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Full text of "Monatliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmels- Kunde"

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/' 



BAHN/lBAS OVOASl 

Astronom von Drera in Ma'N^ia 



tri^n, HU 



VMiiano /6eu ^tatjoine^/ 



Qrn /y .if^r >yM 



MONATLICHE 



CORRESPONDENZ 



ZUR BErÖRDEnuNÖ 



fi&n 



ERD- üNö HiMMELS-KÜNDE. 



tietausgegeben 
vom 

« 

Freyherrrl F. YO^vZACH, 

Herzoglichen Saclifeh-GoiiiHircheH ObeiLofmeiiler. 



mMMHwM*^ 



■ -V ^ XXIII . BAND. 



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f I ' ... 

- /■ 






G O T II A, 

im VerUge diet Beckei-fcken ßuc h hAudlung. 

1 J X Jr. 



d^ia^mSUml^lmämtlmimmmt^ 



tmmMmm.^^m 



MONATLtGHß . ' 

CORRESPO N D E N Z 

f 

ZUa BEfÖRDEaUNÖ 



BSR 



ERD* üNO HIMMELS. KÜNDE» 



dU. 



JAN li AR, 181^' 



1» 

VerFüch eiiief gefcllichtlichen« Därftellimg Att 
Fortfehritte der Sterhl^unde im Verflöf* 

feilen Deeeilnio; 

in einet ^eittchriffc ^ die äusrchliefseüd ien et-nfti^ii 
Wiffenfchaften. gewidmet ift| die feit dem Anfangt 
diefes JahrhutidTerls exiftirte ürtd fich ea ununterbro- 
chen zur Pflicht machte i alles zu fammeln undäuf^ 
Äobewahren » Avas zur Ausbildung der Sternkunde 
wefentlich beytragöii konnte •, tlarf tin gefchichtii» 
ther Rückblick auf deren Fortfchritte während ei^. 
»es verflolTenert Decennil tiicht fehleil^ Für deil 
Denker j den Adronom» ja für deh blofseii JFteund 
der Wiffenfchaft ♦ mufs die Ueberticht einet Lehre k 
die rein d^ Geiftes Schöpfung ifti von Werthe re.yn» 
Gefchichte einer abftracten Wißenfchaft ift die ^^i 
Math (krr. XJC/Jl B, ißn% k i . ¥atY\tcW 



4 BlQnatl. Correfp tgu. ^ANUAE. 

niienrchlichen Geiftes und Gemälde einer folchen, 
Gemälde der Zeit. Im Steigen ift die Cultiir des 
JMenfchen, ^venn %vei't verbreitet ernftes Studium ift, 
und im hellen Licht erfcheint das Zeitalter, wo Be- 
^ühangen folcher Art als rühmlich gelten. Doch 
nur im fteten Vorwärtsfchreilen fpricht fich dasT wah- 
re Befferwerden aus, denn Stillftänd ift der Dämme- 
rung verwandt, und fchnelies Sinken und Zerrütten, 
wenn auch nur kurzer Trägheit fichere Folge. 

Glücklich wer im Sturm der Zeiten nur in ide- 
eller Welt lieh regte, nur für Willen fchaften 4ebte, 
und im Reichthum diefer auch felbft reicher ^va^d• 
Viel belohnend ift fixt diefen ein Rückblick auf den 
durchlaufenen Weg , denn der Vergleichung mit Ver- 
gangenen braucht ich unki^ Jahrhundert nicht zu 
Dchämen; reiche Früchte trug es , und für die Zu- 
kunft reifen fchöneBlüthen, NurdetTMenfchenfeind 
oder der Unwillende kann von Rückgang der Wif- 
fenfchaften fprechen ; es ift uns nicht gegeben in 
Mv'eitei^e Zukunft zu fchauen: allein jetzt ^vo Män- 
ner reich an (jeift und Thaten felbft noch thätig an 
der Spitze ftehen , und wo Jünglinge der Väter nicht 
unwerth, nach kühnem Ziele ftreben, jetzt ift Still- 
ßand und Rückgang in dem Gebiete der Sternkunde 
gleich undenkbar. 

W'enn für den Gcift der gebildeten Menfchen die 
gefchichtliche Ueberßcht der Fortfehritte einer Wif- 
fehfchafc fchon reizend und genufs^-eich ift, fo wird 
es felbft Bedürfnifs für deren Ausbildung, in be- 
fiimmten Zeiträumen zufaminen zu ftellen , was durch 
verbundene Bemühungen für Cie gefchah. So wie 
4er einzelne Menfch mit Liebe nur einen Gegenftand 

ergreift 



L Verfuch einer gefchichtL Darfletlung etc. 5 

ergreift , fo giebt es oft für ganze Zeitalter be(limnv> 
te Zweige der Wiflenfchaften » die a^a verachtito 
Stiefkinder oder^ls Lieblinge gelten und fo ganz an* 
verhältnifamäCsig verkrüppeln oder ^gedeihen. DocH 
ein Ueberblick auf das. Gan&c zeigt bald^ welcber 
Theil davon zuruckblieb und mebr Fleifa der Bear- 
beitung verlangt und verdient, und meiftentbeils i(i 
die bemerkte Vetnachläfßgung binreichend» um die 
ForfcbuDgen guter Köpfe darauf hinzufübren , da 
es in dea kräftigern Menfchen ititierm Wefen zu lie* 
gen fcheint; mit Vorliebe das zjx, tbuni was die 
gröfsere Menge nicht tbat« ^ 

Soll alfo die Darftellung dea wilTenfcbaftlicben 
^uftandea einer Epoche belehrend für den Geiß, 
nützlich für den künftigen Znßaud der WiQ'enfcha& 
ten felblt feyn , fo mufa Geh daraus das Verbältnifs 
der Gegenwart zu der Vergangenheit ergeben » zei- 
gen wo ^vir vorwärts giengen oder liehen blieben , 
pnd dadurch ermuntern 9 rafch das Verfäumte nach- 
zuholen. Unfe^ Zweck war dies bey der Bearbei* 
tung» die wir hier liefern; allein nur zu fehr fühlen 
wir, wie weit die Ausführung hinter dem Bilde zu- 
ruckblieb , was wir uns felbft entworfen t um nicht 
im Voraus auf Nachgeht unCerer Lefer Anfpruch zu 
machen; Kürze (Jler Zeit, Kürze des Raumes, und 
da« ScbAvierige einer fojchen Entwickelunfg möge 
uns hey einem erlten Verfucbe zur Entfcbuldigung 
dienen, Dafs wir bey dieferDarl^ellung , ohne Bück* 
ficht auf Zeiti ,die ganze VViffenfcbaf^ iii gewUTe 
Ijaup^^Bubriken sibtheilen und von jeder in unun- 
terbrochener Folge hey bringen ». was im Lai^fe dea 
ganzen Decenniums dafür gefchah « wird» wie wie 

hof. 



r, 
I 



* 't 

V 

boJFen, den fleyfall unrerer Lcfer nicht vcrfieb- 

Den ganzen Zuftand der Sternkunde glauben 
\vir lüil; folgenden Abtheilungen umfalTen su yön- 

:f, Zntdeckuv>gs§efchichU un^ Uteprie der neu- 
en PlaneteTU 

g. 4rheit;^n 'yfißv Fixßßrn -» T^erzeicbniffe^ 

ß^ Theorie der Cometeii^ 

^. Varheß^eruHg der Elemente der Altern Jttch 

rieten^ 

* 

5, GradmeJJiingen(, 

6% ITermi fehle :>aßronomif che Jr^eitem^ uberdeu 
Nßturbau der ^Feltkörper ^ Theorie der j?a- 
XQÜaoQeiPi^ $trahlenhrechung u. ß^ m% 

Die Entdeckung der neuen Planeten , nait weK 
eher fich unfer Jahrbundext fo glänzend eröffnetet 
verdient unftreitig" die crfte Stellte in einet Gefchic^hte 
der Aftronon>ie» Au» der groFsea Entfernung vonMar» 
lindJupiteiv»;^diegSinz au& der Folge die in den Abfiän« 
den der andern Planeten von der Sonne ftatt fand , her« 
^usf^jang, halte man läfigft die Existenz eines tiocb 
verborgen gebliebenen Planeten gemuthmafst , und 
<ea vereinigte fich r(>garzaAnfang«diefeaJahrhundert9 
^ine Gel^eHFchait der berühmteren m- und auslä»* 
dlEchen Aftrononaen zu einer forgfähigen Revi&on 
des geftirnten Himmels ,. in der Hoffnung auf diefeni' 
Wege den veriKlutheten Fremdling- init Befhmmtheit 
anfzußnden^ Alkin no£b früher gelang diefe fchöne 
£nid«ckung.eiivecn M9^nne> der i^h tange lahi^raft-^ 

to« 



I. Vhjuch einer gejihkhtk DarfleUung ett. 7 

los mit den^ ' geftiriHen tümmcl befchäftiget-^hatte. 
Bearbeitung grofsev Stero • VeTzeichaiHe ift uDfireitig 
das üchei'ite Mittel»- um die noch unentdeckten Be* 
wobaer unf#rs Sontien • Syttem,« aufzufinden; und 
eben auf diefe Art war es» dafs Piazzi die C^p9s 
entd^cktev Wenp ein gleiches Crlück \\ey. einer noch 
ausgedehntem Bearbeitung des geßirnten Himmels 
dem verewigte» La Lande nicht zu Theil wurde, 
fo li^k des Grund davon wohl fehr natürlich in dem 
Umitande ,. d^s letzterei die mei(l;en Sterne nur ein- 
mal beobachtete, während P/as;^V m.ehr Genauigkeit 
als grofse Menge von. Beflimmungen zum Zweck h»* 
bend » jede Beobachtung m^hrersemal wiederholte«. 

Merkwürdig bleibt es, daCs Piazzi gerade mit 
Eintritt des neuea Jahrhunderts am i. Jan. igoi, ala 
er 87 Taitri beobachten wollte, einen unbekannten 
Stern in deilen Nähe fah. £r fchätzte den Planeten 
für einen Stern 8^^^' Gxöfse, und glaubte daEs minder 
günfiige Atmofphäpe iha früher un ficht bar gemacht 
habe. Allein , als fich die folgenden Abende beßimm« 
te Ortsveranderqng zeigte, feheint Piazzi felbü ia 
dem neuentdeckten Fremdling fogleich einen Plane- 
ten vermuthet zu haben ; wenigftens wird dies au« * 
einigen, feiner Briefe, tehr w^ahrfcheinlich , wiewohl 
er anfangs überhaupt mit feinen Mittheiluagen fehr 
karg war. Piazzi nannte den Planeten Ceres Fer^ 
dinandea^ und der Vi2^x\& Monti gab den Grund die- 
br Benennivng ia zwey latcinifchen Verfen an; 

Telluris. patriae ductnra a Principe noznea 
Ai^xh iKUex SictUis fuITic ab axe dtres^ 

AI» 



1/ 



■) 



8 awuH. Cvmfp. ein. gäNUM. 

Ak fplterhio aof Vorfrliiag de« Freyhenm 
9011 2jack diefer Planel das Zeichen ckuer Sichel ec- 
Jiielt« befang der drej npd achtsig jährige Aftronom 
Foczobut in Wilna diefi^ Bezeichnung darch folgen- 
dem DiiUchoo ; 

Qua« fegetum culmos docni&i falce fecare, 
falx ^cpupi ftcTiini £t tibi fiemma^ Ccns, 

Schon im Februar delTflben -ahret Ter frh wand 
der ^Planet in den Sonnenftrahlen , und die fpäte 
Mittheiiqng der erften B^.^obachtnng war Urrache, 
dafi auUer Piazzi kein anderer Altronom den Irrßern 
bey diefer erAei) Epoche feiner SichtharKeil gefehen « 
halte, Wihrend der vicrzivtägiaeu Periode, i« der 
Piazzi den Planeten beobachtetet hatte er nur einen 
geocentrifchen Bogen von drej Grad befchrieben, 
und fchwierig ja unmöglich fehlen ea damaUt aus fo 
dürftigen ßeitimmungsftiicken die ganz^ Bahn wit 
einiger Sicherheil darftellen zu können« AUein 
fo fchwierig eine folche Beßimmung war, eben fo 
noth wendig wurde Ce, da der Planet erft wch'ei- 
nem acht bis neunmonatiichen Zeitraum lyleder 
üchtbar werden konnte ;; und dann die AoCßndang 
eines (o kleinen lichtCch wachen ganz^ FixCtern -ähnli- 
chen HiimmelsköTpera, ohne wenigftena genäherte • 
Vorausheßinimung feinea Ortes, faft Unmöglichkeit 
gewefen feyn wnrde. Die meiften AftronomeQ h«» 
(chäftißten fich danaaU mit fiahnherechnt^ngen a der 

Kntilecker felbfl;, Qlbers^ 2^ach% Qri^Wt Bpd^ 
nnd andere berechneten Kreisbahnen; n^ehr Sorgfalt 
verwandte i5wrtfA/wjrd^ auf d^efeünterfuchnngen, in-« 

dem ercll^ptirche£llenientebcßinini(e nnd diefe \Yie^ 

derholt , 



} 



I. VerfuA einer gefckicktU Dcurßeltung etc. 9 

derhoU veirbefferte. Wäre man hey den vorcrwäbn* 
ten üjeiB • Elementen oder den eliiptifchen von Burehr 
kardt ßeben geblieben'» fo wäre böchft wabrCcbein* 
,licb die fcbpne Entdeckung wieder verloren gegan- 
gen, indem bey dem wefentlicb falfcben Stand den 
jene Elemente der Ceres für ibre näcbfte Siebtbar- 
ke4t anwiefen, ibrc Wieder^uffindung mit unendli- 
cben Schwierigkeiten verknüpft gewefen feyn wur- 
de. Allein «nm Glück für die ^iffenfchaf^ veran- ' 
lafflte diefe merkwürdige Entdeckung unfern deut* 
fchen Geometer fich mit dem Gegenl^and ^^abefcbäf^ 
tigeii « nnd neue böcbft finnreiche und ganas eige«» 
thümlicbe Methoden führten ihn fcbneli auf die 
Befiimmnng der fehr genäherten Bahn des wandeln* 
den Geftirns, nach der es 9 -^ 10 Grad ^veßUcher 
aufgefucht werden tnufste, als ea jene früheren Ele- 
inente gaben, ßs verdient bemerkt ^u Werden ♦ dafa 
diefe Elemente t die Gßii(s einzig aus den Piazzi' 
fchen Beobachtungen , die einen beliocentrifcben 
Bogen von 9*" umfafsten, herleitete» von den heuti- 
gen die ficb auf Oppoütionen und ^iwey heliocentri- 
fche Umläufe gründen , nicht fehr verfchieden find. 
Der Erfolg rechtfertigte diefe Elemente vollkommen, 
denn ohne grofse Schwierigkeiten gelang es nach 
di^fen zuerft Zach und Olbers und dann fpätet* 
hin mehreToAßronQoien^ d^s neue Geßirn aüfs^ufin- 
den. 

Deutfchen Aftronomen gebührt alfo ausfchUe- 
fsenddas Verdienft , die erße Bahn beftimmt und den 
neuen Bew'obner unferes Sonnen -Syftems am Him- 
inel wieder aufgefunden zu haben. Der Entdecker 

(etbft erkannte diai wefei^tlichen Verdiente % die ßch 

Gaufs 



lo MomtU Ctrrefp. igit. ^§ANUAtL , 

Gaufs um Teine Entdeckung erworben hatte» dank-i 
bar an, und fchrieb danvals an den Herausgeber die- 
fer Zeitfchrift : ^^Faites^ /tf f^ous en jxrU^ mes eom^ 
^fplimens et tn^s remercimens ä Mr, G a ufs , qui 
f'^nous V» epargne beaucoup de peine et de travail et 
^Jans leqihel peut etre il nß m*aurait pas reujji de 
y^verlfier ma decouverte,^^ 

Ganz vorzüglich würde die BeßinHuung der 
Ceres, und hauptfächlich des fo wefentiichen £le- 
ttientes der mittlem Bewegung erleichtert worden 
feyn » w^är<s die anEaogs gehegt;e Hofi'nung , in grä- 
feern. Stern - V^zeichnilTen von Mayßr ^ Bradley ^ 
: Zach und La Lande ältere Beobachtungen diefea 
Planeten aufzufinden, in Erfüllung gegangen. Allein 
leider waren bi« jetzt alle Nachfuchungen» die Gaufs^ 
Zach 9 Olbers undwir/elbft über diefen Gegenftand 
angeftellt haben, ganz vergebens. . 

Da die Störungen eines Planeten wefentiichen 
Einflufs auf deHen elUptifche Elemente haben , und 
es bey der Lage der Ceres in der Nähe des mächti- 
gen Jupiters im Voraus zu erwarten war, dafs die 
Störungen durch diefen fehr bedeutend feyn wür- 
den, fo unternahmen bald mehrere Aftronomen diefe 
Knühfamen Rechnungen. JViirm war der erAe , wel- 
eher feine Refukat^ bekanntmachte, jind noch voll- 
{ländiger nach diefem Oriani, der aufser Jupiter 
auch noch die fchwächere Einwirkung von Saturn 
und Mars mit berückfichtigte. Gaufs blieb eine 
Zeitlang bey rein elliptifchen Elementen Heben , und 
berechnete fpäterhin nach einer eigenthümliehen 
Methode diefe StörungeOf deren-numerifche Berecb» 
»UQ^fiu |e(ka «i|i;«elQ9U Qere&-Qn er durch lehr 

g^rchmei- 



I, Virfu^ einer geßahichtL Darfiethmg etc. J | 

.geschmeidige Tafeln, die mir einejdeine trigonome* 
trifche Rechmiog verlangen, ungemein ab2ukürz.eQ 
lehrte« Mit Zuziehung dlefer Störungen und det 
sahireichen Beobachtungen im Jahre 1802 gelang e$ 
Gaufs durch fortgefetzte Berechnungen eine noch. 
weit mehr genäherte Bahnbeliiipmuug zu erhalten , 
lo da{s4)e7 der^ dritten Wiedererfcheinung der Cere^ 
im lahye sgo^» "vvo Ge' Piax^i 9m 12. May auffand, 
die nach jenen Elementen berechnete Ephemeud^ 
den Ori nur wenige Minuten von der Beobachtung 
verfchieden angab. Dreyzehqmat l^at Gaufs dieG» 
Elemente nun verbelTert, und die letzten, die hier 
folgen» laflen wenig mehr zu wünfcheu übrig; 






,Xm, Elemente der Ceres^ 

Spo«he Merid. von Götlingen i,8ox '77*J8' s6,*5t 

Perihel. . . ^ . 146 z6 o, i 
jährl. 'Beweg. ^ ^ -^ z 5, 3 
mittl. tägl. Beweg. 77o"9i2 3q 
Excentr. 1806 ^ ^ o»o78502g 
jähr). Abnahme « 0,00000 5:8 3^ 
Log. fem. Ax. « Q»442Q486. 
ß 1806 . • * . 8Q" 53' 4if"3t 
jahrh Beweg., % • -4^ i»''48 
Neigung 1806 . .. I©' 37' 3^"« 
iäbrl. Beweg. :;:: — 0/44 

Alle fieben bis )etzt beobach,tete Oppoii'tioneQ 
werden durch diefe Elemente fo dargeftellt-^ dafadici 
2jeic)^ea'die Fehler alterniren und diefe »icht 3^*^ 



1 2 Monatt. Cörrefp. igii. gANOAR. 

' überßeigen. Wabrfcl^einlic.h werden diefe Fehlei 
»UT durch ein^ genauere Berückfichtigung der zeit« 
her noch nicht ganz volilländig entwickelten St&« 
;mng8 - Gleichungen wegsufchaffen feyn. Neaerlich 
hat fich auch Triesnecker mit den Ceres - Elementen 
Kefchäftiget , und mit Zuziehung der Gaufsifchen 
Störungs- Tafeln Elemente erhalten 9. die alle bis 
jetzt beobiachteten Oppofitionen ebeufails befriedi« 
gend diarftellen. 

Wie es öfters gefchieht» dafs eine Entdeckung 
die andere herbey führt, fo war es auch hier« Of. 
Olbersj diefer mit äem Himmel fo innigß vertraute 
Beobachter» war am ;8- März igoi Abends» nach- 
dem er eben die Ceres beobachtet hatte, mit einer 
Durchmufterung der kleinen Sterne im nordl. Flu« 
gel der Jungfrau befchäftiget, als er hier einen klei* 
pen Stern üebenter Gröfse fah» der mit lottjr und 
191 tty nach Bode\ «ein gleicbfeitiges Drejeck bildete 
und der i wie ihm feine grofse Sternkenntnifs fagte, 
trüber nicht dageßanden hatte. Det folgende Abend 
beßätigte die Vermuthung vollkommen, dafs der 
Stern ein wandelnder Fremdling fey , fo dafs Olbers 
lücbt fäumte, mehrei'e Afironomen von diefer merk- 
•würdigen Entdeckung zu benachrichtigen, 

\ Sonderbar, dafs der Entdecker nebftnaehrern an« 
dem Agronomen anfangs geneigt fchien» diefen Irr« 
Hern mehr für einen Cometen als Planeten au hal* 
ten; doch bald liefsen fortgef^tzte Beobachtungen 
und Ganjs's Rechnungen über deHen Planetismus 
keinen Zweifel übrig, wenngleich feine grofse Nei* 
gung die Grenzen des alten eingebildeten Planeten 
Zodiacus hey weitem überfchritt. Ein Gluck tut 

die 



L Vtrfuch einer gefchichtl, Darßeliung etc. 1 3 

die Aßronomie und deren Verebter^ war es» dafa Ce« 
res damals fchon ^eder aufgefunden worden war, 
indem aufsei^dem die nur ei^n Paar Grad in gerader 
Auffteigung davon entfernte Pallas leicht für idie 
Ceres gehalten , und ftatt diefer hätte beobachtet iver- 
den körinen. Unendliche, vielleicht nie zu entde«« 
ckende Vcr^vlrruna: wäre daraus entftaiiden , wenn 
man die fpätern^Pallas Oerter mit den erßen Ceres- 
Beobachcungen in einer Bahn hätte vereinigen wol* 
leu, und huchft wahrfcheinlich wären dann beyde 
Planeten » wenn auch nicht für imnier» doch vielleicht 
auf lange Jährt verloren gewefen. 

Mittlere Bewegung und halbe grofse Axe find 
bey Pallas und Ceres fo wenig von einander unter» 
fchieden, dafs es erlt nach ganz genau berechneten 
Störungen - lieh entfcheiden lallen Avird , in wiefern 
fie von ^einander abw^eichen. Ihre Bahnen lind Ton» 
derbar in einander verkettet« fo dafs es anfangs fchien 
als fände ein wirklicher DurchfchnittTtatt; allein dies 
ift nicht der Fall » fondern die Pallas - Bahn (teckt 
wie ein Reif in der Ceres, und im nicderileigenden 
Knoten nähern fich beyde Bahnen auf 0,06 — 0,07, 

Die grofee Aehnlichkeit der Ceres und Pallas ^ 
die wefenilich nur in dci; Excentricität von einandet 
abweichen , veranlaföte den berühmten deutfchen 
Entdecker t in Hin ficht des Urfprungs diefer kleinen 
planetarifchen Weltkörper die ünnreiche Vermu* 
thung zu äufsern • ob es nicht möglich fey , dafs 
Cere» und Pallas nur Stücke und Trümmer eines 
ehemaligöligrofscrn, durch Stofs eines Com^ten oder 
andere Naturkräfte zertrümme;rten Planeten Wären? 
Die von Olbers» Zach^ Schröter und andern Aftro«- 

womevk 



14 MmatL OmreJp.iSu. gASüJE. 

•toomen an drefen HimmeUkorpem bemerkten teht 
\irerentlichen Licht- Veiaaderungen« die in kurzen 
Zeiträumen auf einander folgen» machen (wenn 
man die fehr Avahrfcheiuliche Rotation des Planeten 
fnpponirt) eine grobe Irregularität der Oberfläche | 
und hiemach eine gewaitfame Losreifsnag fehr wahr» 
licheinlich. Dr. Olbers gab gleich feibit damals ein 
Criterium an, durch das fich die Bichtigkeit feiner 
Vermuthnng in der Zukunft ^verde prüfen lafleni 
indem bey diefer Entßehnngsart alle diejenigen Trum« 
mern^ die elliptifche Bahnen um die Sonne befchrei«' 
ben , den^ niederfteigenden Knoten der Pallas • ßahn 
auf der Ceres -ßahn paffiren und überhaupt einerley 
Kootenlinie auf der Ebene der Ceres - und PalLaa» 
Bahn haben würden. 

Eben fo, wie bey der Ceres» g^ctig Gnnfs von 
lahr zu Jahr mit VerbelTerung der Pallas -Elemente 
Yorwärts; auch eine fieifsige Arbeit von CarUtii^ 
der in den Mayländer Epheraeriden für igos aus fünf 
Oppoütioneri ziemlich diefelbenRefultata wie Gaufs 
herleitete, darf hier nicht unerwähnt bleiben. Wie« 
wohl es fich vorausfehen liefs , dafs eine genaue Be^ 
TÜckQchtigung der fehr bedeutenden Pallas -Störun- 
gen, die Elemente wefentlich verändern werde» fo 
hatte es Gaujs doch aus guten Qründen bis dahin 
vorgetogcn , nur reine Ellipfen zu berechnt»n , vor»» 
füglich da fich bis zum Jahre igog alle OppoiitionetI 
in. einer folchen fehr gut darftellen liefsen. Die fehr 
grofse •Schwierigkeit der Störungs- Rechnungen» 
die durch die feit drey Jahren unbeantAVortet geblie>> 
bene Preisfrage des Parifer Inßituta wohl am belten 
documenlirt wird» mufste fehr natürlich auch* einen 

' to 



L Verjuch einer gäfchichü. Darflelhmg ets. 1 5 



fo geübten Xjeomeieir und Cälcnlator wieunfer Hanfs 
abhalten^ diefe mühfamen Entwickelungen nicht 
früher vorzunehmen , als bis es die Nothweudigkeit 
erheifchte» ^ Jetzt trat diefer Zeitpunct. ein» den» 
hej Berücliüchtigung der Qppolitionen von igog 
und .igo9 wurde es unmöglich, alle nun beobachte- 
ten 6 heliocentrlfchen Oerter in einer reinen EllipCo 
darzuftellen^- Gaufs fuchte, durch die ihm eigen^ 
ibümliche Methode der klein ßen Quadrate^ ,die£llip« 
fe» die fich an alle fechs Oppofitionen müglichrt ge» 
nau anfchliefst » und fand da folgende Elemente : 



£pocbe 18Ö3 Göttinger Meridian 
mittl» tägl. Bewegung 
Perihelium • « • » 

06 ^ • • • • 

Neigung » k • • . 

Excentricität » ^ ^ 

Log. fem. Ax , • • 

, Mit diefen Elementen find die Abweichunge» 
Von den fechs Oppoütionen folgende : 

Un t € rft hied 



221* 54' 53/64 

121' 8' 8."S4 
172 28 12, 43 

34 37 28, 35 
0,2447424 
o, 4422071 



OppoT. 


inhelioc. 


in geoc» 


von 


Länge 


Breite 


I803 


— ■' III, "00 


- 8." 3 t 


1804 


^- 59» 18 


— 3^* 67 


ISO 5 


-4- 19» 92 


-+- 0, 07 


I807 


-+- 85» 77 


-H 25, Ol 


I808 


-+i ISS* 88 


-♦-:28, 72 


J609 


— 216, 54 


-H 83» Ol 



\. 



O&eti- 



16 mionatt Carrefp. tf/i. $ANUJR. 

Offenbat find dicfe ftarkerKAbwetchHngen Folge 
der Störungen« deren Einflufs iich eben au£ diefe 
Art unverkennbar min zeigt. Die fierechnung der 
Störungen in der Hoffnung, d.UTfcb Beriickrichtigung 
diefer eine belfere Uebereinffimmung bu erbaiten t 
bekam nun ein wefentiiches InterelTe» und Gaufs 
ft^nd nun nicbt länger an» diefe Entwickelungen 
voraunebmen, die er nacb gatxa eigentbümlicben 
Metboden in einem Zeitraum von wenigen Wochen 
beendigte. Der fcbönße Erfolg belohnte reicblich 
die aufgewandte Zeit und Mühe, indem durch An- 
bringung der Störungen eine neue Ellipfe erhalten 
T^vurde, die alle Beobachtungen auf eine faß Avun- 
derbare Art darftellt, indem die Differenz der Beob- 
achtung und Rechnung nirgends über 3" geht. Der 
Wunfcb des Bereclineri hält uns noch ab, die nä- 
hern Refultate diefer merkwürdigen Ent Wickelun- 
gen hier mitzutheileni die aber unfere Lefer unfebl* 
bar in einem der nächffen Hefte erhalten werden. *) 
Schon früher giengen Oriani und Burckhardt da- 
mit um« die Störungen der Pallas zu berechnen; 
allein es iff uns nicht bekannt, dafs dies wirklich 
zur Ausführung gekommen wäre. Analj^tifche Aus- 
drücke für diefen Zweck gab Oriani in den il/ay- 
landet Mphemeriden für 1303, und mit ähnlichen 
Entwickeln ngen hatte Geh Burckhardt befchäftiget, 
deren Refultate wir neuerlich im Tom. IX derßlein» 
de riiifut. erhalten haben. 

Um alle Beobachter der neuen Planeten machte 
fich Harding durch Bearbeitung detaillirteri in di^ 
- t 

*") Schon im December • Heft Laben unfere Lbfer die r 
h6rn Aefuitatc dieftr Reclmuxigen erhaltem v^ JU 



!• V^fuch einer ffefchichtt. Darfietlung et^. I7 

fer Zeitrcbrift mltgGtheilteiiStigtn-lR[avten wefekitllch 
verdient; iiiid eben diefe -iVateii les auch > die ihn 
asüt fchönen Entdeckung eines dritten neuen Wän* 
delftenis führten^ Mit einer Revifion feines AtialFes 
für den Züdincus der Ceres und Pallas befchäftiget» 
entdeckte ir am i^ Septbr. X804 Abends lö Uhr im 
Sternbild der FiCche die Juno. Eine neue Stütze Fat 
Oiherr Gnnreiche Hypothefe gab dlefe Entdeckung y 
indem die Knoten der Juno - ßahn nahe bey denen 
der Pallas - Bahn lii^gen. Mehrere fehr interelTante 
Bemerkungen', die Olbers damals über die relativen 
Lagen diel'er Bahnen lieferte > ( Mon. C. B. X^S. 463) 
müllen wir, um nicht iu weitläüftig zu werden » 
mit StiUfchXveigen übergehen^ Ein interelTantes 
Pbänumen, delTen genaue und vollftändige Beobach* 
tung fehr wünfchenswerth gewefen wäre> ereigne» 
te lieh bald nach Entdeckung der Juno» Ende De* 
ctinber 1304 kam diefer Planet mit der Ceres inCon* 
junction, und da auch die Deciinationen nur Wenig 
unterfchieden waren, fo itanden beyde Planeten fo 
nahe, dafs üe im Felde eines Fernrohrs zu gleichet 
Zeit erfchienen. An zwey Abenden fahen wir in 
dem Pall'agen Inftrument der Seeberger Sternwarte 
beyde Himmelskörper zu gleicher Zeit ; iallein leidet 
nlachte ihre allzügrofse Lichttchwäche eine cigent». 
liehe Beobachtung unmöglich ^ und es ilt uns nicht 
bewufst» dafs diele Gonjünctlon itgend fonll wo 
volUtändig beobachtet Worden fey. Seht interellant 
wäre diefe Beobachtung aus dem Grunde gewefen > 
Weil bey gehörig rectificirten Elementen bt*} der Pia* 
neten vielleicht merkwürdig^ Befuftate über ihre 
Mallen daraus hätten hergeleitet Wet-den können» 



l8 . Matttftl. Correfp. i8a. §ANUJR. 

/ 

Durch dieBetriebfamkeit von vier dteutfchen Aftro- 
nomen, Ilarding^ Zach^ Olbers und Qaujs wur-. 
de die Bahn und Ephemeride diefes Planeten iit ei*, 
nem Zeitraum von drey Wochen heftimmt. Bey- 
fpiele folcher Art, wo ach fcharfe Beobachtung mit 
der firtnreichtten Theorie verband, um fehr fch\yie- 
lige un4 tief verboi^en liegende Refultate in einem 
fo kurzen Zeiträume darzußellen, hat nur die Aftro* 
nomie urnferer Tage aufzuweifen. Die VUI, Ele*^ 
mente der /w^zo, welche bis jetat alle Beobachtun- 
gen fehr fchön darllellen» Qnd folgende: / 

Epoche für Göttingen J804 320* i' 20,"! 
tägl. mitll. tropifche Beweg. 8i4»"324 

tropifcheUmlaufazeit 1591 Tage 12 St. 
Sonnen - Nähe J 805 . • 53' 10' 53/9[ridcrifch 
^ 1805 . . • • 171V 4' "/3l '^^^"^ 
. Neigung der Bahn • . . 13* 4' ii,*o 
Excentricilät • ,• . ^ •^ * 0,255452; 
Log« der halb. grofa.Axe • . 0,4261883 

Wenn glücklicher Zufall bey der Auffindungyon 
Ceres, Pallas und Juno einen kleinen Aiitheil mit. 
hatte, fo war dieCer der Entdeckung des vierten 
neuen Himmelskörpers ganz-'frerad. 

Nach der eben aufgeßellten genialifchen Idee des ' 
hochverdienten Entdeckers zweyer Planeten mufs* 
ten alle zwifchen Mars und Jupiter exiüirende pla* 
netarifche Fragmente nahe 4,i6felben Knoten -Puncte« 
^haben und hiernach die Sternbilder von Jungfrau 
und WaÜfifch pafüreH« Dies yeranlaf^te den'Dr> Ol^ 

•' oers 



t 
\ 



I. Verfuch einer geJdiUhtU Darftellung etc. lo 

lerSf während eines Zeitraums von drcy Jahren mit 
einer beyfpiellofen^ Beharrlichkeit alle Monate den 
Theil diefer Sternbilder durchzumufterny der feiner 
Oppofirion mit der Sonne am nächßen war; und 
fo gefchah es» dafs er am 29. März igo? Abends^ 
nach 3 Uhr tm nördlichen Flpgel der Jungfrau einen 
unbekannten hellen Stern 5-^6 Gr. entdeckte, den 
er auch fogleich für einen Planeten erktärte » da ec 
mit Beitimmtheit wufste, dafs (ich eintolcher Stern 
in diefer Gegend nicht befand. Dr, Olbers erfuchte 
Gaujs um die Benennung diefes vierten plalietari* 
fchen Fremdlings, und fonJerbar genug, dafs hier 
die Meynung des Aßronomen mit der eines gefchät»»- 
ten Philologen zufammen traf; denn kauili hatte er« 
fteref den Brief von Gaufs erhalten, worin diefer 
den Namen Feßa vorfchlug, fo bekam er auch ein 
Billet von dem Domprediger Bredenkamp in ßre* 
men, w^o diefer denfelben Wunfeh äufserte. Wac 
die fyßematifche, * planmäfsige Entdeckung diefes 
Planeten höchft merkwürdig und einzig in den An- 
nalen der Aftronomie, fo war «s die Schnelligkeit 
der erften Bahnbeftimniung nicht minder^ Am 20, 
April Abends 9J Uhr erhielt Gaufs die nöthigen Be- 
obachtungen, und am 21. April Nachmittags $ Uhr 
fchickte er die erften Elemente ntbltder Vcrgleichung 
von. 23 Beobachtungen, die ganz vorlreß'lich dadurch 
dargefteilt Avurden, an OLhers ab, fo dafs er zu der 
ganzen Bahnbeftinmiung nicht mehr als lo Stunden 
gebraucht hatte« Der gröfste Theil der jetzt leben- 
den rechnenden Aftronomen wird zur blof^en Ver» 
gleichung von 23 beobachteten geocentrifchen Orten 
mit elliptikhen Elementen mehr als 10 Stunden btai\i<> 

B 2 cheu« 



20 Monaill Correfp. tSü. JANUAR. 



eben» fiatt dafs dies unfern GaufSf der erft ganz 
neue noch gar nicht bekannte Elemente entwickeln 
mufste» nur Nebenfacbe war! 

Nicbt ganz ünerwäbnt ßarf es bleiben , dafs die 
glückliche Idee des Dr. Olbers^ über die wabrfchein- 
liche Entftehung jener Himmelskörper einen hefti- 
gen Widerfacher in einem Aftronomen fand , der 
neuerlich durch paradoxe Behauptungen über die 
Sonnen - Parallaxe in der aitronomifcben Welt ein 
etwas fonderbares Auffehen gemacht hat! 

Von Berechnung der Störungen war und konn- 
te bis jetzt bey der Vefia noch nicht die Rede feyn, 
und dieneueften rein dliptifchen Elemente» die 
Gaufs dafür berechnet hat, find folgende: 



Epoche i8ii Göttingen • ; 

tägl. mittl. tropifche Beweg, 
Perihelium ... , 
Log* fem. Ax. • • 

u - ' ' 

Neigung der Bahn 
Excentticität • • 



204* 46' 45*^ 

976/8265 
250** 19' 16' 

0,3735001 
103* 10' 41' 

o, 1838258 



Mit der äufsern Gestalt der Atmosphäre» den Licht« 
Veränderungen und dem Durchmeller diefer neuen 
Planeten hat fich befonders der verdienßvolle Schrö* 
ter befchäftigt, und ein eignes Werk herausgegeben , 
was eine Menge interellanter und lehrreicher Bemer- 
kungen über diefe Gegenwände enthält. Oft beob* 
achtete der VerfalTer cometenartige Nebel an diefen 
kleinen Wandeliterpen» fo dals er einmal im Sehens 

äufser« 



L yerfUeh einer gejchichit. Darfidtung ete» ^X 

Sufierte« es könntei» wohl Baßarde aos der himmlt- 
fchen Verbindung eines Planeten nndCometeu feyn. 
Sehr fcb^vierig war die Beßimmung der Darchmef« 
fer dieferatomenariigen Körper; durch mehrere forg* 
fältige Meflunge.n fand Schröter den der Ceres fiifr 
eine Dißans, die dei^mittlern der Erde von der Sonne 
gleich ift, 5»*29» alfo ungefähr ein Drittheil .niirrer 
Erde. ^ Oie übrigen find noch kleiner. Sehr natür- 
lich mufste diefer Gegenßand auch für den bcnihm« 
ten Entdecker des Uranus ein fehr wesentliches In« 
tereiTe haben» der durch feine Riefen - Fernröhre am 
beften im Stande war, AuffchlüiFe über GegenQänd« 
diefer Art au geben. Herjchel fand diefe neuen Him- 
melskörper noch weit kleiner« als Schröters Meüun« 
gen gaben , was ihn » verbunden mit den grofsea 
Neigungen und Excentricitäten ihrer Bahnen und 
dem Umf^and, dafs ihre Entfernungen von der Son- 
ne nicht in das vorgebliche Gefet2& der andern Pla- 
neten Abßände paflen , zu der Behauptung veran- 
lafste > diefe neuen Wandelfterne gehörten keines« 
Aveges unter die Zahl der Hauptplanetcn , fondcrn 
bildeten eine eigene Clafle von Himmelskürpern, 
die er Aßeroiäen genannt AvifTen wollte. Herfchel 
fand die Tcheinbaren Durchmeflcr von Ceres und 
Pallas 0/2 und o/i. Allein follte es wohl möglich 
feyn» einen folchen falk unmerkHchen Geliohtd Win- 
kel mit irgend einer Beftimmtheit angeben zu kön« 
nen ? Wir können nicht laugnen , dafs es uns bey- 
nahe fcheint>, als habe der Wunfeh, der einzige Ent- 
decker eines Hauptplaneten zu ieyn^ den verdienft- 
vollcn tierfchel zu einer Meynung veranlafst, der 
wohl kein anderec Aftronora. bey treie» wird* Dena 

ciomal 



i% B/lonatL Correfp. iSü. JANUAR. 

einmal iß die DiiFerenz der Gröfse vom Jupiter zirm 
Mercur» noch ßärher, als von dieiem zu den neaeu' . 
Planeten , und dann find wohl die meiften Aftronomen 
des Coutinenta darüber einverllanden » dafs nicht 
Gröfse des Volumen» desAbßandes» derNeigungund 
der Excentricität das \ycfen eines Hauptplaneten 
conßitttirt» fondern dafs dies hauptrachlic}i in dem 
elliptifchen oder kreisförmigen Unjilauf um die Son- 
ne beßebt. 

Bey den grofsen Stthwierigkeilen • die Irradia* 
tion, liichtwechfeF und unfere Atmosphäre der Be- 
ßimmung planetarifcher Dnrchmeßer allemal in den 
Weg legt, werden wir lange, vielleicht auf immer ei- 
laergenauenAngabe über den körperlich^ Inhalt diefer 
Himmelskörper entbehren müllen. Eher werden ßch 
vielleicht Beßimmungen ihrer Mafien erhalten laßen, 
da bey völlig rectificlrten Elementen ihre gegenfei- 
tigen Störungen doch nicht ganz unmerklich, feyn 
können. 

War die Entdeckung der vier neoelf Planeten » 
deren Gefchichte wir hier in kurzer Skizze Hjefer- 
ten, fchon an ßch und durch die dadurch erweiterte 
Erkenntnifs unferes Sonnen • Syßems vom höchßea 
Intereße, fo gewann die Ausbildung der tbeoreti« 
leben und practifchen SterBkunde dadurch beynaho 
nicht minder. Die fchönen Abhandlungen -von 
Gaufs über Heduction heliocentrifcher Oerter auf 
geocentrifche, über die Grenzen des ZodiacUs der 
Planeten , und endlich fein ganzes clafßfches Werk - 
über die Bewegung der Weltkörper in Kegelfchnit- 
ten verdsftikcn wir einzig jenen Entdeckungen« ' Je-^ 
nes Werk» was den £^nzeu elliptircben Theil der 

plane. 



• \ 



I. VerfiKh einer gefchichtL Darßetlung etc. 23 

planetarifchen Bewegungen nmfafst, %yäs uns ein- 
vreiht in das Geheimnifs feiner Methoden , aus iei« 
nem kleinen geocentrifchen Bogen die ganze helio» 
-ceutrifche Bahn zu beftimmen. wo alles' neu un'd 
eigenthümlich ift, 4^eres Werk allein ift hinreichend 
dem verlaufenen Jabrzehend einen hohen willen« 
fchaftlichen Werthauf lange Jahre zu fiebern. Krers- 
micrometriföhe Beobachtungen erhielten ,durch die 
neuen Planeten einen hohen Grad von Ausbildurtg 
iktid VoUkommenJieit ; und eben fo find Hardln^s 
▼ortrelHiche Himmelskarten 9 die ihres Gleichen nicht 
haben «\und deren fo fchwierige zeitraubende Beaf- 
arbeitung nur durch ein dringendes Bedürfnifs vcr- ^ 
anlafst werden konnte« Geburten jener neuer Him«^ 
melakörper. 

Der hohe Werth , den der Aftronom und wdhl 
jeder Freund derWillenfcbaften auf diefe Entdeckung 
legen mufs ,* wird es entfchuldigen , . dafs wir uits 
länger bey diefem Gegenfiande aufhielten, als es der 
Plan diefer Darltellung eigentlich geftattet, Aucli 
wollen wir es nicht läiignen» dafs wir als deutfcher 
Aftronom ein belonderes Interelle an diefer glänzen« 
den Auszeichnung unfers Jahrhunderts nehmen, da 
mit Ausnahnjevon Piäzzif deutfche Aftrorfomen dafs 
Verdienft der Entdeckung und der Bearbeitung die- 
fer neuen planetarifchen Welten mit keiner andern 
Nation theilen« 

Dadurch, dafs gerade der Anfang des gegenwSr» 
tige^it' Jahrhunderts fo merkwürdig durch die £nt<« 
deckung eines neuen Planeten bezeichnet ^vurde, 
find wir veranlafst worden , auch diefem Gegenßande 
einer ftrengen wiffenfc^aftUcheu Ordnung entgegen. 



;a4 IttonatL Correfp. WU $4NÜAB^ 

f ' 

^en erften Platz in HurrergerchicbtliehenDarftellulii; 
einzuränmen, indem di^fer eigentlich den Arbeiten 
über Sternbeliimniiingien,3lädem Grunde der ga^zea^ 
rechnenden undb^QbachtendeAi AUronon^ie, gebührt 
Jiätte, Von der Genauigkeit nnferer Fixftern VeF^ 
■y^eichniile hängt die Genauigkeit der andern ^ftro- 
fiomifchen Beilimmungen werentlich ab , und nfi«h* 
.rere neue, eben (q ausgedeb^ite als g' lungene Arbei- 
ten in diefem Fache «zeichnen das vertloüene Pecenn 
jpiunpi rehrvortheilhaftaus. So v ortreff iicli dieS^ern-. 
Orte ßndt die uns 7*. Mayer hinierlailen hat« und 
,d.ie aus ^radley's Beobachtungen hergeleitet wer- 
den köinnen , fo ift es doch wohl nicht zu verken*> 
j^enfl dafs die(^ Arbeiten , fo\yohUn Hinücht derAu^* 
dehnung als der Genauigkeit wefentUch hinter dea 
flpeuern von Pißzzix MaskeLy?i&\ Zack und L.aJ,ande 
9urückbleibenn In Hinlicht der Menge der Beßln). 
nuugen lafTen LalandeU Arbeiten aUe andern weit 
hinter fich zurück. Seit dem Jahre 1739 ^var diefer 
j»il Bey hülfe feines Netfen* IDagelct ^ ^jcrnier etc. 
.mit einer Keviüon de& ganzen gelilrnten I^in^mels 
befchäftiget^ Funfzigtaufend Stern -Orte waren die 
^rucbt,, ,die theils in den Memoir^s de Vacademie-^ 
theils in ^verfcbiedenen Bänden der Counoiff^ance de^ 
tenipst, und hauptCachlich in der im Jahre iso^ her* 
ausgeküjumenea Jiißoivß ^eleße: den Ailronomeo 
mitgetheilt wurden. Laffen auch vielleicht mancho 
diefer Bartimmungei) in Hinlicht der Genauigkeit 
no4;h etwas %\x wünfch^n übrig, fo wird doch >ed6r 
practifcheAftronom» der bey Beobachtung darneueo 
]?Ui>€tea und Cometen vielfach au der kißoire ce^ 
U/l^ feine 2iuflucht nehmen muf» » don verewigten 

Yef. 



» 

L Vnjuth einer geJchichtU DarßeUung $tc» 25 

(^erfalTer für dieCc ungeheuere Arbeit -wefentlich 
[>ankwiiren. Auf JanrhHnderte ßchert diefelbe dems 
VeviaSex einen ehrenvollen Plata unter den Män- 
nern • welche fich um die Sternkunde wahrhaft 
frerdiant gemacht haben« Nicht unerwähnt dürfen 
\iß VerdienCte bleiben, die fich die fchönere Hälfte 
unlereB Gefchlechte uiii die ernße Wiflenfchaft fam« 
melte; die Reductionen beobachteter Stemörter auf 
mittlere ill nicht wenig mühfam » und mehr als 
Stehntaufend folcher Reductionen verdanken wir dem 
feltenen Fleifse der liebenswürdigen Madame Lth 
fratigais Lßlande^ 

, Als ein Supplement diefes Catalogs find gg? ^^d- 
liehe in Paris sLimi grüfs^rn Theil nicht ßqhtbare 
Sterne an;£urehen»'die yidal in Mirepoix mittelft ei- 
nes dreyfürsigen Quadranten und PaHagen-lnftru- 
meuts bttfiimmte. Falk gleichzeitig mit Lalaude's 
kißoirc cilejie erfchien in Deulfchland die Beendi- 
gung von Bodens Arbeiten über denfeiben Gegen- 
wand^ Sein Catalog von 17000 Sternen, nebft zwan- 
zig dazu gehörigen Sternkarten , geben eine Darftel* 
lung des gans^n geftirnten Himrnels. Allein waren 
diefe Arbeiten verdienßiich, fo, waren es die von 
Fiazzi in mancher Hinßcht noch weit mehr. Als 
die Frucht einer zehnjährigen Arbeit erfchien im 
Jahr I803 delTcn gw)l'äer Stern -Calalag mit 6745 *^*" 
genthümlichen Sterubeftimmungen, von denen 1661 
ganz neu waren. Jeder Sf eru wurde acht , fechs oder 
wenigßens viermal beobachtet, und diele MuUiplici tat 
der Beobachtungen, verbunden mit der Vortreülich- 
keit des Inftrumenta, geben diefeu Beftimmungen, 
TQi?LÜgUch in Hinücht der DecUnatibnen ein^n febt 



<. 



/ 



26 Monatl. Correfp. ^ign. JANUAR. 

fchiedenen Werth« Für die vorzügHchfte äßrono« ' 
mifche Arbeit wurde diefes Werk von dem Parir^r 
Inßitnt erklärt und^FiazzPn der Preis der Lalandi» 
fchen Stiftung bey deflen zweyten Vertheilung ^zum 
<^ftcnmal erhielt ihn Olbers für die Entdeckung der 
l'allas ) zuerkannt. 

Während eines mehrjährigen Zeitrauma 'war der 
Freyherr i;«// Zach mit Entwerfung eines ZodiacaU 
StcTifvcrzeichnilTes befchü füget, dem 'er in Hinßcbt 
der geraden Aufßeigungen, mittelft des vortrefftichen 
auf der Seebcrger Sternwarte befindlichen Pailagen» 
Inllnunenta von Rattuderit einen vorzüglichen Grad 
von Genauigkeit zu geben vermöchte. Diefer Ca« 
talog, weicher 1330 Sterne enthält and bis zuf 7. 
und g. Gr. geht« erfchien im Jahre 1806 in einem 
gröfsern Werke» das nebd einer Menge fpecietler 
und allgemeiner Aberrations- und Nutations- Tafeln 
ungleich auch eine voliftändige Entwickelung alle^ 
zur gegcnfeitigen Verwandlung von fcheinbareii and 
wahren Sternorten erforderlichen Reductionen ent- 
hält. Ein kleineres , aber nicht minder fchätabares 
Ver;6eichnifs von 500 Sternen verdanken wir Cag^ 
nol'i's Arbeiten , der diefes nebd dabey befindlichen 
fpeciellen Aberrations - und Nutations - Tafeln im 
Jahre 1302 herausgab. Aufser diefen Ste^n - Verzeich- . 
nilTen, die das jetzige Jahrhundert lieferte, und die 
fchon in den Händen aller Aftronomen find» verdie- 
nen noch zwey zum gröfsern Theil fchon vollende- 
te, aber noch nicht bekannt gewordene ähiiliclie 
Arbeiten , hier bemerkt zu werden* Hierher geho- 
Tcn Barrfs Beobachtungen und BeJT^ls Unterfa« 
cbungen über die Kefultate der Brädleyjchen» Mean- 

tau* 



L Verfuch einer gefchicfitt, Dai^fletlung ete. 2J 

taufend Zodiacal Sterne haterßerer beobachtet, und 
yvie man un^ verßchert, liegt diefer ausgedehnte 
Catalog, der .vorzüglich für die Declinattonen grofse 
<jenauigKeit verfpricht, znm Druck bereit. BeJTels 
mühfamcn mit fcrupulöfer Sorgfalt durchgeführten - 
Berechnungen fämmtiicher Bradleyfchen Beobach* 
tungen -werden wir dagegen einen Catalog von et- 
wa 3500 Sternen verdanken, der wegen feiner gra- 
fsen Genauigkeit und der Epoche der Verfertigung für 
die ganze Allronomie von ausgezeichnetem Werthe 
feyn wird« Bradley^s Beobachtungen, die -bis jfetzt 
zum gröfsern Theil ganz unbenutzt geblieben wa- 
ren, verdienten einen folchen Bearbeiter wie Bejfel 
iß, und ausm^hrern bej dem Verfaller in Manufcript 
gefehenen Kefultaten können ^yir den Agronomen 
eine reiche interelTante Ausbeute verfprechen» 

Wenn wix bis jetzt nur das rein Gefchichtliche 
der Verfertigung neuerer Stern- VerzeichnilTe beige- 
bracht haben, fo ift es nolh wendig auch noch nach- 
zuhohl^ , worauf lieh denn eigentlich alle die- 
fe Beftimmungen gründien. Mit Ausnahme des Ca- 
talogs von Cagnoll^ (der die gerade Auffteigung 
der Capeila durch unmittelbare Vergleichung mit der 
Sonne erhielt, und darauf feine übrigen Beftimmun- 
gen ftützte) und'der Refultate, die wir aus den 
Bradhyfchen Beobachtungen zu erwarten haben, 
ßnd alle andere vorerwähnte Arbeiten nicht das, was 
man Fwidameiital- Fix/iern-Be/iimmufigen nennt, 
fondern alle fetzten fchon bekannte Sternorte vor- 
aus, und leiteten die der andern ans fogenannten 
Differential- Beobachtungen her. So gründen lieh 
alle Steru- VerzeichnilTe von Lalande^ Zach und 



128 . Monatl. Corvejp. igii. ^BNÜAR. 



wo 



eben fo auch der oben angeführte grofse CatalogvO^ 
Jpiazzi einzig auf die frühern Beftimmungen voll.. 
Maskelyne, Dafs dtefer Aßronom bis ^nna Jahr igof 
der einzige war, der zuverläffige Fundamental SteimA . 
Arcenfionen lieferte, darf nicht verwundem, da die 
unmittelbare V^ergleichung der Sterne mit der Sonaa^^ 
oder mit andern Worten die Anwendung der bekatiiij 
ten Flamßeedfchen Methode, nicht allein die gröCsio 
Schärfe der Beobachtung, foildern auch eine Verei- 
nigung mehrerer dervorzüglichßen Inßrumente v^ ' 
langt, die in ganz Europa kaum auf zwey bis drej ", 
Sternwarten angetroflen werden. Man kannfagen» 
dafs ßlaskelyne feine grofse aßronomifche Laufbahn« ' 
die nun beypahe ein halbes Jahrhundert urnfafstt 
hauptfächlich der Beßimmung .der bekanntem fecb^ V 
und dreyfsig Fundamental- Sterne geweiht habe» '^ 
und gewifs ift diefer Aufwand von Zeit und Mühe 
nicht unbelohnt geblieben, da lieh il/ojA^Zyitze mit ^ 
vollem Rechte fagcn kann , dafs die Genauigkeit un- ^ 
ferer heutigen Sonnen- Mond- und Planeten Tafeln' ' 
einzig das Werk feines Catalogs ift. Im Jahr^^iyyo 
erfchien das Vtirzelchnifs diefer iHai/teZy/z^A^Tz Sterne ' 
9um erßenmal, und dann verbeilert in den Jahrein 
1790 und 1800. Auf diefes letztere wurden alle 
neuern Stern - VerzeichniH^ , und eben fo auch alle 
Planeten - Epochen begründet« Von grofser Wichtig- 
keit war es daher, als im Jahre 1302 Maskdryne 
ankündigte, dafs er aus zahlreichen Vergleichui»* 
gen von aAquilae mit der Sonne eine Vergräfserung 
^der geraden Auffteigung diefes Sterns von -f- 3,*g 
gefunden habe, die bej allen andern Sternen feinet 
Verzeicbniüea gleichartig angebracht werden mv^^ 

Meh- 



L Verfuch einer gefchichtL Barjiething etc^ 29' 

' MehrerfS AftTOliomen, und unter diefen hauptföch» 
' lieh auch Piazzi zweifelten anfangs an der ReCht- 
t xnäfsigkeitdieferCoTrection* Bürg und Bure khar dt 
ftellien mit Zuziehung der Maskelyjiefchen Beob- 
achtungen eigne Unterfuchungen darüber an ; allein 
ausbejden Rechnungen ergab iich fehr evident, dafs 
die Vergröfserung der jR von « Aquilae vollKommÄn 
' begründet, ja vielleicht gar noch um ein Paar Zehn- 
theil Secunden vermehrt werden muffe. Unftreitig 
"war Piazzif der fein ganzes grofses Verzeichnifd aut 
die Maskelynfchen Afceniionen gegründet hatte, am 
meiden bey Einführung einer ziemlich conftahten 
CörrecCion von 4" intereffirt, und was jene Ädrono-' 
mexi durch R<;chnung ccfnitatirt hallen, das fuchte 
diefer durcTi eigne Beöbacjitungen zu ergründeifi. Der 
vortreffliche Meridian - Kreis von Ramsden^ verbun- 
den mit guten Regulatoren und günftigem CKma, fetz* 
ten Piazzi mehr als jeden andern Aftronomen iii^den 
Stand, fich dem fo fchwierigen Gefchäft derBeftim- 
mung von Fundamental geraden Aufiteigungen mit 
Erfolg unterziehen zu können» Procyoii und « AquU 
lae Wurden zu diefer Unterfuchung gewählt, und 
aus 188 Beobachtungen des erftern und 200 deslets- 
tern, die alle in der Nähe der Nachtgleichen lagen» 
folgte für die Epoche von 1305 

,Procyon Ä ii2* 16' i7,"7 
tt Aquiiae M, 295 19 o, o 

Im fechfien Buch des bekannten Werks : ** DellA 
^^fpecola afkjronomica de Begi Jiudl di Paler mo^^ 
liefert Piazzi das Detail diefer Beüimmungen > auf 
die €r dann einen Qatalog von 220 Sternen gründet» 



30 Monatl. Correfp. i8u. ^AHUAIL 



' V 



die alle fehr vielfach beobachtet ^ytlP^en , und dia 
unftreitig das voUkommenfte find, was wir jetaf- 
von Stern- Beftimraungen befitzen* PiazzPs gerade^ 
Auffteigungcn der 36 Maskelynefcjien Sterne ftimmen- 
mit den neueften Angaben diefes Aftronomen voll-* 
liommen überein ; nirgends findet eine Differens* 
von dreyRaum-Secundenftatt, und bey dcnmeißen 
ift üe ganz verfch windend. Diefe Uebereiiifiirumung 
in den Kefnltaten der berühmteften Beobachter un- 
ferct Zeit bürgt für ihre abfolute Richtigkeit» und 
wir glauben, dafs die mehreren Afironomen uns' 
bey ftimmen werden, wenn wir dieBellimmung der 
geraden Auffteigung aller gröfsern in der nördlichen * 
Halbkugel fichtbareu Sterne, wenigftens für das ver- 
floileneund zukünftige Decennium, als ganz vollen* 
det anfehen. Als eine locale Merkwürdigkeit darf 
nicht unbemerkt bleiben*, dafs diofe allerwichtig« 
tlen Beftimmungen der ganzen practifchen Aftrono- . 
iiomie nicht ^iif unferm Continent gemacht worden» 
fondern dafs wir fie zwey Infein verdanken, dienm ' 
den Durchmeller unferes ganzen Welttheils von ein- 
ander entfernt, diefen nordweftlich und füdweftlich 
begrenzen, und von denen uns jetzt alles trennt, 
niclits verbindet, als das unfichtbare, untrennbare 
Band des Geiftes. 

Wenn wir die Lage der Sterne im Aequator mit 
grofser Genauigkeit kennen, fo iß dies leider in Hin« 
licht der Declinationen nicht derfetbe Fall. Plazzi^s 
und Maikelyiies Beftimmungen weichen hier we» 
fentlich von einander ab, fo dafs bey fehr fiMlichen' 
Sternen die Difierenzen bis auf 12 Secunden anftei- 
gen. Der Grund diefer Diifer«nzen » der bey det ' 

Geübt* 



I. Verfmk einer gefchichtL DarfleUung ytc. 3 1 

Geübtheit der Beobachter , und bey der grof9en Men- 
ge von Beobachtungen 9 auf. diq lieh diefe Declinatio- 
nen gründen, fcbwetlicji in Beobachtungs-Fehlern 
gefacht werden kann, hat fcbon mehrere Aßrono* 
men beCchäftigec. Lalande glaubte aus einem Feh- 
ler des Mauer -Quadrantep jene Erfcheinung erklä- ' 
ren su können ; allein wir geliehen gern , dafs hns die- 
fe Annahitie gerade nicht befriedigend fcheiut. Sehr 
vertraut mit dem ganzen Umfang der Greenwicher 
Beobachtung konnte Bürg als competenterer Rich- 
ter hierin auftreten« und ein iimftändlicher Auffatz 
(^Jßphem. yieiuienj. 1804 Motu Corr. iS^S) enthält 
eine Erklärung jener Diifcrenzen 9 die wenig zu 
wünfchen übrig läfst. Schon früher hatte l^ür^ aut 
zahlreichen Beobachtungen gefunden, dafs die be- 
kannte JBradleyJche Tafel die Strahlenbrechung für 
Green wich zu klein giebt^ und wirklich werden 
mit Anwendung einer von ihm entworfenen Green- 
wicher Refractions - Tafel auf die Maskelynejchen 
Declinationen, die Difl'erenzen diefer init den Fiaz* 
zifcheii fänimilich um mehr als die Hälfte vermin- 
dert. Auf einem ganz andern Wege hat neuerlich 
(^Berl. Jahrb, 1813) 0/^mfl7/7Zj dicfen Gegenftahd be- 
handelt, und eine V^einigung der Plazzifclcen und 
Maskelynejchen Refultate verfucht. Um Stern -De- 
GlinatfoneUxUnabhängig von Polhöhe und CoUima- 
tions- Fehler zu erhalten, vergleicht Oltmatins die 
in der Nähe der Nachtgleichen beobachteten Stern- 
Zenith-Diftanzen unmittelbar mit dem durch gleich- 
zeitige Sonnen - Beobachtungen beftimmten Punct 
des AequalOTS am Quadranten , und erhalt fo Decli- 
nationen ohne Eiiimifchung von Polhöhe und Col- 



32 KiMtul. Correjp. iSu. §AKUJIL 

Itnsations - FehSer und mit gehöriger Anwencliiiig 
der Fijefrac:ion. Das Verfahren ilt fehr finnreich nnd 
die Hcfultate h?riiioniren mit den Piazzifthen vor« 
treftikh. \Vxr werden uns liber diefen Gegenftand» 
dt;r die befondcre Aufmerk famkeit alier Aftronomem 
verdient, au einem andern Ort umftändlicher crklS^ 
rcn, und be::iiügen uns hier nur im Allgemeinen sa 
bemerken, «iaTs nns noch zwev Gründe über die 
OUmamifche LrlUärungsart zweifelhaft lalTea , in» 

dt in 

i) nach diefcr der Greenwicher Breite ein Feh* 
1er von einigen Serunden aufgebürdet wer- 
den müfste, den die Bradieyjehen Bcoh^hr 
tungen höchß wahrfcheinlich machen und' 
dab er 

2j aas Bejfels und meinen Berechnungen voll» 
kommen conßatirt iH, dafs die Jbr^idleyjehen 
Beobachtungen eine gröfsere Refraction ge- 
ben, als die von Carlini für INIayland» und' 
von Piazzl für Palermo befiimmte ift« 

Humboldt und Matthieu haben fich neuerlich 
damit befchaftiget, die Deciinationen der Funda- 
mental -Sterne mit dem Multiplications- Kreis zu he- 
Itimmen , und wie wir hören, fprechen die Befnl- 
tate diefer Beobachtungen für die Fiazzifchtn De- 
clinationen; früher war dies einmal fchon Delam» 
£rtf*.r Abliebt, allein Refultate diefer Beobachtungen 
und nnch nicht bekannt geworden. Wünfchens^ 
werth ift es, dafs (ich diefe Methode vervielfältigen 
möge, da hier grofse Genauigkeit erlangt werden 
kann ; fre^^lich- wird allemal auch auf diefem Wege 

di4 



L Verfuch einer gefcKichtk Barftmwng etc. ^X. 

die abfolute Richt>gkek <ier DecliMtfotieh von d«r 
gebrauchten Strahlenbrechung abhangen. 

- AuTser Piazzi und Masketyne befchäftigen fich 
noch mit Abweichung3-Beßiihm'ungen der Sterne' 
erßer und. zweyter GrQfse John Pond 2tt Weftbu- 
ry und ein unbekannter Beobachter ^u Ärmagh ifi 
Irland« Die Rerultate (^BerL Jahrb, ijBil) harmo« 
biren gut mit denen ^ jdner AßrOilomen und verdie- 
nen ToNvobl in diefer Hinßcht > als wegen Voraüg- 
lichkeit der Inftrumente, die zu den Beobachtungen 
gebraucht wurden» Zutrauen. Cur Deutfchrand 
hat bis jetzt unltreitig Barry die beRen Declinatio« 
nen geliefert ;^ ein Theii davon it{ in deu vonZachi- 
fchen A"berraliond - Ta^feln erfchienen» allein die weit 
. grötsere Zahl haben wir noch zu erwarten» und da 
Barry im Beütz eines fchönen Zenith-Sectors und 
Mauer- Quadranten iß» fo kann er allerdings etwas 
vorzügliches liefern« 

Bey der Erzählung der heutigen Fortfehritte in B'e- 
ftimmung derStern- geraden Auffteigungen erwähn* 
•ten wir oben» dafs man jetzt wenigßens für einen 
Zeitraum von zwanzig Jahren diefe mit Oenauigkeit 
zu kennen verfichert fey. Diefe Genauigkeit würdp 
(ich auf keinen fo kurzen Zeitraum befchränken, 
liefsen nicht die maucherley fcheinbaren und viel* 
leicht wirklichen Bewegungen der Sterne bey Re- 
duction eines Sternortes auf entferntere Epochen al* 
lemal einige Ungewifsheit übrig» fo fehrauch in un- 
fern Jahrhundert die berühmtefien Aftronomen und 
Geometer mit Ausfeilung aller der Elemente » die zu 
Reduction fcheinbarer Stern -Orte auf wahre oder 
JUgihCort.XXIllB.fßii,' C andere 



I 

afi^ier^ l^pochea crförderUcb find , Geh berchäftiget. 
liabeo: ' 

: Ganss fäglieH kann man diefe Reductionen und 
hiernach auch die Arbeiten darüber in zwey Clailen 
abthei^n ; Tolche die gut beftimmt^und nur ^ch^yie'- 
' rig ia Hhificht der Berechnung find , und folcbe» 
deren CrbTse noch Zweifeln unterworfen ift. Ii;i die 
erfte CiaiTe gehören Aberratio^ und Nutation, in die 
letzte Präceffion ,. eigne Bewegung und jährliche Pa* 
rallaxe der Fixßerne. 

Gleich aus den erßen Beobaditungen leitete 
jbradley die Aberration mit einer Genauigkeit her^ 
die feitdem nur ganz unbedeutende Aenderungen er«> 
halten hat. Auch harmoniren die neueften Bellim. 
xnungen der Aberration , welche JDeiamhre aus forg» 
fältiger Discuffion der Jupiters • Satelliten ( 20," 250) 
■qnd der Freyherr von Zach aus Braäleyfchen Beob* 
achtujngen (20/232) erhalten hat, vollkommen mit 
einander» und mit der urrprünglichen Beftimmnng 
des erßen Entdeckers. So fchÖn diefe Uebeteinftim« 
ihuhg iß, fo würde es doch gewifs ganz 2Weckmäfslg 
feyn » wenn man es verfuchte , die Conßante det Ab« 
etration aus Beobachtungen des Polaris herzuleiten » 
da hier, wo diefe Erfcheinung vielfach vergröfsert er» 
fcheint, dieficherße BeÜimmung zu erwai^en wäre» 
Wir haben felbft mehrere Beobachtungen hierübet 
gefammelt, deren Kefuftate wit in der Fojge bekannt 
machen werden* 

Von der Monds-Mafle , einemnoch immer etwas 
ungewißen Elemente, hängt dieNutation ab; allein 
mehrere Beßimmungcn aus yerfchiedenen Methoden 
hergeleitet geben für jeneMaffefo nahe harmonirende 

Reful- 



\' 



. . I 1 

I^ V^udk eiim ^ehißktk Darßdlmg etc. 55 

H^ftiltate) dara die fötNütation ül^rfg bleibende Uo'^ 
gewifsheit nut höchft unbedeutend feynkann; not 
'itenig weichen die Annahmen der berühmteften Geo« 
nett^und Autonomen über die Elemente der^Nuta« 
tion9 - EUipfe von einander ab ; in den neueften v* Za* 
diifeken Nutations - Tafeln iß: gtofse Axe 9 t '648» 
kleine ^'igi* ^ Läplacie hat dafür i6>*o6 und 7/48^ 
nnd 31äskelyn» g/$^ Und '/«"lo; hiernach ift es nicht 
trahrfchelniich » dafsj dörgröfste Fehlet für Nuditioil 
Awey Secunden betragen könne* 

Die Berechnung der Aberration und Nutatton 
fiir gerade Auffteigung> Abweichung u» f. w* vreU 
che noch zu Ende des verfiolTenen Jahrhunderts feht 
mühfam war^ ^^.^J^ Laufe diefes Jahrzehends durch 
Hülfstafeln» und durch vervollkommnete analytifche 
Metbodt>n i ungemein erleichtert "wordem Die frü# 
here Gefchichte allgemeiner und fpeciellet Abcrra» 
tions- und Nutations -Tafeln gehört nicht hieher; 
Wer (ich damit bekannt machen Willi findet die voll* 
Rändigften Nachrichten in des Freyherrn von Zach 
Tahi Ahdrrät. tt Nittat. Specielle Tafeln für ^8^ 
Stetne lieferten in der Gonnoijf, des femps pour Vnn 
Klf^ Ckahroti Hauger ßues und Girönlt, Ausge* 
dehnter w^ren die von Zach und C'agnoU bearbei* 
teten Tafeln j der aweyte Uaud diefes oft erwähnten 
Werks enthält fpecielle Tafeln für 494 Zodiacal Ster* 
ne> und CttgHoli lieferte ähnliche Tafeln für alle 
Joe Sterne feines Gatalogs 5 ein Werk > Was er auf 
eigne Koften drucken und an alle Aftrönönie« und 
Rechner verheilen liefß» Sehr bequem Xvürde e» 
feyn» für den ganzen grofsen Piüzzißken X^äialog 
Tolche fpecidld Tafeln ftu haben $ allein da hiertti 



I 



35 MonaiL Correfp. iSu gANlTAIL] ? 

eine Menge von Bänden erforderiicb wären, fo.wiit^ 
de es noth wendig auf Abkürzungen zu depKen« 
%vo mittelft der allgemeinen Argumente von A, Oe- 
ciination» Ort der Sonne und des Monds «Knoten^ 
die Aberration und Nutatian für alle Sterne mit Le|cb- 
tigkeic zu erhalten war. Solche allgemeine Tafeln 
bat Dfilambre^ und hauptfächlicb neuerlich der Frey- 
berr von Zach gegeben. Durch eine glückliche Ver- 
bindung von trigonometrifcher Rechnung und eini- 
gen Tabular -Grö fsen i(t es Gaujs gelungen, diefe 
Rechnung eb^n fo wie die dazu erforderlichen Ta- 
feln ungemein abzukürzen , und wir möchten bey- , 
nahe glauben, dafs diefe Methode die bequemfie ift, 
um aus allgemeinen Tafeln , die Aberration und Nu« 
tation zu rechnen. Einen Weg, fpecielie Tafeln febr 
abzukürzen , und fonach diefe in einen kleine^i Raum 
auf eine grofse Menge von Sternen ausdehnen , *^at 
vor kurzem {M* C. \^\oJuL Heft ) v. Zach in Vor- 
fchlag gebracht. Grofse Bequemlichkeit fcheinea 
die ganz allgemeinen Tafeln zu gewähren, die ficb 
JBeJJel zu Reduction der Bradleyfchen Beobachton^ / 
gen entworfen hat; nur im Aligemeinen bat uns der 
Verfaller die Idee ihrer Conllruction mitgetheilt, von 
der wir hier nichts Näheres beybringen können« 
Da bey der Genauigkeit der heutigen Beobachtun- 
gen die erforderlichen Reductionen gleiche Schärfe 
verlangen, fo wurde es nothwendig, bey der Aber-, 
ration auch auf Excentricität der Erdbahn und auf 
deren tägliche Einwirkung Rückficht zu nehmen» 
Formeln für die erden gab Z>Wa/7/3rtf, für die let«* 
tern Camer er und Flauger gues ^ und Tafeln dafür 
von Zach im erften Baude (eines Werks. . 

* fiii 



L Verfuch einer ^efchuhtt, jÖc^rftettuiig etc. 37 

Bis auf die Grenzeti von 0,1 —^0,2 Raum- Se- 
cnnden ift uhfere jetsige BeftimmuTV^ der jährlichen 
VoTi*ncknng der Nachtgleicheo eingefchlofl'en ; allein 
auch diefe Ungewifsheit,. verbunden mit der über 
eigne Bewegung , kann für entfernte Epochen Ave- 
fentliche Fehler in den Stern -Orten hervorbringen. 
Früher hielt man viel Aui die Benutzung fehr alter 
Beobachtungen » ujid alt meißen Aftronomen des 
vorigen Jahrbundexts leiteten ihre Praecefßon aus 
/fi/;/;arcÄJ' Stern • Catalog her. In neuerh Zeiten , 
wo eine forgfältige Discufßön gezeigt; hat, dafs der 
lange Zeitraum die ftarken Fehler jenier Bellimmun* 
gen doch nicht völlig corapcnfirt, fo dafs Delambre 
neuerlich fehr richtig fagte »' man könne aus jenen al- 
tern Beobachtungen aUe9 mögliche heräusrecdnen , 
je nächdeni man üch diefe oder jene Annahmen er» 
laube, ift 'man von diefem Verfahren fehr zurück* 
gekommen» und alle Aßronomcn die fich in die- 
fera Jahrhundert am meiften mit diefcn Beftimmun- 
genbefchäftiget haben, Delambre ^ v, Zach 9 HQrns- 
hy 9 Trieshecker ^ Piazzi^ gehen nicht gerne bis zu 
Flam/ieed und meiftentheils nur bis zu Mayer und 
Bradley zurück. Nach wiederholten Unterfuchun- 
gen beßimmte Delämhre feine Praecefßon auf 50,"! 
und fcheint dief^ noch zu vermindern geneigt ; aus 
viererUy Vergleichungen von Declinationen und ge- 
raden Auffteigungen fand Zar^ 50/054 • Triesiiecker 
50/16, ffornsby $OtOj 9 und eben fo aus frühern Un- 
terfuchungen Plazzi 5o,.''o5 , fo dafs es fehlen , als 
vereinigten fich alle Beßimmungen derberühmteften 
Aftronomen, die beobachtete Praecefßon zwifchen 
50,05 — 50/15 zugeben. Ganz unerwartet und 

nicht 



' 1 



nicht envünfi^ht xnaf&te es daher allen A^ftroneme^:^; 
(e3rn» ala P/a;^:;^! neuere Unterfuchungeu diefe^^ 
SHemep,^ wef^ntUch vergröfseneQ , indem et in fetk,. 
nem Lihro> p^f^ die Praecefüon z^u 50/71 beltimmly;^ 
£ai ift gerado kfin Grund vorhanden diefe ^eiUmr. 
xnungsu verwerfen, und der Rechner hl^iht bcyäeni. 
Stteiie fohher Auiorh'iten in der upangenehmen Uiv, 
gewibheit, welche Gräfse^r vorziehen follj.. Höchfleii 
üvahrfcbeinlich hahea alle Differenzen der Fraecet 
fi.ons*9eftinin».ui^gen ihren Grund einzig in äer Aiv, 
liahpieüber eigne Bewegung »und in dei: zufällige« 
Wahl der dazügehrauchti^n Sterne^ Unter dc^r freyi 
Uchganz precairen Vorausfets^upg » dafs kleinere Ster«. 
ne kein^ eigne Bewegung hatten» be^irpmte ^an 
uns diefen die Praecefßon « redu^cirte mit diefer dio 
andern» und leitete aus. den ähr^ bleibenden Difte^ 
i:enzen. dio fofienannte, eigne IJ^ewegung b^er; dor 
logüfche Kreia. dieCea Verfahren» fpringtin die tilgen; 
er ift^fchwer spu veroaciden und wird vielleicht noicli^ 
l^nge eine llngewifsbeit über eins der wicbtigßeB^ 
aftrQnom. £].emente übrig laiTen. Ofienbar k$n^;nit 
)iier a,Ues s^uf die. Grabe der zuevß gefundenen Pra^ 
ipef&on an; die B«efi!iltate' die van Zach \iud J^iazzt 
über eigene Bewegung gefunden haben findftark» oft. 
in den ^jeicbea von einander verfchieden » und na^ix 
Weiht gw*. ungc wif$ > welche Beftiramung: ^u w^Uea 
ig. ' Die umdamdlichrte Arbeit hierüber ha^ J^ahnd^ 
geliefert» der die eigenen Bewegungen von 50A Steine« 
au9 der Vergleichung der Catßlögc^ von 1»^^ Cßille^ 
Jßradky und Mayer ^ mit denen von Mask^u»% 
J^ax^zix H^amkr^ und^^^^b herleitete. Sx:h«d« daf« 
Dfucfc and Sc^^x^ibXehlor dief^. verdienCUiche Arheit. 

(0 



L VirfkcK' itnir gefthicHiU Darjtetlung etc. 5^ 

• ^ ' 

^ fb litofig etuI^elteiK, Viele Refultate über dieren-G^ 
^ genßand verfpiecker> uns Beff$ls UnterfuchungeiKi^ 
"^ Seine- ans zum Theib Tmtgetheiiten BeiiininKingen 
^ idt daa Sternbild der Caf{iope|a-9 y^o fär Stemei 
^j J — 6 Gr. die eigne Bewegungen vo» 2- — tf * ge- 
^ faen«» frnd fehs merkwürdig>i Da fs mehrere Stern» 
^ noch eine eigen tii tunliche von. der Praeceffion u«iab<^ 
^ h'ängige fcheinbare od^r >virkiicfie Bewegung habeiii 
s& nicht zu läugnen-y albein dieAaCfindangdeftGru^Tiv 
des diefep Erfcheinong und der eigentlichen Gefetze» 
nach denen (ie llatt findet , . das ift' es wOi-über leider 
murere Kenntaiffe- noch ganz befchränkt ßnd. ' We^ 
fenilich hängt diefer Gegenßand* mit der jährlichen' 
Parallaxe der Fixfterne- zu rammen*, und fo gewiFs e» 
fichou' jetzt ift, dafd diefe bej den meiften Sternen^ 
yiel zu unbedeutend i(l, um At^metiim proprium- 
erklären zu- kÖHAcn, wiewolil diefer auf einen ent*^ 
fernten Central • Körper bezogen vielleiolu: noch "^eit" 
geringer iH , als e^uns erfcheint« fo würde doch clie^ 
beftin^mte Exiftenzi einjer ParaHaxe aus dem Grunde^ 
fchr intereffant feyri, weil man dadurch bcrech-tigfr 
'würde, >ene Bewegung- für eine wirkliche anzuneh-^ 
xnen» Seit MctyersL Zeiten find die Meynungen der- 
Aftronomen. über diefen fo interellanten und wich* 
tigea Gegenftand unteres WeltfyUems wefentlich ge* 
theilt. Prevoß^. Maurice^, IJUnfohßl und»' andere- 
glauben durch eine- reelle Bewegung des Sonneiv 
köiper^ die-fcheinbare der Fixftir>ne' erklären zukün* 
iien,,und eviie Beweg^ang uiiferes ganzen Sjllems 
»ach dem Sternbilde Aq% Hercules \yürde aus rlie-^ 
fen Beftinvnungen iplgeu, Buchhardty welcher den* 
felben Gegenitand neuerlich» analjtifeh. un^esfucht 

bat* 



/ 



■1 l 

~' l. 






bat;» findet ein entgegengefetzte« llefnltat; xxTiteitiis:: 
Beftimmungen clieCer fixßcrn - Bewegungen Cil4 r.« 
noch a^u fcb wankend und zu Uolirt, um irgend eioi y 
baltbare Theorie darauf bauen zu können; allein;II w- 
viel fchein tausgemacht zu Ceyn, dahmit Benuts^Dg.;- 
der zuverläfBigden Angaben > verfchiedene Sten»! 
Combinationen jauch vielfach verfchiedene Kefultate 
sehen und hiernach eine xetile. Bewegung unferei 
Central- Körpai:$;jaa€h einer beftimmten Kichtung «,; 
bin nicht wahrfcheinUch machem Uebrigcns Hegt , 
auch der ganzen Behandlung.. diefea Froblema . die 5 
bypothetifche Vorausfetsung zum Grunde , dafa nuc ^ 
die Sonrne. nicht:die Sterne in Bewegung find ,'ind<>m , 
fonß die Aufgabe unauflösbar iß. . Die Conftaürnit^ «, 
• einer jährlichen Parallaxe^ der Fixßerne wüfde di«^ , 
Streitfrage entfchieden haben; allein, trotz aller Be- 
mühi^ngen neuerer Aßronomen iß diefer G^genftands 
Caft.noch eben fo problem^tifch wie jener. Bradlej 
,glaubteati8 feinen Beobachtungen.' mehrerer Zenitbai« 
Sterne ,fchliefaen zu können« ^afs bey diefen eui«i 
]?ata.llaxe von einer Secunde nicht fiatt finde. Ver- . 
volikommnete Inftrumente und Beobachtung« -Me« 
thoden liefsen in unferm Jahrhundert einen beffern 
Erfolg » allein leider vergebens erwarten* Mehrere 
Aftronomen haben Geh neuerlich mit diefem Gegen« 
ßande befchäftiget, allein zu einem beftimmten Re* 
fuhate gelangt^ man noch nicht. Beobachtungen, 
von Idichain und Delamhrc% im Laufe deTfranz^^• 
fchen Gradm^ung gemacht, gaben die Parallaxen 
Null oder unmerklich« Periodifche Diüerenzen in 
zehnjährigen Oeclinationen von oc Lyraet leiteten 
Fiazzi auf diefe Unterfuclying hin ; ^allein die Hoff- 
nung 



^/ 



I > 

I. ^ Verjuch Hner gi^hkhtk DatfieUtmg etc. 4I ^ 

nnng von diefem ÄßroQom etwas entfchf idehdee zu 
erhalten 'blieb ebenfalls unerfüllt. Capeila ^ ^Idc" 
bar an 9 Procjon^ Sirius 9 Ar<;turus \xnA, Atair \vpr- • 
den unterfucht; für einige gaben die ßeobachttingen 
Parallaxe, für andere nicht und fchwankend bleiben 
die meiften Refultate. GroCse Sorgfalt verwandte 
CaiattdrelU anf die Beobachtung von« Lyrae ; feine 
zahlreichen Beobachtungen ßimmen gut unter (ich - 
und geben vereinigt eine jährliche Parallaxe von 4/4. 
JPiazzi*! und CalandrelWs Unterfuchuiigen beruhten 
einzig aüfHöhenmelTungen,' eine Methode, diemin« 
der vortheilhaft zu feyn fcheint,'.al8 die ^ron X^W/zm* 
bre in Vorfchlag gebrachte , die Fixßern - Paralla)^^ 
durch gerade AufUcigungen zu faeftimmen.- Wenn 
die Beobachtungen der genannten Aßronomen eine 
Parallaxe für « Lijrae wahrfcheinlich machen, fo 
wderfprechen -B^^/j Unterfuchungen diefem Reful- 
tate gänzlich. Zwölfjährige i?r^/tfyyc/ieBcohachtnn- 
gen machten es möglich eine Methode in Anwendung 
zu bringen, wo üch «us der Diftercnz der geraden 
Aufßeigungen von Sirius und « Lyrae und eben fo' 
von Frocyon und « Aqnilae der vierfache Einflufa 
der Parallaxe zeigt. Allein auch hier gab eine grofse 
Menge Beobachtungen die Parallaxe für das erße 
Sternpaar ganz Null und für die Summe der Parall«* 
axen von Frocyon und a Aqnilae 0,6 Secunden: ei- 
ne Gröfse die fchwerlich für deren wirkliche Exittenz 
beweifen ](ann, da es für unfere jetzigen Inßrumen« 
te wohl noch immer zweifelhaft bleibt, ob eine fol- 
che überhaupt durch Beobachtungen beftimmbar ift. 
Mit grofser Genauigkeit liefs fich die Lage des P.olat 
Tis aus den Bradlcyjchen Beobachtungen beßimt 

men^ 



men/ allein 2 5fb Beobachtungen geben; aifch für di«^^ 

fe^, nicht die mindefte Parallaxe» ^ 

Mit /kt Cajßopeja^^. einem der merk würdigften ^'^ 

Sterne am Himmel 9 haben wir ims feit zwejJahrea : 

befcbäftigt ; höchftwahrrcheinlich hat diefer Stera ^ 

eine jährliche Parallaxe von 2 — 4" , und wirerwar» < 

ten nur noch ein Paar Reihen von Beobachtungen» :: 

,um unfere Refultate den Aßronomen mitzutheilen« t 

Durch Doppelfterne rvichte//<?r/^Äeidiefe£rrchei* l 

nung zu conßatiren; allein ein beftimmtea Refuhat t 

liefern feine Unterfuchungen doch auch nicht. Meh* t 

rere feiner Beobachtungen über gcgenfeitige Fixßern« < 

Bedeckungen und dann überhaupt über die verän« 

derliche Stellang von Doppelflernen lind fehr inter« : 

«ITanty und fcheinen allerdings relle Bewegung an« 

isüdeuten. 

• Triesutckers merkwürdige Bemerkung , dafs di« 
Praeceffion anders in jedem Quadranten der Läng« 
fey, «und die von einigen Aftronomen gemachte Be« 
obachtung» dafs üchdie Entfernung d^ DoppelRerna 
im Schwanz des grofsen Bären (iUrßmap,} merk« 
lieh ändere 9 könnte vielleicht ebeuFaiis für Parallaxe 
be weifen. Einen mehr gefchich tlichen als neu unter« 
fuchenden Auffatz über diefen Gegenftand hat Co" 
faris in den Mayländer £phemeriden für 1907 ge* 
liefert. ^ 

Aus allen geht fo viel hervor» dafa vmfere bem^ 
ligen Beltimmungen von eigner Bewegung und P«;^ 
rallaxe nochhöchßfchwankend find» und die Redtw 
ction von Stern • Orten au£ weit entfernte Epochen 
Wefetitlich unzuverläfßg machen können. Erhalten 
yrix durch Jßeffck Uttterfuchungea aus den ßvadley^ 

fchen 



Verzeictinifs von 3$qo. ;;gat baßimmten SiejrQ*> Orten« 
fo dürfte ß$ \yo}A d^« Sjrcb.er(le T^y M » dieCe.i|:\i^ ^ach\ 
jPiaA,zi\s, und Barry*^. Befkimmung^uj^U vergkicheni 
pnd daraus die jährlicfaea Bewegungen zu beftimr 
inen ohne irgend auf ^in^, Separation der-Vriiiceriiaa 
und der eignen Bjew^gung Hücl^I^cht z\^ 9,^hm|Bn, 

UcbeTr den Natmbau des geftirnten, Hinime]9 
lieferte Herfch€l:lc\k(^nt Arbeiten, da. ihm piebr alt 
allen andern, Aftronom^n C^ina lli^rqnrFerqröj^re ia 
die Tiefen des Weltalls einzudringen erlauben^.. Scdnr 
in diefem J[ahrhii,«idert beendigtes. Verzeichnifs von 
mehreren taufend DoppeiPterpep und Nebelfleclien ge^ 
bort unter unfere (cböniten aßronomifcbenArbqiten^ 
und gleicb verdienrtHcj^^ßnfd feine au&gedebnten Uo-f 
terfnchungen über diiQ ^^rgleicbende Lichtiftärke dev 
Fi.\(lcrae und über die yergrofser^d^ Kraft derFern^ 
vöbrei« 

Pie Beobacbtungen über Liebt -Veränderungea 
der Fixfterue haben (ich vermehrt ^ put Sicherheit; ^ft 
die Licbtgleichung für ^Z^oZbeftimmt, deren Grund 
JBurckhaxd^ durch glücl^Uche Hypothefen darzuftel- 
len verfuchte^ Beobachtet > aber noch unbeftimmt 
find die Licht- Aend^rftOgen von 8^ Tauri ^ eine« 
Sterns fechßer Gröfäe in der Jungfrau » x ^^^ Schwans, 
Nro. 420 im Löwen und andrer mehr^ Eine allge- 
meine Veränderung der Lichtßärke füdlicher Sterne 
fcheinen Humholdts Beobachtungen in den Tropei»- 
Ländern, verglichen mit La Cailles frühern Beftim- 
xnungen anzudeuten ; eine ähnliche Erfcheinung ift 
des Sirius Uebergang aus rothem feurigen Licht » was 
er fonft hatte« in (ein hemiges wpifsesA 

. Vm 



44 



AfoMtf. Correfp. Iflr. S^SÜJK 



VM Gefehichte und ftlfeie LitteratBr des eeftirn- 
ten Himnsels TDaehteii Geh in diefem Decennio 
hanptbcklich znrer Gelehrten, der Leg.Rath Beigd 
tind dfr Profeflor Ideier Terdient; jener dnrch die 
eben fo lehrreiche als incerefijsnte ßefcbreibong der 
so Dresden befindlichen arabifcben HtmmelslcuseZ, 
(^BerU Jahrb. i%o%^) diefer dnrch fein daffxfches 
Werk über- Urfprung der Stern- Namen ^ 'was einen 
Mann verrätb« der anf ^ine feltceArt aftronoiDifche 
Kenntnifle mit ansgebreitetern Sprach - Smdinm ver* 
bindet. 

Andere Bemühangen über den erften UrCprung 
der Sternbilder, dereii Erklämng und Bedentcrng, 
fo wie die Unterruchungen über den fameafen Thiei^ 
kreis zn Dent^ra« von delTen Anffindnng man lieh 
Anfangs fo merkwürdige Refnltate verfprach , über- 
gehen wir ganz mit Stiilfchweigen, da hier alles anf 
einer Anhäufung von Hypothefen beruht , die irgend 
einen reellen Gewinn für Aßronomie oder Aftrognofie 
nicht verfprechen. . > 



{DU Fortfettung folgt im nächßen Heft.') 



"• / 



» , 



r 



Ji. 



J{. Ueber correfg. , Somkenhotim. * < 43 

> < 



1 . - II. 



« 



Üb er' 

correspojidirende Sonnen - Höhen 

und 
ihren erweiterten Gebrauchs 



JLlie allbekannte Methode » die Zeit durch correi pon- 
dirende Höhen , oder überhaupt, die Culniinations* 
Zeit eines Geftirns auf diefe Art 2u beftimmen , wird 
in der praclifchen Äftronomie wahTfcheinlich noch 
lange in Ehren bleiben. Erftlich ift diefe Methode » 
an und für (ich fchon fehr genau. Zweytens ift fie 
weder von der Güte und der mühfamen liectification 
des In(lrument9 , noch von der Breite des Orts nnd 
andern Elementen der Theorie abhängig. Freylich 
kann man die Zeitbeßimmung viel fchneller und mit 
weniger Mühe Yermittelft eines wohlberichtigten 
Mittag- Fernrohrs erhalten; allein nicht immer hat 
man ein folches Wcrkaeug zu Gebote, und wenn 
man eines hat, fo erfordert deüen folide und zweck- 
mäfsige Aufßellung eine feltne Localität, viel Zeit 
und auch nicht wenig Koften. Kein Gradmefler, 
te\h& Delambre "und Mechain in neuern Zeiten ha- 
ben Pailag^n • Inßrumente bey (ich geführt. 



4& menntt. Corrijp. iflf. ^ANUATL 

Mafn kann jetzt bey den Fo Telir aüsgeTellten Son* 
nen •Tafeln' und Stern - Verzeichniffen die Zekbe* 
fiimmung auch aus einzeJnfen oder abfoluten Höhen \ 
mit vieler Schärfe erbaflten; allein hierzu ift Aviedet 
ein fehr guter und genau berichtigter Hc^henmeflet^ 
wie z»B* ein Reichenh ach f eher Repetitions- Kreis* 
und die genaöe Kenntnifs der >vahreh'Orti* Breite 
erforderlich. Die corre^pondirenden Höhen vereini- 
gen alfo Genauigkeit und Siinplicitäc mit dem we- 
nigften Koften - Aufwand. 

Seitdem einige Altronoinenangerathen und auch 
eingeführt haben ^ fortlaufeKde correepondirende Son» 
nen» Höhen zu nehmen, Avodurch man zugleich 
Mittag und Mitte rnaokt ^ folglich den zNvÖlfßündi* 
gen Gang der Uhren erhält, lo iß man nun auch ge* 
zwungen worden, es mit der, durch die Verände* 
TUng der DecHndtion während der Beobachtungs* 
Zeit hervorgebrachten Verbefferung etwa» gcnauet 
zu nehmen. Denn Wenn diftfe für den Mittag ia 
ihrem Maximö fich in unfern Breiten hÖchftens auf 
20 bis 25 Secunden belauft^ fo kann folche für die 
Mitternacht wohl über ein Paar Zoit- Minuten be» 
tragen ; fie erfordert daher fchon eine genauere Be^ 
rechnung als die gewohnlichen VerbefTertings-Tja* 
fein gewähren , wenn man auf eine grofse Schärfe in 
der Zcitbeftimmung Anfpruch machen will. 

Wir haben folche Tafeln, welche fich bis Anf 
Mitternacht erftrecken, zuerft in unfern i. J. 1791 
herausgegebenen Sonnen - Tafeln gegeben ; fie et» 
fchienen nachher etwas erweitert im XI. Bande der 
M* C». S. 137. In Frankreich hat^fie Deiamhre zu*, 
erß i. J« 1806 in feinem vom Bureau des JLongitudes 



II. Oeber correfp» Sonmjniiohm» 47 

nsgegebenen Sonnen - Tafeln bekannt gemacht, 
alle diefe Tafeln find mit doppelten Eingän- 

, and erfordern eine mühfame Interpolation mit 
fachen oft dreifachen Froponionaltheilen » wo» 

man bisweilen auch die zweyten DiA'erenzen 
sutxu Hülfe nehmen muri. Ich habe es daher ver* 
fiicht, di^fe Tafel auf einfache Eingänge zu bringen» 
welches mir auf folgende Art gelungen iß: 

Es fey H und h die Uhrzeiten zweyer^^corres- 
pondirender Hohen« die eine vor die andere nach 
dem Durchgänge der Sonne durch den Mittag^kreis. 
Dnnd ^ die z\vey Äbvv^iehun;j:cn , und P, -r die 
%\yty Stunden Winkel, welche diefen Augenblicken 
xakommen ; d D die Bewegung der Sonne in Dccli- 
nation,(p die iiördl. Breite des Orts» fo hat man die 
'bekannte Gleichung 

\ 2rinjdDcori(84-D)r 1 

macht man in diefer Gleichung -r — P ~ dl\ fetzt 
für die Sinus die Bogen und läfst die dritten Poten* 
zen diefer weg , fo wird 

dD 

Wix vrollen annehmen ^ dD fcy die 24ftün(lige Be»' 
wegung der Sontie in der Abweichung. Die halbe 
Zwifchenzeit der Beobachtungen in Stunden ausge* 
drückt m t n ^ (h — H). Man kann auch ohne 
merklichen Fehler Aatt tang^ C^H-D) fetzen tang D 
lo erhalten wir 



I 



ilP 



. I 



48 MonaÜ. Correfp. tgiu ^AHÜAVL 

dD t.tan^ (2) d D. t. taug D cof 15* t " . 

dD t d.D.tangD t 

dD ^f^i5 dP ta ngP t tang 150* 

^ 36oHni5' ' iinis^'t ' "Sv>— 36 mg 150" ' 10 UDg 15*1 



Es fey nun 



d.D 



360 fin 15' 

— d. D tang D 
36 taug 150* 

t fin !5* 
^ fin 15' t ^^ 

t tang ISO* . • 

10 tang 15" t o ^ 

Durch dicfe Vertheilung erhalten wir *wcy Tafeln 
mit einfachen Eingängen; die eine enthält die GrÖ-. 
fsen a und b, und hat die wahre Länge der Sonne 
zum Ajgumeut. Die zwcyte begreife die beyden. 
Hülfswinkel » und ß , und hat die halbe Zwifchen« 
zeit der Beobachtungen zum Argument» Die ge* 
(uchte Mittags - VerbeHerung ift ahdenn t..^ 

r= a tang « tang (p ^ b tang p» 

Bekanntlich iR die Tangente der Breite, und die 
Tangeute der Declination pofitif » wenn beyden5rd» 
lieh lind, negatif wenn liefiidlich Und. i3ie 14 IIa n^* 
dige Veränderung der Decliuaiion ift pofitif » wenn 

die 



\ Jf. ÜAn ^orrejp. Sonnenhohen. ^ 49 

1^^ die Sonne in denauffieigenden Zeichen Iftt das iß* 
vom Winter- Solftltio bis zum Sommer* Solßitium« 
Sie m negatif 9 wenn die Sonne in den niederßei- 
genden Zeichen ifi» nämlich vom Sommer«- Solßitio 
bis zum Winter- Soißiüum; oder allgemeiner, die« 
fe Veränderung erhält das Zeichen -+- wenn das Ge* 
ßirnfich dem Nordpol nähert ^ das Zeichen -^ wenn 
es (ich davon entfernt. Die Zeichen des Sinus und 
der Tangente der halben ZwiCchenzeit t» werden 

. durch die Anzahl der Grade; welche diefer Stunden* 
Winkel jedesmal enthält » beßimmt» Die Gröfse a 
ändert das Zeichen fyir Mitternacht in nördlichen 
Breiten, und für Mittag in füdlichen Breiten; in 
jedein Fall wird folche noch mit der Tangente die*^ 
fer Breiten multiplicirt. Die Gröfse b bleibt in al* 

' len Fällen unveränderlich« 

Diejenigen, welche für einen beßimmten Ort> 
z. B. für eine Sternwarte folche Tafeln berechnen 
wollen, können ftatt der Gröfse a, die Gröfse 
c ~ a tang (^ bereclinen und an ihre Stelle fetzen; 
fo iß alsdann die verlangte Mittags- oder Mitter- 
nachts Verbefferung viel kürzer n c tang a-^b lang p. 
Wir haben folche Tafeln in unrerii zu Florenz 
tgop bey Molini und Landi herausgegebenen Tables 
abregSes et portative^ du foleil S. 17 Ttuerft bekannt 
gemacht»^ Allein da unferZxveck dort w^lt ^ viel auf 
wenig Baum zu bringen, fo lind diefe Tafeln fehr 
abgekürzt gegeben Worden; wir geben fic hier in 
einer gröfsern Ausdehnung, und hoiFen, dafs man 
ihren Gebrauch eben fo bequem als genau finden 
wird. 

Mon. Carr. XXIILB. t8t9^ D lu 



5® ' MmatL Correfp^ i8(i. ^/LNÜAK. 

' . • ' 

Iti det crßen Ausgabe unferer gönnen -Taf ei tt 

habe leb in der Einleitung und Erklärung des <3c« 
btanches dieffer Tafelii ' cOTrespondirende. Sonnen- 
Höhen angeführt, -Nvddhe wir den 15. März 1737 
/ z\l Hycres in der Provence genommen hatten , um 

die wahre Mitternacht zu beftimmen; \vir "wollen 
nun für dieres ßeyfpiel die Mitternachts -Verbelle- 
Tung nach unfern neuen Tafeln berechnen, Die( 
^ halbe' Z^vifchenzeit der Beobachtungen \var 9 St. 
io Minuten. Pie Länge der Somie um Mitternacht 
II? 25*. Die Breite von Hyeres 43* 7'^ Damit fin- 
det man^ 

^ Aas der I. Tafal « = -»♦- I5,*254 b = -4- 2/374 

Aii^s/der IL Tafel « = 74' 6 ip'H- ß = 30* o* 33" -+- 

Die Rechnung ßehet dann alfo : 

« 

log a ..... . I.lg32983 -+- 

lag tang «... 0.545524I -♦- 
log tang latit. p.9714285 -♦- 

log , . . 1.7002511 = -*- 5o«'i4S i Thell 

log b o 3754807 ^ 

log tang ß . . • 9,7615998 -^ . 

log • * . 0.1370805 = -^ •1/3*71 II Theil 

gftJiM Mitternachts -Vel^)eI^. -f- 51/519 

* . ■> « 

In unferjn Tab. mot, folis p, 96, und mit det 
dafelbft biefindlichen Corrections - Tafel haben wir* 
diefc V^jrbeilerung -h Si/'^ö gefunden , alfo beinah« 
'^ue halbe Sekunde zu ^rof^. 

Will man fchSrfer und genauer verfahren, zu- 
mal be)r der MitteriiaChts • Verbefferung » wo die Z wi« 

\ ■ ' Tchea- 



IT. Üeber ^orvefp. Sonnenhöhen* 5 1 

Ychenzeit det Beobachtungen auf 20 bis t*t Sttindeil 
und darüber gehen ftann» fo thut man beüer »man 
nimmt a und b nicht aus der Tafel, "welche füt 
eine beftimmte Länge des Apogaeums ^ und für eind 
beßändige Schiefe der Ecliptik berechnet" ift, fon* 
dern man nehmq die 24 (lündliche Veränderung dcf 
Declination >^ fo wie diö Declination der Sonnefelbft 
aus irgend einer aftronomifchen Epheitietide. Wit 
haben* auch oben lang t) |füf tang § (b-+-D) ge- 
fetzt» ^ür die Mittags • Vet beüerUng kann man died 
ohne merklicben Fehler thun ^ allein für die Mitter» ' 
nachts - Vetbefferung , Wenn die Zwifchenzeit auf 
22 Stunden gebt, kann es einen Fehlet von einet 
halben Secunde , oder richtigec ö/ j6 herY.Orbtingen» 
In diefem Fall kann man fetaen 

tor den I Thell det Cotrection — ^ ^ 



ftU- den II Theil 



360 fin 15* 
dl> tangß tiingj (S-f-Ö) 



36 lang 150' 



\ 



Man kann aus -~ einen eotiftatttenLogÄtlth* 

36ofmi5'' 

• • 

mus A und aus einen tweyten Log B 

36 tang 30* 

formiren ♦ diefe werden feyn 

» 

Log A ^ 8-0307013 Log ß t:^ 8.68^^581 

Es tey z* B, hiernach die Mitternachts -Vetbefferung 
tu berechnen, welche vom €7 auf den ig Sept. i8id 
tu Marfeille auscotreepondirenden SonnenLöhen ge* 
fchloITen worden ift* Die halbe Zwifchenzeit wat 
10 SÜ 55'« Die Goniii des tems gibt für dl« 24fiän« 

D ü ^ digi 



\- I 



5i Mam^. Correfp. igii. gANUjtK 

dige.Ver^ndierung der peclination der Sonne \- 
rr — 23' 14" =— i394/§(5-4-D) =r 2* 14' i6' nötdL 
Die Breite 43* 17' 50". - • 

^Die Tafel II gibt an 84* 20' 38* pi = (f$*io; S5^ 
So i& 

log 1394* . . . 3,1442628 —■ ' y- ' 

log A 8,0307013 ■+• 

log tang a , , 1,004190g -f- ' 
log tang ({> . . 9,974,17" -♦- 

2,1533260 = — X42,'34 I Theii 

log 1394 f 3.^442628 -H^ 

log B ..,•,.. 8,6g2258i -H 
log tang ß . . . .- 0,3349*67 -♦- 
log tang §(S-f-D) 8»59I9I52 -+- / 



0,7533^28 = -*- 5.*'57 11 Th«il 
ganze Mitternacjiti-Verbcirerung — 136/67 iz-f-i'jö»*' 6? 

Berechnen wir diefe Corrcction nach unfercr 
^afel I, fo erhalten wir mit dem Ort der Sonne 
— 5Z 24* 22' für a =z — i4,'*967; für b — -♦-2,*6o7t 
und daraus ferner mit Zuziehung obiger Jlülfawin« ' 
kela und ß, fürdeu l.Theil derCorrect. — 2'2 2*,f4o; 
für den 11 Theil'-H 5»'63, zufammen — 2' 16/77* 

Die Einrichtung unferer Tafeln gewährt noch 
den Vortheil, dafs lie allgemein auf alle Himmds« 
körper, welche eine eigene Bewegung haben, an- 
wendbar find. Ehedem, als Pallagen- Inftrumente 
und Mauer -Quadranten weniger im Gebrauche wai 
ren, pflegte man die Culminationen der Planetea 
vermiitellt ihrer correepondirenden Höhen zu beob« 
achten. La Caille bediente lieh ihrer öfters, und 
beobachtete die Gegenfcheiue der anterii iPlaneten 

jnit' 



II. Ueber comfp. Soimenköften. 



55 



mit der Sonne auf diefeArt, wie z.B. in der Cap- 
ftadt den Gegenfchein des Säturnsden sr. ^1371791/ 
und jenen des Mars den 13. Sept. deffelben Jahres.*) 
Wir wiffen nicht» -warum Aftronomen, welche mit 
keinen Meridian- InQrnmeiiten verfehen find, diefe 
Methode nicht mehr gebrauchen. Ift es, weil Cie 
etwas befchwerJich ift, uiifl es leichter ab^ethan ift , 
den Planeten mit einem Stern auf feinem Faialiel zu 
vergleichen? Sife ift jedoch einer grofse/i Genanig* 
heit fähig, und grbt unmittelbar den DiiTchgang des 
Planeten durch den Mlttagskreis , folglich ftinewah* 
re gerade Anfßeigung, ohne nölhig zu haben, fol* 
che von einem Itleinen oft fchlecht beftimmten Sterne 
abzuleiten. Wird der Stand und Gang der Uhr nach 
der Sonne berichtiget, fo wird der Planet nnmittel- 
bar mit der Sonne verglichen; will man ihn mitSter-^ 
nen vergleichen, fo ift man beydiefer Methode nicht 
gezwungen, es mit Kleinen im Parallel befindlichen 
fchlecht beftimmten Sternen zu thun, fondern man 
kann hierzu nach Belieben die gröfsern, etwa einen 
der 36 MaskeLyn^ feilen Sterne wählen. Die Melho. 
de verdiente daher wohl der Vergeflonheit ^nlriflen, 
nnd von folchenAftrononieii welche heine Meridian- 
InßruHiente befitzen, wieder in Gebrauch gef<Hzt 
zu\verden. Frey lieh mufsn\an abdann , wie bey der 
Sonne, eine Verbeilerung an die aus correspondiren- 
den Höhen gefchlofl'ene Culminations- Zeit anbrin- 
gen, welche aus der während A^n Beobachtungen 
veränderten Declination des Planeten entftehet. La 
Caille fagt nicht, ob er folche bey feinen Mard Beob- 

ach* 



*) Mim. dt rjcad, ray, detfc, de Paris minie ij$i p. 419. 420. 



54 MoH^ef. Comff, iSn. JANUAR. 

■ ' ■ - . i- ■ ■ ■ , ■ 

«chtungen angebracht bat / fie Kann doch' bej dior 
fen Planeten auf 5 bU 6 See, gehlen , bej Saturn und 
Jupiter kann Ge anderthalb Secund, betragen; Quau^ 
titäten » welche man nicht vernachläriigen kann. 

Zi^m Beyfpiel, den 8« Ap"l' 1809 am Tage ^Jei 
Gegen Tcheins wurde zu Florenz die Culminations- 
^eit des Mars aus deHen correspondirenden Hohen 
gefchioITen. . Die halbe Zwifchenzeit der Beobachi- 
tungen war 4^'» iq'. Die 24ftändige Veränderung 
der Declin^tion -+- 6' 38* pofitif , weil die Polarr 
Dißanz im Abnehmen war. DieDeclination des Pia* 
neten 5' 9' 40" füdlich. Diö Breite von Floren« 
43°. 46' 41*^ Aus der H. Tafel erhalten wir 
mZ:^r-h SP' 3J' 40"; ß == - 7' 8' *6% Nuoiß; 

log 398* • • • <« 2,599S$3i -^ 
log A ..... . &,o3o7oi3 -H 

log ung « . , , Q,og4839.5 "»^ 
log ^ng <&. . • 9»98 »4700 -^ 






■w 



0.6968939 = -t- 4»*Sl8 I Theil 

40g 398 . • t • 2.59j?883i -h 
log B. . . ^ . . 8,682^581 -H 
log tang ß . . . 9,0976954 — : 
log tang D . ' 8.9557974 -^ ' 

9*3356340, = — o.*22 IIThcU 



IfaiizeVei-beiFer. der Culminat, Zeit -^ ^/^^^^ / 

Da die Venus ein fehr hell glänzender Planet ift, 
derßcbbey Tage ^uch iq den mittelmäfsigftenFem* 
yöhten zeigt, fo kann n^an auch ihre Culminationa- 
Zeit, und folglich ihre gerade Auffteigung, wenige 
^ «*9 ihren grofsten Ausweichungen, durch correa- 

yanÄrende Höhen beftimmen i hierzu t^^U aber der 






\ 



'1 . ' ■• . 

"^ IL Ueber Qorrejp Sonnen-* Uohevu §5 

Quadrant, wie ea, auch meiß gew.öhrtllch ift, rqil; 
einerti JsJeinen Azimuthal- Kreis vcrCehen feyn. ße^ 
diesem Plai^eten wird die Correction fchoii gröfbjjr 
i^usfallen. 2i. ß, in Pifa "wurdca den 23. März igo^j 
•correspondirende Venus -Höhen genommen. Die 
^wifchenzeit war 4^^- 25'. Die tägl. Veränderung^ 
der DecUnatioa -:- 20/ 5". Die nördliche Declina^ 
^ion der Venus 20* 4:5' 40*. Die Breite vonPif^' 
43* 43' II*. Damit findet man -4- X2/98 für die 
Verbellierang der i^uinaiu'ations • Zeit* 

Dadurch, dafs man die. gerade Auffteigung, und 
^ie Zeit des Durchganges eines Himmels •Körpei's 
durch den Mittagskreis kennt, ift feine Ortsbeftim-i. 
müng in Beziehung auf den Aequator noch nicht 
feftgefetzt, es mangelt hiezu noch die Abweichung^, 
Uni diefe zu finden, darf nian iie nur aus den cpr- 
respondireiwlen Höhen, ^v eiche maa von die fem. Ge» , 
ftirne genomi^ien hat, berechnen , ijidem man ein» 
fpliarifches Dreyeck auflölt, in welchem zwey Sei?« 
ten und ein anliegender Winkel gegeben find, qn.d 
man fucht die dritte Seite. Mao kennt nämlich die 
Aecjuator§ - Höhe , die Zenith - Dijlaiiz des Gejiinis 
und den Stunden Winkel; nrran fncbt die Polar- Dis- 
tanz, das ift das Coniplement der Dttlination. Man 
reducirt diefe alsdann auf die beobachtete Culmi^na- 
tionszeit des Gellirns. Allein wie kann man dio 
"Wahren Zenith -Diftanzen oder die abfoluten Höhen 
mit einem unberichtigten Quadranten erhalten? 
Man nehme in diefem Fall dielelben carresporvdiren* 
den Höhen der Sonne oder eiuc5 Sterns, welche zu- 
gleich auch die correspon lirende Höhen des Plane- 
ten waren; man kehre "hier die iiufgabe umundlöfe 

, daf- 



56 KofuuU Carrefp. Wu ^JNUAIL 

a • 

felberphärifcheDreycck anf, in welchem manzw^y 
Seiten und den dazwifcben liegenden Winliel Kennt 
und die dritte Seite facht. Man hat nämlich die 
Aequators - Höhe oder das Complement der Breite; 
die Polar- Dißanz oder das Qomplenient der Decli« 
nation aus Sonnen- oder Stern - Tafeln ; und den 
Stunden Winkel ans der Zeitbeftimmung. Damit fin- 
det man die wahren Zenith-Diftanzen oder diewah* 
ren Höhen. Man kann dadurch zugleich den Avah* 
Ten Werth der Theilungs - Puncto de« Quadranten 
erforfchen , auf welche das Fernrohr bey den fcor- 
respondirenden Höhen geftellt worden' ift. Alles 
kommt hierbeyauf eine gute Uhr an , auf deren Gang 
man fich verlalTen kann , und auf eine Ccharfe Zeit* 
beftimmung« welche in der WiUkühr des Beobach- 
ters fleht, denn er darf nur die correspondirenden 
Höhen vervielfältigen, und dadurch die Beobach* 
tunga^- Fehler vermindern , Avenn er aus einer grö- 
fsern Anzahl von Beobachtungen das Mittel nimm^ 
Man fleht, dafs ein Liebhaber der Sternkunde mit 
einer guten Uhr und einem mittelmäfsigen Quadran- 
ten verleben , noch imm^r fehr nützlicheund brauch« 
bare Beobachtungen anftellen kann« 



ALLGE* 



f 



\ 



ALi.GEMEINE TAFELN 

für di,e 

Verbesserungen 

der ans 
correspondirenden Höhen 

m 

gefcblossenen 

Culminations -Zeiten. 



a ändert das Zeichen für 



jMitug ^ 
l Mittern. I 



b bleibt unveränderlich« 



"wenn die Breite 
ifu 



jfüdl. 1 
Inördl. I 



58 



lOonKÜ, Cowrtfp. iln. $A1^VAR. 

TAFEL, dRoc». tl'.^hre Läu^e der Sonne. 



Länge 
der Sonne 



ij, 164 

»4-975 
14.6S7 
14- J04 

11.583 

11,821 

10.965 
10,017 

8.987 

7.874 
6,687 
5.43 a 
4.1 

3.774 



0,096 
0,187 
0,274 
o. JSS 
0.425 
0.481 



14.146 
14. jj; 
14. 8oj 
J4. 9^9 
• 15.081 



4-0,279 
0.275 
0,268 
0,260 
0,248 
o, 23s - 






0,093 

0,076 



5.29; 
7,680 

9-799 



11.94Ö 
lo, 470 
8.718 
6, 746 

J. J3i . 



0. 518 
0.478' 



,,096 

>,OOJ 

;,o8o 
>. 159 
0,232 
0,29s 
o»i50 
0.394 
o,4a9 
0.453 
-0.467 



'i- IL üfher correfy. Senttrnkaktm, 



•^ 



». 



1. TAFEL. Argum. iVnhre I.ung« der Sonn*. 



I).ff für 



• IS, 081 

14.77; 
M.47i 
14, 069 



,12. 9S« 
II. "S 

»1.39J 

10, 4*0 
9-4^1 



[,4!^6 



1.489 
z, 9Ö0 
4-397 
5.780 
7.099 



8. J3? 

9. 4B7 
10, Si8 
1 c, 463 



I4,6ji 

14. 940 
1;, 14S 



ö, 011 
0,040 

o, 06» 



o, 14s 

0.166 
o. 187 



0,093 
0.06. 
0.04! 



I. J47 
6.861 



1.SS4 
'5.656 

8.;i4 
10,456 

13.7:9 

14,^7! 
IS. i3S 

'*x 
14.039 

13-743 

11,474 
10, Sia 
9,017 
6,940 
4.707 
».374 
« COM 



Diu. liir 
ciii.Gr, 



-(-0.469 

0,461 
0.441 
o.4't 

0,570 
o,3i7 

ö, JJJ 

0.178 

9'<^J 

-♦-0,007 

-o,o9» 
0,191 
0,179 
0,369 
0'444 
0.510 
o. SiJ 

-0,576 
-+-0,577 

O.S54 
o, Jll 
0.448 
0.37* 
o,i8i ■ 
o, i99_ 



0,416 

P.447 
0.467 



U. TA?;EL. Abgu>. Balbc Zw^chMZtÜ. 


Arg. 


Winkel 


Diff.-reni 




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44° 40 iS 
44 4° =7 
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I 27 
I 30 
I 34 
I 38 
I 41- 
I 45 
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I 32 

I 36 

1 39 
1 43 
I 46 


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II. TaEEL. 


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II. TAFEL^ Argüjhu Halbe Zwifckenzeit. 



Arg. 



ßSt. 



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7 

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34 
10 

50 



Piffcrenz 
für 1 Min, 



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4 

4 

4 
4 
4 

4 
4 
4 

4 
4 

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ZwifehenzeU. 


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U.tTer«!» 

für 1 Min. 


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64 )llbnatU Correfp. ign. gäNUJIL " 



III. 

B e y t r a g 

Äur 
» 
Gefchichte der.Aftronomid-li 

derAraber. 

(^ Aus Hrn. JöutämiCs Schrift über die Stentwam 

in Meragah.) ^ 



Mitgetheilt 

vom Prof. f^urm in Sttittgar>. 

Je feltener für uns genauere Nachrichten xq Eiyn 
pflegen, wodurch die aflronomifche » beföndeiijic 
ber euTopäirche Literatur des iVlittelahers einen Zof^ 
-wachs erhält , um fo mehr verdienen auch j^nsdat 
zerftreute Notizen in diefem Fache beobachtet «tfl 
werden. Einen nicht unintereilanten Bejtrag hier' 
zu liefert ein junger franzöfifcher Gelehrter in eineit 
, kleinen Schrift, aus der hier für die Lefer der Man. 
Correfp. einiges ausgehoben werden Toll, und wek ' 
che obnlängft unter folgendem Titel erFcbien ifr: 

Memoire für Pobfcrvatoire de Miragah-f et ßir 
quelques inßrumens employis pour y obfervwr; 
fuivi d'une nötice für la vie et fut les QWbragti 
de Naffir Rddin ; le tout traduit des aut/türt 
Aräh)es et Perfans » par J. fourdaih^ £Upe 
de Veeolc fpeciaUdeslaUguesorietUiUesvivanteit 



A Pätis% theZ Bdcket^ lihtairt^ tfUat ätS äu^ 
gufiins > Nr0. 63 igiö ( 64 S. 8« ) 

Mit tuhttilieliem Fleifce wendefc Üett joutda^ 
teine orientaUrchiso SpUchkenntniile ^UrAüfklafung 
der G^rchichte äet Wiilenfcbaften ftn> und Vnachfc 
\in$ diedmal mit d^m Zuftande det Aftrdnomie in 
Afiei) tinter den mogoUrcheu Etobereirn des i j. Jaht^ 
hunderte et^yas gertanet bekannt. .Sisiiüe Schrifc'ift 
eine mit Anmerkungen und Zufät^en- aus andom 
.morgenliindirchen Schriftrteileirn bißtgdeUete Üeber» 
fetzung und Auszug einer arabifcheti Abhandlung» a) 
in welcher die vornehmften Werkzeuge de« Obfet^ 
vatoriums 2U Meragab in Petfien befcbtieben weh- 
den» Der Verfafier jener Abhandlung) zrugieicli '£r« 
bauet de¥ Werkzeuge Und Flreund und Mitarbeite« 
des berühmten arabifchen Agronomen Nttjfif^£ddin^ 
ift'zwar in der Auffchrift nicht genannt ^ aber nach 
einigen Stellen des Werkes felbil i&u fchliersen 1 War es 
Muwajad el Oredi von Damask, Was'Hr» Jvurdäin 
3W dlefem VerfaÜer überfetzt und fonßcn noch bey» 
-gefügt bat I find biAorifche Nachrichten über die 
Gründung der Sternwarte in Meragab 1 Befchreibung 
der altern und neuern dafelbft gebrauchten Werk» 
'leugei und Notizen Über den Urheber und Vorßehi^r 

jener 

«3 t)ai nräbirctie Original maebt itine» 1*1im1 von Nro» 
tl57 det iarabifchen Mftnufcrijjte auf der kaiferl. ßiblio* 
thek in Paris aus; tfi) enthält tp ßlättAti und Ifcbeiht uu«. 
VollHändig 2ü rcynj derVetf* fcbrieb Ifai dreyaehriten 
J^abrUunddrt'» die Patifer Handfchtift aber wurde am 2^. 
Dulh«djah icop (iitt J.C. 1600) Vollendet 



/ 



6(6 IttonatL Correjp. iSn JANUAR. 

I 

jener Stern>yarte, den bisher noch nicht genau ge« 
nug gekannten kÜ.xoiiometi Naßir - Eddiii b"). Wir 
fangen hier damit an, 4dsjenige mitzutheilen , was 
. Herr /. über das Leben und di^ Arbeiten detf letah- 
'lern , zum Theil auch aus dem bekannten periifch'en 
Gefchichtfchreiber ifÄo/zi^mir gerammelt hat. 

Naßw" Eddin^ c) odet eigentlich Abu Dj«£ir 
Muhammed Ben HalTan al Thufi , wurde gebohren 
dm II. Tage des Monats Djumad-el-awel im Jahr 
der Hedfchra 597, alfo Samftags'J) den 17. Februar 
I20I. Seine Familie flammt, zwar von Siwah; aber 

geboh- 

^ ) S. von diofem Agronomen auch : Expofe du Syft^m« 
du Monde par Laplaee , T. II. p. 243. Altronomie par 
Lalands No. 368 und Herbelot in der Biblioth. orienudflb 
p. d65 — i^ 

§')Naffir Eddin ifi blot Beyname. Uebermüthige TOrkta 
am Hofe dosChaltpbfn hatten fleh Keiclisfonne, Reicht* 
flern, genannt; nm He zu befchämen » gaben fich meh- 
rere Araber feit dem vieiten Jahrhundert der HedfeÜra 
befcheidenere von der Religion ( Nedäin) entlehnte JBey« 
namen» x. B. Naflir* Eddin ( Verehirer der Retigton)« 
!Nur Eddin (Licht der Rel.) und Silah Eddin (Wohl« 
thatder Rel.) Aus beyden letztem Namen ift Nuradia 
und Saladin entltanden. S. Chreftomathie Arabe« par 
Silveftre de Sacy , T. II. p. 505. 

<I) Hr. Jourdain hat : Sonntags den xj Febr, Allein der 17. 
Febr. 120I war, wie fleh leicht zeigen läfst, ein Samfiag. 
Ich nahm von diefem Umftande Anlafs , die ganze Rech« 
nung zu prüfen» und fand, dafs der i. Moharrem oder 
der Anfang des J. 597 «inem Donnerftage , dem 13« Ott, 
des Schaltjahrs 1200 • und demnach der ii. Tag Je»er/ten 
Monats Djumad wirklich d#m 17. Febr. izoi « «inem 
Samitage« emFpricht. ff^ 



Iir* Jfironomie der Jräber^ 6y 

gebohren i^nd erlogen in Thus* war ei^ allgejaiein 
unter dem Baynamen des ThuQten gekaiinu Von, 
den frühern lahren feines Lebens willen feine Bio* 
grapheh wenig zu erzählen ; indefs fchein^ er feine 
Jugend meiH: mit Reifen und hüt dem Studium grie*^ 
cbifcher Schriftßeller i in denen er fehr bewandert 
war» zugebracht zu haben» Alt er fpäterhin feinen 
Aufenthalt in Cuheltan nahm » fo lernte ihn der Statt- 
haltet darCelbß) Najjir £ddm Mutßchetn.^ kennen i 
und' wurde fein Wohkhäter und Berchützer.^ Oet 
dankbare Gelehrte dedicirte ihm eine feiner .morali* 
fchen Schriften > .Aklak al Nafiri ; zugleich überreich* 
te er dem Chdliphen Moßajfem eine von ihm ge« 
dichtete Ode. Die letztere wurde indefs von dem 
WefCir^ Mowajad Bddin^ der fonft als ein Mann 
von Talent und vo,n Verdienßen gefchildert wirdl 
nicht fehr günftig aufgenommen; der Wefür fchrieb 
auf den Umfchlag der Ode , der Dichter habe vergeC» 
fen bey zu fetzen : "y^w den Chalipken des ganzen 
Erdbodens.''* Die Folge war, dafs der furcht Farne 
Schmeichlerv Mütechem^ feinen bisherigen ,SchütB<« 
ling fogleich einfperren liefs. Dies ift übrigens der 
wahre Grund der Ungnade des Chdilphen > und da» 
mit fällt auch die Glaubwürdigkeit einer den Vor* 
gang etwas anders darftellenden Anecdote» e) die 

fchon 

^ Caüfa internus Mortaffemi NafrireddiiiUnThurfieus i qui 
cum librum a fe confciiptum et Kalifä« oblatum > ab eo 
in frufta laceratum elTe doleret» Kalifa Htoetorcm «jt in* 
dignationem ejus ex vultu conjieiens» iiiterrogavit, Cii* 
jd» elTet. lUi awterarefponditNaffiiKdditius, atqiie in- 
^uit Kalif a s audiri » Thufacoi habere coinu« i ubiham 

ß a futii' 



^.8 Möwzd. (MTTsfy. iSa. ^JSCJR. 

tchnn Harielot in r«Lxier orienfcalirchca Bibliothek 
T(*nvortea hac X&J^lr RiLlLi fldcatcte äch sa Jl$ 
Eddin yi-.ikiimmed^ auf 'Üe Todesbarg \^€kMimmu di 
iamcrtj der MoUhedkeiiv cm«r als gouIo6 vcrab» 
Ccbdutan Sccte vac liznaeliten, die im Zeitalter dc| 
flreuzza^e iiare]^ dein Naxxiea der Meachriaiorfki 
berüchtigt war. Hier verlebte ei im Geliikil onvot 
dieoLer Krinkan^en Cchmerzhaite Tage» bis Hql» 
tut A&kanrc ihn einer Co ob würdigen Lage entribf 
DieC^r gl IcklLclie Lroberer empfing ihn mit aufgjB- 
leichr^eier Achtung • und in Karzer.Zeit galt er fu 
elnea lelner vertrau teSen Giiclilinge. 2kajjir EddU 
hatte fcbon , \vährend dafs er zu Caheßaii und bqr 
den Molahediten verweilte, Gelegenheit gefnnduii 
fich vom Stande der Angelegenheiten dea Cbalipbo^ 
an unterrichten; er kannte die unter den Grolm 
(eines Hofes herrCcheiideu Parthejen, fo wie dii 
Schwäche des Regeuten, und fein Unvermögen eint 
wohl ansgerüliete Armee in die Länge zu untarhal« 
ten. Sehr nützlich mulste daher in der Folge bi« 
Rath fdr/7o/^£zi werden, und er (cheint dieCen aock 
wirklich in feinen mit Glück ausgeführten Unker« ' 
uehmaugen gegen Bagdad geleitet zu haben.y) Vqa 

die^ 

ftint taa? Refpondit Uli NarEreddinus; ego tibi cortinA- 
mea addacam. Ita auccor fuit Iloiaco, ut in Kalifam 
expeditionem fafciperet. " Craiius iü praefaC «d biiut 
Tabuias geögrapiiicat. 

fj Hulagu zerftörte allerdingt , laut der Gerchichto» du 
Chaliphat ^uf üefeLi feinet fiiudert, des Groft • Kb«n*t 
Mangu; aber Naflir Eddint grofser Einilnft auf HolagU 
lafit doch glauben , daft an der Aaccdote » ( Anmexk. • ) 

WtBtl 






^ IIL ^ftronomi^ dtr Ar aber 69 

diefer Zeit an geinob er Holagü's ganzes Vertran^n , 
und erhielt von ihm unbefchränkte Vollmacht» alles ^ ^ 
*Wa8 zum Bau dei^ neuen 'SteTn^yaTte in Meragah nö- 
tfaig fehlen, herbey fchaffen zu lauen. Anfserdem 
fnhfte er die Oberaufficht über alle Unterrichts- An- 
ftaiten des mogolifchen Reichs. Sonft weifs man 
"^on feinen weitern Schikfalen feit derOründung der 

1 

Sternwarte bis zu feinem Ableben fo wenig zuver« 
läffigesy als von feinen Jugendjahren; nur fo viel ift 
gewifs; dafs er fich mehrere Jahre lang^'mit aftrono- 
mifchen Beobachtungen befchäftigte, und dafs fein 
Tod am «18^ Dholjedjah 672 (n 25. Jun. 1274) er* 
folgte, . ^ 

. In der Mofchee Refchid zu Bagdad las man fol- 
gendes: "Der Kodjah (Doctor) hatte in feinem, lez* 
**ten Willen verordnet, da(s ih^n ihn in der Mähe 
•des Iman , Mufa Mkaffem , begraben Tollte^ Schön 
*'hatte man in der Erde zu graben angefangen, als 
"man auf eine viereckige mit gefchnitz^en Figi^ren 
"verzierte unterirdifche Kammer Itiefs, die, wiefich 
"nachher fand , auf Befehl des Chali phen iVW/ir für 
•'ihn felbft erbaut, und gerade an iV^r - £Jdi72j Ge- % 
*'hurt«tage vollendet» worden war. Nafir^Eddins 
*'Sohn liefs hierauf feinen Vater, gegen deffen Yer- ^ 
"Ordnung , an einem andern Orte bej fetzen ^ der letz* 
"tere ftarb in einem Alter von 75 Jahren , 7 Monaten 
"und7Tajgem gy Die 

wenn ße auch ein wenig auigefchinückt ift» etwas wah* 
res feyn mag; auch die iip Text erz^bhe ung^^dige Auf- 
nahme d^s Qedichts ift damit nicUt unvereinbar, f^ 

g^ Dies find türkifche Mondjahre, und in der Tlvat er- 
reichte NaffirBddin dies Alter» wenn man von feinem 

oben 



^O Manatl. Comjp. fgn. ^ANU;/IR, > 

I 

Die ftablreicben Schriften Nafir Eddins beurkti^ 
/den feine grofse Gelehrfamkeit und feine unenpift- 
dete Thätigkeitu Er umfafste mehrere Zweige dea 
WilTenfchaften, und behandelte eben fo gefchidUB 
eine Frage au^ der Moral und Politik, als er ein Am 
gebraifches oder geometrirches Problem aufloA^jj^ 
Die Muhammedaner Aelien ihn auf Eine Linie itiiS 
Ftolemäus^ und drücken ihre Bewunderung; fiir feSj 
ne Talente durch die acht- oriantalifcbe PErafe vaxt 
er gab dem AlmageR den Bifam der VerbeJTerung^ 
Auch hat Naßr Eddin wirklich den AlmageCl commen« 
tirt und überfetzt» oft mit nicht unglücklieben Ver» 
beflerungen. Sein Sy ßem pflanzte fich in allen Scbii« 
len des Orients fort , bis Ali Ben Ibrahim Alchatir 
auftrat » und eine Veränderung darin vornahm. 

Ahulpharadjch rühmt in feiner Hiftor. dynaft. 
S« 358 (franzöf. Ueberf. ) von unferm Kodjab; "Er 

obenMigefülmenGebnrt&tftg am ii.Djüxnad I. dasjahra 

^7 ansgeht ; nach Souiienjahien gerechnet » beträgt feia' 

Alter Mos 73 Jahre, 4 Mon. und g Tage, alfo 2\ JaUv« 

weniger, als nach Monds jähren. Es fey mir erlaubt« 

bey diefer Gelegenheit auf einen Unttrfchied der Jahre 

auisierkfam zu machen , der öfters aus der Acht gelafien 

Kvird , wenn von dem Alter eines Morgenländers dib 

Frage ilt. Ein Muhammedaner wird gegen drey Jahre 

früher hundert Jahre alt, als ein chridUcher Europäer^ 

Weil nämlich ein Cyklus von 30 türkifchen Monda- 

Jahren :;= 10631 Tage = 29,10609 Julianifche Sonnen^ 

jähre, fo mufs je für 33 1 türkifche Mondsjahre i Soiw 

nenjahr weniger» oder für 67 türkifche MondsjahM 

muffen nur 65 Sonnenjahr« gerechnet werden. ^Q^ 

nauer lind 33,3604. tiakifche Jdue = 33,5604 SoimeiiV 

jähren), m 



«9 



/' 

' HL Jßrenomie der Ar aber ^ TL 

befafs v.OTzüglicbe Ein^cbt^n in allen Theilen 4er 
Philofophie, und umgab ficb mit einer Anzabl be« 
•'rübmter Göometer , die ihn bey.feineti Beobacbt^n- 
"gen unterftützen mufsten. Ef fchrieb Werke logt* 
'Tcben, metaphyfifcben,' pbyßkalirch^n, geonaetri- 
"fcbeli and aftronomifchen Inhalts. Sein moralirchea 
^'Werli: Aklak al Nafiri (S. oben) vereinigt alles, , 
•*\vai5 Ariftotelefi und Piaton über practifche Weisheit 
»«Gutes gefagt haben, und ift mit einer clafüfi^bea 
''Eleganz gefcbrieben.** 

' Hier ift ein Verzeichnifs der Stbrifen Naffir-Ed- 
dins, foweit es Herrn Jourdain möglicb .war, Nach- 
richten davon zu fammeln , zugleich mit Angabe der . 
Kro. der MaiAifcrlij^te in den BibUoihelieii zu Ü^aris 
und im Esctj^rial« * 

i) Beweife fiär das Dafeyn Gottes. (Gij/?n BibU 
Arab. Hifpan. Nro. 700.) 

2 ) Perfifcber Qefelz - Codex ^^ ( Kanun Nameh 
Farfi, ) 

. 3) Auilöfung fchwienger Stellen in dem philofo- 
phifcben Tractate des Avicenna ; ein äufserß fei« 
tenes Werk. (Nro 655.) 

4) ^{f^h^ alchemßjet Ji kanmid almimtkihijed^ 
Grundfätze der Dialectik und der Logik (Nro. 
6.33 und iigöO Man hat verfchledene Com« 
xnentarien zu diefer Schrift, vorzüglich von 
Jiotbbeddiu R^fi CNro.,634) und.Nedfchmeddin 
Debbiran \o\\ CaCwin (Nro. 616,^ N^Cä- Ed- 
din felbft gab einen Auszug diefer Werks mit 
Anmerkungen (Nro. 656.) 



7« Momtl CorreJ)^. l8ih ^JNVÄK. 

5) Jklak at Naßtis Die (chon obco errfSlrntt 

Moral, 

gen über Staauwirtbrcbaft, QHerb^hfs orteot» 
Bibliothek unter dem Wi)rte; N<ifUr-EddioJ. 

7) Tedfchrid^ ein WerK überMeUpbyßk, da^bej 
den Muhavamedanern Tebr berübmt und b^ufigi 
befonder« von Ali Cuchdrcbit commentirt yroj^ 
den ift. Die Schrift aerfälU in 6 Abfchniuc; 
von TOetaphyfifcheo Suhftanaeo , näoUicU von ; 
Gott, den üngeln und der menfcbUchen Seele; 
von den himmlifcben und fublunarifcben RÖJ'? 
pern; von den Wiffenfchaften und I^ünÖeut 
ihrer Erfindung und ihren Fortfchrittc^pi j vop 
den Propheten ; von der Würde und dem AnCe« 
hcn der^Priefter; von der Auferftehung uud dem 
jüngften Gerichte, (C^ßri ßibl, T, I, S, 139) • ' 

$) y^ufßf alachraf. Ein anderes Werk % morali* 
fchen Inhalts« ähnlich ^dem obengenannten« 

\ 

j) Tefchewuk nameh ihhßni* Naturgefchii^ht«, 
in vier Abtheilungen , die von Mineralien, Edel« 
ftefnen , Metallen und Rauch werk handeln^ 

iq) Char ßUczßkhur^ Wahrfqbeinligh ein geogr«-» 
phifche« Wetk , wie iiua dem Crebr^wh« *i» 
(cblieCaen ift , den Ebn Alawiirdy davon in (ei- 
ner Geographie gemacht hat, ( N43ticea et Extraitfl 
»dea Manufcr. TJ. S, 2r,) Hadfchl Kailfii haidic-* 
fe Schfift unter den geographiCcben nicht st-» 
^ähnt. 



lO 



m. Jißrom&mie (fer JrtAer^ <j3 

II ) Bitaib ^Imefakin. Geographie des Tkeodo» 
fiaSt in das Arabifche überfetzt von Coftä ben 
Xncai doTchgeCehen und yerbeHert YQqNafQr- 
Eddin, ' ^ ' . 

13) G^^ndf$l«e der'ArzneylKqnd^* 

13) KfiTZgefarster Atiszug der Arithmetik und AI* 
^ebra (Catiri Nro. 968)» 

J4) jiltedribß, hindejet^ Geometrie t in weichet 
. man allea bejfammen findet, was die AUen von 
diefer Wiffwfchaft ^u Tagen wufsten, 

15) EueUfs Geometrie t ^ina Arabifche überfetzt, 
Piefe Schrift 1(1 in Rom gedruckt erfchienent 
nnter dem Titel ; *'üe?berfetzqng der Elemente de» 
EncUdef, von Naffir- Eddin, gebürtig au^Thus 
in fiorafaq , gedruckt von J, B, Raimond in. der 
BuchdTUcKerejr der Medicis," Diefer arabifche 
EacUd auf Koften der Medicis , die für orienta- 
lifche Sprachen fo vieles gethan haben t und in 
ihrer berühmten Buqhdruc^erey gedrackt, ift 
^ner der fchqnßen ar^bifchen Drucke« 

)() Ueberfetzung der AfcenGonen de$ Hyp&cles, 
mit Erläuterungen, (Von Hypficles» eidem be- 
rühmten Mathematiker und PhilofopheUt der 
bald nach EucUd Icbt^, S, Fabricii BibL^Grraeq, 
tibi 5 p. 90t 

17) Zubdet alidrah ß Met ßlaßak^ oder die Qcher-i 

ßen Mittel« fich mit der Willenfchaft, genannt 

Um ßlhiet^ (d. h* i^ach einer Erläuterung am 

Jiande d^ Manufcripts, mit der Aßronomie) 

"b^Kamot z^ maich^o.t Diefe Schrift findet fi<;h auf 

dec 



I 



74 HHo'MktU Correjp. Hu. ^ANÜAVL ^ 

' der Kaifeii. Bibliothek in Paria unter Nro. iijfi 
der arabifchen Manufcripte, und wird in dem 
gedruckten Catalo.gus codicum JBibL Heg, T. I. 
S. 223 unter folgendem Titel aufg&fiihr: *' Von 
den Himmelskörpern, ihrer Kugelgeßalt und ih» 
ren Be>vegungen." Hrn. Jourdain fchien diefer 
Titel dunkel (?); um (ich des Inhalts genauer 
2,\x verdchern , überfetzte er daher zu feinem 
eignen Gebrauche einen grofsen Theil der Hand« 
fchrift, und fand , dafs üe nichts anders. als ein 
kurzes aßronomifches Compendium ift,von der 
Art der Aftronornie des Alfergan, oder des von 
Greaves (Gravius) bekannt gemachten Aufzu- 
ges von Chah Koldfchi, In der kurzen Vorrede 
erklärt NaTßr Eddin , dafs er aus allen Schriften 
über die Willen fchaft: ilmalhiett ^as wefentli- 
che in diefem Werke zufammen gedrängt habe» 
und dafs dalTelbe in die Prolcgomenen , oder in 
die Erklärung der Kunftwörter, und in aswey 
Bücher fich theile ; das erlte Buch handle von 
der Geßalt der Sphären , ihrer. Bewegung und 
andern Eigenfchaften, das zwey te von der F^igui 
der Erde» ihrer Eihtheilung und deri MerkYrür- 
digkeiten der bewohnten Gegenden. 

Ig) Tedskeret AlnaJJiriet filhiet. Auch eine Sohrifc 
über Aßronomie. Abulfeda citirt fie in feinen 
Annal. Moslenqi. T. V. p. 57, Nach Hadji Kalfa 
ift fie ein Auszug der Aßronomie , Welche wif- 
fenfchäftlicbe Unterfuchungen und Beweife ent- 
hält, und in mehrere Capitel getheilt iß; diefe« 
im Orient berühmte Werk, das mehrere altera 

und 



III. Afhrmamie 4er Ar über ^ . 75 

und neuere-Beobacbtungen 'in (ich %vl be^r^ifen 
fcheint, ilt durch zahlreiche Coiximentare erläu- ' 
tert worden; die. berühmteren derfelben find 
von. Ali ben Muhammed Aldjordani«^ und von 
Niddam.eddin ben jVluhammed Alnichaburi, mit 
dem ßeynamen Elaradje, oder der Hinkende. 

19) Sih fast fi tekawim. Dreyfaig Capitel von 
deii Epheitieviden. . Dem oben angeführten Ma- 
nufcripte der kaiferl. ßibliothek Nr. 1151 ift ein 
Commentar über dlefe Schrift angehfingt. , 

20) DesPtölemäm vier Bücher , ins Perfifch^e über- 
fetst. Ifl: Nro. 175 der perfiCchen Manufcriptc 
auf der kaiferl. Bibliothek. 

31 ) Abhandlung über da3 Aßrolab , in zwanzig 
Capiteln. 

Z2) TVaß Nafir Edclin Thufi. Ein Werk über die 
Punctirkunß ; ( fo hat Hadji Kalfa den Titel er- 
klärt,) 

33) Ueberfetzungen mehrerer griechifchep Schrift 
ten, z, B. der Sphäre des Theodofius » des Auto- 
lycus und Menelaus , auch einiger Schriften des 
Archimedea. 

24) Zidy: Ilekanif oder Ilkanifche Tafeln. Diefe 
Kanifchen Tafeln (ohne Zweifel den damals re- 
gierenden mogolifchen Grofs - Kanen zu Ehren 
alfogaiiannt W.) find das Werk, das feinem Ver-» 
faHer am meiften Ehre macht, und feinen Na- 
men (im Oriente wenigftens W.) verewigen 
>vird. Die kaiferl. Bibliothek befitzt, unter 
Nro. 169 der perfifchenManufcripte, ein £xem- 

pla? 



^S M<maä. Correjp. tXtt. ^AliOAIL 

plar diefer Tafeln « das ein^ befondern Werth 
dadurch erhält, dafs es von der Hand Äffiled- 
din^s , eines Sohnes desNaffir Eddin , gefcfarieben 
iß; beinahe anfallen Blättern finden GchR.and- 
Anmerkungen. Diefelben Manufcrtpte enthal- 
ten unter Nro. 173 einen Auszug diefer Tafeln» 
rerfafst von Ali Cbah, oder 01a Albokari. Zum 
Behufe feiner Tafcfn hatte Nafdr £ddin alle vor 
feiner Zeit angeheilten Beobachtungen gefam- 
inelt; er erklärt üch. darüber ip der Vorrede auf 
folgende Art ; 

• 

*' Kenner der WilTenfchaft haben behauptet 9 
aftronomifche Beobachtungen ^ die kürzer als 
dreyfsiglahre» oder kürzer als eine Periode des 
Vinlaufs aller Geben Planeten dauern , fejen nicht 
genau- genug» und ihre Genauigkeit fteigcdage*, 
gen in dem Verhältnifs , als fielängeir als 30 Jahre 
fortgefetzt worden feyen. Per Monarch « wel- 
chem die Sternwarte ihr Entliehen verdankt, 
hat von uns verlangt, dafs wir unffre Beobach- 
tungen in zwölf Jahren beendigen follen; und 
"Wir haben Ihn yerfichert, dafs wir unfern £ifer 
verdoppeln wollen, um feinen Wtinfchen, wo 
rnögUcbt 2U entfprechen. Von altern Beobach- 

, tungen , denen wir einiges Zutrauen fchenken 
Itönnen » find die einzigeut die von Hippar^huSf 

' welcher 1400 Jahre und etwas drüber vor um 
gelebt hat, und die von Ftolomßus 235 Jahre 
nach Hipparchus angeßellten. Nach ihnen koip- 
rnen die von Moslemin angefiellten Beobachtnn* 
gen; vorerft die von Mamun ver^mlafstep « wel- 
che 



III. AßvonomU der Araber. 77 

che etwas über 430 Jahre früher al^ die i^nfrigen 
lind^ dann die \q^ Albatenius in Sytiexx ^ voxi 
Ihn Junis in Cairo» und von Ibii Alalafn A) ia 
Bagdad. Seine von diefen Reihen von Beob>> 
achtungen hat die erforderliche Zeit gedauert. 
Ani meiden übereinftimmend mit den unfrigeit 
fanden vv^ir die Beobachtungen von Ibn Jütiii 
Und von Ihn Alalom; 0e und aber auch dieje- 
nigen i die, den unfngen der Zeit nach 91U nach« 
fien kommen, und nur um 205 Jahre älter find. 
Alle oben genannten Beohachtung.en habeil Wit 
geprüft^ und ^die Reful^ate derlelben n^it dem 
' xverglichen, Was uns unfere eignen ßeobachtuij-' 
gen gaben; und darauf haben >yir diefe neuen 
Tafeln gegründet. Sollte es dem Allmächtigen 
gefallen» ünfere Tage und die Macht unfetesBe- 
heirfchets, Ahaka- KaH, zU verläDgeirn ; fb wer* 
den wir auch noch die Refultate ünferer künf- 
tigen Beobachtungen bekannt machep» ^ Will 
Uns hiiigegen Gott früher zu fich rufen, fo köii« 
nen diefe Tafeln , auch in ihrem gegenwärtigen 
Zuftatide^ doch auf lange Zeiten^ d^n Bewoh* 

üern dieter Welt nützlich feyn.'^ 

Ücbet 

h) Ali beti Alhaflah Abulkaiim Alui » mit demBe^haitien» 
ihn Alalam t war ein berühmter AHronom unter Adadf^ 
iluiet, einem Prinzen von dyr JDynaftie der Buideit. 
Seine altionomifcken Tafeln werden von den Sternkün* 
digen des Orients ah Mufter voii Genauigkeit und Rich^^ 
Hgkeit gerühmt j und auch Ibn Junis ertheiU ihnen gröf 
jjse Lobifprüche. Ibii Alalam darb zu Bagdad , JVIobtagt 
den g; Moharrem 375 , oder zwifcheri 985 -r- 9S6 der ge* 
l^öhnlichett Zeitrechnung S. Callri Bibl. Arab. Hifpail» 
^. t. p. 41t Tabulae Hakexniiicae p, 140 und 154. 



70 ' MonatU Correfp. tgii. JANUAR. 

Ueber den nähern Inhalt der Tafeln befchränkt 
(ich Hr. Jourdaiuy dafie fchon hinreichend bekannt 
feyen , blos dies zu bemerken * da^s lie in vier Bü- 
cher abgetheilt find, Avovon das erße von den Epo- 
chen handelt; das zweyte von den Bewegungen der 
Planeten ; das* dritte von Beftimmung der Zeit und 
dem auffteigenden Puncte (der Ecliptik) für jedes 
/ . Zeitmoment ; und das vierte von demjenigen , was 
- "" auf äftrologifche Rechnungen Beziehung hat. Indefs 
yerlichert Herr Jourdain ^ der das ganze Werk gele- 
fen , und einen beträchtlichen Theil davon überfetzt 
hat/däfs es aufser den Bewegungen der Planeten 
durchaus nichts von Beobachtungen enthält , und 
dafs eine vollßändige Ueberfetzung daher der Mühe 
nicht werth feyn würde. 

In gleichem Grade achlungswerth, wie durch 
den Umfang feiner iKenntniffe, zeigte fich NafirEd-' 
diu auch durch .feinen morallfchen Charaeter Sanf- 
te Güte und liebenswürdige Befcheidenheit, mach- 
ten delTen Grundzüge aus; wer mit ihm umgieng 
miifste fein Freund werden ; das gefällige und zu- 
gleich gemeffene in feinem Betragen drang auch fei- 
nen Gegnern Hochachtung ab. Durch Wohlth^ten 
entwaffnete er felbß diejenigen, die, um feinen Edel- 
muth auf die Probe zu fetzen , ihn zu reitzen ver- 
fuchten. "Ihm zu lieb habe ich alles verladen, 
Kinder, Freunde und Vaterland, (fetzt der arfabi-, 
Cche von Hrn. Jourdain überfetzte Schriftßeller mit 
Empfindung hinzu), aber für alles hat mich fein Um- 
gang entfchädigt; denn wer ihn fand, kann nichts 
verlieren» aber wer ihn verlor, hat alles verloren»'* 

CDi9 Fort/ettung folgt.') 

IV. 



/ • 



IV. Virkäknifs des Copernicus zum AUifthym. ^9 



IV. 

Über 

das V er h ältni fs 

des 

Copernicus zum Alterthum. 

Eintt Vorlefung von Ludwig Idehr» 

Berlin I g i o» 



JLlie vorliegende Abhandlung; die zuerft in einer 
Zeitfchrift (^ Mujeum der Alterthumskunde) er fehlen» 
WO aCtronomifche Unterfuchungen gerade nicht er- 
wartet werden, verdient in mehr als einer Hiniicht 
die Aufmerkfamkeit der Aftronomen ; und da üe 
wabrfcheinlich demgröfsernTheil nicht zu Gefichte 
kommen dürfte, fo glauben wir, dafs es unfern Le* 
fern erwünfcht feyn -wird, hier mit deren Tendenx 
und Inha^lt im Allgemeinen bekannt zu werden« 

Eine Unterfuchung über das Verhältnifs des Co- 
pernicus zum Alterthum, oder mit andern Worten«. 
die Beftimmung, was war Letztern bey Aufftellung 
feines bekannten Wehfyßems eigen thümlich, und 
was entlehnte er aus altern SchriftrtcUern , konnte 
nur von einem Manne unternommen werden, der 
mit gründlichefn allronomifchen Kenntniilen, und 
namentlich mit dem Studio der copernicanifchen Wer- 
ke, eine ausgebreitete Bekanntfchaft , der ganzen wif- 
fenfchaftlichen römifchen und griechifchen Litera- 
tur 



8o Jlcmatf. Correfp. Mgn. ^äüüAtL 

tUT verband. Wie fehr Herr Prof. Idder diefe Ei- 
genfchauen in fich vereinigt, ift nnfern Lefem ani 
den In ditrrer Zclirchritt angezeigten frühem Werken 
des Vertaüers » über die Beobachtungen der Alun% 
und üler den Urfprung und Bedeutung der Stm%> 
namen t zur Gnii^e bekannt. 

Das fonderbare Beßreben , den Grund nnd dei 
eriten Keim» a!Ur uuferer neueren glänzenden For^ 
fchritte im Gebiete der Willen fchaften , in ältettt 
Schriften der Griechen und anderer Ur- Völker anfc 
zuriiiilcn, was vorzüglich in der letzten Hälftedel 
vergangenen Jahrhunderts fehr herrfchend war» 
n:£cht eine Unterfuchung« wie die vcrliegt-nde iB» 
eben fo verdien ßlich als not h wendig. Der berühmte 
Bally wufäte feine eben fo brillante» als wenig hal^ 
bare Hypothefe von einem Urvoik und einer primi- 
tiven Aftronomie» die Och bcy den Egyptiern» Orie^ 
chen und andern Vöfkern nur in Fragmenten xelge^' 
mit fo viel Geiß und Gelehrfamkeit zu anterßützeD» 
dafs ihm der ßeyfall der grüföern Menge fchwerlich 
lehlcn konnte. Dafs man die fchönße. Idee über nD^ 
Ter Weltgebäude » und die Auffindung der WahretI 
Ordnung darinnen» ebenfalls in den Dogmen älterer 
Fhilofophen und Afcronomen aufzufinden Qch be- 
mühete» war daher fehr natürlich» uqd für vorge* 
fafste Meynungen war dies fehr leicht» da die Dun- 
kelheit naturphilofophifcher Schriften» verbutideD 
mit der Incorrectheit der auf nns gekommenen Mft* 
tiufcripte, Vermuthnngen und willkührlichen Deu- 
tungen einen weiten Spielraum iiefsen. So kam ca 
denn» das es faß für ausgemachte Wahrheit galt» 
die Lehre von Bewegung der Erde fey von mehretn 

Uteru 



IV. VerJudsnifs des Copcrnicus zum Alterthum. 8 t 

altern FhiloTophen undfiamentlich' von Pythagotas 
und delTen Schülern ßatuirt worden^ lo d^U dem 
Coperiiicurnnt das Verdienft gehöre ♦ jene richtigeit . 
Theorien des- AUerthurti^ -wieder .der Vergeffenheit 
entzogen und von neuem in Umlauf gebracht zu ha- 
ben. In wiefetn nün-eine foiche Behauptung wirkte 
lieh gegründet llti ^wird in vorliegender Schrift feht 
befriedigend unterfncht ufidentfchieden. Jeder , det 
vorattheiisfrey des VerfalTers Gründe würdigt t Wird 
gewifs d<?ni von ihm aufgeltellten Endtefultat^ dafi 
Copernicus feinen Vorgängern nichts als die röh^ 
Idee, verdanke f dafs aber deren ffuchibife-Anwifeiift 
dnng zur Erklärung der Hitimets.-Erfcheinongeti 
ganz ihm angehöre i vollkommen beyftimmen« 

'ünftreitig trug Copernicus telbft da^u bey, feiil 
Verdienft. um Entdeckung des wahren Syftemd der 
Weltordnung äü mindern ^ ihdem er in der Züeig- 
nungsfchrift feines Werks '* De revolutionihus ürhium 
eoeleßiunt^^ an den Pabtt Pdul tll fagte, dafs fchört 
Klcetas^ Iletaclides Pontidüs ^ Philolatis Und Ed^ 
pJiantust die Bewegung der Erde angenommen hät- 
ten. Allein höchft wahrfcheinlich flofs diefe Behaup- 
tung eben fo wiö die, dafs er fein ^Sy Rem nur slIb 
eine Hypothefe aufftellei vermöge der fich vielleicht 
die Erfcheinungen des Himmels heller ^erklären laf* 
fett würden, aus einer und derfelben Quelle i da* 
heifst i aus Furcht vor Verketzerung und geiftlichei! 
Verfolgung* 

Mit grotser Sorgfalt hat der Verfaller alle SteU 

len geCammelt« die nur irgend von Bewegung def 

Erde s&u fprechen fcheinen«. Er theilt difife in :iWey 

' Motu Qoru xxnu B. i^tu F Aubri* 



82 MonaÜ. CoYvefp. iSii. gAI^UJIL 

Rubriken db , folche , die in den Schriften der Phi^ 
loTophen, undfolchey die beyden altera Aftroaomea 
vorkommen. 

Daiä lieh die Eythagoräer ein Central ^ Feuec 
dachten » um das fich die Erde bewege ^ ift aus mefa-^ 
rem Autoritäten ganz unfbez\yeifeit. Zuglelch.mit 
der Erde nahm man eine Togenanntc Gegenerde an« 
Der Urrpruiig diefer Gegenerde , der fonderbar genug 
iß, wird \oxi Ar ijioteles in feiner Metaph^lik ange* 
geben ; im Himmel herrfche » nach Behauptung ^9t 
Pjthagoräer, durchaus Harmonie und Zahl; die Zahl 
\ X^hn iny eine vollkommene» und es. müfsten hier* 
nach auch zehn Körper (ich am Himmel bewegen» 
Da nur neun (den Fixßernhimmel mit eingerech« 
iiei^ liclitbar wären, fo habe man die Gegenerde 
2um zehnten gemacht. Man Geht alfo, dafs die ia 
den riacitis der P^thagoräer ziemlich häufig vbt« 
kofnmcnde Gegenerdc, ein rein mctaphylifchea We« 
len ift. Wichtigkeit gewiü'er Zahlen befchäftigte je- 
ne Schule überhaupt ganz vorzüglich; fo lienot NU 
comachus die Zahl Ztehn ^ Univcrfum^ Go^t der 
Götter, 0£Of trfi5>5ä5j. Auch FMlolaus von Croton, 
der immer zuerft genannt wird, wenn von Bewe» 

• 

gung der Erde die Rede ift, hatte fehr fonderbare 
Begriffe von der Kraft der Zahl Zehn. Er war niclit 
unmittelbarer Schüler des Pythagoras , fonder» 
Zeitgenoü'e des Socrntes^ nahm aber eben fo wie 
jene Schule in der Mitte das Feuer, dann die äe*.< 
geiierde, und dann die Erde an, die fich um jenes 
bewegen. Merkwürdig ift es, dafs es dann noch 
JJwgenes^Laerthis (^de vit, philoß) heifst, dafs fich 
die Erde, wie Sonne und Mond^ um das Feuer be« 

wege 



IV. VerhäUnifs des.CopemicuszimMerihim, 8^ 

vregef fo dafs es hiernach feht zweifelhaft wirdi 
ob unter jenem Central- Feuer überhaupt di^ Sonao 
%VL verßehen iß:. Eine Stelle im Stohaeus (Eclogi 
phyf. G. 23 S.488) wo gefagt wird , Philolaus nimmt 
ein doppeltes Feuer an 9 eins in der ßlitte , das et 
Heerd des PVeltallsr ff^ohnung Jupiters etc^ nennt ^ 
und ein zweytesrdas Ganze von aufsen umgebendes^ 
JDas mittlere fagt er^ift Jeiner Natur nach das vor* 
nehmfie^ Umher bewegen ßch im Reihehtanz zehn 
göttliche Körper « der Fixjiernhimmel ^ und in intr 
mer engern Bahnen die fünf Planeten ^ die Sonne ^ 
der Mond 9 die Erde und die Gegenerde ^ zeigt offen* 
bar von einer ungemein irrigen Vorltellangsart» 

Im Allgemeinen läfst Tich behaupfteni dafs dfe 
Pytbagoräer alles > was lie über das WeUryftem lehr-» 
teo • nicht aus der Erfahrung nahmen « indem die^ 
nicht der Grund ihrer Erkenntniüe war. Im Gegehf 
theil waren es meiftentheils Theorien a priori ^ die 
, fich haupt fachlich auf die von Pythagoras aufgefun« 
denen muficalifchen VerhältniHe gründeten. 

Es ift möglich, dafs , wie 2?ai7/y behauptet > Py* 
thagoras die wahre Lehre vom Weltfyitem aus dem 
Morgenlande (oder vielleicht aus Egypten) mitge» 
bracht habe; allein gewifs ift es , dafs diefe Lehret 
weder von ihm (der bekanntlich eben fo "wenig wiö 
feine erften Schüler etwas fchriftliches hiuteiliers) 
noch von irgend einem feiner Schüler , fo > wie vort 
Copernicus dargeftellt Worden ift. Fortfchreitende 
und rotirende Bewegung der Erde wurde damals 
fchon unterfchieden ♦ und Pythagoräer und andere 1 
Rcphantust Ileraclitus Fonticus , Nicetas » FlatQ etc* 
fprechen nut von Axendrehung der Erdot 

F s t*aft 



84 Blonatt. Correfp tfw. gjNüAE. - , 

FaTst man alles, wds Pjtliagoräer und andenr 
Philofüpli«n über Bewegun;^ der Erde gelehrt b&^ 
ben, zufammcn, fo ' berechtigt -wohl nichts dasa, 
diefer Schule eine folche Kenntnifs von Bewegung 
der Erde bey zulegen, -wie es Montucla^ Bailfj, 
Brucker und andere gethan haben ; denn alle jene. 
Stellen machen £s ffhr wahrfchcinlich, dafs lie dje 
Sonne zugleich mit der Erde um das Central- Feuer 
als be\vegt anfahcn. Die Philo lophie jener Zeiten 
war nicht dazu geeignet, Licht im Weltfyfteria zt| 
verbreiten, indem man damals weniger den Zweck 
hatte, dicUrfachenderErfcheinnngen zu erfoTfchen. 
fondern weit mehr nur dahin ftrebie, die Erfcheinun- 
gen einer vorgefafsten Hypothefe anzupaflen. Rich- 
tiger war der Weg, ^uf dem die griechifcheii Aftro« 
nomcn die Natur zu erforfchcn fuchien, und ihre 
Lehren verdienen eine gröfsere Aufmerhfanikeit«' 
Erll-in der alcxandrinijchcn Si'hiile bildete lieh 
griecbifche Aftronoinie, denn erlt da wurde die gro- 
fse Aufgabe bearbeitet , zu jede?' Epoche den Ort der 
Hinunehkörper zu heJUmmcU' 

So wenig es irgend geleugnet Averden kann, 
dafs Arijiarch von Samos ^ einer der fcharflfinnigQefi 
Mathematiker und AHronomen der damaligen Zeit , 
im richtigen Begriff unfercs Sonnen- Syftem» ein Vor»" 
g.inger von Copemicus war, fo kann dies doch dem 
Verdienftedes letztem, wie wir nachher feheii wer- 
den, wenig Eintrag thun« Auft«er der glückliche» 
Idee, die Entfernung der Sonne von der Erde zu be- 
ftimmen , lehrte auch. Ariltarch fehr beftimmt iiie 
jährliche und tägliche Bewegung der Erde. Leider 
find eigne ^chiiften diefesAftronomen ihcht auf nn« 

gekom« 



IV. VerhiUUiifs des .Copemicus zum Aherthum. 8$ 

gekommen , nnd' was wir von ihm wißeti » haben nns 
Diogenes t Laerthtf 4, Archimedcs und. andere über-' 
liefert. Da wir nns nicht erinnern, irgend fanft 
wo die Haiiptfiellen, wo Ariftarch die Bewegungen 
der Erde lehrt, fo vollftändig wie liier zularhmen» 
geitellt gefunden zu haben, fo glauben wir Frenn- 
den der mathematifchcn Literatur einen Dienft zu 
erweifen, wenn wir das hauptfächlichrtc davon hier 
au8 heben. Diogenes L.acrtius ( de Pia cid. ' phi« 
lof. 11 24) fagt; yirißarch rechnet die Sonne zn den 
rix/lernen , nnd läfst die Erde um fie laufen* Bcym 
Sexttis ILmpiricns (Ädv. math.l. IX p. 410) wovoi^ 
der täglichen Bewegung die Rede ift , heifst es: 
Diejenigen , welche die Bewegung des Himmels auf* 
heben undjie der JLrde beylegen 9 wie ylrijiarch der^ 
Mathematiker» Allein am bcilimmteften von der 
täglichen und jährlichen Bewegung, die Ariftarch der 
Erde beygelegt habe, fpricht Plutarch (de facje in 
orbe lunae) in folgender Stelle: Klage du ims nur 
nicht gar der Gottloßgkeit an , wie Cleanth den 
Arijlarch von Samos von den Griechen augeklagt 
wiJTen wollte^ weil er den Heer d (t,-/.<v) des Ko,-««^ 
in jßeioegung gefetzt habe. Denn um den ILrlcliel» 
nungen zu geiiii gen hatte er augenotjimeu^ dajs der 
Himmel rnhe^ und dajs die Rrde ßch in eiinein Jchie^ 
fen Kreife und zugleich um ihr£ Axe bewege. Der 
fchiefe Kreis ift die Eciiptik, und Arifiarch's Ilypo- 
thefe Avar alfo wefentlich die f)opernicanilche. 

AUom noch merkwürdiger, als die hier aufgeho- 
benen AUegaten, ift eine ander«' Stelle, die aus der 
bekannten Schrift des Archimedcs "S''«//^^//»;-? (^Arena* 
rius') bey gebracht wird , und die, "wie der Verfallcr 

fehr 






M Mdutaa. Conefp. igii. JANUAR, 

\ 

4 ^ 

f ehr richtig! bemerkt, dafür be weifst , dafs Ar^tatch ' 
den Gedanken von der Be>yegungderJ^deim Welt« = 
räum in (einer ganzen Gröfse auFfafste ; . es heibt : 
dort : Unter Koqxb; vtrßeh&n dio meijlen Aßronomem -.- 
^ie Sphäre f deren MitteLpunct die Mitte der JErde, , 
%ind deren Ilalhmeßer die JE,utfernung der Sonne ifi^ - 
^r,ißareh von Samos dagegen behauptet , dajs der \: 
KoyfjLo; 7>iel gröfser fey. Denn nach feiner Mypothijil j. 
haben weder die Fioo/lerne moch die Sonne irgend eiß x 
lie Bewegung y foudern die lurde durchlauf- 1 einen -= 
Kreis ^ dejjen 31itte die Sonne einnimmt y die mit ^ 
diejein conceutrifche rix/lern - Sphäre aber i/i , fei' :•■ 
-fier Meynung nacht (ogrofSf daJs der l/mfaus der ^ 
Mrdbahn Jiqh zur £»iitf^ernung der Jtixjierne verhält ^ >; 
y)ie der Mittelpnnct der Kugel zu ihrer Oberfläche* ^ 
Offenbar ift dieies Verhältnifs das , des Endlichen zum. ^ 
. Unendlichen , und bezeichnet fehr richtig den wah- ;^ 
Tcn Begriii'ft don Jrlfiarch von der Unermefslichkeit ; 
des Weltgebäudes hatte. ^rZ/Zarc/t hatte keine Nach- ^ 
folger, und fein fchönes Syßem wurde yerla0en, ^ 
ienn Hipparch und Ftglomäus ^ die beyden gröfs« ; 
ten Sternkundigen des AUerthums , erklärten üch ; 
für die ünbeweglichkeitder Erde« Wie eine nnvoU« , 
kommeno Mechanik mit einer eben fo unvoUkomt 
menen AFtfonomie üch vereinigte, um jene Aftro« 
pomcn zu diefer Annahme zu beilimmen, wird von 
dem Verfaller (ehr gut entx^ickelt, und dann mit 
vieler Klarheit eine Darftellung des epizyklifchea 
Sjilefma des Ftolaniäus gegeben, was, wi« fchon 
früher ^cÄo^^r^ erinnert hat, weniger getadelt » alt 
vielmehr bewundert zu Averden verdient. Während 
ganzer drey«ehn hundert Uhre b^ftaud da? aftroaa- 

vaifch» 



IV. Vevhäknifs'' des CapernijCus zim JUttrihum., $j 

nsifche Syft^m, wds Ptolomäiis in 'reinem Almageft 
erbaut hatte, deun alles Avas vom zweyten bis^um 
fünfzehnten Jahrhundert, theiU vofi Arabern, thells 
rom König Alphons X von Caftilien für die Allro-^ 
pomie und fär VerbeHerung der Pia netten - Tafehi. ge« 
Cchah, änderte nichts an dem rtolemäifcher) Syfteni,. 
Der fchöne Gedanke des Arißarch waralfcgaoa.. 
wieder verloren, und hätte auch Qoyernicns von, 

■ 

iiefem Kem^tniffe gehabt, wie es jedocKnichi der Fall 
Ceyn konnte, da die Schrift, die ihn. uns aufbewahrt«. 
9r(t eku Jahr nach feinern Tode (1544) in der.JE!df«r, 
üO'prhiceps der Werke des Arckimed erfchi^n^;. fa 
ivürde doch dadurch, der WertU feiner Eaitdeckung 
olcht verringert worden feyn » indem nur eine ge<^ 
aaiLe Ueberücht de^ Ganzen und eine innige Ueber- 
i«ugungvon der Wahrheit feines Syll^ins , dazu XKer;^ 
mögen konnte, I^ehren zu verwerfen, die fich au£ 
iie Autorität der berühmteften Aftronomen gründe^ 
Len, die von der Kirche fanctionirt *\vuTden, unc^ . 
ii^ während des Uugen Zeitraums von dreizehn, 
fahrhunderten ganz unbeftritten ^h Wahrheit gegol^ 
;en hatten. 

Worin das wahre. Verdienft äes Copernicus be- 
lebt, und was nach ihm noch zu ihan übrig bliebe 
ias zeigt der Verfafler am SchlulTc der Abhandlung 
ib fchön, dafs wcir diefe Stelle mit delTen eignea 
Worteifi hier folgen lallen : 

. I '* Wenn das Verdienft des Gopemi^us gehörig 
gewürdigt werden foll , fo Kommt es nicht fowohL 
.»darauf an, zu zeigen, was er gelehrt hat (man. 
^kann immer einige Alte nennen, die in dem einea 
«oder dem^andern Puncte mit ihm z^ufamümeu^getraf«^ 

„fea 



88 Jlflomü, Correfp.nStt. ^jtNüJR. 

pj«n find), fondern wie er feine Lehren entwickett« 
^.begriindet und angewandt hat. In diefer Hin ficht 
,,rteht er grofa und einzig da. Dafa die Erfrhermin» 
„gen der täglicßen und jährlichen Bewegung ■ dei 
„Himmelskugel und der Sonne genau fo erfolgen 
y^müHen i wie Avir fie vorgehen fehen-, "wenn inao 
9,annimmr, da^s ßch die Krde täglich um ihre Axe 
„dreht, und inzjwifchen in einem Jahre um die Sonne 
„läuft, dafs der ParaUcUrmufl»« der unter einem Win* 
„kel von 66^ Grade gegen die Ebene der Bahn ge- 
„neigten/ Erdaxe die Abwechfeiung der Jahreszeiten 
„und Tageslängen bewirkt; dafs eine fehr iaugfame 
„Veränderung diefes Parallelifmus die Vorrückung 
„der Nachtgleichen zur Fol^e hat; dafs die periodi« 
fchen Stillftände und Riiclrgänge der Planeten klei- 
nen andern Grund haben, als weil ßch die Erde zu- 
ngleich mit ihnen um einen gemeinfchaftlichen Mit- 
„telpuQCCt bewegt ; dies allt'5 fetzt er mit einer foU 
„chen Klarheit, ßefiimmtlieit und VoUßändrgkeit 
„auseinander, dafs die Nachwelt nichts hinzuziifü- 
„gen vermocht hau 

„Der grofse Mann zollte aber dadurch der fcho» 
„laftifrhen Philofophie feine« Zeitalters feinen Tri- 
„but, dafs er fich von dem Vorurtheile, liex ghichför-' 
t^migen Hrelshejveguug der Himmelskörper, nicht 
„loszumachen wufste. So wahr ift es, dafs auch 
„die grpfsten, dem Anfchein nach ihr Zeitalter be- 
„herrfchenden Geifter, alle mehr oder minder ein 
„Product ihres Zeitalters find ! Er , der die zweyte 
„Ungleichheit der Planeten , ihr abwechfelndes Voiv 
itfUndRückgebn, durch feine Hjpothefe fo gnügend. 
I ^ ,*erW^l 



ff 



IV. V^rhf^nißdes Copevnicui ziM ^trthum* '89 

/ 

erklärt hatte, belnelt zur Darßellung der erßen^ 
oder eigentlichen üngleichh'iit, noch immer die 
altön eccentrifchen Kreife undEpicyltehi bey, und 

s^fah (ich dadurch in ein Labyrinth verwickelt« aus 
dem er fich bey allen Scharffinn nicht zu finden 
wufste. Es war f^ine^ XJeiftesverwandten Kepler 
vorbehalten , durch Eii^führung der £llipfe\ diei 
letzten Spuren der Planeten- Theorie der Alten »u 

„verwifchen." , ' - ' 



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^ SlMail. Carrejp. iSii. ^NÜJlR^ 



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I 



Auszug aus einem Schreiben des 
Hrn. Dr. Olbers^ 



Bremen, den 2S* ^^* ISIO« 

• « • JUiflauben mir E w. HochAVohlgb. einige Druck- 
Fehler 211 fcemerken , die mir beym Durchlefen meiner 
iibhandlung, übtr die Gefährlichkeit der Cometettt 
in der Mou. Correfp. aufgeßofsen find , und um de- 
ren Anzeige ich Sie bey nächfter Gelegenheit biue. 
Der wichtigfte ift au F der Hupferplaue. Hier mufs 
nämlich £ auf die Linie AB fallen, wenn fie ver- 
(ländlich feyn und zum Texte paileu folU Die übri« 
gen erhcblichften find: 

Fag. 411 Note 4te Zeile Itatt Some 1. fame 
' — ^^414. I — — theologifchen. 1. teleologifcheB 

•^ 423 23 — — ein Mittel 1. im Mittel 

-— 431 erReNote lote Zeile mufs nach VcTfehtv das Kon»« 
ma -wegfallen 
Ebezfdaf. zweyte Note 2 te Zeile ßatt der Erdbahn 1. dor]&rd« 

— — — — 3 — — 1680 1. 1770 
P<ig* 434 23. Zeile ilatt Und es ift 1. Und ilt es 

— 43d 15. — — fchädlich 1. fchicklich 
— . — 23. — — untere 1. mittlere 

-— 43S Note xote Zeile ftatt aevi noftri L aeri nofir» 

— — — 13« — : — quafi 1. crafi 

— - 445 crRe Note 510 Zeile itatt Eifeixininea L ' Eifea* 
tninern. 

VK 



VI« 4us e^ Schreiben d&s Capit. l^n^ier. Qu 

• * / 

I I Ii iw'^^i"^— WPWipPPiPHPlWP— |i^i^"^ I ■I U I II I II 



VI, 

Aus3;iig aus. einem Sc^ireiben des Harm Ca* 

pitain Lyncher^ 



\ ■ 

Paraißadc« »m ^^Def. igio« 

, , . , VV 38 ich von ffaafens topographifcher Hin* 
terlalTenrchaft weifs, will ich Ihnen hier mittheilen« 
Von feiner in 24Sectiopen hG(\ehenden ßröjsern Kar-' 
te Gud 17 Sectionen^ oder Blätter bereits im Publi- 
cum; 6 neue Sectionen ßnd fchon geätzt,^ und das 
^4« Blatt befindet fich ebenfalls fertig gezeichnet in 
den Händen Hrn. F<?Z/?72«^j-, des Kupferftechers, Da 
die Koften der Herausgabe , nach frühern Verträgen 
des VerfalTers mit dem Buchhändler BröuiieP la 
Frankfurt, von letzterm beßritten werden» fo ßeht 
der fucceffiven Herausgabe, der noch nicht erfchie- 
nenen Sectionen diefer Karte, nichts weiter im We* 
ge 9 und wirklich wird nächße Oftermelle r — z Blatt 
t^r fertig feyn können t und fofort ausgegeben wer^ 
d«n. 

Die zwey te Section der kleinen Iiaaßfch0n Kar^ 
^^ ift noch nicht fertig gezeichnet; fall aber (auf 
Verj^nlalTung des Herrn Groß - Herzogs königUjHo^ 
heit) bald möigUcbft ausgezeichnet und heraus ge<« 
geben werden. 



-piMi«! 



vn. 



92 MamUL Correfp. igtt. gASDAR. 



\ I 



VII. 



Auszug aus einem Schreiben. 



.... »m 28- l^M* iSio. 

hjW» * . . haben in dcro ZVo^ffTz/^^r - Hefte der M. C. 
vom vorigen Jahre unter andern eine Anzeige von 
dem XVI. Bande der Göttingifchen Commentationen 
geliefert, und dabcy ^ine genaue und zienxlich au»» 
führliche Nachricht von des Herrn Hofralh Mayers 
AbhandUing, über die fogenaiiTiten Höfe ^ oder hellen 
Kreife um die Sonne oder i\en Monde ertheilt. In 
der That verdient der Scharflinn , mit dem hier eine 
Theorie diefer fchwer zn erklärenden Erfcheioung 
aufgeftcllt wird, alle Achtung und AntmerKfamkeit; 
ob die Theorie ftdbß aber wirklich für fo gelungen 
zu achten ft'7,. als Ew. Hochwohlgeb. anzunehmen 
fcheinen« ift vielleicht noch die Frage. Wenigftcns 
]iann fie der Theorie des llegepbogens , die auf evi- 
dente Vörausfetzungen gegründet ift, fchwerlich an 
die Seite gefetzt werden. Dafs der Regentropfen 
aus einer folidcn WalTerkugel befteht, ift factifch ffi* 
wifs , und daher der Theil der Theorie ieffelhen, 
der (ich darauf gründet , unumftöfslich. Die Befchaf- 
fenheit der JDunftbläschen hingegen , auf die ea bejr 
der Theorie der Höfe ankommt, ift höchft proble- * 
matifch , und daher mufs die Theorie felbft sweifel- 

r 

haft werden. 

Zuerß 



I 

I 

>: VII. Avs eintn Schreiben ^3 

Znerft nimmt Herr Hofratb Mnyer an , da^ die 
Strahlen, Avelche durch die Höhiung der Drinüblas« 
eben gehen , Avegen der vierfachen Brechung fo 
gefchwacht Avcrden , dafs Qe keinen merklichen Ein* 
druck anfs Auge machen; und Tncht dies durch ei* 
Ben yerfnch zu erweifen, da er eine leere Thermo- 
meter -Kugel in eine mit Waller gefüllt« glä ferne Ku* 
gel iteckl « nnd To in gehörigerEntfernung vom Auge 
gegen ein Licht hält. Man lieht alsdann durch die 
^ Thermometcr-Kugd hindurch nichts von dem Lich- 
te, Avohlaber durch dasWailer, wenn man das Ange 
io die gehörige Lage nacn der Seite hin bringt« 

Erleiden hier aber die Strahlen , Avelche durch die 
Thermometer- Kugel gehen , nicht eine achtfache 
Brechung? nnd niiifl'eh iie dabey nicht durch fo ver* 
fchiedenarti^e Mittel« als Glas» Waller und Luft 
find» gehen? Ift es daher zu vorwundern, wenn fle 
fo fehr gefchwächt werden? Hey dcnDunUblüöcheu 
findet dic-fe grofse Verfchiedenheit der brechenden 
Mittel nicht ßatt: die Strahlen gehen nur durch das 
dünne >väfsrige Häutchen der Ulädchon unil die ge- 
wifs rehr feine Fiüffigkeit, die den Innern Kaum 
derfelben anfüllt. Jener Verlnch kann alfo wohl 
' nicht zur Erläuterung deÜ'en dienen» was- hier ge- 
\ fchieht. Eber noch würde blos eine glaferne, in- 
wendig hohle Kugel dazu gebraucht werden kön- 
nen« obwohl die Dicke nnd Dichtigkeit des Glafec 
im Vergleich mit der ausnehmenden Zartheit der 
Danftbläschen auch einen folchen Vcrfuch immer 
mangelhaft machen müfstc?. 

Ferner find es nicht parallele Strahlen » durch' 
welche 4ie Höfe nach diefer Theorie entßehen« wie 

C0 



94 Monatl. Correjp. ign. IJAKVJR 

es bey dem Regenbogen der Fall iß , fondern diver- 
geilte f von denen es kaum begreiflich ift, wie Ge, 
\fey der Kleinheit der Dunftkügelrben » feibft bey 
dem Mqndeniichte einen hinlänglich fiarken Ein- 
drnck auf das Auge hervorbringen können « da be*" 
kenntlich felblt der Regenbogen beym Mondenfcheia 
gemeiniglich wnr weifs ^ eben fo wie die Hufe, aui* 
fi^ht. Die Wolken aber, in weichen die Erfcbei« 
nung der Höfe entlieht, fcheinen ziemlich hoch za 
gehen , da üe den Himmel nur wie einen Schleyer 
umziehen; um defto geringer alfomufsder Eindruck 
der von ihnen ausgehenden divcrgirenden Lichlftrah* 
len feyn» 

Endlich » wenn die fonß finnreiche Theorie des 
Hugenius die grofse Schwierigkeit übrig läfst , dab 
folche Körperchen , als dieCelbe erfordert , in der At* 
xnosphäre fchwerlich anzutreffen find, fo möchte 
man vielleicht auch hier fragen dürfen: Pf^'bßnd 
die IDuuflbiüichen mit fo dicken Iläutckeh zu Jin* 
den? Nach Mayers Theorie mufs der HalbmeCTet 
der innern Höhlung kleiner als f des HalbmeiTeri 
des ganzen ßlaschens Teyn^ ja für die meißen Fälle 
darf er nicht über die Hälfte von diefem betragedi 
Alfo mufs das Häutchen des Bläschens halb fo dickt 
als der Halbmeiler des Bläschens fejn. Nun hat 
zXVar noch Niemand die Dicke diefer Häutchen ge^ 
meffen 9 und die Phantalie behält daher freyen Spiel?' 
räum, £\e uns nach Willkühr vorzußellen: allein et 
bleiben doch auch noch andere Umßände dabey sa 
berückfichtigen. 

Ächon Kratzenßein hat die Dicke de^ Haut- 
chens der Dunfibläschen auf xtr^TS* ^^^^^ Zolles ge* 

fchätzti 



VII» Aus eilum Schreiben. 



95 



fchStztt ^vä^rend er den DuTchmefTet ^er BlSschen 
felblt anf 7^^ defl'elbeu fetzt. Hiernach beträgt dio 
Dicke des Häutchens nur etwa f des HalbnielTere ; 
«nd do^h fand Ilrqtzcufiein Bedenken » wie *bcy ei« 
aer folchen Dicke die Bläschen iich in der Luft hal« 
ten könnten, felbft wenn ^\e inwendig ganz leet 
wären. Daher verwirft auch SauJJnre feine ßerech- 
nangsart, und fcheint die Dicke der Bläschen füf 
viel geringer anzunehmen« Wenn nun diefe abei^ 
gar die Hülfte und drüber von dem Haibmeil'er des 
ganzen ßläschens ausmacht , wie es nach Hrn. May* 
crj Theorie feyn mufs» fo beträgt das Gewicht einea 

m 

lolchen Bläschens ^ und noch mehr von dem Ge« 
Wichte 9 eines foliden WaÜ'ertropfens von gleichem 
Dnrchnieirer ; .durch welche Kraft aU'o follic dicCea 
in der Luft fchwebend gehalten werden? Denn rech- 
net, mau die fpecififche Schwere des Regen waffers» 
nach einer runden Zahl, goo mal grüfser ala die, der 
Luft, fo ift die, eines folchen Dunftbläschens noch 
immer 700 mal gröfser als die, der Luft, wenn ca 
auch inwendig ganz leer wäre, was doch nicht 
möglich ift. Man miifste allo annehmen, dafs es 
mit irgend einem fluide anthrave , wie ehedem 
Grtns abfolul leichtes Phlogifton feyn füllte, erfüllt 
und umgeben wäre, und das würde immer eine ge- 
wagte Vorausfetzung feyn; oder die Dunftbläschca 
müfsten» wie die Regentropfen felbTt, herabfallen, das 
heifst, es müfstc während der Erfchelnung eines Ho- 
fes wirklich #gnen, und diefes widerfpricht det 
Erfahrung. 



£a 



^6 MonatL Correjp. igu. JANUAR. 

£s iß alfo wohl noch nicht fo aaigemacbt; , dab 
die von Hm. Jlayer aufgeftcllte Erklärung die wahre 
ky\ und eben daher noch nicht Zeit , alle weitem 
Bemühungen darüber einzufiellen. Wir beßndea 
uns hier auf einem Felde der Möglichkeiten « derei^ 
Anzahl unendlich groU iß, indefs die Wirklichkeit 
nur eine einzige iß. Man UAÜfsCt; wohl, dafs ich fo 
fac^e • auf das ganze Gewebe derjenigen Wolken 
Kückficht nehmen, in welchen fich Höfe zeigen; 
denn bey der gewöhnlichen Dicke der Wolken muf- 
fen die Lichtßrahlen in den Dunftblaachen fo viel- 
fach gebrochen und zurück geworfen werden , dab 
keine regehnäfsige Erfcheinnng entßehen kann« £$ 
iß daher fchr begreiUich» Avarum die £rfcheinnDg 
der Höfe verhältnirsmäfsig imAier noch feiten genüg 
iß« Aveil dazu nicht blos erfordert wird» dafs die 
Luft mit Dunßbläschen erfüllt iß« fondem auch « dab - 
diefe zufaramen ein folchea Ganzes bilden« das von 
den Sonnen- oder Mocdßrahlen gehörig dnrchdrun-^ a 
gen werden kann« 



VIIL 



Vin. Aus e. Schreiben des Prof. Gaufs -^j 



I 



Auszug aus einem Scliveiben des Herrn Pro- 

felTor Gaufs* , 






' ^MMki«^« 



Göttingen, am 14» Jäh» Igil» 

• 

• . • • Auf der hiefigep Sternwarte ^v^T die Nacht 
vom 4^«" zum jten Januar, nach eiinem Zwifchenraum 
von beynahe zwey Monaten, die erfle> wo Geh die 
Auffuchung der Pallas vcrfuchen lieFs. Da ich da- 
EU nur bewegliche Inftrumente anwenden lionnte» 
fo Avurde das Anffuchen durch den Mondfchein und 
die ßrenge Kälte (n'Reaum.) ungemein erfch wert» 
Indellen fahe ich meine Bemühungen von einem 
glücklichen Erfolge belohnt, indem ich die Pallas 
nicht allein auf dem Platz, wo ?\t nach meiner ver- 
bellerten Ephemeride fich befinden mufste, auffand» 
fondern es gelangen mir auch ein Paar Vergleichun* 
gen mit Sternen der Ilißoire celejte ^ Avoraus ich mit 
Vorbehalt einer künftigen fchärtern Keduction » fol* 
gende Stellung des Planeten ableitete : 



tgn 



Mih. Zeit 



Gerade Au üt. 
lier Pallas 



15^ 4' 4ii" I X5i" 40* 5 



Südliche 
Declin. 

l 22" 22 ~36* 



4. Januar 

Meine nSi revidirten Slörungs -Kechnungenha* 

ben mir nun folgende Elemente der Pallas gegeben , 

die von den Ihnen zuletzt mitgetheillcn (Dec, Heft 

igio S. 592) nur unbedeutend abA't'^icheiu 

X2bfc. Corr. XXUL B. iQa ^ £pO- 



^*^ 



9« 



tbrnrnd. Correjf. iSa. ^AKüÄBL 



l^odie der mittL llioge im Meridiaa 
von Göttingen .•••••• 

lAnge der Soonen-Näbe 

Lange des aaf&eigenden Knotens , 

Heignng der Bahn , • 

Tigl. mittlere tropifcbe Be^'egoog 

Excentricität 

Logarithmas der halben groben Axe 



126- 3J' 

I20 SS 

172 32 

34 35 

7<58.*98< 
. o, 24i6< 
. o, 4427J 



Hier ift noch die berechnete FortCetzang 
Ephemeride ; 



/ 



Igll 


AR.^ i 

1 


DecL aofir. 


Febr. 3 


149* 


24 


i8* 


3 


7; 143 


45 


17 


2 


11 


148 


3 


15 


43 


15 


147 


20 


14 


16 


19I146 


37 


12 


42 


23't45 


55 


II 


3 


27 
März 3 


«45 

144 


17 
43 


9 
7 


19 
32 


7 


144 


13 


5 


44 


II 143 


49 


3 


57 


M 143 


31 


2 


II 


19 143 

25143 


20 
16 



I 


29 
10 bor, 


27 143 


19 


2 


43 


5« 
Apnl 4 

8 


143 

143 
144 


28 

43 
6 


4 

5 
6 


II 

33 
49 


12 


144 


34 


7 


S9 



Verb$ffefimgen* ^ oo 



Verb efferun gen. 



* 



Seite 5 Zeil^ 23 flalt entWorfin, entwarfen 

— 9 -— 21 — OpfO^tionen 9 fichi Oppoßtionm 

-— '2Q <^ a^ — GefialtdexAtKUorpliäxe, Gefiait^dn^ 

V AtmoJ-phärß ^ 

— 2^ »- 93 — waren die Frucht I waren die Frucht 

diefer Arbeiten» 

— 36 -^ 16 -!' ' 4*'^ nicht, 401/0' nic^£ 

—7 30 -^ 19 — werden, wurden 

— 3Q — 22 «^ füdweftlich , fädöfilich 

— 32 — 14. — wahrfcheinlich , unwahrfcheinlich 

— 3J — 15 — ^^' *^ 



mei^mm 



INHALT, 



\ 






IQO Inhat't, 



I N H A L T^ 



Seht 

I. Verfuch eiher gerchichtliclien Darllellung äet !Fort* ' 
fchiitte der Sternkunde im verfloITenen Deceünio ^ 

H, Ueber . correfponilirende Sonnen i Höhen und ikren 
erweiterten Gebrauch 45 

Itl, "Bey trag zur Gefchichte der AltroBomle der Araber 
• Von pjyurm in StuitgarC 

ly» Ueber das Verhältnirs des Copernicus zum Altir* 

thum. Eine Vorlefung von Ludwig Ideler ^ 19 

V. Auszug aus einem Schreiben des Hrn. JDr. Olbers 90 

VI. Auszug aus einem Schreiben des Hrn. Capitain 
Lyncker pl 

Vn. 'Aus einem Schreiben .... p^ 

yilL Aus einem Schreiben des Hrn. Prof. Gaufs ' * .97 



¥■ 



Za diefem Hefte gehört das Portrait von OrianL 



(' 



/ 



MONATLICHE 

CORRESPONDENZ 

ZUa BEFÖRDERUNG 



DER 



ERD- UND HIMMELS-KÜNDE. 

I 

1 

F EB R UAR^ Mßil. 



IX. 

Verfuch einer gefclüchtlichen Darfiellung det 
Fortfehritte der Stemliunde im vorflof- 

fenen Deceiinio. 

^ C^OTtTetxung zum Jan. tieft S. 44) 



JLlie natürliche Folge im Welt-Syftera felbfl: führt 
uns nun auf Gefchichte und Thcorife der Conieten ; 
ein ungehenrer Raum trennt den Fixftcrn- Himmel 
Tonunfertn Sonnen -SyOem, und als eine Mitteldufe 
zwifchen bejden find jene bu betrachten , die nur 
als .ephemere Bewohner erfcheinen, und dann auf 
Jahrhuiidertc und Jahrtau fende , ja zum gröfsern Theil 
Inf immer in andern Regionen verfchwinden. Des 
loektLunteh ^thaiiäßus 'Kircher romantifche Idee, ei- 
nen ErAeMbüröhÄhf auf einem Cometen die Reife 
'Mm. Carr, XXÜL B. iQit. . H durch 



102 Monad.' Corrtfp. tga. FEBRÜAtL 

■ 

durcb anflere Welten machen , nnä hey feiner Wie* 
derkehr zur Sonnen-Nähe das Gefehene erzälUen za 
laiTen, Avar to uupalTend nicht, denn bey den aas* 
gedehnten Bahnen jenet Irrfterne • die fich weit über 
dänUrados hinaus erftrecken , ift der Gedanke woU 
natürlich, diefe als die Zwifchenglieder in der Kette 
verfchiedenet Welt-Sjfteme anznfehen. Vielleicht 
kam den Bewohnern der neuen .Welten die erde 
Erscheinung der Befchifier dea Oceans nicht minder , 
wunderbar und unerklärlich vor, wie uns jene iie- 
belartigen Geftirne , deren Lauf zum gröfsern Theil 
als unbegränzt errcheint. 

Die Conieten- Aflronomie ift fowohl in theore* 
tifcher als practifcher Hinticht beinahe der verwi- 
ckelfte und fchwierigfle l*heil der ganzen WiiTen* 
fchaft ; und wenn die Aftronomen und Geonietec 
unferer Tage manches Schöne und VoTtreflliche ilar- 
über lieferten , fo bleibt doch immer noch fchr viel 
zu wünfchen übrig. Wir können- eile hierher gehö- 
rigen Arbeiten in drej Claflen abtheilen : 

j. Entdeckung 9 Beobachtung und Berechnung 
neuer Cometen. 

3* Unterjuchnng älterer Cometenhahnen» 

ß. Aügtmeine theoretifche und phyfifck - matht^ 
viatifche Unterjuchnng über die Bahnen kmJ 
die Natur diefer Himmelskörper^ 

Beynahe jedes Jahr unferes^ Jahrhunderts WunU 

durch die Entdeckung eines Cometen bezeichnet { 

und als eine befonders merkwürdige Erscheinung 

verdient es bemerkt 2U werden > dab mit. Ausnahmii 

einei 



tX. Verßueh tU$et geJch/ichtL DarßeUung etf, x O^ 

ties edneigen , WC) die Priorität Bvuwird und Jfuth^ 
izugel^öreu fcheiutt alle audete von. Pons^ Com« 
erge bey der Sternwarte zu Marfeille , pntdeckt wur*^ 
>ii. Mildes Clima und fchöner Himmel fcheinea 
:h bey diefem Aßronomen mit grofser Beharrlich^ 
üc zu vereinigen » um il^n für diefen Theii di^r Aftro-* 
)iiiie gana befond^ra verdient au machen* . Wie 
llen nun die Aufzählung diefer neu entdeckten Co«} 
et«n in chronologifcher Ordnung folgend - , , 

t^ Cötnet i)ön xßou 

■ ^' . . . , 

.Am. ti. Julius ißntdeckte ihn Fö^ im Kopie (Jet 
'ofsen Bären ; nur wenig Stunden fpäter ward et ^ 
1 Paris von Michain % Meffier . und üdifvjard gete« 
m ; die Priorität war hier von einigem Werlh » da 
,aiandt einen Preis von 600 Livn auf die Entde« 
(ung des Cometen gefetfi^t hatte» Pons erhielt diew 
n» und zugleich damals von letzterm das Veriprechen. 
»n iod Livr« für jede fpätere Cometen ^ Entdeckung^ 

ü% Comet von Jrßöbi 

Entdeckt von Fofis am 26^ Auguit im linken^ 
:henkel des SchlangenträgerSk Am 2%% Aug» tab ihtli 
Uchain in Paris ^ und am 2k Sept^ Olb^rs in BrC'^. 
«n. Diefe (chbelle > faft gleichzeitige. I:lntdetckun|^ 
neu äutserd lichtfch wachen Cometen > der fiur iiu 
emfohr fichtbar war> durch drey weit entfernte 
eobachter>. war dem Fleifse und der .^ufmerkfam«-. 
eit dieFer Männer auf deti geltirnten Hinamel« kiicht 
renig ehrenvoll Vibers Und M^ckain betethne»; 
in feine Bahm i)aa faft blos dünflartige diefeii.C.Ov 
leteu^ deflen Theile nur in der Mitte etWMSsufam« 

H i Irneti* 



IÖ4 Uonatl, Correfp. igiu FBERÜAIL ^ 

ihengedrängter erfchienen, veranlafste damals Ol- 
htrs zu der Bemerkung, dafs, jcmebr er Gelegen- 
hdt habe CoVneten zu beobachten» um fo räthfel- 
hafter werde ihm die Natur diefeV fonderbaren Welt* 
körper« Am 2, Sept. Abends 9 'Uhr machte Olbtrs 
bey diefem Gometen die merkwürdige Beobachtung; 

dafs er eikien Stern 10. Gröfse bedeckte ; der Stern 

• 

behielt im Cometen - Nebel nngefchwächtes Licht, 
während der Gomet hingegen bej^nahe vor diem 
Lichte des Sternes verfchwand. Mechaiii » der die* 
felbe Erfcheinung beobachtete » wollte diefe gerade 
noch nicht als Beweis für die Kernlofigkeifc d^ Co- 
meten gelten lalTen » fondern glaubte , dafs ficb du 
Nichtverfchwinden des Sterns aus der Brechung der 
Lichtßrahlen im Nebel des Cometen eirklären lafle. 

5. Comet von i8o4* 

Entdeckt von Pofis am 8* Mära in det Waa^^ 
und aufgefunden am 10. März von Bouvard tind tai 
12. von Olbers. Er war mit blofsen Augen fichtbar 
und gröfser als der bekannte Nebelfleck über der 
Waage am Berge Maenalus. Gaufs und Bouvari 
berechneten feine Bahn, 

M 

4. Erßer Comet von zßoS* 

Fad gleichzeitig ward diefer Comet am 20. Ott ' 
von Ponst Bouvard und Iluthf in Marfeille» Paris 
und Frankfurt an der Oder gefeheh. Dem letstera 
fcheint das Hecht auf die erde Entdeckung z& gf 
bühren, wiewohl diefe Priorität nur wenige Stau» 
den beträgt. Die Bahn ward von Bejffel berechnet, 

5. Zwey^ 






5. Zweyter Comet von 1805. 

Entdeckt von Pohs am 10. Npv» Bouvard falT 
ihn am 16« und Huth in Frankfurt am 22. Nov. Der 
Comety welcher mit! blofsen A^igen fichtbar war, 
ward fleiffiig beobachtet und erregte die grofse Au& 
merkfamkeit der.Aftconoment weil, feine Elemente 
fich liejiT denen » des ;Cometen von .1772 nähevteoi» 
Sürckhardt, Bejfet- und Gaujs befchäft igten fich 
ao3t' Uaterfachungeoüber die möglicborldentität htj't 
deif Cometen, Unnmgänglicb/ nothwendig wurdä 
hier eine yorläuixge msM «Unterfiichung deä Come- 
teo voh-1772, da deffeh Bahn ntir^aaa iehr dürft!»' 
gen Beobachtungen^on Lalan^e ^wißAramt^ vroxäca 
war« Bejfel that di^s » und fand ,■ dafs Neigung nn^ 
Ueinfier Ablland in den Bahnen von 1772 und i^gof 
m fehr von einander abweichen, um für identifch* 
gehalten werden zu können. Dlefen Beftimmungea 
kgr.die parabolifche Hypothefe zum Grunde; alleinr 
da bey- Annahme deridentität 'zweyer Cometen, je- 
ne willkührliche nur ala Rechnung« - Erleichterung 
eingeführte Vorau&^Cetzung fchon von felbft wegfällt, 
fö heßimmte Beffel diej Umlaufszeit und grofse Axe 
aus dem Zeitraulne von 1772 — 1805» wnd dann die 
fernem eUiptifchen Elemente bey der Bahnen aus 
den correspondirenden Beobachtungen. Allein auch 
hier zeigten fich Differenzen, die- ganz gegen die ver* 
muthete Identität fprachen. 

Noch nmftändlicher und aus einem andern Ge- 
liehtspuncte bearbeitete Ganfs diefen Gegenßand; 
ohne w^illkührliche Voraüsfetzung gaben fchon die 
blofsen Beobachtungen- von 1805 eineEliipfö» durch 

di« 



Io6 Jtfofffttf. Canejp. igii' FEBRUAR^ < 

die diefe weit belTer als in einer Parabel dargeßelll Ir 
xvurden, und Gaufs fand hier das roerkAVÜrdige Re* li 
Fultat» dab überhaupt jede EUipfe, deren miitlere |l. 

^Entfernung gröfser als 3»$^ die Beobachtungen Itat 
lev als ei-ne Parabel daritellt ; ein Refuitat , daa viel« 
leicht bej einer Menge anderer Cometeii eben£alli 

^flatt Tindet, deren Bahnen oft lehr unrichtig «nd 
ohne zureichctnden Grund für parabolifch angenonh 
men werden. Die Gaii.jsifche EUipfe gab dem Cflin , 
meten von igos eine Umlaufszeit von nach, nidl 
fünf Jahren t und ^väTe er alfo mit dem vom 1774 
ideutlfch » fo müfste er während diefem Zeitraime 
mehteTC Umläufe gemacht haben. Allein auehunief 
diefer Vorausfetaung ^vaTen die Elemente beydet 
Cometen bey ihren Erfcheinungen in den Jahren 
477J und 1805 Tehr wefentlich von einander veiw 
(cbieden« Demohngeachtet fpricht Gaufs nicht vöb 
lig über deren Identität ab», indem der Fall möglich 
*Vir'äve, dafs die arfprüngliche Bahn durch ein« £rem« 

ff 

de Kraft mcTklicb geändert worden wäre. Füreine 
Umlaufszeit von 35 Jahren kann dies nicht der Fall 
feyn» da def Comet in einer folchen Bahn keinem 
gröfsern Planeten fehr nahe kam. Allein noch blieb 
die Möglichkeit übrig» dafs fowohl der Ellipfe aus 
deren Perihelium der Comet 1772 gieng, als dcF» in 
deren PeribeUum er igo; kam» ganz verfcfaiedeoe 
Vmlaufsaieiten zugehöreu, und dafis er irgend eia^ 
mal in der Zwilchenzeit einem Haupt- Planeten (a 
nahe g<*kommen iß» dafs diefer die erße EUipie in 
die s&wcYie verwandeln konnte, es fej nnn, dafs er 
in dieler Zeit einen oder mehrere Umläufe gemacht 
habe* Freilich würde es eine ungemein mühbme 

und 



IX. VerßicheHfer gefchtch^Ihrßglkmgetc» icj 

r 
/ 

I ■ . . '■ 

und fchwierig€ ünterfhchung erfordern , tihi ztrirf-' 
iiem beßimmtcn II ei\iltat hierin zu gelangen. JBurck* 
hardtf welcher eben falb die Bahnen beyder Come-> 
ten nnterfuchte^, erklärt Geh bcQii.uiiTit gegea defea 
Identität« 

6,. Comct von^ j8o6^ 

\ ■ ' '. . 

Entdeckt von Pons aktn lo Növbr. in der Jting- 
Ihm. Am 7. Dec. 1396 wurde er von Bejjf^l beob- 
achtet.. ' Wegen grorser füdlicher j^o weichung yqp-.' 
fth\vand der Comet Enile Decembew , 'warde abei^ 
Jm Januar wiedet ßchrbar. Beffel^ der feiqe Bahn 
beftiranu hatte , berechnete zum Behuf der Wrede«- 
Auffindung bey der zweyten Erfchehiung eipeEphe- 
tneride,'nach der jene fehr leicht gelang, da. fie deii, 
Ort des Cometen bh auf i^' richtig angab« pQiis. 
fand ihn am 17. und Bcfjel am 23. Jan. wieder i^uf.. 
Letzterer beftimmte dann eine neue' Bahn , dlQ. 
f*ämmtlicbe Beobachtungen (ehr fchdu darftellte. 

j 

7. €om§t von jSoj» 

Seit 1769 war kein Comet von diePer Größe e?, 
fchienen; feine Ltchtftärke, lange Sichtbarkeit und 
die Schärfe, welche in die Beobachtung und Berech- 
nung diefes Gometei> gelegt wurde , machen eine 
Epoche in der Cometographi'e unferer Zeit. Gefe* 
hen Avarder zuerft zu Caßro Giovanni^, einer klei- 
nen Stadt in Siciiien , am 9. Sept. Gleichzeitig ward 
er dann an fehr verfchiedenen Orten, in Nord-Ame- 
rikj? von Seth. P^afe , in Marfeiüe Ton Pons und in 
Palermo von Pf'azrJ aufgefunden, und vom 22. Sept^ 
«n in MarfeiHe beobachteE^ In itnSern nördlichen 

Brcir 



lo8 McmatL Canejp. ijii. FEBRUAR. 

Breiten gefchab dieses erft vom ilnfange des Octobeiji 
an. Die Dauer feiner Sichtbarkeit betrag ein yoUef 
halbes Jahr, und eben fo weit reichen auch die Beob- 
achtungen : die äufserßen, welche bis zum 27. Marx 
18^8 gehen , wurden in Petersburg gemacht. Faft 
von allen lebenden Allrouomen Avard diefer Comet 
beobachtet und berechnet. Auch auf Ciiba befchäf- 
tigte ßch Ferrer mit deilen Beobachtung und Be- 
rechnung. Die merkwürdige Erfcheinung einenge* 
theiiten Seh \y ei Fes , nahm zuerft Olbers wahr. Über 
feinen Naturbau ftellten Herfchel und Schröter itk" 
teicHante Beobachtungen an ; von letztern haben 
^wir.noch ein eignes Werk über diefen Gegenßaad 
zu erwarten ; ErUerer hat einige feiner Kefultate in 
den F/iilof, Transact, bekannt gemacht. Herffhel 
findet den DurchmeiTer des. Kerns 533 engl. Meiiei^f 
und hiernach delTen Vo^lumcn zu y^^ der Erde, 
Befondere Licht- Phafen des Cometen, die nicht füg- 
^ lieh einzig vom Sonnenlicht herrühren konntent 
machten es wahrfcheinlich , dafs diefer HimmelskÖD 
per auch eigenthüraiiches Licht habe. 

Zu weitläuftig würde es werden, wollten wit 
die Arbeiten aller Aßronomen, die (ich mit parabo- 
lifchen Bahnen für diefen Cometen befchäftigteni 
einzeln hier aufzuzählen. Den meiden Fleifs auf 
diefe Unterfuchungen verwandte l^^^i, und da def- 
fen Beftimmungen nicht allein die ge'naueften find» 
welche für die Bahn diefes Cometen gegeben wur- 
den, fondern auch aufserdem auf eine eigenthümli- 
che Art} die früher noch nie in Anwendung kam» 
erhalten wuiden, fo glauben wir von dellen £nd- 
Befultaten einiges hier beibringen au müilen. Schon 

frü- 



früher gab ßejf^l mehrere par2|boli,rcbe und eUipti* ' 
fcfae Elemente für die Bahn diefes 6ometen ; allein 

« - . . ^ 

im Zufammenhang und fehr erweitert e^fciiienen 
diefe Unterfuchangei) neuerlich in einer befonderi^ 

/Schrift : Unterjuchungen über die Jcheinbare und 
wahre Bahn des im Jahre Jßoj erschienenen §ro» 
fsen Cometen. Bejfel beQimmt hier Anfangs aus der 

~gaiizei> Reibe der Beobacl^tungen vom Sept. bis März 
diejenigen elliptifchen Elemente, die diefen am voll- 
kommenftep genug tbun, entvyickelt dann imzwey* 
ten AbTchnitt die Störungen diefer elliptif(:hen Co- 
meten • Elemente durch Ein\yirliung der Planete^nj» 
und berechnet nun mit Berücklichtigung diefer Stö« 
rungen die wahre Bahn des Cometen» Dies i(t der 
gedrängte Inhalt einer Schrift , deren Inhalt eben fo 
neu ^Is reichhaltig ift , und die dem. Verfaller eine 
Stelle unter den erden Aftronomen und Geometem 
unfers Zeitalters üchert* Erll mit Ende des vorigen 
Jahrhunderts wurden Planetenbahnen mit RückfichC , 
auf Störungen benimmt , und bcj einem Cometen 
gefchah dies , fo wie es ietztBeJJel that , noch nie. 
Die zum grofsen Theii eigenthümliche Methode, ' 
nach derdieanalytifche Ent Wickelung gemacht wur- 
de » kann hier nicht detaillirt werden ; fie gründet 
fich , fo wie alle Unterfuchungen ähnlicher Art > auf 
die bekannten drey Differential • Gleichungen , deren 
erße Glieder die elliptifche Bewegung um einen 
Central • Körper , die letzten deren Störung im 
Sinn der Coordinaten durch fremde Kräfte ent* 
halten» und dann auf die von Lagrange zuerß ge* 
nommene fchöne Anficht, die ellipti^hen Elemente 
aU variabel zu betrachten uüd diefe Variationea 

durch 



Xij Slonaü. Correfp. ign. FEERUJIB. 

dnrch die Hörenden Kräfte zn beßimmen. So tvn^ 
den die Aendemngen der zu er (t- berechneten rein el- 
lipLifchen Elemente durch Einwirliung der Planeten 
gefunden. Dann redncirte JBeffel alle Beobachtun- 
gen auf 6 Fundamental -Oerter 9 verglich diefe mit . 
den corrigirten Elementen, und entwickelte hieraus 
zwölf Bedingungs • Gleichungen , die als nnbekann« 
te Grofsen dieCorrectionendereUiptifchenElementt 
enthielten und durch die Methode der moindres 
quarrecs benimmt Avurden. Dies gab denn endlich 
die wahre elliptifche Bahn des Cometen, fo wie ße 
am 2 2. Sept. 1307 war, deren Elemente wir hier fol- 
gen laflcn : 

Du rcbgangszeit durchs Perihel Sept. ig* 7455^6 
Langcdesaufitelgenden linoteu 266*47' iit'4^ 
I^cigarjg der Bahn ...... 63' 10' zSt'-iO 

Abftan.l dcsPeiihels vom ^2 • • 4* ?' 3o/49 

üleinfter Abftand 0.64612382 

}:^xcenlricität ••.••«••. Q.9954878f 
Halbe grofse Axe ••.,•,« 143.195 
Umlaufsaeit • « I7J^5>S J^^f 

* 

Der Verfaffer berechnet dann noch fummarifch»' 
wie viel die hier gefundene Umlaufszeit durch fer- 
nere Störungen verändert werden kann. Saturn und 
Uranus befanden fich im entgegen gefetzten Thetl 
der Bahn , und nur Jupiter konnte vom März 1809 
an noch einen merklichen Einfluf^ haben. JBeffd 
bcIHmmt diefe Störungen bis zum Jahr igi^ C^P^* 
terhin verfchwinden (le bey der immer zunehmen- 
den Entfernung des Cometen von unfern Sonnen* 
Svfiem ganz,) und findet, dafs durch die Wirkung 

Jupi- 



IX. Pnfuch einer g0f€hicHit. Bärfielhmgetc. il I 

piters die ExcentiieiMf >€rmindert und' dadurch 
c Umlaiifsteit auf 1543 Jahre zurückgftbt'^ebt frirdP. 
31 Schlufa unterfacht derVerfalTer liodh' die Gre^ 
n der Sicherheit diefer Beßimmungen» und findet 
j Annahme von Fehlem , deren wirkliche Exifiens 
;h'zur wahrfcheinlirchen wie i : »049 verhält, dafi 
e Umlaufss^eit in die Grenzen von 2197 und 1404 
hre^ fallen würde. Allemal niufa alfojdiefer Co- 
et in die kleine Zahl ckrer gerechnet werden ^ von 
iten in fick kehrenden« Latifhahn und Wiederkehr 
ir mit ßeßiznmtheit verßdhert find« Mdchte es 
15 doch verg5nnt «feyn , einen Blick auf die <7ene* 
tion zu werfen » der die Wiederauffin^ung diefee 
erkwürdigen Cometen gelingen wird» 

g. I. Cavief von igöS» ^ 

9, 2, Cemet von 1808s / 

to* 5. Camet von iSoS^ 

jj, 4. C(^met von iSpS* 

AHe vier wurden von dem fo glücklichen Ccv» 
eten* Sacher Fans zu Marreille ehtdeckt; der erßa 
n $• Febr. zwifchen dem Hälfe der Schlängle und 
er Zunge der Waage ; der zwey te dritte und vierte 
u 25. März 9 24.3uniu9, i:^nd 3. Julius, f amtlich im 
lernbilde des Kameloparden. Alle waren fehr klein 
nd wurden «y fo viel uns bewufst ift, auTsfer Mar- 
ille, nur noch zun* Tbeil in Petersburg von Wis-^ 
lewsky beobachtet. Die Beobachtungen waren 
emlich dürftig, und nur für den dritten berechne^ 
I Bejjfel au» MarfeiUer Beobachtungen "^eine parabo- 

[che Bahn, ' 

Seit. 



112 Monaü. Correfp. igu. FEBRUAR, 

I 

Seitdem Tcheint fich rdi^ Auf merk (ambeil det 
Aftronomen« oder die Erfcheinungcn der Cometeo 
am Himmel vermindert zu haben ; denn in den Jah* 
Ten 1809 und igio "wurde kein Comet encdeckL 

Eben fo mähfam aU verdienftlich find die Unte^ 
fucbungen über die Bahnen älterer Come^n » die in 
diefem Jahrhundert zahlreicher» al« in jedem andere 
waren« Zwar ift die Zahl der Aftronomen» welche 
fich mit dieCem fchwierigen Theil der rechnendeR 
Afironomie befchäftigten » nur klein, denn Bwrek' 
Jiardt und Beffel find die einzigen, welche im vet 
flolTenen Decenuio diefea Feld bearbeiteten ^ alleia 
der Fleifs diefer Männer vervielfachte die RernltatCi 
ßeilere Stern - Beftinimungea und hellere Methoden, 
machten es möglich , aus altern' Beobachtungen 
fiebere Refultate herzuleiten , und allemal fähren 
Unter fucbungen diefer Art ein vorzügliches Interelfe 
mit fich » da es nur auf diefem Wege gelingen kann, 
fich der Identität der in verfqhiedenen Zeiträumen 
erfchienenen Cometen zu verfichern. 

Zwey PreJsfchriften von Burckhardt und Beß 
fei über die Cometen von 1769 und 1770 verdienen 
den erßen Rang in diefem Theil der Cometographie. 
Mehrere Aftronomen des vorigen Jahrhundert« hatte 
der Comct von 1770 befchäftigt; es zeigte fich hier 
die räthfelhafte Erfcheinung , daCs die Beobachtun- 
gen fich in keiner Parabel, fondein nur in einer £1- 
lipfe mit einer Revolution von 5^ Jahre darfteilen 
liefsen, nnd demohngeachtet weder vorher noch 
nachher fo ein ähnlicher Comet beobachtet >vof- 
den warv Dem Parifer Inftitut fehlen der Gegen- 
ftand einer neuen Bearbeitung werth ,. und Burek* 

hardU 



- -1 



IX« Verfuch tiner gtfchichÜ. BarfliUnMg etc. 113 

hatdts Schrift erhielt den darauf gefetzten, Preis. 
Nach der foTgfältigen und gan2 ^epen Reduction al* 
ler Beobachtungen 9 beweifst Burckhardt dprch eine 
Menge fehr mühfamer Rechnungen » dafs dieBeoh« 
Achtungen durchaus durch keipe parabolifche Bahn 
dargeftellt werden Colinen y fondern , dafs eine £1^ 
lipfe » welche fich fehr der Lexellfchen nähert » dia 
einzige ift« die* jenen genug thun kann. Bey der» 
Aach diefer Eilipfe ftatt findenden Revolution von 
etwas mehr als fünf Jahieu, lian^ es nun noch dar* 
auf an 9 zu unt'erfuchen , ob>der Coraet nicht -Cchon 
früher oder fpäter i^eobachtet vvorden fiey» oder wai 
^ohl dieürfachen feiner Verfch^indurtgTeyn^k(5nn- 
'ten. Ganz verneinend fäUe die Beantwarrui»g der 
erftern Frage aus 9 da (ich hey keinen at^dern •Come» 
ten eine Identität mit diefem zeigte» und über did 
Urfachen » dafs man diefen Cometen nur einihal ge« 
fehen habe« konnte Burckhardi damals nur Vermu* 
thungen beybringen, Purch die neuern Unterfu- 
chungen von Laplace ift das räthfelhafte diefer £r* 
fcheinnng zum gröfsern Theil aufgeklärt worden. 
Ans einer blofsen Schätzung der planetarifchen ^tö* 
rangen hatte Xi^Xtf/i vermuthet 9 dafs die Bahn die* 
fes Cometen, welcher in den Jahren 1767 und 1779 
dem Jupiter fehr nahe gekommen war , durch def* 
fen Störung fo hätte verändert werden köntien, dafa 
er nur Sey feinem Durchgang im Perihelio im Jahre 
1^70 fichtbar feyn konnte; ein Refultat» was fich' 
nüii durch die neuern Unterfuchungen von Laplace 
völlig beßätiget fand. Auf Wunfeh des letztern über- 
nahm Burckhardt die numerifche Entwickelnng der 
im vierten Bande der Micaniq* ceL für Com^en^ 

Siö. 



*4 



X14 / MonatU Corrgfp. tgii. FEBKUAIL 

Störungen gegebenen analytifcben Aufdrücke /und' 
"W^irklich zeigte es lieh» dafs die frühem Jupitera^ 
Störungen fu befchaffen Avaren» dafs^ der Comet 
dadurch im Jahre. 1770 der Erde bedeutend genähert» 
dann aber wieder fo entfernt wurde» daf6 er nur im 
Jahre 1770 ; allein keineßweges be7 feinen fpätera 
Durchgang« - Zeiten in der Erdnähe (ichtbar Tejo 
konntej. 

Durch feltne Gröfse und lange Sichtbarkeit war 
derComet vpn 1769 nierkwürdig. Lexell und Fin^ 
grc befchä&igten fich mit deßen eiliptifcher Laenf- 
bahn; allein beyderRefaltate waren Avereutlich ver- 
fchieden» indem erfterer eine Umlaufszeid^von nicht 
viel über 400 Jähren » letzterer aber von 1200 Jahren 
fand. Die hefte Arbeit darüber lieferte unfireitig der 
V.Afelepi^ weicher niit forgfältiger Auswahl der 
Beobachtungen*, nach einer von Boscovich gegebe- 
nen Methode eine EllipCe dafür beßimmte» die fielt; * 
^iner gegebenen Reihe beobachteter Orter fo genatt- 
als möglich anCchlob. . Die vielen Hülfsmittel» die 
dem Aftronomen jetzt zu ichärferer Reduction alte- 
rer Beobachtungen su Gebote itehen, und unfere 
feit 1769 fo wefentlich verbellerten Sonnen- Tafeln t 
liefsen bey einer neuen Bearbeitung der aahlreichca 
Beobachtungen jenes Cometeu fiebere Refultate er» 
warten« und Bejfel übernahm diefe mühfamen Be- 
rechnungen » die als Vorläufer feiner noch fchärfem 
Bearbeitung des Cometeu von 1307 gelten konnten» 
Bey der neuen Reduction aller Beobachtungen ver« • 
dient diehi^r zum erftenmal vom Verfaffer in gehö» 
riger Voilßändigkeit gegebene Methode » kreismiqro* - 
metrifche Beobachtungen vom £in£lub dec Streb*. 

leii» 






IX. Ve^uch einer geJ'chicktKDarfiethkng etc. I151 

lenbrechung eu befreyen , eine besondere Erwäh*' 
nungy da vorher nirgends eine bertimoite ausreichen-, 
de Anw^itang darüber gegeben worden war» und 
^eren Vernachiäriigung in manchen Fällen», Fehlet 

von einigen Minuten zur Folge haben konnte. Zur ^ 
— ' ' ' 

Beßimmung der elliptifchen Elemente felbft bedien- 
te lieh Bejfel einer eigenthümlichen Methode, wo* 
4uTch die Bedingungen » die er (ich über die Har- 
monie der beobachteten und berechneten, Orte dabej 
gemacht hatte» erfüllt wurden» und fand hiernach 
eine Umlaufezeit yon 2090 Jahren. Werden die beob- 
achteten Orte um 5 Secundeii fehlerhaft angenom* 
men » und dies fo » dafs alle Fehler in cinerley Sinn 
wirken » fo würden die Grenzen der Umlaufßzeit auf 
2673 und 1(^92 Jahre fallen. Hiernach kann auch 
dieferComet unter die Zahl derer gerechnet werden» 
die üch fehrwahrfcheinlichin einer elliptifchen Bahn ' 
bewegen. 



Auch Burckhardt befchäftigte lieh mi 
Cometen. Nach einer von Struyk vörgefchlageneii 
Methode» die Wiederkehr der Cometen nach den . 
ohugefähr in gleichen Perioden (tatt gefundenen £r* 
fcheinungen zu beftimmen» fand letzterer dafür ein0 
Kevolution von 432 Jahren» indem in den Jahren 
I337f 9P4> 4Ö7 und 39 Nachrichten von grofsen Co- 
meten 'angetroffen werden; dafs aber einefolche Pe» 
riode für den Cometen von 1769 .nicht wirklich 
ftatt finden kann» zeigen Bejfels Rechnungen zur 
Gnüge» 

Sehr zahlreich find die Untersuchungen » mittelft 
deren Burckhardt über die ßahnen einer Menge äl- 
terer Cometen Licht au verbreiten hemjiht ^ gewo* 

Utk 



ii6' MonatU Correfp. igw FEBRUATL r 

fen iQ. So hat er alles gefammelt und beiiatxt » yrÄ 
ältere nnd neuere Schriftfteller über die CotneMÄ 
von den Jahren 240» .5399 565, 989» 1097, '1301; 
1351, 1362, 1701, 1763, 1771, 1772 und 1773 d 
zuverläfsigen Beßimmungen darboten , ntn däntf 
ihre Bahnen mit einiger Sicherheit begründen sÜ 
können. Der Com/et von 177 1 macht einei merktHbi 
dige Ausnahme, indem dies der einzige ift, delleÜ'f 
beobachteter Bogen mit Beflimmtfaeit eine hyp^bo^ 
lifche Bahn verVäth. Wie ungeheuer w^it (ich übfi« 
gens die Bahnen vieler Gometen erftrecken mögeUf 
zeigte der von 1773 , welcher ungeachtet einen' fecÜa- 
tnonatlichen Beobachtungs - Periode, doch tidr fb 
wenig Abweichung von der Parabel verrieth , dafi 
Siirclihardt eine Ellipfe von 7334JabTen dafäirfand; 

Noch ein Paar fehr flcifsige Arbeiten über Altai 
Cometen lieferte Bejfel ; die Bearbeitabg der vQlii 
dem Freyherrn von Zach bekannt gemachten' IW^ 
pprlcyjchcn und Harriotfchen Beobachtungen dei 
Cometen von 1607, war die erfie aftronomirche A^j 
beit diefes verdienten Aßronomen. £ine ahnltehi 
Unterfuchung gab er aus den Beobachtungen vOtt 
Cyfat und Harriot über den Cometen vpn i6iflri 
wo feine Elemente die Beobachtungen weit beffisfr, 
aU die früher von Halley berechneten , darfltclltea. 
Nur fchr fpärlich war der zweyte Comet von 174t 
von Klinkenberg in Haiiem beobachtet Worden; al- 
lein eine neue Bahn, welche Beffel daraus herldtl^ 
te, leillcte drey Beobachtungen fehr gut GeitfGJIk 
und bewies hiernach für deren Güte. 

Für fehr fchlecht oder apogryphifch gifiten bejf' ' 
den meiftea Aftronomen Montqigms BeobachcAi^ei 

dci 



% Väfiidk tüimrgefefikhtk DarfiiOmng €te. i ij 

fa Cometen voii i78ö* f Olbers » welcher den Co* 
Mtea ia Öbttiogen (eibft » wenn auch nicht beob« 
iAtet|. doch gefehen. hatte» nahm fich noiierlich 
JfeDer fieobachtangen an» und leitete eine Bahn dat^ 
Mhef) die jene nicht alt verwerflich darftellt. 
' lettt \Yo tMn nach den drey fucceffiven Beni^ 
WtMgeii der Cometen - Theorie von Newton^ L^ 
^ QDd Oiben 9 diereu Gegenftand bejnahe (üt 
trCchöpft anfahen kann» ift ea fchwer in theoretU 
hher Uinficbt etwaa voraüglichea und beiTerei darin 
II liefetA» Anch erfchien in diefem Jahrhundett 
lar du einaige Werk von Legtudre^ smAthm neu« 
beoretifche Ünterrucbungen über die Beftimmung 
va Cometen* Bahnen enthält» M^tkod$s ueuvellet 
Vit U dkAttmination des orbites det cofm^tei^ denn 
!r erfte Band von Laplaen 3iicäni^. cüeß^ und 
en To O/ierj Abhandlung» worin eigenihümliche 
ithoden au Beüimmung von Cometen • Bahnen 
[eben werden» gehören noch dem vorigen Jahr^ 
idert an. Legettdre^s Methode ift neu und eigen« 
mlich» und verdient ohnßreitig durch die Art» 
I aua den beobachteten Cometen «• Oertern zxyey 
aU Gleichungen « für deflen Diftauzen von Sonne 
Erde hergeleitet werden» die Aufmerk ramkeil 
Aftronomen» Ohne Anfangs irgend eine Hypo* 
'e über die Natur der Bahn zu machen» geht 
:9ndrt von den allgemeinen Difterenlial - Glei* 
ngen für die Bewegung cinea Körpers in einem 
;eltcbnitte aua» und nimmt nur das an, dafs dio 
»bacbtungen » welche zur Bahn • Beftimnmng be* 
£t werden» nicht über t$ «^ 20 Tage von ein« 
ier entfernt find » um beym Ausdruck der Coor» 
tMk Gofu XXiU. B. tßit^ I dina- 



I 



1 1 8 MonaÜ. arirefp. Uli. FEBKUfilL ' .7. T 

dinaten durch Fupctionen!: der Zeit ^ .alle Boitfnsei^ 
jderfelben über die dritte vernacblä fügen %vl könojQO^ , 
Nun wird der beobachtete Ort dea.Conie|eo,d«t9A 
dleCelben CoordinateA gegeben» und dann dua daif 
Combination und Entwickelung diefer GleichungVI 
suletzt z wey Formehi erhalten^, vra.bloa dicjDUtiii* 
zen des Cometen von Sonne und Erde als unbetaiw/ 
le Groben vorkommen. Die Elimination führt aif 
eine Gleichung des fiebenten Grades ; allein .wird 414 
parabolifche Hjpothefe. eingeführt» (o iil die'FJmk 
Gleichung nur des fechften Grades; deren Aiiflöbi«! 
übrigens durch die«, für die darasa zu focfaeiide um 
bekannte Gröfse, angegebenen GretfzeHi.erteicbteft 
wird. Eine Anwendung auf den erften ConraleA 
von 180$ gab dem VerfalTer nach fpäterhin'i}el6giB9^ 
beit , diefe Methode wefentUcb zn veobefljera^h^uflb 
die Beßimmunguer übrigen Elemente # uQddie'BgSt 
geln die Zeit des Pcriheliums, die Richtung ffesLani 
fes zu finden , undilieEntCcheldung über den aaCodiff 
nieder fteigenden Knoten, und mitPracifion und EU 
gauz gegeben» fo dafs der ganzen DarfteUangiicio 
vorzüglicher practifcher und theorctifcber Werth 
wohl nicht abzufprechenr ift. Allein allemal ttSodör 
ten wir doch der, durch fo viele gelungene ^ahn« 
Beftimmungen , lehr bewährten Olberfchen^ Me- 
thode fowohl in Hinficht der Leichtigkeit als Sichef* 
helt der Berechnung den Vorzug einräumen. .. 

Sehr merkwürdig ift das hier von Legendn ge- 
gebene Verfahren , aus einer Reihe von Gleichungei^ 
deren Zahl gröfser ift» als die darin vorkommendeft ' 
unbekannten Gröfsen, die wahrJcheinUchJienVim» 
the für diefe an beftimmen. Man wird dies erbat 

tCDf 



IX. Vierfueh einer gpJclüchtL Darflttlung ete. i x^ 

h , wenn die Summe der Quadrate der Fehler su e«^ 
>ni Minimogemacht wird» und hiernach giebt auch 
egendre dierer Methode den Namen , Metkodt düS 
oindres earres^ ' So "wetiig et zu Idugueu ift» dab 
tzterer der erfte war, welcher dlefes Verfahren buc 
ientlicben Bckafintrchaft gebracht hat« fo gewih "* 
kes doch auch» dab Gaujs dicre Methode» weU 
[le er ün letzten Abfcbnitt feiner TheoritkfHolus ete% 
ich auf eine ganz eigenihüaiUcIie Art dargeßellt 
nd erwiel'en hat» Cchon. feit dem Jalue .1.795. bey 
Binen Rechnungeiitbrauchtei Ueberhattpt verdient 
iai merkiYÜrdige Zufammentreffen der Arbeiten dle^ 
er beyden berühmten Gebmeter Wohl einer ßemcf^ 
iung^: Häiißg war dies bey höhern arilhmetifchetl 
Jnteffiitbnngen der Fall; dann eben fo bcy der von 
Le Gentb^e httzMs gegebenen Abhandlung für iai 
^anß:0nda?Ues eUiptifjfuej f ein Feld» was Grv/s L'bcn* 
falls beflirb^itet hat» und endlich bey dem meiKwür» 
ligen Sat2 .der kleinßen Quadrate. Ganz neuerlich 
lat noch Gaufs diefee Verfahren durch eine damit 
in Verbindung gebrachte fahr elegante .£liu:i na tioni« 
Melhoiie ungemein vereinfacht. 

J^lit Darfiellung einer vcrbefferten « wenn auch 
gerade lucht wefeotlioh neuen Methode ^ Conieicn« 
Bahnen zu beltimmcn» berchäfti<i;t fich Bjtrvkhardt 
in der oben erwähnten Prcififchrift. Im Grunde ili 
es die fehr bekannte indirecte Methode» dlj aber 
durch Anwendung des fchönen OLberjchctt I.elir* 
fatzes » der das Verhältnifs der bey den Abüüntlc des 
Copieten giebt , und durch einen ungemein f^eicljinei" 
digeti Ausdruck der JLambcrtfchen Formel ftlr iM^ 
Zeit» in welcher ein Comet einen |)ar'aboUrchea 
Seciox durchläuft! eine grolere Leichti^^keit erbab 

1 i Uu 



j20 UanaÜ. Correfp. igti. FEBRÜAIL - . : 

ten hat. Eine zum Theil eigetitfaümliclie Methode^ 
die Bahn eines Cometen durch Projection su finden^ 
bat neuerlich Schubert gegeben. 

Die in analytifcher Hin ficht nicht wenig fchwiis- 
xige Aufgabe» die wahre Anomalie in einer von dcf 
I^arabel nicht fehr verfchledenen Bahn zu beftimmeoi 
vrard von Bejfel mit Erfolg bearbeitet. SpJIterfaia 
kam auch Gaufs in feiner Theoria motus auf diefett 
Giegenftand Kuräck» und gab da dievollßSndigeABf 
ii^fung auch iiir alle die fcfltnem.Fälleiy wo die^Et* ' 
eentricität nur Tehr wenig von der Einheft^veffehfoi 
den ift. Ueberhaupt enthält das letztere Werk:4eiM 
Menge eleganter Ent Wickelungen , wodurch die'Bdi 
ftimraung parabolifcher Elemente ungemeitf erlehdi* 
tert wirdi Wir möchten wohl glauben» d«Gi«aiee^ 
fte Beftimmung der Diftans des Cometen von dei 
Erde nach Olbers Methode, und dann der Gebr^nth 
der Gaujsifcften Formeln » zu Berechnung der äbri« 
gen Elemente, das leichtefte ift» was alle ComeleiH 
Theorien seither datboten. 

Im vierten Bande der Mic. eil. ift das IX. Bädi 
der Theorie der Cometen gewidmet; doch ift hie» 
nicht von Bahnbeftimmung» fondern nur von deren 
Störungen durch planetarifche Wirkungen ^le Reifen 
La Place entwickelt dort die allgemeine Mi^lhode» 
diefe Störungen zu beftimmen , und giebt dabiey tn^ 
gleich» w.eii auälytifche Integrationen nicht toi öglicfa 
find » das Verfahren an » wie durch mechanifche Qua* 
draturen die endlichen Werthe zu erhalten Qnd« 
Nur für den Fall» wo die grofse Entfernung des 
Cometen vom ßörenden Planeten die Annahmt ge« 
ftattet » dafs der Comet nach den gemeinfchaFtlicheü 

8ckwe^ 



IX. Verfuch riner gefihichü. DiMßdhmg ete. 121 

. Seh werpnnct der Sonne und des Planeten , mit der 
Summe der drey Maden angezogen wird, giebt die 
Analyfe eine ßrenge AuflöFung, 

Noch einige fahr fchäfzbare« vermifchte, pbj« 
fiCch-miltheniatirche Abbandlnngeh über Cometen, 
wrdanken wir dem um diefen l'heii der Aßronomie 
lehr verdienten Dr. Olbers. Seine finnreiche Ab- 
handluD^ über die Art» wie und wo Cometen anf- 
Sufuchen^find » verdiente mehr fiiidirt und beherzigt 
m ^nrerden » als es seither der Fall gewefcn zu fejn 
Icheiiit, Auf eine fehr elegante An befiimmt hier 
Otberj den Raum» in dem fich bey einer angenom« 
mencn mittlem Lichtftärke der Cohieten diefer befin* 
jjenmorstum fichtbar zu feyn, und findet» dafs zur 
Erfiillnng diefer Bedingung der Comet nicht ober- 
halb der Marabahn erfcheinen mufa. Wird diefe De* 
dingung mit der Avahrfcheinlichen Anzahl der jähr« 
Kch innerhalb der Mars -Bahn fich bewegenden Co- 
meten, mit der Dauer ihrer Sichtbarkeit über unfern 
Moriaont und mit den HinderuiiTen durch Mond* 
Ichein>» Dämmerung u. f. w. verbunden t fo folgt 
daraus, dafs ein Altronom, der fich mit Cometen* 
Anffachnng befchäftiget » die WahrfcheinlichkeiC 
hat» aller 20 — 25 Abende einen Cometen aufznfin* 
den. Allerdings kömmt es dabey wefcntlich auf die' 
Bekaontfchaft des Aftronoraen mit dem gefilmten 
Himmel und auf die Art der Auffuchung an » welche 
Olbers allemaHn der Nähe der Sonne und mit einem 
unachromatifchen Fernrohr aus freyer Han4 vorw 
ZQnehmen anräth^ 

Eine ähnliche üoterFuchung hat Olbers über die 
Frage «ngeftellt» ob es wahrfcheinlich (ey, dafa 



i 

jPatigoj wirklich dnen Cometen TOT der^onnegf^ 

fehen Imbe. Mechain und mehrere andere AftrOQO- 

men h'ätten grofse Zweifel gegen diefe Beobachiungh 

und nach Olbers Entwickelung zeigt ea (ich «Her« 

dinga« dafs eine foiche Erfcheinaug zwar Cehriiidf« 

licht allein nur wenig wahTfcheiniich ift. Von 464 

G6meten» die duich ihren innerhalb der Erdbahn gerf 

legenenGnotea geben, kann, derWahrfcheiulicbkeif 

yiach, nur einer auf die Sonneufcheibe treffen; und 

^ird dann ferner die jährliche Zahl der Comclen 

und die dabey nothwendige Bedingung ihrer £le« 

iDcnte in Betrachtung gezogen , (o findel-Ctftoii 

daCs eine foiche Erfcheinung, nach den GefeliteA det 

Wahrfcheinlicbkeit » aller 32? Jahre nur eimual §jü^ 

^en werden kann« 

Am iutcreilarueßeu für Aftronomen und Nidlt^ 
Afironomeü', find aber unftreitig die gan« uenerlk 
chen Unterruchu^gen deHelbeu Verfaflera übe^ diu 
Möglichkeit» dafs ein Comet mit der Erde 9Braa<« 
jxlenßofsen köjHie«. Schon foit mehr ab hundert Jak*' 
xen hatdicfer Gegeußand Mathemaliker beFchiUcigel» 
und oft das grdfsere Publicum beängdiget» weao 
die Meinungen jener bejahend für 'eine foiche Mög« 
lichkeit anafielen, UaHey ^ PVhifiQii^ Heju^ M^H* 
-pertvis und Lainhert unter fachten die WahrCchMiv» 
lichkeit und Wirkungen einea folcheo ZaEammenw 
tieflena. doch ebne gerade die Frage auf eine fehr 
mathematifche Art zu behandeln. Mehv gefcbah diea 
von Lalattde und haup.L fachlich von Z)m Sejour^ der 
aus einer weitläufigen analytifchen Diacuffiond^o 
Schlufs zog » dafs «-war das Zufami^entrefira eiaea Co< 
aaeteuuut djarEorde nicht abfolut unuiögjicb>.«bei;üft 

uaw«h^ 



IX. Ferfitcb einer geJckichU.DarßcUtmgite. 123 

ntwahrfcheinlicb Cey» dafs man das Unendliche f^e^en 
^Eitts wietten könne, ein folches lüroigniffl werde nit 
itatc finden. Allein Du Scjcnrs Analyfc war irrig; 
diea zeigt Olbers^ der nach cinerrichtigern Methode 
Dod mit -Zuziehung der wahTrch<;iidi4:h(len Arinahme 
über die Bahn der Conietciv und deren tirüFse fiii» 
det, dafs von 439 Millionen Cometen, -welche der 
Sonne näher kommen als die Erde, den Kegeln der 
iVahrfcheinlichkcit zu Folge, einer mit diefur znram« 
nen treifen wird. Olbers nimmt aii , dab iiR Dnrcli* 
[chnitt alle Jahre wenigßens zwey Cometen zu ihrer 
innerhalb der Erdbahn gelegenen Sonnen - Nähe kom- 
men, und dafs alfo hiernach in 220 Millionen Jahren 
einmal das Zufammenßorsen eines Cometen mit der 
Erde (tatt finden kann. Da die Atmosphäre des 
Cometen immer weit ausgedehnter als der Kern ift, 
Id unCerfucht Olbers diefcn Fall befonders , und fin« 
det unter der Annahme, dals im mittlem Durch* 
(cbnitt der HalbmcIIer einer folchen Atmosphäre 
ZZ 6 Erdhalbmeil'er, die WahrCcheiuIichkeit einer 
Berührung mit diel'er für 8-^9 Millionen Jahre. Da 
es übrigens ans den fortgefetzten l>eobachtuiigcn von 
Schröter t Herjcliel und Olbers immer wahrfchein- 
licher Avird,' dafs die allermeiiten Comeien weder 
einen feften Kern» noch irgcn«l eine bedeutende T^IaC- 
Te haben » wie fich dies bey dem von 1770 ganz be* 
Itimmt zeigte, indem diefer in einer felir grofsen 
ILrdnähe, eben fo wenig auf diefe, als auf <lie Jupi- 
ters- Satelliten, deren ganzes Syftem er durchlief, den 
mindefien fiörenden Einflufs liatlo, fo AVÜrden felbfl 
noch bey einer weit gröCsern Aniiähcruug eines Co- 
meten an die Erde» bey wciieui nicht die fcbreck- 

lichen » 



124 Afonotf. Contfp» ign. FEBRUAK 

Ucheo« zerftcllreoden WirKungen ßatt Rndeifkt^^ vrk 
üevanHalley^ fVhi/iof4^9 Maup^rtuis and Lal i fp A t 
dargeftelU worden Und, Fand fchou , wie cyi iBa«^ 
che geologifche JErtcheinungen nicht uuwabrMbeiir 
lieh machen » ia frühern Epochen ein folchea Zuümt 
oaenftofsen einmal ftatt« fo ift eine ähnliche Cefahi> 
noch wei( eatfernter^ d^ren Mügiichkeit dann wirk- 
lich für ein Unsudüch kleines angegebea werdea 
kann« 

£inii hohe « hejnahe vollendete An^bildung e^ 
hielt im Lanfe diefea Jahrhunderts die Theorie nn* 
feres altern Planeten •iSyftems^ Das fchwierlge« fait 
■wey Jahrtaufend^n hearheitete Problem« dep.Ort 
diefer Himmelskörper für jeden Zeitpqnct beßimmeft 
zu können, iß nun gelüft. Mit gleicher JLoicbU^ 
keit geht jet^t der Aftronom auf den Zußaud dei 
Dinge in frühem Jahrhunderten surücH» als er foi 
künftige den I^anf der Planeten unwande/ihar be* 
ftimoit^ Nur durch Vereinigung vieler Talcqle honqr 
te es gelingen, denQiptelzu erreichen « auf welchem 
die Wiffenfchaft jetzt ftebt. BeAimmung der bawar 
genden Kräfte^ denen« vermöge eines aUgemetQSA 
Naturgefetzes « alle Himmelskörper unterworfen fiodi 
mufste voraus gehen; genaue Beobachtung der £^ 
Ccheinungen war zu firforfcbung der Conftanfm 
notbwepdig, und ans einer Verbinduug der ThfiQris 
mit der Erfahrung« tuufsten eudlich leue^ oder mit 
andern Worten • die Elemente der Visuetenb^boM 
entwickelt werden. Auch di« gefchichtUcbeOlK^ 
ftellung mu(9 in diefer ^Reihenfolge dfir B^arbtituii^ 
bleiben und hiernach vorausfchicken %, wiA uofert 
beuilgen Planeten - Elemente begründ^^it . 

Frank« 



IX. VnJiUheinirgefchkhH.DßtflMinff'ßte. 125 

•^ Franlireieh tueid England» tbeilen Geh in dts Ver» 
dienft diefer BegrüAdtttig ; denn der Mechanik de* 
Himmelt you Laplace^ ntid den Greenwicher Beob« 
Achtungen von BradUy und Ma^kelyne^ verdanken 
wir die heutige auagebildete Kenntnib unCeres Son* 
oen-Syfteraa* 

Aus Nciotons grobem Geifte gleng der richtige 
^egriff des Welt- Syftema auerft hervor, und fcb5ne 
Materialien, zu einer vollendeten Oarßellung dea Gan* 
Ben, lieferten in der zweyten Hälfte des verfioffenen 
Jahrhunderts die Arbeiten von Clairaut^ d' Atemhert$^ 
Muier und Lagrange, Aber zerftrent waren diefe 
Arbeiten in academifchen Schriften» und iColirt nut 
Imaier auf einen Gegenftand gerichtet ; grofse ^ü* 
cken lagen unbearbeitet daavvifchen» und einleiten« 
der Fäden war nicht vorhanden. Kraft jßnd Talent 
■u neuer Bearbeitupg des vernachläffigten , und phi« 
lorophircher Geiß zu Verkettung der vorhandenen 
Materialien und 9ur Verbindung au einem Ganzen t 
wurde erfordert, um ein Werk zu liefern« was die 
Säcular-FortfcbTitte im höchßen uienfchlichen Wif- 
(en enthielt , und fo würdig Avar die Bahn zu vol* 
lenden , die jene« Britten unßerbliche Frincipia bra* 
eben. Nur ein Laphce^t der feit 40 Jahren die Ge- 
fetze der hiiumlifchen Bewegungen erforfcht^ der 
jeden Theil des WeltSjßema felbß beurbelt^te und 
mit neuen Entdeckungen bereicherte« konnte den 
Gedanken eines (otchen Werks faffen, und zuni Glück 
für die Wiffenfchaft that er es^ ü^ine merkwürdig« 
Verbindung des Ganzen mit ^llen einzelnen Theilen 
herrscht in diefer ausgedehnten Arbeit ; a^us gegebe* 

neu Kräfun dat VerhXttnif^i der r^fultureuden Bewe» 

gun« 



126 Bhnaa. Conrefp igit. FEBROJtE^ .. 

glingen sn beQimmen, das NatnrgerctB..«i' erfbr« 
(chen 9 WSLS den beobachteten' Lanf der Himm^Ii" 
Itörper %n bewirken vermag, to die Kraft derSchw» 
re , als nothwendige Folge der Erfchetnungen daf- 
KQftellen , and dann mit diefer in die yerborgenftea 
GeheimnilTe der Natur za dringen, EXcheinungeo 
tmd Folgen abzuleiten, die noch keine Beobachtang 
nnd Erfabning. gab, d^s thai Laplace^ und das iS 
der Gegenltand der Mechanik des Himmels, 

Der Anfang diefes Mei(ter\verks gehört dem tö* 
Tigen Jahrhundert , dcilen Vollendung dem jelzigei 
an. Der Reicbthum des Inhalts macht auch eine 
blofse Skizze deilciben, 'für den Zweck' einer g^ 
i'chichtlichen DardeHung nnmöglich; aliein mrenig* 
fteiis einen Be^rilf von dem Plane des Werks sn ge- 
ben, halten Avir für Pflicht , da es jedem Frennde 
der WilTou [chatten crwiinfcht feyn mufs, von dem 
höchften, was Vereinigung von Analyfe und Stem- 
liundo lieferte, eine wenn auch nur fragmentarifcks . 
Uehenicht tu erhalten. * 

Der allgemeinen Theorie find ^ebejdenerftcB 
Baude, der VervoUkomninns aßronoraifchcr Tafeln 
die letzten gewidmet. Durch Voransfchikuag dei 
GtTetze der Bewt^^un^en im Verhähnifs wirkender 
ürUfte, in das Werk zu einem für fich befteheaden 
Ganzen geAvorden. Diefe Gefetze werden mit den 



beobachteten hiuimüfchen Bewegungen verglichen, 
und daraus ohne irgend eineHypothefe, einaig durch 
eine Reihe geometrifcber SchlüÜe, das Gefeu der 
allgemeinen Gravitation in directem Verhähnifs der 
Maflen und umgehehrten des Quadrats dec*£ntfev* 
nungen, als das einzige, was jene Erfchcmong da^ 

aoßel- 






IX. VnfuiA iimr gtfckLIilL DarßelliMg etc. I2j 

fiellen Terniag, gefolgert« ' Auf dicfcs ^yerde» dio 
ricbuogcn für rein eliiptircbe Beurgung gegrün- 
:, nnd dann bey einer zwcytcn Approximaiipo 
Glieder entwickelt, welche hinzu kommen rauf- 
, um die relativen ße^veguugen eines ge^enfeitig 
1 attrahirenden Syllems von Körpern auszudrü« 
in« Von die [er Anfangs nur aut die Bewegung 
- Sch^verpnncte befchränkteu Beftirnnrnng« gebt 
place auf die Untcri'uchung über GcIUlt der Hiin. 
Iskörper als Function der llotaiion und Denfitä^p 
A auf die fo fcbwierigc Attraction der Spbäroident 
er. Die directe und einfache Art, wie die fe Theo* 
, welche nnßreitig eine der abftracteßen der gan* 
;i pbjGfchen Aftroiipmie iii, hier durch blolse 
i£ercntiationen einer einzigen Fundamental* Gl ei«, 
ung hergeleitet wird , iß gewifs eine der ailermerk- 
ürdigften aualytifchen Operationen. l\ine eigen» 
ümlicbe AnaiyCe giebt die allgemeinen Ausdrücke 
r.BewQgung, Geftalt der Himmelskörper und die 
xillationen ihrer fluni gen Umgebungen , und aus 
efen die Erklärung aller Eri'cbeinuiigen der Ebbe 
u\ Fiuih, der elliptirchen Geßalt der Erde. derVur- 
ickUng der I>^achtgleicben, der Libration des Mon* 
;Sa der Geftalt und der liotation der Satnrns-llia* 
s und ihrer Permanenz in der Ebene feines Aequa« 
»rs« 

Die numerifcben Entwickelungen der Störun^ 
>n ailler einzelnen Planeten , nebft der vollftändigen 
heorie des Mondes, enthliU der dritte Band , und 
er vierte giebt, aufser den Störungen der Jupiters* 
atelliteo und der Comoten , noch eine ganz voll* 
iUidigeiuialylifchc Theorie der Strahlenbrechung, aU 

• eines 



128^ Monaü, CorreJp.tgiL FEBRUAIL 

•ine« Elementes« ^vasanf die Genanigiceit aller aftnn 
iiomifchen Beobachtungen dea wefentlichften £iii* 
flult hat. 

AUeiri zur wirklichen Beßimninng derFlaheMih 
bahnen find alte diefe theoretiCchen Entwickelaa« 
fccii noch nicht hinlänglich» indem durch die dop« 
pelte Integration der drey Fundamental- GKeichva- 
fi,nn fiir die elliptifche Bewegung fecht willkührlicha 
<«oiiüanien, die wir Elemente der Bahn nenneoi 
•in(;ei'iihrt werden, und die nur auaBeobachtangea 
bc*lliiiinit werden können , da wir die Bedingungen 
der Initial -Bewegung nirbt kennen. 

Dals aber zu diefer Beftimmung die GreenwK 
rhrr Beobachtungen von Bradley^ ^^'fi und üfaf- 
A#/>//ft tili' "un eine ununterbrochene Folge tro^^ 
00 luliren uiufaiTen» vor allen andern den Vorang 
\ifrdimit*n» darüber ßnd die Äftronomen aller Natio* 
n<tu oinvtM banden, fo dafs unfere heutigen Sonnen- 
MontU- und Planeten -Tafeln auch faft eioaüg und 
an«MilirlHtfiui auf diefen beruhen. 

W't'iiu La Place durch r#une ungemein Tchönen 
lliporctirchen Ent Wickelungen den Weg begründete^ 
unt' dem zu einer genauen Kcnntnifa planet an (eher 
Bewegungen zu gelangen iß , fo gebührt dagegen den 
Allronomen unfrer Zeit das Verdienft, mit angeftreng- 
irr Thätigkeit die Anwendung davon gemad^t« nni 
Idlion im Laufe diefes Jahrhunderte beynahe «qf al* 
Iti Körper unferes Sonnen- Syftems ausgedehnt an> 
haben. Drey der erßen jetztleb^nden Aftroqomen, 
J*iazzi^ v^Zach und Delambn;^ befch^ftigten Geh 
mit der Theorie des Sonnen- Laufes, und neue ve^ 
bcilerte Tafeln dafür gaben die beydea }eCM«m In 

den 



IX. VnfuchehUrgefilnchtLjDarflilhmgetc. 12^ 



m Jahren 1804 nnd igo; herana. Die hej den fiU 
m Soiinentafeln noch auf 17-— 1$' gehendenFeh^ 
r nnd die von Laplace vollftändiger entwfckelteal 
lörnngs- Gleichungen .waren hinlänglicher Otundb 
n eine neue Bearbeitung diefer Theorie zu veran* 
flen» Ziemlich gleichseitig befchäftigten ßch Jena 
ftronomenmlt verbelTerten Elementen der Erdbahn, 
id wie viel Zutrauen diefe verdienen, he weifst die 
ebereiridimmung ihrer Rffultate, welche wir hier 
Igen lallen : 



atzt 
Zach 
flmnbre 



Epoche.. 
Falerino 
1805 



Apog. X805 



9 
9 



Mot. 
«nn. 



9^9* 39' 43/00,9* 9* 3+' 31/5 
9 39 41» 03,3 9 34 I3> i 62, 
9 39 40. oö|3 9 34, 13. o\62. 



63/2 
o 
o 



Gri^rsto Mic- 

teipuiicts- 

Gleichun^ 

1 55 271 . 8i 
I 55 26, 00 



i*Mi 



Schiefe 

der 
Ecliptik 



Jfihrl. 
Aender. 



atzi 



U3*i7' 5<?/oo 

Zach 23 27 56, 65 
ilambr§\^^ 2% 57» oo 



0/443 
o> 520 

o. 5*« 



Bewegung 
in 100 Jaluen 



o« o' 45' 51/59 
o o 45 48> 00 
o o 45 45* 00 



l!)iain. 

in der 
mittlerii 
i)i(lanE 

32 O, go 
^^ 3* 29 



Ans beynahe 2000 Beobdchttliigen beftimmtd 
^elamhrt die Elemente» die feinen neuta Sonnen« 
afetn znm Grunde liegen ».und Welche fich nuY 
enig von Teinen frühern entfernen^ Die Epochd 
in 17^2 gründet lieh auf 720 BradUy*fche Sonnen« 
»obachtungen , die von igoi auf 400 Green wiehet 
id Parifer Meridian -Dntchgänge und auf vier von 
)elanibre durch mehrere hundert Beobachtungen 
^ftimmte Aeqninoctten. Die Correctionen der frü* 
*m Elemente folgten daraus für die Epoche von 
loo -«« i»'3f Apogfium •** s' und der Sficular^^Be^ 

^vegun^ 



i. M... C^fTifp. igii. FBERUjilL 

., — :c\ Delambre benutzte zii;;leich auch 

if-». «cstv ^.-*2iiglicher Beobachtungen mit zu Be- 
ij^^^.12^- i*?" Coefficienten der von Venus, Man 
»mr ir hangenden Störungen» und hiernach 
A* f— i:^* it^Ter Himmelskörper feibft. Vorzüglich 
•^ \:-^ -'• i Venus gewährt diefe Art von Beftim- 
_...j jTf^r Oenanigkeit als jede andere, und dil 
*-■ -^ .c.i'J-^*« llefultate die für 

flirte» *M * * * • ^ ^v 

Mars-Maffe r= jyzrjjro 
Vcnus-Maffe =i sz^^rs 
r^-.f?» wüllcn unßrcitig als die znverlärfiglten jetzt 
^, .a. Auf dcmfelben Wege hatte fchon frühei 
•: tur die Venus -MalTe^T^'j'j-j- gefunden. Aas 
tivUiellcn PlazzifclieD Beftimmungen für Prac- 
^.^ ^»;) uuil Abnahme der Schiefe der Ecilptilct er* 
V ^..ou wir 

^ .iihe» die jedoch beyde gleich unwahrfcheinlidi 

^ ** %% 

\\ io iKiht^ die llefultate des Freyherrh t)dn ZäeK 
^»ii »Uli i.)<'litinhvcfchcn harmoniren » haben Avir pben 
v«w*««'U( • h» diils allemal die aus beyden Tafeln be* 
w%h»u'itMi Süniioiiörier fehr naheidentifch feynwer* 
^Umi. Alloiii iiiauchos cigenthümliche, was die Ta* 
\.iii\uii Dchimbro in Hinfi^ht der Formation der 
i j.Hihni, th^r Slöiiingsgleichungen und der Darfiel- 
^iiiiy ih'i /.(ii:>li>i4:hung haben, verdient als neu tind 
^.M.u^luli hit!r noch einer befondern Erwähnung. 
IM«' I |niihrii lintl iiir alle einzelne Jahre von J750 — 
,^,...., iiud tl.iiin noch die Bewegung der Sonnenebft 
di II MoiitU|;s- Ar|;umcntea für jede hundert Jahr von 

)6oo 



IX* Verfmh . eintr g^chichiU DarfteUang '^c. 1 3 ji 

60.0 Jahre vor .unfexer. Zeitrechnung bie iooO'J^U' 

.ach dicfer gegebeiiqn* fu dafs man Uamit imd mit 

^Ziehung zwej kleiner Supplementär- Tafeln die 

Spochen für -10,000 Jahre vor oder nach unferer Zelt* 

rechnuiig» iaiinec durch eine einfache Addition von 

iwey höchftena drey Zeilen erhalten kann. Zum 

Behuf der Störungen lind nicht« wie gcwöhnlkh« 

deren Argumente felbß » fondern mit Auinahme der 

Uonda- Gleichung» (für die hier zum erftcnmaUwie 

es feyn folL» die wahre i£longation gegcbeti wird) 

die beliocentrifchen Längen der ßürendeiLi'laMteil 

gegeben. Durch diefo Einrichtung wurde es miögt 

lieh »-alle StöruBgen delleiben Fla ueceA in- ei^ier Tafel 

Bit doppelten Liog^ngen zu vereinigen , Tq daf^i^j^n 

hier ohne-der Formation einea Arguments zu- bedür* 

fen* fämiDitliche Ungleichheiten eines 60 nnen-^Ori-ea 

aus 7 Tafeln Erhält, ßatt dafs mau deren ,:.uacb dec 

gewöhnlichen Mctbode» einige zwanzig • bedarf» 

Die erde B^erechnnng diefcr Tafein iil freylich fe)ti? 

mühfam 9 allein dann iür den Aitrononienfebr -b^ 

quem. Doch glauLcn wir, dafd dicfe An der D^r? 

ftellung nur für kleine Störungen gebraucht werden 

kann* weil für den Fall« dals man mehrere grofse 

Glieder in einer Tafel vereinigen wollte, diefc ent« 

weder eine fclir grolse Ausdehnung erhalten müfäte» 

oderallzumühfanje Interpolationen erfordern würde» 

Wir können nnCere eigene Erfahrung hierüber au* 

führen t indem wir bey dem Vetlnch die Störungen 

des Mars durch Jupiter, und die des Uranus durch 

Saturn auf diefe Art darzuftellen , uns Überzeugtjen, 

dafs beyde Tafeln minder bequem für den Gebrauch 

gewefea feyn würden, als die einzelnen für jedes 

Slö- 



11% Monaü. Corrtfp. igiu FkBRUJtL ^ 

Scöningf- Argument. Die rortli€tlhaftefteAeiidenni| 
bat die Zeitgleichnng erhalten . ivelche IMmmin 
durch eine fehr glückliche TransFonnatioa gam aai 
Fanction der mittlem Länge geouGht und hienuch 
(mit Attinahme der kleinen Störunga - Gieichnogea) 
in einer Tafel dargeßeUt hat , ftatt dafa tonft srraf 
und der wahre Sonnen - Ort darxo erforderlich yn^ 
ren. Anch iß Fowohl in diefen ala den v. ZmM* 
feken Sonnen - Tafeln , zum erftenmal aof die dard 
Gravitation der Planeten auf die Erde ÜsU findenda 
Breite oder Abweichung von der Ecliptik ttic Ruck* 
ficht genommen worden. 

Ganz neuerlich hat der Freylierv von Zath i» 
Florens Tables abregies et portuiifcs d» Sokd her» 
ausgegeben t die ganz auf denfelben Elementen« wU 
feiuegrörsern vom Jahre 1804, beruhen; allem duck 
eine-eigenihümliche Darßellung der Epochen« dai 
Mittelpnncta- Gleichung und der Stdmngen auf den 
kleinen Raum von ig Octav- Seiten suCammen g^ 
drängt find, und fich hiornach ganz votBÜglich ffif 
reifende Beobachter fchicken. 

Ein fehr wefentlichei Element für Tbebrie dar 
Sonne iß deren Durchmeffer, und anfaer den obigen 
Angaben von Fiazzi^ Zach und Delamhr^^ befchlf- 
tigten (ich noch in gegenwärtigen Jahrhundert udt 
deflen Beftimmung, ^ueiiot und Littn}U> aus eig^ 
nen , und wir aus Greenwicher Beobachtnngeii» 
Mittclft einea Refiexiona • Kreifea fand ptienof aw 
1000 Beobachtucgen den DurchmeDer in' der mitt- 
lem DiUanz 32,' 0/3, und Littrow aua a47Di|rtEfr 
laugazciten 52' 1/96» 



IX. Verfuch einer gefchichtU DarfleUuf^ etc. 133 

Anomalien, welche wir in einzelnen Refultaten 
Seienden, veranlafstien uns zueiner ziemlich umßänd- 
^' Itcben Uriterfuchung über diefen Gegenitand ; nnfere 
Jr-;-Final-ßeftimmungen , welche fieli , auf ssjährige 
.■:.£reen wicher Beobachtungen gründep, waren fol- 

K* i) 2034 Durchgänge am PalTagen-In- * 

ftrunient gaben ^den Aequatorial- 
Halbmeffer • . t6* o/cc 

' 2) 2026 beobachtete Zenith-Dißanzen 

^ den Polar -Halbmeffer .* • • , \ 16' 2/91 

Die Anomalien f deren wir vorher erwähnten, be-/ 
^1 lUnden theiU in einer fuccerfiven jährlichen Abnah* 
- me des Sonnen- Halbmeilers, dann in einer ziemlich 
L ^xegelmäfsigen periodifchen Aenderuug und endlich 
;' in der merklicheh Differenz der Horizontal - und Ver* 

tical - Halbmeiler. 

• •• • 

'. ■ Greenivichet JBeoha&ktungen 

von 1765 — 76 gaben HalbmefTer . . 96i,*66 

, ^ — 1776 — 87 . • . ^ 960, 22 

■ — 1787 — 98 . .' 95-9» 77 

nnd biernaeh eine merkliche Abnahme in dem kur- 
zen Zeiträume von 33 'Jahren ; ungern wird irgend 
ein Aftronom diefe Abnahme für reell halten, und 
uns fchien es «. als ßefse lieh vielleicht diefe Erfchfil« 
nung aus einer durch langjährige Beobachtung her* 
beygeführten rucceffivei) Abdumpfung des Auges ge- 
gen die Sonoeoftrahlen erklären. ' 
> . Noch räthfelhaftcr find di6 jäfirlicheri periodi« 
fcben Aenderungep » vermöge deren fich die Mäxima 
, . JKion.Corr,XXULB.iQtu K der 



134 MIonatL Correfp. igu. FEBRUAIL 

der Halbmefler in den Monaten März « April , Sep 
tember, October, die Minima dagegen im Juninl« 
Julins» Decemberund Januar zeigten. Wir irerfuclh 
ten diefe Differenz, welche i»'35 betrag» aai der 
Configuration des Sonnenkörpers zu erklären« In 
Verbindung mit der Lage des Sonnen - Aequators , e^ 
gab (ich daraus eine Aequatorial-Abplattungvo» ^ifi 
die Differenz der Horizontal - und Vertical-Halbroet 
fer, welche fchon früher von Uerfchel^ Wurmt 
Fiazzi und andern aus Beobachtungen wahrgenom* . 
xnen worden war» giebt im gleichen Sinn eine Ab- 
plattung von ^f^. Wenn auch diefe Refnltate fich 
gegenfeitig zu beRätigen fcheinen , fo ift doch eine 
folche Geffalt des Sonnenkörpers allen . bekannten 
Naturgefetzen zu fehr entgegen, als dafs wir nicht 
irgend eine Täufchung als den Grund jener ErfchcU 
nungen annehmen möchten. 

Delamhre fuchte die Differenz der beobachtelfft 
Horizontal- und Vertical - Halbmeffer aus der bcy 
letztem vernachläffigten Dicke des Hprizontal-F» 
dens zu erklären. 

Durch einen neuen Venus - Vorübergang konnte 
freylich im Laufe diefes Jahrhunderts die Sonnen* 
Parallaxe keine Beftätignng erhalten/ allein AoxA 
eine mehr ausgebildete Monds - Theorie gefchah diel. Ji. 
Die fogenannte parallactifche Ungleiehheit ift mit 
Function der Sonnen- Parallaxe und die Wichtigkeit Ik 
der Gleichung in diefer Hiniicht» hatte -X«a Flact* 
veranlafst, bey Entwickelung des Cbefficienten dt- 
für bis auf die Gröfsen fünfter Ordnung Rückfidlt 
zu nehmen. Die Vergleichung des theoretifchctt 
Refultats mit dem von Bürg aus Beobachtungen ge* 

■ ■ f an- 



IX. Verfucheifiä^grfchichÜ.DarfieUungitc. X35 

; ^andenen» glebtfürdzeSopn^n-]ParalIaxe 8/56. Die 
z letzten Venus- Vorübergänge gaben nach den wahr* 
K ' fcheinlichften Refultaten 8/5 '— 8»''8» und in Zaeh 
und JDelambre nahn^en dafür in ihren neuen Son« 
nen- Tafeln 8/7 und 8/8 an. Eine kleine Unge^ 
vrifsheit bleibt über diefea wichtige Element noch 
immer zurück, und -wünfchenswerth ift)e«» dafs 
'xnan das gewohnliehe Verfahren » die ErdmalTe aus 
der Sonnen • Parallaxe zu beftimmeni umwenden» 
K' jene auf einen andern Weg erforfchen und dann dar* 
aus diefe entwickeln möge« ünfer Verfuch , dies aus 
den Störungen zu thun ^ die Venus von der Rtd.^ lei* 
det» gelang ^us Mangel an tauglichen Beobachtungen 
L - nicht, 

-^ . Durch eine befondere Combinatiön mehreret 

£~ Elemente» als Umlaufszeiten von Jupiter, Erde, 

Monds -Parallaxe etc» fachte Hauptmann Rhode dlo 

Hk. Sonnen- Parallaxe 'herzuleitejri» allein ein dabey zum 

-^ Grunde liegender Kreis machte "diefe ßeftimmun^ 

. - imbrauchban 

Mit Unterfuchungen über den Naturbau de« 
-3- Sonnenkörpers und deHen Atmosphä^re» haben (ich 
^ liauptfächlich Htrjchel^ Schröter und Fritjch be» 
^ fchäftiget/ Ein grofser Auffatz von erfterm:» über 
£t-.die Natur der Sonnen- Atmosphäre ^ der die RefuI« 
r Uite langjähriger ßeobaichtungen enthält» giebt eine 
9 Kleiige merkwürdiger Auffchlüffe über die äufsere 
■^ Cooformation unferes Central- Körpers. Scharffin* 
Xi\ge Vermuthungen über die wahrfcheinliche ürfa* 
: " che de3 SelbQleuchtens der Sonne » ftellte neuerlich 
:** "^OH SUberftein 9mU- * 

K Ä Nut 



136 onatU Correfpj^ lin. lEBKüAVi. 

Nur unbedeute^iid waren , wie wir oben gefo- 
hen haben, die Correctionen der Sonnen «Eleihent^ 
welche aus den neueßen Unterfüchungen darübet 
erhalten wurden; mehr war dies für die Theoriedes 
Mondes der Fall. Weit fchwieriger und mühfamer 
war die Bearbeitung diefes Satelliten der Erde, und 
nur einer fehr gelungenen Vereinigung von Theorie 
und Praxis , und einer grofsen Verrollkommung der 
Analyfe und der Beobachtungen konnte es gelhngen» 
etwas beHeres zu liefern, als die ziemlich lange un* 
verbeffert gebliebenen Mayer - Mqfojifchen Arbeiten 
waren. Den theoretifchen Theil bearbeitete La 
Place 9 den practifchen Bürg^ Bouvardund fp&teiy 
hin Burckhardt, und der Vereinigung diefer Mjlimet 
verdanken wir die Genauigkeit -unferer headgen 
Monds - Tafeln. 

Durch die ungeheuere Sonnen -Malle, und die 
Gröfse der Entfernung des Mondes von der Erde^ 
als feinen Central -Körper, erhält die Entwickelung 
der Moncls - Ungleichheiten eine Schwierigkeit, die 
bey allen andern altern Planeten nicht in gleichem 
Maafse fiatt findet. Die Störungen der elliptifcheii 
Mondsbewegungen durch die Sonne ßnd fo vielfecb 
und bedeutend , dafs es bey den dafür erhalte- 
nen yvenig convergirenden Reihen ganz ungemeia 
fchwierig ifl;, (ich in Hinßcht der grofsen Menge 
von Gliedern, die bey diefen Entwickelungen v<e^ 
^ nachläffiget werden müHen, zu verfichern , dafs de- 
ren Coeilicienten bey den fucceffiven IntegrAtiopen 
keinen bedeutenden Werth erhalten könnenir Doch 
ift dies nicht gerade für alle Theile der Monds -Sih 
wegungen , fohdein nur haiiptfächlich- für dic^ der 

'miu* 



/ 



IX. Vei^Jiu^h eimr gefchichtl, Darßelkmg efc^ 137 

- ' y 

mittlem Länge dir Fall, indem für die Breite und 
Parallaxe die Approximationen weit einfacher und 
genauer ßnd, fo dafs man es atich in unfern Zeiten 
vorgezogen hat, nut die Gleichungen der Länge tius 
^en Beobachtungen zu beltimmen, die der Breite 
und Parallaxe dagegen aus der Theorie zu nehmen. 

ßeft^ndig wird Mayer als der erfte Begründet 
der Monds -Theorie gelten, und auch feine Tafel- 
form , aus. der der wahre Mondsort durch fuccefßve 
VerbelTerungen gefunden wird, ift mit kleinen Ab- 
änderungen noch die heutige. , Die £nt\%ickelung 
der Monds - Längen Gleichungen in Reihen von 
Sinus und Cofinus , von Winkeln , die von den mitt* 
lern Bewegungen) von Soniie und Mond abhängen, 
i(k fo mülifam und wenig convergeht, d^fs auch 
La Place bey feinAr neuen Mondstheorie die mitt- 
lere Länge durch eine Function der wahren giebt» 
welche dann durch Reverfion der Reihen in den um- 
gekehrten Ausdruck verwandelt Avenden kann. Dafa 
die ganse Monds - Theorie noch eine andere Geßalt 
als ihre heutige erhalten möge, ift einer von de» 
Wünfchen , Avelchen- die Aftronomen an die Geome- 
ter zu machen haben. Wiederholte Aeufserungeo 
TOi> L'a Lande liefsen etwas ganz neues hierin von 
dem. bekannten Analyft Parceval erwarten, nnd 
man mufs es um To mehr beklagen , däfs feine Ar- 
beit nicht zur öifenjlicheii Bekanntfchaft gelangt ift, 
da es in der (^om d. f. iQoS hiefs: P arceval ha* 
hile giometre a termine une grande theorie analy- 
tique de la *lune , ou il donhera des formules exaetei 
d*u7i bien plus grand nomire d*iquations que dans 

Us'tables (^de Büyg^y 

Eine 



S38 ManatU Corrfifp. Wu ££BRE7ifR« ' 

Eine verbeiTerte Geiftalt hatteMnrch La Flaeit 
Arbeiten die Theorie des Mondes bekommen ; alUd» 
noch blieb für den rechnenden Aftronomendie gro> 
fse mit Ungeheuern numerifchen Entwickelangea 
verknüpfte Arbeit übrig, die Elemente der Monds« 
bahn und die Ungleichheiten der mittlem Langen 
aus den Beobachtungen zu beftimmen« Seit MaJ» 
fons Arbeiten hatte lieh die Zahl der letztern dnrch 
die ununterbrochen fortgefetzten Green wicher Beob- 
tungen bedeutend vermehrt, und dies mit deavoa 
JLa Place aufgefundenen Säculai' • Gleichungen für 
die Länge, das Apogaeum und den Monds - Knoten, 
liefs mit Grund hoiFen , nun beüere EUemente als dit 
vorhandenen herleiten , und dadurch die su Anfang 
diefes Jahrhunderts z\yirchen 30 -^ 5a! betragiendfein 
Fehler der Majfonfchen Monda» Tafeln welentlkfa 
vermindern zu können. 

« 

Faft unentbehrlich i(l für den heutigen ZnßtBd 
der Schifffahrt eine genaue Theorie des Mondes; 
und es war natürlich» dafs zAvey rivalifireade Natio« 
neti das Verdienll um deren Vervollkommung theilea 
würden- Der Londner Societät der Wiflenfchaften 
verdanken wir die erße Bearbeitung genauer Monds* 
Tafeln dinxch Tobias Mayer ^ u nd den doppelten Prd« 
isen des Parifer Inßituts , die noch weit volUkomm« 
nern Tafeln unferes Tob. Bürg. Leider hat Deutfch« 
land keine Seemacht, und fo dürfen wir eannfem 
deutfchen Inßituten gerade nicht zum Vorwurf lOi* 
chen, dafs einheimifches Talent nur durcl]^ Preiliit 
fremder Länder aufgereitzt und eroäuntert wurde« 

Im Jahre 179g fetzte das Farifer- Inftitut den e^ 
fien Preis auf die Befiimmung der Monds • Igpocbeii 

der 



IX. Verfuch einer geßhichtt. DarfieUung etc. I J9 

der naittlern Länge, des Apogäums und des Knotens ^ 
Die beiden Preisfchriftcn von Bürg und Bouvard 
erhieltcin jede den ganzen Preis. Aü^ einer grofsen 
Menge der ausgefuchteQen Beobachtungen batteii 
beyde Aftronom^u diefe Epochen auf eine völlig be- 
ficiedigende Art beftimmt , iind die Uebereinßimmung 
ihrer ReCultate fpraph ifür deren Richtigkeit. Doch 
gehen wir über diefen erften Preia fchneller hinweg,. 
da der Gegen ßand davon mehr dem vorigen als dem 
jetzigen Jahrhundert angehört« 

Bürg's Preis fchrift zeigte von fo einer Menge 
von Rechnungen uad Unter fachungen über Monds- 
Theorie» dafs man in Paris gleich damals die fehs 
gjegründete Hoffnung hegte , es müfst'en Heb darau« 
die vollltändigen Gleichungen für virahre Monds- Läa- 
ge. Breite und Parallaxe mit grofser Genauigkeit und 
VoIUiändigkeit herleiten laHen. So ^yurde denn im 
J^hre igoo als z.\Yeyte Preisaufg^be die Entwerfung 
Yoliftändiger Mondstafeln aufgegeben^ avo die.vph. 
Bürg bearbeiteten Tafeln alle Bedingungen fo voll* 
kommen, er füllten, da Cs ihm abermals ein doppelter 
freis von 12,000 Fr. zuerkannt wurde. 

nieCe Tafeln, die im Jahre igo6> zugleich mit 
X)ci<*wÄr<f'x SonÄen- Tafeln vom Bureau des longir^ 
tudes herausgegeben wurden, beruhen a^if einet 
Reihe von mehr als 3200 Mond^ -Beobachtungea» 
au« denen Bürg zu B^ßimmung aller Monds - Un- 
gleichheiten eben.fo viel Bedingungs - Gleichungen 
herleitete. Um einen Begriff von der ungeheuera 
Ausdehnung diefer Arbeit zu geben , bemerken wir» 
dafs. nach ein^c von Bürg in feiner Preisfcbrife ge- 
gebeaea Probe , die vöWge MUtbeilung diefer &:diiv> 

. ' gungs* 



^ 



140 ' monatt. Omrefp: liiu FEBRUJIL 

gtiTigs - Gleichungen den Raum von 1500 Seiten einge« 
noinmen haben würde ; Mayer hatte 14 Gleichungen 
in feinen Mondfitat'eln, Majfon 22, und jBiir«rnabm 
noch 6 anäere auf» >y eiche die Mayer f che Mondstheo- 
Tie ebent'allt» gab, und die mit Unrecht frühcfr ve^ 
nachläffiget worden waren. Jeder Coefficient die« 
fer Ungleichheiten wurde durch 9 — 1200 Beob* 
achtungen beftimmt, und blos für einen einzigen be- 
trug die Zahl der Beobachtungen nur 663. ' Bür^ 
überzeugte (ich im Laufe diefer Unterfuchnng , dafs 
bey der grofsen Menge vorzüglicher Beobachtungen, 
welche zu diefen Enlwickelungen angewandt wor- 
den wären, keine Ungleichheit, deren Coefiicient 
nur 2" betrug, unentdeckt bleiben könne, und dies 
'war es,. was ihn veranlafste, noch vieraehn andere 
aus Mayers Theorie folgende Ungleichheiten eben- 
falls in feine Rechnung mit aufzunehmen und deren 
Coefficienten zu beftimmen. Zwar entfprach der 
Erfolg der anfänglichen Erwartung, vielleicht noch 
einige bedeutende Gleichungen auf diefem Wege auf- 
zufinden, nicht, indem nur bey zweyen der Coef- 
ficient auf zwcySecunden gieng; allein allemal war 
das Refultat diefer Unterfuchnng aus dem Grunde 
lehr interelTant , weil man nun mit Sicherheil annch^ 
men kann, dafs in unfern heutigen Mondstafeln ir« 
gend eine bedeutende Gleichung nicht mehr fehlt 
Eine fonderbare Schwierigkeit, die ohne Hülfe 
der Analyfe fchwerlich hätte gelöfst werden kön- 
nen, bot fich bey Beftimmung der mittlern Bewe* 
gung dar. Zweyhundert Beobachtungen von Tlam* 
ßeed mit der Epoche von 1779 verglichen, gaben für 
die Mayer Jche Säcular • Bewegung eine Verminde- 
rung 



\ 



IX* Verfotch einer gefehichtt. Dar JleUung etc. 141 

Tung von 27,'6, ipU der Majfonfchen Epoche Ton 
1756^^ — 54/3 » and wurden Gree^iiicher Beobach- 
tungen von 1765 und 1766 mit andern in d^n Jahren 
1792 und 1793 >afammen geftellt, fo folgte diefe 
Correction -^ 66". Dafs diefe Differenzen nicht 
bloa durch eine Correction der mittlem Bewegung 
"weggefchaft werden konnten, lag am Tage, und 
'lange würde diefes Refultat der Beobachtung räih^ 
felhaft geblieben feyn, h'ätte nicht La Place bey t\•^ 
ner wiedcrhohlten Revilion feiner Monds - Theorie 
eine Gleichung vDn einer I84jährigen Periode gefun- 
den , deren Argument — (apog. 2) -4-^ß — 3 apog, 0) 
war, und deren ungemein kleiner Coefficient, der. 
ganz 7u vernachläffigen fehlen, durch den vermöge 
, zweymaliger Integration eingeführten Divifor von 
'0,00000616526 einen bedeutenden Werth erhielt. 
Allein die Function, welche aus der Theorie den 
Werth diefes Coefficienten gab, und die aus dem 
Product von vier Gröfsen befiand , war fo verwi- 
ekelt, däfs es La Place für weit vorzüglicher hielt, 
diefen blos aus den Beobachtungen zu beßimmen » 
und es wurden die voAier gefundenen Correctiönen 
der Epochen für 1691, 1756 und igoi benutzt um 
daraus nebft diefem Coefficienten (i4/'o) die Cor- 
rection, der £poche für 1750 und die Vern^nderung 
der mittlem Säcular- Bewegung herzuleiten. Man 
mufs diefe neue Gleichung und die damit verbun- 
denen ßeftimmungen, vermöge deren die aus einer 
grofsen Menge von Beobachtungen gefundenen Cor* 
rectionen der fechs Epochen von 1691 , 1756, 1766» 
^779» '789 und igor auf das vollkommenfte darge* 
fiellt werden , ' al^ wahren Gewinn für die Monds- . 
. / ' Theo- 



■i 



142 ÜMHitf. Cbnv/p. iga. FEBRUAR. 



Theorie anfehan, da äuGBerdem allemal -eine merk- 
llcl^e Ungewifsheit über die Säcolar-Bewegang dci 
MoDdea zarück geblieben wäre, 

DieEnd-Refulute, ^¥elGhe Bürg aua dierenUn- 
terfuchangen für die Monds -Epochen herleitete» 
varen folgende: 



£poch« 1802 
Jährl. Bew. 



Mild. Länge 



7 24 24 23,1 
4 9 23 4,799 



MinL AnomaL 



3 17 40 37.7 
2 2S 43 19*09 



soppL a 3 



o 5. 23 43*3 
o 19 19 43*3^ 



Die vom Bureau des longit. herausgegebenen 
Bürgifchen Mondstafeln geben auf VeranlalTung e^ 
niger fpäterhin von L^ Frangais 9 Chahrol und 
Burckhardt gemachten Berechnungen für die Epoche 
der Länge 4* weniger, für die Anomalie i^'S mehr» 
als diefe urfprünglichen Bürefchen Beßimmungen. 

Die vortreffliche Uebereinftimmung der Bürgh 
fehen Längen - Ungleicheiten mit La Flaet's Theo* 
TiCy mufste das Zutrauen zu diefer für die be^^den 
andern Coordinaten der Mondsbahn , der Breite and 
Parallaxe » wo did Approximationen weit einfacheK 
und genauer find » fehr erhöhen. Auch find jetat 
alle Aßronomen darüber ein verftanden, dafs für diefe 
beyden Elemente jiur die conßanten Grölsen, Net 
gung der Bahn und die Conftante* der Mopds-Paralt 
axe f aus den Beobachtungen » alles übrige aber aas 
der Theorie zu nehmen ift. Bürg halte Anfangs . 
nur die Neigung neu beftimmt, und die andern Brei- 
ten - Gleichungen lii der Ueberzeugung » dals er ficb 
flicht fchmeicheln könne» etwaa belleres zu finden 9 
aus Mafjfon bejbehalten» kam aber fpäterhin auf dta 

Annahme 



w 

IX. VerffUh einer gefchichk.DarJkttungetc» lAZ 
» ■■ " ■ • ■ ■ 

. Annahme des Zia Plaeefchen Aasdruc^ idafür zu» 
rück. '■■'.' 

^ Ob für die Monds -Parallaxe nieht alles, felbft 

dieConftante» ans der Theorie genommen werden 

* mülTe» darüber ßnd die Meinungen, noch getheijt; 

* So viel ift geWifs, dafs die Mayerfche Parallaxe um 
lo* vermindert werden mufs, und jetzt auf. mehr 
als 2* wohl nicht ungewifs ift. Aus der förgfältig* 
ften Benutzung der La Qaillefchen Beobachtungen 

' am Cap und der correfpondirenden euro^äifchen von 
Bradlty, Wargentin und Lälande^ dann aus den 
gröfsten füdlichen und nördlichen Mondsbreiten» 
und endlich aus einer Vergleichung der durch Siern* 
Bedeckungen und Monds ^Culminationen gegebenen 
Längenfehler fand Bürg für jefie Conßante .57' j'» 

' Die theoretifche Beftimmung dleferGrörsehäng^ 
von der Monds - Maile , dem £rd- Radius und der 
Länge des einfachen Secunden- Pendels ab. Die 
ficherften Befiimn^ngen für diefe Elemente geben 
die Pafallaxe 56' 59/31. Burckhardt^ welcher den 
Einflufs unterfuchte , den mögliche oder wahrfchein« 
liehe Fehler in jenen Elementen auf die gefuchter 
Gröfse haben können, findet» dafs dies nicht über 
2' hetragen könne /und ift daher geneigt » dem theo- 
retifchen Refultate den Vorzug einzuräumen. Die 
Difterenz beyder Beftimmungen ift To klein» dafs (ich 
ein beftimmtes Uitheil über das Vorzügliche der ei^ 
nen oder andern ^etzt nicht fällen läfst« 

Das Verhältnifs des DurchmelTers zur Parallaxe» 
nahm üfayer 32'.46/s s 60' g" , Bürg ja' 44/0; 
6o»'8 an. Schon Triesnecker vötmuthete» dafs die- 
(er Durcbnieir^r-um a" vermiüdert werden müfate« 

und 



144 Monatl. Correfp. iStt. FEBRUAR. 

und mehrere centrale Stern - Bedechungien gaben uns v^ 
daffelbe Refultat.. Wünfchenßw^erth ift es, data die- 
fes Element, "\VasfürLängenbeftimmüngen fo wich- ^ 
tig ill, noch einer umlländlichem UhterfuchuDg - 
unter Avorfen werden möge. 

Wir h^ben hier in einer F^olge das Kefultjat der _ 
Bürg' Bouvard' und La Flace'Jchen Mands-Ärbei* - 
tCH dargeßellt, da es allgemein anerkannt i(|, dab, 
diefe Beßimmungen die voUkömmenfien find , wel«? V 
che Avir gegenwärtig befitzen und fich darauf to ^ 
ziemlich alles gründet, was aufserdem noch übei 
Mondstheorie erfchienen ilt , und was wiv nun noch .. 
ia der Kürze nachhohlen wollen. 

Aufser Bürg befchäftigten fich hoch drey A(h-o- , 
nomen mit Herausgabe von Monds täfeln. Triesne* 
euer 9 -welcher aus einer Reihe von Stern bedeckan-^ 
gen die Gleichungen des Mondes herzuleiten v^r- . 
fucht hatte, machte die darauf gegrüitdeten Tafel» 
in den Wiener Ephemeriden für 1303 bekannt;. 

Oltntanns 9 den die Keduction der Humboldt'» 
Jchen Beobachtungen zu Berechnung, einer Menge 
von Mondsörterh zu einer Zeit nöthigte, wo die 
Bürg'fcheh Mondstafeln noch nicÄt erfchienen wa- 
ren, wurde dadurch veranlafst, nach des letzten» 
Längen - und den Laplact^fchcn Breiten - und Pa- 
rallaxen - Gleichungen eigne Mondsf afein zu berech« 
nen, welche im IV. Sappl. Band der Berl. Jßhrbü* 
eher erfchjenen. "Ganz identif^h in Hinficht der da- 
bey zum Grunde liegenden Elemente, iß mit die- 
len die neuefte Arbeit des Freyherrn von Zach , wcl- 
, chet im Jahre r809 nach den utfprünglichen Monds- 
Gleic^nngen von Bürg .Tafeln zu fioxenz hejaus- • 

gab. 



r 



IX. Verjuch einer gefchichtl.DarfleUung'^c. 145 

pbf welche (ich vorzüglich (furch die darinnen zum 
erßenmal gegebenen Epochen der Argumente aus- 
zeichnen , und ungeachtet ihrer grofsen Voliftündig* 
keit (denn auch die obenerwähnten 14 MondßGlei* 
chungen» deren CoeiFicienten l^ür«^ fn Gemasheit ih« 
*' rer theoretifchen Exißenz beftimmte, find mit darin 
i aufgenommen) doch vermöge einer cigenthümlichcn 
Einrichtnng , und einer hnnrcichenVerbindung von 
trigonometrifcher und Tafelrechnung, auf einen fehr 
kleinen Kaum zufammen gedrängt (ind. 

Wichtig für die Theorie der Erde und des Mon* 
des ift des letztern Maüe, und mehrere Agronomen lie« 
ben es fich angelegen fey p , diefe aus fehr verfchied nen 
Erfcheinungen herzuleiten. Aus ^em durch Green- 
wicher Beobachtungen beftimmten CoeiTicienten der 
Monds • Gleichung für die Erde» fand JDelambre die 
Mondstnaile ~ ^f-,^, Maskelyne^s Beftimmung der 
Nutatlon giebt ^^,-5^, Bürg aus der Monds -Parallaxe 
^^5, aus den zu Breft beobachteten Erfcheinungen 
der Ebbe und Fluth folgert La Place -^g^ und aus 
der Verbindung von Praeceffion und Nutation fand 
Pasquich •^,-5-. Das letztere Refultatift offenbar zu 
klein, unddieBreßer Fluthen f cbei nen durch Local- 
Umfi:ände vergröfsert zu werden, und hiernach eine 
elTvas zu grofse Mondsmaffe zu geben; La Place 
glaubt, dafs man ßch der Wahrheit am meißen nä- 
hern werde, Avenn man ^J^s ^^^ ^^^ MondsmalTe 
annimmt. Hiernach wird das Verbältnifs der Wir- 
kung des Mondes auf Ebbe und Ffuth zu der der 
Sonne, wie 2,'566 : i. 

-Einen intercßahten "Bey trag für Mondstheorie 
lieferte Schubert. BAanntlich hatte Euler aus fei-, 

ner 



^ 



« 



146 Monatt. Correfp. i8u. FEBRUAR. 

neir Theorie die fpäterhin von La Place entdeckte 
Säcular- Gleichung der Länge nicht gefunden » und 
m^n glaubte» dafs disr Grund davon in der Theorie 
felbft läge ; allein mit bekannter Gründlichkeit zeigt 
Schubert 9 dafs dies nicht der Fall war, fondern dafs 
blo6 die von Euler nicht berückßchtigte Variation 
der Ellipticität der Erdbahn das Nicht -Aufßndeiidia- 
Ifer Gleichung veranlafst hatte» 

Mit^inem Verfuch, die Mayerfche Monds- Pi» 
rallaxe aus SonnenfinfternilTen zu verbeffern » befchäf* 
tigte fich Humovsky^ Seine Methode , die eine gro% 
fse Genauigkeit nicht gewähren kann, gab ihm eioe 
Verminderung von i — j', was bekanntlich nach 
den belfern Beftimmungen nicht hinreichend ift; 

Wefentlichen Einflufs auf die verbelferte Coa- 
ßruction künftiger Mondstafeln , und auf di^ erleich« . 
terte Berechnung von Mondsörtern , kann eine neue« 
re Abhandlung von Burckhardt haben 9 wo ^diefer 
Aftronom die meiden Argumente der Monds -Un- 
gleichheiten in mittlere verwandelt. Nur vier Glci» 
chungen, Evectioti, Mittelpuncts - Gleichung ^ Va^ 
riation und Reduction^ verlangen verbejjferte Ai^ 
gumentCi Da durch diefe Transformation die Zahl/ 
d^r Gleichungen nur um fünf vermehrt wird , fo i& 

es fehr wünfchenswerth , dafs ein flechher diefe For^ 

• 

mel benutzen und neue Mondstafeln, darnach con* 
ßruiren möge. In ^derfelben ' Abhandlung bringt- 
Burckhardt eine cigenthümliche Methode in Vor*.' 
fchlag» fich bey Beftimmung^ der CoeiFicienten von 
Störungs« Gleichungen aus Beobachtungen' die For* 
mation der Argumente zu erleichtern, und .findet 
bej einer Anwendung diefer Methode auf 900 Mas*^ 

' , . kelynt* 



M - 



IX. Verfuch einer gefchichtt. Darßethmgetc^ 147 

kelynefchen Beobachtungen einen Coefficienten von 
4/7 füt eine neue Monds- Gleichung , deren Argu 
ibent ~ anom, med. ]> -h Arg^ der Ungleichheit 
von j84 Jähren 9 i^» , ' 

. Von allen Monds -Elementen iftdieBeftimmifng 
des Knotens die fchwierigfte. Bürg felbft war mit 
feinem Refultat fpäierhin nicht vollkommen zufrie* 
den und hielt es noch auf die Minute ungewifs. 
Sechs 5ecunden in der beobachteten Breite find hin» > 
reichend y diefen Fehler zu geben» und wie feiten 
beobachtete Zeni(h - Diftanzen am Mauer- QuadraiJi^ 
ten bis auf diefeGröfse. zu verbürgen find , iftpracti»' 
feigen Aßrohomeu bekannt. Bürckhardt fchlägt^ da** 
her vor» Sternbedeckungen dazu zu bentitzen and 
den Einflufs einer unfichern Stei'n- Breite dadurch 
zu eliminiren» dafs die Befiimmung nur durch fol- 
<:he Beobachtungen gefchieht» wo derfelbe Stern 
einmal in der Nähe des ^ }> das anderemal beym « 
t5 D bedeckt worden ift. Das Mittel aus beyden 
Beltimmungen wird dann den wahren Ort des Kno* 
tens geben. Der Vorfchlag iß: finnreich ^ nur dürft« 
vielleicht die dabey voransgefetzte abfolute Richtig« 
keit der Breiten -Störungen» und dann auch die Sei* 
tenheit der hierzu erforderlichen Beobachtungen der 
Ausführung Schwierigkeiten in Weg legen. 

Einige neue Correctionen der Bür gifchen Be- 
ftimmuug des Knotens und feiner Säcular-Bewe« 
gung bat Bouvärd aus fortgefetzten Unter fuchungea 
gefunden. Eine Menge ältere Finlterniile » welche 
Letzterer zu diefem Behuf in Rechnung nahm » zeig» • 
ten die Noth wendigkeit, einet Aenderung in der Sa^ 
cular^JBewegungJdes Knotens; ohne eine folche 

%tür« 



148 Monaa. Camfp. iSu. FEBRUAR. 

MTÜrde die den 23. Decbr. im Jahre 332 TOr unfrei 
Zeitrechnung einen Zoll grofs beobachtete Mondfi 
finfiernifa gar nicht haben (tatt finden könnenf« nnd 
in Gemäfsheit mehrerer andern Beobachtungen giapbt ' 
Bouvard jene Bewegung um 2' 21' vermehren sn 
müA'en« Für die Epoche des Supplemd&ta des Mondi? 
knotens von igoi gaben igo in den letzten Jahren 1 
zu Green wich und Paris gemachte Monde - Beobachr | 
iungen eine] Correction von — 53', und hiernach, ^ 
für dicfe Epoche deHen Länge ii' 16" 4' ^h'f \ 
und deüen Säcular - Bewegung 4« 14* 6' 31/4* 
Ein neuer Abdruck des errfen Bogens (bey Cow> 
der in Paris) der vom Bureau des longUudes he^ 
aasgegebenen 2^z/r^yc-Ai?// Mondstafeln enthält diefe , 
Correction. 

Zur Theorie der Libration des Mondes war feit 
Mayers Zeiten irgend ein wefentlicher Zufatz nicht ' 
gemacht worden. Neuerlich befchäftigten fich I4 
Blace und Bouvard mit diefem Gegenßand; alieio 
eine Reihe von Beobachtungen , welche letzterem 
diefem Behufe mit einem fchönen Aequatorial von 
Bellet machte, geben keine Correction und beweir 
fen für die Genauigkeit der Elemente» die jener vo^ 
treffliche Beobachter mit kümraeriichen HülfsmUr 
telu zu erhalten gewuFst hatte. 

Die in unfern Zeilen behauptete Möglicbkeitr 
dafs vulkaniKhe Monds- Auswürte auf die Erdega^ 
langen können» darf hier wenigftens nicht gäna an* 
erwähnt bleiben. La Place und Olbers haben di# 
Möglichkeit eines folchen Ereignifles gezeigt* An 
umitändlichilen. hat (ich CoJJaLi in den MomorieM 
focieta Italiana mit diefeuu Gegenßaade be(^hSfti» 

gct 



I • 



IX. Vm$mA nmr gtßhichU. DötßMmg^He. 149 



Dab bey gfinftigeff Läge dei^ Monde! gegen 
l^ » eine fchwere MalTe die «u« etfteram mit einer 
lUal-Gefcliwindiglielt von 8293 Foft in einer S^ 
inde auegefeliiendert Mrird« in einem Zekrium von 
m 70 ^^nden anf nnfere Erde gelangen kann^ '. 
im eine. Fall •Gefch windigkeit ron ohngefiiif 
Fu£i haben wird I ift nnbeaweifelL Werweirf« 
ni^Jit bey w^rklidier Conftatirang einer folcbea 
;be 'der beobachteten Steinvegeot der Aftronona 
id Geometer einmal genöthiget feyn wird» einn 
(^Uche ruccefGve Vermindernng der MondimalTe ala 
Function einer reellen Säcnlar* Gleichung dea Mon« 
lim analafehen» die unfern Satelliten immer weiter 
rvan nna entfernt I 

Schröters fchSne pbyßfch'^mathematirche Uü« 
«fuchungen über die auTsere Confignratiön dea 
fllondeSf deren erfterTheil i. J« 179 1 erfchien» >vur* 
.denin*4ieCem Jahrhundert fortgefetzt nnd beendigt« 
ilSeljährige»' mit einem Geben und einem dreizehn* 
filaigen Teleacöp gemachte Beobachtungen fetzten 
•diefen gewandten Beobachter in Stand« eine voll« 
IHpndige Darftellung der gegenwärtigen Monda-Ober« 
Ifllche SU liefern» die fchon an Geh fehr interef» 
pfaat ift^ und ea noch mehr dadurch wird» dafs eine 
'lolche Abbildung dazu dienen kann» in künftigen 
Jahrhnnderten die fuccefGven Aenderungen , welche 
wlddet Monds «.Oberfläche vorgehen» wahrnehmen 
nnd mit Be&lmmtheit angeben zu können« 

^ Manche andere ^ntereilaote Beobachtung übet 

fie Natur des Moodskörpera , verdanken ,wir H»r* 

jAdSf Hahns 9 Huths nnd i2äri{i;f^j\Bemühun- 



Carr. XXUJU B. t8it. S LIngft 

^ . « . 



Mt 



J50 MöfuUt. Correfp. ign. BEBRÜJIL 

LSi^gft hatte man eine Mondskngeji gewünfcfat» 
um ein deutliches augenfälliges Bild von der merV 
iTÜTdipen Configuration diefes WeltkörperB in ei^ 
iieni Überblick zu erhalten. J* Rujfel in England 
hat dies zu Anfang diefes Jahrhunderts in Ausfüb- 
rung gebracht und feine Mondskugel von 12 Zoll 
im Durchmeffer, (Preis 5 — 6 Guin.) die mittclß ei- 
nes künltlichen Ftifses auch die Schwankung^ vf\% 
lie von der Erde aus gefehen wird» darfleilt, ift tiA 
vorzügliches Kunfiwisrk. 

(Di9 Fortfetzung folgt im nächfien H^fit') 






\ 



X.' Oefierreichifclie Gradmtjfung, / igj; 



I 

\' ; 



I t 

Österreich'fche Grädmeffungi 

\ ' ■ • ■ .• 

ö^choh Vöt iietyen Jahren haböii wir in gegetiwl^k^ 
get Zieitfchrift VIII. Bande S. 597 den unwiderlegli« 
eben Beweis geliefert j dafs die von dem Jefuiteil 
Liesganiß unternommene QradmelTting £0 äufserft 
fchleeht geführt worden fey \ dafs man foicher plat« 
terdings alle Eigenschaften einer Gra«imeirung abfpre^ 
eben müilek Damals konnten wir nur den aftrolao«^ 
mifchen Theil diefet MelTung unterfuchen^ den! 
Liesganig feine fehülerhaften Fehler ^ und was noch 
tchlimraer ifti feine altronomifche Untreue^ aus fei* 
nen eignen handfchriftlichen Tagebüchetm , und au^ 
feinem im Druck gegebenen Werke ^ nach weifen* 
Den geodätifchen/Theilj welchen man nur an Orfe 
iind Steile unterfuchen konnte^ niufsten wir indef- 
JDsn auf Treu und Glauben annehmen y aber Wait 
wobl zu erwarten, dafs Liesganig auf Erden ge^ 
fchickter und gewiifenhafter , als am Himmel t\x Wet^ 
ke gegangen f^n mag ? Ein folchör ZWeifelj \vit 
geßehen es» blieb uns im hohen Grade zurücke, dieilil 
es war wohl erlaubt zu vermuthen^ dafs ein fchlech* 
ter Aftronom» auch eih fchlechtier Gieodät giewe« 
fen feyn konnte! Und dafs er dies wirklich wairi ift 
tiunriiehr^ wie wir fogleich fehert AVerdeui zur Evi- 
dent gediebeni t)ai £nd - Aefültat i]^^j^ diefet Ei» 

' t i for- 



152 Monatl. Correfp. igiu FEBRUAR. 

forfchungen iß, dafs Liesganigs MefTuiig nitlit nq^^ 
Keine Gl admellung, fondern durchaus gar Keine Mef^^ 
fung ift , ein unfeliges GemeA^e von Aßronomi^- 
und Geodäfie, das gar keinen ZaTammenhang hat^ 
folglich zu nichts dienen konnte» als denjenigen» 
welche fich unglücklicher weife beyfallenliefsen, Geh 
ihrtr zu bedienen» eine peinliche Folter zu geben. 

Den Lefern der M. C ift aus unfern Heften dirf'- 
üenef von dem k. k. General- Quartr;rn;eifter«-Stabt, 
unternommene VermelTung der ößerreichifchen Mo- 
narchie längft bekannt. Im Laufe diefer MelTuDgift 
iaian natürlich auch ^ui Liesganigs Dreyecke gekom- 
mejd, indem man das Terrain» welches diefer längll' 
dem Wiener Meridian von Brunn bis Warfcdin g^' 
melTen hatte, nochmals durch triangulirt hat. Ant 
den Beylagen A und B, welche einen Th^il diefer 
Vermellung, erßere nach dem k. k. General- Stabe t 
leztere nach Liesganig darfteiien , wird man erfe- 
hen, d^fs Liesganig mit feinen Dreiecken bis auf 
die Stationen Wildon und Reggersburg fo ziemlicÜ 
fortgekommen' iß, denn feine Seite Wildon — Rcgf 
gersburg iß von jener des General - Stabes nur um< 
2, 567 Wiener Klaftern verfchieden» auch die Seitd. 
Wildon — St. Urban bey Marburg, trifft mit jenct 
Vermellung bis auf 2,742 Wiendr Klaftern. Alleia 
von Wildon und St. Urban aus » wurde Liesganig 
mit Blindheit gefchlagen, mit der er ganz ruhig uo^ 
unbeforgt bis ans Ende» das iß» bis Warasdin fort- 
wandelte. 

DasDreyeck, in welchem liW^^ß/z/^ SchiflFbruch 
litt, iß Wildon, §t. Urban und St. Magdalena. Der 
General -Stab hat diefes Dreyeck zwar nicht, abcfr 

dafür 



ärzweybeffergpaTänttf, ulmMch Wlldoa* Strad» 

vhogi nnd UrlMn. nad dann Urban, Stradnsr- 

I and St. Mtgdileni; tUraiii Ufst fich der Z,»^« 

^yrA« Wioliel WUM alileiien, deon nach 4«» 

Lk.GttDeral-Stab-ia WUS =: $4* 39' 30, '717 

der Winkel S U M r=: 44 4 57, gjo . 

' " Wiphei WUM — 96 44 »8.547 

sfelbe Winkelift nacb hitsg. 9; 43 i 



'Fogl. eine Diffineas von 3 > >?• 147 

« Der lefnito bethenert swst In feiner Dimt^fia 
pag. 97.'dafaef iedeamal alle diey Winkel ii) 
Bdem Oreyecke beobacbtel habe; diei Tcheijn abet 
icbt'imniet der Wahrheit gtmih geweren an Tejn't 
Min häite-cr ^i^fea vriTklicb gethant To würdfe er 
i dieEem prej'eeke gefunden hahea« dafa die Suoh 
eder drey Winkel nur 171S'* (g' si.'4tJ betrog, 
btg^icb decWiiikelbey St.Urban um )° 1' i7.'f4r 
klein war. Die Trianguleurs dca h. k. General* 
ibes behaupten, Lfetganig habe die CapeDe St. 
Magdalena von Wildon äaa gar niclit rt^hen können« 
weil eine tüchtige Waldang daswifchen liege. Die* 
Bebaaptung ^vollen vir indeHen dahin geßellt 
ttjn lallen; in einem Zeit ranm von 54 Jahren kann 
£ch ekle Gegend' mächtig verändern, ivo vordem 
Anfing vOBBSumen Kand, welcher die Aiislirht 
icht hemmte . da kann nacli einem halben Jahrhun- 
dert ein ßämmigerWtld diefe gaiia vetfperren. Wie 
dem auch fey , ob Lieiganig die Magdalonen - Ca- 
pelle gar nicht zn GeQchte bekommen, ob er ßemit 
einem andern Oegenlland Terwechfeti', ob er Im ^e- 
obacb* 



Ißi Monatt. C&rrefp, i8n. FEBRUAR. 

obachten oder im Auffchreiben des Winkels gefehlt IM 
habe thut hier nichts zur Sache, genug derlrrthum p 
ift in diefeni Dreyecke vorgegangen , und dafa er lsi 



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Wich und wahrhaft vorgegangen fey , AYcrden 
r durch einen zweyten Beweis, und zum Ubei- |4: 
flufs noch durch einen dritten begründen kön- 
nen. 

Die Folgen diefes Irrthums find ungeheuer, iin4 

die Fehler gehen bey den DreyecksTeiten bis auf 
.-,Q Klaftern. Man fehe die Bey läge C. Noch be- 
deutender werden diefe Fehler bey den Abßandei^ 
von dem Wiener Meridian und dellen Perpcndicu- 
lare, denn hier wird die Jefuiten- Kirche von Wara»- 
din um volle 4532 Wiener- Klaftern , fage, vicrtaur. 
fenJ 9 fünflizindcrt dreyßlg - *M;<?y Klaftern von ihrem 
wahren Platze ge^en Ölten, und um 264 Klaftern gc^ 
gen Süden verrückt. Diefe Kirche, welche eigent^ 
lieh 1422 Klaftern weftl. vom Wiener Meridian liegt, 
wird demnach von Liesgmilg um 3 m Klaftern auf 
die ganz ontgegcngefeizle Seite diefes MeridianSi 
das iit, öltlich davon gefetzt, wie man diefes ans 
der Beylage D, und dem beygefüglen Dreyecksi 
Kärtchen noch deutlicher entnehmen Avird. 

Wem fallen hier nicht des Ordensbruder JLavai 
trigonometrifche Meil'ungen in der Provence ein? 
( Man fehe M, C XIV. Band S. 510 und ff.) Ein wür- 
digt'S Gegenftück zu Liesgnnig*s Machwerke ! und 
dennoch gicbt es jet^t noch Leute, welche ihren 
eigenen Augen nicht trauen, weil fie nicht fo feheoi 
wie ein Jtfuite gefehen hat. 

Die llegicrung von Inner- Oeßerreich hat vor 
kurzem eine Triangulirung längs dem Mahr-Flull9 

durch 



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X. (kflerrdichißhe &rwiknejjfßng^ rjj 

ire^ ihre Oberbau -Direction unternehmen Mafien« 
yli Vertrauen auf des gelehrten Jefuiten Arbeit/ 
ilimen die Ingenieurs eine ven IJes^anigs Drey- 
ksfeiten zur Grundlinie an ; zum Glücke erwifch- 
ri ße die noch gute Seite Urban * Reggerajburg , 'da* 
Lt gelangten lie noch ziemlich gul nach Graz, äl» 
! abernach Warasdin kamerr , geriethen £it in Ver- 
ireifelung, als ^\e einen fo graben Fehler von iio$ 
aftern in der Seite Magdalena -Jerufal6ra fanden, 
nxi um fo viel fiel nämlich ihre Seite kleiner aus, 
\ jene des Liesganig. Da ße an der Itifa^llibilitäE 
aes Jefuiten nicht zweifeln durften , wiederholten 
I iiire Beobachtungen und Rechnungen mit vielem 
at- und Koften- Aufwand, zerbrachen lieh die 
>pfe, und konnten doch nichts anders hqrausbri'n« 
n; wer weifs, we fie fich aus diefcm fiiiftern 
rgarten herausgefunden hätten , Avenn ihnen nicht 
r k.. k. General -Qivartiörmeilter- Stab den Staar ge-* 
icben hätte; dkfer erklärte ihnen alles deutHch,. 
id überzeugte lie iiolefiy volejis , dafs fie wirklich, 
fchickter zu Werke gegangen waren , als der grund- 
kihrle Jöfuite. 

Dies ilt demnach der zweite Beweis, dak Liesh 
nig das benannte Dreyeck (die Jefuiten- Sprache 
i- reden) confabulirt hatte, von da zu ßolpern an- 
fangen ,, und fo bis ans Ende ad majarem JDci glo* 
jm fort geftolpert war^ Will man noch den drit- 
n. Beweis haben, (denn man kann gewiHen LeR-» 
El nicht genug vor demonftriren,) hier ift en 

Lange bevor wirahncn. konnten , dals. Liesganpg 

inonftreufe Fehler in feinen geodätifchen Mef- 

ngen begangen habe, haben wir bey Ulnterfuchung 

feiner 



156 VUmoXU Correfp iSu. FEBKOAtl. 

feiner ^ftronomirchen Beobachtungen « auch feneif 

"W^^lche er in Warasdin angeßelU hatte , inRe€bnaa|l 
genommen ( ili^. C IX ßand 8.38) und daraus di^ 
Breite von Warasdin 46° is' 2 9, *o6 gefunden, Xicdb 
ganig fand dafür nach feiner Manier 46*"- ig' iSt'op 
Der Unterfcbied 11" ift für eine GradmelTun^ nngfqj 
heuer, ^Wem Konnte es damals bey kommen, wammGl 
Ziiesgaiiig diefe Breite fo gering anfeutei aber niui: 
erklärt lieh alles. 

Nehmen wir von Warasdin die Ahßände voa^ 
Wiener Meridian und deHen Perpendikel fo an t wiei 
(ie nunmehr der k, k. General- Stab gefunden batt 
und berechnen hieraus die Länge und Breite von 
Warasdin in der £rd- Abplattung j{^, fo erhält man 
die Breite von Warasdin 46** ig' 29/4, gerade fot 
"Yvie wir folche vor üeben Jahren aus den Licsgor 
. 72i^yc^^7i Beobachtungen berechnet haben « und nicl^ 
fo wie Liesgßtdg fie angibt« Berechnet man abet^ 
auf diefelbe Art die Lies ganig [chen AbHändea fö ef» 
hält man fi^r die Warasdiner Breite nur 46* i8' I3t*t« 
folglich von der beobachteten Breite über eine Vier»- 
tel- Minute, das ift 16" verfchieden. Dies magder 
lefuite bemerkt s und ihm vielleicht auch m&nches 
Kopfzerbrechen verurfacht haben; aber er ^serfchoiu 
den gordifchen Knoten, er verminderte die Warat^ 
diner Breite quantum fatis ^ um alles t-fo gutes an« 
gieng, zur Übereinßimmung zubringen, das übrige 
fchob er auf die böfen ßeyerifchen Gebirge, welche 
ihm das Loth feines Sectors» die St« Magdalenen« 
Capelle und <^ fein ganzes Concept verrückten i 



Aber 






^ 



3t. Oefierreichijche Gradmejfmg. 157 

Aber wife Ift 66 gekoipmen , wird man fragen^ 
' dafa die vielen Berechner der Erdfigur nicht längll 
einen fo groben Irrthum von 4Ö00 Klaftern in £.wj* 
^a/z/^j OradmelTung gewittert haben» da fie d9ch 
einen viel geringern von 900 Klaftern bey Seccarid 
bemerkten, und daher diefen piemontefifcheii Grad 
r;' von allen ihren Unterfuchungen ausfchloHen ? Diefe 
Frage dünkt uns , läfst (ich folgenderjnaafsen beant* 
Worten: Zum Glücke« oder adäquater zu reden» 
zum Unglücke» fiel der gröfate Einflufa auf den Ab* 
Aand vorni Meridian, oder auf die Länge, und quY 
der geringere Einflufs auf den Abftand vom Perpen- 
dikel, oder auf die Breite, diefer betrug nur 264 
Klaftern, und Liesganig hob ihn dadurch» dafs er 
feine Warasdiner Breite um 16" verringerte, welche 
gerade die fehlenden 260 Klaftern ausmachen, und 
fo verfch wanden alle^puren diefes Fehlen; um den 
gröfsern Fehler von 4533 KU bekümmerte man fich 
nicht, da cs hier nur um einen Breitengrad, nicht 
^ um einen Längengrad zu thun war. Wäre die« 
fer Fehler aber umgekehrt auf den AMand vorn 
Perpendikel gefallen , alsdann frejlich hätte er keine 
'kleine Verwirrung unter die Mitglieder der Jefus- So- 
cietät gebracht; doch — eß' modus in rebus , der 
damalige Jefuiter^Credit hätte ihnen auch aus die- 
fer, fo wie aus fo mancV anderer yerlegenheit ge- 
holfen, £$ liegt demnach fonnenklar am Tage, dafa 
des Pater Liesganigs öfterreichifche GradmeHung 
nichts mehr als eine kößliche Jefuiter « Far(^e war, 
und ^z^ perpetuam focLetatis memoriam ein pereU'* 
nirender blauer Dunft bleiben wird. 



Wir 



js9 ilonad. Carrefp. mSu. FEBRUAIL 

Wir haben im IX Bande unrcrcr 31. C. S. 130 
die reozraphifchen Längen und Breilen alier Lies* 
scnzz'^chtn Stand puncte von Wien bis Warasdin be- 
lechr.et und mitgctbeilt ; allein aus dem angeführ- 
ten üebt man, dafs von Re^rjrersburg aus alle dicfe 
3r«2"-en faifch find; £\e QnJ ilaher aus diefemVcr- 
^cicbniile wegzurtreicben und dafür beyfolgende zu 
fetzen , \velche wir nach den Angaben des k. k. Ge- 
neral-Stabes in einem yfj abgeplatteten £rd-Spha- 
loide von neuem berechnet haben. 




RfS^erjburg r Srlilofsihurni ) . . . .47 o 20 33 
Wildon (BcifT beyWiidou) . . . . '46 52 2o\Zl 



S:radr.tfrko-l, i>tig 46 50 47,' 3+ 

Sr. Urban am Berge (45 36 16. 33 

Si- M»^dAlc.%a, Capelle 47 37 i: 

Jerufalcrri , Kirtlie bey LuttenbeTg . . 46 2g 3g 
^iauritfch, oder St. Urban bev Aiikcurtcin 46 22' I.5 



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;3 



Warnfcdiii « Jefuiteii - Kiiche 



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33 



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51 6 

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Btiv diefer Gele":enheit Avollcn wir unfern Le^ 
fern Oriams gefchmeidige llechnungs - Methodei 
xnittheilen, welche wir hier in der Hypothefe der 
Erd- Abplattung ^{-^ in Tafeln gebracht haben, und 
womit man auf eine fahr leichte Art die Längen und 
Breiten aus gegebenen Abftänden vom Meridian und 
vom Perpendikel eines Orts berechnen kann. Wer 
diefe Methode aus alFen ihren Gründen näher ken- 
nen lernen will« der fehe feine in den Abhändlun- 
gen des italienifchen National -Iniritut« abgedruckte 
fphäroidifche Trigonometrie. 



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£• r»f e -Kxcentricilit des Meridfans z o,o(i(44i 
für die jetst wahrfchcinlicJbe* Abplattung det £rdB» 
Spharoidft S tIv»^ g der Grad^tif einet Kvge}^ de(* 
leq IfaUiKpeiler der. luil^o üleibien Axe dea Sphilroi^^/ 
\f^(AcJtK iftv^vd s69.i5t3. Faufer Toir^n beträgt 

i^ die eröfae , womit man die in Parifi&r Toifen 

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'-ftg9hj^nß 4bßäB4e 9u| Pogeo. • SccoHdeix au^ de« 
fiogelfllche ^ reducirt ^ und deilen Logarithmuf 
Q :z: &8Qio73,(^^ .fin4 die Abfinde in Wieacr Klafe 
tem gegeben» ,(oift diefer beßändige Logarilhmiif 

(i' ;;:; 8*7892 326-. , ' ■ 

£ö fey ferner P der RsnKrechte Abftand eii\^a 
Voncts vom bek^HAten. Meridian eines Ortet »innd 
M dellea feqkrechter Abftp.nd vom Perpendikel die- 
Cea Ortet % L die bekanjite Breite dea Ortea , - auf 
4eiren Mei^id^ai^ man alle übrige Pun.ci^e hezie^iet. 
^ die gefliehte Breite des Puncts , delTen Abftände 
man/kennt. 1 die bekannte Länge^ A die^elucl;^^ 
^ Länge , fo ift » 



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3>X n L±:m[i — ea-+.|e»C0fCfc±:|m)»3 
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5 ) ftn $ — fm X 90f^ \f; 

6)TangA= ^ü^fJf: (i ^Je^cofA^) 

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i6o' Monafk Corrtfp. ign FEBRUAR. 

pie doppelten Zeichen dz gelten für nSTdH« 
chere oder füdlichere Breiten. ^ 

Den Log. der Gröfae [i— e« ^f e^yjofCLdz Jni)^] 
haben wir unter der Benennung v'on Log. a in die 
I.Tafel gebracht, deffen Argument (Lzt=fm)ift. 
Unter der Bezeichnung von Log. ß haben Avir den 
Log. von ( I — e* fin.x* in die II. Tafel gebracht. 

Pie III. Tafel enthält den Log. y, welcher das 
dTithmetifche Complement des Log. (i — f Je^cofA^) 
ift. Diefe beyden letztern Tafeln haben die Gröfse >. 
zum Argumente. 

Hiernach laiTen Geh obige Formeln noch kürzer 
alfo ausdrücken : 

"^ 1) GM zum 2) GP r: p 

3) Lrtm« IT X 4) pp — >f/ 

S) finX cof+ = rin(f> ^^ jangj^ ^^^^ ^ ^ 

y cof k 

Ein Beyfpiel wird den Gebrauch diefer Tafeln 
bald darftellen ; wir wählen hierzu den Abftand der 
Jefuiterkirche von Warasdin vom Meridian, welcher 
durch den Wiener Stephans- Thurm gelegt ift, und 
von deffen Perpendikel. Nach der Bejlage ,D ift 
pathden VermelTun^n und Berechnungen des k. k. 
General - Quartiermeifter - Stabes M zz 111425, 23 j 
WienerKlafterurüdiich, undPrr 1421,570 Kl. weftl. 
Die Breite vom St. Stephans-Th. L ~ 48* 12' 34/0 
und die Länge 1 n 34* 2' i6,*5.' Nun ift 



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TM FELN zur Berechnung d4r Län^e.und BrtUf 

eines Orts, deffeu rlbßände vom Meridian und vom' 

Perpendikel eines audeni Or Li gegeben Jmd{ 

iii einem -jf ^ abgeplatteten Erdz 

Sphäroide. 



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Log. [i — e*^Je»cot (L±:*m)»]=Log,«, 



Arg. 


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9,9992998 


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40 


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2388 


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9,9992266 


10 


2144 


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1901 


40 


1779 


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1657 


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6151 

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III. TAFEL. 



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Arg. 


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28 

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20 

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6836 




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6674 




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40 


6593 




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47 


0,0006511 







Pro- 



Arg. 

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10 

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10 

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40 

50 



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o 
10 
20 

30 
40 

o 



Log* y- 



0,0006511 
6470 
6429 

6389 
6348 
6307 



0,0006267 
6226 

6185 
6145 

6104 
6064 



0,000,6024 

.5984 

5943 

5903 
5862 

5822 



0,0005782 

5742 
5702 

5662 



0,000$ 542 
5502 

5463 
5423 

5384 

5344 
0,0005304 



Pro- 
port. 
Tlieil« 
f. MiD. 





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XJ.' Gto^rofh. LäfigenbtJHmmungm. 169 



XI. 



-Beyträge 



zu 



feographifchen LängenbeftimmungeQ 

Tom 
Prof. Wurm in Stuttgart. 
■ Nennte Fortfets. QS,M. C. XIVB. S.275^.) 



fiichindem October- Stück der Mon.Correfp» 
\lSiq & 392 i und S. 404 — 406 Jldebaran^s Bede- 
Aahg Yom Monde am ig. Sept. d.J. an mehreren 
Orten vollftändig beobachtet fand, foinahm icl^, zur 
Fortfetzung ähnlicher zur geographifchen Längen- 
kßimmung dienender Arbeiten» vorerft diefe Beob- 
achtungen in Rechnung. Bey der geraden Aufftci- 
{nng des bedockten Sterns legte ich das Mittel aus 
fcn neueßen Angaben von Piazzi und Ülaskelyne 
nun Grunde; die Declinalion des Sterns nahm ich 
'4^rerändert aus Piazzi^ nach dem Libro feßo fei- 
»er Beobachtungen (J/. C. XVI ß. S. 187). ßej 
den Mondsrechnungen machte ich von den Monds- 
tafeln Gebrauch, welche Oltmanns im IV. Supp|e 
uentbande zu den Berliner aftron. Jahrbüchern ge* 
liefert hat, und in welchen die Länge des Mondes 
unverändert mit Bürg^s neuen Klenienten zufam» 
metitrifft , aber Breite und Parallaxe nach der La Pia» 
ft'fchen Theorie berechnet find ; um indefs auch die 

Brei- 



170 MonätU Carvifp. titt._ FEBRUAR* 



/ • 



Breite des Mondea mit den Bürg^fchen in Paris he^ 
ausgegebenen Mondstafeln, die ich nicht felbft be- 
fitze,' übereinßimmend yu erhalten» habe ich die 
Breitentafelii.bey Oltmanns da» Ayo es nöthig war, 
auf die empirifchen von Bürg in der M. C. XBand, 
S. 23? bekannt gemachten CoefBcientea derBreiteo- 
GleichuBgeu reducirt. 

Bedeckung des Aldeharan . 
mm 18* Sept. iQio. 

fBiatritt »m hellaii» Austritt am 4unkehi Monds -Kands^) 



Mittlere Zeit 

Oothift 
Toulottfe 



Marreille 

St. Peyr 
Mannheim 



Göttingen 
Weimar 



Beobadienng 



Berechnete 
Zufammeikkunft 



Bintritt 
Austritt 
Eintritt 
Austritt 

JBintritt 
Austritt 
Austritt 
Eintritt 
Austritt 



10 a^ 2S, 60 42 O 45» 31 

11 34 15* 90^12 o 46» 75 
9 54 3o> 29 II 33 28» 5t 

la 42 15* 45 ti 2a 34» 47 



Eintritt 
Austritt 
Einti'itt 
Austritt 



10 9 

10 '66 15* 48 

10 s6 24» 48 

10 ,2S ai» 62 

11 21 58. 94 



54» Ol II 
II 
II 



10 
II 
10 
XI 



37 
32 
41 



4* 84 
18. 7» 

59» 30 
49.75 



II 
Ib 



39 
39 
S9 
51 
51 



19« ^t 

17 • 3^ 
27. 3*' 
44» 9t 
41* xö 



11 


5T 


38 . 9t^ 


11 


57 


35. $S 


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3 


8.4^ 


12 


3 


11.53 



Die Zufammenhunft fowohl aus dem 
als aus dem Austritte ifi: hier mit Anwendniig det 
VerbelTeTuiig der Mondsbreite, die ich im Mittel aas 
6 Beobachtungen -4- ii»"4 faitd, beftimmt Tvordens 
Ein Theil dte^fer VerbelTernng kann übrigena» wil 
bekannt, auch der angenommenen Breite des bedede» 
ten Sterns augehören. Nun ergeben Geh für das VBP 
" tel der wahren Zufammenknnft aus dem Ein. viid 
Austritte folgende Längen - Unterfchiede : 



Mittk« 



?t; #SWpA. UMge ^ i mmt: : ^ Vtk 



Wttler» 
2cit 



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Gotha 
Tbttlonfe 
MtfMUe 
8t. Pyyr 

Weimar 



Mittel der Za» 
imatmaikunft 



12 • Q 46» 06 

II 33 31, 52 

« 39 27. 31 



ZI 51 43» 04 
II 47 37» 26 
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34 3>»9S 
30 a4» 3a 

35 5t» 94^ 



Oorch dieCe Bedeckung beßSügt fich die Lioga 

«Milfor/ijb (kiirefl. Stern wO =rx3' 7, "6, fo'VFie 

&e im Mittel aiia aablreichen Beobachtnngen ge> 

nhabe (^M. O, XaiB. S. 13^7). St. P^yr^ w«Le / 

nicht unter den vom Freyberm von Zßch ba» 

FoncteM in der Nab6 Toa Marfeille yat» 

f C-K C«. XIV & S« 2o6> wird von ebeiMleraK. 

M. Cm igxo Oct* S. 405 am f i' fiidlicber« nnd 

iBi -H 10' in aeit dlUieber ala Marreille gefetzt. Von 

Wmmar * ift mir Ibnft keine aftronomifcbe Längen* 

kSinunang bekannt; durch chrcKiometrifcfae Be^ 

fimmancen vom Freyb. von Zach und von Venti 

ward« deüen Länge ehemals -h 2' 17*'$. von Go« 

Aa, oder-^i- 36' 2**5 von Pari« in Zeit gefunden« 

[Bodens aßr. Jahrh. 1796. S« 175)4. die Breite von 

^Wdmar nabm i£b an ZZ. 50' 59' 14' (& ebendaf.) 

IBcht nur überhaupt wegen der Schwierigkeit ^ ei- , 

iicn hdlen Ponct fo ganz nabe am hellen Monda* . 

.•lan^a zu beobachten » (oi^dero noch inaberondere 

^toegen 4ea nach. Sf. Ca igio Qct. S.404 wahrgenom- 

jimett Phinonient, (cbeint mir 'dei beobachtete/ 

jUnt^tt^ bey diefer. Pedeckuqg um einige Secuuden 

imgewiib zu feyn; eine Ungewifsheit ». die Qchänch 

vat da& Mittel de« .Zufammenkunft aua deoi Ein* 

uid Anetntte ecßrecMn qiuIk Ich baba dabei oben 

• I. . die 



\ ■ 



J'jl UmtOL Correfp. f^gii. FEBRUAIL 

■2 

die Zofammenkanft aus dem Ein - nnd Ätistritte berofl| 
ders berechnet, angefetzt ; aus dem Austritte aMe&| 
folgen die Längen • Unterfchiede der Örterrum^ehiiill 
Secnnden anders, als fie oben aus dem Mittel dnicH 
den Ein • nnd Austritt beßimmt wurden ; inzivifclMiH 
wagte icb es doch nicht, dem Austritte am dunkeba 
Rande in diefem Falle vor dem angezeigten Mittd 
den Vorzug zu geben. . -^ 

Für die Conjunctionszeit zu Paris rz ii^^ ij- 
ii/o mittl. Zeit, welche ich im Mittel aus te^jkm 
Beobachtungen hergeleitet habe , fand fich 



Wahre Monds* 
Breite . -4* aS'ilt"* 



Nach Bürgs Ta- 



Wahre Länge des 

Sterns nnd des 

Mondes . ^ 67" 8* i2,''^ 
J Länge nach 

Bärgs Tafel n 67* 8' 56," 2 teln . , —4 '' 38* 53."« 

Verbeff. d. Tajfeln Verbeff d. Tafehi 

inderLängö . . -^ I3."5| in der Breite , ,• -t- ||/^ 

Die Beobachtungen diefer Bedeckung^ zu Toa-s. 
loufe und Mannheim waren zunächft in Sternseit 
angegeben, und mufsten erll auf mittlere iSonnenr 
zeit reducirt werden. Da diefe Zeit verwandlang 
bey der neuern Art zu beobachten fehr bäuGg vorr 
kommt, fo nehme ich hier\'on Anlafs zu der fiemei^ 
kung, dafs bey folchen Reductionen, Wenn üe nach 
Tab. XL — XLV in den neuen Sonnen - Tafeln dt$ 
Freyherrn von Zach (Gotha 1304 in 4) oder auch 
nach den ganz ähnlichen in der Becker Jchen Buch«, 
bandlung zu Gotha 1804 im Auszuge auf 16 Octav« 
feiten erfchienenen Zeitverwandlungs - Tafeln unter* 
nommen werden , noch eine kleine Gleichung Geh 
anhringen lälst, die der Rechnung einen etwas grö- 
fsern Grad von Genauigkeit giebt. D«is Maximum 

der 



XL Gngraph. LängtHbeßmmungiH. 173 

kr ganaen VerbelTerung betragt frejlich nicht völlig 
me Zehntels - SiMiunde in Zeit; aber da in den erft» 
jeaannten Tafeln die Kechhung auf TaufendtheiLo 
iber Secaaide geführt wird, warum follte es überi 
[brfig fcheinen, eine Gleichung, die Geh auf meh« 
Siae Centefimal-Secnnden belauft, mitzunehmen, 
iamit man fich wenigftens der Deciiualen der Sa* 
coade verfichern kann? Die Gleichung» auf die es 
Uer ankommt, betrißt den mittlem Äqainoctial- 
hncip und hat die wahre Länge der Sonne zum 
Argument* Nach des Freyberrn von Zach Tabutae 
Jpeeiales Aberrationis fixarum Vol. I. S. x 1 5 ff. "wird 
nämlich die ganze Nutatlon des Äquinoctial-Puncts, 
wodurch delTen mittlerer Ort auf den wählen zu re* 
daciren ift, durch folgende ^u/^r^^ Formel, jedoch 
ölt Vorausfetzung der ueueften Elemente für die 
Rotations • Ellipfe und für die Mondsmalle, darge- 
iellt: 

H8."o3584 finjl — I,"l2ip8 ß" 2 long — 0/1007Ü11 2 long^ 

Dies iß dIeNutationin der Länge. Daraus läfst fich, 
svenn jedes Glied mit coTin. obliqu. ecl. oder mit 
lern coßn. zi'* 23' multiplicirt wird, ferner herlei- 
«d: 

• 

Nutation des Äquinoctial Functs in gerader Auf- 
ßeigung Z^ 

H6/54413 finA— 1/02918 fin 2 long© — 0/09237 ßn 2 löngj 
und endlich Nutatlon des Äquinoctial Puncts in 
gerader Aufßeigung und in Zeit ZU 

t- 1/10293 fin ,a — 0/06861 fin a long — o,'oo66 fin 2 longj 



Von 



V 

174 Uxmatl. Correfp. iSu. FEBRÜAR.S 

N 

Von diefei Nutation'in gerader Auffteigung 
lik Zeit: enthält die TaF. VI. der obenangeführter 
thaifchen Zeitverwanc^hings -Tafeln, und Taf. 
der neuen-2;07z Xachjchen Sonnentafehi Mos de 
ften Theil mit dem Argumente des Mondshni 
Für denz\yeyten TheiV, ^ex von dem Sinus der 
pelten Avahreh Soiinenl^nge abhängt » und wod 
Jene beyden Tafeln VI oder XLV zu mehrerei 
nauigkeit der Rechnung ohne Mühe ergänzt Ave 
können, habe ich folgende kleine Tafel berechi 



Ai^GumENT. Wahre Länge 
der So^ne. 



o 
3 

9 

12 

i8 

21 

il 

30 



O^ — 
VI — 



o/ooo 
o , 007 

O 9 014 



0, 02I 

o, 028 
o, 034 



o, 040 
o, 046 
o> 051 



" 



o, 055 



XI 
V 



VII ~- 



o, 05:9 
q , 063 

o, 065 



o , 067 
o ,068 
o, 069 

o , 068 
o, 067 
o , 069 



o, 063 
o 



»0^9 

III» I 



IV 



VII] 


■■"■ 


0/ 
0, 

0^ 


'059 
056 

051 


0, 
0, 
0, 


046 
040 

034 


0, 
0, 


028 
021 
014 


0, 

o. 


007 

000 


IX 
UI 


"T* 



30 
27 

i£ 
21 

18 
12 



9 
6 



Das Argument diefer Tafel, oder die Länge 
Sonne, darf nur auf «twa einen halben Grad bek 
fejn^ und kann für diefen Zweck leicht aus £ 
meriden entlehnt werden. — Der dritte aul 
wahre Monds Länge üch besiegende Theil der 






". 



* 1 



»• 









fbt löttdeni AequinoGlM-runctt, kann fit 
FJI füglich Teraacblärßgel wer«ren ; ich fkdfm 
faidefs» ditnit man wejiigfteat fetneli Weith ba« 
»lea kann « darcb f olg^de Tafel dar : ' 

' 1— 1 . ^ 

ABooHBirr.- Wahre Moudilloge» 





— 




VI^ 


0-' 


Of'ooo 


Ip 


0« 002 


20 


Of 004 


30 


Ot 00^ 



J — 

VII — 



I 



V 



O9 006 

0» 006 



X 

IV 



11/ --> 

VIII—; 

-^t — 



o. 00$ 
o« 004 
Ot 00^ 
Of 000 



III 



30' 

10 

o 



Für den Gebranch diefer Tafel dürfte die Ung» 
lei Mottdea bloa auf ungefähr fanf Gride bekannt 
fef n , sn welcher Schkunng ebenfalla £phtoeridcB 

binreichjpn. 



tSL 



*k 



m * I 



, / 



176 MfxnaÜ. Correfp. rSti. FEBRUAR^ t \ 



«■^■■«■■■■■■l^iHBH^HHi^l^BHBB^i^Haaia** 



XII. 

Anleitung zum Situations - Zeichnen , von 
LynkeTj Grofsherzogh Hcfßfchein In- 
genieur - Geograph und Capitain vom 
Generalftahe. Mit dreyzehn Kupferta- 
feln , gefiochen von Felßng und Lehmaim 
in Darmftadt Dannßadt 131 1. 



JtSey der grofeen Ausbildung , weichein neaern Zei« 
ten die Methode der Situations -Zeichnung erballea 
hat, dem bedeutenden heutigen Wertb guter detail^ 
lirter Terrain -Darftellungen und bey der Menge 7011 
Forderungen, die jetzt an topographifchen Karten 
gemacht Averden , ßnd voURändige Vorfchrifteo, 
vv^ie diefe zu erfüllen find, mehr als jemals wün- 
fchenswerth und willkommen. 

Bis zum fiebenjährigen Kriege war die Sitna« 
tions - Zeichnung noch in ihrer Kindheit ; der Zeich* 
ner war Mahler » und fuchte die erhabenen Gegenr 
fiände aus einem Standpunct mit Licht und Schat- 
ten darzußellen. Der preufsifche Major Fetri war 
der erfte» welcher eine beiTere Zeichnungsart ein- 
führte, und feine Situations - Karten der Dresdner 
Umgebungen können noch heute als gut gelten. 
Müller und Engelbrecht folgten diefem » und die 
feit 1779 unter des verdienft vollen ^ßer Leitung 

an«- 



\ 



/\. - , • • ■ . '• 

Xn* Antiiiung zum Sü^Mti6nS'2^cknen. 'I77 

auj»geführten königl. SMchfifclieit Vetmeffnngeny'Wa- 

xen eine vortreffliche Schule für Zeichner. Daserfte 

^ollßändige Syftem über dieten Gegenßand gab , 

JSackenberg heraqs , und dann Lehmann eine Theo^ 

xie, dieunftreitig das vors^üglichße iß» \yas bis d^ 

hin über Berg -'Bezeichnung geliefert worden war» ' 

und allen neuern Vorschlägen und ModificaUoneä 
I 

\vcfentlich zurü Grunde liegt. 

Die vorliegen de ^n/^f^u72» zum Sitnations- Zeich" 
Tfeu vereinigt Vollßändiglieit mit Genauigkeit ui^d 
zeichnet ßcb durch lichtvolle Oarßellung und gut 
und paffend gewählte Bezeichnungs« Arten fehr vor- 
theiihaft aus. Der Verf^ffer, ein vormaliger Schüler 
des verßorbenen Obriß- Lieutenant JETaai 9 wardurch 
langjährige Erfahrungen ganz befonders dazu geei^* 
net , etwas vorzügliches über topographifche Be« • 
Zeichnung zu liefern, und Wir glauben, dafs üns'al* 
Ic Sachkenner beyßimmen werden , wenn wir ^lete 
Vorfchriften allen angehenden Zeichnern als Mußer 
empfehlen.. ^ 

In einer Einleitung giebt der Verfaffjer die Be» 
griffe von öeonomifchen , topographifcheh , choro» 
graphifchen und geögraphifchen Karten, und liefert 
dann noch einige An weifungen über die Wahl der 
Materialien;, um gute Zeichnungen liefern zu köa- 
nen. Das dgeiitliche Werk beßeht aus dreizehn 
Kupfertafeln y welche durch eben. fo viel befondere 
Abfchnitte im Text erläutert werden. Um unfer 
Unheil über die Vollßäindigkeit dicfer Anleitung zu 
belegen» laffen wir die Auffchriften diefer Blätter, 
nebß einer Anzeige ihres haupträchlichen Inhalts 
hier folgem ^ - 

' . Bt. I. 



1^8 Mmatl. Oyrrejf. Hu. FEBKVAK, 

JBl. L Licht und Schatten. 

Die hier gegebene AnQcht i(t fahr dentUch und 
gut gewähli^ fo dafs feder Anfänger iich darnach ei- 
nen beßimxtiten Begriif von der eigentUchiaa Metho* 
de, die bey Sitaations- Zeichnungen befolgt werdeo 
nuifs 9 machen kann. 

Bl. IL Bäume und Laubwald. 

Aufscr ganzen Waldpartbittn» werden hier nodi 
befondere Bezeichnungen für Obßbaum, Laubwald* 
bäum, Nadelholz, Pappel» Weiden» LaubhedWi 
Nadelhecke,' liaumgruppen» Waldparlhien undrife. 
ckengruppen gegeben. Auch ift es loben8\yertlii 
dafs hier auf die Modificationen di^er Beaeichnnn- 
gen« je nachdem es topographifche oder geograpbi- 
fche Karten find, Bückücht genommen "worden UL 

Bl. III. J^adelholz und vermifchter fVald. 

Bl. IV. TVaffer und Wege. 

VVir venuilTen hier keine der gewöhnlichen hy* 
drographifchen Bezeichnungen; Fähre, Wailerfall, 
Wehr, Durchfahrt, Durchritt, Schleufae . Schiff- 
brücke, Teiche, See, Ziehbrunnen etc. haben alle 
ihren befondern adäquaten Ausdruck erhalten. 

Bl. V. Feld und Wiefeti;, 

Feld, Gärten, Weide, trockene Wiefen» nab 
Wiefen, Sumpf, Sand und Weinberge kommen hier 
vor ; nette |ind zierliche Zeichnung seichnet diel 
Blatt befonders aus. ... 

Bl. vi. 



: 



« 



I 



\ 



XL AfUeitung zum SüucUions - Zeichnen» ifj'^ 

Bl^ VL Dörfer, Städte, Mühlen. 

Die Bezeichnungi^n findikier wie oben für To« 
pographie, Chotogfaphie und Geographie befonders^ 
gegeben. • Für'Capel}en/ Kirchen, SchlöiTör, verfal- 
lene SchlöiTer , WaHermühlen , SchilFsmühlen , Wind* 
xnühlen, Galgen und Grentlleine» find hier befon- 
dere Bezeichnungen befindlich. 

Bl. VII. Feßnngs^ und Belagerungsioerke. 
• • • • , 

Fliegende Brücken 9 Zugbrücken, Schanze, Ka« 

nbnen« Batterie, Mörfer- Batterie, Minen, Wolfs^ 
Gruben, Verhau, fpanifche Heiter^ FuCs* Angeln # 
Überfchwemmung. 

Etwas gekünßelt iß die Bezeichnung des Ver- 
haues. . ^ ' 

Bl. VIIL Truppen. 

Infanteriß, Cavallerift, Bataillon, in Schlacht-^ 
Ordnung, lagernd, Kanonen, FulverNvägen , Lerm« 
ßapge, Schlachtfeld, brennendes Dorf , Telegraph« 

Bl. IX. Schrift. 

Schöne Schrift , und deren paffende Gröfse , ge- 
liört unter die Hanpt - Erfordernille einer, guten Zeich- 
nung. Mit einigen zweckmäfsigen Abänderungen 
hat der Ver fader die im Memorial topogr. et nUli' 
taire etc. etc. Nro. V. gegebenen Vorfchriften biet 
beibehalten, und vier beigefügte Tablcaus, übet ' 
Art und Gröfse dec Schrift, die für öcQuomifche» 

I 

topographische, «horographifche und geographifch« 
Karten zu wählen iß, geben für alle Karten- Zeich- 
ner eine vortrefliiche Anweifung ab. 

Bl. X. 



S s 




ü 




! 180 MonaÜ.Correff.iSti. FEBRUAR. 

Bl. X. und XL Berge und Theorie ihrer 

Bezeichnung. ' 

Für die Theorie< der Sltuationff - ^eiphnung 
unftreitig Nro. X das wichtigße Blatt. Bekann 
verlangt die Vollkommenheit der heutigen Te 
Darftellung, und namentlich die Theorie ded 
dienftvollen Lehmann ^ ^dafs die blobe Zeichnun 
einem mit dem Gegenßand vertrauten Manne, i 
Gröfse der ßöfchnngs- Winkel von 5 zu 5** (ogleii 
^nrchauUch angiebt. So richtig der Grundfatz n 
die Bezeichnungsart diefer Theorie iß , fo ift dock 
die Ausführung mit vielfachen Schwierigkeiten V6#fe 
knüpf, und für fchnelle militairifche Aufnahme vr^ 
die Auffindung einer abgekürzten minder mühfamd 
Darftellungsart fchr wünfchensvrerth/ Auf L 
/na7Z7/j Anficht gegründet , beCchäftigten fichmehreri| 
mit Vorl'chlägen leichterer Bczeichnungs* Arten» vorf^ 
deuen der Verf^ffer^mit Recht '^ Schiener ts Situi^ 
tions ' Zeichnung für Soldaten\ als das vorzüglicbill:;^ 
in diefer Art rühmt. Auch hier w^urde diefe Schrtt. 
benutzt, und ihr durch einige Modificationen an^' 
Verbellerungen noch eine ausgedehntere Brauckbar*' 
keit gegeben. Auf Nro. X giebt der Verfaffer für alle' 
Böfchungs- Winkel von 5 ■— 5* eine Scale an» unft 
wir glauben, dafs 4iefe Bezeich nungs«- Art , Avelchtf 
aus einer fehr einfachen Combination von punctif» 
ten, geraden und gefchlängelten Linien beliebt ^fe|tf 
glücklich gewählt iß, da £\q leichte Ausführung iah 
grofser "Bcitimmtheit der Angabe vereinigt. £• üfi* 
ivünfchenswerth, dafs man iich über eine.folche 
Bezeichnung allgemein vereinigen möge, vro dana 
eine topographifclie Karte dem Kenner eben fo .ba* • 

fiimm* 






XIL Anküung zum SituationS'21eichmen0 i8l 

ftlmmte Kefultate^ 'Wie eine topogräphircheBefcbtel« 
bung darbieten Würde. 

Mit vielem Fleifse find die dnf Nro. XI befind^ 
liehen (peciellen Berg -Bezeichnungen ausgeführt^ 
Mehrere davon find fehr fchön und allgemein nach* 
ahtnungswerth« Minder gefällig tuid empfehiunga« 
lirerth erfcheint tins die Manief mit tünden gekreuz- 
ten Strichen^ dadurch diefe dasMühfame der Zeich« 
vung vermehrt Wird» ohne an Deutlichkeit 2u ge*v 
'Winnen« 

Das Xlt. Blatt > welches dad^^ött dem Verfaffet 
im Laufe det letzten Campagne aufgenommene La- 
ger der zweyten üivifion des vierten Corps der Ar- 
tnce von Deutfchland bey Kromau in Mähren ent* 
hält« giebt^nebll ^r« XTII« was nach einer Häaß* 
fehen Karte die Rheingegend von Gernsbetm und 
Oppenheim däfftellt * eine Vereinigung und Anwen« 
düng aller Vorherigen Vortchriftert und ßezelch* 
oungs- Arten. Der Plan von Kromau ilt ein fchö* 
neä Seitenftück zu dem früher von demfeiben Vet- 
fiUIer errcbienenen Plan von üraudenz; beyde gehö« 
Iren unftreitig unter die fchönften topogi^aphircheii 
parftellungen neuerer Zeit» und iind allen i die fich 
mit Karten Zeichnungen befchäftigen » als Mufief 
fttt empfehlen. 

Qer Stich diefer Blätter macht der Künft def 
< Herten felßng i^nd Lehmann zu Darmfiadt £hfe# 
und wii^ wünfchen, dal's alle angehende Zeichnet, ' 
fich nach diefen bilden mögen « da wir dann erw^r-» 
ien dürfen« auiä diefer Schnle fchöne und deutliche 
Terrain -Darßellungen %ix erhaltet^« ' 



1^2 HbnaÜ. Conejp. iSu. FEBRÜJIL 



Auszug aus einem Schreiben 
' des Hrn. Soldner. 



Manchen , am 9. Dec igi» 

im October^Hehe der M. C. finde ich Bemerknn- 
gen vom Herrn Prof. Beßel^ über meine ThiorU 
d'une nouvelle fonction etc. ^y eiche mich zu diefea 
Zeilen veranlalTen. 

Die von Bejjfel angegebene Reihe ift mir wohlb^. 
kannt. Überhaupt habe ich über diefe Function, w^t 
mehr ausgearbeitet, als ich habe drucken laffen; ich 
durfte » aus bekannten Gründen , das Werk nfcht u 
fehr ausdehnen. Was diefe Reihe anbelangt, finde 
ich in meinen Papieren folgendes : 

' ^ dx dxf 1a /la\2 /IäV l 

Dies integrift und nach den Potenzen von ^geoid- 

Ix 
liet , auch zuletzt die Reihen der Coeflfictenten ram- 

mirt , erhält man : ~ ' 

Ix t aj (ix)2 t a J 

«« r 1.2 ' ^. .1. 

Setit 



t ■ . 



KUX. Jm «. Schmben de^ Um. SäUner. 183 
laa nun 

aJCvÄ ILx -♦- A'. j- -1- A''. ;r-r; -f. A''^• 



1»^* •(1«J«^" •(!«/ 



A^' Ä A' — la 

A'^'= ai''-4- (U)* 

■ » 

( mit det Reihe des Hefm JBe^i idefittfeh 

I 

:h diefer Keibe iß wirklich der gröbte Theil 
Tabelle berechnet worden« Die Reihe 6 
habe ich Weit fpöter , duteh folgende Veranlafr 
Funden, jlch habe einmal in der obigenReibd 
anßatt ax gefetzt; dadurch kam fie» det 
äcb, dem !fay/ö' yrÄ^ji Theoreme iiiher, nut 
>fe Reihe nach Fotensen des Logarithmof 
tahme fort gieng anftatt dafs fie in Taylor^s 
n nach den Potenzen der Zunahme felbft 
iU Die Reihe hatte fo ein fehr einfaches Ge» 
1 hingegen das Taylor'fche Theorem in gegen« 
!m Falle eine äufserft verwickelte Reihe ge* 
irde^ Dies^ brachte mich auf den Gedanken» 
ige Reihe gewilTermarsen ein befonderer Fall 
och weit allgemeinem Iheoremsfeyn muffen 
Taylor' [che ; , eines Theorems nämlich» wo 
he nach Potenzen einer willkührlichen Fun« 
er Zunahme fort geht» Sa fand ich das Theo» 
No* IS« . 

Na Bejr 






l84 MtmatC Correfp. igiu FEBRüABL 

Bey diefer Gelegenheit wili ich bemerken « dab 
der Nutzen diefes Theorems fehr umfaiTend su feyn 
fcheint. Z\ B, AYcnn man macht; 

dxFx az* ^^ dz'' 

To hat man 

fdxrx = fx.z' — ^^ — -- . zf' ^- ' — '- . ±'" — ctc 

1.2 1.3.3 ' 

älfo eine allgemeine Reihe für das Integral f dx Fx» 

die nach Potenzen einer willkührlichen Function 

, von X (fx) fortgeht. Fieylich ift diefe Reihe auch 

^yied6r nur ein befonderer Fall der Reihe in No. 4. 

Ferner wenn 

dFx dz' dz''* 

dfx dtx dtx ' 

fo ift 

Fx = F-t-fx.z' -4- ^= — ^- . z'' 4- ^^ .x'^'H-ete. 

1.2 1.2.3 

WO F die Fx für den Fall xrr o und in z', z", 1'" 
ctc. nach der Differention x Null gefetzt wird. Die» 
Fe Reihe iß alfo ein Entwickelungs • Theorem einer 
Fx in eine Reihe, Avelche nach Potenzen eiqerbe^ 
liebig«n Function von x fortgeht. (Man verglei- 
che Theorie des fonctions analytiques par ilfr. i§ 
ha Grange No. 45). Die Ableitung diefer swey* 
Sätze aus dem allgemeinen Theoreme ift leicht. . . 
Ferner ift dies Theorem allgemein anwendbflf 
in Fällen, wo es darauf ankommt, die Differens 
zweyer gleichnamigen Functioneri von zwey vcr» - 
fchiedenen Gröfsen durch die Differenz zweyer aö- 
dem gleichnamigen Functionen derfelben Gröften* 

aus« 



XIIl/ AuM f. Schreiben des HmJSotdner. ll35 

aasKudrücken. Z. B. Herr ^rofelTor MoUw&ide hat 
in der Correfpondeiis^ Ausdrücke^ gegeben für « — ß 
durch fin « — fin jB; n^acht mau aZZß'»^Wf fo wird 

F(a-f-x) — Fa — Cß-+-w) -^ p — w 
f a IZ ßii. p 
' 8 ~ fin, (p-4-u») — fin.p 

wodurch (ich das übrige leicht ergibt, Diefe letzte 
Bemerkung hat mir mein gelehrter Freu.hd, der PrOy 
felTor Buzengeiger in Ansbach, zuerft gemacht^ Ein 
Analyit, der noch weit bekannter feyn könnte und 
.feilte 9 als er es durch Umßände» bis jetzt iß:. 

Ich komme wieder zur Sache zurück. Die Rei- 
he (6) hatte nun im Ganzen die nämlkrhp Conver- 
genz» wie diejenige, nach welcher ich bisher ge- 
rechnet hatte. Herr Bejfel fcheint das Gegentheil 
zu glauben; man kann fich aber leicht überzeugen, 
dafs dem nicht fo ilt. Ich habe alfo die neue IVeihe 
im Drucke um fo mehr vorgezogen , da ße mir Ge* 
legenheit gab, eine Anwendung des allgemeinen 
Theorems in No. 12 zu zeigen. Aber eine Eigen- ^ 
fcnaft hat die ältere Reihe, welche ich erß nach 
dena Abdrucke der Abhandlung bemerkt habe, und 
die, hätte ich Ge früher gefehen, mit die Berech,- 
Bung der Tafel febr erleichtert und mich .mithin 
wohl beßimmt haben würde, üe in die Abhandlung 
aufzunehmen, Sie beßeht darin, wenn man die 
Goefficienten A^ A" etc. für ein ^ewiffes a berech- 
net hat, fo gelten diefe für jeden Theil der Tafel, 
z. ß. Avenn a~ 2 (gröfser als 2 kann man a nicht 
-wohl machen ; weil man fpiift zu viele Glieder be- 

rcch^ 



■♦ 



r 
I 



reehnen mürste, befondera wo x'ooch nicht Cehr |v 

groUift,) fo h^t x^aii 

A' =i 
x^ A"— A' — U «10. 

Hat manalfo, ein für allemal, diefe A', A" etCi 
berechnet, fo findet man mit denfelben Coefficioi* 
ten, jeden luzx ^ve'nn li. x gegeben ift. Wenn 
nuii die li für die Zahlen 2X, 4X, gx et*e« befttmmt 
find , fo lalTen fich die daz\Yifchen fallenden leicht 
finden; weil dann die Keihen fiärker Convergiren« 
Aueh könnte man uochc^ie A^» A'^ etc. für a zm i,;, 
9 ~ h^S ^^^' berechnen. Hr« Bejffel hat äiefenUm« 
fland, eben (o wie ich Anfangs., auch nicht hen^ierkti 
Ich hätte ihQ durch die Zahleurechnung. nothweii« 
äig ^evvahi/ werden müüen; aber leider hatte idi 
4er Keihe zum wirkUchen Gebrauche eine etv« 
veränderliche Form gegeben , welche diefea verhiii« 
derte. Es ift auffallend, wie man suweil<ia Diojft- ! 
nicht bemerkt, die fo gan^ am Tage liegen! 

Per Gedanke des Herrn Be/felt. einen Coe& 
eienten A^°^ für ein grof&esn unmittelbar 2^u berecb« 
nen und aus diefem die niedrigem zu beftimnieitf» 
vro man dann, ^Yenn man bis auf die erften siuruck '' 
gekommen iß , die unmittelbar gegeben und » dod 
Controle für die Rechcuug-bat, ift vortrefflich und 
hat mich ungemein gefreut« Seine Methode, lälit 
fich überall bey dependenten Cöelficienten ^nwoiH 
den, wo man für A(n) eine convergirende Keibe «^ 
halten kaun« Freylieb ift 4i^ Arbeit etwas ntühfam, 

weil 



3 mm 9 igt Cont^e wegen ^ die hoben CöeflS^ 
tten mit eben fo viel Decimal- Stellen berechnen 
8» als man «aliierdem.nnr füt die niedrlgern n5- 
bätte. s Aber eine Veriflcation der Rechnung htr 
: man in folchen Fällen nicht zu tbener. 

\yzts Herr BeJfA Willen« an leyn Tcheint, die 
i der IntegraULogarithmen fort su fetae», ift 
im fo erfreulicher, da ich in memen- jetsigen 
ilinilTen an eine fblche Arbeit nicht denken 
• Ich bitte Hrn. Bejffl gelegentlich sa erfu« 
, dab er meine Tafel von li. lo aajprüfenmöch* 
ich fürchte fehrj^ ea werden Rechnungafehlei 
feyn ("S-pag. 26.) 

ch liann et Ewr. Hochwohl^eb. nicht bergen # 
aiir eine Aeutii ehiog des Hrn. Beßel etwas auf* 
en ift. £r fagt nämlich : DieSchwierigKeltbey 
r Function beßünde nur darin, die Tafel für 
e Werthe von x zu berechnen. Aber es iß Ihnen 
mt» dafs der Schwierigkeiten hey diefer Fun- 
mascherley waren; fo dafs de felbft dem gVo- 
Euler räthfelhaft blieb« Die grülsben Scbwie- 
iten waren zu überwinden » ehe ich an die Be* 
mng. einer Tafel denken konnte, und ich ge« 
, daf? ich den glücklichen Erfolg nur dem Zu* 
und einem längern Studium verdanken zu müf«^ 
}aube. ' 

xh nwfs es Ihnen nun ganz anheim ßellen, ob 
welchen Gebrauch Diefelben von Gegenwäni- 
in der Moiiatl Correfp^ machen wolle« ; da . 
Zeitfcbrift nicht der fpeculativen Mathematik , 

fbn* 



188 iSan«t\, ConeSf, mu F^RIT^R..'. 

Tondern def Aftronomie und' Oeognipbi^ ^«widmet 

iß. 

Wenn E\vt, Öocbwohlgeb, es noch nicht wt 
Ten , fo wird Sie yieUeicht die N^cbticht intereffireiii 
dafs nun unfer jp.eichenhach ^ 9uf die Beßellung da. 
Herrn La Flace^ einen dreyfürsigi^n. ganzen Kreii 
für die Parifer Sternwarte macht and künftigen Soitf> 
mer da aufftellen wird. 



XIV. 



» \ 



7ilV.Ai$si.SchreibmäesHfn.Pref,l^ffet. J89 



X^ : ._^ \. 






XIV. 



Auszug; aus einem Schreiben 



Königsberg , lun n. Jan* |g 1 1, 

br eben empfangener Brief t mein gütiger Freund, 
ahnt mich t Ihnen zu fcbreiben , nnd gern führe 
h den Vorfatz, den er erzeugte, gleich aus. Bejr 
m vielen intereilantea Mittheilungen » die er ent» 
ilt, -werde ich ihn Punct für Punct, fo wie !lhrei) 
überen Brief vom g. Nov, beantworten. 

Herzlich bedaure ich , Ihnen von hier Keine Be-. 
Dacbtung der Occultation des Aldebaran fchicken 
1 können. Das Wetter war hier vortrefflich , aU 
in ich fand mich ohne Inlirnmente , und mufste 
lieb begnügen, die Bedeckung blos zufeheu^ Jetzt 
abe ich Inflrumente, und zwar febr vortreffliche j 
lein Sie werden doch fürs erffe keine Obfervatio- 
en für die. Länge von Königsberg von mir empfan^ 
en, da ich febr ungünffig wohne, nur Ausficht 
ach Qften habe, und folglich meine Uhren nicht 
ut berichtigen kann; fcblecbte Beobachtungen lind 
bex weniger werthals gar keine, und fo werde ich 
eine auffeilen oder mirtbeilen, ehe eine neue, bef^ 
3r gelegene Wohnung« die ich zu Qßem beziehen 
verde, mich in den Stand fetzt, etwas Qutca zu 
;eben^ -^ Pafs Sie meine Beobachtungen der Be- 
deckung 



190 . MonaÜ. Correfp. iSn.' FEBRUAR. ^ 

declcung i S , 2 B Tauri , den 23 Sept. igop gnt finden» 
freut mich fahr; es werden ßch untermeinen Lilien- 
thaifchen Bedeckungen viele gute finden »• die ich 
Ihrer Auf merk famkeit empfehle. 

Die Abkürzung der Perturbationa - 3>echn«ngeB 

für die Planeten , die ich im Sinpe hatte • ift nicht 

auf die yerkleinerung des Umfanges . der TaEelA 

berechnet, fondern auf die Bequemlichkeit ihr^ 

Gebrauchs. Ich dachte mir Tafeln » wie die UeUmh 

hre^fcheriy nur mit demUnterfchiede, daCs daaeinei 

die Länge des Planeten enthaltende ^r^mm^y dfwch 

das gan2ie Jahr unverändert bleiben foUte* Dieb 

Einrichtung ifi möglich» und mufs die Bech^mig 

fehr erleichtern • da man dadurch alle Störungen fär 

ein ganss^es Jahr in einer Vertical - Cplumne findetti 

auch der Mühe überhoben fejn würde , die Argn* 

xpente aufzufchreiben und zufammen zu aadiren. 

I^ach diefer Idee (ollte z. B. die Störung des % aof 

die Erde in eine Tafel gebracht werden , deren erSe 

Columne 4/0 Störungen enthalten Tollte * die ftattfln* 

den» wenn die mittlere Länge des %f bey irgend 

einer angenommenen Sonnenlänge ». (etwa 9^ zo% 

(o wie fie ohngefähr am Anfange des Jahres ift) z^q ' 

ift; die a^weyte Coluinne follte für ein Jahr gelten « 

in welchem bey einer Sonnenlänge von 9^ lo* die 

mittlere Länge des % ZZ 10* ; die dritte für ein Jabr« 

in welchem dem gleichen Sonnenorte die Länge 

des % ZZ 20* zugehört u.Lw. — Man wurde dado 

in der Epochentafel die mrttl. Länge des- 7(. % inDeci« 

mal^& des ganzen Hreifea ausgedrückt» ioimer für 

die Sonnenlänge 9^ lo** anfetzen»^ und diefe» 'obnc 

etwas zu addircn ,, für das ganze Jahr gebrauchen« 

Die 



A 



XIV* 4» §. Schreiben äes Bml Prof. Sept. 191 



I • 



DieVertiGal-Columne follte uls Argument die Län^o 
der Sonne, in Zeichen» Graden u. f. w. ausgedrückt 
oder vielleicht ao^cb » nach' einer kleinen CorrectionA 
in Tagen, (welches jedoch üicht fo bequem feya, 
toochte, da man die mittl. Soniieii - Länge imoaet 
Schon kennt y. wenn man die Pertiirbationen berech* 
«€B will) enthalten. — Die auf dieCe Weife con» 
firuirlen Täfeln wüi^en im Äufseren den D^lam,^ 
hre^Jchen- fehr ähnlich feyn; auch würde ihre Be* 
rechpung eben fo mühfam feyn; (jedoch nicht müh« 
Jamer, wenn man den Grundformeln eine für diefo 
Rechnungei^ pallendere Geßait giebt , ) allein ihr Ge* 
brauch würde fehr bequem feyn, da ße eigentlich 
als nur ein Argument habend angefehen werden 
mi^ffen« Für ^ und ^» wo die Störungen fehr grofs 
find 9 pafst vielleicht diefe Einrichtung weniger; 
leicht wird es fich indefs bey der Anwendung beur- 
fheilen lallen, ob der Vorfchlag in allen Fällen » oder« 
wenn dioTes nicht iftv In welchen er als bequem be- 
trachtet werden kann. Ich bedaure, dafs viele Ar«« 
beiten mir nicht erlaubt habön , die Perturbatio n 9^ ^ 
Formeln für die Erde, fo Avie ich es thun wollte* 
nach diefer Idee zu entwickeln oder umz^uformen. 

Die verfprochenen Barometer - Beobachtungen 
»n der Oftfee habe ich noch nicht anfangen können ^ 
da nair ein gutes Barometer fehlt; in^deHen bereitem 
ich Ge durch eine Operation vor» die ich in diefen 
Tagen ^u unternehmen gedenke, und die beßimme 
ill , die Erhöhung des Bodens ^ auf welchem meino 
Sternwarte flehen ^ wird, über dem Niveau des fri«* 
(chen Haffs zu geben« Das Eis auf dem Haff mach^ 

diefe 






192 ' Uftnatt. Correfp. ign. EEBRUJR. 

cliefe MelTungen leicht , und ich werde nicht verlli^ 
xnen , es dazu 2u benützen» , 

Über die Green wicher Quadranten und- die deil 
beobachteten Declinationen habe ich fchdne Refäl^ 
täte rorräthig, wovon ich' Ihnen t da Sie es vc^ 
langen, nächftens etwas mittheilen werde. Dieb 
Tnftrumente find (terblich» fo wie alles auf der Web) 
der Greenwicher Quadrant hat fich im Centro njoh 
gefchlifFen^ und giebt deshalb tinrichtige- Zenict 
Diftanzen. Zu Bradleys Zeiten -war es nicht fo ; di^ 
xnals w^ar der Quadrant vortrefflich, und diefelbe 
Folhöhe , die gegen Norden der Polarftein gab , folg- 
te aus den Beobachtungen der Sonne gegen Süden. 
Ich habe Beweife in Händen, für die Vortrefflich* 
keil diefes Quadranten, und bin geneigt, ihn, fo 
wie er zu Bradleys Zeiten war," für eins der fchön- 
Aen aßronomifcheh Inftrumente zu halten, weicht 
je exißirt haben. 

Aus Hrn. Soldners Briefe habe ich gefehen , dab . 
er die Reihe für die Integral •Logarithmen, die Sie 
im October- Hefte der M. C haben abdrucken lat 
fen , fchon früher gekannt hat ; es iß zu bedaueroj 
dafs er Cie nicht in feiner Schrift aufgenommen hat, 
da Cie d.Qch brauchbarer i(t, als die Reihe, die tr 
dort gieht^ So wenig das , was ich Ihnen über die- 
le Function fchricb, zum Drucke beßimmt war» in- 
dem es Avohl weniger als eine Skizze der ganzen Ua* 
terfuchung iß, fo iß mir fein Abdruck doch Heb/ 
da er uns von Herrn Soldner die Verficlierung ein- 
gebracht hat , er habe Aveit mehr über diefe Fun- 
ction ausgearbeitet , als feine Schrift ^ifithält. Laden 
Sie Herrn Soldner doch einj^ uns diefes in der JMo* 

natL 



XIV. Aus e. Schreibendes Hrn. Prof. Bejfel. 193 

9iatL Correfp* mitzvLiheilen. Ich meines Tbieils ha* 

lie 2UT Untetfuchnng diefer Function« durch eine 

Abhandlung beyzutragen gefucht,' die zurPr^ile be- 

Teit ift, und die in^iner Sammlung roh Abhandlunr 

gen erfcheinen wird 9 welche einige meiner hiefigea 

CoUegen und ich zur OdermelTe herausgeben w«t-- 

den ; , vielleicht enthält fie doch etwas , was (ich in 

Herrn Soldners Papieren nicht findet« — Hr. Sold* 

uer thutmir übrigens Unrecht ^ wenn er glaubt,, ich. 

h^lte feine Keihe 

für weniger convergent als fie ift; da das n^e Glied 
diefer Reihe 

. >la ^ n \^ l.a .l«2'3 1.2... 11— 2] 

fo nähern fich ihre Glieder immer mehr der Gienze 

May n • -. n V. la/ • 

fie convergirt alfo immer, wenny oder 

\ 

- i (i -H -; — ] <1a,oderx<a (a— i). Mankannqiic. 

diefer Reihe , welche Soldner auf ein fchönes anäly- 
tifches Theorem gründet, ülaimittelbar von li. a auf 
li*a^ Reigen, allein höher nicht; und felbrt für die- 
fen Fall ßellt fich die Convergenz bey einem etwas 
^rofsem a nicht gleich am Anfange ein , ^\e ift hielt 
in einem ähnlichen Falle mit der Reihe 

^* zr X -fr- x: iH- JL- -H -_J! — -f- etc. * * • * 

. ■ . . j.* i. a, i. . . '. . 

I die 



r 



194. JXloMtl. Correfp. igu. FEBRÜJFL 

t 

\ 

die immer convergirt» abererlt Jpät anfängt fich su 
nähern, wenn x etwas grofs ift. ~-, Dagegen co» 
vergirt meine Reihe hnmer> wenn die dem ftum |v 
Grunde gelegten Integral - Logarithmen zugehörige |i 
Zahl, nur auf derfelben Seite der Einheit liegt, auf v 
welcher die Zahl, für welche man den Integral -L^|i 
gatithmus fucbt, fich befindet; ihre Glieder nebmea' 
gleich Anfangs ab, obgleich für ein grofses a lünj^ 
fam« Ich führe diefes nicht an, um den Werth de» 
Soldnerfchen Entwickelung zu fchmälern ; nurgUs^ 
be ich, mein oben über bejde Reihen geäursertu 
Urtheil Ihnen begründen zu müilen» — - Aachthnt 
mir Herr Soldner Unrecht , wenn er fagt , ich habe 
nicht bemerkt , dafs meine Entwickelung für alle 
Werthe von x gelte ( — fo n^ufs ich wenigfieni die 
Stelle feines ßriefes verftehen ) i dfefe Aufeerung ift 
mir fogar unbegreiflich, da es Herrn Soldners Mey- 
^nung wohl nicht gewefen feyn kann, mir vonih' 
werfen, "ich glaube, eine, allgemein für x gefun» 
•'decpe EntwiCkelung, fey nur für einen beftimmten 
*'Werth von x wahr." — In meiner erwähnten 
Abhandlung werden Sie fehen, dafs man noch eise 
ganz gut convergirende Reihe erhält ^ wenn maa 
a ~ IG fetzt ; diefer Reihe CoefFicienten laue ich 
dort abdrucken , und habe fie benutzt 11. looo , toooo^ 
lOOöoö, lOOöooo zu berechnen, wovon die beydeil 
letzten fchon im October-VLtiie der M. C. ßehen. 
£s waren x6 Glieder nöthig, um von li. loö auf 
li. töoööoo zu ßeigen, *^ Der ZahlenWerth von 
li. 300000 ift in der iKf* C. unriqhtig; nach. der Ve^ 
beHerung des dabey vorgefallenen Fehliers finde idi 
ihn (Art. x6 meiner Abhandi«) zz, Z69^6t6^^ti% 

AUe^ 



I ' 



XIV. Jus Ä. Schreiben des Hrn. Prof. Bejfet» 195 

Allerdings wa'r es wohl meine Mejnung» 4ie 
luptfchwierigkeitbey diefer Function, in der Eni* 
ickelung der Zahlenwerthe für grofse x zu Tuchen, 
> ich /darin Recht habe, kann^iCh in der That 
cht beurtheilen , da es überhaupt unmöglich ift^ 
3er d.ie Schwierigkeit einer fchon gemaehten 
itdeckung zu urt heilen ;, — bey einem Art. 6 
einer Abhandlang gegebenen Ausdrucke des Inte« 
a|8 werden die Schwierigkeiten ganz umgangen , 
tzt man dieCen als gefunden voraus^, fo macht die 
rfindung der Integral -Logarithmen für grofse Zah<« 
D, die einzige f jedoch durch ebendenfelben Aus- 
"uck fchon gröfstentheils befeitigte, Schwierig« 
»It* — • Es würde mich zu weft führen, wenn ich 
men hier noch mehr von den Uaterfuchungen über 

mittheilen wollte ; wenn fie Ihnen interefTant 

Ix 

(id, fo werden Sie diefelben in unferm Archive viel« 

icbt auffacbuen. 



. /\ 



XV. 



\ 



fl 



196 . Monatt. Comjp. tSu. FEBRUAR, 



XV. 



Über die 



angebliche Yerfiniteriiiig des Mondes duzd^ 
einen Cometen im Jahre 



Aus eiuem Schreibeti des Harrn F«o* 

feffor Kri^s. 

Gotlia, äiti 15. Febr. ifii,. 

« • • • JCiW. haben in diefen Tagen dem Herrn PrXfi* 

fidenten von Schlothelm eine NotiK über den Come» 
ten, der angeblich zwischen dem Monde tind der£i^ 
de durchgegangen fejn foll , mitgetheilt » und dabej 

die 

*) Eben Co wie Lichtenbergs irrige Behauptung) daft d«x 
Comet von 1770 der Erde näher als der Mond geWeCeo 
fey t in eine Menge anderer Schriften Übergegangen iA« 
fo iß der Jcfuit Pontanut, aU Üeberfetzei* des Chroiueim 
von Georg Phranza , dieUrfache, dafs iban bis au£ 'dieCoa 
Augenblick glaubte ^ letzterer habe eine VetfitiAemif 
des Mondes durch einen Cometen im Jahre 1454 beob* 
achtet. So wird gan2 gleichlautend diefe JBrfcheinii]l|[ 
im Pingre » Riccioli und. Lubienitzky angeführt t Uni 
wirklich war es auch vor dem Jahre 1796 i Vre dif 
Chronicon von Phranza zum erflenmal in Wien jui dc 
UrCprache erfchien ^ unmöglich diefen Irrthuitl jtn U* 
richtigen. Der interelTante Auffatz des Dr« Olh0ri iM 
Novembüt *li9ite igio diefer Zeitfchrif c iA di<) «rAe Vtr* 



' XV. AngehU VerfiHfiivung des Mondes^ Iy«7 

tle Originttlftelle aus dexa ( Chromcoü^ des Georg 
Phranza^ worauf (ich. jene Meynung gründete an- 
geführt. ^Erftör^er hatte die Güte» mix diefe Notij 
Bitflutheilen ; da fiel mir aber l^ey näherer Anficht 
ker griechifchen Worte des Byzantinifchen Schrift- 
teliers auf» dab ^on einer Verf in fterung des Mondes 
Lurch den Cometeh gar nicht die Rede fey, und 
la(s alCo die Meynung, als ob ein Comet ^ach dem 
ierichtvon Fhranza unddeflen eigner Beoba^btahg 

vor 

atilatfuttg iu dUfet Beric)itigukig> indem dort ebenaucli 
der PhranzaifchenBeohzchxung erwähnt wird, was dann 
unfer« weitern Nachfuchungen darüber herbeyfükrto. 

In dem Chronicon des Phranza wird das Jahr 1450 / 
lar diefe Erfeheinung angeführt ; allein dies ift offenbar 
irrig, undmufs 1454 dafür gelefen werden, da Phranza 
hurt Vorher fagt , dafs der Comet nach der Eroberung 
von ConßantiuopeU was bekanntlich am 19. May 145* 
l^fchah > gefehen worden fey. Phranza s Anführen ei- 
ner Mokidfinfternifs ift übrigens ganz richtig, denn am 
12 May 1454 fand wirklich eine totale Mondfinfternifs 
fiatt. Freylich fpricht Phranza vom Sommer, aliein füt 
die Breite von Conftantinopel kann der May wohlfchon 
füglich als Sommer -Monat gelten. Struyck , dem di« 
Bedeckung des Mondes durch einen Coraet(m doch allzu 
-wunderbar vorkommen mochte, vermuthete, es mög« 
>fVob.l fonft eine meteorifche Erfch^inung gewefen feyn ; 
S% 245 feiner Körte Befchryving imn aile dd Com&eten etc% 
heifst es: " Georg Phranfx verhaalt> dat in't Jaar 1450» 
in^de2ommer, een Comeet gezien wierd{ ^dog uic da 
** Befchry ving , die hy daar Van doet > fchynt ket my 
*^toe, dat het geen Staart&er» iHaAir eenig Ander ver« 
^tchynzei U geweeft*" 



198 MUmatL Covrefp tgu. TEBROJE. . 

vor dem Mond rorbef gegangen iej^ lieh nf eiii 
blofses Mirererüändnifs feiner Worte gründe. Da 
Herr Hofrath Jacobs gerade zugegen war» fo legtea 
wir ihin die Stellen vor. £r ftininite meiner 'Mcf- 
iiuiig« dafs hier ein bloCses ftlifsverftändnib ftatt 
fände» vollkommen bej. Wir baten ihn daher , dw 
jStelle in dem Ckronicon des Fkranza feibft» das 
(ich auf der Herzogl. Bibliothek befindet» genan« 
nacbzafehen, nnd uns eine getreue Uberfetzung da» 
felben zu geben. Darauf erhielt ich folgende Nacb- 
rieht von ihm : , 

**Oa8 Chronikon des Grofs • Krön - Garderobe- 
meifters Georgius Phraiiza ift bekanntlich zuerft in 
einer lateinifchen Überfetznng, die man noch mehr 
einen Auszug, hin und wieder auch eine Paraphrab 
nennen, mufs» durch einen um die Gelehrfamkeit 
-wohlverdienten bayerifchen Jefuiten Fontanus (In* 
goiftadt 1604) bekannt worden. £r bediente Gdi 
dabey einer Handrchrift der Münchner Bibliotheki 
die ich mehrmals in den Händen gehabt habe, die 
aber grofse Schwierigkeiten darbot, über die auch 
der gelehrüfe Mann in der Vorrede bittre Klagen führt. 
Er Tagt unter andern : Non fcripturam duntaxät 
codicis ^ Jed JerinoneTn etimti mirahiliter depravatum 
et corniptum 9 magnisque toties ohjcuritatibus impü' 
cituvi inveni , ut ad feiifuin eliciendum multa agita^ 
tione nientis , et quaji quibiisdarn rnachinis opus fue* 
rit, Diefe Machinae — wahrfcheinlich 4ie Über- 
fetzer- Kniffe, (ich mit einem qiii pro qua zu hel- 
fen , wo man das Original nicht verfteht — find nun 
nicht imniier gelungen ; und namentlich haben ^e in 

Act 



I 

I 



XV. AnpU. Veffinfter^ng des Mondes^ ^ 199 

• '■ . I 

der Stelle' qu, den Sinn 4es Autor» auf eine unrer« 

antwortliche Weife umgekehrt. 

Es heifst hier nämlich in der Pontanifchen Über- 

fetzung (Ausg., von Venedig 1733 Fol. ip dem Sup- 

plementband der Script. Hiß. JByzant. pag: iio.) 

Aeftati anni 6962VChrifti 1450, 6ometes fupra 
horizontem» quotquot Tefperis, ftatim poft oocafum 
Solls , in rhompheae ßmilitüdinem apparere coepit. 
Oui plenum litnae orhem fubiens, eclipjin efficie- 
bat f juxta ordinem et mopum folitum in orhem Lu* 
minum coelejlium^ 

Diefe letzten Worte find die Quelle der ganzen 
Gefcbichte. In diefen Worten aber h^t Pontanus fei- 
nen Autor durchaus mifsverftanden, . ' 

In dem Original, Avelches zuerß durch Jlter 

• in Wien 1796 Fol. an das Licht getreten iß , — - nach 

dem mehrere Gelehrte, uhter andern Jßiancoiii^ der 

das 'Münchner Manufcript lange in den Händen ge% 

^habt, den Plan der Herausgabe gefafst und 1 wieder 

verlair^n hatten ^^ beifst es S. $4 (LiberIV. c. 16.) 

*iro : 

ZijTiytwv /xe^wv a(J)* kairtqoig o^i^ovrog hy.oiffT-^g y 8i)5uj fjt^r-oi %vct9 
i^kt\i * GOfJi(paicic rtv) ~€cn\iwg i nou ryj C&ky)v>} skJ^My nch^siocff^; , y,cu ■ 
or«vo'eA>)voc >) vu^ txa^j^övffpc. v.ou Ivik^i^iing xccra tüj^jju yevofxivviq 
VMra TVjv Tocztv vtaJ kukXov twv qv^«V<W (pwcry^gcxiv cy^ aSog' riveg Bs 
rqv >io/u>jT>jv $<(posiS)^ OQwyrsg » v.ou Ih twv sffvs^iwv wtvou/xgvov , käi 

To ffy.orog rijg iKksi^/sung thovrsg» §vo//<^o5/ or( o ko/x>)t)^5 o ^i(poiihyig 
cvTwg B;)XoT* Kfti €/j cyiorwffivi ryjg aX^jvnig» otrt fjukk^uciv 6//o(f)wv)J- , 
cat Ol ruuy fdrire^iu» av^evrfs p^tCTtavo/ sX^Iv xaroc rwv Toi/^kwv > 

O 2 V.OU 



2Q0 Mönatl. Cornfp. igiu FEBRUARm 

Heu aureus* wii}}(rou7/v* 0/ ToC^koj $i Bufi^C^fhg wi mvrti ti^ <NPv Iv 

Die Klage, welche PoJitamss über den Styl da 
ehrlichen PÄrÄ«ZÄ führt (^nec folum vaces portmüh 

Jas veterisque Graeciae iaauditas » et nusquamfor» 
tajfe inveniendas , alias que immutatas et irurtcataSf 

Jed caHJecutlojiem quoque caßsum , madomm , fifii 
jnultis opus eß? Granimatlcam ihi negtectam^ out 
eerte ignoratam perfpicias^ wird auch durch die 
angeführte Stelle beitätigt, die nach den Gefetxen 
der gewöhnlichen Grammatik nicht zu deuten ift» 
Aufserdem ift auch einiges darin verfch rieben. Gleidl 
im Anfange mufs man mit Umfteltung itex Wortf 

leien I Ik tcCv BtrfXüCv fxs^Srj TC'J o^t^cvraf , asp^scrirt^or^ 9Kj£&nff% 

Ferner inufs man vielleicht , um die gänKkicfac Ana* 
koluthie der Rede zu mildern , nach sShg mit einem 
Conama interpangiren und rtveg f*iv lefeu , dem nach« 
ber weiter unten c/ Tovf,y,oi lis entfpricht« Das W# 
fentUche dos Sinnes bleibt dabey unverändert« 

In getreuer Daltmetfchung Tagen diefe Worte: 

*^Im Sommer des 6962 Jahres fieng ein ComH 
an » fich von den abendlichen Seiten des Horisontd 
Iier zu aeigen, jeden Abend, fogleich naeb UDle^ 
gang der Sonne» einem Säbel ähnlich» und kam 
dem Monde nah ; und da in der Nacht wo der Volt 
mond war,yirÄ zufällig eine Mondfinfiemijs eretf 
' nete 9 nach der Ordnung und der Jüreijbahn dtt 
himmlijcheu JLiehter ^ wie geii^Öhnlich , fo meyntea 
einige , da fie den Cometen fäbelförmig fahen , und 
dafs er üch von Abend ber bewege» und feinen Weg 

Btcb 



\ 



I 

. XV. AngM. Veffinßenmg des Mondes, ^di 

dem Orient nehme , ii'nd fich dem Monde nä* 

nnd da iie die Dunkelheit^ der Mondftnftemifi 

» daft der fäbelförmige Comet anaieige,« wenn 

aucbMie Verfinfterang des Mondes erwäge, 

Fl die chrißlichen Herren des Occidents lieh verei- 

würden, nm gegen die Türken su ziehen, 

iddtefelbenhefiegen würden. "^ Die Türken aber, 

'üaesaiichbhen wurden in eine nicht geringe Furcht 

;^|eSarzt nnd fteUten Betrachtangen an u. f. w. 

Fkranza erzShlt hierauf noch von mehreren Vor* 
Wdentungen , Blitzen , Erderfchütterungen und der- 
^chen, und (ehaltet bey diefer Gelegenheit, nach 

vdam Gebrauche der byzantinifchen Chroniften , eine 
Heibe phjfikalifch - philo fophifcher U.nterruchungea 
ober die Natur der Cometen , und der andern eben 

''^ TOD ihm erwähnten Natur - Erfcheinungen ein. 

Doch dies gehört nicht mehr hieher. Was ein 
Mann, wie Fhranza über die Cometen geurtheilt, 
kann nns gleichgültig feyn ; dafs er aber den Mond 
nicht von einem Cometen » fondern auf die ge- 
wöhnliche fVeife verfinftcrt gefehen, ill aus 
den angeführten Worten vollkommen klar. ^* 

In der That wäre auch ein Comet » der fogar 
den Mond verfinßerte^ etwas fo aufserordentlichea, 
dab er die Auf merk famkeit der ganzen Welt auf ßch 
ziehen müfste» und Phraiiza hätte fchwerlich nur 
gleichfam im Vorbeygehen diefen Umßand erwäh- 
nen können. Er nennt es aber nur eine gewöhnli^ 

€he Verfinfterung. 

Wenn 

*) Obns Zweifel» weil Verfinfterang des Mondes auf des 
, Halbmond des Türken gedeutet wurde. 



/ 



2(V monatl.Vorrefp. igih fEBRüJTL 

Wenn auf der andern Seite der CoiAet eine 
jang jeden Abend nach Sonnen - Untergang fichtb 
"war, fo mufs es wirklich ^In Coniet und nicht 
Struyck meynt " eenig ander verjchyrizel *' gewefi 
feyn. Auch mufs let zu den gröfsern gehört haben 
da er mit blofsen Augen ficbtbar war und durch 
ne fchwerdtförmige Geftalt den Türken Furcht 
|ag^e; aus dem Umftande» dafs er (ich von Abetil 
gegen Morgen bewegte» läfst ßch fchlielen» daliffl- 
;r^chtläufig war. 



.4 

I 



XVI» 



. XVI- Setbergir Beobachtungen. ' 2p^ 



t 

r 



XVI. 
Beobachtung der OppoIItioneli 



Ton 



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I 



Jupiter, Pallas und Ceres 

auf der Stemwarta Seeberg. 



I. Jupiter» 



tgio 



Kovbr. 14 

15 
22 

blerans 

iieliocentrirche 



Mittl. Seeber- 
gerZeit 



12 5 

12 I 
II 30 



55.0 

25>8 
2>2 



Scbeinb.AR. V 
i^R, 

54 52 42*9 
54 44 -6> I 
53 45 47» 4 



Decl. T£ 
V. R. 



Ig 24 16. 1 bor. 
1)5 22 21,9 — 
18 9 45.3 — 



Länge 

55 56 25". 9 
>6 i 50» 1 



Breite 



o 53 18.6 



Aus Bouvards Tafeln 



LrJige 



')5 56 22,9 



Breite 



o 53 i8.a 

6 53 13.4 
o 52 2g, 4 



Correct. | 


ini 


0115. 




• 


-*- 


3.0 


•+■ 


7.1 


-f- 


3.6 


-H 


4/6 



Corr. 
in Ut. 



0.4 
4.3 
6,S 



o 53 17» 7? '6 I 43» o 
16 39 26,g|o 5-1 3^»9i5ö 39 23.2 

Mittl. Correction 

Tird diefe mittlere Correction an den Tafel- Orten ail 
;ebracbt, fo folgt 

^p0^ 1810. Novb. Ig i9»i 15' 3g' 
Long. hei. % = 56* 19' 

IL Ceres* 

Mittl. Zeit 



Tenip»nied. Seeb^ 
36/7- 



liii 



Tebr* 17 

lg 

tg 
ao 

22 

23 
24 

25 



I2>» 46' 32."2 

12 41 44, 9 

36 56, 2 

32 7» 2 

12 22 29» 1 

12 17 39, 6 

12 5o> o 

8 Oi 6 



12 
12 



12 



AR. ? 



15g 41 
15? 2g 



31/6 

37. 3 



15g 15 

15g 2 
157 

157 22 

157 8 

156 S9 



23* 6 

7» 9 

35 27, I 

2, 2 

34* 9 



or. 



Jbecl. b 

26'' 18' 52,*7 
26 25 40» 9 

25 32 25. 5 

26 39 I» 6 
26 51 35. 4 

26 57 35. 2 

27 3 23, 9 



9i 1)27 9 5» 8 



204 



Inhalt. 



i8ii 
FebrTT; 

19 
20 
22 

23 
35 



III. 


Pallas. 




Miitl. Zeit 


AR. $ 


DecL ftuftr. 


iih 59' 48.'8 
11 50 33t 2 
II 45 55» 5 
11 36 41« 7 
II 32 5t 9 
II 22 55t 5 


146** 58' 44/6 

146 37 43. 5 
146 27 14. 4 
146 6 42. 3 
145 56 35» I 
145 37 I» 3 


13* 3o' i8/a 
u 43 45* 8 
n zg 31, 6 

11 28 5^t 5 
II 3 40,5 
10 u i7> 



igii 


Mittl^eic 


Febr. 18 


ci» 14' I8.*3 


19 


14 13. 3 


20 


14 7» 6 


23 


13 45> 4 


H 


15 37. 2 


25 


13 28, 3 



IV. So 72 71 e. 

AR. © 



331 
332 
333 
335 
336 

337 



6' i6,'2 



4 
I 

53 
58 

47 



9* 4 

52» 1 

42» o;334 

48. 7,336 



Lon^. 



328* 57 57«*'5 

S29 ^8 28. t 

33« 58 58» 2 

o o> 2 

o 23» 5 



Cor.uk 



- n,"! 

9.1 

lOkT 

13.7 

IliO 



4S. 9I336 O i4» 3I 9'i 

I — ■ — "^ 

MittL Cor. der v, Zachifchön Q Tafeln == — ll«'l 



INHALT. 



Sein 



IX. Verfüch einer gefchichtlicheii Darßellang der Fort* 
fchiitte der Sternkunde im verfloITenen pecennio 
(Fortfetz. zum Jan. Heft S. 44. ) • . lot 

X. Öfterreichifche GradmelTuug^ » 15I 

XI. Beyträge zu geogräphifchen Längenbeftimmungeii | 
vom Prof. fpurm in Stuttgardt. ( Neunte Fortf.) I^j 

XII. Anleitung zum Situations-Zeiclinen, von Lynkßf^ 
Grofsherzogl. lleffir. Ingenieur Geograph und Capi» 
tain vom General- Sube. Mit 13 Kupfertafeln. I^ 

XIII. Auszug aus einem Schreiben des Hrn. Soldrwr If) 

XIV. Auszug aus einem Schreiben des Hrn. Prof. ßm^ 

f'i ..* 

XV* über die angebliche Verfinfterungdei Mondes durah 
einen Cometen im Jahre 1454. (Aus einem Sclint« 
ben des Herrn ProfelTor Kries % fjf 

XVI* Beobachtui/ig der Oppoütionen von Jupiter 1 Pal» 
Ut und Ceres auf der Seeberger SternwtfM 



\ 



MONATLICHE 



ORRESPONDENZ 

ZUR BEFÖRDERUNG 

DER 

ERD- UND HIMMELS-KUNDE. 






XVII, 

^erfucli einer gefchiclitlichen Darltellimg der 
-Fortfehritte der Stemliuiule im verflof- 

feneii Decennio. 

(FoTtretBüng zum Febr. Heft S. fSa) 



[.Eben fo wie die Theorie von Sohne und Mond 

tä^ielt auch die aller andern Planeten im Laufe die* 

[lei Jahrhunderts eine neue Bearbeitung. Durch eine 

^faimer fortgefetzte vierzigjährige VerbelTernng hatte 

iLalande den Mercur^- Tafeln eine Vollendung gcge« 

lien» die nur wenig zu wünfchen übrig liefs. Die 

Menge der feit dem Anfange des vorigen Jahrhun* 

-ierts beobachteten Mercurs- Durchgänge gaben ein 

ortreffliches Mittel bn die Hand ^ diefe Bahn mit gro* 

(Br'Senaoigkeit zu beftimmen« Auch TriBsneck^rb^Ax- 

»SimßOorf.XXULß,i6n P - ' bei«/ 



f 



2o6 UonatU Cornfp. iStu lAA^ERZ. 

% 



beitete diefen Gegenftand, und gründete auf die 
allen Mercurs - Durchgängen und aus Greenwichi 
Meridian - Beobachtungen hergeleiteten Elemente d< 
Bahn 9 neue Mercurs -Tafeln, die ebenfalls fehrfcbdi 
mit dem Himmel barmoniren. Docb und bej« 
Arbeiten noch in gewifler Hinücht mangelhaft , &{ 
weder Lalande noch Triesnecker berückGchtij 
bey ihren Rechnungen die Störungen des Men 
durcb Venus und Erde. Oriani Avar der erfte » WclB 
eher diefe Störungen entwiclielte und darnach n^ii|| 
Elemente und neue Tafeln, die noch dem vorigeiP 
Jahrhundert angeboren. ( Theoria planetae MereurS^ 
J798) berechnete. Allein hoch Weit voUßändigei^ 
find diefe Störungen im dritten Theil der Mdcanignäi 
eeleße entwickelt ; und da hiernach die Säcular-ÄnJÜ^ 
Tungön des Apheliums und Knotens nicht ganz ufl#l 
bedeutend ßnd» die periodifehen Störungen aber idlj 
Maximo über 20" aniteigen können, fo verlohnte et. 
,fich wohl der Mühe, eine neue Bearbeitung diefdl 
Gegenftandes vorzunehmen, und dabej haupträchlidi 
die mit Hülfe unferer neuelten Sonnentafeln und! 
Stern - VerzeichnilTe neu reducirten Durchgänge vo^ 
der Sonnetlfcheibe zum Grund zu legen. Da mut 
mit Recht erwarten kann , auf diefem Wege wefent^ 
lieh veibeflerte Elemente zu erhalten , fo i(b es wän^ 
fchenswerth, dafs ein Allronom fich damit befchSfih 
tigen , und dadurch zur Vervollftändigung unfereif 
Planeten - Tafeln , die auf dem Princip ider aHgrf- 
meinen Schwere beruhen , bey tragen möge. ^ 

Schwierig war die Beftimmung der 24 StundeÄ 
und 5 Minuten betragenden Mercurs • Rotation; nndT 
mir einem fo geübten Beobachter wie SchröUf 



XVII, VerfuQk Hner g^MchH. DMtfteÜimg it€. ioy 

ante dfea mit einer (jenatiigkcit gelingen » die et 

ibft anf^f^ der Angabe» befiinimte« Analog mitdet 

et Venu6 und Mond, entdeckte auch im Mercat 

röter die höchßen Berge in der füdlichen Halb« 

;el. Ein fehr merkwürdiger dunkler Streif in die* 

Planeten wurde von Jlarding beobachtet. Daa 

il diefer Uiiterruchungen enthalten Schröters 

ographifche Fragmente. Über den DurchmelTet 

Mercurs lieferte iPVurm eine grofse Arbeit* Anai 

er Menge micrometrifcher MelTungen, und aaa 

n feit 1736 beobachteten Miercure- Durchgängen» 

te diefer Aßronom deilen DurchmeAer in det ^ 

ittlern DiQans der £rde von der Sonne zz 6')0O 

Einen neuen Ausdruck su Beßimniung dea 

ercur - DurchmelTere aus den Zeiträumen feiner in« 

und äufs^rn Berührungen bey Durchgängen t 

gib Flauger gues», 

Mit den Methoden, Mercura - Durchgänge zu be* 

lechnen» und daraus Correctionen der Elemente her» 

Jtaleiteni befchäftigte fich Delambre und Schubert^ 

Beyde lieferten grofse Abhandlungen über dieren 

Gegenfiand» die* manches neue und fchöne enthal* 

F teo; jener in den Mdmoires de Vinftitut tom% 111% 

\ diefer in den Actis academiae Petroplit» tont* XIJR 

Hoch unterfuchte Schubert fpeciell alle Durch* 

r |KDge des 19. Jahrhunderts» und beßimmte durch 

voUßandige numerifche Entwickelungen die Bedin* 

gODgen» unter denen die fe in den Jahren 1815* ^S^^» 

IU9« 1848/ i8^i* 18^8» I678» I88< > 189^1 i894 
Aut finden werden» 

Beynahe diefelben Aßronomen > Welche fich mi( 
lUr Theorie des Mercuri befehäftigten» bearbeiteten 



208 Mönatl. Correfp. igih BMERZ. 

auch die der Venus. Lalande und Triesnheker gfr' 
ben im vorigen Jahrhundert Tafehi dafür » die nn( 
feiten 30' von den Beobachtungen abwichen. Fill' 
unerwartet war eine folche Uebereinßimniangydi: 
in den erftern alle Störungen ganz, in den letatem 
zum Theil vernachläfßgt find und diefe im MaximoJ 
über 30" betragen können. Dies veranlafste unta 
einerneuen Bearbeitung dieCerTtieorie; um dieSt 
cular- Gleichungen unabhängig von der Theorie n 
erhalten, wurden die Elemente einmal für 1750 ivi 
Bradley^fcheuy und dann für igos aus hundert nefr 
ern Beobachtungen benimmt. Die DifterenzNbejdcir 
gab deren Säcular- Aenderung, die \yir zni.einer Be- 
ßimmung der Mercurs- £rd- und Mars* Malle w 
benutzen wünfchten. Allein der Zeitraum war'oodi 
zu klein r nm dies mit Sicherheit thun zu können«' 
und nur für Mercur fehlen aus der Summe aller B«». 
obachtnngen eine merkliche Vergröfserung derMalb 
zu foli^en. Auch Lalande und Triesnecker habes 
fpäterhin ihre frühern Tafehi mit BerückGcbtiguif 
der Störungen verheuert, ohne jedoch die erhallt 
neu Refultate zur uUentiichen Bekanntmachung il 
bringen. Da Avir nach dem Plane unferer Beftim^ 
mung der Venus -Elemente den gröfsten Theil 3cft 
Maskelynefcheii Beobachtungen nicht mit dazu bfr 
nutzen konnten, fo i(t es eine noch vorzuoehmendf' 
Unierfuchungj Avas diefe Beobachtungen bey dÄ 
Vergleichung mit unfern Elementen, für die^ St5- 
rungs- Cocfticienten <ieben, und hiei'aus die lyfaiTeii 
der Hörenden Planeten herzuleiten. , • 

Schon frühet hatte TVurm Unterfuchlmgenubcr 
den Venus -Durchmeller angeßelit,-uQd neue Uüte^ 

fachnih 



^ XVII. VerßichiinergefchichtLDarfielltmg^te. 200 

[iic)iungen über diefes Element beAätigten den zu« 
Rrji dafür gefundenen Werth Von 16/0. 

Durch den grofsenpractifchen Nutzten, den die* 
fer ]?Tanet vermöge feiner vorzüglichen Helligkeit 
^r aßrenomifche Breiten- und LängenbeClimmun- 
5eii haben kann, verdienter die befondere Aufmerk- 
«tnkeit der Allronomen. Würde man' dahin gelan* 
(en « die Säcular- Änderungen der Venus -Elemente 
Dit völliger Sicherheit aus Beobachtungen zu be- 
tiimnen, fo Könnten diefedann auch für dieMondä* 
Theorie von Wichtigkeit werden, da man ältere Be- 
Lec'kungen der Venus vom Monde hat, Avoraus lich 
ier Ort des letztern herleiten liefs. 

Die fchönen Refultate der Schröterfchen Beob- 
chtuDgen ßnd.aus delTen aphraditographifchen Frag* 
aenten (1796) allgemem bekannt. Die Botation 
liefes Planeten wurde durch ^viederholte Beobach- 
nngeii zu 23 Stunden 21 Minuten beltimmt, Merk- 
V'ürdig war die vorher nie und dann gleichzeitig 
on Schröter in Lilienthal und von Ilarding inGöt- 
Lngen zumerfteumal heoh?LchteiQ Nacht feite der Ve* 
ittskugel , die nachher auch fpäterhin von Huth 
tndandernAftronamen wahrgenommen \vurde, und 
leren Sichtbarkeit allemal eine etwas räthfdhaf(e Er- 
bhein ung iß. 

Beynahe von allen Planeten - Tafeln waren zu 
Lnfange diefes Jahrhunderts, die des Mars die allen 
mvollkommenßen , wovon unftreitis die bedeuten- 
len bis/ dahin ganz vernachläfiigten Störungen die 
aaupt fächlich de Urfache war. Allein um die Wette 
beeifeirten lich die Aftronomen nun diefeni Mangel 
abzuhelfen , uhd fj^urm , Oriani , ^hubert und 
. , Burck' 



^ 



i 



810 MonaÜ. Correfp, igu. MAER7L 

JBurekhardt ennyickelten nach verfchieden^n Metho- 
den die Stöniogen des Mars durch Jupiter « Venni 
tind Erde. Die Theorie kam ungefäiimt in Anweo- . 
düng , denn faß gleichzeitig befchäftigten fich vm 
Aftronomen mit Bearbeitung neuer Elemente und 
verbefferter Mars - Tafeln, Lefrangais , Oriamf 
\Triesneckfir und der Spanier Monteire eönftmirtea 
neue Mars -Tafeln, die in den Eiid^^Refultaten nnf 
wenig von einander abweichen« Oriani und TrM^ 
nccker haben in den Mailänder-' und Wiener Ephs^ 
meriden die umftändliche Analjfe ihres Verfahrens« 
peue Mars - üUemente zu begründen * gegeben ; alloia 
unbekannt ift es uns , dafs dies in gleiche« Art audi 
von 'L^raji^ais und Monteira gefchehen fey. Tries» 
nccktrs Tafeln » die (ich auf die Schuhertjchm St9« 
Tungs - Gleichungen und auf die Oppoßtionen des 
ganzen achtzehnten Jahrhunderts gründen» ßnd fcUi 
genau und geben nur feiten 30" Fehler in der ge^ 
centrifchen Länge. Durch die noehvoUftändigervoa 
La Place in feiner Me<:aniq. eUSße entwickeltet 
Störungs-Gleichungen des Mars , verbunden tinifc noch 
einigen feit den letzten Bearbeitungen |enor Aftrono* 
men bekannt gewordenen BradUyfchen und hinnii 
gekommenen neuen Beobachtungen» fehlen nnseioi 
neue Bearbeitung der Mars -Theorie nicht gans b» 
pöthig 9u werden« Die fchöne U berein ftimmHO^. 
die durch einige kleine Correctionen in alle feit I7$t 
beobachtete Oppofitionen gebracht wird » hat dieb 
Hoffnung gerechtfertigt» und wir lallen die ellipti- 
leben Elemente» auf die wir neue Mar9-Taftio !•• 

gründet haben » hier folgen : 

1 

Spociii 



oS 


«I* 


SS' 


XI, 


•ts 


5' 


*° 


27' 


59. 

* 


'8 


», 


09321^5 






9» 


1828973 






I" 


$1' 


6,'z 







XVII. V^tSudh einer gif chij^tL Darßetfung ete. 21 1 

Epoche X750 Seeberger Meridiai^ 

Aphelium 1750 *. . 

Exccntri'chät igoo.. • 

Log^. halbe gr. Axe ». 

> Ptfiigung ißoo . • . 

ß 180© . . ... 'i^ 17* 59' i8f",4 
»iUl. Bewegung ^6s Tage .„ . (js it\ ij' 9,'4vf5 

Billig verdient wohl, Mais inunec die vorz^üg- 
lichße Aufmerkramkeit aller Aflronomehy da wir der 
/groben ElUpticität feiner. Bahn i&;i^i>rjf. eUiptifche 
^ Planeten - Theorie verdanken. 

Durchmeffer und Botationszelt diefes* Planeteo 

Cnd durch, neuere Beobachtungenv gerade nicht wer 

\ fentlich verändert worden.. Na.ch den heften Beftim- 

. .miungen von PP'urm^^ Herfckel^ Schröter und Köhr 

ler iß der DurchmelTer in der mittlem Entfernung 

^ 9»* 3 und die liotationszeit betrat Avenig mehr 

>al8 die Dauer ebies Sonnen^tages. Merkwürdig ili: 

' es 9 dab alle Planeten bis zum Mars, eine nahe an 

24. Stunden gränzende Rotatianszpi.t haben , unddafs 

dann für die entferntem eine nur zehnftündige eiiv 

tritt ^ fo dafs es beynabe fcheinji; » als habe die Natur 

von da. bis zuo^ Jupiter eine Lücke gelaffen, die aber 

vielleicht- durch die uns unbekannten Rotationa- 

Jl^eiten der innen liegenden neuen Planeten ergänzet 

•wird. 

Eine fehrintereirante ünterfuchung^ deren, wir 

SpätexhXn noch einmal erwähnen Averden, über die 

relative Lichtfbärke des Mars, in Uinücht der Fix* 

. ßerne, lieferte Olbers^ Dafs Zeituinfi^nde es noch 

nicht 



2X2 Monßtlj Correfp. igiu lAAERZ,^ 

nicht erlaubten, d(ie von Schröter fchon U^l 
ren Jahren ganz volldSndig ausgearbeiteten orcOj 
jjhLfchen Fragmente zur genauen Kennlnifa det 
neten Mars, zum Druck zu befördern V ift ein V< 
für alle, die mit der Natur - Befchaffenheit nnl 
Planeten Syftems vertraut zu werden \yünrchea»-^ 

Wenn bey Mercur, Venus, Erde und Man 

I 

Störungen der clliptiFchen Bewegung gerade ikidl 

' fa bedeutend lind, um bey deren Nicht -BerücMck 

tigung eine Avefentlich fehlerhafte Bahn zu ^halM' 

fo ilt dies bey Jupiter und Saturn deftomehr derFA 

.laamhert und Lalande^ Welche HaUey*s^ Tafela* 

verbellern verfuchten, waren nicht glücKlicfa inMia 

jtn Bemühungen; auch könnte diea nicht .^Ddcnn 

feyii, da ihnen das Gefetz der grofsen periodifdieilk 

Änderung diefer Planeten unbekannt war. Diep*lfa 

genfeiüge Abhängigkeit der elliptifchen -EleoienMlii 

und der Störungen machen bey Planeten« wo teil 

tere foßark, als bey Jupiter und Saturn find, di^B^ll 

ftimmung der erftern fehr fch wierig , und nur dnick 

fuccefßye Approximationen läfstfich hier (jrenaaigtö 

erlangen. Erft i^ächdem La Place die Theorie difr 

ler Planeten entwickelt und ihre grofse nennlnii' 

dertjährige Ungleichheit benimmt hatte« gelang ea Jk^ 

lamhre darauf und auf eine Reihe ansgeruchter B^ 

pbachtungen, Tafeln zu begründen « die felbftqo^ 

jetzt nach einem mehr als zwanzigjährigen Zeitrams 

nur feiten ^ine halbe Minute Vom Hinaniel ablfri- 

. eben. Seitdem hatten La Place und JSurckharM 

(durch £nt Wickelung des EinflulTea der $ren Poteii' 

«en der Cxcentficitäten auf die grofse Siörqng b^ 

der Planeten) die Theorie der Jupitera* undSatsmi- 

Slö- 



XVII. Vinfuch einer gefchichtt. Darflettmng etc. 2x3 

Irangen noch weit mehr ansgebildet « nnd da (ich 
it der Herausgabe der Uelamhrefcken Tafeln (1788) 
:h die Zabi der brauciibaren Beob^chtiitigen fehr 
»renllich vermehrt hatte , Co fand fich Bouvard da« 
^ch Teranlabt, eine neue Bearbeitung diefes Ge- 
iftandea vorzunehmen. Alle feit 1747 beobach- 
Gegenfcheine diel'er Planeten Avurdcn zu diefem 
laf in Rechnung genommen; 53 Jupiters - und^ 
Satnrns • Oppoßtioncn gaben eben fo viele Bedin- 
igs- Gleichungen 9 aus denen die Correction der 
iptifchen Elemente, und der bey den Störungs« . 
inungen angenommenen Mafien beftimmt wur- 
den. Die hierauf gegründeten Tafeln • die im Jahre 
•1808 erfchienen , lind die erßen « welche nach dem 
Oecimal-Syftem conftruirt find. Wir lind weit ent* 
lemt« die reellen Vortheile eines folch^n Syßems zu 
L' verkennen; allein dafs jetzt für den gröfsten Theil 
der aftronomifchen Welt, durch dcITen Aufnahme in 
I' Planeten -Tafeln die Rechnung, vermöge der dann 
dabey erforderlichen Correctionen wefenllich vergrö- 
ficrtwird, darüber werden wohl die meiften Aftro- 
nomen ebenfalls mit uns einverfianden fejn. Für 
die Jupiters - MaHe gaben die vorher erwähnten Be<* 
digunga- Gleichungen keine Correction , für die des 
Saturns aber eine Verminderung von -^^ und hier- 
nach diefe rz agj^i ^yg ■ Genaue Saturns -Satelliten - 
Elongationen könnten diefe MalTe ebenfalls geben, 
lllein bey der grofsen Sehwierigkeit diefer Beobach* 
tung und bey der Ungewifsheit über die Ellipticität 
ihrer Bahnen, ift es weit ücherer diefes Element, fo 
"Wie Bouvard gethan hat, ans feiner Wirkung au£ 

Jupiter herzuleiten. Auch die Uranus - Mafie fehlen 

einer 



■» -i 



214 , ^ MwaÜ. Correfp. iSu. MAERZ. 

einer meYklicben Vierminderung zu bedürfen t allda' 
xu'Jklein find dejlen Störungen auf den'Satam» uft 
daraus ein bellimmtes Refultat ziehen aa können. 

r 

Eben fo fchwierig als interedant war die B^^ 
arbeitung der Theorie der Jupitera- Monde, &* 
fer Satelliten , die gleich dem unfern für geogn* J 
phiCche Längen - Beltimmungen fo wichtig fiad» 
Was fVargentin und Lagrang6 im vorigen Jaltf* 
hundert anfingen » d^B haben La Place und Oilam' 
ire nun zum gröfeten Theil vollendet. Die höchA 
merkwürdigen Sätze , welche La Place über die ,'j 
conßanten VerhältnilTe in den mittlem Bewegnngeo 
tmd mittlem Längen diefer Satelliten auffand'i gc> 



I 



! 



v hören zu den interellanteften analjtifchen Refaltateo 
neuerer Zeit. Die frühern Entwiekelungen von.l4 
Place benutzte Uelambre ^ um darau£ die in Ijdatt 

' de's Agronomie befindlichen Tafeln zu gtündeoi 
die fich nur leiten bedeutend vom Himmel entfcii 
nen • und für reifende Beobachter ein vortrefflicbd 
Hülfsmittel zu geographifchen Längenheftidamnor 
gen abgeben. £ine noch ausgedehntere Bearbeitodg 
diefes Gegenßandes lieferte La Plaof im vierte 
Theile der Mechanik des Himmels« wo alle Ungleich* 
heiten diefer Satelliten in HinQcfit auf ihre gegenbi- 
tige Anziehung , die der Sonne und de^ abgeplattt" 
ten Jupiter- Sphäroids « ganz vollftändig entwickdlK 
find. Bouvard hat die Coefficientea der ^naljti« 
fchen Founeln numerifch beltimpit » allein fo voll* 
endet diefe Ausdrücke in tbeoretifcher Hinficbt vt* 
ren » fo blieb doch zu deren Benutzung noch etae. 
nicht minder grofse Arbeit für den Altrouomen olh 
xig« Die Theorie gieht für die Bahnem diefer Satel- 

^ litcn 



I 

/ 

I 



XVII. VerJiHh einer §ßJMcM^I)arJldhmg etc. 21^ 

iten sAYöIfDifferential- Gleichungen 9 und durch de- 
en zweymalige Integration vier und zwanzig will» 
lührliche Conitanten, was die Elemente der Bahu 
Uid. Hierzu kommen poch die MaOfen der Satellitjen , 
Ue Ellipticität dee Jupiters , und die Lage und'Nei'- 
ping feines Aequators. Diefe ein und dreyfdig^Ele- , 
ntnxe , ohne deren Kenntnifs eine Bahnbedimmung 
1er Jupiters - Satelliten nicht (lattfindlen tiaqn,^ gi^ht 
Ue- Theorie: nicht ( und diefe nxüilen fammtlich aua 
len Beobachtungen beftinrmt werden, JDelamhre^ 
tef fchon früher mit fo vie\tm Glück die Theörip 
lieCer Satelliten bearbeitet hatte, unternahm auch 
5ta5t diefe grof§e Arbeil zum ZAvejftenmal , "dienet 
chon vollendet ZU haben fcheint, da nach mehre* 
en öAentlichen Aeufserubgen, feine Satelliten *T^« 
ein , die ßch auf die gegenivärtige Theorie' von ia 
Hace und auf die neueften Beobachtungen grün- 
\en^ zum Druck bereit liegen. DieBeftimmungdev 
yl^flen diefer ^leinen wandelnden Weltkörper, di^ 
rielleicht den meiften unferer Lefer ganz unbegreif* 
ich fcheint, gehört unter die iutereffan teilen Reful- 
;ate der Vereinigung von Theoxiö und Beobachtung, 
W^efentlich wird die elliptiCche Bewegung diefer 5v 
;elliten durch ihre gegenfeitige Anziehung und hier- 
nach durch die Gröfse ihrer Maffen modificirt. ^ Di-^ 
rcct werden diefe Störungen durch Beobachtung ge* 
geben; mit Vorausfetzung des Gravitations - Gefe-» ' 
tzee giebt ^\q die Theorie durch eine Cofunction Att 
Maffen, und ordnet man diefe Gleichungen fo, dafd 
nrfr jene als unbekannte Gröfscn darin vorkommen, 
fo foigt aus der Vergleichung beyder Beftimmungea 

' die 



'\ 



2i6 Monatis Correfp. igw MAERZ. 

die der Mallen. Die auf diefem Wege erhalteneal 
Refultate waren folgende : 

Maffe des i. JupitersSatell. rr 0,00537 derErdniÄiIe 

rr 0,3726 der (L Matte 

• • • 2. • • • • • ~ 0,00720 der ErdiDi^e 

— 0,4968 der (L Mfcllc 

^ . *. 3. — 0,02733 der ErdnQiJe 

~vi,8837 <ier ^ Ma!ie 

• . • 4 =: 0,01322 der Erdjntib 

= 0,0108 der (L MaSe. 

Eine forgfältige Beßimmung der Japite^s- Tra- 
banten - DurchmelTer lieferten neuerlich Schröter 
und Har ding. Vom Jupiter aus gefeben er fch eint die 
Scheibe des erften unter einem Winkel von 33' 16',. 
des zweyten von 17' 13*, des dritten von 13' $9' 
und des vierten von 7' 32". Für uns Erdenbewoh- 
ner müfste der Anblick diefes Planeten • Syftems, "WO 
vier Trabanten, von denen der eine unferm Monde 
an Gröfse gleich, die andern um die Hälfte und dal 
Vierfache kleiner find, am Himmel erfcbelnen, eiB * 
fchönes überrafchendes Schaufpiel feyn. 

Schwierig ill die Beobachtung der Rotationi« 
Zeiten diefer Satelliten, und nur Herfchel und SchrÖ' 
ter konnten fich an folche Beftimniungen wagen. 
Die Kefultate find fehr merkwürdig , denn alle Uo- 
terfuchungen fcheinen fich dahin zu vereinigen, ei 
als ein allgemeines Naturgefetz zu geben » dafs die 
Rotationen der Satelliten ihren Revolutionen gleich 
find. Von unfern Trabanten wilTen wir dies init 

Bc- 



J* ' 



XVII. Verfuch einer gefchicktl. DarftMung tt€. 217 

kimmtbeit, von denen des Jupiters mit vieler 

rihrrcheinlichlceit 9 und Beobachtangcn treten der 

lutbung an die Seite» dafs die Satelliten des Sa- 

18 demfelben Getetze folgen. 

Die Cchr merkliche Ellipticität des Jnpifers wird 

irch Theorie und Erfahrung -f^ gefunden , und hier- 

cb das Vcrhältnifs feiner Axen i: 0,9287. Sicherer 

durch directe McHnngen Avird iil**fes Kefultat aus 

Finllernill'en feiner Satelliten erhalten. 

Die Berechnung der FinfierniiTe und die Beßim- 

iDDgder tägl. Coiifignration der Jupiters •Satelliten 

liftbeynahedermühfamdeTheil der Bearbeitung aüro« 

laomifcber Ephemeriden. Oft wurden diefe BtTtim- 

Fniingen mechanifch durch fogenannte Jovilabien er- 

hlten ; allein fehr gründlich hat neuerlich Delatri' 

[ke, der ganz vertraut mit diefem Gegcnftande als der 

liier coropetenteßeRichter hierin auftreten kann, ge- 

seigt, dafs die Kechnung immer das bequenifte und 

• ficherfte Mittel bleibt, diefe Refultate zu erhalten, 

: deren Auifiodung durch die von ihm gegebenen 

Hol&tafeln wefentlich erleichtert wird. 

Unbearbeitet ift die Theorie der Saturn« • Tra» 
bauten geblieben. Zu unvollftändig und in zu gerin- 
ger Anzahl waren Beobachtungen davon vorhanden, 
ib dafs es lieh bey der grofsen Ungewifshcit über 
die Elemente ihrer Bahnen der Mühe verlohnt hät- 
te, deren Störungen zu berechnen. Einen neuen 
Beweis für die Allgemeinheit des Attractions - Gc- 
fetzes giebt die Lage der Saturns- Satelliten -Bah- 
nen; fehr nahe in der Ebene des iSaturns- Äquators 
werden durch deffen ftark abgeplattete Geftalt die 
lecbs elften erhalten, während die Bahn des Heben« 

ten 



> / 

. I 



, 21 S MwaH. Correjp. ißu. SU ERZ. 

teil Trabanten, auf dem diefe weniger» deßonr 
aber ßorend die Sonne wirken kann , bedeutend 
gen jenen geneigt iß. 

Sonderbare» zum Theil anomalifche Refult 
die unvereinbar mit einer wobl beofründcten The 
find , fanden aus ihren Beobachtungen für die. 
Aalt des Saturns und die Conformation feines 1 
gea, Herjchel und Schröter* Erfterer glaubte 
der Saturns -Kugel die auffallende Erfcheinung w; 
^zunehmen» dafs die gröfs te Krümmung nicht am 
quator, fondern für den Radius ßatt finde, der 
diefem einen Winkel von 43'' 20' macht ; die ^ 
bältnilTe zum Polar- und Aequatorial-HalbmelTer 
fiimmte Herfchel fo, dafs wenn jener Radius 
gröfsten Krümmung n 36, der des Aequators i: 
und der des Pols in 32 feyn werde. Letzterer 
fserte dabey die Meynung, dafs diefe Configurai 
vielleicht eine Folge der Attraction der Saturns-J 
ge feyn könnte. Die nicht leichte Unterfuchung 
Frage, -was Saturn in Hinlicht der Attraction fe 
Ringe' für eineGeßalt bekommen haben mülTe, n 
nahm Bejfel^ der in einer fehr fchönen Abhandl 
auf einem rein analytifchem Wege zeigte, dafs 
Glieder, welche durch Attraction der Ringe den 
dien' hinzugefetzt werden , die elliptifche Geßalt 
Planeten nur wenig ändern« Bey der hierai^s fol{ 
den Unvereinbarkeit der Beobachtung mit derTi 
lie, und da auch Sehröter bey feinen vielfälti 
Saturns - Beobachtungen nie etwas ähnliches wj 
genommen hatte, war Bejßel geneigt, eine optil 
läufchung als den Grund der Herfchelfchen Bi 
acbtung anzuneh^men; eine Meynong, des diefer 

töhi 






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. r 



Vn. Vmfiuih thur g0fehkM. Dmrfithßig <fe. 3 19 

te Beobachter fpSterhin felbft hejgetreten sa 

fcheint* 

ficht minder aaberordentlich ^raren die Refol* 

^reiche Sehröter in feinen chronographifcbea 
lenten » über die Conformatien dee Satum-Rin* 
arlegte. Wiederholte Beobifthtungen von' der 
vegllchkeit mehrerer antgeseichneten Pnnote 
m Ringe 9 veranlffsten diefen geüblen 0ctbv 

SU der beßimmten Überzeugung, dafa der Sa- 
Ring nicht rotirt» fondero ein feftea Himmel»» 
Ibe bildet. Früher hatte Herfehel die Rotation 
Hingea aus sahireichen -.Beobachtungen au 

' beßimmt; ein Refnltat was mit dem, waa 
Le erfordert, fo fehön harmonipt , dafs es der 
^ter ungern durch die neuem Sehröterfehen Be« 
angeu angefochten fehen wird. La M^laeevtr* 

boyde Beobachtungen durch Annahrne einer 
iednen Neigung der partiellen Satnrns- Ringe 
reinigen. Ift dies der Fall , fo liönnen auch 
rfchiedenen Theile des Ringes eine ^ungleiche 
chtnng h^ben, die lieh Avährend eines Zeit- 

mehrerer Tage nur wenig ändern wird. So 

es alfo möglich, dafs Schröter gtxhde folche 
:e beobachtet und daraus auf UnbeweglichKeit 
mges gerchloffen habe, während vielleicht j^Tcpr« 
einen beltimmt an einem diefer partiellen Ringe 
Hieben ausgezeichneten Funct wahrgenom«^ 
und daraus deffen etwas mehr als zehnftündige 
ion gefunden hat. Die bey diefer ErKlärunga«^ • 
rwifiermafsen vorausgefetzte Breite des Saturhs^ 
BS ift das einzige, was vidleicht noch einen 
fei über diefefirkiäruiigsart zurück lallen kann» ^ 

da 



/ 



I 

u 



220 Monatl. Correff. Uli. MJERZ . | ] 

da jeneaua andern Beobachtungen gerade nicht wi 

fcheinlich ift» Über die Gröfse der Saturns-Al 

tung herrfchen noch Zweifel; dieBeftimraungeovc 

JJerJchelt Schröter und Huth IchwanKen nod^il 

den Gräuzen von \ — ^- Gelingt es in der Zoki 

durch belTere Be#>achtungen der Satelliten t 

Bahnen genauer zu beftimmen , fo wird (ich aoiibf! 

rer"Theorie die Abplattung ües Central - Korpen okd 

Aveit mehr Sicherheit herleiten lalTen. Daa VafrJ 

Tchwinden des Saturn • Ringes am 14. Junina i|o): 

-wurde hauptfächlich von Flaugergues und Miekaä^ 

mit Sorgfalt beobachtet; erßerer leitete danna dis,] 

Länge des auffteigenden Knotens des Ringes ::= 5* 17' 

ii'lier; im Jahr 1774 fand Lalande dieCe Llngr, 

51 17' 5', hiernach delTen jährliche retrogarde Ba^ 

/•WCgung ~ 37"* I 

Am wenigften wurde im Laufe diefea Jahrhundeitti 

Uranus bearbeitet» und fo viel uns bewuTst, ift dflC 

römiCche Aftronom Conti der einzige 1 der üch ]kq|k''j 

erlich ( Opitfcoli aßronomici di G. CalandrM ßi 

A. Conti. Roma iSo6^ mit der Theorie diefcs Ha* 

neten befchäftiget und auf zwey und zwanzig Op 

poütionenen neue Elemente feiner Bahn gegrfiki^ 

det hat. Auch war gerade kein dringendea . B^ 

dürfnifs dazu da» indem die im Jahre 1789 ^^ 

worfenen Tafeln von Delaifibre, die fich niir aof 

achtjährige Beobachtungen gründeten » noch jeti^! 

auf eine wirklich merkwürdige AxX mit dem Himmd 

harmoniren; weni^ftens ill uns keine Beobachtung' 

bekannt« die ip Länge o^er Breite^ nur 20*^ davon 

abwich. Gerjiner, Lalajide ^ Delambre ^ Oriad 

und andere» berechneten im Vorigen Jahrhundad 

dit 



XVII. Verfi^h einer gefckkhtL DavfiMmgetc. 22 t 

Üc Störungen des Uranus ; neuerlich haben dies Klä* . 
^» Schubert und La Place mit einer Voilftändig- 
lieit gethan , dafs hierin nichts zu, wünfchen übrig 
Üeibt. Unßreitig verdient nun auch diefe vpllendete- 
^ Theorie um fo mehr die Anwendung auf eine neue 
l^rimbeßimmung » d^ iiun beynafenBre^^rsiggutbeobf 
^ditete Oppx>fitionen dazu benutzt , und dann auch 
kie frühem Beobachtungen diefes Planeten voniF^^am-^ 
hfeiif Mayer und Monnier^ vermöge unterer bef* 
ern. Stern • Verzelchnille mit fo viel Schärfe reducirt 
rerden können» dafs daraus die mittlere Bcwegutig 
es Planeten mit grofser Sicherheit fich herleiten 
Ifst. Wie wir hören ^ iQ: ßouvard jetzt^mit Bear« 
eltung. neuer Uranus* Tafeln befchäftigt; auch wir 
ftben fchon mehrere hieher gehörige Rechnungen 
Dgefangen, deren Kefuitate an einem andern Ort' 
litgetheilt werden füllen. ^ 

Die wenigHen Aftronomen haben, aufser dem 
etühmten Entdecker, die Uranus -Trabanten auch 
ur gefehen, und bey diefem gänzlichen Mangel aU 
sr Beobachtungen, konnte natürlich irgend elwas 
ür die Ausbildung ibrer Theorie nicht gefchehen. 
Idfs fich (liefe Satelliten fäjrnmtlich nahe in einer 
bbene bewegen , welche gegen die Bahn des Uranus 
ine faft fenkrechte Neigung hat, ilk das einzige, 
irms fich aus Herjchels Beobachtungen mit einiger 
kßimmtheif folgern läfu 

Dies wäre die generelle Darftellüng des heutigen 
toftandes unferer KehntnilTe vom. Sonnen -Syßem, 
»ey der wir wenigfiens nichts Wefentliches über« 
^ngen zu haben hoffen. Noch einige Beftimmun- 
^enond Arbeiten , die im allgemeinen Besug auf die 
Ate. Cerr, X^fil B. iQn. Q Theo* , 



% ' 



l\ 



2 2 t Mofuat. Canejp. tgiu MAERZ. 



.1 



Theorie der Planeten haben, und dann die erfi 

neuerlich beendigte Unterfuchung über die Stabili 

des Welt- SyRems^ holen wir nun noch nach. 

Auf alle planetarifche Bewegungen habeo 

Planeten - Mafl'en^leu wefentlichlten EinflnCi» 

leider bleibt für^ie Genauigkeit ihrer Beftiv 

noch manches zu w^ünfehen übrig. Aus der 

chung 9 die nach dem Kepplerfchen Gcfetz das Verl 

nifs der liderirchen Revolutionen und der mit' 

Abftündezweyer Planeten giebt, glaubten Fega 

Rhode die Mafien mit Sicherheit herleiten zu Ii5l' 

nen. Allein das Verfahren warillurorifch, undm 

te allemal diefelben BeClimmungen . wieder gdxsi 

die bey den dazu erforderlichen Elementen hffi^ 

tbeiifch voraus gefetzt worden waren. Das Scheit*! 

kende aller Maifen - Beftimmungen , nebft dea g» 

naueden Refultaten, die bis zum Jahr 1302 danil 

erhalten Averden konnten , ßellte fVurm in einem 

lefenswerthen Auffatz dar. Seitdem iß die von U 

Flace voTgcrchlagene Methode, dieMalTen aus ihm' 

ftörenden Wirkungen zu beßimmen, mehr in A 

nähme gekommen, und dafs ßch für alle PlaoeMi 

ohne Satelliten nur durch diefe eine zuverläffip 

Beßimmung erhalten läfst, iß jetzt wohl von aUea. 

Aßronomen anerkannt , da die von La Orange^ 

machte Annahme , über das Gcfetz der DenfiCItea 

in unferm Planeten • Syßem, allzu hypothetifch iL 

Was Svir von Venus - Mars- Saturns- und Monds*. 

Maffe mitBeßimmtheit wiflen, verdanken wir grob». 

tefttheiis jener Methode, und dafs für die Maßen voil 

Mercur» Erde und Uranus eine ähnliche Art derB^* 

fiimmung noch fiatt finden möchte»' ift gewib felff- 

Win- 



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I 



I 



afchvikswetth^i Werentlichd Uprfchtigkelteii ia ^. 
M aibn » mrie fib Lb Plädß im drttl^ip und vieib 
Theile-der Mechanik des Himm^ angebooinea' 
|i find nloiit wthrfcheinlich* Die vpn Letitem 
Utem cbii|tfilehen * and arabircbcn Beoifachtnn« 
geFnoden^ Sicuiar- Abnahme ^ler Sdaiefe dec ' 
lahn und det Mittelpuucu- Gleichung » hamuH 
Ceht befriedigend mit der theoretifchen Beftim» 
» und 'be weifen hiernach lur'die Riditigkeit 
dab<^ Bum Grunde liegenden Maflien» Die fimK. 
n Vermüthnngen t weiche vor kurzem üfor* 
«Oft BM^rß,nn über die VrCicheB der ver** 
ieneo Dichtigkeit der Weltkörper gefluftert hat» 
lienen hier einer Erwähnung i da die KenntniiGl 

Elemente uumittelbur die der Mafien gtfbew 
Alle Aufgaben > die auf Ortsbeftimmung einea 
leten oderGometen durch Functionen feinet £1«^ 
ite Besug haben » lind nun durch daa Guapi^ 
Meifterwerk vollkommen aufgelQft» Denn allt' 
itionen 'eined Himmelskörpers fowohl in (einet 
D als in Beziehung auf andere Ebenen % un4 ila* 
^ oder in Verbindung mit mehreren Orten % 6nd 
liet mit einer Aligemeinheit und Einfachheit ent» 
Wickelt» welche durchaua nicfata au wünfcheit üb» 
if li&t. 

, Mit Be^mmung der Mittel^uncts • Gleichung aua 
hrExcentricität und diefer aus jener > haben fich. 
in|^ff«re» Gamtrtr und lüügid befchäftiget » Ufid ei» 
M neuen . Ausdruck für erftere» der wenigstens ill 
Ittilytifcher Hin ficht fehr elegant ift| gab Idttr^^mf^ 
fiie grofsen Excentricitäten der 'neuen Planeten et» 
iMd^tea eine' weittre Ausdehnung dck RiE»hett ftit 

Q I . 



I 
I 



• .r 



.224 MonatL Correfp. igu MAERZ. 



Aequatio ccntri und Radias Tector, die 
aar 12^° Potenz für erßere» nndbissur lo^«* 
der Excentricität für letztere lieferte* 

Unter die kleine Zahl der Geometer , weleha 
die Lehren der nhyfifchen Aftronomie eindri 
mufs nun ^^nchj^Iegner gerechnet werden, 
Abhandlung über die gegenfeitige Anziehung 
Körper, und feine von der Kopenhagner Aca 
gekrönte Preisfchrift über Maxima und Mininuii 
den Perturbationon , zeigen von fehr gründlicher 
kanntfchaft mit höhern Theorien. 

Eine fehr abgekürzte Methode, die alten Diftwj 
Beobachtungen zureduciren, g^h JBurckhardt ^ 
mit der zweckmäfsigllen Art Oppofitionen nndCoi 
junctionen zu berechnen , und daraus Bedigna|N< 
Gleichungen zu Correction der Elemente hcrnU* 
ten, befchäftigten wir uns in einigen Auffätzeik 

Dafs endlich im Laufe diefes Jahrhunderts, döi 
Begründer der Planeten -Theorie, unferm un 
-.eben deutfchen Ahnherrn Keppler ^ ein "wili 
ges Denkmal geßiftet wurde, macht unfern 
Ehre. Am 27. Decbr, (Kepplers Geburtstag) iff 
ward es zu Kegensburg in Gegenwart des Jpfiffi^Vi 
Frimas eingeweiht, und in einer gehaltreidiMli 
Schrift machte P. Heinrich ^ die litterar^fche'Wcil 
mit der Veranlaffang und Ausführung diefes Delikt || 
male näher bekannt. 

« 

Mit empirifchen Verfuchen, neue KeppUrJA 
Gefetze in den Excentricitäteb, mittlem*; Abftinte 
und andevn Planeten - Elementen aufzufinden, bs» 
fchäftigten fich D. Schubert und Haaptmann JGhN 
telmayer; allein fruchtloa blieben diefc» (e yrit 

. «Hl 



I 



I 



XVII. Verfuch einer gif cbichtl. DarßiUung ite. 22$ 

4 « 

le bleiben werden » die nicht durch l'heorie gele!- 
it find. . • 

Allein iß denn diefes Planeten- Sjßem, an def- 
m Ausbildung feit Jahrhunderten gearbeitet Avurde, 
bd zu delTen innerer Kenntnifs Theorie und Beob- 



ung alle Kräfte des'Geiftes ^und der Sinne an /. 
irengte, in einem feften Zuftand dea Beharrens» v 
der wird es durch gegenfeitige Störungen, nj|ch ei- 
m Reihe von Jahrhunderten , wieder in ei|i ord* 
tongslofes CK308 aufgelöft werden ? Daa ift die gro- 
e Frage 9 die Tchon im vorigen Jahrhui^derte La 
wränge und La Plac^ befchäftigte, und die nun 
if PoiJfoJis Veranlaüung in den letzten Jahren die« 
9 Pecenniums entrchieden worden ift. 

Alle Störungen find entweder periodifch , oder 
Iche« die von der Z^eit abhängen, und hiernach 
sftändig in eiherley Sinn ab - oder zunehmen. Fän- 
Mi Störungen der letztefn Art in den mittlem Ba- ' 
egungen oder halben grofsen^x^n der Planeten« 
ihnen wirklich fiatt » fo würde dadurch nach läii- 
rrn odei Kürzern Zeiträumen» unfer Planeten -Sy- 
VOCL wefentlich geftort, ja vielleicht gar vernichtet 
erden mülTen. £s kam alfo darauf an, zu unter- 
-ehen, ob in den planetarifchen Störungen der gro- 
en Axen, Glieder «rorkommen , die der Zeit pro- 
>itional fiad , oder nur fölche die zu Argumenten 
Dud und Cofinus haben» und hiernach nie gevviile 
ranzen, in denen fie ofcilliren , überfcbreiten kön- 
?n. Nur eine fehr verfeinerte Analyfe konnte daa 
chwierige einer folchen Unterfuchung überwinden, 
nd La Place war im Jahre 1773 der erfte, der es 
ewies, dafs für die Con.ftitutiona unferea Planeten« 

Syßems 



$t6 JtfoMCt. CarreDf. Utti. MAERZ^ 

Syüeiiu • wo wegen Kleintn Neigungen und Ex 

tricitäteu alle über die erfte nnd'zweyte Diiuen 

diefer Elemente liinausgehende Grölaen vefnacl 

figt werden können » wahre Säcular - Glelnbuii 

in den mittern Bewegungen odev grofsen Axev 

Jahnen nicht (tatt finden. Kürz daran i. befc^ 

fich La Grange mit dem falben Gegen (lande « 

Te^voliftändigte die Unterfnchung dadurch « di 

bewiea« daa La Placefche?k,e[vk\i2k\. finde immer 

wenn auch höhere Potenzen und Producte de 

centricitäten und Neigungen mit berücklichligt 

den^ Bey dieCer ßefiimmung, die aus dem 61 

' nicht als vollendet anzufehen war, Aveii beydi 

tneter nur dieerften Dimenfionen der ftörenden 

te (Planeten -Mallen) in ihre Ent wickeln ngei 

genommen hatte , blieb es bis znm^ labre igoft 

JPoiffon^ ein früherer Schüler jener Mänvier» n 

einer eigen thümlichen Analyfe zeigte » dafs 

bey Berückßchtigung der^weyten DimeoUofu 

Slaffen in den Störungen der grofsen Axen 1 

atus /keine der Zeit proportionalen Glieder vo 

men* Die Wichtigkeit des Gegeufiandes verai 

La Grange und La Place^ fich nun zun» zrw 

anal n^it diefer Unterfuchung zu befchäftigen 

iie Identität ihrer Hefultate mit Öeoi von i 

gefundenen» beweifst für deffen abfoluti» R 

keit» fo dafs nun datüber» dafs alle StÖFung< 

mittfern Bewegungen und der grofsen Axen b 

xiadifch find» und dafs hiernach die StabiLit 

fetes Sx>nnen - Syßems feft begründet ift» kein 

{et mehr übrig bleiben kann. Freunde der g 

Ofdnnng der Dinge müHen für diefea (chftne 



s ' 



^ * • j ■ ' 

'MB nur die liScIiße Analjfe zfk gewShttn Tecr. 
e 9 ^em Gcometern warmen Dank vriBfttk^ 
er, die iinwandelbarea G^ÜHse der Natur er? 
?B und in das ordnongsvollB. JUab^riath.deB 
ifchcn Bewegungen eindringen will, der. mala; 
udyfe Meift'er teyn und ficb m» Führern La 
>v» La Piaee-uod Gaujs, erwählen» und wer 
ihnen. Vermuthungen daa innere Welen des 
1 Wekgebäudet su nmfailea ftrebt ,. dcf wird 
kröters «nd in Hfrjekd» Schriften dea.Woyi« 
:len reiche Qtüellea finden. 
Tena «üe Geftalt der Erde fchon analog mit dn 
ädern Vlaneieo ft in daa, Gebiet der AArononUn 
: » foi yerdieot diefer Gcgenftand um* fo mehf im- 
ifmerkfamheit» da deren BeftUnrnnjig für die b^ 
tende Sfbecnknndaeben. fa wichtig ala jene Calbft 
erig iA. Mehrere der wichtigllen.aftr9namjirchen 
elnongen hängen entweder ganz von derGelUU 
rdeab, oder werden wcfeniilich, dadurch modi^ 
nardurchdie bekannte Lage eines Ostes auf dev 
l^che devErde wird es möglich» die relative Be« 
Mii>g eines andern hlmmllfchen Körpers aa ge* 
ohne Kenntaifs der "wahren Dirnen donen an» 
Fianeten (iiid alle paTaJiactifcbe Rechniuigent 
üe Verwandlung beobachteter fcheinbarer I?hä« 
»oe auf wahre- geocentrifche, ungewifs und ir« 
und Art. und Gröfse dcp Einivirkupg auf die 
^gttng anderer Himmelskörper ^ w^ird durch 
iguration des Ganzen gegeben* Beftimmung 
iröfse» GeTtalt und Malte der Erde ift alb er- 
rlich, um mit Sicherheit die Theorie des Well- 
ma hearbeitea au können«. Hut durch oamil« 

X tel- 






I 



■ ■ 

128 aionatC Correjf ijif. JHifERZ. 

telbare Meflungen läfst ßchda« erde Element bema^] 
men; £ur Kenntnifs der letztern bietet die hentifi 
Verbindung von Änalyfe nnd Beobachtung noch arf^ 
jlere Methoden dar; beobachtete Attractionei^ f ebn 
die Mafle • und aas der Wirkung läfat ficli dann Sm»] 
ner auf eine wenn auch etwas indirecte Art, Mf^dit 
Geftalt der hervorbringeHden Urfache fchlieliea 
Gradmeffungen , Pendel - Beobachtungen und StS^ 
rungen in unfern Sonnenfyfteni find biernach ä$ 
Mittel, die iich s^u Beftimmnng derConftitntion dei 
Erde darbieten a und wir wollen es nun verfucbeoi 
eine Kurse Darftellung von dem zu liefern , waa dai 
jetzige Jahrhundert für eine Theorie leiftete, woV 
der Fortfchritt nur durch eine hohe Ausbildung im 
Beohachtungs • Methoden und der Anäljfe an erat 
eben ifl. Sehr v\p\ gefchah in den verf ioiTenen lA* 
Ten für bey.de8» fo dafa unfere jetzigen Mittel mßh 
nauern Beftimmungen zu gelangen, alle fruhcia 
weit übertreffen ; allein leider gewährte die« nickt 
den Erfolg, den man fich davon verfprechen «nk9li»' 
nen hoffte, und wenn wir. in den vorherig.en Ah» I 
fchnitten diefer gerchichtUchen Darftellung üben! | 
von höherer Ausbildung und Vollfcommenhett aflio^ 
nomifcher Theorien mit Zuverücbt fprechen keim- 
ten« fo muffen wir es hier ungern geftehen, dab m 
den vereinigten Bemühungen derGeometer und Aßni* 
nomen im verfloffenen Decennio nicht gelungen il« 
unfere Kenntniffe von der Geßalt der Erde zu berich« 
tigen oder zu verbeffern. In Frankreich ward dit 
gröfste jetzt exiftirende geodätifche Operation in 
diefem Jahrhundert vollendet» und mit auagefui^ 
ten Hülfsmitteln wurden in England und Lappland 

. neiiü 



* ^ 



\ 



. XVIL Vnfuch etrur gefchichtL Iknrßdlung ete* 229 

nene GradmelTungen veranßaltet> allein zu beftimm- 

"ten gleichförmijgen Refalt^tcn fti^hrte keine, und 

venn aus den irüher vorhandenen BeAimmnngen 

lyAlemhert das Refuhat zog, dafs die Frage übet 

Geftalt der Erde To unge^yi^• fey, als es der Pyrrho* 

-nirmns nur immer wünfchen könne» fo löfst (ich 

' dies leider von dem jetzigen Zußand unferer Kennt- 

nifle mit gleicljem Rechte Tagen. Die Aufzählung 

der Refiiltate, die unfere neueßen geodätifchen und 

tftronomifchen Beobachtungen' für Geftalt der£rd« 

geben, wird diefe Behauptung rechtfertigen* 

Der allgemeine Wunfeh einer Maafs - Reform » 
derfichin den letzten^ahren der königlichen Gewalt 
lehr lebhaft in Frankreich ausfprach » gab die erfte 
VeranlalTung zu der gröfsten jetzt exiftirenden Grad- 
mell'ung, die im vorigen Jahrhundert angefangen 
und in diefem vollendet wurde. Der damalige Oeift 
der Zeit brachte es fchr^natürlich mit fich, dafs nichts 
Altes dabey zum Grunde gelegt, fondern alles eine 
neue Begründung und Ausführung erhalten follte; 
und fo kam es , dafs eine ganz neue Meffung des 
Meridian - Bogens von Dünkirchen bis Barcellona 
befcbloiTen wurde, um daraus die Gröfse des Qua- 
dranten eines £rd - Meridian? herleiten zu können,' 
deffen zehnmiUionßer Theil als Mafs - Einheit be- 
fllmmt wurde, hn Michain und Delambre^ den 
b'eydeu yorzüglichßen franzö&fcben Aßronomen» 
wurde die Ausführung diefergrofsen Operation übei^ 
tragen; den füdlichen Bogen von 170000 Toifen von 
Rodez bis Barcellona, erhielt i^/<?c/B£zm, den gröfsern 
nördlichen von Rodez bis Dünkirchen Dclambre^ 

Di^ Qperationen » welche im Laufe der erßen revo- 

lutio- 



230 MonaÜ.Xorrefp. tgiu MAERZ* 

lulionairefi Auftritte anfiengen , ^wurden durch, dieb 
vielfach gebindert, ui\d vorzüglich wefentlich wii 
der Nachtheil, der aus der damals fo häufigen Ve^ 
nichtung der .Thürme *) entCprang, da dadurch 
eine Menge Stationen uobraucbbar wurden, die.bej 
den frühern Mellungen von Caffuii uod* La CnilU 
benutzt worden waren. Alle terreßrifche nndaftrO- 
nomifche Beobachtungen wurden mit dem Mayer* 
JBordaifchen Multiplications , Kreife gemacht« nnd 
dadurch diefen BertimmuDgen eine vorher unerreidi' 
bare Genauigkeit gegeben. Bey Melun wurde m'tt 
einem ganz eigentbümlichen Apparat von Piatini- 
Mefsftangen eine Bafis voir^j5,9 Toifen und bcj 
Perpignan eine zweyte von' 6006, 25 Toifen gemtt 
ien; letztere foUte zur Verification der trigonometri*' 
fchen Operationen dienen, und beurkundete dem 
Genauigkeit auf das vorzüglichfte, da das Refoltat 
41US den Dreyecken mit der dirccten McHung bis- auf 
10 Zoll harmonirte. Der zuerlt von Montjouy htj 
Sarcellona bis Dünkirchen gemeHene Bogen betrug ; 
9' 40' 25/7 und die terreßrifche Diftana der Panl* 
lelen — 551554» 72 Toifen, Da im Laufe diefer Cnd- 
znelTung aufer den beyden Endpuncten auch iiock 
drey inne liegende Puncte aßronomifeh beftimink 
worden waren, fo wurde es dadurch möglich 9 dii 
Ellipticität des gemelTenen ßogens unmittelbar ohnt 
Zuziehung eines andern Elements zu beftimmcB, 
und mit Anwendung der Methoide der kleinßea 

*) Ein damaliger Volks - Repräfentant Tühxntü fich : DV 
voir fitit tomber touts C€S clochers ^ul s^elevo^int or.^mlim' 
fnnent oh deffui da Phmnbh dmn^m <i9« 5, , • C « • «' 



XVII. Vitfuch einer ^efcbichtt. DarfleUnng Hc. 2^1 

^nadrate aeigte ficb hier das anerirartete Refnliar^ 
\k der gemeflene Bogen nur in einer Kllipfe mir eh- 
Ber Abplattung von j^^ dargcßeUt werdeu Kann. 
Wollte man eine Abplattung von ^4^. annehmen, fo 
nüfsten in den Dreiten - Beftimmungen Fehler von 
3 — 5* vorausgefetzt \verden , "was der Wahrfchein« 
lichkeit fchwerlich gemäs iß. 

Schon während der erßen Operationen in den 
Pyrenäen hatte lieh Mechaiti von dfr Möglichkeit 
überzeugt» die balearircben Infeln mit der fpauifchen 
Küft& verbinden zu k5nr^n » und darauf den Plan 
gegründet y den gemeüenen Bogen noch um ein Paar 
Grade zu verlängern. Nur zu lebhaft befchäFtigte 
ihm die Ausführung diefes Plans, der mit zu feinem 
Tode beytrng, da er zu wenig feiner Gefundheit 
achtend, dem zu fehr verlängerten Aufenthalt an jo* 
«em ungefonden Küßen - Diilrict unterlag. Hinter« 
nille maAcherley Art fetzten fich der Auüführniig 
diefer fchdnen Operation entgegen» allein der damit 
verbundci>e Vortheil , dafs dann der mittlere Funct 
des geraelTenen Bogens faß genau dem Parallel von 
45* entfprach, und fonach die daraus herzuleitende 
Gräfse des Erd- Quadranten beynabe ganz unabhän- 
gig von Abplattung wurde T war zu wefemlich, als 
dafs er von dem Pariferlnftitut hätte aas den Angcn 
verloren werden können, und im labre igoö erhicl- 
. tcn Biat und Arago den Auftrag, die Verbindung 
der fpanifchen Dreyecke mit den balearifchen Infeln 
»ür Ausführung zu bringen. Feindliche und befreun- 
dete Mächte vereinigten Ficb, diefe merkwürdige 
Operation zu begünftigen; Frankreich gab feine 
AftvQQOmen» Spanien ein Schiff dazu ber» und Si- 
cher- 



I 

2^2 Monatl. Correfp. iSu. MAEtiZ. 

■ 

cherheit für jene gewährte eine Sich^rheiulctrte te 
englifcben Admiralität. Dafs diefe Verbindung, dk 
nur durch ein Dreyeck erhalten werden konnte« iA 
fen eine Seite mehr als gzsoo Toifen ( 2if deutfchl 
Meilen) betrag» mit unzähligen Scbwierigkeitea 
verknüpft kyn mufste» wird jedem einleuchtenl 
fejn , der mit folchen Operationen, mit der Bfr 
fchränktheit unferer Vefgröfserungen und mit dem 
Zußand unferer Atmosphäre, der für die Beobadh 
tnng fehr Aveit entfernter Gegenßände immer nach- 
jibeil ig wirkt « nur irgend bekannt ift. Die bejdei 
Berge Deßerto de las Palmas und le Mongo bilde* 
ten ah den fpanifchen Küllen die BaGs diefes ung^ 
heuern Dreyecks, deilen Spitze der Berg Campveij 
Mu( Iviza war. Nur mit Nacht - Signalen 'wurden 
die Winkel -Beobachtungen möglich, und wibreod 
mehrerer Monate mufsten fich Biot und Arago voi 
jenen öden unwirthbaren Berg -Gipfeln aufhalten, 
ehe ea ihnen gelang die noth wendigen Beobach- 
tungen zu e]rhalten. Noch etwas füdlicher liegt die 
Kleine Infel Formentera, und auch diefe wurde ia 
^as merkwürdige Dreyecksnetz mit aufgenommen 
und ale füdlicher Endpunct beftimmt* Mit einem 
Kreis von Fortin wurde die Breite durch 2$$% Qe- 
obachtungen des Polaris erhalten, hiernach 

Breite von Formentera • • ~ j^* 39' 56/16 
— > von Dünkirchen • • =z 51 2 9» 55 



^m 



inne liegender Meridian Bogen r= 12*. 22' 13, '39 

/der einer gendieilenen Diftanz von 705i88t8 ToiCeo 
und dellen mittlere Breite dem Parallel von 44* 51' 
Zf'^ entfpricht. Mit einer Abplattun|^ von ^^ Ib 

wie 



XVII. Vtrjuch emer pjchkhü. DarfieUimg etc. 233 

"^nrie folche aus der Mondstheörie folgt, giebt di^ 

TTbeone diefe Dißanz «bis auf o » 3 Toifen überein- 

.Aimmend, Aus dem erften Meridian • fiogeii von 

JMontjony bis Dünicirchen, fol'gte der zehnmillionfte 

^Theil des £rd- Quadranten, oder die Gröfse desMe* 

tre'dls Mafs-Einbeit 443,296 parif. Linien, und der 

bis Formentera verlängerte Bogen gab 443, 2958 t fo 

dafs alfo die Kefultate beyder MelTungen als /voll» 

kommen iäentifcb anzufeben find. Au£b diePendel« 

Lfinge wurde durcb Beobachtungen auf Formentera 

beftiramt, und die des einfachen Secunden- Pendels 

zr o,">74i2o6i gefunden. Mit Begründung auf die 

fehr forgfäitige Befiimmung, welche horda »für Pa- 

^ TIS machte, giebt die Theorie o,>n74ii445, was ^ 

Linie von der Beobachtung abweicht. 

Da auCser der fpanifchen Küfte auch Majorka 
von Formentera aus üchtbar war, fo erweckte dies. 
in Biot und Jrago den Wunfch, das Dreiecks* Netz 
bis dahin ausdehnen zu können, und dadurch die 
fo wüf^Cchenswerthe Beßimmung von drey Längen* 
Graden zu erhalten. Arago begab fich nach Major* 
ka, und fieng di^ Beobachtungen auf einem hohen 
vortheiihaft gelegenen Berge Le Puch de Galazzo an; 
allein der unruhige Geiß des Volks, welches politi* 
fche Zwecke in feinen Operationen vermuthete, er- 

« 

laubte ihm deren Beendigung leider nicht ; nur durch 
Flucht konnte er fein Leben retten, und nach 
Abentheuern und Gefahren mancher Art gelang es 
ihm, etfi nach einem langen Zeitraum mit feinen 
Inftrumenten und den Materialien zu zwey Längen- 
Graden Marfeiile zu erreichen. Die Kefultate die- 
fer letzten Operationen lind., noch nicht bekannt 

. . \Tor. 






234 Monatk Corvefp. iSu. MAERZ.- 

worden; das Detail der Gradmefltitig von DodI 
chen bis Montjony enthalten die zwej erften, 
jetzt erfchienenen Bände der Bafs du ßrß^me 
trique^ di<e von Delambre nach Alechains Tode 
lein bearbeitet und herausgegeben .worden ift« Ai 
fser diefem ganz clarfif. Werke verdanken wirdlef« 
GradmelTung) die früher von Dtlarnhre bearbeitet« 
Metfiodes analyt.pour ia determinat. d*UH are dam^^ 
rid. Ein vortreßliches Buch » deilen Inhalt faß gifti 
neuift, und was alle Methoden und Formeln enthilti 
die bcy höhern geodätifchen Operationen nur immeti^ 
zur Anwendung kommen können; die klare licht- 
volle Darftellung, mit der hier alle Entwickelungeii 
gegeben find, verdient als Multer empfohlen zu wei^ J 
den. Der dritte Band der JB^iye düjyfihmt metrufu^ 
welcher die Berechnung des ganzen gemeilenen Bo- 
zens » die Abplattung aus der Vergleichung mit dem 
peruanifchen Grad, dieBeftimmungdes Metrci nebft 
den Längen , Breiten und Azimnthen aller Dreyecka- * 
puncte enthalten foll » und das ganze Werk fcblie- 
fsen wird, ilt bis jetzt noch nicht erfchienen. Hat» , 
te diefe neue franzölirche GradmelTung auch gerade 
nicht den Erfolg, den man fich von ihrer Ausdeh* 
nung und der Sorgfalt der Bearbeitung veffpredien 
konnte, indem allerdings nicht fowohl ein beftimmt 
berichtigendes Refultat , als vielmehr nur diegrö*' 
fsere Wahrfcheinlichkeit für irregulaire Conßgura* 
tion der Erde daraus folgte, fo ill es doch keioes- 
Weges zu verkennen, dafs diefe im gegenwärtigen 
Jahrhundert beendigten Operationen und die damit 
verknüpften theoretifchen Bearbeitungen von La 
Place t jLegendre und Ddambre^ unter die vorsug* 

lichfiea 



V 



4 



/ 



•$ 



i'^SVH» Virfmck einer gefchichtl. DßrßeUung et$» 235 

\ * 

f 

ten practifch- theoretirchen Arbeiten der neuem 
gehören. Ein Dtejecks - Netz , was eipe Aus- 
inung von beynahe 200 geographifchen, IVleilen 
[^ über äinen b^edeuteuden Meeresarm hinweg« 
ift» delTen füdliche und nördliche Endpuncte im 
reau zweier Oceane liegen, und was die phy- 
mathematifche Lage von einigen hundert Fun* 
iten mit Genauigkeit liefert, wird zu allen Zeiten 
MwXwürdig bleiben, und von irgend einer ähnli* 
Aen Operation fchwerlich jemals übertroffen wer* 
len. 

Die franzöfifche Mafs- Reform, der wir diefo 
tteüe Gradmeflung hau pt fachlich verdanken, und das 
darauf begründete allgemeine Mafs - Sjftem , hängt 
mit jöner bu werentlichzufammen, als dafs wir die- 
fcr nicht wenigftens im allgemeinen hier erwähnen 
müfsten. Drey Gröfsen, Länge des einfachen Se- 
cunden^ Pendels y Quadrant eines Rrd ^ Meridians 
und Quadrant des Erd- Äquators ^ kamen Anfangt 
BU Beftimmung der Mäfs- Einheit in Vorfchlag. Das 
mit dem Secunden- Pendel verknüpfte heterogene 
Element der Zeit und deren willkührlicber Abchei* 
Inng, und die für die Bedimmung des Erd-Äqua» 
tors faft ganz mangelnden Data, liefsen diefe Grö* 
fsen verwerfen , und dagegen den Quadranten des 
£rd - Meridians , oder vielmehr dellen zehnmillionlten 
Theil, als eine unter Vorausfetzimg, dafs unfereErde 
ein Joiide de revolution fey, allen Völkern gemein- 
fchafiliche Gröfe zur Mafs -Einheit wählen. Jetzt, 
WO Ellipticitäi der Parallelen viel Wahl fcheinlichkcit 
erhält, und wo Meigels Unteriuchungen über dio 
Befiimmung des Definitiv Metre einige Zweifel 

ver» 



236 MonaH» Correfp. iSn. MAERZ. 

I 

verbreitet haben • fcheineif ^iefelben Geometer» 
Anfangs für die Annahme diefea UrmaG^es^fttmmtni^ 
mehr für Wahl des einfachen Secunden- Penddi 
Mafs - Einheit geneigt zu (eyn. Doch fey dem xM 
ihm wolle 9 fo mufs wohl jeder Unbefangene daUa 
übereinkommen» dafs die Idee» den Prototyp älltf 
Mafse aus den Dimenfionen unferea Erdkörpen li 
entnehmen, und fonach jede Gröfse.darch ein bfr 
ftimmtes Verhältnifs zu diefem auszudrücken , fchÖtt 
und genialifch war. Das ganze darauf ferner gegräiip 
dete Mafs- und Gewichts- Syßem, was durcbmt 
auf der Mafs • Einheit beruht, und überall in Decip 
malen fort fchreitet, ift ftreng wilTenfcbaftliGb, ntA 
die grofsen Vortheile der Einführung eines folcfast 
Syftems können wohl nicht verkannt werden, fih 
bald es einmal dahin gekommen ^väre p dafs alle aa« 
dere Mafse vergeflen und nur diefes zur Anwendasg 
käme. Allein delTen Abweichung von allen Angabei^ 
die feit langer Zeit eben fo fehr im gemeinen I^ebeo, 
als in der -willen fchaftlichen Welt galten »fetat einer 
allgemeinen Einführung jenes Syftema faft anübtf* 
windliche Schwierigkeiten im Weg, und fo lehr- 
'wir deffen Vortrelflichkeit und wilTenfcbaftiichett ' 
Werth anerkennen, fo unzweckmäfsig würde es 
uns fcheinen , wenn alle nicht franzöfirche belehrte 
(ich delTen jetzt bedienen wollten. Jetzt, wo faft 
noch alle unfere logarithmifchen und aftronomifchen 
Tafeln im Sexagefimal-Syftem conüruirt find» wo die.« 
franzöüfchen Gelehrten felbft , nicht allein ihre Bo' 
obachtungen und ihre neueften Sonnen- undMonda« 
Tafeln, foridern auch ihre aftronomifche Epheme*' 
Tide» die Connoiffance des tenu ^ ini aUea Sjfiem er- 

fchei- 



XVIL Virjfuh eifur geJchiehtU DarftiUung itc* 237 

i^lieipen laffen» und wo nicht eine eiMige der vot* 
figllchern ausl^ndirchen Beobachtungen die neuen 
spBit - und Bogen w£intheilungen benutzt , jetzt wür- 
)m es wohl ganz zwecklos Ceyn- und nur Nachah« 
Öungs- oder Neu erung^fucht verratheui wenn ir* 
^ikd ein Aftronom oder Mathetnatiker das neae 
^Aem bey feinen Beatbeitungen zum Grunde leg^il 
irollte* 

DaCs aber auch in Deutrchland irgend einmal 
twas für Mafs-Keform und £inführu,ng einer be- 
timmtenMafö- Einheit geFchehen mögei dahin wird 
ich der WunCch aller vereinigen » die in ftatiUifcher» 
^eographifchef oder mathematiTcher ^inficht oft in 
lie Nothweudigkeit kommen » Zeit und üedult mit 
leductionen und Auffuchung der fo feiten bey unt 
>e währten Mafs Ai^igaben zu verfchwen4en» ' 

Eine zweyte neue GradmelTung ward in diefem 
Fährhundert im Norden angefangen und vollendet» 
L\3L ßark war die Abplattung » die aus der frühern 
MelTung von Maupertu^ folgte > und fchon oft hat* 
ten Geometer Zweifel über diefes Refultati und den 
Wnntch einer Prüfung uud Wiederholung geHufsert» 
Bcfonders lebhaft intereflirte ilch Melanderhielm für 
diefen Gegenßand ^ und auf deHen Veräulallung ge» 
nehmigte im lahr 1301 der König von Schweden ei* 
De neue GradmelTung in Lappland > deren Ausfüh» 
rung Svanberg^ Osvetbom^ Palander und Hohn* 
ffuiß anvertraut wurde. Auf eine Balis von 7414»$ 
Toifen wurdc^in fchÖnes Dreyecks Netz gegrün» 
det« was leine Endpuncte in Mallörn undPahtavarA 
hatte» Der gemeffene Bogen betrug i* 37' I9,"$6ä 
und die terreßr. DiUanz der Parallelen :z 92777>98lk 
MoH. Gort. XXllL B, iSti^ E hier» 



238 Monatl. Correfp. igiu MAERZ^- 

faiernach für 66* 20' 10" , ein Grad der B 
tz 57196,16 Toifen; ein Refultat, -was um, 
als 200 Toifen kleiner, als das von Manpertuis 
fundene iß. Dafs die neue GradmelTang wefeia' 
che Vorzüge vor der Altern im Jahre 1736 hal, 
nicht 2x1 verfiennen. Die Balis ift gröfser, die 
ecke belTer gewählt, und die {) berein ftimmniigil. 
diefen weitgröfser. (In Svanbergs Drey ecken Xbndrf 
ein einzigesmal ein Fehler von lo* vor, ftattdab 
diefe in denen von Manpertuis ig — 40* betragen.) 
Der gemelTene Bogen übertrifft den frühern beynaht 
um das doppelte, und der jetzt zu alleii Operatio*- 
nen gebrauchte Multiplications - Kreis ifl einer eri^ 
fsern Genauigkeit fähig, als Maupertuis Quadna* 
ten und Sectoren. Eine Differenz von einiiea 
Secunden liefse fich hieraus füglich erklären, at 
lein die wirklich ftatt findende von 12 — 15» bleibt 
um fo TäthfelhaFter, da alle geodätifchen BeßinK 
mungen in bejden Gradmeffungen gut mit einander 
harnioniren. ßey vierzehn gemeinfchaftlicheu S» 
ten ift die Differenz meißens unter jo Toifen, und' 
nur bey einer einzigen 21 Toilen , und die Beflinh 
muiig der Diftanz von Kittis nach Tornea hanno- 
nirt in der altern und neuern Meffung bis auf fünf 
Toifen. Alfo nur in der Breitenbeßimmung könkite 
der Grund jener grofsen Differenz liegen, allein auch 
hier zeigt fich da, wo Vergleichungen möglich wcfi 
den, Übereinßimmung, indem die Breite der Kirchtt 
von Tornea aus beiden Meffungen ganz identifch 
folgte. JDelamhre^ der überhaupt die ältere'nordi« 
fche Gradmeffung für weit beffer als did gleichzeitige 
peruanifche erklärt, hält es £är fehr unwahrTchein* 

lieb 



( 
I 



-UVII. Verfuch emer gefchühtL Daffltttmg etc. 1239 

A I dafs MatipJtrtuis mit dem fchöntsn Graham* 
Wim Sector in den beobachteten Zenith^Diftanzen 
rn it" habe fehlen köjnnen; und da auch, nach der 
^(icherung der rchwedifchen Mefskünftier in de» 
artigen Gegend prädominirende LocaUAttractio« 
na nirgends wahrfcheinlich werden * fo bleibt die • 
pafae Differenz zwifchen dem fransöfifchen und 
Awedifchen Refuhat allemal eine fehr rSthfelhafte 
ffcheinungv 

In einem eignen Werk : Exjfoßtion des Öpira* 
önsfaites cn Lappouie^ pour la dStermmation ^ 
uft izrc du miridieH en 180I9 j8^^ "Ct tS^S p^^ 
f^ßvenrs Ofverbom^ Suanberg^ Holrnqui/l^ et Po* 
ndei'^ redigee par Snnnberg etc. gtebt letzterer das 
etail der ganzen Operationen, lind verbinde da* 
it eine umftändiiche Entwickelung aller dabey er* 
rderlichen Correctionen und Kechnungd*Metho* 
>n , deren Refultate zwar nicht neu, allein d«ren 
arfteüungsart eigenthümlich und elegant iit.. In 
sr Einleitung giebt Suanhvrg eine Zufammeußel« 
ing der am Äquator von den franzölUchen Acade* 
likem für die Ämplitudo arcus aus verfchiedeneti 
eobachtungen hergeleiteten Bedimmungcn, in der 
bficht, um aus den hieriunen ftatt findenden Diffe^ 
fnzen,die über 70" gehendes wahrfcheinlich zuma* 
len , dafs Blaupertuis zu jener Zeit wohl eben fo viel 
•fehlt haben können allein dtefe Analogie ill nicht 
inz richtig, da Maupertuis Sector ein voraügli* 
berea Inltrument war, als die von Bougtter und 
.a Condamiue^ dann aber auch Grttnns gezf^igt hat« 
afa man fehr ungerecht gegen die pernanifchea' 
rradmeiTer feyn werde» wenn mau jh^iw Ditferensen 

K i be- 



i 



\ 



X 



/ 



X 

240 lllmatl. Correfp. ifiu MAERZ. 

berticKIichtigen wollte , dadiefenur durch AnfiDi] 
von Beobachtungen entfteheit, die fchon fod 
guer und Condamine felbd als unbrauchbar v( 
fen worden -waren. 

Mit der Theorie harmonirt das neueRerultati 
lerdings. weit befler, als das ältere, indem ans 
bergs Vergleichung für die wahrrcheinlich&€ Uli 
plattnngdesErd-Sphäroids ^ folgt, ftatt däbdn! 
Grad von Maupertuis j^ gab. Zu bedauern ift eii' 
dafs keine mittlere ßreiten ^Beftlmmung es erlaubtt! 
die EUipticität diefes nordifchen Bogens unoiittdlMI^ 
SU beftimmen. ^ , j|] 

Ganz gleichzeitig mit diefer nordifchen ütA 
melTung fand zum erftenmal eine ähnliche OpoiF' 
tion in England ftatt. In den Philo f. Transact.tk 
I803 macht uns der Auffatz : An Account oftiH' 
meajiiremeiit of the arc of the Meridian edttcndiug 
Jrom IDunrofe in the Isle of TVeight latit. 50* 37* • 
S" to Clinton in Yorkshire latit, 53* Sij' ßt' IM 
courfe of the Operations carried on for the trigovh 
metrical furvey of England in the years jßoo^ ififl» 
jßo2. By Major fVilliam Mudge, mit dem Detiil 
diefer MelTung bekannt. Die Gröfse des gemelTeiMa 
Bogens, und die vortreiFlichen Inftrumente, welche 
dazu gebraucht wurden , geben diefer Gradmeffang 
einen vorzüglichen Werth , und die Anomalien, wel- 
che fich in den Kefultaten zeigen , verdienen daher 
um fo mehr die Auf merk famkeit der Geometer. Der 
ganze gemelTene Bogen beträgt hier 2* 50' ly/iSf 
und die terreftrifcheDiftanz der Parallelen von Don- 
rofe bis Clifton — 16206^,17 Toifen. Eben fo wie 
bey der franzöfifchen GradmelTung» würden ancb 

hier 



XVII. Verfuch einer gefchichtt. Därfiettimg ete. 24 1 



K'JCer die Breiten mehrerer inne liegender Puncte aßro- 
j^^n^ifch beßimmt, wodurch es denn möglicfh wird» 
^%ne Zuziehung eines andern Refultats die EUipfe 
^iKi, beftimmen » die den gemelTenen Bogen am ge» 
Mueßen darßellt. Da die Refultate jener Mellung 
Äen fo fonderbar als wenig bekannt und , fo lauen 
iriT das Tableau davon hier folgen ; 



- / 





» 






V 


■ " Namen 
der Orte 

• 


GemefTene 
Bögen 


Dißanz 
inXoifen 


Mittlere 
Breite 


Gröfse 
eines 
Breiten« 
Grades 


Dunrofe - Green w. 
Dumpfe - Blenh. 
Dunrofe -Arburyh. 
^ifburyb. - Grcenw. 
Dunrofe - Clitton 
Krisen w. - Clifton 
Blenh. - Clifton 
Arburjh. - Clifton 


' • 
1 51 31*39 
1 13 19*69 

1 36 19.98 

44 48.19 

2 50 23»3g 

1 58 61.59 
1 37 3.6s^ 
I 14 3.40 


.49056,58 
69824,83 
91673.65 

42633.<>7 
162065.17 

II3008.58 
92240*67 

.70374.83 


« » 
51 • 2 54*2 

51 13 18.2 
51 35 18.2 

51 51 4.1 

52 2 19,8 

5a 28 5.7 
52 38 56/1 
52 50 29,8 


57127.65 

57133.2a 

57198.34 
57094.63 
57068.67 
57046,^0 

57019.9? 

57917.06 



Werden diefc Beßimmungen nach ^er Methode der 
kleinßen Quadrate behandelt« fo folgt daraus eine 
Ellipfe mit einer Äquatorial- Abplattung von ^;' 
ein Refultat , was fo ganz anomalifch iß, dafs man 
an dclTen Wirklichkeit zweifeln möchte, wäre es ir- 
gend möglich , die Refultate diefer MeHung auf eine 
andere Art befriedigend darzußelleii. Major Mudge 
glaubt, dafs alle diefe Anomalien Folgen von localen 
Attractioncn des Pendels find, und dafs eine füdliche 
Abweichung von g" wahrfcheinÜch >n Clifton ßatt 
fand. 

Wir halten nns-j^tzt bey den. weitern Reful raten, 
^velcbe diefe MelTung durch eine Vcrgleichung ihit 
andern giebt, nicht auf, da wir am Schlufs diefes 
Artikels das zufammen fallen werden, welche Ge» 

ßalt 



I 
242 / MökätU Correfp. iJUu BIAERZ. ' . tXV 

ftalt der Erde , au8 der Vereinigang der anverl 
jften ßeftimmungen die wahrfcheinliGhfte iß« 

Noch zwey neue GradmeiTuiigen verdaakeB 
^en Engländern in Oftindien , von denen die 
dem vorigen lahrhniulert angehört« allein hiev 
Erwähnüngi .verdient» da deren R^rult^te crft 
diefem bekannt wurden^ Reuben JBurrow fnak} 
von der oftindirchen Compagnie zi^ dlefer Gr 
fang beauftragt 9 deren Detail nach de« etßem Tode^ 
/. Dalby ^ in einer kleinen Schrift ^^ Short AcamA 
of the late Mr. Reubeii Bourrow's Iklenfufettuntf^ 
a Degree of.tongitude and anotker of iatiiud^ mdl^' 
the tropie in Bengal in the years ijgp 1791 '* ho- 1^ 
ausgab., Aas Maugel an guten. Inftrumenten waidtlLg 
Kein Drejecksnetz formirt» fondern eben fa wiebqi 
der frühern Meilung von Majfon find Dixon^itl 
ganze Bogen mi^ einer ftählernen Mefskette Toä 1'^ 
Ramsden gemeUeü; im Sinn de» Meridians betrag 1'^ 
der [gern eilene Bogen i** 7' 50"» der de^Paralleh 1^ 
38' ; daraus folgte für die mittlere Breite veä 2J* '^ 

Gröfse eines Breiten - Grades 5^729 » j 
» • » • » Längen- Grades 52534 »g;* 
Viel Werth fcheint diele ganze Operation eben »ick 
jBu haben; weit mehr i& dies der Fall bey öer^wej- 
ten 6radEne£[ung » die der Major fViUiam JLawidw» 
im Jahre igoa ip Oßiudien ausführte. Mit einer 
Kette von Ramsden ^yu^de eine Baus von 4ooo6f4 
Fufs gemeHen» und auf diefe ein Neta von 3s 
Drey ecken gegründet» in denen der gröfste Fehler 
imr zweymal 6" betrug. Die Endpuncte warea 
Paudre und IViitandeparum , deren Breiten mit 

einem 



XVIL Vtrjuch einer gefchichtLDafftellung ete. 243 

funifüfdigen Zenith - Sector vqh liamsden 
imxnt wurden : 

Breite von Paiidree . . n 13* 19' 499*018 

• • • • Trivandeporum'ZIl ix 44 52, 590 

' 1. * 

gemeffener Bogen . . . zi i* 34' 56/423 

die Diftanz die fer Parallelen Z= 95721,32 Toif. 

eraus folgt 

Gröfse des Breiten - Grades TZl 56763 Toif. 
and aus andern Operationen wurde erhalten : 
^ Gröfse des Längen - Grades IT 57294 Toifen. 

.S)ie Vergleich an g diefos Längen- und Breiten -Gra* 
des unter lieh giebt 75^,7 Abplattung, und ojit dem 
ftanzÖliCchen Grad verglichen 7iV,:y 

• 

Durch. Wiederholung der Langenbedimmungen 
leitete im Winter igo4 der Freyherr von Zach aus 
.Canffini's triganometrifcheii Mellungen ein fehr 
"brauchbares Ilrlultat für einen Längen - Grad unter 
dem Parallel von 43' 32' her; CaJJini's aÜTOnomi'- 
fche Beftimmungen gaben dafür 41601,8 Toifen » 
;tllein die neuen Beobachtungen gaben 4i453>o Toi« 
fen , Avas mit einer Abplattung von 3-^ fehr nahe 
barmo^nirt. 

Der Yerfuch ans einer altern ^efuitifchen Grad- 
melfung in Chinas duxch genauere Reiluction des 
Mafses ein brauchbares Refultat herzuleiten, gelang 
nicht; Für den 40** der Breite gaben jene MelTun gen 
den. Meridian - Grad n: 57726, 3 Toifen , welches 
um mehr als 700 Toifen von der Theorie abweicht. 

Zwej Gradmeilungen liefsen frühere Nachrich- 
ten in Italien erwajten» allein bis jetzt hat der £r- 

folg 






244 mnßtt^ Carrefp. tfa, ÜifEft^ ;^^' 

folg clicfe HofFnangen noch nicht gerecbtfi 
Mit dem Plan zu einer talchen Operation in 
war Piijxs;* befchäftigt , jmci der verewigt«. 
hatte fogar die dazu erforderlichen Inßrumentei 
beforgt, Wahrfcheiulich ift dieß Project nnai 
führt geblieben ; doch läfet lieh darüber . bej nnl 
fchon lange gehemmten Gommnnication mit tum] 
Infeli et\yaa beftimmtea nicht behaupten« £itfj 
»weyte GradmeHung hatte man nach Briefen y^\ 
Oriani von den Mayländer Aftronomen «u erwu^l 
ten » welche mit der ihnen übertragenen FeTt|g«D|' 
einer Karte der ganzen italiehifchen Republik ÖM 
' Gradmeflung zu verbinden willens waren ; ob difl 
wirWich gefchehcn ift » wiffeh wir nicht^i alUt 
Refultate davon find bis jetzt wenigftena noch nicht 
zur öffentlichen Bekanntmachung gekommen, 

Bey diefer Aufzählung projectirter und nidil 
zur Aueführung gekommener Gradmeflungent S(wlngt 
una unfere Pflicht als Gefchichtfchreiber« auch der 
ihüringifchen , wenn gleich ungern zu erwähneb» 
da diefe leider ebenfalls in jene Gathegorie gehört» 
Als der König von Freufsen im Jahre »^03 • dem 
Freyherrn von Zach die Vermeffung des Eichsfeldct 
übertrug, genehmigte der verewigte Herzog £RKsr 
von Gotha ^ die Verbindung diefer MeiOTung mit. der 
mehrerer Längen- und Breiten- Grade. Inftramentt 
aller Art waren zur Ausführung einer folchen 0^ 
' ration vorhanden ^ zur Bafis-^MelTung wurde ein 
neuer» höchft finnreicher Apparat von Mefsftangen 
verfertiget» und die Bereitwilligkeit aller benach- 
barten Fürften, eine Co fchöne wfflenrcbaftHcbeUn« 
ternehmnng , die erße diefer Art in Deutfcblaad« 

auf 



>. 



s 



XVII, VerfuchrinngBJchichtLDarßfilungitc. 245 

Cf das krSftigfte zu. utiterftüt2;en , Kefs unter der 
bitung des geübteßeh dentrchen Aftronoifien vor» 
effüche Refultate erwarten. Schon waren viet 
fandamental - Breitenbeftimmungen gemacht 9 eia 
lofser Theil des Dreyecks - Netzes entworfen, und . 
S^nahe ein Breiten -Grad fchon wirkfich triangu« 
!t', an mehreren Functen Azimuthe beobachtet 1 
ne Balis von mehr als neuntaufend Tolfen ansge« 
Mrkty und von diefer tnehr als acht taufend mit 
ner vielleicht noch nie erreichten Genauigkeit*) 
mnejlen, als ein Zufammen^treifen widriger Um- 
lade die Operationen hemmte, und die Auafuh« 
;ng einer GradmelTung vereitelte, diehöchft wahr'* 
heinlich fehr ^vichtig für die Theorie der £rde, 
id in jedem Fall von ausgebreitetem Nutzen füt 
e ma^hematifche Geographie von Nord-Deutfoh? 
nd gewefen feyn würde. 

Die Verbindung von correspondirenden Längen«* 
nd Meridian- Gradmefifungen ift bey der heutigen 
ngewifsheit über Geßalt der Parallelen aHi meiften 
'ünfchenswerth ; in Frankreich war von einer fol« 
len Operation, die von ihren erßenGeometernlängft 
erlangt wurde, fchon öfters die Hede, allein zur 
usführung kam eine folche noch nicht« Neuerlich 
lat Rumovsky in einem Auffatz , welcher in theo» 
Jtifcher Hinficht gerade kein grofses Interffe bat» 
a hier alle Gradmeflungen in das Ncwton*Jche Ab- 

plat* 

* ) Zur Prüfung wurde bey diefer Operation ein StQck 
von looo Toifen doppelt gemelTen, und die Differenz 
beyder MelTungen betrug noch keine Linie; die mögli- 
che Ungewiftheic des Refultata betrug alfo ftwa den 
9ih millionßen T^H dw Gaiii;en| 



V 
I 



24$ ■ ^ MönatL Correfp. Wi, MJERZi^ . MjSl 

plättunge-Verhältnirs Xshf) eingeawängt \wrfB JJ 
foUen, den Vorfchlag zu einer Längen -GridmcthA^i 
im ruffircben Reich. Nach feiner Angabe ff^^Mhra 
an den Ufern des weifsen Meeree 2wirchend4'vAtii: 
65* nördl. Breite ein Terrain» wo fehr füglich Mke! 
Längen^ Grade gen>eirea >yerden könnteq ; V9|Aie 
mein interefliant Avürde eine folche Operation inflkz« 
ner hohen nördlichen Breite feyn» und lebhaft oMÜcb 
Ten. es alle Freunde der Wiffenfchaft AyünrchenylA £ 
das rurfifche Gouvernement» w^sfürdiebefl'ereKcflnrila 
nifs ihrer Innern Geographie jetzt fo viel thut» lodmoÄ 
um die allgemeine Theorie der Erde durch die VMJift 
anftaltung einer folchen GradmelTung fich. vecdieAv^ 
^lach^n möge. v 

Ein Paar nicht ver werf liehe Vorfchläge suneoct^S 
Breiten- GradmelTungen erhielten wir von vauBeek ■ 
Calkocn und Söldner. Um die Irregularitäten da I 
Continentes zu vermeiden rieth erlterer eine Met I 
fung auf dem Meere an ; die InCel - Gruppen der Mal* I 
diven » Philippinen und Carolinen « und überhaupt'! 
die Configuration der Südree-Infeln, machen die 1 
Realilirung diefcr Idee fehr möglich» und gewiCi, 
interelTant mufste es feyn» auf diefe Art die reguUn 
Krümmung des Meeres zu erhalten. Die Vermn* 
tbung über Ellipticität der Parallelen veranlafate SoU* 
ners Wunfeh einer Gradmeüuug in Africa ; ift jene . 
Ellipticität in der Natur wirklich. vorhanden»' (0 ift 
es dann allerdings fehr unzweckmäfsig» europäifchfl 
Meilungen mit americanifchen zu vergleichen, da 
hier der riclitige Vergleicbungs-Punet ganz fehlen 
würde » der nur durch einen africanifcben uns ge- 
mein fchafUichen Meridian erhalten werden könnte. 

Meh* 



I *. l • 

XVII. Virfuch einer gif chichtl, Dcnrftdlung eic. 247 

t 

Mehrere grotse lieüere geodätifche Openifcionetr» 
t geiade nicht auf den Namen einer Gradmeffung 
tfpruch machen, verdienenMemungeachtet iullin« 
ht ihrer Genauiglieit und des daraus au ziehendea 
ipretifchen Nutzens jenen an die Seite gefetat zu 
dvden. So ßnd die baiqrifclie Triangulirung durck 
^nne^ Henry und Scfii^gg * die neue öft^rreichi- 
Kche VermeJTung unter Direction des General Maier 
*n Heldenfels , die Krayenhofjcke Vernaeilaiig von 
C^lland». und die wedphäüfch • hannäverilche voa 
pailly^ mit einer Schärfe und Sorgfalt ausgeführt^ 
iCs nur noch einige aftronomiTche Beftimmongen 
I diefeu ausgedehnten Dreyecksnetzen fehlen , uiii 
»raus für Längen - und Breiten * Grade die vortreff* 
chßen Refultate herleiten zu können« 

-Das Hauptwerk für die eigentliche saathemati* 
:he Theorie der Rrde , ift der noch am SchluIIe des 
3rigen Jahrhunderts erfchienene zweite- Band der 
ticanique celeße ^ und alles» was die heutige Theo* 
e ond Praxis für GradnielTungen , und überhaupt 
ir gröfsere geodätifche Operationen verlangen , fin« 
et man in den ohen angeführten Werken von De* 
\mbre und Suanherg vereinigt. Ein fehr brauch-* 
ires Handbuch , welches von der Detail - Verraef^ 
mg bis auf die gröfsten trigonometrifcheu Opera« 
onen übergeht» lieferte Puiffant in feinem Traiti 
p Topographie und Traite de- Geodeße $ ein Paar 
/^erke» die durch eine zweckmäfsige Uberfetzung 
^n Schumacher eine wefentliche Lücke in unfrei 
eutfchen mathematifchen Literatur ausfüllen wer-* 
en. Unter die Hülfsmittel zu zweckmälsiger Aus* 
ihrung grofser geodätifcber Operationen» verdient 

auch 






248 MimaU. Correfp. Wu MAERZ. 



I 



auch das Memorial topographique et militaire nnfiL 
die vom General Sanfon herausgegebene. /ii/Znic£Ma 
für la dispofitioji et La tenue des tigißres le caleuU 
giodSfiques gerechnet zu -werden« 

Sehr brauchbare Ausdrücke für alle Theile dcf 
Erd - Sphäroida gab Fasquich theüs im Allgemei* 
nen, theils fpecicU für eine Abplattung von ^l^i dlt 
er jedoch auf die nördliche Hälfte der nördlichen' 
Halbkugel befchränkt wüTen wollte. Eine 8hnliclie> 
Unterfuchung lieferte in den Edinbnrger Transaotio- 
ficn Playfair^ 

Eine neue Methode, die DimenGonen des Eid- 
Äquators zu beftlmraen, gab Fan Beck Calhoen; 
Vier 49* von einander abßehende DurchmelTer find 
die nothwendigen Bedimmungsftücke diefer Metho- 
de, die wegen der grofsen Schwierigkeit jene sa 
erhalten , wohl fchwerlich jemals in «iknwendiiiig 
kommen wird- 

Mit einer Unterfnchung , die Curyatur der H^ 
Tidiane und Parallelen aus Fixltern • Bedeckungen 
und Monds -Culminationen herzuleiten , berchäfüg» 
ten wir uns; wären die erforderlichen Beobacbtna* 
gen in mathematifcher Schärfe vorhanden » ro''köoo- 
te die Methode , welche wir zu diefem Behufe ent 
'Wickelten, allerdings brauchbare Aefnltate geben; 
allein da eine (olche Genauigkeit von den Beobach-, 
tungen nicht verlangt werden kann, fo bat nns eine 
nähere Anficht der Art, wie hier die unbekannten 
GröfTen mit andern Elementen vermifcht e^fcbieneoi 
von der wenigen Wahrfcbelnlichkeit tiberseugt ,. auf 
diefem Wege sitr Gehern Refultaten zu. gelangen. 
Mit der fo intereflanten geodätifcben Aufgabe "mtf 

der 



XVIL Verfuch einer geJchichtL Darfidhmg eU. 249 

Irr gegebenen Baßs , und dem jizimuth » der Länge 
kSil Breite des einen Endpuncts^ die §eographifchs 
EMge aller übrigen im Dreyecksnetz begriffenen Or» 
te herzuleiten ^^^ deren AuÜöfi)iig im vorigen Jahr-* 
niMiert Clairaut und Du Sejour verfachten « haben 
fich in diefem mehrere der vorziiglichßen Gieometec 
befchäftigt; Legendre^ Delambre^ Henry ^ Boh* 
Menberger^ MoUrneide^ Söldner^ Oriani und Fro* 
wiy^ haben diefes Problem behandelt und Formeln tVL 
delTeu Anflöfung gegeben ; am allgenieinßen und 
Iranchbarften fcheinen uns die Ausdrücke %u fejn« 
"Welche Oriani 16 den Mailänder Ephemeriden für 
igo^ und igoS entwickelt hat; auch kehrte Oriani 
das Problem gewÜTermafsen um, indem er zeigte t 
wie aus aüronomifch-beftimmten Längen und Brei* 
ten die Abßände vom Meridian und Perpendikel su 
finden ßcd« 

Unter die fehr -wefentlichen Bereicherungen un» 
ferer Hüifsmittel für Beßimmung der Geßalt der 
Erde» glauben wir critifcbe Unterfuchungen alte* 
Ter Gradmellungen rechnen zu müilen « da unent* 
deckte Irrthümer in diefen fehr natürlich den nach* 
tbeiligßen EinfluTs auf die daraus hergeleiteten He* 
fultate haben müilen* Unter die vorzüglichßen Ar* 
beiten diefer Art« gehört die von dem Freyherrn 
^on Zach vorgenommene DiscuTfion der Liesganig* 
fehen GradmelTung» aus welcher denn leider das 
nicht erfreuliche Refultat hervor gieng» dafs diefe 
Operation» welche zeither in allen Theorien der 
Erde eine grofse Rolle gefpielt hatte» bey den viel* 
fachen darin vorkommenden Fehlern » aus der Reihe 
der Gradmellungen ganz wegfallen mufs» Dafs wir 

von 



2.50 Monatl. Correjp. ij/i., MAERZ, 



r 



von demfelbeo Verf. jetzt das Rerultät einer älmlic 
an Ort und Stelle vorgenbmineneo Unterfucbangfli'^ 
über den fo problematirchen Turiner Grad von JBfw^' 
caria zu erwarten haben , wird gewlf« allen nnfero 
niathematifchen Lefern eine (ehr erfreuliche Nach» 

licht feyn'. 

Eine Erörterung der peruanifchen Gradmeffnng . 
lieferten wir; auch diefe Unterfuchung war fiirdio' 
Genauiglieit diefer Operationen nicht günftig, deaa 
aus vcrfchiedenen Combinationen der gemefleneo 
Bö<^en und der correspondirenden aßronomifcbei 
Breitenbcftimmungen , folgten für die daraus refnt 
tirenden Werthe eines Breiten • Grades am Aequator 
Differenzen von einigen hundert Toifen, fo dafs für 
den mittlem Werth aus den zuverläffigfteD Kefulta- 
ten immer eine Ungewifsheit von 70 — 100 ToiCea 
übrig zu bleiben fcheint. Auch Delambre hält, vnt 
wir fchon oben erwähnten, die peruanifche Grad- 
melTung für minder gut , als die nordifche von Maa^ 
-pertuis und die franzößfche von La CailUf und Ob^ 
maniis' fchricb uns damals, dafs fein Glauhe an die 
Zuverläffigkeit diefer GradmeHung dahin fey. We- 
fentlich wurde durch letztern die Längenbeßinh 
mung diefer Mellung berichtigt , indem (ich aus ei> 
ner forgfältigen Discuffion älterer und neuerer jfiTiim» 
holdfchen Beobachtungen zeigte, dafs die frühere 
Länge von Quito um 45 ' unrichtig war* 

Zu Entdeckung eines bedeutenden Fehlers in 
der batavifchen GradmelFung von Muffehenbroek^ 
gaben die neuern Krayenhoff^fchen Breiten • Beftim* 
mungen i^nlals, indem mit deren Anwendani^ aal 
jenen Operationen für den Breiten* Grad von 51* 

der 



I 

\ 



XVII. Verfuch einer geJchkhtU Darflellung €tc, 25 1 

^ir ungeheuere Werth von 53:99 Toifen erhalteo 
^ird, ftatt dafs die Theorie nur 57064 Toifen dafür 

Dies wären unfere heutigen Erfahrungen über 
^e Geftalt der Erde, und es fragt (ich nun, was' 
^«nn eigentlich aus der Vereinigung aller Refultate 
läit Bedimmtheit für j€ne folgt., Von alleil altern 
äradmeHungen ilt bis jetzt hur die itali^nifche.von 
^oscovlck unangefochten geblieben , und ob nicht 
lach hier einfe nähere Unterfuchung Unrichtigkeiten 
entdecken würde, ift um fo weniger, un wahr ich ein- 
äch, da die neuerlich von «deiii Freyherrn v. Zach 9 
Conti und Calandrelli wiederholten Breiten-Beltim- - . 
fnnngen von Bimini und Rom (den beyden End« 
puncten jener Gradmeilung ) Differenzen von 2 . — 
5 See. mit den frühern Soscovichjcfien Refultaten 
gaben. Gegen JLa CailUs Meflung am Vorgebirge 
der guten Hoffnung, und gegen die von Blajfon iwid 
Dixon in Amerika hegte man immer Zweifel ; ge- 

t 

gen letztern vielleicht mit Unrecht, da das Detail 
jener Operation, und vorzüglich die Beltimmung 
der amplitudo arcus von vieler Sorgfalt zeigt. 

Über die peruanifche Gradmeflung haben wir 
unfer und ültmaiins Urtheil fchon oben beygebracht. 
Delamhre fcheint mehr Vertrauen dazu zu haben, 
da er nach der Inhalts -Anzeige des dritten Bandes 
der hafe du Jyßhne mStrique die Abplattung aus die- 
fem und .d^m franzolifcheU Grade herleitet. Der . 
bedeutende Bogen , welcher am Aequator gemefTen 
wurde, die drey von einander faft unabhängigen 
Meilungen \on Bougiier^ La Condamie und Ulloa, 
die einander gegenfeitig controiUreii und verificiren , 

und 






252 y MonatL Correjp. iSü UAEBZ^ ', mX] 

und die grofse Diftanz von unfern europäifchenl^^p 
fangen, cUe bey einer Vergleichung alle Fehler 
Tentiich vermindert, giebt der peruaiüfchen 
mellung allerdings einen vorzüglichen Werlh. AI 
ift der dortige Grad wirklich auf 50 und mehr Toil 
ungewifs, und find die parallelen Eliipfeni. 
4iirfte wohl das Verfahren, jenen Grad zum üi 
Vergleichungs-Puncte zu wählen, nicht als 
ftweckmäfsjg erfcheinen. Hiernach Würden fär 
ropa als zuveriäffige Beflimmnngen uurdrey 
mellangen übrig blieben , di^^ franzöfifche 1 en|M 
fche und neue nordifche, welche allerdings dnidkrj 
. die Sorgfalt und Gefchicklichkeit der Beobachtet ttil' 
durch die vortrefflichen dazu gebrauchten Inftlfr 
niente, ein vorzügliches Zutrauen verdienen* 
Vergleichung der Befultate diefer drey MelTaogeHl 
giebt -^ für die wahrfcheiniichfte Abplattung, vrH 
denn allerdings bedeutend von dem abweicht» \Yll 
aus Pendel "Längen und aus aßronomifchen PhlM^ 
menen folgt. Allein was eigentlich unfere heuiigMI 
Gradmeüungen über die Krümmung der Meridiaao. 
beweifen Können, das ift eine Frage, die hier 1T^ 
nigftens nicht ganz mit Stillfcliweigen übergtngctt 
^ye^den darf. 

Alle Kcfultate, die aus Gradmeüungen gexögei 
werden, beruhen auf. der V/rgleichung correspoii* 
dirender, terreftrifcher und cöleftifcher Bögen^ und 
auf der Vorausfetzung, dafs die Denütät de? Erde 
überall gleich oder wenigftens gleichartig modificirk 
ilt. Ift dies nicht der Fall, fo fijiden prädotninireude 
Local Attractionen ßatt ,^vodurch die aftronomifchctt 
Breiten -Beftimmungen entfielltwerdea mülTeii iiimL 



XVII. Vprfuch einer gejchichtt. DarfleUung ete. 2 53 

ganze Vergleichungs- Methode iß dann unrichtig, 
un, dafa dieDenütät der £rd • Qberfläcbe fehr un- 
eichartig ift» dahin vereinigen iich faß alleErfah- 
igen, die wir über .diefen .Gegenüand haben. 
lon im Allgemeinen beweifen PendeUBeobach* 
Igen gegen homogene Denfirät» indem die aus 
(en Beobachtungen hergeleitete DilFerenz der 
iwere um ein Drittheil grofser iß« alt die unter 
lasgefetzter Homogenität theoretifch bertimmte» 
grofse in Frankreich gemeHene Bogen giebt eine 
>lattung, die mit allen andern Phänomenen un* 
iinbar ift» und Local- Actractionen um fo wahr* 
[bheinlicher ipacht, da diefe durch 31echains Brei* 
liDbeßimmungen vonMonijouy und Barcellona 1 die 
ifeineDiftanz von 1000 Toi fen einen Fehler von 
|jo geben» faß direct bewiefen \verden. Schieggi 
beobachtete grofse Local • Attraction am Fufse des 
Tjrroler Gebirges giebt dallelbe« eben fo die engli« 
fche Gradmeil'utig t und wenn fich aus Snanbergs s 
Operation ein Kefultat hierüber nicht herleiten läTstf 
lo macht w'^enigßens die groCse Abweichung von 
Maupertuis Beüimmung eine Local - £in Wirkung 
lof eine oder die andere Operation ziemlich wahr* 
Icheinlich» Wenn Pendel -Beobachtungen im Gan* 
len heiler harmonirende Bcftimmungen geben» fo 
finden doch auch hier Diü'erenzen ßatt» die gegen 
gleiche Denlitätbeweifsen; fünfzehn der ansgefuch* 
teften Pendel -Beobachtungen können in der wahr* 
Icheinlichßen Ellipfe rmr mit Abweichungen von 
•ff Linie dargeßellt werden; eine Abweichung die 
bedeutend iß» da wo die ganze Diilerenz nur zwey^ 
Linien beträgt. Noch weit gröfsere Anomalien fand 
Moü. Corr. XKllL B. t3i r. S in 



254 MonatL^Correfp.iSii. MJERZ, 1 

in kleinen Entfernungen Grifchow und die neoMfoi 
lieh auf Formentera beftimmte Pendellänge fchciMLi 
ebenfalls eine irreguläre Denütät zu verrathe^» Ofrl|£ 
mittelbare Beobachtungen^ über das Verhältnib dcL, 
mittlem Denlität «der Erde zu der des WaüerSi g^1|£ 
ben nicht niinder discordante Refultatet Avie dies.bif & 
den Verfuchen von Bouguer , Maskelyne und O^L 
vendish der Fall iß. Auch Legendre hält irregfoliilw 
Configuration der Erde undLocal- Altractionenb^'L 
nahe für ausgemacht« Rechnet man noch hien^ttiirli 
neuerlich von dem Frejherrn von 7,ach (^BibLhi'Wk 
tanniq, Aoüt ißio) auf eine Menge von Eifahna^w 
gen und auf langjährige mit Le Noirfchen , Trou^h 1 
tonfchen , BaumanjVfchen und Reichenbach'fdm l| 
Multiplications - Keifen gemachte Beobachtnogn 1| 
gegründete Behauptung, ^^dafs man mit keinem ii^K 
Jer mehr oder minder vollkommeiien Inß.rumtntwk l| 
ganz fichcr fey 9 eine Breitenbeßimmung bis auf jf \ 
genau zu erhalten^^ fo geliehen wir gern» daIr€S I 
uns fcheint » als fey es bey Vereinigung alier der hia 
dargeftellten Umllände, die ungünßlgauf aftrdnomi« 
fche Breiten - Beftimmungen -wirken können , jetiK 
-wohl unmöglich, die Abplattung unferes Erd-Sphit 
Toids aus der Benutzung von GradmelTungen in enge 
Gränzen einfchliefsen zu wollen« . * 

Die oben erwähnten Pendel- Längen gtebes ffir 
die wahrfcheinlichde Abplattung ^^9 Fräcerfioo and 
Nulatlon^^t Monds • Gleichungen ^^. Dab fai 
all« Rechnungen, wo nur von Wirkung der Schweiz 
kraft der Erde die Rede ift„ die leztern Beftimaum- 
gen Vorzugs weife angenommen werden müifeOy/ift. 
wohl ausgemacht f allein ob diefe aach dianji. daa 

Vo^ 



XVII. Vnfuch einer gtfcHichtt.^IhrflelMngetc. ST^^ 

orsug verdienen , wenn es bey parall^ctirchenRech* 
nötigen darauf ankommt , den £rd- Radius für ein^ 
Ikkeftimmte Breite zu erhalten, ift noch eine andere 
E^rflge; denn dafs bey einer irregulären D^nfität der 
^Plrd - Oberfläche über die eigentliche iCar^'^atur der 

eridiane und Parallelen nur unmittelbare Meffun« 
^en und keinesweges aftronomifche Phänomene ent« 
Btheiden Können « indem dann die Art « yvie au^ ilei! 
Ineobachteten Wirkung auf die Geftalt der Erde zvt^ 
Mick gefchloHen wird * ganz irrig und unftatthaft ift«, 
darüber lind wohl alle Mathextiatiker vollkommea 
eanverftanden. 

Was jetzt eigentlich bey afironomifchen Rech- 

nnngen für eine Abplattung als die wahrrcheinlicb- 

*&e anzunehmen ift, darüber find die Meynungen 

noch fehr getheilt; der freyherr von Zack erkläi^t 

Cch in dem oben angeführten Auffatze für ^^r 

Suanberg nimmt ^^ an, und Delambre fchien we* 

nigßens früher für ^^ geneigt. Bey nah haben die 

Hefoltate , clie man aus den jetzt vorhandenen Dati« 

ftber EUipticität der Erde herleiten kann, etwas ahn* 

liebes mit der Benutzung alter afironomifcher-Beob* 

Achtungen , indem hier für die Gränzen von ^^ """^^fo 

|ede Beßimmung erhalten werden kann, je nachden(i 

man unter den bewährteren GradmelTun'gen und 

unter deren verfchiedenen Reductionen eine gehörige 

Auswahl trilft, Glücklicherweife hat bey der gegen* 

vrärtigen Unmöglichkeit, einecategorifche Entfchei« 

^dang hierin zuTmden, das Schwankende, was noch 

in jener Beßimmung vorhanden ift, anf die allermei« 

&en aßronomifchen und geodätifchen Rechnungen 

eineaXo unbedeutenden £inf in fs, dab wohl füglich 

S 2 jedem 



2^6 MonatU Conrefp. ign. MAERZm 

jeHem AftTonomeii die Freiheit gelaffen werden Icinoi 
da» Refnltat zu wählen, wozu ihm feine indiddod' 
}e Überzeug'ing binfnhrt. 

Die in neuem Zeiten gemachten Verfuchei & 
Dotation der Erde durch die beöbachreten Abwiljj 
ebungen ficy fallender Körper von ihrer Verticaleflf 
beweifen, dürfen bey der l'heorie der Erde nicibl 
unerwähnt bleiben. Gff§ltelmini in Bologna fteV» 
die erften Verfuche hierüber an, und fand ach.^-^ 
iiien öftliche und fünf Linien füdliche Abweich.i39li 
man hielt diefe Verfuche für völlig beweifenA* \^ 
La Place ihre Unvereinbarheit mit der Theorie a 
-wo es ßch denn fand , dafs eine Krümmun 
Thnrms durch veränderte Temperatur eine . 
Loth- Linie gegeben hatte; und fo ^vare;n diefi 
fäll igen Verfuche ganz verloren. In diefem Jat 
dert wiederholte jötf7/;::e7z^cro' diefe Verfuche; i .i^ 
auf dem Michaelis •Thurm in Hamburg und d «dv 
einem alton Schacht der Schlebufcher Kohl^^ m:bI 
' werhe. Die KefuUate beyder Beobachtung^^ ü 
inen, bis auf eine ans den Hamburger Verfnch ^m^k 
erstehende Meine Alnveichung nach Süden, Seb^gu 
mit der Theorie. Diefe wurde von Olhcr.t . ff^^fi 
Jiohneiiberster ^ La Place und Salndiui bestrbeJ^^t 
die Qchalledahin veieini>iten, dafs irgend eineni^'^ 
liehe Abweichung nach Süden nicht tksLii imd^i 
könne. , « 

I 

(Di# Fortfetzung folgt im näch/Un' Heft»') 




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' - , I . . . '. 

• • ■ • ■•■■.,•■ .';.<: 

TtyilU ' , . ;;, 

über . ■' 

Lne griechifche Infchrirt 

mathematifchien Inhalts. < 



Vom Hrn. Prof, Id^ler^ . 

.... ;. ■ V ^ 

id^pi 1899 erfcfaienenenzweyteti Bande der f^py^*€^ 
',töresque de la Grece des Grafen Chotfeul Goiißier^ 
heu gegen da8£nde hin drey grieGhircbe» imter den 
lineil.vonPergamaa in Klein- Afien gefundene In« 
irifte^ Die beydeu erften find Hurf^ nud iinbedea- 
id, höcbßens nur dadurch merkwürdig« dab die 
hlenwerthe der einzelnen ßuchdaben (bekanntlich 
brauchten die Griechen die Buchftaben ihres Alpha- 
ti ala Zahlzeichen.) in jeder der recht Zeilen d^r er* 
n su^mmen addirt 21 36» und in den fünf, feilen 
rzweyten 1461 geben , Avie die bejgetetzten Bucb- 
ben BPIir und AT ZA anzeigen« ohne die man 
iwetlich diefe Künßeley wahrgenommen haben 
ärde. Weit erheblicher iftdie dritte In fchrift. Sie 
Giehtfus 37 Zeilen 9 -wovon jede der drey erßen die 
hl2f$6 und alle folgende, entweder einzeln oder je 
fey zjafammen genommen, die Zahl3ooo geben «weU 
es durch die beygefchriebenen Buchßaben BPNC 
id T angedeutet ift» Man wird hierdurch auf die 
rmüthnng geleitet, dafs der Urheber der drey In- 
iriften ein Mathematiker gewefen feyn muffe, und 
es fetzt dehn auch der ganz mathematifche Inhalt 
nr dritten auber Zweifel. Ich liefere hier eine mit 

Accen* 



2^B JtfoMtf. Conefp. igtu MifERZ. 

Accenten und Interpnnctionszeichen verfehepe^^nt 
an einigen Stellen , ivo die beygefetzten Zahlen nie] 
Stimmten ^ berichtigte Abfchrift. *) Die Uberfetzun, 
womit ich fie begleite , drückt das Griechifche fa 
'wörtlich aus, .um/lie ganz befpndere Unbehül6licl 
keit der Sprache » die hauptfächlich auf Rechnung d< 
Ihr angelegten- Fe^eln zu fohrciben i&, bemerkÜG 
' Bu machen. 

'E-r oyaOoc TOif rv/ytroLiq B P N C 

T);v' SiaTfipjjv firo/}}(rfi Ns/kwv BPNC 

'EvKUcX/di; hafxsrgoig, «XXi 

AfJuKkqt $ X0*yo; xor< sv anqv^ 
^ •Eerri xpoKOm} ABT, , T 

TttTy öTs^fiwv ai A.070J ABF *r 

*) Herrn Buttmcnn*s grofse griechifche Sprach - Gelel 
famkeit i(t mir dabey zu Statten gekommen. 

** J^ So miifs dem Zahlen werth der Zeile nach für t«( 
•Aar/xßav« in ChoifeuCs Abfchrift gelefen werden. D 
Fehler kann aber Ichon aut' dem Stein ßehen. 






I •« 



XVIII. üebenine griechifche Jfffchrift etc^ 259- 



/■ 






n Künßlem zum Nntzen 
t Nikon diefes ausgeaib^itet , 
n Sachverftändigen zu ficter Erinnerungiu 
ttlich durchaus und lieblicher Natur 
d der Kegel , die Kugel , der Zylinder« 
;nn der Zylinder beyde (fo) umfcbliefst, 
afs) die Berührung ein fanftes Taßen (wird)»^ 
ift der Kugel OlFnupg oder Diametei: 

Gleich allen 
kel- Diametern» aber 

Eigen auch den Hohem 
i Wettkampf das Verhältnifs und im körperlichea 
i Fortfchritt i, 2, 3. 
le allgemeine göttliche Ausgleichung 

Ja Sympathie » ' 
r Körper Verhältnifs immerdar 192,3; 



a6o McnatLCoTreJf. iSn. MAERZ. 



■ I 



2;t8^eoV; Kai cTX««? iTi(pav£<«i? * 

'AXXa ihta vioct 0«« (j^oTiqoiy , * 

KüXivB^Of'bs Ar, SCpaT^öt Vs K.B, T 

OuBfiV £V ß<w gOau/ixaö'« , l 

AAsKrov as/juv;^7(av , J * 

Ka/. TOV ij Xi'ou avaßafff« vjh&IcKV 

Kai a/x« S>J (J)wj ayaÖbv xavrwv -^ T 

Ilay/ov , rqo(pyj axaci wa/ ^woifi j 

a/ yevvj^ao'iy. y *■ 

Upwv iigx.^t rgw/xSTo/a, * 

*) Nicht iro/e8<, wie Choifeul ließ. 
•*) Das ^8 beym Choifeul hinter 'I5/a ift unrichtig, 
♦♦•) Nicht anvLfny)(Tiav , wie Choifeul ließ. Obgleich 
her K£r>)]<7iv richtig ßeht, fo iß es doch hier« ^ 
Zahlen vrerth der Zeile giebt « falfch« 



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XVi^' lUrti eim griBdi^ch$h4^i$^ 



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Sidn auch und bewnnderfiswertli find • '•>'' 

4 • 

prtfjr laörpeiMche Figuren« / ' ' 

enn Ilets 'g«ben gleiches Verhältnib' 
en Kdrpeoi^find den ganaea. Oberdäcben , 
ler Würfel» vnd wenn er in iünpaüit, dl^r Zjrlfaldvir» 

^ - ^ 

Tfid die zugehörige göttliche Kagel» 
illen daa Princip, Der Würfel ,42 « 
ler Zylindier 33» die Kagel it. : 
lies ift ihr elgentbümlichee Verbältatb 
jöulich tm Körper und zugleich 

In der geCammten Oberfläche. 
SToch ein andere» und berrlicberea Ding! 
!SicbU,;habe ich im Leben fo febr be wundert» 
Us des äimmels vorfchreitende« 
Dofägliche, nie raßende Be>yegung» 
Und der Sonne auffteigende» liebliche» 
Ewiglich gegenßrebende Bewegung , - 
Vnd zugleich das Licht, allen 
Ein unwandelbares Gut, Nahrung jeglichem Thier 

Und Gefchöpf. 
Der Gränzen ( Figuren ) Königin die Geometrie ! 



Man 



' • jj 



262 Manatt. Correfp. igiu ; XAERZi. 






Man Hebt 9 dielnrchrift zerfällt in dreyAbfckwij^c 
te. Der erfte betrifft den bekannten archimeditdieis^iii] 
Satz, d^de^ fenkrechte Kegel, die Kugel und 
fenkrechte Zylinder , >venn Höhe und Dn 
der Grundfläche des erßen und drittea Rörpen deAcb 
DuTchmeller des zweyten gleich find, fich sa omiT 
ander verhalten wie die Zahlen 1,2,3. Der leuiiwii^ 
Abfcl^nitt drückt die Gefühle eines Mannes ans , dsi:'p[« 
die Wnnder der Schöpfung begeilFem. Nur te'^lc 
mittlere verdient unfere Aufmerkfaxnkeit und ofl*^ 
nähere Erörterung. Mit fchlichten WortenJig^Ä^ 
Folgendes : Der Würfel« der in ihn paffende Zjli». 
der und die gleichfalls in ihn pallende Kug^l habet: 
die merkwürdige Eigenfchaft, dafs ihre kubifch« 
Inhalte in demfelben Verhältniffe ftehn » wie ihn 
Oberflächen, in einem VerhältnilTe, /welches durck 
die Zahlen 42, 33 und Z2 ausgedrückt "wird* Hen 
JDelambre^ dem der Graf Choijeul diefen Theil der 
Infchrift zur Prüfung vorgelegt hatte, berechnet die 
kubifchen Inhalte und die Oberflächen jener drej , 
Körper, indem er von der Ludolphifchen Zahl vier 
Decimalßdlen einführt, und findet nach Abkür- 
2ung der gebrochenen Ausdrücke, dafs die Zahlen 
42, 33 und 22 in der That fehr genäherte Werthi 
für die VerhältnilTe der Kubikinhalte fowohl als der 
Oberflächen geben. "Es ift jetzt leicht, fagt er, des 
Satz des Nikon zu prüfen. Wie hat aber dieferGeo» 
meter jene numerifchen Verhältniffe entdeckt» die 
kein neuerer Mathematiker wahrgenommen hat? 
Die Alten kannten ja die erft vom *Lord JBrounkes 
erfundene Theorie der Kettenbrüche nicht, wo- 
durch wir in den Stand gefetzt werden» einen viel» 

Äiffirir 



XVnL üAeniniffffiechiSchelnfcftriftefc. l6$ 




igen Bruch in einen indem einfacher aasgeil ruck- 
und doch hinlänglich genauen ztx verwaudehu*' 
^ — ^ine Meynung iß nun ,. dafs- Nikon par de nom* 
^*^zjx tßtonnemens zum ZieL gelangt fey, Meinei 
^^^mchtens at^r bedurfte der^Grieche wedei^einea laa^ 
y^«Ä TappenSy noch der Kelten btüche. Arckimede9. 
^^Ä^ in feiner noch vorhandenen Zirkelmeffüng be-» 
[iofen, dafs. für den Durqhmeffer i die.üeripherio 
^.^J^.: den Gr^zen i}% und 3|^ elngetchloflen fey. - 
l^yOn diefen-bejden Zahlen gebrauchten die Alten be]f( 
len Kreifirechnungen durchgängig die erfte ala die- 
^^mfachfte« obgleich nicht genaueße. Setzen Yfl% 
^ ^on die Seite des Würfels und den DurchmelTer der 
^ ^j^ei zr I, fo iß die Oberfläche des Würfels zz 69 
^ und die Peripherie der Kugel fo wie ihre Ober* 
^ fläche = ^« Die Grundfläche des Zylinders 
Sft. ^ X i zzü und die doppelte Grundfläche 
.^^ ZZ y • Ihre gekrümmte Oberfläche iß ^ , mithin 
^ ihre gefammte Oberfläche n y. Die Oberflächen 
^^ der K()rper ßehen alfo in dem Verhältnifs der Zah-, 
^:^ len 69 V ^^^ V» ^* ^* ^^^ Zahlen 4^, 33 und 22« 
^, Der Inhalt des Würfels iß i ; der Inhalt der 
^ Kugel gleich dem' Inhalte der Oberfläche mul- 
tiplicirt mit dem fechßen Theil des DurchmelTers» 
alfo y X i — üf und der Inhalt des Zylinders 
nach dem archimedifchen Satz ZZ ff« Die Inhalte 
der drey Körper ßehen folglich in dem Verhältnifs 
der Zahlen I9I4 und J^, d.i. der Zahlen 42, 33 
\jnd 22. Man Geht» dafs fich diefe Zahlen fehr ein- 
fach ergeben , wenn wir nur fo rechnen » wie Ni* 
Tion allein gerechnet haben kann. Einen Mathema* 
liker tiefes Namens hat übrigens die Gefchichte der 



i64 /* XlonaU. Correfp.Wr* ll^AERZi* 



• / 



Mathematik; bisher nicht genannt ; Ge wird 
ifiunmehr von ihm oder doch weni^ena von fdn 
empirifchen Satz Notiz nehmen miiU'en. Verrom 
Bch war der Stein, der uns denfelbea erhallen h 
in irgend einem Gymnafium aufgeflellt. Beluma^llb 
Hch war die Stadt Pergamris untt-r den Könie^i^^ 

■ 

talus nnd Eumenes der Mittelpunct eines nicht t» 
bedeutenden Königreichs, und der blühende Siti 
gelehrter Kultur , ausgezeichnet befondera durcheil* 
mit der alexatadrinifchen wetteifernde BibliotbAi 
welche auf lange Zeit den willen fchaftlichen Gdl 
der glänzenden Periode des ephemeren Statte fixiitft' 



xa 



XIX. Fehlerhafte geogr. Lage d. Stadt Ulmes. . 2 65 



XIX. 



»er die fehlerhafte geographifche Lage 
der Stadt Nimes im Departement 

du Gard. 



Su allen BSnden der Connoijfance de ^ems findet 
lan die geo^raphifrhe Lage der vornebmßen Städte 
^ JfaDkreichs nach den Cafßnifchen Dreyecken be- 
' rechnet und angegeben. Bis zum Jahrgang 1739 hat 
\ man diefe Angaben &as der Meridieuue vcrifice , oder 
L , aus der Dejcription geoinetrique de la France ent- 
lehnt; aliein lie waren nur obenhin und anfeiner 
Rugelfläche berechnet. Dom, Noiiet ^ ein Zögling 
der k. Parifer Sternwarte, unternahm es im Jahr 
1789 alle dief^^nncte nach der Z)« Scjour'fchcnMe^ 
ihode ( Mhn. de VAcad. ^7lH^ *" einem im Axen- 
Verhältnifs von 229: 250 abgeplatteten Erd Sphe- 
roide, nndin der Vorausfelzung, dafs der zwilchen 
Paris und Amiens genieilene Grad 57074 Toifen be- 
trage, von vorne zu berechnen, und fo kamen ge« 
nauere Ortsbeftimmungen zum Vorfchein. ( Coiin. 
d, t. 1189 P'S-^jO Allein die Cafjin'ffchen Drey- 
ecks -Puncte waren nicht immer die Stadt -Tbürme 
felbft, bisweilen Ovaren es Tbürme, Kapellen, Müh- 
len u. f. w* welche in der Nahe der Städte, in grÖ- 
fsernr oder geringerer Entfernung davon auf Anhö- 
hen (tanden, und dah^T brifl^er zu Üreyecks - Abfehen 
dieuteu aU lief gelegene Städte» dcreu Thürme man 

aus 



i66. MofuUt. Cqrrefp. iSu. MAERZ. 

lins grofsen Entfernungen nicht Fehen I^onnte. Im|i 
Jahre 1791 unternahm ^D (7.771. Noüet fein nach Ca^m 
ßnifchen Drejeclcs- Puucteu berechnetes Verseidhl' 
tiiis auf die Hanpikirche eines jeden Orts za redi* 
ciren, und fo ift feitdem ein verbeffertes Langes* 
und Breiten -yerzeichnifs aller fransöGfcfaen Stidtt 
enitlanden , und in allen folgenden Bänden der Coimu 
des tems fortgeführt worden. (^Conn. d. tems'i Omf 

nee ijgi p. 325« ) 

In einer Entfernung von 527 Toifen Ton der 
Stadt NimeSt liegt auf einem Berge ein alter» indcc 
Gefchichte berühmter Thurm, la tour ^magn§ go> 
nannt. Diefer Thurm war def Caßinifche DiieyeckSi 
Funct» und dellen ^blland vom Pariler Meridian und j 
Perpendikel, wird fowohl in der M^ridiemte verU 
rifiee , als in der Defcriptioii geometr. de la Fronest 
erfterer zu 83064, letzterer zu 2839^5 Toi fen ange- 
geben. Berechnen wir hieraus die Länge und Breite 
diefes Thurms nach den neueften Kr^ DimeoGonciit 
und in der Abplattung ^f^, fo erhalten vrir: 

Breite Länge 

TouT-magtiebeyNinfes. ... 43** 50' 23,''7 . . . a* o* sob'S 
Kacii O Nouet C. d. t. i'j89 

p. 338 43 50 27, o ... a o 43, ■ 

Unterfchied —.3/3 -♦- 7/$ 

Der Unterfchied 1(1 geringe« und liegt in den ve^ 
fchieden angenommenen Uypothefen der Erd-Ab- ' 
plattung, und in fu ferne wäre die geograpliifchs 
Lage des Tour-magne ganz gut .berechnet. Näo 
fagt Z)om. JSlouet in der Conn, d, t. in^i > dafs er 
alle CujJuUJche Puncte auf die HauptKirchen jeder 

Stadt 



XIX. Fehkfh^ geogr. Laged. Stiuk l^imes. 267 

:adt reduprt habe, undTo giebt et pag. 339 die 
age der Stadt Nimes folgenderxnafsen an. « Breite 
: 43'' 50' 12" öaL Länge von Paris — |t* 58* 39% 
wie folche auch Seitdem bis ^um. Jahrgang igix 
;r Conn. d* tems fortgeführt worden und vielleicht 
3ch lange fo fortgeführt wejrden dürfte. Allein ver- 
eicht man dieCe PoQtion der Stadt mit jener der 
*our magne, fo folgt dsiS grohe Jbfurdum daraus ^ 
ifs die Tour magne nqrdöjllich von der Stadt aä 
egen kommt, welches offenbar falfch ill, da diefer 
hurm allbekanntlich» und auch nach der CaffinU 
ihen Karte nordweßlich von diefer Stadt üeg^. Der 
^mmel weifs, aus w^elchem Schreib- oder Rech- 
ungsfehler diefe fonderbareOrts-Transpoßtion ent-> 
anden feyn mag; genug, die von Tyom, Nouet an- 
jgebene Länge und Breite von Nimes kommt die- 
r Staclt nicht zu, und ift ganz irrig und falfch. 

Es gereicht einer Stadt, welche eine Academie 
»r WilTenfchaften in ihren Mauern hat, nicht zur 
bre;' dafe fie ihre genaue geographifche Lage nicht 
;nne, und jährlich eine irrige in ihren Kalendern, 
[emoiren u. f. av, anführe. Wir wollen es daher 
«rfuchen, diefer bedeutenden Manafactur- Stadt 
.re gehörige Pofition zu geben. 

Die Defcription gcometrique de la Francs gibt 
113 die Entfernung dÄ Stadt iViww von der 2bwr' 
agne zu 527 Toifen an.*) Aus Cafßui's grofscr 

Karte 

*) In der Difcript* geom, .d- /. Fr. kömmt in diefemDrey- 
eckei Tour magne Sf, Cefaire und. Nimes, im Winkel bey 
Tourriiagne ein Fehler von zwey Graden vor, ftatt 73'* 
53* o*. muf» 75" 53' o* gelefen werden. Auch. wird 

bey 



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S68 WonaÜ. Correfp. i8iu UAERZl 

Karte haben \yir den Winkel diefer Seite mit 
Meridian, -welchen wir durch diefen Thun» gi 
gen haben y entlehnt, und folchen 55 30' gefundi 
damit fanden wir nun ferner den Abftand der Sl 
von diefem Meridian 434t^ 3 Toiten, und vondi 
Ferpcndike^ 298/ 5. Dies giebt einen Breiten *U^ 
terfchied von — 181*8» und*einen Längen-Uott 
fchied von -t- 3rt''3 'mit Tour hiagne^ folglich 
wahre Breite der Stadt Nirnes ZZ 43* 50' 4**9 m 
die örtliche Länge von Paris ~ 2* 1' 271*8. Em 
Beliimmung» Avelche von der Koueffchtn 7* in 
Breite und ^' 49' in der Länge abweicht« 

Eine Beftimniung, welche aus einer falangl 
Dreyecksreihe von Faris bis Nimes abgeleitet ^v< 
den, befonders wo fo viele Neben - Dreyecke , bdi 
preyecke der zweyten Ordnung vorkommen» kaoil? 
unmöglich die Genauigkeit haben , als die man atf*- 
einer kürzern Reihe von Haupt - Dreyecken -erlangen ^ 
könnte. Im fndlichen Frankreich haben CaJJiniutA* 
La Callle zwifchen Salon und Arles ^ in der Ab« 
ficht einen Längengrad vom 3Iont St. Victoire bia.;< 
Cette zu erhalten, eine der läugften Bafen von 9666*' 
Toifen gemellen. Y^en Lefern unferer M. C, wird * 
' erinnerlifch fcyn , dafs wir im XIII. Bande diefe Gradi 
pielTung ganz von vorne untcrfncht, berechnet, und 
verfchicdenc Refukate daraus gezogen haben- ILita 
der Haupt* Dreyecke, (es ift das Dreycck ^«y Stm 
Loup^ Calüijjon und Cette S. 320) kommt fehr 

nahe 

bey l^imes nicht gefagt, welcher Thurm in der Stadt • 
zum Ahfeheii gedient hat, wahrfcheinlich war es ia Tour 
de Vhortooe,, der höcbite und anfehniiclift« Thurm in 
der Stadt Nun0S. 



XIK. FOUrhßfte geogr. Lage d. Stait Nimes 8^q 

i 

le bey Nimervotbey» Wir haben diefe Dreyeelie 
verrchiedeoe Arten geprüft, indem wir^folcbe 
Is mit der Marreiller Sternwarte » tbeiU mit Car» 
lonc verbanden haben , einem Panct • welchen 
imbre bey der leizten Gradmeflung mit Sorda*'* 
m Kreifen fo forgfähig beftimmt hat , und der mit 
» aus diefer Dreyeckskette abgeleiteten Breite aaf 
allergenaueße übereingekommen ift, (S. 526.) 
günftigea Vorurtheil für diefe MelTung, weichet 
ibea um die Beßimmung einet Längen- Gnadet zu 
ftnn war , mit befonderer Sorgfalt geführt worden 
>VL Nun finden wir in der MeridUnne verifiee zyirtj 
iDrejecke, welche TOn einem diefer Hanpt - Dreyecke 
.^dat oben erwähnte) auf Tour magne führen. Et 
«lud die Dreyecke P2/y «S^. Loup, Cette und Mgius" 
'mortffSf und dann Fuy St. Loup» jiiguesmortes 
und Tour magne. Aus diefen Drey ecken kann man 
daher die geographifche Lage der Tour magnexku^h- 
hängig von Paris ableiten. 

In der Merid, verifieCf fowohl als in der Di* 
fcript. de la France wird die Seite Puy St* Loup 
und Cett^ zu 22102 Toifen angegeben ; allein wir 
haben folche gepauer 221229^35 berechnet « und den 
Directions • Winkel diefer Seite mit dem Meridian 
15* 10' 17" gefunden. (S. 320). Mit diefer Seite 
nnd den Caffmifchen Winkeln haben yv'ix diefe 
awey Dreyecke berechnet und folgende Data er- 
halten : 



Mtm Corr. XXUl B. ißit. * T Sta- 



370 



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^it dn S«ite LA und dem WM Ri 
mit dem Meiidiia Ton i'ny ^ 
Za)wp~ 51* 17' 43' findtoH* 
Cerner den Abftand ' von dieftn 
MetidiaRi5366t*7o nudroraPa' 
peodikel Ii3ij,i5ö, nnddiirit 
5 die Bjeite von Fuy St. Lov 
= 43* 46' 44.'4 (S. Vi) nii 
die Länge Sfil. von Paris := 
38,"6 CS.318) kennen, [0 find« 
wir bierauB dieBieite vcaAi^ 
morttsZ^^i' 33' 44,'j undi^ 
ößl.LängeTonPariii* $□' ;},'(•' 
Desgleichen mit derSeite&T. 
und dem Directions-Winliel i)' 
jb' iz* findet man den Abftanl 
vom Meridian von jiigiies morta 
" 68Ä6, ' so, und von defTen P«*' 
pendikel r= I5;4i,t44, nad dl 
wir die geograpbifcbe Pofiiioa 
von Aiguesmortes fo ebengefnn- 
den haben, fo folgt darana 



Toarjtuigrui\iey Nanu . > . 1 

N>cliC<ij^«{ von Pari! 

hergeleiut ........ 43 50 33i 7 



Der.Unterrchied ilt unbedentend in der LSnge, all« 
betiächtlicber in dei Breite; nehmen wir »ber diefa 




r 



TOX^FMirtufftigiogr. Lagi d. SkiÜNimis. 271 

teti^ Beftiminnng d^r Tour magne, wie et höchft 
rfcheinlich ift» für die genaaere an, fo folg^ dar- 
für die Lage d^r Stadt iWjratj Breite 43* 49' 46/9 
Ige 2 " -X ' 30, " 2 und Meridian • Differenz mit Paria 
fZeit rr 8' 6' ftatt 7' 55"» wie et die Connaijffanc0 
tems hat» nnd dies ift eigentlich die wahre goo* 
ihirche Lage der Stadt Nimes » welche man fo 
;e dafür wird annehmen muffen , bis künftige 
ibschiangen mit Mnltiplieationa - Kreifen ent* 
»den werden, welche .ifon den beyden Breiten , 
aus Paris , oder die aasMaxfeilleand Carcaffoiui# 
Sdurftef die xichtigere iß. 



l 



T a 



XX, 



27^ XhnaÜ.' Cönefp, itH.^ MAEBjL 



Juitbr 
XX. .1««' 

über 



bärometrifche Höhenmeffungen .¥^' 

und 

. Hülfstafe-ln dafür. 



oo wenig mir eine zweyte in Nro» 70 der AUgßtiu 
Jen, Litter atur ' Zeitung befindliche Beurtheilnag 
meiner Tables barometriquef irgend einen Grand 
2ur Unzufriedenheit geben kann , fo kommen dodi 
einige Äufserungen darin vor, die einer Erläot^ 
rung zu bedürfen fcheinen und die ich um fo liebet 
gebe, da ich überzeugt bin, dafs bey humianer Dia* 
curfion eines noch problematifchen Gegenßandei 
die Willen fchaft allemal gewinnen mufa. 

Der Kecenfent tadelt meine Annahme der harmO' 
nifchen Wärme- Abnahme. DataEuier und Oriaii 
meine Vorgänger hierin waren »^ will ich gerade 1 
nicht als Grund für mich gelten lauen ; allein dab 
die arithmetifcheWärm^- Abnahme dem Naturgefeti 
nipht völlig genug thut» machen alle Beobachtungen . 
von Horizontal -Kefractionen hö.chft w^ahrfcbeinlicL 
La Place nimmt eine zwifchen arithmetifcher und 
geometrifcher Reihe inne liegende» etwas verwickel- 
te Geßalt für das Gefetz der Abnahme an C Tom. IV» 
p. 262) was der Gay 'Ljjjffacjcken Beobachtung bef 
feiner Luftfahrt nahe genug kömmt« Auch Humboldts 

fu* 



XX. Barometr. HökenwuJfuMgm. 273 

ladamerikanifche Beobachtungen fprecben gegen 
arithmetircbe Abnahme und find meiner Hypotbefe 
(denn für mehr gebe ich die harraanircbe Wärme* 
Progreffioq nicht aus) günßig. Da aber diefc ^An- 
nahme Wahrfcheinlicbkeit für liebhat, fo fchienmir 
deren Einführang in den barometrifcben Ausdruck 
aweckmäfsig. Die Rechnung >yird dadurch nur nn* 
bedeutend verlängert, und dann ßeht es auch jedem 
Pbjüker nach feiner individuellen Übersengung frey, 
vom Refnltat meiner Tab. VI.» welche das durch die 
harmonifche Wärme -Abnahme eingeführte Glied 
0,0000059 (t— -t')^ enthält» Gebrauch zu machen 
oder nicht. Bis zu Berghöhen von 12 — 1400 Toife« 
kanp es allemal unbedenklich vernachläffigt werden^ 
indem es nur dann einen bedeutenden Einflufs. bat.- 
Gegen des Kecenfenten Vorwurf», d^ahygtome» 
trifchen Einflufs und den der anomaltfchen Tempe- 
ratur an der £rd- Oberfläche vernachlänigt zuhaben« 
rechtfertigeich mich nicht» da ich gern geftehe » dafs 
mich diefelben Gründe» wie früher» atich noch jetzt 
Teranlailen würden , diefen Gegenftand aufser Rech* 
ming zu lalTen« Zu fpärlich und unvollkommen ßnd 
nofere Erfahrungen über den hygrome trifchen Ein- 
flufs und zu anamalifch» ganz durch Localitäten bo« 
ftimmt • die Erfcheinuogen modificirter Temperata- 
ren» als dafs es ihir zweckmäfsig fcheinen könnte, 
irgend im* Allgemeinen eine Kechnungs* VorCchrift 
darüber zu geben. Dafs Vorficht bcy den tbermo- 
metrifchen Beobachtungen nothwendig ift « habe ich 
P. Liii der Einleitung zu meinen Tables bdrometr^ 
nicht unbemerkt gdallen. 

Bedeu« 



I 

»74 MtmaÜ. Correfp. ifn. itlAERZ 



Bedentender für den Werth oder Unwerdinelil 
ner Tafeln find die angezeigten Rechnungs-Dt 
renzen f\ir einige Iföhen und dann noch mdir 
jenen gemachte Vorwurf der UnbeqaemlichXeit. Dtfj 
Recenfenten Aufforderung, die Beobachtungen it» 
«eigen, aus denen die S. 41 meiner Tafeln beHBilKl 
dhenRefultate hergeleitet worden find , erfälleidiBtii 
fo lieber, da e^mir febt erwünfcht iß, wenn nta] 
Fbyfiker ficb die Mühe nehmen wollen, meine Ti 
fein mit den Refultaten trigonometrifcherMdliiiipi 
Bu vergleichen. Jene Beobachtungen , die ich fkmiit^ 
lieh auf franzöfifches Mafs und Reaumur'feh» Qmk 
feducirt habe , find folgende : 



*l 



Namen 4ei Berges 


Ob. 

1 


Barom. 
Stan4 


Thermo- 
meter 


Unt Ba^m. | 
$tand 1 


TbetBh 1 


Montblanc 


16Z 


Of^9 


_ 1 


ni- 


2,^68 


+«.••1 


Saleve 


24 


0, 90 


-h «• $ l 
-t-io. 7 I 


x6 


7t 84 


11, oj 


Mole 


22 


. S» " 


10,7! 
lOf 7 J 


i6 


4f 7J 




Dole 


23 


4. 47 




*7 


i# 23 


1 


Sheeballien 


25 


8> 87 


7..\ 
7. J 


«7 


9' 8K 


1 

II. 9 


Peak of Snow- 
don 


24 


7t 12 




27 


9i 32 


10,1 

1 


Summit of 
Sheeballien 


24 


7.f 92 


5. 7I, 
5.8/ 


28 


I» 53 


Ml 9 

1 


PicdeBigorre 
Canigou 


^9 
20 


10, 14 

2, OÖ 


7.6) 


27 

28 


j, 09 
li 50 


1 

14. # 
19*3 

+ 1^ 



I 

Die Obern Thermometer- Stände geben die Tempe« 
rator de« Barometers, die untern die der fxejen Lufti 



XX. ISarometr. Hlihefiiißejpmgm:. ijS 

ar de» Mt>nthlanc find ^M^ Beobachtaageii* 

ommen, die (ich in Tom IV. S; xgs der Qnart^ 

be von Saußure*s Vöjfi^t^ beenden ;, die ^a-. 

er -Stände, und für fUefeii eben, fq wie für die 

'i 
fcbon corrigirt. Wird» l^gl B^c« » die; (^or* 

1 wegen der Schwere bej: dem FU de Bigprre. 

acht, fp harmoi^ire das Aefult^t meiner Tafeln 

r. gut mit der trigonomje^ifclien. MelTang ala 

agitier Angabe. Allein nach der Art» wie ich, 

;i barometrifchen CoefFicientei?^ au^ Beobach-. 

i beftimmt h^be» darf f,ür alle Höhen ^^ die. 

iber i6— iSooToif, gehjn , fUe Correction d^r' 

re« welche in jenen fchpu.m|^ einbegriffen ifl:» 

loch befonclers. angebracht wc^^den » wie^ ^ch., 

:hon vor anderthalb Jahren ai^dräck}i€& be- 

habe. (ilf. C. B.15 S.592.) 

y der S. xli befindlichen Höhen - An^abc^ des. 

lanc findet allerdings ein Schreib- oderDruck^ 

Statt, der jedoeh nicht gegen die Genauigkeit 

Tafeln be weifen kann. Nach wiederholter. 

ang finde ich für die Höhe des Montblanc 

en Genfer- See 2281,3 Toifen; nach Trailer. 

i zr 2276,5, folglich Differenz 4»$ Toifen; 

De hier die ganze Gorrection der Schwere an- 

it , allein wird in Gemäfsheit der vorigen Be« 

ng, richtiger nur h- 2 , 3 Toifen dafür gerech-. 

3 verfchwindet auch diefe Differenz gaojB — - 

lin ich weit entfernt eine Jolch6 Übereinftim* 

für etwas mehr als Zufall zu halten. / 

j.r Vorwurf der Unbequemlichkeit, den Rec. 

1 Tafeln macht 9W:ird fich vielleicht ambeßen.' 

Herfetzung ein^s figurirten? Be^^fpiels beur^ 

thei- 



I 

' I 



I 



97d Monaa. Cantff. ün. M4ERZ^ 

dfeilen liffen ; doch mnrs ich dahey die Bem^ 
fjtn voraus fchick^n » • 

X. Dafa« wenn ich' in jenen die Löganthmen 
7 Decimalen gegeben habe 9 dies nur gefchah 9 n 
die 5te und 6te Decimale" genau zu erhalt 
indem bey der Genauigkeit, die bfrometrifi 
MelTungen gewähren können » 5 Decimalen alUHl 
mal vollkommen hinreichend Qnd ; ' '^ 

2. däfs für alle deutfche und die meißen europt^ 
fchen £erge der Genauigkeit ganz uiibefchade^ 
die Correction wegen harmonlTcher Wämie^^ 
Progreflion tind weg^n abnehmender Schwer»' 
unberückGchtigt bleiben kann, fo dafs meia# 
^ormel die einfache Geftalt hat 



\ 400 y* ^ H' 



9442 

400 

Nun giebt Tafel L durch eine Subtractioii 
loooo. log —jt oder die erße genäherte Höhe^ 

und durch eine Addition des Refullats aus Taf« V 
Mrird die wahre Höhe erhalten. Diefes Verfah- 
ren, welches auf einer Subtraction und eintt 
Addition beruht» und keine andern Tafeln er- 
fordert, fcheint mir weder künßlich noch &a- 
fammeugefetzt zu feyn. 

Für den PiV^^JB/^orr^ geben obige Beobach* 
tungen 

fUr ober« untere Station 

n^^^^^Z^i'h ».297ö| 1.43354 

prop. Theil Taf. IL 26 t 

■ ""* 

1. »9789 
1.433«* 

Correct Taf. V. — ' i6»5 



walire Höhe 1340,8 



Uigon. Höhe 13401? '^ «^'v 



Die ganse Rechnung erfordert daher viermaligea 
AufTchiagen und das Auffchreiben von 40 Zah» 
len ; nimmt man die Cprrection aaa Taf. VI. mit» 
fo giebt es 42 Zahlen. 
pFnr nnbeqnem Hann ich diefe Rechnung» die für 
ie Höhen .unter 1500 — 1600 Toifen allemal zu ver- 
[JUrfige Refultate geben wird , und die mir» wenn die 
Beobachtungen im Tafel- Maas gegeben find, nie 
Mwey volle Minuten koßet« nicht halten. Durch die 
grofse Ausdehnung der Taf. L werden die luterpo- 
Iitionen äufserft leicht und ohne alle Rechnung 
crfaalterf. Für die Correction des Barometer- Stan> 
da wegen Temperatur, braucht man von der jten 
Decimaie nur allemal fo viel Einheiten abzuziehen» 
als der beobachtete Thermometer -Stand den in den 
Tafeln um Zehntheil ReaumurTche Grade übertrifft» 
und den Proportional - Theil für Diecimal - Linien des 
H Barometer -Standes giebt Taf. II, ohi^ alle Rech- 
nang, Wohl möglich» dafs meine Anficht irrig iß» 
allein ich geftehe» dafs wenn ich in diefem Augen« 
blick Barctmeter« Tafeln zu conßruiren hätte, ich 
die Einrichtung der Meinigen ungeändert beybehaU 
ten würde» da mir dieje Genauigkeit des Refultats 
mit Bequemlichkeit der Berechnung zu vereinigen 
fcbeinen. Das etwas vergröfserte Volumen fcheint 
mir kein Avefentlicher Fehler zu feyn. 

Neuerlich find von dem Herrn Prof. Benzenberg 
und dem Königl. Baierfchen Hofrathe von Larif Ta- 
feln zur Erleichterung barometrifcher Höhen -Mef- 
fungen herausgegeben worden. Eine Analyfe bey- 
der hier zu geben, würde gegen meinen Zweck feyn ; 
allein ich glaube mir die Bemerkung erlauben zu 



. 4 



- , .1 

können, dars wohl liieyde-Verfiiche, Tor den OM 
' 7hdnn*fchen nnd meinem Tafeln in keiner Hinficfaq 
^nen Vorzug rerdienen » da in dene^n des Hrn. l^rofl 
felTor Benzenberg die, thermometrifchen CoTrectiO|g 
nen irrig angebracht , und in denen des Herrn v. Lö^ 
ri die von Temperatur der Luft abhängende Coili 
Tectton , -welche mehrere hundert Fufs betragen kannJI 
fonderbar genug , ganz weggelaflen worden ift. 

Dafs fich die Theorie barometrifeher HöhenmeCf 
fangen ohne Differential - und Integral - Rechnung g6^ 
ben läfst und fchon gegeben worden ift , kann keinM 
Frage feyn; auch war ich wirklich Anfangs unfchhit^ 
fig, ob ich nicht für meine Tafeln eine andere Dai><_ 
ftellungs - Art ^Is die La Place^fche Avählen folHe« 
Allein da deflen Anficht (die ich übrigens keineswe« 
ges für neu halte, da Euler 9 Kramp ^ Flayfair und 
mehrere die nämliche fchon früher hatten } doch al- 
lemal die eigentlich allgemein richtige ift> fo fchien 
mir auch diefe für meine Tahles barometr. » die wenn 
gleich für ein vermifchtes Publicum beftimmt, doch 
ein wilFenfcbaftUches Buch feyn follten , die zweck- 
mäfisigfte zu feyn. Wer etwas mathematifche Kennt* 
niffe hat, dem werden gerade folche Anwehdungen 
höherer Rechnungen auf interelTante phyfifch-ma* 
thematifthe Oegenftände anreizen , das ihm noch 
Dunkle durch weiteres Studium fich aufzuklären und' 
ganz unmathematifchen Lefern wäre es gewifs gleich 
nnverftändlich geblieben , wenn ich jene Theorie 
aiif die Verbindung arithmetifcher und geometrifcher 
Reihen, oder auf die Eigenfchaften der Hyperbel 
|;egTÜadet hatte. Mögen reifende Liebhaber beob* 

achten f 



/ 



\ 



XX. Bartmehr. HShiiSmejJkHg^ ^^19 

ttten, und nach Tafeln, - bey denen der Gebranch 
Ji Logarithmen für ihre Bequemlichkeit vermie« 
Kx iß, mechanifch rechnen, das iß iFnr ihre Belehr. 
v>g und den Nutzen der WilTenrchaft hinlänglich; 
^in daCs man fei entifirche Lehren ihren Bedarf nif« 
Den gerade ganz anpaflen foll, fcheint mir "w^nig« 
Uis fehr unnöthig. 

Alles -was der Rec, am Schluffe über die Theoria 
rx barometrifchen Mcffung^n im Allgemeinen und 
>er das Irrige der seitherigen Behandlungs- Art fagtt 
trmonirt mit meiner Uberaeugung nicht, alleineino 
ifcuffion darüber würde zu weitläufig werden » al« 
b ae hier ftatt finden könnte« 

< < 

9. L, 



XXI. 



uSq . HHonaU* CofT^.^igu. MAEBJL 



f 






XXI. 



Auszug aus einem. Schreiben des Hrn, v.,Wu 

niexüshy , aufserodentl, Acadeniicos derl j 
Kaif. Acad. der Wiflenf. zu SL Petersbuif ! 



St. Fet^ersburg. am i. Febr«_i|u 

Ich nehme mir die Frej^heit , E^y• HoGhwohlgeb.lwf* 
gehendes Verzeichnifs der im laufenden JibrevoiU 
lenden SternbedecKangeo ±n überrGhickept nndSl 
zugleich ergebend zu bitten: an der Beobachtung die* 
fer Sternbedeckungen , Avelche ich auch zum Behot 
geographifcher Ortsbeßimmungen im europÜfcha 
Rufsland obferviren werde , gütigft Theil zu nehnteBi 
und die angeftellten Beobachtungen der Academiedec 
Willen fchaften in St. Peterfiburg zu dem eben be- 
merkten Zwecke gefälliglt zu communiciren. Ew. 
Hochwbhlgeb* bekannte Lie1)e für die Wiffenfchtf- 
ten läCst mir eine gegründete Hoffnung auf die £^ 
füllung diefer Bitte. 

Es ift zwar ein fehr voUßändiges Verzeichnifa der in 
laufenden Jahre vorfallenden Sternbedeckangen vott 
den Florentiner Herren Agronomen bekannt gemacht 
worden; ich glaube aber, dafs auch mein kleiner Bej^ 
trag nicht überflürfig fejn wird, weil in demfelben 
mehrere in dem gedachten VerzeichnilTe nicht vo^ 
kommende Sternbedeckungen enthalten find. Ich 
habe mich nur auf. Sterne bis zur fechften Gröfae in- 
dufive eingefchrankt , Aveil kleinere Sterne bej e^ 



XXI. Aus e. SthreibtH des Hm. Wisniewsky^ 28x 



.a grofsen Monds •Phafen In der Nähe des Mondes 
Teh winden , oder wenigftens gröCBtentbeils fehr 
':YP'er zu beobachten find. 

neichnijs der ßch im Jahre iQn ereignenden 
JBedeckungerider Fixßerne vom Monde für 
den Meridian und die Breite 
von Berlin. 



. und 
onat, 


Bezeichnung 
des Sterns 

- 1 


I 
6 , 

4 
4 
5 

3 

6.7 
6 
6 

6 
6 

5 
6 

3. 

I 

6 
6 
6 
6 

5 

4 
6 

5 
6, 

6 
6 
6 
6 
6 


Eintritt 
vr. Z. 


Austritt 
W. Z. 


Ktlriefter Abft. 

des Monds-Mit. 

4elpiincts vom 

Sterne 


rs I 

a 

4 

7 


ec )!S ... 
356 Y/ . . . 

X n ... 
sx ... 

m tV . . . 


' 8 40 

5 59 
13 46 
11 46 
16 20 


9 49 

7 19 

13 49 - . 
13 

17 27 


- 3'S 

-+- 4 N 
dz ö 

-*- 5 H" 
-68 


28 
il27 

l- 1 

II 
13 

14 

:. 8 
. .lo 

13 
15 

16 

9 

9 


7 y - • • 

46 n . r . 

83 Jl . • . 
99 )? . . . 

i ^ ... 


IQ 41 

7 2 
10 45 
13 22 
13 6 


11 }4nfHor, 

7 30 

11 52 

13 47 . 

14 II 


-+-12 N 
-14 s - 
-^- 4 N- 
-15 s 

-28 


I A ::2:^ . . 

(iS7x')gT-Ctt. 
n-X . . . 
425 Wallfifch 

Y ^ • • • 


12 24 
10 24 

14 53 

12 36 

16 S6 


13 21 

II 8 ' 
15*59 
13 27 
17 31. 


- 4S 

rf-I2 N 

-+- 6 N 

- 78- 
-+- 9 N 


«V ... 

2 ^ X* .. . . 

314 S5? . .' . 
(44 V) gr. Cat. 
326 Wallfifch 


1 43 

12 45 
10 33 
10 31 - 
12 50 


2 44 
13 4Ö 

II 31 
II )o. 

13^5 


— 5 S Ntchm. 

- <5S 
T- 8.S 
-16 


9 
>t. 2 

2 

3 
5 


1 $ Wallfifch 

/v •v«' . . « 
24p ^^ • * • 

n X ... 
(305X)gr. Cat. 

438 Walllifch 
360 ^ . . . 

2 ^ rf» . . . 

314 "^f^ * ■ • 


13 51 

10 38 

11 33 
9 

12 54 


14 52 

11 9 

12 39 
9 43 

13 37 


- 7S 
-»-ISN 
-H sN 

— IJ S 
-13S 


6 
26 

3P 


10 51 
10 37 

7 6 
10 34 

8 30 


II 2g 
II 23 

8 16 
II \o 

9 3# 


- 7S. 

- 6 S 

-M3 N , 

- «s 



382 meiiiat..Con»fp. tgtt 


AMKKSl 


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Ott. ä 3,fi W-llfifcb 

3 I ^ wiUfircii 

Yj4(Oriorjg.C 


6 
5 

3 
6 
6 
S 
6 

S 


8 4«. 

■ 4 a7 

10 41 
14*6 
13 31 

751 

«3" 
7*1 


«Mi' 
9 14 

-» *9 
13 4* 
II 41 


- 14 8 


a7lÄ ... 
a7 J49 » • ■ ■ 


IS a9 
14 11 

8 S9 

7 31 

8 54 




a7a67Ä. . . 
as n X ■ . . 
30 305 X KT- C»t 

Nor. 4 1. n . . 


6 

S 
6 
6 
S 
6 
6 
6 
6 
3 
6 
6 
5 

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«aj 
1031 
7'Sa 

13 3 
11 6 

3 51 
10 3 

5 
10 54 

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15 4* 

■ 6 3(1 

Ig 5S 

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13 S7 
7 

II 40 
S46 

14 « 


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iflCi79«)8'-C«t. 
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II 30 
S 4 

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531 

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3S.|i5i «... 
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2im y . . . 

»80. i2 ' s w«iifircii 

a8(i4iürion3g"c. 


16 Ig 

16 ■» 

17 39 
19 33 

13 48 

IS 40 
17 


-■Ol 

- 11 » 



Die Nammern und Bezeichntingen der SteniB 
beziehen Geh «uf di« StfeiA - VeiseichnlB 
de« Herrn Prof. Bodt, 



XXIL Ause. Schreibend. Prof. Benznberg. 283 



XXII. 



r 

.xiszug aus einem Schreiben des Hm, Pro- 

felTor Benzenberg. 



I 
/ 

I 



BüiTeldoirf, am i. Febr. iSit« 

^h bitte Ew. • • • mir gütigft za erlanbeo, Ihnea 
nige Bemerkungen zu einer Aurserang im Julius* 
ehe 18 10 der M, C. zu'macheta, Sie betreffen die 
trfache über Umdrehung der Erde. 

Bey Gelegenheit , dafa Sie die Abhandlung von 
Uadini über die Abweichung fallender Körper nach 
den anzeigen» bemerken Sie: "dafa der Wider- 
nd der Luft, über den alle Erfahrungen noch feht 
i wankend find, auf diefe Verfuche einen fo we« 
itlichen Einflufs habe , dafs die Refultate hierüber 
mer etwas ptoblematifch bleiben« 

Jch habe vor ungefähr 6 Jahren eine Anzahl Ver». 

::he über die Umdrehung der Erde gemacht und 

^ Refultate davon in Gilberts Annalen der ¥hy* 

. 9 fo wie auch in einer befondern Schrift ( in Dort* 

und bey Mallinkrodt) unter dem Titel: \ 

'^Verfuche über das Gefetz des Falles; t über den 

"Widerßand der Luft und über die Umdre» 

"hung der Erde , nebft einer Gefchichte aller 

•'frühern Verfuche yon GalUaei bis auf Gugli» 

''^elminit^ 

kannt gemacht. In diefer iß der dritte und viertat 

»fchnitt den Verfuchen über deaWideiftand det 

Luft 



\ 



284 KantM. Omrejf. i|ii. SUERZ. 1 ^ 

Lnft eewidmet und dort gezeigt , dafs der WUwjje} 
Aand der Luft für fallende Kugeln « unabhängig v^^ei 
aller Theorie, ünnütteUiar durch Verfuche be^Aji ] 
wurde, welche ich hierüber mit der Tertien -Dn ^] 
der Göttinger Sternwarte anllellte« - / '-iL |, 

Im (iebenten ^bfchnitte diefes Werks, welchMii £ 
der Theorie gewidmet iß, finden Sie eine AbhioliLQi) 
lung vom Prof. Gaufst in der erzeigt, daCBkeioel ^ 
Abweichung nach Süden fiatt finde. UndiaeiiisLt 
zweyten von Dr. Olbers über denfelbeti GegeaKirtll 
zeigt diefer, (S. 373) ''dafs Keine Abweichung nidil 
Süden ßatt finde, auch wenn das Gefetfe deiWU»! ^ 
fiandes anders fey. Denn Jdtrauf komme es gar mit V 
an. Es finde nämlich weiter keine Abweichung oad w^ 
Süden ftatt , als die für unfern Sinn völlig unnuftt I j 
che 9 die davon herrührt, dafs die Sch^vnngkraft aii k 
i^nfhängepunct eia Avenig gröfser ift, als amAali'lb 
fchlagepunctr*' ' ll 

Was die Abweichung nach Oßen ^etriffti b^h 
hängt diefe allerdings bedeutend vom Widerßaod^l 
der Luft ab, aber vom Gefetz des Widerftandei-dci 
Luft waren meine Verfuche unabhängig, weil die 
Gröfse deilelb^n unmittelbar vorher beftimmt wnrd^' 
Wie ich oben anführte. 

Bey den Verfucben in Hamburg gaben 31 Kih 

geln im Mittel • • • • ; 3«99 Linici 

Abweichung nach Oßen. Dr. Gaufshe* 

rechnete lie nach feiner Formel zu ^^g^ -^ 

alfo Un'terfchied n q,o4 Linies- 

Zugleich gaben diefe Verfuche eine Abweichung nach 
Süden von x^s Linien« ^ Dicfe war itjig and rührt»' 

viel- • 



Iflleicbt voti^inef Urrache W» die alleii Thürmea 
QQiein ift| uud die Dr. Olbtrs 8. 405 näher entwi* 
bU hat. 

Als ich deswegen im folgenden Iahte dieVertli« 
& im Berg\Verke zu Scblebufch tviederhotte, fd 
id fich» dafs in den Schachten diete rüdliche Ab- 
Eichung nicht ßatt findet. 

j^i Kugeln gaben im Mittel iiof P» £4n,|iaCh Ofti. 

id Prof. Gauls Rechnung 4,64 ^-^ 

-^ ^^^^^^^^^^^^^^^^^ 

alfo Untetfchied , 041 Lim * ," ' 

.. £)te Abweidbung im Sinne des Meridiäilar die 
r Theorie nach Null feyn ToilteK War 0,07 Linieil 
Cb Norden "^ alfo 4?ben£ali6 fo gut wie Null. 

£s fcheint demnach aus der .Ubereinßitnmung 
->Srfabrung mit der Theorie za folgen* dafs vfp\ 
- eine Uli gewifsheit in der Beftimmung des Widfsr* 
ides ift, noch in den Vetfuchen über die Umdre* 
ug der £tde* 

Sie führen S. 31 eine Stelle von LaPlact an. Wo 
Tagt I Les (edcperienceS $ qui exigtent des attentionM 
§ dMicats ont hcfoin d'ktre rdpdtets avec plus 
jtactitude encOris, 

£s ift zu bedauern, dafs die Parifet Aßrcmomen 
: 100 Iahten noch nicht fo viel Zeit gefunden hft» 
ii diefe Verfuche;, welche iVtf«?tö7i zuetft vorge* 
:lagen und Wotu La Place die TbepHe geiiefeirti 
dem fchöuen Locale anzuftellen« welches fie im 
Mue der Invaliden Oder in dem^ noch fchönern^ 
33 Dome des Pantheons haben* Sie hätten dajin 
ifen Co fei^r feinen Verfüchen dlle die Eleganz und 
* ii^nge, der Fehlergtäns&e. geben liönnenj welche^ 
Mbit. Qorr, XXllL A iQiu V di« 



2S6 ' Menaä. Omejf. UiuHlAEBLZ. 

die gtinßige Einrichtung diefer Dome erlaubt DiHra/2 
Dome find wMt ,• es ift kein Laftsng inihncDi ijfcsi 
liegen in Fehr Itilleii Gegenden der Stadt» und 
Verfncbe können auf ihnen des Nachts angefteUtifai||nd 
den. ^ ^ 

La Place hat einmal die Parifet Stemwartel 
2u vorgefchlagen , ayo man bekanntlich vom Didl| 
bis in dtfn Keller einen freyenFali von i68 Fabhft 
Aber abgerechnet, dafs diefe Fallhöhe um 9oFiifc 
niedriger iß als die im Pantheon , fo ift auch in dea 
Kellern der Sternwarte ein fo ftarker LuftKng» dib. 
keine Kugel bis auf 6 Zoll bey der Lothiinle bläbci 
wird» 

Das Pantheon hingegen bietet alle BequemlidlP' 
keiten dar, welche diefe Verfuche erfordern» und S^ ^ 
jtinßreitig zu den fchönften in der ganzen Naturidnt 
gehören» da fie einen Beweis für die Umdrehung dtt 

9 

Erde geben ,' der fo anfcfaaulich iß, dafs ihn jeder 
Laye begreift , und den jeder für fich und ubenB 
wiederholen kann » wo man nur Kugeln von einer 
bedeutenden Höhe ungeßört herabfallen laflen kam» 
Man lieht dann , dafs die Kugeln um einen Poact 
fallen» der ößlich vom Lotbpuncte liegt» und fii 
fallen um to gewilTer auf einen Punct » je günfiigei 
die Umßände find , unter denen ^e angefiellt werden 
Völlig genau werden fie indefs unter den günftigftei 
Umßänden nicht auf einen Punct fallen » weil eini 
völlig unmerkliche Urfache bey einer Fallhöhe vof 
150 Fufs fchon eine Abweichung von mehreren Li* 
liien hervorbringen kann* Allein diefea thnt nicbt% 
fobald man diefe VerfuGhe in grofser Anzahl anfieOti 
und fbrgfältig alle beßättdige Fehler vermeidet. Oit 

•Mr* 



k 



t 



f 



I 



2ttL JkiSi, Schreibend. Prof. MefOefAefg^ ±6^ 

^ränderUchen heben ßch gegeii' einander auf Und 
He Sicherheit des Mittels läßt fichbeftimmeu » wenn 
Ihan die Fehlergränze darch die Anzahl derVerfüche 
lividirt. Bey meinen Verfacben war die Ungewlb- 
beit des Mittels c^6 Linien, und da die ganze Gröfjpe^ 
Aber deren Dareyil oder Nichtdafeyn entfchieden 
Verden Tollte « 4 • 6 Linien betrug * fo War dlefe Go» 1 
lAiaigY^eit hinlänglich. 

* Da alle Aufgaben in der angewandten Mathema« 

Vk nur durch Nähetung gelöft werden, fo mufsbey 

)edet atts det Natur der Aufgabe beftimmt werden # 

%ie weit diefe Näherung getrieben werden Toll. Etf 

träre %xl wünfcheUi &?Ss' La Place diefes gethan 

bitte • indem er zugleich alle Schwierigkeiten erwo^ 

|en , Welche diefe Verfuche haben. Ich bin mit ihm 

der Meinung» dafs es gut wäre » wenn diefe Verfuchtf ' 

l^on mehreren Beobachtelrn und an verfchiedenen 

Orten wiederholt würden; gerade ihrer Wichtigkeif 

tregen» da Qe einen Catdinalbeweis für ein Problem 

geben, über das die Menfchen 6000 Jahre im Irrthum 

waren. Auch wäre diefes wegen des Wetteifers xia^ 

ter den verfchiedenen Beobachietn angenehm «^-^ 

Wer fie mit der gröfsten £legans6 aufteilt -^ Wer bey 

der kleinften Anzahl von Verfuchen die engfte Feh- 

lergtänse hat — id der beße Mann. Aber i^othwen* 

dig glaube ich nicht dafs es ifi» denn obfchon OU' 

fßielMinis fo fchön unter fich (iimmende Verfuche 

durch den einzigen Umftand verloren giengen» dafs 

er fechs Monat nachher das Loth aufhing», wo fich 

UnterdelTen der Thurm gekrümmt hatte und er die 

Wahre Lothlinie nicht wieder finden konnte -^ und 

obfchon be/ den Hamburger Verfuchen eine Abwei« 

V 2 chung 



a88 Jßonatl. Cdhreff, igu M4EBJL 

chung von it5 Linie nach Süden war» indefi 
FehlergTänze nur eine .von o» ^ erlaubte, livodnrdi, 
die Verfuche auch in Hinficht. der. Abweichung nach. 
Oßen den gröbten Theil ihres Werlhea verloren •<-' 
fo fiimmten die Verfuche im SchlebuFch-Bergweik: 
fo. genau mit der Theorie, alt es die (*ehlergTSnit 
fordert ^ und eutfclieiden auf eine völlig ttnzwejdeil». 
tige Weife für den Satz: dafs frey faltende KugdHi 
nicJU Jenkrecht fallen i fondern nach Oßcn abwü* 

ehen* 

Die Genauigkeit» die man erreicht» hfingt nicUt 
allein von der Sorgfalt des Beobachters« Condernadij^ 
von den Umfiänden ab « unter denen man bcobaiali^ 
tet. Iich habe Verfuche über die Gefchvrindigkdt 
des Schalles in der Luft angeheilt» hey denen ^ 
Ungewifsheit nicht bis auf 7^^ des Ganaen gifm^ 
Biot hat Verfuche über die GeCchwiildigheit dc^ 
Schalles in eifernen Röhren angeßellt» in:deaeu dis^ 
Ungewifsheit auf ^^^ des Gammen giengi undidt 
bin überzeugt, dafs Biot eben fo forgfältig beob* 
achtet hat wie ich » und vielleicht noch forgfältigtfi 
Aber feine Aufgabe war nicht der 
deren dje meinige fähig wan 



XXIU. 



'. 



^ 



i*i-*--^i 



► XXIII. 

f 

9 Auszug aus einem Schreiben des Hau 
* • Dn 7^071 Stürmer^ 



*■— ■^MMBiP 



I^atnbfrg, tm 3P. Iah. ifil« 

» • » ^ ti#w« • • iL erfintte ich meinen gehorfamfiea 
lUnfc £är die giUige Mittheihiog des in der M. C« 
^leckrf 1899 bekannt gemachten Kalenders des Gar 

\n der M. C. L c. pag. 535 fqq* befindet fich der 

Wnnfcht. dafs dieler Kalender enträthfelt Mrerden 

ndchte; ich habe daher einen Verfucb gemacht »und 

^be die Ehre folchen mitzutheilen. 

I.) Die röqiircheaZahlen, welche vor jedem Monat 

fiehen« find diegoldnen Zahlen^ die Zahlenreibe 

geht alfo nicht über 19* 
1) Die rechts A neben den Namenstagen beßndll* 

cfaen kleinen Buchßaben , vertreten die Stelle 

der Zahlen für die Monats tage. 
Die rö milchen - oder f. g. goldnen Zahlen dienen» 
den Nemnond eini^ jeden vorgegebenen Monats zu 
finden« Z. £• 1430 war die goldne Zahl' VI, man 
will den Neumond des Januars haben. Die Zahl VI, 
fiehet an dem Namenstag Thimothei» und neben 
diefem der Bachftabe Y; diefer ift von oben herab 
der 24ßet jalio ül 1430 den 24. Jan. Nenm/)nd. Zie^ 
het man von diefem Neamondstag 7 Tag^ ab » fo er- 
hält man das vorhergegangene letzte Viertel den 



T 



99Q Moitaa. Correfp, igiu MAERZ. * 1 ^ 



^ • 



17. Jan.» und wenh 15 Taga^bgesogen werden, 
erfcheint der Tag des vorher gegangenen VoUrnonlli 
den 9. Januar« Will jaan 4^9 erße VjierteK depVoDi 
mond undi das letzte Viertel nach nnferm Nenq&onilief 
finden, fo werden audem Neumondstag, 4er 34ii»H] 
für das erfte Viqrtel 7 , für den VoUmond !$'• ni- 
fÜir da» letzte Viertel 23 Tage addi^t, '*'} fo ](onnrt 
der 31. Jan. für das erße Viertel , d, g. Febr. füt de^ 
Vollmond, und der 16. Febr. für das letzte YieneL 

Zum Beweis der Richtigkeit berechnete ich au 
den Tafeln des Pilgrams in feinem Calenäario m« 
dii aevi (f^ien, ij8i* 4) alle bisher beftimmte Moad^ 
puncte, wie folgt; 1430, alles n^ch Wiener Zeit, 

l) Vollmond , den 9 Jann^ir ^^ 47' 
j) Letztes Viertel • 17 * • • 8 ^3 

• 

3) Neumond , , • 24 « , f i| 39 

4) Erßes Viertel , 31 • , , ti 15 

5) Vollmond . , . 8 Februar 3 3? 

6) Letztes Viertel < 16 , , « 7 % 

Der Kalender des Gamundia ift überhaupt ein Qk 
lendarium perpetuum, auch läfst (ich Oftern da^ 
aus beftimmen , wenn die goldne Zahl und der Sona^ 
tagsbuchßabe bekannt iß. Man (nebt nach obig« 
]B.egel den Vollmond des Monats Mär^s, und mit dem 
Sbpntagsbuchfiaben den nächßen Spnnt^g naph di» 
fem Vollmond , fo erhält man den Oßertag » wobef 
sber nuf d<^Q Sefcbluf« d^s CpnciUi {^icäpf genta 

Rück 

^ I3fn Zeit-Ünterfcliied für diefe Mondsputicte fand iA 
in Hainlini Synopf, Jkfath^m, C^äh. mJSS Q) jßfiromem 



jKückßcht genommen werden mufs. Z. £. 1439 war 
VI die goldne Zahl, ^er Sonntagabuchfiabe A. 

Die ZahlVL fteht im März anPden aj.Tag» und 
üefer ift zugleich der Tag des Neumondes, folglich 
AUt der Öfter -Vollmond auf den 7. April; dernächße 
tsantag nach diefem Ift der 9. April. Da aber ange- 
feilter Berechnung zu Folge die Juden -Oftern zu« 
(Ifich gefallen ift , fo wurde den 1-6. April , als den 
Bachßen Sonntag, die Chrillen - Oßem gehalten* 

Anno 1500 'war die goldne Zahl XIX, der Sonn- 
UgsWhßabe £ D. Die Zahl XIX giebt den 30. März 
ürden Neümondstag, mithin war der Oßcr Voll« 
iDond den 14. April;* der nächße Sonntag warder 
19. April , und zugleich Oftern. 

Eben fo findet fich 1505 , da die goldne Zahl V 
und der Sonntagsbuchßabe £ war, die Oftern den 
23. März, 

Zur Probe entwarf ich auch auf 1430 einen Ka*> 
lender nach den des Gamimdia; wovon tolgendei 
Auszug ; 

Das Neujahr fiel an einen Sonntag 

S^ptuageüma . • , « den 12 Febr« 

Afcher- Mittwoch • . , . i März 

Oftertag . • « , ^ . . • 16 April 

Himmelfahrt . , . , « * « 25 May 

PHngßen « • 4 Juny 

I« Advent -Sonntag . • • • 3 December« 

Im Nothfall läfst ßch auch der Kalender des de 6.1« 
mundia noch jetzt zut Einrichtung eines gemeinen 
2eitbaches gebrauchen, wo.es auf aftronomUcheSchär*- 

1% 



i 






a9S Afonolf. Corr^/^. ifur. ILfSK^L : 



•./•■ 



-fe nicht anlionimt. Z. B. ign iQ diegoUneZAI 
der Sonntagsbuohßabe nach dem alten Kalender IT- 
Da nun VII. auf den la. Mära ftebt'« Xo giebt dieK 
cleii Tag de^Neumondea an; addin man 15 Tage, |^ 
erfcheint der Öfter -Vollmond den 27. Man; d 
lallt auf einen Montag, alfo ift Sonntag nachhert 
den 2« April, dieOftern; hierzu Kommen nochizT^ 
fc wegen des ^ S(.f fo erfcheint igii den 14. Api 
die Oßern, 

Ferner foll poch folgen die Frohe für die SjA 
gien und Quadraturen des Mqndes im Janäat igu, 

Neumond den 12. Jan, ai St. oder?4« Jfan, i^Sk, 

- £rßea Viertel 10 .,.",• 31 • , ^ 

Vollmond . ^7 • ^ , , , gFebr, 

Letztes Viertel 4 Febr. ,.,16 , 

iin4 diefes trifft funsix mit den Ephcftneriden fa| 
kommen 9Uf 



■ 



mn 



XJPT. 



• X 



XXIV«" Af #• ScknAe» 4. Frau B»._% Ma»'. 093 



! ■ !■ I . witii^W^WP 



I 



3LXIVt 



A u s z n g 

gut .hinein Schreiben der Fjau 
Baroneffe ^on M^tt, 



Wien» am 34. Ote, igiQ, 

• « , Afur EntTchuldlgang meioei langen Still* 
cbweigenskann ich anführen t dafs ich erft vor knr« 
lem nach Wien zurück gekommen ^ und den ganzen 
Sommer hindurch von allen Poft- Stationen entfernt 
plebt habe* In der That-wohnte ich in einer der 
[cbönßen aber auch entlegfnßen Gehirgs-Gegendeu 
von ganz Öfierreich, Mein Schlofs felbft war eine 
altefefte, aber febr wohnliche Ritterburg ^Bergan 
genannt.) ganz in dein trotzigen Styl fehdelulUger 
Zeiten erbaut» mit einem tiefen Graben umgeben» 
von einer Klafter dicken Kingmauer ins Gevierte ge^ 
fchirmt., an deren jeder Ecke ein Wachthurm mi( 
Spähe -Lücken und Schiefe Scharten empor rag^ 
Dies meine Wohnung, Die Landfchaft umher abev 
wahrhaft romantifch , grofs und fchön. Die erfteii 
Monate meines Aufenthaltes dafelbft war das Wettet 
fo rauh und ungeftüm« dafs ich alle meine projecti^« 
ten kleinen Nebenreifen aufgeben mufste; deßo fchö^ 
ner vom Auguft an» fo d^f^ich wirklich die Rück« 
kehr in die Stadt vergafs. Ihr Wunfcbi Fixß^n- 

6f> 



/ 



/ 

/ 

294. Monatl. Comfp. igiu MjSER^ 

Bedeckungen zu erhalten, läfst mich meiae Anundwb 
fchmers^lich fühlen. Leider hann ich Ihnen nnr dM» 
wenigen mittheilen , .die ich am Schlufs beyfogiili 
und die von "mir felbft berechnet find. Die letita 
ewey Bedeckungen vom ig* und 22. Sept. habe ick 
in Berg^u beobachtet ,aber noch nicl^t berecbiieti 
^ weil fie mir zu unwichtig fchienen » wiewohl i^ 
diefe Gegeixden noch i^>e «in AftTononof kam 9 und 
nnfere dortigen Landkarten fehr fehlerhaft und, AI* 
lein da Sie meine Beobachtungen wünTchen , und ich 
\xx Öfterreich jetzt die Einzige bin» von der dieB^ 
deckung des Aldebaran am 13. Sept. 13 10 beobachttK 
wurde» weil der Wietier Horizont diefelbe -Naeht 
umwölkt war, fo will ich diefe Beobachtung m 
meinen Papieren herausfuchen und Sie Ihnen W 
gleich überfenden, wenn ich die Brei tenbeftimmitiii 
von Bergau werde berechnet haben. -— Pa'squiek 
rechnende Agronomie ift noch nicht erfchieneiisiiol 
nur Weniges fah ich bis jetzt davon^ 

Ihren Vorfchlag, den Seeberg mit Prag dank 
Pulver - Signale zu verbinden, halte ich für leicht 
ausführbar. Vom Schneeberge, im Fiehtelgebirge, 
iieht man die Ruinen vonEng^haus, und eben b 
auch Ihren Infelsberg auf dem Thüringer - Waldt 
Würden nun auf diefen Ruinen Signale gegeben , nol 
diefe auf dem Schneeberge beobachtet , fö könnia 
man dadurch eine abfolate Meridian - Differenz z^vi* 
fchen dßxn Schneeberge und Lorenzberge bey Pn|, 
und darin auch mit dem Infelsberge erhalten: Frej- 
lieh wäre das Auffinden diefer JVumeo vom Schnee ' 

bei| 



/ 






XXIV. JWf ff. SchteOfm 3. Rrau Bat. v^Mait. #95 



\ 



4kirg aäs etwas rchwierig. Sollte Ich Iciinftiges Jahr 
xJMch.Carlshad kommen, fo will ich gern daaa mit* 

«wirken* 

•I. ■ t • ■ 

i, Am IQ, May igio beobachtete ich. io der Stadt 

f.* • ' ^ , 

lBti^cK. at\ der Lieitha 

^%^ Eintritt ^m. dunkeln d Rand 10^ 3$' SS* m*Zi» 

% Wien »•,•««•• IQ 23 269 8 *-* 
I Breite von Brack 43* i' 30/0^ 

Für diefe Zeiten beieclmete ich aoa Pürg*j 
Monds • Tafeln - - 

Für Wien: Pur Brack f 

wahre Länge des f 150* 37' lo,*23 130* 37' Äi^^oS 

, , Breite . — 4*39' Q.'Ti —4*39 <^ U 

Stfimdl. Beweg, in der 

. I-ängo ^ 29' öo^'S? -♦- «^'34^ ^' SO/'S^ -t-Vii» 

StündL Beweg, ii^der 

Breite ^ i' J2,*2i -♦- q/6^ ^ i' I2,*2I -f- o/^}0 
Aequat. Parallaxe 54* 22* 47 54' 22,''47 

Länge a' $ nach Pmxxi 130* 27' 21 /27 
Breite — 5* 29' 34*'<)^ 

üiernacb 

^ in Wien iol> 3' 34."'l^ — «^'l^ A !*«• 
^ in Bmck lo 5 12. K — ^ >^ -* 

Ymck OAL Ton Wien 1 ' 3S,'67 



Sirrth 



' \ 



, r 



#0 ^ Hornig. Oxff^itn. WUXtJL. \ 



ßt^rntedeekung tun $j. März m8o8» «* V* 
Wien 



wahre (^Onge 6i* 45' 25/1 
'. ' . . Breite — 53* 3?/? 
liünd£ew.i.d.Läng. ip'lss/o? 

-4- 0/45 
y , . ..Breit«— 2' 40>*40 

A«^iitt. Parallaxe 54' dp«*3 

Liiige «J V nach i'iaszi <ji* :jp' 1/74* 

Brwie— i'i>3' 9/73« 
Hiernach 

5^ iÄ Wieit 7^ «* i5.*«7 — ©.•43? A ^«^ 
c< in Baden 7 5 31» 7l — Ot 450 — — 



^Stadt Baden 

f" 57' I.*5 ». ?. 'B^ 
Baden • . « 43* q' 

6l* 45 82.*99 

— 53* S?."«? 

ap;, 53/07 

"^ a"4S 

— a* 40/40 
-*- o/n 
64' ä9.*:> 



nn 



Baden weftücU von Wien 33»'*56. 



iwnüi^ 



i 



XV^ Aus eüumrSchrMenrSf^ C. B^ßfclibardts. ^97: 



iA-^i-Mi«ürfii 



mß 



mtmm'iiißi'^ 



i««» 



xjLy 



■ • 



s Ä u g aus einem S'ch treibe ti* 
von Jl C. Burckhardt^ 

Adjuncfc des jB»r«att djBJ Ipn^itudss* y 



4 Ich habe mit vielem Vergnügcti ttm^^üphth 
k isro det Mön. Cortk gefehefiy. dafs die Form» 
:h den Monds - 'tafelh gegeben > Ihren Beifall 
ten hat. Die Tafeln > die Si0 dort wünfcheDV 
läftigen mich feit 13 Monaten ausrchliefslich» 
ich nicht eine bloTse Umarbeitung» fondetii 
Tafeln liefern will. . Ich hoffe in awey Mona- 
vyenigftens was die Länge betrifft ^ '^nziich fer^ 
Ü feyn. ^- 

xh benutze diefe Gelegenheit, um Ihnen ein 
3ichnifs von Sternen mitzutheilen» die zU Paris 
wahrfcheinlich in diefem laufenden Jahre 19 11 
:kt werden, und welche fich nicht in demVer» 
inifs der italienifchen Aftronomen finden; eln^ 
liehe Arbeit » die maii dem Herrn Daußy ver* 
t. 



►ril ^6 ttt svbt Gtk 
25 n 5 — 



3 juU 24 m 5 -* 

4 — 7o3/Wi?K•^^ •**• 



2^9 McInäH. Cbrtefp. mt TflAtAZ, 

6 Jttl* *i79 Mäy^ dter Gr*' 



9 — 
«7 - 



72 » 
78 id. 
(6) . • * 



24 Aug. 97 njr 

1 Sept. 50 Z 

72 ä; 

II « 

88 ^ 



2 — 

7 - 

•28 — 



6 
6 

6, 
6 

6 
6 
6 
6 



3 'Oct ^? Cet 

9 -- t # 
1 Nor. I >^ 



2 — 
2 — 

3 Dec. 

7 - 
22 — 

26 — 



2t M 

5$ 
80 A 

10 C«ti 

11 V 



6 - 

5 -^ 

6 - 

5 -^ 

6 - 
€ *- 
6 - 
6 - 



In der Connoijfance des terhs J^/^ p« 409 äHi 
den fich zwej unangenehme Druckfehlen In itt 
vi'erten Zeile hat man 29 Zähne ßatt 79 gedrodUj 
das Rad mufs 79 Zähne erhaltet. Daa Verhiiltaiil 
H.^ mufa fe^rn ft;|Jf . Vielleicht wäre es guti 
diefe Druckfehler fchnell anzuzeigen 9 um eimil 
Künßler vergebene Arbeit su erfparen» 



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> t e r n > B ß d e p K u n fe,e ii." 

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L Sternwarte Seeberg« 



' V- 



« I ■■WT' 



* • * 



f 

Pd»r. i8»V<illk)r«ri Bincr. 13b iq*. #»'ta.«Bv2; «.X» . 
Mbs UltA •' • Süitt. ifh 48'/ 4/|5 tr.TMiu^AMt 

3» 85 v.Und$ntm 

4* ^i 

I 

|. März . * » . . :^ Austr* 12^ p' 40/13 
o. 3 :£>: Eintr. 16 43 37* 41 



• * * 



Pabß. 
tu X» 

I I 



Beobachtete I^ond« • Örler an dieren Tagen» 



März 
4-* 



Temp. med» 

10*» 28' 47»'oi 
15 43 48* sa 



AR-.C 



141* 54* ö»*9. IR' 

227 4^ 3[8f n II— 



DecLCU-A* 



lo* 5i' 45/7* bo» 
14 *? 42» ki^ttft 



II. Paris.- Ecöle znilittiirei 

18 IV' 

o. Jan. 0^. Aaitrict ii^ 51'. 3^,f^..St.Z. BwrMarii» 



«. L 



Co- 



• <• 






). ' 



I » 



N N 



30O: 



HUhMA 



tu* Copenhagehi 



1809» 

4 Jan. M SK Austritt jjh. o* 2/q .W. Z. gut 
ii^IVIärzw/l Eiötritt II 14 3)1 — 
»8S»pt!i5V Einttitt 9 24 35, 4 "- 
1^ 6*pt aS V Eintritt 9 45 41* 3 **" 

Austritt io 4s 3?, 3 ^ 



ÜK 



otigtfwifil^ 
zyrisifi tuf J*|f 
sweif. auf 34* I ^ 
genta 



t 8 I O4 

tu M&lrz n5>^ fiii^tritt li 30 3^^ ^ 

U -^ lA^ Eintritt 16 30 37« 9 

13 lun 57a IT)P Eintritt 11 5 39*4 

lg Septi et V Eintritt 10 59 42» <( 

Austritt 12 ^7 5<^* o 



\ 



h 



gut 

gtttvniaiifl* 

genau 



In dem von dem Herrn Staatsrath Bugge übet- 
fchicliten Beobachtungs - Journal befindet fich htf 
dem Austritt des Aldebaran die Bemerkung f FaeU 
immerßone Aldebaran per 2" vtl 5" ante ipjuntidifciaß 
lucidum lunae apparuip 9 Was ganz mit der^elbellE^ 
fcfaeinung , wie iie auf der Sternwarte Seeberg ntA 
in Utrecht wahrgenommen wurde ^ übereiDfiimmti 

IV. Sternwarte St. Peyre bey MärffaUe» 

Bedeckung des ^MarSi 

4 

Ht^ 20» Dacbr. Eintritt .unter dem Horisottt ^ 

Austr« gb 5^/ 40/1$ S^2S. ^ Zmk 
IS o 3?» 58 MiZft 



Kiite^ 



I 

KaiTerliche SteWtiWärte ±ü MärfcÜlöi , 

o 20 Bec. Auttritt 8^ $^' 2^'^i iu i. PoiUr 

ron dem Fteyberrh v^ü Üäck jttt 5h 
Peyre bej Alarfeillei 

^tfe 43* 17' SS"^ ÖAL Liil£^ TöiiPtfU UV i|* 1^ Sait 



Mittlere 
Zeit 



AR. i 



201 34 45*2 



Tveicb'. 



1^ «3 4?>45iso!} 6 3515' 



o y 



7 3g 35*5 
7 «I I5iO 



Seheinbftre 



o « 'to 



dcheinb. 
Bh nörib 



• 



6 sa 44 i«3 I 28.46.^ 

6 aa li 2soilD 2S 40^ 



Vi Göttia^en. 

. t M&r± « V Aosbritfc 9b 47' 16,^4 xto.2. C^a^ 
' 7 März ifl Eintritt li 42 43* 8 — -r« 

Austritt 1% 52 ^sji 3 ~ ^ 

Austritt vielleicht i^ tu Tpät» weil <^ben eine 
Ike yoTÜbergegaogen wax l der Stern hing «m 
iderandei 



iMM*Mi 



nu^rr.XXULB.M8ir 



xzvn. 



, * 



^0% MonaU. Camfp. ifll» JBifEKZ, 



lOLXll. 



Neuer Comet. 



H 



J^en 22. Anguß 1310 entdeckte Jean Louis Powilw 
Conc^erge der Sternwarte zu Marfeille, einealt- 
fserfi kleinen Cometen im Kopfe des Camelopardi» 
lua; er hatte das Anfehen eine'^ fch.wachen miidei 
Nebelflecks und blieb bis zum g October ficbthiTi 
wo er ßch im Sternbilde der Jagdhunde verkro^i 
Diefer kleine fehr lichifch wache Weltkörper koiiota 
nur vom 29. Aug. bis 21. Sept. beobachtet werden, 
nach diefer Zeit war er nur noch im Cometen-Si^. 
eher zu vermuihen , aber nicht mehr su beobachteOi 
Hier find diefe Beobachtungen : 



\ 



\ 



zgxo 



Aug. 
Sept. 



29 

30 

31 
I 

2 

4 
8 

9 
16 

31 



^iittiere 
Zeit 

in Mar- 
reille 



Scheinbare 
gerade Auf- 

Iteigann 
des Comet. 



14 16 541 191 49 45 
14 9 10 190 52 21 

14 I 16 189 52 47 
13 52 48 j 188 44 41, 
13 4^ 19I188 6 8, 
13 33 8 186 46 15 
13 9 45 184 51 2 
13 4 19 184 28 36 
12 2 2 182 19 12 

12 4 38 181 2r> 24' 



Scheinb. 

nürdl 
Abweich 
des Com 


Schembare 


Sctaeinbiie 


ueoc- LUni^e 
des Cometeu 


R*ocenc. Br< 
detCometn 


• ' * 


Z # 1» 


. <U' 


75 46 04 5 19 65 23 »W 1 


74 4? 0:4 7 »4 UM ^ 41 1 


73 40 4 9 21 30 


64 440 


72 38 o;4 II 5 9 


63 1934 


71 37 4 IJ> 48 38 


61 38 57 


69 35 


4 15 55 3Q 


61 10 90 


65 440 


4 21 2 44 


58 13 25 


64 47 


4 22 10 48 


57 28 2« 


58 44 014 28 14 25(52 24 58 1 


54 23 


5 l 5:» 34> 


48 4< 3i 

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Jirucitfehter ^, dm VenKHqfeln^ |o j^ 



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XXVIII, 

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Druckfehlet in meinqn neuen. 
Venus -Tafeln. < 
■g. u L, 6 pr.ioS g* 12' g/z 1. xoS;7* jj' 4;/o 

• — — Ig -^ 4öt'5 ♦ ♦ t ao»"!!. 

• ' .27 -^ 36t 8 « • 1* iÄ# €♦ 

fg. 15^ bej den J?o«2;«r^r/4rA«ii Beipiiachtiingen Ift 
überder i&weyten Colamne zu roppUrett 1 **/tf?rN 
T^iij medium Pärifj^ \ ' ^ 

>£• 35* Tab, XIX rnura in der Uberfchrlft überall 
ßattt Dißantia F'enerU a ierrß^ gelefen vrer« 
den: ** JDi/iantia F^encris ^a Spie.'* 

ach fteht hier (p. XXXV) bey 4S a' 20' fünfmal 
o»«7 • • • ßatt 0,72 • « V V. Ii, 

J t I ■ ■■■■WMWMi^iwWMMMMPPBM—üli U li 

INHALT, 

Saitf 
VII- Verfuch einer g«fcHichtl. Darfteilung der Fort- ' 
"^ fchiitte der Sternkunde im rerfloITeneti Decepnio 

(Fonfetz, zum Febr. Heft S. 150). .»•,*, 305 
Vin. Über eine griechifcba Infchrift malhematifciien 

■ 

Inhalts. Vom Herrn Prof. Jäeler «••,... 257 
JXr t)ber die fehlerhafte geographilpha Lage der Stadt 

Kiitaes im Departement du Gard. .•,.,,. 26$ 
X« Über barometrifcba JBöheumelTnngett und H&lfs« ' 

tafeln dafür i •.,,..,• t .., ; 27) 
XI. Aus einem Schreiben d^s Herrn von Tf^mnoshy . 

«ufserordentl. Academic. der Kaiferl« Aca4ainio 4er 
. WüTeafahaftan au St. Fatarsbiurg . « • ,' , >« t '280 

.: ,xxiu 



f 



I 

^Xlt« Auszug aus einem Schreiben des Herrn Profeflbr 
Bentenherg . . • • • * . . • 4 • • ^ • . « ; 2fi 

XXirr. Auszug aus ieinem Schreiben deii Hartn Dottdr ' 
von Stürmer ..« 2|9 

XXIV. Auszug aus einem Schreiben der Frani Btronelb . 'j 
f^on Matt . . . . ' . . . « . - . w ; ; . '. j^ 

XXV. Auszug aus ein^tn Schreiben ^n /. C. Biäxkhardtt " 
Adjunct des Bureau des Longit. ..»•••% i)| 

XXVI. Sternbedeckungen •^••kh. » \ , ^ 0^ 

XXVII. Neuer Comec ....... i .",, i 30 

XXVIII. Druckfehler -Auzeige in von LmdaiUm^s nmitn 
Venus «Tafeln ' •..•.•. i i» art 

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M^ONATLJCHE 

KORRESPONDENZ 

ZUR BEFÖRDEaUNp 

sbA ' , ' 

&RD. UND HIMMELS-KUNDE. 

' ll I I I 

^ P A 2 L , X a / X. 



XXIX. ' 

erfuch einer gefchichtllchfen Öarfiellung der 
Fortfehritte der Sternkunde im verflof- 

fenen Decennio* 

(Fonfetaang zam März -Heft S. 25^.) 



Jnter die allerwicbtigften Elemente der beob^ 
chtenden Aßranomie gehört auch die Strablenbre- 
bung» tind durcb den'gröfaen EinflufSf den diefe 
^rfcheinung faß auf alle bimtnlircheOrtsbeßimmun* 
en hat, wird deren Theorie zu einem der wefent« 
,cbften Gegenftande derphjfircbenA&ronomie. Kei- 
« Theorie verlangt fo viel KunAgriffe der höhern 
inalyfe als diefe #. und erß feit drey oder vier Jahrjen 
iahen wir durcb die vereinigten Bemtibtingen der 
teometer ondA(honomenRefractiona*Tafeli| erbaU 
ltuuCan.XXm.B.x8iu Y ten^ 



:^ ( ' 



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3o6 ' Monatt. Correfp^ igiu APBXL. I ]K: 

tetiy die Avenig mehr zu wünTchen übrig lalMbt » 
"DurcYk Newtons AiiQcht, die Abweichung der LidMlH de 
firahlen von der geraden Linie durch Attracüoadneciie 
der atmosphärirchen Schichten auf jene zu erklin^fct^^ * 
^Turde eine phyiifche Theorie der Strahleobrechii||bg^ 
möglich, und eigentlich gebührt \vohl KrampiA^^ 
Verdienit, eine folche in feiner zu Ende des vorigas^^^ 
Jahrhunderts erfch^ienenen Analyje des RefractxmWf^ 
zum erftenmal gegeben zu haben. Noch voUftlsÄ-liO 
ger und vorzüglich brauchbarer für die practUdülleC 
Anwendung und für Tafelform ift diefe Theorie tm 1b 
La Place im vierten Bande der Mechanik des Hstt \k 
mels entwickelt >vorden. Pur Horizontal • Reffi* lii 
ction und folche, die nahe daran gränzcn, wird die 1: 
theoretifche Bf-ftimmung aus dem Grunde fehr fch\vi^ li 
rig<, weil diefe von dem Gefetz der -Den fi täten k I' 
verTchiedenen Räumen abhängt , und die IntegriTODg 1 
der hierher gehörigen Differential - Gleichung nur | 
dann möglich ift, wenn jenes Gefetz durch eine be* 
ftimmte Function der Höhe der Atmosphäre gegebn 
ift. Auch giebt La Place keinen beßimmten Aiw« 
druck dafür, fondern zeigt nur auf einem etwasio* 
directen VVege, inderuer die mittlere Horizontal Ä^ 
fraction als gegeben vorausfetzt, dafs das Gc fetz der 
Denfitäten durch die Verbindung einer aritfameti« 
fchen und geometrifchen Reihe dargeßellt werden 
kann. Allein für alle Höhen über zehn Grad fillft 
ditfle Schwierigkeit weg, indem die ßrechung diao 
blos durch die Conftitution der Alfmosphäre ara Ort 
des Beobachters, die durch'ßaro - Thermometerftaiid 
gegeben ift, beitimml wird, und wofür La Plact 
aus feiner Analyfe einen fehr eleganten Ausdruck 

ftiehtf 



\' 



XXIX. Verfuch einer gefchichtL DarfleUüng ete. 307 



I, der nur von zwey Eleinenten abhängt, dia 
[a dejr Erfahrung genommen werden müiTen.' Die- 
^^^echende Kraft der atmosphärifchen Luft, oder die 
^•^otal- Wirkung der Anziehung iies brechenden Mit- 
lU gegen das Licht» ift das eine» und d^er Einflüfs 
^«r Wärme auf Dichtigkeit der Atmosphäre , das 
•"Weyte diefer Elemente, mittelft deren der jedesma- 
"^Jge numerifche Werth der Strahlenbrechung be- 
•■^immt werden kann. Die genaue Kenntuifs dea 
^tztern verdanken wir Gay Lujfac^ indem diefec 
' «US einer Menge de* forgfältigften VerFuche fand, ' 
dafs ein Volumen Luft , was bey der Temperatur 
des Eifes =r i i(t, für die des kochenden Waüers 
ZU 1 , 375 wird. Sehr nahe hatte fchon früher Jb- 
hias Mayer daffelbe gefunden, indem diefer vorireff- 
~ liebe Beobachter i, 330 dajfürangiebt. Die brechen» 
de Kraft der Luft, das Haupt -Element der Strahlen- 
brechung, kann auf zwey erley Wegen gefunden wer» 
den, einmal indirect durch aftronomifche Beobachtung 
gen, indem beobachtete Zenith'Diftanzen mitberech- 
netenwahren verglichen werden ,, und dann durch di- 
recte Verfuche über die Abweichung eines Lichtftrabls 
aus der atmosphürifchen Luft in leeren Raum* Unge, 
mein fchwierig ift das letztere Verfahren , und feit 
Hawksbee^ der auf Newtons VeranlalTung Verfuche 
darüber machte, find diefe nicht wiederholt wor- 
den, fondern aUe Mathematiker, geftützt auf die 
Vortrefflichkeit der heutigen aftronomifchen Beob- 
achtungen , zogen es vor , aus diefen die Conftante der 
Kefraction zu bef^immen. Noch neuerlich that dies 
Delambre aus PiazzVs Beohachtupgen , und die 
hierauf nach La FlaceU Formel begründeten Kefra- 

Y a ctiorls- 



3o8 Monatl. Correfp. Hu. APRIL. 



XX 



ctions- Tafeln, die zum erftenmal in den Tom 
reau des lon^itudes herausgegebenen Sonnen- 
Mundstatelirerlchienen» find die voIlkommefiBei 
die wir beützen* Allein auch abgefehen von deV^" 
Indireclen einer (olchen Befiiminungsait, blieb iaV 
tner nocb derEinflufs der Feuchtigkeit und derWli>f 
me bey ungeäiiderter Dcnlität au^ Strahlenbrechn^F 
zu beftimmen und dann auch die Frage zu enl(cltf&f 
den Übrig , ob überhaupt die Brechung für die giöb* 
teu und kleinlten Weithe der Denfität immer ftrea| 
diefer proportional bleibe* Beynahe ein ganzes JikT 
hatte lieh Borda mit diefem Gegenftand befchäftigc» 
allein leider fcheinen die llefultate diefer Unlefü» 
chung mit delTen Tode verloren gegangen zn fejsu 
Die Wichtigkeit des Gegenftandes veranlafbte du 
Faiifer inftitut, die Wiederholung diefer Unterfib 
chung Jiiüt aufzutragen 9 der in Gemei ulcbaft mit 
Arago eine Aibeit darüber geliefert hat, die wirUhr 
geneigt wären für das Schönfte zu erklären, was in 
phy lifch mathematifcher Hinficht in diefem JahrhoD- 
deit geleiftet worden ilt, indem die Menge neuer 
und iiuereüanter llefultate, welche diefe Abband« 
lung enibält, eine Vereinigung von beobachtenden 
Scbarllinn und analytiff her Fertigkeit veiräth, wie 
fie wohl nur feilen angetroffen wird. Leider ver- 
bleiet uns Belchiaiiktheit des Rauma« den* gausea 
Gang der ünierlachuiig hier fo umitändlich daraiH 
ftellen, als es die Genauigkeit und die Neuheit der 
Bei.04thtungs- und iiechnungs- Methoden verdien* 
teil; allein das Verfahren im Allgemeinen und die 
H^upt- Kclültate daraus glauben wir beybringeu la 
n^uilen. 



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Vfrfiuk iüiir gefchichü. Dmßdhmg Oe. 309 



Eiiji Mtahiplicatioof-Kreif« iind d«f von Bor^ 
Lterlaflenli Frif ma dieute sa Mehn Beftimmtfii* 
- £in mil letstern in Verbindang gebrachte» 
iit^meter selgte die Lnft- Verdünnung in diefem,, 
durch Hülfe einer Luftpumpe bis zu 099 Lhiiei^ 
Barometer- Sundes erhalten wnrde« genau an« 
ttkj den V/erbichen ftand die Axe vertical , und dem 
^|£reta wurde eine folche Stellung gegeben , daCi das 
^9liteie Fernrohr beftändig direct' uacl:^ einem 4300 
^\ds entfernten Blitzableiter gerichtet "war» da«obe« 
.^ dagegen Men Lichtftrahl von demfelben Q/egi^n* 
land durch das Prisma erhielt; der Winkel beyder 
'iichtungen« der itnittelQ der gewöhnlichen Beob« 
achtunga - Methode durch V9nrielfä.l^gung 4^hr ge* 
aan eihalten werden konnte, war der ßrechung dea 
LichtftrahU aus der atmo^phärifchen If.«ft4Adas^im 
Prisma befindliche Mittel gleich. Durch wieder* 
holte Beobachtungen wurde auf diefem Wege die 
mittlere brechende Kraft ( für den Gefrierpunkt und 
tut 28^ <^ Barometer *S(tand) oder mit andern Wor- 
ten die Zunahme dea Quadrats der Gefch windigkeit« 
wenn der Lichtftrahl aus leeren Raum in atiposphä« 
iifche,Luft übergehl;., erhalten ~ 0,000589172; aus 
UmzzPs Beobachtungen hatte I)§lambr§ gefunden 
0,000588094» und die Differenz beyd^r RefuUate hat 
anf die Strahlenbrechung von 45*" noch keinen Ein* 
flujii voll ein Zehntheil Secunde. Diefe vollkommene 
äbereinftimmung zweyer auC ganz verfchiedenen 

* 

Wegen gefundenen Refultate,, die auf aßronomifchen . 
Beobachtungen und einer fehr- feinen Analyfe beru* 
hen, ift ein Triumph der Willen fchdft , der jeden 
Zweifel über die Richtigkeit der phyüfchen Theorie 

der 



TT'' 

310 Monatl.Cotrefp.iitu APRIL. ■^" 

der Strahlenbrechung unmöglich macht. Wieiap] 
faerft intereffant diefe Verfuche auch für PKyfili niidl 
Chemie noch dadurch find, dafs aufser dem BI^1 
chungs-Verhältnifs der atinosphärifchen Laft, andl*" 
noch die einer Menge anderer Lnftarten nnterhchl 1 ' 
wurden » und wie wichtig diefe Methode befondcTl |^ 
für Chemie ift und werden kann, da die beobachtende 
brechende Kraft eines Mittels fehr beiümmt auf det 
fen Zufammenfetzung fchliefsen läfst, gehört nicht 
hierher. Allein gcwifs höchft merkwürdig ifi ei| 
dafs man durch Vereinigung der Analyfe und da 
Refultate eines geohietrifchen Inftrumenta, wie da 
Multiplications- Kreis iß* die chemifchen Analjfea 
der durchüchtigen Körper verificiren» und fö in dil 
Natur und in die intiern Verhältnille diefer Sto& 
eindringen kann. Alle diefe Beobachtungen vereini- 
gen fich übrigens dahin, die brechende Kraft im 
Verhältnifs der Mailc zu geben» und geben hiernach 
eine Harke Präfumtion für das Syllem der Emifdon 
des Lichtes ab« indem die Erklärung diefer Erfchd^ 
nungen aus dem Syftcm der Ondulationen mit un> 
zähligen Schwierigkeiten verknüpft feyn ivürdet 
Pas ßrechungs* Vermögen der atmosphärifchen Lnft 
~ I gefetzt , zeigt fich , dafs von allen andern Gai* 
Arten das des Sauerftof-Gas ( Oxigene') das gering* 
ße,(o,860 dafs des Wailerßof- Gas, QHydrogene) 
dagegen das (tärklle n 6,6\^i£t\ auf die Beobach- 
tungen Newtons f und auf die Refultate der chemi- 
fchen Analjfe gegründet, hatte der fcharflinnige 
La Place das überwiegende Brechungs - Verjnögen 
des Ilydroohne fchon früher als wahrfcheinlich be- 
hauptet. Auch wird der von einigen Pbyfikern ge- 

Sufserte 



XXIX. Verfwh einer gefchichtU DarßeUung etc^ 3 l.i 

iHserte Zweifel > ob (kh wohl die Proportionalität 
r Brechung auch auf Maxima und Minima 'der 
?nlitätea erftrecke , durch diefe Verfuche .voUkom* 
?ii widerlegt 9 indem: üch bey dem. für einen Baro# 
^terftand von zwey Linien» und für einen von 
,6^Zoilen, beobachteten Brechuugs- Vermögen der 
nosphärifchen Luft mcht die mindeße Abwei« 
ttng von jenem Gefetz zeigte* In Deutfchland 
Aide diefe Arbeit hauptfächlich durch eine -fehle 
reckmäfsige mit erläuterten Anmerkungen beglei* 
;e Bearbeitung von AloUweide bekannt.^ 

£t\vad fpäter lieferte Biot die Unterfuchung des 
nfluÜes von Feuchtigkeit und Wärme aufbrechen« 

Kraft der atmosphärifchen t<nft. Auf UaitoiiSt 
mlfurs und fVatt s, Beobachtungen geftützt, hat«* 
l^a Place fchon ftühervermuthct, dafs die Feuch» 
;keit nur einen ganz mimerküchen Einflufs aui 
pahienbrechung haben könne, da das etwas grö« 
»re Brechnngs • Vermögen der Wafferdämpfe' durch 
ren geringere Deniität ( in Vergleichung mit atmo» 
aärifcher Lutt ) compenßrt wer^e. Vollkommen 
(tätigten dies Biots directe Beftimmungen^» indem 
h für die Extreme von Feuchtigkeit und Trocken? 
it durchaus keine merkliche Änderung der Bre- 
ung, zeigte» Dallelbe war in Hinficht der Wärme 
r Fall; denn die bey den erften Verfuchen für eine 
»mperatur von i -p- lo"* erhaltenen Refultate- h^rn 
Dnirten vollkommen mit denen» die fich für h- 12 

31" Wärme ergaben, io dafs atfo das Gefetz de« 
echung im Verhältnifs der Denfität lireng in vol- 
ler 411gemeinhdt gilt. Um in Hinficht des letztera 
;fultats Mifsverßäadnille zu vermeiden , fügen wix 

die 



'312 MonaÜ. Cortefp. i8tt. ^SRIlm ftxiX 



die Bemerkung bey, dars diere fingAe ulMr'iBl>en 
Nicht' Infinenz der Wärme auf. das Brechaagii-iHiDeg 
mögen natürlicherweife nur in fo fern zu .▼erliilfl|Kki § 
ift, als durch vermehrte oder verminderte TttAriTch^ 
ratur die Den&tät ungeändert bleibt. , .Anas 

Eine andere nicht minder fchöne Arb^iA» u 
aufserürdentUcbe atmosphärifche £rrcheinuiigeB|BB au 
Blot im Jahre ig 10 in feinen Rdcherchcs furlii^(lm fe] 
fractlons cxLraordlnaires qui ont /*««* /ir^j d« HÄJbo 
rizoju Schon fniher haben fich JFIuddartt F«*Aili< 
fFoUafiont f Volt mannt Gruber ^ fVrede nnd nMM L e ^ 
rere mit ßeoba<hUingen über anomalifche SUiUcklli 9 
brechiincren befchäftiget , allein eine Theorie»^ fl|H&^ 
eben fo befriedigend als einfach alle jeneFhänooNil'nV^ 
aus bekannten Gefetzcn herleitet« erhalten "wiKUliw 
von Biot zum erßenmal. Sein Aufenthalt in Du* l'l 
kirchen am Ufer des Meere» gab ihm die vorti^ I] 
lichfte Gelegenheit , eine Menge Erfahrungen übtt. I 
horiaontal- und über die unter dem Namen üfiri* ■ 
ge*s Spiegelungen oLc. bekannten aufserordentlicbcA 1 
Brechungen zu farumeln, die feine Theorie hauptKchp 1 
lieh mit begründen« Monge ^ der während feinai | 
Aufenthaltes in Ägypten jene Spiegelung- auf dca 
dortigen ausgedehnten ht-ifsen Ebenen fehr oft sa 
beobachten Gelegenheit hatte « gab zuerft eine rieb* \ 
tige Erklärung davon; allein hier bewei&t^/o^gtns 
allgemein, dafs (der Anfangs -Punct der Bahn da 
Lichtftrahls wird im Auge des Beobachters angenom* 
TXi^n) wenn das Brechungs Vermögen bejdem Vor- 
rücken des Lichtftrahls im atmpsphärifchen Flui' 
do abnimmt, diebefchriebenö Curve hohl gegendett'^ 
Beobachter kyn wird, und erhaben bey sanehmen- 

der 



IX. Verfuch einer gefchUhtt. Darßflkmg etc. 313 

I>enßtäu Bey dem letztern Fall kann eine Art 

negativer Brechung eintreten» und dadiefer nur 

^lwc:h grofse Differenz der Teoiperatur in kleinen 

ifchenräuraen ftatt finden kann« fo folgt auch 

"raus, dafs die verfchiedene Erwärmung des Bo« 

s und der näcbfien Luftfchichten die' Urfache 

^^^Taufserordentlichen Horizontal- Strahlenbrechung 

fejn wird. Geht nun ein Lichtllrahl nahe am 

boden hin , fo kann delTen und der zunächft be- 

tiUchen Luftfchichten verfchiedene Erwärmung» 

e Bahn vielfach fiören» conv^x und concav wer* 

^ta, und entweder durch verfchiedene Keflectio£eii 

lehrere Bilder geben, oder durch Wirkung in ei^ 

**^*^ierley Sinn die Horizontal -Brechung ungemein ver« 

^^röfsein. Um alfo die Theorie dieferErfcheinungen 

^ Mm allgemeinen zu geben , mufs die Bewegung des 

^ :Lichtes in atmosphärifchen Schichten von variabler 

^^e<p|iehder Kraft beftimmt werden. Diefe Beftim- 

^ inung erhält Biot auf einem fehr eleganten geö« 

t:; metrifchen Wege und leitet dann aus diefer die Er« 

^ Uärung aller von ihm und andern beobachteten au* 

^ fterordentlichen Brechungen her. Die von SauJIure 

^ in der Schweiz und von Humboldt auf dem Antifana 

: beobachtete ungewöhnliche Dauer der Dämmerung 

^ läfst fich nach diefer Theorie fehr gut erklären « und 

: eben fo wird auch darnach die fo oft bezweifelte Be« 

^ obachtung von . Hemskerk und Barents auf Nova- 

g Zembla, die eine Refraction von 4§* giebt, fehr 

: möglich. 

r Nicht unerwähnt darf es bleiben , dafs das Ver» 

dienO;, folche Erfcheinungen fchon früher vollßändig 
beobachtet und auf deren richtige Erklärungsart hin* 

gewie- 



i 
\ 



314 MonatL Correfp. iSn. APRIL: M^^ 

gewieren zu haben, nnrerm deutfchen Lnii 
Brandes gehört. Dellen im Jahr 1907 heraoBfii 
benen Beobachtungen und theoretijche ' 17« 
ehungen über die Strahlenbrechung enthahen 
Tonreftliche Reihe der forgfältigften Beobachtsog^j 
über diefen GegepQand « von denen ea zu bedai 
ift« dafa iie Biot nicht bekannt geworden find, 
diefe fehr werentlich zur Vervoilftändigung lei] 
Theorie hätten beitragen können. jBraN^ikBfr! 
digte damals auch eine Theorie der Spiegelung iii 
die aber, fo viel uns bekannt, noch nicht erCchieott 
ift, und deren BekanntAverdung wünrchenswerth 
-wird, da von einem fo gründlichen Mathemaiikd 
etvi'^as lehrreiches erwartet werden kann. 

Sehrbeftimmt vereinigen fich alle von Biot xai 
Brandes wahrgenommene Refultate dahin , data die 
BeftimmuDg der Horizontal • Refraction durch ifli- 
mittelbare Beobachtungen höchü miföÜch wem 
nicht gar unmöglich ill, da jeder nahe an der Eids 
hingehende Lichtllrahl allzu vielen localen Stönu- 
gen ausgefetzt iß, als dafs man irgend hoffen köbn- 
te, ein reines Refultat zu erhalten. Die ^chöneH^ 
thode, welche La Flace's Refractiona < Theorie g^ 
währt, ans der Horizontal - Strahlenbrechung dai 
Gefetz der Wärme- Abnahme zubeftimmen, unddia 
uns früher das licherde Mittel fehlen, ein beßimm- 
tes Refultat für jenes zu erhalten, verliert nun znm 
gröfsern Theil ihre Anwendbarkeit. Auch für geo- 
dütifche Operationen werden diefe Unterfacbungca 
int^rellant , da aus ihnen die Möglichkeit von Late- 
ral Refraction en allerdings hervorgeht. B^j ftilleflH 
Wetter hält Biat diefe nicht für wahrscheinlich: al* 

leia 



KXIX. Verfuch einer gefchichtt. DctrflMmg etc. 315 

ivird durch heftige Windadfse der Zuffand der 

ttnosphäre geftörtj^ fo können dann Abwdchun« 

n des Lichtftrahls von fehler Bahn eben fo gut im 

Aftinaath als in feiner Verticale ftatt finden. Die voa 

JDclamhre beobachtete Erfciieinnng, wo bey einet 

[-^erreftrirchen Winkelmeil'ung das Signal von einet 

^ Seite des Fernrohrs auf die andere riickie, zeigt of« 

fenbar von einer folchen Lateral* Ucfraction. 

Die Differenz der Strahlenbrechu neunter ver« 
fdiiedenen Breiten» die feit dem Jahre i73^i^n Sow 
[-£uer behauptet und dann von Toblas Mayer^eleug* 
net wurde » ift in diefem Jahrhundert wieder zuv 
Sprache gekommen. Die Frage läfst iich fowohl 
apriori durch Theorie , allein allerdings weit zuver- 
lifiiger durch altronomifche Beobachtungen in ver« 
fchiedenen Zonen unterfuchen. £inc reelle Ver- 
fchiedenheit der mittlem Strahlenbrechung würdO; 
eii\e Verfchiedenheit in der Conftitution der Atmo« 
fphäre vorausfetzen , und es fragt (ich daher, in wie« 
fern eine folche möglich und wahrfcheinlich ift» 
Da es jetzt aus 3!larty^s Beobachtungen in Spanien » 
Humboldts, Berthotets , Davy und Biots Beobach- 
tungen in Amerika, Ägypten, Frankreich, Eng- 
land und der Schweiz , und aus denen , die bcy feinet 
Luftfahrt Gay* Luffac in einer Höhe von 3500 Toi- 
fen machte, völlig entfchieden ift, dafs die ßefland- 
theile der Atmosphäre überall diefelben und o,2r 
Oxig^ne und 0,-7^ Azot find, fo erklärte iich Biot 
in feinen oben erwähnten Abhandlungen beftimmt 
für allgemeine Gleichheit der Strahlenbrechung. Da 
aber'diefe für grofse Zenith-Diftanzen zugleich auch 
mit^vom Gefetz der Wärme -Abnahme iu unferet 

Atmo» 



Il6 MofMÜ. Correfp. iSih JPRIL^ 'Iv; 

Atmorpbäre abhängt t und es von diefem wenig! 
noch bey weitem nicht ausgemacht ift,. obes oi 
allen Zonen dallelbe iß, fo dürfte jener Schlafs 
wohl noch nicht als fo ganz allgemein ^Itigai 
faen werrleii. ^ InterelTante Unterfuchtingen hie 
hat Hi-mholdt in feinem Ejfai für les r^fracLafit 
nomiqnes dans la Zone Tohride geliefert, wo 
^nlangs ebenfalls für die Gleichheit der Strahlenlniil 
chung gen«ifgt zu fey n fcheint ; allein da er am ScUnbl 
der Abh^idiung fagt» dafs die Wärme* Abnahme dcij 
ganzen Jahres Function der mittlem TempenUl^ 
lejx und hiernach vom Äquator nach den Poia 
immer langfamer werde, Jo wird eigentlich dadntd^ 
Aillfchweig^nd eine Diverfität derRefraction'behiii^ 
tet.'^) Leider und der Erfahrungen über diefen G^ 

gen* 

*'} Für Lefcr, die mit dem Zufaminenhang des GefetiN 
der Wärine- Abnahme und der Strahlenbrechung nidtt 
ganz bekannt und , wird vielleicht eine Bei^erkiu^ 
hien'iber lucUt ganz unzwcckmäfsig feyn. Wäre dn 
Temperatur in der ganzen Hohe der Atmosphäre gleiclii 
fo \Mh de vermöge des Gefetzes, dafs die Denlität des 
Druck proportional ilt, diefe in einer g^eometrifchen Pro- 
greffion abnehmen, und dann eine Brechung ftatt findn 
jnfiffeni d^e bedeutend grofser wäre, als die Beobacbtmig 
giebt. Allein durch die Wärme -Abnahme in höhen 
Räumen wird jenes Gefetz der Denfitäten» und eben da- 
durch auch die Brechung modificirt ; oienbar wird 
durch verminderte Wärme die Denfuät der höhere Lnfc- 
fchichten vermehrt, daher die fuccefiive DiflFercnz ihrer 
. IDenütät gefchwächt, und ^ben auch dadurch dieGröfiie 
der Brechung, die ^anz von dar Aenderung der atmospkS' 
rifchen Mittel abhängt» gemindert, fo dalis alfo allemahi 

dit 



\ « 



'SXIX. Verfueh einer gefchichü. DdrßeUimg etc. 3 1 7 

^ftand noch zu wenig vorbanden t um zu einer 
r^limnaten Entfcheidung führen zu können ; doch 
Srd aus dem Beften»^ was wir hierüber befitzen* 
i^e Verminderung der Strahlenbrechung für heifsef 
Agenden allerdings wahrfcheinlich. Bouguers Re« 
^ctionen , und di^ von Humboldt felbd beobach« 
t^^ , zwar gröfser >yie jene» find doch beyde kiel« 
tbt als die Bradleyichtn ; dalTelbe Refultat geben die 
V>n Maskelyne auf St. Helene beobachteten Sonnen« 
Intergäiige, und yidal ^Siud in Mirepoix für grofse 
lenith Diltanzen in gleichem Sinn merkliche Un- 
»rfchiede mit Bradley's Tafel. Noch fparfamer als 
n Süden und gute Refractions- Beobachtungen in 
Orden ; doch gaben hier Pozcobuts Beobachtungen 
I Vilna und mehr noch Suanbergs Beobachtungen 
\ Lapplaiid die Strahlenbrechung merklick grölser. 
arlinCs Refractionen für Mayiand find kleiner als 
ie Bradlefjchetu Burg hält die Conftruciion einer 
genthüraiichen Refractionstafel für jede Sternwarte 
othwendiH. Eine Reihe Green wicher Zenlth Diftan* 
sn des Sirius und Antares machen eine DiÜ'erenz 
Efr Sommer- und Winter - Refractionen nicht un* 
rahrfcheinlich» und mehrere von uns beym Auf* 
nd Untergang beobachteten Sonnenhöhen gaben 
•flelbe Refultat. Aus directen Beobachtungen fand 
aujjuref dafs das Gefetz der Wärme • Abnahme im 

Win* 

' die Strahlenbrechung defto kleiner feyn wird-, je fchnel- 
1er lieh die Temperatur in höhern Räumen ändert, Wä- 
re eb aifo erwiefen, dafs dieCe Wärme- Abnahme lang« 
famer am Pol, aU am Äquator ift, fo Würde daraus 
unmittelbar die Nothwendigkeit einer ▼erfchifldenen 
und zwAr am Pol gröisern Refracüon folgen. 






. I 



V 



^ 318 M(maä. Correfp. iSi^. 'APRILi 

Winter weit l^ngfamer, als wie' im Sommer i 
WiT haben befonders zu zeigen gefacht , . d|j 
Gefetz Tanctidn der mittlem Temperatur 11 
Barometer- Standes iß; eine Betiaop|ung,- < 
tiigdens von den Humboldtfcken Beobachtm 

^ Amerika begünftiget wird. Ift » wie mehrere E 
annehmen , in einer Höhe von einigen taufei 
fen die Temperatur der Luft unter allen . 
di^felbe» dann Avürde bej der wefentlichen Vi 
denheit der mittlem Temperaturen aller Zone 
nothwendiff das mittlere Gefetz der Wärme-. 

^me vom Äquator nach dem Pol fich beßäac 
dem. We^m auch nach den hier dargeftelltea 
fachen eine Verfchledenheit der mittlem Strahl 
chung» im Verhältnifs der mittlem Tempen 

- gerade nicht unwahrfcheinlich wird 9 foläfstfill 
ein beßimmtes Refaltat daraus um fo wenig 
gern^ da gerade einige der berühmteften Aßroi 
und Phyfiker, wie von Zach ^ Delambre^ um 
dieferVermuthung nicht beitreten , die alfo« 
künftigen Beobachtungen ihre Verificalion o4^ 
derlegung erhalten mufs. 

Eine f ehr fiel fsige Arbeit über aßronoi 
Strahlenbrechung lieferte CarlinL Mit Zu« 
des JLa Place* fchen Ausdrucks» und aus einer 
in allen Höhen beobachteten Zenith - Dißanzei 
ßruirte er eigne Refractions- Tafeln für Maylai 
für grofse Zenith - Dißanzen dieStrahlenbrechc 
einige Miduten kleiner als die JDelamhrejchen 
Alle Aftronomen, welche im Befitz eines guic 
tiplications- Kreifes lind , follten di**fed Beyfpii 
ahmen , und Vf ir w ürden bald weiter in dem 



I 



> 



^^XIX. Vafuch einer gefchichü. Darfiellimg etc. 3 19 

■ 

iehen Theile. der Strahlenbrechung Kommen , der 
^gentlich jetzt gegen die Theorie znrück iß« Noch 
Üiner weitern Unterfuchung bedarf das von Carlini 
bej diefer Gelegenheit ans einer Menge von Beob- 
achtungen gefundene ilefultat, dafs die dortige Re- 
biction für Höhen nach Norden vermehrt werden 

sauf^. Für eineZenith-Diftaiiz von 88* 3©' beträgt 

AeFe Vermehrnng 36 ; wohl möglich, dafs eine Lo- 

^l-Urfache der Grund diefer firfcheinungfeyn kann» 

^enigftens geben Bradley^s Beobachtungen diefe 

Correction nicht, indem die dort häufig beobach* 

teten nntern Durchgänge von aLyrae gut in die an- 

Itern Refractions- Beftimmungen hinein pailen. 

Andere Arbeiten über Strahlenbrechung find ' 
siemlich fparfam; für die Theorie erhielten wir von 
Slüoel einen erläuternden Auffatz ; mit Refractions* 
Beobachtungen befchäftigten fich Bugge und Da- 
vid ^ und eine neue Methode, aus Monds -Diftanzen 
die Horizontal -Refraclion zu beftimmen, brachte 
Oltnianiis inVorfchlag. Sehr finnreich iß diefer, al- 
lein ungemein Icharf müden die Beobachtungen feyn, 
um etwas brauchbares daraus herleiten Zu können. 
Schöne Refuhate für Refrartion haben wir ans Bef" 
fels Bearbeitung der Bradley^fcheii Beobachtungen 
2a erwarten. Die aus diefen conßruirte Tafel erhält^ 
durch die Genauigkeit und grofse Menge der Beob- 
achtungen einen vorzüglichen Werth, und als ein Bey» 
fpiel von der VorzüglichT^eit des von Beßel gebrauch- 
ten theoretifchen Ausdrucks ( der im wefentlichen 
der JLa Place [che iß,) kann es dienen, dafs dadurch 
Suanbergs zwey Beobachtungen» die für alle andern 

Tafeln 



. I • 



3l8 Monatl. Correfp.iSn. 'APRIL. 

Winter weit langfamer, als wie'im Soznmer iß, nnilliii 
>viT haben befonders zu zeigen gefacht , das jenalö; 
Giefetz Function der mittlem Temperatur und dali 
Barometer- Standes ilt; eine Behauptung, die w^ll 
Digftens von den Humboldtfchen ßeobachtungeD iaji 
Amerika begünfliget wird. Itt , wie mehrere Phjfiker 1 
annehmen, in einer Höhe von einigen taufend Toi- 
fen die Temperatur der Luft unter allen Breites \ 
diefelbe, dann Avürde bey der wefentlichen Verfchifr ( 
denheit der mittlem Temperaturen aller Zonen auch \ 
noth wendig das mittlere Ge fetz der Wärme -Abiuili' | 
me vom Äquator nach dem Pol iich beftändig äi» 
dern. Wenn auch nach den hier dargeßellten Ttut- 
faohen eine Verfchiedenheit der mittlem Strahlenbr^ 
chung, im Verhältnifs der mittlem Temperaturea, 
gerade nicht un wahrCcheinlich wird » fo läfst üeh doch 
ein beltimmtes Relultat daraus um fo weniger fot 
gern, da gerade einige derberühmteften Aftronomea 
und Phytiker, wie von Zach , Delambre ^ und Biot 
diefer Vermuthung nicht beitreten , die alfo erft von 
künftigen Beobachtungen ihre Verification oder Wi- 
derlegung erhalten mufs. 

Eine (ehr fl^ifsige Arbeit über aftronomifcbe 
Strahlenbrechung lieferte Carlini. Mit Zuziehung 
des JLa Flacefchen Ausdrucks» und aus einer Menge 
in allen Höhen beobachteten Zenith - Diftanzen , con- 
ftruirte er eigne Refractions- Tafeln für Mailand, die 
für grofse Zenith Diftanzen die Strahlenbrechung um 
einige Minuten kleiner als die JDelambreJchen geben. 
Alle Aftronomen, welche im Befitz eines guten Mal- 
tiplications-Kreifes und, fo Uten die fes Beylpielnacfa- 
ahmen, und wir würden bald weiter in dem practi- 

fchen 



^^XIX. V^rfuchänergefchichtLiyarfieüfmgetc.^t^ 

4 

riehen Theile. der Strahlenbrechung kommen , der^ 
eigentlich jetzt gegen die Theorie zurück iH, Noch 
einer %yeitern Unterfuchung bedarf das von Carlini 
hey diefer Gelegenheit aus einer Menge von Beob- 
achtungen gefundene Kefuhat, dafa die dortige Re- 
fraction für Höhen nach Norden vermehrt werden 
ipuf^. Für eineZenith-Diftariz von 88** 30' beträgt 
diefe Vermehrung 36 ; wohl möglich, dafs eine Lo- 
«al-ürfache der Grund diefer firfcheinungfeynkann» 
-vrenigftens geben BradUys Beobachtungen diefe 
Correction nicht, indem die dort häufig beobach^ 
teten untern Durchgänge von «Lyrae gut in die an- 
Äern Refractions - Beftimmungen hinein pailen. 

Andere Arbeiten über Strahlenbrechung find ' 
»iemlich fparfam; für die Theorie erhielten wir von 
JRlügel einen erläuternden Auffatz ; mit Refractions- 
Beobachtungen befchäftigten lieh Bugge und Da- 
'viä^ und eine neue Methode, aus Monds- Diftanzen 
die Horizontal -Refraciion zu befiim'men, brachte 
Oltnianns inVorfchlag. Sehr finnreich iß diefer, al- 
lein ungemein fcharf muffen die Beobachtungen feyn, 
xim etAvas brauchbares daraus herleiten äu können« 
Schöne Refultate für Refraction haben wir ans Bef' 
ftis Bearbeitung der Bradley^fchen Beobachtungen 
2a erwarten. Die aus diefen conftruirte Tafel erhält^ 
dufch die Genauigkeit und grofse Menge der Beob- 
achtungen einen vorzüglichen Werth, und als ein Bey» 
^piel von der VorzüglichT^eit des von Beffel gebrauch- 
ten theoretifchen Ausdrucks ( der im wefentlicheii 
der JLa Place Jche ift ,) kann es dienen , dafa dadui'ch 
Siuinbergs zwey Beobachtungen, die für alle andern 

-' ^ Tafeln 



\ 

\ 



320 \Monaa. Cofnejp.isn. APRIL. mV 



1 



Tafeln Fehler von 4 — 5 ' geben , durch die 
/ bis auf eine Minute dargeßellt werden. V^ 

Für ßeltimmnng der terreßrifchen Refra 
bietet die neue franzöfircheGradmelTung eine M 
Hefultate dar. Für den Sommer beßimmt DeUm 
hre diefe 0,079, und für den Winter 0,09 «-»Ogni 

• 

Die Benutzung aller altern Gradmeflungen gab xm 
dafür 0,07$. Doch gilt diefer Werth , der fich fkk 
gröfsere Höhen merklich ändert, nur für dasNivea 
des Meeres. Durch die Beobachtungen von JBMf 
und Brandes über den grofsen Cinflufs von Loci* 1 
litäten auf alle nahe an 'der £rd - Oberflilche hvap^ \ 
hende Strahlen , verlieren diefe Beftimmungen lekt ' 
von ihrer Zuverläffigkeit. 

Da Theorie des Lichtes im Allgemeinen w^ 
fentlich mit Strahlenbrechung verbunden ift, fogliih 
ben wir hier auch noch einiger darauf Bezug haben- 
der Arbeiten wenigftens erwähnen zu müflen. öt 
hers Abhandlung über vergleichende Licht (tärke von 
Mars und Aldebaran ift ein um fo fchätzharer Bej« 
trag zur Photometrie, je weniger diefe WüTenfchaft 
in neuern Zeiten bearbeitet -worden ift» die doch < 
gewifs auf die hier in Anwendung gebrarhi:e fchaif« 
finnige Art manches intereifante Refultat über Ober* 
fläche der Planeten , Dilbnz der Fixfteme etc. ge- 
währen könnte. Olhers findet, dafs die Sonne itt 
ihrer mittlem Entfernnnff von der Erde looooo Mit - 
lionen mal mehr Lichtftärke als ein Fixftern erfier 
Oröfse hat. In theoretifcher Hinficht find z-weyAh* 
handlungen von Söldner 9 über Natur des Lichtes 1 
nicht ohne Intereüe. Die Frage ^ ob das Licljit voa 
allen Sternen mit gleicher Gefch windigkeit ausftrO* 

mt 



• Perfuch einer gefchichU. Darfleltung etc. ^it 

* • ... 

iind hiernach die Aberration bej allen fclcich feyi 

der Gegehßand der einen ; noch ßnd zn wenig 
limmi auf diefen Zweck gerichtete Beobachtun- 
n Vorhänden» um die Frage mit Sicherheit bejä« 
n oder verneinen za können; allein alle Unferd 
tigen Erfahrungen geben für alle Fixfterde die* 
Jelbe Aberration. Etwas ähnliches betraf die in die^ 
Jahrhündei^t zur Sprache gekommene Behanp* 
\Bng des rchottifcheh Phylikera Melville^ der nach 
4er NewtÖTifchen Theorie des Lichtes die Aberra« 
Ü0D8 Beßimmungen aus Bradley*s und liömerj Bc' 
MMchtUugen durch Fixileirne und Jupiters -Satelliteii 
tiär unvereinbar hielt, allein von ßiot und andern 
£egreich widerlegt wurde. In einer andern Abhand- 
iang befchäftigt Geh 6oLdner mit der Unterluchun^^ 
in wiefern ein LichtUrahi von feiner geradlinigen 
Bewegung durch die Attractioh eines Weltkörpers» 
Hii dem er nahe vorbey geht, abgezogen werden 
kann, und findet die Störung ganz unmerklich. Iil 
Iviefern nicht vielleicht, bey dem grofsen Einfiufs^ 
deu verfchiedeiie Temperatur auf die Bahn des Lich- 
tes hat, für die obern Coujunclionen der untern 
Planeten, di^ von daher durch die Si^nnen- Atrao- 
tphäre zu unferm Auge gelangenden Lichtftrahlen^ 
eine merkliche Beugung erleiden können, dürfte 
lyohl einer nähern Unter fuchung anheim gegeben 
lirerden. Auf eine Reihe von Beobachtungen, über 
die Natur des Lichtes« als Materie betrachtet, fetzte 
Vor einiger! Jahren die Petersburger Academie einen 
Preis von 50b Rubel t >velcher zwifchen Liiick in 
Rollöck und Heinrich in Regensburg getheilt wur- 
de^ Schade dafs die Refultate dieler Arbeiten noch 
MoA, Corr. XXÜI, h. idtu 2 . tiicht 



524 ' Shnatk Carrejp. iHL ^PRIL lÄK 

■ 

nicht £UT öffentlichen B^Kanntrcbaft gelOiVB«^^^^^ 
find. 

Die frühem Ünterfüchnngen von Röcium 
Scheele t über die Verfchiedenheit der wärm 
Kraft pri^inatifcber Strahlen , ^Vllrden in diefemJ 
hundert von Herfdhel und Leslie wiederholt. ü)( 
Differenz der Refultate zeigt von grofser SchwM|f 
keit der Beftimmung; Her/ehe^ (indet tut dMB^m] 
hältnifs der wärmenden Kraft rother und viokttÄ 
Strahlen 7*2« Üatt dafs Leslie mit xlem ihm eigw 
thündichen Photometer für die Wirkung von bluii 
grün, g^lb und roth die Zahlen t» 4^ 9, 16 findeb 
Der Gegenftand hat £infJu(s auf die hefte ZaCutf 
menfetzung der Dampfgläfer bey Sonnen -Bteobadp 
tungen, und wird in fo fern wichtig für practifcht, 
Aftronomie. Die bey diefer Gelegenheit von Ben 
fchel unterfuchte Erleuchtungs- Fähigkeit pri8inati> 
fcher Strahlen gab für gelb die gröfste, und dannfäf 
grün , roth violet allmählig abnehmende Wirkungen« 
Über die von Ilerfchel nur aus ihrer wärmendea 
Rraft wahrgenommenen unßchtbaren Strafarien^ fchd- 
nen die PhyGker noch nicht ganz einig zu feynj 
Leslie^s Verfuche widerfprechen deni Herfchelfchm 
Refultat, allein die neueften Unterfuchungen fchci* 
nen es \vieder zu begründen. 

Nicht ohne Schwierigkeit war die Erklärung der 
doppelten Brechung in Kryllallen , da die früher von 
Huyghens auf eine ßnnreiche Hypothcfe gebaata 
Theorie nicht recht haltbar war. Glücklicher weife 
führten neue fehr intereilante Verfuche von 3Iaiid 
JLä Place auf diefen Gegenftand zurück» der nun 
aus den allgemeinen Gefetzen von Amaction und 

Repül- 



4 



3C5CiX* Verfuch ünelt gefchichtL Darftetiung etc. %2% 
TtlfioDi alle Ericheinungen. vollkommen her« 





Der Leisre» von ExüiictionMes Lichts in linferef 

^ ^Q^ösphäre ^ hatZ^a Flacein teiner Mecaniqt cdle/lt 

/^p^ eignes Capitel gewldmeL Seit BougUers ZbU 

iftdiefer Gegenftand unbear{>eitet geblieben^ und 

ficheter Begründung der l7heorie fehlen iioch 

. ^^^nche Beobachtungen. Aus tetner Theorie zieht 

"""^a Place das interellante Eefultat ^ d^fs ohne At» 

^*^* .^l^osphäre die* Sonne zehnmal leuchtender feyn wür^ 

^ ^e» als iie uns jetzt erfcheint» Schone Kefulute übef 

^' tiie am Äquator weit Ilärkere Transparenz der Atmo-> 

: \i^härQ als in unfern nördlichen Breiten 'liefern 

fr Mlumhotdts tropirche Beobachtungen. Schade, dafü 

i^ €3 in jei\en Gegenden an Beobachtein l^ehlt« Wo fd , 

i Viele atmosphärifche Phänomene anders als bey Uns 

^ erfcheinen; fo fah Itorner auf feiner Weltümrege« 

ludg bey feinet Annäherung am Äquator« die bey 

•7 tins fö feltne Erfcheinung des Zodiacal • Lichtes i 

Vom 28* nördl. Breite an täglich» und feine Befchrei<> 

" Ining von dem Total -Eindruck des füdÜchen Sterne 

. himmels« giebt eine tchöne Idee von der Pracht ei-* 

Her dortigen ßernh.ellen Nacht« 

\^ Manche neue und intereHatite Anlichteti» übef 

die Natur des Lichtes ^ enthalten Bieherßeinf Unter-» 

^_ luchungen., über die £rregung der Wärme durch das 

Licht; und über dle^ Urfachen des Selbßleüchtens 

der Sontie. 

^ Ungern erwähnen Wir ein^r im Vorigen lahrd 

erfcbienenen Farbenlehre « deren ha upt fächlich (tet 
JSweck, tJmftürzderiVi?u;/o?2/cÄc;i.Theorieift* AUes^ 
was hier in Hinlicht von Geichichte » üttlich-rinhli« 

' ■ ' ' ^ Z 3 \ chet • 



«V 



f ' 



324 TAonatl. Correfp. iXn, JPRIL. 

eher Wirkung derFarben» und manchen theilsneni 
theils neu beßätigteii Verfuchen bej^ebracbt vrh 
iß fcbön und intereüant ; allein lebhaft wird jedi 
Unbefangene wiinfchen » dafs der ganze didactifc 
polemifche Theil ungefchiieben geblieben fc 
möchte» da es ein unangenehmes Gefühl giebt, 
nen Mann» delTeh Genialität die ganze Hterarifdit^ 
Welt dankbar anerkennt, ein Feld betreten zu feben^.^ 
wo ungünßiger Erfolg im Voraus zu verwarten waffg 
da biet nur Mäthematili vor Irrthum fiebern kanib-: 



Als ein. Element der Erdbahn hätte diei Schien 
der Ecliptik vielleicht fchon bey Theorie der Sonnd 
erwähnt werden folien ; allein wegen ihrer grofsett • 
Abhängigkeit vöii Strahlenbrechung»- und weil fid ' 
eben fo wie diefe unter die allgemeinen uiid nicht ^ 
minder wichtigeil aßtonomifchen HüIfsgrÖfsen ge- 
hört j die faß bey jeder Aufgabe vorkömmt, habed 
wir es vorgezogen » diefeni £llehieht eine beföhdrd 
Rubrik hier einzuräumen. Bis auf die Genauigkeit .' 
von 10* war die Obliquität feit 50 Jahren fchDn be^ 
kannt» feit deni Anfange diefes Jährhunderts bis auf 
5 * » und die Befeitigung der vielleicht noch übrig biet . 
benden üngewifsheit von 2 — 3" wird diefeni De- 
cennio vorbehalten feyn. Fiazzif Maskelyne^ Z)f» 
lamhre 9 v. Zack und MSchain haben in diefem 
Jahrhundert vortreffliche Beßinimungeii geliefert» 
und inan würde über das Final • Refultat gar nicht 
mehr zweifelhaft feyn » wären nicht eines Theils die 
Meynungeli der Aßronomen und Geometer noch 
über die GrÖfse der jährlichen Abnahme getheilt» 
. und zeigten fich nicht dann auch- noch in den Re» 

fttlU* 



- XXIX. Verjfuch einer gefchicktl. l^rfieUung ^c, 32^ 

C%iltaten aus den Sommer- pnd Winter* Sotilitieii 

flknomalien » deren ^Yahr^cheinliche Erklärung fehr 

PCphwierlg ift. Zehnjährige Maskelynfche und Piaz* 

i^^fche Beobachtungen geben durchgängig ^ua den 

I^DQCimer-Solflitien eine gröfsere Obliquität. Bejr 

iden Green wicher Beobachtungen beträgt die Difte«- 

j^ens im Mittel ^^"69 und bey den Piazzi'fchen g/s* 

•:JMlechßin's und Delambre^s Beobachtungen gabea 

ähnliche Differenzen , die letzterer durch eine Aude* 

^ng derParirer]Polhö)ie und Strahlenbrechung wcg- 

mnfchaften geflieht hat« Unzählicl^e ^ypothefen fin4 

%xi Erklärung diefer Discordanz der Sommer- und 

Winter -Solftitien verfucht worden, allein zu eineoi 

beftin^mtep Refultat ift man noch immer nichtige* 

langt. Anfangs glaubte Fiazzi, dafs die Electricität 

einen bedeutenden Einflufs auf Refr^ction haben 

xuid d^her jene Differenz rühren könn^ , da die Sum* 

xne der atmosphärifchen Electricität im Sommer weit 

Aärker als im Winter fey; allein fpäterbin gieng 

JPiazzi von diefer Idee ab ,^ und äufaerte vielmehr die 

Meynung, dafs die Gröfse derßrechbarkeit^im Ver- 

liältnifs der Entfernung des Himmelskörpers und der 

^u unfern Auge gelangenden Strahlen feyn könne» 

und hiernach für Sonne und^ Sterne verschiedene. 

Brechungen ffatt finden müfst^n« Schon Matijredl 

QJnßit. aßronom^ JP,J,C^p» F'. See. 11) hat diefe 

Behauptung aufgeftelU». und. neuerlich hat Bufata 

diefe Diverfität der Strahlenbrechung für verfchie» 

den entfernte Himmelskörper durch eine Reibe voa 

Beobachtungen über, die Ellipticität der Sonnen* 

und Monds- Durchmeffet in der Nähe des.Horizon* 

(es zubeßätigen gefucht, die ihm auch lyirklich für 

• die 



N 

I 



526 Monatl. Correfp. fgiu^AMLIL: .' M 






die Horizontal • Brechung am Monde ' 54* mehr 
an der Sonne geben. Allein da diefe Art von Be 
mung feiir fchwierig 10: , und jene Differenz 
durch befondere Localitäteii berbey geführt w< 
kann, fo möchten wir daraus noch nicht anftt 
Gegründete der PiazzPfchen Hjpothefe fchliefiei'i 
um fo mehr, da die genaue Ubereinftimmung 
von Delamhre 2L\is aftronomifchen fieobacbtun^i 
und von Biot aus directen Verfnchen hergeleitetei 
mittlem brechenden Kraft deratn^oaphärifehenLiib^v 
Dicht für jene Annahme fpricht. Ir 

Wegen dem geringem Einflufs der Strahlenlmi P 
chungen zieht esFiazzi vor, die mittlere Schiefe fib 1^ 
1800 nur aus Sommer« Solftitien herzuleiten, oad I 

'Hl 

findet dafür 23" 27' 57/66; gleichzeitige Greeowi» 
eher Beobachtungen geben 23* ?7' 53,"77; |n dea 
Sonnentafeln von Zach und Delambre ift diefeSchiSi 
fe/^23' 27' s^y'^S und 23'' 27' 57, "q. Die Diih« 
2enz von 4" in dem Maskelyne^Jchen und FiazxJPi* 
fchen Refultat , mufs wohl ganz jenem aur Laft gei 
legt werden , und hat wahrfcheinlich ihren Gmnd 
in der von Bejfel neuerlich gemachten Bemerknngt 
dafs fich der füdlicbe Green wicher Mauer - Quadrao( 
im Centroausgefchliifen habe und jetzt Heine suVext 
Jäffigen Refultate mehr gebe. 

Die eben erwähnte Differenz der Obliquitäteo 
aus den Winter- und Sommer- Solßitien fchienfo 
^wichtig, dafs zwey Academien Freifse apf VeFelni« 
f;ung diefer Refultate fetzten. Die Gefelirchaft der 
Wiffenfchafteri zu Utrecht gab im Jahr 1505 als Preist 
frage auf : Zu ver Jüchen , in wiefern ßch jene Diff^ 
Jpn^ durch ^inp feriodifche von Itre^aritäten uit>. 



y 



XXIX. Veffuch einer gefcfnchü. DarßeUfmg etc. j;^^ 

'es £rdkaUs abhängende Ungleichheit derNutution 
rkläreu l^Jfe. Wir wiffeo nicht, ob eipe Beantwor^ 
tng eingegangen iß« allein fchwerlich 1iann>au8 der 
STheorie der NtUaiion eine folche ein(ährige periodi-« 
Jcbe Ungleichheit hergeleitet werden. Ganz anfden- 
.le^ben Gegenßand fetzte die Turiner Academie einea 
XieiBi^ allein (o viel uns bekannt, ift auch dlefex 
nicht vertheilt worden. 

Die Beftimndung der Säcular- Abnahme der Obli« 
^aität fchwankt noch zwifchcn 40 — - 50*. Altere 
Beobachtungen und Theorien ^eben 52" unä die Ver- 
gleichcing der zuvertäfÜgfien neuern Beobachtungen, 
Wiie die von jßradley ^ Mayer und Fiazzi nur 42*'^ 
Die Differenz iß im Ganzen ziemlich unbedeutenda 
^nd läfst üch durch kleine Änderungen in de^i Beob« 
achtangeq qnd^ in den Mal{en^ welche die theoreti* 
fche Beßimmung, begründen, leicht auf Null blin- 
gen. Der Zeitraum znverläfsiger Beobachtungen» 
welcher erß jetzt 60 Jahre beträgt, iß noch zu klein, 
um mit Sicherheit dem RefuUat (]er Beobachtung 
den Vorzug geben zu können ; 9uch haben v. Zach 
und jp^lambre in ihren neqen. Soi;inen - Tafeln die 
Säcular- Abnahme der Schiefe 4er Lcliptik zu 52" 
angenommen,, fo wie fie aus der heutigen Theorie 
und den wahr (cheinl ich ßen Planeten * Maüen folgt. 
Durch die Benutzung mehrerer älterer arabifcher, 
perfifcher und ehinelifcher Beobachtungen h^t La 
Place die Säcular • Abnahme der Obliquität herzu^ 
leiten pnd [9 die theoretifchen Beßimmungen zu. 
prüfen gefqcht. Die aus eilf vor und nach unferec 
J^eUrechuung gepa^cbteq Beobac^tiingei> erhaltenteii 



f ^ 



328 



I ' 



Illlonatl'CavreJf^itih ^P^lln 



Keraltate ßnd an fich To merkwürdig ^ d%tf wir fol 
folged lallen ; 

Aohachtungen vor unjerer Zeitrechnung^ 



Jähr^der 
Beob. 

](ioo 

. 350 

aso 
59 

Beo 


Namen der 
Beobachter 

Cheon - Rong 
Pytheas . . . 
Eratosthenes 
Lieon - hiang 

hachtungen \ 


beobachtete 
Schifte 

23" 54' 2'^ 

' 23 49 20 

«3 45 39 

23 45 h9 

\iach unferei 

* 


berfchnete \ l| 
nach La Place Oiffer. \ 

,23- 51- 58' 2"4<| 
23 4^ 7 2 13 
«3 45 19 - » 
23 44 19^ 

r Zeitrechnung» 


^ahr der 
Beob. 


Namen der 
Beobachter 

Ch^nef. «^eob. 
Ifon - chong '' 
Siechen foung 
Albatechnius 
Ebn-Jounis 
CochcouKing 
ülugh Bejr j 


beobachtete 
Schiefe 

23*^ 41 33*o 
23 33 52» 3 
23 40 4»! 
23 35 41» 
23 34 26, 
23 32 2,4 
23 31 48» Ol 


berechnete 
HKcYl La Place 


Diff«. 


173 
46 c 
629 
880 
1000 

1279 
14^7 


23* 4?' 17"o 
23 39 53.0 
23 38 l7>o 
23 3S 13» Q 
23 34 50,0 
23 32 22, 5 
23 3i ,5.o| 


-ö 44- 

- I cf 

-H 1 47.« 

-H 38.« 

— 24.Q 

i- 43' 



Aus allen folgt die fuccefßve Abnahme dei* Obliqnip 
tat ganz klar, und die Übereinitimmung mit dei 
Theorie, die fo befriedigend ift, aU man Ge ana Tq 
unvollft^ndigen Beobachtungen nur immer erwarten 
kann « fpricht fehr für die Richtigkeit der von Li 
Flace angenommenen Planeten -MalTeii» 

Die Beftimmung der Säcular rÄndeniiigeü der 
Schiefe der Ecliptik, fpwoh) auaalten Beobachtan« 
gen als aus der Theorie, und vorzüglich B^^rilcHfick 
tigung der darauf Bezug habenden Maffen, wP^d* 
drey Jahre hinter einander von der Berliner Acade^ 

als Freisfrage aufgegeben ; ob AntWQrt^fl einge- 



' T^XIX, VfffygH-einef gefchighti. Darfidhing etc. 329 

j||angen find , i(l uns nicbt ^e^annt» silMn de^r F^ei^ 
^[Q nicht aiisgetbeilt ^vo^rden^ . ^ 

Mit einer Methode, diefesEIenif^nt ohne Mauer« ' 
<^nadranten uqd Mu|tipiica(iQD8 -Krfis« fonc^ern b^Of 
qoiit einem Fernrohr i ocfer mit eijiierp Inßmmenf , Avas 
gleiche Höben giebt, zu erhaUe^t beichäitigte üch 
^an Beck Calkoen; das Y^tfahreq läuft im Wpfent» 
Jichen darauf hinaus , die Sonne mit einem nahe ii| 
^emfeiben Parallel zur Zeit der Solditien b^^^^41ir > 
pben Stern zu vergleichen und, daraus deren. DecU« 
pation herzuleiten. Df^ Methode i(| fel^r richtig« äl? 
lein da die Höhenbedimmung der Soiii^e auf der ab»* 
(bluten Genauigkeit der Declina^ionen kleinerer Ster- 
be beruht, fo kann (ie nicht dazu geeignet fejn t'dle 
jetzt noch vorhandene Ungewifsbeit in diefem £le- 
ipente, welche kaum 3" beträgt» 'Nyegzuräumen. 

Vortreßliche ßeilimmungen der Schiefe dei 
£cliptik bat in den letzten Jahren der Freyh. v, Zacf^ 
mit einem Reichenbqch'fck^n Kreife gefamnfielt « de- 
ren Refultate wir in deHen zu Florenz hcrauskom^ 
inender ^öya^tf ajirpnomique zu ervyarteu haben. 
Da die Bradley^fchen Solßitial- Beobachtungen ge* 
rade eine befondere Schärfe gewähren , und aus die? 
fen die Schiefe für 1750 geAvifs bis i -r 2* genau er- 
halten AYerden kann^ fo wird lieh« d^ diq Reichen^ 
hach'fchen Kreife auch keine gröfsere Gränze derUnr 
gewifsheit übrig lallen , aus der Vergleichung der 
V. ZacKjchen Refultate mitten Bradley^jchen^ die 
eine Periode von 60 Jähren in (ich fchliefen» die Sä* 
cular* Abnahme der Obliquität mit gtofser Sicherheit 
l^erleiten laiTen» 



n\ 



V 



§30 '.' Mofwd. Correfp. tgii. JPRIL^ 

Für die beHere mathematifche Renntnifs nai 
rer Erd. Oberfläche ift in keinem Jahrhaodert fo vk 
als in diefem gefchehep. Die Theorie^ und Beob^ 
acbtung aflronomircher Ortsbeftimmangedbat einfS 
vorzügliche Ausbildung erhalten, und an Genaaig? 
keic und Menge übertreffen alles vorhandene die Rat *^ 
fultate, die dief^s Decenniuna lieferte.. Durch den 
Gebrauch des Sextanten, deilen au^gebreitere An» 
Wendung wir , den Empfehlungen des Freyherni 
V* Zach verdanken 9 hat die Geographie vonDetitrch* 
laW, undwir können Tagen« die von Europa, eint 
andere Geßalt erhalten. Wenn diefea Inftrument 

I 

auch gerade nicht die Genauigkeit von einigen Se- 
cunden zu gewähren vermag , fo \vird eä doch allemal 
wegen der Leichtigkeit des Transports und der ße* 
obachtung, das vorzügUchfte für einen reifenden 
Beobachter bleiben. Da wo grofse Schärfe verlangt 
wird, muffen allerdings Multiplications - Kreife ge« 
braucht werden, deren wir noch nachher befonders 
erwähnen werden , da diefes Inftrument in feiner 

' vervollkommneten Geßalt ebenfalls unter die Eigen« 
thümlichkeitcn unferes Jahrhunderts gehört« Die 

' Namen der Aftronomen und aftronomifchen Liebha« 
ber, welche fich um geographifche Qrtsbeftimmun- 
gen verdient machten , find fehr zahlreich , und bey. 
nahe giebt es jetzt keinen Theil von Europa, deffen 
Lage nicht neuerlich durch aftronomifche Beobach« 
jungen beßimmt oder berichtigt worden wäre. So 
machten fich verdient um die Geograpiiie von Sich« 

'£en JB^hrnaucr^ Seyfferif Afi^r ^ Arzberger ; füi 
Ofterreach Biirg^^ FaHon» Pasquich ^ Auguftin; füf 
JVufslaiQid ff^S1^cwsky ^ Pansner^ GaLdbach ; für 

Wieder* 



XXIX. VerfiMh einff9> gefctiiQha..iyärfldtutig etc. 331 

^iedexhchten lieferte Har ding 9 für Preufsen Pi/lor^ 
fBSLx den Rhein Hartmaiin eine Menge brauchbarei 
Ortsbeßimmungen. - Auch clie unterbrochene thü* ■ ^ 
Hngijche Graclmellung >yar fruchtbaf fiir die mathe^ 
taatifche Geographie von Sachfen' und Franken.'. In 

N I 

befoiidern Abhandlungen machten ihre neuen geo* 
^aphifchen Beßimii^iungen und Unterfuchungen be- 
kannt, V. Ende fürNiederfachfen, Z)avi4 für Böfai« 
Ihen, Tßxfor für Oßpreufsen. Alle heutige trigono« 
metrifche VermelTungen , da lie immet einen odet 
mehrere gut beßimmte aßronömifche Punqte in fich 
falTen, geben dann durch die bekahnten Abßände 
von diefen, eine Menge vortrefflicher Ortsbeßinär 
mungen» Die Refultate , die Boktienbergers Vermef» 
fungen in Schvvaben, die von Le Cocf in Weßpha*, 
len t die von Zach im ehemaligen Venetianifchen ^ 
die von PVibe und Aubert in Norwegen ; die von 
Camp und Brünig im Oßfries- pnd Harlinger Lan«> 
de« die von Benzenberg im'Herzogthuni Berg und 
diQ Haaßfchen für die Kheingegend gewährten, find 
eben fo zahlreich als genau. Noch weit mehr iß die« 
der Fall bey disn fchon oben erwähnten 'geodätis- 
fchen Operationen in Holland, Hannover, Bajern 
und Ößerreich. Für das füdliche Deutfchland, Ita^- 
lienunddie Küßen des rnittelländifch^o Meeres, läfst 
des Freyherrn van Zach angekündigte Voyage aßror 
nomiquc et geographique fehr wichtige Bey träge er- 
Avarten; mehrere lehr brauchbare {lefultate für jene 
Küßep und d^s raittelländifche Meer überhaupt, ge- 
währen Gallano's und Zkinhar^s Beßimmungeb, 
Die fo fchätzbaren Niebuh^rjchen BeobaqhtUPgea 
^yurden erff in diefem labriiiinderj^ yoi^ ^en drej 

" ^ f Aftröt . 



33? MonatU. Öonefp. lin. JPKIL. 

4 

^ßroftomen Zach^ ^^XS ^"^ Endt gehörig gi 
digt, und daraus manches für die matheniatil 
Geographie des Orients ^yicl^tige Refultat hergeli 
tet. Beauchiimps und See^zens Beobachtungen ii| 
Rle|n - Aßen und Arabien , klären d^s Dhnlce]; jei 
Gegenden etwas auf; der erft neuerlich erfchienent^ 
aweyte Band von Choifeul Qoiiffiers IVeife liefert 
nicht mi|)der einige fchätzbare bieder gehörige Bej» 
träge « und die grpfse franzöGfche Expedition war. 
für die GeograpPhie von Ägypten und. der ^ngränzeii- 
den Lander von ausgedehnter Wichtigl^eit« 

Für Nordamerika lieferte' Ferrer eine Menge gtt- 
feraftronomifcher Ortsbeftimmungen, und faft alles« 
was wir von der mathematifchen Geographie der An* 

. tillen und den amerikanifchen Äquatoriale Gegendea 
mit Zuverläffigkeit willen, verdanken wir Hum^ 
boldts vortrefflichen Beobachtungen und Oltmanns 

' fleifsigen Rechnungen und critifchen Discuffiooen» 
Doch dürfen auch hier die fehr verdiepftlichen a(ho* ' 
nomifch - geographifchen Arbeiten der Spanier Gtf- 
UajWt Robredo^ f^elßsquez^ Azarä und anderer 
mehr nicht unerwähnt bleiben. Wenn die Berei- 
cherungen der mathematifchen (jeographie für die 
andern Welttheile auch gerade nicht fo wefentlich 
wie für furopli und Amerika war , fo lieferten doch 
auch für jene die Seereifen von Marchand ^ JBaudin^ 
JDentrecaßeaux ui^d Krufenßern ipanches neue Re- 
fultat. Was England in den letzten Jahren für die 
mathematifche Qeographie entfernter Weltgegenden 
thai, ifl tin^ leider nicht bekannt geworden, 

9as Problem der Längenbeflimmungen , (chwie- 
rig aridem Continent 9 noch fchwieriger zuriSee» 

Erhielt 



XXTX. Verfiich einer gejcfikhü. DarfldUmg etc. 333 

V 
Irhielt in diefem Jahrhundert eine attsgedefahte B^- 

ftrheitung. Abg^fehen von trigonometrifchen Me- 
^oden, find jetzt alle Aftrohohieh ddirübef einver- 
ftanden^ dafs bey der hi^ütigeii Vollkommenheit ttri- 
icfrer SternverzeichnifTe« JSohneh* ündMondstäfeln^ 
äpf dem feften Lande ef|enllich nur tixßern- Bede- 
ckungen ^ SonhehHnfterniire und Durchgänge tinte- 
ver Planeten dazu in Anwehdung kommen dürfen. 
^Xja Lande tind L<?Xfj/ waren im vorigen Jahrhundert 
fad die Einzigen , die fich mit diefer Art von Längen- 
bellimmün^en bcfchnft igten; allein zieinlich fpar- 
Eam blieben ihre llerultate; Erft unter Ttiesneckers 
tind Tfurmi Händen gewährten die Beobachtungen 
jener Phänomene den grofsen geographifch-aßroho- 
mifchen Nutzern , deren ße fähig find, und diefen be3r* 
den ausgezeichnet fleifsigen Aßronömeh gebührt der 
Huhm, mehr Befullate für Längenbeßimmüngen 
geliefert zu haben, als alle vereinigte Arbeitender 
Aßronomew des vorigen und jetzigen Jahrhunderts. 
^ Aufse'rdem haben noch Bürg ^ fVahl uud Oltmanns 
diefes Feld bearbeitet , nml feit dem Jahre 1507 habeii 
auch wir einige hieher gehörige Beyträge geliefert. 
Dafs ßch im Ganzen mir eine kleine Zahl von Aßrono- 
men mit diefem Theil der rechnenden Afironomie 
befchäftigt haben ^ davon mufs die Urfache wohl 
hauptfächlich in der nicht ganz unbedeutenden Län> 
gedei Rechnung getucht -werden. Allein neuerlich 
ßnd durch die vereinigten Beinühüngen der Geome- 
ter und Aßroiiomeh alle parallactifche Methoden fo 
vereinfacht und vervollkommnet worden, dafs ein 
gTofser Theil der Schwierigkeit der numerifchen 
Entwickeluug jetzt wegfällt. Die beydeii Haupt- 
Werk« . 



i 



334 Monatl. Correjp. igu AVKIU IDIK. 

Averke hierüber find:. Bohnenbergers Anleitw^mMacX 
geo^raphijchen Ortsbe/limmuugin und dann nO(fl|t& et 
fpecieller für Berechnung von Fixßern - Bcdeckiujnin g 
gen und SonnenfinflernilTen » fVurms jinUitu^ Tim^'^'^ 
paraUactifclifu Rechnungen* Man findet hier uiduki ^ 
allein die eigentlxünilichen Unterfuchungen^^dslib^^ 
Männer, fondern auch alles Vorzügliche« 1ytt^1K^' 
d^efem Theil der theoretifchen Aftronomie blä nAlU^ 
Jahre 1805 geleitet worden iß. Jeder Anfänger «iellK^ 
nur einige Übung in trigonometrifcher RecbDiiB| v^ 
hatk wird durch PVurms klare und detaillirte Vop H 
fchriften in kurzer Zeit in Stand gefetat werdeo» 1 
mit gehörige! Schärfe Längenbeßimmungeti aus )k* 1 
dcckungen und SonnenfinfternüTen herzuleiten. Av 1 
fserdem erfchienen in diefem Decennio noch eiul I 
Menge einzelner Abhandlungen über Theorie der Pa^ I 
tallaxcn # von denen wir hier wenigßene das Haupte | 
fächlichße erwähnen wollen» 

Mit eigenthümlich neuen Methoden zU Berech» 
nung von Fixftern- Bedeckungen befchäftigten iick 
lAnquift und Carlini. Gerade nicht viel empfeh* 
lendes hat die des Erftern; allein neu und in min* 
chen Fällen vorzüglicher, als die gewöhnlichen Me» 
thoden , iß die von Gavlini. Das eigen thpmliche di^ 
fer Methode beßebt hauptfächlich darin , dafs Cär*' 
Uni unmittelbar aus der Beobachtung'den fcheinba-. 
Iren Mondsort herleitet und daraus die Längen und 
Breiten - Parallaxen berechnet^ wodurch er elnei« 
theils den Tafelfehler und den Cinflufs einer Ünge» 
Wilsheit über die geographifche Länge dea Beobach- 
tungs-Ortes vermeidet, und dann auch in den For^ 
' Inein f ur den Nonagcfimus » ßatt dea meiftentheib 

. ÄlJUi. 



;X1X. Veffuch einer iefehiehtLDarfliUmfg'ite. 335 

Cblicb gebrauchten wahten Monds orte, diefchein-» 
^n erhält. Die Umgehung einer Ungewifsheii 
4er geographiTchen Länge des Beobachtungs'-Or« 
Iß wohl der wefentlichfte Vortheil diefer Mctho^ 
^ allein hat man hieraus keinen fehlerhaften Ein* 
Ts zu befürchten» fo würde fie gerade keinen Vor- 
g verdienen^ da in den Parallaxen Foritieln von 
elambre^ Olber^ und andern» wahl^ Monds-Örtet 
irklich vorkomraen und nicht blosnäherungsweif^ 
braucht werden. Grofse analj^tilche Abhandlun«> 
n über SonnenfinfterniÜe und Planeten -Durch- 
nge gaben Goudin und Monteiro ; jener in einem 
jnen Werk; diefer in den Ephemeriden von Coim^ 
a. Beyde Gconieter nahmen einen zum Theil ei« 
nthümlichen Weg, der von Z)i/ Sejours Behand<* 
ng verrchieden il't , und es ift nicht zu leugnen^ 
,fs ihnen für manche Theile diefer Theorie einfa^ 
lere Ausdrücke gelungen und» als die zum Theil 
fcir verwickeilen , auf die jener berühmte Analjftäua 
uem zu grofeen ßeltruben nach Allgemeinheit ge* 
;th. Eine lehrreiche Critik und fehr dctaillirte Ana-» 
fe der ganzen Abhandlung von Monteiro gab JDe* 
mbreindex ConnaiJJ, des tems, Eineanderdanaly-* 
che Methude für FinfterniÜe gab ChabroL Gans 
gemein drückt er Anfangs den Ort des Mondes 
id der Erde durch drey Coordinaten aus» deren 
»rblndung und Entwickelung die gefuchten Aus« 
ücke für die fcheinbaren Orter giebt. Das Verfahf 
n iß einfach und elegant, und die damals von dem 
rrfalTer verfprochene umltändlich^ere, Abhandlung/ 
)er diefen Gegenftand» die noch nicht erlchiencu 
, wifd nach der lüer gegebenen Art der Behand-* 

lang 



' i 



336 Monatt. .Correfp. tSn. APRtLi' Jl 

liirig gewifs wünfchertswcnh. tiehry-^ der 
früher die Theorie der Parallaxen hacb La Grai 
Älethode bearbeitet hatte; befchäftigte Geh in 
*ivieder mit demrelbeu Geg^nftänd; ünfi gab fori 
gen • liiid Breiteil • Parallaxen und vergröfsertMl 
meiTer neue Fotttlelti, deren Entwickelung ib 
retifcher tlihfichi: durch AllgfeiHeitiheit und 61 
förmigkeit der Methode ^twas äuagezeithnetei 
Klüsel und Rhode bearbeiteten diefe Tb 
jebehfalls , und Letzterer gab eiüige Reihed Kr 
hierher gehörigen Aüsdrückei \velche ütitet diu 
lungehen zu rechnen find; 

Unter die vorzüglichften tiierher gehörigen Ai' 

beiteii « welche in diefem Jahrhundert geliefert iM* 

den tind ^ müITen ünftreiüg die von Olbers gegehi^l 

iien Ausdrücke gerechnet werden; äaraerdem) 

lie ganz genau tind « empfehlen fie Jlch noch bclotf 

derd dadurch ^ dafs man bey ibrel: Anweiiduhg dci 

vorherige]! Berechnung des NonageGihus ganz übc^ 

hoben ift» und dafs die Gleichheit des Neüneri it 

allen drey Forpelh für fcheinbdre Länge , fireictf 

und vergröfseriteri Moiidd- Halbm^fleiri die tiünitti* 

tche Entwickelung wefentlich erleichtert. JDtlämf 

bre t deilen Unheil hierin Tehr cömpetetit ift^ da et 

felbß die Theorie der Parallaxen vielfach bearbeitet 

und mit neuen Formeln bereichert hat« zieht die Auf* 

drücke mit demNonagefimus.^ und die» aqs dened 

die Parallaxe fclbn: folgt, vor, hanpträchlich aoa^lfiB 

Grunde, weil es bey letztern hinreichehd feyi dif 

Rechnung mit fünf Declmalen der Logarlthmied %n 

führen, ftatt dafs bey üiiers Formeini die rcbein- 

bdre Länge und Breitet felbft geben > AeU fiebe« 

tkA 



XXIX. Verfuch einer gefchichtLDarfleUmg etc. 337 

»malen erforderlich 'wären. Da es hier immer 
ipträchlich mit darauf ankömmt » an was für Aus- 
icke man ficb bey hänfig wiedeYhoIter Rechnung 
lalsgewöhnt bat, fo wird es fcbwer feyn die 
langen der Agronomen, über das Vorzügliche 
ifer oder jener parallactircben Formeln zu vereini« 
Da die Bechnung des Nonagefimus unßreitig 
mühfanifle Theil der ganzen parallactilchen Rech- 
ig iß 9 und bey der Schärfe, %velcbe beut zu Tag^ 
alle aftronomifche Rechnungen gelegt -wird, die^ 
momen fchon beftändig an lieben Decimaien 
idan Zehntheii Secunden gewöhnt Ond, fo wären 
geneigt, den Olberfcken Formeln allerdings ei- 
wefentlichen Vorzug einzuräumen. Wir kön- 
es wenigftens ans eigner Erfahrung behaqptcn , 
mit Anwendung diefer die fcheiubaren Ortcr al* ' 
rhmal etwas früher erhalten wurden, als mit folchen, 
hUe Berechnung des Nonao:erimus erforderten. Gäbe 
cafreylich folche'ausgedehnte Tafeln für Zenith Lan- 
ge nnd Breite, dafs man daraus dicfcGröfsen jedesmal 
ficlier und ohne Mühe erhalten könnte, dann wäre 
C8 keine Frage, dafs die Formeln , >yelche unmittel' 
bir die Parallaxen geben, die bequemßen und. In 
dicfer Hiniicht wäre es angenehm, wenn für alle 
Sternwarten, wo häufig Sternbedeckungen beobach- 
tet werden, fo ausgedehnte Tafeln desNonagefimus 
iconßruirt -würden , wie neuerlich der römifche Aftro- 
Isom Conti für die Sternwarte des Gollegii Romani 
jethan hat. . 

Auf demfelben Wege wie Olbers^ hat neuerlich 

Uttrow die Theorie der Parallaxen behandelt , und 

die genauen Ausdrücke für alle verfchiedenen Ebenen 

Hm.'Corr. XXllL B. i8n. A a . gege* 



• 



338 MonatL Correfp. igih JPRlL- I IS 

gegeben» anf die mao gewöhnlich HimmebU^lD^ 
211 beziehen pflegt, fo daff dadurch to ziemlickBöfsi 
lea ierfchöpft wird , waa für gegenCeitige Rr'diidB A 
wahrer und fcheinbaret Orter erforderlich iSL ÜHfer 

y neue und ungemein finnreiche Methode^ die BeiiAda , 
fichtigung der Parallaxe zu umgehen » wemi Bid 
Dillanz des Himmelskörpers von der Erde noclittArit< 
bekannt ift» hat Gaufs in feiner Uieerüi motus^Mixe: 
wickelt. -wie 

Einen Beitrag zur Theorie der orthographilchBbc 
Projectionen von Stern bedeckungen und SoDtidM|er< 
finfterniilen t giebt eine Abhandlung im neuelAi^ 
Berliner Supplement - Bande von Schmidt , - DolaHbi 
fcher der neu griechifchen Sprache in Leipaig. li^' 
Die Unierfuchung von Delambre über dielUlbf 
thodeder //inJüzu-, Sonnenfinfierniff^ zu berediMilUo 
gehört mit hierher. Eine Abhandlung von IDaiWiI^' 
im zweiten Bande der Memoiren von Calcutta » gA litt 
die Veranlagung dazu; fehr einleuchtend wirddotflk 
gezeigt, dafs die früher von Duckam^ BaiUy oiU|ii 
Le Gentil geäufserte Meynung, als befolgten dii 
heutigen Indianer bey Berechnung der Finftemili 
nur mechanifch ältere Methoden ohne deren Gründi 1 

' zu kennen , ganz grundlos ifi. • Auch Schaubadh 
der fich viel mit diefemOegenftand befchäftigt hati 
beftreitet den in neuern Zeiten fchon fehr wankeol 
gewordenen Glauben an das hohe Alterthum def 
indianifchen Aftronomie, und macht es fehr waliP 1 
fcheinlich , dafs die heutige Afironomie der Indiec 1 
die der Araber ift. 

Der von dem Frejherrn von Zach fchon früher 
gethane iVorfchlag , die Berechnung der Stembed» 

ckoB* 



XXIX* Vtrfiuh einer gefchichtl, DarßeUung elc. 33^ 

gen auch, auf Sterne unter fünfter nnd fechftet 
öfse zn erftrecken, liam in diefem Jahrhundert 
Anstübrnng. BeJJcl gab die erfte Ephemeride 
(er Art , und zugleich dabey fehr elegante Eof 
In« Avelche gerade zu diefer Berechnung gana paf<« 
nd find» indem fie aus den ^vahTen Längen und 
reiten des Mondes» fo wie iie die Ephemeriden ent< 
Iten » deffen fcbeinbare gerade Auffteigung und Ab« 
weichung geben » und fo unmittelbar mit den gewöhn« 
eben Angaben der Fixftern - VerzeichnilTe verglichen 
werden können* Seit dem Jahre 1810 haben dieFlo« 
lenser Agronomen Canovai^ del Rico und Inghi^ 
rami das eben fo verdienftiichealsmühfameGefG^äfc 
übernommen» diefeEphemeridenf die feitdemindet 
L Monatlichen Correfpondenz abgedruckt und auch 
befonders stti AßronOmen vertheilt worden find , in 
groCBter »VoUfiändigkeit zu liefern , indem hier alle 
Sterne bis zur achten Gröfse mit aufgenommen wur^ 
den* Hat man die fcheinbaren Mondsörter gefun« 
den I fo könnten dann auch Hardings fchöne Him- 
mels - Karben » die gerade eben (o vollfiandig wie 
unfere gröfsten Stern« Cataloge find» fehr vortheii- 
haft zu Berechnung diefer Bedeckungen benutzt 

Werdan. 

I 

I Mit einer eigenthümlichen Methode» Längen« 

I leftimmungen durch Sternfchnuppen zumachen» 

\ befchäftigten fich Benzenberg und Brandes ; finn* 

reich iß die vorgefchlagene Art des Verfahrens» aU 

lein zu einer wirklichen Anwendung fcheintes noch 

nicht gekommen zu fe)rn. 

Die bekannte aber nicht in Anwendung gekom- 
ttenä Methode» aus den beobachteten Höhen zweyer 

A a 3 Sterne 



340 MonaÜ. Correfp. i$ii. JPRIU 

Sreme nnd der Z>yirchenzeit der Beobachtunßdiel 
und ßreitenbeftimmaiig za erhalten , wurde n 
Gaujs discutirt und allgemeiner gemacht. MoUweii 
JDelarnbretUnd Calkoen befchäftigten fich rpäierbil| 
mit derfelben Aufgabe. Ganz neu war das ▼oii 6/nji 
vorgefchlagf^ne Verfahren , aus gleichen » wenn amil 
unbekaYinten Höhen dreyef Sterne, Polhöhe andStaiA| 
der Uhr herzuleiten; eine Methode , die für alleBeob^ 
achter, .denen keine vorzüglichen Höhen ^Inftr» 
mente zu Gebote ftehen , von vorzüglichen Weith'j 
feyn wird. Eine neue Behandlung des practifck 
nicht fehr brauchbaren Problems , aus drey Höhei 
eines Gedirns i|nd den Zwifchenzelten der Beobtdi" 
tungen die Polhöhe, Abweichung und Culminatioai* 
Zeit zu finden , gaben mit verfchiedenen Erfolg 
Hauff und Mollweide» Die Benutzung der giöfsm 
Digreflionen des Polaris zu Breiten * BelUmmuiigea 
fchlugen Bürg und Fasqidch vor. 

( Dtr Befchlufs im nächflen Hefi^^ 



XXX. Aßronomie der Araber. 341 



1 


i 


• 








XXX, 






• 


B e y t r a g 


« 




. 


zur 





IJefchichte derAftronomie 
der Araber im Mittelalter. 

'orcCetzung der Auszüge aus Hrn. JourdtuxC^ Sciurift sa 

Mon» €orr, Januar iSllO 

Mitgetheilt 

vom Prof. fVurni in Stuttgart. 

\l nfßrEddin^s vorzügliches V^rdienft war die Grün- 
Hg der 

Sternwarte in Meragahm 

Meragah, die alte Hauptftadt der weßlichen 
oviiiz Perfiens» Azerbidfchan , und ehemals unter 
na Namen Aviopatia bekannt , liegt "unter 37* 15' 
>rdL Breite, und 64* 30' Länge, a) $chon der 
ogoUrche Fürft» Mangu, liatte die erfte Idee, eine 

Stem- 

a) Hr. Jourdain fetzt in einer Anmerkung die Breite von 
Meragah go" 9' und die Länge 37° 20'. Ohne Zweifel 
ifi hier die Länge mit der Breite rerwechrelt , die Zahl 
80° aber ganz irrig. Die im Text angetührte Länga 
und Breite leitete ich aus der Karte von Perüen ab, dio 
dem April-Hefte des HI. Bandes der M.C, angehängt ift ; 
nach diefer Harte liegt Meragah an der Oftgrinze des 
Sees ürmi, 14. Meilen oder beynahe i* füdlicher ala 
Taurls« die neuere Hauptß-**^ ^"erbidfchan. 



I 



3^2 Monatt. Correfp. iSn. APHlt. 

Sternwarte in Telnen Staaten zu erbauen. Mmtgllf^'^ 
Kau 9 ein Enkel Dfchengiskan's durch deffen 
Talikan, war der vierte Beherrfcher der mogoUrdid 
Tartaro; AVährend feiner 13 jährigen RegieningW 
günftigte er Chrißen und Muhammedanery und 
folgte die Juden ; er ft'arb im 657 Jahre der E 
(1228). J^icbt ohne Aulagen für die WilTenrch^taii 
hatte diefer Fürft Euhlld's Elemente geleten, iml 
intereflKte ßch befonders für die Agronomie. Hft 
dem eifrigen Wunfcbe eine Sternwarte zu beDtsAi 
berief er T> fchemaleddin zu üch ; aber diefer» m 
Gefühl feiner Unfähigkeit zur Ausführung einer bt- 
eben Unternehmung, war fo befcheiden den Antii| 
abzulehnen. 

JNaßir Eddin hatte fich, wie oben bemerkt Ti^Oh 
den, um den Verfolgungen des Statthalters von Cqi 
heftan zu qntjgehen, zu den Molahediten geflüchtet, 
die damals im ßefitze von Irac* Adfcherai waren,' 
der Provinz, in welcher Ifpahan liegt. Der Auf C» 
ner grofsen Talente war auch bis zu Mungu^s Obiea 
gedrungen, der fogleich den Entfcblufs fafste, iha 
anzufiellen und feinem ßruder Holagu befahl, fo« 
bald er Äleifter von Irac feyn würde, ihm denAfiio« 
nomen zuzufchicken. Mungu erlebte die Ankunft 
Najjir Eddiu's nicht; auch diefe glückliche firohe* 
rung war feinem Bruder vorbehalten. Sein Thron- 
folger, HolagU'Iian, war mit der Eile eines Wald- 
ftroms über PerGen losgeftürzt , hatte fleh Bagdad'i 
bemächtigt, die Herrfchaft der Caliphen zerftdrt, 
Syrien, Mefopotamien und einen grofsen Tfaeil von 
Natolien unterjocht, und war bis nacli Ägypten vor- 
gedrungen. Nach Beendigung feinet FeW«üge ward 

ex 



yiyiX*;AftT(momk der Ava!be¥\ -. 545 

V ^^rW^rter Beförderer &er Wiffenfehüften up* ßi^- 
%^' UniverGtäten. Auch ü^affireddin begiab fich nn- 
^ den Schutz- feiner fiegreichen Fahimen » und eiiie 
"^ertrenuHche Freund fchaft verband von da an dent 
^3tdiah mit dem Eroberer. Schon lange hatte Nafiir* 
IWn^ den Wunfch gehegt» an der Spitze einer Stern* 
'^rte fich der Agronomie nützlich ^u machen; ea 
Bi«i^i>te ihm nicht fchwer werden » eineil Fürßen »der 
m^liebte und Gelehrfamkeit fch^tzte, für feine An* 
2lit;en zu ge\y>nt>eh. Unmittelbar nach der Ein«. 
ibme von ßagdad ^) erhielten die Schatzmeifter 
sid Statthalter des Prinzen gemefTene Befehle» für 
l^fi-reddin alle BedürfniHe» die er verlangen würde», 
anliefern. InftrumeHte wurden erbaut» die ifiKo«* 
Can « in Syrien , in Bagdad und^ MufTul' zerltreuten^ 
ächer gefammclt » die berühmteften Aftronomen c) 
iter Holagu'a Aufpicien vereinigt,- und der Grund* 
ir Sternwarte in Meragah gelegt- im Monate Dju^ 
a.cLU - awel des Jahrs 657 der Hegifä (April- und MÄ 
: 59-)- Der ganze^Bau wäre vielleicht ohne die Be-, 
iinenheit Naffireddin's rückgängig gemacht wer- 
;ii« Holagu fehlen, als er fich den Bauüberfchlag 
attc vorlegen laflen, fehr geneigt, dasganzb ünter- 
ebme» , das ihm fo ungeheure Summen koßen foll* 



V) Dies Ereignift , dafs cTer Hertrchaft dör Abaffid^n ehi. 
Ende machte, fiel auf den 29. Moharrem 656 (J. Chr» 
1258.) 

#) Unter diefen waren Muwajad Eddin ron Daitaask, R»kr 
Eddm von TifHs , Fähr Eddin von Miifful , und Nädjm 
Eddin von Casbin : . der letztere ift Verfaffer des Buehs : 
jilajn (das Auge) S,Äbulphta^adfihm&,DjniL&. p.358. 



/ 



I , \ 

344 MonaÜ. Correfp livu AV'RIL. 

te aufsngeben« Umfonft bemühte iich der 
ihm diefen Gedanken auszureden ; isuletzt hi 
ihm auf folgende Art den moralifchen Nutaea 
Aftrohopiie zu er>yeiren. £r bat ihp» zur N 
insgeheim einen fehr grofsen kupfernen KelEel 
einen benachbarten Berg zu fchaffen « und (ol 
plötzlich von der Anhöhe herabrolien zu laiTen. 
GeräAifch, delTen XJrfache die Mpgolen nichl kmi 
ten« verbreitete allgemeine ßeftürzang im LagBi' 
nur allein der Prinz und der Altronom blieben vbÜ^ 
Diefer nahm hiervon Anlafs , feinem Gebieter bemeAp 
lieh zu machen» \venn ein fo ganz natürliches G»l\Bia 
Täufch feinen Truppen Furcht einzuflöGsen im Sta»|Ki 
de fey, fo gäbe es auch am Himmel flrfcbeinungn ui 
die denUnwilTenden mit Schrecken erfüllen unddii|i( 
ohne Unruhe anzufehen« nur die Aftronomie lehreo li 
könne. ^< DiefeVorftellungen wirkten; Holagalieb lli 
dcnßau derStern>yaTte vollenden; d) — NaflirEd- 1| 
din wählte zur Aufltellung der Stern >varte dieSpitss 
eines nahe bey Meragah und auf der Weftfeite di^fei 
Stadt gelegenen Berges. Das Gebäude hatte dieEiib 
richtung, dafs die Strahlen der Morgen fonnet indem 
lie durch eine ÖlFnung an der Kuppel einfielen , auf ei- 
ne entgegen gefetzte Mauer geworfen wurden» Da« 
durch ergaben fich die Grade und Minuten dermitt« 
lern (?) Bewegung der Sonne» ihre Höhe nach den 
vier Jahrszeiten und die Gröfse der Tagesftunden. 

Im 



d) Hr. Jourdain verdankt diefe Anekdote den Anmerkunges 
des Hrn. Lang! es zu Chardin's Reifen ; er fand iie indeff 
nachher auch in dem Worterbuche des Hadji^Kalfaun^ 
ter dem Worte : lim rajfadi , angeführt. 



I • ' 



XXX* Jlfironomie der ArcAer. 



345 



' Innern fah man Abbildungen der Sphären, der 
'äcyklen, der Träger (^circuUdeferentes^ und an- 
^r. Kreife» welche die- Bewegung der i2 Zeichen 
: Thierkreife vorftellenüollten : auch von der Ge- 
ll der £vde, der Eintheilung ihres bewohnten 
ert^ls in ßeben Ciimate, der Länge der Tage, der 
elte der Länder, der Figur dei^Infeln und Meere, 
iden fich genaue DarQellungen* Inftrumente wa* 

I in groröer, Anzahl vorhanden , und bey jedei 
aen Beobachtung verlangte Naflireddln von He- 
il unbeftiaimbare Summen , um jenen mehr Voll- 
mmenheit zu geben. Holagu erndete nur wenig 

II den Früchten feines beträchtlichen AuhVande« 
• die Sternkunde; 'in einen^ mittlem Alter fiel er 
eine abzehrende Krankheit uild ßarb zu Meragah 

der Mitte feiner treueften Freunde, d.h. der 
cunde der Willen fchafien , mit denen er (ich um- 
ben hatte; die erft unter feinem Nachfolger zu 
ande gekommenen Kanifchen Tafeln machen auch 
nen Namen nicht minder unllerblich, wie feino 
inzenden Siege. 



/ 



Aftronomifche Inftrumente 
zu Meragah. 

Der arabifche Verfaller eröffnet feine Schrift mit 
ner Lobrede auf dieKunftder Erfindung von Werk- 
jugen für die Sternkunde; eine Willenfchaft die, 
ie er fich ausdrückt, "nicht nur einen Theil der 
lathematik ausmacht, fondern auch mehr, als ir- 
2nd eine andere zur tiefern Einhcht in die Mcta- 
byfik führt." Nachdem er e^ne Anzeige, von der 

alten 






346 * Mofuül. Cvrrefp. iiiu AVRlLk 

alten gewöhnlichen Art (fie heibt bey ihm die 
thöde des indianifchenvHreirea») durch den mehi 
roncentrifche Kreife berührenden Schatten 
Stifts eine Mittagslinie zu ziehen vorangerchicktbi^l 
fo befchreibt er nun die auf der Stern\irarte zuMci' 
ragab gebrauchten aftronomifchen Inßrumente, vot J 
denen er fünf alte oder fchon feit Ptoiemäüs Zeiteo 
bekannt^, und fünf neue» d. h. von dem arabirchci 
VerfalTer, als Gehülfen Najjfir Eddiiis 9 (elbft erfan*' 
dehe und tbeils von ihm theiis unter feiner Anfficht 
verfertigte, aufzählt. Hr. Jourdaln klagt felbftüber 
Unrichtigkeiten des Texts und Dunkelheit des In* 
balts; auch fcheint wirklich die Befchreibung nicht 
überall deutlich genug ; indefs mag hie/, wenigßem 
in literarifcher Hinfioht , eine kurae Überficht über 
diefc an ficb eben nicht fehr bedeutenden Werkaenge 
folgen, die man nur beyläufig kennen darf, um übet 
den Werth der damit angeftellten unvollkommenen 
Beobachtungen zu entfcheiden. Unter den iütem 
Jußrumeuten nennt der Vcrfaller 

I ) Den fcß fiehcnden Quadranteji , oder den 
Mauer- Ouadranten. In y(\q ferne dtaa We^kzeog 
diefen Namen verdient , zeigt folgende Bercbreibujig 
der Conitruction delTelben in der Urfchrift, *'Man 
errichtet parallel mit der Mittagslinie, eine Mauer 
VQn 6§ bakemUifcben pUeq c) in 4er l*Ange und 

Sreite^ 

#) Die Hakemitifche , oder aßronomifche Eilt, die fonft 
32 Finger begreift, hält nach dem Verftffer ttnd nach 
Maffudi Q Notice etExtr. des Mfcts. T.L p.55) 3 Schcbr 
•der 36 Finger XDfgüi^ äöigis, w«8 hiev nicht dureh 

Zolk 



• / 



XXX. Jflronomü der Jrabepn \ ~ 347 

leite. An ihrer öftüchen Seite ftellt man einen 
|taadi:dnten aus dem Holz^ genannt Sadjehf) , erbaut» 
lufnt feinen a^wejr EckÄäbe» (.r^Us) auf, der*/ 

[. '.*''- voa 



/ 



Zolle überfetzt werden kann.) Yorausgefetzt , dafs die 
Gröfse des Fingers ein unveränderliches Maafs üt, läfsii 
üch der Werth jener Elle , , wenn fchon nicht mit yoUev 
ZuverlaffigKeit , doch durch Annäherung beßimmexi, 
Lepeyre li^t in Aegyptcn die £lle des Me|(yas, oder_die 
fch Warze Elle, welche 27 Finger hiilt, == 19 Farif.Zoll 
und ($ Linien gefunden; hiernach niüfsten 36 Finger un«« 
gefähr = 26 Par. Zolle feyn. — Vbn Unterabtheilan- 
gen der Elle hielt der Schehr (die Spanne) 12 Finder, ^ 
oder gZoll gLin. man verftand unter Schebr eigentlich^ 
den Abfland zwifchen dem Ende des Daumen und de& 
Jileinen Finger. i%ef(r^ oder dieEntfernung zwifchen 4exii 
^nde des Daumen und dem ^Zeigefinger hiel( 10 Finger« 
oder 7 bis g Zolle; Cahdak (dieFauft) hielt 4Fi|i'ger, 
oder ^Zoll ipll<in. ^in Finger endlich betrug 5 > dicke 
aneinander gereihte GerRenkörher » un^ ein Gerftenkom 
6 Maulefels haare. Die g^m^inff Elle hielt blbs 24. Finger» 
oder 17 Z. 3 Lin. Vergl. Bernard de Menf. et Fond. p. 195, 
^ör^<?«- Voyage en Egypte, edit- de M. Langles, T. HI, 
p. 2g4 GoJius ad Alf erg. p. 73, ( Nach der X-änge der Eck-* 
iftäbe von 5 Ellen ?u fchliefsen , hielt alfo der Mauer- 
quadr. in Meragah ungefähr im Radius i^oFipger odei? 
10 P^rifer Fufs und 10 Zoll.) /^ 

J^ Sadjeh ift eine in Arabien fremde , von Indien dorthin 
eingeführte Holzart. Einige Gelehrte verßehen darijftter 
das Ebenholz. Herr Silp. de Sacy in feinej Chreftoma«. 
thie Ara^e, TIU- f. 450 v^rmiithet, dafs eher die beym 
Schiffsbau bekannte Holzart, 7^^, gemeynt feyn könn-, 
te. Für jeden Fall ifl Sadjeh ein fehr hartes Holz» da« 
fich nicht leicht wirft , und ebfti deswegen f üy Inilru'« 
xnente um fo brauchbarer« . l ' ^ 






348 ^ JUofiaet. CW^jp. ifii. JlPRIU 

von Trägern, die an der Maaer feil gemacbt UV ^^^ 
gekalten wird. Der Quadrant nnd die Stäbe haW^^ 
eine Breite von ^ Elle, und letztere halten Jnlv^^^ 
Länge 5 £llen. Man nimmt den mittäglichen wM^^' 
kel der Mauer (^rangle meridionaldu mur^ znmVStW^^ 
telpmict , und macht imitten auf der Breite de» 
. drax^ten eine Rinne oder Vertiefung 3 Finger 
und ij Finger tief; in diefer Rinne befeßigt man 
nen Kupfernen Quac^ranten von der nämlichen Ww^ 
menßon, und verbindet ihn mit dem erden dardf^^ 
Schrauben, Auf dem fo genau als möglich geebna^ 
tem Limbus des Quadranten , zieht man drejr coi- 
centrifche Kreisbögen « und fchreibt an dem mittlen 
die einzelnen 90 Grade, an demeinen Seiteubogen 
die Minuten, nnd an dem andern die Grade von $ \ 
zu 9 bezeichnet, an; um bey einer Operation dit 
Mittagshöhe zu finden, wird von dem untern Theile 
des Quadranten an gezählt. Aber ehe das luftrument 
an der Mauer feft gemacht wird, mufs vorher forg* 
fältig unterfucht werden , i ) ob der eine von den 
zwey Stäben auf dem Horizont fenkrecht, und der. 
andere mit ihm parallel iß; 2) ob der Limbus in der 
Fläche des Mit tags kreifes liegt^ fo dafs die Linie, 
welche durch den Mittelpunct und das füdiiche En- 
de des Quadranten geht, das Zenith trifft. Ift das 
Werkzeug in diefer Lage dauerhaft befefiigt , fo bringt 
man am Mittelpuncte einen ftählernen Zylinder an, 
um welchen fich eine mit Dioptern verfehene Alhi- 
dade dreht." Da nach unferm Verf. fchon PtoUmäus 
einen folchen feften Quadranten im Mi ttagskreife ge- 
braucht , und ihm die Benennung Mauerfteine QUs 
briques) gegeben haben foll — ein. Name ^ der fich 

im 



V 
I 



'XXX. Afinmomie der Artäm. 3^^ 

K' Alipageft nicht findet, — To hat HuJoürdain 
• ^Bailly^s Hiß. dh rjßronom. mod. T. /. p, 56g 
^ hieher gehörige Stelle des Almageft angeführt» ia 
sicher wirklich von einer Einrichtung der in Mera* 
^ Tehr ähnlich die Rede ift. Das Inftrument des Pto» 
^^€ius. war an einem Steine oder auch an einem Vier« 
^H.igten Stück Holz angebracht; vielleicht verwan« 
Ute der arahifche Verf aller blos den Stein in eine Ma«« 
^ » und befeftigte an diefer einen kup/ernen Quadran« 
t^ ; dies wird um fo wahrfcheiniicher« da die Arabet 
berliaupt freunde von möglichft grofsen Inßrumen« 
!«i wafen. g) BeHannUich wird fonft Tycho als 
Her Erfinder des Mauer - Quadranten an^efehen 
df/iron, par La Lande f 2328 i) als Erfinder gab ihm, 
tr däiiifche Aßronom den Namen': * Quadrans Ty» 
lOfiicm* Indefs konnten üch der alexandrinifche 
dd arabifche Aßronom Ichon in ähnlichen Ideen 
»gegiiet haben» 

2) Die Arniillar • Sphäre (Ringkugel). Sie be- 
eilt bey dem Verfaffet ftatt, wie bej Ftolemäüs^ 
IS Techs Krcfifen nur aus 5 Kreifen, der Ecliptik^ 
ecu Colut , die beyde durch Einfchnitte in einander 
efügt lind 9 dem grofsen Breitenkreife» dem Mit* 
igskreife und dem kleinen Breitenkreife » delTen con- 

vexe 

^) Einft behauptete Mafial, dAt$Ebn*Corfa^s Horizontal« 
kreis einen allzugrofsen DurchmelTer kabe. Wäre es nur 
möglich, erwiederte ihm der letztere« fo hätte ich mei- 
nen Kreis fo groft gemacht , dafs das .eine Ende de£[elbeh 
aut die Pyramiden» und das andere auf den Berg Mo- 
l^attam lieh anlehnte; denn je gröfser das Inßrumenc, 
je genauer die Beobachtung, S. Table» Hakemitesp. 6» 



\ 



■ » 



350 McnatkCövfefp^ iXiU JlPRlL 

* * 

vexe Seite die concave der beyden vorhergehenden 
beirührt;; die Gröfse der Kreife iß nicht^angegebem- 
Unter jenen fünf Ringen waren nur dxey ein^etheil^ 
die Ecliptik , der Meridian » und der kleine Breiten- 
kreis. So weit Hr. Jourdain aus unferm Verf. und 
aus andern Werken lieh belehren konnte , fo pflegtenr | 
die Araber ihre Inßrumente ungefähr auf folgende I 
fehr unvollkommene Art einzutheilen. Manzog^su* 
erft raittelft des Zirkels zwey unter rechten Winkeln 
lieh fchneidende piirchmelTer , und theilte nnn jeden 
Quadranten in 90 Grade. Alsdann nahm« man mit 
dem Zirkel fünf Oräde auf, und trug fie im ganzen 
Umfange herum, bis man auf 360* oder auf den Atu« 
gangspunct zurückkam : damit war die ganze Ein« 
theiiung verificirt. Diefe Alethode fand Herr /. in 

' einem perdfchen Manufcript über das Aftrolab. Die 
Inßrumente in Meragah waren in Orade und Minu* 
ten getheilt. Es fcheint nicht , dafs die Araber ge- 
wöhnlicher Weife genauer, als auf Minuten getheüt \ 
haben; die Minuten waren bald von 20' zu 20' 
bald von 10' zu 10% feiten aber von 5' zu 5' ange« ; 
fetzt. Indefs hat Muhammed- Alkodjendi mit ei« 
nem auf Secunden getheilten Sextanten beobachtet« 
(^Transact. Fhilof. Nr. 163) und Ulugh-Beigh zieht - 
in feinen Tafeln ( Mann f er» ^^^ß ^^ ^^ BibL Impen 
NOi,l64) die Schiefe der Ecliptik zu 13* 30' 17' an» 
was ein auf Secunden getheiltes Inftrument (doch 
fo nothWendig eben nicht. /A^.) vorausfetzt. — Die 
Schiefe der Ecliptik nimmt der arabifcheTerf. bey 

' Zufammenfetzung feiner Armillar Sphäre » nach 
wiederhohen von ihm angeftellten Beobachtungen 
Z: 23^ 30' an. Bey derfiefchreibung diefea Inftru* 

. mentt 



XXX. Afiranomie der Araber. 35^ 

Bleilts erwähnt dier VerfalTer gelegentlich auch einer 
r Röhre« die man zwlfcben zwey Dioptern anbringt » 
: und deren gegen daa Aqge gerichtetes Ende mit'einet 
\ in der Mitte hohlen Platte verfehen ift,aihi. das Auge 
; zu fchützen. Auch hey den Aiaberfi finden wir al« 
Xo diefe Röhre » deren ' Gebrauch fehr alt zu feyn 
fcheint, und den Gedanken veranlafst hat, dafs die f 
Alten fchon Fernröhre gekannt » und dafs bereitf 
JBipparch und Ptolemäus fich derfelben • bedient iia« 
ben». um die Sterne zu beobachten und zu zählen« 
(S* Cajlus Hiß, de VAcad. des Infcn T^ 2j p» 6l« 
JBailly Hiß. de VAßrhm mod. Til. p. 556 und eine 
' glückliche Widerlegung jenes Gedankens von AmeiU 
Ion in dem T- 42 der Memoires de VAcad, des Infcr.") 
Ohne Zweifel hatten folche Rohren ehemarls die Ab- 
licht 9 die Seitenßrahlen abzuhalten » und das deut* 
liehe Sehen zu befördern : denn es ift erwiefen » dafs 
felbft papierne Röhren für diefen Zweck brauchbat 
find« ( Trajisact. Philoß No. 37 und 39, Jahrgang 

3 ) Werkzeug tut Beohachtung der Schiefe 
' der JEcliptik, Ein kupferner Kreis , fo grofsals mög« 
lieh» um ihn in kleinere Theile, z,B. Minuten, Se-* 
cundei), Tertien eintheilen zu können. Bey dem 
Verfaffer hält er fühf Ellen im DurchmeiTer, und 
wird von einem kupfernen t)iameter durchkreuzt» 
welcher durch die Mitte des Fufses, auf dem der 
Kreis ruht« und durch fein Zenith geht. Eine AI« 
hidade mit zwey Dioptern und eineÄi Index dreht 

fich 

K) Über di« Gt^fthielit« äer ^»tftr^lire « Vef|;L nmn auchs 
tßnZach in dev Moh.Coit, B.yinr S. 4X« Wi 



/ 



J52 - Monatl. Correfp^ iSiU -tfPRIl^. ' 

ficb auf dein Umicreire herum ; unl diefen einznt! 
leii, zieht man einen zweyten Diameter, der d 
Jiupfernen rechtwinklicht fchneidet , und mit denr. 
Horizonte parallel ift. Die Grade fchreibt man fo^- *] 
dafs man bey dem Ende des erßen Diameters anfängt»- 
und bey dem^nde des zweyten aufhört. Jeder <^a-' 
drant i/virdin 90 Grade getheilt« und der Index, der 
gegen den Beobachter fieht, bezeichnet die Grade, 
der Höhe des Geftirns. Mittelft der gröfsten und ) 
hleinßen Höhe nicht untergehender Sterne» läfstfich 
niit diefem Inftrument auch die Breite des Orts be* 
obachten. Das ganze fcheint das Ptplemäifche Aßto^ 
2a& i)nZu feyn» nur mit, einigen Veränderungen. ,: < 

4) fVerhcL^ug zur Beobachtung der Aqidnoi^ 
dien. Ein Ring » womit fchon die Alten den Durch* ' 

gang 

i) Das Aftrolab des Ftolemäus (f. delTen Almageft} ynst 
ein kupferner Kreis von mäfsiger Gröfse in 360* ge- 
theilt« deren jeder /wieder in kleinere Theiie getheiic 
-war. Innerhalb diefes kleinen Krelfes befand üch ein 
anderer beweglicher in der nämlichen Ebene , und auf 
dem Umkreife des letztern waren an entgegengefetzten Bn« 
den zwey kleine gleiche Zylinder angebracht» Das Ganze 
wurde von einem Fufse getragen, und, mittelft einet' 
Bleyloths vertical geitellt; der Punct, von welchem das 
' Bleyloth ausgieng, beltimmte das Zenith des Inftru- 
xnents. Mit Itulfe einer Mittagslinie brachte man das 
Inftrument in die Ebene des Mittags kr ei fes. Utn nun den - 
Zenith-Abftand der Sonne zu beobachten > bewegte man 
den intern Kreis fo lange hin und her, bis dar Schatten 
des kleinen öbern Zylinders genau auf den untern Zy* 
linder fiel. Per innere Kreis trug .einen Index, w«l- ^ 
eher az^ den. Abtheiluqgen des äufsern Kreifoä die Grade ' 
des Zenith - Abfliindes dei(. Sonne bezeichnete« 



■ # 

r ^ XXX. Aßrmomi der Atahir.* ^5^ 

• 

rfteg der Sonne durch die Functe der Nacht - Glei 
dieii beobachteten, geneigt und orientirt, wie der 
ii|uatOT am Himmel und diefem parallel. Seine con- 
Cave. Seite hdrt auf von der Sonne befchienen za 
irerden, wenn diefe in der Ebene dea Äquators 
Ifnft. 

5) JDas beu^e§liche Ahfehen* FtoUmäus foll, 
Aach dem Verf. dies Inftrument bloB genannt haben, 
'ohne deflen Conftruction anzugeben ; im Alm^geft 
Icheint iich nichts davon zu finden; es iß haupt* 
filchlich dazu beftimmt » die Gröfsie einer Sonnen • 
oder Mondfinfternifs zu melTen. Das Werkzeug be- 
fiehl ans einem viereckigten Stabe von Sadjch-Violz^ 
4| Ellen lang, und \ Ellen breit. In der Mitte feiner 
Breite macht man der ganzen Länge nach eine Ver« 
tiefung von einem halben Finger» und läfst datin , 
xnittelfl eines Lau fers (laiiguette') von der nämlichen 
Dimenfion, Qch ein bewegliches Abfehen bewegen. 
Des Abfehens unterer Tbeil mufs breiter als die Ver- 
tiefung» und mit zwey Index verfehen feyn, wel- 
che die Theile au den abgetheilten Rändern des Stabs, 
oder der Alhidade bezeichnen ; an feinem obern Thei- 
le findet fich ein kegelförmiges Loch« delTen breiteft« 
Öffnung gegen das^ längfte Ende des Laufers fteht, 
fo wie die eugfte Öffnung gegen das kürzere Ende« 
An einem der. bey len Enden der Alhidade ifl ein 
sweytesy dem erfien vollkommen ähnliches Abfe- 
hen« befeftigt mit einem durchbohrten Loclte, def- 
fen breitete Öf&iung gegen das Ende der Alhidad« 
gekehrt ift. Man macht hierauf zwey Scheiben mit 
dem'Verhältnifs ihrer Gröfsent dafs der OurchmefTec 
Jltou^Ccrr.JadJlB.i8ix B b der 



r 



3 54 ' MonftU. Correjp. tSn. A'BKIL. 

d^rgTÖfsern Scheibe 2f mal fogrofs iß , als der Darc 
mefTer der kleinden Öffnung des Locbed an dem 
-geglichen Abfehen und der DurchmelTer der KleK 
nern Scheibe dem DurchmelTer eben diefer Öffnung 
gleich kommt. ( Dies ift das genäherte VerhältciQr 
des Erdfchattens zur, Mondfcheibe. ) Die Ränder der U 
Alhidade, auf welchen die Index laufen, find in 220 
"Theile getheilt , deren jeder fogrofs iß, als der Durchs 
meHer jener kleinßen Öffnung; man Tchreibt und 
zählt fie von dem feßen Abfehen an. Ein jeder die-, |, 
fer Theile theilt fich wieder in zwölf kleinere ^ uad 
dies find die zwölf jD/^/^/ , in welche jede Scheibe 
getheilt wird. Bey der Operation mufs derBeobaqb- 
ter Sorge tragen , fein Auge fo nahe als möglich an 
*das feße Abfehen zu. bringen; denn der Anfang det 
Theilung mufs mit der Spitze des Geficht^kegels zu- 
fammentreffen , und diefe Spitze liegt in der Krifiall- 
linfe. Der Fufs deslnßruments iß ein hölzerner Zy- 
linder von fünf Fingern im Durchmeller, und vietf 
Ellen Höhe; mit diefem Fufseiß es dutch ein Schar- 
nier verbunden. Über den Gebrauch des Jnßruments 
drückt lieh der Verfaffer alfo aus: "Man mifst damit 
den DuTchmeffer des Mondes -während einer Finßer- 
nifs oder zu jeder andern Zeit. In diefer Abficht nä- 
hert man das Auge dem beweglichen Abfehen oder 
entfernt es davon , fo lange bis m%n durch deffen 
kleinere Öffnung genau die Scheibe des Mondes fieht, 
fo dafs diefe Öffnung durch die Scheibe eben ausge- 
füllt wird. Man bemerkt nun den Abßand zwifchen 
dem Auge und dem beweglichen Abfehen. Die Ope- 
ration iß ganz die nämliche für die. Sonne; n^an er* 
kennt hieraus , in welchem Abßande beyde DüYdh* 

^ . iheffer. 



XXX. Jßronomie der^ Araber^ 355 

\ 

■ I 

ibelFer« der «Sonne und des Monda» einander gleich 
Snd« Didfer Abftan*d überfteigt tiie 130 der an den 
'lindern der Alhidade bezeichneten Theile. Was die 
kyden -Scheiben betriffjt , fo braucht man die kleine- 
h» um die Gröfse einer SonnenfinAernifs zu melTen. 
Man ftellt das bewegliche Abfehen genau auf die£nt> 
[Innung wo es die ganze Sonne fafst^ und bedeckt 
lelae kleinere Öffnung mit der Scheibe gerade um 
fo viel 9 als die Sonne vcrfinßert iß. Bey einer Monds. 
finfternifs verfährt man eben fo , nur mit Anwendung 
der giröfsern Scheibe. Die kleinere Scheibe ift in 
swölf Theile oder eben fo viele Zolle des Durchmef- 
fers abgetheilt ; die Anzahl dief er Theile giebt die 
verfinfierten Zolle des Sonnen - DurchmelTers an.A) 
Die gröfsere Scheibe ift in 3i-| Theile getheiU, nach 
dem oben angezeigten VerhältnilTe der zwey Schei- 
ben, und jeder diefer Theile ift einem Tbeil der klei- 
neren Scheibe gleich. * Man erkennt nun den unbe- 
deckten Theil der Mondsfeheibe aus der Gröfse der 
verflnlierten : indefs läfst fich, wie leicht einzufe- 
hen, bey totalen MondsfinfternilTen von dem Infiru- 
mente kein Gebrauch machen." 

Die von dem Verfaffer befchriebenen neuern 
Inßrumente find: 

I ) Drehende Quadranten » um die Armillen zu 
erjetzen. Das Werkzeug befteht aus einem Rreife, 
im DurchmelTer fo grofs als möglich 9 und auf einer 

runden 

k ^ Ftolemäus th eilte , nicht wie der arab. Aftronom den 
Duxchmeirer , fondem die Oberfläche des verf initerten 
/ Geitkns in 12 Theile oder Digiti« Almag. VI» 7. 

B b 2 



\ 



35^ Monoft. Correfp. lin. JPRlL. 

runden hohlen Unterlage horizontal anfgeAellt; 
Kann auch aus mehreren Stücken ztifammen geH 
fe^^n, wenn nur diefe gut ineinander paffen. Mü] 
dem fo aufgeßellten und vorher auf feiner Oberfll* 
che gut geebneten Kreife bringt man z wejr Quadram 
ten in Veibindung, deren Eckftäbc (^Rhgles) in ilh^ 
rem Mittelpunct Geh recht winkiich fchneiden, Qttd 
deren einer auf den horizontalen Kreis fenkrecht» und 
der andere mit dem Kreife parallel ift. An den zvfej^ 
fenkrechten Stäben und zwey vorragende Stückei 
-wovon eins in das andere hineingeht» and durch 
^ -welche eine im Mittelpunct des Kreifes angebrachte 
Axe geht , um die fich die beyden Quadranten her- 
umdrehen. /) Diefe Axe ift an ihrem obern Thdb 
durch ein Queerftück befeftigt , das von z wey Stütz* 
Pfeilern auCserhalb des Kreifes gehalten wird. Die 
Quadranten laiTen fich alsdenn einander nähern und 
\ von einander entfernen , wie es der Beobachter ver- 
langt. An den zwey Enden, welche auf der mit ik* 
nen verbundenen Peripherie des Kreifes fich drehent 
befinden fich zwey Index, die das (bey den Alten 
vom Oft- und Weftpunfct angerechnete) Azimuth 
angeben. Der Horizontaikreis ift in 360'' und deren 
Unterabtheilungen getheilt ; diefe Theile werden 
vom Oft- und Weftpunct an gezählt. Der Limbus 
der Quadranten theilt fich in 90"* und Unterabthei- 
lungen; an ihrem Mittelpuncte ift ein Zylinder,. um 

wel- 

I) Tycho hatte ebenfallf ttnter feinen Inftrumeiiteii meh« 
rere auf einem horizontalen Kreife iich drehende Qua- 
dranten ; man findet fie abgebildet in feiner Aftron. in« 
Üauratae Jülechanic«. 



XXX. Afiionomie, dßr Ar ober. 357 

reichen fich eiqe mit zwej Dioptern verfehene Al- 
idade dreht, deren Ende auf dem Lunbus fich fort* 
iiiebt. Es können alfo zu gleicher Zeit zwey Per* 
inea beobachten, da jeder Quadrant feine Alhidade 
}%m Diea Werkzeug i(t leichter zu verfertigen , als 
e ArmUleh; auch läfst fich weit mehr damit Ic^ften. 
I' dient nämlich zur Mellong des Abfl:andes j^^i* 
tCMk z^ey Sternten , ihres Azimutbs und ihrer Hö^. 
oder Zenith - Diftanz ; i|uch läfst fich durch die 
ISbte yndkleinfla Höhe nicht untergehender ^teri^e. 
;er dei Sonne die 'Breite des Orts bel^^niraeiij. 

2) jDie zwey Pfeiler. (^V inßrmnient Mt aux 
ux piliers.') Zwey fteinerne Pfeiler,, bejuahe fecha 
len hoch; an ihren obern Theil find Stücke voa 
oh , durch die man zwey Löcher bohrt, um eiiien 
oeerhalken durch zu fchieben , der von einem Pfei* 
r zum andern läuft. Auf der Mitte des Queerbal* 
;n ift ein Zylinder befeRigt^ um den fich eiq Stab 
in Sadjeh - Holz dreht , si ^^^^ ^^"g ^i^d 4| Elle 
eit. Man ^ieht mitten auf dem Stabe, feiner gaii- 
in Länge nach eine Linie, mifst daran fünf Ellen 
id macht ein Zeichen : dies ift der HalbmelTer des 
reifes, den der Stab befchreibt, indem er Ochum 
»n Zylinder dseht. Senkrecht über dem Zylinder 
n die Gegend herinn, vfo das Bleyloth hinfällt, 
richtet man eine Bafis, und befefiigtan ihr paral- 
1 mit dem Horizont, einen .ande^ Zylinder, um 
m fich ein zweyter Stab von 7J Elle dreht , >vel- 
ler der Cbordenftab heifst ; auch an diefem Stabe 
ifst man fünf Ellen und macht ein Zeichen. Die- 
9 Raum theUt man in 60 Theile , und was noch 

voa 



^5^ SlonaÜ. Correfp, iSiu JlPBlL. 



^. 



von dem Stabe übrig iß 9 in 25 Theile; alfadasGai 
ze in 85 ; jeder diefer Xbeile wiyd in 60 andere ge»] 
theilt. Um nicht erft eine Redaction aus Tafeln v01^] 
nehmen zu müHen , fchreibt lüan auf ebein diefem 
Stabe den Bogen fogleich neben feiner Chorde hin. 
An der nördlichen Flache des aufgehängten Stabe« 
befinden Geh zwey Ab f eben , die um eine gemeine 
Elle Ton einander entfernt lind. Ift die Soune Im 
^Meridian 5 fo erhebt man das £ndede8 aufgehängten :j 
Stabes gegen Norden, bis das eine Abfehen durch 
das andere in Schatten gefetzt wird, und bis der 
/Strahl aus einer der Öffnungen beyder Abfehen in ^ 
die andere fällt. Auch das Ende des Chordenßabs h 
erhebt man fo lange» bis feine Fläche das Ende des ie 
Halbmellers oder des aufgehängten Stabs bernhtt. 
Der Chordenßab gibt nun das Complement der Hö* 
he. Nördlbch von den zwey Pfeilern errichtet man 
eine Mauer in der nämlichen Richtung» 5 Ellen lang 
und 6 Ellen hoch ; an ihrer ödlichen Seite befeIHgt 
man einen Quadranten» um Höhen zu nehmen. 

3) Sinus- und Azimuthai 'Inßrument. Ein 
Kreis , der auf einer hohlen Unterlage horizontal ge- 
ftellt ift, und an welchem die Enden von zwey fei- 
ner Durchmeffer gegen die vier Weltgegenden gerich- 
tet find, Diefer Kreis hat einen hölzernen Diameter» 
der innerhalb deffelben fich umdrehen läfst, und 
durch den feiner ganzen Länge nach eine Vertiefung 
geht. Zwey Stäbe von der Länge des Kreis - Radius, 
und an ihrem obem Ende durch ein Scharnier ver- 
bunden , bewegen fich in diefer Vertiefung mittelft 
eines Laufes von der nämlichen Dimenfion und fiel- 

Icn 



/ 



XX!SC. Aftronomie der Araber» '35^ 

f 

^ha genau eine Art von Preportional- 2^rkel vor^ da 
[ttan fie nach Belieben einander näberiioder von eit^ 
imder entfernen kann ; man nennt fie die Mefsftäbe 
it^gles de mefure^y Um ihr Wanken zu verhüten-^' 
befefttgtman aof der Mitte des DarchmeHers anzwey 
Seiten der Vertiefung^ zwey andere fenkrecbteStäbre, 
die ihrer ganzen Länge nach gefpalten find; in die- 
len Ritzen erhöht oder erniedrigt man durch die B^ 
wegang der Stäbe» die fie verbindende Axe.. Die 
Me£sCkäbe tragen auf ihrem Rücken zwe;^ Ableben, 
and an ihrem untern £nde einen Index » welcher 
«uf den eingetheiken Rändern der Vertiefung den 
Sinus des Complements der Höhe aiigielpt. Die 
Ränder der Vertiefung find fo eingetheilty dafs man. 
jedem Radius 60 Theile giebt , die noch ihre Unter- 
abtheilungen haben : man fängt von der Mitte dee 
Dürchmeffers an» die Theiie zu^ fchreiben und zu 
zählen. 

4) Der Sinus und Qiieerfmus. Ein Werkzeug, 
dem vorhergehenden fahr ähnlich, auch mit Kreis« 
Diameter und fenkrechten gefpaltenen Stäben : au 
den Abtheilungen zeigt fich zu gleicher Zeit der Si* 
nuSf Cofinus und Sinus verfus der Höhe des Ge- 
lUrns. 

5) Das Vollkommene* Die Befchreibung im 
Grnndtext hat Dunkelheiten ; Für jeden Fall verdient 
das Infirunpient den viel verfprechenden Namen nicht. 
£s hat einen Höhen - und Chordenßab, und kommt 
mit den zwey Pfeilern in vielen Stücken überein ; 
man findet damit, Hohe und Azimuth. eines Sterns. 
Der Verf. fcheint dies Werkzeug den parallactifchen 



560 JlfofKifl. Chrrefp. tStt. JlPRIU 

Stäben des Ptolemäus entgegen 211 fetfeeii » an 
er vieles zu tadeln findet. . Nach dem AlmageBi 
12 (vcrgl. Bailly Hiji. 4e V Aßron. lAod. T.L f. 
beßand da« Triquetrorif oder die paralla<^ircben 
be des FtoUmäus aas zwey gleichen hölzernen 
ben 9 die 7 Fub lang und In 60 Grade geth^üt 
ren ; der eine war unbeweglich und mit einem Bi 
loth vertical geftellt, der andere war auf einem drii 
ten Stabe , welcher das Dreyeck vollendete , bewef^' 
licht und wurde mit Hülfe zweyer Abfehen nacb; 
dem Geftii'ne gerichtet ; die Entfernung der zwef 
erftern Stäbe 'bildete einen Winkel» der ifeaZenithp j 
AJ^fiand des Gefiirnes mafs« I 

Weiterer Inßrumente gedenkt das arabifche Mi- 
nnfcript nicht» entweder weil es, wie fchon An** 
längs bemerkt worden, nach des U ber fetzers Ve^ 
muthung unvollftändig ift, oder weil der Verf. ab- 
fichtlich von andern eben fo wichtigen Inßruraen* 
ten» z. B. von folchen, welche zur Beftimmung det 
Zeit gehören, nichts fagten wollte. Was die Zeifc- 
beltimmung betrifft» fo iß zwar die Exiftenz der 
Pendeluhren unter den Arabern noch problematifch» 1 
fö viel aber ift gewifs , dafs Cie vielerley Arten von * 
Uhren hatten. Hadji - Kalfa unterfcheidet drey Gat- - 
tungen derfelben» Wail^rühren» Sanduhren» und 
folche» die durch combinirte Räder bewegt wer- 
den. Wie Baiüy in feiner Hißoire de VAßr. mod^ 
T. I. p- 246 anführt» fo hat Bernard ^ (in welcher 
Schrift» fagt Bailly nicht) aber ohne feine orienta* 
lifche Quelle zu nennen, dieBehauptung^aufgeßellti 

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\^BKSii Afircmairi* 4t9 Jntirk 



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Anber hrimidie ileinflcii TfadUb^ djsr Zeit g«- 
Q darch Wafletabreii » grofse Sonnennhrea 
Iqr«^ Pendeluhren.^ Aach ein aVi Huttington^ 
iteter Brief Ton Bentard foll über die Pendd» 
i und andere aftroaomifcbe, Inftnunente dci^ An» 
iheie Nachricbtei) embalten» 



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ÜKeir die geographifche Pofition 

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von Toiiloufe. 



Jrtolemäus fetzt in feiner Geographie die Breite von 
Touloafe auf 44' 15' , folglich 40 Minuten zu weit 
nach Norden. Keppler in feinen Rudolphinifchen 
Tafeln (1627) kommt der Wahrheit fehr nahe» er 
bat 43*' 35'. Die Connoijfance des tems vom Jahr 
1679 entfernt fich wieder davon und giebt für diefe 
Breite 43* 29 • Endlich fetzen die Jahrgänge I7o^ 
bis 1744 folche auf 43"* 37', und bezeichnen fie mit 
einem Sternchen^ aU Merkmal, dafs folche von den 
Farifer Akademikern beßimmt worden fey. 

In der That im Jahre 1700 kam Gaffini nach 
Touloufe, und beobachtete mit einem drcyfüfsigen 
Quadranten eine Mittagshöhe der Sonne» und eine 
des Polarfterns , woduich er im Mittel für die Pol- 
höhe diefer Stadt 43* 37' 6" erhielt, wie man fol- 
ches in der Figure de la terre angegeben findet ; al- 
lein wo, und in welchem Theile der Stadt diefe 
Beobachtungen gemacht worden find, wird nicht 
gefagt. 

Eine Stadt wie Touloufe, welche eine Bevplkef 
rung von 48taufend Seelen hat,i nimmt keinen klei- 
nen Flächenraura ein, Sie erftreckt fich von Norden 
nach Süden, das ift, von der Minoritenkirche {MU 

hinus) 






XXXI. Cfogr. Pößtiam v. Ttmhufe. 36^ 

jiimes^ biszarFranzisluinerkiTche (^RScoüets)^ wel- 
che an den ^ufserften £nden der entgegen gefetztea 
Vorftädte liegen, auf 1963 Toifen , welche einem Hirn- 
melsbogen von 2' 5' zukommen. Von Oden nach 
Weften vom Thore SArnaud Bernard bis zum 
[ SchloTs- Thore (/a Fortedu Cßiateau) find 1025 Toi- 
fen , w^elche i' 4' betragen. In einer fo grofsen 
Stadt mafa man daher nothwendig den Platz ange- 
ben, auf welchem man feine Beobachtungen ange- 
fiellt hat« 

Darquier , im I, Bande.feiner Obfervations aßra» 
nomiques faites ä Touloufe (Avignon 1777) giebt 
fich viele Mühe, wahrfcheinlich zu machen^ dafs Caf- 
ßni feinen Beobachtung&piatz im MinoritenkloHei 
bey dem berühmten Pater Maignan"^) aufgefchlagea 
habe^ allein fein Etikeli Cajfflni de Thuri fetzt dies 
aufaer allen Zweifel, da er in feiner Difcription gio- 
metrique de la France jp. 29 ganz belli mm tfagt, AäCs 
fein Grafsvater diefe Breite bey Minimes beobachtet 

habe« 

Ein 

•) Emanuel Malgnan (und nicht Magnan, wie fein Lands- 
mann Darquier falfcli fchreibt) ift in der gelehrten Welt 
durch [eine Perfpectiva horaria Romae 1648 foU bekannt» 
welche zu jener Zeit viel Auffehen mächte ; man hielt 
allgemein dafür, dafs er der erfte wer« welcher dic^ 
wahre phyfifche Erklärung von der Strahlenbrechung 
gegeben habe , welche Erklärung ( obgleich nachher für 
irrig erkannt) fogar der berühmte cnglifche Geometer 
Barrow in feine Lect. Opt. II. Art. IV aufgenommen hat- 
"^te. Diefcr Minorite Maignan,'iix nicht mit Dominie 
Masnan zu visrwechfeln , welch letzterer in d'en Jahren 
x*j^2 — 1775 in Rom verfchiodene gefchätzte numitmaci« 
fche Werke herausgab. 



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,364 MoneM, Correfp, igu. if PRIL. , . 

Ein Ingenieur in Tovloute Namens Garipuyi*):^ 
bekam Liebhaberej zur Sternkunde ; er fchaifte üch^ 
Inßrumente an^, richtet« (ich auf einem Thifrm der 
(Stadtwälie eine kleine Sternwarte ein» und beobr 
achtete dafelbfi: von 1736 bis 1750, £r machte fichV 
nachher bequemer» verliefs den Thurm, und baute 
fich in feine^u eigenen Häufet welches ^'u den aca« 
demifchen Garten ftöfst, eine Sternwarte, in wel* 
eher er vom' Jahre 175 1 an feine Beobachtungen fort« 
fetzte. Nach feinem 1 ode brachte die Province da 
Languedoe diefes Haus mit allen aftronomifchen 
Werkzeugen käuflich an fich» und ßiftete dadürcl^ 
^ine fortdauernde Sternwarte , daher fie auch den 
I Namen V Obfervatoire de la- Province erhielt. Dar^ 
^uieri9 Hey 9 Rivet , Hadancourt und f^idal, beob* 
achteten auf diefer Sternwarte, und gegenwärtig 
(Februar igii) bewohnt und benutzt diefelbedet 
lAeue Director Mr. Daubuijfon ^ von welchem wir 
in gegenwärtiger Zeitfchrift fchon einige Beobach* 
tungen bekannt gemacht haben. 

Als Darquier aniing lieh mit Aftronomie zu be- 
fchäftigen , fo beobachtete er zuerlt auf dem Wall- 
Thurm, d^nnim (?/zr^i/y'fchen Haufe; und da ihm 
diefes endlich zu befch werlich wurde , fo baute er 
fich eine eigene Sternwarte auf feinem Haufe, fchaff- 
te fich eigene Inflrumente an »"^ *^ womit er feine im 

Druck 

* ) Auch bekannt durch ftine im J. 1774 in 23 Blätter her« 
ausgegebine fchöne Karte du Canal de L^nguedocl 

f*) Dar^mWi Bücher und Infbumente find gegenwärtig 
;' in Touioufe xujrerkaafen. Bs.fix^d darunter vier af^ro^ 

' x|omi- 



XXXL Geogr. Pofition v. Touloufe. 365 

Dracli erfchienene Beobachtutjgen bis atu Tei^em To- 
de^ fortgeretzt hat. Bej .Darqiiier's Beobachtungen 
find daher drey Beobchtungs - Plätze in Acht zu neh* 

men. 

Im Jahr J739 kamen Caffini de Thury und Mo- 
raldi nach Touloufe ; Qe beftiegen den höchilen Kirch« 
thnrm der Stadt VEglife de La Dalbade. Allein es 
Iß nie bekannt geworden, welche Gattung von Be- 
obachtungen fie dafelbft gemacht haben , ,ob es Brei« 
ten-Beftimmungen oder blos terreßrifche Winkel 
waren, denn weder in den Parifer Memoiren, noch 
in der Meridienne verifiSe ^ noch in der Defcrtption 
geometrique de la France^ wird diefer Beobachtun- 
gen tnit einer Sylbe gedacht. Die- Conn. de temst 
welche die Touloufer Polhöhe bisher auf 43* 37' ge- 
fetzt hatte, fetzte fie mit dem Jahrgang 1745 auf ein- 
mal auf 43* 35' 54". Cnjßni de Thury fagt nachher 
in feiner im J. 1733 herausgekommenen DSfcription 
giometrique de la France ^ dafsdiefeBeßimmung aus 
den Dreyecken gefchloiren worden und dafs der 
Kir^hthufrm de ta JDalbade der Dreveckspunct der 
Karte fey, giebt aber weder in diefem Werke » noch 
in feiner Meridienne virifiee die Drpyecke ah, weU 
che Touloufe mit dem grofsen Haupt- Netze verbhi- 
den, alles was man über diefe Stadt findet, iß, 
S. 171 der Difcription 9 der berechnete Abßand von 
Touloufe vom Parifer Meridian und deilen Perpen- 
dikel, crßern 37074 leztern 298637 Toifen, welche 
aber für die Breite von JDalbade nicht wie Cajjßni 

fagt, 

nomifclie Quadranten, ein dreylüfsiges Dollondifches 
Fernrohi'j ein englifcher Zeithalter u. f, w. welche um' 
^ fehr billige Freife zu haben ßnd,^ 



366 MonaÜ. Correfp. igu. JlPRIL. ' 

Tagt, 45* 35' 54* • fondern ia einer Abplattung 
berechnet» u' weniger, das ift 43* 35' 42/2 ge-'l 
ben. Die Länge von Paria folgt daraus 53' 43" oder 
in Zeit 3' Ht^P ^vefil. 

In Touloufe find demnach fünf aßronomifche 
Puncte wohl zu unterfcheiden , wenn man von de* 
nen in diefer Stadt gemachten Beobachtungen und« 
Beftimmungen einen richtigen Gebrauch machen 
will. Nämlich 

i) Die Sternwarte auf dem Wall, la Tour du Hern* 

pari 

2) Die Sternwarte der Frovince» im ehemaligea 
Garipuifcjien Haufe 

3) Des Mr. Darquier in feinem eigenen Haufe 
4), Der Minoriten, wo Co//?/« beobachtet hatte 
5) Der Ca//z7wTche Dreyeckspunct, der Kirch thurm 

de la Dalbade. 
Wir haben uns Mühe gegeben, die geographifche 
Fofition diefer fünf Puncte auf das genauefte auszu* 
xnittehi, und haben uns daher nach den refpectiven 
Entfernungen und Azimuthen diefer Puncte nach 
den neuetten VcrmelTungen beworben, und folche 
iauch durch die Gefälligkeit des jetzigen Directors 
Mr. JDaubuiJfon^ und durch die Mitwirkung des 
Stadt-Ingenieurs auf das ailergenaueße erhalten , wei* 
ches um fo nöthiger war, da diefe in lDarquier*s 
Werk aa^egebene Entfernungen nicht genau find. 

Nuifr war es darum zu thun, einen der fünf 
Puncte zum Fixpunct zu wählen , worauf man als- 
dann die übrigen beziehen konnte. Wir trugen Be- 
denken , den C^y/Z/z/fchen Dreyeckspnnct, de laDaU 
lade, dafür anzunehmen , da diefer Punct nicht nur 

kein 



XXXL Geogr. Pofition v. Taidoufe. 367 

i Hauptpunct de9 Carfiniichen Dreyecks- Netzes 

fondern dellen Verbindung mit diefem Netze» 

wir fchon' erwähnt haben« nirgend vorltommt. 

glauhten daher der Darquier' ichen Sternwarte 

Vorzug geben zu müflen , erjlens , weil auf die* 

im iängllen und am genau^Iten beobachtet wor* 

ift; zweyieiiSf weil die Breite diefer Sternwarte 

befonderer Sorgfalt , mit belTern Werkzeugen » 

l wovon die Original -Beobachtungen noch vor* 

den und in jedermanns Händen find » beßimmt 

rden ift. Darquier gebrauchte zu diefer Beßim- 

ng einen 2§ füfsigen Quadranten ganz von Mcffing 

L welcher in Paris unter des Abbe de la Caille 

'ficht von dem Mech'anicus Canivet verfertiget 

rd ; er bediente fich foAvohl der Zenithalßerne, 

der fogenannten Horrebow'^chßn Methode, wo- 

: er im Mittel 43" 35' 40" für feine Breite er- 

U. Alle diefe Beobachtungen wurden nach den 

leiten Angaben der Stern • Declinationen von vorne 

echnet, und wir erhielten für die Breite diefer 

rn warte folgende Kefultate : 

Jahri76i Märzu.Ap"! Capeila 43' 35' 49,''o 

1761 Sept. . . • Deneb . ♦ . . . 46, 5 

1764 Sept. .... Wega ..... 39, 3 

J764 Sept Deneb • • • • 469 5 

f * . . . . p V^ ] 

27641 Sept. > . • ^ 46, X 

[ . • • . Foitialhaütj 

1774 Jan. .. • • • Capeila • • • • . 46» 6 

j" . . . ß Cafüöp. 1 ' 
i774Jan. «; > . . • , 37, 5 
\ . . fl Androm. J 

Im Mittel 43* /3s' 44/5 

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xxxn. 






XXXII« VeffiftigungdesFUntglafesinFranltr. 369 

XXXII. 

über die 

Verfertigung des Flintglafes 

in Frankreich» 



JVj.ehr als ein halbes Jahrhundert War feit der erßen 
Entdeckung achromatifcher .Gläfer und der dazu 
DOthwendigen Eigenfchaften des Flintglafes verßri* 
chen» ohne dafs ein wefentlicher Fortfehritt in die» 
fem fo höchft -wichtigen Theile der Optik, von 
deHen Ausbildung die, höhere Vollkommenheit der 
beobachtenden Aftronomie haupträchlich mit ab« 
hängt, irgend gefchehen wäre. Nach den Arbeiten 
von JEuler, Clairaut ^ Klingenßierna ^ Klügele Bos» 
eovich und andern Mathematikern, blieb für die 
Theorie achromatifcher Fernröhre wenig mehr zu 
wüufchen übrig; allein der practifche Theiljiielt 
, nicht gleichen Schritt , und vorzüglich blieben bis auf 
die neneften Zeiten alle Verfuche, auf dem Conti* 
nent brauchbares Flintglas zu erhalten , völlig frucht- 
los« Der im Jahr 1775 von der Pari Ter Academie auf 
die Verfertigung diefer Giasart gefetzte aufserordent- 
liche Preis wurde zwar damals eineiil Herrn Libaud^ 
AITocie bcj der Glas-Manufactur von P^aldanoy zu- 
erkannt; allein ungeachtet mehrerer von diefem 
Klünftler get.hanener finnreicher Vorfchläge, wurde 
doch das gefuchte Refultat keinesweges erhallten. 
Mqn. Corr. XXUL ß. ißii. C c Seit- 



/ 



/ 



37^ MonatU Carrefp. igiu AV^IU 

Seitdem liefsen es nun zwar Mathematiker if Fabri*)^ 
canten und Speculanten nicht an Verfuchefi zu Flin^. 
glas - Verfertigung fehlen « allein leider ientfprach ni^ls 
gends der Erfolg der Erwartung. So kam ^s alfOiU 
dafs. wir bis auf diefe Zeiten » in Hinficht der Ve^ V 
fertigjing aller beüern dioptrifchen Inßrumente • völ* ]^ 
lig abhängig Von England blieben» indem dies zeit- )■ 
her das einzige Land wat « Avas Flintglas lieferte. In r 
neuem Zeiten erhöhte fich das Bedürfnib diefes Pro« l 
ducts in guter Qualität immernoch mehr» einmal V 
wegen der Schwierigkeit 9 in den jetzigen Zeitnmfiän- \ 
*den überhaupt etwas aus England zu bekommen« % 
und dann auch» weil es beynahe fcheint » als fey man 
dort nachläffiger in diefer Fabrication geworden » in« 
denf wir oft Künßler claräber klagen hörten « dafs 
häufig grofse, Tafeln engUfchen Flintglafes » nicht 
cIq einziges zu einem Achromat brauchbares Stück ■ 
enthielten* 

Bey diefer immer zunehmenden Wichtigkeit ei* 
ner Erfindung« die jetzt das ganze Continent in 
Hinfieht unfrer fchönfien WiiTenfchaft » von jenem 
Infellande abhängig machte» war es zu erwarten, 
dafs alleKünftler» denen die nöthigen Mittel zu Ge- 
bote banden, ihre Bemühungen » die Fabrication die« 
fer Glasart zu erhalten * verdoppeln würden J Wirklich 
war dies der Fall und der Erfolg hat jene gekrönt. . 
Schon früher wurde mehrmal in öffentlichen Blät- 
tern» fo'wohl von der gelungenen Flintglas -Fabrica- 
tion in Frankreich » als von der in der Nähe von 
München von Herrn i)oh Utzfchneider und Haupt- 
mann Bxichenbttck begründeten Fabrik gefprochen ; 
allein da wir eines Theils Producte davon zu feheh 
— tioch 



XXXII. ViKfertigirngdeiFUntgtafesinPrany. ^ft 

Böch kein« Gelegenheit hatten « und alle jene Nach* 

Hebten eben nicht authentifch waren» To vetmiedeil 

tvir es abfichtlitih # . biet diefes öegenftande» zu etr 

V Wähnen. Jetzt abet Wo das Zengnifs von Männern 

i tVie L,a Plade^ Biot^ GharUf und f^aUqueUn ^ kei* 

tien Zweifel darüber läfst» dafs es in Frankreich d'eii 

yereinigteu Beraühungen der Herrn iJ/irtigitei und 

Cauchöioö wirklich gelungen ift« Flintglas # und mit 

diefein mehfere vortreffliche gröfsere achromatifche 

Fernrohre's^n verfertigen « \Vürde es gans& gegen den 

Zweck diefer' Blattet .feyn» wenn wit länger aufiän- 

deni Noti2 Von einer Entdeckung zü^ nehmen, die 

tinftreitig dntef die (chönften «diefes Jahrhunderts ge** 

hön« , 

Da felbft unterrichtete oft mit dem ^ worauf ed 
hier eigentlich ankömmt« keine ganz klar beftimmte 
Votftellnng verbinden i fo fchicken wir den BegriiT 
des AchfomatiSmüs und die Wirkung, welche das 
Flintgläs leiften mufs i mit ein Paar Worten voraus« 
Farbenluligkeit Und fcharfe Begränzung des Bildes i 
find die Bedingungen des deutlichen Sehens bey Fein- 
töhren » die aber nut durch die Compenfation meh^ 
terer Wirkungen erhalten werden können. Z\vey 
gleichartige Prismen heben zwar dasFarbenfpiel auf, 
allein der emergirende Lichtftrahl ift dann auch dem 
Einfallswinkel parallel # und würde divergirend zum 
Auge kommen« Wäre daher der von Newton ange* 
tlommene Satz« dafs.d^s yerhältnUs der Brechüngs* 
und ZerftretiUngsfähigkeit in verfchiedenen SubAan« 
i fcei» immer daüelbe bleibt« wirklich in der Natur ge* 
^ gründet« fo wui'de die Farbenlöfigkeit des Bildes « und 
die ConVergen^ det Strahlen auf einen Pijnct « gleich« 

C c it zeitig 



I 

I 



\ 
I 



372 Manad. Carrefp. igm APRIL» 

zeitig nicht za erhalten feyn. Allein die von Ei 
anf fehr Tcharffinnige Betrachtangen a priori» ge( 
die Newton'khe Theojieerhobenen Zweifei wuri 
fpäterhin durch Verruche von JDo/to/M{ beftätigt , Airo 
es (ich zeigte 9 dafs das Verhältnifs des Brechungt- 
und Zerßreuungs • Vermögens durchGcfitiger SnbßaV 
sen in verfchiedenen Mitteln keinesweges daffelM 
ift. Auf diefe Erfahrung gründete fich die Tfaeono 
achromatifcher Fernröhre» und es kam nur daranf 
an » Subßanzen aufzufinden , deren Zerftreunng fich 
tompenürt, während e^dagegen durch ihre verfchte- 
, dene Brechbarkeit möglich wird » eine Menge un&r» 
biger Strahlen auf einen Punct zu vereinigen. Ein 
Paar folche Subßanzen fand Dollond gleich bey der 
erßen Entdeckung im Krön und Fiint^as, deren 
Brechungs • Verhältnifs ungefähr wie i$3 : 158 und 
das der Farbenzerßreuung wie 2 : 3 iß. Was -für 
VerhältniiTe beyder Glasarten , die vortheilhaftefte 
Wirkung hervorbringen, darüber geben Theorie und 
Erfahrung nähere Auskunft; hier iß es hinlänglich 
zu bemerken» dafs es oflenbarbey der Zufammen« 
fetzung beyder Gläfer» nicht fowohl auf abfolute 
als vielmehr auf relative Verhältnifle ankömmt. Das 
prädominirende Zerßreuungs - Vermögen des Flint- 
glafes wird durch deüen gröbere Schwere» diebeym 
englifchen gewöhnlich 3,3 beträgt» und durch Zu- 
fetzung von Bley- Oxyd erhalten wird» 1>e wirkt; al* 
lein wenn auch in mancher Hinßcht eine grotse Den- 
fität vortheill^aft iß» fo iß ße doch keinesweges ge- 
rade in der angegebenen Art zur Conßraction guter 
^Chromate unumgänglich noth wendig; ,wir bemer- 
ken diefen Umß^d ausdrücklich» weii die mindere 

fpeci* 



y^gimgdesFUi^glrfesin'Frantr^ 375 



% 
^ 



;^ ^üx achromatifche TeieQCope noch 

himmelweit entfernt. Lange 

^^_^ " zu Tage ift bey vielen der 

^ "^^ '•en die Beftandtheile dea 



^^ ^"^nc ''^ ^llei^i d^rin liegt die 

^ '^^ ^ minderten nicht , 

.""-V. "^ if Theilen Biey- 

"«^ *^ ' und fecha Theilen 

^ «ohtige Subßanz erhalten 

ss Schwere ungefähr 3 ♦ 3 be- 

u das ift, was man gewöhnlich un^ 

crßehi- Allein diefe fpecififcheSchwe« 

^ :^ «>ey weitem nicht hinreichend , um ein 

» ^^ ^"^ikat brauchbar für Dioptrik zu machen , 

Hl^^ n^^^^ gTO&« Burchfichtigkeit und vollkom« 

■^|P* . ^^chheif der MalTe die notbwendigften Er- 

^^4**^**«« find; indem aber deren Erhaltung» eben 

^jfS^ wi^ wegen gr^fserer Denfität nothwendigen 

rf^fll^ Von BleyOxyd fehr erfchwert wird, fo be- 

A^ill der Erfüllung bey der Bedingungen die eigene- 

^^ Schwierigkeit» der Verfertigung brauchbaren 

^iHt^fcB; für alle Glasarten, die eine grclfsereDich^ 

« l^|(«ik, and ein glänzendes Äufsere erhalten follen» 

«a J^fatz von etwas Bley - Oxyd noth wendig ^^ allein 

Aj[en Quantität ift fehr befchränkt » indem aufser- 

aei0 ^^^^ eines weifsen durchfichtigen Giafes eine 

jg^br oder minder gelb -dunkle Farbe erhalten ^vird; 

. ugt fich ^ipmal bey der Vitrification die gehörige 

Ooantität Bley - Qxyd mit dem Sande ( das Verhältnifs 

^ßg erft^m beträgt nicht die Hälfte des Gewichts ) 

verfitindeni (o hält es Ich wer» diefe Malle mit andern 

10 genaue Verbindung zu bringen ; fie veonifcheu 

lieh 



die ihn endlich znm ZwecH führten. Pie ganze IHf* 
ftellun^, die der VerfaÜier in vorliegender Abhandlung 
von deq Gang (einer Bemühungen giebt, und yoii 
" der wir hier nur dä9 WeCentUchße ausbeben kön* 
nen, ift febr lefenswerth. Zwej^ Urfachen waren 
es hauptfäcbiich» die da^u beitrugen , hülyerUin allo 
Verfucl^e, brauchbares Füntglas in Frankreich zu 
verfertigen t vereitelten* £inmal der Mangel an Kryt 
fiall Fabrihen, wo nur diefe dichtere Glasart Yerfe^ 
tiget wird und von denen erft feit z 5 Jahren drey io 
ganz Frankreich begründet ündt nnd dann der nach« 
theilige Glaube , dafs nur eine fehr grofse Dicbtigkeit 
nnd fpecififche Schwere das Haupierfordernifa dei 
guten Flintglafes (ey , während gerade dadurch dev 
.Erhaltung der weCentUchern £igenfchaften » die in 
Helligkeit und grofser Reinheit beßeben, vermehrte 
Schwierigkeiten in Weg gelegt werden. Dafs all« 
Verfuche im itlcinen» brauchbare^ Fiintgla9 «u er- 
halten « durchaus fruchtlos bleiben mülTeni unddafs 
nur grofse Kry<Ilall • FabriHen , WO bedeutende IVdaf« 
Ten diefer edlen Glasart erhalten werden, dahin lüb* 
ren können 9 wird durch die Tbatlachen» die der 
Verfaller hier beibringt» ganz aufaer Zweifel gefetzt, 
fo daf$ jeder Privatmann, der bey kleinen Verfucheo 
gutes Flintglaa erhalten zu haben vorgiebt, mit ziem« 
licher ßertimmtbeit entweder für einen Charleun 
oder Ignoranten zu halten ift. Das Verdienft , «uerft 
neuerlich brauchbares FUntgU^ geliefeK zu habeo, 
yiM, Yon D'4rtigu^^ leibü, H^xrn Vufougtray ^ Bc- 
IJtzerderliTyftallfabrik^i^ Crenzot^ zugeftanden; al* 
lein freylich wären dies nur kleine Stücken, bjos 21» 
; Hgnd - Perfpqctiven brauchbar, und der Weg der 

von 



X^XIL Verftrtigut^desBii^gtcifesinFranir. 375 

* 

I 
f 

V 

TOn da bis zu dem für achromatirche TeieQCope noch 
zarack za legep war, himmelweit entfernt. Lange 
und vielleicht noch heut zu Tage iß bey vielen der 
Wahn herrfchend^ ala wären die Beftandtheile dea 
Flintglafes ein Geheimnifa ; allei^i d^rin liegt die 
Schwierigkeit der Verfertigung im mindefien nicht, 
indem mit einer Mifchung von fünf Theilen Bley* 
Oxyd, zwey Theilen Fotafche und fecha Theilen 
Sand, allemal eine durchfichtige Sub (tanz erhalten 
ivird, deren rpecififche Schwere ungefähr 3.3 be- 
ilegt und. hiernach das iß, was man gewöhnlich unt 
ter Flintglas verßebt. Allein diefe fpecififche Schwe- 
re allein ift bey weitem nicht hinreichend, um ein 
Iblcbea Fabrikat brauchbar für Dioptrik a^u machen , 
iodem hierzu grobe Du rchüchtigkeit und voUkom« 
mtne Gleichheit der MalTe die nothwendigften Er-* 
forderniHe find; indem aber deren Erhaltung, eben 
darch den wegen gröfserer Den fi tat noth wendigen 
Zu(atz von BleyOxyd fehr erfchwert wird, fo be- 
Hebt in der Erfüllung beyder Bedingungen die eigent- 
liche Schwierigkeit, der Verfertigung brauchbaren 
Flintglafes; für alle Glasarten, die eine grcffsereDich^ 
tigkeit und ein glänzendes Au fsere erhalten follen, 
ift Zufatz von etwas Bley - Oxyd noth wendig, allein 
deilen Quantität ift fehr befchränkt , indem aufser- 
dem ßatt eines weifsen durchfichtigen Glafes eine 
mehr oder minder gelb -dunkle Farbe erhalten wird; 
hat fich eifinial bey der Vitrification die gehörige 
Quantität Bley « Qxyd mit dem Sande ( das Verbältnifs 
des erftern beträgt nicht die Hälfte des Gewichts ) 
verbunden , fo hält es Ich wer , diefe Malle mit andern 
in genaue Verbindung zu bringen ; fie vetmifcheu 

V fich 



I' 



376 ' JDaMtf. Cwtejp. igiu APRIlm 

fich ohne ßch zn verbinden t und der Ver&üTer figlr 1 
daCs bey Verfertigang fehr fchwerer Glasarten 5ften^ 
ä€t Fall eingetreten fey, daCs beytn £rkalten die 
Glasfchichten fich völlig getrennt hätten , von denen 
die eine 5 » 5 » 4ie andere 4 , z rpecififche Schwere g^ 
habt haben 9 ofingeachtet beyde Maüen dnrcb eine 
und diefelbe Schmelzung erhalten worden wär^> 

Wo folche Abfonderungen ßatt finden» da wird 
daa Refultat fiuch meiftentheils «in mehr oder weni- * 
gier gefärbtes Glas fejn , was zwar durch Zufatz vott 
Braunßein, Salpeter, Arfenik, Spiesjlas etc. verbet 
ter%9 allein nie fo vollkommen erbalten werden kann» 
als es die reine Schmelzung phne Anwendung lol« 
eher Correctife giebt. Eigentlich gutes .Flintglai,\ 
kann alfo nur dann erwartet werden » wenn durch 
eine hohe und lehr gleichförmige Teniperatur, die 
in einem ßchmelztiegel befindlichen Subftanzen fo 
vollkommen mit einander verbunden find » daEs die 
refultirende MalTe durchaus gleichartig ift. Allein 
nur höcbft feiten ift dies zu erreichen 9 und allemil 
wird die in einem Topfe befindliche Schmelzung ver* 
fchiedene Denfität und Güte haben. Die oberfte 
MalTe i^fi meiden theils durch Schaum und nicht ge- 
fchmolzene Sandkörner unrein, während dagegen 
der untere Theil immer ein Übermaafs des fich fe« 
tzenden Bley-Oxjds enthält, fo dafs beyde Theile 
gleich unbrauchbar wegen Undurchfichtigkeit oder 
dunkler Farbe find. Alfo nur aus der Mitte des Glas* 
Hav.ens kann eine gute Maüe erwartet werden , de* 
ren fpeciflfche Schwere dem ungeachtet in Verliältnils 
der Höhe der Schicht oft Verfchiedenheiten von 3 , } 
fai^ 3 »35. zeigen wird. J^och hat diefe Differenz-, 

V . fobald 



:♦;♦,< c 



Vir fgrtig m g des TUniglafes in Frwnkr^ J77 



bbald die Schichten felbft nur parallel unter einan* 
ler find keinen nachtheiltgen Einflub auf die Güte 
let.Olafet» Atiber den bemerkten Unvollkommen- 
sten der obem und untern MalTe, wird auch mei- 
Bentheils die an den Flächen des Tiegels befindli» 
ehe unbrauchbar, indem diefe irdenen Gefäbe von 
ttitj'Oxyd angegriffen werden» und dadurch am 
&and eine eigne Art von Vitrification hervorBfTngen» 
die' fall immer nachtheilige Streifen cur Folge hat. 
D|e hierzu neuerlich in Vorfchlag gebrachte Fiatina 
hilft dem Übel nicht ab , da fie theils bey fehr hohen 
Temperaturen auch nicht unverfehrt bleibt , und 
dann auch bej der hier noth wendigen Fabrikation 
im Groben wegen ihrer Koftbarkeit und Seltenheit » 
vnan wendbar ift. Der Verfaffer hält alle bef anders auf 
FUntglaa gerichtete Arbeiten für unDaflend, in» 
dem alle Kryftall- Fabriken an den Tagen, wo die 
Glasmaffe befonders fchön ift » diere Glasart liefern 
können, Tobald die Vorficht dabej gebraucht Wird, 
dab das erfteDritttheil des Havens bu gewöhnlichen 
Kijftallwaaren , und nur die mittlere MaiTe KuFabrl* 
kation von Füntglasplatten angewandt wird, indem 
das mehr oder minder reine und durchfichtige der 
Maffe immer etwas zufälliges bleibt, was nur durch 
Verruche erhalten werden kann. Ift man hierüber 
Tsrfichert, fo bleibt dann noch eine nicht minder 
irefentliche Schwierigkeit zu befeitigen übrig , die 
b der Art befteht, wie die fiüffige MaiTe am vor» 
theilhafteften ans dem Topfe heraus zu bringen ift« 
Die fchon früher von Rochon verfnchte Methode, 
•du Glas im Gefäb felbft erkalten zu lalTen, und dann 
itt Vlatten zu zerfägen , die den Schichten parallel 

find, 



3^78 JllIonatL Correfp.'iSii AT?Rl]L 

iindi fehlen die natürlichße/za Tejiit.gab aberoj 
mehren! von d^m VerfaiTer. darüber gemachten V^ 
lachen » alleraal unbrauchbare Kefultate. Bey fcfani 
1er Erkaltung gab es Schuppen und nicl^ts aU klei 
ganz untaugliche Gläsllücken, und durch Au' 
düng einer fehr langfamen über einen Monat dau« 
den Abkühlung , wurden a^war fchöne Maüen erhi 
ten, die .aber trot« ihres fcbönen äufsern Anfehei 
doch vermöge einer Art darin fiatt gefundenen Devijt^ 
trification und Trennung des falzigten und metalli- 1 
fchen Glafes , kein deutliches Bild geben. Bey der t 
Untauglicbkeit diefes Verfahrens, mufstedas GUjstm \ 
oder Blajen diefer Glastafeln in Anwehdung gebracht 
werden« Bey einer eigenthümlichen Einrichtung» 
wo Kryfta)lplatten fo gegolTen würden , wie dies mit 
Spiegeln zu $aint * Qobain gefchiehtf glaubt der 
Verfaller allerdings vortheilhafte Refultate erwarten 
zu können» und maqht felbft Hoffnung, bey einer 
noch gröfsern Ausdehnung feiner Kryßall - Fabrik 
Verfuche diefer Art «u machen, die freylich jetzt feht 
gewagt tindtheuer feyn würden, da man Gefahr lief» 
oft mehrere Quintais diefer kqftbaren MaiTe in der 
immer ungewilTen Hoffnung zu verfchwenden , ei- 
nige ein Paar Zoll grofse Stücken brauchbares Flint- 
glas daraus zu erhalten. Das von Herrn jyArtigues 
mehreremai verfuchte Verfahren, einen Theil der 
MaiTe auszufchöpfen, auf eine Metallplatte auszugie- 
fsen und dann durch einen ftarken Druck ausbreiten 
zu laifen , gab zwar manchmal brauchbare Glasplat« 
tcm» allein allemal blieb es bey diefer Manipulation 
ein fehr werentlicher Nachtheil, dafs durch dasEiii- 
fchöpfen voX% einer Kelle , die MalTe zufammen ge* 

drücke» 



XXXII# VerffTtiguf^desFHntgk^jßsiffFranJir. 37 j 

dnickr» und beym Hexmshehßn mit der äi) denKinr 
d|ern vernoircht wird, wodurch Unreinigkeiten und 
StreiHien faß unveriu^idUch werden. Da vyriederhoite 
ITerfnche auf diefeu Wegen nur feiten oder beynabe 
Die erwunfcbte Refultate gaben , lo giengD'Artigues 
Buleut auf die gewöbnliche Methode des Clären« 
lEorück» WD der Arbeiter fo viel MalFe in Concentrin 
(eben Schiebten auffafst» aU %ur Gröfse und Stärke 
dea Zylipders erforderlieb iftf der dann aufgerchnit*, 
ten und ausgebreitet wird» Unßreitig iß dies daa 
aUereinfacbAe Verfahren • und in der Hinficht ^ dafa 
hier die MaHe gensui und unvermifcbt von dem Pun- 
cte» wo Ibao die gröfste Limpidität und Keinbeic 
irermuthen Kann» weggenommen wird« auch daa 
Vorzüglicbfte. Aus dem in der Abhandlung des Hrn» 
ZyArtigues gebrauchten Ausdruck (8.27) ^' de cctte 
fa^on ia canne pemajit leuLement la fuperficie du 
verre^ danstendroit^ ou Von a Join de la pafer ä la 
furfacOf 'ejl roulee par l'ouvrier de manißre ä fe re^ 
coitvrir fuccejfivement de couches parf-aitemeTit cou^ 
eentriqueSf qui deviennent paralleles ^ par le devc 
loppcment du cylindre^* fcbeint es, als wenp die 
ganze Maüe auf einmal aufgefafsjt werde« und wenn 
diea wirWich der Fall^wäre, fo würde eine Schwie- 
rigkeit» die wirunsaurserdem« hipüchtlicb der niög^ 
liehen Gleichförmigkeit geblafener Tafeln denken , 
wegfallen. Wir find ^n wenig mit dem Detail die- 
fer Hunft vertraut» um über die Füglichkeit « dafs 
die für eine Flintglasplatte erforderliche Malle auf 
einmairmit dem Kohr auf^ufaiTen ift» ein beftimmtea 
IJrtheil fällen zu können« allein auf fächfifcben und 
bcUimircben Glashütten« wo wir folche Qlasplatten 

ver« 



/ 



38ö UmuM. Cmfefp. fgu. APRIL ' 

Terfertlgen Taheb « war dies nicht der FalF» ipd 
der Arbeiter da hnr dnrch fucceffive Eintauchang dit 
2U Bildung eines gröfsern Zylinders erforderiiclii 
Maffe erhielt. Dafs aber bey diefer Procednr Schldh 
ten und verfchiedene Oeniitäten in der Glasplatte 
fchwerlich zu vernleiden lind , liegt am Tage. Wahl> . ^ 
fcfaeinlich hat Herr D*Jrtigues diefe Schwierigkeit ^ 
auf eine oder die andere Art beteitigt, indem ihm auf i 
diefem Wege die Verfertigung von gutem Flintglai ; 
am vollkommenßen gelungen ift» 

Von wefentlichen InterelTe Gnd die hier bejge* 
brachten Bemerkungen über das Irrige, dafs nur ein 
tehr fekweres QlaSf einen vollkommenen ^cAronMi* 
tismiis bewirken könne» und wir heben einiges dar- 
über aus , da durch diefen Wahn eine Menge Fabri« 
kanten zu koftbaren und fruchtlofen Verfnchen vei^ 
leitet worden lind und noch verleitet werden könn- 
ten. Allerdings hat die Meynung , dafs für die Zu« 
famraenfetzung von Achromaten aus Krpn* und 
Flintglas eine grofse fpecinfche Schwere der letztem 
vorzuziehen fey « eine theoretifche Begründung , dSe 
jedoch Einfchräukungen leidet. Da mit der Denfität 
das Brechungs - Vermögen zunimmt, fo folgt vei* 
mögebekannterdioptrifcher Sätze, dafs für ein dich« 
teres Flintglas eine verhältnifsmäfsig kleinere Krüm* 
mung der Linfe noth wendig wird, wodurch«eineS 
Theils die Abweichung wegen der Kugelgeftalt ver- 
mindert und denn auch derVortheil gewonnen wird, 
minder dicke Flintglasplatten zur Bearbeitung grofsier 
Objective gebrauchen zu können. Allein da wie wir 
fchon im Eingange erinnerten , die Couftruclion eines . 
ächromatifchen Objectivs» oder beftimmtet deileii 

Krüm- 



XXXII. VeffeHigtmgdesFUfUglaßsinFrankr. 381 

/ 
Xrümnmngs • Ridii nicht allein von der Natur des 

nintglafes« fondem «ach fehr wefentlich mit von 
>, der des Kronglafes abhäogen und für ein minderes 
Brechunga • Vermögen dea Letztem 9 auch 4^5 des 
. FUVitglafes fich vermindern kann, fo folgt offenbar, 
dafs'eine vermehrte Krümmung der Linfe noch kei* 
neswegea als ein nothwendiges Refuhat desvermin* 
derten Brecbungs- Vermögens des Flintglafes anzu- 
' Cehen^ft. Das gegründet« diefer theoretifchen Be* 
trachtung wird durch die gelungenen Verlache und 
Arbeiten ^es Herrn IXArtigues. und Cauchoix voll- 
kommen beßäUgt« Auch jener hatte Anfangs alle 
leine Bemühungen dahin gerichtet, feinem Flintglas 
analog mit dem englifchen eine fpecififche Schwere 
Ton 3,3 — 3,35 zu geben; die Fabrication ward 
dadurch wefentlich erfch wert und vertheuert, indem 
die gewöhnliche Kriftall * MalTe eine etwas kleinere 
fpecißfche Schwere hatte, und ein bedeutender Ge- 
winn, wurde durch des gefchickten Oi^ük^ib Cauchoix 
Verlicherung erhalten , dafs eine Seh wer^ von 3,15 — 
3,20 SU Verfertigung guter Achromate hinlänglich 
fejr, indem bey der geringern Kefringenz des fran« 
zöfifchen Kronglafes., auch die des Flintglafes klei- 
ner feyn köiine, ohne deswegen zu Hervorbringung 
des Achrbmatismus die Krümmung des Objectiyes 
▼ermehren zu müilen. Der Vortheil , der durch die- 
le verminderte fpecififche Schwere des Flintglafes 
erreicht wird, ift ein doppelter; einmal bedarf dann 
die Hrißall - MaHe eines kleinern Zufätzes von Bley- 
Oxyd , und erreicht dadurch weit ieicbter und fiche« 
rer einen vorzüglich«>n Grad von Helligkeit und 
Klarheit» und dann fcheinen auch, wie wir gleich 

V fehen 



382 Monatl. Correfp. tgu. JPRtL. 

fehen trerden » die mit folcheu Flintglas verA 
ten Achromate vor andern , bey denen eine dichK 
Giasart gebraucht wnrde» den Vorzog einer gröC» 
Lichtftärkc zu haben. •. 

Hetirn Cauehoix * delTen wir im Lauf diefer L„ 
lählttng fchon einigemal erwähnten 1 gebtihrt b€J| 
dem Verdieiift diefef Flintglas -Fabrikation ein hUfc 
Wefentlicher Antheil« indem ed durch feine fehr (^^ 
lungenen Arbeiten und feiae grofse optifche GercbiGk«; 
lichkeit conßatirt wurde» dafs diefes Flinlglas wUMi^ 
tich zu dioptrifchen Fernrohren vollkommen branclb ] 
bar ift. Alles was Herr JD^Artigues von diefer Glas* 
Art erbieit« lieferte er an jenen ab« und in kutzetf 
Zeit verfertigte diefer einzig mit Zuziehung franzöfi- 
fcher Fabrikate« aüfser einer Menge kleiner achro* 
matifcher Fernröhre» acht grofse altronomifche Te- 
lescope von 3-^6 Fufs Brennweite« die tiebft dct 
Oben erwähnten Abhandlung des Erftern dem Infii* 
tut zur Beurtbeilung übergeben wurden. Das Ur^ 
theil der Vom Inditut zur Unterfnchung diefes Ge- 
genhandel niedergefetzten Commifrion« die ans La 
J^iace^ Charles^ f^auqneUn und Biot befand, er« 
fahren wir aus ^^xn. vor uns liegenden Rapport fait 
a la clajf& des fciences phyfiques tt rnathematiques% 
de VlHjLitat^Jur un 3Iimoire de U^L jy Arti^ues ^ r*- 
Idtif ä la ß^ricatioii du Flijttglas « et Jut de graii' 
des lutlett^s ajlronomiqiies prefentees par M. Cnu- 
ehöixt ans dem wir das End-Refultat unfern Lefero 
mitiheilen wollen« In kurzer Zeit hat Caurhoix 
beynabe 200 achromatifche Objective von 2 — 6 Fq^^ 
Brennweite und 20 — 4$ Linien Öffnung des Ob jec* 
tivs dem Inftitut übergeben; eine Quantität dieaÜel 

übe^ 



r ■ 

XXXIL Verfertigung des Bintglafes in Fr ankr. 383 

Kfiberlriff^ , was von den berübmteften Künßlern wäh» 
send ihres ganzen Lebens g'elicteri; worden ift. Die 
CommilTaire verglichen zuerft die terreßrifchen Ver* 
[ grÖfserungen mit englifchen A Chromaten von glei* 
I eher Stärke, und fanden 1 dafs die franzöfifchen Ob- 
' jective den letztern in Hinlicht der Deutlichkeit. und 
Farbenlofigkeit des Bildes gleich kamen , und diefe 
durch gröfsere Lichtftärke übertrafen« // nous ä 
\ fembU heifst es fiier ert gitieral qut les lunettes de 
' M. CauehoixfontJuperieUres ä Celles de JOlollondf tatit 
! your la nettete que pout la clartd* Nöus en avons 
\ trouvi ^h peu , qui leur ßijfent inferieurts quel- 
t qu^unes produiß^aient ä peu prhs le rrieme effet. Ei* 

- ^^i^ gröfsere aÄronomifche Telescope von 4^ Linien 
F Öffnung und 3 — 4 Fufs Focal- Länge, wurden mit 

- ^ einem Achromat von* Dotlond auf dem Jupiter vet- 
^ glichen» und wiewohl Letzterer durch eine etwa^ 

gröfsere Brerlnweite den Vortheil eigentlich auf feif- 
ner Seite hatte • fo erklärten demungeachtet die 
k Agronomen Bouvdrd und Arago^ Oue les deux lu" 
\ nettes de M. Cauckoiäd leur femblent decidemeiit fu* 
perieures ä Celle de DollondJ^^ Da kein etiglifchet 

Achro- 

♦) Ücber das Veriiälthifs Aes ÖbjectivÄ iüt FoCalläiigb 
kömmt im Rapport von Biot (S.50) eine Angabe vor, 
die -wenigftens Ausnahihen leidet. Es beifst dort : IMr« 
CoMuihoix . fait habituellement des objectifs dont le dia- 
meora rqel egale le dou^icme de leur difiance focale ; 
'ae qui eft la plus courte, liniita que Ion ait generalement 
öhtenua, mhne en Angleterre, Dafs das letztere nicht im- 
mer dec Fall ift i können -wir aus Eirfahrung verlichern, 
da. wir auf der hießgen Sternwarte felbfl ein Aeqnato* 
rial befitzen, wo das Verhältnifs des Objectivs zur Fo* 
Cal- Länge nur i: 7« 5 iß. v, X» 



r 



584 MonaÜ.ConeJp iSa. APRIU 

Achroma^ von fechs Fufs Focal« Länge vorhai 
war» Co wurden diefeTelefcope des Herrn Cau<: 
mit zwey Inftnimenten von gleichea Dinienfi< 
verglichen , die der franzöfifehe jOptiker Lerel 
au6 engUCcben Flintglaa verfertiget hatte«. Hierfc 
^die Superiorität auf Seiten der Letztern za fejii 
Vortheilhaft auch übrigens das Urtheil über jeni 
von denen die Gommiflaires yer Scherten : pue le 
vait da Mr. Cauchoix leur ä paru tr^s parfait. 
double anneau de Saturne ^ qü'on appercoit ßc 
ciUrpent , fe voyit affez dißinctement avec ces g 
des iunetteSt malgrS le peu de kauteur de eet t 
für tjiorizon. Über die Güte des Fliutglafe^ l 
beifst es in dem Rapport : Nous crayons pouvou 
firmer que le Flintglas de M. deArti^gues^ dont 
fervi Mr. Cauchoix ^ eft tres propre ä faire dei 
nettes achromatiqu^s , puisque t out es Celles que i 
avons examinies . ne laijfent rien ä dißrer ä 
0gard. DieVerbältnifledervon Cauchoix bey )c 
Achromaten gebrauchten Flint* und Krongläferi 
für das Brechungs • Vermögen 157:151 und für 
der Zerftörung 160: 100« 

' Die Vorzüglichkeit des von Herrn D^Arti^ 
verfertigten Flintglafes ift hiernach eben fo vollk 
men conftatirt als die ausgezeichnete Gerchickl 
keit des Herrn Cauchoix ^ delTen Arbeiten zum , 
fsern Theil die der berühmteften engiifchen Kün 
nicht allein erreichen, fondern fogar übertrd 
Dafs wir dadurch» verbanden n^it den vortrefflic 
mecbanifcbefi Arbeiten von Reichenbach , Baume 
Repfold^ Tortin 9 Le Noir und anderer mehr » für 
ganzen Umfang nnfrer matbematifchen und aftro 



\ / 



yi^L^tl Verfertigung des FlintgiafednPrankr. ^^$ 

I 

I 

ihifclieu thäratbStite « ^oii iiuii äii gätiz unabhängig 
^ron England I die möglicBße Vollkommenheit errev' 
^eil können^ gehört tfn[treitig nmer die fchönfied 
t'tüttite üniers Jahrhunderts. 

vi 

Kenner "\Verderi gewifs über dife Schneiligteifc er«» 
^ fiatinen» mit der "Herr Cauchoicö in einem kurzeit 
Zeitraum einö folche Menge vori gröfsern und Klei<^ 
lierii Achrdmäten zu liefern im Stande Avar ^ da hd- 
i bnntlich züt völlig cömpen(irendeii Verfertigung ei- 
.- tie« züfammen gefetj^ten Objectlvs to mancherley 
I fieftim mutigen und eine folche Voriicht der fiehand- 
[ . lang gehört» dafs diefe Operation ünftreitig unter die 
: künftvolllden der ganzen angewandten Mechanik ge- 
techdet werden miifs* J^either beruhte dic/Verferti-' 
gütig gröfserer Achrömate 'meiftehtheils auf einem 
em^irifchen Tatonnement^ was dem Künftler ein 
t}eftimmte8 Geliiigeii nur nacfi vielfältigen Verfuchen 
fieberte. Ganz anders war dies aber bey Hrn* Cßw- 
thoix*s Arbeiten I der gemein fcbaftlich mit Biot ei- 
lien Appslrat und eine Verfahrungsart erfand* dievof« 
küglicli für ßeftimmung dier Zerftreuungsfähigkeit 
irerfchiedener Prismen, jedesmal ohne viejeri Zeit- 
lltifwand beftimmte Refultate gewähne. Die Gran- 
nen diefes Auffatzes erlauben es nicht« das Detail 
diefer ungemein llnnreichen Verfahrungsart hier an- 
zugeben, auf das wir jedoch ein andermal zurück 
fcu kommen gedenken^ da delTen Anwendung ge- 
Ivifs für alle Optiker von Wefentlicher Wichtigkeit 
Ift, 

/ Üer einzige Wunfeh, den die Commiffaire in 
tiinfioht des von Herrn U'Artigues verfertigten Fiint- 
. JUtöä. Cotr. XXUL B4 t8ih D d glafes 



^ 



386 KonaÜ. Correfp. Hiu JP.RIL \ 

glafesäufoert^n» gieng dahin, daCs ee vielleicht noch 
, vollliommener werden könne» * wenn ea möglidrj 
wäre, die darin befindlichen fehr feinen Streifeii: 
und Fafern ganz daraus wegzufchaffen. Hrn. D*Jr^- 
^tigues FatriOiismus und reiner winenfchaftiicher £i« 
fer» der fchon jetzt fo fchone KefüUate gewährte, 
läfst mit Sicherheit auch für die Zukunft noch wei- ^ 
tere Forlfchrltte in feiner Kunft erwarten. "= 

Ganz wird gewifs jeder Freund, der Wiflenfchaf« 
ten dem Schlufs des vor uns liegenden Rapports bey- 
fiimmen, wo es heifst: *'£w refumant ici ies faits 
dont nous vous avqns enireteiius dans ce rapport% 
nous penJon\ que Vinßitut doit conßater par leti^ 
moignage le plus honorahle Ies rijultats que M. ITAr» 
iigues a ohtenues le premier dans lafahrication eh 
grand^ d'un Flintglas reconnu iminemmctU propn 
aux ufages de Voptiquer 



i 



•J 



i 



XXXIII. 



Si 



!XXXin. ünierjuck. 9ib. d. grofsen Cometm v. lioj. 387 

? 



\ / 



• XXXIII. 

"^nterfuchungen über die^fcheinbare und wah- 
re Bahn des im Jahre 1307 erfchienenen 
grofsen Cometen. Von F. W. Beffel^ 
ProfelTor der Aßronomie in Königsberg. 
Königsberg, bey Fr. Nicolovius iQio. 



jbaft in keinem Theile der exacten WilTenrchaften 
find (ich die Fonfchritte der Theorie und Praxis be* 
Händig fo gleich geblieben > als in der Sternkunde; 
Immer hielten be^de gleichen Schritt ; vervollliomm- 
te Beobachtungen führten gröfsere Schärfe der Rech- 
nung herbey , und eben fo wirkte auch wieder eine 
ausgcbildetere Theorie auf jene zurück. Ganz be- 
fonders war dies auch bey dem Gegeußande der Fall, 
welcher uns hier befchäftigt 1 und welcher erft in der 
letzten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts , fo 
wohl in practifcher als theoretifcher Hinücht eine 
Icbärfere Beftimmung erhielt. Wahrfcbeinlich war 
hegiomontan der erde » welcher im Jahre 1472 den 
Lauf eines Cometen beobachtete ; allein fehr natür* 
lieh waren diefe Beobachtungen , fo wie alle bis zu 
Ende des lyten Jahrhunderts, fo unvollkommen, 
dafs (ich etwas lieberes über die Bahn daraus nicht 
herleiten iiefs. Nothwendig blieb auch da die rech* 
nende Bahnbeliimmung diefer Irrßerne in ihrer Kind- 
heit» und mit Newton und HaUey fängt die erße 

D d 2 < * £po- 



^SB * Monati, Correfp. tgli. ifPRiL 

£poche einet beflern ttieoretirchen ßeatbeitnng aii| 
die in unfern Tagen von La Place j Olbers , Qaü^i 
tind Le Gendre vollendet würde. Grofse Schärf^, 
der Beobachtung wird bey den meinen Cometenam 
dem doppeiteti Grunde fchwierig , weil einmal niiif 
ielcen ein beftimmt^r Kern fich^eigt^ und danil 
djicl^ weil meiftentheiis ' die Ortsbeftimiüong. nicht 
durch fette> fondern nur durch bewegliche InQrumen- - 
te erhalten werden kann^ Doch haben in neuem 
Zeiten kreismicroraetrifcbö Beobachtungen . eineü < 
Grad von Vollkommedheit erreicht, die nun bey ^ 
Cometen • fieftimmungen mehr Schärfe und Detail 
"der Pechnung erfordern ^ ala man zeithef gew5fail« 
lieh für nöthig hielt. Befonders war dies bey denl 
Cometen von 1307 der Fall^ det fich durch feine vör<< 
ü^ügliche Gröfse und Helligkeit auszeichnete 4 und 
-jährend eines Zeitraums voii fechs Monaten voü 
den berühmteren Altronomen fo häufig und mit fo 
vieler Sorgfalt beobachtet wurde ^ dafs wohl ohne 
Frage, noch von keinem frühern Cometen eine (ei- 
che Menge guter Ortsbeftimmungen vorhanden WH' 
Ten^ als von diefem* 

Sehr natürlich mufste die feltne Erfcheinnng ei- 
tles fo lichtßarken Cometen die Aufmerkfamkeit.des 
Hrn^ VroL Bejjeli der Geh, wie allen Aftronomen zur 
Gnüge bekannt i(t, gleich vom Anfang feiner aßro- 
nomifchen Laufbahn an vorzügliche Verdien Ae una 
Cometen - The<»rie erwarb, ganz befonders reitzen ^ 
und ihm zu einer wiederholten Bearbeitung der£le* 
mente feiner Bahn veranlaflen. Die hier (ich zei- 
gende fehr merkliche Abweichung der Bahn von der 
Parabel und die ZuverläfiigKeit der vorhandenen Be* 
• obach- 



I b- 



^•- 



^ 



\ % ■ 

JiXKIIlf ünterfuch^ üb. d. grofsen ComeUn v. i8oj. 3 89 

obachfnn^eii« übereengtep den YerfalTcr voo der 
_ Zweckmafaigkeit , für diefen Conajeten bey Bfiftim« 
vnog .der ^iliptifcbep Elemente aoch auf deren pU'' 
'neUrifche Slörungen Rückiicht zn nahmen. Die 
Darftt Uiing diefer Unterfiicbnng und die daraus eiw 
baltenen Kefultate, ift der Gegenftand der vorliegen* 
den Schrift, deren Inhalt eben fo lebrreich als neu 
ift.« da anf dlefe Art Cometen Eleme^nte noch nie 
beßioinit wördeii .find, indem die hierher gehöri^^^f 
Aübeiien. VOR Clairäutf Euler\ Burckhardt und ha 
flacß -weniger den vom VerfalTer beabfichtigte«» 
Zweck, die von} Einflufa der Ötörnngen befreiten 
«ein «iliptirciien £lemente ssu erhaUen , als vielmehr 
Bur hanptfächlich den hatten!, die Wiederkehr de9* 

\ Cometen za beftinmien, 

I ■ 

» - ■ • 

\ Pie Abhandlung felbft zerfällt in zivey Abfchnitte:. 

I. Scheinbare Bahn des Carneten am Himmel ^ 

JI. Beßimmung der wahren Bahn des Come- 
ten , 

mit deren Inhalt wit jetzt unfere Lefer bekannt raa*^ 
chen wollen.. Wir können uns hier hauptf^chUch 
nur auf Darfteliung der Verfahrungsart des' YerfafTerar 
befcbränken, da deffen Kefultate zum gröfsern Theii* 
Cchon früher in diefer Zeitfchrift mitgeth^ilt wrorden 
End. 

Seine eignen Bepbacbtapgen in Lilienthal , wel«^ 
che vom 4. Octbr, igoy bis 24. Febr. isog reichen, 
machte der Verfafler durch ein Kreismicrometer an 
einem fiebenfüfsigen Jferjchelfchen Telefcop. Durch 
eine eigenthümlighe Methode wurde die Gröfse de» 

Ge- 



^^ö Monad. Correfp. igiu APBIL. : J 

Gefichtafeldes beftimmt. Sind l , B< die Declinatio« 
nen sweyer Sterne, deren Unterfclfied :=: d, nahe 
dem Durdhmeffer des GeQchtsfeldea ::= D ift , t « T 
die Zeiten , die die Sterne beym Durchgang im Fem« 
röhr «abringen» fo wird 

D~d= C'^:^^ , ^^^ !(t^-4^T^)- 0^^^'^^^^ . t«T^ . ,. : 

wo jedoch d wegen Refraction eine Verbeffernng 
lerhalten murs (Mon. Corr. B. XVII S« 209) • Sehr 
oft wird das erfte Glied hinreichen ; allein beträgt 
D — d mehr wie eine Minute, fo möchten wtrbej- 
sahe die Anwendung eines endlicUSen Ausdrucks tut 
bequemer halteu. Sehr nachahm ungswerth ift die 
Art, wie der VerfalTer fämmtliche Beobachtimgen 
mittheilt, indem es durch die Beifügung von Cor« 
rections • Coefficietiten , bey künftigen Verbefferun*; 
gen der verglichenen Sterne fehr leicht ift , die cor« 
respondirende Änderung des Cometen -Ortes dar- 
nach zu beftimmen- Mit Hülfe diefer Beobachtun- 
gen und denen von Olbers^ Thulis , fVisniewshj 
und Oriani, die den ganzen Zeitraum der Sichtbar* 
keit des Cometen umfalTen, geht der Verfafler im 
zweyten Abfchnitt auf die Bahnbeßimmung des Co« 
meten über , wo er Anfangs drey Syßeme von pars« 
bolifchen Elementen und dann zweymal verbelTerte 
elliptifche liefert, von denen die leztem den ganzen' 
beobachteten Bogen fehr fchön darfteilen. Weiter 
W9r man zeither bey keinem Cometen gegangen , A 
lein da nach bekannten Gefetzen durch die Attractio« 
neu der Planeten , deflen elliptifche Bewegung un« 
auibt^rlich geändert wird , und hiernach durch eine 

ange* 



Xni. Uiäerfiieh.eb. d.grofsenC(meUHv.tSü7. fyi 

;enominene Beftändigkeii der'£leiiieiite» dieBo- 
ichtungen in eine oiFenbar falfche-Hypothefe ein* 
iwängt werden, fo fcbien es dem Verfafler zwecks 
iSbig, eine neue Bahn mit Berücklichtigung' de« 
■cöningen zu beftlmmen, zu weichem £ndzwcch 
iir in der zweyteu Abtheilung diefes Abfchnutes eine 
^gemeineMethode, die Störungen der Cometen zu 
Fberechnen » entwickelt. DieCe Beßimmung der pla« 
«atariCchea Einwirkungen» die auf dem Problem deit 
)ißrey Körpev beruht, ift an. ßch nicht neu, indem- 
kekanntiich. fchoi).mehrereGeometer, wie Clairaut, 
Euler '^ DAlernbert^ La Grange und La Place ^ 
ToUftändigeAuflöfnngen dafür gegeben haben , allein 
sam grobem Theil gründen lieh die Ent Wickelungen, 
diefcr Methoden auf mehrere, nur für unter älteres 
Planeten- Softem evliubte Vorauafetzuugen ,. die tue 
grofae Neigungen und Excentricitäten und hiernach 
£ift für alle Cometen -Bahnen unßatthaft werden.. 
"EeffeCs Zweck,, die Tom Einflufs der Störungen be« 
fireyte eliiptifche Bahn des Cometen von 1307 zu fin- 
den» erforderte daher eine andere Art der Auflöfung, 
die er in vorliegender Schrift auf einem eigenthüm- 
lichen Wege und mit einer grofsen ana.ljtifchen Ele- 
ganz erhält. Bekanntlich kömmt es hier hanptfäch« 
lieh darauf an • die Relationen zwifchen den Elemen* 
ten und den ßörenden Kräften zu entwickeln , jene 
als variabel zu betrachten und diefe Änderungen 
durch Functionen der Letztern und dann durch In- 
tegf ationenzu beßimmen. Indefinite kann dies, für 
Confignration der altem Planeten durch Reiben ge* 
fcheben , allein füs Cometen • Bahnen iß eine folche 
Integration» wenigftens für den heutigen Zuftand 

der 



I ■ ■ 

39i K<mH- Corrfjjp. i8n- A^MU '■ ■' '\ 

der Analyfe unmöglich, und der ftören^e £ihflnl|| 
kann pur theilweire mit Hülfe mecbanir^ber Quadni 
tnrei) en^ w»cfcelt werden. Dies ift 4er Weg , den bey 
frühem ähnlichfsq U nt^rfuchungen Clßirßut , 4li. 
Euler und Ltß Place genommen haben t und der in), 
Wefentlichen auch vom BeJJel befolgt worden ift. 
DerVerfafler|li?zieht den Ort dels Cometen darchdrey 
Coördinaten auf den Mittelpunct der Sonne» nn4 
geht äann yon den bekannten drey Fundament«!^ 
Gleichungen ana-, deren erfte Glieder die elüptifchp 
Bewegung, die letztem deren Störapgen durch plsh 
netarifcbe Attri^ctiopen enthalten, 

Bey £ntwickelapg diefer Gleichungen behält 
derVerfälTer die von La Orange^) gegebene Anficht 
bey, die elliptifchen Elemente als variabel zu be^ 
trachten, und derep Wertbe dprch die Aörendeq 

: Kräfte 

*) In ^er rpho4 erwähnten Abhandlung von, j^lK ^uUr^ 
'"'de per^urbatione motus cometarum ahattraetione planßlgram 
^^orta, kömxnt wie uns fcheinc» diefelbe Anücht derP^^ 
turbationen vor > die fpäterhin von La Orange aufgeftellt 
wurde. Es heifst hier pag. ip : Quare cum perturbaUQ 
fit valde parva, motus cometae itaconcipi poterit, qnafi 
fectionis conicae, in gua incedit, elementa fuccerfiri) 
mutationera patiantur. Quin atiam quantum magna e£- 
fec haec perturbatio» fpatiiun a cometa quovU tem^ 
pufculo defcriptum fpectare licebit tanquäm portiun^ 
culam fectionis cujusdani conicae, quam coipeta dein? 
ceps libere elTet defcripturus , G. perturbatio fubitö cef; 
faret. " Überhaupt verdiente wohl diefe Abhandlung we- 
geu dem Gang der Etitwickelung und den darin geger 
benep endlichen Störnngs - Ausdrücken mehr Aiümerk- 
famkeit, alt ihr zeitber zto Theii geyKOi'<ieh zu fe)'» 
»t, V* in * 



/ . 



!?■ 



k" 



JRiMltvn beftimpient . Die Coerdin^ten \yerdea 
dar€l^ Fnqctionea d^r Elemente au^gedrücKt , t^icl 
danq <luTcb gelungene ^palytirche Oper^tlbnen ^c\i% 
fileichnngei) hergeleitet, di^ im Wefen (liehen di^ 
^ toUfttpdigeAqflbfung^des Proble^as d^r drey Körper 
tnth^lten. Doch i(t freylich mit diefer blos analjtit 
{eben picht Yöllig entwickelten Darßellqng , der 
ZwecH 4ev Abhandlung noch bey weitem nicht er; 
fälltf.und der VerfalTeir geht daher in den folgenden 
Paragr^pbeo-auf die \YirHlich^ixI)i{l:eTentiiTungen und 
üuf Beftimmupg der Richtungen , der Anfangs deQ 
Coordipatep parallel angenoinm^nen Störungskräfte 
pber, woduTcb die erft^rn Ausdrücke bedöuiende 
AbkürzungeQ erhalten. Durch Subftitution der Be- 
• Aimmungen, die durch Einführung der refp. nach 
I deoi Mittelpunct der Sonne, normal auf diefe und 
; jiuf die Ebene der Bewegung gerichteten Kräfte ficb 
\ ergeben, und 9us einer fcharffinnigen Betrachtung 
i (5 37) der durch diefe bcAVirkten fuccefüven Ande- 
luogen derelliptirchen Elemente werden drey Gleir 
^huiigen erhalten 9 aus denen bey einer als conßant 
angenommenen Bahn die Correctionen der in dierei 
berechneten Cometenörter beftimmt werden können. 
Allein fowohl die fehr fchwierige , und für eine un- 
beßimmte Zeit analytifch gar nicht zu erhaltende 
doppelte Integration diefer drey Differential - Glei- 
cbniigeo % als auch der eigentliche Z wecl^ der Ab- 
handlungy der weniger Störungen des Ortes als dei: 
Elemente verlangte, beltimmte Herrn VxoLBeJJel je- 
ne Ausdrücke unberücküchtigt zu laden und nur im 
allgemeinen die Methode und die Form ihrer Inte* 

^ratk^n anzudeuten, pqr VerfaiTer geh( d^er nua 

"t ^uf 



394 ' MmatU Correfp^ rjir. JPRIL:' 

auf einigt vorher erhaltene Sätze' isnrück , und enl 
wickelt daraus die voilftändigen Gleichuneen für all 
durch planetärifche Störungen bewirkte Variationi 
der Cometen- Elemente. Da diefe Ausdrücke in 
Torliegenden Geßalt eben fo neu als elegant nnij 
practiTch brauchbar find , fo laßen wir folche hiet 
folgen, in der Überzeugung, dafs es manchem nn« 
ferer aßronomifchen Lefer Vergnügen machen wird, 
die Refultate einer fehr fcharffinnigen und verdienft« 
vollen Arbeit kennen zu lernen und viellaicht eine 
Anwendung davon zu ver fachen. 

AS BS C bezeichnen die ftörenden Kräfte, 
A' nach dem Mittelpunct der Sonne gerichtet, B' in 
diefer Ebene aber fenkrecht auf A', C' fenkrechtaof 
beyde« (f> wahre Anomalie, (p -4- w ~ dem zw!« 
fchen der Knoten - Linie und dem Radius Victor 
~ t' eingefchloITenen Winkel, q* die Diftanz des 
Cometen vom ftörenden Planeten , /u' MaHe; dannill 



B'zrx 



([x'(aO-4.y'(b0^z^c)] [^-^4] 



Crrsrx'fin.n.fin.i— j'cof n.fini^z'cof il f-^ — -ill] 

/ Das Summenzeichen £ bezieht fich auf alle Pia* 
neten , die einen ftörenden Einflufs haben , unä die 
man in Rechnung bringen will , indem bey An wen« 
düng der fogleich beyzubringenden Formeln , nicht 
für jeden Planeten befonders, fondem die Störun- 
gen aller auf einmal zvt erhalten ift, wenn darinnen 

^ die 



t 



»>:4il 



UnUffitdü ib. JL grofsm Comae%n.fi^. 395 



Be Wertbe Ton SA',, 2:B\ ZC^ gebriucht werden. 
Elle andern hier gebrauchten Bezeichnungen find 
Eolgende : n » i Länge des Knotens und Neigung dec 
Bthn gegen dieEdiptik, x^ j' z' find die auf diefel« 
bt Ebene and auf den Mittelpunct der Sonne bezo* 
gene Coordinaten des fiöreuden Planeten, (a) (aO 
(b) (b^ (c) (cO bezeichnen die Werthe von 

fin.afin.jC«-+-wH-Ot fin.acof.(a-Hw-f-(^) : 

^fin.bfin.03-Hw-f-(p), fin.bcor.(ß-«-«i-H$) 

fin. c.fin.(7Mf-to-f-(jp'), fin. ccof. (y-hw-h<P); 

• 

worin dii Angular-Gföfsen, a, b, c," «, p^y durch 
folgende Gleichungen beßimmt werden : 

cotg« « IZ tg. n cof. i ; fin. a fin « H: cof. n 

cotg.p ZZ -H cotg.n cof.i; fin. b Gn.p n fin. n 

cotg. y m 00; fin. c Cn. 7 := o; 

fin. a cof. (x IZ! — - fiii. n cof. i 

fin. b cof. ß z= -4- cof. n cof. i 

fin. c cof. y ZI -H fin» i. 

Wird der Radius vector des Cometen durch r , hal^ 
ber Parameter durch h Excentricität mit e bezcicB» 
net, und eine Gröfse T fo angenommen, dafs t-4-T 
die Zeit ausdrückt • die die wahre Anomalie beßimmt, 
fo ^Verden die Änderungen der Elemente im Verhält- 
nifs der ftörenden Kräfte durch folgende, Gleichun« 
gen gegeben : 



1^ = - rB' 
dt 



C^^ — — LO cof. («f -H 
KAxJ h 



*) 



39^ ^ - ilionf^^' Conreff. tili. 4fMU 

I . , t 

(din'V —.__£_■ Qi fin- ("» -«- *) 
dj Ji fin, 

c 






i 



dt/ , . > . 



dt/~"^ 



— B' JL (eH-;f,cpf,(f)4-CtCof.2({)) 
h 



. '.I : 



h. Ung-i 

>di/Ne h,- / 

-»- ß(^l.Cii.({)(2-i-e.con(f))— 1 Ci-t.e,CQFip(Ti+.t)')B' 
ve h > ' 

Kömmt die Bahn, ^yie dies bey den moiften^Come* 
ten der Fall feyn wird, einer Parabel fehr nahe» fo 

^ iftderWerth von f ) fehr fchwer nach diefer. 

Gleichung zu berechnen ,. und der VerfaJTqr entwi- i 
ekelt daher für diefen Fall eine Reihe, von det daa 

crfte »Glied, wias wir hierher (etzeq, meiftentheils . 

hinlänglich (eyn wird; * ] 

(££)= _!:1^ .4'C--l-K3t^-bt^**t«)H^-!^(4t-|t*) 
^dt«^ i-f-H i-*-tt 

T kleinßer Abltand voq der Sonne, a halbe groEse 
Axe ♦;, t — tang. J $, Diefe letztere DifferentiaU 

Glei- 

* ) Dafs a einmal für halbe grofse Axe und vorher für eine 
von Neigung und Knoten abhängende Gröfse , und eben 
fo t für Zeit dei Periheliunift und dann für die Tapgente 

der 



-1 



XXnL V$äitrjuck üb. d* groJsmCometen v, igoy 39^;^ 

[lung verdient ,eirte befdridere ÄüfmerkfamReit^ ein^ 
lali weil eseineEigenthümlichkeit^ier E^effeMcheü 
lethode ift« daU hiei', und wie niis dünkt ieht 
weckmäfeig (^att der mittlem Länge, die Durch^^ 
iDgs^eitdutchsi'^eTiheliüm eingeführt ift^ und dann 

ucb, weil die VoUftändige Reihe für !l-E 18.62; auf 

dt 

ine feht elegante Art gefunden wird« tind eine gro* 

te analytifche Fertigkeil vertälh« 

Die Zeh «Einheit« die diefen DiiFetehtial. Glei^ 
hängen zum Grvinde liegt i ilt die « - die ein von det 
Lraft I getriebener Körper gebrauchen würde* um 
en Raum i zurück zu legen. Die Multiplication mit 
[— o,oi'^202d989J ( Gaufs Thkmoti J i) giebt diefß 

;inheit in mittlern 'tagend tind nur bey (—^ darf 

iefe Muitipiicatioti tiicht ßatt finden ^ indem diefef 
^erth aus leicht abi^unehmenden Gründen für jede 
eit- Einheit gilt. Nach diefen Ausdrücken find die 
iglicheii Änderungen der Elemente numerifch zU 
erechneii Und ihre Summe durch Quadrattiren zu 
eftiitimen* 

Die Werthe der ftbrendön Kräfte Ä% ß', C giebt 
er VerfalTer nicht einzeln, foudern nur m derSum- 
le ihter Wirkung an ; iii mancher Hinficht würde 
ia Kenotnifs der fpeciellen Störung ]edes Planeten 
Icht ohne IntetelTe geWefen feyn* Diefe Werthd 
bey denen alle Planeten berückfichtigt zu {eyufchei^ 
len) find von 30 zu 30 Tagen mit Begründung auf 

diö 

der kalben -wahreii Änbinalie angetiomHaen iß^ Wird 
«ufmerkfame Leier nicht irren. 



398. MonatU Correjf. igu. JPRIU^ 

< • 

die von La Flace ia der Expoßtion dufyßiiM 

moftde angenommenen Maflen berechnet , und 

diefen ferner die numerifchen Werthe für die täj 

chen Änderungen der elliptifchen Elemente voi 

22 Sept. bis 20. März auf gleiche Zeiträume entwickel 

Um die mit Zuziehung diefer Störungen zu befiii 

inende neue Bahn » fo viel als möglich an die ganze 

Reihe der Beobachtungen anzufchlieCsen, reducifl 

deV Verfaffer 70 vom 23. Sept. bis 2 3. März *so8 gfr j 

machte Beobachtungen auf 6 Fund amen talörter, ver« ^ 

gleicht diete mit den , für jede diefer Epochen durch- ^ 

die vorher gefundenen Störungen dorrigirten fünften i 

elliptifchen Elementen , und formirt dann aus Kmmt« 

i 
liehen zwifchen den beobachteten und berechneten 

geöcentrifchen Orten noch bleibenden Unterfchiedeii 

2wölf Bedingungs-Gleichungen, die mittelft deiMe» 

ibode der kleinften Quadrate und gehöriger Berück« 

fichtigt^ng des mehr oder mindern Werthes, der fechl 

Fundaipental •> Örter die Correction der elliptifchen 

Elemente und hiernach die Bahn des Cometen , fo 

■wie fi^ am 22, Sept. 1507 war, geben. Unfern Lc- . 

fern find diefe Elemente und die vortreffliche Art, f 

wie dadurch alle Fundamental -Örter dargeßellt wer- f 

den , aus einem von dem Verfaller in diefer Zeifchrift r 

.abgedruckten Auffalz ( Mon. Corr. B^ XXll S. zos) [ 

fchon früher bekannt geworden. 

"Über den ganzen Gang diefer Entwickelung er* 

lanben wir uns eine Bemerkung, deren Benrthei* 

lung wir jedoch lediglich dem VerfaJTer felbft , als 

dem competenteften Richter hierinnen» anheim geben: 

dadurch dafs nach Be/fels Methode, die Störungen 

'der Elemente und nicht die des Orts beftimint wer«> 

deUf 



j|en, wird die VergleichiHig der beobachtetea und 

^jlerechneten Örter etwas mühramer« indem die Rech« 

fjiang für jede Epoche mit andern Elementen geführt 

Vfrerden mub, fiatt dafs im andern Fall die Element« 

«(^nßant bleiben, und an den daraua erl;ialtenen Re- 

..Imitaten nur eine kleine Correction angebracht zu 

^^erden brauchte. Bejfel giebt» wie wir Xchon oben 

I temerXtep » S* 53 feiner Abhandlang drey hierzu taug- 

[liehe Formeln, und in La Flace Mecaniq. cdlejl» 

IT. I. (S. 258) finden üch ebenfalls drey endliche 

; Ausdrücke« aus denen die Störungen in Läng^, Brei- 

\u und Radius Vector des Cometen durch Quadratu* 

; ren zu erhalten und» In wiefern freylich diefe Glei* 

; diungeb Leichtigkeit der numerifchen Berechnung « 

nnd hiernach einen wirklichen practifchen Nutzen 

dtrbieten » darüber vermag Rec. im Augenblick nicht 

lu urtheilen» da er deren fpecielle Entwickelung 

nicht verfucht hat. 

Bey der vorherigen Bahnbeftimmung, die eine 
Umlaufszeit von 1713» 5 Jahren gab» wurden die 
Störungen nur bis zum März igog berücküchtigt » 
iJlein da Jupiter auch dann noch eine merkliche Ein- 
wirkung hat» und vorzüglich die Excentricität we« 
fentlich ändert» fo entwickelt der Verf. durch Ap- 
proximationen deüen Störungen bis zum März 1815 
(fpäterhin werden diefe wegen grofser Entfernung 
des Cometen ganz unmerklich) und findet» dafs bit 
SU dieter Zeit die Excentricität um etwa o» 000275s 
vermindert und hiernach die Umlaufszeit auf 'i 543 Jah« 
le zurück gebracht wird. Dafs der Comet fich wirk* 

i 

lieh in einer eUiptifchen Bahn bewegt und nach Ver« 
lauf einer Periode» die von 14 — 1600 Jahren nipht 
wefentlich verfehiedenfeynkann« wieder zur Sonne 



400 - SbfiaiX. Cöttef^. tgiU APtltL? ••--" 

r ' * * t 

. JSürucft lieliireh wirdf, Aambet lalTeti die Unterrnchtlill 
gtsn des VerhUttar am Schlufs de'f votliegenden Ab'] 
handlungi k^iileti Z\v'6ifel übrig. 

Werden die fechd fundamental. Öfter um 5* g#l 
Srldert» und dabey aftgenommen« dafs alle Fehlerirf, 
.^inetley Sinn Wirken« fo Würde dadurch die Um« 
taufszeit in den Gränzen voil 1404 ^^ irif7 lahretf -> 
fchWahkedd werden; allein die Möglichkeit 1 dafi 
diefe Fehlet auf die nacbtheiltgße Art cotifpirir^n« 
Verhält fich zur Wahrfcheinlichkeit Wie t i 2043 und 
macht daher eine folche Annahme gan^ nnftatthaft* 
in wieferne aber nicht vielleicht die auf $' beßimmte^ 
Gränze der Ungewifsheit in den Fündametital- Öitent 
6t Was höhet angenommen werden müITe« lalTeii \rit 
dahin geftellt feyn. Wollte man dagegen die Beobdch*' 
tüngenin einer Parabel darfteilen* fo müfstenin deü - 
teducirten Ortern Fehlet von 35^ angenommen Wer*; 
den, was man geradezu für unmöglich anfehenkand« 1 

Die Abhandlung mit deren Inhalt WirunfereLe* ' 
ier im allgemeinen bekannt gemacht haben , ift ebed ' 
fo fehr an fich als wegen der darin befindlichen Re* 
fultate uhgemein interelTant und verdient eine Vot*' 
jsügliche Stelle unter der fehr kleinen Anzahl voll 
Schriften 1 die in unfern Zeiten wahrhaft zur Berci* 
cherüng dcrWiirenfchaft beytrageti* NürWenigWird 
im Ganzen phyfifche Agronomie iii Dentfchland und 
Von Deutfchen bearbeitet, und es ill daher eine üih 
to erfreulichere Erfcheinung, dafs gerade ünfei' jung« 
Her Allronom durch vorliegende Schrift ttnd fchofl 
ftühet durch feine Abhandlung über die GeRalt del 
Satürns-Ringes ^ diefesFeld^ deflen Zugang nicht oh* 
lie Domen ift| auf eine lo glänzende Weife betritt* 
' XXXIV« 



r ^ XXJtnr. AüSe. Schreiben des Prof. Gaufs, 40E 



*t*iiMI—MM>li^iaMliifct*fcii*** I II !■■ ■ fci 



XXXIV. 

I ^ 

1 Auszug aus einem Schreiben ded Herrn Bro« 

. felTor Gaufs* 

Göttingen, imMät^ Igif. 

Die fchonen Tafeln für die Mittag^ i VetbeiTetatigV 
Welche Herr von Zach im Januar Heft der MonatU 
Corteßß, tnitgetheilt hat* vetaniafTeti mich« Ihnen 
ihniiche Tafeln » fo wie ich fie fchon vor einiget 
Zeit 2t| meinem eignen Öebraüche berechnet hatte t 
liier mitzutheileri. Ich felbft hatte die meinigen nat 
von $ 2u $ Minuten I und von bis 3 Stünden hal* 
be Zwifchenzeit berechnet« da ich fehr feiten cot- 
feapondirende Höhen in gröfsern Zwifehenzeiten 
nehme; allem ein gefchickter Zuhörer von mir« 
Herr Gerltngi der fich mit glücklichem Erfolg mit 
Aßronomie befchäftigt « hat fie mit grüfser Sorgfalt 
«ehnitial fo weit ausgedehnt. Herr 7). Zach (cheint 
feinen Hälfe winke! deswegen eingeführt zu haben # 
Weil die Logarithmen ihrer Tangenten« die man ei- 
gentlich nur braucht« oder vielmehr der Logarithmus 
der Tangente des einen« bey 6 Stunden halber Zwi*» 
fchenzeit (ich zu ftark ändert. Allein wenn man nur 
aaf die am häufigften vorkommenden Fälle fehen 
Willf fo lauen fich die Tafeln zum Gebrauch noch 

« 

gefcbmeidiger einrichten« wenn man die Hülfswin* 

kei weg läfst, un^ lieber fiatt Länge der Sonne die 

MomCott.X2UlLB.Mati £ e Decli« 



402 MoHod. Correfp, igiu JPBJL, 

Declination und deren Audemng beybehält,. da 
diefe eben fo leicbt als jene aus den Ephemerid^ 
entlehnt. Ich bediene mich alfo des folgenden V< 
iahrens. 
£s fey 

- l Declination der Sonne im Mittage * 
fx doppelte tägliche Änderung derfelben» d. i« vom! 
vorhergehenden bis zum folgenden Tage, als ^ 
poGtiv oder negativ betrachtet 9 je^inachdem die 
' Sonne von Süden nach Norden , oder von Norden .] 

nach Süden geht» 
(^ Polhöhe» 

h halbe Zwifchenzeit , (nach wahrer Sonnenzeir 
gemeHen ) 
fo ift bekanntlich die Mittags • Verbeirerung in will* 

Ter Sonnenzeit 

_; h h 

— ]utang(|) ^•^xtangB 

i5-48^'' üni5h i5,48^'- taug 15h 

Ich fetze nun 

h 



r:A, — _A ^ = B, 



72oSt. fin 15 h 72oSt- tangi5h 

und nehme in meinen Tafeln nichts, auf als log. A , 
und log. B für das Argument h» wodurch alfo die 
Mittags • Verbederung wird 

— A/utangi^ •»-- B/xtang5. 

Es iß hlerbey noch drejerley zu bemerken : 

i) Könnte man (ich wundern» dab ich die 43 

ftündige Änderung einführe. Eigentlich mufs man 

die 24(tündige Änderung als das Mittel der Änderung 

vom vorigen und der Änderung bis zum folgenden 

Mittage nehmen. Man erfpart alfo nach meinet 

Manier die Divifion mit 2» 

2) Die 



/ 



XXilV. Jus e. Schreiben des Prof . Gaufsi 4Ö5 

%) Die Mittags- VerbelTerung ergiebt (ich nach 

ihrer Sonnenzelt* Geht die Uhr nach mittlerer 

\Zieitt'to kann man (ich ohne Bedenken erlauben , je- 

ohne weiteries beizubehalten; geht ße aber nach 

^Sternzeit , fo mufa man die Mittags • VerbelTerung erft 

lln Sternzeit ver^yandeln; man kann fich begtiügen, 

l'fie mit l^f- zu multipliciren , oder auch zu log. A 

und zu log.B die Conliante 0,0012 addiren. 

3 ) Für eine beftimmte Folhöhe könnte man auch 
in der Tafel gleich iog. A -f- log. taug, vp anletzen und. 
Ich fo eine Addition erfparen» 

Hier noch ein Beyfpiel: 

Am 2. März beobachtete ich einige correspondi- 
f sende Sonnenhöhen » avo die halbe Zwifchenzeit im 
Mittel iSt- 43' war. 

Hier ift 



Ailo' 

log conß. 0,00X2^ 

log A 7.7394 n 

log i* 3.4376 

log tang (p o, 0999 

1,2781 n 
Zahl — 18» "97 

Alfo Mittags VerbelTerung — 20/74. 

Bey Herrn von ZacKs Tafeln mufs man iimal, 
bey den meinigen nur 7nial eingehen , oder wenn 
maii log. tang. vp als gegeben anfleht » bey jenen 
xomai, bey meinen 6 mal« 

E e « tAFEL 



4"; * = JI 


•31' 54" 


log conft. 


0,0012 


logB 


7,6940 


log ^ 


3.4576 


log tang d 


9, 1156 n 


• 


0, ^484 n 


/ * 


- I.-77 



404 



MonatU Correjp. ijir. APRIL. 



TAFEL für die Mittags -Verbefferung, 
berechnet von Hrn. Gerling» 





Argument: Halbe Zwifchenseit. 




/ Arg. 


log.A 


log.B 


Arg. 


log.A 


log.B 








0*»3o' 


7, 7259 


7,7222 


Qh i« 


7» 7^47 


% 7247 


31 


7. 


• 7260 


7, 7220 


2 


7» 7247 


7» 7247 


32 


7 


, 7261 


7,7219 


3 


7» 7247 


7» 7247 


33 


7 


f 7262 


7, 7217 


4 


7' 7247 


7' 7247 


34 


7 


, 7263 


7, 72*5 


5 


7» 7247 


7» 7246 


35 


7 


, 7264 


7.7213 


6 


7» 7247 


7.7246 


36 


7 


, 7265 


7. 72" 


7 


7. 7248 


7» 72 4Ö 


37 


7 


. 7266 


7.7209,1 


8 


7, 7248 


7. 7245 


38 


7. 


, 7267 


7, 7207 1 


9 


7» 7248 


7^7245 


39 


7 


, 7268 


7i 7205 


10 


7» 7248 


7» 7244 


40 


7 


, 7269 


7.' 720J 


II 


7» 7249 


7,7244 


4^ 


7 


, 7270 


7,7200 


12 


7» 7249 


7,7243 


42 


7 


. 727^ 


7, 7^98 


13 


7» 7249 


7,7242 


43 


7 


, 7272' 


7. 719^ 


14 


7» 7250 


7,7242 


44 


.7 


. 7274 


7» 7195 


15 


7» 7250 


7, 7241- 


45 


7 


, 7275 


7. 7<9i 


26 


7» 7251 


7, 7240 


46 


7 


, 7276 


7. 71SS 


17 


7» 7251 


7^7239 


. 47 


7 


, 7277 


7,7186 


18 


7» 7251 


7,7238 


48 


7 


, 7275 


7, 7185 


19 


7» 7292 


7,7237 


49 


7 


. 7280 


7, 7180 


20 


7» 7243 


7,7236 


50 


7i 


. 7281 


7, 7177 


21 


7» 7253 


7,7235 


51 


7j 


> 7283 


7, 7174 


22 


7, 7254 


7,7234 


52 


7. 


> 7284 


7, 7172 


23 


7» 7254 


.7.7232 


53 


7« 


. 7286 


7. 7^69 


24 


7' 7295 


7,7231 


. 54- 


7i 


7287 


7. 7>66 


25 7» 7256 


7,7230 


55 


7i 


, 7289 


7,7162 


26 


7» 725Ö 


7*7228 


56 


7. 


7290 


7.715? 


27 


,7. 7257 


7,7227 


57 


7i 


> 7292 


7.7156 


28 


7» 7258 


7,7225 


58 


7f 


7293 


7. 7155 


29 


7» 7259 


7,7224 


59 1 


7» 


7295 


7, 7150 



XX3CIV. 4ta e. Sehrnhm des Prof. Gaujs. 405 

TATEIi für die Mittags -Verbefferung, 
berechnet von Hrn. Gerling. 



ATguDient: Halbe ZwiCcbenzeit. 



^ 


log-A 


log. B 


Arg. 


log.A 


log.B 


r^ 


7. 7*97 


7.714* 


l'' 30' 


7. 7359 


7. 7°'! 


I 


7. 7298 


7. 7« 43 


31 


7. 736; 


7,7010 




7. 7300 


7. 7ii9 


32 


7. 7364 


7. 7005 


3 


7. 730i 


7.7136 


33 


7. 7367 


7. 6999 


4 


7. 7304 


7-713; 


34_ 


7. 7369 


7.6995 


!* 


7. 7JOJ 


7,71^8 


35 


7. 737: 


7.698*? 


6 


.7. 7J07 


7.71^; 


36 


7. 7374 


7,6y32 


■■ 7 


7. 7309 


7, 7iii 


37 


7. 7377 


7. 6976 


8 


7. 7311 


7. 7"7 


33 


7 . 7380 


7, 6970 


9 


7. 73 '3 


7.7113 


39 


7. 7383 


7.6964 


10 


7. 731S 


7,7109 


40 


7. 7386 


7, 6953 


II 


7. 7317 


7.710S 


41 


7. 738S 


7.6952 


II 


7. 7i'9 


7.7101 


4' 


7. 7391 


7. 6946 


13 


7.73=1 


7. 7097 


43 


7. 7394 


7, 6940 


14 


7. 73^3 


7, 7oy; 


44 


7. 7397 


7; 6934 


»S 


7. 73=5 


7. 70S8 


45 


7. 7400 


"7. 69^7 


16 


7. 7327 


7. 708; 


46 


7. 7403 


7,6911 


17 


7. 73 !9 


7. 7079 


47 


7, 7406 


-7^6914 


18 


7, 753> 


7. 7075 


4S 


7. 7409 


7, 690S 


19" 


7. 73n 


7. 7070 


49__ 


7. 74>= 


7. 690 t 


20 


7. 7336 


7> 70ft> 


50 


7. 7415 


7, 6894 


31 


7. 7338 


7.706. 


51 


7. 7418 


7, 6öa8 


32 


7. 7340 


7, 70^6 


S: 


7. 74JI 


7, 6S8I 


13 


7. 734! 


7. 7Pii 


si 


7. 74^4 


7. 6S74 


24 


7. 734! 


7, 7046 


54 


7, 74^8 


7. 6967 


25 


7. 7347 


7. 7041 


5i 


7. 74J1 


7. 6859 


i6 


7' 7349 


7. 7°36 


56 


7. 7454 


7.6852 


17 


7. 73!ä 


7,7031 


57 


7. 7457 


7.684! 


28 


7. 7JS4 


.7,70=6 


5S 


7- 744' 


7.6S38 


=9 


7. 7ii7 


■j,noii. 


S9 


7. 7444' 


7, 6S30 



4o6 Manaü. Correjp. tili. JPBlIL. 



TAFEL für die Mittags - Verbeflerung , 
bereciinet von Hrn. Gerlino. 



' — 1 

Argument : Halbe Zwifchenzeit. ■ 


Arg. log. A 


log.B 1 


Arg. 


log. A 


log. B 1 


^'' o 7. 7447 


7^6823 


2» jo' 


7» 7562 


7,655« 1 


I 7*7451 


7» 681 5 


31 7, 75661 


7* 6546 1 


2 


7» 7454 


7, ^807 


32 


7 i 757p 


7*653^ i 


3 


7. 7458 


7,6800 


33 


7» 7575 


7.6525 J 


4 


7» 7461 


7, 6792 


34 


7. 7579 


7t 6514 1 


5 


7» 7464 


7» 6784 


35 


7 » 7583 7* 6504 I 


6 


7 » 7468 


7» 6776 


36 


7» 7588 


7. 6493 


7 


7» 7472 


7» 6768 


37 


7» 7592. 


7. 648» 


8 


7. 7475 


7» 6759 


38 


7* 7597 


, 7* 6471^ 


9 


7i 7479 


7,6751 


39- 


7, 7601 


7, 6460 


10 


7» 7482 


7» 6743 


40 


7 , 7606 


7* 6448 


II 


7. 7486 


7*6734 


[ '♦^ 


7, 7610. 


7* 6437 1 


12 


7, 7490 


7, 6726 


42 


7» 7615 


7.64:5 ! 


13 


7» 7494 . 7*6717 1 


4.» 


7, 7620 


7. 6414 ■ 


M 


7» 7497 


7t 6708 


44 


7* 7624 


7» 6402 


15 


7' 7SOI 


7» 6700 


45 


7. 7629 


7, 6390 


i6 


7» 7505 


7*6691 


46 


7. 7634 


7, 6378 


17 


7. 7509 


7, 6682 


47 


7. 7638 


7*6566 


18 


7» 7513 


7, 6673 


48 


7* 7643 


7*6354 ] 


19 


7» 7517 


7, 66^3 


49 
SO 


7* 7648 


7*634: ] 


iO 


7. 7521 


V 7*6654 


7* 7653 


r 7,63Z9 


21 


7. 7525 


7, 6645 


Si 


7* 7658 1 7,631'^ 


22 


7^ 7529 


7*6635 


J2 


7» 7663 


7. 6304 


23 


7» 7533 


7, 6626 


53 


7» 7668 


7.629t 


24 

-2 5 


7 V 7537 


7,6616 


54 


7* 7673 


7, 6278 


7» 7541 


7, 6606 


55 


7. 7678 


7* 6265 


^6 


7» 7545 


7» 6597 


56 


7 * 7683 


7.6252 


27 


7 . 7549 


7*6587 


. 57 


7. 7688 


7*6239 


28 


7» 7553 


7*6577 


58 


7 » 7693 


7,6225 


29 


7» 7557 


7» 6567 


59 


7, 7698 


7.6212 



XXXIV. Jia e. Sckrtiben des Prof. Gaufs. 407 

TAFEL fiir die Mittags -VerbieireruBg, 
beiechnel tob I^rn, Gcbling. 



ArgaowDt :. Halbe Znifchciizeit. 



1.8. 


log. A 


106.ß 


Arg. 


l9g. A. 


log. B. 


V « 


7. 7703 


7.6198 


S-so' 


7. 7873 


7.5713 




7 - 7708 


7.6184 


31 


7. 7879- 


7, 5699 




7 . 7719- 


7.6170 


. 32 


7. 788,- 


7. 5680 




7. 77li 


7. 6« 56 


33 


7.- 7891 


7. 5661 




7. 7714 


7. 6141 


34 


7. 7898. 


7> 5641 




7-, 7729 


7,6127 


35 


7. 7904- 
7., 7916 


7. s6iS 




7. 7J3i 


"7.6-3 


■ 36 


7.,56oz 




7. 774? 


7, 609a 


37 


7, 7916. 


7. SS8l 




7 . -774S 


7.6c8j 


. 38 


7. 7913 


7.551^1 




7. 77SI 


7, 6068 


39 


7-. 79^9 


7. 5542 




7 . 77J& 


7. 6053 


40 


7. 7936 


7,,SS" 




7» 7761 


7. 6038 


. 41 


7 . 794^ 


l,SSOi 




7 j 7767 


7.6023 


. 42 


7. 7949 


7.5480 




7. 7773 


7.6007 


43 


7> 7955 


7. 5459 




7. 7779 


7. J99" 


44 


7.796= 


7. 5437 




7. 7784 


7. S97S 


4S 


7 . 7969 


7. 541* 




7 ». 7790 


7. S9S9 


46 


7 . 7975 


7.5394 




7. 7796 


7. S945, 


47 


7. 7982 


7. 5372 




7.7801 


7. 59^7 


- 43 


7. 7989 


7.5350 




7. 7S07 


7. S9I0 


4?_ 


7. 7995 
7, 8oo2 


7. 5.3^7 




7. 7813 


7. S894 


SO 


7. 5304 




7. 7819 


7.S877 


Si 


7. 800V 


7, ;i8r 




7. 78^S 


7. 5860 


Si 


7. 8016 


7.5^58 




7. 7851. 


7. 5843 


5S 


7, 802 j 


7. ^^34 




7. 7836. 


7.i8iJ 


54 


7. 8030 


7. 5-11 


äs" 


7. 784: 


7. S808 


55 


7. 8037 


7.5186 




7.- 7848 


7..S790 


56 


7. 8044 


7.5162 




7. 7854 


7*577* 


57 


7. Sofi 


7.S'37 




7. 7860 


7. S7S4 


5» 


7. 8058 


7, Siii 


19 


7. 7867 


7. 5736. 


l SS! 


7. So6s 


7'. 5087 



, 4o8 



JlbnaÜ. Correfp, iSa, APRIL. 



TAFEL für die Mittags - Verbeöerimg, 
berechnet tod Hrn. Gerlino. 



Argument ; Halbe Zwirchenzeit, 



Arg. 


log. A 


log.B 


Arg. 


log.A 


log.B 


4" o' 


7i 8o7' 


7. 5063 


4" 3°' 


7. 8}03 


7. 413» j 




7, 8079 


7. Sojö 


31 


7. 8311 


7. 409J 




7, 80S6 


7. 5010 


32 


7.-8319 


7.405f 




7'. 8094 


7. 4983 


33 


7, 8J.8 


7. 401* 




7, 8101 


7. 49? 7 


34 


7. 8336 


7'397T 




7. 8ia8 


7. 4930 


55 


7. 8344 


7. 3937 




7, 8116 


7, 4902 


36 


7. 835J 


7, 389« 


7 


7. 8i!j 


7. 4S74 


37 


7. 8361 


7. 38ji 


8 


7i 81J0 


7. 484a 


38 


7. 8370 


7. 381J 


9 


7. 8.J8 


7.4818 


39 


7. S378 


7. 3T7I 


IQ 


7. 814s 


7. 4789 


40 


7. 8587 


7. 3727 


II 


7. 8in- 


7, 4760 


41 


7. 8396 


7.36SS 


i: 


7. 8160 


7.4731 


4: 


7. 8404 


7. 3659 


13 


7. 8163 


7. 47° I 


43 


7. 8413 


7. 3594 


14 


7. 8176 


7.4671 


44 


7. 84^! 


7.354S 


15 


7, e.85 


7. 4640 


45 


7. 843Q 


7. 3S0t 


i6 


7. 8191 


7, 460g 


46 


7. 8439 


7i i4i4 


17 


7. 8199 


7' 4i78 


47 


7, 8448 


7. 34ofi 


iS 


7. 8jo6 


7.4546 


48 


7. 8457 


7. 33ST 


i9_ 


7^ 8214 

7i S!!I 


7. 4!t4 


49 


7. 8466 


7. 3307 


30 


7. 4482 


50 


7- 847s 


7, 315* 


21 


7. 8; 30 


7. 4449 


51 


7, 84S4 


7.3"S 


31 


7. 8258 


7. 44' 5 


S^ 


7. 8493 


7-3M» 


=3 


7, 8:4a 


7.4i8l 


53 


7. 8502 


7. 3099 


H 


7. S:(4 


7.4)47 


54 


7. 8111 


.7.3045 


n 


7, 8:6. 


7.431* 


55 


7. 8520 


7. J9S9 


;6 


7. 8;7o 


7- 4^77 


S6 


7. S5JO 


7. ^933 


= 7 


7. 8178 


7.4=41 


57 


7. 8539 


7. J87Ö 


s8 


7. 8186 


7. 4Jo> 


58' 


7, 8s48 


7. '817 


29 


7. 8:94 


7.4'6S 


59 


7. 8558 


7. J7i8 



XXXIV. ;A»r t. Schreiben äer Pnf. Giw/j. 409 

TAFEL für die Mittags - Verbefferung, 
ber«clinet von Hm, Gerling. 

Argument : Halbe ZwUcbenzeit. 



Arg. 


log. A 


log.B 


Arg. 


1DS.Ä 


log. b 


5^ o' 


7. 8567 


7, 2697 


5" ja' 


7, 8868 


7.003; 


I 


7. 8576 


7.263 s 


31 


7. 8878 


6,9889 


2 


7, 8586 


7. -S7-! 


3! 


7, 8889 


6, 9748 


3 


7, 859s 


7. !S07 


33 


7 , 8900 


6, 9603 


4 


7, 86oi 


7.^442 


S4' 


7. 8911 


6. 9449 


S 


7, 8614 


7.^374 


3! 


7. 8921 


6, 9290 


6 


7. 8624 


7. 2300 


36 


7. 893 ^ 


6.912s 


7 


7. 8634 


7.J'i6 


37 


7. 8943 


0.8915 


8 


7. 8643 


7,2164 


38 


7. 8954 


6, 8770 


9 


7. 86n 


7. ;o9i 


39 


7. 896; 


6. 8580 


10 


7. 8663 


7,;oi6 


40 


7 . 8977 


6.8379 


II 


7. 867J 


7, 1940 


41 


7, 8988 


6, 8168 


11 


7. 86S3 


7, 1361 


42 


7. 8999 


6. 7945 


13 


7, S69i 


7.1731 


43 


7. 9010 


6. 7709 


14 


7- 8703 


7, 1699 


44 


7. 9011 


6.74S7 


IS 


7. Syi^, 


7, 1615 


4! 


7 . 9033 


6.7189 


16 


7. 8723 


7.15^9 


46 


7, 9044 


6, 6901 


17 


7. 8733 


7, 1440 


47 


7. 905s 


6.6591 


18 


7. 8743 


7.1349 


48 


7 . 9067 


6. 62 SS 


19 


7. 8753 


7, ,2;6 


49 


7 . 9078 


6. {889 


2° 


7, 8763 


7, 1 160 


jo 


7, 9090 


6. S487 


31 


7. 877i 


7, 106 1 


51 


7. 910' 


6, 5041 


21 


7, 8784 


7, 0960 


Ji 


7. 911J 


6.4541 


33 


7. 8794 


7.oS,-5 


SS 


7. 91S! 


6. 3973 


^4 


7, 8804 


7. 0743 


!4 


7. 9'137 


6.}j.<S 


2S 


7. 8H15 


7.0637 


SS 


7. 9148 


6.2;36 


z6 


7, 8S25 


7.o!22 


S6 


7. 9160 


6. 1579 


27 


7. 8836 


7, 0404 


!7 


7. 9172 


6.0341 


28 


7, 8846 


7, OJ82 


53 


7, 9'84 


S.8S9J 


i9 


7. 8857 


7.0.5Ö 


^. S9 


7. 9196 


5- 5! 94 








6" 


7 . 9208 


il=:a 



t 



/ 

f 

410 ^ ^ MofuUl. Correjp. xiiu JPRIL^ . , 



s 



' -XXXV. , 

* 

Auszug aus cin^m Schreiben des Hm. 

Hofrath Mayer. ^ il 



' ^ Götüngen, un 10. März igxiä:: 

ilfW« Hocb\yohlgeb. bin ich recht fehr für das gütig««» 
Urtheil, welches Sie in der M. C. über meine Theo- 2 
rie der Höfe gefällt haben» verbunden. Da indelEeil : 
ein Ungenannter in dem /anuar- Stück ig 11 bejdie* 
fer Theorie einige Schwierigkeiten findet , Co ift ' 
€6 meine Pflicht» noch verfchiedenes znx ErlSate» 
zung beyzufügen , welches « wie ich hoffe , dielü 
Schwierigkeiten vollkommen befeitigen wird. 

Zuerft macht der Herr Verf. einige Erinnern ngte 
gegen den Verfach , den ich zur Erläuterung meiner 
Theorie beygebracht habe. 

Wenn ich behaupte « dafs die Strahlen , welche 

von dem leuchtenden Körper durch die Höhlung der 

Dunftbiäschen gehen » wegen der.vierfachen Brechung 

to gefcbwächt werden , dafs (ie keinen merKlichea 

Eindruck auf das Auge machea könnten , und dies 

durch den Verfuch mit einer leereii Thermometer^ 

Kugel» weichein dem Mittelpuncte einer mit fVaß 

fer angefüllten gläfernen Kugel ^n~6bracbt ift» sa 

erläutern fuche» fo wendet der Herr Verf. hingegen 

ein, dafs bey diefem Verfuche , wegen der drey ver- 

fchiedenen Mittel , durch welche die Strahlen giengeo» 

keine vierfache, fondern achtfache Brechung ßatt 

I findet 



y 

l ^ TDiXV. Ans e. Schreiben des Bofiraih Mayer. 411 

ESocIe, und alFo diidarch freylich die Strahlen fehr ge- 
ilchwächt werden mülTen, der Verfuch hingegen 
tpnz andere ausfallen würdet wenn man blos allein 
Feine gläf^rne inwendig hoh|e Kugel dazu nähme» 
'in welcher demnach die Lichtftrahlen » wie in den 
DnhftUäschen nur eine ^vierfache Brechung, erlitten» 
Wiewohl die Dicke und Dichtigkeit des Glafes inVer« 
gleich mit der ausnehmenden Za^rtheit der Dunft- 
bläschen auch einen folchen Verfuch noch immer 
mangelhaft machen müfste» 

Hierauf antworte Jch, dafs der Erfolg des Ver- 
fncha derfelbe ift» wenn man blos eine gläferne Ku- 
gel anwendet» aber fie mufs fo dick von Glas fejn, 
data ihre innc^re Höhlung nicht zu ^rofs gegen den 
Darchmeffer des Glafes ausfällt» völlig wie; bey .den 
Danftbläschen » welche ich zur Erklärung der Höfo 
annehme« Würde man ein Glas von einer fehr gro* 
ften Höhlung» alfo von einer fehr geringen Dicke 
nehmen » fo würde es fich allerdings verhalten , wie 
Danftbläschen; mit fehr dünnen Häuteben» Man 
würde nämlichx durch die Höhlung einer folchen Ka- 
gel auch den leuchtenden Gegenftand fehen« Da es 
^^he\ bey dem Verfuqhe zur Erläuterung der Theorie 
der Höfe darauf ankömmt » dafs das Licht » welche» 
durcll die Mitte des Glafes geht » gröfstentbeils auf- 
gehalten und zerftreut wird» fo darf die Höhlung 
nickt zu grofs gegen den DurcbmeHer der Kugel 
feyn (gerade wie bey den Ounftbläschen» ivenn fie 
Höfe hervorbringen foUen) und wenn dies wirklich 
der. Fall iß » fo wird .man finden » dafs es völlig ei« 
, nerley ift» ob man eine dünne gläferne mit Wallet 

* 

angefüllte » und innen ebenfalls mit einer dünnen 

hohlen 



I 



412 Monati. Corrtfp. igu. JPRIL. 

hohlen Thermometerkngel Terfehene Kugel za 
Yerfachen anwendet, oder (ich blos einer gläfem 
Kngely innen mit einer Höhlung, dazu bedientij 
Man Avird im letztern Falle» fobald'dle Höhlung ^ 
Aicht za grofa iß« fehr wenig LichX von dem hint«, 
der Kugel beßudlichen Gegenitande ins Augebekom» 
men , (o dab fie lieh völlig verhalten wird • ala wen» 
fie innen nndurchächtig wäre , wenn gleich nur eine 
vierfache Brechung des Lichtes ftatt findet« 

Wenn nun aber der Herr Verf* fragt , wo find 
die Dunftbläschen mit lo dicken Häuteheu » und 
folglich mit einer fo geringen innem Höhlung» ala . 
folche nach meiner Theorie der Höfe erforderlich 
leyn mufsten , und ^vie können fich fo dicke Bläs- 
chen in der Luft erbalten , ohne als Regen nieder %u 
fallen, fo liegt die Beantwortung diefer Frage darin« 
nen ( was ich auch fchon in meiner Abhandlung felbft 
bemerkt habe) , dafs nämlich diefe Bläschen allen 
Beobachtungen zufolge, nicht blos innen mit einet 
elaftifchen Flüffigkeit , welche leichter als die Luft iß, 
angefüllt find, fondern auch von aufsen mit einer ähnil^ 
eben Flu riigkeit umgeben Qnd, welche atmosphären- 
artige Hüllen denn leicht von einer folchen Ausdeh- 
nangfeyn können , dafs dergleichen Bläschen , fo dick 
auch ihre Häutchen fejn mögen , .dadurch vollkom« 
men vor depi NiederQnken geücbert feyn können* 

Herr' von Saujfure^ der über den bläschenför« 
migen Dunlt, welcher fich z. B. von Avarmen Thee 
oder Caftee erhebt, fehr interelTante Beobachtungen 
angefiellt hat , bemerkt felbft , dafs folche Dunftbläs- 
chen oft auf die Oberfläcbe des Liquors zurückfal- 
len , ohne fich mit demfelben zu mifchen oder dar- 
auf 



XXXV. Am e. Schreiben des Hofrath Mayer. 413 

if zn «crfliefsen , und dafs Cie durch eine Idchte 
•gnng der Luft über die Oberfläche hinrollen» 
irft fich wieder in die Höhe^ heben und völlig fich 
verhalten » als wenn lie mit einer leichten unfichtba- 
im Hülle atmosphärenartig umgeben wären. Dad 
ift alfo Thatfache. Aber aus welchem Fluidum diefe 
Atmofphären beliehen , läfst fich freylich mit Gewifa- 
kit nicht beftimmen» ift auch zur Theorie der Höfe 
oicht wefentlich erforderlich « da die Brechung des 
Lichts in einer folchen feinen Flüffigkeit völlig bey* 
leite gefetat werden kann« Aber es ift nach den Her- 
ren de Luc und Saujfure wahrfcheinlich, dafs fie 
aus Wärmeßof oder electrifcher Materie, vielleicht 
ans hejden- zugleich beftehen» und dafsdiefeimpon- 
derabeln Flüfligkeiten durch ihre Anziehung zu dem 
Wallerhäutchen, oder fonß auf irgend eine andere 
bis jetzt noch unbekannte Art um das Häutchen 
herum erhalten werden und demCelben diejenige fpe* 
ciürche Leichtigkeit ertheüen 9 welche zumSchwim«» 
men des Bläschens in der Luft erforderlich iß« bis 
derjenige Umßand eintritt , wodurch diefe Atme- 
Tphäre zerßört, und die Bläschen in concrete^Tröpf« 
eben verwandelt werden. 

Die Permanenz mit dei folche Bläschen fich felbft 
bey kalter Witterung in Wolken und Nebeln erhal- 
ten» ohne zerßört zu werden « zeigt hinlänglich» 
wie Cgbwer fich äiefe Atmosphäre von dem Wailer-* 
häutchen trennen , und dafs folche Bläschen nicht 
durch die Luft zufanimen gedrückt werden » daran 
erkennt man die grofse fpecififche Elafticität des 
Fluidums» was diefe Bläschen erfüllt» und wo* 
tnit fie auch von aufsen umgeben find« Dafs dies 

Fl^ui- 



414 MonaÜ. Correfp. ign. APRIL 

Fluidum fehr leicht feyn xniiiFe , kann man da 

(cbliefsen « dafd ja felbft jeder unfichtbare elaftif( 

" Wafleidunft noch fpecififch leichter als die atm 

pbärifche Luft ift« und woraus bedebt denn dieferf 

Sogar aus foliden WaHertheilcben mit einem dergleif j| 

eben Fluidum umhüllt. Um wie viel mehr werden j 

alfo hohle Kügelchen, fo dick auch ihr Häutchett 

feyn mag» beb vermittelt eincs^folcben Fimdnma J 

in der Luft fch webend erhalten können. Die Rech* | 

nung hierüber ift fehr leicht. Dafs wir nicht witfi 

fen, wie ficb foicbe Bläschen aus dem un£chtbareB ^ 

elaftifcbea Wallerdunfte gruppiren, macht nichts. ^ 

zur Sache. Noch weniger kann die darauf gegrün- • 

dete Theorie der Höfe von diefer Seite angefochtea ^ 

-werden. Denn der ganze Mechanismus derPracipi* /■ 

"tation undKryftallifation ift uns unbekannt» und es 

iß, wie Lichtenberg fagt, um kein Haar begreiffi-. 

eher 9 wie ein aus feinem Menftruum niedergefchla* 

genes Fluidum mit einem gewiileu Theile feines 

Menftruums beb verbindet» und daihit ein Bläschen 

bildet, als woher das Sechseckigte in den Schnee- 

figuren kömmt. Genug diefe Bläschen find vorbaue 

den » und aulsen lo wohl als innen mit einem Flui* 

dunl verfeben» dt:m (ie ihre fpecififcbe Leichtigkeit 

2U verdanken haben. Mvi fehe Sauffure Hygromc' 

trie 5 198 etc. 

Gefetzt indellen» min fände dennoch Anßand» 
die atmosphärifchen Hüllen zu zugegeben • wodurch 
Jiicb die Bläschen in der Luft fchwebend erbalteOt 

* 

fo folgt doch keinesweges« dafs fie beym Niedertal« 
len« wie der Herr Verf. lieh vorfiellt» einen Hegen 
bilden müileu» dergldcbt^n mau l^ey d^n £rfcheinan- 



* XXXV, jSm e. Schmben des Uofyßthjüaijer. 415 

•; 

rat iler Höfe doch nicht wahrnehme. Denn bey 
fefem "Phänomen find die bläschenförmigen DünAe 
le in einer folchen Menge oder IntenQtät vorhan« 
en, ala in einer Wolke aus der es nieder regnet. 
|ie Luft ift nur duith fie getrübt» und man kann 
igar durch die Höfe oft noch Sterne erblicken. Diefp 
liacben entßehen und vergehen , \yie felbft in jed^r 
^olke, und wenn fie ja herunter fallen» werden 
; io den untern wärmern Luftfchichten theils wie^ 
r zu unfichtbaren elaftircben Wallerdunft aufgelöft» 
eiU afficiren fie höchflens das Hygronüeter. Statt 
rjenigen » welche herunter fallen » bilden fich in der. 
&he immer wieder neue» und dies dauert fo lange, 
I der Umftand in der itmospbäre vorhanden ift, 
odurch der unfichtbare elaßifche Wallerdunli: fich 
die Bläschenform gruppirt. Ich finde alfo in den 
io würfen des Herrn Verf. gegen die Exifienz fol« 
ler dickhäutigen Bläschen» als ich zur Erklärung 
^r Höfe annehme, nichts» was michnöthigte» von 
«inerTheorie abzugehen. 

Ferner fagt der Verf. wären es nicht, parallele 
:rahlen, durch welche die Höfe nach meiner Theo- 
e entftänden» wie bey ievtx Regenbogen der Fall 
i » fondern divergente , von dem es kaum begreiflich 
y, wie fie bey der Kleinheit der Dunßkügelchen , 
Ibß bey dem Monden fchiine» noch einen hinläng- 
ch ßarken Eindruck auf das Auge hervorbringen 
Snnten » da bekanntlich lelbß der Regenbogen bey 
voi Mondenfcheine nur ^reis» £ben Avie die Höfe» 
isCehe. 

Diefer Eih^vurf iß ab«r fehr leicht dadurch au 
antworten» dafs wenn gkich jedes einzelne Dunß- 

blas* 



4l6 Mcnatl. Correfp. iSn. APRIL. - 

bläsrhen 'Tteinen merklir.heti tichteindruck auf 
Adge maGben kann« doch der vereinigte S<^b im 
einer unzähligen Menge derfelb^n « die Erfchein 
' eines Hofes wird bewirken mülTen , fo wie das An 
Jn der Miichftrafse kein einzelnes Steirnchen » in ei: 
liem Cometenfchweile keia einzelnes 0anfithei 
eben, fondern den gefammten Eindruck von alleii^ 
empßndet. Jedes einzelne Bläschen ift nach def voa 
mir gegebenen Darftellung als ein glänzendes Püiict* 
•eben zu betrachten » und wenn gleich von dierea 
nur divergente Lichtßrahlen ausfahren» fo müSeü' 
doch viele folcher Pünctchen einen lichten Scliiramet 
bewirken. Gehen ja von jedem Pancte eines ficht« 
baren Gegenßandes die Lichtftrahlen auch nurdiver* 
gentauSt ntid dennoch empfindet das Auge den To» 
talbindruck derfelben« Alfo ift auch diefer Einwurf 
meiner Theorie nicht entgegen« 

Der Herr Verf. meint« man mtilTebey Erklärdiig 
dei* Höfe vielmehr auf das ganze Gewebe der Wol^r 
ken« als auf die einzelnen Bläschen Rücklicht neh« ' 
men. Ich wünfchte , daf« es dem Herrn V^erf. gefällig 
feyn möchte, lieh fo woileben dies Gewebe deutli* 
eher zu erklären i als auch uns mit einer daraus ab« 
geleiteten annehmbarem and einfachem Theorie def 
Höfe, als die meinige ift, zu befchenken. Ich wetde 
mich dann freuen, dafs mein Auffatz doch die Ver« 
anlailung gegeben hat, eiren fo dunkeln und fchwie* 
tigen Gegenftand aufs neue zur Sprache gebracht ^VL 
haben« Bis jetzt glaubeich, dafs meiner Theoti« 
kein erheblicher Einwurf entgegen fteht« 



XXXVI. 



\ 



Jus eintiA Schreiben des Freyh. v. Ende, ^t^j 

« 
\ 

\ 

I 

XXXV.L 

A. u s z u g 

aü6 einem Scb'reibeii 

d * « 

freyherrn.'üö» E n d e^ 

votmhhligen Königl. Wartembat g« 
Staatsminißetl« 






MaHnkeim , am ^o. 7^ar2 iS/'« 

HiW. Hochwohlgebobrengefchätztes Schreiben vom 
fS« Oct. V. J. habe ich nur um deswillen unbeant- 
Urortet gelaHen » weil ich es mit einem interelTantea 
Briefe zu beantworten wünfchte« Meine Hoffnung 
hat mich nicht getäufcht : ich bin jetzt im Stande, 
£w« Nachrichten mitzutheilen « die Ihnen und jeden 
echten Aftronomen Freude machen werden« 

Die feit längerer ^eit beynahe in VergeiTenheit 
gefnnkene Sternwarte zu Mannheim fleht einer Wie* 
derau'flebung ihres Glanzes entgegen^ Der Souverain 
des Grofsherzogthums Baden wetteifert um diefen 
Zweck zu erreichen I mit ihrem Stifter CARL 
TBE OD OR. Er vollendet was diefer anfieng 
und gründete« > Der würdige Staats- und Cabinets« 
Rath Klüber^ unter deiTen Aufficht die Sternwarte 
ßeht , liefs fich durch keine Schwierigkeiten ^ durch 
keine mifslungenen Verfuche abichrecken, um die 
Mm. Con. XXUL IB. i8tu F i ^^^ 






41g - MonatU Correfp.igü. APBIL,' 

' Aufmerkraml^eit und das Wohlwollen der Regien» 
auf diefes wichtige und nützliche Inititut zu 1 
Xen. —- Ein anderer würde bey dem erften Mibli 
gen die Sache aufgegeben haben ; nicht fo Hlüben 
Er verfolgte mit Beharrlichkeit feinen Weg» nod 
glücklich^rweife gefchahen feine Vorftellangen , $k 
der Minifter dea Innern Freyherr von AndLau^ die»!» 
fes Departement erhalten hatte, Diefer edle Mann, !• 
der alles fchätzt und befchützt was nützlich iftg li 
£afste Klübers Ideen mit Wärme auf, nnd^ea bedtirü»^^ i 
te nur der Stimme der Wahrheit , um den Regenten t 
aufzufordern 1 dem Beförderung der WUSenfcha/tea . 
am Herzen liegt » weil ihm felbft das Gute und Schö-^-; 
. ne ganz eigen i£t. Doch Thaten fprechen lauter ab 
Worte« Ich befchränke mich darauf » die. Pflicht ei» 
nes gewilTenhaften Referenten zu erfüllen^ der ev» 
zählt was gefchehen ift, und wahrfeheiniich «utb 
gefchehen wird. — Das ganze. adronomifche PubK^ 
cum mag dann felbß urtheilen, und die Stelle- W 
fiimmen, welche der erhabene Souverain Badens !»• 
ter den feltnen Fürften verdient» die als Befchütaet 
der Sternkunde in den Annaien glänzen und die Ver** ^ 
ehruug derZeitgenoIIen und der fpätern Enkel in ge* 
rechten Anfpruch nehmen dürfen. 

Unter den fchmeichelhafteHen Ausdrücked det 
Zufriedenheit erhielt Barry ^ diefer verdiente lei* ' 
der! hin und wieder verkannte Aftronom» eine be«»- 
trächtliche Zulage , ohne fein AnJucken , ohne Jein 
Sitten 9 aus eigenem Antriebe des Gouvernements« 
Man befchiofsy ihm zur Erleichterung einen Gebül« 
fen zuzuordnen» wenn ßch ein taugliches Subjecfi 
findet»«— Man verwUligte^ ihm eine hinreichende 

' ' - ' Su(QQme 



\ 






. ». 



/ 

I 



XXXVL Aus e. Schreiben des Frhm. v. Ende. 4X9 

imme snr Beßreilung der kleinen Bedürfniffe der 
roMrarte» und eine ähnliche wurde jährlicb zoc 
ifchatfung aftronomifcher Wevke ausgefetzt. 
' A>rry*j Bedientes» Bruffeux^ ßeilteman alsPov* 
der Sternwarte mit 260 Fi. jübrllcben Gehalt 
— Ich übergehe^mehrere kleine Graiificationen» 
nicht SU weitläufig zu wenden« Se. König!. Ho- 
IlMt der Herr £rbgro feherzog beehrten die Sternwarte 
Biit -einem mehrftündigen Befnche, unterrichtetem 
Sich felbfi von ihren BedürfnilTen » und verwilligten " 
auf der Stelle einea Anbau » wodurch das Mittags^ 
brarobr a^ Niveau^ mit dem Haupt* Ob fervations-Saale 
so tkehen kommt und dadurch eine folidere und fe*^ 
ftere Lage erhält. Bis jet^t muföte man eine ziem- 
lich balsbrecbend^ Treppe auf und ajbßeigen» un^ 
vom MiUagsfernrobr 9um Mauer r Quadranten zu ge« 
langen » und umgekehrt. Künftig « wenn der Bau vol- 
lendet ift». kann ein und. derfetbe Beobachter die ^ 
am Mittagsfernrohr 9 und die Declination am Mauer- 
Quadranten nehmen. 

Doch bey diefer Freygebigkeit Uefs es die^egio* 
s^'fng' nicht bewenden. Sie ver willigte 3000 Fi. zur 
Anfcbaffung eines bereits beftellten drejfüfsigen Mul- 
liplications Kreifes von Reicbenbach» der» wiedeiC 
KüiUUer hofft» in dieCem Spät jähr vollendet un^ abr 
geiieferk werden Coli ; Sie kaufte von mir den 6^ fü- 
lügen RefLector 9 deilenich in meinen geographifchen 
Orubeftimmungen S. 99 erwähne. Unter jeden an- 
dern Umßänden. hätte ich mich ungern von diefem 
trefflichen Werkzeug getrennt» jetzt geht nur deBL% 
£iganthum über « denn da mij die freye Benutzung 
der Sternwarte- überlaJIen lA » kann ich ea nach yri« 
voc gebrauchen* Nicht ' 



%• 




J 



418 ' MtmaH. Cervt>r ' ^ /PMU^ 

Aufiiierkramkea ^ yy/eHoffinting. dar« 

auf diefei wic^ .. ^:>e,jpi>alUctifche Mafci 
ken. -7 Ein ^- "; ><i«daon Ut die Mannhei 

gendieSacb .. >>r »öd voUftändiger ausgerQ 
Er verfolgt ^^^J^^^^^ Mitfcbweftem. 1 

glücklich -v^^^^ Sternc4taIog wird auf Ko(b^ 
der Mir A^^'* gedruckt. Er arbeitet unenni 
fea De r/^^oüen^nikg^ Neulich, bej feiner 
der r jt^'^J^»^^^ ^^^ ^^^^"^ Gefcbäftsreife nach 
^j. ^-durchwachte er einen grofeen Theil 
^ J^'^ einige Lücken «iu ergänzen* 

f "^ hiefigen Beobachtungen kann ich die lEJm 
^, Ihnen folgende mitzutfaeilen ; •.{ 

1811 Fcbr, 2. \ 

^^,igQ Mayer Bixrry ghso' 38/4iSt.Z. 12h i' 38/SM.t^ 

-öw^^ 8 50 39» " U X 3P*5 . j 

Febr. 3. " ; 

^tr. igo.Tauri Barry 71155' 36.*26St.Z. iih 2' 49/5RtZi 

Äir^imor 7 55 3(j, ^(5 ,, ^ ^^^ ^ 

März 7. ■ 

ISintr. Leon. HarJmg loh 38' 57/5481.2, Iihsp' 55/5iM.i 
Au«tr«t - iBorry n 45 33. 74. ,2 ^5 ^^^ 

lUirding II 45 59,7^ 12 4(J 46,51 

März 9, Mondfiniternirs, 

Halbrchatt.gewir» - 17 2 27. 82 17 5^ 30. 04 

Anfnng, , . , - 17 3 3^. g, J 54 3^. 94 

^ ^flr^i/15' 17 3 48. 85 17 55 5l,. 7* 

Folgende Beobachtungen der Pallas und Cew 
find vom Abbe Barry am fechsfüfsigen Paffagen-In- 
rtrument und Profeifor Hardifig am achtfüfsigen 
Mauer- Quadranten gemacht. Die angegebene Zenith- 
Diftanz ift noch nicht vom Collimationsfehlo bc* 
freyt. Nach den vermittelft des Zenith - Sectors an- 

gefteli" 



XVI. Jus e. Schreibendes Frhm. V.Ende. ij.2f 



jntcrfuchuTigen beträgt er 7;*o, yvxflcho 
jii.find« Den nämlichen Fehler habe ich im 
Jahre durch zahlreiche Beobachtungen der 
.le und der Sternegefunden. — Höchßenskaha 
nlrrtbum von 0,^5 bis i" obwalten. 



.1 



te. 13 
18 

94 
Im 4. 

15 
16 



AR. 



Pallas. 

Zenith- 
Diftanz 



9^50' 44»*55St.Z. 

9 47 22, 46 

9 4^ 29. 85 . ' 

9 43 <^» 18 •'*' 

9 H 25, 13 

9 34 9* 75 

J> 33 56, 40 



<J4' 
62 

m 

51 
51 



27' 

33 

9 

. • 

7 
15 



17. 

2S> 
46. 

) • • 

2I> 
30» 



Barome- 
ter 



29p 
28 

*27 



•410 

2 2 
107 



2 

7 

5^1 



28 
2$ 



2 

4 
2 



5 

o 



Ther. 
mornet, 

-+■ 5.olf# 
-+- 2,2 

-H3,4 
. . . l 

H-II,2 

-+-7.7 



Ini6j 



Ceres. 

10 33 O, 8' |22 55 7, 4127 10 5|-H 2,4. 

10 12 I8> 88 |2I 19 $2, 5128 2 3I-H 8*0 

In der M. C. October S. 392 iß durch einen 
rnckfehler die M, Z. des Eintritts Aldebaran vom 
;. Sept. ~ ti^ 28' 3i''7 ßatt 10^ 23' 31» "7 mithin 
n eine Stunde zu fpät angegeben. Ich erfuche 
W. . . . daraufaufmerkfam zu machen, damit nicht 
wa ein Rechner feine Zeit mit diefem falfchen £le-^ 
ent verfchwendiet. 

' Von Parifer Beobachtungen kann ich die Ehi^e 
iben» folgende auf der ecole militaire angeltellten 
Qdmir durch die Güte des Hrn, D, Burckhardt tmXr 
etfaeilten zu fchicken. 

rtalSStept. Aldebaran Eiiitr.»2lh 51* 57/9 St. Z, 

Burckhardt 
Daussy 
Burckhardt 
Daussy 

Burckhardt 

Daussy 

Burckhardt 

Daussy 

Burckhardt 

Daussy 

Daussy, 





% 


Austr. 


22 


45 


1* 4 


Dec. 15 


oa 


Eintr. 


8 


32 


41* 2 


« 




— 


8 


32 


40, 4 






Austr. 


10 


18 


26, 8 


% 




— 


10 


18 


25. 3 


BU J«n.i9 


B:^ 


Austr. 


II 


51 


36, 7 


Teh. 2 


jgo Mayer 


£intr. 


8 


21 


47. 2 


. 




m^^^ 


8 


21 


4<J. 7 


Feb. 4 


26 n 


Eintr. 


9 


55 


23» 4 








9 


55 


23. 7 


^ärzi 


163 Mayer 


Eintr. 


5 


II 


25. 5 






■ 


5 


II 


24» 7 


. Mutz 1 


Aldebaran 


Austr. 


7 


48 


55» 



42 O MomH. Correfp, igiu JlPRm : / 

* ^ / 

Nicht ungegrünäet ift die Hoffntmg». clafs n 
einen Chronometer ukid «ine par^Uactifche -Mafcb 
anfchaffen wird. «-^ Alsdann i& die Mannheir 
Sternwarte reichlicher und voUßändiger aasge 
fiet» als die meiften ihrer Mitrcbweftern. 

JBarry^s grofser Sternc^talög wird auf- Kofi 
^es Gouvernenients gedruckt. Er arbeitet unem 
det an feiner Vollendung, Neulich, bej feiner f; 
ten Zurückkunft von einer Gefchäftsreife nach H 
delberg» durchwachte er einen grofseu Theil c 
Nacht y um einige Lücken zu ergänzen; 

Von hiefigen Beobachtungen kann ich die EI 
haben » Ihnen folgende mitzutfa^eilen ; 

I8ii Febr. 2.' 

)EiJltr,i8QM*yer Barry ghso' 38/4iSt.Z. 12h i' 38.*!8M. 

Barding g 50 39, jj H X 3p, 5 

Febr. 3, 

JEintr, igo.Tauri Barryjh^^' 36.*26St.Z. iih 2' 49/5M« 

Harding 7 55 3^» $>ö U 2 50, 5 

März 7. 

Hintr. Leon. HorJ/ng 10^ 38 ' 57»''54St.Z. 11^39' SS/jiM.: 
Au»tmt — Barry n 45 38, 74 12 45 25. 59 

Hßrding II 45 59.7* U 4<J 46,51 

März 9. Mondfinfternifs, 

Vermuth. beob, v.EndeiC^ss' 42,"82St.Z» 17*» 47' 46,*'90Öl 
Halbfchatt-gewif» — 17 2 27. 8:5 17 54 30. 94 

Anfnng •••..* • — 17 3 39. 82 17 55 42. 75 

^— , . , , , fJardmg J7 3 43, g^ 17 5g ^^^ 7;^ 

Folgende Beobachtungen der Pallas und Ccr 
fm^ vom Abbe i5örry am fechsfüfsigenPaffagfen.Ii 
ftruinent und ProfeJfor Harding am achtfüfsig( 
Mauer- Quadranten gemacht. Die angegebene Zenitl 
Pißanz ift noch nicht vom Collimationsfehlo b 
fireyt. , Nach den vermittelft des Zenith - Sectow ai 

' ■ . jeftcl 



XXX VL 'aus e. Sdireihm des Vrhm. v. Ende. 42 f 



kellten Unterfnchungcii beträgt er 75*0, yvxflche 
tddiren.findj \Den nämlichen Fehler habe ich im 
rigen Jahre durch zahlreiche Beobachtungen der 
Dne und der Sterneffefunden. — Höchßens kaha 
ibrtbum vono,k5 Ms x" obwalten, 

Pälläs. ' . , 



br. 13 
Ig 
19 
»4 

15 
16 



AR. 



p^5o' 44.*55St.Z. 
9 47 22, 46 
P 4^ 29. g5 . ' 
9 43 <^> 1$ *': 
9 H 25, 13 
9*75 



Zenitho 
Diftanz 



64' 27* i7,*o 

62 33 25. 3 

62 ^ 46, 5 

• •••«•• 



9 34 

J> 33 56, 40 



ib'.ipi 10 33 o, 8' 
ini6\ 10 12 Ig, gg 



Barome- 


Ther- 


ter 


mornet. 


29p *4Jo 
2g 2 2 

27 197 


-+■ 5.oR# 
-+- 2,2. 

-H 3,4 


• • • • .9 

ag 2 5 

2g 4.0 
28 2 3 


* . . l 
H-ii,2 

-+-7.7 


27 10 5 -H 2,4 
2g 2 3 -t- 81O 



52 7 25> 2 

51 41 21, 7 

51 15 30» 9\' 

Ceres. 
22 55 

21 19 52» 5|2g 

I 

In der M. C. Ocioher S. 392 ift durch einen 
mckfehler die M, Z. des Eintritts Aldebaran vom 
.SepU ~ 11^ 28' 31"? ßatt 10^ 23' 3U"7 mithin 
a eine Stunde zu fpät angegeben. Ich erfuche 
«r, . , . dara\ifaufmerkfam zu machen, damit nicht 
wa ein Rechner feine Zeit mit diefem faltchen £le-^ 
ent "rerfchwendiet. 

Von Parifer Beobachtungen kann ich die Eh/e 
iben, folgende auf der ecoie militaire angeltellten 
idmir durch die Güte des Hrn, D, Burckhardt ta\Xr 
;theilten zu fchicken. 

lo 18 ö'ept. Aldebaran Eintr. 21^51* 57,^9 St. Z, 

Austr. 22 43 7» 4 
Eintr, g 32 41, 2 

— g 32 
Austr. 10 

— 10 Ig 
Austr. II 51 



Dec. 15 o (A 



In Jan. 19 5 :^ 

Feb. 2 igo Mayer Eintr. g 

— g 

Feb« 4 26 n Eintr. 9 

. 9 

Märzi 163 Mayer Eintr. 5 

5 



40, 4 
Ig 2(5, 8 

25. 3 

3<5. 7 
21 47» 2 
21 4Ö, 7 
55 23, 4 
55 23. 7 

25. 5 



Burckhardt 
Daussy 
Burckhctrdt 
Daussy 



II 
II 



Burckhardt 
Daussy 
Burckhardt 
Daussy 

Burckhardt 



24, 7 Daussy 



, März I Aldebaran Austr. 7 48 55* O Daussy, 



y^ 



422 



Manatl. üwrefp igu. APUIL^ 



ip>wBifiaail9iH^MH«MPV 



XXXYII. 



Neuer Comet. 



xVuch die Auffindung diefes Irrllerns verdanken wir 
dem fo glücklichen Cometen- Entdecker, PonSf 9JL 
M^rf^iUe« £r fand ihn am 11. April Abend« g^ im 
Schiffe. Die beyden uns mitgetheiite^n Beobachtuii^ 
gen waren folgende : 



igii 



Apr» n 
15 



Mlttl. 
Zeit in 
Marfeil. 



9h 15 
9 SS 



JBi Co- 
metae 



117 18 
116 50 



Decl. 

auftr* 



m-^ 



19- S8' 
17 48 



Wir eilen» diefe Nachricht zur Bekanntfchaft 
deutfcher Aftronomen zu bringen , da vielleicht def* 
fen Auffindung auch b^y uns gelingen^ kann , die 
freylich wegen der fchon langen Abend - Dämmerung 
und dem frühen Untergang des Comete^ eifchwert 
Werden wird. 



XXXVIU. 



XXVIIL Saadar-A^nderung der Venus-Bahn. j^21^ ' 



xxxviir* 

- U 1) et 

ä c u 1 a r - Ä n d e r u n g 

der 
Neigung der Venus-Bahn. 



irch cinVerfehen iß in meinen neuen Venua.*- 1*a^ 
die Säcular- Änderung dor Breite mit -^^/^^n» ct. 
ebnet -worden, ßatt dafd e^ -4- 5f"7 fin» «hätte 
i Tollen. Nur für fehr entfernte Epocihen kann 
i Correction einen wefentlichen Einflnfs ha- 
, und auf 50 Jahre vor oder nach igoö nie itoebr 
line Siecunde betragen. Die wahre Säcular -An# 
mg enthält folgendes kleine Täfelchen : 

Argument. Long, vera — longit. ^, 



N 



Arg. 


M- 0» 


-+- 1» 


^ II'' 




-^ VI 


-K VII 


-4- VIII 




Ö" 


0, 


. 2/9 


4. "9 


30* 


5 


0, 5. 


• 3. 3 


5.2 


25 , 


10 


if 


3» 7 


5. 3 


;rO 


15 


I. 5 


4* 


5» 5 


15 


20 


2, 


4> 4 


5. 6 


10 


25 


2» 4 


4, 7 


5» 7 

J» 7 


^ 


30 


2. 9 


4. 9 





•, 


^ V» 


-KlV«^ 


-K III* 




, 


* 


H- X 


-HlX 


1 



lJÄUKi.t. 



J I 



434 .• ''•■■. InhäÜ': 



'I' 



wim^^mmmmmM^amtaim 



INHALT. 



( 



XXIX. Wrrtllli' ^ner geföliichtL Barßelluni 
fckritte der Sternkunde im TerflofTenei] 
(Fortfetz, zum März Heft S. 256). . . 

ZXX. Beyttag sur Gefchichte der Agronomie 
im Mittelalter. Vom Prof. ppurm in Stutt| 
fetz. %um Jan. Heft Ig II S. 64) . . • , 

XXXI. Übcx die geographifche Foiition von 

jt^XII.^ Ül^er die Verfertigung des Flintglaf^ 

JUEXtll.'lTnterfachungen über die fcheinbar 
teBälin-des im Jahre Jgo7 erfchienenen 
nieten. Von F. JV.Beffel, Prof. der AH 
. . Königs^fg • , « . « 

XXJ^IV« Aiuzug ans einem Schreiben des Hi 
. Gau/s . ' . . . 

XÜCXV. Auszug aus einem Schreiben des Hi 
IVUyer .,...•. 

XX^S^VI. Auszug aus einem Schreiben dee 
von Ende t Tormaligen königl. Würtemb. 
nifters 

XXXVI L- Neuer Com et ..*•... 

XXXVIfl. Über Säcular- Änderung der N 
Venat-Bahn . 









0. 



I 



-I -■lllfcl 



kW 



«MM 



iMlMMMBHaUHKMteii,. 



MONATLiCMß 

C O H R E S P O N D E iSf Z 

' ZÜH BEFÖilDßRÜNÖ 

EkD. üjjo HlMMELS-RÜNDti. 



ijri — iii Tfr- i t^"r<nir i fi"ri ii ^ - '• 



«* 



Vöf fücli emfet gefthiciitlichen Däf fiellütig def 
Pottfehritte del: Sternkunde im verflof- 

feneii Deceiitiio* 

(Befchluff zuiti Aptil-tteft S. 340.) 



VV eit befchtäiikter als auf dem feßeti Läftd^ find 
die Mittel I Längen- undßreited Beftimmtingen i&Ut 
de^t&u ^i-halten; Sextanten^ Keflexions • Hteifö und 
Chtonometer find die einstigen Inftrumcfnte« die bi<$r 
gebratitht werden können; und Sonnen • Hähen 
tltbft Monds - Difiansieii die damit ^it raacbendeii 
fieöbachtungetu bafs in der Methode« cbtonome* 
ttitche Längen^ ßeftimtnungen zuf* See s&u machen, 
^itl w^tentlichet Fottfohritt iil diefem Jahthundeft 
fiemacht Wdtdc^n fey » möchten wir getade nicht ht- 
lt«ot»ieni d^nn wetiti auch Btrthaüd einige gute 

HfO* Cgrf. XJiilJU B, tdiU O g "L^A- 



r 

426 " Mtmatl. "Covrefp.^gir.; TAAT. 



ZeitbaUer geliefert hat» fo glauben ^yiT doch kftn 
dafsdiere den altern englifchen von Arnold und£ 
ry an die Seite geitellt werden können. Deftom«! 
ift die Methode der iVlonds - Diilcanzen liearbeit^t w 
den, und Geopeter und Al^rOifioinen: haben fich 
die Wette bemüht , diefer den höchOen Grad von £i 
fachheit zu geben. Die vOTzüglichftie ä^chwibrigk 
bey practifcher Anwendung diefer Methode , befte 

iniledaction der beobachteten .fcheii^baren Difti 

■*. . . • 

auf wahre» und fo kurz und einfach die feRechnnOi 
für den Aftronomen ift » fo mühfam mufs fie hothwen*^ 
dig für den Marin feyn » von dem Übung in folch 
trigonometrifchen Rechnungen denn doch mit-Billig« 
keit gerade nicht verlangt werden kann. Allein gerid0 
für Letztern iß diefe Methode hauptfächlich befiimniti 
und es kam daher darauf an^ die Rechnung auf jede 
mögliche Art abzukürzen » und das Verfahren dabey 
gewilTermafsen mcchanifch zu machen» fodafs jeder 
Seemann aus beobachteten Monds-Diftanzen Längen- 
Refultate herzuleiten im Stande iß» 

Im Allgemeinen laHen fich alle zu die fem End- 
zweck gegebene Methoden in trigonometrifche und 
graphifche abtheilen. Die ^/z/!;Ai/cA6 Methode wuf« 
de zuerft von La Caille in ..Vorfchlag und Ausfüh- 
rung gebracht» und neuerlich haben üch Margetts^ 
MaingoTii Rochon^ Leguin und Jiicher damitrbe- 

1 

fchäftigt 9 theils Karten » theils Inßrnmente zu go* 
ben » aus denen die gefuchte Reduction mit Leichtig- 
keit erhalten wird« So fchön und finnreich dlp Con* 
firuction einiger diefer Inßrumente iß» fo kann de- 
ren Gebrauch doch immer nur ziemlich befchränkC 
bleiben» theils weg^n ihres bedeutenden Preifsei» 

und 



« 



3CXXIX« Verjuch ißiner gefchichü^ DarfieUung etc. 42 y^^ 

^nd -weil Ge denn dorh auch liiehr als einen genä^ 

^crten Werth nicht zu gewähren vermögen. Die 

plgonometrifchen Methoden zerfallen in zwej Ciaf* 

|en;, folchedie aas der fcheinbaren Dißanz diewah^. 

De felbft geben , und dann folche , aus denen blos de* 

Qen Differenz erhahen.wird Die erfte urfprüngUche 

Pormel von Borda iCl für die erßere Methode wohl 

DQch heute die vorzüglichfte ; und die andere ift von 

Xaegendre und JDelamhre To vortrefflich bearbeitet 

^Verden » dafs darüber wohl wenig zu wühfchen 

"fibrig bleibt. Die Arbeiten über diefen Gegenßand 

TiOVk Lopez RoyOi GaUano ^ üeinke, Hubert Bow* 

iitfch^ Bürgf Mollweide ^ JLeveque 9 Klügel und ah« 

derer können nur dem Namen nach angeführt wer« 

djen. Eine Menge von Hülfstafeln ßnd in nenern 

Zeiten für diefe Rechnungen erfchienen , von denen 

die von Kraft 9 Dunthorne^ Mendoza^ Garrar d 

und Delambre wohl die vorzüglicbßen ßnd. Merz^ 

ioTxCs Tafeln find unßreitig das voUßäiidigfte nau« 

tifche Werk diefer Art 9 was jedem Seemann unent* 

behrlich iß. Über den Gebraucb der IDunthornJchen 

und ähnlicher Logarithmen bey ßeßimmungdergeo- 

graphifchen Länge aus Monds • Diltanzen , verdanken 

wir Oltmantis eine lehrreiche Abhandlung. £r 

Migt hier« dafs Vorficht bey deren Anwendung 

r noth wendig iß» indem aufserdem bey kleinen Hö- 

r. ben der Planeten, und wenn der Zußand der At- 

\ Biosphäre bedeutend vom mittlem abweicht, ßaik 

gefehlt werden kann. Getheilt waren lange die 

Meynnngen über den erßen Erfinder der Längenbe- 

fiimmungen durch Monds -Dißanzen, und erßganz 

Deaerilcb iß der Streit durch eine bchrift von Cano^ 

G s 2 -wai 



- MimaiLCorrefp. iSu. UMT. 

vai ( derfelbe , dem wir die MiibeaTbeituog det el 
erwähnten Ephemeride für Stecnbedeckimg^i 
danken) Elogio di Apierigo Vespucci entfcbiet 
%v:orden» indem es aus einem dort beigebracht 
Brief von Amerigo f^espucei ganz klar iß, dafs di< 
Ter erße Befchreiber der neuen Welt den Meridian 
feines Schiffes zum erßenmal durch den beobachte 
teil Abßand des Planeten Mars vom Mond b^.j 
fiimmte. 

■f Eine fehr umßändliche Di^euffion über die vot^ 
züglichßen nautifchen Probleme lieferte im zwejr« 
ten Bande dex Reife von D^ Eutrecaßeauoö deren Re« 
dacteur, der Capitain Rojfel; nach der Vorrede ?u< 
neuen fehr vermehrten Ausgabe von Biais aßronö* J 
mie phyßcjue haben wir von jenen als Anhang eine ^ 
Jßronomie nautique zu erwarten # diie gewifs fdi' 3 
wünfchenswerth iß, vorzüglich wenn dabej vie)- j 
leicht auf etwas mehr ConciHion des Vortrag? Aück- 
ficht genommen würde, als esin jenerReifebefchrei-' * 
bung der Fall war* =; 

Über die für Nautik fo wichtige Thechrie d«l 
Magnets « haben Biot i MollWeide • Guinet de Cer» 
tines und andere mehr, fchöne Arbeiten geliefert;.^ 
allein das Hauptwerk hiiyfiber^ was eine ganz voll* 
ßändige auf die Summe aller vorhandenen Beöbacfa' 
tungen gegründete Theorie enthalten und von Biot \ 
und Humboldt gemein fchaftlich bearbeitet wird# l 
haben wir noch zu erwarten^ [ 

Als eiiie wichtige Epoche füi* (»ractifche Stern- l 
künde mufs man die Einführung der Bordaifckai 
MultiplicationS •* Kreife anfehen ; denn nur durch 
diefe wurde es möglich ^ bej mehrem wichtigen 

Ele" 



^ 1 



ÜEXXIX' Verfuck einer gefchichtL Darflettungetc. 429 

• 

Elementen und namentlich bej aßronomiCchen Orts- 
pcäiromungen die Genauigkeit einer Secunde zu er- 
jMttchen. Der erfte (rebrauch diefer Instrumenta ge- 
lüSrt dem vorigen Jahrhundert zu , indem feit dem 
fahre 1790 die franzÖfilchen Agronomen CaJJini^ . 
iUchain und andere, fich delTen zu geodätilchen 
Ueilnngen und Breitf'n- Beftimmungen bedienten 9 
%nrie man aus Caffikl^s Jßxpoje des opirations Faites 
■31 France fieht, wo die erfie äefchreibung und An« 
Reifung zur Beobachtungs- Methode damit gegeben 
Vrird. In Deutfcbland wurde dies fchöne Inßrument 
^rftetwasTpäterdui^ch die vom Freyherrn von Zach 
%A HindeJihurgs Archiv für Mathematik und dann in 
^|er MonatL Correjp. davon gegebenen fehr detail- 
lirten Befchreibungeq bekannt; allein ob fchon im 
Torigeo Jahrhundert bey uns irgend ein practifcher 
Gebrauch davon gemacht worden ilt, möchten wir 
ivohl bezweifeln. Auch hat fich feitdem die Ge- 
nauigkeit und Sorgfalt der Behandlungsart und Be« 
obachtungs - Methoden , und dann nicht minder 
die Conftruction des Inftruments felbfl 9 fo we- 
lentUch verbeffert, dafs deHen hohe heutige Voll- 
kommenheit ganz dem gegenwärtigen Jahrhundert 
logehört. Noch zu Anfang diefes Jahrhunderts war 
. der franzöfifche Künfliler Le Noir beynahe der ^in* 
*i{6» welcher fich mit Verfertigung von Multiplica- 
tions-Kreifen befchäftigte ; allein auf Vollkommen*' 
ieit konnten diefe bey weitem keinen Anfpruch 
flachen , da Theilung , Solidität und Güte der Fern- 
rohre • fehr viele Wünfcbe unbefriedigt liefsen» und 
^ kann keine Frage feyn» dafs diefe Inftrumente 
tut (ölchen, wie fie jetzt in DeutfchlandTverfertig/et 



\ 



^^ 



"'^h einer gef4:hichtt.Darflethmg etc. 43 1 

^^Ä» ^^'ine nähere Befchreibung diefe« 

■^ vielleicht noch manchen V ör-^ 

;^ ^^^ idian - Kreife von Ramsden 

"^i ^3 nomen fehr interelTant 

*^r "^S^ '^, ceftenpr^ctifchenAftrO' 

%y^ ^Cl • orzügliche der Meridian- 

V ^^ ^ aranten fo ziemlich entfchie^ 

^ . fehr ^yünfchenswerih ift -es dii- 

"^ tiftramente von gleichen Dirnen G.Q'- 

^a in Mailand und Palermo auch nach' 

^ndlcomtnen möchten, da mehrere der wich- 

«I aftronotx^ifchen Elemrnte nur dadurch verifi- 

-*rt'tvcrden könne». 

' ' *Mit den Recbnungs - Methoden» die der aßro* 
Mmirche Gebr&qch des Muhiplications - Kreifes er-^ 
fofidert» hat tick hanptfächlich JDdamhrß in den 
..käioil ' vorher angeführten Methoäes analytiques ^ 
'ted nmft&ndilcher in der Boje düjyßeme metrique^^ 
I dina aber auch Svanherg in feiner Relation über die 
'MTdlfche Gradmeffung befchäftigt. Der allerhäußg- 
fte'Gebranch, welcher von diefem Initrumente ge- 
tttehtwird» find unftreitig beobachtete Zenith- Di« 
linzeD in der Nähe des Meridians, deren Reduction 
'. Ilrenig mühfam ift. JDelambre giebt dafür allgemeine 
IWelp s allein noch bequemer für Tiafelform fcheint 
..die etwas veränderte Geftalt zu feyn , welche Carllni 
dem irrfprünglichen DelambrefchenAusdruck gegeben 
hat. Etwas weitläufiger ift die Berechnung des Azi- 
muths aus beobachteten Difianzen der Sonne oder ei« 
»CS Stern von dem terreftrlfcben Object, indem hier 
. die Änderung der Zeit und der Diftanz nicht ganz pro- 
portional gefetzt werden kann ; Svanherg und Delam* 



V 



I ♦ I •» I 



43^ Mofißü. Cornfp. fgu. VIAT. 

den, in keine Vergleichnngen kommen können. 
Wir befitzen in^nrermVaterlandie jetzt drey Kunftler, 
Reichenhach in München, Baumann in Studtgardt 
tind Repfold in Hamburg, deren Arbeiten mit denen 
derberühmteftenenglifchenKünftler fiegreicb wettei« 
fern können Vorzüglich fcheint Reichenhdchs Thei* | 
längs Methode eine noch nie erreichte Genauigkeit zu { 
eewährcn, und wirklich bieten die Hefultate feiner ; 
Maltipiications • Keife eine bewundernswürdige , 
Schärfe dar, Bey neunzehn bis zwanzig zoiligea >^ 
Kreifen von LeNoir geht die Tbeiluug nur auf 20*, 
während die von Reichenhach bey einem^ Durcli« 
melTer von 12 *^i$ Zollen unmittelbar 4* geben; 
ein zehnmalige Multipiication mit diefejm giebt den ' 
Winkel anfeine Secunde, während man bey zwaih 
zigmaligcr mit dem Le Noirjchen Kreife kaum auf 
das Fünffache lieber id. £in kurze Befchreibung 
diefer wahren mechanifchen Kunftwerke, welche ■ 
für die ganze practifche A(tronomie von wefentli» 
eher Wichtigkeit find, hat David gegeben; allein 
weit vollAändiger wird uns mit ihren Gebrauch und ] 
ganzen Conftruction , die fchon oben erwähnte V<h 
yage aftrtnomique des Freyherrn von Zach bekannt 
machen. Mit ßefchreibung der Baumann fchenMvi^ 
tiplications- Kreife haben fich hauptfächlich Bohneiiß' 
berger und Pottgiefer befchäftigt, und von der Coth 
ßruction eines febr fchönen Spiegel - Kreifes von dem» 
leiben Künfiler, gab neuerlich Benzenberg eine d» 
taillirte Notiz, 

Das allervorzüglichße Infirument, welches bis 
jetzt aus Reichenhachs Werkftatte hervorgieng, ift" 
nnftreitig der zu Mayland aufgeßellte fünffüfsige 



y 



XXXIX. Verfuch einer gefchichtt. Darßethmg etc. 43 1 

Meridian -Kre!flL Eine nähere Befchreibung diefeä 
Inßrnments y welches vielleicht noch manchen Vor- 
sng vjthr dem Palermer Meridian -Kreife von Hafnsdeii 
hat, wthrde für aHe Aßronomen 'fehr interelTant 
feyn. Das Urtheil der berühmteften pr^ctifchen AftrO' 
nomen fcheint über das Vorzügliche der Meridian* 
Ereife vor Mauer* Quadranten Fo ziemlich entfchie^ 
den zn jiaben, nnd Tehr wünFchenswerth ift «s da- 
her t dafs diefe Inftnimente von gleichen Dimenfi.Q'- 
nen mit denen in Ma^^land und Palermo auch nach* 

Deutfchland komtnen möchten , da mehrere der %yich« 

« 

tigften aftronomifchen Elemrnte nur dadurch verifi- 
cht werden Können. 

Mit den Kecbnungs - Methoden» die der aßro* 
nomiFche Gebraqch des MuhipHcations - Kreifes er- 
fordert, hat lieh hanptfächlich JDelatnhre in den 
fehon vorher angeführten Methoäes analytiques ,. 
und umßändlicher in der Baje üufyßeme metrique^ 
dann aber auch Svanhergiw feiner Relation über die 
nordiFche Gradmelfung befchäftigt. Der allerhäufig- 
fte Gebrauch, welcher von diefem Inßrumente ge- 
macht wird, ßnd unßreitig beobachtete Zenith- Di« 
ftanzen in der Nähe des Meridians, deren Reduction 
wenig mühFam iß. JDclamhre giebt dafür allgemeiiie 
Tafeln ; allein noch bequemer für Tafelforra fcheint 
die etwas veränderte Geßalt zufeyn, welche Carllni 
dem nifprünglichen DelambrefcheiiAusdruck gegeben 
hat. Etwas weitläufiger iß die Berechnung des Azi- 
muths aus beobachteten Diftanzen der Sonne oder ei« 
iirs Stern von dem terreßrifchen Object, indem hier 
die Änderung der Zeit und der Dißanz nicht ganz pro- 
portional gefetzt werden kann ; Svanhergund Delam* 

hv 



■ 



432 Momtl. Corrcfff liU. JUAt^ 

lirß haben die voDßändigen Änsdrüöke d^für entwk 
cKelt, deren An >Yendung nun l^e^ne andeve äcbwi^ 
Xigkeib aU die der numerifcben SnbiHtiitiöq bat, 
^Daffelbe iÜ bey der Zeitbf'ftirnmnng durch den M«l- 
tiplicatipn^ Rrei? der Fall, WO ebenWU, wenn grov 
fse Genan^iglieil; verlangt wird, die voq Burfkhßrdt 
neuerlich entwickelte FQrroel mit »weyten Oift'eiren» 
. zep gebraucht; werden mufs. 

Sehr wcfenllicbe Fprtfchrirte find in diefem Det i 
cenn{ü in der Theorie und P.ras^ts microipelrircbe? 
Beobachtungen gemacht worden: dieBeiTutzungdet 
leeren I^reife^ aU Micrometer ijX zw4r fchon eino 
ältere Ertindung, allein die ausgedel^ite Brauchbar«* 
keit und die heutige Schärfe diefer Bepbachtqng^ 
Methode, fchreibtUcherl^ von Entdeckung der neuea 
Planeten her, wo diefes Verfahren häufig in Anwea* 
düng kam und kommen mufate, Da noch nirgendaet« 
wa$ VoUltändiges über diefen Gegenßand erfcbienea 
ift, fo wäre esgewifs fehr wünfchenswerth , wenn ei' 
ner der Agronomen ^ die iich , wie Qlbers , Gau ff uti4 
JBeffcl vorzüglich mit diefer Beobachtung» - JVIeih(H 
de befchäftigt haben, einmal eine zuCammen hän« 
gcnde practifch theoretilche Anleitung darüber lie^ 
fern wollten. 

Um die Theorie des Bradleyßhen Rhoml^oidaU 
Netzes machten lieh Delambre und Mpnteiro durch 
zwcy grofse Abhandlungen verdient und den Ge» 
brauch des vollkommenen Vierecks, aU Micrometer, 
Iclilug Burckhardt vor. Demfelben verdanken wit 
"Öieldee der Multipllcations- Micrometer, die gewlTa 
für Planeten • DurchmelTer und überhaupt für all^ 
kleinere ^littanzenvortreiflicbe Oicntte leiiten/müfa- 

t€Ö4 



I , 



JfXXIX. TiPr/ficft pffMT gefpftichtt DarMtung etq. 43 J 

■ ■ * 

0, Nicht minder finnreich war Frowfs Vorfcblug 
Copßnic^ioD eine« MicromeferSi wi8 diegefoch- 
Gröfse oicbt 4urch die Unigänge einer Schraube f' 
idera 4«rch die OifferepÄ »weyer giebtt indem 
' dieCe t^rt das Unbequeme pud UnOchere» dieCe 

iraubengänge (ehr fein ftu machen , vermieden 

rden könnte, 

OfveriomJi neuer WinlielmeJIer' tiqd Fallon^ 
egei' Ifioeal und Eng^^meter gehören mehr zuT 
Dcleheal^ hierher; wichtiger iß für Artrün>imie ei| 
von ^ur<r^Aar4t TorgefchUgene neye Einrichtung 
r Spiegel- Keflectoren I die i^n^leich von der Fe- 
•bnrger Aqademie tur eineq dortigen Küi»Itler, 
hrader t in Ansprach genommen wuide. Im We* 
itlichen beftebt die Idee d^rint dafs der grofseSpie'r 
l fo wi« bey ^reg^ory .f-Conftruction durchbohre 
diu der Mitte der Brennweite em Vlan- Spiegel 
gebracht wird, welcher auf der Axe des grof^en 
rpendicnl^T iß und deinen halben DnrchmeQer bat« 
efe Einrichtung gewährt den allerdings fehr w e* 
Itlichen Vortbed« dafs dadurch die tränke cine^ 
sflectors n^ch der zeitherigen Coqftruction um- die 
ilftc vermindert wird. In wie fern durch dieVer- 
öfaerung des Plan- Spiegels etwas an Licht verlo* 
Q geht, läfst lieh fchweriich a priori beßimmen, 
id es wird (ehr interelfant feyn zu erfahren , wa« 
r eine Wirkung ein nach diefem Vorfchlag con? 
uirter Ejeflector gethan hat. 

BeJTere Mittag? -Fernröhre und Quadranten ftls 
19 vorige Jahrhundert» liefert das gegenwärtige 
cht, auch dürfte es (chwer halten» die Meißer« 

erkesvL übertreffen $ die wir hierin yov! DoUond^ 



434 Monatl. Correfp. igii. MAT. 

Mamsden, Bird und Gary befitzeh. Einefehrfinn- 
reiche Methode , den Collimations- oder Theilungs« 
Fehler des Mauer- Quadranten ,' ohne Hülfe -anderer 
luftmmenie, durch einen vor das Objecrivglas he» 
feßigten Plan- Spiegel und eioem ÖUIiorizont genaa 
zu beftimmen, gab Beffel neuerlich an. Gefchah 
füt die practifche 'VerbelTcning des Mittags -Fern- 
röhrs im verfloffenen Decennio nkhts/ fo Wurde 
äeffen Theorie, das heifst die Art und Weife, wie 
aus bedhachteten Fixßern - Durchgängen der richtige^ 
Stand des In(h*uments zu prüfen und zu verificiren 
ift, defto fleifsiger und forgfältiger bearbeitet« Oa 
^as Mittags - Fernrohr möglicherweife' drej Deviatio- 
nen haben kann, die alle einen eigen thümlichen 
Einflufs äufsern , fo wird dadurch die Unterfuchnng 
in völliger Allgemeinheit etwas verwickelt , kann 
aber wefentlich at^ekürz'c werden, wenn der Beob« 
lichter, wie es immer gefchehen-follte, durch be- 
kannte Methoden den Collimations -Fehler und die 
Neigung der Rotations- Achfe weggefchafFt hat,' fo 
dafs dann nur noch' die Abweichung vom MeridiaA 
übrig bleibt. Sowohl diefer fpecielle am meifiea 
vorkommende Fall, als die allgemeine Aufgabe, ift 
von den berühm teßen Aßronomen bearbeitet wor- 
den, und die hierüber von Henry , Camerer, JPaS' 
quich^ v»Zachf Delambrej Orianiy Cagnolin Mon^ 
teiro^ Bf off ijnd andern gegebenen Auflöfurigen 
und fo voliftändig, dafs diefer Ge^enßand als ganz 
erfchöpFt änzufehen ift. 

Da die Genauigkeit aller aßronomifchen "Beob* 
achtungen hauptfächlich von der Vorzüglichkeit der 
Vergrüfserungen abhängt, fo beruht auf der Ver- 

bef. 



XXXik. Verfuch einer gefchichtt, DarfleUung etc. 435 

beflemng tniferer optifchen Werkzenge ein fehr we« 
fentlicher Theil der beobadhtenden Sternkunde. Nuv 
weniger können Spiegel -Reflectoren zu eigentlichen 
aftroQoiiairciien Ortsbeftimmungen gebraucht wer- 
den, und wahre Fortfchritte ^^r practifchen Aftroqo^ 
mie hängen hiernach vorzüglich von einer gtöfsera 
Vollendung achromatifcherFernglärer ab. Gelänge« 
einem Künftler, Flintglas in willkührlicher Gröfse 
und ganz rein zu erhalten » fo würde dann anch dia 
Conftmction weit gröfserer Achromate, als ünfere je- 
tzigen Qnd • ohne bedeutende Seh wierigl^eit möglich 
werden. Sehr interclTant war daher die neuerlich 
ans Paris erhaltene Nachricht» dafs es den Bemühun« 
gen des Herrn D^/irtigues^ eines fehr unterrichteten 
Mannes» der eine feit acht Jahren von ihm errichte^ 
te Kryßall • Fabrik zu Fortgehe beiitzt» gelungen 
fey , fehr gutes Flintglas in bedeutenden Quantitä- 
ten zu verfertigen, und dafs der Optiker Cauckoia^ 
mit dlefem ohne alle Zuziehung eines englifchen 
Fabricats fehon einige gröfsere Achromate conftruirl: 
habe» die von mehrern Mitgliedern des Parifer Län- 
gen • Inftituts für vorzüglicher, als ein vierfufsigec 
englifcher Achromat von DoUondf anerkannt wor« 
den wären. Betätigt fich diefe Entdeckung, fo ge« 
hört (ie anftreitig unter die fchönlUn diefes Jahrhun* 
derts. Auch Reichenhack foU in einer Glashütte bey 
München Verfuche mit Verfertigung von Fiintglasge* 
macht haben, von deren Reful taten uns jedoch nicbV* 
Näheres bekannt worden ift. 

Dies wäre das Hauptfächlichße , was die Afl 
nomie unferm Jahrhundert verdankt. So fehr 
«ns bemüht haben, in diefer DarfteUuoR der -Ij 



436 JKonatf. Correfp. tSiuMAIy' 

,fchritte der Sternkunde im erden Decenniam de» 
neunsehnteo Jahrhunderts nichts WefentUches za 
übergeben, fo find wir doch'lyeit entfernt « unsinit ' 
einem gelun^genen Erfolg 91U fcbmetcheln , und wür« 
den ei dankbar annehmen , wenn Aßronomen -um 
auf Terna^hUrGgte Oeg^qftände aufmerkliun machen 

ICKoUtePt 

Jede der cnltivlrten «uropäifchen NatioQen trug 
mehr oder minder zu Ausbildung unferer Willen- 
fehaft bey^ England und Sicilien theilen Cch in 
das Verdienft » die Grundlage di^et ganssen Aftronomie 
durch vortreffliche Beobachtungep geliefert zu ha» 
hep ; den franzöfifchen Geometern » einem La Flace^ 
JLa Grang&f Le Gendrcf J3iot und Foijffon ver- 
danken wir die hohe Ausbildung der phy^fifcheo 
Aftrooomie ; in Italien erinnern die Arbeiten der 
Mayländer^ Florenzer und Römifchen Aßronomen an 
alten wlilenfchaftlichen Kubm ; würdige Schüler des 
grofsen Jßuler laiTen den Ruf der Petersburger Aea^ 
demic nicht finken; uqfer Gßujs bat der elliptifchen 
Planeten ^ Theorie eine neue Gefialt gegeben» und 
»irgend? iß vielleicht das Studium der Aßroaoraie 
; fo allgemein wie in Deutschland verbreitet ^ wo die 
Vereinigung Vieler die WifTenfcbaft vielfach berei- 
chert. Wenn ßch jetsst Frankreich durch jährliche 
Bekanntmachung der Bouvardjchen Beobachtungen 
auch um practifche Aßronomie verdient macht» fo 
lafst JDeutfchland und das übrige Europa defto mehr 
für diefe hoffen. In Göttingen, München und Kö^ 
7ij^jÄtfr^ erheben fich durch königliche Uriterßüt«ung 
neue prächtige Tempel Uraniens ; der Seeberg ift 
in erneuerter Thätigkeit^ durch vereinigte Dotation 

d^r 



\ 



[XXIX. Verjuch einer gefchichtt. DarßeUung etc. 437 

r Herzoge von Gotha und Weimar erhält Jena 
le Nateen verfprechel^de academifche Sternwarte # 
id dadurch einen Vorzug vor verbündeten Schwe- 
trn» Barry in Mannheim "Witd vom Gouverhc- 
ent in Stand gefetzt » feinen grofsen vielj&'hrig be« . 
beiteten ^odiacal * Catalog herausgeben i&u kön* 
»nt und int Ofeiii Dorpat und Moskau iß die 
ilegnng neuer Sternwarten befchloITen« Mögedai 
ichäe Decennium zur Reife bringen ^ was wir jetzt ' 
fchdnempot keimen fehen. Auch in fernen Welten 
sgt Agronomie nicht ganz darnieder; in Phitadel» 
kia und Cnlcntta erfchienen aCademifche Schrif- . 
n, denen diefe Lehre nicht ganz fremd ift; blü- 
•nd ift nach ffumholdts Nachrichten in Medcicö Att 
aftand der exacten WilTenfchaften, und eine neue 
lern warte würde« nach eines Peruaners Erzählnngi 
\ Säuta Fe de Bogota gegründet« 

Gern zähl^ ^Vit das Stocken im regen Lebet! 
leter Willen fchaft auf, da es nur feiten, vielleicht 
ich momentan nur ift ; zu wichtig waren die Schrif- 
n der Berliner Academie für Aftronomie und Ma« 
lematik« als dafs wir deren Aufsenbleiben nicht 
•merken foUten; eine fchätzbare aßronomifche 
phemeride horte feit dem Jähre I8ö6 in Pt^en auf« 
nd dietchönen Inßrumente des Grafen J^rüAZ rchei«^ 
en in Leipzig noch ungenützt zu bleiben. 

Vergleichende Zufammenßellung des gegen War* 
genZußandes der Aßronomie mit dem in frühern 
ihrbünderten , und kurze Andeutung delTen^ Was der 
akunft zu bearbeiten vorbehalten bleibt, lind noch 
iVey Anfangs übernommene Verbindlichkeiten j de- 
mErfüllnngwirnuu amSchluffe verfuchen wollen« 



/ 



436 SlomO. Correff. fgiu M4fr 

fchrilte der Sternkiinde im erOen /' i[.reyn,iQC 
neunzehnten Jahrhondetta nich» jn , wo Aftro- 

übergeben, fo find wir docbW;* f" befchränkea 
einem gelunfgenen Erfolg 9^ f. / ^^ voo dem Zeiip 
den et dankbar annehmen.. iichaft nie rücKwäru 
auf vernachUrOgte Gegep''" "^" *^^®^ höhern Aus- 
lyoUteP« ^^' ^^"^ Cechs&ehntenjahi* 

Jede de» cnldyir^ '' ^ günßige 2^itpnnct und na- 
mehr odei mtoiler ^tdeclmng des Copernikanijchen 
rchaftbej^-. Eß' 0»^^ z^ch durch diere Lehre ^ die 
das Verdieoft» y/jbfig^^ Arbeiten war und untere heu- 
dqrch y aitj^^ begründet ^ noch nicht ganz das alte 
ben; Atah' J^SyBteia verbannt» indem der Glaube 
La Qrop ^icf^fS^^i noch eccentrifcheKreife undKpi- 
daoken y^rdettet to war es doch der haupt fachlich* 
JkSttop y^t snr Kenntuifs des wahren Sonnen • S7- 
May^ /indem es die himmlifchen Bewegungen in 
alte /^-irklichen einfachen Ordnung zeigte. Dem 
gif ^^ch der Sinne» einer lang verjährten Mej- 
4 ^t ja felbrt dem religiöfen Glauben derMenfchen 
7 j^tiprach diefes Softem , was die Erde ihrer ün- 
^^eglichkeit entrifs» zu fehr» als dafs es bey dem 
^fsern Haufen hätte Beyfall finden können. Im 
«anzen fechszehnten Jahrhundert fand es nur wenige 
Vertheidiger » und erft dann» als Qalilaei zu deflen 
Märtyrer wurde» fleug es im üebzehnten Jahrhun« 
dert an» allgemeiner als Wahrheit zu gelten. Auf 
eine glückliche Art vereinigten lieh damals Theorie 
und Beobachtung» um die Fundamente des taufend- 
jährigen Ptolomäifchen Syßems zu untergraben. 
Die zufällige Entdeckung des Fernrohrs bezeichnet 
den Aufang jenes Jahrhunderts» als eine der merk- 

Wür- 



\' 



XKynX.VinJuai einer gefchichtLDarfleUung etc. 439 



/. 



würdigßen aftronomifchen Epochen. *) Gidilaei's 
Entdeckung der Jupiters • Satelliten , der Venus- Vhar ' 
feil und der Sonnen • Rotation waren alles zu ßarke 
Analogien für^die Bewegung der Planeten um die 
Sonne, als da(jB nicht dann diefes Svßem die Mej* 
nong aller guten Köpfe hätte gcAvinnen müITen. 
Durch Tycho Brake und Landgraf Wilhelm IV *^ 
erhielt nun auch die beobachtende Aßronomie eine 
günftige Revolution. Ein neuer Fixßern • Catalög t 
weit vorzüglicher als der von Hipparch und Ulugh» 
Beigh f die Entdeckung der Variation und der Un- 
gleichheiten .der Mondsknoten und der Neigung, et* 
ae beflere Begründung der afironomifchen Strahlen- 
brechung und eine Reihe guter Planeten -Orte, wa* 
ren die Frucht ein und zwanzig jähriger Tychoni" 
ycA^r Beobachtungen. Nur mit Ilipparch und Brad, 
ley. darf Tycho in Parallele geftellt werden ; denn 
eben fo wie jene war auch er der erße Beobachter 
feiner Zeit« und gleich jenen waren auch feine Qeob- ' 
achtungen der Grund der fchönßen Entdeckungen» 
Tych6*s Rath und Beyßiind leitete Keplern auf den , 
wahren Weg , die Wahrheit zu erforfchen. Zu leicht 
geräth ein feuriges Genie auf Abwege; Kepler hatte 
ein Vorgefühl der Wahrheit noch ehe Beobachtun* 
gen fie ihm zeigten^ doch leicht hätte ihm feine all- . 

zu- 



*) Wer eigentllcli der erße Erfinder der Fernrohre war, 
iß wohl noch fehr ttnentfchieden ; allein fo viel iß ge- 

- wifs, dafs Simon Marias im November 1609 ku Ansbach« 
.Otdilaei den 7; Januar 161 o zu Floren s und Harriot den 
x6. Januar i6ro zu London zuerß die Jupiters«' SatelU» 
^ xma gefehen habeii* 



V 



A\}gtohe Vötliebeffür An^logi« und myiki(che Pytliji' 
goräifche Zahlen fpieletey aüf.lmtAet Vom wahrett 
Wege abfühteii kötineu. Allein zütii Glück für die 
Sternkunde fellelre ein beobacht^tef Gegenithein 
Aes Matä feine Aüfmerkf^mkeit ^ ntid die Menge ga- 
tet Tychifnifcktr Beobachtungen gab ihM deifen el- 
lltttifche Bahn t und fein etiles Tchöned Gefet^« dnfs 
du durch dU Radii Vectottn dir Planeten b^- > 
fchriehenen Räume det Zeit proportional ßnd. Erft 
nach fiebzehnjährigen Bemühungen fand et- das s&\ye)f- 
te G^ret2 , vermöge delTen die Quadrate der Lmlaufp^ 
%eit6nfitii tbie die dritten Pot*:nzen der halben gtojsm 
Axen Verhalten i Und zum Theil verdanken wir ditf- 
fea wohl KepUrs feüen Glauben an die überall iti x 
det Nat^ir ftatt findenden ZahlenverhältnilTe« Seid 
Werk, defteüa Martis ^ enthält die ftefültale feinifC 
langjährigen planetarifchi^n Porfchungefli und ani 
vielen Stellen ^yird e« unverkennbar^ dafs ^Kitplisr 
das allgemeine Naturgefet^ ahndete i v^ritioge deilefl 
Akt Bewegungen in unfern Sonnen > Svßetu.fd effol* 
gen müilen , wie wir ße beobachten« Jenes M^erkf 
und die hierauf gegründeten RudoLphiniJcheH Ti- 
fein« müflen als die Epoche einer entgehenden ^th 
<;hanik des Himmels gelten j die von Netvtön ttad 
den fpätern Geometern atisgebildet Würde« 

Durch die irt jene*2eit iallendö Neperfche £öt- 
decknng der Logarithmen wurden Keplers großes 
adronomirche Arbeiten Wefentlich verkürzt # tuid 
man kann von diefem merkwürdigen Syfteiti durch 
die unendliche Zeit Erfparnifsi di^ ed gewährt« tnit 
Kecht behaupten I dafs es das Leben der Äßronoinefl 
iUfhr als vervielfacht« 



XXXIX« Viirfuch einet ^efchichtt. DarfieUung etc. 4^1 

Wenig Männern bat Aßronömie und Geographie 
viel wie Huyghens zu verdanken« denn feine Ver- 
fpUkomninung der Uhren und Fernrohre lief^ett 
leyden fchnalle Fortfchritte thiin; kein Theii der 
Villenfchaft blit^b von ihm unbeteichert; 2Um er-* . 
kenmal entdeckte er einen Trabanten des Saturna 
ifid erklärte die wunderbaren Erfcheinungen feines 
Uugea; und hätte er feine frhöuen Theoreme über \ 
Zentrifugalkraft mit feiner Theorie über die durch 
Abwickelung ejitßandenen krummen Linien und mit 
)en Keplerjchen Gefetzen verglichen» fo hätte ihm 
Kewtons Theorie der krummlinigten fieWegUüg 
IVohi nicht entgehen .können* 

Viel \f ar für die Theorie der himmtifchen Betve- 
|Qngen gefchehen » und es fehlte nur noch der ge-^ 
biaüfche Geiß eines Mannes « der alles vereinigte und 
I11S einem höhern Standpuncte bearbeitete. £>escar» 
tes hatte durch Vereinigung der Algebra mit der Geo« 
tnetrie » diefer eine andere vermögendere Geftalt gege- 
ben; Fertnat durch feine fchöne Methode ^ vom Gröfs- 
tep and Kleinften I die Bahn zur Floxions-Kecbnung 
|ebrochen ; Kepler und Hoock hatten den Begriff» 
Aals die Bewegungen der Planeten aus der Combi« 
nation ein^ Projectionekraft mit der Attraction der 
Sonne eniltehen kötme« dunkel geauf«ert; durch 
Onlitaei -Waren die Gefetze de& Falles fchwerer Kor- 
per bekannt« Und durch ff^nlUs ^^fPrens und Huy^ 
ghens War die Theorie der Bewegung (chon Weit 
vorgerückt. Doch da» Werk, alle beobachtete Er- 
Ücbeinongen zu vereinigen« und das allgemeine Na» 
^argefetz zu entwickeln» Was allen genug thut» war 
«icht klein # und nur der domiuirendcn üeiileskraft 






• I 



1 



44^ HflonatL Correfp. ^gn. MAT. • 

^li^sNe^oton konnte ein folches gelingen* Der Weg 
diefea Mannes » deüen Gleichen die (VilTenfc&afcea 
in Jahrhunderten nur einmal bedürfen » um unauf* 
haltfam vorwärts zu f^hreiten, wird zu allen Zeiten 
der einzige feyn, der ohne Irrthum zur Wahrheit 
führt. . Verbindufig von Beobatrhtung und Analjfe 
^liefsen ihm die Theorie des Welt-Syfiems und die 
Natur des Lichts ergründen. Auth zum richtigen 
Sehen, zum richtigen Befragen der Natur gehört 
KunliundStharfünn, den Jeder, der in ihreGeheim- 
niffe eindringen Ivill, £L\x9r Newtons Optik lernen 
mufs». Ererfchuf Geh eine neue Analjfe» entdeckte 
das allgemeineKaturgefetZy d^s diePlaneten^n ihrer 
Bahnerhält, und entwickelte mittelß jener diewah« 
re'Thjeorie ihrer Bewegung, Wie durch dieällgemei« 
ne Attraction^m directen Verhältnifs der MaUen und 
^umgekehrten der Quadrate der Entfernungen ,. die 
elUptifchen Bewegungen des Mondes und der Plane- 
ten geltört werden , deutete Newton meiftens nur-im 
Allgemeinen an , und den Geometern neuerer Zeit 
war es vorbehalten , auf diefem Grunde fort zu bau« 
en. In den Principiis philofophiae naturalis ent» 
hüllte der edle Britte jene ewigen Wahrheiten zum 
erltenmal, und diefesWerk, wasderiVipii;^öwunferer 
Zeit als das erhabenite Froduct des menfchlicben 
Weißes noch jetzt anerkennt j^) giebt, verbundenmit 

der 

*) In der Eocpoßtion du fyßente du mondo Tagt La Place 
von Newtons Principiis pfiilofophiae naturalis : '*L^ini- 
ponance et la g^u'eralite des decouvertes u^ grand noip* 
bre de vues originales et profondes, quiont^te legernis 
des plus brilliiintes theoties des Geometres ,dtt derni«r 

ü^cl«^ 



* i 



\ 



XXXIX. Viffuch einer gefchichtt. Darflettung etc. 443 ^ 

dter gleichseitigen Entßehung der Londner und P^. 
rifer Acailemie der WilTenfchafteiii*) \ler zweyfen 
Hälfte des üebzehnten JahrhunderU einen überwie« 
geuden Rang in allen frühern und fpätern Epochen 
WiiTenfchaftlichei' Bildung. Die fchnellen Fortfchric- 
te jener Zeit im ganzen Gebiete der exacten Wilfen- 
fchaften* waren faß einzig das Werk jener academi- 
Ichen Vereinigungen der ausgezeirhnetften Männer« 
Kein genialifcher Gedanke wurde hier leicBtfinnig 
Terworfen,' kein Softem 1 wenn auch noch fo glän- 
zend« ohnePrüfangangenomqien« gegenteilige Hül* 
fe verftärkte die Kräfte des Einzelnen» fchwierig« 
Frei« * Aufgaben reizten die angeftrengte- ThätigkeiC 
aller guten Köpfe» und fo entfprangen aus ihrem: 
Schoos die grofsen umfallenden Theorien » die 
fchwerlich jemals die Frucht ifolirter Bearbeitung 
gew^fen^ feyn würden« / 

Bejnahe fcheint es^ als wäre Newton feinem 
Zeitalter um ein halbes Jahrhundert voraus geeilt» 
indem die'berübmtellen gleichzeitigen Oeometer fei' 
aen Geift nicht fafsten«. und (ich mit fehr mifslun« 
gener AutTuchung anderer S^^fteme bemühten. Doch 
Würde es undankbar Teyn» die groben Verdienße zu 
Verkennen, welche Geh die Gebrüdere Bernoulli um 
tkuabiidang der Anal)'le «rwarbeni und die fpäterhin 

fehr 

B^ple« taut cela prefent^ avecbeancöupd^el^gance aifiirA 
k l^ouvrage des principes mathematiques de la philofo^ 
phie naturelle , la ptoemiiieiice für les aub'ea produotiont 
de l^esprit humain. , 

*) pid Parifer Acaddmi« wurde 1666 i die Lond&er i6S9, 
«rriekiet« 

Hh a 



■* 



444 i MonaÜ. Correfp. igiu MATC. '' 

fehr wefentlich zu den fchnellen FoTtfchrilten in der 
Theorie des Welt •> Sy ßems bey trugen. Ganz in New 
tons Sinne arbeitete Halley^ ein Mann von leltner 
Geiftesthätigkeity der faß jeden Theil det aftrono- 
xnifch phyrifch^mathematirchen WifTenCchaf^n mit 
lieaen Arbeiten bereicherte« Die Theorie der Come- 
ten erhielt durch HaUey zum erftenmal' eine wiffeo. L 
fchaftlichef die des Mondes eine eiüpirifch - geni- ^ 
herte Bearbeitung » und feiner höchß - finpreichea ^ 
Methode» aus Venus «Durchgängen die Sonnen «Fi- i 
Tallaxe herzuleiten, verdanken wir die Kenntnib 
der Dimenßonen ünferes Sonnen - Syftema- 

Die beobachtende Aftronomie war jetzt weit ge- 
f^n Theorie zurüclc , doch durch Dopiinic Cafßni^ 
Flamßeed und Haüey bekam auch bald diefe eine 
ander^ Geßalr. Mit der Verbindung des Telescops 
am Quadranten, und der Erfindung der Microme- 
ter und Heliometer, beginnt die erße beßjere £po- , 
che, die fich dann fchnell der hohen VoUkonunen« 
heit näherte, die Beobachtungs-Kunft und Inßm» 
mente fchon zu Bradley^s Zeiten erreicht hatten« 
Aus Jupiters Satelliten hatte Römer die Gefchwin* 
digkeit des Lichts hergeleitet , auf die Bradley^ ver- 
bunden mit feinen Beobachtungen, die Theorie der 
Aberration begründete« Um alles zu erfchöpfeni 
Was Fixflerne an fcheinbaren Bewegungen darbie- 
ten , war diefem vortrelflichen Beobachter auch die 
Entdeckung der Mutation vorbehalten, die ihm et- 
was fpäter als jene gelang. Überhaupt hat England J, 
in FlamJLeed^ Halley ^ J3radley und Mas kelyne eint iii 
Reihentolge von Beobachtern aufzu weifen , deren 
Mamen jeder Aßronom mit Ehrfurcht nennen mufsi 

. dl 



*i 



XXXIXt Ve¥fiiuih eifMr gefckiöhtl. DarfielPung etc. 445 

li faß alles unf^ aßronomifchea WiiTen auf ihren 
arbeiten beruht. 

Faft ganz gl^^ichzeitig bearbeiteten drey der be- 
üfamteften Geometer» Daniel Bernoulli , 3Iac-Laii* 
in und EuUr die fo fchwierlge Theorie der' Ebbe 
indFlath; und bald nachbet begründete ein nicht 
ninder würdiges Triumvirat , Clairaut , D^Jlemhert 
md EuUr djisgrofee Problem der drey Köf per. Von 
ina an hörte jede Einwendung gegen das Newton* 
ehe Attractions • Gefetz auf, und alle Theile des Welt* 
iyflema wurden nach diefem bearbeitet. JD^Alemhert 
;ab die Theorie der Pr^cefßon und Nutation, Euler 
lie von Jupiter und Saturn 9 und Clairaut beßimm- 
te die Störung und die Wiederkunft des berühmten 
t[alley''fchen Cometep» Späterhin bearbeiteten die* 
Celben Georaeter die Theorie des Mondes, und die 
Senauigkeit der darauf von Mayer und Majfon ge* 
gründeten Mondstafeln lionnte er(t duich die neue« 
fon Arbeiten unterer Tage über troffen werden. Die 
Inrch den Cometen von (1759 befiätigte Wiederkehr 
liefer Irrflerne, die auf allen Functen der Erde in den 
fahren J761 und 1769 beobachteten Durchgänge der 
l^enus und daraus hergeleiteten Sonnen - Parallaxe , 
snd die Entdeckung eijfies neuen Ha^pt -. Planeten 
nebft acht Satelliten , gehören mit unter die merk« 
Würdigßen aßronomifchen Refultate des vorigen 
fahrhnnderts. Das ^eigentliche Welt-Syftem wurde 
in^deflen letzter Hälfte von zwey Männern bear- 
beitet 9 die noch beyde an der Spitze der Geometer 
fteheh und wahrhaft das vollendeten , was Coperni- 
etiSf Kepler und Newton zuerft begründeten. Faft ^ 
alles» was wir jetzt VoUßändiges in Sonnen- Monds- 



X 



\ ■ .'. ■ . ■ * 



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I 







. lehr s^ ^^ ifiiTeii , verdanken wir desj 

Tb 0^^iffrange und ia FLace. Neufl 

'^ jIÜ^ "!^tf *° ßeftimnaung der Säcular - und' 

f ^^^ '*^f^ichheiien entwickelt , qnd fchoa: 

g^f»^'^ fj/iräu'>dert fad auf alle Planeten aasge* 
0* ^ Ifichi ungenützt liehen die Aftronomen die 
^^ 'f^^gn A osdrürke , und mit ihrer und vortreffli» 
''"'-^bafiitungen ßeyhülfe wurde die Theorie der 
' ^ and der Planeten heiler heßimmt, acht und l 

^hi^S Comeieu neu entdeckt und heohachtet, und ' 
ihre fi'hnen durch vervoilkomninetere Mefhoden 
iBJt -einer vorher unbekannten Schärfe berechnet. 
r^ ^inen hohen Gipfel hatte am Schlufs des acht« 

lehnten lahrhundt-.rta Theorie und Praxis der Stern» 
künde erreicht» undfchvver, ja faß unmöglich fchie» 
tkch im n^iten Jahrhundert Fortfrhritte an Schnellig* 
keit und Werth denen des vergangenen gleich« Und 
doch tritt unfer erftes Decennium an iieichthum 
wifTenfrhaftlichen Strebens und Gelingens allem frür 
her Gefchelienem würdig zur Seite. 

Wird das fechszebnte Jahrhundert ewig durch 
die erfte Begründung des Copernicanijcken Welt» 
Syßenis merkwürdig bleiben , g(^bührt dem iiebzehn- 
ten durch die Entdeckung der Fernrohre, die Iiep* 
lerfche Planeten - Theorie und das ^cwtörCfche At* 
Cractions Gefetz, der erfte Rang in allen Epochen 
Wiilenrchaft lieber ßildung, und wurde durch die 
vereinigten Arbeiten von Clairautf jEuler , DAlern* 
tertf Lu Orange und La Place im achtzehnten 
Jahrhundert fait jeder Theii der phyülchen Aßrono« 
miezurhöchßeii Ausbildung gt^bracht, durch Mayet 
Bradley^ Maskelyne und Zach den Jiieobachtungea 



t 



■ »^ 



j XXX)X1 Verfuch einer gejckichtl. I^arfi^Uung ete. 44^^ 

bflne feltne Schärfe gegeben, durch Herßshtl ein, 
uer Haapt* Planet und acht Satelliten entdeckt,. 
4liTch die Auffindung desCometen von 1759 ^^^ ^^ 
kehrende \B ahn diefer Irrfterne betätigt, durch, 
16 mechanifclien Kunitwerke von Bird^ Ramsden^ 
DoUond und Cary eine vorher kaum geahnd>ete 
r Vollkommenheit erreicht; fö kann dagegen das erde 
Decennium äiefea Jahrhunderts mit Recht ftol^ feyn 
Eibf die Entdeckung von vier neuen Haup^r Plane* 
i^Jen 9 auf Fixftern • VerzeichnilFe , die alle vorhandene 
[ tn Ausdehnung und Genauigkeit weit übertreffen « 
■f anf die Bearbeitung einer neuen Theorie elliptifcher 
Bewegungen» auf die Vollendung der Mechanik des 
'Hiinmels, anf die neu begründete Kenntnlfs der 
Stabilität unteres Sonnen -SyftemSy auf dieMultipli« 
eations - Kreife von Heichenbach und Baumann $ auf 
die aosgebildetern Theorien der 'Erde und feines Sa» 
telliten» anf die genaue Beftimmung der Bahn und 
der Natur des Lichtes und auf unfer ganzes jetziges 
UyStem der Sternkunde , was k^ine Erfcheinung un- 
erklärt läfst und was durch Schärfe der Beobacb-^ 
lang ixnSL Analyfe ein Ganzes vollendeter Einigkeit 
und Sicherheit darbietet , wie nqcb nie eine Willeu- 
(chaft. 

So viel auch gefchah , (0 bleibt doch immer in;v 
nbbegränzten Felde unferes WilTens nicht minder 
noch zu thun übrig'. Die Theorie und Beobachtungs- 
art deffCometen iß bey weitem nicht vollendet; pait 
1|pvecht "wird gewifs bey vielen die |)arabolifcheHy- 
pothqfe angewandt I während eine Ellipfe , wie 
Gaufs bey 4ena von i805deutlicb zeigte, den beob- 
achteten Bogen weit tieffer dvftelU. Der Oegenf^and '" 



448 MonäÜ. Correfp. igiu MAT^ 

iß nicht ohne Wtchti^Tieit , da eben dnrch jen« nicht 
natur^enillfse Anu^hnKs oft die mögliche Identität 
ÄWpyer • Com^ten verborgen . bleiben kann. Weit 
mehr noch ift in Hinlich» der.Coroeien Auffnchung 
au wiinfcben übrig, da gewifd der gTÖ Teere Theil de» 
am Himmel wirklich Achtbaren Cometen nnbeob« 
achtet bleibt« Vielleicht könnten Prämien auf erfte 
EntdecKongen minder befchäftigte Liebhaber und 
Kenner des geftirnten Himmels da^u veranIaQen * die* 
fem interelTanten Theile der Sternkunda in helleii 
Nächten, ihre Mufe zq widmen.*) 

Sehr ausgebildet ift die Theprie der altern Pla- 
neten« Genaue durch Beobachtung beftimmte Wer« 
the der Säcular> Ungleichheiten können nur nach 
langen Zeiträumen erwartet werden. Mit Äasßshlufs 
von Mercur, Mars und IJranus und alle \ibrige PU- 
neten nach La Place's Theorie bearbeitet, und eben 
auch nach diefer haben von Uranus und Mars Bou* 
vard und wir ebenfalls Tafeln entw^orfen. 

Für die Ausbildung der Theorie der neuen Pia* 
Veten forgt unfer Gaufs, Ein grofses Feld für den 
Fleifs des Rechners und den Scbarfünn des Analy« 
ften bieten ihre noch fehr wenig bearbeiteten Stö* 
rungen dar. Ältere Methoden reichen hier nicht zu« 
und mit Hecht kann man erwarten , daU dieCes Be* 

dürf< 

^} Wir berichtigen hier eineti oben Seite s^ begiangenea 
IrrthiuD f wo es heifst, dafs in den Jaliren i^goy und 
18 IQ kein Coxnet entdeckt worden Tey, J)iere Behaup« 
tung war irrig, indem Pons in Marfeilie am 22. Anguft 
Igio inn Kopfe des Cam^lopard allerdings einen neuen 
Cometen emde<jkt and bis zum 21, September bfob* 
achtet bat. 



XXXn(. Verfuch einer gefchichtl. Dcn'fletlung et^^ 449 

därfoib für den Geometer ein Sporn werden wird, 
eine nene B^hn zu brechen« ' 

Auch in der Monds -Theorie iß noch nicht alle« 
erfchdpft; die Ungleichheiren in der Länge find zu 
zahlreich » als dafs ^man bey der heutigen theoretU 
fchen Methode mit Sicherheit behaupten könnte » (19 
voUßändig zu haben; nur eine, andere Art der Dar* 
Aellung und eine fchnellere Convergenz ^er Reihen 
kann diefen Wunfich erfüllen. Wenn auch die in^ 
directe Methode , die Monds * Ungleichheiten aus Be« 
obachtungen zu beftimmen » grofse Genauigkeit, vjex* 
fpricbt, fo mufs es doch wohl immer das lebhafte 
Beftreben der Geometer und Aftronomen Ceyn » nur 
die eigentlichen Conftanten aus jenen , und alles Üb* 
rige aus dem Gefetz der Schwere herzuleiten* 

Die Theorie der Satelliten der äufserßen Plane« 
ten unferes Syßems iß kaum begonnen. Ganz wird 
dtefe von der Ausbildung unferer optifchen Werk- 
zeuge abhängen t da ihre äufserft fchwierige Beob* 
achtung jetzt nur den allerwenigßen Aßronomen 
möglich iß» und aus Mangel an diefen ihre Bahnen 
noch unbeßlmmt ^bleiben mufsten* 

In enge Gränzen find die MaiTen der |?laneten 
eingefcbränkt; allein die aus Theorie und Beobach- 
tung noch folgende Verrchiedenheit über Säcular- 
Abnabme der Schiefe der Ecliptik und Fehler der 
neoeßen Sonnehtafeln , die WahrfcheinÜrb zum grö«» 
bern Theil nur in den Störungs Coefficienten ihren 
Grund haben , fcbehien doch noch Correctionen in 
{enen anzudeuten. Wenn für die genäherte Genau» 
Sgheit unferer Tafeln der kleine flörende Einflufs 
von Mercur. Venus, Erde und Marsvortbeilbafr ißt 



\ 

4 



t 
) 



• / 



450 ^ Monatt. fyrrefp. ün. MAT. 

fo wird es eben anch dadurch deßo fchwerer » an ei* 
nem feilen Refultat über die abfolutcn Werthe ihrer 1 
MalTen zu gelangen. Unfern Urenkeln, im Befitz 
a^yey hundertjähriger Bradtey* fcker und Mt^skelyn'' 
Jeher Beobachtungen » werden diefe Ungewirsheitea 
verfchivinden. Auch die neuen Planeten Können , 
wenn ihre Theorie noch weiter ausgebildet feyn 
wird, vortreffliche Refultate hierüber gewähren. In 
wiefern vielleicht entfernte Central -Körper» oder 
der Widerftand des Äthers, Störungen in unf^rm 
Syßem bewirken , kann nur von der Zukauft ent« 
hüllt werden. An alle practifche Aßronomen möch- 
ten wir in Hinficht von Planeten - Theorie den 
Wunfch äufsem, aufmerkfamer auf die Bebbaebtun« 
gen in wichtigen Puncten der Bahn zu feyn , alt es 
eeither zum Theii der Fall war. So enthalten, um 
nur ein Bejfpiel anzuführen, die grofsen Sammluii« 
gen von Bradley und Maskelyne falt nie Beobach« 
tungen für die Knoten - Puncte des Mars. 

Die Theorie der Strahlenbrechung kann als voll« 
endet gelten, doch über Conftitution der'^Atmoaphä- 
re in verfchiedenen Zonen bleiben viele interelTante 
Beobachtungen zu machen übrig. £inen grofsen 
Tummelplatz füranalyti^^chenScharffinn bietet noch 
Theorie der Erde dar ; ob durch aftronooiifche Be* 
obachtungen^ geodätifche Beßimmuugen, Pendel« 
Vc^fuche oder.Analyfey^ier dasMeifie auszurichten 
}£l, mögen wir nich( unterfuchen^ * 

.Mit Parallaxe der Fixfterne haben Geh neuere 
Agronomen erft feit ein Paar Jahren befchäftigt; der 
Gegenßand iß zu fchwicrig, um in, einem kurzeo 

^ei^raijtmentfchieden^u.fcyn, upd wir gUube©, d«!]» 

ficb 



XX31IX.' Verfuch einer gefdhichtl. Barfleihtng eü. 4§ x 

fich die Aftronomen Glück wünrcben können, wenn 
es in ein^m zweiten Decennio gelingt . entfcheidend« 
^Refnliate difrüber zu erbalten« 

Wir begnügen uns , die bauptfäeblicbften Gegen^ / 
ßände, die noch fernerer Erörterungen bedürfen« hiet: 
aufgezählt SU haben , da das Gefagte gewifs binrei« 
cbdndifi, um zu zeigen, dafs die Arbeiten der Allro« 
nomen b'ej weitem nicht beendigt Gnd, und dafa im 
Gesentheil die vereinigte Anftrengung der kleineq 
Zahl der Eingeweihten notb wendig ift, um das Ver« 
I&umte nachzuholen« 

Zwar find unfere Hülfsmitfcel zu Entdeckungen* 
jetzt vielfach vermehrt , allein bey dem beutigen Zu« 
ßand d^r Sternhpnde, wo faft in allen Th^iilen »ur 
die letzte VerbelTerung anzubringen ift, find Fort- 
fchritte darinnen doch nicht minder fch wer. Von dex 
gröfsern Vollkommenheit aftronomifcher Werkzeuge, 
und noch mehr von der Ausbildung der höcbften 
Analjfe, hängt jetzt die Vollendung der Wiflenfchaft 
ab. Denn diefe wunderbare Geiftes - Schöpfung, dio 
aus den labyrintbifchen ErCcheinungen des Weit-Sj^r 
^ems das einzig, einfache Gefetz ergründet, mit de- 
reh Hülfe der Geometer den Zußand des WeUalls 
umfafst, und irrungslos in ferne Zukunft vorauseilt» 
oder in tiefe Vergangenheit zurück ^ebt , die durch 
künftliche Verbindung einfacher Zeichen , in der wah- 
ren Sprache des Himmels , deüen Zuftand für Jahr- 
taufendo darAellt,.die uns in Klarheit zeigt, was oft 
Beobachtung nur dunkel ahnden läfßt , die /i n alyje 
des^ Unendlichen iß es , die uns jetzt weiter 
führen mufs. Dafs dies gefchehen wird , dafür bürgt 

des Menfchen Streben nach dem Höcbiteni und im 



452 ^ MoKoti. Correfp.- iSü^ 91 At. 

Vorans freuen wir uns der ZeUen , wo die Riereii- 
Ait>eiten eines zweyten Decenniums^uns im Rücken 
liegen werden. Stillßand in unferer Lehre ift nicht 
mehr denkbar. Jetzt» wo Theorie dahin gediehen iß, 
dafs aftronomifche Beftimmungen a priori Keine Un* 
dinge mehr find, wo die Verbindung derAnalyfeniit 
dem Gefetz der Schwere, das unträglichfte Werk- 
zeug zu neuen Entdeckcingen , fieberer oft als Beob« 
Achtung felbiiift, jetzt iß der ßeitz des Weiter - For- 
fchens und £rgründen8 allzumä'chtig, als dafs irgend 
etwas Aufseries den Geift des Menfchen %\\ hemmen 
f^hig w^re. Auch bleibt ein folches Streben niemals 
fruchtlos, und felbft belohnend ifl jede Anftrengungf 
da Geh ja täglich des WilTens Kreis erweitert^ 



%!L. 






XL. üiber die Gradmejf. der AUen. 453 



XL. / 

Über die 

Gradmeffungen der Alten. 

V 

\ 

I I 

Vom 

Herrn Profeffor Idaler 

in Berlin« 

■i 

I 

Uie Uoterfuchting der im Alterthum gebräuchli* 
chen Maafse i(i feit der WiederherHelluDg der Widen- 
Ichaften derGegenßand der Bemühungen febr vieler 
Gelehrten gewefen. Anfangs glaubte man genug ge- 
than zu haben/ wenn mandieVerhältniile derfelben 
zu. einander erforfchte. Die Werthe der zum Grunde 
liegenden Einheiten liefs man entweder auf Geh be* 
Tuhn 9 weil man noch keine Mittel fah » fie zu be- 
fiimmen« oder man bildete Tich ein* dafs diefe Ein- 
heiten durch alle Revolutionen des Mittelalters fich 
unverändert zu uns fortgepflanzt hätten » wie unter 
andern JBudäus» der den alten römifchen Fufs in 
dem parifer zu finden wähnte« Mam entdeckte end* 
lieh gegen die Mitte des fechszehnten Jahrhunderts 
unter den Ruinen Korns einige eiferne und bronzene 
Fufsm^afsßäbe I Und ein Paar marmorne Denkmäler, 
die» Baumeiliern errichtet, unter andern Geräth* 
[chaften , als Symbolen der Baukunft , auch' ein Mo* 
dell des Fufses darßellten. In dierenMaafsßäbenund 
Modellen, die nahe mit einander übereinßimmten , 






4,54 MonatL Correfp. igiu MAt* 

glaubtd man nun deti rSmifehen Fufs» ütid mit Ihm 
alles, w^s Inan fachte, gefunden zu haben. Denn 
da man \Vür5te, dafs dasG^föfs Ouadrantal der rd- 
xnifche Rnbikfufs \vaf, dafs von dem Gehalt deflel-- 
. ben fämmtliche Körpermaafse , fo wohl fuif% ornet alt 
Flüfligkeiten , abhingen; dafs eins diefer Maafse, dec 
CofigiüSf gefctzlich zehn Pfutid' Wein entbahen 
miifste, und da man dieVerhältnilTe der griechifchen 
Maafs^e und Gewichte zu den römifchen. kannte, fo 
hatte man Data genug, um ein vollitändiges Syßem 
vergleichender Metrologie aufführen zu können** 
Allein da hierbey im Einzelnen manches^ hypotfae« 
tifch blieb , fo fchlug der eine^diefen , der' andere je* 
neu'Weg ein, und es entftanden faß eben Co vielver^ 
fchiedene SyQeme, als lieh Gelehrte mit diefeili Ge> ^ 
genftande befchäftigten« ' I 

Erft feit der Mitte des verfloffetien Jahlrhundertil '! 
hat ein« forgfältige Prüfung und unbefangene Be* 
nutzung der alten Monumente der ganzen Unterfu* ^; 
chung ein folides Fundament gegeben. Eine, rieh* 
tigere Interpretation der griechiichen und rÖmifchen 
Schriftfteller hatte allniählig viele H^pothefen in ih- ' 
Ter Hlöläe dar^ellellt. Der fich immer allgemeiner 
verbreitende Geift der Kritik fonderte jetzt von der 
Frage alles das Ä, was ein Gogenftand eines genauea 
Willens für uns werden kann, z.B. die hebräifche 
Elle, und hielt fich lediglich an die «Thatfachen , die 
uns Monumente und Autoren aufftellen. So ergab 
fich denn endlich eine Reihe Heful täte, die, wena . 
auch nicht für die Wahrheit felbft, doch für fehrap- 
proximirtc Werthe gebalten werden können. 



Ol« 



" Utber die Gradmejf» derAltm,- 455 

Die Untetfucfaung 'fehlen hiermit gercblolTen zu 
pn. Allein es erhobeV^ (ich neue Zweifel über ei« 
^n wefentlichenrunct, über das Stadium derOrie« 
len. Die Kenntnifs diefes Wegmaafses iß von gro- 
er Wichtigkeit. Sie ift die Balis der alten Geogra* 
tiie» und in Anfehting der Entfernungen, die feit 
en Zeiten der Griechen nicht gemeilen A^orden (ind^ 
;lb(t der neuern. Lange fah man hier keine Seh wie« 
gkeiten. Man Avufste, dafs das Stadium 600 ^rie« 

tiifche oder 625 röniifche Fufs hielt» und konnte 

- 

ifo aus dem bekannt gewordenen Werth des letz« 
;rri Fufses leicht berechnen, wie viele Stadien je- 
em der neuern Wegmaafse enrfprechen* Fanden 
ch über die Angabe des Abftandes zweyer Orter die 
ten Geographen mit den nguern , oder was nicht 
Iten der Fall iß , zwey alte Geographen miteinan- 
VC im Widerfpruchy fo dachte man eher an eine 
Ifche Meilung , oder an eine falfch niedergerchrie* 
sne Zahl, oder an eine faUche Lesart, als an eine 
erfchiedenheit d^s Stadiums, von der nur ein Paar 
onkle-Anzeigen bey den Alten vorkommen. 

Nachdem man ßch alfo lange mit einem Stadium 
egnügt hatte, gerieth JDelisle 9 d^r erfte kritifche 
feograph neuerer Zeiten auf den Gedanken ,' dafs 
3an, um^jene iich immer mehr hau fe^dere Wider* 
präche wenigftens zum Theil auszugleichen, mehr 
b ein Stadium annehmen mülle. Ihm folgten 
le la Barre i Fr exet und andere Mitglieder der Aca* 
emie der Iiifchriften , von /iienen jeder auf feine 
^eife das Stadium zerlegte. Befonders ergriff der 
:harffinnige JDa7zz;2*//&^diefe Idee. £r fetzte in fei* 
em fcbätz baren Traite des mefures itineraires drey 



456 ManatL Correfp. Hu. MAT. 

Stadien feß » und y^Uxe ihrer Exiftens dnrch 
timfailende geographifche ' Gelehrfamkeit einen 
deutenden Grad von Wahrfcheinlichkett au geben.' 

Nach ihm und die franzöfifch«D Gelehrten 
ihrer Unterfcheidung der Stadien noch viel weit 
gegangen » befonders feit dem Baiüy einen fo 
fsen Werth auf die bey den Alten vorkommend 
Beßimmungen des £rdumfang8 gelegt hat. So fpricht 
unter andern Rome de l'Jsle in feiner Metrologiä 
von acht Stadien » die ihm fioch nicht einmal t 
genügen fcheinen » da er Ge die' acht vornekmßen 
nennt« Aber alle diefe Gelehrten feheu doch dit 
verfchiedenen Stadien, die üe annehmen zu müflea 
glauben, ats wirkliche hie und dort^ in und infaef 
Griechenland gebräuchli« he Maafse an» Nickt ^ 
Herr GoJfeLUn* der letzte der übet* diefen Gegea« 
Jftand gt'frhrieben hat. Seine Hjpothefe, wie er fie 1 
in einer Abhandlung vorträgt , die der neuen feit 
igo$ erfcheincnden fra nzö hieben Über fetaung del , 
Straho znr Einleitung diene, iß kurz folgende .* Die I 
Zahlen 400000, 300000, 252000« 240000 und igoooö - 
Stadien, wodurch wir bey den Altenden Umfang 
der Erde angegeben finden, drücken denfelben genatt 
ans« Sie bezeichnen einerley Gröfse und unterfchei* • 
den fich blos durch die zum Grunde liegende Einheit, 
£d giebt alfo fünf folcber Einheiten oder StädieUf 
die durch die neuern Gradmeil'ungen zu beßimmea 
find. Diefe Stadien haben mit den im bürgerlichen 
Leben gebrauchten IVIaafsen gleiches Namens nichts • 
gemein« Wir könnende aßronomijcht nennen ^ and 
von folchen aßronomifchen Stadien iß bey den al- 
ten Geographen durchgängig die Red^. Wenn fie 
t eiu 



\ 



XL* Veber die Gradmeff. der Aken. 45^ 

.■ 

j^n Intervall in Stadien angeben , fo kommt es bloa 
Sprauf an , unter den fünf Maaffißäben den rechten zu 
ik'Vählen* Dies hat freylich oft feine Schwierigkeit 
^f^9 indem die Schriftfiellar über das giebrauchto 
j^ladium üch nrcht immer deutlich Erklären, aach 
öfters die verfchiedenen Stadien mit einander ver- 
^Hrechfeln« Man mufs in folchen Fällen das Stadien« 
Maafs auf das Terrain und auf gute Karten anpalTen, 
Vim den Modul ausfindig zu machen. Ift dies ge« 

JCchehn» fo entlieht überall Licht, vrO fonft nichts 

f- ■ 

i^ls Finfternifs berrfchte. 

DiefeHypothefe nun erläutert Hr. GoJfelUn Atxrch 
jeiae Menge aus den Alten entlehnter Stadien • Anga« 
|«n, die er mit Hülfe feiner fünfMaafsßäbe den neu« 
em Beftimmungen treffend genug anzufügen weifs« 
Sq viel Gelehrfamkeit, Scharffinn und Zuverficht er 
aber auch dabej an den lag legt» fo nehme ich doch 
keinen Anßand 9 feine ganze Stadien -Theorie eine 
verfehlte zu nennen. Wenn ich ihn recht verßehe , 
fo find jene fünf runden Zahlen » die den Umfang 
der £rde in Stadiea ausdrücken follen 1 vor ange« 
ftellter MelTung beliebig gewählt worden^ fo wie 
die franzöfifchen Mathematiker » ehe fie ihre letzte 
grofse GradmeHung aufführten I feßfetzten, dafs der 
Meter der 4omiliionfte Theil des Meridians fej'n foli* 
te. Da die Meilung felbft nicht mit einem Mgafs ge* 
fcbehen konnte» das man erß durch fie befiimmen 
wollte» fo mufste der alte Geometer ein im bürger« 
liehen Leben gebräuchliches Maafs dazu nehmen» 
und da begreift man nicht » warum er nicht lieber 
den gefundenen £rdumtang in einem allen geläufigen 
Wegmaafse als in einem willkührlichen Stadium an- 
üflon. Carr, XXIIL B. iQiu I i gab » 



458 MomtL Correfp.Un. MAT. 

gab , delTen Werth erft das Kerultat der MelKing war. 
Noph weniger begreift man , Avarum (ich der Geograpk 
die Mühe nahm \ die bürgerlichenStadien, die er in detf 
Itinerarien und Peripeln fand « allemal erft auf aßrö« 
nomifche zu reduciren. — Doch ich glaube hierbey 
keinen Augenblick länger verweilen zu müllen» nnd 
eehe daher fogleich zu dem eigentlichen Zweck mei- 
ner Vorlefung über. 

Dieter ift, die Stellen der Alten zu fammelntindl 
mit möglichßer Enthaltung von jeder vorgefafsten 
Meynung zu prüfen t die von der Beftimmung des 
Erdumfangs handeln , um zu fehen« öh die auf fie 
jgegründeten StadVea - Theorien der fran^öfifchen 6e* 
lehrten ein Fundament haben qdet in der Luft 
ich weben. 

Die ältefte Angabe des Erd - Umfangea findet ich • 
in des Arißoteles Werk de coelo. Hier heifat.es:^ 
*'Die Mathematiker, welche die Grölse der ErdecU 
fchätzen verfuchen — avaXoy/^gfföai -xst^fZvrai — geben 
ihrer Peripherie 40 Myriaden,** ohne Zweifel Sta- 
dien. Diefes Wort fehlt aber im Text^ Schon der 
Comn^cfntator Simplicius vermifste es« ** Wir köa- 
nen deshalb nicht willen , fagt et , ob die Zahl des 
Arißoteles von den fpäter gefundenen abweicht '' 
Wäre dies der Fall, fo dürften wir uns darüber gar ^ 
nicht f^undern , da die Geometrie erft durch Archi- ^ 
medeSi die 2u folchen Unterfuchungen nö'thigeEnt- 
wickeliing erhalteri hat."**) Eine fehr vernünftig^ 
Bemerkung« diö von allen denen beherzigt zu wer-» 
den verdient /weiche eine fo vage Beftimmung^ von 

def 

♦*i P. 134. b. 



XLi tlä^f' die Gradmejf. dir AU'ifL 459 

i^t ^veeitet keiiiö Spür hey den Alten vdrisoinniti für 
di« Htfoltät einet MelTung und noch dazu einer ge^ 
tea^ri MelTürig Ungöfeheii wiiTen wollen« In der 
/thati Mr^riii DativilU^s kleines Stadium zu 51 Toi* 
ttn keiiied ändern Nützpunct ds diefeti hätte» fo 
IHirde es nicht die ttiiiideft^ Aüfiileitkbtnkeit ven 
dien^^rt. 

Wir faabeti i^iül did nicht feiir lautere Quelle keil« 
iieil fernen < aüa der Herrn Gojfetins erlies aßrohö' 
tDifcbeä Studium geflofleri i/l. . Nicht bellet fteht es 
fttd dtfs z wey te4 Architntdes ^ fagt iii feinem '^oli^ut^^ i 
^^ halben einige zii zeigen gefucht^ datis die £rdd 
Htt'ir }d Myriaderi Stadien iin Umfange habe^. Ich 
trili ilbei'* freygebiger als fie,- das ä&ehdfachlf ieft« 
leiii^ii tifld abnehmen 1 dafs det Ürakteiä nicht .gtö* 
ÜBer dls 560 Mytiaden fey. *) £s kaiü ihtü niämiidh 
bey feinen Üntetfdchungen über die Muglichkeit 
det Berechnung der auf den Erdkörper« ja auf deii 
gtfto^M K9<r/ico^^ gehenden Sandkörner gär nicht auf 
die ibfolüte GrÖfse der Erdd^ fondetrl blos auf ir- 
gend einö runde Zahl ail« die auf jedeti^Fäll die \vah- 
fe Feri{)hetie einfchlöld. Die 300 Myriaden üudeind 
UVillkütiriich gewählte Fränliire, an die! fich feiüd' 
Schtdflte reihen folleMi Von den }o Myriaden odef 
i^boöo Stadien I die et als wirkliche Beltimmüngdes 
t^rdtiinfangs dngiebt/ findet fich eben fo wenig eiiie 
fÜOtiz Itelter^ als ton den 400000 StadieiXdes Arißö' 

tiiesi 

Die eilte 4 und fo viel \^r ^'iriiTen 4 ird Altertbüni 
^idzige Operation, die den Namen einer GradmeC- 
fitingi ttrenigßens den dabey befolgten Gründfätzeri 

I i i nach 



469 Konatl. Correjp. iSiu MAI^ 

nach» verdient» ift die des Eratoftkenesp tvelcbe 
350000 Stadien für den Umfang der £rde gegeben 
hat. Da man an diefer Mefliing fo viel gekünßelt» 
Xo viel in de getragen., fo viel aas ihr gefolgert hat, 
fo will ich hier die Stelle des Cleomedes , aus der 
^r ihr Detail allein kennen » in einer treuen Über- 
fetzung folgen lalTen» Zuvörderft mufs ich aber be« 
merken, dafa die S>w(pii , vonder dieS.ede feynwixd» 
eine von den. mannigfaltigen Sonnenuhren. der Alten, 
ift, deren yUruv in feinem neunten Buch gedenkt. 
Sie "war eine Erfindung des Arißarch von Samot. 
Von ihrer Geftalt hiefs üe auch Hemifphaerium; deiui 
fie beftand aus einem fphärifch gekrümmten metalle». 
nen Becken , auf deflen Boden in der Bichtong und 
Länge des HaibmelTers ein Stift, iW/xwv, als Schal- 
tenzeiger errichtet war.*) 

Cleomedes fagt nun, **) vermuthlich gröfsten- 
theils mit den eigenen Worten des Eratofihenes ^ 
der» wie Strabo \^x£ichetX^ im zweyten'Buch feiner 
Geographie von der Gröfse der Erde gehandelt hat«. 
te: ^^Nach Eratojihejies liegen S jene und Alexan* 
drien unter einem Meridian. Da die Meridiane am 
Himmel zu den gröfsten Kreifen gehören, fo müf* 
fen auch die unter ihnen befindlichen Kreife auf der 
Erde gröfste feyn. So grofs alfo die Meflung den 

durch 

*) Seaphen fiva Hemifphaerium ArifiaTchus Samius (inre^ 
idt) Vicruv. IX, 6» Scaphia dicuntut- rotunda ex aere 
Tafa« quae horarnm ductus Itiii in medio fundo fui pro« 
ceritate dispriminant , qui Ailus Gnomon appellatur« 
Martianus Capella du Nupt, 1. \i, p. 194 ed. Grotii. 

••) CycL ihear. I. lo* 



I 



XL* l^r die Gradmejf. der Aken. 46 1 

durch Syene nnd Alexandrieo gehenden Kreis giebc« 
to grob iß der Umfang der Erde. Nnn behauptet er» 
und fo verhält e9 Tich wirklich, Sjene liege untec 
dem Wendezirfcel des Krebr^s« Mithin können dort 
did Gnomouen» wenn die Sonne den Sommerpunct 
einnimmt und gerade kulminirt, keinen Schatten' 
werfen, weil diefelbe dann fenkrecht über ihnen 
ßeht, nnd dies lA begreiflich bis auf eine Weite von 
300 Stadien der Fall. *) In Alexandrien dagegen wer-> 
üä sn gleicher Zeit di^ Gnomonen einen Schatten , 
indem diefe Stadt weiter nördlich als Syene liegt; 
Wenn wir nnn von der Schatten fpitze desGnomons 
in der Scapke au Alexandrien bis zur Balis deffelbeU 
ciDen fingen* ziehen» fo ift diefer ein Stück eines 
gröfsten Kreifes der Scaphe, weil fie Gch\ unter ei- 
nem gröftsen Kreife am Himpiel beßndet. Stellen 
wir ans- femer die Gnomonen von S/ene und Alexan- 
drien verlängert vor, fo werden fie am Mittelpunct 
der Erde zufammentreffen. Da aber der Gnomön 
in'Syene fenkrecht unter der Sonne iß, fo wird eine 
Linie von diefer zur Spitze des Gnomons gezogen 
in die Linie fallen, welche von ihr zum Mittelpunct 
der Erde führt. Wenn wir uns dann eine andere 
Linie von der Schattenfpltze des Gnomons in der 
Scaphe-zu Alexandrien bis zur Sonne gezogen den- 
lien, fo wird folche der vorigen parallel feyn, in- 
dem beyde Linien von verfchiedenen Puncten der 
Sonne zu verfchiedenen Puncten der Erde ge* 

hen. 

*) CUomedes meint wegen des fcheinbtren Durduneirert 
der Sonne von einem halben Grad » dem auf dw Erd» 
Oberfläche «twa 300 Stadien entfpxechen« 



462 Monatl. Correjp. iSu* M4Tf 

ben.*) Diere parallelen Linien nnn -werden dureji ' 
die vom 'Mittelpunct der Elrde zi; dem Gnomen in 
Alexandrieq ^eFübrte Linie dergeßulf: gefclinitteii, 
dafs die Wec^fehvinKel gleich find* Per eine diefer 
Winkel wird ^m Mittelpuncf: der E^rde vop 4ep ^vl* 
Capimeptreflienden Verlängerungen der Gnomonent 
der andere vom Gnomon zu Alexandrien pnd der 
über feine Spitze vom Schattenende ^ur Spnpe ge* 
«ogenep Linie gebildet, Dier letzte Winkel ftel)t auf 
dem zwischen der Schattenfpitze un4'der Ba(|| des 
Gnon^ons liegenden Bogen der Sraphei und dererft^ 
anf dem Bogen des !|^rdaiiqfang8 zwischen ß^^n^'nild 
Alexafidrie?], Es lind aber die zu gleicheyi Winkeln 
gehörigen trogen <;inander ähnlich. Eben das Yeiv 
hältnif^ ^Ifo I welches der Bogen in der 3capbe zn 
feinem U mkreiTe hat , eben dalTelbe mufs aneh de? j 
Bogen zwifchen Sjene und Alexandriep zum Erdt : 
umfange haben. Jener Bogen ift aber der funfzigßQ 1 
Theil feines Umkreifes, mithin mufs auch diefer 46r^ 
funfzigfte Theil des jBrdnmfangs fe;^n« iNfun hält dcf 

^ • letzt« 

•^ Ef keifst im Gri^ckifchc^n : ait> %i,<x.Q;>h^wt rS »}V? fxs^ ] 

i-ri haCpoga fxsgvj ryj; yyj; on^y.acrat. Mai^ kanp deiQ £ra? 
ioßhenes zutrauen , jüafs er fich bief richtiger To ausge- 
drückt hat : " indem die Linien , ^19 yon einerley Pnnct 
der Sonnen • Oberfläche zu yerfchle^enen Functen der 
Erde gehen, unjer einander parallel find," So fcheinl 
dir Satz freylich eii^e d^r neuere Af^ronomie würdige 
Kentitnifs der Ei^^fprpung ^py Sonne yorausz]ifetzen. 
IndelTen Eraiofthenp^ ^Ypllpe ^ns fagep : die Sonne iÄ (0. 
•yiTeit vo|i uns eptfernt , daf^ wir bey diefer Üfiterfuchnng 
die Strahlen, 4i0yon einerley Punct ihrer Oberfläche xi( 
uns gelangen, ^\« ]^i(&\\^\>^m^^^\AuV^\i^<t^ 






XL. Ueber die Gtadmejf. der Alten^ 463 

letzte .Bogen 5000 Stadien; es gehen folglich anfden 
Erdumfang 25 Myriaden Stadien. Dies ift die Me* 
thqde des ErjUoßhents. . ' 

So weit Cleome^s» ]\^an erficht aus dicfer Er* 
drteningy dala Eratoßhenes wefentlich von demfel- 
ben Frincip ausgegangen iß » auf welchem die neuen 
GradmelTungen beruhn. ETrchloIs nämlich von der 
Länge eines Meridianbogens 9 delTen VeThältnifs zum 
Umkreife er durch eine aßronomifche fieobacbtung 
beßimmt hatte, auf die Länge des ganzen Meiidlans. 
Wir wollen ihm mit Bailly , der hier feiner Weife 
nach orientalifche Ideen ahnet, die Ehre nicht fcbmä* 
lern, diefes Frincip zuerß aufgeClellt zu haben. 

So richtig jedoch die Theorie fejn mochte» fo 
mangelhaft war ihre Anwendung und fo falfch da« 
gefundene ßefultat. Ehe ich hieniber einige Bemer* 
kungen mache, mufs ich die Frage berühren, von 
welchem Stadium hier die Rede fey. Wir wollen 
uns deshalb nicht an Freret und Bailly wenden, 
welche Stadien erfinden , um die MeHung des Era^ 
to/lhenes mit den neuen Gradmeffungeo in überein- 
ßimmung zu bringen , fondern an die Alten , die über 
d}efen Pnnct beller unterrichtet feyn mufsten. 

JPlinius fagt : *) Univerjum hunc circuitum Era^ 
tofthenes^ in ommum guidem litter arum ßibtilitate 
et in hqc utique praeter caeteros folers , quem cunctis 
probari videOf ducentorum quinquaginta duorum 
milUum ßadium prodidit , qjiae menßira Romana 
eomputatione efficit trecenties quindecies centena 
miHla pajjuum. Improhum aujum^ verum ita ßib^^ 
tili argumentatione eomprehenjum 9 ut pudcat non 

^ mredere 
^ • J H. N. II. 108. 



464 Monad. Correfp. ign, MAT* 

tredert. Hier wird der Erdamfang nach EriUoßkh I 
nes zu 252000 Stadien angegeben. Eben dlefe ZaUff 
nennen uns faft alle andere Schriftfteller^ die der, 
Mefliing der Griechen gedenken.*) Seine obeii eot* 
wickelte Methode gab ihm eigentlich 2 50000 Stadien; 
er fcheint aber 2000 in der Abficbt hinzugefügt la 
haben, um (lattder unbequemen Zahl 694 f Stadieo t^ 
die runde 700 für den Grad zu erhalten« Fläüus j 
nun reducirt die 252 Stadien auf 31500 millia ptf« J 
funm. Man Geht, dafs biebey wie fonft überall* dia "1 
rdmifche Meile zu g Stadien » oder das Stadium sa 1 
125 römifche PalTus oder 62$ rdmifche Fub gerech* 
net wird. Eben diefe Reduction findet lieb beym 
Vitruv* Beyde Römer haben alfo nicht daran g^ 
dacbt, dem Rratoßhenes ein anderes Stadium «It 
das gewöbuliche bejzulegen , und dafs fie fich nicht 
etwa. SHi^Freret und andere glauben, geirrt haben, 
geht, dünkt mich, deutlich genug aus dem Straho 
hervor. Diefer hatte das geographifche Werk des 
JLratofihenes vor Augen und entlehnt daraus eine 

Menge 

') Straho 1. IL p. 174. und 194. ed. Alm ei. (Stminus e, 13. 
Fitruv I, 6> Cen/orinus c. 13. Äfacrobiiis Somit, ScipA, 7Q, 
Martiarms Capeila an der citirten Stelle. Von 250000 Su- 
dien fprechen aufser Cleomedes blos noch Arrian beym 
Johannes Philoponus (]in jirifi, metöor,f, 79. «) und der 
VerfalTar der Kleinen Scbrift in Arati Phaenomana, die 
bald dem Eratoßkenss» bald d^m Hrpparch beygelegt 
wird , aber gewifa keinem von beyden angehört. S. Pe» 
eaviiUranoL p. I44. Marcianus von HeracUa (^Geo^r.min, 
Tom. I. p. 6} und Martianus Capella an einer zwcy- 
ten Stelle (1. VIII. R.289) haben gap« andere Zahlen, 
die aber Iteine Rüchßcht verdiencov 



JOji Oeberdie Gradmejf. der Alten. 465 

Mtfngie Stadien • Angaben. Gewifs würde er» wenn 
fich Mrutofihenes eines von dem feinigen abweichen- 
den Sudinmir bedient hätte» nicht unterlailen ha- 
ben « es zu bemerKen. Dafa er aber dailelbe Stadiam 
gebrancht» das bey den Rednctionen jener Römer 
aum Grunde liegt» erhellt aus einer Stelle feines fie« 
' benten Buchs» *) wo er fagt» dafs man gewöhn* 
lieh acht Stadien auf die römifche Meile rechne und 
dafs nur Polybius von 8f Stadien gefprochen habe» 
Es kann fejn » dafs diefer Schriftfteller in dem ver* 
loren gegangenen 34ften Buch feiner Gefchichte*» das 
der Oeograpkie gewidmet war» die römifche Meilo 
b evalnirt hat* Dann ift er aber fi^h nicht gleich 
geblieben. Denn in dem noch vorhandenen dritten 
Buch *^} legt er der römifchen Meilä ausdrücklich 
8 Stadien bey» indem er bemerkt« dafs die Römer 
die Meilenfteine -auf ihren Kunftftrafsen ivon 8 zti g 
Stadien errichtet hätten. Bekanntlich gefchah dies 
in Intervallen von mille paiTus. 

Wenn nun kber Eratoßhenes bej feiner Meflung 
das gewöhnliche Stadium zu acht römifchen Meilen 
gebraucht hat» fo mufs er» fagt man» grobe Fehlej: 
begangen «haben. Dies ift allerdings der Fall. Sie 
nachzu weifen » wird nicht fchwer feyn. Zuvörderlt 
irrte er darin» dafs er Alexandrien und Syene unter 
einen Meridian fetzte. Nach i\^£7z/^^» der als Aßro- 
nom der franzöGfchen Expedition nach Ägypten ge- 
folgt ift, hat jene Stadt 27** 35' , diefe 30* 34' öftl. 
Abßand von Paris, *♦♦) Syene liegt alfo 3* öftlicber 

als 
*) P. 497- 

•*") C. 39, V0I.I. p.470 tä. Schweigh, 

♦ * •) Memoires für V Egypte vänäatU hs eampagnes du Genfrul, 
Bonaparte, B.XI. S. 2^6 uL 



466 MoKotl. Correfp. ifii. SIAT. 

m 

alft ^exandrieo. Rratoßhenes f^dxjhXA vermuthlichi 
dafs die ftarke oft liehe Richtung de« canbpifchea 
Nilarma durch den etwas Aveftlich gerichteten Lanf 
des FluIIes zunächft bherhalb Memphis com peniirt 
werde. Der Nil nimmt aber höher hinaaL wieder I 
eine öftliche Richtung an, die nach den Beobich* | 
tungen des eben erwähnten Aftronomen viel bedeu-/^ 
tender ift • als . fie die bisherigen Karten darßellen, 
FtoUmäus war über diefen Punct fchon belTer un- 
terrichtet; denn er giebt zwifchen Alexandrien and 
Syene einen Längen unter fchied von anderthalb Gra* 
den an. Die Entfernung beyder Städte ift alfo keip 
Meridianbogeix, wie Jßrdtoßhenes glaubte , fondera 
die Hypothenufe eines rechtwinkligen Dreyecks, 
wovon die Katheten in dem Meridian von Alexai^ 
drien und in dem Parallel von Syene liegen. Die 
erfte diefer. Katheten ift jedoch bey der Kleinheit dss 
Winkels an der nördlichen Spitze von der Hypothe* 
nufe nur um eine halbe Minute verfchieden, fo dafs 
aus der Verwechfelung beyder kein erheblicher Feh- 
ler entftehen Konnte, 

Ein zweyter , Weit bedeutender Irrthnm des 
Jßratoßhenes beftand darin , dafs er Syene am mehr 
als einen Viertel «Grad zu weit gegen Süden fchob. 
£r hatte nach FUnius*) zu'^erenice am rothen Meer 
um den Mittag des längften Tages die Schatten ver- 
fchwinden fehen» und war dadurch zuerft auf den 
Gedanken einer Bedimmung des Erdumfangs mit 
Hülfe beobachteter Mittagsfchatten geleitet worden. 
Dafs^von der Verfchwindung der Schatten am Tage 
des Solßitii bey dem fcheinbareu Durchmeffer der 

Sonne 
*>II. N. VI, 29. 



■ 



XLf UAer iif Gradmijf. 4er 4Uen. ^6j 

Sonne von einem halben Grade kein ßcherer Schlaft 
auf die Luge eines Orts i^^ Weiidekreife zu tnachen 
tej 9 fcheint er nicht bedacht zu hdben. J3em (ey 
yme ihm woUe, er fetzte daß mit fierenice nnter 
gleichem Piir^Mel liegende Syene in den Wendekreit 
des KrebfeSf f^un fand er durch feine Beobachtung 
der Sonnenwenden » wie Piolemfius fagt»*) dafsder 
swifcbep den Wendekreifen liegende Bogen des 
CoiuTi der Solßitien Qcb zur ganzen Peripherie i/vio 
II ; 83 verhalte^ Dies giebt für die damalige Schiefe 
?3* si\ Eben fo grofs mufste er alfo die Breitevon 
Sjen'e annehmen» und fo fetzt Tie auch wirklieb 
FtoUmäus im Alqfiageft sin,**) Sie ift aber nach 
Jiouefjf QeQimmung z^ %\ alfo 17' gröfser, £• 
kann daher kaum der nördliche Rand der Sonne 
fenkrecht über den tiefen zu Syene befindlichen 
Brunnen gekommen feyn^ von dem Strabo^ PU^ 
nim^ X^nA Eußathius fagen,***) dafseram Mittage 
des längl^en' Tages bis auf den Grund ^rleucht^t 
worden fejr. 

Die Breite Aiexandriens iß: nach Nouet 31** 13'^ 
Diefe Stadt lag alfo zu Pa-atojlhines Zeiten § voraus^ 
gefetzt dafs feipe Bedimmung der Schiefe richtig ift, 
7* 22' nordwärts vom Wendekreis des Rrebfcs, Er 
fand durch die Scaphe ^ der Peripherie, alfo 7*" 12 \ 
Auf den erften QHck fcheint diefe Differenz der gro-^ 
fsen UnvoUkommenheit feines Inltruments t das 
durchaus keine (charfe Beobachtung gemattete, zms 

gefcbrie» 

>) Almagefi I, 10. S. Ig, 
V)II, 6. S.30, 

♦ • ♦ ) Strabo 1. XVr. p. 1 172, P/iii, }L 17. |I , 7J, f »/fd/ftf 
in Dünyf. r. 2:|3, 



\, 



\ 



468 ■ Motütti.'^efp* isui; mM;^iy: 

I I 

^efcfariebeq werden %u müffeh; allein ueliat ihren 
£rund wohl haupträ^hlich in einem Umrande, an 
den er vermuthlich nicht gedacht hat, den; Cleome* 
des wenigftens nicht'berüihrt. . Der Gnomon der Set* 
fhe gab die Zenit -Dißanz nicht des Mjittelpnhcts ^ 
' fondern des nördlichen Randes der Sonne. Es mub 
alfo zu^en 7*" 12' ihr fcheinbarer Halbmeffer addirt 
werden, und fo erhält man 7* 27'. Hätte jErato* 
Jlhenes diefe Correction vorgenommen» fo würde 
«ar für die Breite Alexandriens 31"* 13', alfo nur 5' 
Bu viel gefunden haben. So aber fetzte er fie der 
naviSTbeiTerten Beobachtung gemäfs vermuthlich nnl 
jo' zu klein an. Vielleicht beftimmte er (ich gar für 
die runde Zahl von si**« Denn ich bin fehr geneigt 
dieCe von Hipparch und Ptolemäus angenommene 
Breite Alexandriens von der gnomonifchen Beobach« 
tjing des Bxatoßhents herzuleiten. Wären beilere 
Inßruiilente und Methoden dabey gebraucht wor- 
den, fo würde fie nicht um 15' zu klein ausgefal- 
len feyn. Heut zu Tage mufs die Breite einer mit 
guten Inftrumenten verfehenen Sternwarte nicht um 
fo viele Secunden fchwankcn, als die Breite des vor« 
nehmften Beobachtungsortes der alten Welt um Mi« 
nuten gefch wankt hat. 

Wir fehen, daß Eratoßhenes 9 wenn es bey fei- 
ner ganzen MeHung auf die Entfernung Aliexandriens 
vom Wendezirkel angekommen wäre, um 10' zu 
wenig gefun;den hab^n würde. £s follte aber ei- 
gentlich der Breitenunterfchied zwifchen Alexandriea 
und Syene ausgemittelt werden. Was er nun auf der 
einen Seite durch Vernachläffigung des fcbeinbaren 
Halbmellerd der Sonne einbüfste» brachte er auf der an- 
dern 



XL» 0dm die Gradmeff. der Alien. 469 

sxnbeynahe dadurch ^yieder ein» daCs erSyene um 
1' SU weit gegen Süden fetzte. £rbegiengaifo^ineii' 
oppelten ^Fehler » wovon der eine gröfsentheils den 
üidern compenQrte; und fo kam es, daCs er fich 
irirklich nur um 7' irrte« Alfo nicht in der aftronor' 
nitcken Beßimmung des Meridianbogens lag dei- 
Srund» waram er einen fo unrichtigen Ausdruck 
EÜT den E^rdumfang fand» fondem lediglich in der 
Ealfchen terreftrifchen Entfernung, die er für beyde 
Orter annahm« 

Er fetzte fie auf ;ooo Stadien. Wie diefe Zahl 
entßanden iß 9 willen wir nicht genau ; aber suver- 
läffig ift ße nicht da^Kefultat einer geodäiifchen Mef- 
lang im Geifk der Keuern. Von folchen Operationen 
hatten die Alten keine Ahnung. Frdret glaubt 
awar, '^) es fey dem Eratoßhenes ein Leichtes ge-. 
wefen, jene Entferonng bis auf eitie Jßllö — - d une 
eond^e prh -<— auszumitteln , da Ägypten sum Bo«. 
hilf der zu erhebenden feuern feit den älteßen Zei« 
ten genau vermelTea worden wäre. Ich zweifle 
aber fehr, dafs der. Grieche die alten ägyptifchen 
V^nueffungs-Cataßer ßudirt hat. Wir mülfen fei* 
Qem Verfahren von einer andern Seite hex auf die 
Spur zu kommen fuchen. lisicYi 31artianus CapeU 
la**^ hat er den Stadienabßand der Städte Syene 
und Meroe (es foU heifaen Syene und Alexandrien) 
per mefifores reglos Ptolemaei erfahren. Solche 
Menfores wurden von den Griechen BijfAocrtgoci ge*- 
nannt» pt^/aar/^s/v , pedibus metiri^ einem macedoni* 

Jchen 

* ) ^i?*** y«'" ^** mifures longues des ancient. Oeuvres Tome 

XV , p. 174- 

* * ) S» die oben aus dem fecbßeii ßuch oitii te Stelle. 



XL* lieber die Gradmejf. der Alten. 47 1 

Wege 640 röm ifche Meilen oder ;i2o Stadien« 

and in g#*rader Rirhtim^ $60 römifche Meilen oder 

44go Stadien geCimden zu haben. 

Eratoßhenes rechnete aUo zu viel, \renn er 7* 

12' des Meridians zu 50C0 Stadien annahm» und. 
brachte daher d^rn Erdumfang zu grofs heraus. £i 
fragt fich, um "Vtie viel er gefehlt hat ? Um dies zu 
beurcheilen « habe ich den Umfang der Erde nach den 
Refultaten der zuverläfligßen MelTungen berechnet. 
Durch Wiedcrhohlung der fchwedifchen Grad* 
IneQung im Jahr igoz hat fich ergeben, dafs die Ab- 
weichung der Meüdiane von der elliptifchen Form 
bejr ^Veitem nicht \o grofs ift« als man vorher glaub« 
te« Vergleicht mar. nun nach der elliptifchen Theo- 
tlc den in Peru unter der mittlem Breite von o* 30' 
gemeflenen Grad vcn 56753 Toifen, mifr dem neuer« 
dinga in Frankreidi unter 46" 11' 58" mittlerer 
Breite gemellenen /dn 57013^4 Toifen, fo findet 
fich für die Abplattung ^^,3 in Theilen der grofsen 
Axe, und für die giofse Axe felbft oder den Durch- 
ineller des Aequators 65424 12 Toifen. Die Kectifi- 
Cirun'g der ElHpfe gieh nun für den Umfang der Er« 
deiiach der Kichtnug des M#>ridians 20522943 Toi« 
teil« utid wenn zwifchen diefem Kleinften Umfange 

. iind dem gröfsteri nach der Bichtiing des Aequators 
daä Mittel gefucht Avird, fo entftehn 20533270 Toi- 
fen für den mittlem Eriumfangi 57051 Toifen füt 
den mittlem Erdgrad, und 3303,4 Toifen oder 
2 2S20 PärifetFufa oder eidlich 23622 rheinländirche 
Fufs für die geographifcke 3Ieile, 

Wir wollen jetzt fehm« Wie viel römifche Mei- 
len I tind wie viel der gewöhnlichen griechifchen 

Sla' 



472 MonaÜ. Correfp. iSn. MATm 

Sudien su g ^^f die römifche Mei}e auf den mitl* 
lern Erdumfang, auf den mittlem Erdgrad nad anf 
die geographifche Meile gehen. 

Es kommt hier alles auf die Länge dea alten ro^ 
inifchen Fufsea an. »Man hat verfchiedene Wege da* 
gefchlageut um zur^Kenntnlfs deflelb^n su gelangen^ 
Aufaer den Fufamaarsftäben und marmornen Modek 
len , deren ich im Eingange gedacht habe , hat man 
dazu die noch a,n ihrer urfprünglichen Stelle ßehei^ 
den Meilenfteine , deren fich mehrere ,auf der Via 
Appia und anderswo vorgefunden haben« und die 
noch vorhandenen Denkmäler der römifchen Bau* 
'kunft benutzt. M^ hat nämlich ein Maafs gefochtt 
das den Haupt - Dimenlionen der alten Frachtgebäa* 
de commenfurabel wäre, indem man mit Recht vor- 
auafetzen konnte, dafs diefelbei in der Regel eine 
runde oder doch wenigilens ein^ ganze Anzahl FuGi 
enthalten müfsten , z. B. die bcjden Axen des Coli- 
feo, der Durchmeiler des Pantheons, die Fronte der 
Bäder des Diocletians. Am vsrdienteßen um diefe 
Unterfuchung hat fich der Engländer Haper ge« 
macht. ^) Er hat mit Hülfe der von JJesgodetz in 
dem bekannten Werke les JßAfices antiques d^ Iiom§ 
gegebenen Maafse fehr überseugend dargethan, dafs 
den vor Titus errichteten Gebäuden im Durchfchnitt i 
ein Fufs von 151,1 und dsn fpätern ein Fufs von /< 
130,3 parifer Linien entfpricht. ' Auch ßellt er aber | 
die zu Titus Zeiten mit den römifchen Fufs vorge- h 
gangene Veränderung einefehr befriedigende Hjpo- 

thefe 

*) An Inquiry into the mtafsee oj the Roman fooi, hf Ma^ 
thew Rapor Es^, Phik Trauwtt, 1760 p, 774 ff. 



3tL. Üeber du Gitadnneff. der Mfen» 41^3 

liefe ätif« t)Ie Normgl • Maifse worden, -wie v ein 
^ar Stellen zeigen »*) auf dem Capiftol aufbewahrt« 
retmuthlich in dem dort befindlichen Tempel det 
tüno Monetaf daher der Grammatiker Hygin den 
gefetzlichen Faf«;derTlömer pes monetalis**) nenntj 
«reicher Auadrack üch fünft fch\yet erklären liefae« 
fTnn brannte das Capltol tinter dem Titüs ab« wo 
mc\x Sphiün*^) der Tempel des Jupiter Capit(rfinu$ 
mit den benachbarten hfi Feuer aufging« Bej diefet 
Oelegenheit wurde vermuthlich auch das Normal* 
Quadrantal« das den römifchen Ftifa und zugleich 
AieKdrpetmaäfaebeftimmteiein Raub derFlammen« 
Worauf tnan denn den Fufa nach den curQrenden 
Gopien wieder berßellte , was leicht eine Kleine AI« 
fantidn tut Folge haben konnte« 

Wir wollen nun das Mittel liwifchen den htj* 
Aen Ton Raper angegebenen Oränzen» nämlich 
i'30,7 parifer Linien » für die Länge des römifchen 
Fufaea nehmen # znmal da dalTelbe nach Auzonfs-^") 
tind anderer MeCungen genau mit dem pes capito* 
Vnus übereinßimmt. So nennt man das ron drey 
flteri gleich langen Fürsmaafsftäben abftrahirte Mo* 
dell des römifchen Fufsesi das auf Verahfialtung des 

Römeri 

. *y Prifcian in feintiiti foh&tzbaren kleinen Gedichte dö Menft 
itt Pond, T« 62« Jul. Capit. in Maxim, c« 4« 

**) In dem T t kginent de timitihtts agrorum Si 2IÖ der Goef« 
Ichen Aiugaba der Script, rei agrariä§* 

••♦) In Tito Cf. Suet. Dam. c.5. 

i') Sn Mim, de fAcad, Royala dei fciences ddpuis i66$ 
juifiC d i6gg» Tome VlI« prem. part. p« 313 u, ^if. 

iMbfk Carr« XXIII. B. td". H k 



^«^4 Monatl. Coftejp» igu MAT.^ - 

Römer» Luca Petto am £o4e desfechozehntenJih^.j 
l^underu in eine marmorne Tafel gehauen » auf dettj 
Capitol aufgeftellt worden ift. ^^ Hält aber der rd« 
mifche Fufs 130,7 Parifer Linien, fo gehen anf 5000 
f ab oder die römifche Meile 756 Toifen und wqi 
62$ Fufs oder diis Stadium 94,5 Toifen. £t eige* 
ben ßch demnach für den mittlem £rdum£ang 17167 
römifche Meilen oder 2 1753^ Stadien, für den miu* 
lern Erdgrad 75,5 römifche Meilen oder 604 Stadien, 
und für die geographifche Meile fehr .nahe fünf rö* 
mifche Meilen oder 40 Stadien. Man Geht hieraus» 
dafs Eratoßhenes den£rdumfang um mehr als 32000 
Stadien und den Grad um 90 Stadien zu grpfs ange» 
nommen liat. 

Ein fo bedeutender Fehler konnte dem Sdiarf* 
blick des Hipparch nicht entgehen. Er unterwarf» 
wie Plinius verüchert , die Meffung feines Vorgän-. 
gers einer Critik, deren Befultat fchwerlich ein an« 
deres feyn konnte, als dafs er die Zahl von 25000Q 
Stadien beträchtlich verminderte. Unbegreiflich i& 
es, wie PUnius das Gegentheil verfichern kano» 
Denn nach ihm foll er fie um 25000 Stadien vermsfat 
haben.**) Hat alfo der Römer ßch nicht etwa vel^ 
leben, was ihm bey aßronomifchen Dingen nicht 
feiten begegnet, fo müfTen wir annehmen, dahHip* 
parch Gründe hatte, die Entfernung der StSdte 

Alexao- 

^) Lucae Faeti Jui^itconfulti de menfurn ei ponderihui Ro» 
manis et Grateis cum his quae hodie Romaejunt coüaiis iibn 
y^Wentt. 1573, 4) S. lo. 

**") Hipparclius et in coarguendo eö et ih reÜqua omni 
diligentia mirus , adjecit pauUö ttünut XXV nullit* R 
N. II. 108. ' 



I 

, XL« ÜAef die Gradmeff. der AUen^ 4<jf.^ 

Alexandrien und Syene noch um 500 Stadien gtötaet 
inzunehmenr« Dem fey wie ihm wolle » die Critik 
hatte auf feine geographifchen Unter fuchuugen kei- 
; aen £in£lab» Denn Strabo verfichert ausdrücklich» 
dafa er üheretnftim^ig mit Eratojflhen&s dem Grade 
700 Stadien tbey legte. ^) 

£in anderer« der die 252000 Stadien ifetWarf« 

lind eine neue Beftimmung des Umfang« der £rde , 

Verfuchte» war Pofidonius. Auch feine Methode 

lernen wir aus dem Cleomedes kennen^ Sie ift fo 

überaus unücher, dafs man lieh wundern mufsi 

"Wie Freret » BaiUy und GoJfelUn nur irgend eini* 

gen Werth auf das durch fie gefundene Aefultat von 

140000 Stadien legen können« Mit wenig Worten 

iß l|e folgende 2 Alexaüdrien und Khodus liegen un« 

ter einem Meridian. Der helle Stern Canopus am 

Steuerruder des ächiffes Argo Wird bey feiner Cul* 

mination zu Ahodus mir einen Augenblick in Süden 

gefehn« In Alexandrien dagegen Ile^t er kulmini-* 

tend um den 4g(l:enTheil des Um fangs der Himmels« 

kngei» d.i. Um 7* 30' über dem Horizont. £s mufa 

alfo auch der Meridianbogen zwifchen Khodus und 

Aleicaudrien ^ des Ganzen feyn« Da nun derfelbd 

joöo Stadien zu halten jchelnt (ein naives Bsx», das 

CUorfiedes zwejmal gebraucht » ) fo kommen auf 

den Jürdumf'aiig 4smal 5000 Stadien oder 40 Mjria« 

den Stadien^ ^ 

Diefer Schlufs gründet fich auf diey ganz falfche 
Prämiilen. £rftlich ift es nicht wahr« dafs fichRhö- 
das und Alexandrien unter einem Meridian befinden« 

Jenif 

Kk ^ 



} 



j^6 inonaü. Cafrrefp.tStu MJT^ 

Jene Stadt liegt» wie fchon Ftplemäus in Tetfier 
Geographie anerkennt » um 2 * -weftlieher. XXYtjttnt 
ilt alles unricht^, Was Ton den Erfcheinungen des 
Canopus gefagt wird. Der Stern hatte zu Paß' 
doniiis fetten 52* 25* füdl. Ab\veichung. Er er- 
reichte alfo zu Alexandrien unter 31'' 1.5' nördlicfief 
Breite eine Mittagshöhe von 6* 22'» oder mit Rück« 
ficht auf die Strahlenbrechung, deren Gefetze die 
griechifchen Aftronomen nicht kannten» von 6* 30', ¥ 
Die Stadt Rhodus liegt nach Hrn. i\7ife£2iAr*8'Beob* 
athtung *) unter 36* 26*; der Stern mufste alTo dort 
I* 32' hoch in Süden er L'chein^n. Die 5oooStidiei 
endlich beruhen auf einer ganz unfichern Sc'hifff^ 
Rechnung» wie man leicht erachten wird» ulid&ri^ 
bo noch zum UberfJuds fagt« **} 

Die 240000 Stadien haben im Alterthnin keines 
Beyfall gefunden. Der einzige» der Ge aufser Ckth 
medes und » wie es fcheint » nur nach ihm nennt» 
iß der Verfailer eines intereflanten Fragments defor* 
ma et magnitudine terrae in den von Slebenheeshet* 
ausgegebenen Analectis graecis. * * * ) 

Sonderbar ift es» dafs Strabo^ ohne die ^40000 
Stadien mit einem Wort zu erwähnen» yerfichert» 
dzts Poßdonius dem Erdumfange 1 30000 Stadien bef 
gelegt habe» und da(s dies von den neuern Mefliin- 
gen — • Twv viWTs^wv aveifASTg^^ffSMv — diejenige fey » wei- 
cht 

*) MonatL Correfp. B.V. S.433. 

••)i. ir. p/387. 

* * * ) Jiualecta ß^raeca e praeflantijjlmis lialio. Biblioihecanun 
todicibiu äeferipfu Jo. Pllil. SiebenksM (Nambcrg 17^9 • 8) 
8,103» 104. 



XL. UiherMe Graimeff. der JUten» 47^ 

cbe die Erde afh kleinften mache. * ) Wahilchekilich 
lialte diefer Geograph in zwey verrchiedenen Bübhern 
*wey fo verfchiedene Hy pot he fen vorgetragen, Sira- 
ho hatte fein Werk über den Ocean vor Augen , und 
XHfioaiedes vermuthlich feine fxsrsM^okoyiK'^ gaiy^jäMeiq-^ 
One Schrift aftronomifchen Inhalts « au3 der er und 
Qcminiu viel gefchöpft haben. 

Wie kam aber Pofidonius dazu » zwey fo abwei- 
chende Mejrnung^n zu äafsern ? Fr er et antwortet : **) 
dadurch» daÜB er zwey verfchiedene Stadien gebrauch* 
te. Ich kknn in diefe Anficht durchaus nicht ein* 
gehen» fo l^nge man mich nicht überzeugt« dafs die 
hey deo Alten vorkommenden Angaben des Erdum-^ 
bnga Geh auf richtige Anwendung richtiger Princi- 
plen gründen. Hr. Oojfellin » der » als er fein fchätz« 
harea Werk : Giographie des Grecs analyfie fchrieb» 
noch nicht in feitoer Stadien -Theorie befangen war» 
hat einen Gedanken geäufsert,'^''^*) der fehr annehm- 
lich fcheint. Eratoßhenes beAimmte nach Strabo f ) 
hk ffKioO)}^ncwv yvuifdvwv , d. 1. durch Beobachtungen mit 
der Seaphe « den Abiland der Städte Atexandrien und. 
Bhodu3 zu 3750 Sudien. Er mufs für beyde Orter 
5*" 21' Breiten • Unterfchied f f) gefunden haben» 

den 

*) LII, p. 151* Schon vorher, 1. 11« p. log bemerkter» 
dafs die Spätem des Eratoßhenes Od^ffung nicht gebilligt 
hätten« 

**) Ib der angeführten Abhandlung S. 194. 

••*)S.84. 
. t) LH. p.i87 et l>im,H.N.V, 31. 

ff) PtoUmaeus n^mt denfelben im Jlmagefi und in der 
-Qeoffretphk gerade zu 5** an • indem er Alexandrie» ua« 
tat 31* und Rhodtts unter 36"^^ Breite letiyE» 



/ 



478 ' XIonatL Correfp. tgiu MAT^ • ^ 

den er 9nf Stadien redacirte , den Grad zn 700 Sta- 
dien gerechnet. Zuerft nun letzte ^Poßdonius den 
Abftand jener Städte mit den Schilfern auf 5000» 
nachher mit EratofifUnes aut 3750 Stadien, Er fah 
die erflen, fo wie die letztern, für den 48ften Tbeil 
dea £rduipfangs an» und fand fo erft z\^qqq und 
dann ispooo Stadien. 

Man wird Tagen» dafs ßch Poßdonius hier recht 
plamp in einem Zirkel umgedreht liaben möfste, 
indem er von einer Gradmeilungt die er verwarf, 
«in Element für eine neue Beftimmung erborgte« 
Pifea dürfte uns wohl nicht an einem Manne befrem- 
den, der eben nicht su den rcharfÜnnigßeü Afiro« 
ifiomen dea Aiterthums gehörte; aber notbwendig 
müfsteeSt ^Ven« die igpcoo Stadien keinen anders 
'Urfprung gehabt bitten f jedem auffallend fe^n^dab 
fie Ptolemäm in (einer Geographie unter allen Be-/ 
ftinmiungen des Erdumfangs die genauere nennt*} 
und iich ihrer nach dem Vorgange des Geographen 
Marinus aus Tyrus bedient , um Breiten- Unterfcbie- 
de in Stadien und umgekehrt zu verwandeln.' Es 
}ß daher kn vernluthen, dafs die igoooo Stadien auf 
einem gani andern Wege , fey es nun von Fofidd- 
nius oder von irgend einem frühern Mathematiker 
•gefanden worden find* Eine merkwürdige, fo viel 
ich weifs noch nicht beachtete Stelle aus dem Com« 
mentar des Simplicius über Ariß^ de caelo fcheint 
die Sache aufser Z^veifel zu fetzen. Es heibt da« 
felbft; **) Die Aftronomen (achten mit Hülfe der 

**) Pt 134* \ Sben dalTelbe findet ßch bejm Joh. PM* 
hpoms in Arifi. Met^ora ^."l^ « %\ 



l- 



XL. lieber du Gradmejjf^ der Alten. * ^ 479, 

tthme^ 1^ eines mit Dioptern verfebenen Gradbogens ) 
i'wey Stemme, die genau ^m einen Grad oder um d^n 
S6ofien Theil des Umfangs der Himmelskugel von 
eiiüin/ler entfernt find; fie beßimmteii ferner den 
Abßand der beyden Orter auf der Erd^e » durch deren 
Scheitelpancte diefe Sterne gehen , 'und mafseu den« 
feiben Bi« rvj^ obofxsT^a; (d.i. durch Operationen» wie 
fie die oben gedachten BvifMCTigeii Verrichteten.) Sie 
fanden nun, dafs derfelbe 500 Stadien hielt , und 
fcbloflen- hieraus» dafs der gröfste Kreis der Erde 
achteehn Myriaden Stadien habe. Man fieht » dafs 
hi^r das Frincip der neuen Gradraeüungen noch 
vrinei ausgefprochen iß » als in dem Verfahren des 
Eraiafth^äSm Dafs bey der Anwendung deflelben 
tf e Alten fo bede,utend gefehlt haben , liegt in der 
grobnen UnvoUkammenheit ihrer Inftrunlente. Die 
wießende Aßranomie hat eigentlich erlt bey den Ära* 
bem im Zeitalter des Almamo^ begonnen « wo man 
VoUkommnere Inßrumente z,u couitruiren anfing. 

Merkwürdig ift es » dafs die beyden Hauptbeßim* 
mnngen des Erdumfangs» die wir bey den Alten an* 
treffen« icbmeine die zu 252000 und zu igoooo Sta<> 
dien; die Wahrheit beynahe in ihrer Mitte haben» 
indem die erße für den Erdgrad 9 der 604 Stadien 
hält» 700, die zweyte 50a giebt. 

' Auch für die isoooo Stadien hat man einen Maafs« 
ftab ausgemittelt » durch den \ie mit den Kefultaten 
der nenern Meilungen in Übereinftimmung gebracht 
-werden. Es ift der Mühe werth» denfelben kennen 
BU lernen» um an einem Beyfpiel zu fehen » welche 
Irrwege man bey diefer Unterfuchung betreten haH. 



' N 



I 



480 UonatU Xhfr^Jf. liiu MJt, 

Le Roy • der VerfalTer des bekannten Wevkai 1 
Les Maines des plus beaux monumeus d^ la Grifi^ 
fägt S. 55 in einer Abhandlung über die grieebifohe^ 
Majajse: nvich John Greaves (einem engUIchen Aftro* 
nomen» der 1639 Aeg}rpten befucht hat» um die^r 
ratniden zu melTen) hält die £Ue des Mikias ftdei 
Niimellera auf der Infel Randah » Kabir^ gegenüber, 
I »824 engUfche Fufs oder 246 1 5 Far* Linien. Dar« 
' aus folgt nach dem Verhältnifs 3 ; 2 • -vrelches iQ 
Alterthum 2>yifchen Elle und Fufs ftatt fand» m 
{ Fufs von i54t3 Farifer Linien 1 und» wenn maodii 
Länge deflelben 60Q mal nimmt» ein Stadium von 
684«8 Far, Fufs« Der Grad zu ^po Stadiea giebt ütQ 
57057 Toifen 9 welches auffallend mit der Länge ie$ 
durch die neuen Melfungen gefundenen mJttlemEid« 
grades übereinkömmt.*' Wer berechtigt uns aber» «0 
folches Stadium aus der Elle des Nilmeflera zu bilds% 
-und es den Urhebern der igoooo Stadien unter zu fcfaif* 
ben! und wer bürgt uns» dafs diefe Elle noch diefelbf 
ift, die Qe zu den Zeiten der Griechen war? DerMikiif 
iß feinerkufifchen Infchriftnachim J.^ii derHidfchi« 
errichtet worden.*) Stand damals noch der «UeNil* 
melier von Memphis » oder war derfelbe fchon frfi* 
herhin erneuert worden ? Die Gefchichte beiehrt um 
hierüber nicht. Und hatte man die Vorficht uni 
Gefchicklichkeit » die Theile des alten Nilmeflers ge- 
nau auf den neuen überzutragen? Ich zweifle» and 
dies mit um TogröCBern Recht» da die Theilang im 
Mikias fehl unregelmäfsig ift, 

. Nach 

*) Siehe d«i Mimoirefur U Mildas de Randak vonLe Pm 

im »w«jrte» Bande d^Mimiresfar VBgypte. 



I 

XI/» U^er die (hiiimff. dw 41^* 48 1 

Nach allen bisherigen ift e$ nunVohl nicht nö» 

» mein GUnben^bekenntniftf über den Werth de? 
«Iteo. ßradbeftimmungen und ihren Nutzen bey Un- 
terfuchnngen über die alten Maafse förmlich ansi^a* 
Ijprecben. Ich will alfo nur noch einen Umftand be» 
röhren, dc^r mir die Hauptquelle der vielen Irrthü* 
mer über diefen Panct gewefen su feyn fcheint. 

Strdbo rechnet den Breitengrad zu 700 Stadien» 
jPtoJemäus zu $op. Der erße drückt die Breiten- 
Unterfchiede in Stadien , der letzte i n Graden aus. 
Wenn wir nun » Tagt man , die Stadien dea erften ifi 
Gradö» und die Grade dea letztern in Stadien ver«* 
-vrandeln , und dabey die Zahlen 70Q und 500 gebrau* 
eben» fo finden vrir im erften Fall eine auffallende 
Ubereinftimmung. mit den neuern Karten » und im 
awejten mit den anderweitig bekannten Stadien - 4n- 
pbeii. Pen Zahlen 700 und 500 müHcn alfo genaue 
HelTungen dee Erdumfangs zum Grunde liegetl« •» 
Jene Ubereinftimmung findet lieb allerdings ; ße be* 
»chtigt uns aber gar nicht zu diefcm SchluCs* 

Ptolemäus giebt in feinem Almageft eine Anwei* 
Amg • die Breiten durch Beobachtungen am Gnomon 
und dnrch die Dauer des längßen Tages zu finden, 
wclchea hey dem Mangel an guten Mefs « Inftrumenten 
die beyden Hanptmittel waren» die den Alten hier* 
bej SU Gebot ftanden. Auf diele Weife waren die 
Breiten von "Meroe, Syene, Alexandrien» Rhodua« 
Bjsans und vielen andern Ortem bekannt gewor* 
den* Spraho , oder vielnoiehr Rratoßhenes , dem er 
folgt, verwandelte nun die Breitenunterfchiede , der 
»ngenominenen Gi:öf6e der Erde gemäEs» in Stadien» 
vermutbiich um dem groben Publicum verftündli« 

' «her 



482 . *' KonatU Carnfy. rgu. \lAAt^ - 

eher zu wclTd«!!. Dürfen wir unt alfo wundem , 
wenn umgekehrt die Stadien » nach demjplben Prin» 
eip in Breiten • Unterfchiede verwandelt , . ziemlich 
richtige Refültate geben? Ftolemäus dagegen redo- 
ci'rie die ans den, Itinerarien und Peripeln entlehnten 
Stadien -Intervalle auf Grade, um zum Behuf zu 
zeichnender Karten eine Tafel der Längen und Brei« 
den aller bedeuten Örter der bekannten Erde zp er- 
hSilten. Dafs er (ich dabey, ungeachtet er den Grad 
um 100 Stadien zu klein annahm, in den Breiten 
nicht bedeutend irrte , war natürlich. Er hatte viele 
aßronomifch-beftimmte Breiten vor fich, w^odnrch 
er die aus den Stadien • Angaben gefolgerten rectifi* 
jen konnte. Defto unrichtiger « fallen feine Längen 
aus« Längenunterfchiede zu finden^ fehlte es!den 
Alten an allen genauem Mitteln fo fehr , data feibft 
der Unterfchied der beyden einzigen Orter, wo im 
Alterthum eigei>tliche aßronomifche Beobachtungen 
angeßellt worden find, ich meine Babylon und Ale- 
xandrien Im Almagcft um fechs Zeitmihuten zu klein 
angegeben iß. Ftolemäus konnte hier nicht anders 
verfahren , als dafs er die Stadien - Intervalle in der 
B-ichtung von Weßen gegen Oßen nach dem Verhält- 
nifs der Parallelen verkürzte. Da er aber den Grad 
um 100 Stadien zu klein annahm, fomufste er über- 
all die Längenunterfchiede zu grofs erhalten, und 
da es ihm nach diefer Richtung an feßen Pnncten 
fehlte, die der Anhäufung der Fehler ßeuern konn- 
ten, fo mufste fich alles verfchieben. Kein Wunder 
alfo , wenn er das mlttelländifche Meer um 20*" za 
lang annahm und den Ausflufs des Ganges um 4a* 
«u weit gegen Oßen (etzte^. 

XU. 



XLZ. Schreibm des Bm. Somoard. 483 






I * 



XLI. 

lu$zug aus zwey Schraibex^ 
des Hrn. A. Bouvard^ 

Direotor iesf kAirerlichen Siern warte «u Parii, 

• ^' 
Faris, am 24.D0O xBlo u. 8 MikrziSit* 

. . • xch erfülle Ihren Wunfch durch die MittheU 
ng der nachfolgenden Sternbedeckangen , die i^h 
. den Jahren igoSt 18^9 u'^d igio hier beobachtet 
ibe.. Leider find Ue nicht Co zahlreich als ich es wohl 
-ünCchte; allein trotz aller Sorgfalt vereitelt datf 
Schß ungünßige Paf ifer Clima doch immer den 
öCsten Theil der wicbtlgften Beobachtungen. 

Die Zeit ^Angaben find in Sternzeit 

09 l3M#y, ISintr. /x' tgi 17h 43' 15/^5 ' 

({JuL Pintr^ fi tf» 16 54 5g» ) gut 

iJuiU ]ßin|r. 4 i? 19 IQ 17» 8 hej umwölkten 

Hiifnbel etwas zweifelhift 

09 29 May Auftr. v TX KJh 38' X^* «u/z — J* uo^twifs 
flgSept, Aastr.25V 22 IX S6 gut 
260ctbr. Eintr.i^V % 34 2, 7 gut. 

;io 19 März Eintr. i Jl 8^ 34-' 35/4 

9g Aptil Eintr. 6 ^^ 18 13 o, 3 

10 May Eintr. « i^ ll 33 So, 3 ^ ^^ 

Auftritt 13 32 42# o j 

16 Jan. £intr. x^P^* '7 41 17» 5 

^JuL Eintr. 63 ^ 22 3 1<^» 5 aiweifelhaff 

Austritt 22 49 5t 5 g"^ 

Ig Sept. Eintr. ^Ideb. 11 52' 5» 3 fehrgot 

Austiitt %% 45 13» 7 gut 



484 UöftatU . Correfp. iga. KAT. ' 

'Da0 ift alle*» wai ich iii den verflolTeaeii Jahren 
9U erhalten im Stande war. 

Hr. Oltmanns hat mir nejaerlich eine Stelle Ihrca 
Briefe! mitgetheilt, die meine Jupiters- und Satcfrnf« 
Tafeln betrifft. Die von mir anfangs mit einem fal* \ 
fchen Zeichen genommene Gleichgang ( Tables de Ju- i 
-piter et de Saturne feuille f.) hat keinen Einflnfs auf 1 
die elliptifchen Elemente der Planeten. Die dortge* ' 
gebenen Corrections • Tafeln zeigen » dafe für den [ 
ganzen Zeitraum von 1750-^1800 die Correction der [ 
Epoche beinahe ganz darch die der mittlem Bewe» 
gang wieder aufgehoben wird^ Doch wird mic^ 
vielleicht diefer Umftand [ogleich nach Beendigung 
meiner Uranus - Tafeln » noch zu einer neuen Bear« 
beitung jener veranlagen 9 wiewohl ich zweiflet dab 
eine wefentliche Verbe^erung möglich feyn wird* 
Saturn ftimmt noch belTer als Jupiter, der allerdings ! 
in den letzten drey Jahren etwas ftärkere Fehler gab , 
was «es mir wahrfcheinlich macht » dafs ich die Sa- 
turn^malTe etwas zu fehr vermindert habe. 

Die drey letzten Oppofitionen des Saturn wut^ 
den durch meine Tafeln bis auf ein Paar Sekunden 
dargeftellt. In den Mailänder Ephemeriden von igio -. 
waten zwar die Fehler weit gröfser » allein Oriani 
hat (Ich bey der Aberration um lif^s geirrt» indem 
er die Summe zweyer Glieder ßatt deren Differen» 
nahm« fo dafs der Fehler eigentlich nur 5' betrag; 
nach meiner eignen Beobachtung nur i '• Übrigens 
bin ich weit entfernt , meine Tafeln für vollkommen 
2u halten, und glaube gern» dafs fich durch eins 
gröfsere Anzahl und durch eine forgfältigere Discttf- 
ßon d«rauf|;eiiommenen Beobachtungen, noch mehr * 

Genanig* 



XLL Sehreiben des Hrn. Boumrd. 485 

6nÄti?^eit erreichen lalten "wirA; auch gedenkt ich 
ies 2U thun » fubald andere Arbeilen es mir erlaa« 



Vor einiger Ze!t habe ich mir auch eine Ände- 
mg in den rom Bureau des longitudes gekrönCerli 
fur^^fcheu Mondd; Tafcia erlaubt. Da ich mich 
Age und auch feit dem vom Inßitut erhaltenen Preis 
lit diefem Gegenßand b^fchäftiget hiebet fo glaub'e 
:h behaupten zu können» dafs die von Bürg gege- 
ene Be&immung der mittlem Länge dea Mdnda« 
Lnoteoa und deüen Säcular Be\yegung» noch eini« 
;e Correctionen erfordern. Ich habe die meiften 
kobachtnngen älterer FinßerniiTe nach Bnrgs Ta- 
sin herechijet» und fo gröta die Ungewifaheil: die* 
er alten Beobachtungen auch feyn mag , fo veteini- 
ligen fle üch doch alle dahin , eine Änderung der 
laecuUr - Bewegung des Knotens wahrfchcinlich zn 
iiachen« Die am 23. Decbr. im Jahr 392 vorunferer 
^itrechnting, einen Zoll grofs beobachtete Moudfln- 
iemifSf würde nact^ den Tafeln gar nicht ftatt haben 
inden können. . Um diefK^Finßernifs gehörig darsu- 
teilen • mufs die Säcular - Bewegung des Knotens um 
' 20* vergröfsert werden ; der Complexus aller ältc- 
er Beobachtungen giebt 2 ' 21" und die neuern be- 
bltigen diefe Correction. Da mir auch die Epoche 
ÜT igOQ einer Verbefferung zn bedürfen fchien» fo 
labe Ich zu diefem Behuf igo in den letzten Jahren 
ra Greenwich und Patis beobachtete Monda- Orter 
lerechnet und daraus für igoi die Correction der 
EUndten* Länge ZZ -^ 5 3 "gefunden. Die Discuffion 
leir Mt 1788 beobachteten Sonnenfinfternille und 



»• 



I 



\ 



486 ' MonaiK Correfp. iSn» tHAt* 

Sternbedeckungen gab dafür — 54*, Hienuch fäi 

I80K 

Länge des SuppK des 2) ^ rr ti^ i^* 4' 41*^9 
Säcular- Beweg, zr 4 14 6 3if 4 
Nach diefen BefUmmangen iß das erfte Blatt der 
JBiirg*rchen Moudstafeln nmgedruckt worden» 



* 4 4 



Ich habe einen Theil Ihree Briefes vom 
ig. Febr. dem Bureau des longitüdes mitgelheilt 
Das Butean freut fich über Ihre neue Beai-beitnng der 
Mars- Tafeln*) und wünfcht ein Exemplar davoa 
jEu erhalten'9 um folche mit denen vergleichen su 
können» die meüerlich eins feiner Mitglieder con« 

ßroirt hat. 

Daa Bureau des longitüdes ladet Sie ein» in Ih« 
ten Bedinguiigs- Gleichungen die Werthe der geftin« 
denen Correctionen numerifcli 2u fubftituiren, nm 
aufdiefe^tt fogleich die U berein ßimmnng der Ta* 
fein mk den Beobachtungen überfeben £U können; 
es hätte gewünfcht, dafs dies auch in Ihren Venus« 
Tafeln gefchehen wäre, um auf diefe Art eine lelch« 
tere Überficht von det Güte der Tafein su erhalten.*^ 

Die 

*) Meine Mars-tfafeih Werden jetzt gedrucltt * to dafs ich 
in einigen Wochen ein Exemplar davon dem Bureoädsi 
longitüdes zu überfendeh « diö Ehre haben wetde. t;* X» 

**} Hey meiner neuen ßeatbeitung der Marsbaiin ift diei 
gefchehen , Und die erkaltenen Refulute « die ich Iror ei« 
liigeh Wochen Herrn Delamhre in eihem Briefe mitge- 
theiilt habe » find fehr befriedigend. Dafs ich in meipa 
far Correction der Venus -Elemente entwickelten Bedin- 
gungt • Gleichungen nicht dasfelbe that» gefchah einsin 
aus dem.Grundf, w«il rermöge der doi« gebrauchtea 

Methe« 



XLIr Schreiben des Hrn. Bonvard» 487 

/ 

Dia von Ibnaii für die Säcular-Änd^rung^p dct 
etiu« - Elemente gefundenen Werthe weichen be- 
saiend Ton denen ab , die Theorie giebt ; und da 
^T jetzt die Mallen aller Planeten mit einem ziem« 
eb^n Qrad; von Genauigkeit kennen, fo (cheint ea 
^ohl vorzüglicher , hier nur die tbeoretifcben Reful* , 
\te zum Grund zu legen."*^) Dies habe ich, fo Avie 
sy meinen Jupiters - und Saturns - Tafeln auch bey 
eil nun beynah beendigten des Uranus getban. Da 
lir noch Zweifel über die 'wahre Saturna • MalTe üb* 
ig blieben , (b habe ich noch alle Jupiters- Quadratu* 
BD berechnet, um dadurch die Zahl der Bedingungs« ^ 
rleicbungen &u nrermehren. Meine Arbeit ift fehr 
prgeriickt und ich hoffe » meine Tafeln noch im 
laufe* diefes Jahres liefern zu können. . 

Noch füge ich ein Paar in diefem Jahre erhaltene 
itembedecküngen bcy. 

BIX x«März Aldebaran £intr. 6^ 33' 22/sSt.Z. lehr gut 

AustT. 7 49 6, 4. — — 

7« Mirz c Lf onis Eintr. lo ' 10 7, 6 — gut 

Aiutr. II 9 45» 9 — zweifelh. 



Methode , jene (^Uicliungen die reinen Tafelfehter nidit 
dat-ftellen können. i>. i^» 

) Was ich felhfi ron meinen aus Beobachtungen hergelei- 
teten Säcular-Aenderungen der Venus Elemente halte « 
habe ich pag. 19 meiner Tab. Veneris fehr bestimmt er« 
kliit. Die von mir zu diefer Beftimmung an^ei^andtd 
Methode ift zu Ter'wicKelt, als dafs ich auf die daraus 
Üergeleiteten Refultate einen ^rofsen Werth legen ihöch-» 
ta. Allein desuregen » dafs Äe mit der Theorie nicht 
übereinstimmen • möchte ich ße gerade noch nicht füx 
ijgrig halteh, da die MalTen von Mars , JSrde» Venus un^ 
Mercur noch fämmrlich fo fchwankend find , dafs fich 
daraus wefentliche Abweichungen von den Sacular - Aen.» 
deruneen, wie lie Tom. III der Mßc» ciL giebt» fehr 
iOgUQh «rklirett ^«flion. tr. Im 

j XLIU 



i 






46 S Momtt. Cörnff. igit. MATa 

1 * 



Aus Einern Schreiben deä Htn. Pro« 
feffor TJckert zu Gotha. 



Jbiw. • • « -wünrchen von meinen Unt^tfdcftättglil 
über die Längenmaafsc der Griechen^ beföncteri^bet 
die Stadieii, einige >« achrichten zii ef halten ; \Bi 
theile Ihnen .daher einen Auss^ug aus einer gf5fjsertl 
Abhandlung mit» die zum l'heil vollendet ift^ nitiS 
"Worin ich dem Publicum die Beweite der hierauf 
kurz aufgeHellten Sätze und Behauptungcfn atuifüh^ 
lieh vorzulegen denke. 

Indem ich zum Behuf meiner geogtapfaifcb^» 
Ünterfnchungen aus den alten Autoren» von denfrti« 
heften Zeiten an, bis auf Ptolemäus hinab» fo voll« 
Händig als möglich alles zufammen getragen hatte» 
": was mir eine ÜberQcht von ihren Vorfiellüogen über 
Himmel und Erde» dem Ocean» die Unterwelt «• f« 
' W. geben konnte) fo mufste ich füchen» je näher 
ich den helleren Zelten kam » mich genau mit den 
Längenmaafsen » befonders mit dem wichtlgften de^ 
felben» dem Stadium', bekannt zu macheti« Nidtf 
zufrieden mit den einzelnen Angaben der Alten» wen* 
dete ich mich sftU den neueren« Freret^ dB Brojfes^ 
Dethlet Cajjfinif Buache^ d*Anville, leRoy^ Baä/^ 
Ijt Ooffelirii Rennel. Flndent^ Gatter ef hatten 
attf diefe oder jene Weife die Grobe desStadinma an 
, , l^efiim* 



1 

SLti« i^tti (• Schteibefi des Hrti. Pro/, ifcieri. ^S^ 

eftiniili^n gewicht i aber je weitet ich iiachforrcht^,»' 
eftö verwirrter und unhaltbarer erfchieü inir allea; 
'atiirlich b^jfchlors ich wieder zu detl Quellen zti- 
ick 2ä kehren iitid teibA zti Teben i iireiche Befiäti«^ 
ung füt jetie Hyipöthefeil zu fihdeii wäreü« öder 
rü^ Qcb äU Refultaki abgefeheti voü jeheh Verfu« 
ich» ergebeii tnä^cbte. 

' Vot^öglich ttiüfste icb hächforCcbeil & ob ei g^ 
rtilidet tey» data die Griechen bey ihren MeHung^- 
Ins Vetfchiedene Arteü Von SUdieh gebrauchten »• 
fiibp ttm hnt diefe iü heh neu ^ drey keniitnibliei- 
b« und tslletitvblie Männer^ d*Jnvillei Säüty unä^ 
irft kärdich Goffeüri behaupteten » nUd ünfcer uns 
)elitfchen Oätterer^ dekn hur wehige^ trbrzügUeh 
liantoitrtf Widerfptacheiii 

d^Jnville meinte; inskii tnüffe drey Arien Voil 
itidieti Von Verfchiedener Gröfse annehmen.^ tind' 
dti# Behaüptüiig l le rejpisct qüi bßdüa VaiUiquitS^ 
M 1jU}it päs. emphchitr de dire ^ que Ui Jlades foHt 
ntptoyds dani tes Berits dei ärieiehs , fans dißinctioji 
^^löngüeür eiitre differens Jiades 9 tet il faut fe tenif ^ 
\hir ai>ärtifuf cefujet i fand auch bey den Späterii 
eyfälL Uerödott daher wie Straboi Fliiuus, Po" 
iüisi Paüfänias und alle die tins Nachrichten über 
eograj^hie mitiheileh^ überfaheh nach dieft^r An« 
ihitie die verfchiedeiie Gröfse det bey den Meüun* 
m gebrauchten Stadieh , imd fprecheti» aia ob alle 
eidi grofa geWefeh wäreii • tind dann freylich hilft 
i^tes Cihaoa nur d'änvlUe's Ahweitung entwirren i . 
}h fiöus a laiffi dans la necefßte de dämeler ceiti 
iffdrefhte en differens iieüx ^ pär Une itude de coH' 
tattuice avec les nötions geographiques actüelUsi 



49^ ' » SlouäU. Correfp, tSn^ dlJF^ 

trhs Juperieures par leur precißon comme par Uuf 
itendue , a celies de Vantiquite. 

Baiüy und Goßelin ßndqn » dafs jene drey Ar-* 
ten nicht' hinreichen, um al|^ Angaben det £ntfer« 
^ nangen mit un(ern genauem MelTungen in Uberein« 
fiimmnng zubringen^ und nehiJien füuferley Stadien 
an, deren Gröfse durch den Umfang der Erdkugel 
fefigefetzt werden föil« Sie behaupten nämlich» dab 
die fünf verfchiedenen Angaben für die Peripherie 
der Erdkugel, von denen \yir noch beftimjnte Nach« ; 
rieht haben, alle richtig find, alle diefelbe Gröfs« \ 
geben, und nur verfchieden zu feyn fcheinen, weil \ 
hey jeder von einem andern Stadium gefprochen 
wird« Da jene Männer indefs bald einfahen, dab 1 
von den Griechen keine grofse Genauigkeit inrHia« 
ficht auf ihre Meilangen zu erwarten fey , fo zeigen 
fie uns nach dem Orient, fuchen dort ein UrroUi,. ^ 
hoch kuUivirt wie Dellsle^s Atlanten , das auch in 
der Agronomie und Geographie mit keinem der neu« 
ern die Vergleichung fcheuen dürfe , und laflen von 
den Kenntniflen delTelben nur einzelne, unzufam« 
xnenhängende.. Nachrichten , wie Trümmer eines 
fchönen Ganzen, dem kindifch gewordenen Ge- 
fchlecht zu Theil werden, das aber diefe nicht vet- , n 
ftand, bis fie erß in neuern Zeiten für das was ^e L 
waren erkannt wurden. Gojfelin meint : Hjuf* i 
fifoit donCf que^ vers le tems d' Eratoßhene ^ une | 
carte echappie des ruinesrecentes de Tyr ou ^ BOf 
hylone , ne lui ofFiit pas trhs clairement fe ihöde da i 
Ja conßruction , pour que cet ancien , y trouvant hs ^ 
mefures de VQueß a leß evaluees en un ßade de noo • 
audegrif crüt quecetfappr^ciationfe rapportüit 

-au 



3tLlt* Aui e'k Schreiben des HrHi Praf^ Üekeri. 40 1 

aü dtgti dt VetjüatBuff etpöur (juHl i^ömmit ^ datts 
toutes les longitude^ de la nouvelle carte ^ qi^il eßa^ 
yoit de conßruire^ Verreur d^environ un tinquieme 
qu*eHtrainoit cette meprifei Die bellimtiiten fie v^lfe 
fehlten; man konnte eben fo gut noch andere Sta« 
dien annehmen i niid mehrere Stellen würden dazu 
Hötbigen« Fdft fchien ea mir^ als ob ich, tvie jenei* 
ton den Anslegetn JEToi/zffrj , hier Tagen könnte^ '*Weil 
jedet Alle» was er will in den Alten findet ^ fo ßeht 
Vielleicht ^Ton Allem nichts darin."' 

Die erfte Frage« diefich mir aüfdiängtcl^ "W^tdi^ 
hefi in. wiefern fich« i^ Hinficht auf Geographie 
und Afirönömie^ das Dafeyn eines folchen in dei| 
WiiTenfchaften und Kenntnülenr maneherley Art fo 
Weit fortgefchrittenen, Urvolkes be>teiren laße ? 
Alles iseigt im Anfang der Gefchichte freylich hin 
. nach -dem Orient 1 der wahrfcheinlichen Wiege dei* 
Menfchheit; ab^r cur Annahme von Bailly's und 
GojffeUn's Hypothefen berechtigt uns bej di^fen ün* 
terruchüngen nichts, fobald wit foirgfaltig prüfen ^ 
tind nicht biofs Muthmafsungen für ausgemachte 
Wahrheiten geben. In keiner Periode erfcheint uns 
^lötllch eine folche Malle von KenntniiTen« keine fd 
tasgesieichnete geographifche Entdeckung wird uns 
mitgetheilt,' dafs Wir uns genötbigt fähen zu erklär 
ten^ die Griechen hätten ohne Nachrichten jener 
Art nicht zu fo umfallenden KennthliTen gelangen^ 
liie folche Fortfehritte fo fchüell in den genannten 
Wifledfchaften' machen können. Ohne fich aber in 
jene Zeiten 2a verfetzen , und die Umgebungen zu ver< 
gelTen; nicht bedenkend daCs fo vieles dem aufmerk- 
üuaeii Beobachter d^r Eide nnd des Himmels , sumal 

i 1 i \ti 



I 

49^ JttonatU Cörrefp» liiu MAT. 

in einem Clima » wo man den grörsten Theil c^ 
^ages unter freyen Himmel zubrachte • und felbft iA 
der Nacht keineeweges ^ wie in tiördlicbem Gegen» 
4en, itd feßrenyahrten Zimmer fich aufhielt« gleich 
auffallen mufste^ daher überall» bej jeder Nation^ 
und durch. Localumßände etwas anders mödificirt» 
fich findeil müfste ; Wollte man alles von eitiein glück» 
licherdi gebildeteren Volke ableiteu« oder ^venlg« 
fiens follteii es Orientalen den Griechen mitgetheilt 
haben. Mail bedachte abet nicht, Anhint^ÄHefiodiu 
Art nach deu tviederkehrendeti JahresaieitM das Jahr 
^ins&utheilen« bey afrlkanifchen und afiatifchän VöU 
Itern findet ; ja aiiderö feinet Angabeil auf ähiblich^ 
Art bey den Bewohnern der Südfee •Infeln b^bach* 
teti ohne Überlieferung vöü Fhönicietni Aflyrienl 
u« dgl. annehmen in könilän« 

Verfolgen wir^ ohne vorgefafste Meinung, deil 
ganzen Weg, wie allraählig die Griechen in der 
Kenntnifs der Erde und des Himmels weiter kamen» 
fo finden avIt auch hier den Stufengang ihrer Bil^ 
dungi deä wir überfiU bey ihnen antreffen« Vod 
Dunkelheit und uubeAimmten Ahnungen fchreitet 
man allraählig zum Licht, zum deutlichen Willens 
£ine Zeit lang et blickt man Stillftand, oft Rückgangs 
fo dafs die fpätere Zeit Entdeckungen det früheren 
vergafs^ neuen aber unrichiigön Angaben GUubeil 
fchenkend. i3er folgende bemühte Geh des Vorgto 
gers Irrthüoier zu verbeitern , nachdem durch Kriegs« 
2Üge, Handelsteifen« angelegte Cölonien ^ Schiff« 
fahrten« Reifen Einzelner n. dgl. bis dahiii dunkde 
Gegenden bekannter wurden. Der Geift der For« 
ichung wai angeregt » man Rollte fitb RechietiCchaft 

übe« 



# 

XLIIf Aus 0. ^chreibpt dß^ Vm, Prof. U^kert^ ^^3 

ttber die Erd^ vnd die Welj: geben » ein Syftem ye?« 
drSngte das andere, man prüfte, verwarft und in- 
defa in den Scl^ulen . der Philofopheh fchön beffere 
Anficbt^p verbreitet wurden» hielt der grofse liaü'^ 
fen noch die Altern Vorllellungen fefi^ ^üm^blig 
lernte niari genauer den Himmel beobachten, und 
beftiminte dadurch mi^; etwas mehr Sicherheit diei 
Lige der Städte und Länder gegen einander. Spä- 
tere Geographen zeigen uns (elhft Von* welchen Ge- 
genden früher Heine genauen Nachrichten da wa» 
Ten , und gel^eii die Zeit an , da es möglich ward dio 
Dunkelheit aufzuhellen ; fiie indefs berufen fie (ich |. 
leibft nicht in den Zeiten, d4 es unter den Griecheii 
Sitte war, inimer nach deoi Morgenlande hinzu* 
weifen , auf Überlieferungen , Schriften und Kartell 
der Orientalen von der Artf ^yvie I^euere fie ^nn^h* 
men z,u müllen glaubteut 

• Wenn wir daher aus Überlieferungen der Vor» 
weit des Orients keinen Gewinn für die Erdkunde 
weder zu Herodots^ noch;?u JEratofihenes ^ oder 
Btolemäus Zeit ervyarte'n. dürfen j^ fo möchte man 
vielleicht glauben , dafs die Griechen dennoph ein- 
«elnei^ Vörkern des Morgenlandes viele Nachri<:bten, 
Entdeckungen |ind Berichtigungen in der Geogra- 
phie und Aftronomie verdanken. Doch auch hier 
werden unfere Erwartungen nicht befriedigt* Die 
Orientalen (elbft waren in den genannten XYliTen- 
fchaften nicht (o (ehr weit fortgefchriftten- Die 
Ägypter, wenn fie auch ihr Land , Ihre einzelneri 
Pefitzungen ausm^fsen, thaten doch nichts bedeu* 
dendes. für die Geographie, eben fo wenig die Pei^- 
|er , Babjlonier U9id die nicht griechipchen Bewoh- 
ner 



I 
/ 



/^^^ Momtt. Cörrefp, Hü. MAT^ 



r*- ' 



ner RIeioafiens. Ans Handels - Eiferrucht verhaim« 
liebten Phönizier und Cafthager ihre£ptdeckungen| 
ficjAigeren Angab)»n der Griechen fachten fie fogar,. 
wie es fcheint, falfche entgegen zu (teilen- Chal* 
däer beobachteten den Himmel, aber zum BebuMer 
Aftfolpgie,' für die Erdkunde wurden ihreBemühnor 
gen nicht errpriefsUch. Die Griechen waren auch 
nicht unbefangen genug, nicht frey von ihrer Syßenif 
fucht, unj, Avekin ihnen auch richtige iMid genaue 
N Beobachtungen «und Entdeckungen mitgetheilt wä» 
Ten , diefe ganv richtig ^n gebrauchen i Es war ih- 
fien nicht leicht möglich , den Geift der Orientalen 
•mu falTep, und mit wenigen Ausnahmen» überall 
Iahen fie nur lieh und was nicht wie bey ihnen war, 
verachteten Ge. Bey den orieptalifchen' Geographen 
finden wir auch» fojtriel wir nachkommen können, 
keine Spuren von überlieferten, oder in neueren 
JZeiten erworbenen genauen KenntnilTen über die' 
Erde; den Himmel und das ganze Weltgebäude. 

Die Sagen über die von den Griechen aus dem 
Orient erborgte Weisheit , die vorzüglich feit Alexan? 
, ders Feldzügen in Umlauf kamen, dämmen aas ver? 
fchiedenen Quellen her; was von ihnen zu halten 
fey , wie wenig wir bey diefen Unterfuch'ungen dar- 
ßbf bauen dürfen, %verde ich ebenfalls darthun, fa 
wie die Nachrichten über die Beobachtungen des 
CaUifthenes ebenfalls der Prüfung follen unterWor« 
fen werden. 

Wären wir auf diefem Wege zu derEiil^cht ge» 
langt, dafs jenen Hin weifungen auf den Orient 
flicht fehr zu trauen fey; fo war es nothweiidig zu. 
Yipt^rfuch^p ; pb denn die Griechen felbft genauer« 



[ XLIL ifttf e. Schreiben des Hrn.Proß Uckert. ^95 

Meflangen anftditen , oder anßellea konnten , um ^ 
•af diefe^rt zu fehen » ob d'Anvillei's und Gatterers 
Behauptung, dafs mehrere Arten von Stadien ge- 
braucht wären , haltbar fey. 

Nach allen Forfchungen indefs ^yird man auch 
genötBigt zu erklären , dafe richtige MelTungen bey 
den Griechen nicht zu erwarten find. In den be- 
kanntefteii GegeftdeHy z.B. in Griechenland, wei- 
chen die Angaben fo fehr voui einander ab , dafs man 
auf ohngefähre Schätzung, unrichtige MelTungen zu 
fchliefaen genöthigt iß, da man nach andern Be- 
trachtungen unmöglich annehmen kann, dafs ia 
diefen Ländern diefelben Entfernungen mit fo ver- 
• fchiedenen Stadien gemeilen worden. Beacbtet 
man ^uch die Art wie Entfernungen beßimmt oder 
vielmehr nur gefchätzt wurden , fo wird man auf- 
hören. Geh über die Abweichungen in den Angaben 
xZtt wundern. Die Inflrümente waren unvollkom-» 
men, und nur feiten gebrauchten fiediefe. Gewöhn- ^ 
lieh fuchte man durch Hülfe der Zeit, die aus Man« * 
gel an Uhren auch nur roh beßimmt ward, ohnge- 
-fähr den zu WalTer oder zu Lande zurücltgelcgten 
Raum zu fchätzen, zog für die Krümmungen etwas ^ 
fb, ohne eben auf Hindernüfe, die das Schiff oder 
den Heifenden aufiialten , oder auf Umßände, die ihn 
fcbneller fortbringen konnten, zu achten. Sobald ' 
es gewöhnlich ward nach iStadien die Entfernungen 
anzugeben, redücirte man die auf jen^ Weife gefun« 
denen ^Difianzen , ebenfalls ohne auf grofse Genauig- 
keit zu fehen. AU man anfing Beobachtungen am 
Himmel zu Hülfe zu nahmen, um die Abßände der 
Orter zu finden , traten "wieder der SchAvierigbeitea 

fo 



• I 



I I 

495 ^ MonatL Cqrrefp. igiu, M^f. 

■ * 

/ fo viele in den Weg, die man ^rl^ feliT Tpit befeillil» 
gen lernte; xipd di^ Gefchichte de? AftrpnQmie lel|it|ii 
uns • ^ dafs auch die beQerp QeobsicliteT keine pot^ 
Genauigkeit erreicl^en ]^onnten« £rl^ fehr (pät ipack 
te man den Yerfiich» für jeden Ort die L^iige uo4 
Breite zu lieftiipracn , bey Svepigen ^ber durch aftfOf 
nomirphpBeobachtnngen, bey d^n meiften berecb* 
nete man beydea nach dep früher in Stadien gegebe* 
peq Pißan^^en. Wie nnfiche^ üp4 fchwapkend alle 
diefe angege}}enen Verflache feyn mufsiten, -^yir^ 
dnrcl^ mehrere Qeyfpiele, die (eicht vermebri wer« 
den können I gezeigt werden, £ben fo unvollkoiq- 
nien wareQ die wiederholten Verfnche , den ymfang 
der Erde; zu beßimmen , da keine belTern Beobach« 
tunigen pud MelTungen zum Qmnde lagen , wif av| 
den vorzulegepdep Prüfungen ^rhellep wird, . 

Würde man folclien jßeweifen die obei^ ange- 
führten Behauptungen entgegen ßellen , um zu zei« 

• _ 

gen ,, dafs folche Unkunde bey den (jrie^hen nich( 
herrfchte ; fo werde ich » ähnlichen Einwürfen sa 
begegnen, d^rthi^n , wie unwiflend die Griechen iq 
der Keniitnifs der Welt und Erde waren, wie lang» 
fam ße zu beileren Eipßchteii gelangten , und swar 
durch fieyfpiele, die weder durch Anpsibme von YC^ 
fchiedenep Stadien , oder durch andere Verfüctie \\\* 
dergelegt werdep können. Man wird geßehen 
xnüITen, dafs WQ Vorftellupgen der Art, wie ich aui 
jedem Zeitalter anführen werde, auch bey deq 
Einßchtsvpllerep herrfchend w^ren, l^eine Gepanig- 
keit in irgepd einer Hipficht aju erwarten fey ; und 
man wird Eratoßhenesi Behauptung gelten laiTen, 
der dep Alten zwar einige Kenntnila der yoi^ Grie- 

4;heD 



,\ 



TiliUf -^V*- SQhreibm des Em. Prof. Uckerf; 497 

idieq lyewohnten Länder zugeßeht , in allen ^nd^ra 
Q^genden aber ihnen UnwilTenheit vorw^irft. 

IfnnchXigeVleffnn^en^ Maugel an genauen J^acb- 
ricb^cil in den mei(len Gegenden, erklären alfo diQ 
gröfaten Abweichungen. Wie wenig überhaupt die 
Alten die von uns geforderte Genauij^Heit fachten t 
^heUtauch aus der Art, wievon ihnen Oidanzenan- 
' gegeben werden. Als ob tie felbß überzeugt wären t 
dafs es nqr ohngefähre Schätzungen waren.» gaben- 
$e gewöhnlich runde ^^ahlen» Zehner oder Potenzen 
4er Zehn; und wollte man auch Bailly^s Hypoihefo 
gelten laflent dafs nach dem Erdumfangs die Maafse 
l^eßinimt wären» um rnnde Zahlen zti erhalten, 
|o könnte iich dies doch nicht auf die kleinen Ent*^ 
fernungen erftrecken. Findet man ja ähnliche Nach* 
läffigkeiten auch in anderer HinQcht bey ihnen. Na- 
men, z. B. die ihnen zu harbarifch klangen, entfiell- 
ten Ge wiffentlich, oder übergingen ße ganz» wie 
Sirabo 9 Fompanius 9 Mela^ u. a. bezeugen, Was. 
Volney (^Chron^ d^ Ilerpd.^ von der Chronologie der 
Griechen f^gtt möchte man ebenfalls auf die Gep- 
graphie anwenden : Lorsguofi a lü les auciens avec 
un efprit degagi de ce refpect Jervile etjuperßiticux^ 
tfue commandent cexix qui nc les connoijjent point • 
Von fait ifü*ils ont presque ^eneraUment traite Vhis- 
toire etfaip leurs citations avec une leger eti^ une 
nigligence et quelquefgis une i^r^oraxice iriconce- 
" vablt^ 

Wollte man den 3eweia für die Anpahnte nieh* 
rerer Stadien auf eine andere Art führen; fo fcheinen 
mir auch diefe Verfuche nicht gelingen ^u können. 
Kein Grieche un4 Römer ^us 4er bellern Zeit fpricht 

VQ« 



498 MonatL- Correjp. iStu HHAT. 

von verfchiedjeAen Stadien , die bey den MeOnngan 
gebraucht wären« Keiner fcheint tixith. nur'dma* 
£u idenken, felbft wo er fehr ab>ireicbende Angaben 
zufammenßellt « dats vielleicht ein abweichende! 
Gmmimaafs die Ur fache diefer Verfchiedenheit fejn 
Könne. Ja mehrere Alte fprecben felbß über die 
grofsen Abweichungen in den Angaben der Entfer-* 
nungen und Tuchen die Urfachen anzuzeigei^; aber 
*Itet8 finden fie diefe in fehlerhaften MeiTungen, 
Sthätzungen und Reductionen. Was Cenforirius 
vorbringt, kann nicht mit hierher -gerechnet wer-^ 
den, wie ich beßimmt zeigen werde, da er Jn fei« 
nen Angaben gleijch feine Unwiflenheit zeigt« Wie 
wenig die Alten felbß den frühern MelTungen trau- 
ten, erhellt auch daraus , dafs die Nachfolgenden die 
nicht geringe Mühe neuer Meüungen und Berechr^ 
ni;ngen übernahm-en , um , wie (ie angeben , etwaa 
genaueres zu liefern und die frühern Angaben zu be- 
richtigen. Herr Goß^elin fucht feine Hypothefe dann 
durch die Behauptung zu halten , dafs die Spätem 
die Vorgänger nicht verftanden hätten ; II refulte 
dont que Megoßhene ^ Deimaque et PatrocU ont 
tres hi'en'connu les dimenßons de finde ^ et qu^Era» 
toßhene , H'ipparque et Strahon n*ont point comprit 
ces aiiteurs , parcequHls n^avoient aucune idie de la 
diverßtS desßades que les hißoriem avoient tmplo^ 
yes. Cettß ignorance , que toute Pecale d^Alexandrio 
et tous les Geograpkes de Pantiquite paroijfent avoir 
partagie eß ajjurement une des chofes les plus ri* 
marquahles et les plus Honnantes que^puijfe prifentir 
fhißoire de la ^eographU ancienne^ 

Gehen . 



XLII. Aui e. Schreiben des Hm. Prof. üchevt. 499 

-; ' Gdien wit. weiter» fo finden ipr, wenn Grie^ 
chen fremde Maafse mit ihren einheimifch^n vergleii 
chen , befondcTS mit folchen , von denen es mehrere 
. Arten in Griechenland gab ; fo ßnd fie fehr genau 
jedesmal die Art die fie meinten ausdrücklich anzut 
geben. Sonderbar wäre es daher, wenn ^le blqsbey , 
4ein Stadium, das ihnen fo oft dazu dienen mufs« 
die-6rö(se anderer Maafse zu bellimmen, nicht das^ 
jenige genannt hatten, welches fie in dem voiliegen'* 
den Fall gebrauchten« Auch von den Römern dürf<v 
te man erwarten, dafs ^le^ wie es bey andern Maa*. 
fsen ftets gefchieht, wenn fie diefe mit denen der, 
Griechen vergleichen , angegeben hätten : dies beträgt 
nach diefer oder jener Stadienart fo oder fo viel; 
aber auch davon möchte fich , fo viel mir bekannt » 
kein Bejfpiel finden. Man fehe nur die Stellen wo 
fie ihre Millien reduciren ; fie ftimmen alle in dex 
Art-überein^ bis auf Po/jä/mj, der genauer feynwolU 
te^l/vie ich zeigen werde. 

Wollte man behaupten , dafs die Gröfse der Sta* 
dien nachd^n Zeiten verfchieden gewefen fey, fo ift 
auch diefe Annahipe nicht haltbar, wie fich beftimmt; 
darthun läfst. £ben fo wenig kann man beweifen , 
dafs die Griechen nach den verfchiedenen Gegenden 
und Ländern von verfchiedenen Stadien reden. ' 

Nach meiner Anficht daher, hätte man fich eben 
fo wenig verführen laiTcn foUen , verfchiedene Arten 
' von Stadien anzunehmen , als man geneigt ifi zu glau«^ 
ben, dafs jeder Schriftfteller dervon Tage- und Nacht- 
reifen siu Lande fpricht , von einem Wege den man 
zu Scbiflfe bey Tage oder bey Nacht zurücklegt , bey je- 
. der Angabe eine andere , gtöfsere oder kleinere Ent- 



I 



fernung dadurch bezeichnen wolle. Wir fii^den 
bey den AUen einen beftiqamten Raum, feßgefetstf 
den /man in jener Zeit «urück legen Konnte, nad 
jdarnach fcbätete man die Entfernungen. In jedem 
TOrkoqomendeh Fall Wird man, fobald m|in nach- 
mifätt Abweichnngep finden, und wollte man con« 
{equent feyn, fo müfste man, nm Übereinftimmung 
mit unfern neaeren Angaben zu erhalten , hier ebea 
fo wie bey den Stadien verfahren , die , wie wir fa« 
hen, grörs^entheiis nur nach jenep pbngeffihren 
Schätzungen berechnet waren^ 

Um noch auf eine andere Art darznthun , dab ' 
die auTg^ßellteii fiebauptnngen richtig ßnd, werde 
ich jener Abhandking eine kurze Uberficht der 6e» ^ 
(chichte der Geographie und der verCphiedenen Sy- 
(leme, von den frühel^en Zweiten bis auf PtolemäuSf 
iißb(l einer liritif^^hen Würdigung der Schriftßeller, 
durch welche uns die Nachrichten überliefert Gnd, 
beyfiigen, zugleich mit ynterfuchungen über die 
^9rten der Alten. Daraus wird erhellen « dafa nur j 
auf deiQ angezeigten Wege und bey diefen Anfichten 
J^ufammenhang qnd Übereinßin^mung iq den Nach« 
richten der (xriecheq find Römer figh finden. Auch 
foll gezeigt werden, dafa es nicht auffallen dürfe, 
dafs von den Griechen , wie von jeder andern Na- 
tion , in deri frühern Zeit ihrer Cultur die Erde und 
das ße umgebende Himmelsgewölbe als ungehenet 
groTs betrachtet wurde, nach und nach aber, je n$* 
her mau mit den Uipgebungen bekannt ward , ihneo 
^Ues kleiner erfchien. Aehnliche Beyfpiele findeii 
wir 9uch im MittelaUer, und in neuern Zeiten ge* 
PPgt >vir dürfen nur z. ß, an die Beftim munden der 

Grobe 



i 






XLH. JiüeJSchnibmdisRrn:Prof.UckerL 50 t 

£r5(jBe de» tnitteliändifchei^ Meeres eritinerit. £beti 
Xo "wenig ^vird man (ich Mrunderiit 'wenn man 
^ht wie lange ea dduette^ ehe der Grieche nut 
die Welt einkigeriiiaben kenneti lernte, fobald man 
bedenkt, welche Fort^hritte in neuern Zeiten in 
der Nautik , Aßronomie und Matbenfatik gemacht 
£nd •' welche Inßrumente lind Hülfbmittel der Fleia 
tind Scharfüun den Agronomen verfchalFtei und 
wie lange es demnach dauette^ ehe nur die gröb^ 
ften Irrthümef berichtiget vvurden. Die Art« wie 
Polybiüi teitiö Vörgä;lget -Wegen ihre* UnwilTeii* 
heit entfchuldigti wird jeder Unbefangene gelten 
lalTen. Bewundern müJlen Wir im Gegentheil feht 
häufig die Griechen^ die durch ihre Genauigkeit im 
Beobachten) dttfcb ihren Fleis fö oft den Mangel bef-* 
fefer Inftruthente etfetzten ^ tind der Wahrhtiit häu- 
fig Fehr nahe kämen \ ohne jedoch uns dadurch ver<» 
führen zu lauen ^ jetid oben widerlegten tlypothefen 
ale wahr ärizünehmen. B^ßimmte doch auch tet- 
nett hi&y fo unvollkommenen Hülfsiliitteln und aü^ 
eiii^ Art die eben keine grofse Genauigkeit Verfpre* 
thiöii konnte i wunderbar genau die Gröfse eines Gtä<* 
des; fo dafs uns ein ähnliches Tteffen >V<eniget feit« 
tatn Und befremdend erfcheinen müfsi 

£w^ 1 4 t » ^rfeheü hieräüd tneitien l^Ian 
titid wie ich von den oben genannten trefflichen 
Männern fägei Was Gibbon von D'AnviUe behaup* 
tete J Hä is töforid of füppoßng neib , aiid perhapj 
imaginary meafufes^ for the purpöfe of rendering 
UHcieHt ivriters as accürate as himjelfi Meiiie grö- 

UetB 



502 



MoHatL Qnrtefp. Hiu iMt, 



fsere Abhandlung Toll als Vorläuferin, und 2tlmThdl| 
als Einleitung su einem ausfahrlichen Wethe übet 
die alte Geographie dienen » das mit «inem Atlas er« 
fcheinen wird, wenn die anfgeftellteiv Anlicfatsfl 
den Bejfall der Kenner erbalteni 



^tttut^määmtim 



»I 



\ ^ 



/ 



( 



tLVLl. 



. XLIII. ^ik^* Schreibendes Prof . Buzengtiger. 503 

Auszug aus einem Schreiben des Herrn frei- 

feflbr Buzengeigef. ^- 

Ansbach, am 11. Febr. igtl« 

• • • • Xn meinem im NovemberHeft i^io S. 514 
der Mon^ Correfp. abgedruckten Brief bat äch in die 
Angabe, wie die Reibe p— p'x-4-p"x2-l-p'"3ta.4,^\^ . 

in einen Rettenbnicb zu verwandeln ift, ein Fehlet , 
eingefcblichen • wodurch das Ganze uny^rftändlich ^ 
wird. Die Conftruction iß fö : Man mache eine Rei^ 
he Gröfsen t, t^ t", t'" u. f. f* to dafs t r: p i^~'J 



t'< 



wo P, P', P'' dieWerthe von t, t^ t" etc. votftel* 
len , wenn man in ihnen n-^i ßatt Wf t, t', r^etc« 
öÄtfr diejenigen von t^ t\t'* etc* wenn man in ih^ 
nen n rz i fetzt. '*)^ 

Diefe Methode läfst fich übrigens auch auf firücha 
ausdehnen. Es fey z« B. 

pO — p'.4-p" — p' 



lO r\* _i- r\'* Ti'^' , 

= S 



• • i 



Man mache eine Reihe t, t', t'S t'" etc. fo dafs 



t— p.N-i; t'rrl^.P'-qN; t''rrll . P' *. P| 



V^' z: J1 . P'' — P' etc* 



*^ Das hier tiii^v gefetzte t^st am angezeigt«!! Ort ausg«^ 
laiTeii. - '' 



• \ 



•I 



§o4 , ' MoMtt. Carrejp. tgü. MAt. 

Mro Pi P\ ]?'' die Wertiie. von t, t^ f' >uf *i-H*j 
Äatt n vorteilen; ri t'* t" abet die* die aus ebeil< 
den Ötöfseti t» t% t''^ für h^ii tehtrptiilgep i to ift 



qi a'H* 



t: t' -4- 






Dütcktierrn t^rofelTor Reihe 2q Erlangen liabä 
ich erfabrep» dafs 2u NisnieS ein tnätbeinatircbes 
Journal » üiiter dem Nameti Annäles dei Mathiemä- 
tiqües pur äs tt appliqüees erfcheint, tili erftcih Hefr 
Vom Monat lüliüs votigeti Jahres \tt die Aufgabe tüf 
Auflofüng vorgelegt i 

''In einer Ebene ift ein Kreis und ^siü t)tey-*' 
^^^ck gegeben^ inan foll in das letttere'i^ii an* 
^' derea Dreyeck biäfchreiben ^ deüen Seiten detl 
** Kreis berühren.'* 

leb bätte bald die Aüflöfting gefündeh, ttiid zWAt 
flicht nur für das Dreyeck fondern aUgeitieia für je^ 
deä Vieleck, t^afl: möchte Ich £\V. . • . bitten, die- 
fe Aüflöfüng in die MonatL Cörrtfp, äiifzunehhietii 
denn ich glaube auch I \veniger matheniatifche Lefer 
detfelben wetden es vers&eihen^ in ihr die Aüflöfüng 
>4(irier jein geometrifchert Aufgabe ^tl iihAhii^ did 
fremde Gelehrte doch Wahrfcbeinlich des\vegeil äuf- 
^egeb^ haben ^ weil fie folcbe für fchwer hieltet!. 

* ^ Lemma» Weiin eiii Kreta und eine g/sfäie Li« 
ttid MN <Fig. 1. II.) gegeben ßndi und inart fällt 
äms dem MittelfJünct C des Kreifes auf die gerade 
t«inic «ine fenkrechte C£ üud beßimmi auf ibideti 



,^ 



I 



KLIIL Aus e. Schreib, des Hn.Prcf.'Buzengeiger^ 505 

Pbnct D fo, dafis feine Entfernung vom Mittelpanct 
C" die dritte ProportionalLinie zu C E un4 dem Halb- 
boieller des KreifeiB iß, fo wird immer » wenn man 
durch D eine beliebige Sehne GDK legt, und durch 
ihre £ndpuncte G, K, an deiv Elreis berührendi^ 
%ieht , diefer ihr Durchfchnitts - Funct in die gerad« 
Linie M N fallen. ' 

Sewüism Die berührende aus K treffe MN in 
H. Man ziehe GH und GH, £K, fo wie die Halb- 
meffer CG. CK, Weil nun E C : CKrzCK : CD, 
fofind (VI. 6) dieAA, DCK, ECK, gleich- 
wnkliciit und daher <CKDi:z <CEK. Nun ßnd 
iber in dem Viereck ECKH, die Winkel bej K, E, 
, anechte und folglich läfst fich ein Kreis darum be- 
tchretben. Daher ift (III. 21) <CEKr:<CHK 
und alfo auch nCHKnCKJ und wenn man JKH> 
beyderleits hinzu thut ( 

. <JHR-h.<JKHz:<CKH^zr <CJK (I.32). 

Demnach ift auch CJK ein Rechter. • Folglich ift 
(IiL3)<yJ = JK undalfö <HKJ ZT GHJ. Da 
niin(1.5) auch<CGK=:CKG, fo ift alfo auch 
<CGHn:<CKH und alfo CG H ein Rechter. 
Semnach berührt GH den Kreis in G (111. 16).' Die 
beyden den Kreis in G und K berührenden durch- 
Cchneiden lieh alfo in H. 

Aufgabe. Es ift ein Kreis und ein Vieleck 
< Fig. 111 A, A', A'^. . . gegeben, man foll eines 
Toa gleicher Seitenzahl in dallelbe befchreiben, def- 
fen Seiten den gegebenen Kreis berühren. 

iKEM. Corri XXUL ß. jQti. Mm ilitf* 



■v 



5o6 MonaÜ. Correfp.iSu. üßAT» 

Auflöjung. Aus dem-MittölpunGt C des g»| 
gebenen Kreifes iälle man auf die Seiten dea VieVi 
ecKs die renkrechten CB, GB, CB^' * . « nndtheU« 
fie in den Puncten D, D% D'/ u.f.f. fo dafa CD» 
iZD\ CD'^ die ^dritten Proportional Linien zn Cfi| 
CB', CB'' » . • . und dem HalbnielTer des KreiGei 
find. Durch die Puncte , D . D', D" • . . befchr* 
be man alsdann in den Kreis ein Vieleck, £, £',£''..« 
fo wird Wenn man durch deOen Teine Winkelpan« 
Cte £ > £% £''••• berührende an den fireis ziebti 
diefe ein nnx den Kreis befchriebenes Vielei;k F, V'i 
V" \ • • geben, das Zugleich in das Vieleck Ä, A', A" . . 4 
eingefchriebei) ift. 

Bei^eis^ Denn nach dem vorigen tscmma (at 
len die Durchfchnitts- Puncte F» F', F''. .« in dit 
Seiten AAS A' A'S.. 

Anmerkung, t)ie Aufgabe In eineti Kreil 
ein Vieleck einzubefchreiben , delTen Seiten doich 
gegebene Poncte gehen und worauf die vorige zu* 
rück geführt iß » ift fehr bekannt. £ine georoetri* 
fche Aufiöfung delTelben von Ottajano hat Herr Pro* 
ieSLor Hlügel in feinem mathem. Wörterbuch indem 
Art. Kreis pag. 156 f. fammt allen, was zu ihrer Gf» 
fchichte gehört, eingerückt* 



«■ 



D 



k 



XLIV. 



.( 



XLlV. Akt it. SOiteiben dts $rf^, Jiekkärät. Jq^ 






XLIV* 

Aüizüg aus eineth Schreib^ü 
des Iffetm Eckhardt^ 

bttrlUuet-Coniitiifliiir und I)ir«cl:ör der Laild^ - Vfcnüifr " 
tui^g des ileixogthumi Weftphalen. 

Arnsbergs «üi iil. Aptil igt ti 

( i illiWik^i • ethaiti^ hierbe^ die Skizze einet 
)rtyeAsliette j *) -welche in ihailchet Hückfichfc 
setkwürdig ift, da fie mit alled vÖTzügiitheh Ope- 
lüon^n det Art Veibnnden ift; ObHft Hi^/^ry hat be- 
;anfitlich bey Enfisheitn in Elfars eine Bafis mit deA 
>latioafftäbeii Nro. 2^3,4 gemeüen, (Nt. i blieb 
li Prototyp in Paris zurück;) Darauf gründete Cä^ 
ilkt^iti Delci'os i Ingenieur -Geogratib^ eine Reihe tekt 
cböuer Dreyecke< Welche er bis Ooth'a fottzüfetiien 
;fdacbte< Se« kdnigl; Hoheit nnfer ghädlgf^er Otofd- 
lerzog geruhte mir allergnädigft^u etlauben^ ihn 
iMSy feinen Operationen im Sommet 1509 au beglei^ 
ten^ Bey diefer Gelegenheit wurde di« Daiis bey 
Dariiiiiadt i welche idh unter allerhöchfter unmittel- 
barer if^rotection in Gefeilfchaft des tiofkammerniths 
ßehteyerniacher getneilen hatte « tnit den franzöfi« 
fcheli t)rey ecken verbünden^ 

Die 

*) Vvir theiieti fotclieliiet üocknielit ttiit, dawitatii Toii 
Hm. Eckhardt zu diefem Behuf die dazu gehörige Angular* 
Angaben Erbeten haben, a^. iü. 

' M m 1 






^ 508 ' Monatk CofTifp. iga. MAT. 

/ 

Die Entfernt] ng von Darmßadt 
bis Griesheim war n^ch untrer un* 
mittelbaren mit aller Sorgfalt gen^ef« 
lenen Baßs • . =: 7749,54 M< 

Auf den, auf die.Enfisheimer 
Bafis jgegründeten Dreyecken dee Ga- 
pitain Delcros wurde fie gefch lolTen rr 7749t 3 1 

Differenz 0,-23 
Geographen, welche wirklich gearbeitet haben , Mre^ 
den mit einer U berein ftimmnng von 23 Ceniimetem 
aufrieden Cejn» Vorigen Sommer mnfste Capitaia 
Delcros in der Schweiz arbeiten. Ich C^zte dahet 
diefe Triangulation von Darmftadt an» nordwärts b 
weit fort • als die Zeichnung angiebt« 

Ich hoffe Ew. Hochwohlgeb. bald mit dem e^ 
fien Heft der Annalen unferer^fandesvermeflu hg auf- 
zuwarten, ^velcbes eine weitläufige Befchreibung 
und detaiilirte Zeichnung meiner Werkzeuge enthält 
Das zwejte wird die aftronomifchen Beobachtung 
gen enthalten* Die Breite vonDarmlladt iß imMit» 
tel aus beynahe 300 Beobachtungen =z 49 *" 52' 24' 

Wir haben folgende Längenbeßimmungen vot 
Danpßadr : 

QFinßem. d. i5. Jun. 1806 "25' i9,*3 

fc ä: den 22. Jul. 1307 • . . ZZ iSt 9 

XftHden^. Jul. igog . • • ZT 17,5 

vTtlden 28*März 1809 . • . zz 13» S 

«V den Ig. Sept. 1810 . . . ~ ig» 4 E* 

— 19, o A. 



Mittel ZU 2$' 17/4 



■j I 



Ick 






* I 



XLI V« Am 4. SdiTiiben tUs Hm. Eckhardt. 509 

Ich habe mir nnn aticti eine kleine Sternwarte 
fc^ier angelegt, künftigen Winter werde ich an die 
^'efige Breitenbeßimmung gehen. ' 
-Z' Bey kommende Inhaltsanzeige eines (o eben ei^ 
IVfaienenen änfaerft klar gefchriebenen Werkes dee 
Dberften Henry verdiente wohl einen Platz in der 
MonatU Correfp^ *) Henry ift keiner von den Imi« 
tatorum -^* ^ — das Tagt : Uon obtiendroit plus 
promptement ce reßdtatnfi Von voidoit recourir aux 
proprietds des proportions. 'Mais nous avons pre* 
fire une voU plus analytique. 7- Seia Werk ift ori* 
i^inel. £r ift ein Feind desUnwefenSi das man jetet 
»it der £leganz treibt , und na<ih ii|einer Einlicbt 
mit Recht. 



/ 



*) ErCeheint im nicliftsa Haft. 



'■ -r 



.... - • . . . • ' • ■ '■ 

I 

Auszug ^\\% !5wey Sphr^ibe?! de§ .Hqrjm -Pre^ 

feflbr Gaufsf 



Gätifngen , am- 25. Apr. tu S2. Mtfy iB'h 

f , . • /Vm 22t April W2|r ich fo glücUicI^, die J[anQ 
wirklich aufzufinden uqd ein Pikärmal zu beof>ach« 
fen; am 23« fifüidichnurebenOclegepheit, dieRicli^- 
tigkeit meiner Vermuthung zu betätigen; allein ge- 
ftfim find wieder ein Paar Beobachtungen gelungen^ 
luno har Kaum diezehnte Oröfse. Am 272 März hat- 
te ich auch gewifa die Juno gefehen. Hier zpeina 
fieol^achtungen ; 



}8i; AjTil 22 



AB^I 



9^ 5|i* 35*M.ZJ2r6* 4»' 5Q* 
IP 3^ 5^ |2i(> 17 59 



Südl.D^L 

Tt 



0-58' 16 

Q 46 SO 



Bodens Ephemeride giebt alfo die gerade Auf- 
ßeigung jetzt um 7 Minuten zu grofs, die Declioat 
tionen aber gut« Meine beobachteten Deolinationeii 
find nicht ganz genau ^ da die Sterne nicht bequem 
ftanden. (leute Abend kömmt Jfunb bis auf i ' einem 
Stern neunter Grötse nahe, der nicht in der ^iTZofr« 
celejle fteht und den ich Sie zu bel^immen bitte , da 
ich vielleicht beute Abend die Juno damit vergleiche^ 
Seine fchein^are SteUupg , fo gut ipb Ae ti^b^ beftixp« 
m^p feöonen ^ ift j 



XLV. Jkue» Schreiben des Mrn^Prqf.Gaufs. ^IX< 

JR* 2i6" 6' 59*. Decl. a^ftr. o* 33* 39*» 
Mähe dabey ßeht ein Stern der Hißoire cileße^ def-^ 
fen 3<^ftinimung ich ebenfalls Wünfchte 

r" 4V. 716' 16' sz\ Decl. auftr. oT 34' 45% 

« t , • Seit meinen letzten Brief habe ich noch 
folgende Beobachtungen der Juno gemacht } 



i8u 



April j^5 
. 20 



Mittl. Z 

10^ 19' 22* 
10 * 17 30 



Ger. Auf ß. 



216** 6' ^'6 
215 54 7» 3 



Peel. auAr. 
o II 51. 5 



Bisher hat es mir an Zeit gefehU » {lefultate dar« 
aus 2^u flehen« Da die hiefigen Beobachtungen die- 
Tes Jalj^r vielleicht die einzigen find» fö würde es mir 
äüfserft wichtig Cejh, die Pofition der verglichenea* 
Sterne ipöglichft genau zu haben , befonders der zwejr 
Ihnen fcbon das let^temal angezeigten , i^uf die üch 
die beyden letzten Oeclinationen gründen.**) 

Den Cometen habe ich Avegen MondTcheln und 
fchl^chtem Wetter gar nicht Tuchen könneii« Ge(lern, 
aber habe ich dif Veßa beobachtet» aber nur Uüch-* 
tig fo eben reducirt 

iSiiMayu io»>i3'M,Z. h6'49'Ä. la^zpTüd.Abv 

Aar J^ii^x £phem^ride weicht alfo i* I8'» dievon J5o- 

denMT 22 ' in A ab. Der Planet; ift übrigens leicht 

süu fehen , denn er hat 6 — 7. Grobe, 

. XLIV. 

*) Aus viertägif en am PafTagen • Injbrument uudQuadiantei^ 

Semachten Beobachtungen , erhielt ich f&r den ip. May iSii 
io fcheinb. Pofition dieler Sterne ^ 

Nr. I AR. ai6* 6 ' 48/3p.«cl. auftr. o* 3g' i3,*o 
11 — aiö lö 48» 5' — -^ 9 34 21» ^ 
Wir ßndneugie,rig zu erfahren , ob noch irgend ein anderer 
AßroBom die Juno beobachtet haben wird. Am hiefigen 
licht^r)(e9 PalTagenlußruifie^t wAV fi^ nicht ein einzigp«t. 
xnal.üchtbar , auch wenn die Fädeu ganz unerleuchtet Due-T 



• • • ' 

512 MonatU Corrnfp. iSiu MAT. 



XL VI. 



Auszug aus einem Schreiben 4e^s Herrn 

Profeflbr David. 



^ Prag» den 7. Jänn^ iSxz. 

• • • « XJamit der TOrige fchöne Herbft nicht unbe- 
nutzt vorbey ginge , befiimmte ich xyrey Orte im. 
Pilsner Kreife durch wohlgelungene Blickfeu€f;^be- 
Gbachtete zu Teplden Eintritt des « \S am ig*. Sept«. 
igio und zwey Bedeckungen kleiner Sterne Anfangt 
October, die am Ende folgen. Über die Erfcbei* 
nnng bejm Eintritte des a ^ bin ich nicht Ihrer Mei- 
nung» iK/. C. October S.4Ö5. Auch ich fah den Stern 
im Stifte Tepl 3 bis 4" vor dem gänzlichen Ver- 
fchAvinden fo lichtfchwach , dafser mir wie ein klei- 
nes lichtblaues Pünctchen erfchien » doch aber vom 
Mondlichte fehr gut zu unterfcheiden war. Ich lies 
mich durch dießarke Abnahme des Lichtes nicht irre 
machen , fondern hielt den lichten Pun'ct des Sterns ia 
der Mitte des Fernrohrs » und wartete ganz ri^hig ab» 
bis er mir plötzlich verfchwand; im nämlichen Au* 
genblicke verfchwand er auch Herr|i Stifts - Secretär 
Amand Klug^ der mit mir mit einem kleinen Dol« 
loud beobachtete. 

Hätte (ich das Licht am Mondrande wellenfär« 
mig bewegt, fo würde ich den fpätern Eintritt des a^ 
dem Überßxömen des jLichts vom Mondrande bey* 

' .m«r- 






XLVL ^e. Schreiben des Hm. ProfCJDavid. §13 

iefleD; allein ich tah kein dabey wellenfönnigea 
trömeQ des Lichtefl. 

So fondert>ar diefe ErrcheinuQg war, fo ift ß^ 
och nicht fo auffallend wie jene, die ich. 1796 am 
f. März beym Eintritte des zivejteu h W beobach- 
it habe. 

AU der Stern nur \yefiig vom dunkeln Mond« 
ande abßand, fchien er Geh niit.bbCchleunigterBe« 
regung dem Mpndrande zu nähern, ihn zp beruh- 
en , danti auf felben ßehen zu bleiben , und endlich 
innen $ --^ 6 Zeitfecunden einen kleinen Theil dea 
inua verfua auf dem Mondrande zu befchreiben bis er 
idliclf verfchwand, Diefe Erfcheinung hat mit der 
in u>i den ig* Sept. igio das gemein , dafs in bej- 
m Fällep der Stern innerhalb der Mondfeheibe zu 
srfch winden fehlen. , 

Hr. Aßronom Derflinger beobachtete zu Krems« 
lünfter mit feinem vortreülichen zehnfüfsigeu Dol- 
mdden Ein - und Anstritt des a V • Bejni Eintritte^ 
lachte er die Bemerkung: Immerßo objervatattnip^ 
led. 10^ S^' 15%" g* Sed hoc ipfo momento videbar 
lihi videre ßellam , limbo ([ lucido quaß abß)rberi , 
t ab hoc momento ßellam lumine palUdo ^ et a (L 
imine bene dißincto » quafi in ipfo difco exißeniem^ 
pnfpicere^ donec t andern p oft 3j* 10»» ßo' J9,'4 
haec ipfa öbßervatiofive'veray phantafliea^ evan* 
uerit» Emerfionem obfervari t. m» iz^ /j-i* 2g /j. 
loc momentum ad ^^ c er tum puto , eoelum apprime 
avebat. Ich nahm den Augenblick des gUnzlichen 
errchwindens iQ^'^l ^^^ berechnete aus dieferBe* 
bechtung den Breitenfehler der Triesnecker*lc\i(&n 
londatafeln si Kaum-Secundei;i » um die die Monds- 

Ta. 



j^ 



9 



i ■ " ■ . . -..•'■ 

514 ' ' AbnaeL Csmff . ijfi JiAt, 

Tafelil die Breite ^q klein gaben. Mit dtefer Verbef- 

ferun4 erhielt ich. W9hre «^ des « V mit C ana dem 

Eintritt la^ 14' i6^''8 ^u RremeipünfteT mittl. Z. 

Anatritt . . — ^ 17, o. 

Zu Frag beobachtete Herr Bitiner daa gänzliche 

Verfch winden des fchwachen Lichtpnnctes 

mitti.Zeit 10*» 53' 45f*67 j ^ * 

, , . o .r r,, 1 , >a*» '8- Sept. igiQ 

IchimStlft Tepl lo 4? 13» 65 f . 

Bejde beftimnvten ^vir unfere Zeit aus tiorretpondi« 
teiiden Qböben ipit einer GenauigKelt von §*• Hey 
meinem Eintritte fehlt nicht o,*'^^ in der Beobach- 
tung , denn der Lichtpunct verfch wand plötzlich mit 
dem ^Schlage der Uhrfecunde. Weil Zeitbeftimmang 
find.Bedbachtung an b^yden Orten genau ilt , fo gibt 
diefer Eintritt Längenabfiahd von Prag bis Tepl in Zeit 
genau die 6' 7*9 die ich im' Mittel aus den vorigen Be- 
obachtungen gefchloITen habe. (JBode Suppig S, 102.) 
Au sjhreip Eintritte erhalte ich 

wahre er* des « ^ mit d i2*> o' 25/3I ^ . ^ 
aus dem Austritte • . . ^ la o 43, ^|°™* ^^•^•*<* 

Der angegebene Augenblick der Lichtfchwächnng 

(cheint alfo nicht der des wahren Verfch windens zu 

feyii, das fpäter erfolgt iß. Dafs der Eintritt so'früh 

angegeben ift » Averden Ew.' • • . auch daraus eiiken-.. 

nen» dafs die angegebene Zeit* mit keinem genauen' 

Austritte den wahren Längenunterfchied angiebt*) 

*]} Sehr erwünfcht ift mir elpe Difcuffipp Qbor di« merkn 
würdige -Erfcheinung bey der Bedeckung des Ald«b%raii 
am Ig. Sept» igio; alieia der von Herrn Prof. David i^e- 
^ufsertQn Meinung, dafs i>los eine grofse Lichtfchw|« 
«Iuui^.vn4 ifiebt 9ine g^ns eige^tbömliche ofdXche re- 

«lit 



^ XLVh Ani t. Sctii^riSen des Hm, Prof. ^ David, 51 3 

^iTV pilt iL 2U Prag m.Z^ 12^ 15' jV Aüstrii^ 

Seeberg o 43, 4 

J.ängenabft. 14' 4it"$ 



der l^eftimnate 14 45 



Mi| 



#lle oder fcheinbare Wirltung dabey ftatc gefjunden ha, 
be,' und hiernach der Eintritt auf der hießgen Stern« 
"vrarte auirüh beobachtet worden fey* hann ich keinetT 
Weges V bey treten. Dafs die aus deiP hiefigeu Beobach^. 
tung hergeleitete Conjunctionszeit bey Vergleichilng nii( 
andern Beobachtungen nicht die bekannten Lflngen-Un^ 
lerfchiede gebe « i(t eines Theils nicht der'i«*all und danu 
kann auch eine hier üch zeigende Differenz von einigen- 
ß0eu]|4en bpy dem weit gröfsernEinflufs der ^echnangs« 
Elemente im mindeften i^icl^t gegei) die Beobachtung 
felbft beweifen. Ans Herrn Prof T^unhs ( /Ö: C. Febr^ 
1811 S. 1703 und meinen Rechnungen (M,C. Bec.^igio' 
S. 528 ) folgen die Meridianutiterfchiede für Mannheim, 
puttingen und Marfeilie bey der VergleicUung mit der 
Tollftändigen Seeberger Beobachtung fehr nahe, Wie fio 
Iflngft bfikannt und angenoiameu waren. Auch harmo- / 
nirtfowohl n^^ch ff^urms als meiner Rechnung (^dievvi? 
ftbrigeps ganz yerfchieden geführt haben« da Wurm 
nur Correction der Breite ich auch die des Halbmeflers 
berilckQchtigt habe) bey Annahme der aus dem Com^lei;;!^ 
mehrerer Beobachtungen folgenden wahrfcheiniichjlen Cor? 
xectipn ,- die Conjuncttonszeit aus d?m Eintritt und Auss 
tritt faft vollkommen mit einander» fo dafs ich aifo ir- 
gend einen Grund » das von' mir beobachtete Moment de^ 
Bincritts ftlr irrig odet ungewifs zu ^altei^ , keinesweges 
fehe. Das ganye Anfehen des Sterns im Aogenblick de^ 
Eintritts und dann auf der Mondfeheibe war fo tors^ 
verfchieden, dafs eine trrilng hierüber fchwerlich Aat^ 
lindti^ koaatr. 'Sit sum Süuritf bqhieli 49r ^^rn «t- 



5X6 :. . mtinatl. Qirrefp. igu. MAT. 

' . ■ ■ ■" • 

Mit meinem vierfüfsigen fehr gnten fiollond be- 
obachtete ich im Stifte Tepl xgio am 4. Oct. den 
BintYlTt eines Sterns (iebeiiter oder achter Gröfse in 
duukehi Mondrand wahrer Zeit um 7^ 1' 57/ 1» 

^ : . Bey fehr heiteren Himmel fah ich den Stefm gut, 
bejm Verfchwinden aber nur fchwacht doch halte 
ich (Jen Eintritt bis auf zwey oder drey See. für rich- 
tig. Am untern Mondrand fiand ein Stern ^tet 
oder 6ter Gröfse , der aber 10 — iz' vom Mondrand 
abftand» 

Eintritt eines Sterns 6ter oder 7ter Grdfse in 
"dunkeln Mondrand den 5. Oct. ig 10 wahre Zeit: 
7** 54' 54/6. 

Prof. Handgretinger verlor folchen mfl einem 
!t%yejfürsigcn Dollond um 6* früher. 

' Über die merkwürdige Bedeckung vom ig. Sept. 

1310 und über meine Pulverfignale io^ Auguft-igio 

ift ein Auffatz von mir unter der PrelTe, den ich Ih« 

nen fogleich zufchicken ^verde» weil er wegen den 

Gedanken über die Blickfeuer auf dem Fichtelgebirge 

einiges InterelTe für Sie haben dürfte« 

Ich 



was fcintillirendei , dann aber erfchien er tUf dem Mond 
wie ein gut begränztes. blafsrothes Scheibchen. Uebri- 
gena war ich auch nicht der Einzige , der diefe Erfchei- 
nung wahrnahna , denn genau fo wie von mir , wurde 
fie auch von dem hier mit mir beobachtenden Hrn. Anf- 
, fehet Pabfi und dann luich von Buggä zu Gopenhagen 
und von Calkaen zu Utrecht beobachtet. Da ichfoitdem 
noch mehrere. Beobachtungen diefer Bedeckung #rhal- 
ten habe , to gedenk^ich noch eimnal iiiif dielen Ge^en« 
ibnd zurück zu kommen, v« X» 



XLVh Jtus-e.'SchreibeH des Hrn. Prqf. David. 517 

• . fr 

Ich muFfl Evr% • . • anfmerkram darauf machen« 
dafa ich aas Verfehen in. den Abweichungen des Si- 
rius und der Capeila igog c^e eigne Bewegung; 
die fchon in der jährlichen Veränderung einbegrilfen^ 
ift;'noch befohdcrs in Rechnung genommen habe; 
lafat man diefe wtg, fo Svird derÜbörfchufs der la- 
feln nach La Flßce beym Sirius im Mittel ^11, "g 
bej d^r Cäpella aber 10/4. Dafs diefe Tafeln dia 
Strahlenbrechung für Frag zu giofs geben» hat feine 
Kichtigiceit ; un^wie viel aber mufs erft aus den ge« 
jiammten fieo^ac^itungen ausgemittelt werden« Dib 
beobachteten Scheiteiabllände find richtig und ge- 
nau » die Abweichungen aber kann ßch jeder nach 
den Elementen felbft b^chnen , die ihm als dib 
fichetfteti fcheinen. Um £w. • • • einen neuen Be* 
.Weis von der Richtigkeit der mit dem Reichenbach" 
/c/E^nKreife beobachteten ScheitelabÜändezu geben» 
fetze ich den des « der Waß'crfchlange am 22. April 
1. J, hierher: . 

Ana dem rierfaehen Winkel einfacher ' 

- Scheiteiabüand . . • . .. .. . 57* 54' 55, "i 

Aus dem zwey fachen Winkel erßer 

Beobachtung 57 54 SSt 4 

Aus dem zweifachen Winkel zwey- 

ter Beobachtung •;•••• 57 54 54» g 

Die swey einzeln b^echnet^n Scheitelabßände und 
nur um f^ von einander verfchieden , und geben im 
Mittel genau den aus den vierfachen Winkel. Stirn» 
mjen die Beobachtungen gut überein, fo halte ich ea 
für überflüffig, weiter zu beobachten; wo nicht p 
fetze ich die Beobachtungen fort » bis ich von der 
Raumfecunde verfichert bin, Beym « der WalTer- 
fchiange i& Überfcbufs der Strahlenbrechang 6"; 

beym 



5l8 ItLonaa^Correff.igiuiflJt^ 

l)ejm ScKcitelabßand 58 • ^9' 53* für Riegel ij 
am 3i Märä erhielt Ich 7' ( Triesnecker IV. SammL 

Die Abweichung des adU n2ic\i Piazzi ,\& \xm 11 
bis ti" gröfser^als die nuch Maskelyne. Meine zwej 
Scheitelabftände igog am lo« und ix« Jnly fifmmfa' 
auf die^ R^umfecande » und man braucht nur did |l 
Strahlenbrechung gehörig zu yeTbellem », um die Ab* 
weichung daraus abzuleiten* 

Beym Sirius ift die Verbe|^eruqgderStrahlenbr^ 
diung -«- i^'^» bej )) des grofsen Hundes -^ 4'^^ 
Im Verhältnifs der Scheitelabftände für « tQr .^^ 6/^ 

1( JVitfjwecÄcrj IV. Samml» S, 50). 

ImMittelbeob.Scheitelabl]y|ndd,dm f6' t' 25,'! 

' VerbelTerte Strahlenbrec hung «h . $ .33»^., 

Wahw 76* 4' 59/1 
Aberrat* und Nutat^ -^ Of ) 

Breite von Prag .5» 5 ig 



Igög ^' lo.July tnittl. Abweich, «m 25** 59' 40/9 

Zunahmeder Ab w« binnen 172 Tag. -4- 4*2 

* * * i ... • 365 ■— -f* 8> 8 



Igio d. I. Jan. itiittl; Abweicb. dilt is* 59' 53,'j 
Abweichung nach Pf'azz/ : i^ 59 53 

Piatzi ficht das « m in viel gröfseter Höhe als Mas- 
kelyjidj die Strahlenbrechung ift tu Palermo keineb 
fo unregeliuäfsigen Veränderungen unterworfen ^ als 
zuGreenwich; nur indiefer Rücklicht^ alUs übrige 
gleich gejetztf verdient j wie ich glaube» die Anga» 
ht von Fiazzi gröCseres ^Zutrauen« 



XLVII. 



XLVir. LüerßT. Corvify. iNachwicfUen. 5 19 



■iN^fc—i^— — — ^■i—i—i— — — ^■■*— ' ■ '^ " **'*' 



Xlyiu 

,Literarifche 

Coriespöüdenz -Nachrichteil 

AUS dem 
ößerreiGhifchen Kaiferftaate 

vom 4i März i8ii« 



■ 

in dem öfterretcbirchen Kaiferftaate find. neuerlich 
mehrere geographifche, liatiftifche, naturhißorifcbe 
und mathematifche Werke erfchienen, welche in der 
MonatL Correfp. angeführt zu werden verdienen. 
Dahin gehören ; Neuefte Reife durch Öfterreich ob 
und unter der Ena, Salzburg, Berchteagaden ^ Kärn« 
thenutid Steiermark« in fiatißifcber ^ geographifcher, 
naturhiftorifcher I ökonomifcber, gercbicbtiicherund 
pittoreaker Hinücht unternommen Ton Dr* Franz 
SartOrL , Drej Bänden Wien, bey Anton DoU igii 
in 8* ^^^ ^^^7 fchönen Kupfern. (Preis 12 Oulden)« 

Wir behalten uns vor, diefes vortreffliche reichualti- 

» - 

ge Werk in der Folge in diefen Blattern ausführlich 
zu beurtheilen. — Reife durch Ölierreich von Dr* 
SehüUts. Tübingen« bey Cotta 1809 8* Diefea an 
neuen Auffchlüil'en über Ofterreich reiche Werk ift 
zwar im Auslande erfchienen, aber von einem Ofter*^ 
reichet verfafst 9 und gehört daher mit vollem Eeobt« 

hier- 






520 ^ Monatl: Correfp. iSn. MAT. 

hierher. — Intereäante Länder- und Vollmer •6^ 
inälde oder Schilderung neu unterfuchter Länder,' 
Völker und Städte, aaEiehender Merkwürdigkeit^, 
Kuuftwerke und fiuinen; nach den neueßen Reife» 
herichten bearbeitet von 7. B^ Stkütz. Zwölf Band« 
eben. Wie«i,bey Anton Doli.- 1309 g. Zeichnet (ich 
z\var nicht durch Originalität aus, aber gewählt 
doch eine belehrende» und unterhaltende Leetüre. — 
Schätzbar ift des Freyherrn Jofepk Mark von Liech» 
tenßern ßatiftifch - geographifche Uberficht de^ Mark« 
grafthunis Mähren und des öQerreici^fchen Herzog- 
thums Schießen. Wien , im cosmographifchen Ba* 
reaü i^io gr. $• Derfelbe ^ab heraus eine brauch« 
bare Foft* und Reifekarte durch die Länder des ößef» 
reichlfch^n Kaiferl^aates, ih LandkartenfOrm , uiid 
eine Karte des preufsifchen Staats na6h feiiiem Zm 
fiande im iahre tsto, und mit Benüt^ütig der zu^ 
veriäfügft6n aßrönomifchen und geographifcheh Be^ 
obachtungen in 16 Sectionen entworfen. Freyhert 
"üon iMchtenßtrn fetzt auch fein feit einigen Jahren 
unterbrochenes Archiv der Statiftik fort. — Zur Zeit 
des letzten Kriegs erfchien und ^yurde ftark aufge« 
Kauft di& neuefte Generalkarte des Erzherzogthums 
Öfterrieich ob der Ens , in 6 Blättern , nach der ver- 
beiTerten Bazi/zffchen Projection, den neueften und 
zuverläfOgften Ortsbeßimmungen , und den echteßen 
topogr^hifchen und geographifchen Hülfsmitteln 
entworfen und gezeichnet von R. von Oreipil^ k, 
k. Hauptmann, Linz i S09.'( Auf inländ* Papier 12 PI. 
auf Basler Papier ig Fl.) Diefe Kane beßeht aui 
fechs zufammenhängendeii Blättern, deren jedes im 
innem Kandt 12 Wiener ZqU hoch und 20 Wiener 
' f ZoU 



/ 
I 



XL VII. LitBruK Correfp. Ndukriphten.' "521 

Zoll breit ift. Der Maafeßäb iß (üt die geogtaph!« 

Xche Meile if Wiener Zoll. Diefe Karte ift nach det 

voi| dem Tetftorbenen Oberß - Lieutenant vaTx^i^g:^ 

verbeffenen BoHuetchcn Projectian entworfen« -^ 

Das bey Straufa in Wien c^fcheinende Archiv füf 

Geographie^ Statiftik« Gefchichte und Kriegswiffen« 

. f€baft"( redigirt vom Freyherrn von Hörmayr ^^ entf 

hält theils aua andern Zeitfchriften entlehnte« theiltf 

Original Auffätse. -^ Von dem vortrefflichen Werk i 

Reife nach Conftantinopel vom Herrn Grafen f^^h* 

cenz Battydny , Bwej^te verbelTerte und vermehrte 

Ausgabe, Fefth bej Konrad Adolph Hartleben 1 i%io 

270 S. in 8* (Preis auf holländ. Papier 4F1«| auf Ve« 

iinpapier 5 Fl. ) erhalten unfere Lefer im Junius-Hel* 

te dexi^MonätL Correfp^ eine befondete Anaeige« *^ 

Cook*s Reife um die Welt erhielt eine ungarifche 

iLJberfetzung unter folgendem Titel t Cooknuk amcC 

Jiires Anglus Hajos Kapitdnynak tC föld körül valä 

jitazäfa^ mellyet Banks es Solander Tudöfok^ tärfa* 

fdgäban tett ijög-^ i'J'Ji esztendökhen $ NimetM 

forditotta Horvdth *Sigmondt Cf enget Evaw 

gyüikus Fredikdtor^ JKiudta Kis Jdnos* , {Cook^Sf 

jenes berühmten englifchen Schiffs • Capital ns ReiCs, 

um die Welt« welche er in Gefellfcbaft der Gelebt-» 

ten *J3a7i/Lr und Solander in den Jahren 1763 bis 177t 

ipoachte $ aus dem Deutfchen überfetzt von rSiegmund 

Horvatht evang« Prediger zu CfengCi herausgege« 

ben von Jobann Kis« ) Pefth , bey figgenberger und 

Stephan Kis 18 10 8' (Preis ifh 30 Kr^ -^ Dieva-» 

terländifchen Blätter für den ößetteichifchen Kaifer- 

fiaat enthaltea viele gründliche topographifche ]}nd 

fiatiftifcbe Auffätze« --» Brauchbar ift die theoteti-' 

M9akQorr.XXllLB,Mdsu N n ' fib« 






^22 Mondti. Correfp. i^ii. .MJT0 

fche Vorbereitung und Einleitung zur Sta^iftik von 
Joh. Zizius. Wien ig 10 gr. 8« (Frei» 3 Fl. 4$ Kr.) — - 
Reich an ßatiilifchen Daten ift der Schematiamiif 
für Mähren und Sdhlefien auf dai Jahr 1810. Brüon 
und blmütz bey Johann Georg Gaßl. -^ Viele in- 
tereir^nte, geographifche nnd ßatiftifche Anffätzt 
kommen in der Zeitfchrift: Belehraog und Unter- 
«haltung fnt die Bewohner des ößerreichifchen Kai- 
Terßaates iS^Ot Brunn, bey Gaßl, vor« die auch im 
laufenden Jahre' fortgefetzt: wird. — - Blobe Buchf 
' händler Speculationen ßnd die zweyjSchrifteti : Hi« 
ftorifch • topographifche Befchreibung von Bosnien 
und Servien« mit einer Karte, Wien igio in g« 
(Preis '2 FL) und : Befchreibung der Weßküße von 
Kalabrien und der Oßküße von Sicilien, infofern 
fie dqrch die Landungsanßalten Napoleotis bedroht 
werden, rnit einer Karte, Wien igio g (56 Kr.) 
' Brauchbar^ aber nicht ohne Mängel, iß die kur- 
ze Darfteilung einer Mineralogie von Steyermark, 
oder fyßematifche Aufzählung fieyermärkifcher Fof- 
ßlien mit Angabe ihrer Fundierter und ihrer techno- 
logifch-Ökonomifchen Nutzbarkeit, von Matthias 
jöfeph Anker i chirurgifchem Kreisphyßcns inQräz; 
Graz, bey Franz Ferßel, 1809 79 S. in g. — £bea 
fo iß für Anfänger die Compeudiaria Fhyßeae in- 
ßituto^ quam in ufum Tyronum' conjeripjit hitjus* 
ifue fcientiae ßatui recentißimo aecomodavit J. FK 
i^eiimann^ Tom IL Graecii x8og gr« g« (3 FL 
30 Kr.) — Sehr fchätzbar find, die Erinnerungen 
aus Lichtenbergs Vorlefungen über Mrxfebens An* 
fangsgründe der Naturlehre, von Gottlieb Oamauff 
Prediger in Ödenburg, Erßes Bändcb^n ; JU^hten- 

berg 



XLVIL LÜerar. Correfp. Nachriehten. 523 

ivr^ über Naturlehre , Statik, Mechanik , Hydro«., 
ftatik und die nene Chemie. Wien und Trieft b^y 
Geiftingef leog XII und $64 S* 8« Mit 4 Knpfern. 
Z vrejtes Bändchen : Lichtenberg über Luft u^d Licht« 
Wien und Trieft bey Geiftinger 13 ix in g« (9 FL 
30 Kr. ) — Brauchbar für Anfanger , aber nicht man- 
gelfrey find die Eiementa Mathefeas pürae auctors 
Carola Hadaly de Hada. Tom. I. Algebra. 
Tom. II. Qeonwtria. Editio IV . locupUtata. FoJq* 
nii 1810 gr. g. ( 3 Fl. 30 Kr. ) 

Im Jüly erfcheint von Dr. Sartori ein pittores* 
kea Tafchenbuch für Öfterreich, bey^Straufe in Wien^ 
welchea jährlich fortgefetzt Averden \vird. Man 
kann fich von diefem Unternehmen daa Beße vex^ 
'prechen. 

Franz Petke von Kis Szanto zu Ödenburg bat 
un Lehrbuch der reinen und angewandten Mathe* 
natik in ungarifcher Sprache, und eine uugariCphe 
Jberfetzung von Lavoißers Chemie zum Druck f^r* 
ig. Von feinem öconomifcben Werke ^* pallerax>ottß 
nezei gazdafdg (die gebildete Landwirthfcbaft) er- 
cheint im laufenden Jahre der zweyte Band. 1 

In dem öfterreicbifchen Kaiferftaate kommen im 
aufenden Jahre folgende Zeitfchriften und Zeitun- 
gen im Druck heraus» von welchen die meiften Be« 
eng auf Erdkunde und Statlßik haben* Archiv für 
Erdkunde, Gefchiphte, Staata- und Kriegskunft 
' herausgegeben vom Freyherrn von Hormayer , Wien 
)ey Straufa » Preis 30 Fl.) Archiv für Welt - £rd • und 
Staatenkunde 9. ihre Hülfswifrenfchaften und Litera- 
ar; herausgegeben vom Freyherrn von Liechten- 
Jerut mit Kupfern und Landkarten (Wien, in^icos- 

N n 2 mogra» 



'5H 



l/hnaliU' Cprrefp. itti. MAT. 



mographifchen Bareaa-» auf DnicKpapier if. FI. ant 
Schreibpapier 2aFl. ) Hiftorifche. und ^eograpfaifche 
Ephemeriden » eine i&citfchrift für Freunde der Ge* 
fchichte und LänderKunde unferer Tage , mit Kupf. 
( Wien^ bey Anton Doli , 24 Fl. ) Geift der Zeit , mit 
Kupfern und Karten (Brunn bey Gaftl^ 24 Fl« Ein 
Msprit des journ^aux-) Vaterländifche Blätter für 
den öfterreichifchen Kaiferftaati herausgegeben von 
mehrern Gefcbäftsmännern und Gelehrten i(Wkn, 
gedruckt tmd' verlegt von' Strauf» , 24 Fl.) Beleb« 
rungvund Unterhaltung für die Be\yohner des Sffter« 
veichifchen Staats , Zeitfchrift vom Herausgeber des 
patriotifchen Tageblatts (Educationsrath Andre in 
Brunn. Brunn, bey Gaftl ig Fl.) Annalen der Lite«, 
ratur und Kundindt^m öfterreichifchen Kaiferthume« 
(Wien bey Anton Doli 20 Fl.) Neue milltärifche 
Zeitfchrift » herausgegeben vom k. k. Kriegs - Archiv, 
(Wien bey Degen« 33 Fl,) Der Volksfreund, neue« 
fie Frager vaterländitche Zeitfchrift, politifchen , hi- 
'^'fiorUchen, ftatiftilcheu und öconomifchen Inhalts, 
(Prag 23 Fl.) Mercantiüfche Annalen für den öfter« 
reichifchen Kaiferfiaat und die angränzenden Län« 
der, ( Wieny 20 Fl, ) Oconomifche Neuigkeiten und 
Verhandlungen , Zeitfchrift für alle Zweige der Land* 
upd Haus wirthfchaft , des Farft- und Jagdwefens 
im Öfterreichifchen Kaiferthum von jE. jE. Andre^^ 
ehemaligen Herausgeber des patriotifchen Tageblatts 
{(Brunn bey Gaftl.) Der Sammler, ein Unterhai* 
tungsblatt» mit Kupf, ( Wien, gedruckt und verlegt 
von Straufs, Gröfstentheila Compilation. 30 Fl.) 
Thalia, ein Abendblatt, ded Freunden der dramati" 
(eben Mufe ge>yeibtt ( Wien , bey Gexftingen Mit; 

illtt' 



yLLYlL Uieraar. Cqfvffp. Ntuhri^ 525 

illaminirten Kupfern 43 Fl. ohnäKiipf. 2 5 FL) Neue 
theelogUch * practifche Moriatrchrift » auaächft füc 
Seelen forger (Lina 13 Fl.) Die Bilderwelt t ein be* 
lehrendes Bilderbuth für die Jugend • von Jakob 
Glatz, infleutfcher, franzdüfcher und italienifchev 
Sprache,, mit illuminirtenNKupfern. (Wien » bey Aik 
ton Doli 25 Fl.) Briefe des jungen Eipeldaueri an' 
feinen Herrn Vettern in Kakran, (Verfafst undher- 
äusgegeben von Richter in Wien* g Fl. Im Wiener 
Fatois gefcbriebeh. ) Farifer Moden , mit dentfch 
und franaöQfch • erklärendem Text und illuibinirten 
Kupfern. (Wien a3 FI.) Wiener Zeitung, (verlegt 
von Gerold in Wien. 24 Fl.) Wiener Anzeigen aus 
dem k, k. Frag- und Kundfchafts - Amte. (9 Fl.) 
Wieni^r Staats -Papier und Wecbfel-Conrs. (11 Fl.) 
Ölterreichifclier Beobachter (herausgegeben vonFiie* 
drich Schlegel in Wien , jöpl.) Prefsburger Zeitung 
mit einem Anhang zur Unterhaltung und einem In- 
telUgenzl^latt für Ungarn. (Frefsburg in der Lande» 
rerfchen Buchdrucke rey. Redacteur ift jetzt v^ Stö* 
ger^') Ofner und Pefter Zeitung. ( Redacteur ill Rös* 
Itfr 2p Fl.) Brünner Zeitung (23 Fl.) Gräz^r Zet 
tung (21FI.) Prager Ober- Poftamtszeitung( 25 Fl.) 
Kl^genfurter Zeitung. (16FI. ) Linzer Zeitung 
(13 Fl.) Lemherger Intelligenzblatt ( 19 Fl, ) Sieben«' 
btirger Bote ( 13 Fl.) -^ Magyar Kurir (ungarifcbe? 
Courier. Der Redacteur ift Dr. Decfi 27 Fl. Wien.) 
Hazai^es Küljöldt Tudoßtdzok. (Vaterländifcheund 
ausländifche Nachrichten. Redacteur ift Stephan 
von Kultzar in Pefth 13 Fl.) Fofonienfes Epheme» 
rides politico 'ßati/licae, (Prefsburg in der Belnaj* 
fcben Buchdiuckerey 26 Fl.) Krßmevynfowy wla% 



52d 



Hamoä.Comfg» iSnr MAT. 



ßenski Nmbiny. (Zeitungen ron Kr an iery u i. Prag 
1 1 FI. ) Praskepojftooske Naving SJhifeldtu (Sdiön« 
feld*i Präger Poftanütsseitnng 1 1 Fl.) 

Die ansländircben Journale und Zeitungen ko* 
Aen in OAerreich aufserordentücb viel, x. B. die 
Monatliche Correfpondenz 52 Fl. Die Hallirchet 
Venaifche and Leipziger Literatur- Zeitnng %oV\, 
Die Gdttingifcben gelehrten Anzeigen 56 FL Die 
' allgemeine Zeitung 1 10 Fl. Wielands neuer deni* 
leher Mercur 3; F^. Das Morgenblatt so Fl. Die 
Miscellen für die neuefte Weltkunde von Zfchocke 
75 .FL Die Pallas 90 Fl. Die Minerva von Archen* 
llols 67 FL u. f. TV. 



XLVIIL 



XL VIII. Uterar. Jnzeige» 52,7 



i^iMM 



XLVIU* 

Literarifche Anzeige. 



I i 



JnLxxt Verlangen des VerfafTerfli rücken wir folgende 
Anzeige eines fo eben in Paris erfchienenen Buchs 
hier ein : . 

MÖYEN DE PARVENIR EN LITJEBATüRE, 
ou Mimöire a confultep für une queftion de f/ro* 
priete litteraire^ dans lequel on prouve qneleßeur 
Malte-jBrun t fe difaiit . Giogtaphe danoisg a CO* 
pie litteraUment unegrande partie des Oeuvres de 
M. GosELLiN» ainßqnededellesde MM« Lacroix, 
Walckenaer, Pinkerton, Puissant, etc.! etc.! 
et les a fait imprimer et debiter fousronnom; et^ 
dans lequel on discute cette queltion importante 
ponr le conkmerce de la libr^irie : " Qu'eß • ce qui 
"diftiiigue le ptagiait^' copi/te du fimple contra* 
*^facteur; et judqu'a quel point le premier peut-il 
''etre regarde corame devant encourir la peioe pör- 
"tee par la loi contre le demier ? " avec cette ^^pi«^ 
"graphet 






^'J'aurois pu piller (ans en rien dire, k Texettipls da tanc 
d^auteura» qui fe donnent Pair tfavoirpuife dans les fourcst quand 
ilsn^ont fahquedipouiller desftwani dontils taifentle nom* Cea 
'fraudes fönt tres-faciies aujourd^hui : on commence par ^d'irs. 
lans avoir rien lu , et Ion continue ain(i,toute fa yie. Xie» reri- 
"tables gena de Lettre! g^nailTent en voyant cette nuea de jeuoen' 
''iluteMrs, qui auraient peut-etre du talent a'ils avaient quei- 
'^quea etudes." 

M. i>£ Chateattbriand , Itin. de Paris ä JerufaUmt 1. 1 1, p« 3l8*' 

'*Pru8^ ineptes et plus ignares, nos compilateurs ne fe borhent 
pas ä fiUrs tranquilltfineiu le metier de frippins Uumirsf : ilt 



9t 



528 ' MonaU. Correjp. ifiu MAt^ 



**paires def ci/eaux, iU fe botx.ent k fabriqtier k lahäte iine conf 
**ptlätia^ qui n*o£hre ni un choix bien f ait « ni une analyfe exacte 
*'et complite." 

MAlte-Bhum; Journal de t Empire, da ti iiolreinbre ig 10« 

Par Jban- Gabriel DENtü, ImprimeuT- Librairei 
( Rditeur de la Geographie de /. Pinker ton.") Prix, 2 fr. 
Fiftnc de pott, 2 ft. coc» 

SE TROÜVE CHEZ nJüTEUR, ' . 
HueduFontdeLodi, n^ 3, pr^s lePont-Neuf; et au Depot de 
fa Librairie« Palais-Royal , galeries de bois , nr. 265 et 266* 






Der Titel macht mit dem Inhalte und der Tendenz 
der Schrift fonrnftändlich bekannt, da fs jede weiter« 
'Bemerkung überflüffig feyn würde. 

INHALT. 

Seite 

XXXIX. Verfüch einet gefchichtl. Barfiellurigder Fort- 

fchritte der Steinkunde im verflofleneuJDccennio. 

(Befchlufs zum April ► Halt S. 340. ) ...... 425 

XL. Über die GradmelTun^en der Alten* Vom Herrn 

ProfelTor Ideler in Berlin 40 

XLI. Auszug aus zwej Schreiben des Hrn. ^. Bouvard, 

Ditedtor der Kaif. Sternwarte in Paris 453 

'XlÄl. Aus einem Schreiben des Herrn ProfeiTor Ückert 

zu Gotha. ,.. 4«« 

XLItl. Auszug aus einem Schreiben des Herrn Profef* 

for Buzengeiger ^9 

XLIV. Auszug aus einem Schreiben des Herrn Eekhardt^ 

Oberiteuer - CommilT. und Director der Landes-xYer- 

meff. des Herzogthums Weftphaten m 

XLV Auszug aus zwejr Schreiben des Herrn ProfelToT 

Oaufs . jlQ 

XL VI. Auszug aus einem Schreiben des Herrn ProfeObr 

Ofivid ..♦..*...♦♦. 4 ., ^ . 5lj 
XLVII. Lui-rarifche Correspondenz - Nachrichten aoi^ 

dem öfterreichifchen Kaiferftaate vom 4. März ig|i 519 
XLVni. Literar. Anzeige ^/ , ^27 

(Hittzu cuL Blut TBaxm«(k«iix«siC«b«it Fifurta, ) 






_ \ 



r 



f 



p^i^AkAMMMkMI 



mmmmmtmm/km 



\ 



- \ 



»N 



MONATLICHE 

:0 R R E S PO N D E N Zi 

Z U R BEFÖRDERUNG 

I» £ A 

GRD- UNO HIMMELS. KUNDE. 



MmM* 



J V NIUS, I 8t i* 



XL IX* 



B c y t r ä g 6 



2tt 



geographiTchen Längen - Beftiminüngen 

Vom 
Vtot /t^urm in StuttgÄtt. 
(2«hiit« F.ortfatiB. ^S. M*C, Igil p«g. S^p.) 



le fieofaflclitttngen « äü^ wälclien hier einige L&n«, 
iifbeftiitimtingen abgdeitet vreiden i find von mit 
öfatcntbeUft fchon rot fünf Jahren $ noch in Blau-» 
itiren , berechnet worden ; ich habe folche , ehe 
li ä^ hier zu einem Ganzen verband # noch mit 
M^Corr.XXUlB. iSilt^ Oo Iak« 






'l 



53Ö * MamtL >Cortefp. mti^ §VS^ • 

I 
tutitteti einiger vört xnit indefs tieu ätttgetandentt 
correspondii-endet Beobachtüiigeti veirmebrt« 

/ ' 

MetCüt ' Durthgäng 

Mittl. 1. 1 An»tr. Wet^ B dr. wklitiB Zuftflii i tJttgfe V6h f^ttil 
AalUo ^ r 18» Sä 5i/6 15" 5o' 51/9 1- Ä^*- if* 10/5 

2ur Vergieichüng tialmi ich das Mittel äüs ^em « was 
die füt Paris und Seeberg irfdet MöH. Com XIV. ß* 
S. ifi voit mii^ bered^iietö Zttfa(iiiBe|iluiii.ft jtab« 
^Oltmarini^ berechnet die Codjünction mit mit gan< 
Übeteinßirhnaeii4 tri. 15^ 5^o' $2/0 M. C. XIV. B. 
S^ $41 * woraus ebenclaf^ibft der Fre3rhetr votit Zach 
die Länge von Call ao im Mittel JEttis ii Voiir ttiit be« 
technetert Beobachtungen zu — $st. jg' löj'jg be- 

Aimmt baf. Die Beobachtung in Cällao, an derKti-^ 
ße von Süd^Ametika« gan^ nahe; b«^ Lima, ift voA 
fierrn von Humboldu 

jbeäeckziHg der PtejääeH.^ 

i Apti isö2. 

(Eintritt am dunkeln tAottdtähie.) 

' Einige Beobabßtüngeh^ diefef Beddcliütig ß^ti^ yOA 
mit fchon iil der Mi G- VHl.B. S.jg? berechnet; 
auch Triesftecker iü deb PViener Ephem^rideri 18Ö64 
Und OkfhiiHn^.kxi Bert, mßn Jakrb. tgö^ Ikibed fob 
che Mm thiil in Recfanting genommen*' iMr Vdlk * 

ftätidtgkeit w««til fi%i< ktt noch loO^ \ 

bayi -^ 



4Sfebi' 



/ 






C 6 l ä H Ö. 



iAiitUr^ ütii 



, Eiiittui 


Wadrfe Züfani. 


90 id* J7,'o 
9 4Ö 39. 5 
9 45 t4i 5 


8" tr u/t 

8 4« 0, 8 
8 5i tu 3 1 



Liti|)M^f arii 

Amßcrdam . 90 ,ö* j^/q 8" if' t*/? H- td* 8/3 
Copetiiugeii 9 4Ö 39. 5 8 iS o, 8 4t o. d 

Berlin .1 9 45 t4i 5 8 5i tu 3 44 io, o 

Als Veirgietcbdt^ühct ift JSeebei-g khgthömükMi S« 
JUöH. Cörr. atil äilgef* ÖrtCi ßi^ Läüge Vbii Amftef- 
ääöi ift hietr ^eil Dt^ ir<?yz^r ftiüf Setütideü in Zeit 
^ich Voü Pelidb M^itU biSöbäclijtfet^ ^ bereits äü^ 
dlea Gebäiid^i tedücirt » ebetl fd die Läüg^ Vöri Co» 
]^nhägeh auf die dortige Kötiigi^ Stetttv^äft^ , Vöii 
^^\c\ier LjüHgherj^ i/t in Zeit Weftlick bieobächtet 
buti di^felbe äemferkütig gilt äücb für dic^ tätige^ 

böyd^t Orte )iü8 den übtigi^n Stehiett bey dieter t^le^ 
^den-ßed<3ckün^i 

i: l Ü t i ir iti 



Mittterö ^eit 



Aiüftetdäm i 
GopeühagetI i 
Bmin, i . ; 



äihtritt fviraiirfe ^üfaih. 



9" 7' 2i,'o 
9 ^2 12» 5 
9 39 i<^' 5 



8" 14' 27» 15 
8 45 ll> 4 
8 48 25* o 



Länge y. iParift 

4- lo* io7"8^ 
41 0« 8 

44 13« a 



2at VetgUicbung diente Btetnen l^it ^^ 25' 5:5/3 
Länge« fo Wie icb üe im Mittel aus tnebrern Beob* 
flcbtung^sn gefanden babe^ Bey Copenhagen fets^t 
LjuHgherg {MöHi Cörr. Vllt^B* S* J34) den beob* 
äishteten Eintritt der taygeta ßatt der Electrä ; diete 
Veri/irebhäliüig lieb tnith erft die &ecküiii»g Wftbf 
hthmetu 

M ä j äi 

Ein tritt I ifirahrfe ^taW. i t&rig ^ V. **«*•{* 



Mitd. i^eic 



irg i i 
Hamburg i t 



io" 3* 5/8 
9 38* 39i o 
9 69 34. ö 

i«. 13 50« ü 



9tr {r» ^,«0 

8 43 4J». 7 

9 4 ti. 6 

9 i7 451 r 



C-^33' 35/0) 
la 04 8 
3<t *3. t 
44 «7* t 



i 



tfct?t * 



532^. äonatL Corrijp. iSn. SUNi 



Bey Seeberg wird dqr Eintritt der Tajgeta genannt» 
ßatt des Eintrittes der Maja; bejde Sterne wurden 
dafelbft beynahe gleichzeitig bedeckt. 



A l e y o ne» 



MittL Zeit 



Copenhagen 
Celle . . • 
Berlin • • 



'Ein tritt 

10« 33^35/6 
10 29' 30* 3 



^n^hre Zuf«». 



9^47' 5t.*o 
9 37 47» 6 



Läng^ ▼.Paria 

30 $6» o 
f4 S> 3 



10 40 45> o| 9 SO 59» 9 

Die wahre Zorammenknnft für die König!. Stern* 
warte in Copenbagen, deren Länge ich hier nach 
nieinen Berechnungen -4-41' 0/5 gefetst habe» ift 
9^ 47' 52,"i- 

Bedeckung von t Scorpion^^ 

17, May I802. 

(Eintritt am dunkeln« Austritt am hellen' 

Mondrande.} 

Länger. Ptf. 



WTien, Eintritt 
Axnfierdam , Austr. 



Mittl. Ze it 

9" 44' 52,*4 
9 53 5^. o 



w. Zufammk. 



10 24 



49»''9 
3> 8 



(.-t-56' lo,"©) 
10 . 20> 9 



Vergl. Jfo». Corr. VIIL B. S. 388* — Amfter- 
dama Länge iß hier auf Felix Meritis reducirt, von 
welchem Standpuncte Dr. Keyzer drey Secanden in 
^elt ößlich beobachtet hatte. Triesnecker findet in 
den TViener Eph. i8o6f S, 275 genau dicfelbe Con* 
junction für Wien ii^ 9* 49/9» aber für Amfterdam 
10^ 23' 53.*'S» welchen Unterfchied ich mir nicht 
erklären kann. Indeb fah (ich Triesnecker Tchon 
genothigt, den Austritt in Amßerdam um i Min. zu 
vermindern, und 53' in 52' zw verwandeln » ~wu 
von mir bey obiger Rechnung ebenfalls gerchehen 
iß. Die Amßerdamer Beobachtung fcheint übet« 

hattpt 



XLIX. Geograph. L&ngefAefiimmui^gen. 533 



hanpt etwas unzuverläffig zu feyn, d^ der Beobach- 
ter felbß »nmerkt , der austretende Stern habe zu 
lan^e -ftm Rat>de dee Mondes verweilt. ff^ener 
Eph0tn. 1806 S. 387. 



/ 

V 



Seieckung von v ZjÖwc^ 
z Apn 1803, ' 



* / 



(Einir. am dunkeln, Aiistr. am hellen Mondrande^ 



Mial.Zoit^ 



See|>ei:g 
WieÄ \ 



Celle . . 
Copenhagen 
Bevlin . • 



Hamburg 

Arnfterdant 

Sckweidnitz 



Eincriu 


Auttritt 


7 57 37.3 

8 81 4*1 
8 45 3i>l 


8 59 47.4 

9 33 45.5 


7 5Q 52w5 
It 9 f 8.5-+- 

8 7 8»o 


' — .. 


7 48 3<5.5 

7 26 46,5 

8 35 27,j 


1 



w.Zufam. 



w. 4 • 

8 57 4.7 

9 19 40,2 

9 j a 22 ,6 

8 54 28,8, 
^ 4 23.2 

9 7 45.5 

8 53 58>l^ 
& 33 45*3 

9 2a 8,4 



Länge ▼. P« 



(-♦-33 3ä^) 


(-1-56 10,0) 


(-^66 49»^X 


$0 57» ^ 


40 43. 2 -H 


44 I4>S 


30, 27» 4 


10 11. 1 


96 37» 2 



Zu Be^immung der Längen wurde das Mittet 
ans Seeberg » Wien und Ofen gewählt ; bey Wien ift 
indefs die Conjunction bloa aus dem Eiatritt herge- 
leitet worden » d^ der Austritt nach dem Bert. aßY. 
Jahrb- igP7 S. 147 etwas ungewifs iß« £inig^ Be- 
rechnungen diefer Bedeckung von Oltmanns ftehen 
im Berl. afir, Jahrh. 1809 S. "^5; und von Triesnj^* 
^£tfr inden f^ienet Eph. 1^06 S. 277, Die als zwei- 
felhaft nsblt «4- bezeichnete Copen hagner Beobachtung 
ift für alle Fäll^ zu einer Läng^nbeftimmung un- 
brauchbar; ich füge fie hier blos als Bejfpiel d:ea 
übrigen bey » zu welchen unauflösbaren Zweifeln 
eine urrprünglicb fehlerhaft angegebeile-Beobachtung 
fpätcrhin führen kann, t^ach der Monatl. Correfp, 
VIII. B. S. s}4. foll nämlich Ljungberg in der Nor-^ 

der^ 



534 



Mmo^' Comjf. i*i?t S^UNf 



der^aCse zti Copefibagen, i/| in ^H,wcft|, von 
der köaigl. Stefnw, bepbacl^^t babfn ; fiinui^ diN 
S(«rn8 um 11^ 9' 58t''6 mitUtZcit, Daipir Togleidi 
in die Apgen Hei 9 dafs die Stunde unricbtig angege- 
ben fey » (q ber^cbnetf» ieb trigononief^rifcb mit l^le- 
inenien t die icb von den übrigen Beobacbtnngen , ab- 
leitete» den fcbeinb^ren Eintritt nm 7^ 5^' n* pnd 
jden fcbeinb. Austritt um 9^ iq' 13*, Nun ging ich 
yonzwe^erieyffj^po^befen ^»3» en(%yeder, daCs^tt 

Eintritt; %\^ 9' jfS/< 
gelcfen werden mnff^ Eintritt ; 7 53 9. 6 
pd^r Austritt ; 9 9 53» 6 

Bey der erßen Voransretzang erbielt ich? WfhreZn- 
fumnienHunft 9^ 4' 21/2 nnd Wnge <ier kctnig), 
Sternw« 4- 40' sSf^^t bey 4erz>yey^en ; W^bre?i|* 
lammenl^unft 9^ 4' 139*3 nnd Länge der kön.St<?rn* 
%yarte -+-40' 43,"^. ßeydea trifft n^U der ob«n von naif 
^ngenomqa^n^n Länge diefer Sternwarte -4^ 41- 0/5 
beyl^ufig zufammen ; ^ber welche von beyden Hypo«* 
tbefen nnn die richtigere , od^r ob vielleicht nocheini) 
drit|e möglipb ift 9 W^ge ich n^cht zu entscheiden, 

P^4?chung von , ffldder 

« 

9. Ang, 1803 t 
(Elnl:rUl «ro bellen , A^ß%x• ^m dupl^eln M^ndrande.) 



Mittl. Zi. 



Wien • , . 
Ofew . ; , 
{tratinTchwoig 

Magdeburg \' 

l:«ip»^ r , 

Jß^r^n ... 



©^l^^^^lc^sbe^g 
Frag . . . 



Eintritt 



u 



i^u^trit^ 



u 



\\^ ^? %S»^ 



lo 51 af9,4 
IQ 59 52*5 
I Q 38 39^5 



w. Zufam.: Länger» ^ 



u 



U 13 3i«3 
U 34 15,5 
IQ §0 u^ 



IQ 42 22,Q ip 54 38*8 



IQ 43 31*9 
19 49. 4*9 



19 43 3(^»Q 
ip 48 39i!4 
W 40 <kW. 



IQ 57 30,0 
M I 32»Q 



II I 50.4 

II 5 48*8 

UA l\ 32,?l 



(-♦-56 10,0) 

(-f66 49»o) 
32 47 1 

37 14.9 
4Q 6,1 
44 8J 


44 36.5 
48 33>Q 



KUXi Qk^rofilh 



«. 51$ 



t Du» Mittel ans Wien. und, Ofen diente hier zum 
Vevgleicbnngspnncte. Berecbnnngen diäter Bede» 
duing (, euch pf^ner EpK 18P6 8.2781 dafelbft 
wird «ach der Eintritt zu Ofen lim 9^* 59" 52/8 m-Z» 
heQbech^ei, angeführt; /allein die Conjunction ans 
diefem Eintritte (limmt mit der^us dem Auatritte auf 
mehrere Minuten nicht üb^reint auch wird^ ff^eh^ 
jEph^ igos S* 317 f blo9 de« Au8trittea in Ofen, und 
keinea fiintrittea gedacht« ^ Hey Brannrchweig hielt 
ich mich m daa früher^ v<>f| Gaufs b^<^bacbtete Z^i%r 
Momenit, 



fiedeckunß 


4pr PI 


ejß4exi^ 


1 


7. Febr. I8P5* 


(Elntritum dunkeln , iuatr. «m bcllw Möinlrimd^tJ 




Mittler« 
Zeit 


Eintritt 


Austritt 


V^ahre 
^ufammK. 


J-äxi^« 


VivÜer« . . 
fti3( t t « « 


551 3» 9 

549 H*A 


^ 2* 2§,7 


6 3 13.3 


(-^ 9 23^4) 



]^ ^ r 9 p f% 



Msrfeille 
Ai^ f « 



MaxfotU^ 
Viviext 



5 
5 



43 ß2A\ I ^ 7 43^.1 fCihia 7.^ 

W 55.7» -^— ' « 7 5(.3| U %hj 



4 I ^ y a ff ^t 



t 



Wifi» 



I 6 17 40.7 
6 13 17*8 
$ 18 9«9 



7 27 5^ 
7 30 5<5.9 
« U 47-^ 



It 37 23»o 
6 34 4^*3 
6 37 45.2 



(4-12 7«5) 
9 2^*8 
12 30.7 



7 ^l aö^ 5ö io»7 ^ 



MarrtUli . . I 7 19 39.1I I 7 »^ 35.8|C-f-" 74) 

»»«9 > t f * } 7 19 47t4' - — ^ I 7 lö 58»^l |3 304 



Die 



§36 Xkmaü. Corfijp. itn. $VH. . 

Die Conjunctlon wurde überall, nnr Wien' am* 
genommen t aus den Elintriuen am dnnkeln Mond« 
rande» mit An\yendung der Correctio6 der Monds^ 
l^reite befttmmt. Ich habe diefey Bedeckung Torsug« 
lieh mit Hinücht^auf genaue Erörterung der Lä^nge 
von Aix berechnet; fie gibt dafür, wenn man meh- 
rere Sterne mit einander vergleicht , folgende ReluU 
täte. Im I^ittel aus 4 Sternen der Plejaden , Avovon 
je zween^undaween zufammehKimmen, findet fich 
die Länge von if^, Jl^tel des Princes, -^12' 26/0- 
in Zeit voa Paris. Nach des Freyherri) von Zaches 
Beobachtungen durch Blickfeuer und Chronometer 
(MoH. Corr. Xlil.B. S.70) Uegt das Hotel des Früh 
ees in Aix um igs^S in Zeit ößlicher als die k. Stern« 
warte in Marfeiüe; demriach iß die Läng« von Aix, 
wenn die von MarfeiUe -H xz' 7»" 5 gefetzt wird, 
•4- iz' ?6»*0 9 genau, wie diefe Bedeckung gib(, oder, 
auf die Kirche von St. Jean reducirt» -4-12' 27,*93. 
.Von, nördlichen Beobachtungen diefer Bedeckung 
fand ich auch noch correspondirepde in St. Feter9^ 
bürg; ^Bode's aßr, Jahrb. igog S. 192) Eintritt der 
Merope 7^52' jo,"6o undderAlcjone 8^ 32' 19*"^ 
mittl. Z« Nach Sahuhert gehören fie indefs %n deo 
swifchen Wolken erhafchten Beobachtungen ; auch 
zeigte wirklich die Berechnung, dafs der Eintritt 
der Alcyone-^m ungefähr ij.IVIin. zu frühe angege» 
. ben iß; * der Eintritt der Merope ßinamt nur auf et- 
wa xaSec« mit der fonß biskannten Länge von St 
Petersburg, Ich fand ^war auch aus einer andern 
Flejaden^Bedeckung vom 14» Dec. ißo4, die «u AiXf 
Viviere, Marfelile und Wien beobachtet, wurde^, die 
Länge von Aix im Mittel aus mehreren Sternen 



' XLIX. Geograph. Langenbifiimmungen. 1^37 

•4« tz' lf»'7i demnach mit obiger Lunge übereifißim* 
snend; allein da die einseinen Rernltate» vielleicht 
aui Mangel der GenauigKett einiger Beobachtungen» 
SU fehryon einander abweichen, fo mache ich von 
dicfer Bedeckung keinen weitern Gebrauch, 

Bedeckung des Antares^ 

20. März 1805* 

. (Eintritt am hellen Austritt am dunkeln Mond« 

, rande, 

IMittlereZeit 



Marfeillo . 
iDfelLeon. 
SantOQoa • 



Eintritt 


Austritt 


w. Zuram.tLingaT. P^ 


16 49 21*4 
15 41 i8>3 
15 54 50,8 


18 16 9,3 
17 8 2.5 
17 23 36.1 


W 1 m 
17 27 29,9 

16 41 6,9 

16 51 59*8 


(-+-I2 7.5) 
—34 15.5 
-23 22,6 


16 52 37»? 

16 52 54.8 

17 50 7,6 


18 20 55t0 
18 21 1I>2 


17 30 43.2 

17 30 50,4 

18 11 3o»x 


-M5 20,8 
15 28,0 
56 7.7 



H>brea • . . 
Porqu^rolles 
Wi«n . . • 

Die Beobachtung auf der Isla de Leon entlehnte 
ich aus Bodens aftroiu Jahrb. igio S. I889 die füd* 
frdnzölircben Beobachtungen aus Mon. Corr. XIV. B. 
S* 416 und die inSantonna von einem Ungenannten 
ane der 3L C. XVILB. S. 395; in Leon hat Canelas 
beobachtet; in MarfeillePonj, auf der InfelPorque* 
TolIes von Zach 9 und auf der ErneO^inifchen Stern* 
warte in Hy^res Thulis. Der Eintritt in Marfeille 
ift, wie die Rechnung wahrnehmen liefs, nicht fehr 
■genau» und über x Min.^u fpätangegebeip. Ich habe 
bey Bestimmung der Längen den Anstritt am dun« 
kein Mondrande vorgeaogen. Den Austritt in Hye« 
Tes gibt indefs ThuUs für ungewifs , und dies mag 
inrohldieUrfache feyn» warum die Länge von Hyeret 
aus diefer Bedeckung weniger mit den Kefultaten 
ftimmtf die der Freyherr von Zach im Jahr xso; 

iixx 



'« 



538 ^ M^miiti. dvriff. ifn, $UN. 



fvir die rehtive geogr^phircba Lug« jener äwf lud«» 
jfmnsdßfcben Orte gefitpden hat, NacIi der MonatU 
Correfp. XIV, 0, S. 401 xmA 41; ift ti)l(»llcb die Lün* 
ge von H^eref • durch BltcHfepeF nnd CbTonoipetet 
heftimmt -f» 15' ipt*i7 in Zeit von Pari«« die l«Snge 
VonMarfeille -HI2' 7*^; voraqsgefetztf nnddieLäo» 
ge von Porqn Grolles i(i h-« 15' »T/STt letztere »Ifp 
pur nm o»*i3 von dem; was obige Bedeckung gab» 
verfcbiedent «^ Bie freite von Santanna in Nord<» 
Spanien an der Biscayfcben KüAe« ift nach der C^it* 
naijjfance 4ps tems ZT 43' 26' JQ* die Lftngf^ — n' 
.34" in Zeit von P^"^; n^ch dem fpanifcben SeeAt» 
las» Madrid I789» (^ergl. üfoii, Correjp. I,B, 5.33^ 
ift die Breite wie oben , und dieMnge — 22' 4o«'3Sf 
Pie BedeqHung giebt diefe I^änge nm 46* und 42* 
in Zeit wefllipber, — Qie Mnge von Isla d^ L$€fth 
die oben -^34' tSt's Jo Zeit weJUicb von Piria ge- 
funden wurde» berechnet Hext von Lindcnau im 
Mittel ans ? SternbedecHnngen von 1304 zu — «- 34^ 
15/2, S, Mon, Cortefp. XIX- B. S, 42 1, Nach -PP* 
I^V ^r. Jakrb^ X8ip S« 189 folite die neue Stem^ 
Vrarte diefer Inf^l ^1/5 in Zeit pftlicb von Gudii^ lie- 
gen; diea gäbe -rrt 34' 9/3 mit der Mi^ge von C«- 
dix *-^ 34' 3Q«'8t Ana meinen Berechnungen der 
l-äwge von Leon -^ 34' ^^i^ö und 33' 5?t'«» wi 
den SonnepfinfterniiTen von l^. Aug^ 1393 und 11« 
Febr, 1804 iMon^ Correjp. X|Jß, 5. 35^) verbunden 
mit dem Befuitate aus gegenwärtiger BedecHnog 
folgt« wenn man den SonaenßnfterniiTen nur die 
fiäift^ dea Wertha df r 9^decHunj|fen i^tt^edobt I im 
Mittel — 34' 9»% 

I 



: Dif letzten )iier folgenden fierectinungen hgiben 
$ttnächft 4ie 'IJnter(u^b|ii3g 4eT h^n^e yo» Ile|[enf« 
^urg zujpfk Zweck. 

9 Sept, 1784t 
(Einti'U^iP hellen 4 Austritt aipdanKeln Mondninde.) 
MittL g. 

Danzig 



Eintritt 



I3"32''7»''<J 



Aiiemtt 



14" 8* ^5. o 
13 3o 39* P 



w, ZufaiD. 



15" 4*34. » 



j Lingey. 7; 

(-^65' II/3) 
39 «3. (5 



14 33 4<^i 4 

Sey diefer Qed^cknng ift n&u bemerl^en» djiCs dei; 
Vnterfcbied der Tcbeinb^ren breiten des Mondes nn4 
Sterns dem Mon^shiilbnielfer beinahe gleich war^ 
pnd d^ber der Coefficient der^erbefferiing der Mopäs? 
bTeit^ febr grofs , imch ^n beyden Qrten zu ftht Ter* 
fchieden ^usnel, Pies macbt die für BegiSQsbar^ 
^ns dief^r Bedeckung ^abgeleitete Lgpge etwas nnzu'^ 
Verla fßgvd^ die Correction der Mondsbreite ficb ßu^ 
der D^nziger Bepbacbtung nicbt ipU Sicberb^it bft 
fUmmen Uefa« 

14. Märs^ 179^ 
(Eintritt 9in dunkeln MoQdr^pde,) 



Mittlere Ze\% 



Copenhagen 
Jlt^nsburg 



£;inmt| 



UV 10' 
n 4 



27/0 
47» 9 



Wf JSuramtn. 



10" 42 • 
10 39 



4/1 
49* 4 



Länge y.p. 



(-h4l' 
38 



44> 8 



Auch biet tritt der vorige f^^U ein , und da keiq 
Austritt beobachtet wurde « fo konnte 9ucb di^ Vei^ 
tefferung der Mondsbreite picbf beßimnat werden, 
Macb. den Wiener Ephemeriden igoö S. 162 hatarw4f 
'![riem.ecket siucb den Eiu« uud Austritt in ]ß.t>t be» 

ffcbuft; 



-540 



MonaÜ. Cörrefp. tgn. ^UN» 



rechnet ; allein die Zeit des beobachteten Austritts 
In Rot ftiinmt dort gar liicht mit der Zeitangabe 
von Schußer in der Mon. Correjp, VL Bd. S. 44$ 
uberein ; ich zog daher lieber die Beobachtung in 
Kptgar nicht in meine Berechnungen. 

Bedeckung l Fi/che, lo. Oct. isoa« 

(Eintritt am dunkeln , Austritt am hellen Mond* 

• rande.) 



Mittlers 
Zeit 

Paris . , ' 

Seeberg 

KegensDurg 




y7. Zufanfl 
menkunfc 



I*r*g. n y 
$chwcidnit% 



II 19 58*4 

II 30 57» Ol ' 



IQ 25 19*2 

10 58 48> 2 

11 4 I9«9 



II 13 lg* 6 
it 21 40» 6 



Länge 
▼. P. 





4 


. •* 


(-H 


0, 


o»o) 


(-H 


33 35*0) 




39 


3>8 



48 2.4 
S6 24.4 



Die Längen find im Mittel aus Paris und Gotha 
beßimmt. . Auch hier war der Coefilcient der Brei- 
ten verbeÜerung bey den verfchiedenen Orten fehr 
ungleich, und zum Theil beträchtlich; diefe Verbef- 
ferung felbft aber konnte aus dem Parifer Ein- und 
Austritte nicht fehr ficher bcftimmt werden, weil 
der Austritt nur 10 Stunden vor dem Vollmonde » 
und zwar am hellen Mondrande vorfiel ; ein Um- 
Aand , der die Beobachtung des Austritts Fehr unzu* 
verläfiig machen mufste , und auch namentlich als 
Grn^d der Unzuverläfßgkeit bey der Prager Beobacb« 
tung angeführt \yird. Mit Anwendung der aus den 
Parifer Beobachtungen abgeleiteten BreitenverbelTe'- 
rung ßimmen die geographifchen Längen aus diefer 
Bedeckung noch weniger gut; ich llefs fie daher 
•beh gans weg, Vergl, fFicn. ßph. 1306 S. 276, 



JBctU' 



XLXL Qeogvaph. Lungehbeftimmm^en» ^^^^ 



Bedeckung von xStier, 

28. Aug. 1804. 

(Austritt am dunXeln Mondrande.) 



Mittl. Z. 



^ien 



pgensburg 



Austritt 



T;v.Z\iUinmk. 
«5"53' J7/1 



15 35 57> 31 38 50» 3 



L.in ge V. P» 



iS" 58* 20/4 
15 3Ö 49> 5 

Die Correction' der Mondsbreite liefs Ticb zwar 

icht beftimmen , lionnte aber bey den fehr Klein^a 

öeftlcienten auf d!ie Längendifferenz nur geringen 

LnfUrfs haben* 



Sonnenfinßernifst 24. Juii* 1778* 



ittl. Z. 



reenw. 

xford 

!arteil. 



anis 
»gensb. 



' Artfang | Ende 



3*^ 4!2fc* 4»'8 




49. o 
58* o 

ö> 3i 



W. Zu 


ramm. 


3« 37 
i 32 
3 5^ 


48/7 
49» 3 
I4> 8 


4 18 
4 25 
4 27 


17. 6 

31* I 

37. a 



Län ge f. P . 

(—14 aj, o) 
-Hia 4» 4 



31 
38 
40 



7. 2 
20, 7 
26» g 



Die Längen der vier letzt erh Orte find im Mittel 
18 den Längen der zwey erßern One. beftimmtf 
'eiche gut harmonirende Refükate geben. DieLfin« 
5 und Breite von Tunis, wo Baron von Tott beob« 
:litete9 fand ich in keinem geographifchen Vericeich« 
ilTe; durch Interpolationen aus der RenneVlcYi^h' 
arte von Nord- Afrika QJllgem. geogr, Eph. uii B. 
muarfiück) leitete ich die Breite ab: 36'' 38' ^ie 
änge -^ 32' o". in Zeit von Paris» und aus der Kar* 
t vom mitteUSndifchen Meere (^. G, E. IL B. Oct.) 
nd ich die Breite 36* i6\ die Länge 32' 6' ; die» 
'eicl^t um eine Zeitminute von der obigen Beob* 
:htung ab; indefs gaben mir andere Intetpolationen 
la ebendenfelben Karten die Länge auch etwas klei« 



\ 



54« 



Mtrtual. tkmrtfp, fgii. ^Üti* 



I ^ 



Mt. teil (Bxifihttt hoch^ ^afs äie ürfpraiiglicti iil 
teaht^sr Zeit angegebenen Beobachtungen diefet Soü- 
tienfinfteriiiffl bey i;kiir in det lüittlern Zeit eine Se- 
eunde weniget haben i alsbey Triesnücker ^ det auch 
Einige derrelbeü in den fPi^när Ephtm. igöii S. 37g 
berechnet hat; det Unterfchied rührt ohne ZW<äfei 
Von den i Secunde in Zeit betragenden i und von 
tnit noch eliigetecbneten Störüngsgleichüngen def 
$onne* In den A. G* Ei. II. B4 S« iiO| W6 ich eben- 
falls einige det obenangeführten fieobacbttingetti 
iiber nach der Conjurtction in getader Attffteigongi 
nnd ohne eine Verbeflerung der Mondabreite berecb« 
bei habe* ift bej ddm Ende von Gteeawich ftatt 
$u zf 6/71 zulefen: 5U 2?' 10/71* Öie Regent 
bnrget Beobachtung diefet Sonnettfinftemiß ift ton 



Sofinenfinßernijs ij. Jun« i^g^* 



Mitd. Z. 



ftrTs 

Greenw. 

Oxford 

iÖarfeiir 
^übingi 

Wien 



Anfang 



4" 27 '27» 3 
4 " 31. 3 
4 5 38« 2 



Ende 



5" 41' 5t.*9 



6 
6 
6 
6 



17 

39 
57 



3" 58' 43.^ 
3 49 23» 4 
3 44 a-t* o 



12, 3 

I3i 14 

4i> 014 

29» »14 



id 

37 
54 



53i 7 
34» 7 
30i 7 
53> 6 



Lärigat.I^. 



(4-0 

C-9 

-14 



o/o) 

21. 8} 

22, 5 



-♦-12 
26 

38 
56 



9. 2 

50» 2 

4^1 2 

SN t 



Püt das £:ncle in Matreille iä das Mittel zwi« 
fcben Thults und <S//t;a£^//tf'^ Angaben gefettt« Vergib 
Berechnungen diefet Finftetnifa fPien. Eph. isöd« 

Söhnenfifißertiifsi 3; Apr. i^9i4 



Mittl. t. 



Patift 
Regenib. 



Anfang 



Ende 



t 



o" 37 O,"! 

Vergh AUgenii Oeö^ri Epiu IV4 ß* Siiöy« 



3" 2o' 53/4 
4 8 li o 



W. Zufäinnt.l LäügeT.P. 



o" 54' 4«»''5i(-*- o' 
33 39» 71 S8 



59* 2 



XLlX* G^igvoph. LängmbiftimmimgiH. 543 



■ 

ÜercUfdurchgärig y. MaJ i^g^s 

Angi 



Mitti. ^eit 



Kegeasbnrg 



Einttitt» 
itiii. BerOhn 



faiDttienk. 



V. 



38* $2/*? 



21" 5S' 54/2 

Hi«*rtiey li^gt die für t^aris b^^t^chiiete Conjtitl- 
Ettoti 1^ ij' 24,"9J Äütti Gründet Vefgl. ^/^« Geög. 
tph, IV. B* S. ii8 und Monatl. Correfp. VlIl.Bd. 
I. tifi «^ Velrbindet ülän tioch itiit dief^n Beobach* 
Eiitigen eiiil^e Anbete von mit berechnete in den ^« 
Ö. £. IV. B* titid JlfoTt. Correfp. VllL tind XlLBd« 
Ib iftitßeht folgende Reihe von Refultätetl füir Ali 
LSüge von Hegensbutg i 

i) Bedeck. if^2\vilUnge 8 Sept. 1^84! 
\0 ^ ^ ^ 2[wüIiDge 14. März 1^91 * « 
ä) i Fifche lö. Oct.' igo2 * ö 4 * 
4) )^ Jüngfrüü {• May 1800 « • ^ 
ji) xStiet 28*Aug, t8o4 * • * * 
6) SptiUenfinftetnira 24« lud. 177g 



t6) 







■» 




. • 



I5.JÜ1I. 1787 
S.Äpn 179t 
24^Jün. 1797 
17. Aug. 180J 
7. May 1799 



39' iir& 

38 44# A 

39 ^* 8 
39 U i 
38 50* * 
38 20, f 

3Ö 46. t 

38 i9^. i 

38 41» t 

38 50» $ 

38 52* 7 



11) Metctirdürchg. 

Nimiütniani ohhe ä&Wifcheh Stetnhedecltüngeti , die 
ohnehin iiü gegenwärtigen Falle abnmThcil ünßcher 
Bnd» nt|d zwilchen SdnnenfiiißerniilenödeirMercar^ 
dürchgängeti eineti Unterfchied zU inachen » üus al- 
ten eilf Beaimtnttngen das Mittel« fo erhält man 33' 
Sif'i^ Labt man die zwey Extreme Nn 1 und 6 
Weg 9 to ift das Mittel aus den neun tibtigen Beob- 
Ichtungen ebenfalls 38' $2/51 und läfst man den 

oben 



544 



Monaa. Carrefp. igit. ^ÜN^ 



oben gemachten Bemerkungen zufolge, fiberbanpt 
alle unfichern Beobachtungen weg , fo erhielt man, 
mit Audfchliersung von Nn i. 3* .3.. und 6, ana den 
fieben übrigen Beobachtungen Im Mittel 33' 51/9« 
Mir fcbeint es daher, dafs man, bis auf weitere Un- 
terfuchungen , die Länge von Regensburg ( Stift Em« 
meram) einft weilen zu 33' 52, 'o öftlich in Zeit von 
Paris annehmen kann , wenn fchondiete Länge, we- 
gen der Harken Abweichung einzelner Beobachtuii«^ 
gen, noch auf einige Se<5|inden uagewifs bleibt« «Auf 
der Sonnenfinfternifs 17. Aug. 1303 berechnet CfU» 
mapns im BerU ajlr. Jahrh. 1303 S. 267 diefe Läng^ 
38' 5 2,*' 67. Herr von Lindetiau hingegen ans 2Wey 
Steriibedeckuiigeh MonatU Carrefp. XIX. B. S. 41 j 
nnd4i7 im Mittel zu 39 ' 4, "6. Triesneeker fSndet 
aus fünf der oben von Inir berechneten Bepbachtun* 
gen , aber ohne die als verdächtig bezeichneten aus« 
^ufchliefsen, im Mittel 39' ii/i, nachdem er aus 
fünf* andern früher berechneten Beobachtungeti 33' 
53* gefunden hatte. TVierter Ephemer. I3p6 S. 231 
und 288 vei'gl. mit Wiener Eph. 1802 S« 454* 



/ 



u 



\ 

/ 



L* Gepgr, Lage von MontpetKer^ 545 



/ 

( 



Über die 
geographifche Lage von Montpellier. 



Jjjine R^fion der geographifchen^Poßtioneiii be« 
Xonders folcher Orte, wo ^Sternwarten exlftireni 
fcbeint in unfern Zeiten kein überflüffiges Unterneh- 
men zu feyn. Ihre Verbefferung wird vielmehr ein 
dringendes aftronömifches Bedürfnifä » da viele diefer ^ 
l?ofitionen theils fchlecht beßimmt, theils durch Irrige 
Angaben unferer heften Längen* und Breiten -Ver- 
seichnifl'e ganz entftellt werden« Welche Folgen fot* 
che faifche Angaben nach fich ziehen » wilTen Aftrö- 
fiomen« 

Die Bände der Conrtoijfaee des tems wimmeln 
yon folchen Fehlern , und ße geben öfters Jahre lang 
fehlerhafte Pofitionen an 1 obgleich die wahren längft 
bekannt Imd; Dies Verzeichnifs von Längen und 
Breiten gilt jedoch bey vielen für claffifch/ tVahr- 
fcheinlich nur^ ^veii kein anderes fö zahlreiches ir« 
gendwo exißirt» und jährlich treulich *-- mit allen 
feinen Fehlern, wiederholt wird, und durch den 
Aufdruck eines Stempels von Sternchen, Kreutzchen, 
Triangeln und Sonnen , eine gewilTe Sanction und 
Autorität erhält. Viele diefer fehlerhaften Angaben 
find es nur aus Sorglofigkeit. Z. B* wie oft hnd 
wie lange haben wir au die Redacteurs der Conti, 
des.tems gefchrieben, und gebeten j ile möchten 






54^ MonaH. Carrtfp. tfu. ^Üli% 

doch die immer irrig angegebene Breite der Seebe^ 
ger Sternwarte verbelTern , nie konnten wir es erhal« 
ten! immer hat man diefiet Sternwarte bia. zum lahr« 
gang igös die Breite des herzoglicheü Schloffea 
Fritderißein zugeeignet, bis man endlich im Jahr 
1309 hey einer ganz' neuen £inrichtung und Umar- 
beitunrg diefea Verzeich nilTes (eine Umarbeitangt 
w^elche die Yerwandlongen und Umtaufungen der 
politifch • geographifchen Gondellation^n verankfit 
«u h4ibefi fcheinen) diefer Sternwarte eiue ntm^ 
aber dennoch fMerhafte Breite von 50* 56' 17' 
gab, da ße doch in Wahrheit 50" 56' 7* ift*), wie 
durch die vielen mit einem J^rifö'fchen B^etition** 
kreis angeßellten, und in der M. C. abgedruckten 
Beobachtungen klar an den Tag gegeben woiden ift# 
und womit felbft Delkmbre fich befchäftiget hat, *^) 
ujnd dennoch hat er fich durch die Conn^ d. f. ver- 
leiten UlTen, diefe irrige Breite in feinen neuefiea 
Sonnentäfeln' aufzunehmen. 

Die Folgen folcher nachläfßgen Angaben haben 
fich noch neuerlich , und gerade bey der Seeberger 
Breite***) bey einer vom Gapitain Ferrer auf der 
Havannah beobachteten und in Rechnung genom* 
menen Sternbedeckung gezeigt. Ein ähnlicher Fall 
hat fich bey Grodno zugetragen;f ) und wie viele 

fol. 

*} M.e, IX. Band S. 294. Da f^eht 50* 56' g' aber mit 
Bradley^foher Refraction ; mit der La Place'fchen wiWi 
diefe Breite 50" 56 * 7*. . 

♦*>7W:C. XIU. B. S, 353. 

»»♦) M a XXII. B. S. 29i. 

(t M. c. xxu\ s. nv 



L* Geegr» Lage von MofUpitUer» ^^j 

folchet VerbelTerungcn der parallactifchen Kechnun* 
gen dürftc^n wohl bey mcliTern andern Sternwarten 
noch ftatt finden? Da Breiten von Sternwarten wie 
z.B. vonBerlin, von Padua, vönBoiogna, noch vor 
Karzern auf Viertel* und halbe Minuten unOpherwa* 
xen, wie wir dica in der Folge zeigen werden. 

Montpellier ift der uralte Sitz einer Univerfität» 
des aller erßen botaniCchen Gartens > einer Academie 
der Wiffenfchaften und einer Sternwarte« Man hat 
dieie letztere erft neuerlich bej der neuen Organifa* « 
tion der Univerfitätt^Facultäten und Academien 
wieder in Activität gefetzt , und ihr in ^r. Reboul 
einen neuen , Directpr gegeben • einem vormaligen 
Benedictiner und ^rofelTor aiJ der Militair - Schule von 
Soreze und Ex - Vrovifeur des MarCeiller Lycce. *) 

DieParifer Aftronomen P/car^;?,, Cafßni^ Maral* 
dif JLa Caillcf und die einheimifchen » deFlantade^ 
deClapieZf Guiüeminett de Ratte t JDanizy ^ Amou* 
reux f Jaq» Poitevln , und Foitevin - Uuhousquet », 
haben in einem Zeitraup Von '136 Jahren nach ^et 
Reihe Beobachtungen in Montpellier angeftellti und 
doch ift ihre wahre geographifche Lage nie recht be» 
fiimmt worden. 

Zu Anfang des XVIL lahrhunderts« und gleich 
nach Errichtung der Parifer Academie der WilTen« 
fchaften, haben fich'die Aftronomen diefer gelehrten 
GefellCchaft im ganzen Königreich verbreitet. Picard^ 
Cajßnif de la Hire begaben fich mit Quadranten ^ 
Pendel* Uhren und Fernröhren an die Gränzort« 
und in die vorzüglichften Städte des Keichs, um. 
ihre geographifche Lage zu beftimmen« 

. N u a Picard 

»)M CXiy.B. S.iti. 



54^ * JHofiaK Correfp. igu. S^N. 

Picard kam im Jahr 1674 nach Montpellier» und 
beobachtete da mit einem Lefevrefchen 322oiligen 
<^aadranten die Polhöhe diefer Stadt, Man kann 
leicht erachten , Avelchen Werth eine folche Beßim* 
mnng haben konnte; eine genaae Übereinßimmnng 
mit der Wahrheit» Nvenn folche auch ftatt fände» 
-v^ürde nur das Werk des Zufalles feyn ; er fand in* 
swifchen die Breite 43* 36' 44*. Seit diefer Zeit» 
das ißt in / 36 Jahren iß diefe Beobachtung der Breite 
nicht wiederholt worden* 

^ . Ein anderes Mittel die geographifcht Lage die* 
fer Stadt zu erforfchen, wäre durch die Cajßnfkho 
Dreyeke und durch ihre Verbindung mit der Parifei 
Sternwarte. Aber diefe Drejecke 'find nicht immer 
mit den Sternwarten verbunden, theils da fie ihrer 

' Lage nach nicht zu geodätifchen Abfehen dienen 
konnten, theils auch weil viele derfelben zur Zeit 
der Cajfini*(chen VermelTuaig gar nicht exißirten. 
Montpellier ift nicht in der Reihe der Haupt - Drey- 
«cke 9 und in Cajfinis Defcription geometrique de la 
France 9 kommt diefe Stadt gar nicht vor» nur am 
Ende des Werks wird S. 170 ein Verzeichnifs der 
Meridian- Abftände» und der Längen und Breiten 
aller bifchöflichen Städte gegeben» worunter Och 
folglich auch Montpellier befindet. In der MSri^ 
ridienne veriflee hingegen» findet man S. 257 die 
Neben -Dreyefke, welche Montpellier mit den Haupt- 
Dreyecken in Verbindung fetzen» und man erfährt 
zugleich, dafs der eigentliche Dieyecks* Funct der 
Kirchthurm von Notre Dame war. Diefe Kirche iß 
nun aber mit ihrem Thurm verrdi>yundeo , in 'der. 

. Revo- 



< 



I 



I 



^,L. Gedgr, Lage voH MontpetUer» 549 

* - \, 

Revolationezeit ganz zerßörtwordisnt und ihfe Stella 

nimmt^gegen \y artig ein öffentlicher Platz ein. 

Man mufs in der Stadt Montpellier t^iVr aßrono« 
mifche Puncte wohl ünterfcheiden. ■ ^ ..■ 

i) Der Ort wo Picard i. J. 1674 beobachtet hat^ 

Dies Haus trägt gegenwärtig das Nr. 305, indes 

Rue CaßelmötQH 9 neben dem Platze de lar Ca^ 

nourge* 

2) Die Sternwarte in welcher Plantade^ Clapiez^ 
Giuüeminetf und ~ auch die Parifer Aßronomen . 
Caßinif Maraldi und JLa CailleiheohachXet ha« 
ben ; fie war auf einem Thurm im Haufe des Mn 
dePlantadein der gr an de. Rue jetzt Nro. 524. 

3) Der CafßnPtchQ DreyecKspunct ift » wiegefa^ 
der von der Erdoberfläche verschwundene Kirch* 
thurm von Notre-Dame. 

.4) Die gegenwärtige Sternwarte 9 auf welcher (b 
Raite^ Oaipzy^ Amoureux und die Poitevhn 
beobachtet haben , und nun künftig Mv, RebQul 
beobachten wird. 

CaJJini de Thury fetzt fowohl iu der DifcripU 
giomet. de la France ^ afls in feiner Meridiejin^ veri^ 
fiee^ den Abßand des Thurms von Notre Dame de 
JMontpellier voQi Parifer Meridian ZZ 03847 Toifen^ 
und von der Perpendiculare m 297603^ woraus er 
die Breite "43** 36' 33" und die Länge (von Paris) 
I* 32' 45" ößl. findet. Wir haben diefe Berechnung 
in der jetzt geltenden Hjpothefe der Erd-Abplatti^ng 
^^{^ wi^erholty und finden für die Breite dieCet 
Puncts 43' 56' 25/9, für die Länge i* 32' 33*. 

So wie ^'^ir bej der Erörterung der geographi- 
fchen Lage der Städ^ Nlsmes gethan haben , folche 

. • nicht 



\ 



• 



N, 



550 



Mdnatl Corvßfp. tStt. gfE/Nw 



nicht aus den asahlreichen bi« nach Paris gefuhrteii 
Dreyccken abzuleiten, fondern an eines der Haupt- 
Dreyecke der CaJJini*[chen Längengrad - MelTung zu 
knüpfen , -welche von der grofsen nicht fehr entfern- 
ten Saloncr Bafis ausgehen / und welche wir auf die 
. genauen PoQtionen von Marfeille und CarcalTonne ge«* 
gründet haben , fo haben wir es nun auch bey Mont- 
pellier verfucht. 

Die Meridienne verißee bietet uns S* 257 «in 
Dreyeck dar, welches Montpellier mit den zwey 
Hauptpuncten Puy St. Loup , und der Mühle von Cal- 
vilTon verbindet. Die M. C. gibt uns imXIU. Bau« 
de S. 320 die neu berechneta Seite avvifchen diefeu 
beyden Puncten und ihren Directionswinkel mit4em 
'Mmdian , woraus wir dann die Länge und Breite 
des Notre-Dame- Thurms zu Montpellier berechnet 
haben« Hier find die Data dazu : 



StatioQ 




75 430 
37 9 o 
6? cfi 30 



PCs 153^» '7 

Pft"^ 10000,96 

CMiiöoo(,»4 



üiTect^onir 
mit d. Meri^. 
v.PuyStLoup 



o I ly 

PMjri4 at 53 



Poy St. Loup 



Breite 

13 4« 44.4 
Länge 

I 28 3S.6öftf« 



F uy St. Lonp . , ♦ P 
Moulin de Calviffon C 
Tour N.ü. deMontp. M 

Hieraus haben wir nun femer den Abßand des 
N» D. Thurms vom Meridian 9 undvonderPerpendi- 
culare von Puy St. Loup berechnet 9 erftern n ^484» ^ 
letztern ::= 9687,^6 gefunden, woraus endlich die 
Breite =: 43^ 3^' 32/6 Länge x* 12' is/i. Diefe 
Breite ift 63"$ und die Länge ig* von der aus Paris 
hergeholten verfchieden, und (le ift ohne Zweifel 
die wahrfcheinlichere» da nun nach JDanizy*) die 

fetzigo 



t) '£|^af/ar(s «Untat cUilbntpeUierf«r7«Poimi/n C'SoS)* 



r ' ■ . • ■ ■ ■' 

L« &ogr. Lage vo» MotOpettier., 55 1 

[■ ' ■ 

\ ' . • . • .. - ■ 

Jeuige Sternwarte i5[* fiidficher als d«r Tiiutifn von 

Notre-Dame liegen fall, Co würde die wahre Breite 

derrclben fejn — 45* 3^' 17» '6. Die Cotm. d. t,^ 

auf das Jal^r igiigibt ansdrucklich jfz/r die S^ern» 

warte die Breiige 43:* 16' 2^" folglich eine* Differenz 

voo ;i«''4. N^ach Danizy^s Angaben der Breiten* Uq.^ 

terfcbjede wären hiermit die Breiten der aftrot^pmi* 

fchen und geodätif^ben Stan.dpiMici.e in Montpellier 

1 

folgeordet. 

Breite des N. D. Thurms . . ^ , . 43* 36»' 32»" ä. 

-^ ierSieTnw^rtfid€9^.Flantade 43 36 24, 6 

. «— derjetzigen Sternwarte • • • 43 3($, ij» 6. 

{^ iß ein bemerkenswertl^^r Zufall » dab zwey 
Aßronomen, welche fich um die LängenbeftijQunun* 
gen durch die Berechnung zahlreicher älterer und 
neuerer Sternbedecknngen vom Monde fo verdient 
geip^cht baben, gerade Montpellier übergangen ha- 
ben» wo. weder an der Menge» noch an der Güte 
folcher B^obacUtungen ein Mangel herrfchu £ineK 
derfelben» Herr fVurm^ hat eine einzige dafelbft beob- 
achtete Sonnenfinfternib vom 24. J^nius i7cj7*) in 
R^cbnung genommen, Wiic fetten hier eine Samm«/ 
lung folcher 9 weckmäfsigen in Montpellier angeßell- 
ten Beobachtu^ngen her^ mit dem Wunfche» dafs ir- 
gend ein Aßronom ihre i&erecbnung unternehme^ 
wöget 

, jin[ der Sternwarte des Mr. de Plantado;^ 

170^ 12 M&7 total« Sonnenfinftemiff 

AnttLDg ... . . $*> 21' o* w. Z» 
Tpulelmm.'« • 9 25 55 '^ 

Eraeilloii • • • 9 90 5 
Pnde . , . , . 10. 40 31 

1707 
'«) MonttL Cof refp« S.is«. 



552 jifoi»art.*Cöii^p. isiu . jfüN/ ■; 



1707 foMärz Bedeckung des Mm mm Uo&dt. 

£in tritt 4h 25' 30" w.Z. 
Austritt 4 58 3<{ 

I 7 3t Sept. Antares vom Monde,' 

Eintritt 7;i 59* g* w.Z. 
ÄUtetrut- 8 57 55 ' 



'■ " j «I 



1708 14. Sept. Sonnen -Finfternirs, - , 

Anfang 7h 3' 6* W.Z. 

Ende 8 36 17 ' 

i . > , , 

1715 28J"n. 5 vom Monde 

Austritt 2^ 50 40" ^v. Z. Plimtade u, Gapidz 



1715 3 Majr Sonnenfinfternifs 

Eftde genau lo^ 2g* 37* w.Z. Flant.üXl 
i72(J 25 ^eptb. Sonnen - FinHernifs, 

Anfang 4h 52' 7/ w.Z, 

J73<J ^I Nov. Vornbergang des J vor der Sonne« 

- - fäiifsere Berühr, o^ 38' 55* w.Z, früh 

Anfang Linnere — 9 41 27 

Vr.A^ finnere, — 12 21 12 
-^"^^ Läuf«ere — _ 12 24 lg 



1738 15 -^"^^ Sonnenfinfternifs. 

Anfang 10^ 5' l" W.Z.lp fp . -- ;,. 
Ende 12 40 50 jCafßni u. MaraUi 



173g 2 Octob. Aldebaran vom Monde, 

Eintritt 9» 45' i" w. Z.l^ fr * r r 'tu 
Ausiritt ib 40 29 i^^ff""' «• ^^«^ 

1738 23 Decbr, Aldebaran vom Monde, 

Einnirt 5^ 34* 2g w. Z.T ^ .„ . . 
Austritt 6 27 3a J C?«»'^«'"'«'« 

iWP^— ■— iiiBi I I I ■ ■ ■!■ ' I I nmmm^^^m^ 

I 

1748- 25 Julius Sonnenfinfternifs. 

Ende 12^ 40' 42»"$ w.Z, Guilleminet. 

Auf 



I ä 



L. 'G^gr* Lage von Montpettieri 553 

. jiuf der' jetzigen Sternwarte. 

1??*3 23 Mai Sönndhünfternifs. 

Anfang 5*^ 58* 59* w.Z« de Ratte 
— ■ 5 59 . 1 "-^ Poitevin ■ 



- . ■ • ■ • 

1773 I Noybr. AUebaran vom Monde. 

. Eintritt pH ,6' 34" w.Z.l p .. ,. 

Austritt 10 6 20 J *'«»'^'« 

- ■ 1- - 

1787 ip^auu^r Sonnenfinfternifs 

Anfang lo»» 42* 34* W.Z.l -, 
Ende lo so ^q J '^^«'«'ot 



1797 24 Jim. Sonnenfinflernirs. 

Anfang 5h 21' 56,* 5 in. Z. Jaq.Poitavin 
End e 6 3a a5t l — • PoUevi n Dahöusquet 

orrespondirende Beobachtungen hieifzu findet man : 
In den Mem^ de VAcad. Roy. des Sciences de 
Paris. Annie IJ06. p, 4^3. 
u Arles von Davizard, Sonnenfinfkemifi 170$ 
u Avignon im Jefuiter . CoUegio 
u Maifeille Ton P. Laval und Chazellei 
u Gfeneve von Violier und Gautiec 
u Zilrch von Scheuchzer 
u Strasburg von Eifenfchmid 
u Genova von Marquefe Salvago 
u Modena von P. Fontana 
lU Bolx)gna von Manfredi und Staneari ^ 
u Rom «von Bianchini ( obf. aitr. Veronae 1737 p. (^g) 
•u Madrid von P. CafTani^im Colleg. Imperial 
in Nürnberg von Wurzelbau ( MiCcell. Berol. p, 2ip) 
iu Neuburg an der Donau von den P. P. JeCuitea 
iu Jena von Haiinberger (Act.Erudit. 1706 p. 335} 
lU Leipzig von Rivinus und Junius (Act. Erudit, i7o(J p. 335) 
iu Zeitz von Teuber (Miscell. Beroiin. p. 241} 
«u Berlin von Jlofmann (Act.-Etud. 1706p. 335 MitcB^U 
p. 227. 
4U Breslau P. Ij[einnch C Act. Emd. 1706 P'^35) 

' --. »707 



554 MonaiU Coirrefp, igu. ^EJN. 

I 

t?o7 3 Sept. AntafM ▼om^ M<nrf«. Bf^f -^^ Bfadito. l)9||- 

S. 154- 
Zu Paris « QAt&mi 

Z u Marfeille, Laral imd reuitl^«. ' 

i7oi{. i4.9ept« 8oiineiifiiift«niIrt, MAn.deTAca(i.i7o8 p.4ll 
Zu Marreilie t. P. Larai und Chasellet 11 

Zu Laitgrea v. Tanearrille 

Zu G«nova T. Blarq. Salvago and Abb6 Barabbiiii v 
Zu Bologna» ▼• Manfredi 
Zu Rom ▼>BUiichii ii 
x?i5 3 1^*7 SoniMiifiiiAaniiXt (Mto. de I'Acad, de Paris 1715 

p. 250) 
Zu London Cb«TaL«(LouYille 
Zu* Martaille Laval und FeuiU^e 
Zu Recioonrt bey Verdun. L*Abb^ T^intoriör 
Zu i;«uidau ▼. Gl^npe 
Zu Frankfurt am Mayo 
Zu Hamburg 

Zu Ki«l von Sam. Reyber 

Zu Berlin von I{oimann (Act. l^ru^ 171^ p. Ig) ' ' 

Zu Danzig von Heck^r ^ibid.) 
Zu Warfchau (ibid.) 

Zu Upfal von Vallenius (AQtaErudli7i6 p. I4.) 
Zu Bologna von Manfredi 

Zu Rom von Bianchini 

1715 28 Jun. 9 vQm Monde (M^m, de TAcad^'R. de ^aris 

^7*5 P- 137) 

Zu Pari» IVfaiezieu» Maraldi und C affini 

173g 94 Dec. Aldebaran v. Monde 
Zu Paris. C M^m. de VAcad. 1739 p. 3g 



1748 25 Julius Sonnenf infternifs^ ( Nl6m. preftent. f« H p«.3o^ 

JiU Touloufe und Garipuy 

Zu Lyon P, Beraud 

Zu Marfoille P, Peaenas "" 

t' i < • ■ ■ ■ I . , . • , ^|■ 

l?8? I^Jah. äonnedfinfternift (BerLaür. Jahrb. 2791 p. 124.) 

■ \ 



<» 



\ 



LI. \ Sanmeir. "HohtHtneffut^eu, . 55 c 

• ■ / • 

1 ^ «*>^'T"««**p***'***"'*"***"*>***'lWi*IVBVVMHVMIiiPB^^ 



Bar'ometrifche 
Höhcnm.'effungen am Schneebergo 

in' Oftarreich unter 4^^ £«nns. 

Von 

Herrn Oberft • LIeut, Fallon 

• ■ 

iirWiea, 

Jtiiines der interelTanteßen und am häüflgßen befucli« 
ten Alpen - Gebirge in den ößerreichifchen Kaifer^ 
Staaten , ift unßreitig der hohe Schneeberg im Ei^^ 
Herzogthnm Ößerreich unter der Enhs. Nahe an 
der Hauptßadt gelegen, Weder befchwerlich nocb 
gefährlich W erklimmen, fpenden diefe lauhen Fei« 
len einem jeden Gaß ihre Gaben aus , und befriedi* 
gen ihn gewifs. Naturforscher, Philofophei^, Bo* 
taniker, Mineralogen, Soldaten', Makler, Dichter» 
Jäger, Wurzel- und Schatzgräber u.a.m. finden hier 
Stoff genug zur Unterhaltung, Belehrung ,und Nach« 
denken» Der Schneeberg wird in der fchönen Jah- 
reszeit , nämlich vom Ende des Monats Jun. Vif Ende 
Septbr. fo^yohl von Einheimifchen als Fremden, fehr 
Tiel befucht, die mit unter mitphyfikalifchen Inßru«> 
menten ausgerüßet ßnd. Demnngeachtet haben wir 
bis jetzt über die Höhe diefes merkwürdigen Gebir« 
ges wenig zuverläffige Daten.*) Diefen Fehler ^vrill 

ich 

* ) FrofelTor von Burg in delTen Gerellfchth ich dai Ver« 
. (pügen hatt9 .einca kUinen Ausilug auf den Scbnefberg 






556 MonatU Correfp. iSn. Q^ÜN. 

ich gut machen, nnd durch gegenwärtigen Meinen 
Beytrag verfuchen ^ ihm^ene unverg^fslichen Stan- 
den» 'die ich oft auf reiuem erhabenen Gipfel genofs, 
dankbar zu vergelten. Mein Reife -Barometer, das 
ich darch die Güte des Herrn Profeüor Jiitter von 
Bürgt von Schröder aus Gotha erhielt , i(t ganz nach 
Kamsdenlcher Art conftruirt. Der Zoll an der nach 
Farifer undLondner Maafse eingeiheilten Scale wird 
durch'^einenVernierin 500 Theile getheilt; 0,001 Zoll 
kann man noch füglich fch ätzen. Die Temperatut 
des Mercurs wird durch einen feinen fehr empfiod- 
liehen Thermometer angegeben , deflen Kugel in dai 
Queckfilber des Barometers getaucht ift. Die nach< 
folgenden Beobachtungen und nach einer Formel be* 
rechnet Avorden, welche Herr K. R. von Lindentm 

* 

in dem Junius • Hefte der v. Zach. Correfp, Jahr iso^ 
dargeßellt |iat. Die Erhöhung des Obfervations Zim* 
mers auf der k. k. Wiener Uni verütäts • Sternwarte 
über der Meeresfläche, ilt auf 82,''798 angenommen 
und beruht auf folgenden Angaben : 

Mittl. Barom. Stand auf dem Obfer- 

vationszimmer der k. k. Aftrono- 

men in Wien ....... 27,6442 ^ou att.Par. 

mittl. Temperat. der Luft . . . -h ^%'* $6 Reaumur 

mittl. Barom. Stand am Meere • 28t 1 84 

mittl. Temperatur der Luft • . -4. 3"* Reaum. 

(Ein Mittel aus Schuckhurgh , Cottc ^ FUuriau 

-i . de belle vue. ) * 

Stein» 

zu machen , fand aus dem beobachteten BarometerRande 
den Kaiferfiein nahe 1050 Tpi^cm hoch. Diefe fieftim- 
mung verdient um fo. mehr *Zutraueif , .da. lie. aiis einer 
mit einem ' gtitea Weriizeuge angeßellten BeobachtUDg 
herrühit. 



. / 

LI. BaromBtr. Hohenmtffumgen. 557 

kein Platten, Wirtfashaits an der LändAraffle naHe* 
bey dem Markt Neunkirchen:. 

Barora. 26,9802 Merc. -f- i5f*o freyeLuft-+'i4.'oTü«u fTnV*»rf oc <»* 
or. xuWien »7, 5V» - • -hco, a ^ - .- -hio, 4J"ön.untcri. 95» * 

Höhe ober der Meeresfläche 177,9 Toifen. 

\tixenftein bey derKlaufe am FuCse dea alten Schlob 
Stixendein : * 

Ba om. 3ft.&ocz Merc.^-I6.•o^freyeLuft-hI5,•5"|uJ.. nntPrr lan'e 
3r.zuWien 27, 600 - - -M9. 5 - - - -^1», oj"^**-^'*""- '3o. 5 

HUheüberdfer Meeresfläche ai3.**2 

3uckherg (Markt am Fiifoe des Schneeberges) im 
Pfarrhaufe im Erdgefchofs 2 

or,zuWien27,tf67 - - -mo, o - - - ^J^^ ^ jmöd, unten. ao», 
•Höhe über der Meeresf^^che 29i,*3 

)es Hensß Thaies oberes Ende bey der Kohlenbren- 
ner- Hüite : ^ 

• Barora. 45»956z Merc.-hi6,*o freyeLuft-4ri8.**5"lH«h TTnu-rf «a «* 
^r.zuWieni7»ö7ö h^o, 8 ^„ JHbh.unterr.a74, 5 

Höhe über der Meeresfläche 357,*a, 

Luf dem Joche FleUlltz genannt , zwifchen dem gre- 
isen Hengftberge and dem Kiennberge. 

Barom a5,648z Merc. -f.,i9,'5 freyeLuft+ '9A~Ju«u Unti-rf oai.?» 
or. z\i Wien »7,676 - - :+-ao. » - - - n-a,, 4J«^öiJQ«*"-343.'^ 

Höhe über der Meeresfläche 43i,*5* 

Luf dem iHadelriegel am Abhänge des grofsen Hengft; 

•«,,?,u/Tn ^Jr-T."" '^^'^'li7»*o^reyeLiift-j-i8,«5i]Höh.Unterr. 441/3 
•or.zuWien 37,079 - - -j-ao, 5 - - - -f-ao. 7J - -n » * 

Höhe Ober der Meeresfläche . 5i4,*o 

Den Weg vom Madelrie^el bis züif Wicfen, wo 
las KaltwaÜ'er entfprlngt» legt man gemächlich in 
»ner halben Stunde zurück. Alliier ruht gewöhn- 
ich der müde Wanderer, und bammelt neue Kräfte» 
la» fehr (ieil^e Joch zwifchen dem'Hengft' Und denv 
^axriegel zu erßeigen. 

Die Temperatur des an. der reinen Quelle flie- 
aeiiden Waiiors war im Auguft um s^Uhr Aberids 
i>^ 6»*5 Keäumur.* ' • . . Aiif. 



.\ 



« X 



.•- 



55^ MmtaÜ. Correjp. tSu. S^N. 

Aaf dem Sattel zwifchen dem Schneeberge undgro* 
ÜBem Heogß : 

' Höhe über der MeeresfUcfae 674,*8 

Untere Region des Krum-Holzes am füdlichen Abhan* 
ge de« fVaxriegels. Hier fängt die ^Z;:;«» • Hora 
an: 

Barom. 23,376z Merc.-4- io,*5 freyeLttft^- pt'slunw tTnf «rf n^'t 
Cor.suWieii27,«t? ---»-10,1--. ^ ^j; jJHön* Unterem 7 

Höhe über der Meercsfläche 8i6,*'4 

Auf dem fVaxriegel^ oder dem niedrigeren (jip/el des 
Schneeberges * unter der daraof zum Behufe der 
' k. k. ößerreichifchen Landes VermelTung enrich* 
teten Signal • Stange : 

i 

Barom. a»,59a« Merc.-+- d,«5 freyeLnft-f- 6.*">lHHh ITntprfÄTa'a? 
Höhe Über der Meeresflfiche 9^^°g7 

' Die trigonometrlfche Höhenbeßimmung des Wax* 
riegel aus vielen mit einem Kepetitions - Kreife ge- , 
meHenen Zenith-Dißanzen hergeleitet, gibt 953>*89 
was mit der barometrifchen vortrefflich überein« 
ftimmt. 

Ochfenhütte in der Vertiefung zwifchen dem fVaX" 
riegel und dem Alpen - Gipfel gelegen » iß der 
einzige Zufluchtsort auf der Höhe des Berges: 

Barem. »2,790« Merc.-i- 9,**o freyeLuft-H 7,*olr,rt|, iTnrorfftÄ*«» 
Coi.«uWiena7.W4 - - -f-«. 4 • ^ ^^ gj Höh. ünterf. «44»'» 

Hübe über der MeeresflSche 9%6,''9 
Bey dem Kaifer- Stein (dermalen bej der Dreyfal* 
' tigkeiu- Säule genannt) am Rande desgrofsen 
Riüe* 

/ 

Mittel Baf . aa; 119 1 Mefc.-ht3.»a frcye Luft 4- xa,*«! Höh.Üntef f. W.H 
Höhe Über der Mterei fliehe 1075,*! 

' Hoch- 






LI. Barmetr. Höhinmiffitngen^ 



559 



HÖchller Gipfel dea Sehneeberges, der Jlpen^Oipfel 
genannt: 

Cor.«.Wicn«7.7?8 -M9, 6 - ^ , ^ i^\ jJHöh.ünterfiooo, 1 

Htthe über der MeercsflSche ta83,*9 

f Im Äüguft 1804 Avat bey dem Scbneeberge die 
Abiveiqhilng der Magnet -^ Nadel 13* so' weftlich, 
und die Temperatur des fiedenden Schneewallert 
(bey dem Kaifer Steio) -f i8o>^5 Fabrenliiei(, febr 



/ 



^ U\> 



\ 



560 KonaU. Corfefp. igiu §UN. 



LH. 



Reif e nach CohftantinopeL Jn Brie« 
fen vom Hm. Grafen Vincen% Batthyany. 
Pefth, bey Konn Adolph Hartleben igio. 
/ in 8» Ä70 Seiten. Mit einem Kupfen 



Diefe Reirebcfchreibung iß ein würdiger Pendant 
2u deilelben VerfafTers Briefen über das ungarifche 
Kiißenland ( Pefth bey Hartleben igoj) die -wir im 
Jahrgange Igog der MonatU Correfp. angezeigt ha* 
ben. Sie zeigt von demfelben richtigen Beöbach- 
tungsgeift des VerfafTers, feinen Sinn für das Edle 
und Gute, feinem Cosmopolitifmus» und ift eben fo 
ansehend gefchrieben. Das JnterelTe der darin ab« 
gehandelten Gegenwände wird durch die jetzige kri- 
tifche Lage der Türkey vermehrt. Referent mufs 
(ich bey der Anzeige^ diefes intereHanten Werks in 
diefen Blättern auf die geographifch-ftatiftifch-eth- 
nographifchen GegenUände befchränken. 

Die 26 Briefe, aus welchen diefe Reifebefchrei* 
bung befteht , find gefchrieben zu Conjiantinopel 
(der ite bis~i3te,) Scutari (deri4te bis i6te,) Bu*. 
jukdere (der i7te bis I9te,) Fanaraki (der zote,) 
PVarna (der 2ifte und 22ß90 Silißria (der 23(le 
und 24fte,) hukkareft (Bnchareft, der asße und 
aöfte). 



Krdi 



er 



Lin Reife. 9$ndi ^Qmßantin^sil. ^pt 

• JErße K ■ JB r £ er f. A nknntt des VerfalTers zu Corii 
Rahtiiioptfl^ SVohiR ief durch Siebembürgeo undBuk^ 
karaft reifte. Ati licht der Stadt Conüaütinopel Voii^ 
dem Thnrme Bujakküle in Gaiaiät Intereffdni: lÄ 
die Schilderühg der Anficht dei: SUdi vbh diejfem Ho^ 
kei^ Thürm^. .S.ti^ heiftei^: Eitii^^t aüsgedehti^ 
ler^ auf zvrey Seiten Vom Meere tUxiflöfleiiisx ; theiU 
Hacheir,' theill :empor Iteig^nder Ortitid , gl^ichUm 
überCaet itiii üiiaählbar^il Häufekfi tail äÜen Farbell^^ 
allein Föriiiäüi iä allen Richiüilg^h'» als hätte Be eihd 
htächTige Hand blindlings hitige Tirorfcin^ hie lind di 
fr^ je Plätze i hoHe Kappeih ünd'k&hn fitth erheben^ 
de iTütirme; hieräind d^£iäaihe; bätä einzeln ^ balcti 

. iii v^rfehiedeneü J&tüppeii ; aii deri Ufern und in ddit 
br^il^ri G^ffeii etil Gewühl voä balbhackteih G^fiil- 
dei uhd ätiiehnnchotiGeCtikltehi im geräümigen^Hä*' 
feh und (ieh vetfchiedeheti Büchteil öiii unUnierhtö^ 
I^Ueheft Ge>Vimmel vöh fchw^rfä lügen Laüfchiffdü 
iiiid ^feilfchnellen Na;chetl ^ von drohenden JSrii^t^ 

^ibhifteti iiiid,ü[^ig verzierteiiKähneUi die^ findeiÖN 
ÜFelfie Züge jeher tnieirtnebUcbeii Scenie. Von diefeiü 
Thäritie vetfügie ÜGÜ der Vetfäüer in deti iPAllaA def 
k; kl tiit^tnuiiciätiii^« biefeä Von äufsen und inned 
jirächtige Gebäude gehörte feheiiials der He^ubliH 
Venedig« und wurde bald nach dehi Frieden vöü 
(Cäitipo Formio von dei- InternUnciatur in Befitz ge^ 

' liöitiineni^ Der Vferfatteri der in dehifelben wohnte^ 
tflM aus feinem Schlafzimmer mit aufgehender Son^d 
aeh hoheti Gipfel des immer b^tehheyeteh fi^tg«)i 
Ölymßuä. 



Mtm*Coff.XXÜi.B.iÖii. <J 4; Äw«y 



^ , 



Zw€jter Brief* In diefem iiiid.m!ebireni Att 
folgenden Briefe bandelt der VerfalTet von der Re» 
gieningBverfailQng und dem Character der Türken« 
£a ^äfat fich mit dem Verf. aU gewife annehmeni 
dab die Regiernng der Türlien von jehjer wiUkühn 
lieh t nnd faß ohne alle Einfcliränkang In den Hin* 
den desjenigen war ». den eigene oder feiner Vorfall 
xtn kühne Tliaten an ihre Spitze Ilellten« VoUßiD- 
dig lifat fich die türkifche Regiernng , fo wie fie In 
den neuefien Zeiten iß» nicht fchüdern« denn ihr 
Gang iß auunregelmäfsig» und die Autoritäten dorck 
die üe wirkt» findxu wenig abgemeffen; auch weck- 
fein graufame Mabregeln und die lahftere Herrfcbaft 
alter Gebräuche, Verwegenheit und AngftUchkeit zn 
fcftnell darin ab» um von ihretwat beßimmtea fagen 
SU können. . Die VerfalTung der türkifchen Rc^ie«, 
rung iß deapotifch » uudeip fprechender Be^veis des 
' allgemein anerkannten Satzes : dafs nur beßimmta. 
Grundgefetze, nui^eiq zweckmäfsiges Gleichgewicht 
der verfchiedenen InterelTe » fiebere Schutz wehre ö& 
fentlicher Ruhe find. Der oberße Staat^bediente der 
Pforte iß der Grofs-Vezier» delTen im Kriege und 
Frieden mächtige Würde mit der des fränkifchen 
Maggior Domo verglichen werden kann» aber ibt 
Glanz vermag den Grofs- Vezier nicht gegen Hinricb<i 
tung oder Verweifung zu fchützen. Der Capitain* 
Fafcha iß der Oberbefehlshaber der türliifchen Flot- 
te» die» in Abwefenheit des Sultans» gänzlich von 
ihm abhängt; aber auch feine Macht kann der Wink, 
des Sultans vernichten« , Der Mufti» welcher den 
gottesdienfllichen Perfonen vorßeht.» iß der Ausleget 
der Gefetze 5 allein ungeachtet feiner Wichtigkeit 

wird 



■'i 



LIL Ke{ft nach Confiantinopa, 565 

1^1 rd et dem Siilua leicht* iliotintar eidem-fchick* 
Lieben Vbrwaude abanfetaen« und einen andern »il 
Bmennen«. Der DeFterdar-Parcha id der Verwalte« 
äes öiientUchen Schatsea* Die Quellen deUelben 
ßtid: Ttibüt » Zölle , KopfQeUer der Ungläubigen ^ 
&iiiXünft« der eroberten Länder* Güter der verftor« 
beoen oder abgefetaten Minifter^ Geld* W«khftiilftU 
Kiiegafufaren geaahlt wird« 

■ . -I • ■• .• 

Drittif JÖrief. .Dem itttigctiiaiilitiltitthen 

^jßjsm der Türlien kann nur der Blick. in.^ibV Zeiten 

einige« InterelTe geben« wo Schrecked Vor ihren 

fahnen beging. Die Gom^erneura der türkirchen 

Provinzen find in Ciallen abgetheilt« und durch di0 

Zahl der Rofafchweife aasgeBeichnet* di^ vor ihnen 

gettagen werden. Die tütkifche Regietung iß in go« 

wiffer Hinficht nur auf die Hauptftadt börchränkt» 

Hier wirkt fie mit einigem Nachdruck Und nii( 

SchnelUglteit # hier iß eine Art von Foliae^ vorhan^ 

den» nicht abet in den Provinzen « die gröfäten« 

theili von derWülkühr detParcheh abhähgen« denn 

diefe achten die OberherrFchaft der Pforte Tehr We-" 

nig« Die verfcihiedenen türkifchen Bureaux in Con* 

ftanrtinopel beforgen ihre Ausfertigungen mit Lang« 

iamkeit« ' Bey aufserordentlichen Fällen wird man 

Wobl mbhrete Thätigkeit gewahr« aber auch dann 

hält fie nicht ati ; dadurch kommen nicht feiten dei; 

Auaföhning fchon nahe Gefchäfta in Vergeilenheifc 

oder Verwirrung« 

• ■ * . 

f^ierier Br i tf. Üntür dcfn vieleioi G^geüftlin- 

deBf'die.inGoälbiuiinopei das Nachdenken £n be« 

Q q ;{ fcliäf« 



564 UmcUL Corrtfp. igiK §UN. 

tth^higen verni5g6n> dringe fich diefem keiner b 
fehr auf als die mohaiiimedanifche Religion. Det 
Graf Batthydfil ßelU fiuchtbare Betrachtüngeii ober 

Mubamed Und deflen^Lehr^ an& 

■• 

' Fü nft i'r Sri efi tii dijefeni und äetA Mgenß 
itehden theiit dör Verfaller nähere Notizeü über deil 
Character der Türken mil. Mari bemerkt iinter des 
Türken einen auflfallendeii Hang zum Müfliggehen. 
Siö tnteü gän^e Tage mit über einander g^efchlage- 
tten Öeihen äri deii Tbüren ihrer Wohnungeii oder 
der Kaffeehftub^i ichmaücberi Tafiak od^r tehen 
gerade tot lieh hin; £6 macht einen fehr befrem^ 
denden Eindruck j irenn man Männer mit hercnli« 
fchen Gliedmafseh , und mit Gefichub.ilduiigen # ge- 
gen weiche die nnfrigen flach fcheinen « 'wie leblofi^ 
Klötze liegen ßeht. Nach des VerfaiTers Verficherung, 
ift jeder Europäer bey einem zuverfichtiichen Betri« 
gen mit unmerklicher Aufmerkfamkeit auf Vermei- 
dung alles Anftöfsigen, unter den Türken fo ziem^ 
lieh ficher. Wer vollends ihre Sprache redet, ihrenl 
Dünkel etwas einräumt j und alle zudringlichen Fra« 
gen% mit welchen fie ihn belälligen, klug beantwor^ 
tet i wer mit ihnen ifst und fchmaucht , dem wer« 
den Qe leicht gut , und er kann , wenn er fich unter 
heller gearteten befindet 9 fogar auf ihren Beyßand 
rechnen. Man rieth dem VerfalTer, felbft mitten iil 
einem Tuhiulte 9 wenri eiii Mord an feiner Seite ge« 
fehähe, keine Stellung, keinen Blick xn ändern^ 
weil er hierdurch weniger zu beforgen haben wür- 
de • als felbft bey Ergreifung eines Gewehrs. Nicht 
leicht fiBdet der Beobik^htcr mehr Gelegenlieit ein 

Volk 



IXl* Krifinach.tlonßafainop4^ 565; 

*olk l^ennisn zn lernen , als be^ bSentüiihen Fefteq. 
olche Feße find 9U Cot^ftfintinöpel die JDonalmä^Sf 
urcb welche die Qebi^rt eines Kindes des Siiltans. 
urcb yierzehfi oder lieben Tage gefeiert wird. Ai| 
icifen Feften wird die^gan?^ Stljdc erleucbtet» dev 
'öbel firömt (wie ei|i6 in den SatnrnaKen) in die 
Unter der yomebmenr- wo er freundlich etnpfaii«> 
en und reichlich bewirthet wird. Alle Arbeiten, 
3ibft der Handel GM eingeftellt , alles foU Mnntet* 
eit und Freude änfserp » und doch tanz|t oder fingt 
iemandf als daf^r bezahlte, • öffentlicher Schande 
reb gegebefie Knaben, die in klonen Trupi^ea 
urch die GaiTen zi^en. Der Verf. fchreibt den Tür* 
en auch fchon wegen ihrer Abneigung vor deni 
*aRze einen gewifTea Ernft , oder eine Gravität zq« 
^m die Türkeq richtig zu beurtheilen , darf maa 
ach des VerfaiTers Erinnemng die Abhängigkeit, di« 
usrchliefung aus dem gefelirchaftlichen Umgänge 
icht vergeffen , zu der fie das. weibliche pefcb^echtf 
erurtheilt haben« So wie diefe Einrichtui^g Wi^- 
nng der Barbarey ift, die nur jeneih Rechte zuge? 
eht» der fie mit Gewalt behaupten kann, fo wir^ 
e Togleich l/rfache ihrer F9rtdauer. . 

Siohßer Brief. Pne (eiir finffi|llende Er- 
:heinung ift der fchn/(slle. pberg^ng ^es l'ürken von 
er muthigften Entfcblpffenheit zur niedrigften Feig* 
eit. Bald trotzt e^ 4®m i^^cbti^flen Widerftande, 
ald erfchrec^t ihn ^in Schatten, tmd ein ungldch 
rhwäcberer OegKiei* yerinag ihn zn befiegen» Dei 
igentliche Grund davon ift der Glaube der Türken 
n den unaufhaltbaren Lauf des Schickfals. 

Sie- 



VI 



56(S XtmatU Correfp. iÜU 9^^« 

Siehsnter Brief. la diefem Briefe Mmgt 
4er Verf« die Befobreibang der Hauptßadt Telbft tiii 
von der wir einiges ausheben, .Die Zabl der Cchleck 
len hölzernen BaraHen , der unreinen und verwone^ 
nen Strafsen« der leeren Räume» wo man niehis »Is 
Verödung erblickt, lieht in gar keinem VerhältuilTe 
mito den geräumigen Gallien und den Gebäuden» die > 
das Auge au felTeln vermögen» das freylich durch 
die äufsere Pracht» -welche Conftantinopel dem e^ 
ßen Blicke darbietet» sn ganz andern £,rwartnngea 
berechtiget wird« Man kann fich Conßantinopel 
als ein gegen A&en vorfpringendes Drejeck vorfieL 
len* Seine Grundlinie ift auf dem feften Lande £a« 
vopens ; an feiner obem Spitze theilt fich das .durch 
den Bosporus berabgekommene WalTer des £uxiq 
in awey Arme» welche die übrigen Seiten befpüleD, 
£Miier diefer Arme verbindet den Euxtn mit dem Pro* 
pontis ; der zweyte läuft einige Meilen awifcbea 
2wey europäifchen Hüllen fort » und bildet den fchön« 
fien und bequemßen Hafen. Die Lage Conßantine% 
pels ift paradiefifch, Der Umfang Conftantinopels» 
der »war neuem Nachrichten zufolge gröfser fß» als 
der von London oder Paris» ift voneiteln oder leicht» 
glaubigen Reifenden doch fehr übertrieben worden; 
fie mögen ihn vehnuthlicb auch auf die umliegenden 
Dörfer der europäifchen undaQatifchen Küfteausge« 
dehnt haben. Eben fo hat man dleKingmauem ver« 
gröbert» welche von Canftantin und einigen fein« 
Nachfolger hier errichtet wurden» nnd noch die 
Spuren der Erdbeben und Belagerungen tragen » de* 
nan Ce ausgefetzt waren. Von den drey und vierzig 
Thoren> die einft dnrcb jene Mauern führten» ift 

weniger 



UL Jl«> nach CoHßamiin^iU 567 

weniger tb die Hälfte noch ßchtbar; nnr de? Theilt 
der swirchen dem Schlöffe der (ieben Thürme und 
dem Hafen fortläuft, ift ziemlich gut erbalten« 

Achter Brief» In diefem und dem folgenden 
Briefe befchreibt der V^rfaffer einige merkwürdige 
Gebäude und andere fehenswürdige GegenBäude in 
ConßantinopeU Die Mofchee des Selim hat den 
Charaoter befonderer Zierlichkeit und Leichtigkeit» 
Die Mofchee det Solyman hat eine Kuppel« die auf 
vier Pfeilern ruht, und vier majefiätifche GranitCäu« 
len und zur Stützung ihres Bogen« auf eine feh» 
sweckmäbige Art angebracht. Diefes Gebäude ift 
durch feine Pracht würdig die Afche des Helden za 
Terfchliefsen , der in Ferlien und Tunis üegte , zu 
Bagdad gekrönt wurde und Wien belagerte« Se- 
heoswerth ift auch die Mofchee des Osiuan und dea 
DaifdPaCcha. Die erßere» welche Mohammed IV 
unvollendet Uefa und fein Bruder Osman endigte» 
zeichnet lieh durch Leichtigkeit und eine Kuppel 
ipa t von der lie faß bedeckt wird. Der Verf« befah 
die Überrefte der ehemaligen Cifterne« In den nichl 
gänzlich verfallenen Cifternen acbeiten jetzt Seideo^ 
Ipinner. Der Garten i den die Türken jetzt Th^hut 
Boftan, den kleinen Garten, nennen» nimmt deu. 
Raum ein , innerhalb deffen die von Anaßaßus er- 
richtete Gifterne fich befand. 

i 

Neunter Brief. Die Bazars» deren ehiige 

der Verf. beficlbtigte, find Gebäude aua Quaderftei* 

nen» wo die Waarenladen der türkiCchen J^aufieuto 

fich befinden« In einigen derCelben geht m9n di^rch 

zehn 



liehn oder zwölf Stafeq l^ini^nteTf von welchen iqtq 
in gewöll^te Qänge tritt» die fehr breit find i|nd üci| 
kreuzen. .Die Waaren find darin läng^ der Wand« 
auf TUcbei^ o^er zu d^efer ^hficht eigends befeßig« 
ten fteiperq^n Platten ausg^ßellt. Deni VerfalTer He: 
^ep vorzüglich di^ fchönen Tapezere|en auf, derea 
lebhaftes Farbenfpiei dur>ch den Glanz der neben ih* 
nen häqgendei) Qold- und SilberFtoffe fehr erhöht 
wurde. Viele diefer Stoffe \yerden von dep Türkea 
verfertigt , welche überdies in Bereitung der Cpr* 
duane und Saffiane fchwer zu übertrefl^en find. Die 
Gebäude, Avelcbe die meifteii der kaiferlicbeq Mq« 
fcheen umgeben, find zur Aufnahme der Reifenden, 
sa Spitälern , Schulen , zu Wohnungen der Uümo 
oder zu Bücherfälen beftimmt, v^nd mit befondern 
Stiftungen verfehen, Es gibt inConßantinopel über 
hundert und drejfsig öffentliche Bäder, and jedef 
reiche Haus hat fein eignes Bad. Die prächtigftea 
pnter allen find diejenigen, welche zur ]\Ipfchee 
Mohammeds II gehören. In den türkifchen Kaffee- 
häufern, in welchen zerriffene Sopha's 9 breite mit 
Flechten aberzogene Bänke, oder niedliche Di\yans 
fi^hen, je nachdem der Eigenthümer wohlhabend 
oder arm iß , Reinlichkeit li^bt oder nicht , herrfcbt 
allgemeine Stille. 

Zehnter Brief. Conßantinopelkann inAn- 
fehung der grofseq M^pge origineller und fich an» 
kündigender Gefichter mit der Hauptßadt Britan- 
fiiens wetteifern: fp f^ltfame Züge, fo charakteriftir 
fche Phyfiognomien kommen in Conßantinopel vor, 
'^yelche durch die yerrchiedenen Abßufungen dec 

Gellcht$> 



LIL ^iß mch ConßaiMHOfld. 569 

Qe^chtihjhe Geh noch mehr ankündigen. ■ X>ieft 
JErfchelnung iß ^vohl der Gefamintwirkiuig iv^^hrp* 
Ter Urfachen zus^afchreibep, und wird nie ganz be? 
£rie€Ugen4 erklärt ^yer,den; al^er inan darf t^ierbey 
fincb der Täufcbung nicht vergeilen , ^y^lcb^ d«i 
prieptalifche CoStnmp in diefer Hinßcht bewfrkt^ 
Die nackten I^älfe , die 4er Haare beraubte^ nn4 ^^* 
|ier alle ihre Umriffe zeigenden Köpfe » auf welchen 
die bey uns zur Hälfte bedeckten Ohren einen befoii-* 
4en] Ansdmck bekominen^ der Bart, der ent^^ye^et 
gar nicht gefc)ior'en , oder ^U Schnurrba^ mit laut 
gen £n4eti getragen -wird, gibt ^nftreitig jeden» Ge^ 
^phte yiele Individi^alil^t, die bey uns zum Thei^ 
yerloren geh^ , dqrch die Gleichförmigkeit allea 4e(f 
(en f Avas glpichfam die Einfallung des Kopfs ^U8- 
nacfatf S^lbft d^r Turban, yyekhen der Türke aQ(| 
Bequemlichkeit oft mit ein^m rothen Käppchen vetr 
t^ufcht, macht fein Angeücht aüjBFallend ,. fowohl 
durch feine grellen Fa^b^n , S1I9 durch fein'e Forni^ 
di^ vielen Veränderungen unterwprfen ift. Mehrere 
Sultane haben }n Coftantinopel Schulen -geftiftet, 
und diefe Stiftungen V^it den von ihnen erbaute^ 
Mofcheen verbunden. In yerfchiedenen d'erfelben ^ 
-^ie in ^ex des Solyman nnd B^jazeth , werden ge* 
gen vierhundert Jünglinge nnentgeltlich erzogen , in 
andern noch mehrere. Ohne diefe Erziehung erhält 
man Tyeder ein geililiches noch ein richterliche^i 
Amt. £s gibt noch andere 3chulen , die al|en dürf* 
tigen Kindern offen liehen, und Mektebs heifsen. 
Aber wie elend mülfen alle eingerichtet feyn 1 da die 
unf ntbehrlichften Kenntnliffe dem gemeinen Volke fQ 

fremd 



/ 



fremd und x^ele der nützlichften Künfte hier noch 

■ 

in ihrer Kyidheit find« 

Eilfter Brief. In drefem Briefe fchildert 
der Verf. die St. Sophienkirche, die er fahi. Unge^ 
achtet ihrer majeßätifchc;n Gröfse, ihrer mehr ab 
hundert Säulen» ihrer neun Thüren von Brönae» 
ihrer künftlicb geftellteu Kuppeln; ift, ße kein toU* 
endetes Meißerftück, aber höchft merkwürdig in 
hiftorifcher RückQcht. Am Ende deaPlatset, -wo 
einü der Hippodrom fiand» welchen die Tärkea 
Atmeidan , d. i. Pferdeplatz nennen , fteht jetat die 
prächtige Mofchee des Sultans Achmet gegen den 
hohen Olyoap , den man an diefer Stelle entdeckt« 

Z w ölft er Briaf, Der Verf. befchteibi hier 
den Hafen der türkifchen Hauptftadt. £r ift einun« 
gefähr Qeben Seemeilen langer Arm dea Bosporus, ift 
von der Natur fehr reizend angelegt und hat feit den 
Ziiiten der Byzantiner keine Veränderungen erhalten« 
An feinen Geßaden find eine Menge grofser und sier- 
lieber Gebäude. Aber fchon in der Mitte des Hafens 
erblickte der Verf. hinter den aufehnlichen Gebäuden 
eine Menge dürftiger, verworren da ftehender Hüt- 
ten , und mancher Kiosk (Lußbaus,) und nxancbe 
Mofchee, die in gröfserer Entfernung fich fehr an* 
kündigte, that in der Nähe gar keine Wirkung; er 
fand glänzende Dächer auf finkenden Mauern, reich 
ausgefchmückte Gemächer durch eindringenden Re» 
gen, oder durch Spuren des Feuers entfteUt. Ein 
eben fo aufiallend^r Contraft ift es, n9ch franzöG« 
fcher Art gebauete K^riegsfchüQfe ipit Mufelmännern 

befetzt, 



LII; ^Hfi nüch,Co^fietnHncpdB 571 

TieFetzl:« und fchwedifcb^ Offloiere/^n der Spitae tür* 

liifcdMur Arl^eiter.aQ Cehen. Das Arfenal urofarstmeh«; 

tere Gebinde» in welchem die zur AuariiAung dft 

Schiffe nötliigen Vorräthe aufbewahrt werden , und 

die nöthigen Arbeiter, Matrofen und einige OtBcierei 

wohnen. Über alle diefe Gebäude ragt der ^nfehn<i 

liehe, wenn fchon nicht in dem reinften Stjle aa£r 

geführte Fallaft des Capitain-Fafcha hervor« An det 

Stelle des Geftades , wo das Arfenal ftebt , befinden 

fich KaCernen der Kanoniere; BehältnüTe für die Ga* 

leeren des Sultans, einige feiner Lufthäufer, und 

weiter aufwärts gegen das Ende des Hafens die Stück- 

gieberejen« Am Ende des Meerhufens fteht des 

Kiosk des Sultans , welchen die Türken Kiathan^ 

nennen, awifchen dicht belaubten Bäumen amRaU'^ 

de einer Wiefe, durch die der Boehylles fich reizend 

fortfchlängelt. An der nördlichen Seite der Wiefe 

fiehen weis und roth übertünchte Häufer, di^ gegen 

das lebhafte Grün diefer Gegend angenehm abftechen« 

Sie gehören su dem Kiosk , und wenn dev Sultan 

ihn bezieht, 'fo dienen fie zu Wohnungen feiner 

Hofbedieuten , Weiber und Verfchnittenen^ £in 

Theil diefer letztern wird einige Wochen vor de« 

Ankunft des Grofsherrn in die benachbarten D'öv^ 

fer geföhickt, um die Einwohner daraus zu vertrei« 

ben und in dem Umkreis einer Meile Foften auszn- 

ftellen , denen fich niemand nähern kann , ohne on<t 

tef dein Mefler jener Elenden zu fallen , die einen 

folchen ^lord für eine veidienftlicbe tbndlnng mn 

ffhen« 



f)rej. 



9i 



57? IfonoU. Correfp. tfii. ^ÜN^ 

Urejzehnter "Brief. Der Verf. befchrelbt 
flen Zag» in delTcn Begleitung der Sultan jeden F'rey- 
fag in eine der'Mofcheen fich verfügt, and lyelchen 
px mit anfah. Voran ging ^in Trapp fani^fcharen, 
ohne Ordnung, ohne regelznäfsigen Schritt. Als 
Wachen des Paliaßea tragen Ge eine t^rt von Lance, 
ßatt des Turbans eine gev^iffe Kopfdecke , die nebß 
ihren nnreinen Kleidern ihnen ein garf^iges Anfehen 
giebt. . £twa8 befler nel^men fich die fioA^aghi and 
Itapidfchi aus, welche den Janitfcbaren folgten, 
pie erfter^ find Gartenwacbeii , die (etstern eigent* 
lieh Thürhüter, und wohnen im Serail. Alle hat« 
^en fchlichte, dupkelrothe Kleider , die etwas kürzer 
fchienen als die gewöhnlichen, find. Dann kam eine 
lange Reihe paar weife geordneter Männer. Ihr gleich* 
förmiger Anzug (er beftand aus einem weifsen Ror 
Cke mit kirfchrqther Binde und einem Turban von 
^ben diefer Farbe ) 9 vorzüglich aber ihr abgemelFe^ 
ner beynahe feierlicher Gang machte eine vortreff- 
liche Wirkung. Diefe Männer bekleiden die foge- 
nanptei^ Ifofämter und ftehen in grofsem Anfehen, 
weil fie der Perfon de9 Sultans fich nähern dürfen. 
Hietauf kamen ein Paar Reiter in ppldftoiFe gehüllt 
auf reich verzierten Pferden heran, pm fie eine Men* 
ge ebenfalls prächtig gekleideter zi; Fpfs. ^s war 
der Aga der (ch^yarzen uqd der ^yeifsefi Verfchnitte* 
nen in Begleitung feiner Untergeordneten. Bald 
darauf erfch^enen die kaiferlichei^ JV^inifier \ der Ge« 
heinifchreiber mit einer grofsen grünen Brieftafche, 
die an einem von der rechten Achfel auf die link^ 
Hüfte laufenden Bande hing. Ein anderer trug die 
W\\ Juwelen verfch\'v endrifch befetzten Turbane des 



LU. 'Reife nach ConfianpinopeU 573 

>Kail^rsv eiddijtter feiiie Täb'akspfeifeii ti.T^ tv* Allt 
firotitetv^on Gold. »Jetzt irurde es gaha ßiHe^ und 
das längs xler Häufet ßeheride Volk drückte 6ch hart 
2^9 diefelben. Der Sultan nährte. Ei rill ^inen gäns 
•weifseh Schittimei, und -tTugelii heliblartea^ mk Gold 
vnd Silber durch webeea Kleid. Er war von einur 
anfehnlichen ÄbtHeilung TeiMr Leibwache üniringt» 
Ihre Eieidan^u& fcha^tachroth ^ fehr ftäfk mit go> 
fchlagfnem Silber befetaty und>dem dalmätifcheti 
Koßönie fehr ähnlich« . ^ 

jriertehritei^. Brief* (^$cutari in Adeh.) 
Scutarlhat hübfche Mofcheen, zierliche HäiiCer und 
' geräumige GaUen. . Ip. d^n^. Umgebungen der Stadt 
auf deil^ Landfeite wechtelh blühende (3ärten mit 
kahic^ii Strecken^ tchiiell empor fteigehde .Hügel xhit 
i^chönen Flachen äb^ [welche durch artige Lufthäu- 
fer und das Schlängelil einiger Bäche noch mehrAVi- 
nehmiichkeiteii erhalten. Die Türken glauben an 
eine Fropbezeyüng, zufolge welcher ihre Herrlchaft 
cinft blo8 auf Allen böfchränkt werden folU Wegeö 
diefef Pröpl^ezeyurtg ,. deren Urfprung ungewifa ift| 
errichten lehr viele tückifche Einwohner Conßanti- 
nopelsihre Grabmäler in Scutarii wo üe keine Eht* 
heiligung zu befürchten haben. . Diele Orabmäler 
umringen faß die ganze Stadt. Sie beßehen meißena 
aus einem länglicliten, vier bis fünf Schuh hohen 
ftein^rnen Pfeiler« dellen .Vorderfeit£l gieglätiet» .mit 
fchwarzeri oder goldfarbigen Inhfchriften » meiflen 
allegorifcheii Inhalts verziert iß. 

Fünfzehnter Brief. Das Serarl des Sul* 
Un6^ macht von Scutari aius betrachtet 1 luBinen wi« 



574 Mtmail. Correfp. igtu S.OU4. 

d^Uchen Eindrtifck« Die Cekfanien Gruppen fettiet 
kleinem und gröfem Gebäude» die man auf diefet 
Seite entdeckt» die verfchiedenen Richtungen g» 
nflanxter Bäume Und einige xietliche LufthfiuCer» ßet 
lan ein buntes Gemälde dar» welches durch die£n^' 
fernung und den hellen Spiegel der See nicht wenig- 
gewinnt. Aber von der Seite« wo es mit der Stadt 
suCammen hängt« üeht man nichts jfh feine hohen 
von Alter gefchwärzten Mauern » die bald regelmi* 
fsig bald Tohzufammengeretzt find« Denkt man fieh 
den grofsen Raum und alle die Barbarej und allen 
den Despotirm» den fie einfchliefsen 1 Und all); die 
Opfer» die innerhalb derfelben bluteten t fo fühlt 
man ßch glcichram von graürenhaften Empfindnn* 
gen ergriffen. Dem Innern äi^fes berüchtigten Pal* . 
lades fehlt es an aller Ordnung und zWeckmäfsiget 
Venbeilung des Raumes. Die Gemächer des Sal* 
tans , die Säle » in welchen er den fremden Gefand* 
ten feine pomphaften Audienzen giebt» füllen Ver* 
fch Wendung ankündigen^ aber deti Character dei 
GefchmaCkvollen oder Erhabenen vermifst man ganz» 
lieh. Der kaiferliche Fallaft hat neun Thore ; da^ 
jenige» durch welches man auf den Platz St. Sophie 
kommt t ift das vornehmße* Über demfelben befln« 
det Geh ein kleiner Erker» hinter Welchetn ein ftark 
vergittertes f cnßer angebracht iß» aus Welchem det 
Grofsherr den hier vorüber gehenden Zug der Fretn« 
den Gefandten anficht« Im zweiten Hofe iß das Ir» 
renhaus (Timerhane.) Dem VerfalTer empörte det 
Anblick der Vernachläffigung und des harten Verfah- 
rens f dem die Wahnfinnigen hier ausgefetat Bnd. 
liie Menagerie des Suluns $ vr^che ßch «l^nfaUs im 

Serail 



LII. Reifi *ia€h Confiantinopä. 575 

\ 

Stfrail befindet» MüUte die Erwartung dea Verfßf* 
fort bey weitem nicht. . Innerhalb .eines geräumlgea^ 
mit einer Avohl proportionirten Kuppel verfehenen« 
aber fehr dunkeln Gebäudes , Geht man hinter fchlech* 
tenbolz.<ernen Gittern einige Löwen» Hyänen» Wöl- 
fe» die meiftens bey einem Vorderfufs angekettet 
find» und äuCserß uufauber gehalten Werden« 

Sechiehnttr Brief. t)ie Gärten des Seraili 
find weder durch ihre Ausdehnung» noch durch ihre 
Anlage meÄWürdig. Wenn es fchon einigen Par- 
tfaien nicht in Anmüth fehlt» fo bilden fie doch 
kein Gln^eai 6e Werden durch zu fchneidendeCon« 
trade unterbrochen» als dafs ße einen angenehmen 
Überblick gewährten. Der kaiferliche Gärtner (da* 
xnals war e» der Bruder des kaiferlichen Hofgärtnera 
in .Scbönbrunn) ift nicht Schuld daran» denn et 
mufa. ohne .Widerrede die Einfälle des Sultans aus« 
führen» welche nicht feiten von feinen Weibern an-» 
gegeben werden. Wenn er in den Garten kommt» 
inufs der Gärtner denfelben verlalTen» oder fich fa 
fiellen» dafs er feinem Gebieter nie gegenüber zu 
fiehen kömmt » und wenigßens lunfzig Schritte enw 
fernt iß. Auch fpricht der Sultan ni^e mit dem Gärt- 
ner» fondern feine Befehle werden ihm durch einen 
der vier Sklaven überbracht» welche swifchen ihm 
und dem Grobherrn faß in gleichen Ahßänden ftehen 
und dellelben Worte fich wedhfelfeitig mittheiien« 
Der Garten iß ganz mit hohen Mauern umfohloflen» 
welche mit Bäumen nicht verkleidet werden dtir« 
feD» damit niemand mittelß diefer hinaus oder her** 
tib fteig^n könne. Der Boden erhebt üch in mehre« 



§76 Monatt. Carrifp. tgii. f^ÜÜi 

ieh nicht wohl proportionirti^ri Tertaffeü« TTelcM 
als Grundlage hier geßaiideiier Gebäude ^ nicht abge» 
tragi^n \Verden dürfen- 

Siebenzehnter ^rief. (SujukdereJ) Nacli 
Mner. Fahrt auf dem Bosporus langte der Verf.'id 
Bujukdere aii« ^vo er eine Einladung sn einem Ball 
bey dem turCifchen Botfchafter erhielt. Das Gebäu- 
de des rürfircheh Botfcbafterd iii Bojtiüdere» das ein 
EigShthüm des ruffifcheh Hofes ift^ Vereint Fracht 
tind Bequemlichkeit auf eine feltehe Arh £^ ge\Vinnt 
nngemeih durch feine vOrtheilbafte Lag^apa Gefladti 
des Bosporus iind durch den auf dxey Seiteii daf* 
felbe üiiigebenden gefchmackvolleh harten; 

Jekizehnter Brief. De? Vljtf. wohnte ^p 

hem lürkifcbcn Felle bey, das ah dfena Tage der B^ 

fchneidung eineä Mohren gehalten iv^rd^. Nach^ 

dem der Mohr bis Sonnenuntergang in eitieih feftli« 

chehtiortüme umhet geführt worden war» begatin Aei 

TaiiZj welcher die gaiize Feyet befchliefsen follte. 

Im Hititergrunde einer geräumigen Hütte branhteil 

einigt Pechpfanned. Mit Scheirbet gefüllte Gläfei-^ 

all welchen unaufhörlich geklingelt ^vurd^,üiiiring'' 

ten fie^ Nicht ferde davon gaukelten bey häfslieh 

fchnarrehden Pfeifen zehn gefchibütktci Und imht 

gekleidete Juiigeil^ bald einzeln » bald zugleich auf 

eine Art, an welcher man die uhhatürliche Beftim« 

nauhg diefer Unglücklichen fehr leicht eürietti; Ein« 

Menge von Zufeberii drückte ficb an die ^Väiide^ 

eiri Tbeil hattö fich auf den Boded geftieekt. Sie 

ftarrteii wie Klötze vor fich hiii und begattteh ditf 

«tawurtgenen Anttrenguiiged dem £I«nd üHd der 

Sdhatt* 



L|L BeifeiULch Qmflantinöpd. »l^^j/j 

^bande prei«gegebener Gefcliöpfe, keiner fchten 
den andern zu bemerken« — Die fremden Gefand« 
ten in Conßantinopel bleiben in Beziehung auf Le- 
bensart derjenigen getreu • die das gefittete Europa 
mit geringen Abweichungen beynahe durch^ebenda 
angenommen hat« Wechfelfeitiger Umgang itt ih« 
nen gewÜFermafi^en Bedürfnifs • und dem gefelirchafc« 
liehen Verkehr fcbeint ea^ zumal b^y dem Aufwaa« 



de , mit dem einige Minifter hier leben, weder ah 
Vergnügen noch am innern Gehalt fehlen zu können» 

Neunzehnter Brief. 'Der Verf, macht aua 
Bpjukdere einen Spazierritt in das benachbarte Bei» 
grad und nach Trchiftlick« Da$ neben Hügeln, Flft* 
phen und Gebüfchen angenehm liegende Belgrad 
"^ird durch die artigen Landh^ufer der preufsifchen 
und englifchen Gefandten Verfchöneit. ^icht ferne 
yon Beigrad find mehrere Waüerbehältnlfte (Bentt), 
deren einige mit den Cißernen Conßantinopela zu« 
(ammen hängen. Sie find von Stein, und wenn fia 
fchoa hinter ähnlichen Werken der Alten weit zu* 
vück bleiben, fo find fie doch mit mehr Gefchmark 
angelegt und belTer erhalten , als die meilten Werke 
tiukifcher Baukunft. Tlchiftlick ift ein Ort auf der 
^denStrafse nachConfiantfnopelt der ohne dem dort 
beßndlichen Lußhaufe dea Grofsherm und den Ca* 
(emen der auf europäifche Art regulirten türkifchen 
Truppen keine Erwähnung verdiente. 

Zivanzi gß er Bri ef. Ausficht von Fanaraki 
in Europa auf die Umgebungen diefes Orts, wo fich 
der Verfaller auf dem &chiife eines ruffifchen Cou^ 
riers einfcbiffte. 

mm. Oorr. XXIIL B. xßix. R T Ein 



•« 
^ 



578 * MonaiL Carrefp. tili. 0üti^ 

1 Ein Und zwanzigßer Brief. BeTchrd« 
bung der WalTerf^brt von Fanaraki bis Warna. 

Zwey und zwanzigßer jBrief-. Aus War- 
na gefchrieben. ' Die Lage von \Vama hat nichts An* 
ziehendes. Verödete Flächen, kahle Felfen umrin- 
gen es auf der Iniandfeite, und die Spitzen von 6a- 
lata und Sogantik , weiche die geräumige Rhede 
einfchlietsen • und weder mit Grün bekleidet, noch 
befriedigen fie durch ihre Form das Auge. . Auf allen 
leiten lieht man Verfchanzungen , die im ruffirchen 
Kriege erbaut wurden/ Die Einwohnet beftehen 
aus Armeniern und Türken, und Tolleli fich auf 
ilScoo belaufen. ' Die Stadt ift zienüicfa aosgedebntf 
ßelltx fich' aber vx)n keinem Punct angenehm 'dar. 
Ihre Häufer find niedrig, die Gaffen unregelmäfsig« 
fchiecht gepflaftert und äufserß unfreif ndlich ; Aenn 
die Häufer ^haben gegen die Gaffen keine Fenßer, 
auch find die Thüren ftets verlchioffen. Der nicht 
ferne vom Gefiade liegende Marktplatz bildet ein 
länglichtes Viereck; der (teinerne Brunnen im Hin- 
tergründe ifi immer mit Menfchen umringt ; eine 
Menge kleiner ßuden und Haffehäurer vermehrt ih« 
ren Znfammenflufs. Auf der einen Seite des Platzes 
fleht eine Reihe hölzerner Barbierftuben , die JFaft 
ganz offen und mit allerhand Tüchern verziert find« 
Die lange Zeit» w^elche die türkifchen £legan8 unter 
den Händen des Barbiers zubringen, das darauf foU 
gende Färben des Schnurrbarts und angelegentliche 
Richten des Turbans beweifst, dafs Rohbeit lelbft 
gOLen die Lächerlichkeiten der Eitelkeit nicht 
fchütze. 



\ 



Drey 



Ltl. Keiß nach CoHfiantinopei 5^0 

T^rey' und vier und zwanzi^ße'r JÖritf, 
Silißria an der Donau. Silißria hat enge unfaubere 
Gaflen» nie irige Hliafer» verfallene Hütten. Auf dem 
Marktplätze ßnd zwey parallele Reihen hÖlzemet 
Kramläden, niittelft eines durchiocfaerten Schindel« 
dach€8 mit einander verbunden« 

'lüJif Und zwunzigßer Brief. Sowiedet 
letzte aus Bukkareft gefchrieben. Der VerfaiTer vef' 
gleicht Bukkareß mit Zombor, Thereliopel und De» 
brecsin in Uugarn ; eben fp flach find feine Umge- 
bungen t eben fo planlos feine mit Koth oder Sand 
bedeckten Strafsen« deren einige mit Balken ausge« 
legt find, damit der Fufageher bey naflem Wetter 
doch fortkommen >könne. Heftige Winde in einer 
Jehreszeit « während der andern dagegen eine mattei 
durch -die Schuld der Einwohner oft mit böfen Aus« 
^unftungen gefchwängerte Luft, fchlechtes Trink« 
waffer und gänzlicher Mangel ^tn öffentlichen Unter« 
baltungen» vermehren die Unannehmlichkeiten die- 
fer Stadt, die demungeachtet eine Bevölkerung von 
mehr als 90000 Menlchen hat. Die vorztiglichfteii 
Claffen ihrer Bewohner find griechifche und türki« 
fche Handelsleute« deutfche Handwerker und eine 
grofseZahl von Bojaren* welche nie auf ihren Be« 
fitzungen fich aufhalten « weil fie das Landvolk furch« 
teni das Elend und äufserfieVerwahrlofung fo leicht 
%vt Verbrechen forttreibt. Das fürfiUche/Gebäude ift 
~ ohne allen Gefchmack aufgeführt und nach Ottoman- 
niCcher Sitte mit hohen Mauern eingefchloUen« Das 
Innere der Häufer iß durchgehends fchlecht ange« 
ordnet« Jeder Fürß der Walachey pflegt fich einen 
Garten und ein Lufihau^ anzulegen. Was in Buk* 
^ ' R r a kaceft 



580* MonaU. Cornifp^ iSiu ^UN. 

Kareft berondera auffällt» find die zahlreichen Equi- 
pagen der hier wohnenden Bojaren. £a find Pirat* 
(chen mit Schlechten. Pferden befpann^, deren ser* 
i^illeneaOefchirr.mit bnnten Qu^fien verziert iflL Die» 
I4 Wägen» welche ein unternehnienderHandebniano 
in diefe Stadt brachte», haben hi^r einen groEsen Werb» 
4enn ohne einer folchen Equipage iß man nicht an* 
gefehen » und kein Weib eine« wohlhabende^ Qoja- 
xen erfcheint je zu Fufa 

Si^eks und zwanzigJIerBrief. Die Stra* 
tae von Heranannftadt in Siebenjbürgen nach fink* 
kareft ift gerade daa ijegentheil demjenigen , die von 
Bnkkareft nach Siliftria führt. Diefe ift voilkoinmen 
flacl^und läuft durchgehenda auf weichem manchmal 
fandigem Boden fort. Jene befteht gröfatentheilailQa 
fteilen Bergrücken» engen und tiefen Thälem» und 
an vielei^ Steilen n>öchte ein gr&faerea Fuhrwerk» 
wenn ea nicht von Menfchen gehalten würde» übec 
die jähen Abfchüfle ßürzen, unter welchen in einem 
felßgten Bette Geh die Aluta raufchend fortwälzt. 
Mittelft der Poßen wird man in der Walachey fehr 
fchnell befördert. Auf der erßen Station zahlt man 
dasPoftgeld für die ganze Reife. Man erhält dann ei* 
nen Zettel» gegen deilen Vorweifung die Foft- Capi* 
taine » oder Poftmeifter der übrigen Stationen » die auf 
demfelben angemerkte Befpannung verfchaffen. Auf 
jeder Station ift eine grofae Anzahl Pferde vorhanden» 
und reicht fie nicht zu» foläfat fie der Poft - Capitaia 
dort hohlen » wo er fie zu finden glaubte Wer keinen 
eigenen Wagen mitbringt» dem wird eid Fofikarrea 
gegeben. Daa Kupfer ftellt den Kioak von Sebek dar. 

- LIII. 



LIII. V Aust, Schreib, des fujf. Mf. Staätsr. Tufs. jtl 

« ' I ' . > ' ■■■■■^■■■■■■■■■■■PlMWWMWliWPW»«»*^'""!»^ . ■ 

. * 

LIII. ' 

s 

Auszug aus einem Scliriöibett dfes rdS. käifefA 
Staätsrath N. Fufs. beftäiidfeem Seci^et. 

• ■ , • •' . . . ö ^ 

der Acad. der Wiflenfch^ften. .. 



St. I^etersbarg , apsi 14. Fd^r. i^i i * 3 

JLch bin fo itty, Ew. Hochtvoblgeb. hn Nainen der 
iiarferl. Aeädemie der Wiffe<ifct;ia(teQ bu erfutk«n^. 
die iA bieykominenden Progrsntoi d'erfelben «alhal- 
4efie äflronomifch^ Frage, durcb den Weg der. Viel 
"gelefenen Mon. Qor'refp. enternden aftronomen g^ 
, fäüigft verbreiten «n helfen. Nur dadurch t d^^s die- 
fe Frage bald und 'allgemein sur Kenntnib der vot- 
«üglichften und mit den beßen Hülfsmitteln verf^he- \ 
nen Beobachtern gelangt» Kann dieAcademie'boffen, 
befriedigende Goncurs • Schriften w erbalien« 



Ajlron(ymifche Preisfrage 

der rufßfck'^ka^rL Aeademie der PJ^iffenfchaften 

für das Jahr iQi^* 

Da die \yabre Gföfse dea Centralkörpera nnferea 
SonnenfjAema , fo wohl in theoretifcfaer ala practi- 

fcber 

•) ßftich fcboti i^terer die tina'ngeliitieBrfahfung gemacht 
habe, dafs Briefe in entferntere Gegenden nicht an den 
Ort ihrerBefUminung kamea» and dadurch Mifrerfländ. 

nifl« 



\ 

* 



^9Z MwkUL Omefp. iju. ffüN. 

fcher Hihßcht , eins' der ällefwichtigften aßronomi« 
fcheo Elemente iß, (o wir4 eine vollkommen genaue 
Beß^mmuilg des Sonnen • DurchmefTers ganz befon« 
der^ ^yimfcbensvvertb* Allein nngeachtet der Bf* 
inühnnj^en neuerer Aßronomen, und der VoUkom« 
menheit der heutigen Itiftrumente, kommen ip den 
^efuUaten der gefcbickteßen Beobachter, doch noch 
Differenzen vor » die wenn auch an Geh klein t doch 
einen febr ungünßigfenEinflurs auf mehrere wichli« 
ge aftronomifche Gegenftände haben. Der wahre 
Sonnen - Oürcbmeiler iß daS Maafs aller andern io 
unfer SonnenCyRem gehörigen Himihelskörper» ebeit 
fo wie der Radius der Erdbahn , die Orund r Einheit 
uller Diftanzen ift, und es folgt-bieräus die Wichtig^ 
keit einer genauen Kenntnifa diefes Elementes» für 
pb^fifche Äftronomie. Allein da auch gewöhnlich 
der Sonnen • DurchmelTef von den ARronomen ge-' 
braucht wird, um den Werth der Micrometer- Theile 
eu beßinimen, fo iß diefes Element für die ganze 
beobachtende Aßronomie nicht minder wichtig. Be- 
kanntlich erfcbeinen leuchtende Körper , vermöge ei- 
ner Erfcheinung, die man Irradiation nennt , grofser 
als fie in der Wirklichkeit ßnd» und die daraus foU 
gende Vergröfserung des Sonnen • HalbmelTers iß nin 
fo bedeutender, je fchwächer und unvollkommener 
das gebrauchte Fernrohriß; doch wird auch durch 
die gröfsten und vollkommenßen Telefcope, die Ii* 
radiation nie gan^ aufgehoben werden. Da es 

fcbeint , 

nilTeyeranlarit wurden, fo beiiierk<$ ich hier, dafs oben« 
gehendes Schreiben des Hrn. Scaatsrath Fufs» was in 
^en letzten Tagen' des April b^y mir einging, |tn^ fo« 
gleich von mix beantwortet worden iß. v* X« 



Lm* Jhs B. Schreib, ies mff. kaif. Stoß^. Fufs. 583 

fchtfint» dsfs bey SonaenfinOeruillen ungeachtet dex 
InradUtion der Sonne» die Tcheinbare Berührung der 
Ränder, doch erft dann ftatt findet ,- wenn der dea 
Mondea wirklick in den der Sonne eingreift 9 fo ift 
vielleicht die Unterfuchung beobachteter Sonnenfin« 
ßerolffe das einzige Mittel » den wahren Sonnen« 
DuTcl^meirer su beftimmen» und bekanntlich fand 
X)u Sejour aaf die fem Wege, dab^diefer fo wia 
ihn die g^naueften micrometrilcben Meüungen ge* 
faen,^ uni 5}* vermindert werden mufs, um denbe« 
obachteteu SonnenßiißernilTen genorg zu than. Ana 
derf^beo üechqnng folgte auch noch das Refultat^ 
dafa der Mond-HalbmelTer vermöge einer Inflexion 
der Lichtftrahlep'in der Mond- Atmosphäre« um die- 
felbe Gröfae vermindert yyeräen mufa« Könnte man 
fichganz auf diefe ReCuitate verlaüen , fo würde maa 
den wahren Sonnen • DurchmeHer erhalten . wenn 
von dem durch die beßen Fernröhre beßimmten 7" 
abgezogen würden » und eben fo würde aus jener 
Beßim(¥tung die Horizontal «Refraction des Monde\ 
3/^ folgen. Allein da diefe Refultate eigentlich nur 
auf den bejden SonnenfinderpilTen von 1764 und 
476p beruhen (die von j^dichain berechneten Fifter- 
niHe voii 1706 und 1748 l^önnen ^uch mit hierher 
gerechnet werden») fo können folche fchwerlich 
fils^ vollkommen conßatirt gelten. Man mufs daher 
fiotl^wendi^ unt^r die Zahl d^ unbekannten Grö« 
fsen htj Sofinenfinßerhillen auch die Conrectionen 
f^r die Sonnen- nnd Monds - HalbmelTer mit auf- 
nehmen, wodurch denn allerdings die Auflöfang dev 
Pedingung^- Gleichungen verwickelter und oft min<f 
der zuverlälfig gemacht wird. El gibt aftionomifche 

Ta- 



584 MtmM: cMfp. tili: 9UN« 

Tafeln» wo diefe CofT4N;tioiien.8ufgehominen Gnd, 
yfM aber bej Berechnung ron FinftemUIen nur zu 
Irrungen Anlafs geben kann« 

Da nach diefer Darftelinng der Gegenftand einer 
neuen Unterfuchung zu bedürfen fehlen , fo hat ihn 
die Acadeqcsie zur Preisfrage für 1914 gewählt» in* 
dem fie die Aftronomen zur Bearbeitung folgender 
Puncte einladet: 

1. Qefilmmang der Sonnen - nnd Mondhalbmeilei 
fo wie fie in den vorzüglichßen iFernröhreh er- 
fchelnen» durch eine grofse Anzahl fchön ge* 
macbter oder ncxh zu machender Beoliachtun* 
gen» [owohi durch Zeit, aU durch Meflungmit 
Micromet^rn » deren Werthe durch eine Bafis 
beftimmt worden find. Zugleich ilt hier der 
Uiiterfchied der Refultate verfchiedener Fern- 
röhre und dann auch die aus neuern Beobach- 
tungen wahrfcheinlich >verdende Differenz dei 
Horizontal • und Vertical - oder vielmehr des Vo* 
lar • und Aequatorial • Sonnen - HalbmeJU'ers zu 
unterfuchen« 

2. Entwickelung der Theorie der Irradiation und 
Inflexion» in fofern dadurch die Halbmeffer bey 
der Geftirne bey Finfterniffen vermindert werden. 

3. Bellimmung der wahrem Gröföe beyder Correc* 
tionen,, durch Berechnung einer hinlänglichen 
Anzahl SonnenfinßernilTe und vorzüglich beob^ 
achte.ter Hörner« Dißanzen ; dann befonclereBe- 
fiimmung der Infiexion aus Fixßern- Bedeckun- 
gen, 

4/ Aus diefen Unterfuchuhgen hat det Rechnet 

folgende Befuhate zu ziehen. 

m. Den 



/ 



Lni. 4^ 9* Schreib'. iksfujf. ko^f. ^käoMt. Tujs. 585 

. a. Den mit der trradiatibii lu^b^fteten Sonneu« 
halbmeHer« öder fo wie er in gröfsern oder 
Kleinern Teiescopen erfcheint « um als BaGa 
für micrometrifche Beßimmungen gelten zu 
können. 
h» Die Gröfse des Wühren von der Irradiation 
bcfreyten SonnenhalbmeHera , fo wie er bej* 
phy fifcb - allronomifehen Unterfuchungen ge^ 
bracht Werden niufs, 
€. Die BefKmmung d^r SonneA- und Monds« 
Haibmeffer, die den beobachtet^ Sotinenfin«> 
Aertaiffen Gnüg'eitiften, oder mit -andern Wotw , 
ten Beftimmang der nnver den Namen voA 
Itradiation nnd f nflexion eingefüfarteVi Coüree^ 
tionen, die an die zuverläf(i;2;flen Beftimmun* 
gen der Sonnen- und Mondshalbmefler ange* 
bracht werden mülTen, wenn folche be^r Fin* 
fterniflen gebraucht werden Tollen. 
Der Preis befteht In 100 holländifchen Dncaten ; 
die Abhandlungen müflen vor dem i« Januar 1814 
eingefandt werden. 

£)ie Academie ladet die Gelehrten aller Nationen 
ein, Telbll ihre Chren- und correspondirenden Mit» 
glleder nioht ausgenommen , den Gegenitand zu be- , 
arbeiten. 

Die Abhandlungen müflen RufBrch » Franzöfirch» 
!Deutfch oder Lateinitch gefchrieben fejn«, und ifn 
den beQändigen Secretair der Academie sddreffir'C 
werden, der ein RecepifT^ über jede Abhandlung aus- 
liefern wird. Die gekrönte Abhandlung bleibt ein 
£igenthum der Academiie » die der Verfafler nicht ohne 
deren auAdrücKlicheErlaubnifs bekannt machen darf. - 

' LIV. 



586 . lB(maA.J!omfp. tSn gUS^ 



LIV, 

icüe Anzeige. 



Literarifc he Anzeige. 



iCj war liegen blofse lohalts • Anzeigen erfchienener, 
oder im Druck befindlicher Werke gerade nicht im 
Plan der MonatL Correfp^; ailein n^iancherlejUrfa- 
chen» die fichnnfereLefer wohl leicht fei bß: abftrahi« 
xen werden» fcheinen für die folgende Notiz, die 
pns» von des Verfallers eigner H^nd entwotfep » mit« 
getheilt wurde» eine Ausnahme zu verlangen« 

Memoire für la Projection des Cartes geo- 
grapliiqueSf adoptee au depot gener cd de 
la guerre par Mr. Henry ^ Colonel au 
Corps imperial des ingenieurs geographes. 
Publiee par ordre de S. E. Mr. i.e Düc ' 
DE pELTREf miTiiftre de la guerre. ä 
Paris f de Virnprimeri^ imperiale IglO. 

PREMIERE PARTIE. 

Recherches des formelles necelTaires ä Femploi 
de la projectioq et des principales proprietes qui U 
caracterifcQt« 

Chafifrs L 

ExpoCtion du fujet » dans laquelle on donne 
une idee de la projection d'ou decoulent (es pro* 
prietest 

Cha- 



. LIV. Uteratifche Anzeige^ 587 

CHAFITÜß II« 

- ExpverQons ^nalytiques de quelques Parties d'un 
SpberQide elliptique de revolqtlon, 



Mi 



Chapitri; IIL 

■ • * ■ 

Expreflions des mcmes parties du Spberoide qne 
Ton vieut de coiiüdeter; en fonctions de la latiiude 

CHAiPITRE IV, 

Expire.rQop de.la longueqr 4'?n arc de meridieo 
elliptiquecompriseutre deux paralleles donnes. 

CHApirRß^Vi! 
• ■ . , . . ., t.f 

Developpemen$ en feriea re^^uUeres deß foipaulea 

da Cb^itre HU 



1 . .' f 



Chapitre vi, 

Continuation du developp^ment en ferles des 
formules du Cbap. III« / 



\ 



M ' 



Chapitre VIL 

Determination des coordonoeea d^an poiQt quel- 
conque de la furface du Spberoide für le plan de 
projectidn et de Tangle forme a ee point i* par le 
meridien et le parallele de ce point, z* par la tan* 
gente au m^me meridien en ce point et le meridien 
mojen, 3**parla meme tangenter et celled'unecourD# 
quelconque tracee (ur le Spheroide* 



588 tbmtM. Cwrnifp. tgn. SüNj. 

; CflAPItRlS VIII. 

DeTi^ftniniation ie Tarc elementair^ ^'e la conrbe 
d*uii meridlen developpe, de Fa tangeiite» foutan- 
gente, normale » fousnormale et de fon rayon de 
/ courbure en un point donine« 

Chapitr» IX, 

Dans leqnel on examine ce qne deviennent kl 
formnies des deux chaphres precedens , dans le» eet 
paniculieres od Ton fuppofa qne Ie parallele moyen 
colTitcide iVec Ie pftle ; oa ft conSbviA av^ Visqua* 
teur. ^ ;. ' 

I a 

jChafitre X. 

Dans Ie qnel on fe propofe de refoudre ce pro- 
Ibl^me *' ebhhbiira'nt ta Idiigiiluae «t la iiatitn'^e d'un 
'Hien quelconque du fpberoide terreftre» deteiltlinet 
''ia poütion de ce point fnr Ie plan de projectioni et 
"reciproquement. •* 

s 

Chapitre XI. 

Ou Ton a pour but de determiner tous lespoints 
dfinterfection de denx droites paralleles aux axes des 
coordonnees de la projection par tous les meridiens 
et ies paralleles qu'eOes re&contrent. 



5£< 



LTV' Idttrarifche Awseige, 589 

SECa^DE PARTIE. 

Appli<?aiapa <i€ laprojection k un cä$ de pratiquc 
«t tu particulier au trac4 d'une catte d^Europe« 

Chavitae L , ' 

Refui&e et application des formules generalea 
aucia« particuliev que ron canfidere; decerminatiott 
de5 conftantes qui entrent dana ces fonnulM; expU* 
cation de quelques tablea q«iien derivent; emplois 
de ces tabies pour calculer les CQQrdoDoees d'an point 
donne de graadeur naturelle. 

CHAPITR& IL 

Reduction » ä une echelle quelconque 9 des co* 
•rdonnee^ d-un point dornie, calculees de grandeur 
naturelle ; nianiere de transporter lewr origine ä Tuli 
des angles de chaque feuille d*une carte, les dimen- 
fions des (euilies eUul doonees; luitatioa d^A feuil« 
les propre a les dillioguer et a les clalTer. 

Cl^APITRE III. , 

Expofition detaillee de la mapie^e de cpnjbnirc 
les dilferens points d'u^e carte au moyen ^ de leuri 
coordonnees rectangulaires. 

Chapitre IV,. 

, Autre maniere de confiruire les diflferens objetf 
d'une carte i au moyen des düi'erences de longitude 
et de latitude. 

Chapitre V. 

Application a des cas particüliers » des Problenies 
refolus au chapitre XI de la >premiere parlie« ^ 

C»A.- 



5yO . Monad. Correfp» iSn. $US. 

Chapitee Vf. X 

De 1a fignre des qaadrilateres de la projecdoB •— 
renferm^ entre deux mertdiena et dcux parallelea 
donnea« 

Chapitke VIL 

Evaloation nnmeriqne dea airea dea qnadrilatereB 
de la projectioo, formea paa deux meridiena et daai 
paraUelea. 

Chapitee VIII« 

Da la cönftmction dea cartea redaitea. 



TJBLES. 



Table I. 

'Latittide vraie, moins latUnde reduite* 

Table II. 

Logarithmes de^ normales aumeridien ellipti^nei 
termineea aa petit axe« 

Table lll* 

Diftances des differens paralleles ä Peqnateuri au 
paralldle mojen ou de 50 grades de latitude. 

Table IV. 

tlayons des cerdes de projectiona des paralleles 
k requateur« 

Table V* 

Angles au centre des paralleles developpea cor* 

refpoudaus ä un grade de lujigiiade« 

Taä* 



i 



LW. Liierarifche Anzeige. 59 - 

Table VI, 
. * ' Logairithtnes des rayons des patalleles ^ ä T^qua*- 
-' ieur dev^löppes* 

Table VII. 

CiOgarithmea des angles aa centre des paralleles 
developpi^s €9rrerpood^ns a un grade. ^ 

Table VIII. 

Four fervir a Transporter Torigine des cordon« 
nees et numeroter les feuilles d'une Carter 

Table IX. 

Logarlthmes des rayons des paralleles develop« 
pee* • Ou fupplement a la Tab. VI* 

. Table X. 

Logarithmes des angles ou centre des paralleles 
develpppes. Ou fnpplement a la Tab. VII.* 

Table XI. 

^ Grades de longitude dans lefpheroide elllptique«^ 

Table Xlf. 

Grades de latitude dans le fpheroide elliptique« 

Table XIIL 

Latitudes des paralleles correfpondans aux'dlffe« 
rentes dißances du parallele nioyen« ' 

Table XIV. 

Pour fervir a calculer la diflerence de Tändle for« 
me parun meridien et un parallele, avec Tangle droit« 

Table XV. 

Exces de la tangente für Tarc f exprime en fractloa 
de grade 5 pour l^dix premieragrades duQuad^ant% 

Tab» 



\- 



59^ Mqmad. Correfp. iSvu ^ÜN. 

Tablk Ji\h 

Exe^t« Tor rangle droit« des tagieg foimfa par h 
neridien qai a vingt grades de loogiuida et par kl 
diffihrens paralleles. 

Table XVIL 

Grades delatitude da meridien devdoppe, qoit 
^^g^ grades; de longitade. 

Tabm XVIIL 

Latitades croiffantes dans le fpheroide. 



NOTA. 

Le memoire a 220 pages rgavoir« 144 de textl 
, et 76 de labies. 

Tontes les tables 6*etendent depsis la latiinde At 
30 grades jusqu'a celle de 70; excepte la tftbl^ XVIII 
qui commence a r<^quateur et fe termine ä lalatitode 
de go gradea : elles precedent de decigiade en deci* 
grade de latitude qui en eß TargDment 9 a Fexception 
des' tables IX et X qai fönt plusrefervees et qui mar» 
chent de centrigrade en centrigrade. On lea k cal* 
cuJe en ruppofani le rapport des axes de la terre egal 

II 7 a quatre planches de fignres. 



Am Schlafs diefer Inhalts Anzeige befand Geh 
noch eine mit des VerfaiTers Namen unterzeichnete 
Bemerhungy die wir hier ebenfalls im Original fol- 
g^n^ lallen, da wir uns nicht gern durch eine ij^von 
gegebene Überleitung den .Vorwurf machen laffen 

möch* 



X / 



LIV* LiUrarifche Anzeisi. 59 J 



tüöchteti I d;gren Suiti und Tendenz irgend entdelU 
tVL babeu* 

OBSEAP'ATIÖM 

HÜR ZA hAtE t>k CEt OüP'RAÖMt 



Ce memoire e(t commence depuis environ cinq 
ans mais je n^ ai pas travaille de fuite # il a ete prisi 
quitte^ repris tres fouvent et n'eft pour ainfi dire que 
le fruit^des motnens que j*ai pü memfiiagetfänsnegU- 
ger nxea aatres occupations eflenttellea i II a etä 
acheve le li Decenibre igog envoye etirequ an D^«. 
piii gederal de la gaerre dan$ les premiers joüts de 
Janvie^ tgöOi Le 17 lüillet de Id rnenie annee S £« 
le Minißre de la güerre en ä approuve rimpreffioi^ 
HktxJL frah da göüvernementy eile a dommence vers la 
hn d^AoÜt et n'a ete terminee qu'en Deeembre igio« 

MdnfYt 
k Strasbourgs le 2j Fevtiet igix« 



.üdNaA 



^« 3* Cell donceti Jan vier 1^09 qUePaUfaUt a euett'^ 
treles mains pendant long • temps f e memoite de 
Mr. HertryAinCi que*1e prouve Une lettre dePulf* 
tant ä Mr« Henry que ce dernier a entre l^s malus« 



y^ 



iOdn* Cm. XXIIl B« iSxx. Sa Vf. 



f 



f - 

594 MönatL Cwrrtfp. tSiU ^f/^. 



rf*d 



I 



^ Auszug aus einem Schreiben des Herrn 

Profeflbr Mollweide. 



Halle, «iki t6. April ifih 

» • . • JLJ.err iProf. Benzenherg hat , wie ich nenllck 
aus Gilberts Annalcn der Fhyßk und dem AUgcm, 
Anzeiger erfahe , bey den baromeirifchen Höhennaet* 
fangen die Schichten • Methode des ßlariotte >yie« 
der in Anfehen zQ bringen gefucht. Das kommt nün^ 
aber fo heraus « als wenn man die Meridlonaltheile 
von ileuem durch die Addition der Secanten fachen 
wollte, .wie es Sjieülus in feinen Tiphys Satanus 
gemacht hat. Statt des verächtlichen ScitenblicKs 
hierbey auf die Integralrechnung/ hätte Herr Ben» 
Zenberg wob! gethau zu zeigen , dafs Mariotte^s 
Verfahren in aller Schärfe angewandt, gleichfalls auf 
den gewöhnlichen logarithmifche« Ausdruck führt, 
und fo die Noth wendigkeit und Brauchbarkeit der 
höhern Rechnungen auch in diefem Beyfpiele ein* 
leuchtend gemacht« 

Da der Zufamnienbang des gewöhnlichen AdS« 
drucks mit der Mariottifchen Methode, fo viel ich 
weifs, von keinem, der über das HöhenmelTen mit 
dem Barometer gefchrieben hat , dargelegt iß, fp er* 
lauben Sie mir ihn hier zu ei^twicheln. 



£f 



1 



LV. Jus (f. Schreibendes Prof. MoUtüeid^: j^jj 

ts fey der BaVomrtefftäncl an dei« uhtetn Station 
f^ an derobern y. Man ftelleßch die Lnft faule zwi«» 
fchen denfelben iti n Schichten getheilt Vor ^ inde^ 
ten jeder das ßarometer um die Gröfse x niedrige^ 
fteht, als in der rorherg^henden , fo ift t^^nkzz,jy 
Setzt man nun das Verhältnib der Di|:hte des $ zur 
Dichte der Luft in der unterften Schicht tz m t tf 
fo'ift die Höhe diefer Schicht ~ mx:,Mind nachdenl 
Mariottifchen Gefetze die Höhen der folgenden 

nffx tnfx mfx 



. ^ , -, — . — • * . • , alfo die ganie HÖhil 

£— .X f— 2X f-'Cn — ijx 

— ^4* mfx mfx . ^ mfx 

f — X i — 2X f*-(n-^Ox 

i . • » ■ 

•(_L_ _L_ ^ , * . y 

-»^V- ^l-i *'•'•* -L-Cn-i)f ' 

£lie Sümttie det/ eiilgefchlolTeneii Rieih6 findet ficlr 
jWch £ü/erj Inßit. Calnuli Diffi Pari. IL Cäp. P't 
nro. 145 1 und dadurch erhält man die ganze Höhd 

\ « f_nx icTTnx) if / 

t:r mf ilog -L -* ?4^ — etc. . . l 

Damit der Barometerftand in einer Sobjcht def"^ 

felfeebleibiB, niuts k ±r * feyö, Öa fttita n^ eiM 

00 

endliche Giöfse ifti fo ift n rS oo* Öadurch ver- 

\^andelt fich der rorige Auddruch für die Höhe det 
-^ f ' 

cihern Station über diie untere ift diefen tiif log ^ # 



» 



I 



596 Manaü. ComfpM iSiu QÜN. 

-wo der natürliche Logariihin. %u verfteben ift. Der 
fa gefanjlene Auedruck ift der gewöhnliche» wenn 
maii von der , Wärme • Abnahtae und der Veränderang 
der Schwere abrtrahirC. Man kann diefen Ausdruck 
firtjlicb auch auf eine gäns elemenrarifcbe Art ablei* 
ten $ wie ee Icbon KarflsH in feinen Anfangagrün« 
den- der Aeroftatik $ 34 gethad bat, dadurch, dab 
miin die Schichten von gleichet H[öhe nimmt. Da* 
bey aber ficht; nuin nicht fo gut die Bedeutung de< 

beftändigen Coefficienten^ womit detlog — <. mol* 

. y 

tipiicirt werden mufs. 

Im Fr^ymäthigen fand ich vor einiger Zeit an« 
gefuhrt, däfs bey der Bedeckung des Aldebaran durch 
den Mond am lo. Sept. vorigen Jahres der Stern nicht 
hinter dem Monde verfch\Vundeti fey 1 fondern einige 
Secunden fich vor dem erleuchteten Mondrande auf 
der Scheibe gezeigt habe, und dann verfcb wunden 
f^y. Herr von Münchow hat mir gefa^ , dab £ w« 
Hochwohlgeb. daQ^elbe wahrgenommen haben. Die 
£rfcheinung ift beym Aldebaran nicht feiten. Schrö* 
ter hat fie den i. Nov. 1792 und am g. Nov. 1794 
beobachtet. ( Selenotopographie II. Bd. jj 1064 - 66* 
S. 520 n.f.) Kä/iner bat eine ähnliche Erfcheinung 
bey der Bedeckung der Venus durch den Mond am 
II. Febr. 175 i gefeben. ( JnfangSgrüude der Aftti 
5 190). Herr Schröter fcheint, weil er fich auf 
Grimaldi und Neioton beruft, die Erfcheinung als 
eine Wirkung der Beugung der Sttahlen zu betrach- 
ten. Allein mir kömmt Jurim Erklärung (J Smithi 
Lehrbegriff der Optik durch Kdßner S. 491) nach 
welcher das Erfcheinen des Stetns auf der Mond- 

fcbeibe 



\ 



'' I- 



LV. 4»s e. Schfiiben des Prüf. lUMweide. 59^ 

fcheibld voii dem Eindicicen des 'Bildes des Sterns in 

den Halbfchattenring des nicht vollkommen deutli»^ 

eben Bildes des Mopdes herrührt , -wahrrcheinlicher 

vor. Lalande' pflichtet ihr gleichfalls bey« (^Aßro* 

nomie $, 1991.) Sollte dieErfcheiqung eine Wirkung 

der Beugung fejnt To fcheint es mir; müfstp der 

Stern Geh anfangs gleich innerhalb des Mondrandes 

auf der Scheibe zeigen » und oben nach dem Rande 

a^ (ich bewegen« Denn man wird doch wohl nicht 

annehmen wollen » dafs die Beugung zunimmt , je 

breiter der Stern hinter dem Monde iß ? -*- 



LVI. 






^ ... IU P -J. ! - J. J ^^FWiWiWP^f 



LVI, 

Auszug 

ans zwej Sclireiben 

des Freyherrnt^on Ende^ 

m, 

^orm»!« königl. würtemb. 5u«(sminifter, 



« 



\ 



Männheim t am |l. May und 6» Jon, 

• , » . JlLiw, f , • bezeuge ich meinen lebhaftefieq 
Pank für die mir gütigß mitgetbeilte Nachricht von 
<^em zu MarfeiUe beobachteten Cometan, Ich bin 
indelTeh nicht to glücklich geweCen » ihp zu finden, 
Am 6. May hatte ich das Vergnügen» Ihre Zufchrift; 
%vi erhalten » all<^in an diefem und den folgenden Aben* 
cleq war ea trübe und zum Theil mit Regen beglei* 
tet. Ich ho^ und wühfche, dafa Ihnen das Auffu« 
chen dea Fremdlings belFer gelungen feyn möge. Ich 
für mein Theil zweifle faß an einem günftigen Er- 
folg , tbeiU wegen des hellen ^Mondenfcheina , theils 
weil gerade im Weften der Sternwarte der Rbeiq 
fliefst, lind eine folche Menge Dünfte von ihm auf^ 
ftcigep 9 dafs ich nur feilten einen reinen und heitern 
Abendhoria^ont wahrgenommen habe. £a wird alfo 
ein glücklicher Zufall dazu gehören^ den Cometen 
aufzufinden; indelFen werde ich kcfineMühe fpa/en, 
Uebrigen^ fchäint mir dieferComet der nämliche'^za 

feynt welchen Herr Fiaußcrf;ues ^n Viview am 

l6i 






\ 



^ I 



• , • / 

LVI« Schreiken tUx Fi^hr% v,, Mnde^ l^f^t^ 

HA* Mär» entdeckte, "^y Herr Burckhardt fehiicikt« 
mir geßern die beyden Beobacbtungeo von Vivicrff 
upd -eiue eigng. Hier find ße; 

/26März A 120* 26' DecLauftr. 29* 5'' 
Viviers<,^ 

Jig -T. — 119 54. — — 28 I 
Paris 19 Apr. ^7^ 46! "116** 3^' Ded.aufi. 15* lo! 

I 

• • ^ • Auch wir find nicht fo glückHch geweCeni^ 
hier den Cometen zu erblicken. Wenn auch der 
^qinze Himmel; heiler Ift» fo j^leibt dt)ch ge>yähnlich 
am \yeßiichen Horizont eine Wolkenrchkht» wet- 
che die auffteigenden Dünfic des Rheins erzeugen« 
Das b^eflge CHma ift eine wahre Kreuzesfchuli^ fiiip 
die Aftronomen. Hjerr Profeflbr //iarJz/i^ hatte mich 
Tehr flrüh au^ Paris von der Frfcheinung des Come- 
ten benachrichtiget. Der Brief ift at)er ^icht in mei« 
Tie Hände gekommen und wahrfcheiniich unterwe- 
ges verloren gegangen. Buvekhardt hat mir folgen^ 
de Elemente des Cometen gefchickt , die er jedocb^ 
nur für eine erfte Näherung giebt : 

Pppten .... 4« 13* ^2' 

Neigung . t » . 65' 9' 

Ort des Pe^iheUums 3« 3** 34* 

Diftant; petih, ^*7^n log 0*24741 6 

Durchg. durch die Nähe i%iu 21 Sept. 13^ 30^' 

Es folgt hieraus» fchreibt Burckhardt^ dafs der Co.* 
met leh;t lange achtbar feyn wird « und ich boflfe ,^ 
dafs ea den Aßronomen gelingen durfte • feine Qppo^ 
ßtion im i^äcbfien J^hre 211 b^obachtea^ Im Monat 
' Sept. 



* ) Di«fe Vermmkiuig^ift völlig gegrAndet und FUatgargu4$, 
alisxdiags d«r «r&9 Snuieel^ ^e£til ComtMii.. - 



,^00 MfnatL Correfp. igii. S^N^ 

Sept. ift er ungefähr in der ^ weiten Qoadrftlnr , iin4 

Mo gewifs li€htßär)(er als jeti^t. 
' ■ - '' ■ 

Wir mülTea hoüen, düf^ Trenn efi^ucbnn^nicbt 

gelingt» den Qometen lange a^u beobachten t dierü4* 

liehen Adrononqen de&o glück^iclier feyu werden. 

Da Sie Qe)egenheit haben , in Gotha p^iro4 ia 

üngua grapca peritijjimos zu Halbe 2^a flehen, Yo 

bin \c\\ fo frey 9 Sie anf eine Stelle des Strabo auf* 

merKfan) zu ipachep 9 die ipicb fehr frappirt hat, Sie 

SL^\ii\rQ Anfang des dritten Buchs, Strt^Q xt^tX 

von den Urf^chen » warum am Horizopte die Sopae 

und der Mond gröf^er erfcheineq , als in beträchtlichea 

Höhen und tagt nach meiner lateinifchen Überfer 

t9;ung 9 d^nn icb yerfte)i« w^nig oder gar Hein Grie- 

cbifch; 

*' C^iula eß qniß plures esg humidlf Jurfurn vaporc^ 

elevantur * per quos ßcut per fijt ulas ^ frao 

(US it^tuUur^ latior^s fufcipit imagin^s^*^*) 

Wa» 

*} Wir'dankeii dem Ipreylierrn von Endo TorbindlichR . 
"~Vins auf diefe immer etwas prob ieniatif che Stelle im 
Straha fiufmerkfam gemacht zu haben, ond wir werden 
unfern Lefern in einem der näckßeq Hefte die Bemer^ 
Illingen eines Philologen über diefen Gegenfiand mit^ 
f beile^i. Qie Stelle kommt beym ^Strabo 1. J. p. aoj V9X 
^^d heifst im Ori|;inal fo ; 

T>jv "hs Tov fASysSoig (pavrxfftav dv^sf^Soct /xsu o/xotw^ vuktoc n 
Trtf \\jC%iq v,ou rag civgcrokag ey rolg irsX.ay^(, hat tq rocq avaSi- 
fxtacEig TXsiovg sy. rwv vy^wv d\fa^8^6(TBat , ha Bs roirwv wg Jf 
avkwu itXw/xiyjjy t>jv o<piv icXarvTe^ag ^g^gff^ai rag (pavrafftag. 
Ka^aT&Q Kai hie ve(p^vg ä>jf oy koij A*tt^v ßXsvqvffbcv IvSfxaycnf >{ 
av<KriKkovra r^y ^oy ijf <njv atikTlff^yk >ivAui KOti «v^l^s; ^oiivsffScu 
TaWöT^avi ^ Sphon 



'» 



IVt' SckretbH 4is Frhrn. V4 Ef^. 6ot 
I 

• »Was bedeutet hi^x ficut p^r fißuläj?'** (lht$ 
griechircheWort Coli avkogheU^en 9 wie mail mir fa^rt)^ 
Vei^ßeht Straho darunter leere Röhren ,^ yr'te die AI* 
len fie bin und wieder gebraucht zu haben fcbeinen? 
PaDn f afet aber dae latiores Jufcipit imagin^s nichts 
Denn durch Abwendung der Irradiation wird da$ 
durc^ eitle leere Röhre gefehene Bild kieitier, nidbt ' 
gröfaer. Dürften wir ftftulas auf Fernröhw deutto, 
fo wären atierdingti Xatipres imagines vorhanden», 
'W&re vielleicht in tlem grauet Alterthum , neben an*- 
4ern beffern aftfonomifchen ii^erintnilTef) , auch der 
Gebrauch von Fernröhren nkht unbekannt gewefen? 
Hätte etwa der weitgereifte Mann irgendwo davon 
etwad als übergebliebene Sage, aU Tradition gehört , 

Schon frÄber \ii% jich Schneider nii( dieff r Stelle befchSf« 
figt (Eclog. phyf. T. II. p. 273) "wo er, und wie es unf 
fcheint mU Recht , die Idee verwirft » hier^ius auf eipo 
ältere EKÜtenz der Fernröhre zu fchliersen* Das Wort 
axi'koi fcheint imtper blos als hohle RöhrQ oder deren 
Synonim gebraucht zu werden. So kön^nates »U Qezeich^ 
liung für Dioptern vor ^Schneider p. 271) unddannjiuch 
Tskiioi avkoi fynpnim init av^iyyocg als ein« befondere Art 
rlöte (^ Schneider p. 177.) 'Der Grund, warum iifi SiraBo 
die Erfcheinung der Strahlenbrechung mit der Vergröfse- ' 
' run^ durch eine hohle Röhre zufammen geßellt wird, 
frkl^rt lieh wohl am natürlichßen daraus, dafs Gegent ' . 
ftände durch ei^e hohle Röhre deutliqher aIs ohne diefa 
errcheinen, und dafs der BegriiF von gröfserer Deutlich- 
keit, fehr oft init dem von Vergröfserung verwechfelt 
wird, fo dafs hiernach das Qleichnifs der duffch J>ünftfli' 
am Horizont vergröfserten Sonnen - und Mond-HalbmeC* 
fer» mit den Brfqheinungen durch ^ino hohlf R^br^i 
gimz natürlich ift. t». X.. 



/ 



I 
/ 



6o2 MlonatU Correjp. ifa. güN^ 

und ans die Erzählung Co dunkel nnd geheimnilK 
voll wieder gegeben, wie er fie felbft erhidtf 

Herrn /Jc/^rx Abhandlang im üfarz - Heft (über 
eine griechirche Infchrift matheni. Inhalts) hat mir 
viel Vergnügen gemacht« Ich bin verfichert, dsb 
wenn wir einmal manche Alterthümer mit aftroDO* 
mifchen Augen betrachten, die. Deutung natürlicher 
tind erheblicher ausfallen wird, als jet9t« Denn 
warum folUen ^die Slteften Völker nicht aftronomi- 
fche Begebenheiten und Phänomene auf Denkmäler 
verzeichnet haben ? Di^ in Egj^ten gefnndeneaal- 
ten Thierkreife fprechen wenigftens dafür. 



I 



INHALT. 



\ 



^0$ 



/ 



^m^mmmßmßmmmmmmmmmmmmmmitltlimm^ . > u i . i 



♦" 



l N H A 11. T, ' 

I 

-f-i f ' 

JQLIX. BeytrSge zu geographirchen Längenbe^iminttn- 
gen, vom Prof. VPurm in Stuttgardt. (^Zehnte Fort- 

fetzung) .....,*... 529 

]L.. Ueber tlie geograpbifche Lage von MoxJtpelli^ 54^ 

Xi» Baroxnetrirdi« Höhenniefiungen am Schneeberg« in 
Oüerreich unter 4cr Enna. Von Hrn. Oberfl-Lieu« 

« 

tenant Fallon in Wien. 555, 

LH, lleitf naph C!!on|tantinopel. In Briefen vom Ifirn. 

Grafen FtHcenz Bßtthyßny 5(fo 

I«III. Aus einem Schreiben^ des ruIT. Isaif* Staatsrnth JV. 

Fif/>, beßändigen Secretär der Acad^der W^ff« < $8< 

JÄV, Literarifcho Anzeige • ; t • . %%^ 

]Ly. Auszug aus ^inem Schreiben des Hemi Prof^ITor ^ 

JLyi. Auszug aus zwey Schreiben des Freyherm v. Endet 
TQrxqal. KdnigL winemb^rg. Staats minifter • « « ^g^ 



I ' ■ :^ 



■■f^sp^»^>|WHW>— *■ > .1 . '" 



RKaiSTEB, 



6o4 



mm 



REGISTER 



Eum XXIII* Band, 



A, 



Aberration , gefchicHtt. Oar- 

AbpUttang» der Sonne 134 ; des 

Jupiters 212 ; dee Säturns 

22o; der Erde 241, 243» 254» 

471 
Academie.Parirer. Entftehung 

derfelbe& 443 



Araber, G^ehiebte ikrer Stent« 

künde 64 f. 34rf. 
^ Methode advopon. Inftm- 

roente zu theilen 350 ' 
Archiv für Geographie, Statiß. 

u. r. w. vcn Horxnayr 521» 

▼on LiechtenAern 523 
lAfclept, Arbeit Qber Cometen 



— Londner »Entfteh. derf. 443 
•— Petersb|irger , a^on» Preis- 
frage 581 
Aix, geogr. Länge 534 
Amerigo Vespucci , Arbeit ü\}, 

Längenbeltinim. 42g 
Amlterdam, geograph. jLäiige, 

531—533 
Andre » Redacteur öfterr^ Zeit<r 

fchriften 524 
Anzeige» literarifche 527» 58<$ 
Anker » Mineralogie Ton Stey- 

irmark s^z ^ 



Aflrononie» fiehe Sternkunde 
Atmosphäre, Einflufs d. Wir« 
me auf Dichtigkeit derf« 307; 
brechende Kraft der {^icht- 
flrahlen 309 : anfserordent- 
liche Erfcheinungen , Theo* 
rie derfelben vonBiot 312; 
3efiandtheile 315 : der Son- 
ne 135 
Anguftin , VerdionAe wofk Geo* 
graphie 336 



Regißer. 



♦05, 



B. 



Barometer« fiber HölienmelT. 

und Tafeln dafür 272 f. 594 
— UöhenmeiT. am Schneeberge 

inOiterreich 555 f. 
Barry, delT. Stern-Catalog 420 
BatthjfCny t delTen Reife nach 

Conflantinopel 560 f. 
Belgrad, Törk. 577 
' Benzenberg , delTen barometr. 

Tafeln 277. Nachrichten 



Bioc , trigonoxn. Arbeiten , 33 1 
^32« 333; Über Refractiou 

' 3o8, 311. 313. 314» 330; 
Lidit 321 ; Atmof{»htre3i5; 

: Magnet 428 ' ' ' 

— llecherches für les r^fvac^ 

' tions extraordinair. ecc. 313 
Blätter » Tatei ländifche , ^ für 

>^ Ofterreich» topogtaphifcheit' 

Inhalts 52I> 524. 



über Umdrehnn^ der Erde Bodo , Arbeiten über die Aeuen 
283 f« Planeten 8 S Sternbeßim. 25 

Berlin, geograph. Länge 531 , Bohnenbergei'; Arbeiten trig^ 

249* 331 * Umdr«h. d. Erdo 
256; Geograph. 334 
Bosnien , topograph. Befchrei* 
buög 5,?2 
Co-|Boüv^rd^ Arbeiten über Co» 
meten 103, 104, to5; Monii 
1^6, 139» 147, 148; Jupi- 
ter 214 ; Uranus 211 
aus einem Schreiben 'deif« 
483 " • - 



534 
BeCfel I Arbeiten üb. Sternbeft. 

27; Aberrat. und Nutat. 36 : 
eiene Beweg, und Parallaxe 
der Fixfterne 39» 41 ; — , 
meten 105» 107« 109» IIi> 
112 i 11^. l2ot Saturnsring 
I18; SiernTiedecl^* 339 
— ^ über deir. Anmerk. zu Sold- 
Hers Theorie d*une nouvelle 



etc« 182 f. Aus einem Schrei- ' — Fehler in deiT. Jupiteft« Uttd 
ben 189* Projectirte Sto- Satuyistafeln 484 
* tungstafeln 190; Bemerkun- 



gen über die Gjeenwicher 
Quadranten 192, Vertheidi- 
gung gegen die Soldnerfchen 
Bemerktingen I92 

-*»> Unterfuchung üb d.fchein* 
bare und Wahre Bahn des Co* 
meten von 1807» 387 f* 

Bewegung, eigne der Fixfter- 
ne i Gefchichte derf . gg 



Brande! , Ünterf. üb. A, Strah* 

lenbrech. 314 
Brauüfchweigi geogi*. LUtkgf^ 

534- 
Breite, geogr. Oriani*s Meth. 

diefe KU berechnen I58; Ta- 
feln dafür 166 
Brief, anonymer. Über did 
Maytfrfche Erklärung d. Hö* 
fe 92 f. 

firüuig 



6c 6 



Regißett 



Brüoig» trig Arbeit. 331 

BnifTeiuc » Portier bey der 

Stcrnwute xu Mtnnheioi 

419 
Buchberg» öfterreicli. Höh« üb; 

il. IVIeeretfläche 557 
Bujqkdere, Türk. 576 
Bukkarefi» Tflrk. 57p 



beftimm. 29 * eigne fieweg* 
und*Lic]i%veiänd. der Fix& 

39* 43: Cometen'Xo5f 107* 
112, 115« 11^9 iigiMondi- 
theorie 236 > 143; neae 
Mondstaf. 146» 297; nent 
Gleichung* des Mondes 147) 
Störungen des Mars 209 ; auf 



Bürg , Arbeiten über Stembe- einem Schreib« 297 ; Micro 

ineter 432 ; Reflettor 433 

BurroW> deir.Gradmeilungifl 
Oiündien 242 

Buzengeiger » aus ein. Schrei^» 

SOS» über eine geometrifcbt 
Aufgabe 504^ 



&iiniB. 29 • 31 s über Monds- 
theorie 136» 138 t 139» 143 i 
145; Geogn 330. 332,333* 

340. 
Burkhard! • Arbeiten über die 

neuen Planeten g, 16 i Stern- 



c. 



Catandrelli, Arbeit« über Pa> 

yallaxe d. FixAerne 41 ; Btei' 

tenbeüimm. 251 
Callaoi Amerika, geogr. L. 

und Bt*. 530 
Qamp, trig. Arbeiten 331 
Canigou , Berg , barometrifche 

Beobachtungen daf. 274 
Canovai, Aflronom in Florenz 

339 > 427 
Cazl^ni, Arbeit übet die neuen 

Planeten 14; Trigonoztietr« 

431 

CaCrini, Beobacht. in Tou- 

loufe 365 

Caüclioix, Iranzölifclier Opti- 
ker, 371 

•^ die Zerfireuungsfäbigkeit 
iretfckiedener Prismen xu 
beiiixzunen 3g5 



Celle, geogr. Länge 532, 533 

Ceres» Planet, Entdeckungs- 

gefckichte 7; heuelie Ele- 

meutb und Störungen in 

Durchraeir. 2!. 

— — beobacht. Öppoütioii 
auf der Sternwarte Seeberg 
203 

— — beobacbbt zu Matin* 
heim 421 ; , 

Cbabrol , Arbeit über Sobneii- 

finAernilTe 3^5 
Cometati inä verfloOenen Üe- 

cennio, gefchichtl. l!)arßell. 

der Entdeck. Ubd Theorien 

103 — 112; der älterd 112 — 

124 
Comei vöü 1454. üter^die an- 
gebt. Verfinft. des Mondei 

durbh denfelbeii iff6 

Comtt 



Regiflef» 



607 



Gomet von i^o? » Ünterrucli. 
üb^ Uitit Bakti -^on ßelTel 

387 ^.' 
-— von Ig 10» entdeckt und 

beobachtet von' Pons 302 » 
— vonigilBeobaqhtunpen 11. 

Elemente deit. 422 , 599 
'iCönnoirTance des wms, Fehler 

in dem VeTzeichnifs der Län- 

l^n und Breiten 54^ 



Conßantinopel, Reife dahin» 
vom Grafen Vincenz Bat- 
thyidy 560 f. NacUrichrv. 
d. Orte 561—572 

Cqok deir. Reife um die Weh» 
ins Ungarifche überf. 521 

Copeiihagett / geogtäfrh. Läng6 

531 -533 
Copernicus , über delten Ver^ 

hältnifs ^umAltetthutfi 79!* 



D. 



Dahzig^ geogl*. Länge 534 

Darniftadt, geogn Länge 4ind 
Breite 508 

Darquier, Obfervations aftrb- 
nomiq. etc, 363 ; geogr. La' 
ge feiner Sternwarte 367 

DauITy , berechnete Sternbede- 
ckungen för igii 297 

David > Au8Z. aus ein. Schrei- 
ben ^12 f. 

D'Artigues » Verf eniger des 
Flintglafes in Frankr. 371, 
437; Sur Tart de fabriquer 
le Fliritglas 373 

Delambre, Arbeiten über Prä- 
CeCüon u. Aberrat. 34 , 36» 37 ; 
Parallaxe der.Fixlterne 40, 
41 ; Theorie d. Erdbahn 12g ; 
Durchmefler der Sonne 132« 
134 ; MondsraalTe 145 1 Mer- 
cur-Durchg. 207 ; Satelliten 
214*217; Uranus ^Taf. 220; 

• Trig.- 239 , 247, 249 » 4ai ; 



ficlipt. 324, 327; Abplait» 
253) Refract. 307, 309, 315. 
320; parallact. Rechn. 3^5, 

336» 338 : Zeitbeftimm.34ot 
Längenbeftimm. 427 ; Mi- 
cromet. 43flu PalTageQ - Inftr. 

♦34 • 

DelcroS) Ingenieulr Geogtaph 

507 
Dole, Berg, baromerr. Beob« 

acht. daf. 274 
Ihruokfehler in dem Auffatt 

über die Gefälirlichkeit det 

Cometeu 90 
— in den v. Lindenau^fchea 

Venustafel« 303 i 423 
Dufougeray , lieferte neuerlich 
i brauchbares Flintglas 374 
DurchmelTeT, der Sonne 133; 

periodifche Ander. deiT. 134s 

dief. genau zu bestimmen » 

Preisaufgabe 5gir des Mon- 
^ des 143» Mercurs 207 i der 



6o8 



Reg iß er:. 



Venu« 7091 des Mars 2t t; 
der Jupiters - Satelliten 216 ; 
der Ceres U. Pallas at 



Du Sejoür, Arbeit über Gefälir- 
lichk. der Conketen 122 ; Tri- 
goaom. 24p 



£. 



£ckarcl^« aus eineM Schreib. 

^507 f. 
£cliptik > Schiefe derfelb. 129* 

326 ; Unterf. darüber, gefcb. 

DarftelluiJg 324 -329 t alte 

Beobacht. dafür 328 
Elemente, heuefte, der Ceres 

11; Pallas 15; Juno Ig ^ Ve- 

' ßa 20 
<— desCometen VOntgo7 llo> 

von igii, 599 

£nde i ▼. Nachricht über die 
Wiederauf lebung der IVI^aun- 
h^imer Sternwarte 417 L 

mm aus einem Schreiben 55^ f. 



Ephemeridö der Pallas 9g 
EratofiheneSi erfier Grdamelt 

4do 
Erde« gefchichtl. Darflelliui^ 
der Theorie 22g t Abplattung 
241, 243 i Denlität 254 t Ro- 
tation 256 

— Vergleichung des Umfaiigi 
ans altern und tieueim MeT* 
fungen 453 £ 

— Verfuche fibef die Ümdts' 
hung dcrf. 2g3 f. 

Elller Alb. de pertutbatiom 
motus coxtieurum gpa 



F. 



Ballon , Verdicnße um Geogr. 
330 ; deffen barometrifche 
ttöhenroefliing am Schnee- 
beige in Öfterreich 555 f. 

J'ermöhre, Entdeckung 439 

I^ernröhre« Bedingungen deti 
deutlichen Sehetis bey den- 
feiben 371 *, aus franzößfi 
Flintglas verfettigt i%2i 

Feuchtigkeit, deren Einflüfs 
«af Strahlenbr^chi 311 



Finiternifle, anderSoniid 
den 12 May 1706 1 g^-g 



e M 



-!- 14 Sept. 170g 

— 3 ^ay 1715 

•^ 15 Aug. i73g 

— 25Jul. 174g 
•^ 23 May 1773 

— 19 Jan* i7g7 

— 24Jun. 1797 
^ 24 jun. 177g i 541 

— 15 jun. i7g7j 542 
^ 3 Apr* 1791 i S0 



B 



10^ 



« .nO 



«aus 

Q q» B 



P4 






Vi 



FinÄer- 



- 1 



R^gißer, 



609 



f'inftemiiTe am Monde : 
angebliche durch einen Co- 
nieten im 14^4, Jahre 196 
den 9. März ig 11 beob. tu. 
Mannheim 4^ 

«- Methoden diefe tVL berech- 
nen , gefch. Darßell 333 

Plxfierne , gefchichti.BarlielL 
der Ver^eichnilTe 24.» wor- 
auf fich ihre Beftimm. grün- 
den 27; Ungewiftheit in d. 
beclinationen 30 j eigne Be- 



. "V^egong 3g > Parallaxe 4») 
]^ichtveränderang 43 ; . Be-* 
deck, ^uf 6h den Mond^ ge« 
fchichtl. Darflellung dtt Be^ 
rechnungft - Methoden 333 i 
beobacht« 11^ berechnete Be^ 
deck^ r. Sternbedeckuug 

Flintglas » deiten Verfertigung 
in Frankreich ^6g f. 435 

tufs, Staatsrath« Am e. Schrjpi« 
ben 5^1 f« 



G* 



Oaniäuf« Erinnerung aus Lich- 
tenbergs Vorlefung 522 

Garipuy» Aflronom in Tou* 
ioufe ^64, 

Gaufs« aus einem Schreiben 

97 f- 
— über die Mittags -YerbeiTe« 

irüng b* corresp. Höhen 401 f. 

«• .AUS einem Schreiben 501 'f. 

•— Arbeiten über die neuen 
Planeten 9« 10» 11, 14» 15» 
19 1 22 : Aberration und Nu- 
tadon 36 3 Comet. 105 » 106» 
110; Umdrehung der Erde 
35^» 284; parallact Rechn. 
3381 Zeitbeftimmung 340 

Geographie « neueJde Literatur 
anOfterreieh 519 L 

öerling» .delTen Tafeln für die 
MittagsVerbeir. 404 

Oefchichte i^ Sternkunde im 
. irerflolTenen pecennio g L 
toiL iost 305t. 425^ 



Gefc)iickte der Sternkunde ddt 
Araber 64 f. 341 f. 

Giovanni Entdeck, d. Gomec« 
ron 1807 107 

6üttingen« geogr. Länge 171 . 

Goi^ffier , delT. Voyage pittO'' 
resque de la Gr^e 257 

GyadmelTung « gefchichtl. Dar«« 
ftell. 227 — 256» und zwat 
derfranzöf 229. nordif. 237* 
engUTchen 240 ; oftindifchen 
242) projectirteu in Italien 
und Thüringen 244; criti- 

, fehe Unterfuchung der altern 

249 
-^ der Alten« von Ideler 453 f« 

-1- Olterreichirche « Unterfa« 

ehung über das Fehlerhafte 

derfelben- 151 f . , 
Greipel, delT. Karte von Öfier« 

reich 520 
Günthersberg « geographifohe 

LäD^e 534 

TT - Hada* 



^lO 



R^giß^U 



H. 



UaJa > de « Elraieiita mathef. 

purao 523 
Hamburg, g«ogr. Lange 531 — 

533 
Htrding» Entdeck, d. Juno 172 

— Himmelskarte 17, 339 
Haufs uigonom. Arbeiten 331 
Heislitz, Joch»Öftr. Höhe üb. 

d. MeeresfL SSI 
Hengfl-Tkales Ößeir. Höhe üb. 

d. Meeresfl. 557 

Henry » Memoire für la Pro- 

'jection des ctrtes geograph. 

585 

Herfchel, Arbeit, über die neu- 
en Planeten 21 ; eigene Be 
weg. u. ParalL der Fixfter 
' ne 39 , 42<; Natur des Him- 
mels 43 ; Sonnen - u. Monds- 
•körperi3S,i49; Cometiog; 
Saturnsring 21 g> 219; Ura- 
nus Trabant 221; Abplatt. 
' des Säturns 220 
Höfe ah der Sonne und am 

• Monde» Anmerk. zu d. May- 

• erfchen Erklärung^art 92 f. 

— Erläuterung zu delT. Theo- 
-*rie von Mayer 410 f. 

Höhen» correfpond. über ih- 
ren erweiterten Gebrauch 

45 f. 401 f.- 

— — Tafeln für die aus ih- 
nen gerchloHenen Cubnina- 
tionszeiten 57 f. 404 



Höhen zweyer Sterne zaZeit 
und Breitenbeßimm. enge-, 
wandt , gefchichtL DaifielL 
diefer Methode 339 
Höhen über der Meeresfläche 
Ton Buchberg, Ofterr. 557 
Heislitz, Öfierr. 557 
Hengft Thaies, Öfi.557 
Kaifer&cin, Ö&err.55g 
Maderiegel, Öfterr. 557 
Montblanc 275 
Ochfenhütte, Oft 55g 
Sattel, Öfterr. 55g • 
Schneeberg, Öfterr. 559 
Sixenftein, Öfterr. 557 
Stein-Platten, Oft. 557 
Waxriegel, Oft 55a 
Wien , .556 
Höhenmeflung , barometr. Un- 
terfuch. damber 272 f. 

— — am Schneeberge in 
Öfierrpich 555 f. 

Holagu , Zerftörer des Ghali« 
phata 6g 

Hormayr, v. Archiv für Geo- 
graphie, Statiftik u. f. w» 
523 

Humboldt Arbeit über Stern- 
beftimm. 32; Lichtverände* 
rung 43; Verdienft um Geo« 
graphie 232; Magnet 42g 

- Eftai für les refract. 315 
HydrQgene,der. Brechbark.310 
Hyerei, geogr. Länge 537 



Jacotfi 



Regiftivi 



ttt 



t 



Jacobs, deir. Uberfetzüiig ei- 
iier Stelle aus dem Chroxii- 
con des Phranza 199 

ibnAlalam, AfironomzuBag- 

- dad 77 

ideler, defl*. Vorlefung über 
das Vetliäithirs des Coperni- 
icus zum Altenhum 79 f. 

'-^^ über eine griecliifche In- 
fchrift 257 f. 

-* über die GradmelTung der 
Alten 453 L 

Jena^ Sternwarte daf. 4.37 

Jerufaiem, Kirche bey Lut 
tenbergi verbell» geogr. La- 

inghirami, Aßronom iii Flo- 
renz 339 
intchrift^ griechifcbe 257 f- 
inftrumehte , alironom. der A- 
raber 345 t. 



Joürdaih, delT. Beyträg zur Sei 
fchichte der Sternkuhde der 
Araber ($4. f 341 f. 

— IVIienioire für robfervatoirö 
de Meragah etc. 64, 

Journal^ mathematifchcs ; her- 
ausgegeben zu Nisraes 504. 

luno, Planet, Entdeckungs- 
gefchichte 17; beubfte Ele* 
iiüente ^s 

— — beobachtet im J. igil 
51Ö 

Jupiter, Planet, beobachtetö 
Oppofition auf der Stern-« 
warte Seeberg 203 

— — gefchichil. Darftell. 
der Theorie des Laufs 212; 
Abplattung 217 ; Ünterfu« 
chung über dblT^ Sstellitetl 
216 



KairerAeih , Öflerr. Höhe über 

der Meerekfl. 55g 
Kalabrien , We&küfte von , £e- 

fchreibung 522 
fialehder ^ alter » Unterfach. 

dar üb. voii Stürmer 2 89 f. 
Karteil von Oßerr. und Schle- 

fien, von Liechtenitern und 

Greipel 510 
-^ gdographiiche, Projection 
. derfeiben 5g6 
&& Hüzuniilf- 17 > 339 



Kepleri delT. Denkmal 234. 

Kramp Analyfe des Köfr. 306 

Kratzeiifteiti , Erklärung üb, 
Duiiflblischen 94 

Kreife aus deutfchen Werk« 
ftätten, Vollkommeiih. der- 
feiben 439 ; Nachricht, über 
ded. Conflructiun 43b ; üb« 
die dabey Üblichen Rech« 
nungs-Methodou 431 

Kries , Auszug aus e. Scliraib« 
1961« 
i* t i Kti<i^v 



6l2 



Regißif. 



HriegswüTenrcbaft. neneAe Li- 
■terator in Ö&trroich 5x9 f. 



Krufenfiern , ^''erdienfie 
Geographie ^32 



L. 



La Caillte ^ Beol>aclit. cler Ctil- 
miiiationszeit aus correfp. 
Hoben der Planeten 52 

La Griinge , Arbeit über Stabi- 
lität des WeltTyXt. 225, 226, 

Lala^de , Arbeiten über Stern* 
bcltimni. 24; eigne Beweg, 
der Fixflerne 3S » Cometen 
I05; Mercurs- Venus» Jn* 
|>iters- u. Saturnsrafelii 205; 
207 • 212 ; Störung des Üra- 
nus 220 ; Geogt.' 333 

La Place, Arbeit über Abena^ 
tion 35; Cometen 113, 3t2o; 
Tborie der Planet. 125 t 128, 
129; des Mondes 136, 137. 
X45» 148» Störungen 210, 
212* 220; Satelliten 214; Sa^ 
turns Ring 319; Planeten- 
ttialTeu 222 ; Weltfyrtom 225, 
226» 227; Trig. 234; Um 
dreh, der Erde 256 ; Strali- 
lenbrech. 306, 310, 311; 
Licht 323 

Länge, geogr. aus Sternbede- 
cliungen berechnet 169* 529 

— « — Oriani's Methode, die- 
fe aus Abltände vom Merid. 
und Perpend.zuberechn« 15% 
Tafeln dafür 166 



Lambdon» delC GradmelT. in 

O&indien 242 
LaToifier, deiT. Chemie ^ an« 

gaxifcbe Üebetretz. 523 
Legendre, Methodes nootel- 

les pour la detexininaL des 

orbit. des comiHes 117. 
— • Methodes des moindrei 

carr^s 119 

— Arbeit üb, Geogr. ^34, 249 

— DenliUlt dflir Erde 254. 
Leipzig , geogr. Länge 534 
Leon , Infel , geogr. Länge 537 
Libaude, Glasfabrikant . et- 

hieh einen Preis 369 
Licht, Veränderung an den 
Fixßernen 43 ; gefchichtli- 
che Darflelluug der Theorio 
3 20 — 3 24 ; der Sonne in Ver- 
gleich, der FixAerno 320; 
wärmende Kraft 32^ 
Lichtenberg , Brinnerung aui 

deflen Vorlefung 523 
Lichtenftern, v. delT. ftat. geo- 
graph. Ueberficht von Mail* 
ren und Schlehen 520 

— deir Karten von Ößerreicb 
Und Preufsen 530 

— dcir. Archiv ^StMtemmd 
Erdkunde 523 



Lies« 



Regißtn, 



613 



X'iesganig, deffen OmdmelT. 

Fehler derfelben x 5 1 . f . 
Lindenau V. delT. Venusufeln. 

Druckfehler in denf. 303, 423 
Literarifche Corresp. Nach* 
' richten aus Ofterreich 519 f. 
— Anzeige aus Frankreich 

527, 586 
Litirow, Arbeiten über 4en 



\ Dtu'chm effer der Sonne 1^2^; 

Mittelpunctsgleichung;223 ;, 

parallact. Rechnungen 337 
Logaiithmea » Entd. derf. 440, 
Lori , V. deir. baromet. Tai. 277* 
Lynker» Brief über Haareni 

topogr. Hiuterladenfchafc.pK 
— deden Anleitung zum Si-v 

iMation^^eichnco 176 f. 



M. 



Marfeille, geogr. Länge 17». 

Maskelyne , Arbeit, üb. Stern- 
befiinim.-^24* 28» Aberrat, 
35; Denfität der Erde 254;, 
Schiefe der Ecliptih 324 

Maffe» des^ Mar« 130; der Ve- 
nu8 130; des Mondes 145; 

' des Saturns 213. 

Matt, Baronefl^« Ton,, Brief 

293 f- 
Mayer , Arbeiten über I^ondSr 

theo'rie. 137. 138 • 140 1 143; 
beob. denTJranur22i ; At« 
niosphärc 306 ; Refractiou. 

315 
— Brief » ETläatemng zu 

feiner Theorie der Höfe 
410 f. 
fteli. der Theorie des Laufs! M^chain. Arbeit. überParalK 



Maafis.» franz«.233 ; Gefchichte 

der Reform. 235 
Maafse der Alten , Unterfueh. 

darüber von Ideler 453 f. 

von Uckert 4gg f^ 
Madekiegel * Öfterr. |l6he üb. 

der Meeresfläche 557 
Magdalene» St. Capelle>iFarb. 

geogr. Lage, 15g 
Magdeburg, geogr. Länge 534 
Magnet , gefchichtl. Darfiell* 

der Theorie delF. 42g 
Maignan, Nachrichten^ i'on 

ihm 3<J3 
Mannheim, geogr. Länge 171 
Maraldi , beobachtete in Tou- 

ioufe 365 
Mars , Planer» gefchichtl. Dar- 



210; Mafse 130;^ Elemente 
zu neuen Tafeln 2x1 ; Durch- 
meS, 211; Rota^ipii 21t 

•^ — deir.Bedeckuiig durch 
^den Mond 300, 552 

'mm — Beobachtungen 301 , 



der Fixflerne 40 : Cometen 
103, 104; Saturns Ring 220; 
Trigonom. 2191, Q^lw tocal- 
Attract. 253 ; Schiefe der 7^- 
<?U|^,tik 3:^4 . 



6i4 



Regiftet. 



MeUnderbielm ; Vcrdicnft um 

die noTd. Gradmeffung 237 
Memoire f^ir la Projection des 
. cartes g^pgraph. par Henry 

586 
Meragah.Haiiprftadit in Perßenv 

Sternwarte dtf. 341; aftro- 

nom. Iiiitrum. daf. 34.5 

Mercui', Planet, gefchiphtl. 



inente feifi. Bahn nacli Bürj 
14.2 ; Durchmefl*. 143; Maffe 
145; Parallaxe 146; neu« 
Gieiqkung von Burtkhardt 
147; Epoche des Knotens 
148 > 486; yulkanifche Aus- 
T«rürfe 14g ; künftliche Ku- 
gel 150 
Mond-D iftanzen yon<der Son- 



Dar fiellung der Theorie des ne oder einem Stern, ge- 
La'uft 205 ; Rotation 206; fchichtl. Darlt^ll. 425 



Durchmeir. 207 

— — Durchgang durch die 
Soiine beobachtet fa Callao 

1 802 530 * X799 » 543 ' 552 
Mefüer, Arbeit über Com^ten 

103 
Micrometer. Methode die Qrö- 

fse des Gefichtsfeldes zu be- 

itinirnen39o; gefchichtliche 

Dariteliuiig 432 
Mittagsverbeüerung bey cor- 

refp. Höhen 45 f. 40t f. 
Mole, Berg, barometr.Beob- 

acht. daf. 274 
Moll weide Arbeiten über Tri- 

gonoroetr. 249; Refr. 311; 

Zeitbeftinim. 340 

— Aus einem Schreiben 5p4 f. 
Mond,gefchichtl.DarItell der 

Theorie des Lauf s 1^69 Ble- 



^ peue Tafeln 297 

— angebliche Verfin/terong 
^orch ein^n Cometen 14541 

— FinRemifa. 4- 9 Marx ig 11 
beob. zu Mannheim 420 

— Höfe daran 92 f. 4iof. 
Montblanc , barometr. Beoh, 

daf. 274 
Monteiro, Arbeit über Son- 

neiifiiift. 335 ' , 
Montpellier , über delT. geogr. 

J|-age 545 1- 

— beobachtete Sternbedeck, 
und Finfternifle das. 551 

Mudge, deir. p];adme(r. in Eng- 
land 240 

Muwajad el Oredi , VerfalTeF 
einer arabifch aftrouom. Ab- 
haudl. 65 



N. 



Naffir - £ddin , arab. Afbonom 

— Verzeichnifs feiner Schrift 
ten 71 



Naffir- Eddin Begründer der 

Sternwarte zu Meragah 34I 

N^mes , St. fehlerhafte geogr. 

■ .■>*■ 

La>e derfeib, 265 f« 

• ' Neu. 



^egiflefi 



61^ 



HeumaniL CoiiipeBdiari»,Pby- 
fi cae inftitudo quam iu ufam 
Tyronum confcripüt eus. etc. 
522 



Nouet, delT; trigonoiiietr. Aj^, 

beiten 265 
Nuution , geföhichtl. Darflef« 

lung 35 ' 



o. 



OcLfeuIiütte » Ößerr. Höhe 

über der Meeresfl. 55g 

Ofen, geögr. Länge 534 

Olbers aus e. Schreiben 90 

— Arbeiten über die neuen 

Planeten g» p» 10, 12» l3> 

17 1 lg» 20, Entdeck, der 

Pallas 12; Veßa 19; Conie- 

ten 103 • '04» l^» 123; 



2ii, 320; ^rde 256. parall. 

Rech. 335 . 
Oltmann, Arbeiten üb. Sterc- 

bedimn). 31 ; Mondstaif, 144; 

Discuir. trigon. Arbeit. 250, 
. 251 i^efract. 3x9 ; Geqgr. 232 

427 ^ 

Oriani , Arbeiten ttber die neu- 
en Planeten g , 10, 16 ; Mer- 



cuTStaf. 2o5; Marstaf. 21Ö; 
feörung <de8 Mars und Ürsf- 
nus 209 , 220 ; Mittelpunots;- 
Gleich, 224. FalTag, InÜruno. 

434, 
Oriani ded. Methode die lan- 
gen u. Breiten aus ^bitänden 
vom Meridian und Perpen- 
dikel £u berechnen isg, 249 



Monds vulcane 14g; Licht Öfierreich, Itatiftifch-ggogra- 

, phifdi-topograph. Jt^iteratur 

519 ^- . 
— Reifen in 519 

Ortsbeftimmungt geogr. ge- 
fchichtl. Darltell. 334 — 340 

Oxford, geogr« Länge 542 '. 

Oxigene , delT. Brechbarkeic 
310. 



P. 



Pallas , Pianett Entdeck ungs- 
gefchichte 12; Elemente 15, 
9g; Störungen 16; Durch- 
melTer 21; Ephemeride 9g; 
beobachtete Oppofition auf 
der Sternwarte Seeberg2o3 ; 
beobachtet zu Mannheim 

421 



Parallaxe der Sonne 135; de» 
Mondes 146 1 gerchichtliche 
parftellung der Metlioden 
diefe zu berechnen 335 

-^ der Fixfterne, gefchichtU 
QarßeU. 40 - 

PalTagen - Inftrum. gefchichtl. 
Darftell. d. Theorie delT. 434 

Peak 




6x6 



Kegißt f. 



VtA of SnowBoü» Borg« ba-IPUnettn Alter«« j^ol 

/ rometr Beob. delT. 274. BelLiderenTIieorie I2f»205 



Putsch • Verdimift lun Googr. 

930 . 340 
Penii^l-Länge 333, 353 

F«th0 LehxbuoU der reinan u. 

imgewaadten Mathtmatik 

523 
peyr 6t« geogr. Länge 17z 

phranza ^ über eine Stelle ans 



— Syßein» Subiliat^eiT: 225 
Plejaden, Bedeck, durch den 

Mond,^en5.Apr, igo2> 530 

den 7. Febr. 1807, 535 ' 
PoilTotts t Arbeit über Subili- 

tat desWeltr7ft225i 326 
Pons » die Toh ibm im verf], 

Decennio entdeckten Com^ 



dein ChronicoA , die Verfin 1 ten 103 ^ 1 24 

fierung des Mondes durchl — Entdeckung eines Cometea 



- «inen Cometen betreff. Z96 

Piazzi , Entdeek. der Ceres 7, 
XX ; Arbeiten über Stembe- 
ftimm. 24» 15 /2p; PräceÜ 
37» 3t > eigne Beweg, und 
Parallaxe der |^ixft. 38 > 40; 
Theorie der Erdbahn 198» 
DuTchmelTer der Sonne 123; 
Schiefe d. l^cliptik 324 • 3251 
326 

Pic de Bigorre» baronaetr. Be- 
obacht. deir« 974 

Planeten » neue • gefchichtl. 
Darfteil, der Entdeck, und 
Theorie 6 — 23 



iSio» 302; I8ii> 422 
^N'qu^rollest geogr. Xängs 

537 
Prieeffion gefch. DarfielL 37 

^•«« g«ogr. Länge 534, 540 

Preisfrage , aftrenom. derryC- 

fifch^kaif. Academie tax igi^ 

581 

Prismen, 'ihre Zerftreuungs* 
fähigkeit zu beüimnien 3g5 
PuilFant » Traitd de topagr. 247 
Pulver • Signale , pro ject. Ver- 
bindung dei Prager Stern« 
warte mit Seeberg durch 
lolche« 2p4 



R, 



Eeh'actiou» fiehe Strahlenbre- 
chung 
Ke^nsbuig, geograph. Länge 

539 — 544 
Reggersburg, rerbeC geogr. 

tag« m 



Regiomontan » erAer Beobaeh* 
ter eines Cometen 387 

Reife durch Ößerreich yon 
Sartöri 519 

— durch Ößer. von Schul- 
tes 51^ ' 

■ • 

Reif« 



Regiße¥. 



/ 



Sij 



Keife Bttthyäny's nach Con 
IU]itinopel523» 560; Cook» 
uno die Welt, ungaxifche 
UebeiTetzvog 53z 

del Rico , Aßronom iii Flo- 
renz /339 

Kom. geogr. Länge 541 

Kotation des MercuTs 206', der 
Venus 209; des Mars 311; 



det Jnpiten « Satelliten 2 15 ;. 

der £rd9 256 
Runiovsky'» Arbeiten über di^ 

Paridlaxe des Mondes 146' 

Vorfchlag zu neuen Gradr 

noeff. 24.5 
RuiTel, deflen OÜQndskugQly 

150 



s. 



8äcular*i^enderung der Nei« 

gung der Venusbakn 42^ 
Saleve , Berg » baromet. Beob. 

daf. 274. 
Santonna , Span, geogr. JLün- 

gc u. Br. v537 
Sartori, neaeüe 'Reife durch 

Ölterreicb 5x9 
— pittoreskes Tafckenbu^ £ 

Öfterreich 523 
Satelliten des Jupiters » gefch. 

Parüell. der Theorie 214; 

MalTen 216^; DurchmelT, 216 ; 

Rotation 21^ ; des Saturns 

317; des Uranus 221 
Sattel am Schneeber^e, Höhe 

über der Meeresfläche 55g 
.3aturn , Planet , gefchichtl. 



Sauritfeh« verbelT. geogr. La» 

ge 158 

Schaubach Arbeit Über alte 
AHrononiie 33g 

Schlotheim y. Prälidenf xp5 

Schneeberg , Oßerr. Höhe üb» 
der Meeresfl. 55f 

Schröter, Arbeiten über die 
neuen Planeten 20; .Gomet 
3Fog; Sonnen* und Mond« 
körper 135, 149; Rotation 
desMercuTs, Venus, Mars 
und Jupi;cers Satelliten 207« 
209, ?li, 2X5 

Schubert , Arbeit, üb. Monds* 
theorie 145 ; Mercursdureh- 
/gänge 207 ; Störung d. Mars 
209; Uranus 220 



Darilelluns: der Theorie des I Schütz, Länder* und Völker •> 



Laufs 212; MalTe 213? Ge- 
ftalt 21 g ; Unterfuchung üb. 
den Rin^ aig; Länge des 
Hnotens 2Zo; Satelliten 217 
SauITurey v. Bemerkung über 
blnsthenförmigen Dun ft 413 



Gemälde 520 
Schuhes Reife durch Öfler- 

reich 519 
Schweidnitz, geogr. Länge» 

533 .540 
$cutari, Afipn» 573 

Serail 



01« 



JRegifiin 



ßerail cl«9 tftvkifchen Sultans^ 

Serbien , tdtiogrtph, Befchrei- 

bung 52? 
Sicilien, Oftküfte ron, Be- 

fchreibung 522 • j 

Siliftria, Türkv 5J9 
Situ&tipns - Zeichnung , Anlei 

leltung dazu» toxi Lynker 

176 i, 
Sheehallien , Berg • b^rometr. 

Beob. deir. 274 
ßoldner, Auszug aus einem 
Schreiben übet BelTels Anr 
xnerkung zu feiner Tiieorie 
d*ui]^e nonir^e etc> Ig2 f. 
ßonne» Fift^rnilTe au derfelb. 
in den Jahren 1^06» 1708 • 
17^5 . 1738» 1748 , 1773» 
X778I. 1787» 1791» 1797' 
pag. 541, '542. 551» 553 
— deir. DurqUraefler 129, 133 ; 
diefen genau zu be^na- 
mei^, Preis - Aufgabe 581; 
periodifche Aenderung def- 
felben 134 ; Abplattung def* 
f^lb. 134; Parallaxe 135; 
Atmosphäre 135: Licht in 
Vergleichung der Fixfterne 

320 

— über correfp. Hohen der- 
felben 45 f,. 401 f. 

— Höie daran 92 f. 410 f. 
Spiegel • Ref lector , neue Ein- 
richtung 433 



Stadium der Griechen, Unter* 
(jich. darüb. 455 f. 488* 

Stati&ik , neue&e Literatur in 
Olterreich 519 f. 

Sternbedeckungen für das Jahr 
1811 > berechnet von Wis- 
niewsky 281 ; voö Daufl/ 

297 
-» zu geographifch. Langenbe- 

ftiram» berechnet von Wurm 

169 f. 529 i» 
— befondere Erfchei^ung bey 

denfelben 515^595 - 
T- beobachtet ' 



cf d. 10 März 1707 

«nid. 3 Sept. 1707 

? ' — 25 Jun. 1715 Montpcll. 

a^^- 2 0ct. 1738 552 > 553 

^3 I^ec. 1738 

1 Nov. X773 

ir>^ — 3lMarz 1808 Baden 296 
/x'j? 13 May i8o81 

6 JuL 1808'? P*"» 48 J 

dj?— sJul. x8o8j 

WcTl— 4 Jan. 1809I Copenha- 

— 27Mäiz 1809J gen 300 

vfM d. 29 May J809 Paris 483 
a u.5*^28Sept. — — — 

— — — Copenh. 300 

— 26 0ct. 1809 Paris 483 
II 2 V den 1 2 März X g xo Copen- 

ha gen 300 
A ^ den i5 März rSlo Copen-» 
hagen 300 



Stern« 



Regifter. 



619 



Sternbedeckungen 

i Jl d. 19 März igio P«i8 483 

6w 28Apn — • — — 

«0 — 10 May — — ^— 

572Tnr -^ 1 3 Jw"« — -Copcnh. 30 

k Opli. 16 — ' — Paris 483 

63 ^ d.26jul. — ^ — 

« "d — igi^ept. — — 421 

— — — — Copnli. 300 
' — — — — Prag 516 

* 8 Gröfse d; 4 Ocq 
1810 .5 Oct.l Stift Tepl 

♦ 5 Grofse d. 5 Oct.| 5l6 

1810 •. • • j 
fi d. isDec. igio Paris 421 
^ «. 20 — — St.Peyre3oo 

— Marfeil.301 

0£i: d, 19 Jaij. 18 U Paris 2g^y 

421 
180 V ^' 2Febr.i8ix Seeberg 

299 
180/ ^ d. sFebr, i8n Mannh. 

430 
180 \i d.2Febr. i8llP«ris42l 
26 n d.4Feb. 1811 Paris 421 
« ^ -- 1 März — Gott. 301 

— — -^ — Paris 421 

— — — — — 487 

«Jl — 7 — — — — 

— — — r — Mannli. 420 

— — .— — Gott. 401 

— — — — SeebeTg299 
o£i:— 14-^ — .— — 

:i^ — 14— — — -T 
a' — loMay — Brück 295 



St^rncatalog voi^. Laland^ 24^ 
Bode 25» Piaz«, 25. Zach. 
^(S , CagnoU 26 , gefiel 43 ; 
worauf üch ihre Beitünri 
inang griinden 27; Ünge- 
wifsheit in den Abweich, 

30 

-^ Barrys, 420 y 

Sternkunde, Gefchichte der<- 
felben im TerflofTenen Pe^ 
odnnio 3 f. 64 f. loi f. 206 f. 

305 f. 425 i' 341 ^- ' \ 

— fchnuppen zu Längenbe- 

ftim:nungen vorgefchlagen 

— warte , ?u Mannheim, YViir 
derauflebung deVf. 417 

— — neue, zu München» 
Göttingen , Königsberg u. 
Jena 436 Ofen, Dorpat iu. 
Moskau 437 

Stein - Platten , Wiithshaus, 
Öften-. Höhe über d. Meeres- 
fläche 557 

Stey^rmark,, delTen Mineralo- 
gie 522 

Stixenftei^ , Schlofs , Ofterr, 
Höhe über der Mceresflächo 



557 
Strabo , Unterf uchung über eir 

ne Stelle aus delTen Werk, 

(^00 
Stradnerkogl , Berg, verbeff, 
geogr. Lage 158 



Strahlen- 



A 



N_ 



620 



Regifler^ 



Smlileiibreehang 
gefchichcUdi« Darfiell. 305 

— 330 t 

in Ämiospliinfcher Lofc 309; 

in Sauer- und WaiTeiftoff- 

Gas 310 
Einflafft dar FencHtigkeit 

auf di^r. 311; 
tJnttTfaehtuig von Brandes 

horixontale, locale Störun- 
gen dcrf. 314; 



Stralilenbrechung : 

Differenz ummr verrchiade- 
nen Breiten 315; 

terrefirifche 320 
Stfirmer. über einen «Iten 

Kalender 289 f. 
Suanberg, trig. Arbeit 237» 

— Expofition des op^ntioni 
faltet en Lapponie etc. 339 

Summit of Seehaliien« biTO« 
Beohacht. daf. 274 : 



T, 



* 

Tefeln Eur Berechnung der 
Länge und Breite eines Orts 
HUB dem Abß« vom Merid. u. 
Perpend. 166 

«- Bouvard^fche* für Saturn 
und Jupiter , Felder in deuf. 

484 > 
«— V. Linden auTcbe für die 

Venus , Druckfehler in den- 

(elb. 303» 423 
— Bürgfche für den Mond« 

Aenderungenin denCelb.Ton 

Bouvard 485 
«— neue für den Mond 297 
<*- allgemeine« f ür die Verbef- 

ferung der aus correspondi* 

renden Höben gefchloITenen 

CulwnAtions - Zeiten 57 f. 

404 f. 
Taf^d » barometr. 272 f. 
Textor» Verdienft um Geogr. 



Topographie, neuefU Literi* 

turiiLOfterreich ^9!. 
Tourmagne» delT. geogr. L»g9 

266 
Toiiloufe, über die geogr»- 

pbifche Poütion 171 , 363 (• 
Triesnecker Arbeiten über die 

neuen Planeten 12; PräcelT. 

S6> 42 ; Mond 143 , 144; 

Mercurs - Venus - und üra- 

nustafeln» 20Ö, 207, 2Xo; 

Geo^. 333 
Trigonometrifcbe Meflung in 
Bayern, ÖeHerreich, Hol- 
land, Hannover 247 ; Schwa» 
ben , Weftphalen , Venetian. 
Norwegen , OHfriesland, 
Herzogth. Berg, Rheinge- 
gend 331 

— — imHerzpgthumWeA- 
phaleh 507 

TfchiftU«, türk. 577 

Tübin- 



Regißer. 



\ 



62 t 



Tübi]igai,gaogTap1iifcheLiB-| und 'Chartctef iefC^bw 

ge Sil ^ 1 542 

Türken, über die RegiamnglTiuiu/ geogr. Länge 541 



U. 



Ucliert ms einem Schreiben 
defT.' über die Maalse der 
Griechen 43$ 

Uhren der Araber 360 



Üranns , Planet , gefchiditL 
DarEellun^ der Thej^rie det 
Laufs 23o; neue Tafeln da« 
für 221 i deir. Satelliten 321 



V. 



Venoi» Planet» MaiTe 1^0; 

gefchichtl. Darfiellung der 

Theorie der Beweg. . 208 ; 

äe!£, Darchmeftl Rotation» 

KaChtTeite 209 
*- r- Bedeck, vom Monde, 

d. 25. Jun. 17 15. 552 • 
— Tafeln v. Lindenaufche , 

Druckfehler in denf. 303» 423 



Veäa, Planet, Entdeckungt- 

Gefchichte ig; neUefteSle- 

meiste 20 
Voyage pittores^ue en Gff^e 

des Grafen Choireül Gouf-*'^ 

fier 257 
^ Afironomi^. pat dt Zack 

329» 430 



V 



W. 



\ 



Wärme , Einfluft auf die Dich- 
tigkeit der Atmosphäre 307 

Wahl Verdienft um Geogra- 
ph*« 333 

Warasdin* verbelT. geograph. 
Lage 15g 

Warna , Türk. 579 

Waxriegel, am Schneeberge, 
Höhe über derMceresilädie 
S5g 



Weimar, gtogt. Länge 171 
Weltfyfiem» Subilität delTelb. 

226 
Wibe , U'jgonomf tr, Arbe^en 

331 ' 
Wien , geogr. Länge 437 

— Sternwarte , Höhe übt d 

Meeretfläche 256 
Wildon , rerb. geogfaph. L«g^ 

158 " 



Wii« 



622 



Regifter* 



yViuueW9kj9 Aaszag aus ei- 
nem Schreiben 280 L be^ 
■ recheu Sternbedeck. 2S1 
Wurmt Arbeiten über die neu- 
en Planeten 10 ^ Durcbinef- 
fer de§ Mercurt« Venus» 
Mars, 2o7> 208, 211; Stö- 
tungen 209 ; PlanetenioalTe 
\ i22'f Geogr. 335, 354 



Wnrm Gefdu der Sternlmnde 
€ler Araber, 64, f. 341 f. 

— Bejträge Z19 geograph Län- 
genbeltinimungen aus Stern- 
bedeckungen und Sonnen« 
ünfierniflen 169 f. ^29 f. 

— über V. ZachTchen Zcit- 
verwandlungs-Tafeln 172 



Z. 



Zach, von» Arbeit. üb. Stern* 
beitimm. 24 t 25; Aberrat. 
Nuut. 34, 35, 35 ; Präceir. 
37 ; eigne Beweg, der Fix- 

. fterne3g; SonnendurchmelT. 

. ' 133 ; Mondstaf. 144 ; Discuf- 
fion. älterer GradmelT. 249. 

, 251; Schiefe der Ecliptik 
326, 327, 329; Geogr. S30, 
331; PalTagen-Inltrmn. 434^ 
Voyage aflronozn. et geogr. 
iig i 430 



Zeit« Beßimm. derfelben ans 
gleichen Höhen , gefchichtL 
Darftellung diefer Methode 

340 

Zeitfchriften in den öjßerreich« 
Kaiferftaate, flatiß. geogr, 
topograph- Inhalts 519 £. 

Zenith^DiXtanzen von David, 

5l7i 518 
Zizius« £inlei(i zur Stati&ik 

522 



•-Kn