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Full text of "Monumenta Livoniae Antiquae: Sammlung von Chroniken, Berichten, Urkunden und ..."

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ß.^> .2^30 s. 10 



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Harvard College 
Library 



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THE GIFT OF 



Archibald Gary CooUdge 

Cla*»ofl887 

PKOFESSOR OF HISTORY 



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^ONIJMENTA 

LIVONIAE ANTIÖUAE. 

jikmuiiliuig 
CHRONIKEN, BERICHTEN, URKUNDEN 

maA 

«ndem (M5liriHIl«lieii Bciilaiialeii mid AnfiiltBeii, 

welche zur Erläatenmg 
der 

Geschichte Liv-, Ehst- und Kurland 's 

dieBen. 



Erster Band. 



Biga, Dorpat nnd Leipzig. 
Verlag Toa Eduard Frantsen's Bachhandlang. 

1935. 






EHST-, LYF. mO LETTLAENDISCHE 

GESCHICHTE. 



der Originallmndgchiift heraasgegeben und im Drucke besorgt 

I 

von 

Dr. C. XL JSapUtiikyß 

•ntofUdkm flflffflMe te kwlladitdiai GeteUfdialt fSr LlttentiiT oad Kmiil, to Mfiidi-UttflmiiclM» 
Cctdniwhafl» 4tK kMgl. itaUthea Q^tOhehutt tut norditdie AlterCbiimflnuido sii KopcnliagaDy der kfoigl. 
b« ieatKli«a GMellfcliaft in Kdnigftberg wd dar Allerbdclirt bcfttUgteii GcieUidiafl fiir 
QmetUMo oad lUcHliwukiiiide dar OftM»-GoaT«nMmaite Rnfilaiidf im Riga. 



VdgBLf Doipat und Leiprig* 
Verltg von Bdoard Frantsen^s BnehlitiidlQog» 



si^ OJüC & 3 ö Sr . I O Harvard Coüege Libfary 

Oift ot 
. Arohibald Gary Coohdge . Pb. D« 
July 1. 1806. 



Der Druck 4i«Mt Werkt bt utor des Badi^KMog gemattet, ^b OMh Volkadug 
fiaf Esemptera aa die Cenmr-Cealtit «bgelieffert verde«. 

OerMt, des U. Hin 1836. StartMWÄ »r. JW«*f. 

Ceoeor. 



GadTMkt bei W. F. Hieker. 



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Vorrede. 



fVenn» nach mehr ab vienig Jahren, die einleitenden Worte des nachfolgen- 
den Yorberichta som ersten Theik Ton Thomas Hiflrn's fihst-, Ljrf- und 
Letaandischer Geschichte (Mitan, hei Joh. Magnus Wehrt, 1794.)' fast wftrtr 
lidi wiederholt werden mttfsten, so wSre das Erscheinen des Be^nnes Torlie- 
gender Sammlang, so erwflnscht ' sie gewifs jedem yaterUndischen Geschicht- 
ftndier kommt, dennoch als hnchhandlerisches Untemdunen nicht sa rechtfer* 
tlgen. Und doch wagt es der Unterzeichnete, hierdurch einen Plan der Ans* 
flhroiv nSher m bringen, der in froheren Jahren und in einem andern BemÜH 
kraine sa seinen sehnlichsten WOnsdien gdiSrte, jetit aber ihm als- dringende 
Pllidit gegen sein geliebtes Tateriand erscheint^ nm so mehr, als ihm duMh 
dBe liberafe Theüttahme seiner geehrten Freunde, des Herrn Pastor primarius, 
Cmmstoriafarathes Matthias Thiel, und des Herrn Gouremements-Sdiulen- 
IKrectors Dr.Ifiipiersky, dazu die freundlichste Unterstfltsung zu Th^il ge- 
.W0vdM. Denn nicht allein, dafs Ersterer zu den bedeutenden Druckkosten eine 
nndmliche Beisteuer gewahrte, so hat der Andere mit ehea so ausdauenider 
liiebe zur Sache, als uneigennützigster Bereitwilligkeit, die schwierige Redae- 
Ümt und Druckbesorgung des rorliegenden Bandes flbemommen; und ich^fShte 
nmch gedrungen, ihnen hierfttr meinen innigsten Dank öffentlich auszusprechen« 
Und wo fiolche erfreuliche Bewefise der Theilnahme an gemeiAnfltziger Wirk* 
Mmkeit sich offenbaren, da wSre es Frevel, sidi durch peeunifire Hindernisse 
Inhalten zu lassen, w:enn auch der angesprochene Antheil unserer geschicht- 
fersehenden yaterländischen Tereine bezweifelt werden mtUste. Ich habe mich 



VI 

daher entschlotoen, der Theflnalune der Geschichtfreiuide unaeres Yateilaiidet 
usgesamiiat das gegenwärtige Unternehmen anheim m stellen, indem ich, abge* 
sehen Ton jedem Gewinne, in der Fftrdening der Sache die schönste Beleih 
nnng meines Strebens zu finden hoffe! 

^Ich beabsichtige, in den MoinnaNns Litoniab AHnquAB eine fordaojfbiide 
Sammlang der historischen Schätze der drei Schwesterprovinsen m geben, in- 
dem hanptsftchlich solche Qnellen nnd Aufsätze denselben einyerleibt werden 
sollen, welche dem grftfsem Publicum unzugänglich seyn ddrften. DaTs diese 
Sammlung mit der ersten Tollständigen Ausgabe des Hiärn be^nnt, bedarf 
wohl keiner weitem Rechtfertigung« Ihr sollen sich deiiknächst die Creschidit* 
bücher des Franz Nyen st ädt, so wie mehrere handschriftliche Urkunden 
Ton^erth aus der Rigaischen Stadtbibliothek anschliefsen* Möge es meinm 
Bestrebungen gelingen, dem Unternehmen durch einen zu bildenden Redactions- 
Yerein eine sichere litterärisdie Basis zu geben! 

Uebcr die hier Torliegende, ToUständige Ausgabe der Hiärn^sdienOurnuk 
ist nur noch Folgendes zu bemerken. Es ist bekannt (s. For^^etste Abhaad* 
Inng Yon Liyländischen Geschichtschreibem, S. 44« 45.), welches ungflnstige 
Schicksal die erste, unToHendet gebliebene Ausgabe dieser Chronik nfhlnr.. 
Das zum Drucke fertige Manuscript des zweiten TheSes ging nämlich spurios 
Teriloren, und das ganze Unternehmen zerschlug sich. Aber auch der berdli 
gedruckte, erste Theil hat kein sehr gflnstiges Schicksal gehabt Eine Menge 
Exemplare desselben wurden bei einem besond^n Anlasse in Mitau remichtet, 
und yon den —' wenigstens 100 — Exemplaren desselben, welche nach Leipziig 
als Commisaionsaitikd der damaligen W. Gräff^schen, jetzigen Wienbradcschn 
Buchhandlung geschidct wnrdm, ist dort jetzt kein einziges mehr flbrig, ohne 
dafs doch das Buch sich sehr im Publicum rerbreitet hätte, so dafii es sdirait, 
diese Exemplare seyen zu Maculatur gemacht werden. Daher erschien es an* 
gemessen und notfawendig, nicht blob den zweiten Theil, sondern das Ganze 
der Hiärn'schen Chronik in dieser Ausgabe ersdieinen zu lassen. Man kam 
darin übwein, dab genau nach der Originalhandschriß gedruckt werde, welche 
Eigenthum der Liyländischen Ritterschaft ist, und ron dieser sehr bereitwillig 



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arar Bennttong hergegeben TFnrde. Bei der Yergleichniig des bereits gednick- 
tra Tbeils fand sich, diifs ein sorgfifltiges Anschliefsen an die Handschrift auch 
fib diesen nothwendig sej, da der Abdruck nicht so ToUkommen genan gemacht 
ist, als wohl ron ihm gerühmt worden^ So ist denn nnn die Handschrift Ton 
Aflfimg bis zu Ende, Ton Wort za Wort meder yerglichen und nach dersel- 
ben der ganze Drack gemacht worden. Doch ist die rerworrene Interpunktion 
derselben nur in den ersten sieben Bogen beibehalten worden, indem man, da 
solche das Yerstfindnifs oft erschwert oder MifsTerstfindnisse erzeugen kann, 
Tom achten Bogen ab, nach den jetzt in dieser Rücksicht gültigen Gmndsfttzen 
die Lesezeichen gesetzt hat INe Schreibart ist aber, selbst bis auf die ortho- 
gn^hischen und grammatikalischen Fehler, nnferflndert wiedergegeben: denn 
unser alter Autor würde sich in einem neumodischen Gewände nicht haben ge- 
fidlen können. Bei Yergleichung der Handschrift hat der nunmehr nach St. Pe* 
tersbarg yersetzte Herr Oberlehrer und Pastor Tanbenheim, welcher bis vor 
Knnem unter uns lebte, ih den ersten 24 Bogen dem Abdruck eine, mit allem 
Dank zu erwähnende, Hülfe geleistet; nachher ist Alles Ton dem früher ge- 
genannten Herausgeber allein besorgt worden. Die Anmerkungen, welche die 
erste Ausgabe unter dem Texte hat, sind auch hier wiedergegeben, doch zum 
Theil erweitert, zum Theil nach den bereicherten Quellen und Hülfsmitteln 
unserer Geschichte berichtigt worden. Der zweite Theil (vom 5ten Buche an), 
welcher frfiher^noch nicht gedruckt war, durfte in dieser Hinsicht dem ersten 
nidit nachstehen r es war aber bei der ganzen Einrichtung des Manuscripts und 
des Drucks nicht möglich, die erlfiuterhden und berichtigenden Anmerkungen 
^eich unter ^ den Text zu setzen; sie sind mit dem gehörigen Rück weis am 
Ende nachgetragen. Alles beizubringen, was unsere Geschichtforschung für 
TenroOstandigung und Berichtigung des Hiärn jetzt darbietet, war unmöglich, 
weil der Umfang dann zu sehr hätte ausgedehnt und ein fortlaufender Commen- 
tar geliefert werden müssen; nur auf die nothwendigsten Nachweisungen mufste 
Alan sidi beschränken. 

Um eine Gleichmäfsigkeit der Bände zu erzielen, werden die nachfolgenden 
in einzelnen Lieferungen, nach Maafsgabe des Umfangs der aufzunehmenden 
Werke, erscheinen, und je 50 — 60 Bögen za einem Bande, gleich dem gegen« 



wSrtigeii, mh General* und Spedaltiteln yerbimdeii werden. Wer sidi mr 
Bmtgegennahnie der fordmfenden Collection rerbindet, wird als Beförderer 
den später erscheinenden Tlieflen des Werkes vbrgedmckt, und erliilt den Bo- 
gte fttr li Kop« S«]II. — saUluir bei Abliefemng — ; dieser geringe Sobscrip- 
tions-Preis erlischt jedoch nat dem completen Erscheinen jedes folgienden Bas- 
des, und toitt sodann der erhöhete Ladenpreis ein. Einxelne Theile werden 
nur m fes^esetzten hAhon Preisen abgekM«n werden. 

Riga, am 6. Min 1835. 

Eduard Frantsok 



Vorberichf 



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ergten Ausgabe des ersten Theils von Th. Hiärn's Ehst-^ Lyf- 
uad LetOändischer Geschichte. 



ISiS sind nim bald Tier Jahre, dafs zwey, fiOr die aDgemeine Kultur der ein- ' 
lieimiBchen Gescliichte eifrigst thfitige Freunde unter aicli Verabredung nahmen, 
die iran so seltnen und unerschwinglich thenren Werke des Ras sott, Henning, 
Kelch u. a^ in einer Reihe neuer und gleichförmiger Abdrücke herauszugeben, 
um dadurch > aram Nutzen vieler Geschichtfreunde, sie leichter in Umlauf zu 
bringeiL Sie machten diesen ihren gutgemeinten Vorsatz öffentlich bekannt, und 
Inden alle Freunde der Taterlfindischen Litteratur ein, diefs gemeinnützige Insti- 
tut theilnehmend zu befördern und zu unterstützen. Aber der Erfolg entsprach, 
wne es schien, ihren Erwartungen nicht« Sie sahrat sich daher genOthigt, das 
^nue Unternehmen Tor der Hand aufzugeben, um zu besserer Zeit auf einem 
jninder schwierigen Wege sicherer zur Ausfährang ihres Vorhabens zu gelan- 
gen» Viele rechtschaffene Männer bedauerten aufrichtig diesen mifslungenen 
Versuck, der auch endlich durch die langwierige Krankheit des einen Unter- 
nehmers und sdneft nun kürzlich erfolgtm Tod, und durch anderweitige Be- 
fchSftigungea des andern so gut, als auf inuner, aufgegeben war» 

Dennoch wagte, es Herr Johann Magnus Wehrt in Mitau, ein Mann 
TOB rastloser Thätigkeit, diesen, so guten Hfindmi entfallenen Faden noch einmal 
Mi&onehmen, und in weit ausgebreiteterem Umfange den Ton jenen beyden Man* 

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nern gemachten Plan snr Wirklichkeit m hringen: nnd es gelang seiner oner- 
mfldlichen Betriebsamkeit, ein so wag^ches Werk in Kunem von vielen patrio- 
tisdhen Freunden nnterstHtzt ond zu einem glAcUichen Erfolge gediehen an se- 
hen. Sein Plan war nun: nicht allein die schon gedrackten ronflglichen, aber 
aulserst seltenen Geschichtschreiber Lir- und Kurlands in fortlaufenden Binden 
wieder abdrucken, sondern diesen die tlofs- handschriftlich vorhandenen, nodi 
seltnem Chronisten vorausgeh» su lassen. So eriiSit der Liebhaber dw Täter« 
landsgeschichte eine rollstindige Sammlung dler guten und allgmnein ftir myer- 
lässig anerkannten lir- und kurlindischen Geschichtschreiber in gleichem For« 
mate und gleichförmigem Drucke, und fftr einen im Ganzen billigen Preis. Er 
hat den Druck mit neuen lateinisdien Lettern, die nun idlmShlich jedem Auge 
geUnfig werden, vor den bisher gewöhnlichen deutechen gewählt, einmal: weil 
beyderley Schriftarten im Preise des Satzea und Druckes keine Yerschiedenheit 
machen, und dann: weil bey einem teutschen Texte, der häufig mit Stellen ans 
einer andern Sprache untermischt ist, der lateinische Druck weniger ungleidi 
und weit angenehmer ins Auge fifllt. 

Mit Recht ward unter den blob handschrifüidi roriiandenen C^ddcht« 
Schreibern Thomas Hiärn zuerst aufgenommen} und es kostete nicht Mfihe, 
von dem im livländischen Ritterschaftsarchire zu Riga aufbewahrten Oripnal* 
kodex seiner ehst- lir« und lettländischen Geschidite eine genaue Abschrift xn 
erhalten: denn der Herr Ritterschafts-Sekretär von Buddenbrook flberliefs, 
auf des Herausgebers Bitte, xu einem so gemeinnütxigen Gebrauche, mit edler 
und patriotischer Bereitwilligkeit das Original sogleich sum Abschreiben einer 
sichern Hand, und nnterstfttzte bey Revision der Handschrift die kritische Be- 
richtigung derselben durch Mittheflung aller nur rerlangten und vorräthigen 
Hfllfsmittel. Auch hat der Herr Konrektor Brotze in Riga, dieser um die 
' lirländische Geschichte so rttlmilich verdiente Gelehrte, mit seltener und ravor* 
kommender Wülfilfirigkeit, und auf eine Art, die seinen Einsichten sowohl, als 
seinem Herzen Ehre macht, dies geleistet und beigetragen, was Hiärn selbst 
von keinem seiner Zeitg»ossen, seiner Mitgehülfen i^d Freunde, zn Begrflii- 
dung seines Schriftstellerruhms hätte wflnschen und erwarten können. Beschei- 
den und anspruchlos ist dieses wackeren Hannes Yerdienst um die gesammte ein- 



XI 

heifliisdie Cretdiidite; aber desto bedeutender in den Angen aUer nnbe&ngenen 
Yateriattdefrounde« — 

Wenn man Alles xnaammen fasset , was Kelch in der Vorrede zn seiner 
Historie, Arndt in swei Noten in der lirlAndischen Chronik, und Gadebusch 
in der Abhandlung Ton livlfindischen Creschichtschreibem und in seiner livlbi* 
dkchen Bibliothek Ton Hiflrn erwähnen; so ergiebt sich daraus, dafs sie sein 
Werk wohl gekannt und genutzt, aber Ton dem Verfasser selbst sehr wenig 
aaziifiihren gewulst haben« Kelch hätte von der Geschichte seines Lebens und 
tonen historischen Arbeiten am leichtesten Bericht geben kOnnen; denn er war 
sem Zeitrerwandter. Aber just deshalb hat er natflrlich nur seiner erwähnt, 
nnd nidbt ansfOhrlich ron ihm geredet. Auffallend aber ist an vielen Stellen 
die Aehnlichkeit und bis auf wörtliche Ausdrücke sich gleichende Erzählungsart 
beyder Schriftsteller: denn z. E. die grausame That des Grobinschcin Vogts, 
Goswin Ton Ascheberg, erzählen Kelch und Hiärn fibereinstimmend bejr dem* 
selben Jahre mit fast Zeile ftlr Zeile gleichlautenden Worten« ^ 

Thomas Hiärne, oder Hiärn, wie er wahrscheinlich mit eigner Hand 
isi BJgisehen Kodex seinen Num selbst geschrieben hat, war aus Schweden ge* 
Uiti^, nnd zu den Zeiten der schwedischen Begiemng in Livland Bitterschafts^ 
Sekretär auf Oesel« Ob er hier oder in seinem Vaterlande Schweden gestori>en 
•ejr, ist m^ewib; zureriässig aber ist, dals er während seines Aufenthalts in 
Ehstland seine ehst- liy- und lettländische Croschichte gesammlet und vollendet 
hbe. Wenn ihn Arndt unsem Lirius nennt, so ihut er ihm in Wahrheit zu- 
vieL Hiärn ist kein Geschichtschreiber in der hohen Bedeutung dieses Na-- 
i; aber er ist mehr, als ein gedankenloser Sammler: er ist, scharf genom« 
I, ein musterhafter Chronist« Er urtheilt Aber Begebenheitoi nie, und läfst 
ndi nirgend auf Schilderqngen der handelnden Personen ein; er entwickelt bey 
kdnem VorfiiUe Ursachen und Folgen, aber er erzählt mit gewissenhafter Treue 
asch, was er von andern einzeln aufgezeichnet iSuid, und bewährt, was er er- 
lihlt, durch urkundliche Belege« Doch geht er, mehr als Kelch, in's Detail, 
mid auch sein Vortrag ist, obgleich er weit ansfährlicfaer und umständlicher erzählet, 
dodi minder weitschweifig, als der Kelch ische« Sein Stjrl ist nicht schOn, 



XII 

abor a^ rieten Stelleft kitftig, und fAr einon gebobmea Schweden nai jene ZA- 
ten xiemlich korrekt 

Von dem Originalkodex giebt Herr Ronrektor Brotae folgende, mit diplo- 
matischer Genauigkeit TerMste Beschreibung: — ''Das Werk ist auf Foliopa- 
pier, und die Schrift Ton verschiedenen HSnden, jedoch leserlich geschrieben. 
Der Text selbst hat durch den öftem Gebrauch nicht gelitten, weü jede Seite 
mit einer Linie umxogen ist, über welche die Schrift nicht hinausgeht: daher 
diese auch nicht, wie man bey andern Handschriften hflufig findet, am' Bade 
abgestofsen, sondern völlig unversehrt erhalten ist Bejm ersten Anblicke sdioi 
sieht man, dafs der Autor sein Koncept durch andere Hände habe abschreiben 
lassen, um nachher noch die letate Hand anzul^en. In dieser Absidit ist aof 
jedem Blatte ein iwey Finger breiter Rand nach auCsen, und dwselbe Raum un^ 
ten, lu etwanigen Verbesserungen und Zusitsen das Autora auf jeder Seite 
frey gelassen worden. — Wenn es wahr ist, wie einige wissen wollen, dals 
Hiärn RitterachaftssekretSr auf Oesel gewesen sey^ so vermuthe ich fast, er 
habe von verschiedenen Kaniellisten sein Koncept in^ Reine schreiben lassen, 
und dafs daher die verschiedenen Hände kommen. — Das Werk selbst bat 
kein Titelblatt, sondern auf der ersten Seite stehet Mos oben: Bhst- Lyf- nad 
Lettlflndiseher Geschichte Brstea Buch. Und sogleich folgt der An&ng. Vater 
den Worten: Erstes Buch, ateht, vermuthlich von Hilrn selbst, denn es ist 
von anderer Tinte und Hand, der Name gani kldn also geadirieben: Tb. 
Hiärn» Dieses wäre demnadi die wahre Schreibart aeinea Namena, welcher, 
nach achwedischer Mundart, Garn ausgeaprochen werden rnuCs. — Dieae Ab* 
achrift nun hat Hiärn, wie der Augenschein lehret, Aechouds durchgesdiea, 
und mit eigener Hand, von der auch sein obberürtar Name ist, theOa die 
Verbesserungen und Qudlen auf dem BxaA geschrieben, theils, wenn der Band 
vu enge war, die Yerbesseningen auf beaoadem Zetteln an gehftrigen Ortea 
eingeklebt oder blos eingcl^, und tqglcich auch mit Zelclien im Texte be- 
merket, wo sie hingehAren. Daher ist das gante Werk mit einer Menge von 
eintelnen Zetteln angefiint, von den«i dodi keiner veilohren gegangen tu seya 
scheinet Manche Stellen audi hat er ausgestridien, oder veiiadert, oder daa 
Text genauer bestimmt Man kann die Hiärn'sche Hand leicht an ihren Zfr- 
gen, besonders bey grofsen Budiatabeaii ertEennen. — AnfSser £eaen von Hiärn 



Mlbst genuichteii MargmaUen , ZoBfitz^ und TBrSndenmgeii, finde ich n^cli 
ändere, yon einor offenliar nepeni HandsehHft, ans dem xtsigen Ji£riiiinderte, 
wit emer sekdnen sSchaisoheii Hand gradriebene und iti)t~jdem Texte refi^lHni^ 
de&e Anmerkungen auf eingelegten Zetteln; Ich finde «ogar ran derselben Hand 
men Thefl des Textes von S. 831 an fortgescbHel^en , und diese Hand fängt 
aut den Worten ant Und weil zu derselben Zeit der König in Polen, Sigis- 
nmndns, in Ruisland einfiel etc. Ton dieser Hand sind 45 Beiten geschrieben, 
ab«r nicht uiitoterbrothen fort, sondern zwischen diesen angegebenen Seiten, 
antten iilne, liegen beym* Jahre 1617 rier Bogen von Hiarn's eigmier Hand, 
die, ihrem Lihalte nach, genau in den Teitt passen. Man darf aber nicht glaur 
beo, dal^ der ron dieser nenem Hand geschriebne Text ron einem andern Yer^- 
fasser sey, wie Gadebu^ch nnnimmt, der am, nach Arndts Anführung, Luft 
aennet; sondern die Sadra verhält sich, wie jeder unbefangene Besichtiger des 
W^kes bey genauer Untersuchung finden wird, also: Hiärn hatte seine Ab* 
schiift bis Seite 831 fortfahren lassen, und hier fehlte es ihm an einem Schrei- 
ber, oder er verstarb vielleicht voj Be<»idignng der Abschrift Die genannte 
Pttg^ befindet sich mitfen in einem Hefte oder ein« Lage des Manoscripts^ 
es ist aber die ganze Lage noch mit Bandlinien zu Bintragyng des Textes ver- 
mikeik. Als der Absdireiber S« 831 aufhörte, blieb die Fortsetzung des Hiärn'- 
sehen eigenen Konceptes im Budie liegen, und. blieb darin viellricht so lange, 
bis sie so abgenutzt war, dafs eine neue Abschrift nothwendig wurde. Jener 
letate Schreiber mit der neuerti schönen Hand sdirieb nun die letzte halbe Lag6 
Boch voll, legte nachher ander Papier zu und schrieb weiter. Er sparte aber 
k sdner 'Abschrift die vom Original noch vorhandnen vier Bogen , weil er sie 
^flcldich anpassen konnte, und wo diese aufliOrtat, schrieb er das übrige zil. 
Das Papier, worauf Hiftrn sein eigenes Koncept schrieb und weiterhin seine 
Abschrift schreiben Uefs, hat ein gan« andres Wasserzeichen, als dasjenige, 
worauf die neuere Hand-, nachdem die letzte Lage voUgesdirieben war, fort« 
fbhr. Dieser zwey ten Art von Papier hat sich die neuere Hand auch zu allen 
den Zetteln bedienet, die mit Anmerkungen von derselben Schreibart im Buche 
zerstr^iet liegen. — Aus dem Gesagten erhellet nun, wie ich glaube, deutlich, 
dsfs die letztere neue Hand keinen Fortsetzer dieser Chronik bezeiclmen könne, 
s<nidem nur einen Abschreiber: daher darf man auch die von derselben im Bu« 



che centraat befindliclmi Zettel nicht ftr Anmerkusgen oder ZnsAtie eines an* 
dem Yerfiitsen halten« Sie siad HiSrn'a eigene Noten und nn neu abge* 
•dhrieben. Dieb zu behaupten, habe idi noch einen andern Grand. Hilrn 
hat beym Durchsehen der Abschrift seiner Chronik im Texte Zeichen gemadi^ 
wo etwas nachzuholen war, oder wo Anmerbingen eingeschaltet werden sattten. 
Er hat aber sehr oft keine eigenhindige Zettel beigelegt, sondern nur am Rands. 
dasselbe Zeiche wiederholet und ein Pag. bey gesetzt, wo man die dahin gs* 
hArige Note finden sollte. Die Zettel ron der neuem Hand, die bej solchen 
Zeichen liegen, haben dasselbe Zeichen mit Tinte, die tou der Tinte des Bndis 
ganz Torschieden ist, geschrieben« Zeichen und Gegenzeichen smd also öffn* 
bar Ton %weyeAej Htnden« Denn hfltte ein Fremder die Handschrift roTidirt 
und Noten dazu gemacht, ao würden Zeichen und Gegenzeichen gewiCs Ton 
einer und dersellran Tinte seyn. Ueberdem gehören alle diese Noteii züsi 
Texte, und sind demselben angeftigt und eingefalzt; auch ist wohl manchmal 
ein Theü des Textes ausgetilgt, um diesen Noten Platz zu machen. Und dieb 
wagt doch so leicht nicht ein '^Fremder bey einer Originalschrift zu thun. Idh 
Termnihe daher, dafs die neuere Hand ans iigend einem andern handsduift- 
liehen .Werke des erstaunlich arbeitsamen Mannea die von ihm bezeichnet«! 
Seiten und Bogen nachgeblittert, und die dortigen Noten zur AusftUlung des 
Textes hier eingeschoben habe» — Dafs Hbrigens diese Handschrift mitten in 
einer Periode aufhöre, wie Gadebuach sagt, ist w#hr; dafs aber das BSxem^ 
plar, welches Gadebusch besafh, mehr enthalte, als der Originalkodex der 
Ritterschaft, iat efai Irrthum/^ 

Aulser dieser schStzbaren Chronik, die in sieben BAchem die Creschichte 
Bhst«, Lir* und Kurlsnds ron den iltesten Zeiten an bis zur Uebergabe der 
Stadt Biga an den König Gustar Adolph im Jahr 1021 enthalt, hat dieser im* 
sige und gelehrte Geschichtforscher noch eine yoluminöse Sammlung, rennisehte 
historische Nachrichten, Auszflge ans seltnen Schriften, Abschriften seltner Ur- 
kundeu, Abbildungen yon Si^eln u. a. enthaltend, in der ein Schatz reichhal-* 
tiiger Mateiidiai zum IMiuf der lirllndischen Gesdiichte rergraben Hegt, in 
der Handschrift hinterlassen* Denn er hat selbst, und auch durch andre, Ab- 
schriften Ton Tielen Originaldokumenten, die Lirland betreflbn, und dfe nadi 
Schweden wegjgescUeppt waren, in Stockholm, besonders aus des Kanzlers 



Oxeoftiema Archiv auf Fifholm, gesaamlet Viele SigiUe der HenniHeter, 
BnUachSfe, Komthnre ete, hat er, obgleieh scUecfat, abseidinen käsen. Audi 
nnd ans dem Bevalachieii Archire manche Abachftfiten toh Urkimdeii darin, wie 
aach Anazfige ana adtnen, Lirland betreffenden Bflchen, worunter manisliea in 
sdiwediacher Sprache geschrieben ist* Das Weric ffllirt folgend« Titel: *«Tho^ 
■ae Hiftrn Coüectanea, betreffmd die lieflSndischm Häitorien,' und was an 
dorer Erklftmng nödiig. Am vielen Anteren, die num nicht leidMüch bekomm 
man kann, xnsammMigefaragen. Ao« 161^ 71. 12. 73. 74. 75*^ Ba besteht aini 
swsj Theilen in einem Folianten, von denen jedoch der erste weit stirker, al* 
der sweyte ist Dieser sweyte Theil enthilt eigentlich die auf dem Titel ange^ 
gebenen Excerpte ans vielen SchriftsteUem, nnd macht verrnnthlidi die Koflek* 
tsnea aas, welche von 1670 bis 1675 srasammengetragen worden; dahingegen 
der erste Theil, der eine Abschrift von Menü Prodromns mid, was ihn be- 
send WS merkwürdig macht, die obgedachten Abschriften vieler Uifamden in sich 
bbt, erst 1609 geschrieben ist, wie mn eiafiegender Zettel von der Hand einen 
gewissen Richard von der Hardt, der selbst viele der genannfen Urkunden in 
Stockholm abgeschrieben hat, ausweiset. Auch diesisr sweyte schatzbare Hilrn^« 
sehe Nachlab ist im Bitterschaftsarchive au Riga anfbewälirt; ein reicfahaltigea 
Magazin seltner Yorräthe, die einem künftigen pragmatischen Geschichtschreiber 
sehr willkommen seyn dürften, zu deren Bekanntmachung auch schon in Hupel*a 
neuen nordischen MisceUaneen ein rühmlicher Anfang gemacht worden ist. 

Bey der gegenwirtigen Ausgabe des vorzüg^chsten Werkes dieses fleifsigen 
Schriftstellers ist, so viel es nur immer thunlich war, alles wahrgenommen 
worden, was biUige Richter zu fordern ein Recht haben. — Hiärn macht seine 
Citsten fast durchgftngig sehr allgemein, und nennt mdirentheils nur den Nsmen 
des Schriftstellers. Diese Citaten sind, so viel unter uns die Werke aufzutrei* 
ben waren^ zu mehrerer Bequemlichkeit genauer bestimmt, viele aber auch, die 
Baader wichtig schienen, wenn zumal der blofse Name des Schriftstellers nur 
sm Rande der Hapdschrift, und dieb oft bey einer sehr gleichgültigen Stelle, 
stand, ' gifnzKch weggelassen worden. Die betrichtlichen Abweichungen und Irr<- 
thflmer des Autors wird man in den kurzen Noten mit wenig Worten bemerkt, 
nnd hie und da Nachweisungen auf bewährtere Scliriftsteller lunzugefiigt jBnden. 
Aber die ganze CrescMchte der diesseitigen baltischen Küste vor und bald nach 



xn 

CiDriiiti Crebort bis nt Entdecloiitg des Landes dardi die Tentschen, welche 
das gaiise sweyte Btioh ausIftHt, ist so &helhaft, dab es der Mfllie mdkt werth 
idiiei^.inel dsrftber an kommtetiieii» Alles ist ans dem flaxo Grammatikns, 
Johaluies Hagnns and andern Mindlingil snaammengetragen. Dagegen gehfet 
Hiflrntsa den wenigen ÜTUnaiischen Gesduditsdireibein, welche Heinrich 
den Letten, gekannt nnd guttatst :haben. ~>^ Ln Vortrage selbst, ja sogar in 
der Orth^gni^e itt\ oh«e Wo es sdileditbrdiags nothwendig war, nicht das 
nwdeBte verbessert wotden. Der Creschichtsamnder des si^baehnten Jahrhnn* 
derts redet idcht, wio/der des adbtaehnten. Aach die geringste Modeniisi- 
rang an einem aItfrSilkifi«bj»n Werke jeder Kunst nnd jeder Art entstellt das 
ganae . bedentsnne: KostuiLe dosselben. Man mnis entweder gar nicht dann 
amstem od^ es gjbiaUeh nmfoamen» ' Bejdes aber vertrog Hiärn. nidit — 
Erhalt gegenwSrtiige Aasgabe des gelehrtestoi nnd aosCfthrlichsten liTlindischeB 
Chronisten den Beyfidl onsers PnbUkasM nnd der auswärtigen Kenner, so wird 
diese Sanunlong nnonterbrochen fortgesetzt werden, nnd in den folgenden iwey 
Bftnden soUeir die ebenfaUs noch angedffickten Geschichtbflcher des FraBs 
If jrsttdt nnd Moria; Brandis in.demelben Form erachemen» 

Mitaa, im August 1198. 



Erstes Buch. 



1:^ LandschaffteD, so man aiijetio (wiewol nicht ohne MITsrentand) unter einem gemehien 
Nahmen, Lyfland, hegreiffet, nnd In folgenden Füntenthümern bestehen, nemhlkh Bhitland, Ljf- 
Imd, Onkrland nnd Semgallen, machen, mit dem Stftdc Landes, so man polnisch Ljfland nennet, 
nie andi mit denen grossesten InsnlnOsel nnd DagdB, fast eine Vieretfte, wekhe TonOsteit nach 
Westen nngefdir flmfirfg, von Sfiden aber gerader Linie nach Norden, etsliche und sedulg Meilen 
Ikilt Seite man aber die Krümme der Wege, wie etsliche thnn, mitrechnen, irürde man die 
Uoge Ton Narra bis an den Flufs Heiligenaa in Cuhrland bey hundert und swantsig, die Breite, 
an etslichen Ortem auf fuiAdg, auch sechaig teutscher Meilen rechnen Iconnen. 

Diese Lander grentxen in Osten auf ein klein Stftek bej der Narva an Ingermaniand, damach aber, 
durch di« stehende See Feipns, bis dahin, wo der Flus Indrika in die Dfina fallt, an Reufsland und theils 
Uttauen, weiter in Süden an Littauen und Samoiten, Westen an die Ost-See und Norden an das 
Finnische Ha£ Die Vertheilung selbiger Orter ist Tor Tier- oder fünfhundert Jahren nicht der- 
gestalt, wie anjetso gewesen; su mahleii nach Tielfültiger Eroberung man die Grentse der Pro- 
tinden jfld enger, bald weiter gemacht, auch oftermahls die Linder vertheilet hat Es hat da- 
aiihls der gaase Ort unter Ehstland gehöret, alwo die Bhstnische Sprache annodi im Schwange 
gdiet, und Ist selbiges Land in untersdiiedllche Districten vertheilet gewesen« Von Osten ansn- 
bogen ist Alentacken der erste, welchen etsüche von dem Narvischen Strom bis an den Furt* 
sehen Bad, und so hin bis an die steh^de See Feipus rechnen; etsliche wollen Alentacken sey 
akht weiter sn Terstehen, als an den Ort bey Feipus, wo der Aal-Fang ist, daher es seinen 
Nahmen Ton dem DSnischen Aal -Tag, welches auf teutsch ein Aal-Fang bedeutet, sol bekommen 
haben: aber der Nähme istShstnisch und älter, als dafs die Dänen sdbigen haben geben können, 
dessen derivation ich so gewifs nicht finden kann; dennoch sind etriiche der Meinung, er komme 
Ton Hallo Tagga, das Ist: nach Holts, weil noch daselbst die am Strand wohnende, wenn aie 
Uich dem Walde fahren Rollen, sn sagen pflegen: mina menen Alo oder Alle tagga, ich gehe 
aadi Holta; denn mehrenthetls Ehsten lassen das H, im Anfang einea Wortes aus. In diesem 
District liegen die Festungen, als: die Stadt Narra sampt demSchlofs daselbst, und Neu-SchloJs, 
auf Bhstnisch llVaskinarva genannt «t- Der Dänische Cantzler und Historicus Herr Huy tf eld t sie- 
bet auch den DorptiBchen Creyfs unter Alentacken» welches wol seyn kan, dafs ea su der 
LBd. 1 



ReoMeii Zeit unter emem Herrn gehSret, Jedoch ist Ugganfen oder Ugguioi«, wie Au Dorptt- 
Bche Gebiet vor Alters genannt worden, allseit ein absonderliclier Diatrict geweien, wonuter 
nachgeliendB der halbe Theil Ton Waigel, nebat andern kleinen Gebieten mehr, aind geiogen wor- 
den. Es lieget alda Dorpt (Tormahla ein Bischöflicher Siti, und eine vnter den Ansee-Stadten) 
wie auch die Festungen Ringen, Randen, Cawelecht, Oldenthurm, Werembeke,^) Kirronpe, 
Neuhaus, Kungthal, *'^) Odenpi, Ultxen, Falckenau, xuTor eine stattliche Abtey« 

Nordwerts von dem Dorp tischen Creyse, lieget Jerwen, worunter auch vor diesem Sackalen 
gehöret hat Hier liegt Fellin, vormahl efaie Stodt und Schlofs des Herr Meisters Sita, Weis- 
senstein, Oberpahlen, Lais, Tarwest, Karkus, Heimct Weiter nach Norden an dem Finnischen 
Meerbusen ist Wirland gelegen, und darinnen Wesenberg, ein Schlofs und Flecken oder StadÜela, 
Borchholm und Tolfsburg. Negst Wirland langst dem Strande westenwerts ist Harrien, alda die 
Hauptstadt des Fürstenthum Ehsten Reval, eine berühmbte Handels- und vormahlige Ansee-Stsdt, 
Fadis eine gewesene Abtey, Fegfeur ein Schlöfslein, und Murlenthal ein Jungfrauen-Closter S.Bri- 
gitten-Ordens, eine kleine Meile von Reval, anjetio aber verw&stei 

Von Harrien und ferner nach Westen lieget dieWyke und darinnen die Stadt und das Schlofs 
Hapsal, woselbst dne Thum-Kindie und eme neitlang des Bischoffs von öesel Sita gewesen, im-, 
gleichen die Schlösser und Häuser Lode, Leal, alwo vor Zeiten auch <& J^ngfiranen -Kloster 
gestanden, Fickel, Felcks und Werder. Zu diesem Wyldschen Creyfs hat auch vor Alters die 
Stadt Femau, welche an der See gelegen, und eine demliche Handels-Stadt gewesen, gehöret: 
Numehr aber ist selbige, wie auch der Dorptische, nebst einem grofsen Theil des Jerwischen 
Greyses, wter das BJgische General-Gouvernement geleget worden« Woher aber diese Districte 
den Nahmen haben, kann ich für gewifs nidit melden. Es scheint aber, dtfs Wirland, Wiro-. 
mah 'J''*"^) von den Finnen idso genannt, weil der Wall felsicht und sehr hoch, ist, wie beyllack- 
hof und sonst mit Verwunderung au sehen. Jerwen hat unfehlbar den Nahmen von den vor-, 
nehmsten stehenden Seen, alsWortajerff) und andern vormahls au Jerwen gehörigen. Harris, 
ist eki Fiiuisch oder Ehstnisch Wort, bedeutet den Christen Rand eines Dinges; davon wohlHar- 
rio-Mah, soviel als das letate Land an der Sedonte, von den Einwohnern könnte seyn genen- 
net worden. Aber ich lasse dieses, wovon man keinen andern Grund hat, als die Mnthmafsni^ 
aus der Sprache Eigenschaft, fahren, dem Leser seinem besten Wissen .vorbehalten. Von dem 
Salischen Bache nach Süden längst dem Rigischen Bodep (den die Geographi Sinum Livonicnm 
nennen) und bis an die Duna, ohagefehr 8 oder 10 Meilen in die Breite, ist das Land der alten 
Lyten nach welchem Lande die Brehmer, oder wie andere wollen, die Lübecker, weil aie bey 
der Düna erst anlangeten und den Christlichen Glauben einpflantset<m, alle das übrige Land, was 
aie aus Ehst- und Lettland dazu gewonnen, nachLyfland benahmet haben; wie denn solches ins- 
gemein JTO geschehen pfleget Denn also nennen die Finnen gants Ehstiand Wiroimah, weil ihnen 



*) Wird sonst Warenbeck oder aucb Warbeck g^enannt. 
' **) Gewöhnlicher ist Kongedahl oder Congota. 
*•*) Eigentlich Wirro ma. 

t) Riehtiger Wirtfjerw oder Wert^erw. 



Wirltai im n«d«teii Hegt; gldchergetttlt hetasen die Finnen andEhtten gants Teottchlatod naeh 
4m Saduen, ganli Schweden nach iet ihnen nadhat gelegenei^ Frorintz Rof «lagen '^). So haben 
iHe Romer nach denOrteni, ao ihnen vorerat bekandt werden können, gantz Binnemarck, Schwe- 
den nnd Norwegen, theifai nach Schonen, Scandlam, theila nach einem District in Norwegen Thn- 
kmarck, Thnlen genannte — So nennen noch die Renfaen nnd Fohlen alle Tentschen nach den 
Nemelen, Nemetachy nnd dergleicheii mdir, die teil aniufNiren nnnöthig erachte, nnd dn jed- 
weder Teratindiger Leeer ohn mefaie Brinnemng wo! wiesen wird/ 

* In dieaem Ljflande haben aidi die Letten allgemüiUg eingedrungen, daTe man noch kaum 
der Ljven Naehlafa bey Salia, Leinael nndWajUsel in etslichen DörflTem findet"^) 

Die Hanptatadt in Lyf- nnd Letdand iat Riga, wegen der Handelung weit berUmibt, ao 
«adi ittTOr eine Anaee-Stadt gewesen; aonat hats anch diese Schlosser nnd Hinser als: Sewold, 
Tvejden, Cremonen, Nenermnlilen, firclihohn, Üdcil), Rodenpoia, Hoehrosen, Lemseli wobey ein 
Flecken, Sontsei, Saüa nnd andere melir. Bey Wenden aberwohnetevormalila ein geringes HSnff- 
Ma, dafa aie Wenden nannten; diese haben vorerat ihren Site bey der Winden gehabt, nnd sind 
dttdbst Ton den Coliren vertrieben worden; darnach llefsen sie sich bey den Rigischen Sand- 
Bergen nieder, haben aber audi aide keinen Friedoi von den Lyven haben mögen, bis sie eidi 
endlich m den Letten begaben, Imd Hire Nachbarn worden« Ob nnn fiese Vdlker dne Wendi- 
sche oder ehie andere Nation geweaen, davon hat man keine Nachridit, weil sie Jetet alle let- 
tfidi reden. Dem sey aber wie illitt wolle; ao irren doch Clnverina nnd Fontanns, da sie des 
Ptolomaei Worte dahin drehen, daTs die Wenden dieser Örter die ältesten Einwohner selten ge- 
wesen aqrn, nnd solches mit der Stadt Wenden, wie auch des Wassers nnd der Stadt Winden Nah^ 
men beweisen wollen, da doch Wenden von diesen wenigen Fremdlingen, und Winden, von dem 
lettischen Wort Wentes, wie sie des Orts nmb Goldingen den Wind nennen, wegen des Strohma 
sdmetlen Lanff, die Stadt aber von dem Strom den Nahmen bekommen hat 

Bie übrigen Orter, nemHch das Über-Bünische Lettland, Semgallen nnd Cnhrland bewohnen 
de Letten. ' Zu dem ersten geboren die Städte und Schlosser, als: Kokenhausen, ein Schlors 
«oid vormahjs eine Stadt und BischSfflicher Site, wie denn auch Wenden, eine Stadt und Schlors 
dee Herr Meisters Residente, Weimar, eine Stadt nnd Sclilofs, Jnrgensburg, Grors- und Klein- 
Raop, Nytan, Schuyn,^'^) Serben, Erla, Febalg, BeTson, Kalteenau, Laudon, Seiburg, f) Creute- 
bnrg, Dfinaburg, Rodtten, Marienhauaen, Schwanenburg und viel andere mehr. 

In Semgallen liegt Mütau, anjeteo des Herteogen in Cnhrland Residente, Annenbnrg, Bai- 
don, Banake, Thurkalen und Bubenau. 



*) S. Bai in 's Oecchlcbfe Ton Schweden, deatfche üeben., Th.2.V S.SM., Noteb. 
^) Nodi ein kleiner Ueberrest diesei Volke wohnt in Kurland am Angeriehen Strande, vom Einflaff der 
BohgfisdMB Bädie In den Bigicchen Meerbusen, bis ah die WlUdausche Grenxe; nnd ein andrer, ohn- 
welt Baaske im Alt- und Nen-Rahdischen Gebiet. Bleie letetem Liren irerden Kreewinen genannt 
8. Sclildser's Beylagea mm- nemreriaderten Bnfiland, Th.2., 8.84IS f., nnd fSTtender'i lettiiehe 
Grammatik (Brannschwelgr 17W), 8.8. 
***) Riehtiger Schigen. 
t) Selbnrg liegt in Semgallen. 



, T^w, 



taUu^) HtffiMadHebcjdoiR««»^ 




•iB WjkkAem Stmik Heg« 

EIMm tewrfwiet Osdl 14 McBoi Im« mmi m ctHAa Öffica 7 McOn ktcil, WMfaaes dfe 
hhI itm SchMii AraMkng,.ui cIb nsalirtai BAkfr SoMoAvy, «der bcMrSihadwrg; 

Mam^M$A wUtm, dUe fMioi ia •dMgwQdtfath n«m otnlid^tHi) 
diCi Ihre Klicm ui V«rcltcn Schwefiidi geredet Se tfed enA !■ dm KlaidHigeB von da 
MboetargiedieB öeeicn «aate utemUedea, weV dkee wmi EkMm^ JeM aber ftet Schwe- 
difdk (dckMet hergdwe, aaA riel getrewr ele die flilmffciiiiiwilif^ ddhere die esf der bnt 
weliMMde Tcetfdica eelche lieber ki Aires lÜMHte« kebea ud begdrak Höh«, eine loral 
SMcUen leng «ud breit» wird TOiBheften bemteet b^lekheB Iju nd Munewifüf) WeU 
eber der leletgedeehtca Ivel Nehne Schwediedk irt« aethneleet mmm^ dele Sehweden vor elleni 
deeelbei gewoboels Send eine laeel enf den Bigiechea Bodett geiegeB, hei lenter fldiwedisdie 
Elowobeer« So flndet mea eadi liaget den Sireade tob Hepeel bis Regoo nAreatheile Schwe- 
dliciie Bfiireni m welcher Zeit eber gelbige eidh diceer Orten niedergflawcn, kann keiner wie- 
eea* Ohne eilen Zweifel aber abid es Kellqnlen der eilen SdiwediMftc» Colosien, wie Ihre Alt- 
Bebwediache Sprache aolcbea gnngaain beieoget 

Es shid sonst endere klebe Orter, theik Distrieten theOsGeUete so wol faiEhsl- elb Lyf- 
nnd Lettland geweseui derer xurweilen im dritten Bnche dieses Werks gedacht wird, welche 
neerenthells von den alten Banrburgen nnd Flecken, darinnen üir Ältister oder Regent im Hei- 
denthnm gewohnet, genandt waren, alfs: Rotalien Jets das Habsalsd», nnd Saecalen Willjcnda 
das Velljrnsche Gebieth. Nomegnnde granzete an Saecalen nnd Jerren nngefehr hej Oberpah-^ 
len, Loppegnade awischen Wirland und Jerven* Mocfaa, Mogedte, oderMödEe, Tielteichl dnMeck- 



*) Jstet flackenhauMO , welchsf, so wie die iiey Torher genanntea Orte, xun Still Pllten gefaiSft. 
•«) Eigentlich Wulf. 

***) Orotll Prolegom. remm gothlcarum. 
f) Wahrtchetniloh Womit oder Wcmifdd. 
ff) Man findet den Namen dieier Ineel eehr Tenchieden geidirieben, bald Dagen, bald Dagden; 

Dagede, Baligoe, DagAS und noch andere« Hopel in den Topognqplufeben KaduridifaB TaaLir- nad 
IChitland, Band!. S.888. bemerkt, dafe nach der Aaieprache Dagen am riehtigeten sey. 
fff) iobworben oder Sworwe, aacb Sehworberort , heifat die «OdUeiie Spitee der Insel Oetel. 
fttt) Die lettlfohe towohl als ehatnieche Sprache, wird Ton den Dentaehen in hiesigea G e gend e n die na- 

dontaohe genannt. 
f tff f ) Eigentlich Mannuaholm oder Mannen. 



M ÜBimd Hget; Waigel f^aube Ich tcsy weiittnen Randen nnd Sagniti ligen, wefll ea am Wert»- 
jcr gepiDset hat Werbole ein Flecken nnd dan geliöiigea gebiebt in Harrten; Soontagana^ 
darinnen Bget Jets daa Kirebaplel 8. Blichaelia. M etiepoi iai der Ohrt awbehen Salia Pemon 
and tMAmi} Idnma, wo Roop nnd Mojan ligen; nnd riele ander mdur. alfiiKnbbeeeiie (dea alten 
Kabbe ader Kanpen Bnrg); Dabrela Bnrg, Lettigore in Letland nnd Soboleten Alnmby Joggen 
t^gana Wolga tabbale, ao iwiachen Jerren^ Wlriand nnd Odenpoiadi gelegen^ oder Sorptladi. 
Yaa derer Bel^genheit man nicht mehr weifa weil die Nahmen verioachen. 

« Zn der SSdt der lotsten Herrn Heiater aiad die vorgedachten Btadte nnd ScblSaaer folgen- 
dflcgeitalt Tertheflet geweaen., 

Der Srts-lNachoir sn Riga hat eratlidi gehabt die halbe Juziadlction iber die SUdt Riga, 
aad b doaelben aeinen Krts-BfichgflHehen Hol^ aampt der Thnm-KIfdie, nnd sn adner FüratU- 
chcnTafiBl nachbenahwte SchlSaaer nndAmpter, ao hi swej Voigteyen, neiunüdi Trqrdenaehe nnd 
Kotenhaosiadie abgetheilet geweien; derer eine jedwede, von den daran Terordneten Vornehmen 
foo Adel «ui Erts-Riachofflichen Rlthen, ahi Stifta-Voigte, welchen, anatadt ihrea Herrn, daa 
vcItUche Schwerd anbefohlen geweaen, regieret, und verwaltet worden. 

Z» der Tr^denachen Toigt^ ahid dieae ScUdaaer nndAnqiter gehörig geweaoi, ala: Trey- 
d«, Lemael, SaHa, WaiuMl, Ronnenbnrg, Smilten, Serben, .npd Pebalgen. Zn delr Kokenhan- 
riKhenlToigtey haben gehört: die Stadt nnd Schlaft Kokenhanaen, Lennewarden, Üzknl, Crwt»* 
bng , Landen, Sebweg^, SAwanenbnrg, Harienhauaen nnd Lnban. 

DemThnm-Oipittel an Riga gehSreten die Sehloaaer, Dahlen, CSremonen, Sontael, nnd Ol- 



Der Biachoff von Dorpt hat geliabt die HInaer, Dorpt, Xirrempe, Neahanaen, Oldentfanrm 
aad Werenbeeck. 

Dea Biachofa von Onhrland Hbiaer aind geweaen Angeimünde, Pilten, Nenhanaen in fia* 
Mitn gelegen, '*') Amboten nnd Dondangmi. 

Der Bhiehoff su Reral hat gehabt, Borchhobn nnd Fegfcnr. 

Dem Bia&off von öael haben gehSret, Arenaborg, Leal, Lode, Hapaal nnd daa Gloater 
Pidi, eine siemlidie Featung» 

Der Herr Meiater hat gehabt Wenden, Weimer, daa Schlofa sn Riga nnd die halbe Jnria- 
dBttion in der SUdt daaelbat, Nenermfthlen, Kirehholm, Bnrtnick, Rnjen, Ermia, Trikaten, Kar* 
km» Heimet, Tnkknm, Ariea,'^'^) Rodenpoia nnd Tolabnrg. 

Der CSamptnr sn Reval. Der Cnmptnr sn Feman. Ein Camptur sn Düneburg. EinC^uip- 
tar la Dobblin, welcher anch Jfeabnrg an der Littanachen Orentse dahej hatte. Ein Cnmptnr 
m Aadvsden, weldier anch gehabt Haltenoia. ***) Ein Cnmptnr sn Leal,' hat nnr die Hilffte 



^) NenhaaM» liegt nicht In Sanogitien, fondeni, wie die übrigen hier genannten Orte, in Kurland im 

Stift Pilteo. 
**) €»«wöhnlii:her Amwcb. 
'**) WährMsheinlkh Kaltienan. 



▼om Schlofs, Fledcen «ad Dero ngdiiMgeii Oilttmi gdhabt, die tndere imille geUrele den 
Biflcheff Ton öselL Sin Ciuoptur sn Riga hatte, weil er alda Praesldeat war, in AbrnmeBMü 
des Herrn Meisters, Kirchholm, sonst auch NenermiUilen nnd Rodenpois. 

Der Voigt auf Ösel hat gehabt Sonnenhnrg. Ehi Voigt süNarra, hatte die Stadt andSddob 
daselbst Ein Voigt in Wesenberg. Ein Voigt sn Nenen-^chlofs. Bin Voigt na Ombbi. Eh 
Voigt an Rositten, der hatte dabey Lotsen. SSn Voigt an Sclbnrg. Ein Voigt an Banske. Eh 
Voigt SU Candan. Efai Voigt su Windan. Bin Voigt sn Katkns,'^) hatte dabey Hdmet snd 
Rnjen, nnd dem Meister davor alle Jahr in seine Cammer W,00dmk. geben müssen. Bieifcey 
ist anch sn beobachten, dafs, wenn eine Stadt oder Sdilofs genannt wird, die dasn gäMgi 
Ampter nnd Gntter anch darunter verstanden werden. 

Es haben andi die von Adel viel statUdie Hinser nnd SdbBoser gdubt, als: Bis, Rhigea, 
Fidcel, Pnrdcel, Hodirosen, Randen, KaToleeht, Werder, Berson, Erla, Kaltsenan, Mcjan, Chrofs- 
nnd KleiA-Roop nnd andere mehr. Von weldien obgedachten Schlossern und Biaseni, man we- 
nig, was einer Festung gleichet, mehr übrig findet, sumahlen, theils von dem Feinde, theOs tan 
der Obrigkeit, damit sich der Feind nicht darinnen wistdn m5cbte, rerstöret und geschldlbt 
wordeh. Ist audi numeliro in den lotsten hundert Jahren, sowol durch Verenderung der Re* 
ligion, als auch des langwürigen .Mofscowitiaehen und Polnischen Krfeges aUea Terendert, wis 
denn auch die Bischoibthimer gants abgingen; iiiogegen drey weltliche FürstenthUmer, ak nenn 
lieh das Ehstlandisdie, Lyflindische oder Ober-Dnnisdie und Cnhrlindtocfae entstanden* aeyn. 

Die beyden ersten FQrstenthfimer, als das Ehst- und Lyflindisdie, gehören heutigea Taget 
unter die hochlöbliche Cron Schweden. Bhstland begteifik in sich fönf Greyae: Harrien, Wir- 
land, Alentad^en, Jerwen und Wyck. 

Das Lyflindische oder Cber-Dfinische betrift die Lyren und Lettische Landschaft, anitef^ 
halb ein Stuck Landes, so man heute Polnisch-Lyfland nennet, und bey den letsten Friedens- 
Tractaten der Cron Fohlen geblieben, nemUch ^er Ort swhchen Creutsburg, Diindbarg und Mar 
rienhausen inclusire. Sonst sind rieleörter, wie gessgt, TonEhstland, nemlich die Dorptischeo, 
Fellinschen und Pemanschen Gebiete, unter dieses Fürstenthum gesogen.. 

DaaCuhrlandischeFürstenthum, so unter der CronPohlen gebtieben, begreUR in ridiOdir> 
land und Semgallen. 

Daa gantse Land ist dnrch und durdi eben, sum Theil sumpfig und der dicken, flnsten 
^nUder allenthalben toU; also, daTs auch etliche Termeinen, es erstrecke sidi hieher efai ThcB 
des Harts- oder Sehwarts -Waldes: dennodi ist es sehr fhichtbar, und hat an dem, ao der 
Mensch su seiner Lebena-Aufenthaltung Tonnöthen, gar keinen Mangel, ausbenonunen Snlts nnd 
•tsliche andere Sachen mehr, ao alleiki in wannen Landern wachsen, nemlich: Weht und Od, 
welche jahrlich dahin geführet werden. An allerhand Getreydig ist es so reich, dalii es auch 
mehrentheils in den allertheuresten Jahren andere nahe gelegene Lander damit Tersdien kaa. 
Giebet anch viel und schönen Flachs, siemlicheu HanlT nnd viel Viehe, ist daneben an Bonig 



*) Dieies etwas mangelhafte Veraeichnirg der liTlandifchen Ordenggebietiger, kann man am besten aas 
eiiiem in HapePi Nordisehen Miscellaneen, 8tack24.und25., S.aW.f. befiadUchea Anftats, beriditigm 



•fldi 10 nidi, ato ein ander Land gegen Mitlemaehl; hat in aeinea Wildern aonderfich Tiel BS« 
lea, Wolffe, S3ettde, Lttdise, Füchse nnd an eisliehen Örtem wilde Sehwefaie, Marder, Bieber 
und Heimerling. An Feder-Wild iat alda die Menge, womntw eine Art, ao den Feld-Honeni 
ftfl i^teicfaen^ nnd ron den Schweitiem Sobnee-Höner, doch etwas grdfser nnd des Sommers 
gnm, des Winters weifs seTn,"*") und der Hasen nnglaoblich viel Diesdlie sind bey ihnen dreyer- 
kjl theib sind des Winters achneeweib, theiis blanlicht, theib grao. Die Jiger Ihdlen sie bk 
die Lind-, Strand* und Onhrlindische Hasen. Es hat aneh einen reishen Segen Gottes an vie- 
lol^ horUchen Fisdien, nicht allein an den See-Kanten, scmdem aneh in den stehenden Seen, 
Stnfancn nnd Bachen, dergestalt, dafs selten ein Edelmann im Lande an finden, der an seinem 
Hoffe mit Fischereyen nicht Tersehen ist 

Unter den stehenden Seen istPeipns oder Pelbns an der Renfsischen Orentse die grSfseste, 
lud wird in grofs nnd Idein Peips getheilet Die grofse ist lang, wenn man Ton dem Dorff 
mnea, Ms anNensdilob rechnet, Fnnfsehen tentsdier MeOen, nnd br^t, Acht, su Neun Meilen* 
ZwiMhen grofs nnd Idefai Peips, l»ey Ifsmen; ist ein sdmiales Wasser Ton | Meli breit und 
da AdtlenÜieil lang, so diese beyde Sera an einander halt Klein Peips ist sieben Meilen lang 
«ad ohngefehr swei oder drey Meilen breit Hier an Reursisdier Seiten lieget Pleskau. Worts- 
Jttff in Jerwen bey ftnf Mdlen lang, nnd swey an drey Meilen breit Die Bnrtnicksche See, 
weldie vor Alters Ton den Lyren Astijerfwi ist genannt worden, ül»er dbrey teutscher Meilen 
bog nad eine breit Die Lnbanische See fai Lettland fiber vier Meilen lang und swey breit 
IKe iddoerra sn geschwelgen, als welcher fast eine nnglanbliche Menge, also, dafs man sagt, 
Uk sllein unter den dreyen Schlossern, Bositten, Lndsen und Dfineburg üb«r hundert und awan- 
tiig seyn sollen« 

Unter den flnfsenden Wassern sind die ▼omehmbsten in EhsÜand: Narra, Peman und die 
Bnbedce. Die kleinem sind die Pürtsehe und Semsche, die Pala oder Oberpalnische, Weis- 
seaftdaiidke, Kafsarlsche heiligen Bach, und mdur andere Biche. Die Naira flenfiit ans der 
Pc^lfchen See nnd die Stadt Narra rorbey in daa euserate Meer, und macht, Indem sie, eine 
hdUie Meile ron der Stadt, awischen den Felsen herabfalt, ein grofses Geriusch: Dafii aber die 
dt hsramliwolinende dadurch harthörig werden selten, wie viele sehreiben, ist, wie die Erfah- 
Kabelt besenget, eine blofse Fabel. Die Schiffe kminen darinnen aus dem Meer S Meilen hinauf 
hu sa die Stadt gelangen. Die Peman fleufst aus Wortxjerff, Feilin Torbey , und nachdem sie 
riA adt den Bachen, Hahsjokj, Navaat, Padajoki, oder Wdssenstehiischen Badie, und Risti Ky- 
i^sU Terdnigt, ergenfst sie sich bey der Stadt Peman, die daron den Nahmen behalten, in 
te Ljflittdisehen Meer-Busen, sonst Rigischen Boden genannt Die Embeeke, welche auf Ehst- 
itMb Enuna Jöggl, das ist, die Mutter der Bäche geheifsen wird, fleufst aus Wortsjerff, Dorpt 
vnbey und in' die Peipisehe See. 

in Lyfland nnd dem Über-Dünlschen Lettlande .ist die Düna die vomehmbste. Die ent- 
fdaget in Kenfsen und linilfc darana, und durch Uttanen einen sehr langen Weg, Polotsko, 



*) Der Terfatser meynt dai weifse liofafthahn, Tctrao Lagopat L. 



DQüeburg, Kodcenliaweii, Rigi md vtel «ndera StUlie ud ScUStMr ▼oribay« md nfamt IMtl- 
len bioter Riga ihren Amrihb in den erwduitea Lyllindischen Bteer-Bsiea. £• Uftea ?id •». 
dere Strome und Biche In die Din«; unter welchen andi afaid, die ani den Üker-DftnIidMB 
kommen, JndrilLa, Bnbenei, Shweat, Ogfer und dai Waaaer bey Neoennihlen. Die Aa, od« 
Treiderah, flenrat ana vielen kleinen atdienden Seen, nidit weit Ton Serben nnd Sdmjn, andiet 
ehie KrOnmie heramb nachAdael nnd linilk aladann Wohner, Wenden, Roop, Sewold, TnUm 
und Cremonen Torbey, bia aie ihren Anaflgf» in die See ohnge£dir vier IMten rmt Uga nfaami 
Salia kommt ana der Bortnlekadien See, nnd ergenfiit aleh inaMeer ohngefehr TonUga ISÜrf- 
len. Durch Semgallen flenbt die Bvller-Aa, von nnsehlidien StrSmen und Bidien TeigiMMrl 
nnd machet bey der Dttnemünde mit der DIkna efaien Anfaflna» Die ftbrigen Biahlefai atdien ÜNt 
adcht m nennen, Tiel weniger an beachrdben* 

Von dea Ptolomael ohngefehr dieaer Orten geaetaten EinlaniTe inaMeer, Bnbenia nenüick 
nnd Thoranti, Ton weichen etliche den eraten vor die Dina, die andere ab« tot die Nirra 
halten, will Idi dieaea mahl nidit gedenken, den gvten Leaer nicht an betriegen, nnd mogoi 
die, ao dergldchen Dinge Torgdien, davor aprgen, wie de ea Terantworten. Ba aind wabrUA 
nngegriindete Muthnuifanngen, wie aicher aie auch auf ihre Anthoritit yermeaaentUdi podiok 
Einer dieaer Orten Kfindiger, kann nidita andera, da über aoldie Mgenrfnnigkdt dch yerwundem 

Unteranchet man mitFldfa, den Urapmng, dieaer örter nnd Lander nhrdten heyddadifla 
Einwohner, ao wird man deafala unter den Gelehrten, inaonderfadt aber den neuen Wdtbesdird- 
bem nidit geringe MifahelUgkdt befinden. Die hieaigen Scribenten haben dieae Frage nnerartart 
gdaaaen ; die Frembden haben ak Frembde geachrleben. Dennoch wird der, ao von den Pamia- 
nen sich nicht regiren lifat, unter den ilteaten griechiachen nnd römisdien Geachlditachrdbcn 
die beate Nachricht finden, wdchea wol au yerwundom iat, wdl der nediaten örter Beaduei- 
her, billig daa niheate treffen aolten. Aber, was thut nicht praeconcq»ta opinio, und denn, die 
entweder dch adbat angemalaete, oder von andern fast adariacherwdae ihnen sogedgnete An- 
thoY^tät- kh begehre aber deafala mich mit kemem in Wdtlauf ti^dt ehiaulaaaen, aondem ddfe 
Jedem adne fr^eBfeinang anhdm, wie ich dann auch verhoffe, man werde mirt nicht übd ans- 
deuten, wann ich meitie Meinung, doch au eines Veratändigem bessern Findung, rein teatsch 
aoasage, welche doch dem Leaer im Anfang mehrSpaniach yorkommea wird, wo ich, yonElistea 
anfangend, behaupte, dafs das gantae Ehat- Lyf- Lett- Cuhr- und thella Freufaen^Land raa 
den Finnen ist bewohnet worden. Wir wollen hierüber den Flinium Torent vernehmen, weicher 
Ton den Finnen, nachdem er tou Scandinavia aufhöret, schreibet:^) Nee minor eat opidoae 
Feaningia, qyidam haec habitari ad Yiatulam usque a Sarmatis, Venedia, Scyrria, et Hirns tvs- 
dnnt, das ist: Man hält Finnland für nicht geringer, etliche geben Tor, dala diese örter bUa aa 
die Weixd von den Sarmaten, Wenden, Ilirren und Scjrren sind bewohnet worden. Er sagt 
von den Sarmaten, weil diese örter von den Alten diadt unter Sarmaüam Bnropaeam geredh 
net und die darinnen wohnenden Völker fär Sarmaten insgemdn aind gehdten worden. Unter 



•) Hlft nat. L.4L C.18. Maa sdie tob diem Stdle des Pliaiiif, Schlöser's Aügtm. Nord. Gt- 
•düclite, S.115. f. 



;8aniMeii wmäa^ itf Mäk Mti Vflndenv *etw «M Tfel, wüä il€ «Mi m «il4rftAiiedticlK«i 
(küBn MifÜalft». kh.^imbe dber,.PiliLltts vrM «Nie die afelwl tattt- uM Ljflutd wöliMud« 
tei t M i uid Pehktt Terttdien, dnm toa dneiB «o f«ni enüeseiieii Ltnde, hit er d^ Gelegen«- 
hdi M tHevdiag» yenu aiebt wol haben Unen, wie denn tetcliMr «eine eig<me F^oitaelieik 
gBHpim m ack^rikuRn griitiL Bebdiet meg radi wel die Uitedir wjii, daÜB er die Scyrret fle • 
fcfiukl tMMt, da «ie deck aii/ der DMrä üwen Site gebellt, es «ey deaft, da& tle^ FinB^ii ge^ 
«anai und-'ddiero die ffciafcidiffin Wdrteip Mer (hrler naeligdilldMB aeyn. • ' 

Dati die Hirrett eaa»e jetsige Hartler «eja, «olehea glebt die Old^sUieit 4er Nahmen 
pigaaai «nr daiiTig. Cln^eriea aagt ebeufala ven liiaen: Hea alterampatiena fuiaae-Aeatioreflft 
Jadiaa» fri nvac ai^peUaniar Ufenea, vnlge LytMnder. Taoilna'^), naclideni' er Ton den#Dhwe- 
den genddel, ae gt^iet er wieder aaf die andere Saite der Oat'See, welche er dttScitwevilaAe 
Maer nennet, und beaahreibet torerat die Khaten bit Mgendei^ Worten: Brgo jaai dettro 8v<;- 
HA maria liUore Aeatiomn gentea allnontur: qvibna ritua habitnaqne SreTorom, lingva Britai^ 
riflarfTCfler. JMUttem Deilm venefintor, inaigne anperatMonia, fovtnaa aproram geatant, Id pro 
He Main', aeannttn Deae enttorem etiam iuter höataa p«aeata;t Raraa ferri, f^e- 
i* Fnunenfle fwetereafve Craolaa pe ikMO n a y ffemi pro aeitte OemMtaerma ineir« 
NaliboraAl; aed el.nMre aarmaaturv^^ mU emnhua SnaeiiiHin, qvod ^1 Gleaniv voaant, l«M, 
f&hwbigam 1b i^ Jittaee lagnnt Nae qvae nafimv vraeve ratio gigimt, «I Aurbaria, qpraesitaril 
aoapartnave. Die q^in etiani iuler eoetera ejectamenta nutrla jaeebat, dbneo iexnvia noaM 
iriH nÖBieiiY ipda in sttUo van rode le^tnr, informe perfertor, prellwnqne mirantea acei^nt: 
1 "tarnen aibeeom eaae ialelUgaa, qfia terrane qraedam, atqne etiani Tolnciia animatta ple* 
Interkeant, qrae inpUeita hnmore nues dnireacente niateria^ etadenter. Foecendiora 
tfitarnamom loeoaqne, alent ^orlenlia aacretia^ aiii thara et balaamma aadahtar, fitd oaetdeffitii , 
bnaii terriaqne Ineaae credideriflac, qtae Tidnl aoUa radii' eapreaaa et Uqrentia in pf^nkttnm mire ' 
idNotar, ac yd tempeatatem in adveraa Uttera «randant* 81 natnramflncciiif admoto Igne tentea, 
ia madnn taedae aceendHnr, aUtque flanrnMin pingvem et olentem, nans vt in pieen, reainamqne 
teatagdt Dea iait Zu der rechten Hand ma Salmewiachen Meer wofeien die Shatier, aie leben 
aai kleiden aieh wie Ae Schweweta, ^re Spieehe aber glelaiiet der Biithnladiiin meht. SM 
balea der Götter Mntter an-; xnm Zeichen ihrer Religion trage» aie elnea wilden Sohweihea Bild, 
eaidlea ihnen an Weifen and Vertheidigung dienet, akh dadurch, dieaer Gdttin Hülffe, aach 
aaler Otren Feinden Teraichem. Sie gebrandien aalten elaeme Gewehre, anehr^theila aber den 
Kautel; aie bauen Getreydig und andere Fruchte fleifaiger, ala derT^ntachen gewöhnliche Faul- 
bait ca mitbringet; durdumchen auch daa Meer, und aie allein unter allen andern aammlen da- 
lelbat unter den Wellen und am Strande den Agatrteln, welchen aie Gleanm nennen. Sie 
Men aich aber, da Barbariache Leute nicht erkündiget, wie ihn die Natur aenge. ' Er iat lange 
Zeit ah dem Meer -Strande unter andern auageworifenen Unflat, ungeachtet liegen blieben^ bla 

t Wolhiat ihn in Bemff gebracht; aie gebrauchen deaaen ni(At, aanmden ihn rohe, und tra- 



*) IM BMrihnt Germaaonua, c. 45. 
LBd. 



gu Um da KadTon iargs^Oi «nfSimlkll n^ «ad ^tgwmktm ikh «b«r im Wortfi, da dk 
d«T«r haben. Sa aalieiBei, dab aa «biBa BiaiAaa Sali, adar Gousi aaj, mal naa Buai afUn 
flUBcherlay Thiera^ wia aach Vagal-BUdaiaaaa, dadarck adiailMR aialMl, wdMia aiÄ ia dfeiaa 
Sailk Tenriakaln« «ad waaa daraaUw hart ao wavdaa bagiaaal^ aladaaa dcafai blaibaa and aleAaa 
atfiaaaa. &• waiTa aian, dafii aa daa laOartlan aad Taffboigaaaataa Arteni ia Oikali BiaBK la 
fradiOarai WUdara 0B&indaa «erdaa, wefeha ^aa Wabattah aad Balaam tri^EBa: Alao flaaba 
ich gern dab aa in dea Landaabaftaa aad laaak^ fegaa Niadar§aag aadara B i maa gaba^ wakha 
nach Saffk aad Gammi van aich gebea, wekho Toa daa heiaaaa Soaaaa^traUaa aa aidi ^Mfca 
aad geachmaltaaa, aaahgahaada iaa Maar triaOBat aad vaa Wiadaa Qawalt aa daa Oaalada ga» 
warffaa weidea. So Ihr daa Agatatdna Ibtar TarauiAaa waUal» aad Iha aam Fear haltet« la 
braaaat ar iaat wie alae Faakal, aatarhUt afaia did^a tottaFlaaiawi» aad 4(iebl ainea ateiicaaGa* 
räch Toa aich« walahar aadlich. Faab-dkfca winl 



Bald danach komait ar Toa daa Ftaaaa aa radaa adt ialgaadaa WaHca: *y Paadnotaa^ 
Vaaadaraaifaa at Faaa<MPaM aattaaea GeoBaala, aaSarai^ia adaarihaa^ dahtta. QvantTam Faa* 
cfad, «Taa qiidaaiBaalamaa vocaat, aaraiaaa« adte, aade et daaiiallHai at Ganaaai agaat» aacdai 
aaMdum at torpar. Pracanua adilia eaauhUa, aaa aiUI JaBaiauteiaai haUftaai Saedaatar« Va» 
aadi mnltam e OMiiibaa traxemat Nam fvicqfid iaIerPaaaiaaa Faaaaaqaa ajhraniai at aMUha 
»igitar, latradaila paramat BB tamaa iatarOenaaaaa paliaa raieraatar, ffla et daaiaa Bgaa^ 
at acuta gaatant at padam aaa et paraicitata gaadaati qrae Muda difaraa aaatSatniatfa, ia pka* 
atro aqTcqaa viveatibaa. Fanaia mira favitaa^ faada paapartaa« aian ama, aaa e^Tl» naa paaa* 
taa: Tictai hatba, Teatttai paliaa, aabiii hamaa, aala ia aagittk apaa, «iraa Jaapia ftiri aaribai 
aaparaat: idamqaa raaataa vlroa paiiter aa foaaihiaa alit Paaaha aaha aaadlaatar, p«tca^M 
praadaa patnat Naa aüad infiuitibna faianua« iariMamfae aaAviani, «▼am «t in aUqYa raoM» 
nun nexa coategantnr. Haa radaant Jnvaaaa, hoc aaaaai receptacaiaai. Id baatina arbteaaüXi 
qvamingemaraagria, illabarara domibaa, anaaaliaaaa?afortaaaa» apemalaqnaTaraara^ Saearladvar» 
aaahondnaa; aacnriadTaraaaSeoa, rem dIffIdlUaMai aaaeeati aaat» atlUia» na TOto qvidanioyna A 
Dtaalats Ob idi die Pendaer^ Wanden and Flnaea aater die TeataAen oder Sarmataa adika «al» 
aweiffele ich, aagaaAan diaPeaaiaar, welche tob etlichen aachBaatanae geheiftea werden, Tca 
Sprachen, Klddnng, Wahnong und Haaahaltang den Teatadien gleichen; abd alle achlafa6cht<gai 
damne Leute. Well aber die Edlen mit den Sarmatan darchHeyrathen befreundet a^a, ao lOm. 
de etlicher aiaAien auf ihre Wdae» Die Wenden haben der Peadaer Art aagenanuaea, daaa 
Ae atreUTaa Üb und wieder, in den iwiachen dar Peudner und finaen GeUet liq^daa Wildem 
aad G^bürgan, mit Raubaa. Gleichwol lechaet man Jene lieber unter die TeutachaB, weil da 
Hauaer bauen, Schilde führen und gern an FuTa lauiien: Hergagea gebrauchea rieh dJeSarumiaa 
der Wagea und Pferde. INe Ffamea ahid über die Maafa wild und aahr am, haben weder Waffea, 
Pferde noch HIhiaar, lebea ?oa Kraut aad Wurtada« Ueidaa dcfa ia wUder Thieve EHiate aad 



*) ibid. c. 46. 



Jtog«!! Mf M JMm AlkrHue HMfiMlf iMMtelM in den FfettM, wddto sie fa BnangeWiig 
im Bien vAi Beiii wmi IkodMa ipiteif maAMr Biaeiicijr JBgttrej eni^&ref sowoll die Mumei^ 
ib Weibar, 'wddie mllcseil dfti CMelt Hii%;eb«B| «sd tmi dem Weldwmk Ikr Theli begehves.' 
Ohre finder hAeu keine md e tfe SMhidIt, oder Stnkehf , tot den wilden TUeren, oder Segen, 
lit dto Decker, welehe ton Swelgen snetsinMi g e i e d i ten irird, deranter eie und die Aken m 
kilectea, nnd flire Wolmnng sn nehmen pflegen. See «ckten> ele fiel gliäeeliger sn eeyn, nie 
dto lifcev!» >fl6gen, HlMer nn bitten nnd Ihra^eMfa nnderer Lente Oötter, der Heifmug und 
Itoebt nn gebllte, enfimeelKnc Abo nejFn «leider Meneehen nnd Gfttter hnlber gerfchert, nnd 
dm tA ne i eete n (neadUi 4aA ile nidMs nnhmei^ dftvien) befinyet Hier gedenket wm Tnci* 
Int nkht der Orter, im dioMi drey V«leknrt "naidleii die Pendner, Wenden nnd Finnen ge- 
MMii «e Otdnnng d>er eeiner Bmdilnng giebtn,"dnfii ele nUht weit Ten den Bhetiem gewöh- 
net hibcn^ Me Peniolnef aber, eelnen eownl BtMMo^ der W Jehre tot Teeitnm, nie. Ptolo- 
meent, der 21 Jelir nteh Bun gceohfkben, na 4ee leter- oder Donan-Stromes Aoeflns in den 
Nntnm Snifmun, weieher Ort nn naeh WtlebUen. gehftret SieCnadie, defii aie eneh Beiter- 
nm rind genennet worden, giebt Strebe^) dentUeh mit folgenden Werten mi Terolehen: Bnip^ 
ÜmI rem tnminto magno |n ef ilntfo eftJnanIa, P-enee nomine, eamBaalamae, enm oeenpamenti 
Feadaiennt appeilatis annt-oi^dlao mnltee Inaalae, nndto mtnorea nnpm Istam aitae, et aliae 
Merins mar! proximae, ote. Mn slfanmet aaohPtoliimaena allerdfaiga Umnit fiberein, iat abo 
fcria ZweHM, weil dieaer Ort, Tor, ala nach Taeiti Zeiten fir der Penmner Sita bt gdialten 
warto, daft rie andh an Taeltl Zeitn mfiaaen alda gewoiinet haben. 

Saft die Ehaten den Ort, wo die WafaDol hu Meer llaffl, beaeaaen haben, iat ana dem 
Vaeito wegen dea Agatätefam Leanng**) nnnweiSeibar. Nnn fragt ahAta, wo dieaelbe Wenden 
aniFknen, derer Tacitna alMe gedenket, m der Zelt gewohnet haben. Bollen wfanlem Cln- 
Torio folgenf Er wird die Wenden nwiachcn den Penainem nnd Eisten, nnd tm dannen, den 
SMeh dnrdi genta Lyfland, lingat dem Strande aetnen. Ea kan aber nnmügiloh aeyn, denn wo 
teea wire, ao mMite ieh gern nnterriehtet werden, wa» daa denn vor Beige nnd Wälder, 
iniidien dion Peneinem nnd Finnen fdegen, mibnen gewesen aejn, die die Wenden dnrchge- 
•tniffet imben* Sollen aie ea In üurem eigenen Lande gethan, nnd aldi aelbat unter einander 
fahket, ao wirde Taeitna afch dieaer Foimaikn nieht gebranchet liaben; kagleldien wo aie 
fli den Ehaten gethan liitten* Er aetaet nar Bmrge nnd Wilder nnd gedencket kehiea Wassere. 
Waan wir ao ehifeltig aeyn wolten nnd glauben, dafa die Finnen Tor Altera nicht mehr, als blofa 
alMa die Nord-Seite der Oat-Seer bewohant hätten, so kan kh mir doch nicht ehibilden, dafa 
m da aoharMnniger und genauer Beribe^ wie Taeitna geweaen, melden wirde, dafa die Wen« 
dm den Ort swisdmn den Pcnaham nnd Finnen, daa iat, wie ea CluTerio und sehen Nach- 
Mgen beliebet, ihr eigen, wie auch der Ehaten Land, beraubet haben. 

Und waren ümi die Eliaten, wie auch daa Schwewiache Meer, aonst aber die Ost-See ge« 
so nnbekant, dala er dieaer alhie nicht mit einem Worte solle gedadit liabenl Ich 



OGfMigraph. Üb. 7. 
^}Ummg Hg 



web aeüilie eip W^k^ImIi ¥«lk. «ejnit d^r. FiMCR Sil« iA«r, fM 4m (krte w Jcr Wf»ci fQ 
rcclMMü, angdkncon, nk ei tu« PlUio .«^g«4Mtet wisi, fiddkM «fdi Pto.l#A« ««•'*') «it 
««mi ia Utefa gf««b«aM Wovieii bd^vüligel: -Miaorci fMtet Imm^ tenMÜM^ P«m« Tiit«- 
Iwn ««Mein ll«?i«m sub VeMlIs C^woi Mü, poul Wkuk im* 

Und amtUOkX hie tob dem ClevwrU mmkU ätnflm riebfele «trMMt 
4el uedi der Fineea Fetoltpfwi fai div laHeÜMlmb SMitiHeAtp ttd I elHuhrie BptulM 
Je meJMel aum NediUm MnUek.dfe Lyeipi «ech Iwretlfw Tage» M ft*ftoid Heg» diwi 
Stnade« w^dhe Toe ikren VeiwB|um IkdttUiebai» mA bttitiMig ««eef eecknea^:*!« räe 
die Enim wd «ecbtve KbvMbM» dee Uäfim. te w q w i » nMbdwü' ^eber T«.4te«FaM4liiCM 
tteedicb te Lettm, toiriebe» vefedeB.. BItoe dehfe «cMel en^ 4ireMiM i« minmStmim 
Ue,«^) de er Te« Lyieied ete eebreiheU fibemh iMfeem d|e AefnüHiar« dfe «fne greiip «d 
dmb deiiTeleni eeepdmüete Nelioa iel» efn^shebt» ifadebec tw de»TiUkei« «» ewacrtbii 
beeMee», es die Sege dee Meere ce^ehea verde«. Beb eber die Jebdgm Kheta nd hygm 
eelcir die Seoeetea m^ reelew, nie Uk verbbi.cnnbMi» .bw Mfm ew 4eni eeldielei»« 4ifii 
Penpeeiee Mele mmk e«!«», TeeiHbtedM SratiBB tUA.wdtvt^ ele bÜ ea die WAsAff^ 
eelKt gelle eber jeieeiwl ei — e i le^ Teciime mmüt tk u^ welefcea ee dieKefce% (eri i eii ier Ml 
eedi die hgj^m eed Kbelcft TcreAAe) eatwedtt dea antmtm^ oder 
eo entworte icb: Fieylidi sveÜTell Teeilme« veü er ibMr Spmcbe 

ee wee%«» UateaMea» ek ebi TorakhUger Hrribft^ b«e OeieifaMt eieiiire wollen. Ki 
billeft eicb web eedeve veMger piwtitwelv ww uk 
ekhl m bedk gembcUi^ 
Twtecbm leUe, 

Toa e e d em geegme wiedeigelpgBl werdeft^ «i& irik 
Die FkwM eber eied «w «KofaeeYeldL, 

BüT deieb Le»le«d bb w die Weifae^w, wd iw de» 
l4FTe»4.ewfc, giiiff^iM chw Aeftw CSidbel tw 
eile 
i«4 bej ibwa eelte w «Kefe» ele be(y de^Te 
Sie iied ^rertibeilel m Meiei^FleMa, Weü- Nord- 
kiw, Seregiw^ Gbrelni« b^rea» Weliw« Ifctiie e^d I^nre». 
TW Fkeew, den MiieeHgw Oiet; dew fbw bq^ ' 

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m ibier cmmi Seiwbe, Sw sdb. dee iü: 





«tii 



IS 

•te KlittM^, Aiit«li, -odiBr Ostes, haben fluren Nabmen von den Schweden, weil ate von 
ihaea Oatwerts gelegen. *) Daher anch 6rotii|i saget: Eatqne magnitudlnis Svedonini inrictoiii 
kse aigninentuit qrod nt Nofvegia, sie et Ästonia a Svedis ex Sitn ad Sredfam comparato no^ 
nrina sna accepere^ Und werden aie gleichwie TOr altera, also auch noch bis auf heutigen Tag 
fcn denflahweden nicht ändert, als Slai-Finnen genennet, welchen, als ihren Nachbarn, so viel 
Mkf an ^anbea, weil de Ar mehr, denn tans»d Jahren, mit ihnen theils gehandelt, theils 
gdoisget Üben. Dakerolelaht abninehBien, wie gar ohne Gmnd efaiige selbige Völcker,'^TOn 
dsB Tdrtashen, Ja gar Ton den an den Rein-Sibrom gesessenen IstiTonen herstammen; zu ge- 
sAwdgen d«ren, die sie von den Eflinis heriiohlen nnd dahero das Land, Eyfland wollen ge- 
nsnnt haben. lA wil awar nidit atrelten, dafs diese Bhsien ehi Yolck mit den au Taciti Zelten 
bi nenTaen wohnendea Aeatien, mögen gewesen sejn, Ton welchen Tacitus saget, dafs sie in 
Beidang wü den Sehweren," nnd in der Sprade £Mt mit den Brltanniem übereinkommen. Es 
Irt aber dirana nidit an adiUefae*, dafa'sfe Tentsdie gewesen, zumahlen es nichts neues, /daft 
ann von den Nadkbam eine bessere Tradit entidme, ui^ sind die heutige Tentscben nnd Schwe- 
dsndeMbis kehia Fransosen, wefl de ihnen in fliren Kleidangen nachahmen. Tacitnsgedencket 
ndi kefaiem Wort, daCi sie Tenisdi geredet Imben, sondern daTs ihre Spradie der Britannischen 

I gidche, -nnd' dieaen Berldrt hat er von dan andern, wdche, ohn ZweMTel, als' der Sprachen 
aoldiea ana dem CMaut also gemuthmafset; gestaltsam die dte Brittische Sprache, 
SS ascb an tftdlaOrtem inSi^laBd, bej Jen Onnbrischen Gebtrgen oder in Wallia, nnvermengl 
gdbüdwi, der fnniadien sehr glddl iavtet Und dab die Römer selten dahm gdcommen nnd 
kdnen so leiditen Zutritt an dfesen Ehaten geliabt, gestehet Clnvorins selber nnd beweiset 
sddies noch mit «tverwerMBriien Gründen; glddrfkls senget es Ovagninns mit diesen Worten: 
lamad et Oräed Septentdonaliam plagarum minus exadam aotitiam habebant, welches ich in 
addien aber nicht hi allen Dingen nadigebe. — Noch weniger hat dieses einen glaubwürdigen 
SdMhi, dara, wie etHche wollen, dieae tentsch vcirmdnte Ehsten, nachdem sie dch in Ehstland 
aMcrgehasen, dmrch tigiiche Converaation mit den Finnen, entlieh ihre Sprach, mit Verlassung 
der Tentscben, sollen angenommen haben; sumahlen sie durch den «finnischen Meer-Busen auf 
snöMF Bieflen von efamnder geadiieden« Die Ingermanllnder aber und die Watten, mit welchen 
ds gventzen, difariren nach mdur in djbdecto mit den Finnen, ds die Ehsten. Und wie selten 
ds so gar der allen £^prache vergessen haben, dafs anch nicht die geringsten Vestigia davon 
nriir übrig geblieben wiren; denn so de Jetat einige teutSche Worte untermischen, sind es doch 
s ddio , dwer Dhige SundschaffI de zngleich mit dem Nahmen in diesen letzten Seculis überkom<>< 
ana kaban, nnd da^ sin flow S^^che so bdd enderten, warumb reden sie nicht lieber Reusch? 
dl de AoA viele Jahr 9ue Tribntartt gewesen, und ihnen so nahe angrentsen; aber die Erfah'* 
raag giebts, dab dieae Leute nicht so leidbt dne andere Sprache annehmen. 

Der Ljven sfaid* nunmehr wenig übrig, wdche un SaHschen Strande und den Strich nach 
LcBttd nmb Pemid, Nabben nndWainsd, wie auvor gesagt, wohnem^ diese ndunen fast täglich 



*) 8. Sehlöaav's Allg. Nord. Gcsddchte, S.80I. 



14 

die lettiflcfae Sprtche an, weQ tie unter einander wohnen, rnid Olren Ctottesdieoit anf lettlick 
Terriditen müfsen. Die aber in Cohrland übrig aeyn, beheyrathen dch nngem mit den LetteSi 
Bondem gemeiniglich nnter aich aelbaten; wie dann andi dia Letten aieh nidil grob daranib 
dringen, weil sie sich vor ihrer Zanberey, weldier rie adir ergeben, ftrchten. 

Ihren Nahmen und Ursprung betreffend, so abid hierfamen unterachiedUdie Hebrangen dcrsTi 
80 dieser Orten nnkündig, daher aie mehrenthdl« ana den Lyren, Bhaten nad Letten ehua 
Mifsmasch machen, und ofil aelbat nicht wiesen, wie aie daran aeyn. Daa Chronkon Oariaids 
fermeinet, de haben den Nahmen ron ded Lemorüa oder LIronia, deaaen Worte daran, haten 
also: A LemoTiis, Livoniensea sunt, qvoa Ettnoa hodle vocant Colonoa pnto Lenmamm, fvoa 
in Scandia ponit Ptolomaea; aicnt IteTalienaia nrbis incolae Danomm, et Bremcnaiun faadia 
sunt coioni Rigenses. Martinna Cromerva mnOmafset, ea hab« die Lyfllnder fai Ndiautt 
Ton einem Romisdien Fürsten, Libo gelielsaen, welcher mit dnem Kümlacliea Kriegea-Heer, an 
diese Orter mit den Schiffen, entweder Tom Ungewltter getrieben, od«r, dafa de der Eajaar 
Tyranney entfliehen wollen, hidier gelanget Ea bestdiet aber allea In UotiMsr Mnthmaflnmg; 
Sonst wil man sagen, dafa de ihren Naiimen von dem Ehatnisdien Worte Liwa,'*) wekkesSanI 
bedentet, bekommen haben, weil de am Strande nnd aandigten Orte wohnen, de oelbat dwr 
lengnena, nnd ohn dem, dafs sie anch miTor wdt gnng im Lande gewohnet, da ea ao aind% 
nicht ist, so helft Sandt in ihrer Muttersprache nidit Uwa, sondern Jndc, dednodi nennen sie 
sich selb'9ten nicht Jucken, sondern Lyren, nnd rühmen sich dessen als ehiea dten Nahmenli 
wie Aibsi so scheinet doch, dafs de ron ihren Nachbaren denEhsten wegen des gar aandigten Stian* 
des also müssen genannt aeyn. Man findet in ihrer Sprache einige WSrter die weder Ffamisdii 
nodi Renfdsch, noch Lettisdi aeyn, derer ich etliche im Dnrd&reisen angemercket habe, als: 
Sembd Milch, Togi Hfanmd, Sodert Else, Pilge ebie Meli, Nehman ehie Knhe, Oz efaiBir etb 
Die übrigen Worte sind Finnisch, welches gnngsam beweiset, dafs sie einer HerkoniR osit den 
Ehsten nnd Finnen seyn« Dieses bekrftffUget auch der Wdber Tracht, ao der Finnen ao ihnlicil 
ist,' data ich, de erst sehend, an fragen genötiget ward,* an welchen Ort Finnlandea de gebohren, 
und wie de dahin gekommen waren. 

Was nun wdter der Semgallen, Letten und Cnhren erster Ankunft belanget, ao atfaunen ik 
Meinungen defsfais nicht überein. Ich wil derer etliche aua des Herrn Pauli EInhortfa, wd* 
land Superintendenten inCohrland, Historia lettica ^) beybringen, als vors erste, wegen desNsh- 
mens Letten. Es finden sich, sagt er, die da vorgeben, es komme der Nähme der Letten her 
Ton dem teutschen Wort Letat, oder Letste, dafs ein Lette ao viel heifse als derLetste, gleich- 
wie der Nähme Ehsten herkomme von dem Wort, Erste, die Letten dber die letitenEänwohner 
dieser Orter seyn. Welcher Meinung er billig keinen Beyfall giebt, aondem davor hilt dafa ea 
ein lettischer Nähme sey, so von einem lettischen Worte herrühret, well sie dch in ihrer Spra«' 
che Latwius nennen: wisse aber nicht, woher derselbe in ihrer Sprach entstdie, wie de denn 
aolchea selbsten viel weniger wissen« 



*) Oder richtiger Li&ir. 
«*) Gednidit an Borpt 1648. 4. Eia sehr idtenei Bnch. 



— lÄ _ 

Duntdi fednckd er to Cromeri Huthmaffiiiig, dafii, fldchwle die LfTonep la goiere 
dea NahmcB etwa voa Libotte einem Rdmiadieii Fürsten (wie jetit gedacht) hätten: also können 
die Letten rön den Lateinern, Toa welchen aie einiger Meinung nach entaproasen, also aejn ge- 
ncaaet werden. Ferner nimmt er den Nahmen 4er Cohren in Erwegnng nnd fügt derer Mei- 
aang bqr, welebe daTOr halten wollen, dafa, weil aie ron etlichen auf Lateinisch Cnreti oder 
Onetea genannt werden, dafs sie derhalben von den Careteh, so Tormahla in Caria gewöhnet^ 
aatiproaaen aeja, giebt aber aolchen keinen Beyfall: weiter erwehnet er anch derer opinion, so 
da Torgeben, aie aejn Ton den Oibeonitem entsprossen, welche sich Josua und den Kindern 
Iiiiel mit Lbt nnd Betrog ergeben, Torgebende, sie weren ans fernen Landen kommen, da sie 
doch Ton den benachbarten Völckem geweaen, nnd weil sie wegen solchen Betruges von Josna 
fexibchet nnd aar Knechtschafft verdammet worden, weren sie in dieses Land kommen, woselbst 
sie Kraft dieses Fluchs noch heatiges Tagea dienatbar nnd Knechte derTentschen seyn müsten; 
weiches er, wie ein nngegründetes imgleichen verwirfft Scheinet aber, salva tamen meliorl 
ladoae denen Beyfali an geben, welche davor halten, dafs aie Nachkommen der Griechen, und 
am SchredLen und Furcht für dea Ale3Mndri magni Macht und Heeres-Kraffl, sich in diese Lau« 
der begeben, stirket solche Meinaag damit, dafs diese Sprache mit der Griechischen überein- 



Von dem dritten Nahmen, nemlich Semgallen, meldet Cranaias in seiner Vandalia *) fol- 
gendes; welches (nemblich das Land Semgallen) wie micha anaiehet, die Lateiner dammb Sen- 
no Gallos heiisen, dafs sie ihre Anknnfft von den Gallia her, und dermafsen in folgienden Zeiten 
gewachsen haben, dafa sie auch in unaehlicher Menge vor vielen Jahren in Italien gebUen, das« 
aeVie verheeret, die Stadt Rom in den Brand geatecket, nnd in Thracien und unter, andere mehr 
VsJcker ihr Gesdiiecht ansgebreitet, und also recht Gallo graeci au nennen. Jetziger Zeit aber 
ist der Nähme in den MorgenUndem verloschen und stehet in besorgen, dafs es aalt den Lyf* 
und Odurlandem in weniger Zeit glelehergestalt lugehen mochte, nachdem ihre Sprachen Je lan- 
ger Je mehr abnehmen, und in die benachbarten allmahlig rereudert werden. Ob aber dieser 
Nähme der Semgallen mit Recht von den Gallo graeds oder Sennp gallis hergebracht werden könne, 
steile id^ dem vemunfftigen Leser zu bedencken anheim. Denn weil dieae Semgallen nur daa ge- 
rb^ite Theii der Letten seyn, weifs ich nicht wie man sdbige mehr, ds die Letten, Cuhren, 
Uttaner^ Samoiten nnd Jaawingen. (welche alle wie bdd soll gedacht werden, von efaier Wurtid 
cnt^voaaen) Senno gdlos oder Gallo graecos nennen könne. Sie werden dier eigentlich Semgallen 
geaanat, von dem Lande Semgallen, (wiesolches auch obgemelter Einhorn angemerket) wdches 
dn lettischer Nähme ist, und bedeutet in ihrer Sprfche so viel: des Landes -Ende; wie es auch, 
aageaehtt der Buna, worin es lieget, eigentlidi ist, denn sich vomahls der Cuhren und Letten 
Land aide, weil die Ljrven die andere Sdt^ der Düna einhatten, geendiget. Mir wil aber Ein- 
korn' s Meinung in diesen nicht gefallen, Jla er schreibet: "Es haben die Letten das Ober-Dü- 
'sische Ljrfland, Widdu Semme au hdfsei^ pflegen, das ist, daa Mittd-Land, terram seu provin- 



*)Bad&l. Cap.U. 



— u 

"dam intennediam; weil iber SemgaDen dimelwn Hegel «ad daaseHie gietclmam faeedücttrai, oder 
"sich alda endet, haben ale es geheifsen, Semmes Gak^das ist, dasEnd^ des Landes, auf Tentsdi) 
''Semgallen« — Der andere Theil dieses Landes wird Cnhrland genannt, anf Lateinisch, Cuhr« 
*'landia, oder wie etliche wollen, Ouronia, oder nnch wol Corona. • Was denselben Nahmen betriflti 
"obgleich ebener BlaTsen andere derinttiones, wo dei^be herkommen, moehten beygcbrackt 
"werden, so pflichte ich dennoch denen bey, die es vor ebi Lettisches Wort, oder Lettischen 
"Nahmen halten, and komme her ron dem Wort, Cor, das ist, wo, und Semme, das ist, LsiA 
"dafs es heifse, wo ist Land? Denn es haben die alten Emwoimer dieses Landes, die LetteUi 
"weil sie Semgallen vor des gantien Lyflandes Ende gdbalten, ihrer Unwissenheit nach, gemei* 
net, es were aniser dem Luid, kein Land »ehr vorhanden; dahero sie denn das Cohrlaadt 
"weil es aufser Semgallen liegt, Cur Semme, das ist: wo ist melir Land? gehdfaen; als wollen 
'*sie sagen, hier ist das Ende des Landes, wo solte denn mdir Land seyn?^* So weit Binhornt 

Dafs aber liierein dn Mifsverstand sey, ist darana nbianehmen, dafs der Letten Migration 
nicht aus Osten, sondern aus Süden, oder Südwest, mnfs gewesen seyn: d^her sie das Land^ 
90 de nun Widdu ISemme nennen, mehr in Betracht der Lyven und Elisten, als der Letten Siti 
genannt haben, snmahlen vor fünf hundert Jahren, die Lyven den gr5fsten Theil eiogehabt, und 
das wenige, so die Letten über der Düna vom Polnischen Lyfland nach Kokenhausen und Wen- 
den besessen, halum sie tietto Ods oder Letten Ende genannt, wie man solches weiter ans fol* 
gender Historie dritten Bnchs wird vernehmen können. 

Zn dem ist auch wieder die Vernunfft, dafs de über die Düna -gangen weren, und sdbigen 
Ort des Landes Ende solten genenmt haben, da sie wol sehen könten, daTs, wenn man von 
Lyfland herüber kompt,.es mehr das Ansehen eines neuen Landes^i ds eines Landes Ende ge- 
winne. Und wie hätten die Cuhriinder, so fem de ans Osten migriret, fragen können, wo 
numehro Land sey? da ihnen doch die Preussische und Samoitisdie Länder nicht unsichtbar wa« 
ren? Wo aber die derivation* Cuhrlandes aus dieser Frage herrühren solte, so ist » wahr- 
scheinlicher, dafs, da sie aus Süden auskonunen und weiter nach Norden dchts« als das Heer 
vor sich funden, sie dann wol sagen können: wo ist nun mehr Land? dennoch lehren Saxo und 
Johannes Magnus, dafs der Nähme Ciilirland älter sey, ds die Migration der Lettischen Völcker. 

Damit ich aber von meinem vorhabenden Zweg nicht abkomme, mufs ich erinnern, dab 
diese Letten, von welchen wir jest handeln, vor Alters mit den Jaciwingen oder JacdgeA, Ut- 
tauem, Samöiten und alten Einwohnern des Prenfsen-Landes ein Volck gewesen, die einf? Spra^ 
che gehabt, welche auch nicht weiter, als in der Mund-Art, unterschieden, nnd dafs nnr eii& 
Jedes dieser Völcker, viele Wörter von ihren nächsten Nachbarn angenommen, dafs einer de» 
andern nicht so rein verstehen kan. Der aber aller dieser Spitachen kündig ist, mnÜB gestdien< 
dafs sie in dem Grunde nur eine Sprach seyn. Matthias de Michou^) stimmt hiermit über« 
etn, da er schreibet: Lingvagium Lithuanicum est qvadripartitum. Primnm lingvagimn est Ja« 
cxmgorum ut herum, qvi circa castrum Drochin inhabitantnt et pimci supersunt: altemm est 



*) De Sarmatia Aiiana atque Eoropea, Ii.2. c.8., in Piftorii Corp. hi«t. Polonicae, T.l. p.l4g. 



^«- 17 ü 

M^^'Swii^i^tMmkt'iMAm tprattmii fai LoOiiii teaLdtfhoh/iil est, (Li- 

f«di) dfroft'-lfiiTliiltt BifeiAi et^igvin ciVlUteni. Et boram, qYamvlB sit eadem lin^a, iintitf" 
tarnen loa plene alterÖM intelligft, nlri enrsiTns et Tagatna eat, per illaä terraa« Diesem giebt 
Alexaider OTagntHas Beyfall, nur dafs er die L^Ten und Letten ünrecbt yermiscbet, und 
dUge Vdldk^ datn leget, davon mim kdnen gewissen Gnmd baben kan. Bs lauten aber seine 
Wort« also«*) 'Hue Wuterti getites, utpote Prutenf^ PtiloTci, Bamugitae, Gepidae, Li&uani, lÄ-^ 
TMCfl, Corlandi, JätVingi, slre Jttsyge« et Jatsvlngi, (appelfati) nt unum* idioma,- ita et ebsdem' 
iMVes, consretudiües, legeaque et beUomm expeditiones in diristianos concordi Marte semper 
kbebant, nid singnlae singults Prinelpibns finibnsque certis dirimebantur. Jaczyingi autem fue- 
nmt popid! emdelisiiffli, qvi in llnibiiB Litbuaniae juxta^MasoTiam, ubi hodie Podlassia, coionias 
■aas bib<dl>aiktf, ^ner in belld refei*fiblnt pedem, ^n ▼ineereDt-, aut vin^erenturx ideo bellis 
anidniainterietiintV'ftU^Tt ebmm lit LithoHnos, Russo^ let MuscoVltas ob tidnfiatem aUeruni 
Dis ist: Mese Völoker nber, nemlich die Preufsen, Polowsky, Samoiten, ^epideik, Littaber, Ly-' 
im, Galirlittder, Jatwingen, Jasigen oder Jatawingen, gleicbwie sie eine Spradie baben, abo 
riad sie auch In Sitten, Oebfiucbea, Qeaetaen und Kriegaiügen wieder die Christen dnig gewe- 
sea, olme das' A jedwedes dureh eigene Fürsten und Orentien sind abgesondert und unter- 
sdbieden Worden. - Mo Jsitzwingen'aber waren' ein gransämet Völök; welche an MafsoTien^ alwo 
Badiden die Podlafsen sejn, ihre Colonien gdlubt haben. Wann Sie sfriicen, widien aie nicht 
daca lUs breit auriek, ehe sie entweder siegeten, oder überwunden wurden. Dahero sind sie 
aach dardi stetige Kriege endlidi gar aufgerieben. Die ron ilinen nodi ftlyrig waren, sind wegen 
der Nachbaradialik hi Utfauer, Reufsen und Mofseowiter rerwandelt worden. Und da er ron 
dn Samoiten bandelt, «etaeet et folgende Wortes^ Ucolae regionis, Omnibus fere cumLithuanis 
n sUantar habltn dnereo, morfbus, regione, idiomate ^aucdia dHferentiä ihterjecta utuntur. Und 
Cromerus*^) sagt von den Lyren (womit- er die Letten Terstehet) Littauer, Bkmolten und 
Preaben: Gentea imperll q^idem etüeipublicae ratione nunc distfaictae, ted eadem inter se lin« 
gva utentes, SlaTioa prorsus dissimili, das ist: Sie dnd «war, so weit die Herrs^alR und Re- 
IJhng betrilR, anjetso unterschieden, allein sie haben -insgemein noch dnerley Sprache, welche 
irft der SlaTonisdien ganta nicht überein kommet " ■'' - 

• Wlewol nun ein mercktichier Unterschied dieser Spradie :n rerli^Anen sey. So Ist doch 
sddiea nichts neues, wenn man betrachtet die Verenderung der Lateinisdien in die Italienfache 
l^radie, wdehe doch lUYor eine gewesen; hngldchen die ungidche Mund-Art der Teutschen, 
sbo gar, dafs ein Medilenburger und Pommer, einen Schwaben nn'd Sdiweltaer schwerlich 'ver- 
stdmt^ da mta doch: ntdit<4n Abredle Heyn kan, dafs sie beydersdts teutsch reden: dergleichen' 
ladet man auch unt^ der SdaTischeti' utid- iiiehr Spridhien^ derer- "Exe^el man unsehlbar^ wemi'- 
ss ndtig were, beylnringen kftnte. Dafs wir also von diesien obgemeldten ydlckerii, als latsygen, 
dien Preufsen, Littanem, Cnhrlandem und Letten nicht* lu swetflfeln haben, dafs, wie de In 
Bttcft und Sprachen, älso^unch Uirem' Ursprung nach', 'dh' Volck geWesen seyn. - < 

*) Sarmatiae EaropeaeDMcriptio, Spirae 1081 foL, pag. 45. ' ' 
*01.€. pag.61. 

•••) De origine e^ leboS gedlsPdsnor. Itb.& >' ^ 

LBd. S 



-^^ «1 — ^ 

DtDimiharo ta om vra der Uttan i^1(«afk «der T#ii|«» EMI» ^fadf« NicMAtUlatt 
ifll, datoa maa soogt weolg beMfarieben ^i^lct, miifii «wo ftiieh'mfieWk-4«r«ff .MdciUi ilv^Aft- 
Terwtnten, di nemlidi der littaiier, SamidkHi, altes lüaweluieni Pre«h<«hl#«adei wid decJbtvj* 
gen, Historien mfieUagen. Unter dleaen wellen nvn dteUttener endlich ene Itdlen entaf><MM 
feyn, wie man davon in den Fragmeptia Mlehalonia Litnani^*) di«$e Worte alraflia Im Am^ 
fang andel: Ifoa lithavii e:i ItaUee annfftee odnndi aomoa: qved ita eiee üqMt, ^ nettre eev- 
ilione aemilatino, et ex KiUbna Romewm« retnatja, qvi nam tt» priAetn' afniAnen do^ieie vMin- 
licet ex, crematia bnmania cadaverlbnf , angoitty aaapiaüa, alQaqee ai^eratitfeaibaa adlioc in firi* 
bnadam loda duranttboa; roaiime cnltn JSaenlaptt, qvi anb eaden, qva oHm Rennun ab Bpidaaoro 
eommigrarerat, aeipentla apede cafituTi et ia ventvratiette luAetnr. Colmtnr et aacri penatee» 
marea, 4area, lemateai menlea, apecvf, loew« IncL 8ed nee adnodmn ^ aaeer lUm pcapettM» 
que, qri erenandli vlctiinla Reonnerwi Hebveeonniqae more fo?ebfrtms «timitaft eat per b^p- 
tiamatia vndam ngnia Ü eat igivte. V^o^fnk tt ifafa, et nnda, a6r« eol^ «enei», dtea, Mctl% NSf 
anrora, Deoa, vir, de«ir, id eat levir, ne|ie4ia^ B^tia, tn, tana, meua, aena» levla^ tennh» yirm^ 
Jnvenia, retaataa, aenia, eenli»^ anria» nafna« dentea, «eatea» ata, aede» rerte, inverte, perrerl^ 
aratam, occaUmis aatmn, «emen, tant« ümm^ aan^wn, a?ena, evia, peava, e^, io«^» *mv 
corbia, axia, rata,. Jngam, pondua« enlepa, ealiia^ enr, nnae, traetna, Intractea,. pbtMicMm^ «K» 
tractua, merctuai iaNneretna autna« Inantna, Tevanaf ii|veraaa, pmrreraaa, pfinraa, naoa^ due, ttwa^ 
qvatiior, qvinqne, aes, aqptom et pleraqne alia, idem aignificantUtlmano aenaone, qved et lation. 
Dereaerant vero in baee loca BlidoTea noatri miiitea et dvea Remani, niaal in eoleniaa, ad ar- 
eendan a finibna anla gentea Sejtbifiap, aen, nt eertior fert epinio,,«ipJb C; Jaüo Caeaare appiiU; 
Oeeani adverfia proceUia, new9»^ eam ia C^eaar, nt acribit Lncs Fleiwa, liclia gennJuiia ^kt^ 
QfllfM, c^eai|it Rhaauai prei^ pai^Genaania» denita ai^erana, ae deindeOeeaa» JnBnUamiiaw 
diajecta tempeatattbaa elaiae, panpv proapere navigaret, delatae enim navea Blajonni neatweawm 
ed littua, nbl annp eat an Samogiltiae PlotelU, ereduntur egreaal in tenram» Qrbi et nnaira 
tenf ore penrenemnt navea qaaodam tranaamrinerum in illnd Idcm littna« «bi noatri pvogeailonen 
hbonim atperimilomaamaiip p^rti^eai, et eaptivia tarn Tiria qvaaa foendnia onaatt, eoepera te 
taberaaculia ad focoa, more militari, adbnc in.Saaouagitia dnrante^ vltam degere^ Und« «Uerinn 
progreaai, aubegerunt ?ricinen ptapnlea,, J a ca alagoe, deinde Roxolanoa, aen Rntiienoa. Daa Jet: 
Wir Littaiier aind aua dem ItaUiniafsben Gebiat entaproaaen; dafa dem a# aej, erhellet ana nnn» 
halb lateiniadien 9pra«he wie anah ana den Rtolaehen Sitten und Oebrindiett, wekhe nicht lange 
bej nna anfg^ral babeii* Ale M tdnd, daa Verbrennen der todten CSrper, daa Wahcaagen vou 
dem Vogelgeacbrej^ VogeUMgen nad mehr nberglanbiaohe Ainge, ao noeh an eiÜdien OrttaA 
im, Schwange gehiin, faiaonderheit dafa man dem iKaaalapie Terehvet, welcher natcr aoleher 
(nemblich der Schlangen) Geatalt, wie er vom Epi4»nro aadi Rom geiogen, angebetet wird. Sn 
werden anah die Hana^Utter, Bilder, Poit^r-Gdatfn-, Berge, H«Ue, Soen, WiUer heilig gdbni- 
ten nnd iat andi wWnffit daa y wi^r«nea 4^ Sohladi%-0»|e8« dnnrit die. Cbriatlidie Rdigiom 
abkonunen, welehea bey ihnen Ugnia, daa iat, Fener, oder bey denRopietn Ti^nti genannt wanL 



•) Ib Rep«Vi;ca Polmiia« ctc LvgC Bat l$ll ab laierirlik ailtib» wm^UL 



^ hflr, iiep«tt»f M|Nli) It^ Ins, new, pout levli, tentig, viTat, JuTenis, Yetostns, 'genfa, 
•adoi, MErti, Mwn, tertai, geDles, st», tede, mte, Imnerte, penrerte, tetl«n, occttmii, st- 
Im, aMMB, l«w, Itom» MMpwn, avena, pMM, otb, «ügvif * «tttt corfcli, txlir, rott, Joffian, 
fMte^ «okPM, calliaY'cnr, mdo, «nietiii, bilbMliu, ]^eitf«etlit, mtnct««, mthtttän, (iminctctiis), 
•■tH, Httnitwti yflfwn, ItwitiM) p«flpvQrfem0, primtMr, uiiS) düio, tres, qvatiior, qvfiique, stt^ sep* 
linii «Ic hl*eA •hea Ia MlMiBchev als ifttetniselier' S^nehe eiae Bedeutttng. fo «ind Aer im- 
iM V*r-Itlleni, Kritget-Leate «nd SSmfadie Bürg^, dergegtall «nhero kommen, ^ds aie ala 
Citentai «uageMidt ti«vd«i, dfoaen Ort n bewolmeii, «id too flirea Oreniaen^ die Scjthen di- 
ilMb^a «nd abaobahen; oder iHe maa gttwtMbr Sarar MUt, anter dem C. J>iilit> Keyser 
imA aagaatflnen Wiad aas dar Nard-See an^ieMebea, aeaitloh, "da nfer Kejräar, wfe Laciiia 
f laraa^ adnrelbet, ala el* mieiet dia TeatMAteor HeritfgH «d sdibige ili Frandcreidli ge^dilageii^ 
amh dba aiahalaa Tk^ Taattehkndes beswang^n, «ad Mer dan Keihn^trom |;egitngeih,' ffie 
Aaaoa i^ dar SiMd-Sca an Eagdaad angeworfen, and also eine nnglftekltdie BeefUirt hatte; ao 
bilt man davor, dafs unsere Yor-Eltern an dem Strande., da nun das Bchlob In Sanloiten Plo- 
telte Itegat, ankamoMü nnd aieh alda ans Land geaetxet; 'Denn andli zn nnsem Seiten dnige 
Mlff#'^i^ jaoaeit idea Meerea an selbigen Mtand^ angelanget, woselbst ansere Orofs-tHtern des 
CageavMka nadlleerea Vaddietheit überdrUMg, aoeh tali den Qtfangenen, sowöl von Männern, 
sb aaeh Weibern, beladen, angefangen haben in Zelten und Hütten nach Krieges Gebrandi bey 
dea Fearstadten (welcher Qebranah noch hi Samoilen verblieben) sieh anfanhalten, von dannen 
ris wdter fortgagaagen, nnd der benadibartea Volcker als Jaeawingen sich bemechtiget, darnach 
<« laaobnea imd Roarsen^ 

. Diaaem gebaa. die Poifldsahan Historiensciireiber Beyfidi, und wie wol sie einen 2Sweg ha- 
bea, komflsea sie doch mit den Umbstinden nicht überein: von diesen will ich nur des Ovag- 
aiai Worte, '^) vfeH er auch der anderer Meinung ethCUiret, anatehen. Matthias Micha- 
rleasis, sagt er, undDiagossas historiae Polonicae Indagatores, et annales Ratenönun testan- 
tur^ Ikaloa daoe Palaemane^ vel ob tyrannideih 'Nerouis, vel ob promeritum exUima, aut ab 
fttUk Hmarairam R€^ eradaHssimas patriae vtstatioaea faglefites, bas rqgiones, longa navigatione 
HqMata, ex sion'maris Baiihici, qvod Bornssiam, Samogitiam, Livoniamqne alloit, per Nemnam 
fcfiam Crononem Ptalomaeo dictem, classe ingressos fulsse; qvod et ipsa f^ens Lithnanica a trenne 
aneiit Qvampimres enim dictionea latinae et italicae idiomati eorum intermixtae habentur. AJnnt" 
|ie lianc Palacmonem (qvem ipsam nomen latiaum italumqne esse prodit) cum certä comitiva, 
(er nabiiibtts propkiqvilate juactis «ollecta, qvorum praecipuos Ursinos, Cohmmas, Julianos, Cae- 
suisnos, Gastaldos recensrat), Lithuaniae nobütbos famiitis et stensmatibus prhicipia dedisse; vul- 
fua vero Uthuanarum, ntpote Oalonos et agrestes ex Gofhis natqs ^ssernnt fai hancqae Sen« 
tsaüam plnriiiii Polonicae et Qcrmanicae, ac Russomm historiae scriptores adstipuiantur, qvo- 
lam* jndieio et anctoritati, nos qroqne aoq^lescentes, cum dsdem senttre volamus« Das ist: 
"Matthias Michovienais nnd Dlngossus der Polnischen Geschicliten Nadtforscher, nnd 



*) Sannaüa Earopca, pag.'45. 



'^laempn, entweder wegen d^s .Neronb Tyrfm^ey^ oder jhror yerethqMbtUn Fi toidft i ye>neiraBft 
^oder auch die grauaame, Toa dem Bta^iMhen KöBlge Attil« ihrem V«terja«de «ngefilgte Vev- 
"wtBteng m entfliehen, entwichen, in diese Landiwhafften, nnA leng «mtgcitandeiier Behjffahff^ 
**ai(s dem Me^-Bosen det Oflt-Se02i..si» nnPfontent^Smoitcii ««d LyKMtd.stortel.dmxsh 4h 
*^nielf welc)ten Ptoloniten^ (^jrimnqineniiet^ nit einer Schiffii-nraradaw Mfpekii^et^ wie. dann 
''soldies die Littauer eifrig beji^^, imrna,.viele Lateiabche und ttlUiniache Wilrter ^ktgmaat 
''sehet sind. Sie sagen auchi dafs von diesem Palaejnone, welcher ein Lateiner oder ItAiüncr 
"gewesen (wie dann solclies der Nähme selbst an den Tsg giebt) ssm|»t seiner aufJ^ndMen 
''GesellschafR; (|io TonAdei und ihme Tcarwand waren, «nter weldien. sie fimehmliob dioUfsine^ 
"Colamnas, Julianps, Caesai^os, Gastaldffs eraefalen) die Littaniscbe AdUehenOescUeiditetf waA 
rStanmie,. sollen ihren Anfaiig .genom#en hsben« ud dafs die Baiui» ^vonden. Qethe» entsjprss* 
"sen seyn. Cnd mit dieser Meinung Icommen die meisten Polnische, ^eittsehe ond Baenfsiiche 
''Geschichtschreiher überehi, bey derer. Urtheil ai|d Ansehen wir ea andlbemhea Isssea, .«nd 
"mit ihnen halten wollen.^ 

lohannes liasicüf). aber, der Tielleicht die Migration dieser .Toleker.etvM gensner 
betruchtet und dennoch ^. S^moiten von den Römern gern hatte herflUiNH wellen^ hat diese 
InveiMÜon hi etwas geenderi, gttne Worte sind folgende: Tradnnt retenes, Mitferts Baiftngitatrsai 
(Zamogitis enim se ipsi vocant) Italos fnisse. Nei[onem Imperatorem de bellica expedlti^me cogt- 
tantem, illos qvoqne exules Romanos, qvi in Gaaros steriji qvadam Insnla habitabant, erocare ii 
militiam Toluisse. Verum hos, motu crudelitatis imperatoriae, conseensis eorum a fvibas Sis 
terre evocabantnr navibus, ipsismet autem caesis, ad Pontum Euxinum appulisse, ItehiMil p0r 
saltos, ubi olim Romana Tenatio fuit, qvique hodie magna ex parte excisi, Jam Rusdae, .Podo- 
liae Uthuaniaeque cognomina habent, . usqve ad mare Balthieum, qrod Russin a Vareti^is fH* 
bns dam popalis Llyonids, qvibus tum parebant, mare Varetagcde appellant, penetrasse, Baa 
ist: "Es berichten die Altea^ dafs der Samoiten (welche sich selbst Zamagitis neunen) Vor*EUefa, 
"Italianer gewesen. Denn da der Kejser Nero mit den Gedanlcen umbgangea, einen Krkftn-TEag 
"sn thun, habe er auch die, auf einer unfrnohtbtiren Insul Giaros, wohnende Landes -'▼erwie- 
"sene Romer, lum Kriege abfordern wollen. Diese aber aus Furcht fftr des K^ysers TppannejPi 
"sind mit denen, so sie sum andern und dritten ^nahl abgefordert hatten, lu SchÜF gegaages^ 
"und nachdem sie selbige erschlagen, an den Pontum Euxinum angelanget, ron danneii aber, 
"durch die dicke Walder, da die Römer vor diesem ihre JIgerey gehabt haben, (die nnmeiKr 
"nachdem sie mehrentheils ausgehauen, den Nahmen von dem Reufsland, Podolien und Littauen 
"überkommen haben) und bis an die Ost-See, weldie die Reufsen nach einem Lyflandischen Voldce^ 
"dieVaretigoi genennet, mare Varetsgoie oder die Wartigoische See geheifsen, erreichet.^ 

Von den Preufsen aber, ohne was aus Gragnino bereits angesogen, neidet MaiChias 
MIchoTius^'*') dafs ehi König in Bithjnin gewesen, Nsmens Pmssus, denselben hat H«nnih«i 



*) De Bits Samogitarom — ia BepabL. Polen, ab raMririis sdita pag.lTV. 
•) Chroa. Polen. L. >., c8. fai Piitor. Corp. bist PoL T. t., p. IS. 



ilcmdel, Mb er dntelctq^ ydkiJBt di^BoBwr-^onidufadB^ sdte Sie R5iiitir aber gM diesem 
KMge jwi inidHig gew eem^ wd Mabes ihn von. Land «nd Levten^ vertrieben; ds hat er aeia 
Laad rerhaaen. niaaen, und aich aadr Prenfaea, an :8eHiiger Zeit Cimim^ genannt, begeben^ 
Uora das Lsad nach den Könige, Pmaaia oder Prenfsen geheifsen worden. 

Was aber von diesen nuaeholdigen Grieche«, Italiinem nnd Bithjniem px halten 6ej, atelte 
i^i dem TernünUkigen Leser an betrachten anheioiu Zyrar.es geben desMichalonia angeführte^ 
aaddem lateiniachen gleichlautende Worte einen. Schein, doch keinen TöUigen Beweis; mafsen 
diese Nationen wol ao viel Schwed-, Fion- nnd Schlavonische Wörter in ihrer Spraohe habeii, 
Us maaaach.mit aelbigem Gmnde sagen könte, sie weren, von den Schweden, Finnen, Reufsen 
•der Fohlen entsprossen. Damit aber der Leser sehen könne, wie gar Termiseht ihre Sprache 
«qf^habe ich beigebende Taliell entwerffen'^) nnd beysetaen wollen, daraus gnngsam erhellet, 
dib dieser BeweÄa yon den Lateinischen Worten genommen, nichtig sej. Gleidie Bewandnia 
bat es anch mit den Sitten nnd Götsendienst dieaer Völcker, als Verbrennung der todten Cör- 
1^, Zeichen-Denterey, Heylighaltnng der Walder nnd Schlangen, welche Dhige, gleichwie bey 
•Hea Celten, also anch bey den Schweden nnd Gothen, in Gebrauch gewesen, von denen man 
Ih^eis gnag hat, dafs sie diese Orter oflflfc bezwungen, nnd bewohnet haben. Wo alier dea Mi* 
• clialanis Renbische Scribenten, darauf er sich beruffet, stecken mögen, mag er, oder der ihn 
fcnatworten wil, davor aorgen. Die aber in Reufsland bekandt aeyn, wissen, dafa ihre Histo* 
liea Ton dergleichen kelnea mit einem Tittel gedencken. Und wer siebet nicht aus den vielen 
Coatradictionen, mit waa Warhdt aie umbgehen? sind doch, wie schon vor erwiesen, diePreua- 
leanad Letten ein Volck geweaen; wie aolten denn jene mehr von den Bithyniem, ala diese 
caiiprassen seyn? Die Römer, welche alles, was an ihrem Ruhm gereichet, auiznaeichnen nicht 
fcrgessen, würden nicht verschwiegen haben, dafi sie diese Linder eingehabt. Aber, was sol 
ich von des Gvagnini unversdiemtes Vorgeben sagen, der sich nicht entf erbet au melden, die 
Bnren oft gedachten Ortes, hätten von den Ctothen; die Adlichen ron den Römern ihren Ur- 
Iprang. Wer weifs nicht, dafs der Adel fast in ganta Europa der Gothen Herkunft sich rthme, 
pitaUsam anch der Keyaer Carolna Quintna hiedurch seine adeUche Herkunft an erheben pfle- 
get, dafa er Ton den Gothen heratamme« Allein ea iat dem guten Gvagnino daran gelegen, 
irie er der Gothen. Regiment aolcher Orten verhehlen möge, und weil es alsu offenbar ist, weib 
er dieser Sadien keine andere Farbe ananstrefchen, ala, dafa er bekenne, dafs die Gothen daa 
Liad iBVor bcswohnet haben, darnach aber von den Italianem (si dfls placet)sind beawungen und 
ifgiret worden: ala wenn die tapfere Ctothen, so nicht allein die Römer selbsten, sondern auch 
aasdilige Völcker mehr beawungen, etlichen flöchtigen Römern alsobald selten au Fus gefaileil 
leja, and aie. angebetet haben. 

Labt nna aber weiter nachforschen nnd des Eraami Stellae Meinung von den Prjeuben 
der liievon folgendes aufigeaeichnet. ''^) Ultimo autem regionem Boruasii intrave- 



Die hier erwähnte TabeUe fehlt hi der HaadMbrift. 

**) De Antivütatibns Barassiaa L.L fai Plsterii C•r^ histJPoL T.I^ p.9. 



fmi, p#p«B, qtl Pi«liMMM taste, dl B%Ihmm w ate i^ iH !■ 
M0 lMg«9 qfftTgwili •! cb CTMiftff leda» habacre, q?i in&lktete mm c— cM (popcMi nu»- 
qM ftMbtia tt tlforikM rlg«t UHe terra, ui omMqM ntera« ataliteriini iiMite cit) mi bö- 
trs« Mde« capeMendaf patriani egraad, tat hatte loca dibpal tnl, qraa tarn mK ferttUtete, teM 
psMottorum lacitttmqtte amoenltote, Ipsb qram prlmiim plicaere, nee noa ultra progrcad aaa^ 
tilo ioflei ttnatiiml ootitenaa Ml detameotet, vtqu« ilbl a pofterb peipeteo eoent Ja r ate ga c, 
torriin Toeibttto fentllltlo, Borossiaili appellaTcre, qrae Qtqiie bodie unhu Bterae sappreariaiMi 
Brufila irooatar. Haea eat rera gentia hujaa orlgo. Et caeterom qtleqyid' didtor, perinde ac 
aiillam fabulam habendam assa eenaeo. Fadt tatloa ret fidem permaxfanam, qvod aaqne bodle 
popull ad Rlpbaaoa habltantea eodem parique, qro bi, aermona utantnr, das ist: "Letilidi dnd 
''diaie VSldCer in dia Landichaffk der Preafaen kommen, weldie, nde Ptolomaeaa vorgtcMi 
''bey den RIphltaohen Gebtlrfen, da rfe aicb nach Norden ilberbinffifer termebren and aidit 
''weit von da, wo die Don entspringet, .ibren Sita gebabt, und dnrdi ibren wiederwertigea Za^ 
''stand TerarsBohet worden (angesehen dieses Land dem immerwebrenden Sebnee and Eilte an- 
''terworihn, nad glelobsam scbeinet, als were es Ton Natur an allerband Plagen rerdanuncl) am 
*ihrem Vaterlande au aiehen, i^eue LMnder an bekriegen, und einiunebmen;'da sie dann an dls- 
**sen Ort angolanget, weteher ihnen wegen derFruchtbarkdt, «nmutbigen Wlidem und€kwissetb 
**wol gefallen, dafli sie siso nicht weiter fortgesogen, sondeiu mit eüüielOger Bewilligung ibtai 
*1iUB daselbst genommen. Damit ihnen aber der Ort stets bleiben möge, bdien de es nadi 
*1hrem Nahmen Borusslam genennet, wie auch nodi bentigea Tages, nur mit Aadasaäng daes 
''Bachstabens, Bmssta benahmet wird. Dieses ist der rechte Ursprung dieses Volckea, und was 
''man ^onsten da\-on redet, halte ich ror ein Weiber-Mäbplein. Es ist dn grofter Beweis dieser 
IBacheu, dafs noch heutiges Tages die Leute, so an den Eipbiisdien Oeburgea wohnen, Cnt 
^^InerlojT Spraehe mit diesen haben.*^ 

Ks aehduei, daOi Erasmua Stella, dardi der andern Meinung, so er den Weiber-lUhr- 
lahl flddisehKUal, verstehe die obgedachte tou den Bilhydem oder ftöaMm nicht anders, 
als bolachens^-erthe Fabqln« hierin hdte Ich ihn sicher gang. Wie er. aber beweisen wolle, 
dalk die vorige Einwohner dea dten Preufaen Landes, von den JMphüacbea Crebnrgea bergekaa^ 
maa) kaa ich nidit absahaa. Denn ea ist erstlich die Frage, ab die Ripbaiaabe Gebnrge iarenua 
aaUra a^uT Matiblaa de Micboa bedehet dcb aaf die SifdireBlidt, iidem er 4M«r Mei- 
nung, aa diese Qebürge au aeya, vorgebea, folgeadennafsen TerairA:*) Maates Hxperbovd et 
Ri(ih«at aon «uut in rarum natura, aoa in S^thia, non in Maacotia» aec aaqvam locoram: d 
aaai (^ix awuoa OMmagrapht aaaeraat, Tkaaln, Edel aea Yalbaa^ Daalaam et apagnoa fiuTios 
ex pvat>d)«l)a aioatibus eHIaere, caaflicte caaflictl, el poUas fabalaaa inei^erti acr^isere. Floit 
t^laaU el Valha^ et aiaxtasa Samtiaa ex MaaeoTia, de terra piaae caeaoaa, et aemoroaa, nallis 
aiaattba« ab»ila« praul de Maaca%)a> qTuas pen-eatem faerit, dicam, d Deaa aaaaeric Bona 
kdar bk «vai banubmai prahmdlasiniani prapter dariasbaaa Seripiarcs, asaatea Riphaeos et 



^) »» $t>w aal la JUteaa alqaa gaaap. UU ^U. apa* H H nl i L c T»aLL ^lU 



Hjperboreofl pooentes, ■ qTonim Soatradictione reritii ipsa me taeatnr, et defendat pro onU* 
bsfl argutia rationibiia, aperieBtimn rerwn «^poaeiido, «^ qvl non credit, videat et experiatur, 
fTod iU ett, qyemadmodmii dixL Was deafals dea Hrn. Terelii Meionag aey, kau der Leser 
fa teiaen notia ad Her?«» Sag*« *) ua4 weiter naehacUaeeo. CluTeriaa häli die Riptiäer vor 
die Seatsen. WIewol die Don aua keinen Gebargen keraoaflenTat» ao hat sie doch .den Ursprung 
In Baifgland, Nn iat ea offenbar gnag, data der alten Prenfaen Sprache gar eine andere, aia 
die Heafinaciie aey,, und mit deraelben keine grofaere Verwandnia, ala mit andern JEnropaiachen 
SpTtchen habe. Zu dem haben aie aieh aelbat nicht« wie Eraamua SteU% venoeioet, Borna- 
aoa, aandem Fmaaen genennet, nnd wird in deraelben Sprache daa Luid, Frafsi Semen geheis- 
aen^ data alao diene Meinung eben so wenig, ala die Torgcdaahten dea TonMlchpn und Ovag* 
njni können ainenonunen und geglanbet wmlen. 

Wir wollen derowegen nach den Jaxygen anchen. BeyStrabone haben wir deutliche Nach» 
rUt, wo aie sur Zeit dea Keyaera Angnati, da er gelebet nnd geschrieben, gesessen haben; 
seine Worte lauten also:*^) Snpra jacena regio uni?ersa inter Boryathenem et Istrum, prima 
aal Getamm soUtndo, postea Tyrhegetae: poat qvoa Sarmatae cognomento Jaayges et q?! Basilei 
dicantar et Orgl, e qribua pars maxima Nomadibus, id eat, Paatoribua constat, pauci agrorum 
eolendorum atndio tenentnr. Hoa utramque Istrl ripam incolere aaepe traditur. Intra terram 
aast BaatHwae Tyrhegetia Tldni et Germania, et ipsi fere ex Germania originem ducentes, et 
fpai hl plurea Tleoa natfoneaqne diriai, daa iat: ''Weiter hinauf lieget das gantae Land xwbchen 
"Ae IBieper und Donau« Torerat ist der Gothen EinSde, darnach der Tyrregethen, hinter wet' 
*dMi die Sammten mit Nd^men Jaaygea und die man Baslleos nennet, auch die Urgi wohnen. 
"Diene sind mehrentheila Hirten und wenige, die daa Feld bauen« Ea wird oft berichtet, dafs 
Nfaae die heyden Ufer dea FfaiaanaDonai|^ bewohnen* b» Lande hinein' sind die Bastame,» ao der 
"l^pricgedienNnchbani, imgletcha» andi der Teutaehen, und dieae haben faat ihren Ursprung Ton 
"dai Tentadien.'* 



Iat «bnunahaMa, dnfir aie alte Einwohner Daaiae gewaaan, welche nachgehendes ent* 
Ton den GotlMu vertrieben, oder liinauagebracM wmrdenV und heglanbiget aolriiea die 
der Sprachen. Denn din griechiachen Werter haben aie ahne Zweiffei von den 
giieciiiadiai.Oolonktt bAalten. Dafa aie alda gewohnet gieht Ovidiun, dea aich in wehrendem 
ssinoa exitte^ derer öatar, unter andern nemhlich bey der Dniper und den Gethen aufgehalten, 
ia aeinen KMa tarfstiun hin und wieder gnugaam an erkennen; da er aagt: 

Htc qvoque aunt urbea 6raJae,,qTi8 credere posset? 

hiter inhumanae nomine barbariae. 
Hac qvoque Mileto misai venere coloai, 

Inque Getas, Grajas, conatituere domos. '^*''') #' 



•> P^. 25, 
••) Geograph. Lib. 7. 
-♦) Trist Lib.S., Eleg.9., t.1. 



AlM ISmmm rfe rmm laCfodKa, m Am Af4cr Inge irwiirf JMim, fie'G^ODadM« jt asdi 
w«l riirfirtir W«ffie lirrtf—m Inbc^ »cm ci irt ^At ghuhfiA, ds aBe ScnAmrbdKe 
Tölckcr All wr— ifcliB. «ai tfne Otter Hi iifc^r—fif^ Mb üe FiHKs, cfai «ö grob mid 

Bi^hnJBGB v#ldtf 8Mw will gCSCBMB ■■BCBy JB IHB ■■■CS BOCB ^^^ ^^^ noCm|MmiC BW i l i ll€ fl 

Ttftem aai ia Tanin CfcrriMrn, «feM ter tnrtwfcqi «li ■ üie t j fc J M j i, wtmc iuusdie nrf 
Dfltcr fca voigca« m latbe^ ▼!«• ia mmb JB^iitefii chfihret, fisde idi 
I, UjkM^ eis DcgcB, 8aM hMtet, An cne Hene, «cicfe fie Iknai Heck», MOkkM, 

r«Uca Mi KcliÄcil. Ok akr die ktfiefarlif Wwtcr fkmem inA fie iwuMlie Ceiooiea ge- 
bndU, edcr ek rfe sAlie an Aalka aeOstcm gcfceUeft, kn kk alda «ine«: ^adbUch Uta, 
iab rie wel tibvcOai dem GeChca ni Heraka ainaai ett^Ag^ hakea. fc, wen man dem 
Lmtia Ivaan aalle, n ■afstca sie adt dea Henka cia Takk gca^aca aieja. Dcna da er der 
Heraka firdrarirrt aai davar bilt, dafa dk Werka ia MecUcakog tm iknm Nadüaa seja 
■naln, febici er flir Taler Daaer ia WerikclMr S^adbe faignda Lula n:^ 

Tckn nn, kn ta n ckan Pillfli, awelüs «nm Waita, tmk ann «nm Waklibe 



> 



BadcUe^keft 

Et rfad aar eÜidM Badiatabca ^creaderi, wekhe MditSdl kiaaca TenckiiAea aeya, aoott 
iit n fcia leltiadk. Ok akcr Ae Werka aad Lettca tn dea Heralea aeja, lab idi dkset 



WeU akcr Ae Lel«n nit deä te^Bcra cia Valdc geman, aad Btraka dien aater die 
nUet, kiataa dk Hendl kein GaÜMa adcrTntacke gewean aeja, wk etikiie w«d- 
Ica, !■ FaU dien Sprad^, dk ilurige geweaea. Uaterdeaaea, weil aadi n Laiil Zeitea^ dkn 
Spraye k Mwhhalwg aater dnWerin gevcaea, kn aHa cfaAtea» dala dk Latiai, Wele- 
takURedarll aaiCiciai, nawai aigijaua Wiltaea gennt,ciaYaMcMltdcaLetteageireaca 
nya. l>eaa Egiahardaa, dea Owali lUgai Sckwi^er - gaki aad <>afcdn, adiieibet Ton den 
Weletakea folgeadca:f) Ad littn aaatrak SdaH et Aisti et aBn difcran iacekat ntinea, inler 
q;vm Tel praecipai aaat, ^nbn taac a Rege beUaai iaferdiatBr WeklaU, ^rn lue ima taatnim 
et ffam per n generat eipediUan, ita coatadlt et daBudt: at alterias kipaata beere ndnime 



O Ikid. Lik.&, nag.%, T.fB. 
•*) nid. UkSi, Eicg.r, t.sl 

^) De Migvmtinik» gcaCiaH LSk.U^ wmmt^ p.787. 
t) Ia Tita Cai^U MagaL 



judicarent Adamufl Bremensis,'^) nachdem er des Eginhitrdi Worten gefol- 
fst, efkürel er Um etlicher mafaen. Ad litUia australe Sdari, Aisti aliaeqae diveraae incolont 
MÜonea mter qros praedpu! sunt Weletabi, qri et Wiltai dlcuntiiri and atracka darauf: Itaqne 
yikd ad eatfnm praedieti ainiia in aoatrali ripa veraua noa Dani, qToa Juthaa appeilant, oaque 
ad Sdiam laenm habitant Unde indpiunt finea Hamburgenais parochiae, qvi per maritinioa Scla- 
vanon popnloe longo traetn porrigontur usqne ad Panim fluvinm; ibi est limes nostrae dioecesia. 
bdeWütxi etLentidi aedea habeni uaqre ad Oderam flavium; und Helmoldna atimniet hicmit 
iUierehl, da er aaget :*'*') CScini et Ctrcipani, eis Panim, Theiensi et Rhedarl trans Panim habi- 
tiai Hi qTataor popnli a fortitadine WUtai aive Lntici vocantnr* Durch Panim veratdien sie 
dea Flya Peene; die Nahmen Weletabi und Lutici kommen gäntsllch mit den Latwis, Lotabis 
•der Lotavia iiberein, Wiltai ist nur ein xusammen gesogenes Wort, von Wi-Lutid; denn wenn 
aiaa Achtung drauf giebt, ao hat man dea Ortes zu der Zdt deradben Völcker Nahmen, die 
Sylbe, We oderWi, wdchea vieiidcht ao viel, als das Wort, Die, bedeutet, (denn bey den Let- 
ten hat das Wort, Wing, noch aelbige Bedeutung) vorgeaetzt, dafs sie anstat der Letaben, die 
Latkien, Wdetaben, Wilutitien, oder kiirtzer, WUtzen ausgesprochen haben. Dahero weite ich 
aadd fast die Wiridarien vor die Rhedarien halten, so auch unter den Wiltzen dnd gezehlet 
worden, nnd stercket dieses meine Meinung noch mehr, dafs man annoch unter den Letten die 
Udingen oder Raden findet, nemlich dieDün- und Sdburgische, von welchen Einhorn ^^'f') die- 
aea Bericht giebet: '*Sie nennen dch sdbst, und werden auch von andern die Badingen oder 
"Udai gdieisaen, und eratre^en sich Ton der Reufsischen Orentse bis an WaUfaofT, aind auch 
'Jeaseit der Dibu in d^ QeUetem Rositten, Ludsen und Marienhausen.'* 

Jörn and ea pennet sie Vidioailos, und ander#dtViridarios, und meldet, dtfs de achon au 
sdaefZdt an derWeizd geaessen:f) Ad Uttna enim Oceani, sagt er, ufoi tribua fandbua fluenta 
Tlrtalae iluminis ebibuntur. Yidioarii reddent ex diverds.nationibua aggregatL Dafs diese Vi- 
dioarii kehie andern, als die dten Einwohner Preufsen-Landes sind, so nach der Bhaten Abzüge 
sich dda niedergdasseii, und mit den Letten eine Sprache gehabt, ist anfser allem ZwdflTel, 
«eil die Ton vielen andern vermischte Sprache den Jornandem zn glauben bewogen, dafs auch 
dai Yolcfc von vielen Nationen gesammlet sej. 

Zu welcher Zdt aber ihre emigration ausDaden, (ihr alter Sitz) gewesen, davon hat man, 
■eines Wissens, kdne (gewisse Nachricht mehr, als waa Philippus Melanchtonff) da er 
der Wallachen gedencket, davon mutlimafset. Seine Worte verteutschet, dnd folgende: ''Die 
"Wallachen, welche die griediische Scribenten auch Biachos nennen, dammb, dafs sie von ihm 
*(lsaacQ Angclo) abfielen, und ihn nicht mehr vor ihren Keyser erkennen weiten, hat er etliche 
"aiahl überzogen, aber wenig Glucks wieder sie gehabt, denn er mit grofsen Schaden und Ver- 



*) De tita Daniae. 
*0 Chron. Slavornm Lib. 1., cap. 2. 
«*«) Uittoria Lettiea pag. 2. 

t) De Beb. Gel. c.6. 
ff) Chron« Lib. 4 in vita Isaad Atigeli. 
LBd. 



*'l«it TOB ihaeii nirfickf eidilafen wovdM. Si wird aber 4«r Walkdicii In dkier Histddb, m 
''▼iel mir bewiut, Kiini «raten gedacht, welcher Nähme, sn welcher Zelt, anch dureh was de- 
''l^enheit cum ersten bekannt worden, oder aber wenn dieses Volck sicfa in diesem lAnde swl* 
*'sGhen den beyden Strömen Tyra ond Donau gesetset und niedergelassen habepi) kan ich eigenb* 
*'lieh nicht wissen, denn es wohnet In dem Lande, welches vor Alters Dada genennet, nsdimais 
'*aber die Gothen inne gehabt haben. Dada aber Ist Tor Alters Ton dem Theil Sarmatien, da 
"heutiges Tages Renfsen und FodoUien liegen, abgesondert worden durch dasWssaer Tyra, wd*. 
"ches die Einwohner Nester nennen* Von Westen stiefs es an die Jaiyges Metanastes, wekhes 
''Land heutiges Tages die Siebenbürger bedtien. Ostwerts ward es Ton Unter Misia, so heutir 
''ges Tages die Bulgarey genannt wird, unterschieden, dnrdi die Wasser Hierassus, welches sie 
"Jetst Prutnm nennen, und die Donau. Südwärts wurd es von Ober Maesla, die jetst Bosnia 
"und in Senria Ist, auch abgesondert durch die Donau. Ist also derer Meinung von Anir— <ft 
"dieses Yolckes nicht unglaublldi, welche sagen,. dafs die Orientalischen Keyser, nachdem sie die 
"Gothen, des Orts lum Theil vertrieben, sum Theil ausgerottet, ihren alten wolTcrdienten 
"Kriegs Knediten, nach altem Gebrauch dieses Land ebgegeben und ausgetheilet haben; theils 
"anstat ihrer wolyerdienten Besoldung, theils auch, dafs^de durdi sie, die unruhigen Sarmaten 
"an dem Orte, von des Orientalischen Keyserthumbs Grentze stets abhdten und abtcdben hon- 
"ten. Dals aber unter diesem Kriegs -Volck: rid Romer gewesen seyn, weiset die Spradie ans, 
"wdche ans der Lateinischen YerfUschet und Terdorben ist Und ist rermuthlidi, dafs eben von 
"den Rtarisdien Kriegern, die Wdachen diesen Mahnen bd^ommen haben, wddier ihnen von 
"den benachbarten Gothen in Siebenbürgen, so nach Tentscher Art, die Italüner, Wallen oder 
"Welschen goiennet, gegeben worden ist Denn dafs etliche dichten, der Nähme sey TonFlace^ 
"einem ihrer Hauptleute, genonmien, ist ein lauterer Tand ond Mshrldn. Die Walacfaen aber, 
"so lange sie den ConstaAtinopolitanischen Keysem unterthanig und gehorsam gewesen sind, hat 
"man von ihnen nichts sonderliches su sagen gewust: Alsbald sie aber durch Vermisohnng der 
"Sarmaten sugenommen, sich gemehret, verstftrcket und durch dieselbe rerhetset und angdidten 
"worden, den Constantinopolitanischen Keys^n schuldigen Gehorsam lu entsiehen, sind sie in 
"Beruff gekommen. Dafs auch diesdbe Walachen, von den Sarmaten ansgeführet, sngielch wÜ 
"ihnen Litthauen, Lyfland und Prenfsen mit neuen Colonien beaetaet, solches leagen noch heu- 
"tigas Tagen die FnfsflapiTen ihrer dten Sprache, welche vid Utebiische Wörter haben.^ So 
wdt Meianchton. 

Weil aber aus dbangezogenen Jornandis Worten erhdlet dafs de sdio'n lange und awar 
bey Sechs hundert viertsig Jahren vor der Zdt, dr sich die Wahchen su rühren anfingen, in* 
Prenfsen gewohnet haben, so lasse Ichs als dne Muthmafsung, aber kdne Gewifshdt passirsn, 
und bespare meine Meinung bis zu der Historie. 

Gleich wie man nu aus den alten Scrlbenten gnugsam erwiesen, dafs dieser Lande ESnwoh- 
ner Sarmatische .Völcker seyn^ so erhellet solches auch aus ihrer Religion. Und ob swar Ta- 
citus*) von der dten Prenfsischen Ehsten Gottesdienst meldet, dafs de der Götter Mutter 

•« . 
*) De morib. Genn. c 45. 



aagrtelet, md snm Zeichen Ihrer ReUglon, einet wUden Sehweins Bild getreten, weldiei Ihnen 
m Waffen nnd VertheidIgung gedienet, aleh^adurdi dleper OSttln Hülffe anch nnter den Fehl- 
doi Terrfcherend, ao haben sie solches ohn ZwellTel von Ihren Nachbarn den Gnthonen, nnd 
BAweren (obs Schweden oder Schwaben waren, lasse Ich angesagt) gelemet Es Ist aber ans 
den alten Schwedischen und GoUilschen Ülstorlen bekant, dafs sie der Sonnen, Ingldchen der 
flotÜB Frfgga ein wildes Schwein Jihrllch gei^fert IMe Ursadhe giebt Herr Yerellns*) ans 
der Edda sn erkennen mit folgenden Worten: (^Tsare antem solis sacriflcio eligendus esset verres, 
o Edda cognosd poterli Nempe, nt soUs cnrrvm eqvis trahl allls gentibus creditamj Ita Sep- 
tenCrionales verrem cnrrul ejus Junxisse, nomine OnlHnbnste, hoc est, setamm aureamm, qrl ex 
pelle snilln In fomace per plgmeum esset fabrefactna. Sn Frey gaf han Gaulthi oc aagdl, at 
htn mnndl renna nott oc dag meira enn elm Hestnr lopt oc lang, oc aldrd verdr sra myrkt af 
BOtt ad ecU ee irlt lldst, thar sem han er, sra lyste af bnsthd, h. e. Frejo Tcrrem donarlt 
per iera et aqram nocteque dieqne Telodvs longlnsqne eqro cnrsunm, nee tantas nnqvam noctis 
tenebras, nt eo praesente non coUnstrentur drcwnjeeta: tantns Setamm fnlgor erat Frlggae, 
ttdem qvae etVenos et Magna Mater sIto terra, nt snpra ex Edda ostendimus, verrem eam oh 
csBsam Immolatnm ftiisse, Terlslmile est, qrod rostro sno aratfonem mortallbns monstrarerlt 
Fr%ga porro desiderablle mortallbns numen dtetn est alFrigan, ke. amare, dlllgere, verbo apnd 
O^fallam nsltatlsslmo, cnjns contrarlnm apnd enndem Scriptorem est figan, odisse. ünde Fl- • 
gande, hostis. Dicta est Freja slre Frdja, a FrS, h.e. semen sire rlrtns semlnalls et prolifica; 
rcnnn qrlppe Tlventinm haec alma parens, eademqne nntrix, nt propterea OdInI slve Solls con- 
jnx merito credita alt, etc. 

Dafs aber diese Frigga, eben die Herta oder CHkter Matter gewesen sej, senget der Herr 
Schefferns In seiner Dpsalia antlqua: '^'''} Coetamm, sagt er, orbis terramm, vd qvod Uem 
terrae nnhrei^ae dea non est alia, qvam qrae Latlnis Terra matop, Germania Herta. 

Ich wU aber wegen gellebeterKürtae dfeaes roAej gdien, imd den, so hlerron welter 
Nadiricht zn haben verlanget, an obgedadite Anthorcn, welche Ueron ansfBhrllch handeln, Ter- 
wiesen haben. 

Yon der hiesigen Listen alten Religion sfter findet man wdter nichts besdirleben, als, 
dafs ne mancherley abscheuliche Abgotterej geibet und getrieben haben, die Sonne, den Mond, 
Drachen, Schlangen nnd ändere nnreine Thiere, Imgldchen Binme nnd Haben angebetet nnd 
heylig gehalten haben, denen sie, wie Adamns Bremensis berichtet, Menschen geopfert, 
welche de von den Kauileuten (oder vielmehr See-Rlnbem) dann gekaufft Solche Menschea. 
haben kein Mangel oder Gebrechen an dem gantien Ldbe haben müssen. Der Zauberey nnd 
den Wahrsagungen sind de sehr sngetlian gewesen. Sonsten, well de dn Yoick mit den Finnen 
gewesen, dne Sprache nnd gidche Sitten mit Omen gehabt, halte Ich davor, de müssen auch 
einerlcy Gottesdienst gdiabt haben, wie man ans vlden, so nodi von dem Heydenthnm b^ Ihnen 
taa Oebraneh geblieben, bewdsen kan. 



•) la WMIU ad murtckf et RoUii Saga. föLSl et OL 



IS 

ü«d viewol dfeFiiRM nter tidi wkhi alk chcriey flott MÜf Ml gdabi, m tiid de doch 
nlt des ftüdcni Stnuten darlimen ftberdokMiiiieii, dtb rfe ümI cImm Jef^Mien Dioge afeM«- 
dcriiehe Götter sogedgnet haben, wie niu «oldiet rat Mdfo^endeii des Sfgfridl Aronit 
altes FfaubeheB Befaieii, te er des eratca fai dfeaer E^reAe «MgegangcMii PatbMB Davids ter- 
gesetst, bemeifcea kan. 

Epefimudat nenet tesse 

flndneo palwetia eanean Ja lesse 

Neite eamantt Henne laiset 

teke Miehet ette Naiset 

Tapio Metsest Pjdhyilt sei 

Ja Acht! wedhesi CaMa toj 

Alnemolnen wfardet ta eoj 

RaehkoJ Omin mastail JaeoJ 

Lteekio Rohel, Jared Ja Fand 

HaUltd Ja aen KalMset mand 

lllmarinen Baahan Ja Ulaan tej 

ja Mai ea nriehet edea wij 

Turiaaa anno] wetten Sodaat 

Cratti mvrhen pitl Tawaroit 

Tontn Honen menen Ballitil 

qain Firn monda wiUitai 

Cape et mSa heilde Cann a8it 

Calewaa pojat Njrtnt Ja rnnnt Idit 

Wan Carjalaiaten nimat oiit 

Epijiunalat qain he meolit 

Rongoteua Rnitt annoj 

Fellopecko Ohran cafwon soj 

Wirancannoa Caaran cahsl 

mutoin olthi Cauraat paitaj 

Egres, Hemet, Fawnd Nanrit loj 

Calit Unoat Ja Hamput edea toJ 

Köndöa huchtat Ja FeUot tekj 

Qofai heiden Epe uskana nakj 

Ja quin Kelwe Kylwo Kylwätin 

aUlon Uckon MalUa Jotin 

Sieben hantln Uckon wacka 

nUi JopnJ Fica ette acka 

Byte palio HIpie siele teehtin 
* quin aeke cuultin ette ncchUn 

quin RannJ Uekon Naini harsky 



JalMü UkoJ pohfaBtt pinky 
8e sia tniioj Ilman ja udben Tuolen 
Kikrj 16 Itaeia Ouian cafswon 
Hysi Metieldtt sol woiton 
Weden Erna wel Calat Wercon 
Nyrekeo Orowat aanoj Qfeteaat 
Hittawania toi Jeoeiet penast 
Eiko se kafl sa wimato ole 
Joca ndte luko Ja iteole 
Sihen Piru ja jSyiidi wett beila 
Etta he comarait ja nakolt neila 
Cooladen Hantyn Booka wietiii 
Joitfsa walitio, parghatin Ja idketin 
Meonigejset mSs heiden afrittg flalt 
Coscka LeaeUl hooUt Ja nait 
Palweltiii nöa paUo nmla 
Kiwet Kaanot, Tidhet ja Cttto, ete. 

Der Einlialt dieser Reime ist kürslich folgender: 

Der Tawaaten Götter, die sie angebetet baben, waren: 

Tapio, efai Gott der Jag^ 

Achti, der Fiscberey, 

Ainemoinen, der Lieder und Poesi, 

Racbkoi, Tertbeilte des Mondes Licht in ait und nen, 

Llcki, bitte in gebieten über das Gras und die Bänme. 

llmarinen, war efai Gott des Friedens, gab gut Wetter und begleitete die reisende Leute. 

Tnrisas, ein Gott des Krieges, und 

Cratte, der Gütter und Reichtbum, 

Tontn, der Haushaltung, 

Die Capeen,. frafsen ihnen den Mond, da efaie Finsternis verbanden war. 

Des Cavela Sohne, haben ihnen geholffen die Wiesen ii^ mehen. 

Der Carelen Qdtter aber waren diese: 
Rongotheus, beschereto ihnen Roggen, 
Pellenpecko, Gersten, 
WIerankannos, Haber, 

Ef res, Erbsen, Bohnen, Ruhen, Kohl und HanfT. 
Kondus, gab Gliek am den Rodungen.'^) 



*) SMoBg oder.RbMong Bsnnt man in JEhst-, Lit- und Kurland eine Art Fmchtbiirmachnng mitStrancli 
mmd Wald bewadisener G^enden. Man hauet nemlich den Strauch oder Wald ab» lalst ihn liegen 



Ucko «nd Sek Weib Ranni hatten über das Wetter m gebfeten, and ab die FrQlilfaigf' 
Saat aolte geseet werden, haben de ihm m Ehren getmiiekeB, da fleh dann Weiber und Bligde 
mit roll gesoffen and onterdeMen viel aehlndUdie Dinge yerftbet. 

Kikri, mehrete den Zowaeha dei Vtehei. 

Hjsi, gab Gedejen die wilden TUere ra fangeBi 

Weden Ema^ (das ist die Matter dea Waiaen) beadierete ihnen Fische, 

Nyrko, Eichlidmer and 

Hittawan^en, Hasen. 

Za der Todten Orabem haben sie Speise gebraeht, nnd daseI1>st geweinet and geschrien. 
Was sie alda opfferten das genossen die Minningen. 

Im übrigen haben sie anch Steine, Biwne, den Mond mrf dl« Sterne» ete. ingebetet 

Solcher Gestalt findet man annoeh so wol bey den Bhstfn als Letten einige Zeichen, des- 
sen, dafs sie vielerlei nnd iwar für Jedwedes Bing absonderUeiie Götter gehabt, and haben 
anch die Ehsten noch fiele der alten abergianblschen Mnge behalten; denn, wenn «eine Mondln- 
stemifs Torhsnden, glauben derer etliche, oder snm wenigsten hat ihre Sprach diese Redens- 
Art behalten, dafs sie sagen: die Sonne oder der Mond werde gefressen, welches sie Tor Zelten, 
mit gewissen Worten and Beschweningen na hindem nnd nn veiMelen sich nnlerstanden haben. 

Sie haben in Ehstland noch diesen aberglanUsdien Gebranch, dafb sie alle neoe Jahr dnea 
Götzen TonStr^ In Gestalt eines Mannes machen, den sleMetiiko nennen, and eignen ilun sn 
die KraiR, dafs er Ihr Yiehe Tor den wilden Thler^i bewahren and ihre Chrentse bitten soUfr 
Diesen begleiten sie alle ans dem Dorff^ and aetsen ihn an dero Orentien anf den nechslea 
Baum. Ohn Zwelffel wird dieser der Finnen Kikre seyn, Ton welchem derHerr Güldenstolp 
meldet, dafs er noch In Finnland von vielen angemffen werde. Gleichergestalt Ist der Finnen 
Tontus nichts anders, als der Ehsten Pertmes oder Kouken, dem etliche noch dienen, ver« 
meinende, er werde durch fleilsiges Zutragen von frembden Ctetrejde Ihre Kasten fUlen. 
Den neuen Mond gröfsen nodi die Ehsten mit folgenden Worten: 
Terre Terre Knu sina wanaz mlna norex 
Kau Kulda pelgex Hanta Rohwat terwex pidagez. 

Den eigentlichen Verstand dieser Wörter können sie selbst nicht wissen, sondern sagen, 
sie habens von Ihren Vor-Eltem also gehöret und gelemet Meiner Meinung nadi könte mant 
also verteutschen: 

Sey gegrikfaet Mond, dafs da alt werdest, and leh jung bleibe. Dem Monde gedeye du 
Gold XU seiner Schönheit, die Menschen aber mögen so gesund bl^en, wie das Elsen fest nnd 
starck ist 

Es haben die Ehsten eben wie die Finnen gewisse Wilder nnd Hainen, noch abeonderlich 
Blame heilig gehalten , also, dafs auch kdner ein Blat davon nehmen dirffen. 



und trocknen und snniet ihn hierauf an» um durch die Asche das Land su dingen und es hesSen ss 
können. S. Hnpel'c Ifsid. MleoeUnneen, St U. u. 14^ S. SM. nnd desidhen Topegnph. Naehrichlm 
von Lief- und BhitUnd. Th.&, 8.t8t. 



Soldie Balnett aeniieii dleEhstenlllo, vad dahero hat dieXimlDagdSii noeh denNahmen 
wf ShBtaisdi, Hionah, toh dnea aolahea geweOieteii Walde nahe bey dem Hoffe Hiohoff. 

I>er Oarelea ITcko, (daa ist Alt Vater)^ iat eben der Tawaaten Turisaa^ welcher von^ 
den alteo Schweden, Ankn Thor igt genannt worden; denselben haben andi die. Lappen ange- 
betet, wie daron Herr Sehefferna in aelner Lapponia'") Mddnng thnt «Diesen Ucko heissen 
die E3iaten, mit Anaaehliefonng 'dea ersten Bnohatabens,* Koo. Denn, wenn die Finnen sagen, 
Deks jiriaep, sprechen diese, Kon mürisep, daa ist: der Alt Vater donnert In alten Lyflan- 
dhdien Jahr-Büdiem^^) liest man Ton den Oselem, dafs, da diese mit den Christen stritten, sie 
m ihren 05tsen gesdirien haben : Thor aphi ta. **^) Ich halte davor, sie werden den Abgott Thor 
ugeniffen nnd gesagt haben» Thor awita oder anta, wekhea anf Ffaudach und Khstniach bedeu- 
tet, Thor hilff, denn es ist ni mercken, ddii dieEhstea in ihrer Sprache kein • oderF haben, 
ioadem sprechen das F ans wie ein W, müssen also gesprochen haben awita nnd nicht aphita. 
Deigestalt haben anch die Finnen mit den •fihsten dieses gemefai, dafb sie die Haua-Schlangen 
qidien nnd aich einbilden, dafa sie ihnen gnt Qlfjuk mit dem Vidie nnd tM Milch anbringen« 

Man wfard keinen grofsen Unterschied nnter der Letten, Cohren, Samoiten nnd alten Prens- 
icaGitacn-DleMt Inden. Denn ich ^ehe dieaea mahl Toibey, waa Matthias Weissei f) von 
der Frenlacn Tempel, ao der Scandianer Ffaal Bmteno, wUcher akh mit .sefaiem Volck alda 
aisdageiaaflea, erbanet, ana alten p rcnfs isc h en CroniAen oMldet, weil aolchea viAi an meinem 
Zwqp gereidbet, aondem wil nur iasgamcin gedencken, waa ich ana nnterachiedüchen gbwbwür- 
d%eanat^eB4Mareibem wegen ihrer Abgitlerey beobaditet, nemblich, dab aie lielerlei G5tsen 
fdisbt, und «war, wie lAaaiclna meldet, Deomm tantna eat pene nmneraa, q^aa^ua aliomm 
mad HMiodmu. 

Ob aber die obgedaOiten VUdcer alle dieae Götsen angebetet, kan idi vor gewia nicht 
«Ssn: Weil aber die Historid arwehnen, dab sokhes die alten Frenfsen, Uttaner, Samoiten, 
Reaben and andere Barmatlashe Völoker getlmn, nnd man dergleidien aneh bey den Finnen 
mi^nret, tnn ich die Letten wkki aaaadüieben, nnd ao Tid weniger, weil die Bedentang der 
Nthmen, In der Littaniachen nnd Lettiachen Sprache gefunden werden, nach gestdt ihrer ihnen 
Amptem nnd Wirinngen. 

Diese vermeinte ohnmichtige Gdtter sfaid folgende: 

Ockopirnna, der Gott des Hhmsmls nnd der Erden. 

Swayatyx, der 6<>tt dea Lichts. 

Anfaweytns, der Gott der Gdiredilldien, Kraneken nnd Gesunden. . 

Antrympns, der Gott dea Meera. 



**) Hiftrn Tenleht hier, so wia ia der Falge, uatw dem Titel: alte liTUadifche Jahrbücher, die vaa 
Grub er saenl edirte, and tob Arndt übereetste Chronik Heinrich des Letten. 

•*•) S. Arndt'« LiriftBdische Chranik Th.L, 8.199. f. nnd 212. 

t) In der €%ronicn alter Prenftiecher, LiflflflBdisdiery Tsd' CarUndlecber Hiftorien. Königsberg UM. 
4. Seite 17. -* Ans eben diesor CStfonik 8. lt. t hat anch der Verfluser, die bald Mgende BsMibfd* 
baag eines ThoOi des Alt-PrenlUscheu Gottesdieastss , iut wMlIcb geaommea. 



' — » — 

Postrympitfl, der Ootl der fliefsendeii Wiü^. 

PergttbrioB, der ISmet Laob und Ons wacbsen; dieser ist bey denUtttaem Senittick) 
nnd bey den Reuften Zazing genannt 

Pelwitufl, der machet reich, und fUlet die Sdtearen. 

Perkunna, der Gott dea Donnen, Bliti und Regena. 

Pockulna, der Oolt der Hellen und Finaftemia. 

Pnachkaytna, der Qott dar Erden, welchen ale nnter den Hollnnder an wohnen glai- 
beten. 

Beratücke, die kleinen Erd-Lentiefai, der G6tter Diener. 

Mereopete, dor Gott der Hegenten* 

Dieae aind die nnodiaSleaten Gfttsen, die aie bey üiren Fanten nnd Opferungen angemflhn 
haben. 

Ihr eratea Feat haben aie PergnbrI genannt, da rind de in allen DiMfcm in ein Haai 
inaammen kommen, alwo frie eine, oder nwo Tonnen Bier anfgeleget nnd nachfolgende GereaM* 
nien dabey gdiabt Sie erwelileten einen ana ihren Mitteln, weldien ate Wnrachkaltfa nen- 
neten; dieaerhub dne Schale Bier anf, nnd bath den grofamiditigen (Tielmdor ohnmiditigeB) 
Gott Pergnbrium ndt dieaen Worten: Du treibeat den Winter weg, nnd giebeat in allen Lan- 
den Laub nnd Graa, wir bitten dich, dn woUeat nnaer Getreydlg andi wadiaen laaaen, nnd aUea 
Unkraut dampfen: darauf aetste er die Schale nieder, nnd fafaete aelbige mit dem llanl, hob 
aie mit den Zähnen auf, aoff daa Bier ana, nnd warif die Schale ohn Handriihmng über den 
KopiT, welche einer, ao hinter üun aufwartete, nnftiahm nnd brachte aie wieder voll Blerea an 
dem Wnrachkaitia; dieaer fing wieder an an beten den Gott Perkunum, wie oben heruhreti 
dafa er wolle Ctedeyen und aeltigen Regen geben, und Pocknluäi mit aeinen Untertlianea 
wegachlagen, tranck daa Bier ana, wie anvor, darnach trancken aie alle umbher. — Nadi deai 
hub derWurachkaitia aum dritten mahl wieder an, und bath den miditigen Ctott Schwayf- 
tyxten, dafa er aein Licht in rechter und bequemer Zeit über daa Getreyde, Gtia und Viehe 
wolle acheinen laaaen. Zum vierdten mahl bath er den Gott Pelwitum, dafa er Graä wadiaan 
laaaen, eine achöne Emdte geben, ihr Gewächa mdiren und ihreSchenren füllen wolle; darnach 
tranck er einem Jeden Gott aum Lobe und ESiren eine Schale toU Biera ohn Handrührang aus. 
^- Die Scliale mnate nicht atehen, aondem gehalten werden, darauf aangen aie ihre Lt^Geaaage 
ihren Göttern zu Ehren. Daa Bier ward gemeiniglich von ein gemein Stück Ackera gdbwiR, 
waa deraelbe einbrachte, daa ward verkauffet, und das Bier damit bezahlet. 

Das andere Feat war nach demAugat-Monat, und w«m daa Getreidig wol gerathea, heilig- 
ten und ehreten aie die Torigen Götter mit grofser Danksagung; auch ermahnete der W ur ach- 
kalt ia das Junge Volck, dafs aie die Götter in Ehren halten und aie nicht enürn«i aolten; sie 
hätten nun gesehen, welch ein Sonmier gewesen; etc. Drauf fingen sie an atdi unter einander 
SU achataen, ein Jeder muste nach seinem Vermögen, entweder ein halb oder gants Viertel Ger- 
aten zum Bier geben: schätzten auch die, ao im Dorff ihre Ordnungen und Wülknhr übertreten 
hatten. Die Weiber aber muaten Brod Tom ersten Gewaclis antragen, welchea sie ia aolch ihren 
Featen verzelireten, die ao lange, ala sie Bier hatten, währen mnaten« 



SoMit opfferten ile auf gewiMe Zdteii «tu fkkimAUOfivr^ 4a kamen thrar riet oder aechs 
Dtrler svaanunen, kanfflen einen Bock^ wo aber ihrer Tiel waren, einen Bnlien, Tersaninileten 
lidi alle in ein Haoa, aiwo aie ein lang Fenr macheten« 

Daheiaune haben aie anch denen Ab||ottem fiir atdi aelbet feopffert vnd ale angebeten, 
ab das Pnachkaito, Ton dem glaubten aie, data er in der Erden nnter dem Hoiknder Baum 
wobae; dahero aie auch das Holti Tor heyllg hielten, legten blaweilen Brad «nd Bier darunter, 
aad bathen ihn, er wolle aeinn Mirkopeten «rlencfaten vnd eeiDe Biraticke, kleine Man- 
Idn, in ihre Scheune aenden, dafa aie ihnen Getreidig darein bringen, und daa hingebrachte be- 
kitten wolten« Dea Nachta .setsten aie in die Scheune einen Tiach, den deckten de, und seti* 
tea Speise, Bier und Brod darauf, ludeten also dieses CMndlcin au Chst Da sie nun des Mor- 
gan au%eatandan waren, und funden daron etwaa Tenehret, wairen aie aebr erfiraiiel, dabej aie 
> taa auch acht gaben Ton wdchem Gerichte am meiaten war Torsduret worden, damit aie, wenn 
ris hemadi npCern würden, 'wiesen möchten, welche Speise diesen Brd-Hännlehi am besten 
Khswdkete nnd desto mehr ihnen davon aufsetsen kÖAtea. Solahergestdi rermeineten sie, daTs 
in Getreyde dch mereklich mehren würde: Amden de aber nichtes renehret, befSrchteten de 
M groTsenlferlnsts und Schadena. Obgedaehte Eid-Mannlefai, die man aonat Polter«eister an 
aeaaen pieget, haben die Reufsen Coltky geoennet Wann . dieae an dnem Ort dch aufcuhd- 
tca begdiret, haben aie ihren Willen folgondemaaliMn offenbaret: dea Nachia trugen de einen 
Hrnffen Spine ansammen, nnd wnrffon in die MUchfiaaer, ao Toller Blildk waren, allerhand 
TUere, Miat undUniat; da der HanfsTater dieaea gemereket, hat er weder die Spine gerühreti 
asdi da Unflat anageworflTen, sonde» mit seinem Hanfa-Cteainde die unrehie Mildi veraehreti 
nhbirgfitslt hat er dieae Leutfefai im Haufii bdialten.^) 

Tan den Gott dar SaUfla-Lente nnd I^iachep, weldio elBdio Garde tea gdMlaaen, haben 
ds geglanbett er aej eiii gtolaer Sl^d nnd aiaho aaf äer See, wo dch ditiaer htakehrete, da 
küsse der Wind hin, und wenn er somig wiide, blieae er die Fiadie ron dem Orte hinweg. 
Wian sie dioaem opfern wottten, kodieten sie da grofa Thdl Hache, legten adblgea auf ehi 
Biad, fralaen und aoffen dabey. IhrPrleater muate ddiej atehon, welcher die Winde auatheilete, 
•sd ihnen annagle, wo, und an wdchem Tage aie flachen aoHon. 

Wann jemand ihcr See verrdaet und lanfo anegeblieben war, goesen de aerechmoltien 
Wache u» Wnaner und nahmen ihre Deutfmg tos dem Geatah dea Wadieee, wie ee nmb den 
wiipnien etände. 

Dem Perkuno haben sie, wenn es, gedonnert dne Seite Spedc verehret, damit er ihnen 
kcfaea Sdindea im Fdde sufilgen möge: da ea aber an donnern ad^ehftret, haben sie es selbst 



DeaFerkmni Fran^ iat Ferkuna Tote genannt, welche, die von dem Wandern müde 
ml daubichte Sonne, in die Badstube bringt, und wenn de denn rein und glantaend gnng, dea 
bipaden Tagea wieder von dch lafat» 



Joaa. M^letii Eplitda de idigiane d medfidl» Tetmum Bfnueeiwit in Bepubliea Hoeesdae» Lugd. 
Bat. 16W edita, pag.160. sef. 

LBd: 9 



AuBca, wir die OoMii der aleleigdheaden 8<MUieD43tnlikB. 

Betxla, die AbeodgottiB. 

Brekfta, die Göttin der nnttemis. 

Ltgicsiifl, der Gott der Biaigkdt. 

Pixio, der Oott der Freyer. 

Modeina und Ragaina, Waidgotter. 

Kierpicina, ond aein Helffer Siltniesna laaaen Mofa 

Ratainicxa, Gott der Pferde 

Walgiua, der Kühe und Ltamer ete» 

Kenicia oder Kremarn, der Bahwefai und FerdwMIott» 

Lafadona, der Haaeinfiaae Gott 

Kirnia, der Kifachen Gott 

Dognal, die Gdtttn dea Meeb nnd Teiga. 

Brntenja, erwecket die aciilairettde. 

Waitxganthoa, Ufat Fladia nnd HanlT widioen. 

Babilöa, der Gott der Immen, welchen die Rentaen Zoaim 

Anateja, der fanmen (3ottin. 

Peaaejaa, ailerhand Jungen K&dilein Beadiiitser« 

Srutia und Blieciiutelef der Fiiberey Gdtter, weldie aie angeralFen, wenn aie dm 
Sommera, waa lur Fäilierey nötig geweaen, aufjgeleaett. 

Gabie, hfittet ihre Ryhen,*) wenn die Dröadiieit iat 

Und dergleichen Götsen melir, derer Cwt ao Tiel geweaen, dafa ein Jedea Ding aeinen abaan* 
derlichen Gott gehabt **) Und hat man dieaea ihnen bei ihrer Bekehrung aehwerllch ana dem Sune 
predigen können, dafa viel Götter nicht aollten meiir auarichten können, ala nur ein ehitniger Gott 

In aoldier Fhiatemia haben dieae armen Leute geateckt bla die Diihnen in theila EhatiadI, 
und die Brehmen erat in Lyfland, und damadi in den nechat gelegenen Ehat- und Lettiachcu 
Undern, den Chriatlichen Glauben sn pllantyen angefangen« 

Da hat ea swar heifaen müaaen, dafa aie gute Chriaten wiren, aber in der Thnt hat maat 
doch befunden, dafa aie von Gottea Wort wenig gewuat haben. Anfanga konte maa iwar die 
Schuld den ateten Kriegen, Vnbeatihidigkeit der Einwohner, und dem Mangel der Lehrer, wdihe 
aobald die Sprache nicht haben faaaen können, aneignen; aber da die Teutachen danrndi daa 
Land in guter Ruhe beaafaen, findet dieae Bntadiuldigung weiter kein Statt Ea hat Einhora 
deaaen einige Uraachen angemercket, welche Ich anxuiidieB nicht undienlich era4Atet; und aiad 
diefa adne Wort:^*'^) ''Die TeutiMhen Ordena-Leute haben eich ihrer, (der Ehiwohner) waa die 
''Religion oder Gotteaftircht betrifl, wenig bekümmert, und nicht grolSi damadi gelkugel, wie 



*) Riga, ödar Riege, aennt mau in biefigen Gegenden ein mit einem OK» Tertehenea Gebinde, in wei- 

diem Kora geddnet und gedroacHen wird. 
*•) Laiicin« de Diii Samogltara^^ in Repnbl. Pol. ab Elaeririia edita pag. S78. aeg. 
«**) Hiftoria Lettica, Cap. U^ pag. M. 



"aie T0r ihrer .Hejrdiiiacliea Ahgoüotej und &bclwiii Ctotteidieiigt, snr EriLintnis des wahren 
thUtei geratliea and komm^i möchten. Dm hnt man alles nichts geachtet , sondern die Papst- 
"Uchea Priester sind Im Lande herambgesogen, und hin 'and wieder Messe gehalten, im Christ- 
"Ucfaea GlaabcD aber sie gar wenig onterrichtet, auch ni ontenichten nicht vermocht, indem sie' 
*die Sprache nicht geknnt, dieselbe auch sa lernen keine Mittel oder Gdegenheit gehabt, weil 
"EtftNieraaad gewesen, der sich der Religion and des Oottes-Dienstes angenommen, oder darumb 
"bsktsuaerl« sondmm Ae H^rrschafft nnr darnach getrachtet, wie sie die armen Leute so ihren 
'Uflnsten gebrauchen, ihre Zinsen and Gterechtigkeit, wie sie es an heissen pflegen, von ihnen 
"sehnen, and in allerhand Oppi^eit and Wollust leben möchten« Wie denn solch ein unchrist- 
''Bshcs, hoffertiges and l^piges Wesen, so Im Lande getrieben, audi ausländischer Nation be- 
"kiadt, wddie adt Yerwunderung daron au sagen gewust Sonderlich wird dasselbe auch in 
"dem Liede, so au der Zelt gemachet, da die Mufscawische Tjranaey and Gransamkeit im Lande 
"pMsirel, hertnllch beklaget, mit diesen Worten s 

"Düs Land den Teutschen gegeben ist, 
"Schier far Vierhundert Jahren, 

"Dafs sie dein Nahmen Herr Jesu CSirist, 
'*Die Hejrden selten lehren: 

^Sie aber haben gesucht vielmehr, 
"Ihr eigen-Nuta Lust und £hr, 

'»Deiner wenig geachtet etc. 
"So haben sie auch lur Unterhaltung ihrer Lehrer gnug und überflüssig geben müssen, 
'daran sie dann im geringsten nichts mangeln lassen, und sind doch nichts defs gebessert gewe- 
"sea, Indem sie von denselben wenig Unterricht empfangen. Wie dasselbe auch aus dem alten 
"leim, so SU d^ Zeit gemadiet, au vernehmen: 

"Du armer Curlscher Baor, 

"Dein Leben wird dir säur, 

"Du steigest auf den Bana^ 

"Und hanaat dir Sattel und Zaum, 

"Du gieW den Pfaffen andi ihre Pflicht 

"Und weifst von Gottes Wort doch nicht etc. 
"Zn (penchweigen dafs dieselben Päbsüschen Lehrer anfanglich die armen Hejdnischen und 
%riiariselienYökker, nicht n^ Christlicher Bescheidenheit und Sanfftmuth gelehret und unter- 
"liehlat,. aandem mit Gewalt, Ungestüm and Tjramiischer Weise, ja mit Wehr und Waffen 
"tan Glaobea awingen wollen, wie das der nnparteiache and warhafftige Historien- oder Ge- 
"leUchtsdirellier Jacobus Augustus Thuanus'^) beaeuget, welcher schreibet, dafs Ber- 
"kholdus Blschoff in Ljfland, welcher Meinhardo im Pischoffthum succediret, oder gefolget, 
"rsi^ den Barbarischen Einwohnern des Lyflandes, weil er sie mit Gewalt, und nicht m|t Gottes^ 
''Wortaum Christlichen Grauben zwingen wollen, Anno 1197 erschlagen sey. Fun eins schrei- 

OLib-SL 



"bei,*) et habea flu ifa Bhatai OMldagw, wmä tey gt^AAm Awi*UM. Crmatslat^) » 
"wehaet, dafii wie er ia 4er ScÜecbt «ef efaieM imMadigeB Pferfc Hittett nlMr die Berbetee 
"geeeUt, tej er derciMtedwii. VmA aba habeu wmA aadeie aack Am gcirlik * Aederer m 
"gesdurdgea, kt eieBiadioff hier im Lende ge w ceca , eiDer Ten der Linden, deiimibe wird ge- 
"rihmet, defs er gniiMn Fidfe tngewmidt dime Leete (die Letten) ven IkMr bnjdnitJini Ab- 
"gStterey nom reditcn GettcadioMt an bringen, hels aber alae mit ihnen gAiiHn, ♦♦») wnui md 
"den Imptem die Wadien, wie umm nennet, angcetetlet, Imt der Stifh-Veigt nnd die Landi 
"Knecbte sie Terliercn miaaen, eb aie ancb beten iionten, welcbe nnn etwaa gebest, die hat er 
''traeliret nnd ihn etwaa an eaaen gegeben; weleiie aber niditi gelen^, die iiat er aüt SwAcn 
"jinuMrlicfa ^rodien lancn. Aber wna iat damit augerichtetf »enn anf dieae Wabe haben afe 
"etwaa ana Fnrcbt gdamet, dala rfe nur tot der Heiradmll waa hube l en iönten, hianJIdi aber 
"ilurer Abgittercy naahgrhrngiit Daiwro irta knmmrn, dala die annen elenden Lenle vea dar 
"Zdt an, da die Tentachen ina J^and kenunen aa wenig im ChriaHkhwi Gianben 
"worden."* 



andern bat man aich im geringgten nicht bemühet eine eintaige gnte Schale im Lande an- 
"snriditen, darin man die Jagend bitte unteirichten, and also Lente luben mögen, die nnn sam 
"Lehr- nnd Predigt-Ampte in derselWn Sprache 'das Voldc an nnlerrichten liatte gebranchen 
"^ikmen. Eb iat swar denaelben armen Leaten, wie das ana einer eifentlidien Sdirilft an den 
"damahügen Herr Mdater Fnrat'enberg Anno 1558 ergangen, f) an adien, eine Sdiatanng anf- 
"geleget, weldw ven ihnen Skola-Naada, daa Ist, Sdinl-Geld gehelTscn worden, daaadiie iat von 
"ihnen jüirüch mit Fleifa eingefordert, nnd lialien ale es nnweigerlidi erlegen missen, daran 
"eine Sdinle an stiften nod an erlialten, Ist aber, olin Zweiflei, anderweit angeleget» an die 
"fichnle aber nidit dn Pfenning gewendet word^^ 



"Wie andi nach L»theri Reformation die Efangeüsdbe Uhn Anno 1902 
*bat amn keine Kirdien im gantaen Fnratwlbnmb gcAurfcn, oki allcsn b^ den Sdüoascrw 
"Hanaem, ala Hitar^ BawAe, Dobbien und m CUirland anCMdingen, Wlndav, Gandar, 
"Talaen, Zabeln gar kleine holtaeme Cbpelkn, dnrimmn diePibolBdienPrieatar Mcane gebalten, 
"abo dafa noch Anno 1506 deiaelben gar wentg geweaen, da dannsib Iber daa chi Poator woi 
"kwo oder dreyen, wU nidit a^an, vier BNhen fiigealanden^ die docJk etliche Mett Wcgca 

wie mw 




*)OsanMot ialiklt^Ghiaoicid. rn^SU. 
"^) WairfaL Ub.&, ca^-lt.. 
**•) Tbe«dor«s Dirbifins !• GsMOia da irnät 

t) Scdrtem bac ritia ftornfva Lirwiaa 
Uvaniaa ia cmAris arislaali Aaaa 1558 




"tod AuMhlllpMi Ifenr Mefitar l^etedlet tv%r^D) rlsitttliiii detsdben 'f') 1S06 Jahn», loliierJich 
"aber «« der ao Ahm iSfTt'*'^) gelialleii, m selieA and xn TernefanMn.^ BlthiBr Einhorh. 

PmtHMkgiH iftrSiiülleii iiiLyflaad begeaget «neb dTagniaiie.'''^*) Templa^ ei^t er, qTO- 
|i6 UrMn« «M in MlAiiifl tiümMr. Von Shgtitirf alnnr kan iBftn dieses, wis dte Kir«heH be- 
triR, nit Fuge nicht sagen, dfilin di« «Utlldie, th«ilB Aoali stieliende steinefim Kirdien geben 
^ia^siM m den Ttg^ daAr die Bifstni^lie ¥on Adei, sieh derer Erbauung rübinUdist haben an- 
g«l«gai 9tyu hmta* H es AMieif nodk Tlele steineriMTCapetien) welche die Tcm. /Mel, bey An« 
ftag de# RefdMlialiofr, wie die Cüthofiseiien die Hanpftfrehen* noch inne hfttten, ftr sich und 
ikr flo ainde tnfbtifen lassen, nnd auf ihre e^ene Unkosten Brangelische Prediger dasu geluvten. 
IMe obgedsebte sehleciiie fJüt^lTfditnng aber hat vemrsaebet, dafii die Lente noch vieie 
heydnlMhe AbiM^nien behalten, tiiid theils derer mit der Pfb^tMelieii ReHgie« Terbischet ha« 
ben, Woranler auch dieses ist, dafs, weil sie xurom die Unsterblichkeit der Seelen etädier 
snfsen geglairiket, und damadi die OatiM>n8clien ihnen die Seel-Messe eingebildet haben, ist die- 
ftt nodi b^ llrtten Im ftdiwange, dah sie auf aller Sedten 1^ige, die Seelen der Verstorbnen 
Ipeigen. IMeiea getcliicht noch bey etHohen sowol im EtmU ak Lettland dieser gestaft: Sie 
hdlsei ein« Slnbe ödler Badsttibe an, kehren es M^n, und s^tfen^ Speise und . Trank nufv der 
Wirdi des Aeoses bMbet alsdatti rileifi darinnen, und liftlt ihnen die Pergel oder fiiltBe», so 
de snstat der Lichte febraucheni nfttblget die Terstorlnane Seelen seiner filtern und Vor-Biterni 
Terwandten und Kinder, welche er bey Nahmen nennet, und dergestalt su. Gaste Ifidet, lum 
BHen und Trnieken. Wenn er nun nach etMcher Stunden. Verlauff mdnet, daTs sie gnag haben, 
kaet er mit einen Beil aitf der Thür Si^hwelle die Perffel cntswey, und geMblet den Seelen^ 
fiewiAi wie nun gessen 4ind getruncken hitlen, müchten sie ihres Wefes auf der Strafsen' und 
taf dem Wege, nüdit aber tber den Roggen-A^e^ gehen, damit ale deaeelben nUht eintreten 
Hi teiderbeü, tfmnahleft sie sidb €dnbilden, dars di^ Seelctti, wo irte nioht tergnfigt daron ricBei- 
dM, Ahnen auf y^en Veidem Schaden sufBgen und die beseete AciMh* verderben, dafs ihnen 
iMas ehi IHrswachs entstehe: iHid aueh bey diesef Meinung, daCa so fem der Whr.th oder 
Feaer-Halter etwas siehet, dafs sich die Seelen einstellen oder erscheinen, misse er |;ewis des«* 
friKghk Mires sterben; siehet er aber nAftts*, so hoffet er noch das Jahr an ttberlefoem ' 

*AIm> bl das Weilhhtlten der Sdiiangen bey dIeoenVöliArern, (eben wie dbn Finnen, Nor- 
fnfjlm und theill 8<A#eden, ide Olaus Magnus kläfet) noch unverloschen, welche Schlangen 
b^ ftnen ollt s# Mhm afnd, dütil iüiA die Kinder mit Ihnen aM einem Mileh-Gesehiilr speisen^ 

Mll oot seHi^» sehen, daft dttfihst oder Lette eine Schlange tddtei Vh ist ^iederlUnren, 
li M ehie CMMenj^ töd«ete, WM dn Bavr es durch Bhten nl^t «n wehren vermochte, dafs 
er ssgte: ee wirde «ul item Aeker^ da tu gescheh«, ide' kein Ctetreidlg mehr irachsen. Da nu 
k» feigenden M&rea da» Cletreldig wol stunde, und ic3i ihm s^ldfeo vorhielte ^ geh er auf Ant- 
wort: Aber wai hnt «r dieb nn6Atakl%e Tbierlein gethan, koHtesCii es irieht iirfMefcn lassen f 



*) Habita ha^ est a. M. Stephane Btlavio, primo hi^iit Dncatiü SaperlUteaAenf^. 
**)Pera€ta est risitatio ab Alezaadro Einhorn» Ducatns Superintendente. 
'^) la Sannatia Earop. pag.79. 



Und wi« rfe hü Hejdoilim wefm ihret IMm, oior Ami MfwtarMMr KrauUMt 
den Wildern «der Haioeii geopITert lieber : «leo haben de nedi die Qewenhelt aoe den Ptlit- 
Ihom, diffl de gewliaen Kirdi-HSffen, oder alten Oapdlen der HdBgen, nadi deren Tenoriatoi 
Amptf'Oder Wlrekvngen, entweder einen aübemen GreadMn» oder einen rofligefirbtea Fita 
(wie wol hdmlldi) opffem, nnd aolehea anf g c w la a e Tage in Jahr. 

Solche heydniache Qebrihiche Terapffaret nan andi bej den Letten, dafa ate Ihren IQadanh 
den Migdieln beaotiden, beaondere Yogd-^Nahmen geben, daran Einhorn adireibet,*) dab 
noch SU aelner Zdt, wenn dn Kind naeh der TanlTe adir geaAtien, nnd ddi nieht walten fül- 
len lassen, die Eltern Torgaben, daa lind aey nidit mit den Nalunen, ao ea in der Tanlb la- 
iKommen, anlMeden gewesen, nnd dnen andern Nalunen liaben woUen, gaben ilin derbslbca, 
ihrem hejrdniaohen Aberglanbeii nach, ebien andern Nahmen, nnd nennetena genehii^idi asdi 
dnen VogeL 

Wie wd man liehie Nachricht hat, wie aa mit den Knaben gehdtm, so iat deanadi n 
mnthmafaen, dafs de dergldchen mit ihnen müasen getfian haben, gestdtsam beaagter Biahor a 
auch daror hllt, dafa, wie de die Wdbea-BUder, nach den Vögeln, alao ▼IdldAt aach «e 
Manna^-^Paraonen nach dem Vlehe und wilden Thieren genannt iiaben. Solches Iat boy den dtm 
Oothen aaeh gdirinohlich geweaen, welche ihre Söhne, Biöm, Ulff, lindorm eta. geaeaneti 
marsen mdir gedachter Aathor ans dem Alexandra aneh dergteldien von den Trogloditen be- 
richtet **) 

Auf waa Weise ale inTor ihre Kinder mögen anfenogen haben, ^daron hat man ai^elia ket 
nen Bericht, ahn dafb de hentigea Tages dieselbe, well de noch klein dnd, dasn hdten, dsb 
da der Siaglinge, nnd wenn de Qber 6 oder 7 Jdire kommen, dea Yiehea warten. Wenn sie 
aber ihre 11 oder It Jahre erreichet, müssen sich die Knaben nun eggen nnd pMgen, dk 
MIgdchen aber anm Spinnen und einfflrndten dea Qetreides, andi nach gerade m UrterarAibdt 
gewöhnen, bis dlfi Kdt kompt, dafa de sich Torehligen, welches (abaonderlidi nnter den Eh- 
aton) sdten goschldiet, ea aej denn der Knecht beynahe draifsig nnd daa MIgdchen achtsiha 
Jahre oder darüber dt 

Sie haben aber dabey diesen bösen Qebraneh gdiabt, dafa der Freyer boy den Ellem nnk 
die Tochter nidU anhdten dörlTen, sondern de entweder mit List oder mit Ctewnh entfahren 
mttaaen. Wdohetgeatalt aol^ea boy den Letten öbHd^ geweaen, nnd waa ale Tor CTereaMwiea 
bey den Hochadten gehabt, davon giebt Einhorn dieae Naduidit*^) 'Va hat sidk dendbe, 
**der das Weib haben woUen, mit etlichen aelner gnten Frennde, die or sn Ah genommen,' ta 
**dersdben Magd, die er mir Ehe beehret, Eltern hcgobmi, nnd etwan eine Unach erdMilat, 
^wammb de ddüa kommen, wann de wbl dieadben wd emp&ngen nnd angenommen, da ist 
**dner dranraen bey dem Wagw nnd den Pferden geblieben, md wenn der Vater oder Wlrdi 
'ate anm Essen genöHget, haben aie beikditet, ea wäre dnar ihrer Geadlen dranÜMn bey dco 



••. 



*) HUlwia Lanka, ca^Tn pag.I?. 
««)IbidM Hit». 
«*) HiMaria Uctica. cap. XL. rag. ta 



Vforta, derhalbett die Magd, so entflUiret werden tollen, geb^en, denselben mit nun Essen' 
"sa ndhn. Wenn sie nnn hingsngen, bat sie der, so dnnfsen gewesen, ergriSon tind mit sich 
"gflihrel, weMiem die andern, so in der Stuben gewesen, bald gefolget Wann aber die Eitern 
'Nnid Verwandten ihnen naehgijaget; haben sie ridi gewehret, nnd die Entführte mit Gewalt 
"sidi Hanfs gebradht, da denn die Eltern ihren Conscns nnd Willen drein geben müssen, wenn 
"Vs fasdmi, dab es nicht anders sejn können* Haben sie anf diese Weise nichts erlangen 
lisnen, so haben sie sieh anf der Mähe wo Terstedcel, und anf die Magd gelauert; wann die 
"im ans dem Hanse gangen etwan Wasser sn hohlen, oder sonsten sich wohin begeben, sind sie 
"ssfcnanthlidi henroriiommen, nnd sie mit sich hinweggeführet, dafs oflft die Eltern nicht ge- 
"Hnst, wo sie hinkommen, bis sie es hernach erfahren. Diesen bösen heydniichen (Gebrauch 
"hben sie nodi in acht genmikmen nnd darnach gelebet, da sie schon sum Christlichen Slanboi 
'gekoonnen, und v<m den Tentschen beswnngen: es ist aber von der teutschen Herrschafft bey 
"LebcBS Strafe Terboten, und sind sie dasa gehalten, dafs sie, wie Christen gebühret, umb die 
"Bnut werben, nnd sidi hernach, Cliristlichem Gebrauch nadi, öffentlich eheligen und ausam- 
*aca selten gdken lassen. Wenn sie nun ihre Hochseiten gehalten, haben* sie sldi gar seltsa-^ 
"mo und wunderliehen Geremonien gebrandiet, welohe alle hier nicht kömien beschrieben wer» 
*4eB, und gebranchca sie dieselbe an Tielen Orten noch (diesen) heutigen Tag, wie ich (denn) 
'mllst hl mefaier Jugend gesehen. Wenn die Braut ha des Briutigams Haufs oder Hoff" gefahret 
*uird, und auf dem Wagen sitaet, mufs in dem EinÜBdiren der Wagen nirgend anstossen: stöfset 
*er ein wenig an, so bedeutet ein solcher Anstos, dafs aie in ihrer Ehe und Haufshaltung 
*|uii kein Qlakk haben werde. Wenn sie nun eingeführet, wird sie ndben dem Bräutigam in 
'^ Qcmich geleitet, da die Hoclmeit gehalten wbrd, alsdenn werden xwene blose Schwerter 
Ikaeu Teigetragea, daTW das ehie über dem Bräutigam, das andere über die Braut über ifsa 
"Tbch geste<^et wird, welehes"^ Schwert nu, indem es mit Gewalt hineüi gestedLct. wird,, länger 
*shtsrt oder bebet, derselbe wird unter ihnen im Ehestand am längsten leben. Wann das g&- 
'^fchflhen, so mnfii die Braut durch alle Gemächer gehen und in die Stube, in die Cammem, 
Isdslnben, in die Viehe- nnd Pferdställe, hi den Brünnen, ins Feur, in den Garten etwas Geld 
^werfen; tluit sie das nicht, so hat sie nii^end Glück undGedeyen au gewarten. Darauf gehet 
"üe Hedmeit an, und wird da so dn abscheulich, viehisch und sdiandlos Leben geführet, dab 
*ci auch unter den aUergröbesten Barbaiischen Völckern nicht äiger zugehen möchte. Denn 
*endich nmfs das Essen und Trineken Tag und Nacht aufm Tische stehen, da mag ein jeder 
%eMen, wenn er wU, und wie lange er wii, es mufs auch nicht ehe vom Tische können, ehe 
'& HodiseiS ▼orboj und geend%et Darnach werden solche unflätige, unanchtige und leicht* 
"Yerttge Lieder auf ihre fi^^raehe gesungen, Tag and Nacht ohn Aufhören, dafs sie der Teoifel 
*ffAit ttfadit unflätiger und schandloser erdencken oder fürbringen möchte.^ etCt 

Denselben Gebrauch die Mägde au ranben, haben sie auch in Ehstland gehabt, doch halte 
lA davor, dafs es nidit alle mahl wieder der Eltern Wissen und Willen geschehen, in Erwe- 
gog, solches die Umbstände, ans gethaner Erselilung, an yerstehen geben. Zu dem kan man 
ۥ sadi aua dieses Landea alten Receasen abnehmen, da geboten wird, dafs, wenn einer eine 
■igi wieder der Eltefu Willen raubet, er das Leben mA verlohren haben, geschiehet es aber 



mit ¥ondMtB dat BMmi, Miite er «fe eheU^eo. Dusdi di» gwintaM SttOftnoig ki M* 
au Theils Arimi dicaei^ Lude« im CMniieh «ebiiebea, dals miui dM WeBmni die Duoe ak- 
•dieeaei. Bemi da aie wvewk eis WeikM-Bttd wieder ikrea WiU^m «ftUBliMl, hakM aie Ar die 
Hbare abfesdMkreä, aum Zeidbei), dafii aie adion untar «in^ |if mpwii fiewall gemeeeai, damit aie 
aielit enthidfeik, noch j/emaad aie, als cfae gekraookt^, wdter begabrys vaiU^ Bbi rtev, iä 
Ünn^ diese Ant a» beyi^tkeU' nichi^ mehr augeiaasea wird, gebrauahtuaie eich 4e^ nadeQjlliehflB 
Mittel; si^ aind i^ch nicht ao gioh» ^aA rieliiaeh in ikreo OarmMei^, vie ea Eijiheni fm 
deaLette» erxeUet. An desOrtea, de ieh inKhatiaad Mumt Mm, hahea rie geneiaiglich diaici 
BIvüer aa freien: 

Dev Vieler, wo er Irgend einen AaeeUag auf dne Heyrath bei, eawakfet er eich eimm 
geielgtetiFveHttd, end reiset hie, da dle^Ba^iit ist, da denn derFregK-Werhifer.dieBltwai muyiWt, 
4pA der Freier eifte junge Kühe eder Bebe yerlohren, bietet omh Urlrah eelbige su awdm»; 
wirda ikiß rund abgeeobJagen, ao hat er einen Korb, vird ihm aber aweiSdhaffllg geanlvorteli 
a^ kommt er adit seinem Frej-Werber anm andern mahi wieder, denn Hfiifc lUi der Vater ver- 
meveken, dalb er gute Keaolnyon haben wird, und aum dritten mahi wird abgeredet, wenn ditf 
Veriöbnia geaehehea aoli llaterdesaen beliommt der BriatigaaB aie achwealieh n aehea oder an 
^apaeclyen. Ilaa Qivte mahi nötigen a)e ihn niehl an aitaen^ daa andere mahl «^ er aicli auf 
Urne Netigoag aetaeik, ea wiad ftm aber wedw Emen nonh Trinckeft gereUiet^ mun dritten maU 
aber wird er woi empfangen, und wenn die Verlebnis Ist oder geachiehet, denn lit ihm erianlit 
mli aeiner Braut au reden, da giebt er ihr etwas Geld oder sonst an Silber eine Yerdimng;' 
Darnach wkd die Hodhneit bestimmet, weldie mdirentheila swischen Martini und Weihnaditeaf 
geachiehet Unterdessen gehet die Braut au ihren Freunden und Bdcannten, ndt einem Weibe 
vo» äiren nedisten Verwandten, da. wird ihr nach euiea jedweden Verneigen eke HandrellWellei 
oder auph woi mehr gegeben., woran aie Striimpffe, Handschuhe und Ban/der mnchen, und aar 
Hochamt Torwahren Tiieaet, Die Cepulatien geseliidiet dann naeh Gkeiegenheit, entweder 14^ 8 
oder 2 Tage vor, .edea, wekluss doch selten, unter wehrender Hoehadt; gesdiiehet es frorans, 
so wird sie mit offenem Osaieht grauet; geadiiehets aiJier fai der Hoehaeit, ao TeAiUlel aun 
ihr daa Geeicht. Sie Mben hiebej auch dieaen Aberglauben, dafi, aiAald der Paator nedi der 
Gopuliition den Segen gesprochen, bem&hen sich Brintigam und Braut, wer einein aiidiwn am 
geachwindeaten auf dji^n Fufs treten könne, und der es erimlten, rermeinet dadurch daa Hanb* 
Begiment erlangt zn haben; ob ea ilmen aber alle mahl gelinge, stehe teh in ZweilFeL 

Von den €eremonisn auf ihren liochaeiten schreUbet OLenrina ii^ aeiner Peraiaaiaehen 
Reise^Besohreihuiig*) nachfolgendes: ''Wann Braut und Bräutigam in unlerschiedliehen Darffem 
''seyn, bohlet 4er Bräutigam die Braut auf Einern Pferde, sie pitaet hinter ihm und schiigt den 
''rechten Arm ihm umb den Leifab Vorn reitet ein Sackpfeiffer, dem folgen awej Bejaltaer mit 
"blofaen Degen, mit weichen aie Crentaweiae in die Thür des Hnehaeit-Hssisea hauen, und aie 
"hernach mit den Spüaen oben In die Bakken stecken, wo des Brintigaia sitaet Der Branti- 
'*gam, indem er die Braute also fUmet, hat an einem geapait^nen Stöcken sweene knfifeue Pfen- 



*) Back 2^ Seite Ur. (Schltfwig ieMfok> 



"^ oder Kmiit&cke, wekhe er denen, so vor flun die Hecken nhalten, giebet, damit sie 
Iho durdüaMey •ollen: die Braut aber liat rothe wollene Bander, die wirfFI sieanf den Weg, 
*filmieaAlidi, wo Crents-Wege sind, und die Crentae stehen, auf -den OrXbem der vngetanfften 
"Kinder, weldie de nicht anf dem ^ttet-Adcer, aondem an dem Wege an begralien pflegen. 
"Ben Br&itigam folgen ebennMUMg an Pferde die andern Gaste, die Manner mit ihren Weibern 
^iiid die Knechte mit den Migden. Die Braut mufs so lange sie zu Tisch dtaet, ehi Tuch über 
"den Kopf hangend haben, welelaes ihr, Angesicht bedecket Gidchen Gebrauch haben auch die 
"Hibcomter, Item Perdaner nnd Armener gelwbt. Wann nu die nnteutsche Braut und Bränti- 
"gm ehi wenig au Tische gesessen, und gegessen, werden de aufgefordert, und au Bette ge- 
tneht, ungeachtet es noch heller Tag ist Unterdessen sind die Giste lustig und guter Dinge.. 
"Hadi Bweyen Stunden werden die angehende Bhe-Leute wieder herzugebracht und wird durch 
"die gantae Nacht (^trundten nnd getanlaet, daTs einer hier der andere dort niederfällt und 



Dieses hat Olearins in Wirhud beobachtet; weil aber fast im jedweden District abson- 
deriidie Ceremonien zu finden^ wii ich hinzufügen, wie es in der Wyk hergehet 

Wenn der Brintigam die Braut abhohlen wii, reiset er des Morgens mit seinen Gasten in 
der Braat Hanfs; ihm folgen auch awey oder drey junge Knechte blofse Schwerter in den H&i* 
da lihrende; diese sind glddisam die SchaJiher, bewllkommen und bringen die Gäste hinein. 
Da de an tractiret werden, kommt die Brant anfänglich nicht zum Vorschein; unter der Mahl* 
adl, treten einige Wdber, von der Braut ihren Verwandten, herdh, wdche die Gäste sbigend, 
snadnen, dab de lustig und guter Dinge seyn, auch woL essen und trincken, jedoch mit War-- 
HUBg, dafs de nichts in die Ermd stecken und dsTon bringen wollen. Nach geendigter Mahlzeit 
gehen Ton des Bräutigams Seiten etsUdie Wdber dngend in der Braut Cammer, die Braut zu 
fachen, wdehe dch möglichst verstecket Wann de dann endlich gefimden wird, setzet man 
den gedaditen Wdbem warm Bter vor; die Braut aber wird verkappet 'zur Talfd» gleichsam 
ndtGeirdt, geführet, und dem Bräutigam beygesetset Darauf thdlen sie unter der Braut Freunde 
efarfge Gescheneke unter den Gästen ans; den vomehmbsten und nächsten. Strumpfe und Haud- 
B, den. andern aber Knie-Bänder. Solche Gesdiencke müssen sie nicht also bdd verwah- 
iem^ öffentlich hervortragen und weiien: die Männer bindmi de an ihre Pdtschen und 
Schwerter oder Hütte. Unterdessen Wird getantset und gespidet, bis es Abend wird, da nimbt 
der Frey-Werber die Brant hhiter sidi aufs Pferd, oder so es Schlitten-Bshn, zu sich in den 
Sdditten, und fährt vom an, nächst ihm folgen die erwehlete Schwert-Brfider mit blofsen De- 
gen. Wenn de nun zu des Bräutigams Hanfs kommen, hauet der Frey -Werber oder Braut-Füh- 
rer mit Uofsem Degen, so er in der Hand führet, Creutzweise etliche mahl über der Stuben- 
Ikir, nnd nachdem die Braut eingekommen, wird die Verhüllung ihr abgenommen, und die 
Hinbe nu^esetzet; doch wird ihr das Haar (wie in der Wyk manirlich) vor den dritten Tag 
aidkt abgeschoren, sondern nur sonsten untergestecket 

Nadidem de nu, bis in die späte Nacht, gegessen, getruncken, gespidet und getantset ha- 
ben, fuhrt des Bräutigams Bruder die Braut zu Bette, und wirflR etwas Geld hinein, vor die, 
m das Bett aufheben werden. Folgendes Tsges schicket die Braut nach Oirem Kasten, worinnen 

i.Bd. e. 



■f 



lie Strümpffe, Handschue und Knie-Binder hat, die ttieilet de lUkter des Brlntilganu Freude 
und Gäflte, die ihr dagegen Kälber, Lämmer, Ferokel etc. m ihrer Haufshaltong Terdiren. 

Währender Hochaeit kommen der Braut Eitern, oder Brüd^ nicht au dem Brimtigam, toa- 
dem nach etlichen Tagen wird ilmen eine sonderliche Malüieit angerichtet, da sie denn tnc- 
tiret werden. An etlichen örtem währet die Hocliaeit bey d^ Bräutigam *wol vier, fünf Tage, 
Ja offt (welches aber numehro Terboten) eine gantse Woche. Unterdessen haben sie Holts m 
den Ofen gelegt, und wenn der Bräutigam alsdenn seiner Gäste lofs werden wil, läfst er die 
Stube anheitien, da sie dann wegen des Rauches hinaus müssen, und gleich den Bfiicken ¥er- 
trieben werden. 

Ihr Ehe-Bette halten 'sie rein und unbefleckt, aucli habe ich in Ehsiland Ton ihnen noch 
nie gehöret, dafs ein Ehe -Weib Jemalils des Ehebruches soite beschuldiget, weniger üherwiesea 
seyn. la da sie noch Heyden gewesen, und von Gottes -Wort nichts gewust, haben sie doch den 
Ehestand geehret, und denselben wol in Acht genommen. Von der Folygamia, dafs ein Mana 
viel Weiber habe, wie bey den Juden und Türeken gebräuchlich, haben sie lucht gewust; ge- 
staltsam Einhorn'*') solches auch an den Letten rühmet 

Weil ich nun daliin gerathen, dieser Yölcker Gebräuche su gedencken, kan ich andi, darin- 
nen weiter fortsufahren, nicht vorbey gehen, su berichten, wie es mit ihren Todten und des« 
Begräbnissen gehalten worden. Zwar finde ich ¥on den Ehsten nichts beschrieben; weil aber 
aus obangezogenen Reimen an ersten, dafs die Finnen ihre Todten jährlich beklaget, und ihnen 
Speise und Tranck, nach den Gräbern gebracht, ist, sowol hieraus, als aus andern vielen Vmih 
ständen, leicht zu muthmassen, dafs sie in diesem Fall eineriey Gewonheit mit den Letten ge- 
habt, Ton welchen unterschiedene Authoren melden, dafs sie ihre Todten, nachdem sie sdbige 
erstlich wol gewaschen, die besten Kleider, so. sie in ihrem Leben getragen, rein angelegt, die 
Leiche auf einen Stuel, und sich daheruinb gesetset und geiechet, auch dem Todten xuweilea 
augetruncken haben, und unterdessen ihn gefraget, warumb er gestorben sey, und was flun sa 
seiner Haufshaltung wol gemangelt habe; truncken ihm endlich au guter letzt noch eiamahl so, 
und baten ihn, ihi^^) ^ jener Welt, im Besten zu gedencken. Endlich, nachdem paa hat auf- 
hören zu trincken, haben die Weiber ein Geheul und Geschrey angefangen und dabey gefiragel: 
warumb er gestorben, ob er nicht ein liebes Weib hätte? warumb er gestorben, ob er nid^t 
gute Pferde gehabt? warumb er gestorben, ob er nicht gut Yiehe gehabt? und so weiter aUe 
seine Haabseligkeit erzehlet, mit ailemahl . wiederhohleter Frage: warumb bistu gestorben? 
Darnach haben sie die Leiche auf einen Wagen geleget, und so nach dem Grabe gebracht Die 
Folgende, so wol zu Pferde, als zuFufs, haben mit ihren Geweliren, solchen wie sie den haben 
können^ in die Lufft geworffen und geschrieii, dafs die Po cc ölen (so heifsen sie die bösen Geliter 
und Gespenster) fliehen und iaulfen selten. Den. Todten haben sie etwas Geld oder von dem 
Silber-Geräth, so sie gehabt, wie denn auch Speise und Tranck, damit sie in jener Welt 2Seii- 
rung hätten, beygeleget. Den Weibes-BUdern gaben ^e eine Nadel und Zwirn, dafs, wenn ihr 
etwas unterweges zerrisse, sie solches zunähen könten. Man hat auch noch in dem CSiristen- 



•) Historia Letlica cap.XL, pag.89. 



48 — 

Aam erfalireii, difs sie dem Todtea eine Axt in die Hand gegeben mit diesen Worten: Gehe 
lÜA, dn annfleljger, in die andere Welt, (also heissen sie das ewige Leben) alda wirstn über die 
TeaCsdien herschen, nnd sie dergestalt plagen, gleich wie sie uns hir thnn. 

Ihre Orabstadte haben sie mehrentheils auf den Feldern nnd in den Hainen gehabt, gleich- 
irfe soldies noch hentiges Tages, nniter Theiis Renssen gebranchlich ist: und finden sich noch 
wol, unter den Eüisten und Letten, welche ihre Todten auf solche Örter (die sie Calmeu, die 
hgrien aber, Caimus nennen) heimlich begraben, unangesehen die Priester im Lande, solches 
gmgmm sn yerhindern suchen. 

Der Todten Griber ihrer nichsten Verwandten haben sie jahrlich su besuchen, und die 
Weiber die obgedachle Fragen, mit gewonlichem Geschrey, lu wiederhohlen pflegen; darauf sie 
4eDn, was sie an Essen und Trincken mitgebracht, mit* einander rensehret, auch etwas davon 
laf den Oribtim - gelassen haben: ailermassen solches noch heutiges Tages be; den Reussen, 
hgrien und Wattien, auf gewisse Tage im Jahr, so sie Prasneken nennen, geschiehet 

Von den alten Preufsischen Letten lifst man, dafs etliche unter ihnen ihre Todten sampt 
lerer besten Kleider, Schilde, Speer und Pferde yerbrannt haben; und weil solches nur dieEd- 
kaund Yomehmbsteh gethan, muthmafse ich, dafs sie diese Gewonheit von den Gothen, derer 
Beginmg sie yormahls unterworffen gewesen, behalten haben. Denn dafs solches bey den Go- 
then gebriadilich gewesen, hat man aus den alten Mitternachtigen Geschichten gnugsameii Bericht'*') 

Aus obgedachten ihren Gkbriuchen ist leicht abzunehmen, dafs sie sehr grob- nnd wilder 
Sttea müssen gewesen sojn. Jemandes nennet zwar die Ehsten mitissimos, auch werden die 
iliea Preufsen, wegen ihrer Gast-Freyheit und Güttigkeit, in ihren ältesten Geschichten gerUh- 
Mt: dem sey, wie ihm wolle, so klagen doch die alten Schwed- Dan- und Norwegische Ge- 
ttUehtsdireiber gnug über ihre Räuberey, Untreu und Leichtsinnigkeit Unterdessen sind sie 
tater sich einig gewesen, und haben ihre Gebrauche als Gesetze genau beobachtet und gehalten. 

Von der Letten Lebens- Art hat Einhorn folgendes aufgezeichnet,^^) welche auch mit der 
Ehsten mehrentheils übereinkommet 

"Dieses Mittels nemblich des Acker-Baues, (sagt er) haben sich auch die Letten in diesem 
'Lsnde, als des allerersten und natürlichen gebrauchet, und sich von Alters her vom Acker-Bau 
"eibalten: weil aber hier im Lande eitel Höltzungen und grausame grofse Walder gewesen, hat 
"cia jeder unter ihnen sich bemühet, dieselbe mit grofser Mühe und Arbeit zu verhauen, abzu- 
*riden, und gleichzumachen, damit er ihm Acker zu wege bringen möchte, pflügen und säen könte. 
*Weil nun dasselbe eine grofse und schwere Arbeit ist, hat auch ein jeder solche Äcker und Wiesen, 
*fa er durch dieselbe an sich gebracht, behalten, und für das seine vertreten. Das ist das Mit- 
'Id gewesen, dadurch ein jeder ihm etwas erworben nnd vor sich gebracht. Daher auch noch 
"diesen heutigen Tag ihrer etliche gar weit von ihren Wohnungen Äcker und Wiesen haben, 
'Ae ihnen angehören, es masset sich auch ein Frembder derselben nicht an, ob sie schon ihm 
'>or der Hiut liegen. Solche Äcker, Wiesen, Wohnungen und Häuser, das Yiehe und was sie 



*) Verelias Nota ad Gdttrich'f Saga fol.80., Herrarar Saga, cap.5., fol.80. seqq. 
**) Hktoria Lcttica, cap. X., pag. 37. 



''gehabt, haben sie, ^rie alle andere VUdker ihren Kfatdem nni Nadikonimen gelaasen, wdehe 
"dieselben geerbet Ea sind aber aolche launobilia oder unbewegliche Gntter auf den jüngsten 
"Sohn kommen, derselbe hat sie geerbet, ans diesen Ursachen, weil er nach der Eltern Absler- 
"ben jung nachgeblieben, als geburete mit Recht ihm dasselbige; die Altesten aber, weü de 
"bey des Vaters Leb -Tagen ans solchen Gnttem enögen, erhalten, und also mdur, denn der 
"Jüngste der väterlichen Oütter genossen, müTstea dieselben sich damit begnügen lassen, dsen 
"Abscheid, (wie sie es geheisaen haben) ndmien, nnd davon liehen müssen, der Jüngste aber, 
"weil er derselben noch wenig genossen, behielte sie billig, damit er derselben anch gedeben 
"mochte. Das ist ihr Kedit nnd Gebrandi gewesen, darnadi sie gelebet nnd sich gerichtet 
"Das Wild, so im Lande hftnffig gewesen, grob nnd Ueln, hat em Jeder sebies GeCallens flu- 
"gen, behalten und geniefsen mögen, wo nnd an welchem Ort es ihm anch beliebet Denn sie 
"sich hieranir gegründet, dafs, wie es niemand eraogen, gespeiset nnd erhalten: 41so hatte aach 
"keiner vor dem andern einigen .Vonng und einiges Recht, sich desselben anaumafsen, und für 
"das seinige an vertheidigen, wenn es gleich für seiner Behausung gefiillet nnd gefangen vire." 
So weit Einhorn« 

Wobey aller dieses au erinnern, dafs anjetso in Ehstland ein Baur schwerlidi veigenaen 
wird auf dem ihm zugeeigneten Land, Rodungen au machen* * Es ist auch au merck^i, dafs die 
ulten Ehsten diesen Gebrauch gehabt, dafs, wo einer von den ältesten Söhnen ridi nicht mit 
dem Yater vertragen können, aondem bey Leb-Tagen des Vaters und mit aeinem Unwillen aich 
von ihm au scheiden begdiret: da hat ihm der Vater aum Erbtheil nidit mehr, als einBeil gut 
gethan, welches er ihm an einem Stroh-Halm auf den Rücken gebunden $ hat nu der Sdm das 
Beil also durch die Thür bringen können, so behielte ers; fiel ea aber in der Stuben nieder, 
mufste ers anrücke lassen, und also, wie ein ungehorsamer ^ohn enterbet, davon gehen. Son- 
aten aber theileten die Brüder, so nicht ausammen bleiben weiten, alles mit dem jüngsten Sohn, 
auch die Hauser, von welchen sie ein Antheil davon bringen möchten« Das Land aber WA 
dem jüngsten Sohne allein, und hielte sich die Mutter bey ihm auff, so lange' sie lebte. Ond 
dieses ist noch bei ihnen gebräuchlich. 

Femer meldet gedachter Author *) von den Letten folgendes : "Ist jemand unter ihnen am 
"gewesen, dafs er kein Korn oder Viehe gehabt, so hat er dem andern aeine Acker ehigegebeui 
"die hat derselbe bearbeitet, und dem, welchem der Acker augehöret, die Helffte von dem Ge- 
"treyde gegeben, die andere Helifte aber vor seine Arbeit behalten. Blit dem Viehe haben sie 
"es also gehalten: der kein Viehe gehabt, 'hat von dem andern ein Kalb oder Füllen, wenn es 
'*abgesetat oder abgewohnt worden, genommen, dasselbe eraogen, ist es nun eine Kühe oder 
"Mutter-Fferd gewesen, hat er vor sein Efaiehen und Futtern, die Kühe oder das Mutter-Pferd 
"behalten, so lange sie drey Kälber oder Füllen gehabt, darnach« hat er sie dem, mem nie ge- 
"höret, wiedergegeben; ists aber ein Rind oder Ochs gewesen, so haben sie ea, wenn ea ge- 
"schlachtet, getheilet, oder es hat der, dem es gehöret, dem andern Jur die Heiflfte, so viel 
an Getreide, oder sonsten, was er bedürfft, gegeben, ala di^ Helffte hat mögen werth aeyn. 



»'i 



OBinhorniBder Historia Lettica, cap.VÜI., pag.SL 



"Did abo hat naiui mit den Pferden, anch anderem Viehe gehalten, und hat in aolchem Fall 
"AiemaBd dem andern Unredit gethan, ^oder thnn mnaaen. Denn rie es daTor gehalten, ein toi- 
'^diM Yiehe^ wenn er unrecht damit nmbginge, würde ihm nicht gedeyen. 

Hau k5nte wohl himungen, dab solch MUsgedeyen des Viehes durdi Zanberey rerur« 
ndiet sey; wie denn auch noch leider mehr, denn su Tiel unter ihnen geschiehet, dafs, wo eiper 
te andern im geringsten eraümet, er ihn besaubert, oder lifst durch andere Zauberer seinem 
Scgentheil allen Schaden, so ihm milglich, sufUgen: doch sbid die Letten in diesem nicht so 
vguie die Elisten* 

Sie haben sich allemahl geringer imd schlechter Speise bedienet, mit groben und schwärt- 
wn Brod sich geholffen, und w^ es in jdiesem Lande viel Tiehe, allerhand Wild und Fische 
glebet, haben sie dasselbe anch su ihrer Speise gebraudiet, und solches mit Erbsen, Bohnen, 
liben und Milch sugerichtet. Ihr Oetranck ist gewesen Meth, Bier, saure Mildi, Bircken-Was- 
ler and in Ermangelung dessen, Tahra, welches sie von Trebem, darauf sie Wasser giefsen und 
rihuren lassen, absapffen: und wiewol ihre Speise gering gnug gewesen, so halte ich dennoch 
daror, dafp sie ror Alters keinen Mangel daran gehabt, weil das Land ihnen obgedachteWaaren 
aberfiftssig gegeben., und sie damahlen auch Ton so groüsen Aufsgaben nicht gewust, wie nach- 
lem, da sie Ton den Teutschen bezwungen worden« Anjetio aber ist der ein wol behaltener 
Baar, der durchs gantse Jahr ungeliehen sein Brod, halb Roggen und halb Spreu, haben kan. 
Cad kan man wol mit Crantsio sagen:*) dafs es die Hunde bey den Teutschen besser, als 
dhse srme Leute alhier Iiaben. Wenn sie keine Kessel oder eiserne Orapen haben können, ha- 
ken sie Ihre Speise in höltsemen Gkschirren, mit eingelegten glüenden Steinen gekocht; wie sie 
fam noch heutiges Tages das Bier brauen, da sie das Malta in die Kufen schütten, Wasser 
draaiT gieften, und glüende Steine hinein werffen, davon das Bier gesotten wird. Sie haben auch 
vol in Cklassem, so ron Bircken-Rinden oderBorck gemacht, in kochen pflegen, welches iwar 
üglaubHch scheinet, aber die Erfahrung giebt es noch bey den Finnen, welche, wo sie keine 
bsiel l»ey der Hand haben, Brey und Fisch in sothanen Geschirren lu kochen gewohnt sind, 
die nicht yerbrennen, so lange sie angefüllet sind, obgleich sie über einem grofsen Feuer ste- 
hea: Ja idi habe es nicht allein gesehen, sondern auch die Fische gekostet, die sie in höltser- 
Bcn aasgehohletc» Geschirren über dem Feuer gekocht, welche Fische schmackhafFter gewesen, 
als es jemand solte glauben können. 

Die an den Reufsischen Grentsen wohnen, haben von ihren Nachbarn, den Reufsen, den 
flebrauch der Töpife eriemet, in Ehstland aber wissen sie nicht davon, ohne dafs die, so' nahe 
bey den Städten wohnen, solche von den teutschen Töpifem an kauifen pflegen. DaheroGvag- 
alnns saget: ^) In ollis figulinae artis nusqvam, nisi in lebetibus aerehi cupreisque in pagis et 
dfüatibus coqvnnt, neque tibi ollam argillaceam Uquo per totam Livoniam videre licebit, das ist: 
"Sie kochen niq^end in erdenen Töplfen, sondern in Stidten und Dörffem haben sie allein ku- 
pferne Tigel, darin sie kochen. Man wird anch keinen erdenen Topif in ganta Lyfland finden. 



Taadalia, BadilS^ Cap.21. 

'*) In DecriptiiiBS Sarmatiae Europ. fol.7ft. 



46 

*^l^ jler sn flebeii bekommeiL^ Darinnen aber irret er, daffl er aoldiea aodi ron den Stidten sdiiei« 
bet, ahro derselben gnng- su finden. 

Dennoch mufs man aus dem, so ich von ihrer Weise. sn kochen erwehnet, nicht schlieGseii, 
als hätten 'de vor der Brehmer Anknnfft Yen keinen Kesseln nicht geimst; anmahlen es gewis 
gaug ist, dafs diese Völcker Tiele Jahre zuvor mit den Schweden, Dihnen und Fohlen, insonder- 
heit mit den Gottläudern auf Wyfsby gehandelt haben, von welchen sie aweiifelsohn Sslti| 
Eisen, Kessel und dergleichen überkommen. Denn, dafs sie vor der Brehmer Ankunffit Sslti 
und Eisen gehabt, ist unleugbar, und da sie die Waaren gekauffet, haben sie auch'wol Kewd 
und Grapen bekommen können. Und was sie nicht gekaufft, das haben sie in Schweden, Diaa- 
marken und anders wo geraubet. 

Gleiche Bewandnis hat es auch mit dem Gelde, davon Einhorn mutJunabet, dafs, weil 
sie keinerley Miihtse auf ihre Sprach su nennen wissen, sondern alle auf Teutsch heissen, als 
Gulden, Thaler, Örther, Marck, Groschen, Schillinge, mnsten sie solche auch erstlich von den 
Teutschen bekommen und also die Nahmen sugleich behalten haben. Er vergisset aber dabej, 
dafs die Ehsten, das Geld in ihrer Sprache Rahha, und die Letten Nauda, an nennen wissen, 
welche Worte, weil sie unteutsch, sie von keinem Brehmer erlernet haben. Obgedachte Munts- 
Sorten sind auch nicht so gar alt, welche, weil sie bej den Teutschen erfunden, behalten sie 
auch bey andern Nationen die Tentscbe Nahmen* 

Es ist so viel mehr au praesumiren, dafs die Ehsten und Letten müssen Geld gehabt ha- 
ben, weil die noch femer in Mittemacht gelegene Yölcker, als die Finnen und Lappen güldene 
und silberne Müntze gehabt Denn von diesen meiden die alten Historien, dafs flir Gott Jn* 
mala, auf seinen Knien einen grofsen güldenen Becher voll Goldes stehen gehabt, welches ihnen 
Ton etlichen Schweden genommen worden. Aber einige Zeit darnach, da die Norweger sn 8t 
Olaj Zeiten selbigen Jumala seines Schatzes entblöfseten, hat er einen silbernen Bedier oder 
Schale, toU silbemer Müntze gehabt, daraus der Herr Schefferus in seiner Lapponia '*') nieht 
ohne Ursach schleui^t, es müste das vorige in dem güldenen Becher verwahrte Gold güldene 
Müntz gewesen seyn, und dafs die Lappen, da sie keine Gelegenheit gehabt, derer mehr bey- 
zubringen, ihrem Abgott solches mit silberner Müntze erstattet haben. Dieses ist desto glaub- 
licher, weil man auch (wie obgedacht) alte Römische Müntze in Finnland und slhie Türkisdie 
tmd Engelische Müntze, so über 7 zuBOO Jahr alt seyn, an unterschiedlichen örtern gefunden.^) 
Welches nicht zu verwundern, weiln, wie Helmoidus und Crantzins bezeugen, die LryflBä- 
der nebst den umbliegenden andern Nationen, als Cothen, Dänen, Reussen, Wenden, Sachsen, 
Samben und Preufsen, auf Wyfsby in Gottlaod, so bereits 261 Jahre vor der Teutschen An- 
kunfft in Lyfland, eine grofse Handels- und Stapel>Stadt gewesen, gehandelt haben. Zu dem 
ist es gnngsam aus den Historien erweifslich, dafs es diesem Volcke vor 500 und mehr Jahren 
an G^elde nicht gemangelt, da sie offtermahlen, durch so viel Pfund Silbers, einen feindlichen 



•) Cap. 7., fol. «7. 
••) S. Arndt* • UvlAadische Chronik, ThiS., Seite 15., Note I). 



47 

HafaD gehiBdert und den Frieden eriieaffi, wie Im folgwdeii dritten Bache mit ndureraii in 
eneben. Anch sagt Adamus Bremensia'^) von Cuhriand: Aunun ibi plurimonu 

Die alte Weiae ihre Hänaer an banen, haben aie noch behalten, solche aind höltaeme, und 
aabat der Scheunen unter einem DacH. 

8ie wiaaen yon keinen Fenstern mehr, als diiigen brettemen Schaub-Fenstem, welche aie 
aar dam gebrauchen, dafs der Rauch dadurch mnfs gehn, sonst nehmen sie daa Licht durch 
die Ihür hinein, so den gantzen Tag offen stehet, auch in dem icältesten Winter, und gebricht 
iluiea doch an keiner Wärme, weil sie darinnen grotie dicke Back-Ofen haben, die sie inwendig 
aahdtsen, dafs die Stube voll Rauchs wird: unterdessen gehen sie entweder hinaus, oder legen 
ndi aof die Erde, bis der Rauch heraus gehet. In solchen Wohn-Häuaem trucknen sie auch 
ikrGetreyde, bevor sie selbiges aursdreschen: Dannenhero ea anch ao dauerhafft und hart wird, 
hb mann viel Mire unverdorben behalten und verwahren kan. 

Ihr Yiehe halten sie, nachdem das Korn ausgedroschen, in den Scheunen; die VermSgende 
akcr haben für die Pferde absonderlidie Stille. 

Wie ne sich aber vor Alters gekleidet haben, davon habe ich keine Nachricht; doch halte 
idi davor, dafs sie ihre jetiige Tracht in. etwas nach der Tentschen Art geendert haben, wie 
■an aus der Ehsten weiten Röcken, so fast auf die Weise sind, wie es die Tentschen l&r ein 
paar hundert Jahren getragen haben. Imgleichen bestätigen solches auch die bey den Wirlin- 
den gehrauchlidie lederne Hosen; aumahlen aie vor der Tentschen Ankunft von keiner Weifs- 
geciiercj gewuat, auch noch weiter nicht wiaaen, als dafs sie die Bockfelfe in den Städten bey 
den Tentschen sobereiten lassen* Auch ist der Gebrauch der Patern,*'^) so die Weiber tragen, 
von dem Pabetthum überblieben, und haben sie solche von den Teutschen behalten, mafsen aus 
den alten Receaaen su aehen, dafa die Teutsche adellche Frauen snvor solche silberne Patern 
getragen haben. 

Sonst behellTen de sich. mit gar schlechter Kleidung, die sie selbst machen. Dea Kommers 
tragen aie Leinwand und Watman,^^^) des Winters Schalfs-Peltae dasu. Ihre Sehne haben sie 
vor Alten von Bast, so sie von dem Baum gerissen, ihnen subereitet, wie sich derer noch Theüs 
fai Finnland, Carolen und Ingermanland, auch inReufsland die armen Banren überall gebnuchen. 
Mumdiro machen aie sich mehrentheüs Sehne ohne Sohlen von ungegerbten Kuh- oder Ochsjen- 
Hinten, die sie mit langen Riemen umb die Beine schnüren, und Pas t ein nennen: auch tra* 
gen sie wol an Theila örtem Stieffei und Sehne, nach der Teutschen Weise, welches sie obn 
Zweiffei von ihnen erlernet ^ 

Der Weiber Tracht ist nntenchiediich, welche man fast auf alle Zehen Meilen verändert 
ladet: dodi tragen aie gemeiniglich enge Rocke, und in gants Blistland gehen die Mägde mit 



•) ]>e riCu BaBia« pBg.S8. 
**) Pater ift ein bey deo Ehitiunea gebrfiadilicbcr Haltschmnck , der aas einer dfinnen Platte besteht, 

auf welcher eine Kreuxiguog vorgeetellt ist, und die an einer Schnur von kleinen filbernen Kugeln» 

oder auch Glatkorallen , yom Halee herabhängend getragen. 
***) Watnian, oder Watmal, heirft grobee Tach, welches der hieflige Bauer su seiner Kleidang seihst 

▼erferttgt. Schoa Heinrich der Lette kennt es. Gruberi Origiues Livoniae, pag.6. 



48 • 

lofahingendea und nind iimbher besduiltteaeii Hureo. "Wie ancli an Theila örtern dk'Weiber, 
welche dazu dai Raupt mit Idnea Hauben und langen Tüchern bedecken. 

In der Wyke aber scheeren ue, (wie obberühret) die Haare alsbald nach der Hoehseit 
rein ab. Die lettischen Magde lassen eine lange Flechte auf den Rücken hangen, und tragen 
hohe Gronen mit Messings-Flittem oder gemeinen Corallen besetxt und ausgezieret, nun Zeichen 
ihrer Jnngfrauschairt, und nicht, (wie etliche ungereimt vorgeben) dafs sie von Koniglidiem Gebllite 
entsprossen. Es müsten sonst so viel Könige, als Bauren gewesen seyn, sumahlen weil alleBaur- 
Magde solche Cronen ohn Unterscheid gebrauchen. 

Es sind die Ehsten und Letten sehr harter Natur « an Kräfften starck und guter Gesandt 
heit; können unglaubliche Hitie und Kälte' vertragen, wozu sie von Jugend auf gewehnet werden. 
Denn man sol ihre Kinder, wenn sie zu Haufs sind, selten anders als im blofsen Hembde, bar- 
ftts und unbedeckt sehen, also lauffen sie wol in der allergröfsesten Kälte hin und wieder ha 
Schnee; dagegen liegen sie zu Hause des Nachts in Rauch und Schmauch, und in so grolser 
Hitze, dafs zu verwundem ist Der^eichen siebet man auch, wenn sie in einer brennenden 
Hitze sich gebadet und geqvästet *) luben bis ihnen der Leib feurroth von der Hitze wird, dals 
sie also hinaus lauffen, und sich im Schnee weltzen, welches ein anderer, der dessen ungewohnt, 
iibel vertragen solte. Aber diese halten davor, wenn sie es nicht wöehentlidi thun, können sie 
nicht gesund bleiben. 

Dire. Kin4-Betterinnen liegen selten über den dritten oder vierten Tag zu Bette; darnach 
gehen sie wieder zu ihrer Arbeit Sie könn^i wol, wenn sie zuweilen auf der Reise gebähFen, 
das Kind in die Schürtze legen, und das Pferd eine halbe Meile nach sich leiten. Es giebt unter 
ihnen viele alte Leute, derer etliche wol das hundertste Jahr überleben; wobey sie dennoch firiadi 
und zur Arbeit ziemlich vermögend seyn. Sie lieben den Tmnck sehr, wenn sie es haben kön- 
nen, und wissen sich darein nicht zu mäTsigen. Zauberey ist bey ihnen, besonders unter den 
Ehsten gemein, Lügen und triegen halten sie vor keine Schande, insonderheit rühmen sie afcji 
dessen unter sich selbsten, wenn sie dem Teutschen einen Possen spielen können, weldie sie 
von Natur hassen; vor Augen aber biegen und schmiegen sie sidi vor ihnen, als wenn sie die 
frömmesten und unschuldigsten Leute wären; wenn sie ihnen aber aus den Augen kommen, isla 
nicht zu beschreiben, wie sie denTeutschen nachspotten, besehimpffen und durchziehen könaeo^ 
Also thun sie auch ihre Arbeit, nur der Her^haflft zum Schein, wo man ihnen nicht genau mmt 
die Finger siebet; sonst veruntreuen und verderben sie alles, worüber sie kommen. Dire grofne-i 
ste Freude hit, dafs sie dieTeutschen an einander hetzen, und Uneinigkeit unter ihnen pflaatnen. 

Weil sie .vor Alters dem Rauben sehr ergeben gewesen, und ihnen solches nun verboten 
ist, ersetzen sie es mit dem Diebstall, welcheii sie nnmüglich, wo sich nur die geringste Ge- 
legenheit eräugnet, lassen können: Je ärmer: je ärger sind sie insgemein. Dahero wolte ich nol- 



*) Quast, ist ein hier gewöhnlicher Froviniial-AnMlnick für Besen, und dsher quiiten, fürs mit Rnflua 
•treicben. Das sogenannte Quasten In den hiesigen Badstnben geschieht, Indem nuui den Badenden, 
während der Transpiration, mit einem Bund larter Birkensweige, an weldiem die Blätter noch lUls- 
gen, (Bad^quast) sanft schlägt und reibt. 



die ihre Untugenden mehr ihrer hosen Anfeniehnng, eleifdan Zustande, und dab de aln hart 
oad sdaviach tfactirt werden, als ihrer Natnr mscfareiben. Denn man siehet oflft, dafs die, so 
bqr Tentschen aoferaogen sind, oder gute Mittel haben, offt gut und getreu gnug seyn, und es 
mangelt ihnen nicht an gutem Terstande, sondern an Unterrichtung, wie sie denselben wol anle- 
gen soUen. Das siehet man wol an einigen, so den Teutschen Handwerkern die Kunst so fertig 
abgestohlen, dafs sie ilmen in der Arbeit hernach weit überlegen gewesen, welches ich an eini- 
gen niGht ohne Terwundemng gesehen. Ton Lesen und Schreiben haben sie nichts gewust, son- 
dern im Anfang nicht mfiglich gehalten, dafs einer auf ein Stück Papier seine Meinung in 
fieodbde Linder hätte können in Terstehen geben: gleichwie man solches auch von den Indianern 
crsehlet Dennoch rechnen sie mit Gersten-Komem auf eine sonderliche Manier geschwinde gnug. 

Ich habe auch in der Wyk bey den Ehsten Stöcdcer gesehen, darauf sie die Tage im Jahr, 
■dM den unbeweglichen Fest -Tagen geschnitten gehabt, welches sie, tweiffelsohne, von den« 
sif den nedist ihnen gelegenen Insuln wohnenden Schweden erlernet, &ey welchen >lie«er Cre- 
Itaaeh gemein ist 

Was die Tormahlige Regirung dieser TSlcker anbelanget, davon hat man keinen weitem Be- 
liebt, ab dab sie (doch lu unterschiedenen Zeiten) Tributarii der Gothen, Schweden, DShnen 
aad Ranfsen gewesen; unterdessen dennoch in Jedwedem District, oder in etlichen Dorfschafllten, 
•s sie Killegnnde genannt, und so grofs wie Jetxo die Kirchspiele gewesen, Ihre Altesten, so 
Ife entweder im Kriege angefUiret, oder vielleicht ihre Schwereste Streitigketten erörtert, gehabt 
bsben. lUeee haben mdirentheils ihren Sita mit Willen, Gräben und Planckwerck befestiget ge- 
bibt, derer Rttdera man noch hin und wieder im Lande findet, die man Baur-Bürge nennet 



7 



Anderes Buch. 



TT eiui man betrachtet, daTs ao viele Nattosen ftber den Mangd der Yersdchnfa ihrer alten 
Thatennnd Cteachichten klagea, ao ist kein Wunder, dafs man ao wenig Nachricht dessen, so 
in diesen Ehst- und Lyllindischen örtem tot der Dähnen vnd Tentschen AnknnflFI vorgelauffen, 
haben kan; ohn was die Schwed-Dahn- nnd Norwegische Oeschichtschreiber dann und wann ver- 
sdchnet, davon doch einige Dinge, insonderheit aber die Zeit-Rechnnng vor Christi Geburt, und 
etliche Jahr darnach, demlich verdächtig sdieinen* Damit man aber das Kind sampt dem Bade 
nicht verschütte, ich wil sagen, das Wahre wegen des Ungewissen nicht verwerffe, lasse ichs ia 
seinem Werth nndUnwerth beruhen, dafs dieEhsten schon su Zeiten des Patriarchen Abrahams 
die Schweden nnd Gothen mit Rauben und Plündern öfftermahlen sollen überfallen nmd geing« 
stiget haben; also, dars der damahlige König der Schweden Siggo, solchen Übermuth zu st^o- 
ren an dem stehenden See Meeler die Stadt Sigtuna, welche er nach sefaiem Nahmen genamit, 
aufsubauen, sey verursachet worden, wie Johannes Magnus solches vorgiebt Welchem aber 
Yerelius in Hervarar Saga foLSt. wiederspricht, und mit guten Gründen erweiset, data Odin 
der Schweden Abgott, welcher auch Sigi genannt worden, diese Stadt nngefehr xh Keyaer Au* 
gnsti Zeiten erbauet. 

Damach wird der Eluten in den Geschichten beinahe in die FünflFhundert Jahren nicht ge* 
dacht, bis an Zelten Bericons, der Schweden und Gothen Königes, welcher, wie man sagt,, 
im Jahr nach Erschaffung der Welt 240S zur Regirung sol gekommen, und ein kluger vorsieht!- 
ger Herr gewesen seyn. Dieser, weil er befürchtet, dafs die überaus grofse Menge des Yolds, 
damit sein Königreich angefnUet gewesen, mit der Zeit innerliche Unruhe und einheimische 
Kriege verursachen dörffte, hat er der Ehsten, Lyven, Cuhren und Dllmerugen steten Überfall 
vorgeschütset, und daraua gleichsam, als were er Willens, solches an rächen, Gelegenheit ge- 
nommen zu dem ersten Anfange der Schweden nnd Gothen nach Dllmerugen , Jetat Prenssen ge- 
nannt:'*') wohin er ein mächtiges Krieges-Heer in Schiffe übergebracht, nnd nach gehaltenem 



*) Ulmer ugieBy oderHolmgard iit nichti wieHiärn und andere meinea, Preassea, soaden der Strich 
Landes Bwischeo dem Ladoga und Peipuf. S. Dalin's Getchichte tob Sehweden» Th.1., 6.887. Schlö- 
ser glaubt, dals auch Ehstland darunter begriffen worden. Allg. Nord. Geschichte 8.408. Obriigeas 
wird von rieleB altem Schriftstelleni das ganse Rassische Reich Helmgard genannt. 



51 

bhUgen Treffen, die Einwohner selbigen Landes Abennnden, welche das Land sollen geranmet 
haben, nnd nach Pommern nnd Mechlenbvrg gewichen seyn. Daher sich Berlco mit seinem 
Voldkealda sol niedergelassen, darnach Pommetn, Mechlenbnrj^, Pohlen imd Cohrland mit Kriege 
fibenogen, nnd also im Kurtsen ein grofs Theil der Wandalier sich nnterihanig gemacht haben. 
Nididem aber Berico nmbs Jahr nach lErschaflimg der Welt 2538 mit Tode abgangen, sollen 
diese anisllndische CFothen sich aus ihren Mitteln einen andern König, Nahmens Gapt, (dessen ■ 
«adi Jemandes gedencket) erwählet haben, welcher schwere Mühe gehabt der . beiwnngenen 
Vileker Abfall in hindern, nnd die Seinen Ton 'innerlichem Kriege abzuhalten« Er sol nur swey 
Jalur regjbtei haben^ 

Nach ihm hat sein Sohn Hellmal das Regiment angetreten, welches er in guter Anhe 
nd stQIem Friede gefilhret; daher, weil bey seinem Leben nichts merdcwnrdiges Torgelanffen, 
ihn elUche Geschichtsehreiber vorbey gangen« Er sol gestorben seyn, wie Strelow*) wil, im 
fahr nach Brschalßmg der Welt 2579, und hat einen Sohn zum Nachfolger im Regiment gelassen, 
mit Nahmen Angis, zu dessen Zeit die Cuhren angefangen der Freyheit nachzntrachten, nnd 
die Gothische Herrschaffk zu yerwerffen. Dahero Augis ihnen mit seiner Kriegs-Macht begegnen 
iijlssen, da es denn zu einem harten und blutigen Treffen gerathen, darinnen sich beyde Theile 
tspffer gehalten, bis Augis, welcher stets vom an der Spitze, in der groTsesten Gefahr, ge- 
stritten, Ton den Feinden ist ersdilagen worden. 

Es haben aber dieGothen nicht lange gefeyret, . sondern so fort des Angis Sohn Amalum 
wieder zum Könige erklahret, welcher den Krieg verfolget und seines Vaters Tod an den Cnh- 
ra gerichet hat 

Da aber diese sich nicht weiter getraueten den Gothen allein zu wiederstehen, haben sie 
tieh mit den Ehsten, so damahls noch keinen Herrn hatten, verbunden, die ilmen dann sind zu 
Hilffe iLommen,^ weil sie sich befürchtet, es möchte ihnen sonst, wo die Gothen die Ober-Hand 
twhielten, dasselbe wiederfahren, so ihren Nachbarn begegnet Als Amalus solches vernommen, 
bat er sich bey dem einheimischen Könige der Schweden und Gothen, Nahmens Gotiias, umb 
Haiffe bcfworben; der ihm auch, mit einem gewaltigen Krieges -Heer beygesprungen. Dahero 
dsrch solcher sweyer mächtigen Könige Krieges-Macht die Ehsten und Cuhren, wie imgleichen 
die Mechlenburger, so auf der andern Seiten wiederspHnstig worden, zu Wasser und zu Lande 
sind überwunden, und für die vormahlige einfache, femer mit doppelter Dieustbarkeit belistiget; 
iadem sie nicht allein dem Könige Amalo, sondern auch dem Könige Gotiias in Schweden un« 
tertlianig nnd gehorsam seyn müssen: da sich dann offtermahls begeben, dafs der Haufs -Vater, 
dem einen König, der Sohn aber, oder sein Knecht, dem andern hat Dienste leisten müssen. 

- Wie lange solche Dienstbarkeit gewahret, kan man nicht gewis melden. So viel aber ist 
sat den Historien zu ersehen, dafs sie diesen anfsländischen Gothen unterthan müssen geblieben 
Kjn bis zu der Zeit, da Fhilmer, zugenannt der Grofse, diese ^rter, ungefehr im 2637 Jahr 
mch Erschaffung der Welt, verlassen, und sich mit seinen Gothen nach den Scytischen Ländern 



*)Haii8 Niiton Strelow, Superintendent auf der Iniel Gottland, itt der Terfasier einer in dfinltcher 
Sprache geschriebenen Gtottlandiichen Clironik, welche si^ Copenhagen 1688 in 4. gedruckt ist. 



— tt — 

begeben, tllwo sie tich «nch ntedergdaeeen. Und ob man sinr von diesen Y&Idceni iveiter 
gantier Zwey Hundert Jahre ntehto beachiidien indet, so läfat ei ddi dodi antehen« dab dKe 
einheimischen Sdiweden nnd Öothoi, ddi der An^radi an diesen Ortem, weldie rie dnrch 
Krieges^Macht erobert, nieflnahls begeben wollen, sondern selbige, nnangesehen, dab die EInIrolh 
ner offt abgefallen, dnrdi Zwang bey ihrem gebührenden Gehorsam in erhalten, (es sqr dann, 
dafa die einheimische Unruhe sie m Zeiten daran gdiindert) allemahl bemihet gewesen, wie dh 
Qesdiichten folgends answeisen. 

Es enehlet Saxo Orammattlcns,*^) dafs, da der iiinlRe Kfo%Ton seinem Schwieger- 
sohn Schwibdagern, Könige derSchweden, Gothen undNorwegen, in einer Sffentüdien Feld- 
Schlacht erleget, nnd also König Schwibdager, auch des Königreichs DinnmarAen lidi be- 
miditiget, haben die rechte Erben desselben Gnt therm nndHading inal^end weidien mftaan. 
Dieweiln aber die Konigfai, ihre Sdiwester, ihrem Gemahl mit tigUdien Fiehen nnd Bitten a»> 
gelegen, dafs er ihre Brider begnadigen wolle, habe er sieh endlich erwekhen lassen, nnd den 
iUesten Brnder Gnt therm wieder snm Könige in Dinnmarcken ehigesetat^ doch mit dem Be- 
ding, dafs er Ihm Tribnt geben, nnd vor seinen Lehn-Herm erkennen solle, üading aber hat 
sich nmb des Königes Gnade wenig bdkiümmert, sondern sey vielmehr bedacht gewesen, wie er 
dermahlems seines Vaters Tod rai&en fcönte, nnd imterdessen lieber im Elend heramschwdbeni 
als an Hanfs bleiben wollen. Da er dann auch dnrdi eines Zanlierers Anleitung mit einem See* 
Binber, Liser genannt,. In Kundschaft geralhen, mH weldiem er eme FrenndsduCl und Yer- 
bftndnis gemacht, welche beyde den König der CUirlinder Lockern, ndt Kriege heimgeonshei^ 
der sich mit den Seinen nur Wehr gesetat, und seine Fdnde in die Flucht gesdibgen, dn auch 
Hading verwundet, aber von obgedachtem Zauberer wieder gcheüet worden; sey aber dennoch 
m der Odirlander Hfiide nnd Gefingnis gerathen. Nadidem er Aet losgekonunen, hat er eine 
ZeU in Thracien grolke Kriege gefMuet,' endfich dier, nadi viel eriitlener Muhe, nnd nb er 
den König Schwibdagern auf Gotikiand angetrolEen, erschlagen nnd «leo selnea Vatem Tod 
gerachet, sey er nadi seines Bruders Tod, König in Dinnmaroken worden; da er aber Im 9L 
Jahr seiner Reglrung wegen tödlichen Abgang seines getreuen Freundes Hund Inge, Königes in 
Sdiweden, sich selbst eihencket, hat ihm sein Sohn Frotho succediret Wie dieoer sidi vor* 
genomm«! die Cnhren in bekriegen, nnd Dornen Oir König soldies erfahren, aol er sehM Un* 
terthmien ermahnet haben, dafs de lieber mit ihrem Sdiaden, denn mit gcfUiriicher Hcheilielt 
strdten, das Land kahl madien, ^ Festungen aber wol versorgen selten, damit der heinnkom> 
mende Fehid nidhts för sich finden, nnd dergestdt durch Hunger 'Terderben, oder schindlM 
die Flucht nehmen möchte; wo aber solches alsdenn nicht hdffen weite, sey alsdemi Zdt gnngi 
das euf^erste im Felde an wagen. SoMies haben nch seine Unterthanen gefallen lassen; nnd 
slsbald wettstellig gemacht: es hat ihnen aber nichts fieUFen mögen. Denn als Frotho flire 
Festung eine Weile bdagert hatte, aber kdn Mittd solche au erobern sdien ktanen, weit die 
Bdagerten tapferen Wiederetand gethan, hat er diese Lbt erdacht, dafs er sdn Lager uDenthnl* 
ben mit tieffen Graben durchstechen, dieselbe, nachdem das Erdrdch nrft Köiben unversaerekt 



Hiftoria Dan. llb.1., Fag.9. seq. edtt StqihadL 



88 

k^ Beliia getrtgoi wmrdeB, nlt grSnfia Wasto gleich dfm festen Erdreich bedecken laMen, 
lad ■bdean iidi angesteUet, ab wolte er die Flacht aebmeiL Da ihm daan ^ie Cuhren nach* 
geeilel, and nach der Beate begierig aaagefaUen sind, und pluodem wollen: liat sich Frotho 
ndt da Seinen wieder gefcehret, and denFtind naoh dem fi^eriehtetea Graben gedmngeni dafa 
dar meiidn HaniTen darein fallen, und a}iO nieAar^eoM^ht werden. Weites, wie etliche wollen^ 
iMt «ari> die Zeit nach Braehaflang der Welt 3WW Jahr« aol geachehen seyn. 

Ifaeh dieam hat Kei^ Fretho 9wh weiter umb rieh gcfriffen, nnd einige Renfaische 
ESafge iberfallfn, und was er nicbl mit WßehX verrichten Icöniien, jifit er mit Liat snwege ge- 
hmcht, mid deifeelalt allemahL die 0ber4Iand behalten. Darauf fifig er an, die Orientaliache 
YaUnr, womnter die Skaten Tumebmliab Mn rechnen, «n bekriegen, ward aber durch einhel^ 
■Ute Unruhe, dienet im Stich m laaaen, und tM nach Bwiß pn beigeben, g^nötiget 

Pnter de aae n hni er auch «einen Schwager, Konig Regner in Schweden, nicht können nn^ 
Mgfifacihten aeyn laaaen, aondem ihn mit Kiicgfta-Mafibt nberaegeu* welcbea ihm, Ifut Johan* 
aia Magni Zenyaia, nicbt beaa^ bekeounen, dfsnn dafa er aelber darttb^ gefangen; dennoch 

I Gitle dea Xnnigea Regnern bald wieder loiyelaaaen werden* * Wie er aber, nneingedennk 
Writhalan, nkht ruhen kennen, aondem aät Hilfe der Renaaen» Cuhren, Shaten und 
I^ffcn den Klange Regmer abermahl inaLand gefallen, iat er jn walunendem Kriege aelher umb- 



Ab aber der Kenig R^egner aaeh den Weg aller Welt «anga«, und naah Am Hotbredt 
aaai Regiment konunen, hat er aich den Schimpf und Sdiaden, ao die oberwdinete Völcker, 
anter dea Könige Frothona AnlUhmng, aehiem Yater und dem Reich Schweden sngef9ft, hl'^ 
GcaaUh geCUiret, und aidi vexgenonmien ihnen aolehea an vergelten; da aich auch keiner toü 
Minen Unterthanen JBnden laaaen, der nidbt wüli^g geweaen, ebier ao billig- nnd reohtmSfaigen 
Ualang gntwüUg an folgen. Dahero^ wie aidi die OethiaGh- nnd Schwediaehe BlaiAt fai dieae 
Liniler fdndiiai hegd^, habw aie nebnt Ehat- und Lyiand viel andere Linder mehr ihnen 
anlerthinig gemacht nnd uelb^e unter ihre Rothmiraigkeit, Ua nur Regimug Röderieha s^ge* 
anat Sehlingenband, der Schiweden, Oothen nnd Dibnen Königea, erhalten; da die Cohren, 
Wenden nnd andere ihre Nai^Mm wieder abfUUg, aber bald daxaitf dmrdi Kriegea-Macht ob- 
g« d mhtan Königea mun fiehoraam beswnngen, wobey aie de^moeh nicht lange atand gdhalten. 

Denn nb Hornwedel, ein Dahn und dea Koidgea Schwiegeraohn, aich znm Könige in 
anfwarir, nnd darana viel LSrm entatnnde, haben rieh noch dieae der Gelegenheit 
t, nnd rieh nntetfuigen ihrer adOiat Herrn an werden; d«rowegen der König Attil, der 
dleaea Nahmena, König Rödricha Sohn, welcher aeinem Yater im iahr nach Eradiaf- 
ibag der Wi4t SSM aol aneeedir^ haben, Ae mit Kriege liberaegen und dergeatalt gedemüthi- 
|ri bat, dafa afte ihm wieder obgedneht» Tjrannen, den Horjiwedel, Hniffe lebteten^ bia 
•dbiger ftberwnnden, der Cron Schweden ainfabar und unterthBnlg worden* Und rind rie dem- 
BHh efam neithng atifl gririid^en, und dem Könige hi Schweden Jahrlichen Tribut gegeben, bb 
m Zrit^ dea Königea. Orim,wekher nach Erachaifimg der Wel|t im MMaten Jahre m regiren 
mgafangen. Dieaer fat unter andern Untugenden, audi dem Oeita dermafaen ergeben geweaen, 
Ml er nidil allein die (wiewol hoydniadhe) Kindie auUf aal auageplündert, aond^v Auch aeuie 



54 

Unterthaneti mit schweren und mKertriglichen Auflagen mm hodisten beschweret und ansgesogctt 
hat, bis sie ibm endlich gehässig und gram worden« Ais er nun, seiner Gewonheit nach, aach 
mit den Elisten und Cuhren handien wollen, Üiese aber wol gewnst haben, was es umb ihm fir 
eine Gelegenheit hätte, und dafs seine Unterthanen ihm anfstutsig waren, haben sie sich aieht 
allein des gewönlichen Tributs geweigert, sondern Hin auch mit einer grofsen Krieges -Hidii 
unversehens überfallen. Wie er nn seine Unterdianen umb Hnlff angesprochen, ist ihm diese 
wol verdiente Antwort gegeben: Er solte nu sein Gold und Schätze für sich streiten lassen, weil 
er sich umb selbige mehr, denn treue Untertanen, beworben« Wie er sich von den Seinen ver- 
lassen gesehen, hat er die Flucht genommen, ist aber von dem folgenden Feinde ergriffen, aller 
seiner Schätze beraubet, und in Anschauung seiner Unterthanen, die sich wenig darumb bekänH 
merten, an einem hohen Galgen mit einer eisernen Ketten erhencket worden. 

Die Cuhren und Ehsten sind zwar mit den eroberten Schätzen nach Hanfs gekehret, aber 
bald, mit einer grofsen Macht und ausgerüsteten Schiffen von den Preussen gestäreket, wieder« 
kommen, in Meinung, das gantze Reich Schweden ihnen unterthänig zu machen. Weil aber des 
erhenckten Königes Sohn Frotho nach seines Vaters Tode das Regiment überkonunen, und sel- 
bigem löblich und wol vorgestanden, indem er mehr die Gemüther, als die Gütter der Unter- 
thanen an sich zu bringen bemühet gewesen, haben sie sich desto freudiger zur Gegenwdir auf- 
gemacht, und die Feinde gewaltig zurückgetrieben, also, dafs sie nicht allein damahls das Wie- 
derkommen vergessen, sondern noch dazu irohe gewesen, dafs sie in ihrem eigenen Lande in 
Rahe und Friede bleiben, und nicht dn Raub derer, die sie zu berauben suchten, weiden 
durfften.' 

Nicht lange darnach sind dieObotr^ten unter ihrem Obersten Nahmens Gelder, den Ehsten 
und Cuhren über den Nacken kommen, und haben ihr Land greulich verheeret Wie aber Jene wie- 
der zurück gezogen, habien diese, wie es scheinet, die Freiheit wieder erhalten, und wird ihrer 
weiter in den Historien nicht gedacht, bis Erich, dieses Nahmens der andere, umbs Jahr nach 
Erschaffung der Welt 8745 zum Regiment über die Schweden, Gothen und Dähnen gekommoi, 
welcher sich vorgenommen, die Ehsten, Lyven und Cuhren, wie auch die Wendischen Vöicker 
zu bekriegen; wie er sie dann auch bald mit einem grofsen Krieges-Heer überfallen. Weil aber, 
diese barbarische Vöicker sich nicht unterstunden, einem so mächtigen Könige Wiederstand zu 
thun, haben sie sich alsbald gutwillig ihm ergeben. 

Nach dieses Königes Tode aber, bey Regirung dessen Sohns, Königes Lindormen, nage- 
fehr umbs Jahr 8706 nach der Welt Erschaffung, haben sie mit den Reussen eine Verbündnis 
gemacht, die Gothen zu. Wasser anzugreifen, und dem Könige Lindorm entsaget, welcher 
aber einer so grofsen Macht, die ihn so plötzlich überfallen^ Wiederstand zu thun, unbereit war; 
dennoch hat er deuMuth nicht sincken lassen, sondern mit so viel Volcks, als in der kurtsen 
Zeit zusammen zu bringen, müglich, denen Feinden begegnet, und selbige in Oster-Golhiand auf 
Ihrem Raub und Plündern angetroffen, mit ihnen geschlagen und wieder zu Schiffe getridien. 
Sie h^en sich zwar etwas zurück begeben und sich nicht anders angestellet, als woltea de 
gäntzlich abziehen raber, da man Ihrer am wenigsten vermuthet, und die Gothen nnmehro sidier 
waren^, 'haben sie unverhofft den Weg nach Sdbweden gencimmen, und die Einwohner aufs neue 



55 

IberfiüIeiL Dahero König Llndorm leiii teritreaetes Volck, und was er noch darflber anfbrln- 
^ gen koDte, wieder Teraammelt, nrft welchen er den Feinden begegnet^ nnd rie dermaraen em- 
I pfingen, dafa de mit Sdbimpff ond Schaden ahiiehen müaaen. 
i Er hat ea auch dabey nidit bewenden ksaen, aondem inun darnach den Renaaen und Ehaten 

Ina Und gefallen, nnd ihnen wieder eii^etrieben, waa aie snyor wieder die Schweden Terübet 



Nachdem aol ea wieder eine Zeitlang einen Anatand mit dieaen Völckem gehabt haben, bia 
nÜDgat nach der. Gnadenreichen Geburt unaera Heylandea, Gdttrich nnd Haidan Gebrndere, 
od Sohne des Ericha, sngenannt der Klnge oder W^hlberedete, Königea der Schweden und 
Gethen, d«a Regiment, und swar (wie Johannea M agnna meidet) der erate Aber dieGothen, 
der andere über die Schweden, übeAommen haben; und Gdttrich aich befürchtete, ea möchte 
w^en aolcher Theilung mit der Zeit einiger Wiederwille», swiachen dieaen beyden Yölckem, ent- 
aftdien, hat er aolphea dergestalt Torsubengen geauchet, dafa er ihm rorgenommen, aeine aualin* 
diadie Feinde mit Krieg heimananchen: mafaen er aolchea f&r beaaer und rühmlicher gehalten,^ 
ala einheimische Kriege und Blut-Vergiefaung ansurichten. Und damit er die beate und zum 
Kriege tauglichäte Mannschafft, aufa beyden Reichen, bringen Icönne, hat er öffentlich ansmffen 
und ferkündigen laaaen, dafa, ao einige sum Kriege Lust hatten, und aich daan geschickt befiui- 
den, aelbige wiaaen selten, dafa aie an ihme einen Heer-lE'&hrer od» Obriaten haben würden, 
der mchta ra unterlasen entschlossen, waa sur Erweiterung und Aufnehmen dea Gothiachen Nah« 
mens Rahm gereichen könt^ Auf aothane,>üikluDidigung iat ihm ao eine Menge Yolckes äuge- 
atofsen, dafa aich wenig finden lassen, die nicht lieber in fernen Landern dem Kriege nachzie* 
hcn, ah daheim ihrer Haufshaltung und dea Feld-Banea abwarten wollen. Dleae gewaltige Krie« 
ges-Hadit hat Göttrich erat nach Rügen undPommem überaetsen laisaen, mit den Einwohnern 
gestritten und den Sieg behalten. 

Ich wil nun von der Yertheilung dieaer Gothiachen Tölcker nichta gedencken, weil aolchea 
ridit zu meinem Vorhaben gehöret, sondern nur bey den Hanffen bleiben, ao aich aampt Gött- 
lichen nach Cuhrland, Samoiten und Ehsdand begeben, und nach langwürigem und schwerem 
Iiiege aidi endlich dieaer örter bemächtiget haben: welchen Göttrich aeinenSohn Philmem 
anm Herrn verordnet, aelber aber, mit mehrentheila seiner Gothen, wieder nach aeinem Vater* 
Inde aich begeben. 

Den Renaaen iat dteae neue Nachbarachafft der Gothen, in Betrachtung der machtigen Ruck- 

Mtnng, ao aie aua ihrem Vaterland alle mahl haben können, verdächtig und gefährlich Torge- 

iemmen: dahero hat deraelben König Her rwit, aolchea bey Zeiten abzuwenden getrachtet, die 

aechatliegende Fürsten wieder die Gothen aufgewngelt, und Philmern den Krieg angekündiget 

Oieae Zeitungen aind den Gothen auch nicht unangenehm geweaen, dia sich in geschwinder Eyl 

sn^enaneht nnd für rathaamer gehalten, den Feind in aeinen eigenen Ländern ansngreiffen, ala 

derer innerhalb ihrer selbst eigenen Grentsen zu erwarten. ' Welchea, ala ea die Renaaen geae- 

hea, nnd sobald zum Wiederstande nicht fertig aeyn können, aind aie bedacht geweaen, aolchea 

■tt Unt zu hindern, und die Päaae mit Fnfa-Angeln zu belegen. Dieaem haben die Gothen da^ 

alt b^^egnet, dafa aie aidi höltzeme Schue gemacht, und alao aidier darüber gehen können; 



66 

sind also welter hinein gerQcket, bis beydenetts Kriegel-H^ere nUMnunea gerathen, da deü 
ein blutigea Gkfeekt enUtanden, so gantser iw.eyer Ta|;e gewahret, da deaiiPhilnier, iwar !|idii 
ohne grorsen Verhist der Seinigen^ die Oberhand behalten, und dem Stege ao weit nachgeMfe^ 
dafs er seine Herrachallt bis an Tanaim, oder die Don, erwettert 

' Wie aber sein Vater Gottrteh, Todes rerbHchen, liat er feinen Bolm Nordiam ikmm 
Volükern mm Haapte verordnet iwd sich aellMt nach Schweden, seines Vaters Reidi etanmli- 
men, l>egel)ett. 

Dieser Nordtam konte dieselbe wettbegriHene Herrschafften nicht niit gleichem WUk et» 
halten, als sein Vater und Gros-Vater solche erworben hatten« Denn wie Her .rit veniofluaeai 
dafs die Schweden nad Chilfaea sn Hinfk in grorse Zwietracht ond Uneiai^eit mit einander ge* 
rathea waren, and dafs der Köaig Phtlmer gewis mit Tode abgegangen, hat er sieh nat im 
Seihen rerbmiden, nach die andern Aberwandenen Landschaffken «am Abfall gereitset, die G^ 
then aaTorsehen» Aberfallea, aad ungeachtet der tapffera Gegenwehr, es deaaodi endlich dahin 
gebracht, dafs die Gothea die Orter verlassen, nad thetls au den amb dfa Meotisdie See woh- 
aendenGothen Obre Zuflucht adimen, thetls aach wieder au ihrer Heimath sich rerfilgea aiÜDaa. 

Za diesea Zeitea, oder etwas saTor, lebete Starkotter, der beriihmbte Umpfer, wet 
diem die aordiachea Scribeatea so Tiel-Waaderdinge sueigaeiL Dieser sol, wie Saxo^) mddeti 
sich mit ebem grofsen See-Riuber, genannt Bemond, in Geselschafft begeben, aad aachdem sia 
Ua aad wieder aa Welea örtera gestritten, sind aie nach Reufsland kommen, denen die Ein* 
wriiaer Fufs-Aagela votgeworffea: da dana Starkotter die Schien unterrichtet, auf holtseraea 
Schuea sa gehea, ailerduigB, wie tob Könige Phtlmer oben gedacht wordea. Ich halte ea aber 
daror, dafs Phtlmer dea Starketter aad seine GFesellen, da er die Reufsea. sa überfaUea 
torhabens gewesen, an dch gezogen, und dafs eben damahls Starkotter ihnen den Rath ge* 
geben auf höltiemen Schuen zu gehen, und' also eine Geschichte unterscUedlidi ersehlet werde} 
gestaltsam es auch mit ailen andern desStarkottera Thatea geschehen, indem Saxo^) mel- 
det, dafs er yon Geburt ein Ehst gewesen, andere wollen, er sey aas Tawastlaad gdbohre& 
Johannes Magnus schreibet, er sey aus Helsing-Laad in Schweden gebürtig. So wird aadi 
ton ihm gesaget, er habieSINIJahr gelehet Es rahrea aber diese Irthümer daher, dafs sweeaa 
Starko'tter« gewesen: der erste war ein gebohrner Ehst, dessen Sohnes Storwerkers Saha 
auch Starkotter gefaetssen. Dieser bejder Thatea, weiche so yiel Jahre oacheiaairier goacha 
hen, sind aus Hifsverstand unter' einander Termischet^ und dem letstea dieses Nahmeas a »^ 
sugeeignet wordea.'^**) 

Im Jahr diristi Sit, oder, wie etliche wollen, S88, hat.Armaaarfch (dea Jaraaadea 
Krmaaa^tcam, aadinre Armartch nennen) der aaslaadischea Oodiea Koaig, als er, wagaa dar 
BOadaissea, so aelae Vojfthreli ndt deb Mmem geiaacht^ 4eiaalbea Laad uad ProviacisB nWbt 



•) Hlit Dan. lib.«^ pag.lOl 
**) Lib. 6^ pag. lOS. 

*^) Von den TertchidleBen Heldea, welche den Nahttea Starkotter geiilht^t haben, «die man: Halin^t 
QtmA. Ton BAwHtm, Th.1^ Ät», Note k) uwl &ata^ K^ c) wgl. mit &14a. 



— ff — * 

iMkm^ sdae Kxlei^ltaAt «idi Ott« gilUif«t, imd dafdM wterfebledlidieinUAer 
kepnogeB. Ali er audi dttudi die Hendeii mitar lefai Gebiet gebracht, liat er dch an die 
piftteraiAtigeGegeQdea gemadit, die Wenden, Ehaten nnd andere, bis an dieOat-See wohnende, 
Väcker aeinem Reich nnterworlTen, alco, dab seine Gewalt nnd Herrachafft aich von der Meo- 
iidkcn See an, bis an die Oatiee entrecket hat: allein, wie nichta unter der Sonnen beatindig 
Udbet, alao iat anch diefa weit bqpriffene Regbnenti nachdem Armanaricna von den Hannen 
tterbllen «id nberwnnden worden, serctöret 



Wie man nnn vor dieiem von einigen Zfigen, ao ana Baden oder andern in Otten gelege- 
am Ortem, in diese Under aolten* geschehen aeyn, in den Historien kebie gewisse Nadiricfat 
Met; alao schdnet es -nicht nnglanblich, dafii die in Daden und umb die Meotiadie See nnter 
.ler Gothen Hertadiaflk wohnenden V51d[er, welche (wie idi im ersten Bnch Urtilich erwehnet) 
cbe ndt der Litten* nnd Lettisdien tbereinkonmiende Sprache gehabt, womnter noch die Hernien 
Bitusen gewesen seyn, entweder mit dem Armanarichen, oder knrta damadi, da die Hunnen 
überhand nahmen, sich wdter nach Norden, ala Uttauen und Samoiten begeben, darnach abe^ 
lügemadi inCuhrland undPreuMen ddi niedergelassen haben, wdl schon an Jornandis Zeiten, 
«dcher ohngefehr 200 Jahr, oder wie Micraelina wfl, 180 und etliche Jshre, nach Arma* 
Btrlchen gelebet, ehi rermengtesTolck, die erViridarioa oderVidioarios heifset, an der 
Weixd gewohnet haben, wdche dcherlich diejenigen mtlsaen geweaen aeyn, ao nachdem sMi 
b gmta Preussen ansgebrdtet, und alda fiber 600 Jahr gesessen haben; bia de endlich von den 
Teat^chen Tertrieben, und allmihHg sind ausgerottet worden, auCier etliche wenige, ao noch 
im Cahrischen Hafen überblieben. Denn data Jemandes diese gemeinet, ist äua der Letti« 
lehea, als einer Termengten Sprache gnugssm abiunehmen. 

Beynahe anderthdb hundert Jahre hernach, nemblich nngefehr umbs Jahr Christi 010, sbd 
ite allmihlig unter den Nahmen der Luticer, Leuticer, Loitaer oder Wiltser in Pom- . 
■ein uod Mechlenbnrg kommen, wie obgedachter Micraelins bekennet, und unaogeaehen er 
rie unter die Teutschen rechnen wil, kan er dodi nicht in Abrede seyn, dafs Helmoldns und 
Adamus Bremensi's sie ausdrücklich unter die Sclmven aetsen, denen (weil de geschrieben, 
ms de sdbst belebet und gesehen) man billig mehr trauen muTs, als des Micraelii wieder 
sich adbst streitende Bfuthmafsung. Dars aber nicht alle die Yölcker, so unter den, in Pommern 
ladllechlenburg wohnenden Solaren gesehlet worden, efaiheimisch Volck geweaen oder dnerley 
l^rache gehabt, sondern derer ein Theil Lettisch geredet, ist unwiedersprechlich, und ana dem 
saror angexogenen Werlischen Vater Unser Sonnen klar. 

Waa die Hernien betrÜIlk, so weifs ich wol, dafa ride ana den Gothischen Nahmen ihrer 
Hdge adiUefimi wollen, daTs de efai Oothisch Voldc mtasen gewesen seyn« Aber wie sie 
■tt saldier Mefaiung liestehen werden, daror lasse idi de sorgen« Es ist awar nicht ohne, 
M» die Herulra, nadidem de dnmahl Ton Armanarichen beswungen, stets Gothische Könige 
gehabt haben, wie es aus dem Procopio zu ersehen, dafs da sie Ton den Longo* 
fiberwunden waren, und ihren Konig Rudolphen rerlohren hatten, andi damadi an kd- 
gewissen Ort bleiben können, aondem mit Weib nnd Kind herumhgeschwdffet, haben die, 
LBiL 8 



flo Königücken OeUflte wtren^ tfdi nwdi der Infel Tliale (dMsrA Proeof itts die Perieiel 
SceDdiam, worianeii Schwedea oad Nonvegen lieget^ Tentebet) begcAeii. 

Und da die Henilen eine Zelt darnach, dandt de aufaerhalb Zwangs leben mochten, ihren 
König Ocho.nem getödtet, sich aber bald darauff In grober Unordnung befunden, und daher 
flieh wiederumb einen andern König nmbsahen", tiaben sie keiaen Oires Mittels dazu nehmen wol- 
len, sondern durch ihre BothschalTten einen aiisThulen herhohlen lassen. Diese Umbstinde ge- 
ben gnng an den Tag, dafs die, so bey ihnen Königlichen Gebl&ts, Gothen gewesen, welche, da 
es ihnen ausserhalb Lindes wiederWertig gegangen, ihre Sicherheit in ihrer Heimat gesvchet haben. 
Wenn man abei^ der Herulen Sitten und Lebens-Art betrachtet, wird man nichts weniger, als 
was den Gothen gemein, daraus finden können« So were es auch schlecht geurtheilt, dats Jetsige 
Finnen und Letten, weil sie Sdiwedische Regenten haben, nothwendig Schweden sejn mfissen. • 

Aber dars ich wieder zur Sache schreite, so scheinets, dafs, nachdem Armanarich umb- 
kommen, und oiese Ehst^u und Cuhren also ihre Frejheit wieder erlanget, sie dennoch alsbald 
unter die Schwedische Herrschafft müssen gerathen s^yn. Denn, wie nicht lange darnach Hä- 
kan-Ring, ein Sohn des Königes Germunds, welcher Ton den Dehnen listig umbs Leben ge- 
bracht worden, in Schweden zum Regiment gelanget, und heimlich erfahren, was messen die 
Dähnen ihm auch nach dem Leben stünden, hat er dem König in Danmarcken Haralden öffent- 
lich anmelden lassen, dafs, wo er etwas wieder ihn im Sinn hatte, er solches lieber mit mann- 
licher Faust, als hinterlistig und tückischer Weise ausführen solte. Wie nu König Harald ver- 
spüret, dafs seine listige Anschläge kund worden, hat er mit dem Könige Hakan einen sieben- 
jährigen Stillstaud, mit solcher Abrede, gemacht, dafs unterdessen jede Parthey sich bestermafsea 
Terstärcken und zum Kriege rüsten möchte* 

Es schreibet J4>hannes Magnus: Dafs König Harald, weil er sich schwacher, als die 
Schweden und Gothen, befunden, ihm unter andern auch dieLyfländer anhängig gemacht; Saxo 
aber, der die grofse Schlacht, so nach Verfliefsung der siebenjährigen Stillstande, zwischen ob- 
gedachten beyden Königen geschehen, aus d^ alten Helden Liedern ausführlich beschrieben, und 
alle Umbstände, ja die Nahmen der Vomehmbsten aufzuzeichnen gewust, meldet ausdrücklich *)^ 
dafs die Ehsten und Cuhren in der Schwedischen Armee zum Hinterhalt gestellet worden, dsr- 
ans gnugsam abzunehmen, dafs sie zu der Zeit den Schweden müssen unterthänig gewesen seya. 
In dieser Sclilacht sollen, etlicher Meinung nach, 12000 auf Schwedischer, und 90000 sampt 
dem Könige auf Dänisdier Seite geblieben seyn; und ist solchergestalt Dänmark der Cron Schwe- 
den unterthänig upd zinfsbar word^, welcher König Hftkan-Ring eüi Frauens-BUd, Hete 
genannt, zum Haupt und Regenlln rerordnet Weldies nadi Swanlngli Chronologie im Jahr 
S26 nach Christi Geburt soll geschehen seyn. 

Bald darnach, erzehlet Saxo,'^) dafs Jarmerlck, der Dihnen König, ^nrelcher Anno Ml 
nun Reghnent kommen, durch der Schweden Unebiigkeit Ins Reich Sdiweden geloeket s^, nnd 



•) Hbt. Dan., IIb. 8., pag.llS. 
-)Lik.8., pag.lfi5.ieq. 



uUlfßt ui iich gtkrtclil, Meli f oigaMb ilie Weatait Sandfaider^ Oolirai nnd Lyren mit Hee- 
t»Madit ibcksogeii und nümndem Krl^ etlidie def LyyiMhen Königes SSlme endilagen; 
In jüBplen Soha.Bicko gmaimt knrti danuudi ans der See-Rauber HtadeD eridset und an, 
fdaen HolTe wol ^etmlten, weldier BieJko aidi voi^nonimen, seiner Brüder Tod an ihn m 
vUkm^ nnd weil er olfentUidi aoldiea Mfdinn, nklit wagen dfirffen, ml er diese List gebran- 
diet haben, dafs er dnrcii allerhand OkiTsneroy d^ Koniges Herta nnd Gemftt dergestalt einge- 
■tnoaen, dafs ihm der Konig alle aeine HeimUgkeit anrertranet, nnd in allem sdnem Rath g^ 
folget; da er d^nn den König wieder seine neefisten Blntsverwanten angehetxet, welche er dnrdi 
adae Griffe und des Koniges Unbedachtsamkeit, nmb ihr Leben gebracht, endlich anch des Ki^ 
B^ Sohn Brodern, angegeben, als solte er mit seiner SUef-Mntter, der Königin Swawilda, 
ciaer gebohmen Griechin, in Blutschande leben, nnd ea dahin gebracht, dafs die Königin Jim- 
■srlieh nmb ihr Leben kommen, der Sohn aiiet anfgehenckt werden solte, weicher doch, da 
dch der König bedacht hatte, yom Cralgen wieder erlöset worden. Darüber endlich der König 
TSD seiner unschuldig getödteten Gemahlin Brttderen' belagert, bestürmet, und endlich Uffibge- 
kaebt worden; wie solches 8 axo wdilaniftig enehlet Welches alles ich dahin stelle, aber ge> 
wib ist es, dafs der Schweden König Gothar, oder Hotar, erstlich Neun und Dreyzig Jahre 
sach Jarmerichs Tode nur Regimng koaunen, nnd haben unterdessen yier Könige in Din- 
Biarden nach einander regiret Zudem ist Jarmerich nimmer ein König der Schweden gewe> 
fla, wie solches der Dinsche Cbronologus Swaningins selber gestehet, auch aUe Schwedische 
asd Norwegische Historien aufsweisen. 

EtUehe Jahre darnach (die Dinsclie Giironologi setsens im aSCsten, die Schwedischen aber 
in ttSsten Jahre nach Christi Geburt) ist Ingemar der Schweden König geworden, tou wel- 
dheni man lieset, dafs er erst di^ Renfsen beawungon,' damadi auch die Ehsten bekriegt liabe. 
ItÜdie Sdrwedische Historien melden, er sey diarnach von den Bahnen auf Lagenö umb- 
hnAt Aber die Norwegischen und Utesten Schwedischen Historiensdureiber stimmen darin 
tterebi, dafs er mit ^en Dähn^ Friede gemacht, und darnach die Ehsten nbenogen liabe, von 
Anoi aber an einem, am Elisüändischen Strande gelegenen Orte, genannt: auf den Steinen, 
sabkommen, nnd daselbst unfer einem Hügel nadi Gewonheit der alten Schweden sey begra- 
Wsa worden. Ich weifs aber nicht in genta Lyfland einigen Ort, der also solte genannt seyn, 
wo CS nicht Kiwidepäh, mit Auslassung des lotsten Bnchstabea KiwtdepSl, wehdies auf laiat- 
aiNh so viel bedeutet, als: auf den Steinen. Dieses Gutt lieget in der Wyck am Strande, und 
gdiSret anjetso den. Heeren Baronen ron Ungern Stemberg. Diesem Beridit ist nmb so Tiel 
awkr an glauben, weil obgedachte Gesdiichtschrdber dem erwehnten König Ingemarn einen 
Muk Aaannd aneignen, woadt auch Ericua Dbsnliensis ftbereinstimmet (Johannes Mag- 
aas aber setset awisdien diesen beyden Ebi und swantaig Könige, mit wdchem Grunde, lafs ich 
asgesagt). Dieser Amnnd sol sc&nes Vaters Tod an den Ehsten dergestalt gerachet haben, dafs 
er das I«nd auigebtaant und einen .gtoisen Baub daraus gebracht So melden audi die Norwe- 
gMie Geachichte vom König Erich dem Fünilken, welcher Anno 790 sur Regimng der Gothen 
lad Schweden gekommen, dafs er dieser Orter grofse Kriege gefahret, Finnland, Garden, Ehst- 
sad Cnhrland bezwungen, und allenthalben groise Festungen nnd Schantnen sol aui|g«riditet 



UkB.'^) Ntcb diete« gesdiwdgm llinrifeHiftafieiift^ 

desMB hat gich ia Norwegen sngetngM, d«b dner der Unlge daielbit^ Naluett Hartli 
Heerfeger, die endeni KSnige, derer ver Allere in Norwegen nnterediiedUdie^ geweeen itadi 
•idi nnitertiiinig gemidit, mnd eise der erst Menmh in Norwegen worden. 'i^) Weil er iki 
Tid Solme liette, lut er obImi Mbr CSbriett^ 80S deerlMdi nnler de getlkdle«, de dea iw^f« 
edner Solme Helfdam dem SdiwarticB, «d Qalfdam den Wdfaen dn Stidi Landet wng^ 
fUlen, ndt wddieni aie aUeine nidit vergK&g^ geweaen« aendem ein mdirerea aidh an tfweibeB^ 
anf die See-Rinberey begeben; wdchea m der Zeit unter den H^rdniachen Yoldcem fi&r kdaa 
Sdumde, aondem vielaMlir f&r eine rBbmUdie Huddüenuig gebdten worden, derer ddi neb- 
tentbeila der Könige Sobne, ao ohn Land UeBien, nnd lolebea den iltern BrUan tUMriaMea 
Hiaten, beüiaaen beben. £a iat Ibnen aber nid&t besaer gdnngen« ala dafii, da aie in Ebatlwi 

Baab nadigeietcety der eine Brader Half dam bwyte> oder der wetÜM, von den Efaiwdh 

duüber eredilagen worden. 

Ungddir im Neanbuadertatm Jahre nnaera Heyla inrZdten desKSnigea biSebwedenOlai 
Tritellie, rind dieColiren, welche, wie ans & Anagarii Hiatorle an adi«i, lavor derSdiwa* 
den Unterthanen geweaea, wieder abtrfinnig worden, daher ii» Dihnen in Hoffiinng Ak dieaei 
Ortea in iieadcbtigen, mit dner groben Kriogee^Madit hiaeingefaUen, aber naddem de dd 
Voldui Teriohren, haben sie nnTerricfateter Sadien wieder abdehen mlaaen. 

Kurts darnadi iat der obgedachte König von Sdiweden Olana in Cabrland aakonunen and 
hat die Einwohner an Gehorsam gdiradt, welche aber bdd nach dieees KSnigea Tode, wied« 
abfefdkn, ond haben aldk aar Zeit dea K3nigea hi Schweden, Kricha dea Sieghaff ten ndiel 
den Ehiten vndPrea£ten wieder denKodi^ voniMnamardcen Harald, desNahmena derSeehaUi 
anfgeoudit, weii er ihnen dlediand Überlaat nnd Besdiwening aogeOgt hatte. Wie aber flne 
Sdiiffil-Flotte durch widerwertigen Whid an die Geatrande der Gothen gewmrffen, wdahe die 
Balten aach Terdidi% hidten, ab aalten de den Dilmen geholfen haben, nntoratanden de 
aidi dieedbe feindlich .anaagrdifeD. Da aolchea der damahUge König der Gothen nnd Schweden Erich 
angenannt der Sieghaff te inneworden, hat er in mttglichater Eyl aetn Voldt annamweabradit, nnd 
den Feind nicht allein ans aeinem Reich vertridton, aondem ihm anch bdd nadigeaetat, nnd aieht ehe 
nachgelassen, bia er de alle äberwnnden, nnd der Cran Sdiweden nnterthlaig gemadit Alldn» 
wie bey diesen Heydnischen Yoldcem der Gebrauch ndt Ablallen nichta nenea gewesen: alao hn* 
ben de solches nadi des Königes Erici Ableben aadi nidit unterlassen, wie wol dafs de bald 
dwnach dch nnter denRenssen schmiegen nnd ihnen SSns geben mttmen, wie aus den Norwegl- 
sdien Geadiiditen an sehen. Denn da dnea Königes ndt Nahmen Trygge Wittibe Astrid« 
ihren Bruder Sigurd, so dchhey dem KöalgWnldemOr hi Renasen aalgehdlen, nnd dsadbnl 
far grofsem Ansehen war, besnchet hatte, nnd dch wieder nadi Hanfa begeben wollen, iat ein 
ndist ihrem Idefaien Söbnldn Olnff, auf der Ost-flee Ton den See-BInbeni gdiMigen nnd der 
Sohn, einem, genannt Kl&rkon, an Thdl worden, der ihn daraash an dnw Mann fai EhatlaaJ 



') Sttsrre Stureletoo p.ai. Z18 ia Tita 8. Olaj. 
**) Saerre Stureletoa hi dta Harddi Pddurioomi; 



SdUr VttiwdBBA, wddMr ilui wol ^«hilteD, Ua im Jjihr Ohrlftf 097 obgedao&ier der^ 
ÜK^ta Attriden Bruder Sigiird^ alt rfDem groftaiQeMfB uaeh Ehstland kenunen, daselbst 
«Igoi des Kteiges WelUniArn too deft Efaiwolmeni Trib«t absahohleB: de er dsnn seiner 
Sckwester Bohii Oluffen engetroffen und irieder erkannt, hat er ilin ndt sich nach Renfsland 
IMMHBeBi ud daselbst enegen, weldier damaeii ein michUger König über Norwegen worden, 
■mI der «rate gewesen, so die Ghiistlidie Religion alda ra pflantsen angeEuigen. 

CngcfUir nnihs Jshr Ourlsli 1000, bat yidi einBischoC von Prag, Adelbertns, nachdem 
er die Ungern avm Ghristenthnm gebracht, nach Lyiand begeben, damit er das Wort Gottes im 
inenten Thett der Welt ansbrelten, nnd die Heydnisdien Völcker im Christlichen 6knl|)en ancfa 
. mlsnichten m&chte. Aber er hat bey diesem hartnickichten ond ▼erstockten Volcke ein meh- 
m nidit ansvichten können, als dafs er die Bfartet-Crone davongebracht» Denn, alfs er eine»» 
imhis nadi Tenichtetcm Oottes-Dienst sidi nr Rahe begeben, hat ihn im Schlaff eine grobe 
Mesge Yolckea iberfallen, gefangen, an dnen Pfahl gebunden und ndt Sieben Spiefsen durch- 
Stadien: da er nnn sdnen Geist firendig nnd mit gar tröstlichen Reden aufgegeben, haben sie 
ihsi das Haupt abgeschlsgen, auf den Pfahl geatecket, und in allen Börffem und Flecken den 
Christen lii Hohn und Spott herumbgetmgen. *) 

Nadhdea haben auch, die Bihnen ihr Glich an diesen örtem fersuehen wollen: mafsen an 
Zdten Königes Swena Estrid Sdus» welcher im Jahr 1M8 ra regiren angefangen hat, eine 
Seil damadi sdn Sohn Knutt hi seiner bUhenden Jagend sidh an diese Völdcer gemacht, hi 
Hctanag selbig sefaies Vaters Reiche, und der Gron Dinnmareken in unterwerffen. Weiln er 
Aer daaui^ es nicht daiu kringen können^ hat er endUdi nadi sebes Yatem und Bruders Ha- 
ralds Tode, da er sum Regiment in Binnmard[en kommen, sich Torgenommen, die Christi}- 
dm BeHgton, wddie numehro in Binnmarcken allenthalben blöhete, audi unter diesen Orien- 
laUsdken Völekem su plantien, und also rieh ndt eber grofsenMadit hütSberbegeben, dieSem- 
gdler, GUhren nnd Ehsten angegriffen und unter seine Gewalt gebracht:^) lumahlen etliche 
sdner Nadifkhren rieh Hertsoge. n Ehsthnd geschrieben, wie solches noch aus unterschiedlichen 
fcrilandenen Docnmenten n sehen« Anno IVTI sind diese Orter unter der Schweden Bothndb- 
s^elt gewesen, wie soldies Adamus Bremenstv, der n selbiger Zeit griebet und seine ,Hi- 
ilsiie geschrieben^ mft nachfolg^iden Worten beieuget: IHultie suntlnsulae inhodsina, qTSsDani 
et Sreenea omnes habent in sua dittone, aliq^as etlam Slavi ten^t — Sed et aliae mterius 
sut ffae suBifacent Sveonum imperfo qirarum maxima est iHa, qrae CItarland dlcftur, tter octo 
Aerum habens, gens cmdelÜMtma ete»"^^)^ das ist: In diesem Meerbusen sind irfele Eylande, wel- 
che alle den Dinen und Schweden gehören, etliche kommen den ScIaTen sur Aber es sbid noch 
weiter gelegene unter der Schweden Bothmifsigkeit, derer die gröste so Cohrland ge- 

wfird, weKhe acht Tage-Reisen lang und dessen Einwohner ein grimm^es Yolck ist Hier 
ht der sn mercken, wie sotdlLes auch Grotits gar wol erinnert, dafsBremensls auch unter 



- •) Aut» Bouf iuii Cbroa. Hangar, part.2^ IBi^Z. 
^) Ponta»! Hiitoria Bau. lib.ö^ pag.lSIk 
•^) Admnius Brom, de diu Baahic pag.ö8. 



^iese Ejltnde, die Feniniolas, oder halbe Eyluide, anch die «n die See liegende Orfter Tcnte- 
het, gestaitfahm er auch Ehstland unter selbige Inaulen jMblet 

l^öanman dem Fundations-Briefe und den Priyilegien des Jnngfranen-KloBtera S. HlcKaelii 
kn Reval glauben wH, welche der Ehatländischen Rittenchafft weiland Secretarius Manritiii» 
Brandis, wie er bjk seinen angefangenen' Lyfländischen Geschichten^) selber berichtet, IIa IBn- 
den gehabt, und die Königliche Siegel unversehrt gefonden, wie dann andi andere vornehme und 
glaubwürdige Leute sich auif diesto Brieff und Privilejgien, da sie der Fundation selMgen CIo- 
sters gedencken, bemffen, so muTs es von dem JSISnige Erich dem Vierdten ingenannt Bigin«* 
gode, AnnolWS, seyn aufgebauet und gesiUDTtet worden, gestaltsam der Einhalt mehrgedachien 
Brieffes die Ursache der Stifftung, dieser Meinung lu verstehen giebt: Dafs Anno lOM da SS- 
ntg Erich die Stadt Prag belagert hatte, habe sidi unser Heyland und Seligmaciier su Nadit- 
Zeiten ihm in solcher Gestalt offenbaret, gleichwie er am Stamme des Crenties gehangen; and 
da der Konig gefraget, wammb er sich aufs neue kreutsigen lassen, sol er Ihme rar Antwort 
gegeben haben, dafs solches des Königes Sünde verursachet hitt<en, und solte er derer kdne 
Vergebung lu erwarten haben, wofern , er nicht eine Kirche zuBSiren seines S.Martens, 8.WeB- 
cefsiaen, und seines Erta-Engels S. Michaelis auf ebie Stelle Reval genannt, würde bauen las- 
sen. EBerüber sey der König sehr erschrocken, habe auch nicht gewust, an welchem Ort oder 
Stelle diese Kirche solte fundiret werden, bis Ulm wiedemmb durdi göttUdie Olfaibarong aiige- 
leiget worden, dafs, an welchem Ort, mitten im Sommer Schnee würde gefunden werden so 
lang und breit, als man mit einem Bogenschus würde ablangen können, der anch so tieff, bii 
an den Enckel, dieselbe Stelle were die rechte, da die Kirche nebst einem Kloster CSsterdeBso*- 
Ordens erbauet werden, müste etc. 

Was man aber von diesem Briefe halten sol, lasse ich andere urtheilen. Denn, snge- 
schweigen vieler andern in dieser Erzehlung wieder dieSchrifft lauffenden Dinge, so ist dieTs eine 
rechte Gottes-Lästerung zu sagen, dafs die Ehre S. Martens, S. Wenceslaen und des Erti-Engeb 
Michaelis von Gott selbst höher solte gehalten werden, als das theure Verdienst unsere eintsigea 
und wahren Seligmacl^ers« Und ob man swar dieses mit einem irrigen Traume, oder derer Zei- 
ten eingerissenen Aberglauben oder, dafs der TeuifBl, welcher sich in einen Engel des Lichts ver- 
steilen kan, dieser Gestalt den Menschen allmählich das Verdienst unsers Erlösers aus dem 
Sinne bringen wollen, -könte bescliönet werden, so ist es doch offenbar, dafs Prag von denDah- 
neu niemahl, su geschweigen dieser Zeiten belagert, worden, da die Böhmen in gutem Friede 
Uiren eigenen König hatten, und zwar unter dem Schutz Keyser Henrichs des Vierdten, und 
die Diihnen au Hanfs mit der grofsen Hnngers-Noth gnug zu schaffen hatten: Dahero der da- 
mehlige König Olans, den Zunahmen Hunger bekommen, denn es hat in diesem Jahr nidit 
Ericus Eigingode, sondern sein Bruder, obgedachter Olaus Hunger in Dännmardcen regiret; 
Ericus aber war damahls flüchtig, und hielte sich in Schweden auf, bey seinem Schwieger- 



*) DiMe Oetchichte Ton Livland ift bis jetzt nodi nngedrnckt; isll a)ber,. wenn et gegenwirti^er 
IttAg aiclit aa Unteritütiong felilet» in einem der folgenden B&ide geUelert 



Viter, efaiwi Toniehmeii SdiwdIbelieB Hern (wie Stxo'^) mddet, mit dem aiidi tue andere 
MhBitdie SMbenten Hbereinatliiimen) bU Anno IWfl oder nach Swanlngil Meinang 1M9, da 
er Bidi teinea Bmdera Tode von den Blinden nach HanTs bemffen nnd snm Könige über Dinn- 
fliifd»n erwehlet. wurde. Zu dem Ist diesea auch falsch, dafis der K5nlg in diesem Jahr ein 
Dsster CiBterdenser-Ordeas hüte atÜRen iLonnen, weil selbiger Orden erstlich Anno UMS einen 
gir goingen Anfang in Bnirgundlen genommen, da Einnndiwantiig BrAder Benedictiner-Ordens, 
«heu Absehen ob ihrer Mit-Brüder gottlosen Wandel bekahmen, sich nebst ihrem Abte Robert 
1» den Kloster b^ben, und an einem gants öden und abgelegenen Orte, Cistertz genannt, 
einen neuen Orden, welcher nach dem Orte Cistercienser genannt wurde, anfiengen, und 
eine lange Weile fast unbekant blieben« '*'*) Vors übrige, so ist dieser Bri^ff nicht allein ver- 
wiegt sondern es sind auch die Privilegien selbigen Jungfrauen Klosters gleicher Würden, wie 
$aß den Dreyen sn ersehen, die Brandis ansiehet, derer das erste von eber Königin, Nah- 
MBS Hargaretha, Königes Eriei in Dinnmarckoi Gemahlin Anno 1200, die andern bejrde 
•ber Ton jetit erwehnetem Könige Erioo Anno 120V nnd 1210 sollen seyn gegeben worden; 
^ dodi kein König dieses Nahmens von Anno 11^ bis 1242 in' Dannmarcken gewesen, sondern 
M rsgirte in obgedachten Jahren Waldemarus der andere, wie alle Dänische Cronicken sol- 
dMs dastfmmig beieugen« .Nicht weniger giebt dieses ein Nachdencken, dafs die iUtesten Lyf- 
Undiscfaen Ajinales, welche Ton einem, der in dieser Zeit gelebet, kurts darnach verfasset seyn, 
swar meiden, dafs an dem Orte, wo Jetxt Reval stehet. Anno »1218i^^*) efaie alte Dänische Burg 
gcstssden, dieses Klosters aber wird mit keinem Worte gedacht Dergleichen geschiehet auch bey 
den Dihniadien Oeschichtschreibem, Saxoae, Huytfeld und Pontano, welche die gering- 
sten Dinge, so dem Reich Dannmarcken som Ruhm gereich Ai können, wol'herauff su klauben 
gewast, denen auch .dieser Fundations-Brieff, und mehr obgemeldten Klosters Privilegien, weil 
ihaen die Reichs-Archiven offen stunden, nicht verborgen seyn konten, dennoch haben sie ^ich 
gescheuet, derer* mit dem geringsten Worte zu gedencken. 

Weiches ich aber keinem zum Nachtheil, sondern Mos aus Liebe ^ der Warheit erinnern 
wsUen. Unterdessen bin ich nicht in Abrede, dafs viel Jahr vor Erbauung der Stadt Reval 
Däsler in Ehstland von den Bahnen seyn aufgerichtet worden: mafsen befindlich, dafs schon 
Arno 1104 das München-Kloster Dominicaner Ordens Gudwallia oder Gudzwald, (weicher 
Nähme hernach allgemählich wegen der schweren Pronunciation von den Bauren in Kusall ver^ 
iadert worden) an dem Otte, wo Jetzt die Kusalsche Kirche stehet, erbauet gewesen, nachge- 
heods aber an einen andern Ort, da nun der Hoff Kolcka ist, verleget worden, f) Mafsen 



•)Ijib.l2., pag.22^ 

••) Lneae Ofliandri Epit. Bist Eodea., Cent 11.— Micraelii Syntag. Hiitor. fol.201.— HelTicns 

in Chrooologia. 
***) Im Coalezte de« M«cr. stehet IS«. ., am Rande 1217; im enlen Alidnick ISlSy nach Arndt verbes- 
sert; nach Alb recht von Stade muft es 1219 heiften. 

t) Diesen Irrthom hat echon Arndt (LiTl&nd. Chronik Th. 2^ Seite 48., Noteb) entdeckt, und bewiefen: 
iaff dae Kloeter Gndwall nor Gfiter in Ehstland beseMen, eelbst «her in Schweden, im Bisthnm Lin- 
koping gelegen habe. Der sweyte Fehler, den Arndt ehendaaelbtt rügt: dafs n&mlich HiArn das 



«olchei die Nabmen der Ooitergftter derer Haltfeld «nd PoiittBiie.gedeiidEea, iwd r^m orfr 
im fol|;endea vlerdteii Baebe sollea aBgesogea werden, welche Mrffer jtaoiid alle n dem Heffe 
Kolcka geboren^ gnngaam ausweiseiL 



KloiterEtseram, «t daMB lUßaeh, ffabmaoiEfferttf, gtamAthaSbfif bddebet rieh aaf aaiew Haai ■ 
adiriflen, ia wrieheii der ScUuA im wwejtea Badu , ▼oa oUg^m gaaa abgeiift, aad ?m iim Wat* 
ten: "maCieii befindlidi'* ao, bU an Eade fa^eader Garialt laiiM« malieB befindUch, dab mboa UU 
ein ManciieB*Klo«ter BominilraBor-OideBi GadwalUa geaaBat, in Khrtlaad geitaadea, wabia de» da* 
mablf regireade König in Dännmarken Walden^ar diatet Nabmaaf der Ente einen llf$Bcb Et ■nrnm 
gefandt liat; an weichem Orte aber daa Kloster geftnndcn hat, iiabe ich weit« aidit erfahren hdnneBf 
all daCs einige GAtter Mwol am Harrlen, alf Wirland danmter geliAret haben. ' Und weil mir beridH 
^ worden, daft an Kndsal, 6 bii 7 Meilfln Toa Re?al, ein Kloitcr vor Alten geaCuden, welcher Orf 
nahe bcjr der Haitiichen und WiriadieB Gtentae gel^geBt aeheini et nicht «agianblidi, dalb ee da^ 
•elbe Cleftar geweieat nnd dalii der Nainae hemachee ten den nntenticheB Elawehaenit wefl ihnen 
dat Wert GndtwaUia oder Gudawall an tehwer annaiedaQ, (abfonderlicht weil rie in ihrer Spradie 
kein Wert mit einem G im Anfang deeaelbea aoteprechen können) in etwas Teraadert^ worden. 



Drittes Buch. 



litt lahr ttnserii Heylandetf 1188 hat es rieh begeben, dafs etliche Brehmtoche, odet wie andere 
vollen, LüblsdielCaiiflleute, welche ihr Oeweili, in die Oat-See, an treiben, ausgeaegelt waren, 
iardk Starm und Ungewitter an den Lyvisdien Strand bey Dünamünde sind angetrieben wor- 
den, woselbst sie von den Hey dnf sehen Einwohnern des Landes anfinglich sind überfallen, dafs 
sie darüber theils ihrer Waaren nnd Mitgesellen verlohren: derowegen sich die Teutachen inr 
Welir aetsen, nnd mit den Heyden schlagen müssen* Wie aber der Lyven ein gut Theil geblie- 
ben nnd die übrigen gesehen, dafs sie mitCtewalt nichts ferner ansrichteh könten, haben sie mit 
dkn Tentschen dnen Frieden getroffen, nnd beyderseits eydlich bekriffUget Hiedurch haben 
iKe Kmnfflente einen Mnth gefasset, nnd rind in den Heyden ans Land getreten, mit ihnen durch 
Undnrechslnng' derWssren nicht ohne grofsen Gewinn nnd VortheU gehandelt, eine gute t*rennd- 
wAmttt aufgerichtet, den Frieden abermahl befastiget, und die Abrede genommen, dafs sie nicht 
mlleia ollk wiederkommen', sondern auch mehr Kaufiente mit sich bringen mochten. Sind also 
nit Frenden nach Hanfs gezogen, und da sie ihren Lands-Leuten berichtet, in was vor ein Land 
flie genAen^ wie man daselbst einen TorthelUiafftigen Handd anstellen kSnne, und wie sie es 
ndt den Barbaren rerabscheidet hätten, haben sidi liald andere mehr gefunden, die mit in die- 
ser OeselschalR am seyn begehret,' welche auch gutwillig sind angenommen worden« Fuhren also 
mit Ihrer Handlung jährlich fort, und ^aren den Heyden nicht allein wilkommen, sondern es 
wurde ilmen auch gestattet, weiter lingst der Dfina las Land liinein xu rücken bis an ein Dorff 
Ikon Külla, jetst Üxkul genannt, da sie sich allemahl d^Sommer aufhielten, nnd ihre Waa- 
ren Tfhlnferten, gegen den M^iiter aber wieder anhelm lOgen. 

Man ssgt, dafs die Lyten su dei' Zeit so einflltig gewesen, dafs da sie eine grofse Menge 
MB Honig gehabt, haben sie dasselbe nur ausgddmckt und das Wachs, als ein nnnüti Kehrig aus 
dem Hanfs geworffen, und haben die Kauffleute sum ersten Geld davor geboten, das sie mit 
grofaer Verwunderung genommen. Ais sie aber hernach der Sachen recht innen worden, haben 
me ea hoher ausgebracht*) 

Wie dieses nun mit den Kauffleutea etliche Jahr gewähret, beigab sicbs, dafs H einher^ 
dna, ein Priester des regulirten Ordens von Segeberg, ehi frommer nndOotlcsfürchtiger Mann, 

— ' 4-rt^ • . i ' ,.J .'«.f - • 

*) C r an I i i Vandalia Hb. 6.» cap. 9. seq. 

LB4. ü 



ridi Gott bebhl, ud Terfügte lidi adt den Imeenlai aaf die Kdie mmA hj§ani^ biOMle Mi 
daaeilMt eise Bitte, darinnee er rieh, sampt tefnen Dieaeni enfliielte, and lernele die LjfiNiie 
Sprache aüt grober Mihe; and wie er aidi durch teiiie FrimiBigkeit and iiifiiditigeB Waald 
allen konte beliebt madieii, abo gewau er andi durch aeia aanAmitigea and fleUUgeaPredigai 
endlich derLjrea Gemüther, dab er Ihrer Tlel bekehrete. BratUch haben Mk etUdie snÜxkal, 
derer Nahmen In den Annalibna Lbonlae gedacht werden,*) nembUdk IIa und Wleao taaffea 
kaaen, wehdien mit der Zeit andere daherumb wohnende gtfolget, worunter ein TrcUhdidicr 
Staroat oder Alteater, Nahmena Kobbe, andere Kaupe folgete, der aampt aeinem gantaen 6e- 
ahide doi Chriatlidien Glaoben angenommen. **) Diei er war ein Mann groben Yermogena, An> 
aehena und Geachledita; daher Ihn auch etBdM, der Lyren König nennen; aber dieae hattea 
dergleichen Älteaten mdir, und einen In jeglichem Gebiete, wuaten andi damahl von keinem in- 
dem Konige, ab dem Firaten, oder wie ihn die Geachichtfchreiber nennen,*^) Konig Ton Po- 
lotako, Nahmena Wolodlmir oder Woldemar, welchem die Lyren Jedeneit unterthinig wa- 
ten. Bey dieaem brachten ea auf Antrieb dea Meinhardi mitlerweile die Kanflleute dnrdi 
Geachenk und Gaben dahin, dab er ihnen Tergonnete eine Kirche au bauen, welchea rie aach 
alaobaM weikatellig nmditen. lat also die erste Christliche Kirche auf Üxkul, und nkkt, wie 
einige ohne Grund vorgeben, auf Kirchholm.geweaen. Denn ohnedem, dab man nidM abM^ 
hen kau, aus was Ursachen die Teutschen die Kirche anderthalb Ifeile von ihrer Niedetlagei 
die sie an Üzknl hatten, sollen au Ihrer grobeaten ünbefTemlidikcit geatiftet haben; ao aea- 
gen die ilteslen Jahr-B&cher, f ) Arild Huytfeld, und andere mehr, dab ea an Üxkul go* 
acbehen, alwo auch nachdem der erate BischSf fliehe Sita, beror die 11ium*I3rdie au Riga toar 
diret worden, gewesen. 

Des folgenden VRnten nach Verfertigung der Kirchen, fielen die LIttaner, entweder aas 
alter Gewonheit und Begierde au rauben, oder, dab aie Temonunen, wie aich die Ghiiatiidke 
Lehre, der sie aur selbigen Zeit Spinnenfeind waren, dieser Orter bannte aussubreiten. In Lyf- 
laad, raubten alles, was sie ftbcricsmen, und brachten viel Gefangene mit aidi davon. Dshero 
sich Meinhard sampt den Üxkulsdien im Walde so lange für dem Feinde ve rbe r g en masteai 
Us derselbe abgesogen war. Da hielte Heinhardus den Lyvladken Ihre diSridite Bfaifilt vm*, 
dafs sie kdnen festen und sichem Ort hatten, dahin de im Fall der Nofli IfareZufludil ndmcn 
kdnien; verspradi Ihnen daneben, , dafem aie dea wahren Gottes Kinder werden, sidh taaflea 
lassen und den diristlichen Glauben annehmen weiten, Omen au einer Festang, daiinnes ate vor 
dergleidien feindlichen An&U wol sidier seyn könten, au verfaeUTen. 

Die Lyven lieben Sich dieb Anerbieten gefpUen, willigten drein, und beatitigten sokhea.ndt 
einem Eyde. Diese erwünschte Gelegenheit, weite Meinhard na aldit verainmen, veradmBbte 
derhalben durdi die Kanflleute Miurer ud Steinhauer aaa Wibby. Beror aie aber 



•) Origlnm Uvaniae pitg.4. 
»•) Russow, Brnadii, Mnytfksld. 

•*•> <Mg. Liian. pag.a^ ChnaicM Carloais liki^ ULwl €M^ Huytfeld. Bb. L 
• t) Oitgin« Livaa. pag.4. 



1) anopMi iMi «tliche 8er I^m ttaffeB Imwii, die tibrigw TerUeMai tus fal- 
Hertoea deigMcfcwn m dum, sobald die Veatnng fertig seyn würde; wurde also mit dem 
Hanoi fortgefidireii. Meinhardss aber behldte den fitnCken Theil dea SeUmaea der KtrcheD 
f«r, die er «nch mit adnea Untoaten auflUireB Heb. 

Ber Üxkmln Nichbam auf dem Holm, JetmftdDahlen genaimt, begdireten tm deaTeut* 
aAea efaui Featoog mit gleichem Bedinge, wdeliea ibaeB audi bewilligt wurde: daraaf Ueaaen 
ddi ihrer aeeha taalleD. 

Wie die SemgaHeii dieaea TemahmeD, walten ale ea nieht leiden, and weil ihnen der Ge« 
haadi dea Kalcka nnbewnat war, Termeineten aie, data daa Schlofii in Üxknl nur ron losen 
aiao adJiebanet wurde, kamen derowegen mit lang«i Stridcen nnd Tauen angesogen, rer- 
daa angefangene Werdk in die Dnna in liehen, wurden aber tmi einigen Tentsdien Bo- 
gm-8Autie& dermafaen bewilkommet, dafa aie Ton ihrem thftriehtea Vorhaben ablaaaen und mit 
Schanden wieder mrftek kehren muaten» . 

Blitlerweile, ala man die Verfertigung dieaer bejrden Featnngen Toihatte, log Meinhar- 
iaa, welcher aua Ghriatlichem Biffer lUTor nur vor aich Selbsten ^gepredlget, llflS'^) nach Breh- 
aa^ und damit er aoldi aeinangalangenes Werd[ mit grdfeerm Anaehen undZeugnia aefai^Lehi^ 
forlrtellen mfichte, gab er, waa aich in Lyfland begeben hatte, dem Erts-Biachoff Hartwige, 
dfems Nahmena der erate, und Capittel daaelbat'su eifcennen, und bath de umb Rath und Be- 
förderung 

Diene hieltena vor rathsam, weil er der Sprache mid dea Landea kAndIg, ihn lum Biaehoffe 
ttsr Ljfland an Terordnen; wie denn auch allea, waa der Erti-Biachoff hierinnen gethan, 1170 
fsn dam Pabat Alexandre, dem dritten dieaea Hahmena, ist gutgeheiMen und bestitiget worden. 

Bs wollen einige, dafs Meinhardua und Torgedachter Lyriacher llteater Caupe, per- 
sUkh bey dem Fabate die Confirmation aolchea Bischoüthums, selten abgehohlet haben: Aber 
Araoldua. Allbas, '^*) der inr selben Zeit «iter dieaem Erta^Biaehofllhum gelebet, und die 

Annalea'^'^) welche kurti darnach geachrieben, imgleichen Albertua Crantiuaf) und 
der ilteaten Gesehichtschreiber mehr, gedencken demen ndt keinem Worte, sondern mel* 
dsn nur achlechterdiaga, dafa der Erti-Biaahoir lu Brehmen Hartwigaa den Meinhardum 
ssm BiaAoffB eingeaetit habe. Caupe ist «war efamiahl, aber lange darnach, wie künftig sei 
gedacht werden, bey dem Pabat Innocentio IIL geweaen. 

Da nu der Biachoff Meinhardua wieder nach Lyfland gelanget, und die gedachte Featun^ 
gen fertig wären, fehlete ea mit derHeyden Zuaag ao weit, data sie sich nicht allefai nicht woW 
tm bekehren laaaen, aondem aach die getaniReB flelen grdfirten Theila ab, badeten sich in der 
Binn, ud Termehietea aiao die angenommene Tantie wieder' abmwaachen, Hamane auch niaiit 



*) Macb Grubere BwOmaag kam Meiahard ent U70 adar 1166 aaöh LiTlaad. Origlnee Lit. pag .1. 

twL c). 
—) Chron. Slarovam li1ii.7^ cap.8^ pag.fflS. 
•^) Origia. LiT. pag. 5. 
t) VandaUa, lib.«^ eap.ie. 



tUdn dubey ber«beii> soiideni gdUehte« AtA-MciAllMiotfi gfet^ltbh am dem LaadtiaiiMk 
ben, n weiehem Bude de dem froauneii BlithoSb niid eeineii nttgebriditai GeMIkheii dlcft 
Scbimp, SpoU und Sehadca, ao sie «rdenckea koaieii, sufügeteBi 

Unter andern war einer, Cisterdenaer^MeMyvNaliaieiiB T he a dar lauft, weUdier hemuk- 
mahlt Bitd|0ff in Ehatland werden. Dfesar war ron dem BiachoffB nach Trejden Tererdoet, 
welcher die Bobheit der Barbaren sum älReni Tetaachen miLBsen. Hwumahls befab aicha, dab 
die Lyren einen Mifswachs hatten, da nahmen sie auff Anatifften ihres CHItsen^Priasterav weil 
Theodorieas völliges Leibes war, sich Ter, ihn- ihren Abgöttern sti.opffem, and al» sie nscb 
^ ihrer Art erfahren weiten, ob er denen Göttern angenehm w'ere, lieTsen de ein Pferd über einen 
Spiefs treten; dieses setate den einen Fnfs also über den Spiefs, welches bey ihnen ein OflMa 
oder Kennseichen war, dafs das gebradite Ogfer den Göttern nUaiig^nehm, and dsTs. Theodo» 
ricna nicht uohfi gecpffert werden. Ihr Götaan-^Pftffe aber sagte» man salte des Pferdea Bicfcea 
abwischen, dann der Christen Gott sirse daranff, und lenckte des Pferdes Fus also, ffienaf 
wurde das Pferd abgestrichen und wieder hersugeführt, welches eben den vorigen Fus suerst 
fortsetate^ und ward Theodpricua diefsmahl also beym Leben erhalten. Jmgieichen iat eria 
Ehatland, da ihn der Bischoff hingesandt, nicht weniger in Gefahr geweseti, wegen dner damahls 
entstandenen Sonnen -Finstenib, weil die alberne Heyden es davor gehalten, Thcodoricns 
habe die ISonaei gefressen j von welchem Aberglauben ich im eraten Budi mit mehrem Beridit 
gethan. 

Uagefehr lanbs Jdir 1180 ist die Kirche M Üxkül, welche Bischoff Meinhardus fun* 
diret, sur Haupt- und Thum-Kirche dieaea Lasdea aar Ehre der heyligen Jungfinanen Msdcii 
geweihet, wocslbat auch der BiachöflUclie Stael^ und Site bestiligei worden. SSne 2&dt damaeh, 
aia Meinhardus die Bofsbdt .der Heyden mdur und mehr Yerspüren muate, und mitcrde 
in Erfahrung kommen, dafs thdIs.Teutschen, wie auch die Nördisclien Könige sich 
men hatten, selbige durch Krfeges-Zwang von Ihrer Abgötterey au bringen, nahm er aldi vor, 
dea Herbsts mit den Kautteaten nach Gottland und von dannen wdter in die umbU^genAe iJa* 
der au. begeben« und die CbriaHichen Potentaten in Ihrem Vornehmen au atiiicen. Bolchea aber 
lioaAe so geheim nicht angehen» daia ea die Lyveii nicht erfahren hatten» welche ihm mit bW 
adiem Fidiea und Bitten nacheüeten, und bewef^Uch suHeffen: waraAib er» ala ihr Tater, aia 
jetsund verlassen, und der ihr Hirte aeyn aalte, de ak seine Sdiifflein durch sebi FUefaen den 
Wölffen jnun JUube . übergeben walte f brachten ea auch endlich dahin, dafs er ihren glatten 
Wocten tvanend^ ddi mit ihnen wieder, zaiuak begab. Aber kaum waren die Schiffe weg, da' 
4ie Dahliscbafl^ihca Heucheky an den Tag gaben, den Bischoff mit achimpflichen Wwrten durch- 
aafftov und hkaaftti ihn wilknmaapn aua Gotüand, fingande^ «aa dach der PreUa an SaUa und 
Watman dasdbst sey etc. 

Wie sich nun der gute Bischoff betrogen sähe, ist er mit den Seinen B:atlia worden, dab 
er nach Bhstland reisen wolte, damit er mit den Kaufüeuten, so dda fiberwinterten, auf den 
Frühling nach Gottiand gehen könne. Wie solches die Lyven vermerdceten, dachten de Ihm 
unter Weges aufzupassen und nmbzubringen; Er ward aber von einem Treydnischen Ältesten 
Nahmens Anno, gewarnet und umbaukehren ermahnet; ddier er sich aaahÜikil wieder ma be> 



I, gM i t ig ct wuWIa Viortigfe äMr im gdbchtai Theod^rlenm A-tmm Pabit, wddMr, 
er lien aifwShMiiden Lyren kda Nachdeniieii Tenmaeheii atehte, Mk dieaer iSeachwIii- 
e^t feinranchet, daTs er Torgab, er afiate eillgat einea in den letiten ZIgen licfend^ Ghrl- 
itea beracheB, und kam mter aolebcB Verwand davon. 

Ah er mm bey dein Pabat anlangete, gab er ihm ' die Menge der Getanfiten, wie auch der 
AbgebUenen an verstehen , nnd well der Pabst et vor rathsam hielte, dafs man ein ao wol an- 
gefaagenei Werck nidit stecken lieaM, sondern vielmehr die, so sich gutwillig haben tanffen 
Itnea, wo es nicht anders seyn kSnte, durch Zwang dabey erhalten müate, that er Theodo- 
rieo gnie YertrSetiuif einiger HUffe. 

Unterdessen bemühete sich derBisehofT die Christliche Religion anch inGohrland in pflan- 
tan, and hatte an dessen Beförderung ein Theil Teutschen nnd Gothen unter Anf&hrung eines 
Schwedischen Krieges-Obristen aufgebracht, welche durch wiederwertigen Wind nach Wirland 
giBd vertrieben worden, da sie zwar etliche Tage gestreifft, aber, als ihnen die Einwohner jähr- 
lichen Tribut versprachen, sind sie wieder abgezogen. Es sey entweder, dafs sie sich lu 
schwach befunden langer alda au verharren, oder dafs sie keine solche Geistliche mit sich ge- 
habt, die der Sprachen kündig, und alao in Religions-Sachen nichta verrichten konten, so ist 
dodi den Teutschen, welche schon mit. den Cuhri^chen Lyven wegen ihrer Bekehmng in guten 
Temiinis stundeil, der Compaa nicht wenig verrucket worden« 

Ungrfehr nmb diese Zeit nenMidi Anno 1186. beyReginingEtnigs Cannti in Dianmarcken, 
k^tcn dieDiniwhenKriega-Leate, weiche unter dem Könige Woldemar demBIraten aamKiiege 
gewöhnet waren, dafs ihre KriUTte bald abnehmen würden^ im Fall sfe sidk nicki ferner In Streit 
and Sdüaehten übeten. Dahero ward ea von dem Könige bewilliget, dafs man Seewerta die Eh- 
sloi angreüTen solte. Denn, weil sie Unehristen waren, nnd das Meer mit steter Ranberey nn* 
risher machten, were billig, dafa man sie mit gleicher Mitaitae beaahlete. Sin bekaharai aber 
Md mit den Rügiaehen an schaffen, undwlrd von diesem Zuge, odfar waa damit auageriehtel 
weiden, h& den Historien weiter nichU gedacht«) 

Anno 1187 tibertelen die Bhstnisehen See-RSuber den Erta-Blschoif au Upsal, Johannem 
iej Almerateck und ersdilugen Ihn daselbst, fuhren darauf weiter fort, und verbrannten die 
alle damahb volekrelehe Stadt Sigtnn, welche nachgehends nicht mehr InAuffiiehmen hatkom- 

Bischoff M einhardus aber, ala er nadi grofser Mikhe nnd Arbeit, audi nicht minderer 
Wieimrwirtii^eit fa ehie KrancUieit gdUlen, hat er die Ältisten der Lyven, insonderheit derer 
saTreyden, wel«dier er stets versichert gewesen, an sich bemlfen, und sie befraget: ob sie auch 
nach seinem Absterben einen BlschofT wieder haben weiten Y weldiea sie mit Ja beantworteten« 
Karts darnach hn Jahr 1198' nach Chriati Geburt den 12. Octobris ist er selig fai Gott ent- 



•) Craasii Vnadalia IIb.«. cap,17^ Poataai hiitor. Dan. lib.6., pag.tTT. 

••)IHaM Begobeah^it tHgt Hiftra um ein Jahr au frfths tot. Man sehe Oalia'a GtMhIdite von 
Schwadisn, Th.S^ 8eitell9. f., wo sie nnnliadlich enihit wltd. 



•ehhie«,'^) nacMcm tr, wie effldie wolkn, vier mid aivifttdg Jahr Blfchoff geinMeiu Abtt» 
wenn msn nach Hartwlcha dea Brts-Bigchoffa la Brehmet, der ihn einaetste; Tede rechnet» 
fomtB er tber SO Jahr regiret haben« Er lat eratlidi m Üxkal begraben worden, darnach aber, 
als' die Stadt Riga gebanet, nnd die Thnm-KIrche dahin tranaferiret worden , afaid aefaie Gebeina 
nach Riga gebracht, nnd In der Thnm-Kirehen daaelbat im Chor bey dea h. Binta Altar unter 
einen Stein gelegt nnd nachfolgende Yerae ihm mm Gedächtnia dranf gehanen worden: 

Hac gnnt in foma Meinhardi Praeanlia oaaa, 

Nobia primo fldem dedit annia qratuor Uem 

Actia müienla eentenla nonaqne genia 

Annia cnm aenia hie ab liia it ad aethera )^oenia. **) 
Im aelbigen UOOaten Jahre, kam König Canntna der Sediate mit einer Ansahl ScUSe 
nna Dinnmarcken in Ehatland an, nnd landete in der Wyke, swaog die Ehatm dnrdi Krieget* 
Macht den ChriatUchen Glauben aninnehmen, nnd reraorgete das Land mit Prieatem, hinteriiefa 
auch einige von Adel, wdche er mit atatlichen Guttern belehnete, mafaen Herr Odert Toa 
L d e , Ritter, Ton welchem die noch lebende Herren Ton Loden ina funffsehende Glied entaproa- 
aen, daaaelbige mahl wegen aeindr tapfem und getreuen Dienste, ao er wieder die Ehaten geieiateti 
ndt den Güttem Wolgal, Kyde, Lechtea, Poddea, bon, Kochtel nndPall, worunter auch damahla 
Libel nnd Paritell gdioret, iat belehnet worden, wie aolchea aus noch voriiandenen Origbial- 
Brieflen kan bewieaen werden. Zu dem linde ich auch, ^^fa höchst gedachter Konig einem Klo- 
ster, Gntwallia genannt, in Elurtland Ciatercienaer-Ordena, eiidge Priiilegl^ und Gütter gegeben, 
weldiea Kioater, wie im andern Budi erwehnet worden, ^*'^) liereita Anno 1164 geatanden hat, 
da ein Möndi Nahmena Eabernna aua Dinmarcken hingesandt worden. 

Iniwiadien fertigten die Chriaten in Lyfland ebe BotliachalR ab an den Brta-Biadieir aa 
Brehmen Hartwich den andern dieaea Nahmena, nnd baten, er mSchte hellTen, dafa aie wieder 
ehien lUacholT bekimen; worauff ihnen einer geaandt worden-, Bartholdna Ton Lochnnf) 13- 
aterdenaer-Ordens, nnd Abt an Lncen, welcher der andere Biachoff in Lyfland war. Dune ver^ 
ordnete daa Capittel sn Brehmen aua ihren Mitteln an Verbesserung adnea Unterhalte Zwantaig 
Marck SUbera, welches anjetio thut hundert und aediiig Rdchathaler. ff ) Er kam eratliahnach 
Lyfland ohne Kriegea-Macht, da ihn zwar die Lyven anfXnglidi frenndlich empflingen, aber bdd 



•) Weder das Jahr, In wdohem Melahard sti^, nodi seia Todestag, wird tou Heiarieh de« 
Letten, dem ElBtigea, der hierin enttcheidea kdmite, bestimmt ; und die neueren Schrillsteller vel« 
eben In Ibien Angaben alle tob dnandev ab. 8.Gadebnsch LlTÜad. Jabrbieher, TkL, Abssha.1. 
Seite24. ' 

'**) Einen Kupfentldi tob d ie se m noch TorhandeneB Grabmale findet nma in Bergmann's Oaschicbrs 
TonLkland. Ldpsig 1776. 8., Seite«. 

•**) 8. den Sehlaft des Bwetten Buehf und die dssellMt befindllefae Anmerkung, 
f) Unter Terteter begeht hier, ^i« die meitten liTlinditchen GefchlchtMhreiber, ein Versehen, Indcsi 

^ er diesem Bischof den Nahmen Ton Loehnn beilegt Barthold war Abt de« Rloiters Loekum im 
Hanndverochen, sein Familienname aber Ist uabekann^ gebllebea. Orig. Liron: p.l0.,'uot. a). 

ff) Arnoldl Chroa. 81aT. lib.7., cfap.f. 



Imidi, ab er den Kirch-Hoir mvf Dehlen wdlMa lelte, weiten sie lliii derchaiiB iiabbriiigeni 
ierowegen motte er surild: mcIi TeetadUhad, und rott dannen mm Pabat gehen, dem er adiie 
Notb klagte «ad erUmgete von demaelben Ablafa Bfteffe filr alle die, welche dne Creatafdirl 
k Ljflaiid tuten; kam alae arit liendicher Ansalil wieder, nnd landete bej Riga an, Ten danr 
am begab er aich nach Dahlen, woaelbat er bej den Lyren Temehmen liefs, ob aie geaonnen 
noea, die Cliriit&ahe Sdigion wieder ansnnehmenf weichet die Abtrinnigen mit aller Macht an 
Ihaa weigerten. Weil aber der KachofF die SeUflEe nicht bey sidi hatte, konte er alda nidkta 
ttfaogca, begab aich derowegen mit aebem Yoick wieder nach den RigischenSand-Bergai, alwe 
er bey einem achönen weiten Fielde, da andi ein bequemer HalTen, eine Stadt anxnlegen, top* 
hibeaa war, vnd r&atete aich anm Streit Wie nun die Lyren den Emat aahen, erbothen aie 
liA aar Bekdurnng. Der BiachefF begehrete an mehrer Sicherheit ihre Kinder sn Celiel, wel* 
dm üe Lyren kelneawegea eingelien weiten; dennoch geriefli ea aam StÜbtande, und wediael* 
tea lie mit einander nach der Lyren Öebrandh aum Zeidien dea Friedeaa die Spierae. 

Ala aie aber bald damadi den StÜbtand dareh Ranbnng der Tentachen Pferde brachen, 
Mdte der Biadioff ihnen den Spiefa wieder, griff aie an, nnd wie wol in dieaem Treuen der 
TmlMhen bey UM, der Lyren aber nur 6M blieben, adilng er aie dodi endlich in die Flucht 
WeO er aber anf einem nnWndIgen Pferde au weit unter die Fltahtigen gerieth,' ergriffen ihn 
tfa Lyren, und efaier Nahmena Ymand ailea ihm von hinten einen Spiea durch den Rücken^ 
iuwdt Buk die anderen in St&dLcn hieben; welchea geadiehen den M. Auguati"^) Alüo 119SL 
Ir hat awey Jahr, wie der Vera anaeiget, regiret 

Haata necana anno Berthol dum Lyro aecnndo, 

NaAdem nn die Lyren daa Feld räumen miaaen, reriieereten die Tentachen dae Land, 
aal awangen die UngUuMgen, dafa de umb Friede bitten, und Prieater au alcb fordern muaton; 
diwurdmi üirer an Dahlen bey Funibig und folgenden Tagea an Üzknl ohogefehr Hundert 
getaa9, und muaten die Lyren den Prieatem von dnem jeden Haken Landea eine Maaa Koma 
fCB^redien. Dieaem Frieden traueten die Tentachen und etliche Ibuillente, und begaben aich 
ufeier nach Hanla; die Geiatlichen und etliche Kauffleute ndt efaiem Schiff blieben hi Lyfland. 
b «ar» aber die andern kaum weg, da fielen die treuloaen Lyren au Üxkul ab, wuachen die 
fmäb nadi ihrem Gebraudi in der D&na wieder d>, iberflden die Teutadien und ermordeten 
kj SM Ghriaten, drlneten aadi den Gdatlicheu, dafa, wo dch einer Von ilmen nach Ostern alda 
iMa finden laaaen, aaite er deaTedea aeyn; dahnrodeaidimdirenthenadaronund nadiTentadi* 
Wad amahten. Die Knufleote aber nmaten aich mit Ckilde i5aen, wo de nicht aterben weiten. 

Untcrdeaaen ward nodi aelblgen Jahres au Brdunen Ton dem Erta*Bisdioffe Hartwichen 
im andern und dem Gapifttd daaelbat aum Biadioffe iuLyfiand erweUet, ein aufrichtiger Mann 
fm Adel NahfltMna Albertua von Buxhdfweden,'^''') der ehi ThmurHenr au Brebmen gewe* 
M. Dieaer aog den folgenden Sonuner nadi Goitland,, und bradite daaelbat SM Mann auf an 



*) Beisrieh der Lette mgt autdMckllchi den 81. Julius. Orig, Livoa. Hf.U» 
^ Ridtf Yon Bnxhdwaen, soadem Toa Apeludern, wie man Jetst geuifs wdfi. Origiii. LlVon. pag 
U^ nota) und pag. Sil — UL 



— « -^ — 

dner Greatiftlurt wMer die Uofliubigeii In Lyfland; henMli kam et warn Könige Oannto fa 
Dinnmar^en, wmi wiirde Ton ihm, irie anch dem Hertiege Woldemar und Blidioif Absoioa 
wol empCmfepu....VoB dannen Icehrete er wieder nach Tentachland, und kam naidi Hegdebarg,' 
alwe n der Zeil Pliilippaa der Römiiehe JUyiat mit aetner Gemahlin gefcronet wurde,*) «ad 
brachte noch melir Yoldk soaammeo. 

Anno IIM im andern Jalir aeinea BiachoffUrama log er mit dem Graffen Ton Dender-> 
mtnde,**) Herrn Herbert Ton Yborg, nnd vielett andern Blttem und Pillgrament unter 
welchen auch iweene aelner Sehweater-Sohne *'*'*) mit Naiimen Eng eibrecht und Dietrich 
genannt Ton Tiefenhanfen aidi befunden, aampt 2S SdülTen nach Lyliand, nnd landete bejr 
Dahlen, Ton dannen war er Willena nach Oxlcul lu gehen; die Lyren aber woltena nicht 
geotatlen, nnd «riohlagen unter Wegea dinen Priester Ificoleum und etliche andere: Dodi kam 
der JBischoV mit grofaer Mdhe nach Üxkul, und ward Ton den noch fiberbiidienen Brudora 
mit Freuden empfangen. Die Lyren machten mit dem Biacholfe einen betrieglidieii Stülafand 
ma£ drey Tage, Termeinende unterdesaen aicb mit aller Bfacht wieder die Teutachen su aanm- 
len; fielen aber inswiachen einige von dea Biadioffe Leuten, ao er nad^den Sdiiffen geaandU^ 
unter Wegea an, und rafolgten aie bia nadi Dahlen, weldiea aie, dleweil der BiadioiF aich 
alda aufhielte, belagertien, und beingatigten die Teutachen deato hirter, weil ea Bmen an Pro- 
viant und Futter fSr die Pferde mangelte. Endlich funden die TeutMhen einige Gruben mit de* 
treydig «tngefUlet, davon de reichlich in leben hatten. Mitlerweile kam ein Schuf ^ue Fried- 
land an, und da dieae ao md dem Schiff waren, der Lyven Untreu vermercketen, nftndeten aia 
ihre Äcker an, und thaten denaelben allen mfiglichen Sdiadeu: aolches Jagte den Lyren eine 
Furcht ein, dafa aie umb Friede bitten, und dem Biachoff nadr dem Ort, da Riga nun atehet, 
muaten folgen, da ihrer vtele und unter andern einer, Nahmena Aso getauffiet worden. DerBi- 
adioff weite dem Friede, welchen die Lyven ao offt gebrochen liatten, nicht trauen, forderte 
derhalben von Aso und Caupen, aampt andern Ältiaten, GdaeL Wie aber der Biachoff etU- 
chermafaen vermerckete, dab aie nicht allerdinga dazu geneigt waren, lud er aie su Gaste, und 
Befa de in aok&er ihrer Waherheit hi Verwahrung nehmen, brachte auch dadurch an vid an 
Wege, weil de sieh befibrckteten nach Teutachland gdCnhret au w^den, dafa de ehngefehr 
dreyfaig ihrer beaten Knaben dam Biadmff suatelleten, welche er adt Freuden annabm, sog dn^ 
mit nach Teutachland, und aandte den Bruder Theodoricum von Treyden sumPabat Inno- 
eentio dem dritten, umk Abla»Jbrleffe, fftr die, wdahe wieder die Undulaten atrdten wniteui 
SU hohlen. Bevor er aber alnreiaete; sdgeten ihm die Lyven den Ort, an welchem der vodge 
Biachoff willena geweaen, die Stadt Riga su bauen. 

Anno 1900 fan dritten Jahr aeinea Biachoffihnma kam Alber Ina mit d^m geaamleteuToldtt^ 
und aetste an obgednchtem Ort su Biga aus, und bauete die 8t|dt vollends. Woher sie den 



*) Oder vidmdir: mit der Krone auf dem Kopf sich affeatlidi tehea lieft; wie Gruber sd^, dsft 
der AoedriMk Heinrich dea Letten: ''coreaatwr**. su ventehen mj. Origin. LIvobv p9g. 17«, p<^d). 
**) I>ie£i war kein Graf vaa BeAdermAnde, ionden von Bortmund. Orig« Lfv. peg«!?. 
•**) S. Arndte Livliad. Chronik 8.28^ Note*). 



71 

Jütimat hat, M bey den Scribenten itraitig: die meisten wollen, dafs alda einige Korn-Sdien* 
nea, welche die Lyyen Rigen nennen, sollen gestanden haben; aber diese Völcker wissen Yon 
kdaen andern Schennen, als denen, so mit ihren Wohn-Hiafsem unter einem Dach stehen; 
ssdem nomet man keinen Ort nach den Wohn-Hänfsem. Vielweniger bestehet derer Meinung, die 
dl wollen, dafs sie Fon etlichen Flseher-Hiltten diesen Nahmen überkommen, weil man selbige 
aUt nicht Rigen, sondern Kala maja heisset. Der Author Annalium antiquitatam Livonicarum 
lagt Ueron:^) ^liranum seniores Episcopo loonm civitatis commonstrant, qvem et RIgam appel^ 
hat, Tel a Riga lacu. Fei quasi irrignam, cum habeat inferius irriguum, ac unum irrigoum 
mperiBS, eo quod dt pascuis, pratis et aquis valde irrigua, Tel eo qnod ministratur in ea pec- 
catoribus plenaria peccatomm remissio, et fiat per eam irrigua snperis et per conseqnens re- 
gsiun coelomm ministratnr, Tel Riga, noTa fide rigata, et quia per eam gentes in drcnltn sacro 
kaptkqnatb fönte rigantnr.'' 

D. Fhilippns Molanchton SeeL vermeinet, es haben die Rügen Tormahls diesen Ort 
beaelaet, und dem also ihren Nahmen hinterlassen. Dafs aber die Lyren efai Fhmlsch Yokk 
m Rügen solten gdcommen seyn, kan Ich keinem in Gefallen glauben, und halte davor, dafs 
legen dieaes Nahmena nichta gewissers, als die Ungewifsheit in finden sey. **) 

Zur selben Zeit hat der BischofT sweene von Adel, nemblich Herrn Danielen Banerow, 
Süd Herrn Conrad von Meyendorff, Rittern, den ersten mit dem Gebiete Lennwarden, 
lud den andern mit dem Hause Üxkul sampt zugehörigen Güttem belehnet Yon diesem Meyen- 
dorff, welchen, man folgends nach dem Hanfs, von Üxkuln genannt, haben die jetiigen noch 
Uer Im Lande blühende Herren von Üxkuln ihren Ursprung. 

Die Cnhren, als sie von dem gewaltigen Bau der Stadt Riga Temonunen, sandten an die 
Teatsdien, umb Friede ansuhalten, welches ihnen auch bewilligt worden« Dergleichen thlten 
isch die Littaner. Derhalben weil mit diesem Yold[ Friede war, gedachten die Cfhrlsten einen 
Z^ in Semgallen lu thnn, aber der Fürst von Fleskau fiel ins Land und Terhinderfte es. 

Anno ISM sog der BischolT mit den meisten Pilgrimmen wieder nach Teutsdiland, und 
kiSi sein Bruder Engelbrecht, ein Mönch, nach Riga, brachte die ersten Bürger sus Teutseh- 
lad dshin, und wurde Probst nur Thnm-KiTche su Riga, welche im Torigen Jahr Ton dem 
ÜMhofle fnndiret und desBischolh Bits von Üxkul dahin versetiet ward; da die gedachte Thum- 
iMe sampt dem gantsen Lande, damahligera Pibstlichen Gebranch nach, der h. Jungfrauen 
Marien gewidmet, und ale su einer Beschütserin Lyflandes angenommen und erwehlet Der 
Kacholf erbauete auch sur selben Zeit das Kloster Cistereienser-Ordens beyDünamünde, nannte 
ei 8. Nicolas-Berg und setste Theodorlonm (dessen vordem oft gedacht, weldier auch 
Uriiero bej Treyden denen Heyden das BTangeUum geprediget, und sich aUa niedergelassen 



•)Or%in.LiTSiL pag.l9. 

**) MiU ist «9 wohl aatscUoden« UU Ma Ideluer Baeh, ekemali Rige gsnsnnt, der Stadt Riga daa 

Nameu gcgebca haW. Gadsbafch LirUad. Jahrkdcher Th.l, Aboeli«!^ Sdtett., Noteg). Hu- 

pel« Neno Nordlscbe MisceUaaeea, Stück 1. n. &, SwtellS -- U4. 
LBd. 10 



— w 

hatte) nun enten Abt eio. SdUget Kloater m1 heniadi, wie etüdie wollen, tm den CMeas- 
Herm dem Ben det Haniee DUnanitlnde leyn einTerleibet worden. 

In «elbigem Jehre etifftete, auf deeBbchoffe Albert! und The odoriei Angeben, derPabit 
Innocefrtins der dritti^ dieses Nehmens einen Bltter-Orden nnter die Regel der Tempel-Hem, 
dessen Ordens Br&der in Lyflsnd wohnen, das Land vollends einsnneliiiien helffen, und der b. 
Kirche Beschtitier nnd Beschirmer seyn selten« Sie werden Gottes-Ritter, -aneh Sehwert- 
Brnder genannt, nnd mnsten weifse Hantel, mit ebem Reit-Schwert nnd einem rothen Stent ^) 
gexeichnet, trageiL Und weil das Land, wie obgedacht, der heiligen Jvngfiranen Maria gewid- 
met war, ut bey der Einweihe nnd Anf nehmong eines neuen Bmders dieses Ordens der Gebranch 
gewesen, dafs der Ordensmeister, ein bloses Sdiwerd in der Hand haltend, dem neuen Ritter die 
Ordena-Regd Arlase, neben angehengter Yerwamnng, wie er sieh Torheiten solte; nach derer 
Kndignng er ihn gelinde mit dem Schwert ufd dieScfanltem schlug und dabey diese Worte sprach: 

Diels Sdiwert empfang von meiner Hand, 
Zu sdiütsen Gottes und Marien Land. 

Ihnen wurde mm Haupt und Meister erwehlet ein aufrichtiger und rechtschaffener Mann, 
Herr Yinand von Rorbach, den die Geschichtsdireiber insgemein Yinnonem nennen'^), wel- 
dier nebst dem Bisdioff Alb recht mit allen Fleis sich bemühete, dafs sie viel von Adel in 
diesen Orden bekonmen modtteoi Ohndem reiseten auch noch viel Leute umb Gottes Willen, 
nnd PSbstlidien Ablas sn erlangen. In Lyfland, wieder die Heyden su streiten« 

Anno ISOS kva B|schoff Albrecht wieder und brachte unter andern von Adel, Arnol- 
den Ten Meyendorff, Bernharden Ton Seehusen, nnd seinen Bruder Dietrich tob 
Buxbafweden*"^) mit ins Land. Unterweges aber bey Gottland schlug er dne Hotte der 
öselisdien Ton M 3eiuffen, welche die benachbarten Dehnen nnd Schweden beraubt, und mit 
vielen Kirchen^erath nnd Gefangenen wieder surfick weiten. Zweene der Schiffe wurden« sa 
Wysby, nachdem die meisten daranff erschlagen, eingebracht, nnd eins tou den Hgfden selbst 
Terbrannt; denn es war einer von den Teutschen hineingesprungen, und sidi so ritterlich dsranf 
gehalten, dab er alieine von den Feinden 22 niedermachte. Weil er aber kdnen Beystand hatte, 
sogen die iibrigen Ae Segd auf, nnd lieffen mit ihm Seewerts, da de ihn, nachdem er gants 
ermüdet, nbermanneten, und umbbrachten. Das Schiff aber, weU es an Yolck entblölset war, 
sdber ansUndeten. Der Bischoff sandte die Gefangenen nebst den Glocken und Kirchen -Zienth 
so er den OseUschen abgewonnen, dem ErtirBlschoffe sn.Lunden wieder m Banden. 

Umb diese Zeit reisete der Abt Theodoricns wieder imit den Pülgramen, welche sdioa 
dn Jahr in Lyfland gewesen, nach Teutschland, und hatte mit dch Kaupen, einen Ältesten 
oder Staroeten aus dem Treydnischen, welchen er mit dch dnrdi Tentschland und endlicb in 

*) Heiarich 4er Lette sagt snariiddich: eiaSchwerd nnd einKreets. Orig.LirM. p.li Aber die 
OrdMUtehroiiik im A. Mstthsei sndect T. V. p.718. hst: *'£nda dtse Heerai diMgeu vitte i 
oMt eeu root sweorC, ende dato op eae rode tterae, «ade doM hietea fweertlifeedaM.^^ 
•*) Yiaae asaat iba Heiarich der Lette; Viaaad Toa Bohrbaeh aber ist eiael 

GMdiichUdireiber. Origia. LItob. pag.M. noUf). 
**0 Oder riehaebr Toa Apeldern. 



— » — 

demPalMil lanocentlo brachte, der ihn fSrenndlicb empflog, mid sieh hey fluB aller Gelegenheft 
des Lmdef erkundigte, begabete ihn endlich mit IM Gold-CKUdea und liefs ilin ron sieh. ' 

Unterdeflien hatte der Flrat von Polotiko daa Hans Üifcul nnrendhens belagert, ward 
aber mit einem -Stück OeTdea befriediget, dab er wieder abiog. Bald dannf streüFete der 
rirst TOB Gerdke mit den Littanem uai^ Kiga, ranbete ihnen ihr Yiehe, nnd eradüng swene 
Piieater, Johan von der Yechte nnd Wolchart Harpenitide, wie auch Dietrich 
Brftdegamen, welcher ihnen mit den Bürgern nachaetxte. 

Anno UOS sog der BischofF wieder nach TentschUnd , nmb mehr POgramen ins Land sn 
ichsÜBO. Dergestalt war der fromme Bischoff stets sn reisen unverdrossen, wiewol es ihm 
schwere Mnhe kostete. Denn er hielte stets diesen Gebnnch, dafs, welche efai Jahr gedienet, 
aadi Ansgang desselben, wieder anheim ziehen möchten, nnd brachte er anstat derer andere, 
& der Crenti-Fredigt snlieffen, ins Land.*) Es war aber der BischolF kaum w^, da die Lit- 
tiaar mit den Ascheradischen nnd Lennwardischen^ sampt andern Lyren, so noch heydnlsch wa- 
nn, nm Riga her sn streiffen anfingen, weldien awantxig Bürger ans Riga nachsetieten. Weil 
aber noch waug Einwohner in der Stadt waren, nnd theOs der nnglinbigen Lyren Kundschafft 
Mommen, dafs die meisten ansgesogen, fielen sie die Stadt an, rermeinende, selbige sn über- 
nnnpeln, wurden aber Ton den übrigen, so noch Torhanden, wieder abgetrieben. 

Gegen den Winter begaben sich etliche der frembden Ritter und Pillgramen wieder nach 
TestsdUand, welchen Theod%rictts nnd Kaupe mit dreyen Schiffen und Creutafahrem, sur 
gisiaen Freude der wenig übergebliebenen CSuriaten, begegneten. Obgedachte ftitter aber gerie- 
tfaen auf ihrer Zurückreise, wegen wiederwertigen Windes, In nicht geringe Gefahr, indem' sie 
sieht allein Ton den Ehstnischen See-Raubem angefochten wurden; sondern auch endlich an 
Proliant Mangel hatten, und dennoch bey ftmffsig Cbrlsten, weldie Schiffbruch gelitten, aufge- 
BOBunen, und mit ihnen das Letste, so noch übrig war, Terzehret hatten. Es schickste aber 
Gott, der die Seinen nimmer Terläbt, wunderbarllch, dafs ihnen ein Kauff-Schiff anstlefs, aus 
wdehera sie theils geschendLet theils für Geld, so viel sie nötig hatten, bekamen. Nadb lang- 
uirigem Hernmbschweiffen und ausgestandener grofsen Gefahr f gertethen sie endlich nachWysby, 
«ad fon damien nach Dannmarcken, da das SdUff einfröre. Die Pillgramen aber begaben sich 
Ibers Land nach Teutschland. 

Anno 1284 des Wintera fielen die Littauer in Ehstland. Wie sie aber Riga friedrich vor- 
beygingen, sogen etsliche der Bürger ihnen entgegen, derer einer, Nahmens Martin Friese, 
denHeerCiihrer Swelgate und die Tornehmbsten Littauer mit einem Trutack Meht beschencketew 
Nachdem aber die Littauer Torbey waren, sagte Swelgate su den andern: Habt ihr nicht Ach* 
tnng darauf gegeben, wie den Tentschon im Einschencken die Hände bebeten? Warlich, sfe 
Ibditen sich nicht wenig für unsere Macht, und wollen wir in der Rückreise dies geringe Staub 
fSsToldL bald niedermachen. Es kam aber der Semgallen Ältister, Nahmens Westhardt, nach 
ttga, und hielte ihnen vor, warumb sie den Littauern einen freyen Durchsng Tergönnet hetteuY 
iddie, nachdem sie sidi des Ortes Gelegenheit erkundiget, sie nicht unangefochten würden 



*) Cvasisii Tsadalia IIb. 6^ cap.U. 



UeitNiB hiieii. Erböte sldi, vAi gntter Ibdkit de» Teatedien HBUfe m leiftm, w«m aie Am 
nur einige au ihren AUtteln, so des Kriegen erfbhrcn, m Anführer nrftgehen wollen. Ab akh 
die Tentgchen etwas hiersuf bedacht hotten^ gdien sie ihm mr Antwort: dafs sie ndt sdnem 
Erbieten «nfrieden weren« nmf. dab er Ihnen ans Jeglidwni Sorffe inSeagallen ehien snmCMisel 
überantworten wolte. Soldies nahm Weathard mit Freuden an, und Ivachte in der Ejl ein 
stattliches Yoldc, wie aoch die Geibeln, so er den Biginchen überantwortete, nnsammcnt an 
denen sich des Bischoffs Hoffgesinde, wie anch der Bitler Conrad Ton Üzknl nebst sndem Bit- 
tern geseUeten und der Littauer Anknnllk erwarteten, welche mit einer unglairiblicken Menge der 
gefangenen Ehsten und grofser Beute im Ansnge waren, derHejmung, die Stadt Biga annlülea 
nnd aussoplüudem. Wie aber die Semgallen die grofse Menge des Feindes gewahr wudea, 
weiten sie die Flucht nehmen, Herr Conrad Ton Üskul aber mit atbtea. Teutsahen blieben 
bestehen, dessen sich die SemgaUen schameten, und kehreten auf Westhardens Aufinnntenag 
wieder umb, da sie denv beiderseits dieLktauer iberfielcn, ihrer IMO aampt dem grostenlMi 
der gefangenen Ehsten, weil sie der Christen harte Verfolger gewesen, erlegten, und eine mir 
sigliche Beate, ah Pferde, Vieh, Kleider undfiewehre davon braehten. Swelgate selber wurde 
Ton einem Teutschen, Nahmens Dietrich Schilling, mit einer Lantie durdigerannt, dem die 
Littaucr *) selbst den Kopf abhieben. 

Cber solche Niederlsge haben sidi der Littauer Weiber so sdur betrübet, dafs sich dever 
über funffxig erhenckt haboi, aus Begirde, im andern Leben bey ihren Minumn an sejn. 

Bald darauf kam Bischoff AI brecht mit schien Pilgramen wieder ansTentschknd, braiAte 
such seinen Bruder Bothmarn^ der ein Mönch im Kloaler sn Segebeif gewesen, mit sidh. 
Wie er nun den Lyven durch Conrad Meyendorff, sonst tou Üxkuln genannt, seine An* 
knnfft Torkündigen, und sie dabey ermahnen lies, dab sie Ton ihrer Abgötterey abstdien und 
ihn gutwillig annehmen sollen, gaben sie gnngsam an rerstehen, dafs ihnen wenig darmnh n 
thnn wäre, mafsen ihrer theils sich in den Wildniesen verkrochen, theüs auf die Festung Lenn* 
werden begaben, in Meynung sich daraus su beschütsen. 

Es befunden sich damahls unter den Teutschen Henrich Graf von Stumpfenhnnsen, 
Cnno von Eysenberg und andere Sachsische und Westphälische von Adel, wehdie die Oa- 
glanbigen verfolgten, und Lennwarden verbrannten; dahero befürchteten sidi die sn Aseherad 
dergleichen, baten nmb Gnade, und begaben sidh vom CSirif^nthumb. Es wurde audi auf An- 
halten des Fürsten von Kokenhausen Wieseke'^'^) mit ihm ein Friede geschlossen, den er 
doch nicht Isnge hielte« Da nun die Heyden vermercketen, dafs sfo wieder die Teutschen nichti 
schaffen konten, kehreten sie allmahlig von ihrer Abgötterey ab, nnd bekamen also den Beeits 
ihrer Gütter wieder. 

Anno UB5 bewarb sich der Bischoff durch eine Gesandtschaft umb die Freundschafl dm 
Fürsten Woldemars von Polotiko, aber die Beussen behielten den Gesandten bey sieh, and 
rüsteten sich, unterdessen die Stadt Biga sn überfallen, welches durdi einen Beiler dem Bi- 



*) Semgallen hat die erste Ausgabe nach Heinrich dem Lettea berichtigt. 
**) Vefceke, to hat Heiarich der Lette den numcfaen Nahmen Weewolod veistAmmelt. 



idiofe famd fethan wird, ddher wird dieter Yondilag Teniidhtet Dessen nngeachtet, rtth* 
icUngea die Lyren mit den BflnÜMn, wie die Christen aas dem Lende su jagen weren. 

Die auf dem Holm Dahlen aerrissen ihren Prieeter (wdcher ein gebohmer Wirländer 
■ad ftn M einhard« im Uoeter flegdberg nnterrichtel war) in Studien nnd rebeUirten wieder 
die BigisdieD anf Angehen ihrea Attesten Nahmeaa AIeo, worden aber Ton den Tentsoben bald 
gsfinpfet, nnd des SidebfUiren Kspf dem Biseheffe nach Riga gesandt. Die JUtesten Ton 
Mka worden nach Tentsdiland gebraeht, damit sie in der Chrisdiehen Beligien desto besser 
uterrichtet werden lionten. 

Weil andi die Treydnisehe Lyren abgefallen, nnd die Tentschen wol wnsten, dafs die 
SosgaUen flire abgesagte Feinde waren , lOgen sie dieselben an sieb nnd thäten sampt Kanpen 
dma Strelff :ins Treydnisehe, belagerten die Festung Kobbeselle, welche dem Kaupen in- 
gdieret, aber in seiner Abwesenheit Ton seinen unglaobigen An?erwandten ihme abhandiget wor- 
jea; dabero er sich ein gantaes Jahr, weil er ein standhafter CSuigt war, unter den Blgischen 
nfludten müssen. Wie nn die aus der Festung sich daraus, und in die Fludit begaben, nahmen 
de die Teutsehen ein, nnd Terbrannten sie. 

Auf der anderen Seiten der Aa, war noch eine Festung, einem von den Treydnischen Ältf- 
ilcn, Nahmens Dabrel gehörig. Als nu diese, so sich darauf befunden, sdien, dafs des Kob- 
bea Festung im Feuer stund, starcketen sie sich desto mehr, und aogen die Flüchtigen an sidi, 
asd» desto bessere Gegenwehr an thun, welches ihnen auch dermafsen gelang, dafs die Teut- 
•dwa nichta ansrichten honten, sondern noch f&nff derer, so xu stürmen Tersuchten, darüber 
fsilshren, nnisten also unyerrichteter Sache absieben, plünderten aber unterdessen das Land 
and ifceileten den Raub unter allte die, so mit in dem Zuge waren. 

Bischolf Albrecht, nachdem er mdt den Lyren einen Frieden getroffen, sog wieder nach 
Teutiddand, umb neues Yolck auf anbringen, aber die Lyren hielten den Frieden nicht lange; 
ienn, weil sie wüsten, dafs wenig von den Tentschen übrig waren, rerbunden sie sich mit denen 
sa Folotako, nnd machten sich an das Haus Üxkul, wurden aber Tiele durch des Herrn Con- 
rad Meyendorffs Bogenschütxen hart verwundet; aogen also von dannen nach Dahlen und 
belagerten das Hanfs daselbst, in Meinung selbiges au yerbrennen; weil aber die Tentschen dar- 

mit Sebleudem, Werffaeng und Armbrüsten denen Reussen .(welches diesen unbekannt war) 
Abbrudi thiten, musten sie nach EilffUgiger Belagerung abxiehen. 

-Darauf gedachten sie Riga anaufallen, wie sie aber Kundscfaafft bekamen, dafs der Weg, 
wie andi die Felder, an allen Ortern mit Fufs-Angeln beleget waren, nahmen sie unTerrichteter 
Ssdie den Weg wieder surück. Nachdem nu die Reussen weg waren, und die Lyven sich ausser 
HaUTe befunden, hielten rie wieder bey den Oirlsten umb Frieden an, welcher ihnen aber erst- 
Bdi abgeedilagen wurde: weil de aber au bitten nidit nachliessen, und bestindigen Gdiorsam 
▼ei^radien, wurde der Friede geschlossen, und musten die Lennwarder sidk Terbinden, dem 
Herm Danieln Banneröwen, deme diefs Gebiet (wie ^bberfihrt) verldmet worden, jährlich 
gewisae Zinse au geben, welches auch nach dem alleaeit geachehen. 

In diesem Jahr aog der König Ton Dannmarcken, Woldemar der andere, mit ehier grofsen 
Kriq;es-Madit, wdctae er in dreyen Jahren gesendet, auf ösel, dassdbe an beswlngen, bauete 



TO 

btnete aucli ein SdUora dannlf. Weil aber die Oefidir vor den Heyden lo groe war, dafs 
aich niemand Tertranete, daraoff wa bleiben, Terbrannte er daa anfgebraete Scillae ond leg «d- 
ber aampt eeinem Krieges-Volcke anfieini. 

Von dieaem Zuge melden ancb die DOmisclien Gescbichtidirelber mit wenigen Worten, 
gedencken aber desgen nidil, da^ damahia der Konig In Person, aondem nnr, dab der Erti- 
Biflcboir Ton Lnnden Andreas ond sein Bmder Snno, imgleiehen Ebbe und Lorents, Sa- 
tt ons Söhne, ndt gewesen.^) 

Als der König abgereiset. Mm der Dibnische Erti-BisdiolF gen Riga, wnrde wol. em^hn- 
gen, nnd blieb alda Ober den Winter, den er mit Predigen lubraehte, legete ancb denen Geist- 
lichen die Psalmen Davids ans. So folgete andk der Probst Engelbrecht an St Marien 
hierfamen dea Erti-Bischoffes Rath, dab er von denen in Lyfland die tüchtigsten Knaben in Gel- 
sei annahm, und sandte ihnen hin nnd wieder Prediger ins Land, nemlich Alabranden oadi 
Treyden, welcher an Eobbesele, des Kanpen Festang, eine Kirche banen liers. Daniel, 
einl^rlester TonDahlen, ward nach Lennwarden gesandt, dieHeyden daselbst an tanffen, von 
dannen ging er nach Sidegnnde, Asehrad nnd des Dabrels Festung, kam audi an den 
Wenden, Ton welchen im ersten Buch gemeldet, dafs sie sieh bej den Letten niedergelassen. 
Diese waren demüthig nnd genta willig, sich unterweisen an lassen« Endlich besuchte er sudi 
die Letten, und Idumeer, lieik eine Kirdie bey Roope bau^, und wurde allenthalben gen 
angenommen und gehöret» 

Die au Treyden begehreten von Alabranden, dafs er Urnen auch Oesetae und Ordnungen 
in weltlichen Sachen vorschreiben solte, weil bey ihnen im Heydenthum das Rauben und Steh- 
len gemehi gewesen; nachdem aber derSigennuta mit eingerissen, ist dies Ampt bey ihnen nidit 
sonderlich angenehm gewesen. 

Unterdessen aog Bischoff Albrecht in Teutschland hin und wieder, endlich kam er au 
dem Römischen Keyser Philippen,. nnd trug ihm Lyfland an. Der Keyser nahm es unter des 
Reichs Schuts und versprach demBischoffe Jihrlidi lOOMarck (welches jeUund SOORthlr. thut) 
aur Beysteur; wurde aber bald darnach in seiner eigenen Schlaf-Cammer verräthischer Weise 
umbs Leben gebracht 

Der Bischoff aber kam Anno 12D6 umb Pfingsten wieder nach Riga, und brachte unter 
andern auch den Graffen von Peremont, Gottschalck genannt, mit, welcher nebst andern 
Teutschen die Mauren der Stadt Riga so hoch bauete, dafs sie folgends f&r einen fefatdlichea 
Anfall sich nicht sonderlich an befOrchten hatten. Der Bischoff aber beflieb sich immittelst, sUe 
örter in Lyfland mit Predigern au versehen, auch hin und wieder. Kirchen au bauen. 

Der Fürst von Kokenhausen, Nahmens Vesceka, stund au der Zeit mit deuLittauem niidit 
wol und befürchtete eich eineaÜberfals; daher begab er sich nach Riga, und trug dem Biachoffc 
den halben Theil seines Schlosses auf, damit er ihm wieder die Littauer beystdien möchte. 
Welches der Bischoff auch gern bewilligte, und Ueb den Fürsten, wol begäbet,^ wieder von sich. 



«) Poataal bist. Daaias lib.0.* pag. V6. Huy tfolt part.2. 



WeB die Zahl der Sdiwert-Brftder lehr nmalmi, dab ale aleh ndt ihrem Lande nleht wol 
kdidffen Imnten, enachten aie den Bischoff) dafii er ihnen den dritten Thefl Ton Lyfland ond 
tejenigen Lindern, ao nodi kanten gewonnen werden, erthellen mochte, mit dem Titol nnd 
ledit, wie ert Tom Keyaer empfangen hitte: ale aolten aber dem BiachofRe, rar Erkintnia ilirea 
Cfdionama, den ilerdtan Thefl ihrer ZehenÜen ana demaelben Lande entrichten. Ward alao daa 
Land in drey TbeOe getheUet, nnd dem BiachelTe die Wahl gelaasen, welcher jen umbTrc^den, 
10 fan Kanpen mgehorig war, begehrete: die Schwert-Brfider behielten die Über-Aaiachen 
Liader, woaelbat sie hernach Wenden nnd Segewolde gebanet, nnd bUeb dem BiacholFe der 
iritte TheO Metaepol genannt^) Bleaea iat hemadi efaie Uraach Tieler Unefaiigkeit swiachen 
im Biicheffe mid Tentachen! Orden geweaen, wie an aelnem Ort aol gemeldet werden. ' 

Den Uttanem' lag noch der Schimpf, ao ihnen vor iweyen Jahrenj als aie aus Ehatland 
gAonmien, wiederfahren, im Sinne. Solchen in riehen, achüchen aie folgenden Wintera heim- 
M durch die Linder lingat der Düna nnd der Aa, mit einer groraen Macht Dahero aich die 
Bigfadien aufmachten, und achlugen aie bey Aacherad, nahmen auch eine kleine Featung der 
Littaaer, Nahmena Selbnrg, ein. 

Zur aelben Zeit ward Atabrand von dem Biachoffe nach Ugganlen geaandt, nmb fie 
Ottter, wddBie ror Erbauung der Stadt Riga den Kauffleuten, ao mit ihren Waaren nach Plea* 
4ra gewolt, geraubet worden, abrafordem: er konte aber hierlanen nichta Terrichten, dennoch 
kitte er auf aehier ZurSckreiae daa Glick, daTa er d«i Letten, ao undi die Ymer ah wohne- 
toi, und Lette gala genannt wurden, wdl aich Lettland aide enffiget, daa ETangellum pre- 
digte, und aie bAefarete; Weil aie aber annodi den Pleakowitlachett Reuaaen gehoraam waren, 
welche dann nnd wann ihre Priester herumbaandten, die, ao gutwillig den Glauben annehmen 
wdten, autauffen; durfften aie anfanga aich nicht unteratehen, von denRigiachen aich tauffen in 
imen, loaaeten derhalben, und ala daaLofa auf der Rigiachen Seiten fiel, nahmen ale von ihnen. 
Ae Tauffe willig an, gaben aich auch unter der Rigiachen Herrachafft 

Ea entatnnd rar adben Zeit einige Immge iwiachen dem Finten .von Eokenhauaen Yea- 
eeka und dem Herrn tou Lennwarden, Danieln Bannerow, wdl gedachter Ffirat deuLemi* 
midladien allerband Yerdrufa anfügte, und aich daran nicht kehrete, dafa er daTon abzuateheo 
afllennahlen ermahnet wurde: daher aich die Lennwardiachen in aller Stflle aufinachten, und 
ibentiegen dea Morgena firuhe, weU die Leute noch Im beaten achlafTen waren, Kokenfaauaen, 
aahnen den Fiiraten aampt fielen Reuaaen gefangen, weiten aber keinen umba Leben bringen, 
weil aie, wie alle Reuaaen, Cbrbten waren. Ben Sdiats aua dem Hauae brachten aie cuaammen, 
Mk daTon bexaldt tu machen: Glei^hwol weite eratlidi obgemeldter Daniel deaBiichofb Ur- 
tteil darüber anhören, dem ea aber gar nicht gefiel, aondem ateUete den Veaceka auf freyen 
Fafa, tractirte ihn anfa holflichate, und gab ihm bey aehiem Abiuge iwantiig gerfiatete Reuter, 
Schlender-Schntaen und Miurer mit, die Befeatigung, weil davon, die HeliRe damBiachoir äuge- 
let worden, deato beaaer ra Tcra^hen. Solchea nahm der Veaceka mit freudigem Geeichte, 

*) M. D. M^Uor la Mppleai. ad Ran. Chroaic^ 



•ker fUbdiem Hertsen an, nd kdirete wMer nach HanAu Dieb geadiahe vnb Oatmi Amio 
1907. Der Blachoff war eben damahl reiCifertig nadi Tentachland, kenle aber ans aenderbaier 
Sdiickang Gettea wegen atelen wiederwertigen Windea nicht wdter ala Dunamtnde koniinen. 
Ea Tenneinete aber Yeaceka, dafa aie adion fori waren, Yerliera aididaranf^ dafa wenig Veldet 
mehr übrig war, nnd ilberfld die Tentadien in Birer Arbdt nnd indem de das Cffwehr iieyadta 
gdeget hatten, deaaen er aie erat beranbete, nnd madite die Tentachen bia anf drey nieder, 
weldie in admeller Ftaeht nadi Blga kamen und reikilndigten dem Biachaire, waa aich ange- 
tragen lutte. Derewegen atdlete der Biaehoff mit den Pügnmen die Beke ein, nnd ristefta 
deh wieder dieae tredeae Benaaen.' Yeaceka hatte inswiadien der Tenta^en Knatnng nach 
Polotiko geaaadt, nnd dieadbe ad%ewiegdt, die aich swar dnfiuiden^ aber ala aie TemahaMa, 
dafii die Tentadien noch im Lande nnd nicht Yerreiset waren, weiten de kdnen AngriiT wagea,- 
aondem theileten den eroberten Raub unter aich, aündeten Kofcenlianaen an, nnd begab aich 
Yeaceka mit den Renaaen In ilir Land; die Letten aber, ao alda wolmeten, flüchteten nach 
den Wildem, ddi daadbat vor den Tentachen an rerbergen. 

Darauf sog der Biadioir wieder nadi Tentachland, die Bigiachen aber beBatigten die Stadt 
und atrafletca die Letten und Sdbnrger, wddie nmb obgedadite Yerratherej Wiaaenaehafft ge- 
tragen, Terefaiigten aidi mit den Semgalliadien Heyden, die Littauer au bekriegen, nnd sogen 
in regniditem Wetter wieder de; wurden dier digeadilagen, nnd gaben die mdatMi die Uraadi 
aoldiea Unglücka darauf, dab man aich anf die Menge der Ungfinbigen TUrlaaaen, und mit Smea 
ebi Yerbündnis gemacht hatte. 

Hemadi Aden die Uttaner den ScmgaHen ins Land, aber diese hatten aidi in den Wil- 
dem TOibeiget, nahmen die Piaae du, nnd machten den grofaeaten Thdl der Wiederkduendea 
nieder, adiickten auch ron der Beute den Bigisdien dn AntheiL 

Wie nun genta Ljf- nnd daa fiberdünisdie Lettland bi&ehret war, achicketen Meister Yiano 
sampt der Letten Ältisten, nonlich Russin Ton Soteck, Waridote von Antine, und Ta- 
liald von Beirerin, ihre Bothschaffler in Ugganien wegen Eratattung Tider ihnen sugefugteo 
Ungebühr. • Die Letten waren damahls you den trotdgen und hoffertigen Ehaten Terachtet und 
▼erfolget, und weil ihnen Tid Unrecht wiederfahr«! war, hidten de dch gern su den Teutschea, 
welche, nachdem die Letten getauffl waren, dch ihrer annahmen, nnd dabey die geraubte Waa- 
reu Ton den Kauffleuten (daron kurts vorhin Mddung geachehea) wiederforderten, wozu sich 
die Ugganier oder Dorptiachen kdneaweges Tmtehen weiten; demwcgen rüstete sich Md- 
ster Yinno mit den Schwert-Brüdem und Letten, gingen nach Ugganien, eroberten der E^istea 
Festung Odenpi (welches auf Teutach Biren Haupt bedeutet) und Tcrbrannten de, kehreten 
also mit grobem Raube wieder surück. 

Die Dggnnier nahrnw diegoekninn, JetnIFelliniaehe genannt, in nMe^überfleien die 
Letten enlüA ht der Trikatniaehen Gegend, und yerbrannten ihrer etiidle lebendig; darauf 
balagBiifU aie dieFeatnng Bewerln, fluiden aber, weil die Letten adbige kurts snror wol ver-* 
aidiert hatten, atarden Wiederatand, und weiten die Belagerten nut den Khsten kefaien Frieden 
sddiefaen, ea aey denn, dafa aie aick bekdiren Woltan* Dahero sagen dieEhaten unrerrichteter 



81 — 

8idw dafon; Ihnen wurde aberTun denLetten ntar derAnfUinuigBiisiine und Wnridote,^) 
iheitepflen Mannet^ ntcfagtoietsti denen die Tenledien nH&lffe kamen, «tretffeten inSaokaleni, 
nd machten aUea nieder, ohn die Knaben, so aie mit dch daTon brachten. Dergeatalt wnrden 
dk Bhiten geswnngen nmb Btülatand m bitten, weldien de andi auf ein Jahr lang erl^elten. 

Anne USd luun der BiadkoiT wieder Ina Land vnd brachte nnter andern iwene Bittere, 
BefldidiBbrn.BndoIph Ton Jeriehan, nnd Hrn. Wolter von Hameraleven, mit aldk Bald 
duiaf beaiditigte er die Teibrannte Stadt Eokenhanaen, anf welchem Berge er viel WSnne 
wBi Sehlangen gefunden , von denen der Biachoff den Berg reinigen nnd die Featnng wieder anf* 
bmea liefa, legete eine atareke Beaatmng drein, nnd bdelmete mit dem halben Thdl gedachten 
litten Hm. Bndolph Ton Jeriehan, den dritten Theil aber bekamen die Schwert-Brfider. 

Sa begab aidi inr aelben Zdt, dafa eher von den Ordena-Brüdem, Nahmena Wiehert 
faa Soaat, der dni SdiaSner in Wenden war, aeinen Orden verlaaaini nnd entlanffen, derowe- 
gm ihn der Mdater gefangUeh wolte einrieben laaaen« Weil aber der Biachoff flhr ihn bath, 
warde er wieder loa gegeben nnd in den Orden angenmnmen. Dieaer konte d«i angethanen 
UUafdF nidit Terachmertsen, aond»n andkte eine gdegeneZdt, bia er end[lidi denMeiater mit 
man Oapellan allefaie, aich mit efaiander beaprediend, antraff, nnd beyde mSrdedlcher Welae 
ant doer Hdfiartmi nmba Leben brachte. Der M5rder, nnangeaehen er aebie Sidierlidt in dner 
Cbpdlea, andite, ward ergriffen nnd and Bad gdeget 

Dieaer Mdater Ylnnand hat regiret aieben Jahre; die PrenCdaahe Oironften nnd die, ao 
ftaea gefolget, aetien achtaehn Jahr^ nnd dafa dieaer Mord Anno USt geaehehen, weldiea, idt 
utenchiedlkhe Umbatinde gnngaam anaweiaen, nldit aejn kan. Dahero Idi dem Yerfaaacr der 
entea Lyflindladien Jahr-Bfleher, wdeher dieaea allea bdebet, hierinnenalGherer folge. 

An dieaea Meiatera Stelle wehleten die Brftder ebien andern Melater, mit Nahmen Herfr 
Valf Tin ficheneke Ton Winteratiten*"^) «na Sehwaben, der efai aehr tqgendhalller nnd 
tipferer Herr wacn 

ÜDterdeaaen entatnnd denen Ghriaten ein.nener Fefaid Wleaewald, der Ftot von Oer« 
eike, der einea Tomehmen Herrn ava Uttanen Toditer gdieyrathet hatte, flmen andi In ihren 
Irlegen allen Yoradinb that, aowohl wider die Tentachen, ala andi dieBenfaen, aeine Landdente. 
hiaadcrhdt aber war er efai abgeaagter Feind der Tentadien Cbriaten, wdche er nicht allein 
mf ihren Reiaen beranbete,. aondem anch in den Wildem, da aie ddi aefaietwegen offk verbor- 
gm hidten, anCrodlte nnd plünderte; derohdben überaog ihn der Biachoff, nnd da ihm die 
leaiten im Fdde begegneten, adüog er de in dieFlndit, drang darauf mit denFMditigen In die 
Stadt, nnd wdl Wleaewald hi einem Sdiiff über dieDtlna Hohe, nahmen de dIeFftratln aampt 



*) 8a idiaa in dam trftoi Abdruck aachHaiarich dem Lettea verbeifert, b^ dam m hdftt: **Rttt* 
•ta, M der'täfilmta natar dea Letten war, nnd Waridote."« Wohl aar dardi eiaea SchnibÜBhler 
eteht im dem Ifumfcript der Bittendaall: Rate ine aaa Waridote. 

"*) Dafii dieeer Ordentmeliter siur Familie Schencke tob Winteretidt geiidrt liabe, i^ ebea lo va- 
erwieeea, aie dafii der Mdrder dee Torigea Meitten eia Herr tob Soeet, oder, wie Hifira Mgt, 
Soeot gewaeea foy. Helarich der Lette aeaat aar ihre ToraaaieB. Origia. Lirea. r*^*» aotb) 
et f. SLf aot c). 

LBd. U 



IhrMB F)riii«iiilnipier gefangen^ enehlvge» ftwtr wenig Toldtti weil es Ckifiteo warea, pUndertei 
aber die Stidt, fBhreleii Olodcen, Med-Oewaad oad Kirdien-OeriUli weg, ifliideteii dmef dfa 
Stedl an, und ▼crbrumtea de. 

Wie Wleiewald, wdeher rieh auf der andern Bettelt der Dina aolhidte, aeine Stadi 
brennen aahe, iai nidit anamgprechen, wie klaglich er ridi gdub't; der BischofF aber kehrete 
aampC den Kriegt-Lenten nnd Gefangenen nadi Riga, und Uefi Wie.aewalden entbieten, weaa 
er Friede nnd sdne Oefiuigene wieder begehreie, solte er kenunen nnd rieh fBr den BiMhof 
demi&ligen; weldiei gesehahe, nnd werde ein Friede anf aolchem Beding mit ihnen anfgeriehtet: 
dafa Er ridi unter der Heyden Anseiillge nidit miadien, denChriaten tren Terbldben, nnd ada 
Land, ala dn Ldm der Kirdken S. Marien in Riga, von dem BisdioiTe empfkngen Bolte.*^) 

Aia man ilm anf iolche Weite rmt aieh gdaagen nnd ihm sdne Gefangene wieder ngeatellel 
hatte» endigte aieh Anne UO0 der Jährige Stülatand, lo mit den Ugganiadiai oder Derptiachen Bhstea 
getroffm; derowq;en rieh derMebter rfiatete. DerBiachoff aber Befa aidi yiMi den TreydnlBdicn 
Lyren bereden, einen Frieden mit ihnen an sdUieben; die Sehwert-Brüder aber weiten ven die- 
nern Friede niehia wiesen. Die OdcnpUschen werden im adben Jahr ven dem GraefSrsten la 
Newegred nnd d«n Firaten von Pledce belagert, wddie Fdnde rie mit dMBiarek befidedigten» 
dab. rie Yen Urnen absegen. 

Der Biaeheir seg wieder nach Tentaddand nnd kam adb%en Jahrea ndt drejen BiadiSffeBi 
lae an Werden, Philippen Ton Ratsebnrg md dem an Paderborn, aunpt 

atemUchen Anaaiü Kriegea-Lenten, wieder. In edner Abwesenheit war Kekenhanaen nad 
Riga in grofaer Gefalir. Dom die nmbliegende Heyden belagerten entlieh Eokenhanaen, inHd- 
pnng, wegen der wenig hinterlaaaen«! Chriaten, daaaelbe an TevatSrenf aie werden aber ven 
Rndolph Ton Jericho weder abgetrieben, dala rie nidita admCm kanten. Femer, fanden 
aiah einige YeiTtther nnd abtrinnige Ghrlaten bey demFina Aa, weldie dieCnhren aai^gewiegdt, 
nnd wdl wenigTeutadie im Lande ftberbUd^en waren, Termeyneten rie Riga leidttüdi dninneh- 
nmn; riateten rieh derwegen mit efaier graben Menge SdiiSb, gingen gerade nach Riga sa, 
nnd gedachten^ die Sindt nnferwarneter Sade an ftberfiülen. WeU aber die Rigbchen ridi 
ieUUg versahen, nnd in der Zeit Rnndachaift bekamen, riutele aidi, *w nsr Waien filhrea 
knnte^ nach allerdinga die Frauen, nnd llnteten die grobe Glocke, nnd begegneten die Heydoi, 
wekhe anngeaticgen waren, anf dem Felde» Unter den Oahren, derer eine gnAe Menge war, 
hatte ein Jegttaher dne hSltanrne Taffd von aweyen Brettern, anstatt efaMa Sdiildea, ror ridi, 
daaidl aie vor den Sdllendeqi moditen aid^r aeyn. NidU deato weniger hidtcn dfe RigisdieB 
ein hartaa Treffen mit ihnen, nnd atraneten anf den Weg, da derFefaid aie nnCdkn wa4te^ Fafa- 
Angd, weldiea Aer ^liden der Ouigen seibat ni«dit wol bekam, faidem aie Utnig «e Feiade 
anlden, aelbige hinter ihre Wendung erstachen nnd darMier aelbat hi die gelegte Fnib-Eysea 
traten, werSber etüdie ersdilagen wurden. Wiewol rieh die Femde wieder au SchilT begaben, 
dmlen aie doA wndk Mittag wieder einen An&U, und atritten den gantxen Tag, da riedean 



*) Dan LahnbrisT iniat nuui Im GMico «pIooL Poianiae Ton. V., pa^-B., wk^IL nni u Ziagenhora*i 
hnriin«. 8laatandit aatsr im B^ylagan Niewti« Sritae. 



— 88 

• ■ 

te ClAitiidi Idelten, dab, wo einer mie flmen Terwiinilet wir, die indeni üun Tolleada des 
lopff •Udeben, und elto Uegen Hessen. Ihrer Tiel trogen Holte losammen, and weiten dieStedt 
■tt Fear Terbrennen, darfiber nicht wenig Terwondet und erscUagea worden; dodh mngehen sie 
tfe Stsdt lUenthalhen nnd wolten edbige dvrehens diubiehem, aber es kamen denen Rigischea 
die sas dem Hanfs DaUen m HtUlTe. Da sokAes die Cnhren sahen, wichen sie snrfkk mid 
kielten drey Tage stille, ihre Todten sn rerbrennea. 

Die Treyden Icom« unterdessen den Cnhren n Hftiff, und bitten ssmpt denen uadlegen- 
fai Heyden gern der Stadt Untergang gesehen. Inswischen kam Kanpe mit seinem Anhang 
lal des Ifadits darauf Hr. Conrad Ton Oiknl nadh Riga, defsfals dieTentschen einen Bhth 
fmetea, und b#lhen des anderen Tages dem Feinde den Kopff; dersdbe aber hatte kehie Lust 
m fechten, solidem msichte rieh auf und TerUefs Riga, da eben Bruder Barthold, der Schwerin 
IrUer fon Wenden AnfUirer, mit sefaiem Volck aus dem Dorptischen ndt grofsem Raube den 
l^iidien SU HiUre kam. WcUn aber die Belagerung aui^dioben ward, sog ein Jeder nach sei- 
am Ort; die abtrihinige Lyren aber legten sich aufs Bitten und gdobten abermahl, hfaifftro 
gehsmm sn Terbleiben. 

Hierauf nahmen die EÜiwert^Brader mit etichen BischURlchen efaien SSug wieder Odenpi 
llr, weil aber wenig Yolck auf diesem Hause war, Hessen sie den Bruder Barthold, der 
aflbuert-BrMer Anführer, gutwillig ein. Hferon wüsten die Bisehöfüichen, welche auf die andere 
Seile des Sdilosses gingen, nichts, feien es feindlicfa an, erstiegens leididitdi^ machten die 
Waner nieder, die Weiber ndimen sie gefangen, und nachdrai sie eWehe Tage aui^emhet 
baten, atbideten sie das HanCi an, mid lOgen mit dem Raaibe in LyHand. - 

Weil aber dieTentschen sahen, dafli rie allenlhalben urft Feinden umbgeben waren, hielten 
rfs CS firs Beste, mit etUdien Friede sn machen; «tndten derowegen Rudolphen von Jeri- 
cho mit einer ansehnüdien GeselschalR su dem Firsten Ton Pledko, mit demselben eben leid- 
IdMU Frieden anfsurichten. Als diese nach Wenden kamen, fanden ale die Bbstm für sich, 
«dche dasselbe Haus belagern wolten; dOrohalben de ihre. Sicherheit darauf sndten musten. 
Me Ungiauliigea ingstigten sie sdir mit Femr, 'Und weH die su Riga emtHdf den dritten Tijg 
«in soldier Belagerung Kundschaft bekamen» moehten sie' sich den rierdten Tag auf, und kamen 
Hl aadi Segewalde. Wie nun die Ehsten siriches imie worden, hüben sie die Bdageiung auf 
Cid gttgea lingst der Aa und der stehenden- See naeh dem Flns Um er ah su. Die Schwert- 
Brider sampt Kaupen und den Letten folgeten flinen nach, und sandten des anderen Tages 
EmdsdialEI aus, die aber falschen Bericht brachten, als wenn die Ehsten in aller Byl 'fiber die 
Tmer nh gegangen weren; derowegen ihnen die Teutschen, ssmpt ihrem sngeselleten Haujfen, 
mdisetsteB, und wiewol ihnen Kaupe rieth, sie selten auf den RIgischen Bntsats warten, wol- 
Im sie dennodi nidkt li6ren, ordneten die Teutschen an die SpHse, die Lyten Mber blieben im 
UAen. Als sie nun an die Omer a'h kamen, bradien die fihaten, weli^ sidl' in dte Wildem 
«cnteekt Katten, los, setsten auf die Teutschen, welche swar, sonderlieh auf Arnolds, eines 
Schwert-Bmdersy Brmahnnng, sidi tapfer wdireten, weil sie aber tou den Lyren verlassen, wun 
iea sie ftbermannet und surick getrieben. In dieser Schlacht blieb des Kaupen Sohn Bar- 
thold nnd sefai Eüdsm Wane. Henr Rudolph ron Jericho wurde mit einer Luitse Ver^ 



84 

dafi er wm Pferde fiel, enlkaiB i^eidiMl, nehdhai flim Wieb er t, ein FneOmkar^ 
ivleder tuf^ekolSen, diirdi GeBeli?rmdl|^eit aefaiet Pferdei. Ifadi erlangtem Siege etwflggel ea * 
die Bhiten «He Gefiuigeiie gnoModieh «ad wiegelten die nmüegelrfe Heydett edf. IHe CSuMen 
nber landlen eine L^gation an den FQraten von Pelotike nah Friede vnd eine freye Handehnig 
weldie er üinen anch yenpracli, nnd wurde m'ltiga ein ewiger Friede ndt flinen anfgeriditel» 
dedi aoiten die Lyren üun, oder der Biaeheff an ihre tiatt Tribnt geben» 

Hteranf rüateten aldi die Tentadien nmb Wcina^ten nli ibrcn Bondeagcneaaen, ala Plea- 
kowiler, andi dM iltfalen oder Blaroalen der Lyf- nnd Lettfachen Provinden, ah Rnaain, 
JKnnpe, Ninna nnd Dabrell« aaapt anden, wieder dioEhalen m lidien, nnd den sogefiiglen 
Sehaden in ridien; nagen nnter dea StUR-Yogta, Hrn. Bngelbreeht Ton Tiefenhanaen*) 
.Anflihmv nadi Metaepol« aldn aie Ton den Lyren, weldien ale nieht riet tnneten,.6daal 
flMhinen, nnd gingen iamer Kngat deniStnnde nadi Bhatiand. Da ale an daaCMbietli Soontag- 
f ana kamef, ftnden aie daa VoldL ganin aichery det o w^g e n rie aidi scitiMiletcn, eraddogon 
Wnl Voldc nnd hinchlen einen groltai Banb an Weiber, Under nnd¥iAe nnaannaen, nnd nogan 
nadi rier Tagen wieder hdm, da de den Ranb tiieileten. 

Im folgenden Monden Anno ISIO kanaen aie wieder wiianunin, nodi cinenBInbB m wagen; 
ober bey derBvInlakaaiienSeei Aaiijerfwi, begegneten ä»en ebi Hanfe Sadodcr nnd Ilggader, 
die abbald ihnen de»*KiiAea wendeten. Bner dber von ihnen büeb nnridL nnd bniftte Kand* 
oahaft, dofii anf einem an d e r n Wege ein groliMa Heer wieder kt Lyland dngebllcn: derowegcn 
dieto dn Jeder wieder snrikk, die adnigcn in SidMriidl m 

anfMelacpol, verwialelan. allca, waa ale antiafen, aahenetcn anA der Br- 
Ala de aber hinten, dab die Oofatea TenBiga, Wnaden nnd Lett- 
lud aich i>aaamUi<fin> wnlten aie «andben nidit erwaiten, aondent nmditai dcb dar «l 
folgeten die «gfadwn nnd bdegerten dm Hanih Feilin in Sodcden, nnd aandten die Lyren 
nnd Leiten, daa Land nmbhor dnaeh nn ateelAn. Aa ale nnn mit grober Benie nnd deien Oe- 




•>»r«»^ 



. — ^ 8B • 

Kiltrl TOB Dolen Ritter, dm ente Fenr mf den Stnim-Leiterii anbraehte, es warde tber 
kk ¥mtr fon den Belagerten gelöschet, und alles wieder in Gegenwehr gesetiet 

MoM Bdagemg katte aecl» Tage gewahret, ud waren die in der Festung mehrentheils 
anklagen nad Terwmidet, hatten aaeh Noth an Wasser; derowegen als die Christen sie noeh 
dssnU anfbrderteni bekannt» sie, dab der wahre Gott machtiger sey, als ihre Gotsen, welcher 
mh ihr Herts mm Chriatenlhiun geleneket hatte, begehreten Priester und Lehrer, die ihnen 
sich gegeben wurden^ weldie erstlich, nach damahligem Gebrauch, alles ndt Weihe-Wasser be* 
ipraigeleB^ ehe sie wegen des viel geschehenen BIntyergielseBS surTanire schritten: hierauf sogen 
üe Lyren wieder anhefan. 

Aber nislit lang hiemach rSsteten sich die Ehsten aufs neue, und ftden .re unterschiedli- 
«ten Mdden hiLyf- urf Letdsnd. Ue WyUschen «berllelen die Lyrisdien Shsten fai Bf etse- 
fol and Letllger in dreyen Hanffen, also, dafs ein HaulFe den andern folgete, und lieasea 
tttcn kefaie Bnhe bey Tag oder Nadit, sondern suchten sie aua den Wildern und Schlapflochem 
herfor, brachten die Minper umb, und nahmen die Weiber gefangen« Die Öseler gfaigen nüt 
ihren Raab-Sdiiffen in dieAa und nachTreyden au, alwo sie die Pfarre Kobjbesele tou Grund 
SSI Tcrwisteten. Wie nn die Teutschen bi soldier Gefahr und Bedrängnis waren, kam der Bi* 
idMff mit Meister Yolgvin aus Rom und brachte nebst Pibetlichen Abhfs auch eine Befasti- 
gnig des Vcrtiages, so «wischen den Schwert-Brftdem und Bischoffe, wegen Theilnng des Lan- 
to gssihehea war*'*') Auch kamen mit ihnen Helmold von Plesse, Bernhard you der 
Lippe und andeie Pilgramen mehr. Hierüber wurden die Letten frohe, und sogen den Ehsten 
mlgq^ett, gnbe& aber, weil sie die grofse Menge denudben vernahmen» bey Omer ah die Flucht, 
usidsn von ihnen geschlagen« und dieKti-che au Roop von denHeyden auq;eplündert Köbbe 
iter und Ae Tentsdien Jagten ilmen bis Sadialen wieder nadi, und Terheereten dasdbst alles» 
Ue Khsten aber aus Harriea, Ösel und der Wyck sampt den andern brachten au Wasser und' 
m Lsnde dne grofse Krleges-Macht auf, gingen nach Lyfland, und ab de au Lande nach Met- 
s^d kasMB, eileten de mit den Vomehmbsten nach dem Treydnisdien, die andern, wdche sn 
Mif wareo, gfaigen üngst der Aa hmauf; und bdagerten des Kobben Festung su Wasser und 
bade. Me Bdagerten hatten etUehe Bogen-Sch&tse aus Biga su Hulif bekommen, wehreten 
ddksiso tapflEsr, fiberlden unterweOen die Ehsten und maditen ihrer Tid nieder, biswischen 
fabaeretmi die Ehslen da» Land umbher. Da sie aber ihren Gotsen Opffer sdilaahteten, und 
rifih des Ausgangs erkfindigen weiten, Hden die Opffer alle auf der UndLon Seite nieder, wel- 
dki sie Tor dn bosm Zeichen hidten, wehen aber dennodi nicht ablassen, bevor de die Ly- 
fmwieder |iuf üureSdte gdiracht bitten. Solches berichteten die Sdiwert-Brnder, so^auf Sege- 
vold waren» demBlsdio&, wddier die Teutschen anmahnete, ihren Brfidem su hdffea^ Diese, 
ssicff wddMn auch Helmold von. Plesse und Bernhart Ton der Lippe waren, sogen 
Mch der An und gtegen lingst dersdben-die gantaeNaiAt, bis sie dieHeyden antreffen, welche 
ris aadk dnem sdir scharffen Treffen auf die FhidU braditen. EtUche der FlnchtigSB eUeten 



*) Die UmOfls crfhdüs Bnüe tadet man §m Codies diple». Pdoa. Tom. V., arcIY., p.S., In Zlcgca- 
horn*s kad. g t aai a w c ht BsyL Ilse^4, B.4. uad hi dsn Orig. Ufea. p.MB. 



WOL den Sehiffea, aUein es war Urnen der FaEi darcb die Sdiitien Terlegt, nnd ?wi Bernliird 
Ton der Lippe eine Brücke über die Aa geaclilagen, dafs die Schiffe in Strem nidil irleiar 
fai die See lEominen kirnten» Alao miiste aidi der Feind dea Nadita in der Stille dnven madiani 
die Yomelimbsten und Altestm nber von Eliatland werden alle geaeUagen, worUier bej dm 
Cbristen grobe Freude entatond* 

Der Bisehoff , weil er die Gewalt vom Pabat bekonunen hatte, andere nadiUb m weSiaai 
eo ereirete er Theodoricam, den Abt in Dünamfbidei m einem Biadioff inEftatland: in adaa 
Stelle aber setzte er Bernharden von der Lippe sn einem Abt. Dieaer Bernkardna war 
ein Graff von der Lippe und hatte wehrender aeiner Regierung den Dnterthanen mit Raaben 
und Brennen viel Unrecht angefügt, daher ihn Gott geatraffet, dab er lahm an beyden FUSien 
worden. Endlich hat er sich unter den Orden der Glatercienaer begeben, da er fleUrig deuBl* 
diem obgelegen und dergestalt angenommen, dafs ihm der Fabst au predigen Teratatteti nasl^ 
dem es sich aber mit seinen Füfsen gebessert, hat er aich naeh Lyfland Terflgt, da er efatSchi 
.wie Jetat erwelmt, Abt an Dünamünde, hemacher aber Bischoff in Semgallen worden. 

Zu der Zeit supplicirten die LjTen bej dem Bischöfe nnib Erleichterang ihrea aaf||eleglai 
Zehenden, nnd weil die obgedachten Bischöffe ffir sie baten, ordnete er ihnen eine gewlsn 
Maafs von achtaehen Fingisr breit weit, Jährlieh von einem Jedweden Pferde (Hufen) sn geben, 
mit dem Beding, dafs solches pur die bestandigen Cbriaten lieffem aolten, die aber wiederuab 
von dem Chriatenthnm abfallen wurden, aolten hinfahre den f antsen Zehenden einbringen. 

Es ging auch zu selbiger Zeit eine grofse Peat im Schwange, weldie anter den Ckristea 
nnd Heyden grofsen Schaden tiut 

Der Bischoff reisete abermahln naeh Tentsdiland: unterdessen atrriffeten die Bfcaten eA 
in Lyfland, die Lyven und Tentsehen wieder in ISisUand, bia endlidi die Sad^aler nmb Fiieia 
baten, nahmen die Tauffe an, nnd gaben ihre Knaben au Geiseln. Nachdem that der verordnete 
Ehstnische Bischoff mit 8000 Mann einen Zug in Uggaaien und naehDorpt, nnd ging lengst dar 
Embeck wieder zurück. Da er das Gebieth Waigel und die Vestung Somelinna (wddie ohne 
Zweiffei in den Gothischen Zügen von den Finnen, so in ilirer Sprache Some genannt werden^ 
erbauet worden) auageplündert, zog er in Jerwen bla nach Karethen, welchea danmMs tbk 
schönes und volckreiehes Dorff oder Städtlein der heydnischen Jerwen war, woaelbat* er etüchs 
Tage, da unterdessen sein Yoldc allea daherumb mit Feuer verheerete, luhete, von dannen giag 
er femer nach Moche und Normegunde,, mid lendlich über die. atehende See Wnrtzjerf 
wieder in Lyfland. 

Wie der Grofsfurst von Nowogorod Myatealaus liorete, dafs die Teutsdien in KhstlanJ 
inngef allen waren, kam er mit 1500 Mann"^) in Jerwen, dieselbe au suchen. Weil er sie sker 
nicht fand, rückte er vor Warbole, eine Ehstnisehe Stadt, '^) erzwang von denBdagerlenIM 
Marck und zog damit wieder davon. Unterdeaaen hatte der Eiistidsehe Bisehoff ebrnn Priestsr, 



*) Heinrich der Lotte fsgtt ItMO Mana. Orig. Liv. p.82. 

**) Werbole ^ar keineStsdt» senden einfiehlafis tob dem »an nodiSpuien an iadea glaall fllHa- 
pols Nord. MiMellaneen, Stück 10., SeitetlB. nad fitlg., S.1 



— m — 

HdoMM Sftlemoiiy nadiFdliii gesandt» den de iwur entUch annahmen; da de aber der Rena- 
MB Aiinfl Temahaien, attefaen de ihn ana nnd eracblngen JOin auf der Flacht Die Ehatcn 
akr, weg« grofaen Hnngera nnd Peat, machten mit den Lyven und Letten Friede, aehlosaen 
ibar die BiglaUien daran ana. 

Me Biadkofb Ton Verden und Paderborn sogen mit denPilgramen wieder hefan; aberPhi- 
lif paa^der BiadiolT tob Rats^burg, weil er an dea Keygera Otten Hoffe in grofaem Anae- 
hea geweaen, nadmiahla aber in den Bann gethan worden, derowegen er aich ana Teatscliland 
Hpben, liiieb noch bia ina vierdte Jahr in Lyfland. 

Dmb dieae Zeit vertridben die Renaaen snPleakan ihren Herrn oder Fürsten Woldemarn, 
vd er aeüMToditer demBmder deaBiachoHk snRiga, Hrn. Dietrich Ton Bnxhöfweden,'^) 
8tt Hie gegeben liatte. 'Bt nahm swar aeine Zdlaaht an dem Füraten von Polotako, bekam 
iker Yon ihni keine HtUiTe, dahero begab er dch nach Riga sum abgedachten seinen Ejdam, 
«eUier um wol airfbahm nnd mit ehrlichem Unterhalt Tersorgete. 

Aano ISll kam der Bischoff wieder anaTentschland, da die Ehaten ans der Wyck nnd 
aalern am Strande gelegenen örtem bey der Aa-mtlnde eingefallen waren; aber da de dea Bi- 
idi A Anknnill Temduien, begaben de dch anf die Flncht, nnd aandten ilire Bothschafller 
aadi Riga,, vmb Friede an bitten, dessen de anch anf drey Jahre theilhaffdg wurden, nnd ka- 
mm die Sackaler Iria an den Flnfa Pala, anf Ehstaisdi Poltxamah Joggi genannt, unter dea 
Bidiali Gewalt 

Der Fftrat vonTolotako begehrete ndt dem Bischoffe dn Gesprlth bey Gercike wegen 
der Lyren, wdche ihm yov diesem sinsbar gewesen, imgidchen wegen freyer Handlung auf der 
Maa an halten. Daher rerfftgte aich der Bischoff dahin, nnd hatte mit sich den Fürsten Wol- 
leaiarn, aampt etlichen Rittern und den Ältisten der Lyren, imgleichen etliche Kanffleute, 
mUht shdi aus besorgendem Überfall der Reussen alle gerüstet hatten* Als sie susammen ka- 
Mn, Tersudite der Fürst rouPolotako bald mit aüfsen Worten, bald mit Pochen und Drfinungeii, 
dm BiaclHiff Ton der Tanffe der Heyden absuhaltcn. Denn die Reussen hatten den Gebrauch, 
dib, wenn de da Yolck bexwungen, de deb damit vergnügen liefsen, dafs de dasselbe nur 
dssbsr madftten; swnngen aber kdnen sum Chörlatentham, die dch nicht gutwillig dazu Teratehen 
«alten. Zn dem forderte er von den Lyren Jährlichen Tribut, wie ers Tor der Tentschen An- 
IbbII gehabt. Als sidi nun der Bischoff zn des Fürsten Begehren nicht yerstehen wolte, die 
Lyvan Ihm auch hart anlagen, dafs, weil ea ihnen schwer fiele, aweyen Herren zu dienen, er 
dcaSeusaen keinen Tribut bewilligen möchte, were ea bald zu einem öffentlichen Krieg gera^ 
thea, wenn doh nicht Woldemar dazwischen geleget, und die Sadke ao weit gebracht hatte, 
dsb die Reussen dem Bischoffe Lyfland gantz frey überlassen, einen bestandigen Frieden und 
TcrUbidila wieder die Littauer und alle Heyden mit Ihm aufgerichtet, und dafa die Kaufileute 
den DinarSta^m eisten frey haben. 

Wie dieaea na dergestdt yerglichen worden, eriinb dch eine innerliche Auffruhr unter de- 
ma Christen; denn die Letten Ton Aatiae» welche unter dem Biachoff gehöreten, beklagten 

O'Arddat«. 



-T— 88 

lidi über die Sdiweri-BrUer, dab tte fimen Ihre BleneiMtScke weu^wmnm^ ud ttenkn ta 
fielen unrecht gethaiL Der BlicholT benühete tich iwar, solchee wm yerlregen, konte aber we* 
Big aotrichteB, nunahleii die Lyren vnd Letten dennaben terbittert wareti» dafa aie hefaaliA 
eine Yerbündnia ivieder die Schwert-Brader andichteten. Wie die TentMhen aolchea jerfahra^ 
riaaen aie daa Hana Dahlen, wdchea BiadioiT Meinhard anfgebanet ha^, nieder, damit dk 
Untentacben ea m ihrem Anffenthalt nicht gebranchen inSchten, adiicketen ancb efadge bqr NaAl 
in dier Stille nach Treydea Un, welche der Lyren Featnng daaelbat anaHndetem nnd TeibranataL 
Die Lyren «ber yeraandeten aich, wiegelten anch die Letten cnf, nnd fügeten den Schweri-Bii- 
dern, ao eich anf Segewolde, einem neu ^baaeten Sdilofa, aufhielten, alle Fefaidaelif^ aa. 
Da nn Biachoff Albreeht mit Philippen Yon Bataebarg nach Treyden kam, die Sack 
beyiulegen, atnnden aie in ToUer Riatung ilber dem Waaaer, klagten fiber den Siebter aod 
Scbwert-Br&der, dab aie ihnen ihrer Äcker, Wieaen nnd Gddea beraubet liltten, weiten dch 
auch in keinem Wege anm Vertrag yeratehen. Dahero aanunlete der BiacholT die TenlnAen aad 
die annodi getreue Lyren. Dieae ghigen wieder nach Treyden, nnd bebgerten mit einer greben 
Macht dea Dabrela Featnng, thaten denen, ao darinne waren, an Menadien nnd Tidie graben 
Schaden mit den Schleodeni;, nnd baveten ehi Bibckhiinb, wehAea aber dal folgenden Naditi 
durch ehien Storm-Wind niedergeworffen wurde; darftber die Abtrftnnigen aehr fireUodoeten uod 
opfferten in der Chrbten Gegenwart , ihnen sum Tmta, ihren dten Gotnen BSdce nnd Haalfl^ 
Unterdeasen wolte Ruaain, der Letten Altbfer, den Anführer 4er Sdiwert-Brüder anredca, 
•nahm den Helm vom Haupte. und hieb ihn adnen Drang, daa iat auff Tentadi ein Freund; aber 
ea traf ihn unveradiena ebi Pfeil dnrch daa Haupt, dab er abbald todt niederSeL DieChiialcu 
aber riditeten wiederumb einen hölfaemen Thurm auf, atarcker ab der Yorige, nnd untergruben 
die Featung Tag und Nacht, dadurch de ao nahe kamen, dab die Belagerten ib^ren üntergaag 
f&r Augen aahen; baien derowegen'umb .Cfnadeu. Wie aber der BiacholT aeine Fahne hiadn- 
achickete,. aelbige aum Zeichen der Untergabe aufauüditen, waren de unter einander undm; 
theila riditeten de anf, theib riaaen de wieder ab. EndUch röateteten aie alch aum meder- 
alande, da nahmen die Teutachen der Lyren Ältiaten, welcher an ihnen umb Friede sn tracti> 
ren, geaandt war, nnd banden ihn an, dab er gefoltert werden aolte. Der Krieg wurde emenerli 
und harter da jemahb Yorhin gestritten. Wie. aber die Lyren aahen, dafa de linger keiaca 
Wiederatand au Ifaun vermochten, krochen de aum Creuta, und riditeten Äe Fahne der heüigea 
Jungfrauen Marien auf: daher eibarmete dch der Bbchoff ihrer, dab er kebi Kriege -Voldt ii 
die Featung Uefa, aondem nur die Jjtiaten der Abtrünnigen mit dch nahm. Daiaaf iUgelen 
andere ihre Abgeordneten, die umb Tölligen Frieden baten. Abo wurde' auf Banraflicn dea Bt- 
achoffs von Ratzeburg, dea Dechanten sa Hdberatadt und der übrigen CSeriaey und Sdiweii» 
Bruder beaohioaaen, dab die Aufr&hriachen, nur Straffe ihrea Yerbrediena, fanfdg Marck Bit- 
bera geben, den Brfldem den Schaden an Pferden, Waffen nnd andern Sachen entatten nnd 
alle heydniadie Abgotterey wieder veriaaaen aalten. Hierauf baten aie, 'dab amn nie in ihrem 
Ghriatenthum mSchte atirdcen; aber anatat der Gdd-StraHe weitem de Jihrlidi gehenden ^gebeUi 
Wiewol man nun merekte, dab ea Betrug mit ihnen war, wurde dodi der Bladloff durch ihr 
in«täiidigoa Bitten bewogen, dab er drehi willigte, dab aie den Zehenden geben mochten. 



— » 

bis mdeii mch die Letten, welche nit Rath ond That dieien AoCrfiliritdien geholffen, oder 
nr cfai Pferd n dietem Z«ge gesattelt, gestraffet, dab de den StiiR-Yoigten Geld geben mm- 
In. Wegen ihrer Itlage %liet die Brüder werde ei alao Terglichen, dafe die Letten ond Lyren 
•se BteneiMteeke, nadi gethanem Ejde, wieder bekommen, der Orden aber die Acker behalten 
lad die Letten mit Qeld befriedigen selten. 

Also zog Wddemar, der gewesene Fürst von Pleskan, mit denen Letten nach Antine, 
lad war dasdbst BtflR-Voigt, bis die Schwert-Brüder mit dem Bischoffe einen Wechsel tralTen, 
lad demselben ihren dritten Theil in Kekenhansen gegen Antine Überliefsen; da bekam Weide- 
mir dieStUR-Yoigtey seines Eydams Dietrich viku BOxhefweden,"^) in Idnmea, weil die* 
•er demBisdioiTe, welcher Anno UlS abermahl sich nadi Tevtschland begeben, einen Gefehrten 
■it abgab, unterdessen hatte der Bisehoff an seine Statt Philippen ron Ratiebnrg gelas* 
M, welcher wegen seines gaten Verhaltens nnd grofsen Fleifses von Jedermann geliebet wnrde, 
lau er bey der Kirchen riel erbauete. So hatten anch die Oiristen liemlichen Frieden, nnan- 
gesdien, dafs die trenlosen Lyren nnd Ehsten allerhand List in ihren HerUen wiedw dieselbe 
hegeten. » 

Es ist anch efai Ltttanischer Herr, des Yorgemeldten Wiesewalden in Gercike Sdiwie^ 
ger-Vater, Nahmens Dangervth, an der Zeit mit lielen Geschencken fen dem Grofsfürsten Ton 
Nowogrod gezogen, mit Ümi Frenndschafft nnd eine Yeriiündnis an stifffcen; weil aber die Tent« 
idiealeidit abnehmen kanten, dafs es anf sie gemüntset war, warteten dieSchwert-Brüdä ihm 
isf der Rüd^reise anf den Dienst, nahmen ihn gefangen nnd brachten ihn nach Wenden, aide 
er Bich efadger Zeit im Gefilngnifs sich selbst erstach. 

Unterdessen verwaltete Woldemar seine Stifft-Voigtey dermafsen, dafs der Btschoff Ton 
tatsebnrg mit ihm nicht sonderlich snfrieden War; denn er emdte, wo er nicht geseet hatte, 
lad richtete mehr nach Eigennutz, als Recht: zog endlich nach Renfsland, wdches ihrer riel 
steht ungern sahen; doch kam er folgenden Winters mit den Seinigen wieder, und blieb bey den 
Unneem, wiewol selbige kein grofs Verlangen nach ihm getragen: sein Gemahl, Kinder und 
Ho^jesinde aber wurden zu Riga auf des BischoHs Unkosten unterhalten. 

Die Littaner regten sich abermahl, sagten denen zu Kokenhansen den Frieden auf und 
strtÜIten bis an Trikaten, wurden aber Ton den Schwert-Brüdern und Woldemarn geschla- 
fea» Weil aber die zu Kokenhausen zum öfftem in Littauen und umb Seiburg streifilen, ka* 
■en die Littaner wieder, heereten und machten die gefangene Lyren nieder; daher sich Meister 
?0lqYin mit seinen Ordens-Brüdern und einigen Kauffleuten aufmachte, da wurden die Littaner 
•ehreathdia eriegt nnd ihr Obrister erschlagen, sie löseten aber sein Haupt mit grofsem Gelde, 
tedt sie es anf ihre Weise besatigen mochten. 

Aano MIS ttefs Bischoff Philipp ron Ratzeburg das Schlofs Friedland erbauen Im 
Draydnisdien; nnd weil Wiesewald Ton Gercike in Tielen Jahren, sehi Lehn Tersprochener- 
Ton dem Bisdioffe m empfangen, nachgelsssen» überzogen ihn die Kodenhansischen mit 



•) Apal'ara. 
1.B4. 



90 

Krieg, nahmen das Hans ein, nnd gaben alles, was dranf war, PreUs. Anch gab sich Tfaea- 
baldns, der Ältister zu Tolowa, sampt seinen Söhnen unter der Rigischen Gehorsam« 

Immittelst kam Bischoff Albrecht wieder ins Land und brachte eine grofse Menge Pill- 
girame mit sich. Dähero, weil der dreijährige Stillstand mit den Wykischen und andern am 
Strande wohnenden Ehsten ein Ende hatte, wurde wieder ihnen ein Zag Torgenommen und glück- 
lich Tolbracht, also, dafs die Teutschenfrölich und mit guter Beute wieder nach Hanse kamen. 

Selbigen Jahres in der Fasten entstand zu Riga eine grofse Feuersbrunst, durch welche 
der innerste Theil der Stadt, welcher anch der älteste war, von St. Marienkirche bis an des Bi- 
schoffs Hans und der Schwert -Brfider lürche abbrannte. Es zerschmeltzte anch d9b Storm- 
Glocke daselbst, an deren Stelle hernach eine gröfsere gegossen. 

Auch bekriegten die Teutschen äie Ehsten in Sackalen, nahmen anch des Lembitu 
Festung, Leal« genannt, ein, setzten einen Priester, Nahmens Johan Strick, dahin, weldier 
die Unglanbigen tauffete, die aber hernachmahlen wieder abfielen. Inzwischen raubten die Öteler 
langst. der Aa bis an Friedland. So wurden auch die Schwert-Brüder, welche die Festung 
Gercike abermahl plünderten, von denLittanern in die Flucht getrieben, und die besten nnter 
ihnen geschlagen. 

Anno 1214 ging der Krieg mit den Ehsten wieder an; denn, nachdem die Teutschen in 
der Wyck und Sa.ckalen die Oberhand gehabt, fingen die Ehsten desto hefftiger an zu wüten, 
Tersamleten sich in drey Hauffen, also dafs die Oseler Riga belagern und den Hafen in derDuna 
▼ersencken, die Wyckischen in Lyfland fallen und die Sackaler und Dörptischen Lettland Tcr- 
wüsten selten, damit die Rigischen Ton ihnen keine Hülffe haben mochten. Diesem zn Folge 
kamen die Oseler mit einer grofsen Menge Schiffe oder Schuten zuDünamünde an, und Tersenck- 
ten 4ie Einfahrt in der Düna: und obzwar die Rigischen ausfielen, hielten die Heyden doch 
keinen Stand. Unterdessen kamen zwey Schiffe aus Teutschland unrermuthiich den Rigischen 
zu Hülffe, in denen Bernhard, Graff von Oldenburg, 'und des Bischoffs zwene Brüder, 
Rothmar nnd Dietrich von Büxhöfweden, '^) waren, welche, als sie der Christen Bedräng- 
nis gewahr wurden, alsobald auf die Heyden losgingen, die aber keinen Stand hielten. Gleichwol 
stnrmete das Wasser aus der Diina, und gingen die liVelien aus der See so ungestüm auf der 
Heyden Wercke, dafs sie zu nichte gingen. Was von den versenckten Schiffen und Steinen übrig 
war, das zogen die Teutschen vollends auff. 

Der andere Hauffe, nemlich die Sackaler, gingen für Trikaten, und traffen den alten Ta«i 
libalden, der sich Badens halber aus der Wildnis begeben hatte, an, und verbrannten ihn 
lebendig. Aber seine Söhne, Rameko und Drnnwaide,^*) verfolgten sie mit den Teutschen 
und Letten und streiffetcn in ihr Land und verbrannten alles, was sie überkamen: zogen die, so 
sich in den Wäldern versteckt hatten, hervor und machtens mit den gefangenen Männern eben, 
wie die Ehsten mit ihrem Vater gethan hatten. Dergleichen thäten auch die Letten, derer ein 



, *) Apelderit 

**) So nachHeinrich dem Letten im ersten Abdruck verbessert; inlli&rn*6 Maantcript tt^t: Drna- 
nalde. 



91 

HadTe steh dem andern den Ehsten Ina Land fielen, bis an die Embecke und Dorpt alles ver- 
lieereten, und sie dennafsen beangstiften, dafa die Ebsten endlich nmb Friede bitten ' mosten. 
Wurde ihnen nlao ein Priester, Nahmens Fetros Kakewalde, ans Gottland, oder, wie andere 
wollea, ans Finland gebürtig, ingeordnet, der die Sackaler bis an die Pala und die Ugganier 
bis an die Embeck tanffete. 

Gegen den Herbst reisete der Bischoff Albreeht mit Philippo ron Ratzebnrg nnd 
Theodorico, Bischoffe ans Elistland, '<') nach Rom, dem Concilio, so in selben Jahr in Late- 
na gehalten ward, beysnwohnen; geriethen aber bey Osel in grofse Gefahr, weil sie wegen wie- 
derwert^n Windes sich daselbst in einen Hafen begeben mnsten, da sie die Heyden mit Feuer 
sehr ängstigten, und ihre Schiffe, derer sie neun hatten, yerbrennen weiten: Versenckteq der- 
kalben erstUeh den Aufsgang, sandten unterdessen zu den andern Ehsten umb Hülffe, mit Yer- 
neldnng, dafs sie den Bischoff von Riga und seine gantselbieges-Macht in ihren Klauen hätten. 
Aadere sehidEten Feur von dürrem Holte und mit Fett geschmierte dicke Balcken angexündet 
gegen sie, dafs es der Wind an die Schiffe treiben solte; allein der Wind wandte sich unrerse* 
keas, und trieb alle Brand-Sdiiffe in die See. Darauf hiefs der Bischoff, auf Einrathen des 
Steonnannes^ etliche der atarckesten in ein Both zu steigen und einen Ancker mit sich su neh« 
■MS, damit sie sich nuswerfpen könnten (wie es die Sciuffleute ausreden). Wfe nun das eine 
Schiff, nachdem es .erleichtert worden, gar wol über die Yersenckung kommen konte, liefs er 
die fibrigen nach' einander aua diesem Loch sieben, dafs sie also dsTOn kamen, doch Terlohre er 
fielVolck. Denn die, so die Ancker ausbrachten, wurden Ton den Heyden mit Pfeilen, Steinen 
and Spiefsen hefftig angefochten. Es musten die Teutschen wegen steten Ungewitters drey gan* 
tser Wodien in diesem Hafen still- liegen und grofsen Hunger leiden, bis sie durch göttliche 
Hilffe erlöset wurden, erstlich nach Gottland und endlich an den bestimmten Ort kamen. 

Die Teutschen nebst den Lyren und Letten thaten im Winter übers Eis einen Zug in die 
Wycke, und nachdem man ^e Festung inSoontagana belagert hatte, bekehreten sich dieselben 
flc^den and liefsen sich tauffen. 

Von dannen gingen die Teutschen nach Osel, konten .aber wegen grofser Kalte an'ihrer 
Festung nichts gewinnen. Dahero machten sie die Blanner, so sie antraffen, nieder, und brach- 
tsa die Weiber und Kinder mit sich dayon. * 

Anno 1215 umb Ostern wiegelten die Ehsten Woldemarn, den Fürsten ronPolotako, wie- 
der die Rigischen ai|f, und Tersprachen ihm, dafs sie die Fahrt in die Duna rerstopffen weiten. 
Aber da er mit einer grofsen Menge Reussen und Littauer au Schiff gehen weite, starb er 
plötzlich; dahero der Zug nachblieb. Nach dem verwahreten die Rigischen den Einlauff in die 
Duo* mit etlichen Krieges-Schiffeu. Wie dieOseler, welche dahin su gehen entschlossen waren, 
isiches Ternahmen, gingen sie längst demSalischen Strom bis auf Astjerfwi, wurden aber Ton 
dea Letten aurück getrieben. 



*) Nur die heyden letctern BifcbSfe machten jetzt die Reiee; denn Albrecht war achon im Torigen 
Jahre nach Teuttchland abgegangen, um desto früher in Rom eintreffen in können. Orig. Llvon. p. 91. 
etp,102. 



M 

Zu dieger Zeit kun der Bfachoff Albreeht mit dem Bltchoffe Theodorico nieder, «id 
hatten zn Hagenta Tom Keyser Friederidien dem andern gnte Vertroatong bekommen. Obeno* 
gen hieranf Harrien und brachten gute Beate mit aich davon. 

Unterdeasen hatte aich Woldemar Ton Pieakau, dea Biachofla Schwager,^) wieder naeh 
B^uTsland gemacht, nnd feindete die Ugganier an, weil aie von den Rigiachen nnd nicht Yon 
aeinen Prieatem die Tanffe angenommen, forderte auchTribnt von iluen. Die Ugganier oder 
Dörptiachen aber gaben lur Antwort, dafa aie aowohl ror der Tentschen Anknnflt, ab «nd& dar- 
nach von den Renfaen freye Leute geweaen, gestunden ihm derowegen von beeden nichta, andi' 
ten auch bey den Rigiachen Hlilffe. Darauf rnateten aich die Teutachen nnd theileten snvor 
ESiatland, ao viel aie davon einhatten, in drey Theile: dafa daa eine Theil dem Bbchoffe in 
Riga, das ander deni Biachoffe von Ehatland, und daa dritte den Schwert-Brüdern aolte suatibi- 
dig aeyn. Zogen alao wieder die Reuaaen, und befiiatigten den Berg bey Odenpi. Inswiadiea 
kamen die Reuaaen nach Tolowa die Schatiung nach Gewonheit absuhohlen; wie aie dieaelbe 
suaammen hatten, at^kten aie die Festung Bewerin an; dahero sie der Meiat«r Yolqvin ver* 
folgete, bekam de alle gefangen, dennoch aber Uefa er aie wieder lofa. 

Die Ugganier begehreten aich an die Nougorodiachen in riehen, Aden ihnoi derowegen 
mit den Teutschen umb H. drey Könige, da aie am aichereaten waren, und aich luatig machten, 
ins Land, erschlugen ihrer viel und kehreten fröiich nnd mit grofser Beute wieder nach Odenpi» 
Darauf thaten die Teutachen einen Zug in Jerwen und Wirland, dadurch die Jerwen aidi 
' bekehreten und sinfsbar wurden. Die Nofegorodischen auchten aich au riehen, kamen defSrfala 
mit einer grofaen Macht, lu welcher sich auch Woldemar von Pleakan geaellet hatte, aadl 
Odenpi, die neue Featung zu belagern. Zn diesen achlugen sieh auch die öseler nnd Har- 
rier, auch dieSackaler, unangeaehen aie achon vorlangst getauifet waren. Als aie aber nichts 
gewinnen konten, verheereten aie daa Land, hielten aber die Featung unterdeaaen belagert; da 
geschähe nun auf beyden Seiten ziemlicher Schade. Die Reusaen worffen die todten Leichname 
ins Wasser, dafs es die zu Odenpi nicht gebrauchen kunten« Der Bischoff achickete ihn^i bey 
SQOO Mann, unter den Mdater Yolqvin, Bruder Berthold von Wenden, nnd dea Biadiofia 
Bruder, Dietrich von Büxhöfweden, zuHiilffe. Dieae traffen bey Aatijerfwi einen Jong* 
Bog von Odenpi an, der wiese ihnen den geraden Weg, dafa aie dea folgenden Morgena mit 
den Reuaaen, weldie aampt den öaelem bey 200M Mann atarck waren, zum Treffen geriethen. 
Da blieben drey der Ordens-Brüder, nemlich obgedachter Berthold nnd zwey andere. Nah* 
mena Conatantin und Elias, nebat etlichen Stifftischen von Adel, die übrigen alle kamen ge- 
aund ins Schlafs. Aber wegen der grofsen Menge und dea verwqateten Landes fi^l auf beydoi 
Seiten ein unleidlicher Hanger ein, sogar, dafa auch die Pferde einander die Schwinze abfrafaen, 
derohalben kam ea endlich zum Accord, dafa die Teutachen aicher nachLyfland absieben mödi- 
ten; die Featung aber selten sie den Reusaen überlassen; welches also geschähe. Woldemar 
beredete aber aeinen Eidam, Hrn. Dietrich Büxhöfweden, **) dafa er mit Ihm nadr Pleakan 



*) Oder Tielmehr iefsen Bmdcrs Sckwlegermter. 
•*) Apeldern. 



ntaen mUci funb einen Frieden m banddiL Aber nnterwege« nahmen ihn die Nowogordw ge- 
üyigen, ond Ahreten ihn mit rfcL 

Anno 1216 sandte Biachoff Albrecht seine Bothachafter nach Nowogorod nm Frieden sn 
tfactiren, nnd bath «einen Brader lofa in geben. Aber die Renaaen, wie sie in Wiederwertigkeit 
aln sa^kafft, abo aind sie bey dem kleineaten Glich überana atoltx nnd tretzig, walten Ton kei- 
Bon Frieden wisaen, sondern verbunden shdi wieder die Tentsdien mit den Ehsten« 

fan selben Jahr reisete der Bischoff wieder nach Tentschland und brachte eine gnte Ansahl 
nügnunen wieder ina Land, worunter auch Albrecht Oraff von Lauenburg '^) war, wel- 
cher eb«i nur gewlnaditen Zeit ankam« Denn die Ehaten hatten die Reuasen mit Geschencken 
aaib HiUTe eravehet, die Lyflindiadlie Christen gintalich auaznrotten, welches ihnen sowol Ton 
dem SCatlhalter su Nowogorod (denn der Grofafllrat Micealaua war damala nicht zur Stelle, 
Nndem lag su Felde wieder Colomannnm, des ESniga Andreae in Ungarn Sohn, mit.deoi 
er wegen Haliden,'*^} daa ist eh> Theil Reufslandea, ao Jetzt den Polen gehörig, in Streit ge- 
nthen), wie auch dem Woldemarn Yon Fleakau iat zugeaagt worden: Derowegen Tiersamleten 
lieaich hi Sackalen b^y demFlnfs Pala.ana der Wycke, Harrien, Jerwen, Wirland und 
Btckalen, nnd warteten der Reufaen. Damit nun dieae Hauffen zerstreuet werden möchten, 
beror üe sich aus Reufsland Teratircken könten, gingen ihnen die Teutschen nnd Lyven entgegen, 
valer obgedaditem Grafen Albreeht von Lauenburg, Meister Yolqvin und Kobben,.ka- 
nea nadi Snokalen und hielten mit den abtrünnigen Ehaten eine Schlacht, und schlugen sie fai 
^AeHucfat; dodk wurde Caupe, welcher allezeit den Chriaten treulich angehangen^ durch beede 
Mtai mit einem Spiefs gestodien, und starb alsobald darauf christlich» Sein Cövper wurde vor* 
hfiaat und die Gebeine nach Kobbeselle gebracht, auch daselbst begraben. Ton den Heyden 
Aet ftelen ihrer aehr viel, worunter auch die Sackalische Altisten Lembitu, Wo t tele'*'*''') und 
Haalwald waren. Wie nun dte Christen in des Lembitu Flecken ruheten^ kamen die Älti-^ 
ite daseliist, Lembitsf) Bruder, Unepewe, sampt andern Ehsten zu ihnen; dieae bathen 
sab Frfeden, der ihnen auch gegen Gdseln gegeben wurde. Darauf wurden^ auch die andern 
Shsten von der Wyck, ab zu Hanehl und Karusen bis an Reval, imgleichen auch die aua 
lernen zum Christlichen Glauben gezwungen, welche ebenfals Geiseln geben musten. Immit- 
tdbk itreiffeten die Oseler in Metsepol nnd Lettegore, wurden aber auf die Flucht ge- 
iddagen und bis an Salis verfolget 

Anno 1S17 begab sich Bischoff Albreeht wieder auf die Reise nach Teutachland, und 
ktle mit alefa den Kschoff aus EhsUand -The oder icum, Bernharden von der Lippe, wel- 
ker im selben Jahr zum Bischoff in Semgallen verordnet worden, und den Grafen von Lauen* 
barg. Dieae ersuchten nnterweges den König von Danmarcken Woldemarn den andern, und 



*) Origincs LiTso. pag.lIS^ notb). . 

*«) Ikid. pag. 118.» not c). 

***) SoknentenAMniGknftckHeinrish dam Iiotten; in der Haodfchrifl der Ritteischaflitebt Mottete, 
i) Lembiti fdilt in der Haodidurift, wo nnrt Brndsr Uaepews steht; In der eistsa Anagaba fteht, 
wie oben^ nadi Heinrich dam Lotten. 



riethen, dafii er mit leiner Sehifls-Flotte und dnem wolgerüiteteii Kriegei^Yoldc sich iiiBliftLad 
begeben, und die. abgefallene Heydea wieder nun Chrotlicheii Glauben bringen gölte, weidiei 
auch der König m thun rerspraislL 

Unterdessen hatte Meister Volqrin einen Zng ror ivieder die fibrigen Ehsten* Als sie 
aber nach Sackalen kamen, fingen sie einige Renaaiache BethachaiRer anf, welche ansgeschickt 
waren, dieEhsten aufsnwiegeln: Von denen erhielten sie Kandsehallti dafs die Rensaen- mit dner 
grorsen Armee nach Lyfland tan Annge waren; derow^en wendeten sich die Tentsehen dahia, 
nnd hielten eine blutige Schlacht mit ihnen, in welcher dea Ritter Dietrichen Ton Koken« 
hausen Tapferkeit sonderlich henrorlenchtete. Die Rensaen aber gingen welter fort bia nach 
Roop, nnd Torwüsteten alle Kirchen dahemmh, Ea kam anch des Woldemara Sohn ansPicB- 
kan, Jeroslaw, mit einem andern Heer und belagerte Wenden. Wie er aber daror nichts 
ausrichten kante, unangeaehen Wenden damahl die kleineate Festung in gantsLyfland war, kdi- 
rete er wieder umb, und eilete zum Lande hinaus. 

Unterdessen waren die Letten in Reufsland eingefallen, und hatten efai Theil der Stadt 
Pleskau eingeäschert; derowegen sandten die Fleskowiter betrOglig ihre Bothschaflnter nach Riga, 
«mb Friede ansuhalteii: hei(nlich aber machten sie eme nene Yerbundnis mit den Ehsten. b- 
swischen waren die Oseler die Düna hinauf gegangen, nnd hatten die Holme umb Riga ansge- 
plfindert Die Christen aber, welche wieder die Harriachen ausgesogen waren, gfaigen von Balis 
nach Soontagapa über die gefrohme See, nahmen daselbst Wegweiser und gingen wieder die 
gantie Nacht nach Reyal au, da so ein harter Nord-Wind auf sie atieb, data ihrer Tiel Nasca,^ 
.Ohren, Hände und Füfse erfrohren, und theils darüber stitrben: kamen endlich nach dreyen Ta- 
gen bey Reval, der Dähnen Schlofs an^ rnheten daselbst ein wenig, und als. aie damadi das 
Land durchgestreiffet^hatten, kehreten sie mit grofsem Raube wieder nach Salla. 

Anno 1218 erfrenete der Bischoff Albrecht die Christen InLyfland durch seine glückliche 
Wiederkuiifft aua Teutachland, absonderlich, weil ihm Tiel Filigramen folgten, unter welchen 
auch Fürat Albrecht yon Nieder Sachsen, Hertsog Bernhards Sohn, darnach Cohrfifarsti'^) 
Rudolph von Scotle,*^) Burg-Graff, und noch ein Junger Oraff aich befunden. 

Bald darnach machte sich der König von Dimnarcken, Woldemar der andere, mit eineai 
grofsen Krieges-Heer aufl Die Dänische Gesdiichtschreiber melden, er habe 600 grofse nnd so 
▼iel kleine Schiffe gehabt: auf jedwedem der kleinen sind swülf Ruderer, ein Küraaierer und 
ein Armbrustirer: auf jedem j;rofsen aber 120 Mann gewesen; thut zusammen, ff7000 MamL Er 
hatte auch mit sich den Erta-Bischoff aus Lunden, Andream, Bischoff Nicolaum nnd noch 
einen Bischoff, der zugleich sein Cantsler gewesen, auch Theodoricum, den Bischoff inEhsi» 
iand, welcher aich von den Rigischen abgesondert und au dem Könige geachlagen hatte. So 
war auch ein Pommerisch- oder Wendischer Fürst mit, den Crantius Wertslajnen; Huyt« 
feldt Wratifslawfn, andere Wencefslauen nennen, mit in diesem Zuge. 
^»^■^^""'■^^"•'■'•^^^■^"^ ' ■ " 

*) Von den Lebensamitinden dieses Henogs Albert tob Sachs ob, ans denn Bhiose Anbelle haadelt 

Graber in den Origtn. LWoa. pag.lS?., nota), psg.189. notw), wo oua auch finden wird, dalsi 

Verfafser einen Irrthom begeht, wenn er ihn Churfofft werden laiit. 
**) Orig. LiTon. pag.128. not.b). 



Mit diesen kam er sn Rertl an, woa^lbtt die lalte Dibniiche Burg gestanden, welche der 
liiig aodi ver seiner Alnreise niederreissen nnd ein neues, nemlich das noeli stellende Schlofs - 
si Reyal aufbauen lassen. 

Woiier aber dieser Ort den Nahmen fiberkommen, davon sind nicht elnerley Meinungen. 
Btilidie wollen, dafs es also hiefse yon dem Fall eines Rehes, gleichsam Rehe-Fall: weil Vor 
Erbsairag des Schlosses Kdnig Woldemar alda efai Rehe sol gehe&et haben, welches von den 
Hunden verfolget, TOn dem jihen Berg hemnter gefallen sey, davon der Ort denNahmeh behal-' 
ten habe. Dahero man auch sagen will, dafs 'die Stadt nodi aofEhstnisch Tal Unna oder Tal« 
lilinna genennet werde. Weil aber, wie Jetst erwehnet, schon vor König Woldemarn An- 
knift in laistland der Ort bewohnet gewesen und eine Burg alda gestanden, weifs ich nicht, 
«elchergestalt man alda hätte jagen können: auch ist erweifslich, dafs selbiger Ort weit suvor 
den Nahmen -Reval gehabt Zudem könnea die Bhsten Reval nach keinem Rehe Tallinna 
Beoaea; denn ein Reh heftt bey ihnen Metskits; Tallikene aber bedeutet ein Lamm.*) Man 
hit aaeh ans den alten Jahr-Biichern gute Nadiricht, dafs die Ehsten die alte Busg, so alda 
gestanden, Daniiinna'**), das ist der Bahnen Burg, geheifsen haben: und weil sie selten ein D 
in Anfange eines Wortes anders, als mit einem T, und hart aussprechen, auch gemeiniglich die 
Wörter, mit Auslassung einiger Buchstaben, susammen sieben ^ kau man unschwer erachten, dafs 
der Nähme Tallinna von nichts anders herkomme, als von dem alten Nahmen Danillnna^ 
oder Tanilinna. 
9 Man kan auch nicht l&ugnen, dafs diese Festyag you den Bahnen den Nahmen bdcommen« 
Na fst Refwel, wie es die Bahnen schreiben, auch die Stadt also nennen, ein rein Däbnisch 
Wort, und bedeutet ein HetU daher bin ich mit denen einig, welche wollen, dafs die Dähnen 
den Hefen su Reval nach den beyden Holmen, jetst die Carlen, genannt, welche suvor; w£b 
flrfr alte ^glaubwürdige Leute berichtet, nooh bey ihrer Eltern Andencken nicht so hoch gewesen, 
dsff Hum sie übers Wasser bitte sehen können. Gehe also die übrigen Mnthmafsungen vorbey; 
ob es nemlich Ton Regenfali, oder von dem alten Geschlechte der Revalen also genennet 
werde, weil Brandis, der selbige anfiUirt, solchem auch nicht bey stimmen können. 

Aber,^ dah ich wieder sur Sadie schreite, so sandten die Ehsten, als sie des Königes 
AnkunIR Temabmen, ihre ^tisten su ihm, umb Friede su handeln, die sich sehr scheinheylig 
aasostellen wüsten, und die Tauffe snnahmen, dessen der König wol sufrieden war, und Hefa 
rie wol begäbet von sich. Ihm waren aber der Ehsten Tücke noch unbekannt, und hätte darü- 
ber bald ein grofses eingebüsset, weil sie unterdessen «in grofses Heer samleten, nnd des Abends 
•pit die sicheren Bahnen an fünff Orten anfielen. Etliche von ihnen yenneineten den König In 
daen Oeielt anzutreffen, welches des Bischoffs Theodorioi war, eileten dahin und erstachen 
den Bischoff. Wertzlaff oder Wratislaf, der Wendische Fürst, aber samlete sehie Schlaven 
ia demTahl gegen die See su, fuhrete sie gegen die Harrischen und schlug selbe in die Flucht« 



*) TVlIikeiuM heilkt eigentlich ein Stallehea, tob dem ebstalschen Worte tsl, Geu. talll der Stall; das 
Ummcben dagegen heilkt taUebenne, von tel, Gea. talle, das Lamm. So will auch eine Sage der 
Ebsten, dafr des Könige PferdeetaU an der Stelle geetandan habe, wo die Stadt liegt 
**) €Ner Tidüoiehr Lindanisie. Orig. Liron. p.l29. 



Dahero die andern, welche die Dihnen Terfelgten, ancli weichen mafsten, und wurde ihnen tob 
dem Könige nnd den übrigen Dahnen «nd Tentachen nadigeaetst, dab endlich der Kanig den 
Sieg behielt 

Hievou achreiben die Dahniachen Hiatoiien '^) (welche dieaenZng ein Jahr wdter anaiedea) 
andera, atehen.aber adbaten oSl wegen der Dmbatande im Zweiffei, aemlidi, dafa der Kndgi 
ala er anaLand geatiegen nnd die grofae Menge derHcTden geaehen, aey ilun ein grofaea Schrek- 
ken ankommen, dafa er wieder hat nmbkehren wollen, da ihn Biadioff Petrva n Aarhna (von 
weichem doch nichta gemeldet worden, dafa er mit geweaen) aum Stande gerathea und dabay 
yeraichert habe, dafem er aeia Leben beaaem, aeiner böaen Kdnigin Rath hinfnhro nidit mdir 
folgen, den Biachoffen ihre Einkünflle nicht beadineiden, oder Torenthalten, and& iüe Untertha- 
sen mit grofaer Schatinng femer nicht beadiwerea wolle, würde er den Sic^ gewia daran tra- 
gen; welchen der König aoU angelobet, anch dabey anf dea Erfa-Biachoiea Brinnerung mgeaaget 
haben, dab dafem aie obaiegen würden, aolte in ginta Dinnmareken ein jedweder, der üMer 
swolff Jahr alt wäre, auf St Lnnrentii Abend bey Waaaer nnd Brod mm ewigen GedidLtnia 
dea erhaltenen Siegea fSuten; habe darauff die Feinde angegriffen. Cnterdeaaen bitte der Erts- 
Biachoff Andre aa anf einem Berge aeiM Gebet gethan, da ea ihm, wie dem Moai eigangen, 
indem, dafa ao lange er aeine Binde aufgehoben, die Dihnen, da er aie aber Altelra und Sdiwadi- 
heit halber hat müaaen aincken laaaen, die Heyden obgeaieget haben: Derowegea ihm die andere 
Budiöffe unter die Arme gegriffen, und die Hinde empor zu halten gdiolffen bitten. Weil aber 
die Dihnen iniwiachen ihre Fahne Terlohren, aol eine gewirkte rothe Falme mit efaiem weiben ^ 
Creuts beieichnet vom Hünmel herabgefallen aeyn; darauff aie den Sieg eihalten. IHeaea ad 
• bey Weimar geachehen aoyn, dahero der Ort den Nahmen bdcommen. Deme aey, wie-ilun walle, 
ao lata unmflglich, mit groben Sdiiffen nnd Schuten unter Weimar in kommen, mdem waren 
die Letten dieaea Orta damahla Chriaten, unter dem Gdioraam der Sdiwert-Brider, der Bhatan 
und Heyden Feinde. Aber idi atelle dieaea einea jedweden Bedencken anheim, und habe «f| 
dandt ich wiaaentlich nichta Torliey gehen möchte, einiufUiren, nidit umbhin können. 

Darauf aol der König die Biachofflhimer au Reval, Dorpt und Guhrland dngerlditet, und 
an dea entleibten Theodorici Stelle aeinen Capdlan Weacelinnm, in Cnhrland aber einen 
Nahmena Ernemond su Biachoffen verordnet haben, wie aolchea die Dinisdien Hiatorien mel- 
den; wiewol anch hierin Viel aweiffelhafftigea Torfalt Denn dea Weacelini wkd weder von 
den Diniachen noch Lyflindiachen Geachichtachreibem mit keuiem Wort weiter gedacht; **) aon- 
dcm dab der Erta-Biacfaoff Andreaa in dieaem, und der Biachoff von Hiebe Thue in folgen« 
den Jahren der Reveliachen Kirche vorgeatanden. Zu dem war Dörpt an dieaer Zeit nicht miter 
der Dihnen, aondera der Reuaaen Bothmifai^it Gleiche Gewtfdieit hat ea ndt Stiftung dea 
Gtthriachen Biachoffthumba luFilten, weil die Dihniadien Hiatorid aidi aelbaten wiederapredieni 



«) Poataai Hiftoria Dan. lib. 8.,- pag. 806. 807. Hnitfeld part.2. p.l8S. 

«•) HeiDrich der Lette sagt autdnicklich, dab Weitolin aa Diatricht SteUa aam BkdmiB van 
Ebfllaod ernannt tey. Orfg. Livon. p.l80. E« igt dahdr nicbt alvsaieben, wamni Hiira, der dieaen 
Annalittea deeb fahr gut gekannt iuit, nodi daran aweiMt Man ealia auch Albert von Stada 
Jahr 121& 



97 

■od Hure BeweirsthUmer gar sa weit herfaofaleii. Denn, was den Nahmen betrifft, melden sie, 
dab aaleher daher kommen, daTs, wie der- König gefragt hätte, wo das Hanrs stehen solte? sol 
der Bi^choff anir Antwort gegeben haben: Der, som Pilten staar, .das ist, da, wo der Knabe 
•tdiet; weil dner von des Königes Edel-Knaben an dem Ort gestanden, derowegen sey das Schlofs 
Pilten genannt worden. Nidit desto weniger melden sie, dafs die nnteutsche Einwohner das 
Ihos annoch Danipils nennen, nnwissendt, dafs ein solcher Nähme in der Gnhrischen Sprache 
■idit von dem Dänischen Worte Filt, sondern Pils, so ein Lettisches Wort ist und ein Sehlors 
•dar Festong bedeutet, herkomme, dahero heibt Danipili; in dies^ Sprache der Danen ¥e^ 
itug', womit sie allemahl Reral Terstanden haben, gleidiwie die Ehsten diese Stadt Dani- 
liaia, oder coatracte Tal Unna nennen. 

Das Hanfs Pilten wird aber bey den Cuhren schlechter Dings Pils genannt Huitfeid und 
Psitanus entschuldigen sich «war, dafs sie dieser Geschichte nicht gedencken weiten, wofern 
dn altes GenMOild in der Kirchen xu Pilten solches nicht bexeugte, wobej denn diese Worte ge- 
sArieben stunden: Introduxit me Rex in ceUam snam, ordinavit erga me charitatem snam, di- 
sens: omnis populus obediat tibi Aber wie kan ein Oemähld so umbständig diese Geschieht 
aasdrucken, wo keine andere, als diese mr Sachen nicht gehörige Worte dabey su finden seyn? 
Denn es ist nicht su yermuthen, dafs der Bischoff so stolti, ehrgeitsig und Ferblendet gewesen 
ley, dab er dieses aof sich selbsten deuten wollen. 

Zur obgedachten Zeit hielten die Meysotische SemgaUer bey dem Bischoffe zu Riga an 
aadb HüUTe wieder dieLittaner. Derowegen begab sich der Bischoff nebst flertxog Albrechten 
dahin, tanflte sie, und lieb ihnen eine zimlicfae Besatzung. Solches Terdrofs dem Ältisten der 
SesigaUer, mit Nahmen Westhurd, weldier die Meysoten derhalben mit Krieg angriff, auch 
süidie Teutsche, welche diesen su Hilffe kommen weiten, üuf dem Flus Mufsa erschlug. Die > 
BsiatBung kehrete wiederumb nach Riga, und fielen die getaufften wieder zu ihrem Heydenthum 
lad Streiffeten umb Dahlen;. die Lyren fielen ihnen wieder ins Land, und racheten sich. 

Inzwischen erinnerten sich die Letten dessen, so im nechst Terstrichenen Jahre ihnen Ton 
den. Nowogorodischen und Pleskowitem wiederlaliren war, fielen ihnen mit unterschiediichen 
Hanffen nach einander ins Land, sengeten und brenneten ohn Unterlas: desgleichen diäten sie 
aaeh in Jerwen, weil die Jerwischen den in Harrien wiede(r die Dahnen zu Hülffe kommen wa- 
ten. Auf den Herbst aber wurden sie tou den Pleskowitern wieder heimgesnchet. 

Die Sehwert-Bruder mit ihrem Gehülffe fielen in Wirland ein, mordeten, raubten und kamen 
adt gröber Beute wieder« Hiednrch wurden die Wirländer gezwungen, den Christlichen Glauben 
wieder anzunehmen. 

Aach wurde noch in diesem Jahr Meysoten von dem Bischoffe und Meister, mit Znthun 
Hertsogn Alb rechten, nach harter Belagerung eingenommen, in die Asche geleget und zu Grunde 
▼erwftstet; die daraufwaren, baten umb ihr Leben und nahmen den Oiristlichen Glauben wieder an. 

Nach diesem nahm der Bischoff mit dem Meister VolqTin, Hertzog Albrechten und sei- 
Ma Bruder Dietrich von B.uxhöfweden,^) welcher numehr aus seiner Gefibignis erledigt 

*) Apeldera. 

1. Bd. 18 



08 — . 

worden, alennahl einen Zng In Harrien für, nild traffen auf dem Wege, da aie dnrch Jerwoi 
sogen, ein Heer Ton Osel an, welches Jerwen bekriegte, daa erlegten sie big aufs Hanpt and 
hauseten hernach übel in Harrien« Dahero ihrer etliche nmb Friede baten, nahmen denGlaubeo 
an, nnd gaben ihre Kinder an Geiseln. Die Bahnen hatten bisher das Spiel angesehen, mafsea 
sie nnterdeeeen im trfiben Wasser desto besser fischen knnten; nunmehr aber sandten sie so 
den Teutschen, wfinscheten ihnen swar Glück au dem Siege, behielten sich aber Tor, dafs jpinta 
Ehstland dem Könige in Dinnmarcken lustünde, begehreten derowegen die Geisel wieder« Die- 
sem wiedersprach Meister YolqTin, doch dem Könige zu Gefallen, gab er die Geiseln ihren 
Eltern wieder, mit dem Raube aber aog er sampt den Seinen InLyfland. So entstund auch mit 
den Dänischen und denen Rigischen ein Zwist wegen Ehstlandes. Denn der BischolT au Riga 
wehlete in des Theodorici Stelle, weil er, wie gedacht, Ton den Ehsten au Re?al umbge- 
bracht war, seinen Bruder Herman Ton Buxhofweden,*) der ein Abt su Brehmen gewe- 
sen, liefs ihn Tom Erts-Bischoffe au Magdeburg su <einem Bischoff in Ehstland weihen, und gab 
ihm den Ort su Leal sum Sita ein. Dieses weite dem Könige in Dannmarcken gants nidit ge- 
fallen, hinderte derowegen den Bi^hoff Herman, dafs er nicht au seinem BischoflFtfaum kom- 
men konte, bis er sum Könige kam, von ihm das Bischoffthum empfing, und dem Könige treu 
SU bleiben schwur. Imgleichen schicketen auch die Rigischen Anno 1219 hin und wieder la 
Ehstland Priester aus, die Heyden su bekehren, aber' die Dinischen in Wirland weiten ihnen 
nicht gestatten, daselbst au lehren. Dieses wurde dem Erts-Bischoff su Lunden, welcher sich 
damahl su RotsI aufhielte, geklaget, der aber sur Antwort gab: Es gehöre gants Ehstland, es 
möge Ton den Rigischen bishero erobert, oder nicht erohert sejn, dem Könige Ton Dannmardcea 
SU, und were ihm von dem Rigischen Bischoffe conferiret worden. -Dieser Sache wegen zog BI- 
schoff Albrecht von Riga su dem Pabst Und da ihn der König sum Vertrag fordern liefs, 
wolte er nioht kommen, welches dem Könige verdrofs, und liefs die Schwert-Brüder, su sich bit- 
ten, welche mit Rudolphen, dem Rittern Ton Wenden, kamen; da schenckete der König ihnen 
Sackalen.und Ugganien, ala den dritten Theil von Ehstland. Den neuen Bisdioff Her- 
man aber Tersties er, und schlofs seinen Bruder, Bischoff Albrechten, von dem Vertrag 
aus. Die in Harrien, Wirland und'Jerwen musten sich von den Dänischen tauffen lassen. 
Weil also ein jeder an Ehst- und Lyfland 'sein Heyl suchte, erinnerte sich der König ia 
Schweden, Johann, dieses Nahmens der erste, sonst der Fromme zugenannt, dafs die Cron 
Schweden, welche diese Lander so offt bezwungen und sich unterthänig gemacht, eben so gut, 
wo nicht mehr Recht- daran hätte, als sonst jemand; kam also im selben Jahr mit grofser Krie- 
ges-Hacht in Rothaien oder Rötel an, und brachte mit sich den Bischoff aus linköping Caro- 
la m und etliche Priester, welche die Ehstnische Heyden unterrichten selten; von dannen begab 
er sich nach Reval und beredete sich mit den Bahnen, welche damahls diesem Zuge, damit sie 
Biscboff Herman aus der Wyke bringen möchten, nicht suwieder waren. Wie nun der Konig 
wieder su seinem Kriegsheer aus Reval anlangete, rfickete er mit demselben vor Leal, und 
nahm die Festung ein,, setzte seinen Biachoff sampt etlichen Priestern, imgldchen einen Gbupl- 

«) Apoldern. 



nun, avdi Carl genannt ,*) mit 500 Mann darauf, nnd befahls einem Volck, das Hans ernst- 
lieh sn bewahren. Als er aber weggezogen war, und die Schweden sidter waren, belagerten die 
ösder und Wjckischen dasselbe Hanfs mit gantxer Macht und beängstigtens mit Feur* Da nun 
die Schweden einen Ausfall thaten, nicht meinende, dsfs der Feind so starck seyn solte, sind 
de alle umbringet und erschlagen worden. Darauf zündeten die Ehsten das Hans an, und wie 
der Bischoff sampt dem Hauptmann Carl dem Feur entgehen weiten, geriethen sie den Feinden 
ia die Hände, wurden Ton Ihnen erschlagen, das Hanfs eingeäschert und zerstöhret Obgedach- 
ter Bisdioff Carl aus Linköping war des Königes Woldemari Vaters, Hertzogen Birgeri 
Bruder. Die Schwedischen Scribenten setzen, dafs die beyde, nemiich der Bischoff und iec 
Haoptman Carl, in Oster- Gottland zu Rotala, nicht, weit von Linköping, seyn umbgebracht 
worden, aber die Umbstande geben deutlich zu erkennen, dafs die Gleichheit der Nahmen diese 
Ungleichheit der Meinung yerursachet habe; zumahlen der Nordische Theil von der Wycke vor 
Alters nach Rotel, ehe als Habsal, so hart dabej lieget, erbauet, Rotalia ist genannt wor- 
den, unterdessen ist es nicht ohn, dafs die Ehsten zur selben Zeit oder bald darnach in Schwe- 
den gestreiffet, nnd einen Kriegs-Obristen, Nahmens Johann, in derselben Nacht, ^s er aus 
Keafs- und Ingermanland, woselbst er nenn Jahr wieder dieReussen gestritten, nach Hanfs kom- 
men war, auf der Insül Akero, nicht weit von Askersn&s, da jetzt die Kirche Eka stehet, 
«nversehens überfallen und umbgebracht haben; dessen Frau, die davon kommen, hat solches 
zu lidien, in der Eyl so viel Volcks, als müglich geschehen können, bey dem Hofe Hund- 
hammer aufgebracht, die Ehsten damit überfallen, und sie alle erlegt: davon der Ort noch 
henäges Tages den Nahmen Ehsta Klippa, das ist, der Ehsten Fels, genannt wird.'^'^) 
Dieses aber ist nicht an der Ost -See, sondern in der Maler geschehen, wo die Ehsten zum 
öflftem einzufallen gewohnt waren: welches nachgehends den Fürsten Birgern (der ein Vater 
Eoniges Birgern des ersten in Schweden, und wahrender dessen unmündigen Jahren ein Vor- 
steher des Reichs war) verursachet hat, den Ehsten deuEinlauff in gedachte See zu verhindern, 
and Anno 1261 die Stadt Stockholm zu fundiren. 

Der Bischoff Albrecht kunte bey dem Fabst wieder den König in Daunmarcken, welcher 
audi seine Gesandten alda hatte, wenig ausrichten. Daher wandte er sich zumKeyser Friede- 
richen, klagte ihm seine Noth und begehrte Hülff und Rath wieder die Dähnen, Reufsen und 
Ungläubigen, bevoraus, weil Lyfland mit seinen Proviutzen an dem Römischen Reich hing. Es 
hatte aber damahls der Keyser einen Zug in das H. Land für; ^erhalben der Bischoff wenig 
Trosts von ihm zu erwarten hatte. Weil es nn dem Bischoff überall fehl schlug, der König von- 
Daunmarcken anch den Lübeckern verboten hatte, den Tentschen Pillgramen einige Schiff^ nach 
Ljfiand folgen zu lassen, bis diese Sache verglichen wäre, ^rgriff der Bischoff einen gantz andern 
nod wiederwertigen Rath, begab sich in Dännmarcken, und übergab gantz Lyf- und Ehstland 
anter den König, doch mit der Clausul, sofern die Prälaten in seinem Convent, die^ Ordens 
Leute, Lyven und Letten in diesen Vertrag willigen würden. Als man in der Handlung war. 



*) Herzog von Ottgothlsnd. 
**) Loecenii Hittoria Snecana, Francof. 1676 4. pag.82. 



IM 

flsifc 4m IMgi*) Cfemalilin in IBndca-NStfaen, wddie« man IBr eb Zcidiai hidte, daTs died 
L«id vfd ibor aokhea Vertrag ward« atuatehen müssea. 

tmmSaäak belagerten die Oseier daa neue Bchlofs ReTal: weiln aber vier Krtega-Sdilffe 
EeraKachen am Hfilffe kamen, ^mrde die Belagerung aufgehoben. Aber die Altiaten, die 
Harnen nnd Wirland dem Feinde mit Rath undThat beygeatanden, wvrden gdiendct; denen 
wnrde dnppelte auch wol drejrlache Zinfse nnd schwere Straffe auferlegt, dadurch aber 
der Ehaten Gemütter nur desto mehr verbittert wurden. 

Anno 1220 zog Graff Adolph Ton Dalle in Teutsdiland; bergegen kam wieder in des 
Bifcboffes nnd d«r Pillgramen G^elachafft Rodo von Hoenbnrg, aber es wurden alle im 
Lande beaturtxt, da sie Temahmen, data Lyfland den Dänen übergeben war nnd wiederspradien 
dem Vertrag; aueh verbunden sich die Bürger Ton Riga mit den Letten und Lyren wider den 
König in Dännmarcken und alle Feinde. Aber diese Zusammenkunfft wurde durch die Ordena» 
Bruder von Segewold xerstoret 

Solch Geschrey kam dem Erti-Bischoff Ton Lunden in Reval ttt Ohren: und weil er wol 
wüste, dafs er der Rigischen Hülffe nldit entbdiren kunte, liefs er ihnen zu entbieten: er widte 
Lyfland wieder in Ireyen Stand setzen. Darauf zog der Rigische Bischoff mit dem Meister dahfai^ 
wurden wol empfangen, mit Geschencken und guter Vertröstung wieder entlassen. 

Die Reufsen Ton Fleskau und Naugarten sagten den Christen den Frieded auf, fielen unter 
dem Fürsten zuNougorden in Lettland und erwarteten zwey Wochen, dafs sich einige abtrünnige 
Letten zu ihnen schlagen selten, die ihnen auch bald nach Wenden, die Aa und Treyden fol- 
geten. Der Meister mit den Schwert-Brüdern und etlichen wenigen Pilgramen sammleten sich 
(denn der innerliche Zwist hinderte ihrer ?iel, dafs sie nicht mit zogen) und wolfen denen Rena- 
sen begegnen, die aber, nachdem sie von solcher Versamlung höreten, sampt den Letten surnck 
gingen. Die Letten blieben einen gantzen Monath zu Fleskau ^ derhalben die Schwert -Brüder 
ihnen bey der Düna aufpasseten. Nachdem sie alda drey Wochen gelegen und dessen überdries- 
sig wurden, kehreten.sie wieder nach Riga. Aber llr. Dietrich, ein Ritter auf Kokenhanac», 
mit den. Seinigen nnd des Bischoffs Dienern, sampt einigen Letten, gingen nach Fleskau, umb die 
Aufrührische zu straffen und sich an die Reussen zu radien. Und ob ihrer gleich eine grofae 
Menge Wiederstand thun weiten, schlugen sie dieselben in die Flucht und kehrten mit gutem 
Raube und grofsem Rühme wieder, zurück. Bald darnach streifften dieTeutschen mit ihren Bon*» 
desgenossen ins Nowogordische, die Letten, Sackaler weiter in Renfsland nach den Narrischoi 
und in Ingermanland, welches damahls unter den Nowogordischen hörete. -^ 

Auch Imueten und befestigten die Ordeus-Brüder viele Häuser im Dorptiachen und Sacka* 
len, versorgten sich mit allerhand Nothdurfft wieder feindlichen Anlauff, und zwangen die ShsteD, 
dala sie sich zn ihnen auf die Festung begeben muaten, damit sie nidit von den Feinden überei« 
let würden. 

Anno 1221 waren die Tartam in Parthien eingefallen, und weil diese unterlagen, hieltet 
sie bey den Reussen nmb Beystand an, welche sich auch aus allen örtem versandeten, nnd den 



•) V«i 



— ^ 101 

Ptrteni n Hftlff kamen; wurden aber Ton den Tartarn fn die Flucht getrieben, die ihnen dann 
iMLaad fielen, nnd erschlagen die Fürsten Ten KyofF nnd'Nonogorod, beyde des Nahmens 
Hicefslaw. '^) Daher wurden die i^on Smolensko und Pleskou bewogen,, den Frieden mit den 
KigkcheB sn erneuern. 

El kam im sdbigen Jahr Eonig Woldemar am Danraarcken wieder in Ehstland, nnd hat 
dimahb, wie man TermeiBt, den Thnm und die Stadt ReTal, imgleichen Narva und Wesen*- 
ber; theils anlegen,, .theils befkstigen lassen: yerosdnete einen Dänischen Printzen, Nahmens 
Knut, nun Statthalter im Landle, nebst einer guten Anzahl Kriegs -Yolck, woselbst auch einige 
▼onAdd lu Beschirmung des Glaubens blieben; unter welchen auch waren zwene Brüder Ton 
Bifen oder Tauben,, nemlich die Herren DietriciL und Johann, aus dem-Hause Paderborn 
gdribrtig, welche dem Könige im geführten Kriege wieder die Hamburger^ und andere Feinde 
nannllch gedienet hatten^ Anch confirmirte der König dem Herrn Henrich von Lode, Rit- 
tern und Königlichem Rath InEhstland^ dieGütter,, so Ton dem Könige Canuto, wie obgedacht, 
Nbem Vater, Hm. Odert von Lode, doniret waren. 

Bischoff Thue Ton Riebe blieb auch dasselbige MaU den gantzen Winter fiber zu Reral 
■bI befliefse* sich, den. Christlichen Glauben dahemmb auszubreiten r der König aber, nachdenie 
er tlles in gute Anstalt gebracht hatte, begab sich mit einem Theil seines Yolckes nach Osel 
lud baaete aida ein steinern Schlofs; weil er aber zu schwach war, den Oselern zu wiederste* 
hea, kamen ihm die Rigischen und Schwert-Brüder mit etlichen Letten zu HüliTe, darüber sich 
ier iSnIg sehr erfreute. In ihrer Zusammenkunft gedachte der König des mit dem BischofFe 
getroffenen Vergleichs: dieTeutschen aber waren dem alle zuwider, und. baten, der König möchte 
die Rohe in Ljfland nicht stören; derowegen nach gehaltener Rathschlagung mit den Seinigen 
gib der König alles, was^ ihm übertragen war, dem BischoiFe wieder, allein in Sackdien und 
Bihptischen theilete er die Regalien den Ordens-Brüdern,, die geistliche Jurisdiction aber dem 
KKhoffe zu,, doch mit dem Beding,, dafs sie ihm treu Tcrbleiben selten gegen die Reussen und 
lodere Feinde. Dranf liefsen sie, weil- es der König begehrt hatte,, etliche von den Ihrigen 
tunpt des BisdiolFs Bruder, Hm. Dietrich ^Qn Buxhöfweden, auf dem neu erbauten Schlofs, 
lelUges neben de» Königes Besatzung zu bewahren, und zog der König wieder in sein Land. 

Es stund aber nicht lange an, da kamen die (Sseler und Wykischen, belagerten die Festung; 
■od wdl die Danen die Kunst,. Manerbrech- und Schlenderwerke zu machen, einigen ihren Ehst- 
ibAen Dnterthanen. gelehret hatten, umb sich damit zu schützen, gebrauchten sie sich derer 
n wider die Dänen und beängstigten die Belagerten gantzer fünff Tage mit SteinweriFen, also,^ 
diGi sie die Festung aufgeben und nach Reyal' abziehen, musten.. Hr.. Dietrich tou Büxhöf* 
veden'^'^) aber, und sieben der Däaisdien musten gleich Geiseln bey den Oselem Terbleiben, 
wddie das Schlofs einnahmen und zerstörtens, dafs nicht ein Stein auf dem andern blieb, und 
siegelten die umbliegenden Ehsten allenthalben auf, daf» sie die Dänen aus dem Lande jagen 
od die Christen vertilgen selten:, worzu jene auch nicht unwillig waren; doch erzeigten sich die 



Dielt war die grofse Niederlage, welclie die RoMea an der Kal&a erlitten» 
**) Apeld'ern. 



IW 

WirKnder nnd JerwhcbeD, ob sie gleich gang Ton den Öseleni angereitiet wurden, in dem Fall [ 
ehrlicher, als die andern, nnd weiten ihre Ilände nicht mit unschuldigem Blute besudeln; son- 
dern schickten nur ihre Priester denen Danen wieder heim. Dieser Aufruhr erstreckte sich j 
weiter: denn die Sackaler, die zu Fellin bej den Schwert-Brüdern waren, ermordeten selbige ^ 
und warffen ihre Leiber den Hunden für« Defsgleichen thäten die bej dem Flufs Pala; aber 
etliche der Jerwischen schnitten ihrem Stifft -Voigt Hebbo das Herts lebendig aus, welches sie, 
nachdem sie es gebraten, auffrassen und glaubeten, dafs sie dadurch wieder die Christen beherti- 
ter würden. Die zu Fellin, nachdem sie ihre Mord-Taht Terrichtet, sandten die blutige Kleider 
und Pferde nach Odenpii und Dorpt, mit Ermahnung, dafs sie ihnen nachfolgen solten, welche 
solches auch nicht an sich ermangeln liefsen. 

Zu der' Zeit hielte sich im Dorptischen auf ein Priester der Schwert-Brüder, Nahmeos 
Hi^rtwich, ein dicker starckerMann; den setzten sie auf einen fett gemästen Ochsen, fuhretea ' 
ihn hin zum OpfTer ihrer Gotter, und wurffen dasLofs, welchen Ton diesen beyden Dicken ihre 
Götter erwehlen würden: das Löfs aber fiel auf den Ochsen, und wurde der Priester also bejrm 
Leben erhalten. 

. Damit sich nu diese Aufrühnsche starcken mochten, begehrten sie die Reufsen zu Holi^ 
und legten sie hin und wieder in den Festungen , denen Teutschen Und Däiien Wiederstand sa 
tliun, lehreten einander das' Schleudern und Manrbrechen, wuschen sich und ihre Häuser mit 
Wasser, und meineten also, die Tauffe wieder abzuwaschen« Die Sackaler sandten nach Bigs, 
versprachen zwar den Frieden zu halten, aber nimmermehr weiten sie sich zum Christenthom 
wenden, und begehreten ihre Geisel gegen die Gefangene auszutauschen, welche« die Teutschen 
gern geschehen liefsen. Es ist in dieser Verfolgung ein Teutscher Kauffman, der bey einem 
Ehsten inJerwen, imDorffPoderjalge, zur Herberge eingekehret, und sich keines böses verse- 
hen, in der Nacht von seinem Wirth und dessen Weibe ermordet worden, worauf die Wirthin 
einen Sohn gebohren, der an seinem Leibe eben so viel Wunden, und an denen örtem des 
Leibes gehabt hat, wie der Ermordete bekommen, welche zwar hernachmahla zugeheilet, die 
Narben aber alzeit zu sehen gewesen sejn sollen« 

Die aufrührischen Ehsten belagerten Reval, wurden aber durch einen Ausfall von denen 
Dänischen, mit Hinterlassung guter Beute, weggejaget Die getreuen Letten raubten auch unter- 
dessen im Dorp tischen: imgleichen zogen die Schwert-Brüder, sich zu rächen, dahin, aeagtea 
und brennten; und als sie wieder nach Riga kamen, ersuchten sie den Bischoff, mit seinem VoIiA 
Hülffe zu leisten, welches er ihnen auch versprach, wofern sie ihm den dritten Theil ihrer Ein- 
künffte in Ehsten und dem Bischoff Herman den andern llieil überlassen weiten: solches gin- 
gen die Schwert-Brüder ein; zogen also mit gesampter Hand nach Sackalen, plünderten das Land 
und hieben allen Manns-Bildern, die sie bekommen kunten, die Eöpffe ab« 

Ungefehr zu dieser Zeit waren die heidnischen Preufsen mit aller Macht anfgeweaen, und 
dem Hertzog Conrad von Massau in seine Länder gefallen, haben erstlich das Oulmiaehe 
Land eingenommen, darnach in die Massan gestreiffet, mit Mord und Brennen greulich haufsge- 
halten, über 250 Kirchen und Klöster, wijs auch viele Städte und Dörffer verbrannt, und eine 
unsägliche Menge an Leut und Viehe weggetrieben, also, dafs der Hertzog, aufser der Stadt 



108 

Plotikau, da er reaidirte, fast nichts gantzes behalten. Daher er bey dem Bischoff zn Rigr ersn-» 
chea lassen, dafs er ihme die Schwert-Brüder gegen die onglaubige Preufsen zu Hälffe schicken 
wolle, und verhies ihnen znm Lohn das Land Dobrin, so sich langst der Weisel bej der Coya 
TOB dem Flofs Derbnitz bis an den FInfs Ukra sträcket 

Solches Terwilligte der Bischoff und sandte etliche der Schwert-Brüder mit einem Hauffen 
guter Kriegs-Leute dem iSertzog zn Hülff: aber die Hejden waren bald wieder auf, ruckten mit 
aller Macht auf Dobrin, Tcrwüsteten das Land allenthalben, und thaten grofsen Schaden. 

Und ob 'zwar die Schwert-Bri^der tapffere Gegenwehr thaten, und mit den Preufsen eine 
SeUachtong hielten, so gantzer zwej Tage wärete, behielte doch der gröfste Hanffe Überhand, 
uid wurden die Schwert-Bruder mit ihrem Yolck alle erschlagen. *) Per Hertzog aber muKte 
Ton den Preufsen jsinen Stilstand auf etliche Jahr gar theur erkanffen. 

Anno 1222 brachte Bernhard, Bischoff in Semgallen, viel Pilgramen aus Teutschland mit 
sidi. Die Sackaler und Dörpter fielen in unterschiedlichen Hauffen In Lyf- und Lettland mit 
Sengen und Brennen, ihnen folgten etliche Letten nach, und traffen ungefdir einen Reussischen . 
Krlegs-Obrfsten Waremarn, der zu Fellin gewesen war, und erschlugen ihn mit vielen andern* 
Da die Ordens-Brnder höreten, wie übel die Abtrünnigen hauseten, machten sie sich in der-Ejl 
aaf; als sie aber nach Treyden kamen, und erfuhren, dafs der Feind schon weg war, iiefsen sie 
das Fttfs-Yolck, weil es ihnen im Forteylen nicht folgen konte, wieder zurück gehen. Die Rei- 
sigen aber jagten Tag und Nacht dem Feinde nach, erreichten denselben bey der Brücken zn 
Ümera, als schon ein Theil übergangen war; setzten auf Ermahnen des Meister YolqTin und 
des Probsts zn Riga tapfer aft.sle, obgleich derer, eine grofse Menge war, und schlugen sie rit- 
terlich in die Flucht: darauf ruckten sie in Ehstland nach Fellin, das vor zehn Jahren von den 
Teatschen eingenommen und darnach wieder abgefallen war, belagertens nochmahlen und ver« 
sachten mit Untergraben und Schiefsen ihr Hejl daran. Es hatten aber die Barbaren denen 
Dinen die Schleuderkunst abgelernet; dahero konten die Teutschen wenig ausrichten. Weil es 
aber eine grofse Hitze war, und die Leute wegen Hungers und Durstes häuffig stürben, entstünde 
daians auf der Festung eine Pest, welche sie zwang, sich zu ergeben. 

Die Ehsten verlangten hierauf Gnade, die Reussen aber wurden alle gehenckt Hernach 
warde auch Oberpahlen eingenommen. 

Die Sackaler aber Iiefsen nicht nach; die Reussen aufzumahnen, und kam auf ihr Ansuchen 
des Forsten zu Sufsdal Bruder mit den Nougorden und Pleskowitem ins Land, besetzte Dorpt, 
and war Willens, in L^rfland einzufallen; aber die Oseler überredten ihn, dafs, wenn er Reval 
gewomien hätte, konte er leicht das übrige unter sein Joch bringen. Derowegen ging er mit 
SI,00O Mann durch Sakalen (welches er aus grofsem Grimm verwüstete, weil er daselbst seine 
Lindsleute anfgehenckt fand) auf Reval zu, und bdagerte die Barg daselbst | mufste aber nach 



•) $• cffsdliU Scbatz in seiner preufsisehen Chronik, (Seite 20 der Zerbiter Aufgabe) dieien Feldsug der 
livländiachen SchweKbrüder nach Preufsen; Hartknoch aber zweifelt aiu gputen Gründen, dafs er 
JeBMls statt gefanden habe. Man sehe dessen Alt- und neues Preufsen, Seite 270. Es war vielmefar 
die Stlltiuig eines eignen Ritterordens aack Art des livl. S. Voigts Gesdi. Preuss. 1.400. ff. n. am. O. 



104 

Tierwochentlicher Belagerung mit Schanden davoii abzielten« Die Schwert-Brüder belagerten iwar 
die Veatung Dorpt, weil ihrer aber sn wenig waren, konten sie nichts schaffen; Terwüsteten 
dennoch Jerweu, aus Ursache, dafs sie alleseit den Dänen wiederspenstig waren. 

Nach Weinachten thaten die Tentschen wieder einen Zug, den Dänischen su Hülffe, zwan- 
gen Jerwen und Wirland Kum Frieden, und nahmen Geisel Ton ihnen, damit aber waren die Re- 
Telischen nicht wol zufrieden. Die Reursischen Gesandten, welche damahls zu Riga waren und 
den Ausgang erwarteten, verwunderten sich höchlich, dafs die Tentschen allzeit solch gut Glfiek 
hatten: dahingegen dieReussen mit so grofsem und gewaltigem Kriegs-Heer selten eine schlechte 
Festung zu erobern vermochten. r 

Umb diese Zeit hatte. sich Yesceke, der gewesene Ffirst zu Kokenhausen, welcher die 
Tentschen so hinterlistig umbgebracht, su Dorpt, weiches ihm von den Nowogorden und andern 
Reussen zu ewigen Zeiten, mit dem Versprechen, ihn dabej zu schützen, war geschenckt worden, 
festgesetzet, plagte das Land umbher, und kunten ihm die Tentschen, weil ihrer zu wenig waren, 
nichts abgewinnen. Weil aber im selben Jahre der Bischoff Albrecht mit einer grofsen Menge 
Filigramen wieder kam, und seinen Bruder Herman auch mitbrachte, der numehr, nachdem 
dec König in Dänmarcken von den Sachsen gefänglich hinweggefuhret worden, sein BisdioffUmm 
erlanget, und ungehindert antreten konte, so wurde einmüthig beschlossen, dafs die Ehstnischen 
Länder selten gedieilet werden, also, dafs Ugganien dem Bischoff Herman, Sackalen denen 
Bchwert-Brüdem bliebe, and der Strand mit den Sieben Kirchspielen zu Riga käme. Darüber 
eine grofse Freude entstund bej denen am Strande, also, dafs sie dem Bischoff den zweijähri- 
gen Tribut, welchen sie wegen der Dänen ihme nicht hatten erlegen können, willig reidten. 
Die Ugganier auf dem Hause Odenpä hätten zwar ihren Bischoff Herma^ auch gerne angenom- 
men, «llein sie wurden^ von Vesceka, der Tentschen Feinde, verhindert: derwegen die Ri^ 
sehen an ihn schidcten und ermahneten, er solte sich von den aufrührerisch- und mörderischea 
Leuten wegbegeben« Denn es war dieses Schlofs zu Dorpt wegen seiner Stärcke und weil es 
die Schwert-Bruder für ihren verratherlichen Mord sehr befestiget und mit aller NothdnrflB wol 
versehen liatten, ein Aufenthalt aller Verräther mid Schelmen, die dahin flohen, und von Ve- 
sceka in Schutz genommen waren. Weil aber kein Friede von dem Fürsten zu erhalten war, 
weite gleichwol der Bischoff von Riga die Kirche, welche er zu Dorpt gepfiantzet hatte, nidit 
in der Feinde Hände lassen, sondern berieff die Schwert-Brüder, und was er von den Aus- 
ländischen und Einwohnern, Rigischen, Lyven und. Letten zusammenbringen konte, welche sich 
auch willig einstelt^n und samleten sich bej Astijerfwi oder der Burtnickschen See. Die Tent- 
schen Kriegs -Leute waren unter zwej tentschen Fürsten, nemlich Hertsog Friedrich von 
Sachsen und Hertzog Friedhelm '^). Nachdem sie nu allda ihr Gebet verrichtet, schiditen 
sie ein auserlesen Volck vorher, die Tag und Nacht fortzogen, zu versudien, ob sie das 
Sclilolj unversehens überfallen konten.. Ein Theii von ihnen überzogen die Wirländer, wel- 
che abermahl wiederspänstig waren. Der Bischoff mit dem übrigen Heer rückte vor Dorpk Weil 
aber das Schlofs wohl verwahret und bewachet wurde, belagerten sie es vollkömmlich, richteten 



•) S. Gadebuich HtL Jahrbuchar, Th.L, Abschii.l^ Seite 170^ Not.s). 



105 

tBeriwad Starmieiig dafor auf, londerlldi einen heltsernen llinnB, sehr starck nnd hoch, tcho- 
kn dflMelbea an den Graben, fingen in m nnleiyraben mit dem bilben Theil des Heerei, dab 
de In kmrtier Zeit den Well fiUleten, den Graben fülleten, nnd mit dem Tbnnn naher rfiekten. 
ffienaf wurde die Featnng noehmala auigefordert, und denen Belagerten, wo de rieh ergeben 
vtaden, ein frejer Absng sugeaagt: allein der F(lrat rerlieta dch auf die Nowogordiache Hülffei 
«d^e bald daran! ina Land kam. Weil aber ein Theil Ton den Tentachen ihnen entgegen ging, 
die andem aber die Belagerung fortaetiten, sogen de wledenunb surfiek, und kamen alao die 
ttden wieder nur Belagerung, in welcher de die auf dem Sehlob mit Sdileudem und Schiefsen 
idir ingstlgten, in4em de auch glüende ESaen und Tigd in die Festung schlinderten: Andere 
liditeten Bfauer-Brecher auf, danua de dem Feind schaden konten. Die im Schlola fejrten 
In^ddien auch nidit ndt dergldchen Zeug; indem aber die Ghriaien untergraben, wurde daa 
Uaddiaua naher an die Mauer gdiraeht, und denen Belagerten kdne Ruhe gdaaaen. . Denn bey 
Ttge Udte man mit Schiefgen und Werffch an: dea Nachta aber machte man allerhand Kriegea- 
flerintch, die Belagerten dadurch in Sngatigen. 

Nadidem nn die Belagerung Tid Tage gewiret, wurde endlidi Ton den Christen beschloa- 
mfiste den Ort AirchSturm dnnehmen, und an denen, ao drauf wiren, dnBeyspid, den 
Atttrfinnigen sum Sduredcen, statuiran, und ihnen keinesweges, wie den andern auf den 
dagenonunenen lUnsera wiedei&hren, den fireyen Absug gestatten. Drauf wurde demjenigen, der 
es am ersten entdgen solte, grofse Bdohnung Tersprochen, und des andern Tagea, nach Ter- 
liditetem Gottesdienst, das Werck mit Zusammentragung der Reber und Holtiea angefangen; 
wekhca aber wd umbaonat gewesen wire, wenn nicht die auf der Festang adbat dnen Weg 
gewiesen bitten. Denn umb neun Uhr Morgens eröffneten de dn grofs Loch an den WUlen 
and wiltsten feurige Rlder aua gegen der Teutschen Blockhause, dassdbe in Terbrenneil, warf- 
fcn aadi Hdts und Reber daiu, damit das Feuer desto ehe angehoi modite: die Bdagerer 
sber Bsditen daa Fear bdd und ifindeten die Brücke an dnem andern Orte an, dadurch die 
Seaasen aleh serthdlen nrasten. Als diefs geschehen, lief efai tapfferer Ritter, Nahmena Johann 
?on Appeldorn*), an den Wall, dem sein Knecht, Petißr Ogo, mit den andern folgte, nnd 
fcanMB erstlich auf den Wall, und dann sur Festung. Wer aber diesdbe entlich entlegen, ist 
aabdooKt Ei halff Je einer den andern hinauf, sonderlich dnrdi daa Loch, wddiea die Ehsten 
selbst geoMcht, und hidten den Feind mit Spiefsen und Lantien ab. 

Nadidem nn die Teutschen den Anfang der Eroberang gethan, folgten etlidie Letten und 
Lyren andi nadi, die abbdd infingen, alles, was ihnen Tork«n, in erwifagen, also, dafs bey 
SM Mann auf dem Schlors erschlagen wurden. Die aber entSidien weiten, kamen denen, so 
aaib das S^ob hielten, in die Hände, und wurden alle gantalidi umbgebracht, bb auf einen, 
welcher des Flinten au SuCsdal Unterthan war, densdben behidten de lebendig, klddeten ihn, 
aad gaben ihm ein gut Pferd, dafs er nach Reufdand dehen und den Yerlauff der Sadie kundt 
than m5€hte« .Die Festung aündeten sie an, und kehre ten mit dem Raub wieder heim. Der 
Nowogoroder Entsatx aber sog nicht ohne grofse Schmertaen wieder aurflcfc. 



•) £ia Bnder dei Biidiofff Albrecht 

LBd. 14 



106 - — 

Durch diese Erobemng worden die umbliegenden Hejdea abermaUa gedemütiget, jitSk sie 
nmb Gnade baten, Zinfa und Geschencke brachten, und untertfainig xu aeyn Te^prachen« Audi 
Btelleten die Oaeier dea BischoSa Bruder, Herrn Dietrich Ton Bnxhöfweden, wieder auf 
freyen Fnra. 

Der Bischoff Herman aber bauete das Terwüstete Schlofs Dorpt wieder auf, und legte , 
Tomehme Leute darauf^ dasselbe au bewolinen*), als Hm* Engelbrecht Ton Tysenhausen, 
seinen. Bruder Hrn. Dietrich Ton Bnxhofweden,'*'*) Hm* Helmold ron fifineburg und 
Hrn. Johan von Dolen, und gab einem jeden ein gewisses StückLandes ^in, liefs auch dane- 
ben viel andere Teutschen sich daselbst niedersetien: aber die Ebsten, als diejenigen, den sie 
nicht trauen dörffen, liefsen sie nicht mehr auff die Festung kommen. 

Hierauf wurde der Thum nach Doq^t geleget und 24 Dörffer dazu verordnet, welche dea 
Ganohicis regularibus eingegeben wurden. So setzte er auch seinen Bmder 9.othmarn sam 
Thum-Probat ein, und ist also Ton der Zeit an Dorpt ein sonderlich Stifft und gedachter Her« 
man der erste Bischoff daselbst worden, worunter eine Zeitlang' Leal und die Wycke gehörete; 
etliche Jahre aber darnach wurde es abgesondert und die Insul ösel dasu verordnet, und das 
Oselische Stifft genannt; dessen Thum-Kirche auch^eme Zeitlang nach alten Pernan, endlich 
aber nach Hapsal ist verleget worden. 

Die Schwert-Brüder zogen nach gedachter Erobemng nach Sackalen, und baueten Fellin 
wieder gar fest 

Unterdessen schickten die Renssen von Nowogorod und Pleskali ihre Gesandten zu dem 
Bischoff nach Riga und liefsen nmb Friede anhalten, welcher auch mit ihnen dergestalt geschloa- 
sen wurde, dafs sie die jahrliche Zinae, so sie yorUn von Tolowa gehabt, fallen lassen; wel- 
chen Ort der Bischoff mit den Schwert-Brüdern theUete, und liefa-ihnen den dritten Theil davon« 
Auch theileten sie Waigel in zwej Theil, wovon die Helffte bey Ugganien oder Dorpt, und 
die andere Helffte, neben Sackalen, Nurmegunda und Sorkaba, den Schwert-Brüdern blieb. 

Im Jahr Christi 1224 war in Lyfland ein gewünschter Friede und gute Sidierheit; denn 
weil die Christen das feste Schlofs Dorpt weg hatten, kam eine grofse Fnrdit auf alle die umb- 
liegende Lander und Volcker, dafs sie gern Friede liielten, damit ea ihnen nicht, wie den Reus- 
aen, ergehen möchte. Dadurch fingen die Einwohner' an, ilire Nahrung und Ackerbau wieder 
vorzunehmen, und die, so bisher in den Wäldern und Wildnissen sich aufgehalten, kamen wie- 
der zu ihre Häuser und Güter, welches innerhalb 40 Jahren wegen des stetswärenden Krieges 
jiicht geschehen war. Derlialben sandte Bischoff AI brecht einen Thumherm, mit Nahmen Mau* 
ritius, an den Pabat Honorium den dritten, welcher damahia nicht zu Rom, aondem zu 
Bononien seinen Sitz hatte, umb einen Apostolischen Legaten zu begehren, der auch hernach 
ankam, nemlich Williielm, Biachoff von Mutma, SaciiPaUtiiCancellariua,^ welcher fiui ein 



*) Hier begeht Hiarn eineaFehler. £f war Bichl das ScUofs Doipl» soadera Odonpä, wildua Bischof 

Hermann wieder erbanete mid mit Befatzang Termh. Origtn. Livon. p.lOO. 
**) Apeldern. 

***) Gadebusch behanptet aus Urkunden, er tey erst im Anfonge des folgenden Jahres aadkliivlaad go* 
kommen. S. deMSZ LivL Jahrbücher Th.L, AbMha.L, SeitelBi, Natl) und m). 



lOT . 

gutfeg Jaltf iaLyt- indEhsfland blleli, reifete das Land mltFleifii dorch an allen Orten, atlrckete 
ik neaen Ourbten im Glaoben, vnd ermahnete rie anr Beständigkeit . 

Weil auch die Dihnen adt den Bischöfflichen wegen der ESisinisdien ProTincien streitig 
wi», nahm er Harrien, Jeiwen, Wirland nnd die am Strande gelegene Gebiete in der Wjclce 
later des Pabsts Sequester, endlich aber, anf vielfiltigem Anhalten der Dihnen, liefs er ihnen 
leral nnd Bburrien* Über die andern örter aber setxte er seinen Mitgefolgten, Magistmm Jo- 
hsaaera, bis xnm Abtrag der Sache mm Stadthalter, theilte auch die Linder xwischen den Bi- 
ichsir nnd die Ordens-Brüder, nnd rieih ihnen, dafs rie die Einwohner nicht zn sehr beschwe- 
na and sie dadurch zum Abfall rdtsen mochten« Zn Riga wurde er von den Nowogordischen 
Legaten iesnchet, nnd nmb Confirmation des aufgerichteten Friedens gebeten. Auch kam an 
Iba anf sdn Branchen Wiechard,*) ein Äitister oder Haupt der Semgaller, den er su bekdi- 
lea grobe Muhe anwandte: allein er war alzn halsftarrig; doch brachte er so viel au wege, 
itfs Wiechard dnen Priester mit in Semgallen nahm. Imgldchen ersuchte -ihn Wiesewald, 
der First Ton Oerdke, und andere mehr. 

im selben Jahr 1224, den iarsten Tag Decembris, auf dem Reichstage wä Nürnberg, wnr« 
faiBisdioff Albrecht in Riga und sein Bruder Herman, Bischoff xuDorpt, Von Henrichen, 
den Romischen Konige, in die Zahl der heyL Romischen Reichsffirsten genommen und mit allen 
labehorigen und den Reichsfürsten gebührenden Regalien belehnet '^) 

Folgenden 1225sten Jahres rüstete sich der ApostoUsche Legat cum Abauge. Und diewetl 
er cfaie geraume Zdt auf guten Wind wartete, kamen die Osder mit grofsem Raube und Tiden 
Qdkngneii, die sie aus Schweden gebradit; solches schmertste den Legaten, der die Gefangenen 
trottete, und als er nach Gottland kam, kündigte er daselbst eine Greutafahrt an, die Oseler 
n Sbersiehen, woan nch die Teutschen willig finden liefsen, aber die GottlSnder und Dihnen 
ecUageas ab« 

Es kam auch sur selben Zdt Hertsog Barnaim, des Hertsogen Bogifslafs des andern 
SBsPoBunemSohn, und bald darnach ein Graf von A ms t ein, amHarti gelegen, mit statlichem 
Tslcke ins Land, den Christen an Hülffe. Derowegen versamleten sich der Bischoff von Riga, 
der Bischoff Ton Semgallen, Meister Yolqvin, nebst den angekommenen Pillgramen bej Em- 
kcke, im Anfange des 1228Bten Jahres, als die See mit starckem Eise ganta beleget war, und 
gfagen in die 20,000 Mann stardc mit einer beschwerlichen Reise au Rots und au Fnfs nach 
Hohn, woselbst die Hejden eine Festung hatten, davon noch heutiges Tages die Rudera, der- 
^eidien man jetst Baur-Bürge nennet, südwerts gegen Osel bey einem Dorff Li n uns au finden. 
Daselbst ruheten sie dne Nacht aus, mnsten aber etliche Scharmütsd halten, mit denen, so auf ■ 
kat Festug waren. Dieselbe schickten betrieglicher Wdse zum Bischoff, liessen ihm sagen, sie 
ihiten niemanden Ldd, sondern weiten gern Friede halten, und den Glauben annehmen. Ea 
vtr aber darauf angesehen, dafs de hernach die Christen im Wiederkehren desto besser über- 

*) Weathard. 

**) Man sehe Gadebusch Livl. Jahrbücher Th.I., Abfchn.!., S. 182., Hup eis nordische Miscellaneen 
8t. 2i. n. 25. 8.888.', und C. E. Napiersky de diplomate, que Albertus, episcopus LiToniae, declaratnr 
princepf imperii romano-germanici, num aathenticum tit, et quo anno datom, dlsqnisitio. Rigas 1882. 8. 



— u» 

Allen kinnteiL Weil aber die Teatsdien soldies Termercketen, idiliigen de ee flineii ab, ud 
meineteii, die Festaog la enteigen; aber de wurden mit Steinen nndSpieben abgetrieben« Sa^ 
hero aie eine ordentliche Belagening anatellen mnaten; xiehteten Bolhrerck« nnd Btoxm-ZeDg 
anf, mktergmben den Wall und kamen endlich mit demBloek-Hauaeao nahe, dab aie daa Holti- 
wOTck, womit die Featung umgeben war, mit eisernen Haken herunter reiaaen und efaien Plata 
entblofaen konten: Rfiateten sieh darauf sum Sturm und rieffenGott umb Hülffe an« DieHejden 
aber fleheten ihren Gotsen an, und'aehrlen: Thor aphita.'*') Endlich kamen die Chilatea ndt 
grober Mühe' auf den Wall; denn die Buig lag auf dem Beige, welcher gants mitSjb bededcet 
nnd ao glat war, data man nicht stehen konte; oben aber war eine ateinemeMaar,. worUier sie 
aleh mit Stricken und Leitern helfien muaten. Dergea^t wurden die Feinde in die Fludit ge» 
achlagen, und die Festung mit grofaem Frolocken der Christen gewonnen, ausgeplündert und 
▼eibrannt, die Heyden aber alle erschlagen. Hierauf ruckten die Teutachen nach Oad nach 
efaiem befistigten Flecken, Wolde genannt, fast mitten im Lande gelegen, welchen sie eboi* 
mifsig belagerten. Weil aber die Hejden das Beyspiei derer Ton Mohn für Augen hatten, und 
sich nicht getraneten, den Teutachen au wiederstehen, ergaben sie sich und liefsen sich taaffea: 
und nachdem aie der Vomehmbaten Kinder au Geiseln, gegeben, erlangten sie einen Frieden. 
Die fibrigen auf der Inaul aandten au denen Teutachen umb Friede und bekehrten eidi« gaben 
auch die Schwedischen Gefangnen wieder lofa, und sogen also die BIgbchen mit Freuden und 
Sieg wieder heim. 

Aber ea wihrete diese Freude nicht lange, weil aie, nach Biga kommend, nli&t wenig 
Eloid und Betrülmis für sich funden: lumahlen in ihrer Abwesenheit die CnhrUnder und Sem* 
galler, ihre Gelegenheit absdiend, unreirsehena ehien Etafkll über die Düna gethan, daa JQoster 
St Nldaa-Burg bej Dünamünd ehigenommeu, und aeratoret: die Priester und Mfinche niedeiga- 
macht und aonst grofsen Schaden gethan hatten; darüber der Bischoff und die Rigiaclien, wdl 
daa Kriega-Volck ferne war, nicht in geringen Sorgen und Schreien geriethen. Wie nu Meister 
Volqvin mit den andern wieder Tonösel kamen und solches Temommen, nahm er ihm für, dio 
Cuhren und Semgaller hinwieder au übeniehen. Und nachdem dasVokk in etwaa auagembeti 
▼eraamleten sie aich aufs neue und rückten in Semgallen. Die Einwohner daselbst begegneten 
die Christen freudig, also, dafa es mit ihnen an einem harten Treffen gerieth, aber die Ghriaten 
behielten die Oberiiand, und erachlngen bey 1000 der Hejden und Abtrilnnigen, kdirten ifaio 
mit guter Beute wieder nach Riga. 

Auf den Frühling begaben sich Hertsog Barnalm und der Graf von Arnhein mit tfaeHadero 
Völcker wieder anheim. Dahero der Semgaller Fürst Westhard wieder einen Muth Csaaete, Ter- 
band sidi mit denUttanem und Hei unTerhofft umb Ascheraden ein, und verheeret« daa Land. 
Es war lur aelben Zeit auf Ascheraden ein Voigt und Pfleger, Nahmena Marqvard von Bfir- 
bach, ein unTersagter kühner Held, der brachte in aller Stille an Lyren und Letten ao viel 
äusammen, ala er immer Termochte, und eetate den Semgall- und Littauem, welche mit adiwe- 



*) ph oder f kann von den Ehften nicht anders, als ein w ansgefprochen werden» also müssen sie ge- 
' sagt. Iiabea: Thor awita d.i. Thor liilff. Anm. des Verf. 



*— 169 — . 

len Ranbe wieder im Absvge wen, nadi, Sbemflclite sie eines Morgens, da sie gante sleher 
waren, imd erscUng derer bey SOO, Terlobr aber darüber der Seinen nicht wenig. Westhard 
enrlsdite in dar Eyl einen langen Stock, so nngefehr im Feuer läge, webrete sich damit, ond 
sdilag IfftrqTarden etliche Zihne ans dem Mmide, und kam damit daTon. Die diristen aber 
beUelien das Feld. Wie dieses dem Meisler Volq^In sn Ohren kam, samlete er sampt den 
TsatmhaB die LetI- und Ehstta» welche sidi wilUg einstelleten, eetite 4en Littanem nach, 
smUnS derer fiber 1MM, doch Terlobr er auch fast 800 der Seinigen, und kebr^ also mit 
grober Beute wieder nach Biga. 

Obtfwar die Danisdien und Bigisohen sich knrte Tor Eroberung der Insol Osd TergUcheB 
•ad eben Bund mit einander wieder die Heyden gemacht hatten, erwuchs doch bey Jenen (weil 
def KSnig In Danmarcken anderweit lu sdiaffen hatte, und also an diesem Ort nichts Tcnlcbten 
kante) ein heimlidher Neid und Ämulatien; daditen dahero mit List dasjenige an Terhindem, 
iddhes sie init Macht nicht thnn konten, und fertigten Anno 1227 einen falschen Legaten mit 
nkstüchen BuUai ab, darin dem Orden geboten ward, bhif&ro mit den Heyden still zu halten, 
<• sey demi, dab sie den Christen ins Land fielen und ihnen Schaden anfügten. 

Dieaea bekümmerte den Meister und die Bigisdien nicht wenig, wüsten- auch anfingUch 
sieht, wie, sie solches Terstdien soltep; aumahlen der Pabst diesen Orden sdbst bestätiget, und 
dem Bisdi^ff sampt flmen alle das Land, so. sie den Heyden. abgewinnen konten, au ewigen Zd- 
ten firey ubmI nnrerhindert an. besitaen, versduieben hatte. Da aber die Teutsdien den Betrag 
cnttdi DMsrd[tai, fertigten sie den falschen Legaten dergestdt ab, data ihm die Lust wieder an 
komawn Terging. Der Meister aber, dem es sdir schmertate, überaog die Danisdien örter in 
Kksliaad, eroberte die Stadt Bevd und trieb die Danen aum Land hinaus. .Die Bürgerschaffi 
aber und Landsassen nahm e^ unter seinen Schute, und liefs die Stedt mit starcken Mauren, 
. lUnnen und Graben wol beRstigen. Spldies ging dem Eonige in Danmardcen nicht wenig nahe, 
udcber 9idi rfistete, den Orden mit efaiem gewdtigen Kriegs-Heer heimausuchen; wurde aber 
dardi anderwdUge Unruhe daran gehfaidert Weil aber die Schwert-Brüder Idchtlich erachten 
ksaten, dafa aie dem Könige nicht allein wegen seiner Macht, sondern auch der vielen in Tentsch« 
lud habenden Verwandten und Bundsgenossen, äu schwach seyn wi&rden, erachteten de, daTs es 
fiOsam aeyn wfirde, dch mit dem Bitterlichen Orden des Hospitals S. Maria des Tentschen Or« 
deas au Jerusalem, wdcber damahla inPreufsen mächtig war, au verdmgen: Fertigten also Anno 
1220 ehieBotbschafft ab an den damahligen Hochmeister gemdten Teutschen Ordens, Hrn. Her- 
man tou Saitaa, welcher aur selben Zeit au Venedig war, umb au bitten, dafs dieser Schwert- 
Btider Orden in Jenen möchte auffgenommen und dnrerjdbet werden. Solches war dem Könige 
nScht Terborgen, wddier alle Mittd und Wege suchte, diese Verbundnis au hindern. Daher 
idun der Hochmeister diese der Schwert-Brfider Werbung auf ebdge Zdt in Bedencken. 

Mittlerwdl ist mit des Bisdioff Alb rechten, Meister Volq^ins und sehies Ordens, sampt 
im ganteen Adek Bewilligung das ilteste und erste Bitter- oder La^-Becht in Lyfland, beste- 
kad in 67 Funkten aufgesetet und publidret worden, '^) dessen man rieh hi den ßtifften BIga, 



*) Dielk gesdiah schon im Jahr 1228. S. Gadcbusch liyl. Jahrbücher Th.l.» Abich.1^ Seitc206^ Notel. 



110 

Dorpi, Osel nnd Cahrland, imgleichea des ritterlicheii Schwert-Brilder Ordeni Landen gebnndiet 
hat: Die aber in Harrien und Wiriand haben ilir eigen Recht gehabt, welehea Tom König Wol- 
demarn dem andern in Danmareken ihnen gegeben worden. 

Es wollen etliche, dafs m dieser Zeit die Cuhren von dem Bischoffe nnd Herr Mdstcr 
snm Christlichen Glauben sind geswungen worden, nnd dafs Bis^off Albreeht ihnen eben, 
Nahmens Emnnd, somBischofe Terordnel^ welches demBericht der Danischen Scribenten, daroa 
Torhin Meldung geschehen, suwieder lanfft; es sey denn, dafs die Cuhren, ^nachdem sie von den 
Danen erstlich bekehret, wieder abgefallen, nnd also aufs neue von den Tei^tBchen anf den rech- 
ten Weg sind gebracht worden, nnd dafs dieser Emund eben der yorgedachte Ernemnnd sey, 
welchen Tielleicht dieTentschen bey seinem BischoffUiumb, deimoeh aber unter ilirer Jurisdiction 
konten geschütset haben* 

Im selben Jahr gfaig Albrecht, Bischoff an Blga, mit Tode ab, nadidem er Sin und 
dreisig Jalir wol und löblich regirt hatte, und ward zu Riga im Thum, den et selbst gestifftet, 
begraben« Wie nu der Ertz-Bischoff zu Brehmen, Gerhard, den tödlichen Hintrit dieses löbli- 
chen Bischoffs yemommen, vermeinete er, es gebührete ihm noch wie bishero geschehen, einen 
Bischoff nach Lyfland zu ordnen: hielte derowegen mit seinem Capittel Rath, nnd erwehlete 
einen, Nahmens Albertus Saurbeer, der in allen Kitnsten ein ansbündig gelahrter Mann, und 
des Stiffts Scbolast, oder wie es Crantz ins wil genannt liaben, Magister war, zum Bischoffe zu 
Riga; worin das Rigische Thum-Capittel nicht einwilligen wolte; sondern protestirte dawieder 
aufs höchste, Torgebend, weil die Stiffte Riga undDorpt numehr in des Römisdien Reidia Fürsten 
Zahl genommen und. vom Pabst zum Bischoffthum bestätiget wären, dürfften sie sich den Breb- 
mischen nicht unterwerffen, wüsten ihnen auch hierinnen nichts zu Willen. Dieses verdrofs dem 
Ertzbischoff und seinem Capittel nicht wenig: daher gerieth die Sache vor dem Pabst, dahin 
auch die Rigischen gefordert wurden. Unterdessen trug sichs zu, dafs zu Lübeck der Bischoff 
Johann Todes yerbliche, dnd das Capittel daselbst der Wahl halber uneinig ward; deriialben 
ward gedachter Alb er ins dahin vor einen Administratoren eingesetzt, bis man daselbst zu ein- 
helliger Wahl -gelangen möchte. Den Rigischen aber wurde alle Freyheit der Election gleidi 
andern Bischof fliehen Kirchen zuerkannt, nnd sie vom Gehorsam der Brehmischen (welchen ein 
ewiges Stillschweigen auferlegt ward) gäntzlich befreyet Wprde also Anno 1230 von den Lyf- 
ländischen Bischöffen und ihren Canonicis, Nicolaus, ein gelahrter,' Tngendbaffter und aitsamer 
Herr, zum Bischöfe in Riga erwehlet 

Dieser erlaubte den Rigischen Birgem (weil darunter viel Gtfitlander waren, die sich in 
diesen Jahren dahin gesetzt, nnd sich Selbsten nach den Rechten, welche sie aus GotÜand mit^ 
gebracht, richteten) dafs sie sämptlich des gottländiseh^n Rechtens sidk gebrauchen möchten, 
doch mit dem Vorbehalt, dafs sie keine Baur-Sprache, Wilkfir und Sehatzunge für aidi seibsteui 
sondern mitVorwissen des Bischoffes zu Riga, anrichten und halten selten, welches, er mit ehiem 
sonderlichen Privilegio bekräfftigte. Währender dieses Bischoffs Regirung ist Hr. Woldemar 
von Rosen, Ritter, wie auch Hans von Ungern ins Land kommen, und von dem Bischoffe 
mit statlichen Land und Leuten belehnet und begäbet worden. Von diesen beyden sind alle 
andere dieses Nahmens und Geschlechts in Lyfland entsprossen. Es hat auch der Bischoff einen 



— 111 — 

Bitter, Mi Nabmen Dietrich, dessen süTor gedacht, und seine Fran Sophia (welche eine 
Tsckter war des obgedachten Fürsten Ton Kokenhausen, Visceke, der suDorpt erschlagen ward, 
lad seiner Gemahlin Baba) mit dem Hause Kokenhausen sampt einem guten Ort Landes, so 
Uhemmh gelegoi, belduet 

Anno 12SS starb Bischoff Nicolaus au Riga'^) ndt grofser Klage des Capittels, nachdem 
er bis Tierdte Jahr regirt hatte, und wurde m Riga im Chor der Thum-Kirche begraben* 

Hierauf berathsÜüagte sich das Capittel wegen Erwehlung eines Bischoffes; und weil Torge- 
Ukter Albertus Saurbeer, der ihnen bcTor von dem Brehmischen Erti-Bischoffe benennet wor- 
den-, wahrender seiner Administration in Lübedc nicht allein tou jedermenniglichen einen sonder- 
kliren trefiUchen Ruhm erworben, sondern auch Tom Pabst tum Oratom und Legaten in Freufsen 
ssd Lyfland Terordnet war, hielten sie davor, dafs ihnen au 'jBonderbarem Gedeyen gerathen 
wirde, weim sie ehiea so beliebten Bischoff haben könten: Erwehlten ihn ako, und fertigten 
ibe Bothschafflen an ihn ab. Albertus nahm solches, ungeachtet dessen, was ihm auvor von 
ihnen wiederfahren war, gutwillig an, und kam noch selbigen Jahres mit Frolocken der Ein- 
wshner nach Riga., und trat sein BischoffUium am 

Folgenden .1284sten Jahres rlchte^te der Bischoff in Leal und Dorpt H*ermannus,'mit 
Bewilligung obgedachten Bisdioffes lu Riga und der Ritterschafft daselbst einen Vertrag mit den 
ScfawCTt-Brftdem auf, dergestalt, dafs sie und ihre Nadbkommen beynahe die Helffte seines 
Landes. in seinen Bischoffthum,^ nemlich Sackale, Normgnnde, Mogeko und Alambus,- 
nch die Helffte von Waigel, mit allen Kirchen-Zehenden und zeitlichen Nutzungen zu ewigen 
Zeiten ebihaben, bedtsen und gebrauchen selten, mit allen ihren Znbehörigen und Gerechtig- 
keiten, Jedoch den g^istUdien Rechten unschädlich, also, dafs, ob sie wol in denselben Orten 
und firdien beqteme und geschickte Personen haben und halten mochten, aber gleich wol Ihm 
und adnen Nachkommen erstlich vorstellen und dieselbe investiren lassen selten. Vor welche 
Verldmung sie Ihme dann ndt keinen andern s^tlichen Diensten verpflichtet seyn selten, denn 
alldn wieder die Anlauffe der Feinde neben ihm aufzuziehen, und vor sein Bischofflhum zu 
Straten, ihm auch in geistlichen Sachen gehorsam zu seyn. Auch behielte sich der Bischoff vor, 
' wegen seines tragenden Ampts Ihre Kirche zu visltiren, wie solches derVertrags-Brlef^*) mebrer 
Ungk ausweiset. 

Anno 1286 schickte der Teutsohe Hochmeister, HnHerman von Saltza, zwene vornehme 
Ritters-Brnder selbigen Ordens, nemUch Bruder Ehrenfried von Neuenburg, Qommendatoren 
SU Altenburg, des Hodmieisters angebohmer Freund, einen sehr beruffenen und weisen Mann, 
Maä Brader Arnold von Dorff, oder, wie ihn andere nennen, von Neuendorf, Commenda- 
tocea zn Negelstidt, in Lyfland, ndt dem Befehl, dafs sie sich fleifsig erkündigen sotten, wie es 
asib den Orden der Schwert-BrSder, ihr Regiment und Verhalten beschaffen: und wiewol sie 



*) Arndt zeigt (in seinelr livL Chronik Tli.1., S.Z19., Note*) und Th.a., S.53.)» dafs er länger, und 
■war bis 1254 gelebet habe, und dafs in diesem Jahre auch erst sein Nachfolger Albert II. erwählet 
■et. S. aach Gadebnsch UtL Jahrbücher Th.l., Absch.!., S.26L 
^ Dieaen fladet man beim Arndt Th.2., S.16.y der ihn snm «fahr 1224 rechnet: wogegen aber Gade- 
bnsch andueiaige Zweifel änfiwrt. a deMealiTL Jahrbficher Tb«!., Abiehn.!., &i75., Kota). 



112 

ingtrairt waren, dafs sie tot dem Winter wieder heim kommen selten , war es Ihnen doch nicht 
mügUch, sowol wegen der zlmlichen Wdtlinftlgkeit der von den Schwert -Brüdern eroberten 
Ortem, als auch des in Besichtignng darüber eingefallenen lIHnters; mästen also Ms aitf den 
Früling im Lande bleiben. Wie aber die See wiedemmb rein war, nnd die Abgesandten nsdi 
Teutschland kehren wolten, gab ihnen Meister VolqTln drey seiner Ordens-Brüder, neodieh 
Bruder Ermund, der Ton etlichen Relmnnd genannt wird, Ck^mmendator ra Wenden, Bin- 
der Johan Salinger, Ordens-Marschall, und Bruder Johan Ton Magdeburg, mit nu Diese 
waren die machtigsten unter dem Orden, und hatten TüUige Macht in der Sache wegen Aafiidh 
mung der Schwert-Brüder in den Teutsdien Orden, su thun und su lassen. 

Unterdessen, weil der Hochmeister an den Pabst undKeyser In wichtigen Sachen verreiNa 
muste, und der Abgesandten Wlederkunfil tu Marburg in Hessen, woseH>st damahln des Test- 
schen Ordens Residents war, nicht abwarten konte, hinterilefs er einen Statthalter seines Ordeai, 
mit Nahmen Ludewig Ton Otting.en, dem befahl er, dafs, wenn die abgesandte Brüder am 
Lyfland würden wieder kommen, er alsdenn ihren Bericht auhSroi, und sieh darüber mit den 
andern Ordens-Brüdem berathschlagen solte, was In dieser Sache Tonuneliiiien, oder so Ismen 
sey. Nicht lange nach des Hochmeisters Abreise, kamen die Botheh nach Marburg: dahero Tcr- 
sammlete der Statthalter, Bruder Ludewig Ton Ottingen, bey die 10 Brüder des Ordeoii 
denen die Hochmeisterische Gesandten ausführlich berichteten, wie sie es in I^ylhmd gefknideB, 
und warumb sie über den Winter alda verharret bitten. 

Die abgesandten Schwert-Brüder waren wegen des Hochmeisters Abwesenheit nicht werig 
bekümmert, wurden doch von den andern Terstihdiget, dafs der Hochmeister den Bruder-La- 
dewig von Ottingen su dem Ende hhiterlassen bitte, dafs er sie hüren solte, nnd bi alkr 
Gestalt, als ob er selber gegenwartig wire, in der Sachen nach Nothdurfft n Terfahren« Dansf 
erofneten sie ihr Gewerb, und steltens in gedachten Statthalters und der Bitter-Brüder Be- 
dencken; dahero traten sie, so Tid ihrer zur Stelle waren, lusammen, erwogen alles hin and 
her, fragten endlich die in Lyfland gewesene Commendatoren, was sie gnts dasu riethenf Bnider 
Ehren fr ied wiederrieths, und sprach: dafs llmi der Creuts-Brüder Leben nicht geftde: Bi 
waren Leute eigenes Muthwillens, die auch ihren Orden nicht sonderlich in Acht nahmen, bo- 
gehrten dasu Tiel seltsame Versicherungen, und dafs eben die swene Tomehmbsten Abgesandten, 
nebst Tier andern, diejenigen wiren, welche am meisten darauf drungen. 

Der Commendator von NegelstSdt spradi hierauf: Es wire nwar alles wahr, was Bruder 
Ehrenfried Ton den Schwert-Brüdern gedacht; weil sie aber dennoch des Vorhabens wiren, 
den Teutschen Orden anzunehmen, und allen Mifsbrauch fahren su lassen, als wolle er noch dtt 
Beste verhoffen, absonderlich, wenn sie gute Exempd der Teutschen Ordens -BrüAer vor sich 
haben und sich darnach richten kSnten. Wie nu diese beyde ihre Meynung ausgesagt hatten, 
wurden auch die andern Ordens-Brüder befraget, was ihr Gutdüneken hierin wire. Die mdeten 
gaben Bruder Ehrenfried Beyfall; aber als die Stimme nn einen nodi Jungen Bruder kam, 
Nahmens Herman von Heldrungen, welcher hernach Meister des Teutschen Ordens ward, 
sprach er: dab ers rors raihsamste erachte, die Sache unerörtert su lassen, und dem Hochmei- 
ster, ilrelcher dn hochTerstandiger und kluger Herr war, helmiustellen. Diese Wort n^hiff Bin« 



— 11t — 

kt ArsoM nf, Md Mh dea StetttaUer,. er woHe enragen, wu dieser Jage Mensch ttgte{ 
tmm gtbeo eile «ädere Bejrfell, imd wurde die Seche dem Hoehmelsler hcimgeechobeii« 

Dueef wurden die LyffiuiAichen Boliiechaffler vorgeford^t, welche der Statthalter bath, 
Uiile ei nicht TerUMla weiten, data der Hodimeister flirer Ankunflft nicht erwarten können; 
Uehe^fluMi doi leisten Sdilnfs vor, nnd atdte es in iliren Willen, oh sie bis sn des Hochmel- 
' lien WiedeiknnlR aide verbleiben, oder wieder nach Ljfland kehren weiten. Hieranf gabea 
Joe sor Antwort, dafs es ilinen nicht gelegen wäre, linger auszubleiben, weiten dennoch der 
(Meas Chtdiacken hierinnen folgen; welcher endlich vor rathsambst hielte^ dafs die bejde» 
Bttrten der Schwert-Brfider nach Lyfland reisen mochten; der dritte aber, Johan von Magde- 
birg, alda verharren nnd des Hoehmeisteni ferneres Bedencken abwarten solte. Zogen also 
ie andern heyde wieder snr&ck; Bmder Johan von Salinger aber starb unter Weges. 

Wte nn der Statthalter vermerdcte, dafs «a mit des Hochmeisters Wiederkunft eine ge- 
iiBBie Zeit anlauffen würde, wnrd er Raths, «ich nach dem Keyserlichen HolT su verfügen: wie 
«I dann audi bald wercksleU^ machte,- und nahm mit sich den Bruder Johan von Magde- 
birg ans Lyfland, andi folgten ihm von seinen Mitbriidern Ulrich von Döre, Wichman 
fsa Wfirtsburg und Herman von Heldrungen. Als diese ankamen und dem Hochmeister 
ier Schwert-Brftder Begdiren anzeigten, da iMMchlors bej sich der Hochmdster, dafs er sie in 
•dacn Orden nehmen weite, wofern er des Pabsts Einwilligung erlangen könte; machte sidi also 
btl4 fertig, nahm Abschied von dem Keyser und verAgte sich, in Begleitung Bruder Johan von 
Magdeburg, nadi Salema, *) woselbst der damahMgePabst Gregor ins der neundte Hoff hielte. 

Hitlerweile rSsteten sich die Uttauer wieder die Tentsdien in Lyfland: Omen vorzukom« 
■SD, fidMebter Volqvin mit einer grofsen Macht in Littaumi, und folgten ihm nd>8t andern Pil- 
- gninen, auch ein Graf von Dannenberg, und ein vornehmer von Adel, Herr Johann, Crantzina 
aenaet ihn Dietrich, Haseldorff, weldie kurts zuvor ins Land kommen waren. Wie nn 
bejdersdts Krieges-Heere an einander geriethen« entstand eine grausame und blutige Schladit: 
bdiich aber wurden die Christen von den Littauem in die Bfitte gefasset, und gantz und gar mit 
einem Binge umbgeben; da dann der Meister*, nebst dem Grafen und obgedachten Haseldorf, 
48 Ritter -Brüdern und vielen Filgramen, sampt anderen auf etliche 1000, erschlagen wurden* 
flsKhehen Anno ISStl*^) im 28sten Jahr der Regirung dieses Meisters. 

An dem Pabstlichen Hoff ging es mit der Schwert-Brüder Sache zimlich langsam zu. Denn 
•bwar der Hochmeister lieiner Mühe sparete, des Pabsts Einwilligong zu Aufnelmiung der 
Schwert-Brüder in den Teutschen Orden zu erhalten, so war ihm dennoch des Königs in D8n* 
Mreken Waidemari des andern Legat allemahl verhinderlich, 'welcher keine Mühe noch Kosten 
•piren liefs, der Schwert-Brüder Ansudien zu hintertreiben; hatte auch den Pabst so wdt ge- 
hnAt, dafa er Anno 1SS6 beschlossen, die Dünen selten gantz Ehst- und Cuhrland haben, die 



*) Nicht nach Salemo, londeni nadi Titerbo. 
**) UiMer VerfkMer begeht hier, wie fkat alle ÜTlindlfche Gefchichtfchreiber, den Fehler» daff er dieie 

■Mr k w ü rdlge ScUneht sn tpfit antetit Sie fiel ichon 12S6 den 22. Septendber vw. Gadebufcli 

HtL Jahribueher Th.^ Abwhn.1., S.222. 
LBd. 15 



Schweri-Briider und die Rigitclien dA nil dem Lo^ udLjflaiide beyiüge» IflMii: Dodk blieb 
er endlich dabej, dafs dem Keaige in DiomurAen, Heirieii und Wirland, mit den Stidten Ro* 
Tel, Weseaberg imd Nanre« Anno 1218 restttidrel werden miete. Untecdemea da dietea aho 
atuad, kam eine andere BoUiediafft Ton den Sdiirert-Brftdern, nemlieh Bmder Gerlaeh, der 
Gerade genannt, eine« Pfarrern Sobn von Holtshansen (welches nicht au ▼erwoadenif weil 
den . Prieatern lu der .Zeit die. Ehe an allen örtem noch nicht Terbothen war). Dieser brachie 
die betrübte Zeitung von Meister Yolqyins Tode, hielte auch ferner aa, da£i dem lang be« 
gehrteu Wercke der Aufhehmnug in den Tentschen Orden efai glückhafftes Ende möchte gegdiea 
werden. 

Der Hochmeieter aber merckte wol, dafs, wo des Pabsts Begehren kein Genfigen geschehe» 
aolte, würde alles nnfiuchtbarlich ablauffen, und alle angewandte Mühe und Unkosten Tergebeae 
aejn. Die Lyündischea Abgesandten dürfte er auch hierin nicht su Rath aiehen, weil ihme 
wol bewust, dafs sie nissmennehr einwilligen würden, dasjenige, so sie mit schwerer Miihe 
erworben^ umbsonst jveg su geben. Endlich beschloTs. er bey sieb selbst, dem Pabst in wil- 
fahren'. Deon wenn die Schwert-Brüder sdnem Orden einverleibet, er alsdaue gegen ihnen wol 
solches verantworten weite. 

Wie ^ nn eines Tages mit seinem Geferten, nemllch den 4. Januarü Anno U38^) auf- 
wartete, und den Pabst nur mit vier Pereonen, nemlich dem Patriarchen von AnUochia, Erts^ 
Bischoff von Baire, Conraden von ftrafs.bnrg, Bruder Teutschen Ordens und Pabstlichen 
Marschall, und einem andern Bruder, so päbsMieher Csmmerllng war, alleine antraff, wurde ea 
mit dieser Sache bald richtig, und darauf die Brüder aus Lyfland eingefordert, und ihnen des 
Pabsts Erkiarung angedeutet Also knieten die Brüder vor dem Pabst nieder^ der gab ihnen 
sampt allen Schwert-Brüdern Ablas aller begangenen Sünden, absolvirte sie von ihrem gehabten 
Orden, und setste sie in^den Teutschen Orden: vermahnete sie, dafs sie sich darin löblich ver- 
halten solten, und gab ihnen die Benedlction. 

Da wurden ihnen ihre alte weifse Mantel mit dem rothen Schwert und Stern abgenommen, 
und neue weifse Bläntel, mit dem schwartzen Crenta beaeichnet, wiederumb angehenget. 

Nachdem der Hochmeister wieder in seine Herberg kam, sagte er zu den neu gekleideten 
Ritter-Brüdern, dafii, ehe sie in diesen Orden getreten,* er sie nicht habe fragen mögen wegen 
ihrer Länder Beschaffenheit; nu aber begehrte er su wissen, wie vermög- und wolbesitxlich seine 
neu angetretene Ritterschafft, nnd' was vor Schlösser und Bürge ihrem Gebiete zugehörig waren f 
Hierauf gaben die bey de Brüder dem Hochmeister gründlidien Bericht, sehleten auch die Fe- 
stungen eme nach der andern her.. Da sie aber auf Reval und die, so dem Könige in Dao- 
marcken abgedrungen waren, geriethen,'fiel ihnen der Hochmeister in die Rede und sprach: von 
diesen ist numehro weiter nicht au gedencken, können auch von euch und uns künfftig niiAt 
mehr verthädigt werden. Denn die Päbstliche Heiligkeit hat dieses ausdrücklidi vorbehalten, 
dafs dem Könige von Dänmarcken die abgedrungene örter wieder eingeräumet werden, welches 



•) Oder Welmekr ichon 1287, wie ans der pfipttltcfaen Beit&tigaiigs-Bulle erheUet, die vom 14. May die 
Jähret datirt ist Codes dipl. Poloniae T.V., p.18. n. 19., Orlg. Livon. p.S74. a. 64. 



115 

kk nA renpndkea und anloben rnftssen» bey mir aneh alto bctehlossen und vorfenommeii 
habe, weide a«eh Midies ehestes los Werek steiles. Über diese Rede entsetiteii sich die Lyf* 
Badisdie Bruder nii^t wenig, und konte sich der Bmder O erlach nicht enthalten, dafs «r, 
•iA gegea seinen Ordens-Bruder Her man Ton Heldrnngen wendend, in diese Worte ans« 
brsdi: WIre es nicht geschehen, es gesdiehe nn und nimmeiftiehr, das rede ich warilch. Aber 
H Stand nldit mehr m endem, nnd milsten die Gesandten mit ihivs Herrn ErUlmlig svfrie- 
im seyn. 

Bald hernach sandte der Hochmeister denBmder Herman nnd Bmder Oerlachen Torans 
la seinen Statthalter Lndewig von Ottingen mit Befehl, dafs er gegen seine Ankuniß W 
Rftter-Brider erwehlen solte, die man in Lyfland an Ersetsung derei* in Littanen erschlagenen 
rerordnen mochte. Er aber sdber mft dem Bmder Johan von Magdeburg begab sich sum' 
leyser Friedrichen mid ersehlete ihm Ton sdner Venrichtnng, wdches dem Keyser sehr lieb 
vir, der, den Ritter-Brfidera snm Stenr, dem Hochmdster sechaig Mardc Ooldes mitgab. Wie 
aan der Hochmeister an Marburg ankommen war, hielte er ein Capittel und machte dne Anstdt, 
die 09 Ritter-Bruder nebst einem guten Theil Reutern nadi Lyfland absnfertigen, Tcrordnete 
ihaen xum Meister dasdbst. Hm. Dietrich Ton Grüningen, anders Orfineck. Aber kurts 
darnach, auf des Capittels Binrathen, bedachte er sich, aus Ursachen, dafa dieser Grüningen 
Boch ein Junger Bruder des Ordens, und setste dasu dnen alten Bmder, Nahmens Herman 
Balek, welcher bereits etlidie Jahr der Landmeisterschafft in Preussen loblich Torgestanden, 
dunit es in dem ersten Antrit desto mehr Ansdiens nnd Achtens haben mSdite. 



Yierdtes BucL 



Ueror ich Ton der Reglrong und den Thaten der Teuttchen Ordens-Brfider In Lyfland einige 
Meldung dine, erachte ich fnr nötig, den gafhertiigen Leser, damit er die Geschidiie toto 
besser verstehen und einnehmen könne, die Bewandnis dieses Ordens in berichten, weicher do^ 
gestUt seinen Anfang bekommen. 

Im Jahre 1190, als der Saracenische Soltan Saladinns die Stadt Jerusalem den Chiistai 
Tor drey Jahren wiederomb abgewonnen nnd JetsoKeyser Friederich, desNahmens der erste, 
sonst Barbarossa sugenannt, da er in der Hitie in einem Wasser baden nnd sfeh erkfiUea 
wollen, ertmncken, nnd sein Sohn, Hertiog Friedrich, das KriegsToldL gen Antiochiam gdSbr 
ret: da ist daselbst ein Sterben unter dasYolck gerathen, dafs er Temrsacht worden, dts Liga 
auTser der Stadt , nnd ein gut Stück Weges ins Feld anfsnsclüagen. Da aber gldchwol die Bes- 
ehe nicht nachgelassen, sondern tsglich viel Lente danieder gerissen; deTsgleichen anch vor der 
der Stadt, welche anf Orichisch Ptolomais, anf Lateinisch Accona, auf Tentsch aber Adders 
genannt wird, geschehen, da allererst durch die rothe Ruhr viel umbkommen, nnd auch aidit 
wenig Ober den Sturm und Scharmütsel sind Terwundet worden: haben derowegen etliche, inisii- 
derheit aber die vornehmbsten und wol habenden Bürger und Scliiffer von Brehmen und Lfi- 
beck, aus Mitleiden und Barmhertzigkeit gegen denen, welche, Ton manniglichen ganti Terhsiett, 
elendig gestorben, sich zusammen gesdüagen nnd Tereinigt, der Erancken und Yerwundeten dd 
ansunehmen, machten Ton den Segeln der Schiffe Oeidte und brachten die Eran<^en dsnmter, 
derer sie aus Crottsfürchtiger Andacht fleifsig warteten, und mitTranck und Speise sampt anderer 
Nothdurffk rerpflegten ; doch nicht desto . weniger^ wo es die Moth erfordert nnd man Lermeo 
geblasen, die ersten und Tom an der Spitze wieder die Feindie gewesen, nnd ihnen dadnrdi 
grorse Gunst nnd Ruhm bey Fjirsten, Herren und Jederman gemacht 

Wie nu Hertzog Friedrich diese ihre herrlich- und Christliche Udbe an ihnen gesefccB, 
hat er Orafen Adolph tou Hollstein und Bischoff Henrich Toft Würtzbnrg, welche den 
Jetstgedachten Wolthatem grofse Beförderung gethan, befohlen, dafs sie denselben in Stidten 
gute Herberge und anders rerschaffen- selten, damit sie die Krancken und Armen desto besser 
pflegen k5nten; dazu er denn auch aus seinen eigenen Mitteln monatlidi eine grofse und sa- 
sehnliche Summa Geldes Torordneti und weil gedachte Breiuier und Lübecker bey dem Hertzog 



.-^ 117 — ^ 

dab er flknen dieie ihre rowwiiMmgeidiwOTne BrtdewcludR alt eine» besoiidaii Orde» 
boÜt^eD wolle, berieth akli der Hertiog mit den uiweseiidenFilrsteii, Grafen mid Herren and 
leiehlM endUdi, einen Orden Tentacher Bruder nnd Sitter von ehrlichen Adela-Oenoiaen in 
itiflkai and ansnriditen, derer Ambt aeyn aolte, die Armen im heyligen Lande m veraorg^ 
ad du gelobte Land, aampt andern der Cfliriatenheit Grentien, wo nnd wann ea Ton nothen 
lejB wirde, mit gewdnrter Hand in Terthadigen« IHeaem Orden achenckte nnd riumete der 
GUg aa Paleatina Henricna, Baldnini Sohn, daa HoqpftelS. Marien daaelbat ein, welehea 
kuti laror ein Tentacher Sitter den Annen nnd Krancken mm Beaten erbauet hatte. Daher 
fk den Nahmen bekommen, dab man aie genannt, die Brftder dea Hoapitola 8. Marien in 



Folgenden Jahrea haben Keyaer Henrich, der Sechate dieaea Nahmena, dea Hertiogmi 
hier, oad Papat Coleatinua der dritte, diesen Orden beatitiget nnd mit mancherley PriH- 
kgka oad Freyheiten Terehret Wie denn auch aelbigen Ordena-Leuten rid Ffiraten nnd Herren 
adkagi nicht wenig geachenckt hatten, bevor abgedachter Üblicher Fürat, Friederich, den 
BrUern efaie aonderiiche Besoldung monathlidi aug aeiner eigenen Kent- Gammer rerordnet und 



Metes Ordens Wapen war ein schwartzea Creuti Im w^fsen Schilde, und die Kleidung efai 
vdber Mantel mit einem schwartsen Creuti, und musten sie alle (die Priester ausgenommen) 
iteti lange Barte tragen. Unter andern Privilegien ist ihnen Tolkomliche Macht gegeben. Bitter 
nadilagen, welche Herrligkeit sie gleich den Königen undPotenteten hemachmahls gebrauchet« 

Es muate ein Jeder, der sich in diesen Orden begeben wolte, einen cörperlichen Eyd lel* 
fim, dafs er die Strengigkeit, Zucht, ^Begd und Gehorsam aelbigen Ordens bestendig nnd treu« 
Bck btUen wolte, dafa er Teutscher Zungen, frey, und tou ehrlichem Adel gebohren wäre, dab 
tt idn Lebtag kein ehelich Weib gehabt, auch keinem Frauen-Bilde die Ehe lugeaagt hatte, 
•mI da(s ^r bis in seinen Tod ein rein-keusches Leben ohn alle Hurerey fuhren wolte, dafs er 
Ida Gdübd gethan, in einen andern Orden in treten, such dafs er mit keiner Leibes-Kranckheit 
kballet wire, die ihm in Y oUentziehung seiner Ordens-Pflicht hinderlich seyn könne; und end- 
Ich, daTs er keines Menschen in der Welt, weder Vaters, Mutter noch anderer Freunde und 
Terwaadten mehr achten wolle, umb Gunst oder Freundschafft Willen, ala allein seines Ober- 
dea Meiaters Gebot und BefehL Drauf that er auch folgenden Eyd: So gebe und opffere 
ndcfa mit Seel und Leib, Gut und Blut Gott und seiner auserwehlten keuschen Mutter der 
B. loagfrauen Marien, und dem Zeichen dieses Ordens, dafs ich ihr Diener seyn und für daa 
(üreata streiten wil alle die Tage meinea Lebena, dafa mir Gott alao warJich helffe und daa H. 
&catL Sonaten waren aie in keinem Stndiren verpflichtet, mochten anstet der Gebete, so man 
n« canonicaa nennet, nur daa Vater Unser, den Glauben und Ave Maria aprechen« 

Der crate Mebter dieaea Ordena war Henrich Walpot von Paaaenheim, fort im Ein* 
lag dea Jahrea UBl, im andern Jahr Keyaer Henrich des aedhaten, welcher viel ^te Sati- 
id Ordnungen aeinem Orden förgeadiriebeu, welche anfanglich gar Gottaf&rchtig und gestrenger 
dm ahid gehalten worden. Nachdeni die Oottafnrcht und Syfer allmahlig abgenommen | die 



— 11g — 

Gewalt und Hemehafflk ftber gewiehfeii, dhd de bey den NaddcoianeA In Teftchtiiiig genlkei, 
dergestelt, dif« «aeh ia den letiten Jabrea toh den Br&dern ein SprMhworl gewesen: 

^ Kleider ans, Kleider an, 
Emea Trlnd^en achlaffen gan, 
ist die Arbeit, io die Tentidien Herrn baa. 

Dieter fromme Meister ist gestorben in AAen Anno 1200 den 34 Qotdbris ia icheadea 
Jabr seiner Regirong'nnd lieget andi alda begraben. 

Nacb ilun ist erwehlet Otto.Ton Karpen efai aebtsigfibrlgier frommer CtottsÜrditlger 
Mann, bey Reginiog Keysers Philipp! des andern dieses Nabmens, und Päbst InnooentiJ dei 
dritten, bat 6 Jahr diesem Ampt Torgestanden, ist Anno 1206 den 2ten JuniJ entscblaffea oni 
li^t sn Ackers begraben. 

Nach ihm ist gefolget der dritte Meister, Nahmens Herman Bart, dn Edefansmh, oderi 
wie etliche wollen, ein Hertiog Ton Bart ans Holstein, bat vier Jabr dem Orden färgestaadeB 
nnd ist Anno 1211 den 208ten Martij gestorben und am Ackers begraben worden« 

An seine Stelle, noch un gedachten Jahre, ist erwehlet worden • der TierdteMdtter, Her- 
man TonSaltia, ein Meirsniscber Ton Adel, oder, wie etliche wollen, eiiles Freybemi Sohn 
aus Düringen, ein vernünfftiger, beredeter und nicht minder tapffer und togendhaffter Herr. Et 
brachte seinen Orden in grorsem Aufnehmen und Ansehen, dafs er auch lu mehrer Bestirdnuig 
gegen die Ungläubigen in.TeutschIand, Italien und Franckreich grofse Gewalt und Macht bekom* 
men. Derhalben er hin und wieder in den Gebieten, so diesem Orden suhöreten, Landmebter 
Terordnete. Daher man ihn suerst einen Hochmeister genannt hat Zu seiner Zeit begab neb 
Landgraf Conrad Ton Düringen mit der' nnd zwantzig seiner Edelleuten unter diesen Orde«. 

Weil nu die Ungläubigen und JSaracenen im heyUgen Lande die Oberhand behielten, wurde 
der Hochmeister sampt seinen Ordens-BrQdern genötigt, sich tou danncn, und nach Venedig la 
erheben, woselbst er auch seinen Sitz n^m, alda er auch ein herrlich Haufs, wie auch soaatea 
in Italien, Ungern nnd Teutschland tfei andere Häuser mehr erbauet Er hat auch von Keyser 
Friedrich dein andern, des Römischen Reichs Adler, in einem Schiide mitten im Creuts, aU 
dies Ordens Wapen zu führen , erlanget. 

£s ist im nechst fiirhergehenden dritten Buch erwehnet, welcher Gestalt Hertzog Cour ad roa 
Ma^sau von den Preufsischen Barbarn beängstiget worden; und wie er, nachdem die ihm sa 
HüliT kommende Schwert -Brüder alle eriegt, mit ihnen einen Anstand auf einige Zelt trefTea 
müssen: Nu abet, als der Ruhm des Teutschen Ordens allenthalben erschollen, und der Hertiog 
sich besorgte, die Heyden möchten, ihrer Art nach, nicht lange Glauben halten, absonderlidi, 
weil er sich keiner HülJOTe aus Fohlen zu der Zeit zu ^trösten hatte, hat er, nach gcbaiteaem 
reiffen Rath und einhelliger Bewilligung, auch mit Wissen seiner Gemahliil Agathen und seiner 
Söhne Bolefslaen, Casimiren und SemoTiteUv, die Brüder des Teutschen Ordens zu HüJff 
angenommen, und ihnen, sampt iliren Nacbkomlingen, das Culmiscbe Land nnd Lebau, imgtd- 
eben alles, was sie kunJOTtig von den Ungläubigen durch götliche Hüllfe erobern würden, mit 
allem. Recht und Nutzungen, wie er und seine Vorfahren dasselbe besessen, in Ewigkeit zu be- 
sitzen, übergeben: also, dafs er sich darin kein Keebt noch Eigentbun^ fnrbehaiteu; soadera 



., 110 

lUer fhm^wAt die er, teiiie GeBialiUii, Kifdqr iiiid?NacIif«Iireii «icli amnaben mSehteiiy begeben. 
Diri se nehrer FestbelUiiig golches mit Sigel. und Brieffe. beknUMget Geicbeben Amio 1S20 

Die PreabeB, die nieht gern sehen, dafii sich diese Gibte elnnisteln selten, gedachten also 
nilihiKn, wie mit den Dobrinischen' Schwert-Brüdern , herumb au springen: aber die Ordens* 
Arider nalunen sieb in der erst wol in acht, bis sie sich nach gerad starclceten nnd endlich den 
Fraobea in miditig worden; also, dafs fast Innerhalb sehen Jahren das gantse Land in ihre 
CfeeAg^etli, 'welches sifr^nih nntersehiedfichen Festengen, derer sie theils erobert und ver- 
bessert, theils von. Grande anfgebaiiet, sich Tersfcherten. Ihnen ward Anno 1220 xom Land- 
iiefcter verordnet Herrn an Balike, Ton welcliem Vor diesem erwehnet worden, dafs er nach- 
mikka, ak die Sehwert-Brilder Anno 12S8 demTentschsn Orden ehiTerleibet, sum ersten Land- 
liditer hl Lyfland (die man nachgehends Herrn Meister genagt) ist eingqsetst worden. 

Von seiner Anlcnnfft nach Lyfland schreiben die Meisten nur schlechter Dings, dafs er alda 
Bit seinen Gefehrted mit Freuden sey empfangen worden, und dafs er bald nach seiner Aiikunfft 
fa Torigen Orden der Gottes-Ritter oder Schwert -Brüder in dem Habit des Teutschen Ordens 
mbgdiddet habei^ Velches ich in seinem billigen Werth lasse. Dafs sie aber melden, dafs ihm 
kld ein PSbstlieher Legai, nemllch Wilhelm, der gewesene Bischoff zu M^tina, numehr aber 
Rbtiidier PSnitenta -Tater, sey ins Land gefolget, alda der Vertrag zwischen dem König von 
MnanrdLen nnd dem Orden, wegen Abtretung derer von den Schwert -Brüdern den Danen aV 
p&Offimenen Ortem in Ehstland, geschlossen worden, scheinet ungereimt, mafsen sie selbst ge- 
iteheB, dafs solches in Beyseyn des Königes von Danmarcken geschehen. ' Nun aber, hat man 
leise Nachricht weder in d^n Dänisch- noch Lyfl&ndischen Geschichten, dafs der König in Dan- 
Birden zu der Zeit in Ehstland gewesen, zu geschweigen mit so viel Fürsten, Bischöffen und 
ttdera Reichsherren, derer im Vertrage, welcher nicht fehlen kan, gedacht wird, und ist selbi- 
ger dtttrt zu Steensby, welches ein Ort in Dänmarcken seyn mufs, wie de^ Dänische Nähme 
pnpam ausweiset, und zwar Anno 1238 den 26/ May. Daher gnogsam zu schlifsen, dafs in so 
Ittrtser Zeit, nemlich den 4ten Januarii, der Hochmeister nicht von Salerna*) nach dem Key- 
lerMen Hoffe reisen, alda des Keysers Abscheid erwarten, nachdem wieder nach Marpurg in 
HeMca ebi Capittel halten und den Herr Meister nach Lyfland 'abfertigen, dieser aber das No- 

k flirte in Lyfland einrichten und sich wieder in 'Dänmarcken einfinden können ; **) sondern viel- 
wkr abzunehmen, dafs der Vertrag geschehen, bevor der Herr Meister in Lyfland ankommen. 

. Wdl man aber hievon keine weitere Gewifsheit hat, auch wenig daran gelegen, stelle Ichs dahin. 
Vegen des Vertrages aber stimmen die Historie! alle überein; und weil die Dänischen Scriben- 

: tea aas des Reichs Archivo die Functen am deutlichsten öfnen, wil ich derer Bericht hierinnen 
Mgea, welcher dieses Eüihalts zu flnden: 



' *) Od« ^viehnehr Viterbo. 

**) Alks diefii wifd wOu bsgicUüch, sobald nun wslfii, dafs die Vueinigang der beiden Orden nicht, 
wie Hi&VB glaubt j in J[ahr 1888, sondern scbon 1287 gescbah. 



«0 

In Oegenwsrt KStitge« Wöldemarn, Erlvhen, alaenrlhlteii Klnlgef, Herliog Abeh 
nnd Hertsog Chrittoffern, Woldemara SSbne; Imgldchen dei Brti-Blidiofei n Lndoi 
Ufonig, Wllhelml geweseneo Bischofs sa Matina, PabstUchen Pönitents -Vaters mA des 
IL Stoels Legaten, Bischoffs Peter von Ahrhns, Bischoft Nicolai ▼#& Ri^sehlld, lanpt 
Herrn Johan von Borglnm, Johan und Anfrieden, Prediger Ordens, Remhrechtea and 
Albrechten, Schwarti BrMer Ordens, Oraffen Albrechten nnd Bfnsten Ton GJicksBi 
wie denn anch des Hrn. Hermans, Herr Meisters In Lyfland nnd Prenbea, Bmdera des Tsal- 
.sehen Hauses S. Marien in Jemsaleni, sampt mehren nnd der heslen des Keidis Dinminto 
Bedienten, ist nadifolgendes geschlossen worden. 

Nachdem die PäbstUche Heyllgkett nnd simptliche Oirdlnalen in Warfaeit beAnden, dtb 
die Stadt nnd das Schlofs RctsI, sampt den Landen Jerwen, Wirland nnd Harrien (welche aUe 
in Ehstland liegen) dem Könige von Danmardken ingehorig nnd daher ihm sngenrtfaettet: inunfehr 
aber in die drey Jahre nach gesprochenem Urtheil Torenflialten seyn; derwegen der Konig fertig 
gestanden mit einer ficUffs-Armee nnd Kriegs-fieer, solche Lander wieder ehuranehmen, weldm 
SU vieler Unhell hätte gerathen können: Als sind Tor dem Könige erschienen der PälMrtliche Le- 
gat und der Herr Meister, nnd haben eich mit jfun folgender Ciestalt yertragen. Es hat der 
Herr Meister fUr sich, seine Bruder nnd Nachkommen yersprochen: denjenigen, so den Koaige 
Ton dem Pabst wegen Jerwen, Harrien und Wirland anerkannt worden, nachnleben, nnd in kci> 
nem Wege ferner, weder mit Rath noch That, in hindern, wo der Konig von den.Heyden hin« 
fiiro ein mehrjers dam gewinnen könne; sondern es sol der König nnd seine Nadikommea sol- 
ches alles frey besitsen, nntsen nnd gebrauchen, nnd der Herr Meister nebst seinen Brüdera, 
so Tiel ihr Orden anlsssen wil, daxn behüifflich seyn, doch mit dem Vorbehalt, dafa sie obae 
PabstUchen Zulas m Yerglfsung CSirbtilchen Bluts sich nicht mögen gebranehen lassen: Wel- 
ches ihnen auch der König hinwieder versprochen, nnd legte dieses dasn, dafs er von allem, wu 
sie mit gesamter Hand den Heyden abgewinnen könten, für sich awey Iheil behalten, den diittn 
aber dem Orden überlassen wolte. 

Femer hat der Herr Meister für sich und seine Ordens -Br&dar ngeBagt, Reval nit all» 
dasn gehörigen Land nnd Festungen, nachdem tfe ihr Vieh nnd fahrende Gntter «usgenommen, 
dem Könige oder seinem dasn Verordneten ungebrochen, frey und nngdiindert wieder snnueteUea: 
Damit audi die Ordens -Bruder sich den König In Ihren Gebeten desto mehr mögen anbe- 
fohlen seyn lassen, hat er ihnen den Ort des Landes, Jerwen, für seiner Seelen Seell^eit ge* 
schencket, doch mit dem Vorbehalt, dafs der Orden ohn seinm, oder seiner Nadikomneaden 
Wissen und Willen, keine Festung daaelbst bauen möge. Gldchergestalt übergab derErtabiseheff 
von Landen, mit Bü&wiUignng sefaies CSapittela, ihnen alle geiatliehe Gerechtigkeit aeUngen Ortes. 
So versprach andi der König dem Orden allew^e gunstig in verbleiben, nnd aelhigen, weder 
mit Gewalt, nodi Rechten, von obgedaditem District Jerwen nnd daxn gehörigen geiatlkhen Jn- 
liadktion au dringen: imgleidien, dafs er ihm keine Gewalt auf ösel od^ in der Wjdc anfügen 
wolle. Und damit die FrenndschaflFI unter beyden Iheilen desto besser verblaben möge, habei 
sie einer den andern allen augefugten Sdiaden nnd Unkosten n a c hg e g eben, gestaltsam «ndi die 
gehobmen Sinkftnile, ao die Schwert-Brüder ana Bhathnd genoasen, nachgelasoen worden. Wer 



«^ in ^^ 

u ÜMun CMinet mwtod« handln würde, aoKe des Pabtte und der Bigchoffen in L>iUnd 
Im ualerworffw sejn eto» Geaebehen sn Sieenaby Anno 12S8. 7. idna Maij. *) 

Weil an die SlreÜi([^eit swiachen dem König Ton Danmardcen nnd dem Orden gedacbter« 
■ibea bajgelegt war, aandto der Könif eine grobe Anaahl Volckes, npter Anfnhmng seiner 
Sihae Abeln nnd Gnnten, dem Orden wieder dieRenasen znHIUff nach Eliatland, mit welcher 
Maciit die Ordena^BiMer nebst dem Biachoff Herrn an an Dorpt in^ Reufaland einfielen, nnd 
Utitan mit den Eenaaen bey bebnrg eine Sehlachtnng und erlegten über 000 Renasen: die nbii- 
gm aibmen die Slnckt, derer viel gefangen wurden« Der Herr Meister aampt dem Bisdioffe 
la Ikfft bdagerten knrti damaeh die Stadt Pleakan und rüsteten sich aum Sturm. Wie die 
Icaiien. aokhea Termerckten, begehreten sie Friede, mit Erbieten, aich dem Orden an ergeben; 
«ridiaa andi mit EittwilUgnng dea Renaaiachen Fürsten Oerpolden geachehen, alao, daTa bejde^ 
ie Stidt nnd' daa Sehlofa Pleakau, dem Orden übergeben worden. Der Herr Meister reriiea 
lUa afaie gute Besatsnng Ton Ordena-Brüdem und andern Chriaten und sogen alao die Tentachen 
■U Freuden wieder nach Ljiland. **) 

Bs sei auch im aelben Jahr, wie Albertus Abbaa meldet, Oraff Adolph von HoU- 
itein mit einer anaehnlichen Macht den Lyflandem Beystand geleistet haben» 

Anno 12M den 24. July ging der Hochmeiater, Hn Herman von Saltifa, nachdem er 
•kogefehr 80 Jahr regirt hatte, mit Tod ab in Apulien, und iat su Barletto begraben. An desaen 
Stelle der fnnffle Hodbmeister Conrad, dea Zunahmena der Herliche, gefolget Er war ein 
Lindgrair in Düringen und Hessen und Sanctae Elisabethens Ehemans Bruder. 

Der Konig in Danmarcken richtete hn selben Jahr daa Bischoffthum au Re?al wieder toI« 
kadt ein, und verordnete einen mit Nahmen Torchiilus dahin anm Bischoff, wie aua folgen- 
im Briefe^^) au adien. 

Taldemarus Dd gratia Danorum Slavommque Rex, omnlbus praesentes literaa inspecturls 
iriatem et dilectionem: Cautela providendum adversus ablivionia Inaidiaa de acripturae Providentia 
nlragio, pro eo, qvod nonnnnqvam antiqvitate fit temporis, ut qvae praesentibus recta et clara 
faeraat, posteria dubia et obacura reddantur. Qvare praesenti indagine duiimns inferendum; 
ffsd cum Boa terram Bsthoniae de infidelitatia devio, abjectia idolis, cum Dei auxilio ad cultum 
cöarertfamia nominia Jean CSiriati, et per ejua gratiam, qvl ad se venientibus dat veniam, adeo 
fitpulaa fideliom creviaaet, ut proprio epiacopo indigeret Noa ne nova plantatio ex defecti^ 
lütorii in priatinum dilaberetur errorem, dominum Torchillnm Ecdeaiae Revalienai praefidendum 
dqgininav ^^ eleetum praeaentavimna venerabili patri Lundend archiepiacopo terrae praedietae 
Mrapoittanow ^yi prent ad ejua apectabat officium, electionem, confirmatlonem vel praeaenta* 
ÜMem adnddt, ae ddem decto munua eonaecrationia impendens, ^sum praefedt episcopum* 



*} D9M w&re aUo der 9. Md, nicht, wie Hi&rn obea mgt, der 26. 
**) Andere setxen diete Begebenhdt ins Jahr 1243. 8. Gadebaioh UtI. Jahrbücher, Th-L, Abtchn.!^ 

Seite 237, f. 
***) Diesen flodet man tchon in Pontani hiftoria Daniae pag.321; avt wdchem Schriflitdler Hiära 
auch die übrigen hier folgenden Urkunden genommen an haben icheint 
I.Bd. 16 



IB 

eeclesfae «ittedietae. Vnde cun tn coiMwcratloiie jam dlcts pronfaiiirai, Rerdtenit codeiliM 
pfovidere de dote: Nob qvod promfaimitt, f«Tore beidpio proaeq^entei, Jam dieto eplaoopo ml- 
pienti nomine eecleaiae oetoginta imcoB in Reralia dotii nomfae afaignardain^ perpetno ab eaden 
• eodesia libere pessidendo»; inanper antem concedbni» dden ^iacdpo qradraginta imcoa In ?ira» 
nla, donec Virenai ecdeaiae proyianm fnerit bi pcaehto. Clmi avtem Ibl fiieiit ^lacopis ofdi* 
natua, vdlomiia nt memoratna epiacopua RevaUenala praedictoa qrajfraglttta nncoa Vfronand epi- 
floopo atne oontradictione dimittat: Ad haec enns tarn rattane fnndationiB^ fvani rafiane dat]% 
eonatet nea eaae veroa patronoa, jna eligendl et praeaentandi electom nofiia iMWtriaqne aocccma 
türa» perpetno in poatemm reaarramua» Qyod ai forte proceaan temporia ntatriz eocleiiae ca^ 
tnlnm aive conrentom liabnerit, ad noa tantnm, non ad ipaoa pertineant eleetio et pr a cw artati of 
In gribna ai ipat, ant ^isoopo loci dnxerint hobia fpponendoat decemiBmay nt ad noe fei rao* 
ceaaorea noatroa recta Tia doa redeat meraorala. Batnnk Ereaborrig anno Domint ItOCXL 
eilend. Octobvia XVIL 

Kurts snTor lut er wegen der Zchenden, ao den BiaebolTen inReval gölte erleget werden, 
geordtaet^ wie folget: 

Yaldemama Dei gratia Danomm Slayommqne Rex, omnibns Esthonienaem et inronieosoa 
temm inhabitantibua aalntem et gratiauL Mandamna omnibna et afngolia'niüitibna, caatreadlroii 
Vaaallia et Feudatarija, aive terram noatram, qyae iU>era dicitnr, aive qyamcunqne allam temm 
Jnre Feudali, vel qvocunqne alio titulo detineant, nt ex illia decimaa decimanun peraolrere epi- 
acopo Revalienai non omittant; qrod licet alicni terram Tel nncoa jure feudalf conceaaiflae digao- 
acinuir, aemper tamen aoluttonem dedmae decimarum exdpimua et excepimoa: prohibentea diitrio- 
tina, ne aliq?ia praeaumat praedictam aolntionem^ qvaai nomine noatro et authoritate^ retlnere et 
aine diminutione de aingnlia aelvere^ aicut eat praedictum, aen praefectna noater ait^ aen aiioa, 
qyocunque alio nomino cenaeatnr ete« Datum Vordngborg Anno MCCXL. XIX. GaL AuguatL^) 

Im folgenden 1241atenJabre qvinto Calendamm Aprilia lat obgedachter König Valdemarn«, 
d^ andere dea Nahmena, mit Tode abgegangen; (etlicbe, wie wol nnrecht, aetsena im negst 
vorhergebenden Jabr) und trat der bereita erwelilte König Ericb, Waldemara Sohn^ die Se* 
gimng an, welcher Anno 1242 die Kirche ra Reval mit einigen Frejheiten veraehen, wie aolchei 

ana den Briefen mit mehrem erhellet. 

• * • 

Ericus Dd gratia Banorum Shyorumque rex omnibna hoe äcriptm eementibna ta Dqk 
mino aalntem. Unireraitati yeatrae teuere praeaentium conatare Tolnmua evidenter. Qvod noi 
eum conaenau hominum noatrorum in partibua Eatfaoniae commemorantiuNi^ cum Tenerabill domiBO 
TordüUo epiacopo Reirali^si, talem fecimua compoaitionemt Qfod idea epiacopua aingnUa mfak^ 
donec ad Eathoniam per Bei gratiam Tenerimugf percipere debeat aine exceptione qTalibet, de 
Tiginti unci» duo talenta ponderata^ unum de aOigine et alterum de hordeo, et tarn de omnüraa 
liberia bonia noatria» qvam de caeteria in partibua Eathoniae infeudatia* Et aicut ESithonei 
femnt decimaa ad nundatum dominomm auorum, aic para ^iacopi ei in Reraliam deferatar. 



*) Pontani hiit Baaiae pag.fiB. 



US . 

Hemontos uteaEpiscopiis hvie conposltioiii conseiiUeQs, promktt, qvod tarn la procnratioiubiiii 
ipam in osntb onmibiiB «piritnalibiii, lu^pie ad nostnun adTentum, nihil amplias petere debeat 
fd iacere erga saoa tabditos, qyam- jHxta morem et consFetudinem, qram habet domiaiu iter- 
■aniHS epiaeopiia Torpatensia. t^da hole compoaitioiii non laterfaenuit qTidam noUa iafeudi^tli 
liaecipiiinis tarn illist l^mi omnibua alüa infeudatiai qTatenu hanc.compoaitioiiem ratam habeant 
«( bviolabiUter öbaerreiit^) 

Damit der Bischoff desto besser wissen möge, wie es saDorpt mit den Zehenden gehalten 
«Me, hat ihm Bisehoff Hermen folgenden Inhalts dessen Nadiridit gegeben: 

Reverendo in CSiristd patri et domino Torchillo Reraliensl episeopo, Hermannns D. 
0. Torpatensis episcopns, cnm chaiitatis ailectn salntem perpetnam et praesentenL - Snppli« 
ctTtt nobis pietatis vestrae patemitas, qvatenns Jns, qyantitatem et modum sjnodaliom procura- 
ttmom, qTas nobis in dioecesl nostra exhlberi faclmus, Hteris Tobis uostris sigüli nostri im- 
freMione signatis subdistingvere et scribere stüderemus. Noverit itaque patemitatls yestrae sanc- 
titas, qTod a nostris haue recipimns procnratlonem) de doobns nncis nnom Kolmet siUginisyde 
fvataor, oncis nnom Knimet tritici^ et de qyolibet unco mram Knimet ayenae, de dnobns 
mds tmum pnllnm, de yigintt nnds nnum planstmm feeni, percipimns. De eensu. antem sen 
aaiiona Jam snperins memorata, cames sen alia ad nsnm nostmm et expensas necessaria praepa« 
nri fadmns et operarL **} 

Wiewol in diesen Jahren die Ordens-*Brüder (weil sich der Hertiog ton Pommerellen und 
Cttsvben mit den abtrünnigen Prenfsen wieder den Orden Terbnnden hatte, nnd ihnen allen müg- 
Uehen Abbruch an thnn keine Mühe sparete) in Prenssen wenig Rnhe hatten, so war dennoch 
k Ljfland gnter Friede bis ins 1244ste Jahr, da sich der Oroisfflrst Ton Nowogorod, Nahmens 
Alexander, wieder erregte, "^d mit grorser Bfacht Pleskan belagerte, anch endfich, nnangd- 
•ehen des tapffem Wiederstandes, so ihm die Ordens-Brüder gethan, erobert; da ?on den Or- 
deas-Brudern 70, nebst vielen Tonischen, geblieben, sechs wurden gefangen und snTode gemar-* 
tert Solchen Verlast gaben die Ordens-Brüder durch ihren Abgesandten, so Anno 124S, nebst 
dem Danischen Statthalter, von Reral nach Danmarcken gegangen waren, dem Konige Erichen 
sa erkennen, mit Bitte, weil man derRenssen weitem Einfall an befahren hätte, dafs der König 
Mwol wegen seiner eigenen Sicherheit, als dem Orden und gantsen CSiristenthnm tum Besten, 
ibnen sn Hülffe kommen wolle. Weil nu der König mit einer gnten Kriegs-Macht yersehen war, 
welche er wieder seinen Bruder, den Hertzogen Ton Schleswig, Abeln^ mit dem er in Streit 
gerathen, gesamlet: numehro aber, nachdem die Zwirtigkeit beigelegt worden, weiter nicht yon- 
Bothen hatte, setzte er sich Tor, in eigner Person mit nach Ehstland an gehen« Damit aber in 
idner Abwesenheit sein Bruder Abel, dem er nicht wol trauete, ihm nichts schädliches zufügen 
Biöchte, handelte er mit ihm, dafs er nefist seinem Kriegs -Volck ihm Oeselschafft leisten wolle, 
welchea der Hertzog bewilligte, und lief sen beiderseits ihre Kriegs -Blacht nach Schonen über« 



O Potaant pag.'9S7. 
«*) PoBtaaatl. c 



^ 114 : 

•etien, In Mdmiiig, «Ida sn Schiffe in gdien. Wie nn altea an VoM, Sdiiffen vnd Protimt, 
und was lonaten in einer Kriegs-Rüstung Tonnöttien aeyn mSdite, fertig irar, Icam eine aadeia 
BöthschafR ans Lyfland an den König, mit Vermeidung, dafa der Grofafargt nldit wdter Im 
Land geruckt were; aondem aey wieder zurudcgeaogen: daher an der Zdt bedencUfeh, Um M 
▼erfolgen, oder weiter au reitsen, dieweil die Ordens-Brüder nicht mit genügsamer Macht ssm 
Wiederstand Tersehen waren,, sey also rathsamer, daa Volck au besparen, Ma man eine gelego» 
nere Zeit, ihr Yorhahen ins Werck an stellen, aliaehett ](6niie. Derwegen wurde diese Rdie 
▼on dem Könige eiugestellt, womit auch der Hertaog sufrieden war. Nidit desto weniger sdildll 
|[önig Erich einige Kriegs-Leute nach Ehstland den Seinigen auf allen Fall am HfllC 

Im selben Jahr starb der Herrmeister in Lyfland, Herr Herman Balck, nadideia sr 
aieben Jahr daaelbst löblich regirt hatten 

An dessen Stelle yerordnete der Hochmdater dahin anm' andern Herr-Mdster etnea Naii- 
mens Henrich von Heimborg. 

Unterdessen hatte der Pabst Innocentius, der Tierdte dieses Nahmens, den ofllgedachtes 
Wilhelm, gewesenen Bischoff au Mutina, numehr aber Pibstiichen Poenitents Vater, als eiaea 
Apostolischen Legaten nachPreursen abgefertiget, welcher daaelbat ?ier Bischoffthümer, aeoüich: 
Erme-, Cuimer- und Samland und Poinetaan, einrichtete. 

Inawischen hat sich begeben, data der rechte Erbe dea Fürstenthumbs Pleskau, ndt Nili« 
mem Jeroslans, den halben Theil seines Landes der Kirchen snDorpt eingehandiget und llbe^ 
geben, aus was Ursachen solches geschehen, ist mir nnbewust Einige wollen, dafs er es getbis, 
weil er damahl den Christlichen Glauben angenommen habe, solches aber hat keinen Gnin^ 
sumahlen alle Reussen lang suror der grichischen Religion augethan waren. Diesen halben Theil 
des Plescowi tischen Gebiets hat der negste Bischoff zu Dorpt, nach Hermannum, Nahmens 
Bernhard, durch Zulas und Billigung, audi habender Macht und Gewalt des Bischoffes Al- 
brechten au Riga, als damahl Apostolischen Legaten, Anno 1247 den Brüdern des Teatsehea 
Ordens mit allen Zubehoningen übergeben, doch mit diesem Vorbescheid, dafs ihm derTeatsdie 
Orden wieder Tcrpflichtet sejn solte, in allen wiederwärtigen Fällen, wenn und so offk es die 
Noth erfordern würde, dem Bischoff au Riga und dem au Dorpt, auch ihren Nachkommen, h 
eigner Person, zu Rettung gemelter Kirchen beystandig au seyn, sie au beschützen und au fer* 
thadigen und in aller vorstehender Gefahr die ersten und letzten au seyn, wie die darüber snf- 
gerichtete Brieffe und Sigel weitleuftig und mit mehren Umbstinden aufweisen. 

Im obgedachten Jahr bathe sich der Herr Meister in Lyfland, Henrich Ton Heimborg, 
nachdem er awey Jahr regiret, Tom Ampte ab, weil er wegen seiner Schwachheit weiter dabey 
nicht verharren könte, und wurde an seine Stelle gesandt Dietrich von Grflneck, weldier 
der dritte Herr Meister i^ Lyfland gewesen. Weil nu au dieser Zeit die Cuhren wieder abtribi« 
nig worden, rüstete er sich wieder selbige und ruckte ihnen ins Land. - Daselbst er viel von ihaea 
erschlagen und derer Orter Meister spielte; liers er die Hanser Goldjngen und Ambotea 
anfi^ren, Veraahe aelbige mit guter Beaataung und Uefa im Lande ausruffen, dafa alle diejeni- 
gen, %o den Christlichen Glauben annehmen, dem Orden unterthänig seyn und Tribut geben wei- 
ten, ihres Lebens versichert seyn selten: Aber die Barbaren wolten ungern daran; daher es 



— Itf — 

BUkt dm Tlelfdtlg-sdiaifeii Gefeehte tbkufea konte, da audi mancher tapfferer Ordens-Brader 
dia Ikbfte hiiuiuietieii miute. Wie aber die Cohren sahen, dafi die Teutschen nicht ablassen 
«riten, iinteigahen sie sich dem Fürsten von Litianmi, Mendaren, weichen der Michan Men» 
dalphen nennet, und ein abgesagter Feind der COiristen war. Dieser rüstete sich mit ehier 
graben Kriegs-Maeht vnd mckte vor Amboten, selbiges Hans an belagern. Da solches der Herr 
IMster femonunen, hat w, nebst dem Märschallen Berwardt sampt dem Teutschen üjriega- 
Vakk, im WaUe nnTennercket gehalten, bis der Feind das Hanfs stürmen wollen, selbigen nn> 
Tcndiena überfallen nnd in die Flacht getrieben, über 1500 Littauer erleget und derer viel 
geCttigen. Der Christen aber sind nicht mehr geblieben als vier Ordens-Brüder nnd aehn andere. 
Bnif hat der Herr Meister die übrigen Hänser im Lande, wie wol nicht ohn grofse Mühe und 
Verlast der Seiidgen eingenommen nnd befestiget' . 

Anno 1240 wnrde ein Reichstag in Dftnmarcken' an Roskyld gehalten, in welchem der K&- 
■[g unter andern den Ständen an erkennen gab, dafs er Willens sey, eine Crentafahrt in Shst- 
lud Torsonehmen, daselbst nach loblicher Gewonheit seiner Vorfahren den Christlichen Glauben 
wdter wieder fort an pfiantaen, wi^ denn anch die Klagen seiner Unterthanen aufaunehmen, 
«ad was eich an einer nnd anderer Unordnung, so sich aeithero, da kein Konig neulich im Lande 
gewesen, habe einreissen können, abzuschaffen. Daher seine persönliche Anwesenheit nmb so 
viel mdir nötig were, damit nicht die Ordens-Brüder ihm in setner Jurisdiction einigen Eindrang 
ilknählig anfügen, auch die H^den den Christen kein Überlas thun möchten: Zudem were ihm 
Ten dem Pabat auferlegt worden, dafs er die Grentze der Christenheit ^usb^eiten möchte, und 
m dem Ende seinem Herrn Vater das Grudatum oder daa rothe Creuta im weiTsen Felde in 
ida Waptti gegeben etc. 

Zur selben Zeit bestätigte er den Mönchen im Goster Gud wallen, Cbterdenser Ordens, 
laKbsten,'^) Jetsund Knsall genannt, die Gütter, so ihnen vomHertacg Canuto waren augelegt 
wsrden. Er erhandelte auch von den Teutschen von Adel in Ehst^ und Wirland, dem Kloster 
wm Besten, die Dörffer Kaie (Kahhla), Xalemeggi (Kallemeggi), Vgri (Uri), Culmias^ 
Sicndale (Sickulle), Adalica, Kallas (Kalies), Wohney und Pernifspä mit den äuge* 
hfiiigen Wäldern, Ackern und Wiesen etc.; doch, dafs sie dem Schlofs"^) die gewönliche Zinse 
than, und wenn einige Kriegs-Rüstung geschehe, sich dabey gebrauchen lassen selten: Auch 
hrts darnach Jdus Aprilis au Lunden hat der l^enig dem Bischoff Tor kill o*zu Reval und dem 
O^ttel 14]bcken Landes zu Kawale, welche zuvor einem, Namens Ulrich Schütz, zugehe* 
lig gewesen, zu ewigen Zeiten bebriffet 

Unterdessen aber wurde des Königs Reise auf etliche Monathe verzögert wegen der eiii^ 
hdadschen Unruhe, welche seine Unterthanen wieder den König erregten, weil er ihnen, abson- 
derlich dieses Zuges halber, von jedwedem Pfluge ein genanntes zu geben, auferlegt hatte; daher 
nch den Nahmen Plogpenning bekommen. Wie aber solches gestillet wurde, zog der König mit 



*) £f ist bereitf oben, am Schlaft det zweiten Bncfaf, ia der Anmerkung, erinnert worden, daft das 

KlotCer Cndwail nicht in Ehitlaad, fondern in Schweden, im Bitthum Linköping, gelegen habe. 
•)BevaL 



— IM 

dner Kriegt -Hadit steh Ehsilaiid: Was er damit aiuigeriditet, wisseii die Diididie Oeidiieht- 
«chreiber aictit m melden; eondeni beklagen sich über die Nachlisslgkeit flirer Vorfahres, dab 
sie davon nichta aofgezelebnet haben* Sonaten hat er im Lande allerhand gnte Ordnnng, iaa/m* 
derfaeit aneh' wegen der Priester Unterhaltung, geBtifftet, und dem Biachoffe an BeTal 80 Haken 
Landes in Harrien und 40 in Wirland, kraft folgenden Brifea, sugeleget 

Ericus Dei gratia Danorum SlaTonunque rex, omnibua praesentea Uteras inspectnris sala« 
tem in omnium Salvatore. Qventam ea, qrae in tempore gemntur, ne elabantnr cum teurere, 
oonsvetnm est scripturae patrocinio roborari, uniTorsoa scire vokmus« qTod feliek recordatioiiif 
ninatris rex Danorum Yaldemarus, parena noster, terram Esthoniae, de infidelitatis deyio ab- 
Jectis idolis^ Deo auxiliante, ad cultum ceilyerterit nominis Christiani, et per ipoius gratiam adeo 
populus fldeliiim jam ererisset, ut proprio episcopo indigeret Noa ne nova plantatlo ex defeeta 
paatoris in pristinum relaberetor enrorem, in dominum Torchillnm, .tunc aacerdotem Sipeoaia 
ecdeaiae conaenabnua et praeaentaTbnna: cujus praesentationem admisit Tenerabllii pater lion» 
densia arcbiepiacopna Uffo, ac electionem ejua factam canoniee confirmavit, eidem munua coaae- 
crationia impendena, epiacopum ipaum praefecit ecclesiae memoratae« Dnde cum in conaecra* 
tione ^aiua promiaimua providere ecclesiae Reyalienai de dote, qvod promiaunna faTore benigBa 
prwIeqTentea, Jam dicto epiaoopo recipienti nomine eccleaiae octoginta uncoa apnd Reraliaal dotia 
nomine naa^gnarimna, in ▼Ulis scilicet Obwald, Rnta« Sammitkertel, qvondam Ruperte de Sbick 
attinentea et in Chokere et Peaack et Karies, et in Wamal qvondam Lu%;ardo attfaientea, per« 
petuo Jure libere poaaidendos. Insuper autem concedimua ipsi episcopo qvadraginta uncoa bi 
Vfaronia, in TÜla, qvae didtur Salgalie, donec Yironensi ecclesiae provisum fuerit in praelato. 
Cum autem ibidem fuerit Episcopus ordinatus, Tolumus, ut memoratns Episcopus Reralienrisv 
praedictos qyadraginta uncoa in Ylronia, Yironenai Epbcopo aine contradictione dimittat Actnn 
Wartingborg Anno Domini MCCXLIX. S. Jdus Septembris. *) 

Imgleichen hat der König den von Adel ihre Lehn-6ütter bestätiget Er schrieb auch an 
die Ordens Herrn in Preuaaen und Lyfland, dafs sie aich der in Ehstland ihm zugehörigen Orter 
enthalten aolten, ao fem er aie unter |3em Christenthum schützen und erhalten solte. 

So wird auch gemeldet, dafs, da der König reifafertig. gewesen, habe sich ihm im Traam 
ein Christlicher Märtyrer offenbahret, der ihm mit diesen Worten sol zugesprochen haben: Sej 
getrost, mein Bruder, ich bin Wenceslaus, den du ehren solst, ich kom dir anzukündigeii, 
wie du bald sterben wirst, und gleich wie ich gemartert werden« Dennoch wil ich, dafs da eia 
Closter hier Im Lande bauen aolt, Gott zu Lobe und meinem Nahmen zu Eiiren, und sej draaf 
verschwunden. Wie nu der König erwachet, habe er sich erkündiget, was Wenceslaus vor emer 
gewesen? da ihm Ist angezeiget worden: Er sey ein König in Böhmen gewesen und von seinem 
Bruder Boleslao, wegen des guten Nahmens und Gerüchts, so er bej männiglichen erworben, 
aus Neid ermordet worden« Daher der Xöpig sich leicht die Reehnung gemacht, es würde ihm 
auch dergestalt ergehen, und habe daa Kloater Pädia zu bauen anfangen lassen, welches aber 
damahi zur Volkomraenheit nicht hat gelangen können, weil der König, wegen einheimischer 



*) Pontani bist. Dan. pag.SSl 



— m — 

GesdüURey ilch ans Elistlsnd tnt Reidi begeben müMien; DoranC er bdd Ton seinen ITnterthanen 
iBd mit WiMen seines Bniders Abels ist nmbgebniclit worden. Was aber Ton solchen Oottea» 
BiterBdien Fabeln in halten/ stelle ich einem jeden, der in seinem Christenthnm gegründet, 
md ans Gh>ttes Wort weiTs, dafs er sefaieBhre keinem andern geben wU, sn bedencken anhehn: 
nsnUen die Dinisclie Hfatorici selbst daran iweiffeln, nnd Tielmehr Termeinen, es sey nnr dn Malir- 
kis TOB doi Mondien erdichtet, die um gern unter die Zahl der Heyligen haben sohlen wollen. '^) 

Folgenden USOsten Jalires danckete der Herr Meister inLyfland, Hr. Dietrich von Gro- 
■iigen, nadkdem er drey 3 Ar regirt hatte, von seinem Ampt ab, und weil er ein Torstandiger 
geUpter Blann war^ ist er, in des Ordens Geschafften, Legationsweise an den Papstlichen Hoff 
pidiidt worden. 

flun folgte im selben Jahr der ?ierdte Herr Meister in Lylland, Andreas yau/Stfick- 
lisd, anders Starerland genannt, ein sehr aufrichtiger und woUtbütiger Herr. Zn seiner 
Seit erregten sich die Littauer, Samoiten und Semgaller, in'Meinung, den Orden ans Cuhrland 
nl Semgailen nn Tertreiben. Daher sich der Herr Meister nicht saumete; sondern rüstete sich 
nit aefiien Ordens -Brüdern nnd Rittersdmffi, begq^te dem Feinde und erlegte den gristeii 
Theil: die übrigen trieb er in cHe Flucht; heerete dbfauf in iliren Landern Ihs an die Barg, da 
Meadog seinen Sita hatte^ da er herumb streiffte, und was er bekam, niedermachte oder ge- 
Inpa nahm, ging darauf In Samoiten und hausete nidit anders, als er inLittanen gethan hatte, 
Nadi solcher Verrichtung kehrete er frolich und sieghafft mit schwerem Haube wieder nach 
liga, and theilete die Beute theUs der Kirchen, theils den Armen« ^ 

Damadi aberzog er mit gantser Macht die Semgailen, denen es nicht besser erging, als 

den Uttauem. Daher üe xa Creuti kriechen und umb Gnade bitten musten, die ihnen mit dem 

' Beiclieide gewilligt wurde^ dab sie hinfüro still sltien und dem Orden jährlich Tribut geben sotten. 

Anno 1251 hat König Abel dem Bischoff aufösel, Herman, dem andern dieses Mahmens, 
iDe praetention, so er, oder seine Vorfahren auf seine Lander ra haben yermeineten, nachge- 
gegeben. Denn obawar König Valdemaru» in dem Vertrag, so Anno 1238 geschehen, angelobet, 
äA alles Eindrang» in die Oselisch- und Wyldschen örter in enthalten, scheinet doch, dafs er 
oder sefaie Söhne solches nicht lang gehalten haben, bis Abel surRegirung kam, dessen C^ntsler 
der Bischoff Herman gewesen, daher, weil ihn der König sehr geliebet, hat er ihn solcher 
Aaiprach durch folgenden Brief befreyet, welcher in Original auf Osel noch Torhanden.. 

Abel Dei graüa Danorum Slavorumque Rex, Dux Jutiae, salutem Omnibus in perpetuum. 
Com regalis elementiae sollta deposcat lienignitas, et rationi consentanea recirirat aeqvitas, pro 
fieUte pietatem rependere, nos certis experimentis fidelitatem in Christo patris domini Hermann! 
Kphcopi Osiliensii et maritimae drca noa flrmissimae comprobantes, etrersa Tice cum eo stabi-;- 
km Goncordiam et inriolabüem amicitiam obserrare rolentes, nt omnis materia controyersiae pe* 
tbu amputetur, et cultus Christiani nomlnis, et novella^plantula Ii?onlae, per uniformitatem con- 
csrdiae tanto magfa amplietur ad honorem Dondnf nostri Jesu Oiristi et ob salutem animae no- 
itrae et nostrorum antecessorum pariter et snccessorum pro bono pads, libeiy voluntate ac 



*) Psataai hitt Bao« pag.tai 



-— ÜB -^ 

delibento eonsilio plene tc plane remmciantei omni jvrl, qvod liibere Tidemnr eontrt cfbeo]^ 
luemoratiiiii, cesiamiis ab omni impeditione terrarnm Oiiliae et muitimae, anper qvüm dUeetai 
pater noster fellcia memoriae res Yaldemama, et frmter neater res Erieva piae reewdatkmh, 
dtationem domfad Papae praeter Tolnntatem nostram proenrarant contra dletomi epiaeopnm ad 
laborea grarea et espenaaa immodicaa oompellendo: Cnptentea ernidem et ejnn aaeceaaorea pne- 
dlctia terria aine nlla qvaeatlone perfimi JngHer, libere et qTlete, ita qrod nee e nobia, nee t 
noatria ancceaaoribna tI ant Jodido Tel vUo prorana graramlne in ijadem terria de caetero mole- 
atentnr, nt eonmdem orationibua eommendati eo propenalna habeamnr et ofarca honinei noilroi 
^aoa aentiamna favorabOea et amicoa. Ne igitnr hoc factum noatmm ab aUqvo attcceaaonun noitra- 
mm Taleat in poatemm Irritari, praeaentem paginam aigillo noatro cnm algilUft infra aeriptonim 
dominorum fecimna commlnnirii videllcet Uffonia arebiepiacopl Lnndenata, Svedae primatii: BidiOii 
Slearicenaia, Jacobl Roadiildenaia, Eageri Sipenala, Jacob! OUionienaia Epiacoponmi; Dandd 
Ghriatopbori dilectt noatri fratria: Dominomm Ck>mitnm Smeati de Güken, Johannla eiGeriunU 
de Holaatfa, Gebberti de Stoltenburg, militnm, Tycbonia Boat, CamerariJ noatd, Andreae llij 
Petri, Johannk fllij Nicolai, Saxonia Petri fllij. Datum Njrborg Anno 1»L 9. Jdw AngaatL*) 

Umb dieae Zdt nngefehr Terfolgte Mendan. adnea Bmdera Sobn, den Füraten Ton Pa- 
lotsko, NahmenaTheophilna, mitKriege. Daher, wieAIbertna Wijnck in seiner Uttadwhea 
Hiatorie **) meldet, sich dieaer mit dem Biachoff ron Riga Terbnnden und deaaen Religi<Mi| mil 
VerlaMong (der gridüachen, angenommen« Aber aolche Yerbfindnia m tüntertreiben, sandte 
M ondog aeine Bothichaffter an den Herr Meiater, mit Begehren, dafa er Ihn an einem be* 
atbnmten Ort begegnen wolle, nmb mit ihme dne Unterredung an halten. Der Herr Heiiter, 
nadidem er dch mit aeinen Ordena-Br&dem und Ritterachaflft dersfala berathet, begab er ikh 
personlich dahin und wnrde Ton Mendogen freundlich empfangen. Nach vielen ünterredasgen 
bewegte ihn der Herr Hdster dahin, dafa er die Chriatliche Religion, anxunehmen Tersprocfaea; 
liegehrete aber dagegen, dafa der Herr Heister bey dem Pabst werben und dahin bringen wallCi 
dafa man ihn und seine Gemahlin alslMld nach der TaulTe wie einen Cbriatlichen König und Kö- 
nigin krfthnen möchte; wddiea ihm auch der Herr Meiater ansagte, und verapradi Mendog 
dem Orden die Linder Samoiten, Guhrland, Jatawingen und alle aeine habende Praetension aa 
ganti Lyfland au achencken. 

Wie nu der Herr Meister nach Haus kommen, hat er aolchea bald an den Pabst Inno« 
centium den vierdten gelangen lassen, welcher sich desseh erfreuet, und dem Meister Voll« 
macht gegeben, den Mendogen mit Christlichen Ceremonien lu lirönen. 

Hierauf haben der Herr Meister und Bischoff lu Riga iwo kostliche Crohnea Terfertigea 
laasen (wiewol etliche melden, dafa der Pabat die Crohnen öbersandt habe) und sogen mit dem 
BiacfaoiFe Ton Colme Henrico, dea BiachoSa Bruder, aampt andern Prälaten, Herrn undHittero, 
mit grotser Pracht nadi Littanen, darieMendog herlich empfangen und bewirthet 



•) Auch bal PoBtannt pag.440. 
•*) Alb. Wiiuk Kojalowies Hiitoria Litaana P. 1.,. üb. 4., p.91. sc«. 



HuMmtk Meftdof ibA.mIm Ctanaldiii, wddie Martha gennuit wordeD, das Ghritifl»» 
Ihan imnk die Ti^iffb aageaaninwi, tiad «Ib wn dea.]lbdioff m Biga und dem Herr Mebter 
pbteet wordettt and belehoefte der Herr Meister im Nahmen des Pabsts dea neuen König mit 
gttls lillanen« So warden sndi der Litlaaer damahls in die 4M getaniTet 

IHeses ist geMhehea Anno ISBB und nidbt, wie die meisten wollen, 12Sft. Denn an der 
Uiwsr Pabst Innoeentins der ?ierdte albeipeits Todes Terblldien. 

la diesem Jahr ist der Hoehmeisler Conrad^ an Marparg in Hessen, mit Tode abguigen, 
MdM er nebst S. BÜsabeth begrsben liegt 

SSa seiner Zeit hat LndOvicns, König in Franckreich, den msa den Heiligen nennet, ab 
er in dem Znge wieder den Saltan in iBgypten, nach Eroberung der festen Stadt Damiaia, ge- 
ftsgsi, aad sieh nebst seinem Voldc ndt einer groFsen Geldes Samma geioset, dem Tentschen 
(Msa aas sonderlicher Znneignng vier güldene Lilien in ihr Wapen gegeben. 

Nadi Oun wnrde noch- in selbigem Jahr mm sechsten Hodhmeister erwehlet Herr Poppe 
fSB Osterliag oder Osternan, wehrender Regimnf^Kejsers Conrad des rierdten nnd Psbst 
lasoceatij, aadi deavierdten. M. Caspar SehiLtx'*') aber setst sowol des vorigen Hochmei- 
ükn Tod als dieses Erwehlung ün ISUsten Jdire» 

fan Jahr Christi 1166 hat der damahlige Pabst. Alexander der vierdte Albrechten, 
fai andern dieses Nahmens, sont der Ordnung nach den f&nlRen BischoiF zu Riga, m einem 
Brts-Bischoff aber Lyfland, Dorpt, ösel und die vier BischoiRh&ner in Preufsen, wekfae, wie 
geduhl, Anno 1245 eingerichtet worden, (erhoben* '^) Denn es ist dieser BischoiF nicht allein 
b«j dem Pahst sonderlich beliebet; sondern hat auch die Cronung des littauischen. Königes sein 
Aanhen bey Jedwedem' mercldich vermehret Es kan auch sejn, dals hiedurdi die Binigiceit 
mier den Ordens^Bnldem*in PreaTsen and Lyiand gesachet worden, indem, dars glddiwie die 
giilMB Anthorltat des Ordens bey dem Hodmidster in PreuCmn gestanden, also da entgegen die 
kfidiste Jurisdiction der Priesferschaffit in Lyfland bldben möchte, amb dieStinde solcher Ge- 
itdt ohne Sefaeeldchtigkdt uniter einander zu TerluiüplFen. 

fan selben Jalir haben die Ordens-Herren in Lyfland das Hauls Jürgensburg gebauet; 
SHb eiiiielte der Iferr Meister Andreas you Stflcicland seinen Abschdd, warumb er schon 
dei Toiigen Jahres bey dem Hochmeister Ansuchnng getfaan, aber nicht so bald erhalten Iconnen. 
bi Abdehen ersuchte er auch den König Mendog, welcher ihn nicht alldn wol empfing, son* 
den audi, da er wieder Abschdd nahm, ein^ grofs Thdl Weges p^vönlich begleitete. Der Hoch- 
ndtter gab ihm ein ehrlich Cremach in Teutschland dn nnd schicicte an seine Stelle Herrn Eber- 
kardt, dnen Grafen von Seine, welcher der fünfflte Meister Tentschen Ordens in Lyfland, 
uA ehi< fn>mnier und wdser Herr war. Er hat bald nach seiner Ankunfli in Lyfland dph mit 
•daem Yolck wieder die Samoiten gerüstet, denen er ins Land gefallen, sdbiges Terheeret, 



*) Id seiner prenrsischeii Chronik Blatt 82. der Zerbster Aufgabe. 

**) Diefii ift ein Irrthnm. Der Pabst Alexander IV. erfaob das bisherige Bisthnm Riga 1255 sä einem 
Enbisthom, nachdem Albert schon lange Torher Ton InnocensIV. sunt Erinttisehof TOB^Lirlandy 
Slirthuul und Fnusaea emanat war« Arndt Tb. 2., 8.58b Ornbevi Origin. Uto». p.27SK 
l.Bd. M ' 



ud Ttd Voldc drinnm endilageB, vai gdRuigw nit tkli wMer mA S|g« pUmäkt QBddM^ 
gettall hat er auch einen Zog dnrdi Odurkmd nnd andere heydniidie nnd abtrinntge, ala dar 
Christen Feinde, Linder gethui; hat aber nidit Unger regfare!, ala awey Jahr, weil er knack 
worden, da er lieh nach Tentschland bringen hvaen, ahro er andi alaobaU geeteibat IM 
aandte der Hochmeister efaien andern, ao der aeeliste dieses Ordens gewesen. Anno 1286 mdk 
LyHand, Nahmens Anno oder Johannes Ton Sangerhansen. Er aol gewesen seyn ein 
Herlsog des Geschlechts Ton Braunschweig. '^) Dieser hat ndt den SemgaMen ondSamoilen etil» 
die Kriege gefahret: nachdem er ,aber fSnf Jalur regiret, wnrde er nach Prenfsen abgrfoidflrt 
mid Anno 1284 lam Hochmeister in Prenben erwelilet, in Hem Poppe von Osternanea 
Stelle, wdcher wegen sdnes hohen Altera abgedancket, nachdem er 11 Jahr rq^ hatte, flb» 
rete darnach eh privat Leben nnd starb Anno 12« den StenJnliJ anf seinen CMttemkiTentndUand. 

Unterdessen Anno 12ltt ward der XJoaunendator su IMgsberg, Herr Borehhardt Ton 
Hornkansen, der siebende üeister Tentsdien Ordens, nack Lyland Tmrordnet: etlidm wollen, 
es sd gesdidien seyn Anno 1268. Dieser war ehi weiser nnd emstirnffler Herr, dödi dabcy 
nnd gfttig. Wie er nseh Lylland ksm, sandte er sebe Bothschafter mit atatUdien VerA^» 
an Mendoven, den Konig in Littanen, wddier ebenmeCrig mit Gesdmncken nndErU^ 
tnng aller Freandsdiallk dem Herr-Meister begegnete; wie wol es lanter Betmg mit ihm war« 
Denn er wer nur ein Schein -Christ, nnd leistete den Heyden heimlich alle lytagUdM^ BUSBi 
▼erstattete andi seinen Unterthanen allen MnthwUlen wieder die Cluiiteai. 

Fast nmb diese Zdt hat dieser Herr Meister Rnin und efaier von den ▼omdunsftn von 
Add, Hr. Fabian von Rosen bn Brti-Stilik die Hinser Klein- nnd Grors-Roop gsbanet. 

lansmahh weite der Herr Meister sdae Schlosser in Cohrhnd beskhtigen, nnd da er aUil 
wdt von Memd kam, wnrde er von den Samoiten, wddie sich hin nnd wieder im WaU ver* 
borgen hidten^ nnvermutlilich tiberfallen. Der Herr Meister hatte nicht mehr bey ddi, ala dt 
Ordens-Brfider nnd 8410 Reisigen. Nicht desto minder setate er tapITer an die Heyden nnd e»» 
legte ihrer eine grofse Menge; dennodi mnste sidi der Meister sampt seinen Leuten endHsh, 
nachdem 12 Ordens -Brflder gefallen, und die Heyden ihnen sa Macht iUberlegen waren, 
Sidierhdt auf Memd suchen und alda bia billiger Genesung der in diesem Sdiarmfltad 
genen Wunden verliarren. 

Dsmadi aber begab er doh wieder nach Riga und Torssmlete sdne Kriegs -VUdoer, WBiens^ 
ddi an die Samoiten wegen des ihm sogeffigten Schimpfs an ridien. Da aber diese aeUms 
▼emahmen, begehrten sie Friede, wem auch der Erta-Bischoff dem Herr Meister rleth^ weil 
de anderweit au thun hatten. Daher der Herr Meister mit ihnen efaien awejjihrigen Stüaland 
schlofs; weldken swar die Samoiten richtig hidten, aber dch dennedi unterdessen mit ulier 
Macht stin&ten, auch die Littauer an dch brachten. 

Wie nn der Stilstand ebi Ende hatte, und der Herr Meister die grobe Riistmig der Febide 
Temahm, sandte er dnen Ordens-Herm, Nahmens Bernhard tou Zewen, mit dnemHmdta 
Ordens-Brfider und efaier guten Ansahl Yolckes nach Cohrland, die dch mit den Ordena-BrI- 



•} Dsa üagruad dimor Behaaptaag kst Arndt erwlcssn U sdam UtL Ckfcnik, Th.&, aM, Msian). 



— in — 

ton ssGoldiiifen md Memel TentirdEteB, wid Aem Fdnde eineScUadit liefferteiL Es fiel 
nbagi nf teyd« Seltai Tiel Volks, und stniide der Anagang eine gute Weile im Zweifltel, bii 
«düdi der Sieg auf der Samoltm und Ultener Seite ildi lemdEeiet und der Ordens -BrAdtr SS 
bHAen; die «ideni aber naliiMeii die Ffaiclit rneh Ooldingen. 

Der Herr Meister aber rislete sich wiedemmb and bekan viel Volcks aas Teatsdilaod sa 
Bilff, adl'weUem er wieder die Sameiten niid ihrea Bandgenossen lOg: diese aber hielten kei- 
SCB Stsad, soadem nuiditeii ddi hetmlich daTon. Derhalbea mekte der Herr Meister flinea ins 
Lnd and eroberte eine ihnen angehftrige Barg, die er lerstSren lies; ging darauf welter und 
Hkn die Festnng Dohlen ein, welche er befestigte and mit gater Besatxaag versähe. Die Sa- 
SMiten aber yerbanden sidi mit den Littaaem und Semgallen, des gSnalichen Vorhabens, die 
OrisBs-Br&der genta aus dem Lande sa treiben. Daher der Hmrr Meister nldit wenig ,mit ilmen 
n schrifen bekonunen, bis er endlich in einer Sdilaehtang fb Dohlen, oder wie Bnssou*'') 
afl, fGr Durben, nebst einem Marsdiald[ aus Preufsen, 150 Ordens-Brfidem und vielett Tent- 
lAea Ton Adel geblieben. Daauhls wurden aach 14 Ordens-Brfider gefangen, derer acht die 
Hejdsn Ifaren Cfötaen aafopfferten, den ibiigen sedis wurden Arm und Beine abgehauen und die 
Leiber geiierteli Die bejden -Festungen Kersav und Dohlen gerieten auch in der Hejden 
Gswtli Die Gesehiehtschrdber sind nicht einig, m weldier Zeit diese Niederlage geschehen. 
Itlidie setnen es im UOdsten, andere aber im UOflsten Jahr. Bs hat aber der Herr Meistor 
inj Jahr und sechs Monath regiret 

Nsdi üui ist Jürgen Ton Eichstadt, Commendator Ton Segewolde und des Torigten 
IMiteis Coadjntor, iex achte Meister Teutschen Ordens worden, . welcher sich Torgenonunen, 
Mises Vorfahren Jod au riehen; es were ihm alier fast auf selbige Art ergangen, wurde der- 
UDien gmidtiget, mit den Heyden Friede an machen, absonderlich, weil er ▼emommen, dafs die 
Aielar Ten den Christen wieder abgefallen waren, wehdie er endlich mit Kriegs-Macht beim- 
■chte, ihrer viel bey Carmel orlegte und die übrigen anm Gehorsam awang. Bey dieses Herr 
Hebters Zeiten hatten die Preufsisdien Ordens-Brnder mit den hejdmschen Preufsen sdiwere 
Itiegei welche sie endlich bis auf die SamUmder beswungen hatten. Diesen kunten de, weil sie 
itarGk an Mannsehafflt waren, allein nicht wiederstehen, forderten derhalben ihre Mitbrüder 
sn Ljfland au HüUf, und bestimmten einen gewissen Tag, an weldiem sie die Samlinder an- 
greHfea waltoi. Wie nu die Zdt vorhanden, begunten die Ordens-Brfider aus Preufsen, das 
Uad au verheeren und au brennen. Die Preufsischen Heyden weiten ihnen nidit lange ansehen, 
femmleten dch und sogen den Brüdern entgegen und lieferten ihnen dne Schlachti wdche bey 
6 Stunden fewiret^, da die Ordens-Brüder von der grofsen Menge überlegen, au weichen he- 
gssteai aber indem kern der Herr Meister aus Lyfland mit seinem Voldc angesogen. Daher die 
isdem wieder dnen Muth fafsten," sogen wieder dem. Feinde entgegen. Da ging die Sdilacht 
fsa aenen an, bia die Heyden, wdl sich ihrer keiner eingeben, noch umb Gnade bitten wollen, 
alle darcha Schwert gdauffen, ihre Wdber und Kinder aber von den Ordens-Brüdem weggeffihret 
sad sn andern Orten vertheilet wurden. Die übrigen wenige, so nicht mit dabey gewesen, kro- 



anmowf Uvliaditche Chceaik, Bart 1564. 4. B1.10. 



— m — 

eben m Creats nnd baten mb Friede, der ibnen «Beb gegSnnet wvrd. Der Orden aber iddeif* 
fete die vorigen Festnagen und banete an dero Stelle swej anderoi nemlicb Taplan nnd Locb* 
stadi, die Sandaiider desto mebr mm Odiorsam in balten.'*') 

Umb diese Zeit war zwiscben der Stadt nnd Sdilofs sn Reval groFse ünebitgkett Dsv» 
lialben die Königin Margaretba Samblria, wdebe wehrender ihrea Herrn Sobna, KSidg 
Erich des YIL, mit dem Zunahmen Meenwed,'^'*') nnnündiger Jahre das Regiment fihretei 
Anno IMft den 8ten Angnst an den Hrn. Odward von Lade, Hohenreich nnd Heariab 
▼ on Beschoneck Gebrüdere schriebe, dafs sie mitZuiiebung des Königlichen Dinischen Hai^ 
manns auf Reval und einiger anderer von Adel, die Wiesen .und HenschÜge In eigener PersoD 
besiditigen und untersnc|ien, auch mit allem Fleifs die Grratien, wo de mit guten CMndca 
könten bewisen und dargethan werden, mit öffentlichen Orents-Stelnen beseidmen aolten, dsarit 
weder dem SchloFs noch der Stadt dniger Sindrang geschehe. 

Anno IMT wurde vom Hodinieister, der neundte Meister Teutsehen Ordens in LyHaad» 
Herr Werner von BreythaAsen, wdchen andere Fritzhansen nennen, dngesetit Zu 
dessen Zdten erregten sich abermahl die Samoiten, derer Fürst oder Heeiluhrrar TramatCi 
damit er von den Uttauem desto bestandigere HüUfe au Termnihen haben, möchte, dcfa sma 
König Mendaren verfugte, und hielte ihm wdtliufftig vor, wie thöricht er, seiner MdnDng 
nach, gehandelt hätte, dafs er dch mit den Christen eingelassen nhd sein Rdch aus den Sa- 
den gegeben, welches er vom Pabst lu Lehn nehmen müssen, da doch sein Tater ein tsejet 
Herr über gants Littauen gewesen, und solcher Bettdey nicht nötig gdiabt hätte: versidierte 
ihn so wol seiner, als aller andern Unterthanen Treue, so fern er vom Christenthum abfallen 
und ihnen offenbare Hülffe Idsten weite, die Teutsehen aus Lyfland gäntilich sn vertreibea. 
Mendog, der ohndem den Christen nicht sonderlich gewogen war, lies sich leicht überreden. 
Und obzwar sdne Königin Martha anfinglieh dawteder stritte, konte es doch nichts hdifea, 
nnd gab Mendog auf ihr Flehen nnd Bitten zu Antwort: Er bette nu lang gnug geschwigea, 
es sojte binfüro nicht mehr geschehen: lieft darauf in seinem Lande die Christen theils bi Ver- 
hafft nehmen, theils umbbringen, machte mit den Reussen einen Bund, mit der Alirede^ dab 
de zugleich in Ljfland fallen weiten. Auf die bestfanmte Zdt nickte er mit sdnen Littanera ' 
und Samoiten ins Land bis Wenden. Weil aber sein Bundsgenosse dch nicht mit dngestelld 
hatte, wurde er über Tramaten sehr entrüstet und zog voller Grimmes wieder zurück, und ver« 
heerete, was er im Durchziehen überkam. 

Wie die Littauer weg waren, kam der Renfsische Fürst mit gantzer Macht angesogen, be- 
lagerte Dorpt und eroberte die Stadt Die Teutsehen aber begaben sidi aufs Scldofs und wdi- 
reten sich männlglich, bis unterdessen der Herr Meister mit sdnem Yoldce ddi anfinachte uol 
Dorpt näherte; dessen Ankunflft die Reussen nicht erwarten weiten. Zogen deriidben, nachdem 
sie die Stadt. ausgeplündert, nnd in die Asche gelegt hatten, wieder nadi Reufaknd, da der 



*) Schütz prearriiche Chronik B1.87. 

**) Oder, vielmehr: det TL, mit dem Zunamen Glipping, der Jedoch bei daigea Getchiditsdirelbeni 
auch der VIL heifst 



«~. las — 

Herr VUkkt wmi BMkot n JMfi Mn Stedt aeb orae beietiteii, dimif den Feind bis in 
leiMind TeifelgtM, nnd kifveten detelbit nicht iiese^, nb die RenMen im Dorptitdien ge- 
Ihaa iittten. Weil älier nnterdefsen der Herr Meister krandc worden, nnsten rie wieder nmb» 
. hknn, kraditeB dennedi stttlidie Beule deren. 

Weiirendeni diesem Znge war Tramste mit den Samoiten bis In die Wyeke eingefallen, 
kidsi alteP-ernan aersteret, nnd den Einwoiinem dahemmb nicbt geringen Schaden sngefSget. 
Dar M^Bter aber, wie wol er sehr sdiwach war, hat -er dennoeh einen AntheU d^ OrdenSi- 
Brite and Birger an Rjga sampt derer Knechte aafgebracht/dem Feinde den Rflckweg an rer-* 
jperrea, welchen sie bejm Kloster au Dünamünde begegneten, nnd geriethen bey nichtlicher 
Wdls, doch hellem Mondsdidn, an einander. Daher ein so hartes TrelFen entstand, dafs das 
gudseFeld TonBluth roth schiene, doch erhielten dieTeutschen darch göttlichen Bejstaad den 
S^i und verlohren nicht mehr, als nenn Ordens-Brüder and wenige Bürger-Knechte; Tra- 
nste aber, der Hauptmann, flöhe nachUttauen sum König Mendaven. 

Karts darnach hat der Herr Meister auch die Cuhi^n, welche bey diesen den Teutschen 
hLjibuid gefahrlichen Zeiten wieder abgefallen waren, übersogen, ihrer drey Festungen erobert 
(wfrsBternnr Grübln benennet wird) und selbige xerstöret Nachdem aber seine DnpäTslig^ 
lett ontblSssig anhielte, bath er sich rom Ampt ab, weldiem er xwey Jahr vorgestanden, und 
lOg wieder nach Teutsdüand. 

Darauf erlangte Anno 1200 Herr Conrad ▼on^Mandern, auf Verordnung des Hochmei- - 
ilers, das Meister-Ampt in Lyfland, welcher in der Zahl der sehende gewesen. 

hn selbigen Jahr verlehnete der Ert^-BischolF Albertus, des suTor erwehnten Herrn Bn^ 
feibrecht von Tysenhausen Sohn, Johann von Tysenhausen, Bittern, welcher des 
Hern Dietrichen von Kock^nhausen Wittfrau Sophia zur Ehe genommen, alle üachge- 
hnese Güter* desselben Herrn Dietrichs, worinnen der gantxe Ort Landes, da hertracher seine 
bder nnd Kindes-lDnder die Schlösser Beiden und Krla gebauet, neboi dem Schlots Ko- 
ckeabausen begrilfen; und ist also sur selben Zeit Kockenhansen erstlich an die von Ty- 
ieahausen kommen. 

Bald nach Antretnng nechst gedachten Herr Meisters Regirung fielen die Reussen ans Mosean 
sad Nowogorod nebst den Samoiten und Litauern in Elist- und Lyfland, eroberten einen grofsen 
IUI dieser Under. Daher der König in Dinmareken, Bricus Menwed,^) den Dinischen 
hUm Trudmen, Nahmens Matthias, Anno 1270 nach -Ehstland den Seinigen an Hüüf sandte, 
veUier sich gegen die Reussen su Feld begab, wurde aber geschlagen | doch erhielten die Di* 
aiMhea das Feld und einen herlidien Sieg* 

hl diesem Jahr banete der Herr Meister das Schlofs Welsseüstein, und im folgenden 
im. Jahr Mytau, und der Brta-Bisehoff au Riga Laudon. Zu welcher Zeit der Mameluk 
Meadan von einem seiner Woywoden auf seinem Bett ermordet nnd umbgebraeht worden, nnd 
lüt alssr den verdienten Lohn, allen solchen leichtfertigen Gemütern sum mercklichen Beyspiel, 
Mosmien. Etliche setxens im Jahr 1164 Es sei dies« obgedachte Herr Mdster nnterschied- 



•) licht Henwed, soadera Glippiag. Poataai hiit Daa. p.861 



Udie TrefSm ndl de» erwehstai Fcliidai gdMltn kaba»; 4«tm doch die HMeite-Sciieibtt 
ein mehret nidit ]lleldei^ denn deb er sa einer Zelt MO Blum nnd 90 Ord«M-ftriidw, od mm 
andern mahl !• Brüder des Ordens Terleiirett. Er hetiie sldi Allen halher, neehdem er inj 
Jahre demselben vergestanden, ven seinem Anqpte ak Seine Stelle hat der Heeh-Mebter Anas 
Ton Sangerhansen im Jahr 1Z7S mit einem^ Nahmena Otto von Rodensteint besetaet 

Bs ist auch in selMgem Jahr der Erti-Bisehoff m Bigk, Albreeht, in Oott entaddalb» 
nachdem er 89 Jahr regiret hatte, nnd ward an Riga In der Thnm-Klidien unter dem Stein fsr 
dem hohen Altar begraben, ihm folgete Im obgedaehten Jahr Joiiattnea von Lünen, im 
andere Erts-Blsehoff an Riga. 

Zur selben Zeit fielen die Rennen Ins Land^ daher rieh der nene Herr Meister aal H- 
aehoff Alexander an Dorpt, mit so vielem Voldc, als In der Eyl an bdcommen, ist- 
machten, nnd dem Feinde entgegen logen, den sie stireker befbnden, als sie wol gedacht hitta. 
Weil er ihnen aber hart susetate, die Tentschen andi kdne Mittel zu entfliehen sahen, gerieth 
es aum Treffen, da sie durch Gottes Hülffe das Feld behielten nnd über SOOO Renssen nieder» 
machten; doch blieben auch auf der Tentschen Seite 1850 Mann -und der Bischoff Alexander» 

Wie nun der Feind ana dem Lande getrieben war, liefs der Herr Meister alaobald ilas 
Hanfa Oberpahlen in Jerwen, woselbst snvor eine alte Banrbnrg gestanden, anfliauen, aad 
nnterdeasen die erlangte Yictorie an verfolgen, aamlete er ehie statlidhe Kriq;a-Macht, ond b^gab 
sich Uh folgenden 127SstenJahr mit 18000 Mann an Lande nnd mit etlichen tausend^ anScUüb 
Aber die Rensaische Orentae, verheerete das Land und verbrandte der Renrsen Städte, aampt tan 
Hanse Isebnrg; belagerte endlich auch die Stadt Fl eskan. DerFüiat vonNowbgorod saadls 
iwar den Fleskowitem einige Httlffe: well er aber damit nidits ausrichten konte, fortigte er 
seiner Woywoden einen, Nahmena Jerian, aum Herr Meister nnd vermittelte die Sache ss 
weit, daÜB efai Fried geschlossen wurde. Unterdessen Üefs BisdioffFriedrich, welcher hi dm 
obgedaehten Bischoflh Alexanders Stelle an Dorpt kommen war, das Schlob Nenhnnsen sa 
der Reussen Orentae anfl&hren. 

Anno Uf74 fielen die Uttaner nnd Semgaller In grofser Menge In Ö9d; daher siA der 
Herr Meister, Bischoff Herman an Leal, Biachoff Friedrich an Dorpt nnd der Maische 
Statthalter au Reval, Siegfried, In aller Eyle auftnadbten, nnd treffen mit dem Fdnie arf 
dem Syse. Nachdem aber die Tentschen mehr tapffer als glttcklich gestritten, und der Fdnis 
nicht wenig erlegt hatten, behielten dennoch die littauer endlidi den Sieg, und wurde der Heir 
Meister mit 52 Ordens-Brfidem nnd OOOTeutsdien erschlagen, audi Bischoff Herman au Leal 
verwundet: die Littauer aber und Semgaller begaben sich anis Land« plünderten allea aas, aad 
gingen mit grofser Beute wieder anhelnL 

Wie nun naeh solcher Niederlage die Ordena-Brflder in Lyflsnd sich ohne Haupt nnd Aa^ 
ffihrer befunden, nnd In schwebendem vollem Kriege keine Zeit hatten, aolches an den Hoch* 
Meister gelangen au lassen, warffen sie dnen aus ihren Mitteln, Nahmena Andreaa West« 
phnlen, aum Meister auf, damit er den Krieg mit den littanem undCuhren ausfuhren mochte; 
er ist aber noch im selben Jahr nebst 20 Ordens-Brüdem erschlagen worden. 



fkgiltdsmAm IflMiMi XahTM ngaets ite Hoduneitter, Ben Anno Ton Sasferhau- 
Hi, k Tw rt acMaiiA dBe WeÜ, umMöb w snUf Jahr nH groftem Sahni den Orden i«giret 
ktfet ward sv Bbfpwg in HaMen (etttahe sdiivibett m Trier) begraben. 

Ntdi ihm ifiirde mm Hodimeisler erwcJilel Hr; Herman Ton Heldrungen, wefeher 
diobald dnen, mit Nahmen Herr Walter Ton Nordeck, snm Mebter in Lyfland Terordnele, 
BiMor liat Tiel redflehe SUge wieder die Ltttaaer, Samoiten nnd Seragallen getfaan nnd oflRkmahla 
dea 8i0g mit Hnhm davon getragen; wie er dann auch die Häuser Tar walten und Bf eysoten 
mtart und niederreimen lamen. Br brachte die Semgallen unter seinen Gehorsam, und thd- 
kfe das Land mit dem Ckpittel, weiches das Hanfs 'Edwalen in Oohrlaod Anno ISIS, der Herr 
Kditer aber Anno UfTT auf der Samoltiidien Grenti Neuhausen, wie denn auch Nytan im 
bb-Stiflt bauen lassen. 

Im selbigen .19^7. Jalute, den 1. Septembris, hat die Konigin in Dinmarcken, Margare« 
tht Sambiria, den RcTelischen Caaonids die Freiheit ertheilet, dab de ihnen odbst dnen 
IbAoir erwehlen mSgten. Der Brief darftber ist folgenden Lautes: 

Ihrgnreflia Dd gratia Daaorum SduTorumque regina, Domina Bsthonlae omnibus praesens 
iai|tani ceraeatibus^ salntem in Domino Jesn OiristOi Licet per qvosdam dominos inclytca Reges 
Bmsram praed ec essorum nostrorum terra Estboniae traduda dt ad eultum nominis Jesu Oiristi, 
sl m ddecta EfÜBcmi et PaatoilS' ibidem Dominum Torchillum praefecerunt Ecdedae Reralieasi 
ii destnm et poat modum per Tonerabilem patrem dominum Archiq^opum Lundensem proeu* 
nmaat in E^iscopum eoasecraii, nee non per assignattonem dotis, Jus eligendi ei praesentandi, 
ad diciam Rccierism Revaliensem dbi et suis snccessoribus reserrarunt Nos vero oon- 
et ticientes, qvod ex lali reserratione et electione, plura incommoda et pericula, prae- 
fttee Ecdeaiae Reraliend, in poaterum poterint eyenire, illam Td Was reserraüones Td prori- 
dUMi csosamns et apaullamus, re?ocamns et decemimua diutius non ydere. Sed maturo super 
k« babito eonsilio, qTantnm nobis concedetor ex dto, easdem dectiones et provisiones, dile» 
itk aostiis canonids Beyaliendbus indulgemus, concedimns. et omnimodo reaignamus, ut dbi et 
Usriae snae Tdeant digere B^isQopum et de eodem libere et padfice in perpetuum proTidere. 
nihilominus Episcopis et Canodeis memoratae ecdedae Reyaliensis communitatem 
iüiertatum in tenninia ReTdiendbus u^ote in graminibus, lignis, silyis et agris pro 
mm asibua perpetuo perfimendis. Volentes etiam qyod omnia et singula bona ad saepe dictam 
«idsifauB impignorata, locata, perpetuata implgnoraüda, locanda et perpetuanda ab omni sendtio 
tmne, toUÜa et enctionlbus qyibuscunqne dnt liliera totaliter et ezempta. 

Haee itaque onmia et singnlat ut praendttuntur, in ordine de yerbo ad y.erbum per dilectum 
fümi nostnim Dominam Erieam Regem Daniae nobilem, Tolumus majestate regia confirmare, et 
•I hac fSicilim aostmm soleane a succemortbns noatris Dominis regibus inyioläbiter obserretur, 
fnantnttjs Uteraa sigilli nostri munJmine doximua roborandas in testimoninm eyidens et oiutdam. 
Jktam Wordlagbnrgi Anno MOGLXXVIL Cdend. fieptemb, praesentibus confUiarüs nostri«*'^) 



Fantani hlitsria Daa. pag.a». 



4 ^*'^" — IM 

Anno 1138 dimokte der Bner Mtister, BefrllCilfcttr v^n'If orlMk« «b, mid tointo ndi< 
PrenMea, wo er andi fpeitorbea. Aa desieii S^q Mravd voarleMgfidMitteta HodumdiUf Ran 
Ernst Toa Rofsburg ToroiAiel. Dicier flog w, 4* hcBliolie Haiir« Sünebnrg nbaaii, 
welches den benachbarten Heyden, infonderhdt den lattanem nicht wenig achniertite, die rieb 
derlialben mit aller Macht riateten, aalchen Bau ipi hiiideni* . Dem voji^sakommen, nickte der 
Herr Meister mit dem Dänischen Statthalter Ton B^val^ I^ipena £lert, AnnolZ39 in Litteo«^ 
TeAeerete das Land nnd. brachte eine atetUche ßeuie mit aich duTon. Die JUttaner fajgten fluieB 
anT den Fns nach, bis an das HanTa Ascfcerad, da ea. am Sontag Laetare^) an ela Treflea 
ging. Weil aber die Hejdcn den Tentachen an Mannschaffll weitj ftherl^gen waren, miutea diew 
daa Feld räumen nnd blie]i der Herr Meister sampt 71 Brüdera des Ordens nnd vielen fonAdd 
Die Heyden aber fiberkamen die Fahne der H* Jungfrauen Marien, welche Herr Henrich iH 
Tyjienhausen, ein Ritter, fuhrete, nnd d^bey seüi Leben lie^. Der Dänische Statthalter wolte 
^on neuem Stand fassen, wurde aber aelbst darüber hart verwundet, und das Rofs unter Sun 
erschossen. Selbigen Jahrs bauete der Bisqhoff au Dorpt das Haus Wer emb eck, und der Herr 
Meister Rnjentlial in Semgallen* 

Zu der Zeit hielte sich der Hodimelster auf n l^arpurg in Hessen, dandt er desto bes-, 
sere Gelegenheit haben mochte, sich umb H&lff und Bejstand wieder die Heyden su beweriMD. 
Wie er nu yernahm, dafs der Herr Meister in Lyfland geblieben war, und vermerckte, dab ik 
Ordens -Brflder in Lyfland lu achwach waren, so Tiden Feinden allein Wiederstand sa fluflii 
hielte ers vor rathsam, dafa der Land>Meister in Preufsen sugleidi hi Lyfland Meister s^, da- 
mit der Orden mit gesammter Macht den Heyden desto 'Ibesser wiederstehen kSnne. Terordaele 
derhalben Anno 1279 den damahligen Land Meister itt Preufsen, einen Vornehmen von Adri» 
der ein redlicher, frommer Herr war, NahmenS Conrad von Feuchtwangen, dafs vwh 
gleich die Regirung in Lyfland annehmen solte, welcher sich auch in Begleitung einer gsta 
Antahl Renter daliin verfOgte, woselbst er mit grofser Ehr und Freuden empfangen wurde. 

Er f&hrete ateten Krieg mit den Serogallen, weil sie kurti zuvor dem Orden abtrfinBig 
worden, und brachte sie endlich dahiv^ dafs, sie bey- den Ordens-Herm Friede suchen mnstea» 
Der Hochmeister aber War aum FViäde unwillig, weil* er anä der Erfahrung gnugsam erleiieti 
dafs diese Völcker niemahlen Treu^jmd Glauben hielten; endlich aber^ «hf Tielfeltlges und de- 
mfitiges Anhalten der Semgailen, ist der Friede dergestalt getroffen worden^ dafa ne dem Or« 
den sinsbar bleiben und^sich nimmer wieder denselben auflehnen aolten. Wdchea aie dcMHMh 
nicht besser hielten, als der Hund die Fasten. ' ^ ^ 

Wie nu der Herr Meister, wegen anigestdhsner Unpüfslichkeft, sich nicht getraute, bejdoa 
Landern augleich voraus tehen, wurde er auf 6eln Ansuchen des Ampts erlassen, nachdem er da 
Jahr in Preufsen allein, und anderthalb Jahr sügleioh in Lyfland Meister gewesen. 

Di'aüf traten die 'Ordens-Herren Atino RBfl In Lyfland auf Fdiiii zusammeii, nnd erwdAM 
mit einhdfiger Stimme xom Melater in Lyfland Herrn Wilhiii^ von Schurborg, (anders A«i 
dorff) wichen auch etliche von HafswiederhenneiL '^i 

^) Den 9. Mars. 



SEq 0elner Zdt, weil ile Sandten nnd Utiiner ntt dem Orden in Fdndflditin gerathen 
wven, fielen die Meinejdigen Sengallen auch ab, «nd mtehten de^ Teutecliea in Lyfland gang- 
ttiB SV aeliaffen, nnd ob iwar der Herf Meister den Feinden bisweilen iberlegen war, auch 
Iteen Hanptmum erschlagen hatte, konte es dödi wenig helifen, smnahlen sidi die .Hejdeii 
laf die Menge yeriiessen nnd den erlittenen 'Sdiaden ndt einem nenen VoIdL ersetiKtesu 

Inswischen erregte sich efaiip» Dndiriil^ait swiadken dem damaMigen Biachoff an fteval 
Johani^em nnd denen von Adel In Ehstland, betrnffnsd einige Pritensiont so der BischölF an 
eüBdie Ihrer Giter und den Zehenden machte. Solches llefsen sito an den König in Dftnmarcken, 
Erichen den VI., sonst Menwed'^) genannt, gelangen, welcher die Sache dahin vertragen, 
«hb die Ton Adel dem Bischoff vor seine Ansprach sechssig Haken Landes (weMhe suTom' su 
lea Holien Wartel und Kadial* gehöret, und die ron Adel an dem Ende gekanfft hatten) sn 
ewigen Zeiten abtraten« Wegen der Zehenden wurde bewilligt, daTs der Khrche von jedem Haken 
Ludes iwey Külmet Getreyde, wie es vor Alters gebräuchlich gewesen, selten erleget werden. 
Gesdiehen an Land Anno USS^am Sontage der H. Dreyfaltigkeit 

In diesem Jahr starb der Hochmeister an Venedien, woselbst er in des Ordens Kirche be- 
grtben wurde. Er ist acht Jahr Hochmeister gewesen. Drauf wurde Herr Bnrchard von 
Schwenden aum Hochmeister erkohren. Zn der Zeit llefs der Herr Bieister die, ^tadt und 
du Schlors Wolmar, imgleichen Heyligenburg, und Anno 1284 die Schlösser Burtnick 
asd Trikaten, auch an der Reufflischen Grentse das Haufs Rositten bauen. Es wurde auch 
dimahls die Wendische Kirche aufgefuhret, und su Ehren S. Johannl dem Tluffer eingeweihet 

Im Jahr 1286 ging der Erts-Bischoff au Riga, Johan von Luhnen, nachdem er 14 Jahre 
reglret, den Weg alles Fleisches und ni^urde au Riga im Thnm Ar S. Catharinen Altar begraben« 
Ibdi Dune wurde Johan von Fechten der dritte Erts-Bisdioff daaelbst 

Unterdessen hatte der Herr Meister Wilhelm von Schurborg noch allemahl daselbst 
ndt den UngÜubigen su thun. Wie er aber Anno 1287 einen Zug in Semgallen thit, wurde er 
fsn^t SS Ordens -Brüdern erschlagen, 10 wurden gefangen, nackend an die Pferde gebunden, 
aad derer theils mit Keulen %vl Tode geschlagen, theils lebendig gebraten, bis sie den Geist 
safgaben. Gedachter Herr Meister hat regiret'6 Jahr, 5 Mt>nath. 

Nsüh ihm wurde im selben Jahr Conrad von Hertsogenstein der siebensehnde Mei- 
itcr Ttutsdien Ordens. Derselbe setste sich vor, seines Yorfshren nnd sebier Ordenv-Gebrider 
Tod an die Bydesrergessenen Semgallen au rachem Daher er unterschiedliche Feldschlaiditen 
adt ihnen halten müssen! endlich bekam er Dobblen ein, welchea die Semgaliett- au des sie- 
benden Herr Meisters, Herrn Bnrchard von Hornhausen, Zdien erobert hatten: verstdrete 
andi die Festungen Ratten und Siderben im Grunde und setste den Semgallen dermaTsen 
SU, dafs sie umb Gnade bitten, und sich dem |^rden zum Gehorsam nnterwerHen mflssen. 

Anno 1288 entstund auf Gottland swischen den von Adel und Bürgern an Wyfsby wegen 
efaies 'neuen Zolles so grofse Uneinigkeit, dafs ea endlich zu einem einheimischea Kriege gerieth; 
Die Ton Adel beksmen H^ ron der fihst- und Ctarlindischea Ritterscfaaffk; die Wyfsbischen^ 



*) 04er Tieimcfar Glipping. 
LB4. IS 



aber bncbteii die SeerlStliHe auf Are Seite, welche Ünnihe eadfidh reo einem Bhter nu Ehst- 
land, Herrn Helmold'^) von Lode, aaspt eialgeli andern Ehalniaelieii Ton Add, bejgdegt 
und Tertrasen unirde. **). 

Zu dieses nicbstgedachten Herr Meisters Zeiten, hat derBisdtoff zu Dorpt Anaol28V im 
Haus Sagniti, und einer Ten den Tysenhansen Anno 1S88 Rannen '^^) gebauet Selbiger 
Herr Meister regtrte nur iwey Jahr, nnd folgte Ihme BoItb<> von Hohenbach, der sclitxe- 
hende Meister Tentschen Ordens in Lyfland, Anno ISM. 

Im selben Jahr bestätigte König Erich Meenwed in Danmarcken dem Capittel tu Rerii 
alle die PriTÜegien, welche sein Vater demsdben gegeben hatte; ungleichen die tob seiner 
Mutter dem Capittel ertheilete Freihdt, nemblich, dars sie sich selbst einen Bischoff so wehlen 
Macht bitten, welches dennoch nie in Gebrauch icommen, wie hinfüro wdter soL gedacht werden 
Ungefehr nmb diese Zeit, da es auch mit den benachbarten Völckern ximllch Friede war, fing 
innerhalb Landes der Groll swischen den Orden und Bischöffen an an glimmen, wdcher eodlidi 
an einem einheimischen Krieg gerieth. So fassete auch die Ertzbischoffllche Bittersdiafil sn 
dem Erts-Btschoffe dnen Verdacht, und hielte ihn derhalben eine Zdtlang gefangen; weil er ifaji 
aber verantwortet hatte, wurde er wieder lofsgegeben. 

Anno 1290 ging der Hochmeister Burchardt Ton Sehwenden mit Tode ab. Er vs- 
gtrtb sieben Jahr und war ein hochTerstandiger Herr, liegt zu Eodjs, wosdbst er gestorbeai io 
der Johanniter Ordens-Kirche begraben. Dun succedirte der sehende Hoduneister, Herr Conrad 
▼on Feuchtwangen, wdcher luyom Herr Meister in Lyfland gewesen* 

Anno 1S91 ist die Stadt AAtn in Pdestina, in wdcher die Hpciimeister des Ritterliebes 
Tentschen Ordens anfanglich ihren Sita und Wohnung gehabt, von dem Snlfaii von Babylsn osd 
]$gjpten, mit Nahmen Meleeh Seriphns, mit MOOfI Mann an Fferde und 16000 sa Fas be- 
lagert, und nadi langwirigen und atelen Kriegen endlich an dem lierdten Sontage nach Osten 
erobert worden. 

Anno USt bat der Blachoff Ton Oad Fiekel, nnd Im fetgenden Jahr 12M der Herr 
Meister daa HauTa Eis, auch der Brtabisefaoff sa Biga Marienhanaen baaen lassen. 

•Anno UM, weil der Krieg noch mit den BischolFen wehrete, segnete der Herr Mdster 
Boltho von Hohenbach die Wdt, nachdem er S Jahr Herr Meister gewesen, und ward Herr 
Henrich Ton Dnmpenahagen, der neunxdiende Meister Teotsdien Ordms. Er madiie mit 
dem BisdioSB an Dorpt, Bernbarden, Friede, wddier dennodi nidit lange gefadten wurde. 
Im adbenJahr darb andi der Brta-Bisdioff Johann Ton Fechten teRiga und wurde dsselbit 
im Thnm unter dem ersten Stein ftr dem hohen Altar begraben. Nach ihm' iat Je hau, Grat 
au Sehweriu, der ^ierdte Srti-Bbdioff au Kifp 



•"^ 



^) Aotoe AbKktillHi bdben O^ewardL 
^) 8troUw*e GettttidiMb» Ondfc. &1S& t •« »t gaua uaieni PmstSndea cRabll DaliS ^m 

B««abcubdl ui niMr Gaedudite Ton SAwWan, Hut., &SA. 
•«•) WaU Randan, wia der emia Abtot<& bat 



Jkm SStten JaoiJ dieies Jahres bdtandw dch fii RotliMhHd '*') nadifolgenile d^ Chpitteb 
nlenl Abgeordnete, Jacob Clmneterra, Johan Terriaterre vind Johan von Tmbrte, 
Ouioaid[eD ynRevaL Die bekaaten, dafa weder Ihre Vorfahren, noth sie Jemabh sich der Frey- 
kdt gdiranehet, einen Bischoff an Reral sn erwdüen; sondern sowol die 'vorigen Konige in 
DioBMurcken, als der ihr jetst regirende König und Herr, weren stets in mhigcni Besiti dieser 
flcrediti^eit geblieben, dafs, welchen aie tüchtig und geschickt aar Bischofflichen Würde er-* 
kaaAcB, denselben prmesentirten sie dem Capittel an Reral, sagten daneben, dafa aie in Voll* 
■idit bitten, solches alda su bekennen, vnd bekriffitigtena mit einem Eyde, Tersprediende, dafs sie 
kchcn ihnen sum Bischoff* erwehlen, noch ichtwas dem Könige oder seinen Nachfolgern zum 
.PnefBAts Tomehmen, sondern seinen Nntsen allwege suchen nnd befördern wolten. Dieses ge« 
idhhe in Gegenwart des Bischoffes Johan nnd des gantien Capittels sn Roschild, welche sn 
■duer Gewifsheit es mit ihrem Siegel bekräftigt haben. **) 

Unterdessen, weil der einheimische Krieg noch continuirte, befestigten Anno 1205 des Oa*- 
fitteb Herrn in Cuhrland das Haufs Pilten (eine alte Prenfsische Chronick aber meldet, es 
ie]rAnaol284 geschehen); auch beaog der Orden das Hakelwerck vor demSchlofsNen-Pernau 
(m «elchem sich theils Teutsche Kauflente niedergelassen, und mit Banung ihrer Hinser wol 
venehen . hatten) mit einer Ring-Manr, damit sie in dem einheimischen Tumult vor Gewalt 
fato sicherer seyn möditen. 

Anno UM trat Bruno, dessen Zunahmen nicht angemercket worden, der swansigste 
Hsbler. Teutechen Ordens in Lyüand, das Ampt an; welcher geatalt aber sein Vorfahre abkom- 
BCB, finde ich nirgenda beschrieben. Zur selben Zeit eind einige Irrungen awischen der Stadt 
Wjiiby und den Ehstlöadischen vorgdanffen, also, dafs es sich am einem offenbaren Krieg an^ 
Mhea Uefik Denn die Wyfsbyachen bescfaweretcn sich, dab ihnen einige Kaufmannsgütter in ISist* 
kuk selten abgenommen seyn, die man au eratatten sich weigerte: Doch yersuchten sie emtlich 
itjm König Erich in Danmarcken, und erhielten alsbald deasen Befehl sowol an den Statthalter 
isSerai, Hm. Nila Axels on, ala auch den Obriaten in Ehstland, Hm« Henrich von Lode 
fai alten^ Herman von Bnxhofweden, Woldemar Rosen und Helmold ron Lode, 
iifii sie den Wyfsbysdieu Bürge|m und Kaufleuten su ihrem Reahl Terheiffen, und sie klaglos 
Hdlen selten. Und wurde' also dieser Tumult gestUlef^^) 

Folgenden 1207sten Jahres ging der Hochmeister Conrad Ton Feuchtwangen mit Tode 
A so Frage, wurde zu Trebnits begraben, nnd kam durch einhellige Wahl dea Ordena Gott- 
fried, ein Graff tou Hohenloh oder Hohenlach, wieder nun Hochmeister-Ampt 

Mitlerweil ging der Krieg awischen dem Orden und dem Ertv-Bischoffe sampt den| Capittel 
m Riga wieder an, weil diese sich an die Littauer und andere Heyden gehangen hatten, damit 
rie dem Orden desto mehr Abbruch thun möchten: Derhalben sidi die Ordens-Bfuder sur Ge- 
gmwehr rüsten müssen« Wie nu beydeTheile bey Treyden mit einander sum Treffen geriethen, 



•) RotbMhild faUt ia d«m Maauicript der RittenehafCibiMiotbek. 
**) Baitfeld ad h. a. Pontanuf pag.STf. 
**0 Strelow'f Gotttiadiflche duroaik S.147. 



haben die StifUschen mit Ihren nngltob^en Bundesgenossen den Sieg erhalten^ mid den Herr 
Meister Bruno senipt M Ordens-Brfidem erleget. Dieses denehte ihnen efai herliehWetck sa 
seyn, dafs üe Christen Blut durch der Hejrden HüHTe vergossen hatten » und freueten sich dis 
Sieges über die Marsen. Aber die Rache Gottes bUeh nieht aus. Denn da die Rigischea biU 
darauf das Ordens-Haufs Neuer Mühlen belagerten, wurden sie geschlagen, und dieRigisdua 
theiis niedergemacht, theils ins Wasser gedrungen, also, dalb ihrer fast 400 geblieben. Dieiei 
alles bt geschehen Anno 1298. In welchem Jahr auch Gottfried^)« der ein und iwsttldgits 
Meister Teutschen Ordens, im fehwebenden Kriege mit den Stifftisch^n, sur RegiruBg tofflOMBi 
Dieser hat die Lübecker mit grofsen Prifilegien begäbet, untw weldien diese» audf nicht dss 
geringste ist, dafs iSe auch In Kriegsadten swisdien den Moscowitem und Lyflindiscben Stfaden 
dennoch mit den Renss^i ohne Ihr, der Lyflinder, einige Verhinderung, angefahrt haadeia asi 
die Commercien continuiren selten, wie aus dem Articul, so Anno 1200 ?i(^ beaU hcoW 
Maioris aufgerichtet, au sehen, da stehet: 81 praeterea later nos; fimtores et coopeiatoies nofitms 
ex una et Ruthenos seu paganos, ex altera Tel eorum faatores co^junetim vel divisim sobsite 
fuerint inimicitiae seu eausaie q^alescunque, dves tamen Lubeeeiises eo non obstante com boBh 
suis in nostra protectione et in sua ipsorum propria fortuna procedent et pergent per toms 
nostras et extra eas qTOrsumeunque Ipsorum fuerit irolontatls, securi prae omnibus qfi nastiii 
obedire astrictl sunt mandatis etc. 

In diesem i200iten Jahre hat der Herr Meister das Hanb Tncknm und an der Ltttaa- 
schen, Grentse das HauTs Marienburg erbauet 

Anno laeo starb der Ertsbischoff Graf Johan von Sehwerin an Rom, dahfai er Mt 
begeben hatte, nachdem er der Gefängnis, darinnen ihn der Orden bestrickt gehalten, erissM 
worden* Idi finde aber Ton keinem angemercket, von wdchem Herr Meialer er sey gefsaj^ 
worden. Etdiche setien, dafs diesem Brta-BischoiFe gffoiget sey Isarnus^ Ton Geburt da tts- 
liäner, oder, wie. andere wollen, ein Frantsoa. Aber es ist nidita daran. laarnus ist awsr 
wie ein Fibstücher Legat, niemahlen aber Biachoff fin Lyfland gewesen, wie aus Tiden glinb» 
würdigen Scribenten, wo ea nötig, erwiesen werden könte; **) sondern es wurde nodi In dieselB 
Jahire Fridericus, du Banner -Herr aus Böhmen, ,der ein Mmich war Franatscaner^Ordesi, 
Erta-Bischoff au Riga, wie solches Huytf eld und Pontanus aus ge wis sen Urkunden darthna. 
Denn im sdben Jahr hat dieser Erta-BischolF Fridericus, wie er sähe, dafa ihm die Ordens- 
herrn an Madit überlegen waren, ddi unter des Königs in Dinmareken Erici des VI. Schals 
begeben, um mit ihm eine Vereinigung, ohngefdir dieser Mdnnng aufgesetaet, dafs so offi daige 
dem Rigischen Erta-BischolSthum augehörige Gütter durch Todesfall dine Erben und also ledig 



*) Hit dem Zunahmea Toa Ro gga. 

**) Nicht« deitoweniger bldbt es gewiA, dab Isarn Enblsdioff von Riga gewesca ist, aber der fiel«a 
Hftndd wepea bdd darauf (Ar ad t Weint 1808» Gadebnach 180S) freiwillig abgedankt ondLlflad 
yerhueen habe. Sein Nachfolger Friedrich wurde erst im Jahr 1804 ernannt. Arndt Tli.2., S.Tt^ 
73., 74. Gadebnacb liyl.^ JahrbOcherllul., AbiGhn.1., 8.810.11: imdS.a61. Nadi Orlgbal-Ürtai- 
den im Rig. Stadt-Archiire wurde Imtb vom Papet Ronifados VIIL am VkOec. IMO vad IWpdrfch 
Toa P. Benedict XL am ZLMira IMÜ aum £r»«ischoff Yen Riga ehigssdat 



141 

fvAüden, d«r KSnig einen, dem er eoldie Gütter gSnnen volte, Torschltgea, der Vorgeschla-* 

gm dier selbige von der Kirchen auf Lehn-Recht. empfingen, dem Erts-Bitcfaeff in Riga haldigen, 

vri denSjd derTrene abetatten aolte. Gleicher Oeitall solte ea audi mit denGüttern gehalten 

«criea, die der Ord^ der Kirche abgedningen hatte, wenn der König oder Erta-Bischoff gelbige 

iMer nntar der Kirchen Inriadiction bringen könte. UebiBr daa aolte dfe Stadt sampt des Stiffta. 

SdiKnern dem Könjge olFen aejFii, nnd der Erta-Bischoff, ndt den obgedachten Ordens-Brüdern, 

m lüge dieser Streit nnd Krieg wehrete, ohn des Königes oder dessen Nachfolgern Wissen und 

WiUea, niehia TMnefamen noch ebigehen./ Das Instmment dieses Vergletchs hat Pontanns,"^) 

wie ers in hteinischer Sprach befunden, folgenden Lauts angesogen. 

<tfia propter pervicacea nimis paganomm insultus, qvibns freqventer molestamur et deya- 

itannr, in bonis et personis, adeoque terrae nostrae sunt et faeirant desolatae penltns annis plu- 

nksB et destmctae, sicnt in torrts Semegalliae, Yalets et Gerce, patet evidenter: et praecipue 

fispter peroecntiones enormes, fräs a fratribns Demos Thentonicae in Uyonia passi sumns et 

f$äma in captiTitate et defensione nostrorom Praelatonim, hominoin nostrorum interfectione 

«I cifitatis Bestrae*fi]gensis pressione, nostrorum et bonorum plnrium desolatione, incehdio et ra- 

finii, hominnm nostrorum a nobls et eccleria aversione et castromm nostrorum omnium subtra* 

fldsBS fiäudnlentar contra fidelitatem Praelato nostro, iiobis et eccleaiae ab eis debitam, ratione 

kononun, qrae a nobis teuere dignoscuntur: TImentes noydlae Christianitatis plantationi in nostris 

• ■» * 

piriÜNis grayius imminere peiiculum et irrecuperabile forsan, nisi celerips et sagadus cayeatur, 

ieotvirnus conttra persecutiones praemissas, injuria» et pericnla inrocare brachimn seculare,' per 

(Tsd ei nos et teltus dlTinus et ipsi~ In nostris partlbus servaii poterimus et defendi. 

linde teuere praesenthun dedaramus, qyod de deliberato consilio et conununi cönsensu 

iHtri Cspituli, dyium nostrorum Rigensium et omnium aliorum nobis fidelium, qvorum interest, 

Uesinter maguificum Prindpem, Dominum Ericum regem Danorum ex pirte una, et nös ae 

dvilstem noatram Rigensem ex altera, sunt pladtationes habitae et cpntractus yidelicet, fyod 

IS« de praeaiissorum consilio et cönsensu terraa supra dictas subdimus praedicto Regi Danorunii 

kic etism adjecta eonditione, qyod qyoties ipsa bona, mörtuo eorundem possessore sine viris 

haeKdibns, yacare contingat, toties Rex alium^ seu alios ad eadem praesentabit, et idem praesen* 

tte eadem ab ecclesia jure • reaccipiat feudal! , qyousque. ipsorum bonorum possessore« y^eros 

Uaerint haeredes, et ex tunc ecdesia ipsa bona libere ordinet sine briga, etiam ipsi domino 

ngi Dsniae, et suis ffuccessoribus r^bus Daniae qyi pro tempore f nennt nomine. coronae, dedi* 

mn et per praesentes assignamus jure perpetuo possidenda; permittimüs insuper qvicqvid de 

kosis nostrae ecclesiae ipsis fratribus hactenus demissis, et nunc ratione excessuum' eorundem 

il nos ei ecdesiam nostram rite et canonice deyolutis , recuperare et ab üs extorqyere poterl- 

BSi, regis adjutorio, yel rex nostro, honünibus, qyos idem Dominus rex ad hoc deputare sea 

noadnare yofaierit, fex parte nostrae ecdesiae, In feudum dind^tantur, ita tamen, qyod iidem 

ntione receptionis bonorum praedictorum, ecclesiae nostrae homagio astringantur, secundum qyod 

csteri yasalli ecclesiae, ratione suorum Lenwar, receptorum ab ecdeda, affecti fuerant ab antt- 



*) hg.<88 seq. — Man sehe absr Arndt Th.S^ S.74, Note and Gadebnsch a,a,0. fidte^MA. f. 



14St 

qvo. Civiias etiam nostra Blgenib et castra qraecunqiie rehabere poterinmi ab Ipiis fratribaa, 
qvocunqne modo assignetitar seu aperta aint, advocato et hominibua ipaius Domini regia, qTando 
et qvotiea voltterint, gverra praemisaa, inter noa. et fratrea darante, et Bvaqvam cum ipaia fm- 
tribna 'acceptemus placitatiooea, Tel coneordiam, ante finalem eztractionem gverrae nunc inbortae^ 
▼el qtae nomine ipaius oriri poterit in fntonmi, aine Ipaiua Domini Regia, ant aucceasonmi ipaiat 
Regnm Daniae, qri pro tempore fuerint volüntate et consenni. Yolnrnna nihilominua et prondt- 
timna ipsa grerra ex toto aopita, com ipso Domino Rege et ejns vasallis et fidelibna paoem et 
.eoncordiam serrare in perpetnnm, et elBdem adstare pro Tiribns contra injnriatorea qToaeonqna 
et faTore sicnt ipse Dominua rex nobia promiait vice versa. 

Als aber der Pabst rermerckte, dab durch solche dnheimische Unruhe das Christenäuun 
in Lyfland ganta zerrüttet werden wolte, wo bey Zdte^n kebie Mittel dam gebrandiet wurden, 
aandte er seinen Capellan, den gedachtenlaarnum, dahin, welcher, da er sich auf des Pabsi 
Ordre, als einen Scheidsmann awischen den streitenden Parten darsteilete, gab er hierin dieaen 
Spruch: Der Erts-Biachof und die Ordens-Bruder selten allen Schaden und Unkosten, defsbis 
sie durch ihre BerofaDacfatigen und Anwalden sich beschwerten, bederseits nachgeben und iSiUten 
lassen. Des Ordens Meister und Brfider sollen alles, was sie im Rigischen District vor enk 
atandenem Krieg in Besits gehabt, wieder einnehmen. Daa Haus, so Woldemar Rose bewoh- 
net, sol demselben wieder gegeben werden. 8* Georgii Kirche sol den Ordens-Brüdem, damit 
sie ihren Gottesdienst darinnen halten mögen, wieder eingeraumet werden, doch dergestalt, dtfs 
ihrer über 10 nicht in der Stadt bleiben, noch einen grofaen Comitat mitbringen solten; dafs 
aie daselbst weder öffentliche noch geheime Znsammenkunflft halten^ und keine Thüime oder 
Featungen weder in der Stadt noch derselben Gebiete aufbauen. Die Brücke, ao die BQi^r ge- 
baut, aolte bey M^cht erhalten werden, doch also, dafs derer Ordens -Briidere SchÜTen dia 
Dnrchfart frej und offen Terbleibe. So sol auch den Ordena-Brüdern mit d^n Bürgern, den 
Bürgern mit den Ordena-Brüdem au handeln firey und zugelassen seyn. Es sotten keine neoa 
SEoUe angelegt werden; daa gantxe Land, gleichwie es gewesen, soll dem Pabst rerbleiben, ^oidi 
d.urcb Pabstliche Brieffe verthädiget werden, denen Ordens-Brüdern zwar vergünstiget und zug^ 
laasen seyn, damit aie die Christliche Religion fortsetzoi mögen. Die Güter betreffend, so in- 
nerhalb Rigischen Districts Botlimersigkeit denen Ordens-Brüdern, hingegen den Burgern in Lyt- 
und Cuhrland benommen aeyn, aol m^n, zu gebürender Reverentz des Römischen Stuels, solr 
chea an den Pabat gelangen lassen, der solches entscheiden würde. Recht und Gerechtigkeit 
powol in der Stadt ala Torstadt zu handhaben, Kirchen einzuweihen, die Lectionen und Cere- 
monien zu ordnen, soldhes allea soll dem Ertz-Bischofe Friderico und dessen Snccessoren n*' 
kommen, wo^ dem Pabst nicht andera beliebet, oder die Parteyen sich mit einander defsfats 
vergleichen. Bey diesem Vortrag sind an und bey gewesen, der Revelische Bischoff Henricui, 
Eager Jul, Thumherr zu Rieb, des Königes Procurator, Bernhardus Viroletus, Episcopos 
Tarcensis, Henrich von Lübeck, Rigiacher Thumherr, Porrius de la Cusa, Jacobos da 
Caaulia, Petrua de S. Benedicto, der Rechte Ddetom etc. .Anno 1300^) Feria Renüniscere. 



*) Piefs Jahr, dafi auch Arndt (11. TS^) dem Hiaern nachtdireibt, kaan aicht ridhtig teyn. Poata- 



148 _ 

DteserErti-BiaGhoff Friderlcua blieb allewe^ in ItaUen, und regirte nur dasSÜfft durch telAe 
Verordnete, kam nach niemahien in.L^fland* 

Anno 18M belehnete König Brich seinen Bruder Aertxog Ghriitophern mit dem Hei^ 
fn^Qm Ehstland auf Jahr, ndt dem Beding, dafa er das Land wieder die Ungläubigen und 
vAm Feinde schütaen aolte, geataltaam audi der König ilmi darinnen aua dem Reich behülflich 
leyn wolte; were es vonnöthen, so aolte der Hertzog mit 5G Mann ihiii au Dienste aeyn: Im , 
fibrigdn aolte er dem Könige allaeit getreu rerbldben. Dagegen sich Hertaog Chriatopher 
mreversirte, dafa er dem König ein treuer Bruder und Vasal aeyn und bleiben 'wolte. 

Anno 18M im Mönath Martij waren au Dorpt yersamlet, der Herr MeiBier, Land-Mar- 
adiill und Commendator ^on Fellin, Weifaenatein, Wenden, Sewolde,'*') Pernau, ^eal und Asche- 
nk; imgldchen die Voigte von Jerwen, Oberpalüen, Wenden, Karkua, sampt den Ordens-Bru* 
lern mit den von Adel und Vasallen des Königs in Däomarcken aus £bstland, mid verbunden 
Ak mit einander auf folgende Weise: Dafa, weU ein jeglich Beleb, ao mit ihm selbst oneina 
iit, T^rwüatet wird« Als sejn sie, in Betrachtung, dafa sie zwischen ungetreuen Völckem, als 
den Reusaen, Littauem und andern Heyden, so ihren Unfergang suchten, gelegen wären, dahin 
bedadit gewesen, welcher Gestalt die neulich eingepflantate Religion in Lyf- und EIhstlaud nicht, 
la Gnmd gehen möchte, und derhalben mit einander sampt den Bischöffen und Capitteln zu 
Dorpt, sampt allen ihren Vasallen eine, ewig wilirende Verbundnis^ diesen Ländern zum Besten, 
mfgeriehtet. Brstlich solte keiner dem König in Dänmarcken seine Vasallen abwendig machen, 
weO sie yom Hejdenthum unter daa Reich Däamarcken gehöret hätten, und dals die andern ¥er- 
Bsge vorigen Bundes, sie-, wenn es vonnöthen se^n.wiirde, zu schützen verpflichtet seyn soltenf 
gelobten und Tersprachen^den sä^nptliclien vorgedachten Vasallen, dsTa sie nimmermehr von dem 
Keidi Däamarcken selten abgesondert wenden; und so sich jemand dessen unterfangen würde, 
wltea sie aolchea alle ingesampt wehren etc. So solte auch keiner, dem andern unwissend, 
eisige Verbünduis schliefsen. Nach alter Gewpnheit selten sie einander zwischen, der Düna und 
Ntrra Hitlffe leisten. Würde jemand einen Todschlag begdien*, und seine Zuflucht in des an- 
dern Land oder Boflmiefsigkeit nehmen, sol derselbe, wie es vor Alters gehalten worden, da- 
bleibst Friede haben. Die Bischöife von. Dorpt und.ösel sollen mit dem Herr Meister und Brü« 
'eni sich zum Ertz Bischoff zu Riga verfugen, und ihm treulich rathen, dafa er sowol wegen 
ier Religion, als des gemeinen Bestens, sich mit in diese Verbündnis begeben möchte, doch ihm 
behngestellet^ ob ers thun oder lassen wolle« Dafern einige Städte oder Flecken, zwiachen denen 
Strömen Düna und Narva gelegen, sich von diesem Bunde abaonderu, oder hierwieder handeln . 
vfirden, selten sie selbige als offenbare Feinde ao lange verfolgen, bis sie sich wieder mit ihnen 
verbanden. Sehe sich jemand auch unteratehen, einer^ndern Herrschafft zu ergeben, dem weiten 

__ * ' ~:i '' - ' . 

ansy ans dem (S.889.) diß ganze Stelle genommen ist, hat gar kein Datom angegeben. Gadebtiflcb 
nimmt IMl an, flndet aber die ganze Sache verdächtig (S.853. Anm.^n). Nach Voigt (Geccfa. Prent- 
seaalV.ltO.) scheint's IMB eeyn za mä||en: aber wo findet sich die oben aoigeaogeneUrknnde? Sollte 
ei etwa die Ton 1304 beiDogiel y.l69. (yergLOadebusch 8.862. Anm.a) scynf Ueberhaapt herrscht 
über dieten Zeitravm viel Verwirrang bei lUMerm.Antor. 
*) So im ersten Abdrucke; in dem Manoicripte der Ritterscliaft ist wohl mir ein Sdireibfthler : Lewolde. 



144 

de ah dnen offenbiren Feind Wiedertttnd lliiiiL Bifeni ddi UnfiUg dnige Streitigkett iwl- 
•chen den Ordens -Brüdern nnd Bürgern m Riga erregen würde, aol der Biadioff la Doipt, 
aampt den Äbten Ton Bünamünde nnd Faicknan, nodi mit drey andenv Prälaten, welche die w 
Borpt erwehlen mSditen, mit» Zniiehung iwüUT KonigUdier Yaaallen die atrdtige Saclie naterm- 
ehen. Wo aiidenn die Sdiuld bey den Riglichen aeyn würde, aol der Bisdioff nnd dae Captttol 
an Borpt, nebst Torgedaditen Königlidien Yaaallen den Ordens-Brfidem aa lange beystelien, Ms 
die Bürger aldi sur Billigkdt bequemen. *-* Fala aber, dafa die Ordena-Brüder nnreeht bittca, 
aollen sie still sitzen, und Urnen darinnen keine Hülffe weiter leiaten. Solten dnige Strelti^ei- 
ten awischen den BisehölTen an Borpt nnd 0|iel, oder anch dem Orden eines, nnd den Kemiea 
andern Thetls sich erheben, alsdenn aollen S gute Minner TOn dem ifertsstÜR an Riga, t tob 
Osel, 6 Ton Borpt, 6 Ton dem Orden nnd 6 von den Königlichen YasaUen an einem beq^cfloiea 
Ort snsaramen kommen, welche, wo aie es eydlich beaengen können, dafs ihre Farteyea recht, 
die Renssen aber nnreeht haben, sol den gewamet werden, dafs sie sich selbst darinnen richtea 
wollen: Thnn sie es aber nicht, ao sollen sie vor einen« Mann stehien, den Renssen Wiedentmd 
an jthnn, nnd'diefsfalla kelnea andern Gebot noch Befehl erwarten. Würden aber obgedadite 
Richter befinden, dafs der Renssen Sache gerecht, nnd ihres Gegentheils nnreeht were, aladena 
selten sie den nnrechtsnchenden Thefl hülflos lassen. Ba aber nnter den Bundsgenossen selbst 
dnige Irmng Torlauiren möchte, sollen 6 ton Borpt und ösel, 6 Ordens-Brdder und 6 dei Ki- 
nfgs in Bänmarcken Yaaallen ansammen treten, die atrdtige Sache beyxulegen: können sie ei 
nicht in der Güte thnn, so sol der, welcher sich nicht hat wollen richten laasen, für daea lU- 
bdien gehalten und dahin gezwungen werden, dafs er dch nodi mit seinem Wiederpsrt Ter* 
trage. Es sol audi keiner ohn des andmi Einrathen mit den Renssen einen Krieg anfsoges; 
der dawieder ,htfndelt, sol von den andern keine äülffe au gewarten haben. Biese Yerbündnb 
aolte keines Weges dem Erta-BisdiolTe au Riga au einigen Yorfang oder Sdiaden gesddosM 
seyn. Actum Borpt nnter aller Anwesenden Eyde und Sigel Anno ISM im Honatii Blarti].'^) 

Wegen dieser Yerdnigung wamete der Btuiische Statthalter an Reval, Johan S'sxeioB, 
seinen Konig Ericnm, den YB. dieses NahmAia, der Meinung, dafs es In einem wolbesteltes 
Regiment gefährlich sey, dafs der Adel einige Bündnis ohn Wissen der Obri^dt mit Frembües 
dngehe. ' Benn obawar dieses, so alOiier bewilligt worden, nütalldi seyn könte, so dilrlRe 
doch auf dn ander, mahl Idchtlich etwaa dem König und dem Rdch an Schaden mit nnterlavffes: 
Insonderheit klagte er über den Leo Orges und Johan Waigete, als Tomembste Stifter die* 
ses Bundes, und awar ohn adn, als eines Statthalters Yomissen. Zur -selben Zdt wurde du 
Haus Luban von dem ErtablscholTe an Riga gebauet 

Anno 1806 den 7. April **) waren etliche von den Ehstnischen Land-Aathen und Rltte^ 
schafft Tersamlety, umb einige Ordnung unter dch au dea Landea Besten an machen, weldie ibiieo 

*) Hnitfeld ad h.a. Pontanns pag.Mi. — Ble Uilrande sdlls«, naiA deas Original, findet flua U 
.Gramms Veibesierangen aar QetAuhU Waldamar^^IDL im dtn Bande der Ahhaadhngsa der 
kdn. Dfin. Soclet. der WiMentchafteii. 
^) Pontan, aui dem ubmt Verfiwfe« dodi alla diass dutMadisdieB B^gebeahdtea genommea hat, mf^' 
dea tß. Men. Bittor. Bau. p. Mi. 



— 145 — - 

der Bfadioff Henrich m Utrml imf twey Jahr bettetigte, mit dem Beding, dafa die Zeit von' 
ton Konig nnterdeaien, da ea nötig aeyn würde, konte verlängert werden. Die Nahmen derer, 
10 antergeaclirlebenhab«i,aind folgende: Woldemar Roae,' Henrich Lode, Dietrich Toia, 
Dietrich von Kiwele, Brnno von Bolen, Lndolph Farenbach, Johan von Lewen- 
wolde, Johan Üxkal, Woldemar Ton Wrangel, Johan Ton Waigete, Leo Orgea, 
Johan Tackelt, Niclaa Anderfaon, Johan Weienberg, Otto Ton Kiewele, Niciaa 
Ton Haf weatforde, Odwart toa Revnl, Conrad Sage, Heinrich von Lechtea, Al- 
brecht und Niclaa von Bolen. 

.Ben 22L Octobria aelbigen Jahra waren sn Weaenberg abermahla nachfolgende von der 
Ilttend^ffl' ana Ehaten veraamlet: Johan von Reval, Bie trieb Toia, Henrich und Her- 
nan Lode, Bietrich nnd Otto Kywele, Woldemar Roae, Johan Odwart von Bolen, 
Johan von Lewenwolde, Johän von Üzknl, Peter von Huda, Johan Waigete, Con- 
rad von Sage, Woldemar nnd Friedrich von Wrangel, Odwart von Reval, Claa 
von Hafenforde oder Hafweatforde, Berthold nnd Hana von Lechtie, Berthold 
fon Corbia, Niclaa von Bohlen, Ludolph nnd Jacob Farenbach, Niciaa Aachera- 
ton, Leo Orgea, Albrecht von Alwen, Johan von Werkele, Qotfried, Baniel und 
Henrich 'Brackelf Wilhelm von Embeek, Johan von Weaenberg, Gerhard von 
Heroke nnd Johan Bieaer, Ritter* Bieee aaaignirten an Biachoff Henrich au Reval, ab 
Olren Obern, wegen dea Könige in Banmarcken daa Hertzogthnm Ehatland mit aolchera Beding, 
iaffl obgedachtea Hertaogthnm dem Reich Binmarcken nicht abgehendigt werden aplte« Solche 
Amignation äberaandte der Biachoff dem Konig von Banmarcken; nud gaben die von Adel ge- 
dachtem Biachoffe den Ruhm, dafa es dem Konige getreu aey, und hätte wehrendem aeinein* 
Ampt keinem daa^geringate sn nahe gethan, bittend: der König aolchem und keinem andern, der 
du wiedrige.* berichten und angeben wolte, Glauben su atellen« 

Anno lS07,trat der 229te Master Teutachen Ordena in Lyfland, Nahmena Conrad von 
Jocke, die Regirnng daaelbat an. Und weil aich damahla die Renaaen wieder erregten, brachte 
er von dnbeimischen und analandiachen Leuten viel Voicka luaunmen, woeu ihm auch aua Freufaen 
eine gute Anzahl, unter Anführung, einea mit Nahmen Kettelhöfde, su nüliTe kam. Mit dieaer 
Iri^ga-Macht brach der Herr Meiater iß Reufaland, eroberte und plünderte Plegkan, brachte 
dn unaiglich grofs Raubgut davon, und swang die Reuaeen dergestalt zum Stilstand. Barauf 
gcif er den Biachoff von ösel mit Krieg an, und nahm die Häuser Hapaal, Leal und Lode 
snnpt allem, waa dem Bischoff in der gantsen Wjck suatendig war, ein. Bie Ursache aolchea 
Kriegea kan man eigentlich nicht wissen, ohne waa Rnsaon« davon achreibet, dafs die Uneinig-* 
kdt nwiacben den- Biachoffen nnd 'dem Orden noch nicht aey .beygol^t geweaen, und dafa der 
von ihm vermeinte Ertz-Bischoff zu Riga, laarnua, dieae Unruhe gestillet habe. Welchea 
sowol wieder die Zeit-Rechnung, ala alle UmbatSnde lanSL Benn die vorige Unruhe war achon 
vorlangst, wie gemeldet Verden, vertragen. Iaarnua,'wo er einer von den atreitenden Parteyen 
gewesen wire, bitte die Sache nicht vergleidien können. Er war aber zn dieaer Zeit, und 
twar von Anno 1802 Ertz^Biscboff zn Lunden. Bahero ich muttmiafse, weil laarnua faat umb 
aelbige Zeit, nemlich Anno 1310, aein Ertz-Biachoffthum zu Lunden ftbergab, habe er, bevor 
LBil. 19 



146 

er fiich wieder Dach Italien yerfSgte, wie ein NniM^iaa ApoetoHciia den Herr Meister mit dem 
Oaeiischen Bischoffen Terglichen. Denn es legen aowot Rassoa ab Hnytfeldt dieser Endh 
lung folgendes in, daTs er darauf ans Lyflaod nach Welscliland, Ton dannen er Iconunea war, 
gezogen. 

Anno 1S09 ging der Qochmeister, Hr. Gottfried toh Hohenlohe,. mit Tode ab, oad 
ward Hr. Siegfric^d Ton Feuchtwangen wieder snm Hoiehmeistor erkohren. Diese Erwehlmg 
ist zum andern mahl geschehen. Denn wie der Torige Hochmeister etsliehe Jahr znror aus Ve* 
nedien nach Preussen kommen, daselbst zu Tisitiren, wolte er deo Brfidern einige strenge Ord- 
nungen Torschreiben, die. sie einzugehen verweigerten« Deriialben er das Hodmueister-Ampt auf- 
sagte und nach Teutschland zog. Die Ordens-Brüder wehleten diesen Siegfried von Feucht- 
wangen an seine Stelle» Nidit desto weniger wolte Gotfried von Hohenlohe dnossea 
auch Hochmeister seyn. Da er aber, wie gedacht, die Schuld der Natur bezahlte, ward da 
Capittel zu Marpurg in Hessen gehalten, in welchem S^iegfried das Ampt aufsagte, batii die 
Bruder Gott für Augen zu haben und einen andern zu erwehlen: welches sie wol annahmoi and 
erwehleten ihn doch zum andern mahl. Dieser transferirte des Hochmeisters Sitz vonVenediea 
nach Marie'nburg in Preussen, upd verordnete, dafs nachdem weiter kein Land-Meister ald« 
seyn solte, und machte von dem Land-Meister einen Grofs-Gommendatoren. Sr hielt auch eia 
Capittel zu Christburg und kleidete 61 Männer in den Orden, ob sie schon nicht alle von Adel, 
sondern von gntem Nahmen und Gerücht waren. Die vertheilete er auf die Schlösser mit Ver^ 
mahnniig zur Gottesfurcht, Gehorsam und Demnth. 

Anno 1310 wurden die Stadt-Mauren zu Reval, sowol auf der Nord-, als Ost-Säten 
durch Zuthun des Königlichen Dänmarckischen Abgesandten Johan Cane theils erweitert, theill 
erhöhet, also, dafs das Closter 8. Michaelis damahlen Innerhalb der 8tadtr-BIattrei| ist zu liegea 
kommen. '*') 

Im Jahr 1812 den 5.Martij starb der Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen eines 
natürlichen, und nidit, wie die Polnische Scribenten aus Passion melden, eines schredÜicheD, 
unerhörten Todes. Nach ihm ward der ISte Hochmeister, Hr. Carl Beffert, erkohren. & 
war ein gelehrter wolberedter Herr, auch der Lateinisch-, Webch- und Teutschen Spradie wol 
erfahren, welcher im selben Jahr den Grund zu dem Schlofs^Memel legen und folgends aof' 
führen lassen.*'^) 

Anno 1818 verordnete König Erich in Danmarcken, dafs, dafem einiger von Adel in Ehst» 
land, welcher keine Erben hatte, sein Gut verkauffte, in Meinung, für den Kauf-Schilling wieder 
ein ander Gut an sich zu handeln, und drauf unverrichter Sache mit Tode abginge, solten so* 
thane Grelder dem König verfallen seyn. Und wurde dem Dfinischen Statthalter Johan Per- 
nauer anbefohlen, hierauf Achtung zu haben. Vor gedachten Peruaner Zeiten ist Johan 
Wa iget Statthalter gewesen, aber wegen seines schlechten Verhaltens in Ungnaden abgesetzt worden. 



•) Haitfeld ad h. s. Pontanns pag.4a4. 

**) Dicffl i«t nicht das heatige Memel, londern Cfhrlitmemel, welches etliche Meilen über Ragnif 
an der Memel lag. Petri de Dusburg Chroa. Prassiae pag; S75. S cli u ts preafsische Chrom€k,BL W 



-^ 14T 

Aano 1814 den &. JimiJ kt swiielieB dem KSnige In Dinmarcken und dem Ordens-Meister 
kLjiland abgehandelt worden, dafa, wenn aich einige Grents- Streitigkeiten unter des Koniga. 
Daterthanen nnd den Ordens -Bridem erregen wfirden, aolte des Königs Statthalter am Reval 
Biil 8 der Ehatniaefaen- von Adel und 4 von den Ordens-Brüdem dazu genommen werden: welche 
catveder die aile Grenfie hervoränehen, oder eine neue legen, und solches mit des Herr Mei- 
itn und des Statthalters in Ehatland Siegel bekraffUgen. Was diese, darinnen thun würden, 
«alte der König für genehm halten. 

Weil auch die Prieateraohafft in Ehatland geklagt hatte, dafs die von Adel ein klefaier 
Haas unter aidi gemacht hatten, mit welchem sie die Zinse von den Bauren entgegen nahmen, 
oad man Ihnen mit aelblgem Siaafse, doch nach Toriger Zahl ihren Zehenden entrichten wolte, 
kit der König decretiret, dafa man die Zehenden mit der alten Maarse den Geistlichen liefern 
Mite, wofern aie nicht als Verfälscher der Bfaafse wollen angesehen und darüber gestraffef 
werden» Datum Steenriöse 3 Feria ante festum MatthaeL 

Im JahrlS15 confirmtrte König Erich den Revelischen die PriTilegicn, so er ihnen, nach- 
isn er au seinen mündigen Jahren kommen war, gegeben hatte. Verzeihete ihnen auch alles, 
warioaen aie ihm zuwieder gethan hatten« Wegen der Stadt-Mauren wurde rerabscheidet, dafs 
daer solte dahin gesandt werden, die Mauren zu besehen, welche, so sie dem Schlofs nicht 
iduuHich wären, stehen möchten; im wiedrigen Fall abe^ selten sie niedergerissen werden, 
bgleichen Terbeaserte und bestetigte er die Ehstnischen Ritter-Rechte, welche ihnen König 
Woldemar, dieses Namens der andere, zuTor gegeben hatte, wie die Vorrede dessen weiter 
lasweiset. . ' .■ 

In diesem und den sweyen drauf folgenden (oder wie Caspar Schütz in seiner Preus- 
ihdieaChronick*) berichtet, vorhergehenden) Jahren war in Ehst- und Lyfland, wie auch Littauen, 
Fteossen und allen umbliegenden Ländern solch eine grofse Pestilentz, dafs viel 1000 Menschen 
\Sm und wieder in den Städten stürben; auf dem Lande aber noch mehr, also, dafs wenig ge- 
weira, die die Aecker haben bauen kölinen, ohne dafs auch in Tergangenen Jahren ein steter 
Kegea alles Gewächa ersticket und ersauffet hatte. Barauf nachgehends eine solche schreckliche 
Thearang und Hunger einrisae, dafs in Ermangelung des Brods und andern Essens -Waaren, die 
Leate nicht allein ungewöhnliche und wiederige Thiere gefressen, sondern es trieb sie auch der 
Hoager zu nndern abscheulichen Thaten, dafs die Eltern ihre eigene Kinder zumTheil aus Mit- 
Iddea und der Qraal ein Ende zu machen, umbbrachten, theils ihren Hünger zu stillen, ge- 
idiladitet und aufjgefressen haben. Es wurden auch Ton den armen Leuten des Nachts die 
IKebe und Gerichteten Ton den Galgen und Rädern abgestohlen und verzehret Es hat sich zu 
ier Zeit In einem In Jerwen gelegenen Dorift Pngget genannt, zugetragen, dafs ein Knecht 
fdaea leiblichen Vater ermordet und auffreasen wollen, ist aber darüber ergriffen und wegen 
•sieber Uebelthat mit achwerer Pein zu Tode gemartert worden. 

Es hat damahls ein Loff oder- Scheffel Korns (ist der sechzigste Theil von einer Last) 
•ditsehn Bfarck schwerer Müntze gegolten. Dabej aber hoch zu verwundern, dafs nach den- 

•)BL«6. 



148 — 

selben drey hongerigeii Jahren durch Gottes mflden Segen und reicheii Wachsthnm 4es Gelrejdigii 
so gar eine wolfeile Zeit erfolget ist, dafs man eine Last Korn Tor drey Marck kanffen können. 

Anno 1817, den öten Sontag nach Trinitatis, Tergonnete der König in Banmarcken dM 
Abt und Conrent su Stolp, ein Cloater Ciaterdenser Ordens in Bhstland lu Padis, welchen 
Ort Konig Erich V* snvor dann anserseheit hatte, m banen; doch mit dem Beding, dafs sis 
die Hanren daherumb 4 Ellen hoch nnd nicht weniger dicke auflRUiren selten: und da msn Ua- 
furo Ternehmen würde, dafs dieser Bau dem Lande schädlich sey, solte das Closter sampt daa 
sugehorigen Güttern dem Kpnig zu ewigen Zeiten wieder heim gefallen seyn, wesfals sich der 
Abt TerreTersireni und des Königs Conflrmation hierüber Terschaffen solte. Es vergnnte ihnen 
* der König auch, dafs sie mi.t den Nonnen su Leal SO Haken Landes, so ihnen gelegener waren» 
tauschen möchten. Das Closter aber ist stets unter der ReTeUbchen Jurisdiction geblieben, deoqi 
auch die Aebte ihren Eyd der Treue leisten musten« 

Anno 1818 au Goldingen beiebnete der König nachfolgende vouAdel inEhstland, wegen 
. ihrer Ritterlich- und löblichen Thaten, mit Erbgütern, als nemlich: Engelbrecht, Wolde- 
. marn, Nlclas und Thiel von Solen^ Johan von Wesenberg, Gottsehalck PreeD-, 
Hincke Ralicke, Simon Niclasson, Florke und. Henrich Ralicke, Gotschalck Ca- 
pelle, die von Lüdinghausen, Adeke Hanason, Henrich von Amsel, Johan Ge- 
decke von örtzen, die von Vorkele, die Hildensen, die Riefsbiete, die Rachellsi 
Ruder Brunfswi^, die Sorserinen, Lambert Birckhan, Henrich Witte,, Woldemar, 
^Niclaa und Helmold von Loden, Conrad Sage, Wilhelm Farenabach, Gert Ha- 
I^ensbecki die von Pekelen, Otto. Roaen, Hernian Orges, die von Yacke oder 
Wacke, die von Afsen, die Tanckes, Thiele Kiwele, die von Nattemühle^ die Mek« 
kissen, die Alven, Otto Byskowid, Bertram und Conrad Fahrenbeck, Johan Or- 
ges, Heine Yiethe oder Witte, Thiele Mekis, Johan Hahne, die von Risenby, 
Ewert Mekis, die von Rosenheim, Thiele Waldersohn, Henrich Leehtia, Thiele 
Tois, Uldelömpä von Güldene, die von Wrangele, die von Capelle, die Kifwele, 
die von Möer und viele andere» 

Anno 1819 zu Wordingborg hat höchst gemeldter König ein Befehl-Schreiben an die Reve- 
Uschen ergehen lassen, dafs, weil bey jedem Bischoffthum eine Haupt-Schule seyn qiuste: als 
verboth er den Bürgern daselbst einige Flick -Schulen, weder vor ihre, nodi anderer Leaie 
Kinder zu gedulden, sondern dafs sie dieselben zur Schulen bey S« Marien Kirche lialten selten, 
bey 10 Marck Silbers Straffe, davon 4 zu des Schlosses, 8 zur Kirchen und 8 zur Stadt-Mauren 
Erbauung angewandt werden selten, mit ang*ehengtem Befehl, dafs dar Bischoff und Königliche 
Statthalter, wie auch Bürger-Meister und Rath, die Hand darüber halten und sothane Straf- 
Gelder einfordern selten. 

Kurtz darnach segnete mehr höchst gedachter König von Danman^en ErlehVIL die Welt, 
dem sein Bruder, König Christopher der andere, in der Regimng folgete. 

Im Jdir Christi 1820 hat der Herr Meister das Schlofs Ermis In Lyfland erbauet; msn 
vermeinet auch, dafs er Rodenpols habe bauen lassen; Nytau, weil es noch nidit fertig-war, 
hat er kurtz .darnach befestigen und verfertigen lassen* 



. 140 

Arno US2 Aden die LIttnter int Dorptiicbe StiJR, terheereten dasselbe gahts Jlmm^HcIit 
.ae daf« sie ober allen andern Sdiaden und ohne diq Erachlagenen, alldn bey 6000 Menschen 
Bit dch fnhrteij 

. IKe Christen weiten diesen Sdiaden ridien, rSsteten sidi mit dler Bladit, nnd aogen 
Mdi Uttanen; weil ea aber Winter war nnd dne se mgewöhnlich grofse Kälte einfiel, dafs vUA 
fSB den KfiegB-Lenten erfroren, mosten de Noih halber das Land für diesmahl ranraen. Denn 
es war derselbe Winter so grinun- nnd heflFtig, dafs das Korn in der Erde von der Kälte ver* 
daib^ nnd insgemein alle frochtbare Bänme in Lyfland nnd an den Littauisch* und Prenssischen 
fteBtaten dermafaen erfroren, dafs de mehrenthdis Terdorten; die übrigen aber in etUehen 
Urea ddit wieder an Krftfften kommen vnd Fmeht tragen Iconten. *) 

Der LittMiische -Hauptmann aber anf Qarthin, David genannt, liefs dch solche Kälte 
aidit irren, sondern fid in Ehst- nnd Lyfland mit Sengen nnd Brennen bis an Reral, plünderte 
fio Kirchen, Glöster, Dorfer nnd HMTe, nnd brachte bey OOOÖ Menschen gefangen aampt 
grolsem Baab davon. 

Glelohefgestdt hansete er in Lyfland Anno ISM; aber es wurde ihm kurts darnach von 
im Ordent-Bridern wieder eingetrieben, welche mit 700 Mann. die Festung Garthin, in Ab« 
«eaenhdt des Hauptmanns, eroberten, plünderten und verbrannten seinen HolT, und fuhreten« 
shne die Geschlagenen, 88 Gefangene', 100 Pferde, dd Viehea und sonst merkliche Beute, die ' 
sr in obgedacliten Jahren aus Lyfiand und Preussen lusammen gebracht hatte, mit sich lünweg. 
Im obgemddten lS24sten Jahre starb der Hochmeister, auf der Rückr;»ise von Rom, su 
Wi« hiOsterrddi, wosdbst er auch begraben liegt Wiewol etliche schreiben,; er sey in Trier 
geatorben, uäd dda in sdnes Ordens Kirche bestätigt worden. 

An seine Stelle wurde den 6ten JulQ im grofsen Ckpittd au Marienburg der vienehende 
Hodundater Werner von Orseln, damahllger Gros-Commendator, erwehlet, welcher aber lur 
selbigen Zdt in Teutschland war, und erst des folgenden Jahres in Preussen ankam, und die 
Bedi'Meisterschafft anträte. * 

Anno 1825 )m dritten Tage nadi FrMldchnama versdirieb dch die Bitterschafft in Ehst» 
hnd dem Könige Christophern in Dänmardcen und sdnem Sohne, 2000 ''^) Marck Silbera an 
beaahlea, wdche sie xuTor sdnem Bruder, dem Konig Erichen, au erlegen, dch Terobligfaret 
hatless. Solche Verschreibung haben nachfolgende von der Bitterschafft unterzeichnet: aus Bar« 
den, Johan Rufsbrith, Johan Ton Lemed, Hennecke Rufabrith, Henneke Ton 
Nupale, Role von Herkola, Tiele von Kirkuta, Tiehle Ton Hopanima, Henneke 
▼on Sülkula, Hincke tou Rokula, Palmo Tufwesen, Henneke Hunkimpa, Hen- 
neke von Zagemühlen, Eylart ron Eysenberg, Eberhart von Engila, Henneke 



«} Sehfits prenfilfche Chronik B1.68.-— Crana ersählt (Vaadalia lflb.8^ cap.7.)s mau habe in die 
aufferordentlichen Winter sieben Wochen lang über die gefrorne Oitfee, von Holitein nach Däne- 
Biark nndPrentfen gehen k5nnen; nnd m waren aar Bequemlichkeit der Reifenden ordentliche Wirtbs* 
Maser aaf dem Eise angel^ gewesen. 
^y Eine andere Lesartt 200 Marck. 



IM ' 

RofTeti, Liphold von Aletara, Henoke von Hemaebeeke, Bjale toh Orgele, Hee- 
eke ▼on.Kirkate, Henneke Warae; aua Wirland aber: WillekeH toh Embeeke, Bitter, 
Hlncke Ton Revele, Berthold Ton Laydea, Henneke Ton Braekel, Florekln vea 
Hafwenforde, Hincke Mora, Gerhard Skye, Henneeke von Knadea, Henaecke 
Ton Rosenhagen, Odwart Ton Revele, Thiele Ton Polle, Henneeke von Walkt, 
Simon Mora, Henrich Hafwenferde, Berifaold Ton Viereka nnd Conrad rea 
Hyrmen. 

Dön 2&Februarij selbigen Jahrea betätigte König Chrittopher nnd sein Sohn Erieh 
alle die PriTilegien nnd Frejheit^n, to die Torigen Konige ant Dinnarcken der 11inai-.Kiidieii, 
Bischoffe nnd Capittel au Re^al erthellet hatten. 

Anno 1S27 murd Eberhard von Bf onhelm^ GonnMiidaior anf Croldingen, der XXflL 
Meister Tenttchen Ordens in Lyiland« Er war ein frommerf anfriehtlger nnd «mathafler Hem 
£n seiner Zeit fingen die Rigischen abermahla einen Krieg wieder den Orden an, weil sie ildi 
bekltgten, et geschehe ihnen von demselben in ihrer Freyheit allerhand Eindvtag. Daher racktea 
sie Tor Dflnamünde, verbrannten das Flecken, so aMa vor dem Hanft gelegen, in Omnd, änd 
erschlugen viel Voldces. Solches verdrors den Herr Meister und gantsen Orden adkr; waren 
derhalben bald fertig, belagerten die Stadt Riga, nnd verlegten alle Straften nnd Wege, damit 
rie den Rigischen alle Znfnhr beschnitten, welchen dnreb solche Mittel der Kiitnel bald ver«* 
schwand, also, dafs de nmb Gnade nnd Versdionnng bitten mnsten. Aber es wnrde Vinen rsn 
dem Herr Meister Anfangs abgeschlagen. Die Rigischen nahmen daranf ihre Zuflucht in dem 
tiand-Märsehall, mit inttendiger Bitte, daft er tich int Mittel legen m&ehte, welcher et endlidi, 
wiewol nicht ohn geringe Mühe, dahin bearbeitete, daft tie sieh dem Herr Meitter adf fast 
tchwere Conditionen ergeben. Ihm und seinem Orden den Fiats für der Stadt an der Dftäa ge- 
legen, woselbst er ein starekes Schieb baqen liefs, abtreten, und also ihre vorige von dem 
. Orden gehabte Privilegien saropt dem halben Theil von allen Brüchen nnd Straffen im Gerichte, 
Imgleicheh den Fisch -Zoll nebst vielen Holmen, Ackerlanden nnd Heosdilagen übergeben und 
einrinmen mnsten. Wie solches der Vertrag, so der Sühne-Brif *) genannt wird, nnd Anno 
1830 Freytags vor Palmamm oder den 17. Martij datirt ist, weiter answebet 

Jahres mvor Stack der Konig in Danmarcken, Christopher der andere, in grofaer Wdl* 
ISnfttgkeit; daher die Ehstnische RItterschaflFI sich befahrete, es dürffte der Kdnig in soldier 
Bedrängnis dieses Hertaogdinm entfrembden, brachten es dahero durch fleirsiges Anhalten tt 
weit, dafs sich der Konig verschrieb, Ehttland nimmer von seinem Reich abintondem. Die 
Copey solchen Briefes hat Pontanns'^'^) von Wort in Wort, wie folget, angeaogen» 

Christ ophorns Dei gratia Danorum Selavorumque Rex, Dnx Esthonlae omnibua prao- 
aena scriptum cementibus, salutem in Domino sempitemam, Praetentibut publice proteita- 
mur, qvod terra nostra Esthonlae cum castris, civitatibus et munitionibtts Inibi ezittentibas, 
per not et nostros successoret venditione, impignoratione, eommutatione ten qvocnnqno alio 



«) Diesen findet man beym Arndt Th.2^ S.i 
^•) Hist. Daniae pRg.450. 



181 

nedo imiiqTiiii is pe r pet mu n • ooroot Tel regno Dtdae valeat alienarf. Item ob reTereiiliuQ 
VmUMt Hiiiae virgkik sc in remedkua aainiAe nostrae noitroranique parentnm Tolurnui, damus et 
ancedfamn poelUt In Bathonis exiateiitilnii ez gratia apedali, nt succedant jure haereditario pa* 
leatibas ipaomm, qrfhna vero padlia defiuictli ipaa haereditas ad noa sea nostros gncceasorea 
maltetar« Praeterea Tolmnua et eoncedlmitt, qvod Tidnior consaDgrinevs puerornm remaoen» 
ttoB, poal mortein parentiini de conaenra eogaatonuo aaqae dum ad annos discretionis perren^ 
nnt, dt tator et provlaor. Item volamug qvod condliarij noatri terrae nostrae Esthoniaa 
habcttit eandem antboritatem la aententija ferendia, qTam habaerant a temporiVtis retroactis: 
Udbentcs onmibiia noatxii Capitaneia et offldarija eomndem ne qris de aiuu temerario ae op- 
praat piaedictfo, prent noitram regiam nltiönem Tolnerit evitare. In cujna rei teatimoninm 
dpllom noatrum, nna eom aigiilo venerabilis patrfa Domini OlaJ Epiacopi Revalienda praesentibna 
fl|t tppensunL Datum Kopenbagen Anno domini IttCCCXXIX in die beati Blatthaei Apoatoli, prae- 
NBtÜNtt condliarij« noatrig« 

Anno ISM den 18. Novembria ward der Hodmieiater von dnem Ordens-Bnider, Nabmena 
Jolian von Bienendorf^ einem MSrckner, mit* einem Messer mörderischer Weise erstocheja; 
la sdne Btntt wurde Anno 1831^ am Sontag InTOcarit, der XV. Hochmeister Ludert, Hertiog 
ran Braanschweig, vorhin Commendator au Gbriatburg, snm Hodmieiater erwehlet Br 
wird nidit alldn wegen adner Frommig- und Gottesfürcbtif^dt, sondern äucb der Gerecbtigkdt 
Über, Ton allen hoch gdiebet: denn er rerboib den Richtern hart, einige Geacheneke sn 
Mhmen, atmffte auch diejenigen, wdche er darüber betraf, andern cum merckiichen Beyspiel* 
Sdae Ordena-Brüder hidte er anm Gottes Dienst und geistlicher Zucht, liefs sie dennoch dabegr 
ndit darben. Daher sie ihn fürchteten, liebten und ehreten. 

Anno ISSS ging König in Dinmardcen, Chrlatopher der andere, den Weg derWdt, nnd 
VUb das Reich bey Sieben Jahr ohne König, bis Anno ISM Waldemar, dieses Nahmena. der 
Utte, sur Cron kam. 

Anno US5 starb der Hochmeiater Ludert Ton Braunschweig au Königsberg, woielbst . 
er in Thum, welchen er selbst auch bauen lassen, begraben' liegt An seine Stelle wurde 
erwehlet Dietrich, Graf Ton Aldenburg, ein achtaigjähriger Herr, der suror lange Zdt 
Lsad-Marachall geweaen war* Währender Zdt hatte der Herr Meister Eberhart too Mohn* 
Mm ndt den Renaaen, Bamolten und Littauem au adwffen, bis er de endlich ^sum Friede 
geswangen. Ea melden awar Waiaei'*') und Russen ^), welcher ihm^hierin gefolget, ehiige 
ÜBbsfimde selbigen Krieges; aber wie sie keine gewisse Zdt-Rechnung hdten, als befindet sich 
ailei verkehrt und unter einander vermischet. 

Anno ISdO verschied der Ertz-Biachoff au Riga, Friedrich, m Avignion, und kam an 
•dae Stelle der Biscboff von Dorpt, Bngelbrecht von Bolen. 

Folgenden Jahrea den 1& *'^*) Junij ging audi der Hodundster mit Tode ab au Marjenbuig. 
Sadandte auch der Meister in Ljfland, Eberhard von Monhelm, Altera und Schwachhdt 

*) Chronica, PrcoMiacher, Lifflendiidier nad Cnrlendifdier Historiea BL118. 119. 
•*) U%laodiMhe Chroatk HL 14. 
**^) Sias andere Leiart: dea 25. 



. — 1« /— 

halber -ab, dem der XJSV. Heiftet, Hr. Burchard von Dreylewen« in der Reginiiig fel^ 
welcher bald nach Antretang aeioea Amptea an der Reuaaiachen Grentse die Häuser Marien«* 
bürg und Fraoensburg anlegte* Solches weiten die Rensaen, well ea ihrem Lande in nabe 
war, nicht gestatten: machten sich dahero auf, belagerten Marienburg und aetsten deai ' 
Haufse mit Ranch dergestalt in, dafs sich die Tentscheii mit grofser^Mühe kaum dranf erhaltaa 
honten. Dennoch wehreten sie sich ritterlich ^ erlegten der Reussen 88 Mann und trlebeii.i8iB 
endlich davon. Da wardArnhold von Vietinghof der erste Commendatör auf Marienbarg 
verordnet Der Krieg aber wahrete noch eine Zeitlaog, und gab dem Herr Meister und dem 
' Orden gnug am schaffen. 

Anno 1342 den S. Jaänarij wurde an Stelle dea obgedachten verstorbenen der XYJL Hoch- 
meister, Ludolph Konig, Herr von Weitsau, ein Edelmann aus Sadhsen, erwehlet 

Anno IMS fetteten sich die Ehsten in Harrien heimlich au einer greulichen Meuterej, 
welche sie in St Jürgens Nacht werckstellig machten, da sie über 1800 Ten tsche von Adel, jung 
nnd alt, Fran- und Jungfrauen, Herren und Knechte, und allea, was Teutsch oder Danisch wir, 
jinuierlich ermordeten und nmbbrachten. 4)eren Exempel folgten alsobald die andern Elisten, 
dafs die Teutsehen in gants Ebatlaud nicht in eine geringe Gefahr gerietfaen. In :. derselben 
Ifacht, da dieser Mord geschehen, haben sich viel von Adel an Männern sowol, als Fran-^ und 
Jungfrauen) fast ganti nackend durch ungebahnte Wege nach Reval und Weissenstein begebe 
nnd also ihr Leben friesten müssen. Es wurde audi der Clöster nicht verschonet; mafsen su 
pädia 28 Miinche nmbgebracht wurden. Dranf versamleten sich bey 10000 Bauren, warffea 
einige von ihren Mitteln su Fürsten und Heerführer auf, und belagerten die Stadt und das 
Schlofs Reval. Die Wjkischen zogen vor Hapaal, woselbst sich der Bischoff mit aUenThwn- 
Herren und vielen, von Adel aufhielte. Die Oselischen ermordeten umb Jakobi alle Tentscheni 
die .sie antreffen konten, belagerten drauf den Ordens -Voigt sampt dem gantken Convent in dem 
Qoster su Foyde, welche, weil sie sich nicht lange drauf erhalten konten, von den Bauren 
dnen freyen Fafs abzuziehen begehrten; welches sie ihnen gelobten, aber nicht langer hielten, 
Ua sie sich hinaus begeben hatten^ da die Bauren sowol den Ordens ^Voigt, als alle andesa 
ecmordeten, dafa nicht einer davon kommen. > 

Die Ehsten, so Reval belagert hatten, sandten an den Bischoff von Abo undWybnrg, und 
versprachen, die Stadt Reval ihnen zu Ueffem. Unterdessen hatte der Dänische Statthalter sampt 
der Riiterschafft bey dem Herr Meister sich umb Hülff beworben, welclier auch bald mit selkiem 
Yolck ersdiiene, und kamen noch dazu aus Preufsen, mit dem Bruder Henrich Düfsmer, 
Marschalck und Commendatorn zu Strafsburg, 700 Riesigen. Da solches die Ehsten vemahmeoi 
acliickten sie ihre Bothsehaflfter dem Herr Meister entgegen und versprachen ihm, daüs sie sich 
dem Orden unterwerfen und selbigem Tribut geben weiten, doch mit dem Beding, dafs sie von 
den Edelleuten befreyet seyn mochten, derer Höchmuth und Tyranney sie nidit länger ertragen 
konten.^ Allein der Herr Meister lieüs sieh dadurcfh nicht irren, setzte mit den Seinen an die 
Bauren, und erlegte ihrer fast alle in die lOOOQ. Die vomehmbaten Aufwiegler und Stifter des 
Aufruhrs wurden alle mit greulicher Marter zu Tode geeinigt, und die Stadt also dnrch des 
Ordens Hülffe glücklich befreyet Der Dänische Statthalter, nachdem er den Herr Meister und 



_ IM _ 

Miie QUMglieä fBr Milch« Writhtt ivft teifiigste gedanckt hatte,' hielte ferner Bey demsellieii 
•B imib fernere Hülfe wieder die FfnneiL • Berhalbeti Befs er den Hrn. Gofwyn von Erke, 
Oonunendatom in FelHn, mit einigem Yoicik an Reval, selber aber eilete er nach Hapsal, denen 
Belagerten sn Hülffe. Die Banren aber, nachdem ate erfahren, wie denen in Harrien ergangen, 
aad dafli der Herr Meister tm Ansnge war, weiten seiner nicht erwarten, sondern sogen über 
Haffs nnd Kopf daron, und Tergassen also der Belagerung. 

Butler Zeit kamen dlciFinnen mit etÜGhen Scliiffen angezogen, wie sie aber vernahmen, 
wie es mit den Ebsten abgelanffen war, Hessen sie sich nichts mercken, sondern begaben sich 
ia die Stadt und klagten nur über einige der Bahnen Procednren, wurden aber Ton Herrn. 
Gofswyn TonErcke und dem Statthalter freundlieh empfangen, wol tractiret und mit gutem 
Bescheid wieder abgefertiget Bie Ehsten aber woltens nicht dabej beruhen lassen, sondern 
mditen Hülffe bej den Reussen, und versprachea ihnen getreulidi beysustehen. Biese rtumetea 
lick auch nicht lange, und fielen ins Stiift Borpt ein^ denen aber der Bischoff mit etlichen 
GdUetigem, Ordens-Brüdem nnd Ton Adel entgegen sog, erlegte ihrer über 1000, und brachte 
die übrigen auf die Flucht, wiewol auch einige der Ordens-Brüder nnd Utterschafft damahls 
blidben, unter welchen auch einer von Adel, Nahmens Johan von Lewenwolde, gewesen*''') 

Wegen solcher Unsicherheit gaben Anno 1345 den 2S. Jannarlj die Land-Rüthe nnd Rit* 
tenshafft in Ehstland dem Orden das Schlos Narvi ein, mit solchem Bedhig, dafs sie es ein 
Jahr einhaben und vdeder allen feindlichen Anlauf dem Künig in Blnmarcken sum Bqiten 
schütsen, darnach aber, wenn das Jahr verflossen, gegen 1828 Marck Rigisch wieder abtreten 
and ferner keine Erstattung der Unkosten fordern selten. 

Eben sur selben Zeit übersog der Herr Meister die aufrührerischen Oseler, lagerte sich 
arit seinem Volck bey Karris, da er bey 8 Tage still lag: liefs aber inzwischen das Land 
dvireh nnd durch verheeren und bey 9000 Menschen Jung und alt niedermachen, bis die Oseler 
omb Gnade bitten, all ihr Gewehr von sich geben und nach Leal bringen, auch alsbald daa 
tisns Sühneburg (welches daher den Nahmen bekommen) su bauen anfangen mnsten. 

Unterdessen, weil der Herr Meister mit den Oselem su thun hatte, überzogen die Lit« 
tsner mit gewaltiger Heerskrafft Samland in Freufsen, da sie mit Rauben und Brennen grofsen 
Sdiaden thaten. Es waren damahls, wie Caspar Schütz''^) meldet, bey dem Hochmeister 
lonig Ludwig aus Ungarn, König Johannes aus Böhmen und etlich Fürsten ans Teutschland, 
die alle vrillig waren, dem Orden mit ihrem Volck beyzustehen und gegen den Feind zu ziehen. 
Da sie aber auf Samland kamen, waren die Feinde schon verrückt und hatten sich nach Lyfliand 
gewendet, woselbst sie ihren Willen desto mehr zu vollbringen meineten, weil der Herr Meister 
soff Osel SU schaffen hatte. Bie ausländische Herren riethen dem Hochmeister, den Feind su 
TcrfolgeB, und Lyfland sn^ erretten; allein er weite ihnen nidit folgen, sondern zog in Littauen, 
da er auf etliche Meil* Weges heerete, brennete, und doch nichts sonderlich ausrichtete, weil 
des Landi bereits zuvor verwüstet war. Brüber wurden die frembde Herren unwillig, und zögen 



^ ktussow B1.15., 16. Cransli Vandalia lib.8., cap.tS, 
^) Fk«vldsche Chronik BL80. 
l.Bd. 



IM 

mehrentlieUfl daTon: Ste IlttMer «ber erobertea wk Ecadnlüoere des Nadits 4m Htm TtY«. 
walten in Sengallen dnrdi YerrStherej, erwirgtenT Ord«nl-Brfider mid die gantse Beaatmig 
Ton IW Mann, logen darauf naeh Mytan, steckten daa Stidtidn an, da dann das Feaer iai 
Sphlofa geflogen, dafa etilche Ordeoa Brfider lampt 000 andern Menadien durch Fenera-Nodli 
umbkamen. bn Städtlein aber,' darin viel Xanfleute wehneten, Uiebw Ober 1000 Menschea^ 
derer theils erichlagen, tfaella Terbrannt wurden. 

Da nu dieser Ort ganti Teriieeret und ausgebranndt war, ruckten sie weiter ins lisnd aad 
hanseten allenthalben, wo sie durdaiogen, mit Sengen und Brennen, kamen endlich auch Tsr 
Riga, und machten sich an die Mthle, so gegen der Stadt Jenseita der Dfina liegt, in HAmf^ 
selbige einsunehmen' und sn plSndern» Weil es aber mit Mauren umbgeben war, konten de ilur 
Vorhaben durch Gewalt nidit ins Werck stellen; gedachten derhaiben durchs Loch efnaukricheai 
da daa Wasser, wenns die Mühle treibt, ausflenst Aber die Becker-GeseUen nahmen sie stfll* 
Schweigens entgegen, und machten efaien nach dem andism, da sie Idnein krochen, ndt des 
Müllers Axt nieder, bis das Wasser Ton dem ▼iden Blut gefibbet wurde, daraus die andem 
Termerckten, dafa ea mit ihren Gesellen, deror 70 hinefai gekrochen, nicht recht seyn müsie{ 
sogen also mit Schanden duTon. Die Bicker-Xnechte aber liaben dadurdi in der Thnm-BidMO 
' eine sdiüne Freyhdt erlanget Damadi gingen die littaner fürder nadi Neue'rmühlea, 
da^de denn die Yorbuig überraschten, in den Grund Torbrandten, und alle Menschen nieder» 
machten. Folgende ruckten de nach S.egewold, und endlldl bis Walck, Tcriieereten dm 
Land daherumb, und trieben etliche 1000 Menschen mit dch, wte daa Vidie, daTOiu ScIdM 
geschähe in der Fasten. 

Dieses Terursachte, daTs der Hochmeister darüber von den Ordens-Brüdem^ InsondeAdt 
denen ana Lyfland, über wddm der Sduden gegangen war, rid Iddea und hSren nraste, als «b 
er muthwillig die Lander und armen Leute den undirlstiichen Feinden verrathen iiitte. So 
ruckten ihm auch .die a na Bn d is di e Herren für, dafs er de Ton ihrem guten Voraati, die Ut- 
tan^ SU verfolgen, abwmidig gemadit, und adtlerweile die Lyflinder hUfflofs gdaasen hitM. 
Welches allea dch der Hodufidster so tief an Hertsen sog, dab er darüber In grofse Mdsn* 
dioley gerieth, audi endüdi gants von Wits und Sinnen kam. Daher braditen um die QMd- 
tiger auf daa Häuft Engelburg, unter dem Schdn, als ob er Bdiwachhdt halber von dam 
Hodimdster-Ampte abgedandtt hatte und hinfüro Commendator auf Bngelburg aeyn adtOi 
Dasdbst wurde er 90 lange inne gehalten, bia er auch kurts damadi starb, und wurde au Ma- 
rienwerder begraben. An seine Stelle aber wurde der XVIIL Hodunelster, Heinvieh De(a- 
mer, ein Edehnami aua Ponnnera, am Tage Ludae adBigen Jalira, gewehlet 

Dnterdemen, den 10. Novenibris, Terkanfte Künig in Dbummken, Woldemar der diitls^ 
dem Bisdioffe su Revd, Olao, das DorfT Külpanes, hi Wirland und dem Klrdispiel Kt^le 
gdegen, wddies Andreaa Rode, der ohne Erben geatorbmi war, beaeasen und dem Dnlgo 
. vermacht hatte, soichea entffeder für aich sn behdten, oder aber der Kirdien nach Beüeben au 
überlassen. So bestitigte er auch dem obgedaditen BischoiT, sampt dem gantsen Ghipittd aUa 
die Pririlegien, so ihnen TOn den ?origen Königen gegeben worden. 



15» . 

^ SelMgtt BerlMil hAtten dte Vdl^bdiM Banreii dne Menterej Tor, idUeu das Sdüob 
eiaionditteoL mid dea Conmendatorn, «avpt allen Tentsdieii, so drauf waren, umlizabringen^ , 
fikies Im Werck va richten « beben aie feigende Liat erdadit: Ea 'war im aelben Gebiete fe- 
vSatidi, data die Banren ihre Zinae an dnem gewiaaen Tag dnUefeni aalten: nn hatten aie aleh 
Idadidi mit einaiider beredet, dab de alle nngleieh mit ihren Schlitten anf 8. Thomas Abend 
ddi aaf dem Sdilofa Fellin einindeo, nnd avf Jedweden Schlitten ebien Kerl mit Gewehr ver* 
boigea in eben Sadt, da wem Kom drein were, mitführen, dieSicke aber aegteieh anfinachea 
aad die Tentachen überfdlen nnd nmbbringen aolten« Biesen Anadilag hat efai altes Wdb, 
jenen dadger, Selui mit gehen^mftaaen, den Tentachen olTenbaret, weil aie dch fdrcht^- 
ftraa Sohn in a'oldiem T^nlt an Terliehren: Bafh derawegen, dafa die Teutsdien ihr dieaea 
eb ebie'Belohnnng T era pte ch en mSditen, daTs de ibrea Solmea, der In dnem gesdchneten Sadc 
Ihgea wlirde, rerachonen weiten, wdcbea fnan ihr andi gern ingeaaget Bio Sache wurde gante 
geMn gehalten. Wie nn die Banren anr bestimmten Zeit mit Ihren Schi^tt- nnd Sücken vor 
faSdilofr anlLonmieH, Hea man derer ao vid liindnddien, ala man an beatdien r^nielnke, 
inaf das Güter fUlcn mid die There achHefsen. Bie dso hinein gdassen waren, wurden alle 
sMergemadit nnd in ihren ffikdten eratochen; den übrigen aber an einer ewigen S^dFe aufe»* 
iq[t; Jdbrildi dnea nenen Tribut auf S.Thomaa Abend an erlegen, "f") 

, Ber na erwdilte Hochmeiater Henrich/Beramer flefs ddi hSdiat angdegenaejn, den 
Sdadea, ae dem Orden auf Sammland nnd Lyfland von den'Iittanem wIedeifUiren war, an 
lUea and «inaulMiiigen. Berhdbeü Teraamlete er alle dea Ordena ^Macht ana Frenften nnd 
Ifhad, mö§ damit bn Anfang dea ISMsten Jafarea mit lijMd Mann auf Uttaden, und that 
dnelbst mit Morden und Brennen ao grossen Schaden-, ala vor noch nimmer in Littauen ge» 
Der GrefsfÜrat hi liUauea, Olgert, Gedemini Sohn, acf dem Hechmdater mit 
GehüUTen, den Beuaaen ana Smoleadco, Polotsko and WytqA, entgegen, aad gerieth arit 
im Fdadea dea Blen Febraar^ auf Mariae fiefatigung aaia Trafleatda ea anfUngHah rid Blut- 
MUsea aaf beydeaSdtea gab, endlidi aber bebidten die Ordeaa-Brüder daa Feld und eiaohhiP 
im der Fdade bey S»M»Mann, wie alle Freaftiiache Oiroiilcken efadidUg beriditea; 4Ue Pd^ 
Bhhe Scrfbeatea aber, da Micharina^) and Ovagninaa,^) machen die Zahl Udaer, 
iatea der crate tob 18,00», der andere aar i<en 10,000 Maaa aMldat Aea fdgeadea Früh- 
8^1 rüatete akh der HedmMiater abermaU, damit er dem Feiade ddit Zdt gdiea rnftchla, 
M wiedttT aa erhohlea, üd deihalbea mit gantaer Macht fai Uttaaea, eroberte die Feataag 
Vi^laa, aMMhte allea, waa daiaaf war, nieder, and rerbranute da in Gmnd, r^rlMerete femer 
im gaatee Igand amUier aad aog mit guter Beute wieder hehn. 

Zu der Zdt T orbeaa e rt e and rermdirte derK5nig von Dinmardcen, Woldemar der dritte, 
welcher aich den Winter über und bft mn Maj-Monath au Rerd anfliidte, dea Capittda Ein- 
ttofie daseibat in riden Bingen, legte auch ebiige Kirch- nnd (kpellen darunter, und confir- 



OBnsaowJBLlO. 

"«JlGahroa. Fdoa. lib.4 capwU., ia Pistorli Corp. bist. Fdoa. Tom.IL, pag.MS. 

'*) Betcriptio Sarmatiaa Enio^eae fol.09. et apud Piitorium 1. c Tom.I^ pag.9B. 



— w 

nlrte die Torige PrlTftei^eii dcaidiiettt wie die IHUbehea WMmM^) teÜM b«»ei«e&, dmudi 
aber de« Königes damahUge Anweaeidieil In Satetlmd aidit beobaohtel, «endem aeldMa w«ilar 
Uaaiia setseft, da doch an« de« tob Uumi «ageführleii and sa Revai dalirleii Bieieffoa vidi di 
anders absondmenv Denn derer siner Ist wd Blartfau Anno IStt s^gebev^,- teste Silgethe An» 
dersson, BUUte ConsiUarla et OapitaMO ^MlOkimaie^ welcher sich bey dea gefährlichen lAiftea 
ens dem Lande nieht wird haben begeben k&aien^ der andere ist daUrl sn Resel Aus^ Ittf^ 
acht Tage nach Johannis Svangelistäe et ApestoiJ, wehdier «nf den Sten JaaMi^ fUtt^ de» Mü 
Ist ebenraefstg za Reval gegeben AnaelMBf den Tag nadh Philipp! Jneebj, oder dan StanlHivi 
der vierdte aber, welcher anf Urbani, ed«r den 25» Maj, an Rothediild nntenMiduiet, giW 
ansdrudülch sn verstehen, daTs der Unig dnnnhie schon in DasnuifAen angehi^yt. wk Kr 
blid^ aber nidkt lang fcn Seich, sonder^ begeh sich deranf nacii PiMmbm imm Orden m 
Hülffe, and hiitte lum Gefirten den Hertnegen Erich von Sachsen und seinen BrndeeflsftNg 
Otten, der skh fai den Tentsehen BlttaM>rden begab« entweder, wie Bnytf eldt beikhiB^ 
dadurch des Königs, seines Bmders, Ehdcünfte, davon ihm, nb euM«i Bertabg ln.1MbuMPdn% 
ehi Thell an eeinem Unterhalt gebfkhret bitte, m besparen, oder, wte Greiltins'^) esianorti 
. dafs. er zu weltlichen Hindeba keine sendorlidie Lest vnd Begierde gelragesk ' ' 

Es hatte König Waldemer etttcfce Jihr nvor dem .Marg-fltaf en i nn Brandenbirfi LmdvU 
ehen, des KejsersLnd wichen ans Beyern Soiin, weleher sdne Schwester Margecethei 
snr EE'e genommen, ein Theil BhsUandes snm Brantadieta gegeben. Weil ihm aber soMi weit 
abgelegenes Land an besitaen ungelegen war,- hei er von seinem Veter dem Keyser die FwtyhdH 
erlanget, selbiges an einen andern n verkenffMi, und werde darauf mit dem Hodmieiater, Hn: 
Henrich DeCsmer, Anno IMl des Kauft efaiig. Da s^dehes dar Ktaig ve^nahmf preteatidB 
er dawieder und aagte: ob. er wd aebiem Schwager das Redit gegeben, es .einem ■ndsm ae 
iberlassen, se hitt^ er sich« doch des mOiem Bechts verbehalten*. 

Endlich aber, nnange s she n sein Herr Vater, wie auvor erwähnet, aiah eerpflMitiit halt^ 
die zum Königreich DSumnieken gehörige Shotnische Linder zu ewigen Zetten vea de» Bsldl 
nicht zu trennen, verfcaniTle dennoch König Woldemer alles, waa ihm und seinem Sefawagsr 
In Ehstland »stunde, nemlich Händen, Wirland und Alentacken, aampt denen darin gelegenen 
Stidten, Sohlöbem und Fkdcen Bevd^ Narwe und Wesenberg etc. mit alten Pertüientiea, 
Rechten und Freyheiten an den Tentsdben Orden ftr 10000 PAmd lötiges SUberm, CöfaiisAsn 
Gewichts. D^ Kauf-Brief ist dntirt zu Königsberf hi Preuben, am Tage Johannis Beptlstne lUt.*^ 

YfOi die Littauer vor des, Königes Anknnift ehie so schwere Niederlage gelitten, dafs sie 
sich numehro eine Weile still halten musten, dahere der Hodmieister des Jahree keinen Zag 



^) Huitfeld pag494. Pontaans pag.47i. Menrtlns ltb.4. • 
**) Vandalia» lib.8., cap.S«. 

***) Sovobl in Aofehimg der Jahraabl, al« de0 KanftchilUngt, weichen hier die Crescbichtfchfciber fm 

einander ab. Man iebe Arndts Cbninik TIlS., S.IOO. t und beeondcn Heinrich v. JanaaaU 

GeMbichte von Ut- en^ Ebitland, Bigm 1701 8. 6.201 ^ 215., wf au dm Terhandenen Uikundm 

die betten Nachrichten ober dieee Verhnndiwagen sammmengetragen sind. IMe genaue Anzeige der 

• hierher gehörigen Vrknndcn n im Index oorp. biet. dipl. Ltr^ Tom. L 



inr — ^ 

iM«p ib fwamdMMa tn t i ffhU h q » , wi Mm fBv itm RMg« JhidWl aldits n tirair wir, 
Mg CK Jril triMDi Y«kk wtadttr du 9b er ab«« mA fauitiu^ wte Huytfelt wJU, oder lucb 
Atetehns g g giagBn » wte Bie«rtlJ SneUvig m oritglobt» (wdl der Kaiiig «eiaeii AatheU ao« 
Ehtdasd flun damehle tob obgedacbten IMNWPfliiid sei lugesteUet heben) davon Laa leb nicbte 
goribee bcriditea» iel eacli wedg m onHim Zweg nStig. lUe« ifl aber gewifa, dafa die Ein- 
linrang der Shatniachen Linder, Stidte nnd^ Behlöaaer. dem Orden Bicbatfolgeaden' laten No* 
nwU§*} geaabrlMw» ud iat aeeh Im aelbe« Jabv *iinai enten Ceautendatovn aof Beval. Bor» 
ihard von Br#j»lftVM, ein Vetter dee «eweaevan Hanr Uatateaa in LjAand aelbigen Nabmen« 



WeU M aUe Prenbiaabe ud Ljrlliadiaabe GbreoMken dnit jüberetmlimiw, dafa dieaer 
Iwff kqr2Mt«i den XXV.Meial9rs.ln Lgrfland, Hul Qefawyn ran Srtken, gescbebeo, wird 
du andeeo fdith. aeya^ deTa sie aeioeAntretong. anm Meiatei^Aaf t ia daa folgende lS47ste Jahr 
iBlaeni nnd wie geeaaifligUah «ine lawag andere mebr geUbaet« ala wollen aie auch, dafa Ehel^ 
kad fan aelben Jabr an de» Orden aey verkauffei wimtan, de dedi der Kanf-Brief ein anders 
kkbeat 8k dw fceavt,^ dalb der Krieg adk den BenGMn ana Snolenteko, ^ 
«ddien Bn 004^0'«^) dtaaem Herr Mebtor «nscbrvibet^ eben deraelbe inl, den die aaaiptttebe». 
OMaaaOMder awi BaenGMi nnd I^rlend wieder obgedkcblen Benfaen, ala der Littener Bnada* 
goMiiwn, In dieaeaa IMKiten Jabr gefihrei; mmGsBn ana dem Sieg, den sie anf Licbt^Mefsea 
fskaki, aridMo dmunebmen. Dala'er aber nwr KNMW der Eraeblagenen gedendcet, darin folget 
sr iemOvngnino. Zn dem kan andi Buaaon nkki lengnen, dala dieaerHenrMeiater 14 Jabr 
la^ral nnd Asnold von Vietingbof Am Anno IMW im Ampte gaMget aej. Worana denn 
gaagnm edieilet, dafa derHearMelater, Oofawyn von Eroke, aabon imAnfu^; dealMOsten, 
vo idsbl im Bnd» dea vorigen' Jabree, snr MdateraehelR in Lyliand kommen» Senat liat sei«* 
Mger Sbir Mdaler andi dieSamoiteB .mit Bank nnd ftrand abemagen, und die Featnngen KuU; 
Baayne, Bebbeayne und Zela mit atfirmendac Hand eingenemaMn, in den Grund verbrämt 
mi verwflatet; welcher Uraadie balber aolehea geaehdienv wird nicbt gemeidet Zn mutbmalken 
Mi, dafa rie-wleder abgefallen aeyn, aonat bitte ea niabt geaoheben kftnnen. Bieaea bat aicb 
mgclngen im andern- Jdir der Begirung draa. Herr Meiatera, nembUeh Anno lSd7* 

Dea drauf folgenden Jahrea atarb decErtn^Blaeiuiff m Bign, Engelbreebt von Bolen, 
mArinion, dabin er aleb wegen dea Z^jaHi, ae er ndt dem Herr Melater und Orden IBbrete, 
kgdkn batle. Naeb Um folgte der edite Biadioff, Fromboldt Ton Fyfbnaen« 

Der Hoebflseiater Hearieb Defsmer, nacbdem er die Benfaen und Littauer dergeatalt 
gedkowt batte, dab aie ddi in etUdien Jabven und bey aelnen Lebena-Zdten niebt ribren 
dkfea, ging Anno Ittl mit Tode ab* Etfisbe meinen, er liabe von dem Ampte abgedanket, 
1^ damadi gestorben nnd au M arienbnrg begraben. 



,^) CSegan 4ia oben aag«f&krtan Sdirillaldler giekt klar Hiii^n die Bedtaatbmung SkaÜaad« durch 
Am Oidan r'ditig aa; dielk aeigt dia Urkoada d.d. Welffeniteiav am Sonaiaga aack Allerkeiligm 
(& Bfor.) U«, in ladei aorp. kiat dipi. Liv. Tom« 1. pag.M. nra. Sltr 

•r)BL17. 



■ IM «^ 

Na4sh HUB wtid der Keontdieiide Hodmieifter Hr. Henrich Ton Knlepenrode Br vir 
ein gottefürchtiger nnl veiter Herr, und liebte den Frieden} ansbenoinnen, wm er mit den 
Heyden wA thnn haben mnate. Zu seiner Seit war IPrenfsen und Lyfiand im grafaea Flor aal 
Wohlstande. 

Drej Jahr nach Antretang sdner Beglning haben die Ordens-Brfider in Lyfland das Baab 
Altenau gebanet 

Unterdessen entstund . «wischen dem Orden und den Erls-Blscliof Frenhold^ von Fyf« 
husen ein grolber Wiederwille, weO Jene die Stadt Riga, ala mit dem Schwert gewoaacBi 
sich unterthäoigen weiten« Daher der Erti-BischoiT die Sache an den Fabst Innoeentiam VL 
gelangen lieb und wIkrdLte eine CStAtlon ans wieder den Orden, sag auch selber hin. WeiAer 
Reise halber er dem Hm. Barthold von Tysenhausen, Rittern imd SttflI-Yoigt su Trey« 
den, die S Ämter, Pebalg und Serben, fttr eine atatiiche Summa Gdides Tersetste. Ant 
solcher, seiner Hinreise nach ItaHen besuchte er auch Carolum IV., RSmischen Keyser, aad 
' beklagte sich der grofsen Unbttliglceit des Ordens. Worauf der Keyser Anno 1S56 nidit alUb Oim 
das Torige PrlvUegtum, ao Henrich der VL, Römiacher Keyser, AIhrechten, dem drittes 
Biidioffe SU Riga, ala einem Fürsten des Römischen Reichs und Landes -Fürsten und Herra 
über gants Lyfland gegeben, anb neue bestitigte, und selbiges Privilegiom des'Keyseis Hsa« 
richs in das seine' van Wort au Wort einverleibte'*'); sondern andh ihn und aeine Nachkommm 
bey seiner Erts-Bischöflich- und Fürstlichen Hohdt an erhalten, für Gewalt und Cnredit sa 
schütaen, die Könige in Dänmardcen und Fohlen an Schutzhemi verordnete'^): Wie er desa 
auch Icurta damadi Bischof Johan au Doipt- aeine Privilegien ebebmefsig bestätigt und wepa 
peiner Beschirmung Verordnung gethaJL Endiidi aber und nach vielen angewannten Uakoitea 
hat der Erts-Bischoff dem Teutschen Orden die Sache durch Urtheil und Recht abgewoanea 
und die volkommene Jurisdiction über die Stadt Riga, für alch und aeine Nachkommen erhalten.^ 

Anno 1S57 ist Kärkus, durch Verordnung des Herr Meisters, mitMauren besogen worden. 
Der Brts-Bischoif aber hat daa Haub Serben von Grund aufführen lassen. 

Folgenden ISSSsten Jahrea iat die Düna vor Riga ao grob geweaen, dab das Wasser in. 
Creuta-Gang des Tbnms über ein Mann hoch gestanden. Zu dessen Gedachtnia ist eia siseni 
. Creata in die Manr gemauret noch heutiges Tagea su sehen. 

Anno iseo ist Arnold von Vietinghoff der XXVL Meister Tentsdien Ordens ia Ly- 
fland worden. Br hat des folgenden Jahra daa Haub Cawelecht au bauen ungefangeo. 2Sa 
aeiner Zeit welirete noch der Krieg mit dem Orden und Uttauem. Daher er dem Hodinebter 
SU unterschiedlidien mahlen mit aelnem Volck su Hülff kommen. Insonderheit aber Wümo IMI^ 
da der Hochmeister in Littauen daa Land Labuno und Zeyme verheeret hatte und nn absv* 

*) VergL C. E. Napleriky de ^iplomate, quo Albertnf, epUoopot Liveaiae, declaratar priacepsliaperii 
Romaan Gwmanici» aum aalheatiami tit, et quo aiino datum, dlfquifitio liitt. dipl. crit Bigae et 
Oorpati 188S. S. 

V) Dia Urkunde iteht im Ced. dIpL PoL T.V^ p.7& 

«*•) Dieb geMhah ent 1800. 6. Gadebaeeh livL JahtW TKl^ AhMltt.1^ &m f. und Fragmente tot 
OeecUcfate Uvlaads in Hupale aaidiediaa MkoeU. 8t.M., 8.28. f. 



M» 

riehtti 'VnilcBi war. Als er alM der l^^Uniei Anknnfll reraaliiiiV bedtcbCe er ddi bald imd^ 
Üieilete idn Heer ie «ntersduedUcheHftvffenx die sogen Je linger. Je weiter in« Land, end weii 
lie kdneD WiedersUad fimdeD, hauseten de dvimieii, wie ein Jeder Idclit gedendcen Ican. Der 
Berr Meialer aber kat dieSchlofii Canna erobert nnd den F&raten Gonatantinnm mit seinen 
Sttaen and TiebMi von Add drauf gefangen, in die tOOO Menschen erleget, das Hanfs im Grand 
ml^aanl nnd nerstoret^) ' . 

Wie lange dieser Ken Meister regiret, wlr< in den Lyfllndissbeii Gesdiicbten pddit ge- 
itAL Chy traens aber mddet, **) dafii Jm Jalir 1MB der doben nnd swantdgste Meister in 
LjliDd, Wilhelm Yon Fr^mersen, das Ampi angetreten. Dieser W viei schwere Zttge 
dader die Benfaen, Uttaner nnd Semgallen gethan. Dessen VenSchtnngen aber sind, entweder 
dndi der Seribenten Ünfleis, oder Verwariosnng der ScbdSlen, te Yeifessenhdt gerathen. 
Wie man denn nach nidit wissen kan^ wie iange er regiret habe» Doinoch finde idi, dafs 
Arno 1S86 den 7.Mv an Dantdg der Hochmeister Henrich von Kniepenrode nnd dieser. 
BerrMdsler, mit dem Erts-Bischoff FTomholden Yon Fyfhnsen, sampt beiderseits Mit- 
gdUetIgern nnd dem gantaen Prden, sieh dergestalt vertragen haben, data der Tentsche Qrden. 
ddi der Jnrisdiction an die Stadt Riga begeben, nnd Ihrer Ejde nnd Piidit de erlassen nnd 
m den Erts-Bischoff nnd seine Nschitommen yerwiesen; alldn der Dienste fenr Heerfahrt, yer- 
•Sge dea Sahn -Briefen atch Torbehalten, Jedoch kdner andern Gestdt, ab mit dea Ertsbi- 
fdioiTes nnd seiner Nachi^ommen Vorwissen nnd Erlaubnis diesdbe an fordern, wogegen ihm^ 
dedenunb der Erta-BischolF ans gutem Willen' naclq;elassen nnd sidi lN^sd>en, aller Znq^vadie 
sad Anforderung an die Schlöfser nnd Festungen, so der Orden bishero in Bedti gehabti 
in^dchen anch yor dch und aeine Nachkommen bewUMget und Terq^roshen, den Orden in 
Ljüind, wegen dea Gdiorsams nnd Huldigung, so sie von Alters her efaiem Erta-BischolT sn 
tigk an leisten schuldig gewesen, hinfüro nicht mehr ansulangtin, oder Ton Umen sn fordern. 
8a ladet man auch in den alten geschriebenen Lyilindisehen CShronicken, dafa dyiesier Herr 
Mditer Im Jalir UV7 das Hanfs Smilten sn bauen angefangen und Anno U70 ToUendet^ im- 
gidden, dafa er auch Anno 1912 Alfswangen In Qnhrland . gdianet habe; wie er denn andi 
Ion Jagelloni wieder aeinen Vetter Hülff gddslet^ wie hernach aol gedadit werden^ darana sn 
■Btbmaben, dafs er ftber 17 oder 16 Jahr regiret habe» 

Anno law sahlte der Erta-Blschoff Fromhold Ton Fyfhusen, nachdem er tt Jahr 
nghet hatten die Schuld der Natur su Rom, wosdbt er anch in St Marienkirdi, ftber der 
Tjbcr, begraben Hegt. Ihm folgte der achte Erts-BüscholF, Siegfried you Blomberg, 
wddier Iiemacher, mit Bewilligung dea Pabsta GregorlJ XL, der Thumherm Fraemomtraten- 
KAaUt in den AngnstUier verendert. ''^) Weil nn der Herr Meister drauf drnnge, dab sefaies 



•) Ton nnden SdirllUtdlam wM ««od Xfubaraag loa Jahr UO gsmlat und 4flm Hschaidft«r i 

wAMboL Kojalawiea F.L, pag.W. Seliilts BL80. f. 
^) Hewe SaduMu CSktedca, Lekf^ ISm. foL lül^ S^Ol 

***) Himnit ttfanmcn Cut alle. UrUMÜtdMn Gmchlditodbrdb« ttcrda* IndflOMn mdnt Frlaka hi td- 
te QaMJhidita Iiiv-, Xhd* un< KnrhmAi, BigalTKL 8. Th*L, B.nLr dalli gerade 



im 



Ordens HAU auch iroii dem Brts^bckolFe und tndaen Obiionfab mite getngeB w«rdea, folgÜBf 
dnof eine soldie Verbillening, dafs er nlle BischofUilfldche Obuer mbeiiMik d^ Stadt ligi 
eingenommen. 

Wie der Erti-BiiekelT dergeatadt aller adner HanUgheil ttMObtimT^ machte er ildi 
auf, com Pabst wa riehen, nmb akdi mit Recht an n&fttien. Ali' er aber iMh: AiMon kam, 
woselbst der Pabst damahl Hof hielte, atarb er AnnoltTS, Sein Nacbfelger mimBrte-Msahtf^ 
thun war Johannea von Slnten, bey &smd Regbang der Herr Aieitter und Ordeh mit 
Gewalt fortMuren, die Ertsblsehöfflde Hoheit an aldi an aieben: verstierBett die vorige Erti* 
sftHMsdie Thvmherren imd «etaten ihre Ordena-Brtder an dere Steile wiederomb ein. 

Der SrtiUcdioir andite awar am Rimischeii Hoffe Hülff; eiUelte auch ck Verbot wieder 
den Ordeni dessen mgeadktet aetitcn aie Ihm je linger, Je mehr an, worsn weiter dn mehres. 

Anno U8t, am Tbge St Jehamris Bqitistae, starb 4er Hochmeister Henrich oder Wia- 
rlch von Kniepenrede, nadidem er Bin ond dreyaig nnd ein hflb Jahr regiret: da somt 
kehl Hochmeister das Ampt ao lange verwaltet hatte. Er hat werender aefaior Regimng die 
üngRubigen mit solcheln Eiwt erfolget, als weder Yor, noch hernach gesdieiien. 

An des Terstoibenen Beehmeiateni Stelle wvrda erkohrea der XX., Conrad Zdlner 
Ton Rottenstein 

Üngefiehr imib selbige ZeK, oder etwas darnadi, ist |«obbe Ton Visen dw JULVUL 
Heister Tentschen Ordena In Lyfland worden. Bey dessen Zeiten es mit den anslindisdieB 
Feinden limlich stHl gewesen; elnhebnisdi aber ist die Uneini^elt immer grSfser worden. Wte 
denn aneh Crantlna'*')' Ton 4em Dorptischen Bischöfe ersehiet, dafs, nadidem der Biscboff 
dasdbst terstorben, haben die nimn4Ierren einen an dessen Statt aus ihren Mittehi, Nahmena 
lohan Damerow, erwddet, weldier avch Tom Pabst (Jrbano dem Sechsten Ist bestetiget 
worden. IMe Tentschen Ordens-Brüder aber, weldie dasselbe Sttlfk auch gern unter den weifimn 
Bfastel gesogen bitten, habens ddiln gebraditi 4aft Pabst Clemena der siebende einen andern, 
Johan Heber'''^) genannt^ dahin aufttellte, wehdien die Ordeas-BriderndtVorselgnng der Briefe . 
und gewspneter 'Hsnd ebigefUtret, damit er siA durch soidie Wolttat desto mehr mSdite be- 
wegen lassen, In ihre Ordens-OemeinschalR an begdien. Und ob man wol eine Zeitlang hierüber 
gestritten, so soll dennoch nichts dadureh verrichtet worden seyn. 

Audi war bey 4et OseUsdien Kirche nicht geringere Unruhe. Denn die Thumberres sd« 
bigen Stifts beschuldigtea Ihren BhKdioff, dafa er Torhabens gewesen, das StiffI den Ordeas- 



daf G^entbell geichdiea aei, und der ErtblaeholT mit feinem Kepltd die biiherige Angoftiiier-Klel- 
düng a^geo die der FHbnoaatntenser Tertanacilt babe; end ebce ao itelit B. Bergmann (in c. Ma- 
gaada f. Rnfiil. Getcb. Bd.l. HeftS. 8.21.) die Sache dar. Aber nuui Tcrgldche dagegen die Eidd- 
tnna und aaditrigliehe Anmerkang an dem Brief des Rigitebea Erakiecbofs Sylveater 
Tsm J. 1440, im RIgiicben Schdprogramm Tsm Jabr 18tt &!. «. 11 

«) Vanddia ltb.9.t cap.8. 

•*) Riehtiger: Albert Hecbt (Hebet), nnd andinidit Jobana Damerow, ioadera Dietrich oder 
Theodor Dameran. 8. Ind. corp. biit. di|^l. LIt.T.-L pag. Ua. nro.4aB. n. Jabibadier Job. Litt- 
deablatta, um eratenrndeberau^gegdMoron J.Voigt a. F.W. Sebabertt. lC§Bigäbei[gl8».a&41 



1«X 

BrUexn ia die Hände sn geben; nfthmen derhalben flm. anf Hapgal gefangen und Iraebten ihn, 
umb mehrer Sicherheit willen, nach Arensbnrg, da sie ihn auf dem Schlofs gefänglich yer- 
f abr«n liefgfli. Nicht lange hernach hat man ihn im heunüchen Gemach todt gefunden, ungewte, ob er 
m jemand eingeworffen, oder selbst, in Hofhung, durchs Gegitter n entrinnen, hinuAtergefallen. 
Zu dieser Zfeit war ein grofser Zwist und Unemigkeit zwischen dem Ffirsten in littanen, 
teistut, oder Kihstoud, und sebies Bruders Solm Jagello, der sefaiem Vater Olgert im 
Qrofgfurstenthnme gefolget hatte, daraus unterschiedliche Kriege zwischen den Littauern, Reufsen, 
PoUen und Orden entstunden. Der Urheber solches Unheils war einer, Nahmens Voidilo, aus 
gering- und unadlichem Stamm entsprossen, aber eines listig- und anschlägigen Gemüths, welcher 
kyOlg.erten erstlich ein Becker gewesen; darnach aber wegen seines Wolverhaltena allge* 
BMih gestiegen, dafs >er endlich sein Caounerer und gar folgend «ein Mundschensk worden, 
ndi in so gröfser Gnaden bej dem Fürsten gewesen, dafs er ihn gleich als einen heimlicben 
lath gehalten und geehreU Da nu Jagello, zur Regirung getreten, hat er nicht wehiger, als 
KÜi Vater gethan, ihn lieb und werth gehalten, endlich auch so hoch erhoben, dafs er ihm 
Kine leibliche Schwester M%ria zum Weibe gegeben; welches den Keistuden nicht wenig 
rerdrossen. "Wie Voidilo solches Termercket und sich besorgen muste, durch Keiatuden Un- 
(tust umb seine Ehr und Ansehea zu kommen, und so viel harter zu fallen, als höher er gestiegen 
«V, berorab weii Jagello den Keistuden, als seines Vaters Bruder, ui|d der ihm zum Re« 
(IneDt geholffen, in hohen Ehr- uud Würden hielte, nahm er sich TOr, diese Vertrauligkdt 
later den Vettern zu trennen, redte Keistuden alles Übels nach, und machte ihn bey dem 
JBDgen Fürsten gantz verdächtig, als solte er ihm nicht allein nach dem Grofsf&rstenthuni, son- 
dern auch nach Leib und Leben trachten. Daher Jagello verursachet wurde, mit dem Teut- 
idiea Orden eine heimliche Verbundnis wieder seinen Vetter zu machen. Solches hat der Com« 
SKodatoT von Osterrode, Angustin Seydstein, dem Keistuden zu wissen gethan,>ird- 
diem er defsfals zugethan war, weil er seine Tochter, als welche, nachdem sie mit dem Hertzof 
fsa Maasou vermählet, zum Chris tentbum getreten war, aus der Tauffe gehoben hatte. Weil 
Aer sein Sohn Vitoild oder Vitold alles beym Vater zum Besten auslegte, hat ers dabey 
bernhen kfsen, bis Jage Mo einen Zug gegen die von Folotzko fümahm, dahin ihm auf Befdil 
desOrdens der Herr Meister aus Lyflaud, Wilhelm von Frimersen, mit einigem KHegsvoIck 
SS HüUr kam. Daher Keistud, der numehro an Jagellonis feindseligem Gemüthe nicht 
aiehr zu zweiffein hatte, sein Volck eiligst zusammen brachte, und zog vor die ^ilda, weicht 
er ohne Mühe eroberte, sandte auch seinem Sohne Vitoldo (weldier, weil er seinen Vettar 
Jagello nem sehr liebte, nichts mit diesem Kriege wolte zu schaffen haben) Briefe und Zeugen, 
darsna die Verbundnis, so wieder ihn gesdilossen, gnugsam zu vernehmen war. Nidit desto 
«ieoiger beredete' Vitold sefaien- Vater, dafs er dem Jagelioni den Titul des Grofsfürsten 
•id sein väterlich- und mütterlidies Antheil Uefse. Das Regiment aber des Groliifürstenthtamba 
kashm er ihm, und Uefs Voiditonem, den Stifter dieser Uneinigkeit, an den Galgen hencken. 
Dsmach sandte er an Jagellonem und; den Herr Meister nach Folotzko, dafs sie seine Un- 
tcrthanen die Polotzker unbeschweret lassen selten, welche sich in die Zeit schickten und bald 
israuf a&zogen. 

LB4. n 



-^^ in — 

Dwniaeh aber, ab Keiatad eiaeii Ztg gegen GoribaimDt dea JagelUnla Bruder, der 
flieh U Slverlen «teder fha anfgewerffen batte, und ihn Yor kdneo Herni erkamen wolte^ 
Toraahaie, rftatete aich auA Jagello anter dem Schehi^^dean Keiatud bejanateheD. Da aber 
dieaer aich aoa dem Land« begel^ hatte, nidite Jagello eiligst Tor die Wilda und eroberte 
dw^ Yerritherej die Stadt and daa SeUeb. Darnach sog er für Trocken, dea Vitolden 
Sita. Dieaer dvrfBke aehier nicht warten, aondcm iohe nach Gredno, imd berichtete seinem 
Vater, wie ea im Lande stünde. Unterdessen, nahm Jagello auch Trocken ein; Keistad 
aber trerHeCi aein Vorhaben wieder Coribntnm und ruckte vor Trocken, belagerte daTsetbe 
mit grofser Macht; bald fand sieh anch Jagello mit dem Herr Meister hi Ljfland ein, selbige 
Featnng an entaetseo. Wie nn beyde Herren nd einander waren und es sich anKefs, dafi es 
anm blatifon Treffen, gerathen weite, sandte Jagello einen Herolden an Vitolden, both ibsi 
ehi €eaprich an^ daTa er awischen beyden Theilen, dem Vater und ihm, nmb Verhütung Tiden 
Bitttstirtaena, aihnlidie Handlung pflegen weite* Skirgello, Jagellonis Bruder, sagte ibm 
aicher Geleit av. — Wie aie nun aur Handlung geriethen, und wegen einiger Dinge nicht dm 
werden kanten, aagta JageUoi ea aey der Sachen nicht befser zuP heißen^ als wenn Eeistud 
selber in Person aur Stelle were. Zu wekhon Ende Sun Skirgello andi sidier Geleit ver- 
sprachi Wie aich nn der andere ins Lager Jbegeben, wurde er Ton Jagellenla \md dea Ordens 
Volck umbringet und sampt sefaiea Sohn nach der Wilda gebracht. SeinVoldc, ak sie soldies 
yemonunen^ aeratreuete sich, und etliche gaben aich unter Jagellonem, welcher Keistaden, 
in eiserne Ketten geschlagen, nach Kiiwe fuhren und daseliist in einen finster- atmdcenden 
Thurm werfen Uefs, woselbst er auch nadh wenig«i Tagen ist umbgebracht worden. Vitold 
aber, der so hart nicht gefangen war, entkam durch seiner Gemahlin Behendigkeit, die ibn 
efaier ihrer CSammer- Jungfrauen Kleider anaog, und also mit sich auabrachte. Darauf begib 
ec aich nech Mafaan au aeinem Schwager Jobann, welcher,^ wie gedacht worden, seine 
Schwester aur Ehe hatte, und von dannen A den Ordensbrüdern in Preufsen, die ein Mitlei- 
den mit ihm hatten, data Jagello^ unangesehen ihrer in^tendigen Bitte, so ungutig ndt Ihs 
Ipehandelt,. und aeinen Vater^ den Keistuden^ welchen er durdi ihre H&liTe aum Gefangaen 
bekommen, gransamlicfa hatte ermorden lafsen: y^rtrösteten ihn guter Hülffe, mittelst der sb . 
ihn wieder in sein Land einsetaen weiten, sogen auch bald darnach yor Trocken, eroberteas 
mit Gewalt und besetatens mit Volck. Jagello aber nahm die Featung, weil selbige noch sehr 
aerstolaen und nnfest war, baU darauf mit Aeeord wieder ein, gab den Teutschen frejen Absag 
und forderte durch aefaie Bothschaflften Vitoldum wieder aus Preuben, yerglich sich mit ihm 
und gab ihm efaiige Land- und Gebieter ein, mit Versprechung, ihm ins künftige mehr einsnrauaie^ 

Anno lt86 ward Jagella aum Eonig in Pohlen erwehlet, nachdem er yeraprocheBi 
den CairistUehen Ghuben ansunehmen, wie er dam auch mit sehien Brüdern und Vettern ha 
Februario an Kraken ist getauffet md Viadislaus genannt worden, und wurde ihm dea yer* 
atorbenen Ludwigen, Königs fai Ungarn und Pohlen, Tochter, Helwiges^ aur Ehe gegebea, 
und er aum König in Pohlen gdorönet: Wobey sich auch, den neuen König au Ehren, die yor* 
nehmbste Herren und yon Adel aas^Uttaaen befunden«. Dies^ Gelegenheit nahm der Hoduiel* 
ater in Adit, die Llttauer au überfallen, dann er yon Andrea, des Königs Brudor, wddber yor 



bey den RettTsen die CbrigtUche Rdigion •ngenoHiiiieii hatte, .gereltset werden. Als er 
na wenig Wiedentand für sich fimde, Terheerete er du gaiitse Ltod, nahm die Featnng La- 
coml an, und gab es bemeldtem Andrea. So fielen andi dieReussen an Poletiko von Ja- 
gellene ab, nnd eigabea sich durch BefSrdenul; der Ordens-Brüder vnter gedaehten Andream. 
Der König aber sandte alsobald nach des Hochmeisters Absuge seinen Bmder Skirgillonem 
md Vitoldnm mit grofser Macht in Rensaen, welche das Hans LncomI wieder eroberen 
vad Polo tsko snm Gehorsam braditen. 

Folgenden Jahrs S9g Konig Jagello, ^oder Vladisla?, wieder in. Littaaen^ bradile ebi 
pntaes Jahr an mit Bdcehrung der Einwohner nnd verordnete Skirgillonem mm Grofsfor« 
9tea übte littanen, wdchesYitolden (der In der Tanfe den Nabmen Alexander bekommen) 
haftig Terdros: besetxte derhalben seine. Banaer nnd Festungen hehnlich nnd verfügte sich in 
den Ordens-Brüdem nach Prenfsen, welche dnrch diese Gelegenheit Littanen nnd Samoiten an 
anterdrncken Terhoften. Zogen also anf sein Anhalten mit doppelter Uacht in Littanen; auf 
daer Seiten die Crentsherren; auf der andern Yitold mit seiner Macht Der Konig, weil er 
aas dieser Unruhe ein grofses Unglück befahrete, lockte Vitoldnm wieder an dch, mit Ver- 
sprechen, ihn sum Grofsfttrsten einzusetzen. 

Dieser, weil er auch Termerckte, dafs den Ordens-Brüdem nicht so grofs nmb ihn an 
fhan war 9 als das Land unter sich an bringen, bedachte sich nicht lange, nnd sonderte sich 
nnter einem erdachten Schein Ton des Ordens Hanffe; im Abaidien aber danckte er ihnen ^iror 
gethane Hülffe, überraschte irey dem Orden zugehörige Hinser, als Georgenbnrg,- Marjen- 
barg und Nenhausen, da er ohn allen Verdadit als dn Bundsgenosse eingelassen ward, die^ 
er Terbrannter Die Besatzung Uefs er entweder niedermachen, oder führte sie gefangen mit sich. 

Doch hielte er auch nicht lange stich bei dem Könige. 9enn weil er sein gethanes Versprechen 
Ten einer Zeit zur andern aufschöbe, machte sich Vitold wieder an den Ordens-Brüdem, yer« 
gnfigte si^e des zugefügten Schadens, und schlors mit ihnen eine neue Verbündnis. Der Kön% 
aber sog Anno ISOO für des Vitoldi Festung und eroberte Breske, Caminiets nnd Gradno. 

Unterdefsen rüsteten sich die Ordens-Brüder mit Vitolden und sogen mit drey Haulfen 
in Litteuen. Den ersten führete Vitold, den andern der Meister in Lyfland, Lobbe von 
Visen, den dritten der Marschalck in PreuiBsen, Conrad Wallenrode, md^ten mit gesammbter 
Hand vor Trok^n und Terbrannten die Stadt Folgends sogen sie Tor "V^llda, eroberten daa 
unterste Schlofs Curna nnd rerbrannten es. Des Königs Bruder Corigello entran ans der 
Feorsnoth, ward aber darüber ergriffen und ihm das Haupt abgeschlagen. Die anderen im 
Sdüofs verdorben entweder in der Flamme, oder wurden niedergemacht, also, dab damahl bey 
14000 Menschen sollen umbkommen seyn. Daa Ober-Hanfs aber hielte dne Smonitthiiche Be- 
lagerung aus. Da die Ordens-Brüder nichts davor schaffen kpnten, sogen aie sampt Vitolden 
d», ferheereten aber das Land umbher, und machten alles, waa sie an Menschen antreffen, nieder. 

Folgenden Jahrs thaten sie drey unterschiedene Züge in Litteuen, eroberten einige Hinser 
daselbst und,hauseten im Lande mit Morden, Kaiiben und Brennen ohn Unteriaa. Unterdeascn 
ba^eten sie drei Festungen, Nangord, Metenburg und Ritters--We'rder. Die swey ersten 
behielten sie vor sich, die letzte aber wurde Vitolden eingerinmet Daher der König, dea 



IM — 

Uttaniflchen Kriegi fiberdrfifaig, den Vitolden urfeder auf seine Seite m bringen tradtetei 
Tenicherte ihm auch, dab ihm das Grofiifiintenthiini Littauen^ ohn weiten Verzng, eingegeben 
werdim solte; beriurabt weil Sklrgello für diesem abgeaetit und Fürst su Kibw Terordnet war. 

Dieser Vorschlag gefiel Vitolden, nnd damit er dem Orden t wie vorher' geschehen vrar, 
vor geleistete Hülfe dandcen mochte, liefs er in' seiner Festung Ritters-Werder alle Tenl^ 
sehen ergreiffen und gefangen ikiit sich wegfuhren. Darnach steckte er die Festung in den Brand. 

Die Ordens-Brüder, als sie aus ihren beyden Häusern solches inne wurden, setiten rie 
ihm nach, in Meinung, beyde Stucke mit eins ihm zu vergelten, wurden aber von Vi toi den 
snrück getrieben, theila erschlagen und niedergesibelt, tfadls gefangen; die bejde Festungen 
erobert, geschleifft und im Grund verbrannt Vitoldus sog darauf mit gutem Raube, so er 
den Teutsdien -abgewonnen, davon, und tum Könige, der ihn in Gnaden auf|genoramen, und 
tom.Grof8fiirsten in Littauen eingesetzt Cromerus sagt, dafs diese des Vitolden Untren 
wieder die Tentsche Ordens-Ritter nicht bey dieses, sondern des nechstf olgenden Hochmeisters 
Zeiten geschehn, welches auch glaubwürdig; denn im obgedachten Jahre starb der Hochmeister 
Conrad Zölner, nachdem er Jähr regiret und au Haus In Frieden, mit den LIttanem dar 
in stetigem Kriege gestanden hatte. Liegt zu Marienburg bey seinen Vorfahren begraben« ' 

An iseine Stelle ^wurde der XXL Hochmeister, Conrad von Wallenrode, erkohroi, 
welcher zuvor obrister . Marschalck in Preufsen gewesen. Er war ein gottloser, ehrgeitxiger 
und tyrannischer Mann, welcher die Religion wenig achtete. 

Dieser hat zu allererst unter den Hochmeistern den fürstlichen Titul gefOhret, nachdem 
auch die Ordensgenossen nicht mehr Brüder, sondern Creutzherren weiten, geheissen wearden« 

Hiebevor ist gedacht worden, welcher Gestalt die Ordens-Brüder, ungeachtet allen Vertrags . 
der Päpstlichen Decreten, wieder dis Ertzstifft zu Riga mit Gewalt zu verfahren angefangea. 
Wie aber dieser Hochmeister zur Regirung kam, welcher ohndem , der PfaSen und Geistlidien 
grober Feind war, unterstunden sich die Ordens-Brüder mit mehrer Gewalt den Briz-Bisdioff 
Johan von Sinten aich untwfliänig zu machen, und ihn dahin zu nötigen, dafs ers einwilligen 
solte. Wie er aber gleichwol nicht dahin zu zwingen war, und unterdefsen gimgsam vor Augen 
sa^, dafs er vor ihrem gewaltigen Ziinötigen keine Rast noch Ruhe haben .würde, setzte er sich 
Anno 1S02. zu SchifF und fuhr nach Lübeck, verharrete daselbst ein gantzes Jahr, verhelfend, 
es selten' die Ordens-Brüder endlich auf bessere Gedancken gerathen. Da er aber das Wieder- 
spiel vernehmen muste, indem je länger, je mehr Klagen aus Lyfland^ ^egen des Ordeiu Ober» 
last, ihm zu Ohren kamen, begab er sich in Böhmen^ und suchte bey dem römischen Keyser 
Hülfe, brachte es auch durch seine Günstige und Freunde, die er am selbigen Hofe hattCi 
^dahift, dafs alle Orden»-Güter in Böhmen eingezogen wurden, damit die Ordens-Herm durch 
aolche Mittel zur Klligkeit bewegt und gebracht werden möchten. , Auch schrieb der Keyser 
nn den Pabst Bonifacium den IX. und veftnahnete ihn, das Ertz-Stiffk' zu Riga für des Qrdeos 
Beschwerung mit dem Banne ztf schützen. Dagegen saumeten sich die Ordens Brüder aodi 
•ieht^ sondern sandten Uire CFesandten gleichfals an den Pabst ihm anzuzeigen, was der gantsen 
Christenheit dran gelegen und was mercklicher Nutze derselben daraus erwachsen konte, dafs 
man das Rigische Ertz-Stiift dem Orden beyfügte und mit ihm vereinigte; dadurch würde dies . 



— ^ 16» 

Ln^ 9^ itfimd TerffieOet, desto dillger lud friedsamer Terbkiben, alf o dafli weder die RenfaeD 
■oeh Ltttaner Ljflande «cbadea möehten; dagegen aber, wenn die Stände lertbeilet nnd daa 
Lud ipaltig wire, konte et von den Feinden deato lek&ter beachidigt nnd überfallen werden» 
brta an aagen, aie woaten ilire Sadie ao wo! Toisnbringen nnd anacnatreichen, .dafa aie den 
Ptbat anf ihre Seite gewonnen, welcher den Brts-BiachoiF fein nnvennerckt abschaffte nnd ihn 
aan Patriarchen in Litianen machte,-''') und einm Bmder Tentadiea Ordena, mit Nahmen' Johmn 
Tan Wallenr-ode» dea Hoehmeiatera in Prenfaen Binder, oder Vetter, aeioer'Oebnrt ein Fran<^, 
aoB Erti-Biachoffe in Riga f erordnet Etliche melden, ea hatten die Ordena-Brüder den Pabai 
daanhfai mit 15000 Gfilden beatdchen, nnd also anf ihre Seite gebracht Ala aber etliche Thnm- 
bcR«a imd die Tomehmbaten ron dea Erts-Stiffka Bitterachaffl yennercketen, daA der Tentachn 
CMaa, dnrdi die vielfeltig eingeführte adiehibare Argumenten, womit aie den Pabst snr Ein^ 
aela- und Bestätigung Torgemddten Erti-Biachoffea bewogen, nur dieia geaachet, dafa aie daa 
Krts-Bisdionhum Riga unter ihren Orden, nnd also die Blajoritat und Hoheit, ao die Erts-Bi« 
adioffe Torhin Je und alle Wege fiber Lyfland gehabt, unter dem Hochmeiater und aeinen Orden 
biiagen moditen: aetaten aie aich heftig dawieder, und weiten den Erts-Biachoff kelnea Weg^ 
aandunen, weniger ihm huldigen und achweren. Der Erts-Biachoff griff durch dea Ordena-HuUEe 
& Sache mit Gewalt an; worftber dann swiachen ihm und der Rittersdiaffi dea Erts-Stifflea, 
aoaderlidi aber Hm. Bartholomaeo und Hrn. Johan von Tyaenhansen, Rittern, (mit wel« 
dien ▼orhin etlidie Erta-Bischöffo wegen dea Schlofaea Kockenhauaen nicht allerdings eisdg 
gewesen) grofser Zwiat und Undnigkdt entstanden, denen er dann mit des Ordena Hülffe so 
heftig flugcsetset, dafa er ihnen die beyde Schlöfaer Kockenhauaen und Beraon nahm, aiip 
selbst aber muaten aich ins Stifft Dorpat, dwo aie ihre beate und meiste Gfitter hatten, begeben, 
bn Jahr 1804 ist Woldemar tou BrÜggeney der SOste Mdater Tentschea Ordena bk 
Lyfland wordeo. (Ruaaou aber aetset adne Antretung som Mdsterthum 2 Jahr l&ger ans.'^'^) 
Sdbigen Jahrea atarb auch der Hochmdster Conrad Ton. Wallenrode am Tage JacobL 
An aehe Stelle wurde der XXII. Hochmeiater Conrad von Jungingen, dn frommer gotts-* 
fiirditiger und frid^amer Herr, erwehlet, wdcher dea folgenden ISOSsten Jahrea die Regirung 
antrat Zu wdcher Zdt die Stiffla-Ritteradiafft zu Dorpt aich mit den Pleakowitischen ReuTsen 
■nd Littauem wieder den Ertz-Biscboff und den Orden Terbunden, welche ihnen auch bald an 
ffiiUr kamen und daa Land an Terheeren anfingen. Soichea an wehren, rilatete'der Herr Meister 
Woldemar tou Brfiggeney rieh nach iurserstem Vermögen und trieb den Feind wieder ana 
daaa Lande; wiewol aoldiea nicht ohn mercklichen Schaden beyder Jheile geschehen. Endlich 
beafOhete ddi der Hochmeister, nebst dem Bitfchoffe Ton Pomesen, einem Hertsogen von Lieg- 
ntts, md andern Herren mehr, die Strdtigkdt swiachen dem Erta-Bischoff und der Ritterschsfft 



*) Arndt behauptet ant Urknaden, daßi er Patriarch Ton Antiocbien geworden fcy. LItL Chronik Th.1. 
8. 124. 129. 
«•> In der lotsten Ansgabo leiner Chronik (Bart 1584. 4. B1..1X) hat er eheniSilIt dai Jdir 1894. Nach 
den Torhandenen Urkunden aber mnft dieter Meiiter fdion 1882 re^^eret haben. 8. Index oorp. 
hist dipL Lir. Bd. 1. 8. 121. 128. Nro. 488. 488. 



— ^ IM 

In der Gflte beyndegen. Vell aber die Stelle durch gMBche Unterhandelimg nicbt vergBdieo 
werden konte, bewilligten beyde Theile in eine Compromifi, und wurden der Biachoff rmi 
Bnunschweig'*'), Dorpt und die Stadt Lübeck bu Compromiflearien Termoget und erbeten, dnrdi 
welche die8elbi|e Sache dergestalt gantslich beygelegt und rertragen wurde, daCi eratilch alle 
Entwichene TonAdel wiedenunb ins Erts-Stlfll kommen, den Erta-BischoiT Tor iluren Herrn erkea- ' 
nen und ihre Gütter nach wie yor beslteen selten $ su dem soite der Erti-Bischoff denen Hem 
Bartholomaeo und Johan von Tyaenhansen das Schlofa Berson wieder abtreten uad 
das Schlofa Erla, wie es augefangeo, ToUendB aufiubauen gestatten. Die bejdb Ritter aber 
▼on Tysenhauaen aolten hinwider ihre' habende Gerechtigkeit an Kokenhausen gintsiidi 
bllen lafsen, dem Erta-BischolTe und seinen Nadikommen abstdien und übergeben; dagegen aber 
an andern ihnei^ gelegenen ^rtern mit Land-^ütem befriediget werden. Gesiihehen au Dantiig 
Anno UO^ den 4 Jniy. 

Umb selbige Zeit war überall in den See-StSdten riel m Ihun, woiu die Yictualiei^ 
Brüder Anlafs gaben, wel«^ die See unsicher machten und die Handlung durch ihre Rauberej 
dergestalt hinderten, dafs endlich die See-Städte solches mit Gewalt xu steuern yemrsachet 
wurden. Per Anfimg dieaer Bauberey entstund aus folgender Ursach: Hertaog Alb recht am 
Mechelburg, welcher von den Schweden in ihrem König erhoben war, geriethe mit der K^ 
nl^ in* Danmarcken und Norwegen, Margaretha, in Streitigkeit, und folgend auiii öffeadi- 
Aen Krieg. Da er Ihr eine Schlacht lieferte, wurde er geschlagen und nebst seinoa Soba 
Erichenund HeHaog Johan Ton S targar d gefangen, in welcher Gefengnis er 7 Jahr tos- 
harren muste: auch fielen die Stande in Schweden aiuf der Konigin in Dinmarcken Seite, weil 
König Alb recht sich durch übele Regirung und Verschmalening der Sdiwedischen Unterthanea 
PriTÜegien bey denselben gehafslg gemacht hatte. Hertaog Johan Von Stargard wurde seitig 
iofsgeiaas^: der strebte mit grofser Macht damadi, wie er sdnen gefangenen Vetter, den 
König in Schweden, wieder lofs machen konte. Und weil er in der Güte nichts ausrichten konte, 
wolte era mit Krieg rersuchen, rüstete derhalben und sprach die Rostocher und WUimisrer 
auf, setile sich init ihnen xu Schiff, streiffete auf Bomholm und Gottland, kam dmien Bela- 
gerten au Stockholm, .die es allein mit dem König hielten, wieder die Dänen zuHülff und erhielte 
endlich einen Stillstand der Waffen. . 

Butler Weil liefsea die Ton Rostock und Wlfsmar, mit Vorwlfsen des LandsfursteBi 
ausruifen, so jemand Lust hätte, auf freye Beute und sein eigen Ebentheur u|^d Unkosten, snf 
Schweden, Dänmarcken und Norwegen au rauben, möchte sich derselbe angeben, und selten sie 
frey haben, die geraubte Gntter su Rubenits und Golwits lu Tcricauffen. Drauf achlug^sicll 
allerhand Hundea-Gesindlein, die weder mr Arbeit, noch anders wosn Lust hatten, aus allen 
Orten ausammen* Und weil der Nähme der See-Räuber allen gehefsig war, nannten sie sich 
Victualien« oder Yitalien-Brüder. Denn anfanglich sprachen sie den SeefSüirenden Mann aar 
lunb Vietnalien an, wer es ihnen nicht gern feben wolte, dem nahmen sie es mit Gewalt la 
den Nordischen Königreichen thaten sie mit Einfallen und Bauben frofsen Schaden und wurden 



*) Nicht Ton Braantchwdlg, soadera Toa Biauuiberg oder Enndiaad. 



167 

snleM «n Schiff andVolek lo iiiacli%, daß sie Gottfand theilü dareb MadEit, thefls dkirchVer- 
ildierej eroberten^ sich datelbit dnntatelten, und draaf in die See weit und breit streiffeten, 
lAoileteii auch derUnschnldigea nicht, aondern ea gdt bey ihnen Frennd oder Feind gkich viel. 
Wie de denn anch denen Tan Dantiig etliche Sduffe genonunen, und aonsten nicht wenig Sehn- 
te gelhan, Dieaea weite der Hochmeiater nicht länger ansehen; aondern riiatete defafab eine 
Armee ron 4000 BUnn^ fiel damit Anna ISO? in Gottland, nahm die Insnl ebi, lielk die Ranber, 
•0 fld er ertappen kante, mit dem Schwert atraffen^ 

Da nn aolche Zeitung f&r KSnig Albreehten, der damahla der Gefangnia bereita entTe- 
ögdi gelangte, begab er aich in ^renfsen und beklagte aich fiber die Ordena-Herren, data de 
flta sein Land emgenommea, nnd begehrte, dab ea ihm wieder smgeatellet werden mSchte; 
oder da aie ea endlidi für aich behalten wollen, ihm .ein BiM%ea davor biegen,, nnd aladann 
mit gutem Recht beaitsen und gebrauchen aolteiw Die Ordena-Herren aber wandten dagegen 
IBr, aie hitfen daa Land ron öffenüiahen Feinden nnd See-Banbem mit* dem Schwert erobert, 
da ea nidit mehr in dea KSniga Gewalt gewesen: daher aie ea yermoge aller Yölcker Recht mit 
guton Titol beaäfsen, und nidit achuldlg wären, dafaeibe wieder abautreten. Alao sog der 
König diea Mahl unTcrriditeter Sadhe wieder nach HauTa, nnd behielten die Ordena-Brüdev die 
hsulnoch efaiige lahr darnach, bis aie sie, auf Keyaera Wencealawen Unterhandlung, der 
Shiigin Margarethen iur 9000 Roaonobd abtraten, wem die Schweden, weU das Land ?ott 
Aitara her unter das Reich gehSret, das Geld durch gemeine Contribntion zuwege, brachten» 

DieVitalien-Brnder aber wurden durch obgedachte Eroberung der Insul Gottland nicht 
gedinipfföt; aondern nahmen. Je länger. Je mehr, ao wol in der Ost- ala West-See, über-Hand. 
WeQ anch damahla die Friefaländer mit den Holländern Krieg fthrten, hatten die YitaUen- 
Briider die Frielaländiache Kante mm Schuts, und untar dein Schein dieses Krieges misten 
ladk viel Kauflent Schiffe nnd Gtttter aua den Wendiachen Städten Haar lassen. Unter andern,^ 
via Crantina^) meldet, ward ein Schiff von Reval mit unaäglich- grofe- und koatbarem Gntt, 
ab FeU Werek, tfacha nnd Kupfer beladen, von ihnen anfgefiiogen. Weil aie aber den Werth 
saldier Gatter nicht ao- bald wifsen konten, baten die,, ao auf dem Schiff waren, den Obristen 
da Frejbenter, dafs, weil de doch die ihnen abgenommenen Gütter an terkliuffen gedächten, 
fte Omen den imhwn Kanff deradben nnd was aonst ein ander drana machen konte, Ter- 
gSanen mochten. Solchea wurde ihnen gegen Erlegung 8000 Rosonobel aragelafiNfli; da sich 
ladi diese Summ kawt auf den fiinfften Theil gegen den rechten Werth der Waaren beliet 
Sczhalbai aie das Geld, dem Begehren nach, gutwillig erlegten.^ 

Wie aber die Städte aolahen Muthwillen nidit länger ansehen konten, bfelten aie im Jahr 
1108 auf Ostern in Lübeck eine Zasammenkunfft, berathsfhiugen sieh, wie sie die See Ton den 
Klobem befreyen möchten^. Zu dem Ende Terpffichteten sie 4ch, einander getreulig beyan- 
ildien, nnd ana Lübeck, Bantzig. und den Lyfländlschen Städten ihre beatfen nnd gröfaesten 
Sdüffe mit einer Anzahl gewapneter Kriegsleute in die See an bringen. Wie dann*aolchas fwar 
gesdidien; aber wegen der Uneiidgkeit, ao folgends awischan den Bantaigem und Lübeckern 



») Tandalia Kb.O. car-tf^ 



. .t^^^ MB — •— » *^ 

aitfliund, wurde wenig^ fraehtbarlichet ungerichtet, bis diese Vitellen-Brüder, die dch nb 
leiste nieht ako, eondem Linckenländer wannten , ven den Htmburgen etUche Jahr daiaadk 
gedämpfet wurden, welches, weil es an nnserm Vorhaben nkht gehöret, nnd der Leser bej 
den Wendisch- nnd Prenbischen Geschichten davon wettUnftigem Bericht haben kan, halle jcb 
Tor unnötig, solches alhie einstifuhren. 

Unterdefsen war es mit den Uttanern eine Weile still gewesen, weil die Ordens Usmn 
anderweit su thon hatten, nnd sich selbst eines Krieges mit diesen befahret^n. 

Numehr aber fielen sie Anno 14M mit swey Hanffen, aus Prenfsen nnd Lyfiand sngieicli 
In Littaoen, Tomehmblich auf Antrieb des Switrigallen, der ein Bmdev des Königs Jagel- 
lonis war, nnd weil er seinem Vetter Vitolden, Grorsfürsten in Littanen nidit trauete, ?f»c 
Ihm gellohen war. Vit cid könte anfSngUch dieser Streifiimg so bald nieht begegnen; da aber 
die Ordens-Herren abgezogen waren, folgte er den Lyflindem nnTorsehens nach, trieb sie ia 
die Flacht, Terheerte das Land nnd'eroberte die Stadt nnd das Schiofs Döneburg, welche er 
plünderte nnd In Grund Terbranntei sog also ohne Hindernis dieses mahl mit sdiwerem Baabe 
und Tiel tausend Gefangnen davon. Aber die Ordens-Herren samleten* bald darauf ihr Vokk 
aus b^den Lindern, rudLten in Littanen nnd besogen Vitolden Land, worinnen sie ebener 
MaaOien, wo nicht grausamer, hausirten, als er sich in Lyfland erwiesen hatte, nalunea ansh 
eine grofse Ansahl der Menschen gefangen, damit sie die ihrigen durch Abwedisinng desto ehe 
Tou Vitolden auf freyen Fus stellen könten. 

Solches thate dem König Jagelloni, oder VUdislaTen, sehr wehe, und gedachle, 
diesem' Unheil, damit beyden Theilen nidits gdiolffen war, in der Zeit Tonukommen: forderte 
derhalben seinen Brudc^ Switrigallen wieder anhehn, besahlete den Ordens-Herm eine staW 
liehe Summa Geldes, so er vor angewandte Kriegs-Unkosten war schuldig blieben, und rersahe 
.Ihn inPodollien mit Gütern und Woywodschaften. Zu dem berahmete er mit den Ordens Herren 
des folgenden 14Mten Jahrs einen Tag s;u Radsis, alda ein Friede dergestalt genchlorsen 
ward, daCs der König Dobrin von den Ordens-Herren f&r SOMO Gulden einlösen; dagegen aber 
Samoiten ihnen gSntxIich dnränmen, und der Orden hinwieder sich aller Gerechtigkeit an Lit» 
tauen begeben solte: auch selten die Ordens-Herren Niemand gestatten, durch Ihre Lande ebilge 
Völcker auf Littauen zu führen, sie auch selbst ohn.Zulas des Königes nicht dahin sieheo, aud^ 
niemand aus Littauen, der Terwlesen oder entlauffen wäre, hegen, hausen oder schütsen, und 
alle Commerden und Kaufimannschalften swischen Littauen und Prenfsen frey und ungehindert 
seyn und bleiben. Zu solcher Meinung war der Friede damahl beschlofsen, hat aber kdnea 
langen Bestand gehabt 

Im selben Jahr, wie Russen will,'*') ist Conrad Ton Vie tinghoff sum Heister In 
Lyfland erwehlet worden, welcher In der Ordnung der XXX. gewesen. Chytraeus'^) aber 
macht ihn 2 Jahr älter, welches, weil Ton beyden Seiten kefai Beweifs dabey ist, ich daheim 



*) Diefii ist nur Ton den entea Aufgaben feiner Chronik su verstehen; in der letzten hat er andi 4m 

nhr 1402. 
^> Sacfaff en Chronica Tb. 1. S. 28. 



itoUfi. Im andern Jahr aelaev Ragimng, weO mtenchiedeae MifsMnche unler dem Orden ei^ 
geriTfeBvnnd der Hoehmeisler in Prenasen, Conrad yon Jungingen, keine Last mm JMege 
hitle, sondern aleh ylelmehr nmb gute Poiioey nnd Ordminge befliefse, haben die Ordens-Herrea 
fM Prenfaen nnd Lyflmid ein Capittel gehalten, nnd theila vorige Ordnung wieder emenreti 
tbeilt Terbefaert nnd folgender Gestalt angelegt: 

1. Selten die Ampter des Landes Niemanden Terlehnet werden, der nicht ein Bruder des 

Ordens wäre. 
1 Dab kein Ritter-Bruder mehr denn !• Pferde, und kein Commendator m^ demi 100 

Pferde halten solte, anfserhalb den Pferden, die snm Ackerban gebrauchet würden. 
twDafs Niemand Oewehr, Waffen oder Geschofs über Land führen solte, anfserhalb den 

Uttermefsigai Leuten. 
4 Bafs an Jeden Fejertagen aus Jedem Haufs anm wenigsten eine Person sur Kirchen und 

Gottesdienst kommen solte. 
S. Balii kein Yemrtheilteir, ehe er gebuchtet hatte und mit dem H. Sacrament berichtet 

were, aolte abgethan werden. 
C Dais die Warsager, Zauberer und andere TeuffelsKünsitler lebendig mit Feur selten 

▼erlmnnt werden. 
7. Bals die Wercken und Gülden nicht mehr als einmabl im Jahr ihre Zusammenkunffl 

halten aolten« 
BLBafs Jedem freystehen solle, sein entlauffen Gesinde lu suchen, au hohlen und au 

greillen, wo es gleich anautreffen. 
9, So ebk yerachteter Mann aus Muthwillen in der Acht Terharrete, und dch mit Recht 
nicht aussieben weite, dafs derselbe TOgelfirey seyn solle, und der ihn beschad^te oder 
umbbrichte, kehie Noth leiden dürffte. 

10. Bafii Niemand an heyliger Stelle kein Unfug begehen aolte, bey Verlust Leibes und 
Gutes, nach Gestalt der Sadien und Verbrechen. 

11. Wer jemand an heyliger Stelle schlüge oder Terwundete, der aol der Faust bestanden seyn. 
11 Bafs die Handwercker ein Jeder sein Werck mercken solte, dabey die Faischerey au 

erkennen. 
IS. Wer eine Jungfrau entführet, es geschehe mit oder wieder ihren Willen, dafs der an 
langen Tagen des Landes solte Terwiesen werden: wo die Jungfer drein Terwilligt bitte, 
solte sie ihrer erblichen Güter Terlustig seyn. 
14 Wer eine Jungfrau nothiüchtiget, der sol sie sur Ehe nehmen, oder seines Hauptes Ter- 
lustig seyn. 
U. Wer seinem Pfarrhern den Zehenden su geben weigert, der sol vor Ehrlofs gehalten 

nnd in kein Gericht su Rechte verstattet werden. 

fia bt auch faat zur selben Zeit die Wracke in . den . Stidten dergestalt aufkommen, dafs 

laf gemeiner Tagfahrt sich die Bantzig- und Künigsberger beUagten, wie die Waaren, so aua 

dem Lande über See geschicket, durch denKlufer oftmahls geschmälert, und der Verkiufer 

didurch of tmahl betrogen würde;, defsen Schuld wurde etlichen Eigennützigen und Betrügern, 

l.Bd. tt 



170 — 

so aaberhalb der Hamiig ihre Wsaren abfchUReii, sngemergen. Oerbalben ward ans gemdaem 
ScUufs Terordaet, ^afg. hinführo io den See-Stidteu geachwome Leute aolten geaetst werden, 
die alle an- und eingeführte Waaren, ehe dann sie anaschiffeten, auf ihr Ejd probiren und 
wracken selten, die Bürger und Frembden an gleicher Verlust und Gewinst^ und so die Wairea 
nicht Yolkommener Güte weren, solte der Blangel dem Verküuffer an Kanfgeld abgeschlageo 
werden, ein Wrack, zwey vor eins, und do Wrad^a Wradk, Tier für eins au rechnen, oder wie 
sich sonsten der Käuff- und Verkauffer defsfalls yergleichen möchten, falsche Waaren aber solteo 
mit des Yerkauffers Schaden yerbrannt werden. 

Nachdem, aufolge obgedachter Friedena-Haodlung das Land Samoiten den Ordens-Henra 
eingeraumet worden, waren die Samoiten mit der neuen Regirung übel zufrieden, und tradktetea 
die Bojaren oder Edeüente dea Landes, auf allerhand Weiae, wie sie wieder unter die Lit- 
tauer kommen möchten, unangeaehen, dafs sie viel ertrigUoher unter dem. Orden, als jeaen 
leben konten. 

Ea war damahl der Land-Commendator In Samoiten^ Nahmens Martialis von Helffea« 
bach, ein emsthaffter Mann, welcher, nachdem er einige Bojaren der Verraterey überwiesen, 
aelbige gef englich einsiehen, und endlich mit dem Schwert hinrichten Uefa« Dadurch worden 
die übrigen noch mehr Terbittert, welches, da ea der Land-Commendator rermerckte, er sie 
durch gute Wort und ausführliche Unterrichtung au besänfftigen gedachte, und daher die Tor* 
nehmste Bojaren Anno 1406 zusammenfordern liefs, denen er die Ursach der achuldigea Bojiiea 
Enthauptung, nebst Erbietung aller Güt^^keit gegen die andern, durch einen Dollmetscher aa- 
kündigen liefs; der aber ein ehrrergefsner verrätherischer Bube war, und beyder Parten Worte 
zum übelaten, imd alles an dem Ende yerdrehete, dafs die Verbitterung unter ihnen nur desto 
gröfser wurde, und der Land-Commendator die Torhandene Bojaren auf dem Haufa Friede« 
bürg alle gefänglich einziehen liefs. 

Es war aber der Kerkermeister ein Schein-Christ und dem Heydenthum mehr, zugethin; 
derhalben auch die Samoitischen Bojaren leicht zu thun hatten, durch aeine Hülffe zu eni» 
kommen, da sie in ^er Nacht, als die Teutschen im tiefsten Schlaff waren, den Land-Commen- 
datorn mit allem seinem Voldc, so auf dem Schlofs war, ermordeten. Samleten darnach mdir 
Volcks und zogen für das Hanfs Tobisehaine, welches sie «uch durch Verratherey eroberteit 
und darnach in Grund Terbrannten. Solche Verratherey zu straffen, zog der Herr Meister aas 
Lyfland gegen die Samoiten, welche sich alzn schwach zum Wiederstand befunden: ersuehtea 
derhalben Vitol den umb Hülffe, der aich aber dieser Sachen mit Ehren nicht annehmen konte: 
daher der Herr Meister desto mindere Mühe hatte, seines Willens au Tcrfahren, und lieb die 
aufrührische Bojaren m'ehrentheils hinrichten, auch die. zerstörten Hauser nebst andern mehr 
aufrichten, die Einwohner dadurch desto befser in Zwang zu halten. 

Anno 1407, als Johan Oke Bischoff zu Reval war, wurde daa herrlidie Kloster Marien- 
thal, St. Brigitten Ordens, eine kleine Meli Weges von der Stadt Reval, zu bauen angefSugen, 
▼on drey vermögenden Kauffleuten, Henrich Schwalberg, welcher der Baumeister gewesen, 
Henrich Hüxer und Gerl^eh Kruae, welche alle ihre Güter dazu gaben und Brüder des 
Klosters wurden, daran sie 20 Jahr gebanet haben. Dafs aber, wie etliche in der irrigen Hey« 



— m — 

BMg ftecken, dag Closter allein« Ton den Bütteln dieser oibgedachten dreyen Kaufflente sey 
rerfertiget, solches hat keiaen Grnnd; denn, dafs nicht aliein die Croi|^ Schweden, sondern auch 
die Ritterschafft und die Stadt Reral dazu geholffen, bexeugen dieÄbUrsin, Priorin und gemeine 
Comrents-Schwestem selbigen Closters, in einem an den König Erich den 14ten Ton Schweden, 
U61 Dienstags nach lacobl datirten Schreiben mit folgenden Worten: 

"Dan dewyle dit Closter nth demRycke to Schweden anfiilglick gestifftet nnd gebnet worden, 
'mehr dann von dem &del edder dieser Stadt ReTal, so is dat christlick nnd natürlick, dat wy 
*ack daby Hülpe, Trost nnd Entsettinge socken nnd begehren etc^ 

Und warumb betten sie eben einer Schwedischen nnd frembden Franen, als-S« Brigitten, 
vdche erstTor wenig Jahren Tom Pabst Bonifacio OL canonicirt.nnd an andern Ortern kaum 
bdant wordM, xn Ehren dies herrliche nnd kostbare Closter gebanet, wenn nicht einige Schwe- 
deO| nnd. swar die vomemsten des Reichs, als ihre nechste Verwandten, daan mit Rath nnd 
IBttel gehollTeo. 

Im obgedachten.Jahr, Mitwochs nach Ostern, starb der lobliche Hochmeister Conrad 
Ton Jnngingen, xn defsen Zeiten der Orden im höchsten Flor gestanden, also, dafs die 
ordentliche Rente und Einkünffte, aufserhalb der anfälligen Schätzungen, sich über achtmahl 
bnadert tausend Rheinischer Gülden belauffen. Er liebete den Frieden, daher war er seinen 
Daterthanen lieb , den OrdensHerm aber nicht also, weil sie sich stets nachm Kriege sehneten, 
aad den Hochmeister wegen seines friedliebenden Gemüths hafseten nnd beschimplTeten: welches 
er flieh doch nicht anfechten liefs, sondern ihnen wahr gnug weissagte, dafs sie nach seinem 
Tode mehr Kriegs haben würden, als ihnen wol lieb seyn dörffte. Dmmb war er auch gnug 
io seinem Leisten bekümmert umb den Successom, nnd forderte die Vornembsten heimlich xn 
rieh, welche er wamete^ dafs sie nicht seinen Bruder, oder Vetter, Ulrich von Jnngingen, 
IB seine Stelle wehlen selten; denn er besorgte, dafs dieser, wegen seines unruhigen Gemüts, 
mit den Pohlen ein solch Spiel anfangen wütde, dafs dem Orden xum grofsesten Unglück aus- 
flcSiiagen dürffte« Und wie wol sie ihm solches ansagten, hielten sie es dennoch nicht befser, 
•b dafs sie den drauf folgenden Sontag nach Johannis Baptistae erwehnten. seinen Bruder, oder 
fieknehr Bruders Sohn, xum Hochmeister erkohren. Dieser war ein stoltxer, hochtrabender 
Herr, der nach nichts höhers ein Verlangen trug, als nach dem Kriege mit Pohlen. Daher er 
Bfldi also bald nach Antretung seiner Regirung unter dem Schein, als selten die Samoiten, auf 
Aaitiftung Vitolden, mit gutem Willen und Vorwifsen des Königes in Pohlen, wieder den 
Orden rebelliret haben, in Littanen einfiel, und thäte daselbst grofsen Schaden, weil Niemand 
lidi defsen Tersehen nnd^also sich znm Wiederstand bette bereiten können« Und ob xwar König 
Jsgello, oder Vladislaus, die OrdensHerm durch allerhand billige MitUl xnfrieden sprechen 
wolte, was es doch bey ihnen, die nur auf den Krieg Terpicht, alles Tcrgebens nnd umbsonst 

Unterdefsen hatten die Lyfiandischen OrdensHerren^mit den Reufsen zu thun* Daher der 
Herr Meister mit seinem Volck ins Pleskanische Fürstenthum ruckte, da er mit den Reufsen 
bey dem Wafser Modda xum Treffen gerieth, und erlegte ihrer bey 7000, derer Tiel ins Wafser 
gedrungen wurden, dafs sie ersauffen musten. Wie nun der Herr Meister nach solchem Siege 
in Werde war, dem Feinde nachanfoigen, wurde er von dem Hochmeister daselbst denen Preufsen 



- — r» — 

m Hülffe wieder die Fohlen «nd Littaüer abgefordert Denn es hatte toiwischen nnibs Jahi 
1409 der Grofsfurst aus LitUaen, Vitoldeo, ihnen ganta Samoiten abgewonnen, nnd weil 
weder diese« noch des Königs gutes Erbieten an friedliche Mittel bey dem Hochmeister etwii 
heiffen wolte, machten sich die Fohlen nnd Littaüer, mit Hnlffe der Reussen nnd TarUm, 
Anno 1410 ins Land, eroberten Gilgenburg, damahl, eine wolhabende Stadt, welche sie aus* 
plünderten nnd verbrannten; gingen darauf weiter auf Königsberg an, denen der Hochmeister 
den 15. Julij, bey dem Dorff Tannen her g, begegnete. Da ging die Sdüacht aum heftigsten 
an, und ob swar die Ordens -Brüder tapfer gnng stritten, wolte es doch in die Linge niclit 
heiffen, weO ihnen der Feind an der Menge überlegen war und allaeit fatft 8 Mann euien hatten, 
auch gute Gelegenheit das Volck absnwechseln nnd frische ausgeruhete wieder anzofnfaren. Da- 
durch wurde das Ordens -Volck auf die Flucht gebracht, nachdem thrpr bey 40000 Mann auf 
der Wahlstadt geblieben, unter welchen auch der Hochmeister selbst, der Grofs-Commendator, 
der Marschall, der oberste Spittier, etliche Commendatoren und 600 Ritter-Brüder waren* Anf 
des Königs Seiten, vermeinet man, solle wol noch so viel Yolcks, als des Ordens geblieben 
seyn; sumahlen von Einhundert swey und sechzig tausend Mann kaum der halbe Theil lebendig 
davon kommen. 

Bald darauf aogqn dielPoblen vor Marienburg und hielt ens fünf Monath belagert, aahmea 
immittelst einige kleine Städte ein durch gntwillige- Debergabe. Weil aber ein Gerücht erschall, 
dafs die Ungarn in Fohlen eingefallen waren, auch der Herr Meister in Lyfland, Conrad von 
Tietinghoff, mit einem ansehnlichen Volck dem Orden zu Hülff kam, gaben die Fohlen Ot 
Belagerung auf ^ und sogen davon. 

Umb Martini hielten die Gebietiger und OrdensHerren ein öffentlich Capittd, einen nenen 
Hodimeister sü erwehlen. Es waren aber des grofsen Adels nidit mehr deim drey überblieben, 
nemlich: Henrich ReuCs, Graff von Plawen, Commendator zu Schwetzo, Michel von 
Sternbergy Ffleger auf Meu-Marck, und Henrich Reufs, ein Graff von Flawen, des 
öbgedachten Vetter, Commendator zu Dantsig, welche alle drey nach dem Hochmelster-Anqit 
trachteten. Da nn die andern Ordens-Brüder ihre Stimme geben selten, überlieCsen sie aus ein- 
helligem Schlnfs die gantze Wahl den drey öbgedachten, mit solcher Verpflichtung, dafs, wel- 
chen sie erwehlen würden, denselben weiten sie audi vor ihren Herrn und Hochmeister erkennen. 
Diese aber gedachten der Sache eine Weile nach; endlich wurden die beyden jüngere eini^ 
dafs sie dem. ältesten, Henrich Reüfs von Plawen, die Wahl gantz und gar anheim stellen 
woUen« Denn weil sie nicht gedachten, er würde so unverschmabt seyn nnd rieh selb^ erwehlen, 
hoffete ein jeder von diesen zweyen, der eine; weil er älter, der andere, weil er des Erwehlers 
Vetter war, erkohren zu werden. Solches mefckte der dritte, gedachte ihnen wieder eine Nase 
in drehen und List mit List zu vergelten. Auf bestimmtem Wahltage, als die gewonliche GeiS' 
monien gehalten worden, fragte er die Brüder ingesampt: ob sie nicht ihm und den andern 
beyden volkomliche Macht gegeben hetten, einen Hochmeister z« wehlenf worauf sie alle mit 
la antworteten; darnach' fragte er die andern beyden: ob sie ihm nicht aus voriger Bfacht dh 
Walü allein gegeben hätten und den Hochmeister genehm haben weiten, welchen er erwehlen 



_ m _ 

wMef welches lie aueh bejdieteo. Ditnif sprach er: welchem idi das Velam (das war der 
Hodimeisters ESnlileidüng) umbhangeii werde, der soll Hochmeister seyn; nahm es also vom 
Altur mid hing es selber nmb steh, mit diesen Worten: Ynd ich, Henrich Renfs , GralT Ton 
Piawen, in Bfacfat und Kraft euer alier Bewilligung, erwelile mich selbsten lom Hochmeister, 
df den idi Tor allen andern am tüchtigsten erkenne. Bath dranf die andern, sie selten üA 
sieht fagnm^ ddm er wüste selber, mit was Trea er dem Orden sugethan; wie es aber die 
aadem meineten, könne er nicht wifsen, sie selten also ihm, als ihrem Herrn, ihre Pflicht 
kUoL Die Brüder sahen einander ülier solche Wahl seltsam an, besonders die beydd,. welche 
UUen mit wdüen soileik Allein geschehene Dinge stunden nicht sn endem, traten derhälben. 
daer nach dem andern hinan, nnd schwüren ihm, wie man dem Hochmeister an thnn pfleget 

Er führte aber das Regiment nicht dergestalt, dafs es den Ordena-Brüdem gefiel, sondern 
tbeie aoch an den Unterihanen grofse Gewalt und Tyranney. Daher sie ihn Anno 1413, nach- - 
jem er 3 Jahr Hochmeister gewesen, Yom Ampt setiten nnd gantser 7 Jahr zn Luchstädt in 
Terhafil hielten, alda er auch sein Leben endigte, nnd wurde zn Marienburg begraben. 

Nach ihm folgte der XXV. Hochmeister, Michael Ton Sternberg, sonst Küchen- 
■eiste r genannt, von dem neulidi gedacht, dafs er auch einer unter den 3 obgemeldten 
gsweseh. Er war ein grofser, ansehnlicher, und emsthaffter Herr, wie auch nicht von gerin- 
gen Verstand» Zu seiner Zeit wurde erstlich diese Ordnung gemacht, dafs kein. Hochmeister 
diiige Gesetze stiften, noch einen Krieg oder sonst etwas neues anfangen solte, ohn Einwilli* 
gnng deo Terordneten Raths Ton Land- und Städten, welcher bestehen sol von 4 Ordens-Herm, 
Kl der Tomehmbsten Ton Adel und S Rathmannem aus jeder dieser Städte, als Dantzig, 
Tboren, Klbing, Königsberg und Cuinu Dieses war zwar ehi. heilsames Mittel, das Land 
bejrm Wolatand zu erhalten, und der OrdensHerro eigensinnigen Muthwillen einzuziehen, allein 
die Uneinigkeit unter ihnen stifftete mehr Übds als Frommens, dab auch der Orden drüber 
gutta zu Grunde ging. 

Ln Jahr 1414 wurde Dietrich Turcke der XXXI. Meister in Lyiland, welcher in gniem 
Fiieden 4 Jahr das Land regirte. Selbigen Jahrs fing das Concilium zu Kostnitz an, welches 
ins Tierdte Jalir wirete. Dahin begab sich auch der ErtE-Bischoff Yon Riga, Johann tou Wal- 
learode, mit ISQ Pferden, darüber das Ertz-Stifft in grofse Schulden gesetzt wurde« Im sei- 
Mgen OondJid, Anno 1417, hat derselbe Ertz-BischolF den Torgedachten Hrn. Bartholomaei 
«ad Johannis Söhnen, Hrn. Engelbrecht und Hm. Peter, Rittern, und allen ihren Vettern 
des Nahmenn und des Gkschlechts von Tjsenhausen, unter seinem und des Capittek Siegel, 
die gesambte Hand oder Stamm-Lehns Gerechtigkeit gegeben oder yerlehnet, dergestalt, dafs 
ife alle die Oütter, welche sie zu der Zeit gehabt, oder noch ferner ihre Kinder und Kinds- 
Kmder zu ewigen Zeiten recht und redlicher Weise an sich bringen, gewinnen und werben 
noditen, ihrer einer nach dem andern zn ewigen Zeiten erben solten. Wohingegen sie die Zu- 
ifrade, wegen der liegenden Gründe und Güter, so ihnen der Ertz-Bisdhoff für ihre an das 
Sdüob Kokenhauaen und dazu gehörigen Güter gehabte Gerechtigkeit, yermSge des Anno 
ÜBT geschehenen Vertrags, Tcrpflichtet gewesen, gintzUcb fallen zu Isafen, sich yerpflichteten. 



174 • 

Im leibigen Jahr ▼erlauschete er dai Erti-Stifft mit dem Biechoff xn Lntig, Johanne Habnndi,^) 
und nahm dagegen das Stifft Lnttig an, nachdem er in LyAand SS Jahr regiret hatte. 

Folgenden 1418. Jahres ward Siyert Ton Spanheim der XXXII. Meister in LyHand,^) 
welcher wehrend seiner 5jährigen Regirnng steten Krieg mit den Letten gef&hret. 

Der Hochmeister Michael Ton Sternberg, weil er ein gar alter Mann war und sich 
des vorstehenden Krieges nicht unterwinden dorffte, dandcte Anno lUXt in der Futen tomAmpt 
ah« hat darnach noch 2 Jahr gelebet, ist zu Dantsig gestorben nold su Marienbnrg begraben. 
Nach solcher Abdancknng wurde der XXYIste Hochmeister, Paul Fellitser Ton Rufsdorff, 
bisher gewesener Commendator lu Christburg, gewehlet, der ein frommer, Gottsfürchtiger Mann 
war undjBidi höchst angelegen seyn liefs, wol und friedlich su regiren. Wie wol ilm theüs die 
Nachbarn, sum Theil auch seine des Kriegs begierige Mitgebietiger, offt wieder seinen Willen 
cum Krieg nötigten. Es setzten iwar die meisten den Anfang seiner Regirung im Jahr 1410f 
«her Caspar Schüts In seiner Preufsischen Chronic^*'*') wiederleget solches mit Landes-Ro- 
cessen, welche ausdrücklich melden, dafs er Anno^ 1^22 auf Reminiscere sey erwehlet worden* 

DesJolgenden 142Ssten Jahres f) starb der Herr Meister in Lyfland, Sievert Ton Span- 
heim, eines gar elenden Todes, wie solches Cranilus in seiner Vandalia üb. IL Cap.2i und 
Paulus von jBitien Iih.S. Ethices, Cap.l5. und aus ihm EccleusS. in schien sonderbaren 
Kpiiteln 40. leugen. Denn wie er eine Heyrath zwischen einem Kaufgeselien und einer Diine^ 
die er beschwingert, stifften weite, aber der Junge Gesell Unrath vermerckte, schlug er diese 
Heyrath ab. Solches Tcrdrofs so woi dem Herr Meister als der Dirne, und gedachten wd 
Mittel und Wege, diese Schmach su Hchen; derowegen sie ihn eines be^ngenen Diebstahls tot 
dem Herr Meister beschuldigte und verklagte^ Darauf ihn der Herr Meister, unangesehen, dab 
der andere die That leugnete und seine Unschuld darsuthun sich erböte, sum Strange Terur- 
theilete, und alsofort hencken liefs. Da nun der unschuldige Ksufgesell den Tod vor A^gen 
sähe und merckete, dafs keine Rettung mehr Torhsnden, sagte er: Weil ich nun in dieser Well 
so unschuldig Terdammet bin, appellire, lade und fordere ich den Herr Meister hiemlt fnr dsa 
strenge Gericht Gottes, hmerhalb 14 Tagen slda su erscheinen. Rede und Antwort zu gebesi 

*) Johann Habuadi eihielt «war, nacMem Wallenrode Bifchof inuiLfittich geworden war» dis 
tembischöHücfao Wirdle In Riga; er'iit abor aidit, wie Hiirn sagt, Torher sellnt Bifchof tou Lil- 
Hch^ sondern Ton Chnr in GranbAnden gewesen. Arndt Th.2. S.1II. 

^0 Arndt aeigf InMiner UwL Chronik Th. &12S. Nota), dals er schon U16 regiert hatf und dnft an 
•ehon am 10. Oe^. 1419 Ordens -Meister war, beweist die Urkunde im Indes eorp. httt dipk JUv. 
Ifro.709., Bd.1. S.17L 

•^) Lib.S. Bi.128. 
f) Gadebnich bemerkt in feinen HtL Jahrbnchern TIlI., Abschn.2., S.6L, Notf), dab Hiftrn Abu 
Tpd diofof MeifCers Inf Jnhr 14K fetse; dlefe findet eich aber nnr in einigen Abfchriflen, ireldis 
iMi Tiden Stellen nicht mU der Orlghialhandfchrin ftberebikomaen. Die neifteu UvUndifcb« 6o» 
khichtfchreiber haben fibrigenf daf Hta 1424. Dietef scheint auch richtig: denn In e ner "TJTinio 
Tom ILAprU 1424 (f. Indes oorp. hifi. dipl. Lir. Bd.I. S.248. irro.1127.) bittet der HochmeUter den 
UtI. Landntarfchall, die Wahl einef neuen Meiften bif naeh Oetem anetehen sn Isafen, du er doch 
noch am L April an den Meister f elbf t gefchrieben hatte. 



176 

wimmb er mtdi so nnscbnldig babe imbbriiigeii latsen, und etn gerechtes ürthefl swi«cheii mir 
ind ihm sa erwarteo* Soldie Einladimg achtete der Herr Meister nicht, schlag sie in dea 
Vbd und brachte die Zeit mit allerhand Wollust an, die Melancholey in Tertreiben; aber anf 
dea IS Tag ward er plotslich kranck, nnd da er sähe, dafs er endlich fort mäste, ^rach er: 
Kr misse nnn erscheinen, er sehe den, der ihn geladen nnd dtiret hätte, vor sich stehen nnd 
sof ibn warten; Terstnmmlete nnd yerschiede bald darauf. Nicht lange darnach wurde die Dirne 
vegen öffenilicben Diebstahls nngeklaget, dennoch von etlichen verborget, da sie in Recht stehen 
mite. Allein es war ihr nicht gelegen, das Uriheil abinwärten, sondern sie liefs sidi dnQ 
Platte sdieeren nnd entkam in eines Monchens Habit nach Prenfsen« 

Nach obgedachten Herr Meisters Absterben ward der XXXIII. Meister inLyfland Zyse von 
Ratenberg. Rnssou setiet, dafs er 1^8 rar Regimng kommen, nachdem der. vorgehende 
Mditer 10 Jahre regiret; aber die hin nnd wieder in den Archiven noch befindliche original 
Docammten geben es gnngsam an den Tag, dafs Zyse von Rntenberg bereits Anno 1425 '^) 
fierr Meister gewesen. 

Anno 1424 ging der Erti-Bischeff in Riga, Johannea Habnndi, mit Tode ab^ welcher 
las Erti-Bischoffthom 7 Jahr regiret hat Nach ihm folgte der XIIL Erte-Bischoff in Riga, 
HeBBiBg Schärffenberg. Dieser war ein Bruder Tentschen Ordens gewesen; da er aber 
Kichoir wnrde, legte er den Orden wieder ab nnd gerieih defsfals ndt den Ordens Herrn in 
grofse Zwist und Uneinigkeit Der Erta-BischofF versammlete eine Zeit darnach seine Suffraga- 
liea in einem Concilio, da viel in Unterhaltunf^ der Stifter und Kirchen Wolfahrt beschlofs^n, 
md unter andern für gut befunden wnrde, dafs man den Pabstlichen Stuel wegen des elenden 
Eaitandes nnd ihrer Unterdrückung und Verfolgung von denjenigen, die sie in sdiütien verordnet 
Viren, berichten und umb Sefauti wieder solche feindliche Verfolger anhalten solte. Zu dieser 
•BgesteUeten Legation erwehlten sie den Thumherrn in Reval nnd Dorpt>mit etlidien CoUegen 
SSI jedem StifFte: denen gaben die Burgermeister von Dorpt 4nd Reval etliche ihrer Sihne mit, 
entweder die Stadt Rom in besehen, oder dne Zeitlang in Italien in studiren. Also log diese 
fiesebdiaffl, 16 Personen starck, 4 Wochen vor Ostern nach Grübln, von dannen mit ersten 
Schüfen nach Teutschland ra gehen, aber sie wurden daselbst von einem Ordens-Brnder, Nah-» 
Mas Gofswin von Aschenberg, übel iempfangen; denn nadidem er sie umbringet und be> 
sadit, auch die Briefe durchgelesen hatte, sie vor Verr&ther des Landes schalt, nnd ob de 
swar viel m Ihrer Entschuldigung vorbrachten, sich anf der Geistlidien, nbsonderlieh derer, so . 
aaA kom relseten, Freyheit berieffen, wurden sie nur drüber ausgelacht, ihnen all da« ihrige^ 
M sie in riner so langen Reise an Geld bey sich hatten, genommen, sie selbst nackend ani^e- 
segen, mit gebundenen Hinden und Fürsen ins Wafser Lybau unters Eyfs gestofsen und also 
jcmmerUch erwürget Solchen greulichen Mordes dnrffle sich der Ordens -Bruder in einem 
Sdireilien an die Bischöfe des Landes ganti unverschembter Weise rühmen, gleich hette ers 
aoch so wol ausgerichtet nnd dem Vaterlande aonderliehe Dienste dadnrdi geleistet 



*) Aach Ruflfow bat in 4er neuet^a Abgabe feiner Chronik, B1.19., eben ilieA Jahr. — Schon UM 
den 28. Mai war der neue Meitter gekoren, a. Ind. corp. hiit dlpL lAv. BdlL 8.290. Nro.1188. 



ImwrfWgen Jahr rerttoschete er d.,Erl^c,.«.. 

Folgenden 141& Jd,«« »^^ Sl"' " 

welcher wehrend .einer öjXfr'n B J"* ^°" 
»er Hochn.ei.ter Mleh?" f^Ts? ^'" 

J^tch solcher AM *L *'''"''"*' ^^* ^" i> 

« Hoicaer ÄbdanckoM wurde dpr ywi 
bisher ffewM4.»^ #^ »^urue aer XXV Im 

• gewesener Commeiidator m r i. ^ * . ^ 

■ ^C.? T"* «J» •et.ten .war .) 
„ . ' *^«» «« elenden Tode« J. 

aiiüelnndWeje, diese «chn,ad. 

dem Herr Mei.ter be^hnldigtc 

der .ndere die TUt leugnete 

»heüete „nd d,ofort hencl. 
-b*> nnd merckete, daf. kef, 
•• iinichuldig verdwnmet bi. 
•»nage Gericht Öotte», i 



1T4 



III 



*) Jokaan Habandi 
«riUididAiche Wür< 
Öcfc^ aoBdem toh f 
*•) Arndt «i^i^g, 
•dion am 10. De . 
W«». 7«9^ Bd. I s 
•~)I.n..t.B1.123. 
f) Oadebnach I, 
Tjod «liwe, M, 
#n Tiden S(. 
•cUehttcbn 
▼•« 11. Aj. 
KW. tan. 
weh am ' 





ITT 



:^. 



b^flle ^ntze Stadt Revtl, lampt demThnm ndd allen Kirchen und 

■ibisnnt: auch ist das Fenr aufserhalb der Stadt kommen, wodurch 

•i vielem Talck Terhrant seyn. Derhalben der Bbchoff von Reval, 

ndeii Jahres den Biadioffs-Hoff anfm Thnm wieder anffohroi lafaen« 

Melfiter Switrlgallen in Hülffe wieder in Llttaaen, der 

riader auszuwetzen. Nachdem er aber 12 Wochen alda gehanset, 

iilitm, Morden nnd Brennen verheeret hatte, wnrde er mit vielen 

d)i er auch auf der Rl&ckreise gegtorben. Es lafse sich aber 

von den Preureisch- und Ljflandischen Chroniken nidit irren, 

. mU 3 Jahr weiter setsen. Denn weil mir Brieff und Sigel sn statt 

Fall intt Chytraeo, maTsen auch Crantius und Cromerna 

TS Tod uard vom Hodmieister, wieder der Ordens-Brüder Willen, 
rfsdorf 2iim Meister daselbst verordnet Dieser brachte einen 

Ai[ Silber zusammen, als absonderlich eines verstorbenen Common- 
üO Marck an* Gold Und an 000 Marck löttiges gegofsenen' Silbers, 
kizu llefferte ihm ein Voigt von Weifsenstein, Nahmen^ Hel- 
i Leben eine Tonne Goldes; als aber der Voigt gestorben, überkam 
rck an Rosonobeln und allerhand Müntze, ohne des gegossenen 
, das Bich auf eine grofse Summa Oeldes belief. Welchen Schats 
Gros-Coromendator in Preufsen, dieses Herr Meisters Bruder, 
1% womit die anderen Gebietiger in Ljfland übel ^frieden waren, 

M^di zu dem Hochmeister in Preufsen, Paul von Rufsdorff,' 

ruktorn geli&bt^ allein wenig wieder bekommen können. Einen so 

m! auf eifimahl verlohren; allein dieser ist, wie leicht zu erachten, 

^ Re^rang, neTulich 14SS, begab sich, dafs einige EngelUnder, so 

^en des niedrigen Windes auf der Bigischen Tieffe still liegen und 

Hleften kamen etliche L^^andische Kauffleute mit wolbeladenen Schiffen, 

II fuhren Vorhabens, und des Orts auch vor Ancker liegen musten. Die- 

«M^^pallinder nnd baten sie freundlich, niher ans Bord sn legen, und weil 

^gm^4lue Schiffe zu Gast zu kommen, und mit ihnen eine Mahlxeit vorlieb 

besorgten sich keines Bösen, weil keine Feindschafflt unter ihnen war, 

' «< tiefen hiniiber; wurden aber übel wilkommen geheifsen: und von den 

.« -tl«worffen, ihre Waare und Schiffe genommen und in Engelland geführet 

.^i^ekhen Übermuth der Engelllnder führeten die Kaufleute in Preufsen und 



^rldzug fand im J. 1488 Statt, nnd swar ward ler nacb dem 8.Jal. begonnen; der 
'^^^r am 8. Nov. dees. J. schon todt. S. Index corp. bist. dipl. Liv. Nro.1890. 1898., 



IW 

I«7flaiidl grobe Klagen «nd wiewol die Sadie, mltVenpiredieB etaier Smttnt Oddet, M Oidb"^) 
beygelegt wurde, folgete dennodi die Besahlung aidit darauf» 

Gegisa den Herbei obgedacbten Jahres 14tS vüatete ridi der Herr M eiiter ndt aller Hadii, 
dem Switrlgallen Hülffe it leieteD, weldier deh aiurodi «nterstond, den nen g ea c i rte n Grob» 
fnrateii Sigtamvadniii ana Ltttaaen sa Tertretben: dmmb er viel BHUie anwandte, andi deb- 
fah mit den Ordens-Br&dem in Lytand in eine Yerbnndnia getreten, wddiea auch dem Hocb- 
neiater lieb war, der ihm hlem atatliche HtUTe leistete. 2n solchem angehenden nad wdt^ 
achallettden Kriege kamen anch Tiel>oa Adel, der Ordens-Brüder Yerwandteni nnd mit dentetbea 
dne Ansahl nener Brüder ans Wes^halen nnd Geldern» Aus Ljfland Jbradite der Herr Mebler 
(MW von den Brüdern auf, und bekam daneben, sowol aus den Studien, ds Ton dem Add ta 
übst- Ljf- und Leithmd eine grofse Menge Vdcks, sn Pferd und Fnfs, an HüUPe. So hatte 
auch Switrigal, ohn den Littanem, Ton dem OrofsfÜrsten Georglo an Nongorod einea tnt* 
liehen Anhang. Dahingegen war auch Stgismundus mit kefaier geringen Bfadit aua Pohlea, 
Samoiten und meisten Theils aus littauen auf den Beinen» 

Wie DU aller Dfaiga sum Anrnge fertig und der Hertseg Switrigal und der Herr Hdster 
nn dnem besUmten Ort ndl.lbrem Volck snsanunen aüefsen, umb dch au ▼«reinigen, sagte der 
Hot Meister sn Swilrlgallenc er were Willens, nicht ehe aus der Stelle au rücken, Hi 
Switrigal denen an Biga, weil de atdi gegen ihn hdastarrig besdgten, feindlich entaagcn lieb. 
Sdches fhäte Switrigal, uHd wdl der Herr Mdster wol erachten kSnnen, dafs die Bif^ca 
auf aolche Entsagung, in Abwesenhdt sebier, nidit stille dtsen würden, sandte .er einen Gsah 
mendatom mit diesen angegebenen Beutem nadi Lyfland, des Ordens Häuser und SdiUCMT lai- 
miltdst gegen die tou Biga sn besdiütsen* Nachdem aogen de in des Feindes Land, und 
begaben dch, nadi der alten Weise, aufi Plündern und Baaben. Unlerdefaen hatte Sigismun- 
dus es also besteDel, data alle Pisse sum Wiederkehren ihnen in der Stille Terlegel nnd fei^ 
sperret, und die Wilder an beyden Seiten also yerhauet wurden, dab keiner entreifaeB koate. 
Draüf begab er aidi aua sefaiem Yortheil, da er mit seinem Yolck sich hefanlidi nufgehdtca, 
und die Fefaide nur Torüber passiren laftep, und sog ihnen nach. Wie nu beyde Heer efauoda 
ansichtig wurden, hielten de frühe Morgena dne Sdilacht, da der Herr Meister, aampt dem 
Marschall und allen den Sdnigen, auf MOM Bhnn der edeist- und besten Kriegs-Leute, wie 
woi auch nidit ohne merdüdien Verlost der Siegenden, erschlagen wurde. Switrigal ent- 
kam mit wenigen aufs nepte Schlofs, darinnen flm dfe Feinde belagerten und im Kurtsen aar 
Ergebung ingstigten. Durch diese Niederlage wurde L;fland ao geschwachet, als nodi nlemsU 
^▼or bey den Ordens Zdten geschehen. 

Wie nu der Herr Mdster obgemeldter mafben umbkommen, wdileten die Ordena-Brüder 
den XXXV. Meister, Nehmens Henrich tou Buckenode, (Chytraeus nennet ihn Boeken- 
forde) andere genannt Schnügel, doch ohn Wlfsen nnd WiUen des Hochmeisters in Prenbea, 
der sonst ds^lt die höchste Wahl gehabt hat{e, ehien Meister in Lyfland au erwehlen; Jedech 



•) OAmbar ssHte hier, statt Cedit oder Csdix, Calais stehen, wdchcs dsmals dis Kaglinilfir 
Audi acaat Craats (Vaaddia Ub.lL cap.üO.) diema Ort. 



X 



. 179 -^ s 

mit der Lj^üoditdiea Oebtellger Z««^in- ond BewilUgnog. Als aber die flebietiger ia Lyflaad 
debbli beeehnldigt wurden, wandlen ele vor: weil de mit den Littnaem in öffentlichen Krieg 
tUbiden, ketten sie dlend ein Hanpt erwehlen muTsen* Im Gmnd aber war dies die Uraach, 
dab der'TOi^e Meister wieder ihren Witten wir etagedrangen, und ein so grofser Scbati, wie 
droben gemeldet, aus dem Lande gefnhret worden* 

Dieser Henrldi Ton Schnfigel hat alle Uneiai|^t nnd Wlederwülen awischen dem 
Orden und Brtn-Bisdiofe tu Biga dergestalt beygdegt, dafs sich der Erti-Bisehoff aller Zu- 
qwasb etlicher LSnder Aber der Düna, in Semgallen und sonsten gelegen, gintillch begeben, und 
dagq;en von dem Herr Meister filr alle Gewalt und Schaden, efau Ar alles 90000 Marek Rigisdi 
SU esipfimgen haben solte. Wie solches der aufgerichtete Vertrags-Brief, so Anno 1480 ^) ^ 
&Bsrboni Tag, das ist den 4Deoembris, niWalck datfeet nnd folgenden Jahres von dem Ckui» 
dlio m Basel bestStiget, ferner ausweiset Irre« d^halben diejenigen, so ohgedachte Nieder- 
lage der Ljrfinder nnd dieses Herr Mdsters Antritt ins 1480. Jahr setsen, wie solches nicht 
allebi aus erwehntem Vertrage, sondern auch HA mehren Umbstlnden gnugsam erliellet. 

Selbigen i486. Jahres, als das Kloster Marienthal 8. Brigittae Ordens fertig war, sind die 
SdMvestem des Klosters, Sonlags vor 8. Johaaius Baptistae, die BiAder aber des nichstfol- 
gsnden Sonlags eingeweihet, nnd ist Qerlach Krause sum Pater mid Confessor erkohren 
worden. Es sollen die Brdder und Schwestern selbigen Klosters eine sonderliche Art gehabt 
haben, einander etwas ohn Reden in Torstehen sn geben, nnd iwar. durch Finger nnd Handsel- 
shen: als nemlich, mit dem yordersten Finger das Auge, aufwerts sehend, berühret, bedeutet 
Christum; mit selbigem Finger das Haupt berfihrend, bedeutet den Confessoren ^und Beicht-^ 
Vateri etn.Grents an das Haupt, den Diacondm; mit 2 Fingern daa Haupt berfihrend, die Ab- 
tilsin; den yordersten Finger an den klelnesten gesetst, bedeutet trincken; 5 Finger susammeH 
gefügt, bedeutet Wafser; den yordersten Finger ttber die Brust gelegt, bedeutet lesen; die 
Faust mit angerichtetem Daumen bewegt, bedeutet nicht achten; den Daumen mit dem yorder- 
sten und langen Finger umbsdilofsen, bedeutet Schande; und dergleichen yiel mehr, welches 
aDder einiufUiren, lu weitleuffiig fallen solte. Es wurde auch in obgedachtem Jahre der söge* 
nanie, ewige Friede swischen Fohlen und dem Hochmeister, auch allen ihren Lindem sugeho- 
tige Dirterthaneo^ geschlofsen, bebriefet und yersiegelt '^) 

Bbiige Zeit darnach, wie man aus den Umbstanden schlieben kau, fast nmbs Jahr 14SII| 
fit Henrich Flncke yon Anerberg, der XXXVL Meister Teutschen^ Ordens in Lyihnd 
wMden, und eben wie sein Vorfahr, ohne des Hochmeisters Consens. Daher beynahe die beyden 
Under Preufsen und Lyfland in grofse Weitlinfftigkeit getathen weren, wo nicht die StSnde 
selbiger Linder sich darein gelegt, und es so weit behandelt bitten, dab sie beyderseits in 
Frieden stdien, und der Hochmeister mit ehestem efai ^ofs Capittel sa Marienbnrg in Preufsen 
anstellen solte; wosu denn auch die Meister und Qebietiger, sowol aus Ljrf • als Teutschland, 



^ 



8oU 1485 hetfieB. 8. Index curp. hirt. difL Liy. HrowlIOS. 1487^ BdLl. S.898. 80L 
GMchlomen wurde der Fried« ■dbon deu «.Deoemher 1485 stf Brsetl; beeiefelt uad bemhworen aber 
ent im felgeaden Jahre auf dem Reidutage. Codes difl. Polen. T^IV. p.!». aadebuech ütL 
Juhrb. Th.T. Ahacha.!. 8.90. und 101. 



IM 

•ölten beachledeo werden, nnd aladenn tUe Irmngen unter dem Orden ▼orgenommen, nntenadit 
nnd darin erkannt werden* Denn der Ordene-Mebter in Teutsch- nnd Weischland war eben n 
der Zeit mit dem Hochmeister defafals, dafs er ohneVoliwort des Hodmieiaten «rwehlet worden, 
ia Streiti^eit geratheu, dar&ber ihn der Hochmeister bn Cq»ittel in Prenfsen entsetite; der 
Meister aber entsetite im Tentschen Capitel den Hodimeister wiederunb, als der wieder ^ 
alten Statuten gehandelt, und sonst das Regiment inm merekiichen Beiladen der Untertlianen 
und des Ordens gefnhret bitte. SoJdies alles obgeregter Mafsen beysulegen, wurde Abno 1440 
ein gemeiner Tag auf den 19, Octobris lu Dantiig bestimmet; daliin denn der Hoduneiat«r, 
bejde Iiand-BIeister, Eberhart von Sanfshelm in Teutsch- und Welsdüand^ und Henrteh 
Finck von A?erb<Brg in Lyfland, mit Ihren Qebietigem airi^anen. Da sich dann die Stinde 
sehr bemfiheten, Fried und Shiigkeit an stuften, bald dnrdh söhnliche Handlung, bald dunft 
CompromUsi aber es war alles umbsonst, uild sclüeden die Meister dieses mahl ohn Freund« 
schafft Ton einander. 

Weil aber der Hodimeister Schwachheit halber den tten darauf folgenden Decembris ab« 
dandUe und den SSsten Tag darnach, nemlich d^ 29sten Decembris, mit Tode abging, und 
die beyde Meister solches erfuhren, kdirten sie Ton ihrem Heimauge wieder lurüA snm neuen 
Hochmeister, Conrad tou Erlingshausen, der in der Ordnung der XXVII. war, und Auia 
1441, denSoutag nach Ostern, erwehlet wurde; dem sie ihre ÜAterthinigkeil erboten, und baten, 
er möchte sie hinwieder bey ihren Freiheiten, Privilegien und Gerechtif^dten lassen, ümen 
dieselbe vermehren und nicht mindern^ welches ihnen auch der Hodimeister versprochen, dnla 
also die beyde Meister vergnügt davon sogen. ^ 

Von obgemddtem Herr Meister mddet Russen*), dafs er 2 harte Zuge wieder die Eeuftscsi 
gethan, nnd ihr Land mit Gewalt verwüstet habe. Die Ursach aber solches Sriq;eB inde ich 
nirgend beschrieben. Br hat auch das Haufs Bauschenburg in Semgallen erbauet 

Annol448 starb der Erts-Bischoff lu Riga, Henrich Scharfenberg, nacii vier Imd 
swantsigjahriger Regirung: nach ihm wurde Anno 1449, am Tage St Johanma-Baptiatae, et^ 
wehiet der XIV. Erta-Bischoff, Sylvester, aus Thom in Freufsen gebürtig, und efai Bruder 
Teutschen Ordens, gewesener Cantaler des Hochmeisters in Freufsen» 

Folgenden 1450. Jahres gfaig der Hochmeister, Conrad von Erlingshausen, in Freu* 
fsen den Weg aller Welt, wdchem sein Vetter, Ludwig von Erlingshausen, durdi dhi- 
belüge Wahl des Ordens, in der Reg{rung folgete. 

Des Jahres darnach, nemlich Anno 1451, wurde Johan Osthoff von Mengden der 
XXXVIL Meister in Lyfland; und irrc^ diesdben sehr, welche seinen Antritt gantier ft Jnlir 
hernach setsen. Dieser Meister hatte vid mit dem Erts-Bischoff in Riga au schaffen, und swmr 
erstlich in der Güte, dadurch er ilm, als dnen Ordens-Bruder, dahin brachte, dafs awischem 
dem Erta-Bisdioffe, sdnem Capittd und des Erta-Stiflls Ritterschaill einen , und dem Hoch- 
meister Ludwig v^n Erlingshausen ihm dem Meister in Lyfland und ihren gantsen Ordea, 
anders Theils, nedist gedachten Jahres, Diustaga nach Visitationis Mariae, au Weimar ein 

*) BL20. 



— . 181 - — 

•onderlldier Vertnf , 90 Bulla hablta» |(aiaiuil wird, anflgeriditel inirde, in wdchem aua- 
diHdJidi iMgilfeD: daf« tob der Zeil ein Erti-Biselioff und sein üraoi-CApittel mit dem Tenl- 
when Orden hinfllro sn ewigen Zeiten ein Htbil tragen, und in gnter Zuverddit nnd.brilder« 
Heber Eintriehtigkelt mit einander leben soUen. ]>er Hoduneister nnd Meister an Ljfland ver- 
ildien nnd begeben sich aller Bnllen nnd Briefe, so vormafal Bo^ifaclns der DL ihnen nnd 
ihrem Orden Aber die Kirehe au Biga gegeben* ImgieiGhen veraidien nnd begeben sich auch 
der Erts-Bisehoir nnd sein Thnm Gapittel aller Bullen nnd Briefe, so Pabet Martinns ihnen 
nnd ihren firchen, nachdem, da er sic^ wieder in den Habk nnd Orden St Angnatini gesetieli 
gegdica hat, nnd was in solohem Fall efai Theil wieder das andere sonsien mehr am Rdmisdien 
Heft mBdite aosgebradit haben, wie ioldies derselbe Vertrag ndt mehrem ausweiset^) 

Als nu die Ordens-StiBde den Erta-BlschoiT und sein Cspittel fai ihr Habit gebracht, m* 
beten de dennoch nicht, Wc de selbige dahin bewogen, dafs de ihnen die halbe JnrisdictiOB 
and Herriigkdt der Stadt Riga abtreten, nnd den SAhn-Brieff, weldien die Stadt tor IM Jahren 
denk Herr Mebtier nnd Orden gegeben, in allen Articnln nnd Pnncten cnliersen nnd bekriftigten, 
' ridi andi aller An- nnd Zuspräche, so ihre Vorfahren wegen der genta r and volkommenen 
JiDisdiGtion an die Stadt Riga, wieder den Ordra, sowol des DrtheUs, Lehnbriefes nnd aller 
Huid-Sdiiffflte, so Ertx-Bischoff Fromhold ¥on Fyfhansen defshdben am Römischen Hoffe 
aasgebracht nnd ^hdten, gintalieh venogen nnd begeben. Worüber awiach'en beyden Theilen 
dn nener Vertrag Anno 1452 am Tage 8»Andreae, oder den M.'NoTembrls, an Kirchholm auf« 
geiiehtet worden. Daher sdbiger der Kirchholmische Vertrag genennet wird.**^) 

Im sdben Jahr, Dinstaga nach Ostern, bestetigte der Hochmeister Lndwig Ton Brlings- 
bansen denen in Harrien nnd WirlaOd ihre PriTilegien, doch mit solcher KrkUmng, dafs derer 
keiner, anfser der, so im Lande Udbet, soll an geniefsen haben« 

hl Prenfsen hatten die Ordens«Herren dnlge Jahre Torher wieder die Dnterthanen aller»' 
band Mnthwülen nnd Frevel Terilbet nnd dero 6emftther durch nngewöhnliche Schatanngen nn4 
Aedaen von aich abgewendet; wie denn ancfa etliche Commendatom an Dantaig einige Rafhs- 
iMiren nnd Bürger, die de unter dem Sdiein der Freundschaffl aufs Sdüofs an Gast geladen, 
BMrderisdier Weise umbs Leben gebracht, der von Adel und Bürger Frauen und Töchter ge- 
nothxtchtiget; wdches als die.Ritterschaffl und Stidte nicht linger erdulden können, dnd de 
Anna 1480 an Calm erstlich ansummen kommen, und haben von einer allgemeinen Bündnis ihre 
Freylidt, Haab und Gütter wieder Gewalt au schütsen, mit einander berathsdilaget Und da 
fdgenden 144t. Jahres der Hochmeister Paul von Rufsdorff, aus Furcht der Mitgebietiger, 
nadi Dantdg gewichen, ist die Verdnigung der Linder und Stidte In Preufsen, mit Beliebung 
des Hochmeist^a, an Marienwerder beschlofsen. Wie nu die Gemütter gegen einander, je länger, 
je aadur, Torbittert wurden, ist die Sache endlich Anno 145S für den Keyser Friedrieh den 



•y Biesen Vertveg oder die sogenannte Bulla habitni findet man, nach dem Origiad, ia Hnpels 

neuen aorditchen Miicellaneen St.g. und 4. S.fidi. 
^) Sine hoehtentfche Übenetsnng desüdben liefert Arndt Tb. 2. S-IV. and das latehiiMshe steht im 
Cod. diphNu. Pol. T.V. p.lW. 



181 

den drittes gerathen; weUher^ ungeaclitet der IJuder lud Sfidte proieitiren^ desmcli darta 
gesprochen: def« die Sittersclirfft imd Stidle keiM gBiigiamer«iid hilUge ünedi gehabt, eine 
solclie Verbündnif sn meehea, and daTs de hierin nicht reeht gehandelt Daher dkaer Bmd 
nnkriffl% seya und abgeachaffet werden adte. Ob swar Land und StiUte mit aolchem Urdidi 
nicht zufrieden geweaen, hätte dennoch die JSadke leiditüch kSniiett beygdegt werden, wo nicht 
die OrdenB'Herra aoldies |p m weit «nagedentet, und nnter dleaem Verwand die Bnndes-Oe- 
Bofsen nach eigenem Beliehen m atrafFen, ja gii|tslidi m nnterdmcken, aich yorgenonuncn 
hätten. Daher die von Adel, aampt den yomenibaten Städten, nadi gepflogenem Rath. n^ Ab- 
rede unter ddi, am 4tc» Tag Febmary') dem Hoch-Mdater Lndwig foa Erlingehanaea 
in einem Sdureiben ihren geadiworen Eyd und Pflicht anfkflndigten, nnd eigaben ddi daidi 
ihre Legaten den AHart^ an König CaaLmirnm IV. in Fohlen^ nnter adnenfichoits udSchirai. 
Dahero alah der Steig in eigner Peraon in Prenlhen begeben, «nd van den abgefallenen Ständen 
huldigen iafaen. Hiranf erfolgte der wdtlrafiigeSrieg nnd mletit dea gantaen Ordena Untergang. 

Im Jahr 145? den 14 Febmarij eonflrmirte der Herr Meiater Johan yon Mengden 
denen in Harrien und Wirland nidit alldn ihre vorige Privilegien, aondem Terbefaerte aie aoob 
dergeatatt, data die fänwohner hinfIMto mit keinnr Sdiatsnng oder nmen Auflagen aolten be- 
achweret werden; nnd im andern Jahr damadi, nemliefa IdStt Dinataga nadi Cantate, erlangte 
er Ton dem Hochmeiater in Preufaen, Hrn. Ludwig yon Sriingahnnaen, dafa aolehe Ton 
der Cron DänmardLon orkanffte Länder von dea Teutachen Ordena Juriadiction exhniiet wmrdeo, 
und daa anpremum dominium bej dem Lyfländiadien Orden allein verbleiben aoite, 

Zur adben Zdt wurde die Inaul Oael von den Dantsiger AuaUegem nnd Eriegdenten an- 
gefdndet, welche Anno 1458 auf den Herbat daa Land -an einigen Ortem verheereten» Daher 
daa Capittd und dieStiffttache Ritterachaffk folgenden Jahrea «i die JStadt Dantdg adiicklen, nät 
Begehren, data, weil de mit dnander nichta andern, ala Liebe und Frenndachafft tetten, aothane 
Plackerey abgeachaflTet und verboten werden möchte. Die Dantdger aber wandten ein^ dafa de 
nichta andera w&aten, ala dafa du StiflFI fai Oad dem Teutachen Orden luhorete, welchmr dea 
Königea in PoUen Caaimirl und ihr abgeaagter Fdnd were, dmmb betten Ihre AnaUegmr und 
HdflTer recht gethan, dafa aie ihren Fdnd verfolgten, wie de am beaten köntmi nnd mochten. 
Zu dem betten aie neulich vernommen, dafa dea Ordena Proairator am PäbatUdien HolTe, Ben 
Joat, nach Abaterben dea vorigen filachofea Ludolphen (defaen Vorfohr BiadiolF Johann 
Sch&tte geweaen) daa BiachofiUmm öael bekommen, wdcher der Dantdger Aergatea geanehet, 
und noch damit umbginge. Im übrigen were dei Ordena Voigt auf Sonnenbnrg ihr Feind, 
un defaen ^auf Oad liegenden Cuttern ein aolcher Anfang gemacht worden, dafa ea ttnea nicht 
idd were. Ilnterdefaen , weil Jahn suvor ein Anatand von M Monathen swlachen dem Konige 
und dem Orden getroffen, wiewol deraelbe aitf dea Ordena Sdte nidit aufrichtig gehdten wurde, 
weiten de dennodi, der JKirchen nnd dem Sttflft in Aad den Stillatand bia auf ernannten Tag 
gewifa hdten; und da. aie Aber daa lu fernerer Sicherheit ihnen frommen kteten, wollen de 
aich nach Oebur darinnen gutwillig finden. Etliche Jahr aber darnach, ala die Dantdger auf 



18t ^-^ 

■fkn Sdteo nU Krieg Maien, BMgte deh der dmahlige Haoptman auf Qsei, Haafa tob 
Wailstein, ra Umea, mrf bracite mi Zeilen 0ee^Rinber aoa, derer etUdie Ten den Dantiigira 
geEHige» nnd mit dem Sdnrert geriühtet worden* Wie nn der Hanptman sidi dariber achrifl- 
Bdi bey flmen bAlagte, wnrde ihm naeh Gelegenheit der Seit geantwertet, adt Wanuing, aich 
ferner aeleher Piackerey m enthaiten. Dranf bliebe ea wieder nnter fiinen atUL 

Vngefehr omb ^iese Zeit (die Jahre indel mafa eigentlich nicht ai^eielchnet) ging die 
«Uefaniadie Dnvnhe swiaehen dem CMen nnd dem Erts-Bischair wieder an» Dean ee waren 
de Otdena-Herrn nicht damit Tergnfiget, dafs aie den Ertn-BiachofF nnd sein Capittd, wie oben 
geladil worden, nmb üurea Ordens Habit nnd die halbe Jurisdiction der Stadt Riga gebracht; 
aaadem trachtetu anch femer darnach,, wie sie den Erte-Bischöfllchen Stand gintslich nnter- 
drackent nnd die Hoheit aber die Linder nnd Stkdte gants nnd gar nnter sich bringen möchten. 
IMier der Hers Meiater, nllgeachtet der anf|geiichteten Yertrige, Briefe, Sigel, Gelübde nnd 
Zasage, mit Gewalt fortgefahreni nnd weil er eben eine atarcke Kriegs-BIacht, anf des Hoch* 
aMistera in Prenfsen Befehle dem Orden daadbst wieder die Fohlen und abgefallenen Stande 
angebracht hatte, gab er vor, dafa der Erti-Biachoff alt nnd kindisch were, handelte anch nicht 
bej dem Orden nnd Khrcfaen, als sichs wol gebilre, nnd nahm ihm einige Haaser ah, belagerte 
endlich den Erts-Bischoll^ der sich an Kokenhansen aufhielte, nnd nach Eroberung der Stadt 
and SdUofses, liefs er ihn in Yerhaflk nehmen,, in welcher Gefangnia er auch. Anno MW'") 
den ISu JuliJ! gestorben, nnd liegt in Riga in der Thum-Klrchen fik dem hohen Altar begraben. 
EtBche schreiben, dafs er mit GiUt hingeriditet sey worden. Unter andern^ Schaden, so da- 
nahls SU Kokenhansen gesdiehen, war auch dieser nicht der geringste, daTs der Herr Meister 
aUe daselbst befindliche, sa wol von dem Orden, ala andern der Kirchen Praelaten gegd>ene 
Privilegien und Freyheiten, Sigel und Brieffe, sampt der Bibliotbec, worunter audi die Lyflan» 
dsdien Historien, und was bia dato Torgelauffen init begrifTen war^ aus Hafs und Neid verbren- 
noi liefs;"'*) welches die Tomehmste Vrsach Ist, data man heutiges Tages von den alten Ge* 
sehiditen so wenig Nachricht haben kan. Der Herr Meister aber yerdiente durch diesen nnnS* 
t^en firi^ ¥00 dem Hochmeister in Preußen wenig Danck^ weil er ihn nnd den Orden in den 
höchsten Nothen hüHBofs gelaTsen* 

fatt lahr 1460 aber» umlr PauH Bekehrung, aandte er 709 Reisige mit etlichen Fufa-Volk* 
kern den Ordens-Bridem in Prenfsen an H^lffe.. Da afe aber hi Samotten ankamen, hatten die 
Shwohner daselbst iDe Strafsen in dton Wildem dermafiren rerhauen, dufs den Kriegs-Lenten 
aanrigHeh dnrehsukommen wart defafab wendeten aie sidi auf die andere Seite, und weiten 
Bngrt der Seckaate gdlen. Diesem sber Yorankommen, hatten die Samoiten bereits hin und 



«) Aach Ale Erabornag iran KockenhansM und die QafaageaBshmuag disi Eiabbchalii gsschah «Hl in 
cibcn diesem Jahre, durch dea Hemneliter Batabard Ton der Borcli« Gadebuich ÜTliadlKhe 
Jahrb. Th.1. Abeclu.2. 8.218. FngßunU aar Geechichto LiTUads in Hup eis nord. Miecellane^ 
8t.».S.12B. 
^) In den eben angefahrtea Fragmeatcn ans Geediidhte LIvIande S.1S8. Not *) nnd S. 181. Not •) wird 
4ie Wahriielt dieier Sradhlaag aus guten Grfiaden beetrittea. 



184 

wieder tielÜB Qraben gemacht niifl wieder bedeckt, da bradhm dte LySiitder miTeraclieM eb 
and worden alao mehrentbeila von den Samoiten eracMagen ond etllch wenige gefangen. Viel, 
80 abwerts in den W&ldem flire Sicherheit suchen woiten/* Terdarboi durch Hunger i|nd IQÜe. 
EUiche nahmen Zuflucht auf efaie grofse See; weil aber das ByPs nodi n sehwaiDh, brachen aie 
ein und yersoffeii. Man wil auch sagen, dafs des Herbsts borti nvar 40 SdiifliB, die ans Ljt- 
land nach Freufsen mit Kriegs-Volck, Munition und Proliant hetten gehen aoUen, durdi Dnge- 
•tf&m And wledrigen Wind an der Curischai Seite gestrandet und fiwt alle Terdorben. 

Im aelbigen JAr Ist swisdien dem Konige in Fohlen und dem Orden ein ewiger Friede 
. aufgerichtet, und am Sontage für eilf tausend Jungfrauen Tage, nach July Monath*) lu Thorn 
in der Kirche publidret worden: dadurch der Orden des halben Landes verlustig, und dem K3« 
juige gants FommereUen, wie audi das gantie Culmische Ziund; mit sampt Midiler Lande^ dm 
das Schlofs Marienburg und* die Stadt Eibing mit aller ZubdiSrung abgetreten. Der Konig nihm 
den Hochmeister snm Fürsten des Reichs Fohlen an, und seine Gebietiger lu Rathen. Da 
IHochmeister aber und seine NacUtomlinge selten nach Annehmung «um Hodimdster-Ampt inner* 
halb • Monath sich persönlich dem Könige stellen und huld(gen, und also der Cnm Fohlen 
ewig einverleibet seyn etc. . " ''^ 

Folgenden Jahres; unlängst vor Pfingsten, segnete der Hochmeister Ludwig von Er- 
lingshausen die Welt Er war der erste, der dem Konige in Fohlen gehuldiget hat, und ist 
zu Königsberg imThnm begraben worden. Der Orden undCtebietiger aber wolten sobald kdnen 
Hochmeister erwehlen, damit er dem Könige nicht sfÄweren dürifte, weil de noch immer ver- 
hoffeten, in Teutschland etwas aufsubringen, dadurch sie sich von d^ Felden entbrechen und 
die verlohme Linder wieder bekommon möchten. Erwehlete derhalben Graff Henrich Renf s 
von Flauen lum Statthalter; aber es weite sich doch endlich nicht anders sdiicken, denn dafs sie, 
nachdem gedachter Henrich Reufs 2 Jahr Statthalter gewesen, ihn nun XXDL Hocimieistet 
erwehlen musten. Da er nu dem Könige lu Feterkau auf dem Reichstage gehuldigt hatte, und 
wieder in Freufsen kam, ward er bald in Thorn, über der Tafel, vom. Schlag gerühret, und 
starb in Morungen, nachdem er eilff Wochen das Hochmeister-Ampt verwaltet hat 

An seine Stelle ward Anno 1470 sum XIX Hoämieigter Henrich RoiTle von Rei-* 
chenberge erkohren, welcher strad» nach «einer Wahl sum Kärige log und ihm huldigle» 

Anno 1472 ist ein Frlulein aus Griechenland, von dem' Keyserlichen Qeadilecht der Fa- 
laeologorum, König Emanuella lu Ck>nstantfaiopel Tochter, Nahmens Sophia, von Lfibedc 
inReval ankonunen, und von da dem Grofsfiirsten In Moscau, Iwan Wasiliewits, dem eilten 
dieses Nahmens, Qrodidin genant, welchem sie verlobt gewesen, lugeCQhret worden. 

" Zu der Zeit hat eine neue Bfarck Rlgisch sieben Lotfa reines, guten Silbers Revdi- 
sehen Gewichts gegolten, wie solches unterschiedliche alte Schuld-BrieiTe und Qvittungen aus- 
weisen. Eine alte Marck aber hat so vieL gegolten, welches sich jetio auf 8 Rthlr. In Spede 
belanflfit; doch sind derselben audi unterschiedliche gewesen. 



«) Den 19.0ciober. — Der Friedduwchlulli selbst ist- im Cod. djpl. Poloa. T.IV. lAseq. abgedfudct 



AflM 1476 warie /ohrnn ^9tk W^ltliuoa der adkt and dreiliigBte BKebter Testedien 
Ordens iaLj^bmi erwehleft'*'), welchfir dia Ha«b ToUbatg inWkhiid gebauel JulL Nadidem 
er tber wderfludb Jabr don Aafte vorgetlanden, wurde er defsen, wieder allee Recht und 
BUij^keiti Ton denOrdena-Brudem eatietsel, aiif Helmet gehngea und sichWendes gebnchti 
da er euch im Gefeagnia aterbea mtkraen, darauf ebie ^afiwe Plage «nd Strafe bi Ljfland folgete. 

Ahdo Wn kam aa dea gcfangenea Metatera Stelle der aeim end dreUingate) Nahmena 
Berabardt too Borcb; im aadem Jabr aber defaeo Begfanmg fiel derChraJafiuat vw Moaeaiit 
Ivas Waaiiiewits Qrodsdin, im barten Winter bi Ljlhnd efau Weil ibm abor niemand Wie- 
derstand thnn kSnnen, noch die Ordena-BrBder gaiBgaam damit m aetniTen Imtten, dala aie ibre 
Hanraer vnd Sddoraer Tertbädigten: ala wfiteten die Seofsen freuUcb und tyranniadi, ateekt« 
die klefaie Kmder an die Ffabk, aclmitten den Weibern die Brfiate ab, wfirgten die Minner «nd 
Iqten die DSrffer in die Aacbe, aogen damit idcht ebne groTaen Raab davon. 

Nadidem bi diesem Jabr der Hocbmeiater In Prenfaen den 17. FebmariJ an Xteigabeaf die 
Welt aegnete, wurde an delaen Stelle der ebi und drejr8%ate Hocbmeiater, Martin Trncba 
von Wetsbaaaen, erweblet 

Selbigen, nemblidi 1479. Jahrea, nacbdem der Erts^Biadioff Sylveater, wie gemeldet^ 
Im GefengidB dendigUeh nmba Leben kommen, erbielte dea Qrdena Procurator, efai Biadioff an 
Troja in Neapella, aeiner Gebart nacb ebi MeiTaner aus L^^iig, Nabmena Stephanna, 
daa Erta-Biacboftbam in Rt|;a, wdcber, ob er wol mifinglidi von beyden angenommen wurde, 
baben ibn dennoch die Ordnlsdie Ina StiA nicht geatatten wollen. Br aber erhidte wieder aie 
am RSmiacfaen Hofe einen achweren Bami, and kam im folgenden 1480aten Jahr nach Jacobi, 
dl efai Ertx-Biacboff su Riga in die Stadt 

dtferdefaen nahm aich der Herr Meister vor, die Im vorigen Jahre van den Senfsen em- 
pfangene Schmach zu ridiea, und log mit einer ao gewdtigen Madit, ala vorhin niemahla. aua 
Lyibmd geaebehen, (Crantina'*''^) schreibt 90,000, Ruaeon"^*) aber sagt, dafs de 100,000 Mann 
itaxA gewesen) in Renfaland. Weil aber efaie atarcke Silte einfiel, dafs derer viel Arm und 
Befai erfroren, richteten sie wenig aas,, aar dafa de daa Land liin aad her verheerten: doch 
aogen aie endlich vor Pleskau, die Ihnen damahl Idcht xu gewinnen were geweaen. * IMea^eH 
aber der Biaahoff von Revd, Simon von der Borch^ des Herr Mdstera Bruder, wddier 
aawd da der-Biadiöff auDorpt mit «gegen war, ekatUdi dIeMe&e verrichten wolte^ gewannen 



^ Hiivn begdit hier einige Fehler In der Zeftrechnuog. Nadi den vorbandenea Vrknadea starb der 
fierrmeiiter Jebaaa tsu Mengden 14AI9, aad erbldt Im Januar 1470 Jobana Woltbui su fei- 
nem Nadilblgnr^ dioMT dMv wurde 1471 vor Ostera wieder abgeselat aad In demadbea Jabie kurs 
damuf Bernhard ¥oa der Bercb an seine Stelle ^frvihlt Arndt T.2. 8.1SL Itt. Gade» 
baseh IttL Jahrb. lUL Abscbn^S. S. 1S7. a. 189. In den Fragmenten aar Geschichte Livlaads la 
Hapels notd. Miscellaneen St 26. 8.68 wird Jedoch die Rcgierungtseit dm Hemndfters Woltbns 
Ton 1471 bis 147B getetst. DieA beitätigen andi die Kßnigsberger Urkunden. 8. Index corp. hlft. 
dipl. LIv. II. pag. 91. Nro.tD06., und B. Bergmannes Mag. f. Ruft!. Geedt LB. 8.61. 
••) VaaddIa Üb. 16. cap.18. 
•••) BLZL 

LBd. U 



Fast «mb selbe Zdt (1426) fahreten die Pleskowitlsche ReHhen eiaeifErieg wieder den Bi- 
achoff lu Dorpt, Nalunens Theodoricus, ungewiCi, welcher Ursachen halber. Die Tentaches 
OrdensHerm safaen hiezu still, und warteten, dafs sie die Kirche würde su Hülff mlTen, oder 
in solchen Nothen sich dem Orden untergeben: aber der Bischoff suchte Ilülffe bey dem GroCn 
fftrsten in Littauen Vitolden oder Alezander, welcher sich auch hiezu gutwillig beieigtef 
zog mit seiner Kriegs-Macht yor Fleskau, und belagerte die Stadt, darinnen die Renfsen, aaf 
die Feste derselben Stadt sich verlafsend, gantz sicher waren und ubele Wacht hielten. Daher 
sie von Vitolden erhaschet und yon den Kriegsleuten ausgeplündert wurde, welche eine grobe 
Beute davon brachten. 

Anno 1480 starb der Grofsffirst in Littanen, Alexander, vorhin Vitold genannt, und 
warf sieh des Königs Vladislai oder Jagellanis Bmder, Switrigal, sdbst zum GrobfÜnten 
auf, welches zwar dem Konige verdrofs, sähe aber im Anfang mit ihm durch die Finger, bis er 
selber bald in grobe Gefahr und Gefengnia drüber gerathen were. Wodurch endlich der König 
verursachet wurde, seines Brüdern Hochmuth zu zahmen und ihn mit Kriegs Maoht zu iBier- 
ziehen; Switrigal aber verbünd sich mit dem Hochmeister und Orden wieder den Konig, wel* 
eher schon in Littanen eingefallen war. Derhalben der Hochmeister seinVolck in zwey Hiiuffen 
vertheilete: mit dem einen sandte er die zwey Commendatom von Thorn und Osterrode ins 
Dobbrinische Land, welches sie mit Sengen und Brennen verheereten, eroberten die Stadt 
Rypln, plünderten nnd verbrannten dieselbe nnd kamen mit grobem Raube wieder jiach Hanb. 
Mit dem andern Haufen sogen der Landmeister und Landmarschall aus Königsberg, nnd der 
Marschall aus Lyiland in die Co ja, da sie gleicher Gestalt Haufa hielten, indem sie 24 Stadie 
plünderten und verbranten. Als sie aber vernahmen, dab der König Anstalt machte, ihnen zu 
begegnen, kehrten sie wieder nach Hanfs; hielten sich aber aus Begirde des Raubena bey 
Tauchel, da sie viel Viehs gewar wurden nnd selbiges endlich mitbringen weiten, sn lange sn|^ 
bis sie von den Fohlen überraschet nnd ihrer daselbst über 800 erlegt wurdlen, und der Man* 
schall von Ljfland gefangen, allein nicht lange darnach, durch Austauschen umb andere Gefan- 
gene wieder erlediget wurde. Switrigal wurde eine Zeit darnach von dem Könige geschlagen 
und von den Littauem selbst, wegen seiner bösen Regirung, aus dem Lande getrieben; das 
Grofsfürstenthnm aber des Yitoids Bruder (oder wie Crantins'*') wil) Sohn, Sigismnndo 
Starodubski, vom Könige dngeranmet. 

Im obgedaditen Jahr', da die Uneinigkeit zwischen dem Orden in Lyfland nnd dem Bisdiof 
wehrte; visitirte der neu erwehlte Bischoffzu Osel, Chris tian Kohband (welcher beym PnbstMar- 
Uno lang in groben Gnaden gewesen, und nach Ableben Bischoff Caspar Schanpflügs an deben 
Stelle könunen) seine Kirch und StiSt: und weil er vernommen, wie die Teutschen OrdenaHerni 
nmbgingen, er aber zu Rom nothwendige Sachen zu verrichten hatte, ersuchte er auf der Hin- 
reiae den König in Dinmarcken, Erich, den dreyzehenden, nnd beklagte sich über die grofse 
Gewalt, die der Orden seinem Stillt zufügte, mit Bitte, der König wolte dafselbe in «einer 
Abwesenheit in seinen Schutz nehmen. Wie aber der Herr Meister das vermerckte, nahm er 
alle des Stifts Häuser und Festungen ein, und besetzte sie mit seinem Volck. 
*) VasdaliaUbU. cap.». 



177 

^■> 
Anno 14SS den ILlSäj Ist die gtokUe Stadt Rertl, lampt demThimi nlid allen Kirchen und 

KHgtern in der Stadt, genta abgebrannt: anch tat das Fenr aofserhalb der Stadt kommen, wodurch 

die Qirten nnd Sehennen nebat vielem Toick Terbrant aeyn. Derfaalben der BiachoiT von Reval, 

Henrich tön Üxknl, dea folgenden Jahrea den BlachofFs-Hoff anfm Thnm wieder anfinbren laraen. 

Im Jahr 14S4 «og der Herr Meiater Switrigallen in Hniffe wieder in Littaaen, der 
Meinung, die vorige Sdiarte wieder anaanwetsen. Nachdem er aber 12 Wochen alda gehanset, 
and fast genta Uttanen mit Banben, Morden nnd Brennen verheeret hatte, wurde er mit vielen 
BrUem am Blutgang kranek, daran er andi auf der Riickrelse gestorben. Ea lafse sich aber 
der frenndllche Leaer hlerinnen von den PrenTaisdi- und Ljfliadiaehen Chroniken nicht Irren, 
die diesea Herr Meistera Tod S Jahr weiter aetsen. Denn weil mir Brieff und Sigd an statt 
komneB, halte ichs in diesem Fall mit Chytraeo, mafaen auch Crantins und Cromerna 
Ueadt übereinstimmen*'^) 

Nach dieses Herr Heisters Tod ward vom Hodimeister, wieder der Ordens^Brüder Willen, 
ia Lyfland Francke^ von Kerfsdorf sum Meister daselbst verordnet Dieser brachte einen 
gur grofsen Sdiata an Gold und Silber ausammen, als absonderlich eines verstorbenen Commen« 
datom Schata von Fellin 80000 Marck an^Gtold und an 000 Marck löttiges gegofsenen" Silbers, 
ohn die Taffel-Oeschmeide. Dasn liefferte ihm ein Voigt von Welfsen stein, Nahmen^ Hel- 
wig von Oilsen, bey seinem Leben eine Tonne Goldes; als aber der Voigt gestorben, überkam 
der Herr Meister 100000 Marck an Rosonobein nnd allerhand Müntze, ohne des gegossenen 
Silbers nnd Tafel-Oeschmeldes, daa sich auf eine grofae Summa Geldes belief. Welchen Schata 
Weither von Kerfsdorf, Gros-Commendator an Prenfsen, dieses Herr Meistera Bruder, 
von Biga nadi Prenfsen brachte, womit die anderen Gebietiger in Ljfland übel ^frieden waren, 
aad derfaalben eine atete Ansprach an dem Hochmeister in Prenfsen, Paul von Bufsdorff,' 
aad obgedachten Gros-Commendatom g^abt, allein wenig wieder bekommen können. Ehen ao 
herlichen Sduta hat Lylland auf einmahl verlohren; allein dieaer ist, wie leicht zu erachten, 
aieht der eintsige geweaen« 

Im andern Jahr seiner Regirung, nemlich 14SS, begab sich, dafs einige Engelllnder, so 
aas Lylland schilRen, wegen des wiedrigen Windes, auf der Rigischen TieiTe still liegen und 
«arten müssen. ITnterdefsen kamen etliche LytSndische Kauffleute mit wolbeladenen SchiiTen, 
wdehe gegen Westen an fahren Vorhabens, und des Orts auch vor Ancker liegen mnsten. Die- 
sdbe grüfseten die Engellinder nnd baten aie freundlich, niher ans Bord zu legen, und: weil 
9 still Wetter war, in ihre Schiffe an Gast zu kommen, und mit ihnen eine Mahlzeit vorlieb 
Sa nehmen. Die Rigischen besorgten sich keines Bösen, weil keine Felndschaift unter ihtoen war, 
Kefsen sich bereden und stiegen hinüber; wurden aber Übel wilkommen geheifsen: nnd von den 
Bagliaehen Ina Wafser geworffen, Ihre Waare und Schiffe genommen und in Engelland geführet 
Ober aolchäi nnd dergldchen Übermuth der Engelllnder ffihreten die Kaufleute in Preufaen nnd 



*) Jener litthaaiicfae Feldsng fand im J. 1488 Statt, nnd awar ward er nach dem 8. Jnl. brennen; der 

HflRmdtter war aber am 8. Nor. desi. J. ichon todt. S. Index corp. hitt. dipl. LIt. Nro.1890. 1898^ 
Bd.I. 8.B98. 191. 

LBd. 18 



..^ 181 ..^ 

befestiitea, trfebta todi Amt Teitodieii sa IVarira dmu riierluBdi Spott nd HoUl n, ivrf 
tchofiea, «ngeaditet 4e8 SUlbtandei, tu die Stidt, m offt €8 ihn« gciel, sbo daf« Mdi kdur 
auf der Ckfsea sidier geben konte. Unter andero Torachmen Leutea^ die (de abo leiditBvtlgcir 
Webe enchofieii, war auch der Bfirgermeifter^ Johaa soir M eyoiagek Da teao rfe delkbli 
beachidite «nd befragte, iranonb man webrcnden StHUandea also fdadlidi mit ihn» hasleitel 
▼erflbeten sie an die Abgefertigten allerliaod Übetmnflit wd vniten nldit^ nie de adbSg» gnag 
besdiimpffen and sdindhen mochten« 

Im aenndt- nnd letalen Jahr dieses Herr Hdstera, Johaa Freytags Toa Loriogbofei 
niHttUch Anno 1494, liefs Iran Wasiiiewlta firodsdin alle Teatsche Kaaflente, midie sldi 
so Nowogored (alwo die Hansee-Stadte ihr vierdtes Conter hatten) anfUeltw, gebogen 
nehmen nnd in. schwere fiefengnis werffen, so dafs eäche gantser 9 Jahre in den fankn Thir*» 
men elendiglich aabxingen mnsten. Welchea dahmr anfiinga vernfsachet, dab die vsn ReTai 
awey RenTsen» ilurer MlCdkandeladg halber, gereditfertiget, md den einen, der falsdie SddlUnge 
in ihrer Stadt gemuntaet hatte,, nach Tentachem Rechte, an Tode sieden, den andern, der b^ 
einer State auf annatürlichor That beschlagen^* Teribrennen laiaen« Solches irerdrols den RenEMtt 
heffUg, als die sich bedüncken liefsen, dafs man sothane HiTshandelaog am Leben nicht betrafen 
•könne.. .Cimntiaa meldet '*'); eiirfge sollen, da -sie bey den Revelischen sich darUier beUageti 
aus Unbedacht aasgefahren nnd gesagt haben; sie wolten den.Grobfibrsten Selbsten, wemi sie 
ihn in soldiem Laster betreten, wie einen Hund, Terbrennen. Als ea aber da» Grofsflbwten 
Unterbracht, sol er deirmafsen ergrimmet werden seyn, dafa er auch sefaiea Stock, dabey er 
ging, aerbrochen, auf die Erde gewoiffen nnd .angleich, mit ausammen gebiftenen Zihnes, gen 
Himmel sehend, gesagt haben t Ricke fiott und riehte meine Sache.. Drauf er dch obgedaai^ 
termafsen an die Teutsche Eaufleuie, welche in den Ccntors^Hcdf 8ire gewSnMche Residenta 
hatten, fergrÜFea, Mels es auch dabey nicht bewenden, sondern begehrte noch dasu von den 
Ständen in Lyfland mit vielem Drohen und grofsem Ernst,, dafs man ihm die ReveladieD, dM 
sefaie Renfiieii unschuldig sum Tode Vemrtheilet hatten, überantworten solte Bs konte aber 
seine. Aafordemng keine Statt bey den Lyflindischen Stünden finden, welche sich irerpfiidilaiea, 
dafa sie Tiel lieber die tuberste Noth lelden> ab sich hi selche tyramdsdie IMnsfliailEcit der 
Renben stecken woUen.. 

Anno 1405 wurde Wo^lter ▼#!> Plettenherg, eht^trefBOch-Terstend^er, behertaier «nd 
sieghafter Held, aum 4]jten Meister Teutaabea Ordens in Lyfland, erwehlet^), wddiar, well 
er die Ton den Rigischen elagenommene and aeratorte Hlaser wieder forderte, sie mit bieg 
bdaagte* Es ward aber endlidi die Sache tm den BischBlen an D4rpt und CuhrianA oanH 
. poniret^*) und dergestalt rerglichen, dafa die BJgischeii slck verpflichten muslen, daa Sditsfa 
au Riga wieder aafinibaiiett^ wie sie ef auch gethan^ sber dem vorigea sehr ungleich, ladmn 

Vandalia Üb. 14. cep.tl ' ' 

^) Ehi von Arodt Th.1. S.174. Nota) sagefihrter tehnbrief tetgtf dafs Pletteabcrg wealffsteas 

ichoa 1484 Hsmnei|rtsr gewmea ist 
***) Hiira scheint hier die Wolmariehe Afspröke im Sinne sa babsa; kommt aber damÜ tu «pif^ 
iadem dieser Vergleich Kbea 1491 gefchloMen wurde. Arndt Th. 2. S.167« 



— 1» -^ 

SdÜofii niftht hüb so fcit ud giit ist, alt du ttrlge gewesen; Und weU der Erts* 
BMioir Hüdebrsttd, aantpl •ebieai Gi^itld^ dee Ordens Habit wieder m^genommm, hat der 
Hm Mdatev mit flun^ ftla aelneni nlehtten Nadibam^ bestendigen Frieden und gute Vertrai|* 
l^cit gehalten. Daher andi ihre Regfrmig desto glficküeher gewesen, nnd das Land im hSch* 
iten Hov nnd Anfnehmen gerathen* 

In Jahr IdMT starb der Hoehmeiiter in Prenben, Jehan Ton Tijfen, nnd wnrde fol« 
genden Jahrs der SS. irfeder erwdUet, nemlich Hertaog Friedrich an Sachsen, welcher 
Zeit^sebier Regbrung, nngeachtet des obberfihrten Frieden -Vertrags, dem K9nig hi Fehlen nie* 
nddn sdvwearen woUeBi. ünterdefcen Hefsen die Renfsen nidit nach, sich auf allerhandt Art 
and Weise an die Uefliader an nStigen. Denn olme dem, was sie surer, wie gemeldet, an die 
Nairitdien TerAbet hatten, fielen sie anch frejwiHig endlich f endlicher Weise ins Land, imd 
bsBseten in die 79 Meilen ndl Morden und Brennen;. Derhalben traten die Stände in Lyfland 
sosananai nd wnrden nach fielen Rathsehlagen einige lieber den Krieg in des Feindes Land 
sa fahren, als das Vaterland durch die Feinde Terheeren und rerderben ra lafisen: machten 
Herwegen eine Verlnmdnis mit dem OrofsfOrsteii in Uttanen, Alezander, (welchem, ob er 
des SroTsf&xaten Ivan Wasiliewits Grodsdin Eydam war, doch Ton ihm mit Krieg faefftig 
SDfBsetat wurde), defs sie beiderseits auf eine Zeit nnd mit aller Macht die Moskoriter angreiffen 
wsUen, nnd wnrde solche Verb&ndnis 19M nicht attein mit Brieffe nnd Sigel, sondern auch 
adt corferüdiem Eyde bekriffUget und beschworen. *} 

Ak nn der Herr-Meister nut seüMU Ordens-Verwuiten und Kriegs-Leuten in der Rfistnng 
wsr nnd sldh anf bestimnite Zeit mit aller Macht sn Felde gelegt hatte, in Hofnung, dafs der 
GrsfsfBrst Aleznnder audi also thun solte, blieb er doch mit seinen Littanem ans; denn es 
fld eben ein der.tSdliche Abgang des KSnigs in Fohlen, Johannts Alberti, daher der Grofs* 
faist nach Fohlen eilete, die Cron in empfangen, welches den* Ljfiindem grofse Sorge renir« 
saAte, sintemahln sie von ihren Bnndesgenofsen Terlafsen, nnd sich allein dem Moscoriter su 
wkderstehen, fast su sehwach' befiinden. Nicht desto weniger weite der Herr-Meister 4as vor»^ 
gensnunene Werck nicht stecken lafsen, sondern begab sich Anno 1501, Dottnerstsg nach Bar- 
thsbmaei^ ndt 40M Reisigen nnd einer limUchen Ansahl Lands-Knechte nnd Bauren, sampt 
etlichem Feld-Geschfita in Reufsland, da er also bald 40000 Renfsen sntraf, tou welchen er 
viel ofedmrlegte,. die andern biMhte et anf die Flucht, setzte ihnen in S Meilen nsch nnd Jagte 
ihnen allen ihren Nadi-TroOi ah, nnd zwar ohn sonderlichen Verlust seines Volckes. 

Dranf mdcte er weiter ins Land, rerheerete nnd Torwüstete defselben einen grofsenTheil, 
crobeste nnd plünderte die Hinfer Ostrowa, Krosnora nnd Iseburg, brandte Iwanogorod 
ganin nas nnd ciseUag daselbsl rid Volcks, h&tte auch den Sieg und das Glück femer Ter* 
feigetf wenn nid^t die Seuche des Blutgangs unter das Kriegs-^Volck kommen, der Herr-Meister 
aneb aelbsl mit grofser Leibes-Schwachheit nicht befallen were. Und weil der Herr-Meister 
als^ anmck ziehen mnste, dss Vold[ auch der Seuche ludber Terlief, und hin nnd wieder ier< 



*> IKc lIHnuide «eibft Im Cod. dipL PoToa. T. T. p. ISO. te^. beweiet, itafs dicies Baadnifi erst am Mob* 
tqgo TOT Johauni« ISSl zu Staodie kam. 



•freuet wurde, gerieten nicht nnt allefai die Lyfl&ifder in die nicht geringe. Fdieht; beconden 
es fielen auch die Renfsen, nachdem sie Ton dem Zustande des Lyflandischen Kriegs -Yolckei 
Kundschafft erhielten, wieder Anno 1S02 in der Fasten mit aller Macht sum andern Mahl 1^ 
Lyfland, rerheerte-i und verwüsteten das gantse fitifft Dorpt, das halbe StifFt Big«, das Ge- 
bieth Marienburg, Trilcaten, Ermis, Tarwast, Yellin, Lais, Oberpahlen, Wirlaad 
und Alentacken, und hantirten mit vielen Frauen und Jungfrauen, auch Uefaien Kindern also, 
dafs man vtm den Tärcken dergleichen nie gehöret In demselben Einfall wurden bey 4MNM 
Menschen, jung und alt, in Ljfland gemifset, die entweder geschlagen, oder gefenglich wegge- 
fahret worden. Dieser Über-Zug geschshe in fprofser Eyl, bevor sich die Lyflander wieder ver- 
samlen konten. Ihrer wenige, die aufirabringen waren, troffen bey Helme t mit den Febdca 
und erlegten derselben 1500 sampt dem Obristen-Feldherm, Knes Alexander Obolentsky. 

Im negstfolgenden Monath Aogusti rüsteten sich die Lyflandisdie Stinde und gingen mit 
SOOO SU Pferde und 1500 Teutsdier Knechte, wie auch etlichen 100 Bauren, sampt etlichea 
Feld-Geschüts nach Fleskau; die lattauer aber blieben, ungeachtet aller Byds-Pffichte, wieder 
aus« Unterweges erhielte der Herr-Meister von 2 gefangnen Reufsen Kundschafit, dab die 
Moscoviter bey 00000 Mann starck wären, und dab der Grofsffirst unnötig adite, dem Herr- 
Meiater ehie BdUacht n liefern: sondern were nur bedacht, solchen geringen Hanffen mit adner 
Menge su umbringen, und vor sich als das Viehe nach Moscau su treiben, und damacb ganis 
Lyfland au übersiehen. Aber der Herr -Meister kehrete sich an solche Vermefsenheit der 
Reufsen im geringsten nicht, sondern hatte gute Acht auf seine Sechen, verliefs dch ««f Gott 
und seiner frommen Lands-Knechte Tapfferkeit Den IS. Septembris drungen die Feinde, unge- 
fehr eine Meile Weges von Fleskau, auf die Lyflander mit grofsem Geschrey und Ungestüm und 
suchten sie lu umbringen. Aber der Herr Meister, nachdem er Gott umb GUick und Sieg an- 
geruffen, drang mit dem grofsen Gesch&ts (so dem Feinde erschrecklich) mit seinen Kürifsfaren 
durch die Reufsische Schlachtordnung, und brachte sie in die Flucht Wie aber die Feinde 
gesehen, dafs man ihnen nicht weiter nachsetxen konte, samleten sie sich wieder, fielen des 
Herr-Meisters Fufs-Volck hefftig an, und machten derer bey 400 nieder, worunter nnch der 
Hauptman Matthias Pernauer, defsen Bruder, ein lieutnant, Henrich Peruaner, und 
ein Fendrich, Conrad Schwarte, geblieben. Da aber der Herr-Meister mit den Küribirem 
das Fub-Yolck entsetste und etliche Mahl durchdrang, entfiel den Reufsen der Muth, weldic 
sich auf die Flucht begaben, von den Teutschen nschgesetst und heufig niedergemacht wurden. 
Weil aber das Yolck ermüdet war, wolte der Herr-Meister den Feind nicht weiter Terfolgen, 
sondern blieb bis auf den dritten Tag alda liegen, und wartete, ob die Reub^i weiten wieder 
kommen; aber sie blieben aus und begehrten nicht meht so heifs au baden In dieser Sddadit 
haben die Reufsen bey 40000 Msnn rerlohren; auf des Hwr-Meisters Seit^i aber alnd, olm 
obgedachteFub-Völcker, nur etliche Reuter geblieben. Von dem Fendrich Co-nrad Schwart- 
xea eraehlet Baron Herberstein'*') dieses Denckwürdige, dafs, da er von den Feinden simlidb 
verwundet gewesen ui|4 rerspüret, dsfs er nicht langer stehen konte, hat er nadi dnena tepffcam 



*) Rerum Mmcot. commeat., in dea Anctor. variis remm Mosooyiticamm , FraaciHF. 1O09 foL psi^.W. 



Ml 

llaiB geaAslaty weleheio er die Fahne MTertnraen modite. Dnef Lucas HammergtSdter, 
der flieh von den F&istlidli-Braunachweigiachen Stamm , ans nnSchtem Ehebette<rfra «eyn rühmete, 
ngetreten, und die Fahne an sich reissen wollen; die ihm aber der Fendrioh, entweder ans 
Mirstranen, oder weil er ihn solcher Ehren unwürdig schätite, nicht liefern wollen« Solcher 
Schimpf thal dem Hammerstidt so wehe, dafs er ihm die Hand sampt der Fahne abhieb; 
der Fendrich aber ergrif mit der andern Hand die Fahne, hielte sie auch mit den Zähnen so 
fest, dafs rie serrifs. Die Stücker Ton der Fahne nahm dieser Lucas Hammers'tädt an sidi 
md lief damit cum Feinde über. Durch welchs Schelmstück geschehen, dafs obgedachte 400 
Foul-Knechte umbkommen« Dieser Yerrather ist Ton den Reufsen aufgenommen, und eine Zeit- 
luig ehrlich unterhalten worden; als er aber hernach von den Reufsen beschimpffet, ist er 
kdialieh an €hristierno, Könige in Dlnmarcken, geflohen, und von ihm über die Artollerey 
gegekd worden. Da hernach etliche von den Knechten, so mit im Treffen gewesen, in Dinmar* 
dtea kamen, und dem Ktaige von seiner begangenen Vervaflierey meldeten, lidt ihm auch nicht 
nFelde sieben weiten, hat er ihn nach Stodcholm gesandt, da ihn hernach Konig GnstaTus'I., 
ik er Stockholm einbekommen, in die Zahl sdner Bedienten angenommen, und ihm Wyburg 
aBTortrauet. ' Da er nun auch alda etlicher Sachen halber beschuldigt worden, ist er wieder 
Bach Moscau gangen.. 

Durch diese Victorie, und weil der Grorgfürst andere Feinde mehr hatte, erhielte der 
HeiT-HeiBter einen fnnfsigjahrigen Stillstand. Es ist aber der ißrofsfürst Ivan Wasiliewits 
Grodsdln im Jahr 1506, wie Russen'*') meldet, Todes verblichen. Petrejust'*') setset 
»B Absteiben swar IS Jahr «urück; es stimmen aber keine andere Gesdiiohtschreiber, so viel 
idittich erinnern kau, mit ihm überein. 

Anno ISOO den 6ten Febroarij starb der Erta-Bischoff su Riga, Michael Hildebrand, 

aad nachdem er, seinem eigenen Begehren au Folge, am Creutsgang des Thums auf dem Fiie- 

fcashoff daselbst begraben wurde, erwehlte das Thum-Capittel den sechsaehenden Erta-Bischoff, 

Caspar um von der Linde, gewesenen Thum-Dechanten au Riga, welcher aus Camen am 

Rdn-Strom, awar von geringem Geschlecht, gebürtig, aber durch seine Tugend und Fleifs be- 

siaibt war. Er sog bald darnach in eigener Person nach Rom, woselbst er am Tage Trinitatis, 

ao gewesen der 2S. May, vom Pabst Julio dem andern bestätigt wurde; und kam selbigen Jahres, 

dm SuS^tembris wieder nach Riga. . Er war ein getreuer Beschütser der Gerechtigkeit und 

dea Friedens, lebte auch mit dem Herr-Meister Plettenberg in grofser Einigkeit Dieser 

KrtB-Biachoff hat das Schlofs Marienhausen von Grund auf erbauet, auch sonsten an allen 

sadeni Scblofsem im Erta-Stifft, insonderheit alier an Kockenhausen und Ronneburg, viel 

gebefaert;' eine aimliche Ansahl Geschütaes giCsen und viel Geschmiedes au des Erts-Bischoffes 

Besten asadien lafsen, auch das grofse silberne Marienbild in Riga gegeben; viel Korn und 

Geldes nachgelafsen. Welches, wenn man es nach dem Zustande der vorigen Erta-Bischoffe in 

Bericht aiehet, das wahre Wort gnugsam bekräftiget: dafs Fried ernehre, Unfried, insonder- 

hdt der einheimische, veraehre« 

•) BLÄ4. 
^) HirtoriflB Tsd Berieht tob dem GroftfurstenChamb Moidikow, Leipzig 1S30. 4L Seite 100. 



Folgend«! Jahres starb der Hochmeister ia PredseA, Hertiog Frfedrieh m Stehlen^ 
SU Rochlits^ Bsidtdeiii er das Hoehmeister-Ajnpt 12 Jahr and S Monsth rerwaitet, «ad inirde 
SU MeUsen im Thum in seinem Tlterlichea ArstUchen Begrifcnis begrtbea. Ihm folgte ia der 
Regtruagf durch eiahelUge.Wahi der Ordens-Herra, Karggraf Albrechi von Braadeabarg, 
Thumherr au Colln,< Msrggraf Friedrichs Toa Anspsch Soha, Toa des KSaiges Sigismandl 
Schwester, Sophia, gebohren. Dieser weigerte sich Imgleichea aafaags, dem Konig ia Fshka 
die Holdigong m leisten: uad weil er Willeas wmr, ao was iUtlidies wieder iha solte vorge- 
aonmien werden, mit gewehrter Hand Wiederstand an thnn, alr- bewarb er sich amb vieler 
Fürsten and Teutschen Adels Halffe, anch umb CMd, daaiit er im Fall derNoth daaiil Tenchea 
seyii mochte. Weil aber die Pohlea mit steIfgen Kriegen wieder die Keabea, so die Stadt 
Smoleatsko daamhl belagert and folgenden Jahres efaibekommea, anch oilt der Taitam viel» 
faltigen Einfallen beladen, hat der Hochmeister sein Land Preafsw, obn der Fohlen Eiabl, 
eine Zeitlang in gater Rahe beselsea, bis «s endlich Aaao 1519, am Bade des Jahre», saoi 
oifeatlichen Krieg aosbradi. Was in wehreadem diesem Kri^e vorfelaaffea, lafs idi fiduta, 
weil ich aar von Lyfliadischea SacbeB an melden f orbabeas bin« 

Der Herr-Meister ans Lyfland aber saUdiLte dem Hochmeister damahls ehdge Völcker la 
HuliF, bis 1S21 dea 0. Aprilis iwischea bejden streitenden Theilen efai Anstand des Kriegs aaf 
4 Jahr bewilligt aad geschlofsca wardez da selbige Jshres der Ho«duneister, eatwed» die 
efschopffete Mittel aa ersetsea, oder dafs er idamahls bereits mit dea Oedancken mabgaagea, 
das Hochmeister-Ampt, sasampt dem Pabstthnm« aa verlaTseni voa dem Herr-Meister^ Wolter 
voa Plettenb«rg, etUch UNW fiülden empfing*, aad aeUte dea Lyfliadischen Oiden, der voa 
28S Jahr hero*, dem Hochmeister In Preafsen anterworifen gewesen^ des Ejdes aad der Pfficki, 
damit sie ihm als dem Obern vvilwnden waren, gaata feej aad lofs, aa ewigen Zeiten« wekhes 
in abgedachtem Jahr aaf St Michaelis Tage aa Königsberg geschehea. Und irren di^eaige, 
welche solches aaf das 1513. Jahr siehea; dean die Diplomata konaen nicht triegea. Alsif sbd 
folgends alle Ljfiiader daxch efai soaderliches Rescript des obgedschten Hochmeisftera Alberti, 
aas Presbarg ia Cagam, am Tage Valentini Anno 1525 ihres Eydes erlafsen aad aa dea Herr- 
Meister in Lyfland gewiesen worden. Daher nach erfolget, dafs fast amb dieselbe SSeit Keyser 
Carol der flOaffie die Herr-Meister ia Ljrflaad aater die Relshs-Fftrstea aa^eaammen, aad 
ist dieser Wolter von Piettanherj der erste anter diesen Meisten gewesen^ der den FSnt* 
Uchen Tital gefahret ♦) 



*) Eine hriliidie VateMachmig fliier dfo Befreiang dei livlindifohea Ordens voa dar überli«mcliafl- des 
Hochaieiit«n in nrenllwn aowahl, alt üb» die Staadeterliahang im Hennaelften Ptettenberg, and 
dahia gehörige Urkoadea^ findet man In Hapels aoiditchea JÜMdUsaeen Stas. a* M. 8.M9. 



iy^ 



F u n ff t e 8 Bück 



him der Herr Bteltter Wolter Ton Plettenberf im Werok war» die Preufafaiehe Ober^Herr-' 

Khaft Tea Lyflaad ebml^en, fing das Lieht dea 'Braiigeiy im. Jahr naeh C €Mb. 1SS2, lUt 

"M 15M in den Stidten Riga^ Heval ud Dorpt an m leeditai. *) Za Riga wir Andreas 

laepk Ton Ciatrin der erste Emngdiadie Prediger, welcher neelidi Ton Treptanin Pommern^ 

4i er dB Oellega der Sdinlen gewesen, wegen der Religlan ftertviehen, gen Riga an seiaeni 

Bnider, der allda ein Thnm-Herr war, gekommen, nnd abbald «un Pfarr-Herm in St Pe« 

fnt-Dnhen beinfren. . Er hat viel herliehe nnd geiatreiehe Lieder, darinnen die Summa der 

Ukre fon der Gerechtigkeit, dem Glauben^ nnd defselbigen Früchten, wie aneh von dem TrosI 

h Crentn und AnfeehtnDg^ welche aneh nedi hentigea Tages in den Byangelbehen Kirchen im 

fkbraidi aeyn, yerfafset Und ob er wol die Mlfsbrlnche, so wieder die refaie Lehre stritien, 

htti straffste, .write^ er dodi in Vermeidnng aller Aer^emilben, Ae Ceremonien so bald ntdit' 

salera. Abflimab^SjWester Tegetmeyer, derTorhinanRostock beyderSt Jacobs-Kirehe 

CbfeDan gewesen, und Jingst auTor Ton dannen entwidien war, sum GehfUiFen angeordnet, nnd mit 

graftam Ungeatfim und Etfer die PXbstliehe Mifsbrindie m straffen und an entdecke^ begunte, ing 

dar Pobd hald darnach an, alle Bildnifse und Ottsen aus der Kbdien lu werffen und daa Sfar- 

chcn-Geaduneide d^gestalt wegiufuhren, dafs num nicht weib, wo ea geblidben, aneh die Grab- 

Ikcine Ton den Gribem weganrdfsen, derer Bxempel die an Reral nnd Dorpt bald folgeten, 

wie denn gemeiniglich in dem eraten Anfang aoldier Vereiidemng wM dergleidien unbesonnene 

aad aufrUirfscheBinge Torgenoaunen werden. Zu DSrpt wurden dieKirdiett an StMariae nnd 

St Johannia gestllrmet, aller Kirehea-Zierratt Ina Feuer geworffen, und auf offenen MardEt Ter« 

brennt, damit ea nicht das Anaehen hette, ala were ea mehr Ranbea halber, als* das abgottische 

Wesen abaaadiaffen, gcndiehen. Desgleidien geschähe audi mit St Dominid- und Fran- 

did-Kirdie, nnd einem Nonnen-Eloater. Zu Reral war der erste Evangelische Prediger 

la St Nieolai Herr Johnnner Lange^ bald hernach ward Herr Zacharias Hase Pastor 

a StOlni, und Herr Heinrieh Bockholdt anm Heiligen Geist DieRigischen aber, damitdaa, 

ssdegeilinn, ihnen fibr kehien Auffimhr angerechnet werden möchte, ersnchten de den Krta-Bisdioff 



')Ckytraens L X^ ThnannsLUI. 
LBd. 



U4 «-^ 

Gtsparmm ▼•n der Linde, söni SHtemithleB, dafs er «m der Ehre Gottes «od ee vickr 
Seelen Heyl uid Wolfahrt, auch der Tontehendea infseralea Noth wUlea, reine nnd gotiMeHgc 
Lehrer nnd Prediger in tiire Stadt -Kirchen verordnen nnd aetien weite, damit die Gemetae 
in wiedrigen Fall nicht Temnachet werden mSchte, dem Torstehenden Obel aelbet Tomkommou 
Aber, was konnte soichesNbey den PibsÜschen helffen, welche nnr IhrGespStt damit trieben, nai 
nnterdeben % Münche idm Pabst nnd den Firsten, weldie im RSmisdien Reidi an statt dm 
abwesenden Keysers Caroll des V. verordnet waren, sich ftber den begangenen Frerel dm 
Pöbels in beklagen, abfertigten. Die Rigisdien aber gaben nicht viel «nf ihre Klage, denn sfe 
wnften wol, dafs der Keyser mit ändern Kriegen sn thnn iiatte, nnd sagten gemeinigUdi; Ehe 
er in Lyfland kirne, wirden sdne Renter müde nnd matt genug werden, nnd wenn er mit ehcm 
groliMn- Heer kirne, miste er Hangers iialber grofse Noth leiden; kime er aber mit wenigesi 
Krieges.-Volk, weiten sie ihn leichtlich schlagen, — liefsen demnach die nmm-PfUTen^ der Stifl»- 
Hfchen, sowol andi die Minche nnd Nonnen in den Klistem ermahnen, von den Opffer-Melten 
Md schindlidien Gotsen- Dienst, wie anch von der AnmUnng der H^ligen nnd anden Müli^ 
brinchen äbtnstehen, oder da sie ihre Msche Lehre nnd Oeremonlen nidit TerlaTsen wdten, 
so nrnditen sie soldies ftr sich allehie, nnd inneriialb verschlofsenen Thiren rerrichten. WddM^ 
sich aber Ton dannen nnd anders wohin begeben wolte, dem solte es in sefaiem freyen Wülsn 
gestellet seyn. ^ 

Indem solches gehanddt ward, kamen die abgeordnete Minche wieder anridr, nnd wdl 
den Riglsdieii erifnet worden, data de sidi nnter Weges berfUimet bitten, de brtditen Tsn 
dem Marggrafen Philippe, als des abwesenden Keysers Statthalter, einen Refehl mit sid^ 
dieses Lantes, dafs an Riga alles in den Torigen Stand solte efaigerichtet, nnd die Kotier sns 
der Stadt Tcrtrieben werden, in Entstehnng defsen solte die ungehorsame Stadt Rign in diO 
Acht eikliret, nnd aller Haab und Giter terlnstig werden, audi dnen Jedweden, der sie iber^ 
Idme, firey seyn; Imgldchen alle diejenigen, denen de etwas gdidien, geborget oder TerhsnlM, 
selten* in. keiner Zahlung TerpHiditet seyn, dafem de gedaditem ReCdil nidit nachleben, und 
ddi wieder nnter den Gehorsam der Romisdiefli IBrdien begeben wfirden: ao wurden ron iBeseO 
Mindien ihrer % so den Rigischen in die Hinde gerietheü, ins Gefengnis geworlfen, unter wd- 
dien der dne, Rurchard Waldis, über wenig Wochen die Pibstliche Rdlgiou rerlafnen, dd 
daher wieder lofsgdafsen wurde, der andere aber wurde linger denn du gantses Jahr gefengHch 
angdudten. Der Commendator des Hauses an Riga, Hermannus Hoyte, schickte den Bürgern • 
daselbst eine grofse PdtsiAe Toller Knoten, welche nodi heutiges Tages auf der Kanflent^ Stube 
sn sdien, und liefs de ermahnen, dafs sienrit derselben die HfUidie und Mefs-Pfaffen uns der 
Stadt treiben selten, wofern de anders die Stadt in gutem Zustande eÄalten weiten, daher 
die Minche, entweder aus Furcht oder dafh sie dadurch den Erts-Bischoirund Herr-Hebter an 
desto grifserer Rache anreitäen niiditen, sich mit fliegenden Fahnen und grimmigem Drinen %JlA 
ans der Stadt begaben. Diese sowol", als 'andere pibstlidie Pfaffen hielten mk grofaem Unge- 
stim bey dem Erts-Blschoffe um Ihre Defenston an, sdbi^r^ber, da er sich yid su wenig 
und unrermogend befand, erwehlete den Bischoff su Reral und Dorpt, Johannem Blan* 
ckenfeld, von Berlin ana der Marck' gebürtig, euien heftigen Byferer der PibattisiMn 



ut 



BaligiM« ran Coi4|iit^ni, nil atchi uiofm Tode san SuecMiani des Erti-BkcboflUnuiit 

DietorBltnckenfeld, welcher svTorPrefeMMHr Jetts suf derDnlYersitit laFrenckfertk 

gevesen, war wegee seines- hehee ITerstsedes, grefser Ctifshmiig, kngwieriger Übvng, Gesdiiok- 

«g* end fleradseeikeit« kedi berillmibt, euch ee den Fibel-, Kejser-, Kdnig. «lad andern 

fündkhcii HSffea wri bekenn« and «eUtten, deher ihn der Pebsl Lee erstlich Anne lj|lft an 

BcTal, and bald darnach andisaDerptaamBisoheib Tererdnet hatte. -^ Mit cUäaer Wahl waren 

ditt Bigischoi nichl übel aa&ieden, begehrten eber^ dafs ihnen entlieh ein tchrifUich Rerere 

■il deiaelben nnd dee ErtfrAischofts, sewel andi dee gantaenThnm-Ospitteb EHegel hAxMÜg^ 

a^estdlet [and iibergeben] werden nMchte, dafs sie bej der angenemmenen reinen Svangdisdien 

Uir nnd aUen ihien Fiifflegien imd Frejhelten genddg bleiben, nnd dabej beschütat werden 

sillsn, welche Cenditlenes eher dem nenerwehlten Coadjntem nicht gefielen. Denn^ wie der 

IrlB-Biachoir feigenden 19aM..Jshrea an Tage Petri PanU aaf Ronnebnrg Terschied (wekdief 

es Biga in. Gher der Thnn-Kirdien nnter einen Mefsbg-Stein begrsben worden) nnd obge* 

diAler Osedjater das Bra-BischoiRham antrat, fertigte er iwar ab sebe Gesandten nach Riga 

nk dnttr General-Confimation ihrer Frivtte^en, die HnUIgnng an aehier Statt Ton den Ratt. 

aad der Biigerschaift anannehmen. WeO aber in solchen Privilegien der Religion, wie es die 

Stall begehrt hatte, nichta gedacht wurde, der Bischoff andern die swo Kirchen der Stadt ihm 

wieder euunrinnen begehrele, weigerten sich die Rigischen der HnUIgnng, und analen die 

Chssndtai nnrenrichter Sache wieder daTon aiehen. Der.Erts-Blsdioff aber gab bald darauf a» 

rnstehea, was er in Schilde lührele. Denn als er an Kokenhausen, als des Brls-Bisdieffee 

Slidt, wd dienest Riga seine Reddents ^war^ eingeaegen, Tertrieb er, wieder die Versiehe* 

saag, ae er den RBrgem gelhan, Ihren F£^r-Hemi, Berend Brüggenaa, nnd setnen- Mit* 

halier, Panlnn Blofshagen, iaagleiehen den Rectoren der Schalen, Gisebertnm, welche 

dis nballiche MUsbriache straffken, und rerboth ihnen das Erts-BischoffUium. Olekhergestalt 

vertrieb er einen frommen Frediger aus LemseL Nachdem er die gewonliche Huldigung von. 

dar RIIInradMfll eaapfapgen, liefs er die Stsdt Riga der gebftrlicheii Eydes-Verpflichtang wieder 

erfnneni, eihielle aber keine andere Antw.ort, als dafs ale ea nicht thnn konten, die und beror 

er> rie der KvangeUschen Religion halber genngsam versichert hfttte. *) Als hierüber der Erta- 

ilnheff heflUg wieder die. Rigischen entrfLitel wurde, begaben sie sich unter des Herr-Meistera 

Bahnte. mit EcUetnng, ihn aUefai. fibr Huren Herni an: erkennen: Denn anror hatten sie (wie verhin 

gwnldet worden) dem Brta-Bischoff augleidi mit dem .Herr-Meister huldigen müssen; mafsen sie 

nadi ten des Ratha Urtheile an beyde augleidi an appelliren pflegten. Der Herr-Mebter wolle 

disee Cklegenhdt nidit versimnen, sondern nshm die Stadt Riga nadi Begduren fai sefaiea 

Sehnte Mit nnd nogiaii folgenden Jahr^ von neuem in die Stadt, und ertheiiele ihnen daaPiivile- 

ginmt die Evangelische Religion in der Stadt ungehindert an trdben, weUhes nachgehends alle 

faiarndn Herr-Mdster bekrifUgei hab^au Die Thum-Pbffen erkürten sich awar gegen dieStadt 

eike «men Willens, Treue undTrenndsehalR, erboten ddi auch die Sdle der Stadt, welche sie 

iene hatten, an befestigen; allefai, da nmn verspürtei dafs de das Ihrige aUmehlig weggeadaffet 

Chytraent L U 



IS« 

IwtteD^ aml soldm «ncll pft dem gnbm QeadAiM mad Kittaig n üma imem waiw, liit 
der Ralli «lle ihre ffinaer, Mfihles, Äcker und Yorwereke eiogeiiemmen ' und . aater die Birg« 
▼ertlieUet, nnd deii8el|»eii Theili der Stadt cvfii Qeete befeetlgea uaä bewikrea Jaftea^ dett 
Thtun-Herren aber ist wigewelgert gewesen, lidi ia der Stadt liiedUidi .b^ den BOifem aaba^ 
halten, vmd bey ihnen in Herberge an üegen. indem na der Brta-Bbchoff fai aciner YerUtte* 
rang gegen die |Ugi%dieii beharrete, aieh andi einea Qneii||itlidhen OioIb nnd feiitrhdiait wieder 
den Herr-Meiater, weilr er die Stadt in aebien Sohnta fenommen^ Termereken Itefii, biaeh eia 
Gerfidit fan Lande ana, dafa derBrta-Bfawhoff alah mit denUfoacewitern wieder denHerr-lbl» 
ater verbvnden hatte, daher die IMrptaahe KittendMft van ihm abtrat, nnd deaaelbigen Stüli 
SehHber undFeatangen ehmahnu DiaElrte-StUMBdMlUtteiadiafBk aber wurde dnrchnnabUfalgm 
Adialten der Stinde faw Lande sn Yerhütnug grAfaerer Witerej daUn gedbung^^ dab sie dat 
ürta-BiachdlF aaf Ronnebnrg aidiielten nnd in Yerwahrang nahmen,^ woriber deim viele Tage» 
Leiitangen im Lande gehalten, bia der Brta-Wadioff anf efaiem gemefaien Land-Tage an Weimar 
Anno l&W, Frejtagea vor Johanaia, aieh an entadmldigcB aodite» Ba wurde aber ^andi ^nhek 
Uge BewilUgipng aller Stande die Saehe endUch daUn gerlehtet, dafa dar ErCa-Biadboir aam^ 
allen aehien Biachftffen dem Herr-Bfeiater forthin aolten nnterworCen aayn, nnd aich 
Kecht noch Xrieg, ohn des Herr.Meiatei» YorwUsen/ wieder die an Riga elwaa ▼« 
nnteratehen. Ob awar er nn ungern solehea ebigehen wollen, hat er dodi, daadt er* i 
befaer wegen der Yerbindaii mit den M oacowitern antaehnldigaii amehte, -dieae Siawiiligang 
nicht ähaeldagen dfeffen, wie er aoldiea naehgdienda den Seinigen aol ^entdeaket haben*- Ahw-bald 
darnach begab er aldi aua dem Lande nach Rom. Ala er aber Ton dannen sieh nach Hi8pi.aniea 
aujBi Keyser Carelo Y«. wenden wollen, ddn reatttntionem in integrum wiefcr den Herri-MehiM 
and die Stadt Riga an erlangen, nifed Anno iSSn hk ehi klein Stidtlein^ ungefdir 4 Mdien ron 
' PJaaenta, kommen, wurde er an der Ridir kranefc, und Taradiied den 9tett Septcmbria (nai^ 
dem er < Jahr XMonath und dTage daa Brta4(tiffl regbet hatte) uad iat ha obgedaahtea Stidb* 
lein begrdien worden. Ghytraena aahr^bet: "*") dieser Brta-Biachoff sey au Poiotako geatar» 
ben, nnd habe för aeinem Abeterben leinen Tham-Herren getathen, sie aalten bey dam Sejaer 
fohaiCen, dafa nadi a^emTode mn Fürst "dea Saiaha (woan erHertaog Georgen von&ranm^ 
Sißhwelg und Lüneburg, Thum-Probsten an CüUn, ernennet) an seine Statt, nnd dea.Kojneas 
Yice-OuiUler, Balthasar Waldkirch, hn Bisahofftham Dorpt mochten erwehlat «etioa^ 
weil durch dmelben ansehnliche Gewalt daaSrtz-Stift und das Thuhn-Ospittel wieder ha wadgcn 
Stand und Weaen könten gesetaet werden; der Keyste habe sich auch anf fleirsigea Anhaltan 
der beyden Bischoffthumer nicht unwillig eraeiget, also, dafs gedachter Hertaog Genrg Twn 
Braunschweig bereita im Nahmen und Ton wegen dea gaataen Tfaum-Capittda, aum Brtn-Sl»> 
schoff postullret wurden t well sie Vermeinten, dab er dardi Hnlff und Bsgnitand aafaiea Braders^ 
Hertaoga Hendrichs.Ton Brannschweig, das Thum-Capittel wieder bk die Stadt Riga ei»- 
setaen, und des StiJBTts Jurisdiction wieder hi Torige YoUkommenheit bringen würde. Ahar weB 
der Keyser von Lyfland gar weit abwesend war, nnd slch'a anseh« liea, dab soldie int 

^ •)LXL \ 



^ Mt . 

pjewohüte Enrohbrnf daet snBftdlidMB Fintai, BÖck wM gthhere ZerrBttongeii geblhm 

wlkii^ hi« Wolter Ton.PJetteabevf gu fleUiig bey dieaeii Herren des Thnm-Capittel»^ sich 

IwIlMl^ iah flie Ja nkM dam aadiadlsdiea frandbüea Floaten, tondera daen aaB^ ihrea Mit* 

ida erveUea taltea» aad fluien daaebea safeiaft: Er woha es bejr der Stadt Riga dahlo 

hiigaa, dab die Tiuiai-Henraa ia flmn Tarigea Staad aad Güter eiagesetaet werdea sollten. 

arweUtea ah den Sten Septbr. aelh%en Jahres Thomam Sakoealnf, elaes Bär* 

Sakn SM Rif« and daadbst »ediaatan, wetdher, aaf Aalialten des Herr-Mdsteia 

Wolter Ton Plettenberg, bald damadi ia TeatseUand sog, and sleii vergUek mit Hertsag 

fissrgen van Braansckweig, der vor ihm irar postaUret werdea, daT» er iina dasErts-Bi- 

•dieMniBa abgatrataa. Wie. er aan wleddr gea Lükeak kommea, gab er solches don Herr* 

MsMer adixiSttidi aa «ikaaneBt u^ ^inag daraaf, dab er Ihn, Termege sefaier Znoage, aa 

llga etaaetaco solte, mafste aber wieder setaVevaiatkea'eifshrea, dafs des Bdten der Eassga 

ihkt aball falga: denn der Herr-Mabter, afell eraoäieki' ein Berr dlsbi fiber gaata Ljftmd 

air, kaltosa desBrta-BisekoffesAafordevaag kahM Qhraai derowegen wftrdcle der Bischoff, ab 

er venaerckte^ dafs er amb die Fidite geführet^war^ Anno 15S0 efaea Keiserliehen Befehl aas^ 

dnfaBMB den Righehen anferlagt warde, dafs ^ iha fir Ihren Herm erkeaaen, die Khchea* 

nUkter and was de saaslen deaBrla-Bischoff aad ^em Tham4)a|ittid geaonanM, wieder efairila» 

ana «orf« aaatellen, aHe Neaeraag ia der Lehre aUd Kircban-Cerenioaien abscliaffen, and die 

C tt th a B sd i i rL Ar^aadCbi oiii a den Safade^ aandnaen and ekidcbten saliea^aag äash samHertaog 

AibNakt ki'.Frealbeaf and «rwekMa aaf delsaa Ralh sdnen ftrader, Blarggraf Wilhelm 

▼oa Brandaabaig, ThamAanii saMainta aad Cola, ihm aa einem Coadjatora, der floff- 

asig, 4mA disaes Fttrsten;(aa* sekwr AaTerwandt^ Hdiait, Oewdt and ansehnliche Hülfle, die 

fii%» Bdiali -and Piidlagleä wtedsmiadi' an arlimgen. Als na des KegFs^ra und Rdehs Befiehlig 

dmUtaaJaaiy dych. das .grta4 M s skaBi RUhe iberantwortei warde, aad. das Oerttdit, Kargr 

pif.Wllhreini Ton Brandenttisrg aqr ahn Yarwifsen der Stinde sam Coadjatom erwehiel 

aasdiollea, btadite der grUbte Thefl der Ljriandischen StSade, lasonderhdt aber, der 

aa Dory4, die Badie Jbej dem B«i»-]idstar so wdt, daA da allgemdaer Laad-Tag 

(m D>akläa, «haweK -Riga) <angectdlet:warde, ^ anf welchem -der Herr -Meister (weldier ein 

«dssr an*Aidea gameinaa FdaBens IMhabender Herr war) den neaen Ejd, wekken er vor 

aObtan Jahren dem Srtk^Rknbaff BUneketif eld aad andern Bischiffen and Capittel-Herren 

iig s p w a ngr ia katte, gntwHllg^ eriiafsen, aad dem Bilz-Kschaff sdne alte l*rivHegien and Gerecht 

1^«*« im^iahen die halbe Bolmefsigkdt der Stadt Riga^ wieder eiageriamöt. Es wvrdaa 

mA aaf selbigem Land^Tage Legaten aa Hertxog Alb recht in Frenfsen abgefertiget, amb die 

Fsstalatlaii asiima' Bradeca abaatefaaen aad za Terkiadern^ wiewol tfcfats damit ausgerichtet worden. 

'thsaek «aleha aaf;, dem Laad-Taga^ geptogene Handlang wurden die Rigischen bewogetti 

drfb da aich mit dem E^ta4tisAoffB sa Kockeahaasea vertrugea,' and ihm aHe beweg* and 

aiAewa^dm^ Qütter, ao fan TOrigeaTnmuU dem Stift abgenonanen waren, wiederamb austeilten. 

Wm dber das Rhrchen-Regfaneat aad die gditlidie Jurisdiettoa, imglddien den erlittenen und 

— y w aadta n Sdmden aad tJakostte betrifft, *soldies wurde auf eine andere beqremere Zdl^ 

«aUhe der ■rtä4isdioff daaa em^men Vrirde, aafgeschobea, doch narerlettt deaKevaerliohea 



Briefes und des TemtM, eo diiiMieB ]»ettÜMMt, dalt eie mnäUk im^ilMlb M Tage tor'dte 
KejaerUehea Otmmer-^ericlit erteheinen ioUeii. Dni«f wurde «i Dale& «Im nmm. ürnrnrn^ 
kttiifft «ngestellet, woselbst sich die Sigiachea etUirteat dab sie dem Ert»>Blsdheibt «b IkMi 
weltUchen hohen Obrigkeit, die Hiddlgoi« Msten woben, ober Im «er BeügioB «ad IhmLlfaihai 
kteten sie keine Verendemag« noch ihm einige Kird^en-JnrisdiBlion gasiattes, woarft aber dar 
BrU-Bisehoff nicht aafrieden sc^ weite; dedi waide anf Pntarhandhng einiger Fits t en aaf 
S Jahre lang ein Anstand, Ton den anbigeseinten Artianhi alsdann ferner, an handeln, wiawsl 
mit ▼origer Bedingnng^ bewilliget 

Onterdefsen kam der nene Coadjnter, Harggraff Wilhelm, Amm. IS», HUtwoshena assh 
mdMelis, an Ronnebnrg an, da er von dem Erts-Btoehoir, Oapittels-Bilhen nnd des bta« 
fitiüka Bltteischaffl statUeh eaqpfi»gen, nnd ihm die Schttf^ nnd Oebklar Eemnehnrf, 
Smilten, Pebajg, Serbnn, Wainael, Lemsel nnd Balis db^arsnaAt wnnlen, der bte- 
Bischoff aber. behielte dieScUoflmr «id Hinaer Treydem, Üxfcnl, Lenewardon, K#kon« 
hausen, Crentabnrg, Landon, Befswegen^ Schwanenbnrg, Marienhanann «d 
Lnban Tor sich. 

fan Jahr IS» den dten Blartij Terhand eich der Brta^nschoff mit den andmn Bttate k 
Ljlland, •l>er dn Kiifchhohnischen Vertrag (welcher vermag, dafs die BtadI Riga bejdor hohen 
Obri^eit tai Lyfland, nemlidi dem'Erti-Bisdwff wnd Herr-Heister sngkidi nnterwoiien sqrn 
solte) Hand in hab«i. Wie aber im Angnsto der awqrjihrlge Anstand ▼erflaliMn« berieff er dk 
SU Riga abermahl gen Kokenbans«n, da sie nochmahls. jui ihrer vorigen AabwMt and 
Meinnng beharreten. Der Erta-Bisohoff ^mit denen andern Stinden) aber neigte 
an: Er kSnte vermöge sehies Gewibens nnd der Pllicht von sebmm Reafal ntdht 
halben wurde fan October die letste nnd endU^e Handhmg wiedemmb an Daien 
da sfaA denn die Bigiscben auf den NBmhergischen ReUgletts-Frieden, eo. im gantnen 
Reich aufgerichtet nnd besdüofsen^ bemSen nnd heaogen, mit Vorwenden, dab von Ihm Ray- 
aerli^eit Majestät emstUch verboteni es solte kefamr den andern wegen der Religioa einige 
Beschwerung oder NachtheU .aqfilgen, sondern ebi jeder, in jetaigem Snstande der. 
geruhig, bis anf efai allgemebi Goncüiua, oder negstCsigenden Reidis-Tage ve 
dafs wegen solcher Padficatton nnd Friedens* Vertrags, auch alle Ptoo^s im Kqrseriiahenj 
Gericht suspendiret warden. Were derhalben anch dieser ^egenwertfge Befehl, so der 
schaff wieder de aufgebraßt, erloschen. Ob ihnen nn wol der Erta-Bisdioff fe 
ndt gab, so kamen doch die in Riga in Brüthrnng, dafs er liald damnff den Herr-MeMai^ 
wegen der Verbiindnis, die de au Weimer unterefaiaiider anfgerichtet, amb Hllffe nnd ünjnlBnd 
wieder die an Riga angemffen hitte«. Derhalben de eine. r^ahtUche Protastation eingoLqgl, nnd 
damadi aUe Capittels-Hinner, den BischMidien Hof und denselbigen. gantaen Thett de« Stadt, 
wdchen die Thom-Herren inne hatten, nnd waa de anbechalb der Btodt an Acker, Lasid GM* 
tem, Mühlen und andern geistlichen Gutem knrta auvor dem Bisdioie nnd Tlüun-CSafittal aot 
Befehl des Kejsers ehverenmet hatten, allea wieder ehigenonunen nnd die Stadt heGBaUgnt, spsh 
midlidi dieses ihres Begbmens und FAmehmens Cnmlien, neben Obexaendmig der eia^dhgiHi 
Protestotfon, deai Erta-Bischofb fai Schrillten an Ofkimen gegeben. Der Brta-Biidioff Bft^din 



i — . IM .i_^ 

fUkt wiedsr mm das lEiyseriMie OuBaer^OerliAt gdtngen, digegen «ehiitetea sidl die in Rlgi 

Area Advötttai, Joliaa Helftama, mit dem Tom Rdnitcheii Hei€h n Nürnberg be^ 
aafJKerieUelea wd deä 4teii Deeemhiig im Keyseriichen Cbrnmer-Oerleht publidrteA 
M gi eae F W c de i i > IIa eber der Brti-]»adkoff wd die Caplttds-Herreo ohn baterlab aiddelten^ 
dibiie, eb «i* «ewett tpiriliHe, Ar eilen Dingen resüteire« wlfarden, beben endibft die s* 
Ilf e idA in die Terbnndnie der Tevtadran Fiieten, weldie sie wegen dea EvangeliJ an 
Bebmaltalden odt einander anfgerlditet, begeben, nnd also dea Erla-BIacholEi Draaen nnd 
dei lejMrlidiien Cbauner-Oeridili Befehl abgelehnet 

SdUgctt Jahren, aia etUdhe der Wiettiachen Klflie nnd RitterachaffI mit ihrem Herrn, 
leiaheld vmm Bexhifden, BiaehnffiD lu üael, nicht wol infrieden waren, postnUrten eie 
te GaadJntMa dea Brta-8tilla, Marggraff Wilhelm an Brandenburg, avm BisdioflFnnf 
Aiel, wernnf der Gaadjntor (nnangeaehen aelehea aewol de^ Ertn-Biidieir, ab Üer Herr-Meiater 
aad andere LTflindiadie 8t|nde heAlg ^ederriedien) aieh In die Wyke rerffigte^ nnd deH 
ILNevembiia daa Hrapt-Schlofa nnd Sttdtlefai Hapaal, worinnen die Thnm-Kirche defaelbei 
MRa gdegen, aampt der gantaen Wydc, ndt den i&br%en Sinaem, ala Lode und Leal, iH 
arina Macht bekam. 

BiaAdT Reinheld aber begab aidi nadi Osd anf die Featnng Arenabnrg, und hatt^ 

üa Oidcehe Ten Adel anf aehier Seite, nnd obwol der Cteadjutor die gantae Wyek bla ina 

dritte Mir ein hatte, dennoA mnfte er (weil BiacholT Relnhold aieh. sehr gt^tärket, einigea 

Iriegi-Voldk Unftber bi die Wyke geachidcet, nnd die Wykiache Ritteradiaflfk nicht bestendig 

bMAe, aondem ihm ihren Eyd nnd Püicht anfaagten, der Herr-Meiater nnch eraatlich daranf 

drang, dafa dem Öadadien Hachoffe aeine Hinaer wieder eingeraumbt werden mochten) endlidi 

tfa.Wyke TeriafiMn, nnd äA wiedemmb ina Ertx-StUR Riga begeben. Solcher Wyldacher 

Bmdd, den der Goadjntor mehr ans etlicher elgennfitsiger Rath und Anstiften, ala aua einigem 

[L eigenem] bSaen Voraata oder Begierde frembder Regimng, mag f&rgenoRunen haben, hat ihn 

dcmiadi bey allen Herren nnd Stinden dea Landet kefaien geringen Verdadit nnd Mibtraaett 

ernget, niid andere OlüdLa-Iilb, ao ihm Torgeatanden, nicht wenig gdiindert Endlich aber 

irt dieae JStreiti^ell im Jahr 15M, Sonnabends nach Jacobi Apostoli,- durch den JBrta-BiachoiF 

an Riga, aampt dem Herr-Bfeiater Hermen ron Brüggeney nnd dem Landes-Marachalch, 

Heinrieh Ton Galen, dergeatalt beygeleget, dafa die Tomehmaten Ursadier dieser Handel 

van dem WycUadien von Adel dem Biachoffe Ton Oael 25,000 Marck Rigisch aahlen müfsen, 

nnd weil gedachter Bbdhoff wehrenden Tnmult das Hana Werder eingenommen, hat er ea, 

dsmlt Ahm femer keine Gewalt daraus geschehen möchte, brechen lafsen. 

Ina Jdnr 15t5, Sontaga Ocnli, starb der Herr-Meister Wolter von Plettenberg, nach- 
dem er 41 Jahr regfaret^ nnd an Wenden S herrliche Thi&nne hat aofbanen, auch daa Schlob 
•iaaminde, nidit weit ron Riga, fBr Gewalt befeatigen lafsen. Ihm anccedirte Hermen 
von Briggeney, aonat genant Hasenkamp, der XUL Meister Tentschen Ordens, hodi fan 
mdkmm Ahr. Da ea aich denn bey Antretung adner Regimng begeben, dafa ein Vomehmer von 
Add, Johan Üxknl ton Rleaenberg, ni Reral ina Gefbignia gebradit worden, daramÜ, 
iab er aefamn eigenen Banren eracUagen hatte: denn ala ihm dea Entleibten Freunde daaGeldte 



In der Stafli Teirsperret, er .aber nicht detio «eniger iidi*nABlMiete, ntdi Reval m 
dnd etlkhe seiner gnteii Frennde und Birgw der fitedt m ihm gangen^ knben Um ge w imrt . 
oiid ihn ermahnet^ er aalte sich wol roraehen, weO flim eine gr^e CMEAr oblianden atoadi^ 
er aber adüog ea In den Wind, «ind konte nicht glanben^ dafa er wegen aeinea <^;enenl 
aolte angefochten, Tiel weniger Ina Gefingaii gebmdit nnd mm Tede /Vematfaellet. 
Nicht Imge darnach kommt Both Schröder, der Sliidt^Voigl, und nAnmt Mi In YeihiiK 
Wie er non dea Gerichta Ernst verspürte, hette era gern anders gesdien, «nd eh er wal 
Geldes und Gatts sich au lösen gnng both, weite es doch nidit heUhn, aondem warde"* end^ 
Hch den 7. HaiJ abgedachten Jahra awischen -der Stadt*Pforte enthauptet, welchea dem gantsea 
Adel in Harrien nnd Wirland achmertaUch Terdrofsen. Zn dem Groll awisehen der Bilteraeh&ll 
und RereUschen Birgem kam noch efaie andere ürsadi im folgenden WML Jdhr, da der Herr« 
Metater avf Uchtmefsen seben Bimrag an Reral hielle nnd aidi daaelbst baldigen Hefa. Beaa 
da der Herr -Meister avf dem Rath- Hanse an Gast war, walte einer ron Adel und dn Kaaf* 
Gesell, dem Herr-Meiriter an Ehren, ein Henn-Splel anf dem Marckt anatdlen. iJa aber der 
Kauf-Geaell den Bdelman heruntersiach, begodte es denen von Adel an ^wrdriefsen, wdeha 
einige yerdriefsliche Reden fallen liefsen, drüber sich die Kauf-Leute entriateten, imd endüoh 
beyde Theile Toih Leder sockten. Da man denn nicht andere als eitel Kord-Geschrej gehöret 
hat # Der Herr-Meister geboth vom Rath-Hanfs mit Hand nnd Mond Friede, wai^ sebien Hat 
trom Haupt, nnd das Bröd Tom Tisch' unter das anfrfthrische'Volck, sie damit an atiflen, es 
wolte aber alles nicht helffen, die Gnlde-Stnben und Bier-Hiuser wurden in der Eyl sage- 
acblofsen, damit die, so drein waren, nicht herauskommen, und den Allarm stercken moditen^ 
Endlich wurde dieser Auflauf durch den Bürger-Meister^ Herr Thomaa Fegsaek, welcher efai 
ansehnlicher Mäaa war, und groTs (Jehör I>ej dem Volk hatte, gestillet^ weitn aber dennoch der 
alte GroU unter den tou Adel nnd der Bürgerschafflfc taglich wuchs, und die vorige Streltigkeitea 
wieder hervor gesuchet wurden, indem die RereUschen denen von Adel die Freyheiti in den Hafea 
mit denen Frembden au handeln und üir Korn ihrea Gefallene au yerkauiren und au yertanfdien, 
nicht gönrien, weiten $ inigleichen denen von Adel ihre entkufiene Erb-Baoren In ihre Dienste 
und Schnta nahmen: ala wurde ddr Herr-Meiater genötigt, Anno 154S etliche Commissarien, als 
den Bisehoff von ösel und Curland, Johan von Mönlchhansen, den Commendatonr aa 
Fellyn, Johan von der Recke, und den Commendatorn an Reval, Rembert van Scba- 
renberg au verordnen, wekhe alle Zwistigl^eit awischen beyden Parteyen beylegen und ver-^ 
tragen selten. Ob man nu wol etlichermafsen einen Handel getroffen, ist doch der nlte Groll 
zwischen dqn von Adel und Bürgern alaeit geblieben. 

Unterdefsen ging der Erta-Bischoff, Thomaa Schöaing, Anno ISSO den lOten Augusti 
■u Kokenhauaen mit Tode ab, woselbst er in der P&rr -Kirchen begraben wurde, draaf. 
der Coadjutor, MarggraiF Wilhelm von Brandenburg, welcher der IVteund leiste Brts- 
Bischoff war, daa Erta-Bischoffthum antrat, und weil er die Lehre der Angspurgischen ConfeaUon 
angenonunen hatte, erklahrete er, sich gegen die Stadt Riga, der Kirbhen und geistiiclien Jnria* 
diction ihnen einsnrinmen, wofern sie nur (wie sie es seinen Vorfidliren angeboten hatten) 
waa daa weltlidie Reghnent belanget, flmgi Gehaaraam an leiaten - durdi die Hnldiganif imd ge- 



EjivMk ^ttptUktmi Md ik» dh gnbHIiha titter, ao tie d« lliiim-Hemi ud 
güB« «hraadt^ vMaruib «teimn wotteo. ♦) 

me Bigiidteii ab«, Hill ritt umebr im Bcdti wirai, wdgwtw tidi deKMB, wd ^rgAm 
ädb dflB g ma lh ttl d ia riw t Biad, duott lie wter lolah dlgeneiMai SdiUd der Buadt-Ver* 
tatt Ommmmt^SMAt «Mokatit weidm a ^ khlML Wte aber 9 Jahr damaah der Brts- 
Urete, daii a aM ga r Ihaid b%ga^ tm aenrailMMi, iM er den Herr-Meiater »d aader« 
Mode ia l»jllaad wb HiUUb am, welehe aiaht aUefa ala DnteriiiBdier rieh drein geaaUagen 
aal die Sadie «fttiich bej sa legen, bearbelleti ebndem waren anA, in Entalehnng der Gfite, 
im Krte-Biadmir att Heen-Kinfflt bagr nn atehcn gerietet. Derhelben die Bigiadien endlich 
dm Bfti-BlHlieff aaf den faalbeB Thell anm Harm aanahuMn. Dranf aeg der Brte-Biacheff 
aHipl ABMiHanr-Blaiater and Gaadyatem daa Meiitar-Aaipta^ Jabaa ven der Reeke, Aaae 
JMCi den Frejiag Ter Ueht-Mebenv «tt SSM wel ger&ateten Pferden in die Stadt Biga 
Haflh, wekhe aUbdan nieht allafai diegaaraalidieHaUignagtahtett, aendem aach den 'niani4Iemi 
ütte Hiaeer and Gikter wieder einrianten and abtraten, jedeeh mit aelebem Yerbehalti dafa die 
POitUdie Lehr and Ceremenien in ihre Stadt- Thum- and andern Kirchen in keinem Wege 
aiaier aette.eingefiUuret werden. 

Ba hatte dea JBrta-Biachaila Brnder, der Hechmeiatar bi Preaben, Harggraff Albreehti 
iai Jahr ISXk aehien Orden abgelegt and aiidi dem Kdniga hi Fohlen Siglamnndo nntevgeben, 
vdcher ihn Unwieder anm Brb-Herteegen hi Preafaen Tererdnet Und weil fangldchen riel 
Ordeaa-Herren den Orden aampt der Pibatlidien Beligion verlieben, bekam dleaer Orden, wei- 
cher in Preafaea ae Tial Jahr florlrt hatte, ehi Bade. 

Weil aan die Stände fai LjüusA eich aadi deinen befürehtaten, haben aie aiaht alieia, wie 

gedeaht worden,^ eratUch die Poatolatimi dea Hertioga Georgen Ton Braaaachweig and 

Linebarg anm Coadjatem abgebeaget, aondem waren auch folgende dem Marggraff Wilhelm 

hrfttg an wieder. Weil aber der Horr-Meiater Plettenberg alt and dem Friede aageOtaa 

aar, aahe er endlich damit darch die Finger, .dafii der Coa4}ator aagenenunen wurde» Mach* 

dchm aber der Coadyator daa Brta-BiadioflRhnm erlanget hatte, befftrchtetea aie sich, dafa er 

diennahlen ihm einen mächtigen Fanten eam Ck>adjntem erwählen mochte, hielten derhalben 

im obgedachten Jahr einen Land-Tag an Wolmar, da aie aater andern Sadien den gemeinen 

ETataen betreiFead, ansdrücklich rerwilliget, daCi |,hinfiir kein Herr oder Stand in Lyfland 

«solte bemächtiget seyn, einen aafiUändisehen Füraten and Herrn anm Coadyutom oder aonaten 

«an adaptiren, elegirta, postaliren, oder in di^ Länder an fordern, aaf- oder anaanehmen, 

«aaf kefaierley Ahrt and Weiae, wie aolchea menachlicfae VernnnSl immer erdenken mSchte; ea 

«geadiehe denn nrit einhellig-, Tolkommen- und frejrwilligor Bewilligang and Rath' aller Landa- 

«Stände, dea oberaten aowol ala dea geringitetf, ndt dieaem Anhang; da aber einer oder meinr 

«von hoch- and obgemeldeten Herrn und Ständen, den groaten oder geringaten in aelbem Be» 

«eeaae Terfaaten Artlcal (daa Gott veAüte) fiberachreiten wtirden, ao aolten defaeiben Capittela 

«CMMetigar, Bitter* and Mannachaük, Stände and Dntertbanen, fai aoicbem Fall, ihrea Bjdea 



Chytraeut L XIV. 
LBd. 



»imd Pttchl erhfiw •^ys« «od die anda» Hcm wd StiMe mOm AeMa, die abo «i ftm 
^nerrli^dt, FrejheU nnd Oerediligkdt betehidigt» iwkilrteat «nd rcriolBck«! wttidra, arilafai 
^VemBgeii, ugespurlM Leibes und Bl«Ui, bejfalleB, beypfliditea «nd behAUDIdi Mgro.^ 

Anno 1&47. nmb Chriitt Htomelfahrt ist n Riga dweh Yenrarioiong eio« BraMn ate 
Fenra-Bnittsl in der Vorbvrf entlieh angai^en «nd felgendlb in die StadlkemMa« we dnnh 
die aeh&ne und iierrliche Thum^Spitae aampt der Klidien, iagleiehen der Ettm^WtmMtKUm 
Hoff, der Thnai-Herrn Hinaer, etalidie Bixger Hinaer, «nd In der IToibwg viel SpelAar adt 
Kanifaana Gülein In die Aadie gelegel werden. 

Zn .dieaenZdtenrefine aber die Benlben Iran Waailiewita oder Jehannea BnaiUdei» 
Sein Vater war Gabriel, dea eberr^gten Iran Watlliewitsen Gredadina Sekn, m^ktm^ 
da er naeh aeinea Vatem Tode die Bedräng antet, nichi nubr Gabriel, aendem Waallle 
wolle genannt werden. «) Er Unlerliefa nadi aeineni tödlichen HintrH im «aglaient aahMai 
Sohne Johanni, oder wie die Renfaen ea anfttfrcohen Iran, defiain «nmenädiliahe Tjrranaaj 
der gantien Welt gnngaam beliandt, nnd von Panlo Oderborn, Petro Petrejo nnd aadoin 
mehr attraflhrlidi beachrieben worden. Dieser, ala er wieder aeine- Feinde groia GUek hailOi 
lenckete aeine jugendliche Begirligkeit, weit an re^ren, dahin, wie er aneh Lyinnd nebat 
andern örtem mehr nnter adne Gewalt bringen modite. Dedialben beliefa er aiA, ans 
Tentadiland allerhand erlahme KfiMtler, Eiiegea-Lente nnd Handwcrcker, im gleichen waa aar 
Kriegeamnnition, Geachikta wd anderm gehiiig, an sich an bringen.^ Sandte derowegen an im 
aar aelbigen Zdt regirenden HSehstloblichen Kejaer Carolam den V«, gen Augs|mrg, anf den 
Beicha-Tag, seinen Legaten, Hanfs Schütten, mit einem Sciureiben, In welchem er aehi ¥«^ 
langen, mit hoehatcedaditm Kejser nnd dem Bdndaehen Bddi in gnter VertranUglEelt nnd 
Freundsehafflt an leben, mit Tielen Worten anfimtriche, nnd dabenebenst bathe, dad eeinans L^ 
gaten mikhte ▼ergSnnet nnd naehgefaüaen aeyn, etliche Theologen, welche in der latehdncbcn 
Spradie, in der Lehr nnd lOrehen-Ceremonien ihn und sehie Bithe nntcrriditen kfintan« Im- 
^eiflhen etliahe Jnriaten nnd Politicoa, die Barbariache Vdicker, ao er nnmchre unter aieh fo- 
bracht, .durch gute Geaetae nnd löblich^ Sitten an onterrichten, nach etliche Ban-Hfeiater« ao 
wol die Kfarchen fa^ {den StiUten, aira aneh «inige Featnngen an den Grentaen der Tartnref nat 
anbauen, und elUche Kiinader^ Waffen-Sehmiede, Platner, Pantaer^Machor, Büchaen-i 
nnd Both-QUaer, Hahler und l^ildschnitser anaunehmen, und adt alch m die Mose 
gen. Meldete danebat, wie er bewilUgt hatte, n ;dea Unkosten des Tfirckischen Kringen eha 
grobe Summa Qeldea an die Fnggern an Augspurg anf M Jahr an erlegen, und defeelhigen 
Zfam nnd Bente, so sidi jährlich auf etliche Tonnen Goldea erstredcete, an denen Kriafa-Koaten 
wieder den TAcken anauwenden und' dem Reiche folgen au lafaen. So gar konte dlea«r Batliie 
Fudu adne Anachlige bescheinigen, *da(a der fromme Keyser «nfSuglich nicht genMrdcet« waa 
liiemnter verborgen lag, sondern ihn von Augapnxg Anno 1548. den U. Jan. geantwortet» dbb er 
adnem Begdiren gewehret, erthdlete auch dem Hans Sehlitteuieihe Oonoession, nsgeangcnn 
KInstler und Leute anla TeutacUand in die Moscan an liihmn^ deÜMn Kitfactwfialoain« 



Chytraaus I. Xfh, SaL Hcssiug p. I. 



HtMlag in idiMT MgeMntlteii lylakUidiepi dmide fdgendeii Gelmtt daf&hret: «^Denmtch 
„habai wir g^daehten Haftt Behlltteo gnidiglkli sagdafteD, g^onnet uid erlaubet,. Isfaeu, 
„gosBen mA eriaiben ftn aaeh blendt wibeRtUch wkI Kxmfh dieaea Briefea, dafa er alleatbal« 
«ben im hriügea RMk^ deflMlben sagettiaiiei, and uaaeni BrUteben Ffinteiitbfimeni, Linden, 
t^Olri^ettoi luri CMMeteii, aekhe obberUuie Penanea, ala aeadich Doctarea and Magtetroa in 
^•Ueriey fireyea Ktaatea aad 8f»Aea, CMadceagifaer, Berg^Tcrateadlge, Goid-sebndede, Leate 
n«iai Waber, anehea, waA Baauner-LeaM aad Sieia-bäaer, aanderlidi die airlidie Eirebea 
^hnan kSaaea, Braanea-Meiat», Papirmadier, Aente aad dergletehen; Kanat-eifabrae aage- 
»UMteft aaiAent aafbitegea, beateUea nad gedaAtea Fttatea bt Beafaland snfBbrea aiSge, nnd 
4Pnt^ adtfUiraa wto Ami Uerin, der gntea Meiaang wUlen, ao iv^Oaad aebi Herr Vater, Ba« 
fjtHowita, baber Ffirrt In Reafaen, ISblfaher Sediebtiria, sa aaiera Varbhren imd aai gelra* 
4fai, md gaaMldter Ptot Jaliaa «a aaa gletchnr Maliraa naah trigt; Zndeai aadi, dafa wir 
»k güiiiUdM BffftbraBg koaunea, dala aie bqrieradta, Vater «ad Sohn^ aieb aater die Latei; 
i,aiNbe liralie begebea wallea» dä«di dergealalt, dafa weder er, naeb dteelbe Pertooea, die 
,»« aarbrtagea wird, aater dem Säbeln in Reabea an aiebea, rieh in die T&rfcey, Tartarey and 
ttaadera aagUabige Liader adt nlditea begebea, «nd. dea üagUaMgea Am Kanat Idirea, ?iet« 
«wailgar gagea aaa and die aaaera gebraaeben tdSien aeHea.** 

• AaC aelihe Vergtaatfgaag bat der Hetaadte Haaa Seblltte ren alieriiaad KHaatieni fai 

db iMPeraeaea aageaatamea wd aa Lftbeek renaariet Der Kath aber daaelbat wolle 

llaea deaPab «aid Dardi^Zag aldit Tergdanea, aoadera Melte aebat den Blinden in Lyiand bey 

dnaKafsanr gabibMid an, dafa, bi Belaraditaag derOebiar, ao aiebt alleia deaea inLyfand, aon- 

\ (krtem det Chriateabell daranfa «rwadlaea Unte, dieae Veratattn n g gdiebea 

arinditej, weMhei de aadi erbiellea: Immaraen der Keyaar an den Herr-Heitter in 

Igiiad ia aeiaaai Sdirelben aaier andern aacb diese Warte gdaagea laftea: „DenuHMdi uctkJh- 

Skn Wb D« A« Meadl eraatltah: dafa du, anangeaeben beriOtflen amem Pafäbarta, aiemaad aaa 

»deai iMO^ea jMdi fai die Moaaaa oder andere Linder aad Nationen an aieben geatatleai noch 

lifiMat, aondern dIA einei Jeden Oelagenbeit, der aich aaier deai 8 Aein aaicfaaa aa^ 

Pnfidiorta'dvdvmaidaaiffeap witerafteban würde, aaibateadlich eilcaadigest, aad aokbe 

ttPerMaea, aacb den Hana Schlitten aelbal, aanunt nnaena Pabbort aad andern Briefen; 

iidla ar b<Qr «na aaagewirket, mittler weil anfludlest, nad aaa oder in anaerm Abweten, ancerm 

nirpaadttebea Uebea Brndw, dem Ronrivafaen Könige, ron dem Zaatande der Feraaaea and 

«allea andern Umbaündea grfindUeben Berfchit aaachreibeat, aad anaera oder sehier Uebden Be- 

«yMbaidiaa dsranf erwnrleit.^ — Alao Ward dieaer liatlge Halb dei Moscowitera «Uesmabi aa 

üAte. Sie gedingte nnd angenoaBUBene Haadwercka-Leale, ala ale ariahaa retaabaMa, veriieba 

a«l wwrdea bin and wieder xerstreoet 

Feigeadea löMstea Jalurea faa Fdbraario Teradded Aar Harr • Melder Hermaa Toa 
•rifgeaey, aoaat Haaenkamp genant Dun folgte aelbigen Jahrea in der Begbnng der 
4ble Mdatar Tentatbca Ordena ia Lyfland, Johan ron der Recke, an debea SEdaea die Pe* 
•Oaals-Seach.e, ao antcr des vorigen Herr- Meiatera Regfaraag bereita aagebagea, aocb iai* 
aar gewltel, nnd dnrch ganta Ebat- and LyHand finlT gantaer Jahr gawiiet bat Meaar Herr« 



Melfter regierte fa gntw Friede 1 Jehr, «iid gtag Anno UiL m ¥«t ja alt Todte ek, eüm 
er eneh« begraben lieget 

Nach ihn werde bn adbea Jahr der ?ier «nd flertrigate Mebier Teetidiea OrdeM bi Ljf« 
laiid, Henrich ven Galen, erwehlet, in defaea eratan^ cder (wie Peirejna wll) andern lUh 
gfamnga-Jahr, nemUdi ISfiS., der obgedadite MeacewittNhe Grora-Flnk, Ivan Waailiewitii 
diu Tartariache KSnig Rcidi Caian, dnreh nntagraben, aprengen od Krlega-Uat eiebert, dan 
Ktni^ tampt aefaier OemabUn darbuMU gelangen, «nd nach Bfepaan geMhret NiAt lange dar* 
aadi brachte er anch Aatrackan, weldhea wdtar abgelegen iat, nnter edneflewalL Diaranf tt 
nicht wenig ateha nnd ftbemmtig worden: J>enn bevor er dieae bejde KSnIgreldie ihm nnter« 
thinig gemacht hatte, gdien üun die Tartam oft ao fUt in thun, data er^Ljrliand wol vergetai 
nnfte. Ab er aolche benwnngen, werde er aUen aalnen Benachbarten enchreddKcfa, nnd 
nannteddi naebgehenda Oaarn m Oasan nnd Cnarn sa Aairakan, nndbebaehnAdlBaea.W^ 
in der SenUadlen Sprache nnhr ein König hel&Ml, maÜMn aie andi den KMg David niahft 
aadera, denn Ommt David in ihrer Spradi nennen; ao hat nichta deato weniger dieaer Ivan 
Waailiewiti aiah hiednrch efaMsa Keyaera Titel angemafaet nnd edne Nachfolger haben bilb naf 
im hcntigen TeflBieh anch alao heUiMn laOien« • 

Anno 15&2. aandte die Stadt Labeek ihre Abgeordnete, nendfdi Doeftor Hovmaa Vok 
eben nnd Aibrecht Kiener, Batha-Yerwnndten, aatnpt 2 Blifem, ab Hanfa v»n'Aoateln 
nnd Hanfa Orentaen, an die von Reval, umb ihre alte Frejhelt im Knnf achtagen, webfaae 
Urnen die Seveüachen eine Zeit lang verweigert hatten, wieder sn begdren. Wie dleae aber nn* 
verrichteter Sachen wioder nacfa.Libeok reiain ainaten, achickten die Lftbecher nlabt lange 
damadi Herman,Piönlea nnd Oottachalck von Wickedon fai adbiger flanke nadi Bw* 
val, nnd inm drittenmahl Hernian Bojtyn, weUer anch hernach in Sealaland g a fii ae t bl; 
Aia Ober alle dieae Abgeordnete nichta achafen konnten, Keb alchli eratibh UMd^a, daft 
eich db gröfae nnd lang gepflogene Frenndaduft der bejden Stidte genta neireibea woba^ 

Anno 1M8. Sontagea vor Pflngalen bt aafm Thum sn Reval in efaiea Fleladian 
anf den Fejer-Tag Bier gebranet, daa Fear lalii kommen and ebe grobe Fenra^i 
ctbiden, da nUdü aUeb die aMbten HInaer anfin Timm, aondem nach etllcha ia der «ladt, Ib' 
in den Chmnd verbrnnt aeyn. '}..•». 

Dnterdefaen, weil der Ertn-BiacbolT an Biga, Marggraf Wilhelm, fiwt alt i 
bßgante nnd dch nadi eben OehUflhn und Nachfolger nmbanaeh^n vor nötig hidte, 
er heimfidi die Mittd nnd Wege, wie er den Herteog Chriaioff er von M echleabnrg 
anm Coadjntom und folgend lum Snccebom dea Brts^Biaehofthnmba veriieHTen mdehle. Sei» 
chea trieb er anflnglich mit etlichen wenigen aeber BIthe nnd Secretarien, folgende fnrderte er 
gedachten Hertsog Chriatoffern von Mechlenburg Ina Land, brachte aadi aoleh adn 
Voriiaben dem König Sigicmundo Aagnato, aeber Matter BMIer, aa db Bhad; vrdcher 
durch adnen Abgesandten J aaper Londaky, dea üertcoga Chriatoffa von Mechleabnrg 
Person dem Herr-Mebter nnd aamptlicben Stinden anfa höchste recommendfren lieb. ' Aber der 
Herr-Mebter von Qalen, Btachoff Jodocas voa der Eecke, aa Dorpt, aad Jahaa 
Möaichhaasea, BtachoiT voa Osd aad Cubrlaad, aampt aadeia gemdten Stiften nnd Qrdew* 



MUeDi «i<tai In «Umt FMtehll#B, imH «ewdbe otigedadiiM WotauffiidMii Beoeriw nwt- 
a«, MdU wiülgaii. -^ hawbohea Ikf der Mjaurfge StfUMtad nwEnAe; derowegw toUcktea 4k 
Sttade bi Ljlbuid i6m Lagil e a «a dm tht%ttBknHßa TOit Moioui^ vaA diiMi fernem Frieden 
n headeln. Wie aber die Legetea dee GrobiBreteii unevMglidie Cemdltlonee ond Vor* 
■Uly, tregea ebne Jibdidieii Trlbats^ ee er Ten deaLjÜBdeni forderte, enTenmitlittdi veneh* 
MDt Itthrten lie aBvenidiieter Bedro wiedkv neh Btaefa, «nd beriiAteten leldiee ihren Hemis 
«ertter das Land' in alckft Stiege BeMfteia garmiiieB« Kamen derowegen folgenden labrea die 
Maie UUM den t. AnnariJ a» Weimar wieder anMnunent nnd beidiloften afcemialil efadge 
Legaten naAMeaean a lmiferti ge n s ^ie denn auch bald darnach anf Ocnli Jeliann Boeieliorat 
aai Otto Orollinaen wegen dea Barr IfeiiCen, W#lm«r Wrangel and Dietrieh Käfer, 
ntgmdaa Bi m h Ü a Ten Doypt^ ab y e rer dn e te Legaten abfaaogen» Da aie.niehta ändert ala 
imter>naUlHglnia*'ieaitlUaeei«^ wekiier eteen oanMgliehen nnd teifwerenTiam« 

«Ml anienaUioiwaidalBmi'lnr, MtdB feinen Oinisler:nnd Ittthen, von iünen f ordern Ue&u Sei« 
«hm beben nwar die Legaten mit guten Grttaden absokbnen migligaten Fleilb angewandt, ea 
hu aber niehtä >heUBMl wetten; denn »der Cantiler flinen geantwortet: Der Cbofafllrat wil and 
anlb Tribut liabeny nnd ideht ein Hharbreit davm äMehen. ^ BndMi aber, aaf Vorbitte der 
IwHbeBUhu hitidhr «rertiteal den 'L:^iliMleni einett^ tfOirlgen 4Stiiatand. mit sokhem Bettig 
lea«li%ety('ddrfli ^.Ttolmn atondteedefben die Bmdimqi Inv TOrlgen Standt Iwbigen und die Beut 
IdKhe Ximitai wiedar anfbanen, «neb w^n dea Tribnta riclit% machen würden, loite der 
MUitand arir Ift JUtr Torlingert werdeil. 

Der ncehoff Ten Dorpt, Jest von der Recke, >ol damahl seinen Legaten Ordres «ge^ 
flsban Mbmdr »dafli>;Bte endUoh efann Vrfedsn oder StiUstand^ schUeften selten, es geseheiw auf 
am eehdülan^gee ImmeriwoHei Ifeehierlsngtsm flWbtande liat derSiseheC die Cttter des Stiffla 
Kerpt marfündet,' nnd dmif c&e grefte Bumam CMdes ea^pfangeuj womit er sich in sdja 
VsteriMd Wna^hdenbegebeli, adlt^der-Kasage^, dafs er baM- wieder kommen weite, weldies 
issh-nisht fasdiehen, . nnangesehea «die Dsvptifdien iture Legsten «i ihn abfertigten, ihn cur 
medsrimaCi'Sn bereden» Sr'aber begabt sieb *erslldv in ein adellch Closter, welches er doch 
kU wiedsii aeskiMSiv Mdi ha sehicm hohe» Alter veln Weib genonmien, diier Ton ihm mid aei^ 
asa VeafUiren dHesw^sdiiHvfliaKe Keimen femacht ^wurden: • ^ « 

Aenr Biichoff He r m a n B e y» 
Ckih tein Bit«hoftham umb dn Eyv 
'Bsirr'Joaocai ▼•« der Baek, 
Wmf min AäMhslltam g^ in Bf sdt «I-m 

IfcAdem im die Dorj^tliidhen von ihiren Legaten erfuhren, difs der BischolT da«' Stift 
gbtslldi rerlafsen, und auf kdnerley Wege wiedersnfcoitamen au bei^eden atnnde, erwehleten sie 
ien Abt ron Valekena, Hermaunum. Dieser war ein« Hutm'adiers Sohn Ton Wesel, und 
Ütte stA hl webrendfSr Sdaer Abtey- sehr bereichert. ^D^ifhalben man mehr auf sein Geld, als 
iebie Person geriehen, datolf^ man *dle y«ft]^imMien''66tto etntt^ mfgchtl^. Denn' obscfabii ^ 
VAmciiBmr Ton Ad^, Herr 'Peter *Tön Ifyien^hni^h^ sbril''Bfisctto]^1ilim hStte konfmen 
lalen, ao ver^dllnahete man Bm dod^1rnder^^Ute iufsabgcikdgehen Gründen- d Rermannna^^ 



mitiigeieheii & xma ftegiüeiit «rtUitig war, vää mthrcütor mlmtst Uti^kmag dm Jeder i^ 
Gefallens banMte. Alfa Aeraeibe A» MBchefflOmm aägeMmira, aol er ^[eaegt hA^t Br fieha 
kh auf ala ein reidier Akt, wid aetee nieii nieder «la ein amer Btaehoft 

Im obgedaehten 15&4atea Jahr, werde der Ordena-Velgt nnd CMMetiger Ten. Welfiea- 
alelttv Bernharft von Sekmerten, an den Kinig in SAweden, Qtiatnvnin, den cntaa 
dieaea Neiimeoa, geaefaiekeft, hej denaelken an an betten, dA er den Krieg wieder die MoMa.* 
witer fertaeUen aette. DeTagleiAeB weite der Herr-lMiler aneh «knn. Aber da der EMg 
den Krieg Aime 1655 anSng und niekt enden lianele, ala dah dnr Henr-MeMar aalner ISangt 
nadlieben würde, weile er aiek ndl dieaem Krieg nidil bdcinmn, snonUen eein Akidm 
nnr geweaen dicae beyde Petantaten an einander in beteea, dani* dhr Meaeewtter nniefdafiMn 
LyHand rargefaen, nnd aie in gnten FMede laÜMn niige. Wie dar KMg eelAea TeeaiflHkli^ 
madite er kald damaah mit dant Mnaaoiriter Friede. ~ Ini leirtgtdarfcien IHMaitatt Jakie, im 
Senunera, kamHerlaog Cbriatef Ten Meehleabnrg au Kefctonkaiiaen an, nnd.wudedaNk 
Antrieb dea Brts-BiadioaM, Ten etüAen dea Bria-StiAa «tinden, ek& WJben nnd Vlüan im 
Hmr-Meiatera nnd der andern Bbidioiren snm Ceadjutem angrtiewMnmi Baker liialte dar B»* 
Meialer mit den andern '»«ndtn eben Land-Tag sa W^adien, aaf weleken aie ht gebefatfMkto* 
faen, aldi aaf allen FaU adi JijrlBga*¥elak an veniehen, an .welchem SMb der Oeamcnialai m 
Dttnebnrg, Qeiikard^ Keitler, folgenden Mirea, etUdke Wnckmi §U Smti^mAfm^rmk 
Teatachiand Temckioket werden* In dereelbigen Faaten, nnd ehe Zeit defenieh. Heb akk cit 
feuriger Cemet, einem Beaem nicht nnglddi, ala ein Verbote dea kald diaef iDlgendmi DafUMm 
in Lyland aeken» 

Inawiaeken konto die heiadidie AbaMivng dea Cemmeiriateni nidbt ae tmbwigaii aa>«b 
dafa ea der Erte-BUekoff niekl knCte^erfakimi n«gen« Itarkelben eranek eatee fiMteli teAiht 
an nehmen gedadite, nnd an aeinen Ibmder, den Hertaeg in PreaÜMl, mi* ▼et k b rg ane n ^ Gharaa^ 
teren ehi Sckreiben ebCarÜgto^ worin er Am den Ziatand ki IjAuid meUete, wd dab^ mi 
Kriega-Velek, und datelbe in der SüUe nnd Bjl nech Fernen, O^ttaemnnde «ed BaUi a|. 
adiiffen, anhielte. Aber die Feit wnrde kl CWirland niadevgewerlfai, daa ae kr eikna OraAml «d 
dnreh einen JSeereterkua aal ^ iee k Wie im der Herr -Meiat^ tet- bkell dieaea Briefca var» 
nommea, Terglieek er rick mit den tkrigen Btfoden wegen dea Kriefea, wem iie aidl dann idl 
aller Maeht rüsteten, nnd erwdileten den Gommendatom an Fellini Wilkeim Ftreteaber- 
gen, aum CoacUntom« Wieder aeldie Waki proteatirte der Land Huradttll Jaaper TOn MI»* 
ater, niekt ao aehr, wie er.rorgab, debwe^Btt, deb.men ihn ein dmi ▼omehmbaten BaAa-fia- 
bietigern, and den nichaten nadi dem Herr-lfeiater, eeteem «eeahMahl nnd Nehmen aar bldh 
aten VeriElekierang, äbergangen^ aendern dab FUraUnberg njUkt der Mann wire, daadl daai 
Lande gedieaet a^j« Mafaen er andi an der LyMndiachen Chrentae, da er Oenumndater an B5- 
nabnrg geweaen, djer geateU oH den Benachbarlen gemadit, dafa der KSnig ki Feiilan aad 
Littamiehen Staade davdiai^ nicht arft:ihm anfrieden waren: Sdiing derwegen mit etBchen an* 
darn.Jlath^-OeMetigem dem abweaemien.Cemmwpdetem reigi Di^ebnrg, OeUliardt Kettp* 
lern, Tor. Aber weil deraelbe ebenae woJ^ ala der Land-Haratbaklr| nnd etaige andere fleUa» 
tiger, ta nfeht geringem Yrnriadit waren, ala Otatm de alan groliw Oemdnedmil adt daa 



fMmi' 9aiWlMtar> iMAet hiauUkiat'gßWMgmm «ftnkcr itoie, kMtea de nldiis erlangoL 
Diker» trtditete der huA^VUndul dtlda, wie er der Festonf Dftnftmande (weiche ihai 
swir fdiorete; aber ea war andi neben ihm efai Unter -Conmendator dea Ordena daranff) allein 
OMMite nriUshiig werden« nnd rftckte |nit aeinen Hoflenten Ton Sefwold, da er aeinen Sita 
kam«. na^JDfknamnndet 9er Hanb-Canunendator aber, Jnrgen Brabeek, wolte ihn, weil 
dar Herr-Meiater ihn warnen laften nnd der Land-Bf aradialck atärcker, als ihm f eböhrte, anzöge, 
licht eintafiNo. Derow^gen begab er aicfa von dannen nach Aacherade, ao anch aeiner Hin- 
•or eina war, mnate aber gleidier Weiae abiiehen« 

Wie ihm nn aehi Vorliaben miAigelunge, Terfigte er aich snm Erts-Biachoff nach Ko* 
akenhanaen, nnd mit defaen Recommendation- Sehreiben Ton dännen mm Konige in Fohlen, 
•we)Aer"rich dama^la in Wllda aufhielte. Endlich aber beanchte er auch denHertiog inPren* 
te* Vij welchen allen, wie leicht in mutiuiaften, ^ dafa Beate vor aeinen Orden nicht wird 
lenihcn haben. 

Hiller welle kamen ana Tentaehland 4 starke Fihnlein anfaerleaenea Volcka lu Riga an, die 
der Commendator Getthard Kettler von Tra-mnnde abgesdiicket, anch wurde 1>ald dar« 
aaoh der Voigt in Reaitten, Werner Schall von Bell, nnd andere mehr in deni Hofe m 
Setien an dmn Utthaniachen Wege mit einigen Reutern rerlcfet Der polniadie Gesandte Ja* 
iper Lonaky wurde auch, ab er nach Kockenhanaen heimlich dnrchatechen weite, mit den 
Beiaigen ergrÜTen, ihm, waa er bey sich hatte genommen, und er dergestalt jammerlich ier-> 
sdila|[ai, data er den dritten Tag darnach Ton den empfangenen Stdiaen und Wunden den Tod 
geaoaunen, wdchea den König in Fohlen desto mehr verbitterte, und dem Erti-Bischöffe bey« 
sifffiditen anreitiete. 

Den Ifften Jnny aandten der Herr-Meiater und Bisdioff Herman in Dorpt, wie anch Jo- 
kan von Bföntehhansftn, Bisehöff m Oeael nnd Cnhrland, im Nahmen und ran wegen aller 
Sünde, dem Ertn^BiacAdff die Vehde und Entsag-Briff nadi Kockenhansen, auch kflndigten 
die Bigiaehen ihren Syd an£ Der ErCi-BisGhoff liefs Jedweden der obgedachten Herren Die* 
asm efaie Verehrung reidien: Auf die Rigiachen aber war er übel zu sprechen. 

Zwey Tage darnach wurde Georg Tau&e, ein vornehmer von Adel des Erti-StiHts in 
Riga, welcher von dem Erti- Bischoff mit Werbung und Brieffen nach Frenfsen abgefertiget^ 
kqr Salia auf dem Wafter erachofsen: Auch nahm der Haufa- Commendator m Segwolde 
dea Gapittela Hanfa Cremen den 19. Jnny ein. Auch berennete dea Herr-Mdstera Volck Ron- 
narbn;a;g^ wki i ea den Uaten aaftigen ^Ifmwta aa%^geben wwde. 

Den S& Jnny mäkle der Candjntar Wilhelm von F«ratenberg, wehdier anatat dea al- 
lenimHl lehwnehen HenvlUaleBa mm FeUbem veroidnet war, mit a^inem Volck ana Riga, 
and fcahm den falgendmi Tagea rar Keekenhknaen, m denen Hertiog Chrlatoff ana 
■arfile n bnig .lna Lager idtte nnd balleidigte, dafa er mit aeinen Dienern und etlichen Rfhatwagen 
dp m?Any tren.K^ek^ttha-nMn abmlgec GeataUiam «sah der Brii-Biachair thlte^ und dch 
danacH errÜBl a tw eigaha^ Der; Hertiog Chr.iat#f >wdMb' mit 40 Fferden Mfa Wenden be- 
gfaüi^ dannder «ear^Mcisterl.^am.Salem mü etUehdn: FfeMen ehibehlen Heft, nnd im Ahnige 
■Ü m H g s t ii amd vasfnldtan Bahanrim rcsrnhretcw Vte Wenden wwie w anf Treyden «e* 



%rtdtt, woMbflt er bib iam Avbtnge der BMhen, dedi Wr WfknmOM PilMhdiiuig»!M<. 
Iieii mute. 

Der Erti-Bbchoff^ welcbem etliche aoi dem Orden, uningeseben seines FürstBdien Studei 
und hohen Alters, nicht, wie es. sich woll hette gebühren sollen, begegnet, ihm such TheÜi des 
Seinigen beraubet, wurde erat nach S muten, darnach gen Adsel gef&hret, und m seiner Oii- 
terhaltung die Einkünfte von obgedachten awo Hiiisem verordnet * - * 

Im Julio kam m Dorpt an des Oroftfürsten von Moscau Legat,. Melard Torpigow 
(den Rufsou Kelar Terpigore nennet) und brachte mitsich an den BischofFen nachfolgende 
Qeschencke: nemlich ein Nets oder Jager «Garn Ton seidenen Schnüren gestrickt, 2 Mos- 
cowUisehe Wind-Hunde, und dann ein übenuis ^ant und sprengüch Tuch oder liscken. Wel- 
che seltsame Qeschencke. yieien ein wunderliches Nadidenken rerursachet, Seine Werbung wir, 
dafii der Grofsfurst kurts und ohn weitem Venrag den Tribut haben wolte. Wie sich nu die 
Dorptisehen gnngsam drüber ingstigten, und mit einander au Rath gingen« fiel der Bisehoff 
mit seinen Rathen auf diese Meinung, dafs man, Zeit zu gewinnen, dem Moscowiter Tribut sa 
geben, susagen und mit Brief und S|gel irersichem solte, bifs map Mittel i^n4,.Wege finde, sol- 
ches wieder abaulehnen. Dem wiederqprach der Bürger-Meister zu Dorpt 'Johan Henck, dcar 
nicht Tor ratlisam hielte, dafs man so leichtsinnig mit Sigel und Briefe umbspringen solte, die 
man hernach zu halten schuldig were^ man werde nur übel Srger machen und das Land mit den 
Moscowltem in grobe Weitlauf tigkeit setzen: Allehi dieser getreue Radi funde keine stat, soa- 
dern des Bischoffes Gantsler, Jürgen Holtzschur, fuhr ihm über die Nase, sagend: der 
Bürger -Meister möchte sich woi befser auf Flachs und Bockshaute,^dena auf solche hohe JMojge 
Terstehen« Der Moscowiter wer^ eip T;yran, und könt^e in der ersten Hitze dem Lande leidbt- 
Uch einen unwiederbringlichen Schaden zufügen. Ob sie schon ihm den Brief Torslgelteo, 
dächten sie ihm doch davon ao fiel zn halten^ als ein ochwartses Härlein. Der Moscowiter 
were ein Banr und ▼erstünde es nicht, sie woltens ihm wol in dem Keyserlichen Cammer-Gerickt 
wieder abgewinnen, und waa dergleichen Thorhdten mehr, waren, so dieser unzeitige foliticos 
vorbrachte, dadurch er den einfeltigen Bischoff und seine Räthe dahin Terleitete, dafs sie den 
Grofsfürsten Tribut durch Brief und Sigel versiGherten: Nemlich Ton jedem Menschen (die 
Geistlichen aubgenommen) eine Marck Rigisch, welches zu der Zeit so gut als ein Reldis-Orih 
und ein Schilling Lübisch, das solte der Bisehoff bey seinem Gewifsen innerhalb S Jahren erlegeOi 

Da nun der Brief dem Abgesandten gdiefert wvrde, leidMe er aelUgen dena Sacrolsiia; 
alfs er aber darnach grief, nahm flm der Gesandte wieder zu siab, und. stookto '«Aea mit ü/^ 
sen Worten hi seinen Busen: Du weUt nidit danyt umbzngehen, deui ef Ja4 ein kleinea Bade- 
lein, welche^ man wol warten , mit weifsem Brod nad süCnr MBeh ▼exnorgen aoi; 
llter wird, so wird es wo! spr^Aen, und tuserm GiwfiMratea grnGssn N«taesi 
Imgldehen hat er dem Birger-Meiater Johan Doratalflinna; nmdadBs'geaagtrdle Boipd- 
sdien solten numduro RMh zumGeldesdiaffen« Demi wedn das Kindmi iJtar iImhId^ lumsls 
es GMd haben, und wurde de .wol dnunb aaspreshen. Auf eeldie aislne traitefga nmä KUmft- 
liebe Worte folgete zwar endüA die aptte Rene, und holte asana gern andera feseiw. Holla^ 



lekur ii9ttete sich aber jüwAt dtmit, dafii aa« die Sache an dei Kejien CaBuner-Gericht aalte 
gehngen laben, er weite ale w6l reehtUch wieder den Bfotcowiter eiiialtea. 

Den l&ten Aognat} kamen desRertioge« an Ponuaeni Abgeaandte an Wenden an: als nem« 
Ikh der Cenunendator an Blnmen-Thal, Johanniter Ordens, D. Matthias Boes nnd Johan 
Wulff, den entstandenen einheimischen Krieg in Lyfland bej an legen. Diese erhielten endlich 
io ilel, ''') dafs beyde Parteyen die streitige Sachen dem Könige in Danmareken nnd CohrfBr- 
itea an Brandenburg, beyden Fürsten an ll^ommem, dem Hertaoge an. Gnlig nnd der Stadt Lii- 
IbA aar Entadbeidignng heimstellten. Im Octobri folgten die Dinischen Gesandten, Herr Otto 
Kramp, Johan Ochae, Blert Krabbe Rittern, nnd Doctor Johan Strebe. Diese bradi* 
teas durch" grofse Muhe dahin, dafs daa ErtastiiR Riga in Sequester geleget und beyden Bi* 
ichofen an Dorpt und Riga auf ratlteation ^dea Königs in Pallien und Hertaoges in PreuÜMn 
• Tertraaet wurde; Begaben sich derhalben Anno 1557 an den KSnig ven Pohlen nacher Wild'a, 
aJwo er mit elaer gewaltigen Kriegs -Bhcht im Anange nach Lyftand war, kenten aber dennoäi 
aicfat so Tiel erhalten, dalb der Zog rerhindert oder dngestellet worden. 

Hier kan ich keinen Dmbgang nehmiBn, des Russe rii Eitadilnng ^) Ton einem wunderlichen 
Menschen, welcher an der Zeit in Lyfland kommen, anaufiihren; Im Winter, sagt er, des obge« 
daAten Jahrea ist ein seltsamer nnd wunderlldier Blensdi, genannt Jürgen, anfs Hoch-Teutsch- 
laad durch Prenfsen und Pohlen in Lyfland kommen, und hat alle Lyflindische Stidte nnd Lin- 
der durchwandert Ist genta nackend, barfns( und blofs, alleia mit einem Sack bekleidet, gan- 
gen, und hat lange Haar bis auf die Schulter herab hangend gehabt Es hat dieses alle Leute 
kl Lyfland wunder genommen, daCB ein Hoch-Tentscher, der der grofsen Lyfläadiadien KUte un- 
gewohnt, ao eine schwere Kälte genta nackend nnd blofa Tertragen konte. Und wie wol er 
keine Str&mpfe und Sehne angehabt, sind ilimdoch seine Fflfse so hdfs gewesen, daft der 
Sdmee unter seinen Fufssohlen, da er gestanden, acSrschmoltaen iat Wenn man ihm gleich Klei- 
der, Strümpfe und Sehne geben wollen, hat ers doch nicht angenommen: Hat auch kein Ge- 
. sdieadt angesehen und keine Speise nehmen wollen. Er bitte sie denn erstlich mit Arbeiten 
' Terdienet Wenn man ihm Arbeit anboth, ist er mit aller Danckbai^eit willig und fertig gewesen, 
und hat. allerhand Knechtische Arbeit Terrichtet, und'awar an ehiem Tage so vid^ ala ihm son- 
sten kein ander in viel Tagen nachthun können. Derhalben haben ihn die arbdtsame Lyflan- 
! discfae Bauren fiberall fBr ein Hiracul und Wunderwerk auTsgeruffen. In seiner^Arbdt ist er 
allwege,. innerhalb einer Stunde niedergefallen und gebetet, nach dem Gebet wled^ hefUg an- 
fehagen an arbdten^ und für sdne Arbeit nidits andere, dfs die blofse Kost, genommen; gab 
andi keinem Menachen bSsen Beachdd. Und ala er gefiragt wurde, worumb er in Lyfland kom- 
inesi weief gab er aur Antwort: Gott hatte ihn geaandt, der Lyflinder Gdta, Hoflkrt nnd Müfsig- 
' fBBg an atralFen; wddie Laater er audi aUenthdben geatrafet hat Ging daneben fldfsig aur 
Kirdie, hdrete, waa gepredigt wurde: und als ihn die Prleater umb etwaa fragten, aehdt er sie 
T«r Heuchler. Etlldie hielten ihn für dnen Unshmigen: Etliche TOr dnen Phantaaten: Etliche 

. «> 8. Henning. 
**> BttsfoW, pan 8. 

I. Bd- 17 



Sit — 

«lier ipraehen: Er were da Wuider-ZeidicB Ootties im<l ntfde Ufmif elwu folgen: es ivere 
auch, was es welle. Alfs er Ton Revel nadi Narya reisete, bat er rieh Terlohreii. Diher 
man sagen wU: Er sey Von den Baoren nmligebrsdit worden. 

Selbige Zeil dandcte der Herr-Mebter Henrich Ton Galen Alters und grofter Sdiwielh 
helt wegen ab, nnd starb den Sten May damadi.' 

Ihm folgete der 45te Bf eister Tentsehes Ordens, Wilhelm tron ffirstenherg, desTorlges 
Meisters gewesener Coadjntor, nach defsen Antrit gegen den Herbst des Romisdien Königei 
Ferdinand! Gesandten Herr N. PntroTitx, Valentin ^anrmann, Henrich von Wolds 
«ild Doctor Lorepts Otto in Lyüand ankamen: Wdche nach Tielfdtiger Unterhandlong swt- 
adiendem Kteige in Fohlen nnd dem Marggrafen an Brandenburg, Hertaogen in Preofsen imd 
dem Herr^Meister, sanyt den Lyflindisehen Ständen die strdtige Sadie.beylegten, und nadt* 
dem der Erta-Bischolf mit seinem Goadjutom erstlich anf freyen Fnb gestellet, nnd ihnen aD 
das ihrige wieder restitniret winrden (wddies den 6 Oetobris geschähe), einen bestendigen Fils« 
den an Pasewald an der Uttanischen Qratae, VrMdlen von Banschkon, den 17. Septembris 
anfirid&teten: defgestalt, dab der Herr -Meister dem Konige in Pohlen MNNM RthL vor teiae 
Kriegsnnkosten erlegen solte» So wurde audi dtfsdbe mahl xwisdien dem Könige von PoUeo 
nnd simptUsh^ Lyflindisdite Ständen ein ewig welirende Verbnndnis wieder den Moscowiter, 
Im Fall er nadi geendigtem Stillstände etwas feindseliges anfangen würde, an^gerichtet, nnd mil 
begrdersdts eorperlicher Eyde bekreffäget 

Da nnn der Friede swisch^ Pohlen nnd Lyfland richtig, nnd sUes Yoldc abgedancket and 
ans dem JLaade war, man aadi nichta anders vermeinete, denn dafs Fried nnd Sidierheit in dt« 
Gaben seyn wfirdo: Da begnnte der Funcke des MoscoWitischen Tributs wieder an m glbumeai 
^alcher bdd drauf ganti Lyfland in den Brand brachte» Der Grolsf&rst ron Moscau adirieb an 
alle Stände in Lyfland dnen fdndiidien Brief^ folgendes Lautes: 

. „Wilhelm, Meister an Lyfland, nnd Brta-Bischoff au Bfga und Blsdioffjra Dorpt und 
„andere BischölFe, und aUe Leute in Lyfland* • Ihr habt zu uns gesandt eure Bothen, gute 
„Leute, Johan Bockhorst, Otto Grothnsen und'Wolmer Wrangel mit seiner Qeid- 
„schallt, ihre Häupter au 8dilagen,*:(?) äafs wk den^Herr-Meiater und Erts-Bisdioff nnd Bisdioff 
„lu Dorpt und andern Bischöffb und alle Leute in Lyfland weiten begnadigen -und unsemStatt- 
„hdter an Naugar^en sind Pleakan befehlen, einenFrieden mit ihnen au madien, wie esfo^ 
„diesem gewesen* Und wir haben unserem Statthdter befohlen, kefaien* Frieden nmb eurer üa- 
„gereditigkdt willen au madiea, und weiten euere Dngerecfatigkdt auf endi sudien. Aber Johaaa 
„Bockhorat, euer Bote, mit aehier Gesellsdiaft haben uns soldies abgebeten, drauf der Herr* 
„Mdater und ErtsrBise^olf su Riga und BischofP au Dorpt und andere Lente In Lyfland aas 
„alle Ungereditigjkdt selten riditig madien« Die EeuGrische Kirche und Kirchen -Linder reb 
„machen, unsem Gästen und Kauf -Leuten mit de» Lyfländlsdien und den Ober See wohnenden 
„au handein Tergännen. mit allerhand Waaren, ausgenommen Pantaer. Und dafs der Bbcfaolf sa 
„Dorpt aolte au Hauife sammeb den Zhs und alles hintersteUige von allen Tergangnen Jahrea, 
„von Jedem Haupt dne Tenlsche Mardi, und denadben Zfais su uns senden bhmen S Jahren des 
^,Friedens, und soforthn sdte der Bischoff.diesen unsem Zinfs alle Jahr dm Veraug 



— m — 

^ken, und allerley Dientl^Leiite Aber See aiw «llea Ltndeii, die ant mi dieaea konmeo, ohn 
„•Ue YeiiiiBdeniBg ptbirai Üben; Und das Ihr den König in Fohlen und Grob-Fanten in 
nUtteuen kdnen Beyitand in dnigerle^ Snehea keines weges thnn wollet; wie die Wort in den 
jiFriedens Brief klirlich geschrieben: Unsere Ststhslter sn Nougorod und.Piesko hsbcn den 
nBrief.mit Creuts - KikTsea bestetiget nnd Ihre Bigel angehangen tot unsern Boten Melar 
«Torpigon mit dem Beding» dsTs üir aÜerley fachen mit uns nnd nnsem Statthaltern des 
„Briefes Inhalt nach richtig machen solt Aber, bis auf diese Stande habt ihr weder mit nna 
,»Bodi nnserm Statthillter nicht einige Sache richtig gemacht: Und wir haben anch offl, umb 
yiGhristen Blut idcht m yergifsen, in Briefe enaahnet, ihr sollet euch in allen StQcken nach 
„lern Friedens-Brfefe gegen ons richtig halten, nnd Ton euren nnrechtfertigen i^id nnwahriiaff« 
ntoi Worten ablaben, eure Schuld erkennen, damit nicht unsdinldig Blnt Torgofsen wSrdel Ihr 
nliabt aber nnser^ Begnadigung genta nicht geachtet, nnd nnsem Geleits-Brief nur darumb ge« 
»nonunen, damit die Sache desto länger rersogeirt wftrde. Weil ihr dann Gottes Geseta und 
„aüe Warheit habt hindan gesetot nnd wieder alle Crenta-Knfsnng unserer Gnade gintsUch ver« 
«achtet: Gedenken wir unser Gerechtigkeit halber den Allmachtigen Gott umb HäUTe aniumf« 
„fea, und eodi umb euer Ungereditigkeit Willen, nnd dafs ihr wieder die Grenta-KiTsung ge- 
whandelt, heimxusnchen, so viel uns der Allmächtige Gott Beystand Terlelhen wird: Und ihr 
„sollet wifsen, dab das Blut, so Tergofsen wird, nicht nnsemthalben, sondern euer Ungeredi« 
Mti^eit wegen Tergofsen werde. Derowegen wollen wir nn unsere herliche Macht wegen euer 
^Ungerechtigkeit volbringen. Diesen meinen Diener, den ich au euch gesandt habe, wollet ihr 
noach dem Friedens Brief nicht anhalten, sondern wieder an uns gestatten. Geschrieben in un- 
nserer Herrfigkeit, nnserm Hoffe und in der Stadt M oacau im Jahr 1567. hn November.^ 

Der Bischoff Ton Dorpt Tcrmeinete' den Grofs-Filrsten etlidier Mafsen damit an befrie- 
digen, dab er sicK au einem Eyde erboth, dab die Stiftischen den Tribut nimmermehr gege- 
ken hatten, auch dafs man solches aufs kehien alten Bitehem-oder Schriffiten erfahren, noch eU 
i^ Ton den riten Leuten gedehcken konte, anfser dab man ans riten Schriffken so riel Nach- 
lidit hat<, dab Ton Alters her die Stif tischen Tön Dorpt auf der Grentse einen Wald au def 
Bonig-Weid^ gebrauchet haben, daTor sie jihriich dem Reufsischen' Hauptman etwas gegeben 
hatten, welches in etlichen Jahren nicht war entrichtet worden. So finde man auch, dafs die 
Dorptischen der Kirchen, der heiligen Preyfalti^eit, in dem Fleskowitischen Gebiete gelegen, 
jillrlidi eine Verehrung gethan haben: ob es wegen des Waldes, der vielleicht aur Kirchen ge- 
boret, oder aufs sondef liebem Gelübde geschehen, kan man nicht wifsen: Allefai es möchte 
keinBehfUff noch Aufsflucht helfen: Daher die simptiidien Stände abermahl eine Legation nach 
ifosean abfertigten, an welcher Claus Francke nnd Ehlert Kruse erw^et Wurden. 
Diese reiseten gegen den' Winter ab, ndt der Instrnetion, dafs sie inbersten Vermögens umb 
dnen beständigen Frieden handeln nnd den unmftglichen Tributi welcher schwerer were, als alle 
HemchalRen und des Adels im gantfwn Stifft Jährliche Ehikünffte» abadiaffen selten. Ob nn wol 
die Legaten sich anfinglich höchstes Fleifses angelegen seyn liefsen, wie sie mit billigem Be- 
scheid den Grofsfikrsten besänffUgen, und Ton schien nnbefagten Vornehmen abwenden möchten, 
Ist ea doch wenig helffen können, brachten dennoch endlich es so weit, dafs der Moscowiter 



SM 

die gantse Snmma aller Ampradie «nf 4MNM Rtldr. fallen Uefa: Welche- Snmiii tie itncb 
ohne Versiig erlegen kolten. Zudem aoile daaStiffi Dorpt noch Jihrlidi 16M ^ngariache Gat 
den dem Grohfiiraien xn erlegen gehalten aeyn, damit aol der Friede beatetiget bletbeB^ Wor- 
über bej allen Reo(jria«dien Unterthanen, welche ingeaammpt den Frieden gern gew&nschet het* 
ten, eine grofae Frende entatanden. Wie aber bald damadi der Ororafibrat in den Legitea 
aandte und daa Geld abfordern Uefa, (denn er vermeinte nicht andera , ala dafa aie es mitbndh - 
ten, weil aie gar prachtig aufgesogen kamen, alao, dafa auch ihre Sehn mit Perlen gestickt 
waren) war nidito bey der Hand. Daitti« der GrofafÜrBt adir ergrimmete, nnd Hefa den Leg^ 
ten aagen: ob de ddiin iLommen weren, Jhn in TCidren, de adlten nur hlnaiehen, er wolte Uh 
nen bald folgen, nnd daa Gdd adbaten ava Lyflan^ hohlen. Die Legaten aber< erboten sich, gie 
weiten Birgen und Geiad aetaen, nnd andi nicht anfa dem Lande ehe aidiett, Ufa das Geld 
ohn Veraug hier were, wdchea allea nicht helffen wolte. Endlich erboten dcli doige reidic 
Kauileute, wdche ihr Gewerb in Lylland trieben, und den Frieden gern hätten befordert geio» 
hen, dafa de aovid vorachiefaen weiten. Wie der GrofafS^Bt aolchea erfahren, Jiefa er ibaai 
adchea verbieten, brachte drauf adne Kriegea-Bfadit in geadiwinder Eil auf, nnd Uefa die Ge- 
aandten wegdehen: Gab ihnen ab« aolehe Wegwdaer, weldhe aie ao wdt.nmbfuhrten, daia de 
erat im Febmario nach flanfa kamen. Dnterdeften, ehe die Legaten die Foat bringen kontea, 
aandte der Moacowiter aehieni Fdd-Herm, wdcher dch einen fartatiach» Kejaer nannte, 
Gaar Zygaley, mit dA,000 Mann, der kam den Sliten Jannary dea ISSSaten Jahres in Ljf- 
land, und durchatreifete daa Stift Dorpt nnd Wirland bia an die Narm nüt erachrecklldier 
Tyranney, indem er adiwangere Franen von einander hauen, die Fmeht ihrer Ldiier, wie aadi 
andere gebohme junge Kinder mdir an die Zaun- Stecken apiefiMn, dte und Jvnge Leute A- 
derwerffen, ihnen in die Sdten Pulv^ atrenen, daaaelbe anatecken -nnd die armen Leute aha 
einiga Erbarmen von einander aprengen lieb; vid aind mit fetten Bjn- oder Fergd-Holta ga- 
apicket, und dao verbrannt worden. iPrau* nnd lungfranen wurden als Hnade nadi einaader 
geadiindet, und die davon nicht atuiben, irger ala daa Viehe Thdla rar 'Schande, Thdb dsn 
Tartam in verkaufen, weggetrieben. Und geadiahe aolchea dien an deradben Zdt, dn die Kit« 
leradiafi ana Harrien nnd Wirland in Reval auf dner adelichen Hodiidt waren, die ao ftUkr 
Hg angerichtet war, dafa der Braut Freunde aich vernehmen liefaen: Ba aoltci dne ao atatUsha 
nnd frolidie Hochidt aeyn, dafa Kindeä Kind deradben gedencken aolte. Aber und der groÜMa 
Frende entetand bald eine grobe Tranrigkdt; dafs Kmdea Kind daran an denÄen gdiabt, ist 
Idder denn in wahr worden. 

Nachdem nn dieaer GaarZigaley den Zug in Lylland gethan, nnd aich wieder ana dea 
Lande snrick begeben hatte, nnd etUdie Tage anf der Grentae bd der Nnrvn -aefaiea Krieg»- 
.Yokkca, ao.in Lylland noch Mn nnd wieder xeratrenet war, erwartete, ktnapt dne Poat aas 
Moacan mit dea Grolafnraten Brief nnd Befehl an ihn, dafa er in adneaa dgenen Nahmen ta 
alle LyÜndiache Stinde adirdben, nnd de noch sum Dberilua ihrea Veraprechtea, dnrdi den 
lotsten Leinten geachehen, crinneiw und vermahnen aolte. Drauf adurieb swnr Oaar Zigaley 
an alle Lyündiarhe Herren nnd Stinde im Febmario: Dafa, wdl die Lyttader na daa Keyiv 
niler Benlara die Y eiapre c h ngg nidit gehdten, aondem ihn mit Dnwailieit Untergängen, were 



^Keyter aller Reofseo dofidisKer Terunadiet worden« sie n bdbrfegeB, und selchen Krieg oad 
Biitveiglersea hetten sie (dieLjrffiod^) sich eellist durch ihre Ungerechtigkeit über ihr Land^ 
{eiogen: So sie aber das Land ferner nnverheeret nnd ttOT^rdorben haben weiten, solten de 
tOB Stande an iiire Legation mit dem Terspxochenen Gelde an den Grofgfarsten schicken. Wenn 
de Legaten mit dem Gelde da wiren, alfadenn woHe er mit den andern Knesen und Woywoden 
eine Yorbitte than.fir die Lyfländer,- damit kefai Menschen Blnt in Lyfland melir möchte Ter- 
gofsen werden. ^-' Wie nun die Stande diesen Brief .empfiengen, waren sie awifr erbötig, die 
4lyiM Rthhr. an erlegen, abor es war kein Öeid> da. Denn der Erta-Bischoff mochte l^ine spn- 
derikhe Miftel haben, weil er der ErUMsdiöf liehen Gntter, die ihm anm Theil von den Ordens- 
Herren Torenthalten umrden, wenig genofsen habe; der Herr- Meister hatte durch den Inner* 
ifch- nnd drauf folgenden polnischen Krieg sich der baren Mittel gäntalich etftbldrset Der 
Bisdioff an Dorpt, nachdem er die Ton sdnem Vorfahren Jodoco yon dler Recke verpfin- 
dete stiftische Gütter eingdoset, hatte nichts mehr nbrig. Die Ten Add nnd Kauf- Leute wol- 
tea' sich sa kdner Vorstreckung (wiewol sie ea reichüdi thun können) yerstehen. Endlich 
kishtan die Stiidte Riga, RoTai nnd Dorpt so Tid Geldes susammen, wdches aber so lang- 
um anginge i daia inswischen die angebottene Zdt längst Torabsaumet word^L Unterdefsen 
hatte der Moscowiter den 9ten Aprilis NarTa bdagert und beschofsen: doch konten de wenig 
iHrishten, Ms dch dn Terrathwisches Feur in dnes Bdbierers Cordt Ulckens Ehufs erhub, 
und die gantae Stadt efnlacfaerte. — In solchem Brand eroberte .der Moscowiter den Ut^i May die 
MarTa; lieb aber die, so nicht' bldben weiten, ungehindert abaiehen. Salomon Henning 
giät defiwn die mebte SdiuM etlichen ans dem Rath lu NarTa, insonderheit aber Jochim 
'Krufflhanseii, welcher durch gants Reufdand das gUdene Sigd des Grofsffirsten Torlängst 
saf seinen firejen Handd erianget hatte, und ArendTon Deden, wdche auTor soldies mit 
den Reufiien practidret, die audi nmb Aires Eigennntses wilfen darinnen mit ihm geblieben 
seya. So war-auch der Voigt Ton JerTen nicht ohne Schuld, wddiem nach dtem Gebrauch 
gebihret hette, mit der Besatxung in NarTa au sejn, den man ab^r weder mit Lieb noch Leid 
UaeinMngen iLÖnnen. Gleidiermafsen war auA ein Versehen bey denen aus der Ritterschaffit 
Tan Hanien und Wirland, welche nebst ehiigen Rigisch- und Rerelisdien Knechten mit etlichem 
Fdd-Geacbüta Toa dem damahligen Commendatom au RcTal, Franta Ton Segehafen, nadi 
NarTa gesandt wurden, und deh 4 Meilen ohngefehr daTon gelagert hatten; dafs, da ihnen der 
Rigisdie Befdilshaber Beridit brachte, wie die Stadt Feuers und des Reufsen Andringens hdber 
in liSchster Noth were, de solches aber. nur für ein Strategema des Feindes liielten, damit er 
aie desto leichter umbringen könne. Derhalben de gegen die Nacht nicht fortrückten, liefsen 
dsh anah TÖn den KundsohaiRern falschlieh berichten, dafs kein Gefahr Torhaaden, nnd dafii 
das Fear nnr'Toa sieh adlistett lofskommen und bereits erlosdien seys wiewol de bdd darnach 
das Wiederspid Ten den armen flüchtigen BUrgem und thdls schwangern, theils mit kleinen 
JUndera betadenen Frauen, wdche au ihnen ins Lager kamen, gewar wurden. 

Die Gesandten waren mitlerwdle mit dem Gelde au Moscau angdanget, aber der Girofa^ 
Amt weite es, wdls an spat aidcommen, nicht annehmen; doch were er endlieh dahin beredet 
worden, denn Tid der Reufsen Kaufleate, wddie den Frieden gern gesehen, spendirten nicht 



— • «14 — ^ 

wenig danunb «n des GrorsfAnteii RUhe, mid «timd die Stcbe sehen In guten Teradnii^ d| 
kam IQ allem Unglück die Zeitung TonErobenug der Stadt Narva: Daher der Moacewito Toa 
Glfick dermaaben aufgeblasen wurde, dafs «r vom Friede ferner nicht wifsen weite. 

Zur selben Zeit, weil Narva als eine Vorburg des gantsen Landes in feindliche Handge« 
rathen, Terliefsen die CtebieÜger denelben Gegend, als nemlidi Gert Huen Ton Ansterath, 
Voigt zu Wesen1l>erg, Dietrich Ton der Steinkülle', Voigt Tom Neuen Schlofs, Hen- 
rich von Kailenbach, Voigt au Tolfsbnrjg, ihre Häfiser: Gleicher Gestalt wurden auch dis 
Häuser Eti, Nyhaus, Lais, und andere mehr verlanffen, dieweil aie in Friedens-ZeiteQ gaati 
nicht wieder Gewalt befSstigt waren. Daher der Moscowiter mehrentheüa dieselben oha Schwert« 
Schlag einnehmen können* 

Es ist in der Warheit efaie grofae Schwachheit und Fehler der Menschen, durch welche 
fiel Königreiche, Länder un4 Städte lu Grund gangen, dafs sie in Friedens-Zeiten so gar sicher 
seyn, und nicht bedencken, dafs sich das Blat in so geschwinder Bjl durch etneo Jiinuner Ter- 
heften Sturm-Wind wenden läTset: und da man solche Sicherheit gewar wird, mag man drant 
unfehlbar schliefsen, dafs der Untergang selbigen Ortes nicht weit sey. ^ liilflt aber ia 
solchem Fall kdne Warnung, denn die Bund - und Sicherheit müTsen nothwendig Vorganger der 
Straffe aeyn. 

Da der Feind Wefenberg einbekommen, welches' negst Narva das Torpelimbste und 
beste war unter allen Haiisem, die er damahl ein hatte: au welchem die gantse PrOTlata 
Witland gehöret, l»efe8tigte -er diesen Ort fär Gewalt, liefs den langen Berg vor dem Schieb 
gants schraats und ateil abstechen, und von beyden Seiten efaie Maur auffShren« Zu soldiem 
' Bau-Werck nahm er die Steine von den Kirchen sampt Gfildstuben und andern Burger-Bünseni 
8U8 dem am Schlors liegenden Flecken oder Weichbilde, welche in dem Ende niedergerifsea 
wurden, und sonsten auf der Maur grofse gewaltige BoUwercke, Block-Häuser und Thoraie 
Ton grofs- und dicken Balkei^ bauen. Das Teutsche Schlots aber wurde für ein fitock-* und 
Proriant-Haus gehalten, darauf kein Reufe aufser dem Woywoden selbst wohnen dödfte. 

Was in diesem Weichbilde fär ein ärgerlich- und schändliches Leben in Friedens, Zeiten ge« 
führet worden, davon welfa das gantie Land nachsusagen, und Russau meldet dayon wchge* 
hendes: In diesem Hakelwerck (sagt er) hat bey der Teutschen Regfanng efaie reiche Bilrge^ 
schafft gewohnet, bey welcher gute Nahrung., und alle Dinge wolfeil waren. Denn jto der SSeit 
hat man einen Scheffel Roggen Tor 4 Schilling Lübisch gekaofft, einen Ochsen Tor S Daler nad 
eine Tonne Bier für einen Herm-Gulden. " Die Nahrung gieng da aowol, wUm in andern Lyfisadi- 
sehen Flecken ab. Denn die Länder waren allenthalben^ vol von Adel, Landfreyen und Bauern, 
welche alles, was sie bedurfften, aua denen Flecken haben musten, welches den Krämern, Gold* 
achmieden. Schuddern, wie auch, andern Handwerkern keinen Schaden brachte, dndurdb de 
thermutig und stolti wfirden, und in ihr^n guten Tagen nicht wüsten, was siethna sollen. 
Derwegen hat sich läiter dem meisten Häufen ein wild, wüst und unordentlich Leben erhebea, 
dafs Tag und Nacht frefsen, sauffen und schwelgen, daau hauen und stechen m W^senberg 
die gröfiite Ehr und Ruhm gewesen*. Und derjenige, weicher eine Schräm auf den Backen hatte, 
. der pralete damit so sehr, als mancher mit efaier güldenen Kette» und derselbe amhte auch 



— ta — 

wä aBen Ehren sa Weienberg den Vortantt fBhren; denn eine tojcbe Schräm auf den Backen 
Udten de vor ebi Zddien grofser Manheit: Derhalben im.gantzen Lande dn Sprichwort draua 
worden tat, dafa man eine Bchrattim genennet hat eine Wesenbergitche Krall: Und da 
ans einen gesehen hat, der dne Schräm anf der Backe hatte, hat man allzeit gesagt: Der mag 
wd mit allen ESiren an Wesenberg Tortantien« Etliche VerstSndige aber haben dch dafiir 
geiq;net, vnd geaaget: Gott solte de behüten fnr den Fellinischen Sprung, fibr den Wittensteinl- 
idien Tmnek vnd fSr den Wesenbergischen Tortants. Gar ^Iten ging an Wesenberg der 
aidste Hanfe mr Kirdlen, dafa auch etliche, 'die in ihrer Jugend alda gedienet haben, beken* 
nen dmften, dafs aie ein gani Jahr da gewesen, und in allen Bier-Häusern auf ihre Herren ge* 
wartet haben, aber in^ die 'Kircfae lu Wesenberg weren sie ihr Tag nicht kommen, aus I7r« 
imA, weil We Berradiafft nimmer aur Kirche gangen, und daa Gesinde auch nicht dazu ge<* 
kdten hette. Der letzte Bürger, Voigt oder Richter in diesem Hackdwerck hat den Printer In 
' der Kbche anf dem Predigtatnel,* da er der Wesenb erger Laster atrafete, dürffen lügen hei- 
fsen, aoUhea jtat Ihm zur grofsen manlichen Künheit von .Etlichen gerechnet worden* Der 
letzte Ordena-Voigt und Ctebietiger in Wesenberg ist ein öffentlicher Hurer gewesen, der 
aidit allein mit gemeinen Weibern, aondem auch mit anderer Hanner Ehefrauen öffentlich Hu- 
lerqr nnd Sehend getrieben hat Der Ordens-Herren Diener tSgliche Arbdt ist nidits andere 
geweaen, als Ldfdey und Buhlerey, welches bey Ihnen für keine Schande, sondern für dtel 
Bhr und Bnhm ist gehalten worden. ' _ 

DranfTolgenden Sommers bdagerte der Feind Neühausen, 'unfern von Dorpt an der 

leaTdsdien Grentse gdegen, wdchea er auch, weO das Hanfs ohn Entsatz yerblieb, eroberte. 

Denn ebzwar der Ertz-Bischoff nnd sein Goadjntor, ' Hertzog Christof, samt dem Herr-Met- 

aler und andern Land-StSnden, ihr Yenndgen zum Widerstand verordnet, und bey Kyrempi 

' jäag Fddlager Angeschlagen, haben de doch mit ihren geringen Häuflein, weil der Feind ihnen 

vid zu atarck war, wenig ausrichten können. Zudem weiten sich die Dorpttschen der Beligerung 

des Nenhaüses nichts annehmen, And da die Ordens-Herren dnmahl Vorhabens, in der 

Nadit Ihr Heil an dem Feind zu suchen, konten sie vqu ihnen kdnen kündigen Wegweiser be- 

konnnen, dar de nach dem Beufdschen Lager hatte brüigen können. Ea ging damahl ein Ge- 

adirey., alfa aelten die Dorptischen einen, Lustfer genannt, mit Briefen an den Grofsfürsten 

geaaadt haben, und dch unterthinig erklaret, darüber auch etliche peinlich befraget worden. 

Und da dch die Neuhausischen dem Feind ergaben, zogen die Dorptischen ungeachtet allwVer- 

I aanbnnng ndt aufgerkhteten Fahnen davon. Da man sie endlich warnete, dafs de dch vor dem 

Feinde wol vorsehen aolten, gaben de zur Antwort: Es bitte keine Noth, sie würden wol ihre 

Schaatne In Acht zu nehmen, wifsen. ' Wehrender Neuhaudschen Beligerung kamen die Abgeqrd- 

Mto der Stiade zu'D>rpt zusammen, sich unter einander zli bereden, auf waa Mittel und 

Wege der nedistgeoessenen Potentaten dner zu bewegen aey, den Lyflindem auf Anldtung des 

l^aenHülff zu leisten.* Denn ea hatten die Stinde kurtz zuvor ihre Geaandten an den Keyaer 

Carolnm V., umb Hülffe zu auchen, abgefertiget, welcher, da ihm vor dieaea mahl Lyfland zu 

defendiren nnmüglich deuchte, durch ehien öffentlichen Sescript den Stinden frey gäbe, dch an 

benachbarten Potentaten, bevorans aber zu dem Könige In Schweden zu adklagen, nnd 



410 _ 

sieb vor ein gewifees ReeeiiipeBg ^efaeft Hfilff ond Schati tu gebrancben. Denn tbo hutea die 
Ton Salomoü Henniiig angeführte Worte dea Keyaerlidien Schrelbena: 

,,Zodeiii sollen sich ia Torsteheader Noth, «ad «da der Moaeowiter, wie vorgebradit, Ljflmd 
„gewaltig angreiffeB wurde, die Lyflaader den König tou fiehwedea und andere, die solch des 
„MoBi^owiters Vornehmen «um nechaten aolaoget, wie aus Torgelegter Supplication tu meretaii 
,,auch SU diesem Werck umb üillf ersuchen.. Denn gleich unaer und des heUigen Reicha Stande 
„Teutschcr Nation des Willens weren, si^ alleathalbeu wieder die l^laubigen einxulafaen, ta 
„konte ea doch in' ihrem Vermögen nicht aeya, die gantie Chriatenheit an allen Ortes, auch 
„des Türken halben lu sehirmen und nn vertreten^ eie. 

Daher stimmeten etiicbe auf Schweden, etliche auf Dinmarcken, und grfindeten ihre Hfd- 
nung auf des Keysers Verordnung und die grost^ BeqTemligkeit, so diese Pot^taten Tor die 
Fohlen xu Walaer hatten, Ljfland lu entaetsen« Andere aber, ao den Fohlen mdur sogethaa 
waren, beriefTen aich auf den Fafswaldischen Vertrag, welchen aie #hn Verletaung Ihrer Ebep 
nicht woF brechen konten. Nachdem aber ein Jeder bey seiner Mehiung, darnach er gesfamet 
war, beharrete, schieden sie nnverrichteter Sachen von einander. 

Es war aber damahl ein Bürger-Mefater in Dorpt, Nahmena Tennis Tyle^ efai fronuner, 
ehriicher und diristlicher Blann, welcher, da er Termerckte,. daTa diese. ZusammenkunSt i|n* 
fruchtbar ablauffen wolte^ herfur tcat, und dea Landea Zuatand hertsUdi beklagte, ihpen andi 
Tor Augen atellete, dafa kein Fotentat ihrenthalben mit dem Moscowiter sich Tergebena einlabfai 
würde^ hidte -alao For imthsamer, "well noch viel ehtlieher nnd tapffnrer Leute im Lande wa» 
reu, welche mit ilirem.Weib und Kindern an BaasachalR, fleschmeigde und Kleinodien etc. wd 
etwas Vorraths betten, dafs aolchea alles xusainmen gebracht, Leute davor bestellet, nnd. den 
Lande .Bum Besten angeleget wurde. Solches aolto wol feinem Bedenckennadi, negat Gottes 
Hülir, der beste Schuti seyn, wofern man nur an einem Ort; süaammen setaen, nnd 4em 
Fefaid den Kopf bieten würde, und nicht, wie bifaher geschehen, dn jeder sdnes Ortes wartä 

Dieses war wol ein heilsamer Rath eines guten Fatrioten, nber keiner w<olte es hören,. nodi 
für des Vaterlahdea Beaten daa Seinige auslegen. Und wie wol di«s eine gemeine. Rede liey Jeder* 
man war, dafs sie lieber 100 Rtlür. mit dem Moscowiter verkriegen, ala 1 Rthlr. soin Tribut 
nnd Frieden geben weiten, funde aich dennoch niemand, ala die Noth^forhanden war, der w^ 
der lum Friede noch Kriege etwaa vorstrecken weite: Darüber aie nicht allein Land nnd 
Leute, aondem audi ihre Schatie nnd Wolfahrt Terl<riiren. 

Nachdem nu der Moacowiter daa Neue Haufa erobert, brach 4er Herr*Meiater mit neinem 
Volck von Kyrempae anf^ welchem der Feind auf dem Fufa lolgte und achamrat^jrte mit 
dem Naditrab, den der Commendator von Fellyn, Herr Ootthnrdt Kotier, führete, dn ea 
wenig fehlete, dafs aelbiger in Feindea Hände geratiien wire. Ea war auch damahla ^Ine noUift 
Hitae, dafa viel von ihren Pferden wegen dea Dnratea abfiehlen und tod bUdien. Folgenden 
Tagea griffen aie wieder an Walek Stand*,' woaelbst sie hn Feld-Lager von ebiem Condyntomi 
der am Meiater-Ampt bey dem niemlich achweren Alter dea Herr-Bfeiaters Fürs^enberg^.Ae 
Regiiiings*Bürde tragen, und waa sonsten in Krieges -Occaaion au thun, mithelffen modtte^ 
Rath achlugen: da nua dnhelligem Schlitfa der Gonunendator an Fellyn, Henr Gottknrd 



— »7 -i— 

I«ilev, den Otea Jnly dam bettinifliet wvrdc hdein bmii audi wegen Abferäguiig-diiiger Le^^ 
ptea an den Keyaerlidien HelT und den König In Diumarcken, bey selbigen nmb Hülft in su* 
Hbcn nnd BHfaats ansniialtett, In ToUer Arbeit war, meldte der Moscewiier mit grofaer Macht 
•ad AnaaU für tfe Stadt Dorpt, weiche er den Uten Jnly belagerte, daher der Herr-Meister, 
Ossdjntor nnd andere Ordens -Stinde das Feld bald damadi ni Waliclc yerlarsen and die Fe* 
ttang sadMi mifsen. Die iStadt war ndt statiichem Geschate nnd allerhand Kriegs -Mnniüott 
liicMiA TerselMn, aber gegen Gewalt nnd fefaidlicben Anfal nicht befestiget. Dehn die DorpU- 
sdiea hatten In dem langwierigen Friede niemahl an den Krieg gedacht, sondern brachten die 
Seit m ndt täglichem Wolleben, statlfchen Hochseiten, kostbaren Kindtaiifen und dergleichen 
Cqy titelten: *) hatten immittelat weder Wall nodi Pasteyen, oder einigen guten Zwinger er-% 
baaet, auf welchem man das stattliche Oeschüta, so voriianden war, recht gebrauchen können. 
Und ob man swar derer euiige auf den Fnfaid lösen Uefb, richtete man wehig damit aus. Etliche 
fennchten, dann und wan» aussnfallett; weil sie aber selten 80. Mann auswagen konten, gab 
m nur terlohme Arbeit 

Der Ouitaler Holtischnr, sampt etlicken Ton den BtiftischeD Bithen und BltterschälTt, 
uaien kmrtn anvor, als der FefaUl ansunahen begunte, unter dem Schefai, als weiten sie mit dem 
Fände eina wagen und an aelbigem ihr Heu Tersuchen, aufa der Stadt undliach Riga gewichen; 
die dbrigen waren nicht einig, abaonderüdi, da dar Moscowiter mit ihnen su capitnliren anfing, 
uad denen, so absieben weiten, frey Geleit, denen aber, so da lu bleiben gesonnen waren, ihre 
PrifU^glen SU lafsen versprach: da wolle nu kein Wiedersprechen oder Batben l>ey den meisten 
1, sondern es wurden die There dem Feind geofn^ welcher ihnen anfange die vor- 
Conditiones gehalten, unangeaehen, dab das Kriegcs-YoldL lieber gebeutet Imtte: Zo- 
gen also bey 3M Krfegi*Lente und so viel Fraun 'und Jungfrauen aus der Stadt, weiche der 
Msssowiter den IDten Jnly wieder efamalui und mit sefaiem Volck besetste. Die meisten, so 
von der Uebergabe geschrieben, stimmen darin ttberein, dafs seiMge ohn sonde r li c h e Noth 
Md recht Mditfertiger Weise geschehen, mafsen sie sich annodi efaie Zeitlang hätten halten 
können, hidem sie nicht mehr, denn ebien ehtaigen Ton den Ihrigen yerlohr^ noch dKe Feuide 
efadge Ireche geschoben hatten $ und ohnedem, data die Dörptischen, wie ror erweiinet, in 
Verdadit etnnden, dals sie dem Moscowiter die Stadt su übergeben fidt gutwillig erboten ha* 
ben; mehrete nidit wenig diese Mefainng, dafs die Vornehmsten der Stadt, der Kirchen, 
He^ltd und unmöndlger Khider Geld, wo etwas ▼orhancien« alles bey Häufen au%enom- 
mea und auf ihre ttluser Terschrdben lafsen, dsmit wenn es nur Flucht kirne, sie desto leich* 
ter daa Geld davon bringen könnten. Derl^alben liefii der Herr-Meister 4urch etliche dasu Be- 
stdte ihnen wegen saldier Ldchtf^vtlgkdt, wo sie anf dem Wege ansutrefEsn waren, all daa 
ttutgß nehaien. Wie dann Wilhelm Wyfferling, du Bii^mr aua Reval, alle DörpÜsdm, ao 
er aatrslen können, ihrea Gddes und Geaduiddea beraubet, und dem Herr-Meister aum Be- 
aten einen grofsen Sdiata an Gold, Silber dnd Gehle von ihnen b^ömmen. So hat auch der 
SU Dörpt eben nngInnbUdien Sehats an Baaraahaft und allerhand Geschmeide ron 



^) Brsdoabaehiut. 
LBd. 



^ SU 

iem ErtS'BisAof, T1raa-H«rrai, WdifteB iui4 Bii««m Mlmums, mAm nr dikBM« 
■MD, Heir FabUa yon Tyseohsaies« «Ueui 81,000. BlUr. i« Sttdi gchten. Ciid.vi». 
wol viele ihre Sdiitse «a Gold wid Silber Tenunci« oder in Kirdiea od Giibca Tcrwilini 
batiea, wurde es doch den Reafoeo sa Theii, weil gie alle Todtea-Gtaher aad Mt«rai «odhi 
wihletca aad aachg^ad alles, wat ia dcnaelMgea veib o r g c a , hervar aatiklea. . la Saina: c» 
hat der Moocowiter daaiahl ao fiel Geld aad Gat hekoauaea, dafa aiaa dttail aiaca 4aagea 
Friedea aha Schadea hette aa Wege brlagu, oder eiaea gewalti^oa Krieg adt dc».liotta«fiir 
fihrcB koaaea, dadarch die Stadt aad das «iiotae Land were ia aeiaem WolataadgckÜdieB. 

Wie aa heaagter auÜMA die Stadt Dorpt ia dea MoaeowUen Gewalt «eralhea, ariua dar 
aeo Biaehofifaam eia Eade, aad warde der tttdioir aach Moacaa. gehracht» woaelbat er anA im 
Qfitngr'^ geilorbea. Der Voigt aad GeUetiger.sa Weifaeaoteia, Jl«aahard tob SehaiaK' 
tea, wie er Teraoaiaiea, dafa Dorpt Toa dea Retalaea erobert war, .Ttriida arft aMm.\ 
Hof-Leatea daa heriidie aad feate Haoa, aad ttefo ob gaata oha BcMUsadg aad olEoa 
maaageoehcB, dab ea aiit allerley Nothdarfli aberfliefing Tertehea war. Ab aua di^ Tenli 
Kaechte, weide der Moioowiter aas der Stadt Dorpt pafafarea lafiwa, dshia kamea aal du 
Hanfs olTea aad oha Voick fondea, ütfea sie hfaieia aad sMchtea aidi atda eiae.W«Uearit 
den Weifseaateiaisdiea Weia aad Bier kstig^ aahaiea eadliah aut sieh, was fliaea gefaHsa, aad 
Terüefaea daa Sehlob aho oflba atehea, wie aie ea Tor sieh gefaadea hattak BadlichshsSibe» 
aetste eia Bdelaua, Caapar voa 'Oldeabockea, ela Joager streitbarer HeU, daa fla»sdt 
iwar wenigem Voldc, woaiit er aber dsai Beafbea daiaaeh grofsea Sddaipf dorana beptoss. 
Gleichennaiaea rerliers der Conuaeadator ao Eorai, Fraatas^oa Aaatel, daa MKe« Joaj 
das Schlols aad die Stadt. Beval, haaddte aber ia deai etwaa ehrlicher, dafb or daa ScUsb 
eiaem Diaischea Befehlshaber aad voa Adel aaa der Wysk, Nahaleaa Chrialopfej&.tJta 
Möaaichhaasea, iibergab, welcher ea aaeh^ wiewol oha BefdU dea Koaigea, ehushat^ aad 
odt den Oeschata, Kraat, Loth aad ProTiaat veraoigte, practicirte aaeh des Ordeas-FttaMss 
Kaechte, so anf dem Tham lagea, an sich aad ia die Diaiache Pflicht Daher wärdea diela- 
relischea sampt deaea von Adel ans Harriea vemraadiet, ihre Legaten, ala aemlich wegM der 
Bitteraehalil, Herra Fabiaa voa Tyseahaaaea aad Braaa Wettberg, Toa der Stadt sbsr 
Jodocam Clodt, Syndicom, aad Caspar Bredholtea aa dea König ia DaaaDMurekea, Chri^ 
atiaa, des Nahmeaa dea Drittea, abaafertigen, von demselben HaUTe wieder dea Moocowiter sa 
begdrea. Ia Betrachtung, dafs Harriea and Wirlaad sampt der Stadt Reval Torida Di^ 
nisch gewesen, and daa Schlols sa Reval arit dea daangehörigea Laadera naiarfir aa dea Ko* 
nig wieder gefallen wire: Weil aber der Köalg beaocgte, dadarch mit dem Moaoowiter ia Fetai- 
schafft an gerathea, des Ordens Legaten aadk instindigst anü» die Jlestitatioa aaliieltea, bewil- 
ligte er, data das Haafii Reval' deaen Ordensgenoften wieder eingeraumet solte werdea, Jedmh 
dafa alles, wss dranf dem König znatindig, abgeatattet, aad dem Chsistoff ▼oa.Miaaiag- 
ha nsea dssjenige, so er gethan^ nidit anm Uebela anfsgedentet werdea aiödile, weB ets aicht 
böb gemeiaet. Dea Ehataisdiea Gesaadtea dier schlag er dea 8chate**Hsndel ab^ waaile sdi 
onTermögendes hohes Alter vor, welches solche Möhe nicht mehr fiber sich nehmen koale, aad 
sagte ferner, er begehre keine firembde Gftter. So were er auch nicht ao tosclitig, iffia aie wtl 



U9 — ^ 

bfr ^ M weit dbgelegeBe VSfcker wieder wtnen' eo inediflgen Feind schfttsen konte; 
tkamgbbb'Mk deiüiodr mit dner ariUreidieii Verehniiig an Mvnitien ond PrOTiant,* und actaf ckete 
dnuffolgeBden Jahres ISfiO. aefiie Legaten; alfs nemlich .Herrn Clas Vhre, Wafslof, 
Wakefaer^ Peter Bilde mid Dr, Rieronymnm Thenner, in die Moscan, nmb denLyflan^ 
dem ekmi Frieden an Terhandebi,' welche aber nicht weiter, ab eines halben Jahres Stilstand an 
Weg brittgen konten* Naahde» diese Oesandschattl abgtferüg^t war, ging dieser höchstseeliger 
nnig mit Tode ak . Die obgedaditen beyden Gesandten der Ritterschaft erreichten andi nicht 
ihr Vaterland; fhnH Fa'hiah von* Tjs'enhansen starb in iMbnarcken, woselbst er anch be- 
gnban liegt, Ernn» Wetborg Tersdiiedln d^ RückreiBe auf der See nnd wnrde todt^naeb 
RsTal gebracht, daselbst aaeh begraben. '' 

Jie Saldatoi «af dem Hanse Reval, welche sich anf eine Snmma Geldes gespitaet, waren 
aichi allerdings mit des Königes Resolution Tergnfigt, boten derwegen dem Rath au Reval das 
Sddofs TOT eine geringe Siimma Geldes an, und obswar einige Bürger der Meinung waren ^ dafa 
anai ea annehmen, serstoren und andere Bürger -BSuser wieder auf die Stelle bauen solte, 
wolte demioch der Rath nnd die Gemeine darein nicht willigen. 

Fast sur selben Zeit schicketen auch die Ljfländischen Stande ihre Legaten, nemlich Georg 

Brabeg, Conunendatom an Dttnamunda, und Michael Briggenern, Secretarium, an den 

Benagen Ton Finland, Johannem, bey selbigem gegen Yerpftndong einiger Hauser in Lyfland, 

die sie doch nicht nannten , um 200,0IW Rthlr. nebst einige Kriegs -Tölcker, Munition und 

Profiant anauhalten: Wosu der Junge Fürst nicht ungeneigt war, weil er dadurch vermefaiete, 

etaen Fna ioLyfland an bekommen. Da aber sein Herr Yater^ GustaVus, der erste dieses Nah* 

mens König In Scfawedm, /defsen berichtet wurde, hat er ihn viterlich ermahnet, data er sidi 

safs aiheblichen Ursachen keines Weges mit den Lyfländern einlafsen solte. Denn wo man ih- 

* aen efaiige Vorstrecknng gegen ein Pfand thäte, würde man Feindschaffi und Wiederwillen Ton- 

antoadiiedlicfaen Ortem haben, Tomehmlich Ton dem Moscowitef, welcher sagen würde, dafa 

der Friede nnd jCrenta^-Küfsung damit gebrochen sey. .Daher man einen offenbaren Feind an ihm 

hatte: Dartfacii auch Ton dem Romischen Reich und denen Königen in PoMen und Dänmarcken, 

die alle eine Piiftenaion ond Anaprach an Xyfland thun würden. Imgleichen ron den Wendi- 

aehen Städten,^ welche lieber dea Reichs Schweden Verderb als Aufnehmen' wünschen. Wenn 

man gieidi ein Antheil Lyflandea an Pohlen bekommen könte, so stünde man defswegen nicht 

kl geringer Gefahr und Unsidierheit Die Pf andt - Häuser au erhalten, forderte grofse Unk6* 

atea, nnd dürften dennnoch selbige nicht so viel werdi sejn, als sie darauf fordern. Also 

Udte der König für rathsambst, dafa man mdir bedacht sey, wie man das Vaterland wieder 

alle Neider nnd Abgünstige verantworten, anch. dasjenige, was ßoU bescheret, behalten und wol 

in Acht nehmen können, ala .viel nach ungewifsen Dingen au streben. 

Mittlerwdl hatte der Ckmdjntor des Meister-Ampts nebst der Ertastifftischen Ritterschafft 
(deren Obriatar Friedrich Völckersahm Brtastiftischer thum-Probst war) an, Reuter nnd 
Knechte einen Hauffen nach Vermögen xuaammen gebracht, und waren damit ins Dorptische Stift 
gemckt, da sie in ebiem Scharmütsel, bey bem Dorf Torr if er, den Feind geschlagen und 
daa Hanfa Ringen erobert: In welchem Scharmütsel ein ansdmiicher Reufs verwundet nnd ge- 



fangen wnrde^ weleher idhitr Aftieige mmA dA In firemUen Mnirnl ?«— At nnl rfAl i 
ttvdirt hatte: Bfaffen er aieh in einem Zettel nachfolgender Ffirmatten gebraoehet: l«ge L 
Taam, iatercedai pro me apnd Doniinun amun Bfagnnai LIronlae Bfaglatnini, vi bm In drltatai 
aaam ad mediooa mittat^ qrla graviter et lethaUter am Tnlneratna^ Ba ward Ihm aher aloht la 
gnt, aondem er aterb Ouien npter den Rinden« Alfa ale aher mit der geringen Macht netter 
nlchta verrichten honten, wnrden die Eriega-Lente in die Winter-f^Tarttere verleget , Dar OÖad- 
jutor sog nach Reval, da er In Ahweaen gedachten Chrlatoffert von Mtnnighuaea, faa 
Dietrich Bohren und Henrich Üxkvl auf Fickel, ala Mnlachen VenvAidten, daiHialm 
ReVal dwch die draof liegende Kriega-Leate wieder an aieh bradite: Andr überliea der AU 
sn Pädia daa Kloater; dranf Torftgte aieh der Coadjutor wieder nach Riga* 

Der ChrofaArat Teranchte nntevdefaen dnrch etliche Tentachen ana der Stadt Dorpt, dia 
sn Riga nnd Reval anf aeine Seite sn bnngea. Da er aber damit nlchta anariditai l[ante| 
aandte er den RereUachen dnen Abaag8*Brief : Derw^en de mit allem Emat die Stadt m be- 
featlgen angefangen, daa grobe Rnnded bey der Schmied -Pforten, nnd rid Wille, Maarea, 
Graben nnd Steinwdir in der EU Terfertlgt: An wdche Arbdt alle. Bfirger nnd Oeaetten ik 
Hind anlegen mAfsen. 

Dieaen Sommer hatten die Rereliachen einige Udne Schiffe «nfageaandt, auf die Renlam, 
welche ihren Handel In Finnland trieben, sn atreiflep, derer Loddien oder SdiBHeia sie tat 
dem Sdiwediadien Fahr-Waaaer be; BiirkSö nnd in NyJand geplihidert, nnd die Bealaea 
niedergeolacht hatten. Derwegen von dem damahllgen Gnbematem sn Wyborg, Hern Clti 
Chriateraon Hörn, einige RcTeliache Hanpt-Leute gefXngllch eingesogen .wurden: Ala neadidi 
Bertold Bnfaman, Meinard Frlefa nnd Dietrich Reffenkamp aampt ihrer Oetdachaitt 
Damit aber die RcT^liachen In der Cron Schweden Gebiete kefaien Angrdff weiter thnn, nnd da- 
durch die Renfaen^dem Schweden auf den Hala heteen mochten, liea der König einige Kifagi- 
Bdiiffe hlnana lanffen, nmb die Schwediache Strome und Fahr-Wafaer rebi sn hdten, weU dea 
Itenfaen dne daher- nnd freyo Handlung Im.gantsen Rdch Sdiweden sngeaagt und- bedUgt 
worden: die Reuraen auch den Schaden -Stand Ton den Schweden wieder haben wolten. 

Folgenden Jahrea 1550. im Febmario adiickte der Mqacowiter abeiwahl einen Hnlca 
Volckea von 190«000 su Rofa und .FuCi in Lyfland; Welche, nachdem ale ai|fanga die Krti 
atiftiache Hofa-Leute oder Reuterey aampt ihrem Obriaten, dem Thum-Probaten Vblckeraaha, 
und rU^en Tomehmen von Add bd dem Hofe Tyraen erliiget, daa gantee Ertsatifft, die Stadt 
Riga fBrikber In Cnrland bia an die Grentse dea Grofafaratenthuma Litteuen ohn Wledeiatead 
flbersogen, waren auch rielleicht wdter durch gants Cnrland und bia Memel gangen, wo ddtt 
der Erteatifftiache Coadjnter^ Herteog Chrlatoff, wdcher nach dem Pafawnliachen Vertrag 
aieh in Preufaen uild Mechlenburg aufgehdten, mit etlichen IM Reutern im Ansng unCem raa 
Cnrland geweaen, und daa Gerflcht I>ey den Renfaen erachollen, dafa er mit so vid IMi kaoi' 
men wurde. Wafa die Reufaen^im aelbigen Zuge Ar unmenachliche Tyranney mit rauben, mar^ 
den. Brennen und wegfiihren (einigen Altera, Geachlecht oder Stendea ohngeachonet) getrid^a, 
ateht nicht zu beacbreiben. Ja, ea aind auch die ung^bohrnen Kinder in ihrer Mdtter Ldbe 
' ^cht .geschonet worden. Nach dea Fdndea. Zurftcksuge hat man gnug au thnn gehabt, die an- 



UfllMB JOniBf Üb ttkl wMer nf dar gemdbidi fltnftett tm den ZiweB, avch Uii 
nd wieder die in Am «nd IdiMb icntilttiiiMk lad m guitaeii Leib Jinaieriidi serhacket «ad 
■OMledM «eweMi, aofcnlMaii ud ^«he ScUltfeii udWagm foll Mch dea Stidtea oder 
itBit noB Begribnie m fttrea. He bv eoitlier Zog dem Feiade oha Wiederetead gerathea, leg 
cf.BiA Talihrtdiler l^naaej gefea dea FrlUag mh aaiehUclier Seata aad Raab an Meoadien, 
Wtm aad aadera wieder aadi aelaela Laade aad Sawanwai. Woraaf der abgedachte halbjih* 
f%e Stilelaad daich der BinlaAen Abgeaaadtea Aabahea gefolget, 

Inswiachea fertigtea die Ordeas-Stiade eiae Legatioa ab an den Kdnig Ton Polilea« SIgle« 
■ladam Aagaatam (weicher aich damalila aaf dem Reicha-Tage sa Peterkaa befeadlX amb 
dea Schnta, ao dea Lyflindera sa Pafswald yeraprodieB, aaiahaltenl Bald daraadi werde D. 
Rembertaa Ollaheim aad Salomon Henning nach Schweden geaandt, abermahl Anaaehnag 
n tban amb; Tora tredcoag einer Summa Geldea and Friedena -Handlang mit dem Moacowiten 
Weldie ihren Weg erstlich ron Reval nach Aboo genommen, aad bej dem Hertspg Johaan 
OBib gnte Beförderung bey defaen Königlichen Herrn Vater, Oaataro, dfeaea Nameaa dem er* 
•tea, ia obgeregtea Stückea aagelanget, wdchea ihnen nach gewehret worden. Ea ersehlet ob« 
gedachter Salomon Henning in aeiner sogenannten Lyflindiadien CSironick, data, weil dem 
Konig OaataTO aua derLjüandischeiiCantiley, Tielleicht durch ein Yeraehea, nicht, gleich andern 
Konigea, der rechte Tltul lugeleget, sondern geachrieben worden: Brliachtigaten, und nidit 
Darchlaachtigsten, solches dem Hertsoge solle rerdrofsen nnd daher gesagt haben: Non eat Rex 
Srecoram DEi gratia tarn obfuacataa, nt illamiaatioae Lifoniensium opas habere! Irren alao 
diejenigen, welche solch Versehen den Rerelischen lamefsen, die ihre Gesandten etliche Mona- 
Ihea Hiaraach hüischicktea. Und hatte Salomon Henning, welcher aelbat dabey geweaea» 
eiaea andern Fehler seinem eigenen Prindpalen nicht yuschrdben dürfen, wo es dch dergestdd 
reriidten bette. 

Za Stockholm wardea die Ctesaadtea Toa dea hiBfierlafaeaeB Befdüahabera, aoaderlidk 
Herr Lorenta Flemming, welcher heraadi SAwediadier Statthdter la Retal geweaen 
aad aUa aedtg geatoriwa, wd aageaoaiimeB vad tractiret Voa dannea de dem Köaig bilb gea 
Sider-Köping, Jn Oater-Oottlaad, gcfolget aad ihrea Befehlig abgeleget Der König, ob er 
Bwar, wie ein Ghristmilder. Herr, dn grofees Bfitidden mit den Lyflindem bette, trog dennoch 
gros Bedencken, den Frieden adt dem Moscowiter sa bredien, and sehie Unterthanen in dnen 
aeaea Krieg-Blatbad in attirtien. Die Geaandten aber machten ein grofs Wesen, nnd waatea 
traiidi aaCnbatrddiea, was de vor gewdtige HfUlTe tob dem Iteyser aad des Rondscfaea Reicha 
Fiistea, {mgiddieB tob dem Klmig ia Polen an^Littanen in Teramthen betten. Aber der Kö- 
nig Tenadnete, es were auf soldie HtUfe wenig in baoea. Deaa der Keyser nnd die Rddis- 
Fftnrtea liettea gaag mit dem.Tarckea la thaa: Auf dea Köaig 4a Pohlee nnd Uttaoen konte 
er aich gar nidit Teriafsea, Ton welchem er luTor rerldtet worden, da de rar etliche Jahre 
daidi ihre Legaten nnd Briefe rid Tersprochen, wie de mit dem Rdch Sdiweden wieder dea 
Moscowiter ror einen Mann stehen weiten; Da ea aber aa dn Treffen gerieth, Uefa dch kein 
eiatdger Pohl. oder Littsiaet linden, der Ar die Cron Sdiweden efai Pferd gesattdt, in ge- 



ihr voriger Herr -^Siebte» inucth ««faieD.GeAnitclii Berahml r^ü Bckmitrteu^ iw Bnäigi 
AnnolSSS getbjui« wartnf aker bemaoh .niokli erfolgbt : .Dtemtdlt er dnreh «du Tenpndm 
den König mit den Renfsen BQBttnaiengeiirjifht.* hMt^ war Keiner. Jn Lyflniid, der rieb dMn 
S&hrit wegeii.de« König» mUt gerühfelrliabea;. «bnditnii Iraifcndasn, einen ieeiieriehien fried« 
mit dem Meecowitef, der OiAn Schweden cm» boeiislen Besdiwtedel (wielelies alleedie Ahg&uaikä 
selbst belcennen müsten). Dabertder.KMdjg Wil Driudi h^tte-« gleiiAte mit j^ehte «n veigel- 
ten; defsen aber nngeacbtet, so weite er doch ans König -diijstlkh^m Mitleiden die Friedeas* 
Handlang bey dem Feinde rersncben, nnd dabey thon, wea ihm gebnhre nnd der Cron Bdegoh 
heil leiden wolle. In 'Oeld-Vorstrecknng tönte ^r in Abwesen seiner Qerm Sölme nnd des 
Reichs Prliitzen, Erici nnd Johannis^ so wol der Tornehmbsten. Rathe, sich nichts erUShrea 
oder einlafsen: Ohn was man sonsten des Diänarschen Ringes halber, so damahls TOjhanden, tot 
Bedencken hatte. Ward also von den Gesandten begehret, hifs auf Ratlischlagong der Häadel 
Im Reich m verharren: Worauf, mit des Königes Znlafs, einer der Gesandten sich wieder nach 
Lyfland begab; der andere aber bifs snr Resolution im Reich bleiben mnste. Da aber« die Er« 
klSmng' dieser Meinung folgte, dafs sich der König erboth, wofern ihm das ächlofs sn Refal 
nebst einigen andern Häusern in Ehst- nnd Lyfland, sum Pfände für eine ansehnliche Snmma 
Geldes, auf gewifse Versicherung des Herr -Meisters sampt der Land- und Ritterschafft wegea 
der Bezahlung, nnd solches mit des Kejsers Confirmation eingeranmet würde, weite er eh 
merck- und rühmliches zur Sache thun, das den Lyfländern snr Hülff nnd Trost gerdehea 
möchte: Gab der Gesandte zur Antwort: Dafs er kein Befehl bette, sich defsfals einzutafseni 
wotte aber unterdefsen solches seinem Herrn zu berichten ann^men. ü^elches demselben Zweif- 
felsohne nicht gefallen. Derwegen auch vor dieses mahl nichts draus wurde. 

Mitlerweil hatte sich auf Gutachten des Ertz-Bischofes und Herr- Meister der Coadjutor in 
Person nach Pohlen begeben, welcher auch Willens war, den Augspnrgischen Reichs -Tag aa 
besuchen. Als ihm aber die Zeit zn YoUentstreckung des Palnisdien Bcbnts-Haadels etwas kurti, 
in der Wild a den 24iten Jun^ zn. erscheinen, gesetaet, bedachte Er sidi zu Wien, kehrte 
suruek, schickte im Nahmen, der Lyfläadisehen -Sünde fieorg Segebergea nebst ehiigen aa* 
dem nach Angspurg. In Wilda schlofs er mit dem Köidge in Pohlen den Sten Septembiii 
dergestalt, dafs der König die Lander in Lyflarid ensersten Vermögens für den Moecewiter m 
schützen nnd zu Terthidigen sich angenommen nnd zugesagt: Wogegen' hlnwiedernnsb der Brti- 
Pischoff dem Könige di^ Gebiete, Schlöfser nnd Höfe Lenwarden, Marienhanaen, Ber« 
son und Luban, und d^ Herr-Meister die Gebiete nnd Schlöfser Lndnen, Roeitlen, Du* 
nebiirg, Selburg und Banakburg mit allen zngdiörigen Land und Leuten^ anaCat den-Kriegi 
Kosten, nnterpfündiich abtreten und übergeben sollen, mit diesem anfsdnuAUchen Vorbesdield: 
wenn in künlltigen Zeiten obgeiaeldte Herrn der Linder, oder ihre Naeld[<«tfBen, dieselbe 
▼erpfändeten Schlöfser nnd Gebiete wiederumb einmlösen bedacht, so solte der Brta*Bisdieff 
lOOOM, nnd dn Herr -Meister 600000 Polnische Gnlden, dnen Jeden m M LitUulsche Ore* 
sehen gerechnet,: dem KSnige oder defsen Nadikommen abzulegen und zn entriditea: nnd der 
König hfaiwiedemmb ihnen Ihre Gebiete, Schlöfser und Hoffe, sampt allen Lent- nnd Landen in- 



IV xMeoile tfMelbe^Mipfrngcitf^hniireteiv TeqiflMilet sejVL' <Wfo «Mdheidie «afg^richte-« 
tmTertiigbffiratoaninlneitenL'' " J i-nui/ iV :.•:.:.' 

Auf dem AH>P«>^8^Ml>«n ' üelelU'Ti^^ haben dl9»8tliiAe dben £yfliiiidlMiieii Abgesandten 
MNMDnkateniBgebotWL '*') *W«tt «temberfcmeinety «et twere anteilig, haben sie aolche nicht 
tandiiaen vullen,' wndurA rie,<iiacli Hnnfr.koamnend, «chkahten Mntk f«rdi«bM. Denn weil 
icr alte Hetfr-Mdaterv Wilbelni von t^ttratenbev'gyidirtf selbM-Bett '¥odi Meiatef-Ampt^ 
AUaa» «M^SMiwaefahU* halber« ahgejanclcef ^ inmi aehi deniäch' m Fellyh ebkahren, an deftel-i 
bca^tatle.ter OaadjntoE, Barr 6o4hard .Ke^i^eis nm M^ter «riweldet worden,' der an dei^ 
SahLder XLVL und letste gewesen, und wenig- Verfatii im Lande fllr aich gefunden, ist er 
gciSt%t .worden, «ia er sieh mi Reval holdlgea Uef^ to» der Stadt anf den Hof Kegel MMMW 
nun aaBranehmen,: mit weichem fifelde enVilegs-^VelalL gelinget und «oit selbigem sampt den 
KrtasifUadmn «ad fitfls Onrhmd, wie>«Mii netih d^ ihrigen :»erptiMhen BltterachadR, nebsi 
teiBrtmiffai Ceadjntoro, (Hertiog Chrlatwff T*n Meddenlkurg^ 'sich des Hmrbats loa Peld be^ 
gaben,, anf Marthil Abend, niaht weit v«n RnJ^a, anf den Fehid getreten nnd ihn in die 
Flacht geadüagea, einen Toa den' Tornehmbaten Woywodea nebftt etlichen Bojai^n gefangen, 
and dnnf v^ die Stadifiairpt. gemokt, woeelbat nidit w«it Ton den Bianern sich wegen dea 
FeMea srnver i mi t Mleh en AnMiia.aefai:iwri- wd aahnrfer Sdiannntiel erhoben, tn welchem die' 
KerfiNmieiB Thett.i¥olckeaiiTerlohven,nnd iat nicht in awriffeln, wenn man Vorsichtigicelt ge- 
hraoahei« mid üb byflindiMhen etwaa alftrh^^geMreaM weren, ea aolte Oött ah die Stadt etwas 
sandaifißhea Terhcngt haben« J>a.*aber der Winter heran nahete, und weiter nidita m schaffen 
war^ nog Hertaog Cbristaff mit allen den StlflUschen aor dem Felde: der Herr^Meister aber 
raalte mit den arinigwi» vor das HanJii Laie, wnalches er belagerte, beachantste und cum Stnrm 
sshalbs .nnd oh era swar swey mahl geatirmetv da etüehe' 100 Knechte nähst dem- Rereliscben 
BaaftauB .Woiff ron Strafebnrg geblieben, so hat man doch iregen des. Feindes tapferen 
Wiederatand niclitB Tenriehtet, aendem alch mit Schimpf und Schaden von da nadi Oberpah- 
len begehen mifaen, nnd solches mit grofser Noth wegen des grofsen Cleschütses, ehe mans 
in dem hosen Wege, da ea wedm* tragen noch brechen wollen, ttbergebradit Weil also die 
Km^ht^ wegen wiederwertigen CMicka, nndt^aii es an Oeld mangelte^' Terdrofsen worden, fingen 
sie an^ mi Oberpabien an mentinfaren, wanden doch endlieh mit- Mühe gestillet, nnd In die 
Winter-Lager yerleget, das grobe Geschütn aber naah Felljn gefBbret Nachdem nnn bey sol- 
dben langwierigen Kriegen 'dmr Handel ao wol denen aufständischen als Lyfländischen Kanflen- 
. tan- mit den Reafsen gehemmet war, und solcher Cteatalt an Reral ganti niederlege, nah- 
men die. Lnbiachen, weiche mit den Menfiien ' fdndncher Weise nichts an schaffen hatten, 
che Falmt tot nadi der Nawa- nnd thelk Wjbnrg, da sier den gantsen Krieg Aber bey 
^felee» Hänfen die Stadt Reval Torbey aegalten^ nnd wieder' der alten beHebnng' der Ansee- 
Stidten efai jrea fikit ab- nnd snfUirten. Selche» verdrofs den Reipeüschen nicht wenig, welche 
dariMben Anno IfifiO, sampt den andern LytimHsdien Ständen, ihre Gesandten anf die Versam- 
iang der llinse-Stidt» hi> Lflheck «bfeftigt^a; die aneh nnter andern in ihrem Torbrbgen be- 

OTheanat Hb. Sft i 



gdirtea» dafs die IMMkm rjuk den.Ibndel in Reral iildit wdAea, «der dieltbfaiMlM 
Fthrt Mch Narva und Wyburg bcanehen tolten, mit Vertpreehoag» fkmea aiieRcaftbdMCM- 
modltlte^ SU pdiaffeB. Wonuif dta VemmliiBg der Ansee-Stldte cor Antwort gib: Ditt, wti 
die Haadlug an bejden Orten, Narvannd Wybnrf, anknget, die Ljllinder telhit dm 
UrMch gegeben Ulten, weiche den Reuben nldit frey gestatten wollen, nrft den anbliniUidicB 
In ihren Stidten nn lianddn. Dannenhero de , die Reufsen , suniciig^nogeB. Weil sie aber 
▼emeineten, dab die Comnerden Tiel külffon m Bedrengnng Lyflandet, erboten die sich, lolche 
fbhren m laben; wofern dk Lylinder anch bejr andern Chriitüehen Potentaten erliageB wir* 
den, dab sie die Handlnng mit den Renben einetelt^n. Die Eerelioehen aber mebetea, wich« 
ndt Ctewatt an hindern, nnd Hteteten anf ihre eigene Unlioclen nod Kbenthener etliche Sddib 
nrft Oecchata, anf die Lftbiidie an ctrelffen. Daher efai grober nnrilgiirher Hab, Neid ü« 
Feindidialll awitdien diesen beyden Stidten entstanden^ da doeh Toldier unter fliaen cbs is 
grob- nn4 genaue Freund- nnd BriMersebaUk gewesen, dab, wenn ein Rerelischer atdi Li* 
beeh, oder ein LlUiisdier nadi Reral Icani, man nidit anders sptünste, ais wenn ein Smdcr 
snm andern kooMien were. Und obswur soldie Feindsdbaft anf efaiw Verssmlnng der Asice» 
Stidten au Lftbeek Torglidien «nd Yon den Revelischen. Tersinr^chen wurde» die abge ns m isc scs 
GAter und Behlire ohne Entgelt wieder lobangeben. Worauf auch bescUoben, mit einer sUge- 
meben Contributlon der Ansee-Stidte den bedrengten Ly^dern beyauspringen, so ist den* 
noeh die Restitution nidit erfolget Derhalben die Libbohen die Saehe an den Kejser Fsn 
dinandum gelangen Aeiben, weleher debfals wtersehiedliche Befehl *8ehreUben, sowol sn'dss 
Herr- Meister, als aueh an die Stadt Reral ergehen laben. Es walte aber nkhts helffea, sad 
wandten die Lyllindischen Stinde aileriiand Besehwerungen ein wegen den Rnbischen Hiadebt 
wie schidlidi und naditheiilg er ihnen were. Die Labisehen aber gaben ihre EntsshaUfgssg 
in dnen »ffentlidien Druek mit VearmeMung, wie de tou etüchen Königen in Sehweden prifüsgfael 
worden, dab de in ReuiUand bib an die Nyen segien dirffen: Zudem hittM ste auA «eFrsy* 
hdt von etliehen dten Herr-Meistem, insonderhdt Oottfrleden, den XXIten «Idster Test- 
sehen Ordens in Lyland, erlanget, dab flinen mU dem Moscowiter an handeln, andi in 9äMr 
lieh LyHindisehen Kriegs «l^inlllen, nngdiindert seyn solte, wekhes ihnen nndi der RinlMbc 
Keyser an diesen Zdten erlaubet hatte. So weren de aueh fai diesem Kriege nicht die entm 
gewesen, die nadi Narva gereiset, sondern etUdie Rerelische sdbst, wekhe ihnen dsn Weg 
nacher Narva gewiesen bitten. Wdl nun die Rerelisehen- mit ihren abgeaagten Fehden hsa- 
ddten, waramb selten de^aneh nddies niebt thun, dieweil de kehm Fehrisdmft mit dem Mos- 
cowiter bitten. Nach d^ segdten nicht alldn die Itihlsrhen, sondern auch .die andeieuAMies- . 
Stidtischen in der Ost-See, wie imglddien die IVrantsosen, Schotten, Hollander und Mam 
Haufenweia nnsh Narvu, und brachten also den gewaltigen Hsndd, der ▼mmdüs au Rcfsi 
war, an die Narfischen, wodurch Reyai bat efaie wiste und nahrloae Stadt worden. 

Im Anbng den 18W. Jahres Hd der Fdnd abemahl mit gantaer Macht In LySand, *) mi 
eroberte umb hellige drcy KMge die herliche Featung Marieubuff duidi Aaljj^ebnng dm Gsuh 

•) Russen part. •., 8. Hsaaiag part 1. 



ondcloni MblgtaHtiMes, Cft«^er TOn Syber|[; welcher d^rswegen auf dem Haiirs -Kirch«*, 
heim Terslricket vad daselbst geslorbi;*. Zu dersetben Zeit hatte der Moseowiter iiichl efaie 
eisige ireii den Lyflaadiseheii Festangen mit Gewalt, Hungers -Noth oder kngwüciger Bdagemng 
siabekeäBmen, sondern aie siiid ihm alle ana gröfser Kleinmütigkeit, leichtfertiger Weise ohne 
Noth aufgegeben worden« Bald* dariiach beluihi. d«p Feind anoh das Haus Adsel,vnd' rückte 
Inof , o^tt einigen Wiedbrstand, ina £rtzatifft nnd weiter in Lyfland mit greiüichcim Wnten und 
Tsbeii, nnd ▼«rbrandte das Fleckeil Tor Smilten in Grund. 

D(iterde(sen wnrdep an Riga die Polnischen Abgesandten, nemlich: Stanislaus Nar» 
kasky, Praq^ositus VUnensis, und der Littauische Schats-Meister, Herr Nicolaus NarruTso- 
wita, welche Jahrea xuror angekommen waren, wieder abgefertiget, und schickte der Herr-Mel- 
iter niit ihnen einen eigenen Legaten dem Könige, den Verlust an Marienburg au berichten» 

IGt selbigen hat man in Fohlen, wegen Einnehmnpg der Polnisch- und Littanischen ße- 
ntsaag in die Ljfländische Befestigiuig, allerley reden jnnd tentireh lafsen. Weil er ab«»* defa- 
Um kein Befehl hatte, wurde, der WUnische Woywode Nico laus Radaiwil, Hertxog an 
Oiica, nach Lyfland gesandt, welcher au Seiburg mit dem Erta-Bischoff, StiflTts-Coadjutorn, 
Herr-Meistem, Land -Marscbalcken' und Dero Räthen den Handel wegen solcher Einnehmtfng 
tn Polniachen Praaidien getroffen. ' Ob nun die'Ljflandischen Stände, entweder, was die Fohlen 
Ueranter gesuchet, ni^t gemercket, ode^ nicht mercken wollen, oder auch,, weil der König sich 
des Schntzes halber, wie ea awar im rorigen Jahr geschlorsen worden, nichts annehmen wollen^ 
TOT|!ebend, dafs der Frieden -Stand «wischen Fohren und Moscau noch nicht zum JBnde gelauf- 
fea: CMer, ob die gedachten Lyfländischen Stinde, da sie sich hi solcher Bedrengnis aufser 
Hilfe sahen, aufs Noth eine Tugend machen mfifsen, lafse ich unerört^; So bald sie aber 
fieses nur efugewilligt, wurde ungeachtet Jetzt erwehnten Stilstandea nicht gefeyert, die Be* 
sysoag nnd zwar erstlich in die an der Orentz liegende Featnngen zu bringen, und das auf des 
Idaigs hl Fohlen eigene Unkosten gegebene Caution und Reversal, dafs, wenn der'Moscowiti* 
sAe Krieg ein Ende nehmen würde, der König alfsdenn seine Völcker abziehen lafsen weite. 

Welln auch zu Bezahlung der Kriegs- Vöicker keine Mittel waren, derer Theils ztf meuti« 
airen anfingen, wurde der Herr-lMeister genötiget, diebeyden HIoser in Cnhrland, nemlich: 
Ooldingen und Windan, d^m König in Fohlen f imgleichen das. Haus Grubin dem Hertzogt 
an Freufaen gegen eine Summa Gddea zu verpfänden, und damit die unirilllgen Kriega-Lente 
4 befiriedigen. ; 

Ber Biachoff Ton Oset und CSnhrland, Johan Ton Monnighausen, hatte bereite Jahrs 
avrar aidi ndt dem Kön%e m DSttBuncken, Friedrich dem dritten, in eine heimliche Hand- 
hmg eingelafaen. Ihm diebeyden StlfiFle Ose! und Filten fftr 90000 Rthfa\ abgetreten vhd da^ 
arir aiaah Teutschland gezogen,, unangesehen des ofl erwehneten Wolmariächen Recefaes und 
dam einea bessmdem Rereraea, welchen er dem Herr -Meister geben mufsen, bevor er zu diese 
BtsehoftUfaner (dazu Ihn dei^ Orden auf Anhalten und YorUtte sdues Yitters, Herr- 
Krnst M6«niehhana«ns, Gomroendatom zu Oo^ld in gen, gefordert) gelfanget, „dafa er sol« 
,»die Land lyid Leute, <An der Ordens -St8nde Willen und Wifsen, in keines andern Hindn 
ftOid Gewalt ibergeben wolle noch soUr, aich sampt seinem Gapittel daneben TerpSidrttfnd, 
LBil. » 



^dafi, weil in im geflkrli^n Llufkea rld, UTemothlith PrtetiqTM vnd AMcUlgc «ieier 
^diete Oemelae LEnder gerichtet und aoch in Uebnng werea, eoite nieiBaiad tod anftliiMUidiei. 
^oder lonsten fi&r eineo Herm Ina Stilll feBonunea werden, ea geaehdie dau mit BewUligaag 
^dea Herr-Meiatcn und andern, ao'dasii geiiörig. Weldiei er in beatetigen die Aoniicke 
^Kejaerlielie Majeattt demfttigat anmffet vad bittet: GeachdieB den 4. Maij ISil.«" 

Weil nun derKSnig In Dinmardcen aeinem Bmder, Hertaog Magno, etliche Linder inHoH- 
atein, venuBge Titeriichen Teatamenta, einrinmen aoUen; trat er flun an derer Stelle dlete « 
beyde an aich gelcanlRe Stifte ab. Derhalben begab aich der'Hertäog im eraten FriOiliiig nidi 
Oaeli aolchea In Porsefalbn an nehmen, und knm den 16. Aprilia 1500 lu ArenTabaTg ta; 
defaen erfreneten aich nicht wenige im Lande, welche Terhoffeten, weil einea ab hochlobüdieB 
Konigea Sohn efai Mitglied der Lyflindiachen Stinde aejn weite, aelbiger, durch HüHTe seiaei 
Herm Brudera, dea reglrenden XSniga In Dinmardcen, bey dem Lande sn defaen Sicberhdt 
nicht ein geringea thnn würde. Derhalben achlngen aich Tlel der Lyflandiachen Ton Add, ilt 
vnd Jung, au Ihm, ana welchen er aich einen Rath erwehlete, der bey ihm in grofaem GebSr and 
Anaehen war, bifa deraelbe den Jungen Herm Terf&hrte, nnd su eincim aeltsamen Spiel, ihn 
aelbat au Spott und Schanden, dem gantaen Lande aber faat anm gintalichen Untergang, braditc 

Der Herr-Meiater wartete snr aelben Zeit auf dea Hertxogea Anlcnnffit mi RctcI, aad 
achidcte, benebat der Stadt Revel, aeine Legaten an ihn, freundlich an vernehmen, wannnb er 
in LyHand kommen,, nnd wefaen man aich in dem Lyflindiachen Unglück an ihm an Tcnekea 
kettef Worauf aie swar von dem Herixoge dieaen freundlichen Beacheld erlangetca, dab der 
Herr-Meiater nnd alle Stinde in Lyfland aich allea freundlichen Willena Teraehen aalten. Dal 
weil er durch billige Anforderang aich etlicher Stiffte und Linder in Lyfland ingemafaet hatte, 
ap weite er auch, nebat aeinem Herrn Brader, euaeraten Vermogena dea bedrüd^ten Landea Be- 
atea.auchen. Man hat aber bald in einer Collation T^rmer^et,. dafa aich dnige neue unraUlge 
Rithe anaammen In ein heimlich Geaprich verfüget, welchea den Legaten etwaa Nachdeadceai 
veraraachet Zur aelben Zeit überliea auch der Biachoff an Revei, Mnuritina Wraagel, 
daa Revelache Stifft dem Hertaog Magno vor einen benannten Recompena, nnd begab lidi 
nach Teutadiland: Imgleichen übergab der Ordena-Voigt su Sunebnrg gutwillig, doch oha 
Vorwifaen de« Qrdena, obgedachtea Hanra aampl dem gantaen Ctebiete. 

Umb Pfingaten fiel der Feind in Harrien, weldien Strich Landea er JüiuBerlidi veriieevala, 
und daa Biachofliche Haue Fegfaur nebat vielen Bdel-Höffbu und DMbm v«rbraBnte: Ali er 
aich in dem Kirdiapiel Koakül annoeh aufhielte, veraatoletea aich einige van Adel und aaden 
gute GeaeUen an Neu-Haff mit 9b Pfierdea, aad aatstea fai eiaem BebaBchten Wetter wd 
MMNI Reufaen, derer aie viel erlegten« - Da ea aber begnate klar as wcrdea, aitetea aie vor der 
groFaen herandringeaden Macht der Reubea, weMie aich fa eiaem Walde anfem vo» Neuea«* 
hoff verborgea hatten, die Flacht gebea, da daaa ihrer viel, aad aaler andern Jaaakem dei- 
aeibea Kirehapiela Event raa Delwig eraehlagea, SS aber gethagea watdaik la aaUiemByfer 
verbr^aate -der Febid aaeh die Kirche sa Koakal, obadMa er daamahl aller aadern JDrchen bi 
aelbem Diatrict verachoaet hatte. 



— m _« 

In JttHo tmA Amgmko Uolten die Landefl^Mhide; ds aemlidi ier Erti*Bigchoff und seia 
0ndj«i«r: Imgleidieii Hertsog tfaga», als Admiaistnlor d«r Stifte Oeaei, Cshrlaad ond 
R«T«1, iampl dem Herr-Meiater und Laadea-RUtenchalR iieM den Stidten, einen Land-Tag 
M Pernan« nab wegen dea Kriegea nad anderer Sachen an rathsdilagen : Anatat ab^, daCl 
ma waa nftlalidiei an dea Landes Beaten Torhaben solte, fingflertseg.Ma^nna mit dem fierr* 
Meifter eiaen gar nnnötigen Strdt an, indem er ihm etliche Lander und Leute absprechen und 
«ktratsea wollen. Wie na ihm der Herr-Meister nichts au Wilten wiTsen weite, were es fast 
tg siaem innerUdien Krieg gerathea, weaa sich nicht der Erts -Bischoff and Coadjntor fai den 
Hsndel geleget, and den 4L Angasti unter ihnen dergestfld Friede gemacht, dafa der Herr-Mei- 
ster, amb alle besorgeade Weltiänfftigkeit aad iaaerliche Unruhe su entgehen, dem Hertxoge 
Magno die Abtej Padis abgetreten. 

Werenden Land-Tages fiel der Moscowiter mit gantser Macht ins Land; da sich awar der Laad- 

HarschaldE, Herir Philipp Schall roa Bell, suaaaipt andern mehr Commendatom und vorneli« 

SKU Toa Ad<pl gerttatet and mit einer simllchen Madht von Teutschen Yolck sich Ins Feld hege- 

kca, aad aicht weit Toa dem Hause Erjais, bey des S. Herrn Walter tou Plettenberga 

Haffe, an die Reabea gesetset Weil sie abier falsdie Kandschaffl hatten, dafs der Feind nicht 

stsfck aeya solte, wurden, sie von der groAen Menge umbringet und Vber SOO erschlagen; da 

abgedachter Land -Marschall, Herr Philipp Schall Tofi) Bell, sein Bruder,. Herr Werner 

Schall Ton Bell, Commendator an Ooldingen, Henrich von Galen, Voigt su Bau« 

tcheabarg, Chriatof Sjt»erg, Voigt la Oandaa, und ein Tomehmer tou Adel aua dem 

Artastiffl, ReinhoLd Sasse genannti sampt andern mehr tou Adel und Befehlshabern gefangen 

aad nach Moscaa gdkracfat, idaselbst die eine Oasse auf, die andere nieder, mit drltenen Gel» 

•dn, welche aie Knut nennen, so lange sie sa gehen Tcrmocht, gestrichen, pnd da sie ermfidet 

aiedeigdUlen, nach dem Grerichta-Plats gebracht, enthauptet and entblSfset wurden, alda sie 

jederman sum Spectakel gelegen, dafs sie die Hände und andere Thiere and Vögel serrifsea, 

büs eadlich etliche der gefangeaen und suvor aua Lylhnd TcrfiOireten XThristen sich ihrer er* 

bana^ und aie begraben lafsen. Von dem L«nd«MarschaIle hat der Grofsfftrst wegen des Pafa- 

walHschen Vertragea und andern Hiadel viel erforschen, ihn auch anr Griechischen Religion (der 

sich die Reuben rühmte) bringen aad beredea wollen, alldn fon ihm kdn gut Wort bekoauaea. 

Beibatbea, als aich der Grofafilrat beaoaaea, aad dieses Herrn BestSadigkeit erwogea hatten 

nach dem Geridits-Ort gesaadt and beföhten, wenn er noch nicht todt» ihn beym Ldben mi er* 

haUsn. Nadi «rkagtem sotfaaaea Siege nickte der Fdnd «unter Felljrn, wdchea er belagerte, 

die Maaren dea Stidtldaa der Erdea gleich wegschösse,, and darcfa dageworfeae Graaaten bia 

aaC fftttf Hiaaer, die aahe am Sdiloa gdegea, aasbraaate: An dem festen aad fast unilberwind* 

Beben Haaae koate er adt Gewdt weaig verriditea, hette audi mit Schande abdehen mflfseui 

wo deht üa Teatsehea Kriegs^Kaeehte, aachdem der Fdnd 4 Wochen jiaTor gdegea, aolches 

▼enUierisdier Wdse flbeigebea hittea. Dean weil sie fai etlichea Moaathea ihre Beaoldaag 

wUkt bekoaMBea, fordertea aie aolche TolkSmiBUdi roa dem dtea Herr-Mdater Wilhelm 

tmm Fttr Sien her g, wddier sich alda aafhidte, uM grofaer Uagcatfim, wdl de aahea, dafs 

die Nath da wmr. Der gate dte Herr bothe ihnen all aefaie Baarsdialflt bath aad ennahaete 



rie omb Gottes Willen sur SMandhaffti|^dt,- und daft de lii ihren eignen «ad ewifea^Bpat aad 
Iteiiaade das Hans ohae-Natli dem Erbfelade niehl übergeben möditen. Allein SeGMn «ageadb» 
tei fahren aie in ihrem Terratherlidien Voraats fort, and boten dem Fdiid daa Hana an, 
er aie mit allen dem, w^g sie mit aich tragen Unten, firey, aieher nöd imgelilndert weite 
hen lafsen. Wie d^ Feind ihi^n solches gern xrilligte, pl&nddrteä rie des altea Hcrr^Meiataii 
kohata, nndi beranbeten ihn aller seiner Kleinodien 'mit Gewalt, schlagen .alle Jäpt- lud. Kanten 
auf, welche die von Adel nnd Baurschafft . Sicherheit wegen. aofs Hans gebracht, nslimeB .das • 
Beste daraus. Und da sie aich also mit grofsen Gnt beladen .hatten, gaben «aie dem Meaeewiter 
das Haus auf, in Meinung, 'mit dexa Raube abgeredtermafsen davon an kommen,, welchea ihnen 
aber weit gefehlet Denn dib Reufsen nahmen Sinan alles, was aie hatten, und lieben sie ledig 
^aron gehen, welche hernach, so viel man ^e^er bekommen kiteneu, ihren Verdiensten nadi, 
Ton dem Herr- Meister Gotthard Ketl«rn gerichtet, thells mit Rüdem gestofsen, theila ge- 
bencket Die aber nach Teutschland entkommen, aind von allen angespieen und verachtet, aadi 
aller ehrlichen Gemeinschafft uawerth gehalten worden. Alao iat das Iterrlicb- undl feste Hans 
Feilyn in des Moscowiters Hand kommen. Der gute hnd aUe Herr Wilhelm von Ffiraten- 
berg wurde sampt seinen treuen Dienern in die Moseau bracht, da er asch, nach V^lauf et- 
licher Jahre, in fürstlichem Gefengnis seellg entscblaffen. 

Alfs dieser gefangne fromme Herr Wilhelm von Ffirstenberg nebst vielen andern, edel 
und unedel, sur Moseau in Triumpf geCühret, welchea die beyden gefangenen Tartarbchen Ko- 
nige von Casan und Astrakan haben ansehen müfsen, hat. einer derselben die Teutadien mit 
diesen Worten angespyen: Pfuj! fluch Teutachen geachicht eben recUt: i|fr Jiabt dekn Grofafnraten 
die Rttthe in die* Hand gegeben, mit welcher er uns erstlich' gestaupet^ uu atanpet er auch endi 
Selbsten damit, hieroit anzeugende: Dafs die Teutachen, ja auch die Lyflinder aeUiat dem Noa- 
eo^ter Kraut, Loth und ander Gewehr so häufig augeführet, dafs er beides andere Veleker hat 
iberwinden und' sie Selbsten damit bezwingen können. 

Da die auf dem Land -Tage zu Pernau des Feindes Ernst vor Feilyn verspüreten^ schie- 
den sie un verrichteter Sache von einander, . weit Hertzog Magnus die meiste und beste Zelt 
mit seinem unbefugten Zunotigen an den Herr -Meister zugebracht hatte, dadurch alle Gelehrt- 
heit verlohren wurde, etwaa Fmchtbarliches wieder den Feind vorzunehmen und das Haya Fel- 
tyn zu entsetzen. Der Moscowlter verthellete vämk Eroberung mehrfedaehten Hanaea arine 
Kriegs-Macht in 8 Hauffeo. Den einen sandte er naich Wolmar nnd Wenden, die mnUie* 
genden Länder zu verwüaten. Welcher vor Wolmar des Stidtleins Viehe weggetrieben, wea- 
^wegen ihm von den Bürgern und Lands -Kntehten nachgesetzt wurde, in Meinung, daa,Viehe 
wieder abzujagen. Da aber die Bürgersehafft sieh .zu weit wagte, wurden sie sampt S. Roilen 
Knechten umbringet, alle gefangen nadi der. Moskau geTubret;, Der andere Haufe, aampt der 
Artollerey ruckte für Weifaensteii^, welche», er im Septembri belagerte und beschola, aber 
vergebens:' Deqn der Statthalter .Caapar viun Otd^enboekum^ wiewol er keine Hefnnng eini- 
gen Entsatzes gehabt, wehrete aich mit denselbigen drinnen so tapfer, dafader ^oacewüer 
nach mehr denn fiinfwodientlicher.Belagemng mit Spot und Schande abriehen müate^r Dnlier er 
in solcher Verbitterung greulich herun^etobet, und in demseUien Gd^iete nicht allein die Dörfer 



it, tMde» auoli des Oetrejdca «nf dem Felde nicht ifesdMiiet; soadern rerdorbeü 
mi «1 nicht femacht Der dritte Haufien ging nach der Wyl[, dahin die'Harrischen und negst 
belegene ihr Viehe nnd CKite^^ ala in eine sichere vnd gute Verwarang gebracht, weil das Ge- 
MkL crachoUen, dafa die Wyck nnd alle dem Hertioge* Magno sogehörige Oerter eindki fe- 
iten Frieden mit dem Moacowiter hatten, nnd mag wol etwas dergleichen v<m dem Dänischen 
Legaten sejn abgeredt worden, ^ weil die Renfsen hernach Torgaben, dafe- die Ursach solchen 
Utbersttgs gewesen, data aich Herzog Magnnä nebst den andern Ständen an. Pernau, nnd 
shs TerrnnthUch mit Dero Feinden heimlich müfse Terbvndea haben. 

Wie äer Hert2og, welcher sich damahl an Habsal aufhielte, des Feindes unFcrsehenen 
ESflfall Temommen, begab er sich übers Wafser in einem Both nach Arenfsburg. DieReufsen 
iber brachten alles, was sie überkommen konten,^ mit sich davon, nnd führetea noch über dieses 
riel Menschen in die Moscowitische und Tartarisch'e Dien^tbarkeit Aus der Wyk gingen sie nach 
Hirrlen^bifsaufanderthälbe Meilen von Reyei, und schlugen ihr Lager bey dem Hofe Harcle!' 
Daher einige von Adel und- Gemeine, Rathsherm, Kanfgesellen und .Landes -Knechte den 1. Sep- 
tembris Morgens frühe su Pferd und Fus, sich aufinachten, in A^lnnng, den Feind an überra- 
schen, fciiethen drauf, dreyviertel Meli Weger von der Stadt, an den ersten HauflTen, der den 
Raab nnd Viehe vorhin wegtreiben solte,| erschlugen ihrer viel und Jagten ihnen über 1(N)0 Stück 
Viehes sampt etlichen Gefangenen ab, die sie nach der Stadt treiben liefsen. - Die Reufsen aber, 
so im Lager .waren, folgten den Revelschen auf den Fufs, und trieben sie nach eini^r Schar- 
mätzirung, weil sie ihnen überlegen waren, auf die Flucht, da unter andern Johan von Ga* 
len, Jürgen Ungern und Lorenti von Ermis, von Adel, Lüdecke von Oyten, Ratlis- 
verwandter ^er Stadt, Blasina Hochgref, ein Bürger, nebst andern . Bürgern und Gesellen 
geblieben und theils verwundet eingebracht wurden. Die Reufsen haben sich über die Tapfer- 
keit des geringen Häufleins nicht wenig verwundern können, und nachdem sie ihre Todten au^e- 
sncht, iii die umbliegende Dörfer gebracht^* nnd selbige sampt den todten Cörpem verbrannt, hat- 
teo, begaben sie sich zu dem^vor Weifsenstein liegenden HanfTen. 

Nadi Abauge der Reufsen fingen. die Harrisch- und Wykischen Bauren einen Aliarm an, 

rieh beklagende, dafs sie dem von Adel grofse Zinse geben nnd schweren Fron -Dienst thun 

misten: dagegen aber vor dem Febide von ihnen keinen Schnta hetten, weigerten sich also, 

dem van Adel weiter an gehorsamen, und grieff^go endlich aur That, verbrannten etliche adliche 

Hoffe und erschlugen etliche der Edellevte^ als nemlich die Herrn Üxküi von Lum'at, Herrn, 

Otto Üxkül von Kyrkota, Jürgen Ryfsbyter nnd 'Dietrich Lieven. Sdiickateu auch 

ftre Abgesandten an die Stadt Retel, nmb mit denselben Fried und Freundschafft an atüRen, 

dodi den Adel des Landes ausgeaclilorsen. Wie aber der Rath aie mit alleni Fleis von ihren 

Vvmeiimen .abanstehen ermahne te, weiten aie es nicht annehmen, aondem fuhren in ihrer Ue- 

bermnth weiter fort, und belagetten das Haue Lode, auf welchem viel von Adel geuHchen.wa- 

•an, weklien Willreim von Mönnighansen mit etlichen Hoflenten und Renterey an H&llle 

kam, und grief die anfnihrischen Bauren mit aller Macht an, derer alda viel erachlagen und 

Ae vomembsten Ridleinafthrer gefangen wurden, welche theils an Revel, theils an Lode Ih- 



veu gebühreDilea Lohn ewipfiipgen, wodurch die ibrigon ohseodureekely -uaA fewtoa abo dioMr - 
Aufruhr ein Knde. 

Wie nu Lyf- und EhtUande nko Ton ^fm Moocowiter dnreh'Gewilt nnd von dem Pohkn 
durch LitI nnchgetrachtet wurde, Ilertiof Magnus auch seines Theüs durch Antrieb seiner un* 
ruhigen Räihe das äuserste, Iheiis durch Qewalt, theüs durch Practiqren an diese örter Ter*- 
suchte; Gestaltsam er auch an die Revelischen gelangen liefs: Sie wnstena wo}, wo sie Ton Al- 
ters herkommen, nemlich von der Cron Dinmarcken: derhalben sie in ihren Jetsigen und iaser* . 
sten Nöthen ihre Znirersicht dalUn setien selten, erhielte der KSnig in Schweden, Gustavus 
der erste, Inswischen des Kejsers Ferdinand^ Schreiben Toh dem 17. JuliJ Annol5M, worin» 
nen er gebeten und ermahnet wurde, den LjlUndern Hülffe lu leisten, welches er mit einer 
Krieges -Macht zn thun Bedenicen trug, fertigte Er dennoch seine Gesandten ab nach Rerel, 
umb den Rath und die Gkmeine selbiger Stadt, als des Herr -Meisters Unterthanen, su ermih«- 
nen, dafs sie bestendig bey ihren geschwornen Herrn halten, sich auch weder durch des Ho§- 
cowiters Driwen, Pochen und Schrecken, noch durch der andern Liebkosen und Grofssprecfaen 
SU einiger Ungebühr selten rdtsen und bewegen lafsen: Denn er konte und w.olte keinen Poten- 
taten, er sey auch wer er wolle, aufser den Herr - Meister , alda cum Nachbarn leiden, solte er 
auch drüber sän ganties Königreich in Gefahr setsen: Wofern es ihnen in der Stadt an Kraut, 
Loth und ProTiant oder andern ermangelte, wolte ihnen der Konig damit gnedigst hdffen. Und 
00 es nur Belagerung kommen solte, möchten sie ihre Weiber und Kuider nnd waa sonsten lu 
solchen Handel undienlich, auf die Nihe in Finland schicken, alda sie so lang sicher sejm und 
Unterhaltung haben selten. 

Mit diesen Schwedischen Abgeordneten gingen abermaUs nebst des Koniges in Fohlen Qra- 
torn, Christoff Conarskj, des Herr -Meisters Gesandte nach Schweden, In Hofnnng, aaf 
obgedachtea der Stadt ReTol gethanes Erbieten dem bedrengten Lande etwas fruchttarliGhes 
anssurichten. Ihre Werbung aber beruhete Tomemlich in diesen Puncten: L dafs der König ih- ' 
neu wieder die Reufsen helffen und selbige wflrcklich angrdffen; 2. oder -durch seine Yermitte- 
lung SU einem Frieden bequemen weite, t. Wo aber solches nicht geschehen' könte, dafs der 
König die Lyflindischen Stinde mit Vorstreckung emer ansdmliehen Summa Geldes wm Hütff 
kommen u^öchte; fiinden aber den König suStockholm sdur schwach und betUigrig, dafk er 
ilinen in eigener Person keine Audienoe gestatten konte^ sondern sie dnidi seine S Herrn Sehne, 
Johannem, Magnnm nnd Carolnm, des Reichs Piintien, nebet dem Reidha-Rntli Terhöien 
lafsen. König Erich aber war nur selbigen Zeit an Nenlösen. . 

Bald darauf; nemlich auf St MidkaeUs-Tage, ebnete der hochlBblidie König OnatnTna hn 
OOsten Jahr seines Allen die Well, dem ik$ Königreicfa Schweden so nei- nnd greiaer Wohl- 
tliaten (deren hier mn gedencken mi wdtlinlRig fSdlen würde) ewig mn dancken hat. . 

Unterdefsen, weil die Rerelisehen wegen des. Moecowilos, der ehn Ünleriaa Inr 4ma, Tk^ 
ren der StadI witele, nnd nicht allefai der Stadt. Yiehe, sondern >neh die Bürger nnd Binwoh» 
ner derselben entfülirete, dab niensand aicher ausgehen dörCte, in gmfi^ G^ahr 
schickten die Re?elschen nechonhhi üire Gesandten: nemblich Johan Schmiedemnn^ 
Rnihaverwaadtctt, und JosI cur Haake, efaien Aellesten der CcmehM« im Moaath S^tembili 



SSI 

Mdi Schweden^ wmh eine Siiniinft Geldei auf gDOgBame Yerwhretbiiiig der Stadt lom Beaten 
aMabalten, md daneben sich sn erkundi^n, wefaen aie sich in der Noth, wenn ate der Moaco- 
witeTittil einer Behgemnj angreifen wfirde, in ihm an Teraelien haben« ^ 

Denen Herr-Meisterlschen Gesandten gab der König Erich znr Antwort: *) dafa er denFrie- 
dea mit dem Moacowiter nicht brechen iLonne, weil er keine erhebliche Ursache, dazn hette. 
So were ea ihrae auch unmQgiich, den Frieden auf solche. Condition, wie sie vorgeschlagen het- 
lea, zu verschafiTen: .Ihnen eine Snmma Geldes T^rzuschiefsen, weite der Eonig ihnen nicht T^r- 
sagea, wenn es mit leidlichen Bedinge geschehen könte, und were erbotig, . gegen Verpfandung' 
der Stadt Pernan ihnen 00000 Rthlr. zu erlegen: Solchea weiten die Abgesandten nicht einge- 
)ica, sondern suchten solch Geld ohne Pfand zu erhalten; Welches aber der König nicht gut 
heifsen weite, drang auch auf die Bestitiition einiger Schiffe und Güter, so der Herr -Meister 
den Schwedischen Unterthanen in den Finnischen. Scheeren gewaltsamer Weise abnehmen lafsen, 
mit Begehren, dafs sie innerhalb Ostern die Zahlung thun selten, oder er würde andere Mittel 
gebrauchen. Weil nu die Reyelschen Befehl hatten, ohne der Polnisch- und Herr-Meisteri- 
sehen Gesandten Räth undBedencken nichts einzugehen, konten sie, so lange sie aldn verharre- 
tcn und dennoch mit dem Könige dea Handela nicht eins wurden, keinen Bescheid erlangen^ 

Nadidem aber aelbige Anno 1S61 um Heilige drey Könige mit obgedachtem Bescheide da- 
TOB zogen, erhielten die Reirelischen Gesandten dieae Resolution, dafa der König kein Geld 
umbsonst zu Terleihen hätte. ,,Weil aber die Stadt in grofser Gefahr stunde, und von Jeder- 
„man Terlafsen war, zudem das Reich Schweden, einen unerträglichen Nachbarn an demMoaeo- 
,iwiter haben würde, wenn er der Stadt Reval mächtig werden aoite; so weite der König,v 
,,wemi sie sich unter der Cr^ n Schweden Schutz geben würden, nicht aus ^egirligkeit der Stadt 
^and Lander, derer er doch vorhin gnng hatte, aondern aus CSiristlicher Liebe und Vermeldung 
„der Hoscowitischen Nachbarachaflft, aich ihrer annehmen, und der Stadt ReTel nicht allein 
„mit Geld, sondern auch mit Geschütz, Kraut und Loth, dkzn mit alleitiand Proviant und 
,,Nothdurfft zu Hulffe kommen, und bey allen ihren Privilegien nnd G«rec|itigkdten bleiben 
^lafsep, aie auch dabej schützen und verthadigen wieder alles Wiedrigea.^ Die Revebchen, 
aber entschuldigfen sich, dafs sie hirauf nichts gewisses antworten könten, bevor sie aolchea 
dem Rath und der Gemeine vorgetragen, und dero Meinung drüber vernommen bitten; be- 
danckten sich unterdefsen des gnadigen Erbletena, und zogen damit wieder heim« 

Wie nu die Abgeordnete mit diesem Bescheide wieder nach Hanfs kamen, namen die Re- 
veliadie diesen- eratlich in Bedicht, nnd fi^erlegtena mit der RltiersehaflRt aus Harrien und 
Wijland, llefsen es durdi ihre Legaten, nemlich: Hermän Soje,*Rebreeht von Gilsen 
wegen des Adds, Johan I^önig, Bürger -Meister, Jürgen Hünerjiger, Rathaverwandten, 
wmä Lnnrentz Schmie'd, Secretarinm von wegen der Rittertchaflft,^ dem Herr-Meiater anmel- 
den, adt Erbieten, da er sie nochmahln achützen könte, sie keinen andern Herrn begdiren noch 
wollen: im wiedrigen Fall müsten sie «is hoclidringender Noth andere Mittel suchen, - 



•> Tegels Hifft. Eric! XIV. 



z'. , 



deni^ es wer« ihnen noch der gaulsen Christenheit wenlf gedienet, dalk dieser Ort LtMet 
nebst der Stadt in die Moscowitische DinstbariLeit ferathen solte. Der Herr -Meister trSstets 
sie init Worten, aber in der That konte er ilinen nicht heiffdh, nur dab er etsliche Polniscli« 
Fraesidia ihnen schickte, welphes bej den Rerelschen ein grofses Aufsehen gab, ais wenn der 
Herr- Meister nicht allein selber gut Polnisch werden wolte, sondein «ginge anch damit unili, 
wie er die Stadt Revel unter die Cron Fohlen bringen mochte; gestalt«am es sich auch in d^r 
Wahrheit alfso yerhielte. Wosu diese aus gewifsen Ursachen keine Lust hatten: So war auch 
der Stadt mit den Folnischen Fraesidiis wenig gedienetj Und weil sie sich' mit den Teatscben 
nicht vergleichen konten, auch nichtswürdige kahle und Tngeftbte Stnmpfers wahren, die he^mb 
liefen und sich mit betteln ernelireten, danckete sie. der Rath wieder ab, und liefs sie mit 
Geschenck und Verehrtyig davon ziehen« 

Auf! dem Tbumb und Schlafs lagen etliche Teutsche Knechte, denen der Herr-Meister, weil 
er ihre Besoldung nicht bezahlen könte, das Schlofs ,zn Revel und das Closter Fadis verpfin- 
det.hette. Wie nun gedachter Herr-Meflster von den Legaten des Königs in Schweden Antwort 
vernommen, M[ar er auf Mittel bedacht, auf was weise er diese verpHindete örter wieder ans , 
ihren Händen, und in seine oder der Folen Gewalt bringen möchte, verschrieb derowegen derer 
Knechte Hauptmann < Johann Flate, zu sich, welchen auch die Knechte höchlich gebeten, data 
er umb ihren rückstindigen Soldt mit grostem Flejbe anhalten möchte. Es ward aber der 
Hauptmann von dem Herr-Meister und den Folen mit schönen Worten aufgehalten. Inzwisdiea 
practicirte des Herr-Meisters Stadthalter auf dem Schlofs, Caspar ^on Oldenbockum, in- 
gf eichen Dietrich vonjQalen, wie sie das Schlofs mit List den Teutschen abhänäigen moch- 
ten. HJerzn gebrauchten sie sich zweyer verschlagenen Füchfse^ alfs eines Doctorn, Nahmeaa 
Matthlasi Frafsner, und eines* andern , genant Wilhelm Weiferling, welche unverroerckt 
einen Hauifen Folen', derer Bohr^ und fiebel aber in verschlofscnen Kasten und' Sacken, hinaut 
brachten. Da solches geschehen , ^vereinigten sich die Folen mit äeu Stadthalters und derer an- 
dern Dienern auf dem Schlofs, und griffen zu Gewehr. Wie sich also die Teutschep überman- 
net sahen, ihr Hauptmann auch nicht zur Stelle war, mnsten sie ans zwejen Uebeln das gering- 
ste erwehlen und das Schlofs riumen. .Kurz darnach ^kombt ihr Hauptmann von dem Harr-Mei- 
ster wieder nach Reval, und bringt mit sich zwey Schreiben an die Knechte. In dem einen 
ward ihnen Vertröstung ge^han, dafs sie ihre Bezahlung in Sammet^ Seyde und andern Walireh 
bekommen solten: des andern Brleifes' Einhalt war, dafs sie sotten abgedancket werden. Dem 
Hauptmann hat der Herr-Meister rein ausgesagt: Er hette lietn Geldt, sej auch nicht mefar'ein 
Herr de« Landes, sondern wo die Knedite Geldt haben walten, mosten' sit bej dem Könige van 
Polen desfalls Ananehuag thun, womit die Thumsche- Knechte durchaua nicht zufrieden sejn, 
sondern ihr Pfand wieder haben woltea, geriethen darüber 'mit den Folnischen in öATeaitlicIie« 
Streit und belagerten dieselbe, dafo aie weder ein- nodi auskommen kanten. Endlich legten 
sich die von Adel^ wie nudi' E. E. Rath und die Gememe der Stadt Revel dazwiscfacm^ und 
Torglidien dch dergestalt, dafs sie annodi Yiersehen Tage sich aller Gewak und Feindaeelig- 
,keit enthalten solten, bis sie inmittelat beyderaeits an den Herr -Meister achleken und deben 
«igentliche Antwort einbringen möchten. 



W«fl •oldflf M ReTal rorgleBg, sandte ESnig Erich in der Fetten seine geroHmiditige 
Cammissarien, ^) Herrn Glans Cliriffterfstirn Hörn xn Amine, HansLarTson su Isnä^ und 
Beoretarinm Hermen Brfifser, mit soldiei^ Inslmctlon nadi Reval, dafs sie bej dem Herr* 
Heister in Lyfland anli&Iten selten, weil er dnreh sdne Freybenter den Schweden anf dem Nar- 
fifldien Wafser gewaltsamer W)3ise~ nicht allein einige Schiffe und Waaren abnehmen, sondern 
lach deren Yiel niedermachen larsen« Derhalben der Konig durch seine Abgeschickten und 
Schreiben an ihn zu unterschiedlichen Mahlen ersuchet, dafs er seine Unterthanen wegen des 
erlittenen Schadens befriedigen mochte, aber nichts anders, als blofse Worte und Vertröstungen 
▼oa einer Zeit sur andern, erhalten; als solte er ohn weitern Aufschub allen Schaden-Stand in- 
aerhalb nechstkunfftigen Ostern erstatten: Wiedrigen Falla wolte der König solches an ihm, 
seinem Lande und Unterthanen su suchen wifsen. 

Und damit diese ihre Werbung desto befsern Nachdruck hfiben .mochte, wurden die Schwe- 
dischen Hanptleute Hans Kylen, Erich Tonnifson, Casper Wittenberg und Lille 
Märten, welche mit einigen Kriegsschiffen und Völker in Finland Isgen, befehliget, dafs sie 
tnf Anforderung der Herren Commissarien sich fertig halten solteu: zudem wurde Andres 
Ptrfson zu Fährdahj,~aus dem Geschlecht der' Lilliehöcken, mit einigen Schiffen Ge- 
ichütz und anderer Munition, sampt drey Fänlein Knechte, nach Reval gesandt 

Wie nu die Commissarien den 25. Martij su Reval anlangeten, und den Herr-Meister nicht 
•f&r sich funden, schickten sie ihm die mit sich habende Königliche Schreiben zu, und begehr- 
ten, dafS' er sich entweder. schrifftlich darauf erklären, oder selbst zu ihnen kommen woltc; 
der* Herr -Meister aber gab zur Antwort: dafs ihm nicht gelegen were, nach RctcI zu kom- 
men, oder ihn^ einigen gewifsen Bescheid zu geben, beror negstfolgendeii Johannis: Woraus 
man leichtlicht erachten konte , dafd er bereits damahl mit dem Könige ,in Fohlen in Handlung 
Stande und den Schweden wenig wolte zu Willen wüaen. Daher fingen die Commissarien au, 
mit der Stadt Reral zu tractiren, nachdem sie 'dies Königs Erici Instruction, gleichförmig der 
Torig gethanen gnadigsten Vertröstung, bey sich hatten, da sie im Nahmen des Königes aller 
Sachen halben mit den Reyelschen schliefsen, den Schutz ror alles Wiedrige üinen zusagen, 
imd die Sydes- Pflicht sowol ron dem Adel als der Stadt nehmen selten. 

Wehrender solcher Handlung mit der Stadt Reval und nach Verfliefsnng des Tierzehntägl- 
gen Stillstandes zwischen den Thambschen Knechten und der eingetrengten Polnischen Guarni- 
*son, wurden sie wieder mit einander uneins, und griffen endlich den 8. Aprilis zu Wehr, in 
welchem Auflauff 7 Polen und, 3 Teutsd^e Knechte umbkommen. fy wehren auch leichtlich 
eiflige Ton der Reraisdien Bürgersehaflt, die nicht gut Polinisch .wahren und daran lieffen, mit 
fne Spiel gekommen, wo E. JL Rath solches nicht TorsichtIg abgekehrt hette. Die Polen aber 
worden dadnrdi. also erschrocken, dafs sie sich^nicht mehr zu Reval auf der Gafse durften 
•eben lafsen. Auch der PoUnlsche HanpCmann selbst wfknschete, dafs er nur mit guter Manier 
weit dsToa wij^e; aber Caspar ron Oldenbockum (welchem der Herr-Meister das Schloff 
shmI gantae Gebiethe Weifsenstelii an dem Ende lerb- und etgenthfimUidi geschtncket and 



•) Toffsls Hiftor. Stiel XIV. p; 421--». 

1. w.- : 



fetMdTet InUle^ ddSi er fai Poloi gelvn wMgftcm tdte, fctffi er «oae^toi Burfb 
berdi« odi IM Pein mM M Tcstehcs betetet hatte) forderte rea dea Tknltdiai 
Keedstea, int§ ele da« Kleeter Pedfe, wie wmA dca Hunt, abehald lioMB eeltee: dcni er 
erwartete dieatene einen gmUm Antbefl Pellaiacher Kil^rieote, aoUe Orter mit AdndUgm n 
f eraeheo, ond dafem rie nfebt in der Güte wekhe» wirdes, weite er eadere Mittel gcbraadieiL 

Wie aber die Ineebte daranff atondes, daik {hnen aoldie örter TeraArieben end rerpfiadet 
warea, anch Pädia mit meliremi Yolcke reratlrclLtea, begab aidi Caapar Ten OIdeBbacl[«iB 
aelbtt nach Pädia mit etUclien Reateni', daa Hanb n belagen, beateliete aadi etüdie Baum, 
die ea beatürmen aalten, al»er aie wurden mit sicmlieheak Verlnat aligeachiagen. Seldie Uaei- 
nigl^eit an TerUndem, brachte ea der Bath laReTal «bermal daliin« dala Oldenbeel^aai üit 
Belagemng Terllefae nnd wieder alizeg. 

Ba wehrete aber dieaer Friede nicht lang, denn weil die TlAuabacheB Kaedite wdlidi ia- 
hen, data Ton dem Herr-Meiater niehta an TeraehalTea, ihnen andi die beaagte Hiaier deige^ 
aialt rerpfindet waren, dafs in Anabldbnng des PfSuid-Schillinga de bemiditigt aejm aalten, diä- 
adb€^ einem andern Chriatlichen Potentaten anfsntragen, botben de obgedadite Hinfer der Stadt ' 
Reral an, welche aber, ao lange sie ihrea Eydee noch nicht befreyet waren, damit dditi aa 
thnn haben weite. Damach hielten de bej den Schwediachen ConuBiattrien in nnteracfaiedenea 
mahlen ganta wehemiltig an, dafa de obgedachte Pfandbinaer im Nahmen dea Eöniga daBeea 
möchten, welche solcher anfinglich nnndthig liielten; weil aber dea Ueberlauffeaa nnd Bittem 
Icein Ende war, Indem de Iceine Lebena/- Mittd hatten, und gewibe KandachaCken efaikaaiea,' 
daft Engelbrecht ron der Lippe und Caapar von Oldenbocknm daa Cloater Pädia 
abennti belagert nnd dnbekommen, dafa anch 400 Polen im Anange waren, die Poüniadie Gaar^ 
niaon anf dem Schlofa in Reral an Terattrcken nnd die Tentadien rom Thnmb abantreibea, 
welchea die Sahweden nicht gern aahen: alfa'ward den Knechten anf wdtem Beachdd ein 
Btndc Geldea angeatdiet, welche aldi darauf In der Cron Schweden Dienste begaben. 

Weil aber Ihr geweaener Hauptmann, Johann Plate, afdi TOn Pollniacher Seiten beste- 
dien lafaen und mit Rath nnd That daiu geholffen, dafa die Knechte ihrer Pfandbinaer rerli- 
atig worden, ward ihnen ein ander Hauptmann, Nahmena Jürgen Leniner, ron den Schwe- 
diachen Herren Commiaaarien verordnet; audem wurden noch 100 Tentache Knechte von den 
Schweden angenommen, deren Hauptmann war Heinrich Beufamann, elnea Bürgere Sohn 
aua ReyaL 

Nachdem dch nn die Rerdachen dne Zeitlang wol liedacht hatten, nnd Jgnnganm aahea, 
dab ale Ton dem Keyaer oder Römiachen Rdche kdne Hüif noch Troat an gewarten hatten, 
der Herr-Meiater ihnen auch wenig Hülff Idaten konte: Die Cron Fohlen war ihnen an wdt 
abgdegen, alao dalb. de der HüIlTe aur rechten Zdt nicht verddiert aejn kanten, nnd ohnedem 
dafa diese Nation ihnen an Sitten, Sprach und Religion iMigldch war: So kanten aie anch mit 
den Pehl<^ und Littauem wegen A|>gdegenheit dea Orta nicht, wie die Rigiachen, einen Han^ 
dd treiben, oder yon ihnen ddge Nahrung haben, alao dafa aie dieaer Sdten, dafem de dch mit 
denadben Tereinigen würden, ganta keinen Nutaen, sondern riefandir Buren Untergang aahea. 



Von der Croo Diamardcen naren sie nicht* allein Tordeme abgewiesen, sondern sie hatten auch 
oan wegen de« Hertioga Hagni aUerhand Bedencken, sich mit derselben eiuzulafsen: Dalünge* 
gien weie das Reich Schweden nichi allein mit ihnen einerley Religion, sondern auch sowol der 
HiSire, als Handels halber, ^^^^ der Nihe und oflTenbahren See sutraglicher, Sahen also, >dara 
la ihrer Enrett- und Brhaltnng k^ ander Mittel Übrig war, als dafs sie der Gron Schweden 
liBierthair. mid Terwandt worden: Doch berathschlagten sie sich erst mit der Ritterschafft aua 
Harrien nnd' Wirland; hMten ihnen anch die gnädige Vertröstung des Königes vor, defsen sie 
rieh höchHch erfreneten, snd dabey sieb femehmen liefsen, sie Lonten nicht Ton der Stadt ab^- 
gehen, sondern wo die Stadt bliebe, da weiten sie anch bleiben« ^ Defsgleichen thsten bald dav- 
taf a»th dM Jenjschen von Adel. Demnach wurde den 4tenMay TOn beyden Theilen. einhellig 
geschlessen^ dafii sie des Königes Ton Schweden gnailigen und Von Gott gleichsam gegebenen 
'best nnd Sehnts nlefat anfasdilageni sondern in Gottes Nahmen annehmen wolteou bie Hul^ 
digong aber wnrde anfjgeschoben, bifs man dem Herr* Meister den Eyd au%dcfindiget, lu wei- 
ch« SMe im Nähmen der Ritterschaffi Herr Reinhol4.Lode, und wegen der Stadt ein 
^]UthsTer¥randter, Johan Winter, an den Herr-Meistjer nach Mytaü fai Curland abgefertiget 
wurde; Wie soldiea unter andern mit diesen Worten geschähe: Es köndte nun nicht anders 
se^n, der Herr-Meister solte sich darfilier nicht irren, liefs der Herr-Meister solches eiligst 
SB den König Ton Fohlen gelangen, schickte alfsbald -drauf seine Abgesandten, nemlich Herrn 
Henrich Ton Dehn, Johan Fischer, den Kantsler, und Jodocum Clodt, gewesenen Syn- 
dicam in RctsI, an der Zeit aber des Herr-Meisters Rath, an die SUdt Reval,^ einen 9tU7 
stand SU «reffen, bis der König Ton Fohlen und der Herr-Meister defsfab den König Jbi Schwe- 
den bescA^ekten, imd unterdefsen, ao, einige Irrungen sus MifsYerstand Torgefallen weren, m 
Uditen$ weil sie aber bey ihrer Ankunfft Tcmahmep, dafs die Ritterschaffik und die Stadt bereits 
avf de^ Königs "von Schweden Seiten getreten waren ^ gaben sie gnngsam au Terstehen, wie übel 
ihnen soldies gefiele. Es wurde keiner derselben, aufser dem Herrn von Dohn, aufs Rathhaus 
▼jerstattet, welcher aber sein Gewerb nicht eröfnen wollen, ohn dafs er sein Mitsfalien wegen der 
Abtretung nicht yerhehlen können: und solches Alles, weil sie die Stadt lieber dem Fohlen, als 
Schweden gegönnet betten. Inmittelst kamen auch des Hertsogs Magni Schreiben an die Stadt 
j^.Snaahnen, dafs,^,weU er Tcrnommen, wie sie sich Ton dem Herr-Meister abwenden und 
. an die Cron Schweden begeben weiten, sie bedencken selten, ^oher die Stadt ihren Anfang und 
alte PriTilegia bitte, nemlich Ton der Gron Dänmarcken, an deraelben sie sich auch wenden 
sollen, in wiedrigen Fall erwarten, waa drauf erfolgen wftrde. Allein die Revelischen liefsen 
sich solches nicht anfechten, welchen numehro dea Herr -Meisters Vorhaben nicht uobekandt 
seyn konte, und die mit Hertapg Magno (wie gesagt) nichts wolten au schaffen haben, yf^rie 
abo die HiUdignng den 6. JnnlJ, mit Vorbehalt aller ihrer PriTilegien und Gerechtigkeit, gebfl- 
lend dem Königin Schweden geleistet Der Statthalter aufm Schlofs au Reral, Caspar Ton 
Oldenbockum, weite daa Schlofs keinesweges dem Schweden übergeben, sondern hielte es 
dem HeiT-Meister und .Orden lu gut. Daher Herr Clas Christerfson Hörn geüötiget 
worden, eeUMges im Majo, nachdem die. Ritterschaft, auch die Stadt Royal aich bereit gut 
Schwedisdi erkllret, au belagern, und alfs er dafselbe mit Cartannen und Schlangen 6 Wochen 



ftetdiofaeii uid beiagatiget hatten aber niditt dann gewbaeii konte, mvate «a d«di dar 81^1- 
halter, aac Biangel dea Praiiattta und Entaatiea, am Ta^ Johamiia Baptfatae an^soböu 

Unterdefaen wurden doige Abgeaandten, aowoi von der Riiteraduilk ala der Stadt, an den 
Kanig abgefertiget: aUa nenüich Claa Bf eeokn, weldier den U. lalij ron dem KSnige aaai 
Ritter geachlagen wurde, Joban Pfefferaack, Bibrgermeiater, Johan Schmiedeman aai 
iohan BeltholtXvIUthaTerwandtea. Dieae kamen eben gegen die&dnnng, weldie nn Dptal 
den V. Junij geaehabe, nach Stockholm, wurden von dem KSnige gnidigat erhöret, eiUeiteA 
nieht allein die Confirmation auf die alten Prlvikfien und Gereahti^iten, allerdinga wie es m^. 
ror mit den Commiamrien su Reyal abgdiandelt worden, aondem dier König entaetnta aaeb dia 
Stadt ReTnl mit einer anaebnlichen Summa Geldea, lieTa ihnen ober dieaea nndi die SMM 
Ethfar«, welehe die Stadt RoTnl auf dem Hofe Kegel dem Herr-Meiater Torgeatreekt hattei 
entrichten, welehe Gelder aie aonaten TieUeicht lang gnug betten entbehren aaUaen. Dai 
Schlofa nn Royal Uefa der König mit Kriegea- Munition rddiüdi veradien, und Ton nilen öf« 
iem adnea Landea und Reieba den ReTOlacben allerhand Proviant sufahren, dafa ea bey ihnea 
gar iberiliiralg und wolfeil wurde. 

Solehe Königliche Müdigkeit hat viel, aowol Adel ala Unedel, bewogen, aidi nach Schweden 
nn begeben, und aich wegen Ihrea werenden Kriegea erlittenen Schndena m bdJagen, w^ldm der 
König theila mit Geld, theila mit atatiichen Land-Gitem reichlidli begabete und nlna wol Tcrgaigt 
Moder Ton aldi Keb. So Uefa aieh andi der König höebat angelegen aejn, den RereUnchen ei* 
iien Frieden mit dem Moacowiter mu Terachaffen,'^ weldien aie auch wehrender adner Regfarnag 
behielten. Und weU ea swiacben der Cron Schweden und Moacau ein alter Gebraudk gewema, 
dafa ein antretender neuer Regent bey dem andern durch aeine Legeten den Frieden boletigen 
übet, fertigte König Erich kurti Tor der Orönung Herrn Niclaa Krummen nn Oerboholm, 
BLBricnm Falck, Biachofen su Lincköping, Johan Peterfaon Booth an Fituna, 
Hlela Rynning an Tyraöö und Olof Larfaon, Secretarium, nach Moacan ab, weielie nn* 
ter andern auch dieaea wegen Reval in Befehl hatten, dab aie dem Grobfnmten oberwehnteUr^ 
g^cliea,' woFumb der König Lyfland mit Krieg ilbersidien muben, und RcTai der Cron Schwe- 
den eich «geben, hinterbrachten, derhalben aolten die Legnten aich dahin bearbeiten, dab dieae» 
dem Könige in Ehatlaud gehörige, örter auch in aolchen beatandigen Frieden mit ehgeacblafam 
werden mochten. Die Legaten kamen folgenden Herbat wieder aua Moacan mit aoldiem' Be» 
acheide, dafa der Grobförat den Frieden mit Schweden und Finnland auf swey Jalir halten,\HiA 
debwegen aeine Legaten nach Sdiweden abfertigen woUe& weiche noch YoUmacht haben aoUen, 
wegen der Sudt Reval und dasu gehörigen Orteru mit dem Könige aelbat an handeln. 

Den 20. Julij kam ein Polniacher Abgeaandter, Graf von Tenaky, an Stockholm an, 
deben Gewerb war, dab der König in Pohlen mit dem Könige Erich guten Frieden nti haltea 
und eine Verböndnia wieder den Moacowiter andite, begehrette audt efaie Smnma Geldea von 
10,M0 Rthlr. Ton der Cron Schweden su leihen, den vorhabenden MoacowHiachen Krieg damit 
fortanaetzen. Zudem gab er einen Vorachlag wegen einer Heyrath a wischen demHertnogen Jo- 
halt von Finnland und dem Polniachen Kömgiiclien Fraulein: bekam darauf aoldien Beocheid: 
dafa der König iii Schweden sur guten Veratandnia und Frieden mit dem König in Polilea nicht 



— m — 

* 

«geäeigt ley; irdte dedulbea die der Croa Pohleii In Lyffand gdiSrige Hieser und Festmiseo 
aidii rfkluren^ »edi'mii telblgea tdit wm m thva Iwben. . Begehrete derfalt reu dem Könige 
ia Pohlen, dafs er aelne Vileker und BesatniBg aes des Rerr-Mcbten, als seines Feindes, 
. SdüsfiMm nbfordem wöll6$ deni^ er nisht gesonnen were wegen der guten Yertranligkeii mil 
dem Eonige in Polilen, Sigisninndo, Ton seinem Vorhaben wieder den Herr-Meister sbsnste« 
hsB, es sey denn, dsfb der Kftdg in Pobden sieli Ins Mitlei sehlagen wolte^ alfsdan» mdehte der 
Kinig in Sdiweden ertrlglidie Mittel wol Idden. Die begehrte Snnuna Geldes were der König 
Srlcli FsrziistreckeB erbSttg, wenn er dagegen mit den Hlnsern Dfinamünde, Weimar und 
Wenden Püyidsweise rersidkert werden könte» Wegen der Heyratb si»isehen Hertsog Johsn 
sad dem Pelnischen Priideid, weite König Erteh allen möglichsten FldTs anwenden, solobe 
SS befördern. 

Mitlerweil hatte Herr Clans Chrlsterson Hörn die fibrigen Hinser in Harrien, als 

Fegtenr nnd Borekholm^ eingenommen* Anfs demCloster Pedis, welches an der Zeit fsst 

wie ein Sehlfifsel an Re?8l war, daraus man der Stadt aDe Zufahre, yerhindem konte, geschähe 

ifnen Revelsdien aUerhand VerdruTs, Insonderheit eb^r darinnen, dafs der Hanptmaun selbigen 

CIsstets seine untertiriiende Bauern reibothen, nicht so Tiei, alfs eines Hnnes wehrt, nach Re^ 

Tai an bringen, oder den Ehiwohnem daselbst su rerkauffen« Desgleichen tlwteHeHsog MW^ 

gans hl der Wyck. Wie mm der Obriste Feld-MarschaU, Herr «lanfs Christerfson Hornf, 

noch dasn ▼emahm, dafa der Herr- Mebter Otto Tauben, Robbert von Gilfsen und ^o* 

hau Flsebem dbgefertigt hatte, das Closter Pädia dem Hertsoge Msgno übersulieirem, be« 

fiajriütete er, dafa daraus den Schweden noch mehr Vngelegenheit entstehen möchte, rückte de- 

ffewegen, -soiehes voisukommen, hn Monat Septerabiis • mit etMdien schien Kriegsleuten fttr' Pa* 

dis nnd belagerte es. Der rechte Haujitniann, Bngelbrecht von der Lippe, war damali 

niskt inr Stelle, sondeni ein anderer, Nahmens Jörgen Benck, mit ohngefehr It Mann, meh* 

rcatheils Pohlen^ Nach etlicher Tage Belagerung ergäbe sich das Closter an die SchwMen mit 

Acsord, nnd wurde Schwedischer Seils Valentin TOn tJittiing dahin cum Hauptmann rerordnet 

Wie aolches Hertsog Magnus Tcmommen, sdiickete er den 18. Septetobris seine Abge>- 

gessnden, Andream Friedrich, Thumherm der Stifft-Kirchen Oesel, Wein rieh und 

Heinrich Fahrensliachen, GeTitiem, nach Reral, wieder solche Einnahme des Ciosters 

Psdts SU protesllren, begehrend, dafs man es göttlich abtreten und ihm #ieder einrSumen 

midite. Hierinlf gaben die Schwedische Herren ihnen eine Antwort nadi Gelegenheit der Zeit^ 

unter Andern ihnen Torwerüfaid, welchergeatalt'der Hertsog die Handlung zwischen seinen Un- 

lerlhnnen nnd den Rendschen su 'hemmen, und der Stadt die Zufuhr an Vieh und Proviant su 

Teritindem rieh angelegen seyn lafsen. Das Closter wehre dem Herr-Meiater, alfs der Cron 

Schweden Feinde, abgenommen worden, und hette mit des Hertsogeu Bisehoffthum nichts ge- 

mehM»« Im Obrigeii hette der Hertsog sidi su der Cron Schweden aller nachbarlichen Freund- 

iehatft su vetulchem. Den ersten Punct snchten die Gesandten damit su fteschönen, dsfs die' 

nachbnrilcbe Communication und Handthierung desikiffts ^und des' Hertsogeu iJntertharien in der 

Wydc ndt der Stadt Rcral nicht srtcheMejnuiig ierbotetf, dafs^He nicht dahin hieuddn muclt- 

ten, sondern dafs der Hertog nur die VeiUuflerc^y düäurch liiuüerA wolle»; sudem kttttide kei^ 



»8 -^ 

lesvegei lloger nt erdiildeii, i^ts die Untertbauen allerhand Vieh, alb Odifaea, Sdnfe, 
Schwefne etc. nach Revai brächten, and daaLandt damit entblöfaten etc. Sdiiolsen ihr Gewerb 
ndt abermaliger Proteatimag wegen deü doatera und xogen abo wieder aiur&ck. 

Der König in Fohlen war damit, da(a RcTal nebat den umbliegenden LiBdem,In der / 
Schi^edtadien Gewald gerathen, nicht wol sofrieden, weil er in seinem Sinn gants Ljrfiand berdti 
ao gnt als in Binden hatte. Da ihm aber der Compafa durch die Schweden Termdkt wurde, motfa 
er aein gefaatea Vorhaben auf eine andere Art arfJingen: Bliebe derhdben mit der angesagten 
HftUfe aus. Wie er Ton den Ljfländtschen Standen defstala angesochet ward, gab er rer, er 
were lai^t Torigen *Contracta nicht mdir als die Praesidia schuldig, bevorab weil « aid& mdir Par- 
teyen des Lyüandea begunten ansumarsen, Wolten sie einen 8chut]l Ton ihm haben, ao aoliea 
sie aich ihm erblich ergebenl 

Waa wolten aie tbun? WeU das Land durch Palnisdie Praeaidien und die Terpfindetea 
Hinacar gleichaäm bestrickt war, so konte sich der Herr-Meister alleine nicht retten, and 
weil er sähe, dafa er dieaer Geatatd ein erbUch Fürstenthumb erhaltfn honte. Und dafs'mdiren- 
theila die RittersdialR ^t Polnisch gteinnet war, lies er sich sampt den anderen Standen mit 
dem Woywoden nur Wilda, Herrn Nicoiao Radalwillen, Hertnogen au Olika und Niefs- 
wiets, in Handel, weldier aber wegen der Ebst- und RevelscI^en, damit aelbige deato Idchter 
von ihr^Mn Vornehmen, bey der Cron Schweden au bleiben, abstehen möchten, yerborgen gehal- 
ten wurde. Ba konte aber doch so stille nicht liergehen, dafs die andern nicht gemerdcet hei» 
ten, abaonderlii^ da der Coadjutor, Hert^og Ch.ristoff, in diese Subjections- Handlung durdi- 
aus nif^bt einwilligen » oder sich auä dem |JngehQrsam des Keysers und Römischen Rddis begs- * 
bell wolte, und nnangeaeben, dafa er dem Könige in Pohlen verwandt war, kudi suTor von 0» 
Beystan4 getrabt, protestirte er aufs hefftigste dawider, und begab sich den IS. Jul|j wieder auf 
die Reiae cum Römischen Keyser, in Hofnung, daselbst dem La^de Lyfland einen grofsen Trost 
au erlangen« 

Mitlerwefl war gedachter Hertsog Radsiwil mit 1000 MannJ welche er au seiner Pracht 
jron allerley Nationen luaammengebracht, ankommen, tirgirte tou wegen dea Königes in Pohlen 
die S^ttbjecüon, da es endlich mit dem Erts-Bischoff, Herr -Meister und übriger StKnde Ehii»il- 
ligung dergestald besdilorsen wurde, dars dem Herr -Meister und seinen Erben Curlsnd und 
Semgallen ala ein erUich Förstenthum, dss übrige*^ aber dem Könige und d^r. Cron Pohlen imme- 
diate sugehören, gedachter König aber bey dem Keyser und flerr^Meister desTentsch- undWcl- 
schen ardens sich dahin b^sarbelten solte, dafa die LyliSodiscMn Stande dieser Unteigdiul« 
halber, nicht mit einiger Achts-Erkllrung am Leib, Ehr und Gut möchteiT belastigt werdest 
Imgleicheii alle diese Laiider för den Moscowiter und andere Feinde . mit höchster Madit Ter- 
thadigen und bctachfitsenj die Einwohner ingessmpt und sonderlich bei ihrer Religion unter Ang9* 
purgisdier Confession erhalten. Das Ertsstiffl Riga, Capittel, Räthe und Ritterschaft aowol 
bey ihrem Landea-Fürsten und Tentscher Obrigkeit, auch nach Abaterben derselben ihrer fireyen 
Wahl^ als andi andern ihren Torigen Privilegien, Gericht- und Gerediti^eiten, aui^eriditetca 
Verträgen, Brief- und Siegeln, habenden Schlöbern, Höfen, L^d- nnd Leuten, wie dieaelbe in 
ihren alten Orentaen gdegen^ Tcrmöge ili^m Gapittel. .▼om Pabst nnd Keyaer ingemein und iar 



iMdtfilielt Jeden Steafc «ad Perteo gegebene vad bettetigteii PriTOegleQ, Briefen ud Sigel 
bldbea leben und «chMieib Ilen, defs eaeh der ESnig von Fohlen nicht allein die&biigenLin« 
der, so aoeh vorhanden, fOr dent Moecowiter so sdiütsen nnd an erhatten, aondem aneh die 
•bgeaenanenen« nnd Tomdunllch daa StiffI Dorpt wieder an die Hand an bringen; die arawn 
Verjagten nnd Andre, eo des ihrigen von dem Feinde beranhet, mit nothdürffUgen Unterhalt an 
Teraehen, und wenn durch Glottes Hülif dieselben ^Länder entweder dorch Kriegt-.Macht, oder 
friedliche Büttel wiedemmb an die Band gebracht, alfsdenn gleichergestalt derselben Oapittel und 
Rittersehafft, Stande und Stidte bey ihrer Christlichen Religion und Augspurgisdien Confeasion, 
Prifilegien und Gerechfigkeiten, Häuser, Höfen und Gutem au lafsen und an handhaben, nidil 
weniger die armen Gefangenen au rerUifidigen, nnd hinwiederumb in ihre Güter an setaen, sehnldig 
vnd Terpflicbtet seya aolte. Welches lUles nebst mehr Articuln und Puncten, wie in den aufge- 
richteten Yertrigen nach der Linge au ersehen, von dem E&n%e in Fohlen, die Sul^etion 
il»^ Ton dem Erta- Bischoff,/ Herr-Meister und Stinde aar Wilda den 28. NoTembris fest und 
aaieriirudilidi au halten, ndt corperlichem Ejde belareftigt wurde, ^ie Erta-Biaehöflachen Bi- 
Ihe und RitterschaA aber (weil sie mit gnugsamer Vollmacht nicht Tersehen waren) legten ihr 
Ejrd selbiges mahl nicht ab, aondem es geschähe darnach, .Anno 1502 den 5. MartiJ, aufm 
Sehlofa au Klga, in Beyseyn ^obgedachten Hertaoges von C^Iila, dea^Erts- Bischofs an Riga 
and des Herr- Meisters, jn welchen Tage auch der Herr-Mdster aeinen Torigen Ordene- Stand 
aiidaadcte, nnd.eratlich daa Creuta und darnach alle Diplo'mata, Bullen und Brieffe, ao der Or- 
deas-Stand bis daher tou den Rooaischen Keysera und Königen gehabt, weiter die SehlUiMl 
. aa des Schlofses und der Stadt Pforten, imgleichen das Haus-^Compturs^Ampt, die Müntae, den 
Ilsdi-ZoU und Idle andere aehea Ordens HerUgiceiten, mehrerwehntem Hertsoge anatat desKö- 
aiges in Fohlen übc^ebeil« Welches awar 'von dem gantaen Umbstande nicht ohne sonderliche 
Bewegung des Gemüts, ja von vielen mit Schmertaen nnd übergebenden Augen angesehen wer» 
' den, dafs ein soläier alter Stand, so über. 300 Jahren regbet, und rielmahl gegen die Unchri- 
stca and beaachbarte Feinde Tid löbliche lliaten erwiesen, nnmehro sein Ende genommen. 

Nachdem alao die Regalien abgenommen und eingehindigtet, wurde der Herr -Meister Ton 
dem Hertaoge au O.llka, anstat des KSniges in Pohlen, wiederumb toi eiiien Erb^Hertsogen in 
Cabrland und Serogallen öffentlich auTsgeruffen: Worauf aljbbald der Chhr-. nnd Sepigaliiache 
Adel ihme, als ihrem rechten natürlichen Erb-^nrsten, huldigten und schwuren. Welcher drauf 
folgenden Tages Ton oft gemeldten Hertzogen au* Olika, anstat des Königes, für debelben 
Obersten 'Statthalter und Gubernato^n m Lyfland -dedamiret, und ihme die ScUüfiNi an des 
Sdüofaea und der Stadt Pforten wieder überantwortet wurden. 

,Zu Pernau war damala der TOn den Polen dahin Tcrordnete Stadthalter, Freyherr Hein- 
rich Ton Dona, in der Stadt, das Schlofs aber hatte der alte Cpmmendator Rutgard Wolff 
ein, welcher sich anfanglich wieder die Polen aperrete, und da der Sta^tlialter daa ScUofa ein- 
nnü nberraachen weite, glückte es ihm nicht befser, alfs dafs thella seiner Leute daror blieben^ 
tiheila übel gequetschet davon kamen. . Da nun der Stadthalter mit Gewalt nichta ausrichten 
konte, Buchte er mit guten Worten den Commandatorn au besänfftigen, und brachte ea endlich 
dalütt, dafa derselbe den 2. Decembris das Haufs und Gebiete au Pernau obgedachtem Herrn 



— ut 

vott Dona^ tlfs EonigL Follnlsclieii Stadt1»ller, tUnte, /d«di nAi dea Bditage« d«fii tt'im 
Itoff n Leal nad den Hoff BIftssl ««f teine Lcbens-Zeii bebaken aolle. 

WeU der Herr Claus Cbristerfson Hörn mil der Milis in EhalladI m thia luitte, iml 
flini derowegen in sehwer fiel, das Gon^ernement abinwarten, dabero er an ntencUedoMa 
mahlen bey dem Könige angehalten, dafa ein ander Gouvemenr nach ReTal mBAte gennd wat> 
den; Alb Terordnete König Erich den Herrn Lanreni Fiemmingen, Freyberm an Snndby^ 
anm Qouyernenr, und ihme sambt dem Obriaten-Feldt^Marseballe n Hnlffe, den Herrn Qm- 
atuff Fincke und etliche andere, welchen anbefohlen wurde, dafs fie allen Fleila anwente 
aoUen , dafa die reine Erangelische Lehre sowohl in. den Stadien, aUs aaf dem Lande b^. Macht 
gehalten, und dafa tfichtige Lehrer rerordnet werden möchten, welche die armen Bbatoiadiai 
Leute hl Sirem Chriatenthnmb getrenliehat unterrichten iLÖnten, au welchem Ende König Erteil 
den Herrn Johann Ton Geldern snm Superintendenten über Reval und augdiörige Linder 
Terordnete, sndem gelte der Herr Obrister-Feldt-Harccball nebst dem Herrn Gubematoren and 
Königlichen Befehlshabern bemühet seyn, gute Christliche Policey fan Lande «nznrichten und dar- 
über au handhaben', auch nkbt gestatten > .dab die Ehstnische Einwohner von ihrer Herrsdiafi^ 
über Christliche Geliühr Übel tractiret werden möchten. 

Dea gedachten Herrn Gouverneuren Ankunfft in Reral war ita & Decembris. Allein der gita 
Herr iregierte nicht lange,' denn er-Tcrschied den 27. des darauf folgenden Febmarij, und stsr- 
bea SU der Zeit 200 Schwedische Knedite üi der Fischer-Maja an efaier aonderlidien Seadw^ 
welche sonst keineii andern Leuten achadete. 

Zu derselben Zeit sandte König Brich seine Legaten, den Herrn Steea Brichfson LÖ- 
wenhaupt, H« Bengt Gylte und Lafse Knntfson, nach Dinmareken, mit derselben Ooa 
entweder einen bestandigen Frieden oder zum wenigsten emen dreyjahrlgen Stflstaod ku treffe» 
Da man nun gnug yerspürte, daia Dintscher Seiten kein Ibrnst sum Friede war, indem oMa 
allerhand ungeraumbte Beschuldigungen hervorsuchte: womtiter auch diese warea, dafs Ksaig 
£rich die Linder Harrien und Wirland ehigenommen hatte, welche der Kön|g in Dimnarckta 
von ao viel hundert Jahren her besefsen und noch unter seinem Schuts gehabt, vnd data der 
Kri^-Obrlater, der die Stadt Reral eingenoauuetf, vorgebracht hatte, dafb solches mit des 
Königea in Dinmareken WiUen und Wifsen geschehe: Imgleichen, dafa König Brlek mit dedi 
Hertsog Magno von Holstein eine Handlung gepflogen ^ und ihn unter aebMn Sehats genoia> 
äsen hette. 

Soldie Miditigkeiten haben die Scbwedhchen Legaten gnugsam beleget und den Sineii dem- 
adben Unfug an aolchen Beschuldigungen ihnen für Augen gestellet: Aber es mödkte nilea akkt 
beUTen. Dahero die Legaten unverrkhteter Sadien wieder umbkehren mulsten. 



Sechstes Buch. 



Mea vn diete Ubider In soldiai Zustande und nnter to rieten Potettttfen dergestalt ter- 
iMet waren, dafi der Moaeowiier das gantae Stift Dorpi nebtt Narra, Alentacken, theUa 
Wlrlandea «id Jerwen, aampl den meisten flinsem nnd Gelileten fingst der Renbisdieii 
Qrantae in Lettland, der K5nig In Sdiweden Rerai mit Barr/en nnd das übrige vra Wir- 
land, Hertieg Bfagnna Oesel nnd die Wycke, aneh das Stttft Pllten in C^Arland, der K5* 
Big in PeUen ohn einige, dem JBrts-Blseilefc noehsnatindige wenige Hinser, den Rest des ilberdlni* 
. sehen Ljflandes, nfcd als Schntslierr defs Farstentfmmlis Cnliriand nnd SemgaHen unter flire 
Qenalt gtbraebt liaiten, Jedodi Keliier ndt selnedi Thell rergnügt war, sondern ^in Jeder ver^ 
Minie, das lüsate Recht an alle diese Lfader an liaben, snehte KSnig Erich du Besitnllclie 
dardi ScMtann^^hsr bestet%len Privilegien nnd Oterechtigkeltien desto TerbündUdier in machen! 
WsO aber die UMmbm nnd andere Ansee-StMte die Närrische SdillTart, nnangesehen, dab 
dar KMg ümen sehen Willen in eber Lateinischen ConSnnations-Notnl ilirer Pririleglen gM«* 
mhm sn- verstehen gegeben § keines Weges weiten fifaren lassen; die Reraisch^n aber nmb dere 
AbsahafllMif bei dem IMge Instindig anhielten, wamete der KSnig Erich noidimahlen die LA- 
UldMi wegen anidier Handtbienmg mit dem Renf^en folgender fiestaltt 

■rieh der VIeneliende vm Qottea Gnaden an Sdiweden, der Gothen nnd Wenden KSnig» 

Onrnm gnldigen Willen wollweiae, liebe, besondere; Ite traget gnte WIssensdiallt, waamafsen 

ahm lange 2SeÜ hero Ljiand Ton dem Renften beingsUget, nntergedmckt, mit Rsnben nnd 

Iknndt t O Fh e ^ r ei , n weidiem eine grosse ürsadh nnd Befremliciikelt gewesen, dafa blMere Ton 

Holen Qrlin der rehd mit aller nöbldArfllgen ZnfUir geatfreket nnd dadurch Je mehr nnd aidir 

k aefaMm Vornehmen^ sn ▼e th irt e n, Ist gereltset worden* IMewell denn der gäntsen Chriatenlidt 

srishe vcrdeririicheanMir von aUen ChristUiBhen Poleikaten, Ftraten nnd Herren nnd ftmdimlich 

venderRtaiachKesrwrlidi^n^Hale^ nnseim frenndltdien lieben Herrn Ohefap, nicht allein hoch 

Yarolindlg Tormerdket nnd gesehen, aondmrn andl mit Ernst nnd Fleifs dahin getrachtet, dafa die- 

adben üidbt TOigenommtin werden, %ie ana der K^seriichen Majestit und des Reichs offenen 

Mandaten, ao vielfUtig pnbliehet und angesdilagen, weil an ersehen, nnd wir nnn wegen der 

tielUMgm nnterthUigsn Anlangen, Smshen nnd Ritten der Stadt RcTal nnd etsUch anderer be- 

trttblen Stinde, dleaeibe nntev nna nnd nnsem Sctinta sn nehmen, bewogen worden, nnd die- 

LB4. n 



•elbea mit growen Unkosten, Jn «ach Gefahr, da die «ehUliche Kufulir nicht cbgeitellet, ▼c^ 
thätigea nnd MiFhftlten, so werden wir snr Errettong der Chrictlichen Ltnde endlidi Tcmm- 
chet, dfie 'Wege und Mittel Torsonehmen, damit die feindtllche nnd verderUichb Znecldliteg «id 
Stircknng.nadigelaaaen und gintslicfa abgettellt. werden m5|;e. Und deffwegen naere ScUCen nnd 
Oalem in die See gerastet lanffen laasen, alle diejenige, ae ihren Cnrf dahin gericlitet, anm- 
greitren nnd m Undem« Damit «lier enre Kaulllente und Bürger nicht nnwiaaend in .Gebhr« wd« 
dies wir nngem sehen, gerabten mochten, Imben wir euch «naere ^Meiiiong tn Onaden Temial« 
den und entdecken wollen. Demnach ist, an euch nnaer gnidigatea SiiMien, Dir wellet Bnrer 
Stadt KauSleuten, B&rgem und welche die See brauchen, die Fuhr and Segelatton auiF Renfsland 
oder NarTC, wie wir auch nuTom an Euch ge9Muiett, gintklich verbleiten nnd abadiaSen; denn 
da eiu^n oder mAr die Unsem bekommen oder sonft Schnden lufllgen werden , mögen sie, dab 
sie wieder Keyserlich^ Majestits Gebott gehai|delt, onsere Warnung nidit geadhtet nnd ihren un« 
liilligeii Vornehmen mehr m m^en, denn sich g«g^ mia beUage& nnd unser. unretmcidiidMi 
Nohtdurfft nacli in l|este|i yerroevck^n wollet, djßun W^ sind euch mit gnftdigeawdpadibnrliiAen 
Willen sjHgethan und gewogen. Gegeben Stockholm den 85. Aprilis Anno 1M&' 

HiernuiT gaben die Lnbischen den IS. negatfolgcnden Alay «uv Antwort,, d»C| fä» nplch« ScUlbrt 
und Gewerbe nach Sei^sland keines Weg^ efaistellen konten, .messen sie. dornen Gesandte der 
Stadt Beva,! nnd Rl^a aelbsten aulT der Ansee-Tersemlnng die ^jm denen :^7flllidisAeii. Bo- 
, genten gegebene Freyhdt für gelesen und geoffenbahret). wehdier Gestalt. JieUbiaeheBKntfflenla 
für andere priyilegiret, dafs sie ihre freye €kiwerbe,^iancb h» tH^ntlidiw lUftg. I«}ftttidee, mit 
deh Reufsen ungeUndert der Ljflinder teeibea mScht^u So wäre «nch in Ihcer lU^serüchen. 
Hajestlt ihnen gesandter Qedpntion nicht mehr enthaften, »eis dda die IMmriter mit WaSm, 
Wehren, Krieg^munition und Proriant (so inMedlate dem lf«icowMsdMm/Klk«a-Vdd( m gnl 
kommen mochte) niAt gestercket wurde. Kdnes Weges aber ein Yedboht der frajmt Ssltfbrt^ 
weldies sie denn mo^igsten Fldfses ferh&ttet Mtten. Ht^bend^ eher eifcohlim sie sidi,; wfun 
alle andere Nationen und Herrsduifften, j^ auch die LyiUBer und. inoenderiieit'di0..Y«tt lEavel« 
odbst sich des Handele mit den Benben ginlnüch entfmlten wid deabelbea in ; wehrender Bede 
dnsteHen wftrdient ao weiten aie an sich nn4^ den Dwigea nlshls evwinden ieasen: .ktvmjnns weil 
den LylUndei^ mit ihrem Stillstände nidit gedienet wera|dn elo jdbat und andere Winker sich i 
Handtbierung und §chiffarten UnTübro gebrauchten. letdlA knien, sie, treil efehan vor j 
digung des Königlichen Schreibe» etiliVhe Sehiflb nadi Nni^r» nufsgeMiul, de .Meh imch W A^ 
ren und ScUiTe in « arv« h|ttei Am. MajMit wbUe Beirid nuatkdien,- dnb die SdusbMsdmi 
Ansfieget die Jeta berührten SchiOb ISrey nnd ungehindert mMbten fesskmf Inaata» > ' 

Wie nun der Konig adn Begehren nnid sibgesshkgan aihe, JtteGi.Bi dfenM (der.UUsciM) 
Sclireiben nnd Begekrän unbeantwortet, und dnieuff umb Püngslen aSCink d e rt efcsh. nBt nBeiu 
ley Wehfcen ge^kdenuntd apa NnrTO keminrnde BciyUE» durah sdne^Krlffs-^Sehtth ond^^OMtannf 
worüber Haji» Larsfcin Ton linlXa Admkel war, uffümm^ rnrnk derer etdMie«ach Betv«!-, 
etsUdie nach Schweden Ähren und Prda machen. Solche abgenommene Sdtfe. imd tMtttnt* 
forderten die L&bisdien. eratUdi achriKtUdi, hernach aneh durdi Geaandlen wieder mit weOk^ 
iichem Erbieten. Ea wurde aber Ton ächwediach^ Seiten eingewandt, dafa maaswar nur Umißt» 



t ■•"^»» "IMv m^am^ 

toiMi ndlff wdtte» iveB «ker die beMhüite Kett 4«* && J«fcir IMG geschlonenen^ sehenjabiigeft 
giBbtaiiiei odl dea« LflUidkea «dion jeMngßi Yorlauffen were, sie aber nie «mb Froiongiemeg 
•BgeheHeii eder welter Frieden gcavAl^, eedi die' Sache der PiMie^en halber, daraue die to« 
!%• BtieRdl^ei* ÄMei IM» eatataadaa^ «rergUdRii were, so wem solche SchUTe titele beUl 

WcHai lie im ehcB becüodlgce Vciden 8nfliridite&, den Pmict wegen der Privilegiee 
edir, sem weelgelen so lang der Slttbtand wihrete, nicht erwdinen, und ftberdaa 
Ae BnlBesten^ so^ mit Anhalteiig dieser Schiffe gewendet waren, erstatten, so weite ihnen der 
tM§ ichWMd 6ntt|.so fM fln daron m fliaden kommen, ansstatten, ^it dei; Erklifamng^ 
Mb Kr die FdM «Mh Renftlaad, mlTs eeinem Reich schidüch, nfchi m Idden gedachte, Die 
Ckgeniheil gaben vor, dals, weil sie den Frieden niemahl anffgekündiget hatten» ^ 

bKi dato so gel alc geschlossen gewesen. W^fen der Reofsischen Fahrt beharreten sie 
bsj Yorlger Meinnng. 

Knrtx damadi brachte der obgedacbte Admiral Hans Larsfon von Isnafs abennahl einige 
i|tdi Narra lauffende' t^auffmanos- Schiffe, und. weil etliche darunter den Danraarcken^ suh6re* 
ten, Befs König Brich selbige wieder lofs, mit Warnung, dafg sie sich dieser Segelation fbmer 
jBsthalten solteiu ' ' . ^ 

9en JLStevi Janj fcapen nad^ Stockholm 4bs Grofsfürsten Ton Moscau Legaten, Anda^- - 
ka» Fedroff Tnfin «nd Tretiach Swiatsoff, welche im Nahmen ih^res Herrn dem Köni^ 
▼cnkherten, dab der Grobforst mit den Oertern, so er in Ehstbnd occufiret, oder femer 
sisbekomBpen J^onie, ,niibts wolte 09 sdiaffen haben« Woranffd^ Konig den SUllsUndt, so Tp- 
rigas Jahres geschlossen war, in Gegenwart abgedachter Legaten n^t damahligen gewöhnlichen ' 
Creati-KuiHimg hestetigte* Ss h&tte aber der Grofsfurst di^es nicht befftrchtet, daf^ die Hey- 
lath awisdien dem. BertsogCi. Jobapn nndt d^PoUaischw Frau|<^ ferner eine Yerbündnns wie- 
der den Möscowitter venirsachen dQrifte. 

. Madidem der MiMe Fddt^BfcmhaU Barr cians Chrtsterfson Hörn rem Konige aus, 
Schwedw Ordres bekommen, rickte er den Msten Hey mit der H»e7 «eh habenden Kriegs- 
Masirt IQ Werdi tmd Firfb aneh mH Ovtaaneii' und Schlangen fikr Pemau, ilAg' darauf ^u 
1^ brackle daa jBesdiits am ^onMcfanamstage iber den Strom vnd Uefa au Sturm 
bis man dn grofb Stock vaa dem stirckstan Tlmml durehgescfai^fsen. Darauf Tersuch- 
t» tfe. SAweden den Matea May lu sttonen, wurden aber mit Verhist ron M Mann abge^ 
Wie man aber dea falgendai Tages mit Sturm scfileiben emstlidi anhielt, fingen die 
m ■• aaeordir^,^ und begahrten entlieh einen Stillstand auf 8 Tage, damit de 
dam EMge lon Pden aahreiben hinten, a^iMiea Aber ward ihnen abgesdiiagett. JlamadI be- 
gskrtma iie Anstand mtf etao N^aht« und %4a ihnen aolchca Totgtaaei wurde, beriethe sidi die 
acBMlM mü dem Kiegs'-Voldu Folgenden Ti«ea kmaen etKehe «na dem Ratii, berlehtetea, 
dsfs die Polen ddi aus der Stadt anfii SaUob gesMCht, mid all Oesdiüta, Gewehr und PulTmr 
ndt aidi aufii Si^ofii^ genommen, betten aneh keine Hülffe su Termuthen, weil der Herr fon 
bona In Utthauen, und ihr Ekuptinann Bonaventura nicht xur Steile waf , wBst^n abo kei- 
nen andern Rath, alfs dafs afeh unter Ihre KSnigL Maj«iu Schwden su ergeben, welches denn andi 



. UA 

den 9ten Janj, mit Vorbdult ihoer PriTÜegieii n^dcAt^rliteHtti, werciitdl% gMWJBht nurit) 
darauf die HuMiguug den 4tda Jqdj gegchelieii. , : J 

Wie Bolchea die Polen eufiii SciilofiM TemthliMi, erboihea de rfch^ ndi J« moo^Mtm 
Uttterdefaea koliibt der Heuptomiui BoBeTeaitttr»^ mm PoIw^Md iMlte dcli du Nkhtt kiacii 
precücire«, wttrde aber von .den Sdiweden criiaeAel «ad geCuigeB, dencMiftte: eef denSdilite 
ward geantfewortiet, Ihre K&iiglkdie Biajeatit bette mit der Cres Prien aklit aiidexa db aüm 
. gatea. Wafa aber mit Peraaü gehuffen, geaehehe wegen dea Henr-fMaiataia. Eknmtw^gm 
tie Polen ndt Sack und Pack ab, nnd rinmeten den fidaareden dia ScUaSi« watanf der^ alte 
Ckimmendant oder Cumptiur Bütgart Woiff bliebe, welohen die SUmedan etatliali dne Wcttft 
arreatirten, aber bald darauf wieder anf firmen FüGma atelleten. Die Stadt P«^nan aber liib 
der Konig nicht allein mit atatlldier Kriega-Mapütfon an Ctawkits, |bMt nnd Lotk entiaaMi^ 
aondem BchendLte deraelben auch 10000 MardE Biglsch. 

Nach etlichen Tagen begegneten JMO Polen, welche hemm anf die Füttemg gegangen, ci* 
uigen Sehwedisehen Reutern, die einen an die Polen abfertigten und fragen liefaen, weaien sie 
aich lu denaelbigen au reraehen hetten. Daraiif die Polen kdne andere Antwort gaben, alfi 
dafa aie auf die Schweden loaachofacn, worden aber von den Schwediachen mit HfatteriaCHUig 
etlicher Todten anf die Flacht geachlagen nnd etliche Heil Wegea Terfolget 

Drauir tan Anguato belagerte itagedachter Herr Claa Chriateraon Hörn aneh'daa Harn 
Wittenatein, nnd nachdem er etaliebe Wochen dafür geadhoaaen nald geatüiteet hattd, bduun 
er einen Thntm ein, welchen aber der Statthaiten Johan Groll hatte näniren laaaen. Wie 
nun die Schwediachen KnOjdite daranff kamen, sfindete daa Pnlrer an nnd fiUirte 4en Boden dm 
Thurma aampt den Knediten in die LdR. Da aber gedachter Statthalteif weder von dem KMg 
in PoUen. noch Ffiraten in Cnhrland efaiige Entsatanng m lioflen hatte, und iler Omger aflA^ 
ScJilofae fiberhand nahm, aumahlen ihnen die Zufjahr abgeachnitten .war, maate er ea endlich 
wegen Hnngera Noht aufgeben. ' ' 

Wie Aeaea ui Ehatlandt Torlieff, kündigte der GroGrf&rat Ton MoaetCH demJKM^ in.Poh- 
len den Frieden durch folgenden Abaaga*-Brie;ff auff: . . 

Wier Iwan Waailiwlii NataliUna, T^n dem groaaea G»tt nnd aebi^ KSoigVBicha. ahi 
Statthalter, Grolamäcbtiger Keyaer dea gantien Beufaiadien Landea^ der Moaamaiter, JEfnagir- 
tiidien, Caaaniadien, Aaterkaniachen Funt and ErUuig von AulQpng nmb nad mb.^ Sb&Anr 
and Ueberwtaider. Eia Gebieter der PrcfTiata nnd Landea Lyfland^ FOgan .dir an wiaaen*^ Si« 
giamnade Augnate, jetaiger König in Pohlent mit dieaem nnaeim olbneii Briefe all« naaaro 
Ungnad, Zorn, und ewige, FeuidacbafEt Man hat.dteh biTa^dieaer Zeit Von.naa* aad b^Labca 
naaers veratorbenen Vatera gehalten, ala \Tor einem gaten Nachbar, waldiea da ninimer wertb. 
.gewesen biat Denn una nimpt nicht wenig Wunder, dafa dn dtti aichtigflA.Tenditetea |«yliap 
diachen I^aadea dich aniumafaen unterataaden. haat, .nidit gedeiickende anff nliaere aaaaaapreab* 
nebe grosse Mfieht, dala dir aolehea Ding aicht mfigUdi, noch deinen BfiSmnh an Ende an htfan. 
geu. Und allso thun .wir dir« wx wifsen, dafa wir mit uaaer Yjarmogeaheit, mit.Fenr, Bogen, 
Sebeln nnd ungehörten Gesdt^ütx dich Sigismundum Aag^uatum mit allen detnea- Helffem aa 
verfolgen gedeaeken, dafa dein Seibat- Persohn und alle deine Pflichte -Verwandten keine ge- 



•UwreBUIlB liUiaiii^€vieii,'«iMl «Ibo colta offtnilkh ericennen den eiteln Zoni ond 
UMor IJögBad. •DadaUeo wrMittdigai'Wfa didi dweh »«er Seihreiben , dftfs ^wir defa WiHeni 
^ytt,inrit«into<«BiteiMnffidihi**]iMhl^nit I^mt, Brennen, Verkeenmg ond Yerwastung tUer 
Mmt Lnni« eift*TiMben iliiiA JhrdL nndbhevsnfUww nad Bhitl sn Tergimen. Dnfs unter unser 
giamn Oewtli dcui»oder.*eln Snnpt -in denaelUgcn Sardc geleget werde: Dw)i«lben wiMe, 
ide imiUA UKen («nd. dncinel». riditoi eell ennipl deinen Dnterliienen. Gegeben tnff unser 
iqfserllehen Stndt MAtenii. : ! : 

l^tämdl wnrde Ihte too :dem<SSnig in Fehlen iUgenddranfjBeii. geantwortet: Sigi'smondos, 
Angnnttts, Kte% iaiVeUte ond Sreef&rBt der Littenen^ Renfsen, Prenften, Masnu, Suneiten 
SMleniÜedien nnd Lyflindisetrn Landes Berr und Brhling etc. Ais du Natalitius, der weis- 
isa ead rehten' BenüMi OhnasArst, debien feindüchn und Absag^Brfeff an uns und unser Kö- 
sigUcbea Rdch ofentüdi nngeseUeket hast, in weichem du uns emstUeh und heilUg dreuest, 
lad Ten nun an fcila nn ewigen Zetteai, nadi laut deines eigenen Briefes, alle Lieb und Freundt- 
ichtflt anlbagest, nnd dich duin heIcUbest, anff difs wir unter einander übel leiben und arbeiten. 
8s thnn wir aneh anff woUk- ddn Sdurdben mit nnserm Brieüe nti wissen, dafb wir aueh hin- 
wieder defaw FliditBTenrandiini nd iBnterthanen'mit eben eekhor Tyranney, als Qit Feur, 
Bland, Oeschiti nnd aHer Kriege **Ristung undlnstmaienten defai Land au nicht au machen, 
Ysistiren und: vefheeren gerinnet sind, audi tcu deiner Stelle endlich^ und letalich durch dein ' 
gintea Land dich an anche» bedachl aeyn^ Dufs du uns in defnem feindlichen absagenden Brief 
anlegest, eis woltestu sampt dehien geaamleten Heer einen Tnmben oder Sarck fUiren und 
h kefaie Wege nn morden nnd Blut Tergiefsen anffhirea, Ufa: so lange unser oder dein Hefipt 
ia Ae gedadite Tumbegdeget werde* So figen wir dir auch in wissen, .dab wir mit unaer 
TcnaAgenMt nnd HUfle -niisers Herrn Gettos au Smolentaky auiT unsere Stelle nunmehr au 
skien g e sonn e n soyn, auf der.bey nneers aehligen Herrn Veters und deiner Vorfahren Zeiten bey 
MNM Mann geblieben sind, nnd durch göttliche HfiliTe die Schlacht gewonnen haben, da wol- 
len wir nna Unsteilen, andi in^nndere Grentso deines Landes, deriiaHien ermahnen wir didi im 
Nsnwn deinea €k>ttes, welches. Statthdter du dich achreibeat, dafs dn dich dabin Torffigest und 
bereitest -sanspt dbn Ddnen, anch selbst persohnlidi erscheinest, daselbst wollen wir uns von 
beiden Thdlen ▼eraodien, wem Gott nnd daa GM&ak dienen werde. JkkA Uernaeh habe dich 
saaipi 4cteen ünterthanen und Freunden an richten, nnd wdAi IHdi vor mich au hiiten etc. 

Ben BBsten August wurde Gcair Swanto Sture sum Gubernatorn in-Ehstland verordnet, 
dedi.aöHn enmit dbn Krieges «Sadien nichts au thun haben, welche dem Kdniglichen Schwe- 
disa ha n Feid-Obhiaten, Herrn Baron. Clnns Christersohn Hern, nebst seinen Gehüiffen, ala 
Heim.Rrich Onataffsohn, Herrn Mits «Krumme und Herrn Andres Person Lilien- 
hoek, niifertranet^ wareni 

Obfpedaohter Herr Onbernator hegab aiah darmuff ihn taten September auf die Bdse, und 
hegte den Uten sdbigen Monabu so A-CTkl glncUsch an. 

Ztt d»sdben>Zelt treffen 6M Schwedisobe Reuter Obl etliche tausend Polen, so Pernsn 
bdagem- wollen^ 2 Hdlen von der Stadt, jagten d|^elben auf die Flucht und erlegten 64 Mann, 
die andern flohen theils den Blgischen, und theils den Karkuschen Weg aurück. 



. Geg^n dm Berbtt b^b ttdi HerlMg JohanaM tfm (lliibiii Mdi LlttiMso<Bm 
m C«wen.di9i ILoniges 8ifUili«ttdi.A«g«tti 8i^iitatot,.]rBiBl«te C«thMtaa, cfaeÜiA 
•ifBt nnd uverftranet, wd. duiMidi ^ii FflrsUiBhe Bejrl^w in. der Wildtm^ 
eDSogen worden, Nndi welche«^ Volknislehnng er iempt^'MiantiH 
Ljibpd nehm. Wie er n Riga ankowncn^ eilink 'tidi:.gtgen- 
neblicht Wetter, daTs die iMte auf dem Di&tta:atMihni^ nad irfeder innten «ad ni«*ft 
kemmen kdnten. Weichet von etlichen fir dieiee FAratüdie Fnrver elh bieea Onk 
tiger Be«d|webniag tot gehalten wwdnn. . STe iijüiea ahtar antJllga nkht in die Siadti 
lafeea; wie er ^Ich. n«n der Uertaeg dartter betehwteeCe, seigattn Ihai Bai^erMeiitev and lidk 
dea Kaniget rqn P<düen achrlfUichen VMbatht aadiii^rten den Herlnag saoipi eciner «amUia 
In 8t. jr&rgena-Baff aoAer der Stpd^ Vnn Bign, weil dia Mna «afk^ebrai, aBea Oeb ana aa 
-Wasser alcht fortkaninien kante, begaben flie sidi anff'Pernan nnd feiner nach Reral, ael 
nachdem lie allda/etali^eTuge-etiU gelegen, nnd snsgftnhet beiten, ehrf ale den* 
eemheif SB Schiffe gaagen und nach Abo, die Henptatadt in Finland, geeq^ält^ 

WeU zu dieser Zeit des Königes in Fohlen Sdiata ered^piel« allia dala te^da 
Von Finlandf als aeiaem Sdiweger, den Braateduita nicht Itoffem ktenen, 
80000 Rthlr. snr^I^e b^iaMi, vor wetshesv in einer Sanune* mit dem Ekagelde 
schlagen, der König fbm in Ljrlland 7 Hinseci äie: Wittenstein, Karekhaafs, Trickatea^ 
Helmet, Krmls, Rtfin und Bartnick, nnterpfindUcb vemdurieb and (ansgenamnieh %itiaa« 
stein, so unterdefsen too. den Schweden eiwbert Garden) elareamete* 

Im nechst rorhergehenden Buche ist «rwahaet werden, wcldberGestall Hertaag Christsff 
▼on Meckelnbaq^, Ertä-BtiffUsch« Coadjntar, nut der Ljflsadar Hsn^nng, mit. der. Gran. Fahka 
und darauir gefojgtea Sabjeettan nidU anfrteden gewesen^ sondern sidt an dem Seyaer TOiAflSl^ 
der flofluuQg, allda eiaige Halffe an erlsagea. Weil er aber au gamensket, dafir.er an den Ort 
keinen« Trost au gewarten hatte, aahm er seinn Zuincht aa dem Kialg Bat ahen in SUiwedMi^ 
und warb um sebe JOngste Bchwestery wekhe. er nachmals «rst nach 14 JUbr lAlr.aie assk 
Und weU damaU dn falsdi Gericht ersohoUe, dafs der Krta-Kschoff Todes verbttobea wire, 
ergab sich Hertaog jChjristof fer, dem die SneceUon des Erta^-Stifflea aoT salahemFall gcUb- 
ret hätte, sampt seinna in Lylland gehörigen Hluaem and Fe^tnagen. unter der Oran Sidraeim 
Schuta/ and nahm damaidi seme Reisa nadi Re;ral: Woselbsten er den Msten Deaendhv sn- 
langete und sich aafangs nubekandter W«ise anter seinen Dieneni inffhieite. Weil er aber bald 
auskundgchaffet werde, liefa ihm E. £. Bäht eine FarstUche Heiberge ehirinmen 
des -Gebühr traetiien. Nach Weinachten begab er sisii sampt etlidien bestallten Reatem 
Koediteo, ao ihm Ton Schwedischer Seite mitgegeben waren, ,iiach Trejden, da 
Bischoff su.Rlga, Marggraf Willhelm, sehr achwadi darnieder lag» welehen «r eher in 
KraadLhelt nicht, besadiea, noch spreiAen wollen; Wie er aber bald dafaaf , 'nemUfch den dtan 
Febraaria Aanö 1563, aadidem er mit nnd neben ISrta-Bischoff Thomas 9 Jahr weniger 8TBga| 
nnd darnach als ein woUveraten«ge«iRrta- Bischt an Riga 2S Jahr, 28 Wochen nnd ST^e 
regieret hatte, die Welt segnete, mkCsete sidi der Coadjator des Ertastifftes an, walte OA dem- 
nach kdnea .Weges dem Könige in Fohlen beqvemen, oder demselben anterwUrfllg amciien, wto- 



llar m mMtki da « riab:it»ii*TMj(lm mc|i Dtleii begeben, wff Befehl det KSnffeg in 
Vekie%, wn d«i»IlHiftlMf4b»VBhrltnri^ ak^Pnlnied^ CMernitom und FeldherrehV nn^ dem 
NiUOMiiü» BrMi W«lferm*ianiMl«i Mig Idigert, md endttUh, den dritten Ttg dar- 
■dl , ge nwnng o j dAfwm* ^fcgfdwi « Vanddnaen ^imiNie'er n8eher\Rf){n und ferneir in Pelilen' 
giOhrfllf : ^wHet l» i» »net h i jtt i ilg e i WHmifaflg- null wUbk geringer Be6chwenin|^ rarbleiben 

.. Bio E<gliiniig> jbcr idtog!g|«^=8ttBtoi bttfAle def KniR nedtadien 4er rerbKäiene Efts-BlschoiT 
im IBiten Angnaii biidnf TbdnpBirch<Mi »n Hign nr Brden beatit^el iPOrden^ allsobakH dem 
qirfaagn m OBnind «fc siu der Xeit^ daAi dia^ IMiatffftiMshen fltibide tt ordentlicher Wahl 
«iaai Id&nllUgen Eärts^BladioSea kommen kanten, welckter dann anlP -weitere Verordnong und Be- 
irid4eaKdn%Mn^AlanliarimiBe*nri«fa ;^^ Beraoa md Eältaenan, 

JbtuÜtUUktm Bihte^ «bce idle^ ErtriMsahiÜnidie^ SfUnelr snm' Verwaltern geordnet, über die 
Kaier wmA Aenyler «bar, aa d^ Oaadjalar He»t«ag Chriatoff dngehabt, nen^lieh Treyden, 
Wainael nad Balla^ atean gcamaen OrdenaJierm, mir Nflunen Oaaper Tbn (Xld^nboclnm, 
mlaalftf^midemaaIbcn>dfe.Abffal^^bafcll0.' • < 

. ' btt AaAmg AaMa' UMiften^MMa «U^tlgle Ktrig Erleb arfbe Legatan, 'iowobl Sdiweden 
albEhiftI|Mary/namtt*«dla'IImMaf Ba»gt<Gylta^, 'Ovatatf Fi«ake, flermaii Anrep, Jo- 
hann W4ht«r,' Bürget -^Blebler; md Hannfa Brnfamann, Batlü-Verirandten au ReVal, 
nahit dam 6ettetariai>Frans JeHab« narii Moaeanab. 

Benb der GraMiltat, . aift «r aaUe^ dift cHr aleb wegen efaial' Teribdbdnjfia nwUchen Schwe- 
den mid Polabv ^ria ar narrov )ravmalnatv niiMa an brfdhren leHe; nAMßren bbyde be^tta ehan- 
dsrUttdllch aagfillNi, llali'^Mk' vmnUiiia wagen dea Lyttndtodien Weaens fast andei:« Ter- 
■aiikml, atfii ea aafaie fleaandtan an 8toekh<^lm Veraidfaert hatten. 

' Barnim nil* deif KMg^iaeigawiraerl aäyn mkehte, wdhen «r ifeh a* dem Bf oaeowiter in rer- 
achm holte, aoiten gedachte» Afcanndlen al^i 'der9en ^knnAl%ett,' nnd dabey aidi faserat nmb 
gnta ¥aibtiMhifMl irfndt FmomMwIII bemUien. • Biese kahmen htt JniUJ^oAfat «^ef^r, telt die- 
sem BasaheUfe^'daii der OMrfMIrst dUAill'geaommii wehfe, den Frieden IXnger alfs InlT awey 
Jahr)n hnitaa., nnd« ^afa^mlaiaolaheih 'Bedinge, daf* tdnig Brich In Lyfland, absonderiich der 
aettan naoh Riga, niebtiwelter dmbaMi greilten' abttct, aUk er berdti eingenommen. Wdiren- 
dsn dknea ipirlgeB<8tlHstaiidaa'bd^Mll|s<e der liiscm^ dl« iMnser, so er in Ehst"- nnd Lyf- 
land:«Milta, und aahe.nleBt^imgfimfi datb aidi dl(B Schweden nnd Polen dnrch den Krieg ein- 
ander ^bmittete», daasitf aiefünn kflnfil^ deato^ weniger Wiedercrtand' tbiin Mnfen. 
•4 JEirtK naidi Abatm^ien dea Eärta-Rsjdiatfeatan.RI'gav'nemlfch dM 1^ eroberte 

lim MaäfeowMer die her^liUie Saoff-Stadt nüd^aasrek« F^tang-f^^fotak«^, ila die Fohlen nnd 
IjlftoOTt sinh-drftm am "rmnljytifn Tfimtbrn ; - irii* -^t der "ftrafiiJfhref ' mit jgftttt Hafflihttg dea 
r^elia gttfM, nnd ^a aie rfcKeri anflhr Meleha^.Tage an (^«t'erlfan versamlet waren. ^ Diese 
HiäliiinHi TCkwsachale. datroh |Anti LUMri^^mid LyilAid* giMi%& Säfretteife Die' Fohlen iber, 
«alraie afeh dfisro Otetallibetrogan sahns, gedachten XÄt mit'£M ieH vergelten, nnd damit der 
Mascawiti^ nicht, wie' er woQ sonst hlttthnn kftrineif, nach dei^ WHdan rfecien, die einneh- 
men nnd das ganlae hmk darahshmilEew mftehte,? hielten sie ihm dnrdi Mgd^ HoArnng an- 



rfick, aah die Fohlen and Mliatt^hen.Stfhide .Jiitat ifrMnMiliäi ittiiirii MuFeMrk«« 
niea wären, weU ihr König keine BrJbeii hMtar nlid ai^ Um^ de* «i»firfantaii»l loderi 
^inen well so baldt, als einen andern, m^m KMgt nnA OrnOHnstailerifeUeB.nlfisiileB« :i*elsftci 
der GrofsfiMnii jglaubetey und die UUaner »diMeai JttikL weiler wisügrfnslitfii iHnfsei- :r - :- •. 

Die Lübischen san^t.andjBrn Wei^Uschen SlUtefk bitten JilMi^«^ dsfenU atn^ikUs «hge« 
nommene Schiffe Tom Könige Erichen wieder bekonunen nnd sich ans dissfi gwlsi a«swklrrln 
möchten, an den Kejseir Ferdinandnm und di« Rnlchs^HlInrie» t . »dUif^ 4n«dfcnHn- Ff «ch^ 
fnrt anifdem Wahi-1>8« versankt waren, snpipUebmt» «nd eine Ticsehstffc an KMg.Erick In 
Schweden erlanget, woranif derselbe wiedesmnjb ein Scbnlben nrn de* K^Mt den fiten Mmm 
Anno 1563 verfertigte, folgendes Inhcltenx' 

Dem AUerdurchlanchtigsten Cr^smioMignten FSvfettn md Helfen Ferdinande, erwcÜklsn 
Römischen Keyser an allen Zelte«, Mehrer des Rcidis ele. . Uoseim fttnndiMien tUkm Ohm 
entbieten wir Erich der Yienehend, von Qettes Gnaden, m^ Schweden, der Onliidn nnd Wen- 
den Könige' nnseve freundliche fDjtenste, nnd wns wir sonnten nsAr Liebes ndd Onten 
bevor. GrofsmaditigsterKeyser, frenndiich geliebter «HtfrrOhte.. .1Eir.inbe»JBnnn 
Majestits Schreiben, datirtr F^rnnekfnrt, den 7teii Tag MMdi* Nn^fthr. negsl 
Jalurea, allhk Tor wenig Tagqn. empfangen nnd daraus aUeüfbalbffn TeriioMtoen,:'wan breni K^y» 
serlichem Majestatt die sn Uibetk an Sehmfidcnng* ihres nnwchtmissigfih VoAabcaa «dnr NarH^ 
sehen Segelation mit Ungrund haben T.erbfingen lafatn^ ^^^ dafs.wir uns nenüsker ^dft 
~ standen, sie und andere ihre Terwandte StMt^i Böinelr nndJiinwnlMer, an'der dnseh 
von nnerdencklichen'JUirQ^aU Zeit geSbter fireyerHandtMesmag fir TorkergelM 
fener Warniings-Schrifflk gewalteamlieh abanhaHen, .nnd ek sie wdl dngegen ihre NoOdaifl* 
schriiftiich bey uns fnrgowendet, nnd dabey inaoiidtfribeii TmEmeldsn Jofsen, dafli nnssre Vnrfbh* 
ren seibot die Bürger an Lübeck die Fahrt anlT die Benfsen unneshhMknt bU Mosenn «id 
Nengarden yn gebranehen^^privilisgirt, nn^ drauff di^nstttoh gebetettf elo'dnriker ntdrt «H be- 
schweren, ao hatten wir jedoch, solches nUm nngeanhtet^ eteüdie ihrb ficUib intt ^mtf ein- 
habenden Gütern dnndi unsere bestd)te Anslk^Bsr in der See iberweltigen, Mch Mnirnl Mn» 
gen^ etnKche Güter daselbst ausbenten, nnd dte übrigen m 8teekh#l«i IMngen und si 
Händen nehmen, auch an milde mit den daranff ; gewesenen KnniP*^ nnd IfehtBkniten 
kfsen, dafs eteM^he darüber fai Kranckheit geblien, etnUcte ab«r gar «estonben, mit 
Eures Keyserllcbes Majestftf gant« faenndüchem GefaHcn und BiffOkm^ inaUmrikt heriehl 
worden, dafs alle nmbUi^ende HerradmCken fmd nnsdre Düterdinntti sdhsten aii* der ft«y«n 
Schiffirt in die Mo^oan Jftn nMhr, eis vor jemahls, giänranditen^ wle'irarii a 
derikdie deAalben erlangten Sahria eondnotis veigünlenraneh woU etididien LflbhNtaB 
sn vergönnen aufsbothen^ und Bure Keyserlidie Bfajeatit Je bey rich/nidrt biUig emcfateü kottleni, 
dab die Handtthiemng anff frey^ offener See. Jemaüds aonderttek denen, #o iderfaaHbsnprivfl^[irt, 
abgeatrieket werden -solte, ^wlr weiten, in Betrachtung: jetst gemddtet^ Ilteacbeit, midi,' dnfii 
Keyseritehe lli^estft Ihre voiig^ ayrfsgegaavelie Bfaüdate aid%dioben^ riidM allMn flUr 
menen Schiffe mad Güter «dmen^t.wiedev folgen, aondem andi lia nnd ilm BBt-Yenmadtani 
an ihrer SdbMbbrt nnd Gewerbe- Uebnng UnfÜr wdler nidit ivetUndem, vMmehr nulT flv 




diettitKtiliet 'EiWeien, bey titctt hü i gdMr y eliteii Gefcrattcten, hab«ii4eii^Pr{iHlIe{[pfefi tfnd Freybeiie« 
gvraliig Meibea kttea, «aa tiiek in der Mafseii fk^enndlfoh und gnttwiilich er<ei|^«n, damit Eure 
KefMiÜcbe^ Maje«Cit äaupt den Ohiir- und Ffiraten, «ueh audern Stand^ii des Reicl» Tentacber 
Natfoii drob apttreo moebten, iiaffa wir, wicT Ton/unseni Vorfabren^bifsKer geatbeben, mit Eurer 
KejterUehe» Majeatit «nd den Reieha-Bdiideii ^te terträultebe Nadtbarscbafft au erhalten ge- 
adft, üint nnd'lnllall aotehea* Sefar^bena in die länge aölehea weiter vermeldend etc. 

Ob wir aber woi* wkk% iw^eiffMn, ea werde bey feurefr Keyserliehen BfajestSI nnmebr der 

SM uaaerBabt/CSanlaler nnd lieber getreuer Herr Nicotaus OHideni^ern änlcommeh, und 

h «aaere ibm anfcrJegte Werbe, darunter denn auch diesea Artidcula beatindig 'gedacht/ mit 

QdNifar entdecke tbaben: 80 haben wir doch nicht uttterfafaen wellen, Eurer Keyserl. Majeatät 

•äff ihr jetst gemeidtea an nnft ergangeneaSiBhrefben wietvoU freuhdUcfa c« antworten/ DndweH 

teelbige Handinttg Lytand mit belanget, welcher Orieai etatiobe wir ili nnsem Schuta genom^ 

Man: Alfa hdben wir Eurer Kqrserlkhen Blajeatit einen kurtnen BrielT, In wafaer Gestalt das-» 

selbe geadidien aey, au geben nl^litlg erachtet, und iat jedermann- dieser Orten gants Kund^ 

and kennea dlcStinde in Lyfiand aeibat i^leht in Abrede aeyn, dafe hierüber je und allewege 

Üelinige und Regenten der Sdiweden Reidi, sowoU audi unser 'geHeilter Herr Vater €briat» 

Kchar lehUakier Gedechtaife, aich Arenndttdi, fffedllch und nadiliiatlich gegen den Herr-Bfefater 

and Lande au Lylland, dieweit aie dem Heilig«! Rftmladien Reidi Teutecher Natian eingeleibt 

geweaen, rerhaltbi, welchen wir denn gleicher Mafaen su thun gesonnen waren und im Werde 

baaeuget Venu wir unter andern vielen Outtbaten noch ^ürtaücb hiebev^r die Beförderung nicht 

ahn grause Beschwerde bey unaerm Herrn Vater getban, dafii aie abff Ihr Bitten, das aie da^ 

attU Ontai, na Errettnuf der^-Lande «itt einer gm^ atatHiehen Summe Geldca faetten mHgen 

mateekt werden. Wie wir aber dadurch gefahret^ werden Eure KeyseHiehe Majestät hernach 

fanebBMtt; dab wir auch den Landen sum* Beaten einen Frieden hef den Moscowitem su er- 

haken, nicht wenig Cnkoat und Fleira gewendet, auch erhalten, da aie Ihnen nicht selber wirea 

im Ltaht geatanden, und alte Handlung so liederlidi in den Wind geachlagen betten. Alfs wir 

aiwr ron gedachten Herr^Bleiateni Ton Jaltfien an Mir je m^r cum Unfrieden gereitaet, dafa 

rie nealiah, vor B Jahren ungäfehr, da aie nch auch den Moacowitera an befahren , «nfa umb 

^Bilfc anmffeten, anch von nna nach vielen ihren Verheilbungen, waa rie fdr alch dabey thun 

wotttaa-Vcriangten, thKten aie daa bey nna, da der Moacowiter und ea aum Tjreibn kamv dafa 

sie ^Ikm «naer Wifaea^mit ihme einen Frieden unfrichteica, und ifefaen une nicht allein wieder 

ihr OeMb4, da wir nichta mit den Reufaea l4r una, aondem Ihrenthalben an thnn^ in der Q^ 

lidir, aondem veriietsten auch den Fdnd nnd^atirckten Bin mit Gewalt, Munition, Pulver, Pro^ 

vfaat aad a^hrem Voracbnb wieder uns. Zum andern, da wir in jeti|g«r Salt VefatHie und Be- 

dcack unaera Herrn Vatera dahin bewogen, dafs Ihr Majeatat den Lyflündem eine Sunmia 

Beidaa». aÜ gemeldt, voratredcen wollte, befcnde man> dafs nkhta andere darunter 'geaucht, denn 

aaa aaab daa Geld an betriegea, und wieder auffs neue, wie ^ aavor gethan, den Moacowiter 

la bringen; deifleicben iat alle HalffiNichung, so aie bey ^na getban, dahk> gerichtet ge- 

I, wo wir una waa dnlafaen .wi^rden, dafa. aie den Feind fon aich und über unsere Reiche 
möchtea. Zum drittea, te ihaen deraeibe Füradilag nicht gerathea, habea aie offeatlich 
1. Bd. 82 



mnf ihren Strömen, Hafen nod Fahr-Wafier die RenfaeB oder Moacowitaden üjatcilliaBfl», 
Ja aoeh Teutache KaufBente und wie nnaere eigeneii UnterOiaiieai gewallaani aacegrÜM) benaa^ 
men, beraubt, die Reufaen tber Bort gehauen, nnaere Unterth«ien apoUirl wd erberadiah, daia 
aie den Tod dr&ber ieiden müaaen, gefanfen gehalten» Dnrdi weicha gewaltaakae thltige Ha»« 
delung, ao den Moscowltiaehcn anf unaem SirMwn wiederfUuren, der Fekid abh «ndi wiadaN 
umb erreget, den Schaden gleich wie ihm gethaUf tecte drein oonaenUral y/fibm wella% 
worana, da wir nlclit mit aeitigem Bath föigekonunen, an efaier ftffentUahcii Yehde lemmlMi wa- 
ren. Unangeaehen aolches aliea, haben wir nichta gegen al0 ▼omdunen* wollen} tnm aUdn fan 
den Herr-BI.eiatem freandüch begehret, daCi er aich aolcher und ftbertUUfgen Handlangen ea(^ 
halten, den Reufaen da^enige, waa aulF nnaem Strömen entnommen, gintslich reatitnlren UMidUe. . 
Vomemlich dafa fir dafaelbe der nnaem, wekhea Snmma aich dann in TiebnaU lOQO belaafti^ 
wiedetfahren, ohnentgelt lob lafaen, und aich. der andern Beiehwemila, derer wir denn genta 
Tiel. haben, vergleichen weite. Wammb wir dann ihn, den Herr-Meiater» |n der Gite and leti- 
lieh mit Dreuen ersuchen lafaen. . Wie wir auf aolchea kein Beacheid l>ekommen, und niäita nm- 
dera geaehen, denn dafa er.Ton ehier Zeit lur andern TergebUch anffgeachoben, denn nnaar 
aolcher Schad und. Gewalt auf unaem Strömen feindlidier Weiae wiederfdiren, der Maaeowitea 
auch unterdefaen Teraerbet 99A nnaem Qrentaen ao nahe konuneii, dala wir tiglieba Uebei&Ua 
ateta müfaen gewertig. aeyii. .Dyer Herr-Meiater aich ▼an. dem Reich gewendet m|d isfaiM andern 
Herrn aich ergeben« von weichen die nnaem St&rmen mgefügt, aneh w aiohererRuhe 
König 'Reiche und allen umbliegenden Reichen nnd Lindem, auf eii4>etgea Fleiien der 
Unterthanen, die Stadt Reval in nnaem Schuta genommen nnd auadem Rachen' dea Feinde^j 
errettet, und allao ferner, jaeil.aie noch anff beutiger Stunde der Herr-Bieter j|odi der König 
au Fohlen mit una derowegen nicht -▼ertaageiiy.etUidie Hinaer und Orter einbekommen, und ha^. 
ben aolche Länder nicht ?om Reidi^ welchem wir mit aller Fienndacbaft und ^«^^lUi^kett.anA 
gethan, und hinwieder dergleichen gewertig aeyn, aondern Tom Aerr-Mmater, der aidi berattv 
dem Reich entwendet, genommen, nnd da andere Mittel der Errettung Torhanden geweaen» hat-^ 
ten wir una auch ohn Zweiffei andera zu verhalten gewuat Wie dann Sure itejaerUcho tbjßx 
atät aolchea weüliuffUg von nnaem Cantaler nnd Geaapdten vemelimen .werden,' ' Wetlw wir uaa 
dann der Lande,, wie geaagt, dOnSiafaen angenommen, und die mit Höchater Unkoatnng arhl(niyi 
müfaen, und dann die vor Lübeck aich einer neuen Schiffart au Verderb* der gantaen CBJateA 
heit, insonderheit aber unaerer Reiche theila in Lyfiand anneimien wollen, lind wir dadumh nad 
nachgeaetaten Uraachen gedrungen, aolche achädliehe nnd neue Schiffart dergeatalt einanlialte», 
und »befremdet una nicht urenig, data Eureic KejEaerÜchen Mi^eatit die Ton Ltb.«ck m BeUeU 
digung ihrer Banfalligei^ Sachen aieb daf a, jFPrantragen nicht aehenen, davon wir doch einfn bo^ 
atandigen, warhafften Gegen-Bericht leichtUch..darthun können, und mögen denmach Eure Koy* 
aerliche Majestät freundliche Meinung nicht verhalten, dafa nicht ohne dafa vor lieten nndcncfc 
liehen Jahren mit den Reufaen und Anaee* Städten Handthierung getrieben .und Comnumicatloii 
gehalten, Jedoch ist ihnei^ nicht frey gestanden, .nach ungewolinlichen Haffen au lauliSen. Wl^ 
denn aucb^ unter den Städten aeibat etziiche Recefae und Verträge aafigerichtet und aolchea b^jt 
Poen verboten gewesen« Wefiriiea in all Wege biahero von undencküchen Zeiten gelialtea, und 



Ae tremMm dMi m9 Berti imd Wibvrg.geiegeh und nidit weltcTi d» dtm das Outt »üff- 
fmMhi und mch Beriditigvg debon la UetBen BStea von da weiter verffUiret worden. Wie 
aber wieder de Oebriedbe «ad mJIfgptiAUsie Beeefae man sich anterstaadeii, der schadlidien Nar* 
fWbeaFdirt sieh i« febran^en, welAe allen ambllegenden Herrschafften, inaonderbeit nnserm 
lUg-Bciche, Landen, Btidlen nnd SinWehnem n-ihrein merklidien Schaden nnd Nachtheil 
iiffer Naiiffnn; gereldiet, sind wir solche ocbidliche Nädhtheiie, auch von änderen Potentaten 
fcAatane BdUfbrt, eiairastellen gedmngen, drftber tirir in nnserm Reich öffentliche Mandate 
fabUsirel, «nch gegen die LüMschen schiiffk- nnd nSndlich Temehmoi b^sen^ dafs sie davon 
abstehen wellten, mit dem Anhange, dafs wir nnsern Unterthanen mm Nachtheil solche heue 
Nartlaalie S^elntien In kefaiem Wege gedulden ^dnten, denn anch Eure KeyBerliche- Majestät 
▼or etiidhett Jahren nnsem* Berm ¥ater darumb dnrdi Schrifiien offtmahl besnchen lafsen nnd 
fireandtitdi begehren, dafii Ihre MaJeatiLt ndt solcher Schiffari ein Einsehen haben wolte, welches 
wir dann nmb gesetster Ursadien Willen nidit unbillig ins Werde gestel^et Es haben aber 
stsOche ihr» Mitt-Birger, ungeachtet solcher Warnung und publidrter Mandat, auch wieder 
der Stadt Lfibeek eignen YeHiot, sich unterstanden, f&r andere der S<^elatlon sich su gebrau- 
chen und allerhand verbottne Wahren dahin itf fflhren. Wie aber ehi Feind schon dadurch ge- 
steabet nnd wie ailbereit Äbeigangen, ist gnugaahoi am Tage. Nu were su besorgen, da Gott 
dar AHmiehtige nidit sonderttdi gesteuret, es wBrde solch Unglick noch viel wdter eiogerifsen 
aayn, und da wir in Betrachtung solches dies und umb anderer höher Ursadien willen etxliche . 
örtsr nidit erlangt, wdche gldch einer Verbürg gele^n, so würde der Seube - ohn allen 
BivcUfel ailberdt dem Keich was niber aaehr, und in Prenfsen oder Pommern gewesen seyn. 
' Paihaibea wir audi bewogen, aokhen ihren trotsigen Vornehmen an wehroi, und verhoffen 
IhtaUch, wefl der Teutschen Nation sum Hödisten daran gelegen, wir werden in solchen Eurer 
KejiMrBclien Majesttt-und dem Rdch mehr lur Förderung als suwieder gethan haben. Als wii: 
saah geäaddte örter in Lyfland und sonderUch die Stadt Reval eingenommen, haben wir ihnen 
bsf diesen Privilegien an erhdten in Gnaden angesagt, flmeralich weil die mit unsem Reichen 
vsr vid Jahren befreyet, ^afs nlemshl den Lübischen solche Fahrt gestattet worden, so können 
ifc Omen, den Libischen, unsem Untersafsen su endlichem Verderb wieder unsere Zusage 
uMtt geatatten, dafs de die ungewöhnliche Haffen gebrauchen, und die unsem von den alten 
laseraen und Contracten abdringen aolten* Derohdben ist durch Anhdtung der Schiffe keine 
Neasirnng ftrgenonnnen, noch den Stidlen die gewöhnliche HandtUernng abgeschnitten, aondem 
Hb wollea, daft seldie Kauibnannschaffl an die alten «gewönljchen und von Altera gebriuch* 
Bähen Orten su Reval nnd Wiburg gehalten werden möchte, die recht derhalben privilegirt 
seyn. Und, ob dem schon nicht allso wihre, so sdnd auch dieselben Ströme oder Fahr-Wafser 
kebae freye oder offene See, ^er sich die Frembden ohn unser sonderlidie Znlassang gebrau- 
dien honten, wie die Lübischen vorgeben, sondern unsere Ströme nnd Herrligkeit, darüber 
nir Je na woU sn regieren haben, alfs andoe Könige in ihren Rdchen^ und, könte uns je nicht 
mr UnUlA%kdt gerechnet werden, dals wir auff unaem Strömen nach Gdegenhdt der: Zdt und 
irasüsm Bdche ein Ordnung machten, .tiel weniger, dafs wir solche nngewöhn-achädlidie Neue- 
nsf sn wehren Madit haben aollten* Ob die Lübischen auch schon vorgeben, dafs ea unschäd- 



liehe Kauffraanni-Wfbreii Ißwren^ teil wekhem sie dahh 1lafi(leItaB, •• irlfteii «tr i&A Hd «Mi* 
der« dansythan, wie dann aokhea unaer Cantsler and Legit etsttcfaer Blabeii mit £Kc^ wai 
Decumeateii f&r Eure Keyaerlidic Majealit wird beweiaeli koBaen, BenUek data Itiogea-Uatag 
ond waa aar Hnnltioif gehöret, ailon nmbliegenden mm äidiicheU Verderb, d^iReafae« SAge« 
führet worden aey. Dafa sie aber auf den Renfaen bifa Nangarten TOn onaem Vtfrfabren pif» 
vilegirt, ftolchei tat uns nnwifaenUich, kan aber yon nttaerm Herrn Vater oder aenit kriffUg 
nicht geschehen aeyn^ nnd da aie vielleicht von etzliohen fremden Kdnlgen ihn in adMihriaehea 
vnd vnrulrf|en Zeiten waa erlanget, ao doch wenig anff dch haben m&ehte« ao tat doch aolehe 
Renfaiache Kaiifffahrt durch daa Reich Schweden, als aie itat Torgenommen, nie erhöret, weai- 
ger gebraucht und tberichten derhalben unrecht, nnd da auch dieadben etwaa Kraft, wfe wir 
doch nicht geatehen, ni lietten aie sich deraelben, wie wir an eirweiaen, verinatig gemacht, dero* 
wegen leicht au erachten, waa aolehe HochaahUllche und verderbliche Indulte Kraft nnd- Aaa- 
gang aa haben pftegen. Denn aie sich auch ai^ff- andere Termeinte Privilegia, weldie aie vor 
▼ielen Jahren* dieaen Reichen,- da aie in BedrengniTa geweaen, adliat ihrea eigenen CMaUens 
atellen laasen, abgedmngen, die doch aifa welche diesen Reichen und defsen Unteraaaaen sam 
pldislichen Untergang gereichen möchten, von unaerm Herrn Vater, ao darin ▼eradmeltet nnd 
nicht echuidig und verpflichtet au iulten gewesen, rgäntsUch mit BUiigfceit abgetban. Dafa wir 
aber acyadem Peraonen, Bürgern an Lfibeck, aalvoa Condnctoa gestattet, daa können wir nna 
auch nicht erinnern. Wann es ja einem geachehen were, achten wir, dafs wir die Macht liet- 
ten, durch unsere Strome und Haven au verparsborten. Wenn aller jlie von Lübeck aueh in^ 
gemein mit den Reufa^n je gebührlicher Weise au handebi gedaditea, ao were ihnen |levai und 
Wiburg näher, und beqvem/er denn Narva, daaelbat die Renfaen auch woll, gleich antor' ge- 
achehen, kommen, und daa eine gegen das andere empfangen kanten, da man deop, wie aie von 
beyden Theiien li^ndeln, gut Acht haben kan, damit aller achidiicher. Handel verhütet werden 
könne. Weil wir denn in aolchen nichta andera auchen, denn ao der gemeinen jBhriatenheit snm 
Besten, auch au- Unterhaltung unser Lande dienlich, wollen^ wir nicht aweiffeln, £ore Keyaer- 
Jiche^ Majestät werden unsere billige und rechtmäfsige Entschuldigung freundlich vermerdien und 
nicht begehren; dieweii <An das ^ durch solche schädliche Schiffahrt der Ifeind wieder die Cbrl- 
etenheit gestercket, dafs unsere Reichs «Unterthnnen und dann die Ländlein, welche für den 
Reufsen erhalten und für se^ne Gewalt enrettet^ gäntalich verderbet und untergebracht werden 
soiten. Derhalben wir ans. ermelten Ursachen su Verhütung unser Uoterthanen Verderbnng; nnd 
Untergang die schädliche Segeiation .^inea. W^es so gedulden, auch den Lühachen, weil aie 
anderer Irrung halber mit una nodi unontacbeid^n, die Scähiff und Güt^ folgen au hUaen noch 
ein Bedencken haben*. Data wir aber mitden-Scbiff- nndKan^uten ae unmild umbgehen «nltep 
haben iafsen, dattin thun sie uns genta Unrecht; lienn jedermann b.ewuay dafs wir iderer, kniiien 
gefänglich gehalten oder Senaten uns ungutig gegen sie eraeiget, . sondern jedem frt^ ledig pas^ 
airen Ursen, und wdehe keine Zehrung .gehabt, denselben Ton den Oüitvit st Kifil i^ligeo lafaen, 
dafs aie keine Noth nnsers Wifsens gelitten haben« Ob aber well etaliebe deraeltien:.mit Kmndt- 
heit befälleife». etsttßhe gestorben, daran hsbeq vjr keine Schuld, und können nidit. wieder. 
Fälle. Und ob wir woll guter Fuge gehabt hätten^ mit ihnen anders umbaugehen, ao 



Mr ibeh ab elft GhrfsiMdier :ICbifg, tmi.^idk. wir mit üarer KeyserUchen Majettit nd dem 
lindiehcH lUtldb fole WemidUohjiiit w liakeu g^frilUget fleyn» nkht thon wollen, sondern hä- 
ko «M ▼feimehr ^ damit «Hier Knhe. Hebende! Otemfilite >erapiret werde, gegen die Lüblachen 
Otsandten eiUai^,.ao fem rie rieh gegen «unb Nachbahrlieh yerhaUen und Tergleidhcn wollten, 
Aaoi die CNUer and Sehlffe,. so: viel der nni ^«. banden kommen nnd to theuer die anagehraehr 
tea, sa »OffVfeaiten. Wie dann a«dirg<)dadMer; nnter Cantaler das Bnrer KeyserUchen Majestät 
wdter in beriehten wird wifsen,; nnd hoffen, dafs aie hiertiber. gegen nns nieht kSonen mit Bil- 
U^elt beidiweren. Ana welchen eraihltea Jkiirtaen Bericht Eure Keyserlicbe Msjestit (cjeundlich 
absalemen, was ans eratlich bewogen» uns der Lande ananniehmen, nnd waramb wir die Lübi- 
schen Gf^r angehalten, nnd w^fl wir denn fliehte förgenommen, ao dem Belebe auwleder, son* 
dsra oatbAejgäiiglieh haben thnn mitrsea; J3o wollen wir genta freondlicfa gebeten haben, Eore 
KeyserUehe Majestät weiten aveh solelies nicht anders, als, im besten von unf geschehen, aulfneh- 
aeo, and^hinAhro solche scMd liebe Segellution der Lübiachen abschaflan helffen, ihnen auch in 
ftiea anMItIgea AiAringen kein Statt gebw* demi wir sind Bnrer KeyserUchen M^estat frey-' 
willige Dienate «ad angenehme behagliche Freqndtschairt an erseigen willig,' dafa Eure Keyser- 
Vehe Majeatit «ampt denf CSrar- und Fümten nnd Stünden defs Reichs erep&ren soUen, dafs wir 
fiar^r Keyaerlichen Majeatit und denselben dasjeuiges waa .anr nachbahrlichen Friede dienet, an 
Mttea genta geflifsen aeyn. Womit wir fSure Keyserllclne Majestät den Schuta defs AUmächtigea 
SV aller glftcUiehen, negUchen nnd langwierigen Regieruqg und Gesnpdtheit au erhatten befehlen, 
ftatn« Weatemera den 5. Marti] Anno IQOt. 

Saer KeyaerUchen Majestät freundUcber Oheim ao(^ Freund« 

Ericas der Yleraehende. 

HieraniT verantworteten aidh awar die: Lübischen« aber erstlich den 17ten Septembris, nach- 
dem :sie bereits deni Könige Erich den Frieden auifgesaget hatten, welches sie denn den let»- 
tea Juli} augleich mit dem Könige reu t>eiineiliarcken, Friderico dem andern dieses Nahmeüs, 
au Stockholm thnn lafsen. König Erich hat den Königlichen Dänischen Herold, welcher den 
Krieg ankündigen sollen, aber darüber verstummet, und weg^n dea Königs Anseheiia erschrocken * 
werden, frenndlieh angeredet, und nnr /uy^veraagt aeiiiNQewerb abzulegen ermahnet Die Lübi«- 
leben Abgeordneten aber hat er/inwördig geachtqt, vonihme gehöret an werden, und sie auif 
das Kaht-Hanfa au Stockholm bruigen Jafseii nnd an.den|laht daselbsten verwiesen, mitVer- 
ariden, dafs Könige den Können und Rjirger den Bürgern den Krieg ankündigen müfaen^ Wel*- 
cbes die Lübischea nidit wenig gescIwBafzet 

Dkser angefangene KriegvaMtl>t|nnenpmekenhft aneh denllerta«« vouFhinhind, ^phannem, 
das Könige Br«derf..1lilewoll npa€iie|dfg:.g«ti^ei|. Deqi^.iareil der König vonPohlen sich wiedjer die 
Creii SiAweden v^andeii hatte,^ argw^^h^e^ König .Brich, dafs aolche^ mit Wllaen des Hertsog^ 
.lohattniaigeschehen^ oder da/i^. er in aelbiger yerhündnis müfse intrefsiret seyn, weil er der 
Sni« V^en .efaae.ao aosehjaliche JBuqwp:J(M4<^^0x«estreGkßt und den König, seinen Bruder^ 
idite geivarMt hitte> dad^di.Herjkaog Johan^iea von dieser Handlung nichts gewuat Zn.^ 
dem jBel Kenig. Erieh auf die G^da«eken,. dab,|Sr: ihm. i^ich dem Reich trachten :mürse, und 
sich aa dem Ende in einem liönigUchen jGhmff verehellget bette, nnangeaehn solche Hey-Rath 



»4 • 

nicht ohtie seinen Vorwifsen nnd guten Willen rbirgenottinien' und gfstchloften worden, to fer- 
mehrete auch dieses sein Arg-Wohn, dsFs Hertsog lolisnnes, ils ein Fflrst nnd Vennuiter den 
Reichs Schweden , ans den feindlichen Orten firey jmd ohne ebige Anfechting weggehüMB mat^ 
derhalben forderte er von seinem Bmder seine üi I<frfland habende Pfand «Heiver naCer des 
Schein, solche für die Reufsen su schfitven, nnd mödite nicht helffen, 'was der andere flm ge* 
bethen, von solchem Begehren abzustehen. Wie es nn mit DKlinemanien snr ofRenttldien ¥edhe 
geratheu, konte König Erich nicht glauben, dafs Hertiog Johann nntevdefsen wftrdo sttil 
«itsen, sondern vielmehr, dafs er entweder In jMbiem Chrofs-Fttratendumb Finnland« oder hl 
I^fland, da er nun bereits einige Festungen ein' hatte, etwas tentiren dSrllle. 

Sothane böse ungegründete Muthmafsungcn brachten den RSnig endlich dahin, dalb er den 
Hertsog durch einige Krieges- Völker au Abo belagern lafsen, welcher, well er keine HtMbg^ 
wertig geyn konte, sich den dritten Tag daraulT ergeben, nnd wurde nebtt seiner Gemahlin nnd 
Leuten gefimgUch nach Stockholm gebracht: Woselbst er auf defe Königes BeCdil durch oeine« 
* geheimen, aber bösen Rath und Secretarlum, Jürgen Person, iür das Stadtgericht su Stock* 
holm, welches er seines gefallens mit theils einfiUtigen, theils parteisdien Leuten besetst hattei 
gestellet nnd etlicher ungegründt-erdlohten Sachen halber mit allem Ernst verklaget, ungdiört 
nnd auf falsche Zeugen aifs ein Verletser KönigL MaJ. sum Tode venurthellet. Und wiewoU der 
König oift von gedachtem Jürgen Person nur Execution angereitiet wurde, dörffite ers dennoch 
aus Befahrung eines Anffruhrs nicht wagen, sondern liefs sidi damit vergnügen, daCi er dea 
Hertzog seiner Güter und des Erb-Rechts entsetset. In Verhaffk hatte: Worinnen Hertiog Jo- 
hann sampt seiner Gemahlin gantier 4 Jahr In oiltermaligen Lebens -Gefahr anbringen müfseii. 

Des Hertsoges Völcker aber, sind mehrentheils (ausbenommen die Teutschen, -welche den« 
noch übel gehalten und t^ctiret wurden) .unverschuldeter ktt(^cher Weise theils gekSpffet^ thdia 
gerädert worden. 

Zu derselben Zelt ward Karekhans, des Hertsogs Johannls Pfahd-BSIttser ebies, fon 
des Königs Erichs Krieges -Voick überraschet Etdiche Wochen darnach 'kamen de ftbrilgen 
Pfand -Häuser wieder fai der Pohlen Gewalt, folgender Gestelt: Es hatte Hertsog Johann, über 
alle diese Häuser einen Namens Johann, welcher sich vor einen Graflen von Artat aafsg^ 
geben, aber nur unehelich vom selbigen Stamme gebohren, sum Stetthalter rerordnet; 
als er vernommen, wie es seinem Herrn ergieng, und dafs er vom König Erich nebet 
Gemahlin nach Stockholm gefenglich fai langwierige Cnstodien gebracht war, nahm seiner Cto* 
legenheit war nnd practicirte er mit dem Moscowiter daMn, dafs er ihm derselben Pfand-Hhi- 
oer eines, Helm et, erb- uud eigenthümüch verschreiben nnd dabey sehütsen solte: da hingegen 
weite er dem Moscowiter die übrige Fünffe su seiner Hand IfrfenL Solshes desto befSMr fnn 
Werck lu richten, gab Er seinen Unter -Hauptleuten, welche von dieser VerrMherey nIAti 
wüsten, SU verstehen, Ihr Herr were gefenglich nadi Schweden gebracht worden, weite sie 
mit vielen umbschweiiTendett Worten su solcher bösehThat belPeden« Alfa sie slieriieiS' 
liches Vorhaben vermercket und der Reufseir Ankunft vernommen, vrurden die Rttnfben 
theils mit diesen unehelichen Graifen aulF Trickafien' gehftien, die tddem aber «nit dem Qe» 
schüts feindlich abgewiesen. ' Darauf er von den Teüttfcfaen auf dem Hause gefim^ genonunen 



li^ mA &ifie fofahrH» ^ .nuaflia BltttvodiM for Wdotchten nit giuenden Zangen ge» 
lltMi und besebst etUabea «ebeil Helffern »nf 4 Ridem ^Bieget. Er hatt sonst viel gnte Gaben 
■ai afai' gr^Cwa Aiiaebn wagen aebier Eriega-EilUiniög bej minni^fcben gehabt, wenn er nur 
sakhe iddit ao achindUah angewendet bitte. Man- hat an ihm ein Exempel gehabt, wie lieb. 
jbi lieben aey, vtEiea er« aelblgea an fristen, ai^^b erbebten, sein Lebetag an einer eisernen 
Ketten wie ein Hnnd m liefon u4 nw Waber and Sr^dt m frersen. £s hat ihn aber so gut 
aiflht werdm magen» 

Den isten JullJ belagerten die Sehweden daa Hanfs Hapaahl, welches dem Hertzoge Ma- 
gao sihorete, nnd naidulem sie ea fast 10 Tage beachofaen, die Hapaalisehen aber lieine Ent* 
sefemag an Terhoffen hatten, ergaben sie sich aeiaptlich anff dem Banb, als Capittel, der Bäht, 
ftittaadiaffk und Bürger, doeb mit Welfrl^ Vorbehalt, den 7teii Augn^ti, daraulT die Kriege»- 
Vöickar (weil die Stadt noch. Papstiseh war) d^ Thnm-Eirehe beraubeteo, alle Mefsgewand und 
Kirehen'^teacbmiiide an Monstxantaen und Kelchen nach Reval gefiUiret, imgl^chen dieGlodcen, 
dtfon de grob Geschüti giefsen lafsen« Die. Thom- Herren liefsen sie ihrem Begehren nach* 
pttdren, nahmen aber die Hoffe ein und besetiten es mit Krieges- Yolclc. 

^Unterdelaen rüstete sich der König in Fohlen wieder £e Cron Schweden, und brachte ein 
itattlich Yokk von Tentachen und Fohlen auf, welche an Canna in Littauen gemnatert wör* 
den. Weil die Sdiwedischen Kriegs-* Yölcker^ etUcbmmafsen Knndtschafft hatten, eileten sie mit 
den Geachütze tou Hapsal nach Reval. AUa aber die Fohlen etwaa lange verzogen, rückten 
sie wieder, unter Commando dei Schwediachen Feld-Obristen Ako B engt söhn mit dem 6e- 
sehftta für Lohde, welcbeaanch demHertaoge Blagno austiUidig war, und belagerten es: Nach« 
dem sie aber 8 Tage davor gelegen, das Hanfs beachaiitaet und besoboften, drungen die Fohii- 
sehen Krieges -Völdcer herao} derowegen die Sehwediaaben, damit sie nicht an beiden Seiten 
iraa den Feinden mochten nmbgeben werden i die Belagerung den 30s ten Septembris aufgehc^ben 
ead aiah daran begaben mit Nachlafinuig etliober Stücke, netunlich 4 Manche, 1 Hund und ein 
Siiigerin, derer aie etlicbe gesprenget hätten, etliche aber noch genta wahren ^ die gerieten den 
Fohlen. in die Hände und wurden nach Big« geführet Wehrendcu* Lodischer Belagerung kamen 
eiB%n Reofaisohe Legaten« so vorigen Jahres nach Denuemarkeit gegangen waren, zu Arensburg 
•af Oeael an, welchen ein HauffenReufsen umb desto mebrer Sidierheit willen aus den Reufsi- 
leben Beantsnngen entgegen gesandt wurden. Ea ist leicht au erachten, wie diese, da sie gese- 
hen, wekhc^ Gestalt die beyde Fotentaten der Cron Schweden und Fohlen einander in die 
Bsar lagen nnd eich ausmergelten, aidi hierüber werden gekiitzelt und erfreuet haben. 

Im Ootobrl schiokete der Hertzog yon Ciihrland,, GoMhart K eitler, welcher als Feldherr 
die Folniaehe Kriegea-Macht anführetet etliche von der Reuterejr voraus nach.Leal, dasselbe zu 
überraschen; diese eilten stracks nach dem Hanfs zu, und wurden von der Schwedischen Besatzung, 
dfe nicht andere vermeinete, als dafs es ihre eigene Leute von denen, so vor Lohde gelegen,. 
Wären, ungehindert eingeiafsen, und gerieth allso das Ilaufs den 5(en Tag obgedachtcn Monahts 
in der Fohlen Gewalt Weil es aber den Fohlen zu weit abgelegen und sonst keine Festuiig 
wieder Gewalt war, der Fürst von Cuhrland aucli mit aeinem yoick Winters halber wieder zu- 
rteUDehren muste, und es derw^en zu erhalten sich nicht getrottete, verschrieb er die aufs der 



Wyck vertriebenen Bdelleute, so sidi auf Oeft^i «nfthlekett, nd«li> ifo wiedttrtolnmen'niid iti 
HtüPs ihren Herrn Herlsög Magno zite beitetrekintehtiieiii und fceaiMii'telteo,. welehoa aiMk la 
ihren Un^J&ck geachahe. Denn ab der HeHaog von Cuhrland' mil der Poinischea Kriegea-Mäeht 
abgezogen war, rüc&Lten die Schweden wieder Tor Leal, belLamea das Haefa ein, rilwd aie. Area 
]ttnth küietcn, und die daraufr belliidlielie^on Adel, afrii^ StetrJ^h FarettfabachTan' H^eifaer^ 
Cla«b Aderkas, Otto Tan Oylsen, Rainrleh Lyve^n^^Raial^ot^ fliarek^in, Jtrgea 
Uxkal von Confer, Johan Farensbach von Ddenkylla aud Jac;oh Tilfera gebngea 
nahmen und nach Schweden schickten. • 

im Zurttckzuge mnfste der Herlaog von Cuhrland mit seinen Yalok Peroau vorbejr: .dera^ 
wegen' versteckten aich etüelie Schweditiohe Knechte in die WUdnfttaen, den Feind an&ttpaCMBi 
Wie nn dev Bui^graff Heinrich ^^oiiDohn die Vörlroppe 'fakrete''and aich keiner Chfthr 
b^rehtete, würfe er von dnens Schwedfaiehen Knechte aus dem Wald gescliofseni daTs er den 
tlatea Octobria Hey Godeiiianna-BaxA gestorben und an Riga 4ea danrniT folgenden &tea So» 
cembr» im Thum begraben. Sein Todt n^rde sehr beklaget, albo, dala die Fohlen lieber allai 
Preia, den ^e vor Lode erlanget, als diesen Herrn gerolfset. 

Weil dieser Zeit ein Reithsta^ in Pohten gehalten wnrde, fief« sich der Hertaog von Me- 
okehiburg auch daseibat finden, unrf» wegen. aeiuoa Bradera, Hertaogs Chris to ff s, Erledigaag 
ans dem Gefengnis, sowoll aeinfea jungen Sohhea Sigiamutidi Augusti Saeoefirion am Bria- 
atilR Riga zu sollicitnren* Bekani zwar anff beyde Poncten gute Vertröstmig, aber ^weiter 
nichta. — Selbigen Herbst kam eine gantse Flotte Lübscher Schiffe zn Narva an, welchen iwalf 
Schwedische Schiffe auf der Ri&ek-Re;ae aufpafaeten, und traffea aie unter Hodi-Ismd an, 
brachten s^s davon, Ae andern aber entkamen and lieffen wieder nach Narva* 

Im Monaht Movembris kam eln-Schwediadier Abgesandter, Heinrieb Btatssohn*, wdahar 
einige Zeit von König Erichen nach M osaau geschickt war, wieder zurück oiit Beridit, dab 
der Grofsfürst nieh^ - ungeneigt were,- mit der Cron Sdiweden gute Freundtsahafft mi pflegm^ 
und dtoowegen begehueC htette, dafs der König g^en den aächatfolgenden 6ten JamariJ 
grbfbe Gesandtschafft zu Am abfertigeB wolle« Woraaff Kdtt% Eriob den 8len I>ecem>ria 
Cnrirer mit BHeffien an den Grofsf&rsten sandte, darinnen er isich we^n dea friedUdien Erbie- 
tena bedanckete, und erböte sich, gleidier Gestalt gute Nachbaraehaffit m halten« -Wegen der 
groben Gesandachafft aber, feil ea apit im Jahr war, bq^ehrte der König,» data der Grofirffaal 
lafnedett sejn wolle, Mfs ea Ihm gelegener sejn werde, solche abzufertigen, und unterdefsen 
seinen Wofwoden in Lyfland befehlen, dafa sich selb%e friedlieh gegen die SchwedioGhea Un* 
terthanen verhalten mochten, geataltaam er aelnen Befehlshabern, dofsgleichen gegen die Hoaoa- 
witer zu Ihon, anbefohlen, damit sie unter einander aicher handehi mid .wandehi köatenu - 

Im Majo aber wur.de Herr Isaack Nilfsen Bannier nebat Herr Hana Larfaoii an 
Ifsnis und Secretario Fran\z Jericho nach Mosoau abgefertiget» wel4^ den Stülataad aal 
^etlidie Jahre veriängertep. 

Des niechstfölgenden ffinffsehen hun^^rt vier und Sechzigatea Jahres Im Winter belagert« 
der neu ankommene Schwediscfie Feld>Obrister, Herr Henrich Clafaon Horu zu Kareknai 
Ritter, daa Hanfs Lode, so suvorn der Fürst von Cnhrlani von der Belagerung den Herrn 



. I^ke BeagtsoliBi befreyet hatte, ^ und bekam m durch bng^wierige Belagerung ohne Q«- 
ivhttts ein. 

MitUerweileii Uef Heinrich *Düeker»defl Clafa Karsel^ Lfentenant, mit eilichen sdnea 
Cansorten heimlich über au den Polen mid schlug aich zu Caapajr Oldenbockum, unter de«^ 
•Ol Commahdo er 200 Mann in Pferde suaammen brachte, weiche umb Lemael und da her-' 
aaib seratreoel und ohne Dienste sich aufhielten. 

Nachdem Lode, wie pbge^acht, eingenommen, begab sich* Herr Heinrich Clafson. mil 
linr Armde des Weges nach Oesel; Wie er aber au Werder ankommen, und die Armde in gan- 
ser' Schlachtordnung nicht über das Eyfs bringen kondte,. kamen unterdessen etliche Oeselscfae 
Abgesandten von Adel au ihm, anhaltend ^ dafs man ihrer, umb des .Christen^ Bluts, if^erschonea 
■odite^ weil sie gewisse Kundschaffl; erlanget, dafa es mit der Frledenshaudlung zwischen be;- 
. derseits Könige in guten terminis stunde, brachten auch damit so viel zu wege, dars Herr 
Heinrich Clvfson mit Ihnen einen Stillstand auff 2 Monathen schlofse. 

Balt darnach schickte König Erich seine Legaten, Graff Peter Brahe, Secretarinm Oloff 
Larfson, und einen teutschen Secretadum, HjBnricum Johannis, an den König Ton Pohlen, 
amb Friede und des Herzog Christof fern Ton^Meckelnburg Erlösung zu handeln. Dieae ka- 
men umb Martini unrerrichter Sache. wieder zurück, weil König Erich den Pohlen, nach Bq- 
gdkren, RevaJ und die andern inEhstland eroberten Oerter nicht abtretten wolte. Nicht desto 
ireniger versprach der König aus Pohlen, dafs er seine Gesandten nach Schweden abfertigen 
^ walte, welches aber darnadi nicht geschähe. Im Jülio begab sich der Schwedische Gubemator, 
Graf .Svante, nach Schweden, an defsen Stelle Herr Heinrich Clafson Terordnet wurde; er 
schlag es aber hdfffich'ab. Darauf wurde der iuf Weifsenstein gewesene Stedthalter, Herr 
Herman Flemming, von dem Könige zi^m General «Statthaltern zu Reval gesetzt, weichet 
zwar selbigen Herbstes dis Ambt antrat, bliebe aber nicht voll ein Jahr dabej, sondern kehrete 
wiedemmb, auf des Königs Zülafs, nach Weifsenstein. 

Im Anfang Augusti-Monaths gerieth ein Schwedisch Orlog- Schilf, so vom Ungewitter unter 
den teutschen Boden getrieben, und darauff Bengt Raäff Häuptmann war, mit 8 Holländischen 
SdiilTen, so mit Saltz nach Narva gehen weiten, zusammen, und bezwang sie allein, dafs sie 
Hub nach Schweden' folgen möfsten. Selbiger Zeit wurden auch 8 Lübische Kaufifahrer, mit Nar* 
▼bellen Gütern beladen, ein Dähnisch Orlog- Schiff, der fliegende Gast geilfandt, und auch etil- 
die Bojorten Ton den Schweden erobert. 

Selbigen Jfähres hat sich ein gottloser Ehstnischer Baur bey der Kirchen zu Küsel und de- 
rer Orten für einen 'Propheten Gottes aufsgegeben, und gelehret, dafs man nicht mehr den Son- 
tag, sondern den Donnerstag heiligen soite.' Dieses ist ein alter, in diesen Nordischen Örfern bey 
den einfaltigen -Leuten eingerifsener Aberglaube, von dem alten Abgott Thore, welcher auch, 
wie idi im -ersten und dritten Buch erinnert, allhier ist angebetet worden. Damit aber dieser 
Bdiaick und Böfsewicht solchem eine neue Farbe anstreichen möchte, hat er forgegeben, dafa 
Gott einmall in Noth gewesen, und hätte alle Tage in de^ Wochen umb Holffe angeruAlen; Hs 
wete Him ab<ur sonsi kein Tag zu Hülff kommen, ausser des Donnerstages, derowegen er bllllcb 
JMUger, ala alle andere Tage solte gehaften werden; dem von den anderSPBhstnischen Bauren 
*I.Bd- ' , • SS 



iroFser Bejfall geschehen, weil sie leider n dea Zeiten nodi wenig in Oetica Wort nnt«rrlAiei 
und gegrfindet wmren. ' . 

Sonaten ift in diesem Jahr wenig nurelcwfirdigea dieser Orten vorgefallen, ohne dafs Cri- 
• toff, Marggraflr su Baden, im Deeember mit adner Gemahlin, Fma-Caeeiiin, 4^ KMjga in 
Sdiweden Brici Schwester, Ton Stockholm sn Revai ankommen,' nnd dch den Winter an 
Reval und Pädia anlTgehalten, |;egen Fastnachten ober folgenden löOSaten Jaiirea dnrch Ljfllandf 
Prenasen, Pommern nnd Meckelnbnrg nach aeinem Lande gesogen. 

Anno IS65, den Maten January, wurde Herr Heinrich Clnaaon Hörn anPs nene man 
Gnhernaiom nnd Kriqp-Obrbten oder Feldherm in Bhst- nnd Lyflnnd Terordneti denn es 
lautet aeine Voihnacht nicht allein fiber die Ehalniache Oertcr, aondem nndi ftber die fSrte- 
biachöiriichen Henaer nnd Gebiete, weldie der Hertsog Chriatoff unter der Gron Schweden^ 
Schnti gegeben. . . 

8e)biger Zeit handelten efaitge Yerrlther TOn den nhgedknckten Hoffleutensu Pernnn, 
nebat dem B&rgermeister Vegesackt ^ Geheim mit dem FAraten ron Cohrland, dafs de die 
Stadt den Pohlen übergelien weiten, welchea der Hertsog sn Danck annalun, und fertigle dn%e 
seiner HoflFleuten anff benannte Stdle nnd Zdt su dem Ende ab, denen es audi den Maten 
Aprilia, Sonta'gea Qvaslmodogeniti, des Nachts gegen den Montag, folgender Oeatdt gdungens 
Ba waren von obgedachten Gesindlein dnige su Pernou nachgeblieben, ' weldie in Srfdmng 
kommen, dafa der Schlüssel su dem nechsten Thor bejm Schioase bey einem Rathaverwnndlan, 
Nahmena Clsua Zlnte, in Verwahrung war, welchen er mlle Macht an sein Bett nn 
pflegte. Derhalben atelleten aie du Gaatboht an bey gedachten Ratha-Yerwandten, 
delidcht' fon dieser Yerritherey nichta wi&ate, unter dem Schein, ala weiten aie ihren 
den «in .Valet anrichten, und luden daso die Vornehmsten der Stadt Pernan, ndwl den 
Schwedischen Befeblhabem, die aie yoit tractireten, ala welche solchea theur gnug mü dem 
Halse besahien aolten. Demnach nu der Wirth dea.Hanaea und die andern voll besecht woran, 
begab sich ein jeder in seine Behauaung, sich keines hosen lic^orgend. Den Veitilheni aber 
war kein Schlaff noch Trunck su Muthe, sondern trachteten nur mit Fldfs dahin, wie de den 
Schlüssel von des Raht- Verwandten Bette unvermerckit bekommen, und die andom Giate nril 
einer ▼errahtllchen Behendigkeit einlafsen möchten: Als sie nun den Sdiiissd weg hattte, nnd 
die anderen HoflTleute, welche denselben Sonntag 12 Meilen von Salia bifa nadi Pernan gerit- 
ten, verhanden waren, öfneten diese Schlikssel- Diebe die Pforte und liefsen die Pelnioehcn 
Reuter einslehen, wdche allao der Stadt mSchtig wurden, und die tmnckenen CHate snr mmig^ 
gdegenen Zeit auffwecketen, die nicht wüsten, waa Torhanden war. Die angekornmenen Heff- 
ieute nid Reuter nebst den Verrithern muten den Teutschen su, de selten still aeyn, 
aolte kein Leid wiederfahren: der Schweden aber weiten de nicht achopen; wie aie denn 
derer über Hundert niedermachten und etliche bey ihren Fraun und Kindern im Bett 
•nd eratochen. Der Statthalter, Anders Pe'rfaon, einer von den Liiienhocken, war 
nicht auff demHaufs, aondem im Hofe su Ande)*, den bekamen de gefangen,-nnd aehickten 
eratlich dein Bertsoge su Cuhrland und folgendea nach Pohlen. Die Schweden, ao ««flT 4 
Haufa waren, braute dleStficke auff de lofs, und erschofsen ihrer viei^sanipt ihren 



iter Cmwtu ▼•« Boie, cfaai MUftnischeB YimAdei, welcher Jahre« niiF«r idieliiifacherWeitf 
teil den Sdkweden entiiuffeB war, warfa Fear Tom Scfalofe im die StadI und ateckCea Tid 
HiMer an. Aoff tem SdiJofa comnaodirte Ol^nff HSekeDrson, ein Sehwed, und Rfitferl 
■•■da, ein Teutaeher) und erUeltena bey aecha Wachen, betten ea noch wohl Knger hdten 
UoMS, wenn ea Ihnen Rmat geweaen; Weil aber 'der König wieder die Dähnen im Felde lag^ 
ind ale ao- b n We nicht kirnten entaetset werden^ gaben aie ea elme Noth Terloren, und rioneten 
wf den Pfingatfebeod, ao den Uten Jani}. einfiel, den^PoIen ein. Allao gerieth Pernan aampt 
vielen Gead^its, ao ana Bdiweden dahin gebracht werden, liederlicher Weiae in der Polen Ge- 
walt; doch nn. geringen Vortheil der Plsmanlaehen (wie hiemechat aoll gemeldet werden) , derer 
awar die m elden wohl möchten nnlcfanldlg geweaen aeyn^ dennoch aber dnd ihrer etsHche ge- 
w ma n » ^Ue daa PoUniache Geidt, ao 4en Verrttbem angeachicket worden, an atch gewecliaelt, 
and iknen 8eb#6diaehe Minne wieder angeatdlet, damit die Sache nicht ^enbar worden,' nnd 
fie Schwediaclie Beaatanng^wegen dea PoUniadben Mftnsea kdn Naddenken habenmöchte; Zu- 
dem hatte 'obgedaebter BArgermelater mit dem Füraten yoil Churland kum snvor heimliche Un- 
tairadttag gdMbt, derowegen der Herr Qubemator die Pernäuische Befehthaber gewarnet und 
b ü idiei , dnb «ie den Bnrgermdater Fegeaack nach Reval achicken adten, welchea aie, ent« 
weder dafa aie um nnachnldig liidten,,eder ana Naehlifaigkeit, lu dea Reidia und ihren eigenen 
Bcbäien verainmelan. Wie die RenCwn aokhea In Dorpt vernommen, führeten de alle Tent- 
admn aaa der Stadt, gleid wie ea sntoin dnmabi geschehen, nach Moakan. Denn de be- 
••Igten deh| dafa die Teniacben daaelbat dah eben defaen wieder die Renfaen unterstehen wir^ 
dan, ala die Petnanacben wieder die Sdiweden gethan. Auch vertrieben die Schwedische Re- 
ganten einige Wittenatdniache Barger ana der Featung, weil aie dch snvor Terdachtig gemacht 
hdten, dafa de dcht.gat Sabwediach wären. 

Die Pemiuadiien Hofflente aber mckten daranff in Harrten und lagerten sich 3 Hdlen 
f«n Reval bey Tödweabrdcken, plvnderten daa Land umbher, llefsen dch auch bUsweilen 
unter Reval aehen. Solchea trieben d% Ufa Andreaa Nilaon, ein Schwediacher Rittmelder, 
adt fIM' Rentem und dne Gempagi^le Fua-Vdck ana BiAwedea ad^am, da sogen aie lirieder 
sunkke vaeh Pernan, und alerckten dch «Uda jntt th^lls nwl contanten nnd jnngen Leuten von 
Add nnd Burger-Söhnen, ao rieh entweder ans Racbgier, oder jagentlicher Cnvorsichtigkdt, 
ftnen sn folgen, bereden' liersen. Zu diesen atiefs noch eine Fahne Curiacfaer Edelleüte, die 
Hcrtsog Magi^na von Holbtein in Cuhrland auffgericbtet hatte. So kam auch der Hertaog von 
Gdirland naclr Pernan, und fertigte £eae, ao von 4 Fahnen Holflente, 2 Fahnen von Jungen 
and ZI Landklkechte^ In allem 1017 Mann t»eatnnden, nnt^ ihrem Obriaten Caspar von Ol- 
denbocknm, und Rittmdater Heinrich Dücker von Kau, Cjrlac Harts, Berendt voii 
Höweln und Fridrich Schwartsboff nach Reval ab, weldie den Uten AagustI Sonn- 
abends s» Reyal ankaufen, und sich, bey der Obersten -Bf üh'en im Eich -HoFtze lagerten, fai 
efaem nlrriacben Vorhaben, die Stadt Reval, darin ober 800 Renter vonTentschen und Schwe- 
den nad S Fibnldn Inechte, ohne die gantse Gemeine, waren, sn bdagern und die Schweden 
aib dem- Lande sn tireyien,« waren auehao sieher, daft aie ilire Hatten v(in Bretter baaeten, 
dto Gewehr an die Wand, hingen, ihre Betten fein weiah aUfklopffetea nnd alabdd sn scbladiten 



anfingen, nicht ««d«rf, ak weren tf« m eiMBi GaatetU utenuMtt. Aber 4i 
lth«U«nd, Herr Heinrieh CUfson Hörn, stirele des nnchfolgenden MMtagi^ Mhft]il«fefM% 
dai Gelach, nlko^ dab ihrer yiel bUeben nnd die ibrlgen ihre Thidit nahaetf. Sie werden aber 
nicht, wie Rnfson meldet, ra nabelten anfgeweckt, denn sie begegneten den Schwediachien k 
guter Ordnung, anfeer etilidien Wagehälsen, die da schrien: Siehe, da kemnen die Crsbatoib 
ich will ihrenüialben nicht eins meiner F^erd aatteln. Wie sich aber die Schipeden nn ftik 
uufs ]Hfindem begaben, wandte sich Henrich Dücker mit seiner Fahne läid aetate' wledor JM 
Lager, damit er die in der Mehlen gebliebeneii Land-Enechte erretten mochte, iberTellet dis , 
Schweden uuTersehens und erleget ihrer 52 Mann, dergestalt brachte er die Kneditei wiewel mit grs 
fser Gefahr, davon. IHe Schwedischen Soldaten überkamen eine stattliche Beute an aUcthand ksst- 
liehen Gewehr, so in den Hfitten noch an der Wand hingen, fangieichen an Pferden, Kistw^ge^ 
t Sticken und tIcI ungtedmitten Lacken, Sammt u|kd Sqrden, wehdies diese Aofieute von dsa 
Fohlen auf ihre Besoldung neulich empfangen hatten, aber die Beute wwd ungleich Tertheileti 
wettn viele einheimische, welche Herr. Henrich Clafson Hörn umbHölffe anrief^ dab geringste 
nicht dasu thaten, sondern von den Wallen der Stad das Spiel ansahen und 'den 'Schweden nicht 
Tiel Gutes wirketen, da sie aber sahen, dab die Schweden wieder ihr'Vermuthen lich woi hiel- 
ten nnd 4^n Feind Tertcieben, sattelten sie. ihre Pferde und wahred die ▼omchmsten in Kriloh- 
tung der Beute, womit die Schweden aub gcirifoen Uisaehen, durch die Finger aahen, nnd es 
also geschehen lieben. Die gemefaien Arbeilalente hatten g^nng m sehleppen mit den gesdbladi* 
taten Ochsen, Schelfen und. Schweinen, damit sich die FemauscheA lustig machen wollen. Da- 
mahl sind von den Fernausidien geblieben Rittmeiiter S eh war ts hoff nnd aebi Iientnani 
Ewert^pücker der lange, Cyriaoka Hartsen Leutenant Cordt Dnekranl, der Fernau- 
so Terrahten geholifenr unil noch 2 Fendrichen, Cojrd von Lfibeck und Heinrich Kocht be* 
nebest 20O gemeinen, oh» 40 Personen « so gefsngen wmden. Schwedischer Seiten sind unter 
andern auch geblieben: Oluff Anderfs#n sn Wyek, Erich He«richson a» Laueko imi 
Felle Perfson/ Caspar von 01den*bockum, der Femauschen Obrister, war dieses amhl 
nicht dabey, welcher folgenden Tages noch mit M Pferden ankommen selte. 

Herr Heinrich Claf.son rückete bald darauff mit seinen Leuten ins Eeld, den Sieg na 
?erf eigen, und lagerte sich in daa Dorff Sippa. Alfa nun die Pernauscb'en ankamen, aber we- 
gen des Yortheiles, so die Schweden vor ihnen hatten, nicht kühnlich ansetaen ddrflften, liefsen 
die Schweden ein Feldstück unter sie abgeheif, welches ihren Obristen,. gedachten Casper Toa 
Oldenbockum, getroffen, sonst aber keinen. Wie der Feld -Obrister tod war, wurden die 
Hoffleü'te zerstreuet, ihrer Tiele wurden nicht lange darnach in ihrem Burglager von den Schwe- 
dischen überfallen nnd au Reval eingebracht Und wel\ man einige darunter gefunden, welche 
suTor angelobet, wieder die Cron Schweden nicht su dienen, sind derer theüs gehendLet und 
gekopffet, theils auf Vorbitte wieder lofs gegeben; Allso gewan dieser der Femauschen Hoinentca 
Krieg ein Ende. 

Folgenden Herbstes Terfllgte sidb der Hertaog von CiArland su dem Könige ka FoUen gen 
Uttauen, da er ron deamelben wegen wieder Eniberung der Stadt Fernen (alb 



ImgHhfm mi AiMirta $Mkm^ geMtühoi) iidbit 4em lieii«ii FirtCIiche« Inileiel g«te Vereb- 
m«n erUdte. 

Za dfaier ZAi^ irell 41« Schwtdfache KH^gsIlQtle In dein Sond hf, und tob den «ntlln. 
diiAflt Seeldirendm den Zoll hnb, wurden die üngelselien genotiget, eine andere Fahrt nach 
Kflniiiland sn andienj die sie avch nadhi Arehinfelt sn nnwiederbringlichem Sehaden so weU 
derer nerdiadien Kdniip^dehe, alfi aneh der-Lyftndiaciien See-Slidte, erfunden., ^ 

tan Winter belagerte Herr Henrich Ciarao« Hern, Gbniremenr in üaiatiand, die Stedt 
Parnan. Nachdem er aber, dne lange Weile Mfii ns Mitfaaten dayor gelegen, nnd ohn Ck- 
«cdiita nidiUi aaariehtea konte, Terlieb er die Belagemng, nnd weil Herdog Magnus Ton 
HaUtteiii aeine Heflente, wie erwehnet, anch |ir Reval gehabt hatte, r&ckte er, adlehea m 
vfehen^ mit aeinem Kriegs -Veldc auf Oesd, reriieerete das Land, brantschatiete dasSHtcben' 
Arenabnrg, und sage allse mit grorsem Raube daTen. Unterdefsen waren einige Peinisdie 
fiisgs-Lente« die Pernanscfaea su enfsetsen, ankommen, und wie sie Ternahmen, daft die 
Mweden auff Oesel eingefallen wav^, rllckten de ihnen enlgegen^ und legten ihnen ein Theil 
der Beute ab, thnten euch in der Wyck nnd allentlmlhen grefsen Sehaden, und gingen allae ' 
wieder näcb Fohlen« 

Zu dtraelbe^ Zdt fai Faatnaditen bidte der Bertfe|r von Ciihrland IBeflager ndt dem PAn- 
Mb Anna, Hertsegf Albreehten tob Meohdnbnrg Tochter. Nach desselben VeUendung^ be*- 
fib er aidi mit adner OeaMhlin, von adnem Schwager flertsoge Johann Albrecht yonsllei* 
cbehdmrg und adner Gemahlin, auch Hertsoge Frantaen Ten Safsen begldtet, ilaeh Memei, 
^?an dannen aber nach Ooldingen, weadbat die Hennfiihrung, im B^sejn Hevtnegs Magnl 
«sa Bellatdn, der FrenlUacfaen nnd H^cklenburgisehen Geasndten, sampt der Cnhrisdien Ritter* 
and LandsehaA, gesdiabe. 

ha Frihüng dieses ISMIsten Jahrca. err^gete sich, die Fest wiederumb, . so des nechst rei^ 
pngenrn Herbsts sn ReTal angefangen, und raffte vid Voleks, so well in der Stadt, alfs anif 
dem Lande, liinweg. 

Alex«nder Folnbinaki, dn Pelfaiisdier Obrister, lag diesen Sommer in Fdde mit ettt^ 
eben Feien, Tartam uuid Teutsohen, und well er dnen Anschlag auf Karckua hatte, TersocbtA 
er disHanls im Jnnie xu etUdien mahlen xu fiberrsscben; aulf dem Hause war Torsten Heln^ 
richfaon, ein swar frommer und dnfiUtiger Mann, aber dabey dn beherster Soldat, dieser 
fertigte die Fohlen dfemd mit guten Stofsen ab; endlich aber belagert Folnbinaki um Jacobi 
dss Hanfs mit 20M Feien, 1000 weifse Tartain und S Fahnen Teutscher Reuter, derowegcB 
begehrte Herr Heinrich Clafson Hern tou den Renfsen frejen Dnrchsug, damit er den^ 
Belagerten su H&UTe kommen konte, aber sie schlngens wegen der Seuche, so unter den 
^Sdiwedlsdien und im Ebstknde gramirte, ab. Mittlerwdle bd^am er Kund«chaflFt, dafs Hein- 
rich Dficker. «lit 700 Mann su Fferde und 4 Rotten ientscher Hadkenschatsen sich bej 
Fiekei gdagert^hette, dickte also dahin, schlug sito den 4tenOctobr. auf die Flucht, uiid TeTfolgte 
sie bis anter Fernan. Poln>{nski bitte immtUdst in der Belagerung über dOO Mann einge- 
bifsel; wie er nun remahm, dafs Heifirich Dücker yerjfgt war, ^ttfarte er die Bdagerung 
tfm 19tea Octebn, und sog unTorrichteter Sache wieder xurikcic. 



In OctoM Mpdto Kfolg Erieh «beraithl «eineLegatM, Herni Nicola«« GIMeatter«^ 
Brich Hakentohn, und Sccrefarlnm Maitliias Schafcerl, nach Moakan, den 8tillala»4 
mk Terlengenk Daid weif der Orora-Fftrat Jahrea soyor dea Hertsogea JohaaBla aoa Flaalaad 
Ckaiahlüi nadi Moacao hegehret hatte, Uefa aich Könif Brich entacfaiildigeB, data er aalcho 
»iaht 'tlMm lEoate« well Hcrtsof Jehana noch im Lehen war iiiid Ihm nldil gehMiren wolt% 
die lu trenaeiH welche Gott soaanmea fdBget hatte. Damioch hatte Herr Nicolaaa Gildes* 
alern hi gdiehn dea Konlga Befehl, dafa, ao der Orafa-Flkrat eadlich daraidF driagen wird«» 
«od man aontten . keineii Frieden erlangen k3otc, aolte er in dea Orob-FUritena aeln B e gehren 
einwilligen. Dieae Legaten erhielten aoldien Beacheid, dafa der Orofa-Firtt mit Könlga Briew 
gato nachharttahe FrenndacbalR pflegen, flin anch nicht hindern wolto, aeine Feinde, ala den Ki* 
nig von F<|hten nnd den Firatcn von Gubriand, fciadiicb' ansogreiffen, nnd waa er flmcn ahgewl»> 
nen Itdate, fir ÜA an hehaiten und an ▼erthidigen» Wegen der ührigen Fnncten woltn der 
Grob-Ficat aeine Legaten nach.' Schweden abfertigen, defafalta mit dem Konige aeihat an haa- 
dein, Wie aie denn auch dea folgenden Jahrea im Majo ankahmen, aber Tom Könige Briehen 
anfgehaltcn wardcfi, Mb darfilier die- Verenderang im Regiment geschähe^ wie feiner aoil gw» 
dacht werden. 

. We fiberdtebdie Ritlerachafln, obwoll in Ihren .Ton dem Könige fai Fohlen erhaltenen Fri^ 
^püegien genngaahm ▼eraehan, dafa aie von keiner andern, aUa gebömcr Teatachen Obrigkeit aoL- 
lon.adminlatriret werden, bedaahte aidi cinea andern, well rie mit dem Hertaoge von CnhrlwJ 
nicht woli anfrieden waren, der Hertaog auch nicht atota bejr ihnen reaidircn, ihm Hindel nk-> 
.warten, nnd daa adne Im Firatenthnm> dadurch ▼eraeanMn kondte, fertigten deihalben einige Ibe- 
rer Mittel ah an dem Kfoig in Fohlen, "amb eläbn Adiyniatratoren.ananhaltcn, weldier dwTow^ 
adien B|irach kindig und ateta bey ihnen bleiben und wohnen mochte, nnd achliigen dem Bühign 
den Harm Johann Kodkowitaen, Btaroaten Ton Samaiten^ fir. Ea war aber dieae We nemng 
dem Einige nicht alkrdinga mit, derhalben wavneto nnd ermabnete aie, dafa de wall 
aolten, waa aie thiten, und in d^e Sache in weiteren Bedenken aiehen. Em walte aber 
IMIen^ derwcgen der König entlieh in ihr Begehren bewilligte und den Torgeadilagcnen Hrnma 
K^dhowitaen ihnen aum Adminiatratoren,.aebat 4 Caatellanen, gleich wie ea an JPrenaaen g»> 
halten warde^ verordnete, worauf aich Herr Kodkowita alfsbald mit grofaem Geprenge nnck 
Lyffbnd begeben, da ihm an Kokonhaaaen auf Königlichen Befehl vom Hertaoge in Cahrlurf 
idie JLandachaffl angewiesen. Ea lat auch deiüiUch, war'Saiomon Hennig meldet, dafa, da der 
KönigSigiamundua Auguataa nach aolcher Beatatignng dea neuen Adminiitratoren OmGMek 
gewihiachet und dabe^ geaaget? Ich hcA ja nicht, dafa ihr in Lyfland ao hauaen und wi 
atriren werdett ak fir undencklichen Jahren bey unaem Vorfahren einer dea Nahmena In 
mem gethan, welcher aUao regieret^ dafa daaaelhe Land achier genta von dmr Cron ka 
worauffer geanjtwortet: Nein^ gnidigater Könige jener hiefa Jacohua, ich aber Johannens 
Aber der König repUcIrte: gleichwoli beyde Söhne Zebedey. Ea war anch nicht weit gffrh 
let Denn aelt aolcher Adminiatiation ferietli faat das gantie EctaatiA und iherdinlacho Lyfi^ 
tand unter dea Moacowitert Gewalt 

Anno 1007 hn Januario fickte Clana rnrael, Schwedischer Feidt-Obiister, Iha* Brtantfei 



tkigm^ fherrtsdite efaim Hanfes Poblco, welche m Lemsel lagea, ieten er ?iel ertcUuf, das 
necken In Brandt steckte ned mit grofber Beute daten t&f. ' 

Solches Terdrofs dco Fehle» sehr, itod daiirit sie diese Scharte aoswetseB isSdbteB, brttdite 
dar Littaeisdie Feldt-Ohrist<» Nioiaus Toüwaseh etliche IMG Mau setaaMio wid tegah 
eich daadt ies Feld. Ihn 'begegneteii der GeeTeraenr ie Ehstland, Herr Hearteh Ctaufseii, 
«nd der Feldt-Obrister Claes Kürsell, da bejde Haafea deo Sten Febmarij bey der Mihleii 
Hvoeafei^ in 4er Wjck an einander geralhen, behielten die Fehlen, welche 4en Schweden an' 
Voick tbarlegen waren, den Sieg nnd brachten die Schweden anff die Flnchti welche wegen des 
liaffen Sdinees sich nicht retten können, dafs darttber bej SOM Mann theils geschlagen, tbeüs 
gefangen werden, wiewoil der Felden anch nicht wenig geblieben. Die Gefangenen, wemnter 
RittBeister Jehann Ton Maydel Ton Wollnst gewesen, worden sampl den ipenonaM« 

Fahnen alle nach Fohten gebracht Die Fohlen nber raubeten nnd brandtea in der Wysk 
«■d Harrien bifs an Keral nnd thiten grofsen Schaden. Bs hatten die Rigischen fBr fahren, 
•IUI sich die anderen Lyflandisdien Stände der Cron, Fohlen ergeben, rieh «farfge Fnncten vorbe- 
kalten, difsfalls ihnen der tdamahlige Kftnigiicher Folnischer Commissarlns, Ntcolans Radsl^ 
wil, in Nahmen des Königs Krafit habender Vollmacht cavtret; Alfs aber die Folnischen Stinde 
mdf dem nechetfolgenden Reichs -Tage, einige Fnncten solcher Cantion nicht ehigehen, weniger 
•MUrmiren wollen. Die Stadt Riga aber nnf obgedachte CSantion beständig hielte, Tersnchten 
die Fohl«i, sie mit Gewalt dahin in swingen, dafs sie andere Ton ihnen Torgeschlsgene Condl» 
ttnncs annehmen .selten, Zn dem Ende kam Hen> Johann Kodkiwitn, LylindiMfaerAdadni- 
nftrator, ongefelir nmb* Ffingsten n^t etlichen tansenden Fohlen und Littanem ine Land, jrttckte 
■Hl denselben toc die Stadt nnd liefs Biockhinser endie Dfina schlagen, da die Rigischen 
BAilb Torbejlanlen m&sten, sie dadnrch sn beswingen: Allein die Rigischen achteten edn 
Drenen nicht, nnd diriften ihm woll den Kopf bieten. Endlich sching sich der First yon Oshr- 
fand ins Mittel und brachte es dahin, dafs Kodkiwits wieder absog, nachdem er.efai mehreres 
■isht ansgeri^tet,' als. dafs er arme Lente im Lande gemacbet hattet. 

in Schweden war sn dieser Zeit ein sdUechter anstand. Der Kdnig Erich-, ob er swar in 
4em Kriege mit Dennemarck<$n snr See gnt Oiick hatte, so ging es ihm doch an Lande wkkt 
mmk Wunsch: Daher wurde er gleichsahm desperat Es hatte. ihn sein gewesener Fraecqptor 
^ionysins Benraens, ein gebohrner FrantsOs, in seiner Jugend in der Stemknust mehr un- 
terrichtet, als woU einem Könige anstund. Dahero, wie er seiner NatlTitaet nachgrübelte, 
denchte Ihm, dsds er dermahlelns von der Regierung wirde TerstoTsen werden, und sein Bruder, 
Bertsog Johann, sein Nachfolger seyn, welchen er defsfalls liertsiich hsssete und sn einigen 
der Toraembsten Rdchs-Herren einen Argwohn sdiöpITete, alls waren sie seiner Regierung iber- 
dfttosig. Ulan 'sagt, er habe eiosmahls gedachten Beurae^im fefra^et, wafs bey sothaner Be- 
schaffenheit der Sachen woU sn thun were, darauff Jener ihm geantwortete Ein Aderlafs des 
ihrigen Königlichen Oeblits sey woll von nöthen, dsmit auff die vornehmsten Reichs- HerrdI 
niciend. Soiieth ihm auch seinSecretarius und geheuner Ruth, Jftrgen Fersen, nn allem Bi^ 
een, dafs endlich der König anfing, seine alle nnd getreue Rithe sn vovuditen, hob niedrige 
und nichtswirdige Leute, die ihm, nur nach dem Munde reden konten, empor; fUirete efai wildea 



Leben, Je)iaete.Mtiie Kriegi-Leele ttbel, wodurch tfiBige eaff rersweilfeUe Miltd ekli wm legen 
gerielheii, wie von dem Feid-Obrblen Küreell nnd nndera btlt töU gedncht werden: KndJMi 
liefe er die Tornenbsten ^Herren des Reichi gefengHch einsiehen, «U nemlidi Herrn Abrnhioi 
Qttfftaffflohn nu Torpa, am dem GeaeUechi der Stetnbocitcfn nnd dea Königen Gnatavi 
letatef Königin Brader, Graff Swanto Stnrev und gdne bejde Söbne Nieolauv nnd Erl* 
cum, Herrn Kteen Ericlitoiin Löwenhanpt, nnd Herrn Iwar Iwaraon, Ton dem Stamm 
der Liliien. * 

Den 248ten Blaij ging er selber mit seinen Trabanten sn Herrn Nicolanm Sture nnd stieb 
ihm seinen Doich in die Brust Dieser zog den Dolch selber aufs, iLÜfste nnd fiberreichte Ihn dem 
Könige liniend wieder. WoHiber er gants rasend nnd rersweiflend wurde, befahl seine Tralmnten, die 
fibrlgeu' nieder su machen, welches sie auch thaten, bifs anff den H^rrn Steen Erichson. Der 
König aber selber lieff mm Walde, welchem Dionysius Beuraeus folgere und für die ftbrl* 
ge HeAei bithe; aber er wurde aujT des Königes Befehl Tpn efnem Trabanten =mit einem Par* 
tisan dorchgerant, bekam allso selber den Aderschlag, so er andern gerathen, und traff Untren 
seinen eigenen Herrn. Nachdem der König, als eior wildes Thier, etliche Tage .im Walde geirret, 
hat man ihn endlich in einem Banren-Kleidte im Poatorat zu Odensala wieder gefunden. Er be- 
weinete und bereuete den Mord, und gab seinem bösen Rath-Geber, Jörgen Person, alle 
Schuld, suchto durch dessen Gefengnis und des Hertzogen JoJiannis Erlösung die Teibitteite 
Gemüther zu stillen, verehiigte sich mit Gott und empfing darauf das heilige Abendmahl, Ter- 
sprach alle Besserung, nnd ilefs in den Kirchen umb Vergebung solcher Missethaten offeBtBA 
bitten.* Allso verbliebe es noch ein. wenig stilL 

Zu Rodischoff in' Weifs-Reufsland Tersamlete sich gegen den Herbst die Littansdie 
Krieges-» Macht, an 00,000 Mann Hofileute ohn das Fufs-Volck, welche zu munst^m nnd^m be* 
sehen der König yon Pofaien selber ankam. 

Solche Munsterung, wie Salomon Henning meldet, soll fnmemllch darurob geschehen seyn, 
weil man sagte, daCs etliche vornehme Herren, und sonderlich des Grofs-Fürsten Bluts-Freande 
und Verwandte, conspiriret, von dem Grofs-Fürsten wegen seiner graui^amen Tjranney abzufallen 
und sich dem Könige in Pohlen zu ergeben: Derowegen man für rathsam angeselien, die Völcker «n- 
die Grentze zusammen zu ziehen, damit jene in ihrem Vorhaben gestercket werden und sich aaf 
die Littausche HüllFe verlassen möchten; wiewoll andere diese Herren vor unschuldig halten. 
Dem sey wie ihm wolle, so ist ein mehres hiedurch nicht ausgerichtet, als dafs der Grofsfarat 
seine getreneste *und vomembste Herren in Verdacht gezogen und derhalben in Rufslahd 
unerhörte Tyranney begangen, wie an seiiiiem Ort mit mehrern soll gedacht werden. 

Herzog Magnus von Hoüstein war damahlen auch in Littauen, und wurde erstlich von 
Könige zu Grodna verhöret und wieder zurück nach Wilda verwiesen, allda gebührend 'trtietf* 
ret, bifs der König nach verrichteter Sache zu Rodi^choff ihn verabschieden können. Sehie 
Werbung wegen des F^nleins, so darnach König Stephüno vereheliget wurde, w3re d6m Ke- 
nige nicht unangenehm gewesen, wenn nur solclics mit Bescheidenheit, und nicht mit Trotz und 
Dreuung' des Moscowiters nnd des Grofs- Fürsten Bruders Tochter (welche er auch hemadi be» 
kommen) geschehen, noch sonst von einigen gedacht worden, dafs sie zugleich mit der 



te tterdittbaherifttaidiiiMb sw BrMl4kA«ts begcbretea, weU sie itej^mwite KSalgca Bäte 
viral. El Ist «ber entlidi nichto dwrawi worden. 

fai Anfaflg löflStfen Jabrea bat der Schwediache Feldt-Obrtaler Claua Kirsel an d« 
Kinig geaehrieben, und ihn ▼erricbert, dafa, wo er einige Hülile an Volck und Geld anaSehwe* 
den beiionmien würde, er aMann elwaa Haa^taaehlicbea aoAniebten, oder anm wenigalen Fern an 
aater. die Cron Schweden bringen wollte. Auff aoJch Veraprechen aandte'ihm der König mit 
Hana Bojen 80IW Rthlr. nnd finrügte im Majo Peter Briehaon mit 18 woU auagerüateten 
KriegtrSehifTen ab, dab er damit aeibigem Feld-Obriaten entweder vor Pernan oder Arena- 
bnrg snr Bnlffe aeyn aolte. 

Zn deraelbigen Zeit kaiMn 12 Dantatger Frejbenter in Reval an nnd legten aieh lifaitef 
der kleinen lasnl Margön Ter Ancker, die Fahrt nach Revaji nnd Narya von wegen dea 
Einiga in Pohlen au tdadera« — Dieae federten Ton der Stadt Her al Brantaehntanng, denen 
man doch nidita aar Willen wuate. Wie aie nnn den llalben Soauner allda gelegen« wurden aie 
eadlich Ton abgedachten Schwedischen Kriegs -Schiffen Tertrieben und nach der Dan taiger Hafen 
wieder gejaget, deren etliche die Schweden sich bemächtigten und dai;|uff wieder nach RcTal 
Tcrftigten. Mit selbigen Schiffen lieff hernach nmb Jacobi Clans Kürsel nach Oesel, das Hanfa 
Sunebnrg einsauehmen. Dieses Haufs war Torhin eine schöne Festung, aber durch Christoff 
Waickendorff, einen Dinischen Statthalter auf Areas bürg, kurts suTor niedergerissen« Wie 
es aber hernach die Arensburger gereuete, hatten sie ea wieder auff bauen wollen, auch allbe* 
reitä aiemllch befestiget und mit etlichem Volck beseset, worüber ein Thum-Herr tou Hap- 
sali. Reinhold Soye genandt, sum Hauptmann Yorordnet war. Alfs aber die Schweden mit 
den 18 Schiffen zu Wasser und einigem Voicke au Lande herangedrungen, gab der Thüm-Herr 
ihnen daa Haufs über, die es hernach für Gewalt befestigten. 

Unterdessen waren die Moscowitischen Legaten au Stockholm, wie vorhin erwehnet, Jah- 
rea suvor ankommen. Diese drangen mit aller Macht darauff, dafa der König seinem Verspre- 
chen nachkommen, und Hertaoga Johannis Gemahlin dem Grofa-Fürsten überliefern sollte. 
Der König, welchem numehro seine Zusage gereuete, Terordnete einige Reiche -Rithe, mit den 
Legaten^ an bandeln, und ihnen solches aus dem Sinn au predigen; Aber die Reufsen gaben nur 
Antwort, dafa dem Könige endlich gebühren wollte, dasjenige, sa etnmahl durch seine ToUmach- 
tige Gesandten abgeredet und ihrem Grofs- Fürsten yersprochen worden, unaerbrüchlich an hal^ 
ten, weU ihr Herr veranlafset worden, sie mit grofsen Unkosten einen so weiten Weg defafalls 
abaufertJgen. Zu dem, so waren sie keine Kinder, dafs sie eilte so beschwerliche Reise umb- 
•onat weiten gethan haben. ^ 

las JaRo hielte Konig Erich mit seiner Concnbinen, welche Catharlna hiefa, und einea 
geringen Wacbtmeiatera Tochter war, Hociiaeit, mit welcher andi der Kötaig bereit 2 Kinder 
guMSgei hatte. Dieae Hefa er den dritten Tag nach der HocBaeit in der Haupt-Kirchen ala ein 
KiMghi Iffönen, an weichem Tage er Aoeh aeiner Sebweater Sophiae Beyiager mit Hertaeg 
Mngno Toa Sachaen, Bngem vsd Wcatphalen geaehefaen üefs. Da mnate eines geringen Man- 
ana Tochter über ein K&nigHch Fräulein aitaen und gehen. Damit aber aeine beyde Gebrüder, 
Bertaog Johanaea von Finnland nnd Carolna an Südennaalandt, dieaer scbmttiüiAen Hochaeit 
LBd. U 



mit VerkleiaeniBg" ihrer Ehrai nkht beywohiieit mftcliten, kcgtbeii lie fidi tob Stockholai 
hinwefp gen Wadgteea, alida berahtecblngen ile sieh nutt Ihrer Mstler Bruder, Hern Steea 
Erichfloha Lowenhanpi, «nd Herr Thure ^Lelcke, de« entleibteii OrdFea Swaate Sta- 
ren Eydam, wie König Erichen die Verwaltung des Konigreiciis, weil era gar an grob mai^te, 
an entsiehen wäre, aehrieben deriialben an die andern Stände dea Reichs, remonatrfrten die • 
NethweaJUgfceit «ud begelirten, ihnen in aolcfaem Vorhaben die hnUFIiclie Hand an biethen. I>« 
der König dessen verstiadiget, sandte er dis bey sieh lubende Krieges* Voli^ den Br&deni 
entgegen; aber die Soldaten nnd ihre Hanptlente Seiden ül>er ond traten anff der l»eyden F&ntan 
Seite. So begaben sich die Terwittbete Königin nnd Sophia^ Hertaogea Magni von Sachsen- 
Engem Gemahlin, sampt vielen FürstUdien und adlichen Franen-ZinMoer, welche oha Verleiang 
ihrer R^ntatian der Termeinten nenen Königin nicht beywohnen noch anHwarten lionnten, über 
die See Meier, da ihrer Hertaag Magnus nit 100 Pferden wartete und sie in der Fnratea 
Lfiger fiihrete. Ea wichen anch tigiich mehr und mehr ehrliche Leute vom Könige ab. 

Den 17tea Septembris meisten die bejden Hertsogen mit flirem Volck für Stockholm 
ujid belagerten die Stadt Da König Erich neben Jürgen Perfson (welchen der König nidit 
allein lofs gelassen, sondern auch mit höheren Ehren begabt hatte) diese andringende Krieges- 
Macht auf dem Thurm der S Cronen aahen, soll Jürgen Person aum Könige gesagt haben: 
Gnädigster Herr und König, wenn Euer Königliche Majestätt meinem Raht^gtfolget und dem 
.Hertaog Johann, als er in unser Gewalt war^ den Kopff betten vor die Füfse legen lassen, so 
hätte er uns nicht belagern können. Darauf der Konig aur Antwort gegeben: Jürgen, du sa- 
gest was. Aber die Belagerer dningen anfenglich darauff, dafs df^r König ihnen diesen Jürgen 
Perfson, als Anstifftem alles Uebels, auf dessen Raht die Torige Herren umbs Leben gebracht 
worden, Iieraufs gebe. Der König verhoffete, seine Brüder damit au besänJFtigen, und 'sclilckte 
ihn derwegen ins Lager; da traffe ihn die Räch Gottes wlederumb. Erstlich führete man ihn 
im Lager hemmb und schnitt ihm die Ohren ab, die man an dem Galgen nagelte, darnach muste 
die Nase anch herunter, er selbst wurde an den Galgen gehenekt, doch nicht erwürget Alfs 
er bej einer Stunde gehangen, nahm ihn der Scharff- Richter wieder ab, räderte ihn und hieb 
ihm den Leib in vier Stücken. Vor seinem Tode hat er sich Tcmehmen lassen: Er bitte eher 
vermuthet, der Himmel würde einfallen, aifs dafs er allso von dem Könige solte Tcrlassen wer- 
den, Tcrmahnete dahero einen Jeden, man solte an ihm ein Exempel nehmen, und sich mehr aulf 
Gottes, alfs Könige und Fürsten Huld verlassen. Man aolte nicht tbun, wie er gethan hatte, der 
manchen unschuldigen Menschen umb seines Herren Willen beleidiget hatte. 

AaflT Michaelia-Tage ward Stoekholm den beyden Gebrüdern, Hertaogeh. au FfamluBil nnd 
Sttdermanland, aui%^geben, die achickten den Herrn Graff Steen Erichaohn Löwenhnnpi 
hinein, die Stadt mit Grarnison an beaetaen; diesem bohl der König auf dem grofsen Markt 
fiUschliflh die Hand, aber einer der Trabanten hieb ihm, auf dea Königea Wincken, eine Sirait- 
Axt In den Kopff, davon er den Ol Tag aterben muste. Dea letaten Sqptembris sog Hertsog J^* 
hann an Finoiand ^(nachdem ada Bmdcr Carolua den Tag anvor daa ScUofii au Stockbelm 
«uigenommen nnd mit 2 Compagninn base'tel hatte) In die Stadt mit 1790 Pferden und etUehw 



nFvfii, l^ddUMkm trfnmpUraid, Uaeliiy utd Heft Minen Bnider, Kdnlg Erichen» 
«{t leiner Gntherinn gebngen, letoen. 

Wie nnn tller Lerm gestület, ward Joliannet^ Ufther Hertsog in Finnland, dorch die 
Sünde des Reidia n Sloekliolni ein Kftnig der Sdiweden, Ctotihen nnd Wenden gegrüfaet, 
and daranff folgenden Jahrea, den IVten XnlQ, in Ubaall gekrSnet 

Weiirender aolcher ünmlie in Schweden, atreiffeten die Pernanachen HolHente olm Unter- 
hTa in Harrien nnd in der Wyck, plfinderten nnd verderbten die armen Banem. Solchea nn 
wdiren, logen die Sehwediachen Kriegs *>Lente aampt denen Landsataen ans Harrien ihnen 
nmb Bartdomad entgegen, würden aber von den Pernanachen ftberraachet nnd in die Flacht ge-r 
sdilagen, wiewoll nicht ohne der Pernanachen Schaden; denn derselben Hofflente etliche sampt 
ftrem Rittmeiater, Henrich Dicker, wurden erachossen» Ein Schwediacher Rittmebter aber, 
Hanr Boje, gefimgen, nnd litte die Fahne der Harriaphen Edeliente den grofsesten Sdiaden. 
Anir den Herbat rüsteten die Pernanschen sich abermahi wieder die Schweden, aelbe an Tcrfol- 
gen. Dieweil ea aber in Schweden ao aeltaam anrssahe, machten dieae mit ilinen einen Stillstand. 
Deriulben rtckten die Pernanachen mit derselben Rüstung in daa MoacowiUache Gebiet nach 
Wirland, dnratreiflien daa Land, übernachten etliche Reafaen, derer aie thdla erschlngen und 
theils gefangen nahmen, Tcrbrandten nnd schleifften anch daa Flecken Wefsenberg, nnd zogen 
■it grobem Raub wieder nach Pernan« Solchea mnaten die armen Bauren, weil sie den 
Tentschen angefallen waren, hernach entgelten]» welche mit nnerhSrter Bfarter nnd Pein ?on. 
den Reufaen umbgebracht wurden* 

Zu Revalwar damahl nodi Gnbemator Herr Henrich Clafaon Hörn, welcher bey K3- 
aig Erichen in grober, Gnaden geweaen; daher beTurchtete ifonig Johann, er würde ihm daa 
Hanfs au Re?al nicht leichtiidi übergeben, sandte allao einen Capitain, Nilfs Dobblern, einen 
Tersekmitaten und yerachlagenen Ckimpan, mit einigem Yolck nach Re?al, daa Scfalofs au über« 
raadien und den Gubematorn gebngen an nehmen. Aber Herr Henrich Clafaon, ala ein 
kluger, alter und erfahinei K^egamann, yermerckte dea Nila Dobblera Ansdilag, kam ihm 
drinnen Tor und nahm ihn beym Kopff, fügte ihm aber kdn Leid au, weil er dea Könige Be-*> 
fdil liatte. Da aber umb Martini efai neuer Gubernator, Herr Gabriel Christerfson Ox- 
senatern, Freyherr ^ Morby, ankam, cedirte (Herr Henrich Claraon ihm die Festung., 
gutwillig. D«rauf reysete Herr Gabriel, nebst dem Secretario Johann Bernds, durchs 
Land, beaahe dieVeatungen und liefs daa Yolck dem Könige Johann huldigen. So aparte auch 
Htnrr Johann tou Geldern, der Landea- Superintendent, seinen Fleifs nieht, au Tiaitiren und, 
ao Tid der damalige Zuatand leiden konte, daa Kirchenweaen in gute Ordnung au bringen. 

Johann Taube tou Fyre nnd Eiert Krause Ton Keiles, swey Tomdinie Bdelleute 
anff dem ErtasUft Riga und Dörpt, waren eine geraume Zeit auTor im Felde tou dem Moa- 
aowMer gefangen, nach Moscau geführet und in einer langwierigen Gefengnifa sehr übel ge- 
lialfea, bifa'aie aich entlieh dem Grofa-Füraten beqremeten, der sie au JEniaen oder Füraten 
amdiete, flmen die Freiheit ertheUete, für allen andern Bojaren in Reufaland Mefat nnd Braut« 
weift sn aehenken und an Terkanlfen. Daher sie auch den Titull tou Freyherren bey andern er* 
Dieae, alfa aie den Znatand in Schweden Tcmommen, achrieben im Frühling dea Jah- 



res 1M9 an den Rdit sa EeTal, und b^g«lir«teii, dafc «ie «dlobc aiifc ftom Mitteb sack 
Wesenberg abfertigen wollten, naraen aie ihnen daaelbai etwat wMltigea, nnd daran derStadi 
Bteval nnd gantsem Lande gelegen, Tonrati^genlitttMi, soltena aber geieia lialten mini den 
Bchwedisehen Regenten nieiit offenbahren. Weil aber die Revelidhen ait|i irferinn nidil ver^ 
dichtig machen wollten, offenbahrte SSn Ehfbahrer Eaht solehea dem KönlgUehen Herni Onber« 
nitom, mit Begehren, dafs er ein ptar Minner nebat des Rabta Ckaandten naah Weaenberg 
adiieken wollte^ dea Tanben nnd Kranaen Vorsohlige mit ansnhSren. Daranff verordnete der 
Onbemator Ditrioh Käfern und Henrich Ruten, Bin Ehrbar Itath aber Ton wegen der 

. Stadt Conrad Dellinghansen, Sjndicum, nnd Friedrich Sandstite, Rahtaverwandten, 
nach Wesenberg^ welche sich nicht aüdera Termerclcen liefsen, als daili sie alle Ton wegen 
dea Rahts nnd Oeineine alleine abgefertiget w|ren< Diesen haben Johann Tanbe nnd Ehiert « 
Krause den 5ten Aprilis nachfolgende Anwerbung voi^ehalten: 

Nachdem es numehro, leider Lottes! knndt, offenbahr und jedermfhmiglichen bewnat, wie 
das gute Lyfland, unser geliebtes Vaterland, durch innerliche Spaltung, Zwist nnd Unehiigfceit 
derer Regenten im Lande,' so wol durch öffentlichen Renfsischen Krieg, welchen die Nidiflial- 
tnng ihrer Zusage verursachet, numehro Aber 12 Jahr nnd lenger in grofsec Bosch wemng, 
Angst, Soif e und eufserste Noht gerahten. Ja im Blut geachwommen, wie es denn noch heutigen 
Tages darin stecket, und doch Ton allen einheimiacben und anfslindisdien ehrisUidiea Potentaten 
gants Trost- nnd Hnliflofs ▼erlassen wird, und wir dann eigentlich und f3r gewisse Wariieit 
▼ernommen, dafs die Reufsische Kays.erliche Majestatt, als ein Herr und Erb-Ftrst der Ljlli%- . 
dischen Lande, dasjenige, was noch an Flecken, Städten und Festungen Aber, alles mit einan- 
der air/ Ihres Kajserlichen Majestitts Brbland, mit meohtlger Hand und gewaltiger Macht uter 
aich au bringen, gSntalich entschlossen und keines Weges davon abaobringen iat: Als habea wir, 
aus christlichem Mittleiden und eingepHantater Liebe zu unserm Vaterlande Je und alleseit ge- 
tragen,^ solches relfflich erwogen, au Gott, dem Allmachtigen, unauffhörileh ges^sidrset: Er wolle 
nns Mittel und Wege weisen, dadurch solche vorstehend grofses Blntvergiefsen Turhiittet, Friede, 
Ruhe und aller Wollstand in dem armen Lande wieder beatandig angerichtet werden mddite: 
Und nachdem nns der treu barmhertaige Gott solche gute Mittel und Wege gei^Aiett dadnreh 
nicht allein das Torstehende Dnglüek, Krieg, Blutverglefsen und alle andere Beschwerden giats- 
Heb abgeschaffet, sondern auch das gantae Ljfland, besonders die Statt Reval, au uneriidrfer 
Freiheit, Nahrung und Gedeien kommen könte: Haben wir von Hertaeh gewündschet, mit eCB- 
ehen Tcrtrautem, bequemen und autraglichen Peraohoen aus dem Mittel Eines Ehrbaren Ratiift na 
Reval von solchen hodiwichtigen Sachen freundlich Unter^erbnng au pflegen^ derlialben na Ei- 
nen Ehrbaren Rath zu Reval geschrieben. Wie ihr denn auf unser Begehren und Sehreiben 
der Craachen wegen su qns abgefertiget sejd« so wollet Euch, damit die Hochwichtigkeit der 

^ Sachen desto besser bewogen Und beherlaiget werden mochte, gfinstig erinnern, was filr Treat 
und Errettung das gute Land in aeiner Noth und Beschwerung von der Römischen Kajserlidlen 
MayeaUtr und dem Heiligen Reich Teutacher Wation erlanget, da ibeh eUliche Reicha->T^n 
dammb gehalten, darauf grofse Unckosten gewandt und grob Geld versplittert weisen, nenilieli 
andere nicht, alfs dafs eine geringe Bottsdiafft vom Rftmiadien Reich an die Reufsiadie Knjner- 



Ibhe Mwjmmt afagdteOgei wMdcB, die Aock aiiAto o4«r .gir wittig dem Ljflaiid sn TrMt und 
BwiNi Mtgerichtet, •OBdern nur nur Antwort wlederbraclii: Der Oreft-Fftnt und Kayter aller 
Beafaea were wieder die Ljlünder m kriegen ana liodidriogeüder Notfi Teniraachat worden , bia 
Hra andi irieder unter aeine Hetfraehafk gebrädil: Begehrte dero wegen, die Bj&mlaeiie Kajraer« 
HdM MajeatU^ n*d daa lieiUge Reieii wollten aidi der Lande ganti nnd gar begeben, dabej ea 
aneh daa BSmladhe fteieh hotte bewenden laaaen nnd aidi niaht weiter nmb Lyiland bektmniert 

So wiaset ihr sum andern mahl auch woll, wie die Ljfländiachen Stände dem Konig in 
Dennemarcken, hoblöblichen Gedechtnirs, nmb Troai und Errettung wieder den Groramächiigsten 
Keyaer aller Renfsen angerfiffen, und dafa aich Ihr KönigL Majestät wieder den Grofa- Fürsten 
aller Reiffsen nicht hat anfflehnen wollen, noch aolien: Wie noch der junge König iu Dennemarckeo, 
hat er anders einen Frieden f&r sich und seinen Bruder, Hertcog Magnna, tou den Reufsen 
erlangen wollen, aich xum Höchsten Tcrpfliditen müssen, kein Flecken und Städte mdir in hyt- 
land, entweder, durch Gewalt oder in andere Wege, eijizonehmen, und hat Gott zu dancken, dafa 
er auf aolche Conditlon mit grofser Bitte den Frieden erlauget hat 

Wnfli mm dritten dem Erti-Biaehoflr su Biga fir Hilfe Ton dem Steige in Fohlen ge- 
admiiea, iat aneh mehr« ala nllinnel am Tage, dafa nemlieK die guten Leute ton den Fohlen 
HMhr unterdrücket' ala beachütiet worden, und grofaien Uebermnth, Sehend und Unzucht leiden 
miaaen, tou denen, ao doch gute Chriaten heifaen, nnd halten die Renfsen fiir Unehrhten und 
Barbaren, ao doeh der Hodildbliche Kayser aller Renfaen aolche Unzucht in aeinem Lande nicht 
leiden kan, aondern anft beffUgte atraffet Ja, ea hat der Fohle, der gantzen Chriatenheit zum 
Nndhtheil, einen ewigen Frieden mit dem Erbfeind christliehen Glaubens, dem Türeken, ge- 
wacht Und obwohl der König in Fohlen nngetehr Tor 7 Jahren die Durchleuehtlge Hochgeboriie 
Fimtint Frau Cathnrina, aeine Schwester, dea Her>tzogea Ton Finnland Jetzige Gemahlin, dem 
Kajner aller Reuraen, alfa ihrer Bfajeatät Kayaerin mit Tode abgangen, zu Teriidrathen, und da^ 
dnrdi den Friedenatand zu verlängern bedacht geweaen, anch der Kajaer aller Renfaen zu hoch* 
beoieldter Füraün, ao weil auch zu einem fernem BVieden, denaelben mit Fohlen aufzurichten, 
nicht Übel geneiget, ao iat doch beydea, ana aolcher Hcjtrath nnd aua dem Friedenatand, niebta 
worden, weil ron den Fohlen eine beaehwerliche Condidon daran gehenget w;ar, nemlieli dafa 
die Herren, ao vorgemeldter Füratin gebohreo, nnd nicht die, ao ron der reratorbenen Kayaerin 
emenget, Erben in Renfaland aeyn aoiten, der Kayaer aller Renfaen aber mit nichten hat ein- 
gehen wollen. Dammb nach der Zeit zwisdien bsyden Reichen ein öiPeotlicher Krieg entstan- 
den, nnd hat der Renfae den Fohlen fiber 1€B Meli Wegea tou den beaten Landen abgenom- 
UMS nnd den Pohlä aihw gedemütiget, dafa er mit grofaem Brnat hat nmb Frieden anhaiten laa- 
aea, andi «ich erbothen, ao fem ihm der Renfs die abgenommene Lande und Featuage Po- 
lofnko ^pad andere wieder einrenmen und die Anftpraeh anlF Kyoff faNen lassen weite, dem 
KuTBor ailer Reulsen alle Lande, Stidte, Heuaer nnd Featnngen, ao er In Ljihm^« hatte, dage- 
gen sn ibergeben, worana flur leiehtlidi nn achliefaen hiAt, wie und mit wa^ Treu der Fohle 
i^or dlb gute LyBand mefaiet Und iat aoldiea nicht erdichtet, aondern die vfEsBbnhrc, lautere 
Wahrheit 



— »• — 

ZmIoo, wo Ut m neh nkhl nm\, Madeni dem Grot^FtritaB tot yUkm Jäkroi tob' am 
VMiea «ngetrageii. So wird man «neh gewiTtlidi wegen dieses Piinets mit den PoUeii lisadefaL 
Derttts Ihr dann sn Temdunen habt, dafs, wo der Handel ndl dem Fohlen nnd Reufiwn adl 
diese Weise gesdilossen wird, man damaeh Abel, Ja nimmermehr n den Mitteln, die der gnten 
Stadt jetnt olTen stehen, kommen. Was letillch Harrien nnd die Stadt Reval, derer sieh der 
Ktaig In Schweden angemafset, bdangiH;, Ist es woll an dem, dafs es mit dem Sönljge Erich 
nnd dem Gros -Fürsten eine Zeitlang in Friedens -Handlung gestanden, sonderlich alfa Ihr Ki^ 
nigliebe Mayestitt den Hertsog von Finnland sampt seiner Gemahlin in Gefengnis gehabt, nnd 
die Fürstin dem Gros-Fürsten durch seine Legaten antragen lassen, und Torgeben, dafs Hertsog 
Johann mit Tod abgangen. Als aber der Gros-Fürst die Sache anders vernommen, ist solcher 
Handel genta fmchtlofs gewesen, wiewol auch der Gros -Fürst, wolgemddte Fürstin, dieweil 
er sich ihrer, wie Torgemeldet, gintalich begeben, hernacher niemahl wieder begehret, weniger 
sie inr Ehe m nehmen, oder in Unehren wieder das Gottnatürliche und aller Yölcker Recht mit 
Ihr an leben, bedacht gewesen, sondern weil der Pohl au der Zeit, wie auch noch, abgessgter 
Feind des Reufsen, hat der Gros-Fütet solchem su Trots und Spott, dieweil ihm. dieselbe 
Fürstin angeboten, sie su sich wollen holen lassen, hat auch kdne geringe Unkosten daraulF 
gewandt, doch aber sie fürstlich und in allen Ehren in einem Closter oder Franen-Zimmer un- 
terhalten wollen. Als aber der Gros -Fürst, wie Torgedacht, in der That die Sache anders be- 
fand, als Tom, Konige Brico war Toi^ebracht, ist solcher Frieden-Stand nnd Abhandlnng ndt 
Schweden gantslich casdret und aufgehoben, ^^ird auch mit dem Schweden, so lange er nicht 
▼on Lyfland abstehen wird, kein Friede getroffen werden, Er mag so stattlidie GesandtsdiaSI 
schicken, als er wolle; denn der Gros -Fürst von .der Stadt RcTai, Harrien und andern dem 
Lyflande gdiörigen Lindem mit niehten abstehen wird, sondern hat sich gäntxlich Torgsnetst, 
wie es auch berdt vor 2 Jahren in WenA geweaen (jedoch weldics ihr Gott sonderlich su dmn- 
cken habt, durch die schwere Pestilents, so sn der Zdt in Muscau* überhand genommen, to*- 
hlndert worden), die Stadt Re?al mit aller Madit su bekriegen. Ob ihr nun solcher Hndii 
des Gros-Fürsten in die LSnge werdet wiederstehen künnen, geben wir euch su bedenken. 
Und wollet solches tor keinem Scherts, so wahr da Gott ist, der uns sampt unsem lieben Wdb 
und Kindern an Leib und Sed helüen wolle, auf- und annehmen, sondern mit gntsdtigem Ruht 
vorbauen. Denn euch sdbstensnm Höchsten daran gelegen ist, und düriPen wir es umb nnnenit 
WUlen nldit thnn, dann whr (Gott Lob) mit Gnaden und Gütern allso von unserra dlergnUig* 
sten Kejser begäbet sfaid, dafs wir solches bey euch nicht suchen dürlFen, lid weniger tkm 
wir es. Ehr und Ruhm dadurch bey dem Gros-Fürsten su erlangen. Denn so wir die gwte 
Stadt Reval und die Lande Harrien sampt andern LyflindisGhen Stidten und Standen, alfn im- 
ser liebes Vaterland, anders ds mit rechten treuen Ehren, auch ihren sdbst Frommen meineten, 
tsndi sie durch «nsem wollgemelnten Dienst In dne Dinstbarfcdt sdten gesetst werden: 8e 
müsten wir uns selbst lichten, dafs wir uns und den unsem einen ewigen Schandlle«^ mid 
Sehmadi auf den Hds briditen, dsTor uns der trene Gott gnidigüch soll behüten. Dmna wtr 
wissen, dafs dies, was wir thun, wir ndt gutem Gewissen für Gott und allen Leuten than, ämt 
gnten Stadt Reval und allen Lyflindischen Stünden sum Besten, so wahr ab uns Gott ma Sed 



— m — 

imd Ldb beUFeB mU. ISrUeteii «m deilialben, so wM der Stadt JEteTal^ als deoen betrübteii 
TOB Adel, mit «llea Tnnea ud lioclisteni Fleil« ra rathea und am dienen. 

Denn irir wollen eoeh nicht Terluiten, dafs dareh Gottes gnädige Yeraehnng, dem idr ea 
iUein nachrelben nnd damd^en, wir von nnsehn Allergnadigeten Keyaer und Herren mit gar gro* 
ften nnanfeapreehliclien Gnaden ftberachüttet aind, indem wir nidit allein vor unsere Person in 
die^altc Tentsclie labertit gesetaet^' aondem aneh mit viel Lande nnd Leuten begäbet, und über 
alle Renfsiache Befdilhaber dieaer Orten in Lyfland an regieren varordnet, aondem aach durch 
oasere Vorbitte die weggefuhrete Ddrptlache erloset Ueberdifs aUes haben wir audi Madil, 
UBserm eigenen Gntbefinden und Gefallen nach, einen Tentschen Fürsten in das Stiük Dorpt 
einauaetsen, dadurch allso die Dftrptische wiedemmb au' ihrer alten Freyheit ToUkomlidi gelan- 
gen mögen. Denn der .Grosfnrst hat nna berichtet, dafs er andi vom. 'feutachen Geblikt were 
und von dem Bejeriachen StamAie, bekehret derowegen adbst, dafs die Tentschen frej ada 
sollten, und das kein Fohl, Littaner oder Sdiwede in diesem Lande soll gelitten werden, andi 
sollen die Reafsen selbst das Land reumen, denn der Grosfärst selbst bekennen muCi, dala ea 
skh nicht schicken will, dafs die Reufsen bej den Tentschen wohnen, weniger über sie herr- 
sdien soltoi. Denn es {st ein grob ungelegenes Volck, und der Qrosfftrst ein wunderbahr- 
iieher Herr, da aeinen eigenen Leuten, den Reufaen, nicht nidir ao vid vertrauet Denn er 
hat lieb die Warhdt, Gericht und Gerechtigkeit, und hat una die voilkommeae Macht gege- 
ben, mit denen andern Stidten und Standen in LyHand au handeln, mit Versprechen, dafs allea, 
waa de darinnen thälen, aollte ihm' angenehm aejn, weite ea auch festigUch hdten. Wdches 
wir, wenn es. die Noht erfodert, aufimlegen und au bewdaen haben. 

Dafem nun die Herren Gesandten, liitld und Wege wfialen, dadurdi daa voratehende Un- 
gBdL und Blntvergiefsen vorhattet, und ihr bey Friede, Rahe und guter Nahrung blefböu mScfa- 
tet, Ana daasdbe entdecken wollten. Erbieten wir uns Un^denunb, so wahr uns Gott an 
Ldb und Sed aol gnadig seyn, nnsern wollmeinenden und treuen Raht, dadurch die gute Stadt 
Xevnl nicht allehi bey ihrer dten Freyheit, Herrligkeit^ Gericht nnd Gerechtigkeiten bldben, 
sondern au solcher unansspredilidier Nahrung, Gedeyen nnd Wdlfahrt^ kommen aolte, als keine 
Stadt in der gantaen CEhristenhdt, aufs allertrenlichate mitantbdlen. Und aollen die Herrn Oe- 
sandten dch nirgend vor acheueol, sondern hieven frey» «nverdichtig und vertraueter Weiae mit 
nna reden. Erwarten nnd begehren hieranAT ener Antwort 

Die Revdschen gaben ihnen auf soldie lange nnd umbsdiweiBSonde Rede nadifdgende kurtae 
Antwort: 

Wir haben ana eurem Vorgdien allerseits eure treuhertdge Meinung, vater- und duiat* 
lidiea Ctemiiht gegen das gemdne Vaterland nnd die gnte Stadt Revarl genugsalun geapiret nnd 
veratnaden, sagen eudi davor freundlichen und dienstlidien DandE, adien EuA vor addie Min- 
ner nn, die ^a genta vaterlich and treuhertaig mdnen, uni ea nicht bey blolsen Worten^ bleiben 
laaa9N aondem in der That erwdsen werdet Dafa wir aber Mittd und Wege, daa vorstehende 
O^gl&ek abmwenden und aUenWdIatand der guten Statt Reval bcatendiglidi adburishten nnd 
wiedemfcringen euch vorachlagen aollen, ^da erkennen wir nna vid an gering nnd weni^ So 
wb auch von nnaecn lieben Biteateni Efamm Shibahrcn Rath der Stidt Reval, ao vm 



— t» — " 

diesen Diogeu, die mit jetvl tb» Ewi ViHfelMlteii) ImIm WlMnMieluft trign, keten BArlohl 
iiii(|;enoiiimeD , sondern btben niAt anders genieinet, eis dnfi es. nrii den Grnefüintnn nnd 
Könige in Schireden ^ nnserm gnidigeien Herrn, in gnten teradnie nnd «nf ertrigUdM Mittel 
«nd Wege stände. Wie denn andi neniicli «üb dem Reich Sct^^nden Betleciinrt kenunea, delii 
der Envoyd wiederamb mit gntem Beselieid aue der Moseafi anriktk keannen wäre, nad wirde 
der ICMigin Sciiweden ehastes Tagen eine stattliche Xcgatian an dbn Otasfiirsten ab&rtigen. 
Hetawegea wir Iceiaen andcra Befehl luben, aHs ihr aah unser Instmettön tn eta^en hmht^ 
denn eure dreahertsige^Woilneiaung nach Inhalten eares TibUabigen an Ein Ehrbahren Bakt ab« 
gegangenen Schreibens ansnhören und fleifsig einianeluaen, dasselbe aafti Hdrsigste . nnd trea» 
lldiate unsem Eltesten sa hinterbringen. Bitte dasjenige geschehen können, warumb Ein Ehr« 
Iwr AaUi auch ermahnet rntd gebeten, dafs ihr dasseUbe, so ihr une j^tst offeBbahi;iBt nnd nach 
oBenbahren werdet, sehrifflUch an Einen Bhrbahrea Rath kittet gelangen, lassen: Sa hätte sieh, 
anch EinBhrbahrer Kath sn .Revai Torleagst wieder draaff resolfiret, dieweü aber solches vaa 
Euch nicht geschehen koliaen, wir anch kdnen andern Befehl halten, denn wie gesagt; Ailk 
bitten wir euch freundlich, wo wir die gute ZuTersIcht sa ench haben d^irifen, dasjenige, so Ihr 
bey euch bedacht^ erstlich an melden, welches wir Bineai Ehrbaren Rath äufs flaissigste uad 
treuBchste wieder entdedcan sollen, and soU euch alsdann mit Arderiieher and bescheidener 
Antwort begegnet werden« 

Daraaf sie repllcirten': die Hachwichtigkeit der Bache konta es nicht ieWen, soldMa in 
kartser Zeit oder Eil zu thun; begehrten derfaalban Auficbab bis auf den andern Tag. Jetaa 
aber wollten sie unbeschwert - das Brod mit ihnen efsen, welches' auch geschdien. Da etliche 
Dörp tische Rkhts- Verwandten and Birger nekat ylelen Reafsisahea Bajaren arft au Tisch safsea 
and sichivjegen die Revelschen gar freundlich afistellaten: Da allerhand Rade und Rincka aa 
Beförderung ihres Vorhabens mit unterliefen, uad wie woU das Fialaohessen in der Fasten bey 
den Reufsen ein grofser Greuel ist, so wurde den Revelsohen damahi, ob es gleich in dar 
stillen Woche war, Flfsisch aulFgeaettet, dessen sich die Reufsen nicht merken liefsen; biafs ite 
dem Ende, die' Teutschan durch solche« Freiheit an sich sii locken. 

Folgenden Tsges kamen, aie wieder auf den rarigen Ort ausammen, da Johann ^Taaba 
▼an Fyre die Revelschen ansprach; ihr Herren ron Raval wisset Buch ZweUfelsfrejr aa ent- 
sinnen, was euch gestriges Tages Ton ans ist Torgehaltea worden, und w^ es darauf bemhat, 
dafs wir unsem getreuen Rath diesen Tag mitthdlen walten: £lo Ist es an dam, dafa der Frie- 
den-Stand und Handelung zwischen dem Grosfürsten und Reich au Schweden genta und gaa 
eaasiret ist Wissen auch festiglich, dafs der König hi Schweden, /er schicke gleich eine atatt- 
Hche Gesandtsehafft, alfs er Immer wolle, keinen Frieden erlangen werde Ittr diese Oerter: er 
möchte denn etwas für Schwedmi erlangen» Von diesem Orte wird man dam Sahweden w wa* 
nig, alfs demPoUen und ^ttaaern, aa WiUen wissen, nnd sa laaga die tou Raval rieh «b dan 
Schweden hallten werden, hat dar Grasfurst seinen Zom Jjhfar daa-.Land Harrien und Reval 
darmafsen geworffen^ dafe der Revebchta ihrer Fraaen nad Xinditr ¥o«slahend grofses OngÜek 
and Jammer kaln Mensch genugedim -erdenakaa, «ial-ireniger aasspradien können. Haa g a gan 
aber, wean die van Rayal rieh aater das Gaaainiatan FHigal bagaban «erden,* aoU 



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«iid ftrek Bbwdiaer Frqrheit^ Herriigkeit oiid Nahrang «ogrofii ood mächtig werden, «b keine 
Stedl unter dinr Sfomen mag 'gefunden "werden, Mcti fn Ewigkeit wiederfahren wird. So were. 
dennadi oMer trenhertaigev Raht, daroi^ wir aueh mit\ deyo Orosfürsten «ileraeits Ordnung 
gehalten, daan aleh «ach der C(yoafii«t dnrdi nnaere Vorbltle hftt bewegen lawen, nnd stehen 
dtfnen jni Reval sweene Wege Ter. 

BratUeh, fleweil die Revebchen dnrdi den Fall König Sricha vor Gott und aller Weit mit 
gntem Gewtoaen flirea getbanen Bitea lofa weren, ao aoken aie dem GroafBrateu wledemmb achwerien. 
Ba weite aie Ihre KejfeerLMayeatitt TOT Ee7aerr.frejfiLeateauff- iind annehmen, eaaollle die Stadt 
eine K<qraerL freyeReidia-Stadt helfaen nnd MeSben; rie.aoiten niaht alieine Herren der Stadt aeyn, 
aendem auch den fham nnd daa Sehlea mit allem Zugeher-vnd Binkfinflkeo beaitsen. Sie sollen auch 
ndt kehlen Renfaiadien Haapt- nnd Amptlenten beachweret werden. Und ao es denen Revel- 
adiC9i gntt danditet und aie vor rahtaahm ansehen, möchten sie einen tentachen Forsten, der 
liinea am f&gliehsten' wire, daranlT aetsen. '* Sie solten mit kdnerlei Nenemng, Schatsung oder 
Zell beadiweret werden, aendem die Stadt "Reval soÜ mit solcher Nahrung, Handd und Wandel 
Tersorget aeyn, dafa der Stapel von der Nanra und aua dien tentachen Stidten, ao woU an« 
d^m frembden Natloneik, aoll dahin gelegt Werden. Allein ao der Keyser «aller Reufsen wegen 
Lyflandea oder der Stadt Royal etwan Krieg führen mSste, solten die 'Revelschen so Tier da« 
bey thnn, ds sie bei ihren Torigen tentachen Herren gethan haben. Doch de wollten auch difs 
ganti und gar abschaffen. Denn der Keyser und Groafürst begehrte tOu den Revdschen keinen 
^wang, sondern nur den Nahmen eines Sdluti* Herren, und wollte de gegen jedermännigUchen 
vertreten und Verthidigen. 

So aber did. Revdschen sich beachwereten, dem JKeyser allef Reufsen immedlate zu huldigen, 
ao aoll ihn sum andern die Wahl und Macht gegönnet seyn, wo sie einen teutscfaen Fürsten 
oder auch, einen von' Adel wehlen weiten, dem sie sich Tertrauenkönteu und wollten, denselben 
aolteo.de anieigen, alfadenu weiten aie ▼erschaffen, dafa die von R^vai demselben und nicht 
dem Orosfürsten schweren und hddigen soll top: Allein dersdbe Fürst oder Edelmatin müste 
dem Grosfürsten mit Eide^Tcrpftichtet aeyn, jedoch nicht anders, als ein freier teutscher Fürst 
und Herr oder als ein Oiurfürst des Römischeu Keysers; Gleichwoll solten die ReVelschen aller 
Freyheit und Nahrung, wie oben gemddt, eben als wenn sie dem GrosfÜraten selbst geachwo« 
reo hatten,^ an geniefsen haben. v 

Wdohea nu aua beyden Mittdtt denen Revelachen am sutrSglidi^ten dauchte und aninneh- 
flsea atunde, davon aollen dedch mit ihren lieben Bitesten, Einem Bhrbahren Rah t der Stadt 
Reval, bereden und dk hodiwicbtlge Sache In kdner Verwetiung stehen, sondern ümen mit 
aehlaiinigii' und suverlcfsiger Antwort begegnen. ' 

Auir dabanch die von Reval eich nicht aoUen lu befahren haben, dfa ob Ihneip allea daa* « 
Jeadga, ao von una an Statt dea Grofsfirstiea sugesaget wird, nicht solte gehalten werden: 43o 
iMt der OffOsfGKat.^wnd wb hereila die Vorsehung gethan, dab solches euch von der fteufd- 
eehen Kpatisehen Helligkdi und der gantsen Gdstligkdt gMchfiüb denen Revdscheo sehe ver- 
oi cgd t und beatetiget werden^ wdehea suvor nbbt geachehen, nodi gehöret, worauff aich die 

Reval ^blieh nnd feattgllch verlafaen mögen. 

I. Bd. ' SS ^ 



\. 



«T4 — 

So es nv ihrem VoTgeben BAch mochte Ine WerA {(estellet werJleii, woHen sie denen Ke- 
velschen in bedencken heimgestellet beben, eb nieht telches alle« der dnrietenhetl snm Beeten 
niid Erbauung der cfarietlkben Kirche fereiehen würde? Nendieh wenn die Lyflindieche Lande 
allso in ihre alte Frejheit und Wolletand geeetset, elnhenrig nnd einig wiren,' Jedoch ohn alle 
Beschwernis: Denn alsdenn were der Keyaer aller Reufsen andi geainnet,' einen ewigen Frieden 
mit dem Hdligen Römischen Reidie^, so woll aneh ndt allen .unbliegenden chrlstUdiea Poten- 
taten im stifften und dich mit ihnen wieder den Erbfeind der Christenheit, dem TftrdkeD, sv 
Terbinden, damit er wieder aus der Christenheit getrieben nnd das heilige, gdttiidie lind ni- 
lein selig machende Wort über die gantee Welt ausgebreitet werden mochte. * Zudem, weil der 
liebe Gott dem Grosfürsten] sweene minnlicbe Erben Teriiehen hat,- weite er auf Mittel nnd 
Wege bedacht seyn, wie denn nnch edien Torhanden weren, dafs sie chrietUdie tentedie K^- 
serinnen oder Fftrstinuen heyrathen sollten. Welches sie jdenen Rerelsdien weH sn meiclm 
wollten anheim gestellet haben; Wo es auch die Herrn Gesandten iiir rahtsahm ansehen, dafr die 
von.Rey-ai mit denen von Riga ton diesen Dingen andi rertranter und nachbarlicher Weise 
'Unterredung pflegten, stunde solches in ihrem nnd Eines Ehrbahren Rahts Bedencken. 

Hieraüir gaben die Gesandten Ton Reval wieder zur' Antwortt: wie dafs sie mit betrübteni 
Gemüht Temommen, weicher Gestalt wieder alle HofTnung der Grosfurst seinen Zorn anff die 
gute Stadt Reval geWorifen, doch trosteteif sie sich hinwieder ihr treuhertziges und Taterlichee 
Gemüht gegen ihr liebes Vaterland, und dafs sie auch In grosser Autorität nnd Ansehen bey 
iflem Grosfürsten gehalten wurden. Dahero sie das Bose^ so Terhanden, woll wenden konten; 
bathen derowegen, dafs sie ihr Bestes thun wollten, so lange bis sie ihren lieben Aeltesten Ihre 
Vortrage hinterbracht hätten und Ihnen wiedemmb ein Antwort zustelleten: Daraufl sie von ein- 
ander zogen, und haben Johann Taube und Eiert Crause dieses nochmahlen schrifftllch. an 
Einen IShrbahren Rath und dia Stadt Reval gelangen lafsen. 

Solcher Gestalt suchten sie auch bey dem Hertzoge ?ou Cuhriand durch allerley Wege und 
Kencke, nebst Anbietung des gantzen Lyflandes, Um in des 31oscowiters Stricke zu fuhren. 
Aber der Hertzog,* welchem des ReuCB^nList genugsahm bekant, hat sich nicht, daran gekehrt, 
und die FractIcanten keiner Antwort gewürdiget 

Den 9t|en Julij, auf eln^n Sambstag gar frohe, kamen defe KonIga Ton DennenanÄen nnd 
der Lübischen Schiffe, in die SO starek, unter dem Dahniachen Admiralen Pär Mnnck, für Re- 
Tai und schOs4fMi gewaltig von sich,^ allso dafs Kugeln von M Pfund auf- Sanct Okj Tbmm 
iber die Glocken geflogen. Diese beraubten den Haren < und .nahmen flber^ M* thoila hnlh, 
theils gant2 mit Reufseschen. Wahren beladene Schiffe, nebst Tieien Schwedisclien Sehnten dar- 
aus, verbranten 2 des Rathe Schiffe, die des Torigen Jahree denen Dihnisdien Kanflenten auf der 
Narvischen Fahrt genommen worden. Und weil sie, bifs die Ton Bitten nach .Narrn beglei- 
tete Kauffmansacfaiffe den 22sten JnliJ wieder suriickkamen, daadhat stiUe. Ingen, iangetai nnter- 
echiediiehe Schwedische Schuten an, welche ?on dem Feinde nickt wneten, womnter aneh ettf— 
che von Gäfvel mit Kupffer beladen waren, solche kriegten die Dikaen aUe weg nnd lowtan 
die Kauffleute sich nach Vermögen rancioniren. 



SelUgea Adms bttten die Pohkn nndUlUiier rinai Rddistag sq LuMIb, alld« «ocli von 
der CroB Stinden der Hertiog in Cohrknd, els.eiQ.fllied des Reiehes,. Lehn -Mann und Ffir«!, 
mit allen nnd fürttttehen InuBiinitate% Freylieit ond Prfiril^en, wie solche« aar Wiidan abgehan- 
delt, anf- nnd aagenenunen werde. Gleidi "Wie die Uttaeachen Stände anfänglich die Subjec- 
tiena-IIandelQBg gerne sahen »allao trieben de nn mit allem Fldfa» dafs, wie ihnen der Nachbar- 
schaft halber die meiste Gefahr nnd B&rile des Ijflindisehen Krieges würde obliegen , dafs Lyf-* 
knd inmiediate an der Zeit abobalt dem GrosfilysteBthomh Littanen anfserhalb der Cron ein- 
verldhet werden mSiAte. Sa wurde aber so well Ton andern, als dem König in Fohlen sdbst« 
wiederrathen, in Betraditnng, dafs des Museowiters Feindes -Macht zu grofs^ wdcher die XJt- 
taner aUeine iiir sich mkl anfser der Fohlen HUUlfe deht well wftrden wiederstdien können, ge- 
iitaltnahm man detS^n ein firfsehes Exempel an der Festung und, Stadt Polotsko bette. Dero^ 
hatten die Handlung dahin gerichtet wurde, dafs, sofern Pofilen dch I^yflandes dcht sugleich 
wurde anndunen, nnd es die Littauer allein sehitsen und verthädigen selten, dafs anlF solcheAi 
' Fall dann db nun. und nun, alfs dann Lyfland bey Litten^ ewig bleiben und demsdben ver- 
wandt seyn seile. . 
So wurde auch auf sdUgem Reichs-Tage Hertiog (Christoph, au Meckle;iburg seiner-Oe- 
fengttis befreyet, und nach gethaner Resignation des Ertastifftes nach Teutschland verstattet 

Anne 1570, den 7ten JanuariJ, überraschete der Fdd-Obrister Clans Cursel mit seinen 
uni^habenden Offifdreni und gemeinen Hofflenten das Schlofs an Reval, und nahm den Gnber- 
natom, Herrn Gabriel Christerfson Ocbsenstern, mit Frau o^d Kindern darauff gefan- 
gen. Wie de defsfds von dem Raht au Reval beschidcet und befrsget wurden, gaben sie aur 
Antwort: . Sie hätten numehr dne lange Zeit ihre Besoldung vom Reich Schweden gemifset, 
nngea^tet wie instendig sie dmrob angehdten und aollicitiret' Zu dem weren sie auch andern 
Leuten sdiddig und von denselben «ehr gedrungdi, . dahero sie genötiget worden, das Schlofs 
au einenr Unterpfand dnaundimen* Wenn sie ihre Besahlung bekonunen .hätten, wollten de dem 
Könige das Hanfs wdter nicht verendidten, es auch keinem andern au^agen. Wi^ nun dei^ 
Herr Gubemator in derSyl das Geld nicht auschaffen konte, muste er dch mit dem Fdd-Obristen 
Cnreel nnd seinen Consorten dieser GeMlt vertragen, dafs Glaufs Cursel mit seinen Ritt- 
meistern und. gemeinen Soldaten das Schlofs Reval mit dien angehörigen Landen und Leuten 
verwalten solle, bifs auf neehstfolgenden Pfingsten und des Königes weitem Bescheid. Herr 
Gabriel aber sollte sich sampt sdnon Gednde und Schwedischen Soldaten vom Schlofs in die 
Stadt* nnd Thum begeben.. Unterdefsen selten de mit Hand und Mund stille, seyn und keiner 
den füdeKn edidten oder bdddigen. 

Wie solches Hertsog Magnus von Hellstdn vemonmien, Uefa er sich hefftig angelegen' 
aqrn, wieder: das SeMofs an sich bringen mädite,^ sdiriebe allso Anfangs Febmarij an den Raht 
an Revalt Ihigiddlen an G\fk^% Cnrseln nnd begehrte efai Geleit Or sdne Legate, die er 
daUa abanfsrtigea entseblofsen. Weil aber Avi Herr Gubemator nicht mit defsfdis. angelanget 
war, wdite der. Raht ohn sdn Consens nichts ^un, sondern schlüge es dem Hertsöge ab, nn- 
geniAtet wie aehr es ihm verdriefsen soite;.Clana Cursel aber gab ihnen nicht allein das 
Gelettf. sondern schickete ihnen noch 100 Pferde bifs Leal entgegen, empfleng de herrlich 



— sm — 

iuhI Bchtofs mit ilmeii, daft Hertsog Mtgii«* ihni voa .Arentkurg SM teslHAe Bastor •«& 
Schlofs RevaJ solte bekommen lafsen^ welche bei de« Sdiwedeo grofie ^VeriadU erregeteo. 

So •cfarieben aach die Teutadhen von D&rpl an die tob Reval^ sie aoltenv nun mil allem 
Fldrs daran seyn, wie aie ana dem Sehwediaeheft Joeh erloaet «irden. SoUiea allea veanifu 
aachte, dafa^die Schweden dem gemachten Stülatande mit Curaeln nidit lenger tratteii.konte% * 
bevorab, wo aie von den Arenaburgiachen IM Knechten nicht "bey Zeiten ¥Ofkommen wirdca, 
war^n derhalben anf Blittei bedacht, wie aie daa Hanfa in Revai wieder in ihr Ctewait bringen 
mochten, geaUltaam^ ea ihnen ^aoch dnrch ein aondertiehea Stmtagema nechatfolgenden Cknilkc^* 
tag in der Nacht gelange. 

Sa trug rid aber dieaea allao anr Nachdem Clana Cnrael mit adncn Anhingentnanmel» 
aicher .wäre, and aich ao woU anf den Vertrug ab die Feate dea Hauaea Terliefa, aehUEle er 
2 Compagoien aeiner Hoffleute anfa^, daTa aie da bey den Bautai liegen'' aalten, damit aie J^dit 
den Vorraht dea Sdilofaea Tanehreten, derwegen praeticlrte der Hauptmann tkber 'die Sehwe- 
diachen Knechte, Niia Dobbler, mit 2 Ueberiäuffem, deren einer Caraten von Aniclam, der 
andere LaCae Siggjeaon biefa, welche bey de wegen Todachlagea bey Ciiraein im Geleit wa* 
ren,- dab er ihnen Geld gageben, i^elchea 'aie unter dem Schein, ala betten aie ea mit Dob- 
biern '^) gewonnen, aam Beaten gabea^ und inaonderiieit die HoflUente darauf su Gaat laden, die 
die Cammer bey einem Loch gegen daa Feld an, da die Schweden gedachten hinein an ateigea, 
inne hatten, 4amit die HoiTiente deato beaaer beaecht und hirter achlalfend, den Tumnlt nid&t 
hören mochten. Solchea allea wnaten dieae melaterlich Ina Werak an richten* WiB aie min von 
dem Trunck' g^talich übernommen nnd im tieffaten SdiUiT waren, nalmien dfe Schweden ihrer 
Schantie war^ nnd Uefaen/aidi dareh dea BiachofTa HoflT vom Thnrm mit einer Leiter ^Ton hinf- 
fenen Strieken geflochten lengat der Klippen hernieder, gingen daranff mit wollenen Stnh^ffeii 
herumb bia unter daa Loch nach dem achwartaen Bach, wo Lafae Siggeaon ihrer wartete, 
nnd warff einenf langen Schnur von oben liiOunter, mit welcher er daa eine Bnde von/ der hfiaf- 
feoen Leiter von unten hinauff hohlete und daa oben foat anband* Unterdeaaen b^dkliah Car- 
aten von Anklam die' Gemacher^ nmb su vernehmen, ob jemand aoichea vermereken oder aidi 
regen wurde: Aber Clanfa Curaei mit.den aeinen lagen und aehliiTen gants aleheri^ die Wa- 
che aber war nach der Stadt an. beateilet. Da an niemand verbanden war, der von hinten anf 
aie achtete, atiegen die Schwedlachen Knechte, einer naah dem andern, an der hinffenen Ldter 
hinauf, )>Ujs ihrer über 300^ Mann hineinkamen, und dieae nahmen den Stock ein, anf welchem 
aller Vorradi an Proviant nnd Kriege -Munition war, und achoraan alkobaUt von dem Thnrm 
die Sehwediache Loeuog, die Birger in der Stadt- und Thnm damit anffirawidcen. 9a ea ma 
-Lärm In alle« Qaaaen gageben, weil keiner wnate,'waa verbanden war. Nilfa Dobbler mah- 
nete die Officirer und Holflent nmb daa veraoilene Gelt, i^ddiea aie Bim mit Hhtterlaaanag allen 
deaaea, ao aie aufi» SchloCi an Pftirden, güldenen Ketten, Gewehr und Kleider hatten, ^ndi 
anm Tfaell arft dem Hatae the&r genug b^ahlen müaaen. Claufa Cnrael ndt vielen 
Lyfli^kdiachen Junckern wurden gefangen genoaMuen* Solchea war den 2 Cempagnieo, ao 



«) rielleloht auch: Dabbka (Im Bpld). 



— «n — 

Lufe lif «h tetriiiile Zettong. Dan aidi Ihrer del ▼erlantoa lassen, es solle kelor Schwede 
in Bwlgkeit täte SehloCi sn Rerel mehr regieren, bepben sich endUch sn Johann Tsnben 
wid Blerl Krvsen, weldie sie nnter deb MnsoowiUnrs IMnst brachten. Claufs' Cnrsel mit 
Z netner CoiMortea wurden im folgenden BUJo Tors Gericht gestellet, mm Tode Tcnirtheilt nod~ 
den Sten Jvnij mit dem Schwert geriditet Etlidie sdner Bedienten wurden gefänglich nach 
Sdiweden geflUiret, weldie anlF Hertnog Cnrln Yorbitte en^ich Pardon bekamen. Die von 
Adel, ao hieran schaddig waren, ^er ihre Kinder,' haben sich nadigeheiids, solche Scharte' ans- 
snwelaen, dmrdi desto grilÜMBe Trcn nnd löblldie Thaten (wie solches am Tage ist) hSchstens 
bemnhet, aber die gemeinen Hoffltele, absonderlich die teuCschen, nnangesehn man mit ihnen 
aufs gelindeste' verfnhr, vergafsen soldier Gnade baMt and sdilogen sich melirentlieils snm 
Moscowiter. . Die Schweden rücketen daranlT vor Leal, welches Hanfli Ton dem Schwedischen 
Könige den Gnrseln Terlehnet war, es so belagern. Da de nn «etliche Wochen davor lagen 
wnd iliren Hanptmapm Nilfs Dobblern, nebst andern Knechten, Verlohren hatten, wurde es 
eadlicb anffgegeben. Nicht lange darnach kamen etsliche tausend Reufsetf sampt denen 2 ter- 
lofleaeh Compagden Corseiiscber Hofflente nnd fordertien das Kaufs auf; wie sie aber, vernäh- 
men,^dafsHenr Clanfs Ackefson Tott, Schwedischer Feldt-Obrister,. wieder fan Ansuge war, 
machten sie sich eiligst davon und dordistreüTeten die gantse Wycke, erschlugen etliche Schwe- 
den and von Add In den Edd-H8fen, und begaben dch hernach wieder in das Sllfft Dorpt 
«nd nadi Wirland. 

Oben Ist Meldung gesdidien, was .die Littauer bewogen, Annd 1Ö67 ihre Krieges* Macht 
hej Rodischoff susammen su ddien. Wie aber der Grosflirst solches erfahren, weift idr 
sidit^ ob er die vomehmaten Herren und die' micbtigsten Städte dgentllch der Venütherey ver- 
dididg gdidten, oder ob er solches nur als dn Vorwand gebrauchete, seine unersittige Blnt- 
dftiatigkdt SU beschonen. Dieses ist gewifs, dafs tff in foigei|den S Jahren ärger gehauset, als 
einem irgstenFdnde nn thun* möglich seyn konte. Denn welcher Gestdt er su Moskau, Mauv 
wogrod, Pieakaa und andern Ortem gantse Familien ohnangesehn einigen Geschlechtes, AI- 
Sers oder Standea ansge^ottet, selbige an W^, Kinder, Gesinde, Viehe, Hunden, Katsen, ja 
die Fläche im Wasser und allea, was de hatten, durch sdne ApriCmiken, welche- swar sonst 
die aaberwehltesten Kriegdeate der Reefsen seyn, anjetso aber von dem Grofafärsten fiir nichts 
aadera alfs Henekevshuben gebrauchet wurden, mit unmenachMcher Tyranney tSdten, würgen pud 
fintaüdi vertllgea, ehrUohe Frauen und Jungffern schänden und nackend hemmb schleppen* las- 
sen, den Sinwohndrn dies das Ihrige beraubet und dei^estdt einen ungiauhllchen Schats, eo 
mh so vieler Hnnderttaasenden unschuldigem Blutt besuddt, misammengebraeht, in seinem eige- 
BM Lande so vid hundert Edel -.Höfe, Flecken und Dörifer ausgebrant etc. DSvon sind unter- 
aeUedilehe Bileher voll, aus wddien der guttheitaige Leser dessen anfsfiihrlldien Bericht haben 
kans derowegen Idi unnitig sehätse, solches ailhle ehunibringen. Nur waa er in diesem Jahre 
m Narva verftbet, iLan ich nicht unberichtet lassen. Denn wegen obgemdden Verdachts schickte 
er etliche tausend Aprffsnecken in die Tentsche oder^ I^yHändtsche Narva, swar erstlich unter 
dem Schefai, dfs sollen, de wieder die Schwedischen einen 2ng in LjUaad thun: da man aber 
eO' Narva Mk ihrenthdben des geringsten Hebels nicht besoigete und de gerne efaülefse, fin- 



»18 

gen sie an, wieder die Reurtache filawohaer^ «Bgetehlet einigen Stands, Gesdiledita oder AI* 
iers, ja aucli der Säuglinge unveracliont, mit morden und niedermetsclien sn wüten, dab sich 
ein Stein darüber bewegen moclite« Denen Tentoeheu und Ehatnischea Bauern tlieten sie nidits, 
warnten aber derselben, dafs sie l>ei Lebens -Straffe keine Aenfssche Kanffleote und Bürger bei 
sidi verhelen selten. Sie wahren mit dlesent Morden nicht Fergnugt, sondern suchten alle 
Speicher, Keller und Boden durch, und brachten alle der Benfssehen Kanüleute Waareu, so 

.mann aii etliche Tonnen Goldeswehr t schattete ,^ heraus auf die Strafaen, nd wafs sie endlich 
wegen des entstandenen Oestauclu, weil die Leute fast daran ersUcken wollen, nicht Terbrenaen 
kondten, da^ hieben sie in kleine Stücken und warffens in den Strom, denn es war ihnen und 
allen,, bei Verlust Leibes uud% Lebens, yon dem Grofsfürsten verboten, das allergeringste davon 
zu verbergen, oder sich zuNutx su machen* Sogar erstreckt^ sicli dieses Dnmenschen Tyranaey 
nicht allein über seine eigene unschuldige Unterthanen und kleine Kinder, sondeoi auch leblose 
Diuge und seiner eigenen Lander F'rüchte und Waaren; dessen ungeachtet kan noch heutigeo 
Tags kein Reufs leiden oder ohne Cngednlt hören v wenn man ihn für einen Tyrannen schiidi» 
sondern es fehlet gar wenig, dafs sie ilm nicht für ein Ctott ausruffen. Wissen auch keinen, 
den sie dem Alexandre Magno eigentlicher als mit' ihm .vergleichen konten. 

Aber war^ ists in verwundern, dafs solches so lange nach seinem Tode geschiehel, weil 
auch Her tiog Magnus ansIIoUstein, weidien diese des Grofsfürsten an seinen dgenea Untertlia- 
nen verübte grofse Tjranney, darüber die gantae Welt einen Abscheu hatte, nicht nnverhorgea 
war, und dessen unangesehen sich deimoch vor 'Seinen falschen Räocken nicht kondte. Denn 
als Taub und Kraufs,. wie vorgedacht, mit ihrem grofsen Verspred&en und süfsen Worten 
weder bey der Stadt lleval noch dem Hertaoge von Cuhrland icht was sduffen koaten, mach- 
ten sie sich an Hertaog Magnu^s, bey welchem es denn nicht grofse Mühe dürffte, ihn ins 
Spiel au führen. Solches hat awar der Hertxog von Cuhrland durch seine Abges^dten wollmei- 
ncndlich abgerathen und den Hertaog Magnum treulidi gewarpet, er solte ein Exenipel aa_ 
Mougrod,. Plefskau und andern des Grosfürsten eigenen Unterthanen nehmen, und sich für 
eines so barbarischen und tyi*annischen Fürsten Verbündjüs hütteu. Aber es liat nichts helifea 
wollen, sondera ist .von ihm vielmehr scliimpflich aulfgenommen,' und wurden die Gesandten da- 
mit abgewiesen, dab man wegen firemlider Sachen unbekümmert seyn sollte. Worauf Hertsog 
Slag,nus in der Fasten, nachdem seine Gesandten, Wrangel von Royl.und Glas Aderkas, 
die er nach Moscau gesandt hatte, wiederkommen, auf den Bescheid, so sla mit sich brach- 
ten, fortaoge und am grünen Donnerstage au Dorpt anlangete, folgende nach Pfingsten in die 
Muscan verreifsete, woselbst er stattlich empfangen, herrlich tractteret und sampt den seinea 
reichlich begäbet, auch für einen König über gaota Lyfland ausgernffen wui*de. So gab ihm 
auch der Grosfürst viel, Teutsclte aufs dem Lande verführte Gefangene frey und lofs. JNesea 
war «war den guten Leuten eine ^ H>fse Gnade, und verursacht in Lyfland allerwegen ungemeuie 
Freude und Hoffnung, dafa sie nu durch Hertaog Magnum. aller Wtederwertigkeit, Sorg und 
Betrübnis wurden eiitbunden und befreyet werden. Sie merci^eteu aber so wenig, als Hertaog 

. Magnus selbst, was da hinten steckete, and wurden ihres Sclisdens und des Betruges leider 
alünspat gewahr; denn wie viel tausend unschuldige Seelen sind woU gegen diese Gefangae 



wledermb tteOf gefimgrä, fheib jlmnierlkh irad mit tmaarsgprechllchen Martern vinbs Leben 

Deb foigeDden Sonmera wurden etüehe der Dtntiiger Freybeuter anf dem Närrischen Fahr* 
Wasser dnrdi die Engliache genommen nnd nach Narra an deii Renfsen gefBhret; derer über 
70, wonnter dn Capitain, Nafamena Aamns .Jendrich, gewesMi, sind anfigehencket worden. 
2m denelbigen Zeit wurde Hertsog Magnus Ton Hollstein von dem Orosf&rsten als. dessen Va- 
aal und Leimmann nach Lyiand abgefertiget nnd mit etlich tausend ReuPsischem Kriegs -Yoicke 
▼ersehen, sehi nnmdiro Termeintes Königreich Lyfland einiunelmien, ,wie denn'tfieils dersek 
Mgen sich den 18ten Angusti* unter ReVal sAen liefsen, etliche 100 Stfick Kühe wegföhreten 
und einige Mensehen Tor der Pforten erschlugen und verwundeten. 

Bald damadi, nemlich den 2L Augnsti, kam er selber mit der gantien Arm^e von funif nnd 
swaiitsig tausend Renfsen und drejEsq^adronen Hoilleute, woran nachgehends auch Reinhold 
Ton Rose aus dem Stifft Riga mit seiner Fahne und noch eine Compagnie teutscher Knechte 
▼on Arnsburg stlefsen, und belagerte die Stadt RevaL Eben damahlen wurde auch Wei- 
f Senat ein mit etslich lOOOileufsen urid einen Esqradron Tentschen, wdchen Rittmeister 
Jiirgen Tysenhausen Ton Randen. fUirete, belagert 

'Es hatte Hertsog Magnus einen greisen Zulauff an Ljflindischen vom Add und Borger- 
Kindern, welche vermeineten, dafs sie numehro durah Hertsog Magni Regiment au ilirer vo* 
rigen Ruhe wieder gelangen wurden, aber das (Tachdencken nicht hatten, dafs der^Moschowiter 
.Hertsog Magno nnr den biofsen Nehmen eines Königes gegeben, beides ihn und seine Termeinte 
Vttterlhanen damit su betriegen, und dergestalt das gantse Land unter sein Joch tu bringen. 

Den SlHen Augnsti nahmen die ReufsehSanct Johannis-Hoff sampt dem Hospital und allen 
Wohnungen ein, so von Stein gebanet und der Stadt Reval ifehr gelegen waren, wodurch sie 
efaien treSllchen Yortheil liitten haben können, wurden aber, wiewolil nicht ohn grofger Mühe, 
daraufs geschlagens der Höif aber sampt allen Wohnungen an Grund verbrant und geschlellTet 
Herr Cari Henrichson Hörn vonKanckas fiel den SOsten Aqgust mit seinen 'Schweden 
aus, scharmütselte mit den Feinden; schlug ihrer etliche nnd brachte einige gefangen nebst ei- 
nem Bojaren, welcher tödjtlioh verwundet war, mit sich aufs Sehlofs. . 

Den 2ten Septenbfia kam dpm Feinde mehr Geschüti aus der Narva su Händen, welches 
er, nebst der vorigen, bey der obersten Mühle pflantsete und anf die Stadt, doch ohn derselben 
Schaden, lofsbrante. 

Unterdessen sehiieb Hertsog Magnus an die Stadt folgendes Lauts: 

Was unser Magnusen von Gottes Gnaden Königes in Lyfland, der Ehst- und Lettisch^ 
Ijande Ilemi, Erben an Norwegen, Hertsogen su Sdilefswich, Hollstein, Stomnam und Diet- 
Mnrdisen, Oraffen su Oldenburg und Deimhorst, allen in der Stadt Reval wohnenden, so der 
gemeinen Christenh^t Nnts und Frommen, des bedrückten Lyflandes bestes, Freiheit und war- 
hnfftige WoUfalirt anchen, ihren und aller ihrer Nachkommen ewigen Nalunen, Verderb, Unter- 
gang und viel nnsdiuidiges Blutvergiefsen verhütten wollen, au vermelden. Naciidem dies be- 
trübte und verrückte Lyfland von mandieriey Nationen erbirmlich nurifsen, die beschwerten 
Ktageaefsenen nnd armen Bfaiwohner. mit hohem Senflben nach einer christlichen tentschen 



Obrigkdt wa dem Afaniditlgm ferafleo mtii geMhtyen haben: 8e hibeii wir. von Aateg 
Regfening in der Otittigkeit Gottes mnb Mittel und Wege^ dadoreh die arme Lande 
inöchten sn reeht gebracht werden, fiertslidi geraffen nnd geaehryen^ aneh tut alle Mittel Ter- 
ancht: Aber dieaelbei^ dnrch gdttliohe Verhengala so riel Jahre her aleht gefanden, btfa an 
lange der Keyser/Ct^oafSrat nnd Herrscher riler^Renfaea in diesen jetsigett Tagen sieh mit g»- - 
gebenen Sfegeln «ad Brleffen, so woll aneh mit gewUinHshtei Orents-Kttssnag, gegen nna ani 
oabegreiffllcher Verlelhong Gottea so gnidfg erldiret nnd mit nna geschlossen, nns Aber alle 
die Ljflande an enrem König in setsen, wie denn ihr KejserHche Mayeatatt nna dasn offentUsll 
erküret folgender Gestalt: Dah der Grosfikrst nns alle die Lande entweder dnrah Gewalt oder 
Transsetion liefern, Jnglelchen mit dem Rönrisehen Reich wieder den Tiircken nnd alle Feinde 
der Christenheit sich rerbinden wl{l. « lieber Lylland soll kefaie Obrigkeit henechen, anfsge- 
nommen Wir, onsere Erben, oder In Hanglnng deraeiben die Cron Dimiemardken, oder jfemand 
ans dem Lande sn Ilollsteiii ewiglich« Bs soll aneh kein Renfse Madht haben in ganis Ljland 
an herrschen. Allein der OrosfUrst soll oder jrtll den Nahmen einea Sehntsherrien hdben^ Wel- 
cher bey demselben Schntahaben aeln gantsea Keyserthnni« ja auch seinen Keyserlichen Lefb 
sniTsasetsen, becreutakfiaset: dafür aollen nnd wollen wir dem Keyser eine gar geringe nnd niriht . 
denkwfirdige Brkentnis anstellen, wie solches in BchrMRen rerf aaset nnd bckrentsklisset: Dero- 
weaen der Keyser an Vollensiehnng der Crents-Kiiasnng uns rorans mit beyhabendem Kriegen- 
Vofcke abgefertiget, den Schwediachen Fefaid ana Lyfland an veijagea. Da nn dte Stadt RoTni, 
wie solches auch vor einen Raht nnd Gf^etne achriffllllch nnter uniMBr Hand, gdanget, atch In 
der Qate Uns, nnsem Brben oder fai Manglnng derselben,^ der Cron Dinnemaroken oder dem 
Haufs Hollstein nntergeben will, soll sie nndi nidit allehi bey den alten Prifüeglen eriiallm, 
•aondem auch an^HTasser nnd Lfnde, ao woll mit ttaehren Oertem, alfs aneh mit herrüdiea^ 
ewig nata- nnd erspriefslichen Freyhetten Termduret werden« So abc;r die Stadt Reval ge> . 
neigt, ihr, ihrer Kinder nnd Klndea-Klnd^ Heyl selbst an suchen, können wir gar -woll gitBdi 
Unterhandlung leiden nnd anlamen, wollen auch die UnterhSndler mit gnngaahaNn Kdnigiidieii 
Geleit nnd Geiseln versehen: Im Fall aber Reval an ihrem ewigen Schaden, Untergang, Veat- 
derb, Blat?ergiefsen nnd Mord Lust nnd Liebe hat, ao aey Ihnen unrerborgen, dafader Keyaer 
und Grosfürst seine Keyserlkhe Macht daralisetaen, sie ▼erheeren, rerwisten und in die ewige 
Dinstliahrkeit brhigen werde. Wir wikndachen al^er von dem AUmichtigen nichta llebera, dean 
das die Revelschen ihr ewiges Heil, GMck und Unglück, imgleidlen daA sie an ihrer alten ge- 
biihrlichen Obrigkeit koaunon werden, bedencken nnd behertaigen, andi reiflidi bey alch erwe- 
gen, sn waa treflflichen grofsen Freybeiten an Wasser undXande aie gelangen können, anrii wie am- 
möglich ea sey, dals sie sich wieder den Keyser und Grosfürsten, der nidit in iSoauner, sondern 
auch Wintere Zeiten ohn einige Hinderung Schweden seines Gefallen bekriegen und .beawingeii 
kah, aetaen wolteiL Zn dem, ao aoU der König In Sühweden (ob Gott wil) aidU alldn nUhln 
in Lyfland, sondern andi In-Flnnland und andern Orten mdir, daajenige^ wo nmn mit ihm In 
Sinn hat, gnugsahm erfahren. Data aber etliche Lügen-Gebter anisgesprengel, es würde dhr 
Krieg dem Groafifaraten aum beaten gefihret werden^ lat lauter VerfÜhrnng und -Betrüger^, d«» 
Tor wür die Rerelachen duriatlleh ' wollea gewnmei haben, nnd aollen, ea im Kartaen die 



fUbUae, mdi ilartBi JUal beatUen, dtfem midi alle cbrittUche WanwiHt Bkbt ImMR« tolte^ wol- 
kB wirns dUei kasflig« VuißM» entedhoUigt haben^ und ipm ile hierimi«» geiinnet riod, 
t4gdMtttt iilr #ae bettendlge Ailweft. Zu steter «nd fSestc^ EUlmig obgetchriebener Faneten 
hsbea wir wie mit «igeaer Hend uiImcbriebeB, lud bfarwitei^ wiMentlidi «arar Seccet drickcn 



Aber «ie aftfii wii ttekjltdk er lait Mteen mgeordMlea Kriegs -ComaikMarieii, Tcvbeii vnd 
Krevsent« mdi ptft^ so het^a detuedi die IleyeledieB keiee Lust, dsrasA sn tantsen^ weil 
ile das M ee ae nttera Uatige Rineke beaseir verstaadea and Bachdachteoy ^ der gute Herr wait 
seiaea Balhea and Aahaage: Dana es leg ihaea aeeh des Michael Gllaekl Ezeaipel vet dw 
4ageQt.wei<imr vea kurtaea Jebrea des Orosr-Fiiftea Vater, Basilij Iwanowits, arit grobea 
ANaien dahia bracble, dafs er ihm die Stadt SJaoienisko dareh Venrittierey ia seine Gewalt 
gehradilt Aber Giiataki,. wie. hoeh er aad^ .eiaHicii gefttiegea, bekam endlich dea L^dia, dato 
er la eiaer scKwerea Gefeagais sterbea müste^ Es ist eia grobes Qlileky weaa aiaa sich aa 
saderer Sebadea sflgela aiid allso seinem beteiatehendea Unglttek enig eben kaa. 

Wie :aa Hertaeg Magaas sehe, dafa. er mit Papier aad Thite der Stadt Reul nicht midi- 
tig wmcAea keate, gedachte er selbige dard etee laagwüdge Belegerang eareaahangem, eHda 
aekh YotbAm mdide dmwh 2 Koaigliehe Schiff- Vlettea, deren ehie ven^tockhela^, die eä- 
dere Tea.Caifrar.a« Beral aalaagte, «a iriehto gemacht; d^un selche Flottea bliebea so lange 
antw ReTal beliegea, biTs alle Schiff und Sdiatea ?oa Steckhelm ab- and anscgdtea, aad 
der Stadt Beval aUerhaad Nehtdarflk troa Previaat aad Hdts aaführetea. ^ 

Weil allae Herteog Magae kda ander Mittel ftbrig War, griff er die Stadt lait M;acbt an. 
Aeaa kam flu« aodi^ sa HUff dtie' grade Macht d^ Renfsea aa Apriftnikea, welche noch Tiel 
gmaUnfa« aad irger da die Tirigea nrft Merdea, Raubea aad Breaaen im Lande wftteten, ancb 
vid Leat Toa Adel aad yemdaem Volek, so sich auf dem wSstea Hanse Fegfenr ia Harriea 
aalhieilea aad vea dea forigea BeaAen waren ireradionet werden, jäaunerlich ermordeten. Diese 
kamen dea 16tea Oetebsia an Beval aa, aad edilogea ihr Lager ia der Ziegel-KoppeL Damit 
aber der Fdad sich der Beaaer aad Wohanngea ia der Fisdier-Maja, derer aber SOOt waren», 
aisht hedieaea moeiite, hat mm eoiche sdber ansteckea, veigbrennea und sdüdUfen mOmen* 

Dmb Martini tttataad dne ediredsliche Sefkhe in der Stadt Beval^ so dea gaatsea Whs« 
ter iüier weiirete,^ aad. m^ heftig war, dafs sie die Leite alTiBbddt ihrer Siane,. Yeranaflt nad 
BfnAmi beraabete; hieran etarbea yid Btbrger nad andere Leite ia der Stadt, and dne gnrfipe 
Maa^a dmr Haariadiea Bäarea anfisi Laade, apch warde dee Feiades Leger nicht TeisdiAnet, da 
dte Sefkcfae vid Yolekes> aad aaler aadera dee Hertaegea Maga4 Ceatdera, Coarad Bar- 
keiatera^ wegraiBe- 

Aas Bade dieece Jdiree^ a|Bilidk Lociaw, warde aa Stetfa der Friede swi^hea ddr Crea 
Sdiwedmi and DäaaeoBttrekea, durch Behanddung dee rSndechea Keysers Maxiiailiaai des aa- 
dena, Mß Kaqpgfir ia.FrpBd^rddv nad Hertoogea Aagaati ¥oa SadieeB, getreffsa', weaiBnea 
iraa hegcdea Tbeilea die Groa Pohlea^ imgldchea die Aasee-^tadte mit emgeaegea, dafs ea we* 
gen Lyftmdee 49igfeteli ▼evgUcliea we^rd^, diifa der Einig ia.Schwedea dem Kejeer uad Bi«* 
B^idie abtretea eoltet wo «; daauhla ia LyÜaad beaeeeea; Uevea eeUe.der Kejmt 
LBd. « 



die BtsehoAliteer Reval wd OeMl, Item Pudif, Settaebvrg wd H«pe»I itm WUgt 
won DinnemvdiW iMtelleii. IMe 8ied^ Revel «od des Sdüefii Weireeseteia eril la dei K« 
aigeevea Schweden HeadbldkeB, bib ridr der KejMr oad dai liaMMleiak aritflna dcrXila. 
ges-Koetea kalber wardea Tergliehea habea« Aaeh werde geecUeteea, 4afli der Kqper aad 
die F&rstea dee Romifchea Reicfaf sieh mit dea Konigea Yea Sehwedoi« , Diaaemardmi aad 
fehlen dahia ^rgleiehea eoilea, dtfii eiae aaMhalMe Legatfea ia aller ihMr Meknft lelte 
ab^fertigt and mit dem OretfiOMlea Ia der Moseaa Friedea fetraffn we t di^ da der Meaee 
wii^r sieh deaa akht Tentehea wolle, eeltea sie «m die geiamleter Head ari« Est&g aagiaHiait 
Bie Sehiiiihrt hi der reaftiadiea Nanra ioMle bejder G^aen Uaterthaaea, wM» aaeh im ftnem 
Sttdtea frey tiebea. ^ MiflerweHe begab eioh Herr «ahriel Cbriete^rfta» Oeifeaiietlaat 
Ten dem ■»ai^ OrMb bek emm e a ^ wieder aadi SAwedea. v BehM Mette ?mrwaltale iHfhamh 
Herr Claag Acketoa Tett, FeMt-Obrieter hi Rhel* «ad LjFflead, welehea idi deaaoek^da- 
mahl fOr Ctoateraear oder eeaeral-Statthalter tilaHrt Ihde. 

Anno 1511 den Ulea JenaaiQ kamea abemaU eia tbrntm Reabea arft grafimm GeecUla 
vad FeAr^Htriehi, weMie dee, foigeadea Taget awiaehea Seaet Joheaabhllrehe-aad dar Kapffor- 
MfiUe bi grefier Ulte eahbalaetea, aad alMaidt mit Seekaekea- aad Zwaataigytediglaa 
fltfickea ia die Stadt acbaflMa, lUten aber keiaea griUberea Sehadea, .ela defi de ebrnn mUk- 
aeaadrittaea aaf dem Walte aad % anaoFraaeo, ^ibliahe SdMreatenii aaf dam (Mm Itegade, er* 
idioaaeii. Dea Mtea Janaar warf der Fefaid aeek ebm Scheatae aaf f ar der LehmrPiMrtea- aaf 
dem Bldehberge, daraaa er Fefa-lWle and Chaaatea hi die Stadt« dedi dm daigea, aaak dea 
gerbigatea, Sdiadea eaholbe. 

Ren ntea Jdb nahm der Fefaid das kerrUehe Heepitel vor der graibea StiaaipikHe 
efai, and bradi^a ebiigea QtatikaM darebi, wifteBS, aldi daria aa beiahiataüa, 'Bolahea aa blüh 
tertrelben, flelen die Refelachea aaa, kontmi aber, weH der Feiad ataea greibea Yorihail aa 
dea Tidea Webnvagea hatte, die aaf der ebma Sdtea arft daer atarakea Haar, aad 
andern nrit dnem featen Flandt- Werde amtgeben waren, daanmbl ein mehrea aMit 
alfa dafa de eiaen gefangenen TeMadhen mffbraebtea, Ten dem ale alle 
and daranf gegen den Abend' wieder lam aademmaU adirildea, dea Heapltd 
Fehide mit Ctewdt beranasehlngea, Ihrer dd eriegtea, aad dea Haaa aaaiadelea aad eahieila* 
ten: Wie' de deaa andi bddt daraaeh die JOrehe In der Flaeher-Maja aa dam Rtode 
däfa der Feiad aldi deiadbea la adaem ¥ortheO aidit bedleae» aiodMOb 

Ren & Febmarif warffen die Reafaen noA eine Bdlanlaa eafl aaf dar Reperikaba rar 
grofaeff Strand -Pforte, darana ale grdOfdi aeh oea en , aad mehr Chaaatea aad FMler-Rliie, 
Jemahla mvor, In die SUdt warSen; doch hat Gott TeriMtet, dab ale nidit jiebr ala • 
aen, nemlleh einen Rftchfaea-BeMltien aaf Stnet Obj Tbarm, efama iUiwe dhahaa SoidaleB 
einen gemeinen RaaMnedlt dadareh beaehidigtan« 

Den % Bfartg adüag der Fdad drd ModMaaer bd dem Rdekeltm ?er 
fiförten aaf, wurde aber tta den Relagerten dftbaldt wieder heraali geüMbea, weiabe ttta 
BaldrendaTOn In die Stadt bredtiem — * Den & BbrtiJ iden die Refebdiev aa aweyea Ortes aae» 
and thateä dem Feinde aa dem elaea Ort^ ftr der Lehmpfertea 



dttttl BtU küwwm EI#rt.Kymtti»a BohB, etner Toa dea Badtfsbroehett «iit dem 
MIk EIg«,'Mil «in Wrangel vm Taltara, netat andera Felndoi oidhr, Bdd «ad UnadeL - 
Une Hertaog Magaaa aa iMk erfidifaB nriteea, dafs er aadh arit Oewalt an die Stadt 
BiAti Mbea aMkUa, Aal er wiedef aaf die Torige Reaeke» leadefe eirtUkh eeiaca Heff-Prediger 
Chrlitaff fikkraffera, eiaea well beeebwatalea Mana, dahia, mit^dea Rereladwa Spradi sa 
Uten. Ma ee r ^idMe im Chraanfatea Tiigead edir heiaassastreiobeB^ aad |ade er kda Um* 
ckiirt, eeadefn aiar efai Papbt were, der baidt sa bekehrea etaade; er hab sefaie Bfieht aafii 
BMieate, ^taatter die'Rerebeluii derto besier .bewegea koadle^ ia Soauaa, er aaterliefs alditi, 
lies eiaeai paii g elaM BeJaHma aaelaade. Br predigte aber den Taabea, die aiehta davoa herea 
«dtea, aefeh awiehtea . ilii aa dieiea aidit beUFea walte, bemilheteB Jehaaa Taabe aad 
Biert Kraaea, wie rie eiaea Aaindar aad ZSwieepait aaler dea fleawiaea der BikgerediaffI aa 
BeTal aailelitea ariMMea, eefariebcar d aiw e gaa n dea Bäht aad die Geaieiae, dafs ilire 
tia aa Weeeaberg de aa «Beieai Erleg gereltaet aad bewogea, ^eU ite ikaea die Stadt 
ftgel, wina aüea aaf Ikre Zaeege kiiAeaiiaea, aber da Bath aad Oemeiae watloi well a»t 
den» Feraar idirieb Hearleb BeKea^aaB, ^eiaee Balitire^aadteBv Solia aae BeVal, eiaen 
kehaikhea BvMT aa etfkhe eefaer Vkdiada aad S^hwiger, dariaäea er glddüakm gaata ▼eitraa« 
Hrii wnaeidele» dafk eiae Hhadkiag aaf der Wlbargiodiea Oreatae switdiea dea Sckwedea aad dem 
Meieawtter aaterkaadea were, aad weite der Kdaig ia Sdiwedea dem IM eieewiter die StadI 
Beval fMbergdben, dadarck daea ewigea Fdedea vor Fbalaad aa eriengea* Dorohalbea eeltea 
db BafdMtea bi^ Zdtia Teikäitea, ^afa aekhei dardi dte Sekwedea aidil midita fau Werek 
geeteliei -werden, wdAee er aae kertilicker LIdie aad Zaadgaag gegea eeiaei lldbe Laadea» 
glidt akkt kette tarbetgea kdaaea. Bndldi, da keiae Beneke arakr kelBdi wellten, aad aii$ 
Iber MM BekBttea mH alledmad Baabgatt aaeh Beafdand geeendt kattea, radileB de bei dem 
Begentaa aa Reval efaien Stifletend aa eriaagea, wekher ftaea aber abgeadJagen 
Wie aber Hertaeg Magaaa sieb dergestalt Ia sdaer Meieaag betrogen sdie, gofs er 
Aer Taabea aad Kraasea aasi edmit sie ver leiditfertige lose Lefite, die Toa 

Herrn ab-^^aad dem aadera aaSdea, flm «nsb 4ardi ikr Oros^eehea ia dts SpId 
gsb^sfct kattea. Da aa das Befcdi aater sldi anefais worden, steAetea sie, aadidem sie M 
Wedm weniger S.Tage die Stadt bdsgert kattea, den M. MartiJ das Lager fai dea Braad and 
mgen meige n s IMk darea. Die BeUiea askiaen dea nardsekea Weg, die Tettsdiea aber dea 
Weg aadi Welfseastela, daver derFehri mA SO WoAea gefegea, aber deich OottesGaade» 
Idfaiga Wedle aad Verdckti|^elt des damakUgea Statthalters,' Herrn Hermaan Flemmings/ 
alshts askaffon kianea, sondern, ^idck den andera, ndt Sehimpff, Spott aad Schsden die Be* 
hgemng beben and ▼eriamea missen, nsekdem sie vw Bravaranid WeiCseastein damahlfiber 
MSS Menn Teriokren. Hertai^^ Magaas lagerte dsh bd Oberpaklen, nnd weil dieser Ort 
aDe die Heflente niAt sa aateikdtea Tenaockte, wnrdea 5 Faknen in 'den nSekaten Oerten 
ketmrt verOaBt and beriefet, ale: 1 Faknen, dartber Haas vaa Zelts aad Beinkold vea 
Basenv *■ 'm Btlft Darpt, Jokaan Maydel ?en der Wollast aad Heariek Beflfs- 
mann kBeb e a arit ilnea Höfieaten bn Oberpabüseken CMbiete, and Jftrgen Tysenhaasen 
raa Banden im Welbenstdaisdiea, ha Dorff Dbbagal» wd^er mit den sdnen den •• JalQ 



«4 



darnadi Ufa «nter ftieV«! girciilßte md d«a Sargera eine BtHey Lehiwiiules ml Hom^-VMiti 
▼or der SUdtpIforteii «iNuluBe, aber die Bürger nnd Landet -Knechte «etsten üun nadi Ufii 
Delwigfl-Hdff, 4 Meilen Ton Revnl, jagten ihm nnd. den eefaiigen den Bnnb irleder ah aad 
acblogen sie «nf die Flacht' Bald daraof folgeto Hot Cnrl Henrichfaon Hörn teii Kaa* 
kaa, ein Jnnger freudiger Herr, ndt SM aehwediichen Land-ÜMchten, AherMl ale bqr dei 
Macht In ihrem Lager sa Ubbagal nnd erlegte ate aimptlloh, alba, dafa man aagt, dafa ftrctf 
nicht ein .Manik entfcontknen. 

Nicht heaser ging ea dem Bittmeiater Roaen, mit welchem I^ihnon Tnnhe nnd Blerl 
Kranae hdmiich practieairten^ «rie ale die Stadt Dorpt aaaqpt dem sngaliorifen Lande dm 
OMafioraten von Moaka« Ton der Hand bringen nnd Hertaeg Magno anwenden mMiten. Sei-. 
chea wollte er den folgenden SL Octebria durch eine Verraaci^nng Ina Werde aletten^ wie er 
denn auch aelbigen Tagea mijt aeiner Fahne In dte Stadt drang, ▼ermeinend;, ea wirden die Biq;cr 
ihm mUabald anfallen und nnff die Redfaen achiagen helffen. iülehi der Pofae ^ng ihnen nidu 
un, weil aich die Retifaen bald atircketen, di Rittnidater Roae von ihnen überwältiget^ aeOit 
mit einigen aeiner HoflFleote eracldagen und in StUchen nerhacket wurde. Die fUkiigen aber wa> 
ren frohe, dafa de eine Pforte offen fnndeo. Dem andern Rittmebter, Hnna von Znita, hat 
mah dia Vorhaben jBAAt jcntdecket« und were ea ihnen, äö de ea gethan halten, Tiellnidit bat- 
aer gefaingen. 

Aber die armen B&rger, eh de adion fon dieaer Menterejr nidit wuaten und hidn gada 
nnachuldig waren, muaten entUch daa Gelach beaaUen, über wddie aich die Reüfaen femacht^ 
deraelb^n Hefiaer geatürmet nnd geplündert, und 6hn Unteracheid mit Weih, Kinder nnd gaa- 
taem Hoftgeafaide, dfe jungen mit den altei|, kliglich ermordet ^Sa winden addi die Udaa 
Sdmi- Knaben nnd Megdeleio-, ao in ihrer Ordnung (wdl ea eben Sonntag- geweaen) ana dei 
Schulen nach der Kirche gdiOn eoliten, nioht Terachonet, aondem ohn einigea Bsharmeaniedm- 
gemacht nnd aermetaet Solcher Mord nnd Plünderung wehrete gantaer S Tage. Taube nad 
Kr ana«, da Uraachere aolchea Morda, machten ddi bey Edten nufa ctem Stanhe, nnd hegabea 
afch an den König vOn Fehlen, wdcher aie gnädig annahm, für Baronen nnd Herren erUihieta 
nnd mit Land und Leute reichiidi Teraorgete. RÜtmeiater Hana T«n Zcita,- ob er dch 8«ar 
nnachuldig wnate^ wollte er dennoch, nachdem er geaehen, wie eä denen Bürgern aü iMapt e»> 
gangen, der Luft nicht trauen , aondem aog auch daTon. Detagleichen timte Hertnog Mngnuai . 
nnangeaehn er von allen dieaen Dürptiachen Hindein nichta gewnat: Nicht deate weniger düiAa 
. er ai^h im Oberpahliachen umb allerhand Gefahr und Verdachta willen iinger nidbt tränen, aan» 
dorn aoge auf Oeael nach Arenaburg, da er dne ZeitJang^Haufa hidte^ wnb nn aehen, wo 
daa Spiel hlnana w^oUte. Da waren die awo übrige Fahnen ImQeWete Oberpnhlen noeh ühfar 
daran, denn ea waren diiyenigen, oo mit geholffen hatten^ dAa Hanfa ReTol lu ttennac|ta, 
nnd nachdem ea wieder erobert, ra dem Moacowiter übergangen wacen. Dörowegen de aldi w^^ 
der an den Schweden noch in den Fohlen begeben dürAen, ^^eil lMgrde'IC8nige mit dnandar ia 
Vertundhia waren« Endlich aber erbarmete aich KMg Johann ilirer^ nnd naiui aie, nie aeinn 
Irgaten Fdnde, wieder au Gnaden hi adnen Dienet Sofeher Oeatali wurde daa Regfammt dar 
Hofflente dia mahl gintelich aertrennet. 



Me BeBbes wtut^ «ddie tmider tkMUkIba BdMgBtfomg Anm hnfkAetk Weg giBg«i, An- 
loi noidi selMgen Monthli In Fianlaad^ tiiiten mit Mordeo ud Brennen greften Sdiaden, and* 
Imehten «ÜIUm UM9 Meawdien mit lidL f» die nirelicie nnd turtnffhdie Bienstbftrkeit hinweg. 
Hingegen lirtflette die dmindi- md JewiMlM Bwuren etUohe mahl In Wisland, eo weit ee 
d«m Meieewiter onlerveaiiBn war^ nnd hnehtai nUanaU greÜM Beute mit sich nach Hana, bis 
äe a«ra letale ehüwhl die Sebantse rtnAm, mi de lir «ehr nnf den Raab, ala «nf den iP'efaid 
AAtmig i^hen^ von dem BeUran flbeiCillen, nnd bej 6M be^ Amt Bach sn Mnddea nieder- 
gemacht wurden. 

IHe^ Jahn im Sommer entati^d abermahl m Reval eine heffitige Peatüenti, welche al- 
krqrat anf der .Apotheken TCimefket wurde; solche Seikche breitete aich dnreh gants Lylland, 
dafa Tlel LeUe, Jang wid Alt, dartter gebttdben: Aneh wnr mi dieser 8Seit ebe grofae, nnoig- 
liflhe Sfehma^t nnd HnngiBr imXande, d<»glciohen,man adten In dieaem Ort erlebet, nnd daran 
edi^ IMO MenaiBh^ geatorben, 

BiCAero hatte aich «e Stadt Rign atleseit gewehret, (dem rSndachen Reiche ab- nid an 
Fohlen aich n begeben. Nn aber, dar der Konig Ton Fohlen aehie Commiaaarien, da denHerm 
Adarfnistratormi Johann Kodkiwitn, Johann LLefanonfaki nnd Feliceni Anctnm Ca« 
atdlmi an die StodA aaadte, mit derselben abermaU lim handeb^ brachten aie ea ao weit» dafa die 
Stadt Riga ihrte Oesandien an den Keyser abaehicfcete, dem römisdien Reich ^banktodigen 
nnd na yemielden, dab aie nnmehro gbitalkh geschlooaen; dem R^pich Fohlen sich ohn einige 
Csnditfon. verwandt nn machen. 

Zn deraelben Zeit kam .Oeorg Fahrensbnch sn Nelfy mit seinen Hoffleoten, die er 
hhbeyor^dmn Grosfikiaten m got wieder die Tartam gef&hrt, wieder ins Landt Aber folgenden 
Unsten Jahrea bmolite er abacmahla eine Faime -HoSleute vta ehiheimisch*- nnd ansfiLndischen 
dem flfaroafikrstnn sn banden, die er nüdit allein .wieder die Tartam, sondern anch andere aeine 
Feinde gebnnchen wollte. 

Anno 1«S im Hajo achickete der Groaiamt von Moskin lOM Mann adner Reftfsen mit 
etlichen Teitschen an den. Wykischen Snnd, Hertaog Mngnnm von Arenfsborg wieder ebm- 
holen, weUmv aber diefimiahl nidit mit ging, aondem obgedachte IM« Mann wieder anridk 
gshtt liefii, «nd smne >Legatea naidi Reral sandte, nmb efaien Stillatand ansnhalten. ^ Unter« 
dessen Teffilgte er sich gants heimlich und in der Stille nach Moscnn. Ba ging ein Geachrey 
im Lande, dalil ihme der Groafürst 7 der Tomehmaten Hinser in Lyiland solte ebgerinmet hal- 
ben, aber es ist nichts darauf erfolget. ^ / . 

Sdhigen Jahreai den 7. JnUj, asgnete der K&nig bi Fohlen, Siglsmundus Auguotus, die 
Weite mn Kniesen hi Uttanen. 

Ben 7. Septeaoibria kmnen au(^ Sdiweden etiidie IMS Mann an ReOten nnd Knechten sn 
RoTnl «n, welche bald darnach umb Weaenborg und Oberpahien atreiffeten, mit den Reü« 
bau etBde mahl aeharmfitsfarten, und ndt.etwaa Rcab, so sie den Bauren an Hom-Yieh abge-r 
nommen hatten, wieder nach Retal kehrten, hswiachen rttdcte J&rgen Ton Uxkull au Pa- 
dernorm mit etttchen achwedisiBhen nadi Arenobur|;, in Mebmng, das Haufii sn erobern, 
riahtete aber damahla ein mehrera nicht anfa, ala dala er ihnen, daa Kbndispiel und Ctebibt 



KylekttAd« aUmge, mUkm koMdi dfe 
knchfteB. 

bqr^ea SiiuM, iwey H«iid«i imammi Mmtm wmi vkhm g i o l i wi nwiMiii dudi Msfirft 
' Wetcnberg in Lytuul, 4m eiM MkM BfatwAalt iwlmriiiw^ dtfa m akhl 
-^ AnknnlR te Feindet wostai Wer mit n m velka« ehe er ttawi mtt dem flrii 
dereelUgcs Zeit nckele der eAwedSeehe Feld-OMiter, Herr Olevi Jieitefteeft Tett, ee* 
gefehr 8MM Mann ins Feld, dor Mebrnng, Oberpehlen m beiageni, wii nebn einen gieÜ M n 
Dndbidiweiir dnrdi Merletttii nnter dea FettUHhen, S CSnteeMi aber lenipt KfmI wl 
Lebt eaadte er den fendenW^g nach Weiften« lein; iren da teile nech 
kenunen. Nn bette nMn wel. etmt ven det Meeeewiteia Anband tc 
Meinte, et tey nnr eine ttrdftnde Perdwy, die Tiellcfafcl anf dat flntrbbtt, to 
Weinaditea-Feato nidit weiter ala Ufa Nenbeff keauMn war, ein iUkathan baue; 
acbicfcete HanCa Boje^ ihattbailirr anf Wniftenttein, die meittenbeAle ves tbmb in At 
6 Mdle deat Qeacbntn «atfegen nnd, nnwtaaend dat bereittebenden GeCrinee, 
die Fettnng, dala nkbt ibet M welsbafle Seldalen dianf blieben, dbn M» 
et danach dabfai geleben kenrnitn. Dnipriittw battn Clat Akeaen wn 
SM Pfade abgeCerligt, deai fleeabils entgeeen nn geben. Mew, ab aie nach Weifnenatein 
kanen nnd Snndlatliafk Tan dea Feindea AnnnL 

, Aber weU der BtatMialter nicht oMbr alt M Mann JScbweden baj tidi hatte, dMRn 
lentaAen Hefflenlen nicht Innen, abtenderiich weil er ven eineat Te 
aie nMditen ein tokh Sfiel, wie anter an Pernan nnd fteTcl gehaUan, wieder anf Wel« 
ftenttein anfangen* Wie nnn diene kanni rmbey waren, kam der Uti ew iiei den HL Oa- 
eembrb angelegen; da hatte der Statthalter die Haflente gerne 
war da an a|^itt Selbe Heflente, wie aie an Nenheff anlangeten, finrieln 
Bier nebat alleihand Prefiant, weidea nach deaa Lager aoUe gefnliret werden, ner aiah, daran 
aie akh faalig aMchten, bUa aie ahne Seq^ aidi dea Nadita woH beaeeht anr Inbe iagiani 
waren aber baU an naarityn anl)feweckl werden, wo nicbl einer «rter ihnen n n a wikeil gewdto 
worden, dafa etee HMbeowitiadw PaiOej (weiche MM Mann atak gcweaeia) baiandinngft in 
aolcheai AUann nMchten aidi dennodi die teitaehen Hofllette aar «^genwebr, ao gntft, ab dt 
kneten, fertig, nnd theten dem Fdnde detgettalt Wiedcratajad, dafa de derer tbeiia 
tiieiit gefangen bekaamL Wie de aber von den Gefangenen NacMdit oAMiBn, dafa < 
echter ao atarek ror Welfaenttein liegen aoUte, brauen aie in graüMn Sthrriken nnff nadi 
Reval nnd lieben dfa adwediechen Knedite mit deaa OetcMla emipt 4en ■enen dee BMbi» 
Arend Tanben, bn Stich, weiche hernach, ncAat Vielen annen Bttnrai mit Wdb t 
- folgenden Uten Teg Janaaiy b der Benibai BBbde gcmtfien, die aib tchwedittha 
Bnmen mit Wdb nnd Kbd enf Nenenhoff an Tode getehndichet; den Ham dat fl«fat 
tampt adne Schwiger nnd Vevwnnitn an dem Sroaflkrtten nach Weifaenalein gnunit, 
de am Feiä dnd an Tode gebraten worden. 

Anch wnden dfo Kricgaa-Letle bn Lager Or Oberpahlen von der Benfaen Bfaftll ebbt 



»f luki ok;tte wol das tteNke SAiefSMi mr W^irseatieta hSt^tai, iwmeinetea 
ib denatdi, «• getdieteaBlii dtttt Hob« dm günfgUdiett Chtebflte u Bhra. BOien lo we^ 
iri^ liailia die tob Adel eJB^ge'Kwidleriiafl Ten dem Fetade, dalier fliter ?ki, de ein Freund 
bk dem WefamAt-Feü n Chpet keeHnea, MlkA «ad getter IHiige werea, roa dea 
Feidiearea des Meeeoulten amenaatUich «benduidlet, ttetti jtamerHA aiederge- 
■adit^ iheUs geBagildi aech MoUkm aad ia die Tartaiey gebTttli« wardea, dtft des Elead 
eed Jemiaer, ae deomUe la BlanlBii aad Jerwea geweaea, kaam la betdireibea stehet 

Oate ad eaa c a, weU der Meaa awMe f mk «aidfaea ?or Welfseasteia aiebts amriAtea keate aad 
wen Mala, dafe daaHanb aa wdnkailiem VeUe eaiUUmI imr, inaele er eadlldiae tlel Hattia» 
dab er eiaea Stana teaa mgie, dmrdi wdahea er m aadi laldrtlidi aaf Neejalira-Tage dea 
aStatea Muea eMberte« ab daii erate, ao er attnaoider Haad aebi LeMag ehibekemmeiL 
tasi« all et awar aJabt awrilge Fealaagaa ealer aelae Gewalt gebradit, ao lata dcieli mehrea« 
tkala dercii ¥eriaalinig der CSsaeaeadateia« gatwUlige Ukergebaag, Venretherej, Ust^ Über- 
tasabengi gabtoAea aad Diiaea gesalmkea. Wab der F^ehd aaah Breberang dea Hanses Wel- 
faeaaleia Ter eiae greiiUdie Tyreaaqr ärit Wftfgea aad Metaea, toatea and aehaumehea aa 
dsa armea Leatea, aagesshoiil Fraa aai laegta«, alt eder Jang, edel oder anadel Terflbet; sei« 
ahm tat tei aliA* aa headiieibea. Der Statthalter Belje nebat tM aadera Sahwedea, tent^ 
aad aateatachea wardea lebeadlg aa efai Spiea geheadea aad aa Tedia gebrateau Soleh 
hat Ter Weifaeaatela etUdwTage gewehret^ aad ia |^ta Jerwea habea dIeTödtea 
khi aad wieder ao Maflg gdegea^ dab Bande, wttde Thiere aad V«gel huige Zeit sich gong 
duait aa aahieppea gehabt BMahe araM Baoiea aber eattaawa dea Fefaidea Graaeamkeit dureh 
che beaaadereliiat, iadem aie sieh ia die Qefeagaia pfaetiekrten, Torgebeade, aie werea Hertiog 
Magal UaterUmaea aad roiOr dea Sahweden gefmgea; daher aie der Oroa-Fimt loft gelamen; 
saaalaa' hütea sie ae woH, ala die aadera, mit aa dea Bratapiea aitaen. 

Wie aar der firoa-First Weirseasteia weil besetat bette, aög er adt eiaeni/ Ha^flTe ad« 
am Kriegs -FeUks auapt dem groben Qesahita aaeh Neagorod, dm aadere iber TerlleTa er 
ia Lylaad, ireldiea aiah ia S Hanffsa thdlete, derea dttr eiae nach Karkna gaagea and dafa 
Hsalli asit grobem Sdurecken aad Draaen efaibekommea, weldies hemMhmahla der Gros-Ffirsl 
dsm Herlaege Magao aageateilet; die aaABia aogmi, bei Beehaehea taasead atardt, aach der 
W]t| daa^Laad aa Teaheerea aad die Hiaaer Hapsal, Leal aad Lade dafOBdunea: Wdl 
sish sdber die saliwidiMhe Besataang ia gemeldtan Festaagea redüdi gehdtea, mfistea de adt 
BddmpS wlader^ abalehea. I^ Sabwediaahe Peldt-ebriste; Herr Clans Ackesoa, samlete 
Sit grober Mike aaa deaeas ao aiaht eatweder fcranak, oder Voa der grobea KUte rerkOhlet 
aal ivevdeibea waren, ohpgaiAr SM! Maab aa Ffeide aad 61110 laeahte. IBt^ denselben 
fliklaaa dem Feiaie eatgegea, wddieh er eine halbe Melle Toa Lade antraf aad mit aeinem 
garingea OkBUkk aaT danaelben aetate, IMt Reabea aiedetmadi«a, aad die Hflge » MdlWe- 
gm wsfalgele. Bier Saiiwedea IbeduaMMi . ellea Plander d^ Eeaften, 7 SItak grobea Geschla 
08*7 FahMa>; aalfder Sdiwedhwheafldtis MIebea «It aad etliche, woraater aadtfolgende tob 
Md, ab €aapar Nllfson, Jaapar Larfaon aad Brich Blatte warea, wddiea ddit ge« 
wäre« wd de daai Fdnde ahhl aa ellig, wieder dea Feüt-Okiatea Terboth, aachge- 



•etaet wd afcA idtel in ftlMgrofaer Gefidir gewiget hlttoB. .& ftebw die 
iMduredmen konaen, deb in dieMa WMer tm de* ÜB^en IMM Mumi gebUeimi, derer ttdb 
hin and wieder liiid geechlegeB woiden, tliells eecb erfrokreB; den et wv ia dieees Mg 
eine so harte Eilte in Lyihnd, defo die RetehelM Rcyde noA Pfinget-TnEee eo wett sagdcfH 
gewesen, defii nien yen den Thonuen kein' Ende Ten Sjin hat eeien keaMn^ «üd fienneistagi 
vot Pfingsten Leute Sber Ey« ana Sdkweden enkammen änd^' 

Sentegs Jnbiiate, der den ll ApriUa einfiel, Uelta Hertnag MagUnt veia HattidB aa 
Grafa-Nangorod nrft einer dea 6roa*Firaten Verwandten Freändin (etUahe admIiMn, m 
fey dea Grea - Piraten Braden Tochter gewesen) Hochnett, and aoMiea fan Beyaain dea Gm^ 
Ftoaten, aehier beiden Sdhne laid ^ndem vnaihlidi mebr-KnUMn iindi.Bc|ainn. 

^Gegeilt den Horbat kamen hei MM Schatten aa Rettern aad KaeiAien an Heval aa, Wit 
che der Oron Sdhweden ehi grofsea gekoalet, da aie-daeh denii Liuide wenig lintaea 
vielmehr aber, ala daa Geld nicht aUeinahl ao fertig aad hej der ,Haad aejn kante, 
Gewalt nnd MetMerey anatiflieten, dab aie aacfa die. tealaehenKri^Ba-Yalker aricherGartatt 
anwillig machten. Denn da der Feld-Obriater, CUna Acfceaon, nebeat den Kteigiadiea Qm- 
adaaarien,..ao in der Zeit aas Sdiwedea kämmen wareny den & Octobfia orft .den Haflcitaa 
handelii wolUin, dala aie 4ch nochmahiear wieder die Biaaaowiter aelten gebrandlen laascn, db 
ToUdkömmene Zabhing aber nidit* ?erhaadea war, wavden sie aa angedoUig, data man. aie «it 
grober Müh damit atiUen kante, dab sie ^anti^h daa KdaigU<^ Oeaehmeyde, SMM IbUr. 
wehrt, annahmen, aiah dandt an rieten, vor den lleat ab«r, welchen aie sam UmiI veiUa tfls« 
dienet and aaaa Theil verdienen, wirden, amen die Haaaer Hapaai,. Laal and Le^de, map! 
allen sogehorigen Lande», bis aaf den nechatfalgenden Tag. Johaaaia flaf t iatae wntarpfiad» 
lieh ainreimeta, and wann aladann Me Teile BeaaUnng nhdit felgele, aie aalKIge HBaaeii dami 
ehriatlichen Potentaten^ aoabenommen dem Blaacawiter und Hertaog llagno, aafftiagea aiM- 
tpKki Wekhea allao von beyden Theilen beliebet und -mit Brleff aad Siegel haftrüligel warie. 

Anna 1594, den 1. Janaari|,. aag der adiwediadha Feld-Obriater, Glana.Ackeaon Tolt, 
mit einem atatHichen Krieges-Valdc an Rab und Enb, an Sdiweden, Tentaahen and Ehtetlea, 
aaa Revat wieder den MoacewStet aa Felde nad belagerte Weaenberg^ Watt aber daa grabe 
Geachita eratlieh i^dTage darnach ankam, and diaReaben ndttler Wette genngZeit hattea fcr* 
anbauen und aich an^befoetigeB^ hat man hemadi weder "dt Schieben oder Stnrm-Laaffea etaaa 
aaarichten können, aond^m darilbey aaf IMCIMann und die beaten Feir^ Werter reridMi: 
Dahera auch dfrnach daa lUniren and do Feir<r Werde nnfracbtbahrliah- abgfaig. HbEsn acU« 
noch den 17. MartiJ dib Unglück^ dafa. die Schottiachen Kaechte mit den tentadien Hefflcllsn 
ader Reitern fai Streit gerielhen, daroh aam Gewiahr gvieftn and dia T^teAen in. ihrem La- 
ger iheffielen» daranfaefai gr«ilidiar Allarm eutatunda, ia wddiem iber aaderdmlh IMtSdM- 
liadie Kaechte aad von dea Teatschen M in einer Staaden ambkaaien. Me übmriMiebenqn 
at^ottiachen Knechte, derer 19 waren, feien den Reaben aa änd wurden van Uf^m mit Ikai- 
den aaft Haab geaonunen. IHe Scholtb^ke Rettlerey aber hatte mit dkaeif. Ihdnigikeit ahMi 
aa thaa, aondem hielten abh^ gleich den Sebweden, atUJt and aaben dia hnMUe S^pial arfl g^ 
Isem Hert|iele;d sn; Dahfaigegen die Reiben auf dea Bbenon aad WUlea aich hiarftbar kitaeitan 



-j 



ahm lÜMe SdMUüiiAM IMhwIfaftr IwhMMi ftten TwcHnftn hOmi 
die Schwedoi TW Wesenberf weg wereO) kibea 4le Bcifitee rfcTfdhnie» «Mb. 
llMe«« i^raeblt ▼corgebend, defs tie im SdiamUiela' gfl&i^(ea werde«, da lie demi eleedig» 
liÄ alle vnbe I^bea gebniAl wurdeo. 

WeiureBdor dieser Belegenüig, nemlioli den' U« Bferltf, ^wudeit eüicbe Tt^iffu mA 
Telfeberf t einer Festimg , S Meile toa Vf eeeaberg am Slnmde gelegen, afagefertiget, su 
ipiachea, eb, aelblge ehnonebieeii were: Weil de aber kein Oeiehiti mit aieh hatten, naiftea 
rie mH ^Verioat etUober Kneeble miYenicbteter Sache wieder absiehen. 

Wl0,i|ii.4ie Ajrnide siemlieb. fesch widift war nud man an Weeenberg niditi haben honte, 
kiefdiJ^err.CUs Aekcson den 1& Mr^ mit dem gantien Lager auf, da im Abspge dieHeif-. 
mie ilt:IlMi[iett mtt plindem und ra.'. ., nnaageteben, dafa daa Land Sfhwedisch war, Abel 
hmeten. Uum«^ felgeten am Hhnmekfidirt^Tage' IflAM Befiiaen bifs nnter Se<Fal, welche fast 
alle Hetoer, ae nahe umb die Stadt atnnden, abbranten und ein grolk Theil dea geranbten ¥ie- 
hm, ao die Ten Adel, Mrger and Banren TOa dem Kriega-Volcfc gekanfft nnd an sich gebracht 
hatten, wMer bekamen, nnd nebat vielem Voick, so sie gebogen, wegtrieben. 

A«'diinbelbenr Tage wurde anch fterr Bartholomaena TaUbe an Sage, Land-Satkhi 
Hfarien, hl aefaem Hofe gefimgen and nach der Moacan gefHiret, da er aii ein Sj^iefa gebnn- 
dan imd am Velr ra Tode gebraten worden. Solch Einfallen dea Moacowiten in Harrien ge- 
ackilie denaaiUgen Sommer offtermahla, atlao, dafa die Revelachen weder Tag noeh Nacht äidier 
min kettten, nnd re^i dn betrtbt- und ehndar Zoatand lin Lande war; 

B«»l& An#. gfaigen die Hofflcale aalter dea (NMaten, Herten Ponti de la Oardie, der 
«in gaiKdumnr Vrantaefa war, Anluhrang wieder mx Felde, und verikeerten daa Land nmb Fel- 
lini JCarkna und Oberpahlen, ateei^n daa Fkeklein Oberpahlen in den Brand und 
ibamnaahien daaelbat Hartsog Magni Hoff-Ra&, Dtletric^ Farenabaeh an Heimar,'uiid 
flhrelmi fkk aampl aeinem Heffgeafaide gefenglich mit ai<A, und Inraditen 'ein grofaea Raabgatt 
MM Btiak Vieh, ao aie den armen Banren ahgenoaunen, nach ihrem Borch-Lag^, 
Mit dimif, aienlioh den 2». Jnlij, ron etlieh IMt Reüfaen nnd Tartam hi ihrem 
Bomh-^Lagar genta eiUg- und nuTcrmohtifadK iberfallen, ihrer ?iel eraehlagen und gefangen, Ter- 
Maren mMh daa amiate Raab-Gnlt aampt vielen Pferden und Riatungen, ao dem Fefaid anm 
VMa makde Jfa Haufen Bamen hatten aitih mit Weib und Undmr in die Urdie an Marja- 
mnh begeben, Welaiie die Rcilfaen damadi atOnneten 'und aufachofa^: Und wiewol dch die er-: 
mm UMrtn awar von dem Gewilbe wahreten.nnd retteten, maaten aie dennoch all ihr Armath, 
m ^ ioider Kiiehen hatten, dam Feiode sum Beaten gaiben. 

Zv adben 1Sa|t bradHen die Schwediachen Orlog-Sehiffe M LäUache Kaui^Schiffe ebi, ao 
nR ailarliand' Wahren and koatUehem PeUawerdL bebden von Narva kamen; denn, obewar In 
dam BletinlNhen Frieditna- Vertrag die Sehiffa nadi dmr Narva fre^ gegdkn werden, wolle 
idUadg Johannee nun afldMa nicht Teratatten, dieWett er mit dem Hoacoariier In d* 
iBBtSdlen VMag atande. Betf Admfard der Lübiachen SeUffe« wurde daaadbe Mahl, wett 
an Wehe ^geateBeC, einige Sahweden erachiebe« laaaen und die Schweden dadaroh «r« 
LB4. '07 



UU(fft httte, nebtt vkiem LHiImImi «leinrgeaNitfhH AM$ Jktar wpmägaipU, ü 
üäbmetL dte Ftachl umA E«TftL 

Die Hofflente, weil sie in ihrem Borch-Ltfer fBr den Renfsen nicht tidker teyn t^mM^ 
bttten einen Anschlag, dem Feinde einoi Stüistind %binnwingen; lagerten sich demw^gen hn 
Monaht Septembric au Knjmeta, wohin anch Ton dem Reyelachen Satih sweefte Rathafehtaad- 
ten, nemlich Henrich Clöt nnd Herman Lnhr, geschicket würden, da ate aHe elnhell% ai: 
den Woywoden an Weifsenatein achriebeh nnd einen StiHatand begehrten. Wdl ah^r ia' 
Woywod aolch Schreiben nur apottiach beantwortete, begaben aich die Hofflente anf den Riah, 
Terheereten nicht allein das gantse Land umb Knjmeta, aondem auch nmb Nene nh off, nnd 
hanaeten da hemmb irger, ah die Feinde Jemahia siifor gethan hatten. Dahero ihnen aaril die 
Rache anf den Fnfa folgte, dafa ihrer bald darnach' thella von dem Moacowiter eracMagen dttr 
gefangen weggefDhrt wurden, theila aich unter einander aelbit. durch ateta ranifbn , ba^en «ad 
nnaeidge Schligerey umba Leben brachten. 

Im Herbit lieffen die Königlichen Sdiwedhichen Orlog-Sddffe nach d^ Nnr?a, dona Fc|pida 
daaeibal einigen Abbrach sn thnn, wurden aber dnrdi eiaen gnmaahmen SUupn- Wind .anC der 
Närrischen Rejrde Ton einander getrieben nnd der Admiral an den Strand geaddagen, «da? f|. 
fast allea Velck nmUcame nnd etliche in der Feinde Binde geriethen, woranler nneh ein VUUfh. 
niachei von Adiel, Anthonina Floch, gefangen und endlich snr Naryn nnfSseheadLel wnidci 

Zur selben Zeit scUeketen die OeseUaehen Regenten Ihre OommlasnrfeB mÜk PndN* ^ 
den Sdiwed- nnd Rerellachen wegen efaiiger der Stadt Reral nnd 'den ganzen LanAaa UcM 
angelegnen Sache aidi nn nnterredenr iDerhalb^ Henr Carl Henrichfaon Hern Tes^Rnrfcna. 
nnd Hana Berendson sn Fore, nebst 1 Rahto* Verwandten der Stait,^ aia Peter MtUet 
nnd Hermen .Lnhr, aich dahin verfügten, der ArenCiborger Ifeinnng nnd Verhiingeft nnaabi». 
reuv da ihnen Johann Uxkuil von Ments, Kftnigliclier DenneniftraUaeher Land*«Rahl aaf. 
Oesel, unter andern anch dlesea vorbrachte: „data er in Dennemarcfcen ge w eaen wiM,^nHia er 
„auch einen achwediachen Legaten angetroffen^ weldien der Ktelg In Pe nnemai t fc en g e fcag ei , 
,fwas ea für ein^ Znstand mit dem Kriege in Lylhmd hitte; Man, hätte ▼emomnlan, dafii der Ki- 
,4iig in, Schweden ein Hanfa nach dem andern verlöhre. Wenn nn dem Kinig in Schwaden go* 
„dient were, ao wollte er eine Legation auf seine eigene Unkosten an den Moaeowiter nhferUg« 
,^nd einen Frieden Terschaffen. Hieranf hatten die Sdiwediadien Legaten nidila ge nnt n ' a i iat^ 
„auch dem Könige keine Dankaagnng gethan, deaien aich der KMg verwn nd e rt nnd aidk hdUg^ 
„hat Tcrdriefsen lassen. Derowegen ,wfknt sein Ralk, dafa die Reveiacben ehester Tagen nn dsn 
„Kdnig in Dennemarcken achdeben,. dafa er einen Frieden oder Stillaland b^ dem Mnaeawiter 
„erlangen wollte. Denn der König In DenneaaarAen hptte^ odt ^ dem Moacowiter. dnea earilgsn. 
„Frieden, und stunde in den Friedens -Artiknln verfaaaet: Waa der KSnlg In Dennennieken. In 
„Lyfland inne halte, dafa mSchte er behalten, auch waa.mr noch ferner efafeekonsmen w ii di ^ « 
„daa solte mit in dem ewigen Frieden bedinget seyn und bleflben.^ W^nnf die Soinmt«» nni 
RefeUsche Herren, nach Gelegenheit der Zeit, eine Antwort gßkea jund dacihar f)On 
achieden. 



Aml^* Aü^Ni MiMi»v d«A Priadgilwi arfl 4g« Wüie crimttehrtoi imd flu llb«r Bort wurlfaii 
dftimf 4at BItAhaiw eis, to dm ISiea frfthe sd • Uhr tm der LittatibdMn BeMtsnng 
rüde, it^rttgit den 1& Bepleodirift Iim Feir nml iFetbroiieB» sa finvide. 
• I i.'Sm a& 0«t«Mll:luimJIwr B^arteh CUtftoii Ho» mit statiiidiem Gatt^ weichet deH^ 
grtniQiT «Bfor dw UHichea. ehfeMmuimi wjur^ .so ReTol «n, die floflneote delnit n boMA* 
fWi dMU iie dieiToiyfibideten HioMS te der Wyol den König in Schweden nidit entwenden 
aWMm, iPOfl ifo ohor nieht «ollktattch domit honte» benhlt^erdU, weiten die mcfcten aii. 
d«f jriolitf^alt onf Bodinong« doch nodt dem lefing annehmen, wofern ihnen' Herr Henrich 
ßl^mU^n Hörn einon StflMmd wit dorn ]||oi»oitUer, veraeheflren würde, welchea er flineh 
wkM jm»»wd|0» fconlcu DorfiHfan «io oMi onoh den engebotenen Onttea i^ntdkh Torwelger» 
iin_iinhnnP»ino t de» BlttmelNnr ond •etUfh wenigen Holüenten, die mi willig eingingen, 
dniireh tendlich oino fpobe ^Kwjilielt nnd Trannnngvonter den HofBenten erwnchae. Abeon» 
dKÜch 'waiWc dk.e^f Lodo wtev BShgoirs BtoAden Pehno eebr nnwilUg, wolohe ihren Bitt* 
emofdcn ^Ihm o^ BMWtu Wnohftmeieloire Jlkndilchen. «hei terwnndeten. Bio 
fo onf H%vc(|kl were%.«cUckton domHcm Hoioriek Glolcon^orn einen fkejen 



aUi;|MfolheOrMloMo4: wif^vor cUh eher efafvtteUel, w»de: er ntfml oeinen Bienem^ gens nn- 
Milia»cr.We»ev fai Anent. gesogen nnd oUerYfeido nnd Ornntar enthl«faet: ele hotten flm anah 
idAt n# dam Mm» dov« gokaaen, jn ea nicht die Flnoht genommen. Ui^eaelilat aoMiiNr 
Ih w t nw idir Qm^tlmm hUl^eii dcMoeh ohfadachte BlttaadaAer mit ihren ongehSiigett BaC» 
ymtmiMmfkf^iim idor^Ckim Schweden, nnd weiten mit den andfn« niahte mehr an ochaffn 
hafein^; «Imdaniolhon Bittmefater, nahnwitüah Hana Wochtmeiater, richtete nachmaUen 
ftna»haaondowi: B»hHn.d»wer gotralen.BalBente anf, nnd bUeho Hartwig Leidebnhr aain 
IdMtaaM» nM Moxito Wrnngol.von liier Fendrfdi. Welche Fahne aU|^den gantsen 
Iriag ibgr woU hie|to, nnd aieh, nobat den Schwodiadbmi HofBenten, aehr yrM. nmb LTitnd 
iBijiinnt mnafaton. ~ Am Sode, dtea^ Jahica nyaoteHerr Claua Aokefaon wieder nachSchwo- 
dan» nn deaaenStoUo werde Herr Tontna de la Qardie alb Gidiernator in Ehatland Torordnot 
Ohgedaahtcn Jabm iat Honriona ValoJa, dea Ktaigea hi Frankreich Bmder, inm KMg 
in Fohlen gekrSnet worden^ da er aber nach etitdien Monahten hernach vomoamten, dab aeb 
Ktaig Carl in Franokreldi, geatorb^ war, hat er alch heimlich ond.uifeimCTckt ana 

Sdah flcnwaht ood iat naah F^nnkreidi f^i««, allda er mmi Kteige erwoUt nnd eng»» 
werde. > 

IS» aandten die TOm Adel nna dem Stift Mga. einon 8ch«elber mit aoldier Wer* 
bmig jm dito Sti^ jK^OFal, dab'aie vernommen hatten, dafa die RoTdiadbien in grober Bedreng* 
ailii.>inid. Boiifan w^gan dooMoaeowIten aifaon nnd dawi Ton jedermann tireilaaaen waren; aähen 
jlarlinibqpi J»r fBl.wid,ioh4aahwi, da» <le at» ^nter^den Bchotn der Cion f ohten eigibten: So 
f|n;jMsfo|e|iea ^-thaA^witteoa wlgan, weiten jlo «a boy dem .Moaeoiritor dhUn he afchai teal, dafa 
ihiks #«1 J(«nMi«P im «bilQibi|ig«n «tfUatandea nobaiPoUen nnd Utteoen aolteil' sn «freiten 

,,iM^IU^mm dteBmrolaahen anm Bndonchon. annaltei aiii ea iat äbor weiter i 



«felgoi, Ml witaen dt« SWiHidiMi mUI, wä«hÄ MW« IVM4 

«r, ugeachtet dct ferttuata» fltUMradt«, MmMfei, da. law w<ffl iNittt aigta»ttaliyb Am^ 

Ulff dir salber. ^ ',.,,• ti 

Die TeaMiea Aoaeale waltaa naaekra rieht Hage» iall der lafalaag 
«thea ekh aadi doMi andern Henrea anb, aad htadeMea dertelbea eMdie, > 
«egei nad Brleib, heiailich mtt Hertaog Ma«atfv d^fii •>« A« die FfMid-Hktiar'fegeaflM 
CWderaag abtretea wottlea : Dmrwegea sdUfc^ tkfc Oaas vea Uagera^ ^et KMgäalfc Dl» 
aeBMrdmi SUIthalter aaf Areasbarg, M» swltidMi, aad kan dea ÜL iMur^, 
Gooiniisnrln, aach Hapsal, da Ihm eadifidi' die ;4eataeheii flofieala« aadi vieUUtfecr ] 
iaag, dea ISu JannariJ die HinMr Hapeal^ Leai aad Lade atfi eelehaai Bediage» lh eigrti a > 
da^ er ale im Nifapnea ddi Kdalgea ta^ Beaneaiwrdlea, '4i*f*fedrtebea'dei aadeii 
aad d^Uagegea ihaea alle rioksteadlge BatoMnng; w^ehe efadi aaf MtM 1*1« 
UMk folfendea Johaaalt Bsptlctee Tag* evlttgea, auiil ^ttanteAe «IMa Ftftfdea aül dmltk^ 
eewitar erbaÜeaeaUe^ -Be giag Ümea aber eaders, ab ile well verhelfcteiB. Deawala deir ferii^ 
iaags-^Termla varhaadea war, idkrleb Ikaea Claae roa Vagara, dtfii ile'eldi-aaf Areat- 
äarg etafiaden aelteoy die veftpteebBaea CkMer 'aa eitt yft ia gen ^ de alier biliea* dai^Md' IMil 
la. ihrem BeMUagerbabea wöHea:^ Wie'«! aber aieÜt te^ teüfc, ' i fe gal tea il^ didi «mI 
Areafabarg; Oalerdauea hatte Claaa Voa Uagera aa die Btrger a#*ibe»at 'ijüidbrirtm 
aad ihaea* aadautea ksaea, daOi, iribm eialge ttilvger aitfd KaniT-LeMi bey dea'*flhiBVteifM 
elaige Schäkl tMitefaea hatiea, eelt^' sla gegea die SMilaag aaf Areat^aJrig ikdl verflgm? 
fieidiet «ich geteliahe« Da warde dea HeMeatM al^sereehaet, aicAkit aihla tva» Mir d«a failL. 
leatea sofaaldlg warciaV aeadera aaeh, wea de, seitdem de skh der^CMa PeBiiliüi'alLia^'<<ga^ 
b^, veo dea Bbarea aa Fatter aad Mahl geatfeea edir mH GMraH gadiNarnJlB^ dhi^de^äli 
aater dea Sehwedea Fatter aad MaU allaeit frej gehibi hittai. Derg«dalt bdtdm wmdMt 
aattaU dee T^heiflle» Cfeldee^ ehe Bechmag, dafe aaeh* Mtea gaatae Foüeraagv* ablaM tfa fc» 
aahleo, Uaht sareleheAe« Und viele, die aaler dem E9a%e ia Sehirsdeaf rntt' ettUhea Mhrtai 
gertttea hattea^ maatea da eidUeh aeFoTi gebea: HaCtea aHse akht aliela Bdih^yf lad ÖdliaiWt 
aeadera aodi dnen bdt^a Nahavea, weil de* obgedaehle Heaaer aampt de» gaataea'Wyde Umal 
rechlmifdgen Herrea, dem Kiaige la Schwedeiii aar de« vertefkeaen Tmndaa halbarg aafii im 
Hiadeo «edrcbat hattea. 

Dere^ageaSSalg Jobaaa bef dem Ktaige hi Deaaemardcea aa taaleraehledttdMa WiUm 
aahahea ktea, (fcb, wdl eethaoe AbawaAvag dieMr Alaser wieder dea Bteiialidiaii VerfMg 
lieffe, der Xdolg in Denaemarckea ihm entweder die Hiaser arieder sastellea ader derer 
gafiguag thaa sellta; Bir Urar aber eilet maidaei Heitabg. MbgaaaaVrtr,' «le 
dfapfii Miü AaMihl^s aaf diese PftttlhiBeer aa alehle' werdea, werde da#iber gaate eiMttelt,:äai 
beadbeilale bejE deM^ GreMliatca« dds ibme M aa IMtt fteaCMi aid Ttttdn W tk?i 
aagemrdaidfcwarMa; die er dimb Ihfrlen aa* gedaebtea Pfaidtiaeera aehdlbf dhrir' 
ddk die aMüeadeifr M. lammil}, «ra» der Beatag B^ptaagadma, ¥ei|ritli«a adler dlet'HM^ 
vwr ämi amb Bar«« aeUba^ darea «b Thdl *«i giaiiM tag rnü^ iaa »B cVülWJltea' tfah^ 
M der gaobaalipTheitghig triM^BingteaadBMaieB (dia andt ddf 1Mlteai|idl'AbBdlit 



^ wtkt' {liMfeiMl vl^fHt ' ii#ilMtt^Mli^iHiliM ffKÄf^Utt' Mg||tfiftrt 1MM611) voll 

JMNMC«lil|eM<«b»^dtll««rlM^1ii'rr«H^«^ ><i«<rllv IgMOftMellt 

«tf;4le ühhttti Mir* l^nMMÜllPkMMcbi «dbtt'ln Uiwaä'n^MMta. Polgoidea Tiget ktmfn 
■odi liM^ leafMa «Bter die flMt, w«khe w» lang irit de« MirdkiAM MÜanMNikMte*, Mlb 

lliiM>-1MMi — *yjfc» iün> •i8b« » > iftlr i''Mt '1g«lM « i «» 8ritaHiM,''-4«rtntf'ile=«K d«i 
■<iWiH't«^f»ifc«ifci ItiläanBiillt; a<iftMl a»MJ<aU<>ta«toih>?taaw -Ui^ m« . 

M frfMgwi nrit w eg ge br acht wwdeüt Teikeereten mOUtk du gutn Land «mb -Leide, Leaf', 
itUit*i4imjf^4k^fäMft''ff*'g>iiw/tfiifmf9%y lÄielt, ifeiieiiiid 0%«e'l, ntibeliennen dn 
<Mmi? j>re>»«yg j> ■* J IH I O >iMU»^ diMA*Ae lUM»'in*^P»»ne«, VeAittii^'etBAe Ave» 
fldiMEB^«l«4MMli iWi W i #«M«« tmpm^ ClMahMV»M«Mid«|V<M>'dilMiM diAnei tie flned 
mg*mftUgl4t, 'W^lPi mimi t f ''^ '^ tK ä > 'fim yii^ rm «HüakmUmeä, raek«te'«M' weiter v Bnrt« 
al«i, 0ttyMi;->lHii^ iM' ](ifrl4lW% NMeJr , dir «te^BäNHeaMI Bdt -rettbai, brenben-, merdea 
mH k ngftb m k. rUkt Um HUiMImu ^aaA■|^9h^)^9^ del>geatdt Ben^tA, Üb' dfca^eieteit 
dMw» Obii» ■äMr'mdllf gü bi d Ul L '-AM» liMtoi^ d» tiMftfen den eMgM DtJÜaAe*, Mer Mge< 

»ttlffeieif «I ^W^H^ idMl ^iii» «iHea 'MfaMlciii 'ita« JkiJ '#tar oh^ tfer flttigBri^' «llUtaid, 

:'-^ Mw4Ml H i jKJliKliia ite^grfllif ei utaht in .«i^tMiaiflM lUktgrfbeni mid «wir iolcjheii, Ae 
•Mtel w H Wü n HitkMiafdclittai. Bi wtufiTe IhMii dien %- MtrtfJ Hertcogei 11 «Inl Schrei- 
bea e iag c fcfd tl» w^Ummi er begehrte» dtf« dlie Reveledhen etHehe en« ihren 9IIIMii,ir%Ibhto er 
cM'''ik«)i>lB«ltII<Wleegb^,- ^ia ilM tmilä O'WfpreH li^fi Afertlgfli nMhten, d^nen er elneä guten 
flUV mMMkm *wM^4 triü mn 4M'«MMltai||e) CÜglUk noil UMeil (iroü irtlehem dieser ge- 
MhnliBB^ Aig nur €ia'Anf«ng irihr^ t öl i rtMi n uie n gedtehte. INe Rerebdiett eher wollten eel- 
MrSMMn'^ieMei W«g«t ivStsgen, ifM wtoenSA; dalb er denen selber h^tehet b«i8tl^ wir. 
neMMt^OMüH MKtibb er tqA en dhs PeMentehUn, nM ««ndiMll daheneben dürdk Oeibel mit 
ftneb'« heill eher gMehiUlt nMte annMMem * ^i"'. ' 

IKeeen domüier sandte KM|f lehaura sAl^ Legstieli' nd' dis GrentiM bei'flisterbeet, sU- 
di nüt den BenMscfaen nnb Friedeh ;ra hnadtfn; ividche, ob sie swar Uien niil|flicbsfbi Fleilk' 
iv ^BiModh' ehi indireK ron deii lieokbeft nleht eikalten ftSttnen; als efaien .awejrjllirlgen 
fllf «Udand'ailelnv Btetal aber attsgesdHossen, wMehen Stfflstand def^ Ibt^e Feind 
Mh'tfi^derir Bidis'gesehleasian;' difmit et* dtfe freye Sc^e an'9InÄhnd' hibett« nnd'init desto 
gr Mb eter IMdM Lyllalid^j nhsdtaen nCehlct ' A|i^r' er bat andr diesen StUistsiid ntcht gebaltenT 
wtiJ hAt '^k'i» s^^CM^edieh'g^edien, Ut er'dtteii #ol In nnnland gefallen, aMi geraubt, 
jUliüill' ihd^tto -Velctes #egge<Mnret. 

brts hemadi raekele der Moscewtter nit grofs^ Heeres-Haeht eiligst TonWeaenVerg 
vilr^VMrilali/lbeii^^ ind W bc hi if tiHe dM^äUdf, nnd » er #ell*Mlfelfe MMhe-nid bey 
199$ BAdn*4dfor*^NIMUIily iMsfeMk''dodi* die Belagerten^ weif iie ^nts 'enÜMhit' niid ansge* 
MkfeAlHHtfdfff «WlMlMiJte' WalM*'- tenniittetMv ^ Sta^ «>< Sehtölf'ddik^lMtdb^^ den 



9. J«UJ tifÜMB, wddm.'n^ UMhWIpfcm rwUrtt^mm fkfci JUtg iWMüdfc wii lite- wtirfg! hmmt ^m- 

j^ea. . Dan ««nigef ao m^ dWUi fitjkK§0b]ymt'^ btttan 41« ichwetai «rtiM»i «arii im fliüMt^ 
•^ fle hMttm^ war nad^ dm Sob««««^ .«!• A» 8t«4l fip ■!<■■»*< ir W«i«l 9M| 4m V«bl«i 
UcnrM€h«t wmrde», 4»,gdiUebeii. 

B«I4 midi EtOftnißt der SMt V/OPHaO'-fiWrpIlNNi, j^Jitf e 'Tnit»ahiH,4wrf ]|«I»«H S»* 
min ««4 .Eny <n iMi. »tt 4q »H»hc». HiKW^ •»(»! ftwIit.Hr Bcv|«ef MiIWM.: . flioi d b trlto^ 
•teil «oHb i» Bi«b Fiiic^li«lf«o 9 Up. ^P«H V»f %9li «vMril 
N AI «eltebn . 

Kwrte Tpr 4m MoAMnjlert AnkuIRi 4« 4i« Samaopdiw ;iidi eiMS« 
halten, aie mtt filana ^ oj^ Üaf^r»^ Am »Mldiw ftedMter «|f 49M9k«vf ^ 
u4 «Ml «rb«te4 Mtor: 4{f[ Crom IM«iifiip«r«lm ^rerinhw« winm ^ HSmi« Am- 
te« g«««liAte«|, if«r4««* JBr Mhm «i« miA yw pjpgfii» ««tefii IEnnli ««{<^!ite»i«ll «te 
f«U) «a, «M «8fte ibM» BapchAlMpr sn, ward« |ib«r M«li|akra4s imm fdMteil; 
wlhr«B4iBr.PevM«ia«h«M Be^gonnig kam RteiMOg M^igaa« T«a 4Sa«MB, Eoffm 
•«• 8«iiw«4e4|.pi {3tta«Bb«rg m$t 0««ol ai^ i|«4 iwlw ««NilflP ObtA« if«:««|iK iva» dMkB» 
«<(« Ja 6^w«4«n T«rJdia|ter Gfte i^n, 4a akli»,awipdMui «««i Bfa|^«f wd C^n ▼•» Di« 
f«ra wcgan 4«r Ina^ BfoMn •«In« 9wMigkeit.,pKl|«bt ted«m 4i«iir ,a«lbjB,|a«al iMab Ammv 
barg, Jai«r ab«r Ba«b ^ia«Ab«rg iravfldidifaa.ar^UaB« Ilari(ber 4er ▼«■ V^iß^^n i«C Ifaba 
T«a de» Herteege faÜMigea, aber «tax wieder tefa gegebea wardfr VMfvdeatelllwaadea £a 
Penaaaehen aüi dem Ealaate, daadl ate CUaa raa Uag.«ra gpMetelf firftpaan md^^ i<a 
«bgeneldet , dem FeM« m TbelL ,/ . .^vi 

N^eb Eteaebainag .4«ie Stodl.atoUetea aieb die Hflfa««witiac||e F«U-ObiiitWt.«l«'.KMa Nif 
ebtia Eemaitowtls nad Kae« Jftrgaa-Tf taiahpa, gf^aa^dte Pufa^aarfMai jir tiriteilMBlii 
aad Teigaatea ibaea, adt alle deai Ibrigea wag «a «iahaai w>« ^ ^Idit adt:;4Qb ft^afii baaitaai 
aalte ibaea frey aldtea, beraaeb abiabalea: welebea aaver ato geaA«(iea aad aar blabeJUMte 
warea, die aadieraa Slidte dadiardi aa p|t)b «« leafcea. Wte fber elUahe der 
Coarad vea Vieliagboff, Melebior Yegeanab^aad Radare ladir» mU ibiar 
aaf dem H«bi| Ktea keauaea warai« UeTa Herteag Wagaaa vaa Safaea ibaea «Ue 4aB Ibiig« 
aebmaa ted «te aelbat aadi Sebwedea fibrea, aaa Uiaaebeat wie Eafaoa enrdaMi, dafii da 
aa grofaea Yerrabt aa Geld aad Silker gebabi aad 4niaocb Ibre 8ted|t aidi« beteer beOMlfM 
aad mfl KriegaUatea TeramTgel, aaadei;B ibrpa elgaa Nate dem j|a is la ea. Qeatea "^ntßmogm M^ 
im. Die raebl«. Uraaeb aber war, dafa der Bftrgenpieiater yfgeaa«k dte Stedt^d«« IM4«l 
«ertibteriaaber Webe ftbefgebea« bedarf a)«o di«ae jBacbe, Jcf^faiar aadera Byf rbianwit 4>, 

. BKmalba Aagaali begab aieh Herteeg Magaaa vaa Safima Taa Oeael aapb Btkwjotm^ 4af!' 
aaf CUaa Taa Uagera alfabaldt da« Haab Slaeabarg belagwte aa4,^ilW[.tli> iigiPit 
dareb efaiea ?errliberiidMa Brand eraberte. , .j,. .,;^} ..|- , ; , , 

Dea 1, Septembvii kamen efaiiga Blpi^« CMniMwiffiff; nfm^ (I4aj|f .vaiilüllfarAt 
Axel Tiaaiaaaa, Eatabald Sojre,, Jab«mi Ki^Oxk^l «a MMli«im4^ft|l^iTftaiO«^ 
kal stt Kaaka^ .a«^ Pa41|i.Mf 4te Qreateai aM .b^gdvptfa ifil,.4««u< ^W i W"IWW ./<ii*'4* 



^ 



die, nektt dM Sahtsfenmndlea Hcrni«B L«hr iwd Peter Miller ftihiii rerftlgteii, wtt 
■l>«»ahlt "Wfmtngm- fcüle»» «m TinMluMB. Ei war «ber i|ir AaMngea, dafe 
Fedte begehflift^ te <wfcri L rige to IUI f i u^ mlkmä d^ Mb, teCmi gcdeehtee Hein ta 
dee MeMMrfter» fliiliae fotitlm wlrd»^ der Koalg ki 4>6aMMmke«> «a die fte^eMtebea »elehee 
m.mMiMBmimkmmiwMHiL: WeiaaC n«i ato^adl «[ebUMreadir Aatwoit irfederilinmgt& Dea-^ 
aaü lHiiCla4gNra<ii Oayir« de« Xanlgee ta Detmeaityi&eir faUi^-'aad geae^tei Qemttil gel. 
«n die Budt Reyal dergealell aaecaatmiehea gewael, defg.tfe ItevdkiilMa (dift fah?bey det 
EaiftaTiJ Warte» hleiba, de« idi kierlaa gerolget)*ah Irtadcea; ao ia| Ibrea liagwIMgea aad 
lihawrsa. Kficbbaitta naaidieriey Artate aa niehea fflegea, *dadaith Terniaacliet werdea, aaib 
■IHTe^ Bath aad Mittel aaa dam Mhwerea'Kiiege aad Dreagiai aam^Medea aa gelaagea, aa 
daar*ESa% laDeaaenarebeai Inmieiehea aneb aa dte Biarfachea Keyaev aad aadere Poteatatea 
aadkr giachiiebea; dbar adt aBcia ttraa Sibrsfbea iohi aidireriBMrt aaTagerleMei, ab daft de 
thaaa Henra aad Köaiga la Sehwedea grofae Uabald aa/Uagaade aiah auf dea Bala gefaidea. 

Deasellea Heabata aeg dea Felaiaabe-Adaibdatratar tiber Lyflaad, -Herr Joftaaaea Kod« 
kawita, pit etUebaa litlaaiadiaa, aad Teltaahea Krieg« -rLelteaaa Felde, Inf Mehaag, die 
Biaaer flebaet, Brmia, Bajea aad^avekel deai Rebfaea nad flertseg Magna wfedttr ab- 
aadriagea, TcrrMiletea riier ela aielireia akht, aladafa «ie Bajea wieder erabertea aad aa' 
Haad brachtea. .' 

Anae ISM «el der Moaaewiter wieder, MM Maaa atark, ia dl» Wydc, da aieh die Hefiaer 
Iteal, Lade aad Fiekel, ebaa alle Nebt, ergabea. DaraaT der Feiad adt gar weaigeai Ge- 
«chita-Ter Hapaal ridte, aad eb er gleldi aiebt davor geaebaataet ader eianal geachoaaeo, 
babea deaaecii die Tefltadiea, ao well Adel, Birger ala Kaeebte, alftbald mit dem Feinde la 
capitaUrea aagafaagea, aad dea drittea Tag, ala lt. Febiaarlj, daa atattliebe Haaa gar aa leicht- 
daaigar Weiae Ibei^gebeai Ja de dad aoeb ao gatea Habtea geweaen, dafii aie denadbeip Abead 
deb aocb aitt dea^ Jaagfraaea laatig aaiebea aad adiertMi kSaaea, wartber ddl die BeiUaea 
hidiUcb gewaadert aad geaaget babea: Waa dad die Teütadiea Ür aeltaaaie Lettte; wena wir 
Beibep eia aekkeaHaara «a obaeNobt Mb e r gebail aolltca, dttrlRca wir aaaere Aagea vor keiae 
redüdie LeSte aafachlagea, aad aaaer eraafMt wftrde aidit wlkaea, aiit waa Ar daem Tode 
er aaa kbwiabtea aollte: Vad «e Teitaabea aaf Hapaal dbrBea nlcbt dldn ibre Aagea aaf- 
•ridagea, aoadeia aad» aoeb weil mit Jaagfraaea apielen, al« bitten «ie ea noch ao woll aaa- 
gBriabteft Kaea Jflrgea Totmakaa, der Beafbea Fdd-ObHater, atarb atftbdd aach Krabe- 
raag dea Haaaea ia efa^er Badatabea ia dem FleAea, hat alba aefarai Fafa aaf da« Haafa nldit 



Wie Hapaal dergeatdt etageaeauaea war, ttb cra o gen die Bettfaea and Tbrtara- dte gaatae 
bnl Oaael adt raabea, brenaea aad wegfUireB Tieler Lette. Fldea drauf ia dea Kdaigea Toa 
Sdhvadea JlHeU la Bbatbad, aad bdagertea dea la FebraariJ daa Haafa Pädia, welcbea Ton 
dam Haaptaiana Haaa tob Oldeabarg dea Matea dieaea, aadidem der Fdad aar ehea Taj| 
derer gaadieaaea^ aaflgegdran werde. Die flebwediacliea belagerteaa wieder dea M. Aprilia, 
de .eia^ Bdtfbiy daivar^geaaliMaea aad adt geriagem YoidE etHdi mM geatlinnet 



fdiob^ ; .i'i. »• • ■ ' I •. .'1 •u-.- 

ü w t i wl« " '» «Im» vi» 4ie *diiM*iMMi Kri^fff-Ult« fir f «dia kp», «■Mtan «Up 
BeilMnW Wet(t»«aUU *r« OdigMiMit «kwlNft, ' Mti AcMml v«r JUval, i> Miwfc 
•U« der. 8twH Virfw JM»yi<rtWii#i»t Wi» 4» «eMttUrak.ih tU üfpU Ir «bk W^v^ ^M 
>««it TM» to SM*« tt w rfM clirt livUw mmI te iüitxttak nuM, 
ibna fikidiea. faBWiii aad H»m ffantihtM ifcmlliiliiB jfci Inifcm. IwiBri 
Abt akt Md bnchiw Bodi ibrlbcr rtittUche Beule olil ckk deTen. 

Obmr Toilgw Jtfurot Kejter' SigltMiadM 8ee«A<is sm-SMyB faSehl« lüiCm 
Ibiteii m UttaM« wm etilMiee der 4MMe erweUet mi pied 
Qodi efaüge vom^ieie.JBierwi nd Teii'te JUtlenelMA derinee idcht eeaMiifrai w« 
naaeciedi* der KejMr die leiietfle SttMiee, «»eh Pietttai mi Ljt«ld «tf eeiM Mft» hüH^ 
M ■•tarweBde et tick deueeh des JfmUimbm tüMm weüer siehl, «k «v ettehi 
g«o| elttdier Nfuideiee, mlite eMh, irte ciCUg et iha emh «evthiea nwde, ad 
MUkIt .ist ]Uk* » e g e>wi> . Derewefts. mtmm teiee WiedenrerligeD die flntagffctil ie Ackt, 
enrehllee dca gtepkentii&BiitUrjt Wojrwedta fa SiebeebiigM» suk Kit%e»*der damtf d«i 
I 4*lUi| SU Crekee fekittielt. eod «dt den Fkitfeki Ab»«,. Knfgt Si^tsaeMdl Aagetli 
l^wetler, ebeiick kftjgeiegel wnrdei^tkite er »neb dem KiQfier Mexlmiliftae hmmmd^a ftiw 
gtogea vod bej der Poloitcke Grooe bis s« teinet Lebens' Ende gebtteben. 

Pen W. Meij t^urieben nweene dce Kctytere Mtxinillinni Lcgtten, dfe nv der Metctt 
keonn^ waren, «elt Kign m dit Bmeliacken, dalt tie wAi kncktfcni Fleili Jn dnr Mesete 
nink einen SlUltteed rer die Stedi Bevel gdauidell betten, aber nickt eAallan kinneaic iÜMk 
bitte tkk der Gfetfibet endUek an wdt aatgelataen, aefeim die RerelMien aHH MelteiH «eht 
er nnok atlU kalten; wki biege aker, wnide nfabt erweiinet 

Znr telken Zeit kam lleairiek Oellingakanten, ekiet BnditfTDtrfeB Sehn ani Bevtl, 
weidier wegen einet kcgangenen TedadUagee die Stadt aneidla niaaan nnd sn den Mt 
geHohen war, mit: SM Pferden neck Welftentlitin pricktig an. Meter, war akgcridtfel, 
Landa-VeStke aar Demaht nnd Unlertkanl^keit gegen, den Qrotfirtten an lecken, gettnltt^ni er 
aack an den Batk an BeVal feigenden Lantt getcbdekenr 

lek kan eack fai aUer WeUaieianog nickt bergen, daft ick dnieh AnrcIteHig dat fidkn md 
Qcatrengen Herrn Andreat Seickal, det GroTaartlBn CSuitalert^ dkae Beine 6ett an« Ltfc 
nnd Prelb, den Grodfaatee nnd Keyaer aHe^ Beüfinn an knkcn Bhien, neiner l.andt Blalt 
ann Betten yergenenann kake, etUdae Werkangen in Naiunen det Keyaera aUer Beilcen ia 
gekefan eudi an offenbabren, weldie eück jnnd dem Könige in Sckweden nickt nniraeklig aad 
nnndtae tkid, te fem ikr adr, alt einen nnwürdigen, andern Glanken analeHen wellet Aach 
aej euch nnfeikeifcai, da(t der Kejraer dier BeiCnn nfadil mden Yen endi kegikrt, ab Be- 
nntk« wie die. Teraekleäiew Mefe, ae Ick k«^ mir kake, . weiter, mneUen werden. 8e ikr 
aber aalcket nickt ai tban g«Minnen ntjl (itekkea. «dU akweaden wnUc) , to. Uli Ikr aicktt 
aadeia an gewavten, ab dafa der Keyatr atttrBdtften efire .Stadt, ndt Schwerd wnd Feir dha 
wecde, daia nan den Kndea in der Weegm an LAen nkÜt.Tainliaaan wecdb» Dftd 



207 

Mi er, der gmtieii Wdt sv einen Spiegel, Ae Yerstdnmg' J^prasaient mit eficfa spielen werde. 
Soldlet und dergicichca mebr, welches der Feder nicht sn trsne» stehet, dam der gantien 
Wdt hiH^ gdegen/habe ich eflch Ton wegen des Keysers riler Reüfsen sn Tenndden, ohn ei- 
nige Arglist, so wahr ndr Gott hdffe an Ldb ndd SeeL Denn der Keyser aUer Refiben hat 
mich mit MO Pferde begnadiget, die mich bifs RcTal begleiten seilen. Begehre derhdben hier- 
aof da christlich sidier Geleit ": 

Glddier Gestalt schriebe er- and» an seine Verwandte und Tenneinte Fre&nde, wurde aber 
▼OB diiei» kdneif Antwort l^ewürdiget 

Ben li. Juüj harnen etliche des KSniges in Schweden Kriegr-Sehiffe vor Riga, und branih 
teil daselbst eii^ Ifohnnugen hngst der Buna feindlicher Weise. ab^ Die Ursache war, daffi 
der König, etUch Tersdiuldeter Sachen halber, su denen Rigischen einen Anspruch hatte, wdf* 
wegea de ddi mit dem Kon%e noch nicht ^ergHchen hatten. Endlich' wurde es dergestalt ver- 
kcgen, dafr die Rigischen. 100 Last Roggen auf das Hanfs Reval lieffern und Terschaffen müssen. 

Diesen gantien Sommer streiiTeten die Reüfsen und Taftarn, so woll von Weifsenstdn- ab 
PaAscher Sdten, unter Rot a), und thaten mit Rauben der Menschen und Viehes grofseo 
Schaden; dahero die ReveUscheu in steter' Unsicherheit schwebten und die Stürm -Glocke fast 
ohn Unteriafs gehen miiste. Solchem etlicher Mafsea tonukommen, begaben dch die Schwe- 
dischen Kriegs- Leute aus Reyal den 98. Jdvj lu Felde und sogen den Weg nach Fadis so. 
Wie einige Ehstnisehe Lofstreiber solches ▼emahmen^ begaben de sich heimlich und ohn Jeder* 
mande» Wissen, «ngefehf funffzig Mann starck, derer nicht mehr als 16 lange Rohre hatten, 
inteh andere Bey^^Wege auch dahin. Wie nim 400 im Felde Hegende Tartam der Schweden 
AnkuDflt Ternahmen, wollten sie Ihrer nicht erwarten, sondern sogen sich .snrQck nach einem 
Dorff, Orendal, bngsC an einem tieffen Bach, do sie ihr Nacht-Lager nahmen. Solches hat- 
ten dies; Lofstreiber in Acht genomn^n, dörfften dch aber nicht, weil sie su schwach waren, 
an den Fdnd machen, sondern hielten dch ith de» Wäldern bifs in die Nacht verborgen, da die 
TiKrtam, weil de wegen des Baches für den Schweden eine sichere Seite Ratten, Ihre Pferde 
ins Gras liefsen und ddi sur Rdie legten: Da Icamen diese Lofstrdber herangesogen, hnd 
machten auf Teutsch, so gut sie konten, ein grofses Geschrey. Ddiero jene nicht anders Ter- 
melateo, als dafs es lauter Teütschen und Schweden waren, nahmen ia grofsen Schrecken die 
Flhdit, und liefsen diesen Schnaphanen Ihre Pferde und Riistung sum Besten, wdche sich denn 
dsaAt begnügen DeAeu, dafs de 80 Stück Tartarische Bach-Matten davon und gerades Weges nach 
Reral brachten. Denn die meisten ' waren ihr Lebtag kdnes Pferdes Herren gewesen, bitten 
audi weil ein wdt grofsers erhdten, wo sie nur ein wenig mehr Stand gehdten betten. Wie 
solchea die Schwede und Teitschen erfuhren, suchten sie gldchfdls durch Bey-Wege an die 
Reüfsen sn kornmen, welches ihuen auch so woll gdunge, dafs sie dersdben meiste Walachen 
davon krachten. ' * 

Weil wegen öbgedachten stetigen Streiffen der Reüfsen und Tartam die Baaren aufs dem 

gantsen Lande mit Weib, Kindern und Gesinde nackt und blofs nach Revai geflüchtet, aliso 

dafs alle Scheunen, Garten und Winckel der Bauren voll steckten, wdche endlich auch der 

Hunger m. drucken begunte: Als wurde ea von den Schwedlsdien Regenten für rathsam unge* 

L Bd. , «8 



. »8 

hen, daffl sie in ihrer Unterhaltabg am den Reüfsiachen Gebieten in Lyltnd fdnen Biiib heka 
moqhteo. Dinen wnrde ram HaBpt-Mann erweUt Ito Schenkenberf, du Minteer-Cteidl, 
welcher sich mit seinen Bauren bald rüstete^ nnd nicht allein gaU Beute; sondern aodi tIcI ge- 
fangene Reürsen mit sich nadi Reral. brachte, nnd so wol In folgender JBekgemqg, ab aack 
damadi, guten Nutzen schaftete« 

Gegen den Herbst überrascheten etliche' der Cuhrlandischen Edellente Hertiog Manii 
Hanfs Amboten, an der Littauschrn Grentie liegend^ welches ihnen der Stifs- Voigt, Carl 
Soye, bald darauf wieder genommfcn/ Wie Hertiog Magnus elcbhren, was tfeh mit Ambe- 
ten Bugetragen^ hat er den Fohlen das Haufs Lemsell auf gleiche Art genoomien, weldies 
den 2. Octobris gescheheii, da eben des Nachts em unerhörter Sturm- WiAd iiti gantsen Lande 
mit Niederreirsung der Gebäude, uniehlich yieler Baume und Zerstredung des Korns groben' lad 
mercklichen Schaden gethan. Solche Stnrm -Winde liaben deu gabtxen Herbst gewebr^^ di& 
auch dergleichen von keinem Menschen Torhln gehöret, indem nmb Reval allein die Brdicn- 
Tbhrmer ynddas BoUwerck im Hafen umbgewehet und Tiel Schüfe gestrandet aind. 

In Pxihlen hnb Jedermann an, an Keyser Maximilianum, weil aie seine. NacUifrf^kdt 
▼erspllreten, nn venagen: Allein die Provincien Preüfsen und Lyfland Uelten noch' siim ThcO 
auf den Keyser:. derowegeii machte irich König Stephanus selbst in Preüfsen, und als er Ae 
Städte Thorn, Elblng, Marienbnrg und den übrigen Königlichen Thdl Preüfsen nuf seiae 
Seite bracht, hielte er m Thorn eine Yersnminng, und weilen der Moscowit^ mit ihme 
keines Weges Friede halten wollte, sondern wieder ihn auf den Beinen war, die Stadt Dan tilg 
auch den Kökiig nicht einnehmen wollte, vorgebende, dafs aie dem Keyser geschworen nnd des* 
selben Eydes noch nicht lofs waren, berathschluge sich der König^^ mit etlichen Polnischen Aer- 
ren^ wie diesem Dinge, allerseits au betgegnen seyn möchte. Da dann der König Stephanas, 
auf Eänrahten etlicher unxeitigen Rahtgeber, die Dantxiger in die Acht gethan, für Feinde prs» 
nlamlrt nnd die Stadt belagert Womit die Littauiscfaen Stände nicht alierdfngs sufifedea wa- 
ren, dem Könige auch keine ansehnliche Hülffe schicken wollten, weil sie notiger eraehtetsiii' 
dafs man deni Moscowlter Wiederstand thun sollte, welcher wärender Dantaiger Belagemag mU 
grofser Macht in Lyfland fiele, und fast das gantae Land verheerete und verdetbete. 

Den 6. Novembris erobertß Hanfs Büring, von Helmstidt aufs dam Lande snBraaa- 
ashweig gebürtig,, des Administratoren Kodkewltaen Secretarius, weldier darnach eii| berUuA^ 
ter-Obriater worden, in Abwesenheit Eiert ILransen, sein Haufa Treyden dureh aondeilldk^ 
Krieges -List und Behendigkeit; denn er hatte Kundschafft, dafs das Haus an HoUs grofaedMan^ 
gel litte, verkleidete derwegen einige der aeinen in unteütschesBaur- Kleider und ladete etOA 
Wagen mit Holti, schickte erstlich dnen vorher mit einem Wagen ans Schlöfs, der gidit ald^ 
an, er habe Holts, und dafem aie mehr begehrten, waren noch etliche Wagen verbanden. AUb 
die im Schlors frohe waren, dafs sie Holta bekamen, und die Pforten den Holta^-Wagoi geiff^ 
net wurden, folgeten unterdessen noch mehr Wagen, nnd fingen die verm^lneten Banren mit 
denen in der Pforten in handthierea, bib die übrigen alle, so sieh in der Nihe in efaiem Gnade 
versteckt hatten, hecandrungen und des Haoaea mächtig wurden, womit dem Lande nidit wea^ 
gedienel war. Denn wenn Eiert Krauae das Haue behalten, hüten ea die Moacowiler in fal- 



SckredLcn, tbaonilerllch weil er dem Krtuaett gehftblg wtr, letcbtlbdi ilberkoiiuneii 
kfiaacD. 

Denerttagi rmr Bfirtiiii üt su Reval ond etlii^e Meilen hefamb ein nnglinbllch- und nn- 
iBiliirter Bdinee gefiUlen, weleber unceUieh viei Mensehen unter Weges erstidLet, und die rel- 
Midea auf eüidie Tage an^dialten hat 

SelUgen JUirea aandte König Stephanns Battorj einen Gesandten, Johannem Herlrro- 
iam, an den Kön%; von Sdiweden, mit demselben die Freundschafft und Bündnis an erneaen, 
wie aadi au begehren, daOi Sdiweden den Fohlen die Stadt Reval auf gewisse conditiönea, 
davlt sie TOr fliren SdiiSen einen Hafen hiitten, die Zufuhr nach Narva den Reüfsen in vei^ 
bieten^ andh grobes Oeschüti und andere Kricgs-Muniüon für gute Besahlung überlassen mochte. 
K|nig Johannes adilug airar die Freündschafft und Verbnndnis mit dem Könige in Fohlen 
nisht aas, so viel mit gesammter Madht dem Moscowiler an wiederstehen sey, doch dafs in d- 
Boa Jeden WHIkuhr und Willen stehen möchte, an. welcher Zeit er einen Frieden und Stillstand 
psehen woUle, und was ein jeder dem Hoscowiter abnehmen würde, data solte er nach Krie- 
gaa-Beebten behalten. Was man aber wegen Reval und des Geschütses begehrete, lehnete 
der König höffUch ab, vorgebend, dafs die Stadt, den Schweden. viel Guts und Bluts gekostet, 
oad dahero nidit au enCrahten stunde. Das Geschütz aber hätte man so woll inner- als aniser- 
Imlb des Rdd», absonderlich in Finn- und Lyfland, wieder den Feind au gebrauchen, aelbsl 
von nöthen. 

Folgenden 1577sten Jahres, im Januario, rückete der Moscowiter mit aller Macht vor Re- 
Tal, adbige Stadt au bdagern, welche Belagerung Baltaer Rufsou ausführlich beschrieben, 
nutr weil ich solcher Beschrdbuiig weder etwss anzulegen, noch absukürtzen wdfs, hab ish dem 
gnttfiertaigea Loser seine, eigene Worte mittheilen wollen. 

- Herrn. Bmltser Rnfsowen 
Snrtae Beschretbnng desjenigen, was sich Anno 1577 in der andern Hoscowitischen 
Bdagemng vor Reval augetragen und begeben hat. 

Naehdem die Revdschen den Herbst auvor gewisse Knndschafft bekommen hatt(sn, dafs d«^ 
Moscowiter sich den Winter über mit aller Macht för Reval lagern würde, sbd sie etlicher 
BfaÜMMi in Furehten gestanden. Zu dem hat ihnen die mannigfaltige Wiederwertigkeit, weldie 
ihtten den gantaen vorigen Herbst begegneit war, mancherley sdtaame Gedanken erwecket: Ala 
fonatfidi, dafs die 20M Knechte, die a