher an Länge etwa Y 3 der Kopflänge beträgt; von da 
an bleiben die Stacheln ungefähr gleich lang und nehmen dann in der Nähe 
des Hinterendes der Dorsale wiederum ab. Die Anale beginnt unter dem 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 32. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DES KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 123 

20. — 22. Dorsalstacliel und ihr letzter Strahl steht etwas vor oder gegen- 
über dem letzten Strahl der Dorsale, welcher sie an Höhe nachsteht. Ihre 
hinteren Strahlen reichen zurückgelegt bis zur Basis der Caudale. Die Länge 
der Pectorale kommt dem Abstände von der Schnauzenspitze bis zum Praeoper- 
culum gleich. Die Länge der Ventralen macht eine Hälfte der Brustflossen- 
länge aus oder ist etwas geringer. Die Länge der etwas abgerundeten Cau- 
dale wird 8 — 7V 2 mal von der Körperlänge übertroffen. 

Der Körper scheint einfarbig gewesen zu sein. Am Kopfe gehen vom 
Auge nach hinten und unten 2 — 3 dunkle radiäre Streifen. Auf der Anale 
und Dorsale bemerkt man dunkle Flecke, an den Pectoralen und an der 
Caudale mehr oder weniger unregelmässige dunkle Querbinden. 

St. dictyogrammus nähert sich durch seine mehrfachen Seitenlinien dem 
St. hexagrammns Schleg. 8 ) und St. enneagrammus Kner 9 ); aber die stark 
entwickelten Queranastomosen kenne ich bei keinem anderen Stichaeus; sie 
erinnern vielmehr an eine ganz andere Blennioiden- Gattung, namentlich 
Dictyosoma Schleg. 

Chirolophus japonicus, n. sp. 

8724. Hakodade. Maximowicz. 1863. (1). 

D. 59. A. 1/43. P. 15. V. 4. 

Ch. corporis altitudine 5%, capitis longitudine 6% in corporis longi- 
tudine. Oculis diametro 4% in longitudine capitis, paulo minus 
quam 1 diametro distantibus. Kostro brevissimo, rictu subhori- 
zontali. Plica cutanea transversa fimbriata intra et supra nares 
tubulosas; altera très appendices subramosas gerente, lateralibus 
media majoribus, supra oculorum marginem anteriorem; tribus 
appendicibus, secundum lineam transversam dispositis, supra 
oculorum marginem posteriorem, lateralibus pariter media majo- 
ribus, sed fere aequantibus appendices laterales plicae modo 
clictae; appendicibus minoribus in nucha, in operculo, in prae- 
operculo et mandibula. Dentibus numerosis, subincisiviformibus, 
arctis, in series duas alternantes dispositis, sed apicibus aciem 
continuam formantibus et in série interna minoribus. Corpore 
squamis parvis tecto, pone aperturae branchialis extremitatem 
superiorem circe 10 poris conspicuis secundum lineam horizon- 
talem dispositis appendicibusque minoribus cutaneis intermixes. 



8) Schlegel, in Siebold Fauna Japonica, Pisces, p. 136, PI. LXXIII, fig. 1 (1842). 

9) Kner, in Sitzungsber. der Wien. Akad. Mathm. naturw. Classe, 1. Abth., Bd. LVIII, 
p. 30, 338, Taf. VI, fig. 19 (1868). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 33. 



124 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Der seitlich comprimirte Körper ist gestreckt und wird nur ziemlich 
allmählich zur Caudale hin niedriger, indem die grösste Körperhöhe unge- 
fähr 5% mal in der Körperlänge enthalten ist und 3y 5 mal die kleinste 
Körperhöhe übertrifft. 

Die Kopflänge wird 6% mal von der Körperlänge übertroffen. Die Kopf- 
breite kommt ungefähr 2 / 3 der Kopflänge gleich und steht nur wenig der 
Kopfhöhe nach. Das Auge, dessen Diameter die Breite des Interorbital- 
raumes etwas übertrifft und 4% mal in der Kopflänge enthalten ist, steht 
ganz dicht am oberen Kopfprofil; der hintere Augenrand liegt zwischen dem 
2. und 3. Fünftel der Kopflänge. Das hintere Oberkieferende fällt etwas vor 
die Verticale des hinteren Augenrandes. Die Mundspalte ist beinahe hori- 
zontal und nimmt im Verhältniss zum oberen und unteren Kopfprofil eine 
fast symmetrische Lage ein. Der Kopf besitzt mehrere Haut- Anhänge, und 
zwar erhebt sich zwischen und über den röhrenförmigen Nasenlöchern eine 
dreieckige, am oberen Rande gezackte Falte; dann folgt über den vorderen 
Augenrändern eine andere Querfalte, von welcher letzteren in der Mitte ein 
kürzerer (etwa y a Augendiameter langer) und jederseits ein längerer (etwa 
1 Augendiameter langer) Anhang abgeht; alle Anhänge sind an der Spitze 
mehr oder weniger zerspalten. Über und zwischen den hinteren Augen- 
rändern folgen dann zwei etwa 1 Augendiameter lange seitliche und ein kurzer 
mittlerer Anhang, die in einer Querreihe stehen und sonst den eben be- 
schriebenen ähneln. Auf dem Nacken findet sich eine Gruppe aus 5 grösseren 
und mehreren (etwa 8) kleineren getheilten oder einfachen Hautläppchen. 
Ähnliche Hautläppchen kommen noch an anderen Kopfstellen vor, und zwar 
einer jederseits vor dem oberen Ende der Kiemenspalte, 6 am Praeoperculum, 
4 am Unterkiefer und ein ganz kleiner unten, nicht weit von dem Kiemen- 
hautrande. Mehrere deutliche Poren treten am Kopfe hervor, so auf dem 
Nacken, längs dem oberen Kiemendeckelrande, um das Auge herum, an der 
Schnauze, am Unterkiefer. Die vorderen Nasenlöcher stehen ganz dicht über 
der Schnauzenspitze und sind in Röhrchen ausgezogen, die an Länge etwa y 3 
Augendiameter gleichkommen. Die Lippen sind fleischig. Die zahlreichen 
schmalen Zähne stehen, etwas schief nach innen gerichtet, mit ihren cylin- 
drischen Basaltheilen in 2 alternirenden Reihen, während ihre etwas spatei- 
förmig verbreiteten und zugeschärften Kronen beinahe eine ununterbrochene, 
nur an einzelnen Zähnen leicht eingekerbte Firste bilden. Die freie Kiemen- 
hautfalte ist breit und fleischig 10 ). 

Am Körper fallen zwischen dem Nacken und dem Anfange der Dorsale 
4 grössere und ein kleinerer Hautlappen auf, die gleichsam eine Fortsetzung 



10) Die von der Kiemenhaut umschlossenen Kadii branchiostegi kann ich nicht genau 
zählen. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 34. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 125 

der oben beschriebenen Kopfanhänge bilden. Vom oberen Ende jeder Kiemen- 
spalte zieht auf einer Strecke, die ungefähr einer halben Kopflänge gleich- 
kommt und dem Rückenprofil parallel verläuft, eine Reihe von etwa 10 
grossen Poren mit kleinen fadenförmigen Hautanhängen dazwischen. Diese 
Reihe bildet die Fortsetzung der oben erwähnten, am oberen Kiemendeckel- 
rande befindlichen und stellt wohl den Anfang einer Seitenlinie dar. 

Die Dorsale beginnt über dem oberen Kiemenspaltenende und ihr letzter 
Strahl sitzt ein w r enig vor der Schwanzflossenbasis, mit welcher er aber doch 
durch eine Membran verbunden ist. Der erste Dorsalstrahl ist etwa iy 2 mal 
kürzer als der 2. und 3., deren jeder ungefähr l / 2 Kopflänge ausmacht und 
welche beide zugleich die längsten Strahlen der Rückenflosse darstellen, denn 
die übrigen Strahlen werden nach hinten allmählich kürzer. Die 3 ersten 
Strahlen besitzen an der Spitze mehr oder weniger lange, z. Th. auch ver- 
ästelte Hautläppchen. Die Anale beginnt unter dem 17. — 18. und endet ein 
wenig vor dem letzten Rückenflossenstrahle; die Länge der Afterflossen- 
strahlen nimmt, obwohl unbedeutend, nach hinten zu; die hinteren, deren 
Länge etwas der Länge der Dorsalstrahlen nachsteht, reichen zurückgelegt 
bis zur Basis der Caudale. Die Basis der Pectorale liegt unter dem oberen 
Ende der Kiemenspalte und ist mit Schuppen bedeckt. Die Brustflossenlänge 
steht nur wenig der Kopflänge nach. Die Basis der Ventralen ist deutlich 
vor die Brustflossenbasis vorgeschoben. Ihre Länge ist 2% mal in der Brust- 
flossenlänge enthalten. Die Caudale erscheint hinten abgerundet und kurz, 
indem ihre Länge 1 mal von der Körperlänge übertroffen wird. 

Über die Färbung lässt sich leider nichts mittheilen, da die Haut überall 
abgerieben ist. 

Die Totallänge gleicht 415 mm. 

Die im Vorliegenden behandelte Art steht dem Gh. Ascanii Wahlb. 
und dem von Pallas beschriebenen, nachher verschollenen und neuerdings 
von Nelson bei Alaska wieder entdeckten Ch. polyactocephalus nahe, weicht 
aber von beiden merklich ab. Leider habe ich weder von Gh. Ascanii, noch 
von Ch. polyactocephalus Exemplare und muss mich daher beim Vergleich 
nur mit den mir zugänglichen Beschreibungen des ersteren u ) und der von 
Bean 12 ) gegebenen Abbildung des letzteren begnügen. 



11) Hauptsächlich Lilljeborg, Sveriges och Norges Fiskar, p. 492 ssq. 

12) Bean in Report upon Natural History Collections made in Alaska by E. W. Nelson, 
edit, by H. W. Henshaw (Arctic. Series etc. JV» III) Pt. III. Fishes, PI. XV (1887). — Ob der- 
selbe Verfasser auch eine Beschreibung der Nelson'schen Exemplare geliefert hat, weiss ich 
nicht. Die Pallas'sche Beschreibung (Blennius polyactocephalus, in Zoograph. Rosso-Asiat. III. 
p. 178) ist höchst ungenügend; so wird darin sogar der Ventralen nicht erwähnt, welcher Um- 
stand wohl Valenciennes veranlasst hat (Hist. nat. d. poiss. XI, p. 448 [1836]) den Blennius 
polyactocephalus Pallas zu Gunellus zu stellen. Jordan und Gilbert haben, freilich nicht 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 35. 10 



126 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN ETC. [t. XIII 

Von seinem europäischen Gattungsgenossen unterscheidet den Gh. japo- 
nicus seine verhältnissmässig riesige Grösse, welcher Umstand wohl harmo- 
nirt mit der schon mehrmals betonten Grosswüchsigkeit der nordpacifischen 
Formen im Vergleich mit ihren europäischen Verwandten; dann die gleiche 
Grösse der supraorbitalen Haut-Anhänge, von welchen bei Ch. Ascanii die 
hinteren die vorderen an Länge bedeutend übertreffen; ferner die Form der 
Zähne, welche bei Ch. Ascanii eine stumpfconische Gestalt besitzen, die 
kurze Porenreihe am Rumpfe hinter dem oberen Kiemenspaltenende, welche 
bei der europäischen Art zu fehlen scheint 13 ), etc. 

Viel näher scheint der Gh. japonicus dem Gh. polyadocephalus zu stehen, 
von dem er hauptsächlich durch die gleiche Länge der vorderen und hinteren 
Supraorbitalanhänge abweicht, indem bei Gh. polyadocephalus die vorderen 
bedeutend länger als die hinteren erscheinen. Dann fehlen bei dem letzter- 
wähnten Ghirolophus die Anhänge am Praeoperculum und am Unterkiefer 
beinahe vollständig 14 ). 



ganz genau, die Pallas'sche Beschreibung des Bl. polyadocephalus reproducirt und denselben 
für einen Chirolophus erklärt (Synopsis of the Fishes of N. America, p. 765 [1882]); ob mit Recht, 
scheint mir auch nach Nelson's Fund nicht absolut sicher gestellt. 

13) Wenigstens erwähnt der sonst so ausführlich beschreibende, dabei auch die Kopfporen 
besprechende Lilljeborg derselben nicht. 

Bei dem obigen Vergleiche des Ch. Ascanii mit Ch. japonicus habe ich absichtlich einer 
scheinbar sehr auffallenden Differenz nicht erwähnt. Lilljeborg schreibt nämlich Folgendes 
über den Bau der Nasenlöcher bei Ch. Ascanii: «Bada (d. h. vordere und hintere Nasenlöcher) 
äro rundade, med nägot upphöjde Jcanter... Det främre paret är beläget... innanför 2:ne större 
i spetsen genomborrade hudpapiller». Ich halte diese «hudpapiller» bei meiner Art für vordere 
Nasenlöcher und kann mir nicht vorstellen, dass zwischen Ch. Ascanii und Ch. japonicus in 
dieser Beziehung eine Differenz bestehen sollte. 

14) Dagegen ist an der von Bean (1. 1.) gelieferten Abbildung eine Reihe kleinerer An- 
hänge zu sehen, welche augenscheinlich denjenigen entsprechen, die bei Ch. japonicus die Poren- 
reihe hinter dem oberen Kiemenspaltenende begleiten; auch dürfte es kaum zu bezweifeln 
sein, dass Ch. polyadocephalus eine solche Porenreihe besitzt. 



o>Kc 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIKES Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der Kaiser- 
lichen Akademie der Wissenschaften. Von S. Herzenstein. (Lu 

le 11 septembre 1890.) 

IP). 
Pleuronectes obscurus u. sp. 

8725. Chemulpo aut Nagasaki. Dr. Bunge. 1889 (1). 

8726. Wladiwostok. Expositio piscatoria. 1889 (1). 

8727. Japonia. Grigorjew. 1881 (1). 

8728. » » 1881 (1). 

8729. Wladiwostok (Zolotoj Rog). Dr. Sljunin. 1888 (1). 

D. 61 — 65. A. 44 — 49. P. 10. V. 5 — 6. Lin. lat. 80. 

PI. altitudine corporis 3% — 3 in ejus longitudine, capitis longitudine 
3% — 3 a / 10 in corporis longitudine. Oculis diametro 5% — 5y 2 in 
capitis longitudine, crista angusta, postice in laminam osseam 
rugosam producta, sejunctis. Naribus in latere dextro tubulosis, in 
sinistro antica limbo humili, retrorsum in lobulum producto, prae- 
dita, postica orificium simplex formante. Dentibus uniseriatis, 

incisiviformibus, in latere dextro „ ~, , in latere sinistro ,~, e . 

' — 5 ' 12 — 15 

Squamis (apud feminas tantum?) cycloideis, imbricatis, haud sparsis. 
Linea laterali supra pectorales vix vel leviter curvata, ramo 
dorsali carente. 

Der Contour des Rückens geht in denjenigen des Kopfes ganz gleich- 
massig oder unter Bildung eines sehr wenig deutlich einspringenden Winkels 
über. Die grösste Körperhöhe, welche 3 x / 5 — 3 mal die kleinste übertrifft, 
ist 2% — 2 3 / 8 mal in der Körperlänge enthalten. 



1) S. Bulletin de l' Acad. Impér. d. Sciences de St.-Pétersbourg, Nouvelle Série, II (XXXIV), 
p. 23. — Ich möchte nur wiederholen, dass die Exemplare hier genau in derselben Weise an- 
geführt werden, wie in dem Generalcataloge der akademischen Sammlung, d. h. zuerst die N°, 
dann der Fundort, dann der Sammler, darauf das Jahr der Acquisition, endlich in Klammern 
die Zahl der Individuen in dem betreffenden Glase, wobei (-+-) bezeichnet, dass mehr wie 6 Stück 
in einem Glase vorhanden sind. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 49. 10* 



128 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [T. XIII 

Die Kopflänge macht % 9 — 10 / 31 der Körperlänge aus. Die Augen, deren 
Diameter 5 2 / 3 — 5% mal in der Kopflänge enthalten ist und der Schnauzen- 
länge ungefähr gleichkommt, sind durch eine schmale Leiste getrennt, 
welche nach hinten in einen rauhen, schmalen, zuweilen von Haut umhüllten 
Streifen übergeht. Die Mundspalte erscheint subvertical; ihr oberes Ende 
liegt ungefähr dem unteren Rande des oberen Auges gegenüber. Der Unter- 
kiefer springt unbedeutend über den Zwischenkiefer vor. Die Länge des 
Oberkiefers macht l x / 5 Augendiameter aus. Die Lippen sind fleischig und 
dick. Die Nasenlöcher der Augenseite liegen etwas unter der Mittellinie des 
Interorbitalraumes. Das vordere, dicht am Oberkiefer gelagert, ist in ein 
nahe der Spitze von einer deutlichen Öffnung durchbohrtes Röhrchen aus- 
gezogen; das hintere Nasenloch, das vom vorderen durch einen unbedeu- 
tenden Zwischenraum getrennt ist, bildet ein breiteres, aber bedeutend 
kürzeres Röhrchen. Auf der blinden Seite liegen beide Nasenlöcher am 
oberen Kopfprofil, neben dem Anfange der Dorsale; das vordere ist von 
einem niedrigen, hinten in ein dreieckiges Läppchen ausgezogenen Saum 
umgeben; das hintere bildet ein einfaches Loch. Die schneidezahnähnlichen 
oder, wohl in Folge von Abnutzung, mehr mahlzahnförmigen Zähne er- 
scheinen an der Augenseite wenig zahlreich (ca. ~ ) und schwach ent- 
wickelt; auf der blinden Seite finden sich in den Kiefern ~i 5 i n eme 

Reihe angeordnet. Die Rechenzähne am vorderen Kiemenbogen sind ganz 
kurz, breit, wenig zahlreich (8 — 10), zuweilen mit ein wenig umgebogener 
Spitze. 

Die Schuppen sind cycloid, decken einander dachziegelförmig und breiten 
sich an der Augenseite des Kopfes so aus, dass nur die Schnauze, der Inter- 
orbitalraum und der Unterkiefer von denselben frei bleiben. Auf der blinden 
Seite des Kopfes dagegen ist die Beschuppung sehr schwach, mehr oder 
weniger verhüllt und nur an einem Theile der Wange, am oberen Operkel- 
rand, am Suboperculum und am hinteren Theil des Interoperculum zu sehen. 
Die Beschuppung der Dorsale und der Anale kann höchstens als ganz rudi- 
mentär bezeichnet werden. Auf der Caudale dagegen ist die Beschuppung 
recht wohl entwickelt. Die Seitenlinie bildet an ihrem Anfange eine kaum 
sichtbare oder sehr flache bogenförmige Biegung, deren Länge ungefähr 
der Brustflossenlänge gleichkommt und sich zur Höhe der Biegung ca. wie 
6 : 1 verhält. Der grösste Abstand des geraden Theiles der Seitenlinie von 
dem Bauchcontour ist etwas geringer als eine Kopflänge. 

Die Dorsale beginnt etwas vor der Mitte des oberen Auges und ihre 
Strahlen wachsen an Höhe vom ersten, dessen Länge einem Augendiameter 
merklich nachsteht, etwa bis zum 35. — 37., dessen Länge l / 2 Kopflänge oder 

Bulletin N. S. II (XXXIY) p. 50. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 1 29 

etwas weniger ausmacht; von hier an nimmt die Strahlenhöhe wiederum 
nach hinten ab und der letzte Strahl, dessen Entfernung vom Grunde der 
Caudale ungefähr % — % der Höhe des Schwanzstieles gleichkommt, ist be- 
deutend niedriger als der erste. Die Anale, deren vorderster, längster (etwa 
20. — 21.) und zuweilen auch hinterster Strahl die entsprechenden Dorsal- 
strahlen an Höhe etwas übertreffen, endet gegenüber dem Ende der Dorsale. 
Dorsal- und Anal-Strahlen ungetheilt. Die Länge der rechten Pectorale 
gleicht % — y 3 j der linken % — % der Kopflänge. Von den beiden symmetrisch 
gelagerten Ventralen ist eine (die linke) etwas länger oder beide erscheinen 
gleich lang, und zwar von einer Länge, die ungefähr 1 / 3 der Kopflänge aus- 
macht. Mit ihren Spitzen reichen sie kaum oder merklich über den Anfang der 
Anale hinaus. Die Caudale, deren Länge ca. % der Körperlänge gleichkommt, 
erscheint hinten etwas abgerundet. 

Der Analstachel ragt schwach oder deutlich aus der Haut hervor. 

Auf der rechten Seite ist die Färbung am Körper oder auch an den 
Flossen sehr dunkel. Die linke Seite ist gelblich und die verticalen Flossen 
sind hier entweder von derselben Farbe oder mit Ausschluss des gelblichen 
basalen Theiles sehr dunkel. Ausserdem bemerkt man auf der linken Seite 
mehr oder weniger zahlreiche, zerstreute, unregelmässige, dunkle Flecken, 
und zwar hinter dem Kopfe oder an der Basis der verticalen Flossen. Die 
den Flossenstrahlen parallelen dunklen Binden der Dorsale und Anale treten 
ziemlich schwach hervor. Die beiden Ventralen, oder nur die rechte, sind 
in grösserer oder geringerer Ausdehnung dunkel gefärbt. 

Die Totallänge erreicht bis 310 mm. 

Die im vorhergehenden beschriebene Art dokumentirt sich durch ihre 
breiten zusammengewachsenen und mit groben stumpfen Zähnen bewaffneten 
Schlundknochen als zur Gattung Liopsetta der amerikanischen Autoren 
gehörig. Die glatte Beschaffenheit der Schuppen unserer Exemplare hängt 
wahrscheinlich vom Geschlechte derselben ab, da bekanntlich in der Gattung 
Liopsetta die Weibchen in diesem Kennzeichen von dem stark ctenoid be- 
schuppten Männchen abweichen sollen 2 ). 

Von den anderen Liopsetta- Arten {PI. glaber Stör er, PI. dvinensis 
Lilljeb., PI. glacialis Pallas 3 ) weicht PI. obscurus genügend durch seine 
dicht stehenden Schuppen ab, welche bei den eben genannten Arten im Gegen- 



2) Cf. Bean in Proc. U. S. Nation. Mus., p. 345 (1878). 

3) Vgl. Jordan & Goss, A. Review of the Flounders and Soles of America and Europe, in 
U. S. Commission of Fishes and Fisheries, Part XIV, Report of the Commissioner for 1886, p. 294 
(1889). — Lilljeborg vereinigt diese drei Formen unter dem Namen von PI. glacialis Pali. 
(Sveriges og Norges Fiskar, II, p. 410 [1887]). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 51. 



130 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

theil mehr oder weniger zerstreut, einander nicht dachziegelförmig be- 
deckend erscheinen. 

Die kleineren (122 — 150 mm. langen) Exemplare (]Bls 8727—8729) 
zeigen noch gesonderte Schlundknochen, wie es nach Jordan und Goss 4 ) 
auch für unreife Individuen in der Gattung Liopsetta normal sein soll. Sonst 
weichen sie in keinem wesentlichen Kennzeichen von den erwachsenen ab; 
nur ist die Augenseite bedeutend heller oder ihre dunkle Färbung mehr als 
eine dunkle Marmorirung ausgesprochen; auch weisen JVxJVs 8727 und 8728 
auf der Augenseite weissliche Flecken auf. Die Kieferzähne dieser letzteren 
Individuen sind theils beweglich, theils fehlen sie ganz. Ich möchte darin 
nur eine Phase des Zahnwachsthums oder Zahnwechsels sehen 5 ). 



Pleuronectes japonicus n. sp. 

1583. Hakodate. Maximo wicz. 1863 (3). 

6143. » Grigorjew. 1881 (1). 

8730. Wladiwostok. Expositio piscatoria. 1889(1). 

D. 68 — 70. A. 51. P. 1 1 . V. 6. Lin. lat. 75 — 80. 

PI. altitudine corporis 2% — 2% in ejus longitudine, capitis longitu- 
dine 4 3 / 10 — 3% in corporis longitudine. Oculis diametro 6'/ 10 — 
5y i0 in capitis longitudine, crista angusta, postice in laminam 
rugosam producta, sejunctis. Naribus in latere dextro tubulosis, in 
sinistro antica limbo humili, retrorsum in lobulum producto, prae- 
dita, postica orificium simplex formante. Dentibus uniseriatis, inci- 

siviformibus, in latere dextro , ~ . , in latere sinistro .. ~. . 

' 1 — 7 ' 15 — ol 

Squamis in latere trunci sinistro cycloideis, in latere dextro, parte 
ejus interdum anteriore exclusa, plus minusve ctenoideis. Linea 
laterali supra pectorales curvaturam insignem formante. 

Der Contour des Rückens zeigt dieselbe Beschaffenheit wie bei der vor- 
hergehenden Art. 

Die grösste Körperhöhe, welche 4% — 3 9 / 10 mal die kleinste übertrifft, 
ist 2% — 2% mal in der Körperlänge enthalten. 



4) 1. 1., p. 234. 

5) Gill wollte bekanntlich die beweglichen Zähne einer Pleuronectes -Art als Gattungs- 
Kennzeichen benutzen (Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia, pp. 221 — 222 [1864]); Bean dage- 
gen erklärt dieselben nur für eine zufällige, bei erwachsenen Männchen und Weibchen wäh- 
rend der Fortpflanzungszeit vorkommende Erscheinung (Proc. ofU. S. National Museum, p. 346 
[1878]). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 52. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 131 

Die Kopflänge wird 4 3 / 10 — 3 2 / 3 mal von der Korperlänge übertroffen. 
Der Diameter der Augen ist 5y i0 — 6Y 10 mal in der Kopflänge enthalten 
und dabei ungefähr ebenso lang wie die Schnauze. Die Augen werden durch 
eine niedrige Leiste von einander getrennt, die sich nach hinten in eine 
mehr oder weniger breite, rauhe, über das Operculum verlaufende Platte 
fortsetzt, und hinter der letzteren ist am oberen Kiemenspaltenende noch 
eine kleine rauhe Platte vorhanden. Die Mundspalte erscheint wie bei der 
vorigen Art gebildet. Die Länge des Oberkiefers übertrifft 1% — 1% mal 
den Augendiameter. Der Unterkiefer springt nicht sehr bedeutend über den 
Zwischenkiefer vor. Die Lippen sind ziemlich dünn. Die Nasenlöcher unter- 
scheiden sich nicht von denjenigen der vorhergehenden Art. Die mehr oder 
weniger schneidezahnähnlichen Zähne, welche auf der blinden Seite viel 
stärker als auf der Augenseite entwickelt sind, erscheinen meist schmal, 
seltener etwas breiter, stehen auf der blinden Seite dicht neben einander 
oder bleiben an den Kronen-, zuweilen auch an den Wurzeltheilen durch 
geringe Zwischenräume getrennt. Die Zahl der Zähne macht auf der blinden 
Seite im Oberkiefer 12 — 25, im Unterkiefer 15 — 31, auf der Augenseite 
resp. — 2 und 1 — 7 aus. Die 9 — 10 Rechenzähne des ersten Kiemen- 
bogens sind denjenigen des PI. dbscurus ähnlich. 

Die Beschuppung zeigt in Betreff der Ausbreitung keine wesentlichen 
Differenzen von derjenigen des PI. dbscurus, nur sind bei der in Rede ste- 
henden Art die Schuppen auf der Augenseite der mittleren Dorsal- und 
Analstrahlen deutlicher und der Interorbitalraum, gewöhnlich auch die 
rechte Pectorale mit Schuppen bedeckt. Die Schuppen sind auf der blinden 
Seite cycloid, auf der rechten aber (mit Ausschluss der verticalen Flossen) 
am hinteren Rande mit einem oder mehreren deutlichen Stachelchen oder 
Zähnchen versehen; dabei erscheint die Bestachelung der Schuppen ent- 
weder ziemlich gleichmässig, oder an der hinteren Rumpfhälfte und am 
Kopfe besonders ausgeprägt, während sie an der vorderen Rumpfhälfte 
schwächer ist oder beinahe fehlt; auch erscheinen in der zuletzt genannten 
Region die einzelnen Schuppen zuweilen von der Haut mehr umhüllt, so dass 
deren sichtbare Partien durch schmale häutige etwas erhobene Säume von 
einander getrennt bleiben, welcher Umstand — wenigstens an in Spiritus 
conservirten Exemplaren — dem betreffenden Rumpftheil ein etwas pocken- 
narbiges Aussehen verleiht. Die Seitenlinie bildet an ihrem Anfange eine be- 
deutende bogenförmige Biegung, deren Länge ungefähr der Brustflossenlänge 
gleichkommt und sich zur Höhe der Biegung wie 4:1 — 3:1 verhält. 

Die Dorsale beginnt etwas vor der Mitte des oberen Auges und ihre 
Strahlen nehmen an Höhe zu vom ersten, dessen Höhe einem Augen- 
diameter ungefähr gleichkommt, etwa bis zum 32. — 40., dessen Länge von 

Bnlletin N. S. II (XXXIV) p. 53. 



132 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

einer halben Kopflänge wenig differirt; dann nehmen diese Strahlen wiederum 
nach hinten etwas ab, so dass der letzte, dessen Entfernung von der Caudale 
der Höhe des Schwanzstieles etwas nachsteht oder ihr gleichkommt, merk- 
lich kürzer als der erste erscheint. Die Strahlen der Anale, von denen der 
20. — 24. am längsten ist, verhalten sich den Dorsalstrahlen gegenüber ent- 
weder wie bei der vorhergehenden Art, oder aber sie zeigen das entgegen- 
gesetzte Verhältniss; in jedem Falle jedoch erscheinen die Differenzen 
in der Länge der entsprechenden Strahlen unbedeutend. Die Länge der 
rechten Pectorale gleicht % — %, der linken % — % der Kopflänge. Die 
Länge der symmetrisch gelagerten Ventralen, von denen eine etwas länger 
als die andere sein kann, macht % der Kopflänge aus; mit ihren Spitzen 
reichen sie etwas über den Anfang der Anale hinaus. Die Länge der hinten 
schwach abgerundeten Caudale ist 6y s — 5 x / 3 mal in der Körperlänge ent- 
halten. 

Der Analstachel stimmt mit demjenigen des PI. obscurus überein. 

Die Färbung scheint auf der blinden Seite weisslich oder gelblich, auf 
der Augenseite sandfarben oder bräunlich mit undeutlicher dunkler Mar- 
morirung gewesen zu sein. 

Die Totallänge erreicht 380 mm. 

Unter dem Namen «. Pleur onectes japonicus Steind.» sind in unserem 
Museum 3 Exemplare aufgestellt (JVs 1583), welche von Hrn. Dr. Steine 
dachner während seiner Anwesenheit in St.-Petersburg so bestimmt worden 
sind. Da aber meines Wissens der bekannte Wiener Ichthyologe eine Charac- 
teristik dieser Art nirgends gegeben hat, so beschreibe ich die erwähnten, 
so wie einige später hinzugekommene Exemplare als neue Art und behalte 
zugleich die Steindachner'sche Benennung für dieselbe bei. 

Diese neue Art steht zweifellos dem PI. asper Pali, nahe, unterscheidet 
sich aber von demselben, soweit ich nach den Beschreibungen 6 ) und meinem 
unzureichenden Vergleichmaterial 7 ) urtheilen kann, durch die mehr oder 
weniger schneidezahnähnlichen Kiefer-Zähne, sowie durch die Bildung der 
Nasenlöcher, welche bei PI. asper auch auf der blinden Seite deutlich röhrig 
und überhaupt denjenigen der Augenseite ziemlich ähnlich ausgebildet er- 
scheinen. 

Im Übrigen scheint diese Art ziemlich stark variabel zu sein. So fällt 
eines der unter A r s 1583 aufgestellten Exemplare durch besondere Schlank- 



6) Pallas, Zoographia Ross. -Asiat. III, p. 425(1813); Steindachner, Sitzungsber. der Wien. 
Akad. Mathem.-Naturw. Classe, 1 Abth., Bd. LXI, p. 425 (1870); Jordan & Gilbert, Synopsis of 
the Fishes of N. America, p. 835 (1882); Jordan & Goss, 1. 1., p. 287, 288. 

7) N° 8731. Ein Exemplar aus den früheren russisch -amerikanischen Colonien, von der 
Russisch -amerikanischen Compagnie dem Museum geschenkt. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 54. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 133 

heit auf (Körperhöhe zu Körperlänge wie 1 : 2%) und sticht in dieser Be- 
ziehung merklich von den plumperen Individuen JVsJVs 6143 und 8730 
(Körperhöhe zur Körperlänge wie 1 : 2%) ab, welche wiederum 2 extreme 
Abweichungen in der Beschuppung und Zahnbildung repräsentiren, indem 
sich JV° 6143 durch Schuppen mit am stärksten ausgeprägtem ctenoidem 
Character und sehr breite und wenig zahlreiche Kiefer-Zähne (-r- rechts, 

12 

— links) auszeichnet, während Nu 8730 an der vorderen Rumpf half te beinahe 

nur cycloide Schuppen und sehr schmale, äusserst zahlreiche Kieferzähne (y 

rechts, ^- links) besitzt. Doch habe ich mich schon an dem mir vorlie- 
genden spärlichen Material überzeugt, dass diese Kennzeichen zur Auf- 
stellung von Arten unzureichend sind; namentlich gilt dies von der Zahl 
der Zähne, der ich schon deshalb keinen besonderen Werth beilegen kann, 
weil bei anderen Arten bekanntlich fast ebenso grosse Schwankungen in 
dieser Hinsicht vorkommen 8 ). 

Pleur onectes bicoloratus Basilewsky. 

1855. Platessa bicolorata Basilewsky, in Nouv. Mém. de la Soc. de 
Nat. d. Moscou. T. X (T. XVI de la collection), p. 260. 

1870. Pleuronectes scutifer Steindachner, in Sitzungsber. der Wien. 
Akad. Mathem.-Naturw. Classe, I Abth., Bd. LXI, p. 628, 
Taf. II. 

Unter dem obigen Namen hat Basilewsky im Jahre 1855 diese Art 
sehr ungenügend, z. Th. sogar falsch, mit nachfolgenden Worten beschrieben: 

«Platessa bicolorata. A Chinensibus nominatur UIu-u3Hm-wü. Corpus 
laevissimum oblongo- ovale nudum; supra fuscum, linea laterali 
media designatum, a capite usque ad corporis dimidium série 
loDgitudinali ossea sextuberculata sub dorso praeditum; subtus 
album linea laterali obliqua, antice superiore, postrorsum vero 
inclinata. Caput acuminatum, nudum, parvum, oculis magnis, 
in dextro latere sitis. Os angustum, supra hians, labio superiore 
mobili protractili, dentibus maxillaribus parvulis, setaceis, nume- 
rosissimis. Pinnae strictae, — dorsalis et analis in medio dilatatae; 
prima ab oculis proveniens, secunda post abdominales orta, utra- 
que ad caudam propagata; pectorales et abdominales parvae; 
caudalis spatulata ab anali et dorsali intervallo aequali disjuncta. 
Habitat in Mari provinciam Shan-durf&a&zm. alluente. 



8) Vrgl. z. B. Kr öyer, Danmarks Fiske, II, p. 283, Anmerkung (1843 — 1845). 
Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 55. 



134 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Longitudo secundum Uneam rectam ab apice capitis ad caudae 
apicem 6 1 / i poll. 

Latitudo maxima 4 poll». 

Aus dieser Beschreibung, welche ich ganz genau reproducirt habe, hätte 
sich die betreffende Art kaum erkennen lassen, wäre nicht mit anderen 
Basilewsky'schen Original-Exemplaren auch dasjenige von Platessa bico- 
lorata in unser Museum übergegangen (JVs 6354). Nachdem ich dasselbe 
mit der guten Beschreibung und Abbildung des Pleuronectes scutifer Stein- 
dachner 's verglichen habe, konnte ich mich von der vollständigen Identität 
beider überzeugen; dabei erwies es sich auch, dass die Kieferzähne der 
Platessa bicolorata nicht im Geringsten «setacei», sondern, wie bei Pleuro- 
nectes scutifer, entschieden «platt gedrückt» oder schneidezahnähnlich sind. 

Hippoglossus Grigorjewi n. sp. 

8732. Hakodate. Grigorjew. 1881 (1). 

D. 88. A. 70. P. 11. V. 6. Lin. lat. ca. 80. 

H. altitudine corporis 2% in ejus longitudine, capitis longitudine 3 7 / 9 
in corporis longitudine. Oculis dextris diametro 5 2 / 5 in capitis 
longitudine, paulo plus Y 3 diametro distantibus; spatio interorbitali 
piano. Dentibus in maxilla et mandibula biseriatis, sat grossis, 
conicis. Squamis in trunco, toto fere capite et pinnis, exclusis 
pectoralibus, in latere dextro ctenoideis, in sinistro cycloideis; 
linea laterali supra pectorales arcum bene evolutum formante. 

Der Contour des Körpers erscheint oben und unten ziemlich symmetrisch 
und steigt von der Schnauzenspitze gleichmässig zur Rückenflosse auf. Die 
grösste Körperhöhe, welche 4% mal die kleinste übertrifft, ist 2% mal in 
der Körperlänge enthalten. 

Die Kopflänge wird 3% mal von der Körperlänge übertroffen. Die im 
gleichen Niveau gelagerten rechtsseitigen Augen, deren Diameter 5% mal 
in der Kopflänge enthalten ist und der Schnauzenlänge ungefähr gleich- 
kommt, sind durch einen schmalen flachen Interorbitalraum getrennt, dessen 
Breite % Augendiameter nur wenig übertrifft und welcher sich hinter den 
Augen nicht in besondere Bildungen fortsetzt. Die Mundspalte steigt schief 
zur Schnauzenspitze auf; der einen schwachen Kinnvorsprung bildende 
Unterkiefer überragt nach vorne nur wenig den Oberkiefer, dessen Länge 
% der Kopflänge ausmacht. Die Lippen sind schmal und wenig dick. 
Die Nasenlöcher sind auf der Augenseite etwa im Niveau des Oberrandes 
des unteren Auges und ein wenig vor dem letzteren, auf der blinden Seite 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 56. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 135 

dagegen etwas höher gelagert; auf beiden Seiten erscheinen sie ziemlich 
gleich gebildet, und zwar ist das vordere mit einem niedrigen, in ein kurzes 
Läppchen ausgezogenen Saum versehen, während das hintere ein einfaches 
Loch darstellt. Die Kieferzähne sind zweireihig, conisch, ziemlich grob, 
namentlich vorne, auf beiden Seiten sich ungefähr bis zum Mundwinkel 
erstreckend. Die ziemlich zahlreichen (20) Rechenzähne des vorderen Kie- 
menbogens erscheinen zusammengedrückt, schmal, an Länge einem halben 
Augendiameter wenig nachstehend. 

Die Schuppen lassen an der Augenseite nur den vordersten Schnauzen- 
theil, die Kiefer (mit Ausnahme des hinteren Endes des Maxillare) und die 
Pectoralen, an der blinden Seite ausserdem noch einen dem oberen Auge 
gegenüberliegenden Streifen und den Vordeckel frei. Auf der Augenseite 
erscheinen die Schuppen ctenoid, an der blinden Seite — cycloid; ausserdem 
sieht man am hinteren Rande mehrerer derselben kleine Nebenschüppchen. 
Die Seitenlinie bildet an ihrem Anfange eine deutliche bogenförmige Krüm- 
mung, deren Höhe sich zur Länge ungefähr wie 1 :4 verhält; der grösste 
Abstand von geraden Theile bis zum Bauchcontour steht einer Kopflänge 
etwas nach. 

Die Dorsale beginnt etwas vor der Mitte des oberen Auges und ihre 
Strahlen wachsen a.: Höhe vom ersten, dessen Länge ungefähr einen halben 
Augendiameter ausmacht, etwa bis zum 45., dessen Länge ungefähr % der 
Kopflänge gleichkommt; von hier an nimmt die Strahlenhöhe wiederum nach 
hinten ab und der letzte Strahl, dessen Entfernung vom Grunde der Caudale 
ungefähr der Höhe des Schwanzstieles gleichkommt, ist bedeutend niedriger 
als der erste. Die Anale, deren erster Strahl an Länge merklich, deren 
höchster (etwa 28.) aber unbedeutend den entsprechenden Strahlen der Dor- 
sale nachstehen, endet gegenüber dem Ende der Dorsale. Dorsal- und Anal- 
Strahlen ungetheilt. Die Länge der rechten Pectorale gleicht 4 / 9 , der linken 
y s der Kopflänge. Die Länge der symmetrisch gelagerten Ventralen macht 
% der Kopflänge aus; ihre Spitzen reichen nicht bis zum Anfange der Dor- 
sale. Die Länge der am hinteren Rande etwas stumpfwinkelig abgerun- 
deten Caudale ist 6% mal in der Körperlänge enthalten. Analstachel nicht 
vorragend. 

Die Färbung erscheint auf der blinden Seite gelblich, auf der Augen- 
seite bräunlich mit undeutlichen dunklen Flecken und Marmorirungen. 
Über und unter der Seitenlinie findet sich je eine horizontale Reihe aus 
3 — 4 deutlicheren rundlichen schwärzlichen Flecken. 

Die Totallänge gleicht 356 mm. 

Es ist nicht leicht, die vorstehende Art in eine der von den neueren Auto- 
ren angenommenen Gattungen der Hippoglossinen unterzubringen. Ich habe 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 57. 



136 



S. HERZENSTEIN, ICHTEYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM 



[T. XIII 



es aber doch vorgezogen dieselbe vorläufig in die Gattung Hippoglossus zu 
stellen, obwohl sie von dieser Gattung (in engerem Sinne gefasst) durch 
geringere Zahl der Dorsal- und Analstrahlen, durch die doppelte Reihe von 
Zähnen im Unterkiefer, sowie endlich durch die Zahnbewaffnung der weiter 
unten beschriebenen Schlundknochen abweicht. Trotz dieser Abweichungen 
passt unsere Art, meiner Ansicht nach, mehr zu dieser als zu anderen Gat- 
tungen der Hippoglossinen. Freilich könnte ich für H. Grigorjewi eine neue 
Gattung aufstellen, doch scheint mir dies nicht rathsam ohne Revision der 
ganzen Hippoglossinen -Gruppe, in der allem Anscheine nach auch ohne 
dies schon eher zu viel als zu wenig Gattungen aufgestellt worden sind. 

Um mich auch nach anderen für die Characteristik der Pleuronec- 
tiden- Gattungen benutzten Kennzeichen zu orientiren, habe ich bei meiner 
Art die Schlundknochen untersucht, wobei es sich erwiesen hat, dass in 
dieser Hinsicht H. Grigorjewi etwas zur Gattung Hippoglossina hinneigt. 
Bei der von mir untersuchten Hippoglossina microps Günth. 9 ) erscheinen 
die Schlundknochen schlank und mit mehreren Reihen feiner Zähne bürsten- 
förmig bedeckt, welche letztere keine auffallenden Differenzen in der Grösse 
zeigen. Bei Hippoglossus Grigorjewi sind die Schlundknochen gleichfalls 
schlank und mit mehreren, etwa 4, Zahnreihen bewaffnet, wobei die Zähne 
in der innersten Reihe am grössten sind und in den nach aussen gelegenen 
Reihen successiv an Grösse abnehmen. Übrigens will ich keineswegs die Mög- 
lichkeit in Abrede stellen, dass der gleichmässigere Character der Be- 
zahnung des von mir untersuchten 121 mm. langen Exemplares von Hippo- 
glossina microps mit der Jugend desselben im Zusammenhange steht. 



Alburnus Charusini Herz. l o) 




9) JV° 8733. Ins. Chinchas. Godeffroy. 1867(1).— Freilich gilt dieser Vergleich nur in dem 
Fall, wenn die Günther 'sehe Art in Bezug auf Schlundknochen mit Hippoglossina macrops 
Steind., dem Typus der Gattung, übereinstimmt. Dieselbe ist aber bis jetzt, meines Wissens, auf 
Schlundknochen noch nicht untersucht worden. — Beiläufig möchte ich mit Bezugnahme auf 
die in der von Jordan & Goss gegebenen Characteristik der Gattung Hippoglossina (1. 1., p. 231) 
gemachte Bemerkung «gill -rakers short and thin» hinzufügen, dass bei diesem Exemplare am 
vorderen Kiemenbogen etwa 25 schlanke, an Länge etwa 1 / 2 Augendiameter ausmachende Re- 
chen-Zähne vorhanden sind. Leider ist aber auch über die Rechen-Zähne der typischen Art 
bis jetzt nichts bekannt. 

10) Die beschädigte Schwanzflosse ist an der Abbildung restaurirt worden. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 58. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 137 

1889. Alburnus charusinii, Herzenstein in CnncKH h onncame npeAMeTOBt, 
Haxo,pm,nxcfl bt> SoojiornqecKOMt My3et HMiiepaTopcKaro Mockob- 
CKaro yHHBepcHTeTa. Ota^jit. I, JVs 1 . H. K). 3orpa<i>T> h 6. 6. KaB- 
paficKiü: Ciihckh h Ormcanie KOJuieKnjn pbi6T> My3eH, p. 50 (H3b. 
HmII. 06m. JIlOÖHT. EcTeCTB03H. h t. ä. T. LVL, B&in. 1). 

D. 2/8. A. 3/14. P. 1/15. V. 1/8. Lin. lat. 44-^-p a , . a . . 

1 . ' ' 6 ad lin. med. ventns, 3 ad pinn- ventr. 

Alb. altitudine corporis 3%, longitudine capitis 4% in longitudine 
corporis. Pedunculo caudali distantia a rostri apice ad prae- 
operculi marginem posteriorem minore. Oculis diametro 3 4 / 9 in 
longitudine capitis, diametris 1% distantibus. Mandibula maxillam 
haud superante. Pinna anali sub radio penultimo pinnae dorsalis 
incipiente. 

Der obere Umriss steigt vom Nacken an massig steil zum Anfange der 
Dorsale hinauf, von wo an er ungefähr ebenso massig zum Schwanzstiele 
fällt, dessen oberer Rand horizontal verläuft. Der untere Contour verläuft, 
ungefähr von der Verticale des Vordeckels an, dem oberen nahezu sym- 
metrisch, nur erscheint er in der Mitte ziemlich geradlinig. Die Rückenfirste 
ist ziemlich breit abgerundet. Der Bauch bildet zwischen den Bauchflossen 
und der Anale einen längs der Mittellinie nackten Kiel. Die Körperhöhe 
verhält sich zur Körperlänge wie 1 : 3 2 / 9 . Die Länge des Schwanzstieles 
steht dem Abstände von der Schnauzenspitze bis zum Hinterrande des Vor- 
deckels nach. 

Der Contour des Kopfes erscheint oben merklich zur Schnauzenspitze 
geneigt, ohne hier über dem Ende der Mundspalte einen steilen Bogen zu 
bilden, dann ziemlich steil abgestuzt und vom Mundwinkel an dem gegen- 
überliegenden Theile des oberen Profils symmetrisch. Die Kopflänge, welche 
2 mal die Kopf breite und 1% mal die Kopf höhe übertrifft, ist 4% mal in 
der Körperlänge enthalten. Der Augendiameter, welcher die Schnauzenlänge 
etwas übertrifft, verhält sich zur Kopflänge wie 1 : 3% und zur Breite des 
Interorbitalraumes wie 1 : l 1 /.. Der Hinterrand des Auges steht ein wenig 
hinter der Mitte der Kopflänge. Das erste Suborbitale ist unregelmässig 
pentagonal und breiter als die übrigen, welche unter einander keine auf- 
fallenden Unterschiede zeigen. Die Mundspalte steigt steil auf; ihr oberes 
Ende steht dem oberen Rande der Pupille gegenüber. Der Unterkiefer be- 
sitzt auf der Symphyse ein deutliches Kinnhöckerchen, lässt aber an der Spitze 
höchstens eine ganz schwache Spur der bei den anderen Alburnus- Arten sowohl 
entwickelten Erhebung wahrnehmen. Dem entsprechend ist auch der Ober- 
kieferrand oben nicht spitzbogenförmig ausgeschnitten, sondern regelmässig 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 59. 



138 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

abgerundet. Das Maxillare ist am Hinterrande, nahe dem unteren Ende, mit 
einem vom vordersten Suborbitale bedeckten Fortsatze versehen. Dieser 
Fortsatz ist von etwa trapezoidaler Form; von seinen beiden parallelen 
Seiten ist die obere (vordere) auch die längere; von den beiden nicht paral- 
lelen bildet die kürzere die Basis des Fortsatzes. An Rechenzähnen finden 
sich am vorderen Kiemenbogen ca. 15; sie sind borstenförmig, die längsten, 
ungefähr dem Pupillendiameter an Länge gleich, laufen am freien Ende in 
eine ganz feine, etwas gebogene Spitze aus. Die Schlundknochen sind ganz 
von demselben Bau wie bei A. lucidus. Die Schlundzähne sind ebenso den- 
jenigen der eben genannten Art ähnlich und in 2 Reihen (2/5) geordnet. Die 
Zähne der inneren Reihe sind also an den in einen deutlich umgebogenen 
Haken auslaufenden Kronen comprimirt; die 4 hinteren weisen eine schmale 
Kaufläche auf, deren Vorderrand deutlich gezähnelt erscheint. 

Die Schuppen zeigen an dem Vorderrücken eine ebenso regelmässige 
Vertheilung wie an den Flanken und lassen keine Spur von der für Abra- 
mis und Blicca characteristischen schuppenlosen «Naht» wahrnehmen. An 
den freien Theilen der einzelnen Schuppen bemerkt man eine geringe An- 
zahl (3 — 6) deutlicher radialer Linien und, unter der Loupe, sieht man auch 
zahlreiche, sehr feine und dicht stehende concentrische Linien. 

Der Anfang der Dorsale steht von dem vorderen Rand der Pupille und 
der Basis der mittleren Caudalstrahlen ungefähr gleich weit ab. Die Spitze 
der Dorsale ist leider an dem der Beschreibung zu Grunde liegenden ein- 
zigen Exemplare abgebrochen; doch sieht man, dass ihr oberer Rand nicht 
so steil wie bei Abramis oder Blicca, sondern mehr schräge abfällt. Der 
Anfang der Anale Hegt ungefähr unter dem vorletzten Strahle der Dorsale. 
Die Spitzen der Pectoralen reichen bis zur Basis der Bauchflossen. Diese 
letzteren sind so eingefügt, dass sie horizontal ausgebreitet mit ihrer Längen- 
Mitte dem Anfange der Dorsale gegenüber stehen; der Zwischenraum, der 
ihre Spitze von der Anale trennt, macht ungefähr % ihrer Länge aus. Die 
Caudale des einzigen Exemplares ist stark beschädigt, lässt sich also nicht 
beschreiben. 

Der After liegt ungefähr in der Mitte zwischen der Basis der mittleren 
Caudalstrahlen und dem Brustflossengrunde. 

Was die Färbung anbetrifft, so sind der Rücken und der oberste Theil 
der Flanken bis zu einer horizontalen Linie, welche ungefähr das obere 
Drittel der grössten Körperhöhe abschneidet, mit sehr schwachen dunklen 
Puncten bestreut; unterhalb dieser Linie ist der Fisch silberig; die Flossen 
sind weisslich und, mit Ausnahme der Ventralen, mit schwacher dunkler 
Punctirung. 

Die Totallänge gleicht ca. 125 mm. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 60. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER "WISSENSCHAFTEN. 139 

Fundort: Die Kamysch-Ssamarskischen-Seen, aus der Mündung des 
Flusses Malyi-Usen. 

Das einzige dem Moskauer Museum gehörende Originalexemplar wurde 
von Hrn. A. N. Charusin gesammelt. 

Die im Obigen beschriebene Art gehört eigentlich nicht in den Rahmen der 
vorliegenden Arbeit, da unser Museum keine Exemplare derselben besitzt. 
Doch hielt ich es, um auch den ausländischen Ichthyologen die in Rede 
stehende interessante Form bekannt zu machen, nicht für überflüssig, die- 
selbe hier ausführlich zu beschreiben. 

Alb. Gharusini erinnert durch seine hohe Körpergestalt an solche Arten, 
wie Alb. coeruleus Heck., oder an den noch ungenügend bekannten Alb. 
Eichwaldii Fil., welcher sogar noch höher erscheint, aber durch die gerin- 
gere Zahl der Analstrahlen von der unserigen abweicht. Die Form der Rechen- 
zähne, wie die oben ausführlich beschriebene Bildung des Oberkieferfortsatzes 
unterscheidet den Alb. Gharusini von Alb. bipunctatus Bl., bei dem auch 
sehr gedrungene Gestalten vorkommen können. 

Vielleicht steht eine hohe Alburnus -Form, deren Hr. Rudzsky nur 
beiläufig erwähnt 11 ), ohne sie ausreichend zu characterisiren, dem Alb. 
Gharusini nahe oder ist mit demselben möglicherweise sogar identisch. 
Diese Form stammt aus den Mühlen-Teichen und stillen Gewässern des 
Flusses Swiaga, Gouv. Ssimbirsk. 



Nemachilus Kuschakewitschi n. sp. 

4561. Margelan. M. v. Middendorff. 1878 (6h-). 

8744. Andidshan. Kuschakewitsch. 1882 (6-H. 12 ) 

8745. » » » (6-I-). 12 ) 

D. 8. A. 6. P. 9. V. 7. 

N. altitudine corporis 7 a / 2 — 7, capitis longitudine 4% — 4% in corporis 
longitudine, pedunculi caudalis longitudine capitis longitudinem 
aequante, capitis longitudine 5 x / 4 — 4}/ 2 in corporis longitudine. 
Oculis diametro 8 — 6% in longitudine capitis, diametris 2 — 1% 
distantibus. Naribus anterioribus et posterioribus approximatis, 
spatio distincte haud sejunctis. Maxilla in medio processum denti- 
formem formante, mandibula cochleariformi. Squamis distinctis 
(etiam lentis ope) nullis. Pinnae dorsalis initio a rostri apice et 



11) M. ß. Py3CKifi, EacceÖHi» pÈKH CBiarH h ero pu6u (TpyßM Oöiii. EcTecTBowcnuT. npn 
HMoepaTopcKOMi. Ka3aHCK0Mi. YHiiBepc. XVII, Bbin. 4-ufi), p. 56 (1887). 

12) Gesammelt 4/VI 1878. 
Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 61. 



140 S. HERZEN STEIN, ICHTBYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [T. XIII 

caudalis basi aequidistante vel a rostri apice paulo magis remoto. 
Pinnae pectoralis apice rotundato. Pinnarum ventralium apicibus 
ano approximatis vel eum attingentibus. Pinna caudali postice dis- 
tincte emarginata. Colore infra argenteo, supra et in lateribus 
fuscescente, raaculis vittisque transversis, obscurioribus, plus 
minusve distinctis orna to. Vesicae natatoriae parte libera nulla. 
Intestino fere recto vel flexuram exiguam formante. 
Die grösste Körperhöhe, welche 7 — 7% mal in der Körperlänge ent- 
halten ist, übertrifft 1% — l l / 6 mal die postdorsale und 2% — 2 mal die 
kleinste Körperhöhe. Die Länge des Schwanzstieles kommt der Kopflänge 
ungefähr gleich. Die Höhe des Schwanzstieles, welche seine Dicke (am 
Grunde des letzteren gemessen) wenig oder gar nicht übertrifft, ist 3% — 3 
mal kleiner als seine Länge. 

Am Kopfe sind die Stirn und der Scheitel abgeflacht. Die Kopflänge, 
welche ö 1 /^ — 4}/ a mal in der Körperlänge enthalten ist, übertrifft ca. 2 mal 
die Kopfbreite. Der Augendurchmesser ist 8 — 6% mal kleiner als die 
Kopflänge und 2 — 1% mal geringer als die Breite des Interorbitalraumes. 
Die hinteren Nasenlöcher sind durch einen massig grossen Zwischenraum 
vom Augenrande getrennt , mit einer kurzen , schräg abgestutzten Röhre 
versehen und liegen den vorderen dicht an. Der Oberkiefer besitzt einen 
deutlichen zahnförmigen Fortsatz in der Mitte. Der Unterkiefer ist löffei- 
förmig. Die Lippen erscheinen wenig dick und etwas runzelig. Von den 
Barteln reicht das vordere Paar bis zu den Mundwinkeln, das mittlere un- 
gefähr bis zur Basis des hinteren und das hintere — bis zur Verticale des 
hinteren Augenrandes. 

In der Haut sind auch unter Vergrösserung keine deutlichen Schuppen 
bemerkbar. 

Die Entfernung von dem Anfange der Dorsale bis zur Schnauzenspitze 
ist gleich derjenigen vom Anfange der Dorsale bis zur Basis der Caudale 
oder etwas grösser. Die Länge der Basis der Dorsale ist höchstens 1% mal 
geringer als die Flossenhöhe und 9 — 8 mal in der Körperlänge enthalten. 
Die Spitze der Pectorale wird vom 3. — 4. Strahl (von aussen gerechnet) 
gebildet und erscheint ziemlich regelmässig zugerundet; die Länge der 
Pectoralen wird von der Körperlänge 6% — 5% mal übertroffen. Die Länge 
der Ventralen, deren Basis etwas vor oder unter dem Anfange der Dorsale 
liegt und deren Spitze vom After durch einen geringen oder gar keinen 
Zwischenraum getrennt ist, ist 7 — 6% mal kleiner als die Körperlänge. Die 
Länge der Basis der Anale ist l 2 / 3 mal in ihrer Höhe und 11 — 12 mal in 
der Körperlänge enthalten. Die ausgebreitete Caudale zeigt einen ziemlich 
tiefen Ausschnitt, wobei die beiden Caudallappen von gleicher Länge sind. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 62. 



T. Xin] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 141 

Die Entfernung von der Basis der Caudale bis zum After gleicht unge- 
fähr derjenigeD vom letzteren bis zu den Brustflossenspitzen. 

Die Färbung ist auf der Bauchseite silberig, auf den Seiten und auf dem 
Bücken bräunlich, mit mehr oder weniger deutlichen dunkleren Flecken, 
welche z. Th. zu Querbinden zusammenfliessen. Die Flossen zeigen keine 
deutliche Zeichnung. 

Die Schwimmblase besitzt keinen frei in die Bauchhöhle hineinragenden 
Theil. Der Darm verläuft beinahe geradlinig oder unter Bildung einer nur 
ganz kurzen vorderen und hinteren Schlinge. 

Die Totallänge erreicht bis 78 mm. 

Diese neue Form, welche ich dem Andenken des bekannten Beisenden 
in Turkestan A. A. Kuschakewitsch weihe, erinnert an jene NemacMlus- 
Arten, welche sich durch einen zahnförmigen Fortsatz am Oberkiefer aus- 
zeichnen und z. Th. als Typen besonderer Gattungen aufgefasst werden 12 ), 
lässt sich aber von den einen durch die Abwesenheit der fettflossenähnlichen 
Hautfalte, von den anderen durch die kurze Dorsale unterscheiden. In diesem 
letzteren Kennzeichen stimmt N. Kuschakewitschi mit N. Brandti Kessl. 
überein, welcher letztere gleichfalls einen zahnförmigen Vorsprung im 
Oberkiefer besitzt, weicht von demselben aber schon allein durch den Man- 
gel deutlicher Schuppen ab. 



12) So Paracöbitis Bleek. (Atl. ichthyolog. III, p. 4 [1863]) = Pseudodon Kessl. (Kecc- 
jtepi>, Phöm [IlyTemecTBie «fe^ieHKo], p. 40[1874]) für N. mcdapterurus Val. und N. Ion- 
gicauda Kessl.; ferner Acanthocobitis Peters (Monatsber. Akad. Wiss. Berlin, p. 712fl861]) 
für N. longipinnis Peters. 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 63. H 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Die Säugethiere der Ganssu-Expedition (1884 — 87). Von Eug. Büchner. 

(Lu le 29 mai 1890). 

In den folgenden Zeilen liefere ich ein Verzeichniss der Säugethiere aus 
der Ausbeute der Expedition nach Ganssu, welche in den Jahren 1884 — 87 
unter Leitung des Herrn G. Potanin und unter Theilnahme des Herrn 
M. Beresowski ausgeführt worden ist 1 ). 

Den kleineren Theil der in Rede stehenden Ausbeute bildet eine Samm- 
lung von 18 Spiritus-Exemplaren, welche von Herrn G. Potanin an verschie- 
denen Punkten Chinas, namentlich in den Provinzen Ordos und Schanssi und 
zum geringeren Theile in Ganssu und in der Mongolei, zusammengebracht 
worden ist. Diese Sammlung, welche der genannte Reisende dem Zoologischen 
Museum der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften geschenkweise 
überliess, liefert interessante Daten zur näheren Kenntniss der geographischen 
Verbreitung mehrerer Arten. / 

Die ansehnliche Balgsammlung der genannten Ausbeute ist von Herrn 
M. Beresowski angelegt. Wenn diese Sammlung auch leider als nicht be- 
sonders reichhaltig zu bezeichnen ist, was in dem Umstände eine Erklärung 
findet, dass dieser erfahrene Reisende speciell ornithologische Zwecke ver- 
folgte und den Säugethieren nur nebenbei seine Aufmerksamkeit schenken 
konnte, so ist dieselbe doch höchst werthvoll und von ganz bedeutendem In- 
teresse. Der Grund hierfür ist in erster Linie darin zu suchen, dass diese 
Sammlung beinahe in ihrem ganzen Bestände im südlichen Theile der Provinz 
Ganssu (speciell in den mehr oder weniger weiten Umgebungen der Städte 
Ssi-gu und Choi-ssjan) zusammengebracht worden ist und auf diese Weise 
die ersten sicheren Nachrichten über die Säugethierfauna einer in theriolo- 
gischer Hinsicht ganz unbekannten Gegend liefert. 

Unsere Kenntniss der Säugethierfauna der Provinz Ganssu war bisher 
nur auf die Resultate der Untersuchungen von N. Przewalski beschränkt. 



1) Der vorläufige Bericht dieser Expedition ist von Hrn. G. Potanin in den H3BicTia 
Hiin. PyccK. Teorpa*. 06m., T. XXIII, pag. 290—319 (1887) veröffentlicht. Hier möchte ich 
auch noch gleich bemerken, dass ich bei der Orthographie der geographischen Eigennamen die 
Schreibweise der Reisenden beibehalte. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 97. 11* 



144 EUG. BÜCHNER, [T. XIII 

Seine Beobachtungen und sehr ansehnlichen Sammlungen aus Ganssu stam- 
men aber ausschliesslich aus dem nordwestlichen Theile dieser Provinz, wel- 
cher den Namen Amdo führt. Die erforschte Säugethierfauna dieses Hoch- 
gebirgslandes Amdo, welches den nordöstlichen Endtheil des tibetanischen 
Hochplateaus bildet, muss ihrem Bestände nach als palaearktische im weiteren 
Sinne charakterisirt werden. 

Ein absolut anderes Gepräge trägt die Säugethierfauna des südlichen 
Theiles von Ganssu, wie auch die physico- geographischen Verhältnisse der 
eigentlichen Provinz Ganssu von denjenigen des Hochplateau's Amdo gänzlich 
verschiedene sind. Der südliche Theil von Ganssu bildet nämlich ein Gebirgs- 
land, welches aus einem Netze von schmalen und hohen Gebirgszügen besteht, 
die von engen und sehr tiefen Thälern durchkreuzt werden; die Vegetation 
ist hier eine überaus üppige und verschiedenartige und treten in den Thal- 
mulden solche Pflanzenformen auf, die schon auf ganz andere klimatische 
Verhältnisse hindeuten 2 ). Dem entsprechend ist auch die Säugethierfauna 
eine von derjenigen von Amdo durchaus verschiedene, wie sich dieses aus 
dem folgenden Verzeichnisse ergiebt, und möchte ich hier nur auf das Auf- 
treten so charakteristischer Formen, wie Ailuropus melanoleucus, Semno- 
pithecus Roxellanae, Rhisomys sinensis und anderer mehr, die Aufmerksamkeit 
gelenkt haben. 

Der "Werth der Untersuchungen von M. Beresowski bestellt folglich 
darin, dass der Charakter der Säugethierfauna der Provinz Ganssu erst durch 
seine Sammlungen klargelegt wird, und da diese Sammlungen in einer Ge- 
gend zusammengebracht worden sind, die zwischen den von Przewalski 
und Armand David erforschten Gebieten mitten inne liegt, so liefern sie 
uns die interessantesten Aufschlüsse über die Verbreitung vieler Arten in 
diesem Theile Central- Asiens. 

Die Sammlung von M. Beresowski gehört der ostsibirischen Abthei- 
lung der Kaiserl. Russischen Geographischen Gesellschaft und wird dem 
Museum dieser Gesellschaft in Irkutsk einverleibt; nur einige wenige Dou- 
bletten aus derselben gingen in unser Zoologisches Museum über. Da diese 
Sammlung eine ganze Reihe Seltenheiten ersten Ranges und mehrere solcher 
Formen enthält, die nur noch der Jardin des Plantes zu Paris besitzt, so 
kann ich nicht umhin, an dieser Stelle mein Bedauern darüber auszuspre- 
chen, dass diese Schätze an einen Ort gelangen werden, wo sie für die 
Wissenschaft so gut wie ganz unzugänglich sind. 



2) Eine eingehende physico-geographische Übersicht des südlichen Theiles von Ganssu 
wird in der Bearbeitung der ornithologischen Sammlungen der Ganssu-Expedition ihren Platz 
finden; diese Bearbeitung, welcher sich die Herren M. Beresowski und V. Bianchi unter- 
zogen haben, befindet sich augenblicklich unter der Presse. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 98. 



T. XIIl] ' DIE SÄUGETHIERE DER GANSSU-EXPEDITION (1884-87). 145 

In Betreff der Bearbeitung dieser Sammlung möchte ich hier noch be- 
merken, dass ich mich bei vielen Arten, die einer eingehenden Behandlung 
bedürfen, nur ganz kurz fasse, und zwar aus dem Grunde, weil ich auf die 
betreffenden Arten in meiner Bearbeitung der Säugethiere der Expeditionen 
N. M. Przewalski's zurückzukommen habe und dieselben dann einer er- 
schöpfenden Untersuchung zu unterziehen beabsichtige. Die chinesischen 
Namen vieler Arten und verschiedene Notizen biologischen Inhalts verdanke 
ich den freundlichen Mittheilungen des Herrn Beresowski. 



PEIMATES. 

CERCOiPITHECIDAE. 

Semnopitheeus Roxellanae. 

Semnopifhecits Roxellanae, Alph. Milne- Edwards, Comptes 
Rend. Acad. Sc. Paris, LXX, p. 341 (1870); Anderson, 
Anat. and Zool. Researches Western Yunnan Exp., I, p. 43 
(1878). 

Rhinopithecus Roxellanae, Alph. Milne-Edwards, Rech, sur 
lesMamm., I, 233, II, tab. XXXVI, XXXVII (1868-74). 

S. Roxellanae kommt nach Mittheilungen von M. Beresowski in den 
Umgebungen der Stadt Ssi-gu, im südlichen Ganssu, sehr selten vor, so dass 
es den dortigen Jägern nicht einmal jedes Jahr glückt, diesen Affen zu er- 
beuten. In den westlich von Ssi-gu liegenden Gegenden, welche von dem 
tangutischen Stamme Tebu bewohnt werden, ist diese Art dagegen nicht 
selten und führen die Chinesen von hier jährlich viele Häute, welche sehr 
hoch im Preise sind und zu Kleidungsstücken verwendet werden, nach 
Tschen-tu-fu (der Hauptstadt von Sse-tschuan) aus. Dieser Affe, welcher 
chinesisch ssjan-shun heisst, lebt in grossen Heerden (zu hundert und mehr 
Exemplaren) hauptsächlich in Nadelwaldungen, auf einer abs. Höhe von 
c. 10,000'; im Winter steigt er tiefer herab, wobei er jedoch nie dieCultur- 
zone erreicht. 

Aus der Ausbeute von M. Beresowski liegen mir neben dem Schädel 
eines alten Exemplares noch die Bälge (nebst den ihnen angehörigen 
Schädeln) eines sehr alten und eines noch jungen Männchens vor, welche 
im Winter 1885 nicht weit von Ssi-gu in der Gebirgskette zwischen Ganssu 
und Sse-tschuan erbeutet wurden. 

Der sehr schöne Winterbalg des alten Männchens, an dem ich eine 
Körperlänge (von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel) von 680 mm. und 
eine Schwanzlänge von 690 mm. messe, stimmt vollständig mit derOriginal- 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 99. 



146 EUG. BÜCHNER, [T. XJII 

beschreibung dieser Art überein; nur ist zu bemerken, dass die Haare der 
Oberseite, welche den auffallend langen und dichten, glänzend bräunlich- 
gelben Pelz bilden, bei meinem Exemplare eine Länge von 300 — 350 mm. 
erreichen. Die nackte Haut um die Augen war an diesem Exemplare im 
Fleische, nach den Notizen von M. Beresowski, schwach bläulich gefärbt, 
welche Färbung sich zu den Lippen beinahe vollständig verlor. Nach einer 
von Hrn. Beresowski entworfenen Profil ansieht zu urtheilen, ist die Nase 
dieses Affen noch stärker nach oben gekehrt und der Stirn viel mehr ge- 
nähert, als dieses auf der Tafel bei Milne-Edwards dargestellt ist. 

Das junge Männchen, welches bei der Ausmessung im Fleische eine 
Körperlänge von 400mm., bei einer Schwanzlänge von 360,5mm., ergab, 
ist dem alten Thiere ganz ähnlich gezeichnet, doch weist es in der Färbung 
folgende Unterschiede auf. Kinn, Kehle und Halsseiten, sowie auch die 
Stellen am Kopfe, welche bei den Alten intensiv rostbraun erscheinen, sind 
bei ihm grau gefärbt; von derselben Färbung ist auch die ganze Unterseite 
und diejenigen Partien der Extremitäten, welche bei alten Exemplaren rost- 
gelblich oder gelblich gefärbt erscheinen. Der grosse dunkle Fleck, welcher 
sich über die Kopfplatte und den Nacken erstreckt und bei den Alten pech- 
schwarz erscheint, ist bei diesem jungen Exemplare wohl scharf abgegrenzt, 
doch nur dunkelbräunlich gefärbt. Ebenso ist auch die dunkle Längszeich- 
nung der Extremitäten und der Schwanz viel heller resp. trüber, als bei 
den alten Exemplaren, und mehr grau gefärbt. Auf der Oberseite beträgt 
die Höhe des Pelzes nur c. 35 — 45 mm.; die gelblichen Grannenhaare stehen 
hier nur in sehr geringer Anzahl, doch sind ihnen in sehr grosser Menge 
bräunlichgraue, im Basaltheile graue, Wollhaare beigemengt. 



CAENIVOEA. 

FELIDAE. 

Felis pardus. 

Felis pardus, Linné, Syst. Nat., ed. XII, I, p. 61 (1766); Elliot, 
Mon. of the Felidae, tab. VI, VII (1883). 

Der Leopard kommt überall im südlichen Ganssu in grosser Anzahl vor. 
In der Ausbeute des Hrn. M. Beresowski befinden sich zwei Exemplare 
aus den Umgebungen der Stadt Choi-ssjan. Der chinesische Name dieser 
Katze lautet pao-dse. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 100. 



T. Xlll] DIE SÄÜGETHIEEE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 147 

Felis Temmincki. 

FelisTemminckii,Yigors et Horsfield, Zool. Journ.,HI, p. 451 
(1828); Elliot, Mon. of the Felidae, tab. XVI (1883). 

Diese Katze wurde von Hrn. M. Beresowski im "Winter 1886 in den 
Umgebungen der Stadt Ssi-gu in einem Exemplare erbeutet. 

Felis euptilura. 

Felis euptilura, Elliot, Proc. Zool. Soc. Lond., p. 761, tab. 

LXXVI (1871); Elliot, Mon. of the Felidae, tab. XXVII 

(1883). 
Felis microtis, A. Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., I, 

p. 221, II, tab. XXXI A, XXXI B, fig. 1 (1868—74). 

Ein Fell dieser Art wurde von Hrn. M. Beresowski aus den Umge- 
bungen von Ssi-gu heimgebracht. Dieses Exemplar stimmt vollständig mit 
derjenigen Form der F. euptilura überein, welche bei Elliot im Vorder- 
grunde seiner vorzüglichen Tafel (und zwar nach dem Milne-Edwards'schen 
Originale der Felis microtis) abgebildet ist. 

Felis scripta. 

Felis scripta, A. Milne-Edwards, Nouv. Arch. Muséum, VII, 
Bullet., p. 92 (1871); Milne-Edwards, Rech, sur les 
Mamm., I, p. 341, II, tab. LVII, LVIII fig. 1 (1868-74); 
Elliot, Mon. of the Felidae, tab. XXIV (1883). 

In der Ausbeute des Hrn. Beresowski liegen mir vier Bälge dieser 
Art vor, von denen einer aus den Umgebungen der Stadt Ssi-gu und die 
übrigen drei aus Choi-ssjan stammen. 

Bei diesen Bälgen erscheinen die Flecken auf den Leibesseiten sowohl in 
ihrer Färbung, als auch in ihrer Grösse und ihren Umrissen ziemlich variabel. 
Der eine von den vier vorliegenden Bälgen aus Choi-ssjan stimmt vollständig 
mit der Originalbeschreibung und den vorhandenen Abbildungen dieser Art 
bei Milne-Edwards und Elliot überein, nur ist die rostrothe Färbung 
auf den einzelnen Körperflecken nicht auf die Mitte derselben beschränkt, 
sondern ganz unregelmässig in der schwarzen Färbung jedes einzelnen Flecks 
vertheilt. Bei dem Balge aus den Umgebungen von Ssi-gu weisen die Flecken 
auf den Leibesseiten nur wenige schwarze Haare auf und erscheinen 
herda viel weniger scharf abgegrenzt. Zwei weitere Exemplare, die in der 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 101. 



1-48 EUG. BÜCHNEß, [ï. XIII 

Stadt Choi-ssjan selbst gefangen wurden und einem gepaarten Paare ange- 
hören sollen, unterscheiden sich von den soeben besprochenen darin, dass 
beim Männchen die aus schwärzlichen und rostgelblichen Haaren gebildeten 
Flecken auf der Oberseite höchst undeutlich und verschwommen erscheinen, 
während beim Weibchen nur Spuren einer Fleckenbildung zu bemerken sind, 
so dass dieser Balg auf seiner Oberseite eher einfarbig ist und eine ziemlich 
starke unregelmässige dunkle Melirung zeigt. Sehr constant erscheinen 
andererseits an den soeben besprochenen Exemplaren die Zeichnungen des 
Kopfes, Nackens und Halses sammt der Oberbrust und die sehr charakte- 
ristische Färbung des Ohres, welches auf seiner Aussenseite schwarz gefärbt 
erscheint und einen von seiner Aussenkante vorspringenden weisslichen Fleck 
aufweist. Der dicke buschige Schwanz ist bald stärker, bald schwächer un- 
regelmässig schwarz geringelt. 

Die Chinesen nennen diese Wildkatze — dsi-pao. 



CANIDAE. 

Oanis lupus. 

Canis lupus, Linné, Syst. Nat., ed. XII, I, p. 58 (1766). 

Herr M. Beresowski erwarb für seine Sammlung zwei Bälge dieser 
Art aus der Umgebung von Ssi-gu. Der Wolf heisst chinesisch — lan. 



Vulpes alopex. 

Canis alopex, Linné, Syst. Nat, ed. XII, I, p. 59 (1766). 
Vulpes alopex, Blanford, Proc. Zool. Soc. Lond., p. 635 (1887); 
Blanford, Fauna of Brit. India, Mamm., p. 153 (1888). 

In der Sammlung des Herrn M. Beresowski befinden sich vier Bälge 
dieser Art, die im Bezirk der Stadt Ssi-gu erbeutet wurden. Der chinesische 
Name des Fuchses lautet e-chu. 



MUSTELIDAE. 

Mustela flavigula. 
Mustela flavigula, Boddaert, Elench. Animal., I, p. 88 (1785). 
Mir liegt ein Balg dieser Art aus den Umgebungen von Ssi-gu vor. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 102. 



T. XIIl] DIE SÄÜGETHIERE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 149 

Putorius subhemachalanus. 

Mttstela subhemachalana, Hodgson, Journ. As. Soc. Beng., VI, 

p. 563 (1837). 
Putorius suoliemaclialanus , Bl an ford, Fauna of Brit. India, 

Mamm., p. 166 (1888). 

Herr M. Beresowski brachte eine ganze Anzahl von Fellen dieser Art 
heim, welche er auf dem Markte in Ssi-gu erworben hatte. Dieses Wiesel, 
das die Chinesen schui-lar nennen, kommt in den Umgebungen von Ssi-gu in 
Büschen der Alpenzone vor, von wo es bisweilen auch bis in die Baum- 
region heruntersteigt. 

Putorius astutus. 

Putorius astutus, A. Milne- Edwards, Nouv. Arch. Mus., VII, 
Bull.,p. 92 (1870); Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., 
I, p. 345, II, tab. LX, fig. 3, LXI, fig. 2 (1868—74). 

Im August 1886 erbeutete Herr M. Beresowski ein Exemplar dieser 
Art im Districte der Stadt Ssi-gu, in den Bergen südlich von Tan-tschan. P. 
astutus lebt hier auf Alpenwiesen in den Dickichten einer kleinen Rhodo- 
dendron-Art. 

Lutra vulgaris. 

Lutra vulgaris, Erxleben, Syst. Regn. Anim., I, p. 448 (1777); 
Thomas, Proc. Zool. Soc. London, p. 195 (1889). 

Aus der Ausbeute des Hrn. M. Beresowski liegt mir der Balg eines 
ganz jungen Exemplars vor, welches aus der Umgegend von Choi-ssjan 
stammt. 

Arctonyx leucolaemus. 

Melesleucolaemus, A. Milne-Edwards, Ann. Sc. Nat., (5), VIII, 
p. 374(1867); A. Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., 
I, p. 195, II, tab. XXIV, XXVI — XXVIII fig. 1 — 2 
(1868—74). 

Arctonyx obscurus, A. Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm. 
I, p. 338, II, tab. LXII, LVIII fig. 2 (1868—74). 

In der Sammlung des Hrn. M. Beresowski befindet sich der Balg (mit 
dem dazugehörigen defecten Schädel) eines Arctonyx, welcher im Juli 1885 
im Distrikte der Stadt Ssi-gu gesammelt wurde. Dieses Thier, welches die 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 103. 



150 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

Chinesen zwan-dshu nennen, lebt hier in Wäldern auf einer abs. Höhe von 
ungefähr 9 — 10,000' und legt seine Höhlen unter grossen Steinen an. 

Der erwähnte Balg, welcher von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel 
760 mm. misst und eine Schwanzlänge von 190 mm. aufweist, wobei die 
letzten Haare des Schwanzes 53 mm. lang sind, gehört einem jungen Thiere 
an und stimmt mit dem von Milne-Edwards beschriebenen Arctonyx ob- 
scurus bis in die kleinsten Details überein. 

Ausserdem brachte Herr Beresowski noch ein Fell dieser Art heim, das 
er auf dem Markte in Choi-ssjan erworben hatte und welches meiner Ansicht 
nach einem ausgewachsenen Exemplare angehört. Dieses Fell ist dem er- 
wähnten jungen Exemplare äusserst ähnlich und unterscheidet sich von ihm 
nur dadurch, dass die Behaarung der Oberseite viel länger, dichter und straf- 
fer erscheint und dass auf dem Hintertheile die Grannenhaare lange weissliche 
Endspitzen tragen; auch ist sein Schwanz, dessen Länge 290 mm. beträgt, 
von denen die Endhaare 130 mm. ausmachen, mit ungefähr dreimal länge- 
ren, weisslichen Haaren besetzt. Die Zeichnung des Kopfes und des Halses 
ist bei diesem Exemplare derjenigen beim jungen Thiere vollständig ähnlich, 
nur erscheinen die hellen Stellen weisslicher gefärbt. 

Mit Anderson 3 ) halte ich Arctonyx obscurus specifisch für nicht verschie- 
den von Arctonyx leacolaemus, sondern nur für die Jugendform dieses letz- 
teren. Beim Vergleiche meines ausgewachsenen Exemplares mit der Abbil- 
dung (auf Tafel XXIV) des Arctonyx leucolaemus, erweist es sich aber, 
dass bei meinem Balge der weisse Wangenfleck vor dem Ohre nicht vorhan- 
den ist und das weissliche Halsband sich nicht so weit auf die Oberbrust 
und längs den Halsseiten zii den Schultern hinzieht, wie dieses auf der Tafel 
von Milne-Edwards dargestellt ist. Diese Unterschiede sind wohl durch 
den Umstand zu erklären, dass das Orginal von Milne-Edwards einem 
überaus alten Individuum angehörte. 

Aus vollständigem Mangel an Vergleichsmaterial kann ich mir über das 
Verhältniss des Arctonyx leucolaemus zu einigen, ihm sehr nahe stehenden, 
asiatischen Gattungsgenossen leider kein eigenes Urtheil bilden. Anderson 4 ) 
hat Arctonyx leucolaemus mit Meles albogularis Blyth specifisch vereinigt, 
während Blanford 5 ) unlängst diese beiden Arten zu Arctonyx taxoides Blyth 
gezogen hat, wobei er jedoch eine derartige Identificirung für noch frag- 
lich hält. 



3) Anderson, Anat. and Zool. Researches Western Yunnan Exp., I, p. 199 (1878). 

4) Anderson, Anat. and Zool. Researches Western Yunnan Exp., I, p. 198 (1878). 

5) Blanford, Fauna of Brit. India, Mamm., p. 180 (1888). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 104. 



T. XII]] DIE SlUGETHIEKE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 151 

URSIDAE. 

Ailuropus melanoleucus. 

Ursus melanoleucus, Armand David, Nouv. Arch. Muséum V, 

Bull. p. 13 (1869). 
Ailuropus melanoleucus, A. Mil ne-Edwards, Rech, sur les 

Mamm., I, p. 321, II, tab. L— LVI (1868—74); Gervais, 

Journ. Zool., IV, p. 79 (1875). 

Über das Vorkommen dieser seltenen Bärenform im südlichen Ganssu 
theilt mir Herr M. Beresowski folgende Notizen mit. Diese Art ist den 
Bewohnern längs dem Ssi-gu-Fluss, von der Stadt Ssi-gu flussaufwärts, nir- 
gends bekannt; ebenso kommt sie auch in den Bergen bei Tan-tschan nicht 
vor. Höchst selten bewohnt aber Ailuropus melanoleucus den Gebirgszug, 
welcher sich im Süden von Ssi-gu hinzieht und die Grenze zwischen den 
Provinzen Ganssu und Sse-tschuan bildet; hier verläuft die Nordgrenze der 
geographischen Verbeitung dieser Art und bildet wohl dieser Fundort gleich- 
zeitig den westlichsten Punkt ihres Vorkommens. Aus diesem Gebirgszuge 
stammt auch der sehr schöne, c. 140 cmt. lange, Balg aus der Sammlung 
des Hrn. Beresowski. Ailuropus melanoleucus hält sich, nach Mittheilungen 
von Jägern, mit Vorliebe in dichten Bambus-Beständen auf einer abs. Höhe 
von 10 — 12,000 Fuss auf; das Bambusrohr bildet auch seine Hauptnah- 
rung. Dieser Bär soll gleichfalls einen Winterschlaf abhalten und wenn er 
von Hunden verfolgt wird, so klettert er, wie dieselben Jäger erzählen, auf 
Bäume. Bei den Chinesen heisst diese Art pei-ssjun (weisser Bär) oder chua- 
ssjun (gescheckter Bär). 



INSECTIVOßA. 

SOKICIDAE. 

Anurosorex squamipes. 

Anourosorexsquamipes, A.Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., 
I, p. 264, II, tab. XXXVIII, XXXVIII A, fig. 1 (1868-74). 

In einem sehr schadhaften getrockneten Exemplare, welches von M. M. 
Beresowski in den Umgebungen von Ssi-gu todt gefunden worden ist, konnte 
ich, nachdem ich den Schädel herauspräparirt hatte, mit Sicherheit diese 
interessante Art erkennen. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 105. 



152 EUG. BÜCHNER, [T. XIII 

CHIßOPTERA. 

VESPERTILIONIDAE, 

Synotus darjelingensis. 

Plecotus darjelingensis, Hodgson in: Horsfield, Ann. Mag. Nat. 

Hist., (2), XVI, p. 103 (1855). 
Synotus darjelingensis, Dob s on, Cat. Chiropt. Brit. Mus., p. 177 

(1878). 

Synotus darjelingensis liegt mir in einem Spiritus-Exemplare vor, wel- 
ches im südlichen Ganssu, in der Stadt Choi-ssjan gefangen worden ist. 

Plecotus auritus. 

Vespertilio auritus, Linné, Syst. Nat., ed. XII, I, p. 47 (1766). 
Plecotus auritus, Dobson, Cat. Chiropt. Brit. Mus., p. 178 

(1878). 

Ein Exemplar der langohrigen Fledermaus aus der Sammlung des Hrn. 
G. Potanin wurde am 29. Juli (10. August) 1886 in der südlichen 
Mongolei, im Thale des Flusses Ezsin, bei der Stadt Mumin erbeutet. 

Vesperugo serotinus. 

Vespertilio serotinus, Schreber, Säugeth., I, p. 167, tab. LUI 

(1775). 
Vesperugo serotinus, Dobson, Cat. Chiropt. Brit. Mus., p. 191 

(1878). 

Diese Art wurde am 24. Juli (5. August) 1884 in Ordos, im Thale des 
Chuan-che nicht weit von der Stadt Che-kou, in einem Exemplare gesammelt. 

ßODENTIA. 

SCIURroAE. 

Pteromys melanopterus. 

Pteromys melanopterus, A. Milne-Edwards, Ann. Sc. Nat., Zool., 
(5) VIII, p. 375 (1867); A. Milne-Edwards, Kech. sur 
lesMamm.,I, p. 168, II, tab. XV, XV A fig. 2 (1868— 74); 
Anderson, Anat. and Zool. Researches Western Yunn. Exp., 
I, p. 283 (1878). 

Pteromys xanthotis, A. Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., 
I, p. 301 (1868—74). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 106. 



T. XIIl] DIE SÄUGETHIERE DER GANSSU-EXPEDITION (1884— 87). 153 

Die sieben Bälge des grossen Pt. melanopterus, welche M. M. Bere- 
sowski aus den Umgebungen von Ssi-gu heimbrachte, sind sämmtlich im 
Winter erbeutet worden und gehören, mit Ausnahme eines alten Männchens 
und eines sehr alten Weibchens, mittelwüchsigen Männchen an. 

Diese Exemplare stimmen in allen Charakteren, wie Färbung, Grösse, 
Grössenverhältnisse u. s. w., mit den Beschreibungen dieser Art bei Milne- 
Edwards und Anderson überein; doch passt die Färbung der Oberseite 
und des Schwanzes meiner Bälge nicht gut auf die Abbildung dieser Art bei 
Milne-Edwards. Dieser Umstand liess mich sogar eine Zeit lang in den 
mir vorliegenden Bälgen eine neue Art vermuthen, doch da mir die citirte 
Abbildung bei Milne-Edwards in Betreff der Färbung nicht correkt zu 
sein scheint (jedenfalls stimmt sie mit seiner Beschreibung nicht überein) 
und da sich ferner in allen anderen Charakteren keine Unterschiede auffin- 
den Messen, so hatte ich mich bald über die Identität meiner Bälge mit Pt. 
melanopterus vergewissert. Die Bemerkungen von Milne-Edwards über 
Pt. xanthotis ferner setzten diese Bestimmung ausser jeden Zweifel. Da ich 
diese Art für noch nicht genügend charakterisirt halte, so will ich eine 
kurze Besprechung meiner Bälge geben. 

Jedes einzelne Grannenhaar auf der Oberseite ist im basalen Theile weit 
über die Hälfte seiner ganzen Länge schwärzlich gefärbt, worauf der breite 
hellgelbliche Ring und die breite schwarzgefärbte Endspitze folgt. Diesen 
Grannenhaaren sind in sehr grosser Menge kürzere, hellschiefergraue Woll- 
haare mit breiter gelbbräunlicher Endspitze und nur in sehr geringem Maasse 
einfarbige schwarze Stichelhaare beigemischt. Dank dieser Zeichnung der ein- 
zelnen Haare, erscheint die ganze Oberseite auf einer hellen graugelblichen 
Grundfärbung (beim alten Weibchen ist sie übrigens hellbräunlichgelb) mehr 
oder weniger dicht, unregelmässig und grob, glänzend schwarz oder dunkel- 
bräunlichschwarz melirt; an dieser Grundfärbung nehmen die gelbbräunli- 
chen Spitzen der Wollhaare beinahe gar keinen Antheil, da sie von den 
Grannenhaaren verdeckt werden und nur zwischen den Schulterblättern und 
im Nacken zum Vorschein kommen. Wenn auch die Grannenhaare der Ober- 
seite an und für sich schon weich sind, so bedingt doch in erster Linie das 
in grosser Menge vorhandene Wollhaar die auffallende Weichheit und Dich- 
tigkeit des Pelzes; die Höhe dieses letzteren beträgt 35 — 50 mm. Die 
Oberseite meiner Bälge passt, wie schon erwähnt, nicht vollständig auf die 
Abbildung dieser Art bei Milne-Edwards, doch stimmt sie im Ganzen 
mit seiner Beschreibung überein; nur ist noch zu bemerken, dass bei Be- 
sprechung der Zeichnung der einzelnen Haare Milne-Edwards dieselbe 
nicht einzeln für die Grannen- und Wollhaare angegeben hat, welcher Um- 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 107. 



154 EUG. BÜCHNER, [ï. X1IJ 

stand auch den scheinbaren Unterschied in der Haarzeichnung der Original- 
exemplare und meiner Bälge erklärt. 

Die Oberseite der Flughäute erscheint nicht besonders dicht von schwarzen 
Haaren, von denen nur ein geringer Theil rostgelbe Endspitzen trägt, be- 
standen und ist an ihrem Aussenrande von einer grauen Kante umsäumt. Die 
Färbung der Oberseite erstreckt sich über den Nacken bis zur Kopfplatte. 
Stirn, Nasenrücken, Augenstreifen und Wangen sind grau, fein schwarz oder 
dunkelbraunschwarz gestichelt; die Seitentheile der Schnauze, welche die 
wenigen, bis c. 70 mm. langen, einfarbigen schwarzen Vibrissen tragen, er- 
scheinen etwas heller. Das Auge ist von einem bräunlichen Ringe umgeben. 
Mundwinkel, Ober- und Unterlippenrand sind gelblich gefärbt, während 
dieselben beim alten Weibchen grau sind; unter der Nase stehen viele 
schwärzliche oder braunschwarze Härchen, während ein grosser, rundlicher, 
schwarzer Fleck, welcher übrigens beim alten Weibchen nicht so auffallend 
ausgeprägt ist und nur verwaschen erscheint, das Kinn ziert. Die Basis der 
Aussenseite des Ohres trägt beim alten Männchen und Weibchen einen Busch 
rostgelber oder fuchsrother Haare mit dunklen Endspitzen; bei den übrigen 
mittelwüchsigen Exemplaren erscheint diese Stelle lange nicht so intensiv 
und ist nur gelbbräunlich gefärbt. Die Unterseite ist rostgelblich mit durch- 
schimmerndem schiefergrauem Haargrunde ; auf der Unterseite der Flughäute 
ist die Färbung eine mehr intensive, einfarbig rostgelbe. Beim alten Weib- 
chen ist auf der ganzen Unterseite von dieser rostgelben Färbung keine Spur 
zu sehen und Brust undBauch erscheinen durchweg schmutziggrau, mit stellen- 
weise verwaschenem gelblichem Anfluge. Der Hinterfuss ist einfarbig schwarz; 
seine Sohle ist, mit Ausnahme der langen inneren Sohlenwulst und der fünf 
grossen Fussschwielen, vollständig und dicht behaart. Der Schwanz ist gelb- 
bräunlich mit viel Schwarz und sehr dunklem Braunschwarz untermischt, 
welche Töne sich vornehmlich an den Seiten und auf dem letzten Drittel 
des Schwanzes zeigen. Die Schwanzspitze erscheint immer einfarbig dunkel. 

Aus dieser Besprechung der Beresowski'schen Exemplare ist zu er- 
sehen, dass die Charaktere des von Milne-Edwards aufgestellten P£. xan- 
thotis, den er später übrigens selbst für eine Varietät seines Pt. melanopterus 
erklärt, sich nur als vom Alterszustande des Kleides abhängige Unterschiede 
der letztgenannten Art erweisen. Der auffallende rostgelbe Fleck hinter den 
Ohren ist nämlich, wie wir gesehen haben, nur dem alten Männchen und 
dem sehr alten Weibchen eigen; ferner weist dieser letztere Balg auch alle 
anderen Eigenthümlichkeiten auf, welche für Pt. xanthotis charakteristisch 
sein sollen. 

Ich nehme an einigen Bälgen folgende Ausmessungen: 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 108. 



T. Xül] DIE SÄÜGETHIERE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 155 

3 ad. $ ad. s med. 3 med. 

Länge von der Nasenspitze bis zur Schwanz- 
wurzel 460 535 465 485 mm. 

Länge des Schwanzes mit den Endhaaren . . 400 <390 455 400 » 

Letzte Haare des Schwanzes 74 68 75 75 » 

Länge des Hinterfusses 76 77 72 70 » 

Nagellänge am Mittelfinger 10,5 12,i 10,8 10 » 

Nagellänge an der Mittelzehe 11 12,1 10 9,5 » 

M. M. Beresowski hat zwei Männchen, die er im südlichen Ganssu 
bei Ssi-gu erbeutete, im Fleische gemessen, wobei das eine Exemplar eine 
Länge (mit dem Schwänze) von 71 cmt. zeigte, während das andere 68 cmt. 
lang war, von welchen 33 cmt. auf den Schwanz kamen. 

Dieses Flughörnchen, welches in den Bergen der Umgebungen der 
Stadt Ssi-gu ziemlich häufig vorkommt, wird von den Chinesen zui-ssyn 
genannt. 

Sciurus davidianus. 

Sciurus davidianus, A. Milne-Edwards, Rev. Mag. Zool., (2), 
XIX, p. 196 (1867); A. Milne-Edwards, Rech, sur les 
Mamm.,1, p. 160, II, tab. XVI, XVIII, fig. 2 (1868-74). 

Sc. davidianus kommt sehr häufig im südlichen, gebirgigen Theile der 
Provinz Ganssu vor, wo es steiniges Terrain zu seinem Aufenthalte wählt; 
dichte Waldungen werden von ihm gemieden. Mir liegen aus der Bere- 
sowski'schen Ausbeute drei Exemplare vor, von denen eines im November 
1885 bei Ssi-gu, die beiden übrigen bei Choi-ssjan erbeutet worden sind. 
Die Chinesen nennen diese Art — ngei-lou-tschu (d. i. Felsmaus). 

Tamias McClellandi. 

Sciurus McClellandi, Horsfield, Proc. Zool. Soc. Lond., p. 152 

(1839). 
Sciurus maclellandi, Anderson, Anat. Zool. Researches Western 

Yunnan Exp., I, p. 263 (1878). 

Diese weitverbreitete Art, deren Literatur und Synonymie Anderson 
unlängst sehr eingehend behandelt hat, ist seinen Untersuchungen zu- 
folge vielfachen Abänderungen unterworfen. Dieser Umstand hatte auch zur 
Aufstellung neuer Arten und Varietäten geführt, welche Anderson auf 
Grund eines bedeutenden Untersuchungsmaterials und nach Autopsie der 
Originalexemplare specifisch vereinigt hat. Seiner Ansicht nach bildet die 

Bulletin H. S. II (XXXIV) p. 109. 



156 EUG. BÜCHNER, [T. XIII 

von A. Milne-Edwards 6 ) unter dem Namen Sc. Swinhoei beschriebene 
Varietät noch eine am besten ausgesprochene Rasse dieser Art. Die mir 
vorliegenden, im südlichen Ganssu gesammelten Bälge, von denen zwei im 
Winter 1886 von M. M. Beresowski in der nächsten Umgegend von 
Ssi-gu und ein weiterer dritter im Frühling 1885 von G. N. Potanin auf 
dem Wege zwischen Ssi-gu und U-pin erbeutet worden sind, stimmen mit der 
Beschreibung dieser tibetanischen Varietät ganz gut überein. Doch ist bei 
meinen Bälgen von den drei dunklen Längsstreifen des Rückens nur die 
Mittelbinde, welche zwischen den Schulterblättern ihren Anfang nimmt und 
sich bis zur Schwanzwurzel hinzieht, schwarz, während die jederseitigen 
breiteren dunklen Binden rostbraun gefärbt sind. Von den vier hellen Längs- 
streifen ist das äussere Paar breiter und hellgelblich gefärbt. Der Schwanz 
ist in seiner Behaarung und Zeichnung vollständig gleich demjenigen des 
Tamias Pallasi. 

Ich habe in Betreff des Tamias McClellandi noch zu bemerken, dass ich 
dieser Art einen Platz in der Gattung Tamias angewiesen habe, und zwar 
im Gegensatz zu beinahe allen Mammologen, welche sie als zu dem Genus 
Sciurus gehörig ansprechen. In ihrem ganzen Habitus, in der höchst charak- 
teristischen Zeichnung des Rückens, in der Kürze und Behaarung des 
Schwanzes, mit einem Worte in allen äusseren Kennzeichen ist die in Rede 
stehende Art zweifelsohne ein echter Tamias und können, meiner Ansicht 
nach, solche Charaktere, wie der Ohrpinsel und die mehr rudimentäre Nagel- 
bildung an der Daumenwarze nicht gegen eine derartige generische Ver- 
einigung sprechen. Wenn auch andererseits der Schädel des T McClellandi 
in seiner Kürze und Gedrungenheit, im Baue der Stirnbeine und in der An- 
lage der Jochbogen stark an den Sciurus-Typus erinnert, so ist doch die 
Übereinstimmung dieser Art in ihren äusseren Charakteren mit den typi- 
schen Vertretern der Gattung Tamias eine derartig grosse, dass ich auf 
Grund der obigen Eigenthümlichkeiten im Schädelbaue eine generische Tren- 
nung nicht zulassen kann. Zu Gunsten meiner Ansicht in Betreff der Zuge- 
hörigkeit des T McClellandi zur Gattung Tamias spricht auch noch der 
Umstand, dass diese Art, nach den Beobachtungen von M. M. Beresowski, 
in ihrem ganzen Wesen, in der Lebensweise, in ihrer Stimme, und sogar in 
solchen Charakterzügen, wie z. B. ihrer dummen Neugierde und Zutraulich- 
keit dem Menschen gegenüber, mit dem sibirischen Burunduk ganz auf- 
fallend übereinstimmt. 



6) Milne-Edwards, Rech, sur les Hamm., I, p 308 (1868—74). 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 110. 



T. XIIl] DIE SÄUGETHIERE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 157 

Tamias Pallasi. 

Tamias Pallasi, Baird, Ann. Eep. Smith. Inst, for 1856, p. 55 
(1857); Büchner, Wissensch. Res. Reis. Przewalski, Zool. 
Th., I, p. 5 (1888). 

Am 10 Zii j n\ 1884 erwarb die Expedition mehrere Exemplare dieser 
Art im U-tai-schan, bei dem Kloster U-tai, in der Provinz Schan-ssi. 
Höchst auffallend ist hier der Aufenthaltsort dieser Art: der Burunduk lebt 
nämlich in steilen, mit Geröll bedeckten Thälern und in der Nähe von Fel- 
dern in aufgeschütteten Steinhaufen. Chinesisch heisst diese Art, nach B er e- 
sowski, Ke-lin-dsa. 

Spermophilus Eversmanni. 

Spermophilus Eversmannii, Brandt, Bull, scient. Acad. St.-Pétersb., 
IX, p. 43 (1841). 

Hr. Potanin erbeutete diesen Ziesel am 6./18. September 1886 im 
Changai, bei dem Kloster von Lamyn-gegen. 

Spermophilus mongolicus. 

Spermophilus mongolicus, A. Milne-Edwards, Ann. sc. nat., 
Zool., (5), VII, p. 376 (1867); Milne-Edwards, Rech, sur 
les Mamm., I, p. 157; II, tab. XVII, fig. 1—3, tab. XVHI, 
fig. 3 (1868—74). 

Spermophilus mongolicus wurde 1884 von Hrn. Potanin in mehreren 
Exemplaren in der Ebene südlich von der Stadt Kuku-choto (Guj-chua-tschen), 
in der Steppe nördlich vom Gebirgszug Mantou (in Schan-ssi) und in Ordos 
(und zwar beim Kloster Schine-ssume, bei der Residenz des Fürsten Dshungor 
und bei Schibir-tschaidam) gesammelt. Dieser Ziesel heisst mongolisch — 
schara-tschilo. 

MÜRTOAE. 

Gerbillus unguiculatus. 

Gerbillus unguiculatus, A. Milne-Edwards, Ann. Sc. nat., Zool., 
(5), VII, p. 377(1867); A. Milne-Edwards, Rech, sur les 
Mamm., I, p. 142; II, tab. XA, fig. 2, tab. XI, fig. 1, 2 
(1868—74). 

Ein Männchen, welches am 2 f" . arz . 1885 am Flusse Dshanba in 

9. April 

Amdo (nördliches Ganssu) gefangen wurde, befindet sich in der Ausbeute des 
Hrn. M. Beresowski. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 111. 12 



158 bug. Büchner, [t. xm 

Gerbillus opimus. 

Meriones opimus, Lichtenstein in: Eversmann, Reise nach 
Buchara, p. 122 (1823). 

Hr. Po tanin erwarb ein Exemplar im October 1884 in Ganssu, im 
Thale des Chuan-che, zwischen Zsin-jüan und Lan-tschshéu. 

Siphneus Pontanieri. 

Siphneus Fontanieri, A, Milne-Edwards, Ann. Sc. Nat., (5), 
Zool., VII, p. 376 (1867); Milne-Edwards, Rech, sur les 
Mamm., I, p. 122; II, tab. VII, VIII, fig. 6—9, 13, et IX, 
fig. 5—8 (1868—74). 

Am 4./16. April 1886 sammelte Hr. Potanin ein Exemplar dieser häu- 
figen Art in der Nähe der, östlich vom Kuku-nor gelegenen, Stadt Donkyr 
(zwischen den Dörfern Dshaik und Tschuntschsha). Derselbe Reisende fand 
auch im Mai 1885 einen vollständigen, nur der Nagezähne entbehrenden, 
subfossilen Schädel dieser Art in quaternären Ablagerungen beim Kloster 
Dshoni-Bombo (Jan-tussy-mjao) in Ganssu (nicht weit von der Stadt Min- 
tschsheu). 

SPALACIDAE. 

Rh.izoru.ys sinensis. 

Rhizomys sinensis, Gray, Proc. Zool. Soc. Lond., p. 95 (1831); 
Gray, 111. Indian Zoology, II, p. XVI (1834); Anderson, 
Anat. Zool. Researches Western Yunnan Exp., I, p. 330 
(1878). 

Rhizomys vestitus, A. Milne-Edwards, Nouv. Arch. Mus., VII, 
p. 93 (1871); Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., I, 
p. 292, II, tab. XL VI, XL VI A, fig. 2 1868—74). 

Die vier Bälge aus der Ausbeute von M. M. Beresowski stimmen mit 
der Beschreibung und Abbildung des Rh. vestitus von Milne-Edwards 
vollständig überein und ziehe ich, nur auf die Autorität von Anderson hin, 
diese Art zu Rhizomys sinensis. 

Die Angabe von Milne-Edwards in Betreff der Schwanzlänge, welche 
kaum einem Zehntel der Körperlänge des Thieres gleich sein soll, ist ent- 
schieden eine irrthümliche, wie aus den weiter unten gegebenen Maassen 
zu ersehen ist. Die Färbung der mir vorliegenden Exemplare stimmt voll- 
ständig mit derjenigen der Originalexemplare von Milne-Edwards über- 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 112. 




T. XIIl] DIE SÄUGETHIEEE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 159 

ein; meine Bälge, welche grösser sind als diejenigen von Milne-Edwards, 
gehören dennoch nicht ausgewachsenen Exemplaren an; die alten Thiere 
sollen, wie mir M. M. Beresowski mittheilt, viel dunkler gefärbt sein. 
An drei Bälgen nehme ich folgende Ausmessungen: 

Länge von der Nasenspitze bis zur Schwanz- 
wurzel 480 475 475 mm. 

Länge des Schwanzes mit den Endhaaren 108 77 70 » 

Letzte Haare des Schwanzes 10 2 » 

Von der Nasenspitze bis zur Mitte des Auges 38 31 32 » 

Vod der Nasenspitze bis zur Basis des Ohres 66 63 64 » 

Länge des Hinterfusses 64 55 53 » 

Länge des Nagels an dem Mittelfinger 10,5 6 8 » 

Länge des Nagels an der Mittelzehe 8 10 11,6» 

Ein Männchen aus Tan-tschan (westlich von Ssi-gu), welches von 
M. M. Beresowski im Fleische gemessen und ihm von erfahrenen Jägern 
als ein dreijähriges bezeichnet wurde, hatte eine Länge (mit dem Schwanz 
gemessen) von 535 mm. Ein Weibchen aus Choi-ssjan, welches Ende April 
1885 erbeutet wurde, hatte eine Länge (mit dem Schwanz gemessen) von 
465 mm., von denen 80 mm. die Schwanzlänge ausmachten. Bei diesem 
Weibchen hielten sich drei c. 150 mm. lange Junge auf; an diesem Balge 
nehme ich vier Paar stark entwickelter Zitzen wahr, von welchen ein Paar 
hinter den Vorderbeinen und drei Paar zwischen den Hinterbeinen stehen. 

Die drei Bälge, von denen ich oben die Ausmessungen gegeben habe, 
stammen aus den Umgebungen von Choi-ssjan, aus den Ausläuferu des Zin- 
lin (auf der Grenze der Provinzen Ganssu und Schen-si). Im Distrikt von 
Ssi-gu kommt diese Art an den ihr zusagenden Stellen überall vor; Bliizomys 
sinensis lebt ausschliesslich in grossen zusammenhängenden wilden Bambus- 
beständen und das Bambusrohr bildet auch die ausschliessliche Nahrung 
dieses Nagers. Die Eingeborenen benutzen sein Fleisch zur Nahrung und 
veranstalten aus diesem Grunde specielle Jagden auf dieses Thier. Der chine- 
sische Name dieses Nagers lautet — tschshu-ljudsa. 



DIPODIDAE. 

Alactaga annulata. 

Dipus annulatus, A. Milne-Edwards, Ann. Sc. Nat., (5), VII, 
p. 376 (1867); A Milne-Edwards, Rech, sur lesMamm., 
I, p. 149, II, tab. X, XA fig. 3 (1868—74). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 113. 



160 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

Hr. G. Potanin brachte diese Art aus der Provinz Ordos in zwei 
Exemplaren heim, von denen das eine am 9./21. August 1884 am Flusse 
Ulan-morin und das andere am 8./20. September 1884 bei Boro-balgassun 
erbeutet wurde. Die Ausmessung dieser Spiritus-Exemplare lieferte folgende 
Werthe : 

Länge von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel. . 170 130 mm. 

Länge des Schwanzes mit den Endhaaren 210 164 » 

Letzte Haare des Schwanzes 26 21 » 

Von der Nasenspitze bis zur Mitte des Auges 30 21 » 

Von der Nasenspitze bis zur Ohrwurzel 41 29 » 

Länge des Ohres, von der Basis des Aussenrandes bis zu 

seiner Spitze 36 25 » 

Länge des Hinterfusses 72 56 » 



LAGOMYIDAE. 

Lagomys Roylei. 

Lagomys Boylei, Ogilby in: Royle, Illustr. of the Bot. etc. of 
theHimal. Mount., p. LXIX(1833); Büchner, Wissensch. 
Res. Reis. Przewalski, Zool. Th., I, p. 156 (1890). 

Am 2./14. und 7./19. Mai 1886 erwarb Hr. Potanin mehrere Exem- 
plare dieser Art für seine Sammlung im Nan-schanj, im Thale des Flusses 
Bardun, in den Gegenden Ssolomo und Rdosskuj. Dieser Pfeifhase, den die 
Tanguten Zsazsyk nennen, lebt hier hoch in den Bergen, oberhalb der "Wald- 
grenze. 

Lagomys melanostomus. 

Lagomys melanostomus, Büchner, Wissensch. Res. Reis. Prze- 
walski, Zool. Th., I, p. 176 (1890). 

Ein Exemplar dieses Pfeifhaasen sammelte Hr. G. Potanin am 12./24. 
April 1886 am See Dere-nor, nördlich vom Kuku-nor. 

UNGfULATA. 

BOVIDAE. 

Gazella subgutturosa. 

Antilope subgutturosa, Güldenstaedt, Acta Acad. Petrop., I, 
p. 251 (1778). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 114. 



T. XIIl] DIE SÄUGETHIERE DEK GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 161 

Die Chara-ssulta ist eine häufige Erscheinung im südlichen Ordos; im 
Gegensatze zum Dseren (G. Przewalskii Büchner), welcher immer in gros- 
sen Heerden lebt, kommt die in Rede stehende Antilope nur einzeln oder in 
kleinen Trupps vor. 

Gazella Przewalskii. 

Antilope guttur osa, Przewalski, Monrovia h OpaHa TaHryTOBi, 
I. p. 18, II, tab. I fig. 1 (1876) [nee Pallas]. 

Antilope Guvieri, Przewalski, HeTBepToe IIvt. bt> IJeHTp. A3in, 
p. 110 (1888) [nee Ogilby]. 

Die Dseren- Antilope wurde von der Expedition in grossen Mengen im 
südlichen Ordos angetroffen und hier in mehreren Exemplaren für die Samm- 
lung erworben. 

Nemorhedus Edwardsi. 

Gapricornis Milne-Edwardsii, David, Nouv. Arch. Muséum, V, 

Bull. p. 10 (1869). 
Antilope Edwardsii, A. Milne-Edwards, Rech, sur les Mamm., 

I, p. 364, II, tab. LXXII, LXXIII (1868—1874). 

Hr. M. Beresowski erbeutete am 20. December 1885 ein überaus altes 
Weibchen dieser Art im Districte der Stadt Ssi-gu, und zwar im Gebirgszuge 
zwischen dem Ssi-gu-Flusse und dem Flusse Chei-cho (an welchem Nan-pin 
gelegen ist). N. Edwardsi kommt hier ausschliesslich in Gebirgswäldern 
einzeln oder in kleinen Trupps vor. Der chinesische Name dieser Antilope 
lautet ssan-ljui (d. h. Gebirgs-Esel), während sie tangutisch chen-dse heisst. 



CEBVIDAE. 

Capreolus caprea. 

Gapreolus capraea, Gray, List. spec. Mamm. Brit. Mus., p. 176 
(1843). 

Das Reh kommt im südlichen Ganssu in den waldlosen Vorbergen des 
Kesselthaies von Choi-ssjan vor und zeigt sich hier zuweilen in kleinen 
Trupps von 5 — 7 Stück auch auf Feldern. Bei den Chinesen heisst das Reh 
poü-lu. Hrn. Beresowski gelang es, drei Exemplare dieser Art für seine 
Sammlung zu acquiriren. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 115. 



162 EUG. BÜCHNER, [T. XIII 

Moschus sifanicus n. sp. 

N. M. Przewalski hat zuerst dieses neue Moschusthier im Jahre 1872 
im nördlichen Ganssu aufgefunden und dasselbe auch später, während seiner 
dritten und vierten Heise, in mehreren Exemplaren für unser akademisches 
Museum gesammelt. Neuerdings brachte auch Herr M. Beresowski zwei 
Exemplare dieser noch unveröffentlichten Art aus dem südlichen Ganssu 
heim. Moschus sifanicus kommt, nach Mittheilungen von Beresowski, 
überall in der Waldregion des südlichen Ganssu vor, doch nur in beschränk- 
ter Zahl, da er seiner Moschusbeutel 7 ) wegen einer schonungslosen Verfol- 
gung von Seiten der Bevölkerung ausgesetzt ist. Die Moschusthiere überhaupt 
heissen chinesisch ssjan-dsa, doch da die Chinesen die einzelnen Arten zu un- 
terscheiden wissen, so führt bei ihnen Moschus sifanicus ausserdem noch den 
Namen dshan-wo-dsy-ssjan , während sie Moschus moschiferus ma-ssjan 
nennen 8 ). 

Eine eingehende Beschreibung dieser neuen Art behalte ich mir für spä- 
ter vor und beschränke mich an dieser Stelle nur darauf, die hauptsächlich- 
sten Unterscheidungsmerkmale dieser vorzüglich charakterisirten Art namhaft 
zu machen. 

Das Ohr des Moschus sifanicus ist 1% mal länger als dasjenige des 
Moschus moschiferus. Die Aussenseite des Ohres erscheint mehr oder weni- 
ger intensiv schwarz gefärbt oder dicht schwarz melirt und weist eine breite 
gelbliche Endspitze auf; innen ist das Ohr zum Kande hin von gelblichen, 
zuweilen rostfarben getönten, Haaren bestanden. Ausserdem ist die obere 
Hälfte des Ohres längs dem Rande von einem auffallenden, schwärzlichen 



7) Über den Moschus, der einen sehr bedeutenden chinesischen Handelsartikel bildet, 
theilt mir Hr. M. Beresowski folgende Notizen mit. 

«Bei der Qualität des Moschus spielt die Jahreszeit absolut keine Rolle und hängt die- 
selbe vollständig vom Alter des betreffenden Individuums ab. Bei jungen Thieren findet sich 
Moschus nicht allein in sehr geringer Menge vor, sondern ist auch sehr schlechter Qualität; 
erst bei Individuen, die ein Alter von 3 — 5 Jahren erreicht haben, beginnt der Moschus guter 
Qualität zu werden. Ferner soll die Quantität des Moschus auch von der Individualität in Ab- 
hängigkeit stehen ; so besitzen beispielsweise alte Individuen zuweilen nur sehr wenig Moschus». 

«Die Chinesen unterscheiden folgende Moschus-Sorten: 

1. Ju-ssjan — eiförmiger Moschus, 

2. Mjan-ssjan — mehl- oder pulverförmiger Moschus, 

3. Tou-bei-ssjan — erbsenförmiger Moschus (in kleinen Kügelchen mit Beigabe 
von pulverförmigem Moschus), 

4. Tin-dsy-ssjan — kugelförmiger Moschus (in einem einzigen compacten Stücke). 
Die 3. und 4. Sorte sind beinahe gleicher, sehr hoher Güte; die 2. Sorte ist schlechterer 

Qualität, während die erstgenannte Sorte, welche, wie es scheint, nur von jungen Individuen 
gewonnen wird, im Handel gar keinen Werth repräsentirt». 

8) Ausserdem unterscheiden die Chinesen noch ein drittes Moschusthier, welches im unter- 
sten Theile der Waldregion vorkommen soll und von ihnen chei-ssjan genannt wird. Leider ist 
in der Ausbeute von M. Beresowski dieses Moschusthier nicht vertreten und bleibt es daher 
unentschieden, ob dasselbe eine selbstständige Art oder (was jedenfalls wahrscheinlicher sein 
dürfte) nur eine Varietät einer der obengenannten Arten darstellt. 

Bulletin N. S. II (XXXIVJ p. 116. 



T. XIIl] DIE SÄUGETHIERE DER GANSSU-EXPEDITION (1884—87). 163 

oder bräunlichschwarzem Saume umkantet. Da bei Moschus moschiferus dage- 
gen die Aussenseite des Ohres mit dem Kopfe gleichfarbig und zuweilen zur 
Spitze hin dunkler oder schwärzlich gefärbt erscheint, so liefert die besprochene 
charakteristische Ohrfärbung des M. sifanicus allein schon ein vorzügliches 
Kennzeichen dieser neuen Art, welche im Übrigen den eintönig gefärbten 
Individuen des Moschus moschiferus ähnlich erscheint. Ferner unterschei- 
det sich unsere neue Art auch im Schädelbaue sehr auffallend von Moschus 
moschiferus. Der massivere Schädel des M. sifanicus erscheint viel länger 
ausgezogen, namentlich in seiner ganzen vorderen Partie, als derjenige des 
M. moschiferus. Die schmäleren Nasenbeine sind bei M . sifanicus auffallend 
länger, als beim gewöhnlichen Moschusthiere, und verengen sich innerhalb 
der Stirnbeine nur ganz unbedeutend, so dass ihr Frontalrand gerade abge- 
stutzt erscheint. 

Moschus moschiferus. 

Moschus moschiferus, Linné , Syst. Nat., ed. XII, I, p. 91 (1766). 

Herr M. Beresowski hat für das südliche Ganssu ausser Moschus si- 
fanicus auch noch das gewöhnliche Moschusthier, Moschus moschiferus, nach- 
gewiesen und vier Exemplare desselben mitgebracht. Diese Art wählt hier 
zu ihrem Aufenthalte Alpenwiesen und Geröll-Lager. Die mir vorliegenden 
Exemplare gehören zur einfarbigen Form. 



SÜIDAE. 

Sus vittatus. 

Sus vittatus, Müller et Schlegel, Verhand. natürl. Gesch. Nederl. 
Overz. Bezit., Zool., p. 172, 173, tab. XXIX, XXXII 
(1839—44); Forsyth Major, Zool. Anz., VI, p. 296 
(1883). 

Sus moupinensis, A. Milne-Edwards, Nouv. Arch. Muséum, 
VII, Bull. p. 93 (1871); Milne-Edwards, Rech, sur les 
Mamm. I, p. 377, II, tab. LXXX, LXXXI (1868— 74). 

Das Wildschwein, welches chinesisch e-tschshu heisst, kommt in grosser 
Menge im südlichen Ganssu vor, wo es sich hoch im Gebirge aufhält und 
nur selten in die Thäler herabsteigt. Inder Sammlung des Hrn. M. Bere- 
sowski findet sich nur der Balg eines ganz jungen Ferkels aus Choi-ssjan 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 117. 



164 EUG. BÜCHNER, DIE SÄUGETBIERE ETC. [t. XIII 

vor; es unterliegt wohl keinem [Zweifel, dass hier die Wildschwein-Form 
vorliegt, welche Milne-Edwards als Sus moupinensis beschrieben hat und 
die nach den Untersuchungen von Forsyth Major mit Sus vittatus iden- 
tisch ist. 



»<>r*;o 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 118. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST.-PtiTERSBOURG. 



TOME XIII. 

£ / wza / ison 2. 



-*£*- 



St.-PÉTEKSBOURG, 1892. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences: 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggers & C ie M. N. Kymmel. Voss' Sortiment 

et J. Glasounof. (G. Haessel). 

Prix 1 Ebl. 70 Kop. = 4 Mrk. 25 Pf. 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Septembre 1892. A. Strauch, Secrétaire perpétuel. 



CONTENU. 



..BE- 

N. Kusnezow. Beiträge zur Flora Caucasica. I. Zwei neue Bhamnus-Formen. (Mit 

2 Tafeln) 165—168 

A. Famintzin. Arbeiten aus dem botanischen Laboratorium der Kaiserlichen 
Akademie der Wissenschaften zu St.-Petersburg. JY° 2. Eine neue Bacterien- 

form: Nevskia ramosa. (Mit einer Tafel) 169 — 174 

N. Kusnezow. Neue asiatische Gentianen. (Mit einer Tafel) 175 — 178 

Andreas a Semenow. Bevisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae 

Caesareae Scientiarum Petropolitanae. I. Genus Cleptes Latr 179—186 

Andreas a Semenow. Bevisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Cae- 
sareae Scientiarum Petropolitanae. II. Genus Abia (Leach) 187 — 195 

Andreas a Semenow. Bevisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Cae- 
sareae Scientiarum Petropolitanae. III. Familia Evaniidae 197 — 218 

S. Herzenstein. Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der 

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 219—235 

Dm. Iwanowsky. Über die Mosaikkrankheit der Tabakspflanze 237 — 240 

Andreas a Semenow. Chrysididarum species novae 241 — 265 

Eug. Büchner. Über eine neue Sminthus-Art aus China 267 — 271 

Th. Pleske. Die ornithologische Ausbeute der Expedition der Gebrüder G. und 

M. Grum-Grzimailo nach Central- Asien (1889-90) 273—301 

Th. Pleske. Übersicht der Gattung Begulus, Cuv., nebst Beschreibung einer 

neuen Art derselben 303—307 

Eug. Büchner. Zur Kenntniss der rothen Murmelthiere Central- Asiens. . .... 309—324 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XTTT. 

Beiträge zur Flora Caucasica. I. Zwei neue Rhamrius- Formen. Von N. Kusne- 
ZOW. (Lu le 10 avril 1891). 

(Mit 2 Tafeln). 

Rhamnus cathartica L. (Led. Fl. Ross. I, 501; Boissier. FI. Or. 
II, 19; Maximowicz. Rhamneae Orientali-Asiaticae. 1866. Mém. d. l'Ac. 
Imp. d. Se. d. St. Pétersb. S. VII, T.X, JVs 11, p. 8; Regel. Rhamni species 
Imper. Ross, incol. Ac. H. Petr. IV, F. I, 1876, p. 327; MeAB^eBi,. 
^epeB&a n KycrapHHKn KaBKa3a. 1883, crp. 44). 

a. typica Maxim. Fruticosa, foliis oppositis ovatis ellipticisve basi 
subcordatis vel rotundatis rarius subeuneatis breviter cuspidatis glàbris fir- 
mis chartaceis, costis utrinque 3 — 4 rarius 5. 

S. caucasica v. n. Fruticosa spinosa vel inermis, ramis suboppositis ; 
foliorum petiolis pubescentibus, laminis rotundato-ovalibus vel ovatis basi 
cuneatis vel rotundatis rarius subcordatis subtus ad venas densius pubescen- 
tibus supra subpubescentibus vel glabris herbaceis; costis utrinque 3 — 4 
rarius 5; florïbus numerosissimis. 

Khamnus cathartica L. a) typica Maxim, kommt im Kaukasus selten 
vor. Ich fand ihn nur ein Mal in der Provinz Kuban in der Nähe des Neu- 
Aphon'schen Klosters auf den Felsen der Schwarzen Berge. Weit öfter 
kommt Eh. cathartica L. im Kaukasus in der obenbeschriebenen Form 
8) caucasica Kusnez. vor. — Diese Form unterscheidet sich in ihren 
typischen Exemplaren leicht von der Form a) durch ihre grossen weniger 
derben, meistentheils abgerundet-eiförmigen Blätter, welche auch im aus- 
gewachsenen Zustande (während des Reifens der Früchte) besonders auf 
ihrer unteren Seite dicht behaart sind. Eben so sind auch die Blattstiele 
und die jungen Zweige behaart. Die Blüthen und die Früchte stehen in 
grosser Zahl in den Achseln der Blätter gehäuft. Diese Form erinnert sehr 
an die Formen ß. intermedia Maxim, und y. davurica Pali., welche in Asien 
an der Grenze der Verbreitung der typischen Form a) von Eh. cathartica 
L. gefunden wurden. Nach der Meinung von E. Regel 1 ) müssen diese beiden 
Formen als weitere Entwickelungsstadien der Form a) angesehen werden. 



1) 1. c, p. 328. Vergl. dazu Maximow. 1. c, pp. 8—9. 

Bulletin N. S. n (XXXIV) p. 415. 12 * 



166 N. KUSNEZOW, . [T. X11I 

Ein weiteres Entwickelungsstadium der Form a) bildet wahrscheinlich auch 
die von mir oben beschriebene Form S) caucasica, weil ausser den typischen 
Exemplaren von 8) und a) auch solche Übergangsformen vorkommen, von 
denen es schwer zu sagen ist zu welcher von beiden sie gehören 2 ). Die be- 
haarte Form (= â) von Rh. cathartica L. ist schon früher von Kolenati im 
Kaukasus gefunden worden, von Maximowicz aber wurde sie als zur Form 
a) gehörig gedeutet 3 ). Medwedew scheint diese behaarte Form nicht zu ken- 
nen, indem von ihm nur erwähnt wird, dass die Blätter des Rh. cathartica 
L. in der Jugend behaart seien (1. c, p. 45). 

Typische Exemplare des Rh. cathartica L. S) caucasica Kusnez.- habe 
ich in der Provinz Terek 4 ) und im Tscher nom or'schen Kreise 5 ) gefunden. 
Hierher gehören wahrscheinlich auch die jungen im Frühling in der Provinz 
Terek 6 ) und im Dagestan 7 ) gesammelten Exemplare. Ihre Blätter sind 
kleiner und ihrer Form nach der a) typica Maxim, ähnlich. Weiterhin fand 
ich in der Provinz Kuban 8 ), in der Provinz Terek 9 ) und im Dagestan 10 ) 
schwach behaarte Exemplare, die aber der Form des Blattes und der Menge 
der Blüthen nach sich der Varietät S) nähern. Ihr Blattstiel ist behaart. 
Endlich begegnete ich im Gouvernenent Tifliss 11 ) solchen Exemplaren, 
welche durch ihre an der unteren Seite behaarte Blätter der Varietät 8) 
und durch die geringe Zahl ihrer Früchte der Varietät a) gleichen. 

Rhamnus cathartica L. kommt entgegen der Behauptung von Med- 
wedew 12 ) hauptsächlich, wie es auch für Russland bekannt ist, auf trockenem 
Boden in trockenen Gegenden vor. Besonders oft wird er auf steinigem und 
felsigem Boden, zwischen den xerophilen Stachelsträuchern, in Eichenwäl- 
dern und Strauchbeständen an den Ufern der Flüsse angetroffen. In schattigen 
und feuchten Wäldern habe ich ihn dagegen nicht gefunden. Das Wald- 
Steppen- Gebiet des nördlichen Kaukasus, Dagestan und die longitudinalen 
trockenen Thäler des Central-Kaukasus (Balkarien, Digorien, Bisingi u. s. w.), 
als auch die steilen südlichen Abhänge der Schwarzen Berge sind diejeni- 
gen Gegenden des nördlichen Kaukasus, wo man dem Rh. cathartica L. var. 



2) Vergl. KysHeijOBi.. reo.-ôoTamni. mcxix. cbb. cKjroHa KaBKa3a (Ü3B. H. Pycc. Teo- 
rpai>. 06m. t. XXVI, CTp. 60). 

3) 1. c, p. 9. 

4) BajiKapifl, Eß^oKHMOBCKoe yicptmieme, BepxoBtH ApryHH, He3Jio6Haa, HajitiHK-b. 

5) JJjKyöcKaa, Beperoßaa, TeoprieBCKafl. 

6) AccHHCKaa, ycTapt-rapAofi, BypTyHafi, HupKeö. 

7) 9pnejiH, TeMHpt-XaHt-IIIypa. 

8) XyMapHHCKoe yitpinaeHie. 

9) HupKefl. 

10) EieAHTJii). 

11) IlacaHaypt. 

12) Vergl. Koppen. Geogr. Verbr. der HolzgewacL.se des Europ. Russl. und d. Kaukasus 
I, 1888, p. 143 und Me^BiAeBt 1. c, p. 46. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 416. 



T. XIIl] "' BEITKÄGE ZUR FLORA CAUCASICA. I. ZWEI NEUE RHAMNUS-FORMEN. 167 

S) caucasica Kusnez. besonders oft begegnet. Im Tschernomor'schen Kreise 
kommt er vom Meeresspiegel an längs den mit Gerolle bedeckten Thälern 
und an Strandfelsen bis zu der Buchen- und Tannen-Zone hinauf vor. 

Im nördlichen Kaukasus war Rh. cathartica L. var. a) schon früher auf 
dem Beschtau und in der Nähe von Grosnaja gefunden worden (Meyer). Rh. 
cathartica L. var. a) wurde ausserdem in Ossetien von Koch, in Imeretien 
von Güldenstädt, in Karabach und Elisawetpol von Hohenacker und in 
Talysch von Meyer gefunden 13 ). Nach B,adde 14 ) soll er in Talysch, in 
Armenien und in der Nähe von Erserum vorkommen. Diesen Angaben 
nach wird die oben erwähnte Behauptung, dass Rh. cathartica L. var. a) 
und S) die xerophilen Formationen charakterisirt , keineswegs aber auf 
feuchtem Boden, wie es Medwedew angiebt, anzutreffen ist, unzweideutig 
bewiesen. 

Rhanmus alpinaL. var. nova colchica (Tabl.I). Ramis erectis; foliis 
majoribus a basi rotundato-ovatis vel ellipticis acuminatis serrulatis, subtus 
non solum ad venas sed in tota pagina inferiore pubescentibus, venis pin- 
natis utrinque c. 20 — 30, ßoribus fasciculatis, fasciculis axillaribus, seminis 
dorso sulcati ovati trigono compressi rima hiante infra apicem orta. 

Diese Varietät des Rhamnus alpina L., welche sich von der typischen 
Form durch ihre sehr grossen, nicht nur längs den Adern, sondern überall 
auf der unteren Seite behaarten Blätter unterscheidet, wurde bis jetzt 
immer von verschiedenen Forschern mit Rh. grandifolia F. et Mey. ver- 
wechselt. Meinen Untersuchungen nach können aber der Gestalt des Samens 
(Rh. grandifolia F. et Mey. Tabl. II, 2. 3) (seminibus lenticularibus apice 
raphe sulciformi brevi transversa bilabiata obsitis), als auch des doldigen 
Blüthenstandes nach (fasciculis umbelliformibus axillaribus pedunculis 
petiolo multo longioribus suffultis 15 ) Rh. grandifolia F. et Mey. (Tabl. LI) 16) 
und Rh. alpinaL. var. colchica Kusnez. (Tabl. I) 17) von einander vollkommen 
sicher unterschieden werden. Übergangsformen zwischen diesen beiden 
Sträuchern giebt es nicht. Die Angabe Medwedew's 18 ), dass Blüthenbüschel 
des Rh. grandifolia F. et Mey. manchmal blattwinkelständig und stiellos 
seien, ist meiner Meinung nach falsch. Mit solchen Blüthenbüscheln ver- 
sehene Exemplare gehören zu Rh. alpina L. var. colchica Kusnez., nicht 
aber zu Rh. grandifolia F. et Mey., dessen Blüthenstand stets doldig ist. 
Als falsch hat sich auch die Angabe von Trautvetter, dass die von 



13) Vergl. Ledebour 1. c, p. 502. 

14) Vergl. Act. Hort. Petrop. VII, p. 430; I, p. 518 und IV, p. 123. 

15) Vergl. Boiss. Flora Orientalis II, p. 22. 

16) Aus der Abtheilung IV. Frangula (Boiss. 1. c, p. 22.) 

17) Aus der Abtbeilung III. Eurhamnus (Boiss. 1. c, p. 19.) 

18) MeABfcAeBi, 1. c, p. 48. 

Bulletin N. S. H (XXXIV) p. 417. 



1 68 N. KUSNBZOW, BEITR. Z. PL. CAUCASICi. I. ZWEI NEUE RHAMNUS-FORMEN. [ï. XIII 

Rad de in Borshom im Jahre 1865 gesammelten Exemplare von Rhamnus 
zu Rh. grandifolia F. et Mey. var. umbellis sessüibus Trautv. gehören, 
erwiesen 19 ). Meinen Untersuchungen nach müssen also diese Exemplare zur 
Section in Eurhamnus, nicht aber zur Section IV Frangula, wohin Rh. 
grandifolia F. et Mey. gehört, gerechnet werden. Da sie ausserdem der 
Gestalt und der Structur sowohl der Samen, als der Blüthenstände nach 
denen der Rhamnus alpina L. vollkommen gleichen, in der Form und der 
Behaarung der Blätter und in der Zahl ihrer Adern aber alle möglichen 
Übergänge 20 ) aufweisen, glaube ich die oben erwähnten Exemplare von 
Rhamnus als eine Varietät von Rhamnus alpina L., nämlich var. nova col- 
chica, zu unterscheiden. 

Rh. alpina L. var. colchica Kusnez. ist also im Kaukasus an folgenden 
Stellen bis jetzt gefunden worden: 

Borshom [EopjKOMt] (Radde; teste Trautvetter mh Rh. grandifolia F. 
et Mey. var. umbellis sessüibus). 

Chichamta, 6000 Fuss ü. d. M. (Sredinsky. Vergl. Exempl. im Russ. 
Herbar. des Kaiserl. Bot. Gart, in St. Petersburg. Dieses Exemplar trägt 
eine Aufschrift von Glehn: var. foliis subtus tomentosis). 

Ratscha (Frick. JVs 997. Medwedew unter dem Namen Rh. grandi- 
folia F. et Mey. var. brachypus). 

Kartalinia, Mingrelia (Kusnezow s. ob.). 

Dagegen kommt Rh. grandifolia F. et Mey., welcher sehr nahe zu Rh. 
Purschiana DC. steht 31 ), soviel man nach dem Herbarium des Kaiserl. Bot. 
Gartens urtheilen kann, im Kaukasus an folgenden Stellen vor: 

Talysch, Lenkoran (Hohenacker, Fischer, Meyer). 

Samur im Dagestan (Dr. Lagowski: Herb. Trautvetteri). 

Iberia (Herb. Fischeri, Hohenacker). 

Dagegen ist er nicht im westlichen Transkaukasien, wo er nach Med- 
wedew's Angaben 22 ) ebenfalls wachsen soll, anzutreffen. 



19) Vergl. Herb. Rossicum im Kaiserl. Russisch. Botan. Garten in St. Petersburg und 
Herbar. von Trautvetter. Aucb «Katalog der in den Sommern 1864 und 1865 von G. Radde 
gesammelten Kaukasischen Pflanzen, nach den Bestimmungen von Herrn von Trautvetter 
(p. 149 in Berichte über die Biologisch-Geographischen Untersuchungen in den Kaukasusländern 
I. Th., 1866). 

20) Vergl. General.-Herbar. im Kaiserl. Russisch. Botan. Garten in St. Petersburg. 

21) Vergl. Regel. Ac. Hort. Petrop. IV, p. 382. 

22) MeAB^^ept fc c,, p, 49. 



Bulletin K. 8. II (XXXIV) p. 418. 



Bulletin de l'Acad Imp. des Se.de St Petersburg. 



N Kusnezow zwei neue Rhamniis-Formei 




Rhamnus alpina L var. Colchica Kusnez. 



1. 2. CrkMfl 2 /i. 



3. [1/lOAV l /i. 






Bulletin de l'Aead. Imp. des Si' de Si Pétersbnurg. 



N Kusnezow zwei neue Rhnmnus-Fiiniieii II 



^ll) /^ !> 




Rhar 



nus grandifolia F. et Mey. 



!■ n/io/n,. '/i. 2. 3. CibMH. 'A 



4. Co[)Bn>Tie M. 



hwwmivti.r B.RliHwa, I 'ffma6fOn,lî«ffmtiêlM .itm /tTl 2. 



MANGES BIOLOGIQUES 

TIBÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Arbeiten aus dem botanischen Laboratorium der Kaiserlichen Akademie der 
Wissenschaften zu St.-Petersburg. Ns 2. Eine neue Bacterienform: 
Nevskia ramosa. Von A. Famintzin. (Aus dem Russischen tiber- 
setzt). Mit einer Tafel. (Lu le 10 Septembre 1891). 

In den Aquarien meines Laboratoriums hatte sich in den letzten zwei 
Jahren öfters eine ganz sonderbare Bacterienform entwickelt, die von allen 
übrigen Bactérien sich dadurch auszeichnet, dass sie aus einem gallertartigen 
verzweigten Stiele, dessen Endzweige die Bacterienzellen tragen, zusammen- 
gesetzt erscheint; ihre theilweise strauchartigen, theilweise schüsseiförmigen 
Kolonien von höchst eigenthümlichem Aussehen bildeten an der Wasserober- 
fläche mehr oder weniger dichte Rasen. Beim ersten Anblick erinnerten 
einige ihrer Formen an die von Metschnikoff 1 ) beschriebene, in der 
Körperhöhle von Daphnia pulex und D. magna parasitirende Pasteuria 
ramosa (siehe Metschnikoff's Figuren 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und meine Ab- 
bildungen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8). Bei aufmerksamerem Studium erwies sich 
aber ihre Ähnlichkeit als eine ganz oberflächliche. 

Pasteuria ramosa bildet, nach Metschnikoff kugelförmige Kolonien. 
Stark vergrössert erscheint die Kolonie als ein Conglomérat von mehreren 
blumenkohlähnlichen Körpern, die den Verzweigungen eines gemeinsamen 
Stieles aufsitzen, zusammengesetzt; innerhalb eines jeden dieser Körper 
verzweigt sich der Stiel weiter; die letzteren Zweige laufen an ihren Enden 
in abgerundete Glieder aus. Letztere wachsen rasch heran, indem sie eine 
weintraubenähnliche Form annehmen. Die Kolonie erscheint zu dieser Zeit 
schon in mehrere Theile, die aus 4 bis 2 Individuen zusammengesetzt sind, 
zerfallen (Metschn. Abbild. 9, 10), worauf bald ihre vollständige Auf- 
lösung in einzelne Glieder stattfindet (Metschn. Abbild. 13, 17). An diesen 
ovalen Gliedern ist ein stumpfes und ein zugespitztes Ende leicht zu erkennen. 
Die Pasteuria-Kolomen werden von Metschnikoff, als durch eine Reihe 
aufeinanderfolgender longitudinaler unvollständiger Theilungen zu Stande 
gebracht, weshalb die Individuen eine Zeitlang mit ihren Basen aneinander 



1) Metschnikoff. Pasteuria ramosa. Ann. d. l'Institut Pasteur. T. 2, p. 165—170 (1888). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 481. 



1 70 A. FAMINTZIN, ARBEITEN A. D. BOT. LAB. D. KAISERL. AKAD. D. WISS. ZU [T. XIII 

heften bleiben. Nach der vollständigen Isolirung wird innerhalb der Indivi- 
duen eine Spore gebildet. 

Die von mir untersuchte Bacterienform bildet ebenfalls aus vielen In- 
dividuen zusammengesetzte Kolonien (Fig. 1 — 9). In ihr ist gleich der 
Pasteuria ramosa ein verzweigter Stiel vorhanden; dagegen sind die Bacte- 
rienzellen als stäbchenähnliche Gebilde in den Enden der letzten Verzwei- 
gungen des Stieles eingeschlossen; in jedem der Endzweige ist eine Bacte- 
rienzelle, parallel der Aussenwand des Zweiges gelegen. Die mittlere Länge 
der Zelle beträgt 0,012 mm., im ausgewachsenen Zustande ist sie 2 bis 6 
Mal so lang als breit. 

Wenn wir nun die Abbildungen und die Beschreibung der Pasteuria 
ramosa und der von mir beobachteten Bacterienform vergleichen, so ist 
leicht zu ersehen, dass, die Contouren ausgenommen, diese beiden Orga- 
nismen ganz verschieden sind: ein jeder Lappen der von Metschnikoff 
abgebildeten Kolonien wird von ihm als Zelle gedeutet, während in meinen 
Abbildungen nur dessen unansehnlicher Theil der Bacterienzelle entspricht, 
alles Übrige aber einen gallertartigen Stiel, in dessen oberem Ende die 
Bacterienzelle eingeschlossen ist, darstellt. Eine detailirtere Vergleichung 
dieser beiden Organismen wird durch die Unbestimmtheit der von Metsch- 
nikoff gegebenen Darstellung über die Struktur und das Verhalten der 
Kolonie zu den sie zusammensetzenden Individuen erschwert. Mir wenigstens 
ist das Schicksal des axilen Stieles und seiner Hauptzweige während des 
Zerfallens der Kolonie in die einzelnen Individuen unklar geblieben. Es ist 
nicht gesagt in wie weit der Stiel von den sich ablösenden Gliedern mit- 
genommen wird und in welcher Art die Abtrennung der letzteren von der 
Kolonie erfolgt. 

Nach dieser kurzen Abschweifung will ich zur weiteren Beschreibung 
der von mir entdeckten Bacterienform übergehen: Die von der stäbchen- 
förmigen Bacterienzelle abgesonderte und sie umgebende Gallerte geht 
allmählich an der unteren Seite des Stäbchens in den gallertartigen Stiel 
über. Letzterer ist im "Wasser kaum zu unterscheiden; mittelst einer 
Methyl-violett-Lösung wird er intensiv gefärbt, und kommt ebenfalls ausser- 
ordentlich deutlich an getrockneten Präparaten zum Vorschein. Um ihn in 
möglichst unverändertem Zustande zu beobachten ist es nothwendig eine 
äusserst schwache Methyl-violett-Lösung zu gebrauchen und, nach dem Er- 
langen der erwünschten Färbung, das Präparat in's Wasser zu übertragen. 
In einer concentrirten Lösung dieses Farbstoffes schrumpfen die Stiele zu- 
sammen und werden vollkommen undurchsichtig. Sonderbarer Weise bleiben 
dabei die stäbchenartigen Bacterienzellen ungefärbt; wenigstens schimmert 
der farblose Zelleninhalt durch die gefärbte Gallerte ganz deutlich hindurch. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 482. 



T. Xm] ST. -PETERSBURG. JV« 2. EINE NEUE BACTERIENFORMI NEVSKIA RAMOSA. 171 

Die mittelst Methyl-violett gefärbten Präparate lassen die Mannigfal- 
tigkeit der Verzweigungsart der Kolonie äusserst deutlich hervortreten: es 
lassen sich sowohl kugelförmige, strauchartige als auch schüsseiförmige 
Kolonien in Menge beobachten; bei letzteren wird der Stiel durch eine 
Gallertscheibe ersetzt, an deren Rande, auf Stielen verschiedener Länge die 
stäbchenförmigen Bacterienzellen befestigt sind (Fig. 9); in demselben Prä- 
parate lassen sich auch kleinere aus, 4, 2 oder sogar aus einem Individuum 
bestehende Formen ohne Mühe auffinden (Fig. 2, 3, 4, 5, 6, 10, 11). Aus 
dem blossen Vergleiche der beigegebenen Abbildungen lässt sich mit 
Sicherheit auf den Wachsthumsmodus der Kolonie schliessen: aus den 
Zeichnungen ist zu ersehen, dass das Bacteriumstäbchen, nach dem Erlangen 
seiner normalen Grösse, durch Quertheilung in zwei neue Zellen zerfällt, 
welche ihrerseits eine Quertheilung eingehen und gleichzeitig auch eine 
Gabelung des Stieles durch die Neubildung ihrer eigenen Stiele verur- 
sachen. 

Bis zu einem gewissen Grade ist es möglich an den von der Gallerte 
umhüllten stäbchenartigen Zellen ihre Struktur zu studiren; es lassen sich 
in ihrem Innern kugelförmige, stark lichtbrechende, den Sporen der Bacté- 
rien ähnliche Gebilde unterscheiden. Es ist aber nicht schwer sich davon zu 
überzeugen, dass diese Körper mit Bacteriensporen nichts gemein haben; 
schon die bedeutenden Schwankungen ihres Durchmessers und die Mannig- 
faltigkeit ihrer Umrisse lässt diese Voraussetzung als sehr unwahrscheinlich 
erscheinen (Fig. 10, 11, 13, 14 a, 6, b, r, a, e jk, 3). Als entscheidendes 
Argument dagegen ist ihre Löslichkeit in Alkohol zu betrachten; es genügt 
den Wassertropfen durch 35%- Alkohol zu ersetzen, um diese Körper bis 
zur gegenseitigen Berührung anschwellen zu lassen (Fig. 12 a, 6); in 
70%- Alkohol tritt rasch ihre fast vollständige Lösung ein; es bleiben nur 
wenige punktförmige Partikelchen erhalten, die den Mittelpunkten der auf- 
gelösten Körper entsprechen und in Querstreifen in der Bacterienzelle ge- 
lagert erscheinen. Ihrer starken Lichtbrechung, als auch der leichten Lös- 
lichkeit in Alkohol nach, scheinen diese Gebilde fast ausschliesslich aus 
einem ätherischen Öle zu bestehen. 

Die stäbchenartigen Zellen lassen sich aus der sie umgebenden Gallerte 
befreien; es genügt dazu die mit Alkohol behandelten Präparate in eine 
1%-Kalilösung zu bringen; die Gallerte wird rasch gelöst und die nun freien 
Zellen werden bei der geringsten Bewegung der sie umgebenden Flüssigkeit 
mitgenommen. Die Membran als auch die Form der Bacterienzellen werden 
dabei äusserst scharf sichtbar. In einem Gemische von 1%-Kali mit Methyl- 
violett werden sowohl die Membran, als auch die zurückgebliebenen, in Alkohol 
unlöslichen Reste des Zelleninhaltes intensiv violett gefärbt. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 483. 



1 72 A. FAMINTZIN, ARBEITEN A. D. BOT. LAB. D. KAISERL. AKAD. D. WISS. ZU [T. XIII 

Diese eigenthüraliche Bacterienform will ich, den obigen Angaben nach, 
als neues Genus: NevsMa aufstellen und sie mit dem Namen: Nevskia ramosa 
belegen. 

Die Bestrebungen Reinkulturen der Nevskia ramosa zu erhalten sind bis 
jetzt ohne Erfolg geblieben. Es ist mir nur bei diesen Versuchen gelungen 
einen geringen Zuwachs einer Kolonie zu constatiren und ausserdem durch 
mehrmaliges Beobachten mich zu überzeugen, dass unter gewissen, bis 
jetzt nicht näher zu definirenden, Umständen die stäbchenartigen Bacterien- 
zellen der Nevskia ihre gallertartige Hülle verlassen und nun frei im Wasser 
zu liegen kommen. Ihr weiteres Schicksal direct zu beobachten ist mir nicht 
gelungen; es scheint mir aber wahrscheinlich, dass sie zu gestielten Indivi- 
duen heranwachsen, welche späterhin in mehrzellige Kolonien sich umbilden. 

Nevskia ramosa bietet, meiner Meinung nach, ein nicht geringes Inter- 
esse in der Hinsicht, dass sie als erster Repräsentant, unter den Schizomy- 
ceten der mit verzweigtem Stiele versehenen, koloniebildenden Organismen 
zu betrachten ist, deren entsprechende Formen in der Classe der Algen, als 
der Infusorien schon längst bekannt sind. Als Beispiele letzterer Art mögen 
angeführt werden: Urococcus (Polmellaceae), Gamphonema (Diatomaceae), 
Epistylis (Infusoria). 

Der Nevskia ramosa am nächsten steht der Struktur nach die zu Pol- 
mellaceen gehörende Alge: 

Urococcus. Nach AI. Braun 's 1 ) Beschreibung: «sondern die grossen, 
kugeligen, braunrothen bis blutrothen Zellen dieser Gattung farblose Zell- 
hautschichten ab, welche, wie bei Gloeocapsa, durch zwischenliegende 
weichere Gallertschichten gesondert zu sein scheinen, wodurch ein deutlich 
concentrischer Bau der Hülle entsteht. Die sich umhüllenden Schalen er- 
halten sich jedoch bei Urococcus nicht in ihrer ursprünglichen Form und In- 
tegrität; selbst nicht weiter an Grösse zunehmend, werden sie von den stets 
nachfolgenden inneren Hüllen auf der oberen Seite verdrängt, anfangs bloss 
einseitig verdünnt, später, wie es mir wenigstens schien, wirklich durch- 
brochen. Indem dieses Hervordringen aus den alten Hüllen sich stets nach 
derselben Seite hin wiederholt, entsteht ein häutig-gallertartiger Stiel, aus 
ineinandergestellten Schüsselchen gebildet und dadurch von ringförmig ge- 
streiftem, scheinbar enggegliedertem Ansehen. Die rothe Zelle, welche die 
Spitze dieses Stieles einnimmt, theilt sich zuweilen, und bedingt dadurch 
natürlich auch eine nachfolgende Dichotomie des Stieles». 

Es scheint mir sehr wahrscheinlich, dass etwas Ähnliches auch beim 
Wachsthum des Stieles der Nevskia stattfindet; es ist mir aber nur selten 



1) A. Braun. Ueber die Erscheinung der Verjüngung in der Natur, p. 190, 191 (1849 — 50). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 484. 



T. XIIl] ST. -PETERSBURG. JVs 2. EINE NEUE BACTERIENFORM: NEVSKIA RAMOSA. 173 

gelungen eine schichtenförmige Struktur an den durch Methyl-violett ge- 
färbten Exemplaren zu beobachten (Fig. 15); es ist mir dagegen öfters 
geglückt eine stärker das Licht brechende, der Zellmembran aussen ange- 
schmiegte Schicht zu unterscheiden (Fig. 10, 11, 13). 

Ausser Nevskia habe ich auf der Wasseroberfläche noch mehrere ihr 
ähnliche Organismen gefunden; unter anderem eine Form die sich von 
Nevskia nur durch viel kleinere Dimensionen unterscheidet; in wie weit sie 
aber eine selbständige Form, oder nur schwach entwickelte Nevskia- 
Kolonien darstellt, muss ich als unentschieden betrachten. Bemerkenswerth 
ist die in den Fig. 16, 17 dargestellte Form; die Zellen dieser Bactérie 
sitzen längs dem oberen Rande gallertartiger Polster, welche mit breiter 
Basis auf dem Wasser schwimmen, dabei aber den oberen sich allmählich bis 
zum oberen Rande verschmälernden Theil mit der in die Gallerte einge- 
senkten Bacterienzelle ausserhalb des Wassers tragen. 

Die Resultate meiner Arbeit können in folgenden Sätzen formulirt 
werden : 

1) Die von mir entdeckte Bacterienform ist aus einem verzweigten Stiele 
und den längs dem äusseren Rande eines jeden Zweiges eingeschlossenen 
stäbchenähnlichen Bacterienzellen (in jedem Endzweige zu einer Zelle) zu- 
sammengesetzt und bietet ein so eigenthümliches Aussehen dar, dass ich es 
für nöthig halte für sie einen neuen Gattungsnamen zu schaffen; ich habe 
sie, ihrem ersten Fundorte nach, als Gattung Nevskia und wegen ihres 
ästigen Stieles als N. ramosa bezeichnet. 

2) Die Entwicklung der Nevskia-Kolowie kommt folgendermaassen zu 
Stande: die stäbchenartigen Bacterienzellen verlassen unter gewissen, von 
mir nicht näher bestimmten Umständen, die sie umgebende Gallerte und 
werden frei liegend im Wasser angetroffen. Die frei liegende Zelle fährt 
dabei fort Gallerte auszuscheiden; durch einseitiges stärkeres Anwachsen 
derselben wird der gallertartige Stiel gebildet. In dem Maasse, wie die Bac- 
terienzelle an Länge zunimmt, nimmt der sie tragende Stiel an Breite und 
Dicke in der Nähe der Zelle am stärksten zu. Nach dem Anwachsen bis zur 
normalen Grösse geht die Bacterienzelle eine Quertheilung ein; jede der 
zwei neu entstandenen Zellen bildet, im Laufe ihrer weiteren Entwickelung 
einen eigenen Stiel, der dem alten aufsitzt und auf diese Weise wird die aus 
zwei Individuen zusammengesetzte Kolonie mit einem gabelförmigen Stiele 
versehen. Es fällt nicht schwer das Weiterwachsen der Kolonie und deren 
Heranbildung zu einer aus einem verzweigten Stiele und vielen Bacterien- 
zellen zusammengesetzten Kolonie durch fortgesetzte Bacterienzellen- Quer- 
theilungen und wiederholte gabelförmige Verzweigungen des Stieles sich 
vorzustellen. Die Zweige des Stieles erscheinen nach verschiedenen Rich- 

BaUetin N. S. II (XXXIV) p. 485. 13 



174 A. FAMINTZIN, ARBEITEN AUS DEM BOT. LABORATORIUM ETC. [T. XIII 

tungen, öfters von einem Punkte aus radienartig ausstrahlend, wodurch die 
Kolonie einen kugelförmigen Umriss bekommt; ausser kugelförmigen habe 
ich strauchartige, schüsseiförmige und vielerlei anders gestaltete Kolonien 
der Nevshia, auf deren nähere Beschreibung ich hier verzichte, beobachtet. 
3) In der Bacterienzelle lässt sich, nach der Entfernung der sie umge- 
benden Gallerte, die Membran vollkommen scharf unterscheiden; im Innern 
der Bacterienzelle wird ein ätherisches Öl (oder deren Gemenge) reichlich 
in Tropfen ausgeschieden. 

Erklärung der Abbildungen. 

NevsJcia ramosa. 

1) Ein Stück der Kolonie; es sind mehrere Äste des Stieles mit den in ihren Enden ent- 
haltenen Bacterienzellen abgebildet. 

2) Eine aus zwei Individuen bestehende Kolonie; die in der Gallerte enthaltenen Zellen 
sind fast kugelförmig. 

3) Ein in der Quertheilung begriffenes, dem Stiele aufsitzendes Individuum. 

4) Eine aus zwei Individuen zusammengesetzte Kolonie; die neu entstandenen Zellen sitzen 
noch dem Stiele der alten Zelle auf. 

5) Eine aus zwei erwachsenen Individuen bestehende Kolonie; das eine von ibnen ist eben 
eine Theilung eingegangen. 

6) Eine aus vier Individuen zusammengesetzte Kolonie. 

7 u. 8) Strauchartige, aus vielen Individuen zusammengesetzte Kolonien; es sind nur Theile 
von ihnen abgebildet. 

9) Eine ganze schüsseiförmige Kolonie; längs demKande ihrer gallertartigen Platte strahlen 
die Zweige mit den in ihnen enthaltenen Bactérien radienartig nach allen Seiten hervor. 

10 u. 11) Die aus einem einzigen Individuum bestehende Kolonie ist in schräger Lage ab- 
gebildet; man sieht ihre obere Fläche und eine der Seitenflächen, letztere verkürzt; der Zellen- 
membran ist aussen eine Schicht der stärker das Licht brechenden Gallerte eng angeschmiegt. 

12) Eine Bacterienzelle; die sie umgebende Gallerte ist weggelassen, a man sieht die in 
der Zelle enthaltenen Kugeln eines ätherischen Öles; 6 letztere in 35%- Alkohol aufge- 
quollen; o nach der Lösung des grössten Theiles ihrer Masse in 70%- Alkohol; i die in 70%- 
Alkohol unlöslichen Beste des Zelleninhaltes. 

14) Eine Bacterienzelle mit der sie umgebenden Gallerte von oben; es sind sowohl die aus 
einem ätherischen Öle bestehenden Gebilde der der Zellenmembran von aussen anliegenden 
Schicht der stark lichtbrechenden Gallerte, als auch der Umriss des Stieles abgebildet. 

14) a, 6, e, i, d, e, oic, .? Bacterienzellen mit den in ihnen enthaltenen Ablagerungen des 
ätherischen Öles. 

15) Eine sonderbare Form der Nevshia von oben; rings um zwei Bacterienzellen, deren 
eine kugelförmig, ist die schichtenweise reichlich abgelagerte Gallerte äusserst deutlich zu 
sehen, was nur selten vorzukommen scheint. 

16 u. 17) Von der Nevslcia verschiedene, von mir mehrere Male beobachtete Bactérien; 
ihr gallertartiger Stiel sitzt mit breiter Basis der Wasseroberfläche auf; nach oben sich all- 
mählich verschmälernd, ragt der gallertartige Stiel in die Luft empor; längs seinem oberen 
Bande ist die in ihm enthaltene Bacterienzelle gelagert. Öfters kommt ein Zerspalten des 
gallertartigen Fusses in mehrere Theile vor. 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 4S6. 



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MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XITT. 

Neue asiatische Gentianen. Von N. Kusnezow. (Lu le 28 Août 1891.) 

(Mit einer Tafel). 

Bei der monographischen Bearbeitung der Gattung Gentiana, welche 
ich jetzt unternommen habe, fand ich in dem grossen asiatischen Herba- 
rium, mit dem sich Akademiker Maximovicz beschäftigte, eine Reihe 
neuer Gentianen, deren grösserer Theil schon vom Verstorbenen analysirt, 
gezeichnet und als neu erkannt, aber nicht beschrieben worden war; einige 
aber waren von ihm noch garnicht bestimmt worden. Die von Maximo- 
vicz bestimmten Arten sind im Folgenden durch Maxim., die übrigen, von 
mir bestimmten mit n. sp. bezeichnet. 

1. Gentiana Maximoviczin. sp. (Chondrophylla, annua) [Fig. 1 — 4]. 
Caule basi laxe ramoso, glabro, ramis unifloris, foliis oblongo-lanceolatis, 
mucronulatis, margine laevibus, imis maximis, calycis 5-fidi lobis ovato-lan- 
ceolatis, erectis, corollae tubo parum ampliato brevioribus, corollae clausae 
tubo lobos ovatos obtusos subduplo superante, plicis integris, acutis triangu- 
laribus, apice bifidis lobis paulo brevioribus, capsula obovato-subglobosa, 
basi attenuata, apice rotundata, testa appressa reticulata exalata. Q. v. s. 

China borealis: in prov. Kansu occidentali 24 Apr. 1885, in palude 
vallis fl. Sining supra Ssiao-ssia. (G. N. Potanin). 

G. liumili Stev. haud dissimilis, sed corollae majoris lobis ovatis obtusis, 
plicis acutis triangularibus, apice bifidis differt. Planta 20 — 30 mill, longa; 
corolla 11 — 13 mill, longa, calyx 6 — 7 mill, longus. 

2. Gentiana leucomelaena Maxim. (Chondrophylla, annua) [Fig. 
5 — 10]. Caule basi laxe ramoso, glabro, ramis unifloris, foliis oblongo- 
lanceolatis muticis, margine laevibus, rosula radicali subnulla, pedunculo 
exserto, calycis 5-fidi lobis ovato-lanceolatis erectis corollae tubo brevio- 
ribus, corollae apertae albae cum fascia lata intense caerulea tubo lobos 
deltoideos subacutos v. obtusiusculos subduplo superante, plicis laciniato- 
dentatis, lobis paulo brevioribus, capsula obovato-subglobosa, basi attenuata, 
apice rotundata, testa appressa reticulata exalata. O. v. s. 

Mongolia occidentalis; alpes Nan-shan 8 — 8500', 28 Juni 1879 (Prze- 
walski); Keria 11 — 12500', 24 Juli 1885 (Przewalski). Tibet borealis, 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 505. 13* 



176 N. KUSNEZOW, [T. XIII 

ad fl. Diao-Tschii 29 Juni 1884 (Przewalski); Tibet, Ladak (Schlagint- 
weit 1856, sub nom. G. prostratae Haenk.), N.-W.-Paddum. 12000'. 
(Stoliczka, 1865, sub nom. G. humilis Stev.), Kuen-Lun, Tibet boreal. - 
occid. 11 — 12000' (Roborowski, 1890). China borealis: prov. Kansu 
occidentalis (Potanin, 1885). China occidentalis; regio Tangut (prov. 
Kansu); montes Mudshik, regio alpina 11500'. 15 Juni 1880 (Prze- 
walski). 

G. Jiumili Stev. et G. Maximoviczi mihi proxima, sed differt corolla 
aperta alba cum fascia lata intense caerulea atque plicis laciniato-dentatis. 

3. Gentiana purpurata Maxim. (Chondrophylla ; annua?) [Fig. 15-1 9]. 
Glaberrima, flaccida, caulibus pluribus decumbentibus radicantibus floriferis 
inter rosulam erectis simplicibus v. superne parce ramosis, ramis unifloris, 
foliis rosulatis ovatis v. obovatis inferne attenuatis caulinis longioribus 
oblongo-lanceolatis acutis, margins ciliato scabris, floribus brevi-pedunculatis, 
calyce corolla triplo breviore, apice truncato, dentibus lineari-subulatis tubo 
obconico aequilongis vel illo paulo longioribus, corolla circiter45— 57 millim. 
longa, fimbriis destituta, praesertim apice rubella et purpureo-lineolata e 
basi cylindrica lobis ovatis acutis, plicis lobis subduplo brevioribus, ovatis 
latis apice suberosis, capsula longe stipitata. v. s. 

China borealis; prov. Szetschuan septentrionalis 13 August 1885 (Po- 
tanin); prov. Szetschuan S. Wushan (Dr. Aug. Henry 1889, sub nom. 
G. rubicundae Franchet. JVi: 7271). 

Cum G. rubicunda Franchet 1 ) [Fig. 28— 30] collocanda, sed omnibus in 
partibus duplo vel triplo major atque floribus brevi pedunculatis, lobis corollae 
acutis, foliis imis rosulatis, caulinis longioribus oblongo-lanceolatis acutis 
diversissima. 

4. Gentiana siphonantha Maxim. (Pneumonanthe, Subsect. 2.Grise- 
bach in DC. Prodromus IX, p. 110) [Fig. 11—14]. Collo filamentoso- 
comoso, caule erecto, foliis imis aggregatis, lineari-lanceolatis, acutiusculis 
3 — 5 nervis subcoriaceis margine scabriusculis, caule vix brevioribus, 
floribus sessilibus in capitulum terminale pluriflorum solitarium congestis 
v. glomerato-racemosis, glomerulis lateralibus paucifloris pedunculatis oppo- 
sitis, calycis integri v. dimidiato-spathacei inaequaliter 5-lobi lobis subulatis 
tubo calycis multo brevioribus v. subnullis, corollae tubuloso-infundibulifor- 
mis siphonanthae calycem 4 — 5 superantis purpureo-cyaneae lobis ovato- 
oblongis subacntis, plicis lanceolatis v. lanceolato- subulatis integris longio- 
ribus quam latis, capsula sensim in stylum attenuata. <%. v. s. 



1) Franchet. Description de quelques espèces de Gentiana du Yun-Nan. (Bull. d. 1. Soc. 
botan. d. France, Tome XXXI, p. 373). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 506. 



T. XIII ] NEUE ASIATISCHE GENTIANEN. 177 

Mongolia occidentalis; alpes Nan-shan, regio alpina 11 — 12000', 4 Juli 
1879 (Przewalski). Tibet borealis; valus fl. Assak-nov-gib. 30 Juli 1884 
(Przewalski). China occidentalis: regio Tangut (prov. Kansu). Jugum 
inter Nan-shan et Don-Kym ad fl. Eaco 10 — 11000'; in pratis alpinis fre- 
quens et in fruticis. 9 Juli 1880 (Przewalski). Kansu; regio alpina jugi Sa 
fl. Tetung, in montibus et rupibus frequens. 17 Juli 1872 (Przewalski). 
Kansu, mont. Tetung. Regio alpina jugi Tsherik. 8 Aug. 1890 (Grum- 
Grshimailo). 

G. Olgae Regl. et Schmalh. 2 ) affinis, sed floribus caeruleis, calycis in- 
tegri v. subintegri lobis subnullis, corolla siphonantha calycem 4 — 5 supe- 
rante ab ilia diversa. 

5. Gentiana Regeli n. sp. (Pneumonanthe, Subsect. 2. Grisebach in 
DC. Prodromus IX, p. 110) [Fig. 20 — 23], Rhizomatis collo filamentoso- 
comoso, caule adscendente v. erecto, foliis lineari-lanceolatis margine scabris, 
imis fasciculatis, cyma racemiformi, calycis dimidiato-spathacei inaequaliter 
5-lobi lobis linearibus, margine scabriusculis, parte spathacea brevioribus; 
corollae tubuloso-subinfundibuliformis caeruleae lobis ovato - oblongis sub- 
acutis plicas triangulares bifidas duplo excedentibus, antheris liberis, cap- 
sula elliptico-lanceolata utrinque attenuata, testa appressa reticulata exalata. 
% v. v. et s. 

Turkestan, Kusemtshik 7—9000'; mont. Kakkamyr 7 — 9000'; Talk, 
Karakol, Sairam, Alatau 7 — 8000', Kuldsha, Tshubaty 8—9000', Boro- 
tala, Urtak-sary, Dshanku 6000' (A. Regel, 1878). Sairam, Urtan-sary, 
Kuldsha, ad fl. Kegen (Fetissow, 1877). Karakorum (Clarke, 1876). 
Kaskelen, Koketan, Wernoie (Kuschakewicz) (Herb. Turkestan. Horti 
Petropolitani ; teste E. Regel sub nom. G. decumbentis L.). 

Affinis G. Olgae Rgl. et Schmalh. (1. c.) et G. Renardi Rgl. 3 ). 

6. Gentiana glomerata n. sp. (= G. Olivieri Gr. a.glomerata Rgl. 4 ). 
Pneumonanthe, Subsect. 2. Grisebach in DC. Prodromus IX, p. 110) [Fig. 
24 — 27]. Caule adscendente, foliis lineari-lanceolatis margine scabriusculis, 
imis fasciculatis, floribus saepissime numerosis, subsessilibus v. sessilibus, dense 
cymoso-subcapitatis v. in racemum glomerato-interruptum dispositis ; calycis 
5-fidi integri lobis subulatis tubo brevioribus v. subaequalibus. Corollae tubu- 
loso-subinfundibuliformis caeruleae lobis ovato -oblongis, subacutis, plicas 



2) ItyremecTBie bt> TypicecTaH/B A. n. <3?e,n,HeHKo (H3B. Hmii. 06m,. Jüo6ht. EcrecTB., 
AHTpono.T. n 9THorp. t. XXXIV, b. 2. C.-IIeTepoyprt. 1882. CTp. 55.). 

3j Decas plantarum novarum auctoribus E. K. a Trautvetter, E. L. Regel, C. J. Maxi- 
movicz, K. J. Winkler. Petropoli. 1882. p. 7. 

4) Gartenflora 1882. taf. 1069. Acta Horti. Petrop. VI. f. II, p. 333, 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 507. 



178 N. KUSNEZOW, NEUE ASIATISCHE GENTIANEN. [t. XIII 

triangulares bifidas duplo excedentibus, antheris liberis, capsula elliptico- 
lanceolata utrinque attenuata. % v. v. et s. 

Turkestan in m. Dshirgalan 5 — 6000', Dshagastai 5 — 7000', Kuldsha, 
Karakol, Issik-knl, Tekes, Dshanku, Tsitsirkan - Toka ad fl. Kash 5000' 
(A. Regel); in valle Narikol 5600', Maralty, ad fauc. Musart 6000' 
(Fetissow). Tibet, Hasora. Tashing 24 Sept. 1856 (Schlagintweit sub 
nom. G. Olimen Gr. = G. dshungaricae Fisch.). Kashmir. (Dr. Giles sub 
nom. G. decumbentis L.) Kuen-Lun. Tach-ta-chon 21 Juli 1889 (Robo- 
rowsky). 

G. Begeli mihi atque G. Renardi Rgl. (1. c.) affinis. 

7. Gentiana Kurroo Royle var. brevidens Maxim. Caulibus caespi- 
tosis, plerumque multifloris, foliis imis aggregatis lanceolatis obtusis, superio- 
ribus linearibus, calycis 5-fidi lobis brevibus inaequalibus subulatis, corollae 
calycem triplo superantis, azureae, campanulatae, lobis ovatis acutis, plicis 
integris acutis prominentibus, antheris liberis. Qi v. v. et s. 

China: Kansu (Przewalski, Potanin). Mongolia: Ordos (Potanin), 
Alaschan (Przewalski). 



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Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 508. 



ligues. 



Musnezow. Jleiie asiatick Gentian 



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l-4.Lr.MaXllIlDWiüZi n.sp.: l.corolfa. 2-3. ovarium. 4.calyx. 6-10. G.IeUC0ïïieIaeHa Mayiïïl. 5.fIos. S.caLyx. 7-7 semm . B-9.ovariumlO.cor.Ka. ll-14.(l_ 
g ipli OTiailtha MaXim ILfW 12.coroira.13. ovarium. 14.14. caEyjc. 15-19. G.prpiIFea. Ma)?im. 15.co-roIfa.16. cafyx.lZffos. 18. ovanum.l3se= 
■men. 20-23. G.Refjeit a.sp. 20.corof(a. 21,ovariuin. 22.fIos. 1i.cs.Lyx. 24-27. G.ÇjIoïïier a ta .n.sp 24. cor olCa. 25.oa p suf a. 26-27 c afy.x. 

2 8-30 CnibicunJa. Fran che t. 28. co-roiu. 2 9.ca psu ra..3û.fLos. 



jimt. f\ AB KicTSJiJiM, c.n.B. 



MANGES BIOLOGIQUES 

TIRES DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Revisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Caesareae Scientiarum 
Petropolitanae. I. Genus Cleptes Latr. Auetore Andrea a Semenow. 

(Lu le 9 Octobre 1891). 

Materialia hymenopterologica, quae in Museo Zoologico Academiae 
Caesareae Scientiarum Petropolitanae inveniuntur, quamvis adhuc longe 
incompleta sint, nihilo minus, praeter species nonnullas non descriptas vel 
parum cognitas, data quaedam nova ad faunam Imperii vastissimi Rossici, 
hucusque nimis ignotam, sensim sensimque melius cognoscendam praebere 
mihi videntur. 

Quam ob rem editionem singulorum conspectuum specierum, ad ea vel 
genera vel familias, quae in collectionibus Musei nostri plenius exhibita 
sunt, pertinentium, haud supervacuam esse censeo. 

Ad species generis Cleptes Latr. deter minandas praesertim «Mono- 
graphiam Chrysididarum orbis terrarum universi» (editio separata Academiae 
Scientiarum Hungaricae. Budapestini. 1889) cl. A. Mocsarii et ejusdem 
«Additamentum primum ad monographiam Chrysididarum orbis terrarum 
universi» (Termész. Füzetek, Vol. XIII. 1890, pp. 45 — 66) consultavi. 

Species ad faunam Imperii Rossici pertinentes asterisco (*), loca, quae 
in limitibus patriae nostrae inveniuntur, Utteris obliquis notata sunt. 



G. Cleptes Latr. 

(Mocsâry. Monogr., p. 35). 

l*. Cleptes nitidulus F. 

(Mocsâry. Monogr., p. 42). 

Petropolis (S. Solsky. 1869). — Districtus Jaroslawensis provinciae 
ejusdem nominis (A. Jakowlew. 29. VI. 1891; in Salice capred). — 
Districtus Dankowensis provinciae Rjasanensis (A. Semenow. 8. VI. 1890; 
in floribus Umbettiferarum). — Prov. Saratowensis: Sarepta (A. Becker. 
1874).— Silesia: Carolath (Dr. 0. Staudinger. 1873;collegit A. v. Müller 
6. VII. 1869). 

5 specimina (4 c?, 1 $). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 497. 



180 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMEKOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [t. XIII 

2*. Cleptes semicyaneus Tourn. 

(Mocsâry. Monogr., p. 51). 

Provinciae Jaroslaivensis districtus ejnsclem nominis (A. Jakowlew). 
— Prov. Twerensis: prope urbem Rzlmv (V. Bianchi. 13. VI. 1891). — 
Prov. Saratowensis: Sarepta (A. Becker). 

3 specimina (3 S). 

In speciminibus his omnibus femora omnia cyaneo-viridia, in individuis 
autem duobus (jaroslawensi et twerensi) tibiae intermediae et posteriores 
fortiter infuscatae nitoreque distincto aeneo-viridi ornatae sunt. 

Animadversio. Mares harum specierum affinium (i. e. Cl. nitiduli F. 
et Cl. semicyanei Tourn.) ita distinguendi sunt: 

Pronoto sat crebre punctulato, basi saepius levissime transversim 
subsulcato (= rudimentum seriei punctorum basalis). Abdominis segmento 
dorsali l°sat sparsim-, 2° sat dense subtiliter punctulatis, 3° rufo-testaceo, 
ad marginem tantum apicalem plus minusve piceo. 

Cl. nitidulus F. 

Pronoto sparsim punctulato y rudimento seriei punctorum basalis omnino 

nullo. Abdominis segmento 1° laevi et polito, 2° punctis aliquot subtilibus 

et valde dispersis notato, 3" vel maxima parte vel dimidio posteriore vel 

tantum margine apicali cyaneis aut viridi-cyaneis. 

Cl. semicyaneus Tourn. 

3*. Cleptes semianratus L. 

(Mocsâry. Monogr., p. 47). 

Tauria merid.: mons Tschatyrdagk (23. IV.). — Littora maris Caspii: 
Mangyschlak (A. Becker. 1872). — Specimen tertium sine indicatione 
incolatus (Herrich-Schaeffer). 

3 specimina (3 $). 

4. Cleptes flam mi fer, sp. n. 

$. Mediocris, validiusculus, capitis fronte et vertice, pronoto, mesonoto 
scutelloque laete igneo- seu purpureo-auratis, splendidis, facie aeneo- 
viridi, obsolete subaureo-marginata, genis temporumque parte inferiore 
viridi-auratis, illis ad basin mandibularum macula indeterminata cupres- 
centi- seu rubescenti-aurata notatis, mandibulis testaceis, basi leviter 
viridi-aenescentibus; collo pleurisque plus minusve cyaneo-viridibus, vage 

Bulletin N. S, II (2ÇXXIT) p. 498, 



T. XIIl] ACADEMIAB CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. I. GENUS CLEPTES LATK. i81 

subauratis; postscutello viridi-aurato, metanoto cyaneo; abdominis segmentis 
2 primis tertiique dimidio basali nec non margine angusto apicali rufo- 
testaceis, parte reliqua picea; antennarum scapo nec non femoribus omnibus 
(geniculis subtestaceis exceptis) coxisque plus minusve viridi-cyaneis, anten- 
narum flagellopiceo-nigro, tibiistarsisque omnibus ettotis testaceis; tegulis 
viridi-aenescentibus, extrorsum picescentibus. Antennis longiusculis, apicem 
versus distincte compressis, flagelli articulo 2° elongato, subcylindrico, tertio 
fere duplo longiore, ultimo apice sat fortiter acuminato. Capite pilis rigidis 
dispersisque nigris vestito, facie plana, sat fortiter crebreque punctata, 
interstitiis pnnctorum vix rugiformibus, sulculo longitudinal! integro et 
distinctissimo, inde ab ocello anteriore usque acl apicem clypei producto; 
vertice convexiusculo multo subtilius punctato, ocellis 2 posterioribus 
sulculo transverso sat profundo invicem conjunctis; genis sat longis, 
flagelli articulo 1° paulo longioribus; oculis subtiliter griseo-pubescentibus. 
Pronoto sat elongato, longitudinem mesonoti distincte superante, série 
punctorum transversa basali distincta instructo, disco convexo sat 
fortiter nec sparsim (anterius paulo crebrius) punctato parceque nigro-piloso, 
longitudinaliter inde a basi usque ad suturam anticam (collarem) latam 
fortiterque impressam distinctissime suie a to. Mesonoto scutelloque subtilius 
parciusque punctulatis, nitidioribus; postscutello sat crebre punctato; 
mesopleuris punctato-rugulatis. Metanoto irregulariter reticulato, carinis 
longitudinalibus parum deterrainatis; angulis postico-lateralibus leviter 
extrorsum clirectis, prominulis, sed summo apice parum acuminatis. Abdo- 
mine sat breviter ovato, segmento dorsali 1° in medio nec crebre nec disperse 
subtiliter punctulato, interstitiis punctorum laevibus modice latis; segmentis 
clorsalibus reliquis crebre et fortius punctulatis ideoque minus nitidis. Alis 
sat brevibus, fere aequabiliter sordidis, anticis cellula radiali apice distincte 
aperta. 

Long. 6 mm. 

Specimen unicum (1 ?) sine ulla indicatione loci incolendi, a cl. 
Herrich -Schaeffer olim acceptum, verisimiliter ex Europa meridionali. 

Haec forma, quae Cl. semiaurato L. $ primo intuitu haud dissimilis est, 
nonnullis tarnen characteribus, imprimis pronoto multo longiore longitudi- 
naliter distincte sulcato, abdominis forma, alis haud fasciatis, colore nonnul- 
larum partium corporis (praecipue antennarum) etc. ab illo longe divergens, 
Clepti Âbeillei Buyss. (Revue d'Entom. VI. 1887, p. 6. — Ibidem. VIL 
1888, p. 13. — Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 1889, p. 59) proxime 
affinis esse videtur nec sine dubio ad gradum speciei distinctae a me evecta 
est. Secundum descriptiones auctorum citatorum Cl. flammifer m. a Cl. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 493. 



182 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MÜSEI ZOOLOGICI [T. XIII 

Abeillei Buyss. praesertim facie in $ aeneo-viridi (nee nigra), ocellis 2 
posterioribus sulculo transverso conjunctis, pronoto abdominisque segmento 
dorsali primo crebrius punctatis coloreque tibiarum distinguendus est. — 
Facillime tarnen fieri potest, ut species, hic descripta, -cum Cl. Abeillei 
Buyss. conjungenda sit. 

5*. Cleptes fallax Mo es. x ) 

(Mocsâry. Monogr., p. 49). 

Germania: Kreuznach (Dr. F. Morawitz). 
1 specimen (1 $). 

6*. Cleptes obsoletus, sp. n. 

$. Minor, capite thoraceque supra sparsira nigro-, subtus corpore toto 
grisescenti-pilosis; capite obscure aeneo, temporibus maculisque duabus 
frontis plus minusve purpurascentibus, pronoto viridi-aeneo, subaurato 
(praesertim basi), mesonoto purpureo- aeneo, scutello et praesertim postscu- 
tello subeupreo-auratis, hoc leviter etiam purpurascenti, metanoto saturate 
cyaneo, haud opaco; abdominis tantum segmento basali fere toto seeundoque 
basi et praesertim ad latera plus minusve testaeeis, femoribus in medio, 
antennarum scapo superne flagelloque apicem versus sat fortiter infuscatis; 
tegulis pieeis vix aenescentibus. An tennis crassiusculis, flagelli articulo 
2° modice elongato nee cylindrico tertio sesqui longiore. Capite sat sparsim 
subtiliter irregulariterque punetato, secundum marginem occipitalem tenuiter 
sulcato-impresso, facie parum planata, genis distinetis. Pronoto elongato, 
longitudinem mesonoti multo superante, convexo, nitido, punetis subtilibus 
paucis valdeque dispersis (anterius crebrioribus et paulo fortioribus) notato, 
série punetorum transverva basali omnino nulla, sutura anteriore (quae 
partem collarem terminât) in medio obsoleta. Mesonoto, scutello et postscu- 
tello punetis perpaucis valde remotis subtilibusque instruetis, nitidis; 
mesonoto brevi, raesopleuris sat crebre rugoso-punetulatis. Metanoto irregu- 
lariter nee fortiter rugoso-subreticulato, carinulis subtilibus longitudinalibus 
aliquot distinetis; angulis postico-lateralibus brevibus nee extrorsum promi- 
nulis. Abdomine oblongo-ovato, segmento dorsali primo valde nitido, 
laevi ac polito, punetis tantum aliquot microscopicis in medio notato, 
reliquis crebre subtiliter punetulatis, 3° et praesertim 2° ad marginem poste- 



1) Secundum Mocsäry (Monogr. Chrysidid. 1889, p. 49) variëtas hujus speciei oecurrit etiam 
iu Rossia, apud Sareptam provinciae Saratowensis. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 500. 



T. XIÏl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. I. GENUS CLEPTES LATK. 183 

riorem plus minusve laevigatis. Alis brevibus, dimidium abdominis vix 
superantibus, sirapliciter sordidis, nervis fuscis, anticis cellula radiali apice 
leviter incompleta. 

Long. 4% mm. 

Prov. Saratowensis: Sarepta (A. Becker. 1867). 

1 specimen (1 $). 

Haec species abdominis segraento dorsali 1° laevi et polito, pronoto 
série punctorum basali omnino destituto aliisque notis CI. consimili Buyss. 
$ (= Gl. Chyzeri Mocs. Monogr. Chrysidid. 1889, p. 50. — Mocsâry. 
Termész. Füzetek. XIII. 1890, p. 47) affinis esse videtur, a quo tarnen 
praesertim magnitudine minore, thorace disperse parumque punctato, meta- 
noto cyaneo, haud nigro nee opaco, colore abdominis obscuriore, colore 
autem antennarum pedumque dilutiore facile dignoscenda est. 

7*. Cleptes ipitus F. 

(Mocsâry. Monogr., p. 52). 

Prov. Kiewensis: Umanj (Dr. F. Morawitz). — Prov. Saratowensis: 
Sarepta (A. Becker. 1866, 1868, 1872). 
5 specimina (2 c?, 3 $). 

8. Cleptes Buyssonis, sp. n. 

S. Submediocris, postice attenuatus, capite, pro- et mesothorace, anten- 
narum scapo et flagelli articulo primo pedibusque (tarsis piceo-rufescentibus 
exceptis) cyaneo-viridibus, his coloribus plus minusve variegatis, tegulis, 
metathorace, scutello et postscutello violacescenti-cyaneis, abdomine toto 
supra et subtus igneo- seu purpureo-aurato; corpore toto (cum abdomine) 
supra dense, infra paulo minus piloso, pilis omnibus rigidis et sat brevibus. 
obscuris et plus minusve (praesertim in inferiore parte corporis) grisescen- 
tibus. Antennis crassiusculis, nullo modo compressis, apicem versus modice 
attenuatis, flagelli articulo 2° cylindrico tertio sesqui longiore. Capite 
crebre subrugoso-punctato, facie parum deplanata, sulculo longitudinali 
medio nullo, clypeo brevi, in medio leviter subtruncato, genis flagelli arti- 
culo 1° vix longioribus. Pronoto longitudinem mesonoti parum superante, 
leviter convexo, modice crebre punctato, interstitiis punctorum distinctis 
laevibusque, ad marginem basalem leviter transversim impresso, sed série 
punctorum transversa basali nulla, parte anteriore (collari) crebrius rugoso- 
punctata suturaque omnino distincta postice terminata. Mesonoto remotius 
subtiliusque punctato, lobis lateralibus obsolete longitudinaliter sulcatis; 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 501. 



184 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [t. Xffl 

mesopleuris modice crebre subrugoso-punctatis. Scutello punctis tantum 
aliquot dispersis subtilibusque notato. Metanoto in medio leviter prominulo, 
irregulariter fere reticulatim rugato, carinulis longitudinalibus (externis 
obliquis) 4 plus minusve indicatis; angulis postico-lateralibus brevibus, 
haud productis, rectis. Abdomine thorace fere angustiore et multo breviore, 
gracili, elongato-ovato, posterius sensim distincte attenuato et leviter subacu- 
minato, segmento 1° subremote irregulariterque-, 2°, 3° quartique parte 
basali sat crebre fortiusque (fere ut in Cl. ingnito F. S) punctatis, 5° (ultimo) 
parvo et angustulo, omnino impunctato, apice carinula seu plica 
transversa terminato. Alis basi hyalinis, apicem versus leviter aequabi- 
literque sordidis, haud fumosis; anticis cellula radial i subcompleta. 

Long. 5% mm. 

Montenegro (Erb er). 

1 specimen (le?). 

Ad divisionem III. 3 cl. Mocsârii (Monogr. Chrysidid. 1889, p. 55) 
referendus; differt a Gleptibus: aurato Dhlb., orientali Dhlb. et Saussurei 
Mocs. imprimis pronoto série punctorum basali destituto, a Cl. Saussurei 
Mocs. (qui, secundum auctorem, pronoti série punctorum basali non satis 
distincta gaudet) praeterea — capite, pro- et mesonoto haud auratis. Species 
nostra nova Clepti Putoni Buyss., imperfecte ab auctore descripto (Revue 
d'Entom. V. 1886, p. 151.— Ibidem VIL 1888, p. 13. — Mocsâry. 
Monogr. Chrysidid. 1889, p. 56, ubi repetitur descriptio Dom. Buyssonis), 
proxime affinis et ab hoc solum corpore minus punctato, alis haud infumatis 
char acterib usque adhuc subtilioribus distinguenda esse videtur; quam ob rem 
speciem hanc novam haud sine dubio instituo clarissimoque entomologo 
gallico Comiti Roberto du Buysson dedico. 

9*. Cleptes Morawitzi Radoszk. 

(Mocsâry. Monogr., p. 60). 

Turkestan: Taschkent (Dr. F. Morawitz; legit cl. A. Fedtschenko). 
1 specimen typicum (1 $). 

io. Cleptes Mocsarii, sp. n. 

?. Minor, pilis rigidis nigris (in inferiore parte corporis plus minusve 
grisescentibus) dense vestitus, capite aeneo-nigro, parum nitido, varus 
locis (praesertim autem prope oculos et in vertice pone stemraata) violaceo- 
aeneo, pro- et mesonoto (cum pro- et mesopleuris), scutello et postscutello 

Bulletin N. S. H (XXXIV) p. 502. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREA.E SCIENT. PETROPOLIT. I. GENÜS CLEPTES LATR. 185 

viridi- et cupreo-auratis, modice nitidis, pronoti disco etiam plus minusve 
purpurascenti, nietathorace nigro, haud opaco, vage vix aeneo-micante, 
abdomine toto piceo, segmento tantum 1° basi (praesertim subtus) leviter 
rufescenti, femoribus piceis, tibiis praesertim in triente apicali tarsisque 
totis plus minusve rufescentibus, antennis totis fusco-piceis, harum scapo 
absque nitore metallico; tegulis rufo-piceis. Antennis crassiusculis nec com- 
pressis, flagelli articulo 2° haud cylindrico primo sesqui-, tertio duplo 
longiore, articulo ultimo apice obtuse subrotundato. Capite sat crebre nec 
fortiter punctato; vertice, fronte facieque convexiusculis, bac indea stemmate 
anteriore usque ad clypei apicem profunde longitudinaliter sulcata; genis 
leviter elongatis, flagelli articulo 1° aequilongis. Pronoto modice elongato, 
parum convexo, haud crebre simpliciterque punctato, basi secundum mar- 
ginem posticum distincte transversim impresso serieque obsoletissima 
punctorum fere indistinctorum praedito. Mesonoto disperse subtiliusque 
punctato; mesopleuris irregulariter, haud fortiter nec crebre rugoso-puncta- 
tis. Metanoto leviter deplanato, sat tenuiter subreticulato-rugato, carinulis 
longitudinalibus (plus minusve obliquis) tantum extrorsum leviter indicatis; 
angulis postico-lateralibus nullo modo productis nec prominulis, rectis. 
Abdomine mediocriter elongato, oblongo-ovali, segmento dorsali 1° impunc- 
tato sed modice nitido, ceteris haud crebre, subtilissime et nonnihil inae- 
qualiter punctulatis, ad marginem posteriorem plus minusve laevigatis. 
Alis trientem posteriorem abdominis longitudine superantibus, usque ad 
basin leviter sordidis, nervis fuscis; alis anticis cellula radiali incompleta, 
nervo radiali ante apicem sensim obliterate, quamvis distincte. 

Long. 5 mm. 

Hungaria (Erb er). 

1 specimen (1 $). 

Colore abdominis aliisque signis haec species accedit Glepti Morawitzi 
Rad. (Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 1889, p. 60), sed ab hoc capitis, thoracis 
(praesertim autem metathoracis), antennarum pedumque colore valde diverso, 
capite thoraceque multo fortius punctatis, densius et longius pilosis, facie 
multo profundius evidentiusque longitudinaliter sulcata, pronoto paulo bre- 
viore série punctorum basali haud omnino destitute, metathoracis angulis 
postico-lateralibus haud productis, rectis nec ullo modo spiniformibus, apice 
fere obtusiusculis, abdomine minus elongato, apicem versus minus angustato, 
antennis multo crassioribus et fortioribus etc. jam primo intuitu facillime 
dignoscenda est. Clepti consimili Buyss. $ (=Gl. Ghyzeri Mocs.) quoque 
affinis esse videtur, a quo, praeter colorem abdominis et mesonoti, facie 
distincte longitudinaliter sulcata, pronoto série punctorum transversa basali 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 503. 



186 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORÜM ETC. [T. XIII 

etsi obsoleta, attamen plus rainusve indicata, metathorace nigro sed non 
opaco, abdominis segmentis dorsalibus haud dense subtilissime punctulatis, 
1° omnino laevi etc. mox distinguenda est. 

Hanc speciem in honorem meritissimi monographi Ghrysididarum 
clarissimique hymenopterologi hungarici Dom. Alexandri Mocsâry Buda- 
pestinensis nominavi. 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 504. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES Dû 



BULLETIN DE L'ACADEMIE IMPERIALE DES SCIENCES DE ST.- PETERSBOURG. 

TOME XIII. 

Revisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Caesareae Scientiarum 
Petropoiitanae. II. Genus Abia (Leach). Auetore Andrea a Semenow. 

(Lu le 23 Octobre 1891.) 

Litterae, quibus ad species hujus generis determinandas praesertim usus 
sum, hae sunt: 

1. André, Éd. Species des Hyménoptères d'Europe et d'Algérie. T. I, 
1879 — 1881, pp. 29 — 32. 

2. Kirby, W. F. List of Hymen optera in the British Museum. Vol. I. 
Tenthredinidae and Siricidae. 1882, pp. 12 — 15, 388. 

3. Konow, Fr. W. Description de quelques espèces nouvelles de Ten- 
thrédinides et tableau analytique du genre Abia, in: Revue d'Entom. 
VI, 1887, pp. 1 — 3, 123. 

4. Konow, Fr. W. Tenthredinidae Europae et Catalogus Tenthredini- 
darum Europae, in: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1890, pp. 225 — 255. 

5. M oc sa ry, A. Hymenoptera nova europaea et exotica, in: Magy. 
Akad. Term. Értek. (Dissertationes physicae Academiae scientiarum 
Hungaricae). Vol. XIII. JV» 11, 1883, pp. 1 — 3. 

6. Sichel. Annales Soc. Ent. Fr. 1856. Bull., p. LXX VIII.— Ibidem. 
1865, p. 488; pi. X, ff. 2, 3. 

7. Thomson, C. G. Hymenoptera Scandinaviae. T. I, 1871 , pp. 26—30. 
Species faunae rossicae asterisco (*) notatae sunt; liüerae obUquae loca 

omnia in finibus Imperii Rossici significant. 

G. Abia (Leach). 

(Thomson. Hymen. Scand. I, 1871, pp. 26— 27.— André. Species Hymen. Eur. I, 1879—1881, 
pp. 17, 29. — Konow. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1890, p. 230). 

Subgen. I. PARABIA m. 

(A. Semenow. Horae Soc. Ent. Ross. XXV, 1890, p. 174). 

l*. Abia (Parabia) Jakowlewi m. 

(A. Semenow. Horae Soc. Ent. Ross. XXV, 1890, p. 172: J). 

Turkestan occid.: angustiae fluvii Madm in montibus Zerafschanensibus 
(A. Semenow. 26. V. 1888). 
1 specimen typicum (1 3). 

Bulletin N. S. II (XXXTV) p. 509. 



188 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MÜSEI Z00L06ICI [t. XIII 

Hujus speciei individuum alterum S (in niontibus Zerafschanensibus 
quoque ab ill. A. Fedtschenko olim lectum) in collectione Al. Jakowlewi, 
Jaroslawensis, vidi; in quo specimine nervus cubitalis alarum anticarum 
apice furcatus non est. Quam ob rem hoc Signum, in specimine nostro satis 
evolutum, potius individuale quam specificum esse censeo. 

Femina hujus speciei adhuc ignota est. 



Subgen. II. ABIA Leach in sp. 

(Thomson. Hymen. Scand. I, 1871, p. 27. — Konow. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 1). 

2.* Abia sericea L. 1 ) 

(Konow. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 2). 

Odessa (Widhalm. V. 1864). — Transcaucasia: Bor zliom (Acad. Dr. 
J. F. Brandt. 1867). — Germania: Berlin (Stein). — Germania. — Bavaria: 
Monachii. — Bavaria merid. — Austria (Erber). — Montenegro (Erber). — 
Praeterea nonnulla specimina e Museo Vindobonensi (Rogenhofer) absque 
indicatione loci incolendi. 

18 specimina (11 $, 7 $). 

3. Abia symballophtlialma, sp. n. 

S. A. scriceae L. simillima et maxime affinis, a qua solum his notis 
dignoscitur: antennarum flavido-testacearum basi (i. e. articulis 1°, 2° et 3° 
usque ad hujus trientem apicalem) et apice (plerumque tantum articulo 
ultimo) plus minusve infuscatis, articulo 4° paulo tenuiore et apice minus 
dilatato, oculis majoribus in vertice multo magis approximatis, subcontiguis, 
spatio angustissimo lineari separatis, temporibus paulo angustioribus, scu- 
tello paulo minus convexo, abdominis plaga dorsali velutino-tomentosa paulo 
angustiore, alarum anticarum macula obscura ad apicem cellulae 2 ae radia- 
lis nonnunquam evanescente. Ceterum A. sericeae L. omnino similis. — Ab 
A. fulgente André, cui accedit colore antennarum, differt imprimis antennis 
gracilioribus, articulo 4° longiore et multo tenuiore, oculis in vertice valde 
approximatis, temporibus minus latis, scutello convexiore, abdominis singu- 
lis segmentis magis convexis fortius et minus confertim sculptis, plaga 
velutino-tomentosa angustiore etc. — Femina latet. 

Long. 9 2 / 3 — 11 mm. 



1) De hujus speciei distributione geographica in Imperio Rossico cf. quoque: Schaposch- 
nikow (H. HIanouiHHKOBT>. Horae Soc. Ent. Ross. XVIII, 1884, p. 5) et Paczoski 
(I. ïlanocKifi. 3anncKH KieBCK. 06m,. EcTecTBoncn. X, 1889, dp. IV). 

Bulletin N. S. IT (XXXIV) p. 510. 



T. Xni] .ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. II. GENUS ABIA (LEACH). 189 

4 specimiiia (4 S) sine indicatione incolatus e Museo Vindobonensi 
(Rogenhofer) nec non a cl. Herrich- Schaeffer olim accepta; verisirni- 
liter ex Europa occidentali. 

Haec species Abiae sericeae L. adeo proxima est, ut descriptionera ejus 
magis disertam plane super vacuam esse censeam. 



4* Abia flllgens André. 

(Ko now. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 2). 

Caucasus centr.: Kasbek (Dr. F. Morawitz. 3. VIII. 1875).— Helvetia: 
Montreux (9. VI.). 

3 specima (1 <?, 2 $). 

5. Abia nitons L. 

(Konow. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 2). 

Sine indicatione loci incolendi (Herrich -Schaeffer). 
3 speciraina (2 $, 1 $). 

Subgen. ZARAEA Leach. 

(Thomson. Hymen. Scand. I, p. 28. — Konow. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 1). 

6. Abia (Zaraea) anrulenta Sich. 

(Konow. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 1). 

Austria (Erb er). — Carniolia. 
3 specimina (2 $, 1 $). 

7.* Alna (Zaraea) fasciata L. 2 ) 

(Konow. Revue d'Entom. VI, 1887, p. 1). 

Districtus Banenburgensis provinciae Rjazanensis (A. Semenow. 1 et 
8. VI. 1883). — Sibiria centralis: Pochabicha (A. Czekanowski). — 
Sibiria centralis: vallis fl. Kitojkin (Härtung. 16. — 19. VI. 1873). — 
Helvetia (Meyer -Dür). — Helvetia: Chur (Kriechbaumer). 

9 specimina (9 $). 



2) Quod attinet ad distributionem geographicam hujus speciei in finibus Imperii Rossici, 
cf. quoque: A. Jakowlew (Horae Soc. Ent. Ross. XX, 1887, p. 237) et Scbaposctnikow 
(Ibidem. XVIII, 1884, p. 5). 

Bnlletin N. S. II (XXXIV) p. 511. 14 



190 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [t. XIII 

8. Abia (Zaraea) nigricornis Leach. 

(Konow. Eevue d'Entom. VI, 1887, p. 2). 

Helvetia (Meyer -Dur). — Helvetia: Chur (Krieclibaumer). — Ger- 
mania. 

5 specimina (5 $). 

9. Abia (Zaraea) mutica Thoms. 

(Konow. Eevue d'Entom. VI, 1887, p. 1). 

Austria (Erb er). 

2 specimina (1 $, 1 $). 

10*. Abia (Zaraea) sibirica Mocs. 3 ) 

(Mocsâry. Magy. Akad. Term. Értek. Vol. XIII. JV» 11, 1883, p. 3). 

Minor, levissime depressa, haud dense nigro-pilosa, subnitida, obscure 
viridi-aenea, thorace vix cuprescenti, ventre in medio piceo leviterque 
rufescenti, antennis nigro-piceis, genubus, tibiis tarsisque stramineis. Anten- 
nis sat brevibus, articulo 4° tertio fere 2% breviore, clava crassiuscula, 2- 
articulata (i. e. articulis duobus ultimis omnino connatis). Capite submicro- 
scopice crebre coriaceo ideoque modice nitido, subtiliter remote punctato; 
temporibus sat latis. Thorace subtiliter remote punctulato, subnitido, inter- 



3) Qua specie non sine dubio a me determinata, descriptionem nonnib.il incompletam 
cl. Mocsârii (1. c.) hic transcribere baud supervacuum existimo: 

«Abia Sibirica. — Aenea vel subvirescenti-aenea, fusco-pilosa; antennis brunneis, arti- 
culo sexto uniarticulato; mandibulis rufo-piceis, vertice dense minus crasse rude-rugoso; 
mesonoto et scutello aeneo-splendentibus, illo cum mesopleuris dense subtilissime rugosiuscule- 
punctulatis, punctis sparsis majoribus, boc dense fortius punctato; abdominis segmentis dorsa- 
libus virescenti-aeneis, valde dense subtilissime rugosiuscule-punctulatis, sericeo-pubescentibus, 
impressione basali coerulea, segmento primo medio carinato; femoribus aeneis, genibus, tibiis 
tarsisque pallide testaceis, unguiculis muticis; alis byalinis, iridescentibus, ad radicem brunneis, 
venis testaceis, superioris apicem versus infuscatis, bujus cellulis: costali, discoidali tertia, 
saepius etiam primae apice, radiali secunda et cubitalibus duabus ultimis cum basi stigmatis, 
infuscatis. 

Femina: labro testaceo, abdominis segmentis ventralibus, ultimo aeneo excepto, coxis ac 
trocbanteribus pedum duorum posteriorum pallide-testaceis. — Long. 9 l / 2 m / m . 

Mas: labro piceo-rufo, abdominis segmentis dorsalibus 4 — 6 plaga quadrata holosericeo- 
atro-tomentosa ornatis, distincte carinatis, carina postice abbreviata, ventralibus nigris, postice 
tenuiter albido-marginatis, coxis ac trochanteribus aeneis. — Long. 8 m / m . 

Variât mas: lobis lateralibus mesonoti nigro-aeneis. 

Abiae muticae Tboms. pariter socia esse videtur; sed colore capitis, antennarum, thoracis 
et abdominis, ab ea certe distincta. — Ab Abia nigricorne Leach (bifida Thoms.), colore 
nimium simili: antennis brunneis, colore ventris et praesertim unguiculis muticis, differt. 

Patria: Sibiria; olim ab Alberto Kindermann hungaro lecta». 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 512. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAB. SCIENT. PETROPOLIT. II. GENUS ABIA (LEACH). 191 

stitiis punctorum fere laevibus, sparsim (ad latera paulo densius) breviterque 
nigro-piloso. Scutello deplanato, crebrius fortiusque punctulato. Abdomine 
sat late ovali, microscopice subcoriaceo, subsericeo-pubescenti, singulis seg- 
mentis haud convexis. Alis fulvescenti- hyalinis, anticis macula magna fusco- 
testacea limbum anteriorem occupante, inferne in cellulam 2 am discoidalem 
dilatata, sub stigmatis picei basi obscuriore ibique utrinque maculam hyali- 
nam séparante ornatis. Unguiculis muticis. 

$. Capite thoracisque lateribus sat dense longius nigro-pilosis; oculis in 
vertice valde approximatis, spatio angustissimo separatis; antennis gracilio- 
ribus, clava sat tenui leviterque elongata; abdominis segmentis 4° — 6° plaga 
parum determinata velutino-tomentosa breviterque nigro-pilosa ornatis. 

$. Capite thoracisque lateribus sparsim brevius nigro-pilosis; oculis in 
vertice late distantibus; antennis brevioribus, clava brevi et incrassata. 

Species Abiae muticae Thoms. valde affinis et ab hac tantum magnitudine 
minore, capite tlioraceque (praesertim in $) minus punctatis, ideo multo 
nitidioribus, multo minus breviusque pilosis (praecipue thorace), antennis 
(praesertim in $) distincte brevioribus clavaque breviuscula multo magis 
incrassata .discrepans. 

Long. 9 mm. 

Sibiria centralis: vie. Erbochogon ad fl. Tungusham Inferiorem (A. 
Czekanowski. 17. VI. 1873), Gliamardaban (A. Czekanowski. 1871). 
2 specimina (1 $, 1 $). 

Additamentum. 
Conspectus dicliotomicus specicrum palacarcticanim g-esieris Âbia (Leach). 4 ) 

I (IV) Antennae clava crassiuscula, plus minusve ovata, distincte 3-articu- 

lata, i. e. articulis duobus ultimis (6° et 7°) distincte separatis. 

II (III) Corpus subdepressum, totum longe ac dense hirsutum. Abdomen in 

mare plaga velutino-tomentosa dorsali omnino destitutum, singulis 
segmentis nullo modo convexis. Alae anticae cellula appendicea 
distincta, cellula 2 a cubitali brevi, nervi cubitalis fragmento medio 
(quod cellulam 2 am cubitalem limitât) ejusdem parte apicali (quae 
cellulam cubitalem 3 am terminât) fere triplo brevàore. Antennae bre- 
viusculae. Unguiculi bifidi. 
Subgen. I. PAR ABI A m. 

4) Fontes: 
Konow, Fr. W. Revue d'Entom. VI, 1887, pp. 1 — 2. 
Thomson, C. G. Hymenoptera Scandinaviae. I, 1871, pp. 26 — 30. 
André, Éd. Species des Hyménopt. d'Europe. I, 1879 — 1881, pp. 29 — 32. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 513. -^* 



192 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [t. XIII 

III (II) Corpus haud depressum, subglabrum ($) vel vage breviusque pilosum 

($). Abdomen singulis segmentis plus minusve convexis, in mare 

segmentis 4° — 7° plaga velutino-tomentosa semper optime determi- 

nata ornatis. 

Subgen. IL ABIA Leach. 

IV (I) Antennae clava elongata, quasi 2-articulata, i. e. articulis 2 ultimis 

(6° et 7°) omnino connatis vel indistincte separatis. Abdomen segmen- 
tis 4° — 7° in mare plaga velutino-tomentosa modo nulla modo parum 
determinata. 

Subgen. III. ZARAEA Leach. 

Subgen. I. PARABIA m. 

Species unica: subdepressa, tota dense ac longe albido-hirsuta 
($), subopaca, nigro-aenea, abdomine subtus in medio late testaceo; 
antennis nigris, clava picea; oculis in vertice approximatis, attamen 
spatio latidudini tibiae posterions subaequali separatis ($); tborace 
non convexo, haud crebre punctato; scutello deplanato crebrius 
punctato; abdomine fere indistincte punctulato; alis hyalinis, medio 
fascia transverso-obliqua parum determinata maculaque sub stigmate 
fuscescentibus notatis. — $ latet. — Long. 1 1% mm. 

A. Jakowlewi m. $. 

Subgen. IL ABIA Leach. 

1 (8) Unguiculis bifidis. 

2 (5) Abdominis singulis segmentis valde convexis; scutello fortiter convexo 

et super metanotum altius elato; feminae vagina apicem versus 
angustata, glutiniis contiguis; unguiculis acute bifidis. 

3 (4) Oculis maris minoribus, in vertice spatio distinctissimo, latitudini arti- 

culi 3 U antennarum aequante vel etiam hanc paulo superante separatis; 

abdomine maris plaga dorsali velutino-tomentosa latiore ornato; 

antennis flavido-testaceis, saepissime unicoloribus. — Long. 10 — 

13 mm. 

A. sericea L. <5$. 5 ) 

4 (3) Oculis maris majoribus, in vertice fere omnino contiguis, spatio 

angustissimo lineari indistincte separatis; abdomine maris plaga dor- 
sali velutino-tomentosa angusta ornato; antennis flavido-testaceis 



5) Quod attinet ad synonymiam hujus speciei, cf. Konow. Catal. Tenthredinid. Eur., in: 
Deutsch. Ent. Zeitscbr. 1890, p. 243. 
Bulletin N. S. II (XXXI?) p. 5U. 



T. XIll] ACADEMIAB CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. II. GENUS ABIA (LEACH). 193 

basi et apice plus rainusve distincte infuscatis. — Ç latet. — Long. 

92/ i\ mm 

3 A. symbattophthalma m. $. 

5 (2) Abdominis dorso subcontinuo, singulis segmentis vix convexis; scu- 

tello minus convexo et super metanotum vix elato; feminae vagina 
apicem versus dilatata, glutiniis hiantibus. 

6 (7) Unguiculis acute bifidis; antennis flavido-testaceis unicoloribus; abdo- 

minis dorso in femina non ruguloso, sparsim punctata, caeruleo- 
nitenti; vagina apicem versus parum dilatata, glutiniis parvis. — 

Long. 10 — 11 mm. 

A. mtens L. $ $. 

7 (6) Unguiculorum dente inferiore saepissime multo breviore; antennis 

flavido-testaceis basi et apice distincte infuscatis; abdominis dorso in 
femina subtilissime et confertissime ruguloso et punctulato, opaco; 
vagina apicem versus dilatata, glutiniis magnis. — Long. 11— 12 mm. 

A. fulgens André $ $, 

8 (1) Unguiculis muticis; antennis nigris; obscure aeneo-nigra, dense 

nigro-pilosa, capite virescenti-aeneo, pronoto et scutello aeneo-splen- 

dentibus, valde dense subtilissime subrugoso-punctulatis. — 2 latet. — 

Long. 10 mm. (Ex Mocsâry). 6 ) 

A. himganca Mo es. $. 



6) Mocsâry. Magy. Akad. Term. Értek. Vol. XIII. JV« 11, 1883, p. 1: 

«Abia HuDgarîca. — Obscure aeneo-nigra, dense nigro-pilosa; clypeo, fronte supra anten- 
nas, vertice et temporibus virescenti-aeneis; antennis nigris, articulo sexto distincte biarticulato, 
labro et mandibulis rufo-piceis; pronoto et scutello aeneo-splendentibus, dense rugosiuscule- 
punctulatis, mesonoto opaco, subtilissime coriaceo; abdominis segmentis dorsalibus aeneo-splen- 
dentibus, valde dense subtilissime subrugose-punctulatis, sericeo-pubescentibus, lateribus et 
segmentis tribus primis medio nigro-pilosis, his in medio obsolete carinatis, 4 — 6 plaga 
quadrata holosericeo-atro-tomentosa ornatis, distincte carinatis, carina postice abbreviata, seg^ 
mentis ventralibus nigris, opacis, postice tenuiter albido-marginatis; femoribus obscure aeneo- 
nigris, genibus, tibiis tarsisque pallide-testaceis, unguiculis muticis; alis byalinis iridescentibus, 
ad radicem nigris, venis testaceis, superioris apicem versus infuscatis, hujus cellulis: costali, 
discoidali prima et tertia, radiali secunda et cubitalibus fuscis, stigmate testaceo, basi infus- 
cato. — $; long. 10 m / OT . 

Abiae muticae Thorns. (Hymenoptera Scandinaviae. Tom. I, 1871, pag. 28. n. 3) valde 
similis esse videtur; sed antennarum articulo sexto distincte biarticulato, pronoto et scutello 
aeneo-splendentibus, mesonoto subtilissime coriaceo, abdominis segmentis dorsalibus aeneo- 
splendentibus, baud cupreo-oricbalceis, praecipue distincta. 

In Hungaria meridionali ad thermas Hèrculis sacras Mebadienses anno 1881 circa finem 
Aprilis a Ioanne Pâvel, Musei Nationalis Hungarici collectore, détecta». 

Nescio, cur in «Catologo Tentbredinidarum Europae», a cl. Fr. W. Konow novissime edito, 
(Deutscb. Ent. Zeitschr. 1890, pp. 241 — 254) Tenthredinidae nonnullae palaearcticae etiam ad 
faunam europaeam pertinentes [inter alia quoque: Abia hungarica Mo es., Strongylogaster 
caucasiens Schaposcbnikow (Entom. Nachrichten, berausg. von Dr. Karsch. 1885, p. 181), 
Sciopteryx Semenowi A. Jak. (Horae Soc. Ent. Ross. XX, 1887, p. 240), deinde varietates 
nonnullarum specierum ab Al. Jakowlew descriptae etc.] plane omissae sint. — Cf. quoque 
animadversionem Al. Jakowlewi, in: Hor. Soc. Eut. Ross. XXVI, 1891, p. 58 (post descrip- 
tionem Aïïanti Jakowlewi Knw. in litt.). 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 515. 



194 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM fflUSEI ZOOLOGICI [ï. XIII 

Subgen. III. ZARAEA Leach. 

1 (8) Unguiculis muticis. 

2 (7) Antennis nigris, corpore aeneo-nigro. 

3 (6) Scutello deplanato; alis anticis dilute fuscescentibus, basi maculaque 

in cellula l a discoidali sita et fascia ante apicem subhyalinis; corpore 
minus obscuro, nitore metallico distinctissimo; femina abdomine 
unicolori; mas abdomine plaga dorsali velutino-tomentosa, etsi parum 
determinata, attamen bene distincta ornato, torulis lateralibus nullis. 

4 (5) Capite thoraceque crebre punctulatis ideoque subopacis, longe ac 

dense nigro-pilosis; antennis longioribus, clava modice incrassata. 
Long. 9% — 11 mm. 

A. mutica Thoms. <$$. 

5 (4) Capite thoraceque sat sparsim punctulatis (praesertim in $) ideoque 

nitidulis, brevius ac minus dense nigro-pilosis; antennis brevioribus, 
clava fortiter incrassata (praecique in Ç). — Long. 9 mm. 

A. sibirica Mocs. <5$. 7 ) 

6 (3) Scutello convexo, transverse elato; alarum anticarum basi albida, 

fascia media sine macula dilutiore; corpore vix punctulato, obscuro, 
nitore metallico vix distincte; femina segmento primo abdominali 
ventrisque basi albidis, nonnunquam metathorace quoque concolori; 
mas abdomine absque plaga dorsali velutino-tomentosa, segmentis 
7° et 8° utrinque torulo e pilis nigris praeditis, oculis in vertice sub- 
contiguis. — Long. 10 — 12 mm. 

A. fasciata L. $2- 

7 (2) Antennis inde ab apice articuli 3 Ü rufo-testaceis, apice interdum 

leviter infuscatis; corpore aureo-cupreo, genubus, tibiis, tarsis ven- 
trisque maxima parte rufo-testaceis; alarum anticarum basi albida, 
fascia media in cellula discoidali l a maculam dilutiorem continente; 
abdomine maris sine plaga velutino-tomentosa dorsali; oculis maris 
in vertice subcontiguis; feminae vagina glutiniis sat magnis, apice 
divergentibus. — Long. 10 — 12 mm. 

A. aurulenta Sich. <$$. 

8 (1) Unguiculis bifidis; abdomine in mare plaga dorsali velutino-tomen- 

tosa distincta ornato. 



7) Cf. supra, nota 3 a hujus opusculi. 

Bulletin H. S. II (XXXIV) p. 516. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. II. GENUS ABIA (LEACH). 195 

9 (10) Antennis medio rnfis; capite thoraceque et abdominis segmentis tribus 

primis in femina fortius et sparsim punctatis; ejusdem singulis seg- 
mentis in mare subconvexis. — Long. 11 — 12 mm. (Ex Konow). 8 ) 

A. candens Knw. $$. 

10 (9) Antennis nigris; abdominis dorso in femina confertim et subtiliter 

punctulato. — Long. 9% — 12y 2 mm. 

A. nigricomis Leach. <$$ 9 ) 

Praeterea ad faunam palaearcticam pertinent hae species mihi in natura 
plane ignotae: 

1) Abia parvula Konow (nomen nudum). Deutsch.. Ent. Zeitschr. 
1890, p. 243. — Ex Hercynia. (Species adhuc inedita). 

2) Abia janonica Cameron. Trans. Nat. Hist. Soc. Glasgow. (N. S.) I, 
1886, p. 269. — E Nagasaki. 

3) Abia Lewisi Cameron. Ibidem, p. 270. — Ex Jokohama. 



8) Konow. Kevue d'Entom. VI, 1887, pp. 2, 123. 

9) De syuonyinis hujus speciei cf. Konow. Catal. Tenthredinid. Europae, in: Deutsch. Ent. 
Zeitschr. 1890, p. 243, nee non Kirby. List of Hymenopt. Brit. Mus. I, 1882, p. 14 (sub: Abia 
onicerae). 



Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 517. 



MANGES BIOLOGIQUES 

T1EÉS Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Revisio Hymenopterorum Musei Zoologici Academiae Caesareae Scientiarum 
Petropolitanae. III. Familia Evaniidae. Auctore Andrea aSemenow. 

(Lu le 20 Novembre 1891). 

Species Evaniidarwm hic enumeratae secundum monographiam recentem 
cl. Augusti Schlettereri, quae inscribitur: «Die Hymenopteren-Gruppe 
der Evaniideu» (Annalen des k. k. Naturhistoriscli. Hofmuseums in "Wien. 
Bd. IV, 1889, pp. 107 — 180; 289 — 340; 373 — 546) determinatae 
sunt. Praeterea opusculo Dom. B. Jaroscliewskii, quod inscribitur: 
«IlepeqeHL Evaniidae, HaiUeHHbixt bï. XapbKOBCKOH ryöepuin», i. e. «Cata- 
logus Evaniidarum in provincia Charkowensi observatarum» (TpyAbi O6111,. 
ïïcnbiT. Ilpnp. npn Hmd. XaptK. YmiBepc. T. XXIV, 1890, CTp. 385 — 
397) nec non litteris omnibus post opus egregium supra nominatum cl. 
Schlettereri editis, in quibus descriptiones Evaniidarum inveniuntur x ), 
usus sum. 

Species nonnullae rariores, vel plane novae sive ineditae, vel in fauna 
rossica adhuc ignotae, vel collectionibus Musei nostri déficientes a DD. 
Alexandro Jakowlew Jaroslawense, D-re Ferdinando Morawitz et prae- 
sertim Johanne Schewyrew Petropolitanis liberalissime mecum communi- 
catae sunt; quam ob rem omnibus his viris gratias ago maximas. 

Species faunae rossicae asterisco (*) notatae sunt, litter ae, obliquae loca 
omnia in finibus Imperii Rossici sita significant. 

Gen. I. Evania F. 

(Schletterer. L. c, p. 118). 

l . Evania appendigasler L. 

(Schletterer. L. c, p. 136). 

Algeria (S. Solsky. 1864; legit Lallemant). — Zanzibar et Somali 
(Dr. 0. Staudinger). — Archipelagic Indicus (Dr. G. Kraatz). — Cuba 
(Sievers). 

9 specimina (3 <?, 7 $). 



1) Utpote: Magretti. Imenotteri di Siria etc., ia: Annali del Mus. Civ. di Stör. Natur, di 
Genova. 2 Ser. IX (XIX), 1889 — 90, pp. 522 — 548. — Taschenberg. Zu den Hymenopt.- 
Gatt. Evania u. Gasteruption, in: Berlin. Ent. Zeitschr. 1891, pp. 11 — 16. 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 9. 



198 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [t. XIII 

2.* Evania dimidiala F. 

(Schletterer. L. c, p. 138). 

Territorium maris Gaspii: Baku (A. Goebel. VI. et VII. 1863). — 
Maris Gaspii insula Asliur-ade (C ho do row sky). — Provincia Transcaspica: 
Aschàbad (A. Semenow. 14. VI. 1888). — Prov. Transcaspica: montes 
Kopet-dagh prope Tschuli (A. Semenow. 29. — 30. IV. 1888). 

8 specimina (3 <S, 5 Ç). 

3. Evania cribrata, sp. n. 

c?. Nigro-picea, parum nitida, antennis (praesertiin basin versus) pedi- 
busque 4 anterioribus sat pallide rufis. Antennis in medio oculorum longi- 
tudinis insertis, scapo flagelli articulo 2° paulo breviore, hoc flagelli arti- 
culo 1° quadruplo, flagelli articulo 3° distincte sed parum longiore. Capite 
toto (cum temporibus genisque) fortiter crebreque punctato-cribrato, punc- 
tis in facie minus regularibus, vage confluentibus, facie praeterea subti- 
lissime punctulata vel punctulato-rugulosa, fere plana, utrinque ad apicem 
levissime longitudinaliter impressa; fronte planiuscula, vix impressa; genis 
flagelli articulo 3° distincte brevioribus; margine occipitali postico leviter 
angusteque subelevato; ocellis posterioribus ab oculis minus quam flagelli 
articuli 3" longitudine, invicem fere duplo plus distantibus; oculis majus- 
culis, elongatis, ellipticis. Pronoto lateraliter utrinque angulo distincte sed 
parum prominulo instructo. Mesonoto medio leviter convexiusculo, grosse 
sed haud profunde nec regulariter punctato-cribrato, praeterea subtilissime 
disperse obsoleteque punctulato, secundum lineas parapsidales propter 
sculpturam fortem partium confinium parum conspicuas sed bene determi- 
natas sat fortiter impresso, lobis lateralibus (praesertim acl angulos posticos 
leviter subreflexos) valde nitidis, fere laevibus; margine postico utrinque 
extrorsum (i. e. ad mesonoti angulos posticos obtusiusculos) vix (fere indis- 
tincte) obliquato. Scutello grosse irregulariter cribrato, medio longitudinaliter 
profunde impresso et sic quasi bipartite, utriusque partis apice retrorsum 
fere conice prominulo. Metasterni processu posteriore forcillato, ramis for- 
titer divergentibus. Segmento mediano grosse et regulariter rugoso-reticu- 
lato, sparsim breviterque (parum conspicue) pubescenti, superne glabro, 
utrinque a metapleuris sulco sat angusto et bene determinato (fere ut in 
E. dimidiata F.) separate. Sterno toto fortiter cribrato-punctato. Abdominis 
petiolo irregulariter grosse nec crebre punctato-rugato; ejus basi ab abdo- 
minis parte posteriore compresso-subelliptica multo (fere sesqui) plus quam 
a scutello distante. Coxis posterioribus fortiter, grosse et sat crebre (prae- 

Bnlletin N. S. III (XXXV) p. 10. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAKEAE SCIENT. PETEOPOUT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 199 

sertim subtus) punctatis, evidenter sed parum dense breviterque pubescen- 
tibus. Tibiis tarsisque quattuor posterioribus haud spinosis; tibiarum posti- 
carum calcari apicali majore trientem metatarsi distincte sed parum super- 
ante; tarsorum posteriorum metatarso articulis quattuor ceteris simul 
sumptis multo breviore, longitudinem articulorum duorum sequentium (2 1 et 
3 H ) simul sumptorum haud superante. Alis hyalinis, anterioribus praeter 
cellulas 3 basales cellulis quoque: radiali, cubitali, discoidali et submediali 
externa omnino determinatis; cellula radiali sat magna. 

$. Antennis tenuibus et elongatis, flagello in medio vix incrassato et 
indistincte fusiformi; scapo articulis tribus primis flagelli simul sumptis 
fere aequilongo. Oculis quam in mare distincte minoribus, genis flagelli 
articulo 3° etiam paulo longioribus. Abdominis parte posteriore subsecuri- 
formi. Ceterum mari similis. 

Long. 8 — 9 mm. 

2 specimina (1 c?, 1 $) sine ulla indicatione incolatus, a cl. Lederer 
anno 1867 accepta; verisimiliter e subregione mediterranea (sensu zoogeo- 
graphico) regionis palaearcticae. 

Species insignis et egregia, a congeneribus omnibus capite corporisque 
maxima parte fortiter cribratis, praesertim autem scutello longitudinaliter 
bipartite mox distinguenda. Secundum monographiam cl. Schlettereri et 
liujus operis tabulas dichotomicas (1. c, pp. 125 — 136) inter Evanias: 
punctatam Bru 11. et dimidiatam F. in systemate collocanda; praeter specia- 
litates jam supra indicatas ab ilia — antennis distincte longioribus, segmento 
mediano multo minus pubescenti, abdominis petiolo longiore irregulariter 
grosseque punctato, metatarsis posterioribus articulis 4 ceteris eorundem 
tarsorum multo brevioribus etc.; ab hac — colore corporis, segmento mediano 
multo minus pubescenti, abdominis petiolo haud laevi sed fortiter irregula- 
riterque sculpto, coxis posticis multo grossius crebriusque punctatis aliisque 
notis divergens. Ab E. appendigaster L., cui subaffinis quoque, praeter 
structuram singularem scutelli et sculpturam capitis, antennis longioribus, 
sculptura thoracis coxarumque posticarum multo fortiore, abdominis petiolo 
fortiter punctato nec ullo modo laevi, colore pedum antennarumque etc. 
omnino discedens. 

4.* Evania punctata Brull. 

(Schletterer. L. c, p. 140). 

Tauriae littus méridionale (Widhalm. 1864). — Graecia(Tieffenbach. 
1866). — Malaca(Tieffenbach. 1866).— Andalusia (Dr. 0. Staudinger). 
8 specimina (6 cf, 2 $). 

Bulletin N. S. Ill (XXXY) p. II. 



200 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORÜM MUSEI Z00L0GIC1 [T. XIII 

5* Evania minuta Oliv. 2 ) 

(Schletterer. L. c, p. 143). 

Fennia: Terijoki (Dr. F. Morawitz. 10. VII. 1891). — Helvetia: 
Geneva (Chevrier). 
3 specimina (3 $). 

Gen. II. Gasteryption Latr. 

(Schletterer. L. c, p. 373). 

i* Gasteryption affectator L. 3 ) 

(Schletterer. L. c, p. 384). 

Fennia: Ekenäs (A. Morawitz). — Fennia: Terijoki (Dr. F. Mora- 
witz). — Petropolis (A. Morawitz. 26. V., 2, 10. VI. 1861; 7. VII. 
1862). — Petropolis (Acad. Dr. A. Strauch. 1869).— Petropolis (Dr. F. 
Morawitz). — Luga provinciae Petropolitanae (S. Solsky. 1871). — 
Districtus Lugensis prov. Petropolitanae (S. Solsky. 1871). — Distr. Boro- 
wiczensis prov. Noivgorodensis (A. Jakowlew. 16. VI. 1891). — Distr. 
Jaroslawensis provinciae ejusdem nominis (A. Jakowlew. 13. VIL 1891; 
in floribus Pastinacae). — Distr. Dankowensis prov. Bjazanensis (A. Seme- 
now. 27. V., 11, 19, 28. VI. 1890). — Distr. Banenburgensis ejusdem 
provinciae (A. Semenow. 1. VI. 1890). — Pensa (A. Czekanowsky. 
1864). — Prov. Penzensis (A. Czekanowsky. 1864). — Prov. Gharko- 
wensis (J. Schewyrew. 9. VII. 1884). — Sarepta provinciae Saratowensis 
(A. Becker). — Gaucasus orient.: Derbent (A. Becker. 1868). — Trans- 
caucasia: Delizlian (Dr. A. Brandt. 7. VI. 1879). — Sibiria centr.: prov. 
Irkutensis: Padun ad fl. Angarain (A. Czekanowsky. 1867). — Sibiria 
orient.: Amur (Acad. Dr. L. a Schrenck). — Germania: Wiesbaden (S. 
Solsky. 1864). — Bavaria: Würzburg (A. Morawitz). — Europa merid. 
(Erber). — Hispania: Avila (Dr. G. Seidlitz. 1865). 

Multa specimina ($ et $). 

2* Gasteryption rubricans Guér. 4 ) 

(Schletterer. L. c, p. 400). 

Tauria (J. Schewyrew. VII. 1880).— Turkestan: Taschkent (W. Balas- 
soglo). — Montenegro (Erber). — Andalusia (Dr. 0. Staudinger). 
5 specimina (5 $). 



2) Quod attinet ad distributionem geographicam hujus speciei in finibus Imperii Rossici, cf. 
quidem: B. Jaroschewsky. L. c, p. 387. 

3) Cf. quidem: Jaroschewsky. L. c, p. 387. 

4) Cf. quidem: Jaroschewsky. L. c, p. 388. 
Bulletin H. S. III (XXXV) p. 12. 



T. XIIl] ' ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETEOPOLIT. III. PAMILIA EVANIIDAE. 201 

3.* Gasteryption rugulosum Ab. 

(Schletterer. L. c, p. 401). 

District-us Danlcoivensis provinciae Bjazanensis (A. Semenow. 18. VI. 
1890). — Prov. Transcaspica: montes Kopet-dagli prope Tsclmli (A. Seme- 
now. 29. — 30. IV. 1888).— Hispania: Escurial (Dr. G. Seidlitz. 1865). 

4 specimina (4 S). 

4.* Gasteryption tibiale Schlett. 

(Schletterer. L. c, p. 402). 

Provincia Tamboivensis (A. Czekanowsky. 1864). — Littus méridio- 
nale Tauriae (Widhalni. 1 864). — Caucasus occid.: TJtsch-dere (E. Koenig. 
16. VIII. 1888). — Caucasus orient.: Derbent (A. Becker. 1874). — Sibiria 
centr.: Krasnoyarsk (Dr. F. Morawitz; legit Streblov). — Insula Corcyra 
(Erber. 1867). 

7 specimina (5 S, 2 $). 

5.* Gasteryption pyrenaicum Guér. 5 ) 

(Schletterer. L. c, p. 405). 

Tauriae littus méridionale (Widhalm. 1864). — Sarepta provinciae 
Saratowensis (A. Becker. 1865). — Transcaucasia: Lagodechi (A. Jakow- 
lew; legit Mlokossewicz. VIL 1891). — Prov. Transcaspica: montes 
Kopet-dagh prope Tschidi (A. Semenow. 29. — 30. IV. 1888). 

5 specimina (2 <?, 3 $). 

6.* Gasteryption intermedium, sp. n. 

2. Nigrum, abdominis segmentis anterioribus plus minusve rufis vel 
rufo-annulatis, mandibulis rufo-testaceis summo apice picescentibus, tegulis 
rufescentibus ; tibiis posterioribus basi anguste albido-signatis, metatarsis 
posticis nigris unicoloribus. Antennis gracilibus, flagelli articulo 1° non 
transverso, 2° hoc sesqui longiore, 3° secundo fere V-/ z longiore, primo una 
cum secundo distincte breviore. Capite oblongo, regulariter ovali, opaco, 
anterius subtiliter sericeo-pubescenti; parte occipitali subelongata, margi- 
nem posticum versus modice gradatimque angustato-rotundata, hoc sat late 
reflexo sed non pellucido, medio foveola parvula unica notato; distantia 
inter marginem occipitalem et ocellos posteriores distincte longiore quam 
spatium inter ocellos posteriores ; hoc flagelli articulo 2° perparum longiore, 
distantia ocellorum posteriorum ab oculis flagelli articulum l nm paulo su- 
perante; genis distinctis, flagelli articulo 1° paulo brevioribus. Collo modice 
brevi, parum breviore quam distantia inter radicem alarum et marginem 



5) Cf. quidem: Jaroschewsky. L. c, p. 389. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 13. 



202 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTEItORUM MÜSEI ZOOLOGICI [t. XIII 

anticum mesonoti. Pronoti utroque angulo huraerali fere mutico, i. e. den- 
ticulo subtilissimo, vix conspicuo nec ullo modo prominulo instructo. Meso- 
noto opaco, subtiliter confertimque (post suturam crenulatam tenuem sed 
bene indicatara vix fortius) coriaceo, impunctato; parte anteriore ad mar- 
ginera anticum lineolis divergentibus tenuissimis sed distinctis instructa. 
Scutello sat elongato eodem fere modo sculpto. Segmente mediano sat crebre 
subreticulatim rugoso. Lateribus sterni, segmenti mediani coxarumque 
posticarum subtilissime nec copiose sericeo-pubescentibus. Terebra abdomine 
paulo breviore, sed longitudinem pedicelli multo superante; vaginis nigris 
unicoloribus. Coxis posterioribus coriaceis. Metatarsis posterioribus ejusdem 
tarsi articulis ceteris simul sumptis subaequalibus. Alis hyalinis levissime 
aequabiliterque* infumatis, nervis stigmateque fuscis. 

Long. 11%— 12% mm. 

Districtus Lugensis provinciae Petropolitanae (S. Solsky. 1871). — 
Distr. Gdowensis ejusdem provinciae (J. Schewyrew; legit Sobolewsky). 

2 specimina (2 $). 

Species inter G. foveolatum Scblett. (1. c, p. 410) et Freyi Tourn. 
(Schletterer. L. c, p. 408) quasi intermedia; differt ab illo terebra abdo- 
mine distincte breviore, sed longiore quam hujus petiolus, vaginis apice 
albo non signatis, mesonoto subtiliter sculpto, flagelli articulo 2° primo 
tantum sesqui longiore, capite aliter formato; a G. Freyi Tourn. — capite 
aliter quoque formato, occipite ad basin marginis reflexi postici in medio 
distincte unifoveolato, flagelli articulo 3° secundo evidenter longiore, genis 
distinctis, collo longiore etc.; G. erythrostomo Dhlb. (Schletterer. L. c, 
p. 409) per omnia signa in descriptionibus satis incompletis virorum claris- 
simorum Dahlbomi (Exercit. Hymenopt. etc. VI, 1831, p. 78) nec non 
Thomsoni (Opusc. Entom. IX, 1883, p. 847) indicata correspondons, nisi 
quod terebrae vaginis gaudet unicoloribus. 

7.* Gasteryption fallaciosum, sp. n. 

Ç. Praecedenti (G. intermedio m.) proxime affine, a quo his notis dis- 
tinguendum: occipite ad marginem reflexum posticum haud foveolato, an- 
tennis flagelli articulo 2° paulo longiore, 3° proportionaliter vix breviore, 
secundum tantum V/ i superante, pronoti angulis humeralibus denticulis 
levissime prominulis armatis, mesonoto paulo fortius coriaceo; ceterum G. 
intermedio m. omnino simile. 

Long. 15 mm. 

Provincia Minskensis (J. Schewyrew). 

1 specimen (1 $). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. H. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 203 

8* Gasteryption dubiosuin, sp. n. 

2. G. intermedio m. proximum et ab hoc solum occipite ad marginem 
reflexum posticum haud foveolato, terebra abdomine vix breviore alisque 
non fumosis distinguendum; a G. fallacioso m., cui maxime quoque affine, 
flagelli articulo 2° paulo breviore, 3° hoc \ l / z longiore, terebra abdomine 
vix breviore alisque non fumosis discedens. — Forsan varietas G. fallaciosi m. 

Long. 10 — liy 2 mm. 

Provincia Petropolitana: Lissino (J. Schewyrew. 23. VI. 1885). 

2 specimina (2 Ç). 

9* Gasteryption obsoletum, sp. n. 

2. G. intermedio m. proximum; ab hoc tantum occipite ad marginem 
posticum paulo minus reflexum haud foveolato mesonotoque. fortius, grossius 
nec transversim coriaceo, lineolis subelevatis partis anticae subnullis distin- 
guendum ; a G. dttbioso m., cui maxime quoque affine, praeter sculpturam 
fortiorem mesonoti etiam alis levissime fumosis vix discrepans; a G. falla- 
cioso m. flagelli articulo 2° paulo breviore, 3° hoc V/ 3 longiore sculpturaque 
mesonoti fortiore nec ullo modo transversa vix divergens. — Fortasse varie- 
tas quoque G. fallaciosi m. 

Long. 14 mm. 

Provincia Penzensis (A. Czekanowsky. 17. — 18. VI. 1864). 

1 specimen (1 Ç). 

10.* Gasteryption insidiosum, sp. n. 

2. Nigrum, abdominis segmentis anterioribus rufo-annulatis, mandibulis 
dilute rufo-testaceis, tegulis rufescentibus; tibiis posterioribus basi anguste 
albido-signatis, tarsorum posteriorum articulo 1° (metatarso) apice, 2° basi 
pallidis. Antennis gracilibus, flagelli articulo 1° non transverso, 2° hoc 
sesqui longiore, 3° secundo l x / 3 longiore, primo secundoque simul sumptis 
distincte breviore. Capite oblongo-ovali, modice simpliciterque opaco, facie 
temporumque parte inferiore subtiliter sericeo-pubescentibus; parte occipi- 
tali subelongata, marginem posticum versus modice gradatimque angustato- 
rotundata, hoc distincte reflexo, non pellucido, medio haud foveolato; di- 
stantia inter marginem occipitalem et ocellos posteriores distincte longiore 
quam spatium inter ocellos posteriores; hoc flagelli articulo 1° perparum 
longiore; distantia ocellorum posteriorum ab oculis flagelli articulum V m 
distincte superante; genis flagelli articulo 1° vix brevioribus. Collo brevi, 
evidenter breviore quam distantia inter radicem alarum et marginem anti- 
cum mesonoti. Pronoti utroque angulo humerali denticulo minim o vix con- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 15. 



204 ANDREAS SEMENOW, REYISIO HYMENOPTERORUffl MUSEI ZOOLOGICI [T. XIII 

spicuo armato. Mesonoto opaco, parte anteriore distincte et sat remote 
punctata, lineolis divergentibus fere nullis ; parte postica punctato-rugulosa, 
ad latera simpliciter coriacea. Scutello subtransversim ruguloso. Segmente 
mediano sat fortiter subreticulatim rugoso. Lateribus sterni, segmenti medi- 
ani coxarumque posticarum subtilissime nec copiose sericeo-pubescentibns. 
Terebra longitudine abdominis, vaginis nigris, summo apice albicantibus. 
Coxis posterioribus coriaceis. Metatarsis posterioribus ejusdem tarsi arti- 
culis reliquis simul sumptis subaequalibus. Alis liyalinis leviter aequabili- 
terque fumosis; nervis stigmateque fuscis. 

Long. 12 mm. 

Déserta Kalmukorum (A. Becker. 1868). 

1 specimen (1 $). 

A G. foveolato Schlett. (1. c, p. 410), cui proximum, differt praeser- 
tim occipite aliter formato ad marginem reflexum posticum haud foveolato 
nec non flagelli articulo 2° primo minus quam duplo longiore; occipite non 
foveolato, mesonoti parte antica distincte punctata, terebra abdomine haud 
breviore, vaginis apice leviter albatis a G. intermedio m. divergens; a G. 
Freyi Tourn. (Schletterer. L. c, p. 408) praesertim flagelli articulo 
3° secundo distincte longiore, genis distinctissimis terebraque longiore dis- 
tinguendum; a ceteris speciebus aifinibus (i. e. a G. fallacioso m., dubioso 
m. et obsoleto m.) praesertim terebra longitudine abdominis, vaginis apice 
leviter albatis sculpturaque mesonoti diversa, a G. fallacioso m. praeterea 
flagelli articulo 3° secundo iy 3 longiore dignoscendum 6 ). 



6) Cum hae omnes species, Gasteryptiis Freyi Tourn. et foveolato Schlett. affines, invi- 
cem persimiles sint ideoque difficillimae ad determinandum, hune earum conspectum dichoto- 
micum (qui tantum ad feminas dignoscendas aptus est) haud supervacuum esse existimo. 

1 (6). Terebra vaginis apice distincte albatis. 

2 ^3). Mesonoto subtilissime coriaceo. (Ex Dahlbom). 

G. erythrostomum Dhlb. 

3 (2). Mesonoto sat fortiter punctato vel punctato-rugoso. Terebra abdominis longitu- 

dine. 

4 (5). Occipite ad marginem reflexum posticum in medio foveolato. Mesonoto subgrosse 

vel grosse et irregulariter punctato-rugoso. Flagelli articulo 2° primo duplo 
longiore. (Ex Schletterer). 

G. foveolatum Schlett. 

5 (4). Occipite ad marginem reflexum posticum haud foveolato. Mesonoto antice sat 

tenuiter subremote punctato. Flagelli articulo 2° primo sesqui longiore. Terebra 

longitudine abdominis, vaginis summo apice vix albatis. 

G. insidiosum m. 

6 (1). Terebra vaginis nigris unicoloribus vel summo apice vix dilutioribus. 

7 (8). Occipite ad marginem reflexum posticum in medio foveola distincta notato. 

Mesonoto subtiliter subtransversim coriaceo, impunctato. Flagelli articulo 3° 

secundo 17 3 longiore. 

G. intermedium m. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 16. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 205 

il.* Gasteryption foveiceps, sp. n. 

Ç. Nigrum, abdominis segmentis anterioribus plus minusve rufo-annula- 
tis, mandibulis apice vix rufescentibus, tibiis posterioribus basi externe rufo-, 
interne albido-signatis, metatarsis posticis nigris unicoloribus. Antennis 
modice elongatis, sat gracilibus, flagelli articulo 1° nullo modo transverso, 
2° hoc sesqui longiore, 3° secundo paulo longiore, secundo et primo conjunc- 
tis evidenter breviore. Capite suboblongo nee nimis angusto, opaco, facie 
sat dense sericeo-pubescenti ; parte occipitali mediocriter elongata marginem 
posticum versus modice rotundato - angustata, occipite fovea subrotunda 
magna et a margine postico remota notato, hoc distincte sed parum subre- 
flexo, non pellucido; distantia inter marginem occipitalem et ocellos posteri- 
ores evidenter longiore quam spatium inter ocellos posteriores; hoc flagelli 
articulo 2° fere sesqui longiore, distantia ocellorum posteriorum ab oculis 
eodem articulo flagelli haud breviore; genis flagelli articulo l°haud brevio- 
ribus. Collo brevi et crassiusculo, multo breviore quam distantia inter radi- 
cem alarum et marginem anticum mesonoti. Pronoti denticulis humeralibus 
latis et obtusis, vix prominulis. Mesonoto tenuiter confertimque punctato- 
ruguloso; lineolis divergentibus in parte anteriore subnullis. Scutello minus 
determinate sed eodem fere modo sculpto. Segmento mediano haud nimis 
fortiter reticulato-rugoso. Lateribus sterni, segmenti mediani coxarumque 
posteriorum haud dense subtiliterque sericeo-pubescentibus. Terebra cor- 
pore toto distincte breviore, abdomini porrecto thoraceque simul sumptis 
aequante; vaginis nigris unicoloribus. Coxis posterioribus tenuiter crebreque 
subtransversim rugulosis. Metatarsis posterioribus ejusdem tarsi articulis 



8 (7). Occipite ad marginem posticum reflexum haud foveolato. 

9 (14). Flagelli articulo 3° secundo distincte longiore. 

10 (13). Flagelli articulo 3° secundo iy 3 longiore. 

11 (12). Mesonoto subtiliter et confertim coriaceo, parte antica lineolis divergentibus 

etsi tenuibus, attamen distinctis. Alis pure hyalinis. Terebra abdomine vix 

breviore. 

G. dubiosum m. 

12 (11). Mesonoto subgrosse coriaceo, parte antica lineolis divergentibus subnullis. Alis 

levissime subfumatis. 

G. obsoletum m. 

13 (10). Flagelli articulo 3° secundo vix 1V 4 longiore. Mesonoto tenuiter coriaceo, parte 

antica lineolis 2 divergentibus distinctis. Alis levissime subfumatis. 

G. faïlaciosum m. 

14 (9). Flagelli articulo 3° secundo aequali. Collo brevissimo. (Ex Schletterer). 

G. Freyi To urn. 
Hae omnes species (quibus etiam G. diversipes Ab. et öbliteratum Ab. forsitan adjungenda 
sunt) sectionem separatam, quae terebra feminarum abdomini subaequali vel breviore, sed quam 
petiolus evidenter longiore, capite opaco, margine apicali reflexo, pronoti denticulis apicalibus 
plus minusve inconspicuis mandibulisque semper plus minusve rufis satis determinata est, in- 
stituunt. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 17. J5 



206 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [T. XIII 

ceteris conjunctis subaequali. Alis hyalinis levissirae inaequaliterque fumo- 
sis; nervis stigmateque fuscis. 

Long. 11 mm. 

Provincia Charkowensis (J. Schewyrew. 20. VI.). 

1 specimen (1 2). 

Haec species propter occiput fovea majuscula a margine postico omnino 
remota instructum nec non propter marginem occipitalem posticum nec per- 
fecte reflexum nec simplicem ab omnibus congeneribus palaearcticis facile 
distinguenda est. 

12.* Gasteryption pedemontanum Tourn. 7 ) 

(Schletterer. L. c, p. 413). 

Fennia: Ekenäs (A. Morawitz. 19. VII. 1859). — Provincia Sarato- 
wensis: Sarepta (A. Becker. 1865). — Transcaucasia: Abastuman (A. Ja- 
kowlew; legit N. a Seidlitz). — Sibiria centralis: Krasnoyarsk (Dr. F. 
Morawitz; legit Streblov). — Helvetia: Canton de Vaud: Lutry (Wold- 
stedt. 1876). — Persia: Astrabad (Lederer; legit Haberhauer). 

7 specimina (3 c?, 4 2). 

13* Gasteryption terrestre Tourn. 

(Schletterer. L. c, p. 414). 

Districtus Jaroslawensis provinciae ejusdem nominis (A. Jakowlew. 
23. et 30. VII.). — Bavaria: Würzburg (A. Morawitz). 
5. specimina (1 <?, 4 $). 

14* Gasteryption Tournieri Schiett. 8 ) 

(Schletterer. L. c, p. 415). 

Districtus Jaroslawensis provinciae ejusdem nominis (A. Jakowlew. 
16. VII; in floribus Pastinacae). — Distr. Dankowensis prov. Rjazanensis 
(A. Jakowlew). — Distr. Lochwitsensis prov. Poltawensis (J. Schewyrew. 
13. VI. 1882). — Tauriae littus méridionale (Widhalm. 1864). — Tauria 
(A. Jakowlew). — Montenegro (Erber). — Insula Naxos (S. Solsky. 
1864; legit Tieffenbach). 

7 specimina (1 S, 6 2). 

Gasteryption Tournieri Schiett. et terrestre Tourn. tantum varietates 
unius speciei esse videntur. 



7) Cf. Jaroschewsky. L. c, p. 390. 

8) Cf. Jaroschewsky. L. c, p. 391. 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 18. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 207 



15* Gasteryption Schewyrewi, sp. n. 

c?. Nigrum, tegulis rufo-piceis, abdominis segmentis anterioribus rufo- 
annulatis, tibiis posterioribus basi anguste albido-signatis, metatarsis posti- 
cis nigris unicoloribus. Antennis gracilibus, flagelli articulo 1° brevi longi- 
tudine vix longiore, 2° hoc distincte (circiter 1%) longiore, 3° secundo plus 
quam duplo longiore. Capite haud magno nec elongato, omnino opaco (mi- 
croscopice transversim striolato), facie subtiliter nec nimis copiose albo- 
sericeo-, vertice occipiteque subtilissime griseo-pubescentibus ; parte occipi- 
tali sat brevi marginem posticum versus subangustato-rotundata, hoc late 
reflexo et toto hyalino, occipite ad basin marginis postici foveola minuta 
punctiformi indistincte notato; distantia inter marginem occipitalem et ocel- 
los posteriores distincte sed parum longiore quam spatium inter ocellos 
posteriores; hoc flagelli articulo 3° aequali, distantia ocellorum posteriorum 
ab oculis flagelli articulo 1° aequante; genis flagelli articulo l°vix breviori- 
bus. Collo brevi et crassiusculo, multo breviore quam distantia inter radicem 
alarum et marginem anticum mesonoti. Pronoti denticulis humeralibus non 
prominulis et fere inconspicuis. Mesonoto confertim subtiliter et valde regu- 
lariter transversim ruguloso vel potius striolato, fere omnino impunctato, 
lineolis divergentibus partis anterioris distinctis sed parum determinatis. 
Scutello eodem modo sculpto. Segmento mediano sat confuse nec nimis for- 
titer reticulato-rugoso. Lateribus sterni et segmenti mediani sat dense sub- 
tiliter sericeo-pubescentibus. Coxis posterioribus superne opacis, ad latera 
subtiliter sed distincte transversim strigulosis. Metatarsis posticis ejusdem 
tarsi articulis ceteris simul sumptis vix brevioribus. Alis distincte aequabi- 
literque subfumosis; nervis stigmateque fuscis. 

Long. 11 mm. 

Distridus Lochwitzensis provinciae Poltawensis (J. Schewyrew. 3. VI. 
1882). 

1 specimen (1 3). 

G. terrestri Tourn. c? simile et affine, a quo antennis paulo longioribus, 
flagelli articulis 1° et 2° non tam brevibus, praesertim autem capite minus 
gracili, parte occipitali distincte latiore et breviore, marginem posticum 
versus multo minus angustata fortiterque rotundata, ad basin marginis 
postici omnino hyalini distincte non foveolato, mesonoto paulo subtilius et 
magis regulariter sculpto, impunctato alisque multo magis fumosis diver- 
gens. — Secundum tabulam synopticam specierum palaearcticarum cl. 
Schlettereri (1. c, pp. 393 — 395) accedit 6. Thomsoni Schlett., a quo 
tarnen inter alia flagelli articulo 2° breviore, margine occipitali toto hyalino, 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 19. 



208 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MüSEI ZOOLOGICI [t. XIII 

sculptura mesonoti, scutelli coxarumque posticarum valde diversa nec non 
statura minore et graciliore facile distinguendum est. — A G. Schlettereri 9 ) 
Magretti (Ann. Mus. Civ. Genova. XXIX, 1890, p. 529) syriaco, cui sub- 
simile esse videtur, differt imprimis capitis margine occipitali distincte 
reflexo et hyalino, flagelli articulo 2° primo evidenter longiore sculpturaque 
regulari mesonoti. 

Hanc speciem in honorem entomologi praestantis rossici Dom. J. Sche- 
wyrew Petropolitani nominavi. 

16.* Gasteryption Tnonisoni Schlett. 10 ) 

(Schletterer. L. c, p. 417). 

Fennia: Ekenäs (A. Morawitz). — Petropolis (A. Morawitz. 16. 
VII. 1862; 28. VI. 1864). — Distridus Borowiczensis provinciae Nowgo- 
rodensis (A. Jakowlew. 16. VI. 1891). — Distr. Jaroslawensis prov. ejus- 
dem nominis (A. Jakowlew. 13. VII; 30. VII; 30. VI. 1890; 21.— 23. 

VI. et 19. VII. 1891; in floribus Pastinacae et Anethi). 
1 6 specimina (4 c?, 1 2 $). 

In individuis nonnullis utriusque sexus tibiae et tarsi postici nigri uni- 
colores sunt; quam varietatem nomine var. monochropus designandam pro- 
pono. 

17.* Gasteryption nigrescens Schlett. 

(Schletterer. L. c, p. 420). 

Monasterium Kurjazhskij provinciae Oharkowensis (J. Schewyrew. 7. 

VII. 1884; in floribus Euphorbiae). — Prov. Oharkowensis (J '. Schewyrew. 
3. VI. 1883). 

2 specimina (2 Ç). 

Haec species egregia propter formam singularem capitis ab omnibus 
speciebus affinibus facillime dignoscenda est. 

18* Gasteryption coniceps, sp. n. 

$. Nigrum, abdominis segmentis anterioribus leviter rufescentibus, 
tegulis rufo-piceis, pedibus omnibus fusco-testaceis, unicoloribus. Antenuis 
sat gracilibus, scapo brevi, flagelli articulo 1° crassiusculo, non cylindrico 
et fere subtransverso, 2° hoc angustiore et circiter 1% longiore, 3° secundo 



9) Specie quadam omnino a G. Schlettereri Magretti diversa a cl. prof. Taschenberg 
sub eodem nomine descripta (Berlin. Ent. Zeitschr. 1891, p. 15: Gasteruption Schlettereri Ta- 
schenb.), hanc nomine Gasteryptii Taschenher gi designandam propono. 

10) Cf. Jaroschewsky. L. c, p. 392. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 20. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOUT. III. FAMILIA EYANIIDAE. 209 

vix longiore. Capite subnitido, laevigato (microscopice punctulato), tempo- 
ribus et praesertim faciê sat dense sericeo-pubescentibus; parte occipitali 
obconica, marginem posticum versus fortiter et fere recte angustata, hoc nec 
reflexo nec foveolato, sed distincte carinulatim acutiusculo; distantia inter 
marginem occipitalem et ocellos posteriores multo longiore quam spatium 
inter ocellos posteriores; hoc flagelli articulo 3° subaequali, distantia ocello- 
rum posteriorum ab oculis flagelli articulo 2° haud breviore; genis brevis- 
simis, flagelli articulo 1° brevioribus. Collo valde brevi, evidenter breviore 
quam distantia inter radicem alarum et marginem anticum mesonoti. Pronoti 
utroque angulo humerali denticulo lato et validiusculo, prominulo extrorsumque 
leviter directo armato. Mesonoto antice fortiter irregulariterque punctato, 
inter puncta distinctissime rugato, lineolis laevigatis divergentibus nullis; post 
suturam crenulatam par um conspicuam fortissime irregulariter punctato et 
fere subreticulatim rugato, lateribus in medio anguste sublaevigatis. Scutello 
paulo levius et minus determinate punctato-rugoso. Segmento mediano haud 
grosse subreticulatim punctato-rugato. Lateribus sterni et segmenti mediani 
parum sericeo-pubescentibus. Terebra corpore breviore, sed longitudinem 
abdominis distincte etsi parum superante, vaginis usque ad apicem nigris 
unicoloribus. Coxis posterioribus superne sat distincte transversim rugulosis. 
Metatarsis posticis ejusdem tarsi articulis reliquis simul sumptis subae- 
qualibus. Alis levissime fumosis; nervis stigmateque fuscis. 

Long. 10y 2 mm. 

Turkestan méridionale: Alai: fl. Kysyl-su (B. Grombczewsky. 20. 
VI. 1889). 

1 specimen (1 $). 

G. nigrescenti Schlett. affine et tantum cum hoc comparandum, sed 
statura minore et graciliore, capite minore, minus valido, haud opaco, parte 
occipitali minus elongata nec ullo fere modo rotundata, antennarum articu- 
lis 2 basalibus crassioribus et paulo brevioribus (praesertim scapo) mesono- 
toque crebrius et fortius sculpto facile distinguendum. 

19.* Gasteryption vagepunctatum A. Costa. 

(Schletterer. L. c, p. 422). 

Provincia Charkowensis (J. Schewyrew. 26. VI. 1881). 
1 specimen (1 Ç). 

Specimen nostrum cum descriptione figurisque cl. Schlettereri (1. c, 
p. 422; tab. XIX, fig. 70«, 70&) non omnino congruit, nam capitis parte 
occipitali magis elongata, marginem posticum breviter reflexum versus 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 21. 



210 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI Z00L06ICI [T. XIII 

rotund a to-angustata, flagelli articulo 2° primo 1% longiore, articulo autem 
3° loDgitudinem secundi distinctissime (circiter iy 3 ) superante gaudet. 

20* GasteryptioD diuiidiatum, sp. n. 

Ç. Nigrum, abdomine toto tegulisque rufo-aurantiacis, tibiis posticis 
basi albido-signatis, tibiarum autem anteriorum toto latere superiore tar- 
sorumque anticorum maxima parte albicantibus; metatarsis posticis nigris 
unicoloribus. Antennis modice longis, flagelli articulo 1° hand transverso, 
2° hoc plus quam duplo longiore, 3° secundo paulo longiore, sed quam pri- 
mus et secundus simul sumpti distincte breviore. Capite laevigato (indistincte 
microscopice punctulato), subnitido, anterius et ad latera sat copiose subti- 
literque argenteo-pubescenti; parte occipitali subelongata, marginem posti- 
cum versus sat fortiter rotundato-angustata, hoc nec reflexo nec foveolato, 
sed tenuissime acutiusculo; distantia inter marginem occipitalem et ocellos 
posteriores multo longiore quam spatium inter ocellos posteriores; hoc fla- 
gelli articulo 2° fere aequante, distantia ocellorum posteriorum ab oculis 
flagelli articulum l nm distincte superante; genis flagelli articulo primo 
paulo brevioribus. Collo brevi, evidenter breviore quam distantia inter 
radicem alarum et marginem anticum mesonoti. Pronoti utroque angulo 
humerali denticulo subtili distincte prominulo leviterque extrorsum di- 
recto armato. Mesonoto subnitido sat remote (post suturam crenulatam 
fortius) punctato, inter puncta subtilissime vix distincte ruguloso, punctis 
omnibus sat magnis et distinctissimis ; parte anteriore ad marginem 
anticum lineis divergentibus nullis. Scutello indeterminate punctulato- 
ruguloso. Segmento mediano sat fortiter crebreque reticulato - rugoso. 
Sterni et segmenti mediani lateribus coxisque posterioribus sat copiose sub- 
tiliter argenteo - pubescentibus. Terebra longitudinem corporis distincte 
superante; vaginis nigris, summo apice albicantibus. Coxis posterioribus 
subtiliter coriaceis, superne vix distincte transversim strigulosis. Metatarsis 
posterioribus ejusdem tarsi articulis ceteris simul sumptis haud brevi- 
oribus. Alis pure hyalinis; venis stigmateque fuscis. 

Long. 12 mm. 

FI. Amu-darja prope Petro-Alexandrovsk (Mielberg. VI. 1875). 

1 specimen (1 Ç). 

Species egregia, colore corporis jam primo intuitu facillime dignoscenda; 
secundum tabulas dichotomicas cl. Schlettereri (1. c, pp. 386 — 393; 
395 — 397) affînis G. sabuloso Schlett., a quo, praeter colorem diversum 
nonnullarum corporis partium, capite laevi et nitido, parte occipitali minus 
elongata, marginem posticum versus magis rotundato-angustata, mesonoto 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 22. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANI1DAE. 211 

nitidiore multo evidentius et magis regulariter punctato, segmento mediano 
minus grosse nec distincte reticulato, capitis et sterni lateribus magis 
serieeis, terèbrae vaginis tantum summo apice albicantibus etc. longe disce- 
dens. 

21. Gasteryption dilutum, sp. n. 

S. Piceum, occipite et mesonoti parte antica lateribusque plus minusve 
rufescentibus, tegulis, abdomine toto, pedibus (metatarsis posticis exceptis) 
mandibulisque (apice nigricanti excepto) testaceis; antennis piceis, scapo 
subtus testaceo; tibiis posterioribus et anterioribus albicantibus; metatarsis 
posticis fuscis albido non signatis; capite toto, collo, segmento mediano nec 
non coxis posterioribus dense subtiliterque argenteo-pubescentibus. Antennis 
sat longis, flagelli articulo 1° latitudine hand longiore, 2° brevi, praecedenti 
sesqui longiore, 3° secundo fere duplo longiore. Capite nitidulo, microscopi- 
ce dense punctulato, parte occipitali parum elongata, marginem posticum 
versus aequabiliter angustato-rotundata, hoc nec reflexo nec foveolato, an- 
gustissime acutiusculo; distantia inter marginem occipitalem et ocellos 
posteriores distincte longiore quam spatium inter ocellos posteriores; hoc 
flagelli articulo 2° sesqui longiore, distantia ocellorum posteriorum ab oculis 
flagelli articulo 2° subaequali; genis flagelli articulo 1° brevioribus. Collo 
brevi et crassiusculo, evidenter breviore quam distantia inter radicem ala- 
rum et marginem anticum mesonoti. Pronoti angulis humeralibus haucl pro- 
minulis. Mesonoto subnitido antice confuse punctato, praeterea microscopice 
punctulato, post suturam crenulatam parum conspicuam sat crebre punctato- 
ruguloso, ad latera remote indeterminate punctato; parte anteriore ad mar- 
ginem anticum lineolis divergentibus nullis. Scutello confuse punctato-rugu- 
loso. Segmento mediano evidenter reticulato-rugoso. Coxis posterioribus 
subtiliter coriaceo-punctulatis. Metatarsis posterioribus ejusdem tarsi arti- 
culis reliquis simul sumptis paulo brevioribus. Alis hyalinis; costa nervisque 
ceteris basi pallidis, stigmate dilute fusco. 

Long. 12 2 / 3 mm. 

Turkestan chineuse: oasis Sandzliu (B. Grombczewsky. 2. VII. 1890). 

1 specimen (1 cf). 

Species propter colorem corporis inter congénères palaearcticas jam pri- 
mo aspectu facile distinguenda; secundum tabulas dichotomicas cl. Schlet- 
tereri (1. c, pp. 381 — 386; 393 — 395) 6. laevicipiti Schlett. subaffinis, 
a quo, praeter colorem nonnullarum partium corporis, hujus maxima parte 
copiose sericeo-pubescenti, antennis longioribus, flagelli articulo 3° in S 
secundo fere duplo longiore, capite haud polito quamquam nitidulo, sculptu- 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 23. 



212 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [ï. XIII 

ra mesonoti coxarumque posterior urn subtiliore etc. longe discedere vide- 
tur; a G. dimidiato m. (vide supra), cui primo aspectu haud dissimilis, an- 
tennis fortioribus, capitis parte occipitali latiore et minus elongata, pronoti 
denticulis humeralibus subnullis, pronoto rufescenti multo minus distincte 
nec regulariter punctato, metatarsis posterioribus paulo brevioribus, colore 
pedum diverso, p'ubescentia sericea capitis, thoracis et segmenti mediani 
magis densa et copiosa aliisque signis valde divergens. 

22* Gasteryption sabulosum Schlett. 

(Schletterer. L. c, p. 423). 

Sibiria orientalis: Minussinsk (Dr. F. Morawitz; legit Martjanow). 
— Sibiria orient.: montes Bureja (Dr. G. Radde). — Sibiria orient.: Amur 
(Acad. Dr. L. a Schrenck). 

3 specimina (3 $). 

Quae specimina sibirica invicem sat diversa non sine ullo dubio ad Gas- 
teryption sabulosum Schlett., Tirolis incolam, refero, quamquam ea cum 
descriptione citata figurisque cl. Schlettereri (1. c, tab. XIX, fig. 71«, 
71b) satis congruunt, nisi quod specimen amurense et minussinskense coxis 
posterioribus distincte transversim rugulosis, mesonoti parte posteriore (pone 
suturam crenulatam) minus fortiter sculpta nec non magnitudine paulo 
majore (17 mm.) gaudent; individuum autem burejense (18 mm. longum) 
mesonotum habet e contrario fortiter crebreque punctatum. 

Quam ob rem hanc speciem aream geographicam valde latam occupare 
atque, quoad sculpturam mesonoti, nonnihil variabilem esse censeo. 

23.* Gasteryption sibiricuni, sp. n. 

$. Nigrum, abdominis segmentis anterioribus late rufo-cingulatis, tegu- 
lis, pedibus 4 anterioribus nec non antennarum flagello inde ab articulo 3° 
rufescenti-fuscis, tibiis metatarsisque posterioribus late albido-signatis. 
Antennis sat gracilibus, flagelli articulo 1° suboblongo nec ullo modo trans- 
verso, 2° hoc sesqui longiore, 3° praecedentibus duobus simul sumptis haud 
breviore. Capite oblongo, omnino simpliciterque subopaco, antice et in inferi- 
ore parte temporum sat copiose subtiliterque argenteo-pubescenti, fronte linea 
laevigata distinctissima supra antennas instructa, parte occipitali subelonga- 
ta marginem posticum versus modice rotundato-angustata, hoc simplici, tenu- 
iter carinatim subelevato, sine foveolis; distantia inter marginem occipitalem 
et ocellos posteriores distincte longiore quam spatium inter ocellos posterio- 
res; hoc flagelli articulum 2 nm fere superante, distantia ocellorum posteriorum 
ab oculis flagelli articulo 1° vix breviore; genis flagelli articulo 1° distincte 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 2-t. 



T. XIIl] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 213 

brevioribus. Collo evidenter breviore quam distantia inter radicem alarum 
et marginem anticum mesonoti. Pronoti utroque angulo humerali denticulo 
subtili et acutiusculo, distincte extrorsum prominulo munito. Mesonoto 
valde opaco, subtilissime fere microscopice subtransversim ruguloso subti- 
literque disperse punctato, post suturam crenulatam ad latera simpliciter 
opaco; parte antica lineolis divergentibus distinctissimis instructa. Scutello 
opaco, impunctato. Segmente mediano sat regulariter fortiterque reticulato- 
rugoso. Lateribus sterni, segmenti mediani coxarumque posticarum subti- 
lissime nec nimis copiose sericeo-pubescentibus. Terebra longitudinem cor- 
poris distincte superante; vaginis apice late albatis. Coxis posterioribus dis- 
tincte subtransversim rugulosis. Metatarsis posterioribus ejusdem tarsi arti- 
culis ceteris siraul sumptis subaequalibus. Alis pure hyalinis; nervis stigma- 
teque dilute fuscis. 

Long. 15 mm. 

Sibiria centralis: Krasnoyarsk (Dr. F. Morawitz; legit Streblov). 

1 specimen (1 Ç). 

0. sabuloso Schlett. (1. c, p. 423) proximura, a quo solum flagelli 
articulo 1° paulo longiore, 2° hoc tantum sesqui (nec duplo) longiore, 3° 
praecedentibus duobus simul sumptis haud vel vix breviore, capitis parte 
occipitali paulo minus elongata, mesonoto aliter sculpto, lineolis divergen- 
tibus distinctissimis in parte anteriore notato nec non alis pure hyalinis 
distinguendum. 

24.* Gasteryption Krieclibaumeri Schlett. 

(Schletterer. L. c„ p. 426). 

Sibiria orientalis: latus bor. -orient, lacus Baical (Dr. G. Radde). 
1 specimen (1 3)\ 

Quod specimen, tantum 13 mm. attingens, differt a descriptione figu- 
risque cl. Seh lettered (1. c, p. 426; tab. XIX, fig. 74a, 746) flagelli 
articulo 1° et praesertim 2° paulo brevioribus, denticulis humeralibus pro- 
noti subtilibus, acutiusculis, parum prominulis, metatarsis posticis nigris 
unicoloribus abdominisque segmentis anterioribus tantum anguste rufo-annu- 
latis; ceteris autem notis omnino cum descriptione auctoris citati congruit. 

25* Gasteryption granulithorax Tourn. n ) 

(Schletterer. L. c, p. 427). 

Andalusia (Dr. 0. Staudinger). 
1 specimen (1 $). 



11) Haec species oecurrit sec. Schletterer (1. c, p. 428) etiam in Transcaucasia, ergo 
ad faunam rossicam pertinet. 

lÎDlletin N. S. III (XXXV) p. 25. j 5 * 



214 ANDREAS SE MENOW, REVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [ï. XIII 

26. Gasteryption forticorne, sp. n. 

S. Nigrum, tegulis rufo-piceis, tibiis posterioribus basi anguste albido- 
signatis, tibiis tarsisque anterioribus plus minusve rufescentibus, metatarsis 
posticis abdomineque toto nigris unicoloribus. Antennis sat fortibus, cras- 
siusculis, scapo brevi, flagelli articulo 1° brevissimo, transverso, 2° brevi 
quoque, sed praecedentem circiter l 2 / 3 superante, 3° duobus praecedentibus 
simul sumptis evidenter longiore. Capite mediocri, sat brevi, opaco, vertice 
pone ocellos tenuissime (fere microscopice) transversim striolato, facie dis- 
tincte albido-sericeo-pubescenti ; parte occipitali sat brevi marginem posti- 
cum versus fortiter buccato-rotundata leviterque subangustata, hoc simplici, 
haud acuto ; distantia inter marginem occipitalem et ocellos posteriores dis- 
tincte sed parum longiore quam spatium inter ocellos posteriores; hoc fla- 
gelli articulo 2° paulo longiore, distantia ocellorum posteriorum ab oculis 
flagelli articulo 2° subaequali; genis subelongatis, flagelli articulo 1° dis- 
tincte longioribus. Collo brevi et crasso, multo breviore quam distantia 
inter radicem alarum et marginem anticum mesonoti. Pronoti denticulis hu- 
meralibus non prominulis. Mesonoto antice grosse irregulariterque rugoso, 
lineolis divergentibus fere inconspicuis, post suturam crenulatam minus 
indicatam eodem modo sed paulo vadosius rugoso, ad latera etiam fere 
coriaceo. Scutello indeterminate rugoso-punctulato, nitido. Segmento media- 
no fortiter irregulariterque subreticulato-rugoso. Collo, pronoto, lateribus 
sterni, segmento mediano fere toto coxisque posterioribus externe longius et 
sat dense subargenteo-pubescentibus. Coxis posticis fortiter rugulosis. Me- 
tatarsis posterioribus ejusdem tarsi articulis ceteris simul sumptis vix bre- 
vioribus. Alis distincte subfumatis; nervis stigmateque fuscis. 

Long. 12 mm. 

Andalusia (Dr. 0. Staudinger). 

1 specimen (1 S). 

Secundum tabulam synopticam specierum palaearcticarum cl. Schlet- 
tereri (1. c, pp. 393 — 395) proxime accedit tantum 0. granulithoraci 
Tourn., a quo tarnen antennis fortioribus et praesertim crassioribus, capitis 
parte occipitali aliter formata, margine postico haud acuto, genis distinctis- 
simis et nonnihil elongatis, coxis posterioribus irregulariter rugosis, alis 
leviter fumosis etc. facile distinguendum est. 

27. Gasteryption caffrarium Schiett. 

(Schletterer. L. c, p. 430). 

Africa meridionalis (Klug). 
1 specimen (1 2). 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 26. 



T. Xlll] . ACADEMIAE CAESAREA E SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 215 

In individuo nostro, quod cum descriptione cl. Schlettereri satis con- 
gruit, tibiae et metatarsi posteriores badii unicolores sunt. Hoc specimen a 
el. Klug olim sub nomine verisimiliter museali «Foeni irroratoris Kl.» 
acceptum erat. 

28* GasterypiiOD sartor Schlett. 

(Schletterer. L. c, p. 476). 

Nova Granada (Dr. 0. Staudinger. 1872; legit a Nolcken). 
1 specimen (1 9). 

Gen. III. AulaCUS Jur. 

(Schletterer. L. c, p. 489). 

l.* Aulacus striatus Jur. 12 ) 

(Schletterer. L. c, p. 501). 

Distridus Dankowensis provinciae Bjazanensis (A. Semenow. 6. VI. 
1890) 13 ). — 3 specimina sine indicatione incolatus, verisimiliter e Germania 
(Brischke). 

4 specimina (4 cf). 

2.* Aulacus sibiricola, sp. n. 

3. Gracilior, nigro-piceus, abdominis segmentis duobus basalibus rufo- 
cingulatis, antennarum scapo, epistomate, partibus oris pedibusque (coxis 
exceptis) flavo-testaceis, femoribus tibiisque posterioribus plus minusve 
infuscatis. Antemiis modice tenuibus, scapo valde incrassato quam articulus 
sequens distincte longiore et multo crassiore; flagelli articulo 2° primo 
duplo longiore, 3° secundo et primo simul sumptis distincte longiore. Capite 
hemisphaerico, nitido, fronte et vertice convexis, ilia tenuiter crebreque 
ruguloso-punctata, hoc pone stemmata disperse simpliciterque punctulato, 
facie, genis frontisque maxima parte (praesertim secundum orbitas oculorum) 
sat dense pubescentibus ; genis antennarum scapo vix longioribus; margine 
occipitali postico angustissime leviterque subelevato; oculis mediocribus 
nonnihil subovalibus; ocellis posterioribus ab oculis sesqui plus quam longi- 
tudo articuli l 1 flagelli distantibus. Pronoto absque denticulis et processubus 
lateralibus. Mesonoti parte media convexa, haud impressa ideoque parum 



12) Cf. Jaroschewsky. L. c, p. 393. 

13) Hoc specimen (^), quod a reliquis magnitudine majore discedit, ad villam rusticam 
patris mei Gremjatschka dictam in trunco exsiccato Betulae albae, quern Xiphydriae cameli L. 
individua nonnulla pluries frequentabant, die 6° Junii a. 1890 cepi. 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 27. 



216 ANDREAS SEMEN0W, KEVISIO HYMENOPTERORUM MUSEI ZOOLOGICI [T. XIII 

cordiformi, minus determinate quam in speciebus affinibus, attamen distincte 
grosseque transverso-striata, lobis lateralibus confuse punctato - rugosis. 
Scutello indeterminate irregulariterque transverso-rugoso. Segmento medi- 
ane- fortiter acuteque subreticulato-rugato; spatio inter metanoti marginem 
posteriorem et insertionem petioli abdominalis longiore quam in speciebus 
affinibus. Abdomine fortiter compresso (forsan fortuitu?), petiolo elongato et 
basin versus valde attenuate, longitudine spatium inter-alarem multo super- 
ante, sed quam abdominis ipsius longitudo breviore, toto (usque ad basin) 
laevigato. Pedibus longis et gracilibus. Coxis posterioribus elongatis tenuiter 
sed sat fortiter transversim rugulosis vel potius ruguloso-coriaceis, externe 
longitudinaliter distincte carinulatis. Femoribus tibiisque longis et valde tenu- 
ibus. Tarsorum posticorum metatarso articulis reliquis simul sumptis multo 
longiore. Unguiculorum margine interno denticulis duobus parvulis armato. 
Alis hyalinis, leviter (praesertim basin versus) flavescentib us, maculis obscu- 
ris nullis, nervis dilute rufescentibus, stigmate pallide lutescenti, translucido; 
alis anticis cellulis cubitalibus duabus, discoidali prima et cubitali secunda 
venula interposita (etsi brevi, attamen bene distincta) separatis, cellula 
radiali valde elongata, nervo radiali inde ab apice cellulae cubitalis primae 
usque ad finem recto; alis posticis cellulis duabus venula brevissima inter- 
posita separatis distincte indicatis. 

Long. 11 mm. 

Sibiria centralis: ad fi. Tunguskam Inferiorem (A. Czekanowsky. 12. 
VIII. 1873). 

1 specimen (1 cT). 

Species propter nonnulla signa, imprimis autem propter innervationem 
alarum posticarum evidenter indicatam, egregia; ab A. striato Jur. differt: 
statura multo graciliore, antennis crassioribus et paulo (proportionaliter) 
brevioribus, scapo magis incrassato, flagelli articulo 3° longiore, longitudi- 
nem articulorum duorum antecedentium simul sumptorum distincte super- 
ante; sculptura capitis diversa, fronte et praesertim vertice multo conve- 
xioribus, margine occipitali postico acutiore, oculis paulo majoribus, genis 
brevioribus; spatio inter metanotum et insertionem petioli abdominalis 
evidenter longiore; abdominis compressi petiolo valde elongato et basi atte- 
nuate; pedibus multo longioribus et gracilioribus, tarsorum posteriorum 
metatarsis proportionaliter multo longioribus; alarum anticarum venis stig- 
mateque multo dilutioribus, cellula radiali longiore, alis posticis venis dis- 
tincte indicatis, etsi non terminatis. A ceteris congeneribus palaearcticis (i. e. 
ab Aulacis: Esenbecki Dlilb., gloriatore F. et Patrati Serv.) facilius adeo 
distinguenda. 

Bulletin M. S. III (XXXV) p. 28. 



T. Xlll] ACADEMIAE CAESAREAE SCIENT. PETROPOLIT. III. FAMILIA EVANIIDAE. 217 

3* Aulacus Patrati Serv. u ) 

(Schletterer. L. c, p. 505). 

Babai provinciae CharJcowensis (J. Schewyrew. 18. et 23. VI. 1883). 
— Momsterium Kurjazhskij ejusdem provinciae (J. Schewyrew. 4. Vit. 
1884). 

6 specimina (4 <?, 2 9). . 

4.* Aulacus Morawitzi, sp. d. 

9. Major, robustior, piceo-niger, antennarum scapo inferne, abdomine 
pedibusque (coxis exceptis) fusco-rufescentibus , breviter et sat sparsim 
griseo-pubescens. Antennis tenuiter setiformibus, apicem versus sensim 
fortiterque attenuatis, scapo incrassato, quam articulus sequens evidenter 
sed parum longiore et multo crassiore; flagelli articulo 2° primo fere triplo 
longiore, 3° secundo et primo conjunctis vix longiore. Capite sat valido, 
desuper viso subquadrangulo, nitido, omnino laevi et impunctato (solum 
inconspicue microscopice punctulato), sparsim et tenuiter pubescent!, vertice 
et fronte parum convexis, illo utrinque pone ocellos posteriores leviter 
foveolatim impresso, hac impressionibus longitudinalibus vel foveis nullis; 
genis antennarum scapo distincte longioribus; margine occipitali postico 
omnino simplici, nec elevato nec reflexo ; oculis sat magnis oblongo-ovalibus ; 
ocellis posterioribus invicem et ab oculis circiter climidio articuli 2 1 flagelli 
distantibus. Pronoto antice utrinque dente validiusculo, triangulari apiceque 
sat acuto munito, processubus lateralibus nullis. Mesonoti parte media regu- 
lariter cordiformi, crasse et subremote transversim rugata, fortiter pro- 
fundeque longitudinaliter sulcata, parte postica medio tenuiter carinulata, 
utrinque ad carinulam breviter transversim striata. Scutello minus deter- 
minate transversim rugato. Segmento mediano grosse acuteque subreticulatim 
rugato; spatio inter metanoti marginem posteriorem et insertionem petioli 
abdominalis haud nimis longo. Abdomine fortissime clavato, leviter com- 
presso; petiolo sublongo (fere ut in A. Patrati S er v.), toto usque ad basin 
laevi. Terebra corpore toto evidenter breviore, sed longitudinem abdominis 
distincte superante, valvulis usque ad apicem nigris, unicoloribus. Coxis 
posterioribus apice interne haud productis, superne politis et valde nitidis, 
punctis tantum perpaucis indeterminatis vage adspersis. Tarsorum posti- 
corum metatarso articulis reliquis simul sumptis subaequali. Unguiculorum 
margine interno distincte acuteque 3 -denticulate. Alis hyalinis non fumosis, 



14) Cf. Jaroschewsky. L. c, p. 396. 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 29. 



218 ANDREAS SEMENOW, REVISIO HYMENOPTEKORUM ETC. [t. XIII 

anticis macula parvula parumque determinata apicem cellulae cubitalis 
primae haud superante sub stigmate notatis, cellulis cubitalibus duabus, 
discoidali prima et cubitali secunda contiguis, cellula radiali valde elongata, 
nervo radiali iude ab apice cellulae cubitalis primae usque ad finem fere 
recto; nervis stigmateque fuscis, hoc in medio dilutiore. 

Long. 12% mm. 

Provincia Transcaspica sine indicatione loci magis determinata; verisi- 
militer e montibus Kopet-dagh prope oppidum Aschabad (Dr. F. Morawitz; 
legit K. Eylandt). 

1 specimen (1 £). 

Haec species, quae propter caput impunctatum coxasque posteriores 
politas nee non alarum anticarum maculam obscuram sub stigmate parvam 
parumque determinatam facile dignoscenda est, Aulaco Patrati Serv. sat 
affinis est, a quo tarnen longe discedit, praeter signa jam supra indicata, 
praesertim terebra feminarum distincte breviore, capitis margine occipitali 
nullo modo reflexo, alarum anticarum cellula radiali magis elongata etc.; a 
ceteris congeneribus palaearcticis facilius adeo distinguenda est, utpote: ab 
A. striato Jur. — statura majore et robustiore, coxis posterioribus politis 
absque processubus dentiformibus in $, abdominis petiolo longiore, terebra 
breviore, mesonoti parte media longitudinaliter profunde sulcata, alis anticis 
sub stigmate maculatis, cellulis discoidali prima et cubitali 2 a contiguis- etc.; 
ab A. Esenbecki Dhlb. — terebra corpore evidenter breviore, tibiis posticis 
politis, alis anticis haud flavis sub stigmate distincte (etsi indeterminate) 
maculatis, cellulis discoidali l a et cubitali 2 a contiguis etc.; ab A.gloriatore F. 
— coxis posticis politis, capite impunctato, mesonoti parte media longitu- 
dinaliter profunde sulcata, vena interposita inter cellulas discoidalem l am et 
cubitalem 2 am omnino nulla etc.; ab A. sibiricola m. (vide supra) — statura 
majore et multo validiore, petiolo abdominali breviore, capite impunctato, 
coxis posticis politis, antennis tenuioribus et brevioribus, metatarsis posticis 
brevioribus, alarum anticarum sub stigmate maculatarum cellulis discoidali 
l a et cubitali 2 a contiguis, alis posticis nervis omnino destitutis etc. 

Hanc egregiam speciem meritissimo hymenopterologo rossico D-ri Fer- 
dinando Morawitz dedicavi. 



Bulletin N. 8. Ill (XXXV) p. 80. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIBÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.-PÉTERSBOURG. 

tome xm. 

Ichthyologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der Kaiser- 
lichen Akademie der Wissenschaften, von S. Herzenstein. (Lu le 

12 février 1892). 

III 1 ). 

ARGYROCOTTCTS gen. nov. (Cottidarum). 

Pinna dorsalis spinosa radiosa brevior. Ventrales longissimae, apicibus 
ultra pinnae analis initium valde productae. Membranae branchiostegae 
unitae plicam latam ad isthmum haud adnatam formantes. Fissura post bran- 
chiam ultimam nulla. Dentés vomerini evoluti, palatini nulli. Cutis scutis 
osseis vel squamis omnino carens. 

Diese neue Gattung erinnert durch ihre sehr langen Ventralen 2 ) an 
Melletes Bean, von der sie aber durch das Fehlen der Spalte hinter der 
letzten Kieme und der Gaumenzähne, sowie durch vollkommene Abwesen- 
heit der Schuppen abweicht. 

Argyrocottus Zanderi n. sp. 3 ) 

9679. Post Korsakow (Ins. Sachalin). Dr. Zander 1890 (1). 

D. 8/15. A. 13. P. 14 4 ). V. 3. Cd. 18. 

A. altitudine corporis 4 5 / 9 , longitudine capitis 3V 5 in longitudine corpo- 
ris. Oculis diametro 3 5 / 6 in longitudine capitis, diametro 9 / ]4 dis- 
tantibus. Cristis duabus vix evolutis in vertice. Praeopercu- 
lum spinis 3 parvis armatum. Ventralibus radium penultimum 



1) S. Bulletin de l'Acad. Impér. d. Sciences de St.-Pétersbourg, Nouvelle Série II (XXXIV), 
p. 23 und 49. Die Nummern etc. haben hier dieselbe Bedeutung wie in den früheren Bemer- 
kungen. 

2) Auf die Bedeutung dieses Kennzeichens werde ich weiter unten, in den Bemerkungen 
zur Beschreibung der Art, zurückkommen. 

3) Diese Art habe ich Herrn Dr. Zander zu Ehren benannt, der sie entdeckt und mit 
anderen Sammlungen der Schule der Reformirten Gemeinden zu St. Petersburg geschenkt hat. 
Dank dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Oberlehrers R. Haage hat das Zoolo- 
gische Museum die Möglichkeit gehabt, aus den Sammlungen des Herrn Dr. Zander die in 
wissenschaftlicher Hinsicht werthvollen Objecte tauschweise zu acquiriren. 

4) Den untersten, ganz rudimentären Strahl nicht mitgerechnet. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 49. 



220 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

pinnae analis attingentibus. Corpore fusco, in lateribus et in 
ventro argenteo-maculato ; pinnis dorsalibus obscuris, prima in 
medio maculis tribus hyalinis ornata, anali in radiis obscure 
maculata et infra obscure marginata; pinnis pectoralibus et ven- 
tralibus maculis et vittis obscurioribus ornatis. 

Die grösste Körperhöhe, welche ca. 4% mal die kleinste übertrifft, ist 
4 5 / 9 mal in der Körperlänge enthalten. 

Die Kopflänge, welche 2 l / w mal die Kopfbreite und l 2 / 5 mal die Kopf- 
höhe übertrifft, macht 5 / lc der Körperlänge aus. Der Augendiameter, welcher 
3 5 / 6 mal in der Kopflänge und l 5 / 6 mal in der Länge des postorbitalen Kopf- 
abschnittes enthalten ist, übertrifft 1% mal die Breite des etwas concaven 
Interorbitalraumes. Das hintere Ende des Oberkiefers fällt unter das Augen- 
centrum ; der Unterkiefer wird vom Oberkiefer etwas überragt. Die Bewaff- 
nung des Kopfes besteht aus zwei gut entwickelten spitzen Nasendornen, 
die sich vor und zwischen den Augen befinden, und aus drei Stacheln am 
Praeoperculum. Von den letzteren ist der obere etwa x / 2 Augendiameter lang 
und nach oben gerichtet; der mittlere, kürzere und mehr einem dreieckigen 
Zahne ähnliche, entspringt nahe am vorhergehenden und sieht nach hinten ; 
endlich ist der ganz schwache und durch einen merklichen Zwischenraum 
von dem mittleren getrennte untere Stachel nach unten gerichtet. Die sehr 
schwache Leiste am Operculum endet hinten in eine unbedeutende Spitze, 
die aus der Haut gar nicht hervorragt. Der Stachel am vorderen unteren 
Winkel des Suboperculum erscheint höchstens als ein kaum merkliches 
Rudiment. Der kaum vertiefte Scheitel wird von zwei schwachen Leisten 
seitlich begrenzt, die vom oberen hinteren Orbitalrande etwas convergirend 
nach hinten ziehen. An der Oberseite des Kopfes, namentlich an dem Inter- 
orbitalraum und am Scheitel, sieht man mehrere Poren mit etwas aufge- 
wulsteten Rändern. Die bürstenförmigen Zähne bilden am Zwischen- und 
Unterkiefer je eine breite, nach hinten sich etwas verjüngende Binde. 

Die Seitenlinie wird von ca. 35 Röhrchen gebildet, von denen jedes 
einen kurzen Ast nach oben und unten sendet. An den Seiten finden sich 
spärliche zarte kaum merkliche Stacheln. 

Die Länge des längsten Strahles der ersten Dorsale macht eine Hälfte 
der Kopflänge aus; ein geringer Zwischenraum trennt die erste Dorsale von 
der ungefähr gleich hohen zweiten. Die Pectoralen, deren Spitze bis zur 
Verticale des 9 n Strahles der zweiten Dorsale reicht, besteht nur aus un- 
getheilten Strahlen; zwischen den sieben unteren dieser Strahlen erscheint 
die Flossenhaut mehr oder weniger deutlich ausgeschnitten. Ausserdem 
weisen die unteren Pectoralstrahlen an ihrer inneren Seite mehr oder weniger 
deutliche Tuberkeln auf. Die ausserordentlich langen Ventralen reichen 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 50. 



T. Xin] . ZOOLOß. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 221 

mit ihren Spitzen beinahe bis zum vorletzten Strahle der Anale. Von ihren 
Strahlen sind die beiden obersten ungefähr von gleicher Länge, während 
der innere etwa um x / 3 kürzer erscheint. Die die beiden äusseren Strahlen 
verbindende Membran ist merklich weniger als bis zur Mitte, diejenige 
zwischen dem 2 n und 3 n Strahle bei nahe bis zum Grunde ausgeschnitten, so dass 
der dritte Strahl beinahe frei erscheint. Die Innenseite der Ventralstrahlen 
zeigt mehr oder weniger entwickelte spitze Höckerchen. Die Länge der 
hinten etwas abgestuzten Caudale macht x / 5 der Körperlänge aus. Der Ab- 
stand der Caudalbasis vom hinteren Ende sowohl der Anale als auch der 
Dorsale ist etwa 2 / 9 der Körperlänge gleich. 

Die Entfernung des Afters von der Schnauzenspitze gleicht 4 / 9 der Kör- 
perlänge. Die Genitalpapille fehlt. 

Die Färbung erscheint ebenso hübsch, wie eigenthümlich. Die Grundfarbe 
des Körpers und Kopfes ist bräunlich, dabei an der Oberseite ziemlich 
dunkel, auf dieser Grundfarbe finden sich silberige mehr oder wenig deutlich 
dunkel umrandete Flecken und zwar: ein streifenförmiger, welcher vom 
vorderen unteren Orbitalrande zum Unterkiefergelenke verläuft; ein eben- 
solcher, der vom hinteren unteren Orbitalrande zum Winkel des Praeoper- 
culum zieht; zwei übereinander stehende dicht vor der Pectoralbasis ; eine 
Reihe von 6 grösseren unregelmässigen Flecken längs der Mitte der Flanken; 
ein Haufen kleinerer unter der letztgenannten Reihe, an der von der zurück- 
gelegten Brustflosse bedeckten Strecke; zwei kleinere unregelmässige und 
hinter diesen ein V-förmiger, mit der Spitze nach hinten gerichteter Fleck 
auf der Bauchseite, zwischen dem Brust- und Bauchflossengrunde. Die 
erste Dorsale ist, abgesehen von einigen an ihrem oberen Rande befindlichen 
milchweissen dunkelpunktirten Flecken, schwärzlich, zwischen den basalen 
Hälften des 4 n bis 6 n Strahles dagegen vollkommen glashell. Ein ebenfalls 
glasheller kleiner ovaler Fleck befindet sich vor und nahe dem Grunde des 
4 n Strahles; ein anderer ähnlicher— hinter dem 6 n Strahl und dicht an dessen 
Grunde; neben diesen kleinen hellen Flecken wird die dunkle Flossenfärbung 
etwas intensiver. Die zweite Dorsale erscheint gleichmässig dunkel und weist 
höchstens Spuren einer Zeichnung auf. Die Anale ist durchsichtig farblos, 
mit einem dunkleren unteren Rande und 2 — 3 dunklen Flecken auf jedem 
Strahle. Die Caudale ist einförmig dunkel, nur der oberste und unterste 
Strahl zeigt schwärzliche mit helleren Zwischenräumen abwechselnde Flecken. 
An den Pectoralen sieht man schiefe dunkle Streifen, an den Ventral- 
strahlen — dunkle Ringe, ebenso wie dunkle Längsstreifen an der die beiden 
oberen Strahlen verbindenden Haut, und zwar je einen an der inneren Seite 
jedes dieser Strahlen. 

Die Totallänge erreicht 92 mm. 

Bulletin N. S. III (XXXT) p. 51. jg 



222 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [T. XIII 

Die ausserordentliche Länge der Ventralen des untersuchten Exem- 
plares kann sich, nach den bekannten Verhältnissen bei den Cottiden, z. Th. 
als mit dem vielleicht männlichen Geschlechte desselben zusammenhängend 
erweisen 5 ). Wenigstens bemerken Jordan und Gilbert in Betreff der 
typischen Art der Gattung Melletes, welche auch durch sehr lange Ven- 
tralen charakterisirt wird: «ventrals... extending to the seventh anal ray 
(cf )» 6 ). Aber auch vorausgesetzt, dass Weibchen von Argyrocottus kürzere 
Ventralen hätten, werden doch diese Flossen wahrscheinlich viel länger als 
die entsprechenden Flossen der Weibchen bei der Gattung Cottus"') er- 
scheinen, mit der unsere neue Gattung in den übrigen Organisationsver- 
hältnissen übereinstimmt. 

Sollte sich doch das meiner Meinung nach weniger Wahrscheinliche 
bestätigen, sollte also das Weibchen von der im Vorliegenden beschriebenen 
Form in der Bildung der Ventralen von den Weibchen der Cottus-Arten 
nicht abweichen, so wäre ich trotzdem geneigt, die Gattung Argyrocottus 
aufrecht zu erhalten. Denn die in Rede stehende Form bietet auch eine 
auffallende eigenthümliche Zeichnung, die meines Wissens den Gottus-Arten 
ganz fremd ist. Dieselbe erinnert vielmehr an die Zeichnung mancher japa- 
nischer Gentridermichthys- Arten, die neulich von Steindachner und Dö- 
derlein beschrieben worden sind. So wird z. B. in Betreff des Gentrid. 
argenteus Död. unter Anderem bemerkt: «unter der Seitenlinie zeigen sich 
mehrere grosse silberglänzende Flecken... Erste Rückenflosse in der Mitte 
glashell und hinten bräunlich» 8 ). 



5) Für das männliche Geschlecht unseres Exemplares sprechen auch die Höcker seiner 
Pectoral- und Ventralstrahlen. 

6) Jordan and Gilbert, Synopsis of the Fishes of North America, p. 716 (1882). 

7) Im Sinne von Jordan und Gilbert, o. c, p. 700. 

8) Steindachner und Döderlein, Denkschr. mthm.-ntrw. CI. d. Akad. Wien. LUI, 
p. 258 (1887); vgl. auch id. XLIX, pp. 210—211 (1884). — Die genannten Autoren fassen solche 
Färbungscharaktere z. Th. als Jugendkennzeichen auf, indem sie schreiben (id. LUI, p. 259 
[1887]): «Die Jugendformen . . . besitzen wohl sämmtlich unterhalb der Seitenlinie ein mehr 
oder weniger in Flecken aufgelöstes helleres Band, das bei vielen einen Silberglanz zeigt». 
Diese Bemerkung kann übrigens nicht für alle Centridermichthys-Arten gelten; wenigstens 
sollen die Jungen von C. uncinatus Reinh. das für die meisten Cottiden «normale» Jugend- 
kleid, d. h. dunkle Querbinden am Körper, zeigen (Collet, Norske Nordhavs-Expedition 
1876-1878, Zoologi, Fiske, p. 32 [1880]; cf. auch p. 24). 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 52. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 223 

Macrurus coelorhynchus Ris so. 

(Specimen anomalum). 
9680. Madeira. Dux a Leuchtenberg. 

ID. 10. 2D.-f-Cd.-i-A.=34-+-10-H42 9 ). P. 20. V. 7. Lin. lat.ca. 70 



20 

Die Körperhöhe ist 5 mal in der Länge des hinten abgestutzten Körpers 
enthalten. 

Die Länge des Kopfes, welche 2% mal seine Breite und l 5 / 6 mal 
seine Höhe übertrifft, ist 3y 5 mal geringer als die Körperlänge. Der hori- 
zontale Augendiameter, welcher merklich grösser als der verticale erscheint, 
macht 5 / u der Kopflänge aus und übertrifft die Breite des Interorbitalraumes 
1% mal; die Länge des postorbitalen Kopfabschnittes ist 2 3 / 4 mal in der 
Kopflänge enthalten. Die Schnauze läuft ziemlich spitz aus und die Mund- 
spalte liegt vollständig auf der unteren Kopfseite, so dass ihr Vorderende 
ungefähr unter dem Vorderrande des Auges, die Mundwinkel etwas hinter 
der Mitte desselben liegen. Am Kopfe sieht man mehrere Leisten, und zwar 
jederseits eine, die vom Schnauzenende beginnt und dann nahe dem Orbi- 
talrande verläuft, um am nach hinten und unten gerichteten Praeopercular- 
winkel zu enden; eine zweite, die gleichsam eine Fortsetzung des oberen 
Orbitalrandes bis zum oberen Ende der Kiemenspalte bildet; eine dritte, 
welche etwas nach innen von der Mitte des oberen Augenrandes beginnt 
und nach hinten und oben, zum Hinterhaupt hin, verläuft. Die aufgezählten 
paarigen Leisten sind die auffallendsten und die erste von ihnen bildet 
gleichsam eine scharfe Grenze zwischen der oberen und unteren Kopfseite. 
Dann existirt noch auf der Oberseite der Schnauze eine minder stark aus- 
geprägte mediane Erhebung, die bis zum vordersten Theil des Interorbital- 
raumes sich erstreckt und beiderseits durch je eine sehr schwache Leiste 
begrenzt wird; die beiden letztgenannten Leisten setzen sich etwas conver- 
girend ziemlich weit nach hinten fort. Das Praeoperculum ist ziemlich weit 
nach hinten und unten vorgezogen, so dass der Abstand vom Winkel des- 
selben bis zum nächsten Punkt des Orbitalrandes ungefähr doppelt so gross 
ist als der Abstand vom oberen Ende des Vordeckels bis zu einem entspre- 
chenden Punkte des Orbitalrandes. Die Länge des Kinnbartels macht unge- 
fähr Y 2 Augendiameter aus. Die bürstenförmigen Zähne bilden im Ober-, 
sowie im Unterkiefer eine ziemlich schmale Binde, die die Mundwinkel nicht 
erreicht. 



9) Da diese Flossen (d. h. die 2. Dorsale, die Caudale und die Anale) bei den Macrurus- 
Arten ununterbrochen in einander übergehen, so ist es selbstverständlich schwierig, die Zahl 
der Strahlen für jede derselben besonders anzugeben, und deshalb führt man in den Beschrei- 
bungen oft nur die Gesammtzahl an. Im vorliegenden Falle fasse ich als Caudale die Gruppe 
der dichter stehenden Strahlen, die das abgestutzte Hinterende des Körpers einnehmen. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 53. jg* 



224 S. HERZENSTEIN, IÖHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Die Beschuppung bedeckt beinahe den ganzen Körper und Kopf. Am 
Körper sind die Schuppen mit dicht stehenden wohl entwickelten Dörnchen 
besetzt, welche an den unregelmässigen Kopfschuppen, namentlich an der 
Unterseite des Kopfes, viel schwächer erscheinen; doch zeigen die Schup- 
penbildungen an den oben aufgezählten Leisten' einen stärkeren Dorn- 
besatz. Kahl sind: ein kleiner]dreieckiger Raum dicht vor dem Vorderrande 
der Mundspalte, 2 Linien beiderseits am Kopfe, welche vom Ende der 2° 
und 3 n der oben aufgezählten Leisten zum Anfange der Seitenlinie verlaufen; 
ein lanzettförmiger Raum zwischen den Ventralen. 

Der erste und zugleich höchste Strahl der ersten Dorsale zeigt keine 
Zähnchen an seinem Vorderrande und ist kaum hinter dem Brustflossen- 
grunde eingelenkt; seine Höhe macht 3 / 5 der Kopflänge aus. Die vordersten 
Strahlen der zweiten Dorsale, welche von der ersten etwa durch einen 
Raum getrennt ist, welcher der doppelten Basallänge dieser letzteren gleich- 
kommt, sind ganz kurz; nach hinten werden sie länger, und zwar macht die 
Länge des hintersten etwa 1 / 3 Augendiameter aus. Die Länge der Ventralen, 
deren äusserster Strahl in einen kurzen Faden ausgezogen ist, ist 7 8 / 8 mal 
in der Körperlänge enthalten. Der Anfang der Anale steht etwas hinter 
dem letzten Strahle der ersten Dorsale. Die Analstrahlen, namentlich 
die hinteren, übertreffen an Länge die Strahlen der 2 n Dorsale und können 
der Länge des postorbitalen Kopfabschnittes gleichkommen. Die Länge der 
mittleren Caudalstrahlen macht ungefähr dieselbe Grösse aus. 

In Betreff der Färbung ist nur zu bemerken, dass die Anale am schmä- 
leren basalen Theile durchsichtig, am breiteren peripheren schwärzlich 
erscheint. 

Die Totallänge macht 295 mm. aus. 

Wie aus der ausführlichen Beschreibung zu ersehen ist, stimmt unser 
Exemplar in allen Verhältnissen mit M. coelorhynchus Risso überein, unter- 
scheidet sich aber durch die ausserordentlich geringe Zahl der Flossen- 
strahlen nicht nur von demselben, sondern überhaupt von allen Macrurus- 
Arten, ja sogar von allen Macruriden, welche in so grosser Zahl durch die 
Tiefsee-Expeditionen 10 ) bekannt geworden sind. Zuerst war ich geneigt, das 
untersuchte Exemplar als einer neuen Art angehörend anzusehen. Nun habe 
ich aber von Herrn Prof. Léon Vaillant auf meine Anfrage, ob sich nicht unter 
den von ihm in «Expéditions scientifiques du Travailleur et du Talisman 
pendant les années 1880, 1881, 1882, 1883. Poissons (Paris 1888)» 11 ) aus 
dem Atlantischen Ocean beschriebenen Macrurus- Arten etwa eine solche 



10) «Challenger», «Blake», «Travailleur», «Talisman», «Albatros», «Investigator». 

11) Dieses "Werk fehlt leider unserer Bibliothek. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 54. 



T. Xin] ZOOLOG. MÜSEÜM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 225 

wenigstrahlige Form findet, die freundliche Antwort erhalten, worin der 
Pariser Ichthyologe unter Anderem schreibt: «je n'ai rien qui ressemble au 
Macrurus dont vous me parlez, mais ce que vous m'en dites me ferait peut- 
être croire qu'il s'agit d'un individu mutilé accidentellement et dont la cau- 
dale serait en voie de réparation. C'est ce... que j'ai observé sur un Poisson 
de même forme. quoique d'un groupe très différent, un Notacanthus dont j'ai 
fait figurer la portion postérieure du corps à la PI. XXVII fig. 2 e du travail 
sur les Poissons des Expéditions du Travailleur et du Talisman». 

Ich habe es desshalb vorgezogen, mein Stück einstweilen nur für eine 
Monstrosität des M. coelorhynchus Risso anzusehen, obwohl ich mir schwer 
denken kann, dass diese Monstrosität durch zufällige mechanische Ver- 
stümmelungen hervorgerufen worden sei; denn das Hinterende des Fisches 
sieht gar nicht so aus, als ob es verletzt und nachher zugeheilt wäre; eher 
haben wir es hier mit einer angeborenen Missbildung zu thun. 

Salanx microdon Bleek. 

9683. Tjanzsin. Putjata 1892. 

Ich möchte hier dieses von der Chingan-Expedition des Herrn Oberst 
Putjata stammende, kleine (ca. 52 mm. lange) Exemplar nur seines Fund- 
ortes wegen erwähnen. Meines Wissens war diese Art bisher nur aus Japan 
bekannt. 

GYMNODIPTYCHUS, nov. gen. (Cyprinidarum). 

Corpus in lateribus alepidotum. Pinna dorsalis brevis, anacantha, ven- 
tralibus opposita. Analis brevis, caudalis furcata. Os inferum, mandibula 
margine obtuso, acie cornea carens. Labium inferius carnosum, latum, ad 
mentum spatio angusto solum interruptum. Cirrhus utrinque ad angulum 
oris singulus. Plica cutanea utrinque squamis majoribus instructa anum 
maximamque partem baseos pinnae caudalis includens. Dentés pharynge- 
ales cochleariformes 4/3 — 3/4. 

Die Formen, welche von mir zu dieser Gattung 12 ) gerechnet werden, 
wurden bisjetzt als zur Gattung Diptychus Steind. gehörig angesehen. 
Dies scheint mir aber aus mehreren Gründen unzulässig, denn der Autor 
der Gattung Diptychus charakterisirt dieselbe u. A. folgendermaassen: 
«tr uncus squamis parvis plus minusve obtectum... os inferum in aciem carti- 
lagineam attenuatum, labiis modice evolutis» 13 ). Wie aus der Diagnose zu 



12) Als Typus sehe ich G. DybowsMi Kessl. an. 

13) Verhandlungen der Zool.-bot. Gesellschaft in Wien, Bd. XVI, p. 787 (1866). 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 55. 



226 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

ersehen, weicht unsere Gattung gerade in allen diesen Kennzeichen von 
Diptychus ab 1 *). 

Gymnodiptychus pachycheilus n. sp. 

7281. Fl. Tetung. Przewalski 1880 (1). 

7282. Chuanche pr. Gomi » » (2). 

9423. Schin-tschen. Grumm-Grshimailo (1). 

9424. » » » (2). 

9425. Gumansy. » » (1). 
9440. Bagi-Gorgi et Tschurmyn. Przewalski (1). 

D. 3/8—9. A. 3/5. P. 1/18—19. V. 1/10. Lin. lat. ca. 95—100. 

G. altitudine corporis 6y i0 — 5%, capitis longitudine 4% — 4}/ w in 
corporis longitudine. Oculis 6% — 5 x / 8 in capitis longitudine, 
diametris 2 — 1% distantibus. Cirris mediocribus lineam verticalem, 
oculi marginem posteriorem tangentem, fere attingentibus. Pinnae 
dorsalis initio in media corporis longitudine vel plus minusve ante 
earn sito. Pinnis ventralibus sub pinnae dorsalis radio penultimo vel 
paulo ante eum insertis. Spinis branchialibus in arcu primo 15 — 
18 externis, 19 — 25 internis. Dorso obscure maculato. 

Die grösste Körperhöhe, die 6y i0 — 5 5 / 9 mal in der Körperlänge ent- 
halten ist, übertrifft l 3 / 9 — l 1 /, mal die postdorsale 15 ) und 3 x / 4 — 2% mal die 
kleinste Körperhöhe. Die Länge des Schwanzstieles steht der Kopflänge 
mehr oder weniger merklich nach, indem sie 5 7 / 9 — 4 4 / 5 mal in der Körper- 
länge enthalten ist; die Höhe des Schwanzstieles wird 3 7 / 9 — 2 7 / 9 mal von 
seiner Länge übertroffen. 

Am Kopfe sind Stirn und Scheitel flach, wobei das obere Kopfprofil 
sich bald allmählich zur Schnauzenspitze hin senkt, bald recht steil vor 
den Augen abfällt. Die Kopflänge, welche 2 — l 7 / 9 mal die Kopf breite und 
1% — 1% mal die Kopf höhe übertrifft, ist 4% — 4y i0 mal in der Körper- 
länge enthalten. Der Augendiameter, welcher 1% — iy i0 mal im Abstände 
vom Auge bis zum Vordeckel enthalten ist, wird 6 3 / 8 — b l / 8 mal von der 



14) Günther (Catalogue of Fishes, VII, p. 171 [1868]) beschreibt die Unterlippe von 
Diptychus folgendermaassen: «Lower jaw with a cutting anterior edge covered with a horny 
sheath behind which is a distinct uninterrupted labial fold, continuous with the upper lip». 
Ebenso liest man bei Day: «lips continuous and having an uninterrupted labial fold across the 
mandible» (Fishes of India, p. 534 [1878]): Fishes, in Blanford's Fauna of British India, Vol. I, 
p. 255 [1889]). Vielleicht wird damit die Gestalt gemeint, welche durch eine seichte Furche, die 
zuweilen bei anderen spaltbäuchigen Cypriniden mit unterbrochener Unterlippe hinter dem 
Unterkieferrande sich hinzieht, bedingt wird; jedenfalls hat D. mactäatus, laut ausdrücklicher 
Bemerkung Steindachner's: «die Unterlippe in der Mitte unterbrochen» (1. 1., p. 788). 

15) d. h. die Körperhöhe unter dem hinteren Dorsalende. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 56. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 227 

Kopflänge übertroffen und verhält sich zur Breite des Interorbitalraumes 
wie 1:2 — l:l 5 / 8 - Die Länge des postorbitalen Abschnittes des Kopfes ist 
2 — 1 % mal in der Kopflänge enthalten. Das Vorderende der Mundspalte 
liegt unter dem Niveau des unteren Augenrandes; ihre Breite verhält sich 
zur Länge wie 2:1 — 1 5 / 9 :1- Am Unterkieferrande sieht man eine zarte 
leicht ablösbare hornige Schicht. Die Barteln reichen ungefähr bis zur 
Verticale des hinteren Augenrandes. 

Die Entfernung vom Anfange der Dorsale bis zur Schnauzenspitze ist 
bald der Entfernung vom Anfange der Dorsale bis zur Schwanzflossenbasis 
gleich, bald mehr oder weniger merklich kürzer. Die Länge der Basis der 
Dorsale, welche sich zur Höhe der Flosse wie l:iy a — 1:1% verhält, ist 
8% — 7 7 / 9 mal geringer als die Körperlänge $ die grösste Rückenflossenhöhe 
verhält sich zur kleinsten wie 2y i0 :l — 1 7 / 10 :1. Die Länge der Brustflosse 
ist 6 3 / 10 — 5y 3 mal in der Körperlänge enthalten und die Länge ihres 
Aussenrandes macht % — % des den äusseren Winkel der Brustflossenbasis 
vom entsprechenden Winkel der Ventralbasis trennenden Zwischenraumes 
aus. Die Länge der Ventralen, deren Basis dem vorletzten oder drittletzten 
Strahle der Dorsale gegenübersteht und deren Spitze vom After durch einen 
geringeren oder grösseren Zwischenraum getrennt ist, ist 6 2 / 3 — 6 mal 
kleiner als die Körperlänge. Die Länge der Basis der Anale ist 2 — l 7 / 9 
mal in der Flossenhöhe und ll 5 / 9 — 10 mal in der Körperlänge enthalten; 
an den Schwanzstiel angedrückt, deckt diese Flosse 7 / 10 — y a seiner Länge 
und reicht bis zu den rudimentären Caudalstrahlen oder bleibt von denselben 
durch einen mehr oder weniger merklichen Zwischenraum getrennt. Die 
ausgebreitete Caudale zeigt einen ziemlich tiefen Ausschnitt, indem die 
Länge ihres längsten Strahles zu derjenigen des kürzesten sich wie 2 2 / 3 :l — 
2 2 /,:l verhält. 

Die Schuppen an der Bauchspalte reichen bald etwas weniger als bis 
zur Mitte des den After von der Bauchflossenbasis trennenden Zwischen- 
raumes, bald merklich weiter nach vorne. Die Höhe der grössten dieser 
Schuppen verhält sich zum Augendiameter wie 1 : 2 4 / 7 — 1:2. 

Die Zahl der Rechenzähne am ersten Kiemenbogen macht 15 — 18 in 
der äusseren und 19 — 25 in der inneren Reihe aus. 

Die Färbung erscheint am Körper unten silberig, oben bleigrau. Auf 
dem Rücken und z. Th. an den Seiten sieht man ausserdem zahlreiche, 
mehr oder weniger deutliche, dunkle Flecken, die durch Anhäufung ebenso 
gefärbter Punkte gebildet werden. Die Punktirung und Fleckenbildung kann 
sich auch bis zu einem gewissen Grade auf die Flossen, namentlich die 
Dorsale und die Caudale, erstrecken. " 

Die Total länge erreicht 285 mm. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 57. 



228 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIII 

Diese neue Art, welche im östlichen Hoch- Asien den westlichen Gymno- 
diptychus DybowsMi Kessl. 16 ) vertritt, ist dem letzteren sehr ähnlich und 
unterscheidet sich nur durch eine grössere Zahl von Kechenzähnen auf 
dem ersten Kiemenbogen (15 — 18 äussere, 19 — 25 innere anstatt 7 — 13 
resp. 8 — 14). In meiner nächsten Lieferung von Przewalski'schen Fischen 
werde ich mich über diesen Fisch noch ausführlicher auslassen ; hier möchte 
ich nur bemerken, dass der Unterschied in der Profilbildung des Kopfes bei 
verschiedenen Individuen recht auffallend ist. 

ACANTHOGOBIO gen. nov. (Cyprinidarum) 1,1 ). 

Corpus modice elongatum, compressum, squamis mediocribus vestitum. 
Rostrum parum ante os prominens. Rictus inferior. Os intermaxillare nor- 
male. Cirri 2 supramaxillares. Maxiila inferior plana, margine acutiusculo. 
Os suborbitale anterius elongatum, orbitam attingens. Apertura branchialis 
paulo post oculum desinens. Regio ventralis alepidota. Anus paulo ante 
initium pinnae analis perforatus. Pinna dorsalis paulo ante medium corpus 
et basin ventralium incipiens; radius 2 U ' indivisus pinnae dorsalis spinam 
sat fortem formans. Analis brevis. Dentés biseriati (2/5 — 5/2), externi 
subconici, interni subuncinati. 

Diese neue chinesische Gattung weicht von der ihr am nächsten ste- 
henden Gattung Gobio, die in den chinesischen Gewässern auch stark ver- 
treten ist, durch einen, wenn auch nicht sehr starken, so doch vollkommen 
deutlichen Stachel, zu dem ihr zweiter ungetheilter Dorsalstrahl umgebildet 
ist, ab. 

Acanthogobio Guentheri n. sp. 18 ). 

7236. Chuanche, pr. Gomi. Przewalski 1880 (6). 

7237. » » » » (1). 

7238. » » » » (1). 
8639. Fl. Sinin. Potanin 1886 (5). 

D. 3/7. A. 3/6. P. 1/15. V. 2/7. Lin. lat. 42 -£J. 

A. corporis altidudine 4% — 3%, capitis longitudine 4% — 3% in cor- 
poris longitudine. Oculis diametro 5% — 4Y 3 in longitudine capitis, 
diametris 1 7 / 10 — V/ 6 distantibus. Cirris circa operculi marginem 



16) Diptychus LansdeUi Günth. (Ann. and Mag. of Nat. Hist. [6] III, p. 361 [1889]) und 
D. Kessleri Kusski (Spengel's Zoologische Jahrbücher [Abtheilung für Systematik] III, p. 796, 
Taf. XXIX [1888]) sind beinahe zweifellos Synonyme von D. DyboivsJcii Kessl. 

17) Die Diagnose ist nach dem Muster der Bleeker'schen Diagnosen für verschiedene 
um die Gattung Gobio sich gruppirende chinesische Gattungen abgefasst. 

18) Herrn Dr. Albert Günther zu Ehren benannt. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 58. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 229 

posteriorem attingentibus. Altitudine Spinae dorsalis 5 / 8 — 8 / 5 alti- 
tudinis maximae pinnae dorsalis aequante. Nonnullis seriebus ma- 
cularum obscurarum in dorso (in speciminibus junioribus). 

Die grösste Körperhöhe, die 4% — 3 2 / 5 mal in der Körperlänge ent- 
halten ist, übertrifft 1% — 1% mal die postdorsale und 2% — 2 mal die 
kleinste Körperhöhe. Die Länge des Schwanzstieles, der seitlich zusammen- 
gedrückt ist, steht der Kopflänge merklich nach und ist 5% — 4 5 / 6 mal in 
der Körperlänge enthalten; die Höhe desselben wird l 8 / 5 — l 4 / 9 mal von 
seiner Länge übertroffen. 

Am Kopfe sind Stirn und Scheitel flach; das obere Kopfprofil senkt sich 
geradlinig zur Schnauzenspitze hin. Die Kopflänge, welche 2 — 1 5 / 8 mal 
die Kopf breite und 1% — l 4 / 9 mal die Kopfhöhe übertrifft, ist 4% — 3 7 / 9 mal 
in der Körperlänge enthalten. Der Augendiameter, welcher 1 — % mal im 
Abstände vom Auge bis zum Vordeckel enthalten ist, wird 5% — 4% mal 
von der Kopflänge übertroffen und verhält sich zur Breite des Interorbital- 
raumes wie 1:1 7 / 10 — l:iy 6 . Die Länge des postorbitalen Abschnittes des 
Kopfes ist 2% — 2y i0 mal in der Kopflänge enthalten. Das Vorderende der 
Mundspalte liegt unter dem Niveau des unteren Augenrandes; ihre Breite 
verhält sich zur Länge wie 1 7 / 10 — 1%. Die Barteln reichen bis zum hinteren 
Kiemendeckelrande, oder etwas mehr, oder im Gegentheil etwas weniger 
nach hinten. 

Der Anfang der Dorsale steht merklich vor der Mitte der Körperlänge. 
Die Länge der Basis der Dorsale, welche sich zur Höhe der Flosse wie 
1 3 / 4 :1 — 1 2 / 5 :1 verhält, ist 6 3 / 8 — 6% mal geringer als die Körperlänge; die 
grösste Rückenflossenhöhe verhält sich zur kleinsten wie 2 a / 4 :l — 2:1. Die 
Länge des Dorsalstachels macht 5 / 8 — 3 / 5 der grössten Rückenflossenhöhe aus. 
Die Länge der Brustflosse ist 4 x / 2 — 3 7 / 9 mal in der Körperlänge enthalten; 
die Brustflossenspitzen reichen bis zur Bauchflossenbasis, zuweilen aber 
auch ein wenig mehr, oder weniger nach hinten. Die Länge der Ventralen, 
deren Basis ungefähr dem ersten getheilten Dorsalstrahle gegenüberliegt 
und deren Spitze ungefähr bis zum After reicht, ist 5% — 4% mal kleiner 
als die Körperlänge. Die Länge der Basis der Anale ist 2 3 / 10 — 1 3 / 4 mal in 
der Flossenhöhe und 10 7 / 9 — 9 9 / ]0 mal in der Körperlänge enthalten; an den 
Schwanzstiel angedrückt, deckt diese Flosse 7 / 10 — y 2 seiner Länge und 
reicht bis zu den rudimentären Caudalstrahlen oder bleibt von denselben 
durch einen geringen Zwischenraum getrennt. Die ausgebreitete Caudale 
ist massig ausgeschnitten, indem die Länge ihres längsten Strahles sich zu 
derjenigen des kürzesten wie ca. 2% : 1 verhält. 

Zwischen dem Nacken und dem Anfange der Dorsale bleibt eine mehr 
oder weniger bedeutende Fläche schuppenlos; der schuppenlose Theil der 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 59. 



230 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCBE BEMERKUNGEN AUS DEM [T. XIII 

Bauchfläche erstreckt sich entweder nur bis zur Bauchflossenbasis oder setzt 
sich auch hinter derselben bis zum Anfange der Anale fort; hier kann sich 
übrigens die schuppenlose Strecke auf einen medianen kahlen Streifen re- 
duciren. 

Die Entfernung des Afters von der Caudalbasis macht ungefähr l / s der 
Körperlänge aus. 

Die Färbung ist silberig, am Eücken etwas bräunlich, mit mehr oder 
weniger zahlreichen dunklen Punkten. Am Rücken und an den Seiten nahe 
demselben befinden sich, namentlich bei jüngeren Exemplaren, einige wenige 
Reihen dunkler Flecken, die gleichsam unterbrochene Längsbinden bilden. 

Die Totallänge erreicht 177 mm. 

PUNGTUNGIA nov. gen. (Cyprinidarum). 

Squamae sat magnae, linea lateralis in media cauda decurrens. Os 
minimum, sursum directum, terminale; mandibula incrassata, margine an- 
teriore transverso subacute. Cirri duo maxillares breves. Dorsalis brevis, 
anacantha, ventralibus opposita, Apertura branchialis paulo post praeoperculi 
marginem posteriorem desinens; spinae branchiales paucae minutae. Dentés 
pharyngeales uniseriati, 5 — 4, compresso-uncinati. 

Diese neue Gattung steht offenbar der Pseudorasbora Bleek. (=Mi- 
crasjpius Dyb.) nahe und unterscheidet sich von derselben, nach der vor- 
stehenden Diagnose, nur durch Anwesenheit von kurzen Barteln, vielleicht 
auch durch die Zahl der Schlundzähne und die Ausbildung der Rechenzähne. 
Ich bin nämlich in Betreff des Werthes der letzterwähnten Kennzeichen 
nicht ganz sicher, da die angeführte Zahl der Zähne bei Pungtungia (5 — 4, 
anstatt 5 — 5 wie bei Pseudorasbora) sich als eine individuelle Abweichung 
erweisen kann; eben so ist die Anwesenheit sehr schwacher und wenig 
zahlreicher Rechenzähne vielleicht auch bei Pseudorasbora zu constatiren 19 ). 

Freilich treten noch manche auffallende habituelle Unterschiede, na- 
mentlich in der Kopfbildung, hervor, wenn wir die einzige bekannte Pseudo- 
rasbora- Art 20 ) mit der ebenfalls einzigen Pungtungia vergleichen. Ich werde 



19) Günther schreibt über Pseudorasbora: «gill-rakers none» (Catalogue of Fishes, VII, 
p. 186 [1868]); ich kann die Kichtigkeit dieser Angabe an unserem einzigen, dabei ziemlich 
mangelhaften Exemplare (JV» 9682. Futschau. Poljakow 1884) nicht prüfen. Auch bin ich 
leider genöthigt, in Betreff der in Rede stehenden Verhältnisse bei meiner Pungtungia mich auf 
die obige kurze Notiz zu beschränken, da eine eingehendere Untersuchung eine weitere Lädi- 
rung des ohnehin ziemlich beschädigten einzigen Exemplares zur Folge hätte. 

20) Falls Pseudorasoora parva Schleg. und Ps. pusilla Schleg., welche von Bleeker 
(Enumeration des espèces de poissons actuellement connues du Japon etc. [Verhand. Akad. 
Amsterdam XVITI], p. 23 [1879]) im Gegensatz zu Günther (o. c, p. 186) auseinander ge- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 60. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 231 

dieselben weiter unten, bei Gelegenheit der ausführlichen Speciesbeschreibung, 
näher auseinandersetzen. 



Pungtungia Herzi n. sp. 21 ). 



Links oben — Vorderansicht des Kopfes der Pungtungia, 
rechts oben — von Pseudorasbora. 

9681. Pungtung (Korea). Herz 1888. 

D. 3/7. A. 2/5. P. 15. V. 8. Lin. lat. ca. 40—. 

P. corpore compresso, altitudine ejus 4 in ejus longitudine. Capite de- 
presso, longitudine ejus 4 in longitudine corporis. Oculis fere in 
media capitis longitudine sitis, diametro l v / 3 distantibus. Genis 
ab oculo ad lineam medianam vergentibus et in superficiem inferio- 
rem capitis sensim transeuntibus. Dorsalis initio ca. ventralium 
basi opposite. Pectoralibus mediam distantiam inter basin earum 
et ventralium paulo superantibus. Fascia obscura longitudinali in 
medio latere decurrente. 

Die grösste Höhe des comprimirten Körpers, welche 1% mal die post- 
dorsale und 2 mal die kleinste Körperhöhe übertrifft, ist ca. 4 mal in der 
Körperlänge enthalten. Die Länge des Schwanzstieles, die 4}/ 5 mal in der 
Körperlänge enthalten ist, übertrifft l 7 / 8 mal seine Höhe. 

Am Kopfe sind Stirn und Scheitel stark abgeflacht und das obere Kopf- 
profil senkt sich geradlinig zur Schnauze hin. Die Kopflänge, welche l%mal 
die Kopf breite und l 5 / 7 mal die Kopf höhe übertrifft, ist ca. 4 mal in der 
Körperlänge enthalten. Der Augendiameter ist 3% mal kleiner als die Kopf- 



halten werden, sowie Micraspius MianowsJcii Dyb., welchen Warpachowski und ich (3a- 
m^tkh no HXTioJiorin AMypa [Tpynu C. IleTepô. 06m,. EcTecTBoncn. XIX, oiMvfcjieHie 3oo;ioriH], 
p. 32 [1887]) für ein Synonym der Pseud. parva erklärt haben, in der That verschiedene Arten 
sein sollen, so werden doch wohl alle diese drei Pseudorasbora-Arten von Pungtungia Herzi in 
der weiter unten hervorgehobenen Weise habituell abweichen. 

21) Herrn Otto Herz, welcher diese Art mit einigen anderen Fischen dem Museum ge- 
schenkt hat, zu Ehren benannt. 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 61. 



232 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKÜNEEN AUS DEM [t. XIII 

länge und verhält sich zur Breite des Interorbitalraumes wie 1:1%. Die Länge 
des postorbitalen Kopfabschnittes ist der Schnauzenlänge ungefähr gleich. 
Das Praeorbitale erscheint ungefähr doppelt so lang als hoch. Die Wangen 
richten sich gleich vom unteren Augenrande an nach unten und innen und 
gehen ganz unmerklich in die untere Kopfseite über, so dass kein auffallender 
Winkel zwischen den Seitenflächen und der Unterseite des Kopfes gebildet 
wird. Die Mundspalte ist sehr klein, indem ihre Breite einen halben Augen- 
diameter kaum übertrifft und eine bogenförmige Spalte an der kleinen Ab- 
stutzungsfläche des Schnauzenendes bildet; der Unterkiefer ist vorne gerad- 
linig, etwas verdickt und am Rande schwach zugeschärft. Die Lippen sind 
an den Mundwinkeln ziemlich stark verdickt, dann aber beinahe durch die 
ganze Breite des Unterkiefers unterbrochen. Die Länge der Barteln macht 
etwa einen halben Augendiameter aus. 

Der Anfang der Dorsale steht ungefähr in der Mitte zwischen der 
Schnauzenspitze und der Caudalbasis; die Länge ihrer Basis verhält sich 
zur Flossenhöhe wie 1:1% und zur Körperlänge wie 1:9. Die Länge der 
Brustflossen ist 6 3 / 10 mal geringer als die Körperlänge. Die Länge der Ven- 
tralen, deren Basis ungefähr dem Anfange der Dorsale gegenübersteht und 
deren Spitzen beinahe durch % der Flossenlänge vom After getrennt sind, 
ist 7% mal in der Körperlänge enthalten. Die Basis der Anale, welche sich 
zur Flossenhöhe wie 1:2 verhält, ist 18 mal geringer als die Körperlänge. 
Die Caudale ist an dem vorliegenden Exemplare stark beschädigt und kann 
desshalb nicht näher charakterisirt werden. 

Der After liegt dicht vor der Anale und der Abstand von ihm bis zur 
Caudalbasis macht % der Körperlänge aus oder kommt ungefähr dem 
Abstände vom After bis zur Mitte des die Brustflossenspitze von der Bauch- 
flossenbasis trennenden Zwischenraumes gleich. 

Die Färbung erscheint oben und an den Seiten bräunlich, unten silberig. 
Ausserdem sieht man am Körper dunkle Punkte, die sich z. Th. auch auf 
die Flossen ausbreiten. Vom oberen Ende der Kiemenspalte bis zum 
Schwanzflossengrunde zieht sich jederseits eine dunkle undeutlich begrenzte 
Längsbinde hin. 

Die Totallänge ist wegen des beschädigten Zustandes der Caudale nicht 
anzugeben; die Körperlänge ist 63 mm. gleich. 

Die auffallende Kopfbildung der beschriebenen Form lässt sich haupt- 
sächlich auf eine starke Depression zurückführen, welche sich namentlich 
in dem Charakter des Überganges der Wangenoberfläche in die untere 
Kopfseite äussert. Im Gegensatz zu den oben für Pungtungia beschriebenen 
Verhältnissen, erscheinen die Wangen bei Pseudorasbora subvertical und 
bilden mit der Unterseite jederseits einen etwas abgerundeten stumpfen 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 62. 



T. XIIl] ZOOLOG. MUSEUM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 233 

"Winkel. Daher würde ein durch die Augenmitte geführter Querschnitt bei 
Pseudorasbora wie der äussere Umriss der rechten oberen Figur auf dem 
Holzschnitt, bei Pungtungia wie derjenige der linken oberen Figur daselbst 
aussehen. Dieselbe Depression spiegelt sich auch bei Pungtungia in der 
sehr schmalen Gestalt des Praeorbitale ab, welches dagegen bei Pseudoras- 
bora ungefähr ebenso hoch wie lang und von unregelmässigem Contour er- 
scheint. 

Balistes aureolus Richardson. 

1844. Batistes aureolus Richardson, in Voyage of the Sulphur (Capt. 

Belcher). Zoology, p. 126, pi. 59, fig. 1—2. 
1870. Balistes aureolus Günther, Catalogue of Fishes, VIII, p. 215. 

4°29'7" N 
9678. Oc. indicus, ca. „ ' Dr. Issajew et Delivron. 1891 (1). 

D. 28. A. 25. P. 13. Cd. 12. Lin. lat. ca. 45. 

Der Körper erscheint ziemlich hoch, indem die Höhe desselben unter 
dem Dorsalstachel 2y i0 , über dem Ventralstachel l 4 / 5 mal in der Körper- 
länge enthalten ist. Der Schwanzstiel ist seitlich zusammengedrückt. Das 
obere Profil fällt ziemlich steil vor dem Auge zur Schnauze ab; das Kinn 
ragt nicht vor. 

Die Kopflänge ist 2% mal in der Körperlänge enthalten, der Augen- 
diameter 3 3 / 10 mal in der Kopflänge, 1% mal in der Breite der etwas con- 
caven Stirn und 2y 5 mal in der Schnauzenlänge. Vor dem Auge befindet sich 
eine unbedeutende Vertiefung, über welcher die beiden ziemlich kleinen 
Nasenlöcher liegen. Die Lippen sind schmal, ohne Schilder, die untere in 
der Mitte unterbrochen. Die Kiemenspalte bildet eine verticale, etwa 1 
Augendiameter messende Spalte über der Pectoralbasis. 

Der Dorsalstachel, der über der Kiemenspalte steht, gleicht an Länge 
ungefähr der Schnauze und trägt an seiner Vorderseite 4 Reihen mehr oder 
weniger entwickelter Dörnchen. Die tief ausgeschnittene Membran der 
ersten Dorsale reicht nicht bis zur zweiten; dagegen endet die Furche, 
welche zur Aufnahme des zurückgelegten Dorsalstachels dient, genau 
beim Anfange der 2" Dorsale, deren Höhe von vorn nach hinten wenig 
verschieden ist und ungefähr a / 2 Länge des Dorsalstachels gleichkommt. Von 
der Anale gilt dasselbe. Die Länge der abgestutzten Caudale ist 5 mal in 
der Körperlänge enthalten. 

Die rhombenförmigen Schilder erscheinen am Kopfe, wo dieselben 
keine nackten Zwischenräume frei lassen, und am Abdominaltheile etwas 
breiter, an den Körperseiten und an dem Schwanztheile dagegen schmäler; 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 63. 



234 S. HERZENSTEIN, ICHTHYOLOGISCHE BEMERKUNGEN AUS DEM [t. XIIJ 

sie nehmen an Grösse von vorn nach hinten ab und lassen auch keine beson- 
dere Gruppe hinter der Kiemenspalte unterscheiden. Die Sculptur der 
Schilder besteht nur aus Höckerchen, welche am Kopfe und am Eücken 
mehr oder weniger deutliche sternförmige Figuren darstellen. Die Zahl der 
Schilder in einer Querreihe (auf der grössten Breite des Körpers) macht 
ca. 30 aus. 

Die Färbung erscheint unten weisslich mit einem metallischen Schimmer, 
oben dunkel mit verschwommenen schwärzlichen Flecken. Die Membran 
der ersten Dorsale ist beinahe ganz schwarz, die übrigen Flossen sind 
weisslich, abgesehen von vier hinter einander liegenden länglichen ganz 
schmalen schwarzen Flecken dicht am Grunde der 2 n Dorsale. 

Die Totallänge gleicht 52 mm. 

Die schon im Jahre 1844 von Richardson aufgestellte und kurz be- 
schriebene Form ist meines Wissens nachher nur nach den zwei Original- 
exemplaren aus Belcher's Reise, deren Fundort nicht angegeben ist, und 
noch einigen wenigen Exemplaren ebenfalls unbekannter Provenienz von 
Günther in seinem «Catalogue» beschrieben worden. Das mir vorliegende 
Exemplar passt sehr gut auf die Richardson'sche Abbildung und Beschrei- 
bung 22 ); ich hielt es aber nicht für überflüssig diese auch in Betreff ihres 
Vorkommens wenig bekannte Form nochmals etwas ausführlicher zu be- 
schreiben. 

Das grösste der bisjetzt bekannten Exemplare übertrifft wenig 75 mm. 
Dieser Umstand, wie auch einige andere Kennzeichen (die Bedornung des 
Dorsalstachels 23 ), die niedrige Dorsale und Anale, die abgestutzte Caudale) 
können, z. Th. wenigstens, vom Jugendzustand dieser Individuen abhängen, 
wie es schon Hollard 24 ) vermuthungsweise ausgesprochen hat. Weniger 
wahrscheinlich erscheint dagegen die Vermuthung desselben Autors, dass 
B. aureolus als Jugendform zu seinem B. calolepis 25 ) gehöre. 

Die Umstände, unter welchen unser Exemplar gefangen worden ist, 
erscheinen auch beach tenswerth. Nach der freundlichen Mittheilung Dr. 



22) Dagegen kann ich keine «indistinct raised lines along the series of scales» auf dem 
Schwanztheile sehen, welche Günther dieser Art vindicirt. — Der Goldglanz der Unterseite, 
dem dieselbe ihren Namen verdankt, ist bei unserem Stücke, wohl unter dem Einflüsse des 
Spiritus, bloss als metallischer Schimmer übriggeblieben. 

23) Nach Günther nur bei «I inch»-langen Exemplaren; doch sieht man dieselbe deutlich 
auch bei unserem doppelt so grossen Stück. 

24) Ann. d. sc. nat. Zoologie (4). I, p. 71 (1854). 

25) Hollard, ibid., p. 67; Bleeker in Pollen et Van Damm, Recherches sur la faune 
de Madagascar. 4 Partie (Poissons et Pêches) p. 3 (1874). —Die Jugendformen von B. maculatus 
Lac, welcher'zu einer Gruppe mitl?. aureolus gehört, weichen von demselben durch die ausge- 
sprochene Bedornung der Schilder und ganz andere Zeichnung ab (Vgl. Günther, Catalogue 
VIII, p. 214 [1870]; Cantor, Catalogue of the Malayan Fishes, p. 344 [1850]). 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 04. 



T. XIIl] ZOOLOG. MÜSEÜM DER KAISERLICHEN AKAD. DER WISSENSCHAFTEN. 235 

Issajew's wurde dasselbe im offenen Meere, sehr weit vom Festlande, von 
einer Welle auf's Deck des «Nachimow» geworfen, welche Thatsache mit 
unseren gewöhnlichen Vorstellungen über die Gattung Batistes als Littoral-, 
namentlich Corallenriff-Form in Widerspruch steht. Wenigstens erinnere 
ich mich nicht, abgesehen von den weiter unten angeführten Quellen, gelesen 
zu haben, dass Balistes als Mitglied der pelagischen Thierwelt auftritt 26 ). 
So bin ich auch eher geneigt das beschriebene Exemplar als ein verirrtes 
oder verschlagenes anzusehen 27 ); und dann würde dieser Fall es ver- 
ständlich machen, wesshalb es Balistes- Arten giebt, welche den beiden grossen 
Weltmeeren — dem Indopacifischen und Atlantischen — zugleich angehören. 



26) Balistes fehlt auch in der Aufzählung der typischen Mitglieder der pelagischen Fisch- 
fauna bei Günther (Handbuch der Ichthyologie, p. 194 [1886]); dagegen wird in der speciellen 
Beschreibung der Gattung (p. 494) bemerkt: «Schwärme von jungen werden nicht selten mitten 
auf hoher See getroffen». Aber die ganze nicht unbedeutende pelagische Ausbeute des «Chal- 
lenger», die das Kesultat einer grossen Zahl von Netzzügen ist, scheint nicht mehr als 3 weiter 
unten erwähnte Exemplare enthalten zu haben. 

27) Noch mehr gilt es wahrscheinlich für «Balistes sp. Three specimens, 5 lines long, from 
driftwood, north of Papua, February 21, 1875» (Günther, Pelagic Fishes [in Scientif. Res. 
Challenger, Zoology, XXXI], p. 42 [1889]; vgl. auch ibid., p. 2). — Auch ist im Zusammenhange 
damit der folgende Passus bei Quoy und G aim ard [in Fr eycin et, Voyage autour du Monde de 
l'Uranie et de la Physicienne, Zoologie. I, p. 190 [1824]) zu beachten: «Dans ces belles mers où 
l'on navigue paisiblement, il nous est quelquefois arrivé de déplacer des poissons, qui, lorsque 
nous passions près de quelques îles, prenaient notre navire pour leur rocher accoutumé, et le 
suivaient dans sa route. Nous avons vu de cette manière des chétodons, des glyphisodons 
nous accompagner pendant près d'un mois». 



o^o« 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 65. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIEÉS Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Über die Mosaikkrankheit der Tabakspflanze. Von Dm. Iwanowsky. (Lu 

le 12 février 1892.) 

Vor zwei Jahren habe ich, in Gemeinschaft mit Hrn. W. Polowzow, 
eine sehr verbreitete Tabakskrankheit beschrieben, welche wir Pocken- 
krankheit genannt und deren Ursachen wir damals auseinandergesetzt 
haben 1 ). Bei dieser Gelegenheit wurde von uns die Vermuthung ausge- 
sprochen, dass die von Ad. Mayer in Holland beschriebene Mosaik- 
krankheit des Tabaks 2 ) eigentlich in zwei ganz verschiedene Krankheiten 
zerfällt, von denen die eine (nach Mayer, die zweite Phase der Mosaik- 
krankheit) — die von uns studirte Pockenkrankheit ist. Bei der Unter- 
suchung der Krankheiten des Tabaks in der Krim, im Sommer 1890, konnte 
ich mich von der vollständigen Richtigkeit der damals von uns ausge- 
sprochenen Vermuthung überzeugen, denn hier begegnete ich auch der 
Form der Erkrankung, die von Mayer als erste Phase der Mosaikkrankheit 
beschrieben wird, und konnte mich davon überzeugen, dass diese Form 
thatsächlich eine ganz selbstständige und in vielen Beziehungen sehr 
interessante Krankheit ist 3 ). Bei den dortigen Tabaksbauern (Tataren) ist 
sie bloss unter dem Namen «Bosuch» (d. h. Krankheit) bekannt; von Einigen 
wird sie auch Marmorkrankheit genannt. Das äussere Aussehen der er- 
krankten Pflanzen, der Entwickelungsgang der Krankheit und die Ver- 
keilung derselben auf der Plantage entspricht vollständig der von Mayer 
gelieferten Beschreibung, so dass ich hier diese Frage nicht weiter zu be- 
sprechen brauche. Der Unterschied in der Darlegung fängt erst von der 
Stelle an, wo Mayer die Behauptung ausspricht, dass «wenn die Krankheit 
sich regelmässig weiter entwickelt, einzelne der helleren und dünneren 
Blattpartien vorzeitig absterben, nicht ganz unähnlich, nur viel ausgedehnter, 
wie ein solches Absterben punktweise bei Vollreifen Blättern ohne Nachtheil 
für die Güte des Produkts häufig auftritt» (S. 452). Auf der beigefügten 
Tafel bildet Mayer ein dicht mit braunen Flecken bedecktes Blatt ab; diese 



1) Mém. de l'Acad. Imp. des sc. de St. Pétersb. VII Série, t. XXXVII, JV» 7. 

2) Landw. Versuchsst. Band 32, S. 451—67. 

3) Ich will sie als Mosaikkrankheit bezeichnen, obwohl sie nur einem Entwickelungs- 
stadium der von Mayer unter diesem Namen beschriebenen Krankheit entspricht. 

Bnlletin N. S. III (XXXV) p. 67. 17 



238 dm. iwANOWSKY, [t. xni 

Flecken sind stellenweise zusammengeflossen und manche aus dem Blatte 
herausgefallen, in Folge dessen das Blatt mit breiten Öffnungen versehen 
erscheint. Meiner Ansicht nach ist das abgebildete Blatt von zweien ganz 
verschiedenen Krankheiten befallen: der Mosaikkrankheit (in dem von mir 
angenommenen Sinne) und der Pockenkrankheit. Beide Krankheiten, obgleich 
sie ganz verschiedenen Ursprungs sind, können natürlich auch auf einer 
und derselben Pflanze vorkommen 4 ). Die braunen Flecken sind aber bei 
Weitem nicht immer an die gelben Theile des von der Mosaikkrankheit be- 
fallenen Blattes, wie es Mayer's Ansicht nach der Fall wäre, gebunden; 
nicht selten kann man sie mitten in dem dunkelgrünen gesunden Theile 
finden. Die Selbstständigkeit dieser beiden Krankheiten kann gegenwärtig 
keinem Zweifel mehr unterliegen. Folgendes erlaube ich mir hierfür anzu- 
führen: 

1. Weder in Kleinrussland, noch in Bessarabien bin ich der Mosaik- 
krankheit begegnet, während die Pockenkrankheit dort in hohem Grade 
entwickelt ist. 

2. In der Krim, wo beide Krankheiten vorkommen, kann man beim 
Durchmustern der Tabakspflanzung Exemplare finden, die nur an der Mo- 
saikkrankheit, und andere, welche nur an der Pockenkrankheit leiden. 
Diese Pflanzen können am leichtesten nach den ganz jungen Blättchen 
unterschieden werden. Bei den von der Mosaikkrankheit befallenen Pflanzen 
weisen (wie das auch Mayer bemerkt hat) alle weiteren Neubildungen (neue 
Blättchen und Triebe) die dieser Krankheit eigenthümlichen Veränderungen 
auf, nämlich mosaikartige aus dunkelgrünen und gelben Partieen bestehende 
Zeichnungen. Wenn wir daher Exemplaren der braungefleckten Tabaks- 
pflanzen begegnen, bei denen jedoch die ganz jungen Blättchen keine Spuren 
der Mosaikzeichnung aufweisen, so kann man mit Bestimmtheit sagen, dass 
diese Pflanzen an der Pockenkrankheit leiden. 

3. Die Mosaikkrankheit ist ansteckend, die Pockenkrankheit besitzt hin- 
gegen diese Eigenschaft durchaus nicht. 

4. Die Ursache der Pockenkrankheit liegt in den Bedingungen der 
Wasserverdunstung durch die Blätter; die Flecken entstehen auf ganz ge- 
sunden Blättern bei rascher und plötzlicher Steigerung der Verdunstung 
der Pflanze; die Ursachen der Mosaikkrankheit sind dagegen ganz andere, 
sie ist, wie oben erwähnt wurde, ansteckend. 

5. Die Pockenkrankheit fanden wir bei Datura Stramonium, Hyoscya- 
mus niger und vielen anderen Pflanzen; die Mosaikkrankheit geht dagegen, 



4) Es ist sogar möglich, dass die von der Mosaikkrankheit befallene Pflanze leichter der 
Pockenkrankheit, als die gesunde, unterliegt, weil kranke Pflanzen überhaupt neuen Erkran- 
kungen leichter anheimfallen, als gesunde. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 68. 



T. Xin] - ÜBER DIE MOSAIKKRANKHEIT DER TABAKSPFLANZE. 239 

Mayer's Erfahrungen nach, nicht auf andere Repräsentanten der Familie 
der Solanaceen über. 

Zu Gunsten der Ansicht, dass beide Krankheiten verschiedene Ent- 
wickelungsstadien einer und derselben Krankheit darstellen, wird von 
Mayer nur das gleiche Verbreitungsgebiet und ihre zeitliche Aufeinander- 
folge angeführt: «Freilich wollen einige Praktiker», schreibt Mayer, «in 
den beiden Formen oder besser Stadien der Krankheit zwei selbstständige 
Krankheiten erkennen, allein doch wohl nur desshalb, weil das erste Stadium 
sich häufig einer oberflächlichen Beobachtung entzieht. Das gleiche Ver- 
breitungsgebiet und die zeitliche Aufeinanderfolge der beiden Formen 
spricht durchaus dagegen» (1. c, S. 553). 

Meine Untersuchungen über die Mosaikkrankheit sind noch nicht abge- 
schlossen, da ich auf grosse Schwierigkeiten gestossen bin, welche erst be- 
seitigt werden müssen (so z. B. die Unfähigkeit des Tabaksmikroben sich auf 
den gebräuchlichen künstlichen Substraten zu entwickeln). Dennoch bin ich 
auch jetzt schon im Stande die folgenden Angaben Mayer's zu bestätigen: 

1. dass der Saft der an der MosaikJcranJcheit leidenden Pflanzen an- 
steckend ist; in das Innere gesunder Pflanzen eingeführt, ruft er nach einer 
bestimmten Zeit in den letzteren die Mosaikkrankheit hervor; 

2. dass beim Erwärmen bis zu einer dem Siedepunkt nahen Temperatur 
der Saft der kranken Tabakspflanze seine ansteckenden Eigenschaften ein- 
büsst; 

3. dass die Krankheit, in Anbetracht der Abwesenheit von Pilzen und 
anderen Parasiten, der Ansteckung durch Bactérien zuzuschreiben ist. 

Ich muss dagegen der Angabe des Verfassers, dass der Saft der mosaik- 
kranken Blätter, nach der Filtration durch doppeltes Filtrirpapier, seine 
ansteckenden Eigenschaften verliere, auf das Bestimmteste widersprechen. 
Meinen Erfahrungen nach ruft der filtrirte und auf gesunde Pflanzen über- 
tragene Extract der kranken Blätter ebenso sicher die Krankheitserschei- 
nungen hervor, als der nicht filtrirte. Andererseits stimmt diese Angabe des 
Verfassers nicht mit seiner Ansicht überein, dass die Mosaikkrankheit von 
Bactérien verursacht werde, denn eine doppelte Schicht Filtrirpapier kann, 
wie bekannt, nicht die Bactérien zurückhalten. Würde diese Beobachtung 
Mayer's richtig sein, so müsste man aus derselben eher zu dem Schlüsse 
gelangen, dass die Mosaikkrankheit nicht von Bactérien, sondern durch 
Pilze, deren Sporen durch das Filtrirpapier nicht passiren können, ver- 
ursacht werde. Ich habe indessen gefunden, dass der Saft der mosaikkranken 
Blätter seine ansteckenden Eigenschaften sogar nach der Filtration durch 
Chamberland' 'sehe Filterkerzen bewahrt. Den gegenwärtig herrschenden 
Anschauungen nach ist, wie mir scheint, Letzteres am einfachsten durch die 

Bulletin N. S. III (XXXY) p. 69. jy* 



240 DM. IWANOWSKY, ÜBER DIE MOSAIKKRANKH. DER TABAKSPFL. [T. Xni 

Annahme eines im filtrirten Safte aufgelösten, von den in der Tabakspflanze 
vorhandenen Bactérien ausgeschiedenen Giftes zu erklären. Ausser dieser ist 
aber noch eine andere, ebenfalls zulässige Erklärung möglich, nämlich dass 
die Bactérien der Tabakspflanze durch die Poren der Chamberland'schen 
Filterkerzen hindurchdrangen, obgleich ich vor jedem Versuche den von mir 
benutzten Filter in üblicher Weise prüfte und mich von der Abwesenheit 
feiner Risse und Öffnungen überzeugte 5 ). Einen weiteren sicheren Beweis 
von der Güte der von mir gebrauchten Filterkerze sehe ich darin, dass die 
am meisten für die Entwickelung der Bactérien günstigen Flüssigkeiten, 
nach der Filtration durch diese Kerze, mehrere Monate lang vollkommen 
unverändert blieben. 

In jedem Falle werden, wie ich hoffe, weitere Untersuchungen diese 
Frage aufklären; die vorliegende kurze Bemerkung hatte nur den Zweck 
die Selbstständigkeit der zwei Krankheiten, der Mosaik- und der Pocken- 
krankheit, festzustellen und zu beweisen, dass sie nicht, wie es Ad. Mayer 
meint, verschiedene Entwickelungsstadien einer Krankheit darstellen. 



5) Durch die in einen Cylinder mit Wasser versenkte Filterkerze konnte mittelst einer 
Kautschukkugel die Luft nicht hindurchgepresst werden. 



« '.lletin N. S. III (XXXV) p. 70. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIKES DU 

BULLETIN OE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Chrysididarum species novae. Descripsit Andreas a Semen ow. (Lu le 

4 Mars 1892). 

1. EUampus héros, sp. n. 

$. Major, robustior, subelongatus, cyaneo- viridis, modice nitidus, abdo- 
minis dorso vage violacescenti, capitis vertice et occipite, pronoti praesertim 
parte media scutelloque magis obscuriusque violaceis, clypeo, femorum 
(praecipue duorum posticorum) basibus laetius viridibus, ventre subaurato- 
viridi, immaculato; antennarum scapo, pedicello et articulo 3° cyaneo-viri- 
dibus, articulis ceteris obscure fuscis; tarsis rufescentibus, articulo l°superne 
distincte viridi-micante ; tegulis piceis cyaneo-virescentibus. Antennis sat 
fortibus, ad apicem distincte compresso-attenuatis, scapo elongato, articulis 
duobus sequentibus simul sumptis paulo longiore, articulo 3° secundo 2% 
longiore, 4° tertio plus quam duplo breviore, secundo subaequali. Capite 
subopaco, crebre atque sat regulariter reticulato-punctulato, sat breviter 
nec valde dense griseo-pubescenti , areola parvula laevigata utrinque ad 
stemmata posteriora notato; cavitate faciali a stemmate anteriore sat longe 
remota, valde profunda, medio longitudinaliter subsulcata, nitida, distincte 
(praesertim ad latera) transversim striolata; clypeo fere omnino laevi, nitido; 
temporibus latis, longitudinem articuli 3 Ü antennarum etiam paulo superan- 
tibus, distinctissime depresso-marginatis ; genis brevibus, antennarum pedi- 
cello paululum brevioribus. Thorace parum nitido, toto paulo longius sed 
sat sparsim griseo-pubescenti ; pronoto mesonoto evidenter breviore sat grosse 
(ad latera minutius) nec profunde reticulato-punctato, medio ad marginem 
anteriorem areola parva parumque determinata laevi praedito; mesonoto 
medio punctis grossis, rotundis invicem subremotis notato, lobis lateralibus 
minus grosse crebriusque subreticulato-punctatis ; scutello punctis grossis, 
vadosis, regulariter rotundis lateque remotis ornato, interstitiis punctorum 
(sicut in mesonoto) subopacis (i. e. microscopice coriaceis); postscutello for- 
titer gibboso cum metathoracis angulis postico-lateralibus grosse, fortiter 
regulariterque punctato-reticulato ; his sat validis sed parum prominulis, 
apicibus retrorsum directis, subacutis. Abdomine convexo modice nitido, 
distinctissime longiusque (praesertim ad latera) cano-pubescenti, segmento 

Bulletin N. S. Ill (XXXT) p. 71. 



242 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

1° toto remote et sat subtiliter punctato, punctis in medio magis distantibus 
et areolam laevem angustam et vix indicatam efficientibus, basi in medio 
profunde foveolatim impresso; segmento 2° eodem fere modo (vix crebrius) 
punctato; segmento 3° basi subtiliter, apicem et latera versus fortius, creb- 
rius et nonnihil subrugose punctato, margine apicali recto in centro angu- 
latim exciso, excisura utrinque lobulo prominulo regulariterque angulato 
terminata. Ventris segmento penultimo remote indeterminateque, ultimo 
subtilius crebriusque ruguloso-punctulatis. Pedibus sat longis cano-pubescen- 
tibus, femoribus anticis obsolete parce punctatis; metatarsis posterioribus 
ejusdem tarsi articulis 3 sequentibus simul sumptis subaequalibus ; ungui- 
culis interne 3-pectinatis. Alis abdominis apicem attingentibus, basi hyalinis, 
in dimidio apicali sat fortiter infumatis, venis stigmateque fuscis. 

Long. 6y 3 mm. 

Chinae prov. Alaschan: montes Alaschanicae (N. Przewalski. Init. 
VIL 1871). 

1 specimen (1 S). 

Species ad sectionem VII am subgeneris Ellampas in sp. cl. Mocsâsii 
(Monogr. Chrysidid. 1889, p. 94) pertinens et ab omnibus speciebus hujus 
sectionis inter alia magnitudine majore, cavitate faciali distincte transversim 
striata etc. divergens. 



9 * 



Hedychridiuni Jakowlewi, sp. n. ') 



$. Mediocre, validiusculum, concinne igneo- seu purpureo-cupreum, 
parum nitidum, cavitate faciali saturate viridi-cyanea leviterque violaces- 
centi superne viridi-aureo anguste marginata, clypeo viridi-aurato, capitis 
parte occipitali aversa leviter viridi-aenescenti, prothoracis parte inferiore 
et metathorace plus minusve cyaneo-viridibus, mesopleuris inferne cyaneo- 
viridibus, superne laete viridibus aureoque distincte variegatis, pedibus plus 
minusve viridi-cupratis, tarsis testaceo-fuscis, ventre mandibulisque piceo- 
nigris; tegulis piceis leviter cupreo-micantibus ; capite, thorace, abdominis 
lateribus pedibusque sparsim longius albido-pilosis. Antennis crassiusculis, 
scapo supra aeneo-virescenti, articulis ceteris nigris ; scapo articulis sequen- 
tibus tribus simul sumptis paulo breviore, pedicello articulo tertio 1% bre- 
viore, 4° secundo vix longiore. Capite crebre et sat fortiter (occipite paulo 
subtilius) punctato, cavitate faciali plana haud profunda, superne omnino 
non marginata, crebre simpliciter punctulata, punctis ad marginem frontis 
rarioribus; clypeo brevi; temporibus antennarum articulo 3° subaequalibus, 



1) Asterisco (*) species ad faunam rossicam pertinentes notatae sunt. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 72. 



T. XHl] CHRTSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 243 

immarginatis; genis antennarum articulo 2° paulo brevioribus; labio distincte 
exserto. Pronoto mesonoto longitudine fere aequali, subtiliter sat crebre 
punctulato, praeterea punctis rotundis majoribus sat numerosis notato, late- 
ribus ante basin leviter sinuato, angulis posticis retrorsum breviter porrectis 
obtusiusculis; mesonoto leviter convexo fere eodem modo sculpto, sed punctis 
majoribus paulo minus numerosis et ad marginem posteriorem invicem sat 
late remotis; mesopleuris subreticulato-punctatis ; scutello parum convexo, 
sat nitido, punctis majoribus numerosis remotisque, punctulis minoribus 
perpaucis; postscutello grosse subreticulato-punctato ; metathorace subtilius 
et vadose rugoso-punctato; angulis postico-lateralibus metathoracis subspi- 
niformibus, extrorsum prominulis, sed apice parum acuminatis et vix retror- 
sum inclinatis. Abdomine convexo, fere hemisphaerico, sat nitido, confertim 
sed paulo fortius quam in speciebus affinibus punctulato, ad basin segmenti 
2 1 etiam subruguloso, segmento 1° basi impressione foveiformi nigra notato; 
margine apicali integro, simplici, haud pellucido. Ventre nitido fere im- 
punctato. Metatarsis posterioribus ejusdem tarsi articulis ceteris simul 
sumptis aequalibus. Alis abdomine paulo brevioribus leviter (praesertim ad 
cellulam radialem) sordidis; venis stigmateque fuscis; cellula radiali valde 
elongata. 

Long. 5 mm. 

Prov. Transcaspica: montes Kopet-dagh prope Tschuli (ipse. 29 — 30. 
IV. 1888). 

1 specimen (1 $). 

Species ad divisionem V. 4 cl. Mocsârii (Monogr. Chrysidid. 1889, 
p. 145) pertinens, H. cuprato Dhlb. (Mocsâry. L. c, p. 153) subsimilis 
esse videtur; ab hoc inter alia postscutello haud viridi, ventre nigro imma- 
culate, sculptera scutelli, punctura frontis.etc. oninino discrepans; ab H. 
coriaceo Dhlb., cui etiam haud dissimilis, corpore toto longius piloso, colore 
superficiel laetiore purpurascenti-cupreo, scutello et postscutello nullo modo 
viridibus nee cyaneis, sculptura capitis thoracique fortiore et valde diversa, 
abdomine breviore paulo fortius sculpto, antennis fortioribus aliisque signis 
longe discedens. 

Hanc speciem concinnam amico meo Alexandro Jakowlew, Jarosla- 
wensi, dedicavi. 

3.* Hedychruni collare, sp. n. 

$. Mediocre, subopacum, cyaneo-viride, capite thoraceque plus minusve 
violacescenti-variegatis, abdominis dorso laete cupreo-aurato, ad certum 
luminis situm levissime virescenti, femoribus viridi-cyaneis leviterque pices- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 73. 



244 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

centibus, tibiis laetius viridi-aeneis, tarsis fusco-testaceis, ventre piceo, 
nitido, mandibulis rufo-piceis, basi extrorsum cyaneo-viridibus, tegulis piceo- 
rufis vix aenescentibus parumque nitidis ; corpore toto superne brevissime 
sparsim griseo-pubescenti. Antennis sat gracilibus, fuscis, scapo fortiter, 
pedicello vix cyaneo-virescentibus, illo sat tenui et elongato, articulis tribus 
sequentibus simul sumptis aequali, pedicello modice brevi articulo tertio 
tantum iy 2 breviore, 4° pedicello subaequali. Capite modice lato, regula- 
riter confertimque reticulato-punctulato, punctis tantum pone oculos rugulis 
parum conspicuis subtransversis disjunctis; cavitate faciali nee lata nee pro- 
funda, subtiliter transversim strigulosa, superne non marginata; clypeo 
subelongato baud nitido, ad latera subobsolete punctulato-ruguloso ; fronte 
et vertice brevissime nec dense griseo-pubescentibus; genis brevissimis; 
temporibus angustis, superne antennarum pedicellum vix superantibus, im- 
marginatis. Pronoto valde elongato longitudinem mesonoti fere iy 3 super- 
ante, antrorsum sat fortiter angustato, ad marginem anticum fere rectum 
medio subtiliter sed profunde transversim impresso, toto confertissime regu- 
lariter subreticulato-punctato ideoque opaco; angulis posticis retrorsum sat 
porrectis apicibusque leviter extrorsum directis. Mesonoto eodem fere modo 
(ad latera et praesertim ad basin paulo grossius) punctato; mesopleuris 
paulo grossius et valde regulariter punctato-reticulatis. Scutello subgrosse 
(praesertim ad basin), postscutello fere gibboso grossius adeo punctato- 
reticulatis; lateribus metathoracis cum hujus angulis postico-lateralibus 
recte spiniformibus et extrorsum longe prominulis sat subtiliter punctato- 
rugosis. Abdomine parum convexo, segmenti l 1 basi nigro-aenescenti medio 
sat fortiter foveatim impressa; segmentis duobus primis confertim et sat 
fortiter (ad latera paulo grossius et fere subrugose) punctatis ideoque parum 
nitidis, segmento 3° (ultimo) vix remotius, grossius et minus profunde punc- 
tato, medio transversim vix depresso, margine apicali vix infiexo, lateraliter 
utrinque denticulo parum prominulo angusteque pellucido instructo. Ventris 
segmento 2° sat crebre punctato et punctulato, 3° apice non hamato. Femo- 
ribus omnibus subtilissime coriaceo-punctulatis; metatarsis posterioribus 
fortibus, basi levissime curvatis, articulis reliquis ejusdem tarsi paulo lon- 
gioribus. Alis inaequaliter sordidis, venis stigmateque dilute fuscis. 

Long. 6 mm. 

Sarepta provinciae Saratowensis (A. Becker). 

1 specimen (1 $). 

Hedychro GerstaecJceri Chevr. subsimile et affine, sed prothorace multo 
longiore, densius et magis regulariter reticulato-punctato, margine anteriore 
fere recto, frönte brevissime griseo-pubescenti, clypeo subelongato, abdomine 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 74. 



T. XIIl] CHRTSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 245 

fortius crebriusque punctato ideoque minus nitido etc. facillime dignoscen- 
dum; ab H. longicolli Ab., praeter prothoracem longiorem aliterque sculp- 
tum, praesertim fronte brevissime pubescenti distingueadum est; a maribus 
H. nobilis S cop. iisdem notis jam primo intuitu discedens. 

4.* Clirysis (Gonochrysis) tekensis, sp. n. 

S. Submediocris, subelongata, parum nitida, sat laete subaurato-viridis, 
pronoti parte declivi antica nec non inpressione longitudinali media, mesonoti 
lobo medio et postscutello plus minusve cyanescentibus, vertice intra stem- 
mata macula nigrescenti notato, abdominis segmento basali subcupreo-viridi, 
2° et 3° haud laete subigneo-cupratis distincteque virescentibus (praesertim 
2° ad basin et 3 Ü margine apicali), clypeo et cavitate faciali viridi-aureis, 
tegulis tibiisque cupreo-refulgentibus, ventre aurato-viridi, nitido, segmenti 
2 1 dimidio basali nigro, segmento 1° (basali) nigro postice viridi-cyaneo- 
limbato. Antennis sat fortibus nigro-fuscis, articulis tribus basalibus sat 
laete cupreis; scapo articulis duobus sequentibus simul sumptis vix longiore, 
pedicello articulo 3° sesqui breviore, hoc sequentibus duobus simul sumptis 
paulo breviore, articulo 4° secundo vix breviore, 4° — 7° haud tumidis. Ca- 
pite sat dense longiusque sordide griseo-piloso, sat fortiter regulariterque 
reticulato-punctato, vertice utrinque ad stemmata posteriora leviter foveo- 
latim impresso angusteque laevigato, cavitate faciali subprofunda et fere plana 
crebre punctato-coriacea, haud dense cum genis cano appresso-pilosa, medio 
longitudinaliter distincte sulcata, superne non marginata sed distincte 
recteque limitata; clypeo brevissimo, valde lato et obtuso; genis brevibus, 
antennarum articulo 2° vix aequantibus; temporibus sat latis, antennarum 
articulo 3° subaequalibus, margine superne sensim evanescente obductis, 
sub hoc denticulo parvo sed acutiusculo armatis. Thorace toto profunde et 
sat grosse punctato sparsimque sordide griseo-piloso; punctis omnibus ro- 
tundis, invicem separatis, in mesonoto et scutello magis remotis punctulisque 
minutis vage intermixtis; postscutello convexo crebrius reticulato-punctato; 
pronoto mesonoto multo breviore, subquadrangulo, apice haud truncato sed 
simpliciter fortiterque declivi, disco longitudinaliter anguste leviterque im- 
presso, angulis posticis nonnihil retrorsum productis, margine postico dis- 
tincte arcuato ; mesonoti lobis lateralibus suturis profundis et omnino deter- 
minatis a lobo medio separatis; metathoracis angulis postico-lateralibus 
brevibus, fere triangularibus, planis et potius extrorsum quam retrorsum 
prominulis. Abdomine parum convexo, angusto, elongato-ovali, retrorsum 
subangustato, segmento 1° basi parum impresso et obscurato fere uti thorax 
sculpto, 2° et 3° crebrius punctatis, punctis vage invicem rugis conjunctis 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 75. 



246 ANDREAS SEMEKOW, [ï. XUI 

interstitiisque subtiliter punctulatis; segmento 2° vestigio carinulae longi- 
tudinalis vix distinctae notato; segmento 3° (ultimo) supra seriem ante- 
apicalem haud incrassato, hac non immersa, longe ante basin segmenti 
terminata, e foveolis magnis invicemque separatis circiter 12 (6-+-6) com- 
posita; margine apicali arcuato, lenissime undulato. Ventre sat crebre sed 
vadose punctulato. Femoribus anticis disperse subtiliter punctulatis; meta- 
tarsis posterioribus articulis tribus sequentibus ejusdem tarsi vix longioribus. 
Alis levissime sordidis, venis fuscis, cellula radiali apice compléta. 

Long. 7% mm. 

Prov. Transcaspica: montes Kopet-dagh prope Tsclmli (ipse. 29 — 30. 
IV. 1888). 

1 specimen (le?). 

A Chr. (Holochr.) pelopaeicida Buyss. (Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 
1889, p. 219) syriaca, cui proxima esse videtur, differt (secundum descrip- 
tionem cl. Mocsârii): antennarum articulo 3° quarto quintoque simul 
sumptis paulo breviore, 4° — 7° in mare haud tumidis, genis brevibus articulo 
3° antennarum multo brevioribus, abdomine haud valde convexo, segmento 
ultimo ante seriem ante-apicalem haud calloso, hac non immersa, e foveolis 
magnis nec confluentibus circiter 12 composita, tarsis dilutioribus etc. — 
Simillima etiam Chr. (Gonochr.) aschabadensi Radoszk. (Revue d'Entom. 
X, 1891, p. 183), a qua hoc modo distinguenda (secundum specimen typicum 
speciei Radoszkowskii!): 

$. Flagelli articulis 2 basalibus plus minusve viridibus, 2° sequentibus 
duobus simul sumptis haud breviore; abdomine fortius sculpto, segmentis 
2° et 3° laete igneo-auratis, ad latera concinne purpurascentibus, grosse 
punctatis, interstitiis punctorum vix punctulatis, segmento 3° supra seriem 
ante-apicalem e foveolis permagnis compositam leniter ampliato, margine 
apicali longiore; ventre igneo-aurato; cellula radiali apice late aperta. 

Chr. ascJiabadensis Rad. 

$. Flagelli articulis 2 basalibus laete cupreis, 2° sequentibus duobus 
simul sumptis paulo breviore; abdomine subtilius sculpto, segmentis 2° et 
3° vix ignitis, minutius copiosiusque punctatis, interstitiis punctorum (prae- 
sertim in segmento 3°) confertim punctulatis; segmento 3° supra seriem 
ante-apicalem e foveolis paulo minoribus compositam haud ampliato, mar- 
gine apicali breviore; ventre aurato-viridi; cellula radiali apice compléta. 

Chr. ttliensis m. 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 76, 



T. XUl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 247 

5.* Clirysis (Dichrysis) bispina, sp. n. 

$. Mediocris, latiuscula, nitida, splendide viridi-aurata, locis certis vix 
cyaneo-refulgens, abdomine nitore distincte cupreo, ad apicem etiam subigneo, 
margine apicali concolori, ventre viridi-aureo cupreo variegato, segmento 
2° basi late nigro; tarsis dilute fuscis; puis longis (praesertim ad latera) 
canis sparsim vestita. Antennis obscure fuscescentibus, articulis duobus 
basalibus viridi-auratis; scapo tribus sequentibus simul sumptis distincte 
breviore, pedicello articulo 3° plus quam duplo breviore, 4° secundo vix 
longiore. Capite haud magno, fronte sat crebre punctata, interstitiis puncto- 
rum rugiformibus, vertice intra et praesertim pone stemmata subremote 
punctato, interstitiis punctorum laevibus, cavitate faciali modice profunda 
medio laevigata, in dimidio superiore tenuiter longitudinaliter sulcata, 
superne distincte sed tenuiter carinulato-marginata, fronte praeterea can- 
nula transversa sursum biramulosa et cum carinula inferiore (sive cum 
margine superiore cavitatis facialis) utrinque carinulis arcuato-obliquis 
conjuncta instructa; clypeo leviter elongato, sparsim irregulariter punctato 
medioque longitudinaliter carinatim elevato; genis articulo 4° antennarum 
vix brevioribus; temporibus angustis, antennarum articulo 3° multo brevio- 
ribus, in parte inferiore tenuissime (vix conspicue) marginatis; oculis late 
ovalibus. Thorace latiusculo, nonnihil subovali ; pronoto modice brevi meso- 
noto evidenter breviore, lateribus recte et valde antrorsum angustato ideoque 
regulariter trapeziformi, baud crebre profunde fortiterque punctato, inter- 
stitiis punctorum leviter rugiformibus (praecipue ad latera), angulis anticis 
obtusis non prominulis, basalibus retrorsum productis, margine basali leniter 
arcuato, apicali (seu anteriore) baud truncato sed simpliciter fortiterque 
declivi; mesonoto scutelloque valde remote (praesertim medio) profundeque 
punctatis, interstitiis punctorum latis, omnino laevibus et nitidis; illius lobo 
medio lato, utrinque sutura valde profunda terminato; postscutello trans- 
versim convexo grosse subreticulato-punctato ; mesopleuris subremote (fere 
ut pronotum) punctatis; metathoracis angulis postico-lateralibus acute sub- 
spiniformibus distincte retrorsum incurvis. Abdomine latiusculo, modice 
convexo, apicem versus distincte sensimque subangustato, baud crebre et 
nonnibil oblique punctato, punctis haud profundis, interstitiis punctorum 
laevibus, in medio segmenti basalis subtilissime punctulatis, segmentis 2° et 
3° medio carinula longitudinali ad certum luminis situm bene distincta in- 
structis, segmento 3° supra seriem ante-apicalem haud incrassato, hac parum 
indicata, e foveolis circiter 12 (6-+-6) parvulis, fere punctiformibus ideoque 
parum conspicuis, in medio haud separatis composita; margine apicali sat 
lato utrinque dente elongato acute spiniformi annate, medio levissime (vix 

BnUetin N. S. Ill (XXXY) p. 77. 



248 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

distincte) 3-sinuoso. Ventre subtilissime coriaceo-punctulato. Femoribus 
anticis sat fortiter haud crebre punctatis; tarsorum posteriorum articulo 
basali elongate, ceteris simul sumptis haud breviore. Alis hyalinis, ad apicem 
(praesertim in cellula radiali) vix sordidis; venis fuscis, cellula radiali apice 
vix aperta. 

Long. 8 mm. 

Prov. Transcaspica : déserta inter Tschardshuj et Merw (Dr. A. Regel. 
V. 1884). 

1 specimen (1 $). 

Differt a Chr. (Dichr.) bihamata Spin. (Dahlbom. Hymen. Eur. II, 
1854, p. 182; tab. IX, fig. 103. — Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 1889, 
p. 316) aegyptiaca, cui affinis esse videtur, pronoto antrorsum fortiter an- 
gustato, angulis posticis productis, truncatura marginis anterioris tota 
punctata, cellula radiali fere compléta, abdominis segmente 1° basi vix im- 
presso, sulco nullo, segmento ultimo série ante-apicali distincta etsi parum 
determinata, margine apicali latiore, spinis duabus longioribus et acutioribus, 
spatio inter has leviter arcuato et levissime 3-sinuato, abdomine toto gros- 
sius punctate. — A Chr. (Dichr.) prasina Klg. (Symb. phys. 1845. Decas 
V; tab. XLV, fig. 10. — Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 1889, p. 318) 
nubiaca, cui secundum imaginem eximiam a cl. Klug datam proxime affinis 
esse videtur, discedit cavitate faciali haud dense pilosa, ventre viridi-aureo 
cupreoque variegate (non cyaneo), abdominis segmento ultimo haud viridi- 
cyaneo, sat laete aureo-viridi, spinis duabus marginis apicalis multo longi- 
oribus et acutioribus. — A Chr. (Dichr.) diacantha Mo es. (Monogr. Chry- 
sidid. 1889, p. 319) caucasica imprimis thorace capiteque haud cyaneis, 
cavitate faciali superne tenuiter marginata, antennarum articulis tantum 
2 primis (scapo et pedicello) aurato-viridibus, flagelli articulo 2° elongate 
primo plus quam duplo longiore, thorace profunde nec crebre punctate, 
interstitiis punctorum laevibus, abdomine haud crebre, sed fortiter punctate, 
segmento ultimo supra seriem ante-apicalem haud convexo, margine apicali 
aliter dentato etc. jam facile distinguenda. 

6.* Chrysis (Tetrachrysis) gracilicoruis, sp. n. 

S. Mediocris, parum elongata nec valde nitida, subaurato-viridis, varus 
locis levissime cyaneo-refulgens, abdominis segmentis 2° et 3° distincte 
rosaceo-cuprescentibus, basi anguste aeneo-nigro-limbatis, ventris leviter 
cuprescentis segmento 2° basi nigro, geniculis tarsisque pallido-testaceis; 
disperse nec valde distincte griseo-pilosula. Antennis gracillimis, valde tenu- 
ibus et elongatis, scapo viridi-aurato, flagelli articulis 2 primis levissime 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 78. 



T. XHl] CHRYSIMDARÜM SPECIES NOVAE. 249 

viridi-aenescentibus, ceteris fuscis; scapo articulis duobus sequentibus sub- 
aequali, articulo 3° secundo duplo longiore, 4° secundo subaequali vel vix 
longiore. Capite lato crebre et fere subreticulatim punctato, cavitate faciali 
lata, haud profunda, pilis longis appressis albido-sericeis densissime tecta, 
superne acute carinatim marginata: carina marginali sursum acute biangu- 
lata, deorsum obtuse uniangulata; clypeo sat brevi et lato, parce punctato, 
medio longitudinaliter valde elevato; genis sublongis, longitudine articulo 
4° antennarum subaequalibus ; temporibus sat angustis eodem articulo haud 
longioribus, tenuiter marginatis; oculis late ovatis. Pronoto sat brevi, late- 
ribus fere recto, vix sinuato et ante apicem paulo dilatato, apice haud 
truncato, sed sensini declivi, medio vix impresso, subcrebre fortiterque 
punctato, interstitiis punctorum leviter rugiformibus ad latera subtiliter 
punctulatis; angulis anterioribus obtusis, posticis retrorsum sat productis; 
mesonoto longitudinem pronoti multo superante, sat remote (praesertim 
medio) punctato sparsimque vix punctulato, ideo magis nitido, lobo medio 
haud angusto suturis optime determinatis regulariterque punctato-crenatis 
a lobis lateralibus separato ; mesopleuris paulo crebrius (fere ut pronotum) 
punctatis; scutello remote et paulo crassius punctato, interstitiis punc- 
torum laevibus; postscutello reticulato-punctato ; angulis postico-late- 
ralibus metathoracis acutis, elongatis sensimque retrorsum inclinatis. 
Abdomine haud longo, modice convexo, toto fere aequabiliter haud crasse 
sed crebre (ad latera remotius) punctato, punctis in medio segmenti 2 1 
magis numerosis ideoque crebrioribus, interstitiis punctorum in segmente 
1° obsolete vix punctulatis, hoc basi late profundeque impresso, seg- 
mentis 2° et 3° carinula longitudinali distincta praeditis; segmente 3° 
supra seriem ante-apicalem haud convexo, hac parum immersa, usque ad 
basin segmenti continuata, e foveolis sat magnis nec confiuentibus circiter 
20 (10-i-lO, quarum ultimae ad basin segmenti, i. e. adinitium seriei, fere 
punctiformes sunt) composita, margine apicali in medio sat lato, levissime 
subarcuato, utrinque denticulo acutiusculo et fere spiniformi terminate, dein 
usque ad denticulum minus prominulum nec tarn acutum lateralem fere 
recto, hoc ab illo aeque ac a basi segmenti distante. Ventre sat crebre 
subcoriaceo-punctulato. Femoribus anticis haud fortiter remote punctatis; 
tarsorum posteriorum articulo basali reliquis simul sumptis parum breviore. 
Alis fere pure hyalinis, venis dilute fuscis, ad radicem alae pallidis; cellula 
radiali incompleta apice late aperta. 

Long. 6% mm. 

Prov. Transcaspica: Tedshen (ipse. 11. VI. 1888). 

1 specimen (1 S). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 79. 



250 ANDREAS SEMEN0W, [ï. XIII 

Chr. (Tetrachr.) dubitatae Mocs. (prasinae Dhlb. nec Klg.) (Mocsâry. 
Monogr. Chrysidid. 1889, p. 498) aegyptiacae affinis esse videtur, sed 
colore corporis, praesertim autem abdominis margine apicali haud cyaneo, 
antennis valde gracilibus, segmenti abdominalis ultimi série ante-apicali 
optime expressa etc. facile distinguenda est. 

7. Chrysis (Tetrachrysis) Schalfeewi, sp. n. 

3. Submediocris, laete aurato-viridis, fronte, pronoti disco, mesonoti 
lobis lateralibus, scutello, foveis metathoracis maculisque duabus parum 
determinatis ad latera segmenti abdominalis 2 1 distincte auratis, capitis parte 
posteriore aversa, mesonoti lobo medio, postscutello, tegulis femoribusque 
levissime cyanescentibus, segmenti abdominalis 3 U margine apicali toto dis- 
tincte cyaneo, segmentis 2° et 3° basi sat late nigro-limbatis, ventre viridi- 
cyaneo, segmente 2° basi nigro-maculato ; tarsis pallide flavido-testaceis; 
disperse et sat breviter griseo-pilosula. Antennis sat fortibus fusco-testaceis, 
scapo viridi-aurato ; hoc flagelli articulis 3 primis simul sumptis paulo bre- 
viore, articulo 3° secundo circiter \ l / z longiore, 4° tertio perparum breviore. 
Capite sat lato, fronte confertim subreticulato-punctata, vertice simpliciter 
et minus crebre punctato, utrinque ad stemmata postica sat late laevigato, 
cavitate faciali haud valde lata nec profunda, crebre punctulato-coriacea, 
pilis albidis appressis dense vestita, longitudinaliter tenue sulcata, superne 
distincte marginata, carinula marginali haud nimis determinata, non angu- 
lata, utrinque ramulum sat longum et oblique subarcuatum stemma anticum 
versus emittente; clypeo modice brevi, sat crebre punctato, apice subtrun- 
cato; genis articulo 2° antennarum subaequalibus; temporibus antennarum 
articulo 4° vix brevioribus, distincte sed tenuiter marginatis; oculis late 
ovalibus, fere subrotundis. Pronoto modice brevi fortiter et subcrasse punc- 
tato, interstitiis punctorum angustis ad latera distincte rugiformibus, medio 
vix impresso, apice haud truncato sed simpliciter declivi, declivitate tota 
punctata, lateribus antrorsum sensim et parum angustato, angulis posticis 
retrorsum minus productis, margine basali in medio fere recto; mesonoto 
subconvexo sesqui longiore quam pronotum, eodem fere modo sed distincte 
remotius punctato, interstitiis punctorum latioribus nitidis, ad latera disperse 
punctulatis, lobo medio modice angusto utrinque sutura optime determinata 
limitato; mesopleuris crebrius et minus regulariter punctatis; scutello eodem 
modo sed etiam laxius (praesertim in medio) punctato, interstitiis punctorum 
punctulis aliquot minutis notatis; postscutello transversim convexo sat crasse 
subreticulato-punctato; metathoracis angulis postico-lateralibus mediocribus 
modieeque acutis, distincte retrorsum incurvis. Abdomine mediocriter con- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 80. 



T. XIIl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 251 

vexo, subparallelo, eodem fere modo ac thorax sed paulo subtilius et dis- 
tincte crebrius punctato ideoque parum nitido, interstitiis punctorum sub- 
tilissime disperseque (vix distincte) punctulatis, segmento 2° carinula longi- 
tudinali fere omnino obliterata, 3° convexiusculo omnino ecarinato, supra 
seriem ante-apicalem haud incrassato, hac fere non immersa e foveolis raa- 
jusculis tantum circiter 8 (4h-4) composita; margine apicali sat brevi den- 
tibus 4 brevibus late triangularibus armato, emarginaturis omnibus sub- 
aequalibus leniter arcuatis, margine laterali fere recto. Ventre subtilissime 
subcoriaceo-punctulato. Femoribus anticis sat subtiliter punctatis; tarsorum 
posteriorum articulo basali sequentibus tribus simul sumptis subaequali. 
Alis pure hyalinis, venis dilute fuscescentibus ; cellula radiali apice distincte 
aperta . 

Long. 6% mm. 

Turkestan chinense: oasis Sandzhu (B. Grombczewski. 2. VII. 1890). 

1 specimen (1 cT). 

Chr. (Tetrachr.) palliditarsi Spin. (Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 1889, 
p. 363) aegyptiacae proxime affinis, a qua his signis, secundum descrip- 
tionem cl. Dahlbomi, discedere videtur: capite thoraceque sat regulariter 
punctatis, cavitate faciali densissime albo-pilosa superne aliter marginata, 
pedicello antennarum haud viridi, segmenti Ultimi abdominalis toto margine 
apicali cyanescenti, hujus emarginatura centrali lateralibus etiam vix latiore, 
série ante-apicali non immersa e foveolis rotundatis majusculis tantum cir- 
citer 8 composita. 

Hanc speciem Conservatori Musei Zoologici Academiae Caesareae 
Scientiarum Petropolitanae P. Schal feew dedicavi. 

8* Chrysis (Tetrachrysis) chrysophora, sp. n. 

3. Submediocris, laete aurato- viridis, mesonoti lobo medio basi et apice 
tegulisque plus minusve cyanescentibus, segmento abdominali 2° utrinque 
macula magna sed parum determinata cupreo-aurea ornato, segmentis 2° et 
3° basi sat late nigro-limbatis, segmenti 3" margine apicali violacescenti- 
cyaneo, ventre viridi-aurato, segmento 2° basi anguste nigro-maculato, apice 
leviter coerulescenti, tarsis dilute testaceis; longius sordide griseo- et cano- 
pilosula. Antennis sat fortibus, scapo aurato-viridi, pedicello distincte vires- 
centi, articulis 3° et 4° fuscescentibus nitore metallico indistincto, ceteris 
subtus dilute rufo-testaceis, supra nigro-maculatis; scapo articulis 4 sequen- 
tibus simul sumptis distincte sed parum breviore, articulo 3° praecedente 
vix longiore, 4° tertio distincte sed paulo breviore, 5° quarto circiter 1% 
longiore. Capite lato, fronte confertim, subtilius et subreticulatim, vertice 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 81. 



252 ANDREAS SEMENOW, [T. Xni 

paulo crassius, laxius et simpliciter punctatis, cavitate faciali haud lata, sat 
profunda, crebre punctulato-coriacea, puis albidis appressis dense vestita, 
longitudinaliter subsulcata, superne carinula leviter remota, acuta, sursum 
biangulata sed non ramulosa, deorsum haud angulata terminata; clypeo 
subbrevi sat crebre subtiliterque punctato; genis sat brevibus antennarum 
articulum 4 um baud superantibus ; temporibus antennarum articulo 5° sub- 
aequalibus, distinctissime acuteque marginatis; oculis late ovalibus. Pronoto 
modice brevi fortiter et sat crasse (ad latera fere reticulatim) punctato, 
interstitiis punctorum angustis in medio vage vix punctulatis, medio distincte 
lateque subimpresso, apice haud truncato sed fortiter declivi, declivitate 
tota punctata, lateribus antrorsum sensim et parum angustato, angulis posti- 
cis retrorsum modice productis, margine basali medio recto; mesonoto 
subconvexo pronoto plus quam sesqui longiore, eodem modo sed vix remotius 
punctato, lobo medio sat angusto, utrinque sutura omnino determinata linii- 
tato, postice crasse punctato; mesopleuris grossius et vadosius subreticulato- 
punctatis; scutello remote punctato punctulisque aliquot minutis notato; 
postscutello remote grosseque punctato, nullo modo reticulato, interstitiis 
punctorum subtiliter punctulatis; metathoracis angulis postico-lateralibus 
sat latis, apicibus acutiusculis retrorsum directis. Abdomine sat convexo, 
subparallelo, segmento 1° eodem modo ac pronotum sed paulo crassius 
punctato, segmento 2° evidenter remotius punctato, interstitiis punctorum 
vage vix punctulatis, vestigio carinulae longitudinalis plus minusve distincto 
praedito, angulis postico-lateralibus subprominulis subtilissime acuminatis; 
segmento 3° leviter suboblique punctato, interstitiis punctorum distincte 
rugiformibus, in limbo nigro basali simpliciter remoteque punctato, supra 
seriem ante-apicalem vix calloso, hac leviter immersa e foveolis sat magnis 
irregularibusque circiter 12 (6-*-6) composita; margine apicali sat brevi 
nec valde lato, 4-dentato, dentibus omnibus sat angustis, acutis et elongatis, 
2 intermediis vix longioribus distincte deorsum subarcuatis, emarginaturis 
fortiter arcuatis, centrali lateralibus angustiore. Ventre subtilissime nec 
nimis dense coriaceo-punctulato. Femoribus anticis subtiliter obsoleteque 
punctulatis; tarsorum posteriorum articulo basali sequentibus tribus simul 
sumptis subaequali. Alis hyalinis vix (in cellula radiali distincte) sordidis, 
venis fuscis ad basin vix dilutioribus, cellula radiali subcompleta vel apice 
angustissime aperta. 

Long. 6% — 6% mm. 

Prov. Transcaspica: montes Kopet-dagh prope Tschuli (ipse. 29 — 30. 
IV. 1888). — Persia borealis (Dr. F. Morawitz; legit 0. Herz). 

2 specimina (2 $). 

Bullotin N. S. III (XXXV) p. 82. 



T. XIIl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 253 

Species, quae cum descriptione Chr. (Tetraclir.) annulatae Buy s s. 
(Mocsàry. Monogr. Chrysidid. 1889, p. 422) syriacae omnino fere con- 
gru it, nisi quod dentibus apicalibus aliter formatis et dispositis, emargina- 
tura centrali lateralibns multo angustiore et paulo profundiore, punctura 
thoracis baud reticulosa, sed simplici alisque magis hyalinis gaudet; a 
Chr. (Tetraclir .) psittacina Buyss. (Mocsâry. L. c, p. 421) persica, cui 
abdominis margine apicali similiter dentato et emarginato affinis esse vide- 
tur, magnitudine minore, colore antennarum, segmentis abdominalibus : 2° 
cannula longitudinali sat distincta prâedito, 3° supra seriem ante-apicalem 
baud vcl vix calloso, margine apicali cyaneseenti aliisque aliquot notis dis- 
tinguenda est. — A Chr. (Tetraclir.) Schal feewi m. (vide supra), cui primo 
aspectu baud dissimilis est, discedit imprimis colore antennarum tarsorumque, 
capite latiore, cavitate faciali superne aliter marginata, punctura postscu- 
telli, abdominis margine apicali aliter formate et dentato, alis baud pure 
hyalinis, cellula radiali apice minus aperta etc. 

9.* Clirysis (Tetrachrysis) Biiclincri, sp. n. 

$. Mediocris, fortiuscula, concinne laeteque viridi-aurata, spatio intra- 
ocellari nec non mesonoti lobo medio basi obscure violacescentibus, hoc ad 
apicem nonnihil cyaneseenti, pronoto, mesonoti lobis lateralibus, mesopleuris 
scutelloque magis laetiusque auratis, abdominis segmentis 1° et praesertim 
2° ad marginera posticum et ad latera concinne cupreo- vel purpurascenti- 
auratis, 2° et 3° basi auguste nigro-limbatis, boc supra seriem ante-apicalem 
distincte cupreo-aurato, margine apicali subaurato-viridi ad basin cyanes- 
eenti, ad seriem ante-apicalem distincte violaceo; ventris segmentis 1° et 
2° laete viridi-coeruleis basi sat late nigro-maculatis, 3° basi viridi-subau- 
rato, ad apicem sensim coerulescenti, apice late nigro et nigro-cyaneo 
limbato; tegulis pedibusque cyaneo-viridibus, tarsis dilute fuscis, mandi- 
bulis medio rufescentibus ; valde disperse breviterque griseo-pilosula. 
Antennis sat gracilibus, scapo subaurato-viridi, pedicello distincte viridi- 
micante, articulis reliquis obscure fuscis; scapo articulis tribus sequenti- 
bus simul sumptis evidenter breviore, sed duobus sequentibus simul 
sumptis distincte longiore, articulo 3° praecedente sesqui longiore, 4° tertio 
iy 3 longiore, 5° quarto parum breviore tertioque subaequali. Capite lato, 
latitudinem apicis pronoti distincte superante, fronte sat regulariter reticu- 
lato-punctata, vertice subremote irregulariter punctato pareeque punctulato, 
cavitate faciali lata et sat profunda, crebre subtransversim punctulato- 
rugulosa, haud dense breviterque cano-pubescenti, longitudinaliter canali- 
culata, superne acutissime marginata: cannula marginali deorsum levissime 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 83. jg 



254 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

uniarcuata, sursum fortius biarcuata, utrinque in ramulum secundum oculi 
orbitam internam deorsum currentem continuata; clypeo sat brevi, punc- 
tato, apice in medio profunde sinuato; geais brevissimis; temporibus anten- 
narum articulo 3° paulo longioribus, acute marginatis, sub hoc margine 
denticulo validiusculo armatis; oculis oblongo-ovalibus. Pronoto brevi, apice 
recte truncato, truncatura punctata, lateribus antrorsum perparum angus- 
tato, haud crebre crasse punctato subtiliterque sparsim punctulato, medio 
levissime angusteque impresso, basi late arcuata, angdis posterioribus 
retrorsum subporrectis; mesonoto longitudinem pronoti duplo superante 
eodem modo at paulo vadosius punctato, lobo medio suturis profundis et 
omnino expressis limitato; mesopleuris grosse et sat irregulariter punctatis 
copiosiusque punctulatis; scutello convexo crasse et subremote punctato 
punctulisque perpaucis admixtis notato; postscutello fortiter convexo meta- 
thoraceque toto cum angulis postico-lateralibus crebrius et fere reticulatim 
punctatis, interstitiis punctorum angustis vage punctulatis; metatlioracis 
angulis postico-lateralibus latis, validis, externe suboblique truncatis. Ab- 
domine sat elongato, subparallelo, convexo, segmentis 1° et 2° sat remote, 
regulariter fortiterque cribrato-punctatis, interstitiis punctorum sat latis 
minustissime disperse punctulatis, segmento 2° vestigio carinulae longitudi- 
nalis vix ullo, utroque angulo postico-laterali acutiusculo leviterque promi- 
nulo; segmento 3° eodem fere modo sed crebrius et leviter suboblique 
ideoque subrugose punctato, supra seriem ante-apicalem leviter sed distincte 
calloso, bac sat profunde immersa, e foveolis circiter 16 (8-1-8) inaequa- 
libus (intermediis majoribus invicem plus minusve confluentibus) profun- 
disque composita, in medio per carinulam brevem in partes duas divisa, 
margine apicali lato, impunctato, 4-dentato, dentibus omnibus aequalibus, 
sat angustis, elongatis apiceque fortiter acuminatis, emarginaturis profundis 
omnibus subaequalibus, lateralibus paulo subobliquis; margine laterali usque 
ad basin segmenti fere recto. Ventre microscopice crebre punctulato. Fe- 
moribus anticis sat fortiter irregulariterque punctatis ; tarsorum posteriorum 
articulo basali sequentibus tribus .simul sumptis paulo longiore. Alis in- 
aequaliter sordidis, venis piceis; cellula radiali auguste lanceolata fere om- 
nino compléta, secundum marginem costalem fortiter infuscata. 

Long. 8y 4 mm. 

Nukus ad ß. Amu-darja (Dohrandt. 11. VI. 1875). 

1 specimen (1 cf). 

Ad divisionem XXI. 6. cl. Mocsârii (Monogr. Chiysidid. 1889, p. 471) 
referenda; a Chr. (Tetrachr.) aurulenta Mocs. (1. c, p. 472) mesopotamica, 
cui sat affiuis esse videtur, differt cavitate facial i haud dense breviterque 

Bulletin N. S. Ifl (XXXV) p. 84. 



T. XIIl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 255 

cano-pubescenti, superne distinctissime marginata, genis brevissimis, anten- 
narum articulo 3° quarto distincte breviore, pronoto brevi, abdominis seg- 
mentis 2° et 3° hand rugose punctatis etc.; a Chr. (Tetrachr.) chrysoprasina 
Forst. (Mocsâry. L. c, p. 473) discedit imprimis antennarum articulo 
3° quarto distincte breviore secundoque tantum sesqui longiore, hoc dis- 
tincte virescenti, cavitate faciali superne evidentissime marginata, pronoto 
brevi, abdominis segmente 2° carinula longitudinali vix ulla, alarum anti- 
carum cellula radiali subcompleta etc.; a Chr. (Tetrachr.) xanthocera Klg. 
(Mocsàry. L. c, p. 474), quae species ad eandeiù. divisionem a cl. Moc- 
sâry relata est, praeter antennarum colorem diversum, praesertim cavitate 
faciali superne acute marginata, clypeo brevi apice sinuato, genis brevissi- 
mis, abdominis segmento ultimo supra seriem ante-apicalem distincte calloso, 
dentibus apicalibus longioribus aliisque notis facile distinguenda est. 

Hanc elegantem speciem Conservatori Musei Zoologici Academiae Cae- 
sareae Scientiarum Petropolitanae Eug. Büchner dedicavi. 

io. Clirysis (Tetrachrysis) Strauclii, sp. n. 

Ç. Mediocris, concinna, multicolor: capite rosaceo-aeneo, nitore dilute 
viridi, cavitate faciali laete aureo-viridi, hujus linea longitudinali media 
clypeoque magis aureis, pronoto, mesonoti lobis lateralibus cum mesopleuris 
scutelloque laete rosaceo-cupratis, ad certum luminis situm virescentibus, 
postscutello et mesonoti lobo medio viridi-cupratis vix rosaceis, hujus suturis 
omnibus nec non truncatura antica pronoti in fundo violacescenti-cyaneis, 
metathoracis angulis postico-lateralibus laete auratis basi saturate cyaneo- 
viridibus, abdomine concinne purpurascenti-cuprato (ad latera saturatius), 
ad certum luminis situm virescenti, segmenti l 1 truncatura tota basali plus 
minusve viridi utrinque macula parum determinata violacescenti-cyanea 
ornato, segmento secundo maculis duabus magnis basalibus (trientem seg- 
menti basalem etiam superantibus) saturate violacescenti-cyaneis concinneque 
viridi-aureo-limbatis decorato, segmento 3° (ultimo) limbo sat lato basali mar- 
gineque toto apicali saturate violacescenti-cyaneis, illo angustissime viridi- 
aureo-marginato ; ventre viridi- aurato, segmento 3° anguste, 2° late basi 
nigris, hujus carinula longitudinali basi subigneo-micante ; tegulis pedibusque 
subaurato-viridibus, tarsis fusco-testaceis ; longius haud dense cano-pilusula. 
Antennis sat longis, scapo aurato-viridi, flagelli articulis 2 basalibus superne 
obsolete virescentibus (2° potius cyanescenti), articulis ceteris dilute fuscis; 
scapo articulis sequentibus tribus conjunctis paulo breviore, sed duobus 
sequentibus unitis evidenter longiore, articulo 3° secundo fere duplo longiore, 4° 
secundo paulo longiore, 5° quarto distincte breviore. Capite haud lato, fronte 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 85. 



256 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

sat crebre secl non reticulatim punctata, interstitiis punctorum irregulariter 
ruguliformibus, vertice paulo remotius irregulariter punctato; cavitate faciali 
lata, baud profunda, fere plana, confertiin punctulato-coriacea, medio longitu- 
dinaliter tenue sulculata, sat dense albido appresso-pilosa, superne arcuatim 
marginata, carinula marginali haud perfecte determinata; clypeo sat brevi, 
irregulariter vageque punctato, apice medio subtruncato; genis anteunarum 
articulo 2° baud brevioribus; temporibus antennarum articulo 4° vix longi- 
oribus distincte acuteque carinatim marginatis; oculis oblongo-ovatis. Pro- 
noto elongato, leviter trapeziformi, lateribus antrorsum sat fortiter recteque 
angustato, subremote, irregulariter ac profunde punctato et vage vix punc- 
tulato, medio fere non impresso, antice subtruncato, truncatura tota punc- 
tata, angulis anticis obtusis, posticis retrorsum subporrectis, margine basali 
leniter arcuato ; mesonoto longitudinem pronoti parum superante, eodem fere 
modo at paulo grossius et multo remotius (praesertim in lobo medio) punc- 
tato, utroque lobo laterali plica longitudinali conspicua medio instructo; 
mesopleuris eodem modo ac pronotum punctatis; scutello vix convexo medio 
valde remote punctato punctulisque perpaucis notato; postscutello gibboso 
modice grosse subreticulatim punctato; metathoracis angulis postico-late- 
ralibus mediocribus, apice sat acutis, retrorsum parum curvatis. Abdomine 
sat longo nec nimis angusto, modice convexo, toto haud grosse nec valde 
crebre simpliciter punctato, punctis fere omnibus rotundis, haud profundis, 
segmentis 2° et 3 U basi carinula longitudinali parum determinata sed ad 
certum luminis situm sat distincta instructis, segmenti 2 l angulis postico- 
lateralibus obtusiusculis nec ullo modo prominulis, segmento 3° supra seriem 
ante-apicalem fere non incrassato, hac sat elongata, vix immersa, e foveolis 
punctiformibus ideoque cum punctis confusis et indistinctis composita, mar- 
gine apicali sat lato, 4-dentato, dentibus elongatis spiniformibus, emargina- 
turis profundis, lateralibus oblique, centrali simpliciter arcuatis, hac illis 
duplo angustiore, margine laterali ad basin dentis lateralis distincte sinuoso. 
Ventre subtilissime coriaceo-punctato. Femoribus anticis disperse punctatis, 
nitidis ; tarsorum posticorum articulo basali sequentibus tribus simul sumptis 
distincte longiore. Alis hyalinis, vix sordidis, venis dilute fuscis, vena post- 
costali picea; cellula radiali apice anguste aperta. 

Long. 8% mm. 

Turkestan chinense: oasis Sandzhu (B. Grombczewski. 2. VII. 
1890). 

1 specimen (1 $). 

Hanc elegantissimam speciem, ad divisionem XIP m cl. Mocsârii (Mo- 
nogr. Chrysidid. 1889, p. 423) referendam et ab omnibus speciebus bujus 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 86. 



T. Xllj] ' CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 257 

sectionis facillime disÜDguendam, D-ri Al. Strauch, Directori Musei Zoo- 
logici Acadeniiae Caesareae Scientiarum Petropolitanae dedicavi. 



1 1 . Clirysis (Tetiaclirysis) Pleskei, sp. n. 

Ç. Mediocris, gracilis, elongata, parum nitida, multicolor: capite rosaceo- 
aenescenti, cavitate faciali laete viridi, ad latera cyauea, superne subaureo- 
marginata, clypeo temporumque parte inferiore aurato-viridibus, pronoto, 
mesonoti lobis lateralibus scutelloque pins minusve rosaceo- vel subigneo- 
cupratis, pronoti sulco medio longitudinali aurato-viridi, trnncatura antica 
saturate violacescenti-cyanea , mesonoti lobo medio subaurato-viridi, ad 
suturas laterales violacescenti-cyaneo, postscutello minus cuprato, mesopleuris 
subigneo-auratis, suturis lateribusque laete viridibus, metatliorace viridi, 
cyaneo- et cupreo-variegato, tegulis viridibus, basi cyaneis, abdomine con- 
cinne (ad latera laetius) aenescenti-roseo, vage vix virescenti, segmenti 3 11 
margine apicali nec non segmenti l 1 parte impressa basali viridi-cyaneis, 
illo in medio macula parva plus minusve aurea ornato, ventre saturate 
cyaneo leviter viridi-variegato, segmente 2° basi nigro-maculato, pedibus 
subaurato-viridibus cyaneo- variegatis, tarsis rufescenti-fuscis ; liaud dense 
breviterque griseo-pubescens. Antennis moclice longis, fuscis, scapo viridi, 
flagelli articulo basali vix virescenti; scapo articulis sequentibus tribus simul 
sumptis paulo breviore, articulo 3° secundo circiter l 3 / 4 longiore, 4° secundo 
evidenter sed parum longiore, 5° quarto distincte breviore. Capite baud lato, 
fronte sat crebre et fere reticulatim, vertice remote punctatis, cavitate 
faciali sat lata, modice profunda, confertim punctulato-coriacea, medio 
longitudiualiter tenue sulcata, pilis appressis niveis subdense vestita, superne 
obsolete marginata, carinula marginali arcuata vix indicata, sursum obso- 
letissime biramosa; clypeo brevi, irregulariter punctato, apice subtruncato, 
medio longitudinaliter carinulato; genis brevissimis, antennarum articulo 
2° etiam brevioribus; temporibus antennarum articulo 4° subaequalibus, 
distincte marginatis, carinula marginali superne sensim obliterata, postice 
denticulo obtusiusculo parumque prominulo armatis; oculis oblougo-ovatis. 
Pronoto modice brevi, lateribus antrorsum subangustato, subremote et sat 
fortiter punctato vageque vix punctulato, medio distincte et anguste longi- 
tudinaliter canaliculate, antice truncate, truncatura tota punctata, angulis 
posticis retrorsum sat longe productis, margine basali levissime arcuato; 
mesonoto longitudinem pronoti evidenter sed modice superante, eodem modo 
at vix laxius punctato, utroque lobo laterali plica seu carinula longitudinali 
distincta praedito ; mesopleuris eodem fere modo ac pronotum punctatis, sed 
interstitiis punctorum distincte rugiformibus ; scutello fere piano crassius et 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 87. 



258 ANDREAS SEMENOW, [t. XUI 

remotius punctato et punctulato; postscutello convexo haud nimis confertim 
ideoque vix reticulatim punctato; metathoracis angulis postico-lateralibus 
haud validis, acutiusculis, potius extrorsum directis. Abdomine longo et 
angusto, toto haud grosse et subcrebre sirapliciter punctato, punctis fere 
omnibus rotundis invicernque omnino separatis, segmento 2° cannula longi- 
tudinal! subnulla, ad certurn luminis situm vix distincta notato, angulis 
postico-lateralibus obtusis nec prominulis, segmento 3° supra seriem ante- 
apicalem levissime subincrassato, hac satis elongata, parum immersa, medio 
haud interrupta, e foveolis sat magnis et omnino determinatis circiter 12 
(6-1-6) composita, margine apicali sat lato, 4-dentato, dentibus externis 
longioribus et fere spiniformibus, internis evidenter brevioribus, attamen 
bene determinatis, emarginatura centrali baud profunda, vix arcuata, latera- 
libus hac non latioribus, suboblique modiceque profunde arcuatis, margine 
laterali usque ad basin segmenti recto. Ventre subtiliter confertimque punc- 
tulato. Femoribus anticis laxe simpliciterque punctatis, nitidis, tarsorum 
posticorum articulo basali sequentibus tribus simul sumptis distincte lon- 
giore. Alis hyalinis, levissime sordidis (praesertim in cellula radiali), venis 
fuscescentibus ; cellula radiali elongata, auguste lanceolata, apice vix aperta. 

Long. 7 mm. 

Turkestan chinense: oasis Sandzhu (B. Grombczewski. 2. VIL 1890). 

2 specimina (2 $). . 

Quoad sculpturam, structuram antennarum, cavitatis facialis etc., prae- 
cedenti (Chr. Strauchi m.) affinis, a qua tarnen imprimis statura subtiliore 
et multo graciliore, colore abdominis, pronoto breviore medio longitudinali- 
ter distincte canaliculato, structura seriei ante-apicalis dentiumque apicali- 
centralium aliisque aliquot signis longe diversa. 

Hanc venustulam speciem in honorem Th. Pleske, Academiae Cae- 
sar eae Scientiarum Petropolitanae socii nominavi. 

12. Clirysis (Tc(raclirysis) leptopoecila, sp. n. 

S. Submediocris, gracilis, sat dense longiusque cano-pilosula, opaca, 
supra rubescenti-cuprata, subtus viridi- et cyaneo-variegata, cavitate faciali, 
clypeo, genis nec non metathorace ad basin dentium postico-lateralium viri- 
dibus cyaneoque leviter variegatis, parte inferiore temporum, lobo medio 
mesonoti, tegulis, segmenti abdominalis 2 1 toto dimidio basali, segmento 
abdominali 3° toto saturate cyaneis, plus minusve violacescentibus, hujus 
cannula parum determinata longitudinali leviter virescenti; abdominis seg- 
mento primo parte impressa basali obscure viridi; ventre cyaneo-viridi vio- 
laceoque variegato, segmento 2° basi late nigro, pedibus viridibus plus 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 88. 



T. Xin] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 259 

minusve violacescenti-cyaneo variegatis, femoribus anticis interne viridi- 
subauratis, tarsis fusco-testaceis. Antennis niediocriter elongatis, apicem ver- 
sus attenuates, fuscis, scapo laete viridi, articulis 2 sequentibus tertioque 
maxima ex parte superne aurato-viridibus; scapo articulis 2 sequentibus 
simul sumptis distincte breviore, articulo 3° secundo fere triplo longiore, 4° 
praecedenti duplo breviore, 5° quarto distincte sed paulo breviore. Capite 
haud lato, fronte et vertice confertim regulariterque (praesertim fronte) reti- 
culato-punctatis, cavitate faciali profunda, sat crebre punctulato-coriacea, 
longitudinaliter subsulcata (quo sulculo superne foveola punctiformi termi- 
nate), superne carinula subtili flexuosa, utrinque abbreviata nec ullo modo 
ramifera limitata; ctypeo baud niinis brevi, sat crebre punctato, apice in 
medio subangulatim sinuato; genis longis, flagelli articulo 3° etiam paulo 
longioribus; temporibus eodem articulo flagelli distincte longioribus, inferne 
carinatim marginatis, postice denticulo acutiusculo et prominulo armatis; 
oculis sat parvis, oblongo-ovatis. Thorace toto confertim punctato-reticulato; 
pronoto sat brevi, nullo modo trapeziformi, lateribus omnino rectis, apice 
recte truncato, truncatura tota punctata, medio (praesertim ad apicem) dis- 
tincte longitudinaliter subimpresso, basi arcuata, angulis posticis retrorsum 
modice porrectis ; mesonoto longitudinem pronoti sesqui superante, lobo medio 
sat angusto; scutello parum, postscutello modice convexis; angulis postico- 
lateralibus metathoracis subobtusis, brevibus, leviter retrorsum curvatis. 
Abdomine sat angusto, convexo, segmentis omnibus (anticis dispersius et 
fortius, posticis subtilius et densius) ruguloso-punctatis, segmentis 2° et 3° 
medio carinula longitudinali sat indicata praeditis, illius angulis postico- 
lateralibus omnino obtusis, hoc elongato, medio late leviterque transversim 
depresso, supra seriem ante-apicalem leviter incrassato, bac e foveolis niag- 
nis et profundis circiter 8 (4 -t- 4) nonnunquam invicem confluentibus 
composita, margine apicali 4-dentato, dentibus internis obtusis, obsoletis, 
arcuato-lobiformibus, externis magis determinatis, sed brevibus nec acutis, 
emarginatura centrali lateralibus angustiore; margine laterali usque ad basin 
recto. Ventre crebre coriaceo-punctulato. Femoribus anticis sat fortiter 
crebreque rugoso-punctatis; tarsorum posticorum metatarso articulis ceteris 
simul sumptis parum breviore. Alis hyalinis, aequabiliter subinfuscatis, venis 
dilute fuscis; cellula radiali secundum margmem costalem anguste infuscata. 

Long. 7 mm. 

Montenegro (Erber). 

1 specimen (1 cf). 

Haec venusta species Chr. (Tetraclir .) jucundae Mo es. (Monogr. Chry- 
sidid. 1889, p. 430) proxime aftinis esse videtur et fere omnino cum de- 

Bnllotin N. S. III (XXXV) p. 89. 



260 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

scriptione auctoris citati congruit, nisi quod habet cavitatem facialera superne 
aliter marginatara, hujus carinulatn marginalem hand ramulosam, metatho- 
racis angulos postico-laterales haud acutos apiceque subigneo-cupreos nec 
non abdomen aliter decoratum. — Forsitan S ad Chr. (Tetraclir.) jucundam 
Mocs. 



13* Chrysis (Tetraclirysis) Biancliii, sp. n. 

$. Mediocris, oblonga, sat dense longiusque (praesertim in capite tho- 
raceque) fulvescenti-griseo-pilosa, capite et thorace viridibus, capitis clypeo, 
cavitate faciali, fronte maxima ex parte, pronoto, scutello et metathorace 
saepius levissime subauratis, ceteris partibus capitis thoracisque (praesertim 
autem occipite et mesonoto) plus minusve cyanescentibus vel violacescenti- 
cyaneis, tegulis cj^anescenti-viridibus ; abdominis segmento 1° viridi- vel 
virescenti - aurato , segmento 2° plus minusve purpurascenti - aurato , ad 
certum luminis situm levissime aenescenti, ad latera distincte virescenti, 
segmento 3° minus nitido sed paulo saturatius (praesertim ad basin) purpu- 
rascenti; ventre laete subaurato- vel aurato- viridi, segmento 2° basi sat an- 
guste nigro-maculato, 3° tenuiter nigro-circumducto ; pedibus viridibus vage 
subauratis, tarsis nigris. Antennis sat longis, haud nimis crassis, apice atte- 
nuatis et subacuminatis, scapo articulisque duobus sequentibus viridibus, cete- 
ris nigris; scapo articulis 2 sequentibus simul sumptis haud longiore, arti- 
culo 3° praecedenti saltern duplo longiore, 4° secundo evidenter sed parum 
longiore, 5° quarto vix breviore. Capite lato, latitudinem pronoti evidenter 
superante, fronte confertim ideoque subreticulatim, vertice occipiteque remo- 
tius punctatis, cavitate faciali lata et sat profunda, fortiter crebreque rugu- 
loso-punctulata, medio longitudinaliter subsulcata, superne marginata: can- 
nula marginali omnino determinata, acuta, a cavitate faciali distincte remota 
sursumque distincte biangulata; clypeo modice brevi, sat copiose punctato, 
medio elevato, apice leniter sinuato, genis antennarum articulo 4° subaequa- 
libus; temporibus eodem articulo distincte latioribus, minus acute margina- 
tis, carinula marginali sursum mox evanescente; oculis sat late ovatis. Pro- 
noto brevissimo (fere ut in Chr. ignita L.) mesonoto plus quam duplo bre- 
viore, antrorsum vix subangustato, lateribus fere recto, antice subtruncato, 
truncatura tota punctata, medio longitudinaliter leviter subsulcatim impresso, 
sat crasse regulariterque subreticulatim punctato et vix punctulato, angulis 
posterioribus retrorsum sat porrectis, basi in medio distincte subsinuata; 
mesonoto eodem fere modo sed paulo remotius punctato et distinctius punc- 
tulato, mesopleuris praeterea levissime subrugatis; scutello vix, postscutello 
leviter convexis, illo crasse et sat crebre punctato, hoc grosse regulariterque 

bulletin N. S. III (XXXV) p. 00. 



T. XIIl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 261 

reticulato; metatlioracis angulis postico-lateralibus sat latis et brevibus, 
retrorsum directis leviterque incurvis. Abdomine modice elongato, convexo, 
segmento 1° basi fere non impresso, baud carinato, sat fortiter nec nimis 
crebre punctato, interstitiis punctorum vix punctulatis; segmento 2° paulo 
crebrius et distincte minutius (praesertim apicem versus) punctato subti- 
lissimeque vix distincte punctulato, carinula media tenui et parum determi- 
nata instructo, angulis postico-lateralibus haud acuminatis; segmento 3° 
crebre, sat subtiliter et nonnihil confuse punctato et punctulato, longitudi- 
naliter ecarinato, transversim baud (vel vix) depresso, supra seriem ante- 
apicalem non incrassato, levissime tantum subcalloso, bac leviter immersa, 
fere usque ad basin segmenti continuata, medio distincte interrupta, e foveo- 
lis circiter 1 6 (8 -h 8) profundis et saepius per paria plus minusve confluen- 
tibus composita; margine apicali sat brevi et lato, 4-dendato, dentibus sat 
brevibus nec nimis acutis, fere in lineam transversam dispositis, emar- 
gïnaturis arcuatis parum profundis, centrali lateralibus vix latiore, margine 
laterali (a latere viso) inde a dente esterno usque ad basin omnino recto. 
Ventre nitido, subtiliter nec nimis crebre coriaceo-punctulato. Femoribus 
anticis sat crebre subtiliter punctatis; tarsorum posticorum articulo basali 
ceteris simul sumptis perparum breviore. Alis byalipis perparum fuscescen- 
tibus, venis fuscis; cellula radiali modice angusta, apice anguste subaperta. 

Long. 8 mm. 

Prov. Transcaspica : montes Kopet-dagh prope Tsclmli (ipse. 29 — 30. 
IV. 1888). 

2 specimina (2 $). 

Affinis Chr. (Tetraclir.) ignitae L., a qua imprimis statura paulo bre- 
viore et minus gracili, sculptura thoracis abdominisque paulo subtiliore, 
colore pronoti, tegularum et abdominis valde diverso, praesertim autem ab- 
domine paulo breviore et latiore, segmentis omnibus paulo magis convexis, 
1° et 2° carinula longitudinali omnino destitutis, segmento 3° aliter con- 
structo, utpote medio transversim non impresso, supra seriem ante-apicalem 
haud incrassato, hujus foveolis magis confluentibus, margine apicali bre- 
viore et paulo latiore, dentibus apicalibus multo brevioribus et paulo obtu- 
sioribus, alarum anticarum cellula radiali apice haud perfecte occlusa dis- 
cedens. — Chr. (Tetraclir.) mutdbili Buyss. (Mocsâry. Monogr. Chrysidid. 
1889, p. 496) syriacae subaffinis quoque videtur, a qua ita distinguenda : 
magnitudine majore, antennarum articulis 3 basalibus laete viridibus, arti- 
culo flagelli 2° tertio multo longiore, abdominis dentibus apicalibus subaequa- 
libus etc. — A.Chr. (Tetraclir.) ambiguaRààoszk. (Revue d'Entom. X, 1891, 
p. 188) transcaspica (sec. specim. typ. Radoszkowskii) statura majore, 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 91. jg* 



262 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

multo latiore et minus gracili, capite multo latiore, pronoto breviore et 
multo magis transverso, basi magis arcuato, metathoracis angulis postico- 
lateralibus multo latioribus et obtusioribus, abdomine subtilius et multo 
crebrius sculpto, segmente 3° medio transversim haud impresso nec supra 
seriem ante-apicalem incrassato, margine apicali breviore et latiore, angulis 
apicalibus brevioribus et obtusioribus, fere in lineam transversam dispositis, 
colore nonnullarum partium corporis, alis longioribus etc. omnino diversa. 
Hanc speciem Conservatori Musei Zoologici Academiae Caesareae 
Scientiarum Petropolitanae V. Bianchi dedicavi. 

14. Chrysis (Tetraclirysis) Grumorum, sp. n. 

S. Mediocris, gracillima, elongata, vertice thoraceque longe sparsimque 
fuscescenti-griseo, lateribus cavitatis facialis, temporibus genisque nec non 
abdomine ad latera eodem modo albido-pilosulis ; capite thoraceque cyanes- 
centi-viridibus plus minusve subaureo-irroratis, vertice, pronoto medio et 
lateribus, suturis omnibus tegulisque plus minusve obscure cyanescentibus, 
cavitate faciali viridi-subaurata, abdomine nitido subigneo-aurato, ad latera 
vix virescenti, segmentis 2° et praesertim 3° basi plus minusve purpuras- 
centibus vel purpureis, ventre nitido viridi-aurato, segmente 2° basi sat an- 
guste nigro-maculato, pedibus viridibus cyaneo-variegatis, tarsis piceis. An- 
tennis sat longis et gracilibus, nigris (scapo cyaneo-viridi flagellique articulis 
2 basalibus leviter cyanescentibus exceptis); scapo articulis 2 sequentibus 
simul sumptis fere aequilongo, articulo 3° praecedenti saltem duplo longiore, 
4° secundo saltem sesqui longiore, 5° quarto subaequali; articulis subtus 
incrassatis nullis. Capite sat lato, latitudinem thoracis leviter superante, 
confertim, subtiliter regulariterque reticulato-punctato, cavitate faciali valde 
lata, leviter sensimque concava, medio disperse, ad latera confertim ideoque 
fere reticulatim punctata, secundum lineam mediam haud indicatam levis- 
sime transversim rugulosa, superne carinula acute alteque elevata, leviter 
undulato-arcuata, utrinque abbreviata simplicique terminata; clypeo haud 
producto, sat lato, disperse punctate, medio convexiusculo, apice subsinuato; 
genis antennarum articulum 2 um vix superantibus ; temporibus antennarum 
articulo 4° paulo brevioribus, obsolete marginatis denticuloque minutissimo 
postice armatis; oculis sat breviter ovalibus. Pronoto brevi et fere ut in Glir. 
ignita L. formate mesonoto duplo breviore, angulis anticis (humeralibus) 
obtusiusculis, medio non sulcato, crebre et sat vadose punctate, inter puncta 
confertim subtiliter ruguloso ideoque subopaco; ceteris partibus thoracis 
eodem fere modo sculptis, sed scutello et postscutello paulo grossius etsi 
adhuc vadosius punctatis; hoc fere gibboso-convexo; metathoracis angulis 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 92. 



T. XIIl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOVAE. 263 

postico-lateralibus haud productis, brevibus, triangulum rectangularem effi- 
cientibus, apice obtusiusculis. Abdomine gracillimo, valde angusto et elon- 
gato, parum convexo, segmente 1° eodem fere modo ac postscutellum sculpte, 
i. e. grosse vadoseque subreticulato-punctato et inter puncta crebre ruguloso- 
punctulato ideoque parum nitido; segmento vero 2° valde nitido, remote sub- 
tiliter (praesertim ad apicem) punctate, interstitiis punctorum latis laevi- 
busque, tantum ad marginem lateralem subtilissime copiose punctulatis; 
carinula longitudinali media tenuissima, sed bene indicata; angulis postico- 
lateralibus haud prominulis; segmento 3° crebrius subaciculatim ruguloso- 
punctato, ecarinato, sat longo, medio nullo modo transversim impresso nec 
supra seriem ante-apicalem incrassato, hac non immersa, e foveolis circiter 
14 (7 h- 7) sat magnis et subrotundis saepius per paria invicem approxi- 
matis formata; margine apicali sat brevi, 4-dentato, dentibus acutis fere 
in lineam transversam dispositis, externis paulo majoribus et longioribus, 
emarginaturis simpliciter nec profunde arcuatis separatis, emarginatura 
centrali lateralibus distincte latiore; margine laterali ad dentem externo- 
apicalem vix sinuosa, deinde usque ad basin segmenti recto. Ventre haud 
nimis crebre simpliciterque punctulato, nitido. Pedibus longissimis et valde 
gracilibus. Femoribus anticis sat copiose punctatis; tarsorum posteriorum 
articulo primo sequentibus tribus simul sumptis vix longiore. Alis hyalinis 
leviter aequabiliterque sordidis; cellula radiali angustissima, valde elongata, 
apice subcompleta. 

Long. 7 3 / 4 mm. 

Chinae regio Amdo dicta: promontoria septentrionalia montium Sini- 
nensium (G. & M. Grum-Grzhimailo. 14—15. V. 1890). 

1 specimen (1 $). 

Ad divisionem XXIII. 2 C.b. cl. Moscârii (Monogr. Chrysidid. 1889, 
p. 481) referenda et ab omnibus speciebus, illam sectionem formantibus, 
statura gracillima, pedibus longis et tenuibus imprimis dignoscenda; affinis 
Chr. (Tetrachr.) ignitae L., a qua inter alia statura graciliore (praecipue 
corpore toto multo angustiore et magis elongate), capite thoraceque multo 
crebrius, subtilius aliterque sculptis, abdominis segmentis 2 ultimis (prae- 
sertim autem 2°) nitidis, subtiliter punctatis, segmento vero 3° (ultimo) aliter 
formato aliterque dentate, pedibus multo longioribus et tenuioribus, alarum 
anticarum cellula radiali angustiore multoque magis elongata jam facile 
distinguenda. 

In honorem investigatorum praestantissimorum Gr. & M. Grum- 
Grzhimailo nominata. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 93. 



264 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

15. Chrysis (llexachrysis) Herzensteini, sp. n. 

S. Mediocris, modice nitida, subaurato- viridis, in locis profunde im- 
pressis levissime cyanescens, vertice, pronoto, lobis lateralibus mesonoti et 
scutello plus minusve rosaceo-cuprescentibus, abdomine rosaceo-cuprato, 
segmento 1° ad basin, ceteris ad latera et in fundo punctorum majorum dis- 
tincte (praesertim ad certum luminis situm) virescentibus, segmentis 2° et 
3° basi sat late nigro-limbatis ; ventre viridi-aurato, segmento 2° basi ma- 
culis magnis cyaneo-nigris notato, 3° fere toto cuprescenti; flagello anten- 
narum fusco-testaceo, tarsis omnibus dilute flavido-testaceis ; corpore toto 
sparsim et sat breviter griseo-pubescenti. Antennarum scapo subaurato- 
viridi modice elongato, articulis duobus sequentibus simul sumptis vix lon- 
giore, 4° secundum paulo superante. Capite haud lato, crebre et sat sub- 
tiliter rugoso-punctato, fronte sat angusta, cavitate faciali sat profunda, 
leviter concaviuscula, crebre coriaceo-punctulata, pilis appressis albido-seri- 
ceis cum genis mediocriter dense vestita, superne non marginata, sulculo 
longitudinali in parte tantum superiore indicate ; clypeo leviter elongato, 
disperse sed sat copiose punctato, nitido; genis articulo 2° antennarum fere 
aequilongis; temporibus satis evolutis, antennarum articulo 3° superne pa- 
rum brevioribus, distincte carinatim marginatis; oculis minoribus. Thorace 
sat elongato, grosse fere foveolatim et rotunde punctato, interstitiis puncto- 
rum plus minusve rugiformibus, subelevatis, vage distincte punctulatis; 
postscutello gibboso grossissime reticulato-punctato, basi (ad marginem posti- 
cum scutelli sat convexi) foveola sat profunda et in fundo nitidula notato; 
mesopleuris minus determinate rugoso-punctatis ; pronoto elongato, attamen 
mesonoto multo breviore, medio longitudinaliter profunde excavato, antice 
subtruncato, truncatura nec polita nee nitida, sed crebre punctulata, angu- 
lis posterioribus retrorsum sat productis; mesonoti lobo medio angusto et 
elongato, utrinque sutura distinctissima terminate ; metathoracis angulis 
postico-lateralibus acute subspiniformibus , distincte extrorsum directis; 
tegulis evidenter rugoso-punctatis. Abdomine convexo nec valde angusto, 
segmento 1° (praesertim basi) grossissime punctato, interstitiis punctorum 
latis subtilissime punctulatis, basi utrinque area laevigata notata; segmento 
2° eodem fere modo, at evidenter subtilius punctato, interstitiis punctorum 
multo minus copiose punctulatis; limbo basali nigro simpliciter haud dense 
punctato; vestigio carinulae longitudinalis haud elevatae distincto, sat lato, 
subtilissime punctulato; segmento 3° haud convexo minus regulariter et 
nonnihil oblique punctato et punctulato, in limbo nigro basali simpliciter 
remoteque punctato, supra seriem ante-apicalem nullo modo incrassato, hac 
sat longa, nullo modo immersa, e foveolis circiter 14 (7 -h 7) plus minusve 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 94. 



T. XIIl] CHRYSIDIDARUM SPECIES NOTAE. 265 

confluentibus (praesertim mediis), sed in medio distincte separatis composita; 
margine apicali sat angusto, sed longo, indeterminate 6-dentato, utpote: 
dente obtnso et obsoleto utrinque sub initio seriei ante-apicalis, dein dente 
magis determinato laterali ab illo emarginatura haud profunda separato, 
praeterea summo apice marginis apicalis lobulum vix prominulum lateque 
rotundatum formante ; margine laterali inde a dente laterali superiore usque 
ad basin segmenti integro rectoque. Ventre subtilissime punctulato. Femo- 
ribus anticis sat fortiter punctatis et punctulatis; tarsorum posteriorum 
articulo basali ceteris simul sumptis paulo breviore. Alis levitfer sordidis, 
venis fuscis, cellula radiali subcompleta. 

Long. 8Y 2 mm. 

Persia borealis (Dr. F. Morawitz; legit 0. Herz). 

1 specimen (c?). 

Ad sectionem I. 1. cl. Mocsârii (Monogr. Chrysidid. 1889, p. 533) 
pertinens; subaffinis Chr. (Hexachr.) pulchellae Spin. (Mocsâry. L. c, 
p. 533), a qua statura multo majore et robustiore, cavitate faciali medio 
nullo modo transversim striolata, pronoto multo longiore medio profunde 
longitudinaliter excavato crebriusque sculpto, metathoracis angulis postico- 
lateralibus multo subtilioribus, tenuiter acuteque spiniformibus, extrorsum 
directis, abdominis segmento 2° crassius punctato, segmenti 3 11 série ante- 
apicali haucl immersa, margine apicali multo breviore, dentibus 2 interme- 
diis (apicalibus) non discretis, conjunctim lobulum simpliciter arcuatum for- 
mantibus, capitis nee fronte nec cavitate faciali cyaneis, vertice, pro- et 
mesopleuris, postscutello, metathorace tegulisque vix cyanescentibus, abdo- 
mine minus viridi, tarsis pallidis, cellula radiali apice minus aperta etc. 
longe divergens; a Chr. (Hexachr.) calimorplia Mocs. (1. c, p. 535) iisdem 
notis distinguenda; a Chr. (Hexachr.) plusia Mocs. (1. c, p. 535) imprimis 
cavitate faciali nec cyanea nec polita, genis longioribus, abdominis segmenti 
3" margine apicali aliter dentato etc. discedens. A Chr. (Hexachr.) sdbulosa 
Radoszk. (Mocsâry. L. c, p. 536) praeter alia magnitudine majore, meso- 
pleuris lateribusque pronoti nullo modo striatis, abdominis segmento 3° 
apice aliter dentato, colore nonnullarum corporis partium etc. facillime 
distinguenda; a Chr. (Hexachr.) Bemavendae Radoszk. (Mocsâry. L. c, 
p. 538) imprimis segmenti abdominalis 3 11 margine apicali aliter dentato, 
cavitate faciali superne immarginata, colore nonnullarum partium corporis 
etc. omnino di versa. 

Hanc egregiam speciem in honorem Conservatoris Musei Zoologici 
Academiae Caesareae Scientiarum Petropolitanae S. Herzenstein no- 
minavi. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 95. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DD 

BULLETIN DE L'ACADÉIIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Über eine neue Sminthus-Art aus China. Von Eug. Büchner. (Lu le 

18 mars 1892). 

Die eigenthümliche Gattung Sminthus Keys, et Blas, aus der Familie 
der Muridae ist bis jetzt in einer einzigen Art, Sminthus subtilis (Pali.), 
bekannt, mit welcher sich alle späterhin beschriebenen Vertreter dieses 
Genus (vagus Pall., betuliniis Pall., lineatus Licht., nordmanni Keys, et 
Blas, und loriger Nathus.) bekanntlich als identisch erwiesen haben. Die 
Veranlassung zu dieser Synonymie haben die mangelhaften ursprünglichen 
Beschreibungen dieser überall nur selten auftretenden Art gegeben, ebenso 
wie ihre überaus weite Verbreitung, welche sich über das östliche Europa 
und den grössten Theil des asiatischen Russland ausdehnt. 

Augenblicklich habe ich einen neuen, den zweiten Vertreter dieser 
Gattung aufgefunden und muss diese ganz unerwartete Entdeckung unser 
Interesse sowohl in systematischer, als auch in geographischer Hinsicht in 
hohem Grade erregen. Das in Alcohol conservirte Original (M 2797) zu dieser 
neuen Art fand sich in der Säugethier-Sammlung vor, welche von den Gebrü- 
dern Gr. und Mich. Grum-Grzimailo während ihrer letzten central-asia- 
tischen Expedition zusammengebracht wurde und die unlängst in den Besitz 
des Zoologischen Museums der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften 
übergegangen ist. Diese neue Art, deren Beschreibung ich im Nachfolgen- 
den liefere, belege ich mit dem Namen 

Sminthus concolor sp. n. 

Die ganze Oberseite ist von bräunlicher Färbung, die auf dem Rücken 
dunkler, zu den Seiten hin heller, stellenweise braunröthlich, erscheint; 
der ganze Rücken erscheint demnach einfarbig und ist von einer Zeichnung 
auf demselben keine Spur vorhanden; der Haargrund ist überall ein dunkel- 
grauer. Der Kopf ist mit der Oberseite gleichfarbig, mit Ausnahme der 
Seitentheile der Schnauze und der breiten Lippenränder, die von weiss- 
licher Färbung erscheinen. Die Schnauze ist bis auf die Nasenlöcher, die 
durch eine breite, flache Nasenfurche von einander getrennt sind, dicht 
behaart. Von den zahlreichen schwärzlichen Schnurrborsten erreichen die 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 107. 



268 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

längsten die Ohrenspitze nicht. Die Oberlippe ist nicht gespalten und von 
abwärts gerichteten, silberweissen steifen Härchen ziemlich dicht besetzt. 

Von den fünf Gaumenfalten sind die erste und zweite ungetheiit, wobei 
die zweite in der Mitte winkelig nach hinten gebogen erscheint; die übrigen 
Gaumenfalten sind in der Mitte getheilt und die zur Mitte gewandten Enden 
der einzelnen Gaumenfalten-Hälften sind nach hinten gerichtet. 

Das lange Ohr, welches aus dem Pelze weit hervortritt, ragt nach vorn 
angedrückt bis über den Vorderrand des Auges herrüber. Die Ohrmuschel 
ist sehr eigenartig geformt, da die Basis ihres Aussenrandes von einem ab- 
gerundeten, nach vorn gerichteten, fleischigen Läppchen gebildet erscheint, 
welches von der Muschel selbst durch eine Einbuchtung getrennt ist; übrigens 
hat auch 8m. subtilis ganz ähnlich gebaute Ohren, und kann daher die 
Form der Ohrmuschel als eine charakteristische Eigenschaft der Gattung 
angesprochen werden. Das Ohr ist inwendig im Basaltheile nackt, in der End- 
hälfte mit kurzen, feinen Härchen spärlich besetzt; aussen ist das Ohr 
längs dem Vorderrande und an der Basis des Aussenrandes von längeren, 
hellbräunlichen Haaren ziemlich dicht bestanden. 

Die Färbung der Oberseite ist gegen die dunkle Färbung der Unter- 
seite nicht abgesetzt, sondern es geht die eine Färbung allmählich in die 
andere über; die Unterseite erscheint demnach von hellbräunlicher Färbung 
mit überall durchschimmerndem grauschwarzem Haargrunde. Auf der 
Unterseite stehen acht Zitzen, von denen zwei Paar Brust- und zwei Paar 
Bauch-Zitzen sind. 

Die Vorder- und Hinterfüsse sind von kurzen weisslichen Härchen 
bestanden ; auf den Zehen ist die Behaarung eine nur sehr dünne, mit durch- 
schimmernder Haut. Der Vorderfuss hat vier Zehen, die ziemlich lange weiss- 
liche, zu der Spitze hin dunkelgefärbte Krallen tragen, und eine kurze Daumen- 
warze mit breitem Nagel; die nackte Sohle des Vorderfusses trägt fünf 
Schwielen. Der Hinterfuss hat fünf Zehen, die mit Krallen versehen sind, 
welche denjenigen des Vorderfusses in Form und Färbung ganz ähnlich 
sind; die nackte Sohle des Hinterfusses ist von sechs Wülsten besetzt, von 
denen der hinterste langgestreckt ist. 

Der dünne, schlanke Schwanz, der anderthalb mal so lang ist als der 
Körper, ist einfarbig und von kurzen hellgrauen Härchen nicht dicht be- 
standen, durch welche die schuppige Schwanzhaut überall zum Vorschein 
tritt. 

Die Maasse des Original-Exemplares sind folgende: 

Länge von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel 

(mit dem Bande gemessen) 71 mm. 

Länge des Schwanzes 105 » 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 108. 



T. XIIl] -' ÜBER EINE NEUE SMINTHUS-ART AUS CHINA. 269 

Länge von der Nasenspitze bis zur Mitte des Auges 10 mm. 

Länge von der Nasenspitze bis zur Ohrwurzel. ... 17,5 » 

Länge des Ohres, von der Basis des Aussenrandes bis 

zu seiner Spitze 13 » 

Länge des Hinterfusses 18 » 

Die äusseren Merkmale, welche Sminthus concolor charakterisiren und 
gleichzeitig die Unterschiede zwischen unserer neuen Art und Sminthus 
sübtilis liefern, lassen sich folgendermaassen zusammenfassen. Sminthus con- 
color unterscheidet sich von Sminthus sübtilis: 1) durch die Einfarbigkeit 
seiner Oberseite und das Fehlen irgend welcher Zeichnung auf dem Rücken, 
während Sm. sübtilis durch einen intensiven schwarzen Rückenstreif charak- 
terisirt ist, 2) durch die auffallend bedeutendere Länge der Ohren, da das 
Ohr des Sm. sübtilis nach vorn angedrückt höchstens nur bis an den Hinter- 
rand des Auges reicht und 3) durch einen bedeutend längeren Schwanz und 
die Einfarbigkeit desselben, da der zweifarbige Schwanz des Sm. sübtilis 
höchstens eine Länge erreicht, die die Körperlänge nur um ein Weniges 
übertrifft. Die weiteren Unterschiede des Sm. concolor, die seine Färbung 
und Farbengegensätze liefern und aus der Beschreibung zu ersehen sind, 
glaube ich hier nicht weiter hervorheben zu brauchen, da sie nur wenig 
charakteristisch sind. 

Schädel. Der Schädel des Sminthus concolor ist demjenigen des Sm. 
sübtilis vollständig ähnlich, nur erscheint bei unserer neuen Art die ganze 
vordere Parthie desselben stärker verschmälert und schlanker ausgezogen 
als bei Sm. sübtilis. 

Was den Zahnbau der neuen Art anbetrifft, so stehen im Oberkiefer im 
Ganzen vier Backenzähne: ein Praemolar und drei Molaren. Der erste 
Backenzahn, d. h. der Praemolar, erscheint im Querschnitt rundlich und ist 
in seinem vorderen Theile in einen hohen konischen Höcker ausgezogen, 
von dem sich jederseits nach hinten zu, auf dem Niveau der Kaufläche, zu 
je einem schwachen Schmelzvorsprunge abtrennt. Der zweite und dritte 
Backenzahn (oder die beiden ersten Molaren) erscheinen von fast gleicher 
Grösse und sind ziemlich regelmässig vierseitig; ihre Kauflächen sind in der 
Mitte muldenförmig eingesenkt und ihr Aussen- und Innenrand ist in der Mitte 
mit einer Einbuchtung versehen; in den vier Ecken dieser Molaren bildet 
der Kronenrand hohe spitze Höcker; an dem Vorderrande des zweiten 
Backenzahnes (M x ) ist der Kronenrand zwischen den Eckhöckern näher nach 
innen ausserdem noch in eine erhöhte Spitze ausgezogen, die aber nie- 
driger und schwächer ist, als die Eckhöcker. Der letzte Backenzahn, welcher 
nur unbedeutend grösser ist als der Praemolar, ist von rundlicher Gestalt 
mit wenig erhöhtem Kronenrande. Der erste (P) und letzte (M 3 ) Backenzahn 

Bulletin N. S. Ill (XXX Y) p. 109. 19 



270 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

stehen mit den übrigen nicht in einer Reihe, sondern es ist der Praemolar 
ganz nach aussen, der letzte Molar mehr nach innen gestellt. 

Im Unterkiefer stehen drei Backenzähne, von denen der erste und zweite 
vollständig nach dem Typus des zweiten und dritten Backenzahnes des 
Oberkiefers gebaut sind, nur erscheinen bei ihnen die Einbuchtungen in 
der Mitte des Aussen- und Innenrandes viel stärker entwickelt und die Kau- 
flächen in der Mitte weniger vertieft, als bei den entsprechenden Zähnen 
des Oberkiefers ; der erste untere Backenzahn ist an seinen vier Ecken und 
am Vorderrande in erhöhte Spitzen ausgezogen und erscheint demnach, 
ähnlich wie der zweite obere Backenzahn (MJ, fünf höckerig. Der dritte 
Molar endlich, der grösser erscheint als der letzte obere Molar, ist von 
rundlicher, nach hinten verschmälerter Gestalt mit gebrochenem Kontour 
der Kaufläche, da sein Innenrand mit einer schwachen Einbuchtung und sein 
Aussenrand zuerst mit einer wenig merklichen Einschnürung, zum Ende 
hin mit einer sehr starken Einbuchtung versehen ist. 

Die Backenzähne des Sm. concolor sind denjenigen des Sm. subtilis sehr 
ähnlich gebaut, unterscheiden sich aber von ihnen in folgenden Stücken. 
Bei Sm. concolor findet sich, wie wir gesehen haben, am Vorderrande des 
zweiten oberen Backenzahnes (M x ) zwischen den vorderen Eckhöckern noch 
ein spitzer Höcker, der bei Sm. subtilis nur kaum angedeutet erscheint; es 
ist folglich dieser Molar bei Sm. concolor fünfhöckerig, bei Sm. subtilis da- 
gegen vierhöckerig. Ferner ist der spitze Höcker am Vorderrande des ersten 
unteren Molaren, zwischen den vorderen Eckhöckern desselben, bei Sm. con- 
color viel grösser und stärker entwickelt, als bei Sm. subtilis ; doch erscheint 
dieser Zahn auch bei Sm. subtilis deutlich fünfhöckerig und ist es auffallend, 
dass Brandt 1 ) und Blasius 2 ), denen wir eingehende Beschreibungendes 
charakteristischen Schädelbaues dieser Art verdanken, dieses übersehen und 
den ersten unteren Molaren bei Sm. subtilis als nur vierhöckerig ange- 
sprochen haben, umsomehr als schon aus den von Nordmann 3 ) gelieferten 
Abbildungen der Zahnreihen deutlich zu ersehen ist, dass dieser Zahn bei 
Sm. subtilis mit fünf Höckern versehen erscheint. Als ein weiterer Unter- 
schied im Zahnbaue der beiden in Rede stehenden Arten wäre noch die 
Einbuchtung an der Aussenseite des letzten unteren Molaren zu erwähnen, 
welche bei Sm. concolor eine viel stärkere ist als bei Sm. subtilis. 

Nach dem Abkauungsgrade der Zähne zu urtheilen, gehört das Original- 
Exemplar dieser Art einem nicht alten Thiere an, da die Höcker der ein- 



1) Brandt, Beiträge zur näheren Kenntniss der Säugeth. Russlands, p. 175 (1855). 

2) Blasius, Naturgescb. der Säugeth. Deutschlands, p. 302 (1857). 

3) Nordmann, Faune Pontique, Atlas, tab. IV, fig. 2 b (1842). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 110. 



T. Xlll] ÜBEK EINE NEUE SMINTHUS-ART AUS CHINA. 271 

zelnen Molaren nur wenig abgenutzt sind. An dem Schädel selbst nehme ich 
noch folgende Ausmessungen: 

Basilarlänge 15,5 mm. 

Geringste Breite der Stirnbeine 4 » 

Länge der Nasalia 7,8 » 

Länge der oberen Zahnreihe, an den Zahnkronen ... 3,i » 
Vom Hinterrande der oberen Incisiv- Alveole bis zur 

Praemolar-Alveole 5,2 » 

Vom Hinterrande der unteren Incisiv- Alveole bis zur 

Spitze des Condylus 10,7 » 

Das Original-Exemplar des Sminthus concolor wurde von den Gebrüdern 
Grum-Grzimailo am 28. Juni 1890 in der Ortschaft Gui-dui-scha, am 
Nordabhange der Alpen von Ssinin (Si-ning), Provinz Ganssu, erbeutet. 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 111. ja* 



MANGES BIOLOGIQUES 

TIBÉS Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG, 

TOME xni. 

Die ornithologische Ausbeute der Expedition der Gebrüder G. und M. Grum- 
Grzimailo nach Central-Asien (1889-90). Bearbeitet von Th. Pleske. 

(Lu le 18 mars 1892). 

VORBEMERK. 

Die letzte Expedition der Gebrüder G. und M. Gium-Grzimailo nach 
Central-Asien hat in allerhand wissenschaftlichen Organen so häufig Er- 
wähnung gefunden, dass eine detaillirte Auseinandersetzung ihrer Zwecke 
und ihres Verlaufes an diesem Orte sich wohl kaum als nothwendig 
erweisen dürfte. Es genügt, meiner Ansicht nach, wenn ich sehr kurz 
berichte, dass die genannte Expedition fast zwei Jahre gedauert hat und 
während derselben namentlich der östliche Tjan-schan, das Gebirgsland 
Bei-schan, das Njan-schan-Gebirge, so wie das Gebirgsland Amdo und 
Kuku-nor genauer erforscht wurden. Neben der geographischen Aufnahme 
des bereisten Landes, war es besonders die Entomologie, welcher die Ge- 
brüder Grum-Grzimailo ihre besondere Aufmerksamkeit schenkten, und 
mögen die in dieser Hinsicht erzielten Resultate, namentlich in Hinsicht der 
Tagfalter (ffliopalocera), wohl ganz einzig dastehen. Nebenbei wurde aber 
auch eifrig an der Anlegung einer Sammlung central-asiatischer Wirbel- 
thiere, die für das Zoologische Museum der Kaiserlichen Akademie der 
Wissenschaften bestimmt war, gearbeitet. Diese Sammlung ist äusserst 
reichhaltig ausgefallen, da sie 153 Säugethierfelle, 58 Schädel und 72 kleine 
Säuger in Weingeist, 1048 Vogelbälge, 120 Reptilien und 90 Fische und dar- 
unter eine Reihe Seltenheiten ersten Ranges, wie z. B. vier Felle, 3 Schädel 
und ein fast vollständiges Skelett des Equus Przewalskii, enthält. Dazu haben 
die Gebrüder Grum-Grzimailo nur an wenigen Stellen die von Prze- 
walski bereisten Gegenden berührt, so dass die Materialien der genannten 
Reisenden sich gegenseitig vortrefflich completiren. Um die ornithologische 
Ausbeute der Expedition richtig beurtheilen zu können, müssen wir bemer- 
ken, dass dieselbe an Wintervögeln verhältnissmässig reichhaltiger ist, wahr- 
scheinlich weil in dieser Jahreszeit der Ornithologie grössere Aufmerksamkeit 
geschenkt werden konnte. Die Anzahl der gesammelten Arten ist nicht 
gerade gross zu nennen, doch dürfte dieser Umstand seinen Grund darin ha- 
ben, dass ich Herrn G. Grum-Grzimailo bei seiner Abreise gebeten hatte, 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 113. 



274 TH. PLESKE, DIE OKNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XIII 

möglichst wenig Grallatores und Natatores zu sammeln, um das sehr 
beengte Museum der Akademie nicht mit solchem Material zu versehen, 
das wir bereits in Menge aus Central- Asien besitzen. Die interessantesten 
Stücke der ornithologischen Sammlung der Gebrüder Grum-Grzimailo 
sind: ein Accipiter virgatus, ein Paar Falco habylonicus, ein Erythropus 
amurensis und eine Loxia curvirostra himalayana, die aus den, von der 
letzten Expedition berührten, Gegenden noch nicht bekannt waren; ferner 
Nester mit Eiern von Chloris sinica, Oarpodacus pulcherrimus, Parus 
superciliosus und Herbivocula afßnis, Eier von Perdix sifanica und Phasia- 
nus Strauchii, so wie Exemplare des Grossoptilon auritum im Jugend- 
kleide und Dunenjunge von Ibidorliyncha Struthersii. In zoogeographischer 
Hinsicht hat die Erforschung des Nordabhanges des Njan-schan das interes- 
sante Ergebniss geliefert, dass die Nordgrenze vieler central-chinesischer 
Arten, die bis jetzt nicht nördlicher als in dem Gebirgslande Amdo (centraler 
Theil von Ganssu) nachgewiesen worden waren, an den Nordabhang des Njan- 
schan versetzt werden muss. Endlich hat das reichhaltige Material an Fasanen 
aus den Umgebungen von Ssu-tschoü die Möglichkeit verschafft, die, noch 
von Przewalski als Phasianus satscheuensis bezeichnete, Form genauer zu 
begründen. Die Beschreibung und Abbildung einiger interessanter Stücke 
aus der Sammlung der Gebrüder Grum-Grzimailo gedenke ich bei Ge- 
legenheit der Behandlung der betreffenden Arten in den «Wissenschaftlichen 
Resultaten der Reisen Przewalski's» zu liefern, so wie auch an genanntem 
Orte zu versuchen, auf Grund aller Sammlungen aus Central-Asien ein Ge- 
sammtbild über die Verbreitung der Vögel in Central-Asien zu entwerfen. 
Um nicht bei jedem Exemplare das Datum seiner Erbeutung angeben 
zu müssen, habe ich es vorgezogen, der systematischen Aufzählung der Arten 
eine genaue Marschroute der Expedition vorauszuschicken, in welcher bei 
jedem Orte die Zeit angegeben ist, während welcher ornithologisch gesam- 
melt wurde. 



Marschroute der Expedition der Gebrüder Grum-Grzimailo. 

(Die Höhe über dem Meeresspiegel ist in Metern angegeben.) 

•26. v. 89. Ausmarsch aus Dsharkend. 

Nordabhang des Tjan-schan, ï 10 - VL "• Atschai-Pass; 

• i v ii i. TTT + \.'l *8. TL 89. Bogus -Usslun 

zwischen Kuldsha und Urumtschi /\ 2862 v u< VI 89 _ xjmkan- 
(Boro-choro-Kette) ) go i ; 23-25. vi. 89. Dshir- 

galty; 26. VI. 89. Fl. Kijtyn; 27—28. VI. 89. Dsjan- 
dsjun-gol (1707); 3—4. VII. Ludshan (2148); 18. VII. 89. 
Lutzogu. 

Bulletin N. S. II (XXXIV) p. 114. ■ . 



10. VI. — 1. VIII. 89. 



T. XIIl] DEE GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 275 

1—12. VIII. 89. Bogdo-Ola-Gebirge (Bogdo-ola-See — 1986, Schneegrenze — 3682). 

f Culturzone zwischen \ U ~ r °- VIIL 89 - Dshan-tschinsa; 
12— 23. VIII. 89. <„, -,/-,-. >16. VIIL 89. Ssantei; 

( Fukan und Gutschen. j 17 _ 2L VIIL 89 Dshimyssar . 

23. VIIL — 7. IX. 89. Centrale Dshungarei. 23. VIII. 89. Gutschen; 24. VIII. — 6. IX. 

89. Gaschun (634); 7. IX. 89. Nelssin. 
7-11. IX. 89. GutSClien (826). 

! 13. IX. 89. Duntschin ; 1 5. IX. 89. Muli-che 
16—17. IX. 89. Bajan-cho (1592); 19.IX. 
89. Atschik-ssu 23. IX. 89. Katta-ulan- 
ussu, Ssassyk-bastu; 29. IX. 89. Kitschi- 
ulan-ussu. 
\ 4. X. 89. Taseh-bulak; 5. X. 89. Tschik- 

1. X. - 18. XL 89. Kreis Turfan. ' ty m ( 54 °); U - X - 89 - Jan-bulak (53); 

19. X. 89. Gumidy; 22. X. — 19. XL 89. 
' Luktschin-kyr ( — 50). 

18. XL — 8. xii. 89. Zwischen Turfan und Chami. 19—21. xi. 89. Pitschan (316); 

1—2. XII. 89. Lodun (1206); 5—6. XII. 89. Dshigda 
(1027); 7. XII. 89. Astyna (764). 

8. xii. 89 — io. il 90. Chami, Kreis Chami, namentlich Karlyk-tagh. 13. xn.89. - 

23. I. 90. Chami (842); 26—29. I. 90. Taschar (898); 
30—31. I. 90. Ortam (1120); 3—10. IL 90. Chotun-tam 

(1722). 

10.-23. il 90. Zwischen Chotun-tam und Ang-ssi. 12. il 90. Mor-gol (1170— 

1253); 15. IL 90. Kufi (1030); 17—18. IL 90. Schin- 
schin-scha (1837); 19 — 21.11. 90. Ta-tschuan (1806); 
23. IL 90. Ang-ssi (1009). 

24. IL — 27. III. 90. Zwischen Ang-Ssi und SsU-tSCh0Ü. 28. IL 90. Ang-ssi (1009); 

1—2. III. 90. Schao-wan (1266); 3. III. 90. Schanto-po 
(1372); 4—8. III. 90. Bulundshi (1616); 12. III. 90. 
Jui-myn(1550); 14.III.90.Chui-chui-po(1880); 20. m. 90. 
Ssa-tschansa; 26—27. III. 90. Ssu-tschoü (1520). 

28. m. — 25. iv. 90. Zwischen Ssu-tschoü und Ju-nan-tschen. 3i.ni. 90. Gao-tai 

(1349); 5. IV. 90. Ssa-che (1658); 8. IV. 90. Pin-fun-tscha 
(1680); 10—16. IV. 90. Matisse [Hjan-schan] (2657); 
18. IV. 90. Dschan-mansei (2332); 19—20. IV. 90. Chun- 
fy-tschin [Culturzone östlich von Gan-tschoü] (2403); 
21 — 24. IV. 90. Pjan-do-go(NordabhangdesNjan-schan). 

25. IV. — 3. V. 90. Thal des Tetung-FlllSSes. 25— 28.IV. 90. Ju-nan-tschen [Süd- 

abhang des Njan-schan] (3321). 

3.— 10. V. 90. Südliches Tetung-Gebirge. 3—5. V. 90. Chadaban-Pass; 4. V. 

90. Ssan-dshu-tschun; 5—9. V. 90. Gumanssy (2863). 

10—20. v. 90. Gebirge nördlich von der Ebene von Ssi-ning. 10—13. v. 

90. Schin-tschen; 12. V. 90. Njan-bo-sjan; 13—14. V. 90. 
Tscha-dshi. 

20. V. — 1. VII. 90. Alpen Um Ssi-ning. 26. V. — 18. VI. 90. Myn-dan-scha (305$; 

15. VI. 90. Gum-bum; 20—30. VI. 90. Ljandsha-sjana- 
Pass (3761); 23—28. VI. 90. Gui-dui-scha; 26. VI. 90. 
Dshaja-tschen; 30. VI. 90. Tschan-chusa (3123). 

1—2. vu. 90. Chuan-che bei Gui-dui (2434). 

2—10. vu. 90. Mudshik-che, Vorberge der Dshachar-Gruppe. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 115. 



276 .TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [t. XIII 

10—19. vu. 90. Südabhang der Alpen um Ssi-ning. 12—15. vu. 90. Tschan- 

chusa;16.VII.90.Schala-choto; 18.VII.90.Dao-tan-cho. 
19. — 26. VII. 90. Kuku-nor (3416). 

8. vin. 90. Gebirge an den Quellen des Tetung-Flusses (Nördliches 

Tetung- Gebirge) (4246). 
8.— 21. vin. 90. Centraler Theil des Njan-schan (4246—4323): 9—12. vni. 90. 

Babo-cho; 12. VIII — 20. VIII. 90. Chy-cho; 21. VIII. 90. 
Massu-che. 

2i.— 25. vni. 90. Nordabhang des Njan-schan auf dem Meridian von 

Ssu-tSChOÜ (4323-3551). 
26. VIII. — 5. IX. 90. Ssu-tSChOÜ. 

5.— 12. ix. 90. Culturzone längs dem Njan-schan. 

12— 26. IX. 90. GebirgslandBei-SChan. 21. IX. 90. Otun-tasy- tschau (1862); 

22. IX. 90. Jasy-tschan (1496); 26. IX. 90. Chotun-tam. 

26. ix. — 7. x. 90. Oase Chami und Südabhang des östlichen Tjan-schan. 

27. IX. 90. Ortam, Bagdasch; 29. IX. 90. Chami. 

17. x. 90. Dshimyssar. 

28. x. 90. Ulan-ussu. 

29. x. 90. Jandschi-che. 



Ordo ACCIPITRES. 

Subordo Faleones. 

Farn. FALCONIDAE. 

Subfam. Accipitrinae. 
Genus Circus, 

1. Circus cyaneus (Linn.). 

Zwei Exemplare (S u. $) aus Chami und eins (S) aus Luktschin-kyr. 

2. Circus einer aceus (Mont). 

Ein Exemplar aus Dshan-tschinsa in der Dshungarei. 

Genus Astur. 

3. Astur palumbarius (Linn.). 

Vier alte Weibchen aus Schao-wan und Ang-ssi. 

Genus Accipiter. 

4. Accipiter nisus (Linn.). 

Eine Reihe von Exemplaren aus Luktschin-kyr und Chami. 

5. Accipiter virgatus (Temm.). 

Ein junges Männchen aus Ssy-dun, im Gebirgslande Bei-schan. 
Die Art ist von den russischen Reisenden in Central-Asien früher 
nicht nachgewiesen worden. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 116. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER G. UND M. GRÜM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 277 

Subfam. Boteonioae. 
Genus Buteo. 

6. Buteo ferox (Gm.). 

Drei ausgewachsene Vögel aus Gutschen (11 — 13. IX. 89), 
Luktschin-kyr und Duntschin. 

7. Buteo leucocephalus, Hodgs. 

Ein Weibchen aus Gutschen von 9. September 1889. 

Subfam. Aquilinae. 
Genus Gypaëtus. 

8. Gypaëtus barbatus (Linn.). 

Ein altes Weibchen aus Katta-ulan-ussu, im östlichen Tjan-schan. 

Genus Nisaëtus. 

9. Nisaëtus minutus (Br eh m.). 

Zwei junge, der dunkelbraunen Form angehörende, Exemplare 
aus Gangu, im Bogdo-ola- Gebirge, wurden einem Neste entnommen, 
welches in unzugänglichen Felsen angelegt war. 

Genus Falco. 

10. Falco babyloniens, Gurn. 

Ein wunderschönes Männchen aus Luktschin-kyr, in der Oase 
Turfan, und ein ebenso schönes Weibchen aus Chami. 

11. Falco subbuteo, Linn. 

Zahlreiche Exemplare aus Dshan-tschinsa und aus den Umge- 
bungen der Stadt Dshimyssar, in der Dshuügarei, so wie vom Bogdo- 
ola-Gebirge, im östlichen Tjan-schan. 

12. Falco regulus, Pali. 

Eine Reihe von Exemplaren aus Luktschin-kyr, so wie cT und $ 
aus Bulundshi und Gao-tai, auf der grossen Strasse zwischen Ang-ssi 
und Ju-nan-tschen. 

Genus Cerchneis. 

13. Cerchneis tinnunculus (Linn.). 

Sehr zahlreiche Exemplare aus der Dshungarei (Dshallassan, 
Dshimyssar, Dshan-tschinsa, Ssantei), von den Gebirgen Bogdo-ola und 
Boro-choro (Tjan-schan), aus den Bezirken Turfan (Pitschan, Luk- 
tschin-kyr,) und Chami, von der grossen Strasse nach Angssi (Chui- 
chui-po, Bulundshi), aus dem Njan-schan (Chy-cho), vom Chuan- 
che und aus Gumanssy (Amdo). Wie es mir scheint gehören alle 
diese Exemplare der Hauptform und nicht deren östlicher Varietät 
(C. japonica) an. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 117. 



278 TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [t. XIII 

Genus Erythropus. 

14- Erythropus amurensis (Radde). 

Ein junges Männchen aus Mor-gol, im Gebirgslande Bei-schan. 

Subordo Strides. 

Fam. BUBONIDAE. 
Genus Scops. 

15. Scops giu (Scop.). 

Ein junger Vogel aus Lutzogu, im Tjan-schan. 
Genus Bubo. 

16. Bubo turcomanus (Eversm.). 

Die beiden Exemplare aus den Gärten von Chami gehören der 
blassen "Wüstenform an. 

17. Bubo ignavus, Forst. 

Zwei Exemplare vom Kuku-nor und aus Ju-nan-tschen. 

Genus Asio. 

18. Asio otus (Linn.). 

Ein Reihe vollkommen typischer Stücke aus Chami, Luktschin- 
kyr und Dshimyssar. 

Fam. STRIGINAE. 
Genus Carine, 

19. Carine bactriana (Hutt.). 

Zahlreiche Exemplare aus Luktschin-kyr, Chami, Dshigda uud 
Taschar, so wie einzelne Stücke aus Chun-fy-tschin (Kreis Gan- 
tschoü) und aus den Alpen um Ssaning (Tschan -chu, Ljandsha- 
sjana-Pass.) 

Ordo PASSERIFORMES. 

Subordo Passeres. 

Fam. CORVIDAE. 
Genus Corvus. 

20. Corvus corax, Linn. 

Aus dem Ta-tschuan-Gebirge, im Gebirgslande Bei-schan. 

Genus Colaeus. 

21. Colaeus monedula collaris (Drumm.). 

Zwei Exemplare der östlichen Form der gemeinen Dohle sind 
aus Luktschin-kyr eingesandt worden. 

Bulletin N. S. III (XXXV) r. 118. 



T. Xlll] DEK GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 279 

22. Colaeus dauricus (Pali.). 

Mehrere Exemplare aus Luktschin-kyr und Chami. 

23. Colaeus neglectus (Schleg.). 

Männchen und Weibchen dieser etwas zweifelhaften Form aus 
Luktschin-kyr. 

Genus Corone. 

24. Corone corone (Linn.). 

Ein Männchen und 3 Weibchen aus Luktschin-kyr. 

Genus Nucifraga. 

25. Nucifraga caryocatactes (Linn.). 

Vier Exemplare aus dem Tjan-schan, und zwar vom Bogdo-ola 
und aus Ludshan. 

Genus Podoces. 

26. Podoces Hendersoni, Hume. 

Zahlreiche Exemplare aus dem östlichen Tjan-schan (Tasch-bulak) 
aus dem Kreise Chami (Lodun, Dshigda) und aus dem Gebirgslande 
Bei-schan (Schin-schin-scha, Kufi.). 

27. Podoces Jiumilis, Hume. 

Einige alte Vögel aus Pin-fun-tscha (Kreis Gan-tschoü), Matisse 
(Nordabhang des Njan-schan) und aus Pjan-do-go (Njan-schan), so 
wie ein junger Vogel vom Kuku-nor. 
Genus Cyanopica. 

28. Cyanopica cyanea (Pali.). 

Alte Vögel aus Ssan-dshu-tschun und aus Gumanssy (Amdo). 

Farn. STURNIDAE. 
Genus Sturnus. 

29. Sturnus vulgaris Menzbieri, Sharpe. 

Ein Pärchen vom Bajan-cho, im Tjan-schan, und ein Weibchen 
aus Gaschun in der Dshungarei. 

Genus Poliopsar. 

30. Poliopsar cineraceus (Temm.). 

Zwei alte Männchen aus Gumanssy (Amdo) und vom Flusse 
Mudshik (Gebirge südlich vom Chuan-che). 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 119. 



280 TH. PLESKE, DIE ORMTHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [t. XIII 

Farn. FRINGILLIDAE. 

Subfam. Coccothraostiuae. 
Genus Chloris. 

31. Chloris sinica (Linn.). 

Vier Exemplare und ein Nest mit 4 Eiern. Die Vögel stammen 
vom Chuan-che, vom Mudshik-che, aus Gumanssy und aus Myn-dan- 
scha. Das Nest wurde an letztgenanntem Orte am 10. Juni 1890 
gefunden. 

Subfam. Fringillinae. 

Genus Fringilla. 

32. Fringilla monti fringilla, Linn. 

Ein Weibchen vom Bogdo-ola-Gebirge und ein Exemplar aus 
Chami. 

Genus Carduelis. 

33. Carduelis carduelis major (Tacz.). 

Ein Männchen aus Kijtyn. 

34. Carduelis caniceps, Vig. 

Ein Männchen und zwei junge Vögel vom Bogdo-ola-Gebirge, im 
östlichen Tjan-schan. 

Genus Chrysomitris. 

35. Chrysomitris spinus (Linn.). 

Ein Weibchen aus Chotun-tam, im Karlyk-tagh. 

Genus Acanthis. 

36. Acanthis cannabina fringillirostris (Bp.). 

Zwei Männchen vom 15. September 1889 aus Duntschin, im 
Tjan-schan. Die Kennzeichen der Acanthis cannabina fringillirostris 
(Bp.) treten zwar an unseren Exemplaren nicht hervor und dennoch 
möchte ich sie zu der genannten Form rechnen, da der Flügel bei 
beiden Stücken zu 81 mm misst. 

37. Acanthis brevirostris (Bp.). 

Sehr zahlreiche Exemplare aus Pjan-do-go (Njan-schan), vom 
Flusse Tetung, aus Myn-dan-scha (Alpen um Ssi-ning). Einzelne Stücke 
aus Ortam, im Kreise Chami, und aus Gum-bum, in den Alpen um 
Ssi-ning. Aus letztgenanntem Orte wurde auch ein Nest mit einem 
Ei eingesandt; da es am 15. Juni 1890 gefunden worden ist, so 
hatten es wohl die Jungen bereits verlassen. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 120. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER G. UND M. GRÜM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 281 

Genus Montifrigilla. 

38. Montifringilla alpicola (Pali.). 

Eine bedeutende Anzahl von Exemplaren aus dem Gebirgslande 
Bei-schan (Schin-schin-scha und Ssa-tschinsa), zwischen dem 1 7. und 
20. Februar gesammelt. 

39. Montifringilla sordida (Stol.). 

Eine grosse Suite von Exemplaren, die bei Chotun-tam, im 
Karlyk-tagh, gesammelt worden sind. 

40. Montifringilla nemoricola (Hodgs.). 

Aus dem südlichen Tetung - Gebirge (Cha-daban-Pass) und aus 
den Alpen um Ssi-ning (Gui-dui-scha). 

41. Montifringilla haematopygia, Go u lcl. 

Zwei Männchen aus Ju-nan-tschen, am Tetung-Flusse. 

42. Montifringilla Mandellii, Hume. 

Mehrere Exemplare vom Pjan-do-go-Passe, im Njan-schan. 

43. Montifringilla ruftcollis, Blanf. 

Exemplare vom Tetung (Ju-na-tschen und Boschu-chosa) und aus 
den Alpen um Ssining (Schala-choto). 

Genus Bucanetes. 

44. Bucanetes mongoliens (Swinh.) 

Die Art wurde im östlichen Tjan-schan (Kitschik-ulan-ussu), im 
Njan-schan (Babo-cho) und in den Alpen um Ssi-ning (Tschan-chu) 
erbeutet. 

Genus Petronia. 

45. Petronia petronia (Linn.). 

Eine Reihe von Exemplaren aus dem östlichen Tjan-schan, und 
zwar aus Duntschin und vom Muli-che. 

Genus Passer. 

46. Passer montanus (Linn.). 

Ein, zum Theil weisses, Exemplar ohne genauere Angabe des 
Fundortes. 

47. Passer Stoliczkae, Hume. 

Meiner Ansicht nach ist Passer Stoliczkae von Passer ammoden- 
dri verschieden und jedenfalls als besondere Varietät anzusehen. Die 
genauere Erörterung dieser Frage verschiebe ich bis zur Bearbei- 
tung der Arten in den «Wissenschaftlichen Resultaten der Reisen 
Przewalski's» und will jetzt nur bemerken, dass Passer Stoliczkae 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 121. 



282 TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XHI 

einen fahleren, Passer ammodendri einen graueren Grundton der 
Färbung besitzt ; ausserdem hat Passer ammodendri auf dem Bürzel 
deutliche Schaftstriche, welche dem Passer Stoliczkae fehlen. Die 
Exemplare aus der Ausbeute der Gebrüder Grum-Grzimailo stam- 
men aus Chami, Ssa-tschinsa, im östlichen Tjan-schan, so wie aus Ssy- 
dun und Schaldran, in Bei-schan. 

Genus Serinus. 

48. Serinus pusillus (Pali.). 

Ein sehr schönes Männchen aus Chotun-tam, im Karlyk-tagh. 

Genus Carpodacus. 

49. Carpodacus erythrinus (Pali.). 

Ein Männchen aus Gui-dui-scha und eine ganze Reihe von 
Exemplaren aus Myn-dan-scha, in den Alpen der Umgebungen von 
Ssi-ning. Die Männchen kennzeichnen sich durch äusserst intensiven 
Ton der karminrothen Färbung. 

50. Carpodacus rubicilloides, Przew. 

Ein Männchen aus Cha-daban (im südlichen Tetung-Gebirge) und 
eine grosse Suite von Exemplaren aus dem Njan-schan, und zwar aus 
Massu-che, Babo-cho und Matisse. Das "Weibchen vom 21. August 
1890 aus Massu-che, nach der Bestimmung der Herrn Grum-Grzi- 
mailo ein junger Vogel, unterscheidet sich vom Frühlingskleide der 
übrigen Exemplare durch das Vorhandensein eines schwachen fahlen 
Anfluges auf dem ganzen Körper, so wie durch sehr schwache An- 
deutung der dunklen Schaftflecken, die bei den alten Weibchen im 
Frühlingskleide äusserst stark ausgeprägt sind. 

51. Carpodacus rhodocMamys (Brdt.). 

Eine grosse Suite von Exemplaren aus dem Tjan-schan, und zwar 
aus Kitschi-ulan-ussu, Bajan-cho, Dshigda, Ortam und Taschar, so 
wie aus Chotun-tam im Karlyk-tagh. 

52. Carpodacus dubius, Przew. 

Mehrere Männchen und Weibchen vom Chy-cho und aus Matisse, 
im Njan-schan. 

53. Carpodacus pulcherrimus (Hodgs.). 

Gemein bei Pjan-do-go und Matisse, im Njan-schan, bei Gumanssy 
im südlichen Tetung-Gebirge, und bei Myn-dan-scha, in den Alpen 
um Ssi-ning. Zu einem Weibchen aus Tschan-chu gehört ein Nest mit 
zwei Eiern. 

Bnlletin N. S. III (XXXV) p. 122. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 283 

54. Carpodacus Stoliczkae, Hume. 

Ein Männchen und ein Weibchen dieser seltenen Art, am 1 . Juli 
1890 am Chuan-che erbeutet. Die Vögel nisteten daselbst. 

Genus Pyrrhospiza. 

55. Pyrrhospiza longirostris, Przew. 

Auf dem Ljandsha-sjana-Passe, in den Alpen um Ssining, ange- 
troffen und in drei Exemplaren erbeutet. 

Genus Uragus. 

56. Uragus Sibiriens (Pali.). 

Drei Männchen im Winterkleide aus Jandshi-che, Taschar (Kreis 
Chami) und Dschan-tschinsa (Kreis Gutschen.) 

Genus Loxia. 

57. Loxia curvirostra himalayana (Hodgs.). 

Ein äusserst typisches, schön ausgefärbtes, altes Männchen der 
dem Himalaya eigenen, kleinwüchsigen Form des Kreuzschnabels 
wurde am 10. August 1890 im Njan-schan, bei Babo-cho, gesammelt. 
Die Art wurde von unseren Reisenden in Central-Asien bisher nicht 
eingesandt. 

Subfam. Emberizinae. 
Genus Pyrrhulorhyncha. 

58. Pyrrhulorhyncha pyrrhuloides (Pali.). 

Zwei Weibchen aus Jasy-tschan, im Gebirgslande Bei-schan. 

Genus Emberiza. 

59. Emberiza schoenichis, Linn. 

Eine Reihe von Exemplaren aus Taschar und Chami, im Bezirke 
Chami, und aus Bulundshi, auf dem Wege nach Ang-ssi. 

60. Emberiza Buchanani, Blyth. 

Mehrere Exemplare aus dem Tjan-Schan (Dshirgalty, Kijtyn, 
Dsjan-dsjun-gol). 

61. Emberiza cia, Linn. 

Drei Exemplare aus dem Tjan-schan (Boro-choro-Gebirge) und 
aus dem Bezirke Chami [Taschar und Ortani (27. Sept. 1890)]. 

62. Emberiza cioides, Brandt. 

Männchen und Weibchen aus Taschar und Ortani. (Bezirk Chami). 

63. Emberiza Godlewskii, Tacz. 

Die Expedition der Gebrüder Grum-Grzimailo hat die vorlie- 
gende Art aus dem Kreise Chami (Ortani, Chotun-tam [26. Sept. 1890] 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 123. 



284 TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XIII 

und Taschar), aus dem Njan-schan (Babo-cho) und aus dem, südlich 
vom Chuan-che gelegenen, Gebirge (vom Mudshik-che) eingesandt. 
In der letztgenannten Gegend brütete der Vogel und wurden zwei 
Nester mit je 3 Eiern gesammelt. 

64. Emberiza leucocephala, Gmel. 

Der weissköpfige Ammer wurde im östlichen Tjan-schan (am 
Bajan-cho, unweit des Muli-che und am Dsjan-dsjun-gol) und im 
Njan-schan (Matisse und Njan-bo-sjan) in Menge angetroffen und 
gesammelt. 

65. Emberiza spodocephala, Pali. 

Ein altes Männchen aus den Umgebungen der Stadt Schin-tchen, 
südlich von Ssining. 

Genus Urocynchramus. 

66. Urocynchramus Pylzowi, Przew. 

Dieser äusserst seltene, von N. M. Przewalski entdeckte Vogel, 
wurde von den Gebrüdern Grum-Grzimailo im Njan-sçhan (Pjan- 
do-go und Matisse) und in den Alpen um Ssi-ning (Tschan-chu), so 
wie am Tetung-Flusse angetroffen. 



Farn. ALAUDIDAE. 

Genus Otocorys. 

67. Otocorys Ehvesi, Blanf. 

Die Alpenlerche wurde aus dem östlichen Tjan-Schan (Kitschi- 
ulän-ussu), aus dem Karlyk-tagh (Chotun - tarn), aus Chami, aus 
dem Gebirgslande Bei-schan (Schin-schin-scha und Otun-tasy-tschan), 
so wie vom Kuku-nor eingesandt. 

Genus Melanocorypha. 

68. Melanocorypha maxima, Gould. 

Ein Junges im Nestkleide aus Dao-tan-cho, in der Provinz 
Kuku-nor. 

Genus Alauda. 

69. Alauda arvensis cantarella, Bp. 

Ein Weibchen vom Dsjan-dsjun-gol, im Tjan-schan. 

70. Alauda arvensis liopus, Hodgs. 

Ein junges Männchen vom Kuku-nor und ein alter Vogel nebst 
Nest aus Myn-dan-scha, in den Alpen um Ssi-ning. 

Bulletin M. S. Ill (XXXY) p. 124. 



T. XIIl] ' DER GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 285 

Genus Alaudula. 
71. Alaudula pispoletta Seébohni, Sharpe. 

Aus der Sandwüste Ischtiun, in der Dshungarei, und aus Tschik- 
tym im Kreise Turfan. 



Farn. MOTACILLIDAE. 

Genus Motacilla. 

72. Motacilla alba baicalensis, Swinh. 

Wurde auf dem Zuge (26 — 27. März 1890), bei Ssu-tschoü in Menge 
angetroffen. 

73. Motacilla personata, Gould. 

Ein Männchen vom Bogdo-ola-Gebirge, im Tjan-schan. 

74. Motacilla lugens, Kittl. 

Brutvogel in Matisse (Njan-schan), am Tetung-Flusse und am 
Mudshik-che, südlich vom Chuan-che. 

75. Motacilla borealis, Sund. 

Die vorliegende Art wurde im Kreise Gutschen angetroffen, und 
zwar bei Gutschen selbst, bei der Stadt Dschimyssar und bei Dshan- 
tschinsa. 

76. Motacilla citreola, Pali. 

Brütete am Tetung-Flusse, in der Provinz Amdo. (Boschu-chosa, 
Ju-nan-tschen). 

77. Motacilla citreoloides, Hodgs. 

Brutvogel im südlichen Tetung-Gebirge (Gumanssy, Ssan-dshu- 
tschun) und in den Alpen um Ssi-ning (Myn-dan-scha). 

78. Motacilla melanope, Pali. 

Ein Männchen vom Bogdo-ola-Gebirge, im Tjan-schan, und ein 
anderes aus Gumanssy, im südlichen Tetung-Gebirge. 

Genus Anthus. 

79. Anthus striolatus, Blyth. 

Ein Männchen vom Mudshik-che, im Gebirge südlich vom 
Chuan-che. 

80. Anthus spipoletta (Linn.). 

Die Exemplare aus dem Tjan-schan gehören nicht der asiatischen 
Form (A. spipoletta BlacJcistoni), sondern der europäischen Hauptform 
an. Ein altes Männchen stammt vom Umkan-gol, im Tjan-schan, 
die übrigen aus den Umgebungen von Chami. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 125. 20 



286 TH. PLESKE, DIE OKNITHOLOGISCHB AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XH1 

81. Änthus rosaceus, Hodgs. 

Zahlreiche Exemplare aus dem südlichen Tetung-Gebirge (Cha- 
daban), aus dem Njan-schan (Pjan-do-go) und aus den Alpen um 
Ssi-ning (Myn-dan-scha). Aus Myn-dan-scha befinden sich in der 
Sammlung Nest, Eier und Junge. 

Fam. CERTHIIDAE. 
Genus Certhia. 

82. Certhia familiaris, Linn. 

Die Exemplare des Baumläufers aus der Ausbeute der Gebrüder 
Grum-Grzimailo gehören der Hauptform und nicht der Certhia 
discolor, Hodgs. an. Sie stammen aus Chotun-tam (26. Sept. 1890), 
im Kreise Chami, und aus Babo-cho, im Njan-schan. 

Genus Tichodroma. 

83. Tichodroma mur aria, Linn. 

Der Alpenmauerläufer wurde in Luktschin-kyr, im Kreise Tur- 
fan, in Chun-fy-tschin, im Kreise Gan-tschoü, und in Matisse, im 
Njan-schan-Gebirge gesammelt. Aus Myn-dan-scha, in den Alpen um 
Ssi-ning, stammt ein Nest mit 3 Eiern. 

Fam. PARIDAE. 

84. Parus superciliosus, Przew. 

Eine Reihe von Exemplaren aus Matisse, im Njan-schan, und aus 
Myn-dan-scha, in den Alpen um Ssi-ning. Aus letztgenanntem Orte 
wurde auch ein Nest mit 5 Eiern eingesandt. 

85. Parus cyanus tianschanicus, Menzb. 

Alle Lasurmeisen stammen aus dem Tjan-schan-System und 
gehören zu der von Prof. Menzbier creirten Form. Sie wurden in 
den Kreisen Turfan (Pitschan und Tschiktym) und Chami [Chami, 
Taschar, Chotun-tam (26. Sept. 1890)] gesammelt. 

Genus Poecile. 

86. Poecile affinis, Przew. 

Zwei alte Vögel aus Matisse und Babo-cho, im Njan-schan. 

Genus Calamophilus. 

87. Calamophilus biarmicus Sibiriens (Bp.) 

Alle Exemplare der Bartmeise aus der Ausbeute der Gebrüder 
Grum-Grzimailo gehören der östlichen, bedeutend helleren, Varie- 

Bnlletin N. S. III (XXXV) p. 126. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER 6. UND M. GRÜM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 287 

tat an. Sie wurden in den Umgebungen von Chami und in Gaschun 
erbeutet. 

Genus Leptopoecile. 

88. Leptopoecile SopJiiae, Sew. 

Bis auf ein einziges Exemplar aus Bulundshi, auf dem Wege 
zwischen Ang-ssi und Ssu-tschoü, stammen alle Leptopoecile Sophiae 
dieser Sammlung aus Gebirgsgegenden, sind demnach dunkel gefärbt 
und gehören zur Hauptform. Die Mehrzahl wurde im Karlyk-tagh, 
und zwar bei Taschar, Chotun-tam und Ortam, die übrigen bei 
Matisse, im Njan-schan, erbeutet. 

Genus Lophobasileus. 

89. Lophobasileus elegans, Przew. 

Nach den Beobachtungen der Herrn Grum-Grzimailo kommt 
die vorliegende Form im Njan-schan-Gebirge vor, wo sie bei Matisse 
in einem Exemplare erbeutet worden ist. Drei Männchen wurden 
ausserdem aus Ssan-dshu-tschun, im südlichen Tetung- Gebirge, 
eingesandt. 

Farn. REGULIDAE. 

Genus Regulus. 

90. Regulus cristatus japonicus (Bp.). 

Ein Pärchen aus Matisse, im Njan-schan, gehört unstreitig der 
japanischen, graunackigen, Form des Goldhähnchens an. 



Farn. LANIIDAE. 

Genus Lanius. 

91. Lanius sphenocercus, Cab. 

Ein Weibchen aus Luktschin-kyr. 

92. Lanius mollis, Eversm. 

Ein Weibchen aus Chami. 

93. Lanius borealis Sibiriens, Bogd. 

Ein Exemplar aus Schao-wan, auf dem Wege zwischen Ang-ssi 
und Ssu-tschoü. 

94. Lanius leueopterus, Sew. 

Ein Männchen aus Dshimyssar, im Kreise Gutschen, und ein 
Weibchen aus Tschiktym, im Kreise TurfaD. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 127. 20* 



288 TH. PLESKE, DIE OKNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. Xm 

95. Lanius Homey eri, Cab. 

Alle vier Exemplare der Sammlung stammen aus dem Kreise 
Turfan (Tschiktyni, Luktschin-kyr und Turfan). 

96. Lanius excubitor, Linn. 

Zwei Exemplare aus der Dshungarei. Ein Männchen wurde in 
der Sandwüste Nelssin, ein Weibchen auf der Rückreise bei Gumidy, 
im Kreise Urumtschi, erbeutet. 

97. Lanius tephronotus, Vig. 

Mehrere ausgefärbte Exemplare aus Myn-dan-scha in den Alpen 
um Ssi-ning, aus Njan-bo-sjan, im Njan-schan, und ein Weibchen aus 
den Umgebungen der Stadt Schin-tschen. Aus Myn-dan-scha stammt 
ein wunderschönes Nest mit 6 Eiern dieses Vogels. 

98. Lanius phoenicuroides Eomanowi, Bogd. 

Drei Exemplare aus dem Gebirgssystem des Tjan-schan, und 
zwar ein Männchen aus Bogus-usslun, ein Weibchen aus Dshirgalty 
und ein Weibchen aus Gaschun, in der Dshungarei. 

Farn. AMPELIDAE. 
Genus Ampelis. 

'99. Ampelis garrulus, Linn. 

Sehr zahlreiche Exemplare des Seidenschwanzes aus dem Kreise 
Gutschen (Ulan-ussu), aus dem Karlyk-tagh (Ortam und Chotun- 
tam), aus Chami, aus Schao-wan (auf dem Wege nach Ang-ssi) und 
aus Ta-tschuan, im Gebirgslande Bei-schan. 

Fam. SYLVIIDAE. 
Genus Dumeticola. 

100. Dumeticola thoracica, Blyth. 

Ein Männchen aus Myn-dan-scha, in den Alpen um Ssi-ning. 

Genus Sylvia. 

101. Sylvia minuscula, Hume. 

Zahlreiche Exemplare vom Flusse Dshirgalty, im Tjan-schan, 
aus Ssy-dun, im Gebirgslande Bei-schan, und vom Chuan-che. 

102. Sylvia nana, H. et Ehrb. 

Ein junger Vogel ohne genauere Angabe des Fundortes. 

Genus Herbivocula. 

103. Herbivocula affinis (Tick.). 

Vier alte Vögel aus Myn-dan-scha, in den Alpen um Ssi-ning, und 
aus dem südlichen Tetung-Gebirge (Gumanssy, Cha-daban und vom 

Bulletin N. S. Ill (XXXT) p. 128. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER G. UND M. GRTJM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 289 

Tetung-Flusse). Aus Myn-dan-scha haben die Gebrüder Grum- 
Grzimailo zwei sehr schöne Nester mit Eiern eingesandt. 

Genus Phylloscopus. 

104. Phylloscopus tristis, Blyth. 

Eiu Männchen vom Mor-gol, im Kreise Chami. 

105. Phylloscopus swperciliosus Mandellii (Brooks). 

Vier Exemplare aus dem südlichen Tetung- Gebirge (Gumanssy 
und Ssan-dshu-tschun). 

106. Phylloscopus Humei, Brooks. 

Zwei Männchen vom Flusse Muli-che, im östlichen Tjan-schan, 
und vom Mor-gol, im Kreise Chami. 



Farn. TURDIDAE. 

Subfam. Saxicoliuae. 

Genus Pratincola. 

107. Pratincola maura Przewalskii, Plsk. 

Alle Exemplare aus der Ausbeute der Gebrüder Grum-Grzima- 
ilo stammen aus Gegenden, die südlich von der central-asiatischen 
"Wüste gelegen sind, gehören der grosswüchsigen Form an und 
bestätigen vollkommen meine früher ausgesprochene Ansicht (in d. 
Wissensch. Resuit. d. Reis. Przewalski's) über die centralasia- 
tischen schwarzköpfigen Wiesenschmätzer. Die Exemplare wurden in 
Pjan-do-go und Matisse (Njan-schan), im nördlichen Tetung- Gebirge, 
in den Alpen um Ssi-ning (Tschan- chu), so wie in den Gebirgen 
westlich von Schin-tschen gesammelt. Nester und Eier dieses Vogels 
sind auch eingesandt worden. 

Genus Saxicola. 

108. Saxicola isabellina, Cretzschm. 

Scheint in Central- Asien eine sehr weite Verbreitung zu haben. 
In der Ausbeute der Gebrüder Grum-Grzimailo befinden sich 
Exemplare sowohl aus der Dshungarei (Gaschun), aus dem östlichen 
Tjan-schan (Duntschin) und aus dem Kreise Gutschen (Muli-che), 
als auch aus dem Kreise Gan-tschoü (Pin-fun-tscha) und von Flusse 
Tetung. 

109. Saxicola deserti, Temm. 

Zahlreich in der Sammlung vertreten, und zwar aus der Dshun- 
garei (Sandwüsten Nelssin und Gaschun), aus dem östlichen Tjan- 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 129. 



290 TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [t. XIII 

schan (Atschik-su, Duntschin), aus dem Kreise Turfan (Tschiktym) 
und von der grossen Strasse nach Ang-ssi (Bulundshi). 

110. Saxicola montana, Gould. 

Zu je einem Männchen aus Bulundshi, auf dem Wege nach Ang- 
ssi, und vom Chuan-che. 

Genus Grandala. 

111. Grandala coelicolor (Hodgs.). 

Ein Männchen aus Dshan-mansei, im Kreise Gan-tschoü, und 
ein Weibchen mit zwei Nestjungen, die durch einen Büchsenschuss 
aus dem, an einem steilen Abhänge im Ljandsha-sjana-Passe (Alpen 
um Ssi-ning) angebrachten, Neste geworfen worden sind. 

Subfam. Roticillioae. 

Genus Chaemorrhornis. 

112. Chaemorrhornis leucocephala (Vig.). 

Mehrere Exemplare aus Matisse, im Njan-schan, und aus Cha- 
daban, im südlichen Tetung-Gebirge. 

Genus Ruticilla. 

113. Ruticilla frontalis (Vig.). 

Zahlreiche Exemplare aus Tschan -cho und Myn-dan-scha, in 
den Alpen um Ssining, so wie aus Matisse, im Njan-schan. 

114. Ruticilla atrata (Gmel.). 

Sehr zahlreiche alte und junge Vögel vom Ljandsha-sjana-Passe 
(Alpen um Ssi-ning), aus Matisse (Njan-schan) und vom Chuan-che. 

115. Ruticilla rufiventris (Vieill.). 

Ein Weibchen aus Luktschin-kyr, im Kreise Turfan. Das Weib- 
chen lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit bestimmen, gehört aber 
wahrscheinlich der nördlichen Form des asiatischen Rothschwänzchens 
an, da ich nie die typische Ruticilla atrata aus so nördlichen Gegen- 
den erhalten habe. 

116. Ruticilla Hodgsoni, Moore. 

Zwei alte Männchen aus Ju-nan-tschen, im Njan-schan. 

117. Ruticilla erythrogastra Sewerzowi, Lor. und Menzb. 

Sehr Zahlreiche Exemplare aus Chami, Chotun-tam, Bulundshi 
(Strasse nach Ang-ssi) und vom Massu-che (Njan-schan). 

118. Ruticilla erythronota, Eversm. 

Vier Männchen aus Luktschin-kyr und Tschiktym, im Kreise 
Turfan. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 130. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER G. UND M. GRÜM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 291 

119. Buticilla alaschanica, Przew. 

Mehrere Männchen und "Weibchen aus Matisse, im Njan-schan. 

120. Buticilla coeruleocephala, Gould. 

Ein altes Männchen aus Bogus-usslun, im Tjan-schan. 

121. Buticilla shisticeps (H o d gs.). 

Zahlreiche alte Vögel aus Matisse (Njan-schan), Gumanssy und 
Schin-tschen (im südlichen Tetung-Gebirge). 

Genus Calliope. 

122. Calliope kamtscîiatkensis (Gmel.). 

Muss in den Umgebungen von Myn-dan-scha, in den Alpen um 
Ssi-ning, nicht selten sein; ausser einigen Vögeln wurde auch ein 
Nest mit 5 Eiern eingesandt. 

123. Calliope pectoralis (Gould). 

Zwei Exemplare vom Umkan-gol, im Tjan-schan. 

124. Calliope Tschebaiewi, Przew. 

Vier alte Vögel aus Pjan-do-go (Njan-schan), so wie aus Ssan- 
dshu-tschun und Cha-daban (im südlichen Tetung-Gebirge). 

Subfam. Tardinae. 
Genus Merula. 

125. Merula maxima, Seeb. 

Zahlreiche Exemplare aus Pitschan und Luktschin-kyr, im Kreise 
Turfan, so wie vom Bogdo-ola und aus Jan-bulak, im östlichen Tjan- 
schan. 

126. Merula Kessleri, Przew. 

Die vorliegende Art wurde aus Matisse (Njan-schan), Gumanssy 
(Tetung-Gebirge) und Gui-dui-scha (Alpen um Ssi-ning) eingesandt. 

127. Merula atrigularis, Temm. 

Von der schwarzkehligen Drossel liegt eine grosse. Anzahl von 
Exemplaren vor, unter welchen, auffallender Weise, keine Bastarde 
vorhanden sind. Sie stammen vom Nordabhange des östlichen Tjan- 
schan (vom Bajan-cho), aus dem Kreise Turfan (Pitschan), aus dem 
Kreise Chami (Chami, Mor-gol), von der Strasse nach Ang-ssi 
(Jui-myn) und aus dem Kreise Gan-tschoü (Chun-fy-tschin). 

128. Merula ruficollis, Pali. 

Ist in der Sammlung der Gebrüder Grum-Grzimailo zahlreich 
vertreten. Es liegen Exemplare aus Astyna und Chami (Kreis Chami) 
aus Ssy-dun (südlicher Theil des Gebirgslandes Bei-schan), aus Chun- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 131. 



292 TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XIII 

fy-tschin (Kreis Gan-tschoü), aus Matisse (Njan-schan) und aus Cha- 
daban (südliches Tetung-Gebirge) vor. 

Genus Tupdus. 

129. Turdus viscivorus Hodgsoni, Jerd. 

Zwei Exemplare der grosswüchsigen Misteldrossel stammen aus 
dem Tjan-schan (Dsjan-dsjun-gol und Bogdo-ola). 

130. Turdus pilaris, Linn. 

Drei alte Vögel aus Mor-gol, Kreis Chami, und Schao-wan, auf 
der grossen Strasse nach Ang-ssi. 

Genus Monticola. 

131. Monticola saxatilis (Linn.). 

Drei Exemplare vom Chuan-che. 



Farn. CINCLIDAE. 
Genus Cinclus. 

132. Cinclus Jcashmiriensis (Gould). 

Ein Männchen aus Pjan-do-go, im Njan-schan. 

133. Cinclus leucog aster, Bp. 

Mehrere Exemplare aus Chotun-tam, im Karlyk-tagh. ( 3 — 7. Febr. 
1890). 

Farn. TROGLODYTIDAE. 
Genus Anorthura. 

134. Anorthura pallida (Hume). 

. Zahlreiche alte Vögel aus dem Kreise Chami (Chami und Dshigda) 
und aus dem Karlyk-tagh (Chotun-tam). 



Farn. ACCENTORIDAE. 
Genus Accentor. 

135. Accentor erythropygius, Swinh. 

Zwei Männchen und zwei Weibchen vom Ljandsha-sjana-Paase, 
in den Alpen um Ssi-ning. 

136. Accentor altaicus, Brdt. 

Zwei Exemplare vom Bogdo-ola, im Tjan-schan. Der eine Vogel 
ist in der Mauser begriffen (am 5. August). 

Bulletin N. S. Ill (XXXT) p. 132. 



T. Xlll] DER GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 293 

Genus Tharraleus. 

1-37. Tharrhaleus fulvescens (Sew.). 

Ein Männchen vom Umkan-gol, im Tjan-schan; die übrigen, 
sehr zahlreichen, Exemplare aus dem Karlyk-tagh (Ortam und 
Chotun-tam), so wie aus Pjan-do-go und Matisse, im Njan-schan. 

138. Tharrhaleus atrigularis, Brdt. 

Alle vier Exemplare aus dem Karlyk-tagh (Ortam, Chotuntam, 
Bagdasch). 

139. Tliarrhaleus rubeculoides Hodgs. 

Mehrere alte Vögel aus Pjan-do-go und Matisse, im Njan-schan, 
und aus Ju-nan-tschen (im Tetung-Gebirge). 

140. Tharrhaleus strophiatus, Hodgs. 

Ein Weibchen aus Matisse, im Njan-schan. 



Farn. TIMELIIDAE. 

Genus Trochalopterum. 

141. Trochalopterum Elliotti, Verr. 

Mehrere alte Vögel aus Matisse und Njan-bo-sjan, im Njan- 
schan, so wie aus Gumanssy, im südlichen Tetung-Gebirge. 

Genus Pterorhinus. 

142. Pterorhinus Davidi, Verr. 

Zahlreiche Exemplare aus Matisse (Njan-schan), Gumanssy (süd- 
liches Tetung-Gebirge) und Gui-dui-scha (Alpen um Ssi-ning). 



Farn. HIRUNDINIDAE. 

Genus Cotile. 

143. Cotile riparia (Linn.). 

Eine ganze Reihe von Exemplaren vom Kuku-nor. 

144. Cotile rupestris (Scop.). 

Ein altes Weibchen aus Chun-fy-tschin, im Tetung-Gebirge. 

Genus Hirundo. 

145. Hirundo daurica, Linn. 

Ein Männchen aus Dshaja-tschen, in den Alpen um Ssi-ning. 

Bnlletin N. S. Ill (XXXV) p. 133. 



/ 



294 TH. PLESKE, DIE 0RNITH0L06ISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [t. XIII 

Ordo 8CANS0RES. 

Farn. PICIDAE. 

Subfam. Picioae. 
Genus Dendrocopus. 

146. Dendrocopus Cabanisi, Main. 

Drei alte Männchen aus Dshan-mansei (Kreis Gan-tschoü), aus 
Gui-dui (Chuan-che) und aus Ssa-che (südliches Tetung-Gebirge). 

Genus Picoides. 

147. Picoides tridactylus (Linn.). 

Ein Pärchen vom Bogdo-ola, im Tjan-schan. 



Subfam. Jynginae. 
Genus Jynx. 
148. Jynx. torquilla, Linn. 

Mehrere alte Vögel vom Mudshik-che (südlich vom Chuan-che), 
aus Matisse (Njan-schan) und aus Tscha-dshi (südliches Tetung-Ge- 
birge). 



Ordo COCCYGES. 

Farn. CUCULIDAE. 
Genus Cuculus. 
149. Cuculus canorus, Linn. 

Beide Exemplare aus der Ausbeute der Gebrüder Grum-Grzi- 
mailo gehören der Hauptform an; sie stammen aus den Alpen um 
Ssi-ning (Tchan-chusa, Ljandsha-sjana). 



Ordo CORACIAE. 

Farn. CYPSELIDAE. 
Genus Cypselus. 
150. Cypselus pacificus (Lath.). 

Ein "Weibchen aus Schala-choto, in den Alpen um Ssi-ning. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 134. 



T. Xin] DER GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 295 

Ordo COLUMBAE. 

Fam. COLUMBIDAE. 
Genus Columba. 

151. Columba rupestris, Bp. 

Exemplare aus dem Tjan-schan (Bogus -usslun) und aus den 
Alpen um Ssi-ning (Gui-dui-scha); aus letztgenannter Gegend wurde 
auch ein Ei eingesandt. 

152. Columba fusca, Pali. 

Ein Exemplar aus Otun-tasy-tschan, im Gebirgslande Bei-schan. 

153. Columba leuconota, Vig. 

Drei alte Vögel vom Ljandsha - sjana - Passe, in den Alpen um 
Ssi-ning. 

Ordo PTEROCLETES. 

Farn. PTEROCLIDAE. 
Genus Syrrhaptes. 

154. Syrrhaptes paradoxus (Pall.). 

Zahlreiche Exemplare aus der Dshungarei (Gaschun) und ein 
einzelnes Stück aus Luba-tschen-sjan, im Gebirgslande Bei-schan. 

Genus Pterocles. 

155. Pterocles arenarius (Pali.) 

Alte Vögel aus Gumidy, im Kreise Urumtschi, und aus Luktschin- 
kyr, im Kreise Turfan. 

Ordo GALLINAE. 

Farn. PHASIANIDAE. 
Genus Phasianus. 

156. Phasianus mongoliens semitorquatus, Sew. 

An einer Reihe von Exemplaren dieser Form habe ich mich 
überzeugen können, dass der verstorbene D r . N. Ssewerzow voll- 
kommen recht gehabt hat, indem er dieselbe von dem Phasianus 
mongolicus aus dem Syr-Darja Thale trennte. Ich würde den Raum 
dieser Abhandlung überschreiten, wenn ich eine genauere Charakte- 
ristik beider Varietäten des Phasianus mongolicus geben würde und 
beschränke mich auf den Hinweis, dass die Kennzeichen der vorlie- 
genden Form, ein auf der Kehle unterbrochenes Halsband und vor- 
herrschend grüner Schimmer des Gefieders, von D r . Ssewerzow (Ibis, 
1875, p. 493) richtig hervorgehoben sind. Die Sammlung der Ge- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 135. 



296 TH. PLESKE, DIE ORNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [t. XIII 

brüder Grum-Grzimailo enthält Exemplare aus dem Kreise Glit- 
schen (Dshan-tschinsa), so wie aus dem Kreise Urumtschi (Dshi- 
myssar). 

157. Phasianus Strauchi, Przew. 

Von Phasianus Strauchi wurden alte Vögel, Dunenjunge und 
zahlreiche Eier eingesandt. Sie stammen vom Mudshik-che, südlich 
vom Chuan-che, aus den Alpen um Ssi-ning (Gui-dui-scha, Tschan-cho), 
vom Tetung-Flusse und aus dem südlichen Tetung-Gebirge (Ssan- 
dshu-tschun, Gumanssy). 

158. Phasianus satscheuensis, Przew. 

Diese, noch vom verstorbenen Przew alski entdeckte und be- 
nannte, Art wurde von den Gebrüdern Grum-Grzimailo in bedeu- 
tender Anzahl in Bulundshi, Tschi-do-go, Ssy-dun, Ang-ssi, Schanto-po 
und Schao-wan, kurz nördlich vom Njan-schan-Gebirge angetroffen. 
In der Sammlung unserer Reisenden befinden sich sehr zahlreiche 
Exemplare verschiedenen Alters. Ein Vergleich alter ausgefärbter 
Männchen mit frisch vermauserten Exemplaren des Phasianus tor- 
quatus aus dem Amur-Lande überzeugt uns davon, dass die Vögel 
jedenfalls specifisch verschieden sind. Eine parallele Aufzählung der 
hauptsächlichsten Kennzeichen der Männchen beider Formen wird 
uns von der Richtigkeit dieser Ansicht leicht überzeugen. 

Phasianus torquatus (Gmel.) Phasianus satscheuensis, Przew. 

S ad. $ ad. 

Weisser Superciliarstreifen stark Weisser Superciliarstreifen fehlend 
ausgeprägt. oder nur Spuren desselben vorhanden. 

Weisser Halsring sehr breit und Weisser Halsring schmal und auf 
den ganzen Hals in gleicher Breite der unteren Seite des Halses ganz 
umschliessend. fehlend. 

Alle breiten Säume der Scapular- Von den breiten Säumen der Sca- 
federn nussbraun (Ridgway, IV, 1 2). pularfedern sind die zum Flügelbuge 

liegenden glänzend fahl (Ridgway, 
V, 13), die am Rücken gelegenen 
weinröthlichzimmtfarben(Ridgway, 
IV, 15). 
Die Secundärschwingen besitzen Die Marbrirung der Secundär- 
breite einfarbige Säume und die mar- schwingen reicht bis an die Ränder 
brirte Zeichnung beschränkt sich auf der Federn, 
die Mitte derselben. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 136. 



T. XIIl] DER GEBRÜDER G. UND M. GRÜM-GRZIMAILO NACH CENTRA'L-ÀSIÉN. 297 

Die Mitte des Bürzels ist grünlich Der Grundton des ganzen Bürzels 
angeflogen und die Seiten desselben ist grau, 
von reiner grauer Färbung. 

Die den Steiss bedeckenden Federn Die den Steiss bedeckenden Federn 
der Bauchseiten sind ockergelb. der Bauchseiteu sind dunkel rostroth, 

mit Purpurglanz. 

Die metallisch glänzenden rost- Die metallisch glänzenden rostfar- 
farbenen Federn der Brust sind nicht benen Federn der Brust sind sammet- 
schwarz gesäumt. schwarz gesäumt. 

So weit ich ohne das nöthige Vergleichsmaterial urtheilen kann, 
gehört unser Vogel weder zu Ph. formosanus, Swinh., noch auch zu 
der Varietät aus Chen-si, die David und Oustalet Ois., de Chine, 
p. 410 beschrieben haben. 

Genus Crossoptilon. 

159. Crossoptilon auritum Pali. 

Alle Exemplare des Crossoptilon auritum' stammen vom Babo-cho, 
im nördlichen Njan-schan. In der Zahl derselben befinden sich einige 
höchst interessante Stücke im Jugendkleide, welches von den früheren 
Reisenden in Central- Asien nicht eingesandt worden ist. In Matisse 
wurden nur Federn gefunden, der Vogel selbst aber nicht beobachtet. 

Genus Ithaginis. 

160. Ithaginis sinensis, David. 

Diese Form wurde auch im nördlichen Njan-schan, und zwar 
bei Babo-cho und Chy-cho, nachgewiesen. 



Farn. TETRAONIDAE. 

Subfam. Perdicinae. 
Genus Perdix. 

161. Perdix barbata, Verr. et des Murs. 

Sehr zahlreich aus dem Tjan-Schan (Dsjan-dsjun-gol), aus den 
Kreisen Gutschen (Dschimyssar, Umgebungen der Stadt Ssantei) und 
Chami (Chotun-tam) und aus der Dshungarei (Ssary-ssarkë-bulak.). 

162. Perdix sifanica, Przew. 

Von dieser, von Przewalski entdeckten und von der Perdix 
Hodgsoniae, Hume getrennten, Art haben die Gebrüder Grum-Grzi- 
mailo zahlreiche Exemplare in den verschiedensten Altersstufen, so 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 137. 



298 TH. PLESKE, DIE OMITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XIII 

wie mehrere Gelege mitgebracht. Sie wurden im nördlichen Njan-schan 
(Matisse, Chy-cho, Babo-cho, Pjan-do-go) und in den Alpen um 
Ssi-ning (Myn-dan-scha, Tschan-cho) gesammelt. 

Genus Tetraogallus. 
163. Tetraogallus liimalayensis (Gray). 

Vollkommen typische alte Vögel vom Bogdo-ola und aus Chami. 



Subfam. Tetraoninae. 
Genus Tetrastes. 

164. Tetrastes Sewerzom, Przew. 

Zwei junge, noch nicht ganz ausgewachsene Vögel vom Babo-cho, 
im nördlichen Njan-schan. 

Ordo ANSERES. 

Farn. ANATIDAE. 

Subfam. Anserinae. 

Genus Anser. 

165. Anser cinereus, Meyer. 

Ein Exemplar aus Gaschun in der Dshungarei. Brutvogel da- 
selbst. 

166. Anser segetum Middendorffii, Sew. 

Ein alter Vogel aus Ssu-tschoü. 

167. Anser indiens (Lath.). 

Ein Exemplar vom Tetung-Flusse. 

Subfam. Anatinae. 
Genus Anas. 

168. Anas boscas, Linn. 

Ein altes Männchen aus Ulan-ussu, im Tjan-schan. 

169. Anas zonorhyncha, Swinh. 

Ein altes Männchen aus Fui, auf der Strasse nach Ang-ssi. 

Genus Querquedula. 

170. Querquedula circia (Linn.). 

Ein Stück aus dem Bogdo-ola-Gebirge. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 138. 



T. XIIl] - DER GEBRÜDER G. UXD M. GRÜM-GRZIMAILO NACH CENTRAL-ASIEN. 299 

Genus Dafila. . 

171. Dafila acuta (Linn.). 

Zwei Exemplare aus Ulan-ussu, im östlichen Tjan-schan, und aus 
Bulundshi, auf dem Wege nach Ang-ssi. 

Genus Fuligula. 

172. Fuligula cristata (Leach.). 

Ein Exemplar aus Ssu-tschoü. 

Genus Nyroca. 

173. Nyroca ferruginea (Gmel.). 

Ein altes Männchen aus Bulundshi, auf dem "Wege nach Ang-ssi. 

Subfam. Merginae. 
Genus Mergus. 

174. Mergus serrator, Linn. 

Ein Stück vom Chargyn-gol. 

Ordo GAYIAE. 

Farn. LARIDAE. 

Subfam. Sterninae. 
Genus Sterna. 

175. Sterna Mrundo tibetana, Saund. 

Zwei alte Vögel vom Tetung-Flusse. 

Ordo LI1IIC0LAE. 

Farn. CHARADRIIDAE. 

176. Charadrius fulvus, Gm. 

Drei alte Vögel aus den Sandwüsten Gaschim und Nelssin, in 
der Dshungarei. 

Genus Aegialitis. 

177. Aegialitis mongolicus (Pali.). 

Zwei alte Vögel aus Boschu-chosa. 

Genus Vanellus. 

178. Vanellus cristatus (Meyer). 

Zwei Exemplare aus Dshimyssar, im Kreise Gutschen. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 139. 



300 TH. PLESKE, DIE OBNITHOLOGISCHE AUSBEUTE DER EXPEDITION [T. XIII 

Farn. SCOLOPACIDAE. 
Genus Totanus. 

179. Totanus ochropus (Linn.). 

Ein Exemplar vom Tetung-Flusse. 

Genus Tringoides. 

180. Tringoides hypoleucus (Linn.). 

Ein Exemplar vom Bogdo-ola, im Tjan-schan. 

Genus Tringa. 

181. Tringa alpina, Linn. 

Ein Exemplar aus Gaschun, in der Dshungarei, und ein zweites 
ohne genaue Angabe des Fundortes. 

182. Tringa Temminckii (Leisl.). 

Zwei Vögel, der eine aus Gaschun, der andere aus Boschu-chosa, 
umweit des Tetung-Flusses. 

Genus Gallinago. 

183. Gallinago scolopacinus, Bp. 

Ein Stück aus Chami. 

184. Gallinago solitaria (Hodgs.). 

Zahlreiche Exemplare aus Chami. 

Genus Limosa. 

185. Limosa melanura, Leisl. 

Ein typischer, grosswüchsiger Vogel aus Chui-chui-po, auf dem 
Wege nach Ang-ssi. 

Genus Ibidorhyncha. 

186. Ibidorhyncha Struthersi, Vigors. 

In der Ausbeute der Gebrüder Grum-Grzimailo befinden 
sich 7 Exemplare, von denen 4 das, meines Wissens, noch unbekannte 
Dunenkleid tragen. Die Vögel stammen aus Schin-tschen (Gebirge 
südlich von Ssi-ning), aus Myn-dan-scha (Alpen um Ssi-ning) und aus 
Gumanssy (südliches Tetung-Gebirge). Die Jungen lebten auf einer 
Insel inmitten eines kleinen Flüsschens und verbargen sich im Gestein. 

Ordo FUL1CARIAE. 

Fam. RALLIDAE. 
Genus Fulica. 

187. Fulica atra, Linn. 

Zwei alte Vögel aus Ssu-tschoü. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 140. 



T. Xni] - DER GEBRÜDER G. UND M. GRUM-GRZIMAILO NACH CENTRAL- ASIEN. ' 301 

Genus Rallus. 

188. Rallus aquaticus, Linn. 

Ein Stück aus Dschimyssar, im Kreise Gutschen, und mehrere 
aus Chami. 

Ordo PYGOPODES. 

Farn. PODICIPITIDAE. 
Genus Podiceps. 

189. Podiceps minor phillipensis (Bonn). 

Drei Exemplare mit verhältnissmässig grossem weissen Spiegel 
wurden aus Chami eingesandt. 

190. Podiceps nigricollis (Brehm). 

Ein Stück vom Tetung-Flusse. 

191. Podiceps cristatus, Linn. 

Ein alter Vogel vom Kuku-nor. 



o:*«c 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 141. 21 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSB0UR6. 

TOME XTTT. 



Übersicht der Gattung Regulas, Cu v., nebst Beschreibung einer neuen Art 
derselben. Von Th. Pleske. (Lu le 22 avril 1892). 

Die letzte allgemeinere Bearbeitung hat das Genus Begulus in dem, von 
H. Gadow edirten, VIII Bande des Cat. of Birds Brit. Mus. erfahren. Da die, 
an genanntem Orte acceptirte, Eintheilung der Goldhähnchen durchaus nicht 
mehr genügt und ich ausserdem mich von dem Vorkommen in Central- 
Asien einer noch unbeschriebenen Form überzeugt habe, so halte ich es 
für angemessen, bei Gelegenheit der Beschreibung der neuen Art, die 
ganze Gattung einer Revision zu unterwerfen und einen Schlüssel zur 
Bestimmung aller Goldhähnchen zu veröffentlichen, der z. Th. auf eigene 
Materialien basirt und z. Th., in Bezug auf die amerikanischen Arten, 
Ridgway's Manual of North American Birds entnommen ist. 



BESTIMMUNGSTABELLE DES GENUS BEGULUS 1 ). 

A. Die Nasenlöcher werden durch je eine einzelne Feder verdeckt. (Sub- 
genus Begulus), 

a. Die den Scheitel einrahmenden schwarzen Streifen werden vorn durch 
ein schwarzes Stirnband verbunden. 

aj An den Halsseiten befinden sich wachsgelbe oder safrangelbe Felder; 
Zügel schwarz. 

a 11 Nacken dunkel grau; hinter den Augen ist keine Fortsetzung 
des schwarzen Zügels vorhanden. Culmen: 13 mm. 

Begulus mader ensis, Vernon Harcourt. 

Gadow, 0. B. B. M. } VIII, p. 84 (1883). 

Madeira. 



1) Die jungen Vögel, bei denen der Scheitelfleck noch fehlt, lassen sich nach dieser Tabelle 
nicht bestimmen. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 143. 



304 TH. PLESKE, ÜBERSICHT DER GATTUNG REGULUS, CUV., [ï. XIII 

&„ Nacken olivengrün, von derselben Färbung wie der Rücken; der 
Zügel setzt sich auch hinter dem Auge fort. Culmen: 11 mm. 

Regulus ignicapillus (Brehm). 

Gadow, C. B. B. M., VIII, p. 83 (1883). 

West-Europa, Kleinasien. 

6i An den Halsseiten befinden sich keine wachsgelben oder safran- 
gelben Felder; Zügel nicht schwarz. 
a u Culmen: 11 — 12 m. 

Regulus Teneriffae, Seeb. 

Seebohm, H. B. B., I, p. 459 (1883). 

Canarische Inseln. 
b u Culmen: 9 — 10 m. 

a in der vordere Theil der Stirn weisslich 
a IV Färbung grauer und düsterer. 

Regulus satrapa, Licht. 

Ridgway, M. N. A. B., p. 567 (1887). 

N.- und 0.- Amerika bis zum 
Felsengebirge. 

&iv Färbung lebhafter ; die Oberseite mehr olivenfarbig, die 
Unterseite mit deutlichem, bräunlich-fahlem Anstriche, 
das Gelb und Orangeroth des Scheitels intensiver. 
Regulus satrapa olivaceus, Baird. 

Ridgway, M. N. A. B., p. 568 (1887). 

Die Gestade des Stillen Oceans zwi- 
schen Californien und Sitcha. 

Civ Färbung noch lebhafter und dunkler, als bei der vorher- 
gehenden Form. Oberseite dunkel olivengrün. 
Regulus satrapa aztecus, Lawr. 

Ridgway, M. N. A. B., p. 591 (1887). 

Mexico. 

b nl Der vordere Theil der Stirn schwarz. 

Regulus Cuvieri, Aud. 

Ridgway, M. N. A. B., p. 568 (1887). 

Pennsylvanien. 

b. Die den Scheitel einrahmenden schwarzen Streifen sind auf der Stirn 
nicht verbunden. 



a v Culmen: 13 m. 



Regulus cristatus azoricus, Seeb. 

Seebohm, H. B. B., I, p. 454 (1883). 

Azoren. 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 144. 



T. XIIl] NEBST BESCHREIBUNG EINER NEUEN ART DERSELBEN. 305 

&, Culmen: 10 — 1 1 m. 

«,i Nacken und Hinterhals grau, vom olivengrünen Rücken ab- 
stechend. 

Béguins cristatus japonicus (Bp.). 

Seebohm, H. B. B., I, p. 454 (1883). 

Japan, Ussuriland, Ost-China. 

b n Nacken und Hinterhals von derselben Färbung, wie der Rücken. 
a m Farben düsterer; Rücken weniger intensiv olivengrün, 
Scheitelfleck weniger lebhaft gefärbt. 

Begulus cristahis, Koch. 

Gadow, C. B. B. M., VIII, p. 80 (1883). 

Europa, W. -Asien. 

6, n Farben greller; Rücken olivengrün, Scheitelfleck sehr lebhaft 
gefärbt. 

Begulus cristatus Mmalayensis (Jerd.). 

Gadow, C. B. B. M. VIII, p. 81 (1883). 

Himalaya-Gebirge; W. -China. 

c. Der Scheitelfleck ist von keinen schwarzen Fleck eingefasst; höch- 
stens sind die Seiten des Scheitels etwas dunkler als der Grundton 
der Oberseite. 

Regulus tristis, Plsk. 

Orenburg, Transcaspien, Turkestan. 

B. Die Nasenlöcher werden von einem Büschel kleiner borsten-ähnlicher 
Federn bedeckt (Phyllobasileus). 

a. Oberseite gräulich olivenfarben , der Kopf nicht dunkler als der 
Rücken; beim alten Männchen ist der Scheitelfleck scharlachroth. 

Begulus calendula (Linn.). 

Ridgway, M. N. A. B., p. 568 (1887). 

N. -Amerika, bis Guatemala. 

b. Oberseite olivenfarben, mit russfarbenem Anfluge; der Kopf merklich 
dunkler als der Rücken; der rothe Farbenton des Scheitelflecks des 
alten Männchens zieht in's Carminrothe oder Purpurfarbene. 

Begulus obscurus, Ridgw. 

Ridgway, M. N. A. B., p. 568 (1887). 

Gaudalupe - Ins. , Unter- 
Californien. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 145. 



306 TH. PLESKE, ÜBERSICHT DER GATTUNG REGULUS, CUV., [ï. XIII 

BEGÜLÜS TRISTIS nov. sp. 



JV« 11063. $ 14. 


X. 85. 


Aksu, Turk. or. 


Przewalski. 


* ex. 


JV« 11064. £ 14. 


X. 85. 


— — — 


— 


* ex. 


JV» 11065. $ 14. 


X. 85. 


— — — 


— 


* ex. 


JV« 11997. $ 11. 


XI. 78. 


TscMnas, Turk. occ. 


Kussow. 


ex. 


JVs 11998. <$ 11. 


XI. 78. 


— — 


— 


ex. 


JV2 12100. ($) 15. 


X. 82. 


Orenburg. 


Sarudny. 


ex. 


JV» 12101. 5 


X. 90. 


Jarkend-Darja, Turk. or. 


Pewzow, 


* ex. 


JV» 12102. 5 7. 


XII. 90. 


Merw. 


Mus. Branicki. 


* ex. 


JV« 12103. $ 12. 


I. 91. 


— 


— — 


* ex. 



1888. Regulus cristatus var. himalayensis, Jerd. Pleske, Rev. d. turk. Ornis, p. 29. 
1888. Eegulus cristatus, Koch. 3apy,a,HHfi, OpHHT. ({»ayiia OpeiiôyprcKaro Kpaa, 

dp. 52. 
1890. Eegulus cristatus, Koch. Pleske, Wissensch. Result, d. Reis. Przewalski's. 

II, p. 100. 

Diagn.: Regulo cristato similis, sed coloribus notaei sordidioribus, magis 
griseis, crista occipitali maris unicolore laete crocea, nee aurantia, 
lateribus verticis striis nigris in utroque sexu haud ornatis. 

Beschreibung: Altes Männchen: Die ganze Oberseite, mit Ausnahme des 
Scheitelflecks düster grünlich olivenfarben, auf den Kopfseiten und auf dem 
Hinterhalse mehr in's Graue ziehend und auf dem Rücken und namentlich 
auf dem Bürzel und auf den Säumen der Steuerfedern grünlicher erschei- 
nend. Die schwarze Abzeichnung, welche beim gewöhnlichen Goldhähnchen 
zu beiden Seiten des Scheitelflecks auftritt, fehlt bei der vorliegenden Art 
entweder gänzlich oder wird dadurch ersetzt, dass der graue Grundton der 
Färbung der Oberseite zu beiden Seiten des Scheitelflecks etwas dunkler, 
d. h. schwärzlich, erscheint. Was den Scheitelfieck selbst anbetrifft, so 
kennzeichnet er sich dadurch, dass er nicht, wie beim gemeinen Goldhähn- 
chen, aus grellen orangerothen, von gelben umrahmten, Federn besteht, 
sondern vollkommen einfarbig erscheint, und zwar von einer lichteren 
Färbung als bei Regulas cristatus. Seine Färbung schwankt zwischen Chrom- 
gelb und sehr hell safrangelb. In allen übrigen Stücken unterscheidet sich 
die vorliegende Form kaum vom gewöhnlichen europäischen Goldhähnchen. 

Altes Weibchen: unterscheidet sich vom Männchen nur durch die sehr 
helle, citronengelbe Färbung seines Scheitelflecks, der sehr schwach ausge- 
prägt ist und ebenfalls der schwarzen Einrahmung entbehrt. 

Maasse der Exemplare. 

JV°JV» 11063 11064 11998 12101 12102 11065 11997 12103 12100 



Geschlecht 


$ 


S 


3 


S 


$ 


$ 


$ 


$ 


(?) 


Culmen 


11 


10,5 


11 


11 


10,5 


10,5 


11,5 


11 


11 


Flügel 


55 


56 


55 


52 


54 


52,5 


54 


52 


53 


Schwanz 


44 


43,5 


44 


44 


44 


42,5 


43 


42 


44 


Tarsus 


18 


17 


17 


17 


17 


17 


17 


17 


17 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 146. 



T. XJIl] NEBST BESCHREIBUNG EINER NEUEN ART DERSELBEN. 307 

Verbreitung. Über die Verbreitung der vorliegenden Art lässt sich 
nur wenig berichten. Zur Zeit wissen wir, dass der Vogel im Transcaspi- 
Gebiete (Merw), in West-Turkestan (Tschinas) und in Ost-Turkestan (Akssu 
und Jarkend-Darja) vorkommt. Ausserdem besitzen wir auch ein Exemplar 
aus Orenburg. 

Was die Synonymie der Art anbetrifft, so glaube ich mich darauf be- 
schränken zu müssen, die verzeichneten Citate aufzuführen, die sich unbe- 
dingt auf unseren Vogel beziehen. Trotz eifriger Nachsuche ist es mir nicht 
gelungen, irgend welche Hinweise auf das Vorkommen der neuen Form 
in Central -Asien zu finden oder Beschreibungen auf dieselbe deuten zu 
können. Möglich ist es jedoch, dass die graueren Weibchen aus Ssamarkand, 
deren Seebohm (Ibis, 1882, p. 423) erwähnt, zu der vorliegenden Form 
gehören. 



ott° 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 147. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIEÉS Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.-PÉTEBSBOURG, 

TOME XIII. 

Zur Kenntniss der rothen Murmelthiere Central-Asiens. Von Eug. Büchner. 

(Lu le 22 avril 1892). 

Zu den charakteristischsten Repräsentanten der in Central -Asien weit 
verbreiteten Gattung Arctomys gehören zweifelsohne die sogenannten rothen 
Murmelthiere, die in den Sammlungen nur selten vertreten, daher auch 
noch ungenügend erforscht sind und deren geographische Verbreitung nur 
lückenhaft bekannt ist. Da nun das Zoologische Museum der Kaiserlichen 
Akademie der Wissenschaften in den letzten Jahren in den Besitz eines 
reichhaltigen Materiales an solchen Murmelthieren gelangt ist und ver- 
schiedene unserer Reisenden aus neuester Zeit neue Mittheilungen über ihre 
Verbreitung gesammelt haben, so veranlassen mich diese Umstände folgende 
Notizen zur näheren Kenntniss dieser schönen Nager zu liefern, die einiges 
Interesse beanspruchen dürften. 

Mit dem Namen der «rothen Murmelthiere» belege ich grosswüchsige 
und langgeschwänzte Murmelthiere, welche sich von ihren Gattungsgenos- 
sen durch lebhafte röthliche Grundfärbung unterscheiden, die sich bei ihnen 
ziemlich gleichmässig im Tone über den ganzen Körper lagert. Es sind 
dieses diejenigen Vertreter der Gattung Arctomys, die unter dem Namen 
Arctomys caudatus Jacq. und Arctomys aureus Blanf. bekannt und augen- 
blicklich als zwei verschiedene, gut charakterisirte Arten anerkannt werden. 

Das Zoologische Museum der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften besitzt an rothen Murmelthieren folgendes Material: 

1598. $ VII. 1878. Iskander-kul, V. Russow. 

1599. $ VII. 1878. Iskander-kul, V. Russow. 

1816. $ 3. VIII. 1878. Iskander-kul, M. v. Middendorff. 

2229. 5 VII. 1878. Iskander-kul, V. Russow. 

2230. 2 26. VII. 1878. Iskander-kul, V. Russow. 

2231. $? IV. 1883. Darwas, Dr. A. Regel. 

2232. ? VI. 1883. Kuh-i-Trusch, Kulab, Dr. A. Regel. 

2799. $ 28. VI. 1885. Tuptschek, Buchara, Gr. Grum-Grzimailo. 

2800. £ VIII. 1887. Jagatschart, Alai, Gr. Grum-Grzimailo. 

2801. Ç 25. VII. 1878. Alai, Dr. N. Ssewerzow. 

2804. $ 12. VIII. 1878. Alai, Dr. N. Ssewerzow. 

2805. $ 31. VIII. 1878. Alai, Dr. N. Ssewerzow. 

2806. (J juv. VI. 1887. Kara-ssu, Sarykol, Pamir, Gr. Grum-Grzimailo. 

2807. <$ juv. 18. IX. 1889. Ak-ssu, Pamir, B. Grombtschewski. 

2808. $ juv. 23. VII. 1879. Alai, Dr. N. Ssewerzow. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 217. 22 



310 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

2809. juv. 15. IX. 1889. Ak-ssu, Pamir, B. Grombtschewski. 

2810. $ juv. 14. VII. 1878. Alai, Dr. N. Ssewerzow. 

2811. $ juv. V. 1887. Gultscha, Alai, Gr. Grum-Grzimailo. 

2812. juv. VI. 1887. Katyu-art, Alai, Gr. Grum-Grzimailo. 

2813. 5 J uv - ^- 1887. Jagatschart, Alai, Gr. Grum-Grzimailo. 

2814. (J juv. V. 1887. Jagatschart, Alai, Gr. Grum-Grzimailo. 

Bei der vergleichenden Beschreibung, welcher ich jetzt das vorstehend 
verzeichnete Material zu unterwerfen beabsichtige, gehe ich von einer Be- 
sprechung der am Iskander-kul erbeuteten Exemplare aus. 

Ex. n. 1599, 1816 und 1598: Ober- und Unterlippenrand und 
Nasengegend sind schwärzlich; Nasenrücken, Stirn, Kopfplatte (bis zu den 
Ohren) und die sich von der Nasenspitze um das Auge und bis an das Ohr 
hinziehende Gegend erscheinen sehr dunkel gefärbt, da hier die in grosser 
Anzahl eingestreuten schwarzen Stichelhaare und die braunschwarz gefärb- 
ten Enden der Grannenhaare die gelbe Basalfärbung dieser letzteren nur 
wenig, auf der Kopfplatte fast gar nicht zum Vorschein treten lassen. Theil- 
weise die Seitentheile der Schnauze, unterer Wangentheil, Kinn, Kehle und 
Halsseiten sind von der Färbung der Unterseite. Die einfarbigen, schwar- 
zen Vibrissen erreichen eine Länge von höchstens 55 mm. und es finden sich 
ausserdem vielfach Wangen- und Superciliar-Borsten vor. Das Ohr, welches 
von einem abgerundeten, nur wenig vortretendem Hautrande von ca. 6 mm. 
Höhe gebildet wird, ist aussen dicht von rostgelblichen und innen in der 
Aussenhälfte von länglichen rostbräunlichen Haaren bestanden. — Auf der 
ganzen Oberseite sind die langen Grannenhaare in ihrem basalen Theile 
rostgelblich, zu ihrer Spitze hin rostroth, seltener dunkelrostbraun gefärbt; 
diesen Grannenhaaren sind in überaus grosser Menge die kürzeren hellrost- 
gelblichen Wollhaare beigemischt. Es erscheint demnach die ganze Ober- 
seite auf einer rostgelblichen Grundfärbung dicht und regelmässig dunkel- 
roströthlich melirt. Die Höhe des dichten Pelzes beträgt auf dem Hinter- 
rücken ca. 50 mm. Auf den Flanken verliert sich allmählich die dunkle, 
roströthliche Stichelung vollständig. Die ganze Unterseite ist einfarbig leb- 
haft rostgelb gefärbt und es erscheint die Färbung hier von einem Tone, 
welcher sich von demjenigen der Grundfärbung der Oberseite nur wenig 
unterscheidet. Die Vorder- und Hinterextremitäten sind gleichfalls von, 
dieser allgemeinen Färbung, die hier aber intensiver getönt erscheint. — 
Der lange und buschige Schwanz ist seiner ganzen Länge nach von schmutzig 
rostbräunlicher Färbung, durch welche die schwarzbräunlich gefärbten 
Basaltheile der einzelnen Haare nur wenig durchschimmern ; das Schwanz- 
ende trägt viele einfarbige braunschwarze Haare, doch bilden dieselben 
keine prononcirte dunkle Schwanzspitze. 

Ex. n. 2229 unterscheidet sich von den soeben beschriebenen nur 
dadurch, dass die Melirung auf der Oberseite weniger dicht auftritt, aber 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 218. 



T. XIIl] -' ZUR KENNTNISS DER ROTBEN MURMELTHIERE CENTRAL-ASIENS. 311 

dunkler, rostbräunlich schwarz oder schwärzlich ist. Der Schwanz endigt 
mit einer kurzen, doch deutlich abgesetzten schwärzlichen Spitze. 

Ex. n. 2230 ist in der Färbung der Oberseite dem Ex. n. 2229 
ähnlich, weist aber die Schwanzfärbung der Ex. n. 1599 und 1816 auf. 

Ex. n. 2799, 2800, 2801 und 2805 unterscheiden sich von den 
bisher beschriebenen Bälgen überhaupt dadurch, dass der Ton der allge- 
meinen röthlichen Färbung bei ihnen ein intensiverer und zugleich viel leb- 
hafterer ist. Die Lippenränder und Nasenspitze sind schwärzlich; die übri- 
gen Stellen am Kopfe, die bei den Exemplaren vom Iskander-kul dunkel 
gefärbt erscheinen, sind bei den in Rede stehenden Bälgen unbedeutend 
schwärzlich oder dunkelbraunschwarz gestichelt und erscheinen Stirn- und 
Kopfplatte hell gefärbt; bei Ex. n. 2801 und 2805 erscheint übrigens die 
Kopfplatte unbedeutend dunkler. Die ganze Oberseite ist auf roströthlichem 
Grunde schwarz oder dunkelbraunschwarz melirt ; die ganze Unterseite und 
die Extremitäten sind von einfarbiger roströthlicher Färbung, welche beim 
Ex. n. 2799 noch einen dunkleren Ton aufweist, als bei den Ex. n. 2800 
und 2801. Der Schwanz ist von langen rostbräunlichen Haaren besetzt, 
die zum grössten Theile schwarz bespitzt sind. Das Schwanzende, welches 
ungefähr das letzte Viertel der ganzen Schwanzlänge ausmacht, ist von 
schwärzlicher Färbung, welche zuerst in geringem Maasse durch die dunklen 
Endspitzen der Behaarung und zu der Endspitze hin ausschliesslich durch 
einfarbige schwärzliche oder dunkelbraunschwarze Haare bedingt wird. 

Das vollständige defecte Ex. n. 2231 ist den Exemplaren n. 2799, 2800 
und 2801 im Tone der allgemeinen röthlichen Färbung vollständig ähnlich. 
Der Nasenrücken und die Kopfplatte erscheinen aber sehr dunkel, beinahe 
einfarbig schwärzlich. Der Schwanz ist mit einer nur kurzen schwärzlichen 
Endspitze versehen; in seinem Basaltheile tritt, wenn auch nicht bedeutend, 
der dunkelbraunschwärzliche Haargrund vor. 

Ex. n. 2804 ist den Bälgen n. 2229 und 2230 vollständig ähnlich 
gefärbt, nur ist bei ihm die schwärzliche Stichelung der Oberseite eine fei- 
nere und erscheinen die Stirn und Kopfplatte hellgelblich, überaus fein ge- 
stichelt. In der Schwanzfärbung unterscheidet sich dieser Balg vom Ex. 
n. 2229 nur dadurch, dass die dunkle Schwanzspitze eine grössere Ausdeh- 
nung hat und dass auch sonst die Haare auf dem Schwänze vielfach mit 
dunklen, schwärzlichen oder schwarzbräunlichen Endspitzen versehen sind. 

Die Ex. n. 2806 und 2807, welche jungen Thieren angehören, 
sind auf der Oberseite von heller rostgelblicher Grundfärbung mit nicht 
besonders dichter schwärzlicher Stichelung; sie weisen demnach vollständig 
die Färbung des erwachsenen Ex. n. 2804 auf. Die Lippenränder und 
Nasengegend sind, wie gewöhnlich, schwarz gefärbt; die dunkle Stichelung 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 219. 22* 



312 



EUG. BÜCHNER, 



[T. XIII 



auf dem Kopfe ist nur eine feine und theilweise spärliche, und tritt hier 
daher die helle gelbliche Grundfärbung überall zum Vorschein. Der Schwanz 
ist mit einer grossen schwärzlichen Spitze versehen, doch ist auch oberhalb 
dieser Endspitze der Schwanzfärbung sehr viel Schwarz oder Schwarz- 
braun beigemengt, welches theils von der dunklen Bespitzung, theils von der 
zum Vorschein tretenden dunklen Basalfärbung der Haare bedingt wird. 

Die Bälge n. 2808 und 2809, welche noch jüngeren und kleinwüchsi- 
gen Exemplaren angehören, tragen ein ganz frisch ausgehaartes Kleid, das 
beispielsweise demjenigen der erwachsenen Exemplare n. 2801 und 2805 
vollständig ähnlich ist. 

Die Ex. n. 2810 — 2814 gehören vollständig jungen Thieren an und 
tragen noch zum grössten Theile das Wollhaar des Jugendkleides; bei ein- 
zelnen dieser Bälge zeigen sich übrigens in grösserer oder geringerer Menge 
auf der Oberseite, zum Theil auch auf der Unterseite, schon Grannenhaare 
des definitiven Haarkleides. Diese Bälge erscheinen auf der Oberseite rost- 
gelblich oder rostfarben, mehr oder weniger dicht mit Schwarz oder Grau 
untermischt, da ausser den Stichelhaaren und den schwarzen Endspitzen 
der frischen Grannenhaare hier meist auch die dunkle Färbung des Woll- 
haares zum Vorschein tritt. Die Unterseite ist nur dünn behaart und er- 
scheint mehr oder weniger intensiv rostfarben, mit durchschimmernder 
dunkelgrauer Färbung des Wollhaares. Was die Schwanzfärbung dieser 
Bälge anbetrifft, so ist bei den Exemplaren n. 2810 und 2811 der Schwanz 
mit einer scharf abgesetzten schwarzen Endspitze versehen und erscheint 
sonst auf seiner Oberseite von rostgelblicher Färbung mit nur wenig merk- 
licher dunkler Melirung; bei den übrigen Bälgen ist der Schwanz beinahe 
seiner ganzen Länge nach von schwärzlicher Färbung, wobei die Endspitze 
ziemlich intensiv schwarz ausgesprochen ist, während auf der übrigen Aus- 
dehnung des Schwanzes die rostgelblichen Spitzen der einzelnen Haare die 
schwärzliche Basalfärbung derselben mehr oder weniger maskiren. 

Die Ausmessung der soeben beschriebenen Bälge lieferte folgende Werthe : 





1599 


1816 


2229 


2230 


1598 


2799 


2800 


2801 


2231 


2804 


2805 


2807 


2808 


2809 


Von der Nasenspitze 






























bis zur Schwanz- 






























wurzel 


628 


620 


668 


504 


451 


575 


150 


590 


618 


535 


545 


515 


430 


415 


Länge des Schwanzes 






























mit d. Endhaaren 


268 


274 


283 


213 


198 


270 


235 


255 


256 


240 


245 


220 


185 


215 


Letzte Haare des 
































64 


55 


67 


61 


59 


46 


45 


60 


46 


45 


53 


51 


36 


40 


Länge des Hinter- 
































— 


91 


95 


87 


71 


97 


85 


85 


82 


87 


85 


83 


74 


75 


Länge der Kralle am 






























Mittelfinger .... 


19 


16,5 


16 


13,5 


14 


16,5 


13,5 


13 


12,5 


13 


13 


12 


11 


12 


Länge der Kralle an 






























der iJittelzehe. . 


18 


13,5 


14 


12 


12 


17 


15 


12 


14 


10,5 


— 


12 


10 


11,5 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 220. 



T. XIIl] ZUR KENNTNISS DER ROTHEN MÜRMELTHIERE CENTRAL- A SIENS. 313 

Nach dieser Besprechung des mir vorliegenden Materiales gehe ich zu 
einem näheren Vergleiche meiner Bälge mit Arctomys caudatus Jacq. über, 
um die Zugehörigkeit derselben zu der genannten Art klarzulegen. 

Zunächst unterwerfe ich die Grösse und Schwanzlänge einer verglei- 
chenden Untersuchung. Für erwachsene A. caudatus wird von Blanford 
eine Körperlänge (d. h. eine Länge von der Nasenspitze bis zur Schwanz- 
wurzel) von ungefähr 635 mm. (= 25 inch.) 1 ' und 609,5 mm. (= 2 feet) 2) , 
von Anderson 3 ) eine solche von 558,5 mm. (= 22 inch.) angeführt; die 
Länge des Hinterfusses des A. caudatus misst nach Blanford 86,4 mm. 
(= 3,4 inch.). Die Schwanzlänge (inclusive die Endhaare desselben) soll bei 
A, caudatus die Hälfte seiner Körperlänge oder auch mehr ausmachen und 
beträgt nach Blanford 305 mm. (= 12 inch.) bis 330 mm. (— 13 inch.). 
Vergleichen wir diese Angaben mit den von mir oben mitgetheilten Aus- 
messungen, so erw r eist es sich, dass einzelne meiner Bälge die für den typi- 
schen A. caudatus nachgewiesene Körperlänge nicht nur erreichen, sondern 
sogar noch übertreffen; auch die Länge des Hinterfusses weist daraufhin, 
dass meine Exemplare in ihrer Stärke den Bälgen aus Kashmir nicht 
nachstehen. Aus meiner Maasstabelle ist aber andererseits zu ersehen, dass 
der Schwanz bei keinem der mir vorliegenden Exemplare eine Länge er- 
reicht, die der halben Körperlänge gleich käme; doch ist der Unterschied 
in der Schwanzlänge und der entsprechenden halben Körperlänge immer ein 
ganz unbedeutender und beträgt nur ungefähr 15 bis höchstens 50 mm. 
Wenn wir den Umstand in Betracht ziehen, dass meine Ausmessungen an 
Bälgen genommen sind, bei denen die Rumpfhaut ausgezogen oder der 
Schwanz eingetrocknet sein kann, und dass Balg-Maasse überhaupt nur von 
relativem Werthe erscheinen, so kann es keinem weiteren Zweifel unter- 
liegen, dass meine Exemplare nicht allein in der Grösse, sondern auch im 
Verhältniss ihrer Schwanzlänge zur Körperlänge mit A. caudatus vollstän- 
dig übereinstimmen. 

Was die Färbung und Zeichnung meiner Exemplare anbetrifft, so ist 
hervorzuheben, dass dieselben im Tone der allgemeinen röthlichen Färbung 
von den Beschreibungen und Abbildungen des A. caudatus nicht weiter 
verschieden sind, doch weist die Färbung des Rückens und des Kopfes theil- 
wejse unbedeutende Unterschiede auf, die auch daher einer erklärenden Be- 
merkung bedürfen. 

Die dunkle Färbung des Rückens tritt bei meinen Exemplaren, wie 
wir gesehen haben, nur als dunkle Melirung der Grundfärbung auf und 



1) Blanford: Journ. As. Soc. Beng., XLIV, pt. 2, p. 122 (1875). 

2) Blanford, Fauna of Brit. India, Mamm., p. 390 (1891). 

3) Anderson: Proc. Zool. Soc. London, p. 561 (1871). 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 221. 



314 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

wird von den schwärzlichen (bei den Bälgen n. 1599, 1816 und 1598 
dunkelrostbraunen) Endspitzen der Grannenhaare bedingt. Keines meiner 
Exemplare hat demnach eine einfarbige schwärzliche Rückenfärbung, wie sie 
zuweilen für A. caudatus angegeben wird und wie sie auch die schöne Abbil- 
dung dieser Art auf Tafel XIII der Scientific Results of Second Yarkand Mission 
zeigt. Doch kann dieser Unterschied in der Rückenfärbung nicht gegen eine 
Identificirung meiner Bälge mit A. caudatus sprechen, da dieser Charakter 
bei A. caudatus variirt und die Haare auf dem Rücken bei ihm viel häu- 
figer nur schwarze Endspitzen tragen, statt ihrer ganzen Länge nach schwarz 
gefärbt zu sein. Dieser Umstand wird von Blanford 4 ) in folgender Bemer- 
kung speciell hervorgehoben: «In some specimens (males?) the back is very 
much blacker than in others, the hairs being dusky or black throughout, 
whilst other specimens have only the tips of the hairs black». Dass die 
Rückenfärbung (ebenso wenig wie auch der Ton der allgemeinen röthlichen 
Färbung) nicht auf Geschlechtsunterschiede zurückzuführen ist, beweist das 
mir vorliegende Material. 

Ich habe ferner noch auf ein Merkmal näher einzugehen, welches spe- 
ciell von Scully 5 ) als sehr charakteristisch für A. caudatus hervorgehoben 
worden ist; es soll dieses nämlich die gelbliche Färbung der Stirn und Kopf- 
platte, im Gegensatze zu der schwärzlichen Nackenfärbung sein. Gleichzei- 
tig möchte ich bemerken, dass auch auf den vorhandenen (von J. Geoffroy 
St. Hilaire 6) und Blanford gelieferten) Abbildungen des A. caudatus die 
Stirn und Kopfplatte von einer solchen gelblichen Färbung sind und dass 
die von Anderson 7 ) unter dem fälschlichen Species-Namen A. hemachalanus 
beschriebenen Exemplare dieser Art gleichfalls eine derartige helle Kopf- 
färbung aufzuweisen scheinen. Unterwerfen wir nun die mir vorliegenden 
Bälge auf dieses Merkmal hin einer Prüfung, so erweist es sich, dass meine 
Exemplare im Gegentheil im grossen Ganzen eine Tendenz zu einer allge- 
meinen dunklen Kopffärbung zeigen und die meisten von ihnen auf der 
Stirn und Kopfplatte mehr oder weniger dunkel gefärbt sind ; doch liegen 
mir andererseits auch Bälge vor (wie, z. B., die oben beschriebenen Exem- 
plare 2799, 2800 und 2804, theilweise auch die jüngeren Exemplare 
2806 und 2807), bei denen die erwähnten Stellen des Kopfes von heller 
gelblicher Färbung erscheinen. Diese Exemplare weisen demnach eine 
Kopffärbung auf, wie sie von Scully speciell für A. caudatus hervorge- 



4) Blanford, Sc. Res. See. Yark. Miss., Mamm., p. 38 (1879). 

5) Scully: Ann. Mag. Nat. Hist., (5), VIII, p. 98 (1881). 

6) Geoffroy St. Hilaire in: Jacquemont, Voyage dans l'Inde, Mamm. et Ois., tab. V 
(1842—43). 

7) Anderson: Proc. Zool. Soc. Lond., p. 561 (1871). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 222. 



T. XIll] ZUR KENNTNISS DER ROTHEN MURMELTHIERE CENTRAL-ASIENS. 315 

hoben worden ist. Da aber das von mir untersuchte Material den Beweis 
liefert, dass die Färbung der Stirn und Kopfplatte erheblich variirt, so 
kann ich die Kopffärbung nicht als ein specifisches Merkmal des A. caudatus 
gelten lassen. Übrigens hat auch Blanford seiner Zeit in der Kopffärbung 
des A. caudatus kein charakteristisches Merkmal dieser Art constatiren 
können und berücksichtigt er dieselbe nicht weiter auch in seiner neuesten 
(in der Fauna of British India erschienenen) Beschreibung dieser Art. 

Diese Untersuchung führt mich folglich zum Resultate, dass meine 
oben verzeichneten Bälge unzweifelhaft zu A. caudatus gehören. Dieses 
Resultat erweitert sehr wesentlich unsere Kenntniss der Verbreitung dieser 
Art und liefert gleichzeitig den Beweis, dass dieses Murmelthier der Fauna 
des Russischen Reiches angehört. Bekanntlich war Ssewerzow 8 ) der erste 
Forscher, der das Vorkommen des A. caudatus für Russisch -Turkestan 
nachgewiesen hatte, doch sind seine diesbezüglichen Angaben in der wissen- 
schaftlichen Litteratur angezweifelt worden und werden auch bis jetzt in 
Betreff der Art-Bestimmung nicht anerkannt. "Wenn auch die vorliegende 
Untersuchung das Vorkommen des A. caudatus bis nach Russisch-Turkestan 
ausser Zweifel stellt und gleichzeitig die Mittheilungen von Ssewerzow 
bestätigt, so möchte ich nichtsdestoweniger noch kurz der Deutungen Er- 
wähnung thun, welche die Ssewerzow 'sehen Angaben über dieses Mur- 
melthier erfahren haben. 

In seiner Fauna Turkestans macht Ssewerzow in Betreff des A. cau- 
datus, ausser verschiedenen Fundorts-Angaben, auf die ich noch weiter unten 
zurückzukommen habe, nur eine ganz kurze Notiz systematischen Inhalts, 
in welcher er mittheilt, dass ein erbeutetes Exemplar, welches ihm verloren 
gegangen war, von gelblicher Färbung mit wenig dichter schwarzer Stiche- 
lung war und dass dessen Kopf dunkler, schwärzlicher gefärbt erschien; 
ausserdem lieferte Ssewerzow hier die Maasse eines jungen Thieres, und 
zwar 14 Zoll 2 Lin. für die Körperlänge und 8 Zoll 5 Lin. für die Schwanz- 
länge. 

Diese Angaben von Ssewerzow wurden zuerst von Blanford 9 ) in 
Betreff der Art- Bestimmung in Zweifel gestellt. Bl an ford's Ansicht zufolge 
sind die von Ssewerzow angegebenen Maasse für A. caudatus viel zu klein 
und passen, ebenso wie auch die Bemerkungen über die Färbung, viel eher 
auf A. aureus; gleichzeitig sprach Blanford die Vermuthung aus, dass das 
Vorkommen des A. caudatus in Russisch-Turkestan höchst unwahrschein- 



8) C'feBepn.oB-b, Bep-r. h TopH3. Pacnp. TypKecT. »hb., CTp. 61, 81 (1873); Ann. Mag. Nat. 
Hist., (4), XVIII, p. 50 (1876). 

9) Blanford: Journ. As. Soc. Beng., XLIV, pt. 2, p. 115 (1875); 'Sc. Res. See. Yark. Miss., 
Mamm., p. 35 (1879). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 223. 



316 EUG. BÜCHNER, [ï. XIII 

lieh, die Verbreitung des A. aureus dagegen so weit nach Norden mehr als 
möglich sei. Alle diese Betrachtungen veranlassten Blanford, dieses unter 
dem Namen A. caudatus in die Fauna Turkestans eingeführte Murmelthier 
als A. aureus zu deuten und stellte er daher den Ssewerzow'schen A. cau- 
datus (übrigens mit einem Fragezeichen) in die Synonymie seines A. aureus, 
eine Deutung, der später auch W. L. Sclater 10 ) folgte. 

Diese Ausführungen von Blanford bedürfen, glaube ich, keiner wei- 
teren Widerlegung, mit Ausnahme übrigens seiner Bemerkung über die 
Grösse des in Rede stehenden Murmelthieres. Die von Ssewerzow mitge- 
theilten Maasse sind nämlich, wie dieses ja von ihm selbst speciell hervor- 
gehoben wurde, an einem jungen Exemplare genommen, ein Umstand, den 
Blanford augenscheinlich übersehen hat; dieser Umstand liefert uns aber 
die nöthige Erklärung für den vermeintlichen Grössen-Unterschied zwischen 
A. caudatus einerseits und der von Ssewerzow constatirten Murmelthier- 
Art andererseits. 

Später hat auch Scully 11 ) die Ansicht ausgesprochen, dass das junge 
Murmelthier aus Turkestan, welches Ssewerzow für A. caudatus ange- 
sprochen hat, entschieden nicht zu dieser Art gehört. Zur Begründung 
dieser Ansicht theilte Scully mit, dass die von Ssewerzow angeführten 
Maasse im Verhältnisse der Schwanzlänge zur Körperlänge nicht mit A. cau- 
datus übereinstimmen, da ein junges Thier dieser Art bei einer Schwanz- 
länge von 8" 5'" eine Körperlänge von ungefähr 17 Zoll aufweisen müsse 
und nicht 14" 2'" lang sein kann, wie das Ssewerzow 'sehe Exemplar. 
Ferner spricht, nach Scully, auch die dunkle Kopffärbung des Ssewer- 
zow'schen Exemplars gegen die Bestimmung desselben als A. caudatus, 
da der Kopf dieser Art im Gegentheil hellgefärbt erscheint. 

Auf diesen letzteren Einwand Scully's brauche ich nach meinen schon 
oben gemachten Bemerkungen über die Kopffärbung des A. caudatus nicht 
weiter einzugehen. Was dagegen den ersten Einwand dieses Forschers an- 
betrifft, so muss ich die Berechtigung desselben zugeben. Das Verhältniss 
der Schwanzlänge zur Körperlänge ist nämlich bei dem jungen Exemplare 
von Ssewerzow ein solches, wie ich es bei den zahlreichen Bälgen, die ich 
untersucht habe, niemals constatiren konnte, und wie sich dasselbe auch ohne 
Zweifel bei A. caudatus überhaupt nicht vorfindet. Nichtsdestoweniger hat 
Ssewerzow dennoch mit dem Namen A. caudatus eben diese und nicht 
irgend eine andere Murmelthier-Art belegt, ein Umstand, der sich aus fol- 
gender Betrachtung ergiebt. Sowohl Ssewerzow, als auch alle späteren 



10) W. L. Sclater: Cat. of Mamm. Ind. Mus., II, p. 43 (1891). 

11) Scully: Ann. Mag. Nat. Hist, (5), VIII, p. 99 (1881). 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 224. 



T. XIIl] J ZUR KEMTNISS DER ROTHEN MURMELTHIERE CENTRAL-ASIBNS. 317 

zahlreichen Reisenden und Sammler haben für Russisch-Turkestan das Vor- 
kommen von nur zwei Murmelthier-Arten constatirt: dass die eine dieser 
beiden Arten Arctomys cliclirous Anderson ist, habe ich 12 ) schon früher 
nachgewiesen, während ich in vorliegender Untersuchung die Beweise ge- 
bracht habe, dass das andere Murmelthier — A. caudatus ist; A. dichrous 
war nun von Ssewerzow unter dem fälschlichen Species-Namen A. baiba- 
cinus Brandt in die turkestanische Fauna aufgenommen, die zweite von 
ihm in Russisch-Turkestan aufgefundene Art kann folglich nur A. caudatus 
sein, wie dieselbe von ihm auch korrekt benannt worden ist. Übrigens be- 
sitzen wir auch einen direkten Beweis, dass eben diese Art seiner Zeit 
Ssewerzow vorgelegen hat: im Moskauer Universitäts- Museum befinden 
sich nämlich (wie wir noch später darauf zurückkommen werden), zwei 
Exemplare des A. caudatus aus der Ausbeute von Fedtschenko, deren 
Fundort Ssewerzow schon in seiner Fauna Turkestans namhaft gemacht 
hat. Dass die Art A. caudatus Ssewerzow überhaupt gut bekannt war, 
bezeugen ferner die auf seinen späteren Reisen (auf dem Pamir und Alai) 
gesammelten und von ihm bestimmten Bälge. Um nun auf die von Ssewer- 
zow angeführten Maasse des A. caudatus zurückzukommen, so unterliegt 
es, nach dem Gesagten, keinem weiteren Zweifel, dass diese Maassangaben 
einfach fehlerhafte sind und dass dieselben entschieden nicht demjenigen 
Exemplare entsprechen, von welchem sie genommen sind. 

Wie ich soeben mitgetheilt habe, glaubte Blanford das in Russisch- 
Turkestan vorkommende rothe Murmelthier, welches den vorstehenden 
Untersuchungen zufolge unzweifelhaft zu A. caudatus gehört, (namentlich 
auch aus geographischen Gründen) als seinen A. aureus deuten zu müssen. 
Ich habe daher jetzt noch auf die Frage näher einzugehen, wie sich dieser 
A. aureus zu A. caudatus verhält. Leider sind mir die Typen des A. aureus 
aus eigener Anschauung nicht bekannt und kann ich mir nur aus den von 
Blanford 13 ) gelieferten Beschreibungen dieses Murmel thieres ein Urtheil 
über dasselbe bilden. 

A. aureus soll sich, nach den Untersuchungen von Blanford, in fol- 
genden Merkmalen von A. caudatus unterscheiden: 1) durch viel geringere 
Grösse und durch einen verhältnissmässig kürzeren Schwanz; 2) durch ge- 
ringeres Auftreten von Schwarz in der Schwanzfärbung und 3) durch eine 
weniger rostfarben gefärbte Unterseite und durch eine ledergelbe Färbung 
der Beine, die bei A. caudatus rostfarbig gefärbt erscheinen. 



12) Büchner, Wissensch. Res. Eeis. Przewalski, Zool. Th., I, p. 40 (1888). 

13) Blanford: Journ. As. Soc. Beng., XLIV, pt. 2, p. 106, p. 123 (1875); Sc. Bes. See. Yark. 
Miss., Hamm., p. 33, tab. XI, XI a (1879). 

Bulletin N. S. Ill (XXXY) p. 225. 



318 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

Ich halte es nun für nöthig diese Unterschiede einer Kritik zu unter- 
werfen und gleichzeitig an dem mir vorliegenden Materiale des A. caudatus 
zu prüfen, in wie weit diese Merkmale für die Unterscheidung der beiden 
in Rede stehenden Arten charakteristisch sind und die specifische Trennung 
derselben berechtigen. 

Was zunächst die Grösse und Schwanzlänge des A. aureus anbetrifft, 
so giebt Bl an ford für denselben eine Körperlänge von höchstens 475 mm. 
(= 18,75 inch.), bei einer Schwanzlänge von höchstens 208,3 mm. (= 6,5 inch. 
Schwanzlänge ohne Endhaare -+- 1,75 inch. Endhaare des Schwanzes) an. 
Aus einem Vergleiche dieser Maass- Angaben mit den Ausmessungen meiner 
Bälge des A. caudatus und mit meinen späteren Bemerkungen über die 
Körper- und Schwanzlänge dieser letzteren Art ist einerseits zu ersehen, 
dass A. aureus eine Körperlänge aufweist, welche in der That kleiner zu 
sein scheint, als diejenige des A. caudatus und den nicht ausgewachsenen 
Exemplaren dieses letzteren gleichkommt; andererseits zeigt uns aber dieser 
Vergleich, dass bei A. aureus das Verhältniss der Schwanzlänge zur Kör- 
perlänge ein dem A. caudatus vollständig ähnliches ist. 

Der Unterschied in der Schwanzfärbung der beiden in Rede stehenden 
Arten soll sich nach Blanford darin äussern, dass auf dem Schwänze 
des A. caudatus das Schwarz in viel grösserer Menge auftritt und gewöhn- 
lich den grösseren Theil der ganzen Schwanzlänge einnimmt, während der 
Schwanz des A. aureus heller gefärbt erscheint und die schwarze Färbung 
sich bei ihm nur auf dem Schwanzende lagert und hier eine bald kleinere, 
bald wieder grössere (aber nicht über 2 1 / 2 inch, breite) dunkle Endspitze 
bildet. Aus der Besprechung meines Materiales von A. caudatus ist jedoch 
zu ersehen, dass die Schwanzfärbung sehr variirt und der Antheil, den die 
schwarze Färbung an derselben nimmt, ein sehr verschiedenartiger ist; es 
kann daher die Schwanzfärbung nicht ein specifisches Merkmal zur Unter- 
scheidung eventueller Arten liefern. 

Was endlich den von Blanford hervorgehobenen Unterschied in der 
Färbung der Unterseite und der Extremitäten dieser beiden Formen anbe- 
trifft, so kann derselbe gleichfalls von keiner specifischen Bedeutung sein, 
da dieser Unterschied sich nur im Ton und in der Intensivität der allge- 
meinen röthlichen Färbung äussert und ich an meinen Bälgen ein Variiren 
in dieser Hinsicht constatiren kann; übrigens theilt auch Blanford 14 ) neuer- 
dings mit, dass die rostfarbene Färbung der Unterseite und der Extremi- 
täten des A. caudatus bei einzelnen Exemplaren desselben dunkler, bei 
anderen wieder heller auftritt. 



14) Blanford, Fauna of Brit. India, Mamm., p. 390 (1891). 
Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 226. 



T. XIIl] ZUR KENXTiMSS DER ROTHEX MÜRMELTHIERE CENTRAL-ASIENS. 319 

Da auf diese Weise die Merkmale des A. aureus, die diese Art von 
A. caudatus unterscheiden sollen, ihrem Zwecke nicht entsprechen und dem- 
nach von keinem specifischen Werthe erscheinen, so kann meiner Ansicht 
nach auch dem oben erwähnten Grössenunterschiede zwischen den in Be- 
tracht kommenden Formen keine weitere Bedeutung beigelegt werden. 
Denn dieser einzige Unterschied in der Grösse (resp. in der Körperlänge) 
kann an und für sich eine specifische Trennung noch nicht rechtfertigen, 
umsomehr, da die Original- Exemplare des A. aureus möglicherweise nicht 
ausgewachsenen Individuen angehört haben oder ihre Präparation eine nur 
ungenaue Messung ermöglicht hat. Übrigens ist ja dieser Unterschied in 
der Körperlänge, wenn wir alle diesbezüglichen von mir oben zusammenge- 
stellten Daten in Betracht ziehen, auch nicht ein so wesentlicher und kann 
zum Theil auch auf ein Variiren des A. caudatus in seiner Grösse zurück- 
geführt werden; so theilt Blanford neuerdings in seiner soeben citirten 
Fauna of British India direkt mit, dass die Bälge des A. caudatus aus dem 
A stör -Distrikt kleiner erscheinen, als die Maassangaben, die er für diese 
Art liefert und welche ich oben wiedergegeben habe. 

Kesümire ich nun alles Gesagte, so gelange ich schliesslich zu dem 
Resultate, das A. aureus von A. caudatus specifisch nicht zu trennen 
ist und dass somit Central-Asien nur eine einzige rothe Murmel- 
thier-Art besitzt. 

Auch im Schädelbaue kann ich keine Unterschiede wahrnehmen, die 
gegen diese Identificirung des A. aureus mit A. caudatus sprechen könnten. 
Schon Blanford 15 ) lenkte bei der eingehenden Beschreibung seines A. au- 
reus die Aufmerksamkeit auf den Umstand, dass der Schädel dieser Art 
unter allen anderen von ihm untersuchten asiatischen Murmelthieren die 
meiste Ähnlichkeit mit demjenigen des A. caudatus habe, doch wesentlich 
kleiner sei, als dieser. Die von Blanford für die beiden Formen ange- 
führten Schädelmessungen weisen übrigens nur unbedeutende Grössenunter- 
schiede auf und werden dieselben, meiner Ansicht nach, nur durch ein ver- 
schiedenes Alter der betreffenden Exemplare bedingt. Gleichzeitig kann 
ich auch die übrigen, von Blanford angegebenen Unterschiede im Schädel- 
baue dieser von ihm artlich getrennten Formen nicht als specifische Merk- 
male gelten lassen. Diese Unterschiede, die zudem bei Untersuchung und 
Vergleich eines geringen Materiales constatirt sind, erscheinen nur unbe- 
deutend und sind theils auf Alters -Verschiedenheiten, theils auf Abände- 
rungen zurückzuführen, denen die Schädelcharaktere der Arctomyiden 
häufig innerhalb einer Art unterworfen sind. Ich möchte hier noch die Be- 



15) Blanford, Sc. Res. See. Yarkaud Miss., Hamm., p. 35 (1879). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 227. 



320 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

merkung einschalten, dass überhaupt die dem Schädelbaue entnommenen 
specifischen Merkmale der Arctomys- Arten verhältnissmässig nur wenig 
charakteristisch sind und dass bei der specifischen Trennung der recenten 
Murmelthiere jetzt, bevor eine auf umfangreichem Materiale aller Arten 
basirte craniologische Untersuchung vorliegt, in erster Linie die äusseren 
Charaktere den Ausschlag geben müssen. 

Von den von Blanford namhaft gemachten Unterschieden, glaube ich 
noch auf die Form der Nasenbeine näher eingehen zu müssen, welche 
in ihrem basalen Theile bei A. caudatus breiter sein sollen, als bei A. au- 
reus, ein Unterschied, der auch beim Vergleiche der von Blanford gelie- 
ferten Abbildungen dieser Schädel recht auffallend erscheint. Bei Unter- 
suchung der mir vorliegenden Schädel auf dieses Merkmal hin, erweist es 
sich, dass bei dem Schädel n. 1986, der einem alten Individuum aus Dar- 
was angehört, die Nasalia in ihrer Breite und Form vollständig ähnlich 
denjenigen des A. caudatus sind, wie dieselben von Blanford abgebildet 
werden, nur dass sie möglicherweise am oberen Ende etwas schärfer quer 
abgestutzt erscheinen; vollständig ähnlich geformte Nasenbeine besitzt fer- 
ner ein noch jugendlicher Schädel (ad n. 1588) vom Iskander-kul. Bei den 
übrigen von mir untersuchten Schädeln, theilweise von demselben Fundorte, 
ist die Breite der Nasenbeine im basalen Theile eine geringere und erschei- 
nen daher diese Schädel in der Form ihrer Nasenbeine dem Schädel ähnlich, 
der bei Blanford unter A. aureus abgebildet ist. Da die Form der Nasalia 
eine so schwankende ist, so kann sie gleichfalls nicht als specifisches Merk- 
mal verwerthet werden. 

Ich möchte noch folgende Bemerkungen über den Schädel des A. cau- 
datus im Allgemeinen machen. Derselbe ist kleiner als derjenige mehrerer 
anderer central- asiatischer Murmelthiere, wie z. B. A. robustus, A. dichrous 
etc. ; dieser Umstand fällt namentlich in's Auge beim Vergleiche der Maass- 
angaben für die Länge des Schädels und für die Breite des Hinterhauptes 
und der Jochbogen. Es ist dieses um so auffallender, als A. caudatus in der 
Grösse den genannten Murmelthieren nicht nur gleichkommt, sondern häufig 
dieselben nicht unbedeutend übertrifft. Das Foramen magnum hat bei dieser 
Art eine mehr rundliche Gestalt, ein Umstand, der aus den folgenden Zahlen 
für das Verhältniss der Höhe des Hinterhauptloches zur Breite desselben 
leicht zu ersehen ist: 10,2:12,5; 9,8:12; 9,7:11,8; 9,8:12,4. Die Stirn- 
bildung ist eine dem A. bobac vollständig ähnliche. Die Wurzelbildung des 
ersten unteren Backenzahnes scheint eine wechselnde zu sein, wenigstens 
weist dieser Zahn im Schädel eines jüngeren Exemplares drei vollständig 
getrennte Wurzeln auf, während ich bei einem älteren Schädel diesen Backen- 
zahn zweiwurzelig gebildet vorfinde. Der Schmelzvorsprung an der Vor- 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 228. 



T. XIIl] 



ZUK KEKNTXISS DER ROTHEX MURMELTHIERE CENTRAL-ASIENS. 



321 



derseite dieses ersten unteren Backenzahnes ist nur äusserst schwach ent- 
wickelt. 

Im Nachfolgenden gebe ich noch die wichtigsten Ausmessungen einiger 
Schädel des A. caudatus: 



1172 
ad n. 
1599 



323 
ad n. 
1816 



1534 
ad n. 
2229 



4899 
ad n. 
1598 



1986 
ad n. 
2231 



Basilarlänge 

Scheitellänge 

Grösste Breite an den Jochbogen 

Grösste Breite des Hinterhauptbeines 

Geringste Breite hinter den Supraorbitalfortsätzen . . . 

Geringste Breite der Stirnbeine 

Länge der Nasalia 

Grösste Breite der Nasenbeine, vorn 

Länge der oberen Zahnreihe, an den Zahnkronen .... 

Vom Hinterrande der Incisiv- Alveole bis zur Praemolar- 
Alveole 

Von der Ausbuchtung der Gaumenbeine bis zum Hinter- 
rand der Incisiv-Alveole 

Von der Ausbuchtung der Gaumenbeine bis zum Hinter- 
rand der Incisivlöcher ■ 

Länge des Unterkiefers 

Länge der unteren Zahnreihe, an den Zahnkronen . . . 

Vom Hinterrande der Incisiv-Alveole bis zur Alveole des 
vordersten Backenzahnes 



86 

97,4 

60,4 

41,7 

17 

22,7 

38 

17,5 

21,5 

26 

47 

32,6 
65,2 
20 

17 



82 

93,3 

58,3 

42 

15 

23,2 

38,5 

17 

22,2 

23 

45 

31 
61 

21,2 

15 



83,3 
97.5 
59,6 

41,6 

16 

21,7 
40,8 
18 
21,1 

25 

47,2 

33,5 

64 

20,7 

17 



70,1 
79 

38,5 

19 

20,5 

28,5 

15 

22 

20,7 



41,2 



28,7 

56 

20,2 

14 



82,7 

61,2 
41.7 
14,3 

26 

18,7 
22,5 



24,3 



47 

32,7 

62,5 
20,s 

15,8 



Ich gehe jetzt zu einer näheren Besprechung der geographischen Ver- 
breitung des A. caudatus über, wobei ich aber nur das Vorkommen dieser 
Art nördlich von Kashmir (resp. von dem Astor- District und dem südlich- 
sten Theile von Gilgit, den nördlichsten Punkten des Verbreitungsgebietes 
dieses Murmelthieres, nach den Untersuchungen der indischen Zoologen) 
in den Bereich meiner Untersuchung zu ziehen beabsichtige, da ich die in 
der Litteratur 16 ) zerstreuten Fundorts- Angaben im System des Himalaya 
als bekannt voraussetzen muss. 

Das Vorkommen des A. caudatus nördlich von Kashmir ist bis jetzt auf 
dem Pamir und im Alai-Gebirge, in den Gebirgsgegenden, welche die östlichen 
(im westlichen Winkel von Ost-Turkestan) und die westlichen (im östlichen 
Buchara) Ausläufer derselben bilden, und ferner im Sarafschan-Districte des 
russischen Ferghana -Gebietes constatirt worden. Dieses Verbreitungsgebiet 
umfasst demnach beinahe das ganze Pamir- Gebirgssy stein (im Sinne Ssewer- 
zow's) und ist A. caudatus ausserhalb desselben, wie wir weiter unten noch 



16) Ausser verschiedenen Angaben über die Verbreitung des A. caudatus, die sich in den 
von mir in vorliegender Abhandlung citirten Arbeiten vorfinden, haben noch Adams (Proc. 
Zool. Soc. Lond., 1858, p. 521), Scully (Proc. Zool. Soc. Lond., 1880, p. 204) und Lydekker 
(Journ. As. Soc. Beng., XL1X, pt. 2, p. 7) verschiedene Daten über das Vorkommen dieses 
Murmelthieres geliefert. 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 229. 



322 EUG. BÜCHNER, [T. XIII 

sehen werden, nur einmal und zwar auf dem Talas-tau (westlicher Tjan- 
schan) in Russisch-Turkestan nachgewiesen worden. 

Auf dem Pamir ist A. caudatus, nach den Untersuchungen von Sse- 
werzow 17 ), überall zu finden, aber sporadisch auf grasreichen Stellen, bis 
zu einer Höhe von 14,000'. Ebenso theilt auch Iwanow 18 ) mit, dass dieses 
Murmelthier auf dem ganzen Pamir, angefangen von ungefähr 13,000' und 
bis 15,000', in Menge vorkommt und in grossen Colonien lebt; im Herbste 
zeigten sich diese Murmelthiere ausserhalb ihrer Baue immer seltener und 
waren schon Anfang September gar nicht mehr zu sehen. Ferner hat Gr. Grum- 
Grzimailo während seiner wiederholten Bereisung des Pamir A. caudatus 
hier überall nachgewiesen; aus seiner Ausbeute befindet sich im Zoologi- 
schen Museum der Kaiserlichen Akademie auch ein jüngeres Männchen, 
welches im süd-östlichen Pamir, am Kara-ssu, auf einer Höhe von 13,000' 
erbeutet wurde. Wir besitzen ferner von der letzten Expedition des Herrn 
B. Grombtschewski zwei Exemplare, die gleichfalls im östlichen Pamir, 
am Ak-ssu, gesammelt wurden. An dieser Stelle muss ich auch noch der 
Fundorte der Originale des A. aureus Erwähnung thun; dieselben sind auf 
dem Kaskasu-Pass (auf dem "Wege von Yarkand nach dem Pamir) auf einer 
Höhe von 13,000' erbeutet und befinden sich im Indian-Museum 19 ) in Cal- 
cutta, welches ausserdem noch einen Balg des rothen Murmelthieres vom 
Kleinen Pamir besitzt. 

Fedtschenko 20 ) war der erste, der A. caudatus für das Alai-Gebiet 
nachgewiesen hatte, und zwar fand er dieses Murmelthier nicht selten auf 
den nördlichen Ausläufern des Alai-Gebirges, in der Alpenzone zwischen 
Schachi-mardan und dem Kara-kasuk-Pass. Den Untersuchungen von Sse- 
werzow 21 ) zufolge ist A. caudatus eine höchst charakteristische Erscheinung 
des ganzen Alai-Gebietes, welches von diesem Murmelthiere überall und in 
überaus grosser Menge bewohnt wird; mehrere Exemplare aus der Sse- 
werzow' sehen Ausbeute aus dem Alai befinden sich auch in unserem Zoo- 
logischen Museum. Gr. Grum-Grzimailo hatte gleichfalls Gelegenheit 
das überaus häufige Vorkommen dieses Murmelthieres in dem von ihm 
wiederholentlich durchkreuztem Alai -Gebiete zu bestätigen; dieser Rei- 
sende 22 ) hebt ausdrücklich hervor, dass hier kein Stückchen Alpenwiese vor- 



17) C'ÊBepijOB'B: 3an. TypnecT. Ot^. Harn. 06m. JIioö. Ect., AHTpon. h 9THorp., I, bhd. 1, 
p. 62 (1879). 

18) HBaHOBi.: IIpHpoj^a h OxoTa, 1885, I, CTp. 21—22. 

19) W. L. S dater, Cat. Mamm. Ind. Mus., p. 43 (1891). 

20) 4>e,n,HeHK0, IlyTeniecTBie Bt TypKecTaHt, bbih. 7, Bt KoKaHCKOM-B XaHCTBi», 
dp. 118 (1875). 

21) C'BBepnoB'B: 3an. TypKecT. Ota. Hmh. 06m. JIk>6. Ect., AHTpon. h 9THorp., I, Bun. 1, 
CTp. 62, 66 (1879). 

22) rpyMi.-rpjKHMaäjio: Ü3B. Ham. PyccK. Teorpa*. 06m,., XXII. CTp. 92—93 (1886). 
Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 230. 



T. XIII ] ' ZUR KENNTNISS DER ROTHEN MÜRMELTHIERE CENTRAL-ASIENS. 323 

handen ist, wo man nicht wenigstens ein Murmelthier zu Gesicht bekommt, und 
dass man sich den Alai ohne diesen Nager überhaupt nicht vorstellen kann. 
Unter 8000' hat Grum-Grzimailo A. caudatus nirgends angetroffen und 
bildet die Linie des ewigen Schnees die Verticalgrenze seiner Verbreitung. 
In dem Berichte über seine im Jahre 1884 in das Alai-Gebiet unternom- 
mene Reise führt Grum-Grzimailo 23 ) folgende Fundorte dieses Murmel- 
thieres speciell an: er traf A. caudatus zum ersten Male in den an die 
Schneeregion grenzenden Partien bei Artscha-Basch in der Nähe vom Kara- 
kasuk an, beobachtete ihn auf einer Höhe von 11,500' bei Tschagdar 
(ca. 10 Werst vom Kara-kasuk-Pass, längs dem Kock-ssu, entfernt), fand 
ihn in überaus grosser Menge längs dem Laufe des Teckelik, von Schuar 
bis zur Einmündung des Balakty, und wies endlich das Vorkommen dieses 
Nagers in den zwischen dem Kara-ssu und dem Aram liegenden Gegenden 
nach. Aus der Ausbeute der von Gr. Grum-Grzimailo im Jahre 1887 in 
dem Alai- Gebiete ausgeführten Reise befinden sich in unserem Zoologischen 
Museum mehrere Bälge dieses Murmelthieres, die auf dem nördlichen Ab- 
hänge des Alai-Gebirgszuges bei Jagatschart (11,000') und bei Gultscha 
(5500'), und auf dem Süd- Abhänge des Alai auf dem Pass Katyn-art 
(11,200') erbeutet wurden. 

Über das Vorkommen des A. caudatus in den westlichen Ausläufern 
des Pamir und Alai besitzen wir nur folgende Daten. Im Zoologischen Mu- 
seum der Kaiserlichen Akademie befinden sich von der von Dr. A. Regel 
im Jahr 1883 nach Ost-Buchara ausgeführten Reise zwei Bälge dieser Art, 
von denen der eine in der Provinz Darwas, der andere in den Bergen Kuh-i- 
Trusch der Provinz Kulab gesammelt wurden. Gr. Grum-Grzimailo 24 ) 
traf auf seiner Reise (1885) im östlichen Buchara A. caudatus nur auf dem 
Süd- Abhänge des Gebirgszuges Peter's des Grossen an, und zwar fand er 
ihn hier auf einer Höhe von c. 14,000' am Fusse des Kara-schura und in den 
Umgegenden von Tuptschek, von wo er auch ein Exemplar für unser Mu- 
seum heimbrachte. An diese Fundorte reihen sich diejenigen aus den süd- 
lichen Theilen unseres Ferghana -Gebietes an. Fedtschenko hat, nach 
Mittheilungen von Ssewerzow 25 ), in den Jahren 1870 und 1871 A. cau- 
datus am oberen Sarafschan, am Jagnau und am Iskander-kul gefunden; 
aus der Ausbeute dieser Reise befinden sich im Zoologischen Museum der 



23) Grumm-Grshimailo: Mém. sur les Lépidoptères, réd. par N. M. Romanoff, II, 
p. 220, 227, 228, 242 (1885). 

24) Grumm-Grshimailo: Mém. sur les Lépidoptères, réd. par N. M. Romanoff, III 
p. 388 (1886). 

25) C-ÊBepuoBi., BepT. h TopH3. Pacnp. TypnecT. ,/Khb., CTp. 61 (1873). 

Bulletin N. S. Ill (XXXY) p. 231. 



324 EUG. BÜCHNER, ZUR KENNTNISS ETC. [t. XIII 

Moskauer Universität 26 ) ein gestopftes Exemplar ohne näherer Fundorts- 
Angabe und ein Balg aus den Bergen (7000' — 10,000') am Jagnau. Am 
Iskander-kul fand dieses Murmelthier im Jahre 1878 auch der verstorbene 
Conservator V. Russow und sammelte hier mehrere Bälge für unser Zoo- 
logisches Museum. 

Der nördlichste, bis jetzt bekannte, Fundort des A. caudatus ist die 
Karabura-Schlucht, südlich von Aulje-ata, in dem Gebirgszuge (Talass-tau), 
der die Wasserscheide zwischen den Flüssen Talass und Tschirtschik bildet; 
hier hat Ssewerzow 27 ) seiner Zeit dieses Murmelthier nachgewiesen. 

Es fehlt noch gegenwärtig am nöthigen Materiale um die Nordgrenze 
der Verbreitung des A. caudatus detaillirt anzugeben. Im Norden grenzt 
an das Verbreitungsgebiet des A. caudatus dasjenige des A. dichrous, doch 
kommt im Gebiete der einen Murmelthierart neben dieser die andere nicht 
vor, und schliessen sie sich gegenseitig geographisch aus; die Grenzbar- 
rieren ihrer Verbreitung bilden hohe Gebirgszüge und kommt auf dem Süd- 
Abhange derselben A. caudatus vor, während den Nordabhang das Tjan- 
schan-Murmelthier bewohnt 28 ). 



26) TnxoMHpoB-B h KopiarHHt, Ciihckh h OnHcame Kojui. MjieKonHT. bt> 3oojior. My3. 
Hmu. Mockobck. Yhhb., JV» 1 (Tp. Hmh. 06m,. JIk>6. Ect., Ahtpoiioji. h 9THorp., LVI, buh. 4), 
CTp. 24 (1889). 

27) CfcBepiiOBt, BepT. h TopH3. Pacnp. TypicecT. }Khb., CTp. 81 (1873). 

28) In Betreff der nördlichen Begrenzung der Verbreitung des A. caudatus durch das 
Auftretendes A. dichrous hat Hr. Gr. Grum-Grzimailo mir nachträglich noch folgende 
Bemerkungen freundlichst zugehen lassen: «Die Verbreitungsgebiete des A. caudatus und 
A. dichrous in den Gebirgsgegenden, die die "Wasserscheide zwischen dem Syr-Darja und 
Tarim bilden, sind derart auffallend abgegrenzt, dass dieses höchst interessante Verhalten auf 
der Reise geradezu in die Augen fällt. Die ungefähre Grenze zwischen diesen beiden Murmel- 
thier- Arten verläuft in einer Gegend, die in der Tertiär-Zeit die Meerenge zwischen dem Bassin 
des Tarim und dem Aralo-Caspischen Becken bildete. Ich selbst hatte Gelegenheit diese beiden 
Murmelthiere in den Bergen Ak-baital, nördlich vom Tschatyr-kul zu beobachten; auf dem 
nördlichen Abhängen dieses Gebirges lebt A. dichrous, auf dem südlichen — A. caudatus. Herr 
A. Wilkins hatte gleichfalls Gelegenheit die gleiche Erscheinung in viel grösserem Maasstabe 
zu beobachten, doch kann ich augenblicklich die von diesem Forscher nachgewiesene Grenz- 
linie in der Verbreitung dieser beiden Arten nicht genau angeben». 



»O^O 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 232. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES 



DE 



ST.-PÉTERSBOURG. 



TOME XIII. 

JXvzaison 3 <d dGiyni&ve. 




(Avec 2 



^^ 



St.-PÉTERSBOURG, 1894. 

Commissionnaires de l'Académie Impériale des sciences: 
à ST.-PÉTERSBOURG: à RIGA: à LEIPZIG: 

MM. Eggers & C ie M. N. Kymmel. Voss' Sortiment 

et J. Glasounof. (G. Haessel) 

Prix 2 Rbl. 40 Cop. = 6 Mrk. 



Imprimé par ordre de l'Académie Impériale des sciences. 
Juillet 1894. N. Doubrovine, Secrétaire perpétuel. 



Imprimerie de l'Académie Impériale des sciences. 
(Vass.-Ostr., 9 e ligne, JY» 12). 



CONTENU. 



P. Schalfeew. Carcinologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der 

Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. (Mit einer Tafel.) 325 — 336 

TU. Kusnezow. Neue asiatische Gentianen. [Fortsetzung.] (Mit einer Tafel.) . . . 337 — 340 

Eug. Büchner. Über eine neue Katzen-Art (Felis pallida n. sp.) aus China. . . . 341 — 343 

S. Nawasehin. Zur Embryobildung der Birke. (Vorläufige Mittheilung) 345 — 348 

Über die Brandkrankheit der Torfmoose. (Mit einer Tafel.) 349 — 358 

Andreas a Semenow. De Coleopterorum familia nova 359 — 366 

Revisio synoptica Meloidarum generis Ctenopus Fisch 367 — 376 

K. E. Meinshausen. Das Genus Sparganium L. — Systematische Beschreibung 
der Arten nebst Darstellung ihrer Verbreitung auf Grundlage ihres Vor- 
kommens im Gouvernement St. Petersburg 377—397 

G. O. Sars. Crustacea caspia. Contributions to the knowledge of the carcinological 

Fauna of the Caspian Sea. Part I. Mysidse. (With 8 autographic plates) . . . 399 — 422 

A. Eamintzin. Über Chlorophyllkörner der Samen und Keimlinge. (Mit 1 Tafel.) . 423 — 433 

Über das in den Samen von Helianthus annuus entdeckte Chromogen und 

zwei neue aus ihm erhaltene, in Wasser lösliche Pigmente : das gelbe und 

grüne. (Vorläufige Mittheilung.) 435 — 436 

A. Kowalevsky. Etudes expérimentales sur les glandes lymphatiques des Inver- 
tébrés. (Communication préliminaire) 437 — 459 

G. O. Sars. Crustacea caspia. Contributions to the knowledge of the carcinological 

Fauna of the Caspian Sea. Part II. Cumacea. (With 12 autographic plates.) . 461 — 502 

S. Korshinsky. Note sur la Calystegia dahurica Choisy 503 — 507 

Dm. Iwanowsky. Über die Wirkung des Sauerstoffes auf die alkaholische Gährung 509 — 531 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS Dû 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 



Carcinologische Bemerkungen aus dem Zoologischen Museum der Kaiser- 
lichen Akademie der Wissenschaften. Von P. Schalfeew. [Mit 
1 Tafel]. (Lu le 22 Avril 1892). 

Das Genus Hapalogaster Brdt. und Verwandte. 

Im vorigen Jahre beschäftigte ich mich mit der Revision und Bestim- 
mung der vorzugsweise im letzten Decennium dem Museum zugegangenen 
Decapoden, und stiess dabei auf einige, von Hrn. Grebnitzki gesandte, 
kurz- und weichbäuchige Anomuren, welche ein besonderes Interesse darbo- 
ten. Beim Vergleiche mit den Exemplaren der Museums-Sammlung, über- 
zeugte ich mich, dass von den 6 in der Literatur existirenden Arten dieser für 
den nördlichen Theil des Stillen Oceans charakteristischen Krebse unser 
Museum nur 2 bestimmte und etiquettirte Species, nämlich Hapalogaster 
dentatus (de Haan) und Dermaturus Mandtii Brdt. besitzt; den H. Mer- 
tensii Brdt. konnte ich nicht finden. Die genauere Revision des ganzen im 
Museum befindlichen Materiales führte mich: 1) zur Vereinigung der 
Brandt'schen Gattungen Hapalogaster und Dermaturus unter dem Namen 
Hapalogaster (Brandt), 2) zur Beschreibung zweier neuen Arten der soeben 
genannten Gattung und 3) zur Aufstellung eines neuen Genus Placetron für 
eine neue Art. 

Ein ganz genügender Grund zur Vereinigung von Hapalogaster mit 
Dermaturus liegt, meines Erachtens, in der Combination einzelner generi- 
scher Merkmale bei einer und derselben Art. So zeigen H. cavicauda Stimp- 
son und H Brandti n. sp.: 

ein deutlich distal verbreitetes vorletztes Glied der äusseren Kiefer- 
füsse (Hapalogaster Brdt.^) bei 

völligem Mangel {Brandti) oder äusserst schwacher Entwicklung 
{cavicauda) der lateralen Zähne des Céphalothorax und Mangel 
einer medianen inter calar en Lamelle zwischen den seitlichen Blatten 
der Basis des Abdomen {Dermaturus Brdt). 

Die Diagnose der combinirten Gattung ist folgende: 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 331. 23 



326 P. SCBALFEEW, CARCINOLOGISCHE BEMERK. AUS DEM ZOOLOG. [T. XIII 

L Hapalogaster (Brdt.). 

Abdomen pro majore parte molle, cutaneum, basi in tergo paribus duo- 
bus laminarum lateralium, interdum lamellula intercalari mediana sejunctis, 
instructum; chelipedes valde inaequales, articulo brachiali crasso, brevi, fere 
isodiametrico ; chelipes dexter sinistro multo major nee non pede gressorio 
primo longior; digiti apieibus in chela sinistra corneis, in dextra calcareis. 

Specierum generis Hapalogastri tabula synoptica *). 

A . Abdomen basi tantummodo paribus duobus lami- 
narum lateralium instructum ; thoracis margi- 
nes laterales (branchiales) spinis dentibusque 
(non nisi 2 minutis) destituti. 
B. Articulus maxillipedum externorum penul- 
timus apice distinetissime dilatatus, sub- 
trigonus. 
C. Pedum gressoriorum articuli in margine 
antico dentibus 4 — 5 serrati; chelipe- 
des non tuberculati, aeque ac carapax 

dense setosi cavicauda Stimpson 2 ). 

CC. Pedum gressoriorum non nisi merus in 
margine antico dente unico parum dis- 
tincte; carapax pedesque parce setosi. 
D. Carapax tuberculis planiusculis , 
subsquamiformibus, margine an- 
tico setiferis, confertim obsessus; 
pedes gressorii supra tuberculati, 
sed non rugosi; chelipedis dextri 
chela facie exteriore tuberculis 
majoribus rubiformibus ornata. . 4. Brandti, n. sp. ^. 
DD. Carapax scabrositatibus squami- 
formibus setiferis sparsim obsessus; 
pedes supra rugosi ac tuberculati. inermis Stimpson 4 ). 



1) Ich wage nicht, Dermaturus hispidus Stimpson (Ann. of the Lyceum of nat. hist, of 
New- York, vol. VII, p. 242) in diese Tabelle einzuführen, da dieser Krebs, wie es schon der 
Verfasser selbst vermuthet hat, sich generisch von den Brand t'schen Hapalogaster und Derma- 
turus unterscheiden soll. 

2) Hapalogaster cavicauda Stimpson, Prodromus etc. in Proc. of the Acad. Nat. Sc. of 
Philadelphia, vol. 10, p. 232 (1858; nomen nudum); Stimpson, Notes on N.-Amer. Crustacea 
in Annals of the Lyceum of Nat. hist, of New- York, vol. VII, p. 81, tab. I, f. 7 (1859); Boas 
Studies over Decapod. Slaegtskabsforhold in d. Kong. Dansk. Vidensk. Selsk. Skrifter, 6 Kaekke, 
I Bind, p. 122, tab. VI, f. 200a und b. 

3) Vgl. unten pag. 240. 

4) Ann. of the Lyceum of nat. hist, of New-York, vol. VII, p. 243 (1861). 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 332. 



T. XIIl] MUSEUM DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 327 

BB. Articulus maxillipedum externorum penul- 
timus oblongus, basi perparum angustior; 
thorax et pedes lineis transversis undulatis 

ciliatis sulcati 5. Mandtii (Brdt.). 

AA. Abdomen basi laminis 5, i. e. 2 paribus late- 

ralium, praeterea inter ipsas laminas, modo 

dictas, lamellula angusta mediana intercalari 

instructum; thoracis margines laterales spi- 

nis seu dentibus 4 — 8 armati. 

E. Dentés thoracis laterales 7 — 8 ; chela dextra 

(major) facie superiore tuberculis fragifor- 

mibus, margine externo dentiformibus ar- 

mata 3.^ewto^«s(deHaan). 

EE. Thoracis margines laterales dentibus sae- 
pissime 4 — 5, rarissime vero (anomale) 
usque ad 8, armati; chela dextra facie 
externa tuberculis conicis, haud fragi- 
formibus, armata. 
F. Chela dextra (major) tuberculorum se- 

riebus longitudinalibus 4 1. Mertensii Brdt. 

FF. Chela dextra (major) tuberculorum 

seriebus 3. 2. Grebnitzkii, n. sp. 

1. Hapalogaster Mertensii Brdt. 

Hapalogaster Mertensii, Brandt, Vorläufige Mitth. ü. e. neue Unter- 
abth. (Hapalogastrica) des Tribus Lithodina in Bull, phys.-math. de l'Ac. 
Imp. d. Sc. de St. Pétersbourg, tome VIII, të 17, p. 269 (1849); Mélanges 
biologiques, tome I, p. 58. 

2122. Kadjak. W. Middendorff. 1856. (4). 

2123. Sitcha. » ? (6 -t-). 

2124. » D r Behse. ? (1). 

2125. Novo- Archangelsk. » ? (6 ■+■). 
2131. Kadjak. Pete lin. 1856. (4). 

H. thoracis marginibus lateralibus (branchialibus) dentibus 4 — 5 armatis, 
spina inter rostrum et spinam anguli antero-lateralis posita hac con- 
spicue breviore tenuioreque; chelae dextrae (majoris) facie externa, 
tuberculorum conicorum seriebus longitudinalibus 4 instructa. 

Eine neue Diagnose dieser Art zu geben, habe ich aus dem Grunde 
für noth wendig gehalten, weil die Brandt'sche kurze Beschreibung 

Bulletin N. S. Ill (XXXY) p. 333. 23* 



328 P. SCHALFEEW, CARCINOLOGISCHE BEMERK. AUS DEM ZOOLOG. [T. XIII 

auch auf H. Grébnitzkii passt, welche Art ich neu aufstelle. Nicht ohne 
Mühe ist es mir gelungen, die Identität der mir vorliegenden Exemplare 
mit H. Mertensii zu constatiren, da das Originalexemplar leider entweder 
verloren gegangen, oder seiner Zeit nicht mit einer authentischen Etiquette 
versehen worden ist. Eine wesentliche Hülfe in dieser Beziehung leistete mir 
das Auffinden (unter den in unserem Museums- Archive aufbewahrten Ma- 
nuscripten J. F. Brandt's) einer detaillirten Brouillon-Beschreibung dieser 
Art, welche ich hier beizufügen nicht für überflüssig halte. Sie lautet: 

«Thorax subtetragono-cordatus, paulo latior quam longus, lateribus 
subconvexis, margine laterali dimidio anteriore spinulis 4 seriatis conicis, 
apice setularum ex parte subcapitatarum fasciculum gerentibus, basi emi- 
nentiis seu granulis minimis pedicellatis vel subsessilibus calcareis dense 
obtectis alutaceis. Partis frontalis 5-dentatae dentés 3 medii triangulares, 
medio 1 / 2 lineam longo, externi basi oblongo-subtetragoni. Dentium latera- 
lium interni subdepressi, médius basi sulculo longitudinali instructus. Tho- 
racis superior facies tota granulis minimis pedicellatis alutacea et setularum 
1 — I 1 //' longarum fuscarum, apice angustarum vel clavatarum fasciculis 
sparsis vel seriatis vel subseriatis munita. Thoracis latera non alutacea, sed 
pilis rigidis villosa. Posterior thoracis margo pilis rigidis brevibus, seu 
setulis ciliatus. Sternum, abdominis posterior pars, pedum anterior et infe- 
rior facies subglabra, vel setulis, vel setularum fasciculis sparsis vestita. Pe- 
dum superior et posterior facies alutacea et setarum majorum 3"' longarum 
vel minorum (l 1 //" longarum) fasciculis vestita. Fasciculi setarum majorum 
spinis conicis vel cylindraceis, basi et medio alutaceis insidentes. In pedum 
anteriorum metacarpo, carpo et brachio spinae setiferae maximae, nomina- 
tim thoracalibus lateralibus (sie), 1 — l 1 //" longae. Spinae setiferae in 
pedum paris anterioris metacarpi facie externa maximae guadriseriatae h ), 
in carpo ejus triseriatae, in brachii superiore margine biseriatae. Brachii 
et carpi interior facies spinulis et cristulis minimis nonnullis piliferis 
aspera. Metacarpi dextri interioris faciei, supra sub spinis setis fasciculatis 
obsessae, posterius dimidium medio excavatum, anterius convexum. In reli- 
quis pedibus femorum, tarsorum et metatarsorum anterior seu exterior margo 
unica spinarum, basi et medio alutacearum, satis magnarum, setas fascicu- 
latas apice gerentium série, posterior margo vero pilis rigidis fasciculatis 
plus minusve seriatis obsessus. Metacarpi et tarsi praeterea sicuti digiti s. 
ungues, exceptis digitorum apieibus setulis fasciculatis etiam facie supe- 
riore instrueti, quare villosissimi. Articuli basales pedum setulis villosi. 



5) Diesen Satz habe ich. cursiv drucken lassen, weil er das hauptsächlichste Unterschei- 
dungsmerkmal enthält. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 334. 



T. XIIl] ' MUSEUM DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 329 

Abdomen supra subalutaceum setulisque sparsis vel subfasciculatis obsessum ; 
pars ejus mollis seu posterior setulis sparsis brevissimis obsessa. Partes 
laterales primi cinguli abdominalis margine posteriore subtuberculatae. 
Color generalis, ut videtur, fuscus clielis apice rufescentibus, pedum anterior 
et inferior facies forsan flavicantes». 

«Thoracis summa latitudo 9"', longitudo 8y 2 "'». 
«Patria ignota». 

Nach einigen Umständen zu urtheilen, ist die Beschreibung nach einem 
trockenen Exemplare gemacht; so sind, z. B., die eingetrockneten kurzen, 
kolbenförmigen Börstchen als «granula minima pedicellata» beschrieben 
u. dgl. 

Die Länge des Céphalothorax des grössten Exemplares 6 ) — 22 mm., 
seine Breite auch 22; die Ausmessungen der wohlentwickelten Scheeren- 
füsse eines kleineren, 20 mm. langen, Exemplares, ergeben: Länge des Bra- 
chialgliedes des rechten Fusses — 10,5, seine Breite — 10, Länge des 
Carpalgliedes — 1 3,5, Länge der Scheere — 36 ; Länge des Brachialgliedes 
des linken Fusses — 9,5, seine Breite — 6,5, Länge des Carpalgliedes — 
10, der Scheere — 21,5. 



2. Hapalogaster Grebnitzkii, n. sp. 

2126. Ins. Behringi. Grebnitzki. 1885. (6). 

2127. Kadjak. W. M id den dor ff. 1856. (3). 

2128. » Petelin? 1858. (6h-). 
2132. » Petelin. 1856 (3). 

H. thoracis marginibus lateralibus (branchialibus) dentibus saepissime 
4 — 5, rarissime vero (anomale) usque ad 8, armatis; spina anguli antero- 
lateralis spinam inter ipsam et rostrum positam longitudine modice 
superante; chelae dextrae (majoris) facie externa tuberculorum coni- 
corum seriebus modo 3 instructa. 

Möglicherweise wird sich diese Art bei reicherem Materiale als Varie- 
tät der vorigen, ihr jedenfalls sehr ähnlichen, erweisen; da aber von den 
48 mir vorliegenden, verschiedenen Geschlechtern und Altersstufen angehö- 
renden, Exemplaren dieses Typus 7 ) sich 20 (13 $ und 7 £) von den 28 
(20 $ -+- 8 2) übrigen durch deutlich stärkeren, zwischen dem Rostrum 
und der Vorderranclsecke stehenden, stachelartigen Zahn und durch nur 3 



6) j\° 2124 der Sammlung; mit abnorm schwach entwickelter rechter Scheere. 

7) AA, EE der Synoptischen Tabelle. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 335. 



330 P. SCHALFEE W, CARCIiXOLOGISCHE BEMERK. AUS DEM ZOOLOG. [t. XIII 

Reihen von Höckern auf der rechten Scheere unterscheiden und keine 
Übergänge vorkommen, so zögere ich nicht, diese 20 Exemplare hier als 
selbständige Art anzuführen. 

Wie bei dem H. Mertensii, so ist auch bei dieser Art die Oberfläche 
des Céphalothorax und der Extremitäten mit dicht stehenden, kleinen Grup- 
pen kurzer, am Ende kolbenartig verdickter, Börstchen besetzt, welche hie 
und da, besonders auf den Höckern, sich verlängern und einzeln stehende 
Büschel bilden. Die Farbe der Spiritus-Exemplare ist röthlich-gelb ; die 
Finger der grossen Scheere ziemlich lebhaft roth, mit Ausnahme der weissen 
Spitzen und Randzähne. 

Zum Schlüsse möchte ich die Anwesenheit — sowohl bei H. Mertensii, 
als bei H.GrébniWkii — einer ovalen, mit dicker, aber nicht verkalkter 
Haut überzogenen Lücke auf der Unterseite der grossen Scheere, an der 
Basis des Fingers, hervorheben; über die Bedeutung dieser, augenscheinlich 
nur mit dem Alter zum Vorschein kommenden und an Grösse zunehmenden 
Bildung wage ich jetzt Nichts zu sagen. 

An dem grössten Exemplare nehme ich folgende Maasse: Länge 
des Céphalothorax — 18 mm.; seine Breite — 18,5; Länge des Vor- 
derrandes — 10; Länge des Brachialgliedes des rechten Scheeren- 
fusses — 8, seine Breite — 8, Länge des Carpalgliedes — 9,5, Länge der 
Scheere — 26. 

3. Hapalogaster dentatus (de Haan). 

Lomis dentata, de Haan in Siebold's Fauna Japonica, Crustacea, p. 219, 

tab. XL VIII, f. 2 und tab. Q. (1833). 
Hapalogaster dentatus, Stimpson, Prodromus descriptions etc. in Proceed. 

of the Acad, of nat. Sc. Philadelphia, vol. 10, p. 232 (1858). 

884. Coloniae rosso-americanae. (1). 

Ein weibliches, von Hrn. A. Brandt bestimmtes Exemplar. Wenn die 
Angabe des Fundortes richtig ist, so würde derselbe für einen bedeutend 
weiteren Verbreitungsbezirk dieser Art zeugen, als bisher angenommen wurde. 

Länge des Céphalothorax — 19,9 mm., Breite 21,8; Länge der rech- 
ten Scheere — 26, der linken Scheere — 18. 

4. Hapalogaster Brandti, n. sp. 

1225. Nowo- Archangelsk. D r Behse. 1855. (6 ■+-). 

1226. Sitcha. W. Middendorff. 1856. (1). 

H. thorace in marginibus lateralibus (branchialibus) edentato, supra tuber- 
culis glabellis antice setiferis, planiusculis, subsquamiformibus obsesso; 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 336. 



T. XIIl] MUSEUM DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 331 

chelae dextrae (majoris) facie externa tuberculis rubiformibus ornata. 

Der Umriss des Céphalothorax ist annähernd birn- oder herzförmig, 
mit abgestutztem Vorder- und bogig eingebuchtetem Hinterrande. Zwischen 
dem dreieckigen, etwas nach unten gebogenen Rostrum und der wenig ver- 
längerten, ziemlich stumpfen Vorderrandsecke steht ein nur winziges, höcker- 
artiges Zähnchen. Die Oberfläche, mit seichten Cervical- und Cardiacobran- 
chialfurchen, ist mit sehr abgeflachten Höckerchen sculptirt, die nur auf 
ihrem Vorderrande mit kurzen, steifen Börstchen besetzt sind, was ihnen 
ein fast schuppenartiges Aussehen giebt; einige, sich durch ihre Länge und 
dunklere Farbe auszeichnende Börstchen bilden oft einzelne Büschelchen 
auf der Mitte des Vorderrandes eines Höckerchens. Auf den Füssen sind die 
Höckerchen im Wesentlichen gleich, unterscheiden sich aber durch grössere 
Höhe und -verlieren daher ihren schuppenartigen Charakter. Von den Ein- 
zelheiten des Baues der äusseren Antennen halte ich für nöthig nur die ver- 
breitete, auf dem äusseren Rande mit wenigen Höckerchen (bei dem grössten 
Exemplare mit 4 solchen, also mit 3 Einbuchtungen) versehene Schuppe zu 
erwähnen. 

Der rechte Scheerenfuss ist bedeutend stärker entwickelt. Das Brachial- 
glied ist kurz und auf seiner oberen Seite vor dem Distalende quergefurcht; 
der Vorderrand bildet bei dem Distalende einen Kamm aus 3 — 4 (auf dem 
linken Fusse — nur aus 2) Zähnen. Das Carpalglied ist etwas länger, besitzt 
eine ebensolche distale Querfurche und hat auch die Tendenz zahnartige 
Vorsprünge zu bilden. Die Sculptur der Aussenfläche ist auf beiden Schee- 
ren ganz verschieden : während die linke fast ebensolche (nur mehr erhabene) 
Höckerchen, wie die übrige Körperoberfläche, trägt, ist die Aussenseite der 
rechten mit grossen, abgerundeten, brombeerartigen (bei dem alten Exemplare 
etwas abgeriebenen) Tuberkeln verziert. Die 3 folgenden Gangbeine sind 
einander gleich gestaltet; der Vorderrand der Schenkelglieder ist vor dem 
Distalende leicht eingebuchtet und vor dieser Einbuchtung mit einem ganz 
schwach angedeuteten Zähnchen versehen; die Klauenglieder unten, vor der 
Klaue, mit 5 — 6 schwarzen Dörnchen besetzt 8 ). Das Abdomen, beim 
Männchen symmetrisch, beim Weibchen unsymmetrisch und an seinem linken 
Rande mit 4 Chitinlamellen versehen, deren jede ein eiertragendes Füsschen 
hat, ist auf der Oberfläche mit äusserst kurzen, gruppenweise stehenden 
Börstchen bedeckt. 

Von den von Dr. Behse gesammelten 19 Exemplaren sind 8 Weibchen; 
unter diesen letzteren sind die Abdominalfüsschen von 5 Exemplaren reich- 
lich mit Eiern behängt. 



8) Wie bei den übrigen Hapalogastren. Bei Placetron (s. u.) sind diese Dornen sebr kräftig 
entwickelt. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 337. 



332 P. SCHALFEEW, CARCINOLOGISCHE BEMERK. AUS DEM ZOOLOG. [t. XIII 

Die Gläser mit diesen Krebsen waren schon von Hrn. A. Brandt mit 
der Etiquette «Dermaturus n. sp.» versehen. 

Die Abbildung des grössten Exemplares in natürlicher Grösse macht 
die Anführung der Maasse unnöthig. 

Die kurze Beschreibung des H. inermis d ) von Stimpson brachte mich 
in Zweifel, ob nicht vielleicht mein H. Brandti mit dieser Art identisch 
wäre. Möglicherweise wird sich dieses späterhin auch bestätigen. Doch ver- 
anlassen mich augenblicklich folgende Eigenthümlichkeiten die Artberechti- 
gung meines H. Brandti aufrecht zu erhalten: die sehr charakteristische 
Sculptur des rechten Scheerenfusses, welche der amerikanische Zoologe gar 
nicht erwähnt; der ziemlich dicht — nicht «sparsely» — mit flachen, an 
Schuppen erinnernden Höckerchen besetzte Céphalothorax ; endlich die aller- 
dings subcylindrischen, keineswegs aber «rugose» zu nennenden Beine. Alles 
dieses erlaubt mir, wie gesagt, nicht eine Identificirung meines Krebses mit H. 
inermis vorzunehmen, wenigstens so lange ich den letzteren weder «in na- 
tura», noch in einer Abbildung oder ausführlicheren Beschreibung kenne. 

5. Hapalogaster Mandtii (Brdt.). 

Dermaturus Mandtii, Brandt, Vorläufige Mitth. ü. e. neueUnterabth. (Ha- 
palogastrica) des Tribus Lithodina in Bull, phys.-math. de l'Ac. Imp. 
d. Sc. de St. Pétersbourg, tome VIII, M 17, p. 268(1849); Mélanges 
biolog., tome I, p. 58. 

1216. Ins. S M Pauli. Wosnessenski. 1848. (1). Spec. orig. 

1217. Kadjak. W. Middendorff. 1855. (1). 

1221. » Petelin. 1856. (6-+-). 

1222. » W. Middendorff. ? (6-+-). 

1223. Colon, rosso-americ. D r Be h se. 1856. (6). 

1224. » » 1855.(3). 
2133. Ins. Behringi. Grebnitzki. 1885. (4). 

Da die Brandt'sche Beschreibung dieser Art eine neue Diagnose und 
sogar eine ausführliche Beschreibung unnöthig macht, so beschränke ich 
mich nur auf einige Bemerkungen. 

Der Céphalothorax bietet, was den Umriss, die Form und die relative 
Grösse der Vorderrandsfortsätze betrifft, etwa dieselben Verhältnisse wie 
bei dem vorigen dar; nur ist er etwas mehr flach und nach vorn weniger 
verengt. Seine Oberfläche, wie auch die der Extremitäten, ist von runzei- 
förmigen, welligen, nach aussen (resp. nach vorne) sehr kurz und anliegend 
beborsteten Querlinien durchschnitten ; auf der äusseren Fläche der Schee- 



9) Wahrscheinlich eines jungen Exemplares («length of carapax 0,4 inch.»). 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 338. 



T. XIIl] MUSEUM DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 333 

renfüsse (auf der rechten Scheere am deutlichsten) sind die erhöhten Zwischen- 
räume zwischen diesen Runzeln am Rande fast perlschnurartig sculptirt. 
An der Grenze der oberen und inneren- Fläche der Scheere erheben sich 
3 — 4 einzelne, in eine Reihe geordnete, Höcker (manchmal auch 6 — 8, und 
dann in zwei Reihen). Die betreffende Art ist die am meisten nackte unter 
den Hapalogastren ; ausser den oben genannten Börstchen, stehen noch ein- 
zelne Büschel längerer Börstchen auf der Innenfläche der Scheeren, längs 
der Aussenseite und der schneidenden Fläche der Finger, längs dem unteren 
Rande der Propoditen u. s. w. Auch das Abdomen ist verhältnissmässig 
nackter, als bei den anderen; seine basalen Platten erscheinen durch einen 
ziemlich breiten Zwischenraum von einander getrennt; in dem von ihnen 
gebildeten einspringenden Winkel sind einige kurz beborstete "Wärzchen 
zerstreut. 

Die Abbildung zeigt das Brandt'sche Originalexemplar in natürlicher 
Grösse, und ich halte daher eine eingehende Maassangabe für überflüssig. 
Ich möchte noch hinzufügen, dass dieses Exemplar vielleicht sehr alt und 
daher etwas abgerieben ist ; die Sculptur-Details sind auf den kleineren, 
von Hrn. Grebnitzki gesammelten Exemplaren 10 ) viel deutlicher ausge- 
prägt. Die Farbe dieser letzteren ist mehr oder weniger blass gelblich-roth, 
ein wenig in's Bräunliche spielend ; auf einem Exemplare ist ausserdem eine 
aus dunkleren und blasseren Flecken bestehende Marmorirung wahrzu- 
nehmen. 

II. Placetron, n. gen. 1J ). 

Generi Hapalogastro affinis, a quo differt praecipue: laminis basis ab- 
dominis paris posterions sutura mediana bene junctis; chelipedibus gracilio- 
ribus, longitudine subaequalibus, digitis per totam longitudinem ad instar 
cochlearis perfectissime excavatis; apicibus digitorum in utraque chela den- 
ticulo corneo subhamato armatis ; articulo chelipedum brachiali subcylindrico, 
plus quam duplo longiore, quam latiore; pedibus gressoriis longis, chelipedes 
longitudine superantibus ; sterno inter chelipedum insertiones tuberculo 
instructo. 

Placetron Wosnessenskii, n. s p. 

2129. Kadjak. Holmberg. 1854. (1). 

2130. ? ? ? (5). 

Der Umriss des Céphalothorax dieser eigenthümlichen Art hat die 
Form eines ungleichseitigen Sechseckes, dessen 3 längste Seiten (die Ante- 



10) Länge des grössten — 17,5 mm., Breite — 16,5. 

11) -i{kk% — die Platte, Yjxpov — der Bauch. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 339. 



334 P. SCHALFEE W, CARCINOLOGISCHE BEMERK. AUS DEM ZOOLOG. [T. XIII 

rolateral-Ränder und der Hinterrand) fast gleich lang sind, der Vorderrand 
bildet etwa 2 / 3 des anterolateral und jeder von den posterolateral — 1 J Z 
des Hinterrandes; bei ganz jungen (bis 7 mm. messenden) Exemplaren ver- 
laufen die Lateral-Ränder fast parallel. Der Vorderrand bildet ein dreiecki- 
ges, nach unten gebogenes, der Länge nach gefurchtes Rostrum; die Ecken 
sind auch zahnartig vorgezogen; zwischen diesen und dem Rostrum, näher 
dem letzteren und von demselben durch einen ziemlich tiefen Ausschnitt 
getrennt, steht noch ein spitzer, je nach der Altersstufe mehr oder weni- 
ger entwickelter Zahn 12 ). Die ganze Oberfläche des Céphalothorax, sowie der 
Beine und der Abdominalplatten ist grob und ungleichmässig mit Schuppen 
sculptirt, deren Vorderrand dicht mit steifen Borsten besetzt ist; auf ein- 
zelnen Gegenden des Céphalothorax kann man eine gewisse Regelmässigkeit 
in ihrer Vertheilung bemerken; im hinteren Theile desselben bieten sie das Aus- 
sehen langer, erhabener Linien; auf den Extremitäten, dagegen, sind sie 
am kürzesten und regelmässigsten. Die Cervical- und Cardiacobranchial- 
Furchen sind bei grossen Exemplaren durch diese grobe Sculptur und 
Borsten etwas maskirt. 

Die Augen sitzen unter dem Rostrum dicht nebeneinander. Die äusse- 
ren Antennen haben eine relativ kleine Schuppe; bei dem 23 mm. langen 
Exemplare übertrifft die Geissei die Körperlänge, bei alten ist sie, wie es 
scheint, relativ kürzer. Die äusseren Kieferfüsse sehen etwa wie bei Hapa- 
logaster Mandtii aus. 

Die Scheerenfüsse sind fast gleich lang ; der rechte ist merklich, jedoch 
nicht auffallend dicker und dieser Unterschied tritt desto deutlicher hervor, 
je älter das Exemplar ist. Das Brachialglied ist fast cylindrisch und auf der 
oberen und inneren Seite mit einigen einzeln stehenden Zähnen bewehrt; 
ihm annähernd gleich ist auch das etwas kürzere Carpalglied gestaltet. Die 
Finger, an der linken Scheere etwa um die Hälfte länger, als die Palma, an 
der rechten aber fast ebenso lang wie dieselbe, sind innen ihrer ganzen 
Länge nach löffelartig ausgehöhlt; auf der äusseren Seite, etwas von den 
schneidenden Rändern gerückt, sind sie mit einer Reihe einzeln stehender 
Büschelchen langer, aufrechter Borsten besetzt; der obere schneidende Rand 
trägt in der proximalen Hälfte eine Reihe von Zähnen, welche auf der rech- 
ten Scheere viel breiter und stumpfer erscheinen; an beiden Scheeren sind 
die Fingerspitzen mit einem hornigen, etwas gekrümmten dunkel -pech- 
braunen Dörnchen bewaffnet. 

Die 3 folgenden Extremitäten sind einander gleich, und seitlich coni- 
primirt; die Schenkelglieder sind verbreitert und tragen am bogigen Vorder- 



12) Er fehlt bei den 6,5 mm. langen Exemplaren; beim Exemplare, dessen Maasse unten 
angeführt sind, misst er 3,5 mm. 
Bulletin N. S. III (XXXY) p. 3i0. 



T. XIIl] MUSEUM DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 335 

rande 5 — 8 von einander entfernte Zähne; die Propoditen sind distal am 
unteren Rande mit 3 starken, beweglich articulirten, schwarzbraunen Dornen 
bewehrt, von denen 2 dicht am Ende stehen, während der dritte etwas weiter 
nach hinten gerückt ist; 10 — 11 ebensolcher Dornen auf dem Unterrande 
der Klauenglieder verleihen den letzteren geradezu ein kammartiges Aussehen. 

Das flache Abdomen ist in seiner basalen Hälfte ganz von 2 Platten- 
paaren bedeckt; die Platten des vorderen Paares erscheinen sehr schmal 
und bogenförmig, die des hinteren, längs der Mittellinie des Abdomen fast 
nathartig vereinigt, sind dagegen sehr breit; ihr Aussenrand verläuft bogig, 
während der Innenrand mit dem Hinterrande unter einem rechten Winkel 
zusammentrifft; das Centrum jeder der hinteren Platten ist grübchenartig 
vertieft; die auf den Rändern der Schüppchen und erhabenen Linien sitzen- 
den Börstchen, sind in der vorderen Hälfte der Platten ebenso gerichtet, 
wie auf der Oberseite des Körpers, in der hinteren aber stehen sie nach der 
entgegengesetzten Richtung. Was die Distalhälfte des Abdomen betrifft, so 
ist sie, soweit sich nach den ziemlich beschädigten Exemplaren urthei- 
len lässt, bei den Männchen symmetrisch und, mit Ausnahme eines kleinen 
Aftertheiles, ganz lederartig, bei den Weibchen unsymmetrisch und am 
linken Rande noch mit 4 gut begrenzten verkalkten Platten mit eiertragen- 
den Füsschen versehen ; der Raum zwischen den Rand- und Basalplatten ist 
mit grobhöckeriger Haut ausgefüllt. 

Die Maasse des grössten, wahrscheinlich sehr alten, aus dem Magen 
eines Stockfisches herausgenommenen Exemplares (JVs 2129) in Millimetern: 

Länge des Céphalothorax 61,5 

Breite « » 73,3 

Länge des Vorderrandes 32 

» » Anterolateralrandes 50 

» » Posterolateralrandes 18 

» » Hinterrandes 52,5 

» » rechten Scheerenfusses ... 131,8 

» seines Brachialgliedes ..... 31 

Breite » » 11,8 

Länge » Carpalgliedes 23 

» seiner Scheere 57,5 

» seines bewegl. Fingers 31 

» des linken Scheerenfusses. . . 128 

» seines Brachialgliedes 32 

Breite » » 10 

Länge » Carpalgliedes 23,8 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 341. 



336 P. SCHALFEEW, CARCINOLOGISCHE BEMERKUNGEN ETC. [t. XIII 

Länge seiner Scheere 52,6 

» seines bewegl. Fingers ..... 33,7 

» des Fusses des 2. Paares .... 152,8 

» » » » 3. » 170 

» » » »4. » 160 

» seines Schenkelgliedes 50,9 

Breite » » 20 

Länge » Carpal gliedes 25,4 

» » Propodites 37,7 

» » Klauengliedes 22 



Erklärung der Abbildungen. 

1. Hapalogaster Brandti, n. sp., £. Nat. Grösse. Ex. N» 1226. 

2. Hapalogaster Mandtii (Brdt), £. Nat. Grösse. Ex. N» 1216. 

3. Hapalogaster Grebnitzhii, n. sp. a) Abriss des Kopf brustschildes ; b) rechte Scheere, von der 

Aussenseite gesehen. 

4. Hapalogaster Mertensii Brdt. Kechte Scheere, von der Aussenseite gesehen. Die Behaarung 

ist weggelassen. 

5. Halbschematische Darstellung der Form und der relativen Lage der Abdominalplatten bei: 

a) H. Mertensii, b) H. Brandti und c) H. Mandtii; etwas vergrössert. 

6. Placetron Wosnessenskii, n. gen., n. sp. a), 2 (Ex. JV» 2129); die natürliche Grösse vide Maass- 

tabelle; b) erstes (?) Abdominalfüsschen desselben Exemplares in nat. Grösse, c) Tergal- 
ansicht des Abdomen eines 16 mm. langen, weiblichen Exemplares; etwa l l / 2 Mal 
vergrössert. 



cfrKo 



Bulletin N. S. III (XXXV )p. 342. 



lél.W.II. 



cklfeev.Bas tenus Hapologaster Brdt.u.verw 




LULLKooK.S!Petersburfi 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIEÉS DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XIU. 

Neue asiatische Gentianen. Von N. Kusnezow. [Fortsetzung 1 )]. (Lu le 
29 Mai 1892). 

(Mit einer Tafel). 

8. Gentiana Grombczewskii n. sp. (Pneumonanthe, Subsect. 2. Gri- 

sebach in DC. Prodromus IX, p. 110) [Fig. 56 — 58] Rhizomatis collo , 

caule adscendente v. erecto, foliis imis fasciculatis lanceolato-oblongis in 
petiolum longum attenuatis 5-nervis raargine sublaevibus, caule brevioribus ; 
floribus sessilibus in capitulum terminale globosum pluriflorum solitarium 
dense congestis; calycis dimidiato-spathacei abbreviati inaequaliter 5-lobi 
lobis subulatis tubo calycis multo brevioribus v. subnullis, corollae tubuloso- 
infundibuliformis siphonanthae calycem triplo (rarius subduplo) superantis 
flavae lobis ovato-oblongis obtusis, plicis lanceolatis v. lanceolato-subulatis 
integris v. apice bifidis lobos corollae aeqiiantibus ; capsula in stipitem longum 
attenuata. <%. . v. s. 

G. Olgae Regl. et Schmalh. 2 ), G. Regeli Kusnez. 3 ) et G. siphonanthae 
Maxim. 4 ) affinis. 

Turkestan orientalis 4 Aug. 1889. (Grombczewski). Kokan. Inter Jor- 
dan et Karakasuk 9 Juli 1871. 0. Fedczenko; (Herb. Turcestan. Horti 
Petropolitani ; teste E. Regel sub nom. G. Olgae Rgl. et Schmalh.). 

9. Gentiana hexaphylla Maxim. (Pneumonanthe, Subsect. 3 Grise- 
bach in DC. Prodromus IX, p. 111). Fig. [31 — 34] Perennis, caulibus de- 
cumbentibus, aliis sterilibus, aliis floriferis; foliis rosulatis nullis, caulinis 
linearibus v. lineari-spathulatis anguste albo-marginatis, constanter 6-ver- 
ticillatis basi in vaginam unam coalitis, inferioribus brevioribus, superioribus 
majoribus obtusis mucronatis; floribus solitariis sessilibus; calycis integri 
6-fidi corollae l / 3 — % partem aequantis lobis lineari-spathulatis obtusis 
mucronatis tubo truncato sublongioribus margine scabriusculis ; corollae 
6-lobae infundibuliformis basi in tubum angustum constrictae apice dilatatae 



1) Mél. Biol. XIII, pp. 175—178. 

2) IlyTeuiecTBie bt> TypKecTam. A. II. <I>eji,ieHKO (IÏ3B. Hmh. Oôin;. Äw6. EcTecTB. , 
AHTponoj. h 9THorp. t. XXXIV, b. 2. C.-IIeTepôypr'B 1882. CTp. 55). 

3) Mél. Biol. XIII. p. 177. 

4) 1. c. p. 176. Corrigendum: G. siphonantha Maxim. Capsula sessilis (Fig. 59). 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 349. 



338 N. KUSNEZOW, [t. XIII 

apertae coerulescentis eleganter viridi-vittatae lobis parvis ovatis rotundatis 
apice mucronatis, plicis brevibus truncatis v. subtriangularibus margine 
crenulatis; antheris liberis, capsula longissime stipitata, stigmatibus oblongis 
sessilibus revolutis, testa ^ . v. s. 

G. temifoliae Franch. 5 ) affinis. 

China borealis; prov. Szetschuan septentrionalis. 10 Aug. 1885 (Po- 
tanin). 

10. Gentiana tetraphylla n. sp. (Pneumonanthe, Subsect. 3 Grise- 
bach in DC. Prodroraus IX, p. 111). Fig. [35 — 37] Perennis, caulibus 
pluribus decumbentibus, aliis sterilibus, aliis floriferis ; foliis rosulatis nullis, 
caulinis linearibus anguste albo-marginatis margine scabriusculis constanter 
4-verticillatis basi in vaginam unam coalitis inferioribus brevioribus superi- 
oribus majoribus obtusis mucronatis v. superioribus acutiusculis; floribus so- 
litariis sessilibus ; calycis integri 6 — 7-fidi corollae dimidium aequantis lobis 
linearibus acutis tubo sublongioribus v. brevioribus margine scabriusculis; 
corollae longe campanulato-infundibuliformis coeruleae lobis ovato-deltoideis 
acuminatis plicas triangulares acuminatas minuto-crenulatas duplo supe- 
rantibus; antheris connatis, capsula longissime stipitata, stigmatibus ob- 
longis sessilibus, testa % . v. s. 

Forma intermedia, cum G. ternifolia Franch. atque G. hexaphylla 
Maxim, collocanda. 

Cliina borealis; prov. Szetschuan septentrionalis 10 Aug. 1885 (Po- 
tanin). 

11. Gentiana chinensis n. sp. (Pneumonanthe, Subsect. 3. Grise- 
bach in DC. Prodromus IX, p. 111). [Fig. 38 — 42] Caulibus pluribus 
decumbentibus ramosis, ramis apice quadrangularibus angulis scabris; foliis 
petiolatis ellipticis margine subcartilagineis tenerrime scabris apice acutius- 
culis v. obtusiusculis; cyma capituliformi pauciflora; calycis integri breviter 
5-fidi corolla triplo brevioris ore truncati lobis subaequalibus parvis linea- 
ribus v. triangularibus acuminatis tubo multo brevioribus basi in angulum 
obtusum exhibentibus $ corollae clavatae lobis brevibus ovatis apice acumi- 
natis plicas unilaterales triangulares acutissimas multo superantibus ; antheris 
liberis; stigmatibus oblongis demum revolutis; capsula longe stipitata ellip- 
tica utrinque attenuata intra corollam inclusa v. subexserta ; seminibus glo- 
bosis; testa lamelloso-rugosa. %. v. s. 



5) Franche t. Description de quelques espèces de Gentiana du Yun-Nan. (Bull. d. 1. Soc. 
botan. de France, Tome XXXI. p. 377). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 350. 



T. XHl] NEUE ASIATISCHE GENTIANEN. 339 

G. SïkUmensis Clarke 6 ) [Fig. 43 — 45] proxima. 
China borealis; prov. Szetchuan. (Dr. A. Henry. J\ls 8867. Gentiana 
n. sp. ?). 

12. Gentiana spathulaefolia n. sp. (Chondrophylla, annua). [Fig. 
53 — 55] Multicaulis basi laxe ramosa, cauliculis apice tenuissime scabris; 
foliis basilaribus rosulatis ovatis mucronatis quam caulina spathulata acu- 
minata aristata cartilaginea margine glabra majoribus; cauliculis ramisque 
1-floris; calycis anguste infundibuliformis dentibus erectis v. rarius subre- 
curvatis lineari-lanceolatis dorso carinatis aristatis mucronatisve tubo calycis 
duplo brevioribus sinus corollae non attingentibus ; corollae roseae tubo in- 
fundibuliformi lobos ovato-subacutos triplo superante, plicis integris acutis 
lobos aequantïbus; capsula obovata apice alata inclusa v. e corolla exserta. 
v. s. 

Forma intermedia, cum G. humili Stev. atque G. pedicellata "Wall, 
collocanda. G. apertae Maxim. 7 ), G. Maximoviczi Kusnez. 8 ) etG.leucome- 
laenae Maxim. 9 ) affinis. 

China borealis; prov. Kansu occidentalis, in monte Jalissan, 17 Juni 
1885; in valle fl. Tao-he, 12 Juni 1885; ad monast. Dshoni ad fl. Tao-he, 
13 Mai 1885 (Potanin); prov. Szetschuan septentrionalis, ad fl. Nereku, 
26 Juli 1885; adfl. Atu-Lunwa, 9 Aug. 1885; adfl. Honton, 9 Aug. 1885; 
Guma-kika, 6 Aug. 1885 (Potanin). 

Maximovicz bestimmte vorläufig alle diese von Potanin gesammelte 
Exemplare als G. aperta Maxim., welche von ihm schon im Jahre 1881 in den 
Mél. Biol. del'Ac. Imp. d. Sc. de St. Pétersb.XI, p. 264 nach den von Prze- 
walski in Kansu, am Flusse Rako-gol gesammelten Exemplaren, beschrie- 
ben worden ist. Eine Vergleichung aber der Exemplare von Potanin [Fig. 
53 — 75] mit denen von Przewalski [Fig. 46 — 52] zeigte deutlich, dass 
es zwei verschiedene Arten sind, die der Form der Blätter und der Gestalt 
der Kronenfalte nach sich leicht von einander unterscheiden lassen. 

ß. ciliata v. n. Cauliculis filiformibus scabris foliis spathulatis, supe- 
rioribus lineari-lanceolatis, omnibus margine nervoque medio ciliato-scabris; 
floribus minoribus, calycis dentibus margine atque dorso carinato ciliato- 
scabris; corolla atro-vittata. v. s. 

China borealis; prov. Kansu occidentalis. In cacnmine montis Tschagola 
supra sylvas. 11 Juli 1885 (Potanin). 



6) Hook. Fl. Br. Ind. IV, p. 114. 

7) Mél. Biol. XI, p. 264. 

8) Mél. Biol. XIII. p. 175. 

9) 1. c. p. 175. 

Bulletin N..S.JUI (XXXV) p. 351. 



340 N. KUSNEZOW, KEUB ASIATISCHE GENTIANEN. [t. XIII 

13. Gentiana Haynaldi Kanitz. (Plant, in exped. specul. comitis 
Bêla Széchenyi a Ludovico de Lôczy in Asia Centr. collect, enumer. 1891, 
p. 39, Tab. IV). 

Diese als neu von Kanitz beschriebene Gentiana ist mit der G. Unoides 
Franch. zu vereinigen. G. Unoides Francli. ist erst im Jahre 1890 im 
Journ. of the Linn. Society. JVs 174, p. 129 nach den von Delavay in 
Yunnan gesammelten Exemplaren beschrieben; die Doubletten aber waren 
schon vor einigen Jahren unter den verschiedenen grösseren Herbarien 
vertheilt. Die Untersuchung der Exemplare Delavay 's, welche im Herba- 
rium des K. Bot. Gartens zu St. Petersburg sich befinden, zeigte mir, dass, 
so weit man nach der kurzen Beschreibung von Kanitz und seinen schönen 
Abbildungen urtheilen kann, seine G. Haynaldi, welche von Lud. Lôczy 
in Szetschuan gesammelt wurde, von G. Unoides Franch. nicht zu unter- 
scheiden und deshalb der Priorität wegen G. Unoides Franch. zu nennen ist. 

14. Gentiana Jankae Kanitz. (Plant, in exped. specul. comitis Bêla 
Széchenyi a Ludovico de Löczy in Asia Central, collect, enumer. 1891, p. 
41, Tab. IV). 

Diese von L. Löczy in Yunnan gefundene schöne Gentiana unter- 
scheidet sich nicht von G. rhodantlia Franch., welche im Jahre 1890 im 
Journ. of the Linn. Society M. 174, p. 133 nach den ebenfalls in Yunnan 
von Delavay gesammelten Exemplaren beschrieben ist und muss mit dieser 
letzteren vereinigt werden. Im Herbarium des K. Bot. Gartens zu St. Peters- 
burg giebt es Exemplare von G. rhodantha Franch., welche Delavay in 
Yunnan und Henry in Ichang gesammelt haben. 

15. Gentiana Maximoviczii Kanitz [non Kusnez. in Mél. Biol. 
XIII, p. 175] (Plant, in exped. specul. comitis Bêla Széchenyi a Ludovico 
de Lôczy in Asia Central, collect, enumer. 1891, p. 39. Tab. III). 

Diese von Kanitz nach den Exemplaren von L. Lôczy aus Kansu als 
nova species beschriebene Gentiana ist leider auch nicht neu. Die Diagnose 
und die schönen Abbildungen zeigen deutlich, dass G. Maximoviczii Kanitz 
nichts anderes ist, als G. alerta Maxim., welche noch im Jahre 1881 in den 
Mél. Biol. XI, p. 264, nach den Exemplaren von Przewalski aus Kansu, 
von Maximowicz beschrieben ist; demnach muss G. Maximoviczii Kanitz 
mit der G. aperta Maxim, vereinigt werden. 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 352. 



Mélanges biologiques. 



N.Knsnezow. Neue Asiatische Gentianeii. il. 






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31-34-. G. hexa pfrylla Maxim. 31 corolla.32.calyx.33.stamen.34 semen 35-32 G. tetraph.yHa n.sp. 3 5. co- 
rolla. 36. calyx 3?pistillum. 38^42. G. chmensrs nsp. <38.coro[la.39.plrca. 40. calyx. 4lcaps:ula.4£. semen. 
43-4-5 G. sikkiniensis . Clarke. 43. corolla. 44.cal.yx. 45. capsula. 46-52. Gaperta Maxim. 46ilos. 47coroi- . 
la. 40.calyx.49. 50. capsula. 51pistillurn. 52. semen 53~55. C. spathulaefolia . nap. 53. corolla. 54 calyx. 55. 
pistillum. 56-53. G. GrromTjczewskfi ri. sp. 56. corolla. 57calyx 58. capsula. 59. Gsiphonanta Maxim. 59. 
capsula. „ .. .. pn ^ 

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MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADEMIE IMPERIALE DES SCIENCES DE ST.- PETERSBOURG. 

TOME XIII. 



Über eine neue Katzen-Art (Felis pallida n. sp.) aus China. Von Eug. Büchner. 

(Lu le 26 août 1892.) 

Das Material aus der Gattung Felis, welches in den letzten Jahren von 
unseren grösseren Expeditionen und einzelnen Reisenden in verschiedenen 
Theilen Asiens zusammengebracht wurde und in den Besitz des Zoologi- 
schen Museums der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften überge- 
gangen ist, kann leider nicht als ein besonders reichhaltiges bezeichnet wer- 
den; nichtsdestoweniger habe ich bei näherer Sichtung dieses Materials ge- 
funden, dass zwei Bälge (n. 1917 und 1933) aus der Gruppe der Chaus- 
Katzen, welche aus der Ausbeute der vierten Expedition von N. M. Prze- 
walski stammen, die Typen einer neuen Art repräsentiren. Im Nachfol- 
genden gebe ich eine Beschreibung dieser neuen Art, die ich mit dem 
Namen Felis pallida belege, und behalte mir vor auf dieselbe bei Gelegen- 
heit der Behandlung der Katzen in den «Wissenschaftlichen Resultaten der 
Reisen Przewalski's» näher zurückzukommen. 

Diese neue Art steht Felis cliaus Güld., welche bekanntlich in der Fär- 
bung nicht unbedeutenden Abänderungen unterworfen ist, recht nahe, unter- 
scheidet sich aber von derselben durch folgende constante Merkmale. Die 
Aussenseite des Ohres ist bei Felis pallida von der Färbung der Oberseite, 
erscheint folglich auf bräunlichgelbem Grunde dicht schwärzlich melirt; bei 
F. chaus dagegen ist die Aussenseite des Ohres immer rostroth oder rost- 
gelb mit schwarzer oder schwärzlicher Endspitze x ); dem entsprechend ist 
auch der kurze Ohrpinsel bei F. chaus schwarz, während derselbe bei F. 
pallida bräunlichgelb, mit Schwarz untermischt, erscheint. Ferner wird 
diese neue Art durch ihre allgemeine sehr blasse, gelblichgraue Färbung 
charakterisirt, in welcher die rostfarbenen Töne, die bei F. chaus namentlich 
am Kopfe, auf der Unterseite und den Extremitäten meist sehr intensiv aus- 
gesprochen sind, gar keinen Antheil nehmen; die Körpertheile, die bei F. 
chaus rostroth oder rostgelb gefärbt erscheinen, weisen demnach bei F. pal- 
lida eine weissliche oder graue Färbung auf. Der Schwanz der neuen Art 



1) Bei einzelnen Exemplaren (Felis Jacquemonti) der Felis chaus ist diese schwarze Fär- 
bung auf der Aussenseite des Ohres, welche sonst einen 6 — 13 mm. breiten Endsaum bildet, 
nur auf den äussersten Ohrenrand reducirt. 

Bnllotin N. S. IIJ (XXXV) p. 433. 24 



342 EUG. BÜCHNER, [t. XIII 

ist auffallend länger und buschiger als derjenige der F. cliaus; bei dieser 
letzteren Art erreicht der Schwanz eine Länge von höchstens 280 mm., 
während die Schwanzlänge unserer Originalexemplare 345 iura, beträgt. 
Die nähere Beschreibung dieser neuen Art ist folgende: 
Die ganze Oberseite erscheint auf einer gelblichgrauen Grundfärbung 
sehr dicht und unregelmässig schwärzlich oder sehr dunkel bräunlich ge- 
stichelt; diese dunkle Melirung, welche keine besondere Zeichnung bedingt, 
ist längs dem Rücken intensiver und dichter als an den Seiten. Jedes Grannen- 
haar der Oberseite ist in seinem Basaltheile zuerst gelblich und dann schwärz- 
lich gefärbt, darauf folgt der meist grosse, zuweilen die Hälfte der ganzen 
Haarlänge einnehmende, grauweisslich gefärbte Theil, an welchen sich die 
bald kürzere, bald wieder längere, schwarze Endspitze anlehnt. Zwischen 
diesen Grannenhaaren ist in grosser Menge das kürzere, sehr dünne Woll- 
haar dicht eingestreut; dasselbe ist in seinem Basaltheile hellschieferfarben 
und in seinem Endtheile bräunlichgelb gefärbt. Längs dem Rücken, wo 
die Grundfärbung dunkler erscheint, sind die Wollhaare in ihrem End- 
theile verwaschen dunkelbräunlich gefärbt und weisen die Grannenhaare 
ihren grauweisslich gefärbten Theil nur in einer verhältnissmässig geringen 
Ausdehnung auf. Auf den Grannenhaaren der Leibesseiten dagegen nimmt 
dieser grauweisslich gefärbte Theil an Ausdehnung sehr bedeutend zu und 
ist die dunkle Färbung nur auf die äusserste schwarze Endspitze beschränkt; 
es erscheint demnach die Grundfärbung längs den Körperseiten sehr 
hell, wobei die dunkle Stichelung theils von den Endspitzen, theils von 
der dunklen Basalfärbung der Grannenhaare bedingt wird. Die Aussenseite 
der Extremitäten ist von der Färbung der Leibesseiten; bei dem kleineren, 
überhaupt etwas heller gefärbten Exemplare stehen auf dem Hinterschenkel 
vier undeutliche dunklere Querbinden; auf der Innenseite des Vorderarmes 
befindet sich eine breite schwärzliche Querbinde. Die Färbung der Sohlen 
ist eine schwärzliche. 

Die Oberseite des Kopfes ist unbedeutend dunkler gefärbt als der Rücken, 
und erscheint auf bräunlichgelbem Grunde dicht schwärzlich gestichelt. Von 
derselben Färbung ist auch die Aussenseite der Ohren bis zu ihrer Spitze; 
die Innenfläche derselben ist nur längs dem Innenrande von langen weiss- 
lichen Haaren ziemlich dicht bestanden, sonst aber nur spärlich mit kür- 
zeren, weisslichen Härchen besetzt. Hinter den Ohren steht jederseits ein 
einfarbiges blasses rostbräunliches Feld. Die Gegend um die Nase ist bräun- 
lich gefärbt; über die Wangen ziehen sich zwei, nicht besonders scharf aus- 
gesprochene, rostbräunliche Längsstreifen hin ; der untere beginnt nahe am 
Oberlippenrande unter dem Auge und erstreckt sich, in ziemlich gerader 
Linie verlaufend, noch c. 45 mm. hinter die Mundwinkel; der obere 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 434. 



[T. XII - ÜBER EINE NEUE KATZEN-ART (FELIS PALLIDA N. SP.) AUS CHINA. 343 

Wangenstreif nimmt seinen Anfang dicht am unteren Augenrande, verläuft 
in einem Bogen über die "Wange, beugt sich dann abwärts und erstreckt 
sich eben so weit wie der untere Streifen, mit welchem er hinten zusammen 
kommt. Die Färbung zwischen den Wangenstreifen erscheint hellgrau ; unter 
dem unteren Wangen streifen ist dieselbe weiss. Die Mundwinkel, Unterlippen- 
rand und Kinn sind weiss; die Kehle erscheint verwaschen gelbbräunlich; 
sonst ist die ganze Unterseite von langen weissen Grannenhaaren bestanden, 
durch welche die gelbbräunliche Färbung des Wollhaares durchschimmert. 
Die Schwanzspitze ist schwarz; vor derselben stehen drei (bei n. 1933) oder 
vier (bei n. 1917) breite, schwarze Ringe, die durch weissliche Streifen von 
einander getrennt sind. Der Basaltheil des Schwanzes ist auf seiner Ober- 
seite von der Rückenfärbung, doch gruppirt sich hier bei n. 1917 die dunkle 
Stichelung in noch weitere drei verwaschene Binden. 

Die Ausmessung der beiden Original -Exemplare lieferte folgende Werthe: 

Von der Nasenspitze bis zur Schwanzwurzel. . 775 — 685 mm. 

Länge des Schwanzes mit den Endhaaren .... 345 — 348 » 

Letzte Haare des Schwanzes 24 — 23 » 

Ohrenlänge, von der Basis des Aussenrandes bis 

zur Spitze 67 — 58 » 

Länge des Ohrpinsels 19 — 22,5 » 

Von der Nasenspitze bis zur Mitte des Auges . 43 — 40 » 

Von der Nasenspitze bis zur Basis des Aussen- 
randes des Ohres 106 — 99 » 

Die Original-Exemplare dieser Art wurden von N. M. Przewalski im 
März 1884 in der Süd-Tetung-Kette, Provinz Ganssu, erworben. Diese 
Katze, welche mongolisch mori-tschelessun heisst, soll hier nicht häufig 
vorkommen. 



Bulletin X. S. III (XXXV) p. 435. 



MELANGES BIOLOGIQUES 

TIMES DU 

BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURG. 

TOME XTTT. 

Zur Embryobildung der Birke. (Vorläufige Mittheilung). Von S. Nawaschin. 

(Lu le 18 novembre 1892). 

In jüngster Zeit sind durch Treub's Entdeckungen die charakteristi- 
schen Vorgänge bekannt geworden, welche sich in der Samenknospe der 
Casuarineen vor der Befruchtung abspielen. Diese Vorgänge haben sich von 
den bei allen nahe stehenden Pflanzen beobachteten als durchaus verschieden 
erwiesen, und zwar in solchem Grade, dass Treub die Casuarineen von den 
übrigen Angiospermen zu trennen und zu einer einzigen Familie der Classis 
«Chalazogamae» zu erheben versucht hat 1 ). 

Obschon alle darüber vorhandenen Angaben, auf welche Treub in 
seiner Abhandlung hinweist, darin übereinstimmen, dass die Befruchtung 
bei allen den Casuarineen verwandten Pflanzen in derselben Weise wie bei 
den übrigen Angiospermen erfolgt, so Hessen dennoch vergleichende Unter- 
suchungen des Befruchtungsprocesses bei einigen Familien interessante Re- 
sultate erwarten; erstens, weil eine gewisse Verwandtschaft zwischen den 
Casuarineen einerseits und einigen Apetalen anderseits doch unverkennbar 
ist, und zweitens, weil ein Mangel an eingehenderen Untersuchungen gerade 
über die fraglichen Familien sich nicht verkennen lässt. So finden wir in 
Schacht's Beiträgen manche Angaben über Betulineen, betreffend die Aus- 
bildung des Fruchtknotens, die Bestäubung, «unthätiges Verweilen» der 
Pollenschläuche im Staubwegcanale und die spät eintretende Befruchtung. 
Hofmeister berichtet in kurzen Worten über den Bau des Embryosackes 
und die Befruchtung bei der Birke wie folgt: «Im Innern des Eikernes von 
Betida alba, Carpinus Betulus erlangt erst gegen Ende Mai der Embryo- 
sack seine ihm vor der Befruchtung zukommende Grösse : erst jetzt werden 
die Keimbläschen ausgebildet. Unter ihnen liegt an der Wand des Embryo - 
sackes dessen verhältnissmässig kleiner Kern; Gegenfüssler der Keimbläs- 
chen sind vorhanden. Die den Scheitel des Embryosacks deckenden 
Zellschichten durchborend, bewirkt der Pollenschlauch bei der 
Birke Mitte, bei der Hainbuche Ende Juni die Befruchtung. 



1) M. Treub. «Sur les Casuarinées et leur place dans le système naturel». Extrait des 
Annales du Jardia Botanique de Buitenzorg. Vol. X. p. 145 — 231. 
Bulletin N. S. III (XXXV) p. 479. 



346 



S. NAWASCHIX, 



[T. XIII 



Nachdem Hofmeister also nichts Auffallendes bei der Birke gefunden 
hat, war ich nicht wenig erstaunt die Ausbildung der Samenknospe und 
besonders die Art des Eindringens des Pollenschlauchs in dieselbe bei der 




Birke in den wesentlichsten Zügen mit den bei den Casuarineen von Treub 
beschriebenen Vorgängen, übereinstimmend zu finden. Hier will ich mich 
darauf beschränken nur über die zwei eben angegebenen Momente der 
Embryobildung zu berichten, da letztere mir als Leitfäden zur Ermit- 
telung der Analogie zwischen der Birke und den Casuarineen gedient 
haben. 

Anfang Jnni finden wir die Samenknospe der Birke in ziemlich ent- 
wickeltem Zustande; sie bestellt aus dem fast vollkommen ausgebildeten 
Integumente und dem Kerne, der seine definitive Grösse schon fast erreicht 
hat. In dem Kerne ist aber eine axile Zellreihe, welche gewöhnlich bei den 
übrigen Angiospermen deutlich hervortritt, nicht wahrzunehmen; das 
Kerngewebe erscheint vielmehr in einen mächtigen centralen, aus zahl- 
reichen, länglichtrapezoidischen Zellen zusammengesetzten und einen 
peripherischen, zwei bis drei Zellschichten dicken Theile differenzirt. Die 
Grenze zwischen den beiden erwähnten Theilen des Kerngewebes ist durch 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 4S0. 



T. XIIl] ZUR EMBRYOBILDUNG DER BIRKE. (VORLÄUFIGE MITTBEILÜNG.) 347 

eine Linie, die an den mit Eau de Javelle durchsichtig gemachten Präpa- 
raten noch immer deutlich wahrgenommen werden kann, scharf markirt. 
Ausserdem zeichnet sich der peripherische Theil des Kernes von dem cen- 
tralen noch dadurch aus, dass die Zellen desselben zwar unregelmässig ge- 
staltet, doch isodiametrich (nicht länglich) erscheinen. Der centrale Theil 
des Kernes ist nach unten in einen kurzen Fuss verschmälert, welcher bis 
an die Chalaza reicht; dem entsprechend nimmt der peripherische Theil an 
der Basis des Kernes an Dicke zu und wird hier aus drei bis vie/ Zell- 
schichten gebildet. 

Nun wird der entsprechende Entwickelungszustand der Samenknospe bei 
den Casuarineen von Treub dadurch charakterisirt, dass ein mächtiges, 
scharf différai cirtes «sporenbildendes Gewebe» ((de grand massif de tissu 
sporogène, bien délimité et composé de centaines de cellules») das Innere 
der Samenknospe einnimmt 2 ). 

Von den Unterschieden in der weiteren Entwickelung des sporenbildenden 
Gewebes der Birke von derjenigen bei der Casuarina will ich hier absehen, 
da sie erst nach Vollendung der von mir schon begonnenen vergleichenden 
Untersuchungen über die Embryobildung der übrigen Betulineen und der 
ihnen nahverwandten Pflanzen aufgeklärt werden können. 

Den Casuarineen ganz analog erscheint das Verhalten des Pollen- 
schlauches der Birke, welcher nie in die Fruchtknotenhöhle eintritt 
und demnach auch nicht in die Mikropyle eindringt. Er wächst in das 
Gewebe des oberen Theiles des Samenträgers bis zum Nabelstrange hinein, 
dringt durch den letzteren zur Chalaza vor und steigt dann wieder nach oben, 
um schliesslich durch das Kerngewebe bis an den Scheitel des Embryo - 
sacks zu gelangen. Auf einem gut gelungenen Medianlängsschnitte des 
Fruchtknotens liess sich der Verlauf des Pollenschlauches von der Narbe 
aus bis zum Embryosacke ununterbrochen verfolgen. Eine nach diesem 
Präparate entworfene Skizze stellt die beigebrachte Abbildung dar, welche 
das ebenerwähnte Verhalten des Pollenschlauches zur Genüge erläutert. 
Beim Vergleiche derselben mit der ihr entsprechenden Abbildung von 
Treub (Tab. XXII) ist zu ersehen, dass beide sogar in manchen Details 
mit einander übereinstimmen. So fällt es in beiden Abbildungen auf, dass 
der Pollenschlauch jedesmal, wo er eine neue Richtung annimmt und einen 
Winkel macht, je ein kurzes Zweiglein treibt. Über das Vorkommen solcher 
Zweige bei den Pollenschläuchen der Casuarina sagt Treub: «le tube polli- 
nique produit, dans la région chalazienne, quelques courtes branches avant 
de pénétrer dans le nucelle» (1. c. p. 179), indem er dabei auf die Tab. XXII 



2) M. Treub, Ï. c. p. 210. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 4SI. 



348 S. NAWASCHIN, ZUR EMBRYOBILDUNG DER BIRKE. [t. XIII 

und XXIII seines Werkes hinweist. Ausserdem sind in meiner Abbildung 
zwei deutliche Verengerungen des in dem Kerngewebe hinaufsteigenden 
Theiles des Pollenschlauches zu bemerken. Ein Gleiches giebt Treub für 
Casuarina an: «Ce rétrécissement du tube pollinique au milieu du nucelle 
s'est présenté tôt ou tard dans tous les ovules que j'ai examinés «(fig. 3 a, 
3 b. PI. XXIV). 

Die Übereinstimmung in dem weiteren Verhalten des Pollenschlauches 
der Birke mit demjenigen der Casuarina, ist aber keine vollkommene; der 
Ort, an welchem die Pollenschlauchspitze bei der Birke den Embryosack 
trifft, scheint constant zu sein, und zwar der Ansatzstelle des Eiapparates 
am Scheitel des Embryosacks zu correspondiren. Bei den Casuarineen da- 
gegen erscheint der Ort, wo der Pollenschlauch dem Embryosacke sich 
anlegt, für die Ausführung der Befruchtung, ganz gleichgültig, wie aus dem 
folgenden CitateTreub's zu ersehen ist: «jamais le sommet du tube pollinique 
des Casuarina, dans aucun stade d'évolution du sac embryonaire ne se trouve 
appliqué contre la surface du sac au dessus de l'endroit où est inséré l'ap- 
pareil sexuel» (1. c. p. 199). 

Über die Befruchtung der Birke bin ich, wegen der Kleinheit des zu 
untersuchenden Objectes, noch nicht in's Klare gekommen; besonders aber 
wird die Untersuchung durch die stets vorhandenen zahlreichen Ausstül- 
pungen der Pollenschlauchspitze, welche die Auffindung des Pollenzellker- 
nes und sogar des Sexualapparates fast unmöglich machen, erschwert. 

Die Hauptresultate lassen sich folgendermaassen zusammenfassen. 

1) Die Embryobildung der Birke hat zwei Momente mit derjenigen der 
Casuarina gemein: das Vorhandensein eines rudimenteren sporogenen Ge- 
webes im Innern des Kernes und das Eindringen der Pollenschlauchspitze 
in den Kern durch die Chalaza. 

2) Die übrigen Vorgänge bei der Embryobildung der Birke: die Ent- 
stehung einer einzigen «Macrospore» im sporogenen Gewebe, aus welcher 
der Embryosack sich entwickelt, und das Hinaufsteigen der Pollenschlauch- 
spitze bis zum Scheitel des Embryosackes sind von denen der Casuarina 
verschieden. 

3) Es kann demnach an eine Trennung der Casuarineen von den übrigen 
Angiospermen nicht gedacht werden; vielmehr führt eine deutliche Ver- 
bindung von den Casuarineen, durch Vermittelung der Birke, zu den niederen 
Angiospermen (Apetalen) hin. 



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Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 482. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES DU 



BULLETIN DE L'ACADEIIE IMPERIALE DES SCIENCES DE ST.- PETERSBOURG. 

TOME XTTT. 



Über die Brandkrankheit der Torfmoose. Von. S. Na was chin. (Lu le 

4 novembre 1892). 

(Mit 1 Tafel). 

Seit dem Erscheinen der berühmten Monographie Schimper's über 
die Torfmoose ist es bekannt, dass in dem Sporensacke der Sphagnumkapsel 
ausser den normalen tetraëdrischen zuweilen auch viel kleinere polyëdrische 
Sporen sich entwickeln. Nach Schimper's Angabe sind diese polyèdrischen 
Sporen ein Product der weiteren Theilungen der normalen Sporenmutter- 
zellen; anstatt nämlich die gewöhnlichen Sporen-Tetraden durch Vierthei- 
lung zu erzeugen, theilt sich, nach ihm, jede Sporenmutterzelle in sechszehn 
kleinere Polyeder, die Sechszehnflächner sein sollen. Das Schicksal dieser 
«polyèdrischen» Sporen ist unbekannt geblieben (bleibt auch unbekannt bis 
heut' zu Tage), da, in allen von Schimper angestellten Aussaatversuchen, 
diese Sporen als unkeimfähig sich erwiesen haben. Schimper hat ausser- 
dem nachgewiesen, dass diese kleineren Sporen zuweilen neben den tetraë- 
drischen in derselben Kapsel erzeugt werden; während solche Kapseln bei- 
nahe von derselben Dimension sind, wie normale, nur tetraëdrische Sporen 
enthaltende, erscheinen die mit den kleineren, «polyèdrischen» Sporen allein 
erfüllten Kapseln viel kleiner, wie verkümmert. Solche kleinere Sphagnum- 
kapseln wurden von einigen Botanikern Mikrosporangien genannt, und die 
kleineren, «polyèdrischen» Sporen zugleich als den Mikrosporen der höheren 
Kryptogamen homologe Gebilde angesehen. Die Fähigkeit sich vermittelst 
zweierlei Arten von Sporen zu vermehren, ist von Schimper sogar als ein 
Merkmal der Ordnung Sphagnaceae hervorgehoben worden, was er in fol- 
genden Worten kurz zusammenfasst: «sporae dimorphae, majores depresso- 
tetraëdrae, minores polyëdrae». (Monogr., p. 9). 

Später jedoch wurde diese Ansicht Schimper's, als auch überhaupt 
die Existenz dieser Gebilde seitens mehrerer Botaniker vielfach geleugnet, 
denn, erstens, giebt es ja keinen analogen Fall bei den übrigen Moosen, 
die, wie bekannt, alle ohne Ausnahme, nur Sporen von einerlei Art erzeugen, 
und zweitens, weil die Erzeugung der kleineren Sporen in den Sphagnum- 
kapseln überhaupt keine häufige, vielmehr eine anomale Erscheinung ist. 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 531. 24* 



350 S. NAWASCHIN, [T. XIII 

Es wurden diese Sporen seit Schimper, so viel ich weiss, in der letzten 
Zeit, nur dreimal und zwar von Warnstorf, Russow und mir gefunden. 

Hinsichtlich der Natur der fraglichen Sporen spricht Goebel in seinen 
«Muscineen» die Vermuthung aus, dass «diese räthselhaften Bildungen» viel- 
mehr ein durch die Thätigkeit eines unbekannten Pilzes hervorgebrachtes 
Deformationsproduct der normalen Sporen seien 1 ). Der deutsche Hepatico- 
log Stephani, der ähnliche kleinere Sporen, welche unzweifelhaft einem 
Pilze gehörten, in der Kapsel von Antlioceros einmal beobachtete, deutet 
ebenfalls die von ihm übrigens nicht untersuchten Mikrospuren von Sphag- 
num als Sporen eines Schmarotzers. Warnstorf, hingegen, erklärt diese 
Gebilde für echte Mikrospuren, welche männliche Sphagnumpflanzen er- 
zeugen, weil sie, seinen Beobachtungen nach, nur bei zweihäusigen Sphagnum- 
arten vorkommen sollen 2 ). Diese Angabe Warnstorf 's bin ich genöthigt 
schon deshalb als unrichtig zu erklären, weil ich die «Mikrospuren» bei 
einem einhäusigen Sphagnum, nämlich bei Sph. squarrosum gefunden habe. 

Um die Frage über die wahre Natur der Schimper'schen «Polyeder» 
bestimmt zu beantworten, musste deren Entwicklung aufgeklärt werden. 
Eine der gestellten Forderung entsprechende Untersuchung habe ich schon 
im Jahre 1890 ausgeführt, indem ich die Entwicklung der polyëdrischen 
Sporen, die ich als unzweifelhafte Pilzsporen sofort erkannte, von ihrer An- 
lage an bis zur Reife verfolgte 3 ). Meine Untersuchungen geben zwar auf 
die Frage, über die Art und Weise wie die fraglichen Sporen auskeimen und 
die Wirthpflanze inficiren, keine Antwort. Immerhin glaube ich dieselbe 
schon veröffentlichen zu müssen, weil sie in Bezug auf die Natur der in 
Frage stehenden Bildungen die bestehenden Ansichten — die einen als un- 
richtig zu beseitigen, die anderen mit thatsächlichen Gründen, welche bisher 
fehlten, zu beweisen vollkommen hinreichen. 

Im Juni 1890, während einer Excursion im Gouvernement Wladimir, 
habe ich unweit von Orechowo-Sujewo Sphagnum squarrosum gefunden, 
welches in grossen, ausgedehnten und reichlich fruchtenden Rasen den quel- 
ligen Boden des Waldes bedeckte. Es fiel mir gleich auf, dass während die 
meisten Kapseln noch unreif, gelblich-grün und in den Perichaetien einge- 
senkt blieben, sich mehrere vorfanden, die zwar bedeutend kleiner, doch stark 
gebräunt und durch Streckung des Pseudopodiums schon ziemlich hoch über 
die Perichaetien emporgehoben (Fig 1) waren und dem Ansehen nach also 
frühzeitig reif erschienen. 



1) A. Schenk. Handbuch der Botanik, Bd. II, p. 394. 

2) C. "Warnstorf. «Die Acutifoliumgruppe der europ. Torfmoose». Separat aus d. Ab- 
handlungen d. Bot. Vereins d. Prov. Brandenburg. XXX. p. 91. 

3) S. Nawaschin. «Was sind eigentlich die sogenannten Mikrospuren der Torfmoose?» 
(Vorläufige Mittheilung). Bot. Centralbl. Bd. XLIII, p. 289. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 582. 



T. XIIl] ÜBER DIE BRANDKRANKHEIT DER TORFMOOSE. 351 

Als ich den Inhalt der kleineren Kapseln mikroskopisch untersuchte, 
habe ich zu meiner grössten Freude gefunden, dass derselbe aus denjenigen 
seltenen und räthselhaften Schimper'schen Polyedern bestand, welche man 
auf Tab. XI der Monographie von ihrem Entdecker naturgetreu abgebildet 
findet. In dem mitgebrachten Materiale waren viele Kapseln auch in jugend- 
lichen Zuständen vorhanden, wodurch mir die Möglichkeit geboten wurde, die 
Entwickelung der fraglichen Sporen von ihrer Anlage bis zur vollständigen Aus- 
bildung kennen zu lernen. Meine Untersuchungen zeigten mir ganz bestimmt, 
dass diese Polyeder, die sogenannten «Mikrospuren» von dem Mycel eines in 
denSphagnumkapseln schmarotzenden Pilzes, erzeugt werden. Alle Keimungs- 
und Aussaatversuche mit dem zu der Zeit mir zu Gebote gestandenen Ma- 
teriale ergaben nur ein negatives Resultat; ich war deshalb genöthigt, fer- 
nere Untersuchungen darüber abzubrechen; leider ist es mir nicht ge- 
lungen in den zwei letzten Jahren den interessanten Sphagnum-Pilz wieder 
zu finden. 

Das vegetative Mycel des Schmarotzers lässt sich in ganz jugendlichen 
Kapseln, obwohl nicht ohne Schwierigkeit, entdecken. Zur Untersuchung 
solcher Kapseln habe ich ausschliesslich Alcoholmaterial benutzt, welches 
zur Anfertigung feiner Schnitte selbstverständlich viel geeigneter war, als 
die frischen, saftigen, ziemlich weichen jungen Kapseln. Die Art und Weise 
der Verbreitung des Mycels im Nährgewebe untersuchte ich auf feinen me- 
dianen Längsschnitten der Kapsel (Fig. 2). Es gelang mir an solchen Prä- 
paraten das vegetative Mycel des Pilzes von der Basis des zwiebelartigen 
Sporogonfusses (Fig. 2 sf) bis in das Parenchym der Kapselwand und der 
Columella zu verfolgen (Fig. 2 par., col.). 

Das Mycel ist überhaupt sehr zart und nur sparsam verzweigt; es ver- 
läuft immer intercellular und treibt keine Haustorien in's Innere der Zellen 
des Nährgewebes. Die Hauptmasse des Pilzes entwickelt sich im zwiebel- 
artigen Sporogonfusse, besonders aber in den unteren Zellschichten des letz- 
teren, wo, wie bekannt, eine lockere Verbindung zwischen dem Sporogon- 
fusse einerseits und dem sogenannten Pseudopodium andererseits statt findet; 
die unterste Schicht der Basis des Sporogonfusses wächst nämlich mit ihren 
grossen, papillenartig vorgewölbten Zellen in das Gewebe des becherförmig 
ausgehöhlten oberen Endes des Pseudopodiums hinein (Fig. 2 ps). Diese 
und die nächsten oberen Zellschichten des Fusses bilden ein sehr lockeres, 
von weiten Intercellularen durchsetztes Gewebe, dessen Zellen von zahl- 
reichen Maschen der Hyphen umsponnen werden (Fig. 6). Diese Hyphen 
sind fast überall gleich dick (ca. 2 — 3 [/..), fadenförmig und ziemlich dick- 
wandig; ihr Plasmainhalt erscheint stark glänzend, fast homogen und enthält 
kleine Vacuolen ; trotz aller Mühe konnte ich in diesen Hyphen keine Quer- 

BnUetiu N. S. III (XXXV) p. 583. 



352 S. NAWASCHIN, [t. XIII 

Scheidewände entdecken. In der Fläche der Basis des Sporogonfusses nistend, 
bilden diese Hyphen das eigentliche vegetative Mycel, das Lager des Pilzes, 
da gerade dieser Theil desselben in den jüngeren Kapseln am reichlichsten 
entwickelt ist, so dass die übrigen Theile des Mycels nur als secundäre Ver- 
zweigungen dieses Haupttheiles erscheinen. Ob dieser Theil des Sporogons 
auch derjenige ist, wo der Pilz zuerst erscheint, oder mit anderen Worten, 
die Nährpflanze inficirt wird, will ich einstweilen dahingestellt sein lassen, 
da ich keine Gelegenheit hatte, die jüngeren Zustände der erkrankten Pflanze 
kennen zu lernen. 

Das ebenerwähnte Mycel sendet zahlreiche Hyphen nach oben, in die 
Kapsel, und nach unten, in das Pseudopodium. Die hinaufsteigenden Hyphen 
wuchern zwischen den Zellen der Kapselwand und Columella und neh- 
men allmählich die Beschaffenheit der sporenbildenden Hyphen an, während 
die herabsteigenden — die Zellmembranen des Pseudopodiumgewebes durch- 
bohren und innerhalb der Zellen wachsen; ihrem intracellularen Verlaufe ent- 
sprechend, gewinnen die letzteren Hyphen eine unregelmässige Gestalt viel- 
fach gekrümmter, knotiger Fäden, die jedesmal, wo sie eine Zellmembran 
durchbohren, stark angeschwollen erscheinen; sie sind zartwandig, mit fein- 
körnigem Protoplasma erfüllt und mit grossen Vacuolen versehen. Aller 
Wahrscheinlichkeit nach entziehen diese intracellularen Myceläste dem Spo- 
rogone Nährstoffe, welche in dem Gewebe des Pseudopodiums reichlich auf- 
gespeichert werden. Daher kann man diesen Myceltheil als ein den Hausto- 
rien gewisser Pilze analoges Gebilde ansehen. In der That ähneln ihre Zweige, 
mit denen sie unweit von der Basis des Sporogonfusses enden, wenigstens 
ihrer Gestalt nach, den gewöhnlichen Haustorien, wie aus Fig. 5 zu ersehen 
ist. Was nun die hinaufsteigenden Hyphen betrifft, so nehmen dieselben, 
wie schon oben gesagt, je weiter sie in's Innere der Kapsel hineinwachsen, 
die Beschaffenheit der sporenbildenden Fäden an. Sie drängen sich zwischen 
den Zellen des oberen Theiles des Sporogonfusses durch und gelangen in die 
mehrschichtige Kapsel wand und die Columella, wo sie sich weiter verbreiten 
und verzweigen. Sie erscheinen hier als dickwandige, stark glänzende 
Köhrchen, welche im Innern einen ziemlich dünnen, feinkörnigen Proto- 
plasmastrang führen; ihre Wände sind mit den Zellmembranen des Nähr- 
gewebes fest verschmolzen (Fig. 7). Auch in diesen Theilen des Mycels 
konnte ich keine Querscheidewände in den Hyphen entdecken, so dass das 
ganze Mycel als ein einzelliger, verzweigter Schlauch erscheint. Es ist wohl 
möglich, dass Querscheidewände obwohl nur sehr selten, vorkommen; min- 
destens sind mir solche nicht begegnet. 

Niemals habe ich die Sporenbildung in dem das sogenannte sterile Ge- 
webe der Kapsel durchwuchernden Mycel beobachtet; zu der Zeit aber, wo 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 531. 



T. XIIl] ÜBER DIE BRANDKRANKHEIT DER TORFMOOSE. 353 

die Mutterzellen der Sphagnumsporen sich zur ersten Theilung anschicken, 
treibt das in der Kapselwand nistende Mycel zahlreiche Hyphen in den 
Sporensack hinein, wodurch die weitere normale Entwickelung des letzteren 
meist vollkommen verhindert wird. Dieser Entwickelungszustand des Pilzes 
ist in den reifenden Kapseln, die schon etwas gelblich werden, leicht zu be- 
obachten. Der Sporensack der Kapsel besteht zu dieser Zeit aus zwei 
Schichten von Sporenmutterzellen, die reichlich mit Chlorophyllkörnern ver- 
sehen sind und auf Längsschnitten einer frischen Kapsel als eine schmale, 
hufeisenförmige, grüne Zone hervortreten (Fig. 2 sp.). Die äussere und die 
innere Wandung des Sporensackes werden von den benachbarten klein- 
zelligen Schichten der Kapselwand und der Columella gebildet (Fig. 3 i und e), 
die im Gegentheil fast farblos erscheinen. Die Pilzhypheu treten in den 
Sporensack meist durch die äussere Wand desselben ein, indem sie immer 
zwischen zwei Zellen dieser einschichtigen Lamelle eindringen und anfangs 
nur längs derselben kriechen (Fig. 7); bald aber senden die ersten in den 
Sporensack gelangten Hyphen zahlreiche Äste quer durch den Sporensack- 
raum und wachsen zum sporenbildenden Mycel heran. Sphagnumsporen- 
mutterzellen werden von den Pilzhyphen umsponnen und mehr oder weniger 
zerdrückt; sie weichen merklich auseinander, wodurch breite Intercellular- 
räume entstehen, die später von einem dichten Gewirre sporenbildender 
Hyphen völlig erfüllt erscheinen (Fig. 7). 

Ich habe niemals die Hyphen in die Sporenmutterzelle eindringen ge- 
sehen; so dass in den letzteren nur die Reste ihres eigenen Plasmas ent- 
halten sind (Fig. 7 und 9 c*). Daher erscheint mir Schimper's Angabe 
kaum begreiflich, dass die polyëdrischen Sporen ein Product der Theilung 
des Inhaltes der normalen Sporenmutterzellen seien ; solche Theilung konnte 
Schimper auf keinen Fail beobachten, da die «polyëdrischen »Sporen (Pilz- 
sporen) immer nur zwischen den verkümmerten Sporenmutterzellen sich 
bilden. Vielleicht beruht seine Angabe auf der Thatsache, dass die «poly- 
ëdrischen» Sporen nicht selten in derselben Kapsel mit den normalen, tetra- 
ëdrischen sich entwickeln, was auch ich öfters beobachtet habe. In solchen 
Fällen aber konnte ich mich stets leicht überzeugen, dass es sich hier nur 
um eine partielle Zerstörung des Sporensackinhaltes in Folge der lücken- 
haften Mycelvertheilung handelte. Es kommt nämlich nicht selten vor, 
dass bald kleinere, bald grössere Strecken des Sporensackes in einer er- 
krankten Kapsel vom Pilze verschont bleiben, so dass einige Partien der 
Sporenmutterzellen zur vollen Entwickelung gelangen und die gewöhnlichen 
tetraëdrischen Sporen erzeugen. Wenn eine solche vom Pilze theilweise er- 
griffene Kapsel zur Reife kommt, so enthält sie natürlich die Sphagnum- 
und Pilzsporen in einer pulverigen Masse gemischt; wenn aber die pilzfreien 

Bulletin N. S. III (XXÏV) p. 535. 



354 S. NAWASCHIN, [ï. XIII 

Tlieile des Sporensackes zu klein sind, so vermögen die hier liegenden Spo- 
renmutterzellen weder sich zu entwickeln, noch lebendig zu bleiben, da sie, 
wenn auch nicht direct vom Pilze befallen, doch in Folge der auf die ganze 
Kapsel ausgeübten schädlichen Wirkung des Parasiten stets zu Grunde 
gehen. In solchem Falle erscheint ein Sporensack zum Theil mit Pilzsporen 
erfüllt, zum Theil aus sterilem Gewebe bestehend; an letzteren Stellen fallen 
die Sporensack wände in der Regel mehr oder weniger zusammen (Fig. 2 
bei x). Das Bild junger Entwickelungszustände des vom Pilze befallenen 
theilweise mit tetraëdrischen, theil weise mit «polyëdrischen» Sporen erfüllten 
Sporensackes konnte wohl zur Annahme führen, dass die letzten Bildungen 
von den ersten direct abstammen. 

An dem im Sporensacke nistenden und herangewachsenen Mycel fängt bald 
die Bildung der Pilzsporen an; sie beginnt im oberen Theile des Sporen- 
sackes und schreitet allmählich weiter nach unten. Man kann daher alle 
Entwickelungszustände der jungen Sporen auf einem und demselben Längs- 
schnitte der Kapsel kennen lernen; bequemer ist es aber die Sporenbildung 
an den aus dem Sporensackinhalte isolirten Pilzfäden zu studiren. 

Im Allgemeinen ist die Sporenbildung des untersuchten Pilzes der bei 
den Brandpilzen, nämlich bei Tilletia bekannten, gleich. Die Anlage der 
Sporen erfolgt an den Spitzen der Hyphenzweige und niemals intercalar. 
Zwar habe ich öfters beobachtet, dass an beliebigen Stellen der sporen- 
bildenden Hyphen mehrere Anschwellungen entstehen, wodurch die ganze 
Hyphe knotig wird, doch kommen diese Anschwellungen bloss dadurch zu 
Stande, dass die ursprünglich gleichmässig dicke Membran stellenweise 
stark aufquillt (Fig. 8 f); im Gegentheil schwellen die Hyphenenden, an 
denen die Sporenanlage erfolgt, stets unter bedeutender Ansammlung des 
Plasmainhaltes an, während die Membran sich nicht verdickt und sogar 
durch Ausdehnung dünner wird (Fig. 8 c, d, e, f). 

Zur Zeit der Sporenbildung beginnen die Hyphen des Mycels zu 
quellen; am frühesten die primären Mycelzweige, später die secundären, 
welche an ihren Enden die oben erwähnten blasenförmigen Sporenanlagen 
führen; je mehr die Membran der Hyphen aufquillt, desto enger wird das 
Lumen derselben, um schliesslich vollständig zu verschwinden, so dass die 
sporenbildenden Hyphen mit der Zeit als solide, homogene, stark glänzende 
Stränge erscheinen. Es wandert dabei das ganze Plasma der Hyphen unter 
dem stets zunehmenden Drucke der aufgequollenen Membran nach den 
Hyphenenden zu, tritt in die blasenförmigen Endanschwellungen der Hyphen 
ein und dehnt dieselben mehr und mehr aus. 

Diese Anschwellungen sind anfangs meist verschiedenartig und ziemlich 
unregelmässig gestaltet (Fig. 8 c, d, e); nachdem sie ihre definitive Grösse 

Bulletin N. S. HI (XXXV) p. 536. 



T. Xra] ÜBER DIE BRANDKRANKHEIT DER TORFMOOSE. 355 

erreicht haben, scheidet ihr Plasmainhalt eine eigene Membran aus, welche 
die Sporenanlage von der Mutterhyphe abgrenzt; jetzt rundet sich die junge 
Spore vollkommen ab, indem ihr feinkörniger Plasmainhalt eine grosse, oder 
mehrere kleine Vacuolen erhält (Fig. 8 k, 1). Nachdem die zarte primäre 
Membran der jungen Spore noch etwas an Dicke zugenommen hat, bekommt 
sie eine äussere Sculptur, dass heisst, es fängt das Exosporium sich auszu- 
bilden an. Zugleich verschwinden die ebenerwähnten Vacuolen, anstatt 
welcher ein stark lichtbrechender, centraler Öltropfen im Plasmainhalte 
jeder Spore erscheint (Fig. 8 m). 

In diesem Entwickelungszustande bleiben die jungen Sporen noch auf 
den Enden der Hyphenzweigen sitzen (Fig. 9 a) bis sämmtliche Mycelfäden 
vollständig vergallerten. Auf den Längsschnitten der frischen Kapsel, welche 
solche junge Sporen enthält, ist der Sporensack dicht mit einer zähen Masse 
erfüllt; diese Masse besteht hauptsächlich aus einer gallertartigen Substanz, 
in welcher die jungen, noch farblosen Pilzsporen und die Reste der Zellen 
des Sporensackgewebes (die Membranen der Sphagnumsporenmutterzellen 
und Chlorophyllkörner) eingelagert sind ; hie und da sind auch die Reste der 
sporenbildenden Hyphen zu unterscheiden; späterhin verschwinden letztere 
vollständig und bleiben nur stellenweise als winzige den reifen Sporen an- 
haftende Anhängsel erhalten (Fig. 8 1, Fig. 9 g). Die an den vergallerteten 
Hyphen enstehende Masse macht sich übrigens noch später dadurch kennt- 
lich, dass sie in den Zwischenräumen der reifen Sporen erstarrt und sehr 
verschieden gestaltete, farblose, durchsichtige Körper bildet, welche die 
Abdrücke der Sporen auf ihrer Oberfläche führen (Fig. 9 h). Man kann 
zuweilen einen solchen Körper mit den ihm fest anhaftenden Sporen finden 
(Fig. 9 h unten). 

Die in der gallertartigen Substanz eingelagerten jungen Sporen erschei- 
nen bald einzeln, bald in kurzen Reihen, niemals aber regelmässig gruppen- 
weise geordnet, wie es die Annahme Schimper's verlangt, — es seien diese 
Sporen je sechszehn von normalen Sporenmutterzellen erzeugt. Die reihen- 
weise geordneten Sporen bilden 3 — 4-gliedrige Ketten (Fig. 9 d, e) und 
machen den Eindruck, als ob sie von einer und derselben Hyphe succedan 
abgeschnürt würden ; es war aber in solchem Falle immer schwer zu ent- 
scheiden, ob sie nicht zufällig an einander hafteten, was in einem mit zahl- 
reichen Sporen dicht erfüllten Räume überhaupt sehr leicht geschehen kann. 
Wie schon oben angegeben, habe ich die Sporen nur vereinzelt an den Enden 
der Hyphen sich entwickeln gesehen; es finden jedoch auch abweichende 
Fälle der Sporenbildung statt. So sah ich nicht selten die jungen Sporen 
tief eingeschnürt oder mit blasenförmigen Ausstülpungen versehen. Die 
letzteren enthalten in der Regel nur eine wässerige Flüssigkeit und sehr 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 537. 



356 S. NAWASCHIN, i [t. XIII 

winzige, in lebhafter moleculärer Bewegung sich befindende Körnchen; daher 
erscheinen letztere Sporen als der normalen Entwickelung unfähige Bildun- 
gen (Fig. 9 f). Was aber die erwähnten Einschnürungen betrifft, so kann 
ich nur eine Vermuthung aussprechen, dass die Hyphen vielleicht längere 
Zeit in ihrer sporenbildenden Thätigkeit verbleiben und mehrere Sporen 
abschnüren; es gelang mir indessen nicht dieses direct zu beobachten, da 
ich nur in der Sporenbildung weit vorgeschrittene und nur noch an den 
Zweigen die letzten, einzelnen Sporen abschnürenden Mycelien zu studiren 
Gelegenheit hatte. In der That erschienen alle von mir untersuchten Kap- 
seln zum Theil schon mit jungen Sporen erfüllt und waren jugendliche Zu- 
stände der sporenbildenden Fäden nur in dem unteren Theile des Sporen- 
sackes zu finden. 

Die Auflagerung des Exosporiums geschieht von aussen her, auf Kosten 
der zwischen den Sporen sich befindenden Gallertmasse. Die durch Auflage- 
rung entstehenden Verdickungen nehmen die Form ziemlich regelmässiger, 
vieleckiger Täfelchen an, welche mit schmalen, rosa durchschimmernden 
Zwischenräumen von einander getrennt bleiben. Diese Zwischenräume bil- 
den ein sehr zierliches Netz, dessen Maschen meist 5— 6-seitig sind (Fig. 
9 g); auf dem optischen Querschnitte der reifen Spore erscheinen sie als 
kleine Vertiefungen des Exosporiums (Fig. 8 m). Während das Endosporium 
völlig farblos bleibt, wird das Exosporium bei reifen Sporen ocker- bis 
bräunlichgelb gefärbt. Die fertigen Sporen sind sehr klein: ihr Durchmesser 
beträgt nämlich nur 11 — 12 [x. Die reife, ausgetrocknete und zum Deckel- 
abwerfen fertige Sphagnumkapsel enthält eine pulverartige, bräunliche 
Masse der Pilzsporen, die auf dieselbe Weise wie normale Sphagnumsporen 
ausgeschleudert werden. 

Bei allen von mir angestellten Aussaatversuchen haben die Sporen des 
untersuchten Pilzes sich als unkeimfähig erwiesen.^ Mehrere Wochen blieben 
sie in verschiedenen Medien und auf verschiedenen Substraten (reines Was- 
ser, feuchte Luft, verdünnte Gelatine oder Agar-Agar, Blätter und End- 
knospen von Sphagnum) gänzlich unverändert. Ob sie noch unreif und zur 
normalen Entwickelung unfähig waren, oder ob sie ihre Keimfähigkeit beim 
Transporte und Aufbewahren in der Botanisirbüchse verloren haben, oder 
endlich — ob ich mit Dauersporen zu thun hatte, deren Auskeimung erst 
im folgenden Frühjahre eintreten sollte, konnte ich bisher nicht entscheiden, 
weil mir seitdem kein für Aussaatversuche geeignetes Material zur Ver- 
fügung stand. Ich glaube übrigens, diese Sporen als Dauersporen deuten zu 
müssen, und zwar aus dem Grunde, weil die Infection der Sphagnumpflanze 
aller Wahrscheinlichkeit nach im Frühjahr während der Befruchtung der 
Archegonien resp. der Anlage der Kapsel zu Stande kommt. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 538. 



T. Xlll] ÜBER DIE BRANDKRANKHEIT DER TORFMOOSE. 357 

Zum Schlüsse will ich nun Alles, was die Natur des untersuchten Pilzes 
betrifft, kurz zusammenfassen, um eine Charakteristik des neuen Organismus 
zu gewinnen und damit seine Angehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe der 
Pilze festzustellen. 

Das vegetative Mycel des Pilzes stellt feine, farblose, sparsam ver- 
zweigte, wahrscheinlich unseptirte Fäden dar, welche zwischen den Zellen 
des sterilen Gewebes des Sphagnum- Sporogons wachsen und mehrere, als 
Haustorien fungirende Zweiglein in's Innere der Zellen des oberen Endes 
des Pseudopodiums treiben. In dem Sporensacke der Sphagnumkapsel, wo 
der Pilz zur Sp'orenbildung gelangt, vermehrt sich das Mycel so reichlich, 
dass ein dichtes Gewirr der Pilzfäden an die Stelle der Sphagnumsporen- 
mutterzellen auftritt; die Sporenmutterzellen werden von den Pilzfäden bald 
zerstört, bald zerdrückt. Die sporenbildenden Mycelfäden schwellen an den 
Spitzen ihrer Endzweige, unter gleichzeitigem gallertartigem Aufquellen 
ihrer Membran, an. Der Inhalt jeder dieser Anschwellungen umgiebt sich mit 
einer neuen Membran und wird zur jungen, anfangs farblosen Spore. In 
diesem Zustande, der noch in das jugendliche Entwickelungsstadium des 
Sphagnumsporogons fällt, hat die von dem Sporensacke eingeschlossene farb- 
lose Pilzmasse eine weiche, zähe, gallertartige Beschaffenheit. Diese Masse 
färbt sich allmählich ocker- bis bräunlich-gelb, indem der primären Membran 
der Sporen ein gelb-braunes Exosporium aufgelagert wird. Gleichzeitig löst 
sich die gallertartige Membran der sporenbildenden Fäden durch Verschlei- 
mimg auf, so dass die Sporen sich isoliren, und der ganze Sporensackinhalt, 
nach dem Vertrocknen der Sphagnumkapsel zur trockenen, bräunlichen, 
fein staubartigen Brandpilzmasse wird. 

Hinsichtlich der Ausbildung innerhalb der Nährpflanze stimmt also der 
untersuchte Pilz fast in allen Charakterzügen mit den typischen Ustilagineen 
überein, mit dem Unterschiede nur, dass der Sphagnumbrandpilz, meinen 
Untersuchungen nach, wahrscheinlich ein unseptirtes Mycel besitzt. Um nun 
die Frage über die Angehörigkeit des neuen Pilzes zu einer der bekannten 
Gattungen zu beantworten, sind weitere Untersuchungen über die Sporen- 
auskeimung nothwendig, weil die Beschaffenheit des Promycels, resp. die 
Art der Sporidienbildung als eins der wichtigsten Merkmale, nach welchen 
die Ustilagineengattungen zu unterscheiden sind, anzusehen ist. Aller Wahr- 
scheinlichkeit nach gehört der neue Brandpilz der Gattung Tilletia an, da 
er sowohl hinsichtlich der Sporenbildung, als der Beschaffenheit der fertigen 
Sporen mit den typischen Arten dieser Gattung vollkommen übereinstimmt. 
Daher habe ich dem von mir untersuchten Sphagnumbrandpilze einen provi- 
sorischen Namen — Tilletia Sphagni — gegeben. 



Bulletin N. S. III (XXXV) p. 539. 25 



358 S. NAWASCHIN, ÜBER DIE BRAND KRANKHEIT DER TORFMOOSE. [t. XU 



Erklärung der Abbildungen. 

(Die fig. 1 a und b sind bei 12-facher; fig. 2 bei 54-, fig. 3 bei 300-, fig. 4, 5, 7 und 9 bei 600-, 
fig. 6 bei 620-, fig. 8 bei 1000-facher Vergrösserung abgebildet). 

Fig. la — eine erkrankte — , b — eine gesunde Spbagnumkapsel, wie sie im Juni im 
Walde getroffen wurden. 

Fig. 2. Medianer Längsschnitt durch eine erkrankte, unreife Kapsel ; der Sporensack ist 
mit den noch farblosen Pilzsporen erfüllt, die in eine zähe Substanz eingelagert sind. Sp. be- 
deutet Sporensack, par. — Kapselwand, col. — Columella, sf. — Sporogonfuss, ps. — Pseudo- 
podium. 

Fig. 3. Ein kleiner Theil desselben Längsschnittes, e — die äussere, i — die innere Wan- 
dung des Sporensackes. 

Fig. 4 und 5. Zellen des Gewebes des oberen Endes des Pseudopodiums, die von Pilz- 
hyphen durchsetzt sind. 

Fig. 6. Ein Theil des vegetativen Mycel, dessen Fäden in Intercellularen des Gewebes des 
Sporogonfusses wachsen. 

Fig. 7. Längsschnitt des Sporensackes (sp) und der angrenzenden Theile der Kapselwand 
(par) und der Columella (col). Zwischen den Sporenmutterzellen liegen die sporenbildenden 
Pilzfäden mit deutlichen Sporenanlagen; in dem Parenchym der Kapselwand wachsen einige in 
den Sporensack durchdringende Hyphen. Im oberen Theile der Abbildung — eine fast reife 
Spore. 

Fig. 8 und 9. Verschiedene Entwickelungszustände der sporenbildenden Hyphen und der 
Sporen. 9 b und c — zwei Gruppen der sporenbildenden Hyphen mit den Sporenanlagen. 9 g 
unten — eine reife Spore im optischen Querschnitte gesehen. 9 h verschieden gestaltete Körper 
von der erstarrten gallertartigen Substanz. 



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Bulletin N. S. III (XXXV) p. 540. 







S. Naiascliiii. 






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JTavrascJiln. Ute die Branttrankliett der Torfmoose. 





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MELANGES BIOLOGIQUES 

TIRÉS DD 

BULLETIN ÖE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST.- PÉTERSBOURB. 

TOME XIII. 

De Coleopterorum familia nova. Scripsit Andreas a Se me now. (Lu le 

14 avril 1893). 

Anno 1888 pater meus Petrus a Semenow, qui tunc iter per pro vinciam 
Transcaspicam Turkestaniam versus mecum faciebat, die 24 Aprilis mensis 
in statione viae ferreae militaris transcaspicae Bala-ischem dicta neque procul 
a littore orientali maris Caspii sita cujusdam singularis Coleopteri nonuulla 
individua ad lumen laternarum media nocte volitantia detexit collegitque. 

Cum anno insequenti 1 889 provinciam Transcaspicam denuo investiga- 
rem, aliam ejusdem generis speciem, praecedenti proxirae affinem, prope 
stationem viae supra nominatae Utsch-adshi dictam, jam multo magis ad 
orientem in desertis quae Kara-kum dicunt sita, die 17 Maji mensis etiam 
ad lumen laternarum copiose eollegi. 

Etsi ambarum harum specierum specimina solum masculina ante oculos 
habeo, nihilo secius, cum eae in nulla familiarum hucusque in ordine Coleo- 
pterorum institutarum satis apte collocari possint, ad illas species in systema 
rite recipiendas familiam novam instituendam esse censeo et ejus descrip- 
tionem hie prodo in lucem. 

IPetriicl&e, 

familia nova Coleopterorum Heteromerorum. 

Corpus gracile, elongatum (<3). Habitus debilis quarundam Gerambyci- 
darum vel etiam genus Rhipidius Thunb., ad familiam Rhipiphoridarum 
spectans, in mentem vocans. 

Antennae statim ante oculos subaperte insertae, 11-articulatae, longae 
(c5), filiformes, similiter atque in Alleculidis formatae. 

Caput thoraci insertum, antice haud productum, pone oculos levissime 
angustatum vel vix constrictum, sed nullo modo pedunculatum, vertice fere 
piano, simplici, facie subverticaliter declivi. Oculi valde evoluti, laterales, 
transversi, subreniformes, valde convexi, antice fere non emarginati ($). 

Mandibulae fortes, integrae, ut in Alleculidis compluribus formatae, 
tomio curvato, elongato, apice acuto, haud bifido. 

Labrum sat breve, late transversum, parum prominulum. 

Bulletin N. S. Ill (XXXV) p. 607. 25* 



360 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

Palpi maxillares fortiusculi, subeloiigati, fere ut in AUeculidis for- 
mati, articulo ultimo non dilatato ($). Palpi labiales multo minores et 
tenuiores, articulo ultimo simplici quoque. 

Men tu m minusculum, basi angustatum, pedunculo brevi partis sub- 
mentalis, basi ipsius menti haud angustiori et ab hoc obsolete discreto in- 
nixum. Maxillarum lobi basales permagni, magnitudine fere menti. 

Prothorax elytris angustior, subcylindricus, pronoti margine laterali 
obsoleto saltern in dimidio basali indicato; apertura ad caput recipiendum lata. 

Scutellum patens, sat elongatum, linguiforme. 

Elytra nonnihil abbreviata, abdominis apicem non attingentia, plus 
minusve fortiter dehiscentia, apice haud acuminata; epipleuris distinctis, in- 
flexis, sed a dorso margine nullo separatis. 

Alae inferiores (S) valde evolutae, exsertae, haud retractiles, longi- 
tudinem abdominis multo superantes, venis firmis; nervulatione eadem fere 
atque in AUeculidis. 

Coxae anticae haud transversae, subconicae, prominentes, omnino fere 
contiguae, basi tantum processu angustiusculo vix discretae. Coxae inter- 
mediae subprominulae, subconicae, valde approximatae, mesosterni pro- 
cessu angustissimo separatae. Coxae posticae nullo modo distantes, valde 
transversales, subparallelae, extus cum episternis metathoracis contiguae. 

Troch an teres in omnibus pedum paribus distincti. 

Pro sternum sat breviusculum. Episterna prothoracis sat magna, an- 
tice a pronoto haut separata. Epimera prothoracis submembranacea, intror- 
sum sensim valde attenuata, acetabula antica vix occludentia. 

Mesosternum modice breve, apertura antica late subovali. Episterna 
mesothoracis magna, cum iisdem metathoracis et cum metasterno ipso con- 
tigua. Epimera mesothoracis minuscula acetabula intermedia haud attin- 
gentia. 

Metasternum maxime evolutum, valde elongatum, mesosterno saltern 
triplo longius, super abdomen alte elatum, convexum, medio longitudinaliter 
plus minusve sulcatum, postice in medio promotum neque ullo modo emar- 
ginatum. Episterna metathoracis magna, valde elongata, subparallela, basi 
cum epimeris episternisque mesothoracis contigua. Scutum metathoracis 
elytris obtectum ideoque in quiète desuper non visibile. 

Abdomen ($) liberum, mobile, parti superiori metathoracis innixum, 
hoc multo angustius ut vix nisi longius, teres, anguste subcylindricum, in 
speciminibus siccis dorso saepius anguste excavatum, e quinque segmentis 
ventralibus evolutis compositum, quorum segmento penultimo antepenultimo 
breviore. Organa copulatoria maris semper exserta; penis liberus, valde 

Bulletin N. S. HI (XXXV) p. 608. 



T. Xlll] DE COLEOPTEROBUM FAMILIA NOYA. 361 

elongatus, parameris symmetricis, raagnis, ab hoc distantibus, introrsum ar- 
cuatis cirroque longo praedkis l ). 

Pedes cursorii, longi, graciles (5). 

Femora haud incrassata, elongata, debilia. 

Tibiae omnes tenues, longae, vix compressae, spinis duabus acutis api- 
calibus (quarum externa, praesertim in tibiis posticis, paulo brevior est) 
praeditae. 

Tarsi valde tenues, elongati, subtus nec squamosi nec ciliati, hetero- 
meri, scilicet 4 anteriores 5-articulati, posteriores 4-articulati; articulis 
omnibus apice simpliciter truncatis, articulo basali tarsorum posticorum 
parum elongato. Unguiculi tarsorum tenues, simplices (<3). 

Haec familia magnam praebet affinitatem cum AUeculidis acceditque im- 
primis generibus Steneryx Rttr. 2 ) et Âlleculopsis m. 3 ) hujus familiae, tarnen 



1) Quod attinet ad terminologiam partium genitalium cf. Verhoef: Deutsch. Ent. Zeitschr. 
1893, pp. 113—170. 

2) Clarissimus Edm. Reitter nimis maturate et inconsulte déclara vit (Wien. Ent. Zeitg. 
1891, p. 252. — Ibidem, p. 256) genus Balassogloa Sem. (Horae Soc. Ent. Ross. XXV, 1891, 
p. 372) idem esse ac genus Steneryx Rttr. (Wien. Ent. Zeitg. 1890, p. 256). Re enim vera haec 
duo genera, inter se plane longeque diversa, iis qui sequuntur characteribus facillime sunt dis- 
tinguenda. 

Unguiculi (J-ris denticulati. Palpi maxillares articulo ultimo non dilatato. Prothorax an- 
gustus, subconicus. Prosternum processu intercoxali angustissimo, coxas anticas valde promi- 
nentes vix discernente. Coxae intermediae subcontiguae; processu metasterni nullo, mesosterni 
angustissimo, vix ullo. Abdominis segmentum basale processu intercoxali distincto nullo. Tarsi 
articulo ultimo simplici, nec bilobo nec lamellato. Habitus peculiaris, nonnihil genus Cteniopus 
Sol. referens. 

gen. Steneryx Rttr. 

Unguiculi (J-ris interne omnino integri. Palpi maxillares articulo ultimo late triangulari 
seu securiformi. Prothorax latiusculus, nullo modo conicus. Prosternum processu intercoxali 
haud nimis angusto, coxas antieas modice prominulas et fere globulosas evidentissime superante. 
Coxae intermediae late distantes, processubus latis meso- et metasterni discretae. Abdominis 
segmentum basale processu intercoxali distinctissimo. Tarsi articulo penultimo anguste bilobo, 
subtus lamellato. Habitus longe diversus, potius subgenus Sphenaria M en. (Tenebrionidarum) 
in mentem vocans. (NB. Qui omnes characteres in descriptione mea Balassogloae sphenarioidis 
[Horae Soc. Ent. Ross. XXV, 1891, pp. 372—373] satis diserte expositi sunt). 

gen. Balassogloa Sem. 

3) Alleculopsis, g. n. 

AUeculidarum. 

Antennae mox ante oculos insertae, elongatae, in £ dimidium corporis distincte sed parum 
superantes, fere filiformes, externe leviter serratae, articulo l-o sat brevi, 2-o hoc multo bre- 
viore, 3-o his simul sumptis subaequali vel vix longiore, sequentibus subaequalibus, tertio dis- 
tincte longïoribus, ultimo penultimo breviore, apice acuminato. — Palpi labiales parvuli, articulo 
ultimo crassiusculo, sed non transverso nec triangulari, apice truncato ; maxillares articulo pen- 
ultimo brevi, ultimo obliquo, elongato-cultriformi, non transverso. — Mandibulae leviter 
prominulae, apice acutae, ante apicem distincte fissae. — Labrum prominulum, transversum, 
apice leniter subrotundatum. — Clypeus planiusculus, a fronte subnulla omnino sepa- 
rat us. — Caput pone oculos br éviter constrictum et profunde transversim sulcatum. — Oculi 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 609. 



362 ANDREAS SE ME NOW, [t. XIII 

habita peculiari et nonnullis characteribus, qui non exigui momenti esse 
videntur, ab illis discrepat. Alleculidae enim habent abdomen majus, uun- 
quam liberum, multo latius, nunquam teres nec perfecte cylindricuin, meta- 
sterno baud angustius atque huic plus minusve arte applicatum; elytra nun- 
quam abbreviata, alas retractiles semper omnino obtegentia; prothoracem 
elytris parum angustiorem, nunquam cylindricum; epimera prothoracis lati- 
ora, acetabula antica semper perfecte occludentia; coxas intermedias pla- 
niores, baud conicas; unguiculorum tarsalium maris marginem interiorem 
saepissime (excepto solum génère Balassogloa Sem.) pectinatum aut denti- 
culatum; denique organa copulatoria maris nonnihil aliter (etsi similiter) 
constructa. 

Restât, ut de affinitatibus familiae nostrae novae cum aliquot aliis He- 
teromerorum familiis, a quibus ea jam multo longius distat, pauca dicam. 

Quoad babitum generalem familia Petriidarum solummodo cum complu- 
ribus Meloidis, Bhipiphoridis et Oedemiridis similitudinem exteriorem prae- 
bere videtur; tarnen argute differt: a Meloidis imprimis capite haud nutante, 
nullo modo pedunculate neque in collum distinctum constricto, unguiculis 
tarsorum omnino simplicibus, nec fissis nec dentatis, coxis anticis aliter for- 



grosse granulati, in <5 permagni, valde convexi, majorem partem capitis occupantes, supra in 
fronte omnino contigui et connati, occiput versus divergentes, subtus subcontigui, ad 
insertionem antennarum anguste sinuati ; in Ç paulo minores, in fronte non contigui, sed valde 
approximate — Prothorax elytris angustior, trapezoidalis, antrorsum angustatus, angulis ante- 
rioribus obliteratis, margine laterali in dimidio anteriore evanescente. — Scutellum triangu- 
läre. — Elytra elongata, sat angusta, epipleuris integris. — Prosternum processu intercoxali 
tenuissimo. — Abdomen e 5 segmentis ventralibus evoluti3 sextoque segmento parvulo accessorio 
compositum, segmenti basalis processulo intercoxali angustiusculo, acuminato. — Pedes graciles. 
Coxae intermediae processulo mesosterni modice angusto evidentissime discretae. Tarsi longi et 
sat angusti, articulo penultimo leviter bilobo, subtus bilamellato; unguiculis subtilissime ser- 
ratis. — Corpus alatum, statura elongata, gracilis. 

Genus Mycetocharinae S ei dl. proxime affine, sed oculorum extrema evolutione mandibu- 
lisque ante apicem fissis ab illa distinguendum. 

Hujus generis species est typica: 

Alleeulopsis deserticola, sp. n. 

Elongata, parum convexa, pallide testacea, interdum posterius leviter subinfuscata, non- 
nihil nitidula, tota minute punctulata subtilissimeque dense pubescens, capite (palpis antennisque 
exceptis) brunneo vel piceo, oculis atris. Prothorace trapeziformi, haud transverso, apicem 
versus fortiter angustato, ante angulos basales vix sinuato, apice capite unacum oculis distincte 
angustiore; angulis anterioribus subrotundatis, fere nullis, posterioribus bene determinatis; ex- 
trorsum nonnihil prominentibus, summo tantum apice vix obtusiusculis; basi truncata, medio 
vix rotundata, tenuissime marginata, margine perparum undulato; disco vix convexo. Elytris 
thoracis basi distincte sed parum latioribus, elougatis, subparallelis, apice angustato-subrotun- 
datis, tenuiter punctato-striatis, interstitiis non convexis. — Ob staturam elongatam species 
nonnullas subgeneris Spkenaria M en. nonnihil referens; etiam Mycetocharinae orientàli Faust 
haud dissimilis. 

$. Statura minore et graciliore, oculis magnis, valde convexis, in fronte contiguis et con- 
nexis. 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 610. 



T. XIIl] - DE COLE0PTERORÜM FAMILIA NOVA. 363 

matis, retrorsum non directis, acetabulis anticis fere non apertis, etc. 4 ); a 
Bhipiphoridis — praesertim capite neque inclinato neque pedunculato, vertice 
simplici, antennis maris simplicité? filiformibus longisque, acetabulis anticis 
fere occlusis, unguiculis tarsorum integris, configuratione et structura pro- 
thoracis, unguiculis tarsorum integris, etc.; ab Oedemeridis — praecipue 
antennis baud in fronte insertis, acetabulis anticis omnino fere occlusis, tar- 
sorum articulis omnibus simplicibus, etc. A ceteris Heteromerorum familiis 
Petriidae magis adeo discedunt. 

Quae cum ita sint, familia Petriidarum immediate post AUeculidas in 
systemate collocanda est. 

Multum abest, ut descriptionem hujus familiae supra allatam completam 
esse existimem; sexus enim femininus ambarum specierum ad familiam 
Petriidarum spectantium, earum status primarii atque vivendi modus mihi 
ignoti manserunt. 

Ad hanc familiam pertinet solummodo genus quod sequitur. 

Petria, g. n. 

Corpus gracile, sat elongatum ($). 

Antennae (<$) sub lateribus frontis mox ante oculos subaperte insertae, 
filiformes, saltern dimidium corporis superantes, interdum etiam toto corpore 
longiores, 11-articulatae, articulis 3° — 7° apice extus plus minusve suban- 
gulatis, articulo 1° brevi extus ad apicem incrassato, 2° brevissimo, trans- 
verso vel subtrans verso, 3° brevi quoque, tamen praecedente saltern sesqui 
longiore, 4° tertio plus duplo vel fere triplo superante, sequentibus sensim 
longioribus, ultimo simplici apice subacuminato. — Palpi maxillares articulo 



$. Statura multo majore, latiore, oculis minoribus, in fronte approximates, sed non conti- 
guis, antennis brevioribus, elytris saepissime apicem versus plus minusve infuscatis. 

Long. 5 l / 4 — 9 mm. 

Prov. Transcaspica: in desertis sabulosis Kara-kum dictis, praesertim ad Kepetek, noctu 
frequenter copioseque ad lumen advolans (ipse. V. 1888; V et VI. 1889). — Specimina numerosa 
(5$) in coll. P. a Semenow. 

Anim adver sio. Ad genus Älleculopsis m. referenda est sine ullo dubio etiam Allecula? 
macrophthalma Gebl. (Bull. Soc. Nat. Mose. 1859. II, p. 341), secundum singulum specimen $ 
a D-re Al. Schrenk ad lac. Ala-kul (Kirgisorum déserta orientalia) olim detectum eximie ab 
illustrissimo auctore 1. c. descripta. Hanc quidem speciem eandem esse ac mea Älleculopsis 
deserticola diu existimabam, tamen nunc speciem meam transcaspicam ab ilia Gebleri distin- 
guendam arbitror; ait enim Gebier speciem suam prothoracem postice rotundatum, supra 
valde convexum angulisque posticis obtusis habere, quod in Alleculopsi deserticola m. non 
observatur. 

4) Quam ob rem ab opinione Edm. Reitteri, qui genus Petria m. ad familiam Meloidarum 
referendum et ibi pone genus Ctenopus Fisch, collocandum in litteris judieavit, omnino dis- 
sentio. Clarissimus ille vir de genere Petria m. sequentia quidem mihi scripserat: «Der kleine 
Heteromere (Petria Sem.) passt in keine Familie besonders, doch scheint es mir, dass man ihn 
(allenfalls am Schlüsse der Meloiden, hinter Ctenopus ganz gut placiren kann». 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 611. 



364 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

ultimo penultimo saltern sesqui longiore, non dilatato, apice leviter attenuato 
et subtruncato. — Mandibulae elongatae, integrae, apice acutissimae. — 
Labrum transversuin , longitudine saltern duplo latius, apice fere recte 
truncatum. — Caput mediocre, pone oculos parum vel vix angustatum, 
fronte sat angusta, clypeo breviusculo, transverso, a fronte impressione 
subarcuata suturaque tenui separate, apice levissime sinuate. — Oculi (S) 
magni, laterales, subreniformes, valde convexi, supra et subtus distantes, ad 
insertiorem antennarum vix emarginati, grosse granulati. — Prothorax ely- 
tris multo angustior, subcylindricus, basi vix latior quam apice, lateribus 
fere rectis, basi et apice recte truncatus, angulis anticis non rotundatis 
quamvis obtusiusculis, margine laterali basi tantum obsolete indicate, antice 
omnino evanescente; disco parum convexo. — Scutellum distincte angustius 
quam frons inter oculos, subelongatum, linguiforme. — Elytra (<5) leviter 
abbreviata, abdominis apicem non attingentia, dorso non convexa, ad scutelli 
apicem in quiète contigua, dein fortiter dehiscentia, attamen apicem versus 
parum angustata, apice subobtusa, angulo suturali distincto, externo rotun- 
dato, humeris distinctis sed obtusiusculis, margine laterali distincto, epi- 
pleuris inflexis, sed a dorso non discretis, margine laterali bene expresso. — 
Alae inferiores (<5) magnae, latae, semper exsertae, etiam in quiète coleop- 
teris nunquam penitus obtectae, abdominis apicem multo superantes, leviter 
iridescentes, nervis omnibus firmis. — Prosternum antice recte truncatum, ab 
episternis sutura nulla separatum, processulo intercoxali angustissimo, coxas 
anticas subconicas prominentesque basi tantum vix séparante. — Acetabula 
antica indeterminate occlusa. — Mesosternum processulo intercoxali angu- 
stiusculo, coxas intermedias subconicas quoque, sed minus prominulas apicibus- 
que retrorsum directas vix discernente. — Metasternum magnum, elongatum, 
valde convexum, medio longitudinaliter (praesertim postice) plus minusve 
profunde sulcatum, super abdomen valde elatum atque postice unacum coxis 
posterioribus oblique transversalibus subcontiguisque retrorsum longe pro- 
motum ; episterna metathoracis magna valdeque elongata, ad basin fortiter 
impressa vel excavata. — Abdomen (S) liberum, sat parvum, teres, anguste 
subcylindricum, metasterno multo angustius, apicem versus leniter attenua- 
tum, e quinque segmentis ventralibus evolutis compositum, segmento ante- 
penultimo perparum longiore quam segmentum penultimum. — Organa co- 
pulatoria maris semper exserta; penis angustiusculus, valde elongatus, leniter 
deorsum incurvus, apicem versus attenuates, apice acuminates; ostium duc- 
tus ejaculatorii in dorso penis paulo ante ejus apicem situm; paramera 
lateralia, symmetrica, a pene distantia, eodem multo breviora, introrsum 
curvata, fere semiluniformia cirroque longo instructa. — Pedes longi, gra- 
ciles. — Femora omnia elongata, haud incrassata, subparallela, leviter com- 

Bnlletin N. 6. Ill (XXXV) p. 612. 



T. XIIl] DE COLEOPTERORÜM FAMILI1 NOVA. 365 

pressa; postica abdominis apicem saltern attingentia. — Tibiae omnes tenues, 
levissime subconipressae, simplices, 4 anteriores longitudini femorum fer.e 
aequales, posticae distincte longiores quam femora ejusdem paris; spinis 
apicalibus tenuibus acutisque, externa distincte longiore quam interna. — 
Tarsi angusti, simplices, elongati, subtus nec lamellati nec spinosi, simpli- 
citer tenue pubescentes, articulis omnibus apice subtruncatis ; tarsi postici 
articulo basali elongato, sequentibus duobus unitis haud vel parum breviore, 
ultimo penultimo multo longiore. — Unguiculi tarsorum integri, tenues. 

Quod ad vitae rationem specierum hujus singularis generis attinet, pauca 
tantum quae sequuntur dicere possum. 

Mares ambarum Petriae specierum, quae solummodo loca déserta sabu- 
losa vel argillacea babitare videntur, interdiu latitant, noctu autem ad 
lumen copiose advolare soient; volatu sunt rapido, cursu veloces, ita ut dum 
moventur Hymenoptera quaedam potius in mentem vocent. Quamquam spe- 
ciminum masculinorum haud exiguam collegimus copiam, tarnen nulla femina 
inter ea nobis obvia fuit. Proinde praesumo hujus generis feminas Organi- 
sationen! aberrantem nec non vivendi modum ab illo marum omnino diver- 
sum habere. Differentia enim sexuum manifesta et acuta, quae cum in ha- 
bitu exteriore, tum in vivendi modo continetur, frequenter in insectis deser- 
ticolis observatur: numerosa hujus rei exempla praebent quidem faunae 
desertorum Asiae centralis et Africae septentrionalis. 

Ex analogia cum nonnullis Meloidis (velut cum speciebus generum 
Hapalits, Sitaris, cet.) et quibusdam RMpiphoridis (ut Rhipiphorus, ut Bhi- 
picerus, alii) etiam suspicor specierum generis Petriae larvas, fortasse 
feminas quoque, parasitas esse aliquorum Hymenopterorum vel Orthoptero- 
rum. Quae cum ita sint, facile quoque fieri potest, ut Petriidae sic dictam 
hypermetamorpliosin complurium Meloidarum itidem praebeant. 

Hoc insigne genus, continens duas quae sequuntur species, patri meo 
Petro a Semenow grato venerabundoque animo dedicavi. 

1. Petria tachyptera, sp. n. 
S. Tota pallide testaceo-flavescens, mandibularum tantum apicibus brun- 
nescentibus, levissime nitida, subglabra. Antennis dimidium elytrorum paulo 
superantibus, tenuibus, fere non compressis, articulis: 2° haud vel vix trans- 
verso, 3° — 7° apice extus parum subobtuseque angulatis, ultimo (11°) longi- 
tudinem antecedentis evidenter superante, apice distincte subacuminato. 
Capite pone oculos vix angustato, irregulariter subobsolete (in occipite den- 
sius) punctato, fronte sat angusta, indeterminate subrugata, inter antennas 
transversim callosa ; clypeo obsolete subcoriaceo a fronte impressione leniter 
arcuata suturaque tenui vix conspicua separato; oculis magnis, prominulis, 

Bulletin N. S. UI (XXXT) p. 613. 



366 ANDREAS SEMENOW, DE COLEOPTEROKUM FAMILIA NOYA. [T. Xni 

antice ad antennas inserendas angustissime vix emarginatis. Prothorace ca- 
pite unacuni oculis paulo angustiore, longitudine vix latiore, lateribus fere 
parallelis medio vix subrotundatis, basi et apice recte truncatis, angulis om- 
nibus subobtusis, nullo modo prominulis; disco medio parum convexo, 
aequali, subobsolete confuseque punctato nec non subtilissime vix pubescenti; 
linea media impressa subnulla; margine laterali basi tantum vix indicato, 
anterius obliterato. Scutello ad apicem triplo angustiore quam frons inter 
oculos. Elytris capite prothoraceque simul sumptis saltern sesqui longiori- 
bus, ad humeros subrotundatos leviterque prominulos latitudinem protboracis 
multo superantibus, lateribus rectis, inde ab apice scutelli sensim fortiter 
dehiscentibus, attamen apicem versus fere non angustatis, apice singulatim 
angulato-rotundatis, leviter pellucidis, ad latera sparsim vix pubescentibus, 
subobsolete punctato-striatis, interstitiis leviter convexis indeterminate rugu- 
losis. Alis hyalinis apice vix infumatis. Sterno et abdomine leviter nitidis, 
sublaevibus, parce vix pubescentibus. — 2 ignota. 

Long. 3y a — 4 mm. 

Prov. Transcaspica: Bala-ischem (P. a Semenow! 24. IV. 1888, 
noctu). — 6 individua S (coll. P. a Semenow). 

Quoad habitum, colorem nec non structurant nonnullarum partium cor- 
poris (velut capitis absque antennis, elytrorum pedumque) haec species haud 
exiguam praebet similitudinem cum Polyarthro Komarowi Dohrn, deser- 
torum transcaspicorum quam maxime peculiari incola. 

2. Petria antennata, sp. n. 

S. Praecedenti (P. tachypterae m.) simillima, sed paulo brevior, adhuc 
pallidior, antennis multo longioribus apicem elytrorum non solum at- 
tingentibus sed etiam paulo superantibus, multo crassioribus et fortio- 
ribus, manifeste compressis, articulo 2° fortiter transverso, 3° apice obliquato, 
articulis 3° — 7° apice extus distincte angulatis, ultimo penultimo vix lon- 
giore; capite pone oculos sat fortiter coarctato; oculis majoribus et magis 
prominentibus, ad antennas inserendas vix emarginatis; prothorace basi sub- 
dilatato, angulis posticis nonnihil divaricatis, subacutiusculis, margine late- 
rali ad hos magis expresso; elytris evidenter brevioribus, apicem versus leviter 
angustatis, subhyalinis,crebrius rugulosis, magis aequabiliusque pubescentibus, 
humeris obtusioribus. Ceterum cum P. tachypteram. congruens. — 2 ignota. 

Long. 3% — 4% mm. 

Prov. Transcaspica: Utsclj-adshi (ipse. 17 et 18. V. 1889). — Specimina 
numerosa S (Mus. Zool. Acad. Caes. Scient. Petrop., coll. P. a Semenow). 

Bulletin N. S. III (XXXV) p. 614. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIRES Dû 



BULLETIN OE L'ACADEMIE IMPERIALE DES SCIENCES DE ST.- PETERSBOURG. 

tome xni. 



Revisio synoptica Meloidarum generis Ctenopus Fisch. Auetore Andrea 
a Semenow. (Lu le 14 avril 1893.) 

In génère Ctenopo, quod jam anno 1824 a eel. Fischer a Waldheim 
institutum, sed ad familiam Mordellidarum injuste relatum erat, usque ad 
ultimum tempus unica tantum species, Ctenopus melanogaster Fischer i, 
cognoscebatur. Ctenopum enim abdominalem Motschulskii 1 ) ut speciem non 
descriptam omnino delendum et obliterandum esse clarissimo Reitter 2 ) 
facillime concedo; Ctenopum autem Sturmi Kiist. 3 ) ad subgenus Stenoria 
Mu] s. generis Hapalus F. referendum*) numeroque synonymorum Hapali 
(Stenoriae) apicalis Latr. adscribendum 5 ) esse censeo. 

Anno 1889 cl Edm. Reitter speciebus duabus novis genus Ctenopus 
auxit easque unacum Ci. melanogastro Fisch, in conspectu dichotomico bre- 
viter distinxit. Nunc demum quattuor adhuc species ineditas huic generi 
addo. Quo facto jam septem Ctenopi species numeramus. 

Quarum quinque species Persiam septentrionalem ej usque finitimam 
Transcaucasiam australem incolunt, singula species habitat in Turcomania 
interiore singulaque species est Turkestaniae sinensis sive orientalis indi- 
gena. E Turkestania vero rossica nulla species adhuc innotuit. Quae cum 
ita sint, aliquot species novas imprimis e regionibus turkestanicis etiamnunc 
exspectandas esse arbitror. 

Itaque genus Ctenopus Fisch, est typus vere asiaticus, cujus distribu- 
tionis centrum geographicum ad oras Persiae borealis, quantum hucusque 
constat, situm esse videtur. 

De vitae ratione Gtenoporum hucusque nil constat. 



1) Motschulsky: Bull. Soc. Nat. Mose. 1845. I, p. 85. 

2) Cf. Reitter: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1889, p. 36. 

3) Küster. Käf. Eur. V, 1846, p. 72. 

4) Cf. Seidlitz. Fauna Bait. Ed. II, 1891, p. 145 (Gatt.); Fauna Transsylv., 1891, p. 145 
(Gatt.). 

5) Cf. etiam Prochâzka: Wien. Ent. Zeitg. 1892, p. 269. 

bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 11. 



368 ANDREAS SE ME NOW, ' [t. XIII 

TABULA DIAGNOSTIC A SPECIERUM 6 ). 

1 (2). Labro latitudini aequilongo. Oculis magnis. Margine occipitali 

postico latitudinem frontis inter oculos plus quam duplo super- 
ante. Thorace trans verso lateribus (desuper viso) subparallelo. 
Capite toto crebre et fortiter punctato. Scutello elytris concolori. 

— Long. 10 mm. — (Ex Reitter). 

Ct. rufoscutellatus Rttr, 

2 (1). Labro transverso. Oculis mediocribus vel parvis. Margine occipi- 

tali postico latitudinem frontis inter oculos duplo tantum super- 
ante. Thorace lateribus (desuper viso) nunquam parallelo. Capite 
solum ex parte punctato. 

3 (4). Temporibus latitudinem oculorum perparum superantibus. Species 

minima, angusta, linearis, capite thoraeeque plus minusve nigro- 
decoratis. Scutello nigro. — Long. 5—6 mm. — (Ex Reitter). 

Ct. vitticollis Rttr. 

4 (3). Temporibus latitudinem oculorum circiter duplo superantibus. 

5 (6). Thoracis disco utrinque fortiter foveatim impresso. Alis hyalinis, 

non fumosis. Species minor, tota subconcolor. Latitudine maxima 
thoracis in ejus triente anteriore. Elytris confertim minutissime 



6) Hano synopsin praesertim secundum characteres plasticos construxi. Facilioris autem 
conspectus causa tabulam sequentem, in qua differentia colorea singularum specierum demon- 
strator, hie addo : 

1 (6). Scutello elytris concolori, i. e. testaceo, rufo, aurantiaco vel rubro. 

2 (3). Totus dilute rufo-testaceus, subconcolor. Alis non fumosis. 

Ct. testaceus m, 

3 (2). Species plus minusve nigro-variegatae. Alis fumosis. 

4 (5). Abdominis segmentis tantummodo tribus basalibus nigris. Pedibus omnibus cum 

tarsis coxisque pallidis. 

Ct. aurantiacus m, 

5 (4). Abdomine toto (solum lateribus exceptis) nigro. Tarsis nigris, tibiis infuscatis. 

Ct. rufoscutellatus E, 1 1 r, 

6 (1). Scutello nigro. 

7 (12). Capite thoraeeque rubris vel testaceis unicoloribus. 

8 (11). Abdominis segmentis tribus basalibus nigris. 

9 (10). Coxis anticis et intermediis pallidis. Puniceus. 

Ct. melanogaster Fisch. 

10 (9). Coxis anticis et intermediis pro maxima parte nigris. Aurantio-rufus. 

Ct. Reitteri m. 

11 (8). Abdominis segmentis quattuor basalibus nigris. Temporibus macula indetermi- 

nata fuscescenti notatis. 

Ct. persicus m. 

12 (7). Capitis dimidio anteriore, thoracis vitta media, antennis totis, pedibus partim 

corporeque toto subtus nigris. 

Ct. vitticollis Rttr. 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 12. 



V 



T. Xin] REVISIO SYNOPTICA MELOIDARUM GENERIS CTENOPÜS FISCH. 369 

punctulatis denseque pubescentibus, apice parum angustatis, ner- 
vis dorsalibus valde evolutis, cariniformibus. — Long. 8y 2 rnm. 

Ct. testaceus m. 

6 (5). Thoracis disco aequali absque impressionibus foveiformibus. Alis 

plus minusve fortiter infumatis. Species majores, bicolores (plus 
minusve nigro-variegatae). 

7 (10). Elytris microscopice confertim coriaceo-punctulatis, parum nitidis, 

dense longiusque pubescentibus. Fronte utrinque vix vel non im- 
pressa. 

8 (9). Thorace subelongato, fere non transverso, latitudinem maximam 

medio attingente. Capite sat angusto, sutura epistomatis fortiter 
arcuata profundeque impressa. Scutello elytris concolori, sat lato, 
apice obtuso. Statura graciliore. — Long. 1 1 mm. 

Ct. aurantiacus m. 

9 (8). Thorace brevi et fortiter transverso, latitudinem maximam in triente 

anteriore attingente. Capite lato, sutura epistomatis fere recta 

parumque impressa. Scutello nigro, sat angustiusculo, apice sub- 

acuminato. Elytrorum nervis dorsalibus sat evolutis. Statura 

validiore. — Long. 9—12 mm. 

Ct. melanogaster Fisch. 

10 (7). Elytris sat crasse coriaceis, nitidis, sparsim brevissimeque pubes- 

centibus. Fronte utrinque fortiter impressa. 

11 (12). Fronte et vertice medio valde gibboso-convexis. Oculis minoribus 

et angustioribus. Thorace lateribus medio valde subangulatim 
dilatato parumque rotundato. Scutello angustiusculo apice sub- 
acuminato, basi cum mesonoto excavato. Elytris vix pubescenti- 
bus, nitidioribus, singulo externe ante apicem fortiter exciso. — 

Long. 9y a mm. 

Ct. persicus m. 

12 (11). Fronte et vertice vix convexis. Oculis majoribus et latioribus. 

Thorace lateribus medio modice et sensim dilatato valdeque 
rotundato. Scutello latiusculo, apice obtuso, basi cum mesonoto 
leviter depresso. Elytris distincte pubescentibus, singulo externe 
ante apicem fere non angustatum vix exciso. — Long. liy 3 mm. 

Ct. Reitteri m. 



Bnlletin N. S. IV (XXXVI) p. 13. 



370 ANDREAS SEMENOW, [T. XIII 

CONSPECTUS SPECIEBUM SYSTEMATICUS ET STNONYMICUS. 

Genus Otenopus Fisch. 

Ctenopus Fischer. Entomogr. Eoss. II, 1823 — 24, p. 174. 
Ctenopus Lacordaire. Gen. Col. V, 1859, p. 689. 
Ctenopus Jacquelin-Duval. Gen. Col. Eur. III, 1859—63, p. 435 7 ). 
Ctenopus Dokhtouroff: Horae Soc. Ent. Ross. XXIV, 1889, p. 187 »). 
Ctenopus Seidlitz. Fauna Bait. Ed. II, 1891, p. 145 (Gatt.) c. nota 6. 
Ctenopus Seidlitz. Fauna Transsylv., 1891, p. 145 (Gatt.) c. nota 6. 

1. Ctenopus rufoscutellatus Rttr. 

Ctenopus rufoscutellatus Reitter: Verhandl. naturf. Ver. Brunn. XXVII, (1889) 

1890, p. 122 (nomen nudum). 
Ctenopus rufoscutellatus Reitter: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1889, p. 38. 

Incolatus : Provinciae Transcaspicae oasis Achal-teke: Aschabad (H. Leder, 
teste E. Reitter). 

2. Ctenopus vitticollis Rttr. 

Ctenopus vitticollis Reitter: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1889, p. 38. 

Incolatus: Transcaucasia australis: vallis Araxis fluminis prope Ordu- 
bad (A. Kubischtek, teste E. Reitter). 

3. Ctenopus testaceus, sp. n. 

Minor, parum elongatus, totus dilute rufo-testaceus, solum antennis 
inde ab articulo 4° (praesertim subtus), apicibus mandibularum coxisque 
posterioribus partim infuscatis. Antennis elytrorum basin paulo superanti- 
bus, modice tenuibus, articulo 2° brevi, 3° hoc duplo longiore, 4° tertio 
manifeste breviore, 5° secundo distincte longiore. Capite nitidulo, brevissime 
parce pubescenti, fronte lata, leviter convexiuscula, utrinque supra inser- 
tionem antennarum profunde foveatim impressa ibique et secundum mar- 
ginem internum oculorum haud nimis copiose punctata, etiam vertice ad 
latera punctato ; temporibus vage vix punctatis latitudinem oculorum saltern 
duplo superantibus; his sat parvis, praesertim angustis; epistomate piano, 
fere omnino laevi, a fronte sutura fere recta separato; labro subelongato, 
sed evidenter transverso, apice sat profunde subangulatim exciso. Prothorace 
latitudini capitis aequante, longitudine sua sesqui latiore, lateribus antrorsum 
fortiter recteque dilatato, latitudine maxima in triente anteriore, angulis 
anticis et posticis rotundatis, apice fere recto, basi levissime arcuata, disco 



7) Hic repetitur descriptio cl. Lacordairei. 

8) Repetitur eadem descriptio absque indicatione fontis! 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 14. 



T. XIIl] REVISIO SYKOPTICA MELOIDARUItt GENERIS CTEXOPUS FISCH. 371 

longitudinaliter subelato, utrinque latera versus sat fortiter declivi ibique 
late et profunde foveatim impresso, circa impressiones obsoletissime 
parce punctato, medio laevi, nitido; sulculo medio obsoleto solum in dimidio 
posteriore distincto. Scutello sat lato, sublaevigato, basi transversim im- 
presso. Elytris ad humeros obliquato-rotundatos thorace parum latioribus, 
sat brevibus (latitudine l 3 / 4 longioribus), parallelis, in triente posteriore 
fortiter subitoque dehiscentibus, apice singulatin parum angustatis et sat 
obtuse subrotunclatis, supra nitidis, subtilissime fere microscopice punctu- 
latis obsoleteque leviter quasi friatis, brevissime dense subsericeo-pubes- 
centibus, singulo nervis 2 dorsalibus tertioque supra-marginali crassis et 
acutis (externo dorsali fere cariniformi) praeditis, secundum suturam dor- 
salem distincte marginatis. Alis hyalinis fere non fumosis. Abdominis 
segmento anali penultimo simpliciter emarginato (<$). Pedibus sat brevibus, 
validiusculis. Tibiarum posticarum calcaribus aequalibus, externo vix 
latiore apiceque obtuse truncato. 

Long. 8%, lat. 3% mm. 

Incolatus: Turkestan chinense: oasis Nia (exped. M. Pewtzow! 1 — 20. 
IV. 1890). — Individuum unicum (<$) in coll. P. a Semenow. 

Haec species jam colore et habitu a congeneribus omnibus facillime 
dignoscenda est. 

4. Ctenopus aurantiacus, sp. n. 

Mediocris, sat elongatus, laete aurantio-testaceus, scutello concolori, 
lateribus mesosterni, metasterno toto, abdominis segmentis 3 basalibus 
mandibulisque ad apicem piceis, antennis ab articulo 3° sensim infuscatis. 
His elytrorum basin parum superantibus, mediocriter tenuibus, levissime 
compressis, articulo 2° sat brevi et latiusculo, 3° hoc minus quam duplo 
longiore, 4° tertio perparum breviore, 5° secundo evidenter longiore. 
Capite sat angusto, nitido, breviter sparsim pallido-pubescenti, fronte lata, 
leniter convexa, medio laevi, utrinque ad oculos sat copiose sed baud nimis 
dense punctata, vertice convexo temporibusque sat sparsim et minus distincte 
punctatis, his latitudinem oculorum saltern duplo superantibus; oculis sat 
parvis et angustis; epistomate ad basin labri leviter impresso, sat elongate 
apiceque distincte sinuato, a fronte sutura valde arcuata profundeque immersa 
separato; labro haud nimis brevi, transverso, apice parum sinuato. Pro- 
thorace capite vix latiore, minus brevi, latitudine perparum breviore, ergo 
vix trausverso, lateribus in medio valde angulatim dilatato-subrotundato, 
dein apicem versus fortiter obliquato-angustato, margine apicali leniter 
sinuato, basali fere recto, solum in medio vix sinuoso; angulis posticis ob- 

Bulletin N. S. IY (XXXYI) p. 15. 



372 ANDREAS SEMENOW, [î. XIII 

tusissime rotundatis; disco convexiusculo, latera versus sat fortiter sed 
sensim declivi, omnino aequali, nitido, disperse et obsolete punctato ; sul- 
culo mediano basi tantum indicato ibique profunde impresso. Scutello latius- 
culo basi sat fortiter depresso confertimque subobsolete punctulato. Elytris 
ad humeros simpliciter rotundatos thorace multo latioribus, latitudine duplo 
longioribus, parallelis, inde a medio sensim, in triente autem posteriore 
subito fortius dehiscentibus, apice singulatim sat fortiter angustatis et obtuse 
acuminatis, supra sat nitidis, microscopice crebre punctulato-coriaceis, 
brevissime dense rufo-pubescentibus, nervis 2 dorsalibus vix indicatis. Alis 
modice infumatis. Abdominis segmento anali penultimo late arcuatim exciso, 
longitudinaliter sulcatim impresso (&). Pedibus modice brevibus, hand nimis 
fortibus. Tibiarum posticarum calcaribus longitudine aequali, sed externo 
dilatato apiceque fortiter oblique truncato. 

Long. 11, lat. 4% mm. 

Incolatus: Persia borealis: Shahrud (H. Christoph!). — Individuum 
unicum (<$) in Museo Zool. Acad. Caes. Scient. Petrop. 

Quoad colorem scutelli Ct. rufoscutellato Rttr. similis esse videtur; sed 
labro evidenter transverso, oculis non tam magnis, fronte multo latiore, 
capite minus punctato, prothorace vix transverso aliterque formato, colore 
nonnullarum partium corporis (pedum etc.) a specie Reitteriana longe 
discrepat. — A Ct. mélanogastro Fisch, differt praesertim, praeter colorem 
nonnullarum partium corporis (et imprimis scutelli), statura paulo graciliore, 
labro apice multo minus sinuato, capite angustiore et minus valido, minus 
punctato, scutello latiore apiceque obtusiore, sutura epistomatis fortiter 
arcuata profundeque impressa, prothorace multo angustiore et longiore 
latitudinem maximam medio attingente, margine apicali multo angustiore, 
alis minus fumatis etc. — A Ct. testaceo m. (v. supra) magnitudine majore, 
labro apice minus exciso, fronte impressionibus foveiformibus destituta, 
sutura epistomatis fortiter arcuata et impressa, thoracis fere non transversi 
confîguratione plane diversa, ejus disco impressionibus omnino destituto, 
elytris paulo longioribus, apice singulatim multo magis acuminatis, nervis 
dorsalibus fere indistinctis, alis fumosis, pedibus debilioribus, colore meta- 
sterni et abdominis aliisque notis valde distat. — A Ct. vitticoïli Rttr. 
temporibus multo latioribus, colore et magnitudine jam facile distin- 
guendus est. 

5. Ctenopus melanogaster Fisch. 

Ctenopus melanogaster Fischer. Entomogr. Ross. II, 1823—24, p. 176; tab. 

XXXVIII, f. 1. 
Ctenopus melanogaster Reitter: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1889, p. 37. 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 16. 



T. XIIl] REVISIO STNOPTICA MELOIDARUM GENERIS CTESOPUS FISCH. 373 

Incolatus: Transcaucasia australis: vallis Araxis fluminis prope Ordubad 
(teste E. Reitter). 

Animadversio. Nescio, hancne speciem Dokliturow 9 ) in finibus pro- 
vinciae Transcaspicae habitare indicet. — Ctenopus vero «melanogaster» 
Heydeni 10 ), si modo indicatio ejus incolatus (confînia lacus Issyk-kul) 
recta est, pertinet certe ad speciem a Gtenopo melanogastro Fischeri 
distinctam. 

6. Ctenopus persicus, sp. n. 

Mediocris, sat elongatus, aurantio-testaceus, nitidus, scutello, apicibus 
mandibularum, segmentis abdominalibus 4 basaiibus, meso- et metasterno 
piceis, antennis inde ab articulo 4° sensim infuscatis, temporibus macula 
obliqua indeterminataque fuscescenti notatis. Antennis elytrorum basin 
parum superantibus, modice tenuibus, articulo 2° sat brevi et latiusculo, 
3° hoc duplo longiore, 4° tertio sesqui breviore, 5° secundo distincte sed 
parum longiore. Capite latiusculo, nitido, ad latera brevissime sparsim 
pallido-pubescenti, fronte valde lata et medio (praesertim verticem versus) 
valde convexa, utrinque ad oculos fortiter lateque impressa, in impressionibus 
sat copiose nee nimis crebre punctata, vertice convexo et praesertim tem- 
poribus sat copiose sed minus determinate punctatis, his latitudinem ocu- 
lorum sat parvorum praesertimque angustorum 2 x / 2 superantibus; epistomate 
sutura modice impressa et fere omnino recta a fronte separate ; labro for- 
titer transverso apice parum sinuato. Prothorace sat brevi latitudinem capitis 
fere non superante, longitudine circiter \ l / 3 latiore, lateribus in medio for- 
tissime angulatim dilatato-subrotundato, dein apicem versus valde angus- 
tato-obliquato, margine apicali medio leniter sinuato, basali levissime 
arcuato; angulis anticis et posticis omnino obliteratis; disco levissime 
convexo, utrinque latera versus sensim declivi, omnino aequali, nitido, 
distincte sed disperse punctato; sulculo mediano solum basi vix indicato 
ibique leviter impresso. Scutello angusto, fere subacuminato, basi unacum 
mesonoto fortissime impresso, apice laevigato et nitenti. Coleopteris ad 
numéros non prominulos obliquatosque latitudinem thoracis modice superan- 
tibus, latitudine duplo longioribus, parallelis, in triente basali sensim, post 
medium fortius dehiscentibus, apice singulatim subacuminatis leviterque 
rotundatis, externe in triente basali sat fortiter excisis, supra valde nitidis. 
haud nimis crebre grossiusque coriaceo-punctatis et rugulosis, sparsim 
brevissime rufo-pubescentibus, nervis duobus dorsalibus tenuibus distinctis, 



9) Dokhtouroff: Horae Soc. Ent. Ross. XXIV, 1889, p. 188. 
10) Heyden: Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887, p. 309. 
Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 17. • 26 



374 ANDREAS SEMENOW, [t. XIII 

praesertim exteriore bene indicato. Alis sat fortiter fumosis. Abdominis 
segmeiito penultimo haud exciso ($). Pedibus modice brevibus, haud 
fortibus. Tibiarum posticarum calcaribus longitudine aequali, sed externo 
multo latiore, apice simpliciter obtusato. 

Long. 9V 2 , lat. 4 mm. 

Incolatus: Persia borealis: Shahrud (H. Christoph!). — Specimen uni- 
cum (2) in Museo Zool. Acad. Caes. Scient. Petrop. 

Diftert a Gt. aurantiaco m. (v. supra), praeter colorem scutelli, praecipue 
capite latiore, fronte convexiore utrinque ad oculos late impressa, sutura 
epistomatis non tam impressa, haud arcuata, oculis minoribus et angustio- 
ribus, thorace evidenter breviore et latiore, lateribus medio mägis adeo 
dilatato, scutello multo angustiore, basi cum mesonoto profunde excavato, 
elytris nitidioribus multo minus confertim grossiusque sculptis, multo 
brevius, subtilius et parcius pubescentibus, etc. — Quoad colorem scutelli 
accedit Gt. melanogastro Fisch. , a quo tarnen statura minore et graciliore, 
capite minus punctato, vertice et fronte magis convexis, hac utrinque multo 
magis impressa, thorace minus brevi latitudinem maximam medio attingente 
ibique multo fortius angulatim dilatato, formam regularius hexagon alem 
praebente, scutello multo magis angustato basique cum mesonoto profunde 
excavato, elytris nitidioribus, aliter sculptis, multo parcius breviusque pubes- 
centibus aliisque aliquot signis facile distinguitur. — A Gt. vitticolli Rttr. 
structura capitis, colore nonnullarum partium corporis, magnitudine majore 
probabiliterque forma scutelli, a Gt. rufoscutellato Rttr. imprimis structura 
labri, oculorum et frontis, sculptura capitis, configuratione thoracis nec non 
colore nonnullarum partium corporis (scutelli etc.) valde differre videtur. 

7. Ctenopus Reitteri sp. n. 

Mediocris, laete et dilute rubro-testaceus, scutello, apicibus mandibu- 
larum, coxis anticis basi, ceteris totis, meso- et metasterno abdomineque 
(segmentis 3 ultimis aurantiacis exceptis) nigris, antennis ab articulo 3° 
sensim infuscatis. His elytrorum basin vix superantibus, fortiusculis, arti- 
culo 2° modice brevi, tertio hoc 1% latiore, 4° tertio evidenter sed parum 
breviore, 5° secundo subaequali. Capite sat lato, nitido, ad latera breviter 
sparsimque rufo-pubescenti, fronte sat lata, modice convexiuscula, utrinque 
ad oculos sat fortiter nec valde late impressa ibique et secundum marginem 
internum oculorum copiose profundeque irregulariter punctata, medio an- 
guste subelevata, laevigata atque obsoletissime longitudinaliter subsulcata, 
vertice parum convexo medio laevi, ad latera sat copiose sed minus crebre 
et paulo subtilius punctato, temporibus latitudinem oculorum vix duplo 

Bulletin N. S. IV -(XXXVI) p. 18. 



T. XIIl] REVISIO SYNOPTICA HELOIDARUM GENERIS CTENOPUS FISCH. 375 

superantibus parum punctatis; oculis sat evolutis nec nimis angustis; epi- 
stomate sat brevi, apicem versus fortiter angustato, a fronte sutura leniter 
arcuata parumque impressa separato; labro valde transverso apice parum 
sinuato. Prothorace capite paulo angustiore, haud brevi, longitudine paulo 
(îyj latiore, lateribus medio minus fortiter dilatato valdeque rotundato, 
dein antrorsum magis quam basin versus angustato, apice multo angustiore 
quam basi, margine antico recto, basali levissime subarcuato; angulis 
omnibus omnino obliteratis; disco parum convexo, ad latera fere non declivi, 
aequali, nitido, utrinque prope medium sat indeterminate angusteque im- 
presso, punctis paucis dispersisque notato, paulo ante basin foveola longius- 
cula pro sulco mediano impressa. Scutello lato, indeterminate subpunctato, 
basi sat fortiter transversim depresso. Elytris ad bumeros simpliciter sub- 
rotundatos thorace evidentissime latioribus, latitudine plus quam duplo 
longioribus, parallelis, externe in triente posteriore vix sensimque excisis, 
supra subnitidis, sat crasse coriaceis, brevissime haud dense rufo-pubescen- 
tibus, nervis duobus dorsalibus tertioque supra- marginali satis distinctis 
praeditis. Alis sat fortiter fumosis. Abdominis segmento penultimo late 
arcuatim exciso ($). Pedibus sat longis et gracilibus. Tibiarum posticarum 
calcaribus aequalibus, exteriore altero paulo tantum latiore, apice simpli- 
citer obtusato. 

Long. HV3, lat. 4 mm. 

Incolatus: Transcaucasia: Dshulfa provinciae Erivanensis (H. Chri- 
stoph!). — Singulum specimen ($) in Museo Zool. Acad. Caes. Scient. 
Petrop. 

Differt a Gt. persico m. (cf. supra) praecipue vertice et frcnte multo 
minus convexis, hac utrinque minus impressa, epistomate latiore apicem 
versus angustato, oculis evidenter majoribus et latioribus, temporibus autem 
angustioribus, thorace angustiore, multo minus transverso, lateribus medio 
minus neque angulatim dilatato, magis et latius rotundato, disco miuus 
convexo, ad latera non declivi, scutello multo latiore apice nullo modo 
acuminato, elytris minus nitidis, densius pubescentibus, singulo apicem 
versus minus angustato et externe minus exciso, humeris paulo magis pro- 
minulis, etc. — A Gt. melanogastere Fisch., praeter colorem totius corporis 
pallidiorem, praesertim statura graciliore et minus forti, capite minus lato, 
epistomate evidenter latiore, thorace minus lato et transverso, proportiona- 
liter distincte longiore, latitudinem maximam medio attingente ibique magis 
et latius rotundato, scutello latiore apiceque obtusiore, elytris acl apicem 
minus angustatis, nitidioribus, multo crassius sculptis (evidentissime coria- 
ceis nec microscopice punctulatis), minus dense pubescentibus, nervis dor- 

Bnlletin N. S. IY (XXXYI) p. 19. 26* 



376 ANDREIS SEMENOW, REVISIO SYNOPTIC! ETC. [T. XIII 

salibus minus expressis jam facile distinguendus est. — A Gt. aurantiaco m. 
(cf. supra), cui statura et habitu primo aspectu similior est, discedit imprimis 
labro breviore, epistomate latiore antrorsum angustato, sutura multo minus 
arcuata a fronte separato, hac utrinque sat fortiter impressa, thorace paulo 
breviore lateribus magis latiusque rotundato, disco valde nitido, minus con- 
vexo et ad latera multo minus declivi, elytris ad apicem multo minus angus- 
tatis, multo crassius sculptis, ideo nitidioribus, multo brevius parciusque 
pubescentibus nee non scutello nigro. — A Gt. vitticolli Rttr. discrepat 
magnitudine duplo majore, colore nonnullarum partium corporis nee non 
structura temporum; a Gt. rufoscutettato Rttr. structura labri, oculorum, 
frontis et thoracis, sculptura capitis atque colore scutelli omnino longeque 
divergit. 

Hanc distinctissimam speciem amico meo venerabili, meritissimo ento- 
mologo austriaco Edm. Reitter dedicavi. 



-»oXXo»- 



Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 20. 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIEES DU 



BULLETIN DE L'ACADÉMIE IMPÉRIALE DES SCIENCES DE ST,- PÉTERSBOURG. 

TOME XIII. 

Das Genus Sparganium L. — Systematische Beschreibung der Arten nebst Dar- 
stellung ihrer Verbreitung auf Grundlage ihres Vorkommens im Gouv. 
St, Petersburg. Von K. F. Meinshausen. (Lu le 27 mai 1892.) 

Meine Beobachtungen und Erfahrungen über das Vorkommen und Ver- 
halten der Sparganien- Arten in der russischen Flora, über die ich früher 
schon in einer kurzgefassten Schrift (Bulletin de la soc. Imp. des natur. de 
Moscou, 1889 n. 1.) einige Notizen und Berichtigungen veröffentlicht hatte, 
Hessen erwarten und sprach ich auch schon die Vermuthung aus, class ihre 
Mannigfaltigkeit grösser sein müsse und dass in unseren Sammlungen wohl 
erst nur die mehr allgemein verbreiteten und häufig vorkommenden Arten 
vorliegen möchten. Dieser Gedanke ist um so mehr berechtigt, da die Arten 
dieser Gattung vornehmlich in nördlichen Zonen einen grösseren Formen- 
kreis aufweisen, auch wohl ihre wahre Heimath in unserem Lande zu ver- 
muthen ist, und bewog mich auch auf meinen weiteren botanischen Streife- 
reien, die schon in den letztverflossenen Jahren sehr darauf gerichtet waren, 
mannigfaltige Defecte zu ergänzen und Zweifel zu lösen, im Laufe dieses 
Sommers (1891) diese Aufgabe ganz besonders oben an zu stellen — die 
Sparganien in der Zeit ihrer vollen und besten Lebensperiode und Ent- 
wicklung, welche in unserem Lande etwa in die Monate Juli und August 
fällt, in ihren Verstecken aufzusuchen und an Ort und Stelle zu studiren. 

Leider aber erwiesen diese Monate sich auch in diesem Sommer gerade 
für die Sparganien nicht als die günstigsten, da durch die vielen, oft starken 
und anhaltenden Regen in den schon sehr bewässerten Ortschaften auch 
meine Wege von mancherlei Unbequemlichkeiten und Widerwärtigkeiten 
stark betroffen und behindert waren. Indess wenn auch die Sammlungen 
- bei günstigeren Umständen viel reichhaltiger ausgefallen wären, so waren 
sie doch nicht ohne Erfolg und enthielten wiederum einige Neuigkeiten für 
die Flora, namentlich aber auch für die Sparganien. 

Die Arten der Sparganien, wie bekannt, sind ihrer Lebensbedin- 
gungen wegen, vor Allem vom Gewässer abhängig. Doch wie das Gewässer 
einerseits ist auch Bodenbeschaffenheit und Landesphysiognomie andererseits 
für dieselben von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wenn in einzelnen 
Fällen die Naturmannigfaltigkeit äusserlich deutlich und grell hervorleuchtet, 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 21. 



378 K. F. MEINSHAUSEN, [T. XIII 

so sind andererseits audi oft kaum differirende Anzeichen bemerkbar, welche 
sie erklären. So wachsen z. B. verschiedene Pflanzenarten unter gleichen 
Umständen nebeneinander, wie man oftmals Sp. simplex und Sp. glome- 
ratum trifft, in einem und demselben Reservoir ohne in gleicher Weise in 
andere Zonen einander zu folgen. Sp. natans findet man in demselben See, 
nur in grösserer Tiefe des Gewässers, wo unfern am flacheren Saume des- 
selben Sp. minimum ebenso gut gedeiht. Worin wäre hier die Ursache zu 
finden, dass ersterem in ihrem Vorkommen im Süden westlich schon in Liv- 
land und dann östlich schon in der Zone von Moskau die Südgrenze be- 
stimmt ist, da es doch weiter im Süden nicht wenige derartige Seen giebt, 
in denen sie ebenso versorgt wären, um so mehr da Sp. minimum diese 
Grenzen weit überschreitet und im südlichen Russland, bei Kursk gefunden 
wird und über ganz Deutschland verbreitet, sogar auch in Frankreich sich 
findet? 

Meinen Notizen nach fand ich die verschiedenen Arten in Ingrien an 
ihren Standorten in folgender Weise vorkommend: 

Nur Sp. flaccidum und Sp. natans sind stets fast gänzlich im Wasser 
versenkt und nur zur Zeit der Blüthe mit diesen über die Oberfläche her- 
vortretend, während die sehr langen, dünnen und schmalen, gerade auf- 
strebenden Blätter mit dem überragenden Theil auf dem Spiegel des stets 
klaren Gewässers ausgestreckt schwimmen. 

Andere mit zarteren Geweben der Stengel und Blätter, meist sehr 
kleine und feine Gewächse, als: Sp. perpusillum, Sp. minimum, wahrschein- 
lich auch die Arten mit gleichartigen Geweben, die ich aber zunächst erst 
in Herbarien genauer kennen gelernt habe, wie: Sp. oligopliyllum und Sp. 
angustifolium Mchx., die alle mehr oder minder in flacheren Gewässern, 
deren Stand weniger dem Wechsel unterworfen, angetroffen sind, werden 
eine Entwässerung, wenn sie nicht häufig immer wieder benetzt werden, 
kaum längere Zeit ohne zu verderben ertragen können. Ich begegnete ihnen, 
wo sie meist mehr oder minder vom Wasser bedeckt waren, und nur in sel- 
tenen Fällen auf dem noch genetzten Grunde versiegender Bäche, auch in 
Gräben, gewöhnlich augenscheinlich dem Verderben verfallen. 

Hiergegen sind die Arten der ersten Gruppe meist von recht starkem 
und kräftigem Wüchse und mit gepolsterten, fleischig flachdreikantigen 
Blättern, namentlich: Sp. ramosum Huds., Sp. simplex Huds v Sp. splendens 
m., Sp. fluitans Fr. (Sp. glomeratum Laest.), wohl auch Sp. Glelini m., Sp. 
americanum Nutt., Sp. simile m., und Sp. subvaginatum m. Sie stehen mit- 
unter kaum halb unter Wasser, oft auch nur mit der Basis im Wasser, sonst 
mit Stengeln und Blättern hervorragend der Sonne und trockenen Luft aus- 
gesetzt, sind daher auch befähigt in südlichen und recht warmen und trocknen 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 22. 



T. Xlll] ■ DAS GENUS SPAKGANIÜM L. 379 

Zonen ihr Dasein zu erhalten, wofür auch das Vorkommen des Sp. ramosum 
in West-Indien und in der bengalischen Flora von Griffith — Postumens 
etc. Tom. III, p. 158, t. 168 — in der Abbildung (meiner Ansicht nach 
Sp. ramosum Huds.!) Kunde giebt. 

In unserer Zone kenne ich nur eine Art mit flachen Blättern aus der 
zahlreichen Gesellschaft der zweiten Gruppe, die etwa in gleicher Weise, 
wie die oben beschriebene der ersten Gruppe wächst, nämlich — Sp. sep- 
tentrionale m., welche während ihrer ganzen Lebensperiode, von der 
Blüthe bis zur Fruchtreife nur in gleichmässig träge rieselndem klarem 
Gewässer wachsend, mit ihrem Stengel und recht charakteristisch-zweizei- 
ligen und aufstrebenden Blättern hervorragend, freudig gedeiht. Ich beobach- 
tete die Pflanze im Laufe mehrerer Sommer und fand sie in gleicher Weise 
ihren Lebenslauf beginnend und beschliessend. 

Man wäre vielleicht geneigt ihr die Befähigung beimessen zu wollen, 
auch in der Natur südlicher Zonen ausdauern zu können, wenn nicht hier 
in der Landesphysiognomie der Charakter des im Allgemeinen hügeligen 
Landes mit den auf Meilen ausgedehnten mächtigen Torfmooren, die düste- 
ren, oft dichten-Waldungen, welche dem rauhen nordischen Charakter gemäss 
das starke Verdunsten der Gewässer hindern, so deutlich ausgesprochen 
wäre. Es erregt vielmehr Verwunderung, wie das hierselbst so engange- 
schlossene Land bei so ungleicher Natur zu verharren vermochte. 

Ähnliche weitausgedehnte Torfmoore sah ich auch im Süd gebiete 
Ingriens, diese sind aber daselbst auf einem festen Kalkstein gelagert, dem 
der Quellenreichthum fehlt, daher auch die Torfe von ganz anderer Natur 
sind. Dort scheinen die grossen Winterschneemassen sie vornehmlich zu 
bewässern und, gedeckt von einer mehr oder weniger niedrigen Strauch- 
vegetion, zu erhalten. Da aber die oft stark brennenden Strahlen derFrüh- 
lingssonne auf die oft sehr weite offene Schneedecke wirken und sie bald 
schmelzen machen und die Wasser in die lockere Unterlage oder in die Tiefen 
eilen, die dichten Sphagnum-Torfe auch bald entblösst werden, und wenn 
nicht immer wiederholt Regen das entblösste, weite Land netzen und speisen, 
gänzlich versiegen müssen, so verdorrt die Vegetation. Daher trifft man 
hier meist, wo hin und wieder in den Rinnen vertiefte Auswaschungen noch 
das Gewässer in einem muldenartigen mit Kalktufftrümmern untermischten 
Boden aufzuhalten vermochten, eine nur kümmerliche Vegetation, die er- 
halten blieb. In solchen muldenartigen Tiefen fand ich unter anderen Ge- 
wächsen, auch mit einer sehr modificirten Form des Sp. minimum Fr., das 
sehr eigenthümliche Sp. splendens m., im Mergelteig fussend. 

Im ftordgebiete ist mir der eigenthüm liehen, wohnlichen Einrichtung 
wegen, ein bemerkenswerthes Gewächs — das Sp. raus m., welches ich 

Bulletin N. S. 1Y (XXXVI) p. 23. 



380 K. F. MEINSHAUSEN, [T. XIII 

vor einigen Jahren auf dem Gewcässer kleiner Waldseen sah, wo es kleinere 
und grössere dicht verwebte Kolonisationen von der Form etwa 3 — 5 Fuss 
grosser, rundlicher, schwimmender Inseln, rein ihres Geschlechts bildet, 
aufgefallen. Scheinbar unabhängig von einer Bodenbefestigung, vom Winde 
bewegt, schifften sie, wenig überragend, auf der Oberfläche der Gewässer, 
wo sie durch ihre dunkle Färbung leicht für Fontimlis antipyretic«,, die 
hier häufig in den Bächen sich findet, oder andere Moosgeschlechter, auch für 
Schlamm angesehen werden könnten. 

Da eines der nächsten Inselchen im mooriggeschwärzten Gewässer 
nicht anders erreichbar war, zog ich es mit Hülfe eines längeren Stabes, 
dessen beblätterte Spitze ich in die äussersten Randpflänzchen eindrehte, 
zu mir heran. In dem Gewirr zahlloser Pflänzchen, welche mit den Gipfeln 
hinuntergebogen und sämmtlich fest aneinanderhingen, fanden sich inzwischen 
nur sehr wenige fructificirende, die dann aber auch sehr schwierig ohne das 
Pflänzchen sehr zu verletzen, herauszuwirren waren. Sehr eigenthümlich 
erschien das im Verhältniss zum Stengel sehr verdickte, kurzverzweigte, 
sprossende Rhizom mit den zahlreichen, bartartig hängenden, schwarzen 
langen Wurzelfasern. Wie überhaupt bei den Wassergewächsen die Zer- 
setzung der Gewebe rasch von Statten geht, bemerkte ich es an dieser 
Pflanze hier ganz besonders. Wenn jüngere Wurzeln an der Neubildung 
von etwa Gänsekiel-Dicke recht fest schienen, war doch kaum zollweit davon 
entfernt, ältere Bildung bei geringerer Berührung breiartig zerdrückt. Schon 
Ende August ist ihre Lebensperiode beendet und der See oberflächlich rein 
von der Pflanze. Es gelang mir indess mit einer Harke aus dem etwa 2 — 3 
Fuss tiefen Grunde, unter Schlamm etliche Pflanzenstücke und Sprossen 
hervorzuziehen. 

Sparganien im trocknen Lande wachsend habe ich nicht gesehen und 
glaube auch nicht, dass eine unserer Arten ohne Vorhandensein von Wasser 
sich entwickeln kann. 

Sehr interessant gestalten sich die botanisch-geographischen Betrach- 
tungen über die Eigenart der zonischen Verhältnisse Ingriens, in welchen 
die Natur des Nordwärtsstrebens der Sparganiumarten sich so deutlich er- 
kennen und nachweisen lässt. 

Hier etwa im 60° n. Br. bildet der Lauf der Newa, von Osten nach 
Westen strömend, eine deutliche Grenzlinie zwischen zwei durch ihre Bo- 
denformation und zugehörige Flora grellkontrastirenden Gebieten. 

Das eine, der rauhe nordische, ingrische Antheil des karelischen Isthmus, 
— ist charakterisirt durch Wasserreichthum der zahlreichen kleineren und 
grösseren Bäche und Seen, die ausgedehnten Torfmoorgründe, auch durch 
von Moosen stark verwachsene Sümpfe. Obgleich sonst auch trockene, oft 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 2-i. 



T. XIIl] DAS GENUS SPARGANIUM L. 381 

dürre, licht bewaldete Sandhügelerhebungen das Land vielfach durchziehen, 
so stösst man auf seinen Wegen immer wieder auf sehr hindernde und unter- 
brechende Sumpfgewässer und die Natur ist bei allem Anscheine grosser 
Üppigkeit nur eine meist recht kärgliche und einförmige, — denn hier 
zieren die üppige Wiese vielfach die harten Galamagrosüs und dergleichen 
Gräser und Kräuterarten; auch ist das blüthenreiche Thal bemerkbar reichlich 
mit Epilobium angiistifolium (dem bekannten Kaporka) und anderen hier 
sehr verbreiteten kleineren und grösseren Gewächsarten einförmig geschmückt. 

Dagegen ist die Zone des Südlandes, welche hier zunächst oft an den 
Newa ström stösst, mitunter auch das linke felsige Ufer bildet, auf einer 
wärmenden Unterlage — dem silurischen Kalkstein — gelagert, der mehr 
oder minder in einem breiten Streifen anstehend und mit Landeserhebungen, 
landrückenartig, fast 400 Werst, das weite Land durchzieht, durch seine 
begünstigenden Eigenschaften den Boden mit einer grossen Fruchtbarkeit 
und einer reichen auch sehr mannigfaltigen Flora begabt. Die Wiese hier, 
anscheinend mit spärlichen, oft wenig üppigen Kräutern und Gräsern be- 
grünt, bietet die zartesten und nahrhaftesten Gewächse, wie um so mehr 
ist das fruchtbare Thal in grösster Fülle von den zierlichsten und schmuck- 
vollsten Blüthen geziert. Auch den Waldboden begünstigt eine grössere 
Baum- und Gesträuchmannigfaltigkeit als im Nordgebiete. Freilich im All- 
gemeinen ist hier dem Lande das Gewässer nicht so reichlich zugemessen 
und wird sogar in Zeiten grosser Trockenheit in einzelnen Gegenden recht 
bemerkbar entbehrt. 

Diesem Lande im Süden wiederum lehnt sich das Diluvium an, welches 
durch die höhere Lage des ersteren gegen die rauhen, nordischen Ströme 
geschützt, ein ansehnlich gemildertes Klima, dadurch auch eine begün- 
stigtere Natur geniesst. Obgleich anscheinend untei gleichartigen Verhält- 
nissen mit dem Nordgebiete — die Sand- und Lehmboclenarten des welligen 
und hügeligen Landes mit den vielen Gewässern vorherrschend — sind hier 
die Landschaften auf kaum über hundert Werst südlicher doch schon um 
zwei Wochen, oft auch früher, im grünenden Frühlingsschmuck und über- 
haupt ist die Vegetation mit einer reicheren Flora, auch aus den Formen 
viel südlicherer und wärmerer Zonen ausgestattet. 

Bei so begünstigten Umständen des Landes stellt sich für die begrü- 
nende Flora in den ihr eigenen Geschlechtern und» Arten gegenüber der 
Nordflora, ein im Verhältniss sehr ungleicher Procentsatz heraus, welcher 
natürlich für die Güte und die Vorzüge dieses Südlandes spricht. 

Nach gegenwärtiger Kenntniss unserer ingrischen Landesflora ist die 
Gesammtzahl der heimischen Arten etwa 910, in welcher die Südflora mit 
185 Arten, welche im Nordgebiete nicht gefunden sind, meist aus Ge- 

Balletin N. S. IY (XXXVI) p. 25. 



382 K. F. MEINSHAITSEN, [t. XIII 

schlechtem sehr viel südlicherer Zonen — daher mit 20% im Antheil zu 
verzeichnen; dagegen zählt das Nordgebiet (ohne Sparganien wie auch bei 
jenen) nur 9 Arten, hiermit würde die Zahl nur 1 °/ ergeben, die wiederum 
der Südflora fehlen, oder vielmehr die im besprochenen Südgebiete unserer 
Flora nicht genannt sind, da zum Theil auch einige dieser Nordflora in viel 
südlicheren Floren aufgeführt werden 1 ), so würden diese das Minimum um 
so mehr noch herunterstellen, aber der Kontrast der Zahlen als Hauptbe- 
dingung, für das Südgebiet einerseits — die Wärme und Trockenheit des 
Landes — ins Gewicht fallen; wie andererseits aber für Sparganium im 
Minimum ausgedrückt ist : — Das Wasser ist ihr Element, ihr Leben und 
Schutz; die Wärme und Trockenheit ihr Tod! 

Die Beweisführung ist nicht schwer und hier so kurz und deutlich dar- 
gestellt, dass ihr Vaterland auf den Norden hingewiesen sein müsse, da un- 
serem bisherigen, wenn vielleicht auch noch nicht ganz genügendem Wissen, 
sie in ihrem Vorkommen durch vorhandenes Material sich nur so erklären 
lässt. 

Sie entwickeln sich und wachsen im Gewässer, kalt oder warm und 
mehr oder minder in der Nässe versenkt überall bis zu ihrer Ausbildung, 
doch wo vor ihrer vollen Entwicklung die Gewässer durch baldiges Ver- 
dunsten oder Abfluss mehr oder minder sinken oder gar gänzlich versiegen, 
werden sie sich nur durch ihre Widerstandsfähigkeit erhalten können. 

Härtere mit festeren und härteren Geweben, meist Arten der ersten 
Gruppe, wie: Sp. ramosum, Sp. simplex, Sp. splendens, 8p. glomeratum etc. 
werden über die Wasserfläche hervorragend minder bedroht sein ; wogegen 
solche mit feinen und zarten Geweben, mit dünnen und flachen Blättern und 
weichen Stengeln der zweiten Gruppe bei Abnahme dieses Wasserschutzes 
nur so lange sie sich durch Herabbeugen unter erwähnten Schutz oder zu 
nächst der Nässe befinden, sich nur kärglich zu erhalten vermögen und 
bei gänzlichem Schwinden desselben sehr bald verdorren und verderben 
müssen. 

Ihrer Natur nach sind sie gleichsam auch mit der Widerstandswaffe 
durch ihre äusseren und sehr charakteristischen Formeneigenschaften begabt, 
die andererseits auch die bemerkbar deutlichen Gruppenmerkmale absehen 



1) Z. B. Anemone vemalis L; und Spergula pentandra L. in Deutschlands Flora; Geum 
macrophyllum L. — ein Kamtschadale — welches wohl auch mit dem ihm sehr verwandten 
Geum strietumA.it. in viel südlicheren Zonen würde wachsen können; Hieracium nigricans m., 
welches wohl das Gepräge eines recht nordischen Gewächses trägt, ist noch sehr fraglich ob es 
nicht wie Scirpus caespitosus L. und Carex livida Whlb. in viel südlicheren Zonen gefunden 
werden könnte, besonders da Sc. caespitosus (freilich, in etwas entstellter Form) aus Nord- 
Frankreich in unseren Herbarien vorliegt, möglicher Weise, auch im südlichen Ingrien ge- 
funden werden können. 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 26. 



T. XIII J - DAS GENUS SPARGANIUM L. 383 

lassen. Sie werden durch dieselben in zwei recht entsprechende Sectionen 
vertheilt, in welchen schon, wenn die in unserer Flora wachsenden 10 Arten 
ihren Eigenschaften nach in den Sectionen vertheilt mit den Zonen verglichen, 
folgendes, gewissermaasseu rechtfertigendes Gesetz sich folgern lässt: 

a) Hecht kräftige, mehr oder minder mit harten Stengeln und gepolstert- 
dicken, gekielt- dreikantigen Blättern begabte Gewächse, — in unserer 
Flora: — Sp. ramosum, Sp. simplex, Sp, splendens und 8p. fluitans 
mit 4 Arten vertreten. 

b) Feine, meist mit sehr zartem Gewebe und weichen dünnen unge- 
kielten flachen Blättern. — Sp. natans, Sp. minimum, Sp. flaccidum, 
Sp. perpusillum, Sp. ratis und Sp. septentrionale. 6 Arten, daher: 

Von a: wachsen gemeinschaftlich in 

beiden Gebieten 2; nur im Süd-G. 1; nur im Nord-G. 1. 
Von b: wachsen gemeinschaftlich in 

beiden Gebieten 2; — » — 0; — » — 4. 
gemeinschaftl. 4; nur im Süd-G. 1; nur im Nord-G. 5. 

Hierdurch stellt sich in der ingrischen Flora im Zahlenverhältniss für 
die Nordzone ein Plus — 5 gegen 1 — heraus, welches wiederum (gegen 
das Verhältniss der Südflora) zu Gunsten der Nordflora spricht. Da nun auch 
von den in entfernteren Ländern wachsenden, hier nicht eingerechneten Arten 
sich keine Widersprüche finden, sondern vielmehr auch die feineren und 
zarteren Arten auf den Norden hingewiesen sind, ja, sogar das Sp. angusti- 
folium Michx, die feinste und zarteste unserer bekannten Arten, unserem 
Wissen nach, kaum den 63° n. Br. nach Süden überschreitet, so scheint die 
Höhen- und Ausgangszone für die Arten der Sparganien etwa zwischen dem 
65° bis 60° n. Br. zu liegen; von da aus, d. h. vom 60° n. Br. sinkt die 
Artenzahl schon bedeutend und ist unter dem 50° n. Br. in dem flachen 
Tieflande auf 3 reducirt. 

Die Nordgrenze der Arten dieser Gattung für das so mannigfaltige Nord- 
land genauer angeben zu wollen, ist bei unserer gegenwärtigen, noch sehr 
lückenhaften Kenntniss über dieselben nicht gut möglich. Nach vorhandenen 
Notizen und Belegen scheinen es indess die Arten der zweiten Gruppe zu 
sein und namentlich Sp. natans und Sp. minimum (im Complex ähnlicher 
kleinen und feinen Arten wie Wahlenberg in seiner Flora Lappon. sie an- 
giebt), welche im hohen Norden die grösseren und kräftigeren Sparganien 
der ersten Gruppe sogar weit überflügeln, ich glaube jedoch, kaum die 
Baumgrenzen übersteigen möchten. 

Nach El. Fries: (Summa Veget.) in seinen geographischen Tabellen, 
erreicht, ausser Sp. natans, keine der übrigen von ihm angeführten Arten 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 27. 



384 K. F. MEINSHAUSEN, [ï. XIII 

Lappland, und Wahlenberg, in seiner Flora Lapponica (p. 222) sagt von 
dem einzigen aufgeführten Sp. natans nebst var. ß, im Hab. «per totam syl- 
vaticam et subsylvaticam omnium Lapponiae Snecicae ubique parents, in 
septentrionali parte Lappon. kemensis earn hand vidi etc. Ferner zu seinem 
ß minimum (?!) sagt er: «in pallidum marginibus et ripis fluviorum erectum 
crescit praeeipue in Lappon. infima. — Jedenfalls als die in Gegenden der 
äussersten Nordgrenze ihres Vorkommens bewohnende Art, würde letztere 
wohl vielleicht mehr als Sp. angustifolium Michx. zu verstehen sein. 

Sehr auffällig erscheint das sporadische Vorkommen des Sp. natans L. 
im Hochlande von Kurdistan, woselbst die Pflanze in den Höhen von 7 — 8000' 
der Gebirge wächst und gesammelt wurde (Kotschy, Plantae Ciliciae- 
Kurdicae!). In gleicher Weise ist wohl auch Sp. affine Schnitzl. (das ich 
leider aus authentischen Belegen nicht kenne) im Süden von Europa nur 
Colonist der Gebirge solcher Höhe. 

Da es wohl nicht ohne Interesse sein möchte, kann ich nicht umhin, 
einiger Schriften, die mir bei meinen Arbeiten über dieses Thema in mannig- 
faltiger Weise auffielen, in kurzgefasster Betrachtung zu erwähnen. 

Die Literatur über die Sparganien hat wohl einige Schriften, aber nur 
wenige eingehend gründliche und nennenswerthe Bearbeitungen ihrer Arten 
aufzuweisen. Die systematischen Arbeiten liegen nur sehr fragmentarisch 
vor oder behandeln nur sehr begrenzte Landschaften, da sie, für ihre 
Florengebiete bestimmt, das Fernliegende bei Seite lassen durften. 

Schnitzlein in seinem vortrefflichen und sehr belehrenden Werke — 
Die Typhaceen (Dissert. 1845) — lieferte die erste tiefeingehende, kritisch- 
gründliche Betrachtung über die Pflanze selbst, indem er zergliedernd die 
phytographischen Eigenschaften, seine Characteres essentiales, die Termini 
botanici zurecht und fasslicher gemacht hat, ohne welche das Individium 
nicht richtig und deutlich versinnlicht gedacht werden kann. Im systema- 
tischen Theil, der etwas bescheidener ausfällt, war wohl leider das dürftig 
vorliegende Material die Ursache, dass ein umfassenderes und ansschau- 
licheres Sparganienbild ungeschaffen blieb, wie es von seiner Hand wohl 
erwünscht gewesen wäre. 

Ein anderes Werk, das rühmlich zu nennen ist, leider aber nur wenig 
berücksichtigt und citirt wird, lieferte Hart mann mit seiner Flora Scan- 
dinaviae, indem er die Arten der Sparganien in dem Buche durch früher 
nicht unterschiedene und genannte Arten unserer nordischen Floren er- 
weiterte und ihrem verwandtschaftlichen Charakter angemessen, in ein sehr 
anschaulich entworfenes System bringt, wo die wenigen, nur 7 Arten, auch 
mit nur wenigen Worten deutlich unterschieden und gekennzeichnet sind. 
Doch, wie schon erwähnt, behandelt die Flora nur die wenigen Arten ihres 

Bulletin N. S. IV (XXXYI) p. 28. 



T. XIIl] J DAS GEXUS SPARQANIÜM L. 385 

Gebietes, wobei es schwierig bleibt, die Arten fremder Länder richtig ein- 
zuschalten. 

Weniger leistete Kunth in seiner Enumeratio plantarum omnium 
cognitarum (Bd. III, 1841). Hier lieferte er nur eine allgemeine Übersicht 
über den damaligen Stand unserer Kenntniss von der Gattung. 

Leider ist diese Arbeit nicht so befriedigend ausgefallen wie seine 
früheren, namentlich in keinem Vergleiche mit seinen Gramineen (im 1 . Bde), 
auch sehr anders als die Cyperaceen (im 2. Bde 1834), welche letztere 
grosse Erweiterungen unserer Kenntniss geliefert hat, eine Arbeit, die da- 
mals mit grossem Beifall aufgenommen wurde, wie sie auch gegenwärtig in 
Ansehen steht und bleiben wird. Bei den Sparganien lieferte der Verfasser eine 
nur sehr ungeprüfte, flüchtige Compilation fremder Arbeiten, welche selbst 
deutliche Missgriffe enthält. Es fehlen Herbarium- Vergleiche namentlich von 
den letzten Reisen: von Chamisso, F^chscholz, Ehrenberg, Mertens 
aus dem entfernten Osten und *y ^ anderen Sammlungen, die wohl auch 
im K. Berliner Herbarium (wie auch aus Kth. Cyperaceen zu ersehen) reichlich 
vorgelegen haben müssen, wodurch die Arbeit ganz anders ausgefallen sein 
dürfte. 

Michaux in seiner Flora Boreali-Americana (1803) beschreibt in der 
Reihenfolge der Gattungen in seinem System (p. 189) sein Sp. angustifolium 
— S. foliis plants angustissimis, canlem longissime super antibus, débiliter 
fluitantibns. — Obs.: folia vix lineam lata. — Hab.: in amnibus Carolinae. 

In so wenigen Worten schon konnte die Pflanze kaum genügender ge- 
schildert werden um nicht auch erkannt zu sein ; dennoch ist dieselbe so 
sehr missverstanden und verzerrt worden. Es nimmt mich daher Wunder, 
dass Rob. Brown in seinem Prodromus florae Novae Hollandiae et ins. 
Vandimens (Ed. II, 1823) das Sp. angustifolium (p. 81) für nothwendig findet 
in folgender Weise verbessert zu beschreiben: «Foliis planis, Iaxis caule lon- 
gioribus, amentis masculis numerosis, stigmatibus ovalibus, drupis obovatis 
laevibus apice depressis». — Hierzu wird Sp. angustifolum Michx. — 
freilich fraglich — citiert. 

Den verschieden lautenden Worten in den Definitionen nach sind zwei 
sehr verschiedene Arten so deutlich besprochen, um so mehr noch als sich 
mit Sicherheit herausstellt, dass das Blatt mit — planum — nicht richtig 
bezeichnet ward, weil durch den Rücken nerv, welcher durch die Presse 
nicht leicht sich verwischen lässt, erkannt ist, dass sicherlich auch ein drei- 
kantiges Blatt vorgelegen haben müsse. 

Kunth, 1. c. erkennt diesen Missgriff nun wohl, hält aber mit Unrecht 
R. Brown's Pflanze aufrecht und beschreibt sie, während der Name Sp. 
angustifolium Michx., welcher viel älter ist, dem Sp. natans unterstellt 

Bulletin N. S. IT (XXXVI) p. 29. 



386 K. F. MEINSHATJSEN, [T. XIII 

worden ist, obgleich die Pflanze sich von allen Arten so sehr unterscheidet 
und gehalten werden müsste. 

Schliesslich glaube ich hier noch eines Werkes — Nuttalls genera of 
American plants (Tom. II, 1818, p. 203), in welchen drei Arten für die 
Gattung aufgeführt sind, erwähnen zu müssen. Es sind diese: Sparganium 
ramosum (die ich in unseren Herbarien für Amerika nicht gesehen habe, aber 
wohl in den nördlicheren Zonen Nord-Amerika's wachsen könnte); ferner 
Sp. americanum, welches, wenn auch etwas dürftig beschrieben, mit Hülfe 
des Herbariums, auch unter dem Namen — 8p. eurycarpum Englm., wie 
die Pflanze vielfach vertheilt wird und so in unseren Herbarien vorliegt, zu 
verstehen ist. Es ist bei dieser Pflanze auffällig, dass Kunth in seinem 
Werke einzelne Worte nicht zu berichtigen für nothwendig fand und z. B. 
— stylus statt rostrum nachschrieb, da doch bei allen Arten dieser Gattung 
die Narbe eine sitzende ist. Als dritte Art (nicht als Synn. wie Kunth meint, 
da doch eine 3 deutlich vor dem Namen steht) nennt Nuttall das Sp. angusti- 
folium Michx. 

Durch diese Schrift ist es wohl ersichtlich, dass unsere Flora wohl noch 
manches Neue enthält, was bei fortgesetzt sorgfältigem Nachforschen gefun- 
den werden kann. 

Es ist deshalb aber auch nicht minder wichtig das bereits Bekanntge- 
wordene mitzutheilen, ich habe daher die in der Litteratur vorhandenen 
Sparganiumarten zusammengestellt und die in den Herbarien unbeschrieben 
sich vorfindenden hinzugefügt. 

MONOGRAPHISCHE DARSTELLUNG ALLER BISHER BEKANNTEN ARTEN DER 

GATTUNG SPARGANIUM L. 

Sectio 1. Trigonae: Folia crassa succosa carinato-trigona. 

1. Sp. americanum Nutt. — Gen. plant. II, p. 203. — Culmis erectis 
angulatis 1% — 2-pedalibus rigidis, basi paulo incrassatis fibris crassiusculis 
copio munitis, foliatis apice ramosis; foliis lato-linearibus carinato-trigonis, 
caulinis basi lata plus minus dilatato subamplectantibus, sursum sensim 
minus attenuatis culmo longioribus; inflorescentia subramosa rarius simplice, 
glomerulis pluribus, inferioribus 3 — 4 foemineis dissitis subinde peduncu- 
latis, reliquis masculis sessilibus, ramulorum paucioribus ; fructibus obovatis 
apice attenuato-rostratis (serius in maturitate fructu subtruncato-obtusatis) ; 
perigonii phyllis paucis (saepius 5) dissitis, caryopsi longioribus basi cune- 
ato apice late obtusis. — Sp. eurycarpum En g elm. ex parte. 

Hab. : Die Art scheint auf Nord- Amerika beschränkt zu sein. — Unser Herba- 
rium besitzt Belege: Ohio (Drege 1850); Californien (Mr. Carthy); Utan (M. E. 
Jones JV° 1072); Colorado (M. E. Jones JV« 651); New York (Asa Gray); Florida 
(Curtis J\; 2703 — var. androclaäa). 

Bulletin N. S. 1Y (XXXVI) p. 30. 



T. XIIl] DAS GENUS SPARGANIUH L. 387 

Es können kaum Zweifel darüber herrschen, class Sp. eurycarpum E n g 1 m . 
nicht dieselbe Pflanze ist, die Nuttall meinte. Die Art steht dem Sp. ramosum 
Huds. nahe, unterscheidet sich aber zunächst durch ihre doppelt grösseren 
Früchtchen, deren Gipfel später durch das starke Anschwellen der reifen 
Caryopse, die das Pericarpium so sehr ausspannt und dadurch verkürzt, dass 
dieses oben völlig abgeflacht, in der Mitte nur noch mit dem sehr kurzen 
Ende des Rostrum gekrönt erscheint und wo dann rundum die breiten Spitzen 
der Perigonien überragen. Ich bemerkte an dieser Pflanze im Blüthenstand, 
dass die Äste meist sehr dünn und sehr unregelmässig, oft sehr sparsam 
vorhanden sind, aber sehr selten gänzlich fehlen, wo im letzteren Falle auch 
wohl simplex gesagt werden kann. Die Form Sp. simplex var. androgyna 
Englm. scheint mir eine stark monströse Form dieser Art und wohl auch 
nicht selten zu sein. 

2. Sp. ramosum Huds. — Fl. Angl. Ed. II, p. 401 — Herb. Norm. 
IV et XV, n. 78. Culmis erectis robustis basi incrassatis et valde fibrosis 
breveque proliferis, inferne foliatis superne ramosis; foliis late linearibus 
superne minus attenuatis carinato-triquetris basi ampliata vaginata amplec- 
tantibus, superioribus brevioribus basi latiore sessilibus; infiorescentia sub- 
paniculata; glomerulis 7 — 9 v. pluribus, inferioribus 2 — 4 foem. saepius 
pedunculatis, superioribus minoribus masculinis, sessilibus; fructibus obo- 
vatis apice longe attenuato-rostratis sessilibus, stigmate lineari-elongato ; 
perigonii phyllis basi sublineari apice dilatato lamina lati rotundo, caryopsin 
aequantibus v. brevioribus, membranaceis. 

Hab.: Wie Sp. americanum in seinem Lande, scheint diese Art in der alten 
Welt die grösste Verbreitung ihres Geschlechts zu haben und vom hohen Norden 
herab bis fast zum Aequator, wenn auch im Süden sporadisch, doch etwa am 20° n. 
- Br., in West-Indien (nach der Abbildung t. 168, in Griffith's Postum. II, p. 158 
erkannt) und in der Flora Bengalens zu wachsen. Im Norden jedoch überholen 
nach Wahlenberg 's Flora Lappon. die flachblättrigen Formen sie bedeutend. 

In meiner Schrift über die Sparganien Russlands (Bull, de Mose. 1889 
n. 1) nannte ich die Art als eine unter allen europäischen, sehr ausge- 
zeichnete. Sie ist, wie auch Sp. americanum, durch ihre eigentümlichen, mit 
sehr breiter Basis im Glomerulum sitzenden Früchtchen von allen Arten sehr 
verschieden. Untereinander sind diese wiederum: Sp. americanum durch 
doppelt grössere Früchtchen, welche zur Reife oben so stark abflachen, dass 
die Kugelform des Glomerulum oberflächlich gleichsam völlig glatt erscheint, 
in welcher die breiten Gipfel der längeren Perigonien über das Pericarpium 
rundum stark überragen. Dagegen sind bei dem Sp. ramosum die Rostra 
der Früchtchen auch in der Reife, wenn auch zusammenschrumpfend, stets 
verschmälert sehr hervorragend und die kürzeren Perigonien immer ver- 
deckt. Das Sp. necglectum Beeby in Brittens, Journal of Botany (Vol. 24, 

Balletill N. S. IV (XXXVI) p. 31. 



388 K. F. MEINSHAUSEN, [ : f. XII] 

p. 124. namentlich auch im 23. Bde. p. 193, t. 238) ist nicht gut als Art zu 
charakterisiren, wenigstens kann ich keine unterscheidenden Merkmale auf- 
finden. Der Charakter wie auch der Habitus in der Abbildung der Pflanze 
selbst, so auch die Perigonien sind ganz die unseres gemeinen Sp. ramosum, 
welches auch in unserem Laude geringe Abweichungen aufweist. 

3. Sp. splendens m. n. sp. — Culmis erectis saepius flexuoso-gibbosis, 
subtriquetris paucifoliis, 1 — lV 2 -pedalibus, basi subtereti vix incrassatis 
brève prolifero-repenti ; foliis late linearibus sursum sensim paulo attenuatis 
obscure-cinereo-viridibus, basi lata ecarinato-subamplectantibus,superne cari- 
natis culmolongioribus; inflorescentia simplice, glomerulis 6 — 7. inferioribus 
4 rarius 5 foemineis, dissitis, imis 1 v. 2 longe pedunculatis reliquis sessi- 
libus, masculis 2 rarius 3; bracteis culmo longioribus fructibus ellipticis 
sursum longe attenuato-rostratis, basi longe attenuate -stipitatis subcoriaceis 
laevibus splendentibus, stigmate brevi lineari; perigonii phyllis latiuscule 
cuneatis apice paulo dilatatis rotundato-obtusatis, duriusculis. 

Hab.: Bisher nur im Süd-Gebiete Ingriens gefunden. Sie wächst in Gräben und 
Wasserrinnen mit mergeligem Boden in den Torfmoorgegenden von Gatschiiia 
meist zahlreich beisammen. 

Eine sehr eigenthümliche Art, die aber in getrocknetem Zustande, 
namentlich bei flüchtigem Vergleiche, leicht für eine modificirte Form des 
gemeinen Sp. simplex Huds. angesehen werden könnte, genauer betrachtet 
besonders an der lebenden Pflanze aber sehr verschieden ist. Lebend ist die 
Pflanze ein starkes Individuum von wenig bleigrau -grüner, etwas dunkler 
Farbe. Die sehr langen Blätter umfangen den unten etwas dünnen Stengel 
mit sehr dünner Basis, wodurch dieselbe stielrund wird; oben hin verdicken 
sie sich und sind gepolstert fleischig-flachdreikantig mit abgerundeter Kiel- 
kante, die den wenig vorspringen deu Mittelnerv deutlich erkennen lässt. 
Auffällig sind die grossen Glomeruli mit ihren regelrecht dicht spiralisch 
geordneten Früchtchen, deren sehr lange, wenig dicke konische Schnäbel 
rundum hervorstarren und der Pflanze etwas sehr Eigenartiges, Düsteres 
verleihen. Getrocknet verliert sich dieser Ausdruck und die Charaktere 
fallen nicht so ausgesprochen deutlich in die Augen. Ihrer Gestalt und 
Grösse nach passt sie gut in diese Gruppe — Folia succosa, carinato-trigona 
— und ist Sp. simplex zunächst zu stellen, wenn auch nicht alle Charaktere 
so deutlich für die Gruppe ausgesprochen sind wie bei ersterer und folgender 
Art — nämlich — dass die Basis der Pflanze nicht kantig ist, dennoch eine 
bedeutsame Zahl der Merkmale übereinstimmend trägt. Sp. simplex ist 
durch die sehr stark hervortretende, geschärfte Rückenkante der äusseren 
Blattbasen, daselbst am Grunde flach und breit zweischneidig und gewöhnlich 
ist ihre Farbe heller und rein grün, dann auch ist der Stengel meist gerade 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 32. 



T. Xffl] DAS GENUS SPAftGANlüM L. 389 

und steif aufrecht und die Inflorescenz sehr verschieden. Bei dieser sind die 
männlichen Glomeruli an sehr kurzer Achse nur 2, selten die dritte ange- 
deutet; bei Sp. simplex sind mindestens 5 und diese mehr getrennt. Endlich 
sind auch die Pericarpien der Früchtchen lederartig und schrumpfen auch 
nicht grubigfaltig zusammen, sondern bleiben glatt und behalten, wenn auch 
sehr gedämpft, den ursprünglichen Glanz der Oberfläche, dann auch ist die 
Narbe sehr viel kürzer. Die Pericarpien des Sp. simplex sind sonst ähnlich 
geformt aber feiner und dünner und schrumpfen daher sehr runzlig zusammen 
und verlieren ihren ursprünglichen sehr leuchtenden Glanz fast gänzlich, 
dann ist die schmale Narbe doppelt so lang, linienförmig. An ihrem Fund- 
orte fiel mir die Pflanze sehr auf. 

4. Sp. simplex Huds. — Fl. Angl. p. 401. — Fries, Herb. Norm. XV, 
n. 79. Culmis erectis strictis, rarius minus gibbosis subtrigonis, foliosis 
(1 — 2-pedalibus) basi compresse subancipiti, fibrosis tenuique prolifero- 
repente; foliis crassis carmatis late linearibus apice attenuato-obtusis, viri- 
dibus, caulinis basi semiamplectantibus non dilatatis; inflorescentia simplice, 
glomerulis 7 — 9 interruptis; 2 — 4, omnibus, infimis longius, superioribus 
brevius pedunculatis, summis 4 — 6 masculis sessilibus mox deciduis; bracteis 
foliaceis, infimis 1 , rarius 2 culmo paulo longioribus ; fructibus ovatis apice 
longe acuminato-rostratis, basi longe stipitatis pericarpio (utriculo) mollius- 
culo subtunicato demum corrugato, stigmate longiusculo-lineari ; perigonii 
phyllis tunicatis lineari-cuneatis apice obtusis, in stipite sparsim dispositis. 

Hab.: In ganz Europa mehr oder minder häufig; in Asien, ganz Sibirien (in 
unseren Herb, von Gme lin, Güldenstädt, Maack, Kosteletzki, Mittelasien, 
in der Mongolei (Potanin, Przewalski). Aus Afrika sind keine sicheren Quellen 
vorhanden. In Amerika — New York (Curtiss, Hart Wright). 

Die Art ist durch die stark gekielten Blätter, welche den steif auf- 
rechten Stengel an der Basis decken, zweischneidig; ferner sind es auch die 
sehr langgestielten Früchtchen mit zerstreut aufsitzenden Perigonien- 
blättchen, welche sie auszeichnen. 

5. Sp. fluitans Fries, Summa veget. p. 559. — Herb. Norm. XV, n. 
80. Culmis erectis v. paulo curvatis (6 — 14-poll.) foliatis, basi vix incrassati 
valde fibrosis tenuique prolifero-repentis, superne subtriquetris; foliis late 
linearibus carinatis culmo multo longioribus ; inflorescentia simplice, glome- 
rulis pluribus, inferioribus 4 — 6, mediis valde contratis, terminalibus 1 
rarius 2 masculis, confertis mox omnino deciduis; bracteis foliaceis longis- 
simis; fructibus ovatis apice acuminato-rostratis, stigmate brevi subulato- 
conico ; phyllis perigonii tunicatis paucis obovato-cuneatis, basi longius atte- 
nuatis. — Sp. glomeratum Laestad. 

Bulletia N. S. IV (XXXVI) p. 38. 27 



390 K. P. MEINSHAUSEN, [T. XIII 

Hab.: Die Pflanze scheint in Europa nur etwa im 60° n. Br. vorzukommen. Aus 
Scandinavien und Ingrien (hier im Nordgebiete) ist sie keine seltene Pflanze. Aus 
Nord- Amerika sah ich Exemplare, die sich von unserer Pflanze nicht unterscheiden. 
Asa Gray, (in seinem Manual of botany of North Unit. States) führt sie als Va- 
rietät unter Sp. simplex auf. 

6. Sp. simile m. n. sp. — Culmis erectis paulo gibbosis trigono-teretibus 
angulis costatis ultra pedalibus paucifoliatis, basi minus incrassatis valde 
fibrosis proliferisque ; foliis late linearibus carinatis (basilaribus carentibus) 
sur sum sensim attenuatis culmo multo longioribus; inflorescentia simplice 
subinde ramulo uno, glomerulis inferioribus 3 — 5 foem., imis 2 — 3 pedun- 
culatis, reliquis sessilibus, summis 2 — 3 masc. ; bracteis foliaceis imo culmo 
longiore ; fructibus oblongo-ellipticis basi brevissime stipitatis v. sessilibus, 
junioribus longe rostratis, stigmate subulato brevi; perigonii phyllis spathu- 
latis obtusis caryopsi brevioribus tunicatis. 

Hab.: In Mittel- Asien — monte Calmytolohey in deserto Siungorico 1771 (von 
Falk — nach unseren gegenwärtigen Begriffen im östlichen Theile der Kirgisen- 
steppe unfern des Tarbagatai-Gebirges); ferner sammelte die Pflanze im Wilui- 
Lande R. Maack. 

Sie steht Sp. simplex wohl nahe, ist aber nicht so schlank ; die weiblichen 
Glomeruli sind recht zahlreich und zerstreut, während die männlichen nur 
sparsam sind. Die Früchtchen sind sehr kurzgestielt, meist aber sitzend. 

7. Sp. Glehnii m. n. sp. — Culmis erectis crassis molliusculis subteretibus 
Miosis laevibus glabris basi minus incrassatis, fibrosis ; foliis latissime line- 
aribus longissimis basi lata vaginato-amplectantibus ; inflorescentia simplice, 
glomerulis inferioribus 3 — 4 foem. mediocribus approximatis extraaxillaribus, 
imo nonnunquam pedunculatis, masc. 1 — 2; bracteis foliaceis saepius sur- 
sum porrectis inflorescentiam pluries superantibus, germen anguste cuneato 
apice brève attenuatum, stigmate brevi subcapitato; perigonii phyllis an- 
guste clavatis obtusis membranaceis germine aequantibus. 

Sp. longifolium Fr. Schm. ex parte, non Turcz. 

Hab.: Sachalin, Sümpfe bei der Ansiedlung Tunai, d. 29. Jul. (Glehn). 

Die Pflanze ist durch ihren sehr dicken und weichen, reichbeblätterten, 
kurzen Halm sehr ausgezeichnet. Ihrer Gestalt nach müsste sie im Wasser 
verdeckt wachsen. Die kleinen Blüthenknäuelchen fallen sehr auf. Leider 
aber sind die Exemplare alle noch sehr unentwickelt, daher können auch die 
Früchtchen nicht genauer beschrieben werden, während die Art jedenfalls 
sehr unterschieden ist. 

8. Sp. subvaginatum m. n. sp. — Culmis erectis angulari-teretibus, te- 
nuibus (iy 2 — 2-ped.) paucifoliatis, basi foliosis et longe fibrosis; foliis lon- 
gissimis linearibus basi submembranaceis mox deficientibus, superioribus 
braetealibusque solidioribus erectis sursum porrectis, basi latissime tuni- 
cato-marginatis culmum vaginato-amplectantibus, longissimis multo super- 

Bullotiu N. S. IV (XXXVI) p. 34. 



T. Xlll] DAS GENUS SPARGANIUM L. 391 

antibus, obscure- viridibus ; inflorescentia brevissima, glomeruli 2 v. 1 foem., 
ima longe pedunculata, terminali 1 rarius 2; fructibus oblongo-ovalibus 
utrinque, apicemagis attenuatis (junioribus longius rostratis); stigmate brevi; 
perigonii phyllis cuneato-spathulatis marginibus membranaceis, obtusis. 

Hab.: Finnland, Archipelago Aboensi-Krànskor pr. Kelo (Ruprecht); Ins. 
Sitcha (Mertens). — Flora of the Eocky-Mountains, reg. alpina (coll. C. C. Parry, 
als — Sjp. simplex var. angustifolia (En g elm.). 

9. Sp. stenophyllum Maxim. — Meinsh. in Bull, de la soc. des nat. 
de Mose. 1889, 1. — Culmis erectis subtrigonis diphyllis ultra pedalibus, 
basi foliosis incrassatis valde fibrosis, horizontaliter repentibus, foliis line- 
aribus carinatis, inferne sensim latioribus applanato-triquetris superne sub- 
planis longissimis ; inflorescentia elongata ramosa, glomerulis numerosis ses- 
silibus, infiniis remotiusculis; foem. 2 — 3 (rameis 1), reliquis superioribus 
pluribus minoribus masculinis; fructibus (fere maturis) obovatis sessilibus 
apice lata brevissime attenuata acute rostratis, nervis 5 — 6 prominentibus, 
stigmate medioeri v. parvo subulato apice subhamato; perigonii phyllis 5, 
linearibus v. euneatis caryopsin aequantibus v. paulo brevioribus. 

Sp. angustifolium R. Br. Prodr. p. 189. — Kth., Enum. pl. III, p. 99, 
non Mchx. 

Hab.: Mandshurei (Goldenstädt); Neu-Seeland (Hochstetter). Die Art ist 
von allen hier genannten dieser Gruppe sehr verschieden und leicht erkannt. 

6. Planae — Folia tenuia plana ecarinata. 

1. Fructibus apice plus minus attenuato - acuminato - rostratis ; stigmatibus saepius linearibus 

elongatis v. brevius late subulatis. 

10. Sp. natans L. — Fl. Lappon. p. 272. — Fries, Herb. Norm. XIII, 
n. 67., XVI, n. 67. — Culmis erectis acute triquetris pauci (2 — 3) foliatis, 
basi teretibus foliosis (1% — 3-ped.); foliis linearibus longissimis erectis parte 
superiori (fere dim. longitudinis) supra aquam natantibus, 7 nervatis, basi plus 
minus dilatatis planis; bracteis foliaeeis sursum magis attenuatis; inflorescentia 
saepius ramosa, interrupta, glomerulis pluribus, terminalibus saepius 3 — 5 
masculis, inferioribus atque ramorum 2 — 3 foemineis; fructibus saepius 
obovatis apice acuminatis, basi longe stipitatis, stigmatibus linearibus sur- 
sum minus attenuatis; perigonii phyllis in stipitem longam sparsim dispo- 
sais, lineari-euneatis apice truncata ciliatis. 

Sp. longifolium Turcz., Fl. Baic.-Dahur. 11, 2, p. 170, n. 1106. — 
Fl. Ingr. p. 377! 

Hab.: Scandinavien (Fr. Summ, veg.); Ingrien (Schmalhausen, ipse) ; Schitomir 
(Golde) sind unsere sicheren Fundorte in Europa; in Asien sind ausser: an der 
Angara (Turcz an.), beiKirensk(Stubendorff), Umgegend von der unteren Tun- 
guska (Czekanowski 1872); und auf Sachalin, Traiziska 1860 (Fr. Schmidt). 
Dann sind auch (wenn die Pflanze dieselbe ist) aus den östlichen Pyrénéen 1832 
(Huit du Cavillon) und Kurdistan (Kotschyn. 468) zu nennende Fundorte. 

bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 35. 



392 K. P. MEINSHAUSEN, [t. XIII 

Letztere beiden Fundorte, die aus den Pyrenäen und die andere aus 
Kurdistan, scheinen sich wenig zu unterscheiden, namentlich vom ersteren 
Fundort durch feineren und schlankeren Wuchs des sehr kurzen Stengels, 
auch durch kleinere Blüthenglomeruli. Ob nächstgenannte als Art zu 
trennen ist, kann ich, da ich keine Exemplare des Autors gesehen habe, 
nicht sagen. 

(10 b ). Sp. affine Schnitzl. — Typhae. p. 27. — Rhizoma brevi capi- 
tatum, abbreviatum. Caulis elongatis gracilis (1 — 2 ped. alt.) firmiusculis; 
internodiis 4 — 6-pollicaribus. Folia caulina dupla caulis longitudine basin 
versus dilatata, longe vaginantia, mox angustata ad lineae latitudinem, revo- 
luta, folia ramealia 1 — 2 subito attenuata e basi ampla. Inflorescentia foem. 
2 — 3 raro 4 in petiolo nonnunquam extraaxillari, terminales masculae 2 — 3 
utraque parvula, priorem ovariis ovato-acuminatis stigmateque angusto sub- 
recto brevi, posteriores filamentis longissimis. Fructus ovato-oblongus atte- 
nuato-acuminatus breve stipitatus. (Schnitzl.). 

Im Vergleiche der Definitionen stellen sich allerdings geringe Diffe- 
renzen heraus, die an den Individuen zu finden wären, leider aber bieten 
diese Worte hier keine deutlichere Begrenzungen für Arten. — Obgleich 
Schnitzlein Linné's (Wahlenberg's) Citat der Pflanze seinem Sp. affine 
unterstellt, so will es noch nicht sagen, dass sie identisch wären, da dieses eine 
Gewächs Scandinaviens, dagegen Sp. affine aus den Alpen der Pyrenäen be- 
schrieben ist. Schnitzlein sagt bei seiner Pflanze von den Stengelblättern 

«Folia caulina basi dilatata longe vaginantia». Dieses findet ähnlich an 

Exemplaren unseres Sp. natans in geringem Wechsel statt — bald sind 
die Blätter breiter und länger, dann auch schmäler und kürzer. Reichen- 
bach (da sein Sp. natans nur unser Sp. minimum Fries darstellt) ohne Grund, 
drückt dieses gar gewaltig aus, wie ich es so in hundert Exemplaren unserer 
Pflanzen nie gefunden habe und glaube, nur wenn es solches giebt, es ein 
hübsches Extrem darstellen würde. Der Blüthenstand ist einfach, bisweilen 
sogar recht ärmlich, öfterer aber auch recht reichlich und mit 2 — 3 starken 
Ästen versehen; Schnitzlein jedenfalls hatte nur Exemplare mit einfachen 
Blüthenständen vor sich, weil dieses sonst erwähnt worden wäre. Sie scheint 
im Süden sich mehr einfach zu entwickeln. Bei den Früchtchen habe ich 
keine genauere Vergleiche machen können, da mir an älteren Individuen 
der südlichen Form dieser Pflanze gute Fruchtindividuen fehlten. Die Peri- 
gonien unterscheiden sich nicht. Sie sind bei beiden Pflanzen breiter oder 
schmäler spathulato-cuneata in gewissen Grenzen, doch nie so breit als wie 
Reichenbach sie abbildet. Nach Exemplaren unseres Herbarium ist zu be- 
merken, dass an Exemplaren des Südens das höchste, verkürzte Blatt, dem 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 36. 



T. Xm] DAS GENUS SPAEGANIUM L. 393 

männlichen Glomeruli im Blüthenstande zunächst, sehr breit, öfter breit 
eirund kurzzugespitzt — so an Exemplaren von Jones, Utan (Amer.); 
Kotschy, Kurdistan etc. — vorkommt. Dieses Blatt hatte Reichenbach 
nicht in seiner Taf. 417 bemerkt. Doch ob dieses ein verzeichnenswerthes 
Merkmal abgiebt, scheint mir zu gering auch nicht zuverlässig. 

11. Sp. minimum Fries. — Summ, veget. p. 560. — Herb. Norm. XII, 
n. 78. — Meinsh., Sparg. p. 7. — Culmis foliisque submersis, basi sub- 
repente-proliferis; culmis triangulari-teretibus (% — iy 2 -ped.), paucifoliatis 
flaccidis; foliis linearibus membranaceis subpellucidis superne brevius atte- 
nuatis obtusis; bracteis foliaceis basi non dilatatis semiamplectantibus; inflo- 
rescentia simplice, glomerulis distinctis, foem. 1 v. 2 rarius 3, masc. 1 
minor; fructibus subopacis obovatis apice attenuato rostratis, basi attenuato 
v. brevissime stipitatis, stigma brevi lineari-conico ; perigonii phyllis plu- 
ribus membranaceis, late lingulatis glabris, internis angustioribus. 

Sp. natans Autorum non Linné. 

Hab.: Gemein in ganz Europa, in unseren Sammlungen sind Belege aus: 
England (Bennet); Frankreich; Deutschland; aus der Schweiz; den Pyrenäen und 
aus dem europäischen Russland die Fundorte: Abo, Archipel (Ruprecht); Esth- 
land, Dago; Livland, Oesel, Dorpat; Witebsk (Antonow); Warschau (Szubert); 
Kursk (Hoefft); Mohilew (Downar); Shitomir (Golde); Meriffa (Czernajew); 
Kerebinsk (Le s sing 1832). In Asien scheint die Art zu fehlen und keine Belege 
vorhanden, daher die in Le de hour's Flora Rossica angeführten Fundorte auf 
andere Arten hinzuweisen sind. 

Ein von Bordère aus den Pyrenäen (Ed. Hohenacker) als Sp. mini- 
mum vertheiltes Exemplar ist durch den harten und sehr verkürzten Halm 
und etwas dicke und sehr lange, schmale Blätter sehr eigenthümlich, scheint 
mir aber eine Verkümmerung von Sp. simplex zu sein. 

12. Sp. flaccidum m. n. sp. — Culmis elongatis (pedalibus) tenuibus 
flaccidis, superne subtriquetro-teretibus, basi vix incrassato fibris longissimis 
dense tectis et prolis longiusculis emittentibus ; foliis basealis longissimis 
late linearibus tenuibus planis obscure- viridibus culmo multo longioribus; 
inflorescentia brevis, glomerulis 3 — 4, summo masculo, reliquis foem. ima 
saepius pedunculata; bracteis foliaceis brevioribus culmo paulo longioribus, 
omnibus quam etiam caulinis basi latiore culmum amplectantibus, patulis; 
fructibus ovato ellipticis subcostatis triquetris, rarius trigonis, rostro brevi 
attenuato rarius brevissime stipitato, stigmate ovato minimo; perigonii 
phyllis cuneato-spathulatis coloratis submembranaceis subdimidio brevioribus. 

Hab.: Ingrien, in tieferen Sümpfen mit faulenden, dunklen Gewässern, unter- 
getaucht. 

Von Sp. minimum durch die dunkle Farbe der Stengel, Blätter und 
Früchtchen und Form der breiten Blätter, die mit der dunkelgrünen (nicht 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 37. 



394 K. F. MEINSHAUSEN, [t. XIII 

hellberandeten) breiten Basis den dünnen Halm umspannen, auch die auf- 
fallend langen Wurzelblätter, unterschieden. Von den übrigen steht sie 
schon entfernter. 

13. Sp. perpusillum m. n. sp. — Culmis humilis tenuissimis polyphyllis 
(2 — 5-poll.) basi minus incrassatis valde fibrosis et proliferis; foliis line- 
aribus obtusiusculis, caulinis longissimis culmum longe superantibus, cul- 
meis pluribus, superioribus minoribus, atque bractealibus basi latiore culmum 
brève vaginanto-amplectantibus; inflorescentia simplice, glomerulis 2 — 3 
remotiusculis, omnibus axillaribus sessilibus, foemineis saepius 1 v. 2, ter- 
minalis 1 masc. ; fructibus ovalibus utrinque breve attenuatis subtrigono- 
teretibus, stigmate ovato erecto minuto; perigonii phyllis oblongis, apice 
breve angustato-obtusatis membranaceis ciliatis, basi longius attenuatis, 
dimidio fructu subaequantibus. 

Hab. : Ingrien, in Wasserrinnen und Lagunen am Gestade des finnischen Meer- 
busens, im Nordgebiete (ipse). 

Ein sehr kleines und feines Pflänzchen, wohl das kleinste unter unseren 
bekannten Arten, könnte vielleicht für eine feinere Form des Sp. mini- 
mum gehalten sein, ist aber durch seine kurzen, vorn gläsernen umschlies- 
senden Blattbasen, welche sehr eigenartig den Halm umspannen, besonders 
verschieden. Die Pflanze ist feiner als Sp. angustifolium Michx., habituell 
jedoch nicht unähnlich, die zugespitzten und sehr vortretenden Schnäbel 
der Früchtchen unterscheiden sie genugsam. Von Sp. oligocarpum ist sie 
sowohl habituell, wie auch durch stets sitzende und achselständige Glomeruli 
verschieden. 

Hab. : In Ingrien, in Wassergraben am Meerbusen. 

14. Sp. oligocarpum Angstr. — Botan. not. 1853, p. 149. Herb. 
Norm. XV, n. 81. — Fl. Danica t. 172. — Culmis simplicis vix flaccidis 
( 8 / 4 — iy a -ped.), basi minus incrassato valde fibroso, foliis paucis; radicalibus 
anguste linearibus obtusis longissimis natantibus, caulinis versus basin dila- 
tatis membranaceis longe vaginatis; inflorescentia plus minus remota, glo- 
merulis 3 — 4 parvulis, 1 — 3 inferioribus foem. saepius extraaxillaribus 
imo pedunculate reliquis sessilibus, terminali 1 v. 2 masc; fructibus ob- 
longo-ovatis stipitatis, apice breviter oblique rostratis; perigonii phyllis 
spathulatis marginibus undulato-vix dentatis. 

Hab.: Scandinavien (Fries, Hartmann, Fl. Danica); Gouv. Archangelsk, bei 
Beloosersk (gesammelt von Samuilow, erhalten von Hrn. Antonow); Ost-Sibi- 
rien, im See Ilscherogna im Gebiete der unteren Tunguska, d. 13. Juli 1873 
(Czekanowski und Müller). 

Durch die stark verdickte Halmbasis und die sehr dicht befaserten 
Wurzelfäden, wie auch die eigentümlichen, kleinen, dichtgedrängten 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 88. 



T. Xin] DAS GENUS SPARGANIUM L. 395 

Blüthenknäuelchen mit den vielen Fruchtschnabelspitzen ist die Art leicht 
erkannt. 

Die Exemplare des Herb. Normale 1. c. sind etwas unnatürlich kurz 
und recht kräftig wüchsig, wogegen alle unsere Exemplare von den ange- 
gebenen Fundorten — Beloosersk und Tunguska viel feiner und schlanker, 
einige sogar an 2 Fuss Länge, ausgedehnt und feiner entwickelt, doch ohne 
Zweifel dieselbe Art sind. 

15. Sp. ratis m. — Bull, de la soc. des nat. de Moscou 1889, n. 1, 
p. 8. — Rhizoma horizontali crassiuscula natante, tota longitudine longe bar- 
bato-fibrosum, repente-proliferum ; culmis foliisque plus minus supra aquam 
adscendentibus, saepius arcuato-incurvis, culmis 3 — 5-poll., acute triquetris, 
basi paucifoliis; foliis linearibus planis apice breve attenuatis obtusis; inflo- 
xescentia brevi; glomerulis 2 — 3 rarius 4, omnibus sessilibus, infimis 1 — 2 
rarius 3 foemineis, remotiusculis, omnibus axillaribus; bracteis foliaceis basi 
dilatata vaginato-amplectantibus, inflorescentia paulo brevioribus, patulis; 
fructibus ovato-oblongis subtriquetris utrinque brève attenuatis, stigmate 
minuto brève cylindrico v. capitato; perigonii phyllis cuneato-spathulatis 
fructu dimidio brevioribus. 

Hab.: Ingrien auf dem Gewässer kleiner Waldseen im Nordgebiete, kleine 
schwimmende Inseln bildend (ipse). 

Schon der Standort spricht so sehr für die Eigenart dieses Gewächses. 

b. Fructibus apice obtusis, stigmate minuto capitato. 

16. Sp. septentrionale m. — Bull. 1. c. 1889 n. 1, p. 8. — Radix cras- 
siuscula longe tenue repente-prolifera; culmis 2 — 5-poll., erectis minus 
curvatis 4 — 6-foliatis, basi polyphyllis; foliis alternatim distichis erecto- 
patulis, latiuscule linearibus planis obtusis culmo brevioribus; inflorescentia 
brevi simplici, glomerulis 2 — 3 rarius 4 appro ximatis, omnibus sessilibus, 
summo masculo; bracteis foliaceis linearibus crassiusculis obtusis; fructibus 
obovato-ellipticis apice obtuso brevissime cylindrico- rostratis, stigmate 
minimo triangulari; perigonii phyllis obovato-cuneatis basi longe attenuatis 
membranaceis. 

Hab.: Ingrien, nur im Nordgebiete in rieselnden kalten Quellenbächen der 
Torfmoore. 

Die Art wächst stets nur in Gegenden höherer Torfbildungen in och- 
r ige m Bodengrunde, gewöhnlich zahlreich beisammen aber zerstreut mit ein- 
zelnen Sumpfgewächsen — namentlich Calla, Garex ampullacea, häufiger 
eine härtere und höhere Form der Garex Oederi, alle diese auch sehr zer- 
streut, wogegen die hier eingestreute Malaxis paludosa sich gern unter höher 
wachsende Gewächse meist in Moosarten geschützt verhält. Sie scheint die 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 39. 



396 K. F. MEINSHAUSEN, [t. X1H 

grosse Geselligkeit zu meiden und findet sich daselbst nur sehr selten. In 
tiefen Gräben, wo die Quellbäche einmünden, ist das Sparganium bisweilen 
doch seltener übertragen, ändert unter den neuen Bedingungen seine Tracht 
nicht, nur dass es höher und kräftiger, mit den Stengeln und aufgerichteten, 
zweigigen Blättern strammer empor sprosst. 

17. Sp. angustifolium Michx. — Fl. Bor. Amer. 11, p. 189, non Kunth. 
— Herb. Norm. IV et XV, n. 82. — Radix crassa elongata fibrosa; culmis 
tenuis elongatis % — 2-ped. paucifoliis, basi foliosis; foliis (radicalibus saepius 
emarcidiis evanescentibus) anguste linearibus, longissimis obtusis ; inflorescen- 
tiam longe superantibus; glomerulis 2 — 3 minimis remotiusculis,infimo saepius 
pedunculato, reliquis sessilibus foemineis, masculis 2 rarius 3 minoribus; 
fructibus ovalibus obtusissimis, apice brevissime cylindrico-rostratis, stig- 
mate minuto capitato; perigonii phyllis obovatis obtusis vix dimidio longi- 
tudinis caryopsi. — Sp. hyperboreum Laestad. 

Hab. : Sie scheint im ganzen Norden von Europa, Asien und Amerika, etwa bis 
zum 65 ° n. Br. nicht selten zu sein. — In Sümpfen am Kemi-Flusse sammelte 
ich selbst die Pflanze. Im nordöstlichen Sibirien, von wo viele Sammler, worunter 
Krascheninnikow; in Kamtschatka und Unalaschka — Chamisso, und Sitcha, 
Achta (Wossnessenski) in unseren Herbarien, Exemplare mitgebracht und nie- 
dergelegt haben. 

Durch das eigenthümliche Rhizom und die so sehr stumpfen Früchtchen 
in den kleinen und dichten Glomeruli ist die Art sehr ausgezeichnet. 



Bulletin.!*. S. IV (XXXVI) p. 40. 



T. XIIl] DAS GEXÜS SPARGAXIUM L. 39' 



Inhaltsverzeichniss und Nomenklatur der Sparganien-Arten. 

Spargaiiium L. (Tournef.) Pag. 

affine Schnetsl. — Sp. natans L. var 16 

americanum Nutt 10 

Sp. eurycarpum Englm. 

Sp. simplex var. americanum. 
angustifolium Michx 20 

Sp. byperboreum Laestad. 
angustifolium R. Br. = Sp. stenophyllum Maxim, 
boréale Laest. 

erectum a L. = Sp. ramosum Huds. 
erectum ß L. = Sp. simplex Huds. 
eurycarpum Englm. = Sp. americanum Nutt. 

flaccidum Meinsb 17 

fluitans Fries 14 

Sp. glomeratum Laest. 
Friesii Beari? 

Glebnii Meinsb. ' ' . '„ 14 

glomeratum Laestad. = Sp. fluitans Fries. 

byperboreum Laestad. = Sp. angustifolium Micbx. 

longifolium Turcz. = Sp. natans L. 

longifolium Fr. Scbm. ex parte = Sp. Glebnii. 

minimum Fries - 17 

Sp. natans Autorum pi. 

Sp. natans var. minimum Wablenberg, fl. Lapp, 
natans L 15 

Sp. longifolium Turcz. 
neglectum Beeby = Sp. ramosum Huds. 
oligocarpum Angst 18 

Sp. vaginatum. 

perpusillum Meinsb 18 

ramosum Huds ' 11 

Sp. erectum a L. Wablb. 

Sp. neglectum Beeby. 

ratis Meinsb 19 

septentrionale Meinsb 19 

simile Meinsb. 14 

simplex Huds 13 

Sp. erectum ß Wablb. 
simplex v. angustifolium Englm. = Sp. subvaginatum 

splendens Meinsb 12 

subvaginatum Meinsb 15 

Sp. simplex v. angustifolium Englm. 
stenopbyllum Maxim 15 

Sp. angustifolium R. Braun, 
vaginatum Larss. = Sp. oligocarpum Angstr. 



Bulletin N. S. IV (XXX VI) p. 41. 28 



MÉLANGES BIOLOGIQUES 



TIKES BD 



BULLETIN DE L'ACADEMIE IMPERIALE DES SCIENCES DE ST.- PETERSBOURG. 

TOME XIII. 

Crustacea caspia. Contributions to the knowledge of the carcinological 
Fauna of the Caspian Sea, by G. 0. Sars, Prof, of Zoology at the 
University of Christiania, Norway. (Lu le 14 avril 1893). 

Part I. 

3VE "Y" S I ID jgB. 

With 8 autographic plates. 



GENERAL INTRODUCTION. 

The Crustacea of the Caspian Sea are as yet but very imperfectly known, 
and, with the exception of the Mysidce, the Caspian species of which have 
partly been studied by Mr. Czerniavsky, only a few scattered notes have 
hitherto been published about that part of the fauna. As, howewer, the Cru- 
stacea everywhere are found to represent a very essential bulk of the fauna, 
it cannot fail that a closer investigation of the several forms of that class 
occurring in the Caspian Sea, would give us important information about 
the general character of the fauna of that isolated marine basin, and 
thereby throw much light on the difficult questions about the supposed 
early connexion of the Caspian Sea with other parts of the Ocean. 

Through the kind intervention of Mr. S. Herzenstein, a very interesting 
collection of Crustacea made by Mr. Warpachowsky during the past year 
in different places of the northern part of the Caspian Sea, has been placed 
in my hands for examination. The collection comprises numerous species 
belonging to 3 different orders, viz., Schizopoda, Gumacea and Ampliipoda. 
Especially the occurrence in the Caspian Sea of Cumacea seems to me to be 
of very considerable interest, on account of the exclusive marine character 
of that order, and of the other 2 groups -. there are also several very 
interesting and apparently new forms. Subsequently I have also received 
some other specimens of Caspian Crustacea preserved from an earlier time 
in the Zoological Museum of St. Petersburgh, and quite recently the rich 
collections of Caspian Crustacea in the possession of Dr. Grimm have been 
entrusted to me for investigation. 

Bnlletin N. S. IV (XXXVI) p. 51. 28* 



400 G. 0. SAKS, [T. XIII 

It is thus a very considerable bulk of Caspian Crustacea, that will lie 
before me, and I hope that a careful investigation of this vast material will 
prove to be of considerable interest, both in systematic and biological 
respects, and that several fundamental conclusions relating to the early 
history of the Caspian Sea may be hence derived. I think, however, it may 
be convenient to delay such a general discussion until the completion of 
the systematic investigation of the several groups. On this occasion I only 
wish quite briefly to indicate the general suggestions to which a preliminary 
examination of the specimens has led me, and which I hope subsequently 
to be enabled to support by more reliable facts. 

The fauna of the Caspian Sea is, I believe, derived from 3 very differ- 
ent sources. One part is of true arctic origin, and constitutes the remnant 
of the primitive fauna prevailing at the early time, when a connexion between 
the Caspian Sea and the Polar Sea may have existed. Another part of the 
fauna is of a more southern character, and may have immigrated, at a much 
later period from the Black Sea and the Mediterranean; a direct connexion 
being supposed to have existed at that time. A third part of the fauna, 
finally, constitutes a number of true fresh- water forms, which have adapted 
themselves to living in somewhat brakish water, at the estuaries of the 
great rivers debouching in the Caspian Sea. The abyssal region of the Cas- 
pian Sea remains still, I believe, nearly quite unexplored. I am, however, 
much inclined to believe that, on a closer investigation, the great depths of 
that basin will be found to contain a peculiar abyssal fauna exhibiting a 
purely arctic character. 

On entering upon an investigation of the carcinological fauna of the 
Caspian Sea, I have thought it right to treat of each group separately. The 
present part comprises only a single family of the Schizopoda, viz., the My- 
sidce. It will be shortly succeeded by 2 other parts, the one treating of the 
Cumacea, the other of the Amphipoda, and perhaps subsequently a 4th part 
will be added, treating of the lower Crustacea, the Entomostraca. 

MY SIB JE. 

As is well known, the Mysidœ form a family of the lower stalk-eyed 
Crustacea, and belong to the subdivision generally termed Schizopoda, on 
account of the legs being biramous, or provided with greatly developed exo- 
podites acting as powerful swimming organs. Of higher stalk-eyed Crusta- 
cea only 2 species of the genus Astacus have hitherto, according to a kind 
communication by Mr. Herzenstein, been recorded from the Caspian Sea, 
viz., Astacus leptodactylus and A. pacliypus, both being evidently fresh - 

Bullotin N. S. IV (XXXVI) p. 52. 



T. XIIl] • CRUSTACEA CASPIA. 401 

water forms, which have adapted themselses to living in somewhat bra- 
kish water. A species of Thelphusa is besides found in the rivers debouching 
into the southern part of the Caspian Sea, but this form cannot properly be 
referred to the fauna of the Caspian Sea itself. Unlike these 3 forms, the 
Mysidœ are generally regarded as being of true marine origin, though 
some species are also occasionally met with in pure fresh water lakes, as 
first stated with regard to the Mysis relicta ofLovén. But, as indicated by the 
specific name, this species is believed to be left from a remote time, when 
the lakes were in conuexion with the Ocean, and this view, set forth by 
Prof. Lovén, has been subsequently fully confirmed by a closer comparison 
with the marine form, Mysis oculata Fabr., abounding in the arctic Ocean. 
The Mysis relicta of Lovén is indeed quite certainly a depauperated descend- 
ent of that species, exhibiting, as it does, a very close resemblance to imma- 
ture specimens of the former 1 ). A similar descent from true marine forms 
may in all probability also be attributed to the other Mysidse found to inhabit 
pure fresh water. 

The Mysidse of the Caspian Sea are as far as is yet known all comprised 
within the subfamily Mysince, as defined by Mr. Czerniavsky, and belong to 
4 different genera, one of which is now for the first time established. Of the 
8 species enumerated in the following pages, 4 are as yet not known beyond 
the Caspian Sea, whereas the other 4 are stated to be common also to the 
Black Sea. As above stated, most of the Caspian species have already been 
described by Mr. Czerniavsky in his valuable work, «Monographia Mysi- 
darum imprimis Imperii Rossici». But, as these species are treated of in con- 
nexion with species from other parts of the Ocean, it is somewhat difficult 
at once to get a view of those occurring in the Caspian Sea. As moreover 
some of the species have been rather imperfectly described, and good habi- 
tus-figures are not at all given, I have thought it right to re-describe all the 
species, which I have had myself an opportunity of examining, and to give 
both habitus- and detail-figures of all. The descriptions are made as short 
and concise as possible, and are chiefly confined to the real distinctive cha- 
racteristics, the oral parts being, as a rule, only treated of in one species 
of every genus, as there are generally no appreciable differences to be found 
in these parts in species belonging to one and the same genus. Good figures 
will on the whole make a minutely detailed description superfluous. To the 
descriptions are added short critical remarks on the validity of the species 
and its relation to other nearly allied species, as also information as to 
occurrence and distribution. 



1) See G. 0. Sars, Histoire naturelle des Crustacées d'eau douce de Norvège I. p. 40. 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 53. 



'102 G. 0. SAES, [T. XIII 

The disintegration of the genus Mysis, as formerly defined, into seve- 
ral distinct genera, according to the different structure of the antennal 
scales, the telson, and the pleopoda in the male, was first proposed by Mr. 
Czerniavsky in his above cited work. In a subsequent paper on the British 
Mysidae, the Rev. Mr. Norman has adopted a similar subdivision of the 
genus, but in some cases he disagrees with Mr. Czerniavsky, as regards 
the limitation of the genera. Under these circumstances it would seem to be 
appropriate to give an exhaustive diagnosis also of the genera, to which the 
Caspian Mysidae ought to be referred. 

It may be added, that I have had an opportunity of examining some 
of the type specimens of Czerniavsky, which were kindly sent to me from 
the Zoological Museum in St. Petersburgh for comparison and identification. 

All the plates have been prepared by the autographic method, which 
the author has applied in several of his other works, and which I think 
may answer the purpose very well. The figures have in every case been ori- 
ginally drawn by the aid of the camera lucida, and their correctness is thus 
guaranteed. 

Gen. 1. Paramysis, Czerniavsky, 1882. 

Generic characters. — Form of body (PI. I, fig. 1, PI. II, fig. 1) rather 
robust. Carapace well-developed, and but slightly emarginated posteriorly, 
its lateral lobes completely obtecting the sides of the mesosome (see PI. II, 
fig. I), cephalic part well defined by a conspicuous cervical sulcus, and hav- 
ing the anterior edge evenly curved in the middle, frontal spine (see PL I, 
fig. 2) large, uncovered. Eyes (ibid.) comparatively short and thick. Superior 
antennae (PI. I, fig. 3) of the usual structure, male appendage (see PI. II, 
fig. 1 & 2) well-developed and densely hirsute. Inferior antennae (PI. I, fig. 
4) having the basal part considerably produced at the exterior corner, scale 
very large, with the outer edge quite smooth and produced at the end to a 
strong spiniform projection, tip of the scale transversely truncated, with the 
inner corner not at all produced, and the apical segment nearly obsolete 
(see PI. I, fig. 5). Anterior and posterior lips (PL I, figs. 6 & 10), as also 
the mandibles (figs. 7 & 9) of normal structure. First pair of maxillae (PL II, 
fig. 3) with the exognath less rudimentary than usual, having in front seve- 
ral strong plumose setae wanting in other Mysidae. Second pair of maxillae 
(PL II, fig. 4) with the terminal joint of the palp oblong oval in form and 
carrying along the outer edge strong, partly ciliated setae, exognath of a 
somewhat unusual form, its outer edge being strongly curved so as to form 
a broadly rounded lobe, marginal setae very unequal, the proximal ones 
being extremely strong and elongated. Maxillipeds (PL II, fig. 5) with the 

Bulletin N. S! IV (XXXVI) p. 54. 



T. XIIl] - CRUSTACEA CASPIA. 403 

basal lobe scarcely larger than the outer masticatory lobe, otherwise of 
quite normal structure. Gnathopoda (PI. II, fig. 6) comparatively strongly 
built, with the terminal joint lamellar, and armed along the exterior edge 
with a row of strong denticulated spines, the outermost of which, represent- 
ing the dactylus, is much the largest (see PI. II, fig. 7). Pereiopoda (PI. II, 
fig. 8) of uniform structure and rather robust, with the ischial and meral 
joints somewhat expanded, tarsal part divided into 4 articulations, dactylar 
joint very small, with the terminal claw slender and well defined from the 
joint. Outer sexual appendages of male (PL II, fig. 9) of moderate size, and 
slightly bilobular at the tip. Third pair of pleopoda in male (PI. II, fig. 10) 
biramous, with the outer ramus shorter than the inner and simple conical 
in form, terminating in a slender spine. Fourth pair of pleopoda in male (PI. 
II, fig. 11) having the outer ramus much elongated, forming a slender cylin- 
drical stem divided into 6 articulations, and terminating in 2 somewhat un- 
equal flagella, the inner of which is the shorter and Particulate, outer part 
of both densely spinulose. Telson (PL I, figs. 11 & 12, PL II, figs 13 & 14) 
much elongated and strongly attenuated distally, lateral edges spinulose, 
tip slightly incised, the incision being bordered by only a few scattered 
spiniform projections, terminal lobes each tipped by a strong spine. Uropoda 
(see PL I, fig. 11) of normal structure, outer lamella much larger than the 
inner. 

Remarks. — The present genus, established by Mr. Czerniavsky, is 
very nearly allied to the genera Mesomysis and Austromysis of the same 
author, though differing from both in a few particulars, for instance in the 
comparatively more fully developed carapace, the rather different shape of 
the antennal scales and of the telson, and finally, in the peculiar develop- 
ment of the exognath of the 2 pairs of maxillae. Mr. Czerniavsky refers to 
this genus 3 species, viz., P. Baeri, P. armata and P. Ullslcyi, but the last- 
named form is unquestionably, as will be shown farther down, not a Para- 
mysis, but a true Mesomysis. As far as yet known, the genus is not repre- 
sented beyond the Caspian Sea. 

1. Paramysis Baeri, Czerniavsky. 

(Pi. I & II). 

Paramysis Baeri, Czerniavsky, Monographia Mysidarum imprimis Imperii Rossici, fasc. 2 
p. 56, PL XXYII, PI. XXVIII, figs 1—16, PI. XXIX, figs 1—15. 

Specific Characters. — Body (see PL I, fig. 1, PL II, fig. 1) rather 
strongly built, with the anterior division but little attenuated in front. Cara- 
pace nearly obtecting the whole mesosome, leaving only the dorsal part of 
last segment uncovered, lateral lobes even advancing somewhat beyond the 
mesosome (see PL II, fig. 1); cephalic part fully as broad as the 1 st segment 

Bulletin N. S. IV (XXXVI) p. 55. 



404 G. 0. SARS, [T. XIII 

of metasome, and having the anterior edge considerably curved in the middle. 
Frontal spine (see PI. I, fig. 2) rather large and freely projecting between 
the insertion of the eyes. The latter (ibid.) comparatively short, scarcely pro- 
jecting beyond the sides of the carapace, corneal part somewhat dilated and 
distinctly emarginated on the dorsal face. Superior antennae with the pe- 
duncle (PI. 1, fig. 3) of the usual somewhat club-shaped form, its last joint 
being rather dilated, and provided along the inner edge and the tip with a 
dense seri