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Full text of "Nachrichten der Kirche"

November 1979 



Ein Mitglied Ihrer Gemeinde kann das 
Verwaltungsgebäude in Frankfurt be- 
suchen; Sie können für Ihre Gemeinde 
einen Satz mit 8 Stehbildfilmen erhal- 
ten; einem Nichtmitglied kann das Stu- 
dium des Seminar- oder Institutsma- 
terials ermöglicht werden. 
Dies ist das Angebot der Redaktion von 
„Der Stern" für die uns eingesandten 
und von uns ausgezeichneten Gemein- 
degeschichten. Stellen Sie in Ihrer Ge- 
meinde eine möglichst umfang- und 
bilderreiche Gemeindegeschichte zusam- 
men und senden Sie uns diese zu (Bild- 
material und Originaldokumente wer- 
den selbstverständlich zurückgesandt). 
Mit dem späteren Abdruck einiger 
exemplarischer Gemeindegeschichten 
wollen wir unseren Beitrag zur 150- 
Jahr-Feier der Kirche im nächsten Kalen- 



derjahr leisten. Als Anreiz für Ihre Be- 
teiligung bieten wir die oben erwähnten 
Sachpreise an. 

In diesem Monat beginnen wir zwei 
Serien. Die eine nimmt Worte unseres 
lebenden Propheten zum Anlaß, zu zei- 
gen, wie ihr Inhalt von Mitglieder im 
deutschen Sprachraum in die Tat umge- 
setzt wird. 

Die andere soll am Beispiel in Form ei- 
nes Gesprächs aufzeigen, wer in der Kir- 
che wozu berufen ist; so wollen wir er- 
klären, wie ein Pfahlpräsident seine Be- 
rufung sieht. Was beschäftigt eine 
Lehrerin unserer Jüngsten? 
Nicht zuletzt wollen wir damit zum 
besseren Verständnis beitragen und er- 
reichen, daß jeder weiß, wie er seinen 
Bruder oder seine Schwester unterstüt- 
zen kann. 



1 



Der Prophet 
hat gesagt 



Präsident 
Spencer W. 
Kimball 




„Wir haben unsere Mitglieder schon oft 
aufgerufen — und tun es hiermit er- 
neut — , sich um das Aussehen ihrer 
Häuser und Gebäude, ihrer Ställe und 
Schuppen, ihrer Zäune und Arbeitsstät- 
ten zu kümmern, damit unsere Gemein- 
wesen anziehender und freundlicher 
wirken. Wir haben Sie gebeten, und wir 
wiederholen es immer wieder, Büsche 
und Bäume zu pflanzen und Obst- und 
Gemüsegärten anzulegen, um Ihr 
Grundstück zu verschönern und einen 
Teil des eigenen Bedarfs zu decken. Es 
ist sehr erfreulich, wie Sie diese Aufrufe 
befolgt haben. Wir haben viele Briefe 
erhalten, aus denen hervorgeht, wie Sie 
in diesem Punkt mitarbeiten, und wir 
sind sehr stolz auf Sie." 
(Der Stern, 10/79, Bericht von der 149. 
Frühjahrs-Generalkonferenz der Kirche 
Jesu Christi der Heiligen der letzten Ta- 
ge, S. 7) 

Tagtäglich, Jahr für Jahr, werden wir 
von den Führern der Kirche aufgefor- 
dert bestimmte Dinge zu tun. 
Die ständigen Wiederholungen sollen 
dazu dienen, die Botschaften verständ- 
lich und uns aufnahmebereit zu machen. 
Wenn es daran geht, diese Gebote in un- 
ser tägliches Leben umzusetzen, zeigt 
sich erst, wie wertvoll diese Gebote sind. 
Unserer geistigen und körperlichen 
Schaffenskraft sind keine Grenzen ge- 
setzt. 



Manche haben einen Garten direkt beim 
Haus, andere wiederum können einige 
Kilometer entfernt einen Garten pach- 
ten; wieder andere behelfen sich in ihrer 
Wohnung oder auf dem Balkon. 





Alle drei Möglichkeiten sind auf unse- 
ren Bildern festgehalten. Dies mag als 
Anregung dienen, die Gebote in die Tat 
umzusetzen, wie es von uns erwartet 
wird. 








Äm 



Eine deutsche Opernsängerin und ein Organist aus Utah 

Die Musik 

als Mittel der Verkündigung des Glaubens 

Lynne Hollstein Hansen 
Mitarbeiter der „Church News" 
Foto: Tom Smart 



Weston Harris hat Ruth Hoen bei Kon- 
zerten in Deutschland, England und 
neuerdings auch in den Vereinigten 
Staaten begleitet. 

Ruth Hoen hat Freude daran, ihre 
Fähigkeiten als Opernsängerin und als 
Pfahl-FHV-Leiterin im Pfahl Düssel- 
dorf, Deutschland, für andere einzuset- 
zen und dadurch Mitglieder und Nicht- 
mitglieder zu erfreuen und das Wachs- 
tum der Kirche zu fördern. 
Schwester Hoen wurde vor 15 Jahren 
bekehrt. In den Opernhäusern von Mul- 
house (Frankreich) und Köln (ihrem 
Wohnort) hat sie als Sopranistin viele 
Hauptrollen gesungen. Neben ihrer Tä- 
tigkeit als Opernsängerin hat sie als 
Gastsolistin überall in Deutschland zahl- 
reiche Konzerte in Kirchen gegeben. 
Inzwischen befindet sie sich teilweise im 
Ruhestand, gehört aber noch dem Mit- 
arbeiterstab des Kölner Opernhauses an. 
Kürzlich weilte sie in Utah und gab in 
Ogden und American Fork eine Reihe 
von kostenlosen Konzerten, bei denen 
sie von Weston Harris begleitet wurde. 
Letzterer ist Organist in Utah. Er 
kommt aus Ogden und war früher Mis- 
sionar in der Deutschland-Mission Düs- 
seldorf. 

Die Konzerte, die im August stattgefun- 
den haben, boten Bruder Harris und 
Schwester Hoen die Möglichkeit, sich 
wiederzusehen, nachdem sie während 



seiner Missionszeit von 1976 bis 1978 
oft zusammen aufgetreten waren. In 13 
Städten hatten sie in katholischen und 
evangelischen Kirchen Orgelmusik und 
religiöse Lieder dargeboten, um missio- 
narisch zu wirken und die Mormonen 
bekannt zu machen. 

„Bei unseren Konzerten in Deutschland 
haben wir den Organisten und Priestern 
in den Kirchen Exemplare des Buches 
Mormon überreicht", berichtet Schwe- 
ster Hoen. „In den Programmen, die bei 
unseren Konzerten verteilt wurden, 
konnte man auch lesen, daß Weston und 
ich Mormonen sind." 
In den deutschen Zeitungen erschienen 
nach ihren Worten „phantastische Re- 
zensionen" ihrer Konzerte. 
„Ich glaube, es gab einen geistigen 
Grund für unseren Erfolg", meint die 
begabte Schwester. „Einmal kam eine 
Frau nach einem Konzert zu mir und 
sagte: ,Sie haben so etwas Besonderes an 
sich. Sagen Sie, was für einen Glauben 
haben Sie?' 

Eine andere Dame, die mit mir in der 
Oper zusammenarbeitet, sagte einmal 
nach einem Konzert: ,So etwas haben 
wir noch nie erlebt. Nach dem Konzert 
waren meine Gedanken noch so mit 
Ihrer Musik beschäftigt, daß ich meinen 
Wagen gegen eine Mauer gefahren 
habe!' 
Später sagte sie: ,Wenn Sie noch ein 



Konzert geben, werde ich mein Auto 
gern noch einmal zu Schrott fahren.' " 
Einige Monate nach Bruder Harris' Mis- 
sionszeit machten er und Schwester 
Hoen in der Hyde-Park-Gemeinde in 
London noch einmal gemeinsamen Ge- 
brauch von ihren Fähigkeiten. Bruder 
Harris gab dort 170 Orgelkonzerte, und 
Schwester Hoen reiste mehrmals nach 
England, um bei seinen Konzerten mit- 
zuwirken. 

Der junge Organist hofft, daß er eines 
Tages Berufsmusiker in der Kirche wer- 
den kann. Die Liste seiner musikalischen 
Erfolge ist lang. Unter anderem hat er 
schon als 14jähriger bei einem Wei- 
hungsgottesdienst im Tempel in Ogden 
Orgel gespielt. 

Als er eine Folge von Konzerten in Utah 
plante, traf sein Manager Vorkehrungen 
dafür, daß Schwester Hoen in die Ver- 
einigten Staaten kommen und erneut 
mit dem jungen Organisten auftreten 
konnte. 

Bei ihrem Aufenthalt in Utah schilderte 
die freundliche Bekehrte aus Deutsch- 
land, wie sie die Kirche kennengelernt 
hatte, und sie sprach von den schwieri- 
gen Aufgaben und den schönen Erleb- 
nissen bei dem Amt als Pfahl-FHV-Lei- 
terin, das sie derzeit bekleidet. 
„Ich hatte mein Leben lang gebetet und 
nach der Wahrheit gesucht", erzählte 
sie. „Aber ich konnte keinen inneren 
Frieden finden. Ich fing an, den Mut zu 
verlieren. Als zwei amerikanische Mis- 
sionare vor meiner Tür standen, war ich 
ganz aufgeregt." 

Zusammen mit den Missionaren be- 
schäftigte sie sich mehrere Wochen mit 
dem Evangelium. Obgleich diese sie 
dazu anspornten, das Buch Mormon zu 
lesen, fand sie daran zunächst nicht viel 
Interesse. „Eines Abends war ich krank, 
und es kamen die Missionare und frag- 
ten, ob ich mit ihnen niederknien und 



beten würde", erinnert sich Schwester 
Hoen. Sie kam der Bitte nach, und nach- 
dem die Missionare gegangen waren, 
war sie unruhig und konnte nicht schla- 
fen. Und so nahm sie das Buch Mormon 
zur Hand und fing an zu lesen. 
„Ich las und las", erzählt Schwester 
Hoen. „Ich war sehr beeindruckt und 
erkannte, daß dieses Buch die Wahrheit 
enthielt. Um 4 Uhr morgens hatte ich 
schließlich mein eigenes Zeugnis. Ich 
wollte allen Menschen auf der Welt sa- 
gen, daß ich die Wahrheit gefunden hat- 
te." 

Von nun an nahm sie ihr Buch Mormon 
überallhin mit und las darin, wann im- 
mer sie konnte. „Mit der rechten Hand 
wusch ich ab und kochte, während ich in 
der linken das Buch hielt", berichtet sie 
lächelnd. 

Am 3. Oktober 1964 wurde sie getauft. 
Drei Monate später schloß sich einer 
ihrer beiden Söhne, Wolfgang, der Kir- 
che an. Später erfüllte er eine Mission. 
Jetzt ist er Präsident der Gemeinde Le- 
verkusen im Pfahl Düsseldorf. 
Schwester Hoen gehört der Gemeinde 
Köln an und ist seit drei Jahren Pfahl- 
FHV-Leiterin. Sie hat besonders er- 
wähnt, daß das Besuchslehren in den 
Gemeinden, wo die Mitglieder weit zer- 
streut wohnen, für die Schwestern im 
Pfahl Düsseldorf eine der schwierigsten 
Aufgaben darstellt. 

„Wir organisieren die Frauenhilfsverei- 
nigung so, daß jede Schwester im Pfahl 
Besuchslehrerin ist, denn dies ist sehr 
wichtig. Es trägt dazu bei, daß die 
Schwestern ein Zeugnis erlangen und 
zugleich lernen, wie man mit anderen 
Menschen spricht und eine Brücke des 
Verstehens baut." 

Schwester Hoen führt dazu weiter aus: 
„Das Besuchslehren bedeutet wahre Ge- 
meinschaft und wahres Verstehen. Wir 
halten unsere Schwestern dazu an, die 



Menschen, die sie besuchen, nicht nur zu 
unterweisen, sondern auch Freundschaft 
mit ihnen zu pflegen und ihr Vertrauen 
zu gewinnen. Dieses Ziel trägt dazu bei, 
daß alle beteiligt werden." 
Nach ihren Worten schätzen die deut- 
schen Schwestern vor allem die Stunde 
„Geistiges Leben" und die Mütterschu- 
lung in der Frauenhilfsvereinigung. 
„Wir möchten, daß alle FHV-Schwe- 
stern, ob jung oder alt, an der Mütter- 
schulung teilnehmen", sagt Schwester 
Hoen. „Da wir alle im Millennium Kin- 
der großziehen werden, müssen wir alle 
schon jetzt darin geschult werden!" 
Eine weitere besondere Aufgabe in 
ihrem Pfahl besteht darin, die Schwe- 
stern dazu zu veranlassen, daß sie ihre 
musikalische Begabung nutzen. „Die 



Deutschen sind zurückhaltender, wo es 
gilt, musikalische Aufträge zu überneh- 
men", meint Schwester Hoen. „Wir 
müssen ihnen Mut machen." 
Die Pfahl-FHV-Beamtinnen halten mo- 
natlich Führerschaftsversammlungen für 
die Beamtinnen und Lehrerinnen ab. 
Dabei finden oft besondere Feste statt, 
die den Schwestern helfen sollen, ihre 
Talente zu entfalten. 
„Diese Versammlungen bringen uns 
sehr, sehr viel Freude", berichtet Schwe- 
ster Hoen. „Die Schwestern sind jeder- 
zeit begeistert und dankbar dafür, daß 
sie so viel Neues lernen können. Diese 
Zusammenkünfte sind uns allen ein An- 
sporn, uns in unserer Berufung mehr 
anzustrengen. 




Ältester Paul Kutschke, 
der am 13. 10. 1979 
85 Jahre alt wurde. 
Getauft wurde er am 
9. November 1945 in 
Wobeste, Pommern. 
In den letzten 16 Jahren 
war er maßgeblich am 
Aufbau der Gemeinde 
Paderborn (5 Mitglieder 
1963, 93 Mitglieder 
1979) beteiligt. 



„Den Einzelnen 
erlösen" 



Unter dem Wahlspruch „Den Einzelnen 
erlösen" trat im September 1976 die 
Führungsmannschaft des Pfahles Düssel- 
dorf mit Präsident Frerich Görts an der 
Spitze an, um die gestellte Aufgabe zu 
lösen. In einem Gespräch zeigte der 
Pfahlpräsident auf, welche Lösungen er- 
arbeitet und welche Erkenntnisse er- 
worben wurden. 

„Unser erklärtes Ziel ist es auch noch 
nach drei Jahren, in diesem Pfahl zur 
Erlösung des Einzelnen beizutragen. Für 
meine Ratgeber und mich bedeutet dies, 
daß wir in der vom Herrn vorgesehe- 
nen Weise Einfluß auf unsere Bischöfe, 
Gemeindepräsidenten, Kollegiumspräsi- 
denten und Hohenräte nehmen. Wir 
sehen unsere Aufgabe darin, diese Prie- 



stertumsführer spirituell zu schulen, 
fachlich zu schulen und aufzubauen. 
Selbstverständlich habe ich auch Gele- 
genheit für praktische Arbeit an mei- 
nem Nächsten. Unterredungen und Ge- 
spräche und die Arbeit mit meinen Mit- 
arbeitern im Pfahl geben mir dazu Ge- 
legenheit, aber letztendlich wird die ei- 
gentliche Arbeit auf Gemeindeebene ge- 
leistet, und dazu ist es unerläßlich, geist- 
volle und vitale örtliche Führungs- 
beamte zu haben." 

„Es war nicht einfach, meine spezifi- 
schen Aufgaben in diesem Pfahl zu er- 
kennen. Unter anderem habe ich ge- 
lernt, daß auch Bauprojekte, die wir zur 
Zeit in umfangreichen Maße durchzu- 
führen haben, zur „Erlösung des Ein- 
zelnen" beitragen. Die Hälfte unserer 
Gemeinden wird in kurzer Zeit in der 
Lage sein, seelsorgerische Arbeit in ei- 
nem eigenen Gemeindezentrum durch- 
zuführen. Dies vereinfacht Arbeit durch 
kürzere Fahrzeiten, Fahrtkosten wer- 
den gesenkt, Gemeinden werden boden- 





ständig, Taufmöglichkeiten werden ver- 
größert, das Angebot für die kulturel- 
len und sportlichen Bedürfnisse wird er- 
weitert." 

„Wir haben erkannt, daß unsere Aufga- 
be darin besteht, Menschen zu helfen, 
ihr Verhalten zu ändern. 
Verhalten ändern heißt für mich in fast 
allen Fällen, Trägheit überwinden. Da- 
zu versuchen wir, mit wenigen Zielen 
den ganzen Menschen anzusprechen, um 
ihn schrittweise — natürlich jeden indi- 
viduell und ohne Zwang, getragen von 
der Gemeinschaft — dem Ziel der Voll- 
kommenheit näherzubringen. 
Ähnlich wie Präsident Kimball haben 
wir es uns zueigen gemacht, die elemen- 
taren Dinge des Evangeliums solange zu 
wiederholen, bis sie verstanden worden 
sind. Wir wollen nicht jeden Monat ei- 
nen neuen Slogan prägen, denn in De- 
mut müssen wir feststellen, daß alle 
wesentlichen Dinge hereits gesagt wor- 
den sind; wir bleiben bei einer Zielset- 
zung, bis wir das Ziel erreicht haben. 
Selbstverständlich ist einer unserer 
wesentlichen Grundsätze, durch das Bei- 
spiel zu lehren. Wir arbeiten in dem 
wichtigen Bereich der Missionsarbeit 
nach diesem Prinzip, indem wir zu- 
nächst als Pfahlpräsidentschaft und auch 



in den Bischofschaften begonnen ha- 
ben, das Evangelium mit unseren 
Freunden zu teilen. Über unsere Erfah- 
rung wird es uns dann auch gelingen, 
das Verhalten der anderen Mitglieder in 
diesem Punkt — soweit notwendig — 
zu ändern. 

Ich werde oft gefragt, ob ich auch per- 
sönlich noch die Möglichkeit habe, am 
seelischen Wohl und Wehe meiner Brü- 
der und Schwestern Anteil zu nehmen. 
Diese Frage kann ich freudig bejahen. 
Wenn wir die Zeit nehmen, nicht nur 
geduldig, sondern auch liebreich zuzu- 
hören, wirklich im Zuhören die zweite 
Meile gehen, dann sind auch Menschen 
bereit, ihr Verhalten zu ändern. Zum 
anderen möchte ich an dieser Stelle noch 
einmal betonen, daß das große Ver- 
trauen, daß ich meinen Mitarbeitern, 
Bischöfen, Gemeinde- sowie Kollegiums- 
präsidenten und leitenden Schwestern 
entgegenbringe, von diesen auch richtig 
eingesetzt wird. Ich bin glücklich darü- 
ber, mit diesen Menschen zusammen- 
arbeiten zu dürfen. 

Wenn wir Menschen führen und ein Ziel 
haben, welches mit dem Herrn abge- 
stimmt ist, und wir versuchen, ein Bei- 
spiel an Arbeitseifer und Intensität zu 
sein, dann ziehen auch alle voll mit." 



Der Einsatz 
von Computern 
in der Kirche 

Golden A. Buchmiller 

Ray H. und Renate Lewis zogen vor 
kurzem mit ihren beiden kleinen Töch- 
tern, Andrea Christine und Heidi Ma- 
rie, von Kalifornien nach Exton in 
Pennsylvania. Als sie die Sonntagsschule 
in der Valley-Forge-Gemeinde besuch- 
ten, lernten sie den Gemeindesekretär, 
Joseph A. MacQueen, kennen. Dieser 
forderte bei der Mitgliederabteilung die 
Mitgliedsscheine dieser Familie an. 
D'Monte Coombs, ein Planungsbeamter 
des Rates der Zwölf Apostel, teilt die 
Besuche der Generalautoritäten bei 
mehr als 1.000 Pfahl- und Gebietskon- 
ferenzen ein. 

Larry Richards von der Abteilung für 
Wohlfahrtsdienste benötigt die jeweils 
neuesten Angaben über Adoptionen, 
über das Fastopfer und über das Inven- 
tar der Vorratshäuser der Bischöfe. 
Was haben diese Mitglieder der Kirche 
gemeinsam? Sie alle sind auf das Com- 
puterzentrum der Kirche in Salt Lake 
City angewiesen, das den Namen „Ma- 
nagement Systems Corporation" (MSC) 
trägt, und sie alle machen davon Ge- 
brauch. Melvin M. Farr, der stellvertre- 
tende Betriebsleiter, hat gesagt: „Unser 
Ziel ist es, den bestmöglichen Datenver- 
arbeitungsdienst einzurichten, der der 
Kirche verfügbar ist." 
Der größte Computer im MSC ist ein 
IBM 370/168. Er kann 16 Großbenut- 
zer zugleich bedienen, während er Da- 
ten aus 200 entfernten Anschlußstellen 
verarbeitet. Der „168er" arbeitet so 
schnell, daß man jeden Arbeitsgang 
nach Milliardstelsekunden mißt. 
Bruder Farr hat folgendes Beispiel für 



die Schnelligkeit genannt, womit der 
Computer arbeitet: „Er kann alle im 
Buch Mormon enthaltenen Daten in 
weniger als vier Sekunden lesen." Die 
anderen MSC-Computer sind kleiner, 
arbeiten aber nur wenig langsamer. Sie 
führen die Arbeit dem großen Gerät zu. 
In einigen Fällen verarbeiten sie die 
Informationen auch selbst. 
Die MSC-Einrichtungen nehmen in An- 
spruch: der Rat der Zwölf Apostel, die 
Genealogische Abteilung, die Abteilung 
Finanzen, die Bildungseinrichtungen der 
Kirche, die Abteilung Betrieb und In- 
standhaltung von Gebäuden, die Abtei- 
lung Liegenschaften, der Versand, Mate- 
rials Management, die Abteilung Mit- 
gliedsscheine und Berichte, die Ein- 
kaufs-, die Übersetzungs- und die Buch- 
prüfungsabteilung, die Abteilung für 
Geschichte der Kirche und die Abteilung 
für Öffentlichkeitsarbeit, die Personal-, 
die Wohlfahrts- und die Missionars- 
abteilung sowie Church News und die 
Abteilung Zeitschriften der Kirche. 
Paul E. Koelliker, der Leiter der Abtei- 
lung Mitgliedsscheine und Berichte, hat 
mitgeteilt, daß bei seiner Abteilung täg- 
lich ungefähr 11.000 Anfragen und Än- 
derungsanzeigen von Gemeinden in den 
Vereinigten Staaten und in Kanada ein- 
gehen. (In diesen Ländern leben 75 °/o 
der 4,1 Millionen Mitglieder der 
Kirche.) 

„Wenn ein Antrag eingegangen ist, wird 
er vom Computer bearbeitet. Die ver- 
änderten Angaben werden ausgedruckt, 
und innerhalb einer Woche kann der 
Versand erfolgen." Nach Auskunft von 
Bruder Koelliker wurden im März 
266.000 Mitgliedsscheine geändert, und 
die neuen Angaben wurden den betref- 
fenden Gemeinden zugesandt. Diese 
Zahlen zeigen nicht nur, daß die Kirche 
wächst, sondern auch, daß ihre Mitglie- 
derschaft ebenso mobil ist wie jede an- 
dere Gruppe in der Gesamtbevölkerung. 



10 




Computer im Verwaltungsgebäude in Frankfurt 

Melvin E. Olsen, der in der Genealogi- 
schen Abteilung die Systementwicklung 
leitet, hat darauf hingewiesen, daß 
Computer in seiner Organisation seit 
1962 in großem Umfang eingesetzt wer- 
den. In dem genannten Jahr bearbeitete 
diese Abteilung nicht ganz 1,5 Millio- 
nen Namen für die Tempelarbeit. Mit 
manuellen Methoden wäre diese Zahl 
nicht erreichbar gewesen. 
Als zwei Jahre später das Computer- 
zentrum der Kirche eingerichtet wurde, 
wurde die Genealogische Abteilung bald 
dessen größte Benutzerin. Nach Aus- 
kunft von Bruder Olsen hat die Anzahl 
der bearbeiteten Namen zugenommen. 
„Heute bearbeiten wir pro Jahr vier 
Millionen Namen für das Endowment, 
und wir rechnen damit, daß sich diese 
Zahl in den nächsten beiden Jahren auf 
acht Millionen erhöht." 
Zur Zeit unterhält die Genealogische 
Abteilung die größte genealogische 
Computerkartei der Welt. Sie enthält 
Angaben über mehr als 50 Millionen 
Menschen. Das stetige Wachstum dieser 
Kartei hat die Technologie der elektro- 
nischen Datenspeicherung und -Verar- 
beitung bis zu ihren Grenzen vorange- 
trieben. 

Laut Bruder Olsens Mitteilungen wer- 
den auch auf anderen Bereichen der ge- 
nealogischen Arbeit Computer einge- 
setzt — beim Herstellen von Mikrofil- 



men und beim Sammeln von Informa- 
tionen für die Verwaltung, bei der 
Steuerung des Umlaufs von Material in 
den Zweigstellen der Bibliothek und 
beim Katalogisieren des Bibliotheksbe- 
stands. 

Ronald G. Watt, der Leiter der techni- 
schen Dienste, hat berichtet, daß die Ab- 
teilung für Geschichte der Kirche die 
MSC-Computer zum Anlegen und Füh- 
ren von Verzeichnissen der Veröffentli- 
chungen über die Kirche benutzt. 
Nach Auskunft von Bill Palmer von der 
Einkaufsabteilung der Kirche ist die 
Zeitersparnis der Hauptvorteil, der sich 
in seiner Abteilung aus der Verwendung 
von Computern ergibt. Im vergangenen 
Jahr hat diese Abteilung die Arbeitszeit 
von Sekretärinnen eingespart, die not- 
wendig gewesen wäre, um täglich unge- 
fähr 225 Bestellungen mit der Maschine 
zu schreiben. Nach Bruder Palmers 
Worten wird auch bei der Bearbeitung 
von Dokumenten und beim Anfordern 
von Preislisten ein erhebliches Maß an 
Zeit gewonnen. 

In der Abteilung Produktionskoordi- 
nierung dienen Computer dazu, die zur 
Abwicklung der Programme der Kirche 
notwendigen Veröffentlichungen in 
Kategorien einzuteilen und die Arbeits- 
gänge ihrer Produktion zu verfolgen. 
Die Anzahl der Aufträge, an denen je- 
weils gearbeitet wird (Gesamtzahl von 
Neuaufträgen und Nachdrucken), be- 
läuft sich in der ganzen Welt auf an- 
nähernd 10.000 monatlich. 
Nach Ansicht von Woodford Jones 
(„Woody"), dem wichtigsten Verbin- 
dungsmann zwischen dermMSC und der 
Kirche, sind die Computer gerade zu 
dem Zeitpunkt entwickelt worden, wo 
das Wachstum der Kirche eine schnellere 
und wirkungsvollere Methode für ihre 
Tätigkeit erforderte. „Ich zweifle nicht 
daran, daß es den Computer jetzt gera- 
de um der Kirche willen gibt." 



11 



TEMPELWOCHEN 1980 



1. — 4. Januar 

22. — 25. Januar 

5. — 8. Februar 

26. — 29. Februar 

8. — 11. April 
15. — 18. April 

29. April — 2. Mai 

20. — 23. Mai 

27. — 30. Mai 

17. — 20. Juni 

1.— 4. Juli 
29. Juli — 1 . August 

5. — 8. August 

9. — 29. September 
7. — 10. Oktober 

21. — 24. Oktober 

28. — 31. Oktober 

2. — 5. Dezember 
9. — 12. Dezember 

23 . — 31. Dezember 



geschlossen 

Pfahl Berlin, Pfahl München, Wien 

Mission 

Hamburg Mission, München Mission, 
Zürich Mission 

Pfahl Hamburg, Pfahl Hannover 

Pfahl Stuttgart, Pfahl Zürich 

Pfahl Dortmund, Pfahl Düsseldorf, 
Pfahl Frankfurt, Frankfurt Mission 

Pfahl Berlin, Pfahl München, 
Wien Mission 

Priestertumssession 

Hamburg Mission, München Mission, 
Zürich Mission 

Pfahl Dortmund, Pfahl Düsseldorf 

Pfahl Hamburg, Pfahl Hannover 

Pfahl Frankfurt, Frankfurt Mission 

Pfahl Stuttgart, Pfahl Zürich 

geschlossen 

Pfahl Hamburg, Pfahl Hannover 

Pfahl Berlin, Pfahl München, 
Wien Mission 

Hamburg Mission, München Mission, 
Zürich Mission 

Pfahl Stuttgart, Pfahl Zürich 

Pfahl Dortmund, Pfahl Düsseldorf, 
Pfahl Frankfurt, Frankfurt Mission 

geschlossen 



12