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Full text of "Musikerlexikon"

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v.Z 73-002 



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SGHWEIZER MUSIKBUCH 
II 



SCHWEIZER MUSIKBUCH 

T 



MUSIKERLEXIKON 

Bearbeitet von Willi Schuh 
und Edgar Refardt 



ATLANTIS VERLAG ZURICH 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Bearbeitet von 

EDGAR REFARDT (Verstorbene) 
WILLI SCHUH (Lebende) 

unter Mitarbeit von Hans Ehinger 



VORBEMERKUNG 

Die schweizerische Musikforschung besitzt in Edgar Refardts 1928 
Im Verlag Hug & Co, erscnienenem ,,Historisch-Biographischem Musiker- 
Lexikon der Schweiz" ein grundlegendes Werk, ohne welches auch das 
nachfolgende Verzeicbnis undenkbar 1st. Es wurde nun versucht, jenem 
eine Arbeit beizugeselien, die ebenso als Erganzung wie als selbstandiges 
Unternehmen zu bestehen vermag. Refardts Lexikon bietct fiir die 
Zeit vom friihen Mittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts w jeden 
Namen, der mit Musik in Verbindung gebracht wird", ftir das 17. und 
18. Jabrhundert alle Namen von Musikern und Instrumentenmachern (ein- 
schliesslich Stadtmusikanten und Orchestermusiker), fiir das 19. und 20. 
Jabrhundert schliesslicb diejenigen der Musiker und Musikforscfaer, von 
denen gedruckte oder handsdhtriftHdie Kompositionen und Publikationen 
vorliegen oder die im lokalen Musikleben bedeutsame leitende Stellungea 
innehatten". Es halt sich demnach an einen Plan mit klar vorgezeich- 
neten Grenzen. Unser neues Verzeidinis dagegen riickt bewusst das Le- 
bendige in den Mittelpunkt. Um sowohl Doppelspurigkeit zu ver- 
meiden als auch Aufgaben erfulien zu konnen, die ausserhalb des Re- 
fardt*schen Lexikonplanes liegen, suchten wir bei der Auswahl der Namea 
von den vermutlichen Bediirfnissen des Beniitzers auszugeiien, d. h. weni- 
ger ein ^ssenschaftlidies als ein praktisdies Nadhschlage^rerk zu scnaffcn- 

Es wnrden deshalb von den Verstorbenen nur diejenigen attfge- 
nommen, die aus irgend einem Grande unmittelbar oder niittelbar for 
die Gegenwart noch von Bedeutung sind* Die Angaben fiber sie sind ganz 
knapp gehalten, fur Eiozelheiten kann auf Refardts LexliLon vearwiesm 
werden. Doch sind die Neuausgal>en n^oglicitst liickenlos genannt- Bei eiai- 
gen der wichtigsten Namen (Ludwig Senfl, H. G. Nageii, Theodar Froli- 
Ecn, Xaver Schnyder von Wartensee, FriedrkJi Hegar, Hans rfl>er, Her- 
maan Snter, "Walter Courvoisier) werdda aber, zom Teil erscasals, voU- 
standige un<i ins Einzelne gehen.de Verkverzeichjiisse 



Audi bei den Lebenden 1st kein fester Rahmen gezogen worden, 
weder das Vorhandensefn gedruckter Werke nodi die Auffuhrung von 
Kompositionen war massgebend fiir die Aufnahme, sondern nur die Aus- 
wirkung der Personlidikeit, sei es durdi "Werke oder praktisdie und pada- 
gogisdie Tadgkeit. Bei den Komponisten war einigermassen bestimmend 
die Zugehorigkeit zum Sdiweizerisdien Tonkunstlerverein und die Beriick- 
siditigung in seinen Festprogrammen ; bei den Musiksdiriftstellern wur- 
den die Grenzen ziemlidi eng gezogen, d. h. nidit jeder Verfasscr verein- 
zelter Aufsatze oder einer einzigen Publikation (z. B. der Dissertation) und 
nidit jeder Musikkritiker diese ersdieinen im zweiten Teil in einer 
eigenen Aufstellung fand Aufnahme. Umso grosserer ^crt wurde 
iiberall auf vollstandige oder dodi moglidist reidihaltige Werkver- 
z e i di n i s s e gelegt, wobei audi Ungedrucktes weitgehend Beriicksidi- 
tigung fand. Dass aber gelegentlidi Unwiditiges unterdriickt wurde, na- 
mentlidi wenn die Autoren selber (z. B. bei Jugendarbeiten) keinen Wert 
auf die Mhteihing legten, bedarf bei einem Lexikon, das in erster Linie 
der mustkalisdhen Praxis dienen will, wohl kaum einer Reditfertigung. 
Von wenigen Ausnahrnen abgesehen, hat den Autoren der sie betreffende 
Artikel zur Einsidit und Korrektur vorgelegen. 

Audi Dirigenten und Solisten slnd aufgenommen worden. Dass die Aus- 
wahl ihrer Namen eine besonders heikle und verantwortungs voile Aufgabe 
darstellte, die vom Herausgeber in engster Zusammenarbeit mit Herrn 
Dr. Hans Ehinger, dem Verfasser des Beitrages ,,Dirigenten und Solisten" 
zu losen Tersudit wurde, versteht sidi von selbst. Es handelt sidi dabei 
um eiaen ersten Versudi, der umso nadisiditiger beurteilt werden mag, 
als von zahlreidben Solisten (besonders aus der welsdien Sdiweiz) trotz 
aller uber einen grossern Zeitraum sidi erstreckenden Bemiihungen keine 
oder nur ungeniigende Angaben zu erhalten waren. Es war iibrigens unser 
Bestreben, den Kreis audi hier lieber zu eng als zu weit zu ziehen, um 
dadurdi Raum fiir die Behandlung der wichtigsten Namen zu gewinnen. 
Eine Anzahl von Musikernamen, die ins Lexikon nicht aufgenommen wer- 
den konnten, findet der Leser iiberdies in den entsprechenden Kapiteln 
des dem ,,Musikleben in der Schweiz" gewidmeten zweiten Teiles des 
w $diwelzer Musikbudbes** verzeidmet, 

Verscniedene Umstande hal>en das Ersdieinen des Schweizer Musik- 
btidbes nnd damk audi des vorliegenden Musiker-Verzeidtnisses stark ver- 
zogert. Wenn deslialb in einzebeo FaOen Biographien und "Werkverzeidi- 
nisse nidit dein aHerne^icsteii Staad cntspredien sollten, so mag dies nadi- 
gesehen werden, Bei der Sber fast zwei Jahre sidi hinziehenden und 
maadierlei Sdiwlerigkeken bietenden Arbeit hat der Herausgeber in Herrn 
Dr. Edgar R e f a r d t (Base!) einen ebenso nnermudlidien als erfahrenen 
Heifer zur Seite geliabt, ohne dessen freondsdiaftlidien Rat und tatige 



Mftarbeit dieses Verzeidmis kaum zustandc gekommen ware. Neben dem 
Genannten war es vor allem Hcrr Dr. Hans E h i n g e r (Basel) 3 der bei 
dem den Lebenden gewidmeten Tcil die Vcrantwortung mittragen half 
imd an der Besdiaffung des Materials (insbesondere des baslerisdien) regen 
Anteil nahm. Den beiden Freunden und Kollegen sei fiir ihren selbstlosen, 
aus wahrer Liebe zur Sadie geleisteten Beistand audi an dieser Stelle herz- 
lidist gedankt. Herrn Dr. Georg Walter (Zuridi) danke ich fiir die liebens- 
wiirdige Ueberlassung des Verzeidinisses von Hans Georg Nagelis Nadi- 
lasswerken, Fraulein Dr. Nelly Diem (Zuridi) fiir ihre zeitweilige Mithilfe 
bei der Materialverarbeitung. Sdiliesslidi sei dem Verleger, Herrn Dr. 
Martin Hiirlimann, fiir sein immerfort bereitwilliges Eingeken auf die 
iiber den urspriinglidben Plan weit hinausfiihrenden Wiinsdie des Heraus- 
gebers der Dank ausgesprodaen. 

Cademario, den 1. September 1939. 

Dr. Willi Sdiuh. 



Verlagsangaben stehen in eckiger Klammer. 

Abkurzungen : M. = Manuskript / NZZ = Neue Zilrcher Zeitung / 
SMZ = Schweizeriscne Musikzeitung / SMpBI = Schweizerische Musik- 
padagogisctie Blatter / Br. & H. = Breitkopf & Hartel, Leipzig / U.-E. 
oder Univ.-Edit. = Universal Edition, "Wien / Die iibrigen Abkiirzungen 
diirften ohne Sdiwierigkeiten aufzulosen sein. 

Jahrzahlen nach dem "Werkritel bcziehen sicli au die Entstehungszeit. 
Bei Opern wurdc, soweit mogHch, Ort und Jaiir dcr UrauffuJining mit- 
angegeben. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Abt, Franz. * 22. Dezember 1819 in Eilenburg (Sachsen), f31. Marz 1885 
in Wiesbaden, lebte 18411852 in Zurich. Leiter mehrerer Chore, Diri- 
gent der Opernauffiihrungen und der Abonnementskonzerte. Komponist 
vielgesungener Lieder und Mannerchore (Wenn die Schwalben heim- 
warts ziehn, Scht wie die Knospen spriessen, Z'Basel am mym Rhy usw.; 

Ackermann, Otto. * 1909 in Bukarest, war schon mit 15 Jahren Dirfgent 
einer Tournee der Kgl. rumanischen Oper. Er absolvierte Klavier und 
Theorie an der Kgl. Akadelie in Bukarest und wurde Igjahrig, nach 
zweijahrigem Studium an der Staatl. Hochschule fiir Musik in Berlin 
(Schreker, Priiwer, Szell, Horth) Kapellmeister am Opernhaus in Dus- 
seldorf. 1932 wurde er 1. Kapellmeister und Opernregisseur am deut- 
schen Theater in Briinn. 1935 erhielt Ackermann die Bemfung als 
1. Kapellmeister an das Berner Stadttheater. Als Gastdirigent hat er in 
der Schweiz und in der Tschechoslowakei Opern und Konzerte geleitet. 

Aeschbacher, Adrian. * 10. Mai 1912 in Langenthal als Sohn 4es Kompo- 
nisten Carl Aeschbacher. Bis zum 17. Alter sjahr war er Schiller seines 
Vaters. Anschliessend studierte er vier Jahre am Konservatorium Zurich 
als Schiller von Emil Frey und Volkmar Andreae, 1932 iibersiedeke cr 
nach Berlin, wo er noch bei Artur Schnabel studierte. Seit 1934 iibt cr 
eine ausgedehnte Konzerttatigkeit in eigenen Klavierabenden und als 
Solist in Sinfoniekonzerten des In- und Auslandes aus. 

Aesctbacher, CarL * 31. Marz 1886 in Bern, besuchte die dortigen Schulen 
und das Staatsseminar Hofwil-Bern, war ein Jahr Privatl^hrcr, studierte 
dann Tier Jahre am Konservatorium in Koln (Steinbacfe, Baussncm, Bol- 
sche, Strasser, Francke). Aeschbacher war 1913-29 als Musikdirektor, 
Organist, Chorleiter und Gesanglehrer an der Kantonsschule In Trogen 
tatig. 1929 iibersiedelte er nach Ziirich, um seinen Sohnen Adrian, Nik- 
laus und Rudolf die musikalische Ausbildung am Ziircher Konserva- 
torium zu ermoglichen. Er ist als Gesanglehrer am Kant. Gymnasium 
und als Chordirigent in Zurich tatig. 
Kompositionen : 

Chorwerke: op, 33 Aurora (Spitteler) fiir Fr. chor und Klav, (oder Orck) 
fSelbstveriagJ / op. 50 Dankgebet fiir gem. Chor mit Org. [Andre"! / 
op. 56 Lob des Schopfers fur gem. Chor mit Org. [SelbstverlagJ / ZaM- 
reiche a cappelk Chore aller Gatningen [Hug, Ramspeck, Huni, We&iii, 
Schneeberger, Miiller & Schade, Willi, Zellj Breitkopf & Hirtel, Kistner 
& Siegel, Bratfisch, "Walter-Karlsnihe, Holsteb-Heidelberg, &;hwe^ & 
Haacke, Selbstverlag und M.J / Zahlreiche Cfedre in Sammlungen uad 
Biichern: Bernisches Kantonaillederbuch fur M'chor, B<L M / das^Ibe 
fe gem. Chor, B<L n tmd IH / Pfirstmger, Gem, CSiore, Bel H / Metho- 
e<krbtich fir M*chor / Gjarner Estetsryiles Uederbich fur 
Liederbuch des Arbdttxsiagerreri>aa^esv lte<I H Bad HI / 



10 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Beilagen des christlichcn Sangerbundes / Liederbuch bei [Tiilmann, 
Langnau L E.] / Appenzellisches Kantonalliedcrbuch 1926. 
Liedcr: op. 13 Sechs Lieder (C. Seelig) 1906 [Hug] / op. 18 Barndiitschi 
Lieder (W.Mori) 1917 [Hugj / op. 20 Huggcnberger-Lieder 1918 [Hug] / 
op. 21 Acht kleine Lieder, 1919 [Schneeberger, Bieij / op. 32 Zwischen 
Klee und Achren, 1920 [Schneeberger, Biel] / Appenzeller Lieder in 
Mundart (Jul. Ammann) [hrg. vom Heimatschutz Appenzell a. Rh.] / 
Weitere Lieder [M.]. 

Instrumentalmusik: op. 2 Trio d-Moll, 1912 [Siiddeutsch. Musik-Verlag, 
Strassburgl / Zweites Trio in D-Dur [M.] / Violinsonate [M,] / op. 6 
Variationen liber cin eigenes Thema fiir Klav., 1912 [Sudd. Musik-Ver- 
lag) / op. 8 Zwei Klavierstiicke, 1912 [Siidd. Musik-Verlag] / op. 9 
Sechs Stiicke fiir die Jugend, 1912 [Siidd. Musik-Verlag] / op. 11 Varia- 
cionen iiber den alten Emmemhaler Hochzeitstanz, 1915 [Selbstverlag] / 
Offiz. Festmarsch der Schweiz. Landesaussteilung Bern, 1914 [Muller & 
Schadej. 

Bearbeitungen: Landsgemeindemarsch nach Appenzeller Liedern, 1914 
[Selbstverlag] / Appenzelier Volkstanze fiir Klav., Bd.I und n, 1915 
und 1920 (HeimatscKutz, Trogen]; davon zwei Ausgaben 1937 und 1939 
in ,,Volk musiziert" [A. Nagel, Hannover]; zehn Ausgaben fur zwei 
Soloinstrumente, 1937 [Hugj / Duette fiir zwei Blockfioten, 1937 [Hug] 
/ 30 Lieder aus dem RdseHgarten, 3-stg., 1924 (Francke, Bern] / Be- 
liebte Appenzellerlieder fiir gem. Chor, 1918 iHeimarschutz] / Heimat- 
lichc Lieder und Tanze fiir zwei Blockfloten und Klav., 1938 [Ram- 
speck] / Es taget vor deni Walde, in: Liederbuch des Eidg. Sangervereins, 
Bd. Ill / Drei Weihnachtsstucke fiir Klav. [Heinrichshofen, Magdeburg]. 

Aesckbacher, Walther. * 2. Oktober 1901 in Bern, wo er das stadtische 
Grmnasiup und nach der Maturitat die Universitat besuchte, um sich 
mathematischen, naturwissenschaftlichen und musikwissenschaftlichen 
Studien (E. Kurth) zu widmen. Schon wahrend der Schulzeit erhiek er 
Unterricht am Bernischen Konservatorium (Cello, Klavier, Harmonie- 
lehre). 1921-24 studierte er an der Akademie der Tonkunst Miinchen 
(Courroisier, Hausegger, Waltershausen, Schwickerath, Knappe). 1924 
Absoiutorium, 1929-30 war er noch Dirigentenschiiler von Felix Wein- 
gartner in Basel. Aeschbacher ist in Bern, Basel, Biel und La Chaux- 
de-Fonds als Dirigent von Chor- und Orchesterkonzerten tatig; ausser- 
dem leitet er den Basler Mannerchor. 

Kompositionen : 

Chorwerke: Festkantate fur M'chor, Sopr. und Orch. [Pro Arte, Lau- 
sanne] / Festliche Welt fur M'chor, Sopr. und Orch. [U.E. Wien] / 
Trauerfeier fur die im Weltkrieg Gefallenen, Trauerode fur gem. Chor, 
Sopran- und Altsolo. Orch. |M.J / Chor der Toten, M'chor mit Orch. 
fHugl / Schulreise, fiir Kinderchor und Orch. [M.] / Die Jahreszei- 
ten, fiir gem. Chor und Blasorck {Selbstverlag j. 

Grdssere und kleinere Mannerchore, Frauen- und gem. Chore a capp. 
fHtig, Schweiz. Kirchengesangbund, Schweiz, Arbeitersangerbund, Miil- 
ler & Schade, Foetisch, E. Barblan, Zeli (Basel), E.Voge!, Universal-Edit., 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 11 



Eulenburg]. Grosscre Mannerchore: Motette, Saerspruch, An die 
Ailmacht [alle bei Hug], Zwei Voiksliedcr in Variationenform [ Eulen- 
burg] , Eloge du vent [Foetisch], 

Sologcsang mit Begleitung: Liederzyklus nach Gedichtcn Y. C. F. Meyer 
fur Sopr. und Kammerorch. / Liederzyklus nach Gedichten von Her- 
mann Hesse fur Sopr. und Kammerorch, / Drei Liedcr fur Alt nach 
verschiedenen Dichtern [alles M.]. 

Orchesterwerke: Symphonische Musik / Symphonisches Vorspiel / Zwei 
Stiicke fur Streichorch. / Chaconne, Variationen, Fuge und Coda iiber 
ein eigenes Thema fiir Orch. [alles M.]. 

Kammermusik: Zwei Streichquartette / ein Streichtrio / Klaviertrio / 
mehrere einzelne Streichquartettsatze [alles M.]. 
Klavierwerke: Fantasie / Fantasietanz fur Klavier. 
Blockflotenmusiken, Volksliedvariationen fiir sechs Instruments, u. a. m. 
Herausgabe und Bearbeitung von Chorkompositionen: G. Gastoldi, 
J. Eccard, L. Senf 1, Th. Frohlich, F. Schubert (u. a. Die Nacht, fur gem. 
Chor [Hug]). 

Albicastro, Heinrich. Soil nach G. Walthers Musikalischem Lexikon von 
1732 ein Schweizer gewesen sein, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts als 
Militar in den Niederlanden lebte, Er hat mehrere Kammermusik werke, 
namentlich Triosonaten, veroff entlicht. Neuausgaben: Zwei Violin- 
sonaten aus op. 5, hrg. von Frank Martin [Henn, Genf ] in der schweiz. 
Nat. Ausgabe 1931; eine Violinsonate in der Sammlung alter deutscher 
Violinsonaten (Schott, Mainz); eine Violinsonate (a-Moll) in: Beck- 
mann, Das Violinspiel vor 1700, Bd. II [Simrockj; eine Triosonate aus 
op. 1 bearbeitet von Rud.Moser [Vieweg, Berlin 1927]. 
Lit.: K. Nef in SMZ 65, 1925, $.355. 

Alder, Cosmas. *um 1497 in Baden (Aargau), f 7. November 1550 in 
Bern. Er stammte wahrscheinlich aus appenzellischer Familie, war 
1524 1527 Kantor am Vinzenzstift in Bern, spater Bauherrenschreiber 
in Bern und Schreiber weiterer bernischer Aemter, Von seinen, haupt- 
sachlich geistlichen, Chor^ r erken sind gednickt: Hymni sacri numero 
LVII, Bern: M. Apiarius 1553; Inclitus antistes Tigurinae Zwinglius 
urbis (Epitaph auf Zwingli), veroff. v. Ed. Bernoulli in Zwingliana 1907, 
S. 36; Da Jakob nun das Kleid ansah, veroff. v. Ed. Bernoulli in: Lieder- 
bucher der Humanistenzeit, S. 104 (unter dem Namen Senfl auch in den 
Denkm. deutscher Tonkunst 34 und separat); Fiir all auf Erd, veroff, v. 
R. Eitner in MfM 26, 1894, S. 62; O du armer Judas, veroff. v. Ed, Ber- 
noulli in: Liederbiicher der Humanistenzeit, S. 79; Isbmck muss kh 
dich lessen, veroff. v. A. Thiirlings in der Festschrift z. 2, Kongress der 
IMG, 1906. 

Lit.: H. Dubi, Cosmas Alder und die bernisdhe Reformation |A.Fraacke, 
Bern 1930) / A. Geering, Die Vokalmnsik in der Scbweiz TMT 2Ht kr 
Reformation. Schw. Jahrb. f. MViss, 6, 1933. 

Aurfjadi, Boaifacte. * 3. April 1495 in Basel, f24, April 1562 cbeada. 
Sofen <fe aus Amorbach in Unterfrankea stammciKkai Easier Btich- 
drockers Johannes Amerback Professor der Jmspmcleiiz, Er war gros- 



12 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

scr Musikfreund, unterhielt Beziehungen zu Hans Kotter, Sixt Dietrich 
und Glarean, und bcsass cine rcichhaltige Instrumentensammlung und 
Notenbibliothek. Auch sein Sohn BasiHus (* 1. Dez. 1533, f 25. April 
1591) war Professor der Jurisprudenz in Basel. Er besass gleichfails 
Musikalien und Musikinstrumente. Spater sammeke er hauptsachlich 
Werke der bildenden Kunst (das Amerbachische Kunstkabinett 1st die 
Grundlage des Easier Kunstmuseums geworden). 

Lit.: Wilh. Merian in Basl. Zeitschr. f. Gesch. u. Altertumskundc 16, 
1917, S. 140 206 / ders. im Archiv f. MWiss.H, 1, 1920, S.22 47 / 
A. Gearing, Die Vokalmusik in der Schweiz zur Zeit der Reformation, 
Schw. Jahrb. f . MWiss. 6, 1933, S. 83ff . 

AmH Henri Frederic. * 27. September 1821 in Genf, f^-Mai 1881 
ebenda. Professor der Philosophic an der Universitat Genf und Verfasser 
mehrerer philosophischer Werke (Journal intime). Dichtete und kom- 
ponierte anlasslich des Neuenburgerhandels 1857 das zum Volkslied ge- 
wordene Lied ,,Roulez tambours'*. 
Lit.: B.Bouvier in: Noel suisse, Genf 1918. 

Ammann, Bennow * 14.Juni 1904 in Gersau (Schwyz), studierte am 
Lcipziger Konservatorium (Reifepriifung), spater bei Honegger, Mil- 
hattd und Roussel in Paris und bei Weingartner in Basel. Ammann war 
mehrere Jahre Dirigent des Gemischten Chores Leipzig-Reudnitz (Radio- 
Konzertc) und lebc jetzt als Kompomst, Solorepetitor am Easier Stadt- 
thcater und Dirigeut verscMedener Oiore in Easel. 



Oioorerke: Kantate (Goethe) fir SoH und Chor, 1930 [M.] / Vier 

Oioralmotetteii fnr 4 8stg. Chor a cap. 1934 fHenn] / Rorate coeli 

fftr Solo-Tcrzett und gem. Chor [Henn] / Chorlieder auf Gedichte von 

Meinrad und Otto Helmut Lienert fur M'chor und gem. Chor [Hug, 

Foetisch, MuHer & Schadej. 

Lieder: Trois Chants d'Automne [Foetisch J / Quatre Chants Suisse 1934 

[FoetischI / Liederzyklus Aus Unterwalden [M.[ / Volksiieder [M.J, 

Orchesterwerke: Phantasie in f-Moll von 'W.A.Mozart fiir Orch. in- 

stnimentiert, 1929 [M.]. 

Kammermusik; Streichtrio 1929 [M.J / Chaconne fiir Viol, und Klav, 

1930 [M.] / Sonate fiir Viol und Klav. 1932 [M.] / Senate fur VcL und 

Klav. 1934 [M.j / Streichquartett 1935 [M.] / Sonate fiir Saxophon 

und Slav. 1937 [M-l / Streichquintett 1937 [M.J / Musik fiir scchs 

BMnstrumente 1938 [M.]. 

Orgel: Orgdpartita 1928 \U.\. 

Verschkdeae ^erke: Schauspidmuslfcen zu Euripides, Calderon, Mo- 

Ke>e B, a, OpernSbcrsetzungea (Eoieldieu, Le petit Chaperon rouge, 

Leipzig 1932X G. Verdi, Die Lomi>arden, Neu-Umdichtungen von Me- 

hu Une Folk mni Grtoy, Les 4eux Avares, 

adrejte, Volkuaa-. * 5. Juli 1879 in Bern, wo er das Gymnasium absol- 
Tierte und bei Car! Munzinger u. a. muakaliscfee Studien betrieb, die er 
1897 19QQ am Kolaer Kouservatoriiim bei Wullner, Franke u. a, fort- 
setzte. 1900 kam er als Solorepetitoc an die Miinchner Hofoptr. Von 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 13 



1902-04 war er Dirigent des Stadtsangervereins Winterthur und seit 
1902 leitet er den Gemischten Chor Zurich. AIs Nachfolger Atten- 
hofers dirigierte Andreae von 1904-24 auch den Mannerchor Zurich. 
1906 iibernahm er als Nachfolger Fr. Hegars die Leitung der Sinfonle- 
konzerte der Ziircher Tonhallegesellschaft. Von 1914-16 las Andreae 
an der Universitat Zurich, deren Ehrendoktor er 1st und der er auch 
als Dirigent der Singstudenten nahe stand. Seit 1914 ist Andreae Direk- 
tor am Konservatorium Zurich. 1920-25 war er President des Schwei- 
zerischen Tonkunstlervereins, dessen Ehrenprasidium er seither inne 
hat. Andreae hat mehrere grosse Musikfeste (z. B. des Allgerneinen 
Deutschen Musikvereins) in Zurich geleitet. Im Ausland ist er vielfach 
als Gastdirigent aufgetreten. Als Komponist ging Andreae von R. Strauss 
aus, doch hat er auch Stilelemente der neuen Musik in sein bewegliches 
und farbiges Schaffen ubernommen. 
Kompositionen : 

Opera: op. 25 Ratcliff, Tragodie nach Heine (Duisburg 1914, Zurich, 
Leipzig) [Fiirstner] / op. 34 Abenteuer des Casanova, vier Einakter von 
F. Lion (Dresden 1924, Zurich, Bern> Luzern) [Schott]. 
Chorwerke: op. 2 Das Gottliche (Goethe) fur gem. Chor, Tenorsolo und 
Orch. [Schott] / op. 3 Charons Nachen (J. V. Widmann) fur Soli, gem. 
Chor und Orch. [Schott] / op. 7 Sinfonische Fantasie (Schwermut - 
Entriickung - Vision, Text von "W. Schadelin) fur Orch., Tenorsolo, 
Chortenor und Org. [Hug] / op. 19 Vater unser fur Solo, Frauen- und 
gem. Chor und Org. [Hug]. 

Mannerchore: op. 6, 8, 11, 13, 17, 21 (An die Hoffnung), 22, 24, 28 
(Magentalied, mit OrcL), 36 (Hoheres Leben, mit Orch-}, 38 (Suite), 
39 (Stundenchore, 1935) / Sechs alte Soldateniieder / Sechs Studenten- 
lieder / weitere Mannercliore ohne op. / Mit Ausnahme von op. 6 
[SchottJ alle bei [Hug]. 

Sologesang mit Orch.: op, 37 Li-Tai-Pe, Adit chinesische Gesange fiir 
Tenor und Orch. [Hug]. 

Klavierlfeder: op. 5 Der Spielmann (vier Lieder) [Schott} / op. 10 Sechs 
Gedichte von C.F.Meyer [Hug] / op. 12 Vier Gesange [Hug] / op. 15 
Vier Gesange [Hug] / op. 16 Sechs Gedichte in schweizerdeutscher 
Mundart [Hug! / op. 18 Chilbizyte, Zyklus fiir Sopr., Ten. und Klav. 
nach Gedichten von Meinrad Lienert (Hug] / op. 23 Vier Gedichte 
von Hermann Hesse [Hug] / Andreae- Album (Auswahl) [Hug]. 
Orchesterwerke: ohne op. Sinfonle F-Dur [M.] / op. 27 Kleine Suite 
{LetickartJ / op. 30 Notturno und Scherzo [Leuckart) / op. 31 Sin- 
fonie C-Dur [Hug] / op. 35 Musik fiir Orch. [HugJ / o. op. Marsche 
fiir Blasmusik [Hug], 

Konzertwerke: op. 32 Rhapsodie fur VIoi. und Ordi, {Hug) / op. -40 
Konzert fur Viol, und Orch. {Hug]. 

Kammermusik: op. 1 Kkviemio f-Moll f Schott j / op. 4 VlolkisoBa.tc 
D-EHir {Schott] / op. 9 Strdchquartett B-Dur [Htigj / op. 14 Klavier- 
tri Es-Dur (HugJ / op. 29 S^rekfattrio <l-Moll (Hagl / op. 33 Strekli- 
c-Moll [Htigl. 

qp. 2X Secfcs 



14 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Lit.: RTobler, V.A.,in: Wisscn und Leben, 15. September 1923, Heft 
20 / Seller, Franz, Dr.V.A., seit 1906 Leitcr der Sinfoniekonzerte der 
Tonhallegescllschaft Zurich. Zum Jubilaum seiner 25jahrigen Tatigkeit. 
Zurich 1931. 

Angerer, Gottfried. * 3. Februar 1851 in Wdsee (Wiirttemberg), f 19, Au- 
gust 1909 in Zurich. Dirigent der jjHarmonie" Zurich und anderer 
Chorvereine, Gesanglehrer am Ziircher Konservatorium, fruchtbarcr 
Mannerchorkomponist. 

Anner, Emil. * 23. Februar 1870 in Baden (Aargau), f 6. Februar 1925 in 
Aarau. Radierer, Zeichenlehrer in Brugg, als Musiker Autodidakt. Ver- 
offentlichte mehrere Liederhefte und Violinwerke. Ein Oratorium Das 
Friedensfest, 1891, und einc Sinfonie f-Moll (aufgefuhrt in Brugg 1923) 
blieben Manuskript, 
Lit.: A. Lory, Brugger Ncujahrsblatter 34, 1924. 

Ansermet, Ernest. * 11. November 1883 in Vevey, studierte zu gleicher 
Zeit Mathematik und Musik in seiner Heimat und setzte das Studium 
der Musik in Paris und Berlin fort. Er begann seine Laufbahn als 
Orchcsterleiter 1911 in Montreux; 1915 wurde er nach Genf gerufen, 
wo er 1918 das Orchestre de la Suisse romande griindete, mit dem er 
immer verbunden geblieben 1st und das er 1938 mit dem Orchestre 
Radio Suisse verschmolzen hat. Neben diescr standigen Tatigkeit 
wurde Ansermet Ton 1915-23 Orchesterleiter des rassischen Balletts unter 
Serge Diaghilew, bekleidetc danach Posten in Buenos Aires (1924-33) 
sowie in Paris und Mexiko. Ansermet gastiert regelmassig bei einigen 
der bedeutendsten europaischen Konzertinstitute: London BBC, Phil- 
harmonic Berlin, Konsertforeningen Stockholm u. a. Er hat eine grosse 
Zahl von Orchestern in England, Frankreich, Holland, Belgien, Deutsch- 
land, Schwcden, Norwegen, Russland, Tschechoslowakei, der Schweiz 
und Itahen, sowic in Nord- und Sudamerika dirigiert. Ansermet setzt 
sich besonders fur neue Musik {Debussy, Ravel, Stravinsky, Honegger 
u. v. a.) nachdrucklich ein. 
Kompositionen : 

Deux poemes de Baudelaire pour vok et orchestre [M.] / Printemps des 
feuilies, po^mc symphoniqoe (Foetisch] / Sept Chansons de Ramuz 
fFoetischj / Chocurs d'homme et choeurs de femmes de Ramuz [Fo- 
tisch| / Deux inarches militaires fFoetischj. 

Instrumentations dc; Sk e*pitaphes antiques de Debussy [DurandJ / Bal- 
lade pour piano et orcL de E. R. Blanchet fEschig] / Deux Danses 
argentmes de Julian Aquirre [Ricordi]. 

Aufsatze und musikalische Studien in verschiedenen Zeituogen sowie 
in den Programmheften des Orchestre romand. 

Lit.: W.Tappolet, E.A., in: Wissen und Leben, Mai 1926, und Die 
Musik, Mai 1928 / W.TappoIet, E.A.et ses programmes, in: SMZ, 
15. Nov. 1929. 

Apiarras, Mathias. *um 1500 in Berchingen (Franken), f im Herbst 1554 
in^Bern. Der erstc Berner Buchdrucker. Er arbeitete seit 1525 in Basel, 
scit 1533 in Strassburg, liier gemeinsam mit dem Musikdruckcr Peter 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 15 



Schoeffer. Seit 1537 lebte er in Bern, hier dnickte er 1537 ein Com- 
pendium musices von Lampadms, 1552 das sog. InterimsKed, ein Tnitz- 
lied gegen das Augsburger Interim yon 1548, 1553 die Bicinien Wannen- 
machers (s. d.) und die Hymnen Alders (s. d.) 

Ein eigenes Lied von M. Apiarius ist neu hrg. von W. Schuh in Nr. 4 der 
Schweizer Sing- und Spielmusik [Hug] (s. auch M. Friedlander, Volks- 
liederbuch fiir die Jugend, Ed. Peters, 1.1930, S.339). Von den Sohnen 
des Math, Apiarius war Samuel (f 1590 in Basel) gleichfalls Musikdrucker 
(Psalmen Davids, Basel 1581), Sigfrid (f 1565 in Bern) Stadtpfeifer in 
Bern. 

Lit.: A.Thiirlings im Berner Taschenbuch 1898 / Ad. Fluri ebenda 1897 
und 1898 / ders. M. A., Berns erster Buchdrucker, in: Gutenbergmuseum, 
1930, Heft 1-3 / ders. M. A., Berns erster Buchdruckcr, in: Gutenberg- 
museum, 1928, Heft 3 / K. Liithy, Die Einfuhrung der Buchdruckerkunst 
in Bern 1537, in: Gutenbergmuseum 1937 Heft 1 / W. Schuh in SMZ 
69, 1929, S. 282 / v. Miiiinen im Sonntagsblatt des Bund 1903, S. 302. 

Apotheloz, Jean. * 12. Mai 1900 in Lausanne, studierte Musik bci Aloys 
Fornerod, lebt als Komponist und Maler in Lausanne. 
Komposidonen : 

Buhnenwerke: Coprinet, f eerie enfantine en quatre actes / Danse d'Ar- 
lequin, come'die-ballet. 

Chorwerke: Vendanges, pour choeur mixte et orch. / Cloche d'aube, 
pour choeur de femmes et orch. / Renouveau, pour trois voix egales et 
petit orch. / Choeurs de femmes, choeurs mixte et choeur d'hommes 
[Barblan, Foctisch]. 

Sologesang mit Instrumenten: Quatre poemes de la verdure dore"e, pour 
chant avec fl, alto et vcl. / Trois poemes de Mille et une nuits, pour 
une voix et orch. 

Klavierlieder: Voix claires, melodies, enfantines [Henn, 1938] / Sept 
quatrains de Toulet / Trois airs brefs de Fagus / Futile, cycle / Melo- 
dies sur des textes de Toulet, Carco, Dere~me, P. Budry, C* F. Hamuz, 
Orchesterwerke: Suite foraine / Sinfonictta pour cordes. 
Kammermusik: Sonatine pour fl. et piano / Divertissement Nr. 1 pour 
fl., clar., basson et piano / Divertissement Nr. 2 pour fl., clar., basson 
et piano / Pieces braves. 

Appenzeller, Benedictus. Stammte aus einer Familie, die in Oudenarde 
(Audenarde, Belgien) lebte, ein Hantze Appenzeller (sein Vater?) dience 
um 1511 im Heere Karls V, Seine schweizerische Herkunft ist also cini- 
germassen fraglich. Er war um 1540 maitre des enfants de k chapelle 
de la reine Marie" (Regentin dcr Niederlande) und katte diesen Postea 
noch 1551 inne. Es werden ihm 32 Motetten, eine Mes$e und 43 Cliaii- 
sons zugeschrieben. 

Lit.: Denes Bartha, Benedictus Duels und Appenzeller, ela Beitr. ZHT 
Stilgescli. d. 16. Jahrh., Wolfenbuttel 1930 / ders, in Zeitscfer. Mwiss, 
131931,S.525ff. 



Edmond, * 7. Mai 1894 in Neuchlsel, bIMete dkJi zsm Geiger sttis 
bei Henri Martean in Genf, Locien Capet ia I^iiSy Cesar Tfeosison uad 



16 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Marchoc in Briissel, wo er 1919 am Konservatorium den ersten Preis 
crhielt. 1920-31 war er erscer Konzertmei&ter des f Grande Theatre in 
Genf, 1952-35 des Orchestre Romande; 1935-33 war er am Radio 
Suisse Romande als erster Konzertrneister und zweiter Kapellmeister 
tatig. Seit 1938 wirkt Appia als Kapellmeister am Radio Genf. Seit 1929 
unterrichtet er als Lehrer der hohern und der Virtuoskats-Klassen am 
Konservatorium in Lausanne. Geschichtliche Kurse iiber die Streich- 
instrumente hielt er an den Konservatorien Genf, Lausanne und La 
Chaux-de-Fonds. Appia 1st auch Korrespondent der Revue Musicale de 
Paris, der Revue Suisse Rornande, des Menestrel u. a. Zeitschriften und 
Zeitungen. Als Solist hat er in eigenen und in Sinfoniekonzerten eine 
grosse Aktivit'it (msbesondere durch Erstauffiihrungen moderner Violin- 
werke) entwickelt. 

Appia, Theodore. * 1887 in Lige, studierte Musik bei Jacques-Dalcroze, 
Charles Chaix, Fran$ois Rasse (Briissel), Rhene Baton (Paris). Er unter- 
richtete am Institxit Jacques-Dalcroze in Petrograd, in Briissel und in 
Bern 1913-19, ferner am Konservatorium in San Franzisko, an der musi- 
kalischen Fakultat Berkeley (Kalifornien) 1924-25 sowie an verschiede- 
nen andern amerikanischen Musikinstituten. Gegenwartig lebt Appia 
in Genf. 

Kompositionen : 

Chor mit Orchester; Constellations, suite en cinq mouvements pour 
soli, choeur et orch. [M.J* 

Sologesang mit Beglekung: fiir Sopr. mit Orch. oder Klav.: Two Songs 
fiir FL, Klar., Str, quart, uad Piano [M.j / Feuilles d'automne [M.j / 
Menuctt (M.J; / fiir Ah und Orch. oder Klav.: La viile morte [M.J; / 
fur Bass und Orch. oder Klav.: La viile morte [M.J / II est des soirs 
d'amours [M.j / Agnus Dei [M.J; / fiir Mezzosopr. mit Orch. oder 
Klav.: Nocturne [Henn] / Extase [M.j / Le Tsigane dans la Lune [M.] / 
Soir de Piques [M[. / La FataHte [M.] / L'autre Nuit [M-] / Bateliers 
a 1'aube |M.] / Trois Poemes d'Amy Lowell [M.] / Six Children 
Stories (M.] / Dolphins in blue water [M.] / L'amant d'AUah [M.] / 
Les Tenures d'Aikh JM.J / Les Tresors d'Allah [ML] / Orgueil [M.] / 
Tristesse de la lune [M.]. 

Lieder: Trois Chants d'Automne [Fcetisch] / Quatre Chants Suisse 1934 
Orchesterwerke: fiir Sinfonieorch.: Harmonies de la nature, Suite de 
cinque pieces (M.j / Parthenaia, cinque mouvements [M.) / fiir Streich- 
orch.: cinque pieces bteves |M.| / Sinfonietta fiir Streichorch. und 
KJav. (pour debutants) [M.j 

Konzerte: Concerto fiir Klav. und Strekhorch. (premiere version) [M,] / 
Concerto fiir Klay. tind Orch. (deuxienie version) [M.J. 
Kammernmsik: Po^me pour viol et piano {Henn} / Variations pour 
viol, et piano [M.] / Trois pieces (moyenne diffioilte) JM.) / Trio 
pour viol, vcl et piano fM.J / Quatsor I conies {M.| / Stike de 
quatre pieces pour quatuor a cordes (M.}. 

Kkvienmusik: Ma musique (pour debutants), deux series |M.j / Mon 
beau cahier, deux recueils de morceaux faciles JM.] / Deux recueils 
poiir les jeunes en imiSKpe |M,] / Suite de Noel, pikes breves (nxoyenne 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 17 

~ . ', . " ' ~^ 

difficulte) [M.J / Gigue [HennJ / Pieces descriptives en trois recueils 
[M.j / Sarabande [M.] / Mouvement perpe"tuei vane* [M.] / Six pikes 
breves [M.] / Trois etudes de sonorites (pour la main droite) [M.] / 
Morceaux pour deux doigts [M.] / Fantaisie de Concert [M.f / Suite 
pour deux pianos [M.] / Theme et dix variations (M.) / Theme et 
douze variations [M.] / Concerto en trois mouvements (Red. pour 
deux pianos [M.]. 

Orgelmusik: Choral [G. Schirmer] / Prelude dramatique [G, Schirmer] / 
Huit pieces detachers [M.] / Deux Inventions [M.l / Deux Antiennes 
[M-] 

Padagogische Werke: Le Transpositeur merveilleux [Foetisch] / Le 
Musicographe [Foetisch]. 

Bearbeitung: Quatre gigues de Joh. Mattheson, pour orch. acordes [M.]. 
Arbenz, Wilhelm. * 30. Oktober 1899 in Feuerthalen (Kt. Zurich), bc- 
suchte das kantonale Gymnasium Zurich und studierte 1918-22 Musik 
am Konservatorium Zurich; fiinf Semester war er ausserdem an den 
Universitaten Zurich und Berlin immatrikuliert, Nach zweijahrigem 
Aufenthalt in Berlin (in der Chordirigentenkiasse von Siegfried Ochs 
an der Hochschule fiir Musik) ging er fur vier Jahre nach Paris. Seit 
1927 ist Arbenz Musiklehrer am deutschen Gymnasium und Progymna- 
sium Biel, Dirigent der Bieler Liedertafel, des Damenchors Concordla, 
des Lehrergesangvereins und des Bieler Orchesters. Der Bieler Musik- 
schule steht Arbenz als Direktor vor. 
Kompositionen: 

Der Bieler Ring. Festspiel der Bieler "Woche 1935. Klavierheft er- 
schienen. 

Jugend im Schnee (Georg Thurer), Schulkantate fiir Solostimmen, Kna- 
ben- und Madchenchor, gem. Schulerchor, Streicher, Blaser und zwei 
Kiaviere [M.J. 

Kleinere Chorwerke fiir M'chor, gem. Chor, Fr. cfeor falle M.} / Hy- 
sium (R. A. Schroder), Suite fur gem. Chor a cap. [Selbstverlag]. 
Liederzyklen [M.]. 
Violinsonate [M.] 

Arnold, Gustav. * I.September 1831 in Altdorf, f 28. September 1900 in 
Luzern, war Organist und Chordirektor in Manchester^ seit 1865 Mu- 
sikdirektor in Luzern, wo er die Oratorien- und Orchesterkonzerte 
sowie Opernauffuhrungen leitete. 1883 trat er von seinen verschiedenen 
Aemtern zuriick, blieb aber in steter und enger Verbindung mlt dem 
gesamten weltlichen und geistlichen Musikleben Luzerns. Arnold hat 
Lieder und Chore veroffentlicht, bekannt geworden sind namentlidi 
die Kantate Siegesfeier der Freiheit, umgearbeitet als Festspieimtisik zur 
Sempacher Feier von 1886; Der RiitKschwur (Schiller) fur Mienerdbor, 
Soli und Orchester [HugJ und der Festakt zur Entiiulliiag des Tdl- 
denkmals in Altdorf, fur Chor, Tenorsolo und Orcfeester. Maatiskrif&e, 
darunter eine Musik zu Otts n Karl der Kulme w , Kegen im Museiim zu 
Altdorf. 

Lit.: A. Portmann, Biogr. in Katk SchveJzertfeter 190G, IV. umi 
separat. 

2 Sdboh, Musikerlexikoa 



18 SCHWEIZER MUSIEEBLEXIKON 



Attenhofer, Karl. *5.Mai 1837 in Wettingen, f 22. Mai 1914 in Zurich. 
Musikdirektor in Muri (Aargau), Rapperswil und (seit 1866) in Zurich: 
Mannerchor Zurich, Mannerchor Aussersihl, Studentengesangverein 
Zurich, Gesanglehrer an den Madchenschulen, Musikdirektor der Uni- 
versitat, zweiter Direktor des Konservatoriums und zahlreiche weitere 
Steliungen. Attenhofer hat viele Mannerchorwerke komponiert, die 
cine grosse Verbreitung erlangten, aber auch Kirchenwerke und meh- 
rere Lieder- und Marchenspiele fur weiblichen Chor. Er schrieb die 
Musik zur Kantate von Gottfried Keller zum Hochschuljubilaum 1883 
und zur Kantate von L. Steiner zur Bundesfeier von 1891. 

Lit.: Ernst Isler, 103. Neujahrsblatt der Allg. Musikgesellschaft Zurich 
1915. 

Auberlen, Samuel Gottlob. * 23. November 1758 in Fellbach (Wumem- 
berg), f 23. August 1829 in Ulm. War 1783-89 Musiklehrer in Zurich, 
1791-97 Musikdirektor in Winterthur, 1807-17 Musikdirektor inSchaff- 
hausen, von da an Organist und Musikdirektor in Ulm. Von seinen 
Kompositionen sind Klaviersachen und Lieder gedruckt, ebenso Gelierts 
geisdiche Lieder und Oden mit neuen vierstimmigen Choralmelodien, 
Schaffhausen 1817, und Christliche Festges'ange fur Gemischten Chor. 
Sinfonien, Kantaten und Singspiele, die in der Schweiz aufgefiihrt wor- 
den sind, blieben Manuskript. 

Lit.: Donald Stuart, S. G. Auberlen, Tiibinger Diss., ungedruckt, 1925. / 
Max Fehr, Das Musikkollegium WInterthur, 1929, S. 147ff. mit Ver- 
zelchnis der Werke. 

Bach, Fritz. * 3. Juni 1881 in Paris, f 27. Dezember 1930 in Renens sur 
Roche bei Lausanne. Lebte seit 1913 in der Schweiz, als Lehrer am Kon- 
servatorium in Montreux und am Institut Ribaupierre in Lausanne, 
Organist der Chapeile des Terreaux in Lausanne, Griinder und Leiter 
der Geselischaft Hymne et Liturgie (1921) und der Association des orga- 
nistes protestants rornands (1924). Gedruckt sind von ihm Lieder und 
Chore, zwei Weihnadhtskantaten, ein Klavierquartett und ein Klarier- 
quintett, das meiste bei [Foetisch]. Der handschriftHche Nachlass in 
Obhut eines Comite Fritz Bach timfasst cine Sinfonie und weitere Or- 
chesterwerke, cine Geigensonate und Biihnenmusiken zu La Legende de 
Saint Christophe (Cellerier) 1920 und Davel (Constancon) 1923. 
Lit.: Henri Gagnebin, Fritz Bach, sa vie et son oeuvre, Neuchatel 1935. 

Bacfaofen, Johann Kaspar. * 26. Dezember 1695 in Zurich, f 23. Juni 1755 
ebenda. Kan tor am Grossmiinster seit 1742. Hauptwerke: Musikalisches 
Hallelujah, Zurich 1728, enthdtend uber 200 ein- und mehrstimrnige 
Gesange (das Liederbuch erlebte zehn Auflagen und bildete bis ins 
19. Jahrhundert den hauptsachlichen Singstoff der ostschweizerischen 
Hausmusik). Psalmen Davids 1734. Musikalisch-monatliche Aus^aben 
(eine periodisch erscheinende Ariensammlung), 2. Auflage 1737. Irdi- 
sches Vergnugen in Gott (nach Brockes Gedichten) 1740. 
Lit.: Max Fehr, in: Ziirch. Wochenchronik, 1917 / Th. Goldschmid, 
Schweiz. Gesangbiicher friiherer Zeiten, 1917, S. 32ff. 



_ SCHWEIZER MUSIKERLEIIKON 19 

Bagge, Selmar. * 30. Juni 1823 in Koburg, f 16. Juli 1896 in Basel Lehrer 
am Konservatorium in Wien, 1859 Kedaktor der dortigen Deutschen 
Musikzeitung, 1863 der Allg. musikatischen Zeitung in Leipzig, 1868 
Direktor der Allgemeinen Musikschule in Basel bis zu seinem Tode. 
Viele musikschriftstellerische Arbeiten (Lehrbuch der Tonkunst, 1873)1 
Von seinen Kompositionen sind gedruckt : Lieder, Klavierwerke, Streich- 
quartette, eine Sinfonie (vierhandig). 

Balmer, Luc. * 1898 in Miinchen als Sohn des Easier Maiers Wilhelm Bal- 
mer, studierte 1915-19 am Basler Konservatorium Klavier (Huber, Levy, 
Petri) und Komposition in Basel (Huber), Bern (Rennefahrt) und 1919- 
1921 in Berlin bei Ferruccio Busoni. 1923 wurde er Lehrer fur Har- 
monie an der Musikschule (jetzt Konservatorium) in Bern, 1928-32 lei- 
tete er die Kursaal-Konzerte in Luzern, 1934-35 war er Kapellmeister 
am Berner Stadttheater. Seit 1935 dirigiert er die Volks-Sinfoniekonzcrte 
in Bern. 

Kompositionen: 

Biihnenwerk: Das kleine Madchen mit den Schwefelhokchen (C^cile 

Lauber), Marchenspiel, Luzern 1931. 

Biihnenmusiken: Ouverture zu Shakespeares ,,Wie es Euch gefallt" fMJ 

/ Musik zu den Idyilen von S. Gessner, 1924 [M.J / Musik zu Kreidolfs 

,,La fleur enchantee", 1924 [M.J. 

Chorwerk: Sonetto CX3II del Petrarca fur gem. Chor, Baritonsolo und 

OrcL, 1934 [HugJ. 

Lied: Des Herzens Sliizzelin, fiir 1 Singstimme und Klav. [Hug]. 

Orchesterwerke: Serenade; Eine lustige Musik. fiir Holz, Blech, Darm 

und Stahl, verliebten Leuten gewidmet, fur kleines Orch. und KIav n 

1919 [M.J / Sinfonisdies Fragment, 1921 [M.] / Sinfonie, 1923 [11] / 

Sinfonische Variationen, 1935 [M.j. 

Konxerte: Violinkonzert [M.J / Kkvierkonzert [M.J. 

Kammermusik: Drei Streichquartette [M.J / Duo fur Viol und VcL 

1927 IM.J. 

Orgelmusik: Fantasie iiber ,Jesu meine Zutrersicht'*, 1936 [M.]. 

Bearbeitungen: Johannes Thommen, Geistiiche Lieder, in: Die Garbe* 
1919. 

Balmer, Luck. * 21. Oktober 1902 in Bern, bildete sich an der Musifesckile 
in Chur sowie in Hamburg im Klavierspiel aus und studierte Musik- 
wissenschaft (Ernst Kurth), Geschichte und deutsche Literatur an der 
Universitat Bern. 1933 promovierte sie zum Dr. phil und 1936 habill- 
tierte sie sich als Privatdozentin fiir Musikwissenschaft an der Universi- 
tat Bern. 

Publikationen: Tonsystem und Kirchentone bei Johannes Tiactoris 
[Paul Haupt, Bern 1935] / Orlando di Lassos Motetten JPatil Hmpc, 
Bern 1938] / Zahlreiche unveroffentlichte Schriften. 



Maafredus, Stammte aas Corregio nnd war 1557 Kamroc in Lo- 
carno^ wahrscheinlich 1561-63 m Sc Galfeo, vielleiclit aadb 1572 Orga- 
nist Is Ghftr un<l 1572-76 Organist k LUKCTB. Kocapowioiien: Sympho- 



20 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



niae . . . quinque vocum, Basel 1558 (drei Komposftionen von Glareans 
Descriptio Helvetiae) / Cantiones sacrae quatuor vocum, Aug. Vind., 
1560 / Handschriftlich in St. Gallen: mehrstimmige Vokalkompositio- 
nen fur die Kirchenfeste. Neu veroffentlicht: ein Resurrexit, ein Po- 
suisti domini und ein Beata viscera in G. Eisenring, Zur Gesch. d. mehr- 
stimmigen Proprium Missae, S. 190ff., zwei Turbae aus einer Matthaus 
Passion im Schw. Jahrb. f . MWiss. 5, 1931, S. 115 (K.Nef),ein Recordare 
und ein Tota Pulchra in Mus. Werke schweiz. Komponisten, I. Genf 
{Hennj (W. Merian), ein Alleluja und ein Vespere autem Sabbathi in 
MfM. 3, 1871, S. 12f. (R. Schlecht). 

Lit.: Arnold Geering in der Festschrift ftir Karl Nef. 1933, S.58. 

Barblan-Opienska, Lydia. * 12. April 1890 in Merges. Sic studierte Gesang 
in Freiburg i. Br., dann in Lausanne und Briissel, ferner Theorie in Basel 
(Hans Huber, K, H.David). Als Gesangslehrerin wirkte sie (seit 1911) an 
den Konservatorien Freiburg i. Br. und Basel, dann (1921-24) am Kon- 
servatorium in Pornau (Polen), seit 1925 an der Ecole Normale de Ri- 
baupierre in Lausanne, seit 1938 ausserdem am Konservatorium Neu- 
chatel. 1917 griindete sie mit Hch. Opienski (ihrem jetzigen Gatten) in 
Lausanne die Vokalvereinigung Motet et Madrigal. Als Konzertsangerin 
trat sie ausser in der Schweiz, in Frankreich, Deutschiand, Polen, Russ- 
land u. a. auf. 

Kompositionen; 

Chorwerk: Kantate liber einen Text von Novalis [M.j. 

Lieder nach deutschen (Hermann Hesse, Uhland, Storm, Ricarda Huch 

u, a.), franzdsisehen (Desbordes-Valmore u. a.) und lateinischen Texten 

bei verschiedenen Verlegern [Pro Arte, Spes und M,]. 

Bearbeitungen: Schweizerische und belgische Volkslieder / Altfranzosi- 

sche Balladen und Lieder [M.] / Troubadourlieder [Pro Artej / Fran- 

zosische Weihnachtslieder [Spesf. 

BarMan, Otto. * 22. Marz 1860 in Scanfs (Engadin), wo er zuerst durch 
seinen Vater, Florian Barblan, rnusikalischen Unterricht erhielt. Nach 
dem Besuch der Kantonsschule in Chur, wo er musikalische Studien bei 
Held und Grisch trieb, besuchte Barblan wahrend sieben Jahren das 
K.onservatorium in Stuttgart (Schuler, Alwens, Seyerlen, Attinger, Faisst). 
1885-87 war Barblan Lehrer an der Churer Kantonsschule. Seit 1887 
lebt Barblan in Genf, wo er bis zum Jahre 1938 als Organist an St. Pierre, 
Lehrer am Konservatorium (Orgel und Komposition) und seit 1892-1938 
als Letter der Socike" de chant sacre (Nachf olger H. de Sengers) wirkte. 
Barblan ist Ehrenmitgjied des Schweiz. Tonkiinsdervereins, Ehrenbiir- 
ger von Genf und Dr. Lc. der Universitat Genf. 

Kompositionen : 

Chorwerke (Festspiele) ink Soli und Orchester: op. 7 Ode patriotique 
(Festgesang), Cantate d* inaugurataoa de ^exposition nationale suisse a 
Geneve 1896 [Henn] / op. 8 Calven-Festspiel, Text von M. Biihler und 
G.Luck [Hug] / Musik zum Festspiel der Hundertjahrfeier der Kan- 
coasschiiie Chnr 1904 {F. Schuler, Chur] / op. 20 Cantate: Poste tene- 



SCHWEIZER MUSIEERLESIKON 21 



bras lux, pour le 400me Jubile de Calvin [Hug] / op. 25 Lukaspassion 
1919 [M.]. 

Chorwerke a capp.: op. 9 Acht Mannerchore (auch als gem. Chore) [Foc- 
tisch] / op. 11 Vier Mannerchore (auch als gem. Chore) [Leuckart] / 
op. 12 Psalm 117 fur zwei gem. Chore [Kahnt] / op. 13 und 14 Man- 
nerchore [Foetisch] (auch als gem. Chore) / op. 15 Psalm 23 fur gem. 
Chor [Kahnt] / op. 17 Zwei Lieder fur M'chor [Hug] / op. 18 Man- 
nerchore (auch als gem. Chore) [Hug] / Sechs patriotische Gesange fur 
die schweizerische Schuljugend [Hug] / weitere Mannerchore und gem. 
Chore [Hug]. 

Lied: Crepuscule fur eine Singstimme und Klav., in: Nos compositeurs 
romands [Henn, 1896]. 

Kammermusik: op. 19 Streichquartett D-Dur [Eulenburg]. 
Klaviermusik: op. 2 Griisse aus der Heimat [Rieter-Biedermann] / op. 3 
Sechs Klavierstiicke [Rieter-Biedermann] / op. 4 Fiinf Klavierstiicke 
[Rieter-Biedermann ] / Walzer fiir Klav. 4-hdg., in: Neue Musik-Zei- 
tung, 1902, Nr. 19, 23, 

Orgelmusik: op. 1 Andante mit Variationen [Rieter-Biedermann] / 
op. 6 Passacaglia [Rieter-Biedermann] / op. 10 Chaconne iiber Bach 
[Leuckart] / op. 22 Drei Stiicke fiir Org. [A. Bohm & Sohn, Augsburg] / 
op. 23 Toccata / op. 24 Variationen und Tripelfuge iiber BACH (Natio- 
nal- Ausgabe, Hug]. 

Earth, Lucas. * 5. Dezember 1909 in Winterthur, besuchte die Kantonale 
Handelsschule in Zurich (Maturitat 1927), arbeitete fiinf Jahrc als Buch- 
handler, studierte Gesang bei A. Cairati und Klavier und Theorie am 
Konservatorium Zurich. Seit 1936 ist Barth als Konzertsanger (Bass) im 
In- und Ausland tatig. 1939 wurde er als serioser Bassist an das Stadt- 
theater in Halle a. d. S. verpflichtet. 

Baud-Bovy, SamueL * 27. November 1906 in Genf, studierte am Genfer 
Konservatorium, in Paris, Wien und Basel und war DirigentenschSler 
von Felix Weingartner und Hermann Scherchen. Baud-Bovy wirkt als 
Lehrer der Orchesterklasse am Genfer Konservatorium und seit 1938 
als Dirigent der Socike de chant sacre in Genf. Er gab Vivaldis Con- 
certo grosso, op. 3, Nr. 2 [Eulenburg] heraus. 

Publikationen: Chansons du Dodecanese, 2 vol. [Athenes, Siderisj / 
La chanson populaire grecque du Dodecanese [Paris, Les Belles Lettres ] 
Douze chansons populaires grecques harmonise'es [Paris, Leduc]. 

Bauer, Ernest. * 16. April 1889 in Vevey, studierte bei Peter Hegar in Basel, 
am Konservatorium in Genf und bei Magda Donatelli in Paris. Bauer, 
der als Konzerttenor im In- und Ausland geschatzt ist, lebte lange Jahre 
in Genf. 1939 wahlte er Neuchatel, an dessen Konservatorium er seit 
1936 als Direktor wirkt, zum ^ohnsitz, 

Baumgartner, Paul. * 21.Juli 1903 in Altstatten (St-Gallen), wradbs in 
St. Gallen auf und studierte Musik in Munchen und Koln (Walter Braim- 
fels und Eduard Erdmann). 1927-35 var er Klavieriehrer an der Rliei- 
nischen Musikschule und Hochscliule far Mtisik in Kola. Sek 1937 virkt 
er als erster Kkvierlelirer am KonserYatoriam m ^sel. 
unternimmt KoctzertreiseB in ganz Europa. 



22 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Baumgartner, Wilhelm. * 15. November 1820 in Rorschach, f!7.Marz 
1867 in Zurich. Klavierlehrer in Zurich seit 1845 and Dirigent des 
Studentengesangvereins Zurich 1849-66 sowie weiterer Chore. Baum- 
gartner war mit Gottfried Keller eng befreundet und hat dessen Gedicht 
O mein Heimatland 1846 kompomert. Gedruckt sind von ihm fast aus- 
schliesslich ein- und mehrstimmige Lieder. Er gab heraus: Liedersamm- 
lung fur schweiz. Mannerchore, 4 Hef te, 1857-61. 

Lit.: C. Widmer, W. Baumgartner, ein Lebensbild. Zurich 1868. / Ludw. 
Gross, W. Baumgartner, sein Leben und Schaffen. Miinchner Diss. 1930, 
ungedruckt. 

Baur, Hans. * 20. Marz 1907 in Basel, studierte nach der Maturitat zuerst 
Chemie, wandte sich dann jedoch definitiv der Musik zu, nachdem er 
schon wahrend der Schulzeit bei Willy Treichler Cellounterricht ge- 
nommen hatte. Am Basler Konservatorium, wo Hermann Beyer-Hane* 
sein Hauptlehrer war, erwarb er 1929 das Lehrdiplom als Cellist. Wei- 
tere Studien betrieb er bei Alesanian in Paris und Feuermann in Berlin. 
Seit 1938 ist Baur Mitglied des Prisca-Streichquartetts in Koln. 

Beck, Conrad. * 16. Juni 1901 in Lohn (Schaffhausen), yerbrachte die 
Jugendjahre in Zurich, studierte am dortigen Konservatorium und in 
Paris, wo er durch Nadia Bouknger, insbesondere aber auch im Verkehr 
mit Arthur Honegger und Albert Roussel entscheidende Anregungen 
empfing, die in einem Linearstil personlicher Pragung fruchtbar wnr- 
den. Romanische und germanische Stilelemente der neuen Musik sind 
bei Beck organisch gebunden. Bis 1933 war er in Paris, seither ist er m 
Basel ansassig, 1939 wurde Beck zum Leker der Abteilung Musik bei 
Radio Basel ernannt. Seine Kompositionen sind grosstenteils nicht nur 
in der Schweiz, sondern auch in Deutschland, Frankreich, Amerika und 
andern Landern gespielt worden. 

Biihnen- und Chorwerkc, Kantaten: La grande Ourse, Ballett in fiinf 
Bildern nach Leopold Chaveau. 1935-36 [ Schott] / Oratorium nach Sprii- 
chen des Angelus Silesius fur Chor, Soli und Orch. 1933-34 [M.] / Der 
Tod des Oedipus (Rene Morax), Kantate fur Chor, Soli, Org. und 2 Trp., 
2 Pos., Pk. ad libit. 1928 [Schott] / Lyrische Kantate (Riike., Sonette an 
Orpheus), fiir Fr. chor, Soli und Orch. 1934 [Schott] / Es kummt ein 
Schiff geladen, a capp. 1931 [Schott] / Requiem, a capp. 1930 [Schott] 
/ Funf Chore, a capp. 1932 [Schott] / Vier Frauenchore, 1932 [Schott] / 
Mannerchore, 1937 (u. a, m.) / Kammerkantate nach Sonetten der Louize 
Labe fiir Solosopran, Fl., Klav. und Streicher, 1937 [Schott] /Ecce gra- 
tum (aus den Carmina burana), Liederspiel fur Mittelschulen mit Kla- 
vierbegleitung 1938 [Hug] / Es ist alies ganz eitel, Motette fiir gem. 
Chor [Schweiz, Kirchengesangsbund]. 

Lieder u. a,: Vocalise, Etude pour voix ^levees (Repertoire moderne de 
Vocalises, Etudes, VoL 13, Nr. 122 [Leduc, Paris] / Drei Herbstgesange 
(Rilke) fiir Alt und Klav., 1929 [Sdbottl. 

Orchesterwerke: Symphonie Nr. 1, 1925 [M-J / Sinfonie Nr.2 (Sin- 
fonietta), 1926 fM.) / Sinfonie Nr. 3 (Streicher), 1927 [Schott] / Sin- 
fonie Nr. 4 (Konzert fur Orch.), 1929 [Schott] / Sinfonie Nr. 5, 1930 
f Schott] / Isnominata fur Orch,, 1931 [Schott] / Ostinato fur 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 23 

Orch., 1936 [Schott] / Kleine Suite fiir Streichorch., 1930 [Schott] / 
Serenade fiir FL, Clar. und Streichorch., 1935 [Schott]. 
Konzerte: Concertino fiir Klavier und Orchester, 1927 [Schott] / 
Konzert fiir Klav. und Orch., 1933 [Schott] / Rhapsodie fiir Klav., vier 
Blaser und Streichorch., 1936 [M-] / Konzert fiir VcL und Orch., 
1926-27 [M.j / Konzertmusik fiir Oboe und Streichorch., 1932 [Schott] / 
Konzert fur Streichquart. und Orch., 1929 [Schott ]. 
Kammermusik: Streichquartett Nr. 1, 1922 [M.] / Streichquartett Nr. 2, 
1924 [M.] / Streichquartett Nr. 3, 1926 [Schott] / Streichquartett Nr. 4, 
1934 [Schott] / Streichtrio, 1925-28 [Sirene musicale, Paris] / Duo fiir 
Viol, und FL, 1927 [Sirene musicaie] / Duo fiir Viol und Viola, 1934 
[Schott] / Duo fiir zwei VcL, 1925 [Mathot] / Sonatine fiir Viol, und 
Klav., 1928 [Schott] / Sonatine fiir VcL und Klav., 1925-28 [Sirene 
musicale] / Sonatine fiir Viola da gamba und Org,, 1938 [M.]. 
Klaviermusik: Sonatine, 1928 [Schott] / Klavierstiicke I und II, 1929-30 
[Schott] / Tanzstiicke, 1929 [Schott]. 
Orgelmusik: Sonatine, 1927 [Schott] / Zwei Praludien, 1932 [Schott]. 

Becker, George. *24.Juni 1834 in Frankenthal (Pfalz), flS-JuIi 1928 in 
Lancy bei Genf. Lebte seit 1864 in Genf. Musikschriftsteller., ver- 
offentlichte ausser kleineren Arbeiten La musique en Suisse depuis les 
temps les plus recules jusqu'a la fin du 18me siecle, 1874, neue unver- 
anderte Ausgabe, Genf 1923. 

Lit.: Pauline Long im Schw. Jahrb. f. MWiss.4, 1929, S. 131, mit 
Bibliographic. 

Becker, Gottfried. * 22. Juni 1879 in Koln, war Schuler der Konservato- 
rien von Mannheim, Karlsruhe und der Akademie der Tonkunst in 
Miinchen. 1900 wurde Becker Korrepetitor, spater Kapellmeister und 
Chordirektor in Mainz. 1903-05 war er zweiter Kapellmeister am Stadt- 
theater Koblenz, 1905-09 erster Kapellmeister am Stadttheater Rostock. 
1909 kam er als erster Kapellmeister an das Basier Stadttheater, welchen 
Posten er, ausser wahrend des Weltknegs, nicht mehr -verliess. 1932 
wurde Becker zum musikalischen Oberleiter des Instituts ernannt. 



Benn, Johann. t um ^ 6 ^ 2 ^ n Luzern. Seit 1638 Organist am Kollegiats- 
stifte Luzern. Er hat veroffentlicht: Missae concertatae trium vocum, 
Luzern 1644 und verschiedene weitere Kirchenwerke. Sein Sohn (?) Jo- 
hann Georg Benn, f 1677 als Organist des Stiftes Beromunster, schrieb 
die Musik zu einem Jesuitenspiel Ecclesia Vinea, 1658. 

Benner, Paul. * 7. November 1877 in Neuenburg. Banner ist Leiter der 
Societe" Chorale und des Ghoeur mixte de TEglise independante, sowie 
Lehrer am Konservatorium in Neuenburg. 
Kompositionen : 

Redemption [M.} / Requiem [Foerischj / Les Po^mes de k Mer [Foe- 
tisckj / Le BaptSme du Bourdon (M.} / Liber apertus est |M.J / Messe 
en re-min [Foetisch] / De la Harpe aax Cymjbales fM,J / Aife fur Soli, 
Chor und OrcL 



24 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Drei Kantaten, mehrere gem. Chore a cap. [Commission du Chant sacre, 
Neuchatel]. 

Berchtold, Armin. * 20. Januar 1906 in Biglen (Emmental), absolvierte das 
kantonal-bernische Lehrerseminar in Hofwil-Bern, wo er beim Orga- 
nisten Robert Steiner den ersten Klavierunterricht erhielt. 1925-30 stu- 
dierte er an der Hochschule fur Musik in Berlin (Meisterklasse Richard 
Rossler), 1931-38 war er in Basel als Privatlehrer fur Klavier tatig und 
studierte daneben bei Rudolf Serkin. Seit 1939 lebt Berchtold in Bern. 
Als Solist von Sinfoniekonzerten konzertierte er in zahlreichen Stadten 
Deutschlands, Oesterreichs, Italiens und der Schweiz. 

Bernhard, Constantin. *22. Marz 1903 in Charkow (Russland) als Sohn 
Biindner Eltern, erwarb 1931 das Diplom des staatlichen Instituts fur 
Musik und dramatische Kunst in Kiew, war 1928-30 Kapellmeister am 
Studio-Theater in Kiew und Lehrer am Arbeiter-Konservatorium, 1930- 
1931 Kapellmeister an der vierten Staatsoper der Ukrainischen Repu- 
blik, 1931-32 Kapellmeister an der Staatsoper in Batum (Georgien), 
1932-33 erster Kapellmeister und musikalischer Leiter am Radio von 
Nowosibirsk, wo er auch stadtische Sinfoniekonzerte dirigierte, Seit 
1935 wirkt Bernhard als standiger Kapellmeister am Radio Zurich. 

Bernoulli, Eduard. * 6. November 1867 in Basel, f 18. April 1927 ebenda. 
Dozent fur Musikwissenschaft an der Universitat Zurich, 1921 Profes- 
sor. Publikationen: Die Choralnotenschrift bei Hymnen und Sequenzen, 
Leipzig 1898 / Aus Liederbiichern der Humanistenzeit, Leipzig 1910 / 
Viele Aufsatze in Zeitschriften. Er gab heraus: Neudruck von 
M. Pratorius Syntagma musicum III von 1619 (1916) / Neuausgabe von 
L. Eulers Tentamen novae theoriae musicae (Bd. I von Eulers opp. omnia 
1926) / Faksimileausgabe von Attaingnants Tabulaturen von Tanzen 
und Chansons von 1531 (1914) / die Jenaer Liederhandschrift mit 
Uebertragung m moderne Notenschrift (gemeinsam mit G. Holz und 
Franz Saran, 1901) / Neuausgabe von Heinr. Alberts Arien [Denkm. 
deutsch. Tonkumt, Bd. 12-13]. 

Berr, Jose. * 29. Dezember 1874 in Regensburg (Bayern), studierte an der 
Kgl. Akademie der Tonkunst in Miinchen (Thuille, Rheinberger, Kel- 
lermann, Pohlig), wurde 1895 Korrepetitor, von 1897 an Kapellmeister 
in Osnabriick, Regensburg und Gera, 1900 kam er nach St. Gallen, 1901 
als Lehrer an die Musikakademie Angerers nach Zurich. 1913 griindete 
er ebenda ein eigenes Institttt (Jose Berrs Konservatorium), das er seit- 
her leitet. Berr, der auch als Pianist und Komponist hervorgetreten ist, 
wurde 1914 Zurcher Stadtbiirger. 

Kompositionen : 

Biihnenwerke: op. 8 Meister Klapperbek, Marchenspiel, 1895 [M.] / 
op. 17 Francesca, Mimodrama, St. GaUen 1901 [z, T. bei C F. W. Siegel] 
/ op. 78 Der tote Gast, Oper, Basel 1923 [M.J / op. 79 VMkarana-pana 
(Liebestrank), Oper, 1922-24 [M.] / op. 88 Francois Villon, Oper, 
1929-32 [M.] / op. 84 Der weisse Tanzer, Tanzpantomime, Zurich 
1926 [M.I / op. 93 Santa Rock, Oper, 1938-39 [M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 25 

Chorwerke: mit Orchester: op. 44 Tanz auf der Tenne, 1908 [Kahnt) / 
op. 60 Ans Vaterland, 1911 [M.] / Kleinere Chore mit Begleitung: op. 21 
Er ist's, fur Fr. clior, 1903 [Kahnt] / op. 25 Daheim, fiir Fr. chor und 
Klav., 1903 [Kahnt] / op. 33 Nachtlicher Gang, fiir M'chor und Str., 
1905 [Kahnt] / op. 45 Abschied, fiir M'chor und Klav., 1908 [Hein- 
richshofen] / op. 49 Regenwetterlied, fiir gem. Chor und Klav., 1908 
[Hug] / op. 50 Pffngstlied, fiir gem. Chor und Klav., 1909 [Leuckardt] 
/ op. 59 Friihlingskinder, fur Fr. chor und Klav., 1910 [Leuckardt] / 
op. 62 Tanzlied, fiir M'chor und Klav., 1913 [Leuckardt] / fiir Vokal- 
quartett: Buch der Natur (G. Keller), fiir gem. Vokalquartett und Klav., 
1916 [M.] / Mannerchore: op. 14, 15, 16, 18, 19, 26, 27, 29, 30, 31, 
32, 34, 35, 37, 38, 39 a und b, 40, 41, 51, 52, 54, 55, 57, 61, 64 a 
undb [Andre, Festheftkommission, Forberg, Fries, Heinrichshofen, Hug, 
Kahnt, Rahter, Rieter-Biedermann] / Kammerchor: op. 89 Alte "Weis- 
heit - Liebestrunken - Das Lob des Menschen, a. d. Chin. Flote, 1937 
[M.] / gemischte Chore a capp., op. 24, 36, 42, 47, 48 [Andre, Bos- 
worth, Festheftkommission] / Frauenchore: op. 43, 58 [Festheftkom- 
mission] / 1- und 2-stg. Chore [Gander, Hug]. 

Lieder: mit Klavier: op. 7, 9, 10, 11, 20, 23, 56, 76, 77 [Bosworth, 
Kahnt, Leuckardt, Ries & Erler, M.] / mitOrgel und Violinsolo: op, 89 
Hochzeitslied, 1920 [M.]. 

Orchesterwerke: op. 6 Intermezzo religioso, fiir Orch. und Org., 1897 
[Selbstverlag] / Suite nocturne, 1930 [M.J / Heitere Suite in Fugen- 
form, 1936 [M.], 

Kamrnermusik: op. 72 Pan und die Sylphiden, Konzertstiick fiir Flote 
und Klav., 1916 [Simrock]. 

Klaviermusik: rweihandig: op. 2, 4, 5, 28, 65 a und b, 66, 6S, 69 a 
und b, 70, 71, 73, 74, 75 a und b, 80, 81, 82, 83, 85, 86, 87, 90, 91, 92 
[Bosworth, Carisch, Forberg, Haug, Henn, Hug, Kahnt, Leuckardt, 
Schott, M.] / Bearbeitungen eigener Werke [Siegel, M.j / vierliandig: 
op. 79, 84, 87 (Bearbeitungen eigener Werke) [M.J. 
Tanzmusik, Marsche, Bearbeitungen von "Werken Bachs, Brahms, 
Kaempfert, Alabieff-Liszt, Liszt, Mendelssohn u, a. 
Padagogische Werke: Universal- Vademecum der Musikorgane, I. Teil: 
17 Umfangtabellen, II. Teil: Erlauterungen fiir die Instrumentation, 
HI. Teil: 150 Abbildungen. 
Seibstverlag: Rich. Wagner, Ziircher Vielliebchen-Walzer, 2-hdg. 

Bertscnmann, Albert Max. * 13. Marz 1897 in Zurich, studierte an den 
Konservatorien In Los Angeles, Zurich (de Boer) und Leipzig (Davisson), 
1925-28 war Bertschmann Solobratschist des Vinterthurer Stadtorche- 
sters und seit 1928 wirkt er in Basel als Solobratschist der Allgemeinefl 
Musikgesellschaft, als Mitglied des Basler Streichquartetts und als Lekrer 
am Konservatorium. 

Beze, Theo<k>rc de. *24.Juni 1519 in Vezelay (Burgund), f 13. CNkml)eT 
1605 in Genf. Dozent und Prediger in Lausanne, seit 1559 k Genf 
als NacMolger Calvins. Er vervollstiudigte O^mcas Marots J*!sa!men- 
fibertragungen (1551-1562). Erste volstiadige Ausgabe mit Melodien, 
Genf 1562. 



26 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Biedermann, Hans, * 20. November 1893 In Horgen, studierte bei E. Heu- 
berger, Carl Baldegger am Zlircher Konservatorium sowie bei M. Che- 
ridjIan-Charrey in Genf Klavier, bef O. Barblan, W. Montillet in Genf 
und W.Fischer in Berlin Orgel, bei Pkjarnach, Volkmar Andreae in 
Zurich und O. Barblan in Genf Komposition und bei H. Hausermann 
in Zurich und Siegfried Ochs in Berlin Chordirigieren. Seit 1921 ist Bie- 
dermann in Amriswil als Organist, Privatlehrer und Orgelbauberater 
tatig. 

Zahlreiche ungedruckte Orgelkompositionen u. a. 
Publikation: Aktuelle Orgelbaufragen, 1. Aufl. 1926 [Barenreiter] . 

Billeter, Karl Agathon. * 21. November 1834 in Mannedorf, f 8. Februar 
1881 in Burgdorf. Seit 1857 Gesanglehrer und Musikdirektor in Burg- 
dorf. Komponist vieler Mannerchore, die einst weitverbreitet waren 
(Nun bricht aus alien Zweigen). 
Lit.: Sangerblatt 1934, S. 696. 

Bluet, Jean. * 17, Oktober 1893 in Genf, studierte am College und an der 
Universitat und erwarb das Diplom des Instituts Jaques-Dalcroze. Musi- 
kalische Studien betrieb er bei Otto Barblan, W. Montillet und Temple- 
ton Strong. 1919-23 lebte er in New York und Cleveland (USA). Auch 
studierte er bei Ernest Bloch. 1923-29 war er in Briissel Binet lebt gegen- 
wartig in Trelex sur Nyon. Er ist Sekretar des Schweiz. Tonkiinstler- 
vereins und Mitglied der Progranimkommission des Radio Sottens. 
Kompositionen: 

Ballettmusik; Die Strasse" fiir Orch., 1935 [M.]. 
Chorwerke: Psaume Xin pour choeur d'hommes et orch., 1924 [Foe- 
tischj / Psaume XCV et CXX pour choeur mixte et orch., 1924 [M.] / 
Ode a Sestius (Horace) et Ode a Diane et Apollon (Horace) pour choeur 
mlxte et orch., 1932 [Henn] / Cantate de Noel pour choeur enfants, 
choeur mixte et orch., 1932 [Commiss. Inter eccL, Lausanne] / Cinq 
choeurs fMarot) pour choeur mixte et orch., 1929 [M.] / Quatre Chan- 
sons (C. F. Ramuz) pour voix de femmes, 1931 [Henni / Deux choeurs 
(CF. Ramuz) pour voix d'hommes, 1935 [HennJ / Quatre choeurs 
mixtes romanches, 1938 [Erni, Ilanz] / Trois choeurs pour voix mixtes 
(chansons du XVme siecle) [M.] / Trois choeurs pour voix d*hommes 
(chansons du XVme siecle) jM.j. 

Sologesang: Quatre Melodies (C. F. Ramuz) pour voix et piano (ou huit 
instr.), 1927 [HennJ / Six Melodies (Cl. Marot) pour voix et piano, 
1928 [Se*nart] / Trois Melodies (ApolHnaire) pour voix et piano (ou 
orch., 1933 [Henn] / Une Melodic: Marie (Apollinaire) pour sopr. ou 
te'oor [M.J / Une Melodic: Les sorcieres (Gabory) pour voix et piano 
[M.] / Deux Chansons du XVme siecle, pour sopr, et piano [M.]. 
Orchesterwerke: Concertino pour petit orch., 1927 [M.] / Suite d'airs 
et de danses populates sui&ses pour petit orcL, 1931 [Henn] / Suite de 
danses populaires angkises, pour petit orcli., 1933 [M.] / Danses pour 
grand orch., 1936 [M,} / Trois pieces poor orck a cordes, 1938 [M.]. 
Konzerte: Divertissement pour viol, et orch n 1934 [Henn]. 
Kammermusik: Quatuor 4 cordes, 1929 [Ed. nat^ Henn] / Dialogue 
pour fl. et violon soli, 1937 {M.j / Morceau de concours pour basson 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 27 

er piano [autografie] / Musik zum Film ,,La Suisse musicienne" des 
Fachgruppenkomitees Musik der Schweiz, Landesausstellung Zurich 1939, 

Blanchet, Emile Robert. * 17. Juli 1877 in Lausanne. Er war zuerst Schiiler 
seines Vaters Charles Blanchet, dann des Kolner Konservatoriums (Seiss) 
sowie Busonis in Weimar und Berlin. 1904-17 wirkte er als Lehrer am 
Konservatorium Lausanne, dessen Direktor er 1905-08 war, Er lebt als 
Pianist und Solist der Pariser Conservatoire-, Colonne- und Lamoureux- 
Konzerte u. a. in Lausanne. 
Kompositionen : 

Konzerte: op. 57 Ballade pour piano et orch. (instr.: E. Ansermet) 
[Eschig] / op. 14 Concertstiick pour piano et orch. [Composer Music 
Corporation]. 

Kammermusik: op. 46 Prelude et Sarabande pour vioLet piano [Eschig] / 
o. op. Serenade a Mytilene, transcr. pour piano et viol, par A. Pochon 
[C. M. C. ] / Sonate pour vidon et piano, 1909. 

Klavierwerke (inkl. Studienwerke): op. 7 Cinq Etudes [Br. & H.| / op. 9 
Polonaise [Foetischj / op. 10 Preludes [M. C. M.] / op. 11 Polonaise 
[Schott] / op. 13 Tema con variazioni [Signale] / op. 15 Etude de Con- 
cert, Serenade, Polonaise, Scherzo [M. C. M.J / op. 18 Turquie (Nr. 1 
bis 6) [M. C, M.] / op. 19 Neuf Etudes de Concert [Ricordi, Paris] / 
op. 22 Variations sur un theme de Mendelssohn [Ricordi, Paris] / op. 24 
Deux Barcarolles, Trois SeVe"nades, Trois Preludes [Foetisch] / op. 27, 
Nr. 1-2 Deux Preludes [Henn] / op. 27, Nr. 3 Impromptu [Henn] / op. 28 
Tocsin (Passacaglia) [C.MLC] / op. 29 Ballade I [C M. C.] / op. 30 
Ballade H [C.M.C.] / op. 31, Nr. 1 Etude F-Dur [C. M. C.J / op. 31, 
Nr.2 Etude a-MoIl [C.M.C.] / op. 32 Ballade IE [C.M.C] / op. 35 
Trois Ecossaises [C.M.C.] / op. 40 Scherzo [Foetisch] / op. 41 64 Pre"- 
ludes (Preface de Paderewski) [Eschig] / op. 42 Deux Etudes fEschigl / 
op. 43 Treize Etudes Contrapunctiques [Eschig] / op. 44 Deux pieces 
[Eschig] / op. 46 Prelude et Sarabande [EschigJ / op. 47 Divertimento 
[Eschig] / op. 50 Le Pont des Caravanes (Srnyrne) [Durand] / op. 51 
Rhapsodic Turque: Moharebe [Durand] / op. 52 Six Etudes Polyryth- 
miques [Heugel] / op. 53, Nr. 1 Ecossaise en Fa [Eschig] / op. 53, Nr. 2 
Scotch Reel [Eschig] / op. 55 Etudes des Concerts [Eschig] / op. 56 
Contrepoints [Eschig] / op. 57 Ballade pour deux pianos [Eschig] / 
ohne Opuszahlen: Dix Etudes NouveHes [Henn] / Treize Etudes de 
main gauche [Eschig] / Technique Moderne du Piano [Senart] / Exer- 
cices en forme musicale [Se'nart] / Saltarello [Schirmer, New York}. 
Blanchet ist auch der Verfasser zweier alpinistischer Bucher: Hors des 
Chemins battus ([Edition de France]; italienisch: [Edit. FEroicaj; Bud 
deutsch: [RothJBerlin]) / Au bout d'un il (fEdic de France]; deutsch: 
[Roth, Berlin]). 

BJaiirer, Ambrosius. * 4. April 1492 in Konstanz, | 6. Dezember 1564 in 
Wintertrmr. 1551-59 Pfarrer in Biel, der Reformator Sclxwabcns. Ir 
verdffentiichte: Gmein Gsangbech, Psalmen, Hymnen. In ZSiicli, vor 
1548, <3as erste scliweizerische Gesang}>och [Froscliatier). 
Lit.: A- E. Oberbuliez, in: ZwingEana V, Nr. 1% 1933, Nr, 2. 



28 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Bloch, Ernest. * 24. Juli 1880 in Gcnf, war 1894-97 Schuler von Louis Key 
und E. Jaques-Dalcroze, 1897-99 von Ysaye und Rasse am Briisseler 
Konservatorium, hierauf auch noch des Hoch'schen Konservatoriums in 
Frankfurt a. M. sowie L. Thuilles in Miinchen. Bloch lebte seit 1901 
in Paris, seit 1904 wieder in Genf, wo er als Buchhandler tatig war. 
1909-10 dirigierte er Orchesterkonzerte in Lausanne und Neuchatel. 
1911-15 lehrte er Komposition und Musikaesthetik am Genfer Konser- 
vatorium. Bloch ging 1916 nach Amerika, 1917 wurde er Lehrer an 
der David Mannes-Musikschule in New York, 1920-25 am Konservato- 
rium in Cleveland, 1925-30 Direktor des Konservatoriums in San Fran- 
cisco. Bloch, der 1924 die amerikanische Staatsbiirgerschaft erwarb, lebt 
seither teils in USA., teils in Frankreich. 
Kompositionen: 

Biihnenwerk: Macbeth, Oper, 1903, Paris 1910 [Enoch, Paris]. 
Gesang mit Orchester: Herbstgedichte fur 1 Singst. mit Orch. [Univer- 
sal-Edition, Wien] / Psalm 22, fiir Bariton mit Orch. [U.-E.] / Psalm 
114 und 137, fiir Sopr. mit Orch. [U.-E.]. 

Orchesterwerke: Sinfonie cis-Moll, 1903 [Leuckart] / Sinfonie II 
,,Israel", 1916 / Vivre et aimer, sinf. Dichtung, 1901 / Hiver-prin- 
temps, sinf. Dichtung, 1905 / Trois poemes juifs, 1913 / Concerto 
grosso, fiir Streichorch. und Klav., 1924/25 / Four Episodes fiir Kam- 
merorch., 1926 / America, Sinfonie, 1926 / Evocations, fur Orch. 
Konzertante "Werke: Schelomo, Hebraische Rhapsodic fur Cello und 
Orch. [U.-E]} / Poems, fiir Cello und Orch. / Meditations fur Cello 
und Orch. 

Kammermusik: Poeme mystique, fur Viol, und Klav. [Leuckardt] / 
Klavierquintett [U.-E.] / Streidbquartett [U.-E.] / Nadbt, fiir Streich- 
quartett fU.-E.] / Landschaften, fiir Streichquartett [Ui-E.J / Suite 
fiir Viola und Klavier [U.-E.] / Baal Schern, Drei dbassidische Stim- 
mungen fiir Viol, und Klav. [U.-E.] / Melodic fiir Viol, und Klav. 
[U.-E.] / Sonate a-Moli, fiir Viol, und Klav., 1923 / Trois nocturnes 
[U.-E,]. 

Klavierwerke: Gedichte der See [U.-E] / In der Nacht, ein Liebeslied 
[U.-E-l / Nirvana [U.-E.] / Fiinf Sepiaskizzen [U.-E]. 
Lit.: M. Gatti, Ernest Bloch, in: Musical Quarterly, 1921 / Rosen- 
feld, Musical Portraits [Kegan Paul] / Tibaldi-Chiesa, Mary, Ernest 
Bloch, Con una bibliografia delle sue opere musicali, Torino 1933. 

Blum, Robert. * 27. Nov. 1900 in Zurich, studierte 1919-22 Musik am Ziir- 
cher Konservatorium (Andreae, Vogler, Jarnach, Laquai, Baldegger) und 
war 1923 KompositionsscMler von Bnsoni in Berlin. Er lebt als viel- 
seitiger, einen lebendigen, polyphonen Stil pflegender Komponist und 
als Dirigent in Zurich (Madrigakhor), nachdem er in Ziirich u. a. auch 
den Orchesterverein, den Mannerchor Aussersihl wahrend einiger Jahre 
geleitet und in Richterswil und Baden (dessen Gemischten Chor er neute 
noch dirigiert) gewirkt hat. 

Kompositionen [wo kein Verleger angegeben M.] : 

Bulinenwerke: Amarapura, phantastische Oper, 1925 / Auferstehung, 
Oper in einem Akt, 1926 / St. Galler Spiel, Mysterienspiel, 1930 [Hug], 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 29 

auch als Oratorium eingerkhtet / Der Maler, Theatraiische Kantate, 
1930 / Festspiel fur Romanshorn, 1931 / Schauspielmusik zu Der arme 
Mann im Toggenburg, 1936 / Musik zu Hansjoggel im Paradies, 1936 / 
Der Bauer als Millionar, Volksstuck nach Raimund, 1937 / Im Aergau 
sind zweu Liebi, Volks-Liederspiel, 1937 [Musikverlag Zurich] / Fest- 
spiel fur Frauenfeld, 1937. 

Filmmusik: Musik zu den Filmen ,,Kleine Scheidegg", 1937 und ,,FusiIier 
VipP, sowie zahlreiche weitere Filmmusiken, 1934-38. 
Chorwerke: Drei Volkslieder fiir tiefe Stimme, gem.Chor und Orch., 
1923 / 2. Sinfonie fur gem. Chor und Orch., 1927 / Marsch im Winter 
fiir M'cJior, Bassolo und Orch., 1929 / 1. Geistliche Kantate (Von der 
Erlosung durch den Geist Christi) fiir gem. Chor und Streichorch., 1935 / 
2. Geistliche Kantate fiir Sopr., gem. Chor und Klav., 1935 / Bundes- 
hymne fiir M'chor und Orch., 1937 [Hug] / Zwei Chore nach Sonet- 
ten des Gryphius mit Instr., 1936 / Der Sturz des Phaeton, Oratorium, 
1939 / Zahlreiche gemischte, Manner- und Frauenchore [meist M., einige 
bei Hug]. 

Gesang mit Instrumenten: Vier Psalmen fur Sopr. und Kamrnerorch, 
1932 / XIL Kapitel der Offenbarung Johannis fiir Alt und Instr., 1932 / 
Herzeleid, Marchen von Andersen fiir Sopr. und Klav., 1935 / Drei ein- 
fache Lieder, 1937 / Der 141. Psalm (3. geistliche Kantate) fiir Sopr., 
Viol, und Org., 1938. 

Orchesterwerke: 1. Sinfonie C-Dur, 1924 / Balletsuite aus Amarapura, 
1925 / 2. Sinfonie fiir gem. Chor und Orch., 1927 / 1. Partita fiir gros- 
ses Orch., 1929 / 3. Sinfonie fiir kleines Orch., 1929 / Ouverture fur 
ein Varietetheater, 1934 / Fantasie fiir Streichorch., 1935 / Z Partite 
fiir kleines Orch., 1936 / Ouverture fiir Orchester iiber Themen aus 
schweizerischen Volksliedern, 1937. 

Kammermusik: Quintett fiir Trp., Klar., Viol, Viola und Cello, 1925 / 
Kleines Konzert fiir Viola und Klav., 1927 / Musik fur acht Instr., 1927 
/ Streichquartett, 1933 / Zwei Duette fur zwei Violinen, 1936 / Streich- 
trio, 1938. 

Klaviermusik: Sonate fiir zwei Klaviere, 1927. 
Orgelmusik: Orgelfantasie 1938 / Orgelpartite 1939. 

Boepple, Paul. * 1896 in Basel, studierte Musikwissenschaft bei Karl Nef, 
Komposition bei Hans Huber in Basel und Friedrich Klose in Munchen. 
1919 erwarb er in Genf das Diplom des Instkut Jaques-Dalcroze. Er wirkte 
dann als Chordirigent in Mezieres (Urauffuhrung von Hone^ers Roi 
David und Judith), Genf und Lausanne. 1926 vurde er Direktor der 
Jaques-Dalcroze School in New York, 1930 ebenda Mitglied der New 
School of Social Research, 1932 Lehrer am Musical College in Chicago, 
1935 Mitglied des Westminster Chores. 1937 griindcte er in New York 
die Motet Singers, die er seither leitet und 1938 i&eraafeni er 
die Leitung der Dessoff-Chore. 

<fe Boer, Willenu * 7. Mai 1885, wurde am Amsterdamer 

wo Bram Eldering und Carl Flesch seine Lehrer waxen* als Ge%er as- 
gebiidet. Abschluss nut dem Prix ^excellence, Efearf smdferte er in 
Berlin und Paris (bei Thibaad). 1907 wwle er Ptolessor am Koaser- 



30 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

vatorium Amsterdam. 1908 erfolgte die Berufung nach Zurich, wo Boer 

seither als 1. Konzertmeister des Tonhalleorchesters, 1. Geiger des Ton- 

hallestreichquartetts (bis 1937} und als Lehrer einer Konzertausbil- 

dungsklasse am Konservatorium wirkt. Seit 1938 ist de Boer Fiihrer des 

de Boer-Reitz-Quartetts. 

Kompositionen (alle M.): 

Oper: Franz Hals, heitere Volksoper, 1937-38. 

Chor: Drei Chorlieder fiir M'chor a capp., 1937. 

Lleder: 30 Kiavierlieder, 1924-30. 

Konzertwerke: Musik fiir Viol, und Orch^ 1934 / Serenade fiir Viola 

d'amore und Kammerorch., 1935 / Konzert im alten Stil fiir Viola 

d'amore und Streichorch., 1937. 

Kammermusik : Suite im alten Stil fiir Viola d'amore allein, 1936. 

Bearbeitungen: 22 freie Bearbeitungen nach altniederlandischen Welsen 

(Hug). 

Bonvin, Ludwig. * 17. Februar 1850 in Siders (Waffis). Seit 1887 Musik- 
direktor am Canisius College zu Buffalo (Nordamerika), Priester. Er hat 
eine grosse Anzahl Kompositionen veroffentlicht, namentlich Kirchen- 
musik (Messen op. 26, 49, 63, 84, 90, 123), ein Oratorium Die Aufer- 
stehung des Herrn, aber auch weltliche Chorwerke und Lieder, sowie 
Orchestermusik (Sinf onie op. 67) und Kammermusik. 

Bosch, Max. * 3 I.Mai 1892 in St. Gallen, studierte am Stern'schen Kon- 
servatorium in Berlin, Orgel bei W. Fischer und betrieb private Kom- 
positionsstudien bei Hugo Kaun. Seit 1919 wirkt er als Organist an der 
Kirche Enge und als Lehrer am Jose Berr'schen Konservatorium in 
Zurich. Seit 1928 ist Bosch Administrator, seit 1938 auch Redaktor der 
Zeitschrift ,,Der Organist** und prasidiert seit 1938 den Organisten- 
Verband des Kantons Zurich. 

Kompositionen: Mannercbdre [Hug] / Orgeikompositionen u. a. [M.]. 
Aufsatze: Orgelreform in Bezug auf Intonation und Disposition, in: 
Der Organist, 1923, Nr* 2 / Zur Frage der Einfiihrung des einstim- 
migen Gemeindegesanges, in: Der Organist, 1931, Nr. 1 und 2 / Probe- 
heft zum neuen Gesangbuch, in: Der Organist, 1935, Nr. 6 / weitere 
Aufsatze in JDer Organist". 

Bourgeois, Louis, Geburts- und Todesdatum sind unbekannt. Er stammte 
aus Paris und war 1545-52 Kantor zu St. Pierre in Genf. Bourgeois hat 
1547 in Lyon zwei vierstimmige Psalmenbiicher veroffentlicht, ein wei- 
teres in Genf 1550 (Le droit chemin de musique avec la mani^re de 
chanter les Psaumes). Sein Anteil an der Vertonung der Calvinschen 
Psalter ausgabe von 1542 ist nicht sicher. 

Bo vet, Joseph. * 7, Oktober 1879 in Sales (Gruyere), studierte in Romont, 
Fribourg und Einsiedeln. Musikalischen Unterricht erhielt er durch 
Anton Hartmann und Paul Haas. Gregorianik studierte er bei Peter 
Wagner und in der Benediktinerabtei Seckau. Nach dreija'hrigem Vika- 
riat in Genf wurde Abbe Bovet Musiklehrer an der Ecole norniale des 
instituteurs und am Seminaire theologique du diocese. Bovet ist Dom- 
kapellmeister an der St. Niklaus-Kathedrale in Fribourg, Leiter der 
Societe* de chant de la ville de Fribourg und verschiedener anderer 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 31 



Chorvereinigungen. 1909-23 leitete er auch das Orchestra syrnphonique 
in Fribourg. 

Festspiele: Castel-Chantant / Morat, 1926 / Le Tir a la Rose / Grevire, 
1930 / Le comte Michel, 1931 / Mon pays, 1934 / Chante Grand- 
villard, 1935 / Le mystere, 1935 / Saint Martin du ciel, 1938 / Le jeu 
de Noel ,,L*enfant Dieu" / Le noir et blanc / Scenes fribourgeoises (Paul 
Bouchallaz), 1939 [M.J und verschiedene andere. 

Chorwerke: Dismas, oratorio, 1920 / Messe du drvin Rdempteur, 1928 
/ Messe Adoro te 1938 / Verschiedene Kantaten / Les offertoires de 
toute Pannee litrurgique, pour choeurs d'hommes [Bohm, Augsburg] / 
Douze Messes pour choeurs d'hommes / ca. 200 Motets et cantiques / 
Choeurs d'hommes et mixtes [Foetisch, Hug, Selbstverlag]. 
Chorsammlungen : Nos chansons, recueil de choeurs d'hommes [Selbst- 
verlag, l.Ausgabe 1911] / L'alouette, recueil de choeurs mixtes [Foe- 
tisch, l.Ausgabe 1930] / Die Heimat singt, verschiedene patriotische 
Suiten. 

Horspiel: Am Wellenspiel der Aare, pour soli, choeur et orch., 1935. 
Offizielle Schulgesangbiicher fur den Kanton Fribourg: Le Kikeriki / 
L'ecolier chanteur. 

Libretti zu zahlreichen Oratorien und Buhnenwerken. Mehr als 1200 
Uebersetzungen von Choren, Kantaten, Oratorien und Opern. Bovet 
schrieb ferner zahlreiche Aufsatze iiber musikalische Themen in reli- 
giosen und weltlichen Zeitschriften, 

Bovy-Lysberg, Charles Samuel. * 1. Marz 1821 in Genf, f 14. Februar 1873 
ebenda, War 1835 Schiiler Chopins in Paris und lebte seit 1848 in Dar- 
dagny bei Genf. Betatigte sich in Genf als Klavierlehrer und veran- 
staltete eigene Klavierkonzerte. Kompositionen: La fille du carillonneur, 
Oper (aufgefiihrt, Genf 1854), Chore und viele Klavierwerke. 
Lit.: P. Long im Schw. Jahrb. f. MWiss. 3, 1928, S. 140. 

Braun, EmIL * 18. September 1870 in Lenzburg, besuchte die Schulen voa 
Lenzburg, das Gymnasium Aarau und das Konservatorium Leipzig. Seit 
1893 war er Jahrzehnte lang als Cellist des Sinfonieorchesters in Basel 
rang, daneben als Lehrer bis 1914 auch in Miilhausen und Colmar. Seit 
1907 wirkt Braun als Lehrer fiir Violoncello und Ensemblespiel am Kon- 
servatorium Basel und (seit 1924) an der Kantansschule in Aarau. 
1936-38 war er President des Schweiz. MusikpadagogischeB VeHbaades. 
Publikationen: Die Geschichte der Orgel in der reformierten Kirche zu 
Lenzburg [Lenzburger Neujahrsbiatter, 1930J / Beriihmte Lenzburger 
Sangerinnen [Lenzburger Neujahrsbiatter, 1931-34, auch separatj / Ge- 
schichte des Orchesters des Mesikvereins Lenzburg, Festschrift 1932 / 
Geschichte des Aargauischen Orchestervereins, 1934 / Der Mannercfaor 
Lenzburg, 1837-1937, Festschrift 1938. 

Breitenbacli, Joseph Heinrich. * 17. Mai 1809 in Offcnau (Wurttemberg), 
f 4. April 1866 in Wettingen. Musiklehrer in Hofwyl (Feiienl>ergische 
Emehnngsanstalt), Lenzburg, seit 1858 in "Wettingen (Lehrerseminar). 
Fmchtbarer Komponist von Martnerchoren und Kirdiemnusik. Sein 
Sohn Franz Joseph (* 27. April 1853, f mAtigtist 1934} war Stiftsorga- 



32 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



nist in Luzern, ein zweiter Sohn, Basilius (* 1. April 1855, y 23. Juli 1920) 
Stiftskapellmeister in Einsiedeln. Beide haben gleichfalls allerhand Kir- 
chenmusik veroffentlicht. 

Brenn, Franz. * 21. Dezember 1907 in Sargans, besuchte die Kantonsschule 
in Luzern und erhielt Musikunterricht bei Karl Krieger. Seine musikali- 
schen Studien betrieb er an der Kirchenmusik-Akademie in Wien, an 
der Kapellmeisterschule des Neuen Wiener Konservatoriums sowie an 
der Universitat in Wien. 1931 promovierte er zum Dr. phil. (Disser- 
tation: Die Messekompositionen des Joh. Jos. Fux). 1932-33 besuchte 
Brenn Dirigentenkurse bei Felix Weingartner in Basel. Seit 1934 wirkr 
er als Chordirektor, Musikreferent des Luzerner Tagblatts und Mit- 
arbeiter verschiedener Zeitschriften in Luzern. 
Kompositionen (alle M.}: 

Chorwerk: op. 4 Missa a capp. fiir gem. Chor. 

Sologesang: op. 5 Weltliche Kantate fiir drei Solostimmen und Orch. 
Konzert: op. 7 Konzert fur Klav. und Orch. 
Kammermusik: op. 6 Eine Kammermusik fiir sieben Instrumente. 
Orgelmusik: op. 2 Suite / op. 3 Sieben kieine Sriicke. 
Aufsatze: Das Sein der musikalischen Welt, in: Kongressbericht fiir 
Aesthetik und Kunstwissenschaft, Paris 1937 / Die Musik im Zeitalter 
des Umbruchs, in: Jahresbericht der Luzern. Lyceisten-Vereinigung 
1934-36 / Einleitung zum Katalog der Internationalen Musikausstellung 
Luzern 1938 / Zahlreiche weitere Aufsatze. 

Bronner, Franz Xaver. * 23, Dezember 175S in Hochstadt an der Donau, 
f 11. August 1850 in Aarau. Wurde Priester, trat 1785 von seiner Stel- 
lung zuriick, begab sich nach Zurich, wo er sich als Musiker und Jour- 
nalist betatigte, wurde 1798 Beamter im helvetischen Mfnisterium fiir 
Kiinste und Wissenschaften, kam 1802 nach Aarau, Lehrer und (1819) 
Rektor der Kantonsschule, 1827 Kantonsbibliothekar, 1829 Staatsarchi- 
var. Musikalisches scheint er nicht publiziert zu haben. 
Lit.: Zschokke in: Aarauer Neujahrsblatter, 1929, S.4. 

arum, Aipkmse. * 25. Oktober 1888 in Frankfurt a, M. als Sohn von 
Schureizer Eltern. Er besuchte das Gymnasium in Zurich bis zur Maturi- 
tat. Musikalische Studien betrieb er an der Hochschule fur Musik in 
Berlin insbesondere bei Karl Kiingler (in dessen Quartett Brun 1914-15 
als 2. Geiger spielte). Weitere Studien bei Carl Flesch und Adolf Busch. 
Seit 1912 iebt Brun als erster Konzertmeister der Bernischen Musik- 
gesellschaft in Bern. Er 1st der Griinder und Primgeiger des Berner 
Streichquartetts, das vielfach auch Im Ausland konzertierte. 1925 wurde 
Brun Direktor des Konservatoriums Bern. Brun ist mit der Sopranistin 
Mia Peltenburg verheiratet. 

Bmn, Fritz, * 18, August 1878 in Luzern, Er war Schuler von F. J. Breiten- 
bach, Mengelberg und Fassbander, studlerte 1896-1901 am Kolner Kon- 
servatorium (van de Sandt, Wiiflner), erweiterte seine Studien in Berlin 
und London und war 1902-03 als Lehrer fiir Theorie uad Klavier am 
Konservatorium in Dortmund tatig. Seit 1903 Iebt Brun in Bern, zuerst 
als Kkvierlehrer an der Musikschule, seit 1906 als Diligent des Cad-lien- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 33 

vereins und der Liedertafel sowie (scit 1909) der Sinfoniekonzerte der 
Bernischen Musikgesellschaft. 1922 wurde er Ehrendoktor der Universi- 
tat Bern. Als Sfnfoniker grossen Stils nimmt Brun eine Sonderstellung 
unter den schweizerischen Komponisten ein. 

Kompositionen: 

Chorwerke: Verheissung (Goethe) fiir gem. Chor, Orch. und Org, [Hug] 
/ Mannerchore (darunter Grenzen der Menschheit von Goethe) und 
gem. Chore [Hug]. 

Lieder: Fiinf Lieder fiir Alt und Klav. [Hiim]. 

Orchesterwerke: Sinfonie I, h-Moll 1908 [M.] / Sinfonle II, B-Dur 
1911 (Hug] / Sinfonie III, d-Moll 1920 [Hug] / Aus dem Buche Hiob, 
sinfonische Dichtung fiir Orch. [M.] / Sinfonie IV, E-Dur 1926 [Hug| / 
Sinfonie V, Es-Dur 1930 [M.] / Sinfonie VI, C-Dur 1933 [M.] / Sin- 
fonie VH, D-Dur 1937 [M.]. 

Kammermusik: Streidiquartett Nr. 1 [M,] / Streidiquartett Nr. 2 In 
G-Dur [Hug] / Sonate d-Moll fiir Viol, und Klav. [Hiini]. 
Lit.: A.-E. Cherbuliez, F.B., in: Wissen und Leben, 15. September 1928, 
Heft 20. 

Brunner, Adolf. * 25. Juni 1901 in Zurich, studierte Musik in Berlin. 
Paris und Italien. Brunner lebt als freier Musiker meistens in Zurich. 
Kompositionen (alle M): 

Chorwerke: Missa a cappella / Motette fiir Frauenchor. 
Altdeutsche Liebeslieder fiir drei Frauenstimmen. 
Sologesang: Drei geistliche Konzerte. 

Orchester- und Konzerrwerke: Symphonisches Orchesterstiick mit Suite / 
Concerto grosso / Konzert fiir Violine und Blasorchester / Partita fiir 
Klav. und Orch. 

Kammermusik: Musik fiir acht Instrumcnte / Streklitrio / Sonatina fur 
FL und Klav. / Kleine Klavierstiicke / Sonatina fiir Klavier. 
Orgelmusik: Pfingstbuch fiir OrgeL 

Brunner, Hans. * 18. Juni 1898 in Basel, besuchte das dortige Gymnasium 
und studierte Musik am Konservatorium sowie am Wolffschen Konser- 
vatorium in Basel. Er lebt als Musiklehrer und Komponist in Basel. 
Kompositionen: 

Kammermusik: op. 3, 10, 13, 16, Sonaten fiir Viol, und Klav. fM.] / 
op. 4, Nr. 2 Sechs Studien fiir Viol. [ Vogel, Basel] / op. 5 und op. 14 
Streiditrios [M.] / op. 7 Sonate fiir Vcl. und Klav. [M.] / op. 8 Sonate 
fur Bratsche und Klav. [M.] / op. 11, Nr. 1 Sonatine fur VioL und Klav. 
[Hug] / op. 12 Drei Stiicke fiir FL und Klav. ( Vogel, Basel) / op. 15 
und op. 17 Streichquartette [M.] / op. 18 Divertimento fiir FL, Vioia 
und VioL [M.] / op. 19 Musik fiir Saxophon und Klav. {M.f / op. 20 
Trio fur Gitarre, Viol, und Viola [M.j / op. 21 Introduktioo nnd Alle- 
gro fir vier FL [M.J / op. 22 Fantasie fur Viola und Klav. JM.1 / op- 23 
Variationen fur Saxophon und Kkv. |M.J / op. 24 Soaame fir Ft Bn<i 
Kkv. |M.]. 
KlavienriBsik: op. 9 Klavlersuite [M.j 

3 Scimh, Mufiikerleiikon 



34 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Brunings, Johann DavkL Geburts- und Todesdarum sind unbekannt. Er 
stammte aus Hessen und war 1788 in Zurich Lehrer von Hans Georg 
Nageli. Seit dem Ende des Jahrhunderts lebte er in Petersburg. Gerbers 
zeitgenossisches Musiklexikon nennt ihn einen ,,Klavieristen und braven 
Komponlsten fiir sein Instrument". Einige Klaviersachen von ihm sind 
gedruckt worden. 

Bundi, Gian. * 26.Qktober 1872 in Berlin, f 26.Dezember 1936 in Bern, 
heimatberechtigt in Severs (Engadin). Redaktor am ,,Freien Ratier" in 
Chur, seit 1904 am ,,Bund" in Bern. Musikkritiker, seit 1919 auch Se- 
kretar des Bernischen Orchestervereins. Veroffentlichungen: Hans 
Huber, die Personlichkeit nach Briefen und Erinnerung, Basel 1925 / 
Liszt und die Schweiz, in: Festschrift der SMZ zum Tonkiinstlerfest 
1903 / Der Kirchengesang der Gemeinde Zuoz, in: Bericht iiber den 
musikwissenschaftlichen Kongress in Basel, 1924 / Verdi und Schiller, 
in: Der kleine Bund, 15. 1. 1933 / Verdi und Shakespeare, ib. 27. DC. 1936. 
Bundi schrieb die Texte zu den Opern: Die schone Bellinda, von Hans 
Huber / Tredeschin, von 1L H. David / Der glaserne Berg, von Hans 
Huber (unvollendet) / einen neuen Text zu Offenbachs Blaubart (Bern 
1920} und Uebersetzungen von Verdis Sizilianischer Vesper (Bern 1931), 
Clucks Iphigenie in Tauris (Bern 1929), Honeggers Cris du monde 
(Solothurn 1932), Dorets Winzerfest 1927 (Unsere Erde) usw. Er ver- 
offentlichte auch mehrere Bande Engadiner Marchen und Uebertragun- 
gen ratoromanischer Lyrik [Engadiner Nelken, Chur 1920]. 

Burkfaard, PauL * 21. Dezeniber 1911 in Zurich, studierte am Konserva- 
torium Zurich, war 1932-34 Kapellmeister am Stadttheater Bern und 
"wandte sich daan der Biihnenkoniposition (Operetten) zu. Burkhard 
lebt in Zurich. 

Kompositionen: 

Buhnenwerke: Hopsa, Revueoperette, 1935 [Verlag Zurich AG.] / Drei- 

mal Georges, 1936 [Verlag Zurich AG.j / Das Paradies der Frauen, 1938 

[Vertriebssteile und Verlag Deutscher Biihnenschriftsteller und -kom- 

ponisten, Berlin) / Der schwarze Hecht, schweizerdeutsche musikalische 

Koniodie, 1939 {"Wemberger-Veriag] . 

Sologesang mit Begleitung: Wunderliche Gedanken eines Musikfreundes 

(Walter Lang) fur Barit. und Karamerorch., 1938 [M.J. 

Neubearbeitung: Millocker, Gasparone [Weinberger-Verlag, 1938]. 

Burkhard, WiUy. * 17. April 1900 in Leubringen bei Biel, von vo bald die 
Uebersiedclung nach Bern erfolgte. Burkhard widmete sich von 1916-20 
zuerst dem Lehrerstudium, um sodann in Bern, Leipzig (Teichmuller) 
Karg-Elert), Munchen (Courvoisier) und Paris (Mar d'Ollone) Musik zu 
studieren. 1924 begann seine Lehrtatigkeit in Bern (ab 1928 am Konser- 
vatorium Bern). Nach langeren Kuraufenthalten in Montana und Cla- 
vadel lebt Burkhard jetzt in Davos. In Burkhards Chor- und Kammer- 
werken haben Geist und Stil der ^neuen Polyphonic** klare und zu- 
gleich personliche Ausdrucksform gewonnen. 
Komposirionen: 
Qborwerke mit Instr.: op. 22, Nr. 1 Chorduette fur M'chor a cap. und 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 35 

mit Trp. und Pos. nach Morgenstern (1-6), 1928 [Hug] / op. 22, Nr. 2 
Chorduette fur gemischte Stimmen nach C. F. Meyer mit Viol, und Fl. 
[ad libit-1 (1-6), 1926 [M.J / op. 24 Till Ulenspiegel, Kantate fur Tenor- 
und Bass-Solo, M'chor und Orch., 1929 [M.], dazu als Vorspiel op. 37 
Ulenspiegel- Variationen / op. 27 Vorfriihling, Kleine Kantate nach Ge- 
dichten von Morgcnstern fiir gem. Chor und Streichorch., 1930 [M.] / 
op. 33 Te Deum fiir 2-stg. gem. Chor mit Trp., Pos,, Pk. und Org., 1931 
[Schott] / op. 38 Spruchkantate fiir M'chor und Streichorch. (1 Trp. ad 
lib.) nach Gedichten von Eichendorff (1-5), 1933 [Hug] / op. 39 Musi- 
kalische Uebung fiir gem. Chor und Org. (12. Psalm nach Luther), 1934 
[M.] / op. 41 Das Gesicht Jesajas, Oratorium fiir Soli, gem. Chor, Org. 
und Orch., 1933-35 [Hug] / op. 49 Der 93. Psalm fiir gem. Chor uni- 
sono und Org., 1937 [Schott] / op. 53 Genug ist nicit genug, Kantate 
nach Gedichten von C. F. Meyer fiir gem. Chor mit Streichorch., zwei 
Trp. und Pk., 1938-39 [M.] / op. 54 Lob der Musik, Kantate fiir Soli 
Sopr., Bass [Ten. ad lib.]), gem. Chor und Orch. (Hug) / op. 56 ,,Laupen 
1339", Musik zu dem Radio-Horspiel von Hans Rych, fiir gem. Chor 
Baritonsolo und Orch. [M.]. 

Chorwerke a cappella; op. 2 Zwei Gesange fiir gem. Chor, 1923 [M.] / 
op. 3 Kantate fiir Tenor-Solo und gem. Chor nach biblischen Texten, 
1923 [M.] / op. 10 Motettc fiir M*chor und Knabenchor (Ich hebe 
meine Augen auf), 1925 [M.] / op. 17, Nr. 1 Acht Spriiche aus dem Cheru- 
binischen Wandersmann von Angelus Silesius fiir gleiche Stimmen, 1927 
[Hug] / op. 17, Nr. 2 Acht Spriiche aus dem Cherubinischen Wanders- 
mann von A. Silesius fiir gem. Chor, 1927 [M.] / op. 19 Ezzolied, Mo- 
tette fiir gem. Chor (4-8stg.) 1927 [M.] / op. 26 Funf Gesange fiir gem. 
Chor (Dehmel) Nr. 1-5, 1930 [M.J / op. 34 Neue Kraft, Suite nach Ge- 
dichten von Eichendorff, Tersteegen u. a. der Bibel fiir gem. Chor, 1932 
[Schott] / op. 35 Vier Mannerchore, 1932 [Arbeiter-Iiederbuch] / op. 47 
Mannerchore, 1936 [M.] / op. 51 Die Verkiindigung Mariae, Motette 
fiir gem. Chor> 1938 [Hug). 

Sologesang mit mehreren Instrumenten: op. 11 Drei Duette fiir zwei 
Sopranstimmen mit Begleitung einer Violinc nach Gedichten von Fried- 
rich Hebbel, 1926 [M.] / op. 20, Nr. 1 Rilke-Zyklus fiir Bass und 
Kammerorch., 1927 [M.J / op. 20, Nn 2 Rilke-Zykius n fiir Sopr. und 
Kammerorch., 1927 [M.] / op. 36 Herbst, Kantate fur Sopr. und Klavier- 
trio nach Gedichten von Morgenstern, 1932 fSchottj / op. 44 Die Ver- 
suchung Jesu, Kantate fur tiefe Stirame, Unisono-Chor ad lib. uod Org., 
1936 [M.] / op. 46 Das ewige Brausen fur Solo-Bass uad Orch. nach Ge- 
dichten von Hamsun (iibertragen von H. Hildbrunner), 1936 {M4* 
Lieder rnit Klavier: op. 4 Sieben lieder, 1924-25 [M.J / op. 5 Scdbs 
Lieder, 1923-25 [M.J / op. 6 Vkr Lieder (NachtliederX 1924 fM,} / 
Op. 9 Frage, Uederzyklus nach Gedicliten von Lenau, Eichendorff, Dei- 
mel, Spitteler, Fanihauser fur tiefe Stimme und Kkv^ 1925 pCl / 
op. 25 Zehn Zieder, 1930 fM.]. 

Orchestcrwerke: op. 12 Suite fur Orch. aus der Mwk za eiaem Veih- 
nachtsmarchen, 1926 [ML] / op. 21 Sympkmie ffir Ordi^ 1926-28 \M.\ / 
op. 37 Ulenspiegel- Variatkmen fur Orcfe., 1932 {Hj / op. 40 Fantatsic 



36 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

fiir Streichorch., 1934 [Schott] / op. 42 Kleine Serenade fur Streich- 
orch., 1935 [Schott) / op. 50 Konzert fiir Streichorch., 1937 [Schott] / 
op. 55 Toccata fur Streichorch., 1939 [M.] / op. 57 Hymnus fiir Orch., 
1939 [M.]. 

Konzertwerke: op. 7 Konzert fur Viol, und Orch,, 1925 [M.]. 
Kammermusik: op. 13 Streichtrio (Viol., Viola, VcL) in einem Satz, 
1926 [M.] / op. 14a Kleine 2-stg. Suite fur einige Instrumente (Bearb. d. 
Inventionen fiir Klav.), 1926 [M.] / op. 15 Kleine Serenade fiir Viol, 
und Viola, 1927 [M.] / op. 23 Streichquartett, 1929 [M.] / op. 43 Trio 
fiir Viol., Cello und Klav., 1936 [M.] / op. 45 Sonatine fur Viol, und 
Klav., 1936 [Schott] / op. 48 Suite fur zwei Viol, 1937 [M.]. 
Klaviermusik: op. 1 Fantasie fiir Klav., 1922 [M.] / op. 8 Variationen 
iiber ein Volkslied fur Klav., 1925 [M.] / op. 14 Inventionen fiir Klav., 
1926 [M-] / op. 16 Drei Praludien und Fugen fiir Klav., 1927 [M.] / 
op. 29 Variationen iiber ein Menuett von Haydn, 1930 [M.] / op. 31 
Kleine Stiicke, 1931 [M.]. 

Orgelmusik: op. 18 Zwei Triosonaten, 1927 [M.] / op. 28 Variationen 
iiber Hasslersche Choralsatze: Nr. 1 Aus tiefer Not, Nr. 2 In dulci 
jubilo, 1930 [Schott] / op. 32 Fantasie, 1931 [Schott] / op. 52 Sonatine, 
1938 [M.]. 

Busch, Adolf. * 8. August 1891 in Siegen fWestfalen). Mit elf Jahren 
wurde er Violinschiiler von W. Hess und Bram Eldering. Dirigier- und 
Kornpositionsstudien betrieb er bei Fritz Steinbach und Griiters und 
erfuhr Forderung durch Max Reger. Als Neunzehnjahriger begann er 
zu konzertieren und als Komponist hervorzutreten. 1917 wurde Busch 
als Nachfolger Henri Marteaus an die Berliner Hochschule fiir Musik 
berufen, an der er bis 1921 blieb. Nach dem Krieg spiel te Busch als 
erster deutscher Geiger wieder in Frankreich, England und Italien. 1927 
iibersiedelte er nach Basel (Riehen). Er unternimmt zahlreiche Konzert- 
reisen mit Rudolf Serkin (der sein Schwiegersohn wurde) und als Pri- 
marius des Busch-Quartetts. Ausgedehnte Konzertreisen (u. a. mit Tos- 
canini) fuhrten Busch in fast alie Lander Europas, sowie nach Amerika, 
Palastina, Aegypten. 1933 verzkhtete Busch auf seine Konzerttatigkeit 
in Detitschland. 1935 erwarb er das schweizerische Biirgerrecht. 
Kom positionen : 

Chorwerke mit Orchester: op. 17 Siafonische Phantasie fur Chor, Orch. 
und Org. [Br. & H.] / op. 32 Drei Gedichte von Morgenstern fur 
KInderstimmen und Orch. {M.| / op. 44b Vaterunser fur 8-stg. Chor, 
Orch. und Org. (Br. & H.] / op. 49 Requiem fiir Mignon fiir vier 
Kjiabenstimmen, gem. Chor und kleines Orch. [M.f / op. 51 Sinfonie 
b-Moll fiir Chor und Orch. JMJ. 

Chorwerke a cappella: op. 1 Darthiilas Gral^esang }M.j / op. 13 Zwei 
Grabgesange (Claudius) fiir 5-stg. Chor [M,J / op. 44a Vaterunser fur 
8-stg. Chor [M.]. 

Sologesang mit Instr.: op. 6b Ehiett fur Sopr^ Alt, zwei Viol, und Klav. 
(M.) / op. lla Vier Lieder fur 1 Singstimme mit Orch. oder Klav. [Sim- 
rock 1 / op. 23a Lieder fiir hohe Stimme, Gambe und Org. [M.] / 
op. 23b Lieder fur hohe Stimme, Viola und Klav. [M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 37 

Lieder mit Klavier: op. 3a, Nr. 1-3 [Simrock] / op. 3b, Nr. 1-2 [Sim- 
rock] / op. 6a Duett fiir Sopr., Alt und Klav. [M.] / op. 6b Duett fur 
Sopr., Alt, zwei Viol, und Klav. [M.] / op. lla Vier Lieder [Simrock | / 
op. 12, Nr. 1-5 Lieder [Simrock] / op. 23b Lieder fur hohc Stimme, 
Viola und Klav. [M.]. 

Orchesterwerke: op. 9 Variationen liber den Radetzkymarsch fur Orch. 
[Simrock] / op. 17 Sinfonische Phantasie fiir Chor, Orch. und Org. 
[Br. & H.] / op. 19 Variationen und Fuge iiber ein Thema von Mozart 
fiir Orch. [M.] / op. 22 Improvisation iiber ein Walzerthema von 
Strauss fiir Orch. [Br, & H.] / op. 28 Lustspiclouverture fiir grosses 
Orch. [Br. & H.] / op. 39 Sinfonie e-Moll [Br. & H.] / op. 41 Varia- 
tionen iiber ein Thema von Mozart fiir Orch. [Br. & H.] / op. 42 Kon- 
zert fiir Kammerorch. [M.] / op. 43 Konzert fur grosses Orch. [Br. & 
H.] / op. 46 Capriccio fiir kleines Orch. [Eulenburg] / op. 47 Intro- 
duction und Chaconne fiir Orch. [M.] / op. 51 Sinfonie b-Moll fiir 
Chor und Orch. [M.J. 

Konzerte: op. 8 Fantasie fiir Vcl. und Orch. [M.) / op. 20 Violinkon- 
zert a-Moll [Br. & H.] / op. 31 Konzert fiir Klav. und Orch. C-Dur 
[Br. & H.J. 

Kammermusik: op. 4 Praludium und Passacaglia d-Moll fur zwei Viol, 
und Klav. [Simrock] / op. 5 Streichtrio [M.j / op. 7 Suite fiir Viol, 
und Klav. [M.] / op. 14 Serenade fiir Streichquart. [Simrock J / op. 15 
Trio a-Moll fiir Klav., Viol, und Vcl. [Simrock] / op. 16a Suite fiir 
Viola solo [M.] / op. 16b Suite a-Moll fiir Vcl. [M.] / op. 18 Sonate 
fiir Vcl. und Klav. [M.] / op. 21 Sonate G-Dur fiir Viol, und Klav. 
[Br. & H.] / op. 24 Streichtrio fiir Viol, Viola und VcL [M.[ / op. 26, 
Nr. 1 Duett fur Viol, und Klar. fBr. & H.J / op. 26, Nr. 2 Introduk- 
tion, Thema und Variationen und Rondo fur Viol, und Klar. [Br. & H.| 
/ op. 26, Nr. 3 Deutsche Tanze [M.] / op. 29 Screichquartett in etnem 
Satz [Br. & H.] / op. 30 Divertimento A-Dur fiir 13 Soloinstnimente 
[Br. & H.] / op. 33 Suite im alten Stll fur Viol, und Orgel [Br. & H.) / 
op. 34 Quintett fiir Saxophon und Streichquart. [M.] / op. 35 Klavier- 
quintett c-Moll [Br. & H.] / op. 36 Fiinf Praludien und Fugen fur 
Streichquart. [Br. & H.J / op. 37a Suite fiir Bassklarinettensolo [M.] / 
op. 37b Suite fur Violincello Solo [M-] / op. 38 Suite fur Viol, und 
Klav. [M.] / op. 40 Sextett fiir zwei Viol., zwei Violas, zwei VcL 
[Br. & H.] / op. 45 Neun Stiicke fur Streichquartett [M.] / op. 48 Trio 
c-Moll fiir Viol., VcL und Klav. [M.] / op. 50a Sonate B-Dur fiir Viol, 
allein [M.] / op. 50b Sonate E-Dur fiir Viol, und VcL fM.j / op. 50c 
Sieben Bagatellen fiir Klar., Viola und VcL [M.J. 
Klaviermusik: op. 2 Variationen fiber ein Thema von Schubert fur 
zwei Klaviere [M.| / op, 10 Variationen fiir Klav. und anderc Klavier- 
stucke [M.] / op. 25 Sonate c-Moll [Br. & H.]. 

Orgclmosik: op. 19a Phantasie uber Mem Goct, warm feast dn mkb 
verksstn? [Br. & H.) / op. 27 Passacaglia tmd Fugc fBr. & H.J / op* 33 
Suite im alten Stil fur VioL und Org. {Br. & H.J. 
Heraansgaben; Violin-Kkviersonaten von Hau<iel, Solosonaten von 
Bach, Heine StScke von Corcii Tartmi, 



38 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Busoni, Ferruccio. * 1. April 1866 in Empoli bei Florenz, f 27. August 
1924 in Berlin. Der weltbekannte Pianist, Komponist und Musikastheti- 
ker, lebte wahrend des "Weltkrieges von 1915 bis 1919 in Zurich in 
freier Tatigkeit. Er schrieb hier die Opern Arlecchino und Turandot 
sowie den Text der Oper Doktor Faust. 1919 ernannte inn die Ziircher 
Universitat zum Dr. phil. h. c. Busoni ist wahrend seiner Ziircher Jahre 
vielfach dort und in andern Stadten als Konzertpianist aufgetreten. 
Lit. zur Ziircher Zeit: Hans Jelmoli, F. Busonis Ziircher Jahre, Ziirich 
1929 / Edgar Refardt, Briefe Busonis an Hans Huber, Zurich 1939 
(beides Neujahrsblatter der Allg. Musikges. in Zurich, im zweiten auch 
Angaben iiber T r eitere Busoni-Literatur und iiber die Ziircher und Basler 
Busoni-Programme) / Busoni. Briefe an seine Frau [Rotapfel, 1936] / 
H. S. Sulzberger, F. B. en Suisse, in: Schweiz. Musikjahrbuch [Hiini 1920]. 

Cairati, Alfredo. * 18. August 1875 in Mailand, studierte am dortigen Kon 
servatorium Klavier und Kontrapunkt und erwarb 1894 das Diplom 
fur das hohere Magisterium. Gesang studierte Cairati bei seinem Vater, 
der Lehrer der an das Konservatorium angeschlossenen Gesangschule 
und Dirigent des Mailander Domchores war. Als Assistent seines Vaters 
erwarb Cairati Erfahrung in der Biihnen-, Kirchen- und Konzertmusik. 
1894-96 war er Schiller Josef Rheinbergers an der Kgl. Akademie der 
Tonkunst in Miinchen, deren Kompositionsdiplom er erwarb. Einige 
Jahre widmete er sich dann Konzertreisen als Pianist sowie der Kompo- 
sition. 1908 wurde er an das Sternsche Konservatorium in Berlin be- 
rufen, an dem er bis 1916 eine Meisterklasse fur Gesang leitete. 1921 
iibernahm Cairati eine Hauptklasse fur Gesang an der 'Wurttembergi- 
schen Hochschule fur Musik in Stuttgart und die Leitung des Hoch- 
schulchores. Gleichzeitig unterrichtete er in Zurich, wo er eine Gesang- 
schule (Accademia del Canto) griindete und die Solisten-Vereinigung 
Camerata dei Madrigalisti ins Leben rief. 
Kompositionen; 

Biihnenwerke: Un sogno, Poeme lyrique in einem Akt [M.] / Giorgione, 
Oper in drei Akten [M.]. 

Chorwerke: Canti Lombardi fur M'chor a cap. {M.] / Drei Galgenlieder 
fur gem.Chor mit Begleitung [ Euterpe- Verlag, Stuttgart-Zurich J / 
Vater unser Ave Maria fiir gem. Chor a capp. [M.] / Microcosmo, 
Kantate fiir Chor, Soli und Orch. [M.] / Scherzo diabolico fiir gem. 
Chor iM.1. 

Sologesang mit Begleitung: Acht Gesange {Albert Stahl, Berlin] / Fon- 
tainebleau, Ballade fur Bass [Euterpe] / Drei Gedichte [Euterpe] / Das 
FIdteniied des Herbstes [Euterpe] / Soleils couchants [Euterpe] / Funf 
italienische Volksweisen [Euterpe] / Drei Madrigali fur 1 Singstirnme 
und Streichquart. [Euterpe] / "Wintermondnachte, Zyklus van Morgen- 
stern [Euterpe] / Alpenfohn Alia Luna, zwei Gesange {Euterpe] / 
Drei Galgenlieder von Morgenstern fur 1 Singstimme und Klay. (Eu- 
terpe] / Canti di natale, Weihnachtsgesange [Euterpe] / Monolog der 
Hekuba an die Trojanerinnen (Etiripides) fiir Alt und Orch. [Euterpe], 
Orchesterwerke: Paradossi, Suite fiir Orch. |M.j. 



SCHWEIZER MUSIKEKLEXIKON 39 

Kammermusik: Sonata In drei Satzen fiir Viol, und Klav. [Euterpe]. 
Klavierwerke: PassacagUa e Fuga fiir zwei Klaviere [M.[ / Six Fences 
poetiques fiir Klav. [Bote & Bock] / Six Melodies de Jeunesse fiir Klav. 
[Zimmermann, Leipzig] / Fiinf Kompositionen fiir Klav. [A. Schmidt, 
New York]. 

Bearbeitungen und Neuausgaben: d' Albert, Tiefland [Bote & Bock] / 
Leoncavallo, ,,Boheme" [Sonzognoj / Sinfonie in C-Dur von Sibelius 
[SchlesingerJ / Suite von Tor Aulin [Schlesinger] / Zwoif Duette von 
Durante [M.] / Zwei Arien von Mozart fiir Sopr. und Alt [M.j / Arie 
von Handel [Euterpe] / Kantate von Alessandro Scarlatti [M.] / Histo- 
ria di Jephte, Oratorium von Carissimi [M.]. 
Aufsatze in: Le Monde Musical, 1929. 

Vortage: Kongress der Internal Ausstellung Paris, 1937 / Internat. Kon- 
gress fiir Singen und Sprechen in Frankfurt a, M., 1938. 

Calvin, Jean. * 10. Juli 1509 in Noyoa (Picardie), f 27. Mai 1564 In Genf. 
Der Reformator, der 1536-38 und vieder seit 1541 In Genf lebte, hat 
schon 1539 in Strassburg eine Psalm enausgabe veranstaltet, aus der zehn. 
Melodien in den spatern Psalter iibergingen. Dieser (La forme des 
prires et chants ecclesiastiques, 1542) enthielt zu einstlmmigen Melo- 
dien auch einige von Calvin selbst gedichtete Psalmen, die in spatern 
Ausgaben durch Dichtungen von Clemens Marot ersetzt, seit 1551 fer- 
ner durch die Dichtungen von de Beze erganzt wurden. Der ganze 
Psalter lag 1562 fertig vor. Wer die Melodien bearbeltet oder wer in 
Calvins Auftrag zu den Psalmen neue komponiert hat, 1st nlclit skher 
festgestellt. 

Lit.: R. R.Terry, Calvins first Psalter, ed. with critical notes, London 
1932, dazu das Referat von Cherbuliez, in: Der Organist, 12, 1934, Nr. 2. 

Casella, Leopoldo. * 12. Dezember 1902, aus Barbengo (Tessin), Snidkrte 
1911-13 am Konservatorium in Parma (Attilio Brugnoli), 1913-20 am 
Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. (Engesser^ Sekles). Hier- 
auf war er Pianist am Radio Bern, von 1932-38 muslkalischer Leiter des 
Radio Monte Ceneri, welches Amt er seither mit Otmar Nussio tetlt. 
Seit 1937 1st Casella Vorstandsmitglled des Schwelz, Tonkunstlervereins, 

Chak, Charles. *26.Marz 1885 in Pans, studlerte in Paris und Genf 
(Barblan). Chaix 1st seit 1910 Theorielehrer am Genfer und seit 1925 
auch am Lyoner Konservatorium. 
Kompositionen : 

Chorwerk nut Orchester: op. 5 Poeme funebre (In paradisum) poor 
soli, choeur et orch [Henn]. 

Chorwerke a cappella: op. 4 Deux Motets pour choeur mixte [C Hiagae- 
nia, Le Locle] / op. 6 Motet a quatre vok: O doctor opcin^ |Hena{ / 
op. 9 Cinq Chansons populalres de Savoie |jcmr quatre T<jii ndbctes 



Uecfer: op. 10 Les chants dn pgeoankr (Lotiis PIze) 4 mBfy&s^ poor 

sc^r. et piano {Ed. du Siecle muskai, GeEi^ve}, 

Orclicsterwerkc: op. 2 Scherzo poor occk fHwa| / oft 3 Ike Sympfao- 



40 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

nie, en r majeur [Hermj / op. 8 2me Symphonie, en ut majeur [A la 

Cite*, Ed. music., Corraterie, Geneve]. 

Kammermusik: Klaviertrio [M.J. 

Orgelmusik: op. 1 Sechs Choralvorspiele [Leuckart]. 

Neuausgabe: Le Devin du village von Rousseau [Hennj. 

Padag. Werk : Elements d'ecriture musicale (traite d'harinonie) [Ed. du 

siecle musical, Geneve]. 

Cherbuliez, Antoine-Elisee. * 22. August 1888, von Genf tind Bern, stu- 
dierte an den Universitaten Zurich und Strassburg und an der ETH in 
Zurich, zugleich an den Konservatorien in Zurich und Strassburg. 
1913-15 widmete er sich Violoncellostudien bei Georg Wille in Dres- 
den, 1913-16 war er Kompositionsschuler von Max Reger. 1916-18 be- 
trieb er musikwissenschaftliche Privatstudien in Berlin und war zugleich 
Assistant von Siegfried Ochs am Philharmonischen Chor Berlin. 1918-22 
war Cherbuliez Musikdirektor in Wattwil (St. Gallen), seit 1922 lebt er 
in Chur, wo er Lehrer an der Musikschule Chur ist. Seit 1923 wirkt er 
als lehrbeauftragter Dozent fur Musikwissenschaft an der Universitat 
Zurich, 1932 wurde er Tit.-Prof. und Vorstand des musikwissenschaft- 
lichen Seminars. Seit 1926 ist er ausserdem als Dozent an der Volks- 
hochschule Zurich, als Musikschriftsteller und Musikreferent der ,,Neuen 
Bundner Zeitung" tatig. 1938 wurde Cherbuliez President des Schweiz. 
Musikpadagogischen Verbandes sowie der Ortsgruppe Zurich der 
Schweiz. Musikforschenden Gesellschaft. 
Veroffentlichungen: 

Biicher und Separatdrucke (Auswahl): Die Schweiz in der deutschen Mu- 
sikgeschichte [Huber, Frauenfeld 1932] / Gedankliche Grundlagen der 
Musikbetrachtung [Hug, 1923) / Peter Cornelius [Hug, 1925] / Joseph 
Haydn [Hug, 1932] / Singbewegung und Schule [Bischofberger, Chur 
1934 j / Romanische und deutsche Schweiz, in Guido Adlers Handbuch 
der Musikgeschichte [H. Keller, Berlin 1930] / Richard Wagner [Bi- 
schofberger, Chur 1933] / Johannes Brahms, Wege zum Verstandnis 
selaer Kunst, 1934 / J. G. Salis-Seewis und das deutsche Lied, 1935 / Das 
Volkslied in Graubunden, 1937 [a!le ibid.) / Zum Problem der religiosen 
Musik, in: Scbweiz, Jahrbuch fur Musikwissenschaft, I, Basel 1924 / Ueber 
die Anwendung der Sieversschen Methoden auf die musikalische Inter- 
pretation, in: Bericht fiber den musikwissenschaftlichen Kongress in 
Basel, Leipzig 1924 / L'unke du temps et sa division, in: Compte rendit 
du ler congres du Rythme, Geneve 1906 / Zur Frage der Schweizeri- 
schen Landeshymne, in: O mein Heimatlamd, Bern 1926 / Die Schweizer 
Landschaft im Spiegel der schweiz^rischen Musik, in: O mem Heimat- 
land, Bern 1928 / Pestalozzis Anregungen auf dem Gebiete der Musik- 
padagogik, in: O mein Heimadand, Bern 1933 / Beitrage zur Geschichte 
der Musikpflege in Graubiinden, in: Schweiz, Jahrbuch fur Musikwis- 
senschaft V, Aarau 1931 / Zur harmonischen Analyse von Mozarts 
Streichquartett in C-Dur, in: Bericht uber die Salzbtirger musikwissen- 
schaftliche Tagung, Leipzig 1932 / Stilkritischer Vergleich von Mozarts 
beiden g-Moll-Sinfonien, in: Bericht iiber die Salzburger musikwissen- 
Tagung, Leipzig 1932 / La musique en Suisse, in: Diction- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 41 

naire historique et biographique de la Suisse, Supplement, Neuchatel 
1934 / Die Musik in der Schweiz, in: ibid., deutsche Ausgabe / Biblio- 
graphic (avec preface) de ,,Musique et chansons populates", Section 
Suisse, hrg. vom Internat. Institut fiir geistige Zusammenarbeit, Paris / 
Quellen und Materialien zur Graubiindner Musikgeschichte, in: Jahres- 
bericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft Graubiinden, Chur 
1938 / Der unbekannte Nageli [Bischofberger, Chur 1938) / Verdi in 
seinen Brief en [Bischofberger, Chur 1939]. 

Zeitschrifrenaufsatze (Auswahl): Max Reger und die Meininger Hof- 
kapelle [SMZ, 1917-21] / Psychologic der Kadenz [SMpBl., 1922 Nr. 5 
und 6) / Das Wesen der Musikkritik [SMpBl., 1926, Nr. 8-10; Nr. 13] / 
Gedachtnisrede an der Beethovenfeier in Davos [Davoser Revue, 1927, 
Nr. 7-8] / Schweiz. Musikpflege im Mittelaker [Blatt fiir Wissenschaft 
und Kunst, Zurich 1927, Nr.3; 1928 Nr. 4] / Note sur I' Art de la 
Fugue de J.S.Bach [SMpBl.,, 1928, Nr.4-5] / Zwingli und die refor- 
mierte Kirchenmusik [Der Organist, Zurich 1931, Nr.6; 1932, Nr. 1] / 
Probleme und Problematik der Schweizer Musikgeschichte [Der An- 
bruch, Wien 1932, Okt.] / A propos de i'hlstoire de la musique en 
Suisse [SMpBL, 1933, p. llff.j / Richard Wagner als musikalischer Er- 
zieher (SMpBL, 1933, p. 49ff.] / Zur Kontroverse uber die Herkunft 
von Ludwig Senfl [Acta musicologica, Leipzig 1933, p. 169ff.] / Zwingli, 
Zwick und der Kirchengesang [Zwingllana, Zurich 1926, Nr, 12] / 
Das Gesangbuch Ambr. Blaurers und die Chronologic der Schweiz. re- 
formierten Gesangbiicher [Zwingllana, 1933, p. 4l7ff.] / Calvins erstej 
Psalter [Der Organist, Zurich 1934, p. 2Qff.] / Graviseths ,Heuthelia* 
iiber musikalische Auffiihrungspraxis [MitteiL d Schw. musikforsch 
Gesellschaft, Zurich 1934, p. 14ff.] / Der Ausklang des nrnsikalischeiv 
Hochbarock [SMpBL, 1935, p. 69ff.] / Die Hamburger Bachorgel [Der 
Organist, Zurich 1935, p. 80ff.] / Volksrmisik In der Schweiz fDie 
Volksmusik, Berlin 1937, April] / Ferner zahlrekhe Aufsatze m musi- 
kalischen Fachzeitschriften und in der Tagespresse, 1932-38 regei- 
massige Vorbesprechungen grosserer Konzerte der Studios Zurich, Basel, 
Bern in der Schweiz. Radio-Zeitung (Zofingen). 

Combe, Edouard. * 23. September 1866 in Aigle (Vaadt), studierte Musik 
bei Justin Bischoff in Lausanne, am Genfer Konservatorium und bei 
Guilmant in Paris. 1891-93 war er Sekretar von Charles Lamoureux, 
1893-94 der Concerts d'Harcourt. 1895-% leitete er die Kasinokonzerte 
von Ghesireh in Kairo. 1896 wurde Combe Lehrer fur Instrumentation 
am Genfer Konservatorium. Aufsatze fiber Musik verdff entlichte Combe 
in der Gazette musicale de la Suisse romande, in der ^Actualite"", in der 
Vie musicale, deren Redaktor er bis 1908 war, sowie in der Gazette de 
Lausanne und in Wissen und Leben, Von Combes Aufsatzen in der 
Semaine litt^raire sind die humoristisch gehaltenen mit C Sharp ge- 
kennzelchnet. Ein von Combe am 2. November 1898 in der Gazette de 
Lausanne veroffentlichter Aufruf (abgedmckt in der Festsduift des 
Tonkfiristlervereins, S. 35) gab den Anstoss zur Grimdm^ des Scfrsreiz. 
Tonkfinsderverems, dessen Vorstand Combe bis 1918 |ia weldiem Jalsrc 
er zum Ehremttit^iied ernannt wurde} als Sefeetir ar^e^orte, 



42 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Kompositionen: 

Chorwerke mit Orchester: Moisson (P. Verlaine) fur gem. Chor und 
Orch. [M.]. 

Mannerchore: Chanson de 1'archer / Comme 1'eau / Memoria / Chan- 
son d'autan / Dans les bois [alle bei Henn] / Printemps [Foetisch] u. a. 
Sologesang mit Orchester oder Klavier: Deux Melodies (A. Douglas) 
pour sopr. et orch. [Torquai: Paish & Co.] / Le son du cor (Ver- 
laine) chant et piano ou orch. [Foetisch] / Ah! sur mon front brulant 
(Bussy) pour ten. et orch. ou piano [M.] / Mouvement vive* (J. Riche- 
pin) pour basse et piano [M.}. 

Orchesterwerke; Les Alpes, sinfonische Dichtung / Adagio symphonl- 
que fur Orch. / Teilouverture fur Orch. / Suite de la grotte aux fees / 
L'appel a la route, Marche / Pioupiou et Nourriers, Polka / Varia- 
tions gracieuse et variation grave, deux airs de ballet / Le chant du 
patre / Marianne, valse [alles M.]. 
Biicher: Les chefs d'oeuvres du repertoire [Payotj. 
Zahlreiche Aufsatze in den oben genannten Zeitungen und Zeitschrif- 
ten / Le Festspiel, in: La Suisse qui chante [Freuweiler-Spiro] / daselbst 
deutsch, in: Die Schweiz die singt [Rentsch] / Sclrweizer Tonkiinstler, 
Sonderheft (deutsch und franzosisch) von ,,Die Kunst in der Schweiz", 
Genf, 1931, Nr. 12. 

Conrad, Max. * 11. August 1872 in Berlin, studierte Musik in Berlin (Kla- 
vier bei G. A. Papendierck, Theorie bei Ludwig Bussler). Seit 1894 
wirkte Conrad als Theaterkapellmeister an verschiedenen Biihnen (Er- 
furt, Reval, Riga, Bern, Kiel u. a.), ab 1900 am Ztircher Stadttheater, 
wo er seit Kempters Tod als koordinierter 1. Kapellmeister bis zu seiner 
Pensionierung (1937) tatig war. Dem Ziircher Stadttheater blieb er 
weiterhin als Dramaturg verbunden. Conrad, der 1928 das Schweizer 
Biirgerrecht erwarb, unterrichtet seit 1937 am Buhnenstudio Zurich 
und seit 1939 auch an der Musikakademie Zurich (Gesangsensemble- 
Klasse). 

Kompositionen ; 

Buhnenmusiken zu: Wie es euch gefallt (Shakespeare) [M.] / Und Pippa 

tanzt (Gerhart Hauptmann) fM.1 / ferner zu den Weihnachtsmarchen: 

O Tannebaum (Martin Frehsee) [Harmonic- Vexlag, Berlin] / Die Berg- 

fahrt der Prinzessin (Ernst Zahn) [M.]. 

Lieder end Gelegenheitswerke. 

Publikation: Lothar Kempter, Neujahrsbiatt 193S der AMG, Zurich 

[HugJ. 

CorrMori, Lock. * in Luzern, studierte Gesang in Zurich, Mailand und 
Wien. Sie war und ist an verschiedeiien Opernbiihnen Deutschlands 
und der Schweiz (Z&rldi, Luzern) tatig und hat als Konzertsangerin 
(Koloratursopran) Deutschknd, Holland, Frankreicli nud die Schweiz 
bereist. Auch bei den Salzburger Festspielwochen Eat Lucia Corridori 
mitgewirkt. Sie lebt in Luzern. 

Ccmrvoiskr, Walter. * 7. Februar 1875 in Rickey (Basel), f 27. Dezember 
1931 in Locarno, Ursprunglich Medkiser wurde Courvoisier 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 43 

Schiller Ludwig Thuilles in Miinchen. 1910 erhielt er eine Berufung als 
Lehrer an die Miinchner Akademie der Tonkunst (jetzt Hochschuie), 
1920 wurde er Professor und Leiter einer Kompositionsklasse. Cour- 
voisier, der einer der fiihrenden Kopfe und insbesondere ein kultivierter 
Lyriker der sogenannten Miinchner Schule war, hat auch als Pada- 
goge eine fruchtbare Tatigkeit entfaltet. Eine grosse Zahl von jiingern 
Schweizer Musikern ist durch seine Schule gegangen. Courvoisier hielt 
zeitweise auch an der Miinchner Universitat Vorlesungen. 
Kompositionen : 

Biihnenwerke: op. 25 Lanzelot und Elaine, Musikdrama von Walter 
Bergh, Miinchen 1917 [Dreimaskenverlag, Miinchen] / op. 30 Die Krahen, 
Lustspiel in einem Akt von Alois Wohlmuth, Miinchen 1921 [Dreimasken- 
verlag] / Der Siinde Zauberei, Oper nach Calderon von Eichendorff, 
1929 [M.J. 

Chorwerke: op. 5 Gruppe aus dem Tartarus fur Chor und OrcL [Ries 
& Erler] / op. 11 Der Dinurstrom, fur Chor und Orch. [R. & E.) / 
op. 12 Das Schlachtschiff Temeraire, fur M'chor uiid Orch. [R. & E.j / 
op. 26 Auferstehung, Oratorium nach Worten der heiligen Schrift von 
A-BerthoIet (Basel 1917) [Tischer & Jagenberg, KSln] / op. 33 Man- 
nerchore [Zurich, Liederbuchanstalt (Neue Gesange schweiz. Autoren)] 
/ op. 34 Fiinf Lieder fur gem. Chor a capp. [Hug], 

Lieder: op. 1 Sechs Lieder [R. & E.] / op. 2 Sieben Lieder [R. & E.] / 
op. 3 Acht Gedichte von Anna Ritter [R. & E.] / op. 4 Die Muse (Leut- 
hold) fiir Barit. und Orch. [R.&E.] / op. 6 Sechs Lieder [R.&E.J / 
op. 7 Fiinf Lieder [R. & E.] / op. 8 Sieben Gedichte von Peter Cor- 
nelius [R. & E.] / op. 9 Sechs Gedichte von Theodor Storm [R. & E,] / 
op. 13 Sechs Gedichte von Theodor Storm und Klaus Groth [R. & E.J / 
op. 14 Fiinf Gedichte von ^ilhelm Hertz {R. & E.] / op. 15 Drei Ge- 
dichte von Emanuel Geibel (R. & E.] / op. 16 Funf Gedichte von Fried- 
rich Hebbel {R. & E.} I op. 17 Fiinf Gedichte von Peter Cornelius 
[R. & E.] / op. 18 Zwei Sonette von Michelangelo und ein altitalieni- 
sches Sonett [R. & E.] / op. 19 Sieben Gedichte von Emanuel Geibel 
[R. & .] / op. 23 Sieben alte deutsche Gedichte [R. & E.I / op. 24 
Lieder [M.] / op. 27 Geistliche Lieder, 5 B'ande (Tischer & Jagenberg] / 
op. 28 Kleine Lieder zu Kinderreimen, 4 Bande [Tischer Sc Jagenberg} / 
op. 29 Lieder auf alte deutsche Gedichte, 4 Bande [R. & E.] 
Orchesterwerke: Symphonischer Prolog zu Spittelers Qlymplschem 
Fruhling, 1905 [M.]. 

Kammermusik: op. posth. Langsamer Satz fur Streichquartett [Ries & 
Erler] / op. 31 Sechs Suiten fiir Violine solo [Tischer & JagenbergJ. 
Klavierwerke: op. 20 Passacaglia und Fuge fur Klavier [Verkgsaastah 
deutscher Tonsetzer, Berlin (Sammiung n<raer Meister)j / op. 21 Vam- 
tkmen und Fuge iiber ein eigenes Thema {Ries & Erler} / op. 22 Yaria- 
tioaea fiber ein eigenes Therna {M,} f 

AofsStze: Vorwort zu R. Schumann, Fraaien-Uebe uad -Ldbea. Musika- 
liscke Stemknbtchcr, 1921 [Dreiimskwverlag} / Udbec Emeliungs- 
fragen aus dein Gd>iete der Miisiktkcorie, mi Be^sefarife zimi 



44 SCHWEIZER 3VHJSIKERLEXIKON 

gen Bestehen der Akademie der Tonkunst in Mtinchen, 1924 / Auf- 

stieg, in: Deutsches Musik jahrbuch, 4. Band, 1926. 

Lit.: Th. Kroyer, Waiter Courvoisier, 1929 [Dreimaskenverlag Miinchen] 

Cron, Joseph. * IS.Marz 1888 in Brubadi bei Miilhausen (Elsass), stu- 
dierte an den Konservatorien Basel und Berlin. 1909-14 war er Musik- 
lehrer in Zillisheim (Elsass), 1916-17 am Stadttheater Saarbriicken, 
1917-19 am Stadttheater Basel tatig. Seit 1918 wirkt Cron als Gesang- 
lehrer am Konservatorium in Basel. Er war ausserdem Dirigent des Re- 
veillechors der Easier Liedertafel und ist Griinder und Leiter des Cron- 
schen Privatchors und Musikredaktor am Basler Volksblatt. Als Sanger 
konzertierte Cron in der Schweiz, in Deutschland, Holland und Frank- 
reich. 

Cuenod, Hughes. * 1902 in Vevey, studierte am Institut Ribaupierre, am 
Basler Konservatorium und in Wien. Kurze Zeit war er Gesanglehrer am 
Genfer Konservatorium, Er lebt als Theater- und Konzertsanger (Tenor) 
in Paris. Cuenod setzt sich besonders fur alte und moderne Kammer- 
musik ein. Er unternimmt Konzertreisen in zahlreichen europaischen 
Landern. 

Curti, Franz. * 16. November 1854 in Kassel, f 6. Februar 1898 in Dresden. 
Sohn des au Rapperswil stammenden Opernsangers Anton Curti. Auf- 
gewachsen in Rapperswil, Zahnarzt in Dresden seit 1880, studierte da- 
neben Musik bei H. Schulz-Beuthen und schrieb zahhreiche Lieder und 
Mannerchore, namentlich aber die Opera: Hertha (Altenburg 1887), 
Eriost (Mannheim 1894), Lili-Tsee (Mannheim 1896), Das Rosli vom 
Santis (Zurich 1898), Reinhard von Ufenau (Altenburg 1889) und 
Schauspielmusiken, Kantaten usw^ sowie cine Sinfonie, eine Orchester- 
suite Die Schweiz und Kammermusik. 
Lit.: H. Jelmols Neujahrsblatt der Allg. Musikgesellschaft Zurich, 1909. 

David, Karl Heinrich. * 30. Dezember 1884 in St. Gailen, stammt aus Basel, 
wo er die Schulen besuchte. Seine musikalischen Studien absolvierte er 
am Kolner Konservatorium und bei Ludwig Thuille in Miinchen. 1910-14 
war David Lehrer am Basler Konservatorium. Nach Aufenthaken im 
Ausland liess er sich in Zurich nieder, wo er seit 1928 als Komponist 
und Schrif tleiter der Schweizerischen Musikzeitung (als Nachfolger Ernst 
Islers) wirkt. 
Kompositionen : 

Opern und Festspiele: Aschenputtel, dramat. Marchenspiel (Basel 1921) 
[M.I / Der Sizilianer, nach Moliere (Zurich 1924) [M.] / Traumwandel, 
lyrische Oper nach Turgen}ew (Zurich 1928) [M.] / Die Bundesburg, 
Festsplel fiir die Schweiz. Landesausstellung in Bern 1914 [M.] / Jugend- 
festspiel, Zurich 1927 [M.j / Weekend, Vier Szenen mit Musik {M.J 
Chorwerke mit Orchester: Das hohe Lied Salomonis [Nationalausgabe a 
Hugl / Sechs Gesange fur Frauenchor und Orch. }Br. & H.] / Schnit- 
terlied (C. F. Meyer) fur gem. Chor und OrcL, 1912 [M.] / Kantatc 
nach Minneliedern (Zurich 1935) [M.] / Abendmusik, sinfonische Kan- 
tate nach akern Gedichten fiir Soli, Chor und Orch., 1936 [M.J. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 45 

Mannerchore: Lied (zu singen bei elner Wasserfahrt) / Wanderschaft / 
Sehnsucht / Der Morgen / Romanze / Der frohKche Musikus, auch 
franz,; Le joyeux musicien / Jagdlied, auch franz.: Chant de chassc / 
Landeshymne (aus: Die Bundesburg) / Drei alte Weisen (Abschied, ,,Sag } 
was hilft", Musica) / Das weisse Kreuz auf rotem Grund [alle bei Hug]. 
Sologesang mit Instrumenten oder Klavier: Venedig (Nietzsche) fur 
Singstimme, Viol., Viola und Vcl. (1923) [M.j / Drei Lieder mit Klav. 
[Hug] / Drei Gedichte von Th. Storm fiir 1 Singstimme mit Klav. 
[Hug] / Drei Gedichte von Salomon Gessner fiir 1 Singstimme und 
Orch. 1920 [M.]. 

Orchesterwerke: Serenade in g-Moll fiir Orch. 1910 [M.[ / Serenade 
in F-Dur fiir Orch. 1912 [M.] / Rornische Suite fiir grosses Orch. 
[Br. & H.] / Zwei Stiicke fiir zwei Klaviere und neun Blaser 1926 
[M.] / Ballett fiir Orch. 1930 [M.] / Partita fiir Streichorch. und PL 
1935 [Univ.-Edit., Wien] / Concert drolatique fiir Kammerorch. 1936 
[M.] / Prelude fiir Orch., 1939 [M.]. 

Konzertante Werke: Konzert fiir Viol und Orch. in B-Dur 1917 (M.] / 
Andante und Rondo fiir Viol, und Orch. 1926 [M.] / Konzert fiir Vcl. 
und Orch. 1938 [M.]. 

Kammermusik: Trio g-Moll fiir Viol., VcL und Klav. [Hug] / Streich- 
quartett in F-Dur 1911 [M.] / Streichquartett in B-Dur 1917 [M.) / 
Streichquartett in E-Dur 1921 [M.] / Streichsextett in a-Moll 1915 
[M.] / Streichsextett-Divertimento in d-Moll 1922 [M.] / Quartett in 
c-Moll fiir FL, Viol, Viola und VcL 1923 [M.] / Streichquartett 1933 
in einem Satz [Hug] / Capriccio fiir VioL und Viola [Hug] / Quartett 
fiir VioU Altsaxophon, VcL und Klav. 1934 [M.] / Sonate fur VioL 
und Klavier, 1939 [Univ.-Edit.]. 
Klaviermusik: Drei leichte Klavierstucke [Hug). 
Orgelmusik: Praludium und Toccata in E-Dur 1934 [M.J. 
Verschiedenes:Morgenmusik fiir Sing- und Spielkreise (Schulmusik) fur 
Singstimmen, VioL, VcL, FL. Gitarren [Hug]. 
Musikalische Auf^tze namentlich m der SMZ und in der NZZ. 

Dechant, August. * 29. November 1873 in Wiirzburg, besuchte die Kon- 
servatorien von Niirnberg und "Wiirzburg und war Theaterkapellmeister 
b Regensburg, Niirnberg, Augsburg, Krefeld, Kiel, Konigsberg, Karlsbad- 
Teplitz, Wien und St. Gallen. Seit 1912 wirkt er als Chorleiter von 
Vereinen (Manner- und Frauenchoren) sowie als zweiter Kapellmeister 
des Konzertvereins (Volks-Sinfoniekonzerte) in St. Gallen, wo er 1921 
das Burgerrecht erwarb. Dechant hat auch verschiedene Chorlieder und 
kleine Festspiele, sowie Orchesterbearbeitungen geschrieben. 

Demierre, Francois. *3.Juni 1893 in Vevey, studierte Musik in Lausaaae 
und Paris. Seit 1919 ist er Organist an St. Martin ia Vevey. Demierre 
lebt in Vevey, wirkt aber auch als Muslkleiirer am lastitut de R2>osi- 
plerre in Lausanne. 
Komposltionen ; 

Chorwerke: Cantate de Noel pour choctir inixte, diaestr cfeafaats et 
org. |M.| / Cantate pour I^inauguratioQ <fini s^nctaairA p<r clioetjr 
mixte, dkoeur d*enfants trp^ tromb^ timb. et 0*$. 



46 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Lieder: Deux chants religieux, 1924 [Foetisch] / Quatre chants reli- 
gieux, 1938 [FoctischJ / Melodies direrses, religieuses et profanes [M.]. 
Klayiermusik: Pages enfantines (dix pieces faciles) [Senart] / 24 Preludes 
dans tous les tons majeurs et mineurs (premier serie, facile) [Senart} / 
24 Preludes dans tous les tons majeurs et mineurs (deuxieme serie, 
moyenne difficult^) (MJ. 

Denereaz, Alexandre. * 31. Juli 1875 in Lausanne, studierte daselbst am 
College classique, Klavier- und Harmonie-Unterricht bei Ch. Blanchet, 
hierauf am Konservatorium in Dresden (1891-95), (Komposition bei 
Felix Draeseke, KlaTier bei C. H. Doring, Orgel bei Jannsen), wo cr den 
Kompositionspreis erwarb. 1896 wurde Denereaz als Nachfolger von 
Ch. Blanchet Organist an St.Fran?ois in Lausanne, im gleichen Jahr 
Lehrer am Konservatorium Lausanne (Harmonielehrer, Kontrapunkt, 
Komposition, Padagogik und Orgel). Von 1897 bis 1934 dirigierte Dene- 
raz den Mannerchor Lausanne. Seit 1919 ist er Privatdozent an der 
Universitat (musikaKsche Aesthetik). 

Kompositionen: 

Chorwerke (weltliche, Kantaten): La cnasse niaudite, pour choeur 
d'hommes et orch. / Les Aurores lointaines / Mil-huit-cent-trois / 
Pestalozzi / Kirchenkantaten: Noel pour soli et choeur mixte / Laus 
Deo / Clart^s de Noel / Manner-, gemischte und Kinderchore, Chor- 
partitur zu Dime (R. Morax) fiir Meziere, Romanische Mannerchore. 
Sologesang nut Orchester: La ronde des Feuilles, scenes pour sopr. et 
orch. 

Orchesterwerke: Vier Symphonien / Concerto grosso pour org, et 
orch. / Ouyerture Belletrienne / Ouverture de F^te / Slnf, Dichtungen: 
Quand le prmtemps fleurit la Terre / Quand l^Ete doie la Moisson / 
Quand Tautomne empourpre les Bois / Quand Thiyer envahit la Mon- 
tagnc / Le Rve / Autour du monde (Le Pont du Card, Ravenne, le 
Soleil du Sahara) / Au tombeau tie Tut-ank-Amon / La Guerre, epo- 
pee symphonique / Scenes de la Tie de cirque. Variations pour orch. / 
La Kalenda maia, scenes pour deux viol, et orch. 

Kammermusik: Quatuor (re-ma j.) / Quatuor (sol-min.) / Le Corbeau et 
le Renard / La chene et le Roseau pour viol,, cello et piano. 
Orgelmusik: Sonate pour viol et org. / Sonate tragique pour org. 
Schriften: L'eVoIution de Fart musical depuis ses origines jusqu'a Te- 
poque moderne, Lausanne 1919 / La Musique et la vie interieur (avec 
L. Bourgues) [Alcan, Paris 1920], dazu als Supplement: L'arbre g^nea- 
logique de 1'art musicale [Alcan^ Paris] / Rythmes humaines et ryth- 
mes cosmiques / La garame, ce problemc cosmique / Cours d'harmonie. 

Denzler, Robert F. * 19. Marz 1892 in Zurich, studierte Musik bei Volk- 
mar Andreae in Zurich. 1911-12 war er Korrepetitor bei den Festspielen 
in Bayreuth und an der Kolner Oper, 1912-15 Sta'dt. Musikdirektor in 
Luzern (Sinfoniekonzerte, Oratorienauffiihrungen mw.) 9 1915-27 erster 
Kapellmeister der Ziircher Oper, 1925-31 Gastdirigent der Wagner- 
Festspiele in Genf (Erstauffiihrungen von Rheingold, Gotterdammerung, 
Parsifal), 1920-31 Gastdirigent von Konzerten und Tourneen mit dem 
Orchestre de la Suisse romande, 1917-27 Dirigent des Lehrergesang- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 47 

vereins Zurich, 1927-32 erster Kapellmeister dcr stadt. Oper in Berlin. 
Er lebt scit 1934 als musikalischer Oberleicer des Stadttheaters in Zurich, 
iro er wichtige Ur- und Erstauffiihrungen leitetc (Alban Berg: Lulu, 
Paul Hindemith: Mathis der Maler, Schostakowitsch: Lady Macbeth, 
Strauss: Schweigsame Frau und Friedenstag, usw.). Denzler war leiten- 
der Griinder des Radio-Orchesters Lausanne (1935). Er wirkt als stan- 
diger Gastdirigent in- und auslandischer Konzerte, z. B. der Philharmo- 
nischen Orchester Berlin und Paris und des Orchestre Pasdeloupe in 
Paris. 1939 leitete Denzler mit dem Ensembles des Ziircher Stadtthea- 
ters und dem Arnsterdamer Concertgebouw- Orchester Hindemiths Ma- 
this der Maler in Amsterdam. 
Kompositionen: 

Chorwerke: Bergsmfonie fur Soli, M'chor, Knabenchor, Orch. und Org, 
(nach Scheffels Bergpsalmen) [M.]. 

Sologegsang mit Orchester oder Klavier: op, 2 Drei Lieder mit Klav. 
[Hiini] / op. 5 Drei Lieder mit Klav. [Hiim] / op. 6 Fiinf Lieder (ron 
G. Keller) mit Klav. [Hiinij / op. 10 Vier Gesange fur einc Singstimme 
und kleines Orch. [Hiini j / op. 12 Fiinf Lieder (G. Keller) mit Klav. 
[Hiinij. 

Orchester werke : Sinfonische Fantasie, frei nach Goethes Totentanz [M.] 
/ Die Richmodis, sinfonische Tondichtung fiir Orch. und Org. (M,). 
Kammermusik: op. 11 Suite fur zwei Viol. 

Deuring, Benedikt. * 17. September 1690 in Glarus, f 3. Januar 1768 In 
Engelberg. Priester und Subprior im Kloster Engeibtrg. Antiphonen, 
Responsorien, Motetten und andere Kirchenwerke seiner Kornpositkm 
werden in Engelberg aufbewahrt. 

Lit.: P. Franz Huber, Die Pflege dcr Kirchenmusik im Stifte Engelberg, 
in: Angelomontana, Blatter a. d. Gesch. v. Engelberg, Gossau 1914. 

Deutsch, Plet. *21. Februar 1876 in Riditersml, studierte Jurispnidenz in 
Zurich, Berlin, Strassburg, Basel und Leipzig (1902 Dr. Jor.; Dissertation: 
Ueber Anwaltschaft in Italien im BC-XIL Jahrhundert) und war 1902-07 
Substitut am Bczirksgericht Winterthur, 1907-14 studierte er Gesang in 
Berlin, wo er auch konzertierend und unterrichtend tatig war, Ab 1915 
betrieb er neuerliche Studien nach der Stimmbildungsmethode Elisabeth 
Schmid in Zurich. 1916-34 war Deutsch Lehrer fur Stimmbildung am 
Konservatoriurn Basel, seit 1917 lehrt er in gleicher Eigenschaft an der 
Musikschule in Winterthur. Seit 1934 ubt er den Konzert- und Gesang- 
lehrerberuf privat aus, Deutsch lebt in Winterthur. 

DIeboki, Caspar (auch Dietbold und Diebolt). * 17. August 1601 in Zurich, 
f 17. Januar 1674 ebenda. Glaser, Glasmaler und Musiker. Vierstimmi^ 
Tonsatze von ihm in: Des Daphnis aus Cynibrien Hirten Lieder. .. inic 
lustigen Melodeyen gezieret, Schaffhausen 1656 / J. M. Hardmeyer, 
Vier Biicher Geistl. und Weltl. Gedichten, Zurich 1661 / Simlefs 
Tcutsche Gedichte, 3.Aufl. 1663; im ganzen 104 Toasatze; weitere 

Kompositionea in der Zurcher 2^entraS>2>IiotiKiu 
in Sch-weiz, ^ng- und Spietousik, Nr.5 vft &s- Bud 
Nr. 5, in Sdbweizer Ue<fi>fetcr fir jTageocI im<! Volk, 
lit.: W* Sdbtih, in: Mitt. d. schw. mvAf. Gcselbck, 1^36, Nr. 1. 



48 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Diem, Nelly. * 4. Januar 1891 in St. Gallen, wo sie die stadtischen Schulen 
und das kant. Gymnasium (Matura) besuchte. Nach kurzem Aufenthalt 
an der Universitat Zurich begab sie sich nach Berlin, um dort an der 
Universitat Musikwissenschaft (Kretzschmar, Joh. Volf, Max Fried- 
laender), Anglistik und Germanistik, nebenbei Violine (Henri Marteau) 
zu studieren. 1918 promovierte sie in Leipzig (Hugo Riemann) mit der 
Dissertation ,,Beitrage zur Geschichte der schottischen Musik im 17, 
Jahrhundert nach bisher nicht veroffentlichten Manuskripten" [Hug, 
1919). Im folgenden Jahr kehrte sie nach der Schweiz zuriick und 
fiihrte an der Handels-Hochschule St. Gallen die Vorlesungen iiber 
Musikgeschichte ein, die sie selbst bis 1929 iibernahm. Daneben hatte 
sie die Lehrstelle fur Violine am Hinder mann'schen Musikinstitut in 
Zurich (bis zu seiner Auflosung 1929) inne. Ausserdem war und ist sie 
als Kritikerin und Musikschriftsteilerin an verschiedenen Zeirungen und 
Fachzeitschriften tatig, sowie als Violinistin in Sinfonie- und Theater- 
orchestern. Sie lebt in Ziirich. 

Disch, Alfred. * 1. August 1894 in Ziirich, besuchte das Seminar Kreuz- 
lingen 1910-14 und das Konservatorium Basel 1918-21. Lebt in Olten 
als Gesanglehrer an der Bezirksschule, am Progymnasium und an der 
Handelsschule, sowie als Dirigent des Mannerchors Sangerbund. 

Disler, Oskar. * 24. Oktober 1892 in Reiden (Luzern), besuchte die Zofin- 
ger Bezirksschule, das Lehrerseminar Hitzkirch und studierte Musik an 
den Konservatorien Gcnf (Stavenhagen, Rehbold, Barblan) und Koln 
(Steinbach, Abendroth). Nachdem Disler in Schiers (Graubiinden) und 
Elberfeld als Musiklehrer tatig gewesen war, wurde er 1917 Musikdirek- 
tor in Schaffhausen. Er leitet dort die Sinfoniekonzerte des Musik- 
Collegiums, den Mannerchor und den Frauenchor Schaffhausen und ist 
Direktor der Musikschule am Imthurneum. 

DoWer, Joseph. * 1875 in Vorderthal (Schwyz), f 26. August 1936 in Alt- 
dorf. Seit 18% Seminarmusiklehrer in Zug, seit 1911 Musikdirektor in 
Altdorf. Sachverstandiger in Orgelbaufragen, leitete am Ziircher Kon- 
servatorium eineii Kurs fur katholische Organisten, Vorstandsmitglied 
des Schweiz. Musikpadagogischen Verbandes. Veroffentlichte zahlreiche 
kirchliche und weltlkhe Kompositionen, sowie cine Neubearbeitung 
von K. Lochers Orgelregister, 5. AafL 1923. 

Doret, Gustave. * 20. September 1866 in Aigle fWaadt), studierte zuerst 
Medizin, ging jedoch 1886 zum Musikstudium iiber, dem er sich an der 
Kgl. Hochschule fiir Musik in Berlin (bei Joachim u.a.) sowie 1888 in 
Paris am Conservatoire {Violine: Marsick, Koinposition: Th. Dubois 
und J.Massenet) widmete. 1893-95 war er zweiter Kapellmeister der 
neugegrundeten Concerts d*Harcourt in Paris und wurde ausserdem 
Dirigent der $ocie"te" Nationale de musiqoe (Erstaufftihrung von De- 
bussys ^Prelude a FApres-Midi d*un faune**} sowie der OpeVa comique, 
1896 dirigierte Doret anlasslich der Schweiz. Landesausstellung in Genf 
eine Reihe von Sinfoniekonzerten in der Victoria Hall. Doret ist Ehren- 
mitglied des Schweiz. Tonkiinstlervereins, Offizier der Ehrenlegion und 
seit 1936 Mitglied der Academic des Beaux- Arts am Institut de France. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 49 



Als Komponist wurde Doret vor alleni durch seine Musik zum Winzer- 
festspiel in Veirey (1905) in weitesten Kreisen bekannt. Auch als Musik- 
kriciker (an der Gazette de Lausanne und am Journal de Geneve) und 
als Musikschriftsteller ist Doret bedeutsam hervorgctreten. Doret lebt 
im Chateau de Lutry (bei Lausanne) und in Paris. 

Kompositionen : 

Dramatische Musik: Jules Csar [M-] / Henriette, Drame de R. Morax 
[Th. dujorat, Konzertbearbeitung bei Foetisch] / Les Armaillis, Le*- 
gende dramatique en 3 actes. P. de H. Cain et D. Baud-Bovy [Chou- 
dens]; auch deutsch: Die Sennen / Loys, Lgende dramatique en 3 actes. 
P. de P. Quillard [Foetisch] / Le Nain du Hasli, Legende feerique en 
3 actes. P. de Cain et Baud-Bovy [Rouart], umgearbeitet 1920, deutsdi: 
Der Zwerg vom Haslital / Alienor, Legende en 5 actes. P. de R. Morax 
[Rouart] / La Nuit des Quatre-Temps, Legende en 4 actes, P. de 
R. Morax [Foetisch], deutsch: Die Quatembernacht / Tell, Drame de 
R. Morax en 4 actes [Foetisch] / Davel, Drame de R. Morax en cinq 
parties [Foetisch] / La Tisseuse d*Orties, Drame lyrique en 4 actes d^ 
R. Morax [Enoch] / La Servante d'Evolene, Drame de R. Morax [Foe- 
tisch] / La Buchc de Noel, Drame en 1 acte de R, Morax [M.] / Sainte- 
Chagrin, Piece pour marionettes de Baud-Bovy [M.] / Vieil-Heidelberg 

IM.]. 

Festspiele: Le Peuple Vaudois (Centenaire 1903) [Foetisch j / LaF&edes 
Vignerons, de 1905 [Foetisch], daraus deutsch: Segen der Arbeit [Foe- 
tisch] / La Fke des Vignerons, de 1927, Poeme de Pierre Girard [Foe- 
tisch], freie deutsche Bearbeitung (Bundi) Unsere Erde [Foetischl- 
Oratorium: Les Sept Paroles du Christ, pour soli, choeur et orch. 
[Rouart] . 

Kantaten und begleitete Chorwerke: Cantate du Centen? ire pourchoear 
mixte et fanfare [Foetisch, e'puise'] / Voix de la Patrie, pour choetir 
d'hommes et orch. [Foetischj / Liturgie a I'usage du culte protestant, 
pour choeur mixte et solo avec org. [FoedschJ / Trois Motets pour 
choeur mixte et org. (ou a cap.) [Foetisch ]. 

Chore a cappella: Choeurs d'hommes (24 Nummern, daraus acht auch 
deutsch) [alle bei Foetisch] / Choeurs mixte (16 Nummern) [alle bei 
Foetisch 1 / Choeurs dc femmes (avec orchestre a corde) [bei Foetisch 
(vergriffen)] . 

Lieder: Ailleurs et Jadis, dix chansons et romances [Foetischl / Airs et 
Chansons couleur du temps (Baud-Bovy), 20 melodies [Rouart J / 
Autrefois, Cycle de douze melodies [Foetisch] / Dix Chansons (H, Vax- 
nery) {Foetisch] / Chansons de la vieille Suisse (R. MoraxX ler portie: 
onze melodies; 2me partie: dix melodies (Foetisclij / CJbante, 
(VoL I et II), 100 chansons [Foetiscli} / Fleurs de Deiiil (E. Raadbert^ 
melodies fEpuis^J / Jardin d'enfant (l^ud-BovyX ^ is^kxi 
Liwc^ des M&res, ^) m^lodks [M.} / Dix Melodies (Foedsdi} / 
palms (A* Silvestre} avec piano on arch., six saelbiiies Ji^eapJ / 
nc^e, arec orck (Hadiettej / La Jardfaie*e <ki Rof^ *i 
orck (Foetiscii} / MBo&s s^pso^es, tcm ffl&xfies |IUMtJ, 

4 Sdbnh, Miariterlak<m 



50 SCHWEIZER MUSIEERLEXIKON 

Sologesang mit Chor und Begleitung: Quatre Noels (R, L. Piachaud), 

pour chant solo et choeur mixte avec piano ou harm. 

Deutsche Liederausgaben: Lieder mit Klavierbegleitung [Foetisch] / 

Ehemals, 13 Romanzen und Lieder [Foetisch] / Einst und anderswo, 

zehn Romanzen und Lieder [Foetisch]. 

Gesang mit Klavier oder Orchester: Erlkonig de Beethoven, reconstitue 

[Fromont] / Chant de Berger [Hachette] / Chant en Automne [Ha- 

chette] / Jeunesse [Hachette] / Lied [Hachette] / Les Adieux [Heu- 

gel] / Promenade d* Automne [Musica et la Patrie Suisse] / Receuille- 

ment [M.] / Hymne a la Beaute [M.]. 

Orchesterwerke: Suite Tessinoise [Hiini]. 

Soloinstrument mit Orchester: Air pour violon et orch. [Rouart]. 

Kammermusik: Quatuor en re majeur [Rouart] / Quintett en ut avec 

piano [Henn, Edit. Nat.] / Air pour viol, et piano [Rouart]. 

Biicher: Musique et musiciens [Foetisch] / Lettre a ma niece sur la 

musique en Suisse [Henn] / Pour notre inde*pendance musicale [Henn] / 

Trois Prcurseurs [Payot]. 

Lit.: Jean DupeVier, Gustave Doret [Payot, 1932]. 

Draber, Hermann. * 20. September 1878 in Niederleppersdorf (Schlesien), 
besuchte die Konservatorien von Breslau und Koln, wo er Flote und 
Harfe studierte. 1901-02 war er bei Ferruccio Busoni in Weimar und 
Berlin, 1902-08 Musikreferent deutscher Musik- und Tageszeitungen in 
London, zugleich Sekretar des Konzertbureaus Robinson, 1907-08 Pri- 
vatsekretar von Sir Henri Wood, 1909 Mitbegrunder des Bliithnerorche- 
sters in Berlin mit Oscar Fried und Oskar Schwalm. Draber trat 1910 
als Mitredaktor und Kririker in die Signale fur die musikalische Welt 
ein und wurde 1911 Nachfolger Paul Bekkers an der Berliner Ailgemei- 
nen Zeitung, Berliner Morgenpost und B. Z. am Mittag. 1920-25 war er 
mit der Leitung der Internat. Festspiele in Zurich betraut. Im Friihjahr 
1927 wirkte er als Generalsekretar der Internat. Musikausstellung in 
Genf, im Sommer 1927 als Leiter des Musikbureaus der Ausstellung 
,Musik im Leben der Volker" in Frankfurt a. M. und war 1928-30 
Leiter des Musikinstituts fur Auslander in Berlin. Draber lebt seit 1930 
im Tessin. 

Draber gab heraus: Floten-Sonaten fur die Hausmusik (Haydn, Hum- 
mel, Leidesdorf). Uebersetzung von Dennis Arundeils Henry Purcell- 
Buch [Br. & H., 1929] / Deutsche Uebersetzung der Flotenschule von 
Taffanel und Gaubert. 

Dubs, Hermann. * 23. Marz 1895 in Zurich, studierte bei Volkmar Andreae, 
Siegfried Ochs (Direktion), Ernst Isler und Walter Fischer (Orgel) so- 
wie bei Jok Messchaert (Gesang). Seit 1923 ist Dubs Lehrer am Konser- 
vatorium Zurich (Solo- und Chorgesang); im gleichen Jahre iibernahm 
er die Leitung des von Hans Hausermann (1868-1922) gegnindeten 
Hausermannschen Privatchors in Zurich, mit welchem er insbesonderr 
alte Chormusik (Schiitz, Monteverdi) und zeitgenossische Chorkompo- 
sitionen (Kaminski, Krenek, Burkhard, Sutermeister u. a.) zur Auffiih- 
rung bringt. Mit dem genannten Chor hat Dubs auch Konzertreisen im 
In- und Ausland unternommen. 1937 bildete sich auf seine Initiative 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 51 



cine Arbeitsgemeinschaft fiir Musik und Musikerziehung, deren Sekre- 
tariat er fiihrt. 

Lit.: Hans Hausermann und der Hausermannsche Privatchor [Hug, 
Zurich 1929). 

Ducloux, Walter. * 17. April 1913, studierte 1932-35 an der UnfversitSt 
(Dr. phil.) und am Trappschen Konservatorium in Miinchen, 1935-37 
an der Musikakademie in Wien bei Felix Weingartner. Ducloux ist 
Kapellmeister am Stadttheater in Luzern und leitet daselbst arch Sin- 
foniekonzerte der Allg. Musikgesellschaft. Seit 1938 ist er zudem Leiter 
des Luzerner Kursaalorchesters. 

Duperier, Jean. * 17. Juni 1886 in Genf, studierte am dortigen Konserva- 
torium, an dem er 1913-28 Unterricht in Harmonielehre erteilte. Du- 
perier iibersiedelte hierauf nach Paris, wo einige seiner Werke aufgefiihrt 
wurden und wo er seit 1930 den musikalischen Teil des Journal Suisse 
de Paris redigiert und als Musikkorrespondent der Nationalzeitung in 
Basel wirkte. 

Kompositionen: 

Biihnenwerke: Le Malade imaginaire, come*die lyrique en 3 actes d'apres 
MolieYe (1926-29) / Zadig, comedie lyrique en 4 actes d*aprs Voltaire, 
livret de A. F. Herold (1933-35), Paris 1938 [Lemoine] / Images d'Epinal, 
divertissement choreographique en 1 acte; daraus zwei Orchestersuiten: 
1. Images d'Epinal 2. Faience [Salabert, Paris 1930). 
Chorwerke: Quatre Choeurs pour voix d'hommes: a) Laissez jouer 
jeunes gens, b) Voici la douce nuit de mai, c) ReVeillez-vous belle 
endormie, d) Je suis un bon soldat (1934). 

Sologesang mit Begleitung: Le Mignard Luth, trois poemes [Escliig, 
Paris 1915] / Trois sonnets pour Helene, pour chant et piano oa oreh. 
de chambre, 1917 [Henn] / La Saison passagere, trois poemes, 1926 
[Se"nart| / Confession blanche, 4 poemes, 1930 [Hetigelj. 
Orchesterwerke; Musique a deux sous, suite symphonique en trois par- 
ties, 1916 [Henn] / Concert pour Ninette ou Ninon, suite pour grand 
orch. en quatre parties, 1918-20 [Henn) / Resonances, trois mouve- 
ments symphoniques pour grand orch., 1931 / L'Etang, la Carpe et le 
Moustique, suite symphonique pour grand orch., 1932 / Tombeau, 
mouvemenc symphonique pour grand orch., 1933 / VgL auch Biihnen- 
werke. 

Klaviermusik: Musique a deux sous [Hennj / Images d'Epinal [Sala- 
bert] / Faiences [Salabert]. 

Kammermusik: Trois airs pour un soir de mai, suite pour quatre saxa- 
phones, 1936 [Lemoine]. 

Literarische Werke: Gu$tave<0oret, 1932 fPayot] / A propos du Tfee^re 
lyrique [Le Me"nestrel, Paris, 14. Februar 1930] / Le cas Sdiocdbcrg 
jjcmraal Suisse de Paris* 28. Juni 1930|. 

Du Pny, Jean-Baptise Eikmard. Herkuntft und Gelmrtsdaniai s$md nabe- 
kaniit, f 3. April 1822 in Stockholm, Er soil in Gesl aaigewadisen ^ia, 
kam mit 13 Jahrec nach Paris als Violiaseliiler vom Chabran, wtirde 
1785 als Koozertirieis^er des Prinzm Heincielt von Pbemfcaa nadi Rheins- 



52 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

berg berufen, spater Konzertmeister in Stockholm und Kopenhagen. 
Du Puy hat Violinwerke und mehrerc Opern komponiert: Jeunesse ct 
Folie, (1806), Felicie, (1803), Agander et Pagander, usw. 
Lit.: P. Long im Schw. Jahrb. f. MWiss.4, 1929. 

Durigo, Ilona, * 13. Mai 1881 in Budapest (Vater Italiener, Mutter Unga- 
rin), begann mit ftinf Jahren das Klavierstudium und erwarb sich an der 
Budapester Akademie das Professorendiplom in Klavier. Ihre dort be- 
gonnenen Gesangstudien setzte sic fort am Wiener Konservatorium (sil- 
berne Medaille und Stipendium), sowie bei Stockhausen und Bellwidt 
in Frankfurt a. M. Seit 1906 ist Ilona Durigo in alien Landern Europas 
(ausser dem Balkan) als Konzertsangerin (Altistin) tatig. In der Schweiz 
begann ihr Auftreten als Lieder- und Oratoriensangerin im Jahre 1911. 
1921-37 war Ilona Durigo Lehrerin fur Sologesang am Konservatorium 
Zurich, seither lebt sie wieder in Budapest als Professorin an der Hoch- 
schule fur Musik. Grosse Verdienste hat sich Ilona Durigo urn das 
Liedschaffen insbesondere des jungen Othmar Scho~rk erworben, mit 
dem sie zahlreiche Liederabende gegeben hat. 

Egli, Johann Heinrich. * 4. Marz 1742 in Seegraben (Zurich), f 19. Dezem- 
ber 1810 in ZiiricL Klavier- und Gesanglehrer in Zurich, 
Kompositionen: Sammlung geistL Lieder mit Melodien, 1779 / Geistliche 
Gesange, durchaus in Musik gesetzt, 1780 / Schweizerlieder, 1787 / 
Gellefts geistliche Oden und Lieder mit Choralmelodien, 1789 / Lieder 
der Weisheit und Tugend, 1790 / Gesange iiber Leben, Tod und Un- 
sterblichkeit, 1792 / von Egli stammen auch die als Neujahrsgeschenke 
der Gesellschaft ab dem Musiksaal und der Musikgesellschaft au der 
Deutschen Schule veroffentlichten Lieder der Jahrgange 1778-1812, resp. 
1784-1812. Mehrere Kompositionen Eglis sind gemeinsam mit solchen 
Haiders (s, d.) veroffentlicht worden. Auch hat Egli zwei Sammlungen 
Musikalische Blumenlese (1786 und 17S9), enthaltend Lieder deutscher 
Komponisten, herausgegeben. 
Lit,; Zurcher Neujahrsblatt 1857. 

Ehinger, Hans. * 27. Dezember 1902 in Basel, wo er das Humanistische 
Gymnasium absolvierte. Musikwissenschaftliche, phHosophische und 
kunstgeschichtliche Studien betrieb er an den Universitaten Basel und 
Berlin. Sein Hauptlehrer war Karl Nef. 1927 promovierte er zum Dr. 
phil. der Universitat Basel. Klavier- und Theoriestudien am Basler Kon- 
servatorium. 1929-31 war er Sekretar der Festspiele der Stadt BaseL 
Seit 1924 wirkt er als Mitarbeiter, seit 1931 als Redaktor der Basler 
Nachrichten, Musikreferent der Schweiz. Musikzeitung, des Bund, der 
Neuen Zurcher Zeitung, des St. Galler TagHatts und des Eidg. Sanger- 
blatts sowie als Mitarbeiter verschiedener auslandischer Zeitschriften. 
Seit 1926 Zyklen ^Zeitgenossische Schweizermusik" und w Gesprache 
mit Musikern** sowie zahlreiche Vortrage und Eiofuhruagea im Radio 
BaseL 

Biicher und Aufsatze: Friedrich Rochlitz als Musikschriftstcller [Samm- 
musikwissenschaftl. Einzeldarstellungen, Breitkopf & Hartd, Leip- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 53 



zig 19291 / Die Rolle der Schweiz in der ,,Allgemeinen musikaiischen 
Zeitung" 1798-1848 in: Festschrift Karl Nef zum 60. Geburtstag [Hug] / 
Umorganisation in der Musikwelt, in: Der kleine Bund, 1930, Nr. 22 / 
Eine Musikstadt wandelt sich, in: SMZ, 1937, Nr. 10 / Katalog der Musik- 
kataloge, Zettelkatalog der Internat. Gesellschaft fur Mtisikwissenschaft 
(Basel) IM.] / Bibliographic zur Musikgeschichte, in: SMZ seit 1928 
(teilweise auch in den Easier Jahrbiichern) / Die kulturellen Werbemog- 
lichkciten der Musik, in: SMZ, 1938, Nr. 4 / La musique, les musiciens 
et la vie musicale en Suisse, in: Archives Diplomatiques et Consulaires, 
Dec, 1938 (deutsch in: Schweizer Echo, 1939, Nr,2 u. i. der Amerika- 
nischen Schweizer Zeitung, New York 1939) / Schweizer Dirigenten 
und Solisten, in: Schweizer Musikbuch [Atlantis, Ziirich 1939] / Fiinf 
schweizerische Stadtebilder und iiber 50 Musikerbiographien in Grove's 
^Dictionary of Music and Musicians", Supplementsband 1939 / Katalog 
des Pavilions ,,Musik" der Schweiz. Landesausstellung, Zurich 1939. 

Ekkehardl. f!4.Januar 973, und Ekkehard EL, f 23. April 990, Konren 
tualen des Klosters St. Gallen, Textdichter mehrerer Sequenzeti. Ekke- 
hard I. ist auch Dichter des WaithariHedes, Ekkehard n. starb als Dom- 
probst zu Mainz. 
Lit.: S. Singer, Die Dichterschule von St. Gallen, Leipzig 1922, S.47ff. 

El*ter, Johann Daniel. * 16. Dezember 1796 in Benshausen (Thuringen) 
f 19. Dezember 1857 in Wettingen. Studierte Medizin, schloss sich dee 
in den griechischen Freiheitskrieg (1821) ziehenden Freiwilligen (Phil- 
hellenen) an und kam 1825 als Musiklehrer an die Lehrerbildungsanstalt 
Lenzburg, Spater -war er Thcaterkapellmeister in Dcutsebland und sdt 
1847 Musiklehrer am Seminar "Wettingen; Dirigeat des fcargaBisdten 
Kantonalgesangverbandes. Elster hat cine Volksgesaagschule undweitere 
Gesanglehren veroffentlicht und viele Mannerchorc nad Cfaorsamm- 
lungen. Sein Leben beschrieb er in der anziehenden SelbstbiograpliJe: 
Die Irrfahrten des Daniel Elster. Neu bearbeitet yon H. M. Elster, Stutt- 
gart 1912. 

Erhart, Jacques. * 30. Dezember 1857 in Glarus, besuchte die Handels- 
schule in Lausanne und studierte ebenda Klavier bei K. Eschmann- 
Dumour. Nachdem cr in Livorno als Kaufmann tatig gewesen, wandtc 
er sich ganz der Musik zu, studierte 1879-81 am Leipziger Konsenra- 
toriuni und ging 1881 als Leiter des Gemischten Chores Coacordia 
nach Miilhausen i. E., wo er 1897 auch die Leitung des Orchestervereiiis 
ubernahm. In den Sommermonaten der Jahre 1886-88 studierte er noda 
bei Rheinberger in Miinchen, spater auch bei S. Baggc in Base!. Hadi- 
dem Ehrhart infolge eines Augenleidens 1914 seine Stellungen hatte awl- 
geben miissen, ubersicdelte er nach Bern, spater nach Lausaaiie. 
Kompositionen : 

Gifeorwerke: op. 26 Deux Noels, pour dx^eur <le femmes ct Oireb. 
[FoetischJ / Zwei Motetten fur Gem. Ch^r / Gemisete tiaad Fraocn- 
chore {Hug, a. a.J. 

Lieder: op. 2 Acfet laedteiB den Klemen TorzBsii^ea, aus 4es Knal>en 



54 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Wunderhorn [Hainauer, Breslau] / op. 11 Sieben Rondels [d'Orelli, 

Miilhausen]. 

Orchesterwerke: Serenade [M.] / Variations symphoniques [M.] / Suite 

fiir Streichorch. [M.]. 

Konzertantes: op. 13 Romanze Fis-Dur fiir Viol, und Orch. [E. Demets] 

[ Suite fiir Flote und Orch. [M.]. 

Kammermusik: op. 13 Romanze fur Viol und Klav. [E. Demets] / 

Suite fiir Viol, und Klav. [M.] / Zwei Walzersuiten fur Klav., Flote, 

Klar. und Oboe [M.]. 

Klaviermusik: op. 12 Bagatellen [J. Glaess] / op. 14 Quatre Morceaux 

p. piano [Durand] / op. 18 Valses luganaises [J. Glaess] / Klaviersona- 

ten / Thema und Variationen in d-Moll. 

Erisraann, Hans. * 21.Januar 1911 in Aarau, studierte Musik in Basel 
(Hamm, Cron, Miinch, Miiller von Kulm) und Berlin (Bruno Kittel, 
Clemens Krauss, Paul Lohmann, Georg Schunemann). Er lebt als Or- 
ganist, Dirigent der Chore von Weinfelden und des Thurgauischen 
Kammerorchesters sowie als Gesanglehrer an der Sekundarschule in 
Weinfelden. Seit 1939 ist Erismann mit der Sopranistin Maria Stader 
verheiratet. 

Ermatinger, Erhart, * 16. Februar 1900 in Winterthur, besuchte dort die 
Volksschule, dann in Zurich das kantonale Gymnasium. Nach der Ma- 
turitat studierte er Musik am Konservatorium Zurich (Andreae, Jarnach) 
und an der Hochschuie fiir Musik in Berlin (Krasselt, Ochs). 1922-23 
war er Korrepetitor am Ziircher Stadttheater. Nach mehrjahriger pri- 
vater Musiklehrertatigkeit in Zurich iibersiedelte Ermatinger zunachsr 
nach Freiburg i. Br. (1925) als steilvertretender Lektor fiir Musiktheorie 
am musikwissenschaftlichen Institut der Umversitat, dann (1926) wieder 
nach Berlin als Musikreferent verschiedener schweizerischer und deut- 
scher Zeitungen und Zeitschriften. 1930-34 lebte Ermatinger in Holland. 
Seit 1934 wirkt er als Komponist, Chordirigent, Musikschriftsteller und 
-padagoge wieder in Zurich. Ferner leitet er die auf seine Anregung 
hin errichtete Abteilung fiir Kleinorgelbau der Werkstatten des Land- 
erziehungsheims Albisbrunn. 
Kompositionen : 

Chorwerke mit Orchester: op. 17 Das grosse Halleluja (Klopstock) fur 
M'chor und Orch. [M.]. 

Chorwerke a cappella: op. 6 Der 62. Psalm fiir gem. Chor [M.] / op. 7 
Zwei kleine geistliche Motetten fiir gem. Chor [M.] / op. 8 Drei Ge- 
sange fur gem. Chor auf Texte von Schonlank und Lersch [Hug] / 
op. 10 Weihnachtsmotette fiir 5-stg. gem. Chor [Hug] / op. 13 Der 
134. Psalm fiir gem. Chor [M.[ / op. 16 Drei geistliche Gesange fur 
3-stg. M'chor [M.] / op. 18 Die Worte des Glaubens (Schiller) fiir 
7-stg. gem. Chor und Kinderchor [M.]. 

Sologesang mit Begleitung: op. 3 Drei Hymnen fur Sopr. und ver- 
schiedene Instrumente, Texte von Morgenstern [M.] / op. 14 Kantate 
fur Alt mit zwei Viol., Vcl. und Cembalo, Text nach J.v.d.Vandel 
[M.] / op. 15 Passionskantate fiir Alt (oder Bass) und Streichorch. {M.J. 



SCHWEIZER MIJSIEERLEXIKON 55 

Orchesterwerke: op. 1 Sinfonia I [M.] / op. 9 Fuga fiir Streichorch. 
[SchottJ / op. 12 Sinfonia n [M.]. 
Konzert: op. 4 Konzert fur Klav. und Orch. [M.]. 
Kammermusik: op. 2 Streichquartett [M.] / Sarabande und Andante fiir 
1 Blockflote und Tasteninstr. [Hug, Sing- und Spielmusik, Nr.6). 
Orgelmusik: op. 5 Fuga fur Orgel JM.] / op. 11 Praludium und Fugc fiir 
Orgel [M.] / op. 19 Choralfantasie. 

Bucher: Bildhafte Musik [Mohr, Tubingen 1926] / Zerfall und Krise 
des nachklassischen Musiklebens [Paul Haupt, Bern 1939]. 
Aufsatze: Das Lai en turn in der Musik und das Gegenwartsproblem sei- 
ner musikalischen Erziehung, in: Allg. Musikzeitung, Berlin, Jg. 55, 
1928, Nr. 27-29 / Das musikalische Kunstwerk als Ausdruck einer gci- 
stigen Gemeinschaft (ebenda, 56. Jg., 1929, Nr. 46-48) / Die Musik im 
Zeitaker des Materialismus, in: SMZ, 1929, Nr. 4 / Ueber das Problem 
und die Aufgabe der musikalischen Theorie in der Gegenwart, in: SMZ, 
1930, Nr. 2-3 / Das Musikleben in der Krise des Ichbewusstseins, In: 
SMZ, 1933, Nr. 7, 9, 11, 13 / Zuriick zu Beethoven?, in: SMZ, 1935, 
Nr. 10 / Das musikalische Kunstwerk, ein Organismus oder cine Or- 
ganisation?, in: SMZ, 1935, Nr. 20 / Stand und Problem des hollandi- 
schen Volkschorwesens, in: Sangerbiatt der SMZ, 1935, Nr. 21 / Smgbe- 
wegung und schweizerisches Volksbewusstsein, in: SMZ, 193-6, Nr. 3-4. 

Fanrni, Helene. * 12. November 1901 in Thun, erhiek ihre musikalische 
Ausbildung in Basel und an der Hochschule fiir Musik in Koln, wo 
Maria Philippi ihre Lehrerin war. Nach Studienabschfoss wirkte sie fSnf 
Jahre als deren Assistentin an dem genannten Institut. ^eitere Gesangs- 
studien betrieb sie bei Tona Hermann in "Wien und A. Noordewicr- 
Reddingms in Hilversum. 1935 vurde Helcne Fahrni als Nacfifolgeria 
Elena Gerhardts ans LandeskonscrYatorium in Leipzig benifem, wo sie 
bis zu ihrer Verheiratung (1939) wirkte. Seitber Iel>t sie, im In- und 
Ausland eine reiche Tatigkeit als Oratorien- und Konzertsingerin 
(hoher Sopran) sowie als Gesangspadagogin fortsetzend, in Bern. 

Faller, Charles. * 9. Jum 1891 in Genf, studierte am Genfer Konservatoritim 
(M. diassevant, Jaques-Dalcroze, O. Barblan), wurde Organist in Lyoo, 
1915 Organist und Diligent des gem. Chores in Le Locle. Faller lebt jetzt 
in La Chaux-de-Fonds als Chor- und Orchesterdirigent (Oratoricnaul- 
fiihningen) und als Direktor des Konservatoriums. Er ist ausserdem 
Organist an der Lausanner Kathedrale. 

Faflet, Edonard-Manus. * 25. Oktobcr 1904 in Bern, besudbte die Gf m- 
nasien in Basel und Zurich (Maturitat). Er bekleidet eiiien Postcn in 
der eidg. Verwaltung, schrieb ^doch zaMrddbe mmikgeschklitlklie Ar- 
beiten. Pallet lebt in Bern. 

Ptibiikationen: Zur kirchlichen Musikiilmng in der Schwek zu Bcgion 
&s& 15. Jahrhnnderts, in: SMZ, 1925 / Musikgeschidbtlkis aes dem 
eheiBaiigen Furstentuin Neuenburg-Valengin, in: SMZ, 1925 / Les 
psaetkrs Girardet, in: Pages musicales (Netidiltel 1926} / Das Kantorat 
in RomaiiHiidtier vor der Relocmatioii, in: Der Bead, 1927, Nr. 214 / 



56 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

La vie inusicale au pays de Neuchatel, Sgl. m'wiss. Abhandlungen, Bd. 20 
[Heitz, Strasbourg 1936]. 

Fassbaender, Peter. *28.Januar 1869 in Aachen, f 27 '-Februar 1920 in 
Zurich. 1905 stadtischer Musikdirektor in Luzern, seit 1911 in Zurich 
(Dirigent des Mannerchors Harmonic Zurich, Leitung der Musikakadf 
mie bis 1918, Dirigent des Mannerchors Enge seit 1916 und des Lehre- 
rinnenchors). Lieder und Chore, Eine deutsche Messe nach Worten von 
Morike, Goethe, Schiller und C, F. Meyer, op. 18, KammermusiL Im 
handschriftlichen Nachlass acht Sinfonien, drei Klavierkonzerte, zwei 
Violinkonzerte, ein Violoncellokonzert, Kammermusik, vier Opern, 
mehrere Chorwerke mit Orchester. 

Fehr, Max. * 17. Juni 1887 in Biilach (Ziirich), besuchte das Gymnasium 
und die Universitaten in Zurich und Rom (Dr. phiL). 1912-18 war Fehr 
Lehrer am Gymnasium in Zurich (fur Italienisch und Franzosisch), seit 
1918 ist er Professor an der Kantonsschule in Winterthur. Fehr war 
1919-32 President der Neuen Schweiz. Musikgesellschaft und ist gegen- 
wartig President und Bibliothekar der AHgemeinen Musikgesellschaft 
in Ziirich. 

Publikationen: Apostolo Zeno und seine Reform des Operntextes, ein 
Beitrag zur Geschichte des Librettos (Zurich 1912) / Zurich als Musik- 
stadt im 18. Jahrhundert, Bdl: Spielieute im alten Zurich [Orell Fiissli, 
Zurich 1916] / Eine Konzertsaison in Zurich anno 1768, Neujahrsblatt 
derAMG Zurich {Hug, 1916] / Der alte Musiksaal beim Fraumiinster, 
Neujahrsblatt der AMG Zurich [Hug, 1918] / Unter Wagners Takt- 
stock, 30 Zurcher und Winterthurer Brief e, (Winterthur 1922) / J. C. 
Ott-Usteri, Neujahrsblatt der AMG Zurich [Hug, 1927] / Die Meister- 
singer von Zurich (satirische Novelle) [Orell Fiissli, Zurich 1916] / Das 
alte Musikkoilegium Bischofzell, in: SMZ, 1918, S. 185 / Achtzehn 
Brief e von Hector Berlioz, in: Schw. Jahrb. L MWiss., Bd.n [Sauer- 
lander, Aarau 1927] / Das Musikkoilegium Vinterthur 1629-1837 [Vcr- 
lag des Musikkollegiums Winterthur, 1929] / Datierung eines alt-zur- 
cherischen Konzertgemaldes, in: Schw. Jahrb. f. MWiss., Bd. V [Sauer- 
lancier, Aarau 1931] / Richard Wagners Schveizer Zeit, Bd.I [H.R. 
Sauerlander, Aarau 1934] / Friedricii Hegar als Zurcher Theater-Kapell- 
meister (1868-69) [Hug] / Franz Liszt in Zurich, in: SMZ, 1938, Heft 
14-17 / Friedrich Hegar und Wagner, in: Programmheft des Zurcher 
Stadttheaters zu den JRJng"-Auff{ijhrungen der Juni-Festspiele 1938 / 
Zahlreiche weitere Aufsatze in der SMZ, im Bayreuther Festspielfiihrer, 
in Tageszeitungen (NZZ u. a.X insbesondere uber Richard Wagner. 

Fehrntann, Paul. * 12. Oktober 1859 in Dresden, f 27. Juni 1938 in St. Gal- 
len. Studierte bei Riemann (Theorie), Neumann (Violine), dann am Dres- 
dener Konservatorium (Krantz, Rischbieter, Wullner). 1884-85 Kapell- 
meister am St. Galler Stadttheater, 1892 Ueberaahme der Direktion des 
Evangelischen Kirchengesangvereins St. Gallen, die er 40 Jahre innehatte, 
Fehrmann brachte eine grosse Zahl von Bachkantaten in Kircnenkon- 
zerten sowie im Gottesdienst zur Auffiihrung. Wahrend 20 Jahren 
dirigierte Fehrmann auch den Mannerchor Flawil. 1907-31 Singlelirer 



SCHWEIZER MUSIXERLEXIKON 57 

an den stadtischen Realschulen in St. Gallen, 1888 Organist an der 
Franz. Kirche und der Linsenbiihlkirche, 1921 an der St. Laurenzen- 
kirche (Kirchliche Abendmusiken). Fchrmann war Mitbegriinder des 
Schweiz, Kirchengesangbundes, 

Kompositionen : 

Grossere Chorwerke: op. 6 Geistliche Ballade (Offenbach Job.) fur 
Tenorsolo, gem. Chor, Streichorcb. und Org., 1905 [Leuckart] / Psalm 
98, fur Solosopr., gem. Chor, Orcb. und Org., 1916 [M,] / Weihnachts- 
kantate fur Soli, Chor, Streicber und Org. [M.] / op. 30 Psalm 103 fiir 
Soli, Fr, chor, Streicher und Org., 1921 [Schweiz. Kirchengesangbund] / 
Choralmotette ,,Mir nach, spricht Jesus" fiir Ten., drei Frauenstimmcn 
und Org. [Vandenboek & RuprecbtJ. 

EIne grosse Anzahl anderer geistlicher Chorgesange (daruntcr die ,Selig- 
preisungen", op. 34) sowie Manner- und FrauenchSre mit Begleitung und 
a cap. erscbienen bcl [Hug, Vandenhoek & Ruprecht, Forbcrg, Schweiz. 
Kirchengesangbund]. Febrmann scbrieb ferner: Sologesangc und Duettc 
(nacb Gedicbten von C. F. Meyer) [Forberg] / Bauernlieder fiir 1 Bass- 
stirnme [M.] / sowie Musik fiir Harfe und Streicber ZH J. V. Wid- 
manns ,,Der Heilige und die Tierc". 

Fellercr, Karl Gustav. * 7. Juli 1902 in Freising (Bayern), studierte an den 
UniTersitaten Miincben (Sandberger) und Berlin (Albert, Wolf), wiirde 
1927 Privatdozent fiir Musikwissenschaft an der Uniyersitat Munster 
(Westfalen), 1929 ebenda Direktor des musikwissenscbaftBcben Semlaars, 
1932 kam Fellerer als Nacbfolger Peter Wagners zuerst als a. o., dann 
als o. Professor fiir Musikwissenschaft und ak Direktor des musik- 
wissenscbaftlicben Instituts an die Universitat in Freiburg LUe., 1939 
in gleicber Eigenschaft an die UniTersitat Kola. 

Publikationen: Beitrage zur Musikgeschicate Freisings, 1926 / Die 
Deklamationsrbytbmik in der altklassiscben Polyphonic (Scfiwajcta, 1928} 
/ Orgel und Orgelmusik [Fiber, 1929] / Der Palestrmasti! und seine 
Bedeutung in der Tokalen Kircbenmusik des 18. Jahrhuaderts [Fiiser, 
1929 j / Grundziige der Gescbicbte der katboliscben Kircbenmusik 
fSchoningh, 1929) / Palestrina, Leben und Werke [Pustet, 1930] / 
Beitrage znr Cboralbegleitung und Choralverarbeitung in der Orge! 
musik des 18.-19, Jahrhunderts [Heitz, 1932] / Die Auffuhning der 
katbolischen Kircbenmusik (Ochsner, 1933] / F. X. Witt, Ausgewablte 
Aufsatze zur Kirchennitisik [Koln, 1934] / Das deutsche Kirchenlied 
im Ausland [Aschcndorff, 1935] / Das mittelalterliche Musiklel^ea dcr 
Stadt Freiburg i.Ue. (Pustet, 1935] / Der gregorianiscbe Choral im 
Wandel der Jabrbunderte [Pustet, 1936] / Giacomo Puccmi {Atik- 
naion, 1937] / Musik in Haus, Schule und Heim [O. Walter, Ofeern, 
1938] / Zablr^che Aufsatze in verschiedenen 2^eitsclirifei and Zei- 
tungen. 

Feflerer besorgt die Schriftleitung folgenckr PoBIikatioi^a: 
KiniemiBusikaHsclies Jabrbucb 1930ff. / Cidlieavfi^eimoir^ii, Mtisicm 
sacra, 1931-37 / Mmmerische Beimge zw Ma^cweiidmft, Heft 1-5 
der gregoos^iisehen Akacteie FreSmrg (Schweiz), 



58 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Heft 19ff. / Freiburger Studien zur Musikwissenschaft, Heft Iff. / Can- 
ticum vetus, Heft Iff. 

Neuausgaben: Palestrina, Ricercari [Schott] / Scarlatti, Senate [Bisping] 
/ Ludwig Senfl, Missa ferialis [Schott] / Victoria, O regem coeli 
[Schott] / Costantini, Pastores loquebantur [Schott] / Monteverdi, An- 
gelus ad pastores / R.J.Mayr, Ausgewahlte Werke (Landesdenkmale 
Bayern, Bd. 1 [Litolff ]. 

Fisch, Samuel. * 13. Juni 1897 in Giittingen (Thurgau), besuchte das Leh- 
rerseminar und war mehrere Jahre Lehrer auf verschiedenen Schul- 
stufen. In Basel und Berlin bildete sich Fisch musikalisch weiter, wobei 
er sich namentlich dem Snidium der Schulmusik und der Jugendmusik- 
erziehung widmete. Er leitete Singwochen, Kurse fiir Schulgesang und 
fiir Dirigenten und war als Chorleiter tatig. 1935 wurde Fisch, der bis- 
her in Stein a. Rh. gelebt hatte, als Musiklehrer an das Thurgauische 
Lehrerseminar in Kreuzlingen berufen. Fisch war einer der Mitbegriin- 
der der Schweiz. Singbewegung und ist Redaktionsmitglied der Zeit- 
schrift ,,Volkslied und Hausmusik". 

Padagogische und theoretische Werke: Mitarbeiter am Schweizer Musi- 
kant I und II [Hug] / Herausgeber (mit R. Schoch) von Schweizer 
Musikant in [Hug] / Herausgeber (mit J. Feurer und R. Schoch) von 
Schweizer Singbuch I und II [Verlag der Erziehungdirektion des Kt. 
St. Gallen] / Herausgeber (mit Feurer, Schoch und Kugler) von Schwei- 
zer Singbuch III [Verlag der Sekundarlehrerkonferenzen der Kantone 
Thurgau, St. Gallen, Zurich] / Herausgeber (mit J. Feurer) von Weg- 
leitung fur einen Schulgesangunterricht auf relativer Grundlage [Hug] / 
Herausgeber (mit R. Schoch) der Arbeitshefte fiir den Schulgesang, fiir 
die Unter-, Mittel- und Oberstufe der Volksschulen. 
Aufsatze: Die Jugendmusikbewegung und ihre Bedeutung fiir die Schule 
und das offentliche Musikleben [SER, Marz 1934] / Ausbau und Ver- 
tiefung unseres Schulgesangunt enrich ts, in: SER, April 1934 / Gedanken 
zur Neugestaltung des Musikunterrichts am Seminar, in: SER, Juni 1934 
/ Ueber den Bau von Bambusfloten und das Musizieren mit selbstge- 
bauten Instrumenten, in: SER, Januar, Juli, September 1933 / Musik 
und Volk, in: V. & H., 1. Jg., Heft 1 / Aus der Geschichte der Block- 
flote, in: V. & H., 2.Jg. Heft 1 / Die Wiedererweckung der Block- 
flote, in: V. & H., 2. Jg., Heft 3 / ,,Zu singen und auf allerley Instru- 
menten zu spielen" (Zur Auffuhrungspraxis alter Musik), in: V. & H., 
2. Jg., Heft 7 / Unser Konzertleben und die Singbewegung, in: V. & H., 
2. Jg., Heft 10 / Die Musikerziehung in der Schweiz, in: Bericht uber 
den 1. Internat. Kongress fur Musikerziehung 1936 in Prag / Musiker- 
ziehung in der Schweiz, Sonderheft J^usikerziehung in der Welt" der 
Internat. Zeitschrift fur Erziehung, Berlin 1939 / und weitere Aufsatze. 
Abkiirzungen: SER = Schweiz. Emehungs-Rundsehau; V. & H. = 
Volkslied und Hausmusik (HugJ. 

Fischer, Edwin. * 6. Oktober 1886 in Basel als Sohn eines deutsch-boh- 
mischen Orchestermusikers. Er studierte an der Basler Musikschule 
1896-1904 bei Hans Huber, anschliessend am Sternschen Konservato- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 59 

riiim in Berlin bei Martin Krause. 1905-14 wirkte cr als Lehrer fiir 
Klavier am letztgenannten Institut. 1926 wurde Fischer Leiter des Lii- 
becker Musikvereins, 1928 des Miinchner Bachvereins. In Berlin, wo 
Fischer im Sommer am Musikinstitut fiir Auslander unterrichtet, leitet 
er ein Kammerorchester. Als Beethovenspieier narnentlich hat sich 
Fischer, der in eigenen Abenden und als Solisc in Sinfoniekonzertcn fast 
alle Lander Europas bereist hat, internationalen Ruf erworben. Als Diri- 
gent hat Fischer auch bei den Salzburger Festspielen mitgewirkt. Fischer 
ist auch als Herausgeber alterer Klaviermusik hervorgetreten, so gab er 
u. a, bei Ries & Erler cine Sammlung unbekannter Klavierwerke heraus 
und in der Tonmeister-Ausgabe des Ullstein-Verlages die Klavierwerke 
Bachs. Auch starnmen aus seiner Feder einige musikalische Aufsatze (ein 
Vortrag iiber Hausmusik und einer iiber J. S. Bach, abgedruckt im Insel- 
schiff, 17. Jg, Heft I (Weihnachten 1934) und 17. Jg, Heft II (Fruhling 
1935). 

Kompositionen : 

Gesangwerke: Drei Gesange aus Hafis fiir 1 Singstimme und Klavier 
[Rieter-Biedermann, jetzt Schott] / Lieder fiir Alt und Klav. [M.]. 
Klavierwerke: Sonatine C-Dur [Ries & Erler j. 

Fischer, Erich. * 8. April 1887 in Kreuzlingen, besuchte das Gymnasium in 
Konstanz und studierte Musikwissenschaft an der Universitat Berlin 
(Kretzschmar, Stumpf, Friedlander). 1909 promovierte er dort zum Dr. 
phiL 1907-10 war Fischer Assistent am Psychologischen Institut (Phono- 
gramm-Archiv), 1910-14 bereiste er (im Auftrag der Kommission ztir 
Herausgabe der Denkmaler der Tonkunst) Siiddeutschiand, In den Ww- 
terhalbjahren war er Solorepttitor am Hof theater in Hannover (1911 
bis 1913). 1914 setzten seine Bemuhungen zur Wiederbelebung voiks- 
tumlicher Singspielmusiken ein (Musikalische Hauskomodien), 1926 
unternahm er den Versuch einer Neubelebung der Laienkompositiofi 
(Ekutsche Volksliederspende). Ein ^Theater der musikalischen Komo- 
dien Erich Fischers", das von Fischer und Gottfried Anders geleitet 
wurde, befand sich langere Zeit in Munchen. 
Kompositionen: 

Singspiele: Das heilige Kapplein, Hannover 1913 / Maria / Der Lump. 
Bearbeitungen: Musikalische Hauskornodien (vgl. Refardt-Lexikon) (zum 
Teil Bote & Bock]. 

Neuausgaben: J.A.Sixt, zwolf Lieder [Bote & Bock, 1932] / J, A.Skt, 
Trio [Bote & Bock]. 

Publication: Ueber die Musik der Griechen, Sammeibande der IMG, XII, 
1910 / Aufsatze fiber exotische Musik in: Anthropos und Grenzlioceii* 
Ferner Aufsatze iiber J. S. Sixt usw, 

v. Fischer, Kurt * 25. April 1913 in Bern, besuchte das Frek GynmasItiiJa* 
die Universitat und das Konservatorium daselbst. Piaaistiscfee Stu^im 
bettieb er bei F. J.Hirt in Bern und bei Paul Batuagartacr m BaseL 
Er erwarb das Klavierdiplom des Berner KonservatoritHas und <te Dok- 
torat in Musikwissenschaft an der Uaivemtifc Bora. Seit 1939 ist er 
Lehrer fur Klavier asi Konservatoriuin Bern nnd musikatischer Mit- 
arbeiter der Sefeweiz. Ra<Eozeitiij!tg, 



60 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Pubiikationen: Griegs Harmonik und die nordlandische Folklore [P. 
Haupt, Bern] / Armin Knab, ein Meister der Liedkunst, in: SMZ, 
1938, Nr. 22. 

Hitner, Karl. * 1838 in Dachwig (Sachsen), f 22. August 1906 in Stnaff- 
hausen, scit 1866 in Schaffhausen (Musiklebrer und Leiter dcs Gemisch- 
ten Chores (seit 1868) sowie der Abonnementskonzerte (seic 1873), Or- 
ganist an St, Johann. Kompositionen: Festdrama zur Jahrhundertfeier 
des Eintritts Scbaffbausens in den Schweizerbund, 1901, Biihnenmusiken 
zurn Wintermarchen, Sommernacbtstraum usw., Chore. Flitner bear- 
beitete Scbuberts Deutsche Tanze fur Chor und Orcbester [HugJ. 

Flury, Margrlt. * 22. April 1905 in Solothurn, studierte Gesang am Kon- 
servatorium in Zurich bei Hermann Dubs und Ilona Durigo. Von 1929 
bis^ zu ihrer Verheiratung (1932) mit dem Juristen Dr. Paul Neumann 
(seit 1937 Bratschist im de Boer-Reitz-Quartett) war sie am Ziircher 
Konservatorium Lehrerin fur Sologesang. Seither ist sie als Konzert- 
und Oratoriensangerin (Sopran) im In- und Ausland tatig. 

Flury, Rkhard. * 26. Marz 1896 in BIberist (Solothurn), besuchte die Schu- 
len in Biberist und Solotburn bis zur Maturitat und war sieben Semester 
an den Unijersitaten Basel, Bern und Genf immatrikuliert (Philosophic, 
Kunstgeschichte, Musikwissenscbaft). Praktische Musikstudien irieb er an 
den Konservatorien der genannten Stadte, zuletzt aucb nocb in Wien. 
Seine Lehrer waren VL a. Hans Huber, Jos. Lauber, Ernst Kurtb und Josef 
Marx. 1923-26 war Flury Leiter des akademischen Orchesters in Zurich 
und des Gemischten Chores Harmonic in Bern. Seit 1920 leitet er das 
Stadtorchester in Solothurn, vo er als Musiklehrer an der stadtischen 
Musikschule wirkt. Scit 1937 ist Flury Lehrer fur Instrumentalmusik 
an ^der Kantonsschule in Solothurn. 1929 fand ein dem komposi- 
torischen Schaffen Flurys gewidmetcs, von Freunden und Ton der Re- 
gierung organisiertes Festival Flury in Solothurn statt. 
Kompositionen : 

Buhnenwerkc: Eine florentinische Tragodie, Oper in 1 Akt nach Oscar 
Wilde, 1926 [M.] / Die helie Nacht, Oper in 2 Akten yon P.Zifferer, 
1935 fKlavierauszug bei Hugl / Casanova e I'AIbertolli, Commedia 
Erica in due atti Ton G.Calgari, 1937 [Klavierauszug bei Hug]. 
Festspiele: Festspiel zum 400jahrigen Jubilaum der Stadtschutzen in 
Solothurn, 1922 [Klavierauszug bei Hugj / Festspiel zum Eidg. Turn! est 
1932 in Aarau [Klavierauszug bei Hug] / Der Scholle treu, Festspiel 
der Liga in Zollikofen, 1935 [Klavierauszug bei Krompholz, Bern). 
Cborwerke: Kyrie fur gem. Chor und Orch., 1924 [M.] / Messe In 
d-Moll fur Soli, Cfaor und Orcb., 1931 I Klavierauszug bei Hug] / 
Te Deum fur Soli, Chor und Orck, 1939 [Klavierauszug bei Hug]. 
Sologesang mit grosser Besetzung: Sapphos Tod (Grillparzer) fur Sopr, 
und Orch., 1928 [M.] / Zehn Nachtlieder fur Solostimme und Kam- 
merorch., 1933 [M.J / Lieder fur Sopr. und Orch n 1924 [M.]. 
Klavieriieder: Sechs kleine Lieder, 1918 [Union Solothurnj / Sechs Lie- 
der (J-Reinhart), 1920 [Hug] / Acht Liebeslieder, 1922 (Hug) / Vier 
Lieder, 1924 [Muller & Schade] / Ca.50 ManuskriptHeder 1919-36. 



SCHWEIZER MUSIKERLESIKON 61 



Orchesterwerke: Ruppigoner Festmarsch, 1920 (als Klavierauszug in: 
Jubilaumsschr. d. Ruppigonia In Solothurn) / Pastorale, 1920 [M.] / 
Spanischer Tanz, 1920 [M.] / Kleine Balettmusik, 1925 (M.J / Sym- 
phonic in d-Moll, 1923 [M.] / Fastnachts-Symphonie (nach einer Ballade 
von CR.Enzmann), 1928 [Hug] / Wiener Walzer, 1931 JM.J / Tes- 
siner Symphonic, 1936 [M.] / Poeme nocturne, 1939 [M.], 
Konzerte: Konzertstiick fur Klav, und OrcL, 1927 [M.J / Konzert fur 
VioL und Orch., 1933 [M.]. 

Kammermusik: Sonate d-Moll fiir VioL und Klav. [Hiini] / Streidi- 
quartett Nr. 1 in d-Moll, 1926 [Hug] / Streichquartett Nr. 2, 1929 [MJ 
/ Streichquartett Nr. 3, 1938 [M.]. / Sonate fur Viol, und Klav., 1936 
[M.] / Sonate fiir VcL und Klav., 1926 [M.] / Suite fiir Vcl und Klav., 
1927 [M.] / Sonate fiir Vcl. und Klav., 1937 [M.] / Kleine Stiicke fiir 
Viol, und Klav., 1920-30 [M.] / Gavotte und Menuetto Viennois fiir 
VioL und Klav., 1919 und 1921 [Hug] / Gavotte fiir VioL und Klav., 
1926 [Senart] / Traumerei, fur zwei VioL und Klav., 1938 [Hug]. 
Klavierwerke: Klaviersonate in d-Moll, 1920 [Hug] / Praludien fur 
Klav., 1930 [M-l / Zehn kleine Stiicke fiir Klav,, 1930 und 1936 [M.J / 
Vier kleine Tanze, 1923 [Hugj 

Fornerod, Aloys. * 16. November 1890 in Montet-Cudrefin (Waadt), sta- 
dierte Musik (Violine und Komposition) am Konservatorium in Lau- 
sanne, an der Schola Cantorum in Paris und am Konservatorium in 
Strassburg. Fornerod war Violinist im Lausanner Orchester und wirkt 
jetzt am Konservatorium und am Institut dc Ribaupierrc in Lausanne. 
Fornerod ist Kapellmeister an der Kirche Sacre-Coeur in Ouchy raid 
ausserdem als Musikkritiker an der Tribune de Lausanne (friiher auch 
an der Scmaine litteraire de Geneve) tatig. Er besorgt auch die Redak- 
tion des franzosischen Teils der SMpBL 

Kompositionen: 

Chorwerke mit Begleitung: op. 9 Elaine, poeme pour soli, choeur 
d'hommes et orch. [Henn] / op. 20 D^esse aux yetix d'azur, hymne i 
Mmerve pour trois voix de femmes et orch. [M.) / op. 23 Messe breve 
pour choeur & trois voix et org. [Ed. Schola cantorum, Paris], 
Chorwerke a cappella: op. 2 Trois Motets pour quatre voix mixtes [Henn) 
/ op. 4 Trois Motets pour voix mixtes [Henn] / op. 7 La Nuit, chocur 
a trois voix de femmes, texte de Banville (in: Chansonnier du Pays ro~ 
mand (Ed. Spes, Lausanne] / op. 12 Messe breve poor les f&tes <3e k 
Sainte-Vierge, pour quatre voix mixtes [Schola caatonim, Paris) / 
op. 15 Trois Motets pour quatre voix mixtes [M.j / op. 18 Uae jeune 
fille parle, chanson a quatre voix [M.} / op. 22 Angelus Domini, motet 
pour quatre voix mixtes [M.] / op. 25 Messe dn 7e ton pour clioeur 
mixte [Henn]. 

Sologesang mit Begleitnng: op. 6 Ave Maria pour chant ct org. fHemnJ / 
op. 10 Deux Melodies pour voix et piano f S&aartJ / op, 13 Trois Melo- 
dies pomr voix et piano {M.} I op. 21 Madrigal pour voix et paiK> (11]. 
Ordb^erwerke: op. 1 Symphonic en fa [M.j / op. 5 Suite kas le mode 
e<lim poor orck a corties [M.J / op. 8 lie Spnpfaonie ea mi inaj. [M.]. 
Konzertaate Werke: op. 16 Concert poor deux viol, et piano [&L, en- 



62 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



register. Columbia Nrn. DZY 11-12] / op. 19 Pastorale pour viol et 

orch. [M.[. 

Kammermusik: op. 11 Senate pour viol, et piano [Lemoine] / op. 16 

Concert pour deux viol, et piano (vgl. konzertante Werke) / op. 24 

Sonate pour vcl. et piano [M.]. 

Klavier- und Orgelmusik: op. 3 Quatre Interludes dans les tons gre- 

goriens pour org. [Ed. Roudanez] / op. 14 Deux petites pieces pour 

piano [Henn]. 

Franc, Guillaume. f 1570 in Lausanne. Er stammte aus Rouen, kam 1541 
nach Genf (1542 Kantor zu St. Pierre), seit 1545 Kantor in Lausanne. Er 
veroffentlichte eine Psalmensammlung (Genf 1565), zu der er selbst 
mehrere Vertonungen beisteuerte. 

Frank, Bartholomaus Gotfried. f 1522 in Bern. Der erste mit Namen ge- 
nannte Kantor am Berner Miinster, 1485 Vorsteher der Sangerschule des 
damals errichteten St. Vinzenzstiftes. Erhalten ist von ihm eine Huldi- 
gungsmotette an den Bischof von Sitten, Jost von Silenen (wahrschein- 
lich 1494) und eine weitere Huldigungsmotette Venus Stella splendens, 
jetzt in Breslau. Einen Liedsatz von Frank hat H. J. Moser in der SMZ 
74, 1934, S.673 veroffentlicht. 

Lit.: A. Geering, Die Volksmusik i. d. Schweiz z. Zeit d. Reformation, 
Aarau 1933, S. 116ff. / H. J. Moser, in: SMZ 76, 1936, S. 261. 

Freund, Robert. * 1852 in Budapest, f 1936 ebenda. Schuler von Tausig 
und Liszt, Klavierlehrer der Zurcher Musikschule seit 1876 (bis 1912). 
Konzertpianist, der sich um die Einfuhrung der Klavierkonzerte seines 
Freundes Hans Huber verdient gemacht hat. 

Frey, Emil. * 8. April 1889 in Baden (Aargau), begann seine Studien im 
Alter von viereinhalb Jahren bei Ernst Markees in Basel und setzte sie in 
Zurich u. a. bei Robert Freund 1898-1902 fort. 1902-04 Schuler des Genfer 
Konservatoriums, an welchem er das Lehr- und Virtuositatsdiplom er- 
warb. Seine Genfer Lehrer waren W. Rehberg, O. Barblan und J. Lauber. 
Fiinfzehnjahrig trat er ins Pariser Konservatorium ein, wo ihm 1906 der 
^Premier prix de piano" zuerteilt wurde. In Paris waren Diemer, Faure 
und Widor seine Lehrer. 1907-12 lebte Frey in Berlin, von wo aus er 
Konzertreisen unternahm, u. a. an den rumanischen Hof, wo er Gast 
Carmen Sylvas war und zum Hofpianisten ernannt wurde. 1910 ge- 
wann Frey am internat. Wettspiel um den Rubinsteinpreis ein Ehren- 
diplom fur Klavierspiel und den grossen Kompositionspreis. 1912 wurde 
Frey Professor am kaiserlich-russischen Konservatorium in Moskau, an 
welchem er fiinf Jahre die Virtuositatsklasse leitete. Konzertreisen fiihr- 
ten ihn durch ganz Europa. Seit 1917 wirkt Frey in Zurich, wo er seit 
1922 eine Konzertausbildungsklasse am Konservatorium leitet. Seine 
Konzertreisen dehnte Frey in den letzten Jahren bis nach Brasilien, 
Argentinien und Aegypten aus. Auch als Komponist und Verfasser 
klavierpadagogischer Verke ist Frey hervorgetreten. 
Kompositionen : 

Chorwerke mit Orchester: op. 26 Messe fur Soli, gem. Chor und Org., 
1910 |M.J / op. 75 103, Psalm, fur Soli, gem. Chor, Orch. und Org., 
1938 [M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 63 



Klcinere Chorwerke mit Begleitung: op. 44 Flammenzeichen fiir Sopran- 
solo, gem. Chor, Org., Pos. und PL, 1920 [M.] / op. 52 Beherzigung fiir 
M'chor und Klav. [M.J. 

Kleinere Chorwerke a cappella: Ins letzte Licht hinein fiir Fr. chor [Hugj 
/ Schweizer Grenzwacht fiir M'chor [Hug] / JLebensgewinn fiir gem. 
Chor [Ziircher Liederbuchanstaltj. 

Sologesang mic Orchester: op. 54 Bekranzter Kahn fiir Sopr., Fl. Klav. 
und Sireichorch., 1923 [M.]. 

Lieder: gedruckte: op. 15, Nr. 1, 2, 3 [Foetisch] / op. 45, 46, 49 Zwolf 
Lieder aus den Jahren 1920-21 [Hug] / ungedruckte: op. 11, 13, 16, 30, 
39, 41, 50, 61, 63 (Das Tanzlied, sechs Gedichte von Karl Stamm, 1932). 
Orchesterwerke: op. 32 Schweizerische Festouverture, 1918 [M.j / op. 
35 Sinfonie in h-Moll fiir Orch., Finale mit gem. Chor auf Worte de$ 
Te Deum, 1917 [M.] / op. 65 Fuge fiir Org., Streichorch., zwei Trp. und 
Pk., 1932 [M.]. 

Konzerte: op. 24 Konzertstiick fiir Klav. und Orch., 1910 [M.] / op 31 
Konzert fiir Viol, und Orch., 1914 [M.] / op. 42 Konzert fiir Vcl. und 
Orch., 1919 [M.j / op. 60 Konzertstiick fiir Klav. und Orch., 1929 [M.) 
/ op. 78 Capriccio iiber zwei russische Volksmelodien fiir Klavier und 
Kammerorchester, 1939 [M.]. 

Kammermusik: op. 8 Sonare H-Dur fiir Vcl. und Klav., 1907 (Simrockl 
/ op. 22 Sonate D-Dur fiir Viol, und Klav., 1909 [Simrockj / op. 23 
Trio fis-Moll fiir Viol, Vcl und Klav., 1909 [M.j / op. 28 Streich- 
quartett E-Dur, 1918 [M.j / op. 37 Pocme fiir Viol und Klav., 191S 
[M.| / op. 47 Variationen A-Dur fiir FL, Oboe, Klar., Fagott und 
Horn, 1920 [M.] / op. 48 Zweite Sonate (a-Moll) fiir Vcl. und Klav 
1921 [Simrockl / op. 57 Zweites Streichquartett (c-Moll), 1926 |M.) / 
op, 51 Zweite Sonate (f-Moll) fiir Viol, und Klav., 1922 [M.J / op. 67 
Qumtett d-Moll fiir Klav. und Streichquart., 1934 [M.J / op. 70 Drei 
Stiicke fiir Viola und Kiav., 1936 (M.| / op. 68 Vier Stucke ffir Viol, 
und Klav., 1935 [M.J / op. 69 Funf Stiicke fiir VcL und Klav., 1935 
[M.] / op. 71 Sonate cis-Moll fiir zwei Viol und Klav., 1937 (M.J / 
op. 72 Fantasie und Fuge e-Moll fiir Viol, und Klav., 1937 [M.J. 
Klaviermusik : op. 1 Variationen f-Moll, 19Q5 [Sirnrock] / op. 10 Ga- 
votte, Menuett, 1907 [Foetisch] / op. 12 Vier Klavierstiicke jRies & 
Erler) / op. 14 Vier Klavierstiicke [Ries & Erler] / op. 18 Zwei Fan- 
tasien (h-Moll, A-Dur), 1909-10 [M.J / op. 20 Vier Klavierstiicke [Rk& 
& Erler 1 / op. 25 Variationen iiber ein rumanisches Thema in D-Ekii, 
1910 [M,l / op. 27 Sonata dramatica in d-Moll, 1913 [M.] / p.3& 
Zweite Sonate (As-Dur), 1917 (Hug) / op. 33 Choraifantasie Hs-Moi, 
1914 ISimrock) / op. 38 Kleine slavische Suite, 1918 (Stmrock} / Ofx45 
Legende e-Moll (Vogelpredigt), 1920 [M-l / op. 59 Zehn kleiae Sc&ke 
fiir den Unterricht, 1928 (Hugj / op.59a Drei Stiicke, 1928 |li-i / 24 
Klavierstucke in aien Tonarten, in sechs Suken: o|x53 (1^2) JM.}> 
op, 55 (1923) [M.], op. 56 (Alpensnke, 1924} (M.|, G&. 5S (t^^| f Hug], 
op. 62 (1931) fHugj, op. 66 (1933) {Hugj / op. 64 Ft^ a-Mdi [ILJ / 
Zahlreidbe yeinerc KkviemQcke, 1905-10 fDaraiid, Beegelj / o|>. 4O 
Fuge c-Mol ffir 2 Kkv. {M.J / op. 76 Toccata fe 2 Kim* 1939 |M.j. 



64 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Orgelmusik: op. 73 Andante und Toccata in d-Moll, 1938 [M.J. 
Padagogische Werke: Bewusst gewordenes Klavierspiel (franz.: L'etude 
consciente du piano) mit 82 Uebungen und drei Etudenbearbeitungen, 
1932 [Hug] / 70 Rhythmische Transponieriibungen, 1938 [Hug], 
op. 4, 5, 6, 7, 9, 19, 21, 29, 34 sind, da sie fur eine Veroffentlichung 
nicht in Frage kommen, nicht aufgenommen. 

Frey (-Knecnt), Alice. * 3.Februar 1895. Sopranistin, Lieder- und Orato- 
riensangerin. Sie studierte am Ziircher Konservatorium bei Erailie 
Welti-Herzog (Konzertdiplom fiir Gesang) und "Willem de Boer (Vio- 
line) und erganzte ihre Gesangstudien bei Frau Dr. Haeser, A. Noorde- 
wicr und Lotte Leonard. Alice Frey unternimmt zahlreiche Konzert- 
rcisen im In- und Ausland, wo sie sich speziell fiir neue Gesangsmusifc 
(Hindemith, Burkhard, Blum, Schocck, Ermatinger u. a.) einsetzt. Mit 
dem Pianisten Walter Frey verhciratet, lebt sie in Zurich, wo sie auch 
als Gesangspadagogin tatig ist. 

Frey, Max. * 8. April 1898 in Wangen bei Zurich, besuchte die Schulen in 
Zurich und war Schuler des Konservatoriums, hier namentlich von 
V. Andreae (Dirigieren, Komposition). Frey proraovierte an der Uni- 
versitat Zurich zum Dr. phil. mit einer Arbeit liber Telemann. Nach 
Srudienaufcnthalten in Paris, Wien, Berlin und Italien wurde Frey 1923 
Professor an der thurgauischen Kantonsschule in Frauenfeld (Chor- 
gesang, Theorie, Instrumentalmusik), leitete voriibergehend das Aka- 
demische Orchester und den Orchesterverein in Zurich und ist ge- 
genwartig daselbst als Orchester- und Chordirigent tatig. Als Gast hat 
Frey auch wiederholt im Ausland dirigiert. 

Publikation: G. Ph. Telemanns Sing-, Spiel- und Generalbassiibungen. 
Ein Beitrag zur Geschichte des begleitenden Kunstliedcs [Buchdruckerei 
G.Lais, Zurich 1922]. 

Frey, Walter. * 26. Januar 1898 in Basel, war Schuler des Ziircher Konser- 
vatoriums (Nlggli, Andreac) und Willy Rehbergs in Frankfurt a. M. Seit 
1917 wirkc Frey als Konzertpianist und Klavierpadagoge in Zurich, wo 
er seit 1925 eine Konzertausbildungsklasse am Konservatorium leitet. 
Konzertreisen fuhrten Frey in die meisten europaischen Lander. Als 
Interpret zeitgenossischer Klaviermusik geniesst er besonderes interna- 
tionales Ansehen. Frey ist wiederholt als Solist an den Festen der IGNM 
aufgetreten; er 1st auch Jurymitglied in- und auslandischer Wettbewerbe 
und in verschiedenen musikalischen Vereinigungen fuhrend tatig (Pra- 
sident der Pro Musica in Zurich). 

Frey gab heraus (zusammen mit W. Schuh): Schweizerische Klaviermusik 
aus der Zeit der Klassik und Romantik [Hug, 1937]. 

Fries, Johannes, * 1505 in Greifensee, f 28. Januar 1565 in Zurich. Studierte 
in Paris, 1537 Schulmeister am Zurcher Fraumunster, 1547 am Gross- 
munster. Veroffentiichte eine Brevis Musicae Isagoge, 1554. 
Lit.: Ed, Bernoulli im Schw. Jahrb. f. MWiss. 2, 1927. 

Fritz, Kaspar. * 18. Februar 1716 in Genf, f 23. Marz 1783 ebenda, Violin- 
lehrer in Genf, den Burney (Present state of music in France and Italy, 
1771) riihmend erwahnt. Schrieb zahkeiche Violinsonaten, die sowoM 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 65 

separat als in Sarnmlungen veroffentlicht worden sind. Neuausgaben: 
Sonate e-Moll op. 2, Nr. 4 durch Frank Martin in der schweizerischen 
Nationalausgabe [Hug 1931] / Sonate D-Dur op. 3, Nr. 1 durch Gab- 
riel Grovlez [Chester 1919] / Drei Violinsonaten mit Org n Bass durch 
Eugen Huber [Selbstverlag] / Zwei Streichersonaten op. 2, 1 durch 
KHuber [Selbstverlag]. 

Frohlich, Friedrich Theodor. * 25. Februar 1803 in Brugg, f 16. Oktober 
1836 in Aarau. Schiller von Zelter und Klein in Berlin, 1830 Musik- 
direktor in Aarau, Gesanglehrer an Stadt- und Kantonsschule. Er leitete 
ein Singinstitut, mit dem er ailjahrlich Kcnzerte gab. Unter ihm nahm 
das Aarauer Musikleben einen lebhaften Aufschwung, der aber mit sei- 
nem Tode jah abbrach. 

f. Gedruckte Werke: 

Mannerchore a cappella: op. 1 SchweizerKeder (von A. E. Frohlich) [Chri- 
sten, Aarau 1828] / op. 13 Lieder im Volkston [Bethge, Berlin 1834]. 
Einstimmige Lieder mit Klavier: op. 2 Sechs Wanderlieder von Wilhelm 
Muller [Wagenfiihr, Berlin 1828] / op. 2a Fiinf Lieder von Wilhelm 
Miiller [Wagenfiihr, 1829] / op. 3 Acht deutsche Canzonetten fiir einc 
Basstimme [Laue, Berlin 1828] / op. 4 Geistliche Gesange fur die Alt- 
stimme [Bethge, 1829] / op. 5 Neun deutsche Lieder von *W. H. 'Wacker- 
nagel [Bethge, 1829] / op. 6 Geistliche Lieder von Novalis [Bethge, 
1829] / op. 7 Drei aargauische Volkslieder (von W. Wackeraagel) 
[Bethge, 1829] / op. 8 Sechs Lieder fiir die Altstimme [Hofmei^ter, 
Leipzig 1830] / op. 9 Lobgesang der Maria [Bethge] / op. tO Zwolf Lie- 
der von Justinus Kerner [Bethge, 1832] / op. 11 Schifferreigen, Terzett 
fiir zwei Tenor- und eine Basstimme roit Klavier [Wagenfuhr] / op* 12 
Persische Lieder von Friednch Riicken: [Bethge, 1854 J / Lkder nad 
Chore auch in zeitgenossischen Sammlungen. 

n. Handschriftlicher Nachlass (in der Univ.-Bibl. Base!): 

Chorwerke mit Orchester: Psalm 137, 1827 / Missa d-Moll, 1828 / Dixk 

Dominus, 1828 / Die Totenfcier, 1829 / Kyrie, 1829 / Passionskantate 

(A. E. Frohlich), 1831 / Jesus der Kinderfreund, Kantate, 1834 / Missa 

brevis d-Moll, 1835 / Der erste Psalm, 1836. 

Chorwerke mit Klavier: Motetten, Stabat Mater, Veihnachtskantate, 

weltliche Chorlieder (fiir gem. Chor und M'chor). 

Chorwerke a cappella: 17 geistliche Motetten, viele weltliche Chorlieder. 

Lieder mit Klavier: Zyklen (Lieder an Meieli, von Hoffmann v. Falkrs- 

leben / Lieder von Ludwig Tieck) / und einzelne Lieder. 

Orchesterwerke: Sinfonie A-Dur, 1828 / Ouverturc zu Passionsmusikeo, 

1835. 

Zammermusik: Quintett fur Klav^ 2 VcL und 2 Hornor. / Strddi- 

quartett / Sonaten fiir VioL und fiir VcL mit Klav. 

Klavierwerke: Sonate A-Dur, 1831 / Eiegien, 1833. 

Neiiausgaberj; Sonateasatz fiir Klavier, io: Schweizer UlaTkrramiik as 

der Zeit der Klassik und Romantik, lirg. VOQ "W. Frey m*& W. Sdmfe 

jHugj / Minnerdidre, Gemisdite Cfedre, pad Emstimid^e lieder mit 

Klavier und Kkvlenrerfce [E. Vogei, Basel}. 



66 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKQN 



Lit.: E.Refardt, in: Mitt, der schweiz. musikforsch. Ges., 1936, Heft 2, 
Werkverzeichnis mit Angabe der weiteren Llteratur. 

Friih, Huldreich Georg. * 16. Juni 1903 in Zurich, war 1927-32 Schiller 
des Ziircher Konservatoriums (Andreae, Vogler, W. Frey, P. Miiller) und 
lebt als Komponist und Lehrer Kir Klavier und theoretische Facher in 
Zurich. 

Kompositionen (alles Manuskriprwerke): 

Buhnenwerke: Ferien Juchhe, Schuloper, Text yon Rud. Hagni, 1936 / 
Ballettmusik Annoncenaufgabe (Tnidi Schoop), 1934 / Ballettmusik 
Yvette (Kurt Friih), 1937 / Der neue Columbus (A. Ehrismann und 
Kurt Friih), dramat. Chorwerk, 1939. 

Sologesang mit verschiedenen Instrumenten: Maori-Lieder, Zyklus fiir 
Sopran und Kammerorch., 1938. 

Lieder: Drei geistliche Lieder fiir Mezzosopr. und Klav. auf Texte von 
Silesius und Claudius, 1934 / Maori-Lieder, Zyklus fur Sopr. und Klav., 
1936 / Lieder der Zeit (Brecht, Lesch, Toller). 

Orchesterwerke: Concerto grosso fur Streichorch., 1935 / Promenades 
fiir kl. Orchester, 1939 / Filmmusiken 1937-39. 

Kammermusik: Streichquartett I, 1934 / Trio fur Holzblaser, 1938 / 
Kleine Senate fiir Viol und Klav., 1938. 

Klaviermusik: Senate, 1932 / Trois Valses caroussels, 1932 / Sonatina, 
1935. 

Fuchs, Johannes. * 1903 in Appenzell, absolvierte das St. Gallische Lehrer- 
seminar in Rorschach und studierte Musik am Konservatorium in 
Zurich. Nach einem Studienaufenthalt in Miinchen leitete er zuerst 
mehrere Mannerchore. Seit 1937 ist Fuchs Dirigent an der katholischen 
Stadtkirche in Baden (Aargau). Seine Haupttatigkeit widmet er dem 
von ihm 1929 gegriindeten Kammerchor Zurich, mit dem er nament- 
lich zahlreiche Mozartsche Jugendwerke, ausserdem geistliche Musik der 
alteren Zeit, sowie zeitgenossische Schweizer Chorwerke zur Auffuh- 
rung bringt. 
Bearbeitungen: Zahlreiche Mozartsche Jugendwerke JM.]. 

Funk, Heinrkh. * 12. April 1904 in Vadenswil, besuchte 1919-23 das 
Zurcher Lehrerseminar, wandte sich jedoch 1923 ganz dem Musik- 
studium zu und erwarb am Konservatorium Zurich (Hauptlehrer Ernst 
Isler) das Konzertdiplora fiir Or gel. 1927-28 und 1931 vervollstandlgte 
er seine Studien bei Marcel Dupr^ in Paris. Seit 1926 ist Funk Organist 
in Wadenswil, wo er den Kirchengesangverein und den Orchesterverein 
leitet. Er veranstaltet hauptsachlicri Orgelkonzerte und kirchenmusi- 
kalische Auffiihrungen. Als Orgelspieler hat er sich in den grossen 
Stadten der Schveiz bekannt gemacht und im Ausland spielte er in 
Paris und mehrfach als Solist der Philharmonischen Gesellschaft in 
Briissel. 

Futterer, Karl Vilhelm. *21.Febraar 1873 in Basel, f 5. November 1927 
in Ludwigshafen. Lebte in Basel und seit 1925 als Lehrer fur Kompo- 
sition an den Hochschulen fiir Musik in Mannheim-Ludwigshafen, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 67 

Schrieb zwei Opera (Der Geigcr von Gmiind, Basel 1921; Don Gil mit 
den griinen Hosen, Freiburg i. Br. 1922), Die Falkenjagd (Spitteler) fur 
Soil, Chor und Orch., Ungarische Volkslicder fur M'chor und OrcL, 
Orchestervariationen Hans im Gluck, Quartett fiir Blasinstr., usw. 

Gagnebin, Henri * 13. Ma'rz 1886 in Liittich als Sohn Schweizer Ekera, 
studierte Musik in Lausanne, Berlin, Genf (Barblan, J. Lauber, Schuiz) 
und an der Schola Cantorum in Paris (Vincent dlndy, Louis Vierne, 
Blanche Selva). 1910-16 war Gagnebin Organist an der Eglise de la R~ 
demption in Paris, 1916-25 an der Eglise St. Jean in Lausanne. 1918-26 
wirkte er als Lehrer fiir Musikgeschichte am Konservatorium Lausanne, 
1924-25 ausserdem als Lehrer fiir Orgel- und Geschichte am Konser- 
vatorium Neuchatel. Seit 1925 steht Gagnebin dem Genfer Konservato- 
riurn als Direktor vor. Gagnebin ist nicht nur als Kornponist, sondern 
auch als Konzertorganist und Veranstalter von Vortragen und Kursen 
iiber Musik hervorgetreten. 1925-37 war er Vorstandsmitglied des 
Schweiz. Tonkiinstlervereins. 
Kompositionen: 

Chorwerke mit Orchester: op. 36 Saint Francois d'Assise, oratorio pour 
soli, choeur, orch. et org., 1929-33 [Henn] / op. 54 Requiem des vanits 
du monde, oratorio pour soli, choeur, orch. et org. [M.]. 
Kleinere Chorwerke: mit Begleitung: op. 31 Hymne de Jean Racine 
pour choeur mixte et org., 1931 [M.] / a cappella: op. 20 Jeunes Filles, 
trois choeurs pour voix d'hommes, 1923 [E. Hugtienin] / op. 30 Si 
notre vie, madrigal spirituel pour choeur mixte, 1930 jHenn] / op. 39 
Bienheureux est celui, pour voix d'hommes, 1935 [Foetischl / MOB 
Jura, pour choeur d'hommes [Foetisch] / 2-3stimmige Frauenchdre: 
Les Anges chantent [Ch. Hugueninj / Coquette {Henn! / Mou Rirc 
[Henn] / Leve le Nez [chez TAuteur) / Cfeanscm de la Noix [cfeez 
TAuteurj / Le Verger [Vita] / Les Travaux de la Terre, cinq choeurs 
d'hommes [chez Pauteur]. 

Fiir Kinderstimmen: Psaume 23 [Ch. Huguenin] / Les Anges chantent 
[Ch. Huguemn] / Cinq Noels [Foetisch]. 

Lieder: op. 24 Le Bonheur-La Maison du Matin, 1926 [Lemoine] / op. 27 
et 44 Six pomes sur des vers de Dereme, 1928 und 1935 [MJ / op. 42 
Le beau Navire, 1935 [M. j / op. 48 L'homme et la mer, 1937 [M-I / 
op. 49 Trois chansons spiritueUes, pour sopr. et org., 1937 {M.J. 
Orchesterwerke: Onverture Francaise [M.] / Ouverture de Fke (M.J f 
op. 13 Symphonic en fa pour orch., 1918-21 [M.] / op. 45 Suite pour les 
instruments d'orch., 1935-36 [M.]. 

Konzert: op. 50 Conceno pour vcl. et orch^ 1936-37 [M.]. 
Kammermmik: op. 9 Sonate en mi, pour viol, et piano, 1914-15 {Ronsurt- 
LeroUeJ / op. 11 le Quatuor en fa ruin, 1916-17 [Ed Nat. Stiisse, Hena} 
/ op. 14 Pastorale pour fl, clar., bassos et harpe, 192! pi.j / op* 17 
Soeate en la min pour vcl et jnano, 1922 fSe*nartj / op. 21 2le Qaacsor 
m mi-t>> 1923-24 [Leinoine} / op. 25 3e Qaatuor en fa, 1927 fLemotoe! 
/ op. 33 S*iite pour vd. solo, 1932 (SenartJ / op, 55 Aiidasate et Allegro 
pour clar. et piano JM.J, 



68 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Klavierwerke: op. 5 Sonate en la min., 1909 [M.] / op. 41 Trofs pieces 
(Scherzo-Gavotte-Carillon), 1935 [M.] / op. 46 Petite Suite, 1936 [M.] 
/ Enfantines, cinq petites pieces [Ed. Vita, Geneve) . 
Publikation: Fritz Bach, sa vie, son oeuvre, 1935 [Attinger]. 
Lit.: Albert Paychere, Les Trois Quatuors d'Henri Gagnebin [Journal de 
Geneve, le novembre 1931] / Otto Wend, Henri Gagnebin [Tribune de 
Geneve, 26 mars 1934] / J. Guiiloux, Frangois d'Assise de H. G., Journal 
de Geneve, 14 fevrier 1935] / Frank Martin, Fr. d'Assise [Tribune de 
Geneve, 16 fevrier 1935] / Andre de Blonay, Fr. d'Assise [Monde musi- 
cal, ler mars 1935, Paris]. 

Ganz, Rudolf. * 24. Februar 1877 in Zurich, wo er das Gymnasium und 
das Konservatorium (Rob, Freund, Jul. Hegar) besuchte. Ab 1893 stu- 
dierte Ganz am Lausanner Konservatorium bei seinem Grossonkel Karl 
Eschmann-Dumour und bei Charles Blanchet, 1396-98 am Strassburger 
Konservatorium bei Fritz Blumer und Munch, 1899 noch bei Busoni 
und Heinrich Urban in Berlinr 1899 debutierte Ganz als Pianist in Berlin 
mit dem philharmonischen Orchester. Nach den ersten Konzertreisen 
liess sich Ganz als Hauptlehrer fiir Klavier am Musical College in Chi- 
cago (USA.) nieder (1900-05). In den folgenden Jahren unternahm er 
Tourneen in Amerika, Canada und Cuba, seit 1909 auch in Europa. 
1921-27 war Ganz Dirigent des Symphonie-Orchesters in St. Louis 
(Amerika). Seit 1928 ist Ganz Prasident und kiinstlerischer Leiter des 
Chicagoer Musical College in Chicago. Als Pianist und als Gastdirigent 
bereist Ganz zahlreiche amerikanische Stadte. Ganz ist Ehrendoktor der 
Musik verschiedener amerikanischer Institute (University of Rochester, 
Paul University of Chicago, Grinnell College, Cincinnati Conservatory 
of Music), Offizier der Ehrenlegion, korrespondierendes Mitglied der 
Kgl. Akademie in Florenz und Ehrenmitglied der National Fraternity 
Sinfonia of America. Ganz wurde 1925 amerikanischer Staatsbiirger. 
Kompositionen : 

Chorverk: Cadets de Gascogne [Foetisch]. 

Lieder: op. 2 Sechs Lieder [A. P. Schmidt, Leipzig] / op. 6 Drei Lieder 
[A. P. Schmidt] / op. 7 Die Jahreszciten in Liedern [C. Dieckmann, 
Leipzig) / op. 11 Drei Gesange [A. P. Schmidt] / op. 13 Lieder in elsas- 
sischer Mundart [Schlesinger] / op. 16 Zwei Duette [Schott] / op. 17 
Drei Lieder [A- P. Schmidt J / op. 20 Drei Lieder [A. P. Schmidt] / 
Weitere Lieder bei [Kramer-Bangert, Kassei, Foetisch, Hug, Dieckmann, 
Schirmer, Carl Fischer n. a.] in Schweizer Mundart, deutsch, englisch 
und franzosisch. 

Orchesterwerke: Symphonic in E-Dur, 19CX) [M.J / Animal pictures, 

Suite fur grosses Orch. [M.J. 

Konzerte: op. 4 Konzertstiick jFur Klav. und OrcL [A. P. Schmidt}, 

Kammermusik: Streichquartett [M.]. 

Klavierwerke: op. 5 Klavierstiicke [Schott] / op. 10 Trois Compositions 

pour piano [Schott] / op. 14 Vier Klavierstucke [Ries & Erler] / op. 21 

Sinfonische Variationen iiber ein Therna von Brahms (Der Schmied) 

[Comp. Music Corporation] / op. 23 Vier Klavierstucke {Ries & Erkr{ / 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 69 

op. 29 Zwei Konzertstiicke fiir Pfte. [C. M. C] / Weitere Klavierstiicke 
bei [Carl Fischer, Gamble, Art Publ. Society u, a.]. 
Sonstige Publikationen: From the programs of R. G. [Carl Pischer] / 
16 bekannte klassische und romantische Klavierstiickc [Carl Fischer j 

Gassmann, Alfred Leonz. * 1. Januar 1877 in Buchs (Luzern), besuchte das 
Lehrerseminar in Hitzkirch, war Lehrer und Organist in St. Urban und 
in Weggis, bildete sich daneben musikalisch weitcr in Luzern, Zurich 
und Genf (Barblan, Jaques-Dalcroze, Kling). Gassmann, der auch ver- 
schiedene Chore leitete, wurdc 1909 Musikdirektor in Sarnen, wo er an 
der Kantonsschule auch als Lehrer fiir Gesang und Instrumentaiunter- 
richt wirkte, 1921 kam er nach Zurzach; an den drei aargaulschen Be 
zirksschuleu Zurzach, Leuggern und Kaiserstuhl erteilt er Instrumental- 
unterricht, ausserdem ist er Organist der Stiftskirche in Zurzach. Gass- 
mann hat zahlreiche volkskundliche Werke veroffentlicht und sich urn 
die Sammlung schweizerischer Volkslieder verdient gemacht. Er gab 
cine Reihe popularer Spielmusiken heraus und eine grosse Anzahl yolks- 
tiimlicher Kompositionen u. a, (op. 1-108). Gassmann war der Imtiant 
und Mitbegriinder der schweiz. Volksliedimmlung des Schweiz, Volks- 
liedarchivs in Basel, 

Kompositionen : 

Dramatische Werke: op. 54 Roni, der Alpensohn, Dialcktvolksstuck m 
drei Akten [Sauerlander] / op. 70 De Jung Chalberreindler, Didekt- 
Volksstiick, Umarbeitung von ,,De gross Fiiiirig" [Sauerlander] / op. 40 
De Meklisonndig, Volksoperette jWilli) / D'Konigin Viktorias Rigifahxr, 
dramatische Szene [M,] / Die Erdcnnacht, Drama in fiinf Akten, Miisik 
zum Vorspiel" [M.j. 

Chorwerke (freie und Voiksliedbearbeitungen); Gemischte Chore: iiber 
50 / Mannerchore: zirka 30 / Frauenchore (Trachtenlieder): zirka ^3 / 
Jodellieder: zirka 20 / Gesange mit Instrumentalbegleimng: zirka 15 / 
Kirchliche Werke: zirka 20 / Fur die Schule: zirka 10 fVerlage: Hiig, 
Wilii, Ochsner, Hochstein, Halter, SelbstYcr!ag]. 
Ochesterwerke: Rigi-Suite [Hug] / vier weitere [M.]. 
Fiir Harmonic- und Blechmusik: 17 Werke [Hug, Wehrli, Kuhne, M,], 
Klaviermusik: Acht Werke [Hug, ^ehrli, Selbstverlag) . 
Spielrnusiksarnmlungen: op. 9 Am Waldrand I und II [Hug] / op. 35 
Der Jungtrompeter [Hug] / op. 33 Der flotte Trompeter [Hug] / op. 85 
Der kleine Trompeter von Sackingen [Hug] / op. 42 D*L5nd!crmtisik 
[Hug] / op. 79 Bim Chronewirt [Hug] / op. 62 A dr Aelpler-CJbabf 
[Hug] / op. 106 Blast mir das Alphorn noch ebmal [Hug]. 
Volksliedersammlungen: op. 18 *s Alphorn [Hug] / op. 24 Jufeui 
/ op. 107 Uf Schwyzer Grund und Bode I Tradbte- und Spiel-LieclK 
mit Begleitung der Handorgel oder Gitarre (Hug). 
Volkskundliche Publikatjonen: Das Volksiied im Lnzerner 
tmd Hinterland fSchweiz, Geseisefiaft for VolkskuBde, Basel} / Dtes 
iUgiied Vo Luzern tif Weggis zue^ seine Entsceteaig WM Yer&rmmg 
{RHaag, Luzernj / Naturpdei <!es Josepfc Inkier ans Bpddmcli {JiicliK 
Beck, ZSriclil / Eiclxi-Joggiaden fRcntsdi, Me^adil / 2ir Too- 
des Sdrreizer VolkslWes 



70 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Aufsatze: Unser Volkslied, in: Schweiz. Lehrerzeirung / Die Sammlung 
der Schweizer Volkslieder, in: Zeitschrift iir Gesang und Musik / Der 
Gesangunterricht in der Volksschuie nach Prof. Jaques-Dalcroze Me- 
thode, in: Schweiz. Lehrerzeirung / Volkslied und Volksschule, in: 
Schweizerschule / Neuere Schweizer Volkslieder, in: Heimatstimmen / 
Schweizer Jodel und Jodellied, in: Die Geschichte des eidg. Schwinger- 
yerbandes [Orell Fiissli, 1924] / Das Volkslied in der neuern Zeit, in: 
Zehn Jahre Luzerner Trachtenvereinigung, 1927-37. 
Lit.: (Werkverzeichnis), Ein 60jahriger als erfolgreicher, volkstiimlicher 
Schweizerkomponist, hrg. von 14 Verlegern / R. G. in: La Revue mo- 
derne, 37. Jg., Nr. 9 (15. Mai 1937) / Dr.H.B.m: Sie und Er, 15.1.38. 

Gayrhos, Robert. * 29. Januar 1875 in Lausanne, studierte zuerst bei sei- 
nem Vater Eugen Gayrhos, spater an der Akademie der Tonkunst in 
Miinchen (1895-97), wo Hans Bussmeyer und Rheinberger seine Lehrer 
waren (Klavierdiplom). Seit 1908 ist Gayrhos Lehrer fur Klavierspiel am 
Konservatorium in Lausanne. Bis 1929 trat Gayrhos auch als Solist und 
Begleiter von Auer, E. Welti-Herzog, Gaillard, C. Flesch, Enesco u. a. auf . 
Gayrhos arbeitet seit einer Reihe von Jahren als Uebersetzer von Vor- 
worten u. dgL iiir das Verlagshaus Peters in Leipzig. Gayrhos ist auch 
als Privatlehrer tatig. 1915-38 gehorte er dem Vorstand des Schweiz. 
Musikpadagogischen Verbandes an, dessen Ehrenmitglied er seither ist. 

Geering, Arnold. * 14. Mai 1902 in Basel, besuchte die Basler Schulen bis 
zur Maturitat und studierte Musik am Konservatorium Basel, wo A. Alt- 
haus, M. Brefin, G. Gvildenstein, G. Haeser, E. Markees und O. Menet 
seine Lehrer waren. 1925 erwarb er das Diplom als Gesanglehrer an 
mittlern und hohern Schulen und betrieb weitere Sologesangstudien bei 
A. Cairati (Zurich) und an der Opernschule G. Becker (Basel). An der 
Universitat Basel studierte Geering Musikwissenschaft (Nef, Handschin, 
Merian), deutsche und englische Philologie und Geschichte. 1927 erwarb 
er das Lehrdiplom fiir Mittelschulen, 1931 den Dr.phil. Geering war 
voriibergehend Gesanglehrer am Kant. Lehrerseminar und am Real- 
gymnasium in Basel. Gegenwartig ist Geering Lehrer an der Schola Can- 
torum Basiliensis und Assistent am musikwissenschaftlichen Seminar der 
Universitat Basel und betatigt sich ausserdem als Sologesanglehrer und 
Konzertsanger. Er ist auch Mitarbeiter fiir die Schweiz bei der 12. Auf- 
lage von Riemanns Musiklexikon [Schott, 1939]. 
Publikationen: 

Die Vokalmusik in der Schweiz zur Zeit der Reformation. Leben und 
Werke von Bartholomaus Frank, Johannes Wannenmacher und Cosmas 
Alder. Schweiz, Jaiirbuch fiir MWiss., Bd. VI, 1933 {H. R. Sauerlander, 
Aarau] / Homer Herpol und Manfred Barbarini Lupus, in: Fest- 
schrift Karl Nef [Hug 1933] / Psalmen und geistliche Gesange von 
J. Vannenmacher und Cosmas Alder, in: Musikalische Werke schwei- 
zerischer Komponisten des 16^ 17. nnd 18. Jahrhunderts, hrg. von Karl 
Nef [Edit. Nat. Suisse, Henn 1934] / Ludwig Senfl, Samtliche Werke, 
Bd. IE, Deutsche Lieder zu vier bis sechs Stimmen, 1. Teil: Lieder aus 
handschriftlichen Quellen, hrg. von Arnold Geering und Wilhelm Alt- 
wegg, 1938 [Hug] / Volkslied und Kunstlied im 16. Jahrhundert in der 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 71 

Schweiz, in: Volkslied und Hausmusik, 1935 [Hug] / Textierang und 
Besetzung in Ludwig Senfis Liedern, in: Archiv fur Musikforschung, 
1939 [Breitkopf fcHartell / Schweiz. Musikgeschicke (Von den Anfan- 
gen der Mehrstimmigkeit bis 1900) in vorliegendem Schweizer Musik- 
buch [Atlantis, 1939]. 

Gehrfog, Jacob. * 24. Juii 1888 in Glarus, erwarb 1909 das Zurcherische 
Lehrerpatent und war dann bis 1912 Schiller Hans Hubers am Easier 
Konservatorium. 1913-14 studierte er am Kolner Konservatorium (Stein- 
bach). Nach zwei Ziircher Umversitatssemestern iibersiedelte er nach 
Berlin, wo er nach privaten Studien am Theater in der Charlotten- 
strasse wirkte. 1918-19 war Gchring Musiklehrer in Schiers, 1919-34 Di- 
rektor des Mannerchors Frohsinn und des Cacilienvereins in Glarus. 
Gehring ist auch als Pianist sowie als Musikschriftsteller tatig. Er ist 
seit 1938 President der Glarner Konzert- und Vortragsgesellschaft, 
Gehring schrieb: Grundprinzipien der musikalischen Gestaltung [Br, & 
H., 1928] / Glarnerisches Musiklehen in den ersten Jahrzehnten des 
XIX. Jahrhunderts [Rud. Tschudy, Glarus 1936] / Glarnerische Musik- 
pflege im Wandel der Zeiten [Tschudy, Giarus 1939] / Eine Jugend- 
kantate J. S. Bachs, in: SMZ, 1925 / Von Mozart zu Schumann, in SMZ, 
1925 / J. S. Bachs friiheste Kantaten, in SMZ, 1926 / Grillparzer und die 
Musik, in: SMZ, 1926 / Die Pause in der Musik, in: SMZ, 1927 / Vom 
Musikalisch-Ganzen, in: SMZ, 1929 / Joh. Caspar Gocthes ,Via^io in 
Italia 1740", in: SMZ, 1934 / Dichtkunst und Tonkunst, in Schweiz. 
Jahrbuch fur MWiss., 1927 / Ferner: zahlreiche Aufsatze in den giarBe- 
rischen Tagesblattern und in verschiedenen Vereinsorganen, 

Geiser, Walther. * 16. Mai 1897 in Zofingen, besuchte das Gymnaskm uad 
das Konserratorium in Basel (Violine bei Fritz Hire, Kompositioii bci 
Hermann Suter) und vervollstandigte seine Studien bei Bram Eldcring 
in^Koln und bei Ferruccio Busoni an der Berliner Akademk der KQnste- 
Seit 1924 ist Geiser Lehrer fur Enscmblespiel am Konserratorium Basel 
Kompositionen: 

Chorwerke mit Orchester: op. 14 Symbolum (Goethe) fur M'chor und 
Orch., 1929 [Vogel, Basel] / op. 18 Adventslied (Tauler) fiir gem, Chor 
und Streichorch., 1931 [Vogel, Basel] / op. 23 Stabat Mater fiir Bariton, 
Chor und Orch., 1936 [M.j / op. 24 Chorphantasie (Gnrphius) fiir 
MUor und Orch., 1938 [M.]. 

Chorwerke a cappella: op. 13 Drei Oden des Klopstock fQr M*clK>r, 192S 
IM.] / op. 15 Zwei Mannerchore (Goethe), 1929 [Zurdber Li^erfccli- 
anstalt]. 

Sologesang mit Orchester: op. 1 Zwei Gesange am dcm Ostea fir Tea. 
tind Orch^ 1920 [M.] / op. 7a Das Hohelied SalaBjonis fur Alt, Tern, nnd 
Kaimmrorck [M.] / op.9 Nacfetgesang {Goetlie} far B^s 
1925 {M,]. 

lieder: op. 7b Zwei Lieder (Goethe), 1924 fM.j / op, 1^ Zwei 

sd^e Lkder 0- ^^=* ***3 fHt^J / o^2f ITegzefera^ (Steffen), 

1933 fM.|. 



72 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Orchesterwerke: op. 5 Ouverture zu einem Lustspiel, 1922 [Hug] / 

op. 12 Nocturne, 1927 [M.J / op. 20 Suite fur kleines Orch., 1933 

[Vogel] /op. 25 Praeambulum fur Orch., 1938 [M.]. 

Konzerte: op. 2 Concertino fur Fl. und Orch., 1921 [M.] / op. 16 Violin- 

konzert, 1930 [Vogel] / op. 22 Concertino fur Horn und Orch. T 1934 

[Vogel]. 

Kammermusik: op. 3 Streichquartett, 1921 [M.] / op. 6 Streichquartett, 

1923 [Nat.-Ausg. Hug] / op. 8 Streichtrio, 1924 [Henn] / op. 10 Suite 

fur Viol, und Klav., 1925 [M.] / op. 27 Senate fur Viol und Klav., 

1939 [M.]. 

Klavierwerke: op. 4 Aria, Impromptu, 1922 [Hug] / op, 11 Sonatine, 

1926 [Vogel]. 

Orgelwerke; op. 17a Fantasie iiber AHBE, 1931 [M.] / op. 17b Drei 

Choralvorspiele fur Org., 1931 [M.] / op. 26 Sonatine, 1939 [M.]. 

Gerber, Rene. * 29. Juni 1908 in Travers (Neuchatel), machte das Bacca- 
laureat in Neuchatel (1929) und studierte dann am Konservatorium in 
Zurich, wo Volkraar Andreae und Paul Muller seine Lehrer waren. In 
Paris war Gerber noch Schiiler von Paul Dukas. Gerber wohnt in 
Peseux (Neuchltel). 

Kompositionen : 

Chorwerke: 21 Noels francos pour choeur mixte, choeur d'enfants, 
soli, instr. a vent et org., 1925 / Chansons populaires pour voix et ins- 
truments / Choeurs a capp. 

Sologesang: 3 chants pour soprano, cymbale et piano. 
Orchesterwerke: Suite pour orch., Nr. 1, 1933 / Suite pour orch. Nr, 2, 
1934 / Hommage a Ronsard, 1933 / Aucassin et Nicolette, 1933. 
Konzerte: Concerto pour harpe et orch., 1931 / Concerto pour clar, et 
orch., 1932 / Concerto pour piano et orch., 1933 / Concerto pour fl. 
et orch., 1934 / Concerto pour basson et orch., 1936-38. 
Kammermusik: Suite pour vcl., fl. et harpe, 1931 / Suite pour neuf ins- 
truments, 1932 / Suite pour Quatuor a cordes en sourdine, fl. et wood- 
glock, 1933 / Suite pour deux fL, deux clar. et cor, 1933 / Senate pour 
harpe, 1932 / Concertino pour instr, a vent, piano et batterie, 1935 / 
Concertino pour tramp., cor et piano, 1935 / Concertino pour fl., alto 
et piano, 1936 / Fugue sur le nom de Bach, pour clar. seule. 
Klavierwerke: Sonate pour 2 pianos, 1934 / Pikes pour piano / Suite 
pour deux pianos, 1937 / Trois danses pour deux pianos, 1939. 

Gersbach, Fritz. * 25. Mai 1894 in Basel, studierte am Seminar in Schiers 
und am Konservatorium in Basel und besuchte zwei Sommerkurse bei 
Jaques-Dalcroze in Genf. Er erwarb das Diplom als Gesanglehrer an 
mittlern und hohern Schulen, 1921-22 bildete er sich am Konservatorium 
Leipzig (Krehl) weker. Seit 1922 ist Gersbach Gesanglehrer an der Kna- 
benrealschule in Basel, seit 1933 auch an der Frauenarbeitschule Basel 
Er leitet verschiedene Chore und war 1927-32 Kantonaldirektor der 
Baselstadtischen Gesangvereine. 
Kompositionen : 

Biihnenwerke: Fraulein Wang, Oper in vier Akten {M.) / Merlin, musi- 
kalische Legende [M.] / Stadt und Land, Festspiel 1927 [Hug]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 73 

Chorwerke mit Orchester: K5nig Holger fur M'chor mit grossem Orch. 
(M.] / Der Postilion (Lenau) fiir Manner-, Frauen- und gem. Chor, Alt- 
solo und Orch. [M.] / Bergesnacht fiir M'chor mit zwei Tromp., drei 
Pos., Tuba und Pk. [M.] / Ca. 80 Manner-, Frauen- und gem. Chore 
[Hug, Wilii, Zell, Gander, Selbstverlag]. 

Lieder: Zwei Lieder mit Klav. (oder Org.) [Hug] / Lieder nach Gedich- 
ten von C. F. Meyer, Hesse, Holderlln u. a, [Selbstverlag; M.]. 
Aufsatze: Reformation und Schulgesang, in: Schweiz, Lehrerzeitung / 
Die Methode Jaques-Dalcroze, in : Schweiz. Lehrerzeitung / J. H, Tobler, 
der Komponist des Appenzeller Landsgemeindeliedes, in: SMpBL, 1927, 
S. 18 / Nationalhymnen, in: Erziehungs-Rundschau. 

Gersbach, Joseph. * 22. Dezember 1787 in Sackingen, f 3.Dezembcr 1830 
in Karlsruhe. Lebte seit 1808 als Musiklehrer in Gottstadt bei Biel, dann 
in Yverdon (Pestalozzi) und 1812-18 in Zurich, wo er sich dcm Kreisc 
um Nageli anschloss. Spater war er Gcsanglehrer an mehreren Erzie- 
hungsanstalten und Lehrerseminaren in Wurzburg, Ntirnberg und Karls- 
ruhe. Er hat mchrere Liedersammlungen veroffentlicht (Wandenrdgelein, 
Singvogelein), in denen sich auch eigene Kompositionen finden. 
Sem jiingerer Bruder Anton, * 21.Februar 1803 in Sackingen, f 17. Au- 
gust 1848 in Karlsruhe, lebte 1814-31 ebenfails in Zurich als Klavier- 
lehrer, Pianist und Dirigent. 1831 wurde er Nachfolger seines Bruders 
in Karlsruhe. Er war Leiter des Sangervereins der Stadt Zurich und trat 
vielfach in Konzerten als Pianist auf. Anton Gersbach hat theorettsche 
Arbeiten seines Bruders nach dessen Tode herausgegeben, zugleich mit 
ihm eine Klavierschule, und Chore, Lieder und besonders Klarier- 
werke auch selbst veroffetitlicht. 

Geyer, StefL *23.Juni 1888 in Budapest, sttidicrte Violiae bei Jeno von 
Hubay an der Budapester Hochschnle far Musik. Schoa als Wuader- 
kind unternahm rie ausgcdehnte Konzertreisen in Europa und AiBcrika, 
1911-19 lebte sle in "W^ien, seit 1919 1st sic in Zurich ansassig, von wo 
aus sie im In- und Ausland in eigenen Violinabeiiden (z, T. mit ifsrem 
Gatten Walter Schukhess, mit dem sie seit 1920 verheiratet ist) und ais 
Solistin in Sinfoniekonzerten zalilreiche Konzertrtisen unternimmt. Seit 
1934 ist Stefi Geyer Lehrerin an eincr Konzertausbildungsklasse des 
Konservatoriums Zurich. 

Girsi>erger, Willy. * 16. Febniar 1902 in Bern, besuchte die Schulen in Bern 
(1922 Maturitat) und studierte dann Musik in Berlin bei Egon Petri, in 
Stuttgart, Leipzig (Max Pauer) und Paris (iazare I^Ty}. Seit 1930 ist 
Girsberger Lehrer fiir Klavier am Konserratoriura Bern. Er yerftsste 
versdiiedene musikalisdi-Hterarische Horfolgen fur Radio Bern, wo er 
vielfach auch als Pianist tatig ist. Er ist yerhciratet mit der 
Girsberger, 



(Hetnrich Loriti, genannt Glarcaaas). * im Jimi I4i8 
, f 28. Marz 1563 in Freimrg LBr. p>er ^pmc^s md 
kampfer der sdhwekerisdiea HuiaaiH^ea** {Erasrass an ZwiagJiX 
dierte ^ndf projuorierte Pblagmer Jer freiea Efe$r) in Kfe^ Leteer 
der altea SpracBcn k Ba^ 1514-17, wiecfcrsm 1522-2^ Bdan der Am- 



74 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



stenfakultat der Universitat 1525. Verliess Basel wegen der Reformation 
und ging als Professor der Dichtkunst nach Freiburg. 
Glarean, den Musik durch sein ganzes Leben begleitet hat, gab eine Isa- 
goge in musicen heraus (Basel 1516), namentlich aber das Dodekachor- 
don (1547), eine Abhandlung der acbt alten Kirchentone mit dem Nach- 
weis, dass ihrer zwolf aufgestellt werden miissten, und einer Entwicklung 
des Systems der Mensuralmusik. Das "Werk enthalt viele Beispiele aus 
den Werken der bedeutendsten Meister. (Uebersetzung mit moderner 
Partitur-Uebertragung durdi Peter Bohn in den Publ. d. Ges. f. Musik- 
forschung 16-18, 1899). Ausziige aus dem Dodekachordon erschienen 
schon Im 16. Jahrhundert. 

Glenck, Hermann von. * 5. Januar 1883 in Zurich, besuchte das dortige 
Gymnasium, 1900 die Hochschule fur Musik in Berlin und war 1902-03 
Korrepetitor in Weimar, 1904 Kapellmeister in Metz. 1908-11 wirkte 
v. Glenck als Kapellmeister am Landestheater in Stuttgart. Seit vielen 
Jahren lebt er in Gr'afelfing bei Miinchen. 
Kompositionen: 

Oper: Das Fruhlingsfest (Konrad Falke), Oper in einem Akt [M.J. 
Sologesang mit Orchester: Der Spielmann Tod (Konrad Falke), zwei Bal- 
laden fur Barit. und Orch. [M.] / Spatenlied fur Barit. und Orch. 
fSchott}. 

Klavierlieder: Vier Lieder fHug], 

Orchesterwerke: Variationensuite iiber ein eigenes Thema [M.] 
Konzertwerke: Unruhige Nacht (nach C. F. Meyer), Humoreske fur 
Klav. und Orch. [M.] / Konzert fiir Viol und Orch. H-Dur [M.] / 
Konzert fiir Klav. und Orch. [Barth, Miinchen-Planegg] . 
Kammermusik: Streichquartette [M.] / Klaviersonate [M.]. 

Glettle, Johann Melchior. f vor 1684. Stammte aus Bremgarten und ist 
16671677 als Domkapellmeister in Augsburg nachgewiesen. Veroffent- 
lichte: Expeditionis musicae classis I-V (1667-1681) enthaltend Motetten, 
Psalmen, Messen und Litaneien, mehrstimmig mit Instrumentalbegleitung; 
Musica latina-germanka I und II (1675-1684) enthaltend weltliche mehr- 
stimmige Gesangstiicke mit und ohne Begleitung, sowie Sonaten und 
,,Trompeterstucklein" fiir zwei Trompeten. Neuausgaben : Zwolf kleine 
Duos (Trompeterstucklein) auf Blockfloten, Geigen und andern Melodie- 
instrumenten zu gebrauchen, ausgewahlt und hrg. von "Willi Schuh, Heft 
6 der Schweizer Sing- und SpieLmusik [Hug] / "Wein und Musik - Alt 
und neu, zwei Canzonetten fiir Frauen- und Mannerstimmen mit zwei 
Viol., hrg. von Willi Schuh, Heft 10 der Schweiz. Sing- und Spielmusik 
[Hug] / Frisch auf ihr Musikanten, und Lectio capituli 38: Inter pran- 
dendum, beides in: H. J. Moser, Corydon, Geschichte des mehrstimmi- 
gen Liedes und Quodlibets irn Barock, Nr. 14 a und b [Henry Litolff, 
Braunschweig 1933] / Ver da will frisch und gesund auf Erden langer 
leben, Deutsches weltL Konzert fur 5 Singst., 2 Viol, und Generalbass, 
hrg. von Max Seiffert als Nr, 19 der Sgl. M Organum w [Kistner 8c Siegel]. 

Glutz-Blotzheim, Aloys. * 2. April 1789 in Olten, f 6. September 1827 in 
Schwyz, Sohn des Oltener Stadtschreibers Bernhard Joseph Malachius 
Glutz, war blindgeboren, kam in friiher Jugend mit den Eltern nach 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 75 



Solothurn und lebte selt 1824 in Aarau. Er pflegte mit der Gitarre im 
Lande herumzureisen, wobei er seine Lieder sang, und ist bei einer seiner 
Fahrten in Schwyz auf offener Strasse gestorben. 

Kompositioncn: Sechs Lieder mit Klavierbegleitung (diese und alle ubri- 
gen Lieder auf eigene Texte) / Freundschaft und Liebe (ebenfalls sechs 
Lieder) / op. 14 Alpenlieder, Handschriftlich sind erhalten: Sechs Wal- 
zer mit angemessenem Text, rnit Klavierbegleitung / weitere einzelne 
Lieder. Einige lieder von Glutz sind schon friihe in Sammlungen aufge- 
nommen worden, sie sind zu eigentlkhen Volksliedern geworden (Morge 
friih eb d*Sunne lacht, Wie lieblig tont's in Berg und Wald usw.). Neu- 
ausgabe: Sechs Walzer-Melodien, fur zwei Geigen oder Holzblasinstr. 
gesetzt von Alfred Stern, Heft 7 der Schwcizer Sing- und Spielmusik 
[Hug]. 

Lit.: Edin. Wyss, Das Volkslied, ein Spiegel der Zeitgeschichte und Kul- 
tur. Solothurn 1919, S. 97f f . / F.Fiala, Das Franziskanerkloster in Solo- 
thurn. Solothurn 1873, S. 16ff., in beiden Publikationen finden sich un- 
gedruckte Beispiele. 

Goctz, Hermann. * 7. Dezember 1840 in Konigsberg, f 3. Dezember 1876 
m Zurich. Organist der Stadtkirche in Winterthur (1863-1872), lebte seit 
1870 in Zurich. Er hat durch pianistische Tatigkeit, Unterricht und Di- 
rektion lebhaft auf das Winterthurer Konzertleben eingewirkt und ist 
auch in Zurich vielfach in Konzerten als Klavierspieler aufgetreten. 
Kompositionen, 1. Gedruckt: Zwei Opern (Der "Widerspenstigen Zah- 
mung, Text von J. V. "Widmann, Erstauffiihrung 1874 / Francesca von 
Rimini, Text vom Komponisten, unvollendet, beendigt von Ernst Fraiik, 
Erstauffiihrung 1877) / Werke fur gem. Chor (Nanie) und fur M*dior 
(Es liegt so abendstill der See) mit Orch. / Lieder / op. 9 Sinfonic F-Diir 
/ op. 15 Friihlingsouverture / op. 18 Klarierkoazert / op. 22 Violia- 
konzert / mehrere Kammermusikverke mit Slav, (die Wcrkt op. 14-22 
sind posthum veroffentlicht worden). 

Handschriftlich sind in der Zentralbibliothek Zurich erhalten: ein wei- 
teres Klavierkonzert, Streichquartett, Klaviersachen, ein Marchensptel 
Die heiligen Drei Konige usw. Eine Sinfonie e-MolI (aufgefiihrt Base! 
1867 und Zurich 1870) scheint verloren zu sein. 

Lit.: Ed. Kreuzhage, H. Goetz, Sein Leben und seine "Werke. Leipzig, 
1916. 

Goldschmid, Theodor. * 10. September 1867 in Vinterthur, studierte Tfeeo- 
logie und war Pfarrer in Dattlikon (1892-1905), Pfaffikon (1905-1914) 
und Zurich- Wipkingen (1914-1937). Er leitete die dortigeo Kirdieii- 
chore, war Griinder und President des Kirchengesangbuclies umd Iteckk- 
tor von dessen Organ ,,Der evangelische Kircfcenchor". Er !et>c jetzt mm 
RuJiestand in Zurich* 
Konipositicnen : 

Oborwerfee: Eptphanias, Szcne ams JDie dm Kiiige vm &em 
laad** (A. Burckhardt) fur Soli gem. CJior, Kky. uad toel 
Biedermaanj / Ostermo^ea, Kantate fir drei Sc^cwtoaJBttEi, ^m. Oioc 
und Gemeindefesaiig mk VioL, Vd. und Of& 1902 fHi^I / Sommcr- 
gesang (F. Gcrisard), Ksmtatc fe Soli Eluder- Had gem, C|OT" 



76 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

gesang und Org. (Rieter-Biedermann) / Lieder und Motetcen fiir gem. 

Chor und Fr. chor [z. T. in den Musikbeilagen des Schweiz. Kirchenge- 

sangbundes]. 

Klavierlieder: Sechs Weihnachtslieder [Hug]. 

Liedersammlungen: Liedergarten, Sammlung volkstiimlfcher Lieder fur 

gem. Chor neubearbeitet [Hug, 1900] / Weihnachtschore fiir 3 Frauen- 

und Kinderstimmen [Buchhandlung der Evang. Gesellschaft 1898, seither 

zahlreiche Neuauflagen], 

Neuausgaben: Zwanzig vierstimmige Psalmen von Heinrich Schiitz [Br. 

& H., 1901] / Geiscliche Sologesange und Duette (aus alten Schweizer 

Gesangbiichern) [Hug, seit 1916 vier Auflagen]. 

Publikation: Schweizerische Gesangbiicher friiherer Zeiten und ilire Ver- 

wertung fiir den heutigen Chor- und Sologesang [Verlag des Schweiz. 

Kirchengesangbundes, 1917]. 

Gradmann-Luscher, Marguerite. *9.Februar 1899 in Basel, besuchte die 
Basler Musikschule und studierte Gesang bei Adelheid La Roche und 
Ilona Durigo, nahm iiberdies Kurse bei Lotte Leonard und Ria Ginster. 
M. Gradmann-Luscher lebt in Zurich als Konzertsangerin und Gesangs- 
padagogin. 

Graeser, Wolfgang. * 7. September 1906 in Zurich als Sohn eines Schweizer 
Arztes, f 13.Juni 1928 in Nikolassee. Studierte Musikwissenschaft in 
Berlin und veranstaltete eine instrumentierte Neuordnung von Joh. Seb. 
Bachs Kunst der Fuge (Ausgabe der Bachgesellschaft 1927, vergl. auch 
Badijahrbudi 1924 und Bericht iiber den Basler musikwissensdiaftlichen 
Kongress 1924). 

Lit.: Wolfgang Graeser, Gedachtnisheft [Beck, Miindien] / Hans Zur- 
linden, Wolfgang Graeser [Beck, Mundien 1935). 

Graf, Ernst. * 26. Juni 1886 in Schonholzerswilen (Thurgau), f 18. August 
1937 in Bern. Aufgewachsen in Basel, Schuler des dortigen Konservato- 
riums (Ad.Hamm) und von Straub^ in Leipzig, seit 1912 Organist am 
Berner Miinster, Lektor (seit 1928 Honorarprofessor) fiir Kirchenmusik 
an der Umversitat und Lehrer fur Orgelspiel und Theorie am Konser- 
vatorium, Leiter der Kurse des Bernischen Organistenverbandes. Graf 
iibte durch Konzerte (Abendmusiken) und darch die Wiederbelebung 
der alten Turmmusik einen grossen Einfluss auf das Musikleben Berns 
aus. Er war Redakteur der Fachzeitschrift Der Organist. Er veroffent- 
Hchte: Bach im Gottesdienst, Lehrgang des obi. Orgelspiels, beides hrg. 
vom Bern. Organistenverband; schrieb das Kapitel Die Orgel in Miiller- 
Blattaus Jioher Schule der Musik", Johann Friedrich Quantz der Flotist 
Friedrichs des Grossen (SMZ, 1916), unc! einige kleinere Chorwerke. 

Graf, Georg. * 16. Juli 1901 in Sumy (Russland) als Sohn Schweizer Eltern. 
Er besuchte die Gymnasien in Zurich und Sehiers und studierte Musik 
am Konservatorium Zurich (Andreae, Vogler, Laquai, Lang, Kasics, 
Durigo, Dubs, Reitz^ Schreep) uad an der Ecole normale de musique in 
Paris (Max d'Ollone, Nadia Boulanger). Seine Universitatsstudien absol- 
vierte er in Zurich (Bernoulli, Gysi), Florenz, Paris (Pirro) und in Basel 
(Nef, Merian), wo er mit einer Dissertation uber Rameau zum Dr, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 77 



promovierte, "Wahrend der Ziircher Studienzeit versah Graf Buhnen- 
und Orchesterdienst im Stadttheater Zurich und war Leiter dcs Orche* 
stervereins Ktisnacht und des Frauenchors Kikhberg. Sparer war er 
Kapellmeister an einem russischen Ballett und Musikdircktor in Flawil 
und Wadenswil. Gegenwartig ist Graf Dirigent des Orchestervereins 
Zurich, des Orchestervereins Aarau, des Gcmischten Chors Thalwil und 
Leiter der Orchesterklasse am Kant. Lehrerseminar in Kusnacht, Ausser- 
dem unterrichtet Graf an der Musikakademie Ziirich. 
Graf bearbeitete Ramcaus Motette ,,Laboravi" und gab eine Tanzsuite 
fur Orchester von Rameau heraus [Ochsner, Einsiedeln]. 
Publikation: Jean Philipp Rameau in seiner Oper ,,Hippolvte et Aricie" 
[Felixverlag, Wadenswil]. 

Grast, Franz Gabriel. * 16. April 1803 in Plainpalais (Genf), t 5. April 1871 
in Genf. Gesanglehrer an der Tdchterschule und (seit 1850) am Konser- 
vatorium in Genf. Er veroffentlichte mehrere gesangstheoretische Werke 
und Chorsammlungen sowie eigene Lieder, Klaviersachen unJ Chor- 
lieder, schrieb ferner eine Oper Bianca cappella und die Musiken der 
Winzerfeste von Vevey 1851 und 1865 sowie weitere Orchesterwerke 
und Gesangssachen. 
Lit.: P. Long, in: Schweiz. musikpad. Blatter, 1932, Nr. 15ff. 



Grcith, Karl. * 21. Fcbruar 1828 in Aarau, f 27. November 1887 m 
chen. Sohn des in Aarau und St, Gallen als Musiklehrer und 
musikleiter wirkenden Joseph Greith, des Komponisten der Melodic zu 
, y Von feme sei herzlich gegrusset w , Er studierte Musik in Munchen und 
Augsburg, wirkte sodann als Musiklehrer in St. Gallen, Frankfurt a. M-, 
Feldkirch und Schwyz, und wurde 1861 Nachfolger seines Vatcrs als 
Chordirektor der Stiftskirche St. Galleti. 1871 ging er nach MSndben 
(1877 DomkafwiHmeister der Liebfrauetikirche), Greith feat eine grossc 
Zahl von Kirchenwerken geschrieben, vor allem mefererc Me^en, ein 
Oratorium Gallus ( atifgefuhrt 1849)> aber auch geistliche und weltlidie 
Lieder und Chore. 

Lit.: K. J. Eisenring, Karl Greith, der grosste sdhweiz. Kirchenmusiker, 
Ingenbohl 1900. 

Grenadier, Karl. * 3. November 1907 in Brugg, studierte am Konserrato- 
rium in Zurich (Volkmar Andreae, Emil Frey, Paul MiiHer, Ernst Isler, 
H. Ehibs) und in Leipzig bei Giinther Ramin, Max Pauer uud Karl 
Straube, Seit 1931 ist Grenacher Lehrer fiir Gesang, Theorie, KlaTier- 
und Orgelspiel und Chorleitung am Aargaulschen Lchrerseramar is 
Vettingen. Grenacher ist auch als Konzertorganist, Pianist und Dkigcat 
tatig, 

GsMcustcin, Gustav. * 23. Juni 1888 in Munchen, aksolvieitfi seine nnu 
kalischen Studien an der Akademie der Toukunst in Miaclien 
am Institut Jaques-Dalcroze w Genf und in Drestlm, 
EcrteB Studien oblag er an den Uzu^ersitStCB MSoctiea, Freife^i^ (Hus- 
serl) tui<i Basel, wo er 1926 zum Dr. pluL pri^aoTterte, 1911 wurde er 
Lelirer an der Bildungsxnstak Jaqoes-DaJcrme m Heflerao, 1912 Leiter 
der Zweigsctmle ia Fmnkf^rt a, 1C iro er ^^fezeitig Lcferer am 



78 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Hoch'schen Konservatorium war. Seit 1921 wirkt Giildenstein am 
Konservatorium Basel als Lehrer fur Harmonielehre, Solfege, Improvi- 
sation am Klavier und Rhythmik. "Wahrend einiger Jahre war er gleich- 
zeitig Leiter des Rhythmik-Seminars der Schule Hellerau-Laxenburg 
bei Wien. 

Publikationen; Modulationslehre [Griininger, Stuttgart 1917] / Theorie 
der Tonart [E. Klett, Stuttgart] / Modulationslehre [E. Klett, 1929] / 
Beitrage zu einer Phanomenologie der Musik, Aufsatzserie in: SMZ, 
1931 / Die Gegenwertigkeit in der Musik, in: Festschrift Karl Nef 
[Hug, 1933]. 

Gutmann, Hans. * 18. Januar 1910 in Zurich, studierte Orgel bei Ernst 
Isler am Konservatorium in Zurich, bei Karl Straube in Leipzig und 
Marcel Dupre" in Paris. 1930-34 war er Organist in Stafa, seither an der 
Pauluskkche in Zurich. Gutmann, der sich auch als Chorleiter betatigt, 
ist Lehrer fur Orgelspiel an der Musikakademie in Zurich. 

Gysi, Fritz. * 18. Februar 1888 in Zofingen, besuchte die Schulen in Zofin- 
gen und das Gymnasium in Basel, wo er am Konservatorium seine musi- 
kalischen Studien begann. An den Universitaten Zurich, Bern und Berlin 
studierte Gysi Kunst- und Musikgeschichte und ging hierauf noch nach 
Florenz und Rom. Seit 1921 ist er Privatdozent fiir Musikgeschichte 
an der Universitat Zurich (seit 1931 Titularprofessor). Ausserdem wirkt 
er als Dozent an der Musikakademie Zurich und (seit 1937) am Buhnen- 
studio Zurich. Gysi ist erster Musikreferent am Tagesanzeiger, inusi- 
kalischer Mitarbeiter der National-Zeitung und der Basler Nachrichten 
sowie der Allgemeinen Musikzeifung (Berlin). 
Publikationen: 

Die Entwicklung der kirchHchen Architektur in der deutschen Schweiz 
im 17. und 18. Jahrhundert, Aarau 1913 [Triib & Co.] / Mozart in sei- 
nen Brief en, Zurich 1919-21 [Hug] / Max Bruch, Zurich 1922 [Hug] / 
Claude Debussy, Zurich 1926 [Hug] / Richard Wagner und die Schweiz, 
Frauenfeld 1929 [Huber & Co.] / Schweizer. Musikerjahrbuch, Zurich 
1931-33 [Verlag des Schw. Mpdg. Verb.] / Richard Wagner und Zurich, 
Zurich 1933 / Richard Strauss, 1934 [Athenaion, Potsdam] / Hans Georg 
Nageli, Zurich 1936. 

Aufsatze und Abhandlungen: Musik und Farbe, in: Vissen und Leben, 
16. Jg., Heft 6 und 7 / Alpine Darstellungen in der Musik, in: Schweiz. 
Jahrb. f. MWiss., Bd. I (1924) / Ueber indische Musikauffassung, In: 
SMZ, 1924, Nr, 25-26 / Das Alphorn, in: Die Alpen, 1925, Nr. 2 / Von 
den Glocken, in: Wissen und Leben, 1925, Heft 4 / Die Franziskus- 
legende in der Musik, in: AMZ, 1925, Nr. 18 / Die bauliche Entwick- 
lung des Theaters, in: Jahrb. d. Ziircher Stadttheaters 1925-26 / Ueber 
Zusammenhange zwischen Ton und Farbe, in: Bericht iiber den mwiss. 
Kongress in Basel, 1924 (Leipzig 1925) / Vom Jodeln, in: Die Alpen, 
1926, Nr. 8 / Mozart als Kritiker, in: Bericht iiber den mwiss. Kongress 
in Leipzig 1925 (Leipzig 1926) / Beethovens Kammermusik, in: Beetho- 
ven-Almanach der Deutschen Musikbiicherei, 1927 [Bosse, Regensburg 
1927] / Beethovens Volkslieder, in: Neue Schw. Rundschau, Aug. 1928, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 79 



Nr. 8 / Tellurische Musik, in: Die Alpen, 1927, Nr. 3 / Musik und 
Volkstum, in: SMZ., 1928, Nr. 15 / Das Volkslied und seine Feinde, in: 
V. H. S. Zurich, 1928, Nr. 9 / Berlioz und Shakespeare, in Jahrbuch des 
Ziircher Stadttheaters 1928-29 / Mozart als Theaterkritiker, in: Jahrb, 
d. Ziircher Statdtheaters, 1929-30 / Rousseau als Musiker, in: Ncue 
Schw. Rundschau, 1929, Nr. 10-11 / Musik und Religion, in: V. S. H. 
Ziirich, 1929-30, Nr.6-9 / Mozart als Padagoge, in; Schw. Mpdg. BL 
1931, Nr,2 / Der Monch von Salzburg, in: Die Alpen, 1931, Nr.8 / 
Richard Wagner an Eugen Petzold, in: Schw. Jahrb. f. MWiss., Bd. V 
(1931) / Kiinstler und Konzertprogramme, in: V.H. S. Zurich, 1932, 
Nr. 3 / Zurich als Musikstadt, in: AMZ, 1932, Nr. 22-23 / Die Auf- 
gaben der Musikkritik, in: V. H. S. Zurich, 1932, Nr.8 / Schweizcr. 
Opernschaffen, in: Jahrb. d. Ziircher Stadttheaters, 1934-35 / Musik 
und Klima, in: V. H. S. Zurich, 1936, Nr.6 / Okkulte Musik, in: 
V. H. S. Zurich, 1938, Nr. 7 / Volkslted und Kunstlied, in: Eidg. Sanger- 
blatt, 1938, Nr. 14 / Schweizer Lied und Schweizer Musik, in: Die 
Schweiz, mein Land (Oiten-Zurich 1939) / Oper und Festspiel (in der 
Schweiz), in: Schweiz. Musikbuch [Atlantis 1939], 

Haas, Paul. * 16. Dezember 1866 in Schussenried (Wiirttemberg), stammt 
aus Baar (Zug), studierte Musik an den Konsenratorien in Stuttgart 
(Faisst, Speidel, Seyerlen, Schneider, Herbig) und Leipzig (Papperitz, 
Coccius, Paul, Reinecke, Klesse). Haas wirkte 1888-89 unter Barraga an 
der Miinchner Ludwigskirche, 1889-90 war er Musiklehrer am Institut 
Minerva in Zug, 1890-94 Seminarmusiklehrer in Schwyz. Seit 1894 Idk 
Haas in Freiburg i. Ue., wo er bis 1933 Musiklehrer am Collegium Saint 
Michael, bis 1934 Organist an St. Mauritius und Direktor des Cacilieu- 
vereins war. Seit 1917 ist Haas Direktor des Konservatoriums b Frei- 
burg i. Ue. 
Kompositionen: 

Psalm 121 fur gem. Chor und Orch. [ML] / kirchiiche Chorwerke / 
reiche gemischte, Manner-, Frauen- und Kinderchore in 
Liedersammlungen. 
Sologesang mit Begleitung: Jung Walther, Liederzyklus fiir 1 Singstimme 
und Klav., 1893 [M.] / Barcarole fiir 1 Singstimme, Viol, VcL uud 
KkY. [M.]. 
Harmonie-(oder BIech-)Musik: Der Eidgenossen Dankgebet, 19% fHag}. 

Haefelin, Max. * 28. August 1898 in St. Gallen, studierte an der Hochsclmle 
fur Musik in "Weimar (R.Wetz, Erika T. Btnzer, Hiaze-Reiiikli). 
1926-28 war Haefelin Leiter der Opern in Brandeebiirg-Berlia, 1929-31 
erster Kapellmeister am Stadttlieater in Libcck. Seit 1931 wirkt Hide- 
Hn als Gesanglehrer an der Madclieiireaisciiiile tiad als OiocieiEeT "m 
St. Gallen. 

Kompositionen : 

Bilineiiwerke: Freierspuk, heitere Gpsr, 1927 {1C] / An^lbft Vemk*- 

min, lieitere Oper, 1937 {M.J. 

BShaenmtisiken: zti Kanfmaua Ton Venedig {Braadeabairg, Libeck) |M.| 

/ zu Der Kreidekreis {^ramkElMrg, Berlin) fMJ. 



80 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Festspiel: Heimatvolk, zum kant. Sangerfest St. Gallon, 1937 [M.J. 

Chorwerke: Grosse Messe in As-Dur fur Soli, Chor und OrcL, 1936 

[Hug] / 6-stg. Messe in f-Moll [M.J. 

Sologesang: Angelus Silesius, drei Gesange fur Alt und Org., 1936 [M.] / 

Weitere Lieder und Dialektliedersammlungen [M.]. 

Orchesterwerke: Prologus solemnis, 1924 [M.] / Vaterlandisches Vor- 

spiel, 1926 / Symphonic Mr. 1 in a-Moll [M.j / Konzert fur Streich- 

orchester, 1937 [M.]. 

Kammermusik: Violinsonaten [M.] / Quintett fur Blaser [M.] / Trio 

fur Blaser [M.], 

Klaviermusik: Variationen [Hug] / Intermezzi [Hug] / Partiten [M.]. 

Haemig-Burgmeier, Lisa. * 12. Mai 1874 in Aarau, studierte am Konserva- 
torium Ziirich, bei Stockhausen und Frau Schroder-Hanfstaengl in 
Frankfurt a. M., sowie bei Lessrnann in Berlin* Als Konzertsangerin ist 
Lisa Haemig-Burgmeier in zahlreichen Stadten Deutschlands und der 
Schweiz (u. a. an den Centenarf eiern in Aarau und Weinf elden) aufge- 
treten. Seit 1909 lebt sie als Lehrerin fur Sologesang am Jose Berrschen 
Konservatorium in Zurich. 

Haenni, Charles. * 7. Juli 1867 in Sion, besudite das dortige Gymnasium, 
sowie 1886-88 das Strassburger Konservatorium (Stockhausen, Samborn, 
Zajic, Scharschmidt) und 1888-92 das Genfer Konservatorium (Barblan, 
Rey). Wahrend sechs Jahren war er Kapellmeister am Grand College 
St. Charles in Thonon, hierauf zwei Jahre Organist und Musiklehrer in 
St. Brieuc (Bretagne). Er Hess sich dann in Sion als Organist und Musik- 
lehrer am bischoflichen Seminar, an der Ecole normale des insrituteurs 
und am Gymnasium nieder. 1906 wurde er Organist an der Kathedrale 
und griindete den Choeur mixte der Kathedrale. Er leitete ausserdem 
,,La Sedunoise", den ,,Rhonesangerhund" und das Orchester von Sion. An 
der musikalischen Entwicklung im Wallis hatte Charles Haenni, der auch 
als Orgelimprovisator und als Komponist hervorgetreten ist, starken 
Anteil. Von Haenni starnmt das Walliser Nationallied ,,La Valaisanne" 
(1889). 

Kompositionen : 

Opera: Blanche de Mans, 1894 / La fleur maudite, 1896 / St. Bernard / 
Le dernier chevalier de Goubing / Rosine d^H^remenco, 1916 / Lcs fi- 
leuses, 1939. 

Operetten: Caraeval de Saviese, 1910 / Le Charlatan a Val dUliez, 19277 
Le Sorcier du Village, 1926 / Le Revenant dlcogne, 1926 / Le Moulin 
du Pere Guillaume, 1925. 

Oratorien, Kantaten und Mysterien: Noel, oratorio 1916 / Mystere en 
trois tableaux. 

Kantaten: Jesus de Nazareth, 1892 / Au Valais. 

Geistliche Gesangswerke: Cinq Messes pour choeur mixte et orch. / Deux 
Messes de Requiem pour choeur mixte / 1 Messe a capp. (Ste Anne) 
pour choeur mixte / Trois Messes pour choeur mixte et org. / Trois 
Messe pour quatre voix d*hommes / Trois Messes de Requiem pour 
quatre voix d'hommes a capp, / 1 Messe de Requiem pour deux voix et 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 81 



org. / 1 Messc de Requiem pour 1 voix et org. / Deux Messes pour 
trois voix et org. / Trois Messes pour deux voix et org. / 1 Messt pour 
1 voix et org. / 255 Motets latins i quatre voix mixtes / 79 Motets la- 
tins & trois voix mixtes / 37 Motets latins a 1 voix et org. / 184 Motet? 
latins a quatre voix cThommes / 115 Motets latins a trois voix d'hommcs 
/ 54 Motets latins a deux voix / 63 Cantiques / Cffcrtoires pour tous 
les dimanches et ftes de Tanne: 84 a quatre voix mixtes, 120 a. quatre 
voix d'hommes, 87 st trois voix d'hommes, 85 1 deux voix et org. 
Sonstige Gcsangsmusik: Choeurs profanes: 50 a. quatre voix mixtes, 54 
quatre voix d'hommes, deux a quatre voix de femmes / 64 Romances 
avcc piano / 25 Chansons avec piano / 17 Chants de Noel / 29 Chanu 
pour des pieces de theatre / 1 Chant avec quatuor i cordes. 
Orchestcrmusik: 18 Morceaux pour orch. (pieces diverses) / Trois Sym- 
phonies (de famille) / Trois Marches pour harmonic (La Sedunoise, Va- 
leria, Les 15). 

Kammermusik: 122 Morceaux pour viol, seul / 54 Morceaux pour viol, 
et piano / 27 Trio (viol., vcl. et piano) / Six Trio a cordes / Dix Mor- 
ceaux pour vcl. seul / 33 Morceaux pour vcL et piano / 1 Morceau 
pour deux vcl. ct piano / Quatre Morceaux pour viol, ct vcl. / Treize 
Quatuors a cordes / Quatre Quatuors avcc piano / 25 Danses valai- 
sannes, arr. pour quatuor et piano / 1 Morceau pour fl. et piano / Un 
Morceau pour fl. et quatuor / 1 Morceau pour clar. et piano / 1 Mor- 
ceau pour viole d'amour et piano / Cinq Morceaux pour deux viol. / 
Cinq Morceaux pour deux viol, et piano / Deux Quatuors pour trois 
cors et tromp. / 1 Morceau pour hautbois et piano. 
Klaviermusik: 310 Morceaux pour piano (pieces diverses) / 67 iavea- 
tions / 202 canons / 15 preludes / 15 Fugues / 1 Morceau a quatre 
mains. 

Orgclmmik; 166 Entrees, offertolres, pieces de different* genres ecc 
Sonstige "Werke: Devoirs d'harmonie / Trois Cahiers acco&ipagpeiiiefits 
de motets / 73 Solfeges. 

Haenni, Georges. * 2. September 18% in Sitten (Wallis), Sohn voa Cliarlcs 

H,, besuchte die Gymnasien in Sitten und Stans, wandte sich dama dem 
Rate seiner Lehrer Hilber und Sproed folgend der Musik zu. Er stu- 
dierte 1916-21 am Konservatorium in Genf bei O. Barbian, W. Montil- 
Iet G, Doret, W. Pahnke, H. Reymond und J. Laubcr. Haenui venroll- 
standigte seine Studien in Zuridb und Frankfurt, besudtte die Kurse 
iiber Gregorianik in Solesmes (Dorn Mocqueran und D0m Gajard). Hadb 
Sitten zuriickgekehrt wurde er Lehrer an der Ecole normmle, ma <kr 
Ecole industrielle, am Grand Seminaire episcopml tmd aisi Gjmaas^m^ 
Haenni leitet den gemischten Chor der Kathedrak some versdiiedese 
Gesaagvereine. Mit der von ilim gegrSncleteii w Cnanson valalsaaae^ Q~ 
teriiinisit er Toumeen in der Sdbweiz iiad ini Ao^sii Haemal* Jer im 
Wallis eine fiihren<ic Rolle in musikali^chen Fragcn spielt, grii&dete 
auch eine Societc des Amis de FArt, die fur das Konzertlebea ini 



Chorrerke: Six l^cets an St. Sacreia^aat / l^ew^re ficc de 



82 SCHWEIZER MUSIKERLEUKON 



de 1934 (Text de J. Graven) / 34 choeurs mixtes / 13 Choeurs d'hoinmes 
(franz. und deutsch) / Sept choeurs de dames / ferner uinfasst das Re- 
pertoire der ,,Chanson valaisanne" ca. 64 Chore und Solonummern. 
Sologesang: Trois Romances pour sopr. / Ave Maria pour sopr. / La 
chanson de la raclette. 

Instrumentalwarke: Ouverture / Suite pour orch. / Trois morceaux de 
salon / Marche funebre / Preludes pour orgue / Dix inventions pour 
troix voix / Reverie pour orgue. 

Haeser, Georg. * 17. August 1865 in Danzig, besuchte dort das Gymnasium 
und studierte zuerst protestantische Theologie, hierauf privat und am 
Konservatorium in Leipzig Musik mit Komposition als Hauptfach. 1893 
liess sich Haeser in Zurich nieder, wo er auch das Schweizer Biirgerrecht 
erwarb. Haeser war als Violinlehrer am Lehrerseminar in Kiisnacht, 
und als Leiter des Mannerchors Ktisnacht, ausserdem als Gesanglehrer an 
einer Ziircher Privatschule, als Dirigent verschiedener Gesangvereine, 
als Privatlehrer fur Violine und Klavier sowie als Musikreferent der 
Schweiz. Musikzeitung und verschiedener Tageszeitungen tatig. 1905 
berief ihn Hans Huber als Lehrer fur Theorie und Komposition ans 
Konservatorium in Basel. 1933 trat Haeser in den Ruhestand. 

Kompositionen (nach den Angaben des Komponisten, vgl. auch Ref ardts 
Musikerlexikon) : 

Opera: Hadlaub, Oper in drei Akten nach eigener Dichtung [Eulenburg; 
Text; Schulthess] / Der Taugenichts, Oper in vier Akten nach eigener 
Dichtung [Text: Selbstverlag] / op. 26 Die wilden Schwane, Marchen- 
spiel in fiinf Bildern [Hug]. 

Chorwerke : Lazarus, bibl. Kantate fur Einzelstimmen, gem. Chor und 
Orch., nach eigener Dichtung [M.J / Deutsch und Welsch fiir Einzel- 
stimmen, M'chor und Orch. [M.j / op. 5 Wanderlied der Prager Studen- 
ten fiir M'chor und Orch. [Hug] / op. 6 Abendfrieden fur gem. Chor 
und Orch. [Hug] / Moos-Eifchen fur zwei Einzelsopr., Frauen- (Kinder) 
Chor, Deklamation und Orch. (Klav.) [Hug] / Alpenrosleins Talfahrt 
fiir zwei Einzelsopr., Frauen- (Kinder) Chor und Klav. [Hug] / Ferner: 
Frauen-, Manner- und gem. Chore bei verschiedenen Verlegern / Zahl- 
reiche lieder fur 1 Singstimme und Klav. [HugJ. 

Orchesterwerke: Vineta, symphonische Dichtung fM.) / op. 47 Gaudea- 
mu5 igitur, Suite mit Basso ostinato [M.] / op. 46 Suite fur Streich- 
quartett, Streidborch. und Klav. [E. Vogel] / op. 29 Kanon-Suite fur 
Streichorch. oder Streichquart. [Hug]. 

Konzertwerk: op. 23 Konzertwalzer jFfir Klav. und Orch. (Harmonic). 
Kammermusik: op. 31, 35, 48, 52 Vier Streichquartette [Hug] / op. 50 
Streichtrio [Hug] / op. 51 Duo fur Geige und Bratsche [M.] / op. 17 
Wzer fur Viol und Klav. [Hug] / op. 21 Romanze fiir Viol, und Kiar. 
[Kahnt] / op. 15 Sonate fiir VioL und Klav. (Eulenburg] / op. 34 So- 
nate fur VcL (oder Viola) und Klav. [Hug] / op. 52 Kleines Strekh- 
quartett in D-Dur fHug}. 

Klavierwerke: op. 22 Scherzo (Harmonic) / Klavierstuck. 
Padagogische Werke: Modulationen in Dreiklangen / Kadenzen in Drei- 
klangen [Hug]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 83 

Sonstige Publikationen: Gutachten iiber die vierstimmigen Satze des 
Probeheftes zu einem neuen Schweiz. Kirchengesangbuch (Zwingjihaus* 
Basel] / Offener Britf an Rudolf Moser, Bcitrag zu den Ausemander- 
setzungen (ibcr die Gesultung eines neuen Schweiz. Kirchengesangbuches 
/ Vgl. dazu: R. Moser, Antwort auf das Gutachten... von G.Haeser 
[HansBoehm, Basel). 

Lit.: Rud. Hunziker, Einfiihrung in Georg Haesers Oper Hadiaub, in: 
SMZ, 1903, S. 104H. (auch separat). 

Hacusslein, Willi. * 15. September 1909 in Ziirich, studierte daselbst arn 
Konservatorium fiir Musik und an Jos Berrs Konservatorium. 1928-39 
war er am Zurcher Stadttheater als Kapellmeister und Korrepetitor 
tatig. In der Schweiz und im Ausland ist er auch als Liedbegleiter (ins- 
besondere der 1939 verstorbenen Sopranistin Lucy Siegrist) hervor- 
getrcten. 

Hamm, Adolf. * 9. Marz 1882 in Wickersheim bei Strassburg, f 15. Okto- 
ber 1938 in Basel, studierte Orgel bei E. Munch in Strassburg, H. Rei- 
mann in Berlin und Karl Straube in Leipzig. 1906 Organist am Easier 
Minister, 1915-20 auch Dirigent des Basler Mannerchors. 1911 grundete 
er den Basler Bachchor, den er bis 1922 und wieder seit 1926 bis zu 
seinem Tode leitete. Lehrer fur Orgel am Konservatorium in Basel. Die 
Konzerte des Basler Bachchors und namentlich Haxnms cigene regel- 
massige Orgelkonzerte im Miinster, in denen er genie jungen Konitkni 
Gelegenheit zum Auftreten bot, sind fur die Kirchenmusikplkge in Bisel 
von entscheidender Bedeutung geworden, 

Handsciiin, Jacques. * 5. April 1886 in Modbra als Soirn schweizensd^r 
Eltera, studierte an den Universitaten Basel und MSnchen (Gescliiefete, 
Fhilologie, Nationalokonomie, Mathematik}, (knn bei Max Reger Of|rf 
und Musiktheorie und vervollstandigte seine organistisclie Aitsbildung 
bei Straube und Widor, 1909 kam er als Lehrer fSr Orgelsf^l tos 
Konservatorium in Petersburg (1914 Professor). Haadschin, d in 
Russland als konzertierender Organist und als Musikreferent der St. Pe- 
tersburger Zeitung tadg war und die Komposition voa Orgelwerken 
anregte, wurde 1914 auch Organist an der evangelisch-Iutlierischen 
Petrikirche in Petersburg. 1919-20 vcrwaltete Handschin die wissen- 
schaftlich-theoretische Unterabteilung der Musikabteilung des Votks- 
kommissariats fur Aufklarung, deren Zeitschrift er redigierte. Mit K.O- 
walenkow begriindete er ein Laboratorium fur Akustik. 1920 kelirte 
Handschin m die Schweiz zuruck, wo er 1921 in Basel bei Prof, Nef 
promovierte (ChoralbearbcitungCB und KonipositioaeB init rirfcEum- 
sdbem Text in der mehrstimmigen Musik des dreizehutm JaliriiiHidens). 
1922-24 war Handschin Organist an der LktsebShlkircl Im Sc. GtlJbi, 
1924-35 Organist an St. Peter in Zfiriclu 1924 habikkrte er m& mi kr 
Basel, wo er seit 1930 als atisserordemtiklHJr, s 1*35 ais 
Prolessor fe Miisilrmsseiasclialt 



Bickr wad Anfoatte: Udbor eine ae^e Aaffasmnjj ilesr Musik <ks 14.- 
16. JalurhBoderts (rasssdi)* IB; HsK^icl^ai fe ak^L 0stert!>e!iim& 



84 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Petersburg 1919 / Aus der Geschichte der Orgel und der Orgelmusik 
(russisch), in: Nachrichten der akad. Unterabteilung, Petersburg 1921 / 
Choralbearbeitungen und Kompositionen mit rhythmischem Text in der 
mehrstimmigen Musik des 13. Jahrhunderts, Diss., Basel 1921 [M,] / Die 
altesten Denkmaler mensural notierter Musik in der Schweiz, in: Archiv 
fur MWiss., 1923 / Was brachte die Notre Damc-Schule Neues?, in: 
ZflvfW, Juli- August 1924 / Ueber die mehrstimrruge Musik der St. Mar- 
tial-Epoche usw., Habilit.-Schrift, Basel 1924 [M.] / Zu den ,,Quellen 
der Motettcn altesten Stils", in: Archiv fur MWiss., 1924 / Eine wenig 
beachtete Stilrichtung innerhalb der mittelalterlichen Mehrstimmigkeit, 
in: Schweiz. Jahrb. fur MWiss., 1924 / Ueber denUrsprung der Motette, 
in: Bericht iiber den mwiss. Kongress in Basel, 1924 / Mussorgski, Neu- 
jahrsblatt 1924 der Allg. Musikgesellschaft Zurich [Hug] / Zum Cruci- 
fixum in carne", in: Archiv fur MWiss., 1925 / Zur Notre Dame-Rhyth- 
mik, in: ZfMW, April 1925 / Notizen iiber die Notre Dame-Conductus, 
in: Bericht liber den mwiss. Kongress in Leipzig, 1925 / Akustisches aus 
Russland, in : Gedenkboek aang. an Dr. D. F. Scheurleer, s'Gravenhage 
1925 / Zur Geschichte der Lehre vom Organum, in: ZfMW, Marz 1926 
/ Ueber Musikwissenschaft, in: SMZ, 1926 (auch separat) / Ein mittel- 
alterlicher Beitrag zur Lehre von der Spharenharmonie, in: ZfMW, Ja- 
nuar 1927 / Die Musikanschauung des Joh. Erigena, in: Deutsche Viertel- 
jahrsschrift fur Lit'wiss. und Geistesgeschichte, 1927 / Ueber Voraus- 
setzungen, sovie Friih- und Hochbliite der mittelalterlichen Mehrstim- 
migkeit, in : Schweiz. Jahrbuch fiir MWiss., Bd. II, 1927 / Ueber reine 
Harmonic und temperierte Tonleitern, in: Schweiz. Jahrb. fur MViss., 
1927 / Der Geist des Mittelalters in der Musik, in: Neue Schweiz, Rund- 
schau, 1927 / Die mittelalterlichen Auffuhrungen in Zurich, Bern und 
Basel, in: ZfMW, Oktober 1927 / Ueber friihes und spates Mittelalter, 
in: Beethoven-Zentenarfeier Wien 1927, Internal, mwiss. Kongress / Zur 
Frage der melodischen Paraphrasierung im Mittelalter, in: ZfMW, Juni- 
Juli 1928 / Die Musik in der deutschen Jugendbewegung, in: Annalen, Fe- 
bruar 1923 / Ueber Estampie und Sequenz I-H, in: ZfMW, 1929-30 und 
1930-31 / Angelomontana polyphonica, in: Schweiz. Jahrb. fur MWiss,, 
Bd.III, 1928 / De differentes conceptions de Bach, in: Schweiz. Jahrb. 
fur MWiss., Bd. IV> 1929 / Die Spharenharmonie in der Geistes- 
geschichte, in: NZZ, 1929, Nr. 2435 / Die Rolle der Nationen in der 
mittelalterlichen Musikgeschichte, in: Schweiz. Jahrb. fiir MWiss., Bd. V, 
1931 / Musikalische Miszelien, in: Philologus LXXXVI, 1930 / Grego- 
rianisch-Polyphones aus der Handschrift Paris B.N.Iat. 15139, in: Kir- 
chenmusikalische Jahrb. XXV, 1930 / Die Grundlagen des a cappella- 
Stils, in: Hans Hausermann und der Hausennannsche Privatchor, Zurich 
1929 / Gedanken iiber moderne Vissenschaft, in: Annalen, II, 1928 / Zur 
Behandlung des Mensuralproblems im Mittelalter, in: Festschrift Joh. 
Bichle zum 60. Geburtstag, 1930 / Der Organum-Traktat von Montpel- 
lier, in: Festschrift Guido Adler, 1930 / Die europaische Rolle der russi- 
schen Musik, in: NZZ, 1930, Nrn.2501, 2509, 2513 / Mittelalterliche 
Kulturprobleme in der Schweiz, in: NZZ, 1931, Nrn. 211, 219, 226 / Zum 
Thema: Ungeniigen der Hochschule, in: Basler Studentenschaft, W. S. 
1931-32, Heft 1 / Peter Wagner und die Choralwissenschaft, in: SMZ, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKQN 85 



1931, Nr. 24 / Zur Musikasthetik des 19, Jahrhunderts, in: Deutsche 
Vierteljahrsschrift fur Lit'wiss. und Geistesgeschichte, X, Heft 1, 1932 / 
Hurnanistische Besinnung, In: NZZ, 1932, Nrn. 797 und 813 / Zur 
Leonin-Perotin-Frage, In: ZfMW, XIV, 1931-32 / Zur Geschichtc Ton 
Notre Dame, in: Acta Musicologica, IV, Hefte 1-3 / Zur Erinnertmg an 
Friedrich Hegar, in: NZZ, 1932, Nr. 1017 / Dcr Begriff dcr Form in der 
Musik, in: NZZ, 1932, Nr. 1088 / A monument of English Mediaeval 
polyphony: the manuscript Wolfenbiittel 677, in: The Musical Times, 
June 1932 and Aug. 1938 / Claude Debussy, in: SMZ, 1932, 15, Okt. / 
Igor Strawinski, Versuch einer Einfuhrung, Neujahrsblatt der Allg. Mu- 
sikgesellschaft Zurich, 1933 [Hug] / Vom russischen Kirchengesang, in: 
NZZ, 1933, Nr, 906 / Die Musik, in: Ziirich: Geschichte, Kultur, Wirt- 
schaft, 1933 / Die Schweiz, welche sang (Ueber mittelalterliche Cantio~ 
nen aus schweiz. Handschrif ten), in: Festschrift fur Karl Nef 1933 jHugl 
/ Erfordensia I, in: Acta Musicologica, VI, pag. 97-1 10 / Die Ausstel- 
lung franzosischer Musik in der Pariscr Nationalbibliothek, in: Acta Mu- 
sicologica, VI, pag. 141-43 / Musikalisches Gesprach, in: NZZ, 1934, Nr. 
155 / Die Organisation der Wissenschaft in Belgien, in: NZZ, 1934, Nrn. 
606 und 611 / Muslkalische Norgeleien, in: Basler Nachrichten, 1934, 
Nr. 108 / Bach au tournant des epoques, des styles, des formes, in: RCYU*. 
Musicale, Decembre 1932 /Die religiose Lyrik des Mittclalters, in: NZZ, 
1933, Nrn. 393 und 406 / Zur Frage der Verwendbarkcit liturgischer Mu- 
sik im Konzert, in: SMZ, 1933, pag. 54 / Orgelfunktionen in Frankfurt im 
15. und 16. Jahrhundert, in: ZfMW, XVII, pag. 108ff. / Periphcres, in: 
MitteiL der Schweiz. Musikforschenden Geselkchaft, 1935, S. 24ff. / Das 
alteste Dokument fiir die Pflege der Mehrstimmigkek in Danemark, in: 
Acta Musicologica, VII, S. 67 / Ncch cine stimmaustauschmissige Hpn- 
nenkomposition, in: Acta Musicologica, VII S. 70 / Sequemzenprdpleine 
(anlasslich von C.A. Moberg, Die schwedischen Sequenzen), in: ZIMV, 
XVII, S. 242 / Hermanmis CoBtractus-Legenden nur Le^eisden?, in: 
Zeitschrift fur deutsches Altertum, LXXII, S. 1 / Das Weihnadbtsinyste- 
rium von Rouen als musikgeschichtliche Quelk, in: Acta Musicologica, 
VII, S. 97 / Die Modaltheorie und Carl Appels Ausgtbc der Gesange 
von Bcrnart de Ventadorn, in: Medium Acvum, IV, S. 69 / Miszefleir 
(I. Ein musikalisches Grundgesetz, II. Ce*sar Francks Harmonik), in; 
SMZ, 1935, S. 73 / Karl Nef, in: NZZ, 1935, Nr. 280 / Zur Biographic 
Hermanns des Lahmen, in: NZZ, 1935, Nr, 661 / Die Anfange des 
Kirchengcsanges in der Schweiz, in: NZZ, 1954, Nr.939 / Miscelknca 
(Etwas Greifbares iiber Hucbald Zum altesten Vorkommen vcw 
,,Orginistae" Zur Biographic des Hermannus Contracts Das Frag- 
ment Coussemaker Der Musiktheoretiker Nicasitis Wcyts als Vorsc- 
sdirnied), in: Acta Musicologica, VH, 1935, S. 158 / Das FedalkkTicr, 
in: ZfMW, XVH, 1935, S.41S / zusainmen rak Tk*m L.Brfidt Un 
point d*histoire gr^gorienne: Gmlkunie de Fecamp, is: Eev^fi !B 
gr%orien, 1935, p^. 180 ct 1936> p^. 11 / Tfae two V 
m: Tfe Journal of Theological Stmlies, 19% ptg, 34 mid !% / 
der Visismscliaft, in: Scfoweiz, Annokn, 193^ a 373 / Ebe 
kek fSr <ias Basler Musileljm, ins BaAy ^idWfac% 3I.j.19H / 
Erich M. ron Borabossei in: NZZ* 1935, Mr. 220? / IM>or its 



86 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



der Musikwissenschaft, in; Mitteilungen der Schweiz. Musikgesellschaft^ 
1936, S. 15 und 36 / I/Organum a 1'Eglise, in: Revue du chant grego- 
rien, 1936, pag. 179 et 1937, pag. 14 et 41 / Bachs ,,Kunst der Fuge" 
und die Frage ihrer ,,Wiederbelebung", in: SMZ, 1937, S.2Q1 / Charles 
Marie Widor, in Neue Basler Zeitung, 18. Ma'rz 1937 / Ueber die Laude, 
in: Acta Musicologica, X, 1938, S. 14 / (Die Musik in der Schweiz:} 
I. Bis zur Wende des Mittelalters, in: Schweizer Musikbuch [Atlantis 
1939]. 

Haug, Gustav. * 30. November 1871 in Strassburg, studierte am dortigen 
Konservatorium, kam 1895 als Musiklehrer nach Rorschach, 1897 als 
Organist, spa'ter auch als Chordirigent nach Gais und war zugleich 
Musiklehrer an der Kantonsschule in Trogen. Seit 1904 lebt Haug in 
St. Gallen, wo er 1919 das Biirgerrecht erwarb. Er war zuerst Musik- 
lehrer am Institut Schmid, ab 1905 Organist an der St. Leonhardskirche 
und Dirigent verschiedener Chore (Manner- und gemischter Chor har- 
monic" Herisau;Oratorienauffuhmngen), 1912-1939 Gesanglehrer an der 
stadtischen Knabenrealschule, 1913-39 Dirigent des Mannerchors ,,Har- 
monie" in St. Gallen. 1925-37 war Haug Kantonaldirektor des St. Galli- 
schen Kantonal-Sangervereins. 

Kompositionen : 

Chorwerke mit Orchester: op. 50 Schweizergebet f iir Sopransolo, M'chor 
und Orch., 1906 [Hug] / op. 57 Dem Unendlichen fur Sopransolo, 
M'chor und OrcL, 1909 [Hug] / op. 64 Divico, fur Baritonsolo, M'chor 
und Orch., 1911 [Leuckart] / op. 70 Pappenheimer Kiirassiere fiir 
M'chor und Orch., 1915 [Hug] / op. 82 Werden fur Tenorsolo, M*chor 
und Orch., 1921 [Leuckart] / op. 87 Hymne fiir M'chor und Orch., 
1924 [Hug] / op. 93 Hymne an den Gesang, fiir gem. Chor und Orch., 
1927 [Hug] / op. 100 Der Welten Lobgesang fiir M'chor, Knabenchor 
und Orch., 1931 [Hug] / op. 40 Festkantate zur 500-Jahr-Gedenkfeier 
der Schlacht am Stoss (Gais) fiir Sopran-, Tenor- und Baritonsolo, gem. 
Chor und Orch., 1904-05 [M.] / op. 53 Tonende Felsen fur Sopran-, 
-Tenor- und Baritonsolo, gem. Chor und Orch., 1907-08 [M.] / op. 101 
Der neue Bund, Musik zum Festspiel zur Jahrhundertfeier des Gewerbe- 
verbandes St. Gallen-Appenzell fiir Solostimmen, Chore und Orch., 
1935 [M.]. 

Kleinere Chorwerke: mit Begleitung: op. 5 Abendbilder, zwei Gesange 
fiir gem. Chor und Klav., 1900 [Leuckart] / op. 58 Roland fiir Bariton- 
solo, gem. Chor und Klav. (oder kl.Orch.), 1910 [Hug] / op. 25 Der 
Traumsee fiir Sopr., Barit., Fr.chor und Klav^ 1899 [M.J / op. 90 
Palmsonntagmorgen fiir Sopr., Fr. chor und kleines Orch. (oder Klav.)^ 
1927 [M.] / a cappella: ca. 85 grossere und kleinere Gesange fiir M'chor, 
ca. 30 fiir gem. Chor, ca. 30 fur Fr. chor, Schulerchore bei [Hug, Bos- 
worth, Leuckart u. a,, sowie in verschiedenen Sammlungen, z. B. Heim} / 
Alpenrosen, Sgl. von 3- und 4stg. Volks- und Vaterlandsliedern [Hugj. 
Lieder: op. 2 Vier Lieder [A. Strauch, Leipzig] / op. 7 Drei Lieder 
[Ehrler] / op. 68 Drei Gesange [Hug] / op. 76 Drei lieder in Schweizer 
Mundart [Hug]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 87 

Kammer- und Klaviermusik: op. 21 Sechs Vortragsstiickc fiir VioL und 
Klav. [Hug] / op. 41 Appenzeller Centenarmarsch f iir Klav, [SelbstrerL]. 
Orgelmusik: op. 10 Drci Praludien fiir Orgel [Hug] / op. 23 Fiinf Toti- 
stiicke fiir Harmonium oder Orgel [Miiller-Gyr, Bern] / 33 Ghoral- 
vorspiele fiir Orgel, in: Sammlung Maeder [Hug]. 
Neuausgaben: Beethoven, Die Ehre Gottes fur M'chor und Org. [WehrE, 
Zurich] / dasselbe fur M'chor und Orch. [M.] / Franz Schubert, Du 
bist die Ruh, fiir Fr. chor und Klav. [Wehrli, Zurich) / Morky, Tanz- 
lied fiir Fr. chor a capp. [Hug]. 

Padagogische Werke: Uebungen fiir den Schul-Gesanguntemcht, 1920 
[Hiini]. 

Haug, Hans. * 27. Juli 1900 in Basel, studiene am dortigen Konscrvatormm 
bei Ernst Levy und Egon Petri, 1921-23 an der Akademie der Tonkunst 
in Munchen bei Walter Courvoisier und Joseph Pembaur. 1924-27 war 
er Musikdirektor in Grenchen, 1926-28 Dirigent des Mannerchors $c4o* 
thurn, 1928-34 Chordirektor und zweiter Kapellmeister am Stadttheater 
in Basel, 1934-35 Dirigent am Kursaal Interlaken, 1935-38 Leirer de$ 
Orchestre Radio Suisse Romande, Griinder tind Leiter der Chanson 
Romande und Lehrer an den Konservatorien in Lausanne tind La 
Chaux-de-Fonds. Seit 1938 leitet Haug als erster Kapellmeister das 
deutschschweizensche Radioorchester (Radio Zurich)* 

Kompositionen: 

Biihnenwerke: Don Juan in der Fremde (Dominik Muller), komlsche 

Oper, Basel 1930 [M.] / Madrisa (Joh. Jegerlehner), Volksopcr, Basel 

1934 [M.] / Taituffe (nach Moliere), komische Oper, Basel 1937 [MJ / 

E liederligs Kleeblatt (Emil Betirmann), Operette, 1938 \M.] / Underem 

Lallekenig (E. F. Knuchel), Basler Festspie! fiir die Schweiz, Landc^aus- 

stellung 1939 [gedmckter Klavierauszrug beim Autorj / Giftertc <k 

Courgenay (Bob), Soldatenvolksspiel, 1939 (M.}. 

Chorwerke: Te Deum, fiir Soli, Chor, Trp., VclH uud PL* 1927 [M.| / 

Michelangelo, Oratorium fiir Soli, Chor und Ordh., 1937 |M.{ / Ge- 

mischte und Frauenchore [Hug]. 

Lieder mk Klavier und mit Orchester [M]. 

Orchesterwerke: Drei Stiicke fiir Orch. [M.]. 

Konzerte: Vioiinkonzert D-Dur, 1926 [M., Aria daraus: Hug| / Kurze 

Musik fur VcL und Orch, [Mf / Klavierkonzert A-Ehir, 1938 lE.Vogefi. 

Kammermusik: Drei Streichquartette / Blaserquartett / VioIins<KiaEc* 

1924 / Duos fur verschiedene Instrtimente / Klavienrerke jafles M.], 

Radiomusiken und Filmmusiken (u. a. zu M "Wehrhaftc Schweiz*), 

Bcarbehungen: Llvrogne corrig^ von Gluck / Schweizer 

Ha^enaaan, Haas. *5.Februar 1^68 in Seengen (AargauX f 

1922 b Zurick Schukr Stockhanseas, Organist w*d Leiirer der $K*r- 
gesaagklassen und fiir Sologesaag an <ler Zfirdbor 
dirigenc Grumdete 1897 den 



trecm ^ December 1897 in der Aiig^sckicdkirAe) zur ^e^e to a c|>- 
jxsHa-Gesanges alter Bad netier Zek, <ier skii ia <ier ft%j zs 
Faktor von grosster BedeMtoag fir das Zfeck* MpiMlNm gesc 
Nachfdger HSss^maaas als I^ter des diera W ifaiw^a Dnb. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Lit.: Hans Hausermann und der Hausermannsche Privatchor, Zurich 
1929, mit den Programmen. 

Hay, Fred. * 18. September 1888 in Basel, studlerte zuerst Medizin (bis 
1908), wurde dann Schiller von Hans Huber in Basel und von Ch. Widor 
in Paris, R. Fuchs und J. Schalk in Wien. 1912 kam er als Kapellmeister 
ans Stadttheater in Bern; hier leitete er auch Volkssinfonie- und Chor- 
konzerte. 1920 ging er als Dirigent der Societe de Chant du Conserva- 
toire (Oratorien) und des Universitatsorchesters nach Genf, wo er an 
der Universitat musikgeschichtliche Vorlesungen hielt. 1931 wurde er 
Leiter des Orchestre Radio Suisse Romande, im Herbst 1932 dirigierte 
er in London (Covent Garden) eine Wagner-Saison. Seit 1934 wirkt 
Hay als Musikdirektor in Langnau i. E. 

Kompositionen : 

Biihnenwerke: op. 24 E Reis i j s Gliick, Schweizer Revue-Operette, 
1936 [M.]. 

Chorwerke und Festspiele: op. 10 Der 121. Psalm fur gem. Chor und 
Orch., 1921 [Challande, Genf] / op. 25 Bergkantate fiir gem. Chor, 
Fr. chor, M'chor und OrcL, 1936 [Miiller & Schade, Bern] / op. 26 
Singe Jugend, freue dich, Festspiel von Ad. Schaer fiir Soli, Kinder- 
chore und Orch., 1937 [M.] / Vgl. auch OrchVerke. 
Sologesang mit Orchester: op. 18 Fiinf Nachtgesange fiir Sopr. und 
Streichquart., 1926 [M.] / Lieder: op. 6, 8, 20, 21 [Tonger, Vier Eulen- 
verlag, Miiller &: Schade]. 

Orchesterwerke: op. 7 Heaven and Earth (Byron), Symphonische Dich- 
tung, 1916 [M.] / op. 13 Hymne (Tagore) fiir Fr.chor und Orch,, 1923 
[M.] / op. 15 Praludium und Fuge fiir Streichorch., 1924 [M.] / op. 17 
Der Dom (Praludium, Passacaglia und Finale) fiir Frauenstimmen und 
Orch., 1927 [Tischer & Jagenberg]. 

Konzerte: op. 11 Konzert fiir Oboe und Orch., 1923 [M.] / op. 12 
Rhapsodic fur Cello und Orch., 1923 fM.J / op. 14 Violinkonzert, 1924 
[Tischer & Jagenberg] / op. 16 Konzert fiir Bratsche und Orch., 1925 
fTIscher & Jagenberg] / op. 19 Konzert fiir FL, Oboe und Klar., 1927 
[Tischer & Jagcnbergj / op. 23 Irische Rhapsodic fur Horn und Orch., 
1934 [M.] / op. 27 Konzert fur Kkv. und kleines Orch. in h-MoIl [M.]. 
Kammermusik: op. 9 Streichquartett in G-Dur, 1920 [M.] / op. 22 Suite 
fiir Viola und Kkv., 1928 {MJ. 
Filmmusiken: Cresta- Avers / Ein Madchen traumt, 1936. 

Hegar, Friedrich. *11. Oktober 1841 in Base!, j2*Jum 1927 in Zurich. 
Sein Vater stammte aus Darmstadt, wurde Basler Burger 1839 und lebte 
in Basel als Musikalienhandler und Klavierlehrer. Friedrich Hegar er- 
hielt Violinunterricht durch den Basler Konzertmeister Friedrich Hofl 
und Theorieunterricht durch den Organisten Rudolf Low, ging 1857 
ans Leipziger Konservatorium (Lehrer Hauptmann, Rietz und David) 
und wurde 1860 Konzertmeister des Warschauer Orchesters, 1861 stell- 
vertretender Kapellmeister in Gebweiler neben Julius Stockhausen. 
Auf Veranlassung Theodor Kirchners wurdc Hegar 1863 nach Zurich 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 89 

benifen als Konzertmeister des 1862 gegriindeten Orchestervereins und 
Kapellmeister des Theaters. 1865 ubernahm er die Leitung des Gemisch- 
ten Chors und der Abonnemcntskonzerte der Aligcmeinen Musikgesell- 
schaft. 1875 wurde er als Nachfolger des Dirigenten Ernst Reiter nach 
Basel berufen, er lehnte den Ruf ab und verlangte als Bedingung seines 
Bleibens in Zurich die Griindung einer Musikschulc. 1876 wurde er deren 
Direktor. Weitere Stellungen Hegars waren: 1875-78 Gesanglehrer an 
der Kantonsschulc und Leiter des Mannerchors Harmonic, 1891-96 Leiter 
des Lehrergesangvereins Zurich. Neben seiner Tadgkeit als Dirigent ist 
Hcgar auch vielfach als Violinist aufgetreten, namentlich in den regel- 
massigen Ziircher Kammermusikveranstaltungen. 1885 schenkte ihm die 
Stadt Zurich das Burger recht und verlieh ihm die Ziircher Universitar 
die Wurde eines Dr. phil. h. c. 

Die Direktion des Gemischten Chors hat Hegar 1901, diejenige der 
Sinfonickonzerte 1906, die Leitung des Konservatoriums und der Musik- 
schule 1914 niedergelegt. 

Eine besondere Bedeutung verlieh Hegar dem Ziircher Musikleben na- 
mentlich durch die Pflege der Mtisik von Johannes Brahms, mit dem ihn 
auch personliche Frcundschaft verband. 

Hegar war, wie Hans von Bulow 1873 schrieb, ,,ein excellenter Dirigent**. 
aber mehr als das, in seiner Person verkorperten skh ,,Energie, Trcuc 
und Gewissenhaftigkeit, die nicht bios der kunstsinnige, sondern aach 
der von Musikverstandnis unberiihrte Staatsbiirger als hochste republi- 
kanischc Tugenden einschatzt" (Steiner). Fiir die Griindung und das Ge- 
deihen des schweiz. Tonkiinstlervereins hat Hegar Unverga'nglklies ge- 
leistet. Dem Komponisten Hegar raumt die Musikgeschichte die SteHtmg 
eines Reformators des Mannergesangs ein und eines Be-griiiKleFS der 
Mannerchorballade; sein Oratorium Manasse war laage Zek hindurch 
das am oftesten aufgefiihrte moderne Chonrcrk des detitsdiera Spr^ii- 
gebietes. Dem allseits anerkannten Komponisten gah die Eisrtmg dor 
1917 erfolgten ^ahl zum Mitglied der Berliner kdniglkbeti Alowktme 
der Kiinste. 

Kompositionen: 

Chorwerke: op. 16 Manasse, Oratorium (J. V, WMmann) [Hugj / op. 34 
Ahasvers Erwachen (\d. Frey) fur Barkonsolo, gem. Chor und OrdL 
[Hug] / op. 2 Hymne an die Musik, fur gem. Chor und OrcH, |Andr, 
Offenburg] / op. 36 Das Herz von Douglas (Strachwitz) fSr M'clior 
und Orch. [Leuckan, Leipzig] / op. 40 Heldeuzeit {Ad. Frey) fur M*dM3c 
und Orch. [Bote & Bock, Berlin) / Festkantate zur ZSrdbcr Hodndbol- 
weihe 1914 (Ad.Frey) fur Soli, M'chor umd OrcL jHugj / JLmmx: sror 
Schweiz. Landesausstelltiag 1883 (G. Keller) JM.J / op. 48 a^er wjscr f 
fir gem. Chor und Org. [Htigj / Manrte^iore a cappeia: opu 4 (Hof| t 
op. 5 [Asdri Offenbtirg] / op. 8 ib, 9 II, B 15, 17 P*im^& vw 
J. V. Wklmaan), 18 (ScWafwaadei voa G.KeicrX 2, 21, O, n f 27 
P&rnfec rm %>itteicrX ^ 29, 30 fTaJfjiirga %^ttferi % 33, 
35 falie Hi^j / op. 37 fLraefcart, Lei|X%l / 3$ 1^ 3f & / of^4! ftSt3 
TOE AdFrey) fBote & Bock, tefef / f*,43 ffte^ Le%^| / o^ 47 
/ GetAdmc Cbfes: op, 12 ff&igj f ridb 



90 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

lung von Volksgesangen [Heim-Hegar] / Frauenchore: op. 31 [Hug} / 
vieles auch in der Sammlung von Volksgesangen [Heim-Hegar]. 
Lieder: op. 7 Vier Lleder [Andre, Offenburgj / op. 10 Drei Gesange 
[Rieter-BIedermann, Leipzig] / op. 19 Fiinf Lieder [Hug] / op. 26 Vier 
Lieder [Hug]. 

Orchesterwerke: Festouverture zur Einweihung der Ziircher Tonhalle 
1895 [Hug]. 

Konzertwerke: op. 3 Konzert fur Viol, und Orch. [Andre, Offenburg] / 
op. 44 Konzert fiir Vcl. und Orch. [Simrock, Berlin] / op. 45 Ballade 
fiir Viol, und Orch. [Simrock, Berlin]. 

Kammermusik: op. 6 Sonate fur Viol, und Klav. [M.] / op. 14 Secns 
Walzer fiir Viol, und Klav. [Simrock, Berlin] / op. 46 Streichquartett 
[Simrock, Berlin]. 

Klavierwerke: op. 1 Drei Klavierstiicke [Hug]. 

Lit. : A. Steiner, Aus dem ziircherischen Konzertleben, Neujahrsblatter 
der Allg. Musikgesellschaft Zurich 1904 und 1905 / Derselbe, Friedrich 
Hegar, ebenda 1928, mit dem Anfang emer Selbstbiographie Hegars, die 
Jugendzeit umfassend, und vollstandigem Werkverzeichnis / Ernst Isler, 
in: SMZ, 1906, Nr. 46, S. 190ff. mit Statistik der von Hegar dirigierten 
Kompositionen / Max Fehr, Fr. Hegar als Ziircher Theater-Kapell- 
meister, Neujahrsblatter der Allg. Musikgesellschaft Ziirich, 1934. 

Hegner, Anna. * l.Marz 1881 in Basel als Schwester des Pianisten Otto 
Hegner, erhielt vom fiinften Jahr ab Geigenunterricht bei dem Basler 
Konzertmeister Richard Wolff. 1891-96 bildete sie sich bei der Geigerin 
Stiehle in Mulhausen weiter, um anschliessend nodi bei Hugo Heermann 
in Frankfurt a. M. zu studieren. Als 16jahrige trat Anna Hegner bereits 
in einem Abonnementskonzert der Allgemeinen Musikgesellschaft in 
Basel als Solistin auf. Sie konzertierte in der Folgezeit insbesondere in 
Berlin und Leipzig, sowie in andern deutschen und Schweizer Stadten. 
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trat sie auch in London erfolgreich auf. 
Auf Empfehlung Joachims wurde sie an das Hoch*sche Konservatorium 
in Frankfurt a. M. berufen. Sie lebt seit Jahren in Basel. 
Kompositionen: Sonatine fiir Viol, und Klav. [Hug] / Fiinf leichte 
Stuckdben fiir Viol, und Klav, [Hug} / Stiicke fiir Viol, und Klav., 
Hote, Kontrabass [Selbstverlag] / Gabst du mir sieben Schlosser" fiir 
1 Singstimme und Klav. [Wunderhorn], 

Heim, Ignaz. *7.Marz 1818 in Renchen (Baden), f 3.Dezember 1880 in 
Zurich. Chorleiter in Freiburg i. Br. und (seit 1852) in Zurich (Har- 
monic, Sangerverein am Zurichsee). Veroffentlichte: Sammlung von 
Volksgesangen fur den Mannerchor, herausgegeben von einer Kommis- 
sion der Ziircher Schulsynode unter der Redaktion von Ignaz Heim 
(seit 1862, entsprechende Sammlung fiir Gemischten Chor seit 1863, fur 
Frauenchor seit 1867), die viele Auflagen erlebten. Spater folgten im 
Selbstverlag M Neue Volksgesange" ebenfalls fur Manner-, Gemischten- 
und Frauenchor. In alien diesen Sammlungen finden sich sehr viele 
Chorlieder von Heim selbsc Heim wurde durch seine Lieder, seine 
Sammlungen und seine massgebende Stellung ic Sangerkreisea cine tin- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 91 



gemein populate Personlichkeit. Bin Denkmal Heims in Zurich 1st 1883 
errichtet worden. 

Lit.: G. Lochbrunner, Ignaz Hcim, Neujahrsblatt der Allg. Musikgcscll- 
schaft Zurich, 1914. 

Hcim, Werner. * 28. Marz 1909 in St. Gallen, besuchte das donige Gym- 
nasium und studierte Musik am Konservatorium Zurich (1928-32) und an 
der staatlichen Hochschule fiir Musik (Kapellmeisterschule) in Berlin 
(1932-33). An den Universitaten Zurich (1928-31) und Berlin (1934-35) 
horte er Vorlesungen in Musikwissenschaft und Philosophic. Am Kon- 
servatorium Zurich erwarb Heim das Klavicr- und das Kontrapunkt- 
diplom. 1933-34 war er Korrepetitor am Ziiricher Stadttheater. Seit 1935 
tritt Heim als Konzertsangcr (Bariton) auf. Seit 1935 Icitet er den 
Frauenchor Wattwil, 1936-39 den Gemischten Chor der Stadt Luzern 
und seit 1939 den Mannerchor Harmonic St. Gallen. 1938 griindete er 
den St. Galler Kammerchor, Heim ist Vorstandsmitglied der Ortsgruppe 
Ostschweiz der IGNM und seit 1939 President der Ortsgruppe St. Gal- 
len des Schweiz. Musikpadagogischen Verbandes. 

Helbling, Maria, * 30. November 1906 in "Wintcrthur, durchlief die 
Schulen und cine praktische Berufslehre in Rapperswil und iibie ihren 
Beruf drei Jahre lang im Ausiand, hierauf in Zurich und Rappenwil 
aus. 1930 begann sie das Gesangstudium, bis 1932 bei Anna Triebel in 
Zurich, 1932-35 bci Ilona Durigo am Ztircher Konservatoriuni. 1935 
ging sie nach Aufgabe ihres Berufes zum Wekerstudmni an die Hoch- 
schule fiir Musik in Koln, wo Maria Philippi ihre Hauptlachlehrerin 
war und wo sie 1937 das staatliche Diplom erwarb. Seither ist Maria 
Helbling als Konzertsangerin (Altistin) tatig. Sie lebt in Rapperswil. 

Hemmann, Mai A, * 10. November 1897 in Luzern, besuchte die Musik- 
schule in Bern und das Konserratorium in Netichitel Bnd Terrdlstin- 
digte ausserdem bei Raget O. Brunner in Bern und Fritz Fdbr&iemer 
in Berlin. Gesangstudien widmete er skh bei Walter Otz UIH! Friedrkti 
Gilgien in Bern, f erner am Konservatorium Netichitel bci Emilia Heim- 
Schlee und bei Jean Nadolovitch in Berlin, wo er an der Le$siogliocfa- 
schule das Abschlussdiplom erwarb. Spatcr konsultierte er noch Car! 
Rehfuss, M. Battistini u. a. Als lyrischer Bariton konzertierte er in 
Berlin und in zahlreichen Schweizer Stadten. Hemmann ftlhrte end 
fuhrt Vortrags- und Demonstrationsabende sowie Stimnibilduiipkiirse 
fiir Chore durch, u. a. auch im Auftrag der Berner Yolk&hocbsciinle. 
Unterricht erteilt er ausser an seiner eigenen Chorschule in Lazem am 
Priesterseminar Luzern (Gesang und Sprechtechnik) und am Fribo^rger 
Konservatorium. Hemmann wohnt in Bern. 

Pubiikationen: Das gesungene Woft [Sei^stverkg| / VerscliicdeBe Auf- 
sitze In Zeitschriften / Mitarbeit fiir Dr. KeEer-HdmfaelimM (Cade- 
mario) w "Warum Na^-Hals-Scimiiikraiik?** [Auf Attfragej. 



Max. * 30. Oktober IS9S m 
znni Kanfmana bcsoiB^t, ^s&rtc jedoch nach beendeter 
Lete Music am Zircier 



1919 wurde or Musikdirektor in Seen^n und kkctc ra der Fo%e ver- 



92 SCHWEIZER MUSIKERLEIIKON 

schiedenc Manner- und gemischte Chore (Affokern a. A., Altstetten u. a.). 
Gcgenwartig 1st Hengartner Dirigcnt dcs Oratoriumchors Zurich, mk 
dem cr zahlrekhe weniger bekannte Werke auffiihrte, ferner dcs Stadti- 
schen Konzerrvereins und dcr Licdertafel Luzern. Voriibergehend war 
er auch Oberleher des Theaterchors am Sudttheater Zurich. Hengartncr 
ist auch als Pianist (Kammcrmuslk und Begleitung) taclg. An dcr 
Schweiz. Landesausstdlung Ziirkh 1939 leitete er das offizielle Festspiel 
von Paul Mtillt r, Das Eidg. Wcttspiel (E. Arnet). Er lebt in Zollikon bei 
Zurich. 

Kompositionen: 

Chorwerke; Kync fur gem. Chor und Org. [M.] / Manner- und gem. 

Chore }Hug Ramspcck, Ochsner], 

Lieder mit Klavicr [Hug, Reissbrodt, Musikuniversum Wien]. 

Kammcrmusik: Fantasie fiir Cello und Kiarier [M.j, 

Bcarbcitungen: Haydn, Non nobis Domine, Motette [Hug], 

Hemking, Bcrnhard. *6. Mai 1897 in Schaffhausen, besuchte das dortige 
Gymnasium (Maturitat 1917) und studicrte Musik bei Paul Binde und 
Guscav Kugler sowie am Konserratorium in Zurich (Andreae, Vogler, 
Mockei, Isler) und an der Hochschule fiir Musik in Berlin (Ochs, Kras- 
sek). 1921-25 war er Diligent le$ gemuchten Chores und der Orchester- 
gesellschaft in Baden (Schwciz}, seithcr wirkt er als IX>mkantor und Diri- 
gent des Reblingschen Gesangrcrems in Magdeburg. 1933 wurde er vom 
Senat der akpreussifeheu Union zum Kirchenmusikdirektor, 1936 vom 
evangel. K.onsistorium ztim Dircktor der Kirchenmusikschulc Aschers- 
leben (die am l.Januar 1939 nach Halle a. d, S. libersiedeke) ernannt. 
Mic dem Magdeburger Domchor wirkre er bei kirchenmusikaHschen 
Festen in Deutschland rnit, auch unternimmc er mit seinem Chor Kon- 
zertreisen in Deutschland und andern Landern. 

Kompositionen : 

Chorwerke: Es lob die ganze Christenheit, Choralmotette, 1938 [Merse- 

burger, Leipzig! / Dir, o Herr, will ich singen, Choralmotette, 1938 

iBirenreiterl / Zahlreiche 2 bis 5-stg. Chorsacze und liturgische Stiicke 

in Ei0zdb!attcrn jMerseburger und Verlag des Christl. Sangerbundes 

Stuttgart) / Cliorgesangbuch (iiber 200 vierstimmige Satze evang. Cho- 

rlle m Tendiiedenc0 Ausgmben auf Grand der Gesangbucher dcr Prov. 

Sachsen und Antjalt^ Brandenburg und Pommcrn, Thuringen und Ost- 

mark), 1932 fMerstburgerl. 

Orgelrnaiilc: ClioralTorspiele, ia; Erganzung^amd der Sammlung Ton 

Amo Wemer fVkweg, Berlin j. 

Aufsatze; Kirdieamiisikali^iic Aufsicze im kircMiclhen Amtsblatt und 

im MiEteiliingsbktE des Yerbandes evasg. Kircheachore der Provinz 

Sachsen. 



, EJnani *7J. April 1895 in Easel, studierte am Konserva- 
torium in Basel and war 1914-17 PriYassditifer von Hans Hubcr, auswr- 
dem Sdiiilcr Ton Ferruccio Busoni and O.Ziegkr. 1919-21 irirkte er 
ds Korrepctitor und Kapdlasei^er aua Basle* &adtxheatcr. Heuncbcrger 
ist s^tiK%er BegSeiccr des Easier Gesmgrereias und der Baskr 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 93 

tafel und betatigt sich ausserdcin als Konzcrtpianist und -begleiter so- 
wic als Privatlehrcr fiir Klaficr und Thcorie. 

Herpol, Homer. * zu Anfang dcs 16. Jahrhunderts in St. Omer (Flandern), 
Todesdatum unbekannt. War 1554-55 Kan tor am Stift St. Niklaus in 
Freiburg, 1555 Schiiler Glarcans in Freiburg i. Br. 1557-67 wieder in 
der friihern Scellung, sparer wahrscheinlich im Kloscer Reichenau. Kom- 
positionen: NoYum ct insigne Opus Muskum, Niirnbcrg 1565 (54 Mo- 
tetten iiber die Evangelicn des Kirchenjahres) / Quia fecit, 3-stg., im 
deutschen Auszug aus Glarcans Dodekachordon / wcitere Kirchcage- 
sangswerke sind handschnftlich erhalten. 
Lit.: Ad.Geering in dcr Festschrift Karl Nef, Basel 1933, S, 19, 49-58, 

Hess, Ernst. * 13. Mai 1912 in Schaffhausen, crwarb das Primarlehrerpa- 
tent des Kantons Zurich und studierte hierauf Musik am Konscrva- 
torium in Zurich (1932-34) bei Andreae, Paul Miiller, Hermann Dubs 
u. a., sowie an der Ecole normale de musique in Paris bei Nadia Bou- 
langcr und Paul Dukas. Seit 1935 lebt er als Orchester- und Chordiri- 
gent in Zurich. 

Kompositionen; 

Festspielmusik zu ,,Schweizer Jodler** (Bcrnhard Moser), Zuricli 1939 

IM.]. 

Chorwerke: mit Begleitung: Festkantate fur Soli, gem. Chor und Org^ 
1936 [M.] / a cappella: Das Licht und der "Weg fur Soli und gem. Chor, 

1936 [M.] / Salve Regina, 16-stg. Kanon fiir gem, Chor, 1934 (M.J / 
Sperent in te, Offertorium fur gleidbc Stinimen, 1936 (M.J / Solve Rtf- 
gina fiir Fr. chor, 1932 (M.) / Mannerchdre, 1933-39 (z, T. bei Ht^J / 
KInderlieder, 1935-36 jz. T. in Sammlmigen: Hug uad Sauerlk'nder, 
Aarau] / Kanoas, 1933-36 (M.J. 

Sologesang: Drei Gesange fiir Bariton and KammerorcL, 1933 |M.J / 
Licder mit Klayierbegieitung, 1930-33 |M.) / Der Sonnengcsicg <ks 
Echnaton, fiir Vokalquartett, Violiae, Viola und lUavier. 
Orchesterwerke: Rondo fur OrcL, 1934 [M.j / DiTertimcuto ffir Strei- 
cher, Klar. und Horn, 1935 \U.\ I Sonata a 5 fur Streicliorck (Soli), 

1937 [M.J. 

Konzertwerk; Konzert fiir Bratsche und Violoucell mit Ktmmcrordhe- 

stcr, 1939 [M.]. 

Kammcrmusik: Suite fiir Viol allcin, 1933 1M.J / Suite f&r feitsdic 

allein, 1934 [M.] / Musik fur zwei Geigea, 1935-36 [M.] / $>&& fir 

Cello und Klav., 1935 |M.j / Quintctt fur Basskkr^ zwei Vi**i, Vcl 

und Kb, 1938 [M.]. 

Orgclmusik: Toccata, 1932 [M.j. 

Neiiatisgaben und Bearbeitungea: Haycia, Die Teilung der Erde Ifir 

M*cfior, Bass und Orck, gcsetzt i937 (M.J / Miasercaor^caDe akcr 

Sefevdberliedcr, 1936-37 |M-I- 

* 12. Oktoijor 1906 in Winterdmr, be^K^tc & ^rd^sa 
bis zmr Macaritat Bad smdiertc Musik *m Ho$erviodbiii in 
Zaridb {Aadrcac, ?tl MCiicr, Waker FreyX "wo er te Uarier- nnd 
enrark 1m W mter 1929-30 studiertc ec 



94 SCHWEIZER MUSIKERLEX1KON 

schkhte an der Universkat Berlin. Sek 1930 wirkt Hess als Fagottist 
und Klavierkhrer in Winterthur (und Zurich). 
KornposI tionen ; 

Buhnenwerke: Dcr Tod and das kleine Madchen, Marchenspiel, 1935 
(M.J / Die Gansemagd, Marchcnopcr in drei Aufziigen, 1934-35 [M.j. 
Chonrerke: Tanxlied der Dorfdirnen (M. Kyber) fiir 2-stg. Fr. chor und 
Klav. 1938 [Brcitkopf & Hartel) / Adventszyt (Dora Haller) fur 3-stg. 
Fr. chor a cap., 1935 [Hug] / Weihnacht, Kantate fiir Sopransolo, gem. 
Chor und Klav., 1933 [M-j. 

Licdcr: Aus Hur und^ald, 14Mundart!iedcr (zweiHefte), 1931 [Selbst- 
yerlagi / Friihsommcr, seeks Gesange 1932-33 [Amsler, Winterthur] / 
Im Hcrbst, sechs Gesange, 1932-33 [M.j / Kinderland, zehn Mundart- 
lieder, 1931-32 [M.] / Zwolf Gesange (M.Kyber), 1932-34 {HugJ / See- 
kngarten, zwolf Gesange, 1933-38 [M.] / Sechs Liebeslieder, 1939 [M.J. 
Orchestenrerke: Sinfonie in b-Moil, 1932, Neufassung, 1939 [M.]. 
Kainmermusik: Verscyedenc kleinerc Wcrke fur KlaT., KlaT. und VIoU 
uiw. [M.]. 

Bearbeitungen : Beethoven, Rekonstruktion des Rondos aus dem Jugend- 
Klarlerkonzert in Es-Dur (M^ Urauffuhrung in Oslo rnit W. Frey, 
6. Dczember 1934] / Beethoven, Kantacen B Un lieto brindlsi" [M.] und 
^Hci giocni tuoi feW (EulenlHirgj. 

PuMikatkmen: selbstandig er^hknen; Kunstkrische Gesetzmissigjkeiten 
des von der Musik verklinen E^ramai, dargestcllt an Hand des ,Ring 
der Nibelungen**, 1938 |K. & E. Scheuch, Zurich] / Von den Grenzen 
und AusdnKksmdgiichkeiten der Kunste, 1931 [E. Vogclj / Kunstwerk 
and Seeie, 1931 [Verlag Neue Zeit, Bern 1933J. 

Buchmanuskript: Das Studium der kiinsderischen Form als ein "Wcg 
zum kunstlerischen Empfinden, vier Bande [M.]. 

Aulsitze: Beethovens Werke und ihre Gesamtausgabe, in: Schweiz. Jahr- 
buch fur MWiss., 1931 [Saucrlander, Aarauj / Neues zu Beethovens 
VolkiHedljearbeitungen, in: Zeitschr. jFur MWi$s n Marz 1931 [Breitkopt 
& Hartd) / Der Erstdruck Ton Beethovens Flotensonate, in: Neues 
Becthoveo^lirbucli, 1935 (Litoiff ] / Welche Verke Beethoven fehlen in 
dor ^reidto|^ & HSirteJschcn Gesamtausgabe?, in: Neues Beethoven^Iir- 
bucfa, 1937 iLkolff ) / Unbekannte Itaiienische Gesangsmusik Beethovens, 
in: SMpll, 1936, Mr. 14, 15, 20 / 52 unbekannte Voiksiiedbearbeitungen 
Beethoveias, in: SM2, 193^ I5.A|rii 193^ / Die Dynamik von Beet- 
livens Grossforaiea, is: ^iCZ, 1939 t Nr. 19/20. 

Ham, AMr! Valeataau *27.Januar 1S77 in Chur, tSJ9.Juli 1934 in 
Gascfiwitz bei Leipz%. Schaler von Hermann Kretzschmar, Dr. phll. 
1^33, Redakmr cier Zeitschrift <Ier Intemat. Musik^sellschaft 1904-14, 
der Zeitschrift ffir Mosik 1921-29, Mesikkridker mehrerer Fach- und 
Tagesbiatter in Leipzig. Heuss gal> Adam Krie^ers Arien feeraus (Dcnk- 
maler deutschcr Tonkaast, 19} mmd sclirieb: Die lastrainentalsiiicke des 
Orfeo und die veneziaiiischen OperasiiifomjeB, 1903 / Bacfcs Mattfaam- 
possion, 1^)9 / Kammcraiimkdbeiick, 1919 / Beethoven, erne Charakce- 
riscik, 1921 / ausserdem Programiiilmclicr fir Leipziger BacMeste, Kon- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 95 

zertfuhrer und viele Aufsatze in Fachzeitschriften. Kompositiontn: op. 16 
und 17 Zwei Psalmen fiir gem. Chor / op. 6 Chor der Toten / op. 2-5, 
7-15 einstimmige Lieder mit Klay. 

Hicbner, Armand. *17. April 1898 in St. Gallen, studicrtc am Konsenra- 
torium in Basel (Harmonic und Kontrapunkt bei Gcorg Haeser, Kompo- 
sition bei Hermann Surer) sowie an der Akademie der Tonkunst in 
Miinchen (bei W. Courvoisier). In Miinchen erwarb er das Reifezeugnis. 
Gregorianischen Choral studierte er noch bei J. Gogniat in Freiburg i. Ue. 
Hiebner lebt als Chorleiter, Organist, Musikpadagoge und Musikkritiker 
in Basel. 

Komposhionen (alle M.): 

Biihnenmusiken zu: Goldonis Diener zweier Herren / Molieres Sici- 
lianer. 

Chorwerke: Kantate fiir Altsolo, gem. Chor und Blaser / Manncrchore. 
Sologesang: Liedcr und Gesange mit Klav,, Org. und Orch. / Oeder- 
zyklus fiir Sopr. mit Klav. und Viola, 

Orchesterwerke: Ouverture fiir Tromp, und Streichorclj, / Zwei Or- 
chestersuiten. 

Konzert: Concertino fiir Violine und Orch. 
Klaviervariationen / Orgelmusik. 

Continuosatze zu "W'erken von FrledJemann Bach und Coupcrin {M.J / 
Die Chorwerke Arthur Honeggers, ia: 13. Jahresberkht des Baskr Kam- 
merorcEesters, 1938/39 / Verstreute Zeitungsaufsitze, 

Hilber, Johann Baptist. * 2. Januar 1^91 in W& (St. GallenX studkrtc mdi 
Absoivierung des Gymnasiums Engelberg an den Konserratoricn 
und Kob. 1915-28 war er Gymnasialmusikdirektor ia Sians^ 
Chordirektor in Luzern, seitiher SciftskapeUmeiteer an der 
Hofkirche. 
Kompositionen : 

Chorwerke: Orchestermesse d-MoIl (Schwannj / 1st nicfit dts Lebcn ein 
Orgelspiel? fur gcni. Chor und OrcL [Schwannj / Das alte Grenchcaar 
Lied fiir gem. Chor und Orch. (Hug) / Marienlied fur Soli, Cfaor und 
Org. [Bohm, Augsburg] / Vier Festoffertorien fiir Chor und Org. 
fOchsner, Einsiedeln] / ferner; gem. Chore [Schwann] / Mariengemnge 
a capp. [Schwannj / Kleinerc kirchikhe Vokalwerke [Ochsner, Einsk- 
dein; Jans, Ballwil; WilH, Cham) / Chore zu Sophokles' Antigone 
Yerschiedene Buhnenwerkc und Musikcn fiir das Stanser 
[M.f / Schauspielmusik zu Schillers WOhelm Tell (M.} / 
zu Bodbtigers ^Muller von Sempach** [M,) / Chehre and Zeige, Musik 
zum Ekig, Schiitzenfestspiel Luzern 1939. 
Ucdcr [M-I, 
JLoazerte: KlaTierkoazert c-MoH f M, j / Coaccrtiiio fir Ikr. 



(M.J, 

Aufsatze in: Der Chorwachter (Eimiedeln) / Das Orchestcr (Einskdcb) 
/ Die Schweiz, die siixgt (Gemischter ChorgesajQg) / Schwracr Musrk- 
buch (KadioHscbe Kirchemnusik) (Atlanci^ Zurich 1939}. 



96 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Hmdermaam, Frasz* * 13. November 1894 in Zurich, biidete sich zurn Cel- 
listen aus bei seinem Vater Paul Hindermaniij bei Engeibert Rontgen in 
Zurich, Hugo Becker und O. Niedermayer an dcr Hochschule fur Musik 
in Berlin sowie bei Alex Kropholler in Dresden. Er nahm ausserdem 
Gambcunterricht bei August "Wenzinger in Basel. Seh 1921 ist Hinder- 
rnann als 1. Solocellist des KonzertTereins-Orchesters in St. Gallen tatig, 
Er ist Mitglied des St. Galler Streiehquartctts, des St. Gallcr KlaTiertrios 
(1924-31) und sett 1932 des Lang-Trios (Zurich). Tourneen fiihrtcn ihn 
nach Beutschknd, Holland und Italien. 

Hipp, Bcrthold. f 31. Oktobcr 1685 in Solothurn. Konrentuale und Or- 
ganist am dortigen Franziskanerkloster. Schrieb: Heliotropium mysti- 
cum, Luzern 1671 (34 Motetten). 

Hirt, Franz Josef. * 7. Febraar 1899 in Luzern, erhielt den crstcn Klavier- 
untenicht durch seine Mutter, Josephine Hirt-K,opp, cine Schiilerin 
Clara Schumann*, und absolviene dartn das Konservatonum in Basel 
(Hans Huber, Ernst Levy). 1918 war er Korrepetitor am Berner Stadt- 
theater, 1919 wurde er Klavierlehrer an der Berner Musikschule, yer- 
Tollstandigte seine pianistischen Sttidien daneben bei Egon Petri in Ber- 
lin und Alfred Cortot in Paris. Seit 1924 ist Hirt als Koazertpianist im 
In- und Ausland ta'tig; er hat sich namcBtlkh als Ekbussy- und Ravel- 
Spkler eiaen Namen gcschaffen, im weitem sctzte er sich booeders 
auch fur Moeschiagers Kkvkrkoiizerte ein, Seic 1930 ist Hirt Vor- 
steher dcr Klavierklassca und Lehrer der Konzertausbildungsklasse liir 
Klavier am Konservatorium in Bern. Hirt ist Professeur delegu^ de 
I'Ecole Normale dc Musique in Paris und Offizier der franzdsischen 
Akademie. 

Hkt, Fritz, * 10. August 1888 in Luzern. Bruder des Vorgcnannten. Er 
studierte Violine am Konscrvatorium in Zurich und bei Seveik in Prag 
und gab 1907 sein erstes Konzert mit dem Philharmonischen Orchester 
in Berlin. Er konzcrtiert in Deuudiland und war 1908-10 Konzertmeister 
in Munchen (Konzert vereinsor Chester). 1911-15 freie Konzerttatigkcit 
in alien Grosstadten Europas. Seit 1915 ist Hirt Leiter der Violinklassen 
des Koasenratoriums in Basel, Konzertmeister der Sinfoniekonzerte der 
AUgemetoea Mtisik-GescEschaft Basel und FCihrer des Easier Streich- 

Amu. * 20. August 1874 in Lachen (Zurichsee), stu- 
dierte Ubmer am Koiiserratoriuai Zurich sowei bei Leschetitzky in 
^ien. Hach uoifassmder Lefer- umd Koozcrttitigkek in der Schweiz 
(Lugano) and in Munches wirkt Anna Hirzel-Laagenhan gegenwartig 
als KlaTierpadagogin auf Schioss Berg (Thargau), wo sic einen inter- 
lUEionalea Schiilerkreis um sich versaiumelt. 

Hkzd, M3L * 18. Oktdbcr 1883 in Z&rkk Hirzel betridb erst technische 
Studien und war sds lageaieur in Zwkkau und Augsburg titig. Nach 
Gesangstudien in Dresden war er Singer am Scadttlieater Zirich 
1917-22, dami erster Hekkateaor an der Staatsoper Dresden 1922-35, 
Seither ist Hirzel staadiigcr Gast der Stadttheater Zurich, Basel Had 
Bern. Er fiihrt den Titel cines Sachsischen Kammersaagers, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 97 



Hoffmann, Emil Adolf. * 9. Marz 1879 in Aarau, wo er das Abitur machte, 
Er studierte Musik in Genf (Barblan), Zurich und Dresden (Draeseke, 
Iffert, Braunroth). 1903 liess er sich in Aarau als Privatmusiklehrer 
nieder, 1934 wurde er Gesanglehrer an der Aarg. Kantomschule, 1905 
auch an der Bezirksschule in Aarau. Im gleichen Jahre erhielt er das 
Organistenamt an der reforrmerten und christkatholischen Stadtkirche, 
Stic 1935 ist Hoffmann Redaktor des deutschen Teils der Schweiz. 
Musikpadagogischen Blatter [Hug, Zurich]. Bis 1938 war Hoffmann 
Vorstandsmitglied des Schweiz. Musikpadagogischen Vcrbandcs, seither 
Ehrenmitglied. 
Kompositionen: 

Chorwerke: Zwei Deutsche Mcsscn fur 3-stg, Fr, chor [Bohm, Augsburg 
und Coppenrath, Regensburgj / Wo ist ein Gott?, Kan tare fur Tenor- 
(oder Sopran-} Solo, gem. Chor und Org. [Ruh & Walser, Adliswil] / 
Vier Gesange fiir drei Frauenstimrnen fiir das Pestalozzi-Festspiel von 
G.Fischer [Willi, Cham! / Gemisdhte und Mannerchorc [Willi, Cham 
und Hugj. 

Lieder: Fiinfzehn schweizerdeutsche Kinder- Wcihnachtslicder }Hiini] / 
Sieben DialektUeder (Reinhart) jHiini). 

Zweistimmige Lieder fur Jugendchor (z. T. mit Instrumenten [Willi, 
Cham und M.]. 

Hofmano, Hermann. * 22. Januar 1894 in Kiisnacht (Zurich), besuchte da- 
seibst die Schulen und das Kant. Lehrerseminar (Primarlehrerpatent). 
Hierauf studierte cr am Konservatoriurn in Zurich (Kenipter, Hegar, 
Attenhofer, de Boer, Niggli u. a,} und in Mailand (Op^rnstudien). 1915 
war er Korrepetitor und bis 1922 Kapellmeister am Ziircher Stadtthet- 
ter, 1914-26 Leiter des Ordiestcrvereins Zurich, 1919-30 Dirigeni des 
Mannerchors Aussersihl Zurich, sett 1920 Dirigent des Manrierclsors 
Zurich. Seit Eroffnung des fruhern Zurcher Radio-Senders (A^gwt 
1924) wirkt Hofmann in der Programmleitung und der Leitung des 
Radioorchesters Zurich rnit. Seit 1926 dirigiert Hofmann auch den 
Stadtsangerverein Winterthur. 1922-29 leitete cr die Orchesterklasse des 
Konservatoriums Zurich. 1922-36 war Hofmann musikalischer Bcrater 
des Kantonalverbandes ziircherischer Bezirks- und Gaugesangvereine. 
Kompositionen : 

Buhnenwerk: Ballett (Stadttheater Zurich), 

Chorwerke: Nach neuen Meeren fiir M'chor und OrcL [M.j / MEaaef- 
chore a capp. [Hug; Zurcher Kantonalverbandj. 
Lieder fiir eine Singstimrne und Orch. [M.]. 

Bearbeitung von schweizerischen Festspieimusikeo fur Orch. [M.J. 
Bearbeitungen alterer Musik: Joh. Christ. Bach, Slnfonia Nr, W [VL] I 
L. Clierubini, Sinfonia op. 16, Nr. 2 |M.] / Henrki Al>ks^ro> 
a tre, op. 1, Nr. 9 [M.J. 

Hoaegger, Artkir. * 10. Marz 1892 in Le HlTre, wo mm aiw ah 
iBaan tatig war. Bcide Eltera staimnea am alten Zir^c 
schlechtcrn. Honeggers frlih hervortretendc musikalische Begtbung fand 
im ekerlichen Hause sowie bei dem Organisten Robcrt-Ciiarl Martin 

7 Sctoh, Mmikerlcxikoo 



98 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



sorgsame Pflege. Die crste systematische Unterweisung empfing er am 
Konservatorium seiner Heimatstadt Zurich, wo er 19C9-11 Violinunter- 
richt bei Willem deBoer, Theorieunterricht bei Lothar Kernpter unJ 
entscheidendc Forderung durch den Direktor des Institutes, Friednch 
Hegar, erhielt. 1911-13 fuhr er regelmassig von Le Havre nadi Paris. 
Charles Widor, Vincent d'Indy, Andre Gedalge und Lucien Capet bilde- 
ten ihn prakti^ch und theoretisch aus. Namentlich dlndy iiberwachte 
sein komposkorisches Schaffen und gab ihm Gelegenheit, die frlihen 
Arbeiten im Vortrag durch das Schiilerorchester des Konservatorioms 
zu horen und zu iiberprufen. Das wissenschaftliche Fundament zur 
Praxis vermittelte Gedalge. 1931 siedelte Honegger ganz nach Paris 
iiber, das ihm Wahlheimat bleibt, ohne dass er dariiber seine Heimat, 
die Schweiz, vergessen h'atte. In der Weltstadt fand cr unter Diditern, 
Malern und Mosikern eincn grossen Freundeskreis und in der Pianistin 
Andree Vaurabourg, einer der ersten Interpretinnen seiner Musik, die 
lebensgefahrtin. Die ersten giiltigen kompositorischen Versuche fallen 
mit dem Beginn des Weltkrieges zusammen; es sind Lieder und Klavier- 
stiicke. 1917 sdbrleb er sein erstes Streichquartett. Fast gleichzeitig kam 
beim M Chant de Nigamon" die Auseinandersetzung mit dera Orchester- 
apparat, und wenig spater folgte die Biihncnmusik ,Le EHt des Jeux du 
Monde w . Es ist die Zeit der Abwende von Debussy (dessen Einwirkung 
dennoch nachhaltig bleibc), deren Einflussnahme des grossen Anregers 
Eric Satie auf die Juragen und der mehr zufaliigen Bildung der Gruppe 
Le$ Six". Dercn Zusammengehorigkeic entsprang mehr dern Gefiihl der 
Frrundschaft als einem gememsamen Programm, Ein Bilhnenwerk machte 
Honegger nuntnehr in seiner kleinen Heimat und an^chliessend in der 
grossen Welt bcruhmt. der im Zeitraum von zwei Monaten entstandene 
,Le Roi David" (R. Morax) fur das Theatre du Jorat in Mezieres. Von 
jetzt ab wechseke Honeggers Aufrnerksamkeit vornehmiich zwischen 
den yerscliiedenen Moglichkeiten der Biihne, vom Ballett bis zur Tra- 
godie und dem Orchesterstiack. Unter diesen hat ,,Pacific 231", das 
Emdriicke von einer Schnellzugslokomotive musikalisch gestaltet, Sen- 
sation gemacht. Hooegger wandte sich in der Folge mehr und mehr 
dem Buhnen- und dem Chorschaffcn zu. Der Weg vom Konig David 
uber Antigone tiiid Judith zu den n Cris du Monde" und der ,Jeanne 
d*Arc au b^cher** Ist ein Aufstieg zu wesentlichem musikalischem Aus- 
druck unserer Tage. Daneben findet Honegger noch Zeit, etwa eine 
witzige Opertttc o4er ein harmloses BaDett zu illustrieren, er hat zum 
mindestets in seinen bcidcn letzten Strekhquartetten Wesentliches ge- 
geben und findet in der Filmnmsik mehr als bloss einen willkommenen 
Broterwerb. Nel^n Othmar Scfeoeck ist Arthur Honegger der re- 
prasentativste schweizerbche Mtisiker der Gegenwart. 

Kompositionen : 

Biihnenwerke: Le Dit des J*ux du Monde (Paul M^ral), musique de 
sc^ne, 1918 [Se*nart| I La Mort de See. Alme^imc (Max Jacob), jnusiq^e 
de $cne, 1918 fM.J / La Danse Macabre (Carlos Larronde), musique de 
$cne, 1919 [M.j / Horace Yktorieux (Tite-Live), symphonic mini^e, 
1920-21 jSe'nartj / Verit^? Mensonge? (Audr HeOe): ballet dc mario- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 99 



nettes, fragments [M.] / Le Roi David (Rene Morax, deutsch: Hans Rein- 
hart, enghsch: Edward Agate), psaume dramatique, puis symphonique, 
1921-23 [Foetischj / Marche f unebre pour 9 ,Les Maries de la Tour Eiffel" 
(Jean Cocteau), ballet, 1921 [M.) / Skating Rink (Canudo), ballet, 1921 
[Universal! / Saul (Andre Gide), nrusique dc scene, 1922 [M.1 / Fantatio 
(G. Wague), musique de scene, 1922 [M.] / Antigone (Jean Cocteau}, 
musique de scene, 1922 [Feuiiies libres, Jan. 1923] / Antigone (Jean Coc- 
teau, deutsch: Leo Melitz), tragedie musicale, 1924-27 | Senart j / Liluli 
(Romain Rolland), musique de scene, 1923 [M.j / Sous-Marine, ballet, 

1924 [M.) / Judith (Rene Morax, deutsch: Leo Melitz), drame biblique, 

1925 [Senartj / Judith (R. Morax), opera serieux, 1925 [Senart] / Un 
Miracle de Notre-Dame: L'lmperatrice aux Rochers (St-Georges dc 
Bouhelier), drarae, 1925 [Senartj / Phaedre (Gabriele d'Annunzio, franz.: 
Andre Doderet), tragedie, 1926 [Senart] / Rose de Metal (Clermont- 
Tonnerre), ballet, 1928 [M.] / Amphion (Paul Valery, deutsch: Walter 
Klein, englisch: Edward Agate), melodrame, 1929 jRouart-Lerollej / 
Les Aventures du Roi Pausoie (Albert "Willemetz), operetta, 1929-30 
[Salabert] / Les Noces d'Amour et Psyche" (A. H. orchestration dc Bach), 
ballet, 1930 [Universal) / La Belle de Meudon (Rene* Morax), inusique dc 
scene, 1931 [M.] / Serniramis (Paul Valery), melodrame, 1933 (M-l / Les 
Petites Cardinal (Willemetz), operette [M,] / Le Cantique des Caatkjues 
(Gabriel Boissy et Serge Lifar), ballet [Heugelj / La Construction tfuoe 
cite (Jean Rich. Bloch), en collaboration avec Darius Milhaud !M,) / 
L*Aiglon (H, Cain, d'apres Rostand), en collaboration avec J. Ibert, oplra 
[M.j / Jeanne d'Arc an bucher (Paul Claudel), oratorio dramacique, 
1937-38 (Senartj / Nicolas de Flue (Denis de Rougemont), 
dramatique (fiir den Neuenburger Tag der Schiretz. 

Zurich 1939) [Foctisch). 

Chorwerke: Cantique de Paques pour soli, choeurs de fcnimes et orch, 
1918 [Rouart-Lcrolle] / Cris du Monde (Rene* Bizet, deutsch: Giin 
Bundi), 1931 [Senart] / Radio-Panoramique, quintette a cordes, vents, 
batterie, tenor, solo, choeur, 1935 [M.] / La Danse des Mom (Paul 
Claudel), pour soli, chocurs, orch. et org., 1939 [M.J. 
Sologesang mit Orchester: Les Paques a New-York (Blaise Cendrars) 
pour sopr. et quatuor a cordes, 1920 [Composer's Music Corporation, 
New York] / Deux Chants d* Ariel (pour la Tempe'te de Shakespeare, 
trad, de Guy de Pourtales), 1923 1 Senart] / Le Cantique des 
(re*citant et orchestre, 1926 [M.] / Poemes d'Apoilmaires, 
1931 (Salabert) / Chansons (Fagus), avec accompagnement de 
vocal et de piano, 1923 [M.] / Chanson (Roawd) avec accoiBp. de ft 
et quatuor a cordes, 1924 [Senartj / Six Poesies 0eaa Coctetu) air^: fL 
et quatuor I cordes, 1920-23 i$e*nart] / Trois cfeaasoas (Petite 
avec fl, et quatuor a cordes, 1926 jS^nartj / La More pt**e (Je 
1916; Orch, par A. HoeVee, 1930 IChesterJ, 

mit Kla^ler: Quatre Poemes (Focitaliias, Laforgne* Jtuate% 
Tchobanian), 1914-14 jCl^stcrl / Trois Poliaes {xarfe$ del C*Mtf*tatu- 
ces et Dits de Paul Fort, 1916 fSfeacf 1 / Six F&&WC* (G, Apdltnaire), 
1916-17 i 



100 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Orchesterwerke: Prelude pour Aglavaine ct Selysette, 1917 [M.j / Lc 
Chant dc Nigamon, 1917 [Senart] / Pastorale d'Ete, 1923 [Senartf / 
Horace Victories, 1921 [Senart! / Chant de Joie, 1923 JSenartj / Pre- 
lude pour la Tempete, 1923 [Senartj / Pacific 231, 1923 [Senart] / 
Rugby, 1928 [Senart] / Symphonic, 1930 J Senart] / Mouvement sym- 
phonique No. 3, 1932-33 [Senart] / Suite (tire des Suites francaises de 
J. S. Bach; arr. pour orch.), 1933 [Universal] / Nocturne, 1936 [M.] / 
Prelude, Ariose, Fughette (d'apres 1'Hommage a Bach) [Senartj / 14 Juil- 
let (Romain Rolland), (Marche sur la Bastille), 1936 (M.] / Liberte [M.j. 
Konzerte; Concertino pour piano et orch., 1924 [Senart] / Concerto 
pour vcl. et orch., 1929 [Senart]. 

Kammermusik: Quatuor a cordes, 1917 [La Sirene] / Rhapsodic pour 
deux f!. clar. et piano, on deux viol., alto et piano, 1917 [Senart] / 
Premiere sonate pour viol et piano, 1918 [Senart] / Deuxierne sonate 
pour viol et piano, 1919 [M.] / Danse de la Chevre pour fl. solo, 1919 
[Scnart] / Sonate pour alto et piano, 1920 [La Sirene] / Sonarine 
pour deux viol, 1920 [La Sirenej / Sonate pour vcl. et piano, 1920 [La 
Sirene] / Hvmne pour dixtuor a cordes, 1920 [M.] / Cinema-Fantaisie 
(Le Boeuf sur le Toit, de Darius Milhaud et Raoul Dufy, Cadence d'A. H.) 
viol, et piano, 1920 (La Sirene] / Introduction, Nocturne et Berceuse, 
pour piano et petit orch., 1919 [M.] / Sonatine pour clar. et piano, 1922 
jRouart-Lerolle] / Trois contrepoints, pour petite 1., hautbois (cor 
anglais), violet vcl, 1922 [Hansen, Kopenhagenj / Prelude et Blues (arr. 
pour quatuor de harpes chromatiques, fmr Jeanne Dalies, 1925 (M.| / 
Second Quatuor a cordes, 1936 [Senartj / Troisieme Quatuor a cordes, 
1937 [Scnart] / Danse des Enfants, pour petit orch., 1927 [Salabert] / 
Sonatine pour viol, et vcl, 1932 [Senart]. 

Klavierrnusik: Pieces pour piano (Scherzo - Hurnoresque - Adagio espres- 
sivo), 1910 [Desforges, Le Havrej / Toccata et Variations, 1916 [Mathot, 
actuellement Salabert) / Trois pikes, 1919 [Matfaot] / Sept pieces breves, 
1920 (La Sirene] / Sarabande (Album des six), 1920 [Esdhig und bei 
S<fcot| / Le Cahkr Romand, 1923 jS^nart] / Hommage a Albert Rous- 
sci, 1928 jS^nartj / Hommage i Badi, 1932 pour clavecin on piano 
jSupplReme Mealcak dec 1932 et Scaart] / Partita pour deux pianos, 
1928 (]*.] 

OrgelkoiBpocIdoa: Fugue, Ck>ral, 1917 [Chester). 
Radio; Les doie coups de mintiit (Carlos Larronde) pour chocur ct 
petit orck \H.\ I Radio-Panoramiqiie, 1935 JM.). 
Filrnmusik: La Roue (Abel Gance), fragments, 1923 (M.J / Pacific 231, 
adaption ciaefnatograpiilcjue [MJ / Napoleon [SalabertJ / Lldee (Ber- 
thold Bartosefe, d'apres MasarcI) JM.J / La Separation des Races ou 
Rapt (en collaboration avec A,Ho^ree, d'apres CF. Ramaz (Coda} / 
Cessez ie Feti 0acc|ues de Baroacelli d'apres Vessel) (M.) / Crime et 
Chatiment (d'apres Dosto^wski) (M.J / Le Demon de l*Hima!aya (ex- 
pedition de Dyrenfurth en 1932) (M.j / L*Eqdpage (Utvack, d'apres 
Kessel) [M.] / Les Mutines de ITl^oejir (Pierre Chenal, d'apres Jack 
London) [M.| / Les Miserables (Raymond Beraar4 d'apres Victor Hugo), 
1934 [Echo] / Mayerling (Litvack), 1956 fM.J / NitcheTo 0acqiies de 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 101 

Baroncelli), 1936 [Ray Ventura] / Marthe Richard au service de la 
France (Raymond Bernard) [M.] / Mademoiselle Docteur (Pabst) [Ariel] 
/ La Citadelle du Silence (Marcel 1'Herbier, en collaboration avec Mil- 
haud) [M.] / Regain (Marcel Pagnol, d'apres Jean Giono) [M.] / Visage 
de la France (Vigneaud) [M.] / Miarka (Jean Choux, d'apres Richepin, 
en collaboration avec Harsawji) [M.] / Libert^ (Jean Kemm, avec Ar- 
thur Hoe're'e) [M.J / Passeurs d'Hommes (Ren Jayet) [M.] / Les Batis- 
seurs (Jean Epstein) [M.] / Pygmalion, 1938 [M.] / In Vorbereitung: 
Farinet (Ramuz) / Mathieu Schinner (Gonzague de Reynold) / Jeu de 
la passion (Ce^ar von Arx). 

Radio: Les douze coups de minuit (Charles Larronde), radio-myst&re, 
pour choeur et petit orch., 1933 [M.]. 

Lit.: Willy Tappolet, Arthur Honegger [Hug, 1933; franzosische, iiber- 
arbeitete und erganzte Ausgabe, iibersetzt von Hetene Breuleux, Ed. de 
la Baconniere, Neuchatel 1938]. Die Literatur iiber Honegger ist sehr 
umfangreich; vgl. die ausfuhrliche Bibliographic (nebst Schallplatten- 
verzeichnis) bei Tappolet. 

Horler, Ernst. * ll.Oktober 1897 in Charlton-cum Hardy bei Manchester 
(England), studierte Musik am Konservatorium in Zurich und an der 
Guildhall School of Music in London. Seit 1927 wirkt er als Lehrer 
am Konservatorium Zurich (Klavier, Schulgesang, Gehorbildung, Mu- 
sikdiktat). 

Publikation: Musiklehre. Ein Handbuch fur den praktischen Gehorbil- 
dungsunterricht an Seminarien und Musikschulen [Liederbuchanstalt, 
Ziirich 1939). 

Huber, Eugen. * 26. April 1909 in Bern, war Schiller des Berner Konser- 
vatoriums und von Felix Weingartner* 1931 Laureat des ,,concours 
Schumann". Huber ist der Gninder und Leiter des Berner Kammer- 
orchesters. Als Konzertpianist und Begleiter ist er ausserdem am Berner 
Radio tatig. 1938 iibernahm Huber die Nachfolge Ernst Grafs als Leiter 
der Turmmusik am Berner Miinster. 

Bearbeitungen : Gaspard Fritz, Drei Violinsonaten mit bez. Bass / Gas- 
pard Fritz, Zwei Streichersonaten, op. 2,1 / Saint-Georges, Violinkonzert 
in G-Dur / Ch. W. Gluck, Flotenkonzert in G-Dur / Ch. Aug. Lebrun, 
Oboenkonzert in F-Dur [Alles im Selbstverlag] . 

Huber, Ferdinand Fiirchtegott. * 31. Oktober 1791 in St. Gallon, |9. Ja- 
nuar 1863 ebenda. Wurde Schuler der Stuttgarter Stadtpfeiferei, dann 
Trompeter im dortigen Hoforchester, 1817 Musiklehrer in Hofwil im 
Fellenbergischen Institut, 1824 Organist der St, Katharinenkirche in 
St. Gallen und Gesanglehrer der stadt. Schulen, 1829 Lehrer an der Real- 
schule in Bern, seit 1833 wieder in St. Gallen (Musikdirektor der Sing- 
gesellschaft z. Antlitz, Gesanglehrer der Realschule, 1843 Musiklehrer 
an der katholischen Kantonsschule, Professor). Huber hat viele ein- und 
mehrstimmige Lieder veroffentlicht, darunter Dialektlieder, die die 
schweizerische Eigenart zum Ausdruck bringen. Manches seiner Liedet 
ist zum Volkslied geworden (Der Gemsjager, Ber Ustig, Herz wohi 
zieht es di, Lueget vo Berg und Tal usw.). Huber hat ferner das nrusi- 



102 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



kalische Arrangement der 4. Auflage der Kuhnschen Sammlung von 
Schweizer Kuhreihen und Volksliedern besorgt, 1825. 
Lit.: K. Nef, Neujahrsblatt des Hist. Vereins St. Gallen, 1898 / Waltet 
Rusch, Ferd. Huber, 1932 / E. W. Bohme, in: Voran und Beharrlich, 
Bundesblatter der Freib. Burschenschaft Teutonia, 1932. 

Huber, Hans. *28.Juni 1852 in Eppenberg (Solothurn) f 25. Dezember 
1921 in Locarno. Als der Knabe zweijahrig war, gab der Vater seine bis- 
herige Lehrerstellung auf und siedelte sich im benachbarten Schonen 
werd an, als Buchhalter eines Seidenhauses. In Schonenwerd ist die Fa- 
milie emgebiirgert, das jetzige protestantische Pfarrhaus daselbst tragt 
eine Gedenktafel mit der Bezeichnung ,,Vaterhaus des Komponisten 
Hans Huber". Mit zehn Jahren wurde Huber Zogling des Choraulen- und 
Partisteninstitutes in Solothurn und damit Sangerknabe an der Stifts- 
kirche. Daneben besuchte er die 6'ffentlichen Schulen in Solothurn. In 
den letzten Institutsjahren erhielt er Musikunterricht durch Karl Mun- 
zinger, 1868 wurde er Organist der Jesuitenkirche. 
Auf Anraten Munzingers bezog Huber 1870 das Leipziger Konserva- 
torium (Lehrer: Reinecke, Paul, Richter, Papperitz und Wenzel), 1874 
beendigte er sein Studium, noch wahrend des Leipziger Aufenthaltes er- 
schien sein erstes gedrucktes Werk, die Orgelstiicke op. 3. 
Im Sommer 1874 iibernahm Huber die Stelle eines Privatmusiklehrers 
der franzosischen Fabrikantenfamilien in Wesserling; von hier aus kon- 
zertierte er mehrfach in Basel, 1877 siedelte er nach Basel iiber. Hier 
betatigte er sich als Musiklehrer, auch in Miilhausen gab er Unterricht. 
1878 spielte er im Basler Sinfoniekonzert sein erstes Klavierkonzert, 
1881 kam in einem eigenen Konzerte die Tellsinfonie zur Auffiihrung. 
1883 ebenso die Pandora. 

In den folgenden Jahren begann Huber seine spater mehrfach wieder- 
holten zyklischen Darbietungen Beethovenscher Kammerrnusik, 1889 
trat er dem Lehrkorper der Allg. Musikschule bei als Lehrer der Fort- 
bildungsklassen, das Jahr 1892 brachte ihm mit seiner Festspielmusik 
zur Klein-Basler Gedenkfeier die voile, nicht mehr erloschende Popu- 
laritat und die Ernennung zum Dr. phil. h. c. der Basler Universitat. 
1896 wurde er nach Bagges Tod Direktor der Musikschule. Damit be- 
gann eine Periode des Aufbliihens dieses Institutes, er gab den Anstoss 
zur Griindung des Konservatoriums (1905). 1899-1902 leitete er (nach 
Volkland und vor dem auf Hubers Anraten erfolgten Amtsantritt Suters) 
den Basler Gesangverein. 

Dann trat er personlich mehr und mehr vom offentlichen Auftreten 
zuriick, den Ausklang seiner regen Mitwirkung namentlich in den 
Kammerrnusikabenden der Allg. Musikgesellschaft bildete sein Wirken 
mit dem von ihm gegru'ndeten Basler Vokalquartett (Ida Huber, Maria 
Philippi, Emanuel Sandreuter, Paul Boepple) und die Gesamtdarbietung 
der Beethovenschen Violinsonaten mit dem Konzertmeister Hans Kot- 
scher. Zum letztenmale erschien er auf dem Basler Konzertpodium als 
Liederbegleiter am 26. Oktober 1915. 

1918 trat Huber yon der Direktion des Konservatoriums zuriick infolge 
einer schweren diabetischen Erkrankung. Er suchte Erholung zunachst 



SCHWE1ZER MUSIKERLEXIKON 103 

in dem ihm seit vielen Jahren als Sommersitz vertrauten Vitznau, dann 
in Locarno. Hier siedelte er sich fur die letzten Lebensjahre dauernd an, 
sie standen im Zeichen der von ihm nunmehr hauptsachlich gepflegten 
Kirchenmusik und der Sammlung seiner padagogischen Erfahrungen in 
mehreren Studienwerken. 

Huber ist in Vitznau bestattet. Eine Portratbuste befindet sich in Vitz- 
nau, zwei weitere in Basel; ein Konzertsaal in Basel, ein Monument - 
Brunnen in Schonenwerd und Strassen in Basel und Zurich tragen 
Hubers Namen. Huber war seit 1880 verheiratet mit der Sangerin und 
Gesangspadagogin Ida Petzold, einer Tochter des Zofinger Musikdirek- 
tors Eugen Petzold. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Weltfriihling, Oper (R. Wackernagel), 1894 [Hug! / 
Kudrun, Oper (Stephan Born), 1896 [Hug] / Der Simplicius, Oper 
(A.Mendelssohn), 1912 [Kistner, Leipzig] / Frutta di mare, Oper 
(K Karmin), 1913 [Hug] / Die schone Bellinda, Oper (G. Bundi), 1916 
[Hug]. 

Festspiele: Kleinbasler Gedenkfeier, 1892 [Hug] / Basler Bundesfeier, 
1901 [Hug]. 

Buhnenmusiken zu: R. Kelterborns Lustspiel Die Lotosblumen, 1879 
[M.] / Bocklinfestspiel von R. Wackernagel, 1897 [M.] / Krippenspiel . 
Der Weihnachtsstern von M. Lienert, 1912 [M.]. 

Chorwerke: 1. fur gemischten Chor, Soli und Orchester: op. 1 Weihe- 
gesang nach dem 8. Psalm mit Streichquint. und Org. [Breitkopf &: Har- 
tel] / op. 66 Pandora (Goethe) mitSopransolo [Siegel, Leipzig] / Kantate 
zum Basler Universitatsjubilaum, 1910 (A. Gessler) [Hug] / Der heilige 
Hain, Szenen von Max Widmann, 1910 [Hug] / Weissagung und Er- 
fullung, Oratorium nach Worten der Heil. Schrift, 1913 [Hug] / Missa 
festiva D-Dur, 1919 [M.] / Missa festiva Es-Dur, 1920 [Ochsner, Ein- 
siedeln] / Mors et Vita, Oratorium nach Worten der Vulgata, 1919 [M.] 
fur Frauenchor und Orchester: Zwei Gesange von W. Schaedelin, 1912 

IM.]. 

2. fur Mannerchor und Orchester: Murten-Kantate 1876 (Salis) [M.] / 
op. 45 Aussohnung (Goethe) [Rieter-Biedermann] / op. 91 Meerfahrt 
(Leuthold) [Breitkopf & Hartel] / Nordseebilder (Heine), 1886 [M.] / 
op. 101 Caenis (J. V. Widmann), mit Altsolo [Hug] / Heldenehren (Ad. 
Frey), 1907 [Hug] / Zwei hebraische Melodien (Byron), 1911 [Leuckart, 
Leipzig]. 

3. fur gemischten Chor undOrgel: Festmesse d-Moll, 1883 [M.] / op. 137 
Missa i. h. St. Ursi [Coppenradt, Regensburg] / Ave Maria, 1921 [M.]. 
fur Frauenchor und Orgel: Laudes ac gratiae, in: Laudes collegit Ad. 
Locher, Montreal 1922. 

4. fur Mannerchor und Orgel: Missa festiva F-Dur, 1920 [M.]. 

5. fur gemischten Chor (oder Vokalquartett) mit Klavier: op. 52 Fiinf 
Quartette, [Kistner, Leipzig] / op. 69 Aus Goethes westostlichem Divan, 
Zehn Quartette [Kistner, Leipzig] r op. 72 Lenz- und Liebeslieder 
[Siegel, Leipzig] / op. 74 Pastorale (K. Kelterborn) [Breitkopf & Hartel] 



104 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

/ op. 93 Vier Gesange [Rieter-Biedermann] / Liebesnovelle (K. A. Burg- 
herr) [M.]. 

6. fur Frauenchor und Klavier: op. 88 Neun dreistimmige Frauenchore 
[Kistner, Leipzig] / Sechs Gesange, 1905 [Hug]. 

7. fur Mannerchor und Klavier: Ein Liederspiel nach alten Tanzlieder- 
texten [Pohl-Wohnlich, Basel]. 

8., ohne Begleitung: Serbische und rumanische Volkslieder ftir gem. Chor, 
1886 [Schwabe, Basel] / op. 29 Sechs Lieder im Volkston fiir M'chor 
[Breitkopf & Hartel] / op. 39 Gesange fiir M'chor [Rieter-Biedermann] / 
Fiinf Gesange fiir M'chor, 1882 [Schwabe, Basel] / Sechs Mannerchore 
mit Vorsanger, ca. 1900 [Gebr. Reinecke, Leipzig] / Vier Rheinlieder von 
Jacob Burckhardt, fiir M'chor, 1918 [Hug] / Vier einfache Heimat- 
lieder fiir M'chor, 1920 [Hug] / Vereinzeltes in Mannerchorsamm- 
lungen. 

Duette mit Klavier: op. 58 Fiinf Gesange [Breitkopf & Hartel] / op. 80 
Sieben zweistimmige Gesange [Siegel, Leipzig]. 

Einstimmige Lieder mit Klavier: op. 13 Mirza Schaffy-Album [Schwabe, 
Basel] / op. 25 Fruhlingsliebe (sieben Lieder) [Breitkopf & Hartel] / 
op. 32 Peregrina-Lieder (Morike) [Schott, Mainz] / op, 44 Liebeslieder 
[Rieter-Biedermann] / op. 53 Stimmungen (Leuthold) [Breitkopf & 
Hartel] / op. 61 Madchenlieder (Heyse) [Hug] / op. 72a Sieben Ge- 
sange nach Volksliedern [R. Forberg, Leipzig] / op. 98 Zehn Fiedellieder 
(Storm) [Hainauer, Breslau]. 

Orchesterwerke: Acht Sinfonien: 1. op. 62 d-Moll (Tellsinfonie) [Rieter- 
Biedermann] / 2. op. 115 e-Moll [Hug] / 3. op. 118 C-Dur (neroische) 
[Hug] / 4. A-Dur (akademische), fiir Streichorch., Klav. und Org., 1909 
[M.] / 5. F-Dur (romantische, Der Geiger von Gmiind) mit Soloviol., 
1906 [M,] / 6. op. 134 A-Dur [Leuckart, Leipzig] / 7. d-Moll (schweize- 
rische), 1917 [Hug] / 8.F-Dur, 1921 [M.] eine A-Dur-Sinfonie, ur- 
spriinglich Nr. 2, wurde in Zurich 1889 und in Basel 1890 aufgefiihrt, 
dann aber von Huber zuriickgezogen und nicht mitgezahlt / Sinfoni- 
sche Dichtung ,,Im Kloster von Amalfi" [M,,] / Sinfonische Ode ,,An 
das Vaterland", 1899 [M.] / Zwei Serenaden fiir grosses Orch,: 1. op. 86 
Sommernachte, E-Dur [Hainauer, Breslau]; 2. "Winternachte, G-Dur, 
1895 [Hug] / Romischer Karneval, Humoreske nach Scheffel, 1880 
[Kistner, Leipzig] / op. 50 Lustspiel-Ouverture, 1879 [Breitkopf & Har- 
tel] / Notturno, 1916 [M.]. 

Konzertwerke: Vier Klavierkonzerte (1. op. 36 c-moll [Breitkopf & Har- 
tel] / 2. op. 107 G-Dur [A. Schmidt, Leipzig] / 3. op. 113 D-Dur [Hug] 
/ 4.o. op. B-Dur, 1911 [Schott, Mainz]) / op. 40 Violinkonzert g-Moll 
[Schott, Mainz] / Suite fiir Vcl. und Orch., D-Dur, 1919 [M.]. 
Kammermusik: Sextett fiir Klav. und Blasinstr., B-Dur, 1900 [Hug] / 
op. 136 Quintett fiir Klav. und Blasinstr., Es-Dur [Hug] / Zwei Quin- 
tette fiir Klav. und Streichinstr. (1. op. Ill g-Moll [Kistner, Leipzig] / 
2. op. 125 G-Dur, Divertimento [Simrock, Berlin]) / Streichquartett 
F-Dur, urn 1896 [Hug, 1924] / Zwei Klavierquartette (l.op. 110 B-Dur 
[Hug] / 2. op. 117 E-Dur (Waldlieder) [Hug] / op. 27 und 54 Zwei 
Folgen Walzer fiir Klav. 4-hdg., Viol, und Vcl. [Rieter-Biedermann] / 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 105 



Funf Klaviertrios (l.op. 20 Es-Dur [Breitkopf & Hartel] / 2. op. 65 
E-Dur [Breitkopf & Hartel] / 3. op. 1C5 F-Dur [Hainauer, Breslau] / 
4. op. 120 B-Dur (Bergnovelle) [Kistner, Leipzig] / 5. op. 83 Triophanta- 
sien [Kistner, Leipzig]) / op. 135 Sonate fur Klar. und zwei Viol. [Leuk- 
kart, Leipzig] / Neun Violinsonaten (1. op. 18 c-Moll [Ries & Erler] / 
2. op. 42 B-Dur [Br. & H.] / 3. op. 67 D-Dur [Siegel, Leipzig] / 4. op. 
102 G-Dur [Br. & H.] / 5. op. 112 E-Dur [Kistner, Leipzig] / 6. op. 116 
d-Moll (appassionata) [Br. & H.] / 7. op. 119 G-Dur (graziosa) [Kistner, 
Leipzig] / 8. op. 123 a-Moll (lirica) [Simrock, Berlin] / 9. op. 132 g-Moll 
(quasi fantasia) [Steingraber, Leipzig]) / op. 117 Phantasie fur Viol. und 
Klav,, op. 17 g-Moll [Br. & H.] / op. 82 Suite fiir Viol, und Klav., 
G-Dur [R. Forberg, Leipzig] / Kleinere Violmwerke mit Klav.: op. 49 
(Drei Melodien) [Rieter-Biedermann], op. 78 (Phantasiestiicke) [Hain- 
auer, Breslau], op. 99 (20 poetische Stiicke) [Hainauer, Breslau], o. op. 
Neun romantische Stiicke, ca. 1895 [Schott, Mainz] / Vier Sonaten fiir 
Vcl. und Klav. (1. op. 33 D-Dur [Schott, Mainz] / 2. op. 84 A-Dur (Pa- 
storalsonate) [Ranter, Hamburg] / op. 114 cis-Moll [Kistner, Leipzig] 
/ 4. op. 130 B-Dur [Hug]) / Zwei Suiten fiir Vcl. und Klav. (1. op. 89 
d-Moll [Rieter-Biedermaan] / 2. Kleine romantische Suite, 1909 [M.]) / 
Romanzen fiir Vcl. und Klav. (1. op. 30 Zwei Romanzen [Kistner, Leip- 
zig], 2. o. op. Drei Romanzen, 1905 [Kistner, Leipzig]. 

Klavierwerke: Drei Sonaten fiir zwei Klaviere: 1. op. 31 B-Dur [Breit- 
kopf & Kartell / 2. op. 121 Es-Dur [Breitkopf & Hartel] / 3. G-Dur 
(giocosa), 1908 [Steingraber, Leipzig] / op. 64 Improvisationen fiir zwei 
Klav. [Rieter-Biedermann). 

Klavier vierhandig: op. 6 Album [Pohl, Leipzig] / op. 11 Landler vom 
Luzerner See [Bussjager, Wien] / op. 15 Romanzenzyklus nach Heines 
Buch der Lieder [Br. & H.] / op. 16 Marchen-Erzahlungen [Br. & H.) / 
op. 23 und 23b Ballettmusik zu Goethes Walpurgisnacht [Br. & H.] / 
op. 24 Humoresken nach Scheffel [Kistner, Leipzig] / op. 28 Lieder- 
zyklus nach Heines Buch der Lieder [Kistner, Leipzig] / op. 41 Aus 
Goethes westostlichem Divan [Kistner, Leipzig] / op. 47 Landler vom 
Luzerner See [Hug] / op. 55 Serenade E-Dur [Ries & Erler, Leipzig] / 
op. 56 Kinderlieder nach Hoffmann von Fallersleben [Kistner, Leipzig] / 
op. 57 Suite C-Dur [Schott, Mainz] / op. 59 Walzer [Peters, Leipzig] / 
op. 62 Italienisches Album [Breitkopf & Hartel] / op. 68 Musik zu 
R. Kelterborns Marchen Florestan [Rahter, Hamburg] / op. 71 Varia- 
tionen iiber einen Walzer von Brahms [Br. & H.] / op. 73 Landliche 
Suite [Bote & Bock, Berlin] / op. 75 Ein Ballfest [Hainauer, Breslau] / 
op. 76 Suite Im Winter [R. Forberg, Leipzig] / op. 95 Gita Gowinda, 
Idylle in funf Satzen [Fiirstner, Berlin] / op. 100 Praludien und Fugen 
in alien Tonarten [Hainauer, Breslau] / op. 102 Drei leichte Suiten 
[Siegel, Leipzig] / op. 108 Kindergarten, Album [Siegel, Leipzig] / 
o. op. Schweizer Lieder und Tanze, ca. 1895 [Forberg, Leipzig] / o. op. 
Aus den Alpen, Episoden, 1909 [Simrock, Berlin] / o. op. Jugendalbum, 
1922 [Gander, Hochdorf]. 

Klavier zweihandig: op. 2 Blatter und Bliiten [Br. & H.] / op. 5 Froh- 
liche Weisen [Riihde, Leipzig] / op. 7 Studien iiber ein Originalthema 



106 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



[Br. & H.] / op. 8 Fiinf Scherzi [Rahter, Hamburg] / op. 9 Zehn grosse 
Etuden [Eulenburg, Leipzig] / op. 10 Skizzen [Eulenburg, Leipzig] / 
op, 12 Bilderbuch ohne Bilder [Br. &H.] / op. 14 Drei Stiicke im alten 
Scil [Kistner, Leipzig) / op. 19 Serenade G-Dur [Kistner, Leipzig] / 
op. 21 Drei Melodien [Kistner, Leipzig] / op. 22 Nachtgesange [Br. & 
H.] / op. 26 Gedenkblatter [Kistner, Leipzig] / op. 34 Albumblatter 
[Kistner, Leipzig] / op. 35 Stimmungen [Kistner, Leipzig] / op. 37 Am 
Kamin, Kleine Erzahlungen [Br. & H.] / op. 43 Weihnachten, Album 
fur grosse Leute [Rieter-Biedermann] / op. 47 Senate Es-Dur r ,Zu Maler 
Nolten" [Rieter-Biedermann] / op. 48 Drei Stiicke (Gavotte, Etude, 
Valse caprice) [Riihle, Leipzig] / op. 51 Skizzen [Hug] / op. 60 Vier 
Landler zum Konzertvortrag [Kistner, Leipzig] / op, 70 Miniaturen 
[Kistner, Leipzig] / op. 79 Klavierstiicke [R. Forberg, Leipzig] / op. 81 
Fiinf Elegien [Siegel, Leipzig] / op. 85 Acht Klavierstiicke [R. Forberg, 
Leipzig] / op. 86 Moderne Suite [Siegel, Leipzig] / op, 94 Intermezzi 
[Hainauer, Breslau] / op. 104 Balladen und Romanzen [Hainauer, Bres- 
lau] / op. 106 Hadlaub, zehn Charakterstiicke nach Gottfried Keller 
[A. Schmidt, Leipzig] / op. 124 Sechs Oktaven-Etuden zum Konzert- 
vortrag [Kistner, Leipzig] / op. 131 Sechs kleine Konzertstiicke fiir 
Priifungszwecke und Vortragsabende [Steingraber] / o. op. Zwei Stiicke 
im alten Tanzstil, ca. 1875 [Schott, Mainz] / o. op. Drei Tanzstiicke im 
altrranzosischen Stil, ca. 1880 [Hainauer, Breslau] / o. op. Spinnlied am 
Klavier, ca. 1890 [Schmidt Nachf. (Tondichtungen deutscher Meister, 
Bd. 1), Miinchen] / o. op. Drei Stiicke, 1890 [A. Schmidt, Leipzig] / 
o. op. Consolations, ca. 1895 [Hoffarth, Dresden] / o. op. Carneval- 
szenen, 1896 [Hug] / o. op. Drei Klavierstiicke, ca. 1895 [Schuberth] / 
o. op. Sechs Lieder am Klavier, 1898 [Foetisch, Lausanne] / o. op. Sechs 
lyrische Etuden, ca. 1900 [Foetisch, Lausanne] / o. op. Am See, sechs 
kleine Poesien, ca. 1900 [Beyer, Langensalza] / o. op. Sechs Etuden, 1903 
[Peters, Leipzig] / o. op. Drei Suiten nach den Pieces von J. Ph. Rameau, 
zum Konzertvortrag und Schulgebrauche zusammengestellt und einge- 
richtet, 1907 [Peters, Leipzig] / o. op. Impressionen, sechs Klavierstiicke, 
ca. 1910 [Simrock, Berlin] / o. op. Jugendalbum, 16 Klavierstiicke iiber 
schweiz. Volkslieder, 1919 [Hug]. 

Orgelwerke: op. 3 Drei Stiicke [Fritzsch, Leipzig] / o. op. Fantasie nach 
"Worten der heil. Schrift, 1882 [Rieter-Biedermann] / o. op. Praludium 
und Fuge es-Moll, in: Orgelkompositionen hrg. von W.Herrmann, 1915 
[Breitkopf & Hartel]. 

Publikationen: Arpeggienschule, 1914 [Hug] / Tonleiterschule, 1916 
[Hug] / 50 Arpeggien-Etuden, 1917 [Hug] / Die Schulung der linken 
Hand, 1919 [Hug] / 30 Tonleiter-Etuden, 1922 [Hug]. 
Bearbeitungen: Der erste Bach, 24 kleine Klavierstiicke nach den Noten- 
heften der Anna Magdalena Bach und des Wilh. Friedemann Bach, 1916 
[Hug] / Der erste Schritt zur Technik des Klassizismus. Eine Sammlung 
von fortschreitenden Stiicken in techmschem und musikalischem Sinne 
geordnet und bezeichnet, 1918 [Hug]. 

Lit.: E. Refardt, Hans Huber, Beitrage zu einer Biographic [Hug, 1922] / 
E. Isler, Hans Huber, Neujahrsblatt der Allg. Musikgesellschaft Zurich, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 107 



1923 / E. Refardt, Die Bedeutung Hans Hubers fur das Easier Musik- 
leben, Basl. Jahrbuch 1924 / Gian Bundi, Hans Huber, die Personlich- 
keit nach Briefen und Erinnerung. Basel 1925 / Briefe an Hans Huber, 
hrg. von E. Refardt, Basl. Jahrbuch 1939 / Briefe Busonis an Hans 
Huber, Neujahrsblatt der Allg. Musikgesellschaft Zurich, 1939. 
Huber, Walter Simon. * 6. Mai 1898 in Basel, besuchte die Primarschule in 
Meinngen, das Realgymnasium in Basel und das Oberseminar in Bern 
(Bernisches Primarlehrerpatent 1917, Sekundarlehrerpatent 1920). Huber 
studierte an den Universitaten Basel, Bern, Grenoble und an der Aka- 
demie der Tonkunst in Miinchen (Reifediplom). 1923-31 war er Lehrer, 
Organist und Chordirigent in Belp bei Bern, 1931-34 Musikdirektor, 
Organist und Gesanglehrer in Langnau i. E., ausserdem wirkte er in die- 
sen Jahren noch in Bern, Thun und Langenthal. Seit 1934 ist Huber 
Lehrer fur Gesang und Musik am Kant. Lehrerseminar und am Madchen- 
gymnasium Basel. Er leitet daselbst auch die Sangervereinigung Basel 
und das Collegium musicum des Kant. Lehrerseminars. Huber ist auch 
Mitarbeiter an verschiedenen Liedersammlungen und Gesangbiichern. 
Kompositionen: 

Biihnenmusiken: op. 22 Yuccan, Drama von Oskar Kloeffel, 1932 [M.] / 
op. 23 D'Wybermiihli, Singspiel von K. Grunder, 1933 [Kunzi-Locher, 
Bern] / op. 24 Geschichte einer Mutter, Marchenspiel von Th. Griitter, 
1934 [M.) / op. 25 Der Weg empor, Festspiel von Otto Muller, 1935 
[Chore daraus bei Hug) / op. 26 Die Konigskinder und die Zauberfee, 
Marchenspiel von Frieda Moesch, 1934-36 [M.] / op. 27 Die Biirde, 
Weihnachtsspiel von O. Muller, 1937-38 [M.] / op. 34 Aschenbrodel, 
Marchenspiel von W.Wolff, 1938 [M.]. 

Chorwerke mit Begleitung: op. 4 Konigskinder- Variationen fur Solo- 
sopr., 3-stg. gem. Chor und oblig. Instrumente, 1924 [M.] / op. 21 
Sechs Volkslieder-Kantaten fur Soli, Chor und oblig. Instrumente, 1931 
[M.J / op. 30 Triptychon (C. F. Meyer) fur M'chor, Blechblaser, PL und 
Org., 1938 [M.] / op. 31 Soldat vor dem Gekreuzigten (Karl Stamm), 
Kantate fur Bassbarit., Fr. chor und Org., 1938 [M.]. 
Chorwerke a cappella: op. 2 Lobgesang (Konrad Banninger) fur Fr. chor, 
1923 [Selbstverlag] / op. 8 Liebeslieder-Kantate nach altdeutschen Tex- 
ten fiir 3-stg. gem. Chor, 1927 [Selbstverlag] / op. 28 Drei Mannerchore 
(C. F. Meyer), 1938 [Hug] / op. 33 Die Kinder des Gliicks (Ch. Morgen- 
stern), Kantate fiir gem. Chor, 1938 [M.], 

Sologesang mit Begleitung: op, 3 Drei Gesange fiir Ten. und Klav., 1923 
[M.| / op. 6 Aroleid (G. Keller) fiir Mezzosopr,, zwei Homer und 
Streichorch., 1926 [M.] / op. 7 Kanons fiir allerlei Singstimmen und 
Instr., 1927 [Selbstverlag] / op. 32 Kkine Elegie nach Gedichten von 
Hermann Hesse fiir Singstimme und Kamrnerorch., 1938 [M.]. 
Volksliedbcarbeitungen: op. 10 Ein Volkslieder-Zyklus fiir Singstimmen 
und Instrumente, 1929 [Muller & Schade, Bern] / op. 11-19 ca. 90 Volks- 
liedbearbeitungen (in neun Heften), 1929-30 [M.]; davon ca. 30 im Ver- 
lag Kaiser & Co. A. G., Bern, auf Schallplatten erschienen. 
Orchesterwerke: op. 1 Marchenspiel-Ouverture fiir kleines Orch., 1921 
[M.] / op. 5 Introduktion und Fuge fiir Streichorch., 1925 [M.] / op. 25a 



108 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Festspielsuite fur grosses Orch.,, 1935 [M.] / op. 26a Marchenspielsuite I, 
1936 [M.] / op. 29 Variationen uber ein altfranzosisches Volkslied fur 
Blasersextett und Pk., 1938 [M.] / op. 34a Marchenspielsuite II, fiir 
Kammerorch., 1939 [M-] / op. 35 Variationen uber das Rigilied fiir 
Kammerorch. (Trickfilmmusik I), 1939 [M.) / op. 36 Variationen uber 
den Bernermarsch fiir Kammerorch. (Trickfilmmusik II), 1939 [M.] / 
op. 37 Variationen uber die schweiz, Radio-Pausenzeichen (Trickfilm- 
musik III), 1939 [M.]. 

Kammermusik: op. 9 Suite fiir Streichtrio, 1928 [M.j / op. 20 Zehn 
Landler fiir Streichtrio (oder Klar., Trp. und Kb.), 1930 [M.]. 
Neuausgaben alter Musik: Heinrich Schiitz, Historia der Auferstehung 
[Barenreiter] / Heinrich Schiitz, Psalmen Davids (Auswahl) [Barearei- 
ter] / Joh. Hermann Schein, Musica boscareccia oder Waldliederlein, 
Auswahl [Hug] . 

Padagogische und theoretische Werke: Kleiner Ratgeber fiir die Chor- 
arbeit [Hug]. 

Aufsatze (Auswahl): Brief e uber musikalische Erziehung, I-II, in: Berner 
Schulblatt / Fritz Jode im Bernbiet, in: SMZ, 1931 / Hans Georg Na- 
geli als Gesangsmethodiker, in: SMpBL, 1936, Nr. 24 und 1937, Nr. 1 / 
Ein Gehorbildungslehrgang, in: SMpBl., 1937, Nr. 16 / Die Neugestal- 
tung des Musikunterrichtes an den schweizerischen Lehrerseminaren, in: 
SMpBL, 1938, S.241 / Volkslied und Volkstanz in der Schweiz, in: 
SMZ, 1939. 

Humbert, Georges. *1 O.August 1870 in Sainte-Croix (Waadt), f 3. Januar 
1936 in Neuchatel. Lehrer fiir Musikgeschichte am Konservatorium Genf 
(1892) und Organist an Notre Dame, Leiter der Orchesterkonzerte in 
Lausanne (1893-1901) und mehrerer Chorvereine. Griindete 1918 das 
Konservatorium in Neuchatel, das er bis zu seinem Tode leitete. Hum- 
bert redigierte 1894-1896 die Gazette de la Suisse romande, spater die 
Zeitschrift Vie musicale und den franzosischen Teil der Schweiz. Musik- 
padagogischen Blatter. Er iibersetzte Riemanns Musiklexikon (2, Auf- 
lage 1913) und vcroffentlichte Notes pour servir a Wtude de la histoire 
de la musique, Lausanne 1904. Humbert war von 1932 bis zu seinem 
Tode President des Schweiz. Musikpadagogischen Verbandes. 

Jaenike, Margrit. * 28. April 1896 in Zurich, studierte Klavier bei Walter 
Frey in Zurich und Edwin Fischer in Berlin, Komposition bei Hans 
Lavater in Ziirich. 1934 griindete sie in Zurich ein Ensemble fiir alte 
Musik ,,Arte antica" (Gamben, Positiv, Spinett, kleiner Frauenchor), 
mit dem sie in der Schweiz und England konzertiert. 
Publikation: Von der Erkenntnis und Darstellung der Lebendigkeit alter 
Musik [Hug 1938]. 
Kompositionen: Lieder [M.]. 

Bearbeitungen alter Musik, u. a. Lamento della Madonna von Claudio 
Saracini / Kleine Passionskantate von Johannes Schmidlin [alles M.]. 

Jaques-Dalcroze, Emile. * 6. Juli 1865 in Wien, als Sohn von Schweizer 
Eltern. Mit 8 Jahren kam er nach Genf, wo er die Schulen, spater die 
Universitat besuchte, daneben aber stets eifrige Studien am Konser- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 109 



vatorium betrieb. Bevor er Genf verliess, urn in Paris (Leo Delibes) 
seine musikalischen Kenntnisse zu erweitern, hatte er 1883 schon eine 
erste kleine komische Oper, La Soubrette, geschrieben, der bald weitere, 
ahnliche Werke folgten. Nach einjahrigem Pariser Aufenthalt iiber- 
nahm Jaques-Dalcroze die Stelle eines Theaterkapellmeisters in Algier, 
die ihn u. a. mit den Rhythmen der arabischen Musik vertraut machte. 
Nach Beendigung dieses Engagements begab er sich wieder nach Europa, 
diesmal nach Wien, um bei Rob. Fuchs und Anton Bruckner ein- 
gehende kompositorische Studien zu unternehmen. 1892 erhielt Jaques- 
Dalcroze eine Lehrstelle fiir Harmonic am Genfer Konservatorium als 
Nachfolger Hugo de Sengers. Nebenbei fiihrte er da auch Kurse fiir 
Solfege ein. In der Folgezeit sprach und schrieb er iiber verschiedene 
musikhistorische und -asthetische Themen und trug viel dazu bei, zeit- 
genossische Komponisten wie Ce*sar Frank, Vincent d'Indy u. a. be- 
kannt zu machen. Sein Hauptgebiet blieb allerdings die Komposition. 
Den ersten Opern folgten weitere in mehr oder weniger traditionellem 
Stil, die jedoch nie die Popularitat erreichten, die dem Komponisten 
seine originellen Festspiele verschafften, angefangen mit dem Poeme 
Alpestre fur die schweizerische Landesausstellung in Genf 1896; diesem 
ersten Festpiel folgten immer neue, den Volkston dieser Gattung aus- 
gezeichnet treffende Kompositionen. Die grosste Verbreitung haben 
jedoch zweifellos seine Lieder (Chansons) gefunden, die oft von echten 
Volksliedern kaum zu unterscheiden sind. Was aber den Namen Jaques- 
Dalcroze in erster Linie in die ganze Welt getragen hat, das ist seine 
neue Methode der Rhythmischen Gymnastik, eine in gewissem Sinne 
an altgriechische Praxis erinnernde Verbindung von Korperbewe- 
gungen mit der Unterweisung in den Elementen des Rhythmus. Obwohl 
er anfangs mit seinen neuen Ideen wenig Verstandnis und offizielle 
Anerkennung gefunden hatte, gelang es ihm mit Hilfe zahlreicher Vor- 
trage, Vorfiihrungen und erlauternden Schriften doch in wenigen Jah- 
ren, allgemeines Interesse dafiir zu erwecken; 1905 und 1906 wurde die 
rhythmische Gymnastik bereits an den Konservatorien Zurich und 
Basel eingefiihrt. Die folgenden Jahre zeigten die Aufmerksamkeit auch 
im Ausland. Vortrage, Vorfiihrungen, Kurse fanden, ausser in der 
Schweiz, in Deutschland, England, Frankreich, Belgien, Holland, Oester- 
reich statt, 1910 konnte Jaques-Dalcroze einer Anregung Folge leisten, 
in der Gartenstadt Hellerau bei Dresden eine Schule seiner Methode 
ins Leben zu rufen. Ein ungeahnter Aufschwung folgte, bereits wurde 
in 127 Stadten der verschiedensten Lander teils in eigenen Schulen 
nach der Methode Jaques-Dalcroze unterrichtet, als das Jahr 1914 mit 
dem Ausbruch des Weltkrieges einer weitern Ausbreitung zunachst ein 
jahes Ende setzte, Jaques-Dalcroze siedelte nach der Schweiz iiber, wo 
sich 1915 in Genf ein neues ,,Institut Jaques-Dalcroze" auftat. Heute 
wird in iiber 30 Landern in verschicdenen Erdteilen nach dieser Me- 
thode unterrichtet. Jaques-Dalcroze leitet personlich Kurse in Genf, 
Paris und London. 
Kompositionen: 
Opern: La Soubrette, kom. Oper, 1882 [M.J / Riquet a la houppe, 



110 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Operette [M.] / Par les Bois, Stuck in 3 Bildern (Ph. Monnier) [M.] 
/ Le Violon Maudit, Opcr, 1893 [M.| / Janie, musikalisches Tdyll, 
1894 [Siegel, Leipzig] / Sancho Panza, Oper, 1897 [Jobert] / Respect 
pour nous, Operette, 1898 [M.] / Le Bonhomme Jadis (,,Onkel Dazu- 
mal"), kom. Oper, 1906 [Heugel ] / Les Jumeaux de Bergame, kom. 
Oper, 1908 [Heugel]. 

Festspiele: Le Poeme Alpestre (Baud-Bovy), 1896 [Foetisch] / Le Jeu 
du Feuillu, 1900 [Foetisch] / Le Festival Vaudois, 1903 [Foetisch] / 
Echo et Narcisse, 1912 / La Fete de Juin (Baud-Bovy und A.Malsch), 
1914 [Foetisch] / Les premiers Souvenirs, 1918 / Les Belles Vacances, 
1920 / La Fete de la Jeunesse et de la Joie (J. Chenevi^re und 
P. Girard), 1923 [Foetisch] / Notre Pays, 1928 / Le petit Roi qui 
pleure, 1932 / Le Joli Jeu de Saisons, 1934. 

Chorwerke: La Veille'e, fur gem. Chor, Soli und Orch. [Foetisch] / Au 
siecle nouveau, Kantate fur gem. und Kinderchor [Foetisch]. 
Lieder: Viele ein- und mehrst. Lieder mit und ohne BegL, siehe Spe- 
zialkatalog der Edition Jobin. Einige Sammlungen [Jobin] : Chansons 
romande / Chez-nous / DCS chansons / op. 33 Chansons populaires 
romandes (2 Bde.) / op. 40 Chansons religieuses (3 Bde.) / op. 41 Chan- 
sons de 1'Alpe / op. 56 Les Chansons du coeur qui vole / op. 57 Les 
Propos du Pere ,,David la Jeunesse" / op. 34 Premieres rondes enfan- 
tines / op. 40 Chansons religieuses enfantines / op. 37 Nouvelles rondes 
enfantines / op. 42 Chansons d'enfants / op. 58 Six chansons de gestes / 
Chansons de route (3 Bde.) / Dix scenes d'enfants / Dix nouvelles 
chansons avec gestes / En famille / La Cigale et la Fourmi (Saynete 
avec chants et rondes). 

Orchesterwerke: Tanzsuite A-Dur [Simrock] / Suite de Ballet E-Dur 
[Selbstverlag] / Tableaux romands, Orchestersuite [Jobin] / Poeme 
Alpestre [Chouet et Gaden, Genf] / Suite pastorale [Jobin] / Rhythmes 
de danses, Suite fur Streichorch. [Heugel] / Kermesse [Jobin] / Le 
Jumeaux de Bergerac [Heugel] / Suite de Ballet [Selbstverlag|. 
Kammermusik: Streichquartett e-Moll [Enoch] / Serenade fur Streich- 
quartett [Jobin] / Sept Dances [Williams] / Se're'nade [Jobin] / Echos 
des dancing. Six Impromptus pour viol., vcl. et piano [S^nart] / ver- 
schiedene kleinere Stticke in versch. Besetzung [Jobin]. 
Klaviermusik: op. 8, 10, 44, 45, 46, 47 und viele kleinere Stiicke. 
Violinmusik: op. 50 Violinkonzert I c-Moll [Siiddeutscher Musik- 
verlag] / Violinkonzert II, Po&me [Simrock] / verschiedene kleinere 
Stiicke [Jobin; Rouart; Lerolle; Augener u. a.]. 

Theoretische Werke: Me*thode Jaques-Daicroze, pour le deVeloppe- 
ment de Tinstinct rythmique, du sens auditif et du sentiment tonal. 
5 Teile in 8 Banden [Jobin] / Le rythme, la musique et Te'ducation 
[Jobin] / Der Rhythmus als Erziehungsmittel fur die Kunst. 6 Vor- 
trage. 

Jeanneret, Albert, * 7. Februar 1886 in La Chaux-de-Fonds, erhielt Violin- 
unterricht durch Georges Pantillon, dann durch Andreas Moser in Ber- 
lin und Henri Marteau in Genf. Er folgte E. Jaques-Daicroze nach Heller- 
au, wo er an dessen Bildungsanstalt fiir Rhythmus bis 1914 Lehrer war. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 1 1 1 

Seit 1918 lebt Jeanneret, der seine Kompositionsstudien bei OttoBarblan 
(Genf) und Georges Vuille-Helbing in Freiburg i. Br. absolvierte, in 
Paris, wo er u. a. auch als Musikkritiker an der Revue L'esprit Nouveau 
tatig war. 
Kompositionen; 

Chorwerke: Conte negre d'apres Cendrars pour chant et piano [M.] / 
Vocalise pour deux voix de femmes et piano [M.]. 
Orchesterwerke: 20 Symphonies enfantines pour orch. d'enf ants [M.]. 
Filmmusiken. 

Kammermusik: Quatre Trio pour trois viol, 1927 [Senart] / Six Trios 
pour trois viol [M.] / Quatuor pour deux viol., alto ct piano [M.] / 
Sonate en Do pour viol, et piano [M.] / Poeme pour viol, et piano [M.] 
/ Morceaux pour viol, et piano [M.] / Suite pour viol et piano [M.]. 
Klavierwerke: Sonate pour piano, 1923 [Senart] / Six Danses pour deux 
pianos [M.] / Ire Suite pour piano a quatre mains [M.] / 2e Suite pour 
piano a quatre mains [M.] / Morceaux pour piano [M.] / Trois Melo- 
dies pour piano, 1923 [Senate], 

Padagogische Werke: 20 Quarts d'heure de lecture a vue pour le piano> 
2 vol., 1926 [Senart] / 20 Quarts d'heure de lecture a vue pour le viol, 
IvoL, 1926 [Senart]. 

Jelmoli, Hans. * 17. Januar 1877 in Zurich, f 6. Mai 1936 ebenda. Er war 
Sohn eines der Grunder des "Warenhauses Jelmoli in Zurich, studierte 
am Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. bei Iwan Knorr, Bern- 
hard Scholz und E. Humperdinck Komposition und bei E. Engesser 
Klavier, war dann Opernkapellmeister in Mainz und Wiirzburg, und 
lebte spater in Zurich als Kompositionslehrer, Pianist und Musikkritiker. 
In seinen letzten Jahren war er schwer leidend und nahm Aufenthalt in 
der Kuranstalt Sonnmatt in Luzern. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Die Schweizer, Oper (K. Falke) [M.] / Aphrodite, Fest- 
spiel [M.] / Prinz Goldhaar und die Gansehirtin, March enspiel (Anna 
'Roner), 1912 [M.] / Sein Vermachtnis, Lyrische Komodie (Scribe und 
Melesville), 1904 [Hug| / Das Gespenst auf dem Petersturm, Lustspiel 
fur Musik [Sauerlander, Aarau] / Musik zum Schauspiel Am Lebens- 
quell (Biihler) [M.] / Die Badener Fahrt, Lustspiel fur Musik [M.] / 
op. 30 Musik zu C. F. Wiegands Drama Marignano [Hug]. 
Chorwerke: Zwei Gedichte aus Des Knaben "Wunderhorn, fiir gem. Chor 
und kleines Orch. [Hug] / Zwolf italienische Yolkslieder in freier Be- 
arbeitung fiir Soli, Chor und Klav. [Hug] / op, 28 Ungarisches Lieder- 
spiel fiir vier Solostimmen, gem. Chor und Klav. [Hug]. 
Lieder: op. 1 Zwei Lieder [Hug] / op. 20 und op. 25 Von Liebe und 
Leben, Gesange [Hug] / op. 36 Drei innerschwyzerische Lieder [Hiini, 
Zurich] / op. 41 Vier schweizerische Dialektlieder [Hiini, Zurich] / 
op. 48 Minnelieder [Hug] / op. 49 Dialektlieder [Hug]. 
Orchesterwerke: Schauspielouverture, 1899 [M.]. 
Kammermusik: Divertimento fiir Klav. und neun Blasinstr., 1909 [M,] / 
Klavierquintett fis-Moll, 1898 [M.] / op. 4 Drei Intermezzi fiir Viol, 
und Klav, [Hug]. 



112 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Klavierwerke: op. 12 Variationen iiber ein schottisches Volkslied, fur 
Klav. zu vier Handen [Hug]. 

Publikationen: Biographic von Franz Curti, Zurich 1909 / Festschrift des 
Ziircher Konservatoriums 1926 / F. Busonis Ziircher Zeit, Zurich 1929. 
Jenny, Albert, * 24. September 1912 in Solothurn, absolvierte das dortige 
Gymnasium und studierte Musik bei Max Kaempfert und am Berner 
Konservatorium (Lorenz Lehr, Franz Chardon), spater am Hochschen 
Konservatorium in Frankfurt a. M. (Bernhard Sekles, H. v. Schmeidel) 
und an der Staatlichen Hochschule fiir Musik in Koln (Jarnach, Bachem, 
Trunk, Molders, Johner), wo er 1934 die Staatsexamina bestand. Seit 
1936 ist Jenny Musikdirektor am Kollegiurn St. Fidelis in Stans. 
Kompositionen [alle M.] : 

Biihnenwerke: Musik zu dem Marchenlustspiel ,,Der Rubin" von Fr. 
Hebbel, 1937 / Musik zu dem Volksstiick ,,Vettergottis Annelys" von 
Otto Wolf. 

Chorwerke: mit Begleitung: Kyrie fiir Sopransolo, gem. Chor und Orch., 
1934 / Messe fiir 3-stg. M'chor und Org., 1937 / Drei Spruche fiir 
Kammerchor und Streichquartett / a cappella: Messe fiir 4-stg- gem. 
Chor, 1935 / Factus est repente, Motette fiir gem. Chor / Tollite por- 
tas, Motette fiir gem. Chor / Drei Gesange fiir Fr. chor / Manner- 
chore / Von den letzten Dingen, Kantate in fiinf Satzen fiir gem. Chor, 
1936 / Kleinere kirchliche und weltliche Chore. 
Sologesang mit Orchester: Drei Gesange fiir Sopr. und Orch.,, 1936. 
Lieder: Zwei Sonette (O.Wilde) fiir Barit. und Klav., 1933 / Lieder 
fiir hohe Stimme (Eichendorff, Morike), 1932 / Vier Lieder fiir Sopr. 
(Storm), 1935 / Lieder fiir hohe Stimme (C. F. Meyer, Olga Brand), 1936. 
Orchesterwerke: Suite fiir 13 Blasinstrumente, 1933 / Kleine Suite fiir 
Orch., 1935 / Scherzo fiir grosses Orch., 1938 / Lustspielouvertiire fiir 
Streichorch., 1939 / Sinfonische Musik fiir grosses Orch., 1939. 
Konzerte: Konzertante Musik fiir Vcl. und Orch,, 1938, 
Kammermusik: Streichtrio, 1927 / Streichquartett, 1931 / Trio fur zwei 
Viol, und Viola, 1936 / Walzer fiir zwei Viol, und Klav., 1937 / Duo 
fiir Oboe und Fagott, 1936 / Sonatme fiir Viol, und Klav., 1933 / 
Rhapsodic fiir Saxophon und Klav., 1936. 

Klavierwerke: Sonatine, 1930 / Tanzstiicke, 1931 / Sonate in einem 
Satz, 1933 / Kleine Klavierstiicke, 1935. 

Orgelwerke: Praludien ud Trios, 1933 / Fantasie Nr. 1 in c-Moll, 1933 / 
Fantasie Nr. 2 in e-Moll, 1936, 

Bearbeitungen: Milandre, Suite fiir Viola d'amore, Streichorch. und 
Continuo, 1937, 

Jesinghaus, Walter. * 13. Juli 1902 in Genua, war schon als Knabe Schiiler 
Enrico Polos am Mailander Konservatorium (1908-15), dann C. Thom- 
sons in Lugano, 1918-20 des Ziircher und des Easier Konservatoriums 
(Andreae, Jarnach, Vogler, Suter, Haeser, Hamm). Daneben war er auch 
Schiiler F. Busonis. 1921-22 wirkte er als Solorepetitor an den vereinig- 
ten Stadttheatern Barmen-Elberfeld, dann war er Kapellmeister am 
Nationaltheater in Mannheim (1922-24) und an den vereinigten Stadt- 
theatern Duisburg-Bochum (1924-25). Seit 1925 lebt Jesinghaus als Or- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 113 

ganist, Chordirigent, Komponist, Viola d'amore- und Bratschenspieler 
in Lugano. 1937 grundete er einen Verlag zur Herausgabe alter Musik. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke : Tartiiff (Moliere) [M.] / Schwester Beatrix (Maeterlinck) 
[M.J / Bellinda e il Mostro (Cigognani) [M.]. 

Chorwerke: So sollt ihr beten (Bo Yin Ra) fur Chor, Soli und Orch. 
[M.] / Hymne an die Freundschaft (Holderlin) fiir Soloten., M'chor und 
grosses Orch. [M.] / Marienlieder fiir Solosopr., Fr. chor und Kammer- 
orch. [M.] / Das Hohelied (Karl Stamm) fiir gern. Chor a capp. [M.] / 
Missa sine nomine [M.] / Mannerchore [M.]. 

Sologesang mit Begleitung: Liederzyklus (Rilke, Morgenstern, Chiesa, 
Gozzano, Moscardelli, Hesse) [M.] / Der sternhelle Weg, fiir Sopr. und 
Kammerorch. [M.] / Ausfahrt, fiir Baritonsolo und kleines Orch. 
Orchesterwerke; Bukolische Suite [Tischer & Jagenberg] / Augusto Pic- 
card [Se'nart] / Leggende Ticinese [M.] / Festliche Musik (Musica f estiva) 
fiir zwei Fl., Trp., Klav. und Streichquint. [M.]. 

Kammermusik: Vier Quartette [M.] / Zwei Streichsextette [M.] / 
Sinfonietta da camera [M.] / Streichtrio [Hug] / Violinsonate [Ca- 
risch] / Sonatine fiir Viol, und Klav. [Carisch] / Bratschensonate [M.] 
/ Solosonate fiir Viol, [M.] / Solosonaten fiir Viola d'amore [M.] / 
Musik fiir Streicher [M.j / Spielrnusik fiir Streicher [Hug]. 
Neuausgaben alter Musik: Ricerche Musicali nel Ticino, Bd.I, Alessan- 
dro Tadei da Gandria, Missa sine nomine a 16 [Jesinghaus, 1937] / 
A. Rolla, Concertino [Jesinghaus, 1938] / A. Lorenzius, Duos fiir Viol. 
und Viola [Jesinghaus, 1938]. 

Aufsatze iiber Suter, Flury, Vicari, Pizzetti, Tadei da Gandria, Pian- 
toni, Weingartner, Thomson und Perosi sowie iiber La Musica in Isviz- 
zera, Ricerchi musicali nel Ticino und Musicisti Basilesi in Tessiner 
und italienischen Zeitschriften und Zeitungen. 

Lit.: Dino Poli, Walter Jesinghaus [Carisch, Milano] / A. Burgartz, Zwei 
Begabungen [Jung und Jesinghaus], in: Die Musik, Berlin 1934. 

Joss, Kurt. * 25. Marz 1898 in Bern, besuchte die Gymnasien in Bern und 
Schiers (Maturitat 1917) und die Universitat Bern (Jura, Philosophic, 
Psychologic, Literatur). Seine musikalischen Studien absolvierte er in 
Bern (Eugen Papst), Basel (Hermann Suter) und Miinchen (W. Cour- 
voisier, S. v. Hausegger). An der Miinchner Akademie der Tonkunst 
machte er 1923 das Absolutorium. Ausserdem betrieb Joss musikwissen- 
schaftliche Studien bei Sandberger (Miinchen) und Ernst Kurth (Bern). 
Joss ist Redaktor und Musikkritiker der Neuen Berner Zeitung in Bern, 
sowie Mitarbeiter der Schweiz. Musikzeitung, der Basler Nachrichten 
u. a. Blatter. Seit 1928 steht Joss der Ortsgruppe Bern des Schweiz. 
Musikpadagqglschen Verbandes (dessen Zentralvorstand er auch ange- 
hort) als President vor. Joss begriindete die Volksklavierschule Bern; 
er trat auch vielfach als Pianist (Kammermusik, Begleitung) auf. 
Aufsatze in den SMpBL u. a. 

Indermfihle, Fritz. * 12. August 1900, studierte am Seminar Bern-Hofwil, 
am Konservatormm Leipzig (Straube, Pembaur, Paul) und an der Aka- 

8 Schuh, Musikerleiikon 



114 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



demie der Tonkunst in Miinchen (Pembaur, Courvoisier). Indermiihle 
lebt in Bern als Pianist und Chordirigent (Lehrergesangverein Thun, 
Manner- und Frauenchor Thun) sowie als Musiklehrer am bernischen 
Staatsseminar. 

Isler, Ernst. * 30. September 1879 in Zurich, studierte 1895-99 an der dor- 
tigen Musikschule (R. Freund, J. Luz, L. Kempter, P. Sandner), 1899-1901 
an der Kgl. Hochschule fiir Musik in Berlin (Rudorff). 1901-08 leitete 
er den Liederkranz Uster, 1904-10 den Sangerverein Richterswil. 1902 
wurde er Organist an der Kirche Ziirich-Enge, seit 1919 ist er Orga- 
nist an der Fraumiinsterkirche in Zurich. 1906-20 war Isler Lehrer fiir 
Klavierspiel am Konservatorium Zurich, seit 1919 ist er dort Lehrer fiir 
Orgelspiel. Einige Jahre war er auch Dozent fiir Musikgeschichte am 
Konservatorium und an der Volkshochschule Zurich. Seit 1902 ist Isler 
Musikreferent der Neuen Zurcher Zeitung, in der er ausser Konzert- 
kritiken auch zahlreiche Aufsatze iiber musikalische Themen veroffent- 
lichte. 1910-29 hatte er auch die Redaktion der Schweiz. Musikzeitung 
inne, fiir die er gleichfalls viele Artikel schrieb. Isler gab zahlreiche 
Orgelkonzerte mit geschichtlich umfassenden Programmen, er setzte 
sich als erster in der Schweiz fiir Max Reger ein, aber auch fiir andere 
neuere deutsche, franzosische und schweizerische Orgelkornponisten, 
sowie fiir alte italienische, deutsche, franzosische und englische Orgel- 
musik; er war Experte beim Bau und bei der Abnahme vieler Orgel- 
werke der Schweiz, Griinder und langjahriger President (bis 1938) des 
Ziircherischen Organistenverbandes und ist noch Mitglied der Musik- 
kommission fiir das neue schweizerische Kirchengesangbuch. Auch als 
Kampfrichter bei Sangerfesten hat Isler vielfach mitgewirkt. 

Kompositionen (1899-1914): 

Chorwerke: Die Quelle, fiir Tenorsolo, gem. Chor und Orch., 1906 [M.] 
/ Die Schlacht, fiir M'chor und Orch., 1909 [M.] / Gemischte und 
Mannerchore [Hug]. 

Sologesang: Werbung, fiir Ten. und Orch. [M.] / weitere Orchoster- 

und Klavierlieder [M.]. 

Orchesterwerke: Ouverturen fiir Orch. [M.]. 

Klavierstiicke [M.). 

Bearbeitung: Mozart, Andante und Allegro in f-Moll fiir eine Orgel- 

walze, fiir Org. bearbeitet [Hug]. 

Publikationen: in den Neujahrsblattern der Allg. Musikgesellschaft 
Zurich [Hug]: Carl Attenhof er, 1915 / Max Reger, 1917 / Hans Huber, 
1923 / Das ziircherische Musikleben seit der Eroffnung der neuen Ton- 
halle 1895, 1935-36 / ausserdem: Fiihrer durch die Musik von Othmar 
Schoecks ,,Penthesilea" [Hiini, 1928] / Othmar Schoecks Friihlied, eine 
Studie zur Entwicklungsgeschichte des Komponisten, in: Othmar 
Schoeck, Festgabe der Freunde [Rentsch, Erlenbach, 1936) / Instrumen- 
talsolisten, in: Atlantis-Buch der Musik [Atlantis, Berlin-Ziirich, 1934] / 
Musik, in: Schweizer-Buch, hrg. von Carl Ebner [Schweiz. Druck- und 
Verlagshaus, Zurich 1938] / 25 Jahre Schweizer Musik (Zwischen den 
Landesausstellungen in Bern, 1914, und Zurich, 1939), Festschrift zur 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 115 

40. Tagung des Schweiz. Tonkiinstlervereins in Zurich [Hug] / Die 
evangelische Kirche der deutschen Schweiz und die Musik, in: Schweizer 
Musikbuch [Atlantis, Zurich 1939] / zahlreiche weitere Aufsatze in 
der SMZ, im Organist und in der NZZ. 

Rachel, Jacob Christoph. *9.Dezember 1728 in Grenzach (Baden), 
t 24. Marz 1795 in Basel Soloviolinist und Leiter der Orchesterkonzerte 
in Basel und Hausmusikus bei dem Fabrikanten Lucas Sarasin, der eigene 
Hauskonzerte veranstaltete und eine grosse Musikbibliothek besass, de- 
ren noch erhaltene Bestandteile sich fur die sog. Mannheimerzeit als 
sehr wichtig erwiesen haben. 
Lit.: E.Refardt im Easier Jahrbuch 1920, S. 78-89. 

Kaempfert, Max. * 3. Januar 1871 in Berlin, studierte Violine bei Charles 
Dancla in Paris, Klavier und Theorie bei Ludwig Thuille in Munchen. 
Er war Konzertmeister und 2. Kapellmeister des Mimchner Kaimorche- 
sters (1893-98), stadtischer Musikdirektor in Eisenach, erster Kapell- 
meister der Palmengartengesellschaft und des Tonkiinstlerorchesters in 
Frankfurt a. M. (1899-1923), Universitatsmusikdirektor ebenda (1915-23). 
Kaempfert erhielt den Titel eines kgl. Musikdirektors und den eines 
Offiziers der franzosischen Akademie. Von 1923-30 leitete Kaempfert 
eine Privatmusikschule in Solothurn, 1930-37 war er Musiklehrer an der 
Kantonsschule in Solothurn. Kaempfert schrieb viele populare Orchester- 
werke (u. a. neun Rhapsodien), Marchenmusiken. Violinwerke u. v. a. 
[Schott, Ries & Erler, Apollo, Joh. Andre, H. Bohne, U. Hensel, Benja- 
min, Hug], 

Kaeslin, Eusebius. * 21.Dezember 1835 in Beckenried, f 21. August 1889 
in Aarau, Musikdirektor in Chur 1859, in Aarau seit 1862, Leiter des 
dortigen Cacilienvereins und des Kirchengesangvereins, Organist, seit 
1875 im Zentralkomitee des Eidg. Sangervereins. 

Kagi, Walter. * 14. April 1901 in Basel, studierte Violine am Konservato- 
rium Basel (Fritz Hirt) und in Paris bei Lucien Capet. 1925-28 war Kagi 
erster Konzertmeister des Stadtorchesters Winterthur und Primgeiger des 
Winterthurer Streichquartetts. 1929-30 bildete sich Kagi in Berlin weiter 
und seit 1931 ist er Lehrer fur Violine und Orchesterspiel am Konser- 
vatorium in Bern. Im Berner Streichquartett wirkt er als Bratschist, im 
Lang-Trio (Zurich) als Gciger. In seiner solistischen Tatigkeit widmet er 
sich besonders der Moderne, aber auch alter Musik (Schola Cantorum 
Basiliensis). 

Kammerer, Immanuel Johannes. * 14. November 1896 in Zurich, studierte 
am dortigen sowie am Basler Konservatorium und erwarb die Diplome 
als Violinlehrer und als Schulgesanglehrer. Er leitete zuerst verschiedene 
Chore in Zurich, Riischlikon, Thalwil und war daneben 1921-22 Orga- 
nist urrd Gesanglehrer in Seengen, 1923-24 Organist und Chordirigent 
in Pfaffikon-Zch. Seit 1924 wirkt Kammerer in Rheinfelden als Lehrer fiir 
Gesang- und Instrumentalunterricht an der Bezirks- und Sekundarschule, 
als Organist an der Stadtkirche und als Leiter des Cacilienvereins, Man- 



116 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



nerchors und gem. Chores. Kammerer ist auch Verbandsdirigent des 
Fricktalischen Sangerbundes. 

Kompositionen: 

Singspiele u. a,: op. 33 Wer zuletzt ladit, ladit am besten, ein lustiges 
Singspiel von M, Mumenthaler (mit Klav.) [Hug] / op. 34 Um Mitter- 
nacht am schonen Rhein, eine frohliche Festrevue mit Gesang und Tanz 
(Chor, Soli, Orch.) fiir das FricktaL Sangerfest 1938, Text von M. Mu- 
menthaler [M.]. . 

Chorwerke: Gemischte Chore: op. 7, 16, 21, 22 [Hug], op. 27 [Schweiz. 
evang. Kirchengesangbund], op. 28 [Bieler Woche] / Volksliedbearbei- 
tungen [Hug] / Frauenchore: op. 2 [Tonger], op. 1, 3a, 6,20,31 [Hug] 
/ Mannerchore: op. 3b, 5, 8, 9, 13, 14, 17, 19, 25 [Hug] / op. 11 [Kist- 
ner & Siegel], op. 15 [Ziirch. Gauverbande], op. 18 [Bohm, Augsburg], 
op. 29 [Bieler Woche], op. 30b [Selbstverlag] / Volksliedbearbeitungen 
und Kinderchore [M.]. 

Lieder mit Klavier: op. 12 Vier Lieder [M.] / op. 32 Zehn Gesange nach 
Texten von M. Mumenthaler / op. 37 Zwei Lieder nach Morgensiern 
und Mumenthaler fur zwei Fr'stimmen [M.] / op. 38 Lieder nach O. J. 
Bierbaum und M. Mumenthaler [M.]. 

Jugendmusik: op. 23 Wir geben eine Zeitung heraus, ein Spiel fiir Kinder 
von Rud. Hagni fiir Kinderchor, Soli und Instr. (franz. Uebertragung 
von J. Bovet), 1934 [Hug] / op. 24 Dornroschen l*adt die Kinder an die 
Hochzeit ein, Musik zu einem Marchenspiel, 1935 [M.; Text: Sauer- 
lander, Aarau] / op. 26 Elf Kinderlieder und Kanons nach Texten von 
Rud. Hagni, z. T. mit Instr., 1936 [Hug] / op. 30b Das alte Schweden- 
lied: Der Rhygrof und der Schwede [Selbstverlag] / weitere Jugend- 
musik in: Das Jahr des Kindes von Rud. Hagni [Hug]. 
Orgelmusik: op. 10 Suite fiir Org., 1926 [Hug] / Intermezzo, 1937 [M,]. 

Kaufmann, Robert. * 18. August 1857 in Basel, 1 28. Mai 1925 in Zurich. 
Konzertsanger (Tenor), Schiiler von Duprez in Paris und Stockhausen 
in Frankfurt. Viel gefeierter Interpret der Evangelistenrolle in Bachs 
Passionen und Schubertscher Lieder in Deutschland, Frankreich, Eng- 
land und der Schweiz. 

Kaupert, Johann Bernhard. * 28. April 1786 in Kleinhereth (Franken), 
1 10. Mai 1863 in Tolochenaz (Waadt). War Geistlicher, erwarb 1820 ein 
Landgut in Tolochenaz, das er in der Folge bewirtschaftete. Er gab seit 
1831 auf Grundlage einer von ihm veroffentlichten Sammlung Chants 
nationaux populare Gesangkurse in Vevey, Yverdon usw., auf Ein- 
ladung auch in Lausanne und namentlich in Genf, die grossen Erfolg 
hatten; in Genf sangen Tausende an diesen offentlichen Auffiihrungen. 
Die erwahnte Sammlung wurde 1833 neu herausgegeben: Recueil des 
chants destines au chant national dirig par M. Kaupert, Geneve 1833. 
Den Anregungen Kauperts dankt die Welschschweiz die Einfiihrung des 
Volksgesanges. 

Lit.: H. Kling, in: La musique en Suissc 2, 1902 / G.Becker, Eine vcr- 
lorengegangene Gesangmethode, in: SMZ, Jg. 37, 1897, S. 4. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 117 

Kayser, Philipp Christoph. * 10. Marz 1755 in Frankfurt a. M., f 24. De- 
zember 1824 in Zurich. Er war mit Goethe befreundet, kam auf dessen 
Anregung ?u Lavater nach Zurich und war schon 1775 hier als Klavier- 
lehrer ansassig, Von seinen Kompositionen sind einige Instrumental- und 
Vokalsachen veroffentlicht, darunter ,,Gesange mit Begleitung des Cla- 
viers", 1777, die Texte von Goethe enthalten. Von Goethe komponierte 
er auch das Singspiel Scherz, List und Rache (M. in der Zentralbiblio- 
thek Zurich) und das Singspiel Jery und Bateli (unvollendet, nicht er- 
halten). Mit Goethe ist er bis 1788 in Verbindung geblieben. 
Lit.: C. A. H. Burkhardt, Goethe und der Komponist Ph. Chr. Kayser, 
1879 / Ueber Kaysers Goethelieder: Heinrich Spiess im Jahrbuch der 
Goethegesellschaft 17, 1931, S. 132 und Willi Schuh in NZZ, 20. Marz 
1932. 

Neuausgabe: "Wanderers Nachtlied, fur gem. Chor, Fr'chor und M'chor 
bearbeitet von F. Niggli [Hug], 

Keller, Hugo. * 14. August 1887 in Frauenfeld, besuchte das Gymnasium 
in Frauenfeld, die Hochschulen Bern und Lausanne und das Konservato- 
rium Neuchatel. 1911-21 war er Sekundarlehrer in Erlach, seit 1922 
wirkt er als Gesanglehrer an der Knabensekundarschule und der Toch- 
terhandelsschule in Bern. Keller leitete verschiedene Chore; der von 
ihm 1922 gegriindete Knabenchor ,,Berner Singbuben", die Berner Sing- 
studenten (seit 1936) und der Berner Frauenchor Langgasse stehen ge- 
genwartig noch unter seiner Direktion. Seit 1928 ist Keller auch Uebungs- 
lehrer fur Gesang an der Lehramtschule Bern. 
Kompositionen: 

Lieder fur die Jugend [Hug, Miiller & Schade] / Wir singen einstim- 
mig [Hug]. 

Padagogische Werke: Einfache Uebungen fur Stimmbildung, 1926 [Hug] 
/ Der kleine Notenschreiber, Heft I und II, 1928 [Hug] / Uebungsheft 
fur Tonika-Do-Lehre, 1930 [Ingold, Herzogenbuchsee] . 
Aufsatze: Ein Mahnruf ! Erziehung der Jugend zur Musik, 1930 [Selbst- 
verlag] / Das Grammophon in der Schule, in: SMpBL, 1928, Nr. 20 und 
21 / Jugendkonzerte in der Schweiz, in: SMpBL, 1937, Nr. 15 / Volks- 
musik in der Schweiz, in: Jahrbuch der Schweizerwoche, 1932 [Sauer- 
lander, Aarau]. 

Kelterborn, Louis. * 28. April 1891 in Boston (Amerika), f 20. Juli 1933 in 
Neuchatel. Sohn des nach Amerika ausgewanderten Basler Musikkriti- 
kers L. W. Kelterborn. Besuchte die Schulen in Basel, die Konservatorien 
von Basel und Genf, war Theorielehrer am Wolffschen Konservatorium 
in Basel, 1919-25 Musikdirektor in Burgdorf, seit 1927 Lehrer fur Orgel- 
und Harmonielehre am Konservatorium m Neuchatel, Organist in Cor- 
celles, Leiter einiger Chorvereine. Von seinen Kompositionen sind ein 
Streichquartett, eine Violin- und eine Cellosonate veroffentlicht, an 
Vokalwerken ein Offertorium Mirabile mysterium, eine Sopranszene 
Penth^sil^e, eine Melotragodie Amon und Lieder. Handschriftlich (in 
der Landesbibliothek in Bern) : ein Chorwerk Herodes (auf gefuhrt Burg- 
dorf 1920), eine Passion Hiob (Darmstadt 1926), Biihnenmusiken zu 



118 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Grillparzers Medea, Trauermusik zu Clavigo und weitere grossere Vokal- 
werke. 



Kempter, Lothar. * 5. Februar 1844 in Lauingen (Bayern), 

in Vitznau. Seit 1875 Kapellmeister des Stadttheaters in Zurich, seit 
1886 auch Theorielehrer an der Musikschule. 1911 Dr. phil. h. c. der 
Universitat Zurich. Er hat Lleder und Mannerchore veroffentlicht (viel 
gesungen: Mahomets Gesang, fur M'chor und Orch.), aber auch Opern 
geschrieben (Das Fest der Jugend, 1895; Die Sansculotten, 1900; Mar- 
chenspiel Dornroschen, 1893), Festspiele (Eidg. Schiitzenfest 1895, Eidg. 
Sangerfest 1905, Eidg. Schiitzenfest 1907, Jubilaum des Ziircher Stu- 
dentengesangvereins 1900) und Kantaten. 

Lit.: Max Conrad, Lothar Kempter, Neujahrsblatt 1938 der Allg. Musik- 
gesellschaft Zurich. 

Kirchner, Theodor. * 10. Dezember 1823 in Neukirchen (Sachsen), 
f 18. September 1903 in Hamburg. Seit 1843 Organist und Klavier- 
lehrer in Winterthur, seit 1862 in Ziirich (Leitung der Abonnements- 
konzerte bis 1865, und Organist zu St. Peter). 1872 ging Kirchner nach 
Meiningen, spater lebte er in Leipzig und Dresden, seit 1890 in Ham- 
burg. Kirchner hat viele Klavierwerke, meist kleinern Formates, ge- 
schrieben, aber auch Lieder und Chore. Die Werke der Schweizer Zeit 
tragen die Opuszahlen 1-13, 

Lit.: A. Niggli, Biographic von Th. Kirchner [Hug, o. J.] / R. Hunziker 
in SMZ, 1935, S. 229, iiber die Winterthurer Zeit. 

Kling, Henri. *15.Februar 1842 in Paris, f 2. Mai 1918 in Genf. Seit 1866 
Lehrer am Konservatorium Genf (Horn und Solf&ge), daneben Dirigent 
mehrerer Vereine und Organist in Cologny (seit 1879). Er hat eine 
grosse Anzahl Schulen fur Bias- und Schlaginstrumente veroffentlicht 
und mehrere Lehrbiicher, ferner ein Hcrnkonzert und mehrere sinfoni- 
sche Dichtungen. Eine Sinfonie, Ouverturen und einige Biihnenwerke 
(Le dernier des paladins, 1863, Les deux rivaux, 1866) die in Genf auf- 
gefiihrt worden sind, blieben Manuskript (Biblioth&que publique Genf). 
Kling hat in den schweizerischen Musikzeitschriften vielfach Aufsatze 
zur schweizerischen Musikgeschichte veroffentlicht. 

Klose, Friedrich. * 29. November 1862 in Karlsruhe, besuchte die Schulen 
teils in Thun, teils in Karlsruhe, die Universitat (science lit.) in Genf. 
Seine musikalischen Studien begann er in Karlsruhe bei Vincenz Lach- 
ner und setzte sie bei Adolf Ruthardt in Genf und Anton Bruckner in 
Wien, wo er 1886-89 studierte, fort. Klose war 1889-91 Lehrer an der 
Academic de musique in Genf, kehrte 1891 nach "Wien zuriick, wo er 
bis 1906 ausschliesslich der Komposition lebte. 1906-07 war er Lehrer 
fur Musiktheorie am Konservatorium in Basel, von wo er 1907 an 
Regers Stelle an die Akademie der Tonkunst in Miinchen berufen 
wurde. Hier wirkte er, zum Professor ernannt, bis 1919, in welchem 
Jahre er in die Schweiz zuriickkehrte. Klose ist seit 1886 Schweizer- 
biirger. 1919-23 lebte er in Thun, 1923-32 in Muralto bei Lugano, seit 
1932 in Ruvigliana bei Lugano. Seit dem Jahre 1919 lebt Klose aus- 
schliesslich schriftstellerischer Tatigkeit. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 119 



Kompositionen: 

Oper: Ilsebill, eine dramat. Sinfonie, 1903 [Dreimaskenverlag, Berlin]. 
Chorwerke: mit Orchester: op. 6 Messe in d-Moll, 1889 [Heinrichs- 
hofen, Magdeburg] / op. 10 Vidi aquam, 1894 [Heinrichshofen| / Die 
Wallfahrt nach Kevlaar (Heine), fur Dekl., drei Chore, Orch. und Org., 
1910 [Leuckart] / Ein Festgesang Neros fur Tenorsolo, gem. Chor, 
Orch. und Org., 1913 [Kahnt] / Der Sonne-Geist (Mombert), fur Soli, 
Chore, Orch. und Org., 1918 [Universal-Edition] / acappella: Askle- 
piadeische Strophen (Leuthold) fur M'chor, 1905 [Hug] / Vier Gesange 
fur M'chor [Kahnt]. 

Sologesang: op. 1-5 Lieder fiir 1 Singstimme und Klav. [Feuchtinger] / 
op. 8 Verbunden (Riickert), Liederzyklus fiir Mezzosopr. und Klav., 
1893 [Feuchtinger] / op. 11 Ave Maria fiir Sopr. und Org. [Heinrichs- 
hof en] / Fiinf Gesange nach Gedichten von Giordano Bruno, fiir 1 Sing- 
stimme und Klav., 1918 [Universal-Edition]. 

Orchesterwerke: Das Leben ein Traum, symphonische Dichtung, 1896 
[Universal-Edition] / Elfenreigen fur Orch., 1892 [Leuckart] / Festzug 
fiir Orch,, 1892 [Universal-Edition] / Loreley, symphonische Dichtung, 
1884 [M.] / op. 9 Andante religioso (Interludium aus der Messe) 
[Heinrichshofen] . 

Konzerrwerke : Elegie fiir Viol, und Orch. [Leuckart]. 
Kammermusik : Streichquartett Es-Dur, 1911 [Peters]. 
Orgelmusik: Praludium und Doppelfuge fiir Org. und Blaser, 1907 
[Peters]. 

Schriften: Meine Lehrjahre bei Bruckner, 1927 [Bosse, Regensburg] / 
Bayreuth, 1929 [Bosse, Regensburg]. 

Klug, Ernst. * 24. Juli 1905 bei St. Gallen, begann friih bei seinem Vater 
das Klarinettenstudium und wirkte bald (bis zur Absolvierung der Real- 
schule) im Familienorchester mit. Klug musste einen kaufmannischen 
Beruf ergreifen, begann daneben jedoch zu komponieren. 1928 wurde 
Klug Soloklarinettist im St. Galler Orchester; er konnte nun seine 
musikalischen Studien fortsetzen, wobei er namentlich durch Hermann 
Scherchen in Strassburg und Briissel Lehre und Anregung zur Beschafti- 
gung mit neuer Musik empfing. Im Friihjahr 1934 griindete Klug das 
Kammerorchester St. Gallen, mit dem er Ur- und Erstauffiihrungen ein- 
schlagiger Werke herausstellt. Seit 1937 ist Klug Dirigent der Sommer- 
konzerte des stadtischen Orchesters St. Gallen, 1937 griindete er die 
Ortsgruppe Ostschweiz der IGNM, deren President er wurde. Klug 
schrieb auch Aufsatze in der Schweiz. Musikzeitung und bereitet ein 
"Werk iiber ,,Moderne Musik als Problem und Kunst" vor. Seit einigen 
Jahren halt er auch regelmassig Vortrage iiber musikalische Probleme. 

Klug, Hermann. * 1893 in Brunnadern (St. Gallen), war nach neunjahriger 
Schulzeit zuerst sieben Jahre als Kaufmann tatig, studierte dann 1916-19 
am Konservatorium in Basel und nach der Diplomierung noch bei Emil 
Frey in Zurich. Daneben betatigte er sich in Basel praktisch und pada- 
gogisch. 1922-23 erweiterte er seine Studien in Wien, 1923 Hess er sich 
in Basel nieder, wo er seit 1925 mit Frau Dr. Steiner am Goetheanum 



120 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

kiinstlerisch arbeitet und seit 1937 die von ihm gegriindete ,,Rudolf 
Steiner-Bildungsstatte fur Musik" leitet. Er hielt mehrere Vortrage iiber 
musikalische Probleme im Sinne der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners. 
Kompositionen (alle M.): 

Lieder: Zwolf Konzertlleder fiir Sopr. und Klav., 1923-25, 
Orchesterwerke : Musik fiir Orchester, 1933, 

Kammermusik: Drei Stiicke fiir Klav. und Viol., 1930 / Musik fur Klav. 
und Viol. / Suite fur Klav., Viol, und Vol., 1931 / Kleine Kammer- 
musik fiir zwei Viol, und Vol., 1934. 

Klaviermusik: Variationen, 1920 / Klavier-Zwischenmusiken fiir Ge- 
dichtfolgen von Albert Steffen und Kurt Piper, 1926-28 / Zwei Klavier- 
stiicke, 1931 / Drei Klavierstiicke, 1932 / Sieben Klavierstiicke, 1933 / 
Zwolf Klavierstiicke, 1933 / Acht Klavierstucke, 1933 / Zwei Klavier- 
stiicke, 1935. 

Aufsatze: Prinzipielle Bemerkungen, Einwande, Hinweise zum ,,Aufruf 
der Schweiz. Arbeitsgemeinschaft fiir Musik und Musikerziehung" als 
Beitrag zur Losung der aktuellen Probleme im Sinne der Geisteswissen- 
schaft Rudolf Steiners, in: Die Menschenschule, 12. Jg., Heft 10-12. 

Kolla, Georg Adolf. * 1822 in Stafa, f 15. August 1905 in Ormonts. Violi- 
nist in Lausanne seit 1850, wo er 1856 das Orchester reorganisierte, 
1864 die Socie'te' de chant Sainte Ce"cile griindete, 1875 den Mannerchor 
und 1861 das Konservatorium ins Leben rief, dessen Direktor er wurde. 
Kolla hat Chorliedersammlungen herausgegeben und mehrere gesangs- 
theoretische Werke verfasst. 

In seiner Jugend bildete Kolla mit seinen Briidern Rudolf, Johann, 
Georg ein Streichquartett, das friihzeitig vom Vater auf Konzertreisen 
ausgeschickt wurde, nach Paris, Holland, England. Als Sologeiger ist 
Adolf Kolla schon 1843 an einem schweizerischen Musikfest in Freiburg 
aufgetreten. 

Lit.: Charles Kolla, G. A. K., sa vie et son oeuvre. Lausanne 1909 / 
Gust. Doret, La musique en Suisse, trois pr6curseurs, 1930. 

Roller, Eugen. * 17. September 1893 in Frankfurt a, M., besuchte die 
Schulen in Schaffhausen und in Zurich, seiner Heimatstadt. Nach Ab- 
solvierung des Literargymnasiums in Zurich studierte er an der dor- 
tigen Universitat Musikwissenschaft, Literatur- und Kunstgeschichte. 
Zwei Semester verbrachte er an der Universitat Miinchen. 1921 promo- 
vierte er in Zurich zum Dr. phil. Praktische Musikstudien betrieb er 
seit der Gymnasialzeit an der Musikakademie in Zurich bei seinem Vater 
Philipp Koller (Violine) und bei Peter Fassbaender (Klavier, Theorie, 
Kontrapunkt). In den Jahren 1915-34 war er teils als Violinist, teils als 
Bratschist in den Orchestern von Zurich, Luzern, Bern, Winterthur, 
im Orchestre de la Suisse Romande in Genf und im Kursaalorchester 
in Interlaken tatig. Seit 1934 ist er Bratschist im Schweizerischen Radio- 
orchester in Zurich: 

Publikation: Franz Josef Leonti Meyer v. Schauensee (1720-1789). Sein 
Leben und seine Werke [Huber, Frauenfeld 1922]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 121 

Aufsatze: F. J.L.Meyer v. Schauensee (in franz. Sprache), in: Schweiz. 
Jahrbuch f. M'wiss., Bad. Ill [Sauerlander, Aarau 1928] / Das Bernei 
Oberland und die Romantiker der Musik / Aus dem Musikleben Inter- 
lakens, beides in: SMZ, 1930, Nr. 11 / Ein Mozartfund in Chexbres, 
in: NZZ., 1933, Nr. 1018 / Ein Vorschlag zur Bekampfung der Arbeits- 
losigkeit unter den Schweizer Musikern, in: Ziircher Post, 1934, Nr. 9 / 
Richard Flurys ,,Casanova e L'Albertolli", in Solothurner Zeitung, 1938, 
Nr. 122 / Gedenkartikel liber F. J. L. Meyer v. Schauensee, in: SMZ, 
1939, Nr. 13-14 und verschiedenen Tageszeitungen / Verschiedene Auf- 
satze im Fremdenblatt Berner Oberland (1921-34) und in Tageszeitungen. 

Kotscher-Welti, Eva. * 16. Februar 1896, erhielt ihre musikalische Ausbil- 
dung am Konservatorium in Basel. Sie wandte sich zuerst der pianisti- 
schen Laufbahn zu, wurde daneben von ihrer Mutter, Emilie Welti- 
Herzog, zur Sangerin ausgebildet und wirkt jetzt als Konzertsangerin 
(Sopran) und Gesangspadagogin in Zurich. 

Kotter, Hans. * zwischen 1480 und 1490 in Strassburg, f 1541 in Bern. 
Seit 1514 Organist zu St. Niklaus in Freiburg, seit 1534 in Bern als 
Lehrmeister einer Deutschen Schule. Handschriftliche Kompositionen 
(geistliche Vokalwerke, besonders aber Klavierwerke, sog. Tabulaturen) 
von Kotter befinden sich in der Universitatsbibliothek Basel. 
Lit.: Wilhelm Merian, Die Tabulaturen des Organisten Hans Kotter. 
Leipzig 1916 / derselbe, in: Easier Zeitschr. f. Gesch. u. Altertumskunde 
16, 1917, S. 140ff. / und im Archiv fur MWiss. 2, 1920, S. 22ff. Ein 
thematisches Verzeichnis des Inhalts der Tabulaturen und Abdruck der 
Ta'nze bei Wilh. Merian, Der Tanz in den deutschen Tabulaturbiichern. 
Leipzig 1927. 

Krannhals, Alexander. * 16. Februar 1908 in Aarau, erhielt seine musika- 
lische Ausbildung bei Emil Frey und Hans Lavater in Zurich und bei 
Felix Weingartner am Basler Konservatorium. 1929-34 war er Kapell- 
meister am Stadttheater in Luzern, seit 1934 wirkt er als erster Kapell- 
meister arn Stadttheater in Basel und ist daneben als Konzertdirigent in 
der Schweiz und im Ausland tatig. Krannhals ist verheiratet mit der 
Opern- und Konzertsopranistin Else Bottcher, die u. a. an den Biihnen 
in Zurich, Basel und Nurnberg tatig war und nodi ist. Krannhals 
schrieb Lieder mit Orch. und Klav. [M.]. 

Kreis, Otto. *9. Juni 1890 in Frauenfeld, besuchte die dortigen Schulen 
bis zur Maturitat (1910) und studierte wahrend der letzten Gymnasial- 
jahre bei Volkmar Andreae und Fritz Niggli in Zurich. Zwei Jahre 
war er dann am Konservatorium Zurich (Attenhofer, Hegar) und ging 
zu weitern Studien nach Paris und Dresden (Solorepetitor an der Hof- 
oper). 1913 wurde Kreis nach Olten gewahlt, wo er den Gesangverein 
und das Stadtorchester xibernahm. Seit 1919 wirkt Kreis in Bern als 
Dirigent des Berner Mannerchors und (seit 1920) auch als Organist an 
der Friedenskirche. Seine weitere Ausbildung als Dirigent empfing er 
durch Felix Weingartner, M, von Zailinger und B. Paumgartner. Kreis 
leitet die Dirigentenkurse des Bernischen Kantonalgesangvereins, ist seit 
1936 Mitglied der Musikkommission des Eidg. Sangervereins und leitet 



122 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



ausserdem den Konzertverein Burgdorf, Kreis schrieb zahlreiche ge- 
mischte, Frauen- und Mannerchore, darunter auch Volksliedbearbeitun- 
gen [Hug, Muller & Schade, Ziircher Liederbuchanstalt u. a.J, ferner ein 
Tedeum fur M'chor und Orch. [M.] / Lieder fiir eine Singstimme und 
Klav. [Hug 1939]. 

Kuhn, Max. * 28. April 1896 in Zurich, studierte 1915-26 Musik in Zurich 
(Andreac, Jarnach, Peter Fassbander), Wien (Stohr, Jos. Hofmann) und 
Basel (Weingartner). Kuhn lebt -als Pianist und Komponist in Zurich. 
Kompositionen: 

Festspielmusik: Schweizermann und Schweizergesell (Edwin Arnet). 
1934 [M.]. 

Chorwerke: Messe in D-Dur fiir Chor und Org. / Gemischte Chord 
mit und ohne Begleitung / Geistliche und weltliche Motetten / Manner- 
chore mit und ohne Begleitung [alles M.]. 

Sologesang: Drei Gesange von Holderlin fiir Barit. und grosses Orch. / 
Drei Lieder von Herbert Strutz fur Sopr. und grosses Orch., 1938 / 
Kyrie, Benedictus fiir Sopr. und Org. / Introitus fiir Weihnachten 
(Puer natus est) fiir Sopr., Oboe und Org. / Lieder fiir eine Singstimme 
und Klav. nach Texten von Eichendorff, Leuthold, Lenau, Arnet, 
Ehrismann u. a. [alles M.]. 

Orchesterwerk: Landliche Suite fiir kleines Orch. [M.]. 
Klaviermusik : Praludium und Fuge, 1937 [Euterpe, Stuttgart-Zurich 
1939]. 
Orgelmusik: Kleine Suite [M.]. 

Kugler, Gustav. * 19. Juli 1874 in Fahrhof (Thurgau), | 31. Januar 1939 in 
Schaffhausen, studierte am Seminar Kreuzlingen und an den Universi- 
taten Zurich und Genf. Seine musikalische Ausbildung erhielt er durch 
K. Flitner in Schaffhausen, O. Schulz, J. Lauber und O. Barblan in Genf, 
Er war tatig als Lehrer und Rektor an der Kantonsschule in Schaff- 
hausen, daneben (seit 1907) als Organist am Munster und als Dirigent 
des Mannerchors Harmonic und des Lehrergesangvereins. Auch fiihrte 
er zahlreiche Schulgesangkurse durch. Weite Verbreitung fand seine 
Klavierschule [Hug, Neubearbeitung 1938). Er schrieb ausserdem eine 
Chorschule [Hug], eine Gesangsmethodik [Schuppli] und Unterrichts- 
skizzen zum Schulgesang [Hug]. 

Kunz, Ernst* *2. Juni 1891 bei Bern, besuchte das Lehrerseminar in 
Wettingen, wandte sich dann in Miinchen akademischen Studien und 
literarischer Tatigkeit zu, nahm jedoch 1912 das Musikstudium an der 
Akademie der Tonkunst in Miinchen auf, wo er Schiiler von Klose, 
Kellermann, Ed, Bach und Schwickerath wurde. Er war in der Folge 
Kapellmeister an verschiedenen deutschen Opernbxihnen, 1917-18 Solo- 
repetitor an der Miinchner Hof oper unter Bruno Walter, wo er anlasslich 
der Einstudierung des ,,Palestrina" enrscheidende Anregungen durch 
Hans Pfener erfuhr. 1919 kehrte Kunz in die Schweu zuriick und 
wurde Musikdirektor in Olten. Er leitet dort den Gesangverein und 
das Stadtorchester, erteilt den Gesangunterncht an der Kantonsschule 
und ist ausserdem Dirigent der Lehrergesangvereine Zurich, Olten, So- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 1 23 

lothurn und Oberaargau. Er leitet in Olten auch Sinfoniekonzerte mit 
dem Winterthurer Stadtorchester. Kunz ist Solothurnischer Kantonal- 
direktor und Mitglied der Musikkommission des Schweiz. Gemischten 
Chor-Verbandes sowie des Eidg. Sangervereins. 
Kompositionen: 

Opern: Der Facher, heitere Oper nach Goldoni, Zurich 1929 [M.] / 
Die Bremer Stadtmusikanten, t Marchenspiel [M.] / Vreneli ab em 
Guggisberg, Schweiz. Volksoper, Basel 1937 [M.]. 

Chorwerke: Weihnachts-Oratorium fiir Soli, Chor und Orch. [Hug] / 
Huttens letzte Tage fiir Solo, M'chor und Orch. [ZcL Liederbuchanstalt] 
/ Requiem fiir Soli, Chor und Orch. [M.] / Vom irdischen Leben fiir 
gem. Chor, Solo, Blaser, Pk. und Org. [M.] / Madlee, alemannischer 
Zyklus von H. Burte fiir Solo, Kammerchor und Kammerorch. [M.] / 
Fragmente zu den Oratorien: Mireio (Mistral) / Leben der Vogel (W. 
Muschg) / Die Lebensalter (verschiedene Dichter) [alle M.] / Chor- 
Rhapsodie fiir M'chor, Solosopr., Knabenstimmen und Orch. [M.] / Der 
himmlische Spiegel fiir Fr. chor und Harfe (Klav.) [M.] / Spiel der Som- 
merlufte fiir Fr. chor und sechs Instrumente / Tierleben, Schulkantate 
fiir Jugendchor, Sprecher, Blockfloten und Viol. [Hug] / Lied und Land, 
24 schweiz. Volkslieder a capp. und mit Instrumenten [Ziircher Lieder- 
buchanstalt) / Kantate fiir Schulfeiern, fiir 3-stg. Schiilerchor und Klav. 
[Hug] / ferner zahlreiche Lieder und Gesange fiir Manner-, Frauen- 
und gem. Chor [Hug], 

Sologesang: Phantasie fiir Alt und vier Holzblaser (Brentano) [M.] / 
Eine Novelle (Storm), fiir Solo, Orch. und Frauenstimmen [M.] / Sechs 
Lieder nach Gedichten von Clemens Brentano fiir 1 Singstimme und 
Klav. [Hug] u.a. Lieder [M.]. 

Orchesterwerke : Zwei Symphonien / Ouverturen / Preludio solenne / 
Serenade / Legenden-Suite / Spanische Intrada / Romantisches Capric- 
cio / Cashel, Musik im Geiste Shaws / Ritter, Tod und Teufel, 
Scherzo [alles M.]. 

Konzerte: Konzert fiir Klav. und Orch, [M.] / Concertino bucolico 

fiir Oboe und Streicher [M.]. 

Kammermusik: Violinsonaten [M.] / Cellosonaten [M.] / Klavier-Trio 

[M.] / Streichquartett [M.]. 

Klavierwerke: Vier Hefte Klavierstiicke [Hiini, Hug]. 

Kurth, fernst. * 1. September 1886 in Wien, studierte daselbst bei Robert 
Gund Klavier und Musiktheorie und an der Universitat Musikwissen- 
schaft bei Guido Adler. 1908" promo vierte er zum Dr. phil. Kurth war 
voriibergehend Musiklehrer an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, 
habilitierte sich 1912 an der Universitat Bern fiir Musikwissenschaft, 
wurde 1920 a. o. Professor, 1927 Ordinarius. Kurth lebt in Giimligen 
bei Bern. 
Publikationen: 

Die Jugendopern Glucks bis Orfeo, in: Adlers Studien zur M'Wiss. I / 
Die Voraussetzungen der theoretischen Harmonik, 1913 [Haupt, Bern] / 
Grundlagen des linearen Kontrapunkts, Einfiihrung in Stil und Technik 



124 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



von Bachs melodischer Polyphonic, 1917 [Haupt, spatere Auflagen Max 
Hesse, Berlin] / Die romantische Harmonik und ihre Krise in Wagners 
Tristan, 1920 [Haupt, spatere Auflagen Max Hesse, Berlin] / Bruckner, 
2 Bde., 1925 [Max Hesse] / Musikpsychologie, 1931 [Max Hesse]. 
Aufsatze: Zur Ars cantus mensurabilis des Franko von Koln, in: Kirchen- 
musikalisches Jahrbuch, 1908 / Die Schulmusik und ihre Reform, in: 
Schulpraxis, 1930, Heft 10, abgedruckt in: SMZ 1930, Nr. 8 und 9 / 
Kurth ist Herausgeber der Berner Veroffentlichungen zur Musikfor- 
schung [Paul Haupt, Bern]. 

Kurz, Ludwig. * 7. April 1811 in Neuenstadt (Wiirttemberg), f 26. Mai 
1882 in Wavre (Neuchatel). Musiklehrer in Hofwil (Fellenberg) und 
1837 Organist in Lenzburg, Gesanglehrer am Lippeschen Institut da- 
selbst, seit 1838 in gleicher Stellung in Neuchatel. Hier dirigierte er die 
Konzerte, griindete 1856 eine Socie'te' de chant, 1858 die jetzige Socie'te' 
de musique (Chor und Orchester). 1878 trat Kurz von seiner Dirigenten- 
tatigkeit zuriick, um sich ganz dem von ihm gegriindeten Konserva- 
torium zu widmen. Er darf als der eigentliche Schopfer des Musiklebens 
in Neuchatel angesehen werden. 

Kurz gab heraus: Repertoire musical (Chorliedersammlung), 3 Bde., 
1867, und weitere Liedersammlungen. 

Lit.: E. Rothlisberger, in: Mus^e neuch., 1918, 1920 und 1921 / Ph. Go- 
det, in: La semaine litt., 1925, S. 171 / Emil Braun, Gesch. d. Orch. d. 
Musikvereins Lenzburg, 1932, S. 33. 

Lang, Hermann. * 17. September 1883, dirigierte verschiedene Chore in 
der welschen Schweiz und leitet gegenwartig die Union Chorale de 
Lausanne. Lang lebt in Vevey. 
Kompositionen: a cappella-Chore. 

Lang, Walter. * 19. August 1896 in Basel, besuchte das dortige Gymnasium 
und begann seine kompositonsche und pianistische Ausbildung bei 
Haeser, Schlageter und Schramcck. Weitere musikalische Studien fiihrten 
ihn nach Hellerau und Genf (Jaques-Dalcroze), nach Miinchen (Klose, 
Schmid-Lindner) und Zurich (Andreae, Walter Frey). 1915 lehrte er 
voriibergehend am Institut Jaques-Dalcroze in Genf. 1920-22 war er 
Theorielehrer am Wolffschen Konservatorium in Basel, seit 1922 lebt 
Lang in Zurich, wo er am Konservatorium eine Klavierklass'e leitet. 
Konzertreisen als Pianist (Solist, Kammermusiker, Begleiter) fiihrten ihn 
durch verschiedene Lander. Lang begriindete das Lang-Trio (Lang, Kagi, 
Hindermann), mit dem er in der Schweiz und im Ausland vielfach 
konzertiert. 

Kompositionen : 

Sologesang mit Orchester: op. 22 Liebesmusik (nach Tagore) fur Sopr. 

und Orch., 1933 [M.) / op. 27 Galgenlieder (nach Morgcnstern) fur 

1 Bass-Stimme und kleines Orch., 1936 [M.]. 

Klavierlieder: op. 1, 15 [Ries & Erler] / op. 7 (Und's Meiteli singt, 

op. 14 [Hug]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 125 



Geistl. Gesange mit Orgel: op. 5 [Ries & Erler]. 
Vokalquartett nut Klav.: op. 32 Fremde Lehren, 1939 [M.]. 
Orchesterwerke: op. 18 Bulgarische Volksweisen fiir Kammerorch., 1927 
[Tischer & Jagenberg] / op. 25 Sonata festiva fiir Streichorch., 1935 
[Ries & Erler] / op. 30 Scherzo fugato fur Streichorch., 1939 [M.]. 
Konzertwerk: op. 28 Variationen iiber ein sibirisches Straflingslied fiir 
Bratsche und Orch., 1937 [M.]. 

Kammermusik: op. 3 Violinstiicke mit Klav. [Ries & Erler 1 / op. 6 
Streichquartett, 1919 [Ries & Erler] / op. 7 Sonate fiir Viol, und Klav., 
1920 [Ries & Erler] / op. 9 Aria fiir Vcl. und Klav., 1928 [Hug] / 
op. 20 Suite fiir Cello und Klav., 1933 [Schott] / op. 21 Suite fiir Klav., 
Viol, und Vcl., 1932 [M.] / op. 24 Klaviertrio, 1935 [M.] / op. 29 
Divertimento fiir Viol, und Cello [M.]. 

Klavierwerke: op. 2 Scherzo [Ries & Erler] / op. 4 Sonatine fiir die 
linke Hand [Ries & Erler] / op. 13 Sieben Klavierstiicke [Ries & Erler] 
/ op. 16 Bulgaria, kleine Suite [Ries & Erler] / op. 17 Mimaturen [Hug] 
/ op. 26 Zwolf Konzertetuden [Hug] / op. 31 Rondo ironico, 1939 [M.]. 

Laquai, Reinhold. * I.Mai 1894 in Molfetta (Provinz Bari, Italien) von 
Schweizer Eltern, kam 1906 nach Zurich, wo er 1908-15 das Konser- 
vatorium besuchte (Knecht, Freund, Mockel, Kempter, Andreae) und 
1915 das Konzertdiplom fiir Klavier erhielt. Spater war er noch Schiiler 
von Ferruccio Busoni. Laquai wirkt seit 1920 als Lehrer fiir Klavier 
(zeitweise auch fiir Kontrapunkt) am Konservatorium in Zurich. 
Seine vor dem vierzigsten Lebensjahr geschriebenen Kompositionen (vgl. 
Refardt-Lexikon) betrachtet Laquai heute als Studienarbeiten, wes- 
halb die folgende Liste ausser den veroffentlichten nur die vom Autor 
anerkannten Kompositionen umfasst. 
Kompositionen: 

Vor 1934 veroffentlicht: Streichtrio in G-Dur, 1917 [Hug] / Ouver- 
ture zu einer alten Komodie fiir Orch., 1922 [National- Ausgabe Hug]. 
Seit 1935 geschriebene Werke (alles M.): 

Chorwerke: Aus den Klageliedern Jerernias fiir 6-stg. Chor a capp., 1935 
/ Motette (aus dem 33. Psalm) fiir Doppelchor (8-stg.) a capp., 1936 / 
Drei kleine Chore (Texte aus Jesus Sirach, Spriichen, Prediger) fiir 4-stg. 
Chor a capp., 1937 / Der 8. Psalm fiir 5-stg. gem. Chor a capp., 1937. 
Orchesterwerke: Divertimento fiir sechs Blaser, Streichorch. und Klav., 
1936 / Concertino fiir sechs Blaser und Streichorch., 1936 / Zwei Satze 
fiir Streichorch., 1936. 

Kammermusik: Streichtrio (D-Dur), 1919 [Hug] / Sonatine fiir Vcl. 
und Klav., 1935 / Zwei kleine Streichquartette, 1935 / Semplice, kleine 
Sonate fiir Viol, und Klav., 1935 / Kleine Sonate fiir Viol, und Klav., 
1936 / Stuck fiir Streichtrio, 1937 / Zwei kleine Sonaten fiir Viol, und 
Klav., 1937 / Kleine Sonate fiir Vcl. und Klav., 1937 / Kleine Sonate 
fiir Fagott und Klav., 1938 / Quartettsatz (fiir Streichquartett), 1938. 
Orgelmusik: Drei kleine Tokkaten, 1935. 

la Roche, Adelheid. * in Basel, studierte Gesang bei verschiedenen Leh- 
rern, u. a. bei Johannes Messchaert und Maria Philippi. Adelheid La 



126 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Roche ist vor allem als Konzert- und Oratoriensangerin (Sopran) auf- 
getreten, gastiert jedoch auch als Opernsangerin (zusammenhangende 
Operntatigkeit namentlich 1928-29 am Basler Stadttheater), Ihr Wohn- 
sitz ist Basel. 

Lauber, Emile. * 1866 in Luzern, f 12. November 1935 in St. Aubin, Bru- 
der von Joseph Lauber, studierte Musik in Frankfurt, Wien (Bruckner), 
Paris, Mxinchen und Berlin. President des Schweizerischen Tonkiinstler- 
vereins 1925-31. Er hat einige musikpadagogische Werke veroffentlicht, 
f erner mehrere Festspielmusiken geschrieben (La fe'te de la vigne, St. Au- 
bin 1925; La ruche bourdonne, Budry 1927; Le Temps des cerises, Co- 
lombier 1929; La Flamme, Couvet 1929) und Liederspiele (La gloire qui 
chante), sowie Lieder (Chemin faisant) [Ed. Spes] und Mannerchore. 

Lauber, Joseph. *25. Dezember 1864 in Ruswil (Luzern), studierte von 
1878 bis 1881 an der Musikschule in Zurich, namentlich bei Hegar, Gu- 
stav Weber, Blumer und Freund, daraufhin in Miinchen bei Rhein- 
berger. Nachdem sein Vater sich 1869 in Neuchdtel niedergelassen hatte, 
folgte ihm der Sohn dorthin und erteilte Privatunterricht; bald erhielt 
er auch die Leitung eines Dilettantenorchesters und einigcr Chore, so- 
wie die Organistenstelle in Le Locle. 1892 vervollkommnete er seine 
musikalische Ausbildung in Paris bei Massenet und Dimmer. Zurxickge- 
kehrt, wirkte er zunachst wieder in Neuchitel, dann als Lehrer am 
Konservatorium in Zurich. Er vertauschte diese Stelle mit derjenigen 
des 1. Theaterkapellmeisters in Genf (1905-07), wo er seit 1907 am 
Konservatorium als Kompositions- und Klavierlehrer wirkt. 
Kompositionen (an Stelle der Opuszahlen ist die Numerierung des 
Werkverzeichnisses in ,,Oeuvres de compositeurs Genevois 1937*' ver- 
wendet); 

Oper: Die Hexe (Isabella Kaiser). 
Oratorium: Ad gloriam Dei, 1900. 

Chorwerke und Fcstspiele: mit Begleitung: Wellen und Wogen, fiir 
Soli, gem. Chor und Orch., 1895 [Westermann] / Te Deum fur Soli, 
gem. Chor, Orch. und Org. [Henn) / Sappho fur Fr. chor, Sopransolo 
und Orch. / Le Paradies perdu fur Soli, Fr. chor und Orch. / En Mer 
und Ode Patriotique fiir Mannerchor und Orch. / Ode lyrique (zum 
Eidg. Sangerfest 1912) / Musik (Intermedes musicaux) zu Ph. Godets 
,,Neuchatel suisse", 1898 [Foetisch] / No. 132, 133, 134 gem. Chore 
[Eggimannj / No. 135 Ein Maientag [Ziircher Licderbuchanstalt) / Ge~ 
sange mit Klavier: No. 71 Trois chants [Breitkopf & Hartel] / No, 72 
Fiinf Lieder (Kistner & Siegel] / No. 73 Neuf choeurs pour voix de 
femmes avec ace. de piano / No. 74, 75, 76, 77, 78 Mis Chindli, funf 
Hefte [Hug] / No. 79 Chant Suisse [chez FAuteur] / No. 80 Har- 
monies Printanieres, huit chants [Hug] / No. 81 Lieder fiir Kinder [M.] 
/ No. 82 Dix chants d'amour [M.] / No. 83 Quatre Chants pour sopr. 
[M.I / No. 84 Deux Melodies [M.] / No. 85 Bucoliastes, cinq valses 
chante'es [M.] / No. 86 Le dernier Souvenir, soprano dramatique [M.( / 
Nos. 136, 137 Chant Populaire, pour quatuor vocal et piano [Foetisch) / 
Chor mit Orgel: Die Weihnachtsgabe, sechs geistliche Gesange fur 
1 bis 3-stg. Fr. chor mit Org. [Foetisch]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 127 



Begleitete Vokalkompositionen mit verschiedener Besetzung: Sempach, 
dramatische Szene fur Sopr. und Orch. [M.] / Vestalieder, fur Alt, 
Streichquart. und Harfe [M.] / Die Trommel des Ziska, Ballade fiir 
Barit, und Orch. [Hug] / Mannerchore a cap.: Nos. 114, 117, 118, 122, 

123, 125 [Foetisch] / Nos. 115, 116, 119, 120 [chez 1'auteur] / Nos. 

124, 126 [Huguenin] / No. 121 [Ste*. Cantonale des chanteurs Vaudois] I 
No. 127 [Barblan] / Frauenchore a cap.: Nos. 128, 129 [Spes, Lausanne] 
/ No. 130 [Henn] / Trois voix gales: No. 131 [Henn]. 
Orchesterwerke: No. 87 Fantaisie pour un orch. de viol, avec violon 
solo [Foetisch] / No. 88 Humoresque [Editions Nationale, Hug] / 
No. 89 Serenade pour orch. a cordes [M.] / No. 90 Die Alpen, Suite 
symphonique [M.] / Nos. 91, 92, 93, 94, 98 Cinq Symphonies [M.] / No. 
95 Marche triomphale [M.] / Nos. 96, 100, 107 Suites [M.] / No. 97 Bal- 
lade [M.] / Nos. 99, 101, 109 Ouvertures [M.] / No. 102 Sinfonietta 
[M.] / No. 103 Scherzo et Allegro con brio [M.] / No. 104 Triptyque 
musical [M.] / No. 105 Quatre Humoresques pour petit orch. [M.] / 
No. 106 Quatre Pieces Romantiques pour petit orch. [M.] / No. 108 Six 
Refrains Appenzellois [M.] / No. 110 La Technique de POrchesrre, 
3vol. [M.]. 

Harmonic- und Blechmusik: No. Ill Hymne [Hug] / 112 Divertimento 
[Hug] / No. 113 Sous les Armes [Foetisch]. 

Konzerte: No. 65 Concerto pour piano et orch. [M.] / No. 66 Concerto 
pour viol, et orch. [M.] / No. 67 Burlesque pour viol, et orch. [M.] / 
No. 68 Fantaisie de concert pour vcl. et orch. [M.] / No. 69 Concerto 
pour contrebasse et orch. [M.] / No. 70 Concerto pour fl. et orch. [M.] 
/ No. 166 Quatre morceaux d'Eglise, pour contrebasse solo et orch. 
cordes, ou orgue, ou harmonium. 

Kammermusik: Nos. 20, 21 Senates pour piano et viol. [Fritzsch] / 
No. 22 Sonate pour piano et viol. [Foetisch] / No. 23 Six morceaux 
lyriques pour piano et viol, [chez Pauteur] / No. 24 Suite pour deux 
viol, et piano [M,] / No. 25 Quatre duos pour alto et vcl. [M.] / No. 
26 Arioso pour vcl., org. ou piano [M.] / No. 27 Sonate pour vcl. et 
piano [M.] / No. 28 Cinq Arabesques pour deux fl. [M.] / No. 29 Trio, 
pour piano, viol, et vcl. [chez Pauteur] / No, 30 Quatre Impromptus 
pour fl., cor anglais et piano [M.] / No. 31 Se're'nade pour fl., clar. et 
basson [M.] / No. 32 Petite Suite pour fl., clar. et basson [M.] / No. 33 
Trio pour fl., viol, et piano [M.] / No. 34 Trois Morceaux pour clar., 
alto et piano [M.] / No. 35 Quatuor pour deux viol, alto et vcl. [chez 
Pauteur] / No. 36 Quatuor pour piano, viol., alto et vcl. [chez Pau- 
teur] / No. 37 Quatre Intermezzi pour fl., cor anglais, clar. et basson 
[Henn] / No. 38 Miniatures, pour deux viol., alto et vcl. [M.I / No. 39 
Visions de Corse, pour quatre fl. [M.] / No. 40 Cinq Essais pour fl., 
viol., alto et vcl. [M.] / No. 41 Quatuor pour fl., cor anglais, basson et 
piano [M.] / No. 42 Suite ChampStre pour quatre vcl. [M.] / No. 43 
Fantaisie pour quatre vcl. [M.] / No. 44 Quintette pour piano, deux 
viol., alto et vcl. [chez Pauteur] / No. 45 Deuxieme Quintette, id. [M.] 
/ No. 46 Divertimento pour deux trp. et trois trombones [M.] / No. 47 
Reminiscences, pour fl., hautbois, clar., cor et basson [M.] / No. 48 



128 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Quintette pour fl., clar., cor anglais, basson et piano [M.) / No. 49 
Dans la montagne, pour deux trp., cor, trombone et piano [M.] / No. 50 
Quintette a cordes [M.] / No. 51 Sextette pour piano, deux viol, deux 
altos et vol. [M,] / No. 52 Octette pour deux fl, hautbois, deux clar., 
deux bassons et contrebasse [M.] / Nos. 53, 54 Compositions pour fl. 
solo [chez 1'auteur] / No. 55 Comp. pour fl. solo [Spes] / Nos. 56, 57 
Comp. pour fl. solo [M.] / Nos. 58, 59, 60, 61, 62, 63 Comp. pour fl. 
et piano. [Nos. 58, 61, 62 chez 1'auteur; No. 59 Zimmermann; Nos. 60, 
63 M.] / No. 64 Danses pour fl. et harpe [Zimmermann] / No. 167 
Capriccio alia camera, pour hautbois solo et piano. 
Klaviermusik: No. 1 Croquis Alpestres [ Br. & H.] / No. 2 Sonate 
[Fritzsch] / Nos. 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14 Les Passiflores 
[Foetisch] / No. 15 Pages breves [chez Pauteur] / No. 16 Six caprices 
[Henn] / No. 17 Fantaisie a deux pianos [M.] / No. 18 Sonate [M.] / 
No. 19 A la Jeunesse, huit petits morceaux a quatre mains [M.]. 

Lavanchy, Magda. * in Zurich, studierte zuerst Violine und Klavier, vom 
18. Lebensjahr an nur noch Violine, erwarb bei Emile de Ribaupierre das 
Dipl6me de virtuosite und studierte noch bei Busch, Ysaye und Enesco. 
Magda Lavanchy konzertierte in der Schweiz, in Deutschland, Frank- 
reich, Holland und Amerika. Bis 1929 war sie Violiniehrerin am Institut 
de Ribaupierre, seit 1935 wirkt sie in gleicher Eigenschaft am Konserva- 
torium in Bern. 

Lavater, Hans. *24.Februar 1885 in Zurich, besuchte das dortige Gym- 
nasium (Maturitat), studierte zuerst Chemie, dann Musik am Zxircher 
und Kolner Konservatorium sowie bei Fritz Steinbach. Lavater lebt in 
Zurich als Direktor der Musikakademie Zurich, Leiter des Sanger- 
vereins Harmonic, Universita'tsmusikdirektor und Dirigent der Zurcher 
Singstudenten. Lavater ist President der Musikkommission des Eidg. 
Sangervereins, 
Kompositionen: 

Chorwerkc mit Orchester: Bergpsalm fur Baritonsolo, gem. Chor und 
Orch. [M.] / Der Zauberturm [Hug] / Ballade fur M'chor und Orch. 
[M.] / gem. Chor mit Orgel: Pfingstlied [Hug] / Ein Loblied (Psalm 
103) [Hug] / Weihnachtslied [Hug] / Osterlied. mit Knabenchor [Hug] 
/ gem. Chor a capp.: Der Einsiedler [Hug] / Gebet [Hug] / Blatterfall 
[Hug] / Muse I und II [Hug] / Menschenlos [Hug] / Der Herr ist 
mein Hirte [Hug] / Zum Charfreitag [Hug] / Golgatha [Hug] / Die 
Nacht [Hug] / Gebet des neuen Menschen [Hug] / Heimwehliedli 
[Hug] / Sihlsee [Hug] / Mannerchore: gegen60 auf deutsche, schweizer- 
deutsche, franzosische und romanische Texte / Sieben Frauenchore, da- 
von Marienlied (Eichendorff) mit Klav. [Hug]. 

Lieder: Traugesang (Morike) mit Org. [Hug] / Von der Verganglichkeit 
(Claudius) mit Org. [Hug] / Fiinf Lieder [Hug] / Rosenblatt (Finck) 
[Hug] / Rosen (Finck) [Hug] / Triibe Antwort (Busse) [Hug] / 
Schliesse mir die Augen beide (Storm) [Hug] / Die Stadt (Storm) [Hug] 
/ ausserdem: Lieder fur eine Singstimme und Streichquartett [M.] und 
weitere Klavierlieder. [M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 129 

Konzert: Klavierkonzert in h-Moll [M.]. 

Kammermusik: Streichquartett in g-Moll [Hug] / Klavierquintett in 

f-Moll [M.] / Violinsonate cis-Moll [M,]. 

Bearbeitungen: fur gem. Chor: Werke von Lasso und Gabrieli [Hug] / 

fur Mannerchor: Werke von Vittoria und Casciolini [Hug] / fur 

Frauenchor: Werke von Lotti, Vittoria und Scarlatti [Hug]. 

Leeb, Hermann. * 6. Februar 1906 in Linz a. d. Donau, besuchte die Berner 
Schulen bis zur Matura 1924, studierte an den Universitaten Bern, 
Zurich und Wien sowie an der Staatsakademie in Wien (Reifepriifung) 
und in Paris und Genf (Pujol, Segovia). Leeb, der 1939 Schweizer ge- 
worden ist, wirkt als Lehrer fiir Gitarre und Laute am Konservatorium 
Zurich und an der Schola Cantorum in Basel. Er lebt als Musikreferent 
der Ziircher Nachrichten und als Chorleiter in Zurich. Als Gitarrist und 
Lautenist unternimmt er zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland 
Publikationen: Gitarre- (Lauten-) Begleitungen zu Schweizer Volksliedern 
in: Heft 8 der Schweiz. Sing- und Spielmusik [Hug] / Anfangerschule 
fiir Gitarre [Hug]. 

Neuausgaben [M.] : Hans Newsidler, Ein newgeordnet kiinstlich Lauten- 
buch / J. van den Hove, samtliche Lautenwerke / J. B. Besnard, samt- 
liche Lautenwerke / E. Adriaensen, Novum pratum musicum / P. Attai- 
gnant, 19 Basse-danses / F. Caroso, samtliche Lautenwerke. Davon in 
Druckvorbereitung (gemeinsam mit O. Gombosi): Attaignant, Caroso, 
Tanze von J. van den Hove. 
Gramrnophonaufnahmen in der Anthologie sonore. 

Lehr, Lorenz. * 24. Juli 1889 in Zurich, besuchte das dortige Gymnasium 
und die Handelshochschule in Neuchatel, um sich anschliessend wah- 
rend fiinf Jahren an der Staatl. Hochschule fiir Musik in Berlin bei 
Hugo Becker dem Cellostudium zu widmen. Von 1914-35 war er Solo- 
cellist der Bernischen Musikgesellschaft, Mitglied des Berner Streich- 
quartetts und Lehrer der Berufsabteilung fiir Cellospiel am Berner Kon- 
servatorium. Seit 1935 betatigt sich Lehr als freier konzertierender 
Kiinstler und Padagoge. Er lebt in Bern. 

Lertz, Christoph Eduard. * 5. Januar 1888 in Lossnitz im Erzgebirge, war 
wahrend der Absolvierung des Gymnasiums Schuler seines Vaters, des 
Musikdirektors Eduard Lertz in Koln a. Rh. Er studierte sodann sieben 
Jahre am Kolner Konservatorium, wo er Schuler von Fritz SteinbacK 
war. Seine Dirigentenlaufbahn fiihrte ihn iiber Bad Neuenahr, Bern, 
Plauen i. V., Bad Elster wieder nach Bern, wo er seit Jahren als musi- 
kalischer Berater und Leiter von Opern- und Konzertauffiihrungen 
insbesondere am Radio tatig ist. Er hat zahlreiche Opern fiir da c Radio 
bearbeitet. 

Leuenberger, Hans. * 17. Februar 1900 in Rheinfelden, bildete sich zum 
Pianisten aus bei P. O. Mockel am Konservatorium Zurich und bei 
Frau A. Hirzel-Langenhan in Munchen. Ausserdem besuchte er Dirigen- 
tenkurse bei Volkmar Andreae. Leuenberger ist seit 1927 Musikdirektor 
in Aarau (Frauenchor Cacilienverein) und Musiklehrer an der Aargaui- 
schen Tochterschule. 

9 Schuh, Muaikerlexikon 



130 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

LeVy, Ernest. * 18. November 1898 in Basel, studiertc am Basler Konserva- 
torium bei Georg Haeser, K. H. David, Fr. Klose, Hans Huber. Seine 
pianistischen Studien setzte er bei Egon Petri und Raoul Pugno fort. 
An der Universitat Basel horte er Musikwissenschaft (Karl Nef), Philo- 
sophic (Karl Joel) und Kunstgeschichte (Fr. Rintelen). 1916 wurde Levy 
Lehrer der Meisterklasse fiir Klavier am Basler Konservatorium. Er 
konzertierte seither in zahlreichen europaischen Stadten. 1920 liess er 
sich in Paris nieder, wo er den Choeur Philharmonique de Paris griin- 
dete und leitet. Daneben fuhrt er seine padagogische Tatigkeit (u. a. 
auch in Basel, La Chaux-de-Fonds und Biel) weiter. 
Kompositionen (wo kein Verlag angegeben: M.): 

Chorwerke: mit Begleitung: De Profundis, fantaisie pour choeur mixte, 
org., ciuvres et timb. [Huguenin, Le Loclej / Hymnus Symphonicus 
C. Seelig) pour choeur mixte, cuivres et org, / Psaume 69, pour bary- 
ton solo, choeur mixte et orch. / Psaume 121 pour sopr. et baryton 
solo, choeur mixte, orch. et org. / Spruch (Seelig), fiir Unisono-Chor 
und Org. [Huguenin] / Neuvieme Symphonic (Schema Jjsrael) pour 
orch. et choeur, 1938 / a cappella: Trois choeurs d'hommes, 1913. 
Sologesang mit Orchester oder verschiedenen Instrumenten: Ode a la 
Rose (Ronsard) pour mezzo soprano et orch. / Hohe Lieder (Gitanjali), 
cinq chants pour sopr. avec quatuor a cordes et harpe, 1914-15 / Japa- 
nische Verszeilen (Hai-Kai, Seelig), huit pikes pour une voix e'ieve'e, 
avec quatuor a cordes. 

Klavierlieder: Drei Lieder (verschiedene Dichter), 1913 / 14 Lieder (ver- 
schiedene Dichter), 1913-37 / Sechs Lieder (Bierbaum), 1916 / Fiinf 
Lieder (Heine), 1916 / Sechs Lieder (Lenau) / Fiinf Lieder (Dominik 
Miiller) / Cinq melodies (Ronsard), 1935 / 30 Lieder (Seelig), 1918-36, 
hiervon: Vier Liebeslieder [Hug]. 

Orchesterwerke: Symphonic I, 1916 / Symphonic II, 1920 / Symphonic 
III, 1922 / Symphonic IV (avec ballets), 1924 / Symphonic V (avec viol, 
et trp. obliges), 1925 / Symphonic VI (Sinfonia strofica), 1934 / Sym- 
phonic VII, 1926 / Symphonic VIII, 1937 / Symphonic IX (Schema Jjs- 
rael) pour orch. et choeur, 1938 / Suite symphonique, 1935. 
Kammermusik: Trio pour piano, viol, et vcl., 1912 / Quintette pour 
deux viol., alto, vcl. et contrebasse, 1916 / Premier quatuor a cordes en 
mi mineur, 1919 / Second quatuor a cordes en sol mineur, 1921 / Mu- 
sikalische Miniaturen fiir Streichquart., 1918-19 / In statu nascendi, 
onze esquisses pour quatuor a cordes, 1936-37 / Petite melodic, pour 
un instrument quelconque et piano, 1936 [Huguenin] / Sonate pour 1 
et piano, 1933 / Sonate pour viol, et piano, 1932 [E. Vogel, Basel]. 
Klavierwerk: Scherzo pour deux pianos. 

Orgelmusik: Sonate, 1920 / Praeludium festum, 1923, re" vise" en 1939 / 
Interludio mistico. 

Publikation: Deutsch-franzosisches und franzosisch-deutsches Taschen- 
worterbuch der gebrauchlichsten musiktechnischen Ausdriicke [Hug]. 

Liste, Anton. * 14. April 1774 in Hildesheim, f 3. Juli 1832 in Zurich. War 
1789 Schiiler Mozarts in Wien und kam 1804 nach Zurich (bis 1807 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 131 



Leiter der Orchesterkonzerte), wo er einen Gcsangverein zur Auffiih- 
rung von Oratorien griindete, der bis 1835 bestand. Liste gait als her- 
vorragender Klavierspieler. Von seinen Werken sind Lieder, Chore 
(Freimaurerkantate) und Klaviersachen gedrackt worden. 

Liszt, Franz. * 22. Oktober 1811 in Raiding (Ungarn), f31.Juli 1886 in 
Bayreuth. Liszt ist erstmals 1826 in die Schweiz gekommen, als er in 
Genf konzertierte, dann lebte er in Genf mit der Grafin d'Agoult vom 
August 1835 bis zum November 1836 und unterrichtete in dieser Zeit 
an dem damals neugegrundeten Konservatorium. Im Sommer 1838 
weilte Liszt mit der Grafin d'Agoult in Lugano. Im Sommer 1845 kon- 
zertierte er in Zurich und Basel, 1853 und 1856 war er bei Richard 
Wagner in Zurich und nahm gemeinsam mit diesem an einem Konzertc 
in St. Gallen teil, 1882 war er Ehrengast des Deutschen Tonkiinstler- 
festes in Zurich (Auffuhrung der Heiligen Elisabeth). In Basel hat Liszt 
drei Mannerchore komponiert und dem Basler Mannerchor gewidmet, 
an seine friihere Schweizerzeit kniipft der Band Suisse der Annies d? 
P61erinage an. 

Lit.: Rob.Bory, Une retraite romantique en Suisse, 1923, uber die 
Genfer Zeit, auch Henri Bochet, Le Conservatoire de Geneve, Genf 
1935 pass. / Gian Bundi, Liszt und die Schweiz, in: SMZ, 1903, Festheft 
zum Tonkiinstlerfest / Zu den Basler Mannerchoren: E. Refardt, in: 
Basler Nachrichten, 1935, Nr. 112. 

Livron, Rene. * 29. Februar 1896 in Genf, besuchte nach Absolvierung 
des Gymnasiums wahrend drei Jahren die Ecole de Beaux Arts und 
ging dann zum Musikstudium iiber, dem er an der Academic de Mu- 
sique in Genf bei Georges Delaye, Bernard Nicolaj, am Conservatoire 
de Musique bei Otto Barblan und William Montillet, ferner noch bei 
Georges Ferret oblag. Seit 1926 ist er Organist und Kapellmeister an 
Notre Dame in Genf, seit 1927 Lehrer fur Orgelspiel und theoretische 
Facher an der Academic de Musique in Genf. 
Kompositionen [alle M., Material photokopiert] : 

Messe Cantate Domino, 1930 / Dies sanctificatus, Motet, 1931 / Messe 
Puer natus est, 1933 / Messe Regina caeli, 1937 / Deux Motets pour 
le Temps de Careme (O crux ave - Tenebrae factae sunt), 1939. Samt- 
Hche fur vierstimmigen gem. Chor mit Orgel. 

Loeffel, Felix. * 25. Juli 1892 in Niederwangen-Koniz, besuchte die Schule 
in Oberwangen-Koniz, 1908-12 das Staatsseminar Hofwil-Bern und war 
1912-18 Lehrer in Sumiswald. 1918-21 studierte er Gesang am Konser- 
vatorium in Bern, sowie in Prag, Miinchen und Mailand. Seit 1921 lebt 
er in Bern als Konzert- und Opernsanger (Bass-Bariton). Loeffel sang 
die Urauffiihrung mehrerer Liederzyklen von Othmar Schoeck, fur 
dessen Schaffen er sich im In- und Ausland besonders nachdrucklich 
(oft mit dem Komponisten als Begleiter oder Dirigent) einsetzt. 

Long, Pauline. * 17. August 1885 in Genf, nennt sich nach einem er- 
loschenen Zweig ihrer Familie Long des Clavi&res. Sie besuchte die 
Genfer Schulen sowie die Ecole des Beaux-arts. Nach einjahrigem Auf- 
enthalt in Berlin und Studien am University College in London, ging 



132 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



sie an die Sorbonne, wo sie bei H. Pirro ihr musikwissenschaftliches 
Doktorat vorbereitete, und studierte daneben an der Schola Cantorum 
bei Vincent dlndy und Philippe, Nach Genf zuriickgekehrt, erwarb sie 
den Titel eines Dr. es lettres. Seit Herbst 1921 wirkt sie als Privat- 
dozentin fiir Musikwissenschaft an der Universitat Genf. 1933 hielt 
Pauline Long am Institut d'art et d'arche'ologie de la Sorbonne einen 
Kurs iiber Gretry, dem ihre besonderen Studien galten. Auch in Genf 
hielt P. Long zahlreiche Kurse und Vortrage. Ausserdem ist sie Mit- 
arbeiterin des Journal de Geneve. 

Publikation: La Jeunesse de Gretry et ses debuts i Paris, 1921 [Jac- 
ques et Demontrond, Besancon]. 

Aufsatze: Amiel, in: Revista de Studii sociale, tome 2, nr. 2, Bucuresti, 
1912 / Un chapitre des reflexions d'un Solitaire, par A, M. Gretry, in: 
Revue musicale S.I. M., Paris 15 juin 1913 / Lettres ine'dites de A. E. 
M. Gretry, in: Rivista musicale italiana, XXI, fasc. IV, Torino 1914 / 
Les ide*es de Gretry sur ^Education et la morale, d'apres des textes 
in6dits, in: Revue trimestrielle d'Education famiKale et scolaire, sep- 
tieme anne, Nr. 3, septembre 1915, [Alcan, Paris), auch separat / 
Gr6try, Registre domestique, publie et anote* par P. L,, in: Revue histo- 
rique de la Revolution franchise et de PEmpire, septieme ann<e, Nr. 2, 
avril-juin 1916, auch separat / Les Reflexions d'un Solitaire par A.M. 
Gr6try, in: Rivista musicale italiana, anno XXVI, fasc. 3-4, Torino 1919, 
auch separat / Les Ancetres de Gretry, in: Revue musicale, quatrieme 
anne*e, Nr. 3, 1923 / Le premier ope*ra de Gretry, Isabelle et Gertrude 
cr^e i Geneve en 1766-67, d'apres des textes in<$dits, in: Pages d'art, 
Geneve 1921 / Quelques notes bibliographiques sur les Femmes de 
lettres & Geneve, in: L'activite' des femmes universitaires i Geneve, 1925 
/ Charles-Samuel Bovy-Lysberg, in: Annuaire de la nouvelle Socict^ 
suisse de musique, Aarau 1928, auch separat / Georges Becker, doyen 
des musicologues suisses, in: Annuaire de la nouvelle Soci6te siusse de 
musique, Aarau 1929, auch separat / La Vie aventureuse d'un composi- 
teur neuchatelois au XVIIIe siecle, Jean-Baptiste-Edouard Du Puy, An- 
nuaire de la nouvelle Socifke' de musique, Aarau 1929, auch separat / 
Madame de Charriere musicienne, in: Annuaire de la nouvelle Socie'te' 
suisse de musique, Aarau 1930, auch separat / La Musique, in: La Vie 
romantique au pays rbmand, Lausanne 1930. 

Lussy, Mathis. * 8. April 1828 in Stans, f^l.Januar 1910 in Montreux. 
Lebte als Klavierlehrer in Paris, seit 1902 in Montreux. Veroffentlichun- 
gen: Traite* de Texpression musicale, 1874 (7. Auflage 1897, auch deutsch, 
englisch und russisch) / Le rythme musical, 4. Auflage 1911 / L'ana- 
crouse dans la musique moderne, 1903 / und weitere theoretische Werke. 
Lit.: E. Combe, in: Semaine litt., 1908, S. 397 / Edrn. Monod, M. Lussy 
et le rythme musical, 1912, auch deutsch. 

Luthi, Willy. * 4. Mai 1901 in Aleppo (Syrien), stammt aus Mannedorf. 
Seit 1908 in der Schweiz lebend, trat er im Herbst 1920 ins Konserva- 
torium in Zurich em, wo er das Diplom als Kontrapunkt- und als 
Klavierlehrer erwarb. Den Winter 1925-26 verbrachte er in Paris an der 



SCHWEI2ER MUSIKERLESIKON 133 

Ecole normale de musique (Nadia Boulanger, I, Philipp), den Winter 
1930-31 in Berlin. Seit 1927 wirkt Liithi als Musiklehrer an der Evang. 
Lehranstalt in Schiers (Lehrerseminar und Gymnasium). 
Kompositionen (alles M.}: 

Kleine Mannerchore und Volksliedbearbeitungen fur M'chor, Klavier- 
lieder, Orchestermusik fur kleines Orch., Streichersuiten, Duos, Trios, 
Quartette u. a. Kammerwerke. 

Liithy, Gottlieb. * IS.Januar 1904 in Luzern, studierte Musik am Kon- 
servatorium in Basel (Markees, Suter, Becker u. a.) und begann seine 
Laufbahn als Theaterkapellmeister in Basel. Nachdem er in verschie- 
denen Stadten Opern und Operetten dirigiert hatte, kam er 1934 nach 
Bern, wo^ er am Stadttheater wirkt. Seit 1936 ist er im Sommer als 
Kapellmeister des Kursaalorchesters in Interlaken tatig, wo er u. a. Ge- 
meinschaftskonzerte (Kurorchester durch Mitglieder des Berner Stadt- 
orchesters verstarkt) ins Leben rief. 

Kompositionen [alle^M.]: Musiken zu verschiedenen Revuen, Lieder 
und Orchesterbearbeitungen, zwei Sinfonien. 

Maag, Otto. * 28. September 1885 in Mannheim, studierte Theologie und 
Musik an den Universitaten Heidelberg und Berlin. Seit 1927 ist Maag, 
zuerst als Musikreferent, dann als Musikredaktor an der National- 
Zeitung in Basel tatig. 

Marek, Czeslaw. * 16. September 1891 in Przemysl (Galizien), besuchte 
das Gymnasium in Kolomyja bis zum Abitur (1909) und studierte in 
Lwow (Jurisprudenz) und in Wien (Philosophic). Seine musikalischen 
Studien begann er 1908 in Lwow und setzte sie 1910-13 in Wien an 
der Akademie fur Musik fort. In Wien waren seine hauptsachlichsten 
Lehrer Graedener, Leschetizky und WeigL 1913-14 studierte Marek 
noch bei Hans Pfitzner in Strassburg (Komposition, Opern- und Diri- 
gentenschule). 1914 wurde er Lehrer am Konservatorium in Lwow; 
seit 1915 lebt Marek als Komponist, Pianist und Padagoge in Zurich, 
wo er sich 1918 mit der Geigerin Clara Hofer verheiratete und 1932 
das Biirgerrecht erwarb. Marek gab zahlreiche Klavierabende in der 
Schweiz, in Deutschland, Oesterreich und Frankreich. 1929 wurde er 
als Direktor an das Staatliche Konservatorium in Posen beru(en, doch 
gab er die Stellung nach kurzer Tatigkeit wieder auf. 1928 erhielt 
Marek den Internationalen Schubertpreis (Wien), 1929 den Preis der 
poluischen Akademie der Wissenschaften in Krakau. 
Kompositionen: 

Chorwerke a cappella: Zwei Stiicke fiirM'chor, 1911 [Schlesische Musik- 
bibl,] / Sursum, 1911 [M.] / Vision, 1912 [M.] / Boheme, 1913 [M.] 
/ Phantom, 1921 [M.] / Todesklange, 1924 [M.]. 
Sologesang mit Karnmerorchester: Landliche Szenen, 1929 [Verlags- 
gesellschaft fur polnische Musik). 

Lieder: Ftinf Lieder, 1911-13 [Verlagsges. f. poln. Musik] / Funf Lenau- 
lieder, 1915-17 [M.] / Sieben Dorfgesange, 1934 [M.] / weitere Ma- 
nuskriptlieder. 



134 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Orchesterwerke: Sinfonisches Scherzo, 1914 [M.] / Italienisches Stand- 
chen, 1915 [M.] / Suita, 1925 [Universal-Edition] / Sinfonia, 1928 
[Universal-Edition] . 

Kammermusik: Senate fur Viol, und Klav., 1913 [Verlagsges. f. poln. 
Musik] / Vier Stiicke fiir Viol, und Klav., 1916-18 [M.] / Berceuse 
fur Viol und Klav., 1926 [M.] / Deux Pieces romantiques fiir Harfe, 

1936 [M.] / Kleine Suite fiir 3 Holzblasinstrumente, 1935 [M.]. 
Klaviermusik: Variationen, 1911 [M.] / Prelude et Air, 1911 [M.] / 
Ballade, 1912 [M.] / Tryptichon, 1913 [Verlagsges. f. poln. Musik] / 
Fiinf Jugendstiicke, 1913 [M.] / Allegro amabile, 1913 [M.] / Zwei 
Meditationen, 1913 [M.] / Petite Valse, 1919 [Gebethner] / Sarabande, 
1928 [M.] / Jazz-Capricen, 1929 [M.] / Jazz-Humoreske fiir 2 Klav., 

1937 [M.] / weitere Klavierstiicke [M.]. 

Verschiedenes: Kadenzen zu den Klavierkonzerten D-Dur von Haydn, 
C-Dur (K. V. 467) von Mozart / Transkriptionen nach Chopin-Liszt 
,,Chant vari" fiir Klavier / Bearbeitung von Rameaus Rondeau fiir 
4 Harfen / weitere Bearbeitungen. 

Mareschall, Samuel. * 1554 in Tournai (Belgien), f wahrscheinlich 1641 in 
Basel. Organist am Basler Miinster. Er hat zwei Psalmen-Gesangbiicher 
veroffentlicht, vierstimmig mit der Melodic im Sopran, von denen die 
eine 1606 erschien, die andere, deren erste Auflage nicht wieder aufge- 
funden ist, friiher (2. Auflage ebenfalls 1606), sowie eine Sammlung 
Schullieder (1622). Weitere Psalmen und zahlreiche Orgelsatze sind 
handschriftlich erhalten. Eine Porta musices (Einfiihrung in die Musik) 
von Mareschall erschien in Basel 1589. 

Lit.: K. Nef, Die Musik an der Universitat Basel, in der Universitatsf est- 
schrift 1910 / Wilh. Merian, Der Tanz in den deutschen Tabulatur- 
biichern, 1927 / K. Nef, Aufsatze, 1936, S. 76, 

Marescotti, Andre*-Franois. * 30. April 1902 in Carouge, Genf. Seine 
Lehrer waren Charles Chaix, Roger Ducasse (Paris), Joseph Lauber, 
Alexandre Mottu. Zur Zeit wirkt Marescotti als Lehrer am Konserva- 
torium in Genf. 

Kompositionen: 

Bxihnenwerke: Musique de scene pour la Belle dame de Venise (Jean 

Goudal), 1935 [M.] / Musique pour un mystere de Noel ,,O& l'e"toile 

s'arrSta" (Timmermans et Veterman), 1937 [Foetisch-Vitar]. 

Chorwerke: Quatre Noels Savoysiens, 1923 [Henn] / Quatre Noels Sa- 

voysiens (deuxieme sine), 1924 [Henn] / Trois Chants Savoysiens, 1924 

[Henn] / Cinq choeurs a quatre voix [Foetisch, Vita]. 

Sologesang: Deux Motets et Messe Saint- Andre* (quatre voix mixtes), 

1927 [M.] / Trois Melodies (Franz Toussaint) pour chant et piano, 

1937 [M.]. 

Orchesterwerke: Ouverture pour la Come*die de celui qui e'pousa une 

femme muette, 1930 [Jobert] / Prelude au Grand Meaulnes, 1934 [Jo- 

bert] / Aubade, pour petit orch., 1936 [Jobert]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 135 

Klavierwerke : Trois esquisses (premiere serie), 1925 [Cit~Prior] / Trois 
esquisses (deuxieme se"rie), 1925 [Henn] / Suite en sol, 1929 [Jobert] / 
Suite en ut, 1932 / Fantasque, 1939 [Jobert]. 

Werkverzeichnisse in: Oeuvres de Composheurs Genevois, 1937, sowie 
in Dissonances, Avril 1937. 

Markees, Ernst. * 5. November 1863 in Chur, f 6. Januar 1939 in Basel. 
Besuchte die Kgl. Hochschule fiir Musik in Berlin, lebte 1888-91 in 
Amerika, ubernahm 1892 die Leitung der Liedertafel und des Frauen- 
chors Luzern und war seit 1893 Musiklehrer in Basel (Musikschule und 
Konservatorium). Langjahriger Leiter des Akademischen Orchesters. 
Werke: op. 5 Fiinf Gesange fiir eine Singstimme und Klavier [Ries 6c 
Erler] / Als Manuskript gedruckt: Klavierstiicke, Chore, Lieder. 

Marteau, Henri. * 31. Marz 1874 in Reims, f4.Oktober 1934 in Lichten- 
berg (Oberfranken). Violinschiiler von Leonard und Jules Garcia in 
Paris, offentliches Auftreten seit 1892. 1900-07 war Marteau Lehrer am 
Konservatorium Genf, 1908-15 Nachfolger Joachims als Violinlehrer an 
der Hochschule fiir Musik in Berlin, dann Kapellmeister in Goteburg, 
1921-24 Lehrer an der Prager deutschen Akademie fiir Musik, 1926-27 
Lehrer am Leipziger Konservatorium, seit 1928 am Dresdener Konser- 
vatorium. Werke: Oper Meister Schwalbe (1921) / op. 30 Sinfonie 
Gloria Naturae / Zwei Violinkonzerte / Ein Cellokonzert / Ein Kla- 
rinettenquintett / Drei Streichquartette und weitere Kammermusik und 
Lieder. 

Martin, Frank. * 15. September 1890 in Genf. Schiiler von Joseph Lauber. 
Martin wirkt in Genf als Lehrer am Institut Jaques-Dalcroze, als Direk- 
tor des Technicum moderne de musique und ist Vorstandsmitglied des 
Schweizer. Tonkunstlervereins. 

Kompositionen : 

Biihnenwerke: Musique de scene et choeurs pour Oedipe Roi, 1923 [M.| 
/ Musique de scene et choeurs pour Oedipe a Colone, 1924 [M.] / Mu- 
sique de scene et choeurs pour Romeo et Juliette, 1927 [M.] / La Nique 
a Satan, 1930 [Henn]. 

Ballettmusik: Musique de ballet (die Blaue Blume), Suite d'orchestre, tir* 
de ce ballet, 1936 [M.]. 

Chorwerke mit Orchester: Les Dithyrambes (Pierre Martin), 1918 [M.] 
/ Musique pour les Fetes du Rhone (R. L. Piachaud), 1927 [M.] / Can- 
tate sur la Nativite", 1928 [M.] / Le Vin Herbe", d'apres le Roman de 
Tristan et Iseult, pour douze voix mixtes, 7 instruments a cordes et 
piano, 1938 [M.]. 

A cappella-Chore: Messe, 1926 [M.] / Petits choeurs pour voix de fem- 
mes dans , } un bouquet de chansons", 1930 [Henn] / Canon (Ramuz) 
pour voix de femmes, 1930 [M.]. 

Gesang mit Orchester: Trois poemes payens (Leconte de Lisle), 1911 
[M.] / Quatre sonnets de Ronsard pour voix, fl., alto et vcL, 1922 [M.]. 
Orchesterwerke: Symphonic pour orch. burlesque, 1911 [M.] / Suite 
pour orchestre, 1913 [M.] / Esquisse pour petit orch., 1921 [M.] / 
Rythmes, 1926 [Ars viva] / Guitare, 1933 (arrangement) [M.] / Sym- 



136 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



phonic, 1937 [M.] / Zwischen Rhone und Rhein (Du Rh6ne au Rhin), 
offizieller Festmarsdi fiir die Schweiz. Landesausstellung Zurich 1939 
[Hug]. 

Konzerte: Concerto pour piano et orch., 1934 [chez 1'auteur] / Ballade 
pour Saxophone solo et orch. a cordes, 1939 [M.]. 
Kammermusik: Premiere Sonate pour piano et viol., 1915 [Hug] / Quin- 
tette pour piano et quatuor a cordes, 1920 [Henn] / Pavane couleur du 
temps, pour deux viol., alto, deux vcl., 1920 [Henn] / Trio sur des chants 
populaires irlandais, 1925 [Hug] / Deuxieme Sonate pour piano et viol., 
1931 [M.] / Rhapsodic pour deux viol., deux altos et contrebasse, 1935 
[M.] / Trio pour viol, alto et vcl., 1936 [M.] / Sonata de chiesa, pour 
viole d'amour et org., 1939 [M.] / Ballade pour flute et piano, 1939 [M.]. 
Klaviermusik: Foxtrott, 1925 [M.] / Guitare (Orig. pour la Guitare), 
1933 [M.] / Zwischen Rhone und Rhein (Du Rh6ne au Rhin), offiz. 
Festmarsch f. d. LA 1939 [Hug]. 

Neuausgaben: Armide de Lulli [Henn] / Sonates anciennes pour piano 
et viol.: G.Fritz et H. Albicastro [Henn]. 

Werkverzeichnis in: Oeuvres de Compositeurs Genevois, 1937, sowie in 
Dissonances, Janvier 1937. 

Matthaei, Karl. * 23. April 1897 in Olten als Sohn deutscher Eltern (Ober- 
franken), seit 1904 Burger von Basel, besuchte die Basler Schulen bis 
zur Maturitat. 1916-20 studierte Matthaei am Konservatoriurn Basel, 
wo er als Schiller Hans Hubers, Ernst Levys und Adolf Hamms das 
Klavier- und das Orgeldiplom erwarb; daneben besuchte er auch die 
Universitat (Kunstgeschichte bei Friedrich Rintelen, Musikwissenschaft 
bei Karl Nef). 1920-23 studierte Matthaei noch bei Karl Straube am 
Konservatoriurn in Leipzig. 1923-25 war er Organist in Wadenswil und 
seit 1925 wirkt er als Organist und Cembalist des Musikkollegiums und 
als Direktor und Lehrer des Orgelspiels an der Musikschule des Musik- 
kollegiums in Winterthur. 1938 wurde er zum ersten Organisten der 
dortigen Stadtkirche berufen. Seit 1922 unternimmt Matthaei Konzert- 
reisen, die ihn nach Dcutschland, Oesterreich, der Tschechoslowakei, 
Frankreich, Italien, England, Belgien und Holland fuhrten. In seinen 
Winterthurern Orgelkonzerten stellte er in zyklischer Folge u, a. die 
Entwicklung der Orgelmusik dar. Seine historisch-wissenschaftlichen 
Interessen hat Matthaei auch als Herausgeber alter Orgelmusik und als 
Fachexperte zu bewahren Gelegenheit. 

Neuausgaben: Johann Pachelbel, Ausgewahlte Orgelwerke, Band I-IV 
[Barenreiter] / Michael Praetorius, Samtliche Orgelwerke [Kallmeyer] / 
Johann Jakob Froberger, Ausgewahlte Orgelmusik, 1. Band der Samm* 
lung: Leichte Orgelmusik [Barenreiter] / Orgelmeister des 16. bis 
18. Jahrhunderts, 2. Band der Sammlung: Leichte Orgelmusik [Baren- 
reiter] / Johann Gottfried Walther, Drei Orgelchorale [Barenreiter] / 
Ausgewahlte Orgelstiicke des 17. Jahrhunderts, Beilage zum Tagungs- 
bericht fiir deutsche Orgelkunst, Freiburg i. Br. 1926 [Barenreiter] / 
Dietrich Buxtehude, Acht Solokantaten [Barenreiter]. 
Publikationen: Voni Orgelspiel (Eine kurzgefasste Wiirdigung der kiinst- 
lerisch orgelgemassen Interpretationsweise und ihrer klanglichen Aus- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 137 

drucksmittel) / Handbiicher der Musiklehre, Bd.XV, 1936 [Breitkopf 
& Hartel] / Aufsatze iiber Orgel- und Cembalofragen. 

Matthes, Rene". * 20. Mai 1897 in Basel, studierte seit 1905 Musik an der 
Musikschule und am Konservatorium in Basel (Lehrer: Ch. Schrameck, 
Hans Huber, K. H. David) und an der Hochschule fur Musik in Berlin 
(Siegfried Ochs, Priiwer, Sachs, Seiffert, Schunemann, Tiessen). Musik- 
wissenschaftliche Studien machte er an der Universitat Zurich. Matthes 
betatigte sich friih praktisch, er war siebzehnjahrig Korrepetitor am Basler 
Stadttheater, dann Kaffeehauspianist, Begleiter, Paukist im Orchestre 
romand, 1921-23 Korrepetitor am Stadttheater in Zurich. In Schwanden, 
Berlin, Lausanne, Genf und Zurich leitete er Chore. 1929 wurde er 
Kapellmeister im Kursaal Schanzli in Bern. Seit 1931 lebt Matthes in 
Zurich, wo er als Orchester- und Chordirigent, sowie als Musiklehrer 
(speziell in der Jugendmusikbewegung) und Komponist tatig ist. Matthes 
war voriibergehend President des Schweiz. Musikerverbandes, Redaktor 
des Schweiz. Musikerblattes und ist Mitbegriinder und Vorstandsmitglied 
des Schweiz. Berufsdirigentenverbandes und des Vereins zur Forderung 
der Jugend-Sing- und Spielkreise Zurich. 
Kompositionen: 

Biihnenmusiken: Weihnachtsspiel, 1934 [M.] / Totentanzspiel, 1937 
[M.] / Aus beiden Biihnenmusiken verschiedene Instrumentalstiicke und 
Gesange [bei Hug]. 

Chorwerke: mit Begleitung: Meditation, Kantate, 1934 [Selbstverlag] / 
Gezeiten des Lebens, Kantate, 1937 [M,] / Die Musik, kleine Kantate 
fur Kinder- oder Fr. chor mit Instr. [Hug] / a cappella: Von der leben- 
digen Seele, 1933 [Hug] / Ein Tagelied, 1933 [Hug] / Eine Laiensing- 
musik, 1934 [Hug] / Mannerchore [Hug] / Frauenchore (Motette, "Win- 
teraustreiben, Verspottung Jesu (mit Orgel) 1939, Gesang im Frlihling, 
Schneiderjahrestag) [Selbstverlag und M.]. 

Sologesang: Sechs Klavierlieder, 1934 [M.] / Ballade vom ausseren Le- 
ben, Solokantate, 1936 [M.] / Lieder und Gesange mit Streichquartett, 
1937 [M.]. 

Orchesterwerke: Fantasie fur Streichorchester, 1935 [M.] / Musik zu 
einem Bewegungschor, 1934 [M.]. 
Kammermusik: Suite fur Blockfloten, 1936 [Hug]. 
Liedersammlungen und -bearbeitungen: Die beste Zeit, 1936-37 [Hug] / 
Alte und neue Volkslieder fur Chor bearbeitet [Selbstverlag]. 
Aufsatze: Zirka 40 Aufsatze musikpolitischen, -padagogischen, -astheti- 
schen Inhalts, in: SMpBL, SMZ, Eidg. Sangerblatt, Volkslied und Haus- 
musik, Raschers Monatshefte, Tonkunst-Berlin, Signale-Berlin, Rhein. 
Musik- und Theaterzeitung, Deutsche Sangerbundszeitung-Berlin und in 
schweiz. Tageszeitungen. 

Maurice, Pierre. * 13. November 1868 in Allaman (Waadt), f 26. Dezember 
1936 ebenda. Er studierte zuerst am Konservatorium in Stuttgart, dann 
1891-98 in Paris bei Faure", Massenet, Lavignac und Gedalge, lebte nach- 
her zunachst einen Winter in Genf und von 1899 bis 1917 in Miinchen. 
Seine letzten Jahre verbrachte er wieder in seiner Heimat Allaman. 



138 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Kompositionen: 

Biihnenwerke: Le calif cicogne, komische Oper / Die weisse Flagge, 
lyrische Oper, 1903 [Feuchtinger, Stuttgart] / Mise* brun, lyrisches 
Drama, 1907 [Bote & Bock, Berlin] / Lanval, Oper, 1913 [M.] / Andro- 
meda, Oper, 1914 [M.] / Bei Nacht sind alle Katzen grau, komische 
Oper, 1925 [M.] / Arambel, Mimodrama von I. Ravina, 1920 [M.] / 
Tanzlegendchen, Pantomime [M,]. 

Chorwerke: La fille de Jephte, biblisches Drama (R. Glena), 1899 / 
Gorme Grymme, Ballade fur Bass-Solo, gem. Chor und Orch., 1917 [M.] 
/ La chanson du Vent de la Mer (A. Le Braz), fiir Fr. chor und Orch., 
1918 [M.] / L'Angelus du soir, fur gem. Chor und Orch., 1918 [M.]. 
Orchesterwerke: op. 8 Der Islandfischer, musikalische Stimmungsbilder, 
nach P. Loti [Tischer & Jagenberg] / Francesca da Rimini, sinfonische 
Dichtung, 1899 [M.]. 

Klavierwerke : Suite im fugierten Stile fiir zwei Klaviere, [Ditson] / 
Ballade Leonore, fiir Klav. [M.]. 

Lieder: Daphne, Szene fiir Solo und Orch. [M.] / Sept poesies chinoises, 
mit Orch. [M.] / Lieder fiir Sopr, und Orch., 1901 [M.]. 

Mayor, Charles. * 2. Marz 1870 in Genf. Studierte am Konservatorium 
in Weimar, dann bei Otto Barblan und Josephe Lauber in Genf, sowie 
bei Ausseil in Paris. Mayor lebt als Musik- und Gesanglehrer verschie- 
dener Schulen in Lausanne und war langere Zeit Vorstandsmitglied des 
Eidgenossischen Sangervereins sowie President der Commission musicale 
des chanteurs vaudois. Er amtet haufig als Jurymitglied bei nationalen 
und internationaien Gesangsfesten. 
Werke: Manner- und gemischte Chore, Lieder u. a. m. 
Publikation: Trait de chant choral pour voix d'hommes, 1937, 

Meister, Casimir. * 22. November 1869 in Matzendorf (Solothurn), be- 
suchte die Musikschule in Lausanne (K. Eschmann, Ch* Blanchet), stu- 
dierte an den Konservatorien in Miinchen (Rheinberger) und Paris (Du- 
bois, Be"riot, Widor) und wurde 1892 Musikdirektor in Bulle (Fribourg), 
1894 in Glarus, wo er den Mannerchor Frohsinn und das Orchester lei- 
tete und Organist an der evangelischen Stadtkirche war. Seit 1898 lebt 
Meister in Solothurn. Er war hier wahrend 23 Jahren Leiter der st'adti- 
schen Gesangvereine Mannerchor und Cacilienverein und der grossen 
Chorkonzerte. Seit 1922 ist er Domkapellmeister an der St. Urskathe- 
drale (Domchor St. Urs), wo er grosse Messen zur Auffiihrung bringt. 
Kompositionen: 

Chorwerke: kirchliche: op. 75 I. Missa i. h, sanctae Caeciliae fiir Chor 
und Org. [Bohm, Augsburg] / op. 80 II. Missa pastoralis fiir Chor, Orch. 
und Org. [M.] / op. 95 III. Missa Jesu Redernptor fiir Solo, Chor und 
Orch, [Ochsner] / op. 17 Salve Regina, 5-stg. Chor [Ochsner] / 10 
geistliche Lieder fiir 4-stg. M'chor [Ochsner] / Tui sunt coeli und 
Adeste fideles mit Knabenstimmen und Chor [Henn] / Mannerchore 
lateinisch und deutsch [Ochsner] / weltliche: Viele Chorlieder fiir ge- 
mischten Chor, Mannerchor und Frauenchor [Hug, Foetisch, "Wehrli 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 139 

und in verschiedenen Liedersammlungen] / Gemisdite und Manner- 
chore aus Liedli ab em Land (Reinhart) [Miiller & Schade]. 
Klavierlieder: op. 60 und 82 Liedli ab em Land, drei Hefte [Francke, 
Bernl / op. 50 Der Schiffer [Foetisch] / op. 55 Mir zweu [Hug]. 
Orchesterwerke: op. 14 Ouverture Adrian von Bubenberg [Hug] / 
Suite fur Streichorch. [M.] / Seebilder [M.] / Ouverture [M.]. 
Kammermusik: op, 51 Drei Klavierstiicke [Foetisch] / op. 57 Trois 
petites pieces pour fl. ou viol, ou vcl. et piano [Foetisch] / Petite Suite 
pour piano [Foetisch] / Marsche [op. 29 Zweif el-Weber, St. Gallen; 
op. 44 Hug]. 

Orgelmusik: op. 20 Drei Praludien [Hug] / op. 28 Neun kleine Pra- 
ludien und Stiicke fur Harmonium [Bosworth] / Fantasie c-Moll [M.]. 
Volksliedersammlung: Gruyeres illustre*e, chants et coraules, Freibure 
1893. 

Merian, Wilhelm. * 18. September 1889 in Basel, besuchte das dortige 
Gymnasium, studierte dann zuerst Altphilologie in Basel und hierauf 
Musikwissenschaft bei Nef (Basel), Wolf und Kretzschmar (Berlin). Bei 
E. N. von Reznicek widmete er sich ausserdem musiktheoretischen Stu- 
dien. 1915 prornovierte Merian in Basel zum Dr. phil. Seit 1920 ist er 
Musikredaktor der Basler Nachrichten, seit 1921 Privatdozent, seit 1930 
a. o. Professor fiir Musikwissenschaft (seit 1935 mit Lehrauftrag) an der 
Universitat Basel. 1924 organisierte und leitete Merian in Basel den 
ersten internationalen musikwissenschaftlichen Kongress nach dem 
Weltkrieg. 1920-33 war er President der Ortsgruppe Basel der Schveiz. 
Musikforschenden Gesellschaft, seit 1935 ist er deren Zentralprasident. 
Seit 1927 ist Merian 1. Sekretar der Internat. Gesellschaft fiir Musik- 
wissenschaft. Ferner gehort er u. a. der Staatlichen Musikkreditkommis- 
sion Basel und der Kornmission fiir Musikberatung Basel als President, 
der Basler Orchestergesellschaft, der Kornmission der Schweizerischen 
Orchesterschule als Vizeprasident an. 1933 begrvindete er zusammen 
mit Paul Sacher die Schola Cantorum Basiliensis. 

Publikationen: 

Die Tabulaturen des Organisten Hans Kotter, ein Beitrag zur Musikge- 
schichte des beginnenden 16, Jahrhunderts (Diss.) [Breitkopf & Hartel, 
1916] / Gedenkschrift zum SOjahrigen Bestehen der Allgemeinen Musik- 
schule, seit 1905 Musikschule und Konservatorium in Basel, Basel 1917 / 
Basels Musikleben im 19. Jahrhundert [Helbing & Lichtenhahn, 1920] / 
Der Tanz in den deutschen Tabulaturbuchern, mit thematischen Ver- 
zeichnissen, Beispielen fiir Intavolationspraxis und einer Studie iiber die 
Anfange des Klavierstils [Breitkopf & Hartel, 1927] / Hermann Suter, 
Leben und Werk, zwei Bande [Helbing & Lichtenhahn, 1935-36]. 
Aufsa'tze: Bonifacius Amerbach und Hans Kotter, in: Basler Zeitschrift 
fiir Geschichte und Altertumskunde, Jg. 16, 1917 / Drei Handschriften 
aus der Fruhzeit des Klavierspiels, in: Archiv fiir MWiss., Jg. 2, Heft 1, 
1920 / Felix Platter als Musiker, in: Sammelbande der IMG, Jg. 10, 
S, 13* 1909 / Das schweizerische Volkslied in musikalischer Beziehung, 
in: Die Garbe, Basel, 1918, Nr. 4-6 / Johann Friedrich Reichardt und 



140 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Isaac Iselin, in: Zeitschr. fur MWiss., 1919 / Gregor Meyer, in: Schweiz. 
Jahrbuch fur MWiss., Bd. 1 [Helbing & Lichtenhahn, 1924] / Form- 
untersuchungen zu Mozarts Klaviersonaten, in: Festschrift Karl Nef 
[Hug, 1932] / Basler Musiklcben, in: Basel, Stadt und Land [Benno 
Schwabe, Basel, 1937] / Theater-Riickschau, in: Basler Jahrbuch, seit 
1922 / Franz Schubert, ein Vortrag, Separatdruck aus Basler Nach- 
richten, 1928 / Karl Nef und die Entstehung der Musikwissenschaft 
in Basel, in: Basler Jahrbuch 1939 u. a. 

Merian gab heraus: Der Ustig, schweiz. Taschenliedcrbuch [A. Francke, 
Bern 1914] / Musikalische Werke schweizerischer Komponisten des 
16., 17. und 18. Jahrhunderts, Heft I: Geistliche Werke des 16Jahr- 
hunderts [Nationalausgabe, Henn, 1927] / Schweiz. Jahrbuch f. MWiss., 
Bd. I, 1924 (zugleich Festschrift zum mwiss. Kongress in Basel [Helbing 
Sc Lichtenhahn] / Bericht iiber den mwiss. Kongress Basel, 1924 [Breit- 
kopf &; Hartel, 1925] / Festschrift zum hundertjahrigen Bestehen des 
Basler Stadttheaters [Benno Schwabe, 1934] / zusammen mit E> Refardt 
und H. Ehinger: Festschrift Karl Nef zum 60. Geburtstag [Hug, 1932] / 
Karl Nef, Aufsatze [Basler Berichthaus, 1936]. 

Methfessel, Ernst. * 20. Mai 1811 m Muhlhausen (Thuringen), f 20. Januar 
1886 in Winterthur, ein Neffe des Braunschweiger Kommersliederbuch- 
Herausgebers und Liederkompomsten Albert Methfessel, war als Oboist 
in verschiedenen Orchestern tatig und 1837-62 Musikdirektor in Winter- 
thur. Er war auch Verfertiger von Oboen. Methfessel hat Werke fiir 
BJasinstrumente, Lieder und viele Chore, auch grossere Chorwerke ge- 
schrieben, ferner zwei Opern, und eine vielbeniitzte Sammlung von 
Liedern fiir gemischten Chor (2. Auflage 1888) herausgegeben. 
Sein alterer Bruder Adolf, f 1878, war Solocellist des Berner Orchesters 
und 1849-67 Dirigent der Berner Liedertafel. 
Lit.: SMZ, 1886, S. 32 mit Autobiographic von Ernst Methfessel bis 1837. 

Meyer, Albert. *8.Dezember 1847 in St. Gallcn, 1 8. Mai 1933 ebenda. 
Seit 1867 Klavierlehrer in St. Gallen, 1877-1915 Dirigent des Konzert- 
vereins, 1875-96 der Singgesellschaft zum Antlitz. Werke: zwei Violin- 
sonaten op. 14 und 15, Mannerchorwerke und Lieder, Festspiel Walthari 
1903. 

Meyer von Schauensee, Franz Josef LeontL * 10. August 1720 in Luzern, 
f 2, Januar 1789 ebenda. Spross einer alten Luzerner Aristokratenfamilie, 
erhielt Orgelunterricht und besuchte die Schulen von Neu St. Johann im 
Toggcnburg und von St. Gallen. 1740-42 studierte er Violine unter 
Galimberti in Mailand und 1742-44 leistete er Militardicnst als Offizier 
eines Soldnerregiments Emanuels III. von Sardinian im osterreichischen 
Erbfolgekrieg. Nach Luzern zuriickgekehrt bekleidete Meyer mehrere 
offentliche Aemter in Gericht und Verwaltung, widmete sich aber vor 
allem dem Orgelspiel und der Komposition (Auftreten als Organist in 
St. Gallen, Zurich usw. 1745-51) 1752 trat er in den geistlichen Stand 
iiber, empfing die niedcrn und die hohern Weihen und iibernahm die 
Organistenstelle an der Stiftskirche im Hof zu Luzern. 1765 wurde 
Meyer Chorherr und damit Leiter der Kirchenmusik. 1760 hatte er ein 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 141 

6'ffentliches Musikkollegiun gegriindet. 1768-1784 war er auch President 
der von ihm ins Leben gerufenen Helvetischen Konkordiagesellschaft, 
bei deren Kongressen der Musik eine wichtige Stelle zugewiesen war, 
und fur die er mehrere seiner Biihnenwerke komponierte. Noch in sei- 
nen letzten Lebensjahren liess er sich offentlich als Pianist und Organist 
horen. Er gait zu seinen Lebzeiten als der bedeutendste schweizerische 
Musiker. 

Kompositionen: 

Biihnenwerke: Hans Hihtenstock, opera buff a, 1769 [M.] / Die Engel- 
bergische Talhochzeit, opera buff a, 1781 [M.] / Musikalisches Quodli- 
bet (Fastnachtsscherz), 1780 [M.] / Musikalischer Ehrenstreit, 1780 [M.]. 
Chorwerke: Festmesse fur drei Chore und Orchester, 1749 [M.] / Obe- 
liscus musicus (Offertorien fur Chor und Orch., 1752 [Joseph Samm, 
Unterammergau] / Ecclesia triumphans (Motetten fiir Chor und Orch.), 
1753 [Joseph Sarnm, Unterammergau] / Pontificale musicum (Messen 
fiir Chor und Orch.), 1757 [J. J. Letters Erben, Augsburg] / Cantica 
Doctoris Melliflui Mariano dulcisona (Motetten fiir vier, drei, zwei und 
eine Singstimme mit Orch., 1757 [Lotter, Augsburg] / Omne Trinum 
perf ectum (Messen und Motetten fiir Chor und Orch.), 1763 [J. B. Sidler, 
Zug]. 

Einzelgesange: De semine bono flos vernans (Arien fiir Sopr. und Alt 

mit Org. und Streichinstr.), 1748 [Joseph Samm, Unterammergau) / 

Par nobile fratrum (Psalmen usw. fiir zwei Singstimmen, Org. und 

Streichinstr.), 1764 [J.B. Sidler, Zug]. 

Weitere Biihnenmusiken, Kirchenwerke, Sinfonien, Orgel -und Klavier- 

konzerte sind nicht mehr erhalten. 

Lit.: Eugen Roller, F. J.L.Meyer von Schauensee, sein Leben und seine 

Werke, Frauenfeld und Leipzig, 1922 / Derselbe im Schweiz. Jahrbuch 

fiir MWiss. 3, 1928 und in SMZ, 1939, Nr. 13/14. 

Meyer, Gregor. f 1576 in Basel. Stammte aus Sackingen, wurde 1535 Orga- 
nist in Solothurn, 1561 Organist am Basler Miinster. Von seinen Kom- 
positionen (Kirchenwerken) hat Glarean mehrere in den Dodekachordon 
aufgenommen. Neu gedruckt sind: Acht Chorsatze, in: Musikalische 
Werke schweizerischer Komponisten des 16.-18. Jahrhunderts, Bd. 1. hrg. 
von Wilh. Merian / Zwei Kyrie, in: A. Schering, Alte Meister aus der 
Friihzeit des Orgelspiels, Nr. 8, 9 / ein Kyrie, in : H. Bellermann, Die 
Mensuralnoten und Taktzeichen des 15. und 16. Jahrhunderts (1858 / 
eine Motette, in: R. Schlecht, Geschichte der Kirchenmusik (1871). 
Lit.: Wilh. Merian im schweiz. Jahrbuch fiir MWiss. 1, 1924. 

Miche, Paul. * 20. April 1886, war Schiiler von G. Pantillon in La Chaux- 
de-Fonds, sowie des Genfer Konservatoriums (Marteau) und der Kgl. 
Hochschule fiir Musik in Berlin (Marteau, Flesch). 1910 war er Mitglied 
des Stuttgarter Quartetts. Seit 1911 lebt Miche als Lehrer fiir Yioline 
am Konservatorium in Genf. 
Kompositionen; 
Gemischte und Mannerchore [bei verschiedenen Verlegern und M.]. 



142 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Melodies pour une voix et piano [Rouart-Lerolle, Paris, und Henry 
Lemoine, Paris] / Div. Melodies [M.]. 

Kammermusik: op. 7-10 Pieces pour viol, et piano [Ries 8t Erler] / 
op. 12 Morceaux pour viol, et piano [Hug] / op. 14 Senate pour viol, et 
piano [Rouart, Lerolle, Paris] / op. 20 Sonate en si min. pour viol, et 
piano [M.] / Romance pour violon avec ace. de piano [Chester]. 
Klavierwerke: op. 6 Trois Morceaux [Ries & Erler]. 

Mieg, Peter. * 5. Sepetmber 1906 in Lenzburg, besuchte die dortigen Schulen 
und das Gymnasium in Aarau (Maturitat 1927). Daneben studierte er 
Klavier bei Hans Munch (Basel) und Musiktheorie bei C. A. Richter 
(Lenzburg). 1927-33 studierte Mieg an den Universitaten Zurich, Basel 
und Paris Kunstgeschichte, Archaologie, Deutsche Literatur und Musik- 
geschichte. 1933 promovierte er in Zurich zum Dr. phil. mit einer Dis- 
sertation liber moderne Aquarellmalerei. Neben den akademischen Stu- 
dien widmete sich Mieg Klavierstudien bei Emil Frey (Zurich), der 
Komposition und der Malerei. Seit 1934 schreibt Mieg, der in Basel lebt 
und sich weiter der Malerei widmet, Kunst-, Literatur- und Musikrezen- 
sionen (,,Weltwoche" u. a.). 

Kompositionen [alle M.] : 

Buhnenmusiken: Musik zu Shakespeares ,,Wie es euch gefallt" / Musik 

zu einem Ballett von E. Havrlik. 

Chonverk: Requiem (Fragment). 

Konzert fur Klav. und Orch. 

Kammermusik: Violinsonate / Streichtrio / Streichquartett. 

Klaviermusik: Zwei Sonaten / Partita fur zwei Klaviere / Drei Kon- 

zerte fiir zwei Klaviere. 

Moeschinger, Albert. * 10. Januar 1897 in Basel, studierte in Bern, Leipzig 
und Miinchen (Courvoisier). Seit 1927 lebt Moeschinger als Pianist, 
Musiklehrer und Komponist in Bern. 
Kompositionen: 

Chorwerke: op. 14 Gottes Pfad ist uns geweitet (George), Motette fiir gem. 
a capp.-Chor, 1929 [Schott] / op. 15 Das Posthorn (Lenau) fiir M'chor, 
Streichorch. und Horner, 1929 [Hug] / Diverse a capp. -Chore [Hug, 
Ziircher Liederbuchanstalt, Pro Musica] / op. 22, 33 und o. op. Etwa 
30 Mannerchore a capp. [M.] / op. 43 Eucharistische Sehnsucht (Una- 
muno), Motette fiir gem. Chor a capp. / op. 46 ,,Tag unsres Volkes" 
(Robert Faesi), Kantate zur Eroffnung der Schweiz. Landesausstellung 
Zurich 1939, fiir Soli, Chor und Orch. [M.]. 

Gesang mit Orch.: op. 47 Prelude et Dralogue, Fragment d'apres ,,Toute 
montagne et toute colline seront abaisse'es" de Robert Crottet, pour 
deux voix d'hommes et orch. a cordes (M.]. 

Lieder: Fiinf Lieder nach Gedichten von Lenau, fiir 1 Singstimme und 
Klav., 1923 [Hug] / Waldlied (Lenau) [Hug] / op. 16 Sects Lieder 
(Lenau) [M,] / op. 24 Kantate fiir Sopr., Viol, und Klav., 1932 [Schott] 
/ op. 36a Zehn Lieder nach altdeutschen Gedichten, 1934 [Schott] / 
Verschiedene Klavierlieder, 1935-37 [M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 143 

Orchesterwerke : op. 32 Variationen und Finale iiber ein Thema von 
Purcell, fiir Strcichorch. und Schlagzeug, 1933 [Schott] / op. 34 Diver- 
timento fiir StreichorcL, 1934 [M.] / op. 45 Drei Stiicke fur Streich- 
orcL, 1938 [M.). 

Konzerte: op. 18 Konzert fiir Klav. und Kammerorch., 1929 [M.] / 
op. 23 Zweites Konzert fiir Klav. und KammerorcL, 1931 [Schott] / 
op. 40 Konzerte fiir Viol, und Kammerorch., 1935 [M.] / op. 42 Drittes 
Konzert fiir Klav. und Kammerorch., 1938 [M.]. 
Kammermusik: op. 5-8 Vier Quartette, 1921-23 [M.] / op. 11 Oktett 
f. Blaser u. Streicher, 1923 [M.] / op. 10 Divertimento f. Streichtrio, 1925 
[Nationalausgabe Hug] / o. op. Blasertrio, 1932 / op. 39 Acht Satze fiir 
Streichquart., 1934 [M.] / op. 38 Klaviertrio, 1934 [M.] / op. 41 Kla- 
vierquintett iiber ein Schweizer Volkslied, 1935 [M.] / op. 25 Trois 
Esquisses Valaisannes, fiir Viol, und Klav., 1935 [M.] / op. 37 Drei 
Humoresken fiir Viol, und Klav., 1934 [M.]. 

Klaviermusik: op. 28 Vier Klavierstiicke [Schott] / op. 29 Drei Klavier- 
stiicke [Schott] / op. 30a Rondo; 30b Toccata, 1933 [M.] / op, 31 
Kleine Klavierstiicke, 1933 [M.] / op. 35a Vision und Verinnerlichung, 
fiir zwei Klaviere, 1934 [M.] / o. op. Etwa 100 kleine Klavierstiicke, 
1932-36 [M.). 

Orgelmusik: op. 1 Passacaglia [M.] / op. 2 Praludium und Fuge (cis) 
[M.] / op. 4 Toccata, Grave und Fuge [M.] / op. 17 Introduktion und 
Fuge [Schott] / op. 21 Variationen und Fuge iiber ein Thema von Pur- 
cell, 1930 [M.] / op. 44 Suite (Praeludium, Hymnus und Variation, 
Fuga mystica und Toccata), 1934 und 1938 [M.]. 

Mohr, Ernst. * 4. Marz 1902 in Basel, besuchte die dortigen Schulen bis 
zur Maturitat (1920), studierte zuerst Naturwissenschaften, dann in 
Basel, Berlin und Paris Musikwissenschaft. 1927 promovierte er m Basel 
zum Dr. phil. Seit 1928 wirkt Mohr als Lehrer fiir Musikgeschichte, 
Formenlehre, Literatur- und Stilkunde und Musiktheorie an Musik- 
schule und Konservatorium in Basel, seit 1931 auch an der schwei- 
zerischen Ordhesterschule. Mohr halt ausserdem musikalische Vortrage 
am Radio Basel und Kurse an der Easier Volkshochschule. Er ist seit 
1933 President der Ortsgruppe Basel der Schweiz. Musikforschenden Ge- 
sellschaft, deren ,,Mitteilungen" er (zusammen mit Willi Schuh) 1934-36 
redigierte. 

Publikation: Die Allemande, Erne Untersuchung ihrer Enrwicklung von 
den Anfangen bis zu Bach und Handel. 1. Bd. Textj 2.Bd. Notenbei- 
spiele (Hrg. von der Schnyder von Wartensee-Stiftung) [Hug, 1932] . 
Aufsatze: Karl Nef und sein Werk, Eine Zusammenstellung, in: Fest- 
schrift Karl Nef zum 60. Geburtstag [Hug, 1932] / Die schweizerischen 
Orchcster, in: Schweizer Musikbuch [Atlantis, 1939] / Verschiedene 
weitere Aufsatze, 

Molitor, Fidel. * 13. Juni 1627 in Wil, f 3. Oktober 1685 im Kloster Mag- 
denau (St. Gallen), Kantor und Kapellmeister im Kloster "Wettingen 
1645-67, dann Prior. Er hat ein- und mehrstimmige kirchliche Vokal- 



144 > SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



werke veroffentlicht: Praegustus musicus, 1659 / Cantiones sacrae a 
voce sola, 1664 / Mensa musicalis, 1668 (vierstimmige Psalmen). 

Molitor, Valentin. Aus Rapperswil, Geistlicher, um 1668-92 Musikdirektor 
des Klosters St. Gallen. Veroffentlichte: Odae genethliacae, 1668 (Weih- 
nachtsgesange em- bis funfstimmig) / Epiniceon Marianum, 1683 (fiinf- 
stimmige Motetten), Messen und Motetten mit Instrumentalbegleitung 
1681, ein Directorium (Gesange und Prozessionsresponsorien), 1692. 
Neuausgabe: Odae genethliacae fur Soli, Chor, Klav. und Streicher, 
bearbeitet von Pirmin Vetter [Henn 1934]. 

Montillet, William. * 16. August 1879 in Genf, studierte zunachst Musik 
in Genf unter Rehberg und Barblan, spater in Leipzig bei Homeyer, 
Piutti, Reinecke. Seit 1901 wirkt er als Lehrer fur Orgel am Konserva- 
torium in Genf und als Organist der St. Josephskirche. 
Liturgische Kompositionen: 

Sieben Messen fur gem. Chor und Org. [Henn] / Missa Tu es pastor 
[Bohm] / Exulta filiae Sion, a deux voix de femme et org. [Henn] / 
Vpres des Defunts, a une voix et org. [Henn] / Recueil de cantiques, 
a une voix avec accompagnement [Henn] / Missa Tu es sacerdos pour 
voix mixtes et org. [Henn] / Missa a capp. [Henn] / Regina coeli - O 
Salutaris - Tan turn ergo, pour choeur mixte et org. [Henn] / O salu- 
taris pour choeur mixte et org. [Foetisch]. 

Mooser, R.- Aloys. * 20. September 1876 in Genf, studierte in Genf und 
St. Petersburg. Er war 1897-1909 Organist an der reformierten franzosi- 
schen Kirche und Musikkritiker am ^Journal de St. Petersbourg" in 
St. Petersburg. Seit 1911 lebt Mooser als Musikkritiker in Genf. 1923 
begriindete er die monatlich erscheinenden ,,Dissonanccs" (Revue musi- 
cale inde"pendant), deren einziger Redaktor er ist. In den ,,Dissonances" 
sind zahlreiche Werkverzeichnisse junger Schweizer Musiker erschienen, 

Publikationen: 

L J opra comique franjais en Russie au XVIIIe siecle, 1932 [Conches, 
Geneve] / Aloys Mooser, facteur d'orgues a Fribourg (1770-1839), Fri- 
bourg 1935 / Un musicien espagnol en Russie a la fin du XVIIIe siecle, 
Contribution a la biographic de V. Martin i Soler, et a la bibliographic 
de ses oeuvres, Turin 1936 / Violonistes-compositeurs italiens en Russie 
au XVIIIe siecle, Turin 1938 / in Vorbereitung: Annales de la musique 
et des musiciens italiens en Russie au XVIIIe siecle. 

Morel, Fritz. * 30. November 1900, erhielt seine musikalische Ausbildung 
am Konservatorium Basel sowie in Paris (Dupr6, Bonnet, Dukas, Hure*, 
Lazare Levy) und Leipzig (Straube) und bei Albert Schweitzer. 1926 
promovierte Morel zum Dr. jur. 1930 wurde er Organist an der Lukas- 
kapelle, dann im Zwinglihaus in Basel, 1939 trat cr die Nachfolge 
Hamms als Miinsterorganist und als Lehrer an Musikschule und Kon- 
servatorium an. Morel ist ferner Vorstandsrmtglied der Allg. Musik- 
gesellschaft Basel, President der staatl. Musik-Experten-Kommission und 
Mitglied der staatl. Musikkredit-Kommission. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 145 

Moser, Rudolf. * 7. Januar 1892 in Niederuzwil (St. Gallen), besuchte die 
Schulen in Basel und erhielt daneben Musikunterricht be! Emil Wittwer 
und Paul Schnyder-Daegling. Er studierte einige Semester an der Uni- 
versitat Basel und war 1912-14 Schiller Max Regers, Hans Sitts und 
Julius Klengels am Leipziger Konservatorium. 1914 nach Basel zuriick- 
gekehrt, vervollstandigte Moser seine musikalischen Studien bei Hans 
Huber, Joseph Lauber und Hermann Suter und besuchte daneben mu- 
sikwissenschaftliche Vorlesungen bei Karl Nef. Er wirkt in Basel als 
Lehrer am Konservatorium, Dirigent des Miinsterchores und der Or- 
chestervereinigung Basel. Er ist auch Mitglied der staatlichen Musik- 
kredit-Kommission. 

Kompositionen : 

Biihnenwerke: op. 63 Die Fischerin (Goethe), 1935 [E. Vogel] / op. 65 
Musik zu ,,Periander und Lykophron", Horspiel von G. Arnold-Schmidt, 
1937 [M.] / op. 68 Musik zum Legendenspiel ,,Der Gaukler unsrer lie- 
ben Frau" (Senta Maria), 1935 [Munster-Verlag, Bern]. 
Chorwerke: mit Begleitung: op. 12 Die Schmiede der Freiheit (Stauf- 
facher) fur Altsolo, M'chor und grosses Orch., 1919 [M.] / op. 50 Oden 
des Horaz, 1931 [Steingraber] / op. 66 Am Rheinfall (Eugen Aellen) 
ftir Baritonsolo, M'chor und Orch., 1937-38 [M.] / op. 43, Nr. 1 Das 
Strausschen (Goethe) fur Sopransolo, M'chor und Klav., 1929 [E. Vogel] 
/ op. 43, Nr. 8 An die Freundschaft (Nietzsche) fur M'chor und Klav., 
1934 [Steingraber] / op. 45 Weihnachtskantate fur Sopran- und Bariton- 
solo, Kinderchor, Streichorch. und Org., 1929 [M.] / op. 67 Sommer 
(Eugen Aellen), kleine Kantate fur Jugendchor, gem. Chor und Instr., 
1939 [Hug] / a cappella: gemischte Chore: op. 2, Nr. 22 Denk es, o 
Seele, 1916 [Vandenhoeck & Ruprecht] / op. 7 Ostergesang (aus Faust), 
1918 [M.) / op. 11 Sechs Motetten, 1918-25 [Nr. 1 Ev. Missions verlag; 
Nrn. 2, 3, 5, 6 M.; Nr. 4 Schweiz. Kirchengesangsbund) / op. 23 Fest- 
lied ,,Zu Riehens Ehrentag", 1923 [M.] / op. 27 Neun Lieder und Mad- 
rigale, 1924-30 (Nr. 1-4, 6-9 M.; Nr. 5 Ziircher Liederbuchanstalt] / 
op. 58 Zehn Chore, 1933-38 [Nrn. 1, 2, 4, 5, 7, 10 M.; Nrn. 3, 6 
Schweiz. Kirchengesangsbund; Nrn. 8, 9 Sgl. Rezia, H. Erni, Ilanz] / op. 
64 Drei vaterlandische Lieder, 1936 [Nr. 1 Schweiz. Kirchengesangsbund, 
Nrn. 2, 3 M.] / Mannerchore: op. 6 (16 Nummern), 1919-26 [Nrn. 1, 
2, Hug; Nrn. 3, 4 Zentralblatt der Zofingia; Nr. 6 Ernst Vogel; Nr. 10 
Foetisch; Nr. 16 Ziircher Liederbuchanstalt; iibrige M.] / op. 43 (Nrn. 
2-7), 1930 [Nr. 3 Ziircher Liederbuchanstalt; iibrige M.] / op. 59 
Gesang der Geissler, 1934 [M.] / op. 60 Zwolf Chore, 1934-36 [Nr. 10 
Hug; iibrige M.] / op. 64, Nr. 1 Crousch alva sen fons cotschen, 1936 
[Hug] / Frauenchore: op. 21 (4 Nummern), 1922 [Nr. 1 Hug; iibrige M.]. 
Lieder: op. 1 Zwei Orgellieder, 1912-14 [M.] / op. 2 18 Klavierlieder, 
1910-16 [Nrn. 1, 2 Hug; iibrige M.] / aus op. 2 Zwei Orgellieder, 1916-17 
[M.] / op. 5 15 Klavierlieder, 1916-20 [Hug] / op. 9 Elf Orgellieder, 
1917-28 [M.] / op. 10 Wunden tragst du, fur Sopr., Bass und Org., 
f918 [M.] / op, 14 Sieben Klavierlieder, 1920-26 [Hug] / op. 16 Liebe 
(Wolfensbergcr), 1921 [M.] / op. 17a Fiinf Gedichte von Morgenstern 
"$tr Sopr. und Streichquart., 1921 [M.] / op. 17b Drei Gedichte von 

Ifr Schuh, Mueikrrlcxikon 



146 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

A. Sarasin fiir Sopr., FL, Viol., Viola und Vcl, 1925 [M.] / op. 22 Drei 
Berndeutsche Lieder, 1922 [M.] / op. 52 Altdeutsche Lieder fiir Sopr., 
FL und Klav., 1932 [Steingraber]. 

Orchesterwerke; op. 29 Suite, 1924-25 [M.] / op. 32 Concerto grosso, 
1927 [Steingraber] / op. 38, Nr. 1 Kleine Suite fiir Streicher, 1927 [M.] / 
op. 38, Nr. 2 Intrade, 1928 [M.] / op. 41 Ouverture zu einem Kirchen- 
konzert, 1928 [M.] / op. 42, Nr. 1 Burleske, 1928 [M.] / op. 42, Nr. 2 
Variationen, 1931 [Steingraber] / op. 47 Suite fiir Streicher, 1930 [M.] / 
op. 55 Suite iiber Volkslieder aus den franzosischen Alpen, 1933 [U. E., 
Wien] / op. 56 Suite, 1932-36 [M.] / op. 57, Nr. 4 Spielmusik fiir 
Streicher, 1936 [M.]. 

Konzerte: op. 24 Violinkonzert in e, 1923 [M.] / op. 31 Violinkonzert 
in g, 1926 [M.] / op. 37 Orgelkonzert, 1927 [M.] / op. 39 Violinkon- 
zert in d, 1928 [M,] / op. 44 Violoncell-Konzert, 1929 [Steingraber] / 
op. 46 Tripelkonzert (Viol., Viola, Vcl), 1930 [M.] / op. 61 Klavier- 
konzert, 1934 [Steingraber] / op. 62 Bratschenkonzert, 1934-35 [E. 
Vogel]. 

Kammermusik: op. 3 Violin-Klavier-Sonate, 1916 [M.] / op. 8, Nr. 1 
Streichquartett in E, 1916-17 [M.] / op. 8, Nr. 2 Streichquartett in 
g-Moll, 1918-19 [M.] / op. 13 Sonate fiir Horn und Klav., 1920 [M.] / 
op. 15 Streichquartett in As, 1920-21 [M.] / op. 25 Streichquartett 
in d, 1924 [M.] / op. 28 Nr. 1 und 2 Zwei Suiten fiir Viol, und 
Klav., 1925 [Steingraber] / op. 33 Suite fiir Fl. und Klav. (oder Cem- 
balo), 1925 [Steingraber] / op. 34, Nr. 1 Suite fiir Viol, und Vcl., 1925 
[M.] / op. 34, Nr.2 Duo-Sonate fiir Viol, und Vcl., 1925 [M.] / op. 35 
Suite fiir Vcl. und Klav. (oder Orch.), 1926 [M.] / op. 36 Trio fiir 
Klav., Viol, und Vcl,, 1927 [M.] / op. 40 Suite fiir Viol, und Klav. 
(oder Streicher), 1928 [M.] / op. 48 Drei Divertimenti, 1931: Nr. 1 fiir 
FL, Viol, und Viola [E. Vogel] / Nr. 2 fiir Viol, und Viola [M.] / Nr. 3 
fiir Viol, und Viola [E. Vogel] / op. 49 Streichquartett in A-Dur, 1931 
[Steingraber] / op. 51, Nr. 1 Divertimento fiir FL, Oboe und Klar., 
1932 [Steingraber] / op. 51, Nr. 2 Divertimento fiir zwei VioL, 1932 
[Steingraber] / op. 53 Streichsextett, 1932 [M,] / op. 57, Nr. 1 Kleine 
2-stg. Suite fur Blockfloten, 1933 [Hug] / op. 57, Nr. 2 Kleine 2-3-stg. 
Suite fur Blockfloten, 1933 [2 Satze Hug; 3 Satze M,] / op. 57, Nr. 3 
Spielmusik fur Klar., Fagott und Kb., 1935 [M.]. 
Klaviermusik: op. 19 Scherzo, 1914-21 [M.]. 

Orgelwerke: op. 4 Zwei Praludien und Fugen, 1915-16 [M.] / op, 18, 
Nr. 1 Sonata quasi fantasia, 1921 [M.] / op. 18, Nr. 2 Dorische Rhap- 
sodic, 1921 [A, Leduc] / op. 26 Choralvorspiele, 1924-27 [Nr. 2 und 8 
Breitkopf & Hartel; Nr. 3 und 5 Bern, Organistenverband; Nrn. 1, 4, 6, 
7, 9 M.] / op. 30, Nr. 1 Passacaglia, 1926 [M.] / op. 30, Nr. 2 Phantasie 
und Fuge, 1930 [M.] / op. 54, Nr. 1 Suite ,,Der Tag der ist so freuden- 
rcich", 1932 [Hug] / op, 54, Nr. 2 Suite ,,Veni sancte spiritus", 1937 
[Hug], 

Neuausgaben alter Musik: Henrico Albicastro, 3. Triosanate in h-Moll 
[Vieweg] / Joh. Ludwig Bach, Motette ,,Uns ist ein Kind" [Kistner & 
Siegel] / Nicola Porpora, Violoncell-Konzert (mit Jul.Bachi) [Schott] 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 147 

/ Jak. Scheiff clhut, Siebente Suite aus dem ,,Lieblichen Friihlingsanfang" 
[Vieweg] / Antonio Vivaldi, Concerto grosso in d-Moll, op. 3, Nr. 11 
[Breitkopf & Hartel] / Schweiz. Volkslieder [Copyright bei Radio 
Basel] / Berthold Hipp, Instrumentalsatze aus dem ,,Heliotropium my- 
sticum" [Cop. bei Radio Basel] / M.-Bearbeitungen von Werken von 
Caldara, Ph. E. Bach, Joh. Seb. Bach (?), Josquin Despre"s, Handel, 
J. Haydn, Lully, Gregor Meyer, Mozart, Purcell, Rameau, Scarlatti, 
Schein, Schubert, Simpson, K. Stamitz, Constantinus Steingaden, ferner: 
Oberuf erer Paradeisspiel, Schweiz. Instrumentalsatze, Le roi a fait . . . 
(franz. Volkslied). 

Aufsatze: Henry Purcells ,,Dido und Aeneas", in: Basler Nachrichten, 
19.-20.Mai 1928. 

Lit.: Hans Ehinger, Rudolf Moser, in: Basler Nachrichten, 21.-22. Ja- 
nuar 1928. 

Mottu, Alexandre. * 1883 in Genf, studierte zunachst in seiner Vaterstadt 
Musik (Willy Rehberg, Otto Barblan), daraufhin in Leipzig (Reisenauer) 
und schliesslich in Berlin bei Teresa Carenno. Mottu widmet sich be- 
sonders dem Unterricht und ist seit 1907 Professor der Ausbildungs- 
klasse des Genfer Konservatoriums, ausserdem wirkt Mottu als Organist 
am Temple des Eaux-Vives. 
Kompositionen: 

Chorwerke: Trois Cantiques spirituels [Henn] / Cinq Versets Chante"s 
[Henn] (beides in Le nouveau Psautier romand). 

Gesang mit Klavier: Tristesse d'<ke (Mallarm^), 1916 [Henn] / Deux 
chants de manage (Tavan. Ribaux), 1932 [Senart] / Priere (Marguerite 
d'Angouleme), 1934 [Senart] / Meditations Lamaiques, 1935 [M.]. 
Kammermusik: lere Sonatine pour viol, et piano, 1932 [Se*nart] / 2me 
Sonatine pour viol, et piano, 1933 [Senart] / lere Sonatine pour vcL et 
piano, 1934 [Senart] / Suite anglaise pour vcl. et piano, 1935 [Se*nart] / 
2me Sonatine pour vcl. et piano, 1935 [M.]. 

Klavierwerke: Danse, 1905 [Henn] / Theme et variations, 1916 [Henn] 
/ Feu follet, 1918 [Henn] / Menuet, 1922 [Henn] / Elogue et Humo- 
resque, 1922 [Henn] / 2me Humoresque, 1922 [Henn] / Etude en re* 
mineur, 1922 [Henn] / Mirage, 1922 [Henn] / Danses des Seizes, 1923 
[Henn] / Venitienne, 1924 [Henn] / Gavotte [Henn] / Passepied 
[Prior] / Etude en mi majeur [Prior] / Quatre Etudes rythmiques, 
1933 [Se"nart] / Livre d'heures, 1935 [Senart] / La charmeuse de peine, 
1936 [Senart] / Concert en r dorien, 1935 [M.] / Nuits d'erf, 1936 
[M.] / Danses et Contredanses (4 livres), 1937 [Se"nart] / Senate en 
r [M.]. 

Orgelwerke: 24 pieces liturgiques, 1928 a 1934 [Senart] / Partita, 1937. 
Werkverzeichnisse in: Oeuvres de Compositeurs Genevois 1937. 

MMer, Alexander, * 1808 in Erfurt, f 28. Januar 1863 in Zurich. Schxiler 
Hummels, seit 1834 Klavierlehrer in Zurich. Er leitete den friihern 
Listeschen Gesangverein, griindete und leitete dann einen eigenen ge- 
mischten Chor (Miillerscher Gesangverein), mit dem er Oratorien auf- 



148 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



fiihrte, und dirigierte 1852-63 die Orchesterkonzerte. Von seinen Kom- 
positionen sind Klavierwerke und Lieder gedrucbt worden, auch korn- 
ponierte er die Opern Die Flucht nach der Schweiz, 1841, und Die 
Miihle von St. Alderon oder die beiden Galeerensklaven, 1851 (beide 
in Zurich aufgefiihrt). 

Lit.: Max Fehr, Richard Wagners Schweizer Zeit, I., 1934 / Ein Nach- 
ruf Wilh. Baumgartners in der Baumgartncrbiographie von C. Widmer, 

Muller, Eduard. * 12, Oktober 1912 in Sissach, studierte in Basel bei Adolf 
Hamm (Orgel) und in Leipzig bei Giinther Rarnin (Orgel und Cembalo). 
Seit 1934 ist er Organist an der Pauluskirche in Basel, Muller leitet da- 
selbst den Kirchengesangchor St. Leonhard-Paulus und ist Lehrer fur 
Orgel-, Cembalo- und Generalbasspiel an der Schola Cantorurn Basi- 
liensis. 

Muller, Ernst. * 8, Juli 1903 in Basel, studierte nach Absolvierung der Real- 
schule und einer Lehre als Photograph am Konservatorium in Basel 
(G, Haeser). Muller lebt in Basel als Chor- und Orchesterdirigent und als 
kunstlerischer Leiter der ,,Kammerkunst". Er ist Kantonaldirigent des 
Verbandes Baselstadtischer Gesangvereine. 
Kompositionen [alle M.] : 

Chorwerke; Weihgeschenk (C.F.Meyer) fur Fr. chor und kleines Orch. 
/ Der kleine Tag (Bernhard Moser) fur Kinderchor und kleines Orch. / 
Gemischte, Manner- und Frauenchore a capp. 

Lieder und Liederzyklen : Liebe, ein Zyklus nach W. Wolfensberger / 
Sechs plattdeutsche Gesange nach Storm und Groth / Elegie, ein Zykluj; 
nach Bernhard Moser / Drei Gesange nach G. v. d. Vring / Zwei Ge- 
sange nach Spitteler / Herbst, funf Gesange nach verschiedenen Dich- 
tern / Sechs Gesange nach Morgenstern / Drei Gesange nach Joachim 
Ringelnarz / Traum der Nachte, ein Zyklus nach Ricarda Huch / Funf 
Gesange nach verschiedenen Dichtern / Zwei Gesange nach Georg 
Trakl / weitere Einzellieder nach verschiedenen Dichtern. 
Orchesterwerk: Praludium und Fuge fiir Streichorch. 
Kammermusik: Sonatensatz e-Moll fiir Viol, und Klav. / Variationen 
A-Dur fiir Viol, und Klav. / Variationensuite (im alten Stil) fiir Fl. 
und Klav. / Trio B-Dur fiir Viol, Vcl. und Klav. 
Oaviermusik: Zwei Sonatinen, C-Dur, G-Dur / Leichte Variationen 
iiber ein Schweizerlied / Variationen iiber ein Thema von Schubert / 
Tanzerische Miniaturen / Sonatine H-Dur fiir zwei Klaviere / Sieben 
Klavierstiicke. 

Neuausgaben: Theodor Frohlich, Klavierstiicke [E. Vogel] / C. M, von 
Weber, Drei Mannerchore. 

Aufsatz: Georg Haeser, in: Jahrbuch der literarischen Gescllschaft 
Winterthur, 1938. 

Miiller, Paul, *19.Juni 1898 in Zurich, besuchte das Zurcher Literatur- 
gymnasium und studierte Musik am Konservatorium (1917-20) sowie in 
Paris. Seit 1927 ist Muller Lehrer fiir Musiktheorie, Kontrapunkt und 
Zusammenspiel am Konservatorium in Zurich. Mit dem Elisabeth- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 149 

Schmid-Chor veranstaltet er Auffiihrungen eigener und alter Chor- 
werke. Auch als Orchesterdirigent ist Miiller hervorgctreten. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: op. 7 Die Simulanten (Max Miiller), Singspiel in zwei 
Akten, 1922 [M.] / op. 9 Musik zum ,,Dr. Faust" fiir das Schweizer 
Marionettentheater, 1923 [M.] / op. 13 Zwischenaktmusik fiir eine Frei- 
lichtauffiihrung von Schillers ,,Teir, 1926 [M.] / Das Eidgenossische 
\Vettspiel (Edwin Arnet), Festspiel fiir die Schweiz. Landesausstellung 
Zurich 1939 [M.; ,,Schweizer Hymne" daraus: Hug]. 
Chorwerke mit Begleitung: op. 11 Te Deum I fiir Soli, gem. Chor und 
Orch., 1924 [Schott] / op. 17 Messe fiir Frauenstimmen und Orch., 
1931 [M.] / op. 20 Te Deum II fiir Frauenstimmen und Orch., 1933 
[M.] / op. 16 Chor der Toten (C.F.Meyer) fiir M'chor und Orch., 1931 
[Schott] / op. 18 Drei geistliche Chore (Hymnus matutinus-Imploratio- 
Oratio) fiir Frauenstimmen, Cembalo und Stretcher, 1931 [M.] / Zwei 
Chorale fiir Fr. chor und Org., 1934 [Hug] / op. 27 Mein Vaterland 
(Gamper), Hymne fiir M'chor und Orch., 1938 [M.] / op. 29 Der 
Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi, fiir Soli, kleinen Fr. chor 
und sechs Instrumente, 1939 [M.] / Wer will uns scheiden von der 
Licbe Gottes, Motette fiir gem. Chor und Org. [Schweiz. Kirchen- 
gesangsbund] / a cappella: Ich wollt, dass ich daheime war, fiir gem. 
Chor, 1933 [Hug] / Ich wiinsch us mines Herzens Grund, fiir 5-stg. 
Fr. chor [Hug] / Mannerchore: Waldlied. Morgen (G.Keller), 
1928-29 [Hug] / Drei Spriiche (Goethe), 1932 [Schweiz. Arbeitersan- 
gerverband] / Hore die Nacht (Gamper), Doppelkanon, 1930 [Ziircher 
Liederbuchanstalt] / Vier Lieder in kanonischer Weise (Eichendorff), 
1930 [Schott] / Frau Musica (Luther), 1936 [Hug]. 
Lieder: op. 1 Acht Lieder (Hafis, Keller, Leuthold), 1919-20 [Hug] / 
op. 6 Lieder, 1922 [M.] / op. 15 Vier Duette (C.F.Meyer, Gamper} 
fiir Sopr., Alt und kleines Orch. (oder Klav.), 1928 [M.| / Sunneschy 
und Regewetter, elf Kinderlieder (zusammen mit Hedwig Miiller- Welti), 
1935 [Hug] / Ca. 40 Manuskriptlieder nach verschiedenen Dichtern. 
Orchesterwerke: op. 3 Kleine Symphonic in D-Dur, 1920 [M.] / Sere- 
nade fiir kleines Orch., 1921 [M.] / op, 14 Hymnus, 1930 [M.] / op. 21 
Praludium, Aria und Fuge, 1933 [M.]. 

Konzerte: op. 24 Concerto in f-Moll fiir Viola und kleines Orch., 1934 
[Schott] / op. 25 Konzert in G-Dur fiir Viol, und kleines Orch., 1936 
[Schott] / op, 28 Konzert fiir Org. und Streichorch., 1938 [Schott], 
Kammermusik: op. 2 Streichquintett in F-Dur, 1919 [Simrock) / op. 4 
Streichquartett in Es-Dur, 1921 (Simrock] / op. 5 Violinsonate in B- 
Dur, 1922 [Hug] / op. 8 Marienleben, acht Stiicke Kammermusik fiir 
neun Instrumente, 1923 [Schott] / op. 23 Dorisches Stuck fiir Vcl, und 
Klav. [Hug] / op. 26 Klavierquartett in c-Moll, 1937 [M.]. 
Blockflotenmusik : Tema con variazioni fiir drei Blockfloten (oder 
Geigen) [Hug]. 

Klaviermusik: op. 10 Sechs Klavierstiicke, 1924-25 [Hug] / Fiinf Kla- 
vierstiicke zu vier Handen, 1928 [M,]. 



150 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Orgelmusik: op. 12 Toccata in C-Dur, 1925 [Schott] / op. 22 Praludium 
imd Fuge in c-Moll, 1934 [Schott] / Canzone fur Org., 1936 [M.]. 

Miiiler, Walther. * 7. November 1884 in St. Gallen, besuchte das dortige 
Gymnasium (Maturitat) und studierte 1904-10 am Konservatorium 
(Pembaur, Krehl, Sitt, Homeyer) und an der Universitat (Riemann, 
Schering) in Leipzig. Er promovierte 1910 zum Dr. phil. 1910-12 war 
er Theaterkapellmeister in Niirnberg und St. Gallen, 1912-19 Musik- 
direktor in Emden, wo er Chore leitete und an den stadtischen Schulen 
Gesangsunterricht erteilte. 1920 liess er sich in St. Gallen nieder, wo er 
bis 1928 den Stadtsangerverein-Frohsinn dirigierte. Daneben entfaltete 
er eine umfangreiche Lehrtatigkeit (Klavier, Gesang, Theorie). Miiiler 
ist Musikreferent des St. Galler Tagblatcs und der Schweiz. Musikzeitune; 
und ausserdem Programmleiter der Ostschweiz, Radiogesellschaft. 
Kompositionen: Manuskriptlieder. 

Publikationen: Johann Adolf Hasse als Kirchenkomponist, Sammelbande 
der IMG, 1911 [Breitkopf & Kartell- 

Aufsatze: Max Reger, in: Ostfriesische Zeitung, Emden, Mai 1916 ' 
Riickblick auf die Emdener Tatigkeit, in: Ostfries. Ztg. Emden 1919, 
Lit.: Vereinsblatter des Stadtsangervereins-Frohsinn, 1920-28. 

Miiller (von Kulm), Walter. * 31. August 1899 in Basel, gebiirtig aus Kulm 
(Aargau), besuchte die Schulen in Basel (1918 Maturitat) und war bis 1928 
Volksschullehrer. Seine musikalischen Studien machte er an deri Konserva- 
torien in Basel und Zurich sowie an der Universitat Basel (Musikwissen- 
schaft, Philosophic). Miiiler von Kulm lebt in Basel als Chorleiter und 
Lehrer fur theoretische Facher am Konservatorium in Basel. Gegen- 
wartig ist er President der Ortsgruppe Basel des Schweiz. Musikpada- 
gogischen Verbandes, dessen Zentralvorstand er seit 1938 gleichfalls an- 
gehort. 1939 wurde er Leiter des Easier Bach-Chores. Miiiler v. Kulm 
ist verheiratet mit der Geigerin Gertrud Flugel. 
Kompositionen : 

Biihnenwerke: Mutterland, Festspiel zum Eidg. Sangerfest in Basel, 1935 
[Selbstverlag] / op. 36 Die blaue Blume, Ballett, 1935-36 [Selbstverlag] 
/ Der Erfinder, Oper (Text von O. Walterlin), 1937-39. 
Chorwerke: mit Begleitung: op. 13 Klaggesang von der edlen Frauen 
des Asan Agan (Goethe)) fur Soli, gem. Chor und Orch., 1925 und 1932 
[M.] / op. 38 Grosser Choral (Hermann Claudius) fur Altsolo, gem. 
Chor und Orch., 1936 [M.] / a cappella: op. 34 Drei Motetten fur 
M'chor, 1935 [Selbstverlag] / Chorlieder fur gem. Chor, M'chor und 
Fr. chor [z. T. Hug|. 

Klavierlieder: op. 1, 3 (Eichendorff) / op. 5, 9 (Hesse) / op. 10 (Hesse)/ 
op. 19, 20, 33 (Anna Burg) [E. Vogel, Basel] / op. 37 (H. Claudius) / 
op. 41 (RLiebrich) [ausser op. 33 alle M.]. 
Orgelgesange; op. 14 Geistliche Lieder, 1927 [M.]. 

Orchesterwerke: op, 15 Sinfonie in d-Moll fur grosses Orch., 1928 [M,] / 
op. 24 Musik fiir Streichorch., Cembalo, Viol, und Viola, 1931 [Selbst- 
verlag] / op. 29 Ouverture im alten Stil fiir Orch., 1933 [Selbstverlag] / 
op. 39 Kleine Suite iiber schweizerische Volkslieder: a) fiir Streichorch., 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 151 

1936, b) fur gr. Orch., 1938 [M.] / op. 42 Musik fur Streicher, 1939 
[Selbstverlag]. 

Konzerte: op. 23 Kammerkonzert fur Viol, und Streichorch., 1930 
[Selbstverlag] / op. 40 Concertino fur Fl. und Streicher, 1936 [Selbst- 
verlag]. 

Kammermusik: op. 30 Klaviertrio Nr. 1, 1933 [Hug] / op. 31, Nr. 1 und 
2 Zwei Sonaten fur Viol, und Klav., 1933-34 [Hug] / op. 35 Kleine 
Serenade fiir fiinf Blaser, 1935 [M.] / op. 18 Streichquartett, 1928 [M.] 
/ op. 26 Streichquartett, 1932 [M.]. 

Klavierwerke: op. 8 Zwei Sonatinen, 1926 [M.] / op. 4, 6, 16 (vierhan- 
dig) / op. 17, 28 Klavierstiicke [M.]. 

Orgelwerke: op. 2 Choralvorspiele [M.] / op. 7 Zwei Praludien und 
Fugen, 1925 [M.] / op. 21 Introduktion und Passacaglia, 1929 [M.J. 
Verschiedenes: Marsche und Stiicke fiir Blasmusik. 

Miinch, Hans. * 9. Marz 1893 in Muihausen (Elsass), besuchte das dortige 
Gymnasium und erhielt Musikunterricht bei A. Stern, Albert Schweitzer 
und Ch. Miinch. 1912 kam Miinch nach Basel, wo er am Konserva- 
torium bei Huber, David, Hamm und Haeser studierte. 1918-27 war er 
Lehrer fur Klavier, 1918-35 fiir Chorgesang am Konservatorium. Miinch 
war auch Korrepetitor am Basler Stadttheater, Dirigent des Manner- 
gesangvereins Kleinbasel und des Deutschen Mannerchors (bis 1926). 
1921-26 leitete er den Basler Bachchor. 1925 ubernahm er provisorisch, 
1926 definitiv die Leitung des Basler Gesangvereins und der Basler 
Liedertafel (beides als Nachfolger Hermann Suters). 1935 wurde Miinch 
nach dem Riicktritt Felix Weingartners Hauptdirigent der Sinfonie- 
konzerte der Allgemeinen Musikgesellschaft Basel, Direktor von Musik- 
schule und Konservatorium tfnd Gastdirigent am Basler Stadttheater. 
1939 ernannte ihn die Univcrsitat Basel zum Ehrendoktor. 
Kompositionen : 

Buhnenmusik: Musik zu C. A. Bernoullis Mysterium ,,Totentanz", 1926 
[M.] / Musik zum Reformationsgedenkspiel von Emanuel Stickelberger, 
1929 [Klav.-Auszug im Selbstverlag]. 

Chorwerk: Chor der Toten (C.F.Meyer) fiir M'chor, 1928 [M.]. 
Lieder: Vier Lieder, 1924 [Hug] / Lieder (H.Heine) fiir eine tiefe 
Stimme und Orch. [M.] / Duette [M.] / Lieder [M.]. 
Kammermusik: Streichquartett c-Moll, 1926 [M.] / Sonate e-Moll fur 
Viol und Klav., 1924 [M.]. 
Klavier- und Orgelwerke [M.]. 

Munzinger, Eduard. * 24. Juni 1831 in Olten, f 29. Marz 1899 in Neuchi- 
tel, Schiiler des Leipziger Konservatoriums, Musikdirektor in Aarau 
(1855), Zurich (1862) und Neuchatel (1868). Kompositionen (M. in 
Basel): Drei Oratorien / mehrere grosse Mannerchorkantaten / drei 
Sinfonien / zwei Klavierkonzerte / Kammermusik. 

Munzinger, Karl. * 23. September 1842 in Balsthal, f 16- August ^1911 in 
Bern. Schiiler des Leipziger Konservatoriums, Musikdirektor in Bern 



152 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



(Liedertafel 1869, Cacilienverein und Musikgesellschaft 1884), Ehren- 
doktor der Universitat Bern. 

Kompositionen: Berncr Festspiel 1891 / Mannerchorkantaten mit Orch. 
(Murtenschlacht 1877, Freiharstbuben). Handschriftlich: Adrian von 
Bubenberg, vaterlandisches Festspiel / Natur und Mensch, Kantate fiir 
Soli, Chor und Orch. / Universitatskantate, 1884 / Musik zu Sopho- 
kles Konig Oedipus / Lieder und Chore. 

Sein Bruder Edgar (* 3. August 1847, f 23. September 1905) studiertc 
gleichfalls in Leipzig, war dann Musiklehrer in Berlin, Musikdircktor in 
Winterthur und Organist der Stadtkirche 1883-93, nochmals Musik- 
lehrer in Berlin und seit 1901 Lehrcr fiir Theorie, Komposition und 
Klavierspiel am Basler Konservatorium. Er hat handschriftlich hinter- 
lassen: Lucretia Collatina, Oper / Chorkantaten / mehrere Sinfonien 
/ ein Klavierkonzert / Kammermusik / Frauenchore und Lieder, 

Nabholz, Philipp. * 19,Juli 1882 in Darlington (England), besuchte in 
Winterthur das Gymnasium (Maturitat 1901) und in Zurich die Inge- 
nieurschule des Eidg. Polytechnikums (1901-02). 1902 begann er das 
Musikstudium am Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. (Knorr, 
Sekles, Bassermann, Hegner, Zilcher). Nach Abschluss seiner Studien 
wurde er 1906 Musikdirektor in "Wattwil-Nesslau. Seit 1909 wirkt Nab- 
holz in Luzern, bis 1914 als stadtischer Musiklehrer, seither als Seminar- 
musikdirektor. Seit 1918 leitet er den gemischten Privatchor und seit 
1919 den Mannerchor des kaufmannischen Vereins. 

Kompositionen: 

Festspiel: Musik zum Festspiel des Eidg. Sangerfestes, 1922 [M.]. 
Chorwerke: mit Begleitung: Der Tellen Erwachen (Schiirmann) fiir 
M'chor und Orch., 1917 [Hug] / Der Brunnen (Sergei) fiir M'chor und 
Orch., 1908 [M.) / Tiefe Stunde Traumsommeraacht Sonnen- 
aufgang (J. Bierbaum) fiir Altsolo, gem. Chor und Orch. [M.] / Good- 
win-Sand (Th. Fontane) fiir M'chor a capp. oder mit Orch. [M.] / 
Zwei Epigramme von Schiller fiir einstimmigen M'chor mit Orch. 
(oder Klav. zu 4 Hd.) [M.] / a cappella: Zwei Gedichte (Bierbaum) 
fiir gem. Chor [Hug] / Morgenwanderung (Anna Hitter) fiir gem. Chor, 
1926 [M.] / Verschiedene Mannerchore [M.]. 

Sologesang mit Orchester: Vigilie (Nachtwache) von H. Reinhart fiir 
Barit. und Orch. [M.]. 

Klavierlieder: Vier Lieder von Eichendorff und Seelig [Hug] / Schilf- 
licder von Lenau [M.]. 

Nagel, yillibald. *12.Januar 1863 in Miilheim a. d. Ruhr, f 17. Oktober 
1929 in Stuttgart. Wurde 1888 Privatdozent fiir Musikgcschichte in 
Zurich, lebte spater in England, 1898-1913 in Darmstadt (Dozent fiir 
Musikwissenschaft an der Technischen Hochschule), 1913-17 wieder in 
Zurich, seitdem in Stuttgart (Lehrer an der Hochschule fiir Musik, 
Schriftleiter der Neuen Musikzeitung bis 1921). Er konzertierte auch 
als Pianist. Veroffentlichungen: Geschichte der Musik in England, 2Bde. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 153 

1894 und 1897 / Die dramatisch-musikalischen Bearbeitungen der 
Genoveva-Legende, 1888 / Beethoven und seine Klaviersonaten, zweite 
Auflage 1923-24 / Die Klaviersonaten von J. Brahms, 1915 / mehrere 
kleinere Arbeiten in Rabichs Musikalischem Magazin und in Musikzeit- 
schriften, z. B. Die Musik in den Schweizer Dramen des 16. Jahrhun- 
derts, in: Monatshefte fiir Musikgeschichte, 1891 u. a. 
Lit.: Anna Roner, Personliche Erinnerungen an W.Nagel, SMZ 1929, 
S.719. 

Nageli, Hans Georg. * 26. Mai 1773 in Wetzikon, f 26. Dezember 1836 in 
Zurich. War in Zurich Klavierschuler von Johann David Brimings, 
grlindcte 1790 cbenda eine Musikhandlung und Leihbibliothek und 
bald darauf einen eigenen Verlag. 1805 rief er das ,,Ziircherische Sing- 
institut" ins Leben (Gemischter Chor, seit 1810 auch Mannerchor), 1810 
veroffentlichte er gemeinsam mit Michael Traugott Pfeiffer eine Ge- 
sangbildungslehrc, der bald auch mehrere Chorgesangschulen folgten, 
Nachdem 1824 das Singinstitut eingegangen war, griindete Nageli 1826 
den ,,Sangerverein der Stadt Zurich" (heute Mannerchor Zurich) und 
wirkte auch vielfach auf Vortragsreisen fiir Reformen im Gesangunter- 
richt. Seine Anregungen hatten bestimmenden Einfluss auf die Griindung 
vieler Mannerchore im Gebiete der deutschen Sdrweiz und im Ausland, 
Als Verleger ist Nageli fiir alte und neue Kunst eingetreten (Werke 
von Bach, Repertoire des Clavecinistes). Seit 1831 war Nageli Mitglied 
des Erziehungsrates, seit 1835 auch des grossen Rates. Im Jahre 1833 
ernannte ihn die Universitat Bonn zum Dr. phil. h c. 

Kompositionen : 
l.Gedruckte Werke: 

Gemischte Chore: Teutonia, Zwolf Hefte, 1808ff, / 30 dreistimmige 
Gesange, 1810 / Motetten, 1810 / Geistliche Liedcr zum Schulgebrauch v 
1811 / Chorlieder fiir Kirche und Schule, sieben Hefte, 1821ff. / Allge- 
meines Gesellschaftsliedcrbuch, zwei Hefte, 1823 / Christliches Gesang- 
buch, 1828 / Kirchengesange zum Diozesangesangbuch des Bfstums 
Konstanz / Zehn fiinfstimmige Cantus-Firmus-Chore / Zehn Wechsel- 
gesange / Religiose Figuralgesange / Einzelne Gesange (Das Vaterunser 
von Wessenberg usw.). 

Mannerchore: 30 Elementargesange, 1817 / 36 Lieder und Rundgesange, 
1817 / 15 Mannerchore, 1817 / Der schweizerische Mannergesang, sechs 
Hefte, 1833ff. / 15 Motetten, um 1833 / Wechselgesange, 1835 / Allge- 
meines Gesellschaftsliederbuch / Germania, 15 Nummern, um 1836 / 
Einzelne Gesange. 

Frauen- und Kinderchore: 30 einstimrnige Singstiicke, 1810 / 30 rwei- 
stimmige Gesange, 1810 / 15 zweistimmige Singstiicke fiir Anf anger, 
1811 / 30 zweistimmige Gesange, 2. Sammlung, vor 1821 / Neue Samm- 
lung zweistimmiger Chorlieder fiir die Jugend, 1838 / 100 zweistimmige 
Lieder als der erste harmonische Elementargesang fiir die Schule / 100 
zweistimmige Lieder fiir die Heranbildung im Figuralgesang / Dreistim- 
mige Gesange fiir den weiblichen Chor, zwei Hefte, um 1828 / Wech- 
selgesange fiir den vierstimraigen weiblichen Chor. 



154 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Sololieder mit Klavierbegleitung: Kleine Lieder in Musik gesetzt, drei 
Hefte, 1795-99 / 30 einstimmige Singstiicke mit leichtcr Klavierbeglei- 
tung, 1810 / 30 Lieder fur die Jugend mit nichtobligater Klavierbeglei- 
tung, 1810 / 30 geistliche Gesange, 1810 / 15 zweistimmige Singstiicke, 
1811 / 15 geistliche Lieder, 2. Sammlung, 1811 / Lieder von J, J. Hess, 
1814 / Lieder von Wessenberg, 1814 / Liederkranz auf das Jahr 1816 
(ebenso auf 1817 und 1818, jeweils 24 Lieder) / Lieder mit obligater 
Klavierbegleitung, zwei Hefte, vor 1821 / 30 Lieder fur die Jugend, 
2. Sammlung, vor 1821 / 30 Lieder fur die Jugend, 3. Sammlung / 
Einzelne Lieder (NB. das Lied ,,Freut euch des Lebens" erschien 1793 
in Nagelis Verlag, es ist aber nicht von ihm komponiert). 
Theoretische "Werke, Gesangbiicher: Die Pestalozzische Gesangbildungs- 
lehre nach Pfeiffers Erfindung kunstwissenschaftlich dargestellt, Ein- 
siedeln 1809 / Neue Gesangschule (1, Gesangbildungslehre nach Pesta- 
lozzischen Grundsatzen padagogisch begriindet von M. T. Pfeiffer, me- 
thodisch bearbeitet von H. G. Nageli, 1810) / Auszug aus der Gesang- 
bildungslehre, zunachst fur Volksschulen, 1811 / Praktische Gesang- 
schule fur den weiblichen Chorgesang, urn 1828 / Schulgesangbuch fur 
die Schulen des Kan tons Zurich, 1833 / Musikalisches Tabellenwerk 
fur Volksschulen, 1828 (alle diese Schulen enthalten als Beilagen Chor- 
lieder von Nageli) / Vorlesungen iiber Musik mit Beriicksichtigung der 
Dilettanten. Sruttgart und Tiibigen 1826. 

2. Handschriftlicher Nachlass (in der Zentralbibliothek Zurich)- 
Tedeum fiir gem. Chor, Soli und Orch. / Zwei Messen fiir gem. Chor 
und Soli a cap. / Zwei Kantaten: Reformationskantate fiir gem. Chor T 
Soli und Orch. / Weihe der Nacht, fiir gem. Chor, Soli, Klav. und 
Harfen / Ca. 50 Kantaten, Psalmen, Hymnen, teils weltlich teils geist- 
lich, fiir gem. Chor und Orch. (auch Streichinstr., Klav. oder Harfe). 
Kleinere Chorwerke mit und ohne Begleitung: Zehn Doppelchore, ein 
Tripelchor, fur gem. Chor a capp. / 15 fiinfstimmige Cantus-Firmus- 
Chore a capp. / ca. 120 Rundgesange fiir gem. Chor mit Soli / ca. 20 
Wechselgesange und Wechselchorgesange fiir gem, Chor, Manner- und 
Frauenchor a capp. / ca. 70 Gesange fiir vierstimmigen gem. Chor / 
ca. 50 vierstimmige Mannerchore / ca. 25 dreistimmige Chore fiir ge- 
mischte oder gleiche Stimmen / ca. 130 vierstimmige Chorale / Einige 
zwei-, drei- und vierstimmige Chore mit franzosischem Text / ca. 80 
zweistimmige Kinderlieder mit und ohne Begleitung / Mehrere Sextette, 
Quartette, Terzette, Duette mit und ohne Begleitung. 

Ca. 700 Sologesange mit Klavierbegleitung, darunter 180 Nummern fur 
eine nicht veroffentlichte Sologesangschule. 

Instrumentalwerke: Zwei Quintette fiir Klavier und Blaser / Satze fur 
zwei Harfen und zwei Klaviere mit Begleitung von Klav, und Blasinstr. 
/ Zwolf Divertissements fiir Fl. und Klav. / Divertimenti fiir Klav., 
sechshandig / Toccaten und andere Stiicke fiir Klav. / Ein umfang- 
reiches Studienwerk fiir Klav. / Stiicke fiir eine und zwei Harfen. 

3. Neuausgaben: Gemischte Chore, Jubilaumsausgabe (35 Nummern), 
Zurich 1878 / Mannerchore, Jubilaumsausgabe, 1873 / Sieben Manner- 
chore, hrg. von Paul Miiller [Hug, 1936] / Zwei Mannerchore (Licht- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 155 

schopfer, Der Sangerbund) [Hug, 1938] / Zwei Lieder fur eine Sing- 
stimme und Klav. nach Gedichten von J. G. v. Sails, hrg. von G. Walter 
[Hug, 1936] / Zwei Toccaten fur Klav., hrg. von W. Frey und 
W. Schuh (Schweizer Klaviermusik aus dcr Zeit der Klassik und Ro- 
mantik) [Hug, 1937]. 

Lit.: Ueber den kompositorischen Nachlass Nagelis in der Zentralbibl. 
Ziirich: G.Walter in SMZ, 1936, Heft 2 / Ueber die Verlagswerke 
R. Hunziker, ebenda / Weitere Spezialliteratur: Max Unger, Vom 
Musikverleger H. G. Nageli, SMZ, 1923, Nr. 15-17 / E. Refardt, Vom 
Musikhandler Nageli, SMZ, 1931, S. 611 / derselbe, Briefe Nagelis an 
Breitkopf & Hartel, Zeitschr. fur MWiss., 1931, Heft 7 / G.Walter, 
die altesten Ziircher Mannerchorprogramme, Schweiz. Jahrbuch fiir 
MWiss. 5, 1931, S. 190 / G, Walter, Nagelis Anteil an der Entstehung 
des Volksliedes Freut euch dcs Lebens, Mitt, der schweiz. musikforsch. 
Gesell. 3, 1936, Heft 2 / E. Preussner, Nageli als Musikerzieher und 
Volksbildner, in: Die Erziehung, Leipzig, 12. Jg., Heft 6 / Der junge 
Nageli, 18 Briefe aus den Jahren 1790-1808, hrg. von R. Hunziker, 
Zurich 1937 / W. S. Huber, Nageli als Gesangsmethodiker, in: SMpBl, 
1936 und 1937 / F. Gysi, H. G. Nageli, in: Eidg. Sangerblatt, 19377 
Ernst Schlicht, Nageli von Deutschland aus gesehen, ebenda / Rudolf 
Hunziker, Hans Georg Nageli, Zurich 1938 / A.E. Cherbuliez, Der 
unbekannte Nageli, Chur 1938 / Die allgemeine Literatur ist zusam- 
mengefasst in: R. Hunziker, H. G. Nageli, Gedachtnisrede, Winterthur 
1924 (Die Schrift orientiert am besten, mangels einer modernen Biogra- 
phic, iiber alles Nageli Betreffende). 

Nef, Albert. * 30. Oktober 1882 in St, Gallen, wo er die Schulen besuchte 
und 1902 die Matura machte. Darauf studierte er am Konservatorium 
Leipzig, sowie als S chiller Kretzschmars an den Universitaten Leipzig 
und Berlin. 1906 promovierte er in Berlin zum Dr. phil., 1907-10 war 
Nef Opernkapellmeister an verschiedenen deutschen Opernbuhnen 
(Liibeck, Neustrelitz, Rostock). 1913-35 hatte er die Stelle des ersten 
Opernkapellmeisters am Stadttheater Bern inne, war daneben Kapell- 
meister des Bernischen Orchestervereins (Volks-Sinfoniekonzerte). Meh- 
rere Jahre war Nef President des Verbandes der Biihnenkiinstler in 
der Schweiz. Seit 1935 ist Nef stellvertretender Direktor des Berner 
Stadttheaters. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Graf Strapinski, Singspiel von M. Widmann, 1928 [M.]. 
Chorwerke: Wanderschaft, Liederkreis nach Gedichten von Eichen- 
dorff, fiir gem. Chor, Solotenor und Orch., 1925 [M.] / Abend in der 
Heimat, fiir gem. Chor [Hug]. 
Lieder: Ca. 30 Lieder mit Klavierbegleitung [M.]. 
Orchesterwerke: Appenzeller Volkstanze, fiir Orch. bearb., 1926 [M.] 
Klavierwerke: op. 1 Jugendlust, Sechs kleine Klavierstiicke [Hug]. 
Publikationen: Das Lied in der deutschen Schweiz Ende des 18. und An- 
fang des 19. Jahrhunderts [Hug, 1909] / Gottfried Keller in der Musik, 
in: SMZ, 1911, Nr. 36, 1912, Nr. 1, 2, 3 / Das Orchester in Mozarts: Ent- 



156 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



fiihrung (SMZ, 1923, Nr. 30), Figaro (SMZ, 1927, Nr. 3), Don Juan 
(SMZ, 1929, Nr. 18), Zauberflote (SMZ, 1931, Nr. 14-15), Cos! fan tutte 
(SMZ, 1933, Nr.24) / Ridiard Wagner verehrt Friedrich Schiller, in: 
SMZ, 1934, Nr.24) / Wagners Stellung zu Mozart, in: Schweiz. Instru- 
mentalmusik, 1937, Nrn. 4, 5, 7, 8, 9. 

Ncf, Karl. * 22. August 1873 in St. Gallon, t 9. Februar 1935 in Basel, Schiiler 
Kretzschmars (1896 Dr. phil), 1898-1909 Redaktor der Schweiz. Musik- 
zeitung, 1900 Privatdozent derMusikwissenschaft an der Universitat Basel, 
1909 a. o., 1923 o. Professor. Hauptsachlichste Veroffentlichungen: Die 
Collegia musica der deutschen Schweiz, 1897; Ferdinand Fiirchtegott 
Huber, 1898 / Zur Gcschichte der deutschen Instrumentalmusik in der 
zweiten Halfte des 17. Jahrhunderts, 1902 / Katalog der Musikinstru- 
mente im Historischen Museum zu Basel, 1906; Einfiihrung in die 
Musikgeschichte, 2. Auflage 1930 (in mehrere Sprachen iibersetzt) / Ge- 
schichte der Sinfonie und Suite, 1921 / Geschichte unserer Musik- 
instrumente, 1926; Die neun Sinfonien Beethovens, 1928. Nef gab 
Rosenmiillers Kammersonaten vom Jahre 1670 heraus (Denkmaler deut- 
scher Tonkunst, Bd. 18) Viele Aufsatze in Zeitschriften, vielfach 
grundlegend fur die schweizerische Musikgeschichte. Nach Nefs Tod hat 
die Schweiz. Musikforschende Gescllschaft einen Band seiner Aufsatze ge- 
sammelt und herausgegeben, 1936. Vergl. auch Festschrift Karl Nef zum 
60. Geburtstag, Basel 1933, mit Bibliographic der Publikationcn von 
Ernst Mohr. 

Nef, Walter. * S.April 1910 in St. Gallen. Seine Ausbildung erhielt Nef an 
den Universitaten Basel, Berlin und Paris, sowie am Konservatorium 
Basel. 1934 promovierte er in Basel zum Dr. phil. und wirkt seither als 
Lehrer und musikwissenschaftlicher Mitarbeiter an der Schola Canto- 
rum Basiliensis, wo er 1934-35 stellvertretender Direktor war. 
Publikationen: 

Dissertation: Der St. Galler Organist Fridolin Sicher und seine Orgel- 
tabulatur, Schweiz. Jahrbuch fur MWiss,, Bd. VII (Heinrich Majer, 
Basel 1938). 

Pater Heinrich Keller, ein Organist im Kloster St. Gallen, in: Mitt, der 
Schweiz. Musikforsch. GeselL, Jg. 3, Heft I, 15. Juli 1936. 

Neuenschwander, Leni. * 9. Juli 1910 in Oberdiessbach (Bern), studierte 
Klavier, Orgel und Komposition am Institut de Ribaupierrc in Lausanne 
und wandte sich nach der Diplomierung dem Gesangstudium zu. Sie war 
in Mailand Schiilerin von Salvatore Salvati, in Hilversum von Frau 
Noordewier; ausserdem vervollstandigte sic ihre Studien in Berlin und 
Paris, Seit 1937 lebt Leni Neuenschwander in Paris. Als Konzert- und 
Oratoriensangerin (Sopran) ist sie in der Schweiz, in Deutschland, Hol- 
land, Frankreich und Italien aufgetreten. Am Internationalen Musik- 
wettbewerb in Genf (1939) wurde ihr der Schweizer Preis (Auszeich- 
nung des besten Schweizer Kunstlers aller Kategorien) zugesprochen. 

Neumann, Richard. * 2. Juli 1891 in Zala-Egerszeg (Ungarn), besuchte die 
Kantonsschule in St. Gallen (wo er heimatberechtigt ist) und studierte 
1911-15 an der Musikakademie in Wien. 1918-19 war er Korrepetitor 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 157 

an der Staatsoper in Budapest, seit 1919 wirkt er als Kapellmeister am 

Stadttheater in St. Gallcn, im Sommer am Kurtheater in Baden. 

Kompositionen [alle im Selbstverlag] : 

Biihnenmusiken zu: Kreidekreis / Kaufmann von Venedig / Traum ein 

Leben / Volpone. 

Lieder. 

Streichquartett. 

Niggli, Arnold. * 20. Dezember 1843 in Aarburg, f 30. Mai 1927 in Zurich. 
Stadtschreiber von Aarau 1875-1909, Redaktor der Schweiz. Musikzei- 
tung 1891-98. Schrieb Musikerbiographien in Waldersees Samrnlung, 
der Sammlung off. Vortrage, gehalten in der Schweiz, und in der Samm- 
lung Biographien schweiz. Tonkiinstler [Hug], sowie eine Geschichte der 
schweiz. Musikgesellschaft 1886 und eine Geschichte des eidg. Sanger- 
vereins 1893. 

Niggli, Friedrich. * 15. Dezember 1875 in Aarburg (Aargau) als Sohn des 
Stadtschreibers und Musikschriftstellers Arnold Niggli. Er besuchte die 
Schulen und das Gymnasium in Aarau und begann seine musikalischen 
Studien an der Ziircher Musikschule (1893-96), wo Lothar Kempter, 
Friedr. Hegar und Rob. Freund seine Lehrer varen. Nach einjahrigem 
Besuch der Akademie der Tonkunst in Miinchen (Rheinbcrger, Schwarz) 
wurde er 1897 erster Klavierlehrer der Musikschule in Bern. Im gleichen 
Jahr erhielt er das Mozartstipcndium und ging zum Wciterstudiurn nach 
Frankfurt a. M. (Scholz, Knorr, Kwast), 1899 zu Sgambati nach Rom, 
1900 zu Faur6 nach Paris und zu H. Urban nach Berlin. 1900 iiber- 
nahm Niggli eine Lehrsteile fur Klavier am Konservatorium Zurich, 
spater eine ebensolche an der Musikakademie Zurich. Als Komponist 
ist Niggli namentlich mit Werken hervorgetreten, die das Volkstum- 
liche mit dem Kunstlerischen auf feinsinnige Weise verbinden. Niggli 
lebt als Privatmusiklehrer in Zurich. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: op. 17 ,,Lasst horen aus alter Zeit*', Schweizer Yolks- 
liederspiel von O. v. Greyerz, fur Soli, gem. Chor, Manner- und Kin- 
derchor, Klav. oder kleines Orch. [Hug] / ,,'s wahri Gliick", Schweizer 
Singspiel von H. Zahner und F. Niggli fur Soli, Manner- oder gem. 
Chor, Klav. oder kl. Orchester [Selbstverlag]. 

Chorwerke mit Begleitung: op. 22 Festspielmusik zur Jahrhundertfeier 
des Mannerchors Schaffhausen, 1926 [Hug] / op. 26 Lied des Lebens 
(Erw. Brtillmann), Kantate fur gem. Chor und Orch. [M.] / op. 11 
Sieben Lieder eines Freiharstbuben (Ad. Frey), fur Mannerchor und 
Orch. [M.] / op. 9 Zwei Mannerchore mit Klavierbegleitung [Hug] / 
op. 20 Einer Verlassenen, Standchen (G. Keller) fur M'chor und Klav. 
[Hug] / acappella-Chore: op. 9, 12, 13, 18, 19, 21, 23, 24, 25, 27 und 
28/35 Lieder fur Manner- gem. und Fr. chor nach deutschen und 
sdweizerdeutschen Texten [Hug]. 

Lieder: op. 3 Sechs Lieder fur eine Singstimme und Klav. [Hug] / op. 4 
Sechs schweizerdeutsche Lieder (Ad. Frey) fiir eine Singstimme und 
Klav. [Hug] / op. 5 Sechs Lieder in Schweizer Mundart, fiir eine Sing- 



158 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



stimme und Klav. [Hug] / op. 8 Zehn Lieder fiir eine Singstimme und 
Klav. [Hug] / op. 10 Schwyzer Liedli (Meinrad Lienert) fiir eine Sing- 
stimme und Klav. [Hug] / op. 11 Eine Trommel hor ich schlagen, sec hs 
Lieder aus alter Kriegszeit, fiir Barit. und Klav. [Hug] / op. 13a Zyei 
volkstiimliche Lieder, fiir eine Singstimme und Klav. [Hug] / op. 14 
Sechs Lieder fiir Gesang und Klav. [Hug] / op. 15 Vier Lieder (Her- 
mann Hesse) fiir Gesang und Klav. [Hugl / op. 16 Buechfinkeliedli, 
acht Lieder (Jos. Reinhart) fiir eine Singstimme und Klav. [HugJ. 
Orchesterwerke : op. 29 Appenzeller Stomperli fiir Orch. [M.]. 
Kammermusik: op. 6 Sonate a-Moll fiir Klav. und Vcl. [Hug] / op. 7 
Senate E-Dur fiir Viol, und Klav. [Hug] / op. 29 Barcarole, fiir Vcl. 
(oder Viol.) und Klav. [Hug]. 

Klaviermusik: op. 1 Drei Fantasiestiicke [Leuckart] / op. 2 Thema mil 
Variationen [Hug] / o. op. Trauermarsch auf den Tod des General 
Herzogs [Fries, Zurich]. 

Bearbeitungen: Zahlreiche Volksliederbearbeitungen fiir Manner-, gem, 
und Fr. chor [meist Hug] / Bearbeitungen mit Klavierbegleitung: 
Sechsundzwanzig Schweizerlieder von Hanns In der Gand, fiir Gesang 
und Klav. [Miiller-Gyr, Bern] / Vorn Morgen zum Mittag, 42 Lieder 
von Hans Roelli, fiir eine Singstimme und Klav., 1924 [Hug] / Sechs 
ein- und zweistimmige Lieder in Schwyzer Mundart von Meinrad Lie- 
nert, mit Klavierbegleitung gesetzt [Hug] / 100 Lieder aus der Hei- 
mat [Hug]. 

Neuausgaben: Chore von Kayser, Lienert, Schubert [Hug]. 
Padagogisches "Werk: ,,Technik und Anschlag", Uebungen fiir das 
Klavier [Hug]. 

Notker Balbulus. * wahrscheinlich um 840 in Jonswil (Kt. St. Gallen), 
f 6. April 912 als Monch des Klosters St. Gallen. Einer der altesten und 
bedeutendsten Sequenzendichter, deren Text eine Schilderung der 
Hauptmomente von Kirchenfesten oder Taten der Heiligen darstellt. 
Die Antiphone Media vita, die ihm lange zugesprochen wurde, ist nicht 
von Notker gedichtet. Dass Notker auch die Musik zu den Scquenzen 
verfasst hat, wird neuerdings bestritten. 

Lit.: Jakob Werner, Notkers Sequenzen, 1901 / Peter Wagner, Das 
Media vita, in: Schweiz. Jahrbuch fiir MWiss, 1, 1924 / Jacques Hand- 
schin, ebenda 5, 1931, S. 7. 

Nussio, Otmar. * 23. Oktober 1902 in Grosseto (Toscana) von Schweizer 
Eltern. Er studierte Flote und Klavier am Konservatorium in Mailand, 
spater Komposition in Rom an der Accademia Sta. Cecilia. Nach seiner 
Riickkehr in die Schweiz Hess er sich in Zurich nieder, wo er 1936 
Lehrer fiir Flote am Konservatorium wurde. Seit 1938 ist Nussio musi- 
kalischer Leiter des Radiostudio Lugano. 
Kompositionen : 

Chorwerke: Visr romanische Lieder fiir gem. Chor [M.]. 
Sologesang mit Orchester: 10 Lieder fiir Sopr. und Orch., 1926-32 [M.]. 
Lieder: Sechs romanische Lieder, Ninne-Nanne-Zyklus, acht italienische 
Lieder, 28 Rilke-Lieder, 7 Storm-Lieder, 28 Lieder zu Tcxten deutscher 
Dichter, 6 Lieder zu Texten deutsch-schweizerischer Dichter [alles M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 159 

Orchesterwerke: Notturno und Scherzo, 1923 [M.] / Poemetto, 1924, 

symphonische Dichtung [M.] / La Torre di Barbentana, 1925, mit 

Sopr. (Mistral) [M.| / Raetia, 1929, symphonische Dichtung [M.] / 

$Torbi-Suite, 1935 [M.] / Lyrisches Intermezzo fur Kammerorch,, 1935 

[M.]. 

Konzerte: Flotenkonzert mit Streichorch., 1935 [M.] / Klavierkonzert 

mit grossem Orch., 1937 [M,|. 

Kammenmisik: Drei Sonaten fur Viol, und Klav., 1925, 1928, 1933 [M.I 

/ Vier Stiicke fur Viol, und Klav., 1923, 1928 [M.] / Adagio und 

Scherzo fur Streichquart., 1925 [M.] / Zwei Sonaten fur Cello und 

Klav., 1933. 1934 [M.] / Suite fur zwei Floten und Harfe, 1933 [M.] / 

Suite fur FL, Cello und Harfe oder Klav., 1934 [M.]. / Sonatina fur 

zwei FL, 1937 [M.]. 

Klavierwerke: Sonate 1924 [M.] / Suite 1929 [M.] / Zehn Stiicke, 

1921-23 [M.]. 

Verschiedenes: Rilke-Melodram, fur Sprechstimme und Klav., [M.] / 
Sieben Flotenkadenzen und zwei Fagottkadenzen zu Werken von Mo- 
zart [M.]. 

Bearbeitung: Die Hochzeit der Henne und des Kuckucks von Marco 
Uccellini, frei bearbeitet und gesetzt fur Flote und Cembalo [M.]. 

Nuesch, Nina. * 10. September 1903 in Balgach, St. Caller Rheintal; sie 
studierte seit 1922 Musik am Genfer Konservatorium und Institut 
Jaques-Dalcroze, um ein Jahr spatcr ins Ziircher Konservatorium als 
Schulerin von Ilona Durigo cinzutreten, wo sie 1926 das Konzertdiplom 
erwarb. Nach weitern Studien im Haag bei Denijs und Rob. Tamanti, 
begann sie ihre Konzerttatigkeit 1931, die sie in den folgenden Jahren 
in alle grossern Stadte Europas fiihrte. Nina Nuesch lebt als Konzert- 
sangerin (Alt) in Zurich. 

Oboussier, Robert. * 9. Juli 1900 in Antwerpen. Nach der Uebersiedelung 
seiner Familie nach Deutschland (1912) erhielt er schon wahrend der 
Schulzeit seine erste musiktheoretlsche Ausbildung bei Ph. 'Wolfrum 
in Heidelberg und Arno Landmann in Mannheim. 1920-21 studierte er 
am Konservatorium in Zurich (Komposition: Andreae; Harmonic: 
Vogler; Kontrapunkt: Jarnach) und als Kompositionsschuler bei Ph. 
Jarnach in Berlin. 1921-22 besuchte er die Dirigentenklasse der Hoch- 
schule fiir Musik in Berlin (Ochs, Krasselt), 1922-28 lebte er in Florenz, 
Miinchen und Paris, zunachst nur dem eigenen Schaffen, dann auch 
als Musikkritiker (Revue musicale, Me*nestrel, Revue hebdomadaire, 
Miinchner Neueste Nachrichten, Frankfurter Zeitung). 1930 berief ihn 
die Frankfurter Zeitung als Musikkorrespondenten nach Berlin. Dort 
war er 1933-38 als Musikredaktor der ,,Deutschen Allgemeinen Zei- 
tung" tatig. Daneben hielt er 1933-34 als Fachschaftsleiter Vortrage an 
der Lessing-Hochschule. Seit 1939 lebt Oboussier in Zurich, wo er 
Musikreferent der ,,Tat" wurde. Als Komponist ist er erstmalig auf 
dem Donaueschinger Kammerinusikfest 1923 vor die Oeffentlichkeit 
getreten. 



160 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Kompositionen: 

Chorwerk : Trilogia sacra (Rilke), Kantate f iir Soli, gem. Chor, Orch, 

und Org., 1925-29 [Bote & Bock]. 

Gesang mit Orch.: Antigone (Sophokles), Rezit., Arie und Elegic fur 

Alt-Solo und Orch., 1939 [M.]. 

Lieder: Drei Lieder (Eichendorff und Hebbel) fur Bariton und Klav., 

1923-24 [Polydor] / Drei Arien nach Klopstock fur Koloratursopran, 

Oboe und Cembalo, 1936 [His Masters Voice] / Gesange der Feme 

(Brentano, M.Claudius) fur Koloratursopran und Klav., 1938 [M.]. 

Orchesterwerke; Suite in C, fur kl. Orch., 1932 [M.] / Sinfonie 1936 [M.]. 

Konzert: Klavierkonzert, 1933 [M.], 

Kammermusik: Sonate fur 2 Viol, und Klav., 1921 [M.] / Streich- 

quartett, 1922 [M.] / Sonate brevis fur Viol, und Klav., 1923 [M.]. 

Klaviermusik: 25 Abbreviationen, 1932 [M.]. 

Verschiedenes: Kadenzen zu Klavierkonzerten von Haydn (D-Dur) und 

Mozart (C-Dur, K. V. 467; Es-Dur, 2 Klav., K. V. 365) / Klavicr- 

transkriptionen von J. S. Bachs Orgelfantasie und Fuge g-Moll und Or- 

gelpraludium und Fuge C-Dur. 

Literarische Arbeiten: Die Sinfonien von Beethoven, Einfiihrungen, im 

Auftrag des Berliner Philharmonischen Orchesters, 1937 (Bote & Bock] 

/ Der Sanger, in: Atlantisbuch der Musik [Atlantis, 1934] / Deutsche 

Uebertragungen : Dichtungen von Paul ValeVy, in: Neue Schweizer 

Rundschau, Juli 1929 / R. M.Rilke, in: Kolnische Zeitung, 24.1.1933 

/ Comtesse de Noailles, in: Kolnische Zeitung, 2. V. 1933. 

Lit.: Fred Hamel, Der Komponist Oboussicr, in: Deutsche Allgemeine 

Zeitung, 28. IV. 1939. 

Obrist, Ernst. * 21. Februar 1887. Er besuchte das Lehrerseminar in Wet- 
tingen und die Konservatorien Zurich und Koln. Seit 1910 wirkt er 
als Musikdirektor und Organist in Zofingen, sowie als Leiter des aar- 
gauischen Lehrergesangvereins und des kantonalen Gesangverems. 

Oetiker, August. * 22. September 1874 in Lachen (Schwyz). Er besuchte 
das Konservatorium Zurich (Hegar), die Hochschule fur Musik in Berlin 
(Joachim) und studierte ausserdem noch in Regensburg (Jos. Renner). 
Seit 1901 lebt er an Thun, wo er zunachst die Leitung des Manner chors 
Frohsinn iibernahm, dazu 1902 die des Orchestervereins und 1910 
ausserdem die des neu gegrundeten Cacilienvereins, daneben beklei- 
dete er von 1907-20 das Organistenamt an der Thuner Stadtkirche. 
1910 wurde er auch Leiter des Liederkranz-Frohsinn Bern und der 
Berner Singstudenten, 1913 Dirigent des Berner Lehrergesangvereins. 
1922 iibernahm er noch die Leitung des Lehrergesangvereins Burgdorf, 
und 1927-28 den Mannerchor Luzern. 
Kompositionen: 

Kleinere Chorwerke und Volksliedbearbeitungen fur Manner-, gem. 
und Frauenchor: op. 7, 8, 9, 10, 11, 13, 14 Mannerchore [Hug] / op. 6 
gem. Chore [Hug] / die iibrigen bei [Hug, Wehrli, Selbstverlag] . 
Lieder: op. 4 Drei Gedichte fur eine Singstimme und Klav. [Hug] / 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 161 

op. f> Lebensmachte fiir eine Singstimme und Klav. [Hug] / op. 12 Ave 
Maria, fiir eine Singstimme, Violine und Org, [Fries]. 

Omlin, Joseph Anton. * 1739 in Stans, f 1801 in Konstanz, Burger von 
Sarnen. Er war Domkapellmeister in Konstanz und schrieb Musiken zu 
mehreren Schauspielen : Die gottliche Vorsichtigkeit, 1760 / Johannes 
Guarinus, 1761 / Nikolaus von der Flue-Spiel, 1781. 
Lit.: Max Biisser, Die Romerdramen in der Theatergeschichte der 
Schweiz, Luzern 1938. 

Opienski, Henryk. * 13. Januar 1870 in Krakau (Polen), wo er das Gym- 
nasium und Konservatorium absolvierte. Wahrend seines Stadiums an 
der Technisdien Hochsdiule in Prag arbeitete er privatim Theorie und 
Kontrapunkt weiter, um spater Kompositionsstudien bei Stojowski, 
Paderewski, Vincent d'Indy und Urban zu machen. 1898-1901 war er 
Violinist im Orchestre Colonne in Paris, darauf in "Warschau, wo er 
audi Chordirektor der Philharmonic wurde. 1904-05 besudite er die 
Kapellmeisterschule bei Nikisch in Leipzig und horte Vorlesungen an 
der Universitat (Riemann). 1908-14 bekleidete er versdiiedene Stellen 
als Kapellmeister und Lehrer der Musikgesdiichte in Warsdiau. 1914 
promovierte er zum Dr. phil in Musikwissensdiaft. 1914-19 und seit 
1926 wirkt er in der Schweiz als Mitbegriinder und Leiter der ,,Motet 
et Madrigal" in Lausanne. Dazwischen (1920-26) bekleidete er die Stelle 
des Direktors des Staatskonservatoriums in Poznau (Polen). Opienski 
lebt in Morges. Er ist verheiratet mit der Gesangspadagogin Lydia 
Barblan. 

Kompositionen: 

Biihnenwerke: Maria, Oper in drei Aufzugen (Malczewski), 1923 [M.] / 

Jakob Lutnista, Oper in drei Aufzugen (eigener Text), 1927 [M.]. 

Chorwerke: L'Enfant Prodigue, fiir Soli, Chor und Orch. [Pro arte] / 

Mickiewicz-Kantate, fur gem. Chor und Orch., 1899 [M.] / Nachtlicher 

Nebeltanz, fiir gem. Chor und Orch. [M.] / Kantate zur hundertjahri- 

gen Feier der katholischen Kirche in Morges, fiir gem. Chor, Streichorch. 

und Org. [M.] / Veni creator, fiir gem. Chor und Orch. [Sangerbund 

Poznan] / Verschiedene gem. und Ma'nnerchore a capp. nach polnischen 

[Sangerbund Poznan], franz. und deutsch [Foetisch; Barblan} Texten. 

Lieder: Verschiedene Lieder nach polnischen, franzosischen, deutschen 

Texten bei verschiedenen Verlegern. 

Orchesterwerk: Einer Liebe Schicksal, sinfonische Dichtung fiir Orch., 

1911 [Warschauer Philharmonic ]. 

Kammermusik: Streichquartett [Polnische Verlagsgesellschaft] . 

Klaviermusik: Theme varie\ 1910 [Vereinsverlag der jungpolnischen 

Komponisten]. 

Verschiedenes: Drei Stiicke fiir Viol, und Klav. [Krzyzanowski* Krakau; 

Durdilly, Paris]. 

Neuausgaben: Altpolnische Tanze aus Lantenitab. des XVI. und XVII. 

Jahrhunderts, fur Klav. gesetzt, in: Anhang Nr. 1 des Musik-Viertel- 

jahrbuches, Warschau 1911, 

11 Schuh, Muaikerlexikon 



162 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Publikationen: Allg. Musikgeschidite (polnisch), Warschau 1912 und 1922 
/ Musique Polonais [Cres; 2mc Edition Gebethner & Wolff, Paris) / 
Chopin (polnisch), 1910, 1925 / St. Moniuszko (polnisch) 1922 / Lettres de 
Chopin (polnisdi), trad, Franjaise [Malfere, 1933], auch englisdi [Knopf, 
New York) / I. P. Paderewski (polnisch) [Gebethner & Wolff, 1925) / 
I. J. Paderewski, esquisse de sa vie et de son oeuvre [Spes]. 
Zahlreiche musikwissenschaftliche Aufsatze in polnischer, deutscher und 
franzosisdier Spradie. 

Oser, Hans. * 27. Dezember 1895 in Freiburg (Schweiz). Er bcsuchte die 
Gymnasien in Einsiedeln und Freiburg und studierte Musik an den 
Konservatorien Lausanne, Ziiridi (Andreae, Mockel, Jarnach) und Miin- 
dien (Klose). 1918 war er Solorepetitor an der Miinchner Staatsoper, 
1919-21 Korrepetitor am Ziirdier Stadttheater, 1921-23 Musikdirektor 
und Organist in Rorsdiach. 1924 ging er zu weiterem Studium nach 
Paris (d'Indy); in die Sdiweiz zuriickgekehrt, lebt Oser seit 1924 als 
Chor- und Orchesterleiter in Rapperswil und versieht das Amt des 
Organisten an der Stadtkirche. 

Kompositionen: 

Chorwerke: Messe in e-Moll, fiir Chor und Orch., 1920 [M.] / Hymne 

(Rickenmann) fiir gem. Chor [Hug] / Mehrere Lieder fiir M'chor und 

Fr. dior [Hug]. 

Lieder nach Gedichten von Goethe, Eichendorff, Lenau usw. [M.]. 

Konzerte: Concertino in A-Dur fur Viol, und Orch, [M.]. 

Kammermusik: Sonate in a-Moll fiir Viol, und Klav., 1921 [M.]. 

Bearbeitungen: Motetten von Gabrieli, Orlando di Lasso, F. Anerio, 

Clemens non papa [Ochsner, Einsiedeln], 

Publikationen: Erinnerungen an Heinrich Federcr [Grote, Berlin). 

Pantillon, Georges. * 9. Oktober 1870 in La Chaux-dc-Fonds, studierte 
an der Hochschulc fiir Musik in Berlin Violine und Komposition (Kruse, 
Wirth, Joachim, Haertel, Bargiel). Zuriickgekehrt in seine Heimatstadt, 
widmete er sich besonders dem Musikunterricht und leitete danebcn ver- 
schiedene Chore und Orchester. Er war der Grunder der Socie'te' de mu 
sique, deren Sinfoniekonzertc er einige Jahre dirigierte. Pantillon lebt 
in Corcelles sur Neuchatel. 
Kompositionen: 

Chorwerke: mit Begleitung: Esquisse V6nitienne, pour choeur de femmes, 
solo de te*n. et orch. [M.] / op. 55 Hymne a 1'Aurore, pour choeur 
d'hommes et orch. [Foetisch] / Cantate dlnauguration, pour choeur 
d'hommes et orch. [M.] / op. 48 Aspiration, pour choeur mixte et org, 
[Foetisch] / Invocation, pour choeur mixte et orguc [Henn] / op. 54 
La Chanson des Mois, pour dioeurs de femmes, Soli et piano et archets 
ad lib. [Foetisch] / op. 59 Cinq Melodies, pour choeur de femmes et 
piano [Foetisch] / Les clochettes bleues, pour choeur de femmes et 
piano [chez Tauteur] / a cappella-Chore: op. 25, 63, 65, 67, 69 usw, 
[Verschiedene Verleger: Chant sacr6, Foetisch, Hug, chez Tautenr). 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 163 

Klaviermusik: op. 27-30 Podiades [Foetisch] / op. 61 Etude Impromptu 
[Foctisdi] / op. 62 Pastiches [Foetisdi] / o. op. Reverie [Foetisdi]. 
Violinmusik: op. 17, 19, 21, 22, 23, 24, 27-30, 31, 33-35, 36, 37-38, 
42, 44, 45, 46, 51, 52 Instruktive Stucke fur Viol, und Klav. [Kistner, 
Bote & Bock, Foetisch, Hamauer] / o. op. 48 Elementaretiiden, neue er- 
weiterte Ausgabe von G. Eberhardt [Junne, Leipzig]. 

Padagogische Werke: Solfiateur Pantillon, appareil composant autoniati- 
quement et variant Pinfini le materiel d'e"tude de la lecture prima 
vista [chez 1'auteur] / Solfege Pratique - Praktisches Solfege, Les Pre- 
miers Elements du Solfege et de la the"orie musicale - Grundsatze des 
Solfege in der Musikthcorie I und II, Solfege Superieure - Hoheres 
Solfege [chez 1'auteur] / Scala, nouvelle me'thode simplified de solfege, 
pour choeur mixtc, pour choeur d'hommes, pour 1'Ecole primaire, 
Guide (das Budh des Dirigierens), le Livre du Makre, Mille et une Notes 
[chez 1'auteur] / Solfege a quatre voix [chez 1'auteur] / Throne de la 
musique [chez 1'auteur] / Cours d'harmonie [chez 1'auteur] / Ecole de 
violon [chez 1'auteur] / Die meisten Schriften auch deutsch. 
Publikationen: Le Solfege a 1'Ecole Primaire, auch deutsch [chez 1'au- 
teur] / Vorfiihrung eines Apparates fur Studium und Unterridit des 
Solfege, in: Vortrage und Ref crate, ed. Vorstand des Deutschen Musik- 
padagogischen Verbandes (Berlin 1913) / Me'tromimie, auch deutsch 
[chez 1'auteur]. 

Lit.: Riemann-Humbert, Dictionnaire de musique / D. G.Kiriac: Sol- 
fiatorul [Sfetea, Bukarest], 

Peltenburg, Mia. * 8. September 1897 in Haarlem (Holland). Nach ihrer 
Ausbildung zur Konzertsangerin (Sopran) trat sie in alien grosseren 
Stadten des Kontinentes unter den meisten fuhrenden Dirigenten auf. 
Sie lebt, mit dem Geiger Alphonse Brun verherratet, in Bern. 

Pestalozzi, Heinrich. * 26. August 1878 in Wadensvil (Zurich), Er be- 
suchte die Schulen an seinem Geburtsort, die Handelsschule in Neudiitel 
und das Gymnasium in Zurich. Darauf studierte er Theologie und 
nebcnbei Musik (namentlich Violine). Nach dem Staatsexamen widmete 
er sich ganz dem Studium der Musik, das ihn nach Berlin an die Hoch- 
schule fiir Musik fxihrte, wo er zuerst Komposition und Violine stu* 
dierte. Die gesangliche Ausbildung holte er sich bei Alexander Heine- 
mann. Nach Beendigung der Studien wirkte er in Berlin als Sanger und 
Gesangspa'dagoge. 1908 wnrde er als Komponist preisgekront beim 
Balladenwettbewerb des Verlages Scherl. 1912 siedelte er iafolge Er- 
krankung seiner Frau nach Arosa iiber, wo er cine Pfarrstelle uberaahm, 
Nach dem Tode seiner Gattin ging er wieder zur Musik uber und -wirkt 
seit 1917 als Gesangspadagoge am Konservatorium in Zurich. 

Kompositionen: 

Chorwerke: mit Begleitung: op. 41 Kosmisches Mjrsteritim, Oratorium 
(eigene Worte) fiir gem. Chor, vier Solisten, Orch. und Org., 1922 [M.] 
/ op. 58 Eine Weihnachtsmusik (eigene und Bibclworte) fiir gem. Chor, 



164 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



zwei Solostimmen und kleines Ordi. oder Org., 1923 [Ruh, Adliswil] / 
op. 87 Das Lied vom ewigen Wedisel (eigene Gedichte), Kantate in 
sieben Satzen fiir gem. Chor, Altsolo und Orch., 1936 [M.] / Requiem 
(eigene Worte), fiir Chor, Soli, Orch. und Org. [M.] / Nachtstiick, fur 
Ordi. und kleinen Chor [M.] / Ehre sei Gott in der Hohe, "Weihnachts- 
kantate fiir Kinderchor, zwei Soli und Org. [Christl. Vereinsbuchhandl.] 
op. 62 Pestalozzi-Schulkantate, fiir Kinderchor und Org. oder Orch., 
1927 [Ziircher Liederbudianstalt] / op. 85 Hymnus an das Leben (eigene 
Gedichte), fiir M'chor und Orch. [Breitkopf & Hartel] / op. 86 Bauern- 
gebet (eigene Gedichte), fiir M'chor, Tromp., Pos. und Tuba, 1937 
[Tischer & Jagenberg] / op. 59 Geistliche Abendmusik (eigene Dichtung), 
fiir gem. Chor, zwei Solisten und Org,, 1924 [M.] / a cappella: op. 88 
Von hoherer Berufung (eigenes Gedicht), fiir M'chor, 1937 [M.] / Lob 
der Heimat (eigene Gedichte), Mannerchorzyklus, 1930 [Tonger] / op. 55 
Drei Lieder an die Heimat (eigene Gedichte), Mannerchorzyklus, 1927 
[Hug] / op. 81 Das wandernde Jahr (eigene Gedichte), Mannerchor- 
zyklus, 1936 [Hug] / Einzelne Mannerchore und gem. Chore bei [Breit- 
kopf & Hartel, Schott, Tischer & Jagenberg, Hug, Hiini, Ziircher Lieder- 
buchanstalt] . 

Lieder: op. 1 [Mitteldeutscher Musikverlag] / op. 7-11; 14, 16, 17, 20, 
25 (Gedichte von J. Reinhart) [Hiini], op. 12, 21, 48-49 [Hug] / Lust 
und Leid der Kinderzeit, Kinderlieder, 1906 [Wernthal] / Ein Weih- 
nachtsalbum (eigene Gedichte), 1934 [Hug] / Weitere Lieder bei ver- 
schiedenen Verlegern. 

Ordiesterwerke: op. 51 Kinderstiicke fiir Orch. [Hug] / op. 71 Toccata, 
1930 [M.] / op. 88 Sinfonia breve [M.]. 

Kammermusik: op. 35 und op, 39 Sonaten fiir Viol, und Klav. [Hug] / 
op. 73 Streichquartett [Hug]. 

Klaviermusik: op. 30, op. 61, op. 51 Charakterstiicke fiir Klav. [Hug] / 
Drei Hefte Klavierstiicke fiir Kinder. 

Orgelmusik: op. 80 Vorspiel zu einer Morgenfeier, fiir Orgel und Orch. 

[M.]. 

Gedichtsammlungcn: Seerosen, 1916 [Orell Fiissli] / Aroser Hohen- 
wege, 1918 [Hiini] / Das Uferlose, 1938 [Rascher], 
Gesangspadagogische Schriften: Individuelle Stimmbildung [Stahl, Ber- 
lin] / Kehlkopfgymnastik [Leuckart] / Deutsche Biihnenaussprache im 
Gesang [Leuckart] / Geheimnisse der Stimmbildung [Hug]. 

Peyrot, Fernande. * 21. November 1888 in Genf; sic war hauptsachlich 
Schulerin von Jaques-Dalcroze und Ernest Bloch. Seit 1916 unterrichtet 
sie am Institut Jaques-Dalcroze, nachdem sie selbst an diesem Institut 
das Diplom erlangt hatte. 

Kompositionenr 

Chorwerke: Messe pour choeur mixte, sopransolo et orch., 1917 [M.] / 
Trois petits choeurs pour voix de femmes, 1924 [Henn] / Kyrie-Gloria 
pour choeur mixte et orch., 1926 [M.] / Psaume LXXI pour choeur 
mixte et orch,, 1930 [M.] / Gloria in cxcelsis pour voix de femmes, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 165 

1935 [M.] / Psaume XXVIII pour choeur mixte, deux tromp., deux 
trombones et org., 1936 [M.] / Cantate (text latin biblique) pour 
soprano, choeur mixte, cuivres et cordes, 1938 [M.] / Trois chansons 
(Reynold) pour voix de femmes [M.] / Chanson (Reynold) pour quatre 
voix mixtes [M.]. 

Lieder: Montagnes, trois melodies pour alto, 1918 [M.]. 
Orchesterwerke: Esquisse, 1929 [M.]. 

Kammermusik: Suite pour quatuor a cordes et sopr., 1922 [M.] / Quin- 
tette pour deux viol, alto et deux vcl., 1932 [M.] / Senate pour viol, 
et piano, 1933 [M.] / Trio pour L, alto et vcl., 1934 [M.] / Quatuor 
a cordes, 1935 [M.] / Trio pour fl, viol, et piano, 1937 [M.]. 
Klaviermusik: ,,Les Jours", petite suite pour la jeunesse, 1937 [Henn]. 
Guitare: Deux Preludes pour guitare, 1931 [M.]. 

Lit.: Rob. Godet, in: Revue musicale, I.August 1924 / W. Tappolet, in: 
Sdrweiz. Musikzeitung, 1. Februar 1935 / A. Mooser, in: La Suisse, 
3. Marz 1936 und in: Dissonances, Mai 1937. 

Werkverzeichnis in: Oeuvres de Compositeurs Genevois, 1937, sowie 
in Dissonances, mai 1937. 

Philippi, Maria. *26. Juli 1875 und wuchs in Basel auf, Ihre musikalischen 
Studien begann sie bei Emil Hegar und Selmar Bagge. Zu weiterer Aus- 
bildung ging sie nach Frankfurt a. M. (Jul. Stockhausen), Paris (Pauline 
Viardot) und Turin (Signora Ferri). Nach erfolgreichen Konzerten in 
alien bekannten Schweizer Stadten, sowie in den meisten iibrigen Lan- 
dern Europas folgte sie 1925 einem Ruf an die Kolner Hochschule fur 
Musik zur Leitung der Meisterklasse fiir Gesang, wo sie bis 1939 wirkte. 
Seither lebt sie in Zurich, leitet aber auch emen Meisterkurs am Easier 
Konservatorium. Zu ihren Schiilern zahlen zahlreiche bekannte San- 
gerinnen und Sanger. 

Piantoni, Louis. * 1885 in Genf, studierte am Genfer Konservatorium; 
seine Lehrer waren hauptsachlich Jaques-Dalcroze, Barblan, "Willy Reh- 
berg, Jos. Lauber. Er lebt in Genf als Lehrer der Ecole artistique de 
musique, sowie als Chorleiter und Komponist. 
Kompositionen: 

Chore mit Orchester: Hymne vedique, pour choeur d'hommes, quatuor 
solo et orch. a vent [M.] / Chanson de ceux qui vont par les routes* 
pour choeur d'hommes et orch. [M.] / Offrande au Rh6ne pour choeur 
mixte et musique harmonic [M.] / Chor mit Orgelbegleitung: Priere de 
Pentecote [Huguenin] / a cappella-Chore: La chanscn des ormeaux, 
pour quatre voix [Henn] / Extase, quatre voix [Huguenin] / Voeu, 
quatre voix [Huguenin] / La Semence e"ternelle, pour sopr,, alto et 
basse [Huguenin] / Confiance, pour sopr., alto et basse [Huguenin] / 
Crucifixus, pour choeur mixte [M.] / Stabat mater, pour choeur mixte, 
1913 [M.] / verschiedene Mannerchore a capp. [meist Foetisch, auch 
Huguenin und Henn]. 

Gesange mit Orchesterbegleitung: Villanelle (Tailhade) [M.] / Danses 
sacre"e (R. Vivien) [M.] / L'Appel (Le Goffic) [M.} / Sentence (H. de 
Rgnier), avec accompagnement de quatuor a cordes et piano [M.J / 



166 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



La Mort (Verhaeren), avec accomp. de quatuor a cordes et piano [M.] / 
Zahlreiche Gesange mit Klavierbegleitung (Texte von P. Fort, Verhaeren, 
T. Dereme, Desbordes-Valmore, R Jammes, I. Kaiser, J. Moreas, R. Vi- 
vien, L. Angellier) [alles M.] / Tristesse (H. de Regnier) avec accomp. 
de piano et fl. obligee [M.]. 

Orchesterwerke: Centaures, Scherzo symphonique [M.] / Dans Pattente 
du Printemps, pour orch. & cordes [M,] / Alle'gresse, mouvement sym- 
phonique pour musique d'harmonie [M.] / Savoie, Rhapsodic, pour 
musique d'harmonie [M.]. 

Kammermusik: Sonate pour vcl. et piano [M.] / Quintette pour clar. 
et quatuor a cordes [M.] / Sonatine pour viol, et piano [M.] / Pasto- 
rale et Rondeau, pour basson et piano (transcrit pour vcl. et piano) 
[M.] / Trcis Pieces pour alto et piano [M.] / Alligator's Reverie, pout 
saxophone, alto et piano [M.] / Poeme, pour viol, et piano, 1916 [M.], 
Klaviermusik : Cinq Pieces faciles [Huguenin] / Trois Sonatines [M.]. 
Verschiedene kleinere Stiicke [alles M.]. 

Pidoux, Pierre. * 4. Marz 1905 in NeucMtel. Er studierte Theologie in 
Lausanne und Orgel in Genf, wo er 1936 am Konservatorium das 
Diplom fur Orgel erhielt. Pidoux ist Organist an der Chapelle des 
Terreaux in Lausanne und Direktor des Choeur J. S. Bach. 
Publikationen: 

Leiter der ,,Collection de Musique Protestante" [Foetisch] / Heraus- 
geber, gemeinsam mit Konrad Ameln, des ,,Psautier huguenot de 1565 
(Goudimel)" [Barenreiter] . 

Pileur, Georges. * 2. Februar 1898 in Genf, war Schiller des Konservato- 
riums Zurich und Paul O. Mockels. Er lebt als Pianist und Kapell- 
meister an den Theatern von Lausanne und Genf in Genf, wo er auch 
als Dirigent der Union des Amis Chanteurs und der Heure musicale 
wirkt. 

Kompositionen; 

Biihnenwerke: Marengo, come"die musicale en 3 actes, Lausanne 1939 [M.]. 
Chorwerke: Choeurs mixtes: II est ... - L'Eternelle Chanson [Vita, 
Geneve] / Aubade [Foetisch] / Choeurs d'hommes; Aubade - Enfant 
ce soir ... - Au matin [Foetisch] / Les rochers morts - II est . , . - Le 
compagnon - Tristesse - Chanson de Mai - Simple valse [Vita] / Le 
petit lac - Paix de soir [Edit, du Siecle musical] / Chansons pour les 
choeurs simples [M,]. 

Sologesang: Le livre de Violaine, 8 melodies pour une voix et piano 
[Henn] / Chant de manage - Ave Maria - O Salutaris - Ave verum, 
pour une voix et orgue [chez Pauteur) / La Gardeuse de Chevres / 
Mois de Mai - La Complainte du petit cheval blanc - Le Diable dans 
la Nuit - La Ronde, pour chant et orch. ou piano [chez Pauteur], 
Kammermusik: Petit Suite pour violon et piano [M.] / Deux pieces 
pour vcl. et piano [M.]. 

Klaviermusik: Chant d'amour - Lied - Fe'te villageoise - Fleur des mon- 
tagnes - Valse en sol mineur [M.]. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 167 

Plumhof, Heinrich. *9.Marz 1836 in Bevensen (Liineburg), f24. Juli 1914 
in Vevey. Musiklehrer, Dirigent und Organist in Vevey. Veroffentlichte 
Lieder, Kammermusik, besonders aber grosse Mannerchorkantaten mit 
Ordiester (Grandson, 1870; Ode helve"tique, 1875; Helvetic, 1886). 
Lit.: Gust. Doret, La musique en Suisse romande, trois pre*curseurs, 1930. 

de Quervain, Fritz. * 5. Marz 1906 in Bern, studierte Musikwissenschaft 
(Ernst Kurth), Allgemeine Geschichte, Philosophic und Psychologic in 
Bern und Zurich und promovierte in Bern zum Dr. phil. Nach vor- 
iibergehender Tatigkeit am Landerziehungsheim Albisbrunn wurde er 
Bibliothekar der Eidg. Militarbibliothek in Bern und seit 1937 als Nach- 
folger Gian Bundis erster Musikreferent am ,,Bund". 
Publikation: Der Chorstil Henry Purcells [P.Haupt, Bern 1935]. 

Radecke, Ernst. * 8. Dezember 1866 in Berlin, f 8. Oktober 1920 in Win- 
terthur. Dr. phil. Berlin 1891, Musikdirektor in Winterthur 1893. Leh- 
rer fur Musikgeschichte am Konservatorium Zurich, 1908 Privatdozent 
an der Universitat Zurich. Schrieb: Das deutsche weltliche Lied in der 
Lautenmusik des 1 6. Jahrhunderts, 1904, und gab J. C. Eschmanns Apho- 
rismen iiber Klavierunterricht in 2. Auflage heraus. 

Radecke, Ewald. * 5. Juli 1907 in Winterthur, wo er die Schulen besuchte 
und 1926 mit der Matura an der Kantonsschule abschloss. 1927 erhielt 
er das Diplom des Schweiz. Musikpadagogischen Verbandes als Klavier- 
lehrer. 1927-29 absolvierte er Dirigentenkurse am Konservatorium Basel 
(Felix Weingartner). Daneben studierte er an den Universitaten Zurich, 
Berlin und Basel. Seit 1930 wirkt Radecke als Lehrer fur Klavier an der 
Musikschule Winterthur, sowie als Leiter verschiedener Chore und 
Dirigent (eigene Konzertzyklen). Er ist auch Griinder und Vorsteher 
der Mozart gemeinde "Winterthur. 

Bearbeitung: Klavierauszug zur ,,Terra-Musik" von Weingartner. 
Publikationen: Die Berliner Erstauffuhrung der ,,Widerspenstigen" von 
Herm. Goetz, in: Jahrbuch der literarischen Vereinigung Winterthur, 
1928 / J.C.Eschmann (Zum 100. Geburtstag), in: SMZ, Jg.66, Nr. 13 / 
Neues Winterthurer Tagblatt, 12. April 1926 / Der Landbote, 13. April 
1926. 

Raff, Joachim. * 27. Mai 1822 in Lachen, 1 24./2S. Juni 1882 in Frank- 
furt a. M. Sein Vater, ein Wiirttemberger, war Musiklehrer in Lachen 
und Rapperswil, spater in Schwyz, Raff selbst seit 1840 Lehrer in 
Rapperswil. 1844 ging er nach Zurich, wandte sich 1845 an Liszt, der 
damals in der Schweiz war, und schloss sich ihm ganz an. 1856-77 
wohnte er in Wiesbaden, dann in Frankfurt als Leiter des Hochschen 
Konservatoriums. Er ist ein ungemein fruchtbarer Komponist gewesen 
und hat auch als Lehrer hohes Ansehen genossen. 
Lit.: Helene Raff, Biographic, 1925, mit Verzeichnis der Kompositionen. 

Refardt, Edgar. * 8. August 1877 in Basel, studierte Jurisprudenz (Dr. jur.), 
Er ist in Basel als Verwalter der Basler Orchestergesellschaft tatig. Seit 



168 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



1915 widmet er sich musikwissenschaftlichen Arbeiten, von denen sein 
Musikerlexikon der Schweiz das grundlegende Werk fur die neuere 
schweizerische Musikforschung wurde. 1937 ernannte ihn die Universi- 
tat Basel fur seine Verdienste um die schweizerische Musikgeschichte 
zum Dr. phil h. c. 

Publikationen: Hans Huber, Beitrage zu einer Biographic [Hug 1922] 
/ Verzeichnis der Aufsatze zur Musik in den nichtmusikalischen 
Zeitschriften der UB Basel [Breitkopf & Hartel 1925] / Katalog der 
Musikabteilung der UB. Basel, Basel 1925 / Historisch-biographisches 
Musikerlexikon der Schweiz [Hug 1928] / Hundert Jahre Manner- 
chorgesang, Basel 1935 (Programme des Basl. Mannerchors). 
Aufsatze (Auswahl): Zur schweizerischen Musikgeschichte, in SMZ: Die 
Musik der schweizerischen Centenarfestspiele, 1920; Die Kompositionen 
Fr. Hegars, 1923 / Vom Musikhandler Nageli, 1931 / Eine musikalische 
Schweizerreise im Jahre 1838, 1931 / Goethe in schweiz. Kompositionen, 
1932 / Brahms in der Schweiz, 1933 / Die Schweiz im musikalischen 
Biihnenwerk, 1935 / Beethovens Anfange in der Schweiz, Basler Nach- 
richten, 1933, Nr. 137 / Die Musik in den ,,Alpenrosen", Festschrift 
fur K.Nef 1933 / Die Schweiz in der sinfonischen Musik, Bund, 1935, 
Nr. 491 / Der Chorgesang, in: Schweizer Musikbuch [Atlantis 1939]. 
Zur Basler Musikgeschichte im besonderen: Biographische Beitrage, Basl. 
Jahrb. 1920, 1921, 1922 / Die Musik der Volksschauspiele des 16. Jahr- 
hunderts, Arch. f. MW 1921 / Die Basler Choralinkunabeln, Schw. 
Jahrb. f. MW 1, 1924 / Programmsammlungen im Basl. Jahrb. 1926 (Rei- 
ter) und 1931 (Walter) / Orchestermusik in den Sinfoniekonzerten bis 
1926 / Beilage z. Jahresbericht A. M. G. 1930 / Romantische Musik in 
den Konzerten 1840-1926, SMZ 1930 / Mozart in den Konzerten der 
friiheren Zeit, Mozartfestschrift 1930 / Neueste und alteste Musik in 
den Konzerten vor 1900, Jahresbericht BKO 1932 / Die Musik Schu- 
berts in der Liedertafel, SMZ 1935 / Die franz. und italien. Oper in 
Basel, Mitt. d. schw. musikf. Ges. 1935 / in den Basler Nachrichten: 
Schubert und Weber in den Basler Konzerten, 1934, Nr. 121; Studenten- 
konzerte, 1934, Nr.28; Basler Bach- und Handelauffuhrungen, Sonnt.- 
Blatt, 1935, Nr. 8. 

Weiteres zu Hans Huber, Theodor Frohlich, H. G. Nageli siehe unter 
den betr. Artikeln dieses Lexikons. 

Bibliographische Hilfsmittel, handschr. in der Univ.-Bibl. Basel: Pro- 
grammsammlungen (Schweiz. Musikgesellschaft, Basler Liedertafel, Bas- 
ler Bach-Chor) / Themat. Kat. der Musikhandschriften des IS.Jahrh. 
/ Musikdrucke des IS.Jahrh., / Textbiicher zu mus. Blihnenwerken vor 
1831 in schweiz. Bibliotheken / Musikbibliographien zu Hebel, Leu* 
thold, Keller, C.F.Meyer und Spitteler. 

Verschiedenes: Die friihesten Vertonungen der Gedichte Leutholds, 
Kellers und C. F. Meyers, SMZ 1937 / Musik zu Spitteler, Bund 1937, 
Nr. 18 / Gottfried Keller- Vertonungen, NZ2 1937, Nr. 1905 / Die 
Vertonungen der Gedichte Hebels, Basler Nachrichten, Sonnt.-Bl. 1938, 
Nr. 19 / Die Musiktexte J. V. Widmanns, Bund 1938, Nr. 447 / Musi- 
ker- Verzeichnis des Schweiz, Musikbuches (Verstorbene) [Atlantis, 1939), 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 169 

Rehberg, Walter. * 14. Mai 1900 in Genf. Die musikalische Ausbildung er- 
hielt er von seinem Vater, Willy Rehberg, f erner durdi Ernst Todi und 
Eugen d'Albert. Seit 1926 ist Rehberg Professor fur Klavierspiel an der 
Hodischule fur Musik in Stuttgart, seit 1934 zugleich an der Musik- 
akademie Zurich und an der Musikschule Winterthur, seit 1927 ausser- 
dem Dirigent des Orchestervereins Stuttgart. Als Pianist geniesst er 
mternationalen Ruf, besonders als Brahms- und Mozartspieler und fur 
seine zyklischen Auffuhrungen des Klavierwerkes verschiedener Kompo- 
nisten. Bekannt ist er auch als Kammermusiker und als Wiedererwecker 
der Jankotastatur. 

Kompositionen: 

Klaviermusik: Klavierkonzert / Jankoklavierkonzert / Klavierstiicke. 
Neuausgaben: Klavierwerke von Handel [Gotta, Instruktions-Ausgabe] / 
Fiinf Pieces de clavecin von J. Ph, Rameau, Bearbeitung fur Klavier und 
Streichorch. [Steingraber] / Samtliche Klaviersonaten von Franz Schu- 
bert, mit Erganzung der Fragmente [Steingraber] / Klavierwerke von 
Brahms [Gotta, Instruktions-Ausgabe] / Kadenzen zu Mozart-Klavier- 
konzerten [M.]. 

Publikationen: Das Klavier, in: Hohe Schule der Musik [4. und 5. Tau- 
send, Athenaion] / Vom musikalischen Gedachtnis / Reform der Kla- 
viatur / Stellung der Pianistik / Diverse Schriften iiber Jankotastatur 
[Ersdiienen in verschiedenen Musikzeitsdiriften]. 

Rehberg, Willy. * 2. September 1863 in Morges, f 21. April 1937 in Mann- 
heim. 1885 Lehrer fiir Klavierspiel am Leipziger Konservatorium, seit 
1890 am Genfer Konservatorium, seit 1891 auch Leiter der Sinfonie- 
konzerte in Genf. 1907 ging er an das Hochsche Konservatorium in 
Frankfurt, 1917 Direktor der Mannheimer Hodischule fiir Musik, 1921 
des Basler Konservatoriums, seit 1927 wieder in Mannheim. Rehberg 
hat viele Konzertreisen unternommen und auch einige Klavierkompo- 
sitionen veroffentlicht. 

Rehfuss, Carl * 18. Juli 1885 in Frankfurt a.M., besuchte das dortige 
Realgymnasium und das Hochsche Konservatorium (August Leimer). 
1908-10 war er als lyrischer Bariton am Stadttheater Gorlitz tatig, um 
fortan als Oratorien- und Liedersanger Konzertreisen in der Sclrweiz, 
in Deutschland, Italien, Holland, Belgien und Frankreich zu unter- 
nehmen. 1910-22 war Rehfuss Gesanglehrer am Hochschen Konser- 
vatorium in Frankfurt a. M., 1923-34 am Konservatorium in Neuchltel, 
wo er seither eine eigene Gesangsschule leitet. Rehfuss, der Burger von 
Neuchatel wurde, ist ebenda auch Dirigent des Mannerchors Frohsinn. 
Seit 1933 ist er ausserdem standiger Mitarbeiter von Radio Bern (Gesang 
und Opernregie). 

Reichel, Adolf. * 30. August 1820 in Turanitz (Preussen), f S.Marz 1896 
in Bern. Musikdirektor in Dresden und (seit 1867) in Bern, Leiter der 
Sinfoniekonzerte der Musikgesellschaft und des Cacilienvereins bis 1884. 
Werke: Lieder und Kammermusik gedruckt, Chorwerke, Ouverturen 
und weitere Kammermusik handschriftlich, vielfach in Bern aufgefuhrt. 



170 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Reichel, Bernard. * 3. August 1901 in Neudiitel. Seine hauptsachlidisten 
Lehrer waren Charles Faller, Paul Benner, Hermann Suter, Ad, Hamm, 
Ernest Le*vy, William Montillet, Jaques-Dalcroze. Reichel lebt in Genf 
als Professeur am Institut Jaques-Dalcroze, woselbst er 1925 das Diplom 
erworben hatte, und als Organist der Kirche Chene-Bourgeries, sowie 
als Komponist. 
Kompositionen: 

Buhnenwerke: L'Enfant Prodigue, musique de scene pour le drame 
lyrique de Jules Baillods [Huguenin]. 

Chorwerke: La Vision d'Ezechiel, cantate pour choeur mixte, alto solo 
et orch. [M.] / Cantate de Noel [Huguenin] / Messe pour chocur et 
orch. [M.] / Musiqus pour la passion, pour choeur et org. [M.]. 
Orchesterwerk: Trois Esquisses, pour petit orch. [chez 1'auteur]. 
Konzertmusik: Divertissement pour piano et orch. [M.]. 
Kammermusik: Senate pour viol, et piano [M.] / Duo pour vcl. et 
piano [Tirage h&iographique] / Larghetto pour fl. et piano [T. L] / 
Octuor (2 viol., alto, tromp., sax., tromb., cb. et piano) [M.]. 
Klaviermusik: Trois Preludes [M.] /Deux Preludes [T. h.] /Suite 
[T. h.] / Gigue, pour deux pianos [M.] / Douze Variations [chez 
1'auteur]. 

Orgelmusik: Pastorale [T.H.J / Prelude grave [T.L] / Adagio [T.h.] 
Quatre Pieces pour Tavent [chez 1'auteur] / Verschiedene Chorale [chez 
1'auteur] / Invocation, pour trompette et org, [chez 1'auteur]. 

Reinhart, Walther. * 24. Mai 1886 in Winterthur, studierte Musik am 
Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. (Bassermann, Knorr, 
Heermann) und an der Konigl. Akademie der Tonkunst in Berlin (Max 
Bruch, Rossler) und bei Siegfried Ochs (Chorleitung). Er wurde in Mei- 
ningen Assisten Max Regers, wirkte als Dirigent in Gorlitz (Philhar- 
monic) und leitete gastweise Orchester- und Chorauffiihrungen in 
Frankfurt a. M., Miinchen, Hagen i. Westfalcn u. a. Stadten. Bei Kriegs- 
ausbruch 1914 war Reinhart Direktor des Frankfurter Lehrergesang- 
vereins. Ab Marz 1919 leitete er die Stuttgarter Liederkranzgesellschaft 
und (gleichzeitig) den Stadtsangerverein Winterthur. Gegenwartig ist 
Reinhart, der 1920 in die Schweiz iibersiedelte und kurze Zeit Dirigent 
der Harmonic Zurich war, Leiter des Gemischten Chores "Winterthur, 
des Reinhart-Chores Zurich (dessen Ruf sich hauptsachlich auf Auf- 
fiihrungen Bachscher Kantaten und Haydn'scher Messen griindet), so- 
wie der Schule fur Sologesang Zurich. 
Kompositionen: 

Chorwerke: Kleinere kirchliche Chorwerke mit Orchester, darunter 
zwei Choral-Vespern mit Orgel [M.] / Kleinere Chorwcrke a cap. 
[M.] / Geistliche Lieder mit Orgel [Schott]. 
Kammermusik: Sonaten fur Blasinstrumente [M.). 
Publikationen: Die Auffiinning der Johannespassion von J.S.Bach und 
deren Probleme [Merseburger, Leipzig] / kleinere Abhandlungen iiber 
Stilistik, Gregor. Choral u. a. / Werkanalysen in den Programmheften 
des Reinhart-Chores. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 171 

Reinshagen, Victor. * 22, Mai 1908 in Riga, studierte an der Musikaka- 
demie in Zurich und an der Hochsdiule fiir Musik in Berlin. 1926 war 
er Leiter der Singspielbiihne Ziiridi. 1927-29 wirkte er als Kapell- 
meister am Stadtebundtheater Solothurn-Biel, seit 1929 ist er Kapell- 
meister am Stadttheater Zurich sowie am Radio Zurich. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Crete im Gluck, Operette, Zurich 1936 [Musikverlag 
Zurich A. G.] / Tanz um Daisy, Operette, Zurich 1938 [Musikverlag 
Zurich A. G.]. 

Reiter, Ernst. * 30. Marz 1814 in Wertheim, f 14. Juli 1875 in Basel. Seit 
1839 Leiter der Sinfoniekonzerte in Basel, seit 1845 auch des Basler 
Gesangvereins und seit 1852 der Basler Liedertafel. Von seinen Kom- 
positionen ist ein Oratorium Das neue Paradies (1845) gedruckt worden, 
eine Mannerchorkantate St. Jakob an der Birs wurde auch ausserhalb 
Basels mehrfach aufgefuhrt. 

Lit.: K. Nef, Aus den Tagebuchern von E. R., Basler Nadir., Sonntagsbl. 
1907 / E. Refardt im Basler Jahrb. 1926. 

Reitz, Fritz. * 15. Mai 1885 in Burgdorf (Bern). Den ersten Musikunterricht 
empfing er von seinem Vater. Nach Absolvierung des Gymnasiums kam 
er ans Leipziger Konservatorium (Klengel), wo ihm bereits im zweiten 
Jahr die fur einen Auslander seltene Auszeichnung eines Freiplatzes im 
Holsteinstift zuteil wurde. Nach Erlangung des Diploms war Reitz 
kurze Zeit in Russland, dann in Gorlitz tatig. Mit 21 Jahren erhielt er 
die Stelle des Solocellisten am Berliner Philharmonischen Orchester 
(Nikisch u. a.), die er adit Jahre inne hatte. 1914 wurde ihm die Stelle 
des Solocellisten des Ziircher Tonhalle-Orchesters und eine Lehrstelle 
am Zurcher Konservatorium angeboten, welche er beide heute noch be- 
kleidet. Mit der Pianistin Elly Ney und W. v. Hoogstraten (Elly Ney- 
Trio) unternahm er verschiedene Konzertreisen, ebenso mit dem Zur- 
cher Quartett; ferner gab er mit seiner Frau Konzerte (Cello-Kammer- 
musik-Zyklen von Beethoven, Reger, Bach). 
Publikation: Wanderung durdi Beethovens Streichquartette [Hug[. 

Ribaupierre, Andre" de. * 29. Mai 1893 in Clarens. Er studierte Violine 
bei Ladislav Gorski und Eugene Ysaye, Theorie bei Combe, Denreaz 
und Srieyx. Seine ausgedehnte Konzertta'tigkeit fuhrte ihn nicht nur 
in die wichtigsten Schweizerstadte, sondern auch in die ubrigen euro- 
paischen Lander, sowie nach Australien und Nordamerika. Als Violin- 
padagoge wirkie er am Konservatorium Lausanne (1914-19), am Konser- 
vatorium in Cincinnati, USA. (1921-24) und am Musikinstitut in Cleve- 
land (1924-29), wo er gleichzeitig Orchesterleiter war. Zur Zeit ist er 
Mitdirektor am Institut de musique de Ribaupierre, Ecole Normale de 
musique in Lausanne, Prof, de virtuosite am Konservatorium Genf und 
leitet einen Kurs an der Ecole Normale de musique in Paris. 

Ribaupierre, Emile de. * 27. Marz 1887 in Montreux. Er studierte Vio- 
line in Montreux bei L. Gorsky, am Konservatorium in Prag, an der 
Schola cantorum in Paris, sowie bei Flesch in Berlin. Zusammen mit 
seiner Schwester Mathilde de Ribaupierre griindete er 1915 die Kon 



172 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



servatorien in Vevey und Montreux, ferner die Ecole Normale de Mu- 
sique in Lausanne; auch war cr der Griinder der Socie'te de Torchestre 
de Ribaupierre, deren Konzerte er leitet. Er hat ausserdcm das Orchestre 
de la Suisse Romande und das Radioorchester Lausanne dirigiert. 

Kompositionen : 

Suites Montagnardes, pour viol, et alto, Nr. 1-3 [Foetisch]. 

Riditer, Carl Arthur. *6.Februar 1883 in Leipzig. Er studierte 1897-1902 
am Konservatorium Leipzig (Sitt, Jadasohn, Reinecke u. a.). Als Violinist 
wirkte er im Gewandhausorchester (Nikisch) und als zweiter Konzert- 
meister im Philharmonischen Orchester (Winderstein) in der gleichen 
Stadt, spater als Violonlehrer an der Musiksdiule in Nurnberg. 1909 
wurde er zum Musikdirektor in Wattwil (St. Gallcn) gewahlt, wo er 
regelmassige Kirchen-, Solisten- und Sinfoniekonzerte einfiihrte. Seit 
1912 lebt Richter in Lenzburg als Musiklehrer, Organist und Dirigent 
von Choren und Ordhestern. 

Kompositionen: 

Chorwerke: op. 10 Choralkahtate, fur gem. Chor, Altsolo, Soloquartett, 

Soloviol. und Org., 1920 [Selbstverlag] / op. 19 Die Muschel, fur gem, 

Chor, Sopransolo und Orch., 1914 [Hiini] / Aargauerlied (A.Frey), 

fur M'chor und Orch. (dass. auch fur M'chor und Fr'chor a cappella), 

1921 [Hug] / Mehrere gem. und Manncrchore a cap. bei verschiedenen 

Verlegern [Hug; Schuberth; Dietrich, Leipzig]. 

Lieder: op. 11 [Crude, Leipzig] / op. 15 [Hiini] / op. 20 [M.] (op. 15 

u. 20 teils mit Orch,). 

Orchesterwerke: op. 13 Suite fiir grosses Orch., 1908 [M.] / op. 24 

Konzertouverture, 1932 [HugJ / op. 17 Festmarsch, 1907 [Kahnt] / 

op. 26 Drei Miniaruren, 1934 [M.] / op. 27a Festmarsch (Sinf . Prae- 

ludium) / op. 25, 27. 28, 29, 30 Kompositionen fiir Blasmusik [Hug] / 

op. 29a Heroische Ouverture. 

Weitere Kompositionen und Bearbeitungen fiir Harmoniemusik. 

Kammermusik; op. 15 (1-4) Stiicke fiir Viol, und fiir Cello rnit Klav. 

oder Orch. 

Rochat, Andrei. * 12. Januar 1900 in Genf. Sk studierte am Konservato- 
rium in Genf, wo sie 1919 das Diplom rtir Klavier erhielt, sowie bei 
J. Philipp und A. G^dalge in Paris. Mit dem Verlegsr Aeschlimann ver- 
heiratet, lebt sie in Mailand. 

Kompositionen: 

Chorwerk: Jeux et Travaux de nos Aleules, pour choeurs, soli ct ace. 
de piano, 1928 [M,J. 

Lieder: Sette Sonetti dalla Vita Nuova di Dante, 1934 [Carisch, Milano]. 
Kammermusik: Septuor & cordes en la min., 1928 [M.] / Senate fiir 
Klav. und Viol., 1932 [Hug] / Tre Canzoni, per clar. in la e piano- 
forte, 1936 [Carisch] / Sonata per pianoforte e violino, 1938 [Carisch]. 

Rossel, Willy. * I.April 1877 in Plauen (Dresden). Er besuchte in Leipzig 
die Thomasschule, wo er (1888-98) dem Thomanerchor angehorte. Nach 
Absolvierung des Gymnasiums studierte er zuerst Jura und Philosophic, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 173 

sparer Musik 1900-02 am Konservatorium Leipzig. 1902-07 wirkte er 
als Lehrer am Plockschen Konservatorium in Braunschweig. 1908 
siedelte er krankheitshalber nach Davos uber, das er zu seinem standigen 
Wohnsitz gemadit hat und wo er als Lehrer, Organist und Dirigent 
tatig ist. Daneben unternimmt er ofters Tourneen als Konzertsanger 
(Bassist). 

Kompositionen: 

Chorwerke: op. 6 Zwei Gesange, fur gem. Chor und Solo [Bauer] / 

Mehrere Kompositionen fiir gem., Frauen- und Mannerchor [M.]. 

Lieder: Ca, 40 Lieder [Bauer, Braunschweig; Hug; Br. & H.; M.]. 

Kammermusik: Senate in a-Moll, fiir Klav. und VcL, 1913 [Br. & H.] / 

Pantomime fiir Kammerorch. [M.] / Kleinere Stiicke [M.]. 

Klaviermusik: op. 7 Ihr Kinderlein kommet, Weihnachtsstiick [Heinrichs- 

hofen, Magdeburg] / op. 10 Improvisation fiir Klav. 4-handig uber drei 

Weihnachtslieder [Bauer, Braunschweig] / Variationen fiir 2 Klaviere 

\iber ein eigenes Thema [M.] / Weitere Kompositionen bei verschiede- 

nen Verlegern. 

Orgelmusik: Variationen und Fuge uber eine Sarabande von Handel [M.] 

/ Choralvorspiele [M.]. 

Publikationen: Fiihrer durch die Oper ,,Rubezahl" von Sommer [Bauer] 

/ Die Bewegungsprobleme des Orgelspiels [Hug] / "Weitere Aufsatze in 

Fachzeitschriften. 

Roth, Bertrand. * 12. Februar 1855 in Degersheim, f 25. Januar 1938 in 
Bern. Besuchte das Leipziger Konservatorium, war Schuler Liszts, Kla- 
vierlehrer in Frankfurt, 1882 Mitbegriinder des Raff-Konservatoriums 
daselbst, seit 1884 Lehrer am Dresdener Konservatorium, seit 1890 In- 
haber einer eigenen Schule fiir hoheres Klavierspiel. Er begriindete 1901 
Sonntagsmatineen in seinem ,,Musiksalon Roth" zur Pflege zeitgenos- 
sischer Tonsetzer und gewann dadurch und durch weitere Konzert- 
zyklen grossen Einfluss auf das Dresdener Musikleben. Die letzten 
Lebensjahre verbrachte Roth in Degersheim. Roth hat Klavierlieder 
op. 1 bis op. 20 veroffentlicht. 

Rothcnbiihler, Kurt. * 12. Mai 1905 in Bern. Nach bestandenem Maturi- 
tatsexamen studierte er zunachst Medizin und Philosophic, dann Musik 
und Musikwissenschaft. 1927-28 war er Korrepetitor in Bayreuth 1929- 
1932 Opernkapellmeister in Luzern, 1932-34 in Bern, 1934-37 1. Kapell- 
meister am Stadttheater in Zurich, 1937-39 musikalischer Oberleiter des 
Stadttheaters Luzern und erster Kapellmeister der Allg. Musikgesellschaft 
in Luzern. 1939 wurde Rothenbiihler als erster Kapellmeister an das 
Stadttheater in Bern berufen. Er leitet gastweise einige Sinfoniekon- 
zerte in Luzern, 

Kompositionen [alle M,] 

Lieder / Kammermusik / Klavierstucke. 

Publikationen: Eindriicke uber Bayreuth, in: SMZ, der Bund (Bern) 

usw. / Schweizer Musik Schweizer Musiker, in: Warschauer Zeitun- 

gen, Dezember 1933, 



174 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Rothlisberger, Edmund. * 7. November 1858 in Walkringen (Bern), 
1 16. Dezember 1919 in Neuchatel. Schuler des Leipziger Konservato- 
riums, 1887 Musiklehrer in Neuchatel (1888-1910 Dirigent der Socie*t 
chorale, 1892-1907 auch der Sinfoniekonzerte). President des sdrweiz. 
Tonkiinstlervereins seit 1901. Er sdirieb: Le clavecin dans Poeuvre de 
J.S.Bach, 1922, und Aufsatze zur Musikgeschichte Neuchatels, in: Muse'e 
neuchatelois, 1918, 1920, 1921. 

Rousseau, Jean Jacques. * 28. Juni 1712 in Genf, t 2. Juli 1778 in Erme- 
nonville (Frankreich). Bis 1728 lebte Rousseau in Genf, dann in Annecy, 
1730 in Lausanne, dann in Frankreich. Vor einem wegen seiner Biicher 
Contrat social und Emile erlasscnen Haftbefehle des Parlaments floh 
Rousseau in die Schweiz (Motiers Travers und Petersinsel im Bielersee). 
Durch die Berner Regierung ausgewiesen, ging er nach Strassburg, Eng- 
land, endlich 1767 wieder nach Frankreich. 

Rousseau hat 1767 einen Dictionnaire de musique geschrieben und schon 
1743 eine Dissertation sur la musique moderne. Von seinen Kompo- 
sinonen erschienen nach seinem Tode: Les consolations des miseres de 
ma vie (Lieder), 1781. Weltbekannt wurde sein Singspiel Le devin du 
village (1752). Zahlreiche Manuskripte des Nadilasscs liegen in der 
Biblioth^que Neuchatel. 

Lit.: A. Pougin, Rousseau musicicn, 1901 / Tiersot, J. J. Rousseau, 1912 
/ E. Faguet, Rousseau artiste, 1913. 

Rufenacht, Eduard. * 17. April 1890 in Bern, studicrte Musiktheorie bei 
Joseph Lauber, Klavier bei Stavenhagen (Genf) und Prof. Varro (Buda- 
pest). Rufenacht lebt als Pianist und Musikpadagoge in Bern. 

Publikationen: 

Mensch und Kunst, Ihr "Wesen und ihre Bedeutung [Benno Schwabe, 
Basel 1936) / Sinn und Aufgabe der Musikerziehung [A, Francke, Bern 
1937] . 

Sacher, Paul. * 28. April 1906 in Basel, studiertc an der Basler Universitat 
(Nef) und am Konservatorium in Basel (Weingartner). 1926 griindete 
er das Basler Kammerorchester (seit 1928 mit Kammerchor) zur beson- 
dern Pflege alter und moderner Musik. Zahlreiche Ur- und Erstauf- 
fuhrungen von "Werken in- und auslandischer Komponisten (Bart6kv 
Beck, Burkhard, Caplet, Fortner, Hindemith, Honegger, Moeschinger, 
Moser, Muller v. Kulm, Roussel, Strawinski u. a.) sind Sachers Initiative 
zu verdanken. Er hat mit dem Kammerorchester und dem Kammerchor 
auch vielfach Gastspielreiscn in der Schweiz und im Ausland unter- 
nommen. 1929-34 dirigierte er ausserdem den Basler Mannerchor. 
1933 ricf Sacher die Schola Cantorum Basiliensis ins Leben, die als 
Lehr- und Forschungsinstitut fur alte Musik in engster Zusammen- 
arbeit von Musikwissenschaftern und spezialisierten Musikern der Wie- 
derbelebung alter Musik auf historischen Instrumenten dient. Sacher 
ist auch als Gastdirigent (Schweden, Paris, London u. a, O.) tatig. Seit 
1935 ist er President der schweizerischen Sektion der Internat. Gesell- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 175 

schaft fur Neue Musik, seit 1930 Vorstandsmitglied des Schweiz. Ton- 
kiinstlervereins. 

Aufsatze in den Jahresberichten des B. K. O. und in verschiedenen Zeit- 

schriften. 

Lit.: H. Ehingcr, Paul Sacher, in: Neues Musikblatt, Nr. 20, S. 1 [Schott 

1936] / W. Schuh, 2u den Programmen des Basler Kammerorchesters in 

den ersten zehn Jahren seines Bestehens (1926-36), in: Zehn Jahre BOK. 

Sandoz, Paul. *27.Juni 1906 in La Chaux-de-Fonds, studierte Gesang am 
Konservatorium in Neuchatel und an der Opernschule in Basel Sandoz 
lebt als Opern- und Konzertsanger (Bass-Bariton) sowie als Gesangs- 
padagoge in Luzern. 

Schaerer, Ernst. * 24. Mai 1911 in Zurich, besudite die Frauenfelder Schu- 
len bis zur Maturitat und studierte funf Jahre am Konservatorium in 
Zurich. Seit 1936 ist Schaerer Musikdirektor in Frauenfeld, wo er das 
Stadtorchester, den Oratoriengesangverein und den Mannerdior leitct. 
Ausserdem ist er Organist an der evangelischen Stadtkirche und Dirigent 
des Kirchenchores. 

Schaerer, Otto. Ml.Dezember 1898 in Bern, besuchte das dortige Real- 
gymnasium und erhielt seine musikalisdbe Ausbildung an der Berner 
Musikschule. Orgel und theoretische Facher studierte er bei Ernst Graf 
(Bern), Klavier bei Emil Frey (Zurich). Ausserdem war er noch Schiiler 
Marcel Dupre"s in Paris. Seit 1922 wirkt Schaerer als Organist an der 
Franzosischen Kirche und seit 1938 als Lehrer fur Orgelspiel am Kon- 
servatorium in Bern. 

Schaeuble, Hans. * 29. Mai 1906 in Arosa, studierte 1927-31 Musik am 
Leipziger Konservatorium. Seit dem Abschluss seiner Studien lebt er 
teils in Berlin, tells in der Schweiz. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: op. 2 Dagmar, Oper in zwei Aufzugen nach einer No- 
velle von Th. Storm, 1927-28 [M.]. 

Chorwerkc: op. 6 Requiem nach Worten von Robert Prechtel fiir Alt 
und Baritonsolo, gem. Chor und Orch., 1929-30 [M.] / op. 21 Funf 
Chore (Rud. Pestalozzi) fiir gem. Chor a cap., 1936 [Bote & Bock]. 
Sologesang mit Begleitung: op. 1 Sieben Winter-Lieder (Hans Roelli) fiir 
eine Singstimme und Klav., 1926 [M,] / op. 4 Drei Gesange aus Hellas 
(Hans Vogt) fiir Alt und Streichquart. [M.I / op. 11 Kantate (Ch. Mor- 
genstern) fur Alt und Kammerorch., 1933 [M.] / op. 14 Solo-Kantate 
(Hans Leifhelm) fiir Sopr., Oboe, Viol, und Viola, 1934 [M.]. 
Orchesterwerke: op. 12 Toccata, Passacaglia und Finale fiir grosses Orch., 
1933 [M.] / op. 18 Musik fiir zwei Geigen und Streichoroh., 1935 [Bote 
& Bock] / op. 20 Musik fiir kleines Orch. (sieben Blaser und Streicher), 
1937 (Bote & Bock] / op. 22 Sinfonische Musik fiir grosses Orch., 1938 
(Bote & Bock]. 

Konzerte: op. 9 Konzert fiir Klav. und Orch., 1931-32 [M.] / op. 23 
Musik fiir Solobratsche und Orch., 1939 [Bote & Bock]. 



176 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Kammermusik: op. 7 Senate fur Viol, und Klav., 1930 [M.] / op. 8 

Streichquartett, 1931 [M.] / op. 19 Musik fur Streichquart., 1936 [Bote 

& Bock]. 

Klaviermusik: op. 5 Klaviermusik, 1929 (vier Stiicke) [M.] / op. 13 

Klaviermusik, 1934 (fiinf Stiicke) [M.]. 

Orgelmusik: op. 15 Introduktion und Choral- Variationen, 1934 [M.]. 

Schaichet, Alexander. * 23. Juni 1887 in Nicolajeff (Sudrussland), studierte 
daselbst Musik bis zum ersten offentlichen Auftreten als konzertieren- 
der Violinist (1898), Weitere Studien betrieb er am Gymnasium und am 
Konservatorium in Odessa (bis 1906) sowie am kgl. Konservatorium in 
Leipzig (1906-10). Unmittelbar nach Absolvierung des letztgenannten 
Instituts wurde er als Konzertmeister der akademischen Konzerte 
und Primgeiger des Jenaischen Streichquartetts nach Jena berufen. Hier 
war er Lehrer an den Ausbildungsklassen des Konservatoriums und 
wirkte als Geiger im Klaviertrioensemble mit Max Reger. In der Schweiz 
vom Weltkrieg iiberrascht, Hess sich Schaichet 1914 in Ziirich nieder, 
wo er 1927 das Biirgerrechc erhielt. Schaichet konzertiert als Geiger und 
Bratschist und lei Let das von ihm gegriindete Kammerorchester Zurich, 
das sich neben der Pflege vorklassischer Musik insbesondere auch die- 
jenige des zeitgenossischen Musikschaffens zur Aufgabe gesetzt hat. 
Schaichet hat sich durch zahlreiche Ur- und Erstauffuhrungen schweize- 
rischer Kompositionen und die Heranziehung junger Schweizer Solisten 
verdient gemacht. Schaichet ist verheiratet mit der Pianistin Irma 
Schaichet. 

Scheel, Josef Gallus. * 16. Oktober 1879 in Treherz (Wiirttemberg), stammt 
aus einer Lehrerfamilie, die in drei Generationen der Kirchenmusik 
diente. Auch er widmete sich zuerst dem Lehrerberuf, studierte dann 
Musik am Konservatorium in Stuttgart, an der Kirchenmusikschule in 
Regensburg sowie in Rom. 1907-13 war Scheel Miinsterchordirektor in 
Konstanz, seither wirkt er als Domkapellmeister und Domorganist in 
St. Gallen. Scheel ist Mitglied der KgL Philharmonischen Akademie in 
Rom. 

Kompositionen: 

Buhnenwerke: op. 25 Ahasver, dramatisches Mysterium, 1919 [Selbst- 
verlag] / op. 35 Und hatte der Liebe nicht, Volksoper in einem Vorspiel 
und zwei Aufziigen, 1937 [M.] / op. 75 Musik zu ,,Wandlung" (Bin- 
der) [Volksverlag, Elgg]. 

Chorwerke: mit Orchester: op. 26 Pastoralmesse fur Soli, Chor und 
Orch., 1914 [M.] / op. 40 Missa sacra zum SOjahrigen Domchor-Jubi- 
laum fur Soli, Chor und Orch., 1927 [Bohm, Augsburg] / Kleinere 
kirchenmusikalische Werke: Dreizehn Messen, darunter op. 38 Preis- 
messe Lauda Sion [Ochsncr] / op. 45 Missa populi, 1931 [Pustet] / 
op. 50 Missa media vita, 1932 [PustetJ / op. 28-31 Vier Festoffertorien 
fur 6-stg. gem. Chor mit Org. [Ochsncr] / op, 47, 48, 49, 51, 54 Fiinf 
Offertorien fur Volks- und gem. Chor [Pustet; Ochsner] / op. 56 Lita- 
nei fur Volks- und gem. Chor [M.] / op. 55 Ecce sacerdos fur Volks- 
und gem. Chor [M.] / op. 46 Salve regina [Pustet] / op. 39 Passions- 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 177 

kantate fur Soli, Chor und Org. [Vier Eulen] / op. 57 und 58 Sedis 
Motetten fur Soli, Kammerchor und Org, [Pustet] / op. 43 und 44 
Zwei Motetten fiir Solo oder gem. Chor mit Org. [Willi] / op. 32 Drei 
Ave Maria fiir verschiedene Besetzung [Ochsner] / Weltlidic Chore: 
op. 63 Te Deum (deutsch) fiir Doppelchor (Frauenstimmen), Streicher, 
Klav. oder Org., 1936 [Hug] / op. 60 Es ist em Reis entsprungen, Weih- 
naditszyklus fiir Frauenstimmen, 1936 [Bohm, Augsburg] / op. 64 
Psalm 150 fiir l-2stg. Chor, Streidier, Org. oder Klav. 4-hdg. [M.] / 
op. 66 Heimat, fiir Doppeldior (Frauenstimmen) und Klav. 9 1936 [WiUil 
/ op. 70 Des Mensdien Freude an der Sdaopfung fiir Doppeldior (Frauen- 
stimmen), Streidier, Klav. oder Org. [M.] / Eine Sdiweizerkantate und 
zwei Schweizerhymnen [Hug; Ochsner] / Bettagspsalm [Ochsner]. 
Orgelwerke: op. 9 Jacovella, symphonisdie Fantasie in vier Satzen [M.] 
/ op. 37 Fantasiesonate in vier Satzen [Bohm, Augsburg) . 

Neuausgaben altklassischer Motetten: Drei von Aichinger (4-8stg.), einc 
von Cartaria (8-stg.), eine von Civita (2-stg.), zwei von Clemens non 
Papa (4-stg.), zwei von Croce (4- und 8-stg.), eine von Despres (4-stg.)> 
zwei von Finetti (2- und 4-stg.), zwei von A. Gabrieli (5- und 7-stg.), 
neun von G. Gabrieli (6-16stg.), eine von J. Gallus (8-stg.), eine von 
Grani (4-stg.), drei von Guerrero (4-, 5- und 8-stg.), eine von Ingenieri 
(8-stg.), drei von Orlando di Lasso (5-stg.), zwei von Lotti (4- und 
6-stg., eine von Massaino (6-stg.), eine von Pe"rez (5-stg.), eine von 
Trombetti (10-stg.), drei von O. Vecchi (4-, 5- und 6-stg.) und eine von 
Victoria (5-stg.). 

Publikationen: Gibt es eine Losung des Stimmproblems? [Vieweg, Ber- 
lin, 1927] / Der Chorklang [Hug, 1928] / Die vollkommene und gesetz- 
massige Losung des Stimmproblems mit Anleitung zur Methodik, 1939. 
Aufsatz: Die Stimme, in: Sdiweiz. Rundschau, 30. Jg., Heft 12. 

Scherchen, Hermann. * 21. Juni 1891 in Berlin, bildete sich autodiktatisch 
zum Musiker aus, war 1907-10 Bratschist im Bliithner und imPhilharmo- 
nischen Orchester in Berlin, ging 1911-12 mit Arnold Schonberg auf eine 
Tournee und wurde 1914 Dirigent des Sinfonieordiesters in Riga. Aus 
russischer Kriegsgefangenschaft zuriickgekehrt, griindete er 1919 in 
Berlin die Neue Musikgcsellschaft, gab 1920-21 die von ihm begriindete 
Zeitschrift Melos heraus, war Lektor fiir moderne Musik an der staat- 
lidien. Musikhodisdiule in Berlin, leitete 1921 das Grotrian-Steinweg- 
Ordiester in Leipzig, 1922-23 die Museumskonzerte in Frankfurt a. M., 
war 1928-33 Generalmusikdirektor in Konigsberg i. Pr. (Ehrendoktor 
der Universitat) und am Ostfunk. Seit 1923 ist Sdierdien Hauptdirigent 
der Sinfoniekonzerte des Musikkollegiums in Winterthur, wo er in 
Abonnemcnts-Studienauffiihrungen und andern Konzerten eine bedeu- 
tende Zahl moderner Wcrke zur Ur- und Erstauffiihrung brachte. Audi 
ausserhalb seines "Winterthurer Wirkungskreises tritt er als Gastdirigent, 
an Musikfcsten (namentlich in der IGNM.) usw. fur neue Musik ein, 
in deren Dienst cr u. a. audi die von ihm begriindete Zeitsdirift ,,Ars 
viva" gcstellt hat. 1937 griindete Scherchen in Wien, wo er 1932 das 
Ordicsterstudio geleitet hatte, das Musica Viva Ordiester und die 

12 Schuh, Muiikerlexikon 



178 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Internationale Gesellschaft der Musicophilen, dencn eine Auswirkung 
infolge der politisdien Ereignisse allerdings versagt blieb. Seit 1938 
wohnt Scherchen in Neuchatel. 

Publikation: Lehrbuch des Dirigierens, 1929 [J.J.Weber]. 
Aufsatze: in: Melos, SMZ, Ars viva u. a. O. 

Lit.: J. Schellenberg, Das Musikkollegium Winterthur in den Jahren 
1920 bis 1935, in: SMZ, Programmheft zur 36. Tagung des Schweiz. 
Tonkiinstlervereins (6.u. 7. April 1935) in Winterthur, Heft 7, I.April 
1935. 

Scherz-Meister, Elsa. * 3. Juli 1901 in Langenthal, bildete sich zur Konzert- 
sangerin (Sopran) axis bei Margarete Haeser in Zurich. E. Scherz-Meister 
lebt in Bern. 

Schild, Erich. * 25. August 1890 in Basel, besuchte das dortige Gymnasium, 
studierte an der Universitat Philologie und Musikwissenschaft (Karl 
Nef) und promovierte 1915 zum Dr. phil. Seine musikaKschen Studien 
begann Schild bei G. Staub (Klavier), setzte sie 1909-15 am Easier Kon- 
servatorium (Orgel bei A. Hamm) fort und studierte hierauf noch Kon- 
trapunkt bei Ernst Graf in Bern, Direktion, Komposition, Instru- 
mentation und Partiturspiel bei Volkmar Andreae in Zurich, Gesang bei 
Hermann Dubs in Zurich und absolvierte zwei Jahreskurse und einen 
Meisterkurs fur Direktion bei Felix Weingartner in Basel. 1918-22 war 
er Organist an der Franzosischen Kirche in Bern, 1920-22 Leiter des 
Schild-Chores in Solothurn. Seit 1922 wirkt Schild als Musikdirektor 
in Solothurn, wo er Dirigent des Cacilienvereins (1931 Urauffiihnmg 
von Honeggcrs Cris du monde), Professor fur Gesang, Klavier, Orgel 
und Theorie an der Kantonsschule und am kantonalen Lehrerscminar 
sowie Organist an der reformierten Kirche ist. Schild, der auch als Gast- 
dirigent (Briissel, Genf, Paris, Winterthur) tatig ist, leitet auch das von 
ihm gegriindete Kammerorchester und die Abonnementskonzerte in 
Solothurn. 1922-26 dirigierte Schild den Mannerchor Solothurn. 
Schild, Josef. *21.Februar 1841 in Grenchen, f 6. April 1905 in Basel. 
Tenorsanger, war 1864-67 Mitglied des Leipziger Theaters, 1867-69 Hof- 
opernsanger in Dresden. Er trat auch vielfach als Oratoriensanger auf. 
Nach seinem Riicktritt (1869 wegen eines Halsleidens) lebte Schild in 
Basel. Er hat sich urn den schweizerischen Volksgesang grosse Vcrdienstc 
erworben. 

Schlatter, Viktor. * 19. Februar 1899 in St. Gallen, bezog nach cinem 
technischen Studium 1922 die Hochschule fur Musik in Berlin (Orgel 
bei W. Fischer), war in Hannover in der Orgelbaupraxis tatig und 
wurde 1924 Organist in St. Gallen. Seit 1926 wirkt Schlatter als Gross- 
miinster-Organist in Zurich. 

Schlenker, Alfred. * 30. Mai 1876 in St, Gallen, studierte Musik bei Paul 
Miilier in St. Gallen, Gustav Jakobsthal in Strassburg und bei Heinrich 
Kaminski. Schlenker lebt als Zahnarzt in Konstanz. 
Kompositionen: 

Eine Oper und melodramische Musik zu Kydippe (Drama von Viktor 
Hardung), Chorwerke mit Kammerorchester und a cappella, Lieder und 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 179 

Studentenlieder [Schauenburg, Lahr], eine Chor-Sinfonie iiber biblische 
Texte und ein Trio fiir Flote, Viol, und Bratsche. 

Schmid, Erich. * 1. Januar 1907 in Balsthal, absolvierte das Lehrerseminar 
Solothurn, wo Erich Schild und Max Kaempfert seine Musiklehrer waren, 
und besuchte nach einjahriger Lehrertatigkeit das Hochsdie Konserva- 
torium in Frankfurt a. M. (1927-30). Hier waren B. Sekles, H. von 
Schmeidel und Fr. Malata seine Lehrer. 1928 erhielt Schmid den Frank- 
furter Mozartpreis. 1930-31 war er Schuler Arnold Schoenbergs an der 
Akademie der Kiinste in Berlin. 1931-33 lebte Schmid in Frankfurt a. M., 
wo er am Siidwestdeutschen Rundfunk tatig war. Seit 1934 wirkt er als 
Musikdirektor in Glarus. Schmid wendet in seinen Kompositionen die 
Zwolftontechnik an. 
Kompositionen [alle M.] : 

Gesangsmusik: op. 2 Rilke- Suite fur eine Singstimme und Kammerordi., 
1929-36 / op. 12 Michelangelo-Gesange fiir Bariton und Klavier, 1937-38. 
Orchesterwerke: op. 3 Drei Satze fiir Orch., 1930 / op. 7 Suite fiir Blas- 
orchester und Schlagzeug, 1931. 

Kammermusik: op. 1 Sonatine I fiir Viol, und Klav., 1929 / op. 4 Streich- 
quartett, 1930-31 / op. 5 Trio fiir Klar., Vcl und Klav., 1931 / op. 8 
Sonatine II fiir Viol, und Klav., 1932-34 / op. 10 Notturno fiir Oboe, 
Klar., Viol, und Vcl., 1935 / op. 11 Rhapsodic fiir Klar. und Klav., 
1936. 

Klavierwerkc: op. 6 Sechs Stiicke, 1932 / op. 9 "Widmungen, fiinf kleine 
Stiicke, 1^33-34. 

Verschiedenes: Volksliedbearbeitungen / Horspielmusiken. 
Bearbeitung: Debussy, Six pigraphes antiques, fiir Orch. 
Aufsatz: Studie iiber Schoenbergs Streichquartette, in: SM2, Jg. 74 
Nr. 1, 3, 5. 

Schmid, Karl. * 9. April 1825 in Uerkheim (Aargau), f 25. April 1873 in 
"Wien. Wurde 1850 in Tubingen Dr. med., ging dann aber zur Biihnc 
iiber (Bassist). 1853-55 Mitglied des Prager Theaters, 1855 bis zum 
Tode an der Wiener Hofoper. Schmid war ein sehr gefeierter Sanger, 
der auch vielfach in der Schweiz in Oratorienkonzerten auftrat. 
Lit.: Ncujahrsblatt der Allg. Musikgesellschaft in Zurich, Nr. 64, 1876. 

Schmidlin, Johannes. * 22. Mai 1722 in Zurich, f 5. November 1772 in 
Wetzikon, seit 1754 Pfarrer daselbst. Er hat zahlreiche Vokalkompo- 
sitionen veroffcntlicht: Singendes und spielendes Vergniigen reiner 
Andacht (meist dreistimmige Gesange) 1752, 5. Auflage 1792 / Musica- 
lisch-wochentliche Vergniigungen (zweistimmige Gesange mit Gen. Bass), 
1758, drei Jahrgange / Hymni oder Lobgesange (drei- bis vierstimmig), 
1758 / Gellerts Oden, 1761 / und viele weitere geistliche und weltliche 
Lieder und Chore. Bekannt geworden sind namentlich seine Vertomm- 
gen von Lavaters Schweizerliedern, 1769, 4. Auflage 1796. 
Lit.: Ziircher Neujahrsblatt 1857. 

Schmidt, Eric. * 5. Ma'rz 1907 in NeucMtel. Am Genfer Konservatorium 
war Schmidt Schuler von Alexander Mottu und William Montillet. Nach 



180 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Erlangung mehrerer erster Preisc begab sich Schmidt nach Paris zu 
weiterem Studium bei Delafossc urxd Cortot. Seit 1931 xinternimmt 
Schmidt Konzertreisen in ganz Europa als Solo-Pianist und als Kammer- 
musiker, seit 1934 wirkt er auch als Lchrer am Konservatorium Genf. 
Kompositionen: 

Gesang mit Orchester: Ballade a la lune [M.]. 

Gesange mit Klavier: Trois moments de la naissance d* Aphrodite (Fran- 
9015 Franzoni) [Flute de Pan, Paris] / Ballade & la lune (transcr. de 
Porch.) [Flute de Pan], 

Kammermusik: Scherzo Fantasque pour viol, et piano [Flute de Pan] / 
Divertissement pour flute, violon et piano [M.]. 
Orgelmusik: Fantaisie sur le Choral ,Jesu meine Freude" [Flute de Pan]. 
Harfe: Six Etudes [Flute de Pan], 

Werkverzeichnisse in: Oeuvres de Composheurs Genevois 1937, in Dis- 
sonances und in SMZ, 15. September 1939. 

Schneider, Peter Otto. * 17. April 1901 in Frankfurt a.M., studierte da- 
selbst Musik am Hochschen Konservatorium (Orgel bei Carl Heyse, 
Komposition bei Waldemar von Baussnern). Er lebt als Komponist und 
Privatmusiklehrer seit 1936 in Zurich, wo er u. a. mit einem Vokal- 
und Instrumentalensemble Werke alterer Schweizer Komponisten (viel- 
fach erstmalig und in eigenen Bearbeitungen) zur Auffuhrung brachte. 
Er ist verheiratet mit der Sopranistin und Gesangspadagogin Vera 
Schneider. 

Schnyder, Paul. * 3. Mai 1878 in Basel, besuchte 1898-1901 die Musik- 
schule in Basel, anschliessend das Sternsche Konservatorium in Berlin, 
dessen Lehrer er 1904 wurde; zuglcich unterrichtete er auch am Kon- 
servatorium Charlottenburg. 1906 kehrte er nach Basel zuriick, wurde 
ein Jahr danach Organist der Leonhardskirche und Dirigent des Kir- 
chengesangchors (bis 1914), Dirigent des Mannerchors Concordia 1908-32, 
leitet seit 1912 den Easier Licderkranz, seit 1926 den Gesangverein 
Liestal, seit 1928 den Mannerchor Luzern. Schnyder ist seit 1923 Mit- 
glied der Musikkommission des Eidgenossischen Sangervereins. 
Werke: Mannerchore und gcmischte Chore (bei verschiedenen Ver- 
legern) / Klavierwerke / Lieder. 

Schnyder von "Wartensee, Xavcr. * 18. April 1786 in Luzern, f 27. August 
1868 in Frankfurt a.M. Sein Vater war Offizier der Sdiweizertruppen 
in Korsika und Sprossling einer angesehenen Luzerner Aristokraten- 
familie. Schnyder wuchs in Luzern auf und nahm fruhzeitig teil an 
weltlichen und geistlichen Musikauffiihrungen, trotz einigem Musik- 
unterricht eigentlich durchaus als Autodidakt. Auf Wunsch seines Vaters 
sollte er sich der Laufbahn eines Verwaltungsbeamten widmen, rerlics? 
sie aber nach kurzem Dienst wieder und gab sich nun ganzlich dem Stu- 
dium der Musik hin. Bereits am ersten Musikfestc der schweizerischen 
Musikgesellschaft 1808 in Luzern wirkte er als Cellist mit, am folgendcn 
1809 als Bratschist, am dritten 1810 als Paufcer. Den Winter 1810-11 
brachte er in Zurich zu, machte die Bekanntschaft Nagelis und andwer 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 181 



Fiihrer des dortigen Musiklebens, 1811 kehrte er nadi Luzern zuriick. 
die Erbsdiaft des Gutes "Wartensee bei Sempadi machte ihn finanziell 
unabhangig. Das Musikfest in Sdiaffhausen 1811 bradite ihm die erste 
Auffuhrung einer seiner Kompositionen. Vom Herbst 1811 bis zum 
Sommer 1812 iebte Sdinyder in Wien, trat hier audi in voriibergehende 
Beziehung zu Beethoven, nahm Kompositionsunterricht bci Musikdirek- 
tor Kienlen und beteiligte sidi lebhaft am geselligen und musikalisdien 
Leben "Wiens. Von 1812 an folgte eine stille Zeit des Komponierens in 
Luzern, audi trat Sdinyder wiederholt in Konzerten als Klavierspieler 
auf. 1814 bezog er mit seiner Gattin dauernd das Sdiloss Wartensee als 
Wohnung, musste es aber sdion im Winter 1815 verkaufen, um die 
Sdiulden seines Vaters tilgen zu konnen. Er wurde nun Gesanglehrer 
an Pestalozzis Erziehungsanstalt in Yverdon. Als sich diese aufloste, 
verzog er nadb Frankfurt a. M. als Musiklehrer eines Toditerinstituts 
(1817). Audi erteilte er vielfadi Privatunterridit, gehorte seit 1818 dem 
Cacilienverein an, nahm Teil am Frankfurter Musikleben in alien Rich- 
tungen, griindete 1828 den Frankfurter Liederkranz und verbreitete in 
diesen Kreisen Nagelis Prinzipien des Chorgesanges. 
Sdmyders Gattin starb 1827. Er selbst siedelte 1844 nodimals nadi 
Luzern iiber und vermahlte sidi 1847 in zweiter Ehe mit einer Toditer 
des St. Galler Musikdirektors Jahn. Dann kehrte er endgiiltig nadi 
Frankfurt zuriick. Hier Iebte er die iibrigen Jahre seines Lebens der 
Komposition und dem Verkehr mit alien musikalisdien und literarisdien 
Autoritaten Deutsdilands. Die Sdrweiz besudite er regelmassig an den 
Musikfesten der sdrweizerisdien Musikgesellschaft und den Sangerfesten, 
als getreuer Eckart der schweizerischen Musik und neidlos anerkannter 
Mittelpunkt dicser Feste. 

Im Jahre 1847 hatte er eine Stiftung begriindet; sie trat 1884 nadi dern 
Tode seiner zweiten Gattin in Kraft und besteht noch heute als ,,Sdiny- 
der von Wartensee-Stiftung" mit Sitz in Ziiridi und dem Zwecke, Preis- 
fragen in irgendeinem Zweige der "Wissensdiaft zu stellen und die Her- 
ausgabe wissensdiaftlidier und kiinstlerisdier Arbeiten zu unterstiitzen. 
Ihre erste Veroffentlidiung war die Autobiographic Sdinyders, in ihrer 
frischcn und humoristischen Art eines der bedeutsamsten Denkmaler 
schweizerisdier Musik- und Kulturgesdiidite. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Fortunat, Oper, 1827 [Hofmeister, Leipzig] / Estella, 
komisdie Oper, 1825 [M.] / Heimweh und Heimkehr, Operette, ca. 
1860 [M.l. 

Chorwerke: Pestalozzikantate, 1817 [M.] / Die Mordnadit von Luzern, 
fur M'dior und Ordi. [M.] / Zeit und Ewigkeit (Klopstock), fiir M'dior 
und Ordi., 1827 [M.] / Preussenlied, fiir Soli, Chor und Ordi. [M.] / 
Kyrie und Offertorium, fiir Soli, Chor und Ordi. [M.]. 
Ordiesterwerke (alles M.): Vier Sinfonien (l.A-Dur, 1813 / 2. c-Moll, 
1827 / 3.B-Dur (militaire), vor 1850 / 4.C-Dur) / Ouverture c-Moll 
/ Adagio, Marsdi und Allegro / Variationen fiir Klav. und Ordh. / 
Konzert fiir zw&i Klaviere und Orch. 
Violinsonate [M.] / Duett fiir Viol, und Vcl., abgedruckt in den Le- 



182 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



benserinnerungen. Neudruck von W. Schuh in Beilage 18 zu >,Volks- 

lied und Hausmusik" [Hug]. 

Klavierwerke: Sonate C-Dur, 1814 [Simrock, Bonn] / Neun Sdierzi 

[Dunst, Frankfurt] / Rondo (Der Fiinfachteltakt) [Andre", Offenbach] / 

Kanons [Nageli, Zurich] / Sonate f-Moll, Inventionen und Fugen [M.]. 

Gemischte und Mannerchore, teilweise in zeitgenossischen Ausgaben, 

teilweise [M.]. 

Lieder: Acht deutsche Gesa'nge, 1815 [Simrock, Bonn] / Die Uhland- 

schen Lieder, 1821 [Peters, Leipzig] / Geistlidie Lieder von Novalis, 

1827 [Friedridi, Frankfurt] / Drei Lieder [Trautwein, Berlin] / Mehre- 

res in Sammlungen und M. 

Neuausgaben: Zwei Klaviersatze, in: Schweizer Klaviermusik, hrg. von 

W. Frey und W. Schuh [Hug] / Spielkanons fur Viol, und Vcl, in: 

Sing- und Spielmusik, Beilage Nr. 18 zur schweiz. Monatsschrift Volks- 

lied und Hausmusik, hrg. von W. Schuh. 

Sdioeck, Othmar. * I.September 1886 in Brunnen (Schwyz) als Sohn des 
Malers Alfred Schoeck, verlebte die Jugendjahre in Brunnen und wid- 
mete sich nach dem Besuch der kantonalen Industriesdiule in Zurich 
auf Wunsch des Vaters zuerst der Malerei, in der Hermann Gattiker 
und Ernst Wiirtenberger seine Lehrer waren. Die schon wahrend der 
Schulzeit in Liedern und jugendlichen Opernversuchen sich auswirkende 
musikalische Begabung erwies sich jedoch starker als die auch spater 
noch betatigte Neigung zur Malerei. Sdioeck trat deshalb 1905 ins 
Ziircher Konservatorium ein, an dem er bis 1907 Schuler von Karl 
Attenhofer, Robert Freund, Friedridi Hegar und Lothar Kempter war. 
Mit einem Sinfoniesatz und der Serenade op. 1 trat er wahrend der 
Konservatoriumszeit in Schulerauffiihrungen an die Oeffentlichkcit. Im 
April 1907 rief Max Reger den Einundzwanzigjahrigen nach Leipzig, 
doch blieb der Einfluss Regers auf den als Lyriker bereits gefestigten 
Schoeck gering. Nach der 1908 erfolgten Riickkehr in die Schweiz trat 
Schoeck, dessen Serenade op. 1 am Badener Tonkiinstlerfest (1908) 
starke Beachtung fand und von dem nun die ersten Liederhefte crschie- 
nen, als Komponist und Begleiter, bald auch als Dirigent mehr und 
mehr hervor. 1909-15 leitete er den Mannerchor Aussersihl, 1911- 
1917 den Lehrergesangverein Zurich. 1917 vurde er Dirigent der Sin- 
foniekonzerte des Konzertvereins St. Gallen, die er heute noch leitet, 
ohne Zurich als Wohnsitz aufgegeben zu haben. Am St. Galler Stadt- 
theater dirigierte Schoeck in den ersten Nachkriegsjahren u. a. Auf- 
fiihrungen Mozartscher Werke; auch sonst ist er im In- und Ausland 
als Gastdirigent (namentlich eigener Werke) tatig gewesen. Als Be- 
gleiter hat Schoeck namentlich mit Stefi Geyer, Ilona Durigo und 
Felix Loeffel konzertiert, 1928 wurde er Dr. phil. h. c. der Universitat 
Zurich. Vom 22.-29. April 1934 fand in Bern eine Othmar Schoeck- 
Festwoche mit Opern- und Konzertauffuhrungen statt, und 1936 wurde 
Schoecks 50. Geburtstag in Zurich und andern Stadten mit Festauf- 
fiihrungen gefeiert. 1936 erhielt er den Erwin von Steinbach-Preis, 1938 
wurde Schoeck, der Burger von Basel ist, von der Schwyzer Regierung 
das Ehrenbiirgerrecht des Kantons Schwyz verliehen. Seit 1925 ist 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 183 

Schoeck mit der Sopranistin Hilde Schoeck, geb. Bartscher verheiratet. 
In Othmar Schoecks Werk hat das schweizerische Musikschaffen, das 
in Schoeck und Honegger seine starksten Exponenten besitzt, den ur- 
eigensten und bedeutendsten Ausdruck seines Wesens gefunden. In sei- 
nen Liedern im besondern erscheint Schoeck als der legitime Erbe der 
grossen deutschen Liedmeister von Schubert bis Hugo Wolf. 
Kompositionen : 

Biihnenwerke: op. 25 Erwin und Elmire, Gesange zu dem'Singspiel von 
Goethe, mit einem Vorspiel und einem Zvischenspiel, 1911-16 (Zurich 
1916) [Br. 8cH.] / op. 27 Don Ranudo, komische Oper in vier Aufziigen 
nach einer Komodie von Holberg von Armin Riieger, 1917-18 (Zurich 
1919) [Br. & H.] / op. 28 Das Wandbild, eine Szene und eine Panto- 
mime von Ferruccio Busoni, 1918 (Halle 1921) [Br. & H.] / op. 32 
Venus, Oper in drei Akten von Armin Rueger, angeregt durch eine 
Novelle von Merime'e, 1919-20 (Zurich 1922) [Br. 8c H.] / op. 39 Pen- 
thesilea, nach dem Trauerspiel von H. von Klcist in einem Aufzug, 
1924-25 (Dresden 1927) [Hiini] / op. 43 Vom Fischer und syner Fru, 
von Ph. O. Runge (aus den Grimm-Marchen), dramatische Kantate, 
1928-30 (Dresden 1930) [Br. & H.] / op. 50 Massimilla Doni, Oper in 
vier Akten (sechs Bildern), nach der gleichnamigen Novelle von H. de 
Balzac von Armin Rueger, 1934-35 (Dresden 1937) [Universal Edition 
Wien] / op. 53 Das Schloss Durande, Oper nach Eichendorff von Her- 
mann Burte, 1938-39 (in Vorbereitung). 

Chorwerke: o. op.. s'Secli (Lienert) fur M'chor a capp., 1906-07 [Hug) / 
o. op. Sehnsucht (Eichendorff) fiir M'chor a capp., 1909 [Zch. Lieder- 
buchanstalt] / o. op. Fu'nf Lieder fiir gem. Chor a capp., 1906-15 [Zch. 
Liederbuchanstalt] / o. op. Die Drei (Lenau) fiir 3-stg. M'chor a capp. 
[Zch. Liederbuchanstalt, 1930] / op. 18 Der Postilion (Lenau) fiir kleinen 
Chor von Mannerstimmen, Tenorsolo und Orch. (oder Klav.), 1909 
[Hug] / op. 22 Dithyrambe (Goethe) fiir Doppelchor (gem. Chor) und 
gr. Orch., 1911 [Hug] / op. 24 Wegelied (Gottfr, Keller) fiir M'chor und 
Orch., 1913 [Hug] / op. 26 Trommelschlage (^.Whitman), fiir gem. Chor 
und grosses Orch., 1915 [Br. & H.) / op. 49 Kantate nach Gedichten von 
Eichendorff fur einen kleinen Chor von Mannerstimmen, Baritonsolo, 
drei Pos., Tuba, Klav. und Schlagzeug (oder Klav. und Schlagzeug allein), 
1933 [Hug]. 

Sologesang mk Begleitung (excl. Klavierlieder): op. 36 Elegie, Lieder- 
folge nach Gedichten von Lenau und Eichendorff fiir eine Singstimme 
und Kammerorch., 1922-23 [Br. & H.] / op. 38 Gaselen, Liederfolge 
nach Gedichten von Gottfried Keller fiir Bariton mit EL, Oboe, Bassklar., 
Trp., Schlagzeug und Klav., 1923 [Br. & H.] / op. 40 Lebendig begraben, 
14 Gedichte nach der gleichnamigen Gedichtfolge von Gottfried Keller, 
fiir eine Singstimme (Bariton) mit Orch. und Org. (und kleinen Frauen- 
chor), 1926 [Br. & H.] / op. 42 Wanderspriiche, Liederfolge nach Ge- 
dichten von Eichendorff, fiir Tenor- oder Sopranstimme und Klav. mit 
Klar., Horn und Schlagzeug, 1928 [Br. & H.] / op. 43 Vom Fischer und 
syner Fru, von Ph. O. Runge (Aus den Grimm-Marchen), dramatische 
Kantate fiir drei Solostimmen und Orch., 1928-30 [Br. & H.] / op. 47 



184 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

Notturno, funf Satze fur Streichquart. und eine Singstimme (Bariton) 
1931-33 [Universal-Edition, Wien]. 

Lieder und Licderfolgen mit Klavier: o. op. Farbenkantus (einstimmig, 
Klavierbegleitung ungedruckt), 1901, in: Liederbuch des Altherren- 
verbands des K.T.V. Zurich, 1909 / o. op. Vergangenheit (Lenau), 
1904, in: H. Corrodi, Schoeck [Huber, Frauenfeld) / o. op. Stummer 
Absdiied (Diditer unbekannt), 1905, in: Corrodi, Schoeck [Huber] / 
o.op. Lebewohl! (Lenau), 1905, in: Corrodi, Schoeck [Huber] / o. op. 
Erwin (zuriickgehaltene Arie aus Erwin und Elmire), ca, 1912, in: Cor- 
rodi, Schoeck [Huber] op. 2 Drei Schilflieder von Lenau, 1905 [Hug] / 
op. 3 Sechs Gedichte von Uhland, 1903-07 [Hug] / op. 4 Drei Lieder 
von Heine, 1904 und 1906 [Hug] / op. 5 Drei Gedichte von Lenau, 
1905 und 1907 [Hug] / op. 6 Sechs Lieder (verschiedene Dicker), 1905- 
1907 [Hug] / op. 7 Drei Lieder (verschiedene Dichter), 1905 und 1907 
[Hug] / op. 8 Vier Gedichte von Hermann Hesse, 1906-07 [Hug) / 
op. 9 Zwei Gesange (Michelangelo, Dante), 1907 [Hug] / op. 10 Drei 
Gedichte von Eichendorff, 1907 [Hug] / op. 11 Drei geistliche Lieder 
(Barit. mit Org.), Texte von Paul Schoeck und Psalmen, 1906-07 [Hug] 
/ op. 12 Zwei Wanderlieder von Eichendorff, 1907-08 [Hug] / op. 13 
Drei Lieder von Heine und Wilhelm Busch, 1907 [Hug] / op. 14 Vier 
Lieder (verschiedene Dichter), 1907 [Hug] / op. 15 Sechs Licder (ver- 
schiedene Dichter), 1907-08 [Hug] / op. 17 Acht Lieder (verschiedene 
Dichter), 1908-09 [Hug] / op. 19a Licder nach Gedichten von Goethe 
(Nr. 1-8), 1909, 1911, 1914 [Br. & H.] / op, 19b Lieder aus dem westost- 
lichen Diwan (Nr. l-7a-c), 1906, 1907, 1915 [Br. & H.] / op. 20 Lieder 
nach Gedichten von Uhland und Eichendorff (Nr. 1-14), 1908-10, 1913, 
1914 / op. 24a Lieder nach Gedichten von Lenau, Hebbel, Dehmel und 
Spitteler (Nr. 1-10), 1910-12, 1914 [Br. & H.] / op. 24b Lieder nach 
Gedichten von Spitteler, Gamper, Hesse und Keller (Nr. 1-10), 1906, 
1910, 1911, 1913-15 [Br. & H.] / op. 30 Zwolf Eichendorff-Lieder, 
1917-18 [Br. & H.] /op. 31 Fiinf Lieder (Michelangelo, Anakreon, 
Goethe, Hesse, Goethe), 1906, 1914-15, 1917 [Br, & H,,] / op. 33 Zwolf 
Hafis-Lieder, 1919-20 [Br. & H.] / op. 34 Der Gott und die Bajadere, 
indische Legende von Goethe, 1921 [Br. & H.] / op. 44 Zehn Lieder 
nach Gedichten von Hermann Hesse, 1929 [Br. & H,] / op. 45 Wande- 
rung im Gebirge, Gedichtfolge nach Lenau, 1930 [Hug] / op. 51 Lieder 
nach Gedichten von Eichendorff und Morike: 1. Nachtgruss (Eichen- 
dorff), 1931 (Zeitschr. f. Musik, Bosse, Regensburg, 99, Jg,, 1932, Noten- 
beilage Nr.6); 2. Motto (Eichendorff), 1934 [M.]; 3. Trost (Eichen- 
dorff), 1935 (Faksimile in: Illustr. Journal, Zurich, 1. Jg., 1935, De- 
zember); 4. Septembermorgen (Morike), 1937 [M,]; 5. Er ist's (Morike), 
1937 [M.] [in Vorb. bei Univ.-Edit.] / op. 52 Wandsbecker Liederbuch, 
Liederfolge nach Gedichten von Matthias Claudius (Nr. 1-17), 1937 
[Univ.-Edit. Wien]. 

Orchesterwerke: o.op. Symphoniesatz fiir Orch., 1906 [M.] /o.op. 
Eine Ratcliff-Ouverture, 1907 [M.] / op. 1 Serenade fiir kleine Ordh,, 
1906-07 [Hug] / zu op. 27 Zwischenspiel (Serenade) aus ,,Don Ranudo" 
fur Oboe, engl. Horn und Streicher, 1930 [Br. & H.] / op. 48 Praludium 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 185 

fur Ordi. (zur Jahrhundertfeier der Universitat Zurich), 1932 [Univ.- 
Edit. Wien]. 

Konzert: op. 21 Konzert (quasi uaa fantasia) in B-Dur fiir Viol, und 
Ordi., 1911-12 [Hug]. 

Kammermusik: o. op. Sonate in D-Dur fiir Viol, und Klav., ca. 1908 
[M.] / op. 16 Sonate in D-Dur fiir Viol, und Klav., 1909 [Hug] / op. 23 
Streidiquartett in D-Dur, 1912-13 [Hug] / op. 37 Streidiquartett in 
C-Dur, 1923 [Br. & H.] / op. 41 Sonate fiir Bassklar. in B und Klav., 
1927-28 [Br. & H.] / op. 46 Sonate (in E) fiir Viol, und Klav., 1931 
[Hug] / op. 47 Notturno, fiinf Satze fiir Streichquartett und eine Sing- 
stimm? (Bariton), 1931-33 [Univ.-Edit. Wien]. 

Klaviernrusik: op. 29 Zwei Klavierstiicke (Consolation Toccata)> 
1919-20 [Br. & H.]. 

Ausgewahlte Lieder (in zwei Banden) [Hug] / Ausgewahlte Lieder (in 
drei Banden) [Breitkopf fit Hartel], Instrumentierungen von Fritz 
Brun und K. H. David vgl. O. Sdioeck, Verzeidinis samtlicher Werke, 
Bearbeitungen und Ausgaben [Br. & H., 1936]. 

Lit.: Da die Literatur iiber Sdioeck sehr umfangreich ist, sind nur die 
selbstandig ersdiienenen Publikationen aufgefuhrt; eine ausfiihrlidie 
Bibliographic findet sich in: HansCorrodi, Othmar Sdioeck, Eine Mono- 
graphic [Huber, Frauenfeld, 1931 und 1936] / Ernst Isler, Othmar 
Schoecks ,,Penthesilea", Fiihrer durch die Musik des Werkes [Huni, 
Zurich, 1928] / Schoeck-Heft der SMZ, 15. Januar 1931, Heft 2 [Hug] / 
"Willi Schuh, Othmar Sdioeck, Ansprache zur Ero'ffnung der Sdioeck- 
Festwoche in Bern [Hug, 1934] / Othmar Schoeck, Festgabe der Freunde 
zum 50. Geburtstag, hrg. von Willi Schuh [Eugen Rentsch, Erlenbadi- 
Ziirich, 1936] / Othmar Schoeck, Verzeidinis samtlicher Werke, Bear- 
beitungen und Ausgaben, bearbeitet von W. Schuh [Br. &H.; Hug, 1936]. 

Sdmbiger, Anselm. * 9. April 1815 in Uznach, fH.Marz 1888 in Einsie- 
deln, Organist und Musikdirektor im Kloster Einsiedeln, Priester. 
Schrieb: Die Sangerschulc St. Gailens, 1858 / Die Pflege des Kirdienge- 
sangs und der Kirchenmusik in der deutsdhen katholischen Schveiz, 1873 
/ Musikalische Spicilegien iiber das liturgisdie Drama, Orgelbau und 
Orgelspiel, das ausserliturgische Lied und die instrumentale Musik des 
Mittelalters, 1876 / Aufsatze in Zeitsdiriften fiir Kirchenmusik / Her- 
ausgeber eines Katholischen Gesangbuches fiir den Gottesdienst, 4. Auf- 
lage, Einsiedeln 1863. 

Schuh, Willi. * 12. November 1900 in Basel, besuchte die Gymnasien in 
Aarau und Bern und studierte Musik bei Eugen Kutschera und Werner 
"Wehrli in Aarau, Eugen Papst in Bern und Walter Courvoisier in Miin- 
dien. An der Akademie .der Tonkunst in Miindien war er Schiller der 
Kompositionsklasse von Anton Beer-Walbrunn. An den Universitaten 
Miindien (1922-24) und Bern (1924-27) studierte Schuh MusiWissen- 
sdiaft (Sandberger, Kurth), Kunstgesdiichte (Wolfflin, Weese) und Lite- 
raturgesdiichte (Strich, Kutsdier). In Bern promovierte er 1927 zum 
Dr. phil. Seit 1928 ist Sdiuh als Opern- und Konzertreferent der Neuen 
Ziirdier Zeitung und zeitweilig der Schweiz. Musikzeitung in Zurich 



186 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



tatig. Seit 1930 ist cr Lehrcr fur Musikgeschichtc, seit 1938 auch fiir 
Harmonielehre am Konservatorium Zurich. An der Musikschule Winter- 
thur hielt er Kurse iiber Formenlehre und Musikgeschichte, an der 
Handelshochschule St. Gallen (und einige Jahre auch an der Volkshoch- 
sdiulc Zurich) seiche iiber verschiedene musikgeschiditlichc und stil- 
kundliche Themen. 1931-39 war er Vorstandsmitglied (Sekretar) des 
Schweiz. Musikpadagogischen Vcrbands, dessen Diplompriifungcn er noch 
leitet. Ausserdem war er President dcr Ortsgruppe Ziirich der Schweiz. 
Musikforschenden Gesellschaft (bis 1939) und (zusammen mit Dr. E. 
Mohr) Redaktor der ,,Mitteilungen" der genannten Gesellschaft. 

Publikationen: 

Biicher und Beitrage zu Biichern: Formprobleme bei Heinrich Schiitz 
[Breitkopf & Hartel, Leipzig 1928] / Die Sterbegesange des Meycrschen 
Totentanzes, in: Schweiz. Jahrbuch fiir MWiss., Bd. V, 1931 [Sauer- 
lander, Aarau] / Schweizer Musiker, in: Die Schweiz, Jahrbuch der 
NHG, 1932 [Rentsch, Erlenbach] / Schweizerisches Opernschaffen, in: 
Die Berufsbiihnen in der Schweiz, in: 4. Jahrbuch, 1931-32, der Gesell- 
schaft fiir Schweiz. Theatcrkultur, hrg. von O. Eberle / Das Volkslied 
in der Schweiz, in: Die Schweiz, die singt [Rentsch, Erlenbach, 1932) / 
dasselbe auch franzosisch, in: La Suisse qui chantc [R. Freudweiler-Spiro, 
Lausanne, 1932] / Othmar Schoeck [Hug, 1934] / Die Musik in der 
Schweiz, in: Confoederatio Helvetica, Bd. II [Bohnenberger, Stuttgart- 
Zurich, 1937] / dasselbe auch franzosisch, 1939 / Vorwort zu: Busoni, 
Briefe an seine Frau [Rotapfel, Erlenbach, 1936] / Die Briefe Richard 
Wagners an Judith Gautier, mit ciner Einlcitung ,,Die Frcundschaft 
Richard Wagners mit Judith Gauticr" [Rotapfel, Erlenbach, 1936] / 
Othmar Schoeck, Festgabe der Freunde [Rentsch, Erlenbach, 1936] / 
Nachwort zu: Hofmannsthal, Beethoven [Rcichner, "Wicn 1937] / Lud- 
wig Senfl, in: Grosse Schweizer [Atlantis, 1938] / Sdiweizer Musikbuch 
[Atlantis, Zurich, 1939]. 

Aufsatze: Zur Harmonik der neuesten Wcrke von Othmar Schoeck, in: 
SMZ, 1927-28, Nrn. 6, 7, 8 / Der harmonische Stil Othmar Schoecks, in: 
Neue Musik-Zcitung, Jg, 49, Heft 15 und 23 [Klett, Stuttgart 1928] / 
Othmar Schoecks ,,Pcnthesilea", in: Neue Musik-Zeitung, 1928, Nr. 23 
[Klett, Stuttgart] / Othmar Schoecks ,,Wanderspruche", in: SMZ, 1929, 
Nr. 6 / Othmar Schoeck, in: Musik im Leben, Jg. 5, 1929-30 Nr. 10-12 
[B. Fiber] / Gestaltungsprinzipien im Schoeckschen Lied, im Schoeck- 
Heft der SMZ, 1931, Nr. 2 / Ueber Othmar Schoecks Chorschaffen, in: 
SMpBL, 1937, Nr. 12 / Othmar Schoeck, Verzeichnis samtlicher Werke, 
Bearbeitungen und Ausgaben [Breitkopf & Hartel und Hug, 1936) / 
Kleinere Aufsatze und Analysen zu Schoecks Werk in verschiedenen 
Zeitschriften, Programmheften und Tageszeitungen / Junge Schweizer 
Musik, in: Neue Musik-Zeitung, Jg. 49, Heft 8 [Klett] / Die Lage der 
konzertierenden Kiinstler in der Schweiz, in: SMpBL, 1928, Nr. 10 und 
11 / Das Trumsdieit in der schweizerischen Barockmusik, in: NZZ., 
7. und 9. August 1929, Nr. 1525 und 1532 / Probleme des zeitgenossi- 
schen Musikschaffens [Liederverlag des Schweiz. Arbeitersanger-Verban- 
des, Bern] / Die Musik in der altdeutschen Graphik, Separatdruck aus 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 187 



NZZ., Nr. 30-31, 1931 / Die friihesten Goethe-Vertonungen in der 
Sdiweiz, Separatdruck aus NZZ., Nr. 531, 20. Marz 1932 / Anmerkun- 
gen zu den Berner Musikdrucken des Mathias Apiarius, I. Das Interims- 
lied des Janus Zymaius, in: SMZ, 1929, S. 282 / Johannes Wannen- 
madier, in: SMZ, 1930, S. 439 / Alte Sdiweizer Chormusik in Neuaus- 
gaben, in: SMZ, 1932, S, 577 / Caspar Zieglers Lob der Musik, in: 
NZZ. } 11. Juni 1932, Nr. 1088 / Caspar Diebold, Sein Leben und seine 
Werke, in: Mitteilungen der Sdiweiz. Musikforsch. Gesellsdiaft, 1936, 
Nr. 1 / Das Oktavieren der Blockflote, in: Collegium musicum, 1933, 
Heft 1 [Barenreiter] / Richard Strauss, in: Programm-Blatter des Ziir- 
cher Stadttheaters, 1933-34, Nr. 35 / Zur Zwolftontechnik bei Ernst 
Krenek, in: SMZ, 1934, Nr. 7 / Zahlreidie weitere Aufsatze und Be- 
sprediungen in Musikzeitsdiriften und Programmheften des In- und 
Auslandes, sowie in der Tagespresse. 

Neuausgaben alter Musik in: Schweizer Sing- und Spielmusik (hrg. von 
Alfred Stern und Willi Sdiuh) [Hug] : Heft 3 Ludwig Senfl, Weltliche 
Lieder / Heft 6 J. M. Glettle, Zwolf kleine Duos (Trompetcrstiicklein) 
/ Heft 10 J. M. Glettle, Vein und Musik, Alt und Neu, zwei Can- 
zonetten / in der Blattausgabe der Schweiz. Sing- und Spielmusik 
[Hug] : Nr. 4 Alte Schweizer Zwiegesange (Wanncnmadier, Apiarius) / 
Nr. 5 Vier alte Chorlieder / Nr. 6 Adit kleine Spielstiicke / in: Sing- 
und Spielmusik, Beilagen zu ,,Volkslied und Hausmusik" [Hug! : Nr. 2 
Kleine Hodizeitskantate von J. J. Pfaff / Nr. 3 Entrada von J. M. Caesar 
/ Nr. 18 Spielkanons von Xaver Sdmyder von Wartensee. 
Zusammen mit Walter Frey: Schweizer Klaviermusik aus der Zeit der 
Klassik und Romantik (Nageli, Sdmyder von Wartcnsec, Frohlich) 
[Hug, 1937]. 

Mitherausgeber des Schweizer Musikant (Jode) [Hug] / Klavierauszugzu: 
Schoeck, Vom Fischer un syncr Fru, op. 43 [Breitkopf & Hartel, 1930]. 

Sdiulthess, Walter. * 24. Juli 1894 in Zurich, besudite das dortige Literar- 
gymnasium (Maturitat 1913) und begann seine musikalischen Studien bei 
Volkmar Andreae im Jahre 1911. Am Zxircher Konservatorium war er 
Schiller von Paul Mockel, in Miinchen von Walter Courvoisier und 
A. Schmid-Lindner, in Berlin (1917) von Conrad Ansorge. Nach Studien 
an der Kapellmeisterklasse der Hochschule fiir Musik in Berlin ging 
Schulthess 1917 als Volontar an die Wiener Hofoper. Seit 1918 lebt er 
in Zurich, wo er als Dirigent und Begleiter hervortrat. 1928 griindete 
er die Konzertgesellschaft A. G., die er seither leitet. Seit 1931 ist Sdiult- 
hess Vorstandsmitglied des Schweiz. Tonkiinstlervereins. Schulthess ist 
seit 1920 mit der Geigerin Stefi Geyer verheiratet. 

Kompositionen: 

Chorwerke: op. 10 Zwei Gedichte von Eichendorff fiir kleinen M'dior 
und Orch. [National-Ausgabe, Hug] / Buddha Gautama, fiir einen 
Sprecher, Barit., kleinen M'dior, zwei Klav., Fl. und Schlagzeug [M.] 
Klavierlieder: op. 4 Sechs Lieder [Hug] / Sechs Lieder nach Gedichten 
von Meinrad Lienert [Hug] / Fiinf Lieder nach Gediditen von Karl 
Stamm [M.] / Lieder nach Gediditen von Eichendorff, Lenau u. a. [M.]. 
Orchesterwerk: op. 9 Serenade fiir Orch. [Schott]. 



188 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Konzerte: op. 7 Concertino fur Viol, und Orch. [Schott] / op. 14 Varia- 
tionen fiir Vcl. und Ordi. [Sdiott]. 

Kammermusik: op. 5 Streichquartctt d-Moll (Henn) / op. 6 Serenade 
fiir Streichtrio in E-Dur [Schotc] / op. 8 Senate G-Dur fiir Viol, und 
Klav. [Sdiott] / op. 11 Senate F-Dur fiir Viol, und Klav. / Zwei Violin- 
sonaten [M.] / Streidiquartett [M.] / Violinstiicke [M.]. 
Klaviermusik: op. 1 Variationcn iiber ein eigenes Thema in h-Moll 
[Hug] / op. 12 Drei Klavierstiicke [Sdiott] / Kleine Fantasiestiicke 
[Sdiott] / Weitere Klavierstiicke [M.]. 

Schiile, Bernard Emmanuel. * 22. Juli 1909 in Zurich, studierte Musik am 
Konservatorium Zurich (Ernst Isler) und in Paris (Alfred Cortot, Joseph 
Bonnet, Nadia Boulanger). Schiile lebt in Paris als Organist und Chor- 
meister an der Britischen Botschaftskirche. 
Kompositionen (wo kein Verlag angegeben: M.): 
Printemps, pour choeur dc voix de femmes et piano [Max Eschig, Paris] 
/ Choeurs / Melodies / SeVe"nade et Hymnes pour orch. & cordes / Fan- 
taisie pour piano et orch. / Quatuor a cordes. 

Schwindl, Friedrich. * gegen 1740 in Amsterdam (?), f 10- August 1786. 
Komponist der Mannheimer Sdiule. Er war in der Zeit von 1770 bis 
1780 mehrfach dauernd in der Schweiz, wurde in Zurich als Violinist en- 
gagiert und soil in Genf cine Musikschule geleitet haben. Konzerte von 
ihm in Zurich 1770 und 1780, in Genf 1774 und 1775. An beiden Orten 
sind Sinfonien und Violinkonzerte von ihm aufgcfuhrt worden, in 
Zurich auch Kantaten und Kirchenmusik. 

Seidmann, Bernhard. * 28. Marz 1891 in Ismail (Bessarabien), Burger von 
Stallikon (Zurich), besuchte die Kantonsschule und wahrend einiger 
Semester die Universitat in Zurich. Musikalischc Studien betrieb er am 
Konservatorium Zurich (R. Freund, Hcgar, Kempter, Attenhofer) und 
an der Musikakademie in "Wien (Mandyczewski, Franz Schalk u. a.). 
1914-15 war er Chordirigent und Organist in Wetzikon, 1915-16 Solo- 
repetitor und Kapellmeister am Hof theater in Karlsruhe, 1917-22 am 
Landestheatcr Braunschweig, 1922-23 erster Opernkapellmeister am 
Stadttheater in Tilsit, 1924-27 erster stadtischer Theaterkapellmeister 
und Dozent an der Volkshochschule in Zittau, 1928-36 als Gastdirigent 
(Dresden, Hambufg, Berlin, Wien, Leipzig), Mitarbeiter am Dresdener 
Rundfunk, Chorleiter, Pianist und Musiklehrer in Dresden und Zittau 
tatig. Seit 1936 lebt Seidmann in Zurich als Chor- und Orchesterleiter 
(Mannerchor Sangerbund Glarus, Arbeitermusik der Stadt Zurich, 
Kirchgemeindeorchester Unterstrass, Radio-Gastkonzerte), sowie als 
Leiter des von ihm gegriindeten Ziircher Vokalquartetts. 

Kompositionen (alles M.) : Chore a cappella, Lieder, Suiten fiir Viol, und 

Cello. 

Bearbeitung: Bach, Goldbergvariationen fiir zwei Kammerorch., 1937 

[M.]. 

Aufsatze: in deutschen Tageszeitungen : Hans Pfitzner / Dirigieren als 

Ausdruck / Zwolftonemusik / Der alte Fritz als Musiker / in Schweiz. 

Instrumentalmusik: Was verstehen wir unter den Kirchentonarten? 1937 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 189 

/ Von der Ornamentik, 1938 / Von der Funktion und der Behandiung 
der Fermate, 1939. 

Senfl, Ludwig. * urn 1488, f zwischen 2. Dezember 1542 und 10. August 
1543. Er ist der bedeutendste Komponist, den die Sdrweiz aufzuweisen 
hat, wenn ihn audi tatsa'dilidi nidits ausser seiner Geburt mit ihr ver- 
bindet. Immerhin hat er sidi selbst stets als ,,Sdiweitzer" bekannt, also 
auf seine Herkunft Wert gelegt. Er stamrnte aus Zurich und sdieint 
eigentlidi SenfH geheissen zu haben, ein Bernhard Senfli aus Freiburg 
im Breisgau, der 1488 Ziircher Burger war, konnte sein Vater gewesen 
sein; schweizerische Humanistenbriefe bezeidincn ihn als Tigurinus. Als 
Knabe kam Senfl in die Sangerkapelle Maximilians I., die meistens in 
Augsburg stationiert war, wurde hier 1496 Sangerknabe, nach der Muta- 
tion Altist und um 1515 Hofkomponist. Als soldier trat er die Nadi- 
folge seines Lehrers Heinrich Isaak an. Als nach dem Tode des Kaisers 
die Hofkapelle aufgelost wurde, erhielt Senfl 1520 seinen Abschied. Nadi 
einer Zwisdienstellung in Passau, jedenfalls am Dom, ist Senfl im No- 
vember 1523 als musicus intonator (Kapellmeister) an der bayrisdien 
Hofkapelle zu Miinchen nachweisbar. In Passau hatte er sidh verheiratet. 
Zahlreich sind die eidgenossisdien Zeugnisse, namentlich aus Humanisten- 
kreisen, fur das hohc Ansehen, das Senfl als Komponist gcnoss, er wird 
,,der jetzige Fiirst der ganzen deutschen Musik" genannt, er stand mit 
Luther in brief Hdier Verb in dung, der sich von ihm cine Psalmenver- 
tonung erbat und auch spaterhin seine Freude uber Senfis ,,feine, lieb- 
liche Muteten" ausserte. Man wird in soldier Beziehung Senfis, die audi 
ein Bricfwedhsel mit Albrecht von Brandenburg, einem der fuhrenden 
protestantisdien Fxirsten, aufdeckt, vielleidit Sdiliisse ziehen diirfen auf 
die Tatsadhe, dass gerade iiber den letzten Lebensjahren Senfis ein 
Sdileier iiegt. Denn in Miindien musste er als Anhanger der protestan- 
tischen Richtung und zugleidi Kapellmeister eines katholisdien Hofes 
notgedrungen in eine sdiwierige inner e und aussere Lage kommen. Um 
1540 verliercn sich auf ratselhafte Weise seine Spuren, trotzdem seine 
Werke nadi wie vor im Drucke erschienen. 

Senfis "Werke gehoren samtlidi der Gesangsmusik an, es sind Messen und 
Motetten wic audi geistlidie und weltliche Chorlieder. Gedruckt wurden 
zu seinen Lebzeiten: 1526 Salutationes Domini (Motetten), 1534 Varia 
carminum genera, 1537 Magnificat octo tonorum, ausser dem vieles in 
zeitgenossisdien Sammelwerken (Verzeichnis bei Eitner, Bibliographic der 
Musiksammelworke des 16. und 17. Jahrhunderts, S. 840ff, und in Band 
111,2 der bayrisdaen Denkmaler). Mandies blieb bis heute ungedruckt, 
einc Gewmtausgabe der Werke Senfis ist seit 1937 im Ersdheinen be- 
griffen. Irn Vorwort zu deren crstem Band (s. u.) ist das "Wesentlidie der 
Literatur iiber Senfl zusammengefasst, neuere Arbeiten sind eine Senfl- 
Biographie yon B. A. Wallner, in: Mundiner Charakterkopfe der Gotik, 
Miindien 1938, cine Dissertation von Edwin Lohrer, Die Messen von 
Ludwig Senfl, Lichtensteig 1938, ein Aufsatz von Willi Schuh in dem 
Sammelwerk ,,Grosse Schweizcr", Zurich, Atlantis verlag 1938 und: 
Arnold Geering, Textierung und Besetzung in Senfis Liedcrn, in: Archiv 
filr Musikforschung, IV, 1939, Heft 1. 



190 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Kompositionen: 

In Sammelwerken der altern Zeit, z- B.: Ambros, Auserwahlte Ton- 
werke der beriihmtesten Master dcs 15. und 16, Jahrhunderts, Nr. 46 / 
Franz Commer, Musica sacra, cantiones XVIi et XVIIi saeculorum, 
Berlin, Band 18 / Publikation alterer praktischer und theoretischer 
Musikwerke, hrg. von Eitner, Erk und Kade, Leipzig 1873ff., Bd. 1-4 
und 29 / Denkmaler der Tonkunst in Deutschland, 1. Folge Bd. 34 
(Wolf), 2. Folge Bd. 111,2 (Kroyer) / C. von Winterfeld, Der evangelische 
Kirdiengesang und sein Verhaltnis zur Kunst des Tonsaczes, Leipzig 
1843, I / R. von Liliencron, Die Horaz-Metren in deutschen Kompo- 
sitionen des XVI. Jahrhunderts, Leipzig / R. von Liliencron, Deutsches 
Leben im Volkslied um 1530, Stuttgart, Berlin, Leipzig 1884. 

Neuerc Zeit: Samtliche Werke, hrg. von der schweiz. musikforschenden 
Gesellschaft in Verbindung mit dem staatlichen Institut fur deutsche 
Musikforschung und dem schweiz. Tonkiinstlerverein, Basel; 1937ff. 
[Kommissionsverlag Hug], Bd. 1 Sieben Messen zu 4-6 Stimrnen, hrg. 
von E. Lohrer und 0. Ursprung, 1937; Bd.2 Deutschc Lieder zu 4-6 
Stimmen, l.Teil: Lieder aus handschriftlichen Quellen, hrg, von 
A. Geering und W. Altwegg, 1938 / Musikalische Werke schweizerischer 
Komponisten des 16., 17. und 18. Jahrhunderts, Bd. 1,1, hrg. von 
W. Merian (Motetten) [Henn, Genf ] / Missa ferialis, 4-5stg, (C. G. Fel- 
lerer) (Schott, Mainz] / Da Jakob nun das Kleid ansah, 5-stg. (G. 
Schreck) [Breitkopf & Hartel] / Die sieben Worte am Kreuz (F. Pier- 
sig) [Lahr, Schauenburg] / Die sieben Worte am Kreuz (J. Hormann), 
in: Cantual, hrg. von G. Schauerte [Volksvereinsverlag, Mimchen- 
Gladbach] / Et filius datus est nobis (A. Egidi) [Vicweg, Berlin] / Ewi- 
ger Gott aus des Gebot (G. Schreck) [Breitkopf & Hartel } I Veni sancte 
spiritus (A. Mendelssohn) [Leuckart, Leipzig] / Zehn Lieder zu 4-6 
Stimmen, fiir den praktischen Gebrauch emgerichtet von Alfred Wasser- 
mann [Kistner & Siegel, Leipzig] / Sieben weltliche Lieder fiir 4-stg. 
gem. Chor (oder eine Tenorstimmc mit Instrumenten), ausgewahlt und 
hrg. von Willi Schuh [Hug, Zurich und Leipzig]. 

Einzelne geistliche und weltliche Chorgesange finden sich in folgenden 
neueren Sammlungen: Konrad Ameln, Frohliche deutsche Lieder und 
Quodlibet aus dem 16, Jahrhundert [Barenreiter] / Konrad Ameln und 
W. Thomas, Der Tag bricht an (geistliche Morgenlieder) [Barenreiter] / 
Emanuel Barblan, Bibliothcquc chorale Pro Arte, Lausanne / Eduard 
Bernoulli, Aus Liederbuchern der Humanistenzeit, Leipzig 1910 / Walter 
Hensel, Halali, Altdeutsche Jagdlieder, Heft 2 [Barenreiter] / J. Hor- 
mann, Altdeutsche Chorlieder aus dem 16. Jahrhundert [Universaledition, 
Wien] / J. Hormann, Zehn altdeutsche Chorlieder aus dem 16. Jahr- 
hundert fiir gem. Chor bearbeitet [Volksvereinsverlag, Miinchcn-Glad- 
bach / Fr. Jode, Chorbuch. Alte weltliche Lieder fiir gem. Stimmen 
[Kallmeyer, Wolfenbiittel] / Walter Leib, Das Fahnlein, eine Licder- 
reihe [Hochstein, Heidelberg] / E. Lendvai, Der polyphonc Manner- 
chor, eine Sammlung originaler und bearbeiteter Vokalwerke / Lieder- 
blatter der Krefelder Volksmusikschule, Lief. 6 und 10 / Walther Lipp- 
hardt, Gesellige Zeit. Liederbuch ftir gem, Chor, 1. und 2. Teil / Lose 



_SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 191 

Blatter der Musikantengilde, Nr, 69, 94, 222 [Kallmeyer, Wolfenbuttel] 
/ H, J, Moser, Kantorei der SpStgotik, Alte Meistersatze deutscher Vicl- 
stimmigkeit fiir die heutigc Chorpraxis hrg. jSulzbach, Berlin] / H. 
Necmann, Alte deutschc Lautcnliedcr mit Originial-Lautensatzen [Vie- 
wcg, Berlin] / J. Rentier, Deutsche Madrigale fur vier Stimmen [leuk- 
kart, Leipzig | / Arnold Sobering, Einstimmige Cher- und Sololieder 
dcs 16. Jahrhundem mit Instrumental bcgleitet, Bd, 2 [Breitkopf & 
Kartell / Arnold Schering, Musikgeschichte in Beispielen [Brcitkopf 8c 
Kartell / G. W. Teschner, Zwolf altdeutsche vierstimmige Lieder aus 
dcm 16. und 17. Jahrhundert [Heinridishofen, Magdeburg] / Volks- 
liederbudi fiir Gemischten Chor (Peters, Leipzig] / Volksliederbuch fiir 
die Jugend, ikl 1-3 [Peters, Leipzig | / Johannes Wolf, Sing- und Spiel- 
musik aus alterer Zcit [Quelle & Meyer, Leipzig, 1926],' (Wiss. und 
Bildung, Bd. 218), (Nr, 36 Minnelied, anonym). 

Instrumentalsatze finden sich in: H. J. Moser und Fritz Piersig, Carmina, 
ausgewahlte Instrumenwlsatze des 16 Jahrhunderts [Nagel> Hannover] 
/ Johannes Wolf, Chor- und Hawmusik aus alter Zcit [Wolbing, Berlin], 

Senger, Hugo von- * 13. September 1832 in Nordlingen (Bay era), 
t!8.Januar 1892 in Genf. Kapellmeister in St. Gallcn 1861-65, 1866 in 
Lausanne, sett 1869 in Genf (Societe* de diant sacr^, Sinfoniekonzerte). 
Er sdhrieb die Musik zum Wtnzcrfest in Vevey 1889, eine Dufourkantate 
und weitere Musik fur gemischtcn und Mannerdtor, Lieder u. a. sind 
auch seit 1916 von einer Spezialkommission posthum hcrausgegeben 
worden. 
Lit,; G. Dorct, La musique en Suisse romande, trois pr^curseurs, 1930* 

Senn, Kurt Wolfgang. * 11. Marx 1905 in Szczakowa (Galizien), studierte 
Musik in Basel bei Max Brefin, Willy Rchbcrg, Adolf Hamm, Leopold 
von der Pals und Georg Haescr, sowie am Leipziger Konservatorium 
bei Robert Tcidhmtiller, Karl Straube und Fritz Reuter. 1929 wurde er 
Lehrer an der Musikakademic in Zuridi, 1931 Organist in Thalwil bei 
Zurich, 1937 erfolgte seine Berufung als Munstcrorganist nadi Bern, wo 
er seither ausserdem als Lehrer fur Klavier- und Orgelspiel am Berner 
Konservatorium und als Lektor fur Kirdhienmusik an der Univcrsitat 
wirkc. 

Scrkin, Rudolf. * 28, Mara 1903 in Eger, trat sdion mit 12 Jahren als 
Pianist (Schiilcr von R. Robert) in Wien auf. Er studierte bei J. Marx 
und 1918-20 bei Arnold Schonberg. Seit 1920 konzertiert er in fast alien 
europSischen Landcrn sowie in den Vereinigten Staaten und in Canada 
als Solist m eigencn Klavicrabcnden, in Sinfonickonzertcn und ins- 
bcsondcre auch in Kammermusikabenden, mit Adolf Busch, dessen 
Schwiegersohn er wurde. Seit 1939 ist Serkin Lehrer am Curtis Institut 
of Music in Philadelphia. Er lebte langcre Zeit in Darmstadt, jetzt meist 
in Riehen bei Basel 

Sichcr, Frldolin. * 6. Marz 1490 in Biftchofszell, f 13. Juni 1546 in St. Gallcn. 
1510 Organist in Bischofszcll, 1516 an der Klostcrkirche St. Gallen, Ver- 
fasser cine* Orgeltabulaturbuches (1503-13) mit Liedbearbeitungen und 
Orgclstttcken verschiedener Meister. (M. in St. Gallen). Sicher hat auch 
eine wiAtige Chronik geschrieben. 



192 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Lit.: W. Nef, Dcr St. Galler Organist Fridolin Sicher und seine Orgel- 
tabulatur, Basel 1938 / A. Geenng, Die Vokalrmisik in der Sclvweiz zur 
Zeit der Reformation, 1933, S. 187, 

Sieber, Paul. * 17. Februar 1894 in Mercara (Brit. Indien) als Sohn Ziircher 
Eltern, studierte nach Absolvierung des humanistischen Gymnasiums 
in Basel an den Universlta'ten Basel und Zurich zuerst deutsche und 
englische Philologie und Geschichte (Mittelschullehrerdiplom 1917), nach 
einigen Jahren beruflicher Tatigkeit an offentlichen und privaten Schu- 
len, an der Universitatsbibliothek Basel und als Redaktor der Schweiz. 
Depeschenagentur in Bern, dann an den Universitaten Basel und Leipzig 
Musikwissenschaft (Nef, Handschin, Abert), Philosophic und deutsche 
Philologie (1929 Dr. phil), Musiktheorie bei Rudolf Moser in Basel 
und Emil Paul in Leipzig. Seit 1930 wirkt er als Bibliothekar und Vor- 
steher der Musikabteilung an der Zcntralbibliothek Zurich, wo er zu- 
gleich Verwalter der Bibliothek der Allgemeinen Musikgesellschaft 
Zurich ist. 
Publikationen: 

Johann Friedrich Reichardt als Musikasthetiker. Diss., Basel (Sammlung 
musikwissenschaftl. Abhandlungen, herausgegeben von Karl Nef, Bd. 2) 
[Heitz, Strassburg 1929] / Bibliographic der Geschichte, Landes- und 
Volkskunde von Stadt und Kanton Zurich (seit 1930), in: Zurcher 
Taschcnbuch [A.-G. Buchdruckerei Zurcher Volksztg., spater: Buch- 
druckerei a. d. Sihl A.-G., 1930 ff .] / Bibliographic zur Zwingli-Gedenk- 
feier des Jahres 1931, in: Zwingliana, 1932, Nr. 2 [Berichthaus, Zurich 
1932] / Bericht iiber eine Reise zum Studium von MusikbibKotheken 
in Leipzig, Dresden, Berlin, London und Oxford, 1938 [in Maschinen- 
schrift] / Aufsatze und Referate in der Fach- und Tagespresse / Kon- 
zert- und Theaterkritiken in: Baslcr Nachrichten, Basler Tagesanzeiger, 
Bund, Nationalzeitung, Neue Zurcher Zeitung, Rundschau (Basel), SMZ, 
Sonntags-Courier, Zurcher Post. 

Simler, Johann Wilhelm. * um 1605 in Zurich, f !* Marz 1672 ebenda. In- 
spektor Alumnorum im alten Hof, Zurich. Veroffentlichte: Tcutsche 
Gedichte (Psalmen usur.) 1648, 4.Auflage 1688, unter deren Kompo- 
nisten auch einige schweizerische sich befmden. 

Lit.: Ed. Bernoulli in der Festschrift zum 2.Kongress der IMG, 1906, 
mit Proben. 

Singenberger, Johann Baptist. * 25. Mai 1848 in Kirchberg (St. Gallen), 
f 29. Mai 1924 in Milwaukee. War seit 1873 Chordirigent am Lehrer- 
seminar in St. Francis (Wisconsin, USA.). Herausgeber der amerikani- 
schen Zeitschrift Cacilia, Prasident der amerikanischen Cacilienvereine, 
1895 Dr. jur. h. c. der Universitat St. Francis. Kirchenmusikalische und 
musiktheoretisdie "Werkc von ihm sind im Druck erschienen. 



Spciser, Peter. * 3. Juli 1903 in Kollikcn (Aargau), besuchte das 
sium in Zurich und studierte Musik am dortigen Konservatorium und 
an der Hochschule fur Musik in Berlin (Egon Petri), an der cr dts 
Kkrierdiplom crwarb. Weitere Studien betrieb er in Paris, 1930-31 war 



SCHWEIZER MUSIKERJLEXIKON 193 

cr Lehrcr fur Klavierspiel am Konservatorium in Neuchitel. Speiser lebt 
als konzertierender Pianist und Klavierpadagoge in Zurich. 

StacmpfH, Edward. * 1, Februar 1908 in Bern, absolvierte das Gymnasium 
in Trogen und studiertc hierauf zwci Jahre Medizin in Bern. 1929 ging 
er an die Hochschule fur Musik in Koln, wo cr Schiiler von Philipp 
Jarnach wurde. 1930 siedelte Staempfli nadi Paris iiber, wo er ein Jahr 
Schulcr von Paul Dukas war. Seither lebt er in Paris als Komponist. 
Er ist verhetratet mit der Pianistin Monique Haas. 
Kompositioncn (wo keine Verlagsangabe, M.): 
Biihnenwerk: Le Pendu, ballet en un tableau, 1936. 
Chorwerk: Filles de Sion, Cantate (P. J. Jouve) pour soli, dioeur et 
orch., 1934. 

Lieder: Quatre Melodies de P. J. Jouve, 1932 / Trois Melodies de Paul 
Eluard, 1937 / Fiinf Lieder nach Gedichten von Morike, 1939. 
Orchesterwerke: lere Symphonie concertante, 1931 / Trois pieces pour 
orch., 1932 / 2me Symphonie concertante, 1932 / 3mc Symphonie con- 
certante, 1933 / 4me Smphonie concertante, 1934 / Symphonie, 1938, 
Konzerte: ler Concerto pour piano et orch., 1932 / 2me Concerto pour 
piano et orch., 1933 / Concerto pour viol, ct orch,, 1936. 
Kammermusik: Trio pour viol, et piano, 1933 / Quatuor pour fl,, viol, 
alto et vcl, 1933 / Duo pour viol, ct vcl., 1933 / Quatuor pour deux 
viol, alto et vcl, 1934 / Quintette I vent, 1934 Trio pour fl, viol ct 
piano, 1935 / Musique pour onze instr., 1935 / Duo pour viol, et piano, 
1935 (Eschig, Paris] / Trio pour viol, alto et vcl., 1937 / Duo pour 
deux pianos, 1938. 

Klaviermusik: Six pieces, 1932 [La Sirene, Paris] / Prelude, Fugue et 
Finale pour deux pianos, 1932 / Cinq petites pikes pour piano, 1935. 

Staingadcn, Constantmus. 1644 Franziskaner in Luzern, Orgelsachverstan- 
diger, spater Kapellmeister des Franziskanerklostcrs in Konstanz. 
Schrieb: Flores hyernales, op. 4, Konstanz 1666 (Motetten, Messen und 
Sonaten). 

Stalder, Joseph Domirnk Xaver. * 1725 in Luzern, f 1765 ebenda, Chor- 
direktor und Organist zu St. Leodegar in Luzern* Von seinen Kompo- 
sitionen sind 24 Sinfonien und mehrere Kammermusikwerke gedruckt 
worden; erhalten (in Einsiedek) sind einige Kirchenwerke und eine 
Klaviersonate [M). Stalder schrieb ferner die Musik zu mehreren Biih- 
nenspielen der Jesuitenschule in Luzern. 

Lit.: Oskar Eberle, Theatergcschichte der innern Schweiz, 1929, S. 238 / 
Eugen Koller, Meyer von Schauensee, 1922, S, 37. 

Stavcnhagen, Bcrnhard. * 25. November 1862 in Greiz, f 26, Dezember 
1914 in Genf, Lisztschuler, Hofkapeilmeister in Munchen 1898, seit 1907 
Leiter der Sinfortiekonzerte und Klavierlehrer am Konservatorium in 
Genf, Werke; Zwei Klavierkonzcrte und weitere Klaviersachen. 

Sterner, Johann Ludwlg. * 1688 in Ztirich, f 1761 ebenda. Stadttrompeter. 
Kompositionen: Neucs Gesangbuch auserlesener geistreicher Lieder 
(drei- und viermmmig), 1723 und 1735 / Monatlich-musicalische Mis- 

13 Schuh, Muaikerlexikon 



194 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



cellanea (Arien, auch mehrstimmig) 1-12. Stuck, seit 1724 / Musicalisch- 
italianischer Arienkranz, 1734 / Psalmen und Festgesange, 1739 / Die 
Neujahrsstiicke der Musiksaalgesellschaft 1708-56. Steiner gab auch eine 
Musik- und Gesanglehre heraus, 1728. 
Lit.: Th. Goldschmid, schweiz. Gesangbiicher friiherer Zeit, 1917, S. 27ff. 

Sterk, Walter. * 20. April 1894 in Basel, besuchte die dortigen Schulen, die 
Universitat und das Konservatorium. Er lebt in Basel als Gesangspada- 
goge, Chor- und Orchesterdirigent. 1918-31 trat er auch als Konzert- 
sanger auf. Mit dem von ihm 1920 gegriindeten und seither geleitcten 
Sterkschen Privatchor veranstaltet er Bachauffiihrungen in originaler 
Besetzung sowie zahlreiche Auffiihrungen moderner Werke. 

Stern, Alfred. * 4. Marz 1901 in San Remo (Italien), Burger von Basel, be- 
suchte die Schulen in Aarau bis zur Maturitat und studierte Musik am 
Konservatorium Zurich sowie bei Alexander Schaichet und A. Cairati. 
Er war drei Jahre als Hauptmusiklehrer am Deutschen Landerziehungs- 
heim (Dr. Lietz) in Haubinda tatig und wirkt seit 1928 als Musiklehrer, 
Singwochenleiter und Dirigent in Zurich. Stern ist RedaktionsmitgKed 
von ,,Volkslied und Hausmusik", Musikberater der Schweiz. Trachten- 
vereimgung und Herausgeber der ,,Schweizer Sing- und Spielmusik" 
[Hug). 

Kompositionen (inkl. Bearbeitungen): 

Buhnenwerk: Ein Weihnachts-Singspiel nach alten Liedern fur gem. 
Chor, Frauen- und Kinderchor und Instrumente [Nagel, Hannover]. 
Chorwerke: Drei kleine Kantaten nach Liedern von J. C. Weissenbach, 
fiir gem. Stimmen und Instrumente [Hug] / Die Macht der Musik, 
kleine Kantate fiir gem. Chor und Instrumente [Hug] / Kanons, Lieder 
und zahlreiche Bearbeitungen schweizerischer Volkslieder fiir Singstim r - 
men a capp. und mit Instrumenten (Streicher, Holzblaser, Laute), in: 
Schweizer Musikant [Hug], in den Musikbeilagen zu Volkslied und 
Hausmusik [Hug], in Jodes ,,Frau Musica" [Deutsche Buchgemeinschaft, 
Berlin] und im Liederbuch fiir Mannerchor, Bd. 3 [Schweiz. Arbeiter- 
sangerverband] / Lautenlieder [M.). 

Instrumentalmusik: Sechs Walzer von Aloys Glutz, gesetzt fiir zwei 
Geigen [Sing- und Spielmusik, Hug] / Variationen liber das Volkslicd 
,,Es wollt ein Schneider wandern" fur Fl., Viol, und Viola [Hug], 
Musikalische Bearbeitung des Nachtrags zu den ,,Fahrtenliedern" [Trub, 
Aarau]. 

Neuausgabe: Zwei Canzonen von Frescobaldi, fiir Streichquartett [Hug]. 
Aufsatze: Das Volkslied und seine Erneuerung, in: Schweiz. Hauskalen- 
der 1930 [Zbinden & Hiigin, Basel] / Huldrych Zwingli als Musiker, in: 
Lied und Volk, I, Nr. 3, 1931 [Barenreiter] / Die Singbewegung in der 
Schweiz, in: Lied und Volk, II, Nr. 2, 1932 [Barenreiter] / Das Volks- 
lied und seine Musizierformen, in: Schweizertracht, 5.Jg., Nr. 4/5, 1932 
[O.Walter, Olten] / Volkslicd und Volkstanz, in: Spielfuhrcr fiir Ge- 
staltung von Fest und Feier in kathol. Gemeinschaften [Rex-Verlag, 
Zug 1934] / Volkslied und Leben, in: Volkslied und Hausmusik, I, 
Nr. 1, 1934 [Hug] / Schweiz. Nachtwachterrufe und Lieder, in: ebenda, 



SC1IWEIZER MUSIKERLEXIKON 195 

I, Nr, 11, 1935 [Hug] / Zwei Abendlieder aus dem Anfang des 19. Jahr- 
hunderts, ebenda, V, Nr, 4, 1935 / Gute und schlechce Volkslieder, 
^benda, V, Nr, 2, 1938 / Von alien Liederbuchern aus Graubiinden, 
cbenda, V, Nr. 7, 1938 / Das Hackbrett in der Appenzeller Bauern- 
musik, ebenda, V, Nr. 11, 1939 / Geistlichc Volkslieder und Nacht- 
wachterrufe aus dem Glarnerland und Baselbiet, ebenda, VI, Nr, 3, 1939 
/ Die Hcimat- und Veremsllcder, in: Hcimatleben, 12. Jg,, Nr. 2, 1939 
CX Walter, Olten) / Das Volkslied und seine Erneuerung, in: Schweizer 
Musikbuch [Atlantis 1939), 

Stkrlin-Vallon, Henri. * 12. December 1887 in Lausanne, stammt aus 
Obcrurdorf (Zurich), studierte Philosophic und Litcratur an der Sor- 
bonnc in Paris, Klavier am Sternsehen Konscrvatorium in Berlin (Kwast) 
und bei Ricardo Vinh in Paris. Lernce die Komposition bei Portnoff 
(Stcrnsches Konscrvatorium in Berlin), Edouard Combe in Lausanne und 
GeMalge in Paris. 1915 wurde er Lehrcr am Konscrvatorium Lau- 
sanne, lebtc von 1920 bis 1929 Jm Orient. Kehrtc dann in die Sdvweiz 
zuriick. Wahrend 20 Jahren war cr Mitarbcitcr der Gazette de Lau- 
sanne und zahlreicher Zeitschriften und Zeitungen (Vic Musicate, Guide 
du Concert, Revue Musicale de Paris usw.) und gegenwartig ,,Vie". Er 
bcfassc sich ausscrdem aktiv mit dem Ordxestre de la Suissc Romandc, 
desscn Komitce er als Publicist angehort, 

Kompositionen: 

Blihnenmusik zu: ,Jedermann" pour soli, choeurs et orch, [M.] / Vio- 
lantc" von Henri Gh on, pourdioeurs a cap, [M.| / LaTemp&te (Shake- 
speare) [M,|. 

Chorwerke: La Divine Com^die pour choeurs soli, orch, ec org. / Les 
Djinns (V, Hugo) pour choeur mixtc ^ six voix [M.| / ,,Pretintailles" 
(Paul Fort), pour choeur & trois voix de femmes, orch. & cordes et piano 
[M,l- 

Sologesang: Le Glas, pour alto et orch. [M.J / L'EUgie Palestinienne, 
cycle pour mezzo sopr* et orch* |M.) / Diverses melodies pour une 
voisc, piano et orch. |M.|, 

Oriesterwerk: Lcs musiciens de la ville de Brtee, poeme symphoniqne 
[M,( / Suite en Sol min. / ,,Marignan n pour piano et orch. / Ballade 
pour clar. et orch, / Concerto en Do maj. / Konzertstiick en Do min, 
pour piano et ordh. [alles M,j. 

Kammermusik: Quatuor Roniantique pour piano et orch, k cordes / 
Quatuor Italkn pour piano et orch. & cordes / Klavierquintett / Suite 
pour cordes / Concerto da camera pour orch. i cordes et piano / Sex- 
tuor pour piano, deux viol, alto, cello et contrebasse / Trio avec piano 
/ Dux Trios & cordes / Concert ft trois, pour piano, viol, et cello / 
Klavierquartett, Suite pour viol et piano / Variations pour cello et 
piano / ,Bgypte* f pour cello ct piano et diverges pikes de'tache'es pour 
vIoLou cello avec piano [alles M.J. 

Klaviermusik: Suite Ancienne [Roudanez, Paris) / Senate en Do maj. 
(Roudanez, Parisl / Suite Romantique [Wallbach] / L<gende [Wall- 
bach] / Dansea Paknnes [Wallbach) / Preludes [Foetisch) / Etudes 



196 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

[Foetisch] / Figurines Carnavalesque [Henn] / Caprices [Henn] / Sept 
Preludes [Henn] / Venise, Suite de 9 Etudes [Eschig, Paris) / 27 Etudes 
/ 12 Preludes / Nuits d'Egypte / Dessins animus / Horizons / La vo- 
liere enchanted / Sonatine ,,In modo antico" / Deuxieme Sonate / 
Quatre suites, etc. [alles M.]. 

Gesang mit Klavier: Chansons lointaines (Henn] / Le tzigane dans la 
lune [Henn] / Mon ami vient de s'en aller [Foetisch] / Chansons 
tristes [Henn] / Petites chansons pour les grands [Henn] / ,,La Fuite 
en Egypte", cycle [M.] / Les grands horizons, cycle [M.] / Rondeaux 
des Saisons, cycle [M.j / Chansons a la Gauloise, cycle [M.] / Chan- 
sons de tousles temps, cycle [M.] / Cantilenes et carillons, cycle [M.] / 
Chansons barbares (orchestr.) [M.] et de nombreuses melodies d6tach6es. 

Stocker, Berthe. * in Luzern, erwarb daselbst das Primarlehrerinnen- 
diplom, studierte hierauf Musik am Sternschen Konservatorium in 
Berlin (L. Schytte) sowie bei Hans Huber in Basel und Fritz Brun in 
Bern. Sie erwarb das Diplom des Schweiz. Musikpadagogischen Verban- 
des, dessen Zentralvorstand sic seit vielen Jahren angehort. Berthe 
Stockers Tatigkeit crstreckt sich auf Konzcrt, Radio (Cembalo und 
Vortrage) und Journalistik (Essays und Rezensionen). In letztcr Zeit 
hat sic sich auf das Cembalospiel spezialisiert, Sie lebt in Luzern. 

Straumann, Bruno. *26,Dezember 1889 in Lostorf (Solothurn), var 1908- 
1916 Volksschullehrer, bildete sich daneben in der Musik aus bei Adolf 
Hamm und Ernst Graf, besuchte 1916-18 das Basler Konservatorium 
(Huber, Levy, Hamm) und 1918-19 das Institut Jaques-Dalcroze in 
Genf, 1919-21 wirkte er als Lehrer fiir Rhythmik und Gehorbildung an 
der Basler Musikschule. Seit 1921 ist Straumann Musiklehrer am Mad- 
chengymnasium in Basel. 1924 griindcte er die Basler Singschule, die er 
scither leitet. Ausserdem ist er Organist an der Predigerkirche und 
Leiter des Lehrergcsangvercins Baselland. 
Kompositionen : 

Biihnenmusik: Musik zum Weihnachtsspiel von J. Frohmeyer fiir gem. 
Chor und Orch., 1930 [M.] / Ein Friihlingsspiel, fiir Fr. chor und Orch,, 
1924 [M.] / Festspiel der Sangervereinigung, fiir Soli, Chftre und Orch., 
1929 [M.]. 

Chorwerke: "Wende dich nicht ab (Leuthold) fiir M'chor und Klavier- 
trio, 1933 [M.] / Klagelied (nach Jesajas) in drei Teilen fiir grossen gem. 
Chor, 1924 [M.) / Gemischte Chore nach Texten von Holderlin und 
Hesse, 1932 [M.]. 

Sologesang: Der erste Psalm, Kantate fiir Solosopr. und Orch., 1925 
[M.] / Der rot Schwyzer; Es steht eine Lind, Phantasien iiber Volks- 
lieder fiir Sopr. und Streichtrio, 1930 [M,] / Sieben Lieder nach Rtik- 
kert fiir Sopr. und Klav., 1920 [M.] / Zwolf Lieder nach H. Hesse fiir 
Mezzosopr. und Klav., 1926 [M.] / Sechs Lieder nach A. Fischli fiir 
Ten. und Klav., 1926 [M.]. 

Orchesterwerk : Variationen iiber zwei Volkslieder fiir Kammerorch., 
1931 [M.]. 

Kammermusik: Violinsonate D-Dur, 1921 [Hug] / Violinsonate C-Dur, 
1927 [M,] / Streichquartett As-Dur, 1926 [M.] / Sonace fur Fl. und 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 197 

Klav., 1934 [M.] / 46 Miniaturen fur Viol (oder FL) und Klav., 1922 

[Hug]. 

Klaviermusik: Passacaglia, 1928 [M.1 / Choralvorspiele fiir Klav. 4-hde. 

1927 [MJ. 

Orgelmusik: Praludium und Passacaglia iiber Bach, 1935 [M.]. 

Liederbucher im Vcrlag des Emehungs-Departements Basel-Stadt. 

Neuausgaben: Messe von Hassler / M.esse von Mozart / Zwanzig Mo- 

tetten in deutscher Sprache fur den Christkatholischen Chorverband der 

Schweiz. 

Publikationen: Musikpadagogische Werke [Helbing & Lichtenhahn, Ernst 

Vogel). 

Strong, Templeton. * 26. Mai 1856 in New York, Icbt seit 1879 mit nur 
ciner kurzen Unterbrechung (1891-92 in Boston) in Europa, Seine nnisi- 
kalische Ausbildung erhielt er in Leipzig, In Genf ist er seit zirka 50 
Jahren ansassig. 

Kompositionen: 

Chorwerke: Mannerchore mit Bcgleitung von Qrch. oder Klav.: Le 
moulin abandonn, avec te'n. ou sopn solo (Textes anglais, allemand et 
francais) (Henn] / Trois Aquarelles, pour chant et piano / Cinq Melo- 
dies, pour chant et piano / Cinq Aquarelles, pour fl, hautbois, clar,, 
cor et basson / Hallali, pour cor et ord%, [Editions du Sikle, Geneve] / 
A cappella-Chdre fiir 4-stg. Fr, chore und fiir 4-stg. M'chore / Mehrere 
Lieder mit Klavierbegleitung [alle Henn]. 

Orchesterwerke: La Nuit, quatre petits poimes symphoniques [Henn) / 
Trois Symphonies (No* 2 ,,Sintram") [Henn] / Le Roi Arthur, Poeme 
symphonique [Henn] / Choral, pour orch. & cordes [Henn]. 
Konzertet Americana, pour viol, et orch. [Henn] / Une Vie d* Artiste, 
pour viol et orch. [Henn] / Ele*gie, pour vcl et orch* [Henn] / Pol- 
laniana, pour vcl. et orch, [Henn]. 

Kammermusik: S^r6nade, pour vcl, (ou viola) et harpe (ou piano) / 
[Henn] / Quatre Nocturnes, pour piano, viol* et viola [Henn] / Le 
Directeur de musique de village, Trio pour deux viol et alto (Henn] / 
K,8verie et Scherzo, pour trois vcL et contrebasse [Henn] / Sonate pour 
alto et vcl. (Henn] / Quatuor pour quatre cors [Henn]. 
Klaviermusik : Au Pays etc Pan, petite suite [Henn] / Au Pays des 
Peaux Rouges, petite suite [Henn] / Deuxieme Ballade [Henn] / Cinq 
Contes [Henn] / Onze Miniatures, en deux cahiers [Henn] / Douze 
petites esquisses, en deusc cahiers [Henn] / Vingt-cinq Preludes, en 
quatre cahiers [Herm] / Pro juventute, dix petits morceaux, en trois 
cahien (Henn) / Petite Suite [Henn] / Transcriptions pour piano & 
quatre mains [Henn] / Trois Idylles, pour deux pianos a quatre mains 
[Henn] / Trois Morceaux, pour deux pianos i quatre mains [Henn] / 
Trois scenes Villageoises, pour deux piano a quatre mains (Henn]. 

Striibin, Philippe, * 2, Mai 1894 in Basel, erhielt seine rmislkalische Aus- 
bildung an den Konservatorien Basel und Genf, sowie bei J, Guy Ro- 
parts und Charles Koechlin in Paris* Striibin lebt seit 1919 in Mulhousc, 
wo er ak Dirigent der Socie'te' de chant ,,Concordia M (gem. Chor) und 



198 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

als Lehrer fur Theorie am Konservatorium wirkt. Er leitet ausserdem 
die von ihm im Jahre 1929 bcgriindeten Ordiesterkonzerte des Comite" 
des Concerts d'orchestre de diambre. Audi als Gastdirigent 1st Striibin 
in Basel und in Paris (Concert Pasdeloup) aufgetreten. 

Kompositionen (alle M.): 

Chorwerke: Hommage aux Morts (Victor Hugo) fur gem. Chor und 

Orch. / Creator alme siderum, Hymnus fur gem. Chor, Orch. und Org., 

1920. 

Sologesang: De'sespoir, fiir Ten. und Orch., 1923 / Lieder. 

Orchesterwerk : Suite fiir Orch. 

Klavier- und Orgelwerke, 

Studer, Carmen. * 25. Marz 1907 in Winterthur, studierte Musik an der 
dortigen Musikschule und am Konservatorium in Basel, Als Konzert- 
und Operndirigent tritt Carmen Studer im In- und Ausland auf, viel- 
fach gemeinsam mit ihrem Gatten Felix Weingartner. 

Studer, Oskar. *16. Marz 1877 in Winterthur, studierte Musik (Violme) 
an der dortigen Musikschule (Franz Bach), 1896-99 am Hochsdien Kon- 
servatorium in Frankfurt a, M. (Bassermann, Becker, Scholz) und 1899- 
1903 bei Jeno Hubay in Budapest. Er Hess sich in St. Gallen als Konzert- 
meister und Violinlehrer nieder und begriindete ein Streichquartett, mit 
dem er in der Schweiz und in Deutschland konzertierte. 1909 wurde 
Studer von Hubay als Assistent nach Budapest berufen, wo er bis 1933 
als gesuchter Violinpadagoge wirkte. 1919 wurde er als Nachfolger 
Hubays Professor an den Ausbildungsklassen fiir Violine an der kgl. 
Hodhschule fiir Musik. 1933-37 lehrte Studer am Genfer Konservatorium, 
seit 1937 wirkt er in Zurich an der Musikakademie. 

Stuntz, Joseph Hartmann. * 23. Juli 1793 in Arlesheim (Baselland), f 18. 
Juni 1859 in Miinchen. Schiller von Salieri, 1816 Direktor der italieni- 
schen Oper in Miinchen, 1825 erster Kapellmeister der Hofoper, spa'ter 
auch Leiter der Kirchenmusik. Schrieb mehrere Opern und Kantaten, 
Messen, Requiem, Orchesterouverturen und Kammerrnusik, Manner- 
chorlieder. 
Lit.: R. Gross, J. H. Stuntz als Opernkomponist, Diss,, Miinchen 1936. 

Sturm, Wilhelm. * 5. Januar 1842 in Sebnitz (Sachsen), f 5. Mai 1922 in 
Biel. Musikdirektor und Gesanglehrer daselbst seit 1876, Fruchtbarer, 
einst vielgesungener Mannerchorkomponist, hat auch einige Opern- 
humoresken gesdirieben. 

Sturzenegger, Max. * 15. Juli 1904 in Schaffhausen, besuchte das dortige 
Gymnasium und studierte Musik am Konservatorium Zurich (1922-25). 
Nach Studienaufenthalten in Paris und Berlin war er 1925-26 und 1927- 
1928 als Solorepetitor an der Dresdener Staatsoper tatig. 1929-36 wirkte 
Sturzenegger als Musikdirektor und Organist in Frauenfeld, Scither 
leitete er als Gastdirigent in Zurich, Basel, Winterthur, Bern, sowie in 
Salzburg, Miinchen, Berlin und Wien Konzerte und Opern. 1937-38 
unternahm er als Dirigcnt der International Opera Guild cine Tournee 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 199 



durdi die Vereinigten Staaten (New York, Chicago) und Kanada. 1939 
wurde er als musikalischer Oberleiter an das Scadttheater in Luzern 
berufen. 

Sturzenegger, Richard, * 18, Dezembcr 1905 in Zurich, besuchte das freie 
Gymnasium in Zurich (Maturitat 1924), nahm bis zu diesem Zeitpunkt 
Celiounterricht am Zurdier Konservatorium (Fritz Reitz), studierte 
welter an der Ecole Normale de Musiquc in Paris (Diran Alexanian, 
Pablo Casals, Nadia Boulangcr), sowie in Berlin bei Emanuel Feuermann 
und Ernst Toch, 1927-29 war Sturzenegger Mitglied der Sachsischen 
Staatskapelle in Dresden, 1929-30 zweiter, 1930-35 erster Solocellist der 
Dresdner Philharmonic. Seit 1935 wirkt er als Solocellist der Bernischen 
Musikgesellschaft, Mitglied des Berner Streidiquartetts und als Lehrer 
fur Violoncello und Kammermusik am Konservatorium in Bern. Als 
Cellist und Cambist konzertierte er in zahlreichen europaischen Landern. 

Kompositioncn (alle M.): 

Chorwerke: Mannerdiore (Goethe), 1936. 

Sologesang: Kantate uber altdeutsche Texte fvir Sopr. und sieben alte 

Instrumentc, 1934 / Lieder (Goethe) mic Klavier, 1937 / Lieder (Villon) 

mit Vcl, 1927 / Lieder (Verlaine) mit Vcl., 1930, 

Konzerte: LCellokonzert, 1933 / 2. Cellokonzert, 1937. 

Kammermusik: Streichtrio, 1937 / Tanze fur Vcl, und Klav., 1932 / 

Violoncell-Uebung (Slg. v. Stucken fur Vcl. allein), 1937, 

Stiissi, Else, * 29, November 1904 in Wadcnswil als Tochter des dortigen 
Musikdirektors Fritz Stiissi, studierte Violine bei Alexander Schaichet in 
Zurich (Diplom des SMpV) und vervollstandigte ihre Studien in Buda- 
pest bei Oscar Studer (vier Jahre) und bei Jeno Hubay (zwei Jahre). 
Else Stiissi konzertierte bis jetzt in der Schwciz, in Deutschland, Oester- 
reich und Ungarn. Seit 1931 wirkt sie als Lehrerin fiir Violine und 
Padagogik an der Musikakademie in Zurich. Sie lebt als Gattin des Chef- 
arztes des Bezirksspitals Mannedorf, Dr. Friedel Boesch, in Mannedorf 
(Ziirichsee), 

Sttoi, Fritz. * 6, April 1874 in Kapfnach bei Horgen, f H.MSrz 1923 
in Degersheim, Musikdirektor in "Wadcnswil sek 1898, Organist seit 
1902, Stiissi war auch in Rapperswil, Pfaffikon, Uster, Richterswil, 
Mannedorf und Lachen als Musikdirektor tatig, sowie als Musiklehrer 
in Zlirich, Seine Kompositionen, vor allem Chorwerke, sind grSssten- 
tcils Manuskript geblieben. 

Lit.; Hunziker und Frey: Zur Erinnerung an Fritz Stiissi, Wadenswil 
1926. 

Suevus, FeUcIan* Aus Altdorf-Weingarten bei Ravensburg, 1639 Organist 
und Kapellmeister des Franziskanerklosters in Luzern, 1643 Vikar in 
Solothurn, 1645 Guardian in Schwabisch-Grniind. Schrieb Messen, Mo- 
tetten und weitere kirchliche Gesangmusik, erschienen; "Wiirzburg 1634, 
Innsbruck 1639, Innsbruck 1641, Luzern 1642, Innsbruck 1642 Inns- 
bruck 1643, Innsbruck 1645, Wiirzburg 1751, Innsbruck 1651, Inns- 
bruck 1654 Innsbruck 1655, Innsbruck 1656. 



200 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Sultzbcrger, Johann Ulrich. * 1638 in Schaffhausen, f 17 1 in Bern. Stadt- 
trompeter in St. Gallen (1657) und Bern (1661), Leiter des Collegium 
musicum (1672) und des Gesangunterrichts an den Sdiulen. Er verof- 
fcntlichte: Dreigestimmter Zesischer Salomon, 1674 (geistlidie Lieder) / 
Transponiertes Psalmenbuch, 2. Auflage 1680 (das erste Berner vierstim- 
mige Psalmenbuch, von dem auch eine ein- und eine zweistimmige Aus- 
gabe erschien). 

Lie.: Fritz Bronnirnann, Der Zinkenist und Musikdirektor J. U. Sultz- 
berger, 1920. 

Sulzberger, Marcel H. Samuel, * 24.Dezember 1882 in Frankfurt a. M. 
als Sohn Schweizer Eltern, studierte Philologie an der Universitat Zu- 
rich und an der Sorbonne in Paris, ging 1910 zur Musik iiber, besuchte 
die Konservatorien in Zurich und war Schiller von Widor, Debussy 
und Busoni. Er lebt als Pianist, Komponist und Musikschriftsteller in 
Zurich. 

Kompositionen: 

Chorwerke: Messe fur gem. Chor und Kammerorchester, 1932 (M.] / 

Noels mystiques, fur Sopran, Fr. chor und kl. Orch., 1938 [M,] / Acht- 

stimmige Chore a cappella (M.]. 

Sologesang: Sonate fur Viol, Klav. und eine Sopranstimme [Eschig, 

Paris] / Duette mit Begl. von Klav. und Streichern [M.] / Lieder nach 

Texten von Samin und Verlaine [Mathot]. 

Konzertantes: Ballade fur Klav. und Orch. [M.). 

Klaviermusik : Dans les chemins bleus de 1'ile du rSve [M.]. 

Aufsatze: Ferruccio Busoni en Suisse, in: Schweiz. Musikjahrbuch [Hiini 

1920] / Zahlreiche weitere Aufsatze iiber Busoni, Debussy, Honegger, 

Liszt, Baudelaire u. a., in NZZ., Courier musical usw, 

Suter, Hermann. * 28. April 1870 in Kaiserstuhl (Aargau), f22.Juni 1926 
in Basel. Sein Vater war Lehrer und Organist in Kaiserstuhl, zog aber 
nach Laufenburg (Aargau) und hier ist Suter aufgewachsen; Klavier- 
und Violinunterricht erhielt er von $einem Vater, sdhriftlichen Theorie- 
unterricht von Gustav Weber. 1884 ging er auf Webcrs Rat nach Basel 
und durchlief hier das Gymnasium, mit einer lateinischen Rede iiber 
Hallers ,,Alpen" schloss er seine Maturitatspriifung ab. In dieser Zeit 
nahm er weitern Musikunterricht bei Hans Huber und Alfred Glaus, 
dann (1888) bezog er das Konservatorium in Stuttgart (Orgel und Kon- 
trapunkt bei Immanuel Faisst) und spater dasjenige in Leipzig (Lehrer: 
Homey er und Reinecke). 

1892 Hess sich Suter in Zurich nieder und iibernahm als erstes Amt die 
Direktion des Liederkranz Ustcr, 1893 die des Mannerchors Schaff- 
hausen, 1894 die des Mannerchors Wiedikon (bis 1895), 1894 wurde er 
Organist an der neuen Kirche in Zunch-Enge, 1896 trat er dem Lehr- 
korper des Ziircher Konservatoriums bei, 1897 wurde er als Nachfolger 
Attenhofers Dirigent des Stadtsangervereins Winterthur, 1901 Dirigent 
des Gemischten Chors Ziirich als Nachfolger Fricdrich Hegars, Im Herbst 
1902 erfolgte seine Berufung als Leiter der Sinfoniekonzerte der Allg. 
Musikgescllschaft in Basel, sowie des Gesangvercins und der Licdertafel. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 201 

Zu diescn Aemtcrn iibernahm er 1918-21 nadi dem Riicktritte Hans 
Hubers die Direktion des Konservatoriums und der Musiksduale. 1913 
ernannte ihn die Universitat Basel zum Dr. phil. h. c. 
Kompositioncn: 

Chorwerke: Die ersce Walpurgisnacht (Goethe), Sinfonisdie Dichtung 
mit Solostimmen und Choren, 1910 [M.] / op. 25 Le Laudi di San 
Francesco d'Assisi, per coro, soli, voci di ragazzi, organo ed orchestra, 
[Hug] / Ustertag-Feier, Kantate fur Soli, gem. Chor, Kinderchor und 
Orch. [M.] / Kantate zum Jubilaum des Kantonalgesangvereins Schaff- 
hausen (A. Pletscher), fiir M'chor, gem. Chor, Sopransolo und Org. 
[M.] (Chorpartitur gedruckt, nicht im Handel) / op. 4 Schrniede im 
Waldc (M. R, von Stern), fur M'chor und Orch. [Hug). 
Orchesterwerke: op. 17 Symphonic d-Moll [Hug] / op, 23 Konzert fur 
Viol, und Orch., A-Dur [Hug]. 

Kammermusik: op, 18 Sextett C-Dur fur Streichinstrumente [Hug] / 
Drei Streichquartette (1, op. 1 D-Dur [Eulenburg, Leipzig] ; 2. op. 10 
cis-Moll [Hug]; 3. op, 20 G-Dur (Amselrufe) [Hug]. 
Klavier- und Orgclmusik: Kleme Klavierstiicke, 1886 und 1887 / Hu- 
moreske (4-hdg.), 1888 / Doppelfuge fur zwei Klaviere, 1890 / Klee- 
blatt fur Klav,, 1898 / Fuga a 4 sopra Hegar, 1906 / Sonate D-Dur 
fur Org., 1889 [alles M.]* 

Lieder: op. 2 Fiinf Lieder [Hug] / op. 8 Zwei Gesange mit Viol, Vcl 
und Org. [Hug] / op. 12 Drei Lieder fiir Ten. [Hug] / op. 22 Vier 
Lieder [Hug] / op. 15 Vier Duette fur Alt und Bass [Hug]. 
Chorwerkc ohne Begleitung: op. 3 Vier Lieder altercr Dicker fiir gem. 
Chor [Hug] / op. 16 Drei Lieder alterer Didhter fiir gern.Chor [Hug] / 
Ostcrhymne (Christus ist auferstanden) fiir zwei Sopran-Solostimmen 
und gem. Chor, 1898 [M.] / Mehreres m Sammlungen fiir gem. Chor / 
op, 19 Heimatlieder fiir die Jugend, fiir Fr. dhor [Selbstverlag] / Mehre- 
res in Sammlungen fiir Fr. chor / MannerchSre [Hug] (op. 6 Vier pa- 
triotische Mannerchdre / op* 1 Zwei Mannerchore / op. 9 Vigilien 
(Goethe) / op. 11 Drei romanische Lieder / op. 14 Drei Festliedcr von 
Gottfried Keller / op. 21 Zwei Mannerchore / op. 27 Dem Sonnengott 
(Hdlderlin) / Mehreres in Sammlungen fiir M'chor / o. op. Landes- 
nymne (C. A, Bernoulli) [Selbstverlag] (auch in anderer Besetzung). 
Verschiedenes: op, 13 St, Jakob an der Bin, Festspiel zum Eidg, Turnf est, 
1912 (C. A. Bernoulli) [Hug] (daraus mehrere Einzelausgaben) / op, 24 
Musik zum Riehener Festspiel, 1923 (v. A. Oeri) [Hug) / Bearbeitung 
schweizerischer Volkslieder fiir gem. Chor, M'chor, Fr.chor, Einzel- 
stimme mit Kkvkr [Hug, Selbstverlag, M.]. 

Lit.: "W. Menan, Hermann Suter, 2 Bde. (mit Werkverzeichnis) (Helbing 
& Lichtenhahn, Basel 1936-37], 

Sutcrmcistcr, Heuirich* * 12. August 1910 in Feuerthalen bei Schaffhausen. 
Nach der MaturitSt in Basel studicrte er Philologie in Basel und Paris 
und wandte sich 1931 dem Musikstudium zu. In Miinchen, wo er 1934 
die Akademie mit dem Absolutorium in Dirigieren und Komposition 
verliess, waren Walter Courvoisier, Hugo Rdhr und Carl Orff seine 



202 SCHWEIZER MUSIKERLEXTKON 

hauptsachlichsten Lehrer. 1934-35 war Sutermelster als Solorepetltor 
am Berner Stadttheacer tatig. Er lebt jetzt als Komponist in Bern. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Die schwarze Spinne, Funkoper von Albert Rosier, Bero- 
miinster 1936 [Selbstvcrlag] / Das Dorf unter dem Gletscher, Tanzhand- 
lung von Albert Rosier, Karlsruhe 1937 [Schott] / Romeo und Julia, 
Oper nach Shakespeare, Dresden 1939 [Schott|. 

Chorwerke: mit Begleitung: Sechs Barockliedcr fiir Ten., Fr. chor und 
drei Instrumente, 1934 [Selbstverlag] / Jorinde und Joringel, Kammer- 
oratorium nach Grimm, 1936 [Selbstverlag] / a cappella: Andreas Gry- 
phius, Kantate fiir gem. Chor, 1938 [Schott], 

Sologesang: Sieben Liebesbriefe fiir Ten. und Streichorch., 1937 [Selbst- 
verlag]. 

Orchesterwerk: Divertimento fiir Streichorch., 1937 [Schott]. 
Kammermusik: Konzertstiick fiir Viol, und Klav., 1937 [M,]. 

Swarowsky, Hans. * 16. September 1899 in Budapest, studierte Musik bei 
Arnold Schb'nberg und Anton v. Webern, Kunstgeschichte und Psycho- 
logic an der Universitat in Wien. Er war nacheinander Kapellmeister in 
Stuttgart, Spielleiter in Gera, 1. Kapellmeister der Hamburgischen Staats- 
oper und des Philharmonischen Staatsorchesters und wurde Nachfolger 
E. Kleibers an der Staatsoper in Berlin. Seit 1937 wirkt Swarowsky als 
erster Kapellmeister am Ziircher Stadttheater. Er schrieb zahlreiche 
musikalische Aufsatze (eiaige davon in den Programmheften des Ziir- 
cher Stadttheaters), bearbeitete Glucks Orpheus fiir Hamburg und be- 
sorgte Neuubersetzungen von Verdis Don Carlos und Simone Boc- 
canegra (beide fiir die Miinchner Staatsoper), sowie von Puccinis Boheme 
und Giordanos Andre* Chenier. 

Szadrowsky, Hcinrich. * 28. August 1828 in Wiirzburg, f 3, Juli 1878 in 
Mariaberg bei Rorschach. Musiklehrer in St. Gallen selt zirka 1850, 1863- 
1868 in Chur, seit 1878 im Seminar Mariaberg. Orgelkenner und tiich- 
tiger Orgelspieler. Schrieb die Abhandlungen: Nationaler Gesang bei den 
Alpenbewohnern (Jahrbuch des S. A. C, 1, 1864) / Die Musik und die 
tonerzeugenden Instrumente der Alpenbewohner (Jahrbuch des S. A. C. 
4, 1867) und gab Choralbegleitungen zum ostschweiz. Gesangbuch heraus, 
1872. 

Szigeti, Be"la. * 17. September 1894 in Budapest, studierte am Conserva- 
toire in Paris, an der Hochschule fiir Musik in Budapest sowie bei Lucien 
Capet in Paris. Mit 18 Jahren wurde er in Paris Konzertmeister, 1914-19 
war er in Frankreich zivilmterniert, 1923-33 wirkte er als Konzertmeister 
in St. Gallen, 1931-37 war er Lehrer fiir Violine und Kammermusik an 
der Musikakademie und danebcn 1933-35 Lehrer an der Scuola Superiore 
di Musica in Mailand. Szigeti, der 1930 das Schweizer Btirgerrecht cr- 
warb, lebt jetzt in Zurich. Als Solist und Kammermusiker konzer- 
tierte Szigeti in verschiedenen europaischen Landern. 
Padagogische "Worker Ncue Tonleitcr-Teehnik (gemdnsam mit M.Jacob- 
sen), Heftl, 1936, Heft 2, 1937 [Carisch, Milano] / Das Vibrato, seine 



SCIIWEIZER MUSIKERLEXIKON 203 

Bedeutung und seine Lehrbarkeit [Esdiig, Paris] / Moderne Schule der 
Violinkunst in Theorie und Praxis [M.j. 

Bearbeitungen fur Violine und Klavier: Rameau, Andantino / Pescetti, 
Moderate / Martini, Minuetto / Krebs, Sarabande / Martinez, Adagio / 
J. Chr. Bach, Gavotte [alles M.]. 

Tadei, Alessandro. * swischen 1585 und 1588 in Gandria (Tessin), f eben- 
da 1667. Organist der Hofmusik des Grossherzogs Ferdinand II. in 
Graz, naeh 1619 am Hofe in Wien. Die Kopie einer Motette von ihm 
befindet sich in der Kantonsbibliothek Lugano (Druck im Parnassus 
Ferdinandaeus von G. B, Bonometti, Venedig 1615, eine 16-stg. Messe 
in der Staatsbibliothek Wien (Neuausgabe von W. Tesinghaus, Lugano 
1937). 
Lit,: W. Jesinghaus In Illustrazione Ticincse, 6, 11, Basel 1935. 

Tappolet, Walter. * 26. September 1897 in Lindau (Kt. Zurich), besuchte 
das Zurcher Gymnasium und studierte 1916-19 Philosophic in Genf, 
Thcologie in Zurich und Basel. 1919-23 widmete er sich in Basel dem 
Musikstudium (Orgel, Klavier, Gesang). Seit 1924 ist Tappolet als 
Organist an der Bullmgerkirche in Zurich tatig. 1928-30 studierte er 
noch bei Gtinther Ramm und Herbert Schulze in Leipzig. Neben Orgel- 
konzerten widmet sich Tappolet insbesondere der Leitung von Sing- 
wochen. Er ist (mit Alfred Stern) Redaktor der Zeitschrift ,,Volkslied 
und Hausmusik". 

Neben Aufsatzen in VolksIied und Hausmusik" u. a. Zeitschriften und 
Zeitungen vcroffentlichte er: Evangelische Kirchenmusik. Von ihrem 
Sinn und Dienst (Reinhart, Basel)* 

Tappolet, Willy. * 6, August 1890 in Lindau (Zurich), studierte Musikge- 
schichte, Germanistik und Romanistik in Montpellier, Berlin und Zurich. 
1918 promovierte er in Zurich zum Dr. phil. (Dissertation iiber Heinrich 
Weber). Seit 1919 wirkt Tappolet als Professor an der Hohern Tochter- 
schule in Genf. Er war Mitglied des Komitees des Konservatoriums 
(1925-35), des Vorstandes des Orchestre Romand (1922-35) und des 
Komitees der Genfer Sektion der Schweiz, Musikforschenden Gesell- 
schaft (1915-35). Im Fruhjahr 1938 habilitierte sich Tappolet an der 
Facult^ des Lettres der Universitat Genf mit einer Arbeit ,,La notation 
musicale et son influence $ur la pratique de la musique du moyen ige 
& nos jours* 1 , entstanden im Anschluss an die sich uber fiinf Jahre er- 
streckenden praktischen Untersuchungen bei Heinrich Jacoby. Als Mu- 
sikreferent schreibt Tappolet fur die Schweias. Musikzeitung und die 
Neue Zurcher Zeitung. Fur seine Honegger-Biographie erhielt Tappolet 
den Literaturpreis der Stadt Zurich, Er ist verheiratet mit der Pianistin 
Marthc Tappolet. 

Publikationen; 

Arthur Honegger, [Hug, 1933]; franfc, Ausgabe iibersetzt von H<Slene 

Breuleux (La Baconniere, Boudry-Ncuchhcl, 1939], 

Aufsa'tze; Palestrina, in: SMZ, 13.Februar 1926 / Ernest Ansermet, in: 

Wissen und Leben, Mai 1926 und Die Musik, Mai 1928 / Musikkritik, 



204 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



in: SMZ, 3. und 24. September 1927 / Bcethovens Tod, in: Thurgauer 
Zeitung, 26. Marz 1927 / Jazz, in: Annalen, Januar 1928 / Gibe cs cine 
schweizerische Musik?, in: Individualitat, Buch I-II, 1928 / Strawinski 
am Genfersee, in: Melos, April 1929 / Unsere Zeit und Arthur Honeg- 
gers ,,K6nig David", in: Solothurner Zeitung, 22. Oktober 1929 / Konig 
David (A. Honegger), in: Der Cacilicnbote, Oktober 1929 / Ernest An- 
sermet et ses programmes, in: SMZ, 15, November 1929 / Musik und 
Musiker in der welschen Schweiz, in: Anbruch, Wien, 8. Oktober 1932 / 
"Willy Burkhard, in; Wcltwoche, 15. Juni 1934 / La Musique Suisse, in: 
Les Nouvelles Musicales, Dezember-Januar 1934-35 / Franz von Hoesslin 
et Porchestre romand, in: Le Radio, Nr. 662, 13. Dczember 1935 / 
Schweizerart und Schweizermusik, in: Jahrbudi der Schweizerwoche, 
1935-36 / Kritik als schopferisches Vermogen, Eine Diskussion, in: 
Musica viva, I und III, 1936 / Bibliographic zur Musikgeschichte, Genfer 
Autoren, in: SMZ, 1. Februar 1929, 15. Marz 1930, IMai 1931, I.Mai 
1932, 15. Dezember 1934. 

Manuskripte: Prinzipielles zur Musikfcritik / Die Notenschrift und ihr 
Einfluss auf die Musikpraxis vom Friihmittelalter bis ins 20. Jahrhun- 
dert (beide deutsch und franzosisch). 

Teysseire-Wuilleumier, Helene. * 30. Januar 1898 m Genf, war Violin- 
schulerin ihres Vaters und A. Nagys und studierte Harmonic und Kontra- 
punkt bei Fritz Badi. Nadi einjahrigem Studium am Konservatorium 
Genf (Klasse Hugo Hermann) erwarb sic das Virtuositatsdiplom. Sie war 
dann weiter Schulerin von Louis Capet in Paris und wurde Assistentin 
Joseph Szigetis am Genfer Konservatorium. Sie gab zahlreiche Konzerte 
und wirktc als Solistin in Orchesterkonzerten mit. 1935 griindete sic 
die seither von ihr geleitete Vercinigung zur Pflegc alter Musik ,,La 
Me"nestrandie", mit der sic in der Schweiz und in Frankreich zahlreiche 
Auffuhrutigen (audi im Radio) veranstaltet. 

Neuausgaben [alle in der Edition de ,,La Me*nestrandie", chez Pierre 
Schneider, Paris] : Marc Antoine Charpentier, Ouverture pour quelque 
belle entreprise / Marc Antoine Charpentier, Symphonic pour un Re- 
posoir (& cinq) / Louis Nicolas Clerambault, Appolon, cantate pour le 
Roy, sur la Paix, ^ voix seule et symphonic / Michel Richard de La- 
lande, Ballet dc PInconnu. 

Tobler, Johann Hcinrich. * 14. Januar 1777 in Trogen, f 16. Februar 1838 
in Speicher. Landschreiber in Teufen, Griinder des appenzellischen San- 
gervereinsl. Komponist vieler Mannerchorlicder, darunter die zum 
Landsgemeindelied gewordene Ode an Gott ,,Alles Leben stromt aus 
dir" (Gedicht von Karoline Rudolphi). 

Lit.: Alfr. Tobler, in: App. Jahrbuch 1896 mit Autobiographic von 
J.H. Tobler / K.Nef, in: Aufsatze, 1936, S. 68. 

Tromp, Cornells. * 6, November 1878 in Delft (Holland) als Sohn cines 
niederlandischen Artillerieoffiziers, besuchte das Gymnasium im Haag 
und lebte mehrere Jahre in USA. Er widmcte sich erst spa'ter ganz der 
Musik, wurde Violinschuler von Anton Witek, Carl Flesch und Alexan- 
der Schmuller in Berlin. 1913 kam er als IConzertmeister. und Mitglied 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 205 

dcs Berncr Streichquartetts nach Bern, 1920 als erster Konzertmeister 
dcs Konzertvereinsorchesters nach St. Gallen, wo er 1927 das Biirgcrrecht 
erwarb. 1921 griindece Tromp das St. Caller Streidiquartcct, mit dem er 
vielfach auch im Ausland konzcrtiertc. Audi als Solist ist er vielfach 
aufgetreten, 

troy on, Charles. * 1. Juli 1867 in Cheseaux (Waadt), studierte Musik 
bei Blanchet und Masset in Lausanne und wurde dann Gesangschulcr 
von Julius Stockhausen in Frankfurt a. M. 1890 kam er als Gesang- 
lehrer nach Lausanne, wurde 1894 als solcher an das Konservatorium 
berufen, 1896 ausserdem an die Ecole normale. Zusammen mit seiner 
Gattin, der Oratoriensangerin Emma Troyon, geb. Blaesi, griindete cr 
1910 den Konservatoriumschor. Seit 1921 ist er Direktor des Lausan- 
ner Konservatoriums, Troyon, der in friihern Jahren in der Schweiz 
und im Ausland auch als Oratorien- und Konzertsanger (Tenor) tatig 
war, leitete auch verschicdene Chore: 1897-1921 den gemischten Chor 
Chorale de Montreux, 1891-1907 den Mannerchor Union Chorale, 
1907-20 den Mannerchor Choral in Vevey. 1898-1921 war er Direktor 
dcs waadtlandischen Kantonalgcsangvereins. Troyon schrieb auch 
mchrere Aufsatze iiber Chorgesang. 

Futilo (Tuotilo), urkundlich bezeugt 895-912, MSnch des Klosters St. Gal- 
len. Verfasser von Messgesangen (Tropen). 

Lit.: Gabr. Meier im Jahrbudh fur schwciz. Gesch. 10, 1885, S.58 / Peter 
Wagner, St. Gallen in der Musikgeschichtc, 1922. 

(Jhlmsum, Otto. * 20. August 1891 in Sitzberg (Ziirich), besudite das Gym- 
nasium in "Winterthur (Maturitat 1910) und studierte Musik an der 
dortigen Musikschule, am Konservatorium Zilrich und an der Schola 
Cancorum in Paris (1910-14). Uhlmann wirkte als Musiklehrer an der 
Musikakademie Zxirich, die er 1919-21 leitete, sowie an der Musikschule 
Winterthur, deren Direktor er 1921-23 war. 1918-23 war Uhlmann 
Universkatsmusikdirektor und Dirigent des Studentengesangverems 
Ziirich, seither leitet er in Ziirich und Winterthur verschiedene Chore 
und ein Orchester, 1932 wurde er President des Schweiz. Berufsdiri- 
gentenverbandes, Uhlmann lebt in Ziirich, 

Kompositioncn: 

Buhnenwerke: Festspiel fiir Winterthur, 1924 [M.) / Bxihnenmusik zu 

Schillen Tilhelm Tell, Diessenhofen 1925 [M-). 

Chorwerke: Grosse Messe fiir Soli, gem. Chor, Orch. und Org. [M,) / 

Weihelied fiir M'chor und Orch. [Hug] / Volksliedbearbeitungen fiir 

M'dhor [Hug]. 

Lleder; Ca. 50 Lieder mit Klav, und teilw, mit Orch. [M.], 

Ordiesterwerke: Symphonic Nr. 1, 1921 [M.] / Symphonic Nr.2, 1923 

IM.I. 

Konzert: Konzert fiir VioL und Orch*, 1924 [M.], 
Kammermusik: Drei Violinsonaten / Streichtrio / Streidiquartett / 
Serenade fiir FL, VioL und Vcl / Cellosonate / Vier Stucke fiir Vcl. 
und Klav. [alles M.J. 



206 SC1IWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Klaviermusik: Sprichworter [M.]. 

Publikation: Aus meinen Pariser Erirxnerungen (Literar. Vereinigimg 

Winterthur, Jahrbuch 1920). 

Aufsatze und Besprediungen irn Eidg. Sangerblatt, 1937ff. 

Vaterlaus, Margrit. * 25. Januar 1898 in Zurich, studierte Klavier am dor- 
tigen Konservatorium und Gesang bei Minna Weidele, Hermann Dubs 
und Lotte Leonard, Margrit Vaterlaus lebt als Konzertsangerin (hoher 
Sopran) und Gesangspadagogin in Zurich. 

Vogler, Carl. * 26. Februar 1874 in Oberrohrdorf (Aargau), besuchte die 
dortige Primarschule, die Bezirksschule in Baden und die Sckundarschule 
in Villeneuve (Waadt). Bis 1891 war er auf dem landwirtschaftlichen Gut 
des Vaters in Oberrohrdorf tatig. 1891-93 besuchte er die Organiste,n 
schule Luzern (J. Breitenbach), 1883-95 die Musikschule Zurich (Hegar, 
Luz, Kempter, Steinmetz), 1895-97 die Kgl. Akademie der Tonkunst in 
Mxinchen (Rheinberger, Bussmeyer, Zenger, Hieber). 1897-1919 war 
Vogler Gesanglehrer an der stadtisdien und Bezirksschule in Baden 
(Aargau), Organist der reformierten Kirche und Griinder und Leiter des 
Gemischten Chores Baden (Oratorienauffiihrungen) und Griinder des 
Musikkollegiums Baden (Kammermusik). 1900-07 leitete er den Manner- 
chor Wiedikon-Ziirich, 1902-03 auch den Mannerchor Schaffhausen. 1915 
wurde Vogler Lehrer fur Kontrapunkt am Konservatorium Zurich, 1919 
Direktor desselben (neben Dr. Volkmar Andreae) und Lehrer fur Har- 
monielehre, Formenlehre und kontrapunktisdbe Analyse. 1919 griindete 
er den Aargau ischen Organistenverband, dessen crster President er 
wurde. 1914 war er Mitglicd der Eidg. Expertenkommission fiir das neue 
Urheberrechtsgesetz, 1907-32 war Vogler President des Sdiwciz. Musik- 
padagogischen Verbandes, dessen Aufschwung seiner Initiative zu ver- 
danken ist und dessen Ehrenprasidium er seither inne hat. 1916-31 war 
er Vorstandsmitglied des Schweiz. Tonkiinstlervereins, seit 1931 fuhrt 
er dessen Prasidium. 1912-19 war er Inspektor am Aargauischen Lehrer- 
seminar, 1926 wurde er Mitbegriinder des Schweiz. Kiinstlerbundes und 
seit 1919 ist er als Nachfolger Fnedrich Hegars Redaktor der Samm- 
lungen der Ziircher Liederbuchanstalt. 1924 griindete Vogler die Schweiz. 
Gesellschaft ftir Auffxihrungsrechte (Gefa), deren President er seither ist. 
Seit 1934 ist Vogler auch Delegierter der Schweiz im ,,Standigen Rat 
fiir die Internationale Zusammenarbeit der Komponisten"* 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Riibezahl, Marchenspiel von Jak. Lowenberg, Mannheim 
1914 [Hug) / Fiedelhanschen, Marchenspiel in fiinf Bildern von Ernst 
Esdimann, Basel 1924 [M.] / Mutter Sybille, Smgspiel von A, Huggen- 
berger fiir Soli, Fr. chor und Klav. 

Chorwerke: Das letzte Lied (Johanna Arnbrosius) fur gem. Chor und 
Ordi. [Hug] / Totenzug (Isabelle Kaiser) fiir Altsolo, gem. Chor und 
Qrd\. [Hug] ; dasselbe auch mit M'dior (Hug) / Gesange fur gem. Chor 
mit Klav. [Hug] / Gesange a cappella fur M'dior, Fr. chor und gem. 
Chor [Hug, Ziircher Liederbuchanstalt] / Chore und Volksliedbearbci- 
tungen [M.]. 



SCIIWEIZER MUSIKERLEXIKON 207 

Liedcr: Licbeslcben, Zyklus fur Sopran und Klav. [Hug] / Lieder fiir 

Alt und Klav. [M.]. 

Orgelmusik: 22 Choralvorspiele (Sammlung Mader) [Hug] / Orgel- 

stiicke [M.]. 

Publikationcn: Festschrift des Schweiz. Tonkiinstlervereins [National - 

Ausgabc, Hug, 1925 1 / Die Organisation von Volksklavierschulen 

(Schweiz. Mu.sikpad. Vcrband, Zurich 1932) / ^WelcKem musikalischen 

Spezialfach wende ich mich zu?" (Konservatorium Zurich, 1937), 

Aufsatze padagogischen und allgemcin-musikalischen Inhalts in den 

SMpBL 

Vogt, Hans. * 3. Marz 1909 in Basel, studierte bei Schrameck (Klavier) 
und Weingartner (Dirigieren) am Easier Konservatorium und erwarb 
daselbst das Solistendiplom fur Klavier. Weitere Studien (Komposition) 
betricb er bei Paul Dukas in Paris. Vogt lebt in Basel, wo er sich viel- 
fach am Radio betatigt, 
Kompositionen (alles M.); 

Musik zu Goethes ,$cherz, List und Rache" / Musik zu ,,Das Saiten- 
spiel" von C. J. Loos / Musik zu zahlreichen Horspielen. 
Lieder. 

Klavierkonzert in C-Dur / Violinkonzert in A-Dur. 
Streichquartett / Violinsonate / Drci Suiten fiir Klav. u, a. m. 

Vogt, Jakob. * 1810 in Allschwil, t 5. Juli 1869 in Freiburg i.Ue., war 
seit 1833 Organist an der dortigen Niklauskirche, Griinder (1841) und 
Leiter der Soci^te* de chant de la ville de Fribourg, Vogt ist dcr Kom- 
ponist des Liedes ,Les bords de la libre Sarine" (Text von Marcelirx 
Bussard), 
Lit.: Souvenir du centenaire de la naissance de J. Vogt, Fribourg 1911. 

Vuataz, Roger. * 4. Januar 1898 in Genf, wo er das Gymnasium und das 
Konservatorium besuchte, indem er hauptsa'chlich unter Mottu, Barblan, 
Delaye studierte. Mit 19 Jahren wurde- er Organist der Eglise nationale 
protestante, doch wirkte er in der Folgezeit auch als Chor- und Orche- 
sterleiter, sowie 1929-36 als Musikkritiker am Journal de Geneve, ist 
ebenfalls Mitarbeiter am Radio-Geneve und unterrichtet. 
Kompositionen: 

Buhnenwerke: op. 9 Mil-six-cent^deux (Louis Maystre), 1925 [M.] / 
op. 25 Lc Mystcre d'Abraham (Fernand Chavannes), 1927 [M.]. 
Chorwerke: op. 25 Abraham, oratorio (R. Vuataz) 1928 (M.| / op, 30 
No, 1 Le Rh6ne, mouvement symphoniqiae avec choeurs et solo, 1929 
[M.] / op. 50 Psaume 33 (R, L Piachaud), 1936 [M.| / op. 52 La Flute 
de roseau (Gide) pour choeurs a cap,, 1937 / op. 57 Les Trois Ages de 
l*homme, cantate 4 six voix mixtes a cap,, 1939 [Tir. hel, chez 1'auteur] 
/ Ca, 50 Chorwerke aller Gattungen a cap, [Foetisch, Ed. Huguenin] / 
fiir Vokalquartett: op, 45, No. 1 Trois Motets [M.]. 
Sologesang mit Orchester; op. 2 Consolation (Reber) J* entends sonner 
en moi (Reber) pour voix moyenne et orch,, 1918 [S^nart] / op, 17 
Neuf poemes d'Orient (Toussamt) pour voix et orcL, 1925 [M.] / op, 18 
Petits po&mes d'amour (Burnat-Provins) pour voix ^lev^e et orch, [M.]. 



208 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Klavierlieder: op, 4, No. 1 Confiance (Vcrhaeren) [M.] / op. 12, No. 1 
Chant spiritual (Tagore) [M.] / op, 12, No. 2 Attentc (Tagore) [M,] / 
op. 21 Poemes de Boh&me (Klingsor), 1927 [M.] / fur cine oder zwei 
Stimmen (auch chorisch): op. 6 Noels d'aujourd'hui, 1921 [Foetisdi] / 
op. 27 Chansons zoologiques, botaniques, naturellcs etc. (deux recueils 
[Huguenin]. 

Gesange mit Orgel: op. 11, No. 2 Chant de Paques (St. Matthieu) pour 
voix e'leve'e [A la Cite", Geneve] / op. 12, No. 1 Chant spirituel (Tagore) 
pour voix moyenne [M.] / op. 15 Hymne pour la paix (Psaumes) pour 
voix e'leve'e [M.] / op. 23, No. 1 Priere pour nos cnfants (R. Vuataz) 
pour voix e'leve'e [A la Cite*] . 

Orchesterwerke: op. 13 Deux pieces breves, 1931 [M,] / op. 19 Suite 
symphonique [M.] / Valse lente pour petit orch., 1926 [M.J / op. 30, 
No. 1 Le Rh6ne, mouvement symphonique avec choeurs et te"nor solo, 

1929 [M.] / op. 30, No. 2 Ouverture pour les Jeux du Rh6ne, 1929 [M.) 
/ op. 31, No. 1 Marche du cortege de Provence, 1929 (M.) / op. 31, 
No. 2 Marche Rhapsodique Savoisienne, 1929 [M.j / op. 39 Petit Con- 
cert, 1932 [M.] / op. 46 Suite sur des themes populaires anciens pour 15 
instr. soli, 1935 [M.] /Triptyque, 1937 [M.J / op. 53 Deuxieme suite sur 
des themes populaires pour orch. a cordes, 1937 [M.] / op. 55 Marines et 
paysagcs de la Mer Egee, pike symphonique, 1938 [M.] / op. 56 La Vic 
et les Metiers au Peloponnese, symphonic en un mouvement, 1938 [M.], 
Konzerte: op. 26 Prelude et Scherzo pour viol, et orch. (arrange*), 
Kammermusik: op. 1 Deux Preludes pour vcl. et piano [M.] / op. 26 
Prelude et Scherzo pour viol, et piano, 1927 [Flute de Pan) / op. 29 
Sonate pour vcl. et piano, 1928 [Se"nart] / op. 40 Ge'ome'tries, pieces 
chore"ographiqucs pour fl., viol, clar v timbales ct piano, 1932 [M.] / 
op. 42 Sonatine pour viol, et piano, 1933 [M,] / op. 44 Trois eludes 
pour viol, scul [M.] / op. 48 Musiquepour cinq instr. k vent, 1935 [M.]. 
Klaviermusik; op. 24 L'Ecole Buissonnierc, Suite, 1927 [M,] / op. 32 
Re"citatif, Arioso et Sonate, 1929 (M.) / op. 34 Bazar a deux Sous, 

1930 [Senart] / op. 35 Pain Quotidien, Suite, 1930 [Senart] / op. 37 
36 Etudes (Me"thode), 1932 [Senart) / op. 47 Etudes sur des rythmes 
nouveaux, 1935 [M.] / op. 51 Douze Compositions pour l'e"tude des 
formes musicaies, 1937 [M.]. 

Orgelmusik: op. 13 Six pieces pour concert [M.] / op. 36 Douzc pikes 
cultuelles, 1931 [M.J / op. 42 Sonatine [M.]. 

Neuausgaben alter Musik: J.S.Bach, Kantaten Nr. 2, 37, 64, 142, ,,Von 
Gott will ich nicht lassen", Suite de chorals pour la Semaine Sainte [M,] 
/ J. S. Bach, ,,Musikalische Opfer" [Ars viva) / J. S. Bach, ,,Kunst der 
Fuge" [Ars viva) / J. S. Bach, Quelques variations canoniques sur le 
choral de Noel ,,Du haut des cieux", pour orch. [M.) / de Lalande, 
,,L'inconnu", ballet du Roy, trois suites d'orch. [Schneider, Paris) / 
L. N. Cle*rambault, Apollon, cantate sur la paix pour une voix et sym- 
phonic [Schneider, Paris] / L, N. Cl^rambault, L^andre et He>o, cantate 
a voix seule et symphonic [Schneider, Paris) / Handel, Dolce mio ben 
und Nel dolce delPoblio, sowie Stiicke von J. E, Bach, J. B, de la Borde, 
de la Barre, Corner, Telemann, Schumann. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 209 

Padagogische und theoretische Werke: Introduction & l'e*tude du piano, 
1932 (M6thode voir 36 Etudes) [SSnart] / Trait^ moderne de 1'har- 
monie (M.) / Lcs elements objectifs de Pinterpre'tation musicale (Nou- 
veau Trait de Pexpression musicale) [M.] / Catalogue des Cantates de 
J. S. Badi (dormant tous les renseignements) [M.], 

Aufsatze: Verschiedene Aufsatze in SMZ, Feuillets de Pedagogic musicale, 
Annuaire de la Socie'te' de Musicologie suisse, Le Radio, la Revue 
,,Prsence" etc, 

Werkverzeichnisse in: Oeuvres de Compositeurs Genevois, 1937, sowie 

in Dissonances, FeVrier 1937. 

Oeuvre litte'raire: Chansons d'avril, poesies. 

Wagner, Karl Theo, * 23. December 1902 in Luzern, studierte Gesang 
bei Max G, Hcmmann in Luzern und Bern, Erik Wildhagen in Miin- 
chen sowie an der Folkwangschule in Essen. 1926-27 war er als Volon- 
tar an der Miinchner Staatsopcr tatig, hierauf an der Oper in Essen. 
1929 wandte er sich ausschliesslich dem Konzertgesang (Bass-Bariton) zu. 
Wagner lebt in Luzern. 

Wagner, Peter. * 19. August 1865 in Kxircnz bei Trier, f 17. Oktober 1931 
in Freiburg i. Ue, Promovierte 1890 in Strassburg mk einer Dissertation 
iiber Palestrina als weltlicher Komponist, seit 1893 Dozent fiir Musik- 
geschichte und Kirchenmusik in Freiburg (1897 a. o., 1902 ordentlicher 
Professor). Hauptwerke; Einfuhrung in die gregorianischen Melodien, 
3. Auflage 1911 (auch mehrjfach iibersetzt) / Elemente des gregoriani- 
schen Gesangs, 2. Auflage 1916 / Gesdbichte der Messe, 1914. Zu seinem 
60. Geburtstag erschien cine Festschrift, redigiert von Karl Weinmann, 
1925. 

Wagner, Richard. * 22. Mai 1813 in Leipzig, f 13. Februar 1883 in Venedig. 
Lebte 1849-58 (mit Unterbrechungen) in Ziirich, 1866-72 in Tribschen 
bei Luzern, In Zurich sind hauptsachlich die literarischen Arbeiten ver- 
fasst worden (Opcr und Drama, Die Kunst und die Revolution) sowie 
die Ring-Dichtung und die Komposition von Rheingold und Walkiire 
und der ersten beiden Siegfried-Akte. Hier leitete Wagner auch meh- 
rere Opera- und Konzertauff iihrungen. In Tribschen wurden die Meister- 
singer und Siegfried vollendet sowie die Skizze zur Gotterdiimmerung. 
Auf der Riickreise von Venedig, wohirt sich Wagner von Zurich aus be- 
geben hatte, vollendete er in Luzern den Tristan. In Tribschen ist auch 
Wagners Sohn Siegfried geboren. 

Lit*; Fritz Gysi, Richard Wagner und die Schweiz, 1929 / Max Fehr, 
Richard Wagners Schweizer Zeit, I, 1934. 

Waldcr, Johann JakaK *ll.Januar 1750 in Unter-Wetzikon, f 18. Ma'rz 
1817 in Ziirich. Musiklehrer in Zxirich, spStcr Mitglied des Kleinen Rats, 
Bezirksprasidcnt und Obcrrichter, Werke: Ges'ange zum Klavier, 1780 / 
Sammlung christlicher GesSnge (4*stg), 1791 / JLiedcr zurn gesellsdiaft 
Hdicn Vergniign 1804 / Ktnttte Der Ictzte Mensdb, axifgefiihrt 1777. 
Walder hat die Neujahimiickd der MusikgesellsAaft auf der deutschen 

14 Bchuh, Mmikerlexikon 



210 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Schule 1780-83 vcrfasst und audi mehrere Werke gemeinsam mit J. H. 
Egli herausgegeben. Er sdirieb fcrner eine Anleitung zur Singkunst, 
6.Aufiage 1828. 

Walter-Strauss, Anna. * 12, Marz 1846 in Lenzburg, f 30. Mai 1936 in Ba- 
sel, seit 1869 verheiratet mit dem Basler Musikdirektor August Walter. 
In Deutschland und der Schweiz gefeierte Licder- und Oratoriensan- 
gerin (Sopran). Schulerin von Frau Merian-Genast und Pauline Viardot- 
Garcia. 
Lit.: E, Braun, Beruhmte Lenzburger Sangerinnen, 1934. 

Walter, August. * 12. August 1821 in Stuttgart, f 22. Januar 1896 in 
Basel, kam 1846 als zeitweiliger Vertreter Reiters nach Basel und 
wirkte hier bis zu seinem Tode als Musiklehrer. Er hat sich durch 
regelmassige Auffiihrungen altester und neuester Musik, besonders Kir- 
chenmusik, grosse Verdienste erworben. Von seinen Kompositionen 
ist eine Sinfonie (gedruckt) iiberall gespielt worden, auch seine Lieder- 
hefte haben Verbreitung erlangt. 

Lit.: A. Niggli, Das Kiinstlerpaar August und Anna Walter-Strauss, 
Zurich 1893 / E.Refardt im Basler Jahrb. 1922 und 1931. 

Wannenmacher, Johann. f 1551 in Interlaken. Wurde Kantor des Vinzenz- 
stiftes in Bern 1510, Kantor des Chorherrenstifts in Freiburg i. Ue. 1515, 
Landsdireiber in Interlaken 1531. Von seinen meist geistlichen Vokal- 
werken sind ncu veroffentlicht worden: ein Agnus Dei, 3-stg. und em 
Grates Domino, 4-stg., in: Musikalische Werke schweizerischer Kompo- 
nisten des 16., 17. und 18. Jahrhunderts I (W. Merian, 1927) / 8 geist- 
liche Bicinien, in: ,Vom Turm", Dresden 1928, Nr. 4 / weltliche Bici- 
nien im Volksliederbudi fur die Jugend (Ed, Peters, 1930) Bd. 1, in 
Schweizer Sing- und Spielmusik, Blattausgabe Nr, 4 (W. Schuh) und im 
Barenreitcrverlag, 1930 (F. Piersig). 

Lit. : Arn. Geering, Die Vokalmusik in der Schweiz zur Zeit der Refor- 
mation, 1933, S. 127-156). 

Weber, Annie. * in Basel, studierte am Basler Konservatorium, bei Gott- 
fried Becker und Lucie Lissl Gesang. Nach einjahrigem Volontariat am 
Kolner Opernhaus und Studien bei Hans Ditt, war sie als dramatischer 
Sopran 1925-31 am Opernhaus Koln tatig, seit 1931 wirkt sie am Ber- 
ner Stadttheater. Als Gast ist sie an den Schweizer Biihnen und an 
franzosischen Biihnen (u. a. in Wagner- und Strauss-Festspielcn) auf- 
getreten. In Paris, Cannes, Nice, Paris, Biarritz und in Belgien war sie 
ausserdem Solistin in Wagner-Konzerten. 

Weber, Gustav. * 30. Oktober 1845 in Munchenbuchsee, f 12. Juni 1887 in 
Zurich. Sohn des Gesangspadagogen Johann Rudolf Weber, Schuler des 
Leipziger Konservatoriums und von V. Lachner, Klavierlehrer in Ziirich 
seit 1865, Organist zu St. Peter 1872, am Grossmiinster 1876, daneben 
Gesanglehrer an Gymnasium und Rcalgymnasium, Chorleiter (1877-86 
Harmonic Zurich) und Redaktor des Schweiz. Sangerblattes (spater: 
SAweiz. Musikzeitung) 1876-83. Werke: op. 4 Klavierquartett / op. 5 
Klaviertrio / op. 8 Violinsonate / Klavierstucke. Posthum wurden fer- 



_ SCHWEIZER MUSIKERLEXIKQN 211 

ner veroffentlicht mehrere Mannerchorwerke mit Ordicster (op. 10 Das 
beste Schicksal) und acappclla (op. 13 Wdweben). "Weber hat Chor- 
lieder fiir Mannerchor bearbeitct und einen Band der von Heim ange- 
fangenen Sammlung von Volksgesangen herausgegeben. Er schrieb- 
Huldreich Zwingii, seine Stellung zur Musik und seine Lieder Zurich 
1884. 

Lit,: A. Steiner, Biographie im 98. Neujahrsblatt der Allg. Musikeesell- 
schtft Zurich, 1910. b 

Wedekind, Erika. * 13, November 1868 in Hannover, seit 1872 mit ihren 
Eltern auf Schloss Lenzburg wohnhaft, Gcsangschulerin von Gustav 
Scharfe und Aglaja Orgeni in Dresden, Sopranistin, Mitglied des Dresde- 
ner Hofthcaters 1894-1909, kgl sachsisdie und grossherzoglich hessisdie 
Kammersangerin; Biihnen- und Konzertgastspiele in aller Welt haben 
ihr einen Weitruf verchafft, Verheiracet seit 1898 mit Walther Osch- 
wald aus Lenzburg, lebt seit 1930 in Zurich. 
Lit.: E. Braun, Beriihmte Lenzburger Sangerinnen, 1934. 



i, Werner. *8.Januar 1892 in Aarau, besuchte die dortigen Schulen 
bis zur Maturitat (1911) und wandte sidhi dann in Miinchen naturwissen- 
schaftlichen Studien zu, Nach einem Jahr gmg er zum Musikstudium 
iiber und wurde Schtiler der Konservatorien Zurich, (Hegar, Kempter, 
Attenhofer) und Frankfurt a, M. (Iwan Knorr, Willi Renner). Mehrere 
Semester studierte er an den Universkaten Basel und Berlin Musik- 
wissensdiaft, Kunstgeschichte und Akustik, 1914 erhielt er fiir sein erstes 
Streichquartett den Frankfurter Mozartpreis, Seit 1918 wirkt Wehrli 
in Aarau als Musiklehrcr am Lehrerinnenseminar, 1920-29 leitete er den 
Cacilienverein Aarau und von 1924-39 dirigierte er den Frauenchor 
Brugg, 

Kompositionen: 

Biihnenwerke: op, 5 Das heisse Eisen, komische Oper nach einem Fast- 
nachtsspiel von Hans Sachs, 1916 (Bern, 1918) [M.] / op. 21 Mar- 
chenspiegel, Singspiel von Carl GUnther, 1923 [Selbstverlag] / op. 29 
Das Vermachtnis, tragische Oper in einem Aufzug, Text vom Kompo- 
nisten, Luzern 1931 [Klavierauszug, Hug] / op. 33 Auf zum Mond! 
Schuloper (Text vom Komponisten), 1932 [Klavierauszug, Hug], 
Festspiele: Die SAweizer (C, von Arx) zurn Eidg. Sditiczenfest Aarau 
1924 [Klavierauszug, Hug] / Die Brxicke (C. von Arx) zum Kant, Turn- 
fest Brugg 1927 | Selbstverlag] / Schweizer Festspiel (C. von Arx) zum 
Eidg, Turnfest Luzern 1928 [Klavierauszug, Hug] / op, 26 Teltgesicht 
(B* Briillmtnn)) zum Kant* Turnfest Kreuzlingen 1930 [Gutzwller]* / 
Festspiel (J. Telti) zum bernischen Kant. Gesangfest Thun 1939, komp. 
1938 [M.) / O userwelte Eidgnosschaft (E, Gross und H, Forster), Aaar- 
gauisches Festspiel zur Schweiz, Laadesausstellung Zurich 1939 [M.J. 
Chorwerkes mit Orctesten op, 15 Lebemlauf (H6ldcrlin) 1. Fassung f0r 
gem, Chor \md Ock 1920 [M.]; 2. Fassung fur M*chor und Orch., 1927 
[lUavierauszug, Hug] / op. 25 Bin -weltEcfces Requiem, fiir vier Solo- 
stimmen, gem. Chor, Kmderchor und Ordi^ 1928 fNatkmal-Ausgabe, 
HugJ / op 31 Festlied (How Kaeslk) fiir M'cber, Blechb&ser, Kbasse 



212 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



und Pk.> 1932 [Hug] / op. 52 Wallfahrt (nach Gedichten von J. G. von 
Salis-Seewis), Oratorium fiir eine Baritonstimme, Frauenchor und Kam- 
merorchester, 1939 [M.). 

Kleinere Chorwerke, Chor- und Solokantaten mit Instrumenten: op. 9, 
Nr. 1 Vom jiingsten Tag, Solokantate mit Oboe, Streichquart. und Klav. 
(oder Org.) 1917 [M.] / op. 9, Nr. 2 Taufkantate fur Sopr., Barit. und 
Klav., 1920 [M.] / op. 22 Vier Gesange nach Gedichten von C. F. Meyer 
fiir Solo, gem. Chor und Kammerorch., 1926 [M.] / op. 28 Drei Duette 
fur Chor (odcr Solostimmen) und Laute, 1931 [Hug] / op. 30 Allerseele 
(Sophie Hammerli-Marti), Kantate fiir erne Solostimme, Fr. chor, zwei 
Trp. und Klav., 1932 [Hug] / op. 36, Nr. 2 Kleine Hochzeitskantate fiir 
Solo, Fr. dior und zwei Blockfloten, 1933 [Schweizer Musikant,^ Hug] / 
op. 36, Nr, 6 Kantate xiber das Beresinalied fiir Chor und drei Blech- 
blaser, 1934 [Hug] / Sag jo! (Sophie Hammerli-Marti), Kantate fiir eine 
Singstimme und Klav., 1936 [M,] /op. 51 Das Buch vom Kinde (Margrit 
Sdufferli) fiir kl. Chor, Soli, Erzahlung und Klav. zu 4 Hd., 1939 [Hug]. 

Chore a cappella: op. 6 Madrigale fiir Fr. chor (und einige andere Chore), 
1918-21 [M.] / op. 7 Geistliche Gesange fiir gem. Chor, 1921 [Selbstvcr- 
lag] / op. 19 Lieder der Verganglichkeit (cbinesische Texte) fiir Fr. chor, 
1922 [Selbstverlag] / op. 36, Nr. 1 Motette zu einer Totenfeier (Silesius) 
fiir Soli und gem. Chor, 1933 [Hug] / op. 36, Nr. 3 und 4 Zwei kleine 
Mannerchore (Rud. Hagni), 1933 [Hug] / op, 36, Nr. 5 und op. 42 Lieder 
fiir Fr'Chor, 1934-36 [Hug und M.] / op. 43 Schicksal und Trost, Mo- 
tette im Kanon, 1937 [Selbstverlag] / op. 49 Trost der Erde (Silesius), 
Kantate fiir gem. Chor a capp., 1939 [M.]. 

Lieder und Liederzyklen: Zehn Lieder aus ,,Mis Chindli" von Sophie 
Hammerli-Marti, 1908-09 [M.] / op. 2 Sechs Lieder aus dem Licderkreis 
,,Im Bluest" von Sophie Hammerli-Marti, 1914 [Schweizerland] / 14 
Lieder aus ,,Im Bluest", 1914, 1918 [M,] / op. 3 Acht Lieder aus des 
Knaben Wunderhorn, zwei Hefte, 1915 [Hug] / op. 4 Lieder nach ver- 
schiedenen Dichtern, 1912-20 [M.] / op. 13 Nachdenkliche Fruhlings- 
lieder (Texte vom Komponisten), 1919 [M.] / op. 24 Fiinf Gesange nach 
Gedichten von Hermann Hesse, fiir eine Singstimme, Viol, und Klav,, 
1928 [Hug] / Nachtgesang (H. Hesse) fiir Singstimme, Viol, und Klav., 
1928 [M.] / op. 27 Neues Hoffen, Liederfolgc nach Gedichten von Irma 
Wehrli, 1930 [Hug] / ,,Ergebung", Liederfolge nach Gedichten von 
Joh, Gaudenz v. Salis-Seewis, fiir eine Altstimme und Klav., 1939 [M.) / 
HobelspSne, zwolf zweistimmige Kanons a capp,, 1924 [Hug] / Ca, 50 
weitere Kanons aller Art, 1928-38 [M,] / Durch Gebirg und Tal, Lie- 
derbuch fiir Heim und Fahrt mit Originalbeitragen und -sa'tzen, 1934 
[Hug]. 

Orchesterwerke: Festprolog (zum Priifungskonzert des Konservatoriurns 
Zurich), 1913 [M.] / Sinfonietta fiir kleines Orch., 1915 [M,] / Chilbi- 
2iie, Ouverture fiir grosses Orch., 1917 [M,] / op. 18 Variationen und 
Fuge iiber einen lustigen Sang (2. Fassung), 1927 [Klavier-Auszug, Hug] 
/ op, 20 Sinfonietta fiir FL, Klav. und Streichorch., 1921 [M.) / op, 34 
Romanze fiir Vcl und kleines Orch., 1932 [Hug] / op. 39 Serenade fiir 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 213 



Orck, 1933 [M.] / op. 42 Pantomime, fiinf Stiicke fur Kammerordi., 

1937 [M.], 

Kammermusik: op, 1 Sonate fur VcL und Klav., 1913 [M.] / Streich- 
quartett G-Dur, 1912 [M.] / op. 8 Streichquartett G-Dur, 1917 [Na- 
tional-Ausgabe, Hug) / op. 10 Sonate fur Viol, und Klav., 1917 [M.] 
/ op. 11, Nr. 1 Trio fur Viol, Horn und Klav., 1921 [M.I / op. 11, 
Nr. 2 Trio fur FL, Viol und Viola, 1920 [M.] / op. 12 Thema, 
Variationen, Fughetta und Choral fur Viol, und Klav., 1918 [M.] / 
op. 16 Suite fur FL und Klav., 1921 [Hug] / op. 32 Tafelmusik 
fur drei Blockfloten, 1933 [Hug] / op. 37 Streichquartett B-Dur, 
1933 (Hug] / op, 38a Die Tagmusik, Kleinste Stiicke fur den Alltag, 

1933 [Hug] / op. 38b Der Jahrkreis, Variationen fur zwei Blockfloten, 

1934 [Hug] / op. 38c Ich bin schon da, Krsbse im Spiegel fur zwei Instr., 
1934 [Hug] / op. 38d Sonatine uber die C-Dur-Tonleiter fur zwei 
Blockfloten und Klav., 1937 [Hug] / op. 40 Christgeburt, zwolf Duette 
fttr FL und Viol, 1935 [Hug] / op. 47 Sonate fur VcL und Klav., 

1938 [M.), 

Klavierwerke: op. 17 Von einer Wanderung, 22 kleine Klavierstiicke, 
1921 [Hug] / op. 18 Variationen und Fuge iiber einen lustigen Sang fur 
zwei Klav., 1922 [Hug] / op. 23 Kleines mxisikalisches Spielzeug fur 
Klav* zu vier Handen, 1927 [Hug] / Musikalisches Ratselbuch, 40 merk- 
wiirdige Klavierstiicke nebst lustigen Versen, 1931 [Hug] / op. 35 Zwei 
Sonatinen (g-Moll, cis-Moll), 1932 (Hug) / op. 44 Variationen iiber ,,Im 
Aargau sind zwcii Liebi" fiir Klav* zu vier Handen, 1937 [Hug] / op. 45 
Nachlese, neun kleine Stiicke fiir Klav. zu vier Handen, 1938 [Hug] / 
op* 50 Variationen iiber ein Thema von Hans Forster fiir Klav. zu vier 
Handen, 1939 [M.]* 

Orgelwerkc: Fantasie-Sonate, 1920 (M*] / op. 14 Acht Choralvorspiele, 
1924 [Hug] / op. 41 Introduktion, Passacaglia und Fuge uber Bach, 1935 
[Hug] / Choralvorspicl ,,So ruhest du du meine Ruh", 1937 [M.). 

Literarisches: Dcr verwunschene Prinz, dramatisches Marchen in zwei 
Aufztigen, 1921 [Privatdruck] / Das "Sounder, dramatische Legende in 
einem Aufzug, 1925 [M.] / Dem Marieli si Zaubertag, Zum Aarauer 
Maienzug 1927 (Jfugendfestprogramm) / Naturlaut und Naturpoesie im 
Spiegel des musikalischen Kunstwerks, 1927, in: Aarg. Tagblatt / Das 
musiktheoretische System Johannes Keplers, in: SMZ, 1929 / Laia, 
Trauerspiel in einem Aufzug, 1933 [Privatdruck] / Die Musik und die 
junge Generation (Hofzeitung 1935, SMZ, 1936) / De Radio, Dialekt- 
lustspicl in einem Akt, 1936 [M.| / Zweierlei Musikunterricht, Vortrag, 
1937 [M,| / Musik, Mutter und Kind, Vortrag, 1937 [M,] / Monats- 
spriiche, in: Aarauer Neujahrsblatter, 1935 / Hans Roellis schlechtestes 
Lied, in; Hans Roelii, Ein Buch der Freunde [Fretz & Wasmuth, 1939] 
I Texte zti den Werken op. 6, 9b, 13, 25, 29, 33 und (teilweise) 43. 

"Wefogartaer, Felix. * 2. Juni 1863 in Zara (Dalmatien), war in Graz, 
wo cr aufwuchs, Kompositionsschliler von "W. A, Remy, studierte dann 
Philosophic in Leipzig und ging zum Musikstudium am Konservatorium 
in Leipzig iiber. 1882-86 war er SchUler Franz Liszts, der in Weimar die 



214 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



Auffiihrung von Weingartners Oper Sakuntala veranlasste. Er war dann 
Opernkapellmeisccr in Konigsberg i. Pr. (1884), Danzig (1885-87), Ham- 
burg (1887-89), Hofkapellmeister in Mannheim (1889-91) und wurdc 
1891 als Kapellmeister der KgLOper und Dirigent der Sinfoniekonzerte 
der Kgl. Kapelle nach Berlin berufen. 1898 gab er (unter Beibelialtung 
der Sinfoniekonzerte) die Opernstellung auf, um als 1. Kapellmeister der 
Kaimkonzerte nach Miinchen zu gehen. 1908 wurde Weingartner als 
Nachfolger Gustav Mahlers Direktor der Wiener Hofoper. 1911 legte er 
sein Amt nieder und behielt nur die Konzerte der Philharmoniker. 1912 
ging er als Gastdirigent ans Hamburger Stadttheater und wurde 1914 
zum Generalmjusikdirektor in Darmstadt ernannt, 1919-24 leitete er 
die Wiener Volksoper. 1924 siedelte Weingartner, der voriibergehend 
schon mehrfach in der Schweiz gewohnt hatte, nach Erlenbach bei 
Zurich iiber, 1927 ubernahm er die Leitung der Sinfoniekonzerte der 
Allg. Musikgesellschaft Basel sowie die Leitung des Konservatoriums 
Basel, 1935 trat er, der inzwischen Easier Burger geworden und den 
Ehrendoktortitel der Universitat Basel crhalten hatte, von beiden Stel- 
lungen zuriick, um erneut an der Wiener Staatsoper zu wirken, Nach 
dem Umsturz 1938 verliess er Wien und lebt jetzt in Lausanne, von 
wo aus er Kunstreisen unternimmt. 

Kompositionen (die meisten bei Breitkopf & Hartel, Universal-Edit. und 
Richard Birnbach): 

Btihnenwerke: Sakuntala, Weimar 1884 / Malawika, Miinchen 1886 
/ Genesius, Berlin 1892 / Orestes, musikalisch-dramatische Trilogie 
nach Aeschylos, I. Agamemnon, II. Das Totenopfer, III. Die Erinnyen, 
Leipzig 1902 / Kain und Abel, Darmstadt 1914 / Musik zu Goethes 
,,Faust", Weimar 1908, Ncubearbeitung Chemnitz 1917 / op, 65 Musik 
zu Shakespeares ,,Sturm" / Dame Kobold, Darmstadt 1916 / Meister 
Andrea, Wien 1920 / Die Dorfschule (Terakoya), Wicn 1920 / Der 
Apostat [M.J. 

Chorwerke: op. 38 Traumnacht Sturmhymnus fur 8-stg. Chor mit 
Orch. / Auferstehung fiir gem* Chor und Orch. / op. 67 Freiheltsgesang 
fur gem. oder M'chor und Orch. / op. 44 Drei Ma*nnerchSre a cap. 
Sologesang: Ca, 200 Lieder (op. 13, 15, 16, 17, 18, 19, 22, 25, 27, 28, 
31, 32, 35, 36, 37, 39, 41, 45-48, 51, 59, 68, 70, 76), davon mehrere 
mit Orch. / Grossere Liederwerke: Harold / An den Schmerz, Bliiten 
aus dem Osten / op. 82 Der Weg, 

Orchesterwerke: op. 23, 29, 49, 61, 71, 74 Sechs Sinfonien / Drei 
sinfonische Dichtungen (op, 20 Konig Lear, op, 21 Das Gefilde der 
Seligen, op. 80 Friihling) / op. 78 La Burla, sechs kurze Orchesterstiicke 
/ op. 53 Lustige Ouverture / op* 79 Festmusik ,,An die Schweiz" / op. 6 
Serenade fiir Streichorch. 

Konzerte: op. 52 Konzert fiir Viol, und Orch. / op. 60 Konzert fiir VcL 
und Orch. 

Kammermusik: op. 24, 26, 34, 62 Vier Streichquartette / op, 40 Streich- 
quintett / op. 50 Quintett fiir Klar,, Viol., Viola, VcL und Klav, / 
op. 33 Sextett fiir Streichquart., Kb. und Klav* / op. 73 Oktett fiir Klar,, 
Horn, Fagott, Streichquart. und Klav. / op. 42 Zwei Violinsonaten, 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 215 

Klaviermusik: (op. 1-5, 58) Skizzen / Tonbilder zu Stifcers Scudien / 
Aus vergangener Zeit, Lose Blatter / Phantasiebilder / Herbstblatter. 
Bearbeitungen (Instrumentierungen): "Weber, Oberon / Me*hul, Josef 
und seine Briider (mit Rezitativen) / Weber, Aufforderung zum Tanz / 
Loewe, Balladen / Altitalienische Gesange / Lieder von Schubert, Beet- 
hoven / Hammerklaviersonate / Bizet, Variations chromatiques. 
Neuausgaben: Gesamtausgabe der Werke von Hector Berlioz / Mit- 
arbeit an der Gesamtausgabe der Werke von Joseph Haydn / Revision 
von Wagners Hollander-Partitur. 

Sdbriften: Die Lehre von der Wiedergeburt und das musikalische Drama, 
1895 / Ueber das Dirigieren, 1895, 5, Auflage 1913 / Bayreuth 1876-96, 
1896, 2. Auflage 1910 / Die Sinfonie nach Beethoven, 1897, 4. Auf- 
lage 1901 (auch engHsch) / Ratschlage fiir Auffuhrungen der Sinfonien 
Beethovens, 1906, 3, Auflage 1928 (audi englisch) / Ratschlage fur die 
Auffuhrungen der Sinfonien Schubcrts und Schumanns (1918) und Mo- 
zarts / Musikalische Walpurgisnacht, 1907 / Akkorde (gesammelte Auf- 
satze), 1912 / Erlebnisse eines Kgl. Kapellmeisters in Berlin, 1912 / Carl 
Spitteler, 2, Auflage 1913 / B6 Yin Ra, 1927, 2. Auflage 1931 / Lebens- 
erinnerungen, BdLI, 1923, BdJI, 1929 [Orell Fussli, Zurich], englisch: 
[Buffets and Rewards) / Unwirklichcs und WirkHches / Terra, ein 
Symbol, funf Dramen, 1930, 

Lit.; Emil Krause, Weingartner als schaffender Kiinstler, 1904 / Petar 
Raabe, Weingartner ah sdbaffender Kiinstler, in: Die Musik, Januar 1908 
/ J. L Lusstig, Felix Weingartner, 1908 / Felix Gtinther, Felix von Wein- 
gartner, 1918 / W.Jacob, Felix von Weingartner, 1933 / Festschrift der 
Allg.Husikgesellschafi Basel, 1933, 

Wclti, Heinrich* * S.Dezember 1859 in Wettingen, f 2 Januar 1937 in 
Aarburg* Dr. phil. Miinchen 1882, Musikkritiker und Musikschriftsteller 
in Munchen und (seit 1890) Berlin, Er schrieb cine Biographic von 
Gluck (Reclams Universalbibliothek) und zahlreiche Aufsatze in Fach- 
zeitschriften. Seit 1911 lebte Welti in Aarburg. 

Welti-Herzog, Emilie. * 1859 in Ermatingen, f 17. September 1923 in Aar- 
burg, Buhnensangerin (Hoftheater Munchen 1880-88, Kgl. Opernhaus 
Berlin bis 1910), 1911-22 Leiterin der Meisterklasse fiir Sologesang am 
Zurcher Konservatonum. Sic war namentlich als Mozartsangcrin be- 
ruhmt, isc auch vielfach als Konzertsangerin aufgetreten, Sie war ver- 
heiratet mit dem Musikschriftsteller Heinrich Welti. 

Wenzinger, August. * 14. November 1905 in Basel, besuchte das dortige 
Gymnasium (Maturitat) und anschliessend zwei Jahre die Universitat. 
Celloscudin betrieb er bei Willy Treichler und Hermann Beyer-Han^ 
am Basler Konservatorium, das er mit dern Lehr- und dem Solisten- 
diplom verliess, 1927-29 sctztc Wenzmger seine Studien m der Celio- 
klasse Paul Grlimmers an der Hocbchule fiir Musik in KSln fort, 1929- 
1934 war Wenzinger enter Solocellist am stSdtischen Orchester in Bre- 
men. Seithcr iibt er eine Konzcrttatigkeit als Cellist und Gambist aus. 
Er ist Leiter des ,,Kammermusikkreises Gustav Scheck- August Wenzin- 



2 1 6 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



ger" fiir alte Musik und wirkt als Lehrer an der Schola Cantorum Basi- 
liensis. Ausserdern ist er Mitglied des Easier Streidiquarcetts und seit 
1938 SolocelHst der Allgemeinen Musikgesellsdiaft Basel und Lehrer am 
Basler Konservatorium, 
Publikationen: 

Gambeniibung (Schule des Gambenspiels), l.Teil, 1935, 2.Teil, 1938 
[Barenreiter] / Verschiedene Aufsatze xiber Gambenspiel und Auffiih- 
rungspraxis alter Musik, in: Zeitschrift fiir Hausmusik [Barenreiter], 
Deutsche Musikkultur [Barenreiter] und Neues Musikblatt [Schott], 

Wermelinger, Anton. * 30. November 1909 in Luzern, t 14, Marz 1938 in 
Luzern. Studierte Violine am Ziircher Konservatorium (de Boer) und an 
der staatlichen Hochschule fur Musik in Berlin (Kulenkampff), Kompo- 
sition bei Paul Hoffer, Priier und Gmeindl in Wien. Weitere Studien be- 
trieb er bei Arthur Honegger und Paul Dukas in Paris. 1925 wurde er 
Dirigent des Kursaalorchesters, 1935 Kapellmeister am Stadttheater in 
Luzern, 1936 musikalischer Oberleiter und erster Kapellmeister dessel- 
ben sowie Dirigent der Sinfoniekonzerte der Allg, Musikgesellsdiaft 
Luzern. Auch als Gastdirigent (Paris, Budapest) war Wermelinger tatig 

Kompositionen: 

Konzerte: Violinkonzert, 1933 [M.] / Klavierkonzert, 1935 [M.J. 

Kammermusik: Streichquartett in einem Satz, 1931 [M.]. 

MPettstein, Albert. * 27. Dezember 1900 in Zurich, machte das Staats- 
examen als Primarlehrer und wurde dann Schiiler des Konservatoriums 
Zurich; er erwarb Lehrdiplome im Cellospiel und Schulgesang. Nach 
zweijahrigem Studienaufenthalt im Haag als Gesangschtiler und Assi- 
stent von Cornelie van Zanten, kehrte er nach Zurich zurxick, wo er 
als Dirigent, Konzertsanger (Tenor) und Gesangspadagoge lebt, 

Widmer, Leonhard. * 12. Juni 1808 in Fddmeilen (Zurich), flS.Mai 1868 
in Ziirich-Oberstrass. War Lehrer in Morges, sparer Buchdrucker und 
Lithograph in Zurich. Er ist der Dichter des Schweizerpsalms Trittst im 
Morgenrot daher, und vieler volkstiimlicher Chorlieder. Auch hat er 
selbst mehrere Chorliedersammlungen herausgegeben. 
Lit.: H, Schollenberger, L. Widmer, Aarau 1907. 

Wirz-'Wyss, Clara. * 6. Januar 1881 in Lenzburg, war Klarierschiilenn von 
Robert Freund und trac schon mit 12 Jahren als Pianistin vor die 
Oeffentlichkeit. Sie setzte ihre Studien am Genfer Konservatorium bei 
Willy Rehberg bis zur Erwerbung des Virtuosendiploms fort. Mit 
19 Jahren begann sic das Gesangstudium bei Aglaja Orgeni in Dresden. 
Sie gab Konzerte als Pianistin und Sopranistin. Spater trat sie im In- 
und Ausland nur noch als Lieder- und Oratoriensangerin auf, insbe* 
sondere auch als Interpretin moderner Werke. Seit einigen Jahren hat 
sie sich vom Konzertpodium zuriickgezogen und wirkt nunmehr in 
Zurich und Thun als Gesangspadagogin. 

Wissmer, Pierre. * 30. Oktober 1915 in Genf, studierte am dortigen Kon- 
servatorium und in Paris bei Roger-Ducasse und Daniel Lesur. Wissmer 
lebt in Paris. 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 217 



Kompositionen: 

Chorwerke: Huit hymnes sur des tcxtes anglais [zwei davon in: Psau- 
tier de 1'EgHse evangelique et reforme'e americaine]. 
Sologesang; Trois sonnets de Pontus de Thiard, pour tenor ou sopr., 
avec orch. & cordes ou piano, 1939 [M.]. 

Orchestcrwerke: Mouvement pour orch. a cordes, 1937 [Durand] / 
Divertissement sur un choral, 1938 [M.] / Symphonic, 1938 [M.). 
Konzert: Concerto pour piano et orch., 1937 [M.]. 
Kammermusik: Suite en trio, pour deux viol, et alto, 1936 [M.] / Qua- 
tuor a cordes, 1937 [M.] ; dasselbe: Transcription des Finale fur Saxo- 
phonquartett [M.| / Canon en forme de gigue, pour alto et vcl., 1937 
[chez Tauteur] / Se're'nade pour hautbois, clarinette et basson, 1938 [M.]. 
Klaviermusik: Suite pour piano, 1936 [Fortin, Paris) / Cadences pour 
le concerto en re* de Haydn [M.]. 

Orgelmusik: Choral ,,Vater unser im Himmelreich", 1936 [M.) / Pasto- 
rale, 1937 [M.]. 

"Wittelsbach, Rudolf. * 30. April 1902 in Konstantinopel, studierte am Kon- 
servatorium Zurich, an den Universitaten Zurich und Berlin, bei Robert 
Casadesus in Paris und bei Artur Schnabel und Paul Hindemith in 
Berlin (Hochschulc fur Musik). Seit 1931 ist er Lehrer fur Klavierspiel 
am Konscrvatorium in Zurich. 
Kompositionen [alle M,): 
Ballettmusik: Welle irn Strom, 1933. 

Sologesang: Lieder, 1930 / Kantate fur Alt und Klavier, 1934-36. 
Orchestcrwerke: Concertino fur Kammerorch., 1932-33 / Musxk Nr. 2 
ftir Kammerorch., 1936, 
Konzert: Klavierkonzert, 1938. 

Kammermusik: Quartett fur Klav, und drei Blaser, 1931 / Sonate fur 
Klav., 1934. 

Wolff, Ernst Georg. * 13. Juli 1883 in Bukarest als Sohn Schwrfizer Eltern, 
besuchte das Gymnasium in Winterthur, studierte Jurisprudenz (1903-06 
in Bukarest, 1906-10 in Paris) und promovierte zum Dr. jur, 1910-14 
studierte er Musik in Berlin (Orgel und Harmonielehre bei A. W. Leu- 
pold) sowie bei Arnold Schdnberg. Seit 1914 lebt Wolff als Musik- 
theoretiker und Komponist in Weiningen bei Zurich. 
Kompositionen: 

Lustspiel-Ouverture, 1916 [M.] / Sinfonie (in einem Satz), 1938-39 [M.]. 
Publikationen: Grundlagen einer autonomen Musika'sthetik [Heitz, 
Strassburg 1934] / Mediale Harmonielehre [Heitz, Strassburg 1938], 
AufsStze: Offener Brief an Ernst Krenek (in Beantwortung seiner Kritik 
der ,,Mu$ik&?thetik"), in: SMZ, 1, September 1936, Heft 16-17 / Der 
musikalische Ausdruck, in: SMZ, t Dezember 1936, Heft 23. 

Welters, Ernst *9. Oktober 1893 in Krefeld, studierte Musik an der 
Hochscrmle fiir Musik in K6m. 1918-25 war er 1. Konzertmeister des 
Stadtorchesters Winterthur, seit 1925 wirkt er als Kapellmeister des- 
selben* 1918-36 war er Mitglied des Winterthurer Streichquartetts, 1920- 



218 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 



1925 interimistisdhier Lciter dcs Gemisditcn Chores Wintcrthur (Erstauf- 
fiihrung der Konzertfassung von Honeggers ,,K6n.tg David", 1923). Seit 
1918 wirkt "Welters als Lehrer fur Violinc an der Musikschule Winter- 
thur und leitet ebenda die Quartett- und die Ordiesterklasse. Als Gast- 
dirigent hat er in Frankfurt, Konigsberg, Salzburg und Luzern Konzerte 
geleitet. 

Aufsatze: Zur Veroffentlichung von Robert Schumanns Violinkonzert, 
in: NZZ., 6. Dczember 1937 / Die Werke Robert Schumanns im Spiegel 
seiner Krankheit (mit einer pathographischen Studie uber H, Wolf und 
G. Donizetti) in Vorbereitung. 

Wyss, Dora. * in Zofingen, besuchte die Schulen in Zofingen und das 
Gymnasium in Aarau bis zur Maturitat. Ersten Gesangunterricht er- 
hielt sie bei Sophie Sta'helin in Aarau, hernach studierte sie Ge- 
sang am Dresdener Konservatorium (Lehr- und Konzertdiplom), be- 
sudhte Meisterkurse bei Lotte Leonhard (Berlin) und Ilona Durigo 
(Zurich) und betrieb stimmphysiologische Studien bei E. B, Bruun und 
Friedrich Schmitt (Miindien). Dora Wyss lebt als Konzert- xind Ora- 
toriensangerin (Altistin) sowie als Gesangpadagogin (selt 1935 eigene 
Gesangsdmle) in Zurich. Sie ist verheiratet mit dem Redaktor Dr. Fried- 
ridi Witz. 

Zeerleder, Niklaus. *5.Juli 1628 in Bern, f 5. Juli 1691 in Kirchberg 
(Bern). Kantor in Bern, selt 1660 Pfarrer von Kirchberg. Er veroffent- 
lichte eine Musica figuralis (Gesanglehre) 1658. 

Lit.: MaxZulauf, Die Musica figuralis des Kantors Niklaus Zeerleder, im 
Schweiz. Jahrbuch fur MWiss. 4, 1929. 

Zehntner, Louis. * 28. Januar 1868 in Sissach, besuchte die Realschule in 
Basel, nach der Maturitat die dortige Univcrsitat und erhielt Musik- 
unterricht durch Bargheer (Violine) und Bagge (Theorie). Auf Anratcn 
H. Grieders ergriff er den Beruf eines Gesanglehrers, studierte an den 
Konservatorien von Leipzig und Stuttgart und begann 1892 seine musi- 
kalische Beruf statigkeit als Dirigent verschiedener Chorvereine, zuerst in 
Stuttgart und dann in der Heimat (Mannerchore Rheinfelden, Binningen, 
Kirchengesangverein St. Leonhard in Basel, Kirdiengesangverein Klein- 
basel), 1896 wurde er, zunachst provisorisch, 1898 definitiv zum Gesang- 
lehrer der Realschule in Basel gewahlt, als Nachfolger von J. J. Schaublin 
und G. Eglinger, in welcher Stellung er nach einer eigenen Methode mit 
Zugrundelegung der Griederschen Charaktenstik der Intervalle unter- 
richtete. Gesanglehrer am kant. Lchrerseminar Basel. Pensioniert. 
Kompositionen: 

Biihnenwerke: Dorval, Singspiel nach Th. Korner (Basler Stadttheater 
1913), vergrossert zu einem Zweiakter unter dem Titel: Amfeld der 
Soldner (Basler Stadttheater 1934) (Klavier-Auszug im Selbstverlag], 
neuestens erweitert als musikalisch-drarnatisches Biihnenspiel in drei 
Aufziigcn. 

Gemisdite Chore mit IClavier: Erster Schnee (Keller) [Hug] / Hochzeits- 
lied (C. F. Meyer) [Hug] / Lob- und Bittgesang (Psalm), mit Org. [Hug] 



SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 219 

/ Was treibst du, Wind? (C. R Meyer [M.) / Fnihlingsidyll (Text vom 
Komponisten), mit Viol [M.] / Requiem (C.F.Meyer), mit Org. [M.]. 
Gemischte Chore a capp., darunter Heimkehr (Leuthold) [Hug] / Basel- 
bieter Jodellied (Text vom Komponisten) [Hug] / Geistesmachte (Nik- 
laus Bolt) [Hug] / Trennung, Mondaufgang (Reinick) / Des Kindes 
Abendgebet (Leuthold) / Lob der Frauenschonheit (Leuthold) [allesM.]. 
Frauenchor a capp.: Ging unter dichten Zweigen [Hug), 
Mannerchor mit Begleitung: Die stille Stadt (Dehmel) mit Sopransolo, 
Viol, und Org, (M.]. 

Mannerchore a capp,, darunter Drei Vaterlandshymnen ,Schweiz, du 
Vaterland der Freien (Text vom Komponisten) / Ich hab in Nadit und 
Sturmeswehn (Huggenberger) / Strome der Liebe (Sdiaub) [Hug] / Der 
heilige Bund (Eichendorff), Die Walstatt (Eichendorff), Media vita (aus 
Scheffels Ekkehard) [Hug] / Riitlischwur (aus Schillers Tell) [Hug]. 
Einstimmige Gesange mit Klavier: Es ist ein Reihen gesdilungen (Zehn 
Lieder meincr Jugend) (Hug) / Solokantate iiber "Worte des 18. Psalms 
{M.]. 

Theoretisches: Anleitung zum Singen nadi Noten ohne Beniitzung eines 
Instrumentes und ohne Vorsmgen, auf Grund der Charakteristik der 
Intervalle von H. Grieder, fur Volksschulen und zum Selbststudium her- 
ausgegeben, 2. Auflage, Basel 1909. 

Zentner, Johannes. * 27. Januar 1903 in Naters (Wallis), begann friih mit 
dern Studlum von Geige und Klavier, besuchte wahrend der Seminar- 
ausbildxmg die Berner Musikschule (Pick, Redig, Nahm, Graf) und 
hdrte Vorlesungen bei Ernst Kurth an der Berner Universitat. 1923 
wurde er Lehrer fiir Geige und Klavier an der BHndenanstalt in Spiez 
und tibernahm die Leitung des Gemisdhten Chores Helvetia Thun, 1926 
wurde Zentner als Musikdirektor nadh Weinfelden berufen, wo er das 
gesamte musikalische Leben leitete, Daneben studierte er Orgel bei Ernst 
Isler in Zurich. 1930 ging er zu Dirigierstudien zu Hermann Scherctien 
nach Konigsberg i. Pr. 1931 griindete cr das Thurgauische Kammer- 
orchester, das er bis 1937 leitete. In Zurich begrundcte er 1935 das 
Zurchcr Kammerensemble, mit dem er Werke alter und moderner Musik 
auffiihrt, 1936 ubernahm er die Leitung des Mannerchors Aussersihl 
Ziirich, und Jm Herbst 1937 erhielt er die Berufung als Musiklehrei 
an das staatliche Lehrerseminar in Kiisnacht bei Zurich. 
Kompositionen: 

Chorwerke: Die chinesische Hote (Bethge) fiir gem. Chor und Flote 
[Henn] / Junger Tag, Suite fiir M'chor [M,] / Weitere Chore JM.], 
Sologesang: Serenade fiir Tenor, 4 Blasinstrumente und Bratsche [M,j. 
Kammermusik: Streichtrio [M,] / u, a. m, 

Zulauf, Max. *19Mai 1898 in Bern, besuchte die sta'dtisdhen Schulen in 
Bern (Literarmatur 1917) und studierte Musikwissenschaft an der Berner 
Universitlt (Ernst Kurth) und Klavier am Konservatorium in Genf 
(Alexandre Mottu). 1924 promovierte er zum Dr. phiL Nach einem lan- 
gern Studienaufenthalt in Berlin liess er sich in Bern nieder, wo er als 
Lehrer fiir alle theoretischen FKcher am Konservatorium, ala Privat- 



220 SCHWEIZER MUSIKERLEXIKON 

dozent fur Musikwissenschaft an der Umversitat, als Leitcr des Mtinster- 
chores sowie als konzertierender Cembalist tatig ist, Zulauf ist President 
der Orcsgruppe Bern-Fribourg-Solothurn der Schweiz. Musikforschenden 
Gesellschaft, 

Publikationen: 

Die Harmonik J. S. Badis [Stampfli, Bern 1927] / Der Musikunterricht 

in der Gesdiichce des bernischen Schulwesens [Paul Haupt, Bern 1934]. 

Aufsatze: Die Musica figuralis des Kantors Niklaus Zeerleder, das 

erste bernische Schulmusikbuch, in: Schweiz. Jahrbuch fiir MWiss., IV. 

Bd. [Sauerlander, Aarau 1929] / Kleincre Aufsatze in verschiedenen 

Fachzeitschriften. 

Zwick, Johannes, * urn 1496 in Konstanz, f 28. Oktober 1542 in Bischofs- 
zell. Verfasser eines Gesangbuches (Niiw gsangbiichle, 1536) des ersten 
in der Schweiz gedruckten, das Melodien enthalt, 
Lit.: A. E. Chcrbuliez in Zwingliana IV, 1926, S. 371ff. 

ZwingH, Ulrich. * 1. Januar 1484 in Wildhaus (Toggenburg), gefallen bei 
Kappcl 11. Oktober 1531. Der schweizerische Reformator war em grosser 
Musikfreund, der mehrere Instrumente spieite. Von seinen eigenen Korn- 
positionen sind drei Lieder bekannt: das Pestlied (Hilf Herr Gott), das 
Kappelerlied (Herr nun selb den Wagen halt) und cine Vertonung des 
69. Psalms (Hilf Herr, das Wasscr geht mir bis an d'Seel). Audi die Texte 
der beiden ersten Lieder stammen von Zwingli. Das Kappelerlied ist 
erstmals 1537 gedruckt worden, alle drei Lieder stehen in einem Zu'rcher 
Gesangbudi von 1570. Vom Kappelerlied existicren audi zwei vier- 
stimmige Satze aus dem Jahre 1532, die moglicherweise von Zwingli 
sclbst herriihren. 

Lit.: Ueber Zwinglis Stellung zum Klrdicngesang und seine Lieder siehe 
jetzt besonders : Am. Geering, Die Vokalmusik in der Schweiz zur Zeit 
der Reformation, 1933, S. 3 Iff und 43ff. 

Zwyssig, Alberik. * 17. November 1808 in Bauen (Uri), f 18. November 
1854 in Mehrerau bei Bregenz. Klostersdiiiler, spater Musiklehrer im 
Kloster Wettingen, Priester 1832, Stiftskapellmeister. Nach der Auf- 
hebung des Klosters 1841 siedelte der Rest des Konviktes nadi Sdbloss 
Buonas am Zugersee iiber, spater ins Kloster Werthenstein bei Luzern 
und ins Kloster Wurmsbach (St. Gallen). 1854 wurde die Benediktiner- 
stiftung Mehrerau erworben. Kurz nadi dem Einzug ist Zwyssig daselbst 
gestorben. Er hat Messen und andere Kirdienmusik gesdnricben, audh 
Chorgesange und Lieder, einzelnes davon ist gedruckt worden, darunter 
cine Messe, deren Graduale Diligam die ursprunglidie Melodic zum 
Schweizcrpsalm enthalt. Der Schweizerpsalm, Gedicht von Leonhard 
Widmer, wurde 1841 komponicrt, das heisst der Text jenem Diligam 
unterlegt, das zu diesem Zwecke leicht modifiziert wurde, Gedruckt 
wurde der Schweizerpsalrn erstmals 1843. In Bauen steht vor Zwys- 
sigs Geburtshaus, das jetzt dem Schweiz. Tonkiinstlervcrein gehdrt, ein 
Denkmal Zwyssigs, errichtct 1901. 
Lit.: P.Bernhard Widmann, A. Zwyssig als Komponist, Bregenz 1905. 



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Tons (Musikalische Akustik). 2. Das Gehor als Empfangsapparat 

Eonpnysiologie und Tonpsychologie). 3. Die Aufzeidinung des 
>nes (Notensdhriftj). 4. Elementarlehre: Melodik, Metrik, Rnyth- 
mik, Agogik, Verzierungen. 5. Harmonielehre. 6. Kontrapunkt. 
7. Formen- und Kompositionslehre. 8. Die Auffiihrungspraxis. 

Musikastnetik, von Frank Wohlfart. 
Musikerziehung von Dr. Ridiard Miinnidi. 

ILTeil: GESCHICHTE DER MUSIK IM EUROPAISCHEN 

KULTURKREIS, 
von Dr. Fred Hamel (mit Abbildungen im Text, Tiefdrucktafcln 

und Notenfaksimiles). 

Musik der Vorgeschidite und des Altertums / Abendlandische Ein- 
stimmigkeit (Romanik) / Die Mehrstimmigkeit des Mittelalters 
(Gotik) / Die a cappella-Polyphome (Renaissance) / Der General- 
basstil (Barock) / Bach und Handel / Die klassisdie Oper* Gluck 
und Mozart / Die klassisdie Instrumentalmusik. Mannheim -Wien 
/ Beethoven / Die deutsche Romantik / Die europsiischen Natio* 
nen im 19. Jahrhundert / Die Oper im 19. Jahrhundert. Wagner, 
Verdi / Die Moderne. 

III.Teil: INSTRUMENTALMUSIK 

Die Musikinstrumente, von Prof. Dr. Georg Schiinemann 

(mit 52 Abbildungen). 

Klaviermusik, von Prof. Dr. Walter GeorgiL 
Musik fiir Bias- und Streichinstrumente, von Dr Helmuth Osthoff. 

Interpretation am Klavicr, von Prof. Dr. Edwin Fischer* 

Interpretation auf der Geige, von Prof. Georg Kulenkampff. 

Von der Orgel, von Prof. Friedrich Hogner, 

Instrumentalsolisten, von Ernst Isler. 



IV.Teil; 2USAMMENSPIEL 

Orchester und Dirigent, 

von Generalmusikdirektor Dr. Ernst Praetorius. 
Instrumentation, Orchcster und menschliche Stimme, 

von Dr. Ridiard Strauss. 

Orchester und Kammermusik, von Dr. Karl Laux (Suite und Varia- 
tion / Die Sinfonie / Die sinfonische Dichtung / Die Ouverture 

Das Konzert / Kammermusik. 
Interpretation eine musikalisdie Schicksalsfrage, 

von Dr. Wilhelm Furtwangler. 
Die grossen Dirigenten, von Dr. Martin Hurlimann. 

V.Teil: GESANG 

Die menschliche Stimme, von Privatdozent Dr. med. H. Gutzmann. 
Stirnm- und Gesangsbildung, von Prof. Edmund Joseph Miiller. 

Die Gestaltung des Liedes, von Prof. Lula Mysz-Gmeiner. 

Wesen und Technik dcs Chorgesangs, von Prof. Bruno Kittel. 

Musik fiir Gesang, von Prof. Dr. Hans Toachim Moser (Das Volkslied 

/ Kunstlied, Splolied / Das Chorlied 7 Oratorium, Mcsse, Kantate). 

Grosse Sanger und Sangerinnen, von Robert Oboussier. 

VLTeil: MUSIK UND THEATER 
Die Oper, von Dr. Erwin Kroll (mit Inhaltsangaben der bedeu- 

tendsten Werkc). 

Opernregie, von Dr. Hanns Niedecken-Gebhard. 

Biihnendarstellung und Musik, von Prof. Anna Bahr-Mildenburg. 

Singspiel und Operette, von Dr. Francis Jorg. 

Musik und Schauspiel, von Dr. Otto Riemer. 

Ballett und Pantomime, von Max Terpis. 

VII. Tcils 

DIE MECHANISCH-ELEKTRISCHEN MUSIKVERFAHREN, 
von Diplomingenieur Endi Thienhaus, 

VIILTeil: MUSIK UND GESELLSCHAFT 
Katholisdbe Kirchenmusik, von Dr. Karl Forster. 
Protestantische Kirdienmusik, von Dr. Oskar Sohngen. 
Musik und Volk, von Prof. Fritz J8de. 

Konzertwesen, von Dr. Karl Holl. 

Opernyesen, yon Generalmusikdirektor Rudolf Sdiulz-Dornburg. 
Militarmusik, von Heeresmusikinspizient Hermann Sdimidt. 

Tanzmusik, von Dr. Karl Worner. 

Salon-, Kaffeehaus- und Unterhaltungsmusik, von Dr. Karl 'Worner. 
Schallplatte, Rundfunk,Tonfilm als Kulturtrager, von Walter Ber ten. 

Musikkritik, von Dr. Karl HolL 
Musikwissenschaft, von Prof* Dr. Johannes Wolf. 

IX. Tell: MUSIK DER AUSSEREUROPKISCHEN LANDER, 
von Dr. Fritz Bose. 

X.Teil: ORGANISATION DES MUSIKBETRIEBS 
Reichsmusikkammer und BehSrden, rechtliche Fragen, Opern und 
Orchester, Gesangvereinigungen, Verlagswesen und Agenturen. 

MUSIKERLEXIKON - SACHWORT-Erklaningen u. -Verzeichnis. 



BEETHOVEN 

von "Walter Riezler. Vorwprt von Wilhelm Furtwangler> mit 
7 Bildtafeln und Notenbeispielen. 

,,Die Besprechung der Werke ist der starke Kern des schonen Wer- 
kes, und der Musikfreurxd wird neue Anregung und zugleich neue 
Begeisterung fur das Schaffen Beethovens aus diesen Ausfuhrungen 
schopfen." (Der Bund) 



ERINNERUNGEN AN SCHUBERT 

von Joseph von Spaun. Mit andern Dokumenten aus dem Freun- 
deskreise Schuberts und 12 Abbildungen. 

. . , ein kostbares Dokument, die alteste Sdbubertbiographie tiber- 
haupt, Es ist von unendlichem Reiz, diese in sympathischer Freun- 
dessprache aufgezeichnete Lebensbesdhreibung zu lesen. Sie ist von 
einer SchKchtheit und Unmittelbarkeit, die uns ruhrt." 

(Basler Nachnchten) 



DAS DEUTSCHE LIED 

von H. J. Moser. Mit 12 Bildtafeln und zahlreichen Notenfaksimiles 
und Notenbeispielen. Mit Erganzungsband (Sangerstudip). 

* 



,,Zusammen mit (dem^ ,Sangerstudio* ergibt sidi ein eminent prak- 
tisches und zugleidi in honem Masse erzieherisches Werk, dessen 
Wert durch die reidie Ausstattung mit Bildern und vielen Noten- 
beispielen noch erhoht wird." (Schweizerisdie Musikzeitung) 



IGOR STRAVINSKY: ERINNERUNGEN 

,,Fiir jeden Musiker und Musikfreund wie imnier or sich zu 
Strawinskys Musik stellen mag ^werden die in so schdner Form 
dargestellten ,ErinnerunEen* Strawinskys exne ebenso reizvolle als 
informative Lekture bilden." (Neue Zurcher Zeitung) 



MUSIKERHANDSCHRIFTEN 

von Prof. Dr. Georg Sdhixinemann. 96 Faksimiles von Handsdiriften 
der grossen Meister von Bach bis Schumann. 

,,Ein Prachtbuch, das wie eine Offenbarung auf den sich in diese 
Zeichen und Npten Vertiefenden wirkt, 'Wir lesen und horen hier 
nicht Musik, wir lesen Menscheneharaktere." 

(Schweiz. Musikpadagogische Blatter) 




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