Skip to main content

Full text of "Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft"

See other formats




r<x:cG^cQc Cui cxs.;^«! 












£c<jC<:cc£:<.«(g:cc 



^c c; ^cc cc_ce^ cci, < 






cc.c;c«c 









'^'c 

. vCY 






M 




, ^WfLLfAM H. DALL 
^SECTIONAL LißRAPY 
DIVISION OF MOlSs 



'. C^U /• WlttlAM H. DALL / «P 

^461 SECTIOMAL LIBRARY 

nW DIVISION OF MOLLUSKS tf^m 



& Nachrichtsblatt 



/ 



der Peutsche(h 



Malakozoologisekn;' Gesells6haft; 




Siebenunddreissigster Jahrgang. 



Redigiert 



Dr. W. Kobelt 

in 

Schwanheim (Main). 



FRANKFURT am MAIN. 

Verlag von MORITZ DIESTER WEG. 
1905. 




Inhalt. 



Kohelf, W., zwei Nachrufe (D. F. Heynemann und Ed. voi 
Martens) ...... 

Kohelt, W., eine verschollene Cauipylaea (phiHppii) 

Hesse, P., Anatomie und systematische Stellung von Xeru 
campylaea Kob. ..... 

Boettyer, Dr. 0., Bücherschau (liehmann, Schnecken un( 
Muscheln Deutschlands) .... 

— — , Schnecken aus dem Tsad-See 

— — . über Heterostyhe bei Schneckenschalen und ihre Erklärung 
Wiegmann, Fr., Verdoppelung eines Auges bei einer Heli.x 
Hesse, F., übelriechende Schnecken 
Seil, H„ Stenogyra octona L. und Physa acuta Drp. eingeschleppt 

in Dänemark ..... 

Rosen, 0. ron, Beitrag zur Kenntnis der Moliuskenfaunt des 

Kaukasus ...... 

Kohelt, W., Xenophöra senegalensis 

Ehrmann, F., über einige peruanische Clausilien 

Hesse, F., Aufforderung zur Anstellung biologischer Be 

obachtungen 
Bülow, C, einige Seltenheiten aus meiner Sammlung . 78. 1 
Fruhstorfer, H., ein neuer Amphidromus 
Kabelt, Tr., Diagnosen neuer Murella-Arten 
Fetrhok, J. M., zur Kenntnis der Molluskenfauna von Montenegro 
Gredler, F. V., Conchyliologisches aus Tirol 
Clessin, S,, die Conchylien des Loess des mittleren Donautales 
Boettger, Dr. 0., die Conchylien aus den Anspülungen de 

Sarus-Flusses bei Adana in Cilicien 
Kabelt, W., Neue Arten aus Erlangers Ausbeute 
Sturany, Dr. R., Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna des 

Roten Meeres und des Golfes von Aden . 
Boettger, Dr. 0., Beitrag zur Kenntnis der Land-, Süsswasser 

und Brackwasser-Mollusken von Kameru» (mit Tafel 7) 
Witgmann, F., die Genera Helicella Fer. und Buliminus Ehrbg. 

Eine phylogenetische Studie . . . . 



Seit« 

1 

10 

12 

17 
53 
26 
35 
38 

40 

49 
64 
65 

7-2 
23, 189 
83 
84 
86 
88 
89 

97 

127 

132 
153 
185 



Blume, W., Verzeichnis der Land und Süsswasser-Mollusken Seite 
Münchens . . . .192 
Lindinger, Dr. L,, Vorläufige Mitteilung über die Mollusken- 
formen des Eppendorfer Moores bei Hamburg . 195 
Fruhstorfer, H., Neue Landschnecken von Bawean und Engano 198 
Hesse, P., das Versenden der lebenden Schnecken 201 
Kleinere Mitteilungen .... 202 



Litleratur 



40, 91, 147, 206 



Neubeschriebene Gattungen und Arten. 



Seite 

Achatina niodestior Bttg. . .167 

Ai'ricarion erlangeri Kobelt . 127 

Amphidromus buelowi Fiuhsl. 83 
contrarius baweanicus 

Frühst 198 

enganoensis gracilior 

Frühst. .<-.... 200 

enganoensis sykesi Frühst. 200 
perversus rufocinctus 

Frühst 199 

Bloyetia erlangeri Kobelt . . 127 

filomarginata Kobelt . . 128 
kismajuensis Kobelt . .128 

Campylaea philippii Kobelt . 10 

Coelestele cyhndrata Bttg. . 109 

Daudebardia naegelei Bttg. . 100 

Daudebardiella Bttg. n. gen. 1 19 

asiana Bttg 120 

naegelei Bttg 120 

Drillia lewanderi Sturany . 135 
Ennea acutidens Bttg. . . .160 
Gibbus martensi subumbilicata 

Bttg 157 



Goniodromus Frühst, n. subg 
Homorus ellerbecki Kobelt 

erlangeri Kobelt . . 

garae-mulatae Kobelt 

ginirensis Kobelt 

obesus Kobelt . 
Larttlia compacta Bttg 

sarana Bttg. . . 

sodalis Bttg. 
Levanderia erythraensis Stur 
Limicolaria kobelti taeniolata 

Bttg. ........ 

Murella casteluccensis Kobelt 

lauriensis Kobelt . . . 
Nenia callangana Ehrmann . 

Paulia exigua Bttg 

Punctum lederi meridionale 



Raeta jickelii Sturany . . 
Theba ignorata Bttg. . . 
Vitrina iamiaensis Mlldl't. . 



Se\te 

83 
131 
129 
131 
131 
139 
117 
114 
117 
134 

172 
85 
84 
65 

118 

102 
133 
104 
127 



-jnAi~.~.'.'-~.' • ' '" i 'y' i 'L'" >-^^ | . « - i ^ ...^^...^^^ . »......«. »....«... ». 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

laläkozoologisehenCresellsehaft. 



Siebennnddreissigster Jahrgang. 
(1905.) 



Heft I. 



(Januar — ^ärz.) 
fU^Ji TVUm. .i^ct 



Inhalt: 



' 



Seite 1 

Kobelt, Zwei Nachrufe . . ^ . . . 1 
Kohelt, Eine verschollene Gampylaea . . . 10 
Hesse, Anatomie und systematische Stellung von 

Xerocampylaea Kob. . . . . .12 

Boettger, Bücherschau . . . . , . 1 7 ^ 

Boettger, Schnecken aus dem Tsad-See . . 23 

Boettger, Ueber Heterostylie bei Schneckenschalen 

und ihre Erklärung 26' 

Wiegmann, Verdoppelung eines Auges bei einer Helix 35 ' 
Hesse, Uebelriechende Schnecken . . , .38 
Seil, Stenogyra octona L und Physa acuta Drap. 

eingeschleppt in Dänemark . . . .40 
Literatur 40' 



Oröi§i!^tei§i r^ag^er in Europa 

in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchylien ♦♦ 

(über 10,000 Species) 
alles correct determiniert zu civilen Preisen, eisrene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmungen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten.^ 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässigten Preisen. 

Kosmos, naturhistor. Institut von Hermann Rolle, 

(etabliert seit 1889) 
Berlin SW., Königgrätzerstrasse 89. 



Um den Herren Malakologen die Erwerbung der früheren Jahr- 
gänge unseres Nachrichtsblattes zu erleichtern, haben wir den Preis 
für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — , 
12 , j, V 20. — , 

l alle 23 Jahrg. von 1881—1903 " l 40.—' 
ermässigt, zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung von Moritz 
Diesterweg in Frankfurt a. M. 

- In nächster Zeit wird in den Abhandlungen der 
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frank- 
furt a. M. erscheinen : 

Heynemann, D. F., Die geographische Verbreitung der 

Nacktschneciten. 
Eine zusammenfassende kritische Darstellung unserer Kennt- 
nis derselben zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit Karten. 

Eine beschränkte Anzahl von Sonderabdrücken steht 
gratis zur Verfügung für solche unserer Mitglieder, welche 
sich für diesen Zweig unseres gemeinsamen Studiums in- 
teressieren. 

Tausch-Anerbieten. 



Wir bieten anderen Vereinen und Gesellschaften, welche Arbeiten 
rein maläkologischen oder gemischten naturwissenschaftlichen Inhalts 
veröffentlichen, oder auch Besitzern von Werken maläkologischen 
Inhalts, soweit sie sich nicht in unserer Bibhothek befinden, den Tausch 
gegen unser Nachrichtsblatt an und erbitten Offerten an 

Dr. "W. Kobelt, 

Schwanheim, 



No. 1. Januar 1905. 

Nachriciltsblatt 

der deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 

Sieben unddreissigster Jahrgang. 

Das Nachlichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Ä.bouuemeiitsi>reis : Mk. 6. — . 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandhmg des Herrn Moritz Diestem'eg in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge und der Jahrbücher 
siehe Anzeige am Schluss. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Zwei Nachrufe. 



Die Schlussnummer des sechsunddreissigsten Jahrganges 
hat unseren Mitgliedern die Nachricht von zwei schweren 
Verlusten gebracht, die unsere Gesellschaft und die Malako- 
zoologie erlitten haben. Der Begründer und Vorsitzende un- 
serer Gesellschaft, David FriedrichHeynemann, 
ist am 15. Oktober im Alter von 75 Jahren sanft ent- 
schlafen. Künstler von Natur, aber ebenso sehr auch 
eifriger Naturforscher und Sammler, Kaufmann von Beruf, 
hat er es verstanden, die verschiedenen Seiten seines 
Wesens gleichmässig und gleich gründlich auszubilden und 
sich eine geachtete Stellung zu erwerben unter seinen Be- 
rufsgenossen, wie unter den Künstlern, den Numismatikern, 
den Naturforschern, und unter den letzteren weit über die 
Grenzen seiner Vaterstadt hinaus. 
XXXVII. 1 



— 2 — 

Heynemann war am 24. Mai 1829 in Hanau geboren. 
Der Vater, Goldschmied von Beruf, aber später Kaufmann 
geworden, war in naturwissenschaftlichen Kreisen wohl be- 
kannt als Tierliebhaber und besonders als Vogelliebhaber, 
bei dem man immer Stubenvögel fand, die zu den feinen 
und seltenen gehörten. Durch ihn wurde der begabte Sohn 
schon früh an das Beobachten der Natur gewöhnt. Den 
grössten Einfluss auf denselben übte aber ein Nachbar des 
Hauses, der Pfarrer T r i n t h a m m e r , aus, auch ein 
Naturforscher, den das Schicksal in den Chor rock gezwängt 
hatte. Mit einem gleichaltrigen Sohne desselben — das 
Jahr 1848 hat ihn nach Amerika verschlagen und er ist 
dort als Farmer bei Milwaukee früh gestorben — und 
einem Dritten im Bunde, Heinrich Haes, der in England 
als Kaufmann lebt, sammelte H. was zu sammeln war. 
Gerne hätte er studiert oder wäre Künstler geworden, aber 
der Vater hatte ihn zum Kaufmann bestimmt, und nash 
dessen frühem Tode konnte vom Studium keine Rede mehr 
sein. Heynemann trat, nachdem er zwei Jahre in dem 
Geschäft eines Onkels in England zugebracht, in das be- 
kannte lithographische Geschäft von Dondorf, dann in das 
Merceriewarengeschäft von G. Mettenheimer, in welchem er 
in verhältnismässig kurzer Zeit eine leitende Stellung er- 
warb, die er bis zur Auflösung des Geschäfts beibehielt. 
Später übernahm er die Zentralagentur der Vereinigten 
englischen Nähfadenfabriken und hat dieselbe bis zu seinem 
Ende geführt. Im Jahre 1857 verheiratete er sich mit 
Elise Bauer. Es war ein förmlicher Roman, bis es ihm, 
dem „hergeloffenen" Hanauer, gelang, die „Borgersdochter" 
zu erringen; fast wäre er ob diieser „Unverschämtheit" 
aus der „freien" Reichsstadt ausgewiesen worden. Die 
Ehe war eine äusserst glückliche und mit fünf Kindern ge- 
segnet, an denen die Eltern ihre Freude erlebten. Das 
Leben floss ruhig dahin, ohne besondere äussere Schicksale. 



Die Arbeitskraft blieb sich gleich ; erst in den letzten Jahren 
mahnten einige Schwindelanfälle zur Vorsicht, aber noch 
bis zur letzten Zeit konnte man den rüstigen, geistesfrischen 
Alten in seinen Mussestunden an der Staffelei finden und 
es war ihm beschieden, von seiner letzten malakologischen 
Arbeit über die Verbreitung der Nacktschnecken noch den 
ersten Druckbogen zu sehen. Am ersten Oktober machte 
er mit mir noch einen anderthalbstündigen Gang durch 
den Schwanheimer Wald, zwei Tage später kamen die 
Schwindelanfälle wieder und am 15. Oktober schlummerte 
er sanft und ruhig ein. 

Wann und wie Heynemann zum Studium der Mollus- 
ken und namentlich der damals arg vernachlässigten Nackt- 
schnecken gekommen, habe ich nie recht erfahren.*) Jeden- 
falls hatte er schon in Hanau, wo damals die Wetterauische 
Gesellschaft für Naturkunde eine lebhafte Tätigkeit ent- 
faltete, gesammelt. In Frankfurt fand er das neu erwachte 
Leben vor, das zur Gründung des „Vereins für natur- 
wissenschaftliche Unterhaltung" und zur Wiederbelebung 
der „Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft* 
führte und er verstand es rasch, sich in den betreffenden 
Kreisen Geltung zu verschaffen. An der Gründung des 
Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung nahm 
Heynemann schon lebhaften Anteil. Im Jahre 1860 ver- 
öffentlichte er in den Malakozologischen Blättern seine erste 
Arbeit ; sie behandelte das Vorkommen des damals noch 
kaum aus Deutschland bekannten Limax variegatus. Von 
da bis 1885 folgten sich eine ganze Reihe von Schriften, 
welche den Namen Heynemann zu einem der geachtetsten 
auf dem Gebiete der Nacktschneckenkunde machten. 

Seit dem Anfang der sechziger Jahre trug sich H. mit 



*) Nach einer Mitteilung von unserem gemeinschaftliclien Freunde 
Jae nicke war es das Studium von Johnsons Introduction into 
Conchology, das den Anstoss gab. 



dem Gedanken, die deutschen Malakozoologen, deren Zahl 
ja damals noch sehr viel grösser war als heute, zu einer 
Gesellschaft zu vereinigen. Ueberhäufung mit Arbeit liess 
ihn den Plan immer wieder hinausschieben. Erst als die 
Belgier den Gedanken aufnahmen und eine belgische Ge- 
sellschaft gründeten, entschloss er sich voranzugehen. Ich 
hatte gelegentlich der in Frankfurt 1867 stattfindenden 
Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte seine 
Bekanntschaft gemacht und war von da ab in regem Ver- 
kehr mit ihm gebHeben, der für mich als grünen Anfänger 
von der grössten Wichtigkeit war. Als ich im August 
1868 wieder einmal durch Frankfurt kam^ entwickelte er 
mir seinen Plan und erklärte sich bereit, sofort vorzugehen, 
wenn ich die Redaktion des Vereinsblattes und die Leitung 
des Tauschvereins übernehmen wollte. Dazu war ich gerne 
bereit. Kurz nachher bot sich mir die Gelegenheit, die 
Stelle eines Vereinsarztes in Schwanheim zu übernehmen 
und von da ab haben wir gemeinsam gearbeitet, bis der 
Tod ihn abrief. 

Bis 1885 hatte Heynemann eine führende Stellung in 
der Nacktschneckenforschung eingenommen. Aber dem 
peinlich gewissenhaften Manne war es mehr und mehr un- 
angenehm geworden, dass eine neue Richtung aufkam, 
welche die Untersuchungen auf die feinere Anatomie aus- 
dehnte, ein Gebiet, auf welches er nicht folgen zu können 
glaubte. So entschloss er sich, der Malakozoologie Valet 
zu sagen ; seine zusammenfassende Arbeit über die nackten 
Landpulmonaten des Erdhodens sollte ein endgültiger Ab- 
schied von den Nacktschnecken sein, aber sie war es doch 
nur teilweise. Zwar trat in seinen beiden letzten Jahr-- 
zehnten die stets gepflegte Oelmalerei, in welcher er Be- 
deutendes leistete, sodass seine Arbeiten gar manchmal 
mit denen seines Lehrers Hoefler verwechselt wurden, 
mehr in den Vordergrund, und der Sammeltrieb wendete 



sich der Numismatik zu, in welcher Heynemann 
auch bald sich eine angesehene Stellung erwarb. 
Aber bald überzeugte er sich auch, dass in einer Hin- 
sicht wenigstens sein Zurücktreten eine Lücke gelassen 
hatte, und so entschloss er sich in den neunziger Jahren, 
seine Arbeit von 1885 wieder aufzunehmen und wenigstens 
bis zum Ende des Jahrhunderts fortzuführen. Es war ihm 
vergönnt, seinen Plan auszuführen, das Manuskript zu be- 
enden ; der erste gedruckte Bogen wurde ihm noch an das 
Sterbelager gebracht und er schied mit der Gewissheit, 
dass auch diese Arbeit nicht vergeblich gewesen sei. 

Ausser in der Deutschen Malakozoologischen Gesell- 
schaft hat Heynemann auch in der Senckenbergischen natur- 
forschenden Gesellschaft eine sehr einflussreiche Stellung 
eingenommen. Zweimal hat er die Stelle des zweiten 
Direktors bekleidet und in den verschiedenen Kommissionen 
kam seine kaufmännische Schulung ebenso sehr zur Geltung 
wie seine vielseitige wissenschaftliche Bildung. Seit 1859 
hat er der Gesellschaft als arbeitendes Mitglied angehört, 
seit 1884 war er Mitglied der Redaktionskommission; dass 
er, als der Neubau beschlossen war, in erster Linie in die 
Baukommission gewählt wurde, war selbstverständlich. 
Die künstlerische Gestaltung einer Denkmünze war. seine 
letzte Sorge, der Entwurf eines grossen Oelbildes für 
das neue Museum, das Mammuth in unserer Gegend dar- 
stellend, stand auf seiner Staffelei, als der Tod ihm den 
Pinsel aus der Hand nahm. 

Heynemann war eine hochbegabte Natur und von 
kindlich reinem, edlem Charakter, ein absolut zuverlässiger 
Freund, mild im Urteil, rastlos in seiner Tätigkeit, uner- 
müdhch in der Durchführung dessen, was er einmal be- 
gonnen. Sein Andenken wird in Ehren bleiben bei allen 
denen, die ihn kannten, und die Deutsche Malakozoolo- 



— 6 — 

gische Gesellschaft Avird ihren Begründer und ersten Vor- 
sitzenden nicht vergessen. 

Carl Eduard von Martens war in Stuttgart 
am 18. April 1831 als Sohn des württembergischen Kanzlei- 
rates*) Dr. Georg von Martens geboren, neben drei 
Töchtern der einzige Sohn. In seinem künstlerisch, natur- 
wissenschaftlich und schriftstellerisch hoch bedeutenden 
Vater, — seine Reise in Italien war lange Zeit in vieler 
Hinsicht das Beste^ was über die Halbinsel existierte und 
ist heute noch von Bedeutung, eine Fundgrube für den, 
der italienische Zustände vor hundert Jahren wirklich 
kennen lernen will — fand der schon früh eine ungewöhn- 
lich geistige Begabung verratende Knabe den besten Führer, 
den man sich denken konnte. Er, der genaueste Kenner 
der Fauna und Flora Württembergs und selbst eifriger 
Schneckensammler, übertrug seine Liebhabereien schon 
früh auf den Sohn und der väterliche Einfluss war stark 
genug, um den des Gymnasiums zu überwinden. Der 
junge Eduard warf sich zwar auch mit Feuereifer auf das 
Studium der alten Sprachen, — die philologische Ader 
Hess sich noch in den alten Tagen deutlich er- 
kennen, — aber die Naturwissenschaft behielt die Ober- 
hand. Wie Meissner**) in dem zur Feier des 70. Geburts- 
tages von Martens verfassten Lebensbild, dem wir die tat- 
sächlichen Angaben dieses Aufsatzes entnehmen, sagt, 
waren die Schnecken schon auf dem Gymnasium die Haupt- 
beschäftigung des Knaben, und die ganze FamiUe nahm 
an derselben teil. Namentlich die Lieblingsschwester Louise 
(gestorben 1894), eine hochbegabte Malerin, behielt das 
Interesse ihr ganzes Leben hindurch bei ; ihr sind auch die 



*) Für norddeutsche Leser sei hier bemerkt, dass der Titel 
Kanzleirat in Württemberg eine erheblich andere Bedeutung hat wie 
in Preussen. 

**) Eduard von Martens, eine biographische Skizze. Im Achiv 
für Naturgeschichte 1901. 



— 7 — 

Illustrationen zu dem ersten grösseren Werke, die Mollusken 
der Reise nach Ostasien, zu danken. Ihre eifrige Teil- 
nahme hat es aber wohl auch bewirkt, dass Martens seine 
nicht unbedeutende ererbte Anlage zum Zeichnen unaus- 
gebildet Hess. 

Neben den Schnecken wurden übrigens auch die 
Sprachen nicht vernachlässigt. Im Herbst 1849 konnte 
Martens die Universität Tübingen beziehen, wo er sich dem 
Studium der .Medizin widmete. Ein selbständiges Studium 
der Naturwissenschaft gab es damals ja noch nicht, die 
Naturforscher der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts 
sind fast ausnahmslos Mediziner oder — ausgebrochene 
Theologen. Den Haupteinfluss auf Ihn übte freilich der 
Paläontologe Quenstedt, aber als der Mediziner nach be- 
standenem Staatsexamen im Juni 1855 den Doktortilel er- 
warb, promovierte er mit der bekannten Dissertation 
„Ueber die Verbreitung der europäischen Land- und Süss- 
wasser-Gastropoden". Von dem Dr. med. hat er nicht 
einmal Gebrauch gemacht. 1870 und 71 trat, wie er mir da- 
mals erzählte, die Frage an ihn heran, ob er sein medizinisches 
Wissen nicht den Verwundeten und Kranken zur Ver- 
fügung stellen solle, aber er habe sich doch nicht recht 
getraut. In richtiger Würdigung der Sachlage verlieh ihm 
auch 1872 bei der Habilitation die Universität Rostock den 
Dr. phll. h. c. Jedenfalls siedelte er schon bald nach der 
Promotion nach Berlin über, um Johannes Müller zu hören, 
kam aber auch sehr rasch in Beziehungen zu dem zoolo- 
gischen Museum, dessen Direktor Liechtenstein sogleich 
seine Bedeutung erkannte und ihn schon am 1. November 
1855 als Assistent an das zoologische Museum zog und 
ihm alsbald die Verwaltung der Molluskenabteilung übertrug. 

Von da ab ist sein Leben mit dem Berliner zoologischen 
Museum und dessen Conchyliensammlung untrennbar ver- 
bunden, seine ganze Arbeitskraft diesem gewidmet gewesen. 



Auch seine Reisen haben im hiteresse des Museums statt- 
gefunden. So die Reise nach Itahen in 1856, die er mit 
Vater und Schwestern zusammen machte, erst alte Familien- 
erinnerungen im Venetianischen wieder aufzufrischen, dann 
die Halbinsel bis Neapel kennen lernend, in der glücklichen 
Zeit, wo man ein Land noch im Wagen durchfuhr und 
wirklich kennen lernen konnte. Dann die grosse Reise 
nach Ostasien, China und Japan, an Bord der Thetis, die 
ihm eine grosse Erweiterung seines naturwissenschaftlichen 
Horizontes und sehr reiche Ausbeute für das Museum 
brachte, ihn aber auch in überreichem Masse die Unan- 
nehmlichkeiten kennen lehrte, die einem Forscher durch 
die Teilnahme an einer Expedition erwachsen, deren 
Leitung kein Verständnis für seine Aufgaben hat und 
ihn als fünftes Rad am Wagen betrachtet. So trennte er 
sich am 16. März 1862 von der Thetis und bereiste selb- 
ständig Sumatra, Java, Celebes, die Molukken, Timor und 
Borneo. ErstEnde Dezember 1864 kehrte er nach Berlin zurück. 

Die Bearbeitung der reichen Sammlungen nahm über 
ein Jahrzehnt in Anspruch. Das Leben war ein ruhiges 
Gelehrtenleben, in dem nur die erscheinenden Arbeiten als 
Etappen hervortreten. 1873 habilitierte er sich als Privat- 
dozent, 1874 wurde er ausserordentlicher Professor, in 1887 
erhielt er den Titel eines zweiten Direktors des zoologischen 
Museums, in 1898 wurde er Geheimer Regierungsrat. Von 
1883 — 1887 war er interimistischer Leiter des Museums, 
auf die endgiltige Ernennung zum ersten Direktor und 
dessen vorwiegend bureaukratische Tätigkeit verzichtete 
er gerne ; die Gonchyliensammlung ging ihm denn doch 
über den Direktortitel. 

Für die Sammlung konnte er, zu seiner eigenen und 
der sehr wichtigen Albers'schen Sammlung noch zwei der 
besten und bedeutendsten Privatsammlungen erwerben, die 
Dunker'sche durch Kauf, die Paetel'sche durch Schenkung. 



— 9 — 

Der Vereinigung dieser Sammlungen, ihre Durcharbeitung 
und die Anfertigung eines Kataloges der vereinigten Samm- 
lungen hat Martens ein Lebensalter ununterbrochener Ar- 
beit gewidmet. Leider hat er die Vollendung nicht erleben 
sollen; zu einer teilweisen Herausgabe konnte er sich nicht 
entschliessen. Freilich konnte er dem Katalog nur einen 
Teil seiner Zeit widmen. Namentlich seit dem Beginn der 
Kolonialära häuften sich in fast unheimlicherWeise die Sendun- 
gen aus Ost- und Westafrika, aus Neu - Guinea und den 
melanesischen Archipel. Die Wissenschaft dankt dem eine 
Anzahl vorzüglicher, stets die ganze Molluskenfauna des 
betreffenden Gebietes umfassende Arbeiten, aber Martens 
hat mir manchmal geklagt, dass er stets diese Einlaufe 
durcharbeiten und einordnen müsse, und dadurch zu keiner 
rechten Arbeit komme. Das war freilich von seinem 
Standpunkte aus gesprochen. Andere Leute halten seine 
letzten Arbeiten: über die Weber'schen Süss- und Brack- 
wasser-Mollusken aus dem indischen Archipel, über die 
Beschälten Weichtiere Deutsch Ost- Afrikas, über die 
Seychellen, über die Mollusken von Zentralamerika, für 
Muster von sorgfältig durchgearbeiteten Faunen und für 
„rechte Arbeiten" in der höchsten Bedeutung dieses 
Ausdruckes. 

Auch diese Arbeiten stellten aber nur einen Teil der 
auf Martens ruhenden Arbeitslast dar. Wir dürfen nicht 
vergessen, dass er auch die höchste histanz war, an die 
sich Jeder wandte, der nicht allein über Mollusken, sondern 
auch über andere zoologische Fragen etwas wissen wollte, 
und dass er mit unendlicher Geduld Auskunft gab über 
wichtige und unwichtige Fragen. Martens hatte dabei 
allerdings einen grossen Vorteil, der es ihm ermöglichte, 
über jede beliebige zoologische Frage sofort Auskunft ^.u 
geben : er hatte seine Kenntnisse nicht nur im Kopf, 
sondern auch wohlgeordnet auf dem Papier. Von Beginn 



— 10 — 

seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an hatte er alles, was 
ihn irgend interessierte, — und das war so ziemlich das 
ganze Gebiet der Zoologie — aufgeschrieben und wohlge- 
ordnet in kleine Mäppchen gelegt. Kam eine Frage, so 
brauchte er nur das betreffende Mäppchen herauszunehmen, 
um sofort orientiert zu sein. Gar mancher Zoologe hat 
von diesem „papiernen Gedächtnis" Nutzen gezogen^ auch 
Schreiber dieses in mehr als einem Falle. 

Martens hatte trotz mancher Eigentümlichkeiten, die 
ihn zum Junggesellen prädestiniren zu schienen, das Glück ge- 
habt, in Camilla Wagner eine Lebensgefährtin zu finden, 
wie sie passender für ihn nicht gedacht werden konnte. 
Ueber 30 Jahre hat er mit ihr in glücklichster Ehe gelebt ; 
eine Tochter, auf welche die künstlerische Begabung der 
Familie sich vererbt hatte, krönte das Familienglück. Aus- 
zeichnungen und Ehrungen hat er nie gesucht ; sie sind 
ihm trotzdem in reichem Masse zuteil geworden. Seine 
Arbeitskraft ist ihm bis zum letzten Augenblicke treu ge- 
blieben, es war ihm beschieden, die in seinen letzten Jahren 
begonnenen grösseren Arbeiten zu Ende zu führen, ein 
reiches glückliches Leben bis zu seiner natürlichen Grenze 
auszuleben. Ehre seinem Angedenken ! Friede seiner 
Asche ! — Ko. 



Eine verschollene Campylaea. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



Bei Philippi finden wir die Angabe, dass in der Um- 
gebung von Piedimonte d' Alife, am Westabhang des 
Monte Mileto östlich von Neapel, Helix Preslii Rossm. vor- 
komme. Diese Angabe hat seither keine Bestätigung ge- 
funden und wurde, obschon von Scacchi herrührend, mit 
einigem Zweifel betrachtet. Auch von mir, da ich in dem 
am Südostfuss derselben Gebirgsmasse gelegenen Cerreto 



— 11 — 

sannico und seiner Umgebung keine Spur einer kalkweissen 
Gampylaea gefunden hatte. Als aber in diesem Frühjahr 
mein Freund Wolle auf meinen Wunsch Piedimonte d' 
Alife besuchte, um die von Piossmaessler und Philippi als 
Helix signata Fer. betrachtete Varietät der Helix carseolana 
(var. pedemonfana m.) herbeizuschaffen, brachte er zu meiner 
grossen Freude auch eine hübsche Gampylaee aus der 
Untergattung Cingulifera mit, die zweifellos Philippis Helix 
Preslii ist. Ich bin dadurch in der Lage, über diese süd- 
lichste Form der Ginguliferen genauer zu berichten. 

Es handelt sich selbstverständlich nicht um die auf 
die Alpen östlich vom Etschthal beschränkte ächte Helix 
Preslii Rossm., sondern um eine Hochgebirgsform, welche 
sich unmittelbar der Abruzzenform vom Monte Majella 
{Campylaea nicatis Costa) anschliesst, aber genügend ver- 
schieden von ihr ist, um als eigene Lokalform oder Unter- 
art gelten zu können. Sie unterscheidet sich auf den ersten 
Blick durch den schwächeren Glanz und das völlige Zu- 
rücktreten der Binde, die nur ganz ausnahmsweise und 
dann sehr schwach entwickelt ist, während Camp, nicatis 
stets ein scharf ausgeprägtes, rotbraunes Band hat; die 
Schale ist erheblich dünner, das Gewinde meistens etwas 
höher, die Umgänge etwas gewölbter, die letzte Windung 
stärker gewölbt, der Nabel etwas enger. Ich halte es da- 
rum für nötig, der Form des Matesegebirges einen eigenen 
Namen zu geben und benenne sie nach dem Nestor der 
Gonchyliologie. der sie zuerst erwähnt hat und dessen Ver- 
lust wir eben betrauern. 

Campylaea philippii n. sp. Testa aperte et perspectiviter 
umbilicata; depressa, solidula sed haud crassa, oblique 
sat rudiler striata, parum nitida, coeruleo-albida, plerumque 
unicolor, raro obsolete rufo - fasciata. Spira depresso- 
convexa, parum elevata, apice parvo, luteo-fusco, vix 
prominulo ; sutura impressa. Anfractus fere 5 convexiusculi. 



— 12 - 

regulariter accrescentes, ultimus subdilatatus, rotundatus, 
antice primum descendens, dein deflexus, basi rotundatus. 
Apertura perobliqua; ovato-rotundata parum lunata, intus 
fuscescens ; peristoma tenue vix labiatum, marginibus valde 
approximatis callo tenuissimo junctis, supero tenui, recto, 
ad insertionem producto, externo et basali expansis et 
reflexis, columellari brevi, leviter dilatato et super umbilici 
partem parvam reflexo. 

Diam maj. 22, min. 18 — 18,5, alt. 11, diam. umbilici 
4,5 mm. 

Aufenthalt oberhalb Piedimonte d' Alife am Wostab- 
hang des Matese^^ebirges in der Provinz Neapel, schon in 
geringer Meereshöhe an Mauern und Felsen. 



Anatomie und systematische Stellung 

von Xerocampylaea Kob. 



Bei Albers - Martens, die Hehceen, II. Auflage, 1860, 
steht Helix zelebori Pfr. unter den Gampyläen und folgt 
unmittelbar auf die kaukasischen Arten. Kobelt schuf für 
diese die Sektion Fruticocampylaea, für unsere bosnisch- 
serbische Art die Sektion Xerocampylaea, beliess aber beide 
bei Gampylaea. In der Sonographie I Folge^ Bd. VI 1879, 
S. 12 ist Hei. zelebori beschrieben und ihre Stellung im 
System ausführlich erörtert ; der Autor kommt zu dem 
Ergebnis, dass sie zu den Xerophilen gehöre, und zu 
diesen wird sie seitdem von der Mehrzahl der Malakologen 
gerechnet. 

Mit der Anatomie unserer Art haben sich, soviel mir 
bekannt ist, bisher drei Autoren beschäftigt. Möllen- 
dorff untersuchte Pfeile und Kiefer, und schloss aus 
seinem Befunde, dass die Art den Xerophilen näher stehe, 



- 13 — 

als den Campyläen (Beiträge zur Fauna Bosniens. Gör- 
litz 1873. S. 40.) Kimakowicz präparierte den Genital- 
apparat; er erkannte seine Aehnlichkeit mit dem von 
Xerophila striata Müll., glaubt aber trotzdem die Gruppe 
Xerocampylaea nicht zu Xerophila, sondern als Subgenus 
neben Campylaea stellen zu sollen. (Beitrag zur Mollusken- 
fauna Siebenbürgens, II. Nachtr. in : Verhandl. u. Mitth. 
d. Siebenb. Verein f. Naturwissenschaften, Jahrg. XI 1899, 
S. 207). Brancsik giebt von den Genitalien eine etwas 
mangelhafte Abbildung, an der der Penisretractor fehlt 
(Jahreshefte des Naturw. Vereins des Trencsiner Gomitates. 
Trencsin 1891. Taf. III, Fig. 3); der dazu gehörige un- 
garische Text blieb mir leider ein Buch mit sieben Siegeln. 

Durch die Güte des Herrn Kustos Apfelbeck kam 
ich vor einiger Zeit in den Be'sitz einer Anzahl lebender 
Exemplare aus dem Miljacka-Tale bei Serajevo, und fand 
dadurch die erwünschte Gelegenheit, die interessante Art 
anatomisch zu untersuchen. 

Die Länge des Tieres, beim Kriechen auf einer Glas- 
platte, schwankt zwischen 15 und 21 Mm., die Sohle ist 
an der breitesten Stelle 4 — 5 Mm. breit. Augenträger 
schlank, 6 Mm., Tentakel 1,5 Mill. lang, Fühler und Augen- 
träger schwarzgrau mit geknöpften schwarzen Spitzen; 
von den Augenträgern zieht sich je ein dunkler Streifen 
über Hals und Rücken, dazwischen eine etwa 1,5 Mm. 
breite hellere Zone. Die Seiten und das spitze Schwanz- 
ende hellgrau, Fussohle einfarbig, weisslichgrau, Mantelrand 
und Lungendach weisslich, ohne Flecken. 

Von den Nackenlappen hat der rechte die Form 
eines langgestreckten Dreiecks, ist fast 3 Mm. lang und 
am oberen, breitesten Ende, neben dem Atemloch, kaum 
1 Mm. breit. Von den beiden linken, die durch einen 
Zwischenraum von 3 Mm. von einander getrennt sind, ist 
der obere halbmondförmig, mit etwa 1,5 Mm. langer Basis; 



— 14 - 

der untere ist 2 Mm. lang und knapp 1 Mm. breit. Die 
beiden einander gegenüberliegenden Zipfel, der linke des 
obern und der rechte (obere) des untern Lappens sind 
losgelöst. 

Der sekundäre Harnleiter bildet eine offene Rinne. 

Dem Geschlechtsapparate nach ist die Art am 
nächsten mit der Sippschaft der Fruticicola hispida ver- 
wandt. Ausschlaggebend für ihre Stellung im System ist 
die Lage des rechten Augenträgers, der sich 
zwischen Penis und Vagina durch schlingt, 
während die Xerophilen sich vor den meisten andern 
Gattungen der Hei leiden gerade dadurch auszeichnen, dass 
bei ihnen der rechte Ommatophor frei neben den Geni- 
talien hegt. 

Der Penis ist im Vordem Teile sackarlig erweitert, 
im hintern cylindrisch ; seine Länge, bis zur Anheftungs- 
stelledes Vas deferens, betrug bei fünf gemessenen Exemplaren 
immer 11 — 12 Mm. Ungefähr in der Mitte, gleich hinter 
der erwähnten Anschwellung, sitzt der am röhrenförmigen 
Epiphallus angeheftete diaphragma tische Penisretractor, der 
in seinen Dimensionen sehr variirt, entweder kurz und 
kräftig; oder lang und dünn ; ich fand ihn von 2 bis 7 Mm. 
lang. Das Vas deferens ist zuweilen an der Insertions- 
stelle verdickt, wird aber dann schnell fadenförmig dünn ; 
das pfriemenförmige Fl agell um hat eine Länge von 
4—5 Mm. 

An der cylindrischen Vagina sind, etwa 2 Mm. ober- 
halb der Abzweigung des Penis, vier kleine 1 — 1,5 Mm. 
lange Pfeilsäcke angeheftet, jederseits zwei, wovon die 
beiden Innern in der Regel ein wenig grösser erscheinen 
und bis an die dahinter gelegenen Glandulae mucosae her- 
anreichen. Am frischen Präparat sieht man in den beiden 
äusseren Pfeilsäcken die glatten, schwach gebogenen Pfeile 
durchschimmern, die 1,2 Mm. lang, an der Basis 0,3 Mm. 



— 15 — 

breit sind, und sich bis zu der scharfen Spitze gleichmässig 
verjüngen. Ich bemerkte an der Spitze keine Verbreiterung 
durch einen Hautsaum, wie er bei den Xerophilenpfeilen 
zuweilen vorkommt. Kimakowiez spricht von rudimen- 
tären Pfeilen in den beiden inneren Pfeilsäcken. Man kann 
allerdings bei durchfallendem Lichte oft, aber nicht immer, 
in jedem der inneren Pfeilsäcke einen kurzen fadenförmigen 
Körper von unregelmässigen Konturen unterscheiden, den 
ich aber nicht für einen Pfeil halte, da er aus organischer 
Substanz besteht und sich in Kalilauge vollständig löst. 
Ob bei andern mit vier Pfeilsäcken versehenen Heliceen 
schon Aehnliches beobachtet wurde, ist mir nicht bekannt ; 
ich selbst habe noch keine Trichia-Arten oder Xerophilen 
der striata-Gruppe untersucht. 

Die Glandulae mucosae gruppieren sich dicht 
hinter den Pfeilsäcken cjuirlförmig um die Vagina; sie sind 
schlauchförmig, 3 — 4,5 Mm. lang, teils einfach, teils unweit 
ihrer Basis einmal gespalten^ aber nach meinen Beob- 
achtungen nie mehrfach verästelt. Ich zählte in einem 
Falle 7, dreimal 8, einmal 9, zweimal 10 Blindsäckchen. 
Der divertikellose kräftige Blasenstiel, der inmitten der 
Gland. muc. sich von der Vagina abzweigt, ist von sehr 
wechselnder Ausdehnung; ich fand ihn von 7 bis 13 Mm. 
lang, wobei gewöhnlich Länge und Dicke in umgekehrtem 
Verhältnis zu einander stehen. An seiner Spitze geht er 
allmähhg in die nicht scharf abgesetzte Samen blase 
über, deren Gestalt ziemlich wechselnd ist. Ich fand sie 
nie rund, meist ungleichmässig oval oder dreieckig, in der 
Länge von 4 — 6, in der Breite von 1,5—2,5 Mm. schwan- 
kend, meist rötlichgelb, zuweilen weisslich gefärbt. Der 
Uterushals ist kurz, 2—3 Mm. lang, und an ihn schliesst 
sich der gefaltete und mehrfach gewundene, 11 — 17 Mm. 
lange Uterus an. 



— 16 — 

Die zuiigenförmige Eiweissdrüse ist in der Regel 
gelblichgrau bis aschgrau gefärbt, 8—11 Mm. lang. Von 
ihr führt der vielfach gewundene Zwitterdrüsengang zu der 
bräunlichgelben compakten Zwitterdrüse. 

Die Mundteile erinnern, wie der Bau der Genitalien^ 
an die der Fruticicolen. Der durchscheinende, hell horn- 
farbene, schwach gebogene Kiefer, 1 Mm. und kaum 0,25 
Mm. breit, trägt 12—18 zum Teil nur angedeutete Leisten, 
die dicht gedrängt stehen und den concaven Rand ein 
wenig überragen. 

Auf der Radula, die 2,5—3 Mm. lang und kaum 
l Mm. breit ist, zählte ich 43—51 Längs- und 100—125 
Querreihen. Nach den mir zugänglichen Abbildungen 
scheinen die Zähne in der Form und Anordnung denen von 
Fruticicola hispida nahe zu stehen, doch habe ich wegen 
Mangels an Vergleichsmaterial, das in jetziger Jahreszeit 
auch nicht zu beschaffen ist, darüber kein sicheres Urteil. 

Zu der Untergattung Fruticocampylaea, die sicher zu 
den Fruticicolinae gehört, hat Xerocampylaea nur ziemlich 
entfernte Beziehungen. Ich konnte Fr. narzanensis Kryn. 
vergleichen, von der Wiegmann eine Beschreibung und 
Abbildung des Genitalapparates hinterlassen hat. Ohne 
Zweifel ist Xerocampylaea zur Unterfamilie Fruticicolinae 
zu stellen, als Subgenus der Gattung Fruticicola Held nach 
Kobelt's Einteilung (Iconographie, Registerband, S. 180), 
und ist innerhalb dieser Gattung am nächsten der Unter- 
gattung Fruticicola s, str. = Trichia Hartm. verwandt. 

P. Hesse. 

Venedig, Weihnachten 1904. 



- 17 
Büclierschau. 



A. Lehmann, Die Schnecken und Muscheln Deutsch- 
lands. Eine Anleitung zur Bestimmung und Beobachtung 
der deutschen Land- und Süsswassermollusken, sowie zur 
Anlegung einer Schnecken- und Muschelsammlung, Zwickau, 
Verlag von Förster & Borries, 1904. 80. 8,82 pag., 3 Fig., 
2 Taf. — Preis geb. M. 2.— 

Das Werkchen zeichnet sich durch einen gefälligen 
Einband, guten Druck, eine ganz prachtvolle, von Alb in 
Schmalfuss gemalte Farbentafel und durch billigen Preis 
aus. Das ist aber auch alles, was wir zu seinen Gunsten 
anzuführen haben. 

Schwere Vorwürfe müssen wir dagegen in erster 
Linie richten gegen Herrn Prof. Dr. Otto Wünsche; 
den wir im übrigen als Botaniker und Menschen hoch ver- 
ehren, dass er in unbegreiflicher Uebereilung den Verfasser 
dieses Buches dazu angeregt hat, ein solches Werkchen zu 
schreiben . . . Hätte er es doch nicht getan, oder hätte 
er es doch jemandem übertragen, der etwas von den Dingen 
versteht, über die er schreiben soll ! 

So wie es vorliegt, kann das Buch nur Schaden an- 
richten, und es wird sicher jeden Anfänger, der ernsthaft 
seine Funde bestimmen will, so gründlich von dieser Arbeit 
abschrecken, dass er für uns verloren geht. Haben uns 
doch schon oberflächliche und z. T. gewissenlose Arbeiter 
genug in dem letzten halben Jahrhundert die Schnecken- 
kunde so arg zu verekeln gesucht, dass man den Nach- 
wuchs an den Fingern herzählen kann. 

Der Verfasser, der noch dazu einen in der Weichtier- 
kunde rühmlichst bekannten Namen trägt, hat offenbar 
von dem, was er uns hier verzapft, keinen Dunst, sondern 
all sein Wissen aus Büchern zusammengetragen und da- 
durch zu den Fehlern, die er in den verschiedenen, z. T. 
XXXVII. 2 



— 18 — 

gründlich veralteten Büchern gefunden hat, neue hinzuge- 
macht. Er hat absolut kein Gefühl für das Wichtige und 
versucht darum vielfach selbst für den Laien leicht unter- 
scheidbare Arten durch Merkmale (Grösse, Skulptur u. s. 
w.) zu trennen, die für die Speziesunterscheidung auch 
nicht den geringsten Wert haben. 

Doch, sehen wir uns das Buch näher an ! Schon im 
Vorworte ertappen wir den Verfasser bei Reformvor- 
schlägen Wilsdorfs, die um so törichter sind, als alle 
diese Nomenklaturfragen von den Internationalen Zoolo- 
gischen Kongressen ja längst endgiltig entschieden worden 
sind. Man vergleiche nur die krause Namengebung mit den 
Namen Kobelt, N („Nilson" statt Nilsson!), Bourguignat, 
Lehmann, Glessin, Kreglinger als Ajitoreii unserer ge- 
meinsten Schnecken und Muscheln ! Gibt es überhaupt 
etwas Anmassenderes und Törichteres, als wenn ein An- 
fänger den Veteranen einer Wissenschaft — in unserem 
Fall einem Rossmässler, Pfeiffer, v. Martens, Westerlund 
u. s, w, — Vorschriften machen will, wenn er alles auf 
den Kopf stellt und Leute, die willens und im Begriff sind, 
diese Wissenschaft zu studieren, durch falsche Namengebung 
irreführt. Nicht einmal die Namenkürzungen der Autoren 
(vergl. seine p. 80) nach dem Berliner Kodex kennt der 
Verfasser! Lebt man denn jetzt in Zwickau ganz ausser- 
halb der modernen Naturforschung? Das war doch 
früher nicht ! 

Was der Autor so gewichtiges über Unio pidorum 
L. p. VI mitteilt, bedarf durchaus der Richtigstellung. 
Wir nennen die Art mit allen, die die Gattung Unio ein- 
gehender studiert haben, U. rostratiis Lmk. Er zitiert doch 
Westerlunds vortreffliche Fauna ; warum hat er betreffs 
dieser Art nicht Bd. VII p. 104 nachgelesen? Wenn er 
ebenda p. VI Glessins .^Deutsche Exkursions-MoUuskenfauna" 
eine ausgezeichnete Arbeit nennt, so ist das Geschmacks- 



— 19 — 

Sache: wir finden das Buch leider sehr veraltet und durch 
die Unsumme von Druckfehlern und falschen Massangaben 
namentlich zum Gebrauche für Anfänger — wie unser 
Autor — sehr bedenklich. 

Im folgenden erlaube ich mir eine Blütenlese der 
schlimmsten Böcke, die ich gefunden habe, zu geben, mit 
dem Bemerken, dass ich nicht alles durchlesen mochte, da 
es mir Zeit- und Kraftverschwendung schien, und es mir 
nicht in den Sinn kommt, unser gutes Nachrichtsblatt der 
Belehrung für einen einzelnen unwissenden Menschen zu 
opfern in Dingen, die jeder halbwegs passionierte Schnecken- 
mann in den ersten Jahren seiner Sammeltätigkeit 
kennen lernt. 

p. VII und p. I Bivalvia für Pelecypoda möchten wir 
nicht befürworten. 

p. 3 über die Geruchsorgane von Parmacella besitzen 
wir eine gute Arbeit von S i m r o t h. 

p. 12 Hauptmerkmal. Gehäuse gebändert: Xerophila. 
Dabei ist zu bemerken, dass dies Merkmal beim Aufsuchen 
von X candidula und obvia, die häufig ungebändert sind, 
irreführen muss und also in der dichotomischen Tabelle nur 
an zweiter Stelle hätte benutzt werden dürfen. 

p. 13. Gehäuse stark gerippt: Vallonia. Stimmt 
nicht für die damit gemeinte Art V. tenuüahris A. Br., die 
nur „dicht und scharf feingerippt" genannt werden darf, 
im übrigen lebend in Deutschland nicht mehr vorkommt, 
sondern nur aus Sibirien erwähnt wird. — Die deutsche 
V. adela West. (Schwäbische Alb) dagegen kennt der Ver- 
fasser nicht ! 

p. 13. Hier hätte bei Clausilia — natürlich nur für 
die deutschen Arten — betont werden müssen: „immer 
linksgewunden". 

p. 14. Deckel bei Poma^iflfshornartig, nicht „knorpelig". 



— 20 — 

p. 15, Bei Vivipara hätte die Grösse, nicht die 
Bänderung besonders betont werden sollen. 

p. 17 hatte Daudebardia heidi wegbleiben müssen, da 
sie längst als Jugendzustand von 7). rufa erkannt ist. Auch 
ist die Unterscheidung der beiden deutschen Arten nach 
den von A. J. Wagner angegebenen Merkmalen leichter 
und sicherer als nach Lehmanns Angaben. 

p. 20. Bei Vitrina annularis statt Gehäuse deutlich 
quergefaltet muss es heissen „Gehäuse rippenstreitig ". — 
F. pellucida und major sind besser an der Gehäuseform 
und Grösse zu unterscheiden, als durch des Verfassers 
vage Angaben. 

p. 22. Dass Hyalinia cellaria nicht häufig und in 
ausgewachsenem Zustande nur sehr schwer zu bekommen 
sei, muss auf irgend einer Verwechselung beruhen. — Dass 
H. nitens nur die erwachsene, südliche Form der H. nitida 
ist, die deshalb kaum Artberechtigung hat, hätte hervor- 
gehoben werden sollen. 

p. 24. Gehäuse bei Zonitoides nitidus „sehr fein 
gestreift" ist irreführend; Pfeiffer sagt mit Recht einfach 
„striata". Dem Anfänger dürfte es schwer fallen, die Art 
nach Lehmanns Schema von H. nitens-nitida zu trennen. 

p. 26. Patida pifghiaea ist als Gattung Punctum von 
Patula zu scheiden. 

p. 28. „Rippen" von Helix personata mit Haaren be- 
setzt. Die Art hat bekanntlich gar keine Rippen. — 
Hx. ruhiginosa, die um Frankfurt a. M. so gemein ist, lebt 
nicht bloss „in Norddeutschland". — Beim Mangel der 
Haarbekleidung, wie so oft, sind die Trichia- Arien nach dem 
vorliegenden Schema absolut nicht zu unterscheidtn ! — 
Der Autor stellt Hx. edentula zu den „nicht gezähnten" 
Arten, während sie doch jeder Anfänger gerade hierbei 
suchen wird ; von ihrer auffallenden schwellenförmigen 
Lippenbildung ist nirgends im ganzen Buche die Rede. 



- 21 — 

p. 3] . Hx. rufescens lebt nicht ausschliesslich „aufKalk". 

p. 33. Hx. caperata gehört nicht in eine Gruppe mit 
den grossen Arten wie Hx. ericetorum und obvia, wo sie 
niemand suchen wird. " 

p. 34. Napaeus lebt nicht ^unter abgefallenem Laube", 
sondern an Baumstämmen, wie der Autor p. 35 nachträghch 
richtig bemerkt. 

p. 35. Hier steht bei Napaeus und Cochlicopa: Mund- 
saum „nicht gezähnelt", statt gezähnt. 

p. 36 sollen die Pupiden der Gattung Torqiiilla 
„eiförmig zugespitzt" statt spindelförmig sein. — T.frunientum 
soll sich nur „in Norddeutschland" finden. — Wie der 
Verfasser T. frumentum (4 Falten und 5 Zähnchen) von 
T. secale (3 Falten und 4 Zähnchen) an der Zahl der Falten 
allein unterscheiden will, ist uns unerfindlich. 

p. 37 hat der Autor den Gaumenwulst bei Vertigo 
pygmaea vergessen, der vor allem ein scharfes und sicheres 
Unterscheidungsmerkmal von F. alpestris ist. Ueberhaupt 
basiert er seine Einteilung in erster Linie auf die Zahl der 
Zähne und Falten, was bei der Variabilität dieser Kenn- 
zeichen bekanntlich ein Unsinn ist. 

p. 38. F. pagodula „bei Grosshoheneck im Elsass" 
ist mir neu ; ich möchte die Bestimmung sehr stark an- 
zweifeln ! — Bei I. minutissima fehlt die hier gerade sehr 
wichtige Grössenangabe. — 0. doliolum nennt der Ver- 
fasser „graugelb"; ich kenne sie aus Deutschland nur glas- 
hell oder weiss. 

p. 39. /. costulata hat, soweit ich weiss, stets den 
Zahn 3 auf der Gaumenwand, bei P. muscorum fehlt der 
Zahn auf der Mündungswand überaus häufig, P. cupa Jan 
(= sterri v. Voith des Verfassers) hat dagegen meistens 
zwei Zähne. — Die sehr fraglichen Arten V. leonUna Gredl. 
und heidi Cless. (beide = alpestris Aid. vars.) hat er aufgezählt, 
die sichere Art V. ronnehyensis West, (von Berlin) und die 



— 22 — 

etwas zweifelhafte V. kuesteriana West, (von Mergentheim) 
aber weggelassen. 

Am schlimmsten (neben Pisidium) steht es bei dem 
Verfasser mit der Gattung Clausilia. Hier ist er einfach 
von Gott verlassen I Cl. tettelbachiana, die er übrigens 
wahrscheinlich niemals gesehen hat, heute noch als Art zu 
behandeln, geht gegen den gesunden Menschenverstand. 
Wie er sie von Cl. dubia Drap, mit den von ihm angeführten 
Kennzeichen trennen will, bleibt ein Rätsel. Ueberhaupt 
trennt er in erster Linie nach der Grösse, sodass der Blöd- 
sinn auf p. 40 — 44 einfach pyramidal wird. Wie oft ist 
nicht schon betont worden, dass es eine Cl. nigricans — 
die Art heisst bidentata Str. — gar nicht gibt und dass 
Cl. brauni eine leichte Varietät von itala v. Mts. ist! 

p. 44 beschreibt er die unsichere Succinea parrtila Pasc. 
(== putris L. var.) als Art, während er die wunderbare 
S. arenaria Bouch. der Nordseeküste gar nicht zu kennen 
scheint. 

Doch ich habe schon allzuviel Zeit an dem vorliegenden 
Machwerk verschwendet, das eigentlich eine solche Be- 
' achtung gar nicht verdient. Wir wollen uns nur noch ein- 
mal auf p. 64 If. die Gattung Pisidium ansehen, die neben 
Clausilia einen guten Prüfstein für die Kenntnisse eines 
Schnecken- und Muschelsammlers abgibt. Aber auch hier 
trostlose Oede. Wie der Verfasser P. roseum Scholtz und 
ovatum Gless. von P. fontinale C. Pfr. abtrennen will, ist 
uns unerfindlich, ebenso warum er die Bezeichrmngen 
Pisidium fossarinum und Anodonta mufabilis immer noch 
annehmen kann, die doch strikte gegen die heute gültigen 
Nomenklaturregeln Verstössen. 

Der Mann, den der Verfasser p. 66 Anm. zitiert 
heisst Dreissens, die nach ihm benannte Gattung also nicht 
Breissena, sondern Dreissensia ! 

Charakteristisch für die malakozoologischen Kenntnisse 



— 23 — 

des Verfassers ist schliesslich noch die Anmerkung auf 
p. 56: „Naticina möglicherweise ein Druckfehler; wohl 
richtiger natricina = kleine Schwimmerin." Der Verfasser 
hat offenbar noch niemals in seinem Leben etwas von der 
Gattung Natica gehört! Und solche Leute schreiben Bücher! 
Hätte Lehmann in seinem Buche zum Schlüsse gesagt, 
er sei bereit, allen denen, die ihre Funde nach seinem 
Werke nicht bestimmen könnten, in der Bestimmung zu 
helfen und ihnen eine richtige Determination zu garantieren, 
so würde ich still geschwiegen und gedacht haben, der 
Mann hat dann doch wenigstens anzuregen versucht. Und 
ich hätte mich an das alte Sprichwort erinnert : Ut desint 
vires, tamen est laudanda voluntas. So aber musste ich 
das törichte Buch in dieser grausamen Weise abschlachten 
und dem Anstifter, dem Verfasser und dem Verleger des 
Machwerkes Verdruss bereiten. 0. Boettger. 



Schnecken aus dem Tsad-See, 

Von 
Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt a. M. 



Es sind zwar nur drei 'Arten, die mir durch die 
Güte des Herrn Dr. med. P. Schnee in Gross-Lichter- 
felde bei Berlin aus dem Gebiete des abflusslosen Tsad- 
Sees im Hinterlande unserer westafrikanischen Kolonie 
Kamerun zugegangen sind, aber es sind Formen, die in 
ausgezeichneter Weise unsere Kenntnis der geographischen 
Verbreitung der Süsswasserkonchyhen in Zentralafrika be- 
reichern. Gesammelt wurden sie nächst Kuka, der Haupt- 
stadt von Bornu, durch Herrn Oberarzt Dr. med. Fuchs, 
der als Mitglied der Grenzregulierungs-Kommission diese 
entlegene Gegend besucht hat. 



— 24 — 

Die eine Form liegt in drei Stücken vor und kann 
nicht wohl von Vivipara unicolor (Oliv.) getrennt werden. 
Am nächsten stehen ihr die Abbildungen bei v. M artens, 
Beschalte Weichtiere Deutsch-Ostafrikas, Berlin 1897, bei 
Dietr. Reimer, Taf. 6, Fig. 25 und bei Sturany in 
Baumanns „Durch Massailand zur Nilquelle" Berlin 1894, 
bei Dietr. Reimer, Taf. 24, Fig. 4. 

Die Dimensionen sind Länge 16,5 mm, Breite 11 ^2 mm 

das Verhältnis also 1:1,45, was am besten mit var. elatior 
V. Martens (1. c. p. 177, Taf. 6, Fig. 25) übereinstimmt. 
Meine Stücke von V. unicolor (Oliv.) aus den Nilan- 
schwemmungen nächst den Pyramiden von Gizeh sind 
freilich etwas plumper, grösser, nicht so schlank und auch 
die letzte Windung bauchiger, aber es ist bekannt, wie 
sehr die Art schwankt, und selbst das grössere der Stücke 
vom Tsad-See, das gegen die Mündung hin etwas gewölb- 
tere Umgänge zeigt, mag ich nicht schon zu V. ruhicunda 
V. Mrts. rechnen, eine Art, die übrigens ebenfalls für das 
Nilgebiet charakteristisch ist und öfter mit unicolor (Oliv.) 
zusammen vorzukommen scheint. Stücke der unicolor 
meiner Sammlung von Sagara bei Kairo stehen den Tsad- 
seeformen schon erheblich- näher. 

Die zweite, ebenfalls in drei Exemplaren vorliegende 
Art gehört in die unmittelbarste Nähe der Melania 
(Melanoides) iuherculata Müll., ist aber etwas schlanker als 
alle mir vorliegenden asiatischen und afrikanischen Formen 
dieser Art. Recht ähnlich sieht sie ja auch der M. (Mela- 
noides) lentiginosa Rve., aber leider kennt man den Fund- 
ort dieser Art nicht, und diese Benennung würde auch, 
weil mir sichere Vertreter davon zum Vergleiche fehlen, 
unsicher bleiben. Von ihrer Abbildung bei Brot, Melania- 
ceen in Martini-Chemnitz, Nürnberg 1874, Taf. 27, Fig. 11 



— 25 — 

trennen sich die Stücke aus dem Tsad-See nur durch 
etwas geringere Grösse und Schlankheit. Ein gutes Stück 
misst alt. 15, diam. max. 4,5 mm, hat also das Verhält- 
nis 1 : 3,33, während M. lentiginosa 1 : 4 verlangt. Bei 
den ostafrikanischen Schalen von M. tuberculafa haben wir 
nach V. Härtens 1. c. p. 193 aber ebenfalls sehr schlank 
ausgezogene Formen, die bei 28 mm Höhe 8—9 mm 
Breite und also gleichfalls das Verhältnis 1:3,11 — 3,50 
zeigen und offenbar recht ähnlich sein müssen. Im übrigen 
wird die Art von Hrn. v. Martens 1. c. p. 194 bereits als 
im Berliner Museum von Kuka am Tsad - See liegend ge- 
genannt, wo sie Rohlfs z. Z. sammelte. 

Das dritte Konchyl ist die linke Klappe einer sehr 
kleinen, stark gewölbten und dickschaligen Corbicula flu- 
minalis Müll. Sie misst bei 4^/4 mm Tiefe 10 "4 mm Höhe 
und 20 mm Breite, ist also etwas höher als breit und 
stimmt darin überein mit jungen Stücken der var. crassula 
Mouss., die mir sehr schön von mehreren Fundorten so- 
wohl aus Syrien, wie aus dem Talyschgebiete vorliegt. 

Die kleine Probe von Süssvvassermollusken, von der 
ich eben Mitteilung gemacht habe^ bekräftigt wieder aufs 
schlagendste den goldenen Satz, welchen Wert es hat, in 
wenig durchforschten Gegenden stets ein Streichholzschächtel- 
chen bei der Hand zu haben, in das man ein paar zu- 
fällig gefundene Schnecken eintun kann. Es ist von nicht 
geringer Wichtigkeit zu wissen, dass das abflusslose Ge- 
biet des Tsadbeckens seine Fauna vom Nil aus bekommen 
hat, da die drei gefundenen Formen typische Nilschnecken 
sind. War die eine davon immerhin auch von Rohlfs 
bereits signalisiert, so erhöhten die anderen den Wert der 
Rohlfschen Entdeckung und machten sie zur unumstösslichen 
Tatsache. Die vorläufige Abwesenheit spezifischer Formen, 
wie sie den ostafrikanischen Seen bekanntlich eigen sind, 
spricht endlich noch dafür, dass wir in dem Tsad - Becken 



— 26 — 

voraussichtlich nur wenig indigene Arten und wahrschein- 
Hch auch nicht allzuviele Ausreisser mehr aus dem Nilge- 
biet zu erwarten haben. Die Entstehung und Bildung des 
ganzen Beckens aber scheint nach diesen Beobachtungen 
einer geologisch sehr jungen Erdperiode anzugehören. 



lieber Heterostylie bei Schneckenschalen und ihre 
Erklärung. 

Von 
Prof. Dr. 0. B o e 1 1 g e r in Frankfurt a. M. 

In einem Vortrage „Ueber den wissenschaftlichen 
Wert der Schnecken- und Muschelschalen", gehalten in der 
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft am 
21. März 1903, bemerkte ich*): „Dass es im Meere lebende 
Gehäuseschnecken gibt, die absolut gleiche Schalenform 
und Oberflächenskulptur besitzen, die sich aber durch 
Heterostylie, d. h. durch grundverschiedene Wirbelbildung 
und abweichendes Embryonalende von einander unter- 
scheiden, und die systematisch zu ganz verschiedenen 
Gattungen einer Familie oder Arten einer Gattung — wie 
z. B. gewisse Pleurotomiden, die sich in der Form um 
Drillia crispata Jan scharen — gehören, ist mir wohl- 
bekannt, gehört aber streng genommen nicht hierher. Nur 
wenn, wie das bei fossilen Schnecken allerdings häufig 
genug vorkommt, die Gehäusespitze abgebrochen ist, ent- 
steht hier eine Unsicherheit in der Namengebung. — Wie 
die Eigentümlichkeit der Heterostylie freilich zu erklären 
ist, scheint noch vollkommen dunkel zu sein. Die Tatsache 
gehört in das schwierige Kapitel der sogenannten Konvergenz- 
erscheinungen. "^ 



*) Bericht d. Senckenbg. Nalurf. Gesellsch. in Frankfurt a. M. 
1903 p. 185. 



— •27 - 

Ich habe seit jener Zeit dieser Erscheinung meine be- 
sondere Aufmerksamis:eit gewidmet und glaube im folgenden 
nicht bloss eine befriedigende Erklärung derselben geben 
zu können, sondern diese sogar als die allein mögliche 
bezeichnen za dürfen. 

Schon Prof. Dr. Heinrich Simroth deutet diese 
Lösung aU; wenn er in seiner zusammenfassenden Uebersicht 
über neuere Arbeiten aus dem Gebiete der Morphologie und 
Biologie der Gastropoden im Zoolog. Zentralblatt (Schuberg) 
Bd. 11, 1904, No. 23/24 p. 752 die Frage in folgender 
Weise zu erklären versucht. Er sagt: „Sollte das nicht 
auf verschiedene Larvenentwicklung hinauslaufen, mit und 
ohne pelagische Periode V So gut wie wir u. a. Schmetter- 
lingsarten kennen mit verschiedener Raupe? Die Vermutung 
gewinnt um so mehr an Wahrscheinlichkeit, als die 
Heterostylie namentlich bei tropischen Pleurotomiden auftritt, 
die in der Jugend zu pelagischer Lebensweise neigen, wie 
wir anderseits Purpura- Arien kennen mit pelagischen Larven 
und solche mit direkter Entwicklung." 

Eine ganz neue und überraschende Aussicht hat uns 
n dieser Frage R. Sturany eröffnet. Er kommt in seiner 
wichtigen Arbeit „Expeditionen S. M. Schiff Pola in das 
Rote Meer. Zoolog. Ergebnisse XXIII: Gastropoden des 
Roten Meeres" in Denkschr. math.-nat. Gl. K. Akad. d. 
Wiss., Wien, Bd. 74, 1903 auf die Verhältnisse der Wirbel- 
bildung verschiedener Schneckenarten des Roten Meeres 
zu sprechen und sagt daselbst wörtlich 

p. 219 bei Murex fribulus L. : 

„Die Tiefseeform von M. trihulus L. unterscheidet sich 
von der litoral oder in geringer Tiefe lebenden durch das 
grossblasige Embryonalgewinde, das überdies bei ihr auch 
um eine Windung mehr besitzt." (Genaue Massangaben, 
die wir in der Arbeit selbst nachzulesen bitten, bekräftigen 
diese Schlussfolgerung). „Es ergibt sich aus dieser Zu- 



— 28 — 

sammenstellung-, dass die Tiefsee-Exemplare ein verhältnis- 
mässig höheres Gewinde besitzen, und zwar ist dies die 
Folge einer Mehranlage von Umgängen." 

Und p. 220 bei Fnstis hifrons Stur.: 

„Von den elf stärker oder schwächer gewölbten Um- 
gängen sind die ersten 1^2 als glattes, bläschenförmiges 
Embryonalgewinde abgesetzt, auf welches einige zarle Quer- 
rippen folgen" . . . „Die als F. paucicostata bezeichnete 
Abweichung vom Typus verrät sich gewöhnlich schon bei 
jungen Schalen durch das rel-ativ grossblasige Embryonal- 
gewinde, sowie durch das frühzeitige Aufhören der Quer- 
wülste, wodurch . . . das ganze Gehäuse auch spezifisch 
leichter wird. — (Die f. paucicostata stammt aus Tiefen 
von 490—876 m). 

Ich glaube aus diesen interessanten und wichtigen Be- 
obachtungen den Schluss ziehen zu dürfen, dass in gewissen 
Gattungen — hier bei Murex und F%isus — ein und dieselbe 
Schneckenart zweierlei verschiedene Wirbelformen auszu- 
bilden imstande ist, und dass sich diese Fähigkeit richtet 
nach der Tiefe des Meeres, in der die Schnecke lebt. Die 
Strandform begnügt sich mit dem kleineren, spitzeren Wirbel, 
die Tiefseeform musste, um sich am Leben zu erhalten, zu 
dem grossblasigen Wirbeltypus ihre Zuflucht nehmen. Wer 
nicht zweckmässig ausgerüstet war, ging unter. Züchtete 
nun das Meer selbst diese Heterostylie heraus in der Weise, 
dass die Schwierigkeit, sich in einem bestimmten Wasser- 
niveau schwebend zu halten, die junge Schnecke zwang, 
eine grössere Luftkammer zu bauen, oder dass die An- 
regung zu dieser Blasenbildung ganz oder teilweise aus 
inneren Ursachen erfolgte — was übrigens wenig Wahr- 
scheinlichkeit für sich hat — , gleichviel, sicher ist das eine, 
dass, wenn man unsere Erklärung annimmt^ die Um- 
änderung des Wirbels nicht etwas primäres, sondern etwas 



— 29 — 

sekundäres ist, ja eventuell erst in neuester Zeit erworben 
zu sein braucht. 

Der grossblasige Wirbel kann theoretisch zwei Zwecken 
dienen. Entweder die Raumvergrösserung hat den Zweck — 
was auf den ersten Blick als das nächstliegende erscheint — 
die Schale zu erleichtern^ um dem darin wohnenden Tiere 
eine schnellere oder bequemere Ortsveränderung zu gestatten, 
mit anderen Worten seine aktive Bewegungsfähigkeit zu 
vergrössern, oder sie hat die Aufgabe, zu verhindern, dass 
die Schnecke in dem weichen Schlamme der Tiefsee ein- 
sinke und hier aus Nahrungsmangel oder aus anderen 
Ursachen zu Grunde gehe. Aus der Erwägung, dass wir 
auch bei manchen ForarainifereU; bei Embryonalkammern 
von Cephalopoden usw. in neuerer Zeit ähnliche Verhält- 
nisse kennen gelernt haben, die den blasig aufgetriebenen 
Embryonalschalen eine besondere Bedeutung inbezug auf 
die Verhütung des Einsinkens beimessen, entscheiden wir 
uns auch bei der Heterostylie der Meeresschnecken zu 
dieser jedenfalls wahrscheinlicheren Annahme, dass nämlich 
ihre veränderte Wirbelbildung das Versinken in dem Kalk- 
schlamme des Meeresbodens verhindern soll. 

Unser Erklärungsversuch richtet sich also gegen die 
Meinung, dass das Embryonalende — als der älteste und 
ursprünglichste Teil der Schneckenschale immer eine phylo- 
genetisch ältere, atavistische Form darstellen müsse, ein 
Adelsbrief gleichsam der Gattung und Familie, von der die 
Schnecke abzuleiten sei. Dass dieser ältere Standpunkt 
auch heute noch aufs schärfste verfochten wird, sehen wir 
aus zwei neueren Arbeiten A. W. Grabau's, die schon 
wegen ihrer unleugbar sorgfältigen Abfassung und Aus- 
stattung hier eingehender zu besprechen sind. 

In einer vorläufigen Mitteilung hat 1903 Professor 
A. W. Grab au unter dem Titel „On the Phylogeny of 
the Fusidae* in Annais of the New York Academy of 



- 30 - 

Sciences Vol. 15, Part. I p. 86—87 seine Ansicht über 
die Entwicklung der Familie der Fusiden in Zeit und Raum 
niedergelegt. Er versucht zu zeigen, dass diese Familie zu 
den Formen der jetzt lebenden Meeresschneckenfauna gehört, 
deren Gehäuse die grösste Beschleunigung in der Aufrollung 
der Schale zeigen. Fusiis selbst trete schon im Eocän- 
system auf. sowohl im Becken von Paris wie in dem von 
Hampshire. Von den amerikanischen Eocänformen, die ge- 
w^öhnlich auf Fiisus bezogen werden, sucht er zu zeigen, 
dass sie ihrer Embryonalschale nach näher der Gattung 
Pleurotoma verwandt seien, obgleich sie im erwachsenen 
Zustande die Gestalt eines typischen Fusiis angenommen 
hätten. Das Embryonalende von Fusus sei sehr beschleunigt 
(highly accelerated), indem es auf seinem letzten Teile 
Radialrippchen aufweise. Die typische Skulptur der er- 
wachsenen Schale erscheine plötzlich. Das früheste Schalen- 
stadium sei durch gerundete Windungen ausgezeichnet, 
während gerundete Radialrippchen von Naht zu Naht ziehen 
und die Spiralkiele einfach ausgebildet seien. Das sind 
nach unserem Verfasser aber Kennzeichen der erwachsenen 
Schale bei den primitivsten der eocänen Fusus-Arien, und 
sie erschienen auch wieder an der Jugendschale aller 
späteren Arten. Das nächste Stadium sei durch das Auf- 
treten einer Winkelbildung an der Embryonalschale und 
durch eine Zusammenhäufung oder stärkere Entwicklung 
der Radialrippchen auf diesem Winkel charakterisiert. Bei 
einem weiteren Stadium werden die Rippchen durch Höcker 
ersetzt, und diese letzteren vereinigen sich in Form eines 
Kieles. So ist es beim Typus der Gattung, bei Fusus colus. 
Bei alten Stücken dieser Art sehwindet der Kiel; und die 
Windungen verrunden. Endlich ist bei „hochbeschl^unigten" 
Typen die erwachr.ene Schale durch gerundeten, kiellosen 
letzten Umgang gekennzeichnet, während viele der Zwischen- 
stadien ausgefallen sind. So hat F. longicauda das Höcker- 



— 31 - 

und Klelstadiuni durch einen Vorgang der Beschleunigung 
in der Entwicklung verloren. Diese Erscheinung nennt 
unser Verfasser „Phylogerontisnius". In jeder Entwicklungs- 
reihe bei der Familie der Fusiden träten Typen auf, die 
in ihrer ausgebildeten, erwachsenen Schale Charaktere zeigten, 
die sich mit solchen vergleichen Hessen, wie sie sich in dem 
einen oder dem anderen Stadium der Entwicklung von 
F. colus fänden. In der zeitlichen Entwicklung jeder Reihe 
lasse sich der Nachweis führen, dass Typen, deren er- 
wachsene Schalen mit dem frühesten Stadium von F. colus 
vergleichbar seien, zuerst erscheinen. Alle eocänen Fusus- 
Arten z. B. seien vom einfachsten Typus. Die verwickeiteren 
Typen, deren erwachsene Schalen späteren Stadien in der 
Ontügenie von F. colus entsprächen, erschienen schrittweise 
später und später im Laufe der Zeit, während gleichzeitig 
primitive Typen in einiger Anzahl noch forldauerten. Ver- 
fasser hat eine Anzahl bestimmter Richtungslinien inbezug 
auf Divergenz oder Ausstrahlung in der Gattung Fusus nach- 
zuweisen versucht, wovon jede der F. colus-Reihe parallel- 
läuft, so dass für jedes Glied dieser Nebenketten gewöhn- 
lich ein vikariierendes Glied in einer der anderen Reihen 
gefunden werden kann. Aehnliche Reihen konnten unter 
den eocänen Clavilithoiden und unter einer Anzahl von 
anderen eocänen und jüngeren Gruppen zusammengestellt 
werden. Die Ontogenie von Hunderten von Exemplaren 
sei auf diese Weise inbezug auf den Schalenbau geprüft 
worden, und diese Beobachtungen hätten das Material 
zur Aufstellung einer Phylogenie der Hauptreihen bei den 
Fusiden geliefert. 

In der Hauptarbeit A. W. Grabaus, die unter dem 
Titel „Phylogeny of Fusus and its allies" 1904 in Smith- 
sonian Miscellaneous Cohections als Teil von Vol. 44 in 
8o mit 157 pag., 23 Fig. und 18 Taf. erschien, ist nun an 
der Hand vortrefflicher Abbildungen diese Entwicklung bis 



— 32 — 

ins einzelne durchgeführt. Es sei mir erlaubt, von all- 
gemeinen Gesichtspunkten aus diesem Werke noch ein paar 
Leitsätze anzuführen. 

So heisst es p. 1 : „Die Schneckenschalen sind vor- 
züglich für das Studium der Phylogenie geeignet, da alle 
Stadien von der Enibryonalschale an bis zur Schlusswindung 
des erwachsenen Tieres nicht nur erhalten (natürlich nur 
bei ganz tadellosen Stücken), sondern auch gewöhnlich be- 
quem zu sehen sind, so dass das Studium des Gewindes 
uns gestattet, die aufeinanderfolgenden Stadien der Ent- 
wicklung der Schale jedes einzelnen Stückes auseinander 
zu halten. Diese Erkenntnis aber kann man dann zu einer 
Vergleichung der erwachsenen Schalen mehr primitiver 
Typen der gleichen phyletischen Reihe benutzen." 

Und weiter p. 2.- „Zwei Schneckenarten, bei denen 
die Kennzeichen der erwachsenen Umgänge übereinstimmen, 
während ihre Embryonalwindungen voneinander abweichen, 
sind zweifellos weniger nahe miteinander verwandt als 
Arten, bei denen die Embryonalwindungen einander ähnlich 
sind oder miteinander übereinstimmen, und bei denen die 
späteren Stadien voneinander abweichen." 

Und endlich auf p. 3 bemerkt er als Ausnahmefall : 
„Das Auftreten ähnlicher Embryonalenden bei verschiedenen, 
wenn auch vielleicht verwandten Gattungen, das man als 
eine Art von Parallelismus aufzufassen hat, ist bei der 
Gattung ClaviUthes und gewissen Arten von Turbinella aus 
dem amerikanischen Eocän bekannt" . . . 

So sehr eingehend und, man kann nicht anders sagen, 
so gründlich auch die Grabauschen Untersuchungen an- 
gestellt sind, so stützen sie sich doch sämtlich auf das 
Axiom der Unveränderlichkeit der Embryonalschale, das ich, 
trotzdem ich die Arbeit recht genau studiert habe, nirgends 
von dem Autor in Zweifel gezogen linde. 

Ich muss daher M. Cossmann vollkommen recht 



— 33 - 

geben, wenn er in seiner Revue Critique de Paleozoologie 
8. Jahrg. No. 4, Paris, F. R. de Rudeval, 1904, p. 233—235 
bei Besprechung dieser Grabauschen Studie trotz aller An- 
erkennung sich gegen diese allzu einseitige Berücksichtigung 
der Wirbelform und Wirbelskulptur ausspricht. Er weist 
nach, dass man, wenn auch die Grabausche Erklärung für 
einige Fusiden Geltung habe, sich doch hüten müsse, diese 
Erklärung nun auch zu verallgemeinern und als eine absolute 
Regel auf andere Gattungen und Familien zu übertragen, 
und zeigt, dass es verkehrt sei, dabei z. B. die Kennzeichen 
der so wichtigen Mundüönung zu vernachlässigen. Grabau 
habe die Wertschätzung der Wirbelbildung derart auf die 
Spitze getrieben, dass er sich sogar dazu verleiten Hess, 
Eocänschnecken des Pariser Beckens infolge der leicht ver- 
schiedenen Embryonalwindungen in verschiedene Gattungen 
unterzubringen, die jeder französische Sammler^ der diese 
Arten nach Tausenden aufgelesen und studiert habe, bis 
jetzt als Varietäten ein und derselben Art eingefügt hatte 
und trotz Grabaus ganz richtig gesehenen leichten Unter- 
schieden auch heute noch einer einzigen Spezies einfügen 
muss. . . Gossmann gibt zu, dass die Embryonalumgänge 
von gewissen ClaviUfhes- Arien sehr veränderlich sind, be- 
merkt aber, dass die ausschliessliche Sorge um die Embryonal- 
schale — dies hypnotische Stieren auf den Nucleus — , den 
Autor zu dieser vollkommen unnötigen Umwälzung der 
Nomenklatur verleitet habe. 

Wieviel einfacher liegt der Fall doch jetzt nach unserer 
Erklärung ! 

Um kurz zusammenzufassen und zu wiederholen, geht 
unsere Beweisführung also von folgenden Tatsachen aus : 

1. Es sind lebend wie fossil eine Reihe von marinen 
Schneckengattungen (Pleurotomiden, Muriciden, Fusiden usw.) 

3 



- 34 - 

bekannt*), die nebeneinander in zweierlei Gestalt auftreten. 
Diese zweierlei Formen weichen nur darin voneinander 
ab, dass die eine ein normales, die andere ein blasig auf- 
getriebenes Embryonalende besitzt, die Schalen aber, sobald 
das Embryonalende fehlt, in Skulptur, Farbe, Zeichnung, 
Grösse usw. oft in gar nichts mehr voneinander unter- 
schieden sind. 

2. R. Stur an y hat bei \ehenden Murex- und Fusus- 
Arten den Nachweis erbracht, dass von solchen heterostylen 
Schnecken die normale Form an der Küste im Seichtwasser 
lebt, während die Form mit grossblasigem Apex das tiefe 
Meer bewohnt. 

3. M. Cos s mann hat gefunden, dass bei fossilen 
Arten der Fusiden zum mindesten schon im Eocän ähnliche 
Verhältnisse nicht ungewöhnlich waren. 

4. Der Schluss also, dass das Embryonalende als 
ältester Teil der Schale atavistische Merkmale zeige und 
uns über die Herkunft der betreffenden Arten mit absoluter 
Sicherheit unterrichte, ist sehr wahrscheinlich in allen den 
oben genannten Fällen falsch. 

5. Vielmehr verhält sich die Sache umgekehrt. Das 
blasige Embryonalende ist eine nachträglich erworbene An- 
passungserscheinung, die das Tier umsomehr — namentlich 
in der Jugend — zum Leben auf dem Boden des Meeres 
befähigt, je voluminöser sie ausgebildet ist. 

6. So konnte sich in gewissen Fällen eine doppelte 
Varietätenreihe ausbilden und ist auch zweifellos bereits 



*) Herr Dr. H.F is c h e r in Paris teilt mir in einem vom 5. Jan. 1905 
datierten Briefe mit, dass auch er solclie Fälle von Erabryonalschalen, 
die durch Aufgeblasenlieit und Zahl ihrer Umgänge etwas voneinander 
abweichen, kenne bei Sipho gracilis und bei gewissen Pleurotomen, 
die aus den Tiefen des Atlantischen Ozeans durch den Fürsten von 
Monaco gedretscht und von ihm und Herrn Ph. Dautzenberg be- 
schrieben worden seien. 



- 35 — 

die Trennung einer Art in zwei Formen vielfach erfolgt, 
die wir jetzt als verschiedene, wenn auch einander nahe- 
stehende Spezies zu betrachten haben. Aber beide leiten 
sich trotz der Wirbel unterschiede von einer gemeinsamen 
Stammform her, nicht umgekehrt. Sie sind nicht ursprüng- 
lich von himmelweit verschiedener Abstammung, nicht Tiere 
heterogener Familien, die in gleichartigem Milieu und über- 
einstimmenden Existenzbedingungen zahlreiche Konvergenz- 
erscheinungen angenommen haben. Ihre Uebereinstimmung 
in Skulptur, Farbe, Zeichnung und Grösse ist nicht eine 
Errungenschaft neueren Datums, sondern entspringt alter, 
echter Blutsverwandtschaft. 



Yerdoppelung eines Auges bei einer Helix. 

Aus Fritz Wiesmanns Nachlass. 



Abnormitäten in der Beschaffenheit und Anzahl der 
Organe sind im Allgemeinen bei den Gastropoden selten 
beobachtet worden. Bekannt sind sie besonders an den 
Genitalien, wo bereits Adolf Schmidt*) das Vorkommen 
von zwei resp. drei Ruten bei Stenogyra decollata L. von 
Genua anführt, deren jede mit einem eigenen Retractor 
versehen war. (Jb auch jede mit einem besonderen Vas 
deferens in Verbindung stand, wurde unterlassen zu be- 
obachten. 

Ueber eine Vermehrung der zwei den Stylommato- 
phoren zukommenden Augen, bei denen sich bekanntlich 
am Endknopf der beiden hinteren, grösseren Tentakel 
(Augenträger, Ommatophoren) je ein Auge befindet, ist mir 
bisher nichts bekannt geworden. Um so auffallender war es 
mir, im letzten Sommer hier bei Jena eine Helix ericetorum 
Müller anzutreffen, an deren linkem Augenträger neben 

*) Geschlechtsapparat der Stylommalophoren (1855) S. 42. 

3* 



— 36 — 

dem Auge noch ein zweiter schwarzer Pigmentfleck sicht- 
bar war, der ebenfalls eine scharfe Umgrenzung aufwies 
und deshalb die Vermutung nahe legte, dass es sich nicht 
um eine zufällige Anhäufung von Pigment, sondern vielmehr 
um eine Verdoppelung des einen Auges handelte.*) 

In der Tat ging aus der vorgenommenen anatomischen 
Untersuchung das Vorhandensein von zwei vollkommen 
ausgebildeten Augen am linken Ommatophor hervor, von 
denen das normale an der gewöhnlichen Stelle, nämlich 
an seinem Oberende etwas nach hinten gerückt, das andere, 
etwas kleinere links auf der Aussenseite daneben sass. 
Beide Augen standen nicht allein mit einem besonderen 
Opticus in Verbindung, sondern jeder der letzteren wurde 
auch von einem Arme des Ommatophorennervs und einem 
äusserst feinen Arterienzweige begleitet. 

Um dieses zu veranschaulichen ist es notwendig, etwas 
näher auf die normalen Verhältnisse einzugehen. 

Der erwähnte Ommatophorennerv, der zugleich mit 
dem Nerv des kleinen Tentakels zu den stärksten Nerven 
des Cerebralganglions gehört und sich im Augenträger ganz 
ähnlich verhält, wie letztgenannter Nerv innerhalb des 
kleinen Tentakels, entspringt am Vorderrande der Vorder- 
region oder dem sogenannten sensorischen Lappen des 
Cerebralganglions, wendet sich in Begleitung eines Astes 
des seitlichen Stammes der Vorderarterie nach vorn, dringt 
in das Lumen des Augenträgers ein, welches er in mehr- 
fachen Schlängelungen frei aufwärts durchzieht. Gegen das 
Ende des Augenträgers schwillt der Nerv zu einem an- 
sehnlichen länglichen Ganglion an, von dessen etwas ein- 



*) Eine ähnliche Missbiklung wurde anscheinend in Frankreich 
beobachtet und in einer 1895 erschienen, mir leider nicht zugänglichen 
Arbeit beschrieben : Guignon, Heiix hortensis avec ommatophore 
dichotomee. Avec fig. in Fenille Jeun. Natural. (3.) 26. Ann. No. 312 
S. 240. P. Hesse. 



37 



geschnürtem Oberrande mehrere kurze Aestchen abgehen 
und sieh aufwärts im Integument des Knopfes verzweigen. 
Seitlich von diesen Aestchen des Ganghons sitzt der Aug- 
apfel. Der sehr feine Opticus nimmt seinen Ursprung aus 
derselben Region des Cerebralganglions, aber etwas hinter 
und oberhalb der Basis des Ommatophorennervs, legt sich 
diesem mehr oder weniger dicht an, dringt mit ihm zugleich 
in das Lumen des Augenträgers ein und zweigt sich erst 
etwas unterhalb des Augapfels seitlich ab, um frei oder auch 
dem Integument anliegend zum Auge zu gelangen. Trotz 
dieser oft engen Verbindung habe ich bisher überall bei 
den Stylommatophoren den Opticus mit einiger Vorsicht 
in seiner ganzen Länge von dem Ommatophorennerv los- 
trennen und als einen selbständigen Nerv nachweisen können. 



Oc. 



N. opt. 



N. omni. 



tJ'^'fO 




(^V) 



N. opf. 



N. omni. 



G. cer 



— 38 — 

Hier nun in unserem abnormen Falle entspringen 
etwas oberhalb der Basis des anfänglich ebenfalls ungeteilten 
Ommatophorennervs vom linken Cerebralganglion dicht 
nebeneinander zwei getrennte Sehnerven, welche sich 
ersterem Nerv dicht anlegen. Dieser Nerv gabelt sich aber 
hier abweichender Weise etwa in seinem unterem Drittel 
in zwei Arme, von denen der stärkere den Sehnerv des 
grösseren, der 'schwächere den ebenfalls feineren Sehnerv 
des kleineren Auges begleitet. Beide Arme des Ommato- 
phorennervs schwellen am Oberrande zu einem länglichen 
Ganglion an, von denen jedoch das des dünneren Armes 
nur sehr klein ist. 

Am rechten Augenträger zeigten sich vollkommen 
normale Verhältnisse. 

Auf der Zeichnung sind die beiden durch eine kurze 
Cerebralcommissur verbundenen Cerebralganglien dargestellt, 
an welchen nur die aus den Augenträgern herauspräparierten 
Ommatophorennerven und Sehnerven nebst Augen aus- 
geführt, alle übrigen dort entspringenden Nerven fortgelassen 
wurden. 

G. cer. = Cerebralganglion; Oc. = Auge; N. omra. = 
Ommatophorennerv ; N. opt. = Sehnerv. 



Uebelriechende Schnecken. 

Unter diesem Titel veröffentlichte Prof. v. Martens 
im Nachrichtsbl. III, 1871, S. 201, einige eigene und fremde 
Beobachtungen und erliess eine Aufforderun^L- zur Mit- 
teilung ähnlicher Erfahrungen, die aber keinen Erfolg ge- 
habt zu haben scheint. Im handschriftlichen Nachlass 
unseres verstorbenen Mitglieds Fritz Wiegmann, der mir 
vom Zoologischen Museum in Berlin zur Verfügung gestellt 
wurde, linde ich einige Notizen, die auch für weitere 
Kreise Interesse haben dürften und die ich hier wörtlich 



— 39 — 

wiedergebe: „Ueber den von einigen Schnecken aus- 
gehenden Geruch ist iiekannt, dass Hyal. alliaria stark 
nach Knoblauch riecht. Einen sehr penetranten, das ganze 
grössere Arbeitszimmer ausfüllenden Moschusgeruch be- 
merkte ich bei der Sektion einer vorher im Wasser macerierten 
eingetrockneten Hyalina von Madeira. Bei der Sektion 
frischer Tiere zeigte sich in den meisten Fällen ein geringer, 
dem Sperma ähnlicher Geruch, bei Acanthinula aculeata 
ein an Ameisen, und bei Claus. (Laminifera) Pauli Mab, 
ein an manche Umbelliferen-Früchte (z. B. Fructus Gumini) 
erinnernder Geruch. An diese jedenfalls zur Abschreckung 
von Feinden dienende Einrichtung schliesst sich eine andere, 
welche ich bei Hyal. nitens und nitidula wahrnahm, dass 
die Tiere einen gallebitteren Geschmack haben, der sich 
den dieselben berührenden Händen mitteilt." 

Dazu möchte ich noch bemerken, dass Wiegmann bei 
Erörterung der Anatomie von Claus. Pauli Mab. den an 
Wanzen erinnernden Geruch des Tieres hervorhebt; von 
einer grossen Hyalina von Messina (er bezeichnet sie irr- 
tümlich als „Hj'al. superflua Rossm. ") schreibt er: „das 
getötete Tier hat den eigentümlichen Geruch mancher 
Umbelliferen, zwischen Rad. Petrosel. und Semen Cumini." 

Im Gegensatz dazu fand Jickeli in Abessinien eine 
Schnecke, deren Tier nach Rosenöl duftete, und beschrieb 
sie als Subulina suaveolata Jick. (Nachr. Bl. V, 1873, S. 85). 
Bei Hei. alonensis Fer. fand Strebel einen ausgeprägten 
Geruch nach Thymian, der offenbar von der Nahrung der 
Tiere herrührt. P. Hesse, Venedig. 



— 40 — 

Stenogyra octona L. und Physa acuta Drap, 
eingeschleppt in Dänemark. 

Von 
Henrik Seil, Kopenhagen. 



Bei der immer mehr sich steigenden Einfuhr haupt- 
sächhch gärtnerischer Erzeugnisse werden des öfteren ge- 
bietsfremde Mollusken hie und da eingeschleppt. 

Es gilt daher, solche Fälle sorgsam zu registrieren, 
damit nicht an gewissen Orten tiergeographische Rätsel 
entstehen. In dem Gewächshaus des botanischen Gartens 
zu Kopenhagen fanden sich im vergangenen Jahre lebende 
Stenogyra octona L. und Physa acuta Drap, in grösserer 
Anzahl. Das Vorkommnis steht nicht vereinzelt da; auch 
im botanischen Garten zu Leipzig wurde Physa acuta ge- 
funden. (Vgl. Otto Goldfuss „Binnenmollusken Mittel- 
Deutschlands" pag. 28.) 



Litteratur : 

Proceedings of the Malacological Society of London, vol 6 no 

2, June 1904. 
p. 77. Smith, Edg. A., Presidential Adress : Some Remarks on the 

Mollusca of Lake Tanganyika. Eine sehr gründliche wichtige 

Bearbeitung der Tanganyika-MoUusken, deren Studium wir 

unseren Lesern angelegentlichst empfehlen. 
„ 105. Smith, Edg. A., Description of a new species of Opisthostoma 

from Borneo (0. beddomei, mit Textfigur). 
, 106. Webster, Rev. W. H., New Mollusca from New Zealand ; — 

Neu : Laoma francesci p. 106 Textfig. 1 ; — L. elaiodes p. 106 

Textfig. 5; — Endodonta echra p. 107 Textfig. 2 ; — E. 

chrysauchen p. 107 Textfig. 3 ; — E. alloia p. 108 Textfig. 4 
, 109. Bullen, Rev. R. Ashington, Descriptions of new- species of 

Non-marine Shells from Java and a new species of Corbicula 

from New South Wales. — Neu: Corbicula subrostrata p. 109 t. 

6 fig. 7 — 9, Java; — Vivipara rouyeri p. 110 t. 6 fig. 3, Java: 



— 41 — 

— Lagochilus obliquistriatus p. 110 t. 6 fig. 4, 5, Java; — 
Melania varia p. 110 t. 6 fig. 1. Java ; — Corbicula faha p. 110 t. 

6 fig. 10. 11, Richmond River, N. S. Wales. 

p. 112. Sykes, E. R., the Hawaian species of Opeas. — Neben 0. 

junceus Gld. (Textfig. 1) und 0. pyrgiscus Pf. (Textfig. 4) sind 

als neu abgebildet 0. henshawi (Textfig. 2) und 0. prestoniah- 

vi^aiensis (Textfig. 3). — 
„ 114. Gude, G. K., Report on a small coUection of Helicoids from 

British New Guinea. — Neu : Euplecta planti (Textfig.). 
„ 117. Ancey, C. F., on some non marine Hawaian Mollusca. — (Mit pl. 

7.). Neu oder zum erstenmal abgebildet : Succinea kuhnsi p. 

117 t. 7 t. 1 ; — S. casta var. orophila & var. henshawi p. 118: 

— S. tenerrima p. 118 t. 7 fig. 2; — S. apicalis p. 118 t. 7 
fig. 3 ; — S. tetragona p. 119 t. 7 fig. 4; — S, ({uadrata p. 
119 t. 7 fig. 5; — Microcystis rufobrunnea ji. 119; — Kaliella 
thaanumi p. 119 t. 7 fig. 6; — K. lubricella p. 120 t. 7 fig. 7 ; 

— Vitrea hawaiensis p. 120 t. 7 fig. 8 ; — Auriculella malleata 
p. 120 t. 7 fig. 12; — Aur. canalifera p. 121 t. 7 fig. U; — 
Partulina physa var phaeostoma p. 121; — Amaslra luctuosa 
var. sulphurea p. 121 t. 7 fig. 9; — Am. henshawi Baldw. p. 
121 t. 7 fig. 10; — Carelia turricula var. azona p. 121; — C 
fuliginea var. suturalisp. 122; — Nesopupa baldvvini p. 122 t. 

7 fig. 13; — N. pHcifera p. 122 t. 7 fig. 14; — N. thaanumi 
p. 123; — N. wesleyana p. 123 t. 7 fig. 16; — N. kauaiensis 
p. 124 t. 7 fig. 7; — Lyropupa clathratula p. 125 t. 7 fig. 19; 

— L. carbonaria p. 125 t. 7 fig. 21 ; — L. mirabilis p. 126 t. 
7 fig. 18; — L. microthauma p. 126 t. 7 fig. 20; — L. perlonga 
Pease t. 7 fig. 15; — Helicina baldwini p. 126 t. 7 fig. 24; — 
H. dissotropis p. 127 t. 7 fig. 22, 23; — H. sulculosa p. 127 
t. 7 fig. 25; — 

Journal de Concliyliologie, vol. 52 no. 1 (ausgeg. 17. Juni 1904). 

p. 5. Pallary, Paul, Quatrieme Contribution a l'etude de la Faune 
Malacologique du Nord-Ouest de TAfrique. Avec pl. I — III. 
Als neu beschrieben oder abgebildet werden : Vaucheria tingi- 
tana n. gen. & spec. p. 7 t. 3 fig. 2—4, parmacellaartige, aber 
links gewundene Schale, Tier noch unbekannt; — Xerophila 
submoesta Mabille (=reboudiana Morelet) t. 3 fig. 11, 12; — Xer. 
redassiana p. 12 t. 1 fig. 4, 5; — Xer. chadiana t. 3 fig. 9, 10; 

— X. cherifiana t. 1 fig. 10, 11 ; — X. nisslei i>. 14 t. 1 fig. 
1, 2: — X. castriesi p. 15 t. 2 fig. 2, 3 ; — X. foucauldi p. 



— 42 — 

16 t. 3 fig. 4, 5; — X. daurae t. 1 fig. 14; — X. emmae p. 
19 t. 1 fig. 15; — X. sublallementi var. davidsoni p. 20 t. 1 
fig. 8. 9: — X. vaucheri p 21 t. 1 fig. 3 ; — Marmorana at- 
lasica var. scrarnaensis p. 25 t. 2 fig. 6; var. agagourensis fig. 7 ; 

— M. beaumieri var. dennaatensis p. 16 t. 1 fig. 19 ; — 
Melauopsis mourebeyensis p. 40 t. 3 fig. 8 ; — Valvata maroc- 
cana p. 41 t. 2 fig. 6. 7. — Das angefügte Inventaire de la 
Faune malacologique du Maroc en 1903 zählt 400 Arten auf. 

p. 59. Fischer, H., Remarques sur le Columbella terpsichore Sow. et 
sur l'Euchelis erylhraensis Stur. 

Martens, Ed. von, einige Conchijlien vom ürniia-See. In 
S.-Ber. Ges. naturf. Fr. Berlin 1904 no. 1. (Mela- 
nopsis nodosa; Neritina sp., Gorbicula crassula, Unio 
tigridis). 

Martens. Ed. von, die hescJialten Gastropoden der deutschen 
Tief See- Expedition 1898 — 99. A. Stjstematiscli geogra- 
phischer Teil. — Sep. Abdr. aus : Wissenschaftliche 
Ergebnisse der deutschen Tiefsee-Expedition auf dem 
Dampfer Valdivia, herausgegeben von Carl Chun. 
Vol. VII. Mit 5 Tafeln. 

Neu oder zum erstenmal abgebildet sind: Clavatula (Perrona) sub- 
spirata t. 1 fig. 9; — Mangelia descendens p. 7 t. 3 fig. 20; 
Fusus appressus t. 1 fig. 9; — Euthria pura p. 25 t.|2 fig. 14; 
Nassa circumtexta p. 27 t. 3 fig. 18; — Ancillaria hasta p. 37 
t. 3 fig. 13; — [Cryotritonium n. subg. für Tritonium murrayi 
E. A. Smith, abgeb. t. 3 fig. 16 ; — Liotia bicarinata t. 5 
fig. 4; — Cyclostrema semisculptum p. 49 t. 5 fig. 6; — Spiro- 
troi)is linula p. 61 t. 5 fig. 23: — LachesisV australis p. 62 
t. 5 fig. 18 ; — Natica strigosa p, 64 t. 4 fig. 7 ; — ^ N. sculpta 
p. 65 t. 4 fig. 1 ; — N. perscalpta p. 65 t. 4 fig. 5, 6, mit var_ 
eximia t. 3 fig. 23, 24; — Odostomiopsis (n. familiax genus) 
typica Thiele p. 68 t. 7 fig. 27 ; — Od. circumrosa Thiele 
p. 69 t. 7 fig. 28; — Scalaria instricta p. 69 t. 4. fig. 12; — 

— Solariella periomphalia p. 70 t. 5 fig. 1 ; — Puncturella 
analoga t. 5 fig. 8 ; — Conus torquatus t. 1 fig. 1 ; — Pleuro- 
toma (Gemmula) gemmulina p. 77 t. 1 fig. 2; — (G.) rotatilis 
p. 78 t. 1 fig. 3 ; — Surcula circumstriata p. 79 t. 1 fig. 6 ; — 
S. obliquicosta p. 80 t. 2 fig. 1 ; — S. exstructa p. 81 t. 1 



— 43 — 

fig. 4; — Drillia elachystoma p. 81 t. 2 flg. 13; — Dr. sesciuilertia 
p. 82 t. 1 flg. 11; — Dr. bisinuata p. 82 t. 1 fig. 8; — 
Brachystoma subsuturalis p. 85 t. 1 fig. 8 : — Pontothaunia 
chuni p. 86 t. 1 fig. 10; — Genota atractoides var. obsolescens 
p. 86 t. 1 fig. 12, var. aelhiopica t. 1 fig. 13; — (G.) fissa 
p. 87 t. 1 flg. 14; — (G.) bitorquata p. 88 t. fig. 13; — Leu- 
cosyrinx vepallida p. 89 t. 2 fig. 6 ; — L. crispulata p. 89 t. 1 
fig. 5 ; — Borsouia epigona p. 91 t. 2 fig. 2; — Mangilia ver- 
hoffeni p. 91 t. 2 flg. 5; — Columbarium canaliculatum p. 92 
t. 2 flg. 7; — Col. cingulatum p, 93 t. 2 flg. 8; — Typhis 
transcurrens p. 94 t. 3 fig. 2 ; — Nassaria teres p. 98 t. 3 
fig. 9 ; — Fusus verrucosus var. chuni p. 101 t. 2 fig. 15; 
Fusus subangulatus p. 102 t. 2 fig. 11 : — Fusus rufinodis 
p. 103 t. 2 flg. 11; — Fusus retiarius p. 104 t. 2 flg. 4; 
— Columbella seychellarum p. 105 t. 5 fig. 17 ; — 
Mitra triplicata p. 106 t. 3 flg. 17; — Voluta epigona p. 106^ 
figur ; — Fusivoluta anomala. p. 107 t. 3 Hg. 14; — Marginella 
(Marginellona n.) gigas p. 108 t. 5 flg. 16 : — Ancillaria lan- 
ceolata p. 110' t. 3 fig. 10; — Cassis bituberculosa p. 111 
t. 3 flg. 11; — C. microstoma p. 112 t. 3 flg. 12; — Solarium 
supraradiatum p. 118 t. 4 flg. 16; — Scalaria unilaleralis 
p. 118 t. 4 fig. 11 ; — Syrnola nisoides p. 119 t. 5 fig. 10; 
Trochus sublaevis var. chuni p. 121 t. 4 fig. 13; — Solariella 
biradiatula p. 123 t. 5 fig. 3; — S. intralaevis p. 123 t. 4; 
fig. 21 ; — Basilissa patula p. 124 t. 4 fig. 17; — B. aethiopica 
p. 125 t. 4 fig. 20; — B. oUoi var. chuni p. 127 t. 4 flg. 10 
Cocculina laevis Thiele p. 127 t. 5 fig. 11, 12; — C. radiata 
Thiele p. 128 t. 5 flg. 13; — Puncturella aethiopica p. 128 
t. 5 fig. 9 ; — Ringicula aethiopica p. 129 t. 5 fig. 15 ; — 
Actaeon aethiopicus p. 119 t. 5 fig. 14; — Volvula flavotincta 
p. 130 t. 5 fig. 21; — Scaphander cancellalus p. 131 t. 5 
fig. 19. 
Beigefügt sind sehr dankenswerte Verzeichnisse der bekannten 
Arten von Kamerun bis zur grossen Fischbai, der Tiefseearten 
aus dem atlantischen Ozean, der charakteristischen Arten vom 
Kap, und der von Monibas bis Lindi bekannten Küstenarten. 
Im Anhang werden auch einige gelegentlich gesammelten 
Landschnecken aufgezählt. 

Dali, W. H.. Contributions to the Tertiär y Fmma of Florida, 
with especial reference to the Silex Beds of Tampa 



_ 44 — 

and the Beds of the Caloosahatchie-River, including 
in many cases a complete revision of the generic 
groups treated of and their american tertiary species. 
In: Transact. Wagner Free Institute, vol. 3 nov. 6. 
With pl. 45—60. 
Mit diesem sechsten Hefte kommt das grossartige Werk Dalls zum 
Abschluss, nachdem es 18 Jahre lang die volle Arbeitskraft 
des Verfassers in Anspruch genommen hat. Es bringt zunächst 
den Beweis, dass das sogenannte Untermiocän der Südstaaten 
völlig dem deutschen Ohgocän entspricht und zum grösseren Teil 
zu einer Zeit abgelagert wurde, wo Pacific und Atlantic noch nicht 
getrennt waren ; die Trennung ist auf der Höhe des Oligocän 
erfolgt. Die obersten Miocänschichten sind unbedingt dem 
Pliocän zuzurechnen. Im Ganzen sind 800 neue Arten aus 
dem Floridaner Tertiär beschrieben worden und die Systematik 
hat eine bedeutende Umarbeitung erfahren. Das vorliegende 
Schlussheft enthält zunächst den Schluss der Teleodesmacea 
(Veneridae, Lucinacea, Ghamacea , Garditacea, Gyrenacea , 
Astartacea, Cypricardiacea), Anomalodesmacea (,Peromyacea, 
Anatinacea) und die Brachiopoden. 

Proceedings of the Äcademy of Natural Sciences of Phila- 
delphia 1903 vol. 55 no. 2. 

p.496. Pilsbry, H. A., a new Japanese Pleurotomaria (PI. hirasei) t. 22 
fig. 1, 2. 

Proceedings of the Äcademy of Natural Sciences of Phila- 
delphia 1903 vol. 55 no. 3. 

p. 626. Pilsbry, H. A., a new American Genus of Gerionidae. (Zaco- 
leus idahoensis n. gen, et spec.j aus Idaho. 

„ 756. Vanatta. E. G., a list of Shells collected in Western Florida 
und Hörn Island, Miss. — Neu Vitrinella mooreana p. 758 
Texttig. 1; — Erycina tloridana p. 758 Textfig. 2; — Cuma dalli 
p. 759 Texttig. 3. 
^ 761. Pilsbry, H. A., Mexican Land- und Freshwater Mollusks. Mit 
Taf. 47—53 ; — Neu : Thysanophora fischeri p. 763 t. 49 fig. 6 ; 
— Th. tatei (= blakeana Täte nee Newc.j t. 49 fig. 3; — Cyro- 
cion n. subg. für Epirobia mirabilis n. p. 705 t. 50 fig. 10; — 
Omphalina martensiana p. 766 t. 48 fig. 7 (mit Textfig. der 
Radula) : — Pyramidula victoriana p. 769 t. 49 fig. 1 ; — 
Glandina huingensis p. 770 t. 47 fig. 2; — Gl. victoriana p. 771 



— 45 — 

t. 4<S fig. 1; subsp. alticola t. 48 fig. 2; — Gl. oblonga 
taniaulipensis p. 772 t. 47 flg. 6: — Salasiella minima p. 773 
Textfig. 6; — S. subcylindrica p. 774 TexLfig. 1; — Spiraxis 
borealis p. 775 t. 50 fig. 6 ; — Leptinaria tamaulipensis p. 776 
t. 50 tig. S; — Amnicola tryoui p. 781 t. 52 fig. 10; — 
Sphaerium jalapensis p. 786 t. 53 fig. 1, t. 54 fig. 3; — Sph. 
novoleonis p. 787 t. 53 fig. 5, t. -54 fig. 6 ; — Lampsilia 
rovirosai Psbry. abgeb. t. 54 fig. 1. 

p. 790. Pilsbry, H. A., a nevv Hawaiaii Limnaea (L. hawaieiisis). Mit 
Texlfig. 

Getier^ Mittelschullehrer , Beiträge zur Vitrellenfauna 
Württemherys. — In: Jahreshefte Ver. vaterl. Natur- 
kunde Württemberg 1904 p. 208—334, mit Taf. 
8—14. 
Eine in jeder Hinsicht erfreuliche Arbeit, welche einen ganz un- 
geahnten Reichtum an diesen kleinen Paludiniden erschliesst, 
welche die unterirdischen Wasserbehälter des schwäbischen 
Jura und des Muschelkalks bewohnen. Der Verfasser hat sich 
nicht damit begnügt, das Genist der aus dem Jura kommenden 
Bäche und Flüsse auszulesen, sondern hat Quelle für Quelle 
genau durchsucht und dadurch die Zahl der Fundoj-te, die sich 
früher nur auf zwei beUef (der Nonnenbrunnen bei Ofterdingen 
und die Falkensteiner Höhle), auf ca. 60 gebracht und an 
sieben Stellen lebende Vitrellen gefunden ; er ist auch dadurch 
in die glückliche Lage gekommen, mit einem Material von 
vielen Hunderten arbeiten und die Bewohnerschaft jeder ein- 
zelnen Quelle, resp. der zugehörigen unterirdischen Seen für 
sich allein bearbeiten zu können. Er erhielt dabei das über- 
raschende Resultat, dass die Formenmannigfaltigkeit in jeder 
einzelnen Höhle eine geradezu verblüffende ist, dass aber die 
Formen alle durch Uebergänge verbunden sind und nicht 
spezifisch getrennt werden können. Die nach dem Fundort 
umgrenzten Arten lassen sich nur schwer oder gar nicht mit 
den seither bekannten, auf einzelne im Genist gefundene Ge- 
häuse begründeten sogenannten Arten vereinigen, obschon dem 
Autor die Typen von Glessin und Weinland vorlagen. Seine 
Bemerkungen über den Artbegriff im Allgemeinen sind von 
hohem Interesse; ich hoffe sie demnächst im Nachrichtsblatt 
zum Abdruck bringen zu können. — Die photographischen 
Abbildungen sind vorzüglich und verbürgen eine völlig objektive 



— 46 " 

Wiedergabe der Contouren. Abgehandelt werden: Vitrella 
quenstedti Wiedersh. einschliesslich var. pellucida Benz und 
var. acuta n. ; sowie var. weinlandi n. aus dem Eckisloch bei 
Urach; — V. putei n. nebst var. roesleri n. ; — V. exigua n. ; 

— V. labiata n.,'alle diese aus dem Juragebiet ; — V. franconia 
n. mit var. scalaris, spirata, spirilla und postera aus dem 
Muschelkalk. 

Nautilus, vol. XVIII no. 3, 3. Juli 1904. 

p. 25. Walker, Bryant, Notes on Eastern American Ancyli (mit Tafel). 

„ 30. Clapp, Geo. H., a new Omphalina from Alabama (pilsbryi n.). 

, 31. Van Hyning, a Molluscan Stampede (mit Textfigur). Bezieht 
sich auf eine Art Wanderung von Physa gyrina. 

, 32. Pilsbry, H. A. & Y. Hirase, Descriptions of new Japanese Land- 
snails. Neu: Euhadra irrediviva p. 32; — Aegista takunoshimana 
p. 33 ; — Plectotropis pressa p. 33 ; — Aegista friedehana var. 
vestita p. 33, var. goniosoma p. 34; — Aeg. kobensis var. 
pertenus und var. koschikijimana p. 34. 

, 34. Stearns, R. E. C, Limax maximus and other slugs in Cali- 
fornia. 

The Journal of Malacologij, vol. XI no. 2. 
p. 22. Smith, Edg. A., on a collection of Marine Shells from Port 
Alfred, Cape Colony. — Neu : Drillia thetis p. 26 t. 2 fig. 1 ; 

— Dr. subcontracta p. 26 t. 2 fig. 2 ; — Dr. albonodulosa 
p. 27 t. 2 fig. 3 ; — Dr. praetermissa p. 27 t. 2 fig. 4 ; — Dr. 
nivosa p. 27 t. 2 fig. 5 ; — Clathurella crassilirata p. 27 t. 2 
fig. 6 ; — Glyphostoma siren p. 28 t. 2 fig. 7 ; — Mangilia 
alfredi p. 29 t. 2 fig. 8; — Ancilla albozonata p. 29 t. 2 fig. 9; 

— Cl. reevei p. 29 t. 2 fig. 10 ; — Fusus cingulatus p. 30 t. 2 
fig. 11 ; — Terebra suspensa {= pertusa Sowerby nee Born) p. 30 
t. 2. fig. 12; — Mitromorpha volva Sow. var. p. 31 t. 2 fig. 13; 
Marginella munda p. 31 t. 2 fig. 18; — M. differens p. 32 
t. 2 fig. 19; — M. dulcis p. 32 t. 2 fig. 20; — M. pseustes 
p. 32 t. 2 fig. 21; — Purpura texturata p. 32 t. 2 fig. 22; — 
Nassa proecilosticta p, 33 t. 2 fig. 16; — BuUia trifasciata 
p. 34 t. 2 fig. 17: — Natica napus p. 34 t. 2 fig. 22; - N. 
decipiens p. 34 t. 2 fig. 23; — Rissoina alfredi p. 35 t. 2 
fig. 24; — Kissoa perspecta p. 25 t. 2 fig. 25 ; — R. conspecta 
p. 35 t. 3 fig. 1 ; — Eulimella nivea p. 36 t. 3 fig. 2 ; — Eul. 
minor p. 36 t. 3 fig. 3; — Turbonilla gemmula p. 36 t. 3 
fig. 4.; — T. decora p. 36 t. 3 fig. 5; — Triforis fuscescens p. 37 



47 



t. 3 fig. 6; — Tr. fuscomaculata p. 37 t. 3 tig. 7 ; — Tr. con- 
vexa p. 37" t. 3 fig. 9 ; -- Ethalia africana p. 88 t. 3 fig. lU, 11; 
Cynisca forticoslata p. 38 t. 3 fig. 12, 13; — Ampullarina 
africana p. 38 t. 3 fig. 14; — Cultellus decipiens (-pellucidus 
Sow. nee Penn.) p. 39; — Semele capensis p. 39 t. 3 fig. 15, 16; 

— Theora ovalis p. 39 t. 3 fig. 17; — Teilina regularis p. 39 
t. 3 fig. 18 ; — Lucina despecta (-columbella Sow. nee Lam.) 
p. 40; — L. valida p. 40 t. 3 fig. 19; — Lepton fortidentatus 
p, 41 t. 3 fig. 20; — Telliomya similis p. 41 t. 3 fig. 21; — 
Cardita minima p. 41 t. 3 fig. 22; — Carditella laticosta p. 41 
t. 3 fig. 23; — Hochstetteria velaini p. 42 t. 3 Hg. 24; — H. 
limoides p. 42 t. 3 fig. 26 ; — Modiola tenerrima p. 42 t. 3 
fig. 26; — Limopsis pumilio p. 43 t. 3 fig. 27, 28: — Lima 
perfecta p. 43 t. 3 fig. 28. 

p. 45. Gude, G. K., Note on Gorilla erronella, Nevill Mss. (mit Textfigur). 
, 47. Collinge, W. E., Deseription of a new species of Ariunculus 

from Algeria (pallaryi n.). 
, 48. Heynemann, D. F., some recent slug-papers (Besprechung 

zweier Arbeiten von Simroth. 

Journal de Concliyliologie, 1904 vol. 52 no. 3. 

p. 197. Bavay, A., Descriptions de quelques nouvelles espöces du genre 
Pecten et Reetifications. Neu : Chlamys hirasei p. 197 t. 6 
fig. 1, 2, mit var. ecostata t. 6 fig. 7, 8; — Chi. ambiguus 
p. 199 t. 6 fig. 15, 16, beide aus den ostasiatischen Gewässern; 

— Chi. wilhelminae p. 200 t. 6 fig. 13, 14 mit var. maculata 
fig. 3, 4, Neucaledonien ; — Chi cythereus p. 102 t. 6 fig. 11, 
12, Tahiti. 

, 207. Dautzenberg, Ph. & A. Bavay, Deseription d'un Ammussium 
nouveau drague par le Siboga dans la Mer de Celebes (A. 
Sibogaij. 

„ 212. Pallary, P. Addition ä la Faune malacologique du Golfe de 
Gabes. Avec pl. 7. — Neu: Retusa dilatata p. 315 t. 7 fig. 8; 

— Ginnaniana taprurensis p. 218 fig. 1 ; — Homostoma mira- 
bilis p. 219 fig. 2;— H. bracteata p. 220 fig. 4; — Phili)ertia 
papulosa p. 220 fig. 4 ; — Mangilia kochi p. 221 fig. 5 ; — 
Clathromangilia strigilata p. 222 fig. 6; — Nassa ferussaci 
subsp. arcuata, p. 226 fig. 10, subsp. exigua fig. 14; — Amycla 
corniculum subsp. bedei p. 228 fig. 9 ; — Ocinebriiia edwardsi 
var. hispidula p. 231 fig. 18; — • Pirenella coniea subsp. tricolor 
p. 232; — Rissoa monodonta var. auriformis p. 234 fig. 12; — 



Actaeopyramis bulinea var. tenuis p. 235 t. 7 ; — Turbonilla ] 
stricta p. 236 t. 17 ; — T. mirifiea p. 237 fig. 16; —T. tenuis \ 
p. 288 fig. 19; — Eulima praecurta p. 239 fig. 15; — Clancu- 
lopsis jussieui subsp. debilis p. 240; — Megaxinus unguiculinus 
p. 247' fig. 21—23. 

Eingegangene Zahlungen : 

Pastor Ricklefs, Waddenwardeii, Mk. 6. — ; F. Wertheim, Grune- 
wald, Mk. 6. — ; C. M. Steenberg, Kopenhagen, Mk. 6. — ; Lehrer 
Pässler, Berlin, Mk. 6. — ; John Ponsonby, London, Mk. 6. — ; 
G. Schwefel, Küstrin, Mk. 6.— ; Dr. Hilbert, Sensburg, Mk. 6.— 
A. Uhlemann, Plauen, Mk. 6.— ; G. S. Parry, Eastbourne, Mk. 6.— ; 
W. A. Lindholm, Wiesbaden, Mk. 6. — ; Ludwig Henrich, Frankfurt 
a. M., Mk. 6.— ; G. Natermann, Hann.-Münden, Mk. 6.— ; Anton Köhler, 
Hohenelbe, Mk. 6.— : M. M. Schepmann, Rhoon, Mk. 6.— ; 
Fr. Borcherding, Vegesack, Mk. 6. — ; Naturforschende Gesellschaft 
Görlitz, Mk. 6.— ; Walker Bryant, Detroit, Mk. 6.— ; G. Nägele, 
Waltersweier, Mk. 6.— ; Paul Hesse, Venedig, Mk. 6.— ; F. Ulrich, Berhn, 
Mk. 6.— ; E. Bülow, Berlin Mk. 6.— ; Garl Freiherr v. Loefielholz, 
München, Mk. 6.— ; Professor Dr. G. Stoll. Zürich, Mk. 6.— ; Anton 
Schmidt, Haida, Mk. 6.— ; Stadtpfarrer Moenig, Mengen, Mk. 6.— ; 
Dr. Garl F. Jickeh, Hermannstadt, Mk. 6. — ; Marchese di Monterosato, 
Palermo, Mk. 6.— ; Dr. Flach, Aschaffenburg, Mk. 6. — ; Alexander 
Baron Tiesenhausen, Solka, Mk. 6. — ; — Professor P. S. Pavlovic, 
Belgrad, Mk. 6. — ; s'Rijks Museum van Natuurlyke Historie, 
Leiden, Mk. 6.—. 

Neue Mitglieder: 

Landrat von Heim'blirg, Biedenkopf, Hessen-Nassau. 

Hans Sohlesoh, Kopenhagen W., Westerbrogade 118 n. 

Alfred Uhlemann, Bürgerschullehrer, Plauen i. V., Leissnerstr. 12. 

Prof. Spiridion Brusina in Agram (Zagreb). 

Mönig, Stadtpfarrer, Meng^i"(Würtlb.). 

Carl Freiherr v. Loeffelholz, k. u. k. Hptm. a. D., München, Langerstr. 2. 

Anton Schmidt, Bürgerschuldirektor, Haida (Böhmen). 

Dr. Flach, pr. Arzt, Aschaffenburg. 

Prof. P, S. Pavlovic, Belgrad (Serbien), Studenica Ulica Nr. 8. 

Prof. Dr. Otto Stoll, Zürich V, Klosbachstr. 75. 

F. Ulrich, Berlin N., Franseckistr. 7. 

E. Bülow, Berlin SW., Zimmerstr. 86. 

Alexander Baron Tiesenhausen, Solka (Bukowina) Oesterr.-Ung. 

Dr. Carl F. Jiokeli, Hermannstadt (Oesterreich-Ung.). 

Marchese di Monterosato, Palermo, 2 via Gregorio Ugdulena. 

s'Rijks Museum van Natuurlyke Historie, Leiden. 

Paul Pallary, ä Eckmuhl-Oran (Algerie). 

Prof. Erich Brandis, Travnik, Bosnien. 

Redigiert von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheim a. M 
Verlag von Moritz Diester weg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben 25. Februar. 



Ofine KonRurrenz! 

Um mit unseren enormen Vorräten etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- u. Süsswasser-Conchylien 

zu lialben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
schen, englischen und französischen Hand- 
lungen, falls Reflektanten solche Preiskataloge einsenden. 

^^Ko^lllO^^S naturhistor. Institut, 

Berlin S. ^Äf^. 11, Königgrätzerstr. 89. 

Grösstes u* scliönstes Lager 
recenter Coneliylieii der VTelt. 

Dasselbe füllt 64 Schränke mit 1205 Schiebladen und 
25 Glaskästen für grössere Exemplare und enthält 

7123 Arten ungedeckelter Landschnecken, 
2179 „ gedeckelter Landschnecken, 
9777 „ Marine- u. Süsswasserschnecken. 
3309 „ Zweischaler u. Brachiopoden 

22388 Arten zusammen. 

Unsere Kataloge enthalten die Namen von 12000 
Arten, wissenschaftlich so angeordnet, dass sie als Tausch- 
listen dienen können. Wir senden sie postfrei an alle Museen ; 
einen Auszug mit Preisangabe, 3000 Arten enthaltend, 
an jeden hiteressenten. 

Verkauf — Kauf — Tausch. 
Sowerby & Fulton, Kew Gardens near London-England 

(etabliert durch G. B. Sowerby, 1860). 



Felix L. DameS; Berlin, W. 62, offeriert: 

Bibliütheque conchyliologique. publ. et trad. p, Chenu. 8 pts. en 5 vols. 

(le tout public) av. 195 pl. P. 1845 — 46. gr. in-8. demi-mar. Tres bei 

exemplaire. 60.- 

Blainville, Manuel de Malacologie et de Gonchyliologie. av. atlas de 109 

pl. P. 1825- -27. 8. (M. 32.—) cart. U.- 

Blätter, Malakozoologische. Hrsg. v. Clessin. Neue Folge. Bd. I — X. 

Cassel. 1879—88. 8. (M. 100.—) Ppbde. 30.- 

Bourguignat, Mollusques nouv., litigieux ou peu connus. 12 pts. av. 32 

pl. (P.) 1863—70. 8. — La serie complete. 20.- 

Call, Descr. illustr. Catal. ofthe Mollusca of Indiana, with 78 pl. (Indianop.) 

1899. 8. 15.- 

Corsi, Moluscos del Uruguay. 3 pts. mit 44 Abb, Montevideo. 1900—01. 4. 12.- 
Draparnaud, Hist. nat. d, Mollusques terr. et fluv. de la France, av. 

complem. p. Michaud. 2 vols. av. 16 pl. P. et Verdun. 1805—31. 4. 18.- 
Dnpuy, Hist. nat. de Mollusques terr. et d'eau douce de la France, av. 

31 pl. P. 1841—52. gr. in 4. 28.- 

Fischer et Crosse, Etudes s. les Mollusques terr. et fluv. du Mexique 

et de TAmerique Centn Livr. 1 ä 16 (tout ce qui a paru). av. 66 pl. 

col P. 1870—94. 4. (M. 288.—) 125.- 

Gualtieri, Index Testarum Conchyliorum. cum 110 tab. Florent. 1742. 

fol. Ldrbd. 10.- 

Hidalgo, Obras malacologicas. Entrega I — VI y Atlas de 150 pl. Madrid 

1890—1903. 4. (M. 183.—) 112.- 

Jay, Catalogue of the Shells in bis Gabinet. 4. (last) ed. with Suppl. 

New York 1850—52. 4. 20.- 

Journal de Concliyliologie, Depuis le commencement en 1850 — 1870. 

18 vols. av. pl. col. et n. P. 1850—70. 8. Les Annees 1850—65 rel., 

les autres en cahiers. 150.- 

Kiener, Species gen. et Iconogr. d. Coquilles Vivantes: 

Cypraea, av. 57 pl. col. M. 25. — Purpura, av. 46 pl. col. M. 25.- 

Conus, av. 111 pl. col. , 50.— Turbo, av. 50 pl, col. , 25.- 

Voluta, av. 52 pl. col. „ 20. — Galcar, Trochus, Xenophora 

Murex, av. 47 pl. col. , 25.— Tectarius,Risella, av. 140plcol. , 60.- 

Ferner jede andere Gattung einzeln zu billigen Preisen. 



Pfeiffer, Novitates Gonchologicae. Liefr, 1—9, mit 27 col. Taf. Gassei 
1854—57. 4. (M. 54.—) 10. 

Philipp!, Fauna Molluscorum regni utriusque Sicihae. vol. II cum 16 
tab. Halis. 1844. 4. (M. 21.—) Pbd. 15. 

Roemer, Monogr. der Molluskengattung Venus. 37 Liefg. Soweit er- 
schienen, mit 99 col. Taf. Cassel. 1864—74. 4. (M. 230.—) 35. 

Rossmässler, Iconogr. d. Land- u. Süsswasser-MoUusken. Bd. I, II. III. 

^ Liefr. 1. 2, mit 70 Taf. Dresden. 1835—54. 4. 30. 

Sarg, Mollusca reg. arcticae Norvegiae. cum mappa et 52 tab. Christ. 
1878. gr. 8. 20. 

Sars, Koren et Danielsen, Fauna littoralis Norvegiae. vol. IL III. cum 
22 tab. partim col. Bergen. 1856—77. fol. 60. 

Strebel, Beitrag zur Kenntn. d. Fauna mexikan. Land- u, Süsswasser- 
mollusken, 5 Thle. mit 80 Taf. Hambg. 1873—82. 4. (M. 76.—) 45.- 

Tapparone-Canefri, Fauna malacologica d. Nuova Guinea e d. isole ad- 
jacenti. I. Molluschi estramarini, con suppl. 2 pti. con 13 Taf. Genova 
1883—86. 8. (M. 2.5.—) 15.- 

Zoological Record: Mollusca, 1864—1901. Complete Set, 70.- 

Ich bitte meinen antiquarischen Katalog: Mollusca zu verlangen. 



^yi/^-ipjrvi_i~ujww"tf»V<;VU~VTrr"i~VYVW^V~r''''~*^rt^yV^t'^^^''*^v*^^^ 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologisßlien Gesellschaft, 



Siebenunddreissigrster Jahr^an^. 
(1905.) 



Heft II. 

(April — Juni.) 



Inhalt: 

Seite 

Rosen, Beitrag zur Kenntnis der Molluskenfauna des 

Kaukasus 49 

Kohelt, Xenophora senegalensis 64 

Ehrmann, Ueber einige peruanische Clausilien , 65 
Hesse, Aufforderung zur Anstellung biologischer 

Beobachtungen 72 

Bülow, Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung 

(mit Tafel 1 und 2) 78 

Fruhstorfer, Ein neuer Amphidromus 83 

Roheit, Diagnosen neuer Murella-Arten .... 84 
Petrhok, Zur Kenntnis der Molluskenfauna von 

Montenegro 86 

Gredler, Conchyliologisches aus Tirol 88 

Clessin, Die Gonchylien des Löss des mittleren 

Donautales . 89 

»Literatur 91 'J 



Cirrö^i^tei» IJag^er in Europa 

in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchyiien ♦♦ 

(über 10,000 Species) 
alles correct determiniert zu civilen Preisen, eigene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmungen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässigten Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos", naturhistor. Institut, 

(etabliert seit 1889) 
Berlin S\V., Königgrälzerstrasse 89. 

DeiitsElie MaMoiafllo£isclie (iBsellscliaft 

Um den Herren Malakologen die Erwerbung der früheren Jahr- 
gänge unseres Nachrichtsblattes zu erleichtern, haben wir den Preis 
für beliebige einzelne Jahrgänge auf IVIk. 2.—, 
12 „ „ „ 20.—, 

, alle 23 Jahrg. von 188 1—1903 „ , 40.— 
ermässigt, zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung von Moritz 
Dlesterweg in Frankfurt a. M. 

In nächster Zeit wird in den Abhandlungen der 
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frank- 
furt a. M. erscheinen : 

Heynemann, D. F., Die geographische Verbreitung der 

Nacl<tschnecken. 
Eine zusammenfassende kritische Darstellung unserer Kennt- 
nis derselben zu Anfang des 20, Jahrhunderts. Mit Karten. 

Eine beschränkte Anzahl von Sonderabdrücken steht 
gratis zur Verfügung für solche unserer Mitglieder, welche 
sich für diesen Zweig unseres gemeinsamen Studiums in- 
teressieren. 

Tausch-Anerbieten. 

Wir bieten anderen Vereinen und Gesellschaften, welche Arbeiten 
rein malakologischen oder gemischten naturwissenschaftlichen Inhalts 
veröffentlichen, oder auch Besitzern von Werken malakologischen 
Inhalts, soweit sie sich nicht in unserer Bibliothek befinden, den Tausch 
gegen unser Nachrichtsblalt an und erbitten Offerten an 

Dr. ^V. Kobelt, 

Schwanheim. 



No. 2. April 1905. 

Naclniclitsblatt 



der deutschen 



Malakozoologischen Gesellschaft. 

Sieben iinddreissigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblalt erscheint in vierteljährigen Heften. 
Aboniiementspreis : Mk. G.— . 

Frei durcli die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn l>r. W. Kobelt in S c liw a n h e i m hei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung das Herrn Moritz Diesterweg in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge und der Jahrbücher 
siehe Anzeige (im Schluss. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 

Beitrag zur Eenutnls der Molluskeufauna des 
Kaukasus. 

Dr. Alex, Brandt schrieb in seinem vorläufigen 
Reisebericht im Zoolog. Anzeiger 1879 Nr. 39 S. 527: 
„Landmollusken, an welchen bekanntlich die Kaukasus- 
gegenden sehr arm sind etc." Diesen Eindruck erhält ein 
jeder, der die bewaldeten Bergabhänge Giskaukasiens besucht. 
Bereits bald 8 Jahre in Giskaukasien lebend, habe ich fast 
jedes Jahr 1 — 4Wochen in den Psekupsbädern im Kubangebiet 
zugebracht, und war derselben Meinung. Was die grösse- 
ren Arten anbetrifft, so mag der Eindruck der Mollusken- 
armut wohl richtig sein, dieselben sind sehr schwer zu 
finden, und das Terrain ist von kolossaler Ausdehnung, 
stellenweise fast unbevölkert und ohne Gommunicationen, 
aber in Betreff der Mikromollusken habe ich mich eines 



- 50 -^ 

anderen überzeugt, dank dem Hochwasser in unseren 
Flüssen im Jahre 1893. Die Bergabhänge beim Flecken 
Goratschi Klioutsch (Psekupsbäder) sind alle be- 
waldet, wie überhaupt der grössto Teil des kaukasischen 
Bergrückens. Der Laubwald hat meistens einen sehr 
kräftigen Unterwuchs von allem möglichem, geradezu un- 
durchdringlichem Buschwerk und an lichteren Stellen 
schönen Graswuchs. Wo der Wald sehr dicht ist, be- 
sonders an nach Nord abfallenden Abhängen, wo die 
Sonne nie durchdringt, ist dagegen bei spärlichem Gebüsch 
fast gar kein Graswuchs vorhanden, und der Fussboden so 
locker und weich, dass bei trockener Witterung jeder 
Fusstritt vertiefte Spuren hinterlässt. Solche Stellen müssen 
selbstverständlich schneckenarm sein. Im vorigen Jahre 
bin ich das Psekupstal hinaufgefahren über den Bergpass 
nach Tuapse am Schwarzen Meere, ohne die Möglichkeit 
zu haben, unterwegs Excursionen zu machen, aber längs 
dem Wege habe ich keine Schnecken finden können ; und doch 
leben in diesem Tale eine Menge Schnecken und besonders 
Mikroarten. Das ungewöhnliche Hochwasser im Sommer 
1903 bildete an vielen Stellen Bänke von Genist, bisweilen 
von beträchtlicher Grösse. Unterwegs bemerkte ich an 
einigen Stellen Genistanhäufungen in den Zweigen der 
Bäume in ca. 7 Fuss Höhe über der Poststrasse. Unter- 
sucht habe ich diese Auswerfungen an zwei Stellen, das 
Kubangenist im Weiden-Walde und Gebüsch auf dem 
linken Ufer des Kuban der Stadt Jekaterinodar gegen- 
über, wo sich schmale flache Bänke zuweilen bis zu einem 
Faden Länge bildeten. Hier habe ich 3 Excursionen ge- 
macht; das zweite Mal war das Wasser so hoch gestiegen, 
dass ich im Boot durch den ganzen ca. ^/4 Kilometer 
breiten Wald bis zu einem hohen Erdwall, der die hinter 
dem Walde gelegenen Heuschläge der Tscherkessen vor 
Ueberschwemmung schützt, fahren konnte, und vom Damm 



— 51 — 

aus habe ich an der Oberfläche des Wassers an geeigneten 
Stellen (kleine Stauungen) mit dem Ketscher die Pflanzen- 
reste herausgefischt, zu Hause getrocknet und dann ge- 
siebt. Dieser Fang ergab die meisten Pupen. Darauf 
begab ich mich auf 3 Wochen ins Psekupstal, wo bei den 
Psekupsbädern sich an vielen Stellen kolossale Bänke 
zwischen den im Flussbett und an den Ufern gelegenen 
Bläschen, zuweilen 2 bis 3 Fuss hoch, gebildet hatten. 
Hier habe ich fast täglich gesammelt, und trotzdem habe 
ich nur einen kleinen Teil der Auswürfe gründlich unter- 
suchen können. Ich gebe hier die volle Liste der von mir 
im Kuban- und Psekupsauswurfe gesammelten Arten, um 
ein übersichtliches Bild dieser Fauna zu geben, und schliesse 
dann meine Bemerkungen zu einigen Arten an, sowie die 
Aufzählung einiger an anderen Orten gesammelter Mollusken. 
Im Allgemeinen möchte ich bemerken, dass die Flussaus- 
würfe leider fast immer verblichene und zum grossen Teil 
schadhafte Gehäuse enthalten, weshalb Varietäten ex colore 
sich nicht erkennen lassen. Ausserdem, da der Wohnort 
der Schnecken unbekannt bleibt, lassen sich keine Schlüsse 
über den Polymorphismus der Schalen in Bezug zum Terrain 
machen. So z. B. findet sich Cionella luhrica Mll. in allen 
möglichen Grössen vor und zwar mit solchen Uebergängen, 
dass verschiedene Formen sich nicht von einander trennen 
lassen. Meine Liste enthält 63 verschiedene Arten und 
Formen, im Kubangenist 44 in 2493 Exemplaren und im 
Psekupsgenist 39 in 2771 Exemplaren, im Ganzen 5264 
Exemplare. Hierzu muss ich bemerken, dass ich Helix 
piilchella, BuUminus tridens, Cionella luhrica und Carychium 
minimum bloss im Anfange sammelte und später nicht 
beachtete, sonst hätte ich diese Arten alle in Tausenden 
sammeln können. Zum Sammeln der Mikroarten muss 
man sehr viel Geduld besitzen, das Trocknen, Sieben, Aus- 
lesen und Beinigen macht, grosse Mühe, besonders bei den 



— 52 - 



kleinen Pupen, bei denen die Mündung mit Schlamm ge- 
füllt ist. Zum Reinigen muss man sie wieder in Wasser 
aufweichen und dann mit einem feinen Pinsel unter der 
Loupe auswaschen. Meine Liste beweisst, dass die schein- 
bar schneckenlosen Bergabhänge recht bevölkert sind, und 
dass einige, besonders die 4 früher erwähnten, zu denen 
noch Helix globula und Clausula foveioUis hinzuzufügen 
sind, augenscheinlich in Unmenge dort leben. 




1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 

10 
11 
12 
13 
14 
15 
16 
17 
18 
19 
20 
21 
22 



Daudebardia heydeni Bttg. 
Hyalinia subeffusa Bttg. 

„ botterii Parr. 

„ contortula Kryn. 

„ fulva Drap. 

„ nitida Mll. 

„ mingrelica Mss. 

„ V. intermissa Mss. 

„ ampliata Bttg. . 
Patula pygmaea Drp. 
„ rupestris Drp. 
Helix aculeata Mll. . 
„ laraellata Jeffr. 
„ pulchella Mll. . 
,, rubiginosa A. Schm. 
„ globula Kryn. 
„ frutis Pfr. 
„ aristata Kryn. 
„ appeliana Mss. 
„ ravergieri v. transcaucasia Mll 
„ fruticum Mll. . 
„ euages Bttg. . 



10 

20 

2 
34 



600 

15 

10 

3juv. 

1 

2 

1 

19 

1 



2 

215 

36 

15 

6 

5 

20 
3 

74 

2 

6 

1 

500 

170 
16 

4 



53 







1 '*-' 


® SS 

CU-aJ 


23 


Helix derbentina Andr 




55 


24 


Buliminus tridens Mll 


250 


330 


25 


„ „ V. kubanensis Mss. 


2 




26 


„ „ f. elongata W. 




22 


27 


Pupa doliolum Brug. . . . . 


3 




28 


„ raymondi B. v. bifilaris Mss. . 


1 


14 


29 


„ „ V. quadritilaris ii. . 




2 


30 


„ minutissima Hartm. 


45 


35 


31 


„ costulata Nilss. . . . , 


9 




32 


„ antivertigo Drap 


9 




33 


„ pygmaea Drp. . . . . 


130 


90 


34 


„ angustior Jffr. .... 


16 




35 


„ zonata Bttg. . . . . . 




30 


36 


Glausilia pumiliformis Bttg. 


10 


13 


37 


aggesta Bttg 


2 


1 


38 


„ somchetica Pfr. . . . . 


33 




39 


foveiollis Parr. . . . , 


152 


255 


40 


, serrulata Midd. . . . . 


5 


4 


41 


„ semilamellata Mss. 




5 


42 


Gionella lubrica Mll. .... 


300 


300 


43 


, acicula Mll. .... 


55 




44 


Succinea pfeifferi Rssm. . . . . 


1 




45 


„ oblonga Drp 


1 


3 


46 


„ „ V. agonostoma K. . 




1 


47 


„ „ V. arenaria f. brachya B. 




19 


48 


Garychium minimum Mll. 


600 


500 


49 


Lymnaea stagnalis L. Zwergform 


2 




50 


var 


1 




51 


„ palustris Mll. .... 


1 




52 


„ corvus Gml 


1 





— 54 









3 > 


53 


Lymnaea tmnoatula MU 


7 


10 


54 


^ „ V, ventrrosa M. T. . 


1 




55 


Planorbis elophilus v. ammonoceras 


4 




56 


„ marginatus Drp. 


70 




57 


„ spirorbis L. 




50 




58 


„ albus Mll, 




1 




59 


„ nitidus Mll. 




8 




60 


Bithynia troscheli Paasch 




5 




61 


Acme Moussoni Bttg. 






2 


62 


Pisidium fontinale Pfr. 






1. 


63 


Galyculina lacustris Mll. . 






1 




2493 


2771 



5264 
Bemerkungen zur Liste. 

Nr. 2. Diese Vitrea lebt augenscheinlich in grosser 
Menge im Psekuptal. Den von Prof. Boettger erwähnten 
Höcker auf der Mündungswaiid kann ich allerdings nicht 
finden, und wird das Gehäuse ausserdem grösser, bis zu 
4V2 mm im Durchmesser, aber die ganze Form des Ge- 
häuses, der stichförmige Nabel, der so klein ist, dass das 
Gehäuse ohne Lupe ungenabelt erscheint, die 4 Windungen 
und der Umschlag der Spindel, der sich bei einigen Exem- 
plaren erhalten hat, veranlassen mich, dieselbe zu Hyalinia 
subeffusa Bttg. zu stellen. Den Typus habe ich nicht ge- 
sehen, weshalb ich nicht entscheiden kann, ob die vor- 
liegende Form demselben vollkommen entspricht. (Die Be- 
stimmung wird von Boettger anerkannt. Red.) 

Nr. 3. botterii Parr. (vom Autor als H. suhriniata 
bestimmt, aber nach Boettger, dem ich die Exemplare vor- 



— 55 — 

legte, zu botterii gestellt. Boettger schreibt darüber : Diese 
Art ist in den Mittelmeerländern weit verbreitet; ich hoffe 
in meiner nächsten Arbeit über die Schnecken des Saros- 
Genistes von Adana auf diese und ähnliche Arten zurück- 
zukommen. Red.) 

Nr. 13. Leider bloss in einem halbausgebildeten 
Exemplare gefunden. Die Embryonalwindung ist glatt, 
und die darauffolgenden zwei Windungen rippenartig ge- 
streift, weshalb ich vermute, dass die Schnecke zu Helix 
lamellaia Jeff, gehört, aber möglicherweise auch zu einer 
neuen Art, da die Streifung stärker ist als bei Exemplaren 
dieser Art aus Dänemark in meiner Sammlung. 

Nr. 16. Helix glohula Kryn. variiert sehr stark in der 
Grösse. Sie lebt an sonnigen Abhängen im Grase, wo ich 
sie in Menge fand, aber lebendige waren im Sommer nicht 
zu linden. 

Nr. 21. Von den 19 bei Jekaterinodar gefundenen 
Helix fruticuni Mll. sind 10 ohne und 9 mit dem roten 
Bande, sie gehören zu F. major bis zu 24 Va mm im 
Durchmesser. 

Nr. 22. Die in dem Genist gefundenen 2 Exemplare 
von Helix euages Bttg. (16 : 9 mm) gehören zur flachen 
Form. Diese Gebirgsschnecke lebt im ganzen westlichen 
Kaukasus auf beiden Abhängen und zwar sehr versteckt. 
Ich besitze in meiner Sammlung bloss ein ziemlich gut 
erhaltenes Riesenexempler (19 : 13 mm) aus dem Belajatal 
in der Nähe des Kosakendorfes Duchowskaja gefunden, alle 
übrigen sind verblichen und zum Teil verwittert und schad- 
haft. Ausser den erwähnten 3 Exemplaren konnte ich 
vergleichen 2 Exemplare aus Halmüschki, 6 aus Psebai, die 
ich unter den Wurzeln eines kleinen Busches, den ich neben 
einem kleinen Felsblock aus der Erde riss, fand, 1 juv. aus 
Sotschi von H. A. Brauner in Odessa erhalten; und 8 ver- 
schiedenen Alters vom Originalfundorte, dem Kloster Psirsk, 



— 56 — 

die ich vergangenen Sommer mit vieler Mühe sammelte. 
Von allen diesen Schälen haben bloss 2 unvollendete (aus 
Psebai und Psirsk) die sackförmige Erweiterung des Unter- 
randes der Mündung (Dr. Boettger Jahrbuch 1883 Taf. 4 
Fig. 2), bei allen übrigen ist der Unterrand regelmässig 
bogenförmig. Vorherrschend ist die flache Form, und die 
Rippen auf dem letzten Umgange stehen bei den cis- 
kaukasischen Stücken etwas enger als bei dem Typus 
aus Psirsk. 

Nr. 24 — 26. BiiUnünus tridens Mll. variiert, wie überall, 
sehr stark in Form und Grösse. Sehr verdross es mich, 
dass ich, so lange am Kuban lebend, die var. Kubanensis 
Mss. nicht finden konnte und vermutete, dass Mousson 
ein abnormes Gehäuse vorgelegen hat. Erst im Jahre 1902 
fand ich eine bauchige Form an sonnigen Abhängen in 
Psebai, die ich jetzt zur v. Kubanensis Mss. stelle, aber das 
von Mousson angegebene Verhältnis des Gehäuses 10 : 6 mm 
habe ich nirgends finden können. Am nächsten kommt 
ihr ein Exemplar aus dem Kubangenist 11:6 mm. Bei 
Psebai hat sie das Verhältnis 12^2 — 16:6 mm. Im Psekups- 
tal sind aufgeblasene Formen höchst selten, vorwiegend 
sind schlanke Formen 12:4^4 mm. Augenscheinlich spielt 
die Bodenbeschaffenheit eine grosse Rolle bei der Ent- 
wickelung von Buliminus tridens. Die aufgeblasene var. 
kubanensis Mss. lebt bei Psebai auf unbewaldeten Abhängen 
auf stark kalkhaltigem Boden, während die schlanken Formen 
im Psekupstal auf Löss und humusreichem Boden leben, 
Kalk ist dort sehr wenig. Im Park der Bäder sind viele 
sehr malerische Felspartien, die aber ausschliesslich aus 
Sandstein bestehen, in deren Nähe ich ausser einigen wenigen 
Clausilien keine Schnecken gefunden habe. Die wenigen 
aufgeblasenen Formen von B. tridens, die sich im Psekups- 
genist finden, stammen jedenfalls vom Oberlauf des Flusses, 
wo Kalk- und Mergelfelsen vorherrschend sind. 



— 57 - 

Nr. 28 — 29. Pupa Raymondi Mss., vas. bißaris Mss., 
trißaris Mss. und quadrißaris forma nova. 

Im Psekupsaiiswurfe fanden sich zwischen 14 Gehäusen 
der f. bißaris Mss. 2 Exemplare, die so stark von allen 
übrigen Formen dieser Art abweichen, dass sie einen eigenen 
Namen verdienen. Ich nenne sie qnadrißaris, da sie unter- 
halb der 3 für die f. trifilaris eigentümlichen Spindellamellen 
noch eine vierte hat. Der am meisten in die Augen 
fallende Unterschied, der sie von allen übrigen Formen 
leicht erkenntlich macht, ist die ganz flache Spitze des Ge- 
häuses, die wie abgeschnitten aussieht. Das Gehäuse, 4:2mm, 
hat 7V2 Umgang, von denen die ersten S'/a eine Fläche 
mit kaum hervorstehendem Apex bilden, und die übrigen 4 
das von der Seite sichtbare Gehäuse. Von einer aus- 
führlichen Beschreibung sehe ich ab, da beide vollkommen 
übereinstimmende Exemplare nicht frisch sind. Der Typus 
aus Syrien ist mir unbekannt, so dass ich ihn leider mit 
den kaukasischen Formen nicht vergleichen kann. Augen- 
scheinlich ist die Art sehr veränderlich auch in der Grösse, 
nicht nur an verschiedenen Fundorten, sondern auch an 
einem und demselben Ort. Bei Maikop am Ufer der Belaja 
im Walde habe ich auf einem kleinen mit Moos bewachsenen 
Felsblock 23 Gehäuse gesammelt, deren Grösse von 
3^/4 — 4^3 : I'^'/g — 2 wechselt; 18 erwiesen sich als f. tri- 
filaris Mss. und 5 als f. bifilaris Mss. Schon bei unausgebildeten 
Gehäusen sind die Lamellen gut zu sehen und bilden nie 
Falten wie bei Orcula doliolum Brug. 

Nr. 30. Pu2)a costulata (Nilss.). Vom Autor als 
striata Gredl. bezeichnet, von Boettger aber als costulata 
bestimmt. (Red.) 

Nr. 35. Pupa zonata Bttg. Unter den von mir ge- 
sammelten Gehäusen dieser Art befand sich bloss ein 
frisches Exemplar, an dem das rotbraune Spiralband an 
der Gehäusebasis sich gut erhalten hat. Die Art scheint 



— 58 — 

sehr veränderlich zu sein, nicht nur in der Grösse (3 — 4:2) 
sondern auch in der Ausbildung des merkwürdigen falten- 
reichen Wulst an dem Aussenrande der Mündung. Pupa 
jmlchra Ret., die ich nicht kenne, gehört wahrscheinlich 
auch zu dieser Art. Auf Grund der die Mündung ver- 
engenden Wulst besondere Arten oder Varietäten aufzu- 
stellen, ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt, da 
eine Menge Uebergänge in der Form der Wulst vorhanden sind. 

Nr. 39. Clausilia foveicolUs Parr. ist die verbreitetste Glau- 
silie im Kubangebiet, ich habe sie fast überall im westlichen 
Ciskaukasien und A. Brauner im Gouvernement Noworossisk 
gefunden. Die Art ist auch recht variabel in Grösse und 
Form der Mündung. Die bei Westerlund angegebenen 
Maasse 12 — 14:3 habe ich nicht gefunden, die Mehrzahl 
ciskaukasischer als auch die Gehäuse aus Noworossisk und 
Tuapse messen 13^2 — 15:3^4—372 nim. Bei einigen Ge- 
häusen ist der Oberrand und bisw^eilen auch der rechte 
Mündungsrand mehr oder weniger gefältelt wie bei Clausula 
stauropolitana. 

Nr. 47. Succinea ohlonga Drp. var. arenaria Bouch. 
gleicht vollständig der f. brachya B., die ich aus Vilain in 
Frankreich besitze. Ich halte mich an Clessins Meinung, 
dass S. arenaria nicht als selbständige Form von oblonga 
Drap, abzutrennen ist. 

Nr. 49 und 50. Bloss im Kubanauswurf habe ich 
2 Gehäuse der Zwergform von L. stagnalis L. 11:5 mm 
gefunden. Abseits im Walde fand ich ein Gehäuse 
(9 : 54 : 28 M = 32 — 16) mit ein wenig ausgebreitetem und 
umgeschlagenem Aussenrande der Mündung. Falls sie sich 
in Zukunft als einem gewissen Terrain eigentümlich erweist, 
könnte sie einen besonderen Fornmamen erhalten. 

Nr. 62. Das einzige gefundene Pisidium entspricht 
vollständig der Zeichnung von Prof. Boettger im Jahrbuch 



— 59 — 

1880 Taf. 4 Fig. 5, ist aber schon stark verblichen, es gehört 
augenscheinlich zu fontinale Pfr. — 

Liste an neuen Fundorten gesammelter 
Mollusken. 

Nr. 64. Limax variegaius Drap. 

Von Herrn A. Brauner in Odessa erhielt ich 5 Exem- 
plare aus Tuapse, das grösste misst 61 : 14: 15 und das 
kleinste 18 : 5 : öVa, und 2 Exemplare aus Sotsclii 23:6^2 
und 10:5, das kleinste ist noch einfarbig schwarz. 

65. Limax intermittens Bttg. 

A. Brauner fand in Sotschi 2 junge Exemplare dieser 
Art 13:4 und 9 : 2^/* mm, deren Färbung und Zeichnung 
vollständig mit Dr. Boetlgers Zeichnung im Jahrbuch 1883 
Taf. 4 Fig. 7 übereinstimmt. 

66. Limax agrestis L. 

Von A. Brauner in Tuapse l Exemplar gefunden, 
16V2:4mm einfarbig gelblich, eine im östlichen Kussland 
verbreitete Form. 

67. Paralimax reibischi Simrth. 

1 Exemplar 15V2:4 aus Tuapse von H. A. Brauner 
und 1 von mir auf dem Michailowpass an der Poststrasse 
gefundenes Exemplar 30^2 : 7 mm. 

68. Amalia robici Simr. 

Ein Stück fand ich im Walde an der Poststrasse 
unweit Pscheda, es misst 20 : 5V2 : 6, die Sohle 1 — P/i mm 
breit. Sohle und Seiten. sind orange-rötlich, Kopf, Schild 
und Schwanzspitze schwärzhch, zur Sohle in rot übergehend. 

Nr. 69. Helix carthusiana Mll. 

Diese Schnecke kommt im Gouvernement Noworossisk 
in 2 Formen vor, der f. major 16V2:9 bei Noworossisk 
und der gewöhnlichen Form 14:7V2 längs dem ganzen 
Ufer des Meeres. Im Durchmesser übertrifft sie ein wenig 
den westeuropäischen Typus. 



— 60 - 

Nr. 70. Succinea Pfeifferi Rssm. vas. hrevispirata 
Baudon. 

Ein von A. Brauner in Sotschi gefundenes Gehäuse 
entspricht vollkommen dieser Varietät. 9 : 11 : 6 M : 9 : 5. 

Nr. 71. Ancyhis fluviatiUs L, var. subcircularis Gl. 

Von A. Brauner in 6 Exemplaren in Sotschi gefunden. 
Diese Varietät ist schon von Retowski in Sotschi gefunden 
worden, aber er gibt nicht die Grösse und Färbung der- 
selben an. Die vorliegenden Stücke weichen vom Typus 
stark ab, sie sind nicht bräunlich, sondern weisslich-gelb 
gefärbt und bedeutend grösser; 9:7 — 8 : 5 — 6 : 3— 4. 

Der verflossene Sommer war ein Kontrast des vor- 
jährigen, er war so trocken, dass der reissende Bergfluss 
Psekups so austrocknete, dass man an vielen Stellen be- 
quem zu Fuss über den Fluss gehen konnte. Das gab 
mir die Möglichkeit, die Unioniden im Fluss zu beobachten. 
Der gewöhnliche Ketscher sowie das Schleppnetz (Drague) 
gaben nie Resultate, ich zog sie immer leer aus dem Wasser, 
da die Bivalven zwischen den Steinen sitzen, wo das Netz 
sie nicht fassen kann. Schlamm ist im Flusse sehr wenig 
und bloss stellenweise vorhanden. Die Steine sind sämt- 
lich mit weisslich-grauen fadenförmigen Algen von ziemlicher 
Länge bedeckt. Ungefähr 1 V2 Kilometer unterhalb des 
Fleckens Goratschi Klioutsch bemerkte ich, dass in 
einer Wassermulde unterhalb einer kleinen, mit Buschwerk 
bewachsenen Insel in der Mitte des Flussbettes auf vielen 
scheinbaren, ebenfalls mit Algen besetzten Steinen schwarze 
Streifen zu sehen waren. Sowie ich den ersten Streifen 
mit meinem Stock berürte, verschwand er sofort, woraus 
ich erst erkannte, dass das keine Steine, sondern ein wenig 
geöffnete Bivalven waren, die bei der Berührung sich 
schlössen. Zum Umwälzen der Blätter im Walde benutze 
ich einen zum Auseinandernehmen eingerichteten Flinten- 
stock, an welchen ich eine kleine eiserne Harke anschraube, 



— 61 — 

oder zum Fang kleiner Wasserschnecken ein Teesieb. Mit 
dieser Harke, indem ich sie rasch in die geöffneten Schalen 
einschob, gelang es mir, eine Menge derselben aus dem 
Wasser zu heben, wobei ich die überraschende Bemerkung 
machte, dass dieselben sämtlich mit dem Fuss nach oben 
leben, was ich früher nie beobachtet habe. Diese Er- 
scheinung lässt sich diu'ch Naturanpassung erklären. Da 
das ganze Flussbett mit Steingeröll bedeckt ist; können 
die Tiere sich nicht auf übliche Weise bewegen und leben 
mit dem Unterende nach oben, wobei sie die Möglichkeit 
haben, sich mit dem Fuss an den sie umgebenden Steinen 
aus ihren Nestern herauszuheben. Sämtliche an 2 Stellen 
gesammelte Tiere gehören zu : 

Nr. 72. Unio stevenianus Kryn. 

Die Muschel dieser Art ist sehr veränderlich in ihrer 
Gestalt, sowohl was die Kontouren der Schale als auch 
ihre Masse betrifft. Der Unterrand ist bisweilen dem Ober- 
rande fast parallel, doch meistens mehr oder weniger aus- 
gebuchtet. Junge Schalen sind ganz hell gelblich-oliven- 
farbig und werden mit dem Alter immer dunkler. Sehr 
alte Schalen sind schwer von JInio ater Nils, zu unter- 
scheiden. Auf Messungen der Schalen und besonders 
auf das Verhältnis von Länge zu Höhe zu Dicke lege ich 
sehr wenig Wert, da sie bei ein und derselben Art sehr 
grossen Schwankungen ausgesesetzt sind, und bei Süss- 
wassermollusken überhaupt mit jedem Lebensjahre sich 
ändern. Bivalven sind bekanntlich in der Jugend sehr 
flach und werden mit dem Alter stets bauchiger. Jeden- 
falls können diese Verhältniszahlen bei Bivalven nie ein 
Kriterium zur Bestimmung der Art geben. Das Perlmutter 
bei Unio stevenianus ist nicht immer fleischfarben, nach 
meinen Beobachtungen ist die Intensität der I^'ärbung in 
Abhängigkeit von der Farbe des Tieres, die vollständig 
der Färbung des Perlmutter entspricht. Von 86 lebendig 



- 62 



gefangenen Tieren haben 46 oder 53V2°/o lebhaft fleisch- 
farbenes Perlmutter, 16 oder 18^2% bläulich-weisses und 
24 oder 28"/o bilden Uebergänge verschiedener Intensität. 
Bloss auf einer Schale finden sich schwache Andeutungen 
einer grünen Strahlung, bei allen übrigen, selbst bei ganz 
jungeU; fehlt dieselbe absolut. 

Nr. 73. Anodonta falcata Drt. 

Anodonta falcata (vom verstorbenen H. Drouet be- 
stimmt) ist die einzige Anodonta, die ich bis jetzt bei 
Jekaterinodar gefunden habe, sie wird aber bedeutend grösser 
als die ursprünglich aus dem Dnjeper beschriebene Art 
(110:55:32), Das grösste von mir in der Podkowa (ein 
Steppensee in der Nähe der Stadt, von hufeisenförmiger 
Gestalt, wahrscheinlich ein früheres Flussbett des Kuban) 
gefundene Exemplar misst 1 73 : 83 : 52, und am Ufer fand 
ich noch eine Schale 180 : 82 : 31 (62). Beiläufig bemerke 
ich, dass ich Anodonta falcata Drt. im verflossenen Sommer 
auch bei Charkoff, unweit des Villenortes Karo t seh owka 
gefunden habe, von wo sie noch nicht bekannt war. 

Obgleich ich wenig Wert auf Messungen lege, habe 
ich doch solche an A. falcata ausgeführt und teile die 
Resultate hier mit. Es sind die Mittel aus einer Reihe 
von Messungen. 





Mittel aus 
Messungen 


D 


H 


L 


1. Der Typus (110:55:32) 

2. Jekaterinodar(120-180:62- 
85:41 V2 -60) 

3. Charkoff (104—140 : 52- 
76 : 32—46) 

4. Psekups nova forma (69 — 
106:38— 55: 2OV2— 30) 


8 
10 

28 


1 

1 
1 
1 


1.72 
1.55 
1.65 
1.82 


3.43 
8.15 
3.19 
3.36 



- G3 ~ 

Falls man Mßssangen an einzelnen Exemplaren von 
einem Fundorte anstelll, erhält man noch grössere 
Schwankungen als in obiger Tabelle. Die Schalen der Art 
bei Jekaterinodar sind sehr stark grünstrahlig und verlieren 
die Strahlen mit zunehmendem Alter. 

Als ich an trockenen Stellen des Psekups tote junge 
Schalen von Unio steveniamis sammelte, stiess ich zufällig 
auf eine ganz junge Schale einer Anodonta. Das veran- 
lasste mich, mein Augenmerk auf einen alten Mühlendamm 
beim Flecken Goratschi Klioutsch zu werfen, da oberhalb 
desselben die Strömung schwächer ist und zwischen den 
Steinen sich mehr Schlamm ansammelt. An verschiedenen 
Stellen von beiden Ufern warf ich mein Schleppnetz aus, 
zog es aber immer leer aus dem Wasser. Da ich infolge 
meiner Kur gegen Rheumatismus nicht ins kalte Wasser 
gehen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als in der 
der Nähe befindliche Hüterjungen zu mieten, die mir auch 
richtig 28 Anodonta falcata Drt. ans Ufer brachten. Bei 
sämtlichen Muscheln war ebenfalls das Unterende mit 
fadenförmigen Algen besetzt, woraus ich schloss, dass sie 
auch mit dem Fuss nach oben im Grunde sitzen. Da diese 
Form von den übrigen Formen der Anodonta falcata Drt. 
abweicht und sie dem Bergfluss Psekups eigentümlich zu 
sein scheint, gebe ich ihr einen besonderen Formnaraen: 

Nr. 74. Anodonta falcata Drt. forma fluviatica nova. 

Vom Typus unterscheidet sie sich durch die kleinere 
und flachere Schale (bloss ein Exemplar erreicht die Länge 
von 106 mm), die sehr schwache oder meistens fehlende 
Grünstrahlung, einen etwas eckigeren Schnabel und haupt- 
sächlich durch das lebhaft blau irisierende Perlmutter. Das 
letztere bleicht leider beim Liegen ab und erhält sich bloss 
stellenweise. Gleich nach dem Reinigen der Schalen ist 
dasselbe gleichmässig prachtvoll blau gefärbt. 



__ 64 — 

Auf Grund meiner Beobachtungen im westlichen 
Kaukasus finde ich. dass der Kaukasische Berg- 
rücken in seinem westlichen Teil keine Grenze 
für die Molluskenfauna bildet, da die meisten 
dem Kaukasus eigentümlichen Arten, wie Hyalinia subeffusa, 
contortida, mingrelica, Helix glohula, friitis, aristafa, 
appeliana, ravergieri, euages, Pupa bifilaris, trifilaris, zonata, 
Clausilia pumiliformis, aggesta, somchetica, foveicollis, serru- 
lata, semilamellata, Pomatias ledert und Acme Moussoni auf 
beiden Abhängen leben. 

Zum Schluss möchte ich noch bemerken, dass der 
Kaukasus, und besonders der zentrale und östliche Teil, 
trotz der vielen von Prof. Dr. Boettger veröffentlichten und 
mit prächtigen Zeichnungen versehenen Verzeichnisse kau- 
kasischer Mollusken, noch wenig erforscht und bloss 
ein verschwindend kleiner Teil des kolossalen Terrains 
von Sammlern besucht worden ist. Und so wird es auch 
noch lange bleiben, da Exkursionen im Kaukasus sehr be- 
schwerlich und kostspiehg und stellenweise nicht un- 
gefährlich sind. 

Jekaterinodar, November 1904. Baron Rosen. 



(Xenophora senegalensis P. Fischer), hn dritten 
Jahrgang der Jahrbücher der Deutschen Malacozoologischen 
Gesellschaft führt Martens Xenophora mediterranea Tiberi 
als an den Inseln des Grünen Vorgebirges von der Gazelle 
gedrakt an. Eine Ver^ileichung seines Exemplares, das mir 
Herr Dr. Thiele freundlichst anvertraute, hat mir bewiesen, 
dass die Kapverdenform nicht zu der mittelmeerischen ge- 
hört, sondern mit der neuerdings (bei Locard, Exped. 
scient. Travailleur & Talisman, Mollusca vol. I p. 488 t. 
22 fig. 18—20) beschriebenen und abgebildeten Xenophora 
senegalensis Fischer identisch ist, die sich durch viel ge- 
ringere Grösse und starke Körnelung der Unterseite aus- 
zeichnet und zu ihrer Bekleidung fast ausnahmsweise 
Steinchen verwendet. Ko. 



- 65 — 

lieber einige peruanische Clausilien, 

In einer kleinen Sendung peruanischer Landschnecken 
die mir Herr W. Schlüter in Halle vor einigen Jahren 
vorlegte, befanden sich drei Nenia-Arten, von denen sich 
bei näherem Zusehen zwei als neu erwiesen. Die eine 
davon bezeichnete ich damals in schedulis als N. macrotis, 
was hier erwähnt sein mag, weil die Schnecke darauf unter 
diesem Namen in Schlüters Katalog aufgeführt wurde und so 
vielleicht in einige Sammlungen gelangt ist. Die Art ist 
dann später von R. Sykes unter dem Namen Clansilia 
Pilsbryi beschrieben und abgebildet worden (Proc, Malacol. 
Society Vol. 5 1901, p. 221—222). Ich gebe zunächst die 
Beschreibung der anderen Novität. 




N e n i a c a 1 1 a n g a n a n. s p. 
Testa parva, gracilis, cylindraceo-fusiformis, tenuis, 
diaphana, fusco-cornea, parum nitida, subtiliter et sub- 
regulariter capillaceo-striata, sine lineis spiralibus, in 
anfractu ultimo aperturam versus acutius densiusque 
costulata. Spira integra, sensim attenuata, haud concava, 
apice obtusulo. Anfractus 7^/4, celeriter sed regulariter 

5 



— 66 — 

crescentes, sat convexi, sutura simplici profunda disjuncli, 
ultimus angustatus, Vs altitudinis superans, deorsum longe 
protractus, basi rotundatus, in linea plicae principalis leviter 
impressus, a latere modice complanatus. Apertura oblique 
rotundato-piriformis, intus pallide rufescens, sinulo lato; 
peristoma sat late expansum, reflexiusculum, vix incrassatum, 
pallidum. Lamella supera validissima, marginalis, verticalis, 
latere sinistro excavata, cum lamella spirali minus alta 
continua; lamella infera alte profundeque sita, marginem 
haud attingens, superae appropinquata et ei parallela, recte 
ascendens, intus valida; lamella subcolumellaris occulta, 
antrorsum non producta. Plica principalis mediocris, cum 
sutura antice leviter convergens, postice usque ad lineam 
lateralem vix elongata. Lunella dorso-lateralis, imperfecta: 
parte superiore obsolescente^ inferiore distincta, callosa, 
cum lamella subcolumellari curvatim contigua. 

Alt. 15 mm, lat. 3 mm, alt. apert. 3 mm, lat. ap. 
2,9 mm (Specimen unicum). 

Hab. Gallanga, Peru. 

Der letzte Umgang ist bei meinem Exemplar stark 
nach rechts gebogen, so dass die Schale seitlich gekrümmt 
erscheint, wobei aber, da es sich um ein Unikum handelt, 
dahingestellt bleibt, ob das ein individueller oder ein 
spezifischer Charakter ist. 

Die beschriebene Art gehört in die ziemlich formen- 
reiche Gruppe der Nenia adamsiana Pf. und ist der adam- 
siana selber wohl am nächsten verwandt. Leider sind mir 
authentische Exemplare der letzteren nicht aus eigener 
Anschauung bekannt. Es existiert, soviel ich weiss, auch 
keine Abbildung. Was ich unter ihrem Namen erhielt, 
war Nenia chacaensis Lubom., eine Form, die von einigen 
Autoren allerdings mit adamsiana Pf. identifiziert wird, 
meiner Meinung nach nicht mit Recht; denn wenn Pfeiffers 
Diagnose, wie man annehmen kann, korrekt ist, muss 



- 67 — 

Clausilia chacaensis Lub, in Grösse und Gestalt des Ge- 
häuses, der Mündungsform und anderen Merkmalen von 
adamsiana gut verschieden sein. Unsere neue Art hat 
mit chacaensis Lub. wenig gemein, dagegen steht sie der 
echten adamsiana ohne Zweifel nahe. Sie unterscheidet 
sich von ihr hauptsächlich durch schlankeren Bau bei 
geringerer Länge, durch weitläufigere Streif ung und durch 
die rudimentäre, nur im unteren Teile deuthche Mondfalte. 

Da uns südamerikanische Glausilien noch immer meist 
blos in wenigen Exemplaren unter die Hände kommen, 
und da viele der Originaldiagnosen namentlich älterer 
Autoren in ihrer Kürze und allgemeinen Fassung unserem 
Bedürfnis einer sicheren Arterkennung nur unvollkommen 
dienen, da dieses Bedürfnis aber mit dem Fortschritt unserer 
Kenntnis wächst, so scheint mir jeder Beitrag zu einer 
genaueren Kennzeichnung früher beschriebener Arten 
wünschenswert. Es sollen darum hier einige ergänzende 
Bemerkungen über die obengenannte Nenia püsbryi Sykes 
und über die dritte der seinerzeit von mir untersuchten 
Arten: N. hartletti H. Ad. folgen. 

Nenia Pilsbryi Sykes. 

Ich besitze einige sehr gut erhaltene Gehäuse, an 
denen die Oberflächenstruktur vortrefflich zu erkennen ist. 
Sykes nennt sie „oblique dense capillaceo-striata". Man 
sieht unter der Lupe sehr feine und ganz dichtstehende 
Rippchen, die höchstens auf den oberen Umgängen zu- 
sammenhängend, gestreckt und parallel von Naht zu Naht 
gehen, sonst meist wellenförmig, vielfach unterbrochen und 
oft in zahlreiche kurze Dämmchen aufgelöst sind, die bald 
unregelmässig, bald im Quincunx, bald staffeiförmig sich 
ordnen, hie und da zu sekundären schrägen Rippchen ver- 
schmelzen. Da die feinen Runzeln fast alle weisslich aus- 
sehen, so erscheint die intakte Schale auf hornfarbenem 
Grunde weisslichgrau überhaucht und völlig glanzlos. Die 



- 68 — 

massig vertiefte Naht zeigt mehr oder weniger deuthch 
einen unregelmässig welligen Verlauf, in Zusammenhang 
mit gruppenweise vorspringenden stärkeren Rippchen, die 
gleichzeitig einen Wechsel heller nnd dunkler Stellen die 
Naht entlang erzeugen und den Beginn einer Sutura denti- 
culata oder papulosa darstellen. — Meine Exemplare haben 
nicht 8, sondern 9 — 9^2 Umgänge, sind auch grösser als 
die von Sykes. Ich messe 

Alt. 23^/4, d. maj. 4^4 mm; alt. apert. 6V4, lat. ap. 4V3 mm 
„ 23 Vs, „ „ 4V2 „ ; „ „ GVs, „ „ 4^2 „ 
, 22^/4, „ „ 4V2 „ ; „ „ 6V4, „ „ 4V2 „. 
Der letzte Umgang ist mit der Mündung nur kurz 
vorgezogen. Mündungsarmatur: Die Oberlamelle ist am 
Peristom auffallend stark nach links gezogen*) und hängt 
mit der massig entwickelten Spirallamelle zusammen. Die 
kräftige Unterlamelle erscheint im unteren Drittel ihres von 
vorn sichtbaren Teiles winklig eingezogen; dabei wulstig 
aufgeworfen. Die ganze Lamelle ist lebhaft gebräunt, viel 
dunkler als das übrige Mündungsinnere. Die Subcolumellaris 
liegt tief innen, ist aber bei schiefem Einblick von unten 
deutlich erkennbar. Sie verlängert sich eben nicht nach 
vorn, sondern geht seitlich in die dorso-lateral gelegene 
Mondfalte über — übrigens eine Eigentümlichkeit mehrerer 
Nenia-Arten. Die Prinzipalfalte ist der Naht parallel, kommt 
vorn dem Mundrande ziemlich nahe und geht innen kaum 
über die Seitenlinie hinaus. — Das Glausilium ist massig 
breit, schwach rinnenförmig, am unteren Ende breit ab- 
gerundet; nicht zugespitzt oder verdickt, nur vom Innen- 
rande her etwas stärker verjüngt; der Aussenrand ist leb- 
haft braun. 



*) Die Neigung zu dieser Bildung tritt bei Clausilien allgemein 
hervor und hängt, wie das gleichzeitige Zurückstehen des Sinulus- 
randes, biologisch wohl damit zusammen, dass das im Sinulus liegende 
Atemloch der Luft zugänglich bleiben muss, wenn beim Kriechen die 
Schalenmündung auf dem vorgestreckten Körper liegt. 



— 69 — 

Nenia pilsbryi Syk. hat die allergrösste Aehnlichkeit 
mit N. chacaensis Lub. Sie ist im wesentlichen eine ver- 
grösserte Form von dieser. Wenn wir die Gehäusestruktur, 
die Nahtbiidung von chacaensis genau beschreiben sollten, 
so müssten wir fast dieselben Worte gebrauchen wie oben. 
Aber auch im ganzen Habitus, in der Mündungsform, im 
Verschlussapparat stimmen beide Arten bis ins einzelne 
überein. Gl. chacaensis ist eben nur ein gut Stück kleiner 
und hat mindestens einen Umgang weniger. Es ist sehr 
wahrscheinlich, dass wir einmal Verbindungsglieder zwischen 
beiden kennen lernen. Einstweilen müssen sie als 
Arten gelten. 

Nenia bartletti H. Ad. 

Es hegen mir drei gut erhaltene Exemplare, eben- 
falls von Gallanga, Peru. vor. Zur Ergänzung der Adams- 
schen Diagnose (Proc. Zoolog. Soc. 1866, p. 441 Taf. 38 
Fig. 2) sei folgendes angeführt : 

Die massig hohen wellenförmigen Wulstrippen schneiden 
die Zuwachsstreifen meist von hinten unten nach vorn oben 
und sind sehr deutlich durch Verschmelzung staffeiförmig 
geordneter Dämmchen entstanden (vgl. oben). Nur die 
Rippenenden an den Nähten stehen in der Richtung der 
Zuwachsstreifen, die oberen sind z. T. papillenartig verdickt. 
Auch auf dem letzten Umgange gegen die Mündung wird 
die Gostulierung mit den Zuwachslinien concordant, dem- 
zufolge auch feiner und schärfer. Mündungsarmatur: Die 
kräftige randständige Oberlamelle ist auch hier von links 
her stark konkav und fällt nach innen rasch ab ; die Spiral- 
lamelle setzt sich spitzwinklig an die Aussenseite der ab- 
fallenden Oberlamelle an, doch so, dass der freie Rand 
beider Lamellen eine einheitliche geschwungene Linie bildet. 
Die Unterlamelle ist auch hier unter der Mitte ihres bei 
senkrechtem Einblick sichtbaren Teiles stark winklig ein- 
gebogen, ohne dass ihr Rand dabei aufgeworfen oder ver- 



— 70 — 

dickt wäre. Die Subcolumellarlamelle steht weit zurück 
und ist nicht nach vorn verlängert. Ihr äusseres Ende, 
das man bei schiefem Einbhck von unten noch ganz gut 
sehen kann, steht dem Unterrande der Mondfalte nahe 
gegenüber; doch bleiben beide durch eine enge Lücke 
scharf von einander getrennt. Die Mondfalte liegt dorso- 
lateral und ist stark gebogen, im oberen Teile manchmal 
etwas geknickt, bei einem meiner Exemplare an dieser 
Stelle sogar unterbrochen, so dass das obere Stück geneigt 
scheint eine selbständige Gaumenfalte zu bilden. Die 
Prinzipalfalte konvergiert nach vorn ein wenig mit der 
Naht und kommt dem Peristom sehr nahe ; innen erreicht 
sie die Seitenlinie nicht ganz. 

Nenia huancabambensis Rolle. 

Die unlängst beschriebene und abgebildete Nenia huan- 
cabambensis Rolle (Nachrichtsblatt d. D. mal. Ges. 1904 
p. 38. Taf. 5, Figur 6) vergleicht ihr Autor zutreffend mit 
N. bartletti H. Ad., der sie zweifellos sehr nahe steht. 
Auch diese Arten werden sich wohl bei näherer Kenntnis 
der andinen Fauna als Glieder einer geschlossenen Formen- 
kette erweisen. Vorläufig reichen die Unterschiede zu 
spezifischer Sonderung vollkommen aus. Ich füge der 
Rolle'schen Vergleichung noch folgendes hinzu: 

Der Apex von huancabambensis ist noch wesentlich 
stumpfer, die Gehäusemitte dagegen weniger aufgeblasen, 
so dass die Schale mehr zyhndrisch erscheint. Der letzte 
Umgang trägt eine flache, aber deutliche Nackenfurche, 
wodurch zwei schwache Kielhöcker hervortreten. N. bart- 
letti hat eine runde Gehäusebasis, doch zeigt eines meiner 
Exemplare einen Anklang an die Nackenbildung der anderen 
Art. Die Rippenstreifung der Gehäuseoberfläche ist bei 
Rolles Art feiner, dichter und regelmässiger, zwar auch 
discordant, aber bei weitem nicht so schief wie bei bart- 
letti. Die Mündung ist relativ klein, das Peristom weisslich. 



— 71 — 

Die Oberlamelle hängt in gewöhnlicher Weise mit der 
Spirallamelle zusammen. Die Unterlamelle steht höher als 
bei bartletti und zeigt nicht die bei dieser beschriebene 
winkelige Einziehmig, nm" einen etwas knotig welligen 
Verlauf im unteren Teile ; innen steht sie der Spirallamelle 
viel näher. Die Subcolumellaris ist bei huanca- 
bambensis ebenfalls nicht nach vorn verlängert, steht 
aber mit der Mondfalte in geschlossenem Zusammenhange. 
Diese selbst liegt mehr dorsal als bei bartletti, ist winklig 
geknickt und unterhalb der Knickung deutlich unterbrochen, 
so dass man hier -— noch besser als bei dem einen oben 
erwähnten Stück der bartletti — von einer schiefen oberen 
Gaumenfalte und einer fast gestreckten unvollkommenen 
Lunella reden kann. Die Prinzipalfalte ist noch kürzer 
als bei der andern Art. 

Einschliesslich der eben besprochenen Formen kennen 
wir gegenwärtig aus Peru folgende 20 Nenia-Arten : 
adamsiana Pfr. jolyi Bttg. 

adusta Bttg. malleolata Phil, 

andicola Mor. peruana Trosch. 

angrandi Mor. pilsbryi Sykes 

bartletti H. Ad. quadrata Bttg. 

chacaensis Lubom. raimondii Phil, 

callangana Ehrm. slosarskii Lubom. 

tilocostulata Lubom. steeriana Sykes 

flachi Bttg. trigonostoma Bttg. 

huancabambensis Rolle _ taczanowskii Lubom. 

Auch maranhonensis Alb. dürfte zur peruanischen 
Fauna gehören, vorausgesetzt, dass unter dem fluvius 
Maranhon der bekannte Quellfluss des Amazonenstromes 
zu verstehen ist. Im südlichen Peru scheinen die Nenien 
sehr spärlich zu werden. Aus Bolivia findet man nur noch 
zwei verzeichnet. Dagegen bewohnen Ecuador und Columbien 
je mindestens 10 bezw. 10 — 12 Arten. Eine einzige endlich 



72 

— die altbekannte tridens Ghemn. — hat sich auf dem 
in der Andenrichtung liegenden Puerto Rico erhalten. Es 
ist zu bedenken; dass Ecuador sich im Andenzuge nur über 
6 Breitengrade erstreckt, während Peru in gleicher Richtung 
einen dreifachen Anteil am Gebirge hat, im Ganzen aber 
noch viel mehr, wegen der hier viel reicheren und breiteren 
Gliederung der Cordilleren. Sonach kann man wohl 
Ecuador und das nördliche Peru als das Verbreitungs- 
entrum der Nenien ansehen. Hier erreicht die Differenzierung 
der Gattung ihren Höhepunkt: die 21 peruanischen Arten 
verteilen sich auf mindestens fünf Sektionen'. Freilich 
stösst der Versuch, die südamerikanischen Glausilien 
systematisch und chorologisch zu ordnen, noch immer auf 
kaum zu überwindende SchAvierigkeiten. Das dem Einzelnen 
vorliegende Material ist bis jetzt noch viel zu lückenhaft. 
Jousseaume hat vor einigen Jahren eine lockere Gruppierung 
versucht (Extr. du Bull, de la Soc. Philomatique de Paris, 
1900, 9 ser., t. fl, No. 1, p. 5 ff.). Sie kann auf Natürlich- 
keit wenig Anspruch machen. — So müssen wir uns einst- 
weilen darauf beschränken, die uns vorliegenden Formen 
so genau wie möglich zu diagnostizieren und zu vergleichen. 

Paul Ehrmann. 

Aufforderung zur Anstellung; biologischer Beobachtungen. 



Man macht zuweilen die Erfahrung, dass Gonchylien- 
sammler, wenn ihre Sammlung einen gewissen Umfang 
erreicht hat und nur noch selten einen Zuwachs erfährt, 
die Beschäftigung mit der Malakologie aufgeben und sich 
anderen Wissensgebieten zuwenden, von denen sie sich 
mehr Anregung versprechen. Welch weites und lohnendes 
Feld für eine interessante, unsere Wissenschaft wirklich 
fördende Tätigkeit würde sich solchen Herren eröffnen, wenn 
sie sich nicht auf das Einheimsen von Schalen beschränken^ 



— 73 - 

sondern der Beobachtung der lebenden Tiere ihre Auf- 
merksamkeit widmen wollten. Wir sind zwar, dank der 
emsigen Tätigkeit der zahlreichen „wissenschaftlichen" 
Zoologen, die ja an unseren Universitäten tonangebend sind, 
über den Aufbau des Weichtierkörpers bis in die feinsten 
und nur mit den stärksten Mikroskopen sichtbaren Einzel- 
heiten des Nerven- und Gefässsystems aufs eingehendste 
unterrichtet, aber über die einfachsten Tatsachen aus dem 
Leben der Tiere, die jeder feststellen kann, der mit Lust 
und Liebe und ein wenig Ausdauer und Geduld sich ihrer 
Beobachtung widmet, sind wir noch in einer geradezu be- 
schämenden Unkenntnis. Ich rede da nicht etwa von 
seltenen und schwer zu erlangenden ausländischen Arten, 
sondern von unseren allergewöhnhchsten einheimischen 
Schnecken, die man bei jeder Exkursion zu Hunderten 
antreffen kann. 

Ueber Hellx pomatia, die bekannteste Schnecke der 
mitteleuropäischen Fauna, ist schon eine ganze Bibliothek 
zusammengeschrieben worden; trotzdem konnte noch vor 
wenigen Jahren Prof. Lang in Zürich*) und Kunkel in 
Ettlingen**) neue und sehr interessante Beobachtungen über 
die Lebensweise dieses Tieres machen, und es ist nichts- 
destoweniger noch manche Frage ungelöst geblieben. So 
wissen wir z. B. nicht einmal mit annähernder Sicherheit, 
welches Alter diese so gewöhnliche und in vielen Gegenden 
zu kulinarischen Zwecken gezüchtete Schnecke erreicht. 
Lang vermutet, dass die Weinbergschnecke in erwachsenem 
Zustande höchstens drei Sommer lebt. Kinkelin***) 



* Kleine t)iologische Beobachtungen über die Weinbergschnecke 
(Helix pomaüa). Festschrift d. Naturf. Ges. Zürich. 2. Teil. 1896. 
S. 488—495. 

**) Ziichtversuche mit linksgewundenen Weinbergschnecken 
(Helix pomatia). Zool. Anzeiger XXVI 1903. S. 656—664. 

***) Nachrichtsblatt XVII 1885. S. 80. 



— 74 - 

machte die Erfahrung, dass sie in der Gefangenschaft 
mindestens 4 bis 5 Jahre alt werden kann, aber sein Ver- 
suchstier starb durch einen ungUickHchen Zufall, und es 
scheint gewiss nicht ausgeschlossen, dass es sonst noch 
eine Reihe von Jahren gelebt haben würde. Bei Helix 
hortensis hat Lang festgestellt, dass sie über neun Jahre 
am Leben bleiben kann.*) Unsere Nachbarn jenseits des 
Kanals sind uns in der Beobachtung der Tiere weit voraus, 
und in ihren Zeitschriften, die mir leider nicht zugänglich 
sind, mögen sich noch einige Beiträge zur Klärung dieser 
Frage finden, aber bei den allermeisten unserer einheimischen 
Schnecken sind wir jedenfalls über ihre Lebensdauer noch 
vollständig im Unklaren. Kobelt vermutet, dass Helix 
pisana einjährig sei**); wir wissen nicht einmal gewiss, 
ob es überhaupt einjährige Landschnecken gibt. 



S 



Bei Helix pomatia und einigen anderen grösseren 
Tieren, besonders bei unseren Tachea-Arten, ist die Be- 
gattung und das ihr vorhergehende Liebesspiel oft be- 
obachtet und beschrieben worden ; bekannt ist ja die noch 
heute nicht übertroffene Schilderung, die der grosse Holländer 
Swammerdam von diesen Vorgängen gegeben hat. 
Man bemerkte dabei, dass in der Regel die beiden brünstigen 
Tiere vor dem Zustandekommen der Gopula die Pfeile auf- 
einander abschiessen, und schloss daraus, dass der Pfeil 
der Heliciden ein Reizorgan ist. Das ist für die oben 
erwähnten Arten, ja für die ganze Gruppe Pentataenia, 
und vielleicht auch für Gampylaea, zwar sehr wahr- 
scheinlich; aber wenn selbst der so gewissenhafte Pilsbry 



*) Ueber Vorversuche zu Untersuchungen über die Varietäten- 
bildung von Hehx hortensis Müller und Helix nemoralis L., in Fest- 
schrift zum siebzigsten Gelmrtstage von Ernst Haeckel. Jena 1904. 
S. 439—506. 

**) Nachrichtsblatt XXXVI 1904, S. 6. 



— 75 — 

von den Heliciden im Allgemeinen sagt: „The dart apparatus 
is only a stimulating organ, the dart being thrust from 
one individual into another during copulation", so möchte 
ich doch gegen eine solche Generalisierung dessen, was 
bis jetzt nur bei einigen Arten sicher beobachtet ist, Ver- 
wahrung einlegen. 

Schon Ad. Schmidt*) schreibt von Eulota fruticum: 
„Es ist mir nicht erinnerlich, dass ich schon ein ausge- 
wachsenes Exemplar dieser Art ohne Pfeil betroffen hätte, 
noch dass ich einen Pfeil ausserhalb des Pfeilsacks gefunden 
wie dies sich bei den Pentataenien so häufig findet und 
von mir selbst an den zum Teil nur in wenigen Exemplaren 
untersuchten H. splendida, Gualtieriana, alonensis und 
carthaginiensis mehrfach bemerkt wurde. Ich fand solche 
im Präludium der Begattung abgeschossene Pfeile in der 
Prostata, im Blasenstieldivertikel, zwischen den Glandulae 
mucosae freiliegend, ja selbst in der Leber, aber nur bei 
Pentatänien. Man kann daher der Vermutung Raum geben, 
dass nicht alle mit dem Pfeil versehene Arten denselben 
wirklich abschiessen^ dass er vielmehr von manchen nur 
vorgeschnellt, aber darauf wieder zurückgezogen wird, in- 
dem er sich von der ihn tragenden konischen Papille des 
Pfeilsacks nicht ablöst. Ob diese Vermutung begründet ist 
oder nicht, lässt sich leicht ermitteln, wenn man den Pfeil- 
sack in der Begattung betroffener Exemplare von H. fruticum, 
incarnata, umbrosa, rubiginosa usw. untersucht." Diese 
Anregung hat aber, wie so manche andere, keine Be- 
achtung gefunden. Nur der verstorbene Fritz Wiegmann 
hat der Frage einige Aufmerksamkeit gewidmet; in seinem 
Nachlass finde ich folgende Notiz über Eulota fruticum: 
„Bei vier Exemplaren, welche gleich nach der Copula unter- 
sucht wurden, fand sich überall ein unverletzter Pfeil vor, 



*) Der Geschlechtsapparat der Slylommatoplioreii. Berlin 

1885, S. 24. 



— 76 — 

auch wurden in keinem Falle bei der Sektion ausgestossene 
Pfeile oder Teile derselben entdeckt. Hierdurch wird es 
wahrscheinlich; dass auch bei dieser Art (vergl. Hei. hispida) 
die Pfeile vor der Begattung nicht zerstört werden. Bei 
einem der unmittelbar nach der Copulation untersuchten 
Exemplare war ein sehr kleiner, sonst aber normal ge- 
bildeter Pfeil von nur 0,33 mm Länge vorhanden. Der 
unterhalb (vor) der Einmündungsstelle des Blasenstiels be- 
findliche erweiterte Teil der Vagina fand sich nach der 
Begattung ganz von Sperma vollgestopft ; ein Spermatophor 
wurde bei keinem Exemplar bemerkt. — Bei zehn 
Exemplaren, die im September untersucht wurden, fand 
ich nur bei einem einen abgebrochenen Pfeil." 

Wiegmann scheint demnach auch an Fruticicola his- 
pida ähnliche Beobachtungen gemacht zu haben, über die 
mir aber keine Aufzeichnungen vorhegen. Däss unsere 
Eulota nach der Begattung den Pfeil noch hat, aber im 
Herbst ohne Pfeil getroffen wurde, ist doch sehr merk- 
würdig und verdiente eine genauere Untersuchung an 
grösserem Material. 

Festzustellen, wie es mit denjenigen Xerophilen und 
Fruticicolen steht, die sich des Besit<:es zweier Pfeile er- 
freuen, wäre doch auch von grösstem Interesse. Dient 
bei diesen der Pfeil als Reizorgan oder nicht? Wenn ja, 
werden dann beide Pfeile abgestossen oder nur einer? 
Was wird aus dem Pfeil der Eulota fruticum, der bei der 
Begattung nicht verbraucht wird, und doch im Herbst 
nicht mehr vorhanden ist? Nach Kunkel ist übrigens 
auch bei Helix pomatia der Pfeil zur Gopula nicht absolut 
nötig, und Paasch beobachtete schon vor sechzig Jahren, 
dass die Pfeile nicht bei jeder Begattung ausgeworfen 
werden. 

Bourguignat*) stellte die merkwürdige Theorie auf, 

*) Malacologie de la Grande Chartreuse, Paris 1864. 



- 77 — 

der Pfeil diene als Bremse (frein), um den in die Vagina 
eingedrungenen Penis festzuhalten, wenn er in die für eine 
erfolgreiche Begattung geeignetste Lage gekommen sei; 
diese Behauptung ist indess nicht auf Beobachtungen ge- 
gründet, sondern lediglich seiner lebhaften Phantasie ent- 
sprungen, ebenso wie seine lächerliche Hypothese über die 
Entstehung linksgewundener Schnecken. 



Dass bei den Pentataenien der abgeschossene Pfeil 
in verhältnismässig kurzer Zeit durch einen neu gebildeten 
ersetzt wird, stellte vor einem Vierteljahrhundert Arndt 
zuerst durch Beobachtungen an Tachea nemoralis fest*); 
Standen beobachtete ähnliches an einer linksgewundenen 
Helix aspersa**), und in Wiegmanns Nachlass finde ich 
eine kleine Arbeit über die Regeneration der Liebespfeile 
bei Helix pomatia. Dürfen wir daraus schliessen, dass bei 
allen Heliciden sich ein neuer Pfeil bildet, wenn der alte 
ausgestossen wird? Ich möchte diese Frage nicht un- 
bedingt bejahen, nicht einmal für alle Pentataenien. Bei 
Euparypha pisana fand Ad. Schmidt f), „dass unter einer 
ziemlich grossen Anzahl secierter Exemplare nur eins mit 
dem Pfeil versehen war." Wiegmann untersuchte auch 
mehrere Stücke, die sämtlich ohne Pfeil waren. Daraus 
möchte man den Schluss ziehen, dass entweder diese Art 
besonders häufig die Begattung vollzieht, oder dass der 
bei der Begattung abgeschossene Pfeil sich nur sehr lang- 
sam oder überhaupt nicht ersetzt. Sollte einer der Leser 
der Sache seine Aufmerksamkeit schenken und sich der 
Beobachtung von Euparypha pisana widmen wollen, so 

*) Entwicklung des Pfeils bei Helix nemoralis L. in „Archiv 
d. Freunde d. Naturgesch. in Mecklenburg. 32. Jahrg. 1878. Güstrow 
1879, S. 87—95. 

**) Journ. of Conchol., Vol. 7 Nr. 2, S. 33— 38, mir leider nicht 
zugänglich geworden. 

t) 1- c- S- 23. 



— 78 — 

stelle ich ihm im nächsten Frühjahr gern eine Anzahl 
lebender Exemplare zur Verfügung. 



Ich habe hier nur wenige Punkte berührt, in denen 
unsere Unkenntnis besonders auffallend ist, es gibt aber 
noch viele offene Fragen, deren Lösung wünschenswert 
wäre, und ich möchte jedem, dem sich Gelegenheit dazu 
bietet, nahelegen, sich mit den Lebensäusserungen unserer 
Pulmonaten eingehend zu beschäftigen und seine Be- 
obachtungen in unserer Zeitschrift zu veröffentlichen. Ich 
will nur noch eins der interessantesten Themata hier er- 
wähnen, die Vererbung der Bänder an den Gehäusen unserer 
Landschnecken. Ueber die Varietätenbildung von Tachea 
hortensis und nemoralis hat Prof. Lang eine sehr wichtige 
und lesenswerte Arbeit veröffentlicht, aber wer hat sich 
schon damit befasst; gebänderte Eulota fruticum zu züchten 
und diese mit ungebänderten zu kreuzen ? Mir ist darüber 
nichts bekannt, und der Versuch wäre doch so leicht zu 
machen. Ich selbst kann leider in dieser Richtung fast 
garnicht tätig sein, da es mir an Zeit dazu fehlt und über- 
dies mein Wohnort für derartige Beobachtungen der denk- 
bar ungünstigste ist. Hoffentlich fällt bei einem oder dem 
anderen Leser meine Anregung auf fruchtbaren Boden. 

Venedig. P. Hesse. 

Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung. 

C. Bülow, Berlin, 

I. 

Mit Tafel 1 und 2. 

Eine interessante Conchylie aus dem naturhistorischen 
Museum der Stadt Marseille beschreibt Mr. Petit im 
Journal de Gonchyliologie 1853 pag. 409, abgebildet da- 
selbst PI. XIII Fig. 5 und 6. Es ist ein Gehäuse, an dem 
offenbar zwei verschiedene Schnecken gebaut haben, es 



— 79 — 

muss daher auch von beiden Tieren nacheinander bewohnt 
gewesen sein. 

In meiner Sammlung habe ich eine ähnliche Guriosität, 
von der ich in Fig. 1 a, b, Tafel I eine Abbildung gebe. 

Eine Helix aspersa Müller ist auf irgend eine Weise 
in ein leeres Schneckenhaas einer Limnaea stagnalis L. 
geraten und hat sich wohnlich eingericht. Nachdem ihr 
nun die neue Wohnung zu klein geworden ist, hat sie be- 
gonnen, dieselbe zu vergrössern, und auf diese Weise ist 
ein halber Umgang des Gehäuses einer Helix aspersa an 
das vorhandene der Limnaea stagnalis angefügt. Wenngleich 
die beiden Abbildungen durch Photographie hergestellt, 
nicht sehr charakteristisch geworden sind, so wird der 
Leser doch den Anbau der neuen Bewohnerin erkennen 
können. 

In der oben angeführten Beschreibung von Mr. Petit 
war es ebenfalls eine Helix aspersa, die in das leere Ge- 
häuse einer Limnae stagnalis eingezogen war und sich darin 
wohlgefühlt haben muss, wie der Sperling im Schwalbennest. 
Dass mein Exemplar nicht dasselbe Stück aus dem Museum 
in Marseille ist, zeigt ein Vergleich beider Abbildungen. — 
Es wäre interessant zu erfahren, ob von Conchyliologen 
noch weitere Exemplare dieser Verbindung „l'Helico- 
Limnee", wie Petit sie nennt, beobachtet sind. 

Cardium angiilatuni (Lam.) Reeve. La mark be- 
schreibt Animaux s. vert. Band VI pag. 9 Nr. 19 das 
Cardium angulatum und ziert dabei die Abbildung Seba, 
Mus. 3 Taf. 86, Fig. 6; er fügt noch hinzu: „Länge 68 mm. 
Das Museum besitzt hiervon eine rein weisse Varietät." 
Die Abbildung Seba Mus. stellt unzweifelhaft ein grösseres 
Exemplar von Card, rugosum Lam. dar. Deshayes bemerkt 
dazu in der zweiten Ausgabe Band VI pag. 399 in einer 
Fussnote: Die Muschel im Museum (Paris), welche diesen 
Namen (Card, angtdatum) trägt, ist ein grosses und schönes 



— 80 — 

Exemplar von Cardium rugosum Lam. Römer führt in 
Mart.-Ghemn. II daher auch Card, ungidatum als Synonym 
von Cardium rugosum auf. R e e v e bildet in seiner Gonchol. 
Icon. Fig. 70 ein Cardium unter dem Namen Cardium 
angulatum Lam. ab, das aber eine ganz andere Art darstellt. 
In meiner Sammlung ist auch diese Reeve'sche Art unter 
dem Namen G. angulatum Rve. vertreten. Reeve spricht 
in seiner Beschreibung von 35 — 40 Rippen, während 
Lamark 32 angibt. Ich gebe dieser Art den Namen 
Cardium (Trachycardium) pseudoangidatum n. (Fig. 3 Taf. I.) 
Syn. Gardium angulatum Reeve non Lam. Grosse ziemlich 
schwere Schale, vorn abgerundet, die Hinterseite mehr 
gerade, bildet mit dem Bauchrand einen im Scheitel ab- 
gerundeten Winkel. 38 — 40 Rippen, davon die hinteren 
9 flachen Schuppen besetzt; die nach den hinteren Rippen 
hin allmählich verschwinden. Die vorderen und hinteren 
Rippen stehen eng zusammen, die mittleren haben grössere 
Zwischenräume. Die äussere Grundfarbe ist gelblich-weiss, 
mit violetten Zonen von verschiedener Breite in Richtung 
der Anwachsstreifen. Innen sind die Schalen weiss und 
ziemlich glatt, der rote Rand ist stark gezähnt. 

Grösse 80 mm lang und 95 mm vom Wirbel bis zum 
Bauchrand hoch, Fundort noch unbekannt. Die Abbildung 
Fig. 3 ist in ^Ji der natürlichen Grösse dargestellt. 

Deshayes beschreibt in den Proc. zool. Soc. London 
1854 pag. 332 ein Cardium mirabile aus der Sammlung 
Guming. Dies Gardium wurde auch auf der Reise des 
Ghallenger bei den Philippinen gefunden und gibt Mr. 
Edg. Smith davon in dem Werk Ghallenger-Lamellibranchiata 
PI. VIII Fig. 1 (1885) eine sehr schöne Abbildung. Diese 
Spezies ist auch in meiner Sammlung vertreten und stammen 
die Stücke von der Nordküste Australiens. Diese Art 
steht neben Cardium multispinosum Sow., Card, asiaticum 
Brug. und Card, coronatum (Spengler) Schroeter, Ich habe 



- 81 — 

gefanden, dass in vielen Sammlungen diese 3 Arten durch- 
einander geworfen sind. Jüngere Stücke derselben sind 
schwer voneinander zu trennen. Ich denke den Sammlern 
zu dienen, wenn ich die genannten 4 Arten in Abbildungen 
nebeneinander stelle (Taf. II). 

1. Cardium mirahile Desh. Fig. 4 a (ausgewachsen), 
Fig. 4b (ein jüngeres Stück). 

2. Cardium muUispinosum Sow. Fig. 5 a (ausgewachsen, 
Fig. 5 b (jung). 

3. Cardium asiaticum Brug. Fig. 7 (ein jüngeres Stück). 

4. Cardium coronatum (Spengler) Schroeter, Fig. 6 
(ein jüngeres Stück). 

Ein gutes Hülfsmittel beim Bestimmen von Herz- 
muscheln bildet die Rippenzahl, welche bei den gleichen 
Arten ziemlich konstant ist. 

Nr. 1 hat 25 — 26 Rippen, jede von mehr dreieckiger 
Form mit weissen Spitzen besetzt. 

Nr. 2 hat 30 — 33 Rippen, jede von runder Form mit 
feinen Spitzen zahlreich besetzt. 

Nr. 3 hat 35 — 37 Rippen, die eckige Formen zeigen, 
besetzt mit feinen kaum sichtbaren Spitzen, so dass sich 
die Schale rauh anfühlt. Die letzten 10 Rippen sind mit 
blätterförmig gekerbten Bogen besetzt. 

Nr. 4 hat 36 — 38 Rippen, schmale glatte gerundete, 
mit rauhen Zwischenräumen. Bei ausgewachsenen Stücken 
sind die Rippen am Bauchrande mit erhöhten gekerbten 
Lamellen besetzt, wodurch, wie Schroeter sagt — Einl. in 
d. Conch. Band III pag. 53 (1786) — , die geschlossene 
Muschel das Ansehen erhält, als wäre sie am Rande mit 
einem Kranze umgeben. 

Ein gutes Merkmal für Card, asiaticum findet sich in 
der Beschreibung von Chemnitz (der sie Cardium costatum 
indiae orientalis nennt); er schreibt: „Innerlich siehet man 
auch in den Zwischenfurchen dieser Rippen halbweisse 



Erhöhungen, dadurch die Furchen wie aufgefüllet werden." 
Diese Rippen im Innern auf den Furchen gehen aber nicht 
ganz bis zu dem stark gezähnelten Rande der Schalen, 
sondern verlaufen sich schon früher, zirka 1 — 2 cm vom 
Rande. Cardium coronatum (= G. fimbriatum Lam.) ist 
im Innern ziemlich glatt. 

Die neueste (teilweise) Bearbeitung der Cardien ist 
wohl die von Mr. Dali in den Proc. of the U. St. Nat. 
Mus. Vol. XXIII (1900) veröffenllichte Arbeit: Synopsis of 
the Family Gardiidae and of the Nord American Species. 
Er gibt hier eine Zusammenstellung der reichhaltigen Syno- 
nymie der Gattungs-, Untergattungs- und Gruppennamen. 
Dann führt er die an der Ost- und Westküste von Nord- 
amerika vorkommenden Arten auf. 

Er gibt dem im Golf von Kalifornien vorkommenden 
Cardium maculatiim Sow. den neuen Namen Cardium 
pristipleura Dali. Die Sache verhält sich nämlich so : 
Sowerby bildet in den 1841 erschienenen Conch. 111. unter 
Fig. 18 ein Cardium maculatum ab, indem er hierbei 
das Zitat Sow. Proc. zool. Soc. 1833 pag. 85 anführt. 
Auf dieser Seite ist aber das Cardium maculosum Sovv. 
beschrieben. Jedenfalls hat Sow. nachträglich den Namen 
maculosum in maculatum geändert, denn jener Name war 
bereits von Wood einem Cardium ::'egeben (Wood, General- 
Gonch. pag. 218 Taf. 52 Fig. 3, London 1815^. Nun 
hat aber G m e 1 i n auch schon ein Cardium maculatum 
beschrieben, welcher Name aber hinfällig geworden war, 
weil dies das schon vorher von Born beschriebene Cardium 
magnum war. Mr. Dali hat den neuen Namen Cardium 
pristipleura für notwendig gefunden. Zu dieser Art rechnet 
derselbe auch Cardium lacunosum P\.eeve : „should be com- 
pared with it" ; das stimmt aber nicht. C. lacunosum Rv. 
ist sehr verschieden davon und eine gute Art. Der Fund- 
ort Panama bedarf noch der Bestätigung. Die Art ist sehr 



- 83 - 

selten ; es ist mir, solange ich sammle, nur gelungen, ein 
einziges Exemplar aus einer alten Sammlnng aufzuspüren. 
Es hat 33 Rippen, wie Reeve angibt, und das charakteristische 
Merkmal, dass jede Rippe das Profil einer Eisenbahn- 
schiene hat. 

Das bei Florida vorkommende Cardium egmontianum 
Shuttl. ist nach Mr. Dali eine Varietät von Cardium iso- 
cardia L. Es scheint eine kleine degenerierte Form von 
dieser Art zu sein.*) 

Mr. Dali hielt auch Cardium pseudofossile Rve. und 
Cardium californiense Dcsh. für gleiche Arten. Herr Rolle 
hat in diesen Nachrichtsblättern 1896 beide Arten nach 
Exemplaren aus meiner Sammlung abgebildet nebeneinander 
gestellt. Card, pseudofossile hal, wie Reeve angibt, bis 
45 Rippen und californiense 50 Rippen. Die erstere Art 
ist ausserordentlich selten. 

Goniodromus, Bülow, eine neue Untergattung 
von Amphidromus. 

Gehäuse ganz dem von Amphidromus ähnlich, nur 
die Mündung ist nicht gleichmässig gerundet, sondern der 
Fortsatz der Spindel bildet mit dem vorderen Teil der 
Lippe einen Winkel, gleichend dem Ausguss bei Gehäusen 
von Meeresschnecken. 



Ein neuer Amphidromus. 

Von H. Fruhstorfer, 

Amphidromus (Goniodromus) Bülowi, Fruhstorfer. 

Taf. I Fig. 2. 

Amphidromus-Gehäuse von 7 flachen Windungen mit 

grauer, bei jüngeren Exemplaren mit gelblicher Grundfarbe, 

*) Herr Rolle, Berlin, hat noch einige Exemplare davon 
auf Lager. 



— 84 — 

auf welcher sich breite schwarze Zickzacklinien systemlos 
durchkreuzen. Der Lippenrand ist breit und von 
weisser Farbe. Der die Untergattung charakterisierende 
Winkel an der Mündung zeigt sich auf der letzten Windung 
vorn als stark hervortretender Kiel. Länge 55 — 60 mm. 

Fundort: West-Sumatra. 

Von vier vorhandenen Exemplaren sind drei links- 
und eins rechtsgewunden. Ich nenne diese charakteristische 
Schnecke zu Ehren des Herrn Bülow in Berlin, der eine 
der schönsten und grössten Privatsammlnngen in Deutsch- 
land besitzt. 

Eine dem Amph. bülowi benachbarte Species mit 
ähnlich plattgedrücktem und verlängertem Mund fand ich 
1900 in S. Annam. Die Fundstelle lag zwischen 2 und 
3000' auf dem Wege zum Plateau von Lang-Bian, zirka 
120 km von der Küste landeinwärts. Leider fiel meine 
Reise in die extremste Trockenzeit und fanden sich nur 
tote Exemplare. Eines davon sandte ich an Herrn v. Möllen- 
dorf, der die interessante Schnecke wegen ihres schlechten 
Erhaltungszustandes nicht beschrieb. 

Naturforscher, die in der Regenperiode, von 
Oktober bis Januar in S. Annam reisen, dürften diese 
Bulimide in Anzahl vorfinden. 



i 



Diagnosen neuer Murella-Arten. 

Von 

Dr. W. Kobelt. 

III. 

11. Murella lauriensis m. 

Testa depresse conoidea, omnino exumbilicata vel 

rarissime obsolete rimata; solida, haud nitens, alba vel 

Seriebus macularum fuscarum sagittiformium 1 — 4 parum 



— 85 — 

conspicuarum ornata, superne confertim costellato-striata, 
inferne laevior. Spira sat elate conica, apice parvO; laevi 
fuscescente, prominulo; sutiira impressa linearis. An- 
fractus 4^2 convexi, regulariter crescentes, ultimus primum 
subangulatus, dein rotundatus, basi plano-convexus, antice 
subite deflexus. Apertura perobliqua, piriformis, parum 
lunata, faucibus fuscescentibus ; peristoma aurantio-fuscum, 
ad columellam saturatius tinctum, distincte aurantio labia- 
tum, marginibus conniventibus sed vix callo tenuissimo, 
utrimque angustissime fusco colorato, junctis, margine supero 
recto, subdepresso externo et basali reflexiusculis, columellari 
saturatius tincto, reflexo, umbilicuni omnino occludente. 

Diani. maj, 19, min. 17, alt. 12 mm. 
1 "^ 1 "^ Q 

Aufenthalt bei Lauria in der Basilicata, an der grossen 
kalabrischen Heerstrasse. 

Ich habe im vorigen Jahrgang erwähnt, dass die dort be- 
schriebene Murella sirinensis der" nördlichste Ausläufer eines für 
das Becken von Lauria und den Westabhang des Monte Serino 
charakteristischen Formenkreises sei ; Murella lauriensis 
dürfte der Mittelpunkt desselben sein, auch die folgende 
Form gehört hierher, und in den Seitenschluchten des 
Kessels von Lauria dürfte noch manche andere der Ent- 
deckung harren. Von sirinensis unterscheidet sich lauriensis 
durch etwas höheres Gewinde, völligeren Schluss des Nabels 
und namentlich die Zeichnung ; sirinensis hat meistens nur 
die vierte Binde ausgeprägt, bei lauriensis ist es die dritte, 
und auch diese ist immer nur eine Fleckenreihe, und die 
Mündung ist bei lauriensis viel heller gefärbt. Kleine 
Stücke von nicht über 15 mm Durchmesser sind bei 
lauriensis auffallend häufig. 

12. Murella castelluccensis n. 
Testa obtecte perforata, depressa vel depresso-turbinata, 



— 86 — 

solida, parum nitens, cretaceo-alba, plerumque fasciis 
castaneis 4, superis interruptis, quarta distinctiore sed ma- 
culosa pulchre ornata, striis obliquis arcuatis snpra dis- 
tinctioribus, ad basin subtilissimis sculpta. Spira depresse 
convexa vel subtrochiformis, apice parvo laevi, lutescente; 
sutura impressa, linearis. Anfractus 4^2 convexi, regulariter 
crescentes, ultimus depresso-rolundatus, basi convexuS; 
antice subite deflexus. Apertura diagonalis, limato-ovata, 
faucibus lutescentibus ; peristoma aurantiuni, multo pallidius 
labiatum, marginibus conniventibus sed vix callo tenuissimo 
junctis, macula umbilicali castanea parva, margo superlor 
tenuis rectus, vix labiatus, externus reflexiusculus, basalis 
oblique ascendens, labio' compresso distincto fere strictus, 
supra triangulatim dilatatus^ reflexus, umbilici maximam 
partem obtegens. 

Diam. maj. 17, min. 15, alt. 10 mm. 

Aufenthalt bei Castelluccio in Calabrien, an der Brücke 
über den Lao. 

Var. minor, apertius umbilicata. — Diam. maj. 14, 
mm. 12, alt 8,5 mm, 

Aufenthalt in Castelluccio, an der Brücke über den 
Fiume bruno. 



Zur Kenntnis der Molluskenfauna von Montenegro. 

Zugeschrieben dem hochverehrten Fräulein Marie Hutterer. 
Von J. M. Petrbok. 



Im Juli und August 1902 habe ich eine kleine 
wissenschaftliche Expedition nach Montenegro unternommen, 
und für dortige Molluskenfauna von 22 sp. neue Lokalitäten 
und 1 neue auffallende Varietät des Helix secernenda Rossm. 
entdeckt. Diese habe ich zu Ehren meines Freundes, 
Herrn Jos. Rohlena, var. Bohlenae Phk, genannt. 



— 87 — 

Tier: unbekannt. Schale: Nabel fehlt, Schale unbe- 
deutend kugelig zusammengedrückt, rauh gerieft, glänzend 
weiss mit 6 rotbraunen Binden, deren 4 stärker sind als 
die 5. und 6. Gewinde 5 an der Zahl, das letzte mit 
Avenig umgestülpter Aussenlippe, Die Mündung ohrförmig 
rechts herabgesenkt. Erreicht nur die Hälfte der Grösse 
von typischen Exemplaren. Höhe 37 mm. Breite 37V2 mm, 
Mündungshöhe 26 mm, Innerbreite 19 mm, ganze Mün- 
dungsbreite 25 mm. Bisher nur von mir bei Godinje und 
von H. Rohlena bei Boljevici gefunden. Ein Exemplar 
in den Sammlungen des Museums des Königreichs Böhmen 
in Prag. 

1. Glandina Poireti Desh. Boljevici, Godinje, Scutari 
(Petrbok). 

2. Zonites alhanicus Zgl. Boljevici (Rohlena). Scutari 
(Petrbok). 

3. Fruticicola carthusiana Müll. Sehr häufig; in 
trockenen Sommermonaten lebend. Fast auf dem ganzen 
Weg von Gattaro zum Scutari-See. Auch bei Scutari. (Pbk.) 

4. Helicopsis profuga A. Schm. Boljevici ; Scutari (Pbk.) 

5. Xerophüa pijramidata Drap. (Pbk.) 

6. Eucampylaea Pouzolzi Payr. Boljevici, Godinje, 
Scutari. (Pbk.) 

7. — var. montenegrina Zgl. (auch nach Rohlena, 
Ludwig von Führer). 

8. Eucampißaea denudafa Rossm. Boljevici, Godinje, 
Scutari (Pbk., Rohlena). 

9. TacJtea austriaca Müll. (Pbk., Rohlena). 

10. Macularia vermiculata Müll. Nicht selten an 
Scutari-See-Felsen (Petrbok). 

11. Macularia vermiculata Müll. var. Boljevici, Cetinje 
(Petrbok). 

12. Helix secernenda Rossm. Njegus, Cetinje, Boljevici, 
Scutari. 



— 88 — 

— var. Rohlenae Petrbok. Boljevici und Godinje. 
(Pet.rbok und Rohlena). 

13. Zehrina radiata Brug. Scutari-See-Felsen. (Pbk.) 

14. Chondrula quinquedentata Mhlf. Njegus, Getinje, 
Vir Bazar, Boljevici, Scutari. (Petrbok). 

15. Cijclostoma elegans Drp. do. (Petrbok). 

16. Pomatias auritum Zgl. Njegus, Boljevici; Godinje. 
(Petrbok). 

17. Triloba sandrii Parr. Boljevici, Godinje. (Petrbok). 

18. Montenegrina cattaroensis Zgl. Boljevici, Godinje, 
Getinje. (Petrbok). 

19. Medora dalmatina Partsch. Boljevici. (Rohlena). 

20. Delima decipiens Rossm. Boljevici, Godinje. 
(Petrbok). 

21. Clausiliastra laminata Mont. Boljevici (Rohlena). 

22. Bythinia tentaculata L. Scutari-See. (Petrbok, 
Rohlena). 



Conchyliologisches aus Tirol. 

Unser sehr verehrtes Mitglied Ganonicus Leonh. 
Wiedemayr in Innichen teilte dem Gef. brieflich mit, 
dass er letzthin sämtliche Gewässer des tirolischen Drau- 
gebietes abgesucht, doch nirgends mehr Planorbis gredleri 
vorgefunden habe. Er glaubt den Grund in der grossen 
Ueberschwemmung durch die Drau im Hochpustertale 
suchen zu müssen. Dagegen sammelte er neuerdings in 
den höher gelegenen Gräben bei Sillian Plan, laciniosus m., 
den ich erst im Gymn. Programm v. J. 1894 „Neues Ver- 
zeichnis der Gonchylien Tirols* S. 23 beschrieb. Wohl 
aber fand Wiedemayr einen neuen Standort für Plan, 
gredleri auf, und zwar am Südende des Toblacher Sees» 
eingangs ins Ampezzotal im Flussgebiet der Rienz, und 
teilte mir auch Ex. zur Beglaubigung mit. — 



— 89 — 

Hier mag auch ein berichtigender Widerruf, der mir 
lange schon auf dem Herzen hegt, Platz greifen. In einem 
Aufsatze der Ferdinandeums-Zeitschrift in Insbruck v. J. 
1902 ^Conchyliologisches aus dem Lagertaie" fährte ich 
Helix austriaca auf Grund einer lokalen Umwandlung 
aus H. nemoralis in Tirol ein. Ohne das daselbst auf- 
gestellte Prinzip und die aufgeführten Beispiele gegenwärtig 
in Abrede zu stellen, widerrufe ich doch die Anwesen- 
h e i t d e r H. austriaca i n T i r o 1 , zumal ich 3 Sommer 
am Fusse des Dobratsch unweit Villach in Kärnten beide 
Arten beisammen — stets ohne Uebergänge in einander — 
beobachtete. Der übrigens gewissenhafte Sammler, welcher 
mir H. austriaca von der Becca, westlich von Rovereto, 
überbrachte, sammelte früher auch bei Pressburg und hat 
ohne Zweifel 2 Exemplare unter das tiroler Material gebracht. 
So geschah der Irrtum. 

Darum mag als oberster Glaubensartikel des Natur- 
forschers gegenüber unwahrscheinlichen Mitteilungen — 
um nicht zu sagen Unglaube — das Prinzip gelten : die 
Sache dahingestellt lassen, bis man sich selbst überzeugt 
hat; — oder für andere Fälle das Wort des scharfsinnigen 
Baron AI. v. U. : »Autor hin, Autor her, Augen hab ich 
so wie er." Gredler. 



Die Conchylien des Löss des mittleren Donautales. 

Die zahlreichen Aufschlüsse der pleistocänen Löss- 
abtfigerungen, welche sich in der Umgebung Regensburg's 
finden, veranlassten mich, dieselben nach den in ihnen 
eingesprengten Conchylien zu untersuchen. In Nach- 
folgendem gebe ich das Verzeichnis der bis jetzt ge- 
sammelten Arten. 

1. Limax laevis Müll. s. s. 

2. — agrestis L. s. s. 



— 90 — 

3. Hyalina radiatula Aid. s. s. 

4. Patula ruderata Stud. s. s. 

5. — rotundata Müll. s. s. 

6. Helix pulchella Müll. s. 

7. — costata Müll, s, 

8. — temnlabris Braun, h. 

9. — hispida L. s. s. 

10. — terrena Gless. s. h. var. maJo7' h. 

11. — rufescens Penn. s. 

12. — suherecta Cless. h. 

13. — nilsoniana Beck. s. h. 

14. — arhustorum var. alpicola h. 

15. Bulimns tridens Müll. s. s. 

16. Cionella luhrica Müll. s. s. 

17. Caecilianella acicula Müll. s. s. 

18. Clausilia pumila Zgl. var. diluviana Gless. s. s. 

19. — dubia Drp. s. s. 

20. — parvula Stud. s. 

21. Pupa secale Drap, s, 

22. — frumentum Drap. s. s. 

23. — muscorum L. s. h. 

24. — columella Benz h. 

25. — parcedentata Braun s. s. 

26. Succinea pfeifferi Rossm. s. 

27. — ohlonga Drp. s. h. 

— — — var. elongata Gless. h. 

— — — paludiniformis Gless. s. 

28. Limnaea stagnalis L. s. s. , 

29. — peregra Müll. s. 

30. — palustris var. diluviana Bttg. h. 

31. — truncatida L. h. 

32. Planorbis marginatus Dr. var. submarginatus Jan. h . 

33. — rotundatus Poir. h. 

34. — spirorbis L. s. 



— 91 — 

35. Planorbis albus Müll. h. 

36. — glaber Jeff. s. 

37. — cristatus Drap. s. s. 

38. Valvata alpestris Blaun. h. 

39. — depressa Pfr. s. 

40. Pisidium fossarinum Gless. s. h. 

Die Fauna des mittleren Donaugebietes vermehrt 
sich durch diese neuen Funde um 6 Arten. 

Ich bin sehr gerne bereit, von den als h. und s. h. 
bezeichneten Arten im Tausche gegen Spezies anderer 
diluvialer Ablagerungen abzugeben. 

Regensburg. S. Clessin. 



Litteratur: 

Hoyle, W. E., on the Cephalopoda. Supplementary Report 
XIV. In : Report Gov. Ceylon Pearl Oysters Fisheries 
in the Gulf of Manaar, by Herdmann, published by 
the Royal Society 1904. With 3 plates. 

Neu Polypus herdmanni p. 187 pl. 1 ; — P. arborescens p. 189 
t. 2 fig. 8, 9, 12, t. 3 ; — Ausserdem sind zahlreiche Jugend- 
fornien abgebildet. 
Fischer, Henry, Considerations generales. In : Mission Pavie, 
Zoologie, Mollusques. 4". 11 S. Paris 1904. 

Allgemeine Betrachtungen über Molluskensystematik u. dgl., als 
Einleitung zu der Bearbeitung der von Pavie gesammelten 
Mollusken. 
Strebel, H., Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna der 
Magalhaen- Provinz. — In: Zoolog. Jahrb. Abt. Syste- 
matik 1904 Bd. 21 Heft 2. Mit 6 Taf. 

Behandelt ausschliesslich die Gattung Trophon. Neu: Tr. ohlini; 
p. 203 t. 3 fig. 9; — paessleri p. 213 t. 7 fig. 56, mit var. 
turrita p. 215 t. 7 tig. 57; — elongatus p. 217 t. 7 fig. 58, 
t. 8 fig. 66; — pseudoelongatus p. 220, p. 221 t. 7 fig. 60; — 
albus p. 221 t. 7 fig. 61; — obesus p. 222 t. 7 fig. 62; — 
acurainatus p. 222 t. 7 fig. 63 ; — fenestratus p. 225 t. 7 fig. 59 



— 92 — 

— hoylei p. 217 t. 8 fig. 68, 69; — brucei p. 230 t. 8 fig. 72: 

— ornatus p. 231 t. 8 fig. 73; — standeni p. 331 t. e fig. 67 

— couthouyi d. 236 t. 7 fig. 65, t. 8 fig. 76; — elegans p. 241 
t. 8 fig. 71. 

Jensen, A. S., Studier over nordiske Mollusker. 111. Tellina 
{Macoma). — In: Vidensk-Meddel. naturh. Foren. 
Kopen. 1905. — Mit Tab. 1. 

Der Autor unterscheidet aus dem Formenkreise der Teilina calcaria 
Chemn. nach den Sammlungen von Steenstrup noch 3 Arten: 
loveni Steenstr. p. 45 t. 1 fig. 5; — torelli Steenstr. p. 34 
t. 1 flg. 3; — und moesta Desh. p. 38 t. 1 fig. 4. — Die Arten 
decken sich nicht mit den von Leche und Posselt unter- 
schiedenen Formen. 

Martini & Chemnitz, Conchylien Cabinet, neue Ausgabe. 1904. 
Lfg. 491. Chitonidae (Schluss) und Vermetidae von Clessin. — Neu : 
Chiton 'glaber t. 41 fig. 4; — Ch. setiger var. kingi t. 42 
fig. 8. 

„ 492. Agnatha, von Kobelt. Keine n. sp. 

„ 493. Agnatha, von Kobelt. Keine n. sp. 

, 494. Helix (I. 12. VI.) von Kobelt. Enthält ausschliesslich Po- 
matia. Neu oder zum erstenmal abgebildet sind : blumi 
p. 841 fig. 1 — 4; — adanensis globulosa und pyrami t. 341 
fig. 7—10; — texta xeraethia Bourg. t. 342 fig. 1—3: — 
vulgaris tenuissima t. 342 fig. 11, 12; — vulgaris kubanensis 
t. 343 fig. 5 — 7; — nordmanni borshomensis t. 343 fig. 5 — 7; 
— nordmanni transitans t. 343 fig. 10 — 12; — figulina 
straubei, anthesi & attalus t. 344 fig. 7—11; — pelasgica 
n. (= figuhna autor nee Parr.) t. 345 fig. 6 — 9; — var. 
rhodensis t. 346 fig. 4—7; — philibensis Pfr. t. 346 fig. 
8—9; — escherichi Bttg. t. 346 fig. 10, 11. 

Sturany, Dr. R., Kurze Diagnosen neuer Gastropoden : — In 

Akad. Anzeiger Akad. Wien 21. April 1904. 

Als neu beschrieben werden : Planorbis (Gyraulus) argaeicus von 

Soisaly im Erdschinsgebiet, Kleinasien ; — ■ PI. (Tropidiscus) 

cilicicus von Efrenk an der Südseite des cilicischen Taurus ; 

— Bythinia pentheri von Soisaly ; — Xerophila cappadocica 
von Nigde, Kleinasien ; — Trichia memnonis aus dem Bulghar 
Dagh ; — Brephulusalexandri von ebendort ; — Chondrula ovularis 
var. codomanni von ebendort; — Amphiscopus lycaonicus vom 



— 93 — 

Serai Dagh bei Konia ; — Albinaria holtzi, Serrulina coUasi und 
Pholeoleras euthrix (cfr. Nachrbl. No. 3). 

Journal of Conchology, vol. 11 no. 4, October 1904. 

[). 97. Jukes-Browne, A. J., on some Questions of Nomenclature. 

,, 103. Madison, J., Testacella scululum in Worcestershire. 

„ 104. Thorneville, Rev. G. F., Obituary Notes on Philip Brocke Mason. 

„ 106. Roebuck, W. Denison, Re-eslablishment of Liniax tenellus as 
British Species. 

„ 110. Collier, Ed., the Conchological Differences between the Genera 
and Sections of the Pupininae. 

„ 115. Jackson, J. Wilfrid, Report on the Fleetwood Ramble. 

„116. Oldham, Chas., W. D. Grick (N^ecrolog). 

„ 117. Melvill, J. C. & Robert Standen, the Cypraeidae of the Persian 
Gulf, Gulf of Oman and North Arabian Sea. — Einige neue 
Varietäten. 

Journal de Conchyliologie, vol. 52 no. 2. 

p. 109. Dautzenberg, Ph. & G. F. Dollfus, Etudes critiques sur la no- 
menclature des genres Pectunculus et Glycimeris. 

„ 123. Vayssiere, A., Etüde zoologique de l'Archidoris stellifera H. 
von Ihering. 

,, 132. Lamy, Ed., Liste des Arches conservees avec etiquettes de 
Lamark daus les collections du Museum de Paris. 

Caziot, — , Faune du tumulus de St. Cristophe prh Grasse. 
In : Feuille jeunes Naturalistes Ser. IV Annee 34 no. 406 (1904). 
In der Kammer des Tumulus wurden ausser einer Anzahll 
Schalen lebender Mollusken auch die Schälchen einer Anzah 
Nacktschnecken gefunden, von denen drei (Amalia guebhardi, 
subfossilis und L. duplex) von Pollonera für neu erklärt 
worden sind. 

Kunkel, Karl., zur Biologie des Limax variegatus. In: 
Zoolog. Anzeiger 1904 vol. XXVII No. 18 p. 
571—578. 
Eine sehr hübsche und sorgfältige Beobachtungsreihe, welche wir 
unseren Mitgliedern dringend zum Studium — und zur Nach- 
ahmung bei anderen Arten empfehlen. 

Andreae, Prof, Dr. A., Dritter Beitrag zur Binnenconchij- 
lienfauna des Miocäns von Oppeln in Schlesien. — 
In : Mitteilungen Römer Museum, Hildesheim, No. 20, 
August 1904. 



— 94 - 

Es ßind im Ganzen 60 Formen bekannt, davon 24 — 30 der Lokalität 
eigenlümlicli. Als neu beschrieben werden : Limax excavatus 
p. 4 tig. 1 ; — Amalia oppoliensis p. 4 fig 2. mit var. an- 
cyloides p. 5 fig. 3; — Punctum propygmaeum p. 6 fig. 4; — 
Pyramidula (Gonyodiscus) mamillata p. 7 fig. 5; — Hygromia 
(Fruticicola) neudorfensis p. 10 fig. 11; — Triptychia margaretae 
p. 12 fig. 12; — Acme callosiuscula p. 14 fig. 13; — Pseudo- 
truncatella (n. gen., Typus : Pupa microceras A. Br.) pretiosa 
p. 16 fig. 14. 

The Journal of Conchology vol. 11 no. 5. 

p. 138. Scharff, R. F., the Origin of the Land-and Freshwater Mollusca, 

at present living in the British Islands. (Presidential Address). 
„ 144. Taylor, Fred, Vivipara contecta var. atropurpurea nov. at 

Wicken Fen, Cainbs. 
,, 144. Hutton, W., Harrison, Limnaea stagnalis var. umbilicata. 
,, 145. Dali, W. H., Note on the Name Glycymeris. Polemisirt gegen 

Dautzenberg & Dollfus. 
„ 147. Dean, Davy, New Records for West Laucashire. 
,. 147. Dean, J. Davy & J. Wilfrid Jackson, Notes on a Chara-and 

Shell Marl Deposit at Hawes Water, Silverdale, Lancashire. 

Journal de Conchyliologie vol. 52 no. 4. 

p. 285. Dautzenberg, Ph., Variations et cas teratologiques chez le 
Murex brandaris L. Avec pl. VIII. (var. robusta n., quadri- 
spinosa n. f. 2. diplacantha n. var. fig. 3). 

,, 288. Ancey, C. E., Notes critiques et synonymiques. — Vitrina 
comorensis Pfr. ist eine junge Helix aperta; — Rhytida beraudi 
Gass. = bisulcata Pfr. ; — Streptaxis paradiscus MUdff. = 
discus Pfr. — Ennea albida Putz. = Streptostele horei Smith ; — 
Papuina barnaclei Smith ist alfredi var. trichroa Marls, 
und sicher nicht auf Hawaii einheimisch ; — Helix 
primeana Crosse = connivens Pfr. major; — Hei. hidal- 
goiana Crosse = Trochomorpha zenobia Pfr. ; — Hei. cailleti Crosse 
= gulosa Gould ; — Hei. mabillei Crosse = corneo-virensPfr. ; — 
taranaki Gray = delessertiana le Guillou, leucolena Crosse eine 
Varietät davon; — dillwyniana Pfr. ist nicht = desertorum Forsk_ 
sondern = duroi Hidalgol (?) ; — Hei. neogranadensis Kobelt in 
Martini & Chemnitz t. 198 fig. 5 6 ist nicht die Pfeiffer'sche Art^ 
sondern eine neue, welche den Namen Pleurodonte gudeana erhält ; 
— Discolepis n. subg. für Hei. desidens Rang und Verwandte 
(p. 298); — Systrophia calculina Pfr. = heligmoidea juv. ; — 



— 95 - 

Strophocheilus mabillei Crosse = pulicarius Rve. ; — Bul. 
pluto Crosse = tupacii d'Orb.; — Bul. acus Pfr. zu Coelostele 
zu stellen; — Bul. nuciformis Petit = nux Brod. ; — Odont. 
inflatus var. costulata n. Brasilien ; — Auriculella pulchra 
Pease = auricula var. major ; — Pupa canaliculata Crosse = 
Gibbus uvula Desh.; — Succinea wrighli Crosse = lauta Gould ; 

— Ctenoglypta n. subg. für Rotula newtoni Nevill und Ver- 
wandte (p. 306); — Chondropoma andrewsae ist ein Colobostylus ; 

— Omphalotropis varians MUdff. ^= poecila Ancey ; — Pupina 
miokoana MUdff. = beddomei Ancey; — Helicina euglypta 
Crosse = plicatula Pfr. ; — Cyclophorus atomus Morelet ist 
wahrscheinlich ein Ditropis ; — Papuina linterae Mlldff. = secans 
Hedley; — Pleurodonte auridens var. oligotricha n. p. 312; — 
Nakadaella n. subg. für Cyclotus micron Pilsbry Nautilus 1900 
p. 120; — Diplommatina aesopus Bav. & Dautz. ist eine 
Leucarinia. 

Eiugegangrene Zahlungen : 

Prof. Erich Brandis, Travnik, Mk. 6.— ; Karl Kunkel, Ettlingen, 
Mk. 6. — ; Daulzenberg, Paris, Mk. 6. — ; Jos. Schedel, München, 
Mk. 6.— ; Prof. Dr. F. Kinkelin, Frankfurt a. M., Mk. 6.— ; Hermann 
Arnold, Nordhausen, Mk. 6. — ; Lehrer W. Brandt, Cuxhaven, Mk. 6,- — , 
Kurt Büttner, Leipzig, Mk. 12.— ; Prof. Dr. K. v. Fritsch, Halle a. S. 
Mk. 24. — ; Victor von Koch, Braunschweig, Mk. 6. — ; Zoologisches 
Museum, Berlin, Mk. 12. — ; C. Riemenschneider, Nordhausen, Mk. 12. — ; 
Fürst zu Salm-Salm, Anholt, Mk. 12. — ; S. Clessin, Regensburg, 
Mk. 12.— ; Geh. Rat E. Friedel, Berlin. Mk. 12.— ; A. Gysser, Strass- 
burg, Mk. 6.— ; G. Schacko, Berlin, Mk. 6.— ; Königl. Hoheit Therese 
von Bayern, München, Mk. 12.— ; Prof. Dr. K. Miller, Stuttgart, 
Mk. 6. — ; Hartwig Petersen, Hamburg, Mk. 12. — ; Robert ßoog 
Watson, Edinburgh, Mk. 11.— : K. L. Pfeiffer, Kassel, Mk. 12.— ; 
Dr. M. Meissner, Berlin, Mk. 6.— ; Hermann Rolle, Berlin, Mk. 12,— ; 
Prof. A. Krause, Gr.-Lichterfelde, Mk. 12.— ; Prof. Karl Schmalz, 
Berlin, Mk. 6.— ; Adrien Dollfuss, Paris, Mk. 18.— ; E. Spandel, 
Nürnberg, Mk. 6.— ; Paul Fagot, Villefranche, Mk. 6.— ; A. Luther, 
Helsingfors, Mk. 6. — ; Dr. Joh. Thiele, Berhn, Mk. 6.— ; 
R. Jetschin, Patschkau, Mk. 6.— ; Carlo PoUonera, Turin, Mk. 6.— ; 
Sowerby & Fulton, London, Mk. 6. — ; 0. Retowski, Petersburg, 
Mk. 6. — ; Zoologisches National-Museum, Agram, Mk. 12. — ; Chas. 
W. Johnson, Boston, Mk. 6.— ; E. Ninni, Venedig, Mk. 6.— ; Richard 
Hagy, Upsala, Mk. 6. — ; Joh. Tademand Lund, Kragero, Mk. 6. — ; 



— 96 — 

Naturhistorisches Museum, Lübeck, Mk. 12. — ; G. Sigl, München, 
Mk. 6. — ; Linnaea, Nalurhist. Institut, Berlin, Mk. 6. — ; Dr. Ed. 
Enslin. Stuttgart, Mk. 6.— ; Prof. A. Lang, Zürich, Mk. 6.— ; Stadt- 
Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde, Mk. 6. — ; R. S. Scharff, 
Dublin, Mk. 12.— ; Julius Heller, Teplitz, Mk. 6.— ; Zoologisches 
Museum der Universität Kiel, Kiel, Mk. 6. — ; Dr. Karl Brancsik, 
Trencsin, Mk. 12.— ; Dr. R. Sturany, Wien, Mk. 6.— ; Lehrer Geyer, 
Stuttgart, Mk. 6. — ; Grossh. Oldenb. naturhistorisches Museum, 
Oldenburg, Mk. 12.— ; H. Roos, Frankfurt a. M., Mk. 6.—. 

Neue Mitglieder: 

Linnaea, naturhistor. Institut, Berlin N. 4, Invalidenstr. 105. 

Lehrer Geyer, Stuttgart, Silberburgstr. 165 II. 

Seminarlehrer Karl Kunkel, Ettlingen b. Karlsruhe. 

Dautzenberg, Paris, 209 rue de l'Universite. 

Erich Spandel, Nürnberg, Hauptmarkt 4. 

Dr. Joh. Thiele, Kustos am Zoolog. Museum, Berlin N., Invalidenstr. 43. 

Carlo Pollonera, Museo Zoologico, Turin (Italien). 

Joh. Taölemand. Lund, Kragero (Norwegen). 

E. Ninni, Venedig. 

Chas. W. Johnson, Natural History Society, Boston. 

Richard Hagy, Upsala (Schweden). 

C. Sigl, Kgl. Hoflieferant, München, Karlstr. 11/0. 

Er. Eduard Enslin, Stuttgart, Uhlandstr. 16a. 

Paul Q-odet, Professor und Direktor des Museums, Neuchätel. 

Fritz Winter (in Firma Werner & Winter) Frankfurt (Main). 

Julius Heller in Teplitz, Böhmen. 

Moellendorff'sche Doubletten. 

Die Senckenbergische Gesellschaft in Frankfurt (Main) 
besitzt noch grosse Mengen von Landschnecken aus Moellen- 
dorff's Nachlass und ist bereit, zahlreiche Arten, darunter 
die grossen Nanina, zahlreiche Cochlostyla u. dgl.^ zu billigem 
Preise gegen Baar oder in Tausch gegen ihr fehlende Arten 
abzugeben. 

Rediegii't von Dr. W. Kobelt. — Druck von Pe ter Hartm ann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben : 27. April. 



Ohne KonRurrenz! 

Um mit unseren enormen Vorräten etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welclie wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- u. Süsswasser-Conchylien 

zu lialben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
schen, englisclien und französischen Hand- 
lung'en, falls Reflektanten solche Preiskataloge einsenden. 

,5Ko^]ll€^^S naturhistor. Institut, 

Berlin S. V^. 11, Köiiiggrrätzerstr. 8J). 



Grösstes u. scliönstes Lager 
recenter Concliylien der liVelt. 

Am 1. März 1904 wurden gezählt : 64 Schränke mit 1205 
Schiebladen und 28 Glaskästen für sehr grosse Exemplare, 
enthaltend 22388 Arien im ganzen. 

Wiv machen besonders aufmerksam auf unsere lang- 
jährige Erfahrung im Studium der Conchylien, deshalb können 
wir gute Exemplare in vorzüglicher Beschaffenheit und 
correct determiniert abgeben. 

Unsere Kataloge enthalten die Namen -von 12000 
Spezies naturwissenschaftlicher Ordnung und können als 
Namenliste benutzt werden. Versand auf Bestellung franko 
an Museen. 

Wir senden unsern Preiskatalog (3000 Arten) franko 
an jedermann. 

Verkauf — Kauf — Tausch. 
Sowerby & Fulton, Kew Gardens bei London 

(Gegründet im Jahre 1860 durch G. B. Sowerby. F. L. S., Teilhaber 

der Firma). 



Publikationen der Senckenbergischen natur- 
forsclienden Gesellscliaft zu Frankfurt a. M. 

Aus den „Abhandlungen" der Gesellschaft 

gelangten als Separat-Abdrücke neu zur 

Ausgabe: 

von Reinac h, A., Scliildkrötenreste aus dem ägyptisclien Tertiär. 

Mit 17 Tafeln. V. 61 Seiten. Gelieftet Mk. 15.—. 

Siebenrock, F., Schildkröten von Madagaskar und Aldabra. Ge- 
sammelt von Prof. Dr. A. Voeltzkow. Mit 3 Tafeln. 4". 22 
Seiten. Geheftet Mk. 5.—. 

Strahl, Professor Hans, Beiträge zur vergleiclienden Anatomie der 
Placenta. Mit 10 Tafeln und 1 Textfigur. 4". 58 Seiten. 
Geheftet Mk. 9.—. 

Stromer, Dr. Ernst, Geographisclie und geologische Beobachtungen 
in Uadi Natrün und Färegh in Aegypten. Mit 2 Tafeln. 4°. 96 
Seiten. Geheftet Mk. 3.—. 

Tornqulst, Professor Dr. A., Ueber eine eocäne Fauna der West- 
küste von Madagaskar. Mit 1 Tafel und 3 Textfiguren. 4'. 
18 Seiten. Geheftet Mk. 2.—. 

Moritz Diesterweg, 

Verlagsbuchhandlung, 
Frankfurt a. M. 

/ 



yiA,fU-iAAn_r- -ir i r'r i j- i ru* ! - 1 i " i * •■• — -*• ^ ■•■««■«■ o ■ « « — ».>.fc.^M%.i«^o.% < i<i«» 



Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologiseken Gesellsekft. 



Siebenunddreissigrster Jalirgang^. 
(1905.) 



Heft III. 



(Juli — September.) 
Mit 1 Portrait und drei Tafeln. 



Inhalt: 



Seite 



Boettger, Die Gonchylien aus den Anspülungen des 

Sarus-Flusses bei Adana in Cilicien (m. Taf. 2A) 97 

Bülow, Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung • 

(mit Tafel 3 und 4) 123 

Kobelt, Neue Arten aus Erlangers Ausbeute . . 127 

Sturany, Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna 

des Roten Meeres und des Golfes von Aden 132 

Literatur 147 



€rrÖ2§ii§itev^ ]jag:er in liuropa 

in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchylien ♦♦ 

(über 10,000 Species) 
alles correct determiniert zu oivilen Preisen, eig'ene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmungen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässigten Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos", naturhistor. Institut 

(etabliert seit 1889) 
Berliu S»W., Königgrätzerstrasse 89. 



Zu verkaufen 

i?t wegen Todesfall eine 

JVIujsehel^aniniluiig'. 

Etwa 1800 Arten mit vielen Doubletten, fast ausnahmslos sorg- 
fältig bestimmt. Näheres (Katalog etc.) durch 

Frau C. Kolilmann W^^f. 

Vegesack bei Bremen. 

Ende des Jahres wird in den Abhandlungen der 
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frank- 
furt a. .M. erscheinen : 

Heynemann, D. F., Die geographische Verbreitung der 

Nacktschnecl{en. 
Eine zusammenfassende kritische Darstellung unserer Kennt- 
nis derselben zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit Karten. 

Eine beschränkte Anzahl von Sonderabdrücken steht 
gratis zur Verfügung für solche unserer Mitglieder, welche 
sich für diesen Zweig unseres gemeinsamen Studiums in- 
teressieren. 

Tausch-Anerbieten. 

Wir bieten anderen Vereinen und Gesellschaften, welche Arbeiten 
rein malakologischen oder gemischten naturwissenschaftlichen Inhalts 
veröffentlichen, oder auch Besitzern von Werken malakologischen 
Inhalts, soweit sie sich nicht in unserer Bibliothek befinden, den Tausch 
gegen unser Nachrichtsblatt an und erbitten Offerten an 

Dr. W. Kobelt, 
Schwanheim. , 




David Friedrich Heynemann 



(24. Mai 1S29 — 15. Oktober 1904) 



No. 3. Juli 1905. 

Nacliriclitsblatt 

der deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft 

Sieben unddreissigster Jalu^gang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Ä.bonnementsprels : Mk. 6.—. 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in Sc hw a n h ei m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diester weg in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge und der Jahrbücher 
siehe Anzeige am Schluss. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 

Die Konchylien aus den Anspülungen des Sarus-Flusses 
bei Adana in Cilicien. 

Von 

Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt a. M. 

(Mit Tafel 2A.) 

Im Herbste 1904 übergab mir Herr Pfarrer G. Nägele 
in Waltersweier bei Offenburg in Baden eine Partie kleiner 
Schneckengehäuse aus dem Sarus-Genist mit der Bitte, sie 
zu bestimmen. Die Sachen schienen mir so überraschend 
und wichtig, dass ich mich entschloss, sie zu bearbeilen- 
Weiteres Material beschafften die Sammler des Genistes im 
Laufe des Winters, die Herren Elie Fath. Tembe und 
Benjamin Boyadjian in Adana. 

Das x4.uslesen der z. T. sehr minutiösen Schneckchen 
aus dem wesentlich aus Ideinen Pflanzenstengehi, ßlatt- 

7 



— 98 — 

teilen, Samen, sehr selten aus Käferleibern von Aphodien 
und Otiorrhynchen bestehenden Anspülicht war sehr müh- 
sam und zeitraubend, brachte aber nach und nach die 
erkleckliche Anzahl von 39 Schneckenarten. 

Ich nannte die Ausbeute oben überraschend. Das ist 
sie nach zwei Richtungen hin. Einmal kann ich das Auf- 
treten von nicht weniger als sieben Gattungen melden — 
Dauäehardia, Conulus, Acanthinula, Coelostele, Lartetia, 
Paulia und das neue Genus Daudehardiella — , z. T. in 
mehreren Arten, die bislang aus Kleinasien noch nicht nach- 
gewiesen waren, und anderseits zeigt sich eine so weit- 
gehende generische und spezifische Uebereinstimmung dieser 
Mikrofauna mit der übrigen Fauna der Mediterranländer, 
ja der mitteleuropäischen Land- und Süsswasserfauna, dass 
es billig ist, dies einmal ausdrücklich hervorzuheben, da 
ähnliches für Kleinasien bis jetzt niemals und nirgends so 
klar zu Tage getreten ist. 

Von den im folgenden aufgezählten 39^ resp. (mit 
Patula rupestris Drap.) 40 Arten stimmen dem Genus nach 
überein mit Gattungen der Mediterranregion alle mit Aus- 
nahme der einstweilen endemischen neuen Gattung Daude- 
hardiella, mit Gattungen unserer deutschen Fauna aber 
alle bis auf die vier Genera Coelostele, Paulia, Granopupa 
und Daudehardiella. 

Was die Arten anlangt, so sind von 40 Spezies die 
folgenden 29 identisch mit solchen der umliegenden Mittel- 
meerländer: 

2. Conulus fulvus (Drap.) 

3. Vitrea hotterii (P.) 

4. „ etrusca (Paul.) 

5. Hyalinia aequata Mouss. 

6. Punctum lederi Bttgr. 
6a, Patula rupestris (Drap.) 

7. Punctum pygmaeum (Drap.) 



- Ö9 - 

8. Vallonia costata (Müll.) 

9. Acanthinula aculeata (Müll.) 

11. Helix ignorata Bttgr. 

12. ,; derhentina Kryn. 

15. Orcula doliolum (Brug.) 

16. ,, Orientalis (P.) 

17. „ raijmondi (Bgt.) 

18. Modiceila rhodia (Roth) 

• 19. Granopupa granum (Drap.) 

20. Isthniia minutissima (Hartm.) 

21. Vertigo ptjgmaea Drap. 

22. ,, antivertigo Drap. 

24. Caecilianella ■acicula (Müll.) 

25. ;; jani (De Betta) 

26. ;, tumulorum Bgt. 

27. „ raddei Bttgr. 

28. ;, minuta Mouss. 

29. ;; michoniana Bgt. 

30. Carychium minimum Müll. 

31. Limnaea truncatula (Müll.) 

32. Planorbis ehrenbergi Beck 
39. Neritina anatolica Recl. 

Also 72,5 "/o der Arten des inneren Kleinasiens 
stimmen überein mit solchen der Nachbarländer. 

Ja es finden sich im Sarusgenist sogar nicht weniger 
als zwölf Arten, die auch in Deutschland angetrott'en werden: 
2. Conulus fulvus (Drap.) 
6a. Patula rupestris (Drap.) 

7. Punctum pygmaeum (Drap.) 

8. Vallonia costata (Müll.) 

9. Acanthinula aculeata (Müll.) 
15. Orcula doliolum (Brug.) 

20. Isthmia minutissima (Hartm.) 

21. Vertigo pygmaea Drap. 



— 100 — 

22. Vertigo antiverügo Drap. 
24. Caecilianella acicula (Müll.) 

30. Carychium minimum Müll. 

31. Limnaea truncatula (Müll.) 

Also volle 30"/o Arten des Inneren von Gilicien, die 
mit deutschen Arten absolut übereinstimmen! 



Aufzählung der Arten. 

1. Daudebardia (LibaniaJ naegelei n. sp. 

(Taf. 2A, Fig. la— d.) 

Char. Differt a speciminibus pullis D. saulcyi Bgt. 
ex insula Greta t. minus distincte rimata, pro latitudine 
longiore, magis oblonga lateribus fere subparallells, apert. 
minore, inferne vel aequa vel minore magnitudine quam 
reliqua pars testae. 

Alt. ^/s, diam. max. 2V2 mm; alt. apert. IV4, lat. 
apert, IVs mm. 

Fundort, In den Anschwemmungen des Sarus-Flusses 
bei Adana, Gilicien, 88 übereinstimmende Stücke (coli. mea). 

Bemerkungen. Seitdem Dr. A. J. Wagner in 
seiner schönen Arbeit „Die Arten der Gattung Daudebardia 
Hartm. in Europa und Westasien", Wien, 1895, Verlag 
von F. Tempsky, den Nachweis geführt hat, dass man die 
Arten dieser Gattung vielfach schon an der Jugendschale 
unterscheiden kann, nehme ich keinen Anstand, die offenbar 
sämtlich nur als Embryonalschalen aus dem Sarusgeniste 
vorliegenden Gehäuse von D. saulcyi Bgt., ihrer nächsten 
Verwandten, abzutrennen. Ich kann dies um so eher 
riskieren, als mir vier gute Stücke der kretischen Jugend- 
form dieser Art aus der Ausbeute Freih. H. v. Maltzans 1883 
vorliegen, von der sie, wie es auch unsere Abbildung 
zeigt, in der lang oblongen Totalform und in der stets auf- 
fallend kleineren Mündung recht merklich abweichen. Ob 



— 101 — 

freilich die kretische Art, die wir bis jetzt ebenfalls bloss 
in Jugendexemplaren kennen, mit der syrischen D. saulcyi 
Bgt. zusammenfällt, möchte ich noch nicht für sicher aus- 
gemacht erklären, 

2. Conidus (Trochulus) fulvus (Drap.) 
Nur ein sicheres Stück von vier Umgängen. 
Aus Asien besitze ich die in Europa verbreitete Art 
überdies in meiner Sammlung von elf Fundorten in Trans- 
kaukasien, einem in Talysch, einem in R.ussisch-Armenien 
und zwei in Turkestan. Weste rlund erwähnt sie ausser- 
dem noch allgemein aus Westasien und Sibirien. 

3. Vitrea hotterü (P.). 

Spärlich, nur 47 Stücke, und darunter nur wenig 
erwachsene. — Alt. 1, diam. max. 27* mm. 

Eine in den östlichen Mittelmeerländern verbreitete, 
in der Grösse etwas wechselnde Art, die aus Italien, 
Kroatien, Dalmatien und Griechenland angegeben wird und 
die in meiner Sammlung z. B. aus Pridworje und Ragusa 
in Dalmatien (leg. Edm, Reitter), Skafidaki Nissopulo bei 
Prevesa in Epirus (leg. G. Gonemenos 1890), Malta (leg. 
Gar. Gatto 1889), Athen, Kalamata und Demiobas bei 
Kalamata (leg. E. Brenske 1883), Gentral-Kreta (leg. Frei- 
herr H. V. Maltzan 1883), Smyrna (leg. G. Gonemenos 1887) 
und aus dem Genist des Psekups in Giskaukasien (leg. 
Baron 0. v. Rosen 1905) liegt. Ich glaube auch ohne 
Bedenken jF. clessini (Hesse) von Tinos hier als Varietät 
unterbringen zu dürfen, da sie in den Verbreitungsbezirk 
der V. botterii (P.) fällt und bei der Variabilität der Art 
recht gut noch in deren Rahmen sich einfügt. 

4. Vitrea etrusca (Paul.). 
Sehr häufig, ununterscheidbar von meinen toskanischen 
Originalstücken. — Alt. ^Z* — ^/s, diam. max. 1^2— 2 mm. 



— 102 — 

Ich kenne die Art vom Flusse Era, Toskana (comm. 
Marq. Mar. Paulucci 1878) und aus dem Meeressand von 
Rimini in Oberitalien (comm. Spir. Brusina 1904), glaube 
aber nicht fehlzugehen, wenn ich auch V. bland (Hesse) 
von der Insel Syra als Varietät mit einbeziehe, so dass 
auch für diese Art ein weit grösseres Verbreitungsgebiet 
festgestellt ist, als man früher annehmen durfte. Auch 
V. cavannae (Paul.) findet sich nicht bloss in Italien, sondern 
ich besitze sie auch aus Knin in Dalmatien (leg. Edm. Reitter). 

5. Hyalinia (Polita) aequata Mouss. 

Nur ein massig erhaltenes und unvollständiges Stück, 
das einen etwas engeren Nabel als Stücke von Baalbek in 
Syrien zeigt, während Schalen von Smyrna ganz über- 
einzustimmen scheinen. 

6. Punctum lederi (Bttgr.) var. meridionalis n. 

Ghar. Differt a typo t. minore, spira saepe altiorC; 
anfr. costulato-striatis, costulis minus validis. 

Alt. IVs-lV*, diam. max. 2 V^— 2=^/8 mm. 

Fundort. Von den etwa 36 im Sarus-Genist bei 
Adana gefundenen Stücken sind nur ganz w^enige als er- 
wachsen zu betrachten. Die typische Art besitze ich nur 
aus Lenkoran im Talyschgebiet (leg. H. Leder). Patula 
(Pyramidnla) rtipestris (Drap.), die bei Gülek nächst Adana 
im cilicischen Taurus vorkommt (vergl. Nägele in Nachr.-Bl. 
d. d. Malakoz. Ges. 1903 p. 174), im Sarusgenist nach- 
zuweisen, ist mir bis jetzt nicht gelungen. 

7. Punctum pygmaeum (Drap.). 

Im Sarusgeniste sehr häufig in Grössen bis zu 1 ^/s mm 
Durchmesser. Die Schälchen überschreiten also die normale 
Grösse europäischer Stücke, bleiben aber hinter denen von 
Lenkoran im Talyschgebiet zurück. 



— 103 — 

In Westasien ist die Art verbreitet in Transkaukasien 
(vier Fundorte in meiner Sammlung), Russisch-Armenien 
und Talyschgebiet (je ein Fundort). 

8. Vallonia costata (Müll.) 
Acht Stücke mit mehr oder weniger kräftiger Rippen- 
skulptur. 

9. Äcanthinula aculeata (Müll.). 

Ein Stück der f. suhlaevis West.; die ich nur als ein 
Gehäuse anerkennen kann, das seine Hautrippen infolge 
von Alter oder Verwitterung verloren hat. Kleiner und 
flacher als gewöhnlich. — Alt. 1^2, diam. max. l^/^mm. 

Aus Asien war mir diese an den Wald gebundene 
Art bis jetzt nur von elf Fundorten in Transkaukasien und 
von je einem in Russisch-Armenien und Talysch bekannt 
gewesen. 

10. Helix (Theha) merssinae Mouss. 

Mousson, Journ. de Conch. Bd. 12, 1874, p. 11 
(muscicola Bgt. var.); v. Martens, Vorderasiat. Gonchylien 
1874, p. 7, Taf. 1, Fig. 1 (muscicola, non Egt.); Nägele, 
Nachr.-Bl. d. d. Malakoz. Ges. Bd. 34 1902, p. 3 (crispulata, 
non Mouss.). 

Sechs Stücke von alt. 5—6^/4, diam. max. 8—10 mm. 

Diese in guten Exemplaren einen Pelz von langen, 
aber sehr feinen, weisslichen Haaren tragende Schnecke 
weicht, wie schon Pfarrer G. Nägele hervorhob, von 
Hx. crispulata Mouss. durch Dickschaligkeit und starke 
Lippenbildung so erheblich ab, dass sie mit ihr nicht ver- 
einigt werden kann. Er deutete auch an, dass sie vielmehr 
Verwandtschaft mit Hx. frequens Mouss. haben dürfte, von 
der sie sich aber durch die Skulptur leicht unterscheide. 
In der Tat stimmt sie nun vorzüglich mit einer Schnecke 
aus der Gruppe der Hx. frequens Mouss., die Mousson 
als Hx. muscicola Bgt. var. merssinae beschrieb und die er 



- 104 — 

von Merssina bei Tarsus, also aus dem Adana benachbarten 
Gebiete des Bulghar Dagh, erhalten hatte. Aber Mousson 
und V. Martens dürften sich darin geirrt haben, dass sie 
die Schnecke mit der kleineren Bx. muscicola Bgt. {=^ creno- 
phila P.) von Konstantinopel vereinigt haben, die nach 
Pfeiffer weiter durchbohrt sein soll als Hx. ovularis Bgt. 
und nach Westerlund „zwar sehr eng, aber an der 
Mündung doch etwas erweitert durchbohrt" genannt wird. 
Ueberdies vermute ich, dass auch Hx. praempta West, 
(angeschwemmt in der Krim) mit Hx. muscicola Bgt. 1855 
(= crenophUa P. 1857) übereinstimmt, und ich möchte 
noch einen Schritt weitergehen und Hx. merssinae Mouss. 
nur für eine nahe verwandte, aber bestimmt -verschiedene 
Art erklären, die sich durch geringere Grösse und weitere 
Nabelbildung gut unterscheidet. Die beste Diagnose von 
Hx. muscicola Bgt. ist die von Westerlund in Fauna d. 
Binnenconch. Bd. II, Lund 1889 p. 85 für seine Hx. 
praerupta gegebene Beschreibung, die das Gehäuse „sehr 
eng, gar nicht erweitert und wenigstens zur Hälfte ver- 
deckt genabelt" nennt. Hx. merssinae zeigt in allen Fällen 
nur eine sehr enge, durch den Spindelrand halb- oder zu 
drei Vierteln verdeckte Durchbohrung. 

11. Helix (Theba) ignorata n, sp. 
(Taf. 2A, FIj:. 2 a— c). 
CUiar. Differt a H. oUvieri Fer., cui similiima est; 
t. magis depressa, zona suturali non pallidiore, anfr. lentius 
accrescentibus, ultimo media parle magis angulato, ante 
aperluram distinctius deflexo, apert. angustiore, magis 
depressa, margine basali strictiore, minus concavo. — T. 
rima angusta, demum clausa rimata, globoso-depressa apice 
magis minusve prominulo, tenora, pellucida, fuscula, media 
parte albido-unifasciata, apert. extus flavolimbata. Anfr. 
6 convexiuscuh, sutura bene impressa disjuncti, lente 
aecrescentes, primi dense stnati, ultimus insuper undique 



— 105 — 

malleolatus et media parte obscure angulatus, superne 
valde deflexus, basi minus convexus. Apert. transverse 
ovalis, latior quam alta ; perist. simplex, obscurum, intus 
albolabiatum, marginibus subparallelis, basali substricto, 
columellari superne ultra rimam breviter dilatato et reflexo. 

Alt. 9^2 — lOVu, diam. max. 14 — 16 mm; alt. apert. 
6^/4 — 7, lat. apert. 8^2—9 mm. 

f. nänor m. Alt. 6 — 7, diam. max. 9 — IIV2 nim ; 
alt. apert. 4V2 — 5^2, lat. apert. 5—6 mm (hab. Adanae 
et Adaliae). 

Fundort. Die hier beschriebenen Originale stammen 
von Gülek aus dem cilicischen Taurus bei Adana, doch 
habe ich die gleiche Art auch in je sechs Stücken aus den 
Anschwemmungen des Sarus-Flusses und in einer kleineren, 
dunkler braunen Form von Hadjine, beide aus dem Vilajet 
Adana. Weiter besitze ich die Art aus Adalia in Lycien 
(comm. Nie. Gonemenos 1887). Die übrigen mir bekannten 
Fundorte dieser Art liegen sämtlich in Syrien ; ich nenne 
Cheikli, Akbes und Jaffa, von wo sie mir, wie auch alle 
Stücke aus dem Vilajet Adana, durch Pfarrer G. Nägele 
eingesandt worden sind (coli. mea). 

Bemerkungen. Ich bin einigermassen erstaunt 
darüber, dass diese an so zahlreichen Fundorten und so 
häufig vorkommende Art noch von niemand beobachtet 
worden ist. Sie lag seit 1887 als Hx. oUvieri Fer. var. in 
meiner Sammlung, und ich vermute, dass es in anderen 
Sammlungen auch so ist. Von Hx. frequens Mouss. und Hx. 
carascaloides Bgt. trennt sie sich durch die vorhandene 
weissliche Alittelbinde und den im Alter vollkommen ver- 
schwundenerr Nabelritz. 

12. Helix (Xerophila) derbentina Kryn. 
Wenige massig erhaltene Stücke von der auch sonst 
bei Adana häufigen, gebänderten Form. 



— 106 — 

13. BuUminus (Pseudomastus) robiistus Näg. 
Nägele, Nachr. Bl. d. d. Malakoz. Ges. Bd. 34, 
1902 p. 5 (Mastus). 

Melir als sechs Stücke smd auch heute nicht bekannt. 

14. BuUminus (Chondrulus) ledereri P. 

Naegele, 1. c. p. 5 (Ämphiscopus). 

Sehr häufig in Grössen von alt. 7—9, diam. max. 
3— 3V2 mm. 

Ich sehe keinen rechten Grund ein, warum Wester- 
lund die ihm offenbar unbekannte Art zu seiner Unter- 
gattung Ämphiscopus gestellt hat. Viel näher liegt doch, 
sie mit ihren nächsten Verwandten, dem B. (Chondrulus) 
ghilanensis Iss. und dem B. (Chondrulus) didymodus Bttgr., 
zusammenzustellen und Ämphiscopus auf die Arten mit 
besonders kleiner Mündung und schwach oder nicht aus- 
gebreitetem Mundsaum, wie B. squalinus Rssm., continens 
V. Ros., eudoxinus Näg., sturmi K. und vielleicht auch auf 
den linksgewundenen B. chondriformis Mouss., zu be- 
schränken. 

15. Orcula doliolum (Brug.) var. scyphus P. 

Naegele, 1. c. p. 7 (unter var. orientalis Parr.). 

Die drei gefundenen Exemplare sind seltsamerweise 
linksgewunden. Sie sind durch geringere Grösse, schlankere 
Gestalt, dünnere Schale und stärkere Gehäusestreifung von 
der mit ihr zusammen vorkommenden 0. orientalis (P.) so 
bestimmt verschieden, dass ich beide spezifisch voneinander 
trennen muss, — Alt. 7^2, diam. max. 3V2 mm; 2 
Spin^delfalten. 

Ob dort alle Stücke links winden, oder der Zufall 
es wollte, dass gerade die drei Stücke, die gefunden 
wurden, linksgedreht sind, kann erst bei weiteren Funden 
ermittelt werden. Es dürfte zweckmässig sein, die klein- 
asiatischen und einen Teil der persischen, sowie die 



— 107 — 

syrischen, resp. ägyptischen Stücke allein der var. sajphus 
P. zuzurechnen, die i^riechischen Formen aber als var. 
critica P. (= turcica Let.) zu betrachten. Dazu können 
dann noch als Varietäten var. intermedia Ret. aus der 
Krim und var. batumensis Ret. aus Transkaukasien und 
dem nordöstlichen Kleinasien, die beide zwischen dem 
Typus und der var. sct/phus P. ihre Stellung finden, und 
eventuell die vorliegende Form als var. heterostropha m. 
kommen. 

Echte — aber rechtsgewundene — var. scyphus P. 
besitze ich in meiner Sammlung von der europäischen 
Seite der Dardanellen (leg. Freih. H. v. Maltzan 1883), 
wo diese Varietät neben dem Typus der Art auftritt, von 
Brussa (leg. Prof. Dr. Ach. Andreae 1891) und Biledjik 
bei Brussa (leg. Dr. K. Escherich 1895), von Smyrna 
(comm. Dr. Th. Krüper), Phineka, Elmali, Adalia (leg. 
G. Conemenos 1887) und Makri in Lycien (coram. H. Rolle 
1904), vom Bulghar Dagh im cilicischen Taurus (comm. 
G. Nägele 1904), von Ordubad am Araxes (leg. H. Leder 
1889) und von Razoki bei Urmia in Persien (comm. 
G. Nägele 1901). 

16. Orcula orientalis (P.). 

Naegele, 1. c. p. 7 (Pupa doliolum var.). 

Ein Dutzend erwachsene Stücke und fünf Jugend- 
formen. Alle vorliegenden Exemplare besitzen zwei wohl- 
entwickelte Spindelfalten. — Alt. 10; diam. max. 4^2 mm. 

Diese interessante Schnecke, die ich von jetzt ab als 
Art betrachte, da sie neben 0. doliolum (Brug.), ohne 
Uebergänge mit ihr zu bilden, vorzukommen scheint^ war 
von Gypern, Syrien und Aleppo bekannt. Ich besitze sie 
ausser vom letztgenannten Fundorte (comm. Prof. Dr. A- 
Mousson) noch aus dem Libanon und aus Akbes in Syrien 
(comm. Pfarrer G. Nägele 1898 und 1901). 



— 108 — 

17. Orcula raymondi (Bgt.). 

Die Hälfte eines sicher zu dieser Art gehörigen 
Stückes mit zwei Spindelfalten. 

Im übrigen besitze ich Stücke dieser Art nur aus 
Gis- und Transkaukasien, aus Russisch-Armenien und aus 
Samsun in Kleinasien. Aus Syrien, von wo die Art ur- 
sprünglich beschrieben worden ist, konnte ich sie mir noch 
nicht verschaffen. 

18. Modicella rhodia (Roth) var, taurica Kessl. 

Diese durch bedeutendere Schalengrösse, gewölbtere 
Umgänge und tiefere Naht ausgezeichnete Varietät liegt 
nur in einem Stück vor. 

Ausser von zahlreichen europäischen Fundorten be- 
sitze ich sie zumeist in der gleichen Varietät noch aus 
Asien von Kovelutza bei Smyrna (leg. G. Gonemenos 
1891), Gülek bei Adana in Gilicien (vergl. G. Nägele in 
Nachr. Bl. d. d. Malakoz. Ges. 1903 p. 176) und aus 
Beirut (comm. 0. Staudinger 1894 und G. Nägele 1900) 
und Damaskus (leg. G. Schumacher 1882) in Syrien. 
19. Granopupa granum (Drap.). 

Nägele, Nachr. Blatt d. d. Malakoz. Ges. Bd. 34, 
1902 p. 7 (Pu2m). 

Häufig in Grössen von alt. 3 — 4^/4 mm. 

Zu dieser Art gehört auch Gr. subulata (Biv.) als 
einfaches Synonym. Ausser aus den Miltelmeerländern 
Europas kenne ich die Art aus Asien von Kovelutza bei 
Smyrna und Adalia in Lycien (leg. G. Gonemenos 1891 
und 1887), Brumana in Syrien (leg. G. Schumacher 1882), 
Mustaid und Davidenberg bei Tiflis, Transkaukasien (leg. 
H. Leder 1881), Krasnowodsk (leg. Dr. Sievers), Kelte- 
tschinar (leg. Baron 0. v. Rosen 1892) und vom Grossen 
Baichan (leg. Dr. Walter 1887 und Dr. P. Varentzow 
1895) in Transkaspien, Schahrud in Persien (leg. 0. Herz 



— 109 — 

1887) und Helenendorf und Ordubad am Araxes in 
Russisch- Armenien (leg. H. Leder 1881 und 1889). 

20. Isthmia mimitissima (Hartm.). 
Sehr häufig, wohl die gemeinste Schneckenart des 
Sarus-Genistes. 

21. Vertiijo pygmaea Drap. 
Zehn Stücke. 

22. Vertigo antivertigo Drap. 

Drei Exemplare in auffallend wechselnder Grösse - 
alt. 1^/* — 2V8 mm — , aber relativ klein für die Art. 

23. Coelostele cylindrata n. sp. 
(Taf. 2A, Fig. 3a— c.) 

Char. Maxime affinis C. rhaphidiae Bgt., sed t. 
exactius cylindrata, angustiore; apice obtusiore, apert. 
minore. — T. parva subrimata, gracillima, fere exacte 
cylindrata, tenuis, pellucida, nitens ; spira lateribus sub- 
parallelis sursum vix angustata; apex perobtusus globosus. 
Anfr. 8 lentissime accrescentes, sutura profunde impressa 
disjuncti, superi convexioreS; caeteri media parte magis 
planati, ruditer sed subobsolete costulati et interdum hie 
illic varicosi, costulis obliquis, filiformibus, compressis, 
ultimus media parte planatus, costis 20 — 30 costatus, 
penultimo parum altior et vix latior, V^ altitudinis testae 
aequans. Apert. parva oblonga, superne et inferne leviter 
acutata, basi recedens; perist. subcontinuum, marginibus 
distincte sed tenuissime reflexiusculis, columellari late 
appresso et ultra rimam callose reflexo ; columella sigmoidea, 
media parte distinctissime torta vel quasi unilamellata. 

Alt. 3^4 — 3^/4, diam. max. ^/4 — Vs mm; alt. apert. 
^/4, lat. apert. V« i^i^- 

Fundort. Genist des Flusses Sarus bei Adana in 
Cilicien, 42 Stücke ; erwachsen und gut erhalten recht 
selten. 



- IIÖ -- 

Bemerkungen. Die im Durchmesser des Gehäuses 
etwas verschiedenen Stücke weichen auch in der Skulptur 
ziemlich stark von einander ab, da einige kleinere Schalen 
wesentlich feiner rippen streifig sind, die grösseren aber 
entschieden gerippt genannt werden dürfen. Da beide 
Formen jedoch in der Gestalt der Schale und Mündung 
ganz übereinstimmen, ist an eine Trennung in zwei Arten 
nicht wohl zu denken. 

Ich besitze in meiner Sammlung aus dem Geniste 
des Guadalquivir Stücke von Coelostele laevigata Bgt., 
C. letourneuxiana Bgt,, C. servaini Bgt., C. rhaphidia Bgt., 
C. hispanica Bgt. und C. tumidula Bgt., die ich sämtlich 
1887 der Güte Prof. Dr. W. Kobelts verdanke. Nach 
G. Goutagne handelt es sich dabei freilich nur um 
Varietäten einer und derselben Art, die nach C. F. A n c e y ' s 
scharfsinniger Interpretation dann C. acus P. (Bulimus) zu 
nennen wäre. Von diesen Formen ist C. rhaphidia Bgt. 
— auch in der Skulptur — die nächste Verwandte, unter- 
scheidet sich aber, wie alle mir bekannten spanischen 
Formen, durch breitere^ mehr getürmte Schalenform mit 
relativ spitzerem Wirbel. Die Spanierin besilzt auch nicht 
die charakterische S-förmig gebogene Spindel lamelle. Noch 
ähnlicher, aber kleiner und nur scharf und regelmässig 
wellig gestreift muss die mir unbekannte G. pcdadillieana 
Nevill von Aden in Arabien sein, die sich wohl am 
sichersten durch ganz flache Nähte trennen lässt. 
24. Caecilianella {ÄcicuUna) acicida (Müll.) var. Uesvillei Bgt. 

Selten; nur in 23 Stücken von bis zu alt. 474—4^2 
mm, diam. max. P/s — 1 V4 mm gefunden. 

Ich besitze diese Varietät von Toulouse, aus dem 
Eisackgenist bei Bozen in Tirol (leg. G. Reuleaux 1886), 
aus dem Arnogenist (comm. S. Glessin 1893) und von 
Viareggio in Toskana (leg. Dr. R. Del Prete), aus Sizilien 
(als C. actoniana Benoit von ihrem Autor erhalten), Central- 



— 111 - 

creta (leg. Frh. H. v. Maltzan 1883), dem Kuragenist bei 
Michailowo (leg. H. Leder 1881) und von Akthala in 
Transkaukasien (comm. Paetel 1888) und von Marsaba in 
Syrien (leg. Frh. H. von Maltzan 1883). Westerlund 
erwähnt die gleiche Varietät ausserdem noch aus Schweden 
(was ich bezweifeln möchte) und dem griechischen Fest- 
lande. 

25. Caecilianella (Aciculina) jani (De Betta). 

Hierher stelle ich ein einzelnes Stück von alt. G 
diam. max. 2 mm, das durch seine bauchige Schale von 
den übrigen in den Sarus- Anschwemmungen vorkommenden 
Arten erhebhch abweicht. 

Die Art ist beschrieben aus Südtirol, Oberitalien, 
Küstenland, Dalmatien und Griechenland. In der Samm- 
lung besitze ich sie von Viareggio in Toskana (leg. Dr. 
R. Del Prete), Castellgoft'redo bei Mantua (leg. Dr. R. Del 
Prete 1880), Trient (Tauschver. d. d. Malakoz. Ges. 1880), 
Susa in Piemont (leg. H. Simon) und von Malla (leg. Car. 
Gatto 1889) und Gorfu (leg. E. Reitter 1883). 

26. Caecilianella (Aciculina) tumulorum Bgt. 

Nägele, Nachr. El. d. d. Malakoz. Ges. Bd. 34, 
1902 p. 8 und Bd. 35, 1903 p. 176. 

Ich habe diese Art nur in acht Stücken aus dem 
Sarusgenist ausgelesen. — Alt. 6—67* mm, diam. max. 
2 mm. 

Ich besitze diese zuerst aus Griechenland bekannt 
gewordene Art vom Munychia-Hügel bei Athen (leg. P. 
Hesse) und aus Nauplia (leg. Raymond), Gorfu (leg. N. 
Gonemenos 1883) und Gentralcreta (leg. Frh. H. v. Maltzan 
1883). Aus Kleinasien kenne ich sie überdies in einer 
mächtig grossen Form von Adalia in Lycien (leg. G. 
Gonemenos 1887) und in normalen Stücken von Samsun 
(leg. 0. Retowski 1888). 



— 112 - 

27. Caecilianella (Aciculina) raddei Bttgr. 

Im Sarusgenist nicht häufig ; liegt in 46 Stücken vor. 
— Alt. 5, diam. max. l^/s mm. 

Von C. michoniana Bgt. unterscheidet sie sich durch 
mehr spindelförmiges Gewinde mit weniger mukronater, 
länger ausgezogener Spitze. 

Ausser aus Transkaukasien und der Krim kenne ich 
die Art noch aus Samsun in Kleinasien (leg. 0. Retowski 
1888). Ich hielt letzteres Stück früher für zu C. minuta 
Mouss. gehörig. Auch eine kleine Form aus dem Araxes- 
genist von Ordubad in Russisch-Armenien (leg. H. Leder 
1889) scheint sich ungezwungen als Varietät hier an- 
schliessen zu lassen. 

28. Caecilianella (Aciculina) minuta Mouss. 
(Taf. 2A, Fig. 4a— d). 

Nägele, Nachr. El. d. d. Malakoz. Ges. Bd. 35, 
1903 p. 176. 

Sehr häufig, die häufigste Art der Gattung. — Die 
Bestimmung dieser Art wird wohl kaum Anfechtung er- 
fahren, da Moussons Typen aus Mesopotamien, also aus 
nicht allzu weiter Entfernung von Adana, stammen. 
Immerhin variieren die zahlreichen vorliegenden Stücke in 
der Grösse recht merklich. Ich kann aber nicht sagen, 
ob die kleineren Schnecken nur als Jugendformen der 
grösseren aufgefasst oder als selbständige Art zu gelten 
haben. Normale Stücke zeigen alt. 4— 4V2, diam. max. 
1^8 — IV* nim. Die Diagnose stimmt in jedem Worte. 

Von C. petitiana Ben., die ich vom Originalfundort 
Sizilien (comm. Benoit) vor mir liegen habe, die ich aber 
auch aus Nizza (leg. E. Brenske 1883), Viareggio (leg. 
Dr. R. Del Prete), Pisa (Pecchioli), Livorno (Appelius) 
und aus Centralcreta (leg. Frh. H. v. Maltzan 1883) 
kenne, trennt sie sich trotz ihrer überraschenden habituellen 
Aehnlichkeit durch schwächer gebogene Spindel. Eine 



— 113 — 

zweite Verwandte ist die griechische C. suhsaxana Bgt.; 
die vielleicht nur Jugendform unserer Art ist. Zur Nolh 
mag sie durch etwas gewölbtere Umgänge unterschieden 
werden können. 

29. Caecilianella (Aciculina) michoniana Bgt. 

Sechs aus dem Sarusgenist stammende Stücke kann 
ich artlich nicht von zwei Exemplaren dieser Art aus 
Jerusalem (leg. Frh. H. v. Maltzan 1883) unterscheiden, 
wenn ich auch zugeben muss, dass sie in drei Grössen- 
stadien aufzutreten scheint : 

Alt. 6, diam. max. 2 mm (1 Stück von Adana), 
« 5V8, , „ l^/s „ (2 , „ Jerusalem), 

«4^ » „ 1% „ (5 „ , Adana). 

Bourguignats Typen aus Jerusalem messen alt. 
öVä; diam. max, 2 mm. Autfallend ist mir nur, dass 
Bourguignat und Westerlund [der aber wohl nie 
Stücke dieser Art in Händen gehabt hat] die Art in die 
Untergattung Hohenwarthia Bgt. stellen, während sie doch 
die deutliche Abstutzung der Spindel zur Untergattung 
Aciculina verweist. — Die Art ist durch besonders regel- 
mässige Spindelform ausgezeichnet. 

30. Carychium minhnum Müll. 

25 Stücke, von denen 19 zur var. inflata Bttgr. zu 
rechnen sind, vier zu einer massig schlanken typischen 
Form gehören und zwei durch auffallend geringe Dimen- 
sionen — alt. 1^/s, diam. max. ^ji mm — abweichen. 
31. Limnaea (Fossaria) truncatula (Müll.). 

Nur zwölf meist jugendliche Stücke bis zu alt. 4V* 
mm bei 2^2 mm Durchmesser. 

Aus Westasien kenne ich die Art von Paradisos bei 
Smyrna (comm. Dr. Th. Krüper 1904), aus Lycien (leg. 
Adm. T. Spratt 1884) und von Tokat im Vilajet Siwas 
(comm, Pfr. G. Nägele 1894), sämtlich in Kleinasien; aus 
Akbes (comm. Pfr. G. Nägele 1901) und Damaskus (leg. 



— 114 — 

G. Schumacher 1882) in Syrien und weiter aus Trans- 
kaukasien, Russisch-Armenien, Talysch, Transkaspien (drei 
Fundorte), der Bucharei (drei Fundorte), Persien, Meso- 
potamien und Afghanistan. Nach v. Martens findet sie 
sich auch an der Südostküste des Sch\'/arzen Meeres. 

32. Planorbis (Gyraulus) ehrenbergi Beck. 

Ziemlich selten, 22 meist sehr kleine Stücke, 

Sicher der gleichen Art angehörig wie meine von 
Dr. G. F. Jickeli aus Gairo erhaltenen und von Prof. 
Dr. V. Martens revidierten Stücke dieser Art. 

Aus Asien besitze ich die Art überdies von Beka in 
Syrien (comm. Pfr. G. Nägele 1892), von Nachitschewan 
in Russisch-Armenien (leg. Dr. G. Sievers 1881), vom 
Flusse Keschef-rud in Nordost-Ghorassan, Persien (leg. 
Dr. Walter 1887) und von Samarkand in Turkestan (leg. 
Baron 0. v. Rosen 1893). Ich glaube aber, dass sich auch 
PL piscinarum Bgt. und PL hebraicus Bgt. nur als Varietäten 
neben ihm werden halten lassen, und dann kämen zu den 
obigen Fundorten für die var. hebraica Bgt. noch Gulehissar 
in Lycien (leg. Adm. T. Spratt 1884) und Tokat im klein- 
asiatischen Vilajet Siwas (comm, Pfr. G. Nägele 1896) 
hinzu. 

33. Lartetia sarana n. sp. 
(Taf. 2A, Fig. 5a— e). 

Char. T. parva rimata, subturrita, tenera, pallide 
Cornea, pellucida; spira turrita lateribus vix convexius- 
culis ; apex obtusulus. Anfr. 5 sat rapide accrescentes, 
convexi, sutura profunda discreti, laeves, penultimus caeteros 
juniores altitudine aequans, ultimus ante aperturam magis 
planatus, ^'s altitudinis testae aequans. Apert. magna 
obliqua, late ovalis ; perist. leviter expansum et reflexius- 
culum, marginibus continuis, supero angulato et curvatim 
valde recedente, dextro strictiusculo, subtus arcuatim valde 
protracto, basali recedente et fere subefruso, sinistro appresso, 



— 115 — 

ultra rimam leviter reflexo ; columella strictiuscule des- 
cendens vel leviter concava. 

Variat t. minore graciliore. 

Alt. 2^8 — 2^4, diam. max. 1 mm; alt. apert. '^/s, 
lat. apert. ^/s mm. 

Fundort. Sehr selten im Genist des Sarusflusses 
bei Adana ; nur sechs gute Stücke. 

Bemerkungen. Diese Gehäuse eines ersten Ver- 
treters bl'nder Höhlenschnecken in Kleinasien scheinen der 
südfranzösischen L. moussoniana Paladh., die meiner 
Sammlung leider fehlt, und der württembergischen Vitrella 
krmissi Weinld. (= exigua Geyer 1904), die ich vergleichen 
kann, in Grösse und Form am nächsten zu stehen, doch 
ist bei der Weite der Entfernung der Fundplätze dieser 
Arten an Identität natürlich nicht zu denken und eine 
eingehendere Vergleichung hier zwecklos. 

Erheblich schwierig aber ist die Frage, in welche 
Gattung wir die vorliegenden kleinen Schneckchen einreihen 
sollen. Vor allem sei bemerkt, dass die von vielen 
F'orschern und auch von dem neuesten Bearbeiter der 
württembergischen Arten angenommene Gattung Vitrella 
Glessin 1877 diesen Namen nicht behalten darf. Schon 
Bourguignat und später Westerlund haben hervor- 
gehoben, dass der gleiche Namen Vitrella 1840 von 
S w a i n s o n bereits für eine Schnecke aus der Gattung 
Acera 0. F. Müller angewandt worden ist und nach allen 
internationalen Regeln nicht mehr zum zweitenmal benutzt 
werden darf Es bleibt für die Gattung somit der spätere 
Namen Bi/thiospeum Bgt. 1882. Nun gehen aber gewisse 
Arten von Bythiospeum ganz allmählich in der Schalenform 
in die Gattung Lartetia Bgt. 1869 über, so dass ich keine 
Möglichkeit finde, zwischen diesen beiden angeblichen 
Gattungen eine strenge Scheidung vorzunehmen. Ich 
glaube zu dieser Vereinfachung der Nomenklatur um so 



— 116 — 

mehr berechtigt zu sein und dazu raten zu dürfen, als 
auch S. Gl essin, der doch über ein reiches Material in 
diesen Formen verfügte und bekanntlich nach sehr sub- 
tilen Merkmalen unterscheidet , darüber in D. Exk.-Moll.- 
Fauna, 11. Aufl., Nürnberg 1884 p. 499 wörthch folgendes 
bemerkt: „P. Fagot und Bourguignat erklären die 
Vitrella-Arien aus dem Wuttachgeniste (V. sterkiana Gless. 
und V. turricula Gless.) für Arten des Genus Lartetia. 
Ich kann zwischen diesen und den übrigen Arten meines 
Genus keinen einigermassen erheblicheren Unterschied 
finden und möchte überhaupt die Berechtigung des Genus 
Lartetia Bgt. bestreiten." Da, wie wir gesehen haben, 
der Name Lartetia Bgt. acht Jahre früher aufgestellt ist 
als die ohne Rettung in die Synonymie fallende Gattung 
VitreJJa Glessin, erkennt also auch Glessin hiermit das 
Vorgehen von Bourguignat, Fagot, Westerlund und mir 
indirekt als berechtigt an. 

Westerlund hat in seiner Fauna d. i. d. Paläarkt. 
Reg. leb. Binnenconch. Bd. 6, Lund 1886 
Vitrella sterkiana Gless. und F. turricula Gless. zu Lartetia, 
Vitrella rohiciana Gless. zu Paladilhia Bgt. 
und die sämtlichen übrigen schweizerischen, deutschen und 
österreichisch-ungarischen Vitrellen Glessins zu Bythiospeum 
Bgt. gezogen. 

Da ich Originalstücke von F. sterkiana Gless. und 
von F. rohiciana Gless. besitze, ist es mir ein leichtes zu 
bestätigen, das Glessin recht hat, w'enn er behauptet, dass 
beide Arten von der Gattung Vitrella, d. h. Bythiospeum, 
resp. Lartetia in keiner Weise erheblich abweichen. Somit 
gehören nach meiner Ansicht alle Arten aus der Ver- 
wandtschaft des 5. quenstedti (Wieders.), die ich aus der 
Schweiz, aus Deutschland und Oesterreich-Ungarn kenne, 
zu Lartetia Bgt. ; die Gattung Paladilhia Bgt. fehlt in allen 
diesen Ländern einstweilen bestimmt. Unsere L. sarana 



— 117 — 

dürfte aber von allen mir bekannten Arten von Lartetia 
den erheblichsten Ausschnitt oben an der Naht vor der 
Mündung haben, so dass sie hierin L. roUciana (Cless.) 
noch übertrifft, ohne doch den tiefen P/('wro^o;Ha-artigen 
Ausschnitt und die zahlreichen Windungen zu besitzen, die 
die Gattung Paladilhia Bgt. auszeichnen. 
34. Lartetia sodalis n. sp. 
(Taf. 2A, Fig. 6a— c). 

Char. Forma et statura L. saranae m., sed multo 
minor, magis nitida, anfr. 4^^/^ — 5., apert. minore, magis 
circulari-ovata, margine dextro superne minus angulato- 
sinuoso. 

Alt. 1^2 — l^A, diam. max. V2 — ^1» mm; alt. et lat. 
apert. ca. V2 mm. 

Fundort. Sarusgenist bei Adana, nur 4 tadellose 
Stücke. 

Bemerkungen Diese weitaus kleinste bis jetzt 
bekannte Art der Gattung — L. hurgundica Loe. hat alt. 
1^/4—2 mm — gehört der gleichen Gruppe an wie die 
mit ihr zusammen gefundene L. sarana m. und besitzt die 
gleiche, wenn auch schwächere, an die Gattung Paladilhia 
Bgt. erinnernde Ausrandung unter der Naht wie diese. 
Aber ihre relativ kleinere Mündung lässt erkennen, dass 
wir sie nicht als eine winzige Varietät davon auffassen 
dürfen. Auch fehlen Uebergänge zwischen beiden. 

35. Lartetia compacta n. sp. 
(Taf. 2 A, Fig. 7a~c.) 
Char. Differt a L. sarana m., cui proxima esse 
videtur, t. minore, solidiore, magis compacta, ovato-conica, 
anfr. 4V2 lentius accrescentibus, minus convexis, sutura 
minus profunda disjunctis, ultimo pro altitudine testae 
altiore, apert. minore. — T. minima perforato-rimata^ 
ovato-conica, solidiuscula, vitrea, pellucida, nitida; spira 
exacte conica; apex obtusulus. Anfr. 4 V2 sat. rapide accres- 



— 118 — 

centes, convexiusculi, superne ad suturam bene impressam 
tumiduli, laeves, penultimus caeteris junioribus fere altior, 
ultimus ante aperturam magis planatus, basi convexus et 
fere subsaccatus, ^/t altitudinis testae aequans. Apert. 
modica obliqua, circulari-ovalis ; perist. leviter expansum 
et reflexiusculum; marginibus continuis, supero subangulato 
et curvatim leviter recedente, dextro bene curvato, subtus 
et basi modice protracto, sinistro appresso, leviter Irans 
rimam reflexo; columella obliqua leviter concava. 

Alt. 1^/4, diam. max. 1 mm, alt. et lat. apert. V^ nim. 

Fundort. Im Genist des Sarusflusses, nur ein 
tadelloses Stück (coli. mea). 

Bemerkungen: Ich habe geschwankt, ob ich diese 
Form von L. sarana m. abtrennen oder sie bei dieser Art 
belassen soll. Die Variabilität bei den deutschen Lartetia- 
Arten ist ja so erstaunlich, dass, wie uns D. Geyer 
lehrt, bei diesen Höhlenschnecken füglich alles möglich zu 
sein scheint. Entscheidend für meine Trennung war aber 
nicht die geringe Grösse und die auffallend gedrungene 
Gehäuseform, sondern der Umstand, dass die Mündung 
hier mehr Bythiospeum- und weniger Paladühia-avüg aus- 
gebildet ist als bei L. sarana^ so dass eine glatte Zurück- 
führung auf diese Art nicht möglich war. Weitere Funde 
werden die Selbständigkeit dieser durch die angeführten 
Unterschiede ja leicht trennbaren Form bestätigen oder 
verneinen müssen. 

36. Paulia exigua n. sp. 
(Taf. 2 A, Fig. 8a— c). 
Char. T. minima rimata, cylindrato-turrila, soli- 
diuscula, alba, nitida; spira cylindrata lateribus convexius- 
culis; apex obtusulus. Anfr. 5 lente accrescentes, bene 
convexi, sutura profunde impressa disjuncti, laeves, 
penultimus caeteros juniores altitudine aequans, ultimus 
penultimo parum major, fere Vs altitudinis testae aequans. 



— 119 — 

Apert. parva basi leviter recedens, obliqua, circulari- 
ovalis; perist. simplex marginibus continuis, supero infra 
sutiiram levissime angulato, dextro bene curvato, sinistro 
appresso et Irans rimani levissime reflexo ; columella 
leviter concava. 

Alt. P/s, diam. max. ^/s mm; alt. et lat. apert. fere 
^/a mm. 

Fundort. Im Genist des Sarusflusses bei Adana, 
nur ein Stück (coli. mea). 

Bemerkungen. Diese kleinste Art der Gattung 
nimmt sich wie ein Zwerg gegen die übrigen vier mir 
bekannten Arten aus, deren Vorkommen bisher auf Frank- 
reich und das östliche Oberitalien beschränkt war, und die 
Dimensionen von alt. 2V2— SVa mm aufweisen. — Für 
Kleiiiasien ist die Gattung, von der weitere Vertreter zum 
Vergleiche mir leider in natura fehlen, neu. 
Gen. Daudebardiella n. 

Char. T. forma gen. Valloniae Risso, sed multo 
minor, tenuior, magis pellucida, laevis, anfr. 2V2 — 3 
exstructa, ultimo ante aperturam distincte ampliato, valde 
descendente ; apert. circulari perobliqua, fere subhorizontah, 
soluta, adnata, marginibus continuis, undique reflexis, sed 
parum incrassatis, Umbilicus magnus perspectivus, ca. '/a 
altitudinis baseos aequans. 

Die, wie es scheint, neue Gattung unterscheidet sich 
durch die kleine, dünne, glatte und glänzende Schale sofort 
von Vallonia, mit der sie eine nicht geringe Aehnlichkeit 
hat. Aber ihr letzter Umgang steigt weit mehr nach 
abwärts, ihre .Mündung ist wesentlich schiefer gestellt und 
der Mundsaum ist zwar ebenso stark ausgebreitet, aber 
bei weitem nicht so stark verdickt als selbst bei der 
Gruppe der V. tenuilabris A. Br. Hauptunterschied aber 
ist, dass der Mundsaum zusammenhängt, ganz frei ist und 
nur in einem Punkte den vorletzten Umgang berührt. 



— 120 — 

Ob die Schale ein Deckelchen gehabt habe, ist 
schwer zu sagen ; die trichterförmige Ausbreitung des 
Mundsaums spricht weder dafür noch dagegen. Dass sie 
mit Valvatd Müll., Horatia Bgt. oder Haiiffenia Polion. be- 
sonders nahe Verwandschaft habe, ist nicht sehr wahr- 
scheinlich. Vergleiche ich sie mit den beiden von G. 
Pollonera in Boll. Mus. Zool. ed Anat. comp. Torino Bd. 
13, 1898 No. 334 aus dem Friaul beschriebenen und 
abgebildeten Arten Horatia (Hauff enia) tellinii Poll. und 
H. (Hauffenia) valvatiformis Poll., so fällt auf, dass diesen 
Arten weder eine besonders schiefe Mündung zugeschrieben 
wird, noch dass der Mundsaum ausgebreitet und umge- 
schlagen ist, wie bei unsern Schnecken. 

An Vallonia selbst ist natürlich nicht zu denken. 
•Darf ich eine Vermutung aussprechen, so handelt es 
sich bei der hier beschriebenen Gattung wahrscheinlich um 
Formen, die bis jetzt von den Autoren als minutiöse 
Arten der Untergattung Tropidina irrtümlich zu Valvata 
gestellt worden sind. Dazu könnten nämlich gehören 
F. exilis Paladh. aus Südfrankreich und Algerien und 
V. delevieleusae Hagenm. und V. hagenmulleri Bgt. aus 
Algerien, die beiden erstgenannten mit alt. V^, diam. max. 
1 ^4 mm. Die trichterförmige Erweiterung der Mündung 
im Zusammenhang mit deren überaus schiefer Stellung 
lassen die Zuteilung zu Valvata auch dieser drei Arten 
nicht zu, und so glaube ich, dass auch sie der neuen 
Gattung Daudehardiella zugehören. 

Wohin aber mit all diesen kleinen, reizenden Schneck- 
chen aus Südfrankreich, Algerien und Kleinasien? Der 
Schalenslruktur nach könnte man noch am ersten an ge- 
wisse Jugendformen von Daudehardia oder Hyalinia denken. 
Bei der grossen Anzahl der von mir und Pfarrer G. 
Nägele gesammelten Stücke ist es. aber ausgeschlossen, 
dass wir es mit Jugendformen zu tun haben^ und es 



— 121 ~ 

dürfte vorläufig nichts anderes zu sagen sein, als dass uns 
hier kleine, vollkommen erwachsene Höhlenschnecken vor- 
liegen von einer Organisation, die wahrscheinHch sich 
ebensoweit von der der Valvaten entfernt, mit denen man 
sie bis jetzt zusammengestellt oder verglichen hatte, wie von 
Daudebardia, mit deren Embryonalschale sie allenfalls eine 
gewisse Aehnlichkeit zeigen. Immerhin erscheint es mir 
noch als das Beste anzunehmen, dass wir es mit einer 
neuen Gattung der Hydrobiinen zu tun haben, die ihre 
natürlichste Stellung etwa in der Nähe von Horatia Bgt. 
finden mag. 

Hierher zwei Arten : 

37. Daudehardiella naegelei n. sp. 
(Taf. 2A, Fig. 9a— d). 

Ghar. T. minima calculiformiS; aperte umbilicala, 
umbilico excentrico, Vs latitudinis testae aequante, tenera, 
pellucida, nitida; spira magis minusve turbinata ; apex 
parum productus, obtusus, magis minusve mammillalus. 
Anfr. fere 3 sat convexi, sutura profunda, canaliculata 
disjuncti^ rapide accrescentes, sublaeves, ultimus depresse 
teretiusculuS; paulatim ampliatus et ad aperturam longe 
descendens, demum breviter solutus, fere ^/s latitudinis 
testae aequans. Apert. circularis valde obliqua, fere 
horizontalis; perist. continuum marginibus undique leviter 
expansis et reflexiusculis, supero valde protracto, basali 
non aut parum incrassato. 

Alt. ^/s — 1, diam. max. l^'s— P/4 mm; alt. et lat. 
apert. '^s— ^/i mm. 

Fundort. Im Genist des Sarusflusses bei Adana 
in Cilicien; 105 Stc. (coli. mea). 

Bemerkungen. Die kleine Art variiert sowohl in 
der Höhe des Gewindes, wie in der Anzahl der Umgänge 
und in der Grösse so erheblich, dass ich anfangs geneigt 
war, sie in eine höhere Form mit „spira subturbinata" 



— 122 — 

und in eine niedere Form mit „spira subplana" zu scheiden. 
Die grosse Anzahl von ganz allmählichen Uebergängen hat 
mich aber davon überzeugt, dass eine solche Trennung 
gewaltsam wäre. Wir haben es offenbar mit einer einzigen 
Art zu tun, die in der Aufrollung der Umgänge stärker 
schwankt, als es z. ß. bei unseren heimischen Land- und 
Süsswasserschnecken der Fall ist. 

38. Daudebardiella asiana n. sp. 
(Taf. 2A, Fig. 10a— d.) 

Ghar. Differt a D. naegelei m. solum umbilico mullo 
latiore, ^/s laiitudinis testae aec[uante, t. planiore, spira 
immersa, anfr. 3, ultimo fere Va latitudinis testae aequante. 

Alt. ^/s, diam. max. l'^/s mm; alt. et lat. apert. ^/4 mm. 

Fundort. Im Genist des Sarusflusses bei Adana ; 
19 übereinstimmende Stücke {coli. mea). 

Bemerkungen. Ich ge.stehe, dass die Abtrennung 
dieser Art von der vorigen auf etwas schwachen Füssen 
steht, aber während bei D. naegelei das Gewinde immer 
mehr oder weniger heraustritt, bleibt es bei der vorliegenden 
eingesenkt, Planorhis-3x\.\%, und im Nabel zeigen sich 
deutlich zwei Umgänge, während er bei D. naegelei nur 
1 — 1 V2 Umgänge erkennen lässt. Immerhin kann ich ver- 
stehen, wenn jemand diese Form nur für ein ganz flaches 
Extrem der D. naegelei auffassen wollte. Was mich ab- 
hält, die Schnecke mit der vorigen zu vereinigen, ist der 
Umstand, dass dann die Diagnose der Art von „spira 
turbinata" bis „spira immersa" geschwankt hätte, ein 
Verhalten, das ich bei keiner einzigen lebenden Schnecke 
kenne und das uns auch abhält, sonst verwandte Planorbis- 
Arten, z. B. aus der Gruppe des PL glaber Jeffr., mit- 
einander zu vereinigen. 

39. Neritina (Neritaea) anatoUca Fiecl. 

Nägele, Nachr. Blatt d. d. Malakoz. Ges. 1901 
p. 26 (haussknechti). 



— 123 — 

Findet sich heute noch im Wasser, aber auch, wenn 
auch seltner im Geniste des Sarusflusses in zwei Formen, 
einer kleineren schwarzen, die sich eng an var. boissieri 
V. M^s. anschliesst, und in einer auf hellem Grunde reich- 
lich mit graubraunen Zickzacklinien gestriemten, grösseren 
Form, die mit var. haussknechti v, Mts. übereinstimmt. 



Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung. 

Von 

C. B ülo w, Berlin. 

II.*) 

(Mit Tafel 3 und 4). 



Seltene Objecte in den Sammlungen sind bis heutigen 
Tages noch immer viele der bis jetzt beschriebenen Voluten 
und sie sind, abgesehen von den hohen Preisen, über- 
haupt nicht für Geld und gute Worte zu haben. 

In dem Gatalogue of the Shells in the Collection of 
the Earl of Tankerville (1825) veröffentlicht Mr. G. B. 
Sowerby unter Nr. 2150 die Voluta aulica, Solandev mit 
2 schönen Abbildungen. Diese seltene Species hat etwas 
Aehnlichkeit mit Voluta rutila, Brod. und Kiener hat die 
Verwirrung angerichtet, Voluta rutila, Brod. als Vol. aulica 
Solander abzubilden, und Küster hat in Mart. Ghemn. II 
Seite 167 Taf. 32 Fig. 2 3 diesen Irrtum weiter verbreitet. 
Auf Taf. 3 Figur lab gebe ich Abbildungen von 2 ver- 
schiedenen Exemplaren dieser seltenen Vol. aulica Sol. aus 
meiner Sammlung, und da ich die Lichtbilderaufnahmen 
selber mache, so bilde ich noch zum leichteren Vergleichen 



*) In dem Artikel I sind nachfolgende Druckfehler: 
Seite 79 Zeile 8 von unten lies statt ziert: zitiert. 
„ 81 „ 12 „ „ „ „ Bogen: Stegen. 
,, 81 „ 1 ,, ,, ,, ,, halbweisse: hellweisse. 



— 124 — 

auf Taf. 4 Fig. 5 ein gleichgrosses Exemplar von Vol. 
riitila Brod. ab, welche Art wohl in allen Sammlungen 
vertreten sein wird. .Wenn man beide Species vor sich 
hat, so zweifelt man durchaus nicht an der Verschieden- 
heit beider. Vol. aulica, Solander ist so selten, dass man 
annehmen kann, sie ist nicht zahlreicher in allen Samm- 
lungen vorhanden, als der Conus gloria maris. Die 2 
Stücke meiner Sammlung sollen von den Sulu-Inseln 
(nordöstlich von Borneo) stammen. Sie sind HO mm, 
resp. 95 mm lang. Sowerby sagt in der obigen Be- 
schreibung, dass sein abgebildetes Exemplar aus der Port- 
land-Sammlung stammt mit der handschriftlichen Notiz 
des Herrn Dr. Solander: „Ein schönes Stück von Voluta 
aulica Sol., einer sehr schön rot geflammten Art. Fund- 
ort unbekannt. Unikum." Aus jener Sammlung ist es in 
die des Earl of Tankerville gekommen. Der Grundton ist 
rötlich fleischfarben und die 2 breiten Bänder haben einen 
warmen braunroten Ton. 

Von seltenen Voluten aus meiner Sammlung gebe 
ich noch Abbildungen von Voluta T/iatcheri Mac Goy, 
Taf. 3 Fig. 2, von der-N.-W. Küste von Neu Galedonien, 
beschrieben 1868 Ann. and Mag, Nat. Hist. pag. 54. 
Eine schöne Abbildung davon befindet sich im Journ. de 
Conchyl. Paris 1873 Taf. 1 Fig. 1. Von schmaler langer 
Form in weissem Gruudton mit einem feinen Netzwerk 
von rötlicher Farbe, aus dem 2 Bänder hervortreten. 
Länge 90 mm. Ein tadelloses Stück dieser Art wird mit 
150 Mk. bezahlt. 

Voluta Wisemani, Brazier (Taf. 4 Fig. 6 von der 
N.-O, Küste von Australien, beschrieben im Journ. de 
Gonchyl. 1871 Seite 78 Taf. 5 Fig. 1. Sie ist 72 mm 
lang. Es verdient hervorgehoben zu werden , dass in 
Bezug aut künstlerische Schönheit der Abbildungen das 
Journ. de Gonchyl. Paris von allen conchyliologischen 



— 125 — 

Zeitschriften obenan steht. Die farbigen Tafeln sind wirk- 
liche Kunstwerke, sowohl im Farbendruck, als auch in 
der Zeichnung. Leider sind die Tafeln unseres Martini- 
Chemnitz sehr ungleichwertig; während sich ein Teil, be- 
sonders die von Herrn Dr. Kobelt selber auf Stein ge- 
zeichneten Tafeln jenen obigen ebenbürtig anreihen, sind 
dagegen eine grosse Anzahl Tafeln des Werkes so minder- 
wertig und verraten eine Unfähigkeit im Zeichnen, dass 
sie wie Bilderbogen von Gustav Kühn aus Neuruppin er- 
scheinen. — Auch bei einer Anzahl von Monographien 
versäume man nicht, vor dem Gebrauch die angegebene 
grosse Zahl von Druckfehlern auszubessern, die damit 
zwar noch nicht erschöpft sind, aber die Monographien 
sind sonst ganz unbrauchbar. Liessen sich die zahlreichen 
Druckfehler nicht vermeiden? 

Taf. 3 Fig. 4 ist die Voluta canaliculata, Mac-Goy, 
stammend von der Queensland-Küste, deren Windungen 
sich in den Nähten nicht fest anschliessen, sondern einen 
Kanal zwischen sich lassen, Avie solches bei vielen Oliven 
der Fall ist. Beschrieben ist sie Ann. and Mag, Nat.-Hist. 
1869. Diese Art ist in demselben Jahre noch von Mr. 
Gox in den Proc. zool. Loc. London als Voluta Harfordi 
beschrieben. In * der Zeichnung ähnelt sie der Voluta 
maculofa Swainson, gelbweisser Grund mit rotgelben, in 
Bändern angeordneten Flecken. Länge 46 mm. — Taf. 3 
Fig. 3 stellt die seltene Lp'ia Beaui, Fischer & Bernardi 
dar, von Westindien (Insel Marie-Galante), beschrieben 
1856 Journ. de Gonch. Taf 9 Fig. 1 2. Sie steht neben 
der von Australien stammenden Lyria mitraeformis. Lam. 
Sie hat hellfleischfarbenen Grundton und ist mit feinen 
bräunlichen, unterbrochenen Linien quergestreift. Länge 60mm. 

Ich habe in manchen Sammlungen gefunden, dass 
Exemplare von Mitra tigrina A. Adams zusammen mit 
Mitra paupercula Lam. liegen. In Paetels Gatalog steht 



— 126 — 

zwar Mitra tigrina als Variante von Mitra 'paupercula hdiva., 
und das mag ja auch für die Sammler und Händler ge- 
nügen, die ihre ganze conchologische Weisheit aus Paetels 
Katalog beziehen. Wir Sammler haben meinem alten ver- 
storbenen Freunde Paetel sehr vieles zu verdanken, dass 
er sich der mühevollen, jedenfalls nicht sehr geistreichen 
Arbeit unterzogen hat, den grossen dreibändigen Katalog 
zusammen zu stellen, aber er ist dabei auch ganz kritiklos 
zu Werke gegangen. In seiner Sammlung sah es ebenso 
aus (sie wurde bekanntlich nach Paetels Tode dem Berliner 
Museum geschenkt) ; wie oft hat Herr Professor v. Martens 
mir gesagt: ,Wie manche Enttäuschung erlebe ich, wenn 
ich in der Paetelschen Sammlung eine der selteneren 
Arten nachsehen will; ich finde dort unter dem schönsten 
Namen recht oft nur ein womöglich abgeriebenes Exemplar 
einer ganz gewöhnlichen Art." 

Mitra tigrina habe ich ausgewachsen nur selten ge- 
sehen. Ein junges Stück davon hat sehr grosse Aehnlich- 
keit mit der Mitra paupercula Lam. Auf Taf. 4 Fig. 1 1 
gebe ich eine Abbildung von einem jungen Stücke von 
M. tigrina und Fig. 12 stellt eine ausgewachsene Mitra 
paupercula dar. Fig. 10 ist M. tigrina ausgewachsen^ sie 
hat einen vollen Umgang mehr als Figur 11 und ist 
50 mm lang. Aus diesen Abbildungen wird der Leser 
schon sehen, dass beide Arten nicht zusammen gehören. 

Fig. 7 gibt ein Bild von der Mitra sacerdotalis 
A. Adams, beschrieben 1851 in den Proc. zool. Soc. London. 
Sie ist 90 mm lang, gelbbraun und an den Nähten weiss. 

Fig. 8 ist die schöne Mitra lacunosa Reeve, Gonch. 
Icon. Species 65, mit einem schönen breiten roten Bande 
auf der letzten Windung. Sie ist 45 mm lang. Reeve 
bildet ein jüngeres Stück ab. 

Fig. 9 zeigt die seltene Mitra Bovei Kiener in einem 
schönen 54 mm grossen Exemplar. 



— 127 — 
Neue Arten aus Erlaiigers Ausbeute. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



1. Vitrina (?) jamjamensis MoeUendorff mss. 

Testa imperforata, depressa, tenuissima, subtilissime 
plicato-stiratula, nitens, pelliicida, pallide corneo-flavescens. 
Spira vix emersa. Anfractus 3 convexiusculi, rapide 
accrescentes, sutura bene impressa submarginata disjuncti, 
ultimus amplus, inflatus. Apertura valde obliqua, rotun- 
dato-ovalis, parum excisa, peristoma tenuissimum, mem- 
branaceum ; collumella substricta, fere recta. 
Diam. 10,5, alt. 7,4 mm. 

Jamjam, eine kleinere Form bei Akadi. 
2. Africarion erlangen n. 

Testa exumbilicata, depressa, tenuissima, translucida, 
nitida, irregulariter striatula , striis flexuosis hie illic 
dislinctioribus, luteo-viridescens. Spira plana, apice vix 
prominulo, parvo ; sutura marginata, Anfractus S'/a, 
embryonales convexiusculi, sequentes rapide accrescentes, 
ultimus fere lotam testam occupans, supra planatus, basi 
multo convexior, antice perdilatatus, haud descendens. 
Apertura permagna, obliqua, ovato-rotundata, lunata, intus 
concolor; peristoma acutum, tenue, piano irregulari, 
marginibus conniventibus sed minime junctis, supero medio 
arcuatim valde producto, basal i recedente, columellari 
perarcuato, filiform!, spiratim intrante, minime incrassato. 
Diam. maj. 20,5, min. 14, alt. 11, long, apert. 14, lat. 
obl. 12 mm. 

Aufenthalt am Fluss Mare, im März 1901 gesammelt. 
Fünf tadellos erhaltene fast gleiche Exemplare. 
3. Bloyetia erlangen n. 

Testa perforata, globoso-conica, solida, cretacca, 
nitidula," undique costellato-striata, costellis basin versus 



— 128 — 

obsolescentibus, alba, pleruraque unicolor, rarius anguste 
fusco strigata, rarissime medio obsolete fulvo fasciata. 
Spira regulariter conica apice vix obtusato corneo vel 
coeruleo-nigro; sutura impressa. Anfractus 7— 772 convexi, 
lente regulariterque accrescentes, ultimus vix latior, subteres, 
basi rotundatus, antice band descendens. Apertura ovato- 
rotundata, lata lunata; parum obliqua, inlus castaneo- 
fiisca ; peristoma simplex, acutum, intus levissime incrassatum, 
marginibus distantibus, vix tenuissime junctis, columellari 
leviter incrassato, ad insertionem breviter dilatato et super 
perforationis partem reflexo. 

Diam. maj. 26, min. 23, alt. 16—17,5 mm. 

4. Bloyetia kismajuensis n. 

Testa latiuscule perforata, globoso-conica, solida, 
superne costellato-striata, costellis confertis arcuatis, infra 
laevior, sordide albida, fasciis et strigulis palllde lutes- 
centibus signata, infra peripheriam seriebus macularum 
fasciatim dispositarum parum conspicue cincta. Spira 
conica lateribus vix convexiusculis, summo lutescente, apice 
acuto perparvo nigro, sutura impressa. Anfractus 7 — 7^J2 
convexiusculi, lentissime accrescentes, ultimus parum 
dilatatus, depresse rotundatus, ad peripheriam obsoietissime 
angulatus, antice vix descendens. Apertura fere diagonalis, 
lunato-ovata, extus obsoietissime angulata, faucibus fusces- 
centibus; peristoma simplex, acutum, intus tenuiter labiatum, 
marginibus distantibus, haud junclis, columellari ad 
insertionem leviter dilatato. 

Diam. maj. 19, min. 17,5, alt. 13 mm. 

Zwischen Terschit und Kismaju. 

5. Bloyetia filomarginata n. 

Testa aperte perforata, depressa, carinata, ambitu 
orbiculari; supra undique regulariter costellato-striata, 
costellis arcuatis, infra laevior, albida, corneo varie macu- 
lata et variegata, inferne unicolor alba, nitida, sed infra 



- 129 — 

carinam fascia corneo-fusca ornata. Spira depresse-convexa, 
apice parvo, acutulo, rufo-corneo; sutura inter anfractus 
inferos filo albo marginata. Anfractus 7 convexiusculi, 
lentisslme regulariterque accrescentes, ultimus usque ad 
aperturam carinatus, utrinque fere aequaliter convexus 
antice haud descendens. Apertura diagonalis, lunato-ovata, 
extus obsolete tantum angiilata, in faucibus fuscescenti- 
albida; peristoma simplex, acutum, marginibus haud 
junctis, columellavi ad insertionem vix levissime dilalato. 
Diam. maj. 24, min. 22, alt. 12 mm. 

6. Homorus erlangen n. 

Testa ovato-turrita, exumbilicata, solidula, subtiliter 
irregulariterque striatula, sub vitro sulcis spiralibus sat 
distantibus, strias secantibus cincta, supra lutescenti-fusca^ 
dein magis magisque saturatius fusca, in anfractibus 
inferis primum nigro strigata, dein omnino nigerrime tincta. 
Spira turrita lateribus convexiusculis, apice sat acuto, 
pallido ; sutura impressa, inter anfractus Ultimos rapide 
descendens. Anfractus 8, superi vix convexiusculi, leniter 
accrescentes, sequentes magis convexi, rapidius accrescentes, 
penultimus interdum subgibbus, ultimus penultimo vix latior, 
altitudinis, dimidiam longitudinem vix superans, antice longe 
descendens, striis infra suturam plus minusve costiformibus. 
Apertura subverticalis, irregulariter ovalis, intus nitida 
alba limbo lato nigro-coeruleo ; peristoma acutum sed pone 
limbum albo-calloso incrassatum, marginibus distantibus, 
columellari subverticali, ad formam aciei compresso, leviter 
contorto, distincte truncato, basin haud attingente. 

Long. 41, diam. max 17, alt. apert. 18,5, lat. 9 mm. 

Hab. Ginir, Somaliland. 

7. Homorus gara-mulatae n. 
Testa imperforata, elongato-turrita, solidula, vix 
nitens, rudiler irregulariterque striata et lineis impressis 

9 



— 130 — 

spiralibus parum magis distantibus pulcherrime granulata, 
fusca, sLimmo pallidiore, in anfractibus inferis magis 
magisque nigricante strigata, in ultimo fere unicolor 
nigricans. Spira regulariter turrita apice subcylindrico 
rotundato-truncato, laevi; sutura linearis, impressa. An- 
fractus 10 regulariter accrescentes, ultimus V2 altitudinis 
postice vix superans, basin versus tumidulus dein breviter ' 
attenuatus, antice vix rapidius descendens. Aperlura parva 
supra angustata, fere verticalis, intus alba, sordide violaceo 
limbata; peristoma tenue, marginibus vix calio tenuissimo 
junctis, externo tenui, vix arcuatim producto, basali 
brevi, parum arcuato; columella brevis, contorta, trancata, 
basin haud attingens. 

Alt. 42, diam. 14; alt. apert. 14, lat. 7 mm. 

Hab. ad montem Gara-Mulata. 

8. Homorus obesus n. 

Testa imperforata, elongato-ovata, sub epidermide 
crassa decidua fusca, in anfractu ultimo nigerrima niti- 
daque sordide alba, subtiliter striata, striis ad suturam 
breviter costiformibus, et lineis spiralibus subtilissimis 
confertissimisque cineta. Spira conica, lateribus primum 
rectis, dein convexiusculis, apice acuto, laevi, albo ; sutura 
impressa. Anfractus 8, supremi planiusculi, lente accres- 
centes, inferi celerius accrescentes, convexiores, ultimus 
postice dimidiam longitudinis haud attingens, ad basin 
sensim attenuatus, antice haud descendens. Apertura 
irregulariter ovata vel subpiriformis, fere verticalis, intus 
lutescenti-albida, haud limbata ; margines callo tenui juncti, 
externus rectus, medio leviter productus, basalis parum 
arcuatus, columella filiformi-incrassata, valde arcuata, con- 
torta, basi truncata. 

Alt. 43, diam. LS, alt. apert. 19, lat. 10 mm. 

Var. elongata anfractibus ultimo et penultimo multo 



- 131 — 

altioribus, subcylindricis, testa crassiore. Alt. 45, diam. 
16, alt. apert. 17,5 mm. 

Hab. Bu Saftu. Nur 2 Exemplare. 
9. Homoriis ellerhecki n. 

Testa exumbilicata, turrita, gracilis, solidula sed haud 
crassa, nitida, subtilissime irregulariterque striata, sculptura 
spirali siib vitro quoque nulla, fusca, strigis nigris in an- 
fractibus inferis latioribus demum confluentibus ornata. 
Spira elongato-turrila apice obtusulo laevi, vitreo; sutura 
linearis distincta. Anfractus 10, supremi 6 planiusculi, 
sat lente accrescentes, inferi rapidius crescentes, convexiores, 
ultimus postice Va allitudinis vix superans, vix tumidior, 
antice parum descendens. Apertura subpiriformi -ovata, 
faucibus coeruleis, columella valde excavato-arcuata, basi 
leviter callosa, contorta, truncata, basin haud attingens, 
margo externus tenuis, bene arcuatus, cum columella callo 
tenulssimo vix junctus. 

Alt. 40, diam. max. 13, alt. apert. 13 mm. 

Hab. Bu Saftu, nur 1 Ex. 

10. Homorus ginirensis n. 

Testa imperforata, gracilis, elongato-turrita, solidula, 
nilidula, obsolete plicato-striata plicis modice arcuatis, 
sculptura spirali sub vitro quoque nulla, supra pallide 
virescenti fusca, dein saturatius fusca, in anfractibus inferis 
castaneo slrigata, strigis ad basin anfractus ultimi con- 
fluentibus. Spira turrita, inde ab anfractu usque ad 
apicem lateribus strictis, apice obtusulo; sutura linearis, 
distincta. Anfractus 10, supremi 6 vix convexiusculi, 
lentissime crescentes, infra suturam obsoletissime subangu- 
lati, ultimus postice vix ^/s testae occupans, basin versus 
angustatus, pone aperturam planatus, vix celerius descendens. 
Apertura irregulariter ovata, fere triangularis, intus albo- 
callosa, limbo angusto coeruleo-nigro; margo externus fere 
strictus, basalis compresso-rotundatus, columella strictius- 



— 132 — 

cula, vix callosa, levissime contorta, distincte truncata. 
apicem baseos haud attingens. 

Long. 32, diam. max. 12, alt. apert. 12, lat 6 mm. 
Hab. Ginir. Nur ein Exemplar. 
Anscheinend mit H. erlangeri zusammen vorkommend, 
aber wegen der grösseren Windungszahl und der ganz 
anderen Aufwindung unmöglich als eine Abnormität oder 
Aberration derselben zu betrachten. 



Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna des Roten 
Meeres und des Golfes yon Aden. 

Von 
Dr. R. Sturany (Wien.) 

In den folgenden Mitteilungen werden 1) drei neue 
Arten von Massaua beschrieben und 2) für eine Reihe von 
bekannten Formen Fundorte erwähnt, die bisher nicht 
publiziert zu sein scheinen. 

Die entsprechenden Funde wurden von den Herren 
Dr. phil. Carl F. Jickeli (Hermannstadt) und Dr. K. M. 
Levander (Helsingfors) gemacht, denen ich mich für die 
Zuwendung des Matcriales zu besonderem Danke ver- 
pflichtet halte, und sind in der folgenden Liste mit einem 
dem Ortsnamen beigesetzten J oder L gekennzeichnet. 
Aus der immens reichen, jetzt schon mehr als 3 Jahrzehnte 
zurückreichenden Ausbeute Jickeli's sind bekanntlich 
schon einzelne Gattungen monographisch vorgenommen 
und veröffentlicht worden und ist auch determiniertes 
Material bereits in Umlauf gesetzt worden, aber es war 
Herrn Dr. Jickeli noch ein Rest zurückgeblieben, der der 
Revision bedurfte. Diesen Teil erhielt ich, bevor ich an 
die Publikation der „ Pola "-Gastropoden ging, und zur 
selben Zeit gelangte die Levander 'sehe Ausbeute aus den 



- 133 — 



Jahren 1894 — 1895 in meine Hände. Ich nahm dann in 
jene Arbeit blos diejenigen Arten der beiden Suiten auf, 
welche auch von der „Pola" gesammelt worden waren, 
und erachte es nun — nach der Durcharbeitung des 
Ganzen — für geboten, wenigstens das daraus für unsere 
Kenntnis der erythraeischen Fauna resultierende Neue zu 
publizieren. Kleine Nachträge zu meinen Arbeiten über 
die „ Po la "-Ausbeute sind mit dem Buchstaben „P" ein- 
gefügt, einige interessante Funde Jickeli's, von denen 
im Jahre 1880 Herr M. vonKimakovicz Belegexemplare 
an das Hofmuseum in Wien gelangen Hess, mit „K" ange- 
führt. Arten, welche bisher im Roten Meere noch nicht 
gefunden worden waren, sind in dem nachfolgenden Ver- 
zeichnisse fettgedruckt, während es andererseits möglichst 
vermieden wurde, schon bekannte Fundortsangaben hier 
zu wiederholen. 

A.) Beschreibung der Novitäten. 
1. Raeta jickelii m. 
Diese Art wurde seinerzeit von Dr. Jickeli in Massaua 

in unvollständigen 
Exemplaren gefunden. 
Es ist nämlich bloss 
die abgebildete linke 
Schale (43 mm lang, 
31,5 mm hoch, 11,5 
mm tief) gut erhalten 
und liegen überhaupt 
nur noch die Fragmente 
von weiteren 2 linken 
Schalen (die bis 51 mm 
lang und 42 mm hoch 
gewesen sein dürften) 

^ vor, während eine rechte 

Valve gar nicht vertreten ist. 




134 — 



Die dünnschalige Muschel hat vorne eine ziemlich 
starke Wölbung und endigt rückwärts in einen etwas nach 
aussen gekehrten Schnabel. Sie ist konzentrisch gefaltet, 
milchweiss gefärbt und mit mattem Glänze ausgestattet. 
Der Wirbel liegt vor der Mitte und überragt das Schloss, 
welches eine Ligamentgrube (unter dem W^irbel), 2 davor- 
stehende vertikale Zähne und einen vorderen und hinteren, 
dem Oberrande parallel laufenden Leistenzahn erkennen 
lässt. Von den Hauptzähnen ist der vordere schwache 
einfach, der hintere bedeutend stärkere aber von zwei 
Seiten eingeschnürt, so dass er einen sternförmigen, drei- 
spitzigen Querschnitt haben mag. Die Muskeleindrücke 
sind undeutlich, die Mantelbucht reicht bis zur Mitte. 

Die nächstverwandten Arten sind R. canaliculata Say 
und B. ahercromhiei Melv. 

2. Levaiidei'ia (n. g.) erytliraeensis m. 
Die nahezu flach ausgebreiteten, in einer Ebene 
liegenden, mithin im höchsten Masse klaffenden Schalen- 
hälften sind von vorne nach rückwärts 
leicht gewölbt, was durch eine quer 
über die Wirbelgegend laufende Knik- 
kung verursacht wird, und liegen einem 
oben abgeplatteten Weich körper auf, 
der auf ihren Innenseiten die zarten 
Spuren des Mantelrandes und der 
Muskelumrisse hinterlassen bat. Die 
Breite der zusammenhängenden Schalen 
beträgt 5 (mithin die Höhe jeder Valve 
2V2 mm), ihre Länge 8,1 mm. 

Der Oberrand jeder Schale ver- 
läuft gerade und ist zur Hälfte mit 
seinem Gegenüber durch ein zartes 
Häutchen verbunden ; bloss ungefähr 
2 mm tief reicht vom abgerundeten 




— 135 — 

Vorder- und Hinterrand herein ein schmaler Spalt. Der 
Unterrand läuft nahezu parallel zum Oberrand und weist 
bloss eine zarte Einbuchtung in der Mitte auf. 

Die winzigen, etwas aus der Mitte gerückten Wirbel 
liegen zitzenförmig in einem weissen Felde, während der 
übrige Teil der Schalen mit einer hellgelben und zarten 
Epidermis überzogen ist, welche die höchst eigentümliche 
Skulptur (vielfach geknickte und gewellte^ aber streng ge- 
nommen konzentrische Linien) angenommen hat. Die 
Innenseite der Schalen präsentiert sich kreideweiss. 

Von einem Schlosse kann kaum die Rede sein ; es 
ist bloss eine sehr kleine, zapfentormige, beiden Schalen 
gemeinsam entspringende Bildung zu sehen. 

Diese interessante Muschel wurde von Dr. Le van der 
in Massaua am 13. III. 1895 in einer Korallenbank ge- 
funden. Sie erinnert im Schlosse an die Gattung Galeomma 
(beispielsweise an G. denticulata Desh. von der Insel 
Reunion) und in der Lage der Schalen an die australische 
Gattung Epkippodonta Täte, weicht aber von beiden durch 
ihre Skulptur ab. 

3. Drillia leranderi m. 

Das 19,5 mm hohe, 7,2 mm breite und durch eine 
8 mm hohe Mündung ausgezeichnete Gehäuse besteht aus 
11 Umgängen. Die ersten 2^2 — 3 Windungen sind glatt, 
dann setzen starke Querwülste ein, zu denen die allmählich 
stärker werdenden Spiralreifen kommen. Der letzte und 
vorletzte Umgang trägt 8, die oberen besitzen 7 Quer- 
wülste. Auf der Schlusswindung reichen sie kaum bis 
zur Hälfte, so dass die dunkelviolett gefärbte Basis des 
Gehäuses davon frei bleibt, hingegen steht knapp vor der 
Mündung ein mächtiger Wulst, der vom oberen Ausschnitt 
bis zum Basalteile reicht. Die dunkle Farbe der Schalen- 
basis wird durch eine breite Binde bedingt, welche sich 
bis in die oberen Umgänge verfolgen lässt, indem sie hier 



— 136 — 

zwar in die Naht einbezogen ist, aber noch in Form von 
miteinander verbundenen Flecken hervortritt. 




Von den Spiralreifen ist zwar der oberste, in dem 
etwas tiefer gelegenen Windungsteil verlaufende durch 
gelbe Flecken besonders markiert, aber auch die darunter- 
liegenden lassen solche Flecken da und dort erkennen, 
insbesondere auf dem letzten Umgange. Hier präsentieren 
sich die nächst dem Gehäuseende verlaufenden perlschnur- 
artig gezierten Reifen auf dem dunklem Grunde auffallend 
schön. Der Mündungsrand ist gezackt, oben stark aus- 
geschnitten, unten ausgussartig zurückgebogen ; die Mün- 
dungswand trägt oben gegenüber dem Ausschnitte eine 
starke Verdickung, das Innere der Mündung ist rosafarbig. 

Fundort: Massaua (Dr. Levander leg. 8. III. 1895). 

Verwandte Formen dürften Pleurotoma alabaster Rve. 
und Drillia japonica Lischke sein. 



— 137 — 

B.) Neue Fundorte für bekannte Arten. 
a) Lamellibranchiaten. 
Gastrochaena pexiphora Stur. — Massaua (L.), Dahlak (J.). 
„ weinkaüffi Stur. — Dahlak (J.). 

„ retzii Desh. — Massaua (L.). 

Aspergillum vaginiferum Lm. — Massaua u. Dahlak (J.). 
Tugonia nobilis A. Ad. — Massaua (J.). Wird von 

Gazamagna für Assab u. Kamaran angeführt. 
Corbula sulculosa H. Ad. — Dahlak (J.). Gegenüber den 
Massangaben in der Originalbeschreibung. (Proc. Zool. 
Soc. 1870, p. 6) von 9 mm Länge und 6 mm Höhe 
und Breite ist bei den Jickeli'schen, wohl nicht ganz 
ausgewachsenen Exemplaren bloss ein Verhältnis von 
6 . 6 : 47 : 3 zu konstatieren. 
Anatina subrostrata Lm. — Massaua (L.). 
Mactra decora Desh. — Massaua (J.). 

„ fauroti Jouss. (= pulchra Gr.). — Berbera (L.). 
„ olorina Phil. — Massaua (J.). 
Standella (Merope) aegyptica Ghemn. — Massaua (J.), 

Berbera (L.). 
Asaphis violascens Forsk. (= deflorata (L.)) — Dahlak (J.), 

Berbera (L.). 
Psammobla contraria Desh. — Dahlak (J.). 

„ pulchella Lm. — Massaua (L.). 

Soietellina adamsi Desh. — Berbera (L.). 

, (Psammotella) oblonga Desh. — Massaua (J.). 

Teilina caseus Sow. — Massaua (J.). 
„ fragillima Jss. — Massaua (J.). 
„ opalina Sow. — Massaua u. Dahlak (J.). Tritt in 

weisser, gelber und roter Farbe auf. 
„ pharaonis Hanl. — Massaua (J.)^„ 
„ rastellum Hanl. — Berbera (L.). 
„ rugosa Born. — Massaua (L., J.) u. Dahlak (J.). 
„ staurella Lm. — Massaua u. Dahlak (J.). 



— 138 — 

Tellina sulcata Wood. — Dahlak (J.) u. Berbera (L.). 
pura H. Ad. — Dahlak (J.). 
„ scobinata L. — Massaua (J.). 

Strigillina lactea Dkr. — Massaua (K.). 

Macoma truncata (Jonas) — Massaua (L.). 

Scpobicularia ang-ulata Chemn. — Suakin u. Massaua (J.). 

Semele striata (Rüpp.) — Massaua (L.) u. Dahlak (J.). 
Es dürften Semele striata Rüpp. [Reeve, Monogr. 
Amphidesma, 1853, f. 46], Semele macandreae H. Ad. 
[Proc. Zool. Soc. 1870, p. 6; t. 1, f. 6] und Gumingia 
deshayesiana Vaill. [Journ. de Conch. 1865, p. 126, 
t. 6, f. 2] zusammenfallen und nur Formen einer ein- 
zigen, in den Schalenumrissen sehr variablen Art 
vorstellen. Bald ist nämlich das Vorderende, bald 
das Hinterende der Schale zugespitzt. 

Paphia glabrata (Lm.) — Massaua (J.). 
„ trigona Desh. — Massaua (J.). 

Ervilia scaliola Iss. — Massaua (J., L.) u. Dahlak (J.). 

Tivela damaoides Gr. — (Vlassaua (J.) und Berbera (L.). 

Gallista florida (Lm.) — Massaua (J., L.) u. Dahlak (J.). 

Lioconcha arabica (Chemn.). — Massaua u. Berbera (L.). 
„ callipyga Bern. — Dahlak (J.). 

„ picta (Lm.). — Massaua (L.) u. Dahlak (J.). 

Grista pectinata (L.). — Suakin (J.), Massaua (J., L.), 
Dahlak (J.), Berbera (L.). 

Tapes ceylonensis (Sow.) — Massaua (J., L.), Berbera (L.). 
„ deshayesii (Hanl.) — Massaua (J.). 
„ flammea Gm. — Dahlak (J.). 

Chione reticulata (L.). — Massaua (J., L.). 
„ römeriana (Iss.). — Dahlak (J.), 
„ ? marica L. — Berbera (L.). 

Dosinia alta Dkr. — Massaua und Dahlak (J.). 
, cretacea Rve. — Massaua (J.). 
„ hepatica Lm. — Massaua u, Dahlak (J.), Berbera (L.). 



— 139 — 

dementia cumingii Desb. — Massaua (J.). 

Venerupis macrophylla üesh. (^= irus L.). — Dahlak (J.). 

Cypricardia coralliophaga (Gm.). — Massaua (J. L.) und 

Dahlak (J.). 
Pelricola hemprichii Iss. — Massaua (L.). 
Ghoristodon lapicida Chemn. — Dahlak (J.). 

„ divaricatum Chemn. — Massaua (J.). 

Gardium arenicolum Rve. — Dahlak (J.). 

„ rugosum Lm. (= magnum Chemn.) — Massaua 

u. Dahlak (J.), Berbera (L.). 
, sueziense Iss. — Djedda und Suakin (J.), Massaua 
(L.), Dahlak (J.). Die Exemplare von Massaua 
übertreffen das Issel'sche Original an Grösse ; bei 
dem grössten konstatierte ich 7^4 mm für die 
Höhe, 7\'2 mm für die Länge und h^\ mm für 
die Breite. 
„ tenuicostatum Lm. — Massaua (J., L.) und 
Dahlak (.J.). 
Hemicardium auricula (Forsk.) — Dahlak (J.) 

,/ nivale (Rve.) — Djedda und Dahlak (J.). 

Chama fragum Rve. — Massaua (J., L.). 

„ rüppelli Rve. (= cornucopia Rve.). — Massaua 
(J., L.) und Dahlak (J.). 

Lucina exasperata Rve. — Massaua (L.). 

,, lischeriana Iss. — Djedda u. Suakin (J.), Massaua (K.). 

„ reevei Desh. — Dahlak (J.). 

,, tigrina L. — Massaua und Dahlak (J.). 
Diplodonta savignyi Vaill. — Suakin (J.), Insel Harmil (P.), 

Massaua (L.), Dahlak (J.) und Berbera (L.). 
Crassatella radiata Sow. — Massaua (L.). 
Cardita antiquata (L.). — Massaua (L.). 
Mytilicardia gubernaculum Rve, — Massaua (L.), Dahlak (J.). 
n variegata (Brug.). — Suakin und Dahlak (J.). 



— 140 — 

Mytilus cumingianus Recl. (= Septifer bilocularis L. juv.) 
— Dahlak (J.). 
, variabilis Krss. — Dahlak (J.), Berbera (L.). 
Crenella coenobita Vaill. (= marmorata Forbes). — Massaua 
(J.); Berbera (L.). 
„ cumingiana Dkr. — Massaua (L.) u. Dahlak (J.). 
„ ehrenbergi Jss. — Massaua (L.). 
Modiola auriculata Krss. — Massaua (J., L.)- 
„ capensis Krss. — Djedda (J.). 
„ lignea Rve. — (Massaua (J. L.) u. Dahlak (J.). 
, subsulcata (Dkr.) — Massaua (L.), Dahlak (J.). 
„ tulipa Lin. — Massaua (L.). 
Lithophaga cinnamomina (Lm.). — Dahlak (J.). Das vor- 
liegende Exemplar passt sehr gut zu Fig. 2 
auf Taf. 11 des Savigny'schen Werkes, welche 
bisher noch nicht bestimmt gedeutet worden 
war. 
„ graeilis (Phil.). — Massaua (J.). 

„ hanleyana Dkr. — Dahlak (J.), Berbera (L,). 

Avicula ala-corvi (Ghemn.) — Dahlak (J.). 
Perna attenuata Rve. — Djedda, Massaua u. Dahlak (J.). 
Malleus regula Forsk. — Berbera (L.). 
Pinna bicolor Ghemn. — Berbera (L.). 
Area lactea L. .var. erythraea Jss. (= striata Rve.). — 

Dahlak (J.). 
Barbatia decussata (Sow.) Berbera (L.). 
„ squamosa Lk. — Massaua (K.), 
, nivea (Ghemn.) — Massaua (L.). 
Anomalocardia clathrata (Rve.). — Massaua (L.). 
Axinaea (Pectunculus) arabica H. Ad. [= savignyi Fisch.]. 

Dahlak (J.). 
Pectunculus pectiniformis Lm. — Dahlak (J.). 
Pecten auslralis Sow. — Massaua u. Dahlak (J.), Berbera (L.). 
„ lividus Lm. — Massaua (J., L.) u. Dahlak (J.). 



— 141 — 

Pecten senatorius Gm. — Massaua (K.), Dahlak (J.)- 

Lima (Gtenoides) brunnea Gooke — Djedda (J.)- 

Plicatula ramosa Lm. — Massaua (J., L.), Dahlak (J.), 

Berbera (L.). 
Pedum spondyloideum Gm. — Dahlak (J.). 
Vulsella rugosa Lm. — (Massaua (J.; L.) u. Dahlak (J.). 
Ostrea crenulifera (Sow.) — Suakin u. Dahlak (J.) 

„ cucullata Born. — Dahlak (J.), Ins, Kamaran (P.). 
b) Gastropoden. 
Murex (Ghicoreus) ramosus L. — Djedda (P.), Massaua 

(L., P.), Berbera (L.). 
Purpura (Thalessa) savignyi Desh. — Massaua (J., L.) und 

Dahlak (J.). 
Ricinula ricinus (L.). — Suakin fJ.). 

„ (Sistrum) tuberculata Blainv. — Berbera (L.). 

, „ ochrostoma Blainv. (incl. spectrum Rve. 

et var. heptagonalis Rve.) — Massaua 
(J. L.) und Dahlak (J.). Hierher gehört 
die seinerzeit von M. von Kimakovicz 
unter dem Namen Cantharus jickelii 
verschickte Form. 
, „ fiscellum (Ghemn.), — Massaua (K.)., 

Dahlak (J.), Berbera (L.). 
Triton tritonis L. — Suakin (P.). 

„ (Simpulum) pilearis L. — Massaua (J., L.), Dahlak 

(J.), Berbera (L.). 
„ (Gymatium) lotorium Lm. — Dahlak (J.). 
„ (Gutturnium) tuberosus Lm. — Dahlak (J.). 
Ranella spinosa Lm. — Massaua (J., L.). 
Fusus australis Quoy. — Massaua (K.). Für den südlichen 

Teil des Roten Meeres neu ! 
Fasciolaria trapezium L. (incl. audouini Jonas). — Massaua 

(J., L., P.). 
Cantharus fumosus Dillw. var. rubiginosus (Rve.), f. 
minor, unicolor Tapp. — Nächst Lith (P.), Berbera (L.) 



— 142 — 

Nassa coronata Brug. — Berbera (L.). 

„ pulliis L. — Massaua (J., L.) und Dahlak (J.). 

„ obockensis Jouss. — Berbera (L.). 

„ (Niotha) albescens Dkr. var. fenestrata Marrat. — 

Dahlak (J.). 
„ (Niotha) Kieneri Desh. — Massaua (L.). 
Mitra (Cancilla) filaris L. — Massaua (L.) 
Vasum turbinellum L. — Massaua Sc Dahlak (J.). 
Marginella (Gibberula) monilis L. — Berbera (L.). 

„ „ sueziensis Iss. (= minuta Pfr.) — 

Massaua (J.)- 
Harpa ventricosa Lm. — Berbera (L.). 
Oliva inflata Lm. — Massaua (J., L.), Dahlak (J.). 
Ancillaria (Monoptygma) exigua Sow. — Berbera (L.). 

„ cinnamomea Lm. — Massaua (J., L.), Berbera (L.). 
„ acuminata Sow. (incl.lineolataAd.). — Berbera (L.). 
Golumbella reticulala Lm. (? = rustica L.) — Suakin und 
Massaua (.J.). 
„ poecila Sow. (= varians Sow.). — Dahlak (J.). 

„ (Gonidea) tringa Lm. — Massaua u. Dahlak (J.). 

Engina mendicaria Lm. — Dahlak (.J.). 
Conus taeniatus Brug. — Berbera (L.). 

„ striatus L. — Berbera (L.). 
Terebra affinis Gm. ~ Dahlak (J.). 

„ columellaris Hinds (= cancellata Qaoy var.) — 
, triseriata Gm, — Berbera (L.). 
„ nassoides Hinds — Berbera (L.). 
„ caerulescens Lm. var. nimbosa Hinds — Massaua 
(K.). Berbera (L.), Berbera (L.). 
Strombus (Monodactylus) tricornis Lm. ~ Suakin (J.), 
Massaua (L.). 
„ (Ganarium) floridus Lm. — Massaua (J., L.), 

Berbera (L.). 
, „ fasciatus Born. — Suakin (J). 



— 143 — 

Strombus (Canarium) gibberulus L. — Berbera (L.). 
Rostellaria curvirostris Lm. — Berbera (L.). 
Cypraea carneola L. — Berbera (L.). 
„ fimbriata Gmel. — Berbera (L.). 
„ arabica L. — Berbera (L.). 
„ annulus L. — Berbera (L.). 
Pyrula ficus L. — Dahlak (J.). 

Cassis (Semicassis) spec. — Ein jüngeres Exemplar von 
Massaua (J.), ähnlich den von der „Pola" gedrakten 
Stücken, welche als G. saburon publiziert und als 
verwandt mit pila Rve. erkannt wurden. 
Natica chinensis Lm. — Massaua (J., L.), 

„ marochiensis Gm. — Massaua (L.), Dahlak (J.), 

Berbera (L.). 
, (Mamma) mamilla Lm. — Massaua (J., L.) und 

Dahlak (J.). 
„ (Mamilla) melanostoma Lm. — Massaua (J., L.). 
Sigaretus (Eunaticina) papilla Gm. — Massaua (J.). 
Vermetus (Spiroglyphus) spiruliformis De Serres var. 

erythraeensis Mörch. — Djedda (J.). 
Turritella columnaris Kien. — Berbera (L.). 
„ trisulcata Lm. — Massaua (J.). 
, maculata Rve. — Massaua und Berbera (L,). 
, auricincta v. Marts. — Massaua (L.). 
Eulima ? lactea A. Ad. — Massaua (J.). 
Styloptygma ? nivea A. Ad. — Djedda und Dahlak (J.). 
Turbonilla venusta Iss, — Djedda (J.). 

„ nitidissima Iss. — Massaua (J.). 

„ isseli Tryon (Syn. Eulimella cingulata Iss.). — 

Djedda u. Massaua (J.). 
Odontostomia ? craticulata Iss. — Djedda (J.). 
Solarium perspectivum L. — Massaua (J.). 
Torinia variegata Gm. — Massaua und Dahlak (J.) 
Scalaria lyra Sow. — Dahlak (J.). 



_ 144 — 

Scalaria lamellosa Lm. — Massaua (J.). 

Scaliola elata Semp. — Dahlan (J.). 

Gerithium erythraeonense Lm. — Massaua (J., L.). 
„ columna Sow. — Suakin und Dahlak (J.). 
„ scabridum Phil. — Massaua (L.). Von M. v. 
Kimakovicz seinerzeit mit der Bezeichnung G. 
massauensis verschickt. 
„ caeruleum Sow. — Massaua (J., L.), Berbera (L.). 
„ rostratum Sow. — Massaua (J.). 
„ tuberculatum Lm. — Massaua (K.). 
„ morus Lm. — Berbera (L.). Die hierhergehörigen 
Formen G. variegatum Quoy und G. rugosum 
Wood Massaua (J.), resp. Massaua und Dahlak (J.) 
„ rarimaculatum Sow. — Massaua (J.) 
, contractum Sow. — Massaua (J.) und Berbera (L.) 
„ (Liocerithium) lacteum Kien. — Suakin (J.) 
„ (Vertagus) obeliscus ßrug. — Massaua (J.) 

Potamides (Pirenella) conica Blainv. — Dahlak (J.) 

„ „ cailliaudi Pot. & Mich. — Dahlak (J.) 

Littorina (Melaraphe) scabra L. — Massaua (K.) 

Tectarius subnodosus Phil. (= nodosus Gr.) — Massaua 
und Dahlak (J.) 

Modulus tectum Gm. — Suakin (J.), Berbera (L.) 

Risella infracostata Iss. — Dahlak (J.) 

Planaxis sulcatus Born var. savignyi Desh. ~ Djedda, 
Massaua und Dahlak (J.), Berbera (L) 

Alaba spec. — In der Kollektion Jickeli befinden sich etwa 
4 Formen: 1) eine grosse von Djedda und Dahlak; 
2) eine mittelgrosse, mit Querwülsten im erwachsenen 
Zustande, von Djedda und Massaua; 3) eine kleine 
als doriae Iss. eingeschickte, vielleicht aber mitsemistriata 
zusammenfallende von Djedda, Dahlak und Suez und 
4) eine kleine von Massaua (sehr schmal mit Kiel- 
streifen). Die Litteraturangaben genügen nicht, um 



— 145 — 

eine sichere Identifizierung durchzuführen, und erscheint 
es daher ratsam die endgiltige Benennung zu ver- 
schieben, bis mehr Material vorhegl und Originale 
verglichen werden können. 
Hyala spec. — Auch die in der Jickeli'schen Sammlung 
vorrätigen Vertreter dieser Gattung (von Djedda, 
Massaua und Dahlak) erscheinen nicht gut bestimmbar, 
da die für das Rote Meer festgestellten Adams'schen 
Arten nicht abgebildet und nicht ausreichend beschrieben 
worden sind. 
Rissoa (Cingula) villae Iss. — Djedda (J.) 
Rissoa (Setia) ? madreporica Iss. — Djedda u. Massaua (J.) 
„ (Parvlsetia) tiberiana Iss. — Djedda u. Massaua (J.) 
Rissoina (Rissolina) plicata A. Ad. — Berbera (L,) 

„ (Pyramidelloides) bellardii Iss. [= miranda A. Ad.] 
— Djedda und Massaua (J.) 
Fenella (Ghrysallida) rissoiformis Iss. — Djedda (J.) 
Nerita forskaüi Recl. (= albicilla (L.) — Massaua (J., L.), 
Berbera (L.) 
„ (Pila) undala L. var quadricolor Gm. — Berbera (L.) 
Neritina (Smaragdia) rangiana Recl. — Dahlak (J.) 
Cyclostrema (Daronia) semisulcata Iss. — Massaua (J.) 
Vitrinella meneghinii Garamagna — Dahlak (J.) 
Phasianella (Orthomesus) variegata Lm. — Massaua und 

Dahlak (J.) 
Turbo chemnitzianus Rve. (= radiatus Gm.) — Berbera (L.) 
„ (Marmorostoma) hemprichi Troschel [= coronatus 
Gm.] — Massaua (J., L.), und Dahlak (J.) 
Trochus (Tectus) dentatus Forsk. — Suakin (J.) u. Massaua 
(J., L., P.) 
„ (Infundibulum) erythraeus Brocchi — Massaua 

(J., L.), Dahlak (J.\ Berbera (L.) 
„ (Clanculus) pharaonis L, — Dahlak (J.) 
Gibbulus declivis Forsk. — Suakin (J.) 



_ 146 — 

Minolia gradata Sow. — Djedda (J.) 

„ (Conotrochus) holdsworthiana (Nev.) — Djedda (J.) 
Die Exemplare sind kleiner, als Nevill für seine 
Art angiebt, und nähern sich der M. singaporensis 
Pilsbry. 
Monilia rhodomphala Sonv, — Dahlak (J.) 
Euchelus erythraeensis Sturany (= Glanculus gennesi 
Fisch.). — Djedda (J.) 
„ pullatus Ant. — Massaua (J., L.), Dahlak (J.), 

Aden und Berbera (L.) 
Stomatella doriae Iss. — Dahlak (J.) 
Stomatia dupücata Sow. — Djedda und Massaua (J.) 
Scissurella d'orbignyi Aud. — Djedda (J.) 

„ reticulata Phil. — Djedda (J.) 
Anatomus dohrnianus Dkr. — Djedda (J.) 
Scutellina arabica Rüpp, — Massaua (J.) 
Glyphis rueppellii Sow. — Dahlak (J.), Berbera (L.) 
Subemarginula tricarinata Born — Dahlak (J.) 
Palella (Scutellastra) stellaeformis Rve. — Aden (L.) 
Helcioniscus rota Gm. — Aden und Berbera (L.) 
Solidula suturalis A. Ad. — Berbera (L.) 
Atys cylindrica Helbl. — Djedda und Dahlak (J.) 
Gylichna minuta A. Ad. — Djedda (J.) 
Bulla ampulla L. — Massaua (K.), Berbera (L.) 
Haminea tenera A. Ad. Djedda, Massaua und Dahlak (J.) 
Ringicula acuta Phil. ~ Djedda (J.) und Massaua (J. — ! 
var minuta A. Ad.) 



— 147 



Litteratur: 



Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadel- 
phia 1904 Nr. 1. 

p. 3. Pilsbry, H. A., new jajjanese marine Mollusca. Gastropoda. 

With plates II— VI. 

Neu : Terebra hedleyi p. 3 t. 1 fig. 1 ; — T. hizenensis p. 4 t. 1 

fig. 2; — T. awaijensis p. 4 t. 1 fig. 3; — Parviterebra 

paucivolvis p. 5 t. 1 fig. 4; — Conus dormitor p. 6 t. 1 fig. 9; 

— C. kikaiensis p. 6 t. 1 fig. 8 ; — C. gratacapii p. 6 t. 1 
fig. 10 ; — Drillia streptonotus p. 7 t. 3 fig. 18; — D. albiguttala 
p. 8 t. 3 fig. 19; — Daphnella radula p. 8 t. 2 fig. 17; — 
Mangilia pura p. 9 t. 2 fig. 15; — M. semicarinata p. 9 t. 2 
fig. 16; — M. kamakurana p. 10 t. 2 fig. 11 ; — M. cinnamomea 
peraffinis p. 10 t. 2 fig. 12; — M. (Gylhara) hirasei p. 10 t. 2 
fig. 13; — Clathurella chichimijana p. 11 t. 1 fig. 7 ; — Gl. 
centrosa p. 11 t. 1 fig. 6; — Gl. lischkeana p. 12 t. 2 fig. 14; 

— Mitra hirasei p. 12 t. 3 ng. 21 ; — Thala ogasawarana 
p. 13 t. 3 fig. 22 ; — Golumbella turlurana borealis p. 13 ; — 
Golumbella albinodosa ogasawarana p. 14 t. 3 fig. 23 ; — G. 
liocyma p. 14 t. 3 fig. 24; — C. somnium p. 15 t. 2 fig. 28,29: 
G. hahajimana p. 15 t. 3 fig. 25; — C. divaricata p. 16 t. 3 
fig. 26 ; — Goralliophila Jeffreys! hiradoensis p. 16 t. 3 fig. 27 ; 

— Ocinebra monoptera p. 17 t. 4 fig. 32: — Purpura tosana 
p. 17 t. 3 fig. 30; — Sistrum morus borealis p. 18 t. 3 fig 31 ; 

— Fusus suboblitus p. 18 t. 1 fig. 5; — Tritonidea tosana 
p. 19 t. 4 iig. 33: — Gyllene japonica p. 19 t. 4 fig. 34; — 
Nassa semiplicata hiradoensis p. 20 t. 4 fig. 35; — Nassa 
seraiplicata hizenensis p. 21 t. 4 fig. 36; — Polinices saga- 
miensis p, 23 t. 4 fig. 37 ; — Gerithiuni trailli kikaiensis p. 25 
t. 4 fig. 38; — G. subscalatum p. 25 t. 4 fig. 39; — Rissoa 
tokyensis p. 26 l. 4 fig. 40; — R. ogasawarana p. 26 t. 4 
fig. 41 ; — Rissoina rex p. 27 t. 3 fig. 42 ; — R. materinsulae 
p. 27 t. 5 fig. 44 ; — Turbonilla hiradoensis p. 29 t. 5 fig. 45 ; 
T. (Cingulina) terebra Dkr. p. 30 t. 5 fig. 46 ; — T. (C.) cin- 
gulata Dkr. p. 30 t. 5 fig. 47 ; — T. (G.) triarata p. 31 t. 5 
fig. 48; — Gollonia rosa p. 31 t. 6 fig. 53; — Phasianella 
tristis Pbry, abgeb. t. 6 fig. 64; — Trochus hirasei p. 32 t. 5 
fig. 52; — Chlorostoma rugatum- sublaevis p. 33 t. 5 fig. 50; 

— Clanculus hizenensis fraterculus p. 33 t. 6 fig. 54; — 
Euchelus lischkei p. 34 t. 6 fig. 55; — Eu. hachijoensis p. 35 



— 148 - 

t. 6 fig. 56; — Eu. (Hybochelus) cancellatus orientalis p. 35 
t. 6 fig. 57 ; — Siphonaria subatra p. 36 t. 6 fig. 61 ; — 
S. rucuana p. 36 t. 6 fig. 60; — Tornatina insignis p. 36 t. 5 
fig. 49; — T. decorala p. 37 t. 5 fig. 51. 
Für Tritonium Lam. wird der Name Aquilla Montf. und Aquillidae 
eingeführt, da der Name etymologisch genügend verschieden 
von Aquila sei. 

Proceedings of the Acadenu/ of Natural Sciences of Philadel- 
phia, 1904 vol. 56 No. IL 

p. 325. Casteel, D. Br. the Cell-Lineage and Early Larval Development 
of Fiona marina, a Nudibranch Mollusk. With pl. 21 — 25. 

p. 550. Pilsbry, H. A., new Japanese Marine Mollusca. Pelecypoda. 
With pl. 39 — 41. Neu : Mactra corneopicla p. 5-50 t. 39 
fig. 1 — 3; — Spisula (Ocyperas) bernardi p. .551 t. 39 fig. 4 — 6; 

— Cylherea crispata amicta p. 551 t. 39 fig. 10, 11 ; — Chione 
micra p. 552 t. 41 fig. 4, 5; — Ch. hizenensis p. 553 t. 41 
fig. 1, 2 ; — Pitar sulfurea p. 553 t. 39 fig. 7—9 ; — TelUna 
hirasei p. 554 t. 41 fig. 3 ; — T. fabrefacta p. 555 t. 41 
fig. 11. 12; — Godakia bella delicatula p. 555 t. 41 fig. 15, 16; 

— Cardium hungerfordi Sow. abgeb. t. 41 fig. 17 ; var, 
undatopictum p. 556 t. 40 fig. 14, 15; var. stigmaticum p. 556 
t. 41 fig. 13, 14; - C. annae p. 557 t. 40 fig. 20; — Kellia 
porculus p. 558 t. 41 fig. 18 — 20 ; — Solecardia vitrea japonica 
p. 558 t. 41 fig. 6; — Myodora reeveana Smith abgeb. t. 41 
fig. 7—10; — Ostrea circumpicta p. 559 t. 40 fig. 12, 13; — 
Area kobeltiana (nom. nov. = occellata Kobelt nee Reeve) 
p. 559 t. 40 fig. 16 — 19; — €onus comatosus nom. nov. für 
C. dormitor Pilsbry praescc. ; ibid. p. 550. 

p. 706. Gulick, Addison, the fossil Land Shells of Bermuda. With 
pl. 36. — Neu: Vertigo numellata p. 413 t. 36 fig. 6; — 
V. marki p. 414 t. 36 fig. 7; — Carychium bermudense p. 415 
t, 36 fig. 11, 12; — Poecilozonites nelsoni var. callosus p. 416- 
t. 36 fig. 5; — P. cupula p. 417 t. 36 fig. 2 ; — P. dalh 
p. 417 t. 36 fig. 1 ; — P. bermudensis zonatus p. 418 t. 36 
fig. 3; — Eueonulus turbinatus p. 420 t. 36 fig. 8 — 10; — 
Zonitoides bristoh p. 421 t. 36 fig. 13. 

Iio}jle William E., a diagnostic keij to the gener a of recent 
Dibranchiate Cephalopoda. — In: Manchester Memoirs 
vol. 48 p, 3 no. 21. 



— 149 — 

Der Autor gibt das System, das er für die Bearbeitung der 
Cephalopoden im , Tierreich' angenommen hat, und einen sehr 
sorgfältig gearbeiteten diagnostischen SchUissel zur Bestimmung 
der Gattungen. Er tut sehr wohl daran, da kein Mensch 
wissen kann, ob und wann dns Tierreich aus dem gegen- 
wärtigen Tempo des Erscheinens herauskommt und wieder 
Molluskenmonographien veröffentlicht werden. Der Autor er- 
kennt bei den Octopoda fünf Familien mit 19 Gattungen an, 
bei den Decapoda vier Familien Myopida mit 19 Gattungen 
und 15 Aegopsida mit 44 Gattungen. Drei Gattungen bleiben 
zweifelhaft, so dass 24 Familien mit 85 Gattungen bekannt 
sind. 
Sykes, E. R., on the Land- Oper culate Mollusca coUected 
durimj the „Skeat" Expedition to the Malaij Peninsula 
in 1899—1900. — Tn: Pr. zool. Soc. London 1003 

p. 194-199. pl. 20. 
Neu: Lagochilus kobelti p. 194 t. 20 fig. 13—15; — Ditropis cavernae 
p. 195 t. 20 flg. 17 — 19; — Pterocyclus subalatus p. 195 t. 20 
tig. 1, 2; — Rhiosloma jalorense p. 196 t. 20 fig. 6—8; — 
Raphaulus asceudens p. 196 t. 20 ffg. 11, 12; — Raph. 
perakensis var. jalorensis p. 197 t. 20 fig. 9, 10; — Opisthos- 
toma anandalei p. 198 t. 20 fig. 4, 5 ; — Diplommatina skeatei 
p. 198 t. 20 fig. 3; — D. laidlawi p. 198 t. 20 fig. 16. 

Elliot, Sir C, on some Nudibranchs from East Afrika and 
Zanzibar. IL — In Pr. zool. Soc. London 1903 p. 
250-257. 
Neu: Geratophyllidia africana n. gen. & speo. p. 250; — Pleuro- 
phyUidiella horatii n. gen. & spec. p. 251 ; — Baeolidia 
major mit var. ornata p. 252; — Cerberilla africana p, 254; 
— Ercolania zanzibarica p. 256. 

Proceedings of the Malacological Society of London Vol. VI 
Nr. 8. ■ 

p. 133. Godwin-Austen, H. H., on Damayanlia smithi. 

,, 134. Crick, G. C, on a new form of Carboniferous Nautiloid (Am- 
phoreopsis paucicamerata), from the isle of Man. With pl. VIII. 

„ 138. Jones, K. Hurlestone & H.. B. Preston, List of Mollusca 
collected during the Commission of H. M. S. ,,Waterwitch" in 
the China Seas 1900—03, with descriptions of new species. — 
With figs. Neu; Eulota globosa p. 140; — Limnaea mars 



— 150 — 

p. 141 flg. 2: — L. whaitoni p. 142 fig. 141 ; — L. shantungensis 
p. 132 fig. 4; — L. Pettiti p. 142 fig, 3; — Assiminea norburi 
p. 147 ; — Pecten (Chlamys) farreri p. 149. 

p. 152. Sykes, E. R., Notes on the Genus Anoma, Albers. Mit pl. 
IX. Die Embryonalschale wird zum erstenmal beschrieben. 
Neu : Anoma fuscolabris var. pilsbryi t. 9 tig. 10. 

„ 155. Suter, Henry, New Land-shells from New Zealand. Rhytida 
duplicala p. 155 Textfig. 1—3 ; — Charopa transenna p. 156, 
Texttig. 4—6; — Realia turriculata subsp. lepida p. 157. 
„ 158. Melvill, J. Cosmo, Descriptions of twenty-eight species of 
Gastropoda from the Persian Gulf, Gulf of Oman, and Arabian 
Sea, dredged by Mr. F. W. Townsend, of the Indo european 
Telegraph Service, 1900—1904. With pl. 10. — Neu: Cyclos- 
trema eumares p. 158 t. 10 fig. 1 ; — C. eupoietum p. 159 
t. 10 fig. 3 ; — Ethalia jucunda p. 159 t. 10 fig. 3 ; — Basilissa 
compsa p. 160 t. 10 fig. 4 ; — Scissurella jacksoni p. 160 t. 40 
fig. 5 ; — Cerithium anembatum p. 161 t. 10 fig. 6 ; — C. 
pervicax p. 161 t. 10 fig. 7 ; — Bittium caudatum p. 161 t. 10 
fig. 8; — Trifora concatenata p. 162 t,. 10 fig. 9; — Turbonilla 
inaequalis p. 162 t. 10 fig. 10; — Turbonilla microperone" 
p. 162 t. 10 fig. 11; — T. recticoslata p. 163 t. 10 fig. 12; — 
Mucronalia oxytenes p. 163 t. 10 fig. 13; — Mitra townsendi 
p. 163 t. 10 fig. 14; — Pleurotoma (Oligotoma) patricia p. 164 
t. 10 fig. 15; — Surcula halicyria p. 164 t. 10 fig. 16; — 
Clathurella polyhymnia p. 165 t. 10 fig. 17; — Mangilia 
adamantina p. 165 t. 10 fig. 18; — M. aglaja p. 165 t. 10 
fig. 19; — M. apoUinea p. 166 t. 10 fig. 20; — M. barbiton 
p. 166 t. 10 fig. 21; — M. callistephana p. 166 t. 10 fig. 22; 
— M. kowatensis p. 167 t. 10 fig. 23; — Daphnella dea p. 167 
t. 10 fig. 24; — D. lucasii p. 167 t. 10 fig. 25; — Actaeon 
pulchrior p. 108 t. 10 fig. 26; — Retusa bysma p. 168 t. 10 
fig. 27 ; — CyHchna pithiscus p. 168 t. 10 fig. 28. 

p. 170. Melvill, J. Cosmo, Conus coromandelicus. Smith, its probable 
affinities and systematic position in the family Conidae. Mit 
Textfig. 

,, 174. Sowerby, G. B., Descriptions of six new species of marine 
Mollusca from the collection of the late Admiral Keppel. 
With Figs. — Neu Triphora princeps p. 174; — Tr. smithi 
p. 175; — Marginella robusta p. 175, Ascension Island; — 
Murex (Pteronotasj exquisitus p. 176; — Yoldia keppelliana 
p. 176; — Cardita umbonata, Sierra Leone, p. 177. 



— 151 — 

p. 178, Smith, Edg. A., Note on Voluta brazieri Cox. — (Woodcut). 
„ 180. Eliot, C. N. E.. on the Doris planata of Alder & Hancock. 
,, 18"2. Ponsonby, J. IL, Description of a helicoid Land-shell (Xaii- 

thomelon bednalli) from Central Australia (Woodcut). 
Evans, Willia))i, Note on Limax tenellus (Müll.) wilh Exhi- 

bition of Living Examples from the „Forth* Area. 

In: Proc. Roy. Soc. Edinburgh 1004-1905 vol. XVI 

nov. 1 p. 22. 
Fulton, Hugh, Descriptions ofsome new Species and Varieties 

of Cataulus from tJte Collection of the late Hugh 

Nevill Esq. In: Ann. nat. Hist. (7) XIII 1904 

p. 452, 453. 

Neu: Cat. rugosa, sykesi p. 452, marginalus var. crenulata, nevilli 
var. llaveolabris p. 453. 
Fulton. Hugh, on new species of Helicarion, Ariophanta, 
Eulota, Cydotus (Eucydotus), Lagochilus and Diplomma- 
tina (Gastroptychia). — In: Ann. nat. Hist. (7) XV 
1905 p. 91. 

Neu: Helicarion rugosa p. 91 Nordborneo ; — Ariophanta innata 
p. 92 Yunnan; — Eulota flexibilis ni? p. 92, Sachalin; — 
Euhadra tiscina p. 93, Sachalin?; — Eucyclotus amabilis p. 93, 
Nordborneo; — Lagochilus proprium p. 93, Borneo; — 
Diplommatina (Gastroptychia) electa n. p. 94, Nordborneo. 
Strebel, Dr. Hermann, Beiträge zur Kenntnis der Mollusken- 
fauna der Magalhaen-Provinz. 11. Die Trochiden. 
Mit Tafel 5. — In: Zoolog. Jahrbücher Suppl. VIII. 
Festschrift zum 80. Geburtstag des Herrn Geh. 
Regierungsrates Prof. Dr. Karl Moebius in Berlin 
p. 121 — 166. 

Neu : CaUiostoma nuda var. flavidocarnea p. 127 t. 5 fig. 24 ; — 
C. roseotincta Pfeffer p. 128 t. 5 fig. 23; — C. irisans p. 129 
t. 5 fig. 19; — C. kophameh n. p, 130 t. 5 fig. 20; — C. nudius- 
cula Marls, abgeb. t. 5 fig. 26; — C. moebiusi n. p. 133 t. 5 
fig. 22; — Photinula taeniata var. elata p. 138 t. 5 fig. 28c; 
— Ph. steineni (= expansa Marls. & Pfeffer) p. 158 t. 5 
fi^ 16; — Margarita kophameli p. 160 t. 5 fig. 18. 



— 152 — 

Eingegangene Zahlungen: 

Otto Wohlberedt, Triebes, Mk. 24.— ; Pastor Stahlberg, Schwerin, 
Mk. 6.— ; Bernhard Liedtke, Königsberg. Mk. 6.— ; Dr. Hans Menzel, 
Berlin N., Mk. 6. — ; Fr. Hocker, Gotha, Mk. 6. — ; Gust. Schneider, Basel, 
Mk. 96. — ; Prof. Leonard Wiedemayr, Innichen, Mk, 6.— : Ludwig 
Fulh, Königsberg, Mk. 6.— ; Professor Siinroth, Leipzig, Mk. 12. — ; 
Dr. H. V. Hiering, Sao-Paulo, Mk. 12.— ; M. Lodder, Launceston, 
MI- 6.— ; H. Becker. Grahamstown, Mk. G, — ; Zoologisches Institut 
der Universität Breslau Mk. 6.—. 

Neue Mitglieder: 

Dr. H. Becker, Grahamstown, Kap-Kolonie. 

Bernhard Liedtke, Königsberg i. Pr. 

Tr, Hans Menzel, Berlin N. 4. Königliche geologische Landesanstalt. 

Leonard Wiedemayr, k. k. Professor i. R., Kanonikus, Innichen in 

Tyrol. 
Miss M. Lodder, Launcestown (Tasmanien), Elphin Road 32. 
Zoologisches Institut der Königl. Universität Breslau. 
Carnegie-Museum, Pittsburgh, Pennsylvanien. 

Wohnorts- Veränderung. 

Mr. S. Face wohnt vom 1. Juli ab Marine Station, Mill- 
port, N. B., England. ^ 



ZUR NACHRICHTI 

Heynemanns nachgelassene Arbeit wird wahrscheinlich erst zu 
Ende des Jahres oder in 1906 erscheinen und dann den Bestellern 
zugesandt werden. 

Moellendorff'sche Doubletten. 

Die Senckenbergische Gesellschaft in Frankfurt (Main) 
besitzt noch grosse Mengen von Landschnecken aus Moellen- 
dorff's Nachlass und ist bereit, zahlreiche Arten, darunter 
die grossen Nanina, zahlreiche Gochlostyla u. dgl; zu billigem 
Preise gegen Bar oder in Tausch gegen Naturalien (auch 
aus anderen Klassen) abzugeben. Verzeichnisse stehen zu 
Diensten. 

Redigiert von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheim a. M 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben ; 3. Juli. 



Nachr. Bl d. Mal. Ges. WOB. 




Mi.A.vt. V. Werner i WIhWr. FrarCuSurfM 



1. Ddudebiirdia micgelei n. 2. HdLx ignorata n. 5. Coelostele cylindrata n. 

■i.Caccilmnrlla mimita Mouss . 5. LarMia sarana n. 6. L.sodxilis n. 

7. LconifMcta n. S. Paulia crigua n. 9. DaudebimUcUa naegelei n. 

10. D. asiana n. 



Ofine KonRurrenz! 

Um mit unseren enormen Vorräten etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- u. Siisswasser-Conchylien 

zu halben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
sclien, eng'lischen und französischen Hand- 
lung'en, falls Rellektanten solche Preiskataloge einsenden. 

Ko^m WS^^S naturhistor. Institut, 



99 



Berlin S. "W. 11, Königgrätzerstr. 89. 






i\ 



Um den Herren Malakologen die Erwerbung der früheren Jahr- 
gänge unseres Nacliriehtsblattes zu erleichtern, haben wir den Preis 
für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — , 
12 , , „ 20.—. 

, alle 33 Jahrg. von 1881 — 1903 , , 40 — 
ermässigt, zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung von Moritz 
Diestenveg in Frankfurt a. M. 



Ol© 01© ©I0I0 or©i©ioi0i© ©lOi© o ©I© ©lo 



Tauschanerbieten. 

Der Unterzeichnete, noch Anfänger, wünscht Helix und Zonites 
des europäischen Faunengebietes einschliesslich Centralasien, Vorder- 
asien und Nordafrika gegen Conchylien aus Grönland, Dänemark, 
Norwegen, Britisch-Indien, Afghanistan, China und Japan einzutauschen. 

Kopeiiliageii W.* Westerbrogfade 118 II. 



GIGIGI©IG G OIOI© © ©iGl© © O OIGIO OIOIG 




Aus den „Abhandlungen" der Gesellschaft 

gelangten als Separat-Abdrücke neu zur 

Ausgabe: 

Lenz, Professor Dr. H., Ostafrikanische Delcapoden und Stomato- 

poden. Mit 2 Tafeln. 4". 52 Seilen. Geheftet Mk. 5.—. 

von Reinach, A., Schildicrötenreste aus dem ägyptisclien Tertiär. 

Mit 17 Tafeln. 4°. 61 Seiten. Geheftet Mk. 15.—. 

Siebenrock, F., Schildkröten von Madagaskar und Aldabra. Ge- 
sammelt von Prof. Dr. A. Voeltzkow. Mit 3 Tafeln. 4°. 22 
Seiten. Geheftet Mk. 5. — . 

Strahl, Professor Hans, Beiträge zur vergleichenden Anatomie der 

Placenta. Mit 10 Tafeln und 1 Textfigur. 4". 58 Seiten. 
Geheftet Mk. 9.—. 

Stronier, Dr . Ernst, Geographische und geologische Beobachtungen 
in Uadi Natrun und Färegh in Aegypten. Mit 2 Tafeln. 4°. 96 
Seiten. Geheftet Mk. 3.—. 

Tornqulst, Professor Dr. A., Ueber eine eocäne Fauna der West- 
küste von Madagaskar. Mit 1 Tafel und 3 Texttiguren. 4". 
18 Seiten. Geheftet Mk. 2.—. 

Moritz Diesterweg, 

Verlagsbuchhandlung, 
Frankfurt a. IVI. 



i.xru'nr i u"*' ! ' — ~ i ' i ' i * » ^ i ' •••^• i •■ , »■■■•»•** »■■« — -«• »-...»■.. 



Nachrichtsblalt 

der Deutschen 

Malakozoologisßlien Gesellseliaft. 



Siebeminddrels.sigster Jahrgang. 
(1905.) 

— Heft IV. =- 



(Oktober — Dezember.) 
Mit drei Tafeln. 



Inhalt: 



Seite 



, Boettger, Beitrag zur Kenntnis der Land-, Süsswasser- 

iind Brackwasser-Mollusken von Kamerun 153 

Hesse, Die Genera HelicellaFer. undBuliminus Ehrbg. 185 

Büloiü, Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung 

(mit Tafel 5 und 6) 189 

Blume, Verzeichnis der Land- und Süsswasser- 

Mollusken Münchens 192 

Lindinger, Vorläufige Mitteilung über die Mollusken- 
formen des Eppertdorfer Moores bei Hamburg 195 

Fruhstorfer, Neue Landschnecken von Bawean und 

Engano 198 

Hesse, Das Versenden der lebenden Schnecken 201 

1 Kleinere Mitteilungen 202 

Literatur 206' 



in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchyiien ♦♦ 

(über 10,000 Speciesj 
alles correct determiniert zu civilen Preisen, eigene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmungen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässigten Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos", naturhistor. Institut, 

(etabliert seit 1889) 
Berlin SW.. Königgrätzerstrasse 89. 

mC^ Zu verkkufen ^3m 

ist wegen Todesfall eine 

]flnsichel»iiammluiig^. 

Etwa 1800 Arten mit vielen Doubletten, fast ausnahmslos sorg- 
fältig bestinmit. Näheres (Katalog etc.) durch 

Frau C. Kofailinanii IV^®- 

Vegesack bei Bremen. 

MoeilendorfTsche Doubletten. 

Die Senckenbergische Gesellschaft in Frankfurt (Main) 
besitzt noch grosse Mengen von Landschnecken aus Moellen- 
dorff's Nachlass und ist bereit, zahlreiche Arten, darunter 
die grossen Nanina, zahlreiche Gochlostyla u. dgl.^ zu billigem 
Preise gegen Bar oder in Tausch gegen Naturalien (auch 
aus anderen Klassen) abzugeben. Verzeichnisse^ stehen zu 
Diensten. 

Tausch-Anerbieten. 

Wir bieten anderen Vereinen und Gesellschaften, welche Arbeiten 
rein malakologischen oder gemischten naturwissenschaftlichen Inhalts 
veröffentlichen, oder auch Besitzern von Werken malakologischen 
Inhalts, soweit sie sich nicht in unserer BibUothek befinden, den Tausch 
gegen unser Nachrichtsblatt an und erbitten Offerten an 

Dr. IV. Kobelt, 

Schwanheim. 






No. 4. Oktober 1905. 

Nachrichtsblatt 

der deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 



Sieben unddreissigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblalt erscheint in vierteljährigen Heften. 
Abonuemeiitspreis : Mk. 6. — . 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. y:ehen nn 
die Redaktion : Herrn l>r. W. Kobclt in Schwan h eim hei Krank fürt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die V'erlagshuchhandluni;- des Herrn ^foritz Dlesterweg: in 
Fra nkfurt a. M. 

Ueher den Bezug der älteren Jahrgänae und der Jahrhüclier 
siehe Anzeige am Schluss. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 

Beitrag zur Kenntnis der Land-, Süsswasser- und Brack- 
wasser-Mollusken von Kamerun 

(zugleich Aufzählung aller von dort bekannten Arten). 

Von 

Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt (Main). 

(Mit Tafel 7 und 2 Te.xtfiguren). 



Von Herrn Rentamtmann F. Hocker in Gotha er- 
hielt ich Ende Mai 1905 eine Anzahl Landschnecken ans 
dem Randgebirge im Innern von Kamerun für meine 
Sammlung zum Geschenk. Sie zeichnen sich leider nicht 
durch besonders gute Erhaltung aus, da sie von dem 
Sammler, einem aus der Nähe von Gotha stammenden, in 
Kamerun ansässigen Gärtner, nur lose in eine Blechbüchse 
gelegt und so verschickt worden waren. 

Bei deren Bestimmung fand sich, dass auch einige 



— 154 — 

von Buea in Kamerun stammende und von Hauptmann v. 
Gravenreuth gesammelte Stücke, die ich 1892 der Güte 
der Herren Dr. 0. Staudinger A; Bang -Haas in 
Dresden verdankte, noch in meiner Sammlung lagen, deren 
Publikation wegen Zeitmangel unterlassen worden war. 
Auch deren Aufzählung habe ich in die folgende Liste 
eingewebt. 

Endlich wurden mir von Herrn Prof. Dr. W. Kobelt 
in Schwanheim (Main) sehr umfangreiche Aufsammlungen 
zur Bestimmung übergeben, die Herr Richard Roh de 
1904 gesammelt und dem Museum der Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft übergeben hat. So reich 
gerade diese Kollektion auch ist, so leidet sie doch sehr 
an dem Umstände, dass der Sammler junge von allen 
Schalen nicht zu unterscheiden gewusst hat, so dass weit 
über die Hälfte der mit grosser Sorgfalt aufgelesenen und 
gereinigten Gehäuse als nahezu wertlos für die Sammlung 
bezeichnet werden muss. 

Ueber die Gehäuse selbst schreibt Herr Rohde an 
Herrn Dr. Fr. Römer, Kustos am Senckenbergischen 
Museum, in einem Schreiben datiert von Mukonje-Farm, 
Kamerun, den 2. Januar 1905: 

„Nur ein geringer Teil der Schnecken ist an der 
Küste bei Bibundi gesammelt worden, der grössere Teil 
stammt vom Oberlaufe des Mungo-Flusses. Sie werden 
die Namen Bibundi, Mundame — Mukonje-Farm liegt ein 
Kilometer von Mundame — Johann-Albrechtshöhe, Kumba, 
Bakunda, Bakossi und Kokobuma leicht auf der Karte 
linden. Ein grosser Teil der Schalen ist beim Wegebau 
der Bali-Strasse bis auf 120 Kilometer Entfernung von 
Mukonje-Farm gefunden. Die meisten Schnecken vom 
oberen Mungo sind in Höhen von 150—400 m vorge- 
kommen, nur wenige stammen aus 800 — 1000 m Höhe. 
Die Bibundi-Schnecken sind aus den Küstenwäldern am 



- 155 — 

Fusse des Grossen Kamerunberges. Die meisten grösseren 
hiesigen Landschnecken — namentlich die Achatina- Arien 
— gehen während der Trockenzeit in die Erde und ver- 
schliessen dann die Schalenmündung mit einem Deckel, 
den sie beim Wiedererwachen in der Regenzeit abstossen." 
Unsere Literatur über die Molluskenfauna von Kamerun 
ist noch nicht allzu gross. Die mir bekannten Arbeiten sind : 

1. V. Martens, Monatsber. d. Kgl. Akad. d. Wiss. 
Berlin 1876 p. 253—274, Taf. 1—5 (citiert mit ,v. 
Martens"). 

2. G. Pfeffer, Arch. f. Naturgesch. Bd. 44, 1878, 
p. 256 ff., Taf. 13. 

3. E. A. Smith, Journ. of Conchology. Vol. 3, 
1882 p. 302. 

4. Tryon, Manual of Conchology. Ser. 2, Lief. 2-G, 
1885. 

5. E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 
p. 127 — 128, Fig. 

6. V. Martens, Sitz.-Ber. d. Ges. Naturf. Freunde 
Berlin 1891 p. 30- 3L 

7. Boettger, Nachr.-Blatt d. D. Malakoz. Ges. 1892 
p. 202. 

8. V. Martens, Sitz.-Ber. d. Ges. Naturf. Freunde 
Berlin 1892 p. 181 — 183. 

9. V. Martens, Mitteilungen aus den D. Schulz- 
gebietcn Bd. 6, 1893, Heft 3. 

10. Ko bell in Martini-Chemnitz ed. 11. Achatinidae 
Bd. I, Abt. 10 : Livinhacea, Pseudachatina. Perideris, 
Limicolaria ff. 1893—1895. 

11. A. d' Ailly, Gontributions ä la connaissance des 
Moll. terr. et d'eau douce de Kamöroun in : Bihang tili 
K. Svenska Vet.-Akad. Handlingar Bd. 22, Afd. IV, No. 2. 
Stockholm, P. A. Norstedt A.- Söner, 1896. 8°. 138 pag., 
5 Taf. (citiert mit „d' Ailly"). 



1 56 - 

12. Dr. A. T. de R o c h o b rii d e . Sur iine collection 
de Mollusques lerrestres et deau douce du Kameroun in: 
Bull Museum d' Hist. iiat., Paris 1898 p. 157—158 
(citiert mit „Rochebrune"). 

13. V. Marten^^. Sitz.-Ber. d. Ges. Naturf. Freunde 
Berlin 1901 p. 26—27, Fig. 

14. H. Rollo, Nachr.-Blatt d. D. Malakoz. Ges. 1892 
p. 211—212. 

15. V. Martens in Wissensch. Ergeb. d. D. Tiefsee- 
Exped. 1898—99 (Ghun). Bd. 7, Jena 1904 p. 1 ff., Taf. 

Novitäten bringt das ('olgende Verzeichnis nur wenige. 
Es sind die für die Wissenschaft neuen Arten Ennea 
[Gulella) acutidens n\. und Achatina modestior m.. die neuen 
Varietäten var. subumbilicata des Gibbus »lartensi (E. A. 
Smith) und var. taeniolata der Liniicolaria ßanimulata (P.) 
und die für Kamerun anscheinend neuen Species Liniicolaria 
fiammulata (P.), Subulina striatella (Rang), cerea (P.) und 
bacilliformis (Jonas), sowie Neritina (NeritiUa) manoeli 
H. Dohrn. 

Immerhin, hoffe ich, wird schon die Aufzählung der 
bis jetzt bekannten Gesamtfauna in einer deutschen Zeit- 
schrift Interesse erregen und von einigem Nutzen sein.*) 
Aufzählung der Arten. 
Fam. Streptaxidae. 

1. Streptaxis (Eustreptaxis) camerunen&is d" Ailly. 

D' Ailly 1. c. p. 5, Taf. 1. Fig. 1 — 5; Roche brune 
1. c. p. 157. 

Mukonje-Farm, nur ein erw. St. von alt. 9, diam. 
min. 11, maj. 16 mm (R. Rohde). 

2. Gibbus liberianMS (Lea). 

Lea, Transact. Philad. Bd. 7. 1840 p. 457, Taf. 11, 
Fig. 4 (Bulimus); v. Martens 1. c. 1891 p. 30 (Ennea); 
d' Ailly 1. c. p. 7; Roche brune 1. c. p. 157. 

*) Nur die mit foiilaufeiiiien Xuininern bezeichneten Arten 
latfen mir hei dieser Arheit in natura vor. Der Verf. 



- 157 — 

Liberia, Kamerun. Gabun. 

.Mukünje-F'arni, 5 Ste., und Bibundi, Stc. (zwei 
davon in Spiritus) in Grössen von nur alt. 22'/2 — 24'/^ rnni 
(R. Rohde 1905). — Das Tier ist, wie schon d' Ailly 
hervorhebt, hell smaragdgrün. 

3. Gibbus indynis (F.), 

Pfe i f fe r , Proc. Zool. Soc. London 1 856 p. 388 (Ennea); 
d' Ailly 1. c. p. 8. 

Kamerun und Gabun. 

Buea. 4 Ste. (Dr. 0. Staudinger 1892), und Rand- 
gebirge im Innern, ein junges St. (F. Hocker 1905). 

Man beachte die Unterschiede von dem häutigeren 
G. martend E. A. Smith, wie sie namentlich d' Ailly bei 
Besprechung des letzteren 1. c. p. 9 hervorgehoben hat. 
4. Gihbiis inartensi (E. A. Smith). 

V. Martens 1. c. p. 263, Taf. 4, Fig. 1 (Ennea 
insignis. non P.) ; E. A. Smith. -Journ. of Conchology 
Bd. 3, 1882 p. 301; d' Ailly 1. c. p. 9. 

Buea. 3 Ste. (Dr. 0. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, 3 Ste. (F. Hocker), Bomana am Kamerunbeig in 
800 m, 6 Ste. (R. Rohde) und Bakossi-Gebirge in über 
1000 m Höhe, 2 Ste. (R. Rohde). 

Wird am letztgenannten Fundort 46 nmi hoch. 

Hierher als Varietät : 

var. subumbilicata n. 
(Texltig. 1.) 

Char. Differt a typo t. duplo longius rimala, magis 
ventrioso-ovaia. anfr. solum 6. embryonalibus celerius 
accrescentibus, ultimo in interstitiis costularum punctis 
transversis malleolato, basi minus laevigato, usque ad 
rimam distinctissime sed tenuiter costulato-striato ; paries 
columellaris latissima, axi verticaliter descendente, nuUo 
modo torta. 



— 158 



Alt. 41, diam. maj. 27 mm; alt. apert. 20^2, lat. 
apert. 16 mir. 




Fig.i 




Fundort. Nongo madiba an der Bali-Strasse, nur 
ein St. (R. Rohde). 

Bemerkungen. Es bleibt abzuwarten, ob die ge- 
nannten, immerhin auffallenden Unterschiede zur Aufstellung 
einer Varietät genügen oder nur individuell sind. Die 
Verschiedenheit in der Achsenbildung, die wohl mit der 
grösseren Länge des Nabelrilzes zusammenhängt, ist sehr 
in die Augen fallend. 

Gibbus johnstoni E. A. Smith. 
E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 
p. 127—129. Fig. 
Kamerunberg. 

Ennea ( Uniplicaria) gemma d' Ailly. 
Ennea [Unlplicaria) bongeensls d" Ailly. 
5. Ennea ( Uniijlicaria) monodon Morelet. 
Morel et, Journ. de Conch. Bd. 21, 1873, p. 380 
V. Martens 1. c. p. 264, Tat. 4, Fig. 6—7 (conica); 
d' Ailly 1. c. p. 11. 



— 159 — 

Liberia, Kamerun, Gabun. 

Randgebirge im Innern, ein St. (F. Hocker), Buea, 
2 Sie. (Dr. Staudinger). — Das Hocker'sche Stück ent- 
spriclit der kleinen Form von 9 mm Länge, dit' Stücke 
von Buea messen 1 1 mm. 

6. Ennea (üniplicaria) dohrni E. A. Smith. 

V. Martens 1. c. p. 263, Taf. 4, Fig. 4 — 5 (monodon, 
non Morelet); E. A. Smith, Journ. ofConch. Bd. 3, 1882 
p. 302; d' Ailly 1. c. p. 12. 

Randgebirge im Innern^ 2 Ste. (F. Hocker). 
7. Enned (Üniplicaria) stylodon v. Mts. 

V. Martens 1. c. p. 263, Taf. 4, Fig. 2—3. 

Buea, ein St. (Dr. 0. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, 2 Ste. (F. Hocker). — Dass diese Art mit E. dohrni 
E. A. Smith übereinstimmen könne, wie d" Ailly p. 12 
vermutungsweise ausspricht, ist nach meinen genauen Ver- 
gleichen ausgeschlossen. Beide Arten kommen, ohne Ueber- 
gänge zu bilden^ nebeneinander vor. 

8. Ennea (Enneastrum) trigonostonia v. Mts. 

V. Martens 1. c. p. 265, Taf. 4, Fig. 14—16; 
d' Ailly 1. c. p. 12. 

Buea, 2 Ste. (Dr. 0. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, 4 Ste. (F. Hocker), Bibundi, 1 St. (R. Rohde) 
und Mukonje-Farm, 3 Ste. (R. Rohde). 

Die Mündung ist unten weit weniger zugespitzt als 
in Prof. V. Martens' Zeichnung, wie das auch schon 
d' Ailly sehr mit Recht hervorhebt; ich vernuite, dass 
dem Autor der Art ursprünglich nur ein noch nicht ganz 
erwachsenes Exemplar vorgelegen hat. 

9. Ennea (Enneastrum) colunieüaris v. Mts. 

V. Martens 1. c. p. 266, Taf. 4. Fig. 19 — 20; 
d' Ailly I. c. p. 13, Taf. I, Fig. 14-18. 
Buea, 2 Ste. (Dr. 0. Staudinger). 



60 



Auch bei dieser Art können wir die von d' Ailly 
gegebenen Bemerkungen zu v. Märten" s Zeichnung und 
Beschreibung bestätigen. 

Ennea (Enneastrum) complicata v. Mts. 

10. Ennea (Enneastrum) yyiartensi d' Ailly. 

V. Martens 1. c. Taf. 4, Fig. 17 — 18 (complicata); 
d' Ailly 1. c. p. 15. 

Buea, 2 Ste. (Dr. 0. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, ein St. (F. Hocker), Bibundi, ein St. (R. Rohde). 

In plumperer oder schlankerer Schale und in bald 
schmälerer, bald breiterer Mündung recht variabel. Bei 
dieser Art ist hervorzuheben, dass ihr Aussenrand oben 
immer einen deutlichen Höcker (wie bei E. mucronata v. 
Mls.) zeigt, der sie leicht von der echten E. complicata 
V. Mts. trennen lässt. 

Ennea (Enneastrum) perforata d' Ailly. 
Ennea (Enneastrum) serrata d' Ailly. 

11. Ennea (Gulella) cavidens v. Mts. 

V. Martens 1. c. p. 267, Taf. 4, Fig. 21-23; 
d' Ailly 1. c. p. 18. 

Kamerun und Fernando Po. 

Buea, 2 Ste. (Dr. (). Staudinger), Bibundi, 7 Ste. 
(R. Rohde). — Nur — wie in der Regel — mit einem 
Basalzähnchen. 

12. Ennea (Gulella) acutidens n. sp. 

(Textfig. 2.) 




161 



Ghar. ,.T. äff. FJ. cavidens v. Mts., sed ina^is regu- 
lariter ovata, apert. ininore, dente secundo palatali minus 
alto, secundo columellari multo altiore, acutiore, sursuni 
erecto, superne non excavato. — T. rimata oblonge ovata, 
oblique striata, cereo-alba ; spira ovata; apex conicus. 
acutiusculus. Ant'r. 7 subplani, sutura leviter impressa 
disjuncti, lente accrescentes. ultimus modice decreseens, 
ad aperturara leviter ascendens, basi parum compressus. 
extus uni-, prope rimam bi-scrobiculatus. Apert. fere 
Ys altitudinis testae aequans, verticalis, 6-dentata; 
perisl. late reflexum, superne callo tenui junctum, plica 
parietal! magna percompressa, sinistrorsum concava ; margo 
externus bidentatus, dentibus dislantibus. superiore minore, 
inferiore altiore, quadrato^ superne non excavato ; margo 
basalis unidenticulatus ; margo columellaris bidentatus, 
dentibus inaequalibus, lamelliformibus, compressis, inferiore 
altiore, transverso, sursum erecto, superne non excavato; 
columella in faucibus inermis. 

Alt. Ii2, diam. max. 6^2 mm; alt. apert. 5, lat. 
apert. 4 mm. 

Fundort. Buea, 2 Ste. (Dr. 0. Staudinger 1892; 
coli. mea). 

Bemerkungen. Die Unterschiede von der ver- 
wandten E. cavidens v. Mts. ergeben sich leicht aus der 
obigen Diagnose; von ihr wie von E. conospira v. Mts. 
trennt sie sich sicher z. B. schon durch den Mangel der 
dem Basalzahn entsprechenden Aussengrube ; von letztei-er 
Art ausserdem noch durch die weit voneinander entfernten 
beiden Zähne des iVussenrandes. 

Ennea (Gulella) conospira v. Mts. 
Ennea (Excisa) duseni d' Ailly. 
Ennea (Excisa) hoangolensis d' Ailly. 
13. Ennea (Ptychotrenia) »lucronafa v. Mts. 
v. Martens, 1. c. p. 264, Taf. 4. Fig. 8-11; 
d' Ailly 1. c. p. 22; Rochebrune 1. c. p. 157. 



— 162 — 

Buea, 2 Ste. (Dr. 0. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, 16 Ste. (F. Hocker), Bibundi, 8 Ste. (R. Rohde). 
— Bei Bibondi hat die Art nur 21—22 mm Schalenlänge. 

14. Ennea (Pfychofrema) tullhergi d' Ailly. 
d' Ailly 1. f. p. 23, Taf. 1, Fig. 42—48. 
Mukonje-Farm, 8 Ste. (R. Rohde). — Das oberste 

Zähnchen auf dem Aussenrande unter dem Sinulus fehlt 
gelegentlieh ganz. 

15. Ennea (Ptijchotrema) huchholzi v. Mts. 

V. Märten s 1. c. p. 265, Taf. 4. Fig. 12—13; 
d' Ailly 1. c. p. ^4. 

Buea, 1 St. (Dr. 0. Staudinger) mit der von Prof. 
V. Martens richtig geschilderten Bezahnang, und Bibundi, 
3 Ste. in der von d* Ailly gefundenen Bezahnung ; auf 
der Mukonje-Farm, 2 Ste. in Mittelformen (R. Rohde). 
16. Streptostele huchholzi v. Mts. 
V. Martens 1. c. p. 262. Taf. 3, Fig. 16—17; 
E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 p. 127; 
d' Ailly 1. c. p. 25; Rochebrune 1. c. p. 157. 

Buea, 3 Ste. (Dr. 0. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, 6 Ste. (F. Hocker), Bibundi, 2 Ste. (R. Rohde). 
Streptostele pusilla d" Ailly. 

F a m. Vitrinidae. 
ürocychis huchholzi v. Mts. 
Goldküste bis Kamerun. 

Aspidelus chaperi Morelet. 
Goldküste bis Kamerun. 

Helicarion (Africarion) pUcatulvs v. Mts. 
E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 p. 127. 
Goldküste, Togo, Kamerun. 

Helicarion (Africarion) pertenuis d' Ailly. 
Helicarion (Africarion) columellaris d' Ailly. 
Rochebrune 1. c. p. 157. 



— 163 — 

Helicarion (Africarion) depressus d' Ailly. 
Helicarion (Africarion) subglobosus d' Ailly. 
17. Zonitarion semitneinhranaceus (v. Mis.). 
V. Martens 1. c. p. 253, Taf. 1. Fiy-. 1-4 
(Helicarion); d" Ailly 1. c. p. 34, Taf. 1, Fig. 44-48; 
Rochebrune 1. c. p. 157. 
Togo und Kamerun. 

Mukonje-Farni, das obere Dach von 4 Stücken, 
Bibundi, da.s von 2 Stücken (K. Rohde). 
Fani. Zonitidae. 

18. Thajjsia fror/lodytes (Mordet). 

Morel et, Revue Zool. 1848 p. 351 (Helix)- v. 
Martens 1. c. p. 254, Taf. 1, Fig. 9 — 9c (Nanina); 
d' Ailly 1. c. p. 36. 

Gross-Bassam, Togo, Kamerun und Gabun. 

Buea (Dr. 0. Staudinger), Bibundi und Bomana auf 
dem Kamerunberge in 800 m (R. Rohde). an allen drei 
Orten in je 2 Exemplaren. 

19. Thapsia culamochroa (Jonas). 

Jonas in Philippi, Abbild. I, 3 p. 47, Helix Taf. 3, 
Fig. 2 (Helix); v. Martens 1. c. p. 255, Taf. 1, Fig. 
10—11 (Nanina): d' Ailly 1. c. p. 38. 

Lagos, Goldküste und Kamerun. 

Buea. zwei erw. Ste. (Dr. 0. Slaudinger) von alt. 
9'/2, diam. max. 16 V2— 17 mm ; Randgebirge im Innern, 3 Ste. 
(F. Hocker); Mukonje-Farm, nur 2 junge Ste. (R. Rohde). 

Seltsam, dass alle Stücke, die ich bis jetzt gesehen 
habe — auch die eben genannten von Buea — und auch 
die zitierte Fig. 10 bei v. Martens nur 4V2 Umgänge, 
nicht 5\/i. wie Pfeiffer angibt, zeigen. Auch möchte 
ich die Spira dieser Art „sat rapide accrescens" und nicht 
„sensim accrescens" nennen. 

Thapsia sjoestedfi d' Ailly. 

Rochebrune 1. c. p. 157. 



— 164 — ' 

20. Trochozonites iiunidulus (v. Mts.)- 

V. Martens 1. c. p. 256, Taf, 1, Fig. 12—14 
(Trochonanina) ; d' Ailly I. c. p,. 41 (ibuensis P. v;tr.); 
Rochebrune I. c. p. 157 (ibuensis. non P.). 

Buea, 2 Ste. (Dr. O. Staudinger), Randgebirge im 
Innern, 6 Ste. (F. Hoclcer), Bibundi. 12 Ste., und Mukonje- 
Farm, 8 Ste. (R. Rohde). 

Der Schwerpunkt der Unterscheidung dieser Art von 
Tr. ibuensis (P.), die „tenuis" und „pallide Cornea, basi 
sublaevigata" genannt wird, liegt meines Erachtens in ihrer 
Festschaligkeit, im Auftreten einer deutlichen basalen 
Spiralstreifung und in der Färbung; Tr.tumidulus (v. Mts.) 
ist braunrot mit weissem Spiralband. Ersterer fehlt meines 
Wissens überhaupt in Kamerun und wird durch Tr. reticidatus 
lV Ailly ersetzt, dem er näher zu stehen scheint als dem 
Tr. tumiduliis (v. Mts.)- 

Trochozonites reticulahis d" Ailly. 
Trochozonites lindstroemi d' Ailly. 
Trochozoniies suiurnlis d' Ailly. 
Trochozonites adansoniae (Morelet). 

Insel Anobom?. Kamerun, Gabun. 

21. Trochozonites folini (Morelet) typ. und var. 
percarinata v. Mts. 

Morelet, Revue Zool. 1848 p. 352 (Helix); v. 
Martens I. c. p. 256, ^raf. 1, Fig. 16—18 (Trochonanina 
percarinata); E. A. Smith. Proc. Zool. Soc. London 1887 
p. 127 (Trochonanina percarinata); d' Ailly 1. c. p. 47 
und 48; Rochebrune 1. c. p. 157. 

Kamerun, Prinzeninsel, Gabun und Angola. 

Bibundi, ein St. des Typus (R. Rohde); Buea, ein 
Stück (Dr. 0. Staudinger), und Randgebirge im Innern. 
10 Ste. der Varietät (F. Hocker). 

D' Ailly ist vollkommen im .Recht, wenn er die 
Märten s'sche Art nur als Varietät gelten lassen will. 



— 165 - 

Pfeiffer verlangt für den Typus von Tr. foUni (Morelet) 
ein Höhenbreiten-Vei-iiiUtnis von 1:1,33; unser Stück von 
Hibimdi zeigt sogar nur das Verhältnis von 1 : 1,24. Die 
tlacbere und grössere Martens'sche V^arietät schwankt von 
1: 1.40 1:1,00. 

Trochozonites hi/strix d' Ailly. 
Trochozonites pilosus d' Ailly. 
Trocltozoniies turhinaUis d' Ailly. 
Trocliozoiiites liißlaris (H. Dohrn). 
Hoc hebr un e 1. c p. 157. 
Liberia bis Kamerun. 

Trochozonifes taJeosiis (A. (iould). 
Liberia, Togo und Kamerun. 

22. Trochozonites calabaricus (P.). 
Pfeiffer, Proc. Zooi. Soc. London 185G p. 327 
(HelixJ-, V. Martens 1. c. p. '^öl (Trochonanina); d' Ailly 
1. c. p. 54. 

Alt-Kaiabar und Kamerun. 

Mukonje-Farm. 8 Ste. (B. Rohde) in Grössen bis zu 
alt. *.». diam. max. 17 mm. 

Tro('hozo)iltes fheeli d' Ailly. 
Farn. Helicidae. 
Helix caineninensis d' Ailly. 
Helix jungneri d' Ailly. 
Rhachis hurnayi H. Dohrn. 
V. Martens 1. c. p. 260 (Bidiuiinus pallens). 
Prinzeninsel und Kamerun. 

Hapalus enünulus (Morelet). 

Prinzeninsel, Kamerun, Gabun. Angola und Abessynien. 

Hapalus sulcatus d' Ailly. 

Farn. Acha tin idae . 

23. Achatina tnarginata Swains. und var. 

gracilior v. Mts. 

Swainson, Zool. llluslr. 1820—21, Taf. 30; v. 



— 166 — 

Mar teils 1. c. p. 257. Taf. 2, Fig. 1 (var.) ; d' Ailly 
1. c. p. 61. 

Goldküste, Kamerun, Gabun und Loangoküste. 

Der Typus liegt vor von Rombone, 10 Ste., Kurume, 
8 Ste., und Kan, ein Stück, sämtlich an der Balistrasse; 
weiter vom Mukonje-Flu.ss, 2 Ste., und von Kokobuma, 
30 Ste. (R. Rohde). 

Die var. gracilior v. Mts. stammt von der Mukonje- 
Farm und der .lohann-Albrechtshöhe bei Kumba, sehr 
zahlreich; weiter von Bibundi, 22 Ste., Bakundu 15 Ste., 
dem Dorf Mungo am unteren Mungoflusse, 6 Ste.; von 
Bakundu Kaki. 17 Ste., Ekilliwindi, 2 Ste., und Mbanda 
oder Mambanda, 2 Ste. (R. Rohde), sowie aus dem Rand- 
gebirge im Innern (F. Hocker). 

Albine Formen ohne jedes dunkle Pigment, ganz 
einfarbig hell strohgelb ins Grünhche, treffen wir- auf der 
Johann-Albrechtshöhe bei Kumba, 9 Ste., auf der Mukonje- 
Farm und bei Bibundi, je ein Stück (R. Rohde), letzteres 
mit prachtvoll fleischrot gefärbter Spitze und Spindel, also 
zur var. gracilior v. Mts. gehörig. 

Dem Namen nach sollte man meinen, dass var. gracilior 
V. Mts. gewöhnlich schlanker sei als der Typus ; das ist 
aber nicht der Fall, im Gegenteil ist diese Form bauchiger 
und meist auch etwas kleiner. 

Gute Stücke des Typus von Kokobuma messen alt. 
115 mm, Albinos von Kumba 100, die Varietät von 
Bakundu Kaki 87 mm. Bei letzterer ist Wirbel und 
Spindel wahrhaft prachtvoll karminrot gefärbt. In der 
Trockenzeit verkriechen sich die Tiere in die Erde und 
erzeugen dann dünne, mattweisse, ziemlich feste, kalkige 
Verschlussdeckel, von denen ebenfalls Proben vorliegen 
(leg. R. Rohde 1905). 

Eier des Typus (R. Rohde) messen 20—20^2 mm in 
der Länge, 14— I4V2 mm im Durchmesser, die der Varietät 



— 167 — 

(R. Rohde) 17'/2— 18 mm in der Länge und 13—13^2 mm 
im Durchmesser. 

24. Achatina modestior n. sp. 

D" Ailly 1. c. p. 63 (knorri. non Jonas). 
(Taf. 7, Fig. 1—2 Typ. und 8 Var.) 

Ghar. üiffert ab A. knorri Jon. spira graciliore, 
anfr. ultimo *li altitudinis testae aequante. flammulis 
infrasuturalibus in iila crebris et distinctissimis hie tenuibu.s 
et evanidis vel subnuihs, apert. multo minus alta, spiram 
vix superante. — T. modica, fusiformi-ovata, tenuiuscula, 
sub epidermide decidua, opaca, lutescente palhde straminea 
vel Cornea, oleo nitens, versus apiceni intense rosea, ab 
anfr. tertio flammis distantibus angustis. initio rectis. tum 
elegantissime fulguratis, obscure castaneis picta, flammis 
infra medium anfr. ultimi latis, aut versus basin confluentibus 
aut basi plene nigricante ; spira elate conica lateribus vix 
convexiusculis ; apex sat acutatus. Anfr. 6 sat convexius- 
culi. dislincte striatis, lineis spiralibus impressis subtiliter 
decussati, sutura submarginata et distinctius striata dis- 
juncti, ultimus ventriosior, basi spiraiiter non striatus, */? 
altitudinis testae subaequans. Apert. obliqua truncato- 
ovalis, superne flammis albis perlucentibus picta, basi 
livide caerulescens, intus margaritacea; perist. simplex, 
acutum, nigrolimbatum, marginibus callo tenui pellucido 
caerulescente junctis ; columella angusta, subverticalis, 
leviter protracta. albida et obli([ue intuenti raepe sosea 
vel purpurea, basi oblique truncata. 

Alt. 66— 67, diam. max. 36^2 mm; alt. apert. 36 — 39, 
lat. apert. 22 — 24 mm. — Eier: Alt. 15- 15^2. diam. 
max. 11 — 12 mm. 

Fundort. Kamerun: Rombone , 2 Ste., Bolo 
kurume, 7 Ste., Nongo madiba. 6 Ste., und Bakundundo, 
3 Ste., sämtlich an der ßalistrasse ; Johann-Albrechtshöhe 



— 168 — 

bei Kumba, 45 Ste., Bibundi, 2 Ste., Mombanda oder 
Mbanda, 2 Ste., und Mukonje-Farm, 8 Ste. (R. Rohde). 

Bemerkungen. Diese bis jetzt verkannte Art ist 
der A. knorri Jonas aus Liberia ähnlich, aber doch zweifel- 
los spezifisch verschieden. Das Gew^inde ist höher, die 
Umgänge etwas flacher, die Schlusswindung niedriger und 
weniger aufgeblasen. Die Färbung und Zeichnung ist 
ähnlich, aber ebenfalls in vielem verschieden. Nur die 
drei obersten Umgänge sind fleischrot, die übrige Schale 
hornfarben oder strohgelb, nicht lebhaft weissgelb; die 
dunkeln Winkelstriemen unter der Naht, die bei Ä. knorri 
so reichlich stehen, fehlen hier oder sind nur durch ver- 
loschene Punkte oder Streifchen angedeutet ; die groben 
Flammen auf den mittleren Umgängen stehen senkrecht 
und zeigen sich nicht schief von rechts nach links ge- 
zogen. Dagegen hat die kräftige Flammenzeichnung der 
zwei letzten Umgänge — abgesehen von den nahezu 
fehlenden Nahttlammen — ganz den gleichen Charakter. 
Auf dem letzten Umgang stehen 10 — 12 solcher Längs- 
flammen. Die Spindel hat oft einen purpurroten Saum, eine 
Färbung, die bei der echten Ä. knorri Jonas immer fehlt. 
Ein Stück dieser Art meiner Sammlung aus Liberia hat 
alt. 68, diam 38 V2 mm; alt. apert. 44 V2, lat. apert. 22 
mm. also das Verhältnis von Mündungshöhe zu Gehäuse- 
höhe wie 1:1,53 (bei Pfeiffer 1:1,60). A. modestior zeigt 
dagegen das Verhältnis 1 ; 1,77. 

Von A. marginata Swains., die untermischt mit ihr 
zu ammenlebt, trennt sie sich immer sicher durch geringere 
G össe, dünnere Schale, schlanke Gestalt und die lebhaften 
Farben und Zeichnungen. 

Dazu kommt vielleicht als Varietät eine einzelne 
Schnecke von Bibundi (Taf. 7, Fig. 3), die durch, auf- 
fallend stark S-förmig gedrehte Spindel, gewölbtere Um- 
gänge und tiefere Naht abweicht und auch in der Färbung 



— 169 — 

und Zeichnung manches Eigentümliche hat. Man konnte ihr 
die Diagnose gehen : 

„Dißert a typo t. minore, strigis multo latioribus, 
magis obscuris, latioribus quam interstitia, simphcibus, nullo 
modo fulguratis sed interstitiis hie illic brunneo punctatis, 
in anfr. ultimo supia et infra medium subaequalibus, prope 
columellam superne profunde concavam et validissime tortam 
subito evanidis; apert. intus pallide violacea; columella 
albida." 

Alt. 65, diam. max. 39 mm: alt. apert. 36, lat. 
apert. 24 mm. 

Ich will dem Ding keinen Namen geben, da eine 
ausgebesserte schadhafte Stelle an der Naht des vierten 
Umgangs und die auffallende Spindelform das Stück fast 
als eine Abnormität erscheinen lassen. Es muss abgewartet 
werden, ob sich noch weitere E.\emplare dieser merk- 
würdigen Schnecke finden werden. 

25. Achatina camerunensis d' Ailly. 

D- Ailh I. c. p. 64, Taf. 8, Fig. 1—4. 

Bibundi. 5 Ste,, Mbonda, 2 Sie., Johann-Albrechts- 
hühe bei Kumba, 6 Ste.. und Nongo madiba an der 
Haiistrasse, 3 Ste. (R. Rohde). 

Nur an der letztgenannten Stelle zeigt die prachtvolle 
Art eine etwas abweichende Entwicklung, bleibt kleiner 
und schlanker und ist reicher geflammt, doch finden sich 
Uebergänge zu dieser Form bei Bibundi. Gute Stücke 
von Bibundi haben den letzten Umgang von ^/a Gehäuse- 
länge und messen alt. 99; diam. max. 49 mm Breite; die 
Mündung ist 62V-2 mm hoch, 34 mm breit (Verhältnis von 
Mündungshöhe zu Gehäusehöhe wie 1: 1,58 (bei d' Ailly 
1:1,70). 

26. Achatina iostonui P. 

Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 1852 p. 86; 



— 170. - 

V. Martens 1. c. p. 258, Tat". 2, Fig. 2 (balteata); 
d' Ailly 1. c. p. 65. 

Fernando Po und Kamerun. 

Kumba, 14 Ste., und Johann-Albrechtshöhe bei 
Kumba, 29 Ste., Bibundi, 1 St., und Nongo madiba an 
der Balistras.se, 10 Ste. (f. albinaj (R. Rohde). 

Alle diese Stücke sind typisch ausgebildet und gefärbt 
bis auf die letztgenannten, die fast einfarbig olivengelb oder 
olivenbraun sind und die Striemen nur noch an den 
obersten Umgängen zeigen, zudem häufig auch etwas 
grösser und schlanker erscheinen. Gute Stücke von 
Kumba haben eine Länge von 120 — 130 mm. 

Nur Jugendexemplare liegen vor vom Bakossi-Gebirge 
aus über 1000 m Höhe, 8 Ste., und von Bomana am 
Kamerunberg aus 800 m Höhe, 5 Ste. (R. Rohde), die 
sich durch zahlreichere — man kann sagen doppelt so 
viele — Flammenstreifchen auf den obersten Umgängen 
auszeichnen. 

27. Ganonädus shuttleworthi (P.). 
Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 185G p. 34 

(Achatina); d' Ailly 1. c. p. 69. 

Gross-Bassam und Kamerun. 

Bibundi. 2 Ste. und Mukonje-Farm bei Mundame, 
5 Ste. (R. Rohde). 

28. Ganomidus barrianum (Sow.). 

G. B, Sowerby, Proc. Zool. Soc. London 1889 
p. 579, Taf. 56, Fig. 2 (Achatina); d" Ailly 1. c. p. 70, 
Taf. 3, Fig. 5—9. 

Kalabar und Kamerun. 

Bibundi, 9 Ste. und zahlreiche Brut, und Mukonje- 
Farm, 15 Ste. (R. Rohde). 

29. PeMia pulcheUa (v. Mts.). 

V. Martens 1. c. p. 258. Taf. 3. Fig. 1—2 
(Achatina); d' Ailly 1. c. p. 71. 



— 171 — 

Kamerun und Kongo. 

Randgebirge im Innern, 8 Ste. und ein Ei (F. Hocker) ; 
Bibundi, 3 Ste. (R. Rohde). 

30. Limicolaria rubicunda Shuttlew. 

Shuttleworth, Notit. Mal. 1856 p. 45, Taf. 7, 
Fig. 4-5; V. Martens 1. c. p. 258. Taf. 3, Fig. 4; 
d' Ailly 1. c. p. 72 (typ. und var.). 

Kamerun und Kissy. 

Bibundi, zahlreich in typischer Form (R. Rohde); 
iMukonje-Farm auf der Johann-Albrechtshöhe, zahlreiche 
junge, aber nur wenige erwachsene Ste. der var. 
shuttleivorthi d' Ailly (R. Rohde). 

Die Stammart wechselt in der Grösse von alt. 
41—52 mm; die Varietät, die sich nach meiner Ueber- 
zeugung artlich nicht abtrennen lässt, wird bis zu alt. 55, 
diam. max. 25 mm gross. 

Limicolaria felina Shuttlew. 

RochebruneJ. c. p. 157. 

Goldküste, Gross-Bassam, Kamerun und Gabun. 
Li)nicolaria tenehrica (Rve.). 

Gross-Bassam, Kamerun und Zentralafrika. 
31. Limicolaria numidica (Rve.), 

Reeve. Gonch. Icon. Bd. 5, 1848, Taf. 53, Fig. 351 
(Bulimus); d' Ailly 1. c. p. 75 (var. ß und 7); Roche- 
brune 1. c. p. 157. 

Senegal, Joruba oder Arriba, Kamerun, Gabun und 
Sennaar. 

Mukonje-Farm zahlreich, aber meist nur in Jugend- 
formen der var. ß „pallide rufopicta" und nur ein Stück 
der var. 7 ,unicolor pallida" ; Johann-Albrechtshöhe zahl- 
reich, aber nur in Jugendformen (R. Rohde). 
32. Limicolaria aurora (Jay). 

Jay, Catalogue 1839 p. 119, Taf. G, Fig. 2 (Bulimus); 
V. Martens 1. c. p. 258; d' Ailly 1. c. p. 77. 



172 



Senegal, Niger, Kamerun und Gabun. 

Mukonje-Farm, 10 Sie., Johann-Albrechtshöhe, 9 Ste. 
und zahlreiche .Jugendfornien. ßibundi, 8 Ste. (R. Rohde). 

Weiss mit gelblichgrauer oder grünlichgrauer Epider- 
mis, ohne Striemen. Eier dieser Art sind heller oder dunkler 
zitronengelb und liegen in zwei Grössen von alt. 3^/4 und 
4 mm, diam. 3^* und 8^/2 mm vor. 

Limicolaria kobelti d" Ailly. 
83. Limicolaria fiammuJata (P.) et var. taeniolafa n. 

Pfeiffer, Zeitschr. f. Malakoz. 1847 p. 147 und 
Mon. Hei. viv. Bd. 2 p. 181 (Bufimus). 

Westafrika (v. Martens). 

Johann-Albrechtshöhe bei Kumba. 15 Ste., und Mungo 
am unteren Mungofluss, i:2 Ste. (Pi. Rohde). 

Die vorliegenden Stücke stimmen ausgezeichnet mil 
der Pfeifter'schen Diagnose und zeigen alt. 29—34, diam. 
max. 12^14 mm, die Stücke von Mungo alt.- 35. diam 
max. 15 mm. 

Bei den Flammenstriemen lässt sich die Tendenz 
herausfinden, auf dem letzten Umgang in drei Querzonen 
zu zerfallen; die mittlere Zone besteht aus breiten, oft 
rechteckigen Makeln, die infrasuturale und die basale Zone 
aber aus zahlreicheren, hin und her gebogenen Streifchen 
und Zickzacklinien, die auch etwas heller zu sein pilegen 
als die Flecken der Mittelzone. 

Die Eier, die diesen Schalen behagen, sind weiss, 
eifr)rmig und messen alt. 3\'2, diam. max. 3 mm. 

Hierzu rechne ich als Varietät : 

var. taeniolata n. (Taf. 7, Fig. 4—5.) 

Ghar. Differt a typo solum colore. T. cerea apice 
concolore, fasciis verticahbus rufulis angustis obsoletissimis, 
in anfr. superis sursum distinctioribus, supra suturam in 
maculas parvas rufobrunneas terminatis ; anfr. ultimus 
praeterea taenia angusta spirali mediana aibo et rufobrunneo 
articulata elegantissime ornatus. 



- 173 — 

Fundort. Kan von Rudolf Bell, drei Tagcniärscho 
von Mukonje-Farin an der Balistrasse. ein nicht ganz er- 
wachsenes Stück (R. Rolide). 

Bemerkungen. Die Schnecke zeigt genau die 
Grösse und Form der typischen L. fiammulata (P.), und 
bei genauerer Beachtung der Zeichnungscharaktere lässt sie 
sich trotz ihrer auffallenden Fäibung doch wohl aut dieselbe 
zurückführen. Die oben erwähnten drei Querzonen sind 
auch bei der Varietät vorhanden, doch treten die schmalen 
braunen Längstlammen in der infrasuturalen und in der 
basalen Zone ganz zurück und erscheinen nur als feine, 
kaum sichtbare dunklere Striemen, während die Mittelzone 
zu einem ganz schmalen Spiralbändcheii zusammengeschmolzen 
ist und durch Aufhellung eine sehr saubere abwechselnd 
wei.ss und braune Fleckenzeichnung erhalten hat. wobei die 
weisse Linie einen etwa anderthalbmal breiteren Raum 
einninmit als die braunen nnt ihr abwechselnden Fleckchen. 
Auf der Schlusswindung stehen zehn dieser auch in der 
Mündung als Fleckenband durchscheinenden braunen Punkt- 
Hecken. 

34. Perideris solimana (Morelet). 

Morel et. Revue Zool. 1848 p. 353 (Bulimus); 
V. M arten s 1. c. p. 259, Taf. 3, Fig. 3; d' A il ly 1. c. p. 82. 

Kamerun und Gabun. 

Die Varietät mit einer einzigen dünnen peripherischen 
Binde (von v. Martens aus Victoria erwähnt) beiBibundi, 
8 Sie., von Mungo am unteren Mungofluss, 1 St.. und 
vom Bakossi-Gebirge in über 1000 m Höhe (R. Rohde), 
sowie die Varietät mit zwei Binden, von denen die basale 
breiter und dunkler gefärbt ist (von d" Ailly erwähnt) 
von der Mukonje-Farm, 7 Ste. (R. Rohde). 

Perideris auripigmentxini (Rve.). 
Kalabar und Kamerun. 



— 174 — 

35. Pseudachatina downesi (Gray). 

Gray in Sowerbys Gonch. Illustr. Bulimus 1840 
Fig. 1)9 (Bulimus); d' Ailly 1. c. p. 86. 

Fernando Po; Kamerun und Gabun. 

Bibundi, 34 Ste. (R. Rohde). 

Abweichend vom Typus der Art nur durch den 
Mangel der schiefen kastanienbraunen Längsstriemen, die 
die Form von Fernando Po auszeichnen sollen, was schon 
d' Ailly erwähnt, dessen var. grandinata P. in nichts 
wesentlichem von den Kameruner Formen der Fs. downesi 
(Gray) abweicht. 

Bei diesen Schalen lag ein Gläschen mit hell schwefel- 
gelben Eiern (R. Rohde) von alt. 7^2, diam. öV^ mm. 
Pseudachatina sodeni Kobelt. 
36. Pseudachatina gravenreuthi Kobelt. 

Kobelt in Martini-Chemn. ed. II. Achatinidae Bd. I, 
Abt. 10: Livinhacea etc. 1893 p. 18, Taf. 6. Fig. 3—4; 
d' Ailly 1. c. p. 94. 

Buea in 950 m Höhe, Original-Exemplar (erb. 1891 
durch Dr. 0. Staudinger A; Bang-Haas). 

Dunkel gelblich-kastanienbraun; nur die Spitze mit 
schiefen weissen Streifen auf lebhaft dunkelrotbraunem 
Grunde. • 

37. PseudacJiatina dennisoni P. 

Pfeiffer, Malakoz. Blätter Bd. 3. 1856 p. 257 
(typ.); d' Ailly 1. c. p. 92, Taf. 4, Fig. 1-3 (var.). 
Kamerun und Gabun. 

•Johann-Albrechtshöhe bei Kumba, zahlreiche Ste. der 
typischen Form, Nongo madiba an der Balistrasse, zwei 
sehr hell gefärbte Ste. von massiger Erhaltung (R. Rohde). 
Der Wirbel der Schale der Stücke von der Johann- 
Albrechtshöhe variiert von fleischfarben bis schwarzviolett, 
die Spindel ist immer weiss. Extreme Exemplare sind so 
dunkel, dass sie auf braunschwarzem Grunde nur schmale 



— 175 — 

weisse Flammen zeigen. Die beiden Stücke von Nongo 
madiba, das eine ganz rosa, das andere hellgelb mit rosa- 
farbener Spitze und weisser Mündung, haben weder dunkle 
Basis noch Striemenzeichnung und sind als Albinos auf- 
zufassen. 

Zahlreiche beigelegte Eier (K. Hohde) sind hell 
zitrongelb und messen alt. 7^2, diam. max. 6 mm. Sie 
sind durch die geringsten Schwankungen in der Luft- 
feuchtigkeit in einer, ich darf wohl sagen, unheimlichen 
AVeise zerbrechlich. 

Pseudadiaüna marfensi d' Ailly. 
' Pseudachatina Uljevalli d" Ailly. 
Fseudachatina perelongata KoUe. 

Rolle, Nachr.-Bl. d. D. Malakoz. Ges. p. 211—212 
1902. 

Alt-Kalabar und Kamerun. 

38. Fseudoglessula clavata (Gray) et var. 
grai/i d'Ailly. 

Gray in Charlesworth's Magaz. N. S. Bd. 1, 1837 
p. 487 (Achatina); v. Martens 1. c. p. 260, Taf. 3, 
Fig. 5—6 (Stenogijra calabarica); d" Ailly 1. c. p. 100. 

Alt-Kalabar und Kamerun. 

Bibundi, 11 Ste.. und Mukonje-Farm bei Kumba. 
12 Ste. (K. Rohde). 

Embryonen von drei Umgängen sind in den er- 
wachsenen Gehäusen nicht selten. Auch mir liegt von 
Mukonje-Farm ein einzelnes Stück vor, das sich durch 
Kleinheit und auffallende Schlankheit auszeichnet. Schon 
d' Ailly erwähnt 1. c. p. 102: „Or nous avons devant 
nous . . . aussi des specimens (11 exemplaires provenant 
dun bois sombre et humide ä Bonge), qui, avec la spire 
de neuf tours et demi, sont d'une longueur de 24 mm sur 
seulement 8 de diam. ; ayant un demi-tour de plus de 
developpement, ceux-ci repondraient parfaitement ä la 



- 176 — 

tig. (d' Achatina clavata Gray) de Mr. Reeve." Unser 
Stück zeigt bei 9 Umgängen 24 mm Länge und 8^/4 mm 
Durciiniesser und ist auch noch dadurch merkwürdig, dass 
seine Gehäusespitze wesentlich leiner ausgezogen und rein 
turmförmig mit abgestutztem Apex erscheint^ dessen erste 
Windung eine scharfe Oberkante und dessen zweite eine 
deutüche Mittelkante zeigt, während die Nähte sich ungleich 
tiefer als beim Typus eingesenkt zeigen. Ob wir es hier- 
bei nicht doch vielleicht mit einer weiteren neuen, wenn 
auch nahe verwandten Art zu tun haben, wird die Zu- 
kunft lehren. 

30. Pseudoglessula s/oestedti d" Ailly. 

d' Ailly 1. c. p. 104, Taf. 5, Fig. 6-7; Roche- 
bruno I. c. p. 157. 

Randgebirge im Innern, 17 Ste. (F. Hocker) und 
Mukonje-Farm, 4 Ste. (U. Rohde). 

Die ArtgüUigkeit dieser Form steht ausser allem 
Zweifel. 

40. Pseudoglessula retifera (v. Mts.). 

V. M arte US 1. c. p. 260, Taf. 3, Fig. 7—8 (Stenogyra); 
E.A.Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 p. 127 
(Stenogyra) ; d" Ailly 1. c. p. 105; Rochebrune 1. c. 
p. 157. 

Bibundi, 5 Ste., und Mukonje-Farm, 13 Ste. (R. Rohde). 

Die Eier dieser Art sind weiss und messen alt. 4V2, 
diani. max. o mm. 

41. Pseudoglessula heteracra Bttgr. 

Boettger, Nachr.-Blatt d. D. Malakoz. Ges. 1892 
p. 202. 

Buea, 1 Stück (Dr. 0. Staudinger). 

Die Art steht der Ps. retifera (v. Mts.) näher als ich 
bis jetzt geglaubt hatte. Die Unterschiede liegen in dem 
stumpferen, klobigeren AVirbel unserer Form, deren 
Mikroskulptur um das Doppelte stärker ist als bei retifera 



177 



und deshalb schon mit dem blossen Auge sichtbar ist, in 
den tlacheren Umgängen, der kleinei'cn Mündung und der 
etwas mehr nach rechts gekrünnnten Spindel bei der Art 
von Buea. 

Pseudoglessula fuscidula (Morelet). 
Kamerun und Gabun. 

42. Pseudoglessula duseni d' Ailly. 

d' Ailly 1. c. p. 107, Taf. 5, Fig. 8—10. 
Mukonje-Farm, nur ein erwachsenes St. (U. llohde) 
von alt. 13 mm bei elf Umgängen. 

43. Pseudoglessula involuta (Gonld). 
Gould, Proc. Boston Soc. Nov. 1843 p. 158 

(Achatim): d' Ailly I. c. p. 109. 

Kap PalmaS; Sierra Leone, Togo und Kamerun. 

Mukonje-Farm bei Kumba, 3i> Ste. (R. Kohde). 

Die Eier, die zu dieser Art gehören sollen, sind 
kugelig, weiss und kleiner als d' Ailly angibt: sie messen 
nur 1 V^ nim im Durchmesser. Wahrscheinlich sind die 
mir vorliegenden irrtümlich dieser Art zugeschrieben 
worden. 

In Gabun kommt eine nah verwandte Art vor, die 
aber kleiner, schlanker und ganz auffallend glänzender ist. 

44. Pseudoglessula piceata (v. Mts.). 

V. Martens 1. c. p. 261, Taf. 3, Fig. 12—13 
(Stenogijra) ; d' Ailly 1. c. p. 110 (Homorus). 

Randgebirge im Innern, ein St. (F. Hocker), und 
Mukonje-Farm bei Kumba. 4 Ste. (R. Rohde). 

Trotz d" Aillys beachtenswerten Gründen, duss diese 
Art nicht zu Pseudoglessula gehören könne, stelle ich sie 
doch zu diesem Genus, weil sie ihm ganz zweifellos näher 
steht als der Gattung Homorus. 

Pseudoglessula pgraniidella (v. Mts.). 
V. Martens, Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 
1902 p. 181 (Homorus). 



— 178 — 

Buea (Kamerun). 

SuhuUna angustior IL Dohrn. 

Rochebrune 1. c. p. 157. 

Prinzeninsel und Kamerun. 

45. SubuUna striatella (Rang). 

Rang, Ann. Sc. Nat. Bd. 24, 1831 p. 38, Tat. 3, 
Fig. 7 (Helix); Dohrn, Mal. Blätter Bd. 13, 1866 p. 127 
(Stenogyra). 

Senegal bis Gabun ; Prinzeninsel. 

Bibundi, 3 Sie., und Mukonje-Farm bei Kumba, 
30 Ste. (R. Rohde). 

Diese wie alle Subulinen leicht verschleppbare Schnecke 
gehört in die nächste Verwandtschaft der S. cerea (P.) von 
Fernando Po, Kamerun und Gabun, die aber nach direktem 
Vergleiche gedrungener gebaut ist und kleiner bleibt. Ob 
S. striata (Lea) von Liberia, wie ich vermute, ein blosses 
Synonym von S. striatella (Rang) ist, müssen weitere 
Vergleichungen lehren. Als S. striatella fasse ich eine 
grosse Form, deren Umgänge deutlich als »convexiusculi* 
gelten dürfen und die bei O'/a Umgängen alt. 21 V^, diam. 
5^2 mm; alt. apert. 5^/4, lat. apert. 3'/* mm misst (Verh. 
1:3,91). 

Schon d" A i 1 1 y kam für eine seiner Formen der 
S. angustior zu einem ähnlichen Resultate, wagte aber 
keine Entscheidung zu treffen. 

46. SubiiHna oleata (v. Mts.). 

V. Martens 1. c. p, 261. Taf. 3, Fig. 9—11 
(Stenogyra); E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 
p. 127 (Stenogyra). 

Randgebirge im Innern, 12 massig erhaltene Ste. 
(F. Hocker). 

47. SuhuUna cerea (P.). 
Pfeiffer. Proc. Zool. Soc. London 1852, Martini- 
Chemn. ed. II, Bulimus, Taf. 87, Fig. 5—7 (Achatina 
No. 67) und Mon. Hei. viv. Bd. 3 .p 501 (Achatina). 



— 179 — 

Fernando Po, Kamerun und Gabun. 

Bibundi, 4 Ste. (R. Rohde). 

Diese Art unterscheidet sicti von S. sfriatella (Rang) 
durch gedrungenere Turmform, flachere Umgänge, etwas 
gekerbte Naht und etwas stärkere Abstutzung der Spindel 
mit kräftigerem Belag. Die mir vorliegenden Stücke messen 
(sämtlich bei acht Umgängen) : 

Bibundi (Kamerun). Alt. 18-19 mm, diam. max. 5V2-5^/4 mm 
Gabun. „ 16^3 , v v 5 „ 

Fernando Po. ,17 « . ,, 5 » 

Die Verhältniszahlen sind für Kamerun 1 : 3.29, für 
Gabun 1 : 3,30 und für Fernando Po 1 : 3,40 ; verlangt 
werden für Originale von Fernando Po 1:3.00 (bei 8 
Umgängen). 

Für die gleichfalls verwandte, aber weit schlankere 
S. angustior H. Dohrn von der Prinzeninsel verlangt ihr 
Autor die Verhältniszahl 1:3,50, vonMartens für Stücke 
aus Kamerun 1:4.60. Diese Art ist also, selbst wenn wir 
die Martens'sche Form von S. angustior ausschliessen, er- 
hebhch schlanker als die vorliegende. 

48. Subulina bacilliforniis (.Jonas). 

Jonas, Zeitschr. f. Malakoz. 1846 p. 13 (Achatina); 
Philippi, Icon. II, 16 p. 216, Taf. 1, Fig. 8 (Achatina)] 
Pfeiffer, Mon. Hei. viv. Bd. 2 p. 264 (Achatina). 

Kamerun und Guineaküste. 

Zu dieser Art stelle ich drei Stücke von Bibundi 
(R. Rohde), deren grösstes alt. 34. diam. max. 9 mm, 
also ein Verhältnis von 1:3,78 zeigt, während Pfeiffer 
für S. hacillifoniiis (Jon.) 1:3,86 fordert. Alt. apert. 9. 
lat. apert. 5 mm. Abweichend von Pfeiffers Diagnose ist 
nur, dass die vorliegenden Schalen, weil tot gesammelt 
und verwittert, keine Epidermis mehr zeigen, ziemlich 
festschalig sind und zehn Umgänge haben. 



— 180 — 

Wahrscheinlich isl die schon 1830 ohne Fundort be- 
schriehene »S. turritellata (Üesh.) mit der VerhäUniszahl 
1:3,67 auch nichts anderes wie die gleiche Schnecke; es 
stimmt alles, nur der Ausdruck. ,, t. laevigata" hat mich 
abgehalten, beide Formen unter dem Namen S. turriteUüta 
(üesh.) zu vereinigen. 

Opeas egens d' Ailly. 

Fam. Succineidae. 

Succinea concisa Morelet. 

Liberia, Kamerun. Prinzeninsel und S. Thome. 

F a m . Vagimilidae. 

Vagimda pleuroproda {v. Mts.). 

E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1887 p. 127; 

n o c h e b r u n e 1. c. p. 1 .57 (Veronicella). 

Liberia. Goldküste, Togo und Kamerun. 
Fam. Auriculidae. 
Melampus flainis (Gmel.). 
Kamerun und Prinzeninsel ; Antillen. 

Melampus Uberianus H. & A. Ad. 
Liberia, Goldküste und Kamerun. 

Tralia puslUa (Gmel,). 
Kamerun und Prinzeninsel ; Antillen ; Sandwichs- 
Inseln. 

Pedipes dohrni d' Ailly. 
Kamerun und Prinzeninsel. 

Fa m. Siphonariidae. 
49. Siphoiiaria pecUmcuhis (L.). 
Vom Senegal über Kamerun bis Benguela und Süd- 
afrika. 

Ein Stück von Bibundi aus tliessendem Wasser (R. 
liohde), das mit Stücken der S*. capensis Quoy meiner 
Sammlung vom Kap bis auf den Umstand übereinstimmt, 
dass es kleiner ist. und dass seine etwas zahlreicheren 
Radialrippen mit eingeschobenen Radien alternieren, die 



— IKI - 

kaum weniger entwickelt sind als die Rippen erster Ord- 
nung. — Alt. 5' 2, lat. 13, long. l()''^/4 nun. 
Farn. Cijdoph oridae. 
50. Cyclophorus preusai v. Mts. 
V. Martens. Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 
1892 p. 183; d' AiUy 1. c, p. 120. 

Mukonje-Farm bei Kumba. nur 2 Sie. (H. Rohde). 
F a ni. Cerithiidae. 

51. Potamides (Ti/mpanotoiws) fuscafiis (L.). 
Linne, Syst. nat. ed. XII. 17(>7. p. 1225 (Murex); 

d' Ailly 1. c. p. 121. 

Senegal , Gambia , Kap Palmas und Kamerun bis 
Kongo und Loangoküste. 

Bibundi, im tliessenden Wasser, 3 Sie. (R. Rohde). 

52. Potamides {Tympanotonus) radula (L.). 
Linne 1. c. p. \22(j (Murex) ; d' Ailly 1. c. p. 121. 
Kamerun bis Kongo. 

Bibundi, mit vorigem, 2 Ste. (R. Rohde). 
Fam. Melaniidae. 
53. Melanta (Xi(/ritella) niyritina Morelet. 
Morelet, Rev. Zool. 1848 p. 355; d' Ailly I. c. 
p. 121. 

Goldküste, Kalabar, Kamerun und Gabun. 

Bibundi, in tliessenden Gewässern häufig (R. Rohde). 

Senminus (Rhinomelania) zeidieri v. Mts. 
V. Martens. Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 
1901 p. 26-27, Fig. 
Kamerun. 

Clavk/erina tubereulosa (Rang). 
V. Martens 1. c. 1876 p. 270 (Melania). 
Senegal bis Kamerun. 

Claviyerina auvita (Müll.). 
V, Martens 1. c. p. 270 (Melania). 
Senegal bis Loangoküste. 



~ 182 - 

54. Clavigerina fusca (Gniel.) typ. und var. 
quadriserdata Gray. 
Gmelin, Syst. nat. ed. XIII, p. 3561, No. 139 
(Murex); d' AiUy 1. c. p. 122. 

Senegal, Kalabar, Kamerun und Kongo. 
Bjbundi, im Elefantensee zahlreich in allen Varietäten, 
sowie auch in der var. quadriseriata Gray, 10 Ste., in 
fliessendem Wasser (R. Rohde). 

Nach meiner Meinung kann man die körnig spiral- 
gestreifte quadriseriata Gray recht wohl vom scharfgekielten 
Typus als Varietät trennen, da sie häufig getrennt von 
einander leben und auch, wenn sie nebeneinander vor- 
kommen, wie im Elefantensee, nur selten zu Zweifeln über 
ihre Zugehörigkeit Veranlassung geben. 
Farn. Ä)npuUariidae. 
55. Lanistes lihycus Morelet. 
Morelet, Rev. Zool. 1848 p. 354 (Ampullaria) ; 
V. Martens I.e. p. 270; d' Ailly 1. c. p. 123; Rochebrune 
1. c. p. 157. 

Lagos, Kamerun, Gabun und Zentralafrika. 
Liegt vor ausser von Gabun, 1 St. (comm. Dr. (). 
Staudinger 1892), von Barombi, 3 Ste. (Dr. 0. Staudinger), 
Bibundi und aus dem Elefantensee auf der -Tohann-Albrechts- 
höhe (R. Rohde), überall in Menge in typischer Form mit 
deutlicher Bänderung. Vom letzteren Fundorte auch Deckel 
(R. Rohde). 

Farn. Neritidae. 
56. Merita atrata Ghemn. 
Chemnitz, Gonch.-Kab. Bd. 5 p. 29G, Fig. 1954— 
1955; Gmelin, Syst. nat. ed. Xlll. p. ^68ß (senegalensis); 
Tryon, Man. Gonch. Bd. 10 p. 22, Taf. 3, Tig. 57—58. 
Westafrika vom Senegal bis Benguela ; Kapverden. 
Bibundi, im tliessenden Wasser, 6 Ste. (R. Rohde). 
Neritina oweniana Gray. 



— 18H — 

Koche brune 1. c. p. 157. 
Kap Palmas, Kamerun und Fernando Po. 
57. Neritina (Clypeolum) afra Sow. 
Sowerby, Conch. Illustr. Neritina 1843 Fig. 13: 
d'Ailly 1. c. p. 127. 

Kamerun, Fernando Po, Pinzeninsel und Angola. 
Bibundi, zahlreiche Sie. in zwei Grössenformen (R. 
Rohde). 

58. Neritina (Clithon) ruhricata Morelet. 
Morel et, Series Conch. Bd. 1, 1858 p. HO. Taf. H. 
Fig. 2 ; d" Ailly 1. c. p. 128. 

Senegambien, Alt-Kalabar, Kamerun und ? Gabun. 
Bibundi, mit voriger in Anzahl (R. Rohde). 
Weniger abgeflacht als die vorige Art, der Spindel- 
belag nicht so breit und nach aussen nicht so auffällig 
gelbrot gefärbt. 

Neritina adansoniana Recl. 
Senegal, Kap Palmas und Kamerun. 

59. Neritina (Neritilia) manoeli H. Dohrn. 
Dohrn, Malakoz. Blätter Bd. 13, 18G6 p. 135. 
Prinzeninsel und Kamerun. 

Diese seit ihrer Entdeckung durch H. Dohrn an- 
scheinend nicht wiedergefundene Art liegt in einem Dutzend 
Exemplaren von 3'/2 nun grösstem Durchmesser von 
Bibundi (leg. R. Rohde) vor, die mit der Originaldiagnose 
genau ül)ereinstimmen. 

Farn. Mytilidae. 

Dreissensia holmi d' Ailly. 

Fam. Cijrenidae. 

Galatea radiata Lmk. 

V. Mar te ns 1. c. p. 271. 

Fischeria truncata v. Mts. 
V. Martens 1. c. p. 271, Taf. 5. Fig. 6—8. 



— 184 — 

F a 111. Cyrenellidae. 
Cyrenella rosea d" Ailly: 



In den vorstehenden Blättern sind, soweit ich es 
übersehen kann, alle bis jetzt ans Kamernn bekannt ge- 
wordenen Binnenkonchylien und einige wenige Brackwasser- 
fornien, die tiefer in die Flüsse des Landes hineingehen, 
aufgezählt worden. Wo keine näheren Hinweise gegeben 
werden, wolle man in d" Ailly's grundlegender und 
prachtvoll illustrierter Arbeit, die zu allen malakozoologischen 
Studien über Kamerun unentbehrlich ist, nachschauen. 

Arten, die oben ohne Vaterland angegeben worden 
sind, sind bis jetzt nur von Kamerun bekannt. Moulinsia 
(joldfussi V. Moellendorff (Diagnosen neuer und kritischer 
Landdeckelschnecken in Nachr. - Blatt d. D. Malakoz. Ges. 
1897 p. 40), eine Pupinide, habe ich absichtlich nicht 
mitaufgezählt, da mir das Vorkommen dieser Gattung in 
Westafrika im höchsten Grade unwahrscheinlich ist und 
ich von einer Verschleppung oder Verwechselung des 
Fundortes überzeugt bin. 

Schliesslich sei noch bemerkt, dass die Liste der 
Meereskon chylien von Kamerun (bis zur Grossen 
Fischbai) Prot. Dr. Ed. v. Martens p. 17—22 in den 
Wissenscbaftl. Ergebn. d. D. Tiefsee - Exped. 1898—99 
(Ghun) Bd. 7, Jena 1904 übersichtlich und erschöpfend 
zusammengestellt hat. 



— 185 — 

Die Genera Helicella Fer. und Buliminus Ehrbg. 

Eine phylogenetische B e t r a c li tu n g-. 
Aus Frilz Wiegmaan's Nachlass.*) 



Ansichten über die Phylogenie der Stylommatoplioren 
Icönnen bei dem unvollkommenen Stande unserer gegen- 
wärtigen Kenntnis der Anatomie und besonders der 
Ontogenie (speziell hinsichtlich des Geschlechtsapparats) 
nur auf Mutmassungen beruhen, denn nach den heute 
fertig vorliegenden Organisationsverhältnissen allein ver- 
mögen wir keinen sicheren Schluss zu ziehen. So befinden 
wir uns gegenüber einer grossen Anzahl haplogoner (d. h. 
pfeilsackloser) Genera in der Ungewissheit, ob dieser Zu- 
stand ein primärer (euJiaployoner) oder erst durch Rück- 
bildung erworbener sekundärer ist. Hierbei vermag viel- 
leicht in manchen Fällen die Ontogenie diu'ch den Nachweis 
rudimentärer Ueberreste Aufschluss zu geben. Allein dieses 
V^erfahren bleibt natürlich ausgeschlossen, wenn nicht 
lebende Tiere zur Zucht vorliegen oder vielleicht der 
Nachweis bei viviparen Arten an Spiritusexemplaren ge- 
lingt. Es müssen daher noch andere Merkmale heran- 
gezogen werden. 

Neben dem Bau der Genitalien kommen für die 
Beurteilung der Organisationsstufe meiner Ansicht nach 
hauptsächlich die Beschaffenheit der Niere, des Kiefers, 
die Bezahnung der Radula und auch die Lage des be- 
nachbarten Augenträgers zu den Genitalien, sowie das 
Gentralnervensystem in Betracht, denn ich halte bezüglich 
des letzteren die Sonderung der fünf Ganglien der Visceral- 
kette (wie bei Hyalinia, Buliminus, Pupa, Claiisilia, in 
geringerem Grade bei allen Zonitiden), für eine niedrigere 
Entwicklungsstufe, als die bei Helix (im alten Sinne) ein- 



*) Die Arbeit dürfte etwa um 1900 niedergeschrieben sein. 

P. Hesse. 



— 186 — 

getretene teilweise Verschmelzung. Dabei zeigt sich aber 
wie ich bereits früher anderwärts ausführte — die Tat- 
sache, dass in dem einen Genus vielleicht das eine der 
erwähnten Organe auf einer niedrigeren Stufe beharrte, 
während ein anderes zu einer höheren Entwicklung ge- 
langte. Dies macht die Beurteilung der Verhältnisse sehr 

schwierig. 

Für eine niedere Entwicklungsstufe würde also gelten: 
einfacher Bau der Genitalien, La^^e des Augenträgers frei 
neben denselben, Niere mit einem primären Ureter oder 
einem sekundären, ganz oder teilweisse offenen, im Gegen- 
satze zum geschlossenen, Kiefer aus getrennten Plättchen 
bestehend oder gefaltet, Radula mit dreispitzigem Mittel- 
zahn, dreispitzigen Seitenzähnen und breiten mehrspitzigen 
Randzähnen, Nervensystem mit gesonderten Visceralknoten. 

Neben diesen Gesichtspunkten kommt vermutlich 
noch die Anwesenheit gewisser Anhangsorgane in Betracht, 
die sich als Appendix am Penis oder als Appendicula 
am weibhchen Genitalabschnitt in den verschiedensten 
FamiUen vorfinden und vielleicht, ähnlich wie der Schleim- 
porus am Fassende, als eine von den gemeinsamen Vor- 
fahren ererbte Eigentümlichkeit anzusehen sind. Ueber 
die Homologie dieser Organe wissen wir zur Zeit noch 
nichts Gewisses. Der Umstand jedoch, dass beide bisher 
noch niemals gleichzeitig bei demselben Tiere beobachtet 
wurden, lässt vielleicht die Annahme zu, dass es sich um 
homologe Organe handelt. Dafür scheint auch das Auf- 
treten in ein und derselben Gattung (Hemphillia) bald am 
Penis, bald an der Vagina, zu sprechen. Dasselbe ist 
auch bei Helicella der Fall, wo das Organ als Appendix 
am Penis (bei tuherculosa Gonr., vestalis Parr., joppensis 
Roth), als Appendicula (bei pyramidata Drp., elegans Drp.) 
am weiblichen Abschnitt oder der Genitalkloake angetroffen 
wird. Eine Appendicula wird ausserdem noch von 



— 187 — 

Cari/odes Dufresnei Leach, Panda Falconari Rve., ferner 
von Binneya , Prophysaoyi, Ariolimax angegeben; ein 
Appendix, ausser den erwähnten Helicella-Arten, von 
Bulimimis, Acanthimda, Oionella, Clausilia (Sect. Medora, 
Agathylla, Herilla, Cristataria, Alhinaria, Alopia), Pupa, 
Zonitoides, HemphilUa, Microcystis. Eine etwaige Homologie 
dieser Anhänge mit dem Pfeilapparat, wobei man entweder 
an eine Rückbildung des letzteren, oder an ein durch 
spätere allmähliche Differenzierung dazu auszubildendes 
Drüsenorgan denken könnte, würde nur für die Fälle in 
Betracht kommen, wo der Pfeilapparat fehlt (aller Wahr- 
scheinlichkeit nach also für H. cantiana, carthusiana, syriaca), 
dagegen bei den oben genannten Helicellen, denen er zu- 
kommt, ausgeschlossen sein. 

Vergleichen wir nun unter diesen angeführten Ge- 
sichtspunkten die Gattungen BuUminus und Xerophila 
(Helicella). so finden wir, — wenn von Kiefer und Radula, 
die im vorliegenden Falle keine wesentlichen Differenzen 
aufweisen, abgesehen wird — als beiden Gattungen ge- 
meinsamen Charakter nur das Vorkommen des bei Buli- 
minus allgemein, bei Helicella nur zum Teil auftretenden 
Appendix am Penis, einen Charakter, der, wie oben ge- 
zeigt, auch mehreren anderen Gattungen zukommt. ^Inter- 
schiede zwischen beiden Gattungen ergeben sich in der 
Form der Niere, die bei Helicella der der meisten. Heliceen 
entspricht, bei Buliminus der bei den Basommatophoren 
gleicht; ferner in der Lage des Augenträgers, welcher bei 
Helicella (ähnlich Hyalinia, Leucochroa, einem Teile der 
Clausilien [Balea, Strigillaria, Idyla, Vncinaria, Pseudalinda, 
Alinda, PirostomaJ) links frei neben den Genitalien, bei 
Buliminus, wie bei allen übrigen Gattungen, oberhalb und 
zwischen diesen liegt. Als weiterer Unterschied gilt das 
allgemeine Fehlen des Pfeilapparates bei Buliminus, der 
bei Helicella meist vorhanden ist und nur Theba fehlt. 



- 188 — 

Verschieden gestaltet sich auch das Zentralnervensystem, 
worin Helicella mit allen übrigen Heliceen (im alten 
Sinne), dagegen Biiliminus mit Clausilia, Fupa, Hyalinia 
etc. übereinkommt. In allen von Buliniinus aufgeführten 
Charakteren stimmt Äcanthinula mit ilmi überein, weshalb 
dieselbe zweilellos zu dieser Gattung gestellt werden muss. 

Es ergibt sich also folgende Uebersicht: 

bei Hei icell a: bei Buliniinus: 

1) links von d. Genitalien frei, oberhalb zwischen d. Genit. 

2) meist vorhanden. fehlt. 

3) teilweis vorhanden. überall vorhanden. 

4) „ , fehlt. . 

5) fehlt stets. teils vorhanden, teils fehlend. 
G) mit sekundärem geschlos- primärer Ureter. 

.senem Ureter. 

7) mit flachen Rippen. aulokognath. 

-8) Typus d. meisten Heliceen. ebenso. 

9j zum Teil verschmolzen. gesondert. 

1) LatiG den Augenträgers. 2) Pfeilapparat. 3.j Appendix am 
l'enis. 4) Appeiidicula. 5) Divertikel am Blasenstiel. 6) Niere. 
7j Kiefer. 8j RiJdirla. 9) Visceralganglien. 

Die Anhaltspunkte, welche sich nach vorstehender 
Zusammenstellung für -die Beurteilung der Organisations- 
stufe beider Gattungen vom anatomischen Gesichtspunkte 
aus darbieten^ sind aber sehr dürftig und das Urteil wird 
je nach Schätzung der Valenz genannter Merkmale ein 
subjectives sein. Was mich anbelangt, so würde ich, mit 
Rücksicht' auf den primitiven Bau der Niere und die ge- 
sonderten Visceralganglien, dahin neigen, Buliminus als 
niedriger organisiert anzusehen, daher, eher ein Hervor- 
gehen von Helicella aus Buliminus, als umgekehrt anzu- 
nehmen und deshalb eine polyphyletische Entstehung von 
Buliminus für unwahrscheinlich halten. Der anatomische 



— 189 — 

{.Iharakter gerade dieser Gattung, wie ich ihn von uiisern 
europäischen, von japanischen Arten und von solclien der 
SeycheUen kenne, ist ein so einheitlicher, dass sich die 
einzehien Species wesenthcli eigenthch niu' in dem Vor- 
handensein oder b'elileii eines Divertikels am Blasenstiel 
unterscheiden, der Helicella überall fehlt, und es daher 
wirklich erstaunlich wäre. wenn, sich dieser Typus auf 
mehrfache Weise innner in derselben Richtung gebildet 
haben sollte. Eher möchte ich glauben, dass von ana- 
tomisch ganz nahe verwandten Foi-men wie Cionella, 
Acanthinula, die ich für alte halte. Differenzierungen in 
divergenter Richtung ausgegangen sein möchten. Dies 
scheint auch die Palaeonfologie zu bestätigen, wonach 
Cochlicopa vom oberen Eocän aufwärts, Fetraeus von Oli- 
gocän. Zebrina, Chondrula, Napaeus in Plejstocän angegeben 
werden. Xerophil« ist vom unteren Miocän bekannt. 
Allein dies alles sind einstweilen nur Vernmtungen. 



Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung. 

<;. B ü lo w , Berlin. 

III. 
(Mit Tafel 5 und 6.j 



Nach den „l'u^gles internationales de la Nomenclature 
Zoologique, Paris 1905" existiert unter den Zoologen die 
Vereinbarung, in der Nomenklatur bis auf Liniu'. zehnte 
Ausgabe 1758. zurückzugreifen. Daher ist in neuerer Zeit 
mancher uns geläufig gewordene Gattungsname durch einen 
älteren bis dahin unbekannten Namen verdrängt worden. 
In diesen internationalen Regeln lautet der § 34: ,Ein 
Gattungsname ist als Homonym zu verwerfen, wenn er 
>chon früher für eine andere Gattung im Tierreich (also in 
allen Tierklassen) gebraucht worden ist." Hiernach ist 



— 190 — 

auch der schöne „klassische* Name Triton durch einen 
Älteren Namen abzulösen. Englische Schriftsteller wenden 
schon seit Jahren den Gattungsnamen Lotorium (Montfort) 
an, aber Pilsbry macht darauf aufmerksam, dass ein noch 
älterer Name für diese Gattung veröffentlicht ist. Montfort 
gründet nämlich in dem Werke Gonchyliologie systematique 
Band II (1810) Seite 579 auf den Murex cutaceus Linne 
die Gattung A q u i 1 1 u s , ( ? von aquilus, a, um dunkel- 
farbig, schwärzlich, braun), auf Seite 583 auf Murex lotorium 
L. die Gattung Lotorium und auf Seite 587 auf Murex 
tritonis L die Gattung Triton. Dr. H. F. Link hatte in 
dem Buche: Beschreibung der Naturalien-Sammlung der 
Universität Rostock im Jahre 1 807 die Gattung Tritonium*) 
gebildet, aber der ähnlich klingende Name Tritonia ist 
schon 1798 von Cuvier einer Gattung der Nudibranchiata 
verliehen, auch war Tritonium schon 1776 von 0. F- 
Müller für Buccinum L. gedruckt. In dem Nomenciator 
zoologicus von Scudder findet man: „Triton Linn. Crust. 
1768." — Der Name Triton fristet vorläufig als Unter- 
gattungsname sein Leben weiter. 

Ich erhielt eine Sendung Gonchylien von den Bahama- 
Inseln (Westindien), in der sich sechs Stück Aquillus 
nobilis Conrad in verschiedenen Altersstufen befanden, die 
mir grosse Freude bereiteten, erstens wegen des sicheren 
Fundortes und zweitens, weil diese Exemplare in mir die 
Ansicht bestärkten, dass die Benennung als eigene Species 
berechtigt sei, indem sie von dem aus der ostindischen 
und paciflschen Region stammenden Aquillus tritonis Linnr 
= A. variegatus Lam. gut verschieden ist. A. tritonis L. 
ist von Japan, Neu-Seeland, Ostindien bekannt: der Fund- 
ort Aden, bisher noch zweifelhaft, ist durch Herrn Dr. 
Sturany, der die Ergebnisse der „Pola* -Expedition bearbeitet 
hat, jetzt auch bestätigt. Im Mittelmeer findet sich ausser 

•) Link nennt dort den Murex tritonis L. Tritonium niarmoratum. 



— 191 - 

dem bekannten Aquillus nodiferus Lam. (der auch einen 
Halbbruder in Sauliae Reeve. in Ostindien hat) noch der 
1870 in dem Werke Conchigliologia vivente marina Tat". IV 
Fig. 1 abgebildete Aquillus Seguenzae, Aradas ^: Benoit. 
Schöne Abbildungen von diesem gibt Herr Dr. Kobelt im 
zweiten Bande seiner Iconographie der schalentragenden 
europäischen Meeresconchylien mit der Angabe im Text 
(Seite 19), dass das Vorkommen dieser Art auf die Ost- 
hälfte des Mittelmeeres beschränkt ist. Dennoch halte ich 
diese Art (A. Seguenzae) für eine Variante der westindischen 
Form, denn die charakterischen Merkmale, die ich nach- 
folgend anführe, worin sich die westindische von der ost- 
indischen Art unterscheidet, finde ich wie bei jener, auch 
bei A. Seguenzae. 

Die Verschiedenheilen der von Westindien erhaltenen 
und der in meiner Sammlung befindlichen ostindischen 
Stücke (aus Japan und Auckland) sind constant. 

Ich bilde auf Taf. 5 und 6 in Fig. 1 die westindische 
Form und in Fig. 2 die ostindische Form ab in V» der 
nat. Grösse. Die Massverhältnisse sind bei Fig. 1 24 cm .• 
14 cm und bei Fig. 2 29 cm: 13,5 cm. Ich habe darüber 
Bestätigung, das auch in Westindien Stücke bis 35 cm 
Grösse vorkommen. Die westindische Form ist kürzer und 
gedrungener, als die ostindische^ die Fleckenzeichnung bei 
jener ist durch marmoi'iert sehr charakteristisch ausgedrückt, 
während bei dieser die mond- oder sichelförmige Zeichnung, 
fortlaufend auf den einzelnen Rippen, auffält. Auch das 
beobachte ich, was schon Herr Dr. Kobelt in Marl. Chemn. 
II. Seite 224 angibt, dass die länger ausgezogene Spitze der 
ostindischen Form stärker granuliert ist, als die der west- 
indischen. Auffallend ist die Verschiedenheit der Mündung 
beider Arten, wie die xA.bbildungen auf Taf. 6 zeigen, die 
constant zu sein scheint, denn Reeve bildet ein ostindisches 
(Fig. 3 b in seiner Conch. Icon.) und ein westindisches 



— 192 — 

Exemplar (Fig 3 a) beide iiiiler dem Namen Triton tritonis 
ab, welclie auch die bei meinen Stücken auffälligen Ver- 
schiedenheiten zeigen. Bei der westindischen Art sind die 
im inneren auf dem Mündungsrand sitzenden weissen Zähne 
paarig, während bei der andern Art diese nur durch ein- 
fache dunkle Erhöhungen, die nach innen hin - verlaufen, 
angedeutet sind. Auch erweitert sich bei der ostindischen 
Form der xVIündungsrand stark nach aussen, während dies 
bei der westindischen nicht der Fall ist. Ferner sind auch 
die Falten auf dem Spindelrand bei beiden verschieden, 
wie meine und die Reeve'schen Abbildungen zeigen. 

Conrad, beschreibt die in Westindien vorkommende 
Art in der Proc. of the Academy of Nat. Soc. of Phila- 
delphia Vol. IV 1848 als Triton nobilis. 



Verzeichnis 
der Land- und Süsswasser-Mollusken Münchens. 

Im Nachfolgenden gebe ich ein Verzeichnis der von 
mir in München im Zeitraum von 2 Jahren gesammelten 
Mollusken bekannt ; als Fundorte kommen hierbei nur 
München und seine allernächste Umgebung (Pasing, Gross- 
hesselohc, Baierbrunn) in Betracht. 

München. W. Blume. 

1. iiimax (Heynemannia) maximus L. 

var. cinereo-niger Wolf. 

2. Limax (Simrothia) arborum Bouch. 
'S. Agriolimax agrestis L. 

4. Vitrina (Plienacolimax) pellucida xMüll. 

5. Vitrina (Semilimax) diaphana Drp. 
f). Vitrina (Semilimax) brevis Fer. 

7. Hyalina (Polita) lucida Drp. 

(Draparnaldi Beck) 

8. Hyalina (Polita) cellaria Müll. 



— 193 



9. Hyalina (Polita) nitens Mich, 

lü. Hyalina (Polita) piira Aid. 

11. Hyalina (Vitrea) crystallina Müll. 

12. Euconulus fulvus Müll. 

13. Zonitoides nitidus Müll. 

14. Arion empiricoruni Per. 

15. Patnla rotundata Müll. 

16. Helix (Vallonia) pulchella Müll. 

17. Helix (Vallonia) costata Müll. 

18. Helix (Trigonostoma) obvoluta Müll. 

19. Helix (Triodopsis) personata Lm. 

20. Helix (Trochiscus) cobresiana Alt.-unidentata Drp. 

21. Helix (Fruticico]a( fruticum Müll. 

22. Helix (Trichia) hispida L. 

23. Helix (Trichia) sericea Drp. 

24. Helix (Monacha) incarnata Müll. 

25. Helix (Monacha) umbrosa Prtsch. 

26. Helix (Monacha) villosa Drp. 

27. Helix (Helicella) candicans Zglr. 

28. Helix (Chilotrema) lapicida L. 

29. Helix (Arianta) arbustorum L. 

30. Helix (Arianta) arbustorum L. 

var. trochoidalis Cless. 

31. Helix (Tachea) hortensis Müll. 

32. Hehx (Tachea) nemoralis L. 

33. Helix Pomatia) pomatia L. 

34. Buliminus (Ena) montanus Drp. 

35. Buliminus (Ena) obscurus Müll. 

36. Gionella (Zua) lubrica Müll. 

37. Gionella (Acicula) acicula Müll. Im Auswurf der Isar. 

38. Pupa (Torquilla) frumentum Drp. 

39. Pupa (Orcula) dolium Drp. Im Auswurf der Isar. 

40. Pupa (Pupilla) muscorum Müll. 

41. Pupa (Vertigo) pygmaea Drp. Im Auswurf der Isar. 



— 194 — 

42. Pupa (Vertigo) angustior Jeffr. Im Auswurf der Isar. 

43. Glausilia (Clausiliastra) laminata Mtg. 

44. Glausilia (Alinda) biplicata Mtg. 

45. Glausilia (Alinda) plicata Drp. 

46. Glausilia (Strigillaria) cana Hld. 

47. Glausilia (Pirostoma) ventricosa Drp. 

48. Glausilia (Kuzmicia) parva Stud. 

49. Succinea (Amphibina) putris L. 

50. Succinea (Amphibina) putris L. 

var. bavarica Gless. 

51. Succinea (Amphibina) Pfeifferi Rossm. 

52. Garychium minimum Müll. 

53. Valvata piscinalis Müll. 

54. Bythinia tentaculata L. 

55. Bythinella schmidtii Gharp. Baierbrunn. 

56. Limnaea (Limnus) stagnalis L. 

57. Limnaea (Gulnaria) auricularia L. 

58. Limnaea (Gulnaria) ampla Hrtm. 

59. Limnaea (Gulnaria) ampla 

var. monnardi Hrtm. 

60. Limnaea (Limnophysa) ovata Drp. 

61. Limnaea (Limnophysa) palustris Müll. 

62. Limnaea (Limnophysa) palustris var. fusca G. Pfr. 

63. Physa acuta Drp. Im botanischen Garten. 

64. Planorbis (Goretus) limophilus Westl. 

65. Planorbis (Tropidiscus) umbilicatus Müll. 

66. Planorbis (Tropidiscus) carinatus Müll. 

67. Planorbis (Spirorbis) rotundatus Poir. 

68. Planorbis (Gyraulus) contortus L. 

69. Planorbis (Gyraulus) glaber .Jeffr. 

70. Ancylüs gibbosus Brgt. In einem Altwasser der Isar; 
scheinbar sehr selten. 

71. Anodonta piscinahs Nilss. 

72. Anodonta cellensis Schroet. 



195 



73. Sphaerium corneum L. 

74. Calyculina lacustris Müli. 

var. major Dup. Im botanischen Garten. 

75. Pisidium (Fossarina) obtusale C. Pfr. 



Vorläufige Mitteilung über die Molluskeiiformen des 
Eppeiidorfer Moores bei Hamburg. 

Von 

Dr. L. Lindinger. 



Das im Verschwinden begriffene Eppendorfer Moor 
im N. von Hamburg ist in letzter Zeit Gegenstand floristischer 
und fannistischer Untersuchungen geworden. Eine Arbeit 
der zweiten Art — G. Uhner, zur Fauna des Eppendorfer 
Moores bei Hamburg*) — gibt auch eine Aufzählung der 
im Moor lebenden Mollusken, (p. 21) soweit sie von Herrn 
Uhner gefunden wurden. Es sind nicht gerade viel, elf 
Wassermollusken : Äiiipki^Jeplea (jluUnosa, Bijthinia tentaculata, 
Limnaea auricularia, L. palustris, L. stagnalis. Physa fonti- 
aalis , Planorhis contortus, PI. marginatus, PL nitidus, 
Paludina vivipara. Im gleichen Jahr, 1904. erschien die 
„Conchylien-Fauiia des Nieder- Elbegebiets" von Hartwig 
Petersen.**) worin für das Moor gleichfalls elf Wasser- 
schnecken angegeben werden : Amphipeplea. ylutinosa, 
Limnaea glahra, L. ocata, L. peregra, L. stagnalis rar. 
vulgaris, Physa fontinalis, Planorhis complanatus, PL contortus, 
PI. marginafiis, PL nitidus, Vivipara vera. 

In beiden Aufzählungen sind nur die Wassermollusken 
berücksichtigt worden. Von Interesse ist die sichere Kon- 
statierung der Amphipeplea. 



) Verh. natuwjss. Hamburg 1903 3. F. XI. 1904 p. 1— "25. 
*) Verh. Ver. naturwiss. Unterh. Hamburg XII. 1904 {V 00—90. 



— 196 — 

Nach Uhner zeigen die Jugendstadien von Paludina 
vivifara (P. contecta = Vivipara vera) und von Planorbiscorneus 
eine deutliche Besetzung mit Haarborsten. Das ist bei der 
erstgenannten Schnecke schon längst festgestellt worden ; 
für den Planorhis wäre es neu, da bisher eine solche Be- 
haarung von keinem Malakozoologen bemerkt w^orden ist. 
Unter den 400 jungen Tieren, die ich im Eppendorfer 
Moore daraufhin untersucht habe, fand sich kein einziges 
mit Haarborsten. Dagegen sassen vielen Gehäusen kurze 
steife Algenfäden in oft beträchtlicher Zahl auf. Ob das 
wohl die Haarborsten sind ? 

Im folgenden gebe ich eine Uebersicht meiner bis- 
herigen Funde : 

1. Agriolmax laevis (Müll.). 

2. Amphipeplea glutinosa (Müll.). 

3. Ärion hortensis Fer. 

4. Bythinia tentaculata (L.). 

5. Carychium mininmm Müll. 

6. Cochlicopa luhrica (Müll.). 

7. Hyalina sp. 

8. Linmaea ovata Drap. 

9. — peregra (Müll.). 

10. — palustris (Müll.). 

11. — staynalis (L.). 

12. Paludina contecta Millet. 

13. Physa fontinalis (L.). 

14. Planorhis carinatus Müll-. 

15. — complanatus (L.). 

16. — contortus (L.). 

17. — corneus (L.). 

18. — nitidus Müll. 

19. — umhilicatus Müll. 

20. Sphaerium corneum (L.). 

21. Succinea pfeifferi Rossm. 



— 197 - 

22. Succinea putris (I..). 

23. Tachea nemoralis (L.) braun 00000. 

24. Valvata antiqua Sowerby. 

25. — piscivaUs (Müll.). 

26. Zonitoldes nitidus (Müll.). 

Im vergangenen Mai kam ich dazu, das Austreten der 
Jungen von Sphaerium corneitin zu beobachten. Obwohl 
der Vorgang bekannt ist, möchte ich doch kurz darauf 
eingehen. Am 18. bemerkte ich, dass in dem Glasschälchen, 
worin ich die einige Tage vorher aus dem Moor genommenen 
Muscheln untergebracht hatte, junge weissliche Tiere 
herumschwammen und krochen. Da ich sicher war, nur 
grössere Tiere gesammelt zu haben, sah ich näher zu und 
fand bald in der Anal röhre mehrerer Muscheln ein Junges, 
das den Fuss schon nach aussen streckte und eifrig damit 
wedelte. Langsam glitt es bis ans etwas zugezogene Ende 
der Röhre, um nach kurzem Stillstand mit einem Ruck 
herausbefördert zu werden. Aus einem Tier traten in 
kurzer Zeit 5 Junge, zwischen zwei Geburten verflossen 
etwa 2 Minuten, während deren sich der ausgeweitete 
Rand der Röhre wieder etwas zusammenzog. Die Mutter- 
tiere waren im Durchschnitt 9 cm lang, 7^2 cm breit, 6V* 
cm dick : die entsprechenden Maasse der Jungen waren 
3, 27», 1 mm. Die jungen Tiere krochen gleich lebhaft 
umher, nur die kleinen lagen einige Zeit zusammengeklappt 
am Boden. 

Hamburg, 17. Juh 1905. 



198 



Neue Laiidscbnecken von Bawean und Engano. 

Von 
H. Fr uhs torfer, Berlin. 



Antphidromus contrarius baweanicus nov. subspec. 

Diese neue Form von Bawean, einer nördlichen 
Satellitinsel von Java, hat ihre nächsten Verwandten merk- 
würdigerweise auf dem südasiatischen Festlande und nicht 
auf dem so nahe liegenden Java. 

Baweanicus, wie ich die neue Form nenne, gehört 
zum Formenkreis des altbekannten A. contrarius Müller, 
dessen Type aus Timor stammt und hält sich nahe contrarius 
maculata Fulton von S. Gelebes und besonders multifasciata 
Fulton von Cambodja. Mit ersterer hat sie das dünne Ge- 
häuse, mit lezterer den Färbungs-Gharakter gemeinsam. 

Von maculata differiert baweanicus durch die ähnlich 
wie bei multifasciata gezeichneten letzten Windungen und von 
maculata entfernt sie sich durch weniger prägnante Braun- 
zeichnung und die dünnwandige Schale. 

Von beiden ist zudem baweanicus zu trennen durch 
das Auftreten kleiner aber prominenter brauner Makeln 
längs der Naht aller Windungen. 

Des weiteren sind alle Windungen von baweanicus mit 
zusammenhängenden, braunen Querlinien besetzt, an deren 
Stelle btM maculata und multifasciata getrennte Makeln 
bemerklich werden. 

Von Amph. porcellanus Mouss. aus Java und Amph. 
porcellanus Xengensis Morlet ist baweanicus durch den 
reicheren braunen Wirbelschmuck, die zarteren Querlinien 
der unteren Windungen und vor allem das leichte Gehäuse zu 
unterscheiden. 

Der Apex der neuen Schnecke ist wie bei allen Am- 
phidromus braun oder schwarz, der dünne nur leicht um- 
geschlagene Mundsaum rein weiss. 



— 199 - 

Patria: Bawean, bei Java. Alt. 23—28 mm. 

Zur Beschreibung liegen 34 rechts gewundene Exempl. 
vor, die wie alle Amphidromus in der Grösse etwas 
abändern. 

Auch die Färbung ist veränderHch, in der 
Weise, dass bei einigen Exemplaren an der vorletzten und 
letzten Windung braune Flecken auftreten, (die viel ansehn- 
licher sind als jene von contrarius aus Macassar und 
Cambodja), Flecken, welche die langen braunen Querlinien 
in vertikaler Richtung verbinden helfen. 

Die geographische Verteilung der bisher bekannten 
contrarius-Rassen lässt sich in folgender Weise darstellen. 

contrarius midtifasciata Fulton. Cambodja. 

contrarius maculata Fulton. S. Celebes. 

contrarius baweanicus Frühst. Bawean. 

Als intercalare Art treffen wir 

poecilochroa Bötiger- Fulton auf Sumbawa. 

Amphidromus perversus rufocinctus nov. subspec. 

Der auf Java seltene, jedoch sonst so gemeine Amph. 
perversus L. findet sich auf Bawean sehr häufig und hat 
sich dort zu einer wohlausgeprägten, geographischen Rasse 
umgebildet. 

Meine Bawean Exempl. tragen ohne Ausnahme ein 
breites, tiefschwarzes, scharf abgegrenztes Band auf dem 
letzten Umgang des Gehäuses, das bei interruptus Müll, 
forma elongatus Mousson*) von Java nur leichthin ange- 
deutet ist und bei macassariensis Homb. völlig fehlt. 

Rufocinctus ist des weiteren ausgezeichnet durch seine 
ungewöhnlich schlanke Gestalt. 

Wie alle perversus - Rassen zeigt auch rufocinctus 
eine weitgehende Tendenz zu Färbungs-Variationen. 

Wir finden 

a) gelbe Exempl., die an Amph. infrapictus Mts. 

*) Mousson, Mollusken von Java, Zürich 1849 A. 4, f. 'i. 



— 200 — 

(Exped. Ost-Asien t. 20 f. 9) erinnern, nur dass sie 
statt der diffusen Doppelreihe von rotbraunen Flecken das 
obenerwähnte schwarze Gürlelband aufweisen. Dies ist 
die dominierende Form auf der Insel. 

b) Stücke mit rotbraunen Verticalbinden, die sultanus 
Lam. ähneln und durch die verbreiterten Bänder von 
macassariensis Homb. abweichen. 

c) Weisse Exemplare, von denen sich der schwarze 
Gürtel besonders markant abhebt. (forma sankapurus 
Frühst.) 

Patria: Bawean. 

Ämphidromus enganoensis gracilior nov. subspec. 

Als gracilior bezeichnete mir f von Martens eine 
Localform von Amph. enganoensis Fult., die mir mein 
entomologischer Reisender von der, Engano benachbarten, 
Adjacent Insel „Pulo Dua" in grosser Anzahl eingesandt hat. 

GraciUor ist wesentlich kleiner als enganoensis, 
schlanker und von vorherrschend hellbraungelber Grund- 
färbung. Gehäuse und consequenter Weise auch der Mundsaum 
sind dünner als bei enganoensis. 

Patria: Pulo-Dua bei Engano. 

Alt. : 40—41 mm, anstatt 49 mm bei enganoensis. 

Ämphidromus enganoensis forma sykesi Frühst. 

Fulton (Annais Mag. Nat. Hist. 1896 p. 71) erwähnt 
bereits, dass er neben einem gelben und einem braunen 
Exempl. in seiner Sammlung ein gebändertes Stück seines 
enganoensis in Colonel Beddome's Collection gesehen habe. 

Aus Engano empfing ich ca 25 Exemplare der ge- 
bänderten Form, die sich auch sonst in der Regel durch 
auffallende Grösse und robustes Gehäuse auszeichnet. 

Die Farbe der Bänder dieser Stücke wechselt von hell 
rotbraun zu dunkel kaffeebraun , gelegentlich erscheinen 
und intermitieren sogar blauviolette oder fleischfarbene 



— 201 — 

Bänder, die alle apicalwärts dünn einsetzen und sich nach 
unten immer mehr verbreitern. 

Die Grundfärbung der als sykesi bezeichneten Form 
wechselt von geblich zu braun, bei drei Exempl. erscheinen 
die drei oberen Windungen sogar hellrosa. Alt: 45 — 55 mm. 

Patria: Engano. Benennung zu Ehren des Herrn C. 
B. Sykes, dem bekannten Clausilienforscher, der mir bei 
Bestimmung meiner Tonkin Conchylien so oft seine hilfreiche 
Hand geboten hat. 

Gotypen der vorbeschriebenen Species befinden sich 
in den Museen von Leyden. Hamburg, Berlin und im 
Senckenber»ischen Museum in Frankfurt. 



Das Versenden der lebenden Schnecken. 

Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass viele Malakologen 
<ehr unpraktisch zu Werke gehen, wenn sie vor die Auf- 
gabe gestellt sind, lebende Landschnecken auf grössere 
Entfernungen hin zu verschicken. Durch das Entgegen- 
kommen unserer Mitglieder bekomme ich von vielen Seiten 
derartige Sendungen, und muss leider feststellen, dass nicht 
wenige davon in schlechtem Zustande ankommen ; die 
Tiere sterben unterwegs wegen der unpraktischen Ver- 
packung, und treffen vollständig verfault hier ein. Der 
seltenere Fall ist der, dass man die Schnecken lose, ohne 
Verpackungsmaterial in ein Schachtel legt und diese so zur 
Post gibt ; durch die unvermeidliche Erschütterungen während 
der Reise werden namentlich zartere Gehäuse beschädigt, 
oft ganz zerdrückt, und die Tiere sterben. Gewöhnlich 
wird der entgegengesetzte Fehler gemacht ; der Absender 
verpackt die Schnecken so sorgsam, dass sie ganz von der 
Luft abgeschlossen werden und so ersticken. Das unglück- 
lichste Verpackungsmaterial, das aber leider vielfach Ver- 
wendung findet, ist Sägemehl ; dieses verstopft natürlich 



— 202 - 

die Mündung des Gehäuses, sofern dies nicht mit einem 
Deckel verschlossen ist, und führt in kürzester Zeit den 
Erstickungstod herbei. Beinahe ebenso schlimm ist nasses 
Moos, oder saftige Pflanzen, die bei Abschluss der Luft in 
Fäulniss übergehen ; der dabei sich entwickelnde üble 
C4eruch tödet die Tiere. Weniger verwerflich' ist Heu 
oder Holzwolle als Packmaterial, aber die einfachste und 
beste Art der Verpackung ist das Einwickeln der Tiere in 
Papier, ohne Beigabe von Futter, das gariz überflüssig ist, 
da unsere Landschnecken monatelang hungern können. 
Man versende die so verpackten Schnecken in einer soliden, 
aber nicht allzu dicht schliessenden Papp- oder Holzschachtel ; 
hermetisch schliessende Blechdosen sollte man nicht benutzen. 
Die Zwischenräume sind mit Papierschnitzchen auszufüllen, 
nicht allzu fest, so dass die Schnecken in der Schachtel 
nicht herumkollern können, aber doch nicht zu sehr von 
der Luft abgeschlossen sind. Namenthch in grossen Arten 
wickle man nicht allzu viele in dasselbe Papier; bei kleinen 
ist das weniger bedenklich. Der Versand geschieht in allen 
Fällen am schnellsten und billigsten als Muster ohne Wert. 
Venedig, den 10. September 1905. 

P. Hesse. 

Kleinere Mitteilungen. 

Gibt es Ennea im europäischen Tertiär? 
Diese für die Zoogeographen sehr wichtige Frage ist immer 
noch streitig. Neuerdings hat R o e m e r (in : Mitteilungen 
Roemer-Museum Hildesheim no. 20). sie wieder angeregt. 
Es handelt sich um 5 Arten, die teils als Ennea, teils als 
Goryna beschrieben worden sind : zwei aus dem Ober-Miocän 
von Undorf (Coryna peseudoennea Flach und C. praeumhula 
Flach); zwei aus dem Miocän von Oppeln (Coryna oppoUensis 
Adreae und var. turrita Andreae) und eine aus dem 



— 203 — 

Pliocän von Hauterive {Ennea jobae Mich.). Clessin hat 
sie zu Ennea Sectio Ifuttotiella gestellt, auch Roemer ist 
nicht abgeneigt, diese Stellung auzuerkeiuien, und er teilt 
mit, dass Möllendorff ebenfalls geneigt gewesen sei, die 
Formen zu Ennea zu stellen. Vorläufig reicht das Material 
noch nicht aus zur Entscheidung der Frage. Heute ist 
Ennea bekanntlich, von einigen V'ei'schleppungen abgesehen, 
auf die tropischen Gebiete der alten Welt von Süd-Japan 
über Süd-dhina. Hinterindien, Vorderindien, die Maskarenen 
und das tropische Afrika beschränkt ; von dem indomaloyisciien 
Archipel haben nur die Philippinen die ganz eigentümlich 
entwickelte Untergattung Diaphora Alb. Eine frühere Ver- 
breitung bis Westeuropa ist tlarum kaum sehr wahr- 
scheinlich. 

V' er schleppung von Anodonta. Nach einer 
Mitteilung von Lionel A. Adams im Journal of Conchology 
vol. XI. no. (i p. 175 wurde im Oktober 1904 in Gatton 
Park ein Regenpfeifer (Plover) gefangen, der eine Anodonta 
cellensis von 110 mm. Länge am Fusse hängen hatte und 
sich mit dieser Last nicht bewegen konnte. Die Muschel 
stammte aus einem etwa 60 Yards entfernten Teiche ; sie 
hatte den Vogel über dem Fussgelenk gefasst. 

Ansiedelungsversuch mit Planorbis corneus. 
Im April 1904 habe ich gegen hundert Exemplare von 
Planorbis corneus (L) in verschiedenen Entwicklungsstufen 
aus dem Eppendorfer Moor bei Haud}urg in den zweiten 
Alterlanger Weiher (von S gerechnet) bei Erlangen aus- 
gesetzt. Falls sich die Schnecke hält, steht zu erwarten, 
dass die periodischen Ueberschwemmungen, denen die Weiher 
unterworfen sind — ehemalige Altwasser der Regnitz liegen 
die Alterlanger Weiher im Inundationsgebiet des genannten 
Flusses — , die Art über das Regnitztal ausbreiten. 

Dr. L. L in ding er, Hamburg. 



— 204 - 

Helix foetens von der Donau bei Donaustau f. 
Vor ca. 50 Jahren hat der in Donaustauf wohnende Malako- 
zoologe Pfarrer Sterr an der Burgruine Stauf Helix foetens, 
die er von den Alpen mitgebracht hatte, angesiedelt. Bei 
einem kürzlichen Besuch der Ruine fand ich an der Stelle 
der Ansiedlung 4 lebende Exemplare. Zwei waren schon im 
Vorjahre ausgewachsen , eines hatte erst im laufenden 
Frühjahre sein Gehäuse vollendet, eines war erst halb er- 
wachsen. Ausserdem sammelte ich noch 2 gut erhaltene 
leere Gehäuse, Die Art hat sich darnach erhalten. Sie 
bewohnt einen höchstens 4 Quadratmeter grossen Raum im 
dichten Gebüsch und lagern die Schnecken unter ehier 
dichten Mulmschichte. Die Art hat sich von der Ansiedlungs- 
stelle nicht weiter verbreitet, obwohl ihrem Wohnort 
entsprechendes Gebüsch unmittelbar anstösst. Die Ruine 
liegt in der Urgebirgsformation und beherbergt ausser Helix 
pomatia Clausilia biplicata (sehr häufig) Helix incarnata und 
Patula rotundata noch Clausilia parvula, die sonst nur an 
Jurafelsen lebt. 

S. Clessin. 

Samm 1er kniffe, in dem im Literaturverzeichnis 
besprochenen Nachtrag zur MolluskenfVmna von Goldfuss 
linden wir einige Sammelmethoden seltener Arten erwähnt, 
die meistens von Dr. A. Frank in Jena herrühren; da sie 
den meisten Sammlern neu sein dürften, teilen wir sie 
hier mit. 

Die seltene Äcanthintda aculeata lässt sich nach Frank 
an ihren Fundorten ebenso, wie die an einzelnen Stellen 
gemeinsam mit ihr vorkommende Clausilia filograna in 
grosser Menge erhalten, indem man das grobe Material^ 
das beim Sieben mittelst eines Drahtsiebes von mindestens 
8—10 mm Maschenweite auf dem Rost zurückbleibt, an 
einer etwas erhabenen Stelle auf dem Boden zu einem 
kleinen Hügel schichtet. In dieses aus Laub und kleinen 



— 205 — 

Aestchen bestehende Material verkriechen sich beide Arten 
mit VorUebe ; es wirkt auf sie förmlich mil magnetischer 
Kraft. Auch wenn man diesen Hügel täglich immer und 
immer wieder durchsiebt — vorausgesetzt, dass das Durch- 
gesiebte jedesmal sorgfältig wieder zusammengeschichtet 
wird — und dann das Geniste zu Hause auf einem weissen 
Papierbogen durchsucht, wird man erstaunt sein,^ jedes- 
mal wieder beide Arten in zahlreichen Exemplaren vor- 
zufinden. — Euconulus fulvus Müll, steigt nach Dr. Frank 
gegen Abend und bei feuchter Witterung auch am Tage 
gerne an Grashalmen und Gebüsch empor und kann dann 
durch Abstreifen mittelst eines Käschers leicht in grösserer 
Menge erhalten werden. Besonders geeignet sind dafür die 
Monate vom Juli bis zum Oktober. 

Dieselbe Methode bewährt sich bei Sphyradiuin edentulum 
Drp. ; dass diese Art bis jetzt nur an wenigen Orten und 
nur einzeln aufgefunden wurde, mag seinen Grund in ihrer 
Kleinheil, aber auch in der sich in der Verborgenheit des 
Waldes abspielenden Lebensweise haben. Und doch kann 
man das Schneckchen in Laubwaldungen, in denen aber 
dünnes Unterholz nicht fehlen darf, durch Abkäschern der 
Grashalme, Blumen und kleinen Büsche, namentlich der 
Haselnussbüsche, im Tannenhochwald durch Abkäschern des 
Grases, namentlich aber der etwa vorhandenen Heidelbeeren, 
in kurzer Zeit in sehr reichlicher Menge erhalten. Feuchte 
Tälchen, Waldblössen und die Schneissen werden besonders 
als Aufenthaltsort bevorzugt. Die beste Sammelzeit sind 
die Monate Juli bis einschliesslich Oktober. Besonders im 
Oktober erhält man neben halbwüchsigen auch schöne 
ausgewachsene Exemplare. Bezüglich, der Tageszeit ist zum 
Käschern am besten die Zeit kurz vor dem Sinken der 
Sonne zu wählen. (Dr. Frank). 

Auch Vertigo antivertigo Drp. kann durch Abkäschern 
feuchter Stellen unschwer in grösseren Mengen erhalten 
werden. =^^ 



— 206 — 

Litteratur: 

Kohelt, Dr. W., Iconographie der Land- und Süsswasser- 
Mollusken mit vorzüglicher Berücksichtigung der europae- 
ischen noch nicht abgebildeten Arten von E. A. Ross- 
maessler. Neue Folge, zwölfter Band, erste und zweite 
Lieferung. (Ausgegeben Mitte Juni 1905). 
Enthält mit Ausnahme einiger Buhminus ausschheSshch Pomatia 
(von denen viele gleichzeitig im Martini-Chemnitz zur Abbildung 
kommen, oder schon gekommen sind). — Namentlich sind es 
die Gruppen von Helix figulina und vulgaris. — Zum erstenmal 
abgebildet sind: Helix sieversi no. 1969; — Helix cavata 
tripolitana no. 1970; — Buliminus prusanus Naegele no. 1971; 
— Bul. albocostatus orloffensis no. 1971 ; — Pomatia secernenda 
montenegrina Wohlb. no. 1973; — Helix grothei no. 1974; — 
Buliminus sylvestris Rosen no. 1975; — Bai. larvatus Ancey 
no. 1976. 

Tesch, J. J., Vorläufige Mitteilung über die Thecosomata 
und Gymnosomata der Siboga Expedition. — In : 
Tijd.?chr. nederl. Dierk Vereen. II. vol. 8 p. 111 — 118. 
Vorläufige Beschreibungen von Peraclis rissoides p. 111; — F. 
moluccensis p. 112; — Cymbulia sibogae p. 113 ; — Cymbuliopsis 
intermedia p. 113; — Pneumodeima helerocotylum p. 114; — 
Pn. pygmaeum p. 115; — Clionopsis microcephalus p. 115; — 
CUone punctata p. 116; — Paraclione pelseneeri n. gen. et 
spec. p. 117; — Sämtliche Arten aus dem mittleren Indischen 
Ozean, bestimmte Fundorte nicht angegeben. — Separata an- 
scheinend schon 1903 ausgegeben. 

Martini <& Chemnitz, Conchylien Cabinet, Neue Ausgabe. 

Lfg. 495. Aguatha, von Kobelt (Decbr. 1904). Enthält den Schluss 
von Ennea (zusammen 241 sp.) und den Anfang von EdentuHna. 
(Ed. stumpffi nom. nov. für intermedia Kob. nee Morelet p. 294 
t. 35 fig. 6, 7; Ed. hamiltoni var. malavensis n. p. 295 t. 36 
fig. 21, 22. Zum erstenmal abgebildet Sinoännea malaccana 
Mlldff. t. 33a fig. 15, 16; — S. boettgeri Nevill mss t. 33a 
flg. 17. 18). 

— 496. Hehx V. (Nanina). Meistens Moellendorffsche Philippiner; 

keine n. sp. 

— 497. Agnatha, von Kobelt. Bringt die Enneidae zum Abschluss. 

Keine n. sp. 



— 207 — 

Lfg. 498. Helix vol. I. 11 V. (Nanina). Keine n. sii. 

— 499. Agnatha II, von Kohelt. Enthält den Anfang der Streptaxidae. 

die wesentlich nach geograpliischen Giuppen geschieden werden 
Die Lieferung bringl die Afrikaner (Gonaxis, Imperturbalia, 
Priodiscus) und den Anfang der Amerikaner (Streptaxis s str.). 

— 500. Helix-Nanina, von Kobelt. Meistens Inder. Zum erstenmal 

abgebildet Nanina limbata Mlldff. 

— 501. Agnatha von Kobelt. Entliält den Schluss von Artemon, die 

Happia und Scolodonta und den Anfang von Systri)|)hia. 

Wagner, Dr, J. A., Helicinenstudien . — In Denkschr. 
Akad. Wien Bd. 77. 84 S. mit 9 Tafeln. - Wien, 
1905. 

Das genaue Studium der Helicinendeckel hat den Verfasser dazu 
geführt, die alte Gattung Helicina Lam. vollständig zu sprengen. 
Er unterscheidet drei Unterfamilien der Helicinidae : Apio- 
pomatinae, Pseudotrochatellinae und Helicininae. Zu den 
Äpiopomatinae gehören die drei Gattungen Woldemaria n. für 
W. japonica, Miluna n. für M. josefinae n. aus China, — 
und Hendersonia n. für die nordamerikanische Helicina occulta 
Say. — Die Unterfamilie Pseudotrochatellinae umfasst die 
Gattungen Pseudotrochatella Xevill, Calybium Morelet und 
Priolrochatella Fischer. — Die Hdinninae enthalten die Gattungen 
Sulfurina Mlldff. mit den Formenkreisen Citrina, Globulina und 
Kosmetopoma : — Sturanya n., Typus St. plicatilis Mouss. ; — 
Aphanoconia n. mit den Formenkreisen Reticulata, Agasawarana, 
Skulpta, Trichroa, Dichroa, Andamanica, Fulgora und Discoridea ; 

— Orobophana n. ndt den Formenkreisen Sphaeroidea, 
Primeana, Sublaevigata, Musiva, Diversicolor und Paehystoma; 

— Hemipoma für drei japanische Arten, — und Palaeohelicina 
für fischeriana Montr. und Verwandte. 

Als neue Arten werden beschrieben : Miluna josefinae. Badung 
Prov. Hubei in China p. 353 t. 1 fig. 20, 13; — Sulfurina 
citrina apostasis n. und btcolor n. Luzon p. 572 t. 2 fig. 3 ; 

— S. citrinella Mlldff. zuerst abgebildet t. 2 fig. 4; — S. 
euchromia p. 473 t. 2 fig. 5 a b, mit var. bicincta Mlldff. fig. 6 
und apicata Mlldff. fig. 7 ; — S. sphaeridium Mlldff. t. 2 fig. 10: 

— S. lawiae n. Halmahera: p. 376 t. 2 fig. 11; — S. parva 
minima, Katanduanes ; p. 377 t. 2 fig. 15; — S. p. globulina, 
Luzon, p. 377 t. 2 Hg. 13 ; — S. zelebori amphibola, Andamanen, 
p. 378 t. 3 fig. 4; — S. jickelyi, Britisch Neu-Guinea; p. 379 



t. 4 fig. 1; — S. sturanyi Aibukit. Palaos ; p. 379 t. 2 fig. 6 ; 

— Sturanya jelschini n. Samoa, Viti; p. 384 t. 3 fig. 14, 21 : 

— St. caiolinarum Mlldlf. ahgeb. t. 3 fig. 9; — Aphanoconia 
hainanensis MUdff. desgl. t. 4 fig. 12; — A. eduardi, Louisiaden, 
p. 393 t. 4 fig. 17; — A. braueri Woodlark, p. 394 t. 4 fig. 
20; — A. submucronata Mlldff. mss. Constantinhafen, Neu- 
Guinea : p. 400 t. 5 fig. 14 ; — A. trichroa, Banguei boi 
Borneo ; fp. 400 t, 5 fig. 15, 16 ; — A. tr. candaramanica, 
Gandaramanes : p. 401 ; — A. tr. calamianica, Busiianga, p. 401 
t. 5 fig. 17; — A. dichroa Mlldff. abgeb. t. fig. 1; — A. 
keiensis, Kei-Inseln ; p. 405 t. 9 fig. 8 ; - • A. bandana 
bombroni, Kleine Kei-Inseln ; p. 406 ; — A. pentheri, Tahiti; p. 408 

t. 6 ffg. 13; — A. fulgora diminuta Mouss. abgeb. t. 6 fig. 18 

— A. zigzag ponapensis, Ponape. p. 409; — A. suturalis dämme-; 
rensis, 1 Dammer-Insel ; p. 411 t. 6 fig. 15; — A. altivaga 
Ancey abgeb. t. 7 fig. 3 ; — A. oceanica Pease desgl. t. 7 fig. 1 ; 

— A. discöidea Pease desgl. t. 7 fig. 4 ; — A. d. tumidior 
Tahiti ; p. 413 f. 7 fig. 5 ; faba fig. 6, subrufa fig. 7 ; — 
Orobophana colorata raiateae p. 418, Raiatea ; — 0. media 
vermiculata, Lifu ; p. 424 t. 8 fig. 4; — Palaeobelicina fischeriana 
phrouema, Entrecasteaux-Inseln; p. 436 t. 9 fig. 11; — P.- f. 
lampra, Louisiaden, p. 436 ; — P. heterochroa, Palaos ; p. 436 
t. 9 fig. 13, 15; — P. Stanley! [asphaleia, Neu-Pommern ; 
p. 438 t. 9 fig. 18; — P. filiae, Louisiaden; p. 439 t. 9 fig. 19. 

Martens, Ed. von, Koreanische Süssivasser- Mollusken. In: 
Festschrift 80. Geburtstag Prof. Moebius, Suppl. 
VIII zu den „Zoologischen Jahrbüchern." Jena 
1904 p. 23—70. Mit 3 Tafeln, 1 Karte und 3 Ab- 
bildungen im Text. 
Der Verfasser hat diese seine letzte Arbeit noch vollenden könneji 
bis auf die Einleitung, die offenbar eine eingehende Uebersicht 
über die geographische Verbreitung der koreanischen Mollusken 
bringen sollte. Der Tod hat ihm die Feder aus der nie 
rastenden Hand genommen. Das Material ist wesentlich das 
von Gottschee 1883 & 1884 gesammelte; die neuen Arten sind 
meistens schon im S. B.-Ges. naturf. Fr. Berlin 1886 ver- 
öffentlicht, werden aber hier zum erstenmal abgebildet. Es 
sind: Melania gottschei t. 1 fig. 1. mit Abbildung der Radula ; 

— M. succincta t. 1, fig. 4; — M. multisculpta n. p. 29 t. 1 
fig. 3; — M. forticostä t. 1 fig. 5; — M. tegulata t. 1 fig. 17, 18: 



— 209 — 

— M. nodiperda t. 1 fig. 10; rar. »juinaria tig. 12, var. pertinax 
fig. 11; var. coimertens fig. 2; — M. iioiliHIa ii. p. 38 [. 1 
tig. 8; — M. graniperda t. 1 tig. 9; — M. coreaiia i». 40 l. 1 
tig. 6, 7; — M. multiciiicta t. 1 tig. 13: — M. e.xtensa t. 1 
fig. 15, 16: — M. paucicincia ti. 1 fig. 40: — M. ovuluin t. 2 
fig. 3: — M. globus t. 2 tig. 2. mit Ahh. der Ra.lula; — Unio 
coreanu.s t. 3 fig. 5: — U. gottschei t. 2 fig. 11: — U. acro- 
rhynchus t. 3 fig. 4; — U. douglasiae var. pinu!ilatu.s n. p. 57, 
Textfig. ; — U. {ili('ulosu.s t. o fig. 3; — U. venucifer t. 3 
fig. 2: — Anodouta cieaeforiiiis var. tlavotincla n. p. 64 l. 2 
fig. 4: — Cnrliicula elatior u. p. 05 I. 2 fig. •"> ; — (1. i)rudu(-ta 
n. p. 66 t. 2 fig. 8; — C. papyracea p. 67 t. 2 fig. 10. 

Mac Farland, F. M., a jjreliuiiiiarij account on the Dork/ide 
of Monterey Baij, California. — From : Pr. Biol. Soc. 
Washington 1905 vol. XVIII p. 35—54. 

Vorläufige Mitteilung über mehrjährige Untersuchniigen des Ver- 
fassers. Zwanzig Arien, davon 15 n. sp. und 5 n. gen. : Mon- 
tereyina (n. gen.) nohilis |i. 3S ; — Discodoris lieathi ]>. 31); — 
Rostanga jjulchra p. 40: — Cadlina marginata p. 43: — 
V,. flavomaculata p. 43; — Doriopsis fulva p. 45; — Aegires 
albopunctulalus p. 45; — Laila (n. gen.) cockerelli p. 47 : — 
Triopha macnlata [i. 49 ; — Tr. grandis p. 50 ; — Polycera 
atra p. 50: — Acanthodoris liudsoni p. 51; — Ac. brunnea 
p. 52; — Ancula pacifira p. 53; — Hopkinsia (n. gen.) 
rosacea p. 54. 

The Nautilus, vol. XVIIl no. 10. 

p. 109. Henderson, J. B.. on the Sensitiveness of Snails ,to Wealher 

Conditions. 
p. 110. Dali, W. H., Note on Lucina (Miltha) Chiklreni Gray, and on 

a new species from the Gulf of California, 
p. 112. Johnson, C. W., Furliier Notes on the species of Marteeia. 
p. 113. Dali. W. H., Notes on some jireoccupied names of Molluscs. 

Für Parmulina wird Parmulopliora vorgesclilagen. für Patinclla 

Patinigera, 
p. 113. Ciockerell, T. D. A.. a new Oreolielix (strigosa sul)sp. metcalfei). 
|). 114. Dali. W. H.. Names in llie Pupillidae. 
p. 116. Pilsbry. H. A., the Pupillidae of Risse and Jeffreys. 

Kübelt, W. & G. Winter- von Moellendorff\ Landmollusken, 
In C. Semper, Reisen im Archipel der Philippinen. 



— 210 - 

Wissenschaftliche Resultate. — Zehnter Band, erstes 
Heft. — Wiesbaden 1905. 
Die enorme Arbeit, welche Moellendorff an die Philippiner Land- 
conchylien gewendet hat, wird nicht verloren gehen; Kobelt 
setzt in Verbindung mit der Tochter des Verstorbenen, welche 
die Herstellung der Tafeln nach einem neuen Lichtdruckverfahren 
übernommen hat, das Werk fort, in engem Anschluss an das 
von Moellendorff herausgegebene Verzeichnis, dessen Typen das 
Senckenbergische Museum in Frankfurt ja sämtlich besitzt. 
Die vorhegende erste Lieferung [enthält auf sieben Tafeln die 
sämtlichen von Moellendorff unterschiedenen Arten und Unter- 
arten von-Oljbnia G. Semper (richtiger Galhnula Hartm. 1840). 

Kobelt f Dr. W., Iconograpkie der schalentragenden europaeischen 
Meeresconchylien. Dritter Band, Llg. 10 ^V 11 (Schluss). 

— Mit Taf. 91—98. 

Enthält den Schluss der Pleurotomida«, besonders auch die Tief- 
wasserformen der neuesten Expeditionen (Travailleur etc.) in 
Kopieen nach Locard und Dautzenberg & H. Fischer. Zum 
erstenmal abgebildet- Mangelia aurea Brugn. t. 94 fig. 12; — 
Gordieria reticulata horrida Mtrs. t. 96 fig-. 18, 1'.»: — C. hystrix 
Jan t. 96 fig. 20: — Gyrilha aequalis Jeffr. L 96 Hg. 16, 17; 

— Bedauerlicher Weise ist bei der Unterschrift zu Taf. 91 
beim Druck ein Name ausgefallen; es muss heissen : 9 — 11. 
Pleurotoma pyrrhogramma Dautz & Fischer. — 12 PI. monotropis 
Dali. 

Lindinger, Dr. L., Verzeichnis der in und um Erlangen 
beobachteten Mollusken. — In: Abh. naturh. Ges. 
Nürnberg vol. XV Heft 2, .Jahresbericht für 1903. 
Nürnberg 1904 S. 65—83. 
Die durchschnittliche deutsche Fauna dei Millelgebirge. Einige 
biologische Beobachtungen sind beigegeben. 

Caziot, Cornm., Faunule nialacologique qiiaternaire. recent de 
Nice, Alpes Maritimes. Aus Ann. Soc. Linn. Lyon 
1905 Sep., 12 S. 

53 Arten, von denen eine Anzahl heute nicht mehr um Nizza vor- 
kommen. Nameiithch fehlen alle grössere Arten oder sind 
doch äusserst selten ; so die Leucochroa, die Gruppe der Helix 
niciensis, der cespitum; von Helix aspersa und vermiculata 
finden sich nur kleine Formen ganz einzeln. 



— 211 — 

Bartsch, Paul, a neiv Ashinunella (toivnsendi) froni Neu- 
Mexico. — In: Smith. Miscell. Coli. 1904 Nr. 1469 
p. 13. 

— — , Notes on tlie genus Sonorella, ivith descriptiom of 

new species. — Ibid. no. 1481 p. 188 — 200, wilh pl. 

xxviii-xxxin. 

Sämtliche Arten werden ;iufgezälilt, uml als neu heschi'ieben und 
photographisch abge])ildet loder zum erstenmal abgebildet): 
indiöensis (Yates), Kalifornien p. 189 l. o3 fig. 1: — ashmuni, 
Arizona: p. 19U t. 31 fig. 5; — hachitana Dali abgeb. t. 31 
lig. 2; — nelsoni n. Cliiiuiahua, Mexiko, p. 191 t. 31 fig. 3: — 
goldmanni ibid.. [i. 192 t. 32 fit;-. ."") ; — granulati.ssima Psbry 
i. 31 fig. 1; — mearnsi. Arizona. |i. 194 t. 32 tig. 2; — 
baileyi. Kalifornien, p. 195 t. 33 Tim'. 4: var. orcutti t. 33 
fig. 5: — fisheri, Kalifurnien: p. l'.»7 f. 33 fig. 3. 

- — , a netv species of Amphidromus (gos.si vom Kinabalu): 

11. No. 1485 p. 292 t. 46 flg. 1—9. 

Froceedings of the Äcademy of Natural Science of Philadelphia. 
1904 vol. 46 no. 3. 

p. ()16. Pilübry. H. A. cV.' V. Hira.?e, De.scriptions of new Land snails 
of tlie Japanese Empire. — Neu; Japonia tokunoshimana 
p. 616: — Alycaeus parvus, tokunosliimanus p. 617; — 
AI. iaevicervix, Pujjinella oshimae tokunoshimensis, Cyclotus 
nuduü \i. 618; — (lyathopoma jotae ]>. 619; — Diplornmatina 
to.sana. lo.saRella, gibbera p. 620: — D. goniobasis & var. 
onoensis. kyushuensis p. 621 ; — D. tokunoshimana, ventriosa 
p. 622 ; — T). kumejimana, lateralis, immersiden«! p. 623 : — 
D. vespa p. 624; — Helicina verecunda degener p. 615; — 
Aegista friedeliana lunncrosa, Aeg. omma p. 625; — Eiihadra 
okinoerabuensis, Kulota callizona montivaga p. 626 ; — Acuita 
despecta var. iknensis. var. praetenius , moyaka p. 627 ; — 
Trishoplita nitens. Chloritis obscurus (Textfig.) p. 628: — Chi. 
tosanus subsp. osunuensis. Ganesella tokunoshimana p. 629 ; — 
Gan. myomphala okinoshimana, Gan. selasia textilis & zonata 
p. 630 : — Ennea iwakawa niiyakoshimana. Vertigo hirasei 
glans (Sc okinoerabuensis. Pupa insulivaga p. 631 ; — Trocho- 
nior|»ha cultrata Ä" var. esuritor. Sitala insignis, S. latissima 
conica p. 632 ; — Kaliella kikaigashimae. K. humiliconus, K, 
okinoshimana, bimaris p. 633; — K. gudei persiniilis. Micro- 



— 212 — 

cystina vaga, M. lanipra p. ()84: — Macrochlamys dulcis 
kosliikijimana, M. subeliinatus p. 635 ; — M. gudei int-lytus, 
Zonitoides a])ertus, Hirasea iHsignis, Punctum atomus p. 63<) : 

— P. rota, Opeas brevispira, O. kyotnensis p. 637; — 0. 
obesi?|)ira p. 638. 

p. 809. Pilshry, H. A.. new Clausiliidae of the Jaitauese einpire, X. 
With pl. 52 — 57. — Megalophaedusa ducalis subsp. rex p. 809; 

— M. cymatüde? p. 810 L 54 tig. 29—33: — M. nagashimana 
p. 810 l. 54 lig. 25—28: ^ Hemiphaedusa ventiiUuia p. 811 
t. 55 fig. 58—60: — H. ikiensis p. 812 t. 55 tig. 45—51; — 
H. platydera var. miiioensis p. 813: — H. mikawa p. 813 t. 54 
fig. 39—41; — H. hosayaka p. 814 t. 55 fig. 61—63: — H. 
kosliikijimana [). 814 t. 55 fig. 53—57 ; — Tyrannophaedusa 
aurantiaca sakui ]>. 815 I. 55 fig. 52; — Nesiophaedusa (n. 
subg.) okinoerabuensi.s p. 816 t. 52 fig. 13, 14; -^ Luchuphaedusa 
azumai p. 816 t. 52 fig. 9 — 11: var. degenerala ng. 12; — 
L. takunoschimana p, 819 f. 52 fig. 4. 5; — Oophaedusa 
ophidiüon p. 820 t. 52 fig. 1—3; — Stereophaedusa subbickonis 
p. 811 t. .54 fig. 34 — 38: var. saucis p. 822; — Hemizaptyx 
(n. secl.j i)uris.sima p. 826 l. 55 tig. 47 — 49; — H. asperata 
p. 826 t. 55 fig. 42-44; — H. hyi)eraptyx p. 827 t. 56 
flg. 85—88: — Zaptyx hirasei abgeii, t. 56 fig, 64 — 67; — 
Z. kikaiensis f. 56 fig. 68=71 : — Z. vari.s.sa b. 829 t. 56 
fig. 72—75; — Z. hyperoptyx p. 830 t. 56 fig. 76—79; — var. 
yeronjimana p. 830; — Z. yaeyamensis p. 831 t. 56 fig. 80 — 84; 

— Metozaptyx (n. sect.) pattalus p. 832 f. 57 fig. 93 — 97 ; 
suf)sp. miyakoensis p. 832; — M. daemoiiorum t. 57 fig. 98, 
99: sui)sp. viva p. 833 t. 57 fig. 89-92; — Parazaptyx 
in. secl.) hedleyi p. 835 t. 57 fig. 105 — 110; — Diceratoptyx 
(n. .secf.) eladopfyx \). 837 t. 57 fi^'. Hl — 115: — Eujihaedusa 
tryoni var. miyakejmiana p. 837. 

Eingesraiig^ene Zaliluugen: 

Direktor Dr. Reinbardt, Berlin. Mk. 12. — ; Landrat von Heim- 
burg, Biedenkoiif. Mk. .30.— : Dr. J. Hofer. Wiidenswil. Mk. 12.— : 
K. G. Gude, London, Mk. ß. — ; Professor Spiridion Brusina, Zagreb, 
Mk. 6. — : Naturhi.sfori.sches Mu.seum, Wiesbaden. Mk. 6. — : Löbbecke- 
Museum, Düsseldorf, Mk. 12. — : Dr. Hermann, Gelsenkirchen. Mk. 6. — : 
Carlo H. Joos, Stuttgart, Mk. 6. — : Paul Ehrmann, Leipzig. Mk. 6. — : 
Henrik Seil. ^ Kopenhagen. Mk. 6. — : Pastor Ricklefs, Wadden- 
warden, Mk. 6. — . 

Redigiert von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmanii in .Scliwanheira a. M. 
Verlag von Moritr Diester weg in Frankfurt a, iVl. 

i.usg'cgebeu : 28. Oktober. 



Tdf.5 




Nachr. Bl. d. Mal. Ges. igoß. 



Taf. 7. 







Q.Winter v.M. phot. 





Lith. Anst. Werner & Winter, Frankfurt a. M. 



/. 2. Achatina modestior n. sp. — 3. id. var. 
4. 5. Liviicolai'ia flammulata (P.) var. taeniolata n. 



Ofine Konkurrenz! 

Um mit unseren enormen Vorräten etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- ü. Siisswasser-Gonchylien 

zu lialben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
alteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
fliehen, englischen und französischen Hand- 
lungen, falls Retlektanten solche Preiskataloge einsenden. 

^^Ko^niCI»^^^^ naturhistor. Institut, 

Berlin S. AV. 11, Königprätzerstr. 80. 

eb ^ 3» t^ 3»" ^^""35 3B «ß eE ^T <£> 3» ^ ^ 35"'^ ab eis eb 4> 
•5^ :>|C ^ ^ ^ ::ifc :^ v|r !^ v|r tijir "^ -^ :Jjir :^ :>j<r •^ ^ ■^ ^ ^ 



i 



Um den Herren Malakulogen die Erwerbung dei' früheren Jahr- 
.jräng& unseres Nachrichtsblattes zu erleichtern, haben wir den Preis 
für jieliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — . 
12 , , , 20.—. 

„ alle 23 Jahrg. von 1881—1903 , , 40.— 
■ermässigt. Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung von Moritz 
Diesterweg in Frankfurt a. iW. 



OIOlOlOlOlOiOlOiOlOlOiOiOlGlOlOlOlOiO Ol© 



Tauschanerbieten. 

Der Unterzeichnete, noch Anfänger, wünscht Helix und Zonites 
des europäischen Faunengebietes einschliesslich Centralasien, Vorder- 
asien und Nordafrika gegen (lonchylien aus Grönland. Dänemark, 
Norwegen, Britisch-Indien, Afghanistan, China und Japan einzutauschen. 

Hau»« KelileNcli, 
Kopenhagen W., Westerbrogade 118 II. 



GtGlGiOlG G O OlO OIOIGlOiOIGIOlGlOlOiGiG 




Aus den „Abhandlungen" der Gesellschaft 

g-elangten als Separat-Abdrücke neu zur 

Ausgabe: 

Heynemann, D. F., Die geographische Verbreitung der Nacktschneclien. 

Mit ^2 Doppeltafeln und 9 Karten im Text. 4". 92 Seiten. 
Geheftet Mk. 7.50. 

Lenz, Professor Dr. H., Ostafrilcanische Dekapoden und Stomato- 

poden. Mit 2 Tafeln. V. 5'J Seiten. Geheftet Mk. 5.—. 
von Reinach, A., Schildkrötenreste aus dem ägyptischen Tertiär. 

Mit 17 Tafeln. 4». 61 Seiten. Geheftet Mk. 15.—. 
Siebenrock, F., Schildkröten von Madagaskar und Aldabra. Ge- 

sannnelt von Prof. Dr. A. Voeltzkow. Mit 3 Tafeln. 4°. !22 

Seiten. Geheftet Mk. 5. -. 
Strahl, Professor Hans, Beiträge zur vergleichenden Anatomie der 

Placenta. Mit 10 Tafeln und 1 Textfigur. 4". 5S Seiten. 

Geheftet Mk. 9.--. 

Stromer, Dr. Ernst, Geographische und geologische Beobachtungen 
In Uadi Natrun und Färegh in Aegypten. Mit 2 Tafeln. 4°. 96 
Seiten. Geheftet Mk. o.— . 

Stromer, Dr. Ernst, Fossile Wirbeltier-Reste aus dem Uadi Färegh 
und Natrun. Mit 1 Tafel. +°. 86 Seiten. Geheft.t Mk. 3.—. 

Tornquist, Professor Dr. A., Ueber eine eocäne Fauna der West- 
küste von Madagaskar. Mit 1 Tafel und 3 Texttiguren. 4®. 
IS Seiten. Geheftet Mk. 2.—. 

Moritz Diesterweg, 

Verlagsbuchhandlung, 
Frankfurt a. M. 
V 



I 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

lelakozoologiselien Gesellseliaft. 



Achtuiiddieissigster Jahrgang. 



R c d i g i e r l 
von 

Dr. W. K o b e 1 1 

in 

SchwaHheim (Main). 



FRANKFURT am MAIN. 

Verlag von MORITZ DIESTERWEG. 
1906. 



Inhalt. 



Seite 

Jhering, Dr. H. von, zur Regulierung' der nialacologisf^hen 

Nomenrlatur ...... 1 

Thiele, Dr. J., BemerkuiiH' nl)er die Galtunaf Photinula . 12 

Kohelf, Dr. W., eine neue Levantina . . . .15 

PoUo/iera, Carlo, ein neues italienisches Zospeum . . 16 

Simroth, Dr. H., über eine Reihe von Nacktschnecken, die 
Herr Dr. Cecconi auf Cypern und in Palaestina ge- 
sammelt hat . . . . . 17, 84 

Ncmjele, G., Einiges aus Vorderasien . . . .25 

BoetUjer, Dr. 0., über Lartetia Bourg. und über Dr. Geyers 

Beiträge zur Molluskenfauna Württembergs . . 30 

Biilflw, C, einige Seltenheilen aus meiner Sammlung . 33, 196 

b'i'll, Henrik, Einfluss des bewegten Wassers auf die Gestaltung 

der Muscheln aus der Familie Unionidae . 38, 64 

Honigmann, H., über Cantareus s. Tapadn aeerta Born im 

Terrarium ....... 44 

Honigmann, H., Limnaea (Gulnaria) ovata vai'. köhleri n. . 45 

Kabelt, Dr. W., Emil Adolf Rossmaessler . . .57 

Thiele, Dr. J., zwei neue Macrodontes-Arten . . .69 

Bliniw, ir., Nachtrag zur Mollusken-Fauna Münchens . . 72 

Korttios, Th., Beiträge zur Molluskenfauna des kroatischen 

Karstes . . . . . . 73, 140 

Wagner, Dr. A., Neue Formen und Fundorte der Genera 

Pomatias Sind, und Auritus Westerl. . . 9!2, X'il 

Clessin, S., die Conchylienfauna eines pleislocänen Tufflagers 

im Tale der schwarzen Lal)er bei Regensburg . . 101 

Blume, W., die Mollusken von St. Jodok am Brenner . . 107 

Wohlheredt, 0, zur MolUiskenfauna von Montenegro . . 109 

Brusinu, S2nr., Lanzaia. eine neue Gasteropoden-Galtung der 

Adria ....... 154 

Simroth, Dr. lt., Kurze Bemerkungen zu der Arbeit von Baron 
Rosen : Beilrag zur Kenntnis der Molluskenfauna des 
Kaukasus ....... 162 

Weher, A., eine neue Nanina von der Insel Banka . .164 

Sterki, Dr. V., Bemerkungen zu Vallania excentrica Sterki . 166 
Clessin S., zur Conchylienfauna des Löss im Gebiete der Donau 167 
Wagner, Dr. A., Bemeikungen zum Genus Daudebardia Harlm. 177 
Lindholm, W. A., einige Bemerkungen über die Systematik der 

Valvatidae ....... 187 

— — , BeitiaiJ' zur Mnjluskenfann.i von Littauen . . 193 



Honiymann, H., Beiträge zur Kenntnis des Alblnisiiius bei Seite 
Schnecken II. . . . . . .200 

Franz, Dr. V., Physa acuta Drp., in Deutschland eingebürgert 202 

Sigl, C, Physa acuta Drp. bei München . . . 203 

Kohelt, Dr. W., zwei neue Murella-Arten . . . 204 

Wüst, E., über HeHx (Vallonia) saxoniana Sterki . . 206 

Taschenberg, Prof. Otto, Goldfuss, ein Nachruf . . 207 

Wüst, E., die Verbreitung von Helix (Vallonia) exc.entrica Sterki 218 

Boettger, Caesar, aus dem Leben einer Ampullaria . . 219 

Petrhol-, J., zur Kenntnis der Molluskenfauna von Montenegro 220 



Literatur 



49, 112, 169. 221 



Neubeschriebene Gattungen und Arten. 



Seite 

86 
86 
90 



198 



Agriolimax cyprius Smrth. 

var. coeciger Smrth. . 
Amalia cypria Smrth. . . 
Amphidromus heerianus 

Mouss 

Buliminus detritus croaticus 

Korm 147 

— funkei amanicus Naeg. . 26 

— ridens Naeg 27 

— scapus cylindratus Naeg. 27 
Clausilia serrulata amanica 

Naeg 

Fusus corpulentus Smith 
Helix chanzirensis Kob. . 

— cincta elegans Kormos 

— eliae Naeg 25 

— praecellens amanica Naeg. 26 

— rovellensis Kob. . . . 204 

— secernenda dimidiata 

Korm 
^ — kormosi Kob. . . 

— — subalbescens Korm. 

— sybaritica Kob 205 

— veghana Korm. ... 81 

— klimnae Korm 82 

— virgata croatiae Korm. . 83 
Isocardia lamarcki Rve. . . 37 

— moltkeana Rve. ... 37 

— vulgaris Rve 37 

Laniaia Brus. n. gen. . . . 104 
Limnaea ovata koehleri Hgm. 45 

— stagnalis bungei Hgm. . 154 
Macrodontes fasciatus Thiele 69 



29 
198 

15 
143 



143 
144 
145 



Macrodontes simplex Thiele . 
Mitra Ijrettinghami Smith 

— zonata Marr. . . . . 
Nanina hageni Weber . . . 
Neritina fluvialilis zernovni- 

censis Korm 

Murex beaui Petit . . . . 

— calcar Kiener . . . . 

— carpenteri Dali . . . . 

— gallinago Sow 

— malabaricus Smith . . 
Orcula doliolum incrassata 

Naeg 

— robusta Naeg 

Pornatias auritus al-atus Wagn. 

— elegans iinoschiensis 

Wagn 

— erica Wagn 

— georgi Wagn. ... 

— gracilis gracillimns Wagn. 

— kleciaki arnautorum 

Mlldff. 

— mostariensis Wagn. . . 

— roseola Wagn 

— var. koriensis Wagn. 

— — scutaiiensis Wagn. . 

— sturanyi scalariniformis 

Wagn 

var. zawinkanus Wagn. . 
Pterobranchia Lindh. . . . 
Surcula carpenteriana Gabb 
Vi.xipara contecta flava Hgm. 



Seite 

70 
200 
199 
164 

153 
34 
33 
33 

199 

34 

28 

28 

138 

98 
132 
138 
125 

131 
99 
134 
135 
135 

128 
127 
189 
36 
200 



MV » *w W i w *ii^»ii w» ii^>'»^>N»^»*< i^ '^><^^^%*' * *'^>^^^^%*i*'i«^>»%N>^** » %«%%%^^»*i»ii*«»»»»«»>«» 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

lalaeozoologisßlien Gesellseliaft. 



Achtunddreissigster Jahrgang. 
(1906.) 



Heft I. 



(Januar — ^ärz.) 

Mit zwei Tafeln. 



Inhalt: 



Seite 

Iheriug, Zur Regulierung der malacologischen Nomenclatur . 1 

Thiele, Bemerkung über die Gattung Photinula 12 

Kohelt, Eine neue Levanlina 15 

Pollonera, Ein neues italienisches Zosjieum ........ 16 

Simroth, Ueber eine Reihe von Natktschnecken, die Herr Dr. 

Cecconi auf Cypern und in Palaestina gesainmelt hat . 17 

Nägele, Einiges aus Vorderasien 25 

Boettgtr, Ueber Lartetia Bgt. und i^iber D. Geyers Beiträge 

zur Vitrellenfauna Württembergs 30, 

Büloiv, Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung .... 33 
; Seil, Einfluss des bewegten Wassers auf die Gestaltung der 

Muscheln aus der Familie Unionidae Flem ..... 38 
Honigmann, Ueber Gantareus s. Tapada apertus Born im 

Terrarium .44 



Honigmann, Limnaea (Gulnaria) ovala Drap. var. Köhleri, 

var. nova 45 ' 

Menzel, Ueber neue Funde von Cyclostoma elegans Müller . 46 



in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchylien ♦♦ 

(über 10,000 Species) 
alles correct deteniiinierl zu civilen Preisen, eigene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmungfen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässlgten Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos", naturhistor. Institut, 

(etaliliert seit 1889) 
Berlin SW.. Königgrätzerstrasse 89. 

BC Zu verkaufen 'TÄII 

ist wegen Todesfall eine 

H u IS c li e 1 is si 111 Hl 1 u II g^. 

Etwa 1800 Arten mit vielen Doubletten, fast ausnahmslos sorg- 
fältig bestimmt. Näheres (Katalog etc.) durch 

Frau C. Kohlmaim V^^^ 

Vegesack. bei Bpemen. 

Moellendorff'sche Doubletten. 

Die Senckenbergische Gesellschaft in Frankfurt (Main) 
besitzt noch grosse Mengen von Landschnecken aus Moellen- 
dorff's Nachlass und i.'^t bereit, zahlreiche Arien, darunter 
die grossen Nanina, zahlreiche Gochloslyla u. dgl.^ zu billigem 
Preise gegen Bar oder in Tausch gegen Naturalien (auch 
aus anderen Klassen) abzugeben. Verzeichnisse stehen zu 
Diensten. 

Tausch-Anerbieten. 

Wir bieten anderen Vereinen und Gesellschaften, welche Arbeiten 
rein malacologischen oder gemischten naturwissenschaftlichen Inhalts 
veröffenthchen, oder auch Besitzern von Wericen malacologischen 
Inhalts, soweit sie sich nicht in unserer Bibliothek befinden, den Tausch 
gegen unser Nachrichtsblatt an und erbitten Offerten an 

Dr. IV. Kobelt, 

Schwanheim. 



No. 1. RjLcct i^Jy^/aJaL^ Januar 1906. 

Nachrichtsblatt 

der deutschen 

Malacozoologischen Gesellschaft. 

Acht unddreissigster Jahrgang. 

Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Iboiinementspreis : Mk. 6. — . 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c h w a n b e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge und der Jahrbücher 
siehe Anzeige am Schluss. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malacozoologie. 
Zar Regulierung der malacologischen Nouienclatur. 

Von 

H. von I h e r i n g. 



Obwohl von Seiten der internationalen zoologischen 
Congresse bereits im wesentlichen die Grundlagen für die 
zoologische Nonienclatur geschaffen worden sind, lehrt 
doch die Erfahrung, dass diese Vereinbarungen noch in 
keiner Weise ausreichen. Unter diesen Umständen macht 
sich neuerdings das Bestreben geltend, innerhalb der ein- 
zelnen zoologischen Spezial-Disciplinen diejenigen Punkte 
zu diskutieren, bezüglich derer eine conventioneile Ver- 
ständigung erforderlich erscheint. Vorangegangen sind in 
dieser Hinsicht vor allem die Ornithologen und neuerdings 
wird in Nord-Amerika von den Ichthyologen jdie Godificierung 
ihrer Nomenclatur erstrebt. Es ist in der Tat noch eine 
XXXVIII. 1 



— 2 — 

ganze Anzahl von Streitfragen vorhanden, welche eine 
solche Diskussion nötig machen. So stehen z. B. bez. der 
Endsilben der Gattungsnamen die nordamerikanischen 
Ornithologen und ein Teil der europäischen auf verschiedenem 
Standpunkte. Während die Nordamerikaner die Goexistenz 
von Gattungsnamen, welche nur durcli die Endsilbe sich 
un'erscheiden, durchaus verwerfen, mit Ausnahme der be- 
rühmten unic exception von Picus und Pica, lässt die 
Deutsche Zoologische Gesellschaft aus Gonvenienz-Gründen 
solche gleichslammige Gattungsnamen gelten. Dies Vor- 
gehen kann weder als logisch noch als empfehlenswert 
bezeichnet werden. Wenn man z. B. von picoiden oder 
piciformen Charakteren reden würde oder für eine der 
beiden Galtungen eine Famihe der Picidae aufstellt, so 
lässt sich nie aus dem Worte erkennen, was damit gemeint 
ist. Es ist klar, dass solche nomenclatorische Missgriffe, 
auch wenn sie von einem Teile der Fachgenossen gebilligt 
werden, nicht auf die Dauer bestehen bleiben können. 
Es können nur solche Genus-Namen acceptiert werden, die 
bei aller Aehnlichkeit doch im Stamm des Wortes ver- 
schieden sind. 

Auf keinem einzigen Gebiete der zoologischen 
Nomenclatur ist eine solche Verständigung dringender nötig 
als auf jenem der malakologischen Literatur. Es ist daher 
auch begreiflich, dass sich in letzterer Zeit die Gontroversen 
gehäuft haben. Ich erimiere nur an diejenige über die 
Namen der Ranellidae, sowie an jene über die Namen 
Pectunculus und Glycimeris. Im ganzen scheint mir die 
Darlegung von Dauizenberg und Dollfuss, Journ. Conchyl. 
Vol. 52 1004, p. 109 SS. sehr beachtenswert, aber in einem 
wesentlichen Punkte fordert sie Unmögliches und stellt 
sich in scharfen Conflict mit der bereits erzielten Einigung. 
Die genannten Autoren befürworten die Beibehaltung 
praelinneischer Namen. Mag dies immerhin in vielen 



Fällen durchführbar sein, und mag es zugestanden werden, 
dass es lästig ist; wenn wir z. B. die Namen von Chem- 
nitz, an die wir uns seit langem^gewöhnt haben, aufgeben 
müssen,, so ist doch nicht einzusehen, weslialb wir uns 
auf maiacologischem Gebiete ausserhalb der Regeln stellen 
sollen, die für die ganze Nomenclatur massgebend sind. 
Ein solcher Vorsuch würde auch niemals zu einer einheit- 
lichen Nomenclatur führen können, da es neben Anhängern 
desselben auch immer solche der allgemein gültigen 
Nomenclatur geben würde. 

Die Fixirung des Beginnes der binären Nomenclatur 
auf das Jahr 1758 muss daher auch für die malacologische 
Literatur als Basis anerkannt werden. Die Fixirung ist 
jedoch eine incomplete, solange nicht als Datum für 
den Beginn dieser neuen Aera der erste Januar 1758 fest- 
gesetzt wird, damit Streitigkeiten verhindert werden, wie 
wir sie in den letzten Jahren erlebt haben über die 
Priorität von 1758 erschienenen Werken im Vergleich mit 
der zehnton Ausgabe von Linnes Systema Naturae. Da 
die Absicht des Uebereinkommens doch die war, solchen 
Zweifeln und Schwierigkeiten ein Ziel zu setzen, so kann 
als Veröffentlichungsdatum der Linne'schen Ausgabe der 
erste Januar 1758 angenommen werden, sodass alle anderen 
im gleichen Jahre erschienenen Werke als postlinneisch zu 
gelten haben. Diese Vereinbarung wird um so eher zu- 
lässig sein, als ja tatsächlich die zehnte Ausgabe des 
Linneschen Werkes im Anfange des Jahres 1758 er- 
schienen ist. 

Ein Punkt, in welchem man den Herren Gossmann 
und Dollfuss vollkommen beipflichten muss, ist die Ver- 
werfung der Kataloge von Sammlern und Händlern als 
wissenschaftlich massgebende Literatur.*) In diesem Punkte 

*) Dollfus8, Rev. crit. de Paleozool. IX, 1905, 1, p. 55 und 
Cossiuann, Rev. crit. Paleozool. III 1899 p. 69. 



_- 4 — 

wäre die Verständigung sehr leicht gewesen, wenn nicht 
Dali den Versuch gemacht hätte, den Katalogen von Bolten 
und Link Geltung zu erwirken. Dali selbst scheint in 
diesem Punkte sich nicht sicher zu fühlen. Er hatte 
früher die von Humphrey aufgestellten Gattungsnamen bei- 
behalten,*) so z. B. den Namen Pomus, während er in 
einer neueren Arbeil**) den Namen fallen lässt. Es ist 
tatsSchlich auch ziemlich gleichgültig, ob der anonym er- 
schienene Katalog der Hvvass'schen Sammlung von Humph- 
rey verfasst ist oder nicht. Richtiger wäre es unter 
diesen Umständen gewesen, auch die Namen der Kataloge 
von Bolten und Link der Vergessenheit resp. der Synonymie 
zu überweisen. Dies fürderhin zu tun, wie es die gedach- 
ten französischen Forscher vorschlagen, ist daher durchaus 
empfehlenswert. Zu diesen Sammlungs-Katalogen gehören 
unter anderen diejenigen von Moerch und Paelel, während 
selbstverständlich der in wissenschaftliches Gewand ge- 
kleidete und Diskussionen aller Art enthaltende Catalogue 
raisonne nicht damit gemeint ist. 

Als ich vor Jahren einmal unseren verstorbenen 
Freund imd Meister E. von Martens nach seiner Meinung 
fragte, erklärle er mir, dass er, soviel wie irgend möglich, 
nicht über Lamarck hinaus zurückgreife, wegen der grossen 
Unsicherheit der älteren systematischen Begriffe. Man 
wird dem Standpunkte dieses erfahrenen Fachmannes 
gegenüber einwerfen müssen, dass sichere Delinitionen 
anerkannt werden müssen, auch wenn sie zwischen Linne 
und Lamarck der Zeit nach liegen, aber man kann un- 
möglich verkennen, dass es wünschenswert ist, so weit als 
möglich dem Martens'schen Staudpunkte sich anzunähern. 
Dies können wir aber, wenn wir Händler-Listen, Sarnm- 
lungs-Katalogo, anonyme Schriften etc., als wissenschaftlich 

*) Dali, Tert. Moll. Florida 1892 p. 325 
**) Journal of Conchology 1904 p. 50. 



nicht zu berücksichtigende Publikationen betrachten und 
ferner dem Gattungsnamen gegenüber strenge Anforderungen 
stellen. Es genügt doch nichK eine Anzahl von Arten zu- 
sammenzufasson und ihnen einen lateinischen Namen 
voranzustellen, um ein neues Genus zu begründen. Nomina 
nuda sind bei den Spccies als unmassgeblicli bei Seite 
geschoben, sie müssen es auch bezügl. der Gattungsnamen 
sein. Vielfach finden wir die Genusnamen des 18. Jahr- 
hunderts so beschaffen, dass zu ihnen Arten ganz ver- 
schiedener Familien gehören. Es wird in einem solchen 
Falle di(> Gatlungsdiagnose, sofern sie vorhanden ist, im 
Allgemeinen nur als eine vage mehr oder minder wertlose 
anerkannt werden können. Es scheint doch rationeller zu 
sein, unbrauchbare Gattungsbegriffe ganz über Bord zu 
werfen, als ihnen künstlich einen neuen lebensfähigen 
Inhalt zu geben, der noch dazu von Autor zu Autor 
wechselt. 

Die brennendste Frage für unsere Nomenclatur ist 
jetzt ohne Zweifel diejem'ge nach dem Aufstellungsmodu 
der Gattungen und der Feststellung der typischen Species. 
In letzterer Hinsicht gehen ja die Meinungen weit aus- 
einander, wie das auch neuerdings wieder die Diskussion 
über die ornithologische Nomenclatur in Nord-Amerika dar- 
tul. Während Allen die höchst komplizierte urid unsichere 
Methode der Fixirung der typischen Art per exclusionem 
verteidigt, vertreten andere den Standpunkt, dass die erst- 
genannte Art einer Gattung als die typische anzusehen ist, 
sofern keine besondere Angabe über den Typus sich vor- 
findet oder endlich, es soll die Meinung des ersten Mono- 
graphen der Gi'uppe massgebend sein. Es ist hier nicht 
meine Absicht, die erstere Methode zu kritisieren, ich 
möchte nur die Frage hier ventilieren, wie man sich die 
praktische Durchführung eines so komplizierten Vorgehens 
bei den Mollusken vorstellen soll. Malakologen, welche 



— 6 — 

das Gesamtgebiet der Mollusken beherrschen, gibt es heute 
ebenso wenig, Vvie etwa Entoinologen. Während Nudi- 
branchien, Gephalopoden etc., selbst die nackten Pulmonaten 
der abweichenden Untersuchmigsmethode halber anderen 
Forschern anheimfallen als die beschälten, ist andererseits 
die Zahl derjenigen Forscher gering, welche sich sowohl 
mit lebenden als fossilen Mollusken beschäftigen. Aber 
auch in diesem Falle handelt es sich stets um Arbeitsteilung 
je nach dem Wohn- und Interessengebiete des Forschers. 
Diejenigen aber, welche etwa ausser den lebenden Mollusken 
ihres Wohngebietes auch die tertiären studieren, kennen 
nichts von den mesozoischen und palaeozoischen Mollusken. 
Es gibt aber eine grosse Menge von Gattungen, welche ein 
hohes geologisches Alter besitzen. Wie soll man nun die 
Literatur nicht nur über die lebenden, sondern auch über 
die fossilen Vertreter solcher Gattungen zusammenbringen 
und beherrschen können? Dies würde Hilfsmittel aus- 
gezeichneter Art voraussetzen. Wir haben solche aber 
nicht einmal für die lebenden Mollusken, geschweige denn 
für die fossilen. Fast alle anderen Spezial-Gebiete der 
Zoologie haben aus älterer wie aus neuerer Zeit vortreff- 
liche synonymische kritische Kataloge. Nichts der Art 
steht uns bei den Mollusken zur Verfügung und in Er- 
mangelung von brauchbaren bedient man sich denn etwa 
des flüchtig zusammengestellten Paetel'schen Kataloges. 

Bei solcher Sachlage kann niemand heutzutage die 
Masse der bereits aufgestellten lebenden und fossilen Arten 
übersehen und ein Vorgehen in der Nomenclatur, wie es 
etwa für Säugetiere und Vögel angängig ist, bleibt für das 
ungeheure Material von lebenden und fossilen Mollusken 
gänzlich undurchführbar. Rücksichten dieser Art sollten 
auch die allgemeine Diskussion über die zoologische 
Nomenclatur beherrschen, jedenfalls aber sollte die mala- 
cologische Literatur hierin besondere Beachtung verdienen- 



— 7 — 

Von ihrem Standpunkte aus scheint es nur eine einzige 
wirklich durchführbare Lösung dieser Frage zu geben: die 
nämHch, dass als typische Spezies, sofern eine solche nicht 
besonders angegeben ist, die zuerst beschriebene Art einer 
Gattung zu gelten hat. 

Neben den hier diskutierten Punkten gibt es noch 
eine Reihe von anderen, die, obwohl wie mir scheint, im 
Prinzip entschieden, noch hie und da diskutiert werden. 
Dies gilt besonders für die Schreibweise der Gatlungs- und 
Speziesnan:en. Es muss in dieser Hinsicht daran fest- 
gehalten werden, dass die Namen nur Mittel zur allgemeinen 
Verständigung sind und es dabei gleichgültig ist, ob sie 
bezeichnend sind oder nicht, ob sie aus dem Griechischen 
oder einer barbarischen, d. h. nichtklassischen, Sprache 
entnommen, ob sie korrekt oder falsch gebildet sind. Zu- 
lässig sind nur solche Aenderungen an publizierten Namen, 
welche Druck- oder Schreibfehler korrigieren, resp. Fehler, 
bei welchen ein derartiger Lapsus vorausgesetzt werden 
kann. In diesem Sinne ist z. B. die Korrektur von 
Brachidontes in Brachydontes in der Reihe, während 
Aenderungen, welche eine Korrektur grammatischer Ver- 
stösse bezwecken, unstatthaft sind. Zu bi'seitigen sind 
jedoch alle Fehler, welche bei der Latinisierung griechischer 
Worte das k beibehalten resp. nicht durch c ersetzt haben. 
Die Verwendung von w und k ist daher auf die aus 
barbarischen Sprachen stammenden Eigennamen, nament- 
lich der Autoren zu beschränken. Es ist sonderbar, dass 
diese lang geforderte Regel noch immer nicht streng be- 
obachtet wird*) namentlich bez. der griechischen Worte, 
die doch nicht als solche, sondern in der latinisierten 
Form Verwendung finden. Auch eine andere allgemein 



*) Noch in unserer neuesten Literatur finden wir seitens 
mancher Autoren Gattungsnamen beibehalten, die, wie z. B. gari als 
nicht lateinisch lautend, absolut zu verwerfen sind. 



- 8 — 

j):ebilligte Regel, dass sich der adjektivische Name von 
Species und Subspecies im Geschlecht nach dem Genus- 
namen zu richten habe, wird oft nicht streng durchgeführt, 
wohl mehr aus Versehen als absichtlich. Von manchen, 
namentlich amerikanischen Autoren, ist oft der Versuch 
gemacht worden, die Speciesnamen bei der Ueberführunf 
von einem Genus in das andere beizubehalten, welche sie 
in dem früheren Genus besassen. Es ist kaum möglich 
für diese Geschmacklosigkeit irgend eine Entschuldigung 
zu finden. Andrerseits suchen noch in neuester Zeit 
manche Autoren sich der Wiederholung desselben Namens 
in Genus und Species zu widersetzen. Angenehm sind ja 
natürlich solche Namen nicht, aber schliesslich ist eben 
doch nicht die Euphonie massgebend, sondern das logische 
Vorgehen. Etwas verringert wird diese Unannehmlichkeit, 
wenn man bei trinären Namen die typische Species in 
ihrer einfachen Form autführt und nur bei den übrigen 
Unterarten den besonderen Namen der Subspecies hinzufügt. 

Der Autorname ist jederzeit nur derjenige des Schrift- 
stellers, welcher zuerst die Art beschrieben hat. Wenn 
dieser Autor von einem anderen oder von einem Museum 
den betreffenden Namen überkommen hat, so hat er ihn 
eben als nomen nudum überliefert bekommen, welches keinen 
Anspruch hat auf Berücksichtigung in der Literatur. Die 
Speciesnamen sollten immer mit kleinen Anfangsbuchstaben 
geschrieben werden. 

Die im vorausgehenden erörterten Gesichtspunkte 
kommen z. T. auch in anderweitigen Publikationen zum 
Ausdruck. So macht z. B. Stebbing den Vorschlag, den 
Beginn der Linneiscehn Aera auf 1751 zurückzuschieben, 
was den Vorzug haben würde Clercks »Aranei Suecici" 
verwertbar zu machen, hi dieser Art könnte dann schliess- 
lich jedes Spezialgebiet seine besonderen Jahre festsetzen 
und dann wird es geboten sein von Linne überhaupt ab- 



- 9 — 

zusehen, um aucli die Namen von Chemnitz benutzen zu 
können. Wenn derartige Spezialtendenzen BiHigung fänden, 
so würde überliaupt jede Möglichkeit der Einigung aus- 
geschlossen. Es ist daher auch für die malacologischo 
Literatur geboten, an den Punkten, über die eine Einigung 
bereits erzielt ist, und besonders an dem Jahre 1758 als 
Beginn der binären Nomenclatur festzuhalten. 

Einen ganz ähnlichen Fall, wie den oben besprochenen 
der Sammlungs-Kataloge hat neuerdings die Literatur hin- 
sichtlich der Arthropoden zu verzeichnen. Miss Rathbun 
versucht einen solchen Katalog von Weber zur Annahme 
zu empfehlen, welcher 1795 veröfitentlicht wurde, und in 
welchem einige Namen bereits Verwendung gefunden 
haben, welche Fabricius 1798 verötfentlichte. Weber be- 
zieht sich dabei ausdrücklich auf seinen grossen Freund 
Fabricius. Als wissenschaftliche Arbeit ist dieser Händler- 
Katalog weder von Fabricius noch von Weber selbst später 
behandelt worden. Mit Recht weist daher Stebbing den 
Versuch von Frl. Rathbun zurück, dieser Namenliste jetzt 
eine Bedeutung geben zu wollen, die ihr nie zukam. Die 
Angelegenheit der Namenlisten kann aber noch auf vielen 
anderen Gebieten Gonfusion anrichten, und deshalb em- 
pfiehlt es sich, die Regel zur allgemeinen Annahme zu 
empfehlen, dass Sammlungslisten. Händler-Kataloge und 
ähnliche Aufzählungen von Namen ausserhalb der wissen- 
schaftlichen Literatur stehen. 

Die lebhafte Diskussion, welche die Nomenclatur- 
Angelegenheit gerade jelzt sowohl im allgemeinen, als 
auch auf verschiedenen Spezialgebieten der Zoologie gefunden 
hat, weist darauf hin, dass es voreilig wäre, schon jetzt 
zu einem Abschluss kommen zu wollen. In der Maiacologie 
hat man diese Fragen lange bedauerlich vernachlässigt ; 
jetzt ist auch hier die Notwendigkeit der Diskussion er- 
kannt, und es muss betont werden, dass gerade der 



- 10 - 

Malacologie bei diesen Diskussionen eine besondere Auf- 
merksamkeit gebührt, weil mit ihr kein anderes Gebiet sich 
rücksichthch des immensen fossilen Materials messen 
kann. Der Wunsch, diese Diskussion zu fördern, hat diese 
Darlegungen veranlasst und es scheint mir daher ratsam, 
die Ergebnisse in Form der folgenden Thesen übersichtlich 
zusammen zu fassen: 

1) Die binäre Nomenclatur beginnt auch für die 
Malacologie mit dem Jahre 1758 und zwar mit dem 
1. Januar, welcher als das Veröffentlichungsdatum der 10. 
Ausgabe des Systema Naturae anzunehmen ist. 

2) Anonym erschienene Schriften sind nicht in der 
Literatur zu berücksichtigen. 

3) Sammlungslisten, Händlerkataloge und ähnliche 
Verzeichnisse sind nicht literarisch zu berücksichtigen, 
wohl aber natürlich Kataloge, die über die geographische 
Verbreitung berichten und solche, welche durch die ein- 
gefügte wissenschaftliche Diskussion sich als „Gatalogue 
raisonne* erweisen. 

4) Nomina nuda sind sowohl für die Begründung von 
Species als auch für diejenige von Gattungen als ungültig 
zu verwerfen. 

5) Wo für eine Gattung eine typische Species nicht 
angegeben ist, gilt als solche die zuerst beschriebene Art, 

6) Namensänderungen sind nur in soweit zulässig, 
als es sich um Schreibfehler, Druckfehler und ähnliches 
handelt, nicht aber behufs Korrektur schlecht gebildeter 
Namen. 

7) Der Name von Species und Subspecies hat sich, 
so weit er in adjectivischer Form erscheint, im Geschlecht 
nach dem Genusnamen zu richten. 

8) Als Autor eines Species- oder Genusnamens gilt 
nur derjenige Schriftsteller, welcher zuerst dafür eine Be- 
schreibung, Diagnose etc. gegeben hat. 



- 11 — 

9) Es ist streng darauf zu sehen, dass Gattungs- und 
Speciesnanien sich in latinisierter Form präsentieren. Bei 
der Uebernahnie von Namen, welche Personen gewidmet 
sind, ist ebenfalls die latinisierte Form erforderlich und 
bleiben daher Zeichen, wie Cedille, Trema. Accente und 
ähnliche Zeichen fort, resp. sie sind in geeigneter Weise zu 
ersetzen. 

10) Gattungsnamen, welche bis auf die Endsilbe 
gleichlautend sind, dürfen nicht nebeneinander in der 
zoologischen Nomenclalnr Anwendung finden. Dasselbe 
gilt für die Speciesnamen, welche sich nur durch die End- 
silben unterscheiden (f[uminea-fluniinalis,brasilius-brasiliensis- 
brasilianus) oder welche bei V()liig gleicher Ableitung nur 
in der Form als Substantiv. Adjectiv, Parlicip etc. sich 
unterscheiden (crassicosta-crassicostata, albilinea- albolinea- 
albil ineata, rufiventer-rufiventris). 

Die hier erörterten Punkte sind von einigen wenigen 
abgesehen, nicht etwa persönliche Vorschläge, sondern der 
Ausdruck der bereits von vielen Autoren befolgten Regeln. 
In dieser Hinsicht ist es zu bedauern, dass die „Internationalen 
Regeln der zoologischen Nomenclatur", wie sie kürzlich im 
Zoologischen Anzeiger (1905 p. 566) veröffentlicht wurden, 
vielfach veraltete und nicht empfehlenswerte Regeln und 
Ratschläge geben. Dies gilt zunächst für die lateinisch«^ 
Sprache, in welcher die verschiedensten Lautzoichen, 
Accente und ähnliche Zeichen, wie sie in der dänischen, 
polnischen, spanischen und anderen Sprachen üblich sind, 
beibehalten werden, statt dass für ihre Umschreibung 
Regeln aufgestellt würden. Nicht zu billigen ist die Regel 
von Artikel 21, wonach auch Namensurheber als Autoren 
gelten sollen, welche nicht selbst den Namen und die zu- 
gehörige Beschreibung veröffentlicht haben. Vor allem aber 
ist zu bedauern, dass Speciesnamen, welche sich nur durch 
leichten Unterschied unterscheiden, obwohl sie gleich be- 



- 12 — 

deutend und gleich abgeleitet sind, neben einander gelten 
sollen. Als veraltet und in Widerspruch stehend mit der 
bereits eingebürgerten rationellen Praxis sind die Be- 
stimmungen von Art. 36 anzusehen, wonach Gattungsnamen, 
die nur in der Endsilbe sich unterscheiden, als gültig an- 
erkannt werden. Hier wird also wiederum Picus neben 
Pica gebilligt. Diese „Internationalen Regeln" stehen tat- 
sächlich im Widerspruch mit dem, was bereits erreicht 
ist. In der malacologischen Literatur z. B. lassen wir 
solche Namen nebeneinander nicht bestehen. So z. B. 
verwirft Dali den Namen Pachystoma Guilding, weil bereits 
ein Genus Pachystomus Latreille älteren Datums besteht. 
Es ist daher nur zu wünschen, dass in späteren Auflagen 
der betreffenden Regeln in diesen Punkten eine Aenderung 
eintritt. Jedenfalls müssen wir, wo wir bereits auf fort- 
geschrlttnerem, logisch besser begründetem Standpunkte 
stehen, uns durch Ratschläge nicht beeinflussen lassen, die 
in keiner Weise zu billigen sind. Anzuerkennen ist dagegen 
Art. 25, wonach auch Gattungsnamen nur dann Gültigkeit 
haben, wenn sie in Begleitung einer Kennzeichnung ver- 
öffentlicht worden sind. 

Sao Paulo, den 15. Mai 1905. 



Bemerknu^ über die Gattung Pliotinul^. 

Von 
Dr. J. Thiele, Berlin. 



In seiner kürzlich erschienenen Bearbeitung magella- 
nischer Trochiden (Zoolog. Jahrb., Suppl. 8) meint Strebet 
von einer Art, die er Calliostonia mobiusi nennt, dass sich 
von ihr nicht sagen lasse, ob sie zu Calliostoma oder zu 
Photinula zu rechnen ist, im ersten Fall könnte es fraglich 
sein, ob nicht Photinula taeniata daneben gestellt werden 



— 13 - 

müsste. Nachher schreibt er, dass nach den Schalen- 
charakteren Ph. caernlescens am ehesten von den andern 
Arten abgesondert werden könnte. 

H. & A. Adams haben in ihrer Gattung Fhotinula 
folgende Arten vereinigt: caertdescens King, expansa Sow.; 
fusca A. Ad., lineata Giay, nigra A. Ad., sandivichiana 
A. Ad., sigaretina Sow., taeniata Wood und violacea King. 

Bei der Untersuchung des Gebisses habe ich dann 
aber gefunden, dass Ph. taeniata und caertdescens sich ganz 
anders verhalten als violacea und expansa und sich 
durchaus an CalHostoma annulatiim Martyn und costatum 
Mart. anschliessen ; sowoid die Beschaffenheit der Zunge 
als auch dos Kiefers sind ganz dieselben, die bei CalHostoma 
ganz besonders charakteristisch sind. Dagegen zeigen die 
anderen Arten: violacea King, expansa Sow. und antipoda 
Hombr. & Jacq. Aehnlichkeit mit Margarita, ohne doch völlig 
mit dieser zusammenzufallen. Aus diesem Grunde habe 
ich unter Belassung der beiden erstgenannten Arten in der 
Gattung Photinula für die letzteren die Gattung Margaritella 
aufgestellt, den Namen dann aber im Register in Margarella 
umgeändert, weil Margaritella nicht nur von Meek & Hayden 
1860 für eine fossile Trochiden-Gattung, sondern auch von 
Oscar Schmidt 1880 für eine Hexactinelliden-Gattung ge- 
braucht worden ist. Die Lieferung des Radula-Werkes, 
worin meine Margaritella errichtet wurde, ist 1891, das 
Register 1893 erschienen. 

Auch H. v. Ihering hat sich mit der Galtung Photinula 
beschäftigt (Nachrichtsblatt, Bd. 34, 1902) und hat, ohne 
meine Arbeit zu kennen, eine ähnliche Teilung vorgenommen, 
dabei aber Photinula für violacea als Typus beibehalten 
und für die andern eine Gattung Kingotrochus aufgestellt. 
Auch Pelseneer weiss nichts von meiner Aufteilung (Result. 
V^oy. Belgica, Mollusques, 1903); er giebt an, dass P/iO^mw/a 
violacea jederseits 4 Epipodialcirren und eine asymmetrische 



- 14 — 

Kopfform aufweist, während Margarita mehr Girren und 
einen symmetrischen Kopf besitzt. 

Da meine Teilung der Gattung Fhotinula über ein 
Jahrzehnt älter ist, als die v. Iherings, haben die von mir 
verwendeten Namen das Vorrechl. Wegen der völligen 
Uebereinstimmung des Gebisses von Ph. taeniata mit 
Calliostoma erscheint es mir gegenwärtig nicht möglich, sie 
von dieser Gattung auszuschliessen, der sie sich durch 
Formen wie möbiusi Strebel anreiht ; so hat auch Dali 
(Proc. U. S. Mus., V. 12 p. 344, 1890) bereits Ph. taeniata 
als ein glattes Calliostoma bezeichnet Von Photinula 
caerulescens habe ich früher nur eine gänzlich in ihre Be- 
standteile zerfallene Radula vor mir gehabt, woran ich 
nur einige Zwischen- und Seitenplatten beobachten konnte. 
Ich habe jetzt von Plate besseres Material erhalten ; dar- 
nach zeigt die Mittelplatte eine ziemlich eigentümliche 
Form, sie ist sehr breit, rundlich dreieckig, von 
liinten nach vorn stark verbreitert und trägt eine 
viel schmälere, lange, zugespitzte Schneide, deren 
ziemlich gerade Seitenränder etwa 12 spitze Zähnchen 
tragen. Von Zwischenplatten zähle ich jederseits 7 ; auch 
sie haben lange, schmale, seitlich gezähnelte Schneiden. 
Die Zahl der Seitenplatten beträgt etwa 30; die sehr 
kräftige innerste, welche sich ganz ähnlich wie bei Calliostoma 
verhält, habe ich früher abgebildet. Die Verschiedenheiten 
der Schale (Dali scheint den Nabelcallus für wesentlich zu 
halten) und der Radula mögen für diese Art die Beibe- 
haltung einer besonderen Gattung Photinula oder besser 
vielleicht einer Untergattung von Calliostoma rechtfertigen. 
Dagegen ist Margarella sicher eine gute Gattung, die mit 
Calliostoma garriicht näher verwandt ist, sondern sich 
ähnlicher den echten Margariten (Eumargarita P. rascher) 
verhält und die jedenfalls rings um den Südpol ve, oreitet 
ist, soweit ich os an dem Material der deutschen Südpolar- 



Expedition feststellen kann, während Eiimargarita auf 
Grund näherer Untersuchung bisher nur aus den nordischen 
Meeren nachgewiesen ist.*) 

Dass die Namen aus dem Radula- Werke so unbeachiet 
geblieben sind, mag seinen Grund hauptsächlich darin 
haben, dass sie im Zoological Record völlig fehlen, dabei- 
habe ich mich zu dieser Auseinandersetzung veranlasst ge- 
sehen. In dieser Zeitschrift (Jahrg. 26, p. 25—27, 1894) 
hat übrigens Dr. Koboll über die von mir bearbeiteten 
Teile des Werkes bericht't und die Gafliintrsnamen zu- 
sammengestellt. 

Eine neue Levantina. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



Levantina chanzirensis n. sp. 
Testa omnino exumbilicata vel vix angustissime 
rimata, magna, solida, depressa, obsolete striata, striis 
obliquis infra suturam distinctioribus, subtiUter angulata 
et malleolata, sculptura spirali nulla, griseo-albida, fusco 
interrupte quinquefasciata, fasciis subaequalibus. Spira 
convexo-depressa. apice magno obtuso, laevi, concolore ; 
sutura impressa, demum subirregularis. Anfractus 4V2 
convexi, regulariter sed sat celeriter aecrescenteS; apicales 
laeves, ultimus major, supra et infra planiusculus, ad 
peripheriam bene rotundatus, antice profunde arcuatim 
deflexo-descendens. Apertura perobliqua, ovato-piriibrmis, 
modice lunata, intus fuscescens fasciis subtranslucentibus ; 
peristoma albidum, undique expansum et reflexum, mar- 

*) Maryarita frielei Krause aus dem Reringsmeer (Arch. Natur- 
^^esch., V. 51 I p. 263 t. 16 f. 2a — c) kann weder zu Eumargarüa, 
noch zu Solariella gestellt werden, da das Gebiss nach der von Krause 
getertigten Zeichnung und nach dem mir übergebenen Präparat ganz 
eigenartig ist. Ich mache die Art daher zum Typus einer besonderen 
Galtung Margaritopsis. 



— 16 - 

ginibus appropinquatis, callo crasso extus anguste fusco 
limbato iuiictis, columellari dilatato, calloso, apprpsso, 
extus obsolete fusco marginato, intus obsolete compresso- 
plicato. 

Diam, maj. 43, min. 36, alt. 26 mm. 

Aufenthalt im Kizil Dagh, dem südlichen Eckpfeiler 
des Golfes von Alexandrette, der als Ras-el-Ghanzir den 
Eingang flankiert; mir von Rolle in drei schönen Exemplaren 
zur Beschreibung mitgeteilt. Eine der schönsten Formen 
aus der Sippschaft der Levantina guttata Oliv. 



Ein neues italienisches Zospeam. 

Von Carlo Polion er a*). 

Zospeum venetimi Poll. (Proteus vol. 3 p. 3 Textfig. 2). 

Testa albida, turgida, rimato-perforata, spira conica, 
apice obtuso. Anfr. öVa valde convexi; sutura profunda 
scparati, primi duo laeves, irregulariter crescentes, caeteri 
striato-subcoslulati; rcgulariter evoluti. Apertura obliqua, 
quadridentata, marginibus distantibus callo lato junctis, 
lamellae parietales 2. infera validissima, erecta, obliqua, 
supera minus valida, columella obliqua, valide unidentata; 
margo dexter reflexus, intus dente calloso mediano munilus. 
— Alt. 1,6, lat. 1,2 mm. Aus dem Genist des Natisone 
in Friau 

Kräftiger und gedrungener gebaut, als die beiden 
früher ebenfalls aus d-jm Genist des Natisone beschriebenen 
Alten Z. isselianum Poll. und Z. tellinii Poll, mit stärkerer 
Berippung und Bezahnung. 

*) Da die Zeitschrift „Proteas, Rivista internationale bimensile 
di Biologia sotterranea, diretta dal Dott. Carlo Alzona" schwerlich 
vielen deutschen Malacozoologen zugänglich wird, geben wir hier 
einen Abdruck der Diagnose der neuen Arten. Pollonera legt gleich- 
zeitig einer vierten Art, die er sclion 1889 erwähnt, aber nicht be- 
nannt und beschrieben hat, weil nur ein Exemplar mit unvollständiger 
Mündung bekannt ist, den Namen Zosreuni lyratum bei und gibt Text- 
fig. 1 eine Abbildung von der Rückseite. Die Zahl der aus Friaul 
beschriebenen Arten steigt damit auf vier, alle aus dem Genist des 
Natisone und wie es scheint aus einer Aufsammlung des heutifen 
Professors Tellini stammend. 



17 



lieber eine Reihe von Nacktsclinecken, die Herr Dr. 
Cecconi auf Cypern und in Falaestina gesammelt hat. 

Von 
Heinrich Simroth (Leipzig-Gautzsch). 



Herr Pollonera wies Herrn Dr. Cecconi mit einer 
sorgfältigen, im Januar 1899 auf Cypern eingeheimsten 
Nacktschneckensammlung, wozu mehrere Arten von Jeru- 
salem und eine von Brindisi traten, im vorigen Jahre an 
mich, und ich mochte mich dem seltenen Materiale nicht 
entziehen, trotzdem beschränkte Zeit nur ungenügende 
Durcharbeitung zu gewährleisten schien. Es hat sich 
schliesslich eine etwas geringere Zahl von Arten heraus- 
gestellt, als die zahlreichen Funde zunächst vermuten 
Hessen. Dafür aber sind mehrere Formen von hervor- 
ragendem Interesse. Ich erlaube mir daher, hier eine vor- 
läufige Uebersicht zu geben, noch ohne die dazu gehörigen 
Abbildungen, die wohl besser an anderem Ort später 
folgen werden. 

Eine Daudebardia (Libania), mit verwandtem Materiale, 
habe ich zur vergleichenden Prüfung der Schale Herrn 
Ehrmann übergeben, da icli mich auf die anatomische 
Untersuchung, die schliesslich bei den Nacktschnecken 
allein ausschlaggebend sein kann, beschränken möchte. 

Es handelt sich ausschliesslich um drei Gattungen: 
Limax, Agriolimax und Amalia. 

1. Limax. 
Die Einteilung der Gattung in Subgenera hat um so 
mehr Schwierigkeiten, je näher wir mit ihr bekannt werden ; 
dasselbe gilt von den Arten. Wir dürfen darin den Be- 
weis erblicken, dass die Gruppe noch in vollem Werdefluss 
sich befindet, — Ersatz genug für den Mangel an präzisen 



— 18 — 

Definitionen, wenn man nur das ganze Material zusammen- 
hätte, um der fortwährenden Aenderungen, welche die 
meisten Funde mit sich bringen, überhoben zu sein. 

Man kann wohl nach wie vor die Gliederung in 
Heynemannia und Lehmannia bestehen lassen. Aber ob 
es noch angeht, den beiden Gruppen den gleichen Inhalt 
zu geben, ist eine andere Frage. Für Lehmannia bleibt 
Limax flavus L. s. variegatus Drap, der Typus ; für 
L. arborum s. marginatus Müll, habe ich selbst in Ueber- 
einstimmung mit den Stimmen, die eine nähere Beziehung 
zu den Ackerschnecken behaupteten, den Uebergang zu 
Agriolimax in Abessinien nachweisen können. Damit 
kann der Blinddarm am sechsten Darraschenkel fär die 
Definition von Lehmannia nicht mehr massgebend sein. 
Auf der anderen Seite kann man wohl den Mangel dieses 
Blinddarms für die Heynemannia noch als charakteristisch 
gelten lassen; auch die Gliederung in Macro- und Micro- 
lieynemannia, aus rein praktischen Gründen unternommen, 
kann vielleicht aus solchen Rücksichten bleiben; nur ist zu be- 
denken, dass ich auch unter den kleinen P'ormen, vom 
L. tenellus aus, deutliche Uebergänge zu den Ackerschnecken 
fand in den nordwestllichen Teilen der Balkanhalbinsel. 
Wir werden eben unsere Anschauungen über die so- 
genannten Stammbäume zwar nicht aufgeben, wohl aber 
modifizieren müssen. 

Das vorliegende Material umfasst Lehmannia von 
Cypern und Heynemannia, bezw. Microheynemannia von 
Jerusalem. Ich ziehe es vor, die Tiere einfach unter 
Limax zu registrieren. 

a) Limax flavus L. 

Larnaka. Giardini sotto sassi. Trikomo. 

Die Tiere sind, wie man sieht, keine Keller- und 
Speicherschnecken, sondern leben im Freien, wie es ihnen 
im Mediterrangebiet zukommt. Die zahlreichen Stücke 
sind von allen Grössen. 



— 19 — 

Die Färbung nähert sich mehr der verbreiteten Form, 
nicht dem einfarbigen ecarinatus vom Kaukasus. Auch die 
kleinsten sind bereits gefleckt. Dennoch hegt in der Zeich- 
nung mehr ein östhcher Zug. Bald ist der Grund dunkel, 
fast schwarz, und die hellen Flecke heben sich scharf ab, 
schärfer als etwa bei dunkeln Exemplaren, bald zeigen 
die Flecke in ihrer Grösse und Vereinzelung, bald in einer 
regelmässigeren Anordnung abweichenden Charakter. 
Namentlich der Mantel ist bisweilen mit wenigen, aber 
grossen hellen Ausschnitten gezeichnet ; oft ist eine mittlere 
Kiellinie deutlich, sei es aus einer, sei es aus mehrfachen 
hellen Reihen von Runzeln aufgebaut ; daneben kommt 
dann jederseits ein dunkles Feld, dann wieder helle Flecken- 
reihen, diese bisweilen wieder durch grössere dunklere 
Stellen regelmässig unterbrochen u. dgl. mehr. Kurz, es 
gibt viel reichhaltigere und gröbere Muster als bei uns. 

Das Pneumostora zeigt sich als grösserer wulstiger 
Kreis; das aber ist eine Eigenheit, an der man sonst meist 
die Ackerschnecken von den echten Limax mit Leichtigkeit 
unterscheidet. Doch liess ein geöffnetes Stück keine Ab- 
sonderlichkeiten erkennen, vielmehr hat es die 6 Darm- 
schenkel mit dem langen Blinddarm usw., so dass ich's nach 
Erfahrungen von anderen Fundorten für überflüssig hielt, 
mich weiter mit den Sektionen aufzuhalten. 

b. Limax von Jerusalem. 

Von Syrien krmnen wir durch Bourguignat und Tristram 
nach Heynemann's Zusammenstellung von 1885 (die nackten 
Landpulmonaten des Erdbodens) folgende : 

Limax barypus Bourg., Nazareth. 

— borytensis Bourg., Beirut bis Jaffa. 

~ eustrictus Bourg., Beirut, Nahr-el-Kelb. 

— Ehrenbergi Bourg. 

— phoeniciacus Bourg., Beirut bis Jaffa. 

— tenellus Müll., Palästina. 



— 20 - 

Heynemann macht schon darauf aufmerksam, dass 
der L. tenellus Müll, ein Arion ist. Es könnte sich 
höchstens um L. tenellus Nilsson handeln. Das Tier soll 
nach Tristram dem europäischen L. tenellus durchaus 
gleichen. Hier liegen lauter Unwahrscheinlichkeiten vor, 
denn von unserem L. tenellus konnte ich zeigen, dass bereits 
in Bosnien und Montenegro Uebergangsformen zu Agriolimax 
vorhanden sind (s. o.). 

Limax barypus gilt für eine Amalia, L. Ehrenbergi 
für L. flavüs, L. berytensis ist ein Agriolimax, so gut wie 
phoeniciacus. 

Demnach bleibt L. eustrictus. Es erscheint mir 
fraglich, ob's möglich sein wird, diese Bourguignat'scho 
Art wieder aufzufinden, bezw. zu rektifizieren. Hier könnte 
wohl nur die anatomische Nachuntersuchung zum Ziele 
führen. Aber wo sind die Originale? Die Angelegenheit 
ist deshalb besonders unerquicklich, weil man nicht weiss, 
wie man sich gegenüber neuen Formen, die man festzulegen 
im Stande ist, verhalten soll. Vermutlich hätte Bourguignat 
die, welche Herr Dr. Gecconi von Jerusalem heimbrachte, 
seinem L. berytensis zugerechnet. 

Es sind drei Serien, jede aus einigen halbwüchsigen 
und einigen erwachsenen bestehend, alle drei in oder bei 
Jerusalem Ende Dezember gesammelt. Die Tiere gehören 
zu den kleinsten der Gattung, etwa wie die kleinen Arten 
des armenischen Hochlandes, nicht so gedrungen, sondern 
mehr von dem Habitus einer mittleren oder kleinen Species 
von Agriolimax. 

Auf den ersten Blick sehen alle gleichraässig schiefer- 
schwarz aus, mit dunklen Seitenfeldern und weissem 
Mittelfeld auf der Sohle. Bei genauem Zusehen bemerkt 
man feinere Unterschiede, die sich bei den verschiedenen 
Gruppen etwas mehr nach der einen oder anderen Seite 
bemerkbar machen, doch so, dass man auch aus jedem 



— 21 - 

Satz völlig übereinstimmende Exemplare würde herauslesen 
können. Die Verschiedenheiten bestehen in folgendem: 
Das dunkle Schwarz kann zu mittlerem Schiefergrau auf- 
gehellt sein. Sein Gleichmass kann unterbrochen sein von 
feinen Flecken, die nur ganz ^\^enig heller sind als der 
Grund wie bei manchen jungen L. flavus ; ja dieser etwas 
hellere Ton kann einen Kielstreifen bilden, der unter Um- 
ständen bis zum Mantel reicht. Die Färbung der dunklen 
Seitenfelder auf der Sohle wechselt so, dass bald an Stelle 
tiefer Schwärze ein Mittelgrau eintritt, bald das Pigment 
auf die äusseren Teile der Felder sich beschränkt. 

Anatomisches: Der Darm hat die Aufwindung und die 
sechs Schenkel der Heynemannien. Die Genitalenden, sämt- 
lich kurz und gestreckt, verhalten sich folgendermassen : 
Ovidukt, Blasenstiel und Penis münden zusammen, jeder 
für sich, in ein ganz kurzes Atrium. Der Ovidukt schwillt 
distal zu einer kurzen, birnförmigen Vagina an. Die Bursa 
(Receptaculum) besteht gewissermassen aus zwei Keulen, 
von denen die kleinere proximale der grösseren distalen 
gerade aufgesetzt ist als ihre Verlängerung. Ob aber, wie 
man zunächst meinen sollte, die proximale der eigentlichen 
Bursa, die distale dem Blasenstiel entspricht, bleibt des- 
halb unsicher, weil das Vas deferens gerade über den Stiel 
der oberen Keule verläuft, daher man bei dem engen Zu- 
sammendrängen der Teile nicht weiss, ob man es nicht 
bloss mit einer mechanischen Einschnürung einer spindel- 
förmig gestreckten Bursa zu tun hat. Immerhin ist die 
Uebereinstimmung der Bildung bei mehreren geöffneten 
Stücken zu betonen, auch hat die distale Anschwellung 
eine derbere und anscheinend etwas andere Struktur als 
die obere, ja es scheint fast, dass die Struktur sich wieder 
auf die distale Hälfte der unteren Anschwellung beschränkt, 
so dass man nur diese als Blasenstiel zu nehmen hätte, 
während die Bursa eine gestreckte, in der Mitte einge- 



— 22 - 

schnürte Blase wäre. Der Penis ist eigenartig genug. Er 
bildet einen geraden Schlauch, an dessen oberes Ende der 
Samenleiter mit einer zwiebelartigen Erweiterung seitlich 
herantritt. Im Innern finden wir in der oberen Hallte 
einen zungenartigen Wulst, in dessen ausgehöhlte Wurzel 
eben das Vas deferens sich öffnet. Hier kommen nun 
wieder einige Differenzen vor. Entweder erfolgt der seit- 
liche Ansatz des Samenleiters ganz oben, oder er verschiebt 
sich ein wenig nach unten, so dass noch ein kurzes Penis- 
coecum übrig bleibt. Ferner verbindet sich die letztere 
Gonstellation mit einem schwarzen Fleck in der Peniswand 
gerade am unteren Umfange der Stelle, wo die Erweiterung 
des Samenleiters sich ansetzt. Er fehlt bei der anderen 
Form. Der Penisretractor heftet sich noch ein wenig tiefer 
am Penis an und kreuzt sich mit dem rechten Ommato- 
phoren. 

Noch möchte ich auf einen dritten Befund aufmerksam 
machen, auf den ich zuerst, allerdings Vv^ährend der trüben 
Wintertage; zu stossen glaubte, der mir aber nachher nicht 
wieder vorgekommen ist. Ich halte seine Exaktheit für 
wahrscheinlich, wage aber nicht, zur eventuellen Wieder- 
aufündung aufs Geratewohl noch weiteres Material zu 
opfern. Der Befund besteht darin, dass sich der Penis- 
retractor nicht mit dem Ommatophoren kreuzte, sich also 
verhält wie bei Agriolimax. Nebenbei notierte ich, dass 
der Darm wie bei Heynemannia verläuft, und dass die 
Lebern die entsprechende Verteilung haben, nur dass sie 
mit gemeinsamem Gange an der Darmseite der Umbiegung 
der beiden ersten Darnischenkel einmünden. Auf den letzteren 
Punkt mag wenig Wert gelegt werden, zumal er bei den 
übrigen Sektionen nicht kontrolliert wurde. Höchstens 
zeigt er, dass die damalige Zergliederung eingehend gemacht 
wurde. Sollte sich der Befund mit dem Penisretractor be- 
stätigen, so würde eine recht interessante Uebergangsform 



— 23 — 

vorliegen, die wohl als besondere Gattung „Proliniax" 
einen Platz innerhalb der Familie verdiente. 

Der relativ geringe Umfang der Genitalenden möchte 
die Reife zweifelhaft machen, doch ohne Grund. Die 
Schwellung der Schleimdrüsenmanschelte am Spermoviduct 
bewies, dass bereits die weibliche Reife eingetreten war, 
wenigstens da, wo ich darauf achtete. Ausserdem aber 
zeigt ein Tier einen gewaltigen Defekt auf der rechten Hälfte 
der Mantelkapuze, wie er nur durch heftiges Schaben der 
Radula von Seite des Partners bei energischem Vorspiel 
entsteht, ein sicheres Zeichen vollzogener Gopula. 

Alle diese Verhältnisse scheinen von eigenartigem 
Wert zu sein, sobald man die manchfachen morphologischen 
Beziehungen, die sie enthalten, mit der geographischen 
Lage zusammenbringt. Morphologisch liegt, wie wir ge- 
sehen haben, möglicherweise ein Uebergang zu den Acker- 
schnecken vor, wenigstens in Hinsicht auf den Penisretractor. 
Doch kann man diesen Punkt, die fehlende Kreuzung mit 
dem echten Heynemaimiendarm, auch anders verwerten, 
indem man auf die nahe Verwandschaft mit Gigantomilax- 
Limacopsis verweist. Die syrischen Formen mit der 
Retractorenkreuzung finden sowohl nach der Anatomie 
wie nach der Färbung ihre nächste Anknüpfung bei den 
kleineren schwärzlichen Limaxarten des centralen Kau- 
kasus (mit Uebergehung Armeniens), bei denen wir einen 
ebensolchen distal erweiterten Samenleiter antreffen. Ich 
habe in ihm einen Rest eines Epiphallus vermutet, was 
sehr wohl sein kann. Jetzt möchte ich die andere Seite 
dieser Beziehungen hervorheben, nämlich die seitliche An- 
heftung des erweiterten Vas deferens am Penis und zwar 
bereits in etwas wechselnder Höhe. Lässt man die 
Insertion noch weiter am Penis hinabgleiten, so wird die 
Kreuzung von selbst wegfallen, das Vas deferens wird 
schliesslich nahe dem Atrium einmünden, und der Penis, 



— 24 — 

eine selbständige ektodermale Einstülpung, wird als Blind- 
sack in die Leibeshöhle hineinragen. Damit sind wir aber 
bei Limacopsis und Gigantomilax angelangt, die ich bereits 
in einer engereren Gruppe vereinigt habe. 

Und nun geographisch! In Abessinien fand sich 
u. a. eine Ackerschnecke, die den Uebergang zum Limax 
arborum bildet. Dieser Uebergang wäre nach der Ver- 
breitung, die wir von den Tieren kennen, zwischen Sieben- 
bürgen und dem Kaukasus zu suchen ; dort liegt er auch, 
nur ist er auf dem entsprechenden Meridian weiter nach 
Süden geschoben bis Abessinien. Aehnlich werden die 
Schlüsse betr. der syrischen Limax. Syrien ist zunächst 
die Südostgrenze der Gattung Limax, Hier finden wir den 
Ursprung von Limax insofern, als das Vas deferens noch 
eine distale Erweiterung trägt, vermutlich den Rest eines 
Epiphallus. Die übrigen dazu gehörigen Formen hausen 
nördlich davon im Kaukasus. Noch weiter rückwärts liegt 
wohl die Gruppe Limacopsis-Gigantomilax, ohne Kreuzung 
und noch ohne Verbindung zwischen Samenleiter und 
Rute, sonst aber mit derselben Darmanlage. Diese Gruppe 
beginnt am Südumfang des Kaspisees und reicht über 
Kreta weg bis zur Südostecke Deutschlands. Möghcher- 
weise haben wir in ihr den Anfang der Limaxgruppe zu 
erblicken. 

Er würde vermutlich in den persischen Gebirgen zu 
suchen sein. Die Differenzierung in die verschiedenen 
Zweige, — Limacopsis und Limax — wäre etwa auf dem 
Meridian erfolgt, der durch den westlichen Kaukasus geht. 
Die Uebergangsformen wären durch die Pendulation nach 
Süden verschoben, bis Syrien. (Schluss folgt). 



25 



Einiges ans Vorderasien. 

Von 
Pfarrer G. Nägele in Waltersweier bei Offenburg. 



Nachdem Herr Prof. Dr. Boettger im Nachrichisblatt 
der deutsch. Mal. Ges. 1905 eine eingehetido Abhandlang 
über neue Funde aus den Anspülungen des Sarusflusses 
veröffentlicht hat, so möge nun dieser schwierigen Arbeit, 
die fast ausschliesslich nur Minutien galt, folgende Auf- 
zählung einiger grösserer neuer Arten und Varietäten iist 
aus demselben Gebiete folgen. Wenn die Einlaufe in den 
letzten 2 Sommern auch gering waren, so sind sie doch 
von einigem Interesse und scheinen mir der Veröffentlichung 
w^ert. Es soll die Nummerierung aus meiner Aufzählung 
in Jahrg. 1903 p. 178 forlgesetzt werden. 

84. Fruticicola (Theba) eliae n. sp. 

Testa angustissime profunde umbilicata, pellucida, 
tenerrima; spira depressa, irregulariter distincte costulata. 
epidermide (in superioribus anfractibus plerumque detrita) 
olivacea. Anfractus 6 — 6V2 convexiusculi, regulariter 
crescentes, ultimus antice descendens ; apertura lunato- 
circinata, extra flavo colore; peristoma simplox, albolabi- 
atum ; margo columellaris supra dilatatus, umbilicum 
semitegens. 

Diam. 14—17:8-11 mm. 

Hab. Akbes Syriae borealis. 

Diese Theha steht in ihrem ganzen Habitus der 
carascaloides Bgt. sehr nahe, unterscheidet sich aber gut 
von derselben durch den abschüssigen Nabel, die dunkle 
Farbe; sie ist ohne KielbindC; stark rippenstreifig, ohne 
Spirahinien und ist nicht gehämmert, während die vor- 
liegenden Exemplare von HeL carascaloides Bgt. aus Ar- 
menien und Kleinasien weiteren Nabel, helle weissliche 



— 26 — 

Farbe, öfters Kielbinde, feine Streifung mit Spiralsculptur 
zeigen und gehämmert sind. 

85. Hei. (Isaurica) praecellens Näg. 
var. amanica nov. 

Differt a typo testa obscure brunnea, fere unicolore, 
paucis obliquis flavidis strigis, anfractibus embryonalibus 
saepe convexioribus, umbilico distincte angustiore, semi- 
obtecto. 

Diam. 45—50:23—25 mm. 

Habit. Tclmkur alma Megherendibi, Ämanus. 

cf. Typus Ikonographie Kob. N, 1636 Taf 354. 
Nachrbl. d. mal. Ges. 1901 p. 21. Diese Varietät unter- 
scheidet sich vom Typus scharf dadurch, dass die ganze 
Schale dunkelbraun ist, nur durch einige gelbliche un- 
regelmäsige Anwachsstreifen unterbrochen, die Basis bis- 
weilen etwas blasser ; die weisse Mittelbinde und die weisse 
Strichelung und Flammenzeichnung des Typus fehlt gänz- 
lich. Vom Typus ist mir kein weiteres Slück zugekommen 
ausser dem im Nachrichtsblatt und in der Ikonographie 
beschriebenen und abgebildeten; es dürfte darum immer 
noch ein Unicum sein. Von der Varietät dagegen trafen 
mehrere Exemplare im Sommer 1904 ein. 

86. Buliminus (Zebrina) funkei Bttgr. 

var. amanica nov. 

Differt a typo strigis obliquis brunneis in anfractibus 

superioribus densis et distinctis, in inferioribus paulatim 

evanescentibus, striis spiralibus (sub vitro), apice albido vel 

violaceo. 

Alt. 28, diam. 7 mm. 

Habit. Karadachl g, Amanus. 
cf. Typus Nachrichtsblatt 1898 pag. 22. 
Es unterscheidet sich diese Varietät von der typischen 
Form sehr augenfällig durch braune Querstriemen, die auf 



— 27 — 

den oberen Windungen gedrängt und scharf markiert sind, 
auf den unteren allmählich verschwinden, oder nur gegen 
die Naht hin sichtbar hervortreten. Eine Form^ zwischen 
Payas und Karanleg aufgefunden, ist beträchtlich kleiner 
und zeigt auf den oberen fünf Windungen bläuliche 
Querstriemen und bläulichen Apex. 

87. Buliminus (Ghondrulus) arctespira Mss. 
Hab. Balian-Keuy, Euphr. super. 

cf. Westerlund, Gen. Buliminus pag. 42. 

88. Buliminus (Ghondrulus) scapns Parr. 
var. cylindrata nov. 

Differt a typo testa graciliore, arctius spirali, anfrac- 
tibus 10, quorum 7 inferiores perfecte cylindrati, 3 
superiores subito angustati ad apicem ; apertura minus 
elongata, magis semilunata, sinistro margine arcuato, 
Altit. 13, diam 4 mm. 

Habit. Balian-Keuy, Euphr. super. 

Diese Varietät, aus der Gegend von Malalia, am 
oberen Euphrat kommend, unterscheidet sich vom Typus 
durch die vollkommene cylindrisclie Form der 7 unteren 
Umgänge, die drei obersten verengen sich plötzlich zum 
etwas stumpfen Apex. Der Aussenrand ist halb kreisrund, 
und das Knötchen an der Insertion des Aussenrandes, das 
gewöhnlich die typische Form aufweist, fehlt gänzlich. 

89. Buliminus (Amphiscopus) ridens n. sp. 
Testa rimato-perforata, conico-fusiformis, oblique 
striatula, nitida, lutescenti-cornea; spira elongata, apice 
obtusiusculo, laevi; anfractus l^js lentc crescentes, convexi, 
sutura impressa, filosa discreti, ultimus V« subaequans, 
basi subangulatus, pone aperluram planatus, albidus, antice 
vix ascendens. Apertura ovaia, dentibus 5 coarctata, 



dente bigibboso parietal! et post eum altero robustiore, 
plica columellari triplici, in margine externo dentibus 2, 
inferiore bigibboso robusto, superiore multo minore. 
Peristoma album, expansnm, incrassatum, marginibus callo 
ad insertionem gibbo dentiformi conjunctis. 
Altit. 7, diam. 2\'2 mm. 

Habit, montes Razoki, Urmia Persiae. 

Dieser Amphiscopus steht dem eudoxinus Näg. (cf. 
Nachrichtsblatt d. deutsch. Mal. Gesellsch. 1894 pag. 105 
u. Ikonographie Nr. 1663 Taf. 257) nahe, unterscheidet 
sich aber leicht von demselben durch die sehr auffallende 
Bezahnung. Hinter dem doppelhöckerigen Parietalzahn 
steht im Innern noch ein zweiter starker ; die Spindelfalte 
ist dreizähnig und der starke untere Zahn des Aussenrandes 
wie der Parietalzahn zweihöckerig. 

90. Pupa (Orcula) doliolum Brug. 
var. incrassata nov. 
Differt a typo testa crassiore, apertura robusto labio 
angustata, peristomate valde dilatato. 
Altit. 7, Diam. 3 mm. 

Habit. Bahan-Keuy, Euphrat. super. 
Diese Varietät macht sich besonders kenntlich durch 
den sehr erweiterten Mundsaum, die sehr starke Lippe und 
dadurch verengte Mündung. Die Gehäuse zeigen meistens 
eine Windung weniger als die typische Form, näm'lich 
nur 8—9. 

91. Pupa (Orcula) robust a n. sp. 
Testa perforata, cylindracea, apice obtuse conoidea; 
anfractus 10—11 convexiusculi, oblique obsolete striolati, 
superiores slriati, nitidi, cornei, ultimus prope aperturam 
compressus, cristam circum perforationem formans, robus- 
tioribus striis ornatus, antice ascendens; apertura in basi 
angulata, peristoma late reflexum ; margo coUumellaris 



~ 29 - 

rectus, margo exterior arcuatus in parte superiore in- 
crassatiis; margines robustissirno callo conjuncti, plica 
collumellaris una in profundo, plica parielalis callo con- 
juncta in parte interiore se diminuens. 
Altit. 21, diam. 4 mm, 

Habit. Balian-Keuy, Euphrat. super. 

Diese Orcula unterscheidet sich von ihren Verwandten 
besonders durch ihren scharfen Unterkiel, die eckige 
Mündung und durch die sehr wulstige Verbindung des 
Spindel- und Aussenrandes. Die Parietallamolle ist mit 
dem wulstigen Gallus verbunden, wird aber schwächer mit 
dem Eintritt in das Innere der Mündung. Die Spindelfalte 
sitzt tief innen am oberen Teil der Spindel. An Grösse 
steht diese Orcula der Orient alis Parr. nahe. 

92. Glausilia (Serrulina) serrulata Ffr. 
var. amanica nov. 

Ditfert a typo testa majore^ costulis robustioribus, 
peristomate minus robuste serrulato-dentato. 
Altit. 16, diam. S'/a mm. 

Habit. Tchukur alma Megharar dibi, Amanus. 

Merkwürdig ist das Auftreten dieser Clausula im 
Amanusgebirge, da die serrulata Ffr. bishor nur aus 
Transkaukasien und Armenien bekannt und in Kleinasien 
noch nicht beobachtet worden war. Diese Lokalform aus 
dem Amanus unterscheidet sich vom Typus durch erheb- 
lichere Grösse, durch stärkere Gostulierung und weniger 
starke Fältelung des Mündungsrandes. Von den mir vor- 
liegenden Exemplaren zeigen nur wenige, wahrscheinlich 
ganz alte, ein völlig bezahntes Feristom, die meisten da- 
gegen nur wenige Sägezähne. 

W^ie die früheren Einlaufe aus Syrien und Gilicien, 
so stammen auch die oben angeführten von den Herren 
Elias Fath. Tembe und Benjamin Bojadjan; dem 



— 30 - 

ersteren zu Ehren wurde die Fruticicola Nr. 84 Eliae 
benannt. Noch sei bemerkt, dass, wie früher, auch diese 
kleine Serie von Herrn Prof. Dr. Boettger geprüft, und 
mir die neuen Arten bezeichnet worden sind, wofür ihm 
der schuldige Dank ausgesprochen wird. 



lieber Lartetia Bgt.*) und über D. Geyers Beiträge 
zur Vitrellenfauna Württembergs. 

Von 
Prof. Dr. 0. Boettger. 



Ich weiss nicht, woher es kommt, ob ich daran 
schuld bin, dass mir so wenige der neueren deutschen 
Schneckenarbeiten Freude machen, oder ob die Verfasser 
der Arbeiten mir die Lektüre verleiden. Eine reine Freude 
liabe ich auch an dem Studium des sehr verdienstvollen 
und ohne Frage sehr brauchbaren Werkes Geyers nicht 
gefunden. Die 7 Tafeln sind ja über alles Lob erhaben 
und werden den Eifer und den Fleiss des Autors immer 
verkünden, solange es eine malacozoologische Wissenschaft 
geben wird. Und die Munifizenz, mit der Geyer seine 
Schätze austeilt, und auch mir — wenn auch indirekt — 
zukommen lies, ist ebenso über alles Lob erhaben. Und 
doch muss ich nörgeln! 

Ich habe die Einleitung und die ganze Arbeit auf- 
merksam gelesen, ich habe den grössten Teil der alten und 
die neueren Arten, von denen das Buch**) handelt, Stück 
für Stück geprüft, und — ich sehe anders und muss mich 
in aller Kürze darüber aussprechen. 

*) Vitrena Clessin 1877 = Lartetia Bourguignat 1869. — 
Vergl. auch meine Bemerkungen hierüber im Nachr. -Blatt 1905 
p. 115—117. 

**) Jahreshefte d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württemberg 1904 
p. 208—334, Taf. 8—14. — Vergl. auch K o b e Its Referat im Nachr.- 
Blatt 1905 p. 45—46. 



— 31 — 

Geyers Fundamentalsatz p. 303 lautet: „Manche 
Höhlungen sind so beschränkt im Räume und bieten den 
Tieren so wenig, dass sie für mehrere Arten nicht zureichen 
können. Sodann widerspricht es, soweit ich die Verbält- 
nisse kenne, der Erfahrung, dass Tiere gleicher Gattung, 
aber verschiedener Art, die sich gegenseitig Konkurrenz 
machen, unter ganz gleichen Bedingungen beieinander 
wohnen. Es ist unmöglich, dass meln-ere Arten miteinander 
eingewandert sind und sich, obwohl im schärfsten Kampfe 
um die Existenz sich befindend, doch bis heute neben- 
einander erhalten haben, und während der gegenwärtigen 
Erdperiode ist wohl auch keine Schnecke flussaufwärts ge- 
kommen, um sich in eine Quellen- und Höhlenschnecke 
umzubilden und die Nebenwohner zu bekämpfen, wie es 
von der Flanaria conocephaht Duges gegenüber der PL 
alpina Dana angenommen wird. Was mich aber mehr 
als alle diese rein äusserlichen Erwägungen bestimmt, alle 
Formen einer Höhle als Glieder eines durch Abstammung, 
Ernährung und Lebensweise zusammengehörenden Ganzen 
zu betrachten, ist das Zeugnis, das sie für sich selbst ab- 
legen durch das Ineinandergreifen und Uebergehen der 
Formen von einem Grössen- und Windungsextrem ins 
andere. Wo aber die Natur selbst keine Grenzen gezogen 
hat, darf der Forscher auch keine aufzustellen versuchen. 
Ich habe den Versuch gemacht, bei einigen Genossenschaften 
die Formenreihen bildlich darzustellen." 

Also der Kernpunkt der theoretischen Erörterung ist: 
Jede Höhle birgt stets nur eine Art! — Ich wage das 
aus praktischen Gründen zu bestreiten. Geyer hat von 
den meisten Arten trotz der beschränkten Räume, an 
denen er gesammelt hat, wie er selbst zugeben muss, er- 
staunliche Massen von Individuen gefunden. Spricht das 
für Konkurrenz und Kampf? Er sagt selbst, dass das 
Vorkommen in den verschiedenen Höhlen und QueUbächen 
oft lokalisiert sei. Warum sollen sich da nicht zwei oder 



— 32 — 

drei Arten im Laufe der Zeit nebeneinander ausbilden 
können, wie es doch in ähnlicher Weise notorisch die 
zahlreichen ähnlich lebenden Zospeum- kvten in den Krainer 
Höhlen getan haben? So soll nach Glessins Zeugnis 
die Höhle von Pasica drei Arten enthalten (Z. schmidti 
Frauenf., ni/deum Bgt. und aglenum Bgt.), die des Krim- 
bergs ebenfalls drei (Z. pulchellum Frey,, obesum Schmidt 
und lautuni Frauenf.), die von Vodnik oder Vodnica zwei 
CZ. schmidti Frauenf. und aglenum Bgt.) und die von 
Dioja-Grica und Veternica ebenfalls zwei (Z. alpestre Frey, 
und nijdozoilum Bgt.). Mögen dabei auch Bestimmungs- 
fehler unterlaufen sein, sicher ist doch ohne Frage, dass 
Eine, dass in den Krainer Höhlen ganz scharf getrennte 
Schneckenformen nebeneinander in der gleichen Höhle 
leben. Auch meine reiche Sammlung an Zospeen — ich 
war selbst an Ort und Stelle — hat dafür Beweise. 

Wir sehen also, Geyers Fundamentalsatz steht auf 
schwachen Füssen. Auf noch morscherem Fundament 
steht aber schliesslich der Satz, den er verficht, dass die 
verschiedenen geologischen Gebiete, das Albgebiet mit 
seinem Juraboden und das fränkische Muschelkalkgebiet, 
theoretisch verschiedene Lartetia- Asien erzeugt haben 
müssten, und dass eine Form, möge sie auch der Schale 
nach absolut identisch sein mit einer Form des anderen 
Gebietes, deshalb trotzdem einer anderen Art angehören 
müsse. Ich kann das theoretisch nicht zugeben, habe es 
in Praxis stets anders gehalten und werde davon wohl 
auch in Zukunft nicht abgehen. Stimmen die Schalen 
beider Gebiete wirklich in jeder Hinsicht miteinander über- 
ein, so müssen wir sie — selbst wenn theoretische Be- 
denken dagegen sprächen — immer und unweigerlich mit 
dem gleichen Speciesnamen belegen, weil wir sonst jeden 
Boden unter den Füssen verlieren und mit unserer ganzen 
Systematik in der Luft schweben würden. 



— 33 — 
Einige Selteiilieiten aus meiner Sammlung. 

Von 

C. B ülo w , Berlin. 

IV. 

Mit Tafel 1 (7) und 2 (8). 



Murex calcar, Kiener (1842) wird vielfach für eine 
Variante von Murex senegalensis Gmelin gehalten. Das 
Original der Kiener'schen Abbildung ist im Pariser Museum 
und als von Van Diemensland herstammend bezeichnet, 
während Kiener selber kein Vaterland angegeben hat. Von 
Sowerby (senior No. 2) stammt die Bezeichnung senegalensis 
white variety in Conch. illustr. (1841) Species 24 Fig. 
61 (eine gute Abbildung von Murex calcar) mit dem 
Fundort Senegal. Von keinem Naturforscher ist bisher der 
Fundort Senegal bestätigt worden. Ich gebe in Fig. 1 
Taf. 1 eine Abbildung von einem schönen Exemplar von 
Murex calcat% das ganz sieher von China stanmit und in 
der ostindischen Region gefunden ist. Dies Exemplar ist 
77 mm lang, noch lange nicht ausgewachsen und besteht 
auch aus ganz anderem Material als der derbe Murex 
senegalensis Gmel. (Fig. 2 Taf. 1), der zu beiden Seiten 
des tropischen atlantischen Oceans (Brasilien und Senegal) 
vorkommt und wohl in allen Sammlungen vertreten ist. 
Auch Mr. Sowerby in London^ der beste Kenner der 
Meeres-Gonchylien hat die Erfahrung, dass Murex calcar 
nichts mit dem Murex senegalensis gemein hat ; auch 
Reeve zweifelt stark an seiner Zugehörigkeit zu diesem. 

Fig. 3 unserer Taf. 1 stellt den Murex (Pteropurpura) 
Carpenteri, Dali von Galifornien dar. Er ist CO mm lang 
und einfarbig braun. Mr. Dali beschreibt ihn im Nautilus 
XII (1899) Seite 138 als Pteronotus Carpenteri. Jousseaume 
hat diesem Subgenus von Murex den Namen Pteropurpura 



— 34 — 

gegeben, weil der Name Pteronotus Swainson schon von 
Gray vorher für eine Galtung der Reptilien verbraucht ist. 
Eine Abbildung dieses schönen Murex findet sich auch in 
den Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. XXIV (1902) Taf. 84. 
Fig. 9. 

In the Annals and Magazine of Nat, Hist. 1894 
Fi. III. Fi--. 3 beschreibt Mr. E. A. Smith den Murex 
malaharicus, Malabarküste, 36 Faden tief. Sein abgebildetes 
Exemplar ist 114 mm lang, der Kanal von der Mündung 
gemessen 58 mm lang. Das Stück meiner Sammlung, von 
dem ich in Fig. 4 eine Abbildung gebe, ist nur 80 mm 
lang. Diese Spezies gehört zur Untergattung Tribulus, 
Kobalt, und ist auf den Windungen mit Wülsten, die reich 
mit Knötchen — entsprechend der Querrippung — verziert 
sind, versehen, und zwar sitzen auf der letzten Windung 
5, auf der vorletzten 4 und so weiter 3 und 2 Wülste, bis 
sie auf den obersten Windungen ganz verschwinden. Die 
Farbe ist gelbweiss mit brauner Schattierung, und rot- 
braune Linien zieren als ein Band die Umgänge. Der 
Kanal hat grössere braune Flecke. Die Mündung ist weiss. 

In Journ. de Gonch. 1856 Taf. 8 Fig. 1 findet sich 
der Murex Beaui Petit, mit dem der Murex malabaricus 
Smith die meiste Verwandschaft hat. Ich habe von Murex 
Beaui in meiner Sammlung ein jüngeres Exemplar, 
stammend von Guadeloupe, dem aber nach der Petit'schen 
Abbildung noch ein ganzer Umgang fehlt. Ich gebe davon 
in Fig. 5 Taf. 1 eine Abbildung. In dieser Grösse hat 
er mit dem Murex nodatus Reeve sehr viele Aehnlichkeit; 
es fehlt mir weiteres Material, um beide Arten vergleichen 
zu können. — Unsere Fig. 6 gibt eine Abbildung 
des Murex Lamherii, Poirier von Neu-Caledonien, der zum 
Subgenus Homalacantha Mörch gehört. Mr. J. Poirier 
veröffentlicht in den Nouvelles Archives du Museum d'hist. 
nat. Paris 1883, eine grössere interessante Abhandlung 



— 35 — 

über die Murex im Pariser Museum. Hier beschreibt er 
auch seinen Murex Lamberti, abgebildet daselbst Tat" VI 
Fig. 3a, b, nahestehend dem Murex scorpio L., aber doch 
durchaus von diesem verschieden. Er ist weisslich mit 
2 braunen Binden. Acht Varices zähle ich auf der letzten 
Windung, alle Windungen sind mit starken Rippen, die 
auch über die Varices laufen, versehen. Er ist 40 mm 
lang. Das Subgenus Homalacantha habe ich in folgender 
Ordnung in meiner Sammlung zusammengestellt : Murex 
rota, Sow. ; M. digitatus, Sow. ; M. scorpio, L. ; M. lamberti, 
Poirier; M. varicosus, Sow.; M. secundus, Lam. ; M. 
fenestratus, Ghemn. Mr. Poirier stellt auch den M. 
fenestratus hierher, obgleich die Mündung gezähnelt ist 
und dies ihn wohl nach Ocinebra hinAveist. 

Einer der schönsten Kegel meiner Sammlung hat die 
Bezeichnung Conus archiihalassus Sol. Es ist der gekrönte 
Admiral der Alten und eine grosse Seltenheit. Leider 
gibt unsere Abbildung Taf. 2 Fig. 1 die Schönheiten 
der Zeichnung und der Farbe nicht wieder. In seiner 
Form ist er von dem Conus amniiralis auch recht ver- 
schieden und constant, so dass ihn Mr. Sowcrby in London, 
mit dem ich darüber correspondiert habe, für eine selb- 
ständige Art hält. Dillwyn führt ihn in seinem Gatalogue 
(1817) Seite 374 auf, jedoch ist nach seiner Beschreibung 
dort der Conus ammiralis var. granulata gemeint, der aus- 
gewachsen stets in der Form viel kleiner als Conus 
ammiralis bleiot und ganz mit Reihen kleine: Perlen besetzt 
ist, während das hier abgebildete Exemplar glatt und nur 
mit grossen Aveissen Knoten auf den Windungen der Spira 
gekrönt ist. Dillwyn citiert bei seiner Art „Conus 
Architalassus, Solander's MSS. Portland Cat. pag. 189, 
lot. 4017." Es ist mir nicht gelungen, den zitierten 
Catalog zu Gesicht zu bekommen, ich kann daher nicht 
feststellen, ob Solander diese vorliegende Art gemeint hat. 
Das abgebildete Exemplar stammt von den Seychellen. 



— 36 — 

Fig. 4 ist Conus stillatus Reeve (Conch. icon. Suppl. 
PI. V Fig. 247). Bauchige Stücke von Conus spectrum L. 
habe icli öfters unter diesem Namen in Sammlungen ge- 
funden. Unsere Art ist aber hiervon durchaus verschieden. 
Weinkauff bildet in Martini-Chemnitz II Taf. 51 Fig. 10, 11 
ein junges Stück von G. stillatus ab. Das Original der 
Weinkauffchen Abbildung befindet sich in meiner Samm- 
lung, ich habe es auch hier abgebildet (Fig. 4a). Auch 
die Recve'sche Abbildung ist von einem jüngeren Exemplar 
genommen. Unsere Figur 4b zeigt ein ganz ausgewachsenes 
Stück, das von Australien stammen soll. Der Grundion 
ist gelblich-weiss und die in Binden angeordneten gelben 
Flecken gleichen der Zeichnung des Conus characteristicus 
Hwass, aber die Form ähnelt der von Conus bullatus L. 
Grösse 44:28 mm. — In „Marine Investigations in South 
Africa" (1903) beschreibt Mr. Sowerby einen neuen Conus 
von Süd-Afrika aus 27 Faden Tiefe, den er Conus eucoronatus 
nennt (abgebildet daselbst PI. III Fig. 9). Unsere Figur 3 
Taf. 2 gibt eine Abbildung von einem jüngeren Exemplar 
dieser Art aus meiner Sammlung. Das abgebildete 
Sowerby'sche Stück ist 45 mm lang. Die Grundfarbe ist 
vveisslich mit braunen Flecken und 3 breite braune Binden 
zieren den Kegel, der ganz mit tiefen Furchen umzogen 
ist. Alle Windungen der Spira sind mit kleinen dicht 
aneinander gereihten weissen Perlen besetzt. 

In den Proc. CaHf. Acad. Sei. III pag. 183 (1865) 
ist eine Pleurotoma (Surcula) Carpenteriana Gabb be- 
schrieben. Ich gebe in Fig. 2 Taf. 2 die Abbildung 
eines schönen Exemplares. Mr. Dali stellt diese Pleurotoma 
(Proceed. U. St. Nat. Mus. Vol. XII Seite 303) zum Sub- 
genus Genota, Section Dolichotoma Bellardi; er sagt: 
„Diese interessante Species, von welcher nur wenige Stücke 
bekannt sind, gehört in die Section Dolichotoma, von 
welcher die fossile Pleurotoma cataphracta Brocchi der 



- 37 — 

Typus ist." Sie hat eine gelbrote (dunkellachs-) Farbe 
und ist mit braunen Linien geziert. Ihre Länge beträgt 
95 mm. Fundort an Cahfornien. 

Von der Zweischalergattung Isocardia sind mir vier 
Arten bekannt: Isocardia cor L,, vulgaris Reeve, lamarcki 
Reeve(wohl nurVariante der vorhergehenden) und moltkiana 
Reeve. Die beiden ersten sind in allen Sammlungen ver- 
treten, dagegen gehört die kleine Isoc. moltkiana zn den 
grössten Seltenheiten. Ich gebe zum Vergleichen Ab- 
bildungen von Isoc. vulgaris (Taf. 2 Fig. 5), Isoc. 
lamarcki (Fig. 6a, b) und von Isoc. moltkiana (Fig. 7). 
Reeve hat in seiner Conch. icon. den Spengler'schen 
Namen Isoc. moltkiana verwechselt. Spengler beschreibt 
in „Schi'ifien der Gesellschaft naiurforschender Freunde" 
Band IV (1783) Seite 321 Taf. XIV Fig. 1—4*) die 
Moltkische Ghama, Chama moltkiana, wobei er bemerkt, 
dass auch im VII f'ande des Chcmnitz'schen Conchylien 
Gabinels (1784) Abbildungen davon erscheinen werden. 
Diese Spengler'schen und Ghemnitz'schen Beschreibungen 
und Abbildungen beziehen sich unzweifelhaft nicht auf die 
Art, welche Reeve als Isoc. moltkiana Chemnitz in seiner 
Conch. icon. abbildet (keine gute Abb.) oder welche 
Adams & Reeve in Voyage of Samarang Taf. 22 Fi.». 3 
abbilden (eine sehr gute farbige Abbildung), sondern die 
Abbildungen von Spengler und Chemnitz gehören einer 
Zwischenform von vulgaris und lamarcki an, von glänzend 
weisser Farbe in der Grösse meiner Figur 6b von 24 mm 
Länge. Da diese typischen Abbildungen zweifelhaft sind, 
ist es besser, Reeve's Arten festzuhalten und bei vulgaris^ 
lamarcki und moltkiana stets den Autor namen Reeve zu 
setzen, denn mit neuen Namen ist der Conch yliologie auch kein 
Dienst erwiesen. 



*) Dieselben Abbildungen wie in Marl. Chenin. Band 7 Taf. 48 
und auch wie in der IL Ausgabe, Cardiacea Taf. 1 Fig. 4 — 7. 



— 38 - 

Die Isocardia moltkiana Reeve ist ausgewachsen nicht 
grösser als 16 — 17 mm lang, sie ist von weisser Grund- 
farbe, bedeckt nach dem unteren Rande hin mit kleinen 
blutroten Punkten. Die Isoc. lamarcki Reeve ist meiner 
Ansicht nach eine Variante von I. vulgaris, beide kommen 
zusammen bei China vor. Is. lamarcki hat eine schiefere 
Form als vulgaris, auch sind die Querrippen bei jener 
mehr stufenförmig abgesetzt, während Is. vulgaris in der 
Skulptur glatter ist. 

Einfluss des bewegten Wassers auf die Gestaltung der 
Muscheln aus der Familie Unionidae Flera. 

Von 
Henrik Seil, Kopenhagen. 



Zu den bekannten europäischen Süsswassermuscheln 
gehören die grossen Formen der Familie Unionidae Flem. 
in den Gattungen Unio Retz. und Anodonta Lam., welche 
alle Ströme, Bäche und Seen z. T. in überraschender 
Menge beleben. Die Najaden leben in stehendem und 
fliessendem Wasser, in stillen Teichen und in Seen mit 
heftigem Wogenschlag, in grossen Flüssen mit rein sandigem 
Grunde und in deren schlammgrundigen Buchten, und in 
Bächen mit reissendem Strome und kiesigem Bett, und 
zwar bevorzugen nicht nur gewisse Arten derselben die 
eine oder andere Art erwähnter Gewässer, sondern es 
machen sich auch an den einzelnen Najadenarten eines 
jeden Standorts gewisse, durch den Aufenthaltsort bedingte 
Veränderungen bemerkbar, dergestalt, dass die Formen des 
einen Sees oder Baches niemals denen eines andern voll- 
kommen gleichen, ja dass man oft innerhalb eines und 
desselben grösseren Sees an verschiedenen Stellen ver- 
schiedene Formbildungen beobachten kann. Dass diese 
Formenverschiedenheiten nicht etwa auf individuellen 



— 39 - 

Eigenschaften der Muscheln, oder wie man sagt, auf , zu- 
fälligen" Eigenschaften beruhen, geht zur Evidenz daraus 
hervor, dass ein geübtes Auge aus einer Menge von Stücken 
z. B. von Unio tumidus Retz. und Unio pictorum L. leicht 
diejenigen eines und desselben Fundorts herauszufinden 
vermag. Es haben also ganz bestimmte, mit jedem Stand- 
orte veränderte Einflüsse zur Ausbildung analoger Formen 
verschiedener Najadenarten sich gleichmässig geltend ge- 
macht. Selbstverständlich werden diese Formen nicht so 
beschaffen sein, dass sie für das Leben und die Entwicklung 
der Tiere ungünstig wirken ; man wird vielmehr ihre Ent- 
stehung aus dem Bestreben ableiten dürfen, den betreffenden 
Ortsverhältnissen sich möglichst anzupassen und störende 
Einflüsse derselben so viel als tunlich unschädhch zu 
machen. Ich will deshalb versuchen, einige dahingehende 
Beobachtungen an unseren dänischen Najadenarten im 
folgenden zu erläutern. 

Ich verzeichne als solche die nachfolgenden fünf: 

1) Anodonta cygnea L., in schlammigen .und sand- 
grundigen, meist nur stehenden Gewä.ssern. 

2) Anodonta complanata Ziegl., in langsam fliessenden 
und stagnirenden Gewässern mit lettigem oder schlammigem 
Grunde. 

3) Unio tumidus Retz. und 

4) Unio pictorum L., in stehenden und fliessenden 
Gewässern aller Art, nur kleinere, besonders schlammige 
Teiche und sehr stark reissende kiesgrundige Bäche ver- 
meidend. 

5) Unio crassns Reiz, in schnellfliessenden Gewässern 
mit sandigem oder kiesigem Grunde. 

Wie bei allen Lamellibranchiaten verbindet auch bei 
den Najaden ein hinter den Wirbeln (dem Wachstums- 
centruin) am Dorsalrand der Muschel gelegenes, horniges 
(und zwar hier äusseres) Ligament die beiden Schalen- 



— 40 — 

hälften. Die beireffenden an dem Ligament liegenden 
Ränder der Schalenklappen nennt man die „Schlossränder", 
und zwar können dieselben zur grösseren gegenseitigen 
Befestigung der Schalenhälften noch mit besonderen, in 
einander eingreifenden Vorragungen versehen sein, den 
„Schlosszähnen." Von diesen unterscheidet man zweierlei 
Arten: einmal solche, welche von mehr dreieckiger, 
konischer Gestalt, direkt unter den Wirbeln postiert, die 
Verschiebung der Schalen gegeneinander in der Richtung 
von vorn nach hinten verhindern, d. h." die eigentlichen 
Schloss- oder Flauptzähne, und zweitens solche, welche 
(bei den Najaden nur hinter den Schlosszähnen gelegen) 
von mehr lamellcnartiger_, langgestreckter Form, durch ihr 
Ineinandergreifen eine Verschiebung in der Richtung von 
oben nach unten unmöglich machen^ d. h. die Seitenzähne 
oder Seitenlamellen. Die Galtung Anodonta Lam. entbehrt 
solcher zahnartiger Vorsprünge gänzlich, Margaritana 
Schum. zeigt nur Hauptzähne^, während die Unioarten 
beiderlei Formen von Schlosszähnen tragen. 

Bei sämtlichen Najadenschalen und zwar besonders 
bei den Unioarten kann man eine eigentiimliche, auf beiden 
Schalenhälften immer gleichmässige Verletzung der Wirbel- 
gegend (die sog. Wirbelkorrosion, Angefressenheit, Ab- 
schulterung u. s. w.) bemerken, welche durch eine von 
aussen her erfolgende Zerstörung der Kalkschicht nach 
Entfernung der Schalenepidermis verursacht wird. 

Man erklärt die Wirbelkorrosion entweder durch 
Auflösung der Kalkschicht auf chemischem Wege durch 
kohlensäurehaltiges Wasser oder durch Abschlelfung auf 
rein mechanischem Wege. Jede von beiden Ursachen allein 
dürfte nicht als Erklärung genügen ; vielmehr könnte man 
es sich ungefähr so denken : die nachweisslich auch durch 
stärkere chemische Reagentien, wie z. B. Königswasser, 
unzerstört bleibende Epidermis bekommt auf mechanischem 



— 4:1 — 

Wege kleine Risse und Löcher, in denen Algen und Moose 
sich ansiedeln und die Epidermis noch mehr lockern. 
Dadurch wird die Kalkschicht äusseren Einwirkungen, 
chemischen wie mechanischen, biosgestellt, und es wird 
von der Art des Wassers, in welchem die betrefTendo 
Muschel lebt, abhängen, welche von beiden das Haupt- 
agens für die Wirbelkorrosion abgeben wird. 

In stehenden, stark kohlensäurehaltigen Sumpfwassern 
Avird hauptsächlich oder lediglich eine Auflösung des 
Kalks auf rein chemischem Wege vor sich gehen ; in 
fliessendem Wasser dagegen wird neben einer Auflösung 
derselben durch Kohlensäuregehalt noch mehr die me- 
chanische Ab- und Ausspülung Avirksam sein. Dem ent- 
sprechend sind die Schalen der Bewohner reissender Bäche 
am meisten verletzt und zwar hauptsächlich am vorderen, 
stets gegen den Strom gerichteten Teil, während die 
Schalen der in stehenden, sandgrundigen und klaren 
Wassern lebenden Muscheln die geringste Korrosion er- 
leiden. In Bezug auf die Beeinllussung der Formverhält- 
nisse durch bewegtes Wasser hat man zu unterscheiden 
zwischen einer strömenden Bewegung der Bäche und 
einer wogenden und brandenden der grösseren Seen, 
besonders bei flachem Wasserstande. Ein Uiiio des 
fliessenden Wassers ist, wie schon erwähnt, immer mit 
dem Vorderteile gegen den Strom gerichtet und hat 
darum den Unbilden des Stroms immer nur nach einer 
Richtung, nach vorn hin, den haupi sächlichsten Widerstand 
entgegenzusetzen. Anders in einem See. Hier sehen wir 
die Unionen nicht in einer bestimmten Lage, wie auch 
das Wasser nicht in einer bestimmten Richtung bewegt 
ist. Vor wie hinter der Muschel wogt dasselbe gleich- 
massig, und eine Najadenschale muss so beschaffen sein, 
dass das Tier ringsum Schutz und Halt in derselben findet, 
Besteht der Wassergrund aus weichem Schlamm, so wird 



— 42 — 

eine Muschel sehr leicht tief einzusinken geneigt, anderer- 
seits aber auch aus demselben verhältnismässig leicht aus- 
zuheben sein ; ist darum Wasser, besonders flaches Wasser 
mit Schlammgrund (hier also nur stehendes Wasser ver- 
standen) unter Umständen heftigem Wogenschlag ausgesetzt, 
so werden die dasselbe bewohnenden Najaden eine Form 
annehmen müssen, welche sie besonders zum Festhalten 
am Grunde behufs Vermeidung des Herausgehobenwerdens 
durch die Wogen geeignet macht. Umgekehrt sind die in 
reissenden Bächen wohnenden Najaden der Gefahr aus- 
gesetzt, fortgerissen und mit dem Strome weggespült zu 
werden, bedürfen deshalb besonders einer von hinten nach 
vorn wirkenden Stütze. Ausserdem droht den Flussunionen 
eine Gefahr in den durch den Strom mitgerissenen fremden 
Körpern und rollenden Steinen, eine Gefahr, die mit zu- 
nehmender Schnelligkeit des Stromes wächst, in jedem 
stehenden Gewässer aber fortfällt. 

Im Allgemeinen ist bei den Flussunionen durchweg 
das gegen den Strom wie ein Sturmbock gerichtete Vorder- 
teil immer unverhältnissmässig dicker als das Hinterteil, 
welches letztere, durch jenes geschützt, auch in ziemlich 
schnell fliessenden Gewässern oft ganz dünn bleibt. Eine 
Ausnahme hiervon bilden die im Ganzen sehr starkschaligen 
und zumeist nur sehr reissendes Wasser bewohnenden 
Unio crassus, bei denen jedoch immer die Dicke des 
Vorderteils stark überwiegt. 

Bei den Seeunionen dagegen, bei welchen alle Teile 
in dem sie rings umwogenden Wasser gleichmässig ge- 
wissen Gefahren, wenn auch geringeren, ausgesetzt sind, 
sind die Schalen vorn und hinten mehr gleichmässig 
stark, vorn schwächer, hinten stärker als Flussunionen. 

Wir erwähnten ferner, dass ein Unio des stark 
wogenden Wassers, besonders bei flachem Wasserstand 
und zumal bei weichem Schlammgrund gegen das Aus- 



— 43 — 

gehobenwerden, ein Unio des stark strömenden Wassers 
gegen das Fortgeschoben- bezw. Weggespültwerden sich 
zu schützen suchen müsse. Dieses Bestreben würde natur- 
gemäss an dem Teil der Muschel zum Ausdruck gelangen^ 
mit welchem sie den Grund berührt, also an dem Unter- 
rande. Ein kurzer und womöglich stark konvex gebogener 
Unterrand könnte einen Schutz gegen diese Eventualitäten 
nicht gewähren, in weit höherem Grad aber ein langer 
Unterrand, der womöglich tief in den Grund sich einzu- 
bohren im Stande ist. 

So sehen wir denn auch in dem ^Wörthsee" bei 
Klagenfurt (Kärnthen) den Unio pictorum eine Form an- 
nehmen, wie man sie sich nicht geeigneter zur Fixierung 
der Muschel im Grunde denken kann, und die einen so 
erfahrenen Conchologen, wie Rossmässler, anfänglich sogar 
zur Aufstellung einer neuen Art veranlassen konnte. 
(Unio platyrhynchus Rossm.).*) Die Muschel und dem- 
gemäss auch der Unterrand ist langgestreckt, das Hinterteil 
aber fast hakenförmig nach unten gebogen, und tief in den 
Schlamm eingesenkt, welcher beim Herausnehmen ,trauben- 
förmig" an der Muschel hängen zu bleiben pflegt. Ganz 
analog sind an derselben Stelle ausgebildet Unio crassus 
Hetz. var. batavus Lam. als U. decurvatus Rm., und 
Anodonta cygnea L. als A. rostrata Kok. 

In einem blind endenden, mit dem Wörthsee in 
direkter Verbindung stehenden Graben, dem Lendkanal, ist 
der Schlamm durch gewöhnlichen Sandgrund ersetzt, der 
Kanal hat keinen Wellenschlag, sein Wasser ist tiefer und 
allen drei in dem Kanal lebenden Arten fehlt diese Eigen- 
tümhchkeit des hakenförmig nach unten gebogenen Flinter- 
teils; die Muscheln bedürfen dort eines solchen Notankers 
nicht und zeigen alle den gewöhnlichen Habitus. Aehn- 
liche, wenn auch nicht ganz so extrem gestaltete See- und 



*) E. A. Rossmaesslers Iconographie, Bd. I Taf. 9 Fig. 130 u. 
Taf. 24 Fig. 338 a b c. 



_ 44 — 

zugleich Schlammformen des Unio pictoram kommen vor 
im Ghiemsee in Oberbayern*) und auch in iVIecklen- 
burgischen Seen — immer mit dem »traubenförmig" an- 
hängenden Schlamm. Sollten die Muscheln vielleicht durch 
eine besonders starke Schleimabsonderung den Schlamm 
an ihrem Hinterteil klebriger zu machen und so noch mehr 
Halt in demselben zu gewinnen suchen? (Schluss folgt). 



lieber Cantareus s. Tapada apertas Boru im Terrarium. 

Von 
H. Flonigmann, Magdeburg. 



Am 22. Februar vorigen Jahres (1905) brachte man 
mir aus der Küche zwei Schnecken, Diese waren in den 
dicht anliegenden Blättern eines Blumenkohlkopfes gefunden 
Avorden, der höchstwahrscheinlich aus Italien importiert 
war, doch liess sich die genaue Herkunft nicht ermitteln. 
Das eine Gehäuse war leider leer, aber aus dem andern 
streckte nach kurzer Zeit das Tierchen die Fühler aus 
und begann munter umherzukriechen. Ich setzte es in ein 
mit gewöhnlicher Tradescantia bepflanztes kleineres Terrarium, 
das es mit einigen Tachea hortensis L. teilte, die ich kurz 
vorher an der Kirchhofsmauer von Krakau b. Magdeburg 
gesammelt hatte, um es möglicherweise noch länger zu 
hallen. Das Terrarium hatte ich in einem ungeheizten 
Zimmer direkt am Fenster stehen. Trotz der frühen 
Jahreszeit und der gegen Italiens sonniges Klima ganz er- 
heblichen Kühle (4- 5—6° Gels.), zog das Tierchen voll- 
kommen lebensfrisch seine glänzenden Schleimstrassen an 
den Wänden, und sein gesegneter Appetit zeigte sich an 
den bald abgefressenen Blättern. Während des Tages 
pflegte das Tier unter einem kleinen Muschelkalkfelsen 
versteckt der Ruhe, aber mit Einbruch der Nacht kam es 

*) Unio arca Held. Isis. 1837 p. 304. 

, , Glessin, Malak. Blätter XIX. Bd. p. 123. 



— 45 — 

aus seinem Verstecke hervor und ging seiner Nahrung 
nach, selbst während dicht dabei die Lampe brannte. 

Das Tier selbst war wohl noch ziemlich jung. Die 
Masse des leeren Gehäuses, das dem des lebenden Tieres 
so ziemlich gleich kam, waren folgende : 

Höhe der Schale = 13 mm, do. der Oeffnung = 10 mm 
Breite „ „ = 12 „ do. „ „ =7 „ 

Die Farbe ist dunkelgraubraun mit kleinen schwarzen 
Sprenkeln, durch die Färbung des durchscheinenden Mantels 
verursacht, mit einem hochgelben Streifen über der 
Mündung, der bei abgestorbenen Gehäusen nicht zu be- 
merken isL 

Auch die so oft schon erwähnte Gewohnheit unserer 
Art, sich bei Berührung ganz in Schleim einzuhüllen, hatte 
ich sehr oft zu beobachten, besonders dann, wenn man 
das Tier von den Pflanzen herunterstiess. 

Es ist eine jedenfalls ganz interessante Tatsache, dass 
die Art sich bei uns so lange hält (während ich dies 
schreibe, besitze ich das Tier nun schon über 9 Monate), 
und es wäre wohl garnicht ausgeschlossen, dass sich Helix 
aperta im Süden unseres Vaterlandes, etwa wie Eucam- 
pylaea cingulata Studer am Staffelstein, halten würde. 



Limnaea (Gulnaria) orata Drap, var, Köhleri, var. nova. 

Von 

H. H n i g m a n n , Magdeburg. 



Die Stammeltern dieser bemerkenswerten Varietät 
stammen von zwei verschiedenen Fundorten. Die einen 
rühren aus Wiesengräben im Süden von Leipzig zwischen 
Gannewitz und Raschwitz her, die anderen aus einem 
kleinen Graben bei dem Dorfe Lostan bei Magdeburg. 
Beide Fangplätze hatten kaltes, fliessendes und eisen- 
bezw. kalkhaltiges Wasser aufzuweisen. Nach dem Fange 



— 46 — 

wurden die Tiere unvermittelt in mit Leitungswasser ge- 
füllte, geheizte und dicht bepflanzte Aquarien eingesetzt. 
Trotzdem blieben sie frisch und gesund und laichten auch. 
Aber schon in dieser ersten Generation machten sich ganz 
ausgesprochene Anzeichen von Albinismus bemerkbar. 
Die schwarzen, durch die Schale hindurchscheinenden 
Flecke des Mantels hatten sich verloren und einem ein- 
farbigen Gelb Platz gemacht. Dieses Gelb ist ein ziemlich 
starkes Quittengelb, von dem sich nur der Inhalt des 
Darmes dunkler abhebt, auch ist der Mund des Tieres 
intensiv fleischrot gefärbt. Die Schale ist von einer glas- 
artigen Durchsichtigkeit, so dass Schrift bequem hindurch 
zu erkennen ist. In der Gestalt weicht sie insofern von 
der Stammform ab, als sie länger und schlanker ist. Ich 
gebe im folgenden die Masse eines beliebig herausgegriffenen 
Stückes : 

Höhe des ganzen Gehäuses: 1,35 cm 
, der Mündung: 0,9 cm 

Breite „ „ 0,55 cm 

Durch die oben angegebenen Merkmale unterscheidet 
sich unsere Form so wesentlich von den andern Varietäten 
der Gulnaria ovata, dass ich vorschlage, sie nach dem 
Entdecker und Züchter derselben 

Limnaea (Gulnaria) ovata Drap. var. köhleri mihi, 
zu nennen. 

Zum Schluss bin ich noch den Herren Prof. Dr. 0. 
Boettger in Frankfurt a. M. und Dr. W. Kobelt zum Dank 
für ihre gütigen Ratschläge verpflichtet. 



Ueber neue Fonde von Cyclostoiiia elegans Müller. 

Von 
Dr. Hans Menzel in Berlin. 



In einer kleinen Arbeit (Ueber das Vorkommen von 
Gyclostoma elegans Müller in Deutschland seit der Diluvial- 



— 47 — 

zeit, veröffentlicht im Jahrb. der Kgl. preuss. Geologischen 
Landesanstalt und Bergakademie tür 1903, Bd. XXIV, 
Heft 3) hatfe ich vor karzem nachzuweisen versucht, dass 
diese schöne Schnecke kein Fremdling in der deutschen 
Binnenmollusken-Fauna ist, den erst der Weinbau bei uns 
eingeschleppt hat, sondern dass dieselbe schon zur Inter- 
glazialzeit in Deutschland heimisch war, durch die jüngere 
Vereisung verdrängt, zur Alluvialzeit die Rückwanderung 
nach dem Norden antrat und gegenwärtig noch im Vor- 
dringen begritfen ist. 

Als Beweis dafür habe ich angeführt, dass Cyclostoma 
elegans zur Diluvialzeit, ausser bei Mosbach, wo ihr viel- 
bestritteiies Vorkommen nun endlich durch Kinkelin sicher 
gestellt worden ist, auch nördlich vom Harz an der Steinmühle 
bei Veitheim gelebt hat, von wo sie Landesgeologe Dr. Müller 
in interglazialem Kalktuff zusammen mit Tachea tonnensis 
Sandb. im Jahre 1893 gesammelt hatte. 

Alluvial fand ich die Art selbst in Kalktuffen an der 
Jasser Becke bei Salzhemmendorf im südlichen Hannover. 
Aus jungalluvialen Schichten bei Mainz (im neuen Wall- 
graben) hatte sie ja schon früher C. Koch bekannt gemacht. 

Lebend konnte ich sie ferner im südlichen Hannover 
sehr zahlreich und in weiter Verbreitmig überall da nach- 
weisen, wo die Kalke und Mergel der Plänerschichten auf- 
traten, also an der sog. Gronauer Kreidemulde und im 
Innern der Hilsmulde in der Gegend von Kaierde. Selten 
kam sie auch auf Muschelkalk vor, so am Grossen Evers- 
berge südlich von Brüggen. Sie hält sich hier überall 
mit grosser Vorliebe an die West- und Südabhänge der 
Berge und an lichte Laubwälder. 

Von diluvalen Funden ist hier noch das von Schumacher 
nachgewiesene eigenartige Vorkommen von Cyclostoma 
elegans im Lössam Görkel-Berge bei Blösheim nachzutragen. 

Dazu kommen nun noch einige neue Beobachtungen 
über das recente Vorkommen der Schnecke. 



— 48 — 

Im Herbst 1904 glückte es Herrn Dr. ehem. Wagener 
aus Hildesheim Gyclostoma elegans einmal an dem alten 
Fundorte von Leunis, am Finkenberge bei Hildesheim 
wieder aufzufinden, wo ich es vergeblich gesacht hatte; 
zum andern wies er einen neuen Fundort der Schnecke 
auf Muschelkalk in der Nähe von Einbeck nach. 

Einen ganz merkwürdigen Fund von Gyclostoma 
elegans machte ich im Frühjahr 1903. Bei einem Aufent- 
halte in Tübingen entdeckte ich an der Sonnenhalde unter 
Buschwerk ein leeres, schon etwas verwittertes Gehäuse 
von Gyclostoma elegans. Herrn Geheimrat von Martens, 
dem ich die Stücke noch kurz vor seinem Tode zeigte, 
war das Vorkommen dieser Ari dort völlig unbe- 
kannt, ebenso einer Anzahl jüngeren mir bekannten Lokal- 
sammlern, bei denen ich mich erkundigte. Da Gyclostoma 
elegans sonst in ganz Württemberg und Bayern fehlt, so 
ist wohl anzunehmen, dass das Stück nach seinem Fundort 
bei Tübingen verschleppt worden ist. Durch wen das ge- 
schehen, darüber konnte ich keine sichere Auskunft er- 
halten. Die grösste Wahrscheinlichkeit hat jedoch die 
Annahme für sich, dass der verstorbene Zoologe Professor 
Dr. Eimer, der an der Neckarhalde seine Villa hatte und 
dort und am Spitzberge mehrfach ausländische Tiere an- 
zusiedeln versucht hat, auch gelegentlich Gyclostoma elegans 
an der Sonnenhalde (wohl einer der wärmsten Stellen der 
Gegend) aussetzte, um sie dort einzubürgern. Dieser Ver- 
such scheint aber ohne Erfolg geblieben zu seiU; denn trotz 
eifrigen Nachsuchens konnte ich lebende Exemplare oder 
auch nur ein zweites abgestorbenes Gehäuse dort nicht 
mehr entdecken. 



- - 49 - 

Litteratur : 

Goldfuss, Otto, Nachtrag zur BinnenmoUusken- Fauna Mittel- 
Deutschlands, mit besonderer Berücksichtigung der 
Thüringer Lande, der Provinz Sachsen, des Harzes, 
Braunschueigs und der angrenzenden Landesteile. — 
In: Zeitschrift für Naturwissenschaften, Bd. 77 
S. 231—310 
Der Verfasser gibt zu seiner Molluskenfauna Mittel-Deutschlands 
einen sehr wichtigen Nachtrag, welcher zwei neue Arten und 
28 neue Varietäten und Formen bi'ingt. Die Zahl der seither 
in Mittel-Deutschland beobachteten Mollusken steigt damit auf 
200 Arten und 239 Formen und Varietäten. Die neuen Arten 
sind die eingeschleppte Physa acuta Drp. und Bijthi,ieUa conqjressa. 
— Der Nachtrag gewinnt besondere Bedeutung durch eine 
Anzahl sehr wichtiger biologischer Beobachtungen und Angaben 
über das Sammeln seltenerer Arten, die wir weiter unten 
wenigstens teilweise mitteilen werden. 

Blanford, W. T., Descriptions of Indian and Burmese 
Land - SJiells referred to the Genera Macrochlamys, 
Bensonia, Taphrospira (gen. nov.), Microcystina, 
Euplecta and Polita. — In: Pr. zool. Soe. Londc^n 
1904 vol. II (publ. April 18, 1905). 
Neu : Bensonia nepalensis Nevill, Nepal, p. 441 t. i25 flg. 1 ; — 
Taphrospira n. gen. p. 441 (T. depressa vel globoso-depressa, 
tenuis, cornea, ab illa Macrochlamydis Bens, fossa spirali extra 
suturani in omnibus anfractibus tantum diversa); Typus T- 
convallata Benson ; — T. excavata p. 442 t. 25 fig. 3 Nord. 
Kaschar (= compluvialis llanley & Theobald, nee ßlfd. ; — 
Macrochlamys kuluensis Aevill Ms. p. 442 t. 25 fig. 5, Kulu 
im Hinialaya; — M. superflua p. 442 t. 25 fig. 7, Thal des 
Tista in Sikkim; — M. (Vj atoma Fairbank Ms., p. 443 t. 25 
flg. 6, Thal des Godaveri ; — M. prava p. 443 t. 25 (ig.^ 
Südindien; — M. rutila n. p. 443 t. 25 fig. 11, Anagundi shola 
in den Anaimalai-Bergen. Südindien; — M. chaos p. 444 t. 25 
fig. 8, Thayel Mayo bei Ava ; — M. notha p. 444 t. 25 fig. 19 
(= petasus Bild, nee Benson), Arakan und Pegu ; — M. noxia 
p. 444 t. 25 fig. 14 Jravadithal in Pegu ; — (M.) curvilabris 
p. 445 t. 25 fig. 13, Arakan; — M. spreta p. 445 t. 25 fig. 15, 



— 50 — 

Pegu; — M. patens p. 445 t. 25 fig. 15, Pegu; — M. 
pseudochoinix p. 446 l. 25 fig. 16, Great Cocos Island im Busen 
von Bengalen ; — Microcystina stuarli p. 446 t. 25 fig. 16, 
Andamanen ; — M. shevaroyana p. 446 t. 25 tig. 17, Süd- 
indien; — Euplecla pulchella p. 447 t. 25 fig. 18, Anaimalais, 
Südindien ; — Polita (?) lurbinata p. 447 t. 25 fig. 2, Nilgiris. 
Proceedings of the Malacological Society of London Vol. VI 

no. 4. ?Uarch 1905. 
p. 185. Sniilh, Edg. A., a Coirection in Nomenclature (Fistulana 
mumia Spgl.J 

„ 186. Taylor, J. W., Note on the Dates of publieation of the various 
paits of Moquin Tandons Hist nat. Moll. terr. et fluv. de 
France. 

„ 186. Eliot, Sir C. N. E., Note on Geitodoris planata (AI. &• H.) 

, 187. Bridgman, F. G., Note on Oliva tigridella Ducl. 

, 187. — — , Note on Oliva oryza Lam. 

, 189. Smith, E. A., Lescriptions of three new species of Opisthosloma 
IVom Sarawak, North Borneo. With figs. (shelfordi n. fig. 1 ; — 
sadongense n. fig. 2; — piscingense n. fig. 3). 

, 191. Bullen, R. Ashington, on a nevv variety of Planispira zebra 
Pf. frorn the Island of Gissei-, and a new species of Ghloritis 
from Java (PI. zebra var. koUeri p. 191 t. 11 fig. 1; — Ghl. 
malangensis p. 192 t. 11 fig. 2). 

, 193. Bloomer, H. H., on the anatomy of certain species of Siliqua 
and Ensis. Wilh pl. XII. 

„ 197. Ihering, H. von, on the genus Tomigerus Spix, with descrip- 
tions of new species. (T. laevis n, Textfig. 2; — rochai n 
Textfig. 1 ; — corrugatus n. Textfig. 3). — Pilsbryella n. secL. 
für T. gibberulus. — Dabei ein Bestimmungsschlüssel. 

, 200. Suler, Henry, Notes on some Nevv Zealand Pleurotomidae. 

, 202. — — , Notes on some species of Chione from New Zealand. 

, 204. Smith, E. A., Note on Mr. Suters paper on Species of Chione 
from New Zealand. 

, 205. Preston, H. B., Descriplions of a new species of Trachiopsis 
from British New Guinea (blackiana n., Textfig.). 

„ 208. Dali, W. H., an arrangement of the American Cyclostomalidae, 
wilh a revision of the Nomenclature. — (Subg. Parachondria 
n. für Turbo fascia Wood. — Gen. Opisthosiphon n. für 
Chondropoma bahamense Shuttl., Textfig. 

, 211. Jukes-Browne, J., a review of Ihe genera of the family 
Mytilidae. 



— 51 — 

p. 225. Sykes, E. R., Notes oii the type of Geomelania. Pfr., with the 

Description of a new species. Willi, fig. (G. jaroi«i n. üg. 1). 
, 227. , on three species of Dyakia froin Weslern Sumalra. 

(D. perislriata n. Text.%. 2; — euconus n. Textfig. 1). 
, 229. Eliot, Sil-. C. N. E., on seine Nudibianchs from the Pacilic, 

including a new genus, Cluomodorilla (mirabilis n. p. 233). 
, 239. — — , Notes on two rare riritish Nudihranchs, Hero foniiosa 

var. arborescens, and Sfanrodoris maciilata. 
, 244. Preston, H. B., Description of a neAV species of Achatina from 

the Zanibesi (morelli n., Textlig.). 

The Journal of Conchology, vol. XI no. 6 (1. April 1905). 

p. 161. Melvill, J. G. & R. Standen. Rostellaria delicatiila Ncv. 
, 164. Hudson, Bakei-, the Rev. John Hawell (Obit.). 
y, 165. Adams, Lionel, E., Gonchological Notes from the United 

Stat«-s. 
„ 169. Sheihorn, C. Davies, on the Üates of Piiblicatioii of D"Orbig- 

nys ,Moll. vivaiits et fossiles" etc. 
, 170. Jackson, J. W., Pisidium nitiduni var. spleiuiens in West 

Lancashire. 
, 170. Tomliti, J. R. B., Vertigo Moulinsiana Diipuy in Berkshire. 
„ 170. Shaw, W. A., Helicella caperata m. sinislrorsa. 
„ 171. Kobelt, Dr. W., Call Eduard von Martens: An Obifuary 

Nolice. 
„ 173. Oldham, C.. Vallonia excentrica Sterki in Ireland. 
„ 174. Horsley, Rev. Canon, Notes on Tapes. 
„ 175. Adams, L. E., a Plover with Anodonta cygnea attachcd to 

its foot. 
, 176. Melvill, J. C, the subgeiuis Casmaria of Cassis. 
, 178. Massy, A. L., Opercula of Bythynia tentaculata. 
, 179. International Rules of Nomenclature. 
, 191. Welch, R., Freshwater Shells in Masses of Shell-Mari. 
, 192. Melvill, J. Gosmo, Foixr Colour varieties of Cypraea. 
, 192. Adams, L. E., do Svvans and Ducks eat Anodonta cygnea V 

, vol. VI 110. 7 (1. Juli 1905). 

p. 193 Darbishire, A. D., Professor Längs Breediiig Experiments with 

Hehx hortensis and Helix nemoralis. An Abstract and Review. 
, 200. Shaw. Rev. W. A., Additions to the Land- and Freshwater 

Mollusca of Northhamplonshire. 
, 200. Horsley, Rev. Canon J. W., Hydrobia jenkinsi in River. 
, 200. Standen, R , Vertigo substriata (Jeff.) mut. sinislrorsum.. 



— 52 — 

p. 201. International Rules for Zoological Nomenclalute. 
„ 211. Slubbs, A. G., Paludestrina jenkinsi in the New Rivers. 
, 212. Adams, Lionel E., an account on the Mussei Fishery and 

Pearl Button Industry of the Mississippi ßiver. 
, 222. Horsley, Rev. Canon J. W., Mollusca coUecled at Cette. 
, 223. Wright, E. C. & L. E. Adams, Notes on the West Cornwall 

District. 
„ 224. Standen, R., Viviparva contecta (Millet) mut. pinistrorsum. 

Proceedings of the Malacologkal Society of London. Vol. 

VI no. 5 (Juni 1905). 
p. 272. Smith. Edg. A., on the vitality of three species of Littorina. 
(Drei westindische Arten kamen nach sechswöchentlicher Ver- 
packung wieder zum Leben). 

„ 274. Grick, G. C, on a Dibranchiate Cephalopod, Styracoteuthis 
Orientalis n. gen. & spec, from the Eocene of Arabia. With figs. 

, 279. Sowerby, G. B., Descriptions of seven new species of Marine 
Mollusca from the Collection ol the late Admiral Keppel. 
(Pecten keppelianus p. 279, Ascension? — Teilina (Peronaea), 
ascensionis p. 279, Textfig. 1 ; — (T. Tellinella) prismatica 
p. 280 Textfig. 3, Sierra lieone; — Ghione keppelliana p. 280 
Textfig. 4, ibid. ; — Diplodonta auriculata p. 281 Textfig. 2 
ibid; — Conus fuscolineatus p. 282 Text. 6. 

y, 283. Gude, G. K., on the occurrence of internal septa in Glypto- 
stoma newberryanum. Textfig. 

y, 284. Barnes. R. G., Note on a dart found in the body-cavity of 
Helix aspersa. Mit Textfig. 

„ 286. Pilsbry, H. A., Anatomical and systematic notes on Dorcasia 
Trigonephrus n. gen., Gorilla, Thersites and Chloritis. — Mit 
Textfig. und Taf. 13, 14. — Die neue Gattung für Helix 
globulus Müll. 

, 292. Reynell. AI., some account on the anatomy of Cassidaria 
rugosa (L.). Mit Textfig. und Taf- \ö. 

„ 300. Preston, H. B. Notes on a small collection of Shells from the 
Victoria Falls, Zambesi River, with Descriptions of new species. 
(Vivipara densestriata p, 300, Textfig. 2; — Cleopatra morreUi 
p. 300, Textfig. 3, 4; — Unio zambesiensis p. 301 Textfig. 1). 

, 301. Burnup, Henry C., Descriptions of six new species of Land- 
shells from South Africa. — (Pachnodus Macbeanianus p. 302 
t. 16 fig. 1, 2; — Curvella croslyi p. 302 t. 16 fiff. 3, 4; — 
C. straminea p. 303 t. 16 fig. 5, 6; — G. succinea p. 303 



— 53 — 

t. 16 ng. 7, 8: — C. elcvata p. 304- t. 16 fig. 10, 11; — 
Obeliscus natalensis p. 304 t. 16 fig. 9. 

Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadel- 
phia. Vol. 57 l905 Part. 1. 

p. 101. Pilsbry, H. A., new Japanese Marine Mollusca. With pl. II. 
V. — Neu: Conus voluminalis subsp. avus p. 101 t. 2 fig. 4; 

— C. aratispira p. 101 t. 2 fig. 1, beide wahrscheinlich pliocän ; 

— Colunibella pardalina .'^ubcribraria p. 102 t 4 fig. 23; — 
Buccinum unicum p. 102 ; — B. chishiinanuui Psbry. abgeb. 
t. 3 fig. 20; — Siphonalia vanaUai p. 103 t. 3 fig. 12; — 
Maculotriton bractealus longus abgeb. t. 3 fig. 13. — Planaxis 
(Ussilla) gouldi Smith, desgl. t. 3 fig. 14; — PI. abbreviata 
ogasawarana p. 105 t. 3 fig. 18, 19 ; — Natica (Haloconcha) 
hirasei p. 105 t. 2 fig. 5, 6; — Torinia densegranosa p. 106 
t. 3 flg. 15 — 17; — Cingula kurilensis; n. Kurilen; p. 106 t. 4 
fig. 31; — Eulima brevicornu p. 111 t. 2 fig. 8, 10; — Eu 
ogasawarana p. 111 t. 2 fig. 2, 3; — Eu. luchuana p. 112 t. 2 
fig. 7, 8; — Phorcus borealis p. 113 t. 4 fig. 29. 30; — 
Ethalia guamensis sanguinea (= Trochus callosus (Koch) 
Philippi nee Gmelin) p. 114 t. 4 fig. 21, 22; var. selenomphala 
p. 114 t. 4 fig. 27, 28; — EthaJiella n. gen., Typus E. floccala 
Sow., u. p. 115; — Dentalium rhabdotum p. 116 t. 5 flg. 45— 47 ; 

— (Laevidentalium) coruscum p. 117 t. 5 fig. 42, 43; — 
(Rbabdus) cerinum p. 117 t. 5 fig. 40, 41; — Siliqua intus- 
purpurea p. 118 t. 5 fig. 32, 33; — Macrocallisfa chishimana 
p. 118; — Lilhophaga lithura p. 119 f. 5 fig. 37—39; — 
Trapezium japonicum p. 119 t. 5 fig. 34—36; subsp. delicatum 
p. 120 t. 5 fig. 44; — Pecten awaijiensis p, 121. — Beigegeben 
ist eine sorgfältig gearbeitete Bestiaimungslafe! der japanischen 
Eulima. 

p. 211. Pilsbry. H. A., Mollusca of the Southwestern States. I. 
Urocoptidae ; Helicidae of Arizona and New Me.xico. Mit Taf. 
11—27 und Textfiguren. — Neu: Holospira ferrissii j). 215 
t. 27 fig. 22—25; — H. cionella p. 217 l. 27 fig. 30-33: — 
H. cockerelli Dali abgeb. t. 26 fig. 6; — H. chiricahuana 
p. 219 t. 26 fig. 9 t. 27 fig. 26—29; — Microceramus texanus 
p. 222 t. 26 fig. 19—21 ; — Ashmunella altissima Ckll. zuerst 
abgeb. t. 12 fig. 14; — A. ashmuni robusta p. 233 t. 12 fig. 
24—26; — A. thomsoniana var. portereae abgeb. t. 13 fig. 
39 — 46; var. pecosensis Cockll. abgeb. t. 13 fig. 38; — A. 



— 54 — 

levettei var. angigyra p. 240 t. 14 fig. 47 — 54; var. heterodoiita 
p. 241 l 15 fig. 80—91 ; — var. proxima p. 242 t. 14 fig. 65, 
66, 70, 71; — A. fissidens p. 242 t. 14 fig. 67—69; — A- 
duplicidens p. 244 t, 16 fig. 103-107; — A. angulata p. 244 
t. 11 fig. 11, t. 14 fig. 55-61, 63, 64; — A. Ferrissi p. 247 
t. 16 fig. 108—110, 113; — A. walkeri Ferr. abgeb. t. 16 fig- 
111, 112 117; — A. esuritor p. 249 t. 13 fig. 23—26; — A- 
chiricahuensis var. mogollonensis p. 252 t, 16 fig. 101, 102; — 
A. metaniorphosa p. 252 t. 16 fig. 114, 115; — Sonorella 
hachitana var. bowiensis p. 260 t. 18 flg. 29—32; — S. rowelli 
Newc. abgeb. t. 18 fig. 33 — 35 ; — S. granulatissima var. 
parva p. 264 t. 18 fig. 45—47: var. latior p. 264 t. 18, fig. 
24—28; — S. virili.s p. 166 t. 17 fig. 15, 16; var. circum- 
striata p. 267 t. 18 fig, 48—50; var. huachacana p. 267 t. 17 
fig. 25; — Oreohelix strigosa var. huachucana p. 275 t. 24 
fig. 5—7; var. metcalfei Ckll. abg. t. 25 fig. 44, 48, 52; var. 
socorroensis p. 279 t. 25 fig. 49 — 51 ; — Or. yavapai p. 281 
t. 25 fig. 53; var iieomexicana p. 282 t. 11 fig. 8, 9, t. 25 
fig. 69; — (Radiocentrum n.) chiricahuana p. 283 t. 11 
fig. 1—3; — clappi Ferriss abgeb. t. 11 fig. 12, t. 25 fig. 
54-56. 
p. 291.Pilsbry, H. A. & E. G. Vanatta, Mollusca of Flint and Caroline 
Island in Ihe Mid Pacific (Marine). — Neu Liotia voyi p. 293, 
Texlfig. 

Geyer, D., Beiträge zur Vitrellenfauna Württembergs. II. 
In: Jahreshefte Verein Naturkunde Württemberg 1905 
S. 289-301 Taf. IV— VII. 

Auch die zweite Abteilung von Geyeis Erforschung der Würtlcm- 
bergischen Quellenschnecken ist eine ganz vorzügliche Arbeit 
und ein Muster für die heimatkundliche Forschung. Geyer hat 
seine Ferien auschliesslich dazu verwendet, systematisch eine 
Quelle nach der anderen zu durchforschen. Diesmal kamen an 
die Reihe die nordöstliche Alb, die obere Fils, Kocher, Eger, 
dann die südwestliche und südliche Alb und schliesslich die 
tiefliegenden Quellen des Muschelkalks links des oberen Neckars 
von Rothweil über Horb bis Rnttenburg und Herrenberg. Die 
neuen Arten sind (von Herrn H. Fischer) vorzüglich photographich 
dargestellt. Als Hauptresultat hat sich ergeben, dass benach- 
barte Quellen nieisst auch ähnliche Resultate liefern, dass also 
geographisch umgrenzte Formenkreisse, gewissermassen Lands- 



— 55 ~ 

niannschaften existiren. Es ist das genau dasselbe Resultat, zu 
welchem mich meine Arbeiten über Pomatia und Ibeius geführt 
haben. Als Grundzüge der Variation konnte Geyer bis jetzt 
zwei aufstellen: 

1. Aus Gewässern, welche aus Felsenspalten des tief bedeckten 
Grundgesteines kommen, stammen grosse feste Formen ; 

2. Nahe der Oberfläche sich sammelnde, dürftige Quellen bringen 
kleine spitze bis cylindrische, zarte Gehäuse. -• 

Als neu beschrieben werden : aus dem Jura : V. quenstedti turbinella, 
p. 295 t. 4 flg. 14 — 16, Egerquelle bei Aufhausen ; — quenstedti 
ara p. 295 t. 4 fig. 17, 19, 21, t. 5 fig. 1—10, 13, Reuthnger 
Alb ; — q. zoUeriana p. 296 t. 6 fig. 1 — 5, ZoUerngegend : — 
V. saxigena p. 297 t. 6 fig. 6 — 28, südlicher Heuberg, mit var. 
tenuis p. 297 t. 6 fig. 14, 15, 18—22, t. 5 fig. 11, 12; — V. 
gonosloma p. 299 t. 5 fig. 14 — 19, Lauterquelle bei Degenfeld; 
— aus dem Muschelkalk : V. suevica [>. 3Ü0 t. 7 fig. 1 — 20, 
mit var. abnobae t. 7 fig. 9, 10, 16—20. 

£li)gegaiiprene Zahlungeu : 

F. Wertheim, Berlin, Mk. 6.— ; Museum f. Natur-, Völker- und 
Handelskunde, Bremen, Mk. 6. — ; Naturwissenschaftl. Museum, Hermann- 
stadt, Mk. 12.— ; Aem. Edlauer, Wien, Mk. 6.— ; Werner Blume, München, 
Mk. 6. — ; C. M. Steenberg, Kopenhagen, Mk. 6. — ; Alex. Baron 
Tiesenhausen, Solka, Mk. 6. — ; J. Ponsonby, London, Mk. 6. — ; Paul 
Pallary, Eckmuhl, Mk. 6.— ; F. Borcherding, Vegesack, Mk. 6.— ; 
Sanitätsrat Dr. Hubert, Sensburg, Mk. 12. — ; C. Schwefel, Güslrin, 
Mk. 6. — ; E. S. Barry, Eastbourne, Mk. 6. — ; G. Natermann, Han.- 
Münden, Mk. 6.—; Lehrer Pässler, Berlin, Mk. 6.— ; Carl Freiherr 
V. Löffelholz, München, Mk. 6. — ; Paul Hesse, Venedig, Mk. 6. — ; 
Otto Bachmann, Landsberg, Mk. 6. — ; A. Weber. München, Mk. 12. — > 
Anton Köhler, Hohenelbe, Mk. 6.—. 

Neue Mitglieder: 

Werner Blume, München, Adalbertstrasse 64. 

Carlo H. JooSi Stuttgart, Rosenbergstrasse 69. 

Aemilian Edlauer, Wien I, Graben 13. 

Naturhistorisches Museum, Wiesbaden. 

Otto Bachmann, K. Reallehrer, Landsberg a. Lech. 

Alois Weter, München, Tumblingerstr. 7™- 

Dr. Paul Bartsch, Smithsonian Institution, Washington 0. C. 

Prof. Er. J. Niglutsch, Trient (Tirol). 

Dr. E. "Wittich, Darmstadt, Marienplatz 5, Kustos am Grossh. Museum. 



— 56 — 

Veränderte Adressen; 

Hans Schlesch, Kopenhagen, Sortedamsdossering Sl^i- 
33r. Viktor Franz, Halle a. d. S., Domplatz 4. 
C. Sigl, Pasing Kol. II, Mariensir. 1 " , Villa Beer. 



Bitte an unsere Mitglieder! 



Im März d. J. kehrt zum hundertsten Male der Ge- 
burtstag Emil Adolf Rossmaesslers wieder, des Mannes, der 
so recht eigenthch die Grundlage für die Erforschung der 
europäischen Binnenmolluskenfauna gelegt hat. Wir haben 
für seinen in den dürftigsten Verhältnissen in Leipzig 
lebenden Sohn schon einmal zu Beisteuern aufgefordert. 
Wir müssen es noch einmal tun, denn die Lage der Familie 
ist durch die Unruhen in Russland eine noch viel traurigere 
geworden. Vier in Russland lebende Kinder sind in die 
schwerste Bedrängnis geraten. Namentlich der Sohn, seit- 
her Oberförster in Livland, und die an einen baltischen 
Oberförster verheiratete jüngste Tochter, seither die Stützen 
der Eltern, haben buchstäblich nur das nackte Leben ge- 
rettet und auf absehbare Zeit hinaus Stellung und Existenz- 
möglichkeit verloren. Wir bitten unsere Mitglieder die 
Beträge, welche sie zur Unterstützung der notleidenden 
Landsleute verwenden wollen, der unglückhchen Familie 
(Adresse Chemiker Franz Rossmaessler, Braustrasse 24, 
Leipzig) direkt oder durch Vermittlung der Redaktion zu- 
kommen lassen zu wollen. 



Redigiert von Dr. W. Kol) elt. — Druck von Pe t er Hartm ann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Dieatervireg in Frankfurt a. M. 



Ausgegeben : 25. Januar. 



Nachr. Bl. d. Mal CtPs. 1906. 



Taf. 1. 




Druck von I'etcr Haitmann, Scluvanheim a. M. 



y,iehr. Bl. d. Mal. Ges. WOG. 



Taf. 2. 




üruck von Peter Hartmann, Si luvanheim a. M. 



ak ak .-«k ;^k ;5k> ^ 4^ '^l' ^ ^ ■^ ^ -Ji 4^ -!<i 4^ 4i 4^ 4i 



Oüne Konkurrenz! 

Um mit unseren eiiurinen Vuriälen etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- u. Siisswasser-Conchylien 

zu halben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unser« eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
iBclien, englischen und französischen Händ- 
lungen, falls Rellektanten solche Preiskataloge einsenden. 

59Ko^lllO<^^S naturhistor. Institut, 

Berlin S. IV. 11, Köulj^gTätzerstr. 89. 



eb "'^~'~3S~' ^~ ^' «I*" sSs^'da ~^^'^3s~'«E^ Si'^'dK^ >|5~"3»" 'S« tu" li' " i^" ä&~' ^' 
^ -jf: ■^ v|c ^ V|C ^ ^jC ^c -^fi -if: ^ ^ -^ yp '^ ^fc tj? ^<: ^ ^ 

Deitscliß Malacözfloloüsclie GesellscMt 



Um den Herren Malaculogen die Erwerbung der früheren Jahr- 
gänge unseres Naclirichtsblattes zu erleichtern, haben wir den Preis 
für lieliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — , 
12 , , , 20.—, 

, alle 24 Jahrg. von 1881— 1904 , ,40 — 
ermässigt. Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung von Moritz 
Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Tausehanerbieten. 

Der Unterzeichnete, noch Anfänger, wünscht Helix und Zonites 
des europäischen Faunengebieles einschliesslich Centralasien, Vorder- 
asien und Nordafrika gegen Conchylien aus (irönland, Dänemark, 
Norwegen, Britisc-h-Indien. Afghanistan, China und Japan einzutauschen. 

Kopeiiliageii \\\, Westerbrogade 118 II. 



Publikationen der Senckenbergischen natur- 
forsGlienden Geseliscliaft zu Frankfurt a. M. 



Aus den „Abhandluneren" der Gesellschaft 

gelangten als Separat-Abdrücke neu zur 

Ausgabe: 

Heynemann, D. F., Die geographischeVerbreitung der Nacktschnecken. 

Mit 2 Doppeltafeln und 9 Karten im Text. 4°. 92 Seiten. 

Geheftet Mk. 7.50. 
Lenz, Professor Dr. H., ostafrikanische Dekapoden und Stomato- 

poden. Mit 2 Tafeln. 4°. 52 Seiten. Geheftet Mk. 5.—. 
von Reinach, A., Schildkrötenreste aus dem ägyptischen Tertiär. 

Mit 17 Tafeln. 4". 61 Seiten. Geheftet Mk. 15.—. 
Siebenrock, F., Schildkröten von Madagaskar und Aldabra. Ge- 

.samnielt vun Prof. Dr. A. Voeltzkow. Mit 3 Tafeln. V. 

22 Seiten. Geheftet Mk. 5.—. 
Strahl, Professor Hans, Beiträge zur vergleichenden Anatomie der 

Placenta. Mit 10 Tafeln nnd 1 Texlfigur. 4". 58 Seiten. 

Geheftet Mk. 9.—. / 
Stromer, Dr. Ernst, Geographische und geologische Beobachtungen 

in Uadi Natrun und Färegh in Aegypten. Mit 2 Tafeln. 4°. 

96 Seiten. Geheftet Mk. 3.—. 
Stromer, Dr. Ernst, Fossile Wlrbeltier-Reste aus dem Uadi Färegh 

und Natrun. Mit 1 Tafel. 4°. 36 Seiten. Geheftet Mk. 3.—. 
Tornquist, Professor Dr. A., Ueber eine eocäne Fauna der West- 
küste von Madagaskar. Mit 1 Tafel und 3 Textfiguren. 4°. 

18 Seiten. Geheftet Mk. 2.—. 

Moritz Diesterweg, 

Verlagsbuchhandlung, 
Frankfurt a. M. 



«■^»^ ^ »^^■■»'»»«■^«^^»»^■'■'■'■'^' ^ ^»N»^*« '■■**»i'»^*>»'» W» »^>»i»^^ 11 II » I ^ ^v^^w»r»«%i^% n »« 



Nachriclitsblatt 

der Deutschen 

Malaeozoologiseiien Geselkhafl. 



AchtiiiKldreissigster Jalirg'ang'. 

(imx;.) 
Heft II. 

(April — Juni.) 
Mit zwei Tafeln. 



I II }i a 1 1 : 



KoheJf, Einil Adolf Rnssi im essler n7 

Si'll, Einlluss des bewegten Wassers aul die Gestaltung der 

Muscheln aus der Familie Unioiiidae Fleni. (Sciilnss) . (ii 

Thlde, Zwei neue Macrodontes-Arlen (>9 

Blume, Nachtrajj: zur Molluskon-Fauna Münchens .... 72 
Kormos, Beiträge zur Molluskenfauna des kroatischen Karstes 1?, 
Simroffi, Ueber eine Reihe von Nacklschiiecken. die Herr Dr. 

Cecconi auf (lypern und in Pahiestina gesaiunielt, hat . Si 
Wufjner, Neue Foi'men und Fundorte der Genera Fomatias 

Studer und Auritus Weslerlund '.)i 

Chssiii, Die Gonciiylienfauna eines [ileislucänen TufllaKers 

im Tale der schwarzen Laaher hei Kei^renslany . 101 

Blume, Die Mollusken von St. Jodok a. Brenner .... 107 

Wohlheredt, Zur Molluskenfauna von Montenej,'ro .... 105) 

Litteralur 112 , 

f 



OrövS^tes Ijag^er in Bliiropa 

^ in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchylien ♦♦ 

(über 10,000 Speciesj 
alles conect (leteniünierl. zu civileii Preisen, eigene Sammler in den 
Tropen, üebernahme von BestinimmiKen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenslellung' ganzer Samuduatjen oder einzelner Familien 
zu enuässigteu Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos", naturhistor. Institut, 

( -etabliert seil 1889) 
Uorliii t)W.. Krmiygi-älzer.strasse 89. 



TausGßanet^bieten. 

Der Unlerzeicdniete, noch Anfänger, wünscht Heli.x und ZoniLes 
des europäischen Fauneiiyrebietes einschliesslich Gentralasien, Vorder- 
asien und Nordafrika geiren Conchylien aus Grönland, Dänemark, 
Norwegen, 13ritiscli-Indie)i. Afghanistan, China und Japan einzutauschen. 

Koi>cii1ia;>-€'ii 1%'.. Westerbrogade 118 II. 



G I G I G i O I G e 04 O I Ol O I ©TG 10 1 ( G ©Gl© i© IG ( G 



Aus dem Nachlas.-^e des verstorbenen Geh. Reg.-Rates 
Prof. Dr. Karl Frhr. von Fritsch-Haüe a. S. ist 



Conchylien -Sammlung 

verkäuflich. Nälieres, ev. I^esichti^img der Satnmlang, bei 

ff'reifraii JKlisabetli v«ii Fritseli, 

Goddula bei Dürrenberg a. Saale. 

Tausch-Anerbieten. 

Wir bielon anderen Vereinen und Gesellschaflen. welche Arbeilen 
rein malacologisclum oder gemischten natnrwissen.scliaftlichen Iidialls 
v^erölTentlichen, oder auch Besitzern von Werken malacologischen 
Inhalts, soweit sie sich nicht in unserer Bibliotliek befinden, den Tausch 
gegen unser Nachricbtsblatl an und erbitten Offerten an 

Dr. ^Kr. Kobelt, 
Schwanheini. 



No. 2. Appil 1906. 

Nacliriclitsblair '"''^ 

der deutschen 

Malacozoologischen Geseilschaft. 

Acht unddreissigster" Jahrgang. 

Das Nachrichtsblalt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Iboiinementspreis : Mrt. 6. — . 

Frei durch die Post im In- iftid Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobeltin Schwanh eini bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Dieslerwetr in 
V ra nk f u rt a. M. 

Ueber den Bezug der alleren Jahrgänge und der Jalirbücher 
siehe Anzeige am Schluss. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malacozoologie. 
— — I 

Emil Adolf Rossinaessler. 

Zum 3. März 1906. 

Am dritten März dieses Jahres waren hundert Jahre 
verflossen, seit in Leipzig Emil Adolf Rossmaessler ge- 
boren v/urde. Es sind viele verschiedenartige Vereinigungen, 
die sich verpflichtet fühlen, diesen Tag als einen Gedenk- 
lag zu feiern, denn ehen so vielseitig wie gross sind die 
Verdienste, welche sich der Jubilar um das deutsche Volk 
und die freiheitliche Entwicklung desselben erworben hat. 

Es handelt sich nicht nur um den alten Achtund- 
vierziger, der mit dem Rumpfparlament nach Stuttgart 
ging und eher seine Stellung aufgab als sich der Reaktion 
beugte ; er war auch der erste Professor, der von seinem 
Katheder herabstieg und durch „populäre* Vorträge die 
Wissenschaft in das Volk trug, der unsere populäre Literatur 
in Zeitschrifteiiform (Natur, Gartenlaube, Aus der Heimat) 



— 58 — 

wie in Buchform (Flora im Wiiiterkleide, Vier Jahreszeiten, 
Geschichte der Erde, Wasser. Wald) begründete, der die 
ersten Volksbildungsvereine ins Leben rief, der im Leipziger 
Arbeiterverein die Arbeiter zum politischen Leben und zur 
Teilnahme an der Bildungsarbeit des Volkes heranzog, der 
unermüdlich für die Volksschule und die Lehrer eintrat 
und diesen in seiner gedankenreichen Broschüre „der nalur- 
ge.schichtliche Unterricht" den Weg zur Erreichung des 
wirklichen Zieles der Schule zeigte. Alles, was seit 1850 
für die Hebung der Volksbildung geschehen ist, hat seine 
Wurzeln in dem Wirken Rossmaesslers. 

Unsere Deutsche Malakozoologische Gesellschaft hat 
ihren besonderen Grund, den hundertjährigen Geburtstag 
Rossmaesslers als einen Gedenktag zu feiern, denn den 
Mollusken galt in erster Linie seine wissenschaftliche Tätig- 
keit und er hat wenigstens für die europäischen Land- 
und Süsswasser-Mollusken den Grund gelegt, auf dem wir 
heute noch weiter bauen. Als geborener Sammler hat der 
Knabe schon früh angefangen, sich mit den Sclmecken der 
Umgegend Leipzigs zu beschäftigen. Der glückliche Um- 
stand, dass ein wohlhabender Kamerad*) von seinen Eltern 
Carl Pfeiffers Naturgeschichte der deutschen Mollusken 
gleich nach deren Erscheinen zum Geschenk erhielt, gab dem 
Sanuneln von vornherein eine wissenschaftliche Unterlage. 
Zeitweise wurde die Malakologie allerdings von der Botanik 
zurückgedrängt : aber als der Studiosus der Theologie 
durch eine merkwürdige Verkettung von Zufälleji Lehrer 
der Zoologie g.n der Forstakademie in Tharand geworden 
w-ar und sich nun eine wissenschaftliche Stellung erkämpfen 
musste, da nahm er die Jugendliebhaberei wieder auf. 

Es w^ar damals ein reges Leben in dem deutschen 
Conchylienstudium. Die Anregung dazu kam von Frank- 
reich, wo Lamarck, Daudebard de Ferussac und 

*) Der leider frühversloibene Theodor Kielt. 



— 59 — 

Draparnaud schon eine Generation früher die wissen- 
schafthche Conchylienforschung begründet hatten. In 
Deutschland hatten zuerst Ziegler und Megerle von 
Mühlfeld in Wien, Studer in Bern und der Bankier 
Karl Pfeiffer in Gassei mit den Franzosen tüchtig zu ar- 
beiten begonnen, aber von Lehrmitteln existierten nur die drei 
Hefte der von letzteren herausgegebenen Naturgeschichte 
der deutschen Land- und Süss w asser mollusken 
die von 1821 — 1828 erschienen. Hier knüpfte Rossmaessler' 
an. Im Jahre 1834 gab er im Commissionsverlag von 
Arnoldi in Dresden zwei Hefte unter dem Titel „Diagnoses 
conchyliorum terrestrium et f lu viatili um , zu- 
gleich Verzeichnis zu Fascikeln natürlicher Exemplare* 
heraus. Jedes Heft enthält 20 Diagnosen, denen statt der 
Illustrationen natürliche Exemplare beigegeben waren. In 
1835, mit dem Erscheinen des ersten Heftes der Ikonographie. 
ver()ffenthchte er den Entwurf zu einer SpezialZeitschrift 
für Molhiskenforschung : Anzeiger für die Naturge- 
schichte der Land- und Süss wasser-Moll usken, 
die als Anhang der Diagnosen vierteljährlich erscheinen 
sollte. Beiden Unternehmungen war kein günstiges Schicksal 
heschieden ; es scheint ausser den beiden ersten Heften der 
Diagnosen überhaupt nichts erschienen zu sein*), und auch 
diese sind vergessen und so selten geworden, dass ich sie 
mir nirgends habe verschaffen können und auch L. Pfeiffer 
sie nicht zitiert. Der Autor hat sie offenbar aufgegeben 
zu Gunsten der von vornherein grossartig angelegten 
Iconographie der Land- und Sü ss wasser-Mol - 
lusken mit vorzüglicher Berücksichtigung der 
eu ropae ischen noch nicht abgebildeten Arten, 
deren erstes Heft 1835 bei Arnoldi in Dresden erschien. 
Rossmaessler war für die Herausgabe eines derartigen 

*) In der Vorrede zum vierten Heft der Ikunographie wird das 
Erscheinen des Anzeiü;ers ,zur nächsten Ostermesse" versprochen. 



— 60 - 

Werkes ganz besonders befähigt. Als Sohn eines nam- 
Jiaften Kupferstechers hatte er eine beträchtliche künst- 
lerische Begabung mit auf den Lebensweg bekommen und 
auch von seinem Vater noch Unterricht in den Anfangs- 
gründen des Zeichnens erhalten. Im Zeichnen von Gonchylien 
hatte er sich bereits eine bedeutende Fertigkeit erworben. 
Als die Lithographieen der ersten Lieferung nicht nach 
Wunsch ausfielen, eignete er sich rasch auch die Technik 
der Lithographie an, und von der fünften Tafel an sind 
seine Tafeln von ihm selbst auf den Stein gezeichnet und 
lassen weder an Treue noch an künstlerischer Ausführung 
etwas zu wünschen übrig. — R. stand aber auch mit den 
meisten namhaften Gonchologen, wenigstens in Deutschland 
und der Schweiz, in enger Verbindung und besass bereits 
eine an Originalexemplaren sehr reiche Conchyliensammlung. 
Er hatte im Sommer 1833 eine Reise nach Wien machen 
können und dort die persönliche Bekanntschaft von Ziegler, 
Mühlfeldt und Partsch gemacht. Zwei weitere Reisen in 
1835 und 1837 gestatteten ihm. aus eigener Anschauung 
die österreichischen Alpenländer und ihre Mplluskenfauna 
kennen zu lernen. Neben vielen anderen Neuheiten brachte 
die zweite Reise die Entdeckung des ersten Höhlencarychiums 
in der Adelsberger Höhle. 

Die Iconographie mit ihren vorzüglichen Abbildungen, 
der scharfen Unterscheidung neben gleichzeitiger siciierer 
Ei-kenntnis der natürlichen Verwandtschaft hatte den ver- 
dienten Erfolg in der wissenschaftlichen Welt. Die vor- 
gesetzte Behörde freilich sah in der Beschäfliguhg mit den 
für die Forstwissenschaft völlig gleichgiltigen Weichtieren 
nur Allotria und machte aus dieser Ansicht kein Hohl. 
Rossmaessler künmierte sich darum nicht weiter. Noch 
im .Jahre 1835 erschien die zweite Lieferung; in 1837 
wurde der erste Band abgeschlossen, in 1844 der zweite, 
der in seinem Sdilusshefte die vorzügliche, für alle Zeiten 



— 61 ^ 

grundlegende Arbeit über die europäisciien Süsswasser- 
muscheln brachte. 

Damit trat leider eine Stockung im Erscheinen ein; 
das dreizehnte Heft, das in der Vorrede zum zwölften als 
beinahe fertig angekündigt wurde, blieb aus. Man hatte 
dem Lehrer der Zoologie nach und nach auch den Unterricht 
in d('Y Botanik und die Leitung der mjneralogi^■chen Ex- 
kursionen auf den Hals geschoben und ihm so alle „Allotria" 
unmöglich gemacht. Dazu begann das heraufziehende Ge- 
witter von 1848 zu wetterleuchten und der freisinnige 
Professor von Tharandt nahm an der politischen Bewegung 
eifrigen Anteil. Da mussten die Schnecken wohl zurück- 
stehen. 

Das Jahr 1848 brachte Rossmaes^ler das Mandat für 
die Nationalversammlung in Frankfurt. In der Versammlung 
begannen seine Bestrebungen für die Hebung dei- Schule 
feste Gestalt anzunehmen, er gehörte dem Schulausschuss 
an und war dessen eigentlich treibende Kraft. Dass er 
dem Rumpfparlamente nach Stuttgart folgte, kostete ihn 
seii;e Stellung an der Akademie. Obschon der Prozess, 
don ihm die sächsische Reiuerung wogen Hochverrat machte, 
mit seiner Freisproclumg endigte, wurde er in Ruhesland 
versetzt. Den Kampf, den er von da ab mit Wort und 
Feder gegen die Reaktion führte, dem die populäre natur- 
wissenschaftliche Bewegung, die populäre Literatur in 
Buch- und Zeitschriftenform, die naturwissenschaftliche 
Heiiiiatkunde entsprossen sind, gehört nicht in unser Blatt. 
Aber gerade in dieser Kampfperiode, vvelclie die stärkste 
Geisteskraft voll in Anspruch nehmen nrussiC; wandte sich 
Rossmaessler wieder den gehebton Mollusken zu inid fand 
in ihnen Halt und Erholung in dem wilden Treiben. Ge- 
sannnelt hatte er ja immer weiter, in seiner Sammlung 
liegen dir i''aiuien der Umgegend von Frankfurt wie der 
von Slultsart. Aus den meisten deutsclien Vaterländern 



— 62 - 

in Folge seiner populären Vorträge ausgewiesen, entschloss 
er sich im Jahre 1854, die Iconographie wieder aufzunehmen. 
Um die xMolluskenfauna der Miltelmeerländer aus eigener 
Anschauung kennen zu lernen, folgte er 1854 einer Ein- 
ladung seines Freundes Guirao nach Spanien und durch- 
forschte einen guten Teil Südspaniens. Als Frucht dieser 
Reise, die er in einer heute noch gern gelesenen Reisebe- 
schreibung*) beschrieb, erschien noch 1854 das erste Doppel- 
heft des dritten Ikonographiebandes. Es bewies, dass der 
Verfasser in der zehnjährigen Pause nicht nur nichts ver- 
lernt, sondern gewaltig dazu gelernt hatte, selbst in der 
künstlerischen Ausführung der Tafeln, die kaum wieder 
von Jemand erreicht worden ist. In 1856 folgte die aus- 
schlie.sslich Glausilien enthaltende zweite Doppellieferung, 
in 1859 die Schlusslieferung, die leider die letzte sein sollte. 
Das neu erwachende politische Leben, die Arbeiterbe- 
wegung, deren Wurzeln in dem von Rossmaessler ge- 
gründeten und geleiteten Leipziger Arbeiterverein lagen, 
die freireligiöse Bewegung, vor allem aber die Gründung 
der Humboldivereine und der naturwissenschaftlichen 
populären Zeitschrift „Aus der Heimat" Hessen die ge- 
plante Fauna der europäischen ßinnenmoUusken zurück- 
treten, eine 1864 beginnende schwere Erkrankung, die nach 
vier Jahren zum Tode führte, machte die Aveitere Fort- 
setzung der Molluskenstudien unmöglich. 

Es ist den vereinigten Bestrebungen der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt am 
Main und der in der neu gegründeten Deutsche Malaco- 
zooiogischen Gesellschaft gesammelten deutschen Conchylien- 
freunde gelungen, Rossmaesslers reiche Conchyliensammlung 
zu erhalten ; sie steht in dem Museum der Senckenbergischon 
Gesellschaft und wird zusatnmen mit der schon erwoi'benen 

*) rieiseeriiuieriuigeii aus Spanien. 'i vols. Leipzig, 11, 
Coyteiiohle. 



— 63 — 

Sammlung Möllendorffs, der ebenfalls bereits dieser Gesell- 
schaft geschenkten Sammlung des Schreibers dieser Zeilen, 
und der Boettger'schen Sammlung, deren Ueberlassung in 
sichere Aussicht gestellt ist, auf lange Zeit hinaus eine 
feste örundlage für das Studium der europäischen Binnen- 
conchylien abgeben. Auf sie gestützt, konnte ich, ein 
grüner Anfänger mit massiger Zeichiienfertigkeit, wagen, 
das Lebenswerk des Meisters uufzunehmon und weiter zu 
führen. Freilich ahnte ich damals nicht, welche Massen 
von Conehylien noch im europäischen Faunengebiet der 
Entdeckung harrten und welchen Umfang das Unternehmen 
nach und nach erreichen würde. Ich fühlte mich gewisser- 
massen dazu verpflichtet, denn Rossmaessler hatte mich 
fiir die Malakozoologie gewonnen. Ein Artikel in „Aus 
der Heimat" hatte mich veranlasst, den Schneeken an dei- 
oberen Lahn einige Aufmerksamkeit zuzuwenden, ein anderor 
machle mir Mut, an R. zu schreiben und um ein paar 
Exemplare von Segmentina nitida zu bitten. Statt denm 
kam eine stattliche Sendung, dabei die südspanischen 
Macularien, — und der eifrige Schneckensammler war damit 
fertig. 

Neben der Ikonoguapb.ic hat Rossmaessler zwar noch 
einige Mal zu anderen malakozoologischen Arbeiten an- 
gesetzt und einige wichtige Aufsätze in den Malacozoolo- 
gischen Blättern veröffenthcht, aber er hat die Zeit nicht 
finden können, seine Pläne durchzuführen. Nur die Ein- 
büj'gerung des Aquariums, auf das er in der Vorrede zu 
soineni letzten Ikonographiehefte 1858 aufmerksam machte 
und ilber das er ein eigenes, heute nor;h wichtig(-\s ßüch- 
ioin*) schrieb, ist ihm gelungen, und die A([uarienfreundc 
haben das nicht vergessen und feiern den dritten März 
wie die Malakozoologen. 



*) IJas Siiäswasser-Aquai-iurn. Eine Anleitung zur lleisleliung 
und t^flege desseliten. Leipzig, Mendelsohn 1857. 



— 64 — 

Nicht unvergessen darf auch bleiben, dass es Ross- 
maessler war, der zuerst auf die Notwendigkeit hinwies, 
der Konfusion in der zoologischen und botanischen Nomen- 
clatur ein Ende zu machen^ jeden Familien- und Gattungs- 
namen nur einmal anzuwenden und die Priorität unbedingt 
gelten zu lassen. Agassiz nahm ihm den Plan aus den 
Händen und führte ihn für die Zoologie durch, aber das 
Urheberrecht des Gedankens gehört zweifellos Rossmaessler. 

Kobelt. 

Einfluss des bewegten Wassers auf die Gestaltung der 
Muscheln aus der Familie Uuionidae Flem. 

Von 
Henrik Seil, Kopenhagen. (Schluss.) 

Ganz anders dagegen sehen Stücke von Unio piclorum 
aus, die stillen klaren Seen mit tieferem Wasser entnommen 
sind. Bei ihnen ist der Ünterrand am hintern Ende nach 
oben ausgeschweift und bildet mit dem Oberrande einen 
aufwärts gekrümmten , Schnabel". Ein stark abwärts ge- 
bogenes Hinterteil wäre hier nicht nur überflüssig^ sondern, 
da Unionen solcher Seen bei weitem beweglicher sind, 
sogar ein nachschleppendes Hindernis der Bewegung. 
Betrachten wir andrerseits Stücke von Unio pictorum aus 
ziemlich schnell lliessenden Bächen, so bemerken wir zwar 
wiederum die deutlich ausgesprochene Tendenz eines nach 
unten gerichteten Hini:erteils ; allein dasselbe ist nicht 
hakenförmig gestaltet, sondern bildet für die gegen den 
Strom gerichtelc ^[uschel eine schräg nach hinten und 
unten gerichtete Stütze, welche sich fest in den Sand des 
Bachbetts einstemmt. Bei der in schlammigen Seebuchten 
vorkommenden Form des Unio pictorum var. iimosus Nilss. 
konuut eine solche, gleichsam w'io ein gewölbter Rogen 
auf das Wasserbett aufgesetzte l'orni nicht vor ; entweder 



— 65 — 

zeigen sich die Muscheln ganz gerade gestreckt, oder auch 
im Hinterteil stark aufwärts gekrümmt. Dagegen sind bei 
sämtlichen Schlammbewohnern Vorder- und Unterrand 
stets stumpf, da eine allmähliche Zuschärfung einem allzö 
tiefen Einsinken der Muschel in den Schlamm Vorschub 
leisten würde, wie umgekehrt Unionen aus Lokalitäten mit 
festem Sandgrund fast stets eine solche Zuschärfung zeigen. 

Bei dem in sehr verschiedenartigen Gewässern lebenden 
Unio pictorum hat man mehr Gelegenheit, diese Formverhält- 
nisse und Veränderungen zu beobachten, als bei anderen 
Arten: doch zeigen auch im Formenkreise des Unio 
tumidus Retz, die Bewohner von starkem Wogenschlag 
ausgesetzten Seen behufs Fixirung am Grunde Neigung zu 
einem langen Unterrand und herabgekrümmten Hinterteil 
(Unio ttimidus Retz. var. lacustris Rossm.*). 

In gleicher Weise sind Flussformen mit dem schräg 
nach unten und hinten hin abgebauten Hinterteil aus- 
gebildet. 

Die Formen des Unio crassus Reiz, leben fast nur 
in fliessendem Wasser mit kiesigem oder sandigen Grunde, 
und nur die V^arietät batavus Lam. konmit zuweilen in 
grossen Seen vor. wie z. B. auch in der oben erwähnten 
Form, dem Unio decurvatus Rossm. Dafür bringen aber 
auch sämtliche Formen desselben mehr oder weniger die 
Tendenz eines nach unten gerichteten Hinterendes zum 
Ausdruck und zwar um so ausgesprochener, je reissender 
der sie umspülende Strom ist. 

Von sonstigen, zwischen Ser- und Flussformen sich 
gellond uiuchenden Verschiedeiiheilen heben wir, ausser 
dorn vorläufig unerklärbaren Umstand, dass die Plussunicnen 
sehr oft, die Seeunionen niemals eine schön grüne Slrahlen- 
färbung besonders auf der hintern Hälfte der Schalen 
tragen, noch hervor, dass die Seeunionen durchweg, be- 
Rossiiiäsjlcrs Iconographie Fig. o42 u. 775. 



— 66 — 

sonders in der Wirbelgegend, im Ganzen genommen bau- 
chiger und aufgeblasen sind, während die ersteren schmal 
bleiben und selten hervorragende spitze Wirbel zeigen. 
Die Ursache für diese Formverschiedenheit bin ich geneigt 
in der Bewegungsart des Wassers zu sehen. Der fort- 
während in einer Richtung tätige Strom des fliessenden 
Wassers wird die dasselbe bewohnenden Unionen veran- 
lassen, in ihrem Wachstum nicht nur in den zur Strömungs- 
richtung senkrechten Richtungen, also nach oben und 
nach den Seilen hin, sich möghchst Wr^nig auszudehnen, 
sondern auch in geringstem Masse Protuberanzen und 
Konturenvorsprünge zu entwickeln, welche besonders vielen 
Unbilden ausgesetzt sein und der Gewalt des Stromes 
passende Angriffsstellen daxbieten würden. Formen aus 
stillem Wasser geschützt liegender Seen zeigen bedeutend 
mehr Eckigkeiten und einen gewissen eleganten Schwung 
in ihren Umrissen, den man an solchen aus unruhigem 
Wasser vermisst, Avährend in der Umgebung sämtlicher 
Seeunionen nichts die Ausbildung voller Wirbelrundung 
hindern könnte. Doch auch die wogende Bewegung 
weniger geschützter Binnenlandseen scheint geeignet zu 
sein, an sämtlichen C.onchylienschalen. besonders an solchen 
der Limnäen, elegante und manchmal wunderbar eckige 
Foi'raen herauszubilden, wie man sie am besten bei 
Limnaea stagnalis L.,*) der grössten unserer Limnaeaarten, 
beobachten kann. 

Allerdings zeigen sich die Formen des reissende Ge- 
wässer bewohnenden Unio crassus Hetz, nianchmal sehr 
aufgeblasen, mehr, als irgend ein anderer der dänischen 
Unionen; doch ist derselbe in allen übrigen Beziehungen 
so an das Leben in starker Strömung angepasst, dass 
dieser Umstand als nebensächlich betrachtet werden kann. 

*) Slrebel, Verl), d. Ver. f. natuiw. Unterhaltung. ILünburg 
1S75. 



— 67 — 

Einmal produziert er verhältnismässig sehr dicke, bis 
0,15 kg schwere Schalen, ausserdem aber ist sein ganzer 
Schliessapparat ein ausnahmsweise kräftiger. 

Wie oben erwähnt, bestellt der Schliessapparat aus 
dem Ligament, den Schlosszähnen und den Schliessmuskeln, 
mittels deren das Tier seine Schalen ant- und zuklappen 
kann. Das Ligament ist am schwächsten bei deji Anodonten, 
als Bewohnern sehr ruhiger Gewässer, stärker bei 
Unio pictorum und U. tumidus, am längsten und kräftigsten, 
wenn auch nicht am meisten hervortretend bei den Formen 
des Unio crassus Retz. Gleichfalls sehen wir, dass bei den 
Anodonten die Schliessmuskeln sehr oberflächliche, nach 
Entfernung des Tieres auf der Innenfläche der Schale oft 
kaum sichtbare Eindrücke hinterlassen. Etwas tiefer, be- 
sonders am Vorderteil sind die Eindrücke bei Unio pictorum 
und U. tumidus; sehr markierte und rauhe Muschelgruben 
sowohl vorn wie hinten finden wir bei Unio crassus. 

Am meisten aber macht sich in den verschiedenen 
Formen der Schlosszähne der Einfluss des Aufenthaltsorts 
geltend. Das Genus Anodonta Lam. entbehrt, wie schon 
erwähnt wurde und auch der Name besagt, der „Zähne" 
auf den Schlossrändern der Schalenklappen vijllständig ; 
der Aufenthalt in dem ruhigen Wasser der Teiche und 
stillen Seen macht solche auch ganz überflüssig. 

Bei Unio pictorum und U. tumidus sind säuitlicho 
Schlosszähne mehr oder weniger dünn und schneidend- 
lamellenartig; während sie bei den Formen des Unio crassus 
d ck und besonders die Hauptzähne ausserordentlich gross 
entwickelt sind. Wie sich nun oben an verschiedenen andern 
Verhältnissen zwischen See- und Flussformen der erstgenann- 
ten beiden Unionen Unterschiede ztMgten. so treten .-olche an 
denselben Formen nicht minder in der Entwicklung der Scliloss- 
bezahnung hervor. Setzt man eine gegenseitige Verschiebung 
der Schalen als möglich voraus, so dürfte eine solche in der 



— 68 — 

Längsrichtung in fliessendem Wasser die wahrscheinlichste 
sein, in dem wechselnden Spiel des wogenden und 
wühlenden Seewassers dagegen eine solche in der Richtung 
von unten nach oben und umgekehrt. Eine Längsver- 
schiebung verhindern mittels ihrer Stellung besonders die 
Haupt-, eine Verschiebung in senkrechter Richtung aber 
vornehmlich die Seitenzähne. Demgemäss sehen wir bei 
den Seeformen der in Rede stehenden beiden Unioarten 
die Hauptzähne schwach entwickelt, was bis zum Ver- 
schwinden des hinteren Hauptzahns in der linken Klappe 
des Unio pictorum sich steigern kann, die Seitenlaraellen 
aber stark und hoch, während bei den Flussformen die 
Haup! zahne immer gut ausgebildet sind. Ein sehr schönes 
Beispiel für diese Schlosszahntheorie liefert eine von Herrn 
.Jordan*) an reissenden Strecken schlesischer Flüsse ge- 
sammelte Varietät Unio pictorum var. pachyodon. Die- 
selbe zeigt nicht nur eine für einen Unio pictorum L. im 
Allgemeinen sehr starke Entwicklung der Haupt- und 
Seitenzähne, sondern erfreut sich eines hintern Schloss- 
zahnes der linken Klappe, der dem sonstigen Artcharakfer 
entgegen ungeheuer und bedeutend mächtiger entwickelt 
ist, als der vordere. Tn analoger Weise sehen wir in den 
vSeen Dänemarks und anderwärts zwei andere Arten von 
Muscheln auftreten, welche als nahezu einzige Formen der 
Gattungen Sphaerium und Pisidium auch einzig unter 
sämtlichen andern Arten genannter Gattungen eine be- 
sondere numerische Verstärkung in den Hauptzähnen auf- 
zuweisen haben, nämlich deren zwei in jeder Klappe : es 
sind ilies Sphaerium rivicola Lam. und Pisidium amnicum 
Müll. 



*) H, Jordan : Die Mollusken der Preu?s)schen Oberlausit.'C, 
Jfihr!>. d. deuLsch. nialak. Ges. ISO'.). Tal. vill, Fig. 1. Taf. IX, Fig. 5. 



69 



Zwei neue Macrodontes-Arteii. 

Von 

Dr. J. Thiele (Berlin). 

Unter den Landschnecken, die Herr Prof. G. v. Königs- 
wald bei seinen Reisen in Brasilien gesammelt und dem 
Berliner Museum geschenkt hat, finden sich als auffälligste 
Formen 2 als SeltenheiL bezeichnete Arten in je einem 
Exemplar, die nach der erst vor wenigen Jahren gegebenen 
Monographie der Bulimuliden von Pilsbry (Manual of 
Gonchology) sich als 2 neue Arien der Gattung Macrodüntes 
darstellen. Pilsbry kennt deren nur 5 oder 6 (ob M. 
fasciatics als Art oder Unterart anzusehen ist, scheint ihm 
nicht klar zu sein), sodass die 2, welche ich im Folgenden 
beschreibe, eine wesentliche Vermehrung bedeuten, um so 
mehr, da die eine von ihnen durch das Verhalten ihrer 
Mündung recht erheblich von allen anderen abweicht. 

1. 2. 










-^f/ 



la 2(1 

M a c r o d n t e s k ö n i g s w a 1 d i n. sp. (Fig. 2a). 

Schale etwas bauchig spindelförmig, ziemlich fest- 
wandig, einfarbig rötlich biaun ; Oberfläche matt, deutlich 
schräg gestreift, hinter der Mündung lässt der letzte Um- 



— 70 - 

gang unter der Lupe eine Strecke weit feine Spiralfurchen 
erkennen; Anfangsvvindungen (etwa 1^/4) spiralig gestreift. 
Die 6 Windungen sind deutlich gewölbt, gleichmässig zu- 
nehmend, die letzte ist hinter dem ausgebreiteten Mund- 
saum ein wenig eingeschnürt, oben kurz abgelöst, aussen 
mit 3 Eindrücken, von denen der unterste innen beulen- 
artig vortritt, während den beiden andern deutliche Zähn- 
chen entsprechen, deren unteres (Pilsbrys Palatalfalte) sich 
eine Strecke weit in die Mündung hineinzieht und am meisten 
vorspringt, während das obere (Suprapalatalfalte) kürzer 
und flacher ist. Diesem gegenüber findet sich eine ganz 
äusserliche „Parietallamelle", deutlich, aber nicht gross; 
links davon ist der Mundsaum der vorletzten Windung an- 
gedrückt. Gut entwickelt ist die Spindelfalte mit ihrer 
unteren Lamelle und darunter eine »Subcolumcllarlamelle", 
die zahnartig vorspringt. Während die Zähnchen und 
Falten, sowie der Mundsaum weiss sind, ist die Mündung 
im Uebrigen lötlich gefärbt. Durcli die angedrückte Spindel- 
wand wird der Nabel geschlossen, sodass er nur eine kurze 
Strecke weit sichtbar ist. Unten ist das letzte Viertel des 
untersten Umgangs deutlich gekielt, dann verschwindet der 
Kiel allmählig ganz. Die lang eiförmige Mündung ist 
deutlich schräg zur Längsachse gestellt. 

Höhe etwas über 30 mm, Dicke 1 1 mm, Höhe der 
Mündung 11, Breite 7 mm, einschliesslich des Mundsaums. 

Fundort: Serra do Mar (Rio grande do Sul). 

Die Art hat die Mündungsfalten im Ganzen nur schwach 
ausgebildet, ähnlich wie M. dautzenhergianus und M. de- 
genendus Pilsbry, ist aber von beiden sehr deutlich durch 
grössere Höhe der Schale und die Einzelheiten der Mündung 
verschieden, deren Form doch im Ganzen ähnlich ist. 
während sie bei der folgenden Art auffällig abweicht. 
Macrodontes simplex n. sp. (Fig. 1, la). 

Schale lang spindelförmig, fest wandig, einfarbig braun, 
deutlich schräg gestreift, die erhabenen Streifen sind auf 



— 71 — 

dem letzten Umgang etwas gekörnelt, die 2 Anfangs- 
windungen spii'alig gestreift. Die 6^2 Windungen sind 
gewölbt, die vorletzte nicht weiter als die nächsthöhere, 
die letzte löst sich nicht ab. Der äussere umgeschlagene 
Mundsaum setzt sich in den untern Rand und die untere 
Hälfte des Innern, sodann in sehr auffälliger Weise weiter 
in die stark hervortretende Spindelfalte fort. Von diesem 
umgeschlagenen Teil des Mundsaums setzt sich die obere 
Hälfte des Innenrandes, die ganz der vorletzten Windung 
angedrückt ist, durch eine winklige Bucht ab. Au.sser der 
Spindelfalte, die unten eine weisse Lamelle trägt, ist nur 
noch eine deutliche Palatalfalte in der Mitte der Aussen- 
seite vorhanden; der ein schwacher äusserer Eindruck 
entspricht. Die obere Ecke der Mündung ist aussen kaum, 
innen durch eine schwache stumpfwincklige Verdickung 
abgesetzt. Während der umgeschlagene Rand und die 
Lamellen weiss sind, zeigt die Mündung, sowie die Spindel- 
falte rote Färbung. Der Aussenrand ist im oberen Drittel 
ziemlich stark vorgezogen, die Mündung im Garjzen schräg. 
Der Nabel ist ganz geschlossen ; vom Mundsaum bis zum 
oberen Teil des Innenrandes verläuft an der Unterseite der 
letzten Windung ein deutlicher Kiel. 

Höhe S6 mm. Dicke 10 mm, Höhe der Müudung 12. 
Breite 7 mm. 

Fundort : Serra dos Tapes (Puo grande do Sul) ; ein 
zweites; etwas kleineres und Aveniger gut erhaltenes 
Exemplar, das bisher ohne Namen in der Sammlung lag, 
ist in Rio grando do Sul von Schlüter gesammelt. 

Die autfallende Bucht in der Mitte des Innenrandes 
imterscheidet diese Art von allen anderen, sie kann sonst 
angedeutet sein, ist aber nicht entfernt so stark wie hier; 
die Mündungsft\lten sind äusserst schwach entwickelt und 
nur die Spindelfalte verengt die Mündung in beträchtlichem 
Maasse. 



— 72 — 
Nachtrag zur Mollusken-Fauna Münchens. 

Von 
W. Blume. 



Im Laufe des Sommers 1905 gela)ig es mir, die Liste 
der Münchener Fauna um 7 Arten zu bereichern ; im 
Nachfolgenden werde ich sie anführen. Zunächst ist je- 
doch Nr. 70 Ancylus gibbosus Brgt. aus der Liste zu 
streichen. Im Jahre 1899 wurde München von einem Hoch- 
wasser der Isar heimgesucht, das grosse Verheerungen an 
den Ufern anrichtete; die Schäden wurden lange nicht 
behoben, so dass eine Reihe von Altwassern sich in der 
Nähe von Föhring befanden. Diese suchte ich im Herbst 
1904 auf Wasser-Mollusken ab und fand in einem derselben 
u. a. ungefähr 10 lebende Exemplare von Ancylus gibbosus. 
Mein Vermuten, dass die Schnecke durch die Isar ver- 
schleppt sein müsste, hat sich bestätigt, denn ich habe 
Ancylus gibbosus in München nirgends mehr gefunden. 
Im Frühjahr dieses Jalires nun wurden diese Altwasser 
bei den vorgenommenen Uferbauten trocken gelegt. Der 
Fvuidort München kann daher von nun an für diese 
Schnecke nicht mehr in Betracht kommen. 

Neue Arten für München sind: 

7G. Vilrina (Semilimax) elongata Drp. 

77. Punctum pygmaeum Drp. 

78. Helix (Acanthinula) aculeata Müll. 

79. Pupa (Isthmia) minutissima Hrtm. 

80. Pupa (Sphyradium) edentula Drp. 

81. Glausilia (Pirostoma) plicatula Drp. 
8^. Glausilia (Kuzmicia) dubia Drp. 



— 73 — 
Beiträge zur Molluskeiifauna des kroatischen Karstes. 

Von 
Th. Kormos, Budapest. 



Einleitung. 

Vorliegende Arbeit ist das Resultat dreier Ausflüge, 
welche ich während des vergangenen Sommers zur Er- 
forschung der Molluslcenfauna in das ungarisch-kroatische 
Küstengebiet unternahm. Wenn auch die Spanne Zeit nicht 
zuliess, von dem ganzen Gebiete eine Uebersicht zu ge- 
winnen, und sonach die untenstehende Zusammenstellung 
bei weitem nicht als vollständig betrachtet werden kann, 
sind doch die wissenschaftlichen Resultate dieser Unter- 
suchung keinesfalls zu unterschätzen. Ueber die zoogeo- 
graphischen Beziehungen der betreffenden Fauna gab ich 
vor Kurzem einen allgemeinen; sicher aber nur vorläufigen 
Bericht*). Es sei mir daher gestattet, hier einiges davon 
zu wiederholen. 

Das ungarisch-kroatische Küstengebiet nimmt sowohl 
seiner Lage als auch seiner geologishen Gestaltung nach 
eine bevorzugte Stellung ein und ist zu Beobachtungen in 
jeder Hinsicht geeignet. Das felsige Ufer, der kahle, von 
Dohnen und Höhlen durchlöcherte Karst, auf dessen Kalk- 
steingeröllen oft nur hie und da Spuren einer Vegetation 
vorkommen; dann wieder die Nadelwälder der höheren 
Regionen, in die jahrelang kein Sonnenstrahl dringt, und 
wo die Farne zwischen moosbedeckten Felsen klafterhoch 
emporwachsen; — lassen immer andere Bilder sich vor dem 
Beobachter entrollen. 

Die natürliche Grenze des ungarisch-österreichischen 

') Zoogeogr. Beziehuujfeii der Fauna im un^arisch-kroatisclieii 
Küstengebiete; Abrege du Bulletin de la Society Hongroise de Geograpliie. 
V. XXXIII 1. q. 



— 74 — 

Küstengebietes ist laut Stäche*) gegen Norden und Osten 
die Linie jener Wasserscheide, welche sich von der Quell- 
gegend des Isonzo bis Presjeka, dem südlichsten Punkte 
Dalmatiens hinzieht. Die Wasserscheide selbst kann man 
in 5 Gruppen teilen. Eine unter diesen, zu welcher auch 
unser Gebiet gehört, ist der ungarisch-kroatisch-dalmati- 
nische Teil. In diesem werden wieder zwei Unterabteilungen 
unterschieden, nämlich die ungarisch-kroatische, d. i. das 
Kapella-Gebirge mit den quarneroischen Inseln (insbesondere 
mit Veglia) und die kroatisch-dalmatinische mit dem Velebit- 
Gebirge und den Inseln Arbe, Pago und Ulbo. 

Vom zoogeographischen Standpunkte aus kann man 
keine scharfen Grenzlinien ziehen, infolge dessen erfüllt die 
oben erwähnte Gruppierung ihre Aufgabe auch als tier- 
geographische, obgleich ein grosser Teil Istriens hinsichtlich 
seiner Alolluskenfauna noch zum kroatischen Küstengebiete 
zu rechnen ist, Dahnatien hingegen seiner eigentümlichen, 
von jeder anderen abweichenden Fauna wegen — sozu- 
sagen — gänzlich isoliert dasteht. 

Bemerkenswert ist, dass nach Prof. v. Mehely**), der 
sich mit den herpetologischen Verhältnissen des Kapella 
eingehend befasste, die sich zwischen Ogulin und Mrkopalj 
erstreckende Karstgegend schon als die Grenzstation des 
mediterranen Faunengebietes zu betrachten ist, obgleich sie 
der überwiegende Teil ihrer Fauna mit der mitteleuropäischen 
enge verknüpft. Er findet, dass die von den Gegenden 
des Mittelmeeres hierher gelangten Arten sich daselbst der- 
art umänderten, dass sie heutzutage nur mehr die 
Merkmale südlicher Abkunft aufweisen und demnach, — 



*) Uebersicht der geologischen Verhältnisse der Küstenländer 
von Oesterreich-Ungarn. Ahh. der k. k. geol. Reichsanstalt. Bd. XX. 

XXIIl. 

**) A Mecsekhegyseg es a Kapella herpetologiai viszonyai. 

Allattani Közlemenyek III. p. 289. 



- 75 — 

um mich seiner Worte zu bedienen — dieser Faunenbeziric 
ein wahrer „Hochofen" für die Entstehung neuer Arten ist. 

Die Richtung meiner Sammelausflüge führte von 
Zagreb über Ogulin, Fuzine, Lic und Plase nach Fiume, 
von da dem Ufer entlang bis Senj' (Zengg);, wo das 
M. Padewieth'sche naturwissenschaftliche Institut meine 
Ausbeute noch mit mehreren interessanten Arten aus dem 
Velebit bereicherte.*) Auch habe ich das Gebiet der Insel 
Veglia mit aufgenommen, von welchem unten noch Er- 
wähnung getan wird. 

Zur Beleuchtung dessen, innerhalb welch weiter 
Grenzen sich die lokalen Varietäten der Verbreitung be- 
wegen, nehmen wir zum Beispiel die Küste von Fiume 
nach Südost bis Novi. Jene von Nordwest nach Südost 
ziehenden Längenfalten, deren tektodynamisciie Entstehung 
während des Neogens die heutige Anordnung der eocänen 
und oligocänen Schichten hervorbrachte, stehen in diesem 
kleinen Bezirke als klassisches Beispiel vor unseren Augen. 
Die eine spaltet Veglia in der Längsrichtung entzwei, die 
andere aber verbindet Buccari mil Novi, und bildet jenes 
fruchtbare Tal, welches auf dieser Seite der einzige 
grössere Wassersammelplatz ist, das Vinodol. Der das 
Vinodol vom Meer scheidende, sanft ansteigende Hügel- 
rücken gipfelt in einer Höhe von 380 m über Selce, — 
während das an der nordöstlichen Seite des Tales sich 
steil erhebende Plateau über Kricina 605 m emporragt. 
V'on hier steigt das Terrain stufenweise in der Richtung 
N. — NO. und kulminiert im ßitoraj mit 1385 m. Auf dem 
zertrümmerten Kreidekulk der unnüttelbaren Litoralregion 
ist — wenige Ölbäume ausgenommen — eine nennenswerte 
Vegetation kaum zu entdecken; indess der oligocäne Flysch 
des Vinodol Träger verhältnismässig dichter Wälder und 
üppiger Weiden ist. Mit zunehmender Höhe treffen wir 

*) Dieselben sind im Textp mit (P.) hezeichnel. 



— 76 ~ 

eine immer reichere Vegetation an ; die untere Fichten- 
grenze ist annähernd in 900 m, von wo aus aufwärts 
unberührte Urwälder sich erstrecken. 

Vor allem sehen wir, dass die Faunen der Küsten- 
striche Buccari-Novi und der Insel Vegha mit einander 
vollkommen übereinstimmen, zum Beweise dessen, dass die 
beiden sich erst jüngst von einander trennten, und dass 
deshalb Veglia unbedingt zum kroatischen Küstengebiet 
gerechnet werden muss. Die Küste selbst ist durch das 
Vorhandensein vieler litoraler Xerophilen, wie : X homoleuca 
S. & K.; X. ammonis A. S., X. profuga A. S., X. virgata varia- 
bilis Drp., X. virgata croatiae Korm., X vegliana Korm., 
X. Uhurnica Stoss. (ich fand dieselbe nicht); sowie auch 
Pomatia cincta Müll, und Pomatia secernenda Rm.; (nebst Va- 
rietäten), Fruticicola cinctella Drp., CaecUianella Hohenwarti 
V. Frf]., Lauria cylindracea Da Costa, Clausiliastra curla Rm., 
Clausiliastra commutata Rm. und so weiter characterisiert. 
An der südwestlichen Lehne des Vinodol, im Tale selbst 
und auch schon im Quertale von Grkvenica-Vinodol fehlen 
die Xerophilen mit Ausnahme von XerophUa olivieri Fer., 
und X. carthusiana Müll, völlig und treten erst dort, wo 
das Vinodol bei Novi sein Ende erreicht, aufs neue in den 
V^ordergrund. Dagegen tritt hier eine andere Art, Cam- 
pijlaea hirta Mke., auf, w^elche in der unmittelbar litoralen 
Fauna selten vorkommt. Wenn wir nun das Vinodol 
durchquerend uns auf dessen steile nordöstliche Lehne be- 
geben, sehen wir, dass sich dessen Fauna dort schon um 
drei weitere Species erweitert hat, d. i. Medora agnata 
Partsch, Campylaea coerulans C. Ffr. und Zonites compressus 
(Z.) Rm. Und wenn man über die steile Böschung empor- 
kletternd auf die Planina gelangt, findet man, dass von da 
angefangen die Xerophilen sozusagen gänzlich ausbleiben, 
von übrigen Li toral- Arten aber nur einige vorkommen, ja 
dass sogar jene 3 Arten, welche sich am Fusse der Flanina 



— 77 — 

zeigten, ebenfalls ausbleiben, obgleich sie vereinzelt noch 
anzutreffen sind (z. B. Medora agnata Partsch in Lic). 
Dagegen melden sich jetzt andere Formen, wie : Canipylaea 
planospira Lam., Fruücicola leucozona F*tV., Fruticicola ßi- 
cina C. Pfr., Zonifes verticiUus Fer., Clausüiastra yrossa (Z.) 
Rm.. Cl. ßmhriata (Mhlf.) Rni., Orcula conica Rm. u. s. w. 
Im allgemeinen ist die oberste Zone durch den Individuen- 
reichtum der verschiedenen Zonites, Canipylaea und ClausUia- 
Arten gekennzeichnet und weist die grösste Mannigfaltigkeit 
dort auf, wo die Fichtenwälder beginnen. 

Ausser diesen detaiUierten und zusammenhängenden 
Bt'übachlungen kann ich noch — insbesondere durch Ver- 
mittlung der Padewieth'schen Anstalt — über das Vor- 
kommen einzelner, sehr interessanter Arten berichten. 

Ein solches ist besonders das der Neritina flitviatilis 
L. in Zernovnica. so auch zwischen Jablanac und 8. 
Georgevo, welche Art wir in dem ungarischen Fauneii- 
gebiet bis jetzt vergebens suchten. 

Nicht weniger interessant ist das Vorkommen von 
Stenogyra decollata L. in JablanaC; welche dort zuerst von 
Herrn Soös gesammelt wurde. 

Ein bemerkenswerter Umstand ist weiter, dass ein- 
zelne der mediterranen Arten auf dem kroatischen Küslen- 
gebi^t in viel kleineren Exemplaren voi'kommen. Solche sind 
be.-onlers: Cyclostoma elegans Müli., Ghmdina algira Brug. 
und Macularia vermiculata Müll., bei welclien wir südwärts 
weiter imnier grössere Exemplare antreffen. Es isf un- 
zweifelhaft dass sich diese — bei den veränderten Lebens- 
verhältnissen — schon umgeändert haben und einst als 
Wurzel neuer Arten dienen werden. 

Im allgemeinen ersieht man aus dem Mitgeteilten, 
dass die ungarisch-kroatische Meeresküste dem Malacologen 
noch viel Interessantes zu bieten vermag, und daher in jeder 
Beziehung eine weitere^ eingehende Durchforschung verdient. 



— 78 — 

Bis ich meine bislierigen BeobacliUmgen mit neuen 
ergänzen kann, sei mir gestaltet^ dieselben in Untenstehendem 
zu veröffentlichen. 

Bevor ich aber dies unternehme, kann ich nicht um- 
hin; dem Herrn Dr. W. Kobelt, der 3 seiner neuen 
Diagnosen zur Mitteilung in diesem meinem Werke zu 
überlassen gütig Avar, meinen innigsten Dank auszusprechen. 
Ausserdem bin ich den Herrn S. Glessin in Regensburg 
und L. So ÖS in Budapest zu Dank verpflichtet, die mir 
durch Bestimmung einer oder der anderen Art namhafte 
Dienste leisteten. Endlich rauss ich mich noch meiner 
Braut mit Dank erinnern, die bei meinen Sammelausflügen 
mein treuer Gefährte war und der ich mehr als ein 
seltenes Exemplar zu verdanken habe. 

Systematischer Teil. 
Genus Hyalinia A^. 

1. Hyalina crystallina Müll. 
Lic, Fuzine, Crkvenica; kommt häutig vor. 

2. Hyalina nitens Mich. 
Podsused, Lic, Fuzine 

3. Hyalina cellaria Müll. 
Crkvenica, nicht selten. 

4. Hyalina Draparnaldi (Bk.) M. T. 
In Novi nur ein Exemplar gesammelt. Ihre Be- 
stimmung verdanke ich Herrn Glessin. 

Genus Zenites Mont. 

5. Zonites acies Bartsch. 
In Lic sammelte ich in grosser Menge junge Exemplare 
dieser Art; sonderbar ist, dass ich dieselbe in Fuzine, wo 
doch die Lebensverhältnisse dieselben sind, nicht vorfand. 
Ausgewachsene Exemplare sammelte ich in Zengg, doch 
ist das Auftreten bei weitem nicht so zahlreich, als in den 
Urwäldern von Lic. 



-- 79 — 

6. Zonites compressus (Z.) Rni. 
Diese schöne Art fand ich nur in (irizane. am nord- 
östlichen steilen Abhang des Vinodoltales unter der Burg- 
ruine, wo sie nicht selten ist. Kommt Aveder am entgegen- 
gesetzten sanft ansteigenden Hügehiicken. noch im Tale 
selbst vor, auch fand ich keine in den höheren Regionen, 
Wuide ausserdem auf unserem Gebiete noch in Fiunie 
(Trsat), Buccari und Lucovo gesammelt. 

7. Zonites croaticus Part seh. 
Diese Art ist in ihrer Verbreitung ziemlich auf den 
Velebit beschränkt. Die bisher hekanrlten Fundorte sind 
bi'inahe durchgehend im Territorium des Goniitats Lika 
Krbava. iVIeine Exemplare, welche von Padewieth in meinen 
Besitz kamen, stammen von Stirovaca-, Vrebac- und 
Garlobag (Waldungen Rameno-Korito). 

8. Zonites verticillus Fer. 

Diese in Kroatien sehr verbreitete Art liegt in vielen 
Exemplaren vor mir, welche ich in Podsused, Ogulin, 
Fuzine und Lic sammelte. Interessant ist, dass während 
diese Art in Ungarn bis in der Gegend von Köszeg (laut 
Szep) ja sogar in der von Selmecz (nach Stenlz) vorkonuiit.*) 
sie auf unserem Gebiete dir unmittelbaren Litoral-Region — 
wahrsclieinlich der spärlichen Vegetation und des über- 
wiegend trockenen Sommers wegen — ganz fehlt. 

Genus Glandina Scliuin. 

9. Glandina algira Brng. 

Eine lärigs der Küste weit verbreitete Art. welche 
aucli noch über der Nadelhol^.-Region vorkommt. Ich 
sammelte sie in Lic, Fuzine, Fiume, Buccari, S. v. Jakov, 
Grkvenica, Vinodol, Selce, Silo, Novi, Senj (Zengg). Garlobag. 

*) R. Szep: Die Molluslcentauna der Umgegend von Guus. Malac. 
Bl. U. F. XIII p. 33. 



— 80 - 

Genus Helix Lin. 

10. Gonostoma personata Lam. 

Diese Art fand ich längs der Küste nirgends. Mein 

einziger Fundort war Lic, wo ich 2 Exemplare vorfand. 

Ausserdem wird dieselbe aus Groatien noch vom Klek- 

Berge bei Ogulin, von Lukovdol und 'Gobalj angegeben.*) 

11. Fruticicola vicina Rm. 
Fundort: Podsused. 

12. Fruticicola leucozona G. Pfr. 
Fundorte: Ogulin, P^uzine, Lic. 

13. Fruticicola filicina Pfr. 

Diese seltene Art gelang mir nur an zwei Orten in 
einigen Exemplaren zu sammeln und zwar: in Podsused 
(öutinjsko) und in Lic. Die Bestimmung dieser, sowie 
auch der vorigen Art, verdanke ich Herrn L. Soös in 
Budapest. 

14. Fruticicola Erjaveci cincta Soös. 

Diese Form, welche Soös im Jahre 1904 beschrieb^**) 
war bisher nur von Gospic bekannt. Ich erhielt von 
Padewieth ein typisches, aber ziemlich kleines Exemplar 
aus Brusane (unweit von Gospic). Bemerkenswert ist, dass 
Fr. Erjaveci, von welcher wir zu wissen glaubten, dass 
dasselbe nördlicher als Zagreb nicht vorkonuiit, auch im 
östlichen Teile des Dunäntul lebt, so besonders in Szegzärd 
(im Comitat Tolna), wo ich im Jahre 1904, 5 Exemplare 
der var. syrmiensis Soös, sammelte. 

15. Fruticicola cinctella Drp. 
Diese mediterrane Art wurde auf unserem Gebiete 
biesher nur in Fiunie und Buccari gesammelt. Ich selbst 

*) Soös: Magyarorszäg- Helicidai. AUallatii közleiii. Bd, Ifl. 
p. 179. Budapest. 

**) Soös L. : Magyaror.szagi üj Helicidak ; Annale^ Musei Naliuiialis 
Huüirarici, I90i. II. p. ^295. 



— 81 — 

sammelte am Fusse der Terrassenmauer des Therapia in 

Crkvenica ca. 50 Exemplare. Es ist wahrscheinlich, dass 

dielbe längs der ganzen kroatischen Küste vorkommt, also 

nicht nur im südlichsten Teile des Karstes, wie dies Glessin 

denkt.*) 

16. Xerophila ammonis (A. Schm.) Strob. 

Diese Art wurde bei uns bis jetzt nur in Kraljevica 
(Porto-Re) gefunden, ich selbst sammelte solche in Crkvenica 
und Novi. Die Exemplare von Crkvenica (2) sind grösser 
und ihre Dimensionen entsprechen denen der italienischen 
(15:9 mm); die von Novi hingegen, welche ich am Ein- 
gange des Vinodol-Tales auf einer feuchten Wiese zu 
hunderten antraf, sind etwas kleiner. Farbe und Zeichnung 
ist bei den sämtlichen Exemplaren typisch und beständig. 

17. Xerophila homoleuca S. & K. 
Echte Küsten-Xerophila, welche in Crkvenica zu 
Tausenden lebt. Häufig von Fiume bis Senj, so auch in 
Veglia. Nach dem Regen ziehen sich dieselben auf die 
nassen Felsen am Meeresstrande, so dass sie des öfteren 
von den Wellen abgespült werden. 

18. Xerophila homoleuca UtoraUs Soos. 
Weicht von der Stammform durch ihr kleineres Ge- 
häuse und dadurch ab, dass der Nabel innen eng isl. imd 
erst bei dem letzten Umgang sich plötzlich erweitert. In 

Senj häufig. 

19. Xerophila vegliana n. 

Testa aperte umbilicata, ad anfractum ullimum dila- 
tata. perforala. depresso-globosa. solida, nitida, ac subtiliter 
striata ; colore corneo-lactea. plerumque irregulariter radio- 
maculatu, anfractu ultimo supra medium anguste lucido- 
cingulato, apice corneo ; anfractus SV«, convexiusculi, 
superi 4'/2 regulariter accrescentes, uUimus dilatatus, anticc 

*) Moliu^k. Oet>t. Ung. und der Schweiz, [>. 137. 



— 82 - 

aliquando descendens; apertnra rotundato-ovata, perisloma 
rectum, acutum, ad basin reflexiusculum, intus rufescenti 
corneum, crasso-albolabiatum. 
Diam. 16, alt. 11 mm. 

G«^häuse offen und weit durchbohrt, gegen die Mün- 
dung nicht wenig erweitert genabelt (Nabel V^ der Gehäuse- 
hreite). etwas gedrückt conoidisch, glänzend, fein gestreift, 
ziemhch festschalig, hchtbraun. meistens schmal radial- 
gebändert und mit braunen Punkten unter der Naht und 
meist mit einem schmalen lichten Bande am oberen 
Drittel des letzten Umganges; Apex dunkelbraun. Um- 
gänge 5^2. wenig gewölbt, die vorletzten regelmässig zu- 
nehmend, der letzte mindestens doppelt so breit, als der 
vorletzte, gegen die Mündung etwas trichterförmig erweitert, 
vornan wenig herabgebogen, Mündung fast rund, Saum 
gerade, scharf, an der Basis etwas zurückgeschlagen; 
aussen lichter, innen dunkelbraun, mit starker, weisser" 
Lippe belegt. Grösse 16:11 mm. 

Stellt der Xerophila liburnica am nächsten, muss 
aber von dieser durch ihr höheres Gehäuse, bräunliche 
Farbe und grosse Dimensionen getrennt werden. • 

Diese schöne Form ist mir aus unserem Gebiete bis 
jetzt nur von der Insel Vegiia bekannt, wo ich dieselbe 
ober der Bucht von Klimna auf einer grasigen Wiese — 
welche kaum einige Quadratmeter Umfang hat — zu 
hunderten sammelte, während weiter nach Innen man 
stundenlang umherschweifen kann, ohne auch nur ein 
Exemplar zu linden. Ausserdem kommt sie in Ober-Italien 
vor, meinem Wissen nach in Rimini, wo Herr J. Töthfalussy 
1 Exemplar sammelte. 

20. Xerophila vegliana klimnae n. 

Differt a forma typiea : anfractu ultimo antice fortiter 
descendente, marginibus approximatis ; apertura columellari 
parura dilatato. 

Diam. 15—16. Alt. 10—11 mm. 



— 83 — 

Letzter Umgang vornen tiefer herabsteigend, Ränder 
nielir zusammen neigend. Mündung etwas nach rechts aus- 
gezogen. Sonst typiscli. Klimna. nicht selten (10 Exemplare). 

21, Xerophila profuga A. S. 
Diese Art wurde bei uns bisher nur aus Senj nach- 
gewiesen. Ich selbst sammelte sie in Fiume (Trsat). 
Porto-Re und Grkvenica. 

22. Xerophila virgata variabilis Drp. 
Von Fiume bis Zengg ziemlich häufig, ob zwar nicht 
überall zu finden. Ich sammelte dieselbe ausser Fiume in 
Crkvenica, wo sie nach d«>m Regen beständig einige Oel- 
bäume aufsucht. Kommt auch in Veglia (Silo) vor. Diese 
Form zeigt sich bezüglich der Farbe und Zeichnung so 
variabel, dass die Unterscheidung der F'arbenänderungen 
durchaus nicht gerechtfertigt erscheint. 

23. Xerophila virgata croaUae n. 

Testa parva, umbilico inlus angusto, ad anfractum 
ullimum parum dilatalo; solida. regulariter densestriata. 
unicolor, albo-flavida, anfractu ultimo medio angusle pallido- 
cingulato. Anfractus öV». convexiusculi , sat regulariter 
accrescenles, ultimo antecedentem 1 Va latitudinis superante; 
Apertura parva, altitudinem spirae aequante, parum dilatato- 
ovata; peristomate recto, intus rufo-fiavescenti, labio fulvido 
translucido, margine superno angulato, basali reflexiusculo, 
umbilicum minime tegente. 
Diam. 7Vs. alt. l^ji mm. 

Innen eng, mit dem letzten Umgang aber ziemlich 
erweitert und sehr wenig bedeckt genabelt, festschalig, 
dicht und regelmässig gestreift, einfarbig, gelblichweiss, mit 
einem schmalen, hellweissen Bande, welches in dem oberen 
Mündungswinkel ausgehend sich bis an die Mündung ver- 
folgen lässt; Umgang 5 7«, der letzte circa 1 V« so breit 
als der vorletzte. Mündung ziemlich klein, etwas nach 



— 84 — 

rechts ausgezogen und deshalb ein wenig breiter als hoch; 
Saum gerade und verdickt, rötlich-gelb, mit einer ähnlich 
gefärbten, gelblich durchscheinenden Lippe belegt ; Ränder 
durch einen kaum merkbaren Callus verbunden, der obere 
spitzwinkelig, der untere sehr wenig zurückgebogen. 
G. I'k:l'l2. 

Fundort : Grkvenica. Aehnliche Exemplare kommen 
auch auf der Insel Arbe (Dalmatien) vor. 

(Scliluss folgt). 

lieber eine Reihe von Nacktschnecken, die Herr Dr. 
Cecconi aaf Cypern und in Palaestina gesammelt hat. 

Von 
Heinrich Sirnroth (Leipzi g- Gautzsch). 



(Fortsetzung und Schluss). 

Von wieder einer anderen Seite kann man w^ohl 
darauf hinweisen, dass sich unter den kleinen braunen 
armenischen Limaxarten eine zu befinden scheint, die noch 
keinen Penis hat, bei welcher vielmehr der Retractor 
gleich am Atrium anfasst. Bei dieser Gruppe hat man 
den Eindruck, als wäre der Penis durch stärkeres Herein- 
ziehen von Seiten des Muskels allmählich herausgebildet 
aus dem Atrium^ nicht aber durch selbständige Ectoderm- 
einstülpung. Unter diesem Gesichtspunkte wiärden aber- 
mals die Vertreter der Gattung Limax polyphyletisch ab- 
zuleiten sein. 

Ich halte es für angezeigt, die hier beschriebene Art als 
Limax Cecconii n. sp. 
zn fixieren, künftig vielleicht mit Spaltung in Unterarten. 

2. Agriolimax. 
Da Herr Dr. Cecconi von (Jypern 10 Serien Acker- 
sclinecken von 6 verschiedenen Fundorten mitgebracht 



— 85 — 

hatte, so war ich sehr gespannt auf das Ergebnis der 
Untersuchung. Einerseits hatle mir der Kaukasus, anderer- 
seits Abessinien eine grosse Menge deutlich verschiedener 
Formen ergeben, der Kaukasus mehr in dem Rahmen der 
bisher in Färbung und Anatomie mit den bekannten 
europäischen Arten übereinstimmend, Abessinien dazu aus- 
geprägtere Färbungen und Zeichnungen und ausserdem 
allerlei Ausstattung der Peniswand mit neuen Drüsener- 
vverbungen. Dem gegenüber aber ist Gypern arm, sowohl 
in Bezug auf das Aeussere wie in der Anatomie, und dennoch 
wieder von eigenartigem Interesse. Die Färbung wechselt 
noch nicht so sehr, als etwa die des deutschen agrestis, 
der südenropäischen Varietäten ganz zu gesehweigen ; wir 
finden meist ein einfarbiges Mäusegrau, oder einen mehr 
braunen Grund oder eine gelbgraue, dazu verschiedentlich 
verschwommene reticulierte Zeichnung. Der Penis bleibt 
klein, eine proximale kurze Ausladung trägt eine massig 
verzweigte Enddrüse, die distale Wand zeigt hie und da 
schwach drüsige Verdickung, also mit einem Anklang an 
die Abessinier, dazu kommt eine Reizplatte, die sich nur 
massig zu einem Reizkörper zuspitzl, hie und da noch 
mit einer Nebenspitze. Demgegenüber ist nun der Darm 
sehr auffällig, denn der rechte Schenkel hat bald gar kein 
Goecum, bald ein sehr langes, das vielleicht alle bisher 
bekannten Blinddärme der Gattung übertrifft, selten ein 
etwas kürzeres. Es ergibt sich daraus ohne weiteres, dass 
die früher einmal von mir versuchte Einteilung der Arten 
in solche mit und solche ohne Coecum für eine breitere 
Uebersicht nicht zulässig sein kann, wie ich sie dann auch 
in Uebereinstimnmng mit PoUonera wieder aufgegeben habe. 
Man gewinnt den Eindruck, dass Gypern bei seiner 
Isolierung nur eine Form von Ackerschnecken übernommen 
hat, die es dann in massiger Variation weiter localisierte 
und umbildete. Warum aber geiade dabei kein anderes 



— 8G — 

Organ so differenter Ausprägung unterworfen wurde, als 
gerade der Blinddarm, dafür f-^hit mir vor der Hand jedes 
Verständnis. Nur darauf ist hinzuweisen, dass ich im 
Kaukasus einen völlig parallelen Fall antraf, wo ich von 
einer Art zwei Formen beschrieb, eine mit und eine ohne 
Blinddarm ; ich zweigte die erstere als var. coeciger ab 
und verfahre wohl hier am besten ebenso, nur unter der 
Hinzufügung, dass die Differenz zwischen der Stammform 
und der Varietät weit ausgeprägter ist. Damit schlage ich 
vor, die cyprischen Formen zusammenzufassen als 
Agriolimax cyprius n. spec, und dazu 
Agriolimox cyprius coeciger var. n. 
In Bezug auf den Penis stehen die Tiere dem Agr. 
agrestis nahe, doch kommt es noch nicht zur Ausbildung 
eines typischen Reizkörpers, die Innenwand hat in der 
distalen Hälfte drüsige Verdickungen, welche an die 
abessinischen Formen erinnern, die Varietät übertrifft durch 
die Länge ihres Blinddarms alle Gattungsgenossen. 

3. Amalia. 

Etwa ein Dutzend derber Tiere, mit einigen jungen 
untermischt, stammen von Brindisi, ein ähnlich robustes 
Stück, etwas anders gefärbt, von Jerusalem, ferner eins 
mit denen von Brindisi und einem weiteren von C'reta, das 
ich Herrn Grafen Attems verdanke, übereinstimmend, von 
Gypern. Alle diese machen die üblichen Schwierigkeiten, 
wie sie durch die relativ geringen anatomischen Unter- 
schiede innerhalb des Genus Amalia bedingt werden. 
Dazu kommt aber noch eine kleine Form von Gypern, in 
einer Reihe verschieden gefärbter Serien sehr glücklich ge- 
sammelt; diese steht allen übrigen Arten schroff und scharf 
kenntlich gegenüber, vielleicht das bedeutsamste Ergebnis 
der Reise. 

Zunächst mögen die derberen Formen erledigt sein. 



— 87 — 

Für die Anatomie der Amalien haben wir wenig 
Unterlagen, die weiter eindnn:;^en, als bis auf die allge- 
meinsten Unterschiede des Genitalapparates. Gollinge hat 
öfters Beiträge geliefert, doch betreffen sie nur die Am. 
gagates, soweit sie ausserhalb Europas angetroffen wird, 
wahrscheinlich (?) durch Verschleppung. Meiner Meinung 
nach hätte hier erst ein äusserst peinliches Detailstudium 
einzusetzen, um Ausschlag und Localisation von Varietäten 
festzulegen. Lessona und Pollonera beschränken sich auf 
die Untersuchung, ob ein Reizkörper vorhanden sei oder 
nicht, — wie wir gleich sehen werden, eine sehr unsichere 
Sache, nicht wegen mangelnder Aufsclilüsse bei sonst gut 
gekennzeichneten Formen, sondern wegen der Schwierig- 
keit, den Begriff des Reizkörpers gegenüber allerlei Falten 
und Wülsten scharf herauszuschälen. Soviel ich sehe, ist 
bisher bloss bei allem und vermutlich schlecht conservierlem 
Material, bei welchem die Genitalenden erschlafft waren^ 
ein stärkerer Vorsprung als Reizkörper betrachtet worden, 
der bei der Am. carinata besonders constant als sichel- 
förmiges Organ auftritt und am leichtesten beobachtet wird, 
wenn er bei der Gopula aus dem Genitalporus heraus- 
geslülpt und in diesem Zustand aufbewahrt wurde. Am 
sichersten komme ich unter allen Umständen mit den An- 
gaben durch, die ich selbst früher gemacht habe, wobei 
ich freilich nicht entscheiden kann, wieweit die rein sub- 
jektive Erfahrung Anspruch auf weitere Beachtung hat. 
Jedenfalls bleibt mir nichts weiter übrig, als mich auf die 
eignen Arbeiten, als die genauesten, zu stützen. Das ist 
aber um so misslicher deshalb, weil ich mich ausser 
Stande sehe, die vorliegenden Formen mit einiger Be- 
stimmtheit auf eine der zahlreichen Arten, welche Lessona 
und Pollonera für Italien aufgestellt haben, zu beziehen, trotz- 
dem doch die eine von Brindisi stammt. Die Autoren sind 
in der Darstellung des Aeusseren noch nicht weit genug 



gegangen, und ihre Angaben, die sich auf die gröbere oder 
feinere Runzelung, oder auf die Stärke und Schlängelung 
des Kieles beziehen, können nur dann von entscheidendem 
Wert sein, wenn man das ganze Material, welches ihnen 
von den verschiedensten Stellen der apenninischen Halb- 
insel vorlag, vor Augen hat. Alles dies schicke ich voraus 
zur Entschuldigung einer gewissen Unsicherheit, die bei 
mir trotz vieler auf die Tiere verwandten Mühe ge- 
blieben ist. 

Die Tiere von Brindisi stimmen mit dem Stück von 
Greta und dem von Cypern im Aeusseren überein. Eine 
gedrungene Form, ganz gekielt ; der Grund hell ockerig 
braun, darauf eine feine dichte wolkige Zeichnung ins 
Grauviolette und Schwarze, zumeist den Rinnen des Rückens 
folgend, auf dem Mantel wolkig verschwommen, das Huf- 
eisen dunkler hervortretend. 

Ebenso ist das Stück von Jerusalem, doch fast ohne 
Ocker, und die Zeichnung ist rein grauschwarz ; die 
Zeichnungselemente sind also genau dieselben, so gut wie 
der Körperumriss, nur die Pigmente sind reiner und ge- 
klärter, wobei darauf hingewiesen sein mag, dass bei den 
Limaces von Jerusalem dieselbe Färbung hervortrat (s. o.). 

Innerlich stimmen beide Formen ziemlieh genau mit 
einander überein, wobei ich höchstens bemerken will, dass 
ich auf die Anhangsdrüse des Atriums bei der zuletzt 
untersuchten Form von Brindisi nicht genügend geachtet 
habe, was künftig nachzuholen wäre. Bei der von Jerusalem 
bildet sie einen Halbring auf der linken Seite des Vestiini- 
lums und mündet mit einer Anzahl kurzer Ausführgänge in 
die Verbindung von Oviduct und Atrium ein. Der Ring ist 
ein wenig gegliedert, die Gänge sind höchstens so lang als 
der Ring dick ist, also noch kürzer als bei Am. gagates 
etwa. Penis, Bursagang und Oviduct reichen einzeln bis 
zum Atrium, höchstens die beiden letzteren verschmelzen. 



- 89 — 

nebeneinander gelegen, auf eine minimale Strecke vorlier. 
Die Bursa ist ein langer, nach dem blinden Ende zuge- 
spitzter Sack, der distal wenig vom kurzen Gang, dem 
Blasenstiel, abgesetzt ist. Der Penis ist von gleicher Weite 
wie der derbe Epiphallus. Letzterer ist insofern etwas ver- 
schieden, als er bei der Jerusalem -Form geradegestreckt 
bleibt und den Penis kaum an Länge übertrilTt. während 
er bei der Brindisiform länger wird und die proximale 
Hälfte auf die distale zurückkrümmt. Vielleicht verbinden 
sich auch die Differenzen in der Länge der Spermatophore 
damit; doch ist hier Vorsicht am Platze, da mir diese 
gerade bei Amalien oft länger zu sein scheint, als der 
Epiphallus, in dem sie erzeugt wird, ein Umstand, der nur 
scheinbar einen Widerspruch enthalten möchte, da ja das 
Hinter-Ende der Hülse erst abgeschieden zu werden biaucht, 
nachdem das vordere Ende bereits aus dem Epiphallus 
heraus- und in den Penis übergetreten ist. 

Die besten Unterschiede ergibt das Innere des Penis 
und des Atriums: Der Penis, ein einfacher Schlauch 
zwischen Atrium und Epiphallus, gegen das erstere bis 
zur Unkenntlichkeit einer Durchgangsöffnung abgeschlossen, 
hat bei der syrischen Schnecke innen glatte Wände, bei 
der italienischen trägt er unten am Ausgang einen kleinen, 
derben, bohnenförmigen Körper, der nach innen vorspringt, 
wie sonst der Pveizkörper im Atrium, ausserdem hat die 
AVand auf einer Seite ein System zierlicher, feiner, bogen- 
fr)rmiger, concentrisch angeordneter Faltenwülste. Das 
Atrium hat bei beiden Formen im Innern ein System zu- 
sammenhängender Wülste um die Einmündung der drei 
Gänge, aber bei der Italienerin sind sie wieder stärker 
sccundär gefaltet ; auch greift, was wichtiger ist, der Wulst 
um den Genitalporus herum, von dem er mithin durch- 
brochen wird, bei der Syrierin liält er sich nur auf einer 
Seite des Porus. 

Es ist das eine Anzahl feinerer Ausarbeitungen, wie 



— 90 — 

man sie bisher kaum so weit verfolgt hat. Sie mögen 
recht wohl genügen, zwei Formen, bez. Arten scharf zu 
kennzeichnen ; aber wenn ich sie jetzt benennen wollte, 
würde die Determination über das für die übrigen Species 
Bekannte hinausgehen und ein sehr ungleiches Mass an- 
deuten, was freilich selten ganz zu vermeiden ist, anderer- 
seits bin ich weder im Stande zu sagen, ob die mir 
vorliegende syrische Form mit der Am. barypus Bourg., 
noch ob die von Brindisi mit einer der von Lessona und 
Pollonera beschriebenen italienischen Arten zusammenfällt; 
ich kann also nur aufzählen 

a) Amalia sp. von Jerusalem (= barypus Bourg. ?), 

b) Amalia sp. von Brindisi ; hierzu nach dem Aeusseren 
eine Form von Greta und eine von Cypern*). 

c) Amalia cypria n. sp. 

Den unsicheren Arten steht eine kleine scharf gegen- 
über, kaum grösser als die Am. cristata von der Krim und 
Kleinasien, d. h. die nach den bisherigen Erfahrungen am 
weitesten nach Osten vordringende Form. Ich erwartete 
auch etwas Verwandtes zu ünden, wie denn auch die 
ziemlich grobe Felderung des Rückens ähnliches andeutete. 
Doch kam's anders. Die Tiere wechseln zunächst nach 
der Oertlichkeit ziemlich stark, wovon die Serien bestimmtes 
Zeugnis ablegten. Bald waren sie mehr gedrungen, bald 
schlanker, bald fast gleichmässig hellgrau in's Ockerige, 
bald lebhafter ockergelb mit dunkelbrauner Zeichnung auf 
dem Rücken, bald mehr grau mit dimkel-schwärzlich- 
violettem Rücken, inmier das Pigment in den Furchen 
nach unten weiter ziehend. Das dunkle Hufeisen auf dem 
Mantel zeichnet!^ sich durch die Schwäche des vorderen 
Umfanges aus, während umgekehrt die Hinterenden in 
scharfer Ausprägung nach der Spitze des Mantels, bez. 
nach dem Anfange dps Kieles convergierten. 



*) Icli behalte mir vor, die verschiedenen Arten an der Hand 
von Abbildungen genauer klarzulegen und zu benennen. 



— 91 — 

Das Merkwürdige sind wieder die Genitalenden. Der 
schlanke Penis, der üviduct und der Gang der Bursa, die 
von ähnlichem Umriss ist wie bei den vorigen, nur etwas 
kürzer, münden wieder getreimt in das kuglige Atrium. 
Dieses liat links »r-ine starke Ausbuchtung. Im Innern trägt 
es im Hauptrauni wieder derbe Wülste, diese biegen in den 
Nebenraum unter scharfem Knick ein und laufen hier in 
einen ziemlich langen, schlanken, auf der Innenseite aus- 
gehöhlten und mit schlanker Spitze versehenen Reizkörper 
aus. Gerade in den Knick mündet die Anhangsdrüse ein, 
aber nicht als eine aufgelöste Drüsenmasse mit einer Mehrzahl 
feiner Ausführgänge, sondern als eine compakte Drüse mit 
einem überaus langen, festen, in seinem grösseren distalen 
Teil offenbar musculösen Gang. Er übertrifft das Tier 
weit an Länge und ist so untergebracht, dass er sich 
wiederholt auf sich selbst zurüekbiegt. So zieht eine 
Anzahl parallel neben einander verlaufender Abschnitte 
von rechts hinten nach links vorn, dann geht der Gang nach 
rechts hinüber, und wir erhalten hier dasselbe Bild. Der 
aufgewickelte Gang lässt sich mit nichts besser vergleichen 
als mit dem der Simroth'schen Drüse bei Atopos, nur dass 
diese paarig ist und nichts mit den Genitalien zu schaffen hat. 

Wie mir scheint, wirft diese auffallende Bildung der 
Am. cypria ganz neues Liclit auf den Ursprung der Gattung, 
wiewohl ich noch nicht im Stande bin, seine Strahlen in 
bestimmter Pachtung zu vci'tblgen. Es ist wohl ganz un- 
wahrscheinlich, dass wir's hier mit einer Steigerung zu 
tun haben. Vermutlich stehen wir an einem eigenartigen 
Ausgangspunkte. Auf Cypern dürfte sich das ursprünglichste 
Glied der Gattung in dem abgegrenzten Winkel erhalten 
haben. Aufgabe künftiger Untersuchung wird es sein, den 
Spuren weiter nachzugehen , ähnlicli wie die mythische 
Venus C3'pria den Archaeologen Aufschlüsse verspricht. 



92 



Neue Formen und Fundorte der Genera Poinatias Studer 
und Auritus Westerlund. 

Von 

Dr. Anton Wagner, Dimlach hei Brück a. Mur. 

(Mit 2 Tafeln). 



Mit dieser Ueberschrift habe ich zugleich meine Ab- 
sicht ausgesprochen, das alte Genus Fomatias Studer in 
zwei gleichwertige Gruppen zu spalten; ferner wird es 
auffallen, dass ich an der alten Bezeichnung Pomatias 
Studer im Gegensatze zu der im Tierreich angewendeten 
13ezeichnung Gochlostoma Jan festhalte. Ich hoffe diesen 
Standpunkt entsprechend rechtfertigen zu können. 

In meiner Monographie der Gattung Pomatias Studer 
(Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissen- 
schaften, V. 64, Wien 189") werden aus den Balkan- 
ländern mit Ausnahme von Dalmatien und Griechenland 
nur wenige Formen angeführt. Herr Dr. Rudolf Slurany 
am naturhistorischcn Hofniuseum in Wien, welcher seit 
Jahren die Molluskenfauna der Balkanländer erforscht, 
brachte jedoch von seinen Reisen durch die österreichischen 
Okkupationsländer, insbesondere von seiner letzten im 
Frühjahre 1 905 mit Unterstützung des naturwissen- 
schaftlichen Orient Vereins in Wien ausge- 
führten Studienreise nach .Montenegro und 
N ord a 1 l)a n i en unter Anderem auch ein reichhaltiges 
Material an Pomatiasformen heim. In seinei- bekannten 
Liebenswürdigkeit und Gefälligkeit übergab mir Dr. Sturany 
diesen TvW seiner mühsam zusanmiengetragenen Sammel- 
ergebnisse zur Bearbeilung. Die erste Betrachtung dieser 
Schätze wirkte zunächt einigermassen beängstigend, denn 
ich stand einer grossen Gesellschaft fremder Formen gegen- 
üljer und dachte au die Schwieri"-keit denselben einen 



— 93 — 

richtigen Platz im Systeme anzuweisen. Mit dem Resultate 
trete ich zum erstenmale vor den Leserkreis des Nach- 
richtsblattes. 

Es ist nicht anzunehmen, dass meine in dim Helirinen- 
studien (Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der 
Wissenschaften V. 77 und 78. Wien 1905) angewendeten 
und damit erläuterten systematischen Grundsätze allgemein 
bekannt geworden sind; da ich auch in der vorliegen- 
den Publikation die Trinominaihezeiclmnng anwende und 
fiir dieselbe im Gebiete dec Malacozoologie noch keine 
allgemein gebräuchlichen und verständlichen Normen be- 
stehen, so erscheint es mir für die richtige Beurteilung und 
Auffassung meiner weiteren Publikationen notwendig, die 
in denselben zum Ausdruck gebrachte Auffassung des Art- 
begriffes auch hier zu besprechen. 

Wenn wir von einer Sammelexcursion heim kehren 
und die Aus[)eute an Mollusken betrachten, so wird es 
dem geübten Auge auch ohne Bücher und Abbildungen 
gelingen, jene Individuen, welche die gleichen Merkmale 
aufweisen, herauszusuchen und zusammenzulegen : diese 
Individuen werden ab;-r nur für den erfahrenen Sammler 
die gleichen Merkmale aufweisen, derm einzeln miteinandin' 
v(M'glichen, weichen dieselben in Bezug auf Grösse, Färbung, 
Höhe des Gewindes, Skulptur, Wölbung der Umgänge mehr 
oder minder auffallend ab. Der erfahrene Sammler hat 
ei)eii die konstanten und wesentlichen Merkmale neben 
den individuellen V^ariationen oder inkonstanten Merk- 
malen richtig beurteilt. Wenn wir unsere Sammelexcursionen 
über verschi'^dene Gegenden ausdehnen, so finden wir, 
dass eine Anzahl von Individuen immer die gleichen 
wesentlichen Merkmale aufweist. Diese Erfahrung fasse 
ich in den Sätzen zusammen: Innerhalb eines bestimmten 
Gebietes \veisen zahlreiche Individuen dieselben konstanten 
oder wesentlichen Merkmale auf und lassen sich dement- 



- 94 — 

sprechend als ^Form* zusammenfassen und durch diese 
Merkmale kennzeichnen. Neben diesen wesentlichen Merk- 
malen finden sich jedoch bei den einzelnen Individuen 
einer Form noch wechselnde individuelle Unterschiede in 
unendlicher Mannigfaltigkeit; dies sind die inkonstanten 
Merkmale oder individuellen Variationen. 

In diesem Sinne fasse ich die Formen als systematische 
Einheilen des Systems auf. welches dann ein natürliches 
sein wird, Avenn es das verwandschaftliche V^erhältnis der 
einzahlen Formen zum Ausdrucke bringt. 

Kelu-en wir zu den Ergebnissen unserer Samniel- 
excursionen zurück; dieselben sind zu einer Sammlung an- 
gevi'achsen und die identischen Formen nach Fundorten (mit 
kurzer Angabe der Bodenbeschaffenheit, absoluten Höhe) 
unter Zuhilfenahme von Spezialkarlen gesondert unterge- 
bracht. Vergleichen wir nun diehidividuen zahlreicher Fund- 
orte einer Form, so können wir die Beobachtung machen, 
dass in einem bestimmten Gebiete die wesentlichen Merkmale 
konstant bleiben; dieses Gebiet ist das Verbreitungsgebiet 
der Form. An anderen Fundorten erweist sich aber auch 
flas eine oder andere der wesentlichen Merkmale nicht 
mehr konstant oder neben den bi^stehenden Morkmaloi 
macht sich auf einmal ein neues geltend; diese Erscheinung 
tritt nicht bei allen Individuen eines Fundortes gleichmässig, 
sondern in verschiedenem Grade, in Abstufungen auf. An 
weiteren Fundorten ist schliesslich auch diese neue Er- 
scheinung fest geworden, d. h. alle Individuen zeigen das 
vei'änderte oder neue wesentliche Merkmal in der gleichen 
Weise. Diese Beobachtung hat uns gezeigt, dass wir in 
das V^^rbreitungsgebii't einer anderen Form gelangt sind, 
welche jedoch (iui'ch üebergänge mit der zuerst bekannt 
gewordenen verbund^'u ist und dementspi'echend in naiier 
Verwandschaft zu dieser steht. 

An der Grenze der Verbreitungsgebiete zweier Formen 



— 95 - 

gehen einzelne Merkmale derselben in einander über; es 
treten dementsprecliend Uebergangsfornion auf, deren 
systematische Stellung oft schwierig zu be'stinnncMi ist ; fiir 
die systematischen Studien sind solche Uebergangsformen 
jedoch von grosser Bedeutung, iiulem ihr Auftreten zuerst 
die Frage entscheidet, ob zwei verwandte Formen tuner 
oder verschiedenen Formeureibon oder S])ezies angehi'iren. 
Dementsprechend tassa ich eine Reihe von konstanten 
Formen, welche jedoch untereinander diu'ch Uebergänge 
verbunden sind, in dem Kegriffe der Art oder Spezies zu- 
sammen. 

Die Spezies ist also wie die Form ein Sanmicllicgritf, 
nur bezieht sieb dieselbe in erster Linie ni'dit mehr auf 
eine Anzahl von Individuen, sondern auf eine Anzahl von 
Formen, also eine Formenreibe. Die Zabi der Formen, 
welche eine Spezies aufweist, hängt zunächst vom Stand- 
punkte der Erforschung derseU^en ab. ich erinnei'e au die 
formenreichen Spezies der (lenera Campylaea . Iberus. 
Clausula; doch kf^inen wir aucb auffallend konstant(> 
Formen, wek-iie weite Gebiete in grosser Individuenzahl 
bewohnen, anderseits isolierte hisel und Bergformen, welche 
als solche eine Spezies repräsentieren (z. B. die Formen 
der Genera Vitrina, Hyalinia. V'allonia, Islhmia, Vertigo 
etc.). Schliesslich spielt hier auch die subjektive Auffassung 
des Forschers eine wichtige Rolle (ich erinnere an Cam- 
pylaea pouzolzi Mich, nach der Auffassung ßourguignats). 
Diese Auffassung des Form- und Arlbegriffes gründet sich 
zunächst auf Beobacbtungen bei Landmollusken; bei dem 
langsamen und im Allgemeinen geringen Ortswechsel der 
Landschnecken, sowie dem grossen Einflüsse, Avelchen die 
physikalische Beschaffenheit des jeweiligen Wohnortes auf 
die Lebensweise derselben ausübt, sind hier deutlicher, als 
bei anderen Ordnungen durch die lokalen Verliältnisse be- 
dingte und dementsprechend oft streng begrenzte Lokal- 



- 96 - 

formen zu l)eobachterx ; aus den gleichen (irnnden ist aber 
auch das Auftreten mehrerer konstanter Formen derselben 
Art nebeneinander ausgeschlossen ; so fasse ich das gleich- 
zeitige Auftreten von zwei ähnlichen Formen als Beweis 
auf, dass beide selbständigen Formenreihen angehören, 
also verschiedene Spezies repräsentieren. Um die Zu- 
sammengehörigkeit der Formen einer Formenreihe schon 
durch die Benennung anschaulich zu machen, folge ich 
dem praktischen Gebrauche and bezeichne zuerst eine be- 
stimmte Form als Tj'pus : diese typische Form bedeutet 
natürlich nicht die genetische Stammform, welche zu er- 
mitteln wir nur selten in der Lage sind, sondern den so- 
genannten historischen Typus, das ist die zuerst bekannt 
gewordene und beschriebene Form ; dieselbe wird mit dem 
Namen der Formenreihe oder Spezies bezeichnet. Die 
weiteren Formen der Reihe, welche, wie oben angeführt, 
durchaus keine Varietäten im herkömmlichen Sinne, sondern 
der typischen Form gleichwertige Begriffe darstellen, be- 
zeichne ich mit einem zweiten Namen, welchem dei'jenigen 
der Spezies angefügt wird. Z. B. : 
Auritus gracilis L. Pfeiffer. 

„ , martensianus Mölleudoril'. 

„ „ croaticus L. Pfeiffer; 

, „ gracillimus A. J. Wagner, 

„ , reitteri Boettger, 

y, ., stussincri A. J. Wagner. 

Die Begriffe „Varietät. Sul)spezies, Spielart, Rasse" 
werden derzeit sehr verschieden aufgefasst und ungleich- 
massig angewendet ; diese tJngejiauigkeit und "Weitläufigkeit 
sucht man in bestimmten Fällen enger zu i)egrenzen und 
spricht von Grösse-, Form, Farben, Lokal und geographischen 
Varietäten (Puissen, S()ielavten). So wei'den bald individuelle 
Variationen, bald Formen in meinem Sinne gemeint. 
Nach meiner Auffassung gehört die r)esprcchung der in- 



— 97 — 

dividuellen Variationen zur Beschreibung der Form, wo 
neben den konstanten auch die inkonstanten, aber auf- 
fallenden Merkmale angeführt, unter Umständen auch ab- 
gebildet werden sollen. Der Begriff Subspezies wird für 
stärker abweichende Foruien angewendet, welche durch 
Uebergänge mit einer historischen Form vorbundon sind, 
deckt sich also mit demjenigen der Form in meiner Auf- 
lassung, doch wird durch die Dezeichnung Subspezies eine 
Unterordnung der einzelnen Formen einer Formenreihe 
gegenüber den typischen Formen ausgesprochen, was nur 
in jenem Falle begründet wäre, wenn der Typus auch die 
genetische Stanmitorni darstellen würde. 

Genus Pomatias Studer (ex rec. mea). 

1778 Foinatias (part.) Studei- in: Coxe Travels in 
Switzerland. 

1820 Cyclostoma (part.) Studer*) in: System. Vpi-z. 
der schweizer Couch, p. 21 — 22. 

Deckel dünn, aus zwei dicht aneinander liegenden 
Platten gebildet, häutig oder lioruartig und durchsichtig 
oder auf der Vorderseite von zarten Kalkauflagerungen 
bedeckt, w^elche nur an der Naht der 4 Windungen leisten- 
artig vei'dickt sind ; der Nukleus zentral. 

Gehäuse eng bis teilweise bedeckt genal)elt. kegel- 
förmig bis schlank turmförmig mit zahlreichen langsam und 
regelmässig zunehmenden Umgängen; radial gcstreitt bis 
gerippt, selten glatt. Der Mundsaum zumtist erweitert. 



'*\ In dieser Pulilikütioii fiilirl Slmler Foinatias maculatus Urp. 
= Pomatias septemspiralis lAaz., ebenso Pomatias patulus Drp. wollt 
b<'i dem (ienus Cyclostoma au, bemerkt jedoch ausdrücklicli, dris.s er 
diese Arten als Vertreter eines eigenen Genus betrachte und schon 
im Jahre 1778 den Pomatias varicgatiis = Ctjclostoma macuJatum 
Drp. = Pomatias septemspiralis Raz. in „Coxe" als Pomatias be- 
zeichnet habe ; gegenwärtig füge er sich nur dem geltenden Gebrauche, 
welcher die genannten Formen mit t'yclosloma vereinigt. 



— 98 - 

innen lippenartig verdickt oder verdoppelt, verbunden, 
zusammenhängend bis losgelöst. 

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den nord- 
östlichen Teil von Spanien, Südfrankreich, die südlichen 
Kalkalpet), Italien mit Sardinien und Sicilien, Dalmatien, 
Bosnien, die Herzegowina, Tunis, Algier und den Kaukasus. 

Subgenus Eupomatias A. J. Wagner. 

Sectio Eupomatias A. J. Wagner in: Denk. Ak. Wion 
V. 64 p. 7. 1897 

Deckel häutig, durchsichtig, ohne Kalkanflagerungen 
mit vier undeutlichen Windungen und zentralem Nukleus. 

Gehäuse: eng aber offen genabelt, Apex glatt, 

Pomat ias (Eupomatias) ci ne rase en s Ross massier. 

Cydostoma cinerascens Rossmässler Iconogr. Mull, v, 
1 V/VI p. 53 t. ^8 f. 406 1837. 

Potnatias (Eupomatias) cineraseens A. J. Wagner in: 
Denk. Ak. Wien v. 64. p. 577. T. II f. 15 ab, 1897. 

Neue Fundorte: \V^estabhang des Monte Biokowo bei 
Makarska. (Gehäuse enger genabelt, dünnschaliger, der 
Mundsaum einfach.) Fort Opus (grösser). Bagalovic bei 
Motk(jvic (Mundsaum verdoppelt, Aussensaum breit und um- 
geschlagen. Innensaum durch eine Schwiele verbunden), 
Ljubuski in dei- Herzegowina (die Pvippchen am letzten Um- 
gang dichter und schwächer), St. Vito auf Braz/.a (typisch). 

P m a t ! a s (E n p o m a t i a s) e 1 o g a n s i m o s c h i e n s is n. 
Taf. 3. Fig. 1 a, b. 
Dem P. elegans oostoma Weslerlund sehr ähnlich; 
die Umgänge nehmen jedoch vom Beginne an rascher zu, 
der letzte ist an der Basis abgeflacht und etwas stumpf- 
kanüg, die Färbung gelbbraun mit dunkler bis rotbrauner 
Spitze, undeutlichen braunen Striemen und einer Binde an 
der Basis des letzten Umganges, häufig auch reifartig an- 



— 99 — 

gelaufen und bläulich getrübt. Die Skulptur besteht aus 
weitläufigeren und kräftigeren Rippchen, welche auch am 
letzten Umgange nicht wesentlich schwächer oder dichter 
werden. Die Mündung ist innen braun, der Mundsaurn 
einfach bis schwach verdoppelt, zusammenhängend bis los- 
gelöst, der Aussensaum schmal. L = 6.5, B = 3.3. 
M = 2 nmi. 

Fundorte: hnoschi. Siiiajatal l)ei l'rolozac iiiiwcil 
Imoschi in Süddalmatien, Dreznica im Narenlaial. Her- 
zegowina. 

Püinatias (Eupomatias) mostarousis n. 
Tat. 3 Fi^^ "Ja. h. 

(iehäuse sehr eng genabelt, graubraun oder hf*lli'ot- 
braun (die oberen Umgänge mit eingetrocknetem Tier 
dunkler) mit grauem reifartigom Anfluge und einer IwHimi 
Zone um die Mündung, häufig auch mit 3 undeutlichen 
Fleckenbinden auf den unteren [Jmgängen. Die 9 ge- 
wölbten Umgänge nehmen langsam und regelmässig zu. 
der letzte ist gegen die Mündung zu rascher und stärke)- 
erweitert und steigt vorne langsam, aber deutlich hinauf. 
Die Skul].)tur besteht auf den mittleren Umgangen aus 
feinen, dichten, schiefen und leicht geb()g''nen Dipjien- 
slreifen. welche auf dem letzten Umgange in noch dicIihM-c 
Streifen übergehen. Die kreistVirniige .Mündung weicht 
unten deutlich zurück; der Mundsaum ist einfach l)is schwach 
verdoppelt, der stumpfe, kaum vorspi-ingeuiie hinensanm 
durch eine Schwiele verbunden, der ziemlich breite Anssen- 
:^aum scharf, breit inseriert, unterbrochen. L = 6.2. f'> = 2.2, 
M = 2,2 mm. 

Deckel typisch. 

Fundorte: Podvelez bei Mostar und Abhänge des 
Hum bei Mostar (die Exemplare des letzten Fundortes be- 
sitzen auf den mittleren Umgängen kräftigere Rippenstreifen 



— 100 — 

und sind fast durchgehend gebändelt). P. mostarensis m. 
vereinigt einzelne Merkmale des P. cinerascens R. und 
P. elegans Clessin, lässt sich aber mit keiner dieser F'ormen- 
reihen gut vereinigen und wird besonders durch die dichte 
und feine Skulptur, welche am letzten Umgange auffallend 
abgeschwächt ist, den ritzförmigen Nabel, den umge- 
schlagenen, unterbrochenen und breit inserierten Mund- 
sanm gekennzeichnet. 

Pomatias (Eupomatias) sca!ai-inus Villa. 

Pomatias scalarinus A. & ß. Villa Dispos. Gonch, 
l». 58, 1841. 

Pomatias (Eup.) scalarinus A. J. Wagner in : Denk. 
Ak. Wien v. 64 p. 678 t. 2 f. 16 a. b. 1897. 

Neue Fundorte: Metkovic an der Strasse nach Neum, 
S. Pietro della Brazza (an beiden Orten mit der typischen 
Form von Zara übereinstimmend). Dr. W. Kobelt übergab 
mir 5 Exemplare des P. scalaiinus Villa mit der Fundorts- 
angabe „Schlucht des Mingardo, Monte Bulgheria in Cala- 
brien". dieselben besitzen zum Teil etwas rascher zunehmende 
Umgänge, wenig stärkere und weitläufigere Rippen, ein 
Exemplar auch einen breileren Mundsaum, als die Furm 
von Zara; solche geringe Unterschiode treten aber als 
individuelle Variationen sowohl im Gebiete der typischen 
Form in Dalmatien. als auch bei P. scalarinus schmidti 
Clessin auf. Es ist also nur die Tatsache zu registrieren, 
dass W scalarinus Villa auch in Süditalien und zwar in 
einer vom Typus nicht wesentlich abweichenden Form 
auftritt, welche auch Anklänge an P. scalarinus schmidti 
Clessin aufweist. 

Pomatias (Eupomatias) sep t em spiralis 
bosniacus Boettger. 
Tat. 3. Fig. 3. 
Pomatias septemspiralis var. bosniuca Boettger in : 
Jahrb. D. malak. Ges. v. 12 p. 63 1885, 



— 101 — 

Pomatias (Etip.) septemspiralis var. bosniaca A. J. 
Wagner in: Denk. Ak. Wien v. 64 p. 582 l. 2 f. 24 1897. 

Neue Fundorte : Zeljeznicatal, Trebovic bei Serajewo, 
Vlasic bei Travnik (der Normaltbrin vcn Nemila ent- 
sprechend), Zenica in Bosnien (auffallend schlanke, im 
Habitus an P. scalarinus Villa erinnernde Form). 

(Schluss fulgt). 

Die Coucliylienfauna eines pleistocäiien Tufflagers im 
Tale der schwarzen Laaber bei Regeiisbiirg, 

Von 

S. Glessin. 



Im Tale der schwarzen Laaber, die im Jura ent- 
springt und während ihres ganzen Laufes in dieser Formation 
bleibt, findet sich ein mächtiges Kalktufflager, das sich von 
ihrer Mündung in die Donau bei Sinzing aufwärts stunden- 
weit fortzieht und die ganze Sohle des 150—200 m breiten 
Tales ausfüllt. In dieses Tufflager hat sich der Fluss sein 
jetziges Bett in einer Tiefe von 3 — 6 m eingewühlt. An 
den Uferabrissen ist an vielen Stellen der Tuff blossgelegt, 
der übrigens auch auf Feldern beim Ackern aufgeackert 
wird. Ein elwa 6 m hohes Bruchufer schliesst bei der 
Mühle Oberalling den Tufl' auf, in dem sich eine Menge 
von Gonchylien eingebettet finden. Die vielen Bivalven 
deuten darauf hin, dass der Tuff eine vom Fluss abgesetzte 
Ablagerung ist, und kein Absatz aus Quellen, wie die 
Tuffe der fränkischen Schweiz in der Umgegend von 
Streitberg. Ueber die Lagerungsverhältnisse des Laaberiuft'es 
werde ich anderwärts eingehender berichten, da dieselben 
sehr eigentümliche sind und der Tuff sogar eine Schichte 
von Schieferkohlen entliält. Ausser dem erwähnten Auf- 
schluss finden sich im untersten Laufe des Flusses noch 
mehrere kleinere Aufschlüsse, an lirnchufern. die gleich- 
falls viele Gonchylien enthalten. 



— 102 — 

Die bis jetzt von mir gesammelten Arten sind die 
folgenden. Die ausgestorbenen Arten sind durch Sternchen 
und auffallenden Druck bezeichnet. 

Gen. Limax Müll. 

1. Agriolimax agrestis L. s. s. 

2. Hydroliriiax laevis Müll. s. s. 

3. Heyncmannia maximus L. s. s. 

Gen. Vitrina Drp. 

4. Semilimax diaphana Müll. h. 

5. „ elongata Drp. s. s. 

Gen. Hyalina Fer. 

6. Euhyalina cellaria Müll h. 

7. Polita nilens Mich. h. 

8. „ pura Aid. h. 

9. „ radiatula Gray h. 

var. petronella Charp. h. 

10. Vitrea crystallina xVIüll. h. 

11. Gonulus fulva Müll. h. 

Gen. Zonitoides Montf. 

12. Zonitoides nitida Müll. h. h. 

Gen. Patula Held. 

13. Patülaria rotundata Müll. h. 
*14, „ ruderata Stud. s. s. 

15. Punctiun pygmaeum Drp. h. 

Gen. Helix L. 

16. Vallonia pulchella Müll. h. h. 

17. „ costata Müll. h. h. 

* 1 8. „ c s t e 1 1 a t a Braun. 

19. 'IVigonostoma obvoluta Müll. s. 

20. Triodopsis personata Lam. s. 



— 103 — 

21. Trichia hlspida L. s. 

vai'. concinna Jeffr. h. h. 

22. Eulota strigella Dip. s. s. 

23. „ fruticum Müll. h. h. 

24. Monacha incarnata Müll. h. 
*25. „ carpatica FHv. s. s. 

26. Chilotrema lapicida L. s. 

27. Arionta arbuslomni L. h. h. 

, „ var, depressa Held. s. s. 

„ „ „ trochoidalis Roff". s. s. 

„ „ „ alpestris Pfeiff. s. 

28. Tachea nemorali.s L. s. 

29. „ hortensis Müll. s. 

*30. „ lonnensis Sdbgr. s. s.*) 

31. Xerophila candicans Zglr. h. nur in der obersten 

Schichte. 

32. Helicogena pomatia L. s. s. 

Oen. BuUminus Ehrbg. 

33. Chondrula tridens Müll. h. nor in den oberen 

Schichten. 

34. Napaeus montanns Drp. s. s. 

Gen. Cochlicopa Risso. 

35. Zua lubrica Müll. h. h. 

var. minima Siem. s. s. 
, c.olnnnia Cless, s. s. 

Gen. Caecilianella ßourg. 

3G. Cat'cilianella acicula L. s. s. Die Art wurde in 
der anstehenden Tufiw.and herausgenommen, 
so dass selbe sicher als fossil zn betrachten ist. 



*) Helix toimeiisis ist duroli deti weissen lyIund^■auln und die 
sehr <liciit; Schale so auffallend von Hei. nemoralis unterschieden, 
dass über ihre Artberechtigun^ jeder Zweifel ausgeschlossen sein dürfte. 



— 104 — 

Gen. Pupa Drap. 
37. Torquilla frumenlum Drap. s. 
*38. Orcula doliolum ßrug. s. s. 

39. Papilla muscorum. s. h. 

var. edentula Slav. liäufigei' als ilic typi- 
sche Art. 

40. Edentiilina edentula Drp. s. s. 

41. Isthmia minutissima Hartm. s. s. 

42. Vertigo antivertigo Drp. h. 

*43. — moulinsiana Drp. s. s. 

44. — pygmaea Drp. s. s. 

45. Vertilla pusilla Müll. s. s. 
=^'6. — angustior Jeffr, h. h. 

Gen. Claiisilia Drap. 

47. Glausiliastra laminata Mont. h. 

48. — orthostoma Menke s. s. 

49. Alinda biplicata Mont. h. h. 

*50. Strigillaria vetusta Zgl. var. festiva Küst. s.s, 

51. Kusmicia parvula Stud. s. s. 

52. — dubia Drp. s. 

53. — pumila Zgl. s, 

*54. Piro Stoma densestriata Zgl. h. 

55. — plicatnla Drp. s. s. 

56. — lineolata Held s. s. 

57. — ventricosa Dr. s. 

Gen. Suecineu Drap. 

58. Ncritoätonia putris L. 

var. limnoidea Pic. h. 

59. Ainphihina Pfeiffer! Rossm. s. 
()ü. — elegans Vlisso s. 
♦11. I.uoena oblonga Drp. 

var. elongata Gless. Ii. nur in dieser 
Form sicli findend. 



— 105 - 

Grit. (ktrt/rMvni Müll. 
('»2. Garvchium mininium Müll. h. h. 

Gen. Acme Flartni. 
iV.l Acme polita Hartm. h. 

Gen. Liiiindea Lam. 
ß4. Gulnaria auricularia L. h. Die (»eliäuse erreiclien 

nur miniere Grösse. 
Gö. — ovata Drap. s. 
Gü. — peregra Müll. s. s. 

G7. Limriophysa palustris Müll. 

var. diluviana Andr. h. li. 
— lurricula Held. h. 
BS. — tnmcatula Müll. h. 

Gen. Hanorbis Guett. 
G9. Tropidodisciis marginatus Drp. li. 

70. — carinatus Müll. s. 

71. Gy-orbis vortex L. s. 

72. - rolundatiis Poir. h. h. 

73. — vorticulus Trosch. s. s. 

74. Bathyomphalus cortortus L. s. 

75. Gyraulus albus Müll. s. 
7G. — crista L. 

var. nautileus s. 
— cristatus Drp. s. s. 

77. Hippentis couiplanatus L. s. s. 

78. Segmeiilina nitida Müll. s. s. 

Gen. AncijlHs GeolTr. 

79. Ancylaätrum tluviallle Müll. s. 

80. Velletia lacuslris L. s. s. 

Gen. Valvata Müll. 

81. Gincinna piscinalis Müll. s. 

82. Gvrorbis cristata Müll. b. b. 



— 106 — 

Gen. BythUna Gray. 

83. r3ylhiiiia tfiitaculata L. h. h. 

— var. producta Golb. s. 

Gen. VitreUa Cless. 

84. Vitrolla AUingfnsis CJess. Corresp. -Blatt des 

zool. mineralog. Verein, Regent^bui-g 1877. p. 139. 
Die Art fand ich am Bahnhof Alling, dessen 
Plane mit unmittelbar neben demselben an- 
stehendem Laabertuff aufgeschüttet wurde. 

Gen. Unio Phil. 

85. Unio batavus Lam. h. 

Gen. Anodonta Cuv. 
80. Anodonta sp. nur in Bruchstücken. 

Gen. Sphaeriutn Scop. 
87. Sjthaerium corneum L. s. s. 

Gen. Pisidinm G. Pfr. 
"88. Fluminina amnicum Mull. h. h. Die Art ist 
ungemein häufig und findet sich in ExenifiJaren 
von 1 1 mm Länge. 

89. i'üssarina fossarinum Cle.ss. h. h. 

90. — pallidum JefiV. s. s. 

91. — pusillum Gmel. h. h. 

92. — nitidum Jenyns s. 
98. — milium Held. s. s. 

Die sämtlicheti Arten mit Ausnahme von Vilrella 
Allingensi.s, die nur an einer nicht mehr zugänglichen 
Stelle vorkommt, finden sich in dem ca. 40 m langen 
Bruchuier bei der Kunstmühle Oberalling und ausserdem 
noch an anderen Bruchstellen zwischen Sinzing und Schön- 
hofpn. Von diesen Arten sind 8 ausoestorben, nämlich: 



— 1 07 — 

1 lokale Art. Vitivlla Alliiiyen.-^is. Im jetzigen Laabcr- 

tiile gibt es keine von Wasser dmchflossene Höhlen 

mehr. 
4 der Fauna Osteuropas angehörige Arten : nämlich 

[lelix tonnensis. Patnla riidprata. HeliK carpaüca imd 

Clausula den.-seslriala. 
'A Arten gehören noch dei' recenten Fainia Deutschlands 

an : Pupa doliolum. Clausiliu fesliva und Vertigo 

DesmouHnsiana. 

Die Fauna des liaabertulTes stimnd daher mit jenen 
der Tuffablagerungen Deutschlands überein und ist wie 
diese in die i)l e ist o cene , i n ter g 1 ac i a I e Periode 
einzureihen. 



Die Molluske«! von St. Jodok a. Brenner. 

Von 

W. Blume, München. 



Im Süinmer 1904 suchte ich während eines sechs- 
wöchentlichen Aufenthaltes in St. Jodok a. Bivnner (Flöhe 
rund li200 m) die dortige Gegend auf Mollusken ab. Die 
Fundorte erstrecken sich auf das Gebiet des Silltales von 
Steinach bis hinauf nach Gries und den Brennersee, auf das 
Schmirner- und Valsertal, sowie auf die umliegenden Berge 
und Höhen. Im Nachstehenden erlaube icli mir, un- 
gefähr 50 dortselbst gesammelte Arten bekannt zu geben. 

1. Limax maximus L. 

var. ciiiereo-niger Wolf. St. Jodok. 

2. — variegatus Drp. Schmirner-Tal. 
?i. Agriolimax agrestis L. Uebcrall häidig. 

4. Vitrina pellucLla Müll. St. J. 

5. — Draparnaldi Cuv. St. J. 

6. — diaphana Drp. St. J. 



— 1 08 — 

7. Hyalina nilens Mich. Schminier- u, Valseital. 

8. — pura Äld. St. J. 

9. — crystallina Müll. Schrnirnortal. 

10. — diaphana Stud. Schmirn. 

11. Gonulus fulvus Müll. St. J. 

\^2. Zonitoides nitidus Müll. Valseital. 

13. Patida rotundata Müll. St. .1. 

14. ~ ruderata Stud. SiU- u. Valsertal. 

15. — mpestris Drp. In allen Tälern liäufig. 
1(). Vallonia pnlchella Müll. St. J. 

17. -- costata Müll. St. J. 

18. Helix holoserica Stud. Valsertal. 

19. — personata Lani. Valser- u. Schmirnertal. 

20. — fruticum Müll. St. J. 
^l. — hispida L. St. J. 

22. — strigella Drp. St. J. längs des Bahndammes. 

23. — ichthyomma Held. St. J., Schmirner- und 

Valsertal. 

24. — candicans Zglr. Im Silltal sehr häufig. 

^5. — candidula var. vortex Westerl. Steitiach. 
Clalvarienberg. 

26. — lapicida L. St. J. 

27. — arbustorum L, St. J. 

28. — unidentafa Drp. St. .J.. Schmirner- u. Valsertal. 

29. — |)omatia L. St. .J., Gries. 

30. Huliminus detritus Müll. St. J. 

31. — montanus Drp. Valsertal, Gries. 

32. — übscm'us Drp. Schmirnertal. 

33. — tridens Müll. Steinach. 

34. — quadridens Drp. 

35. Pupa secale Drp. St. J. 

36. — muscorum L. St. J. 

37. — alpestris Aid. St. J. 

38. — inornata Mich, (mit var. Gredleri Gl.) An einer 

^Vand der Gammarspitze bei St. J. 



— 109 — 

39. Clausilia laminata Mtg. St. J. 

40. — biplicata Mtpr. St. .T. 

41. — plicatula Drp. St. .T. 

42. — parvula Stud. St. .1. 

43. — dubia Di'p. St. ,J. .selir liäufig. 

44. — plicata Drp. St. J. 

45. Cionclla labrica Müll. St. -I. 

46. Succinea Pfeiffer! Rossm. Am IJrcrjiKrsep. 

47. — Pfeiffer! Rossm. 

var. minor Rossm. Am Brennorsec. 

48. ('.arychium minimum Müll. St. .J. 

41). Limnar-a (runcatnla Müll. In einem kKincn Tümpel 
auf dem Nrjsslacliei'-Loeli in der Höhe 
zwischen 180O — 1900 m. Grösse der Exem- 
plare 5—7 nim. 

50. — peregra Müll. Breimcrsee. 

51. — peregra Müll. var. rubiginosa de Hetta. 

Nös.-^Iachcr Joch in der Höhe von 1400 — 
1.500 m. 

52. Pisidiinn ol)lusale Pfr. St. J. auf sumjih^n-n Wiesen. 



Zur Molluskeiifauiia von Moiitt^iiegro, 

V<,ii 

1 1 o \V o h 1 b e r e d t ; T r i e b e s. 

Seit icli im .lalu'c 1899 meine erste Reise nach 
Montenegro gemacht hatte, interessieren nnch ganz be- 
sonders \'orkommnisse aus dieser Gegend, and ich ^var 
angenehm überrascht, als im Naehrichtsltiatt 1905 ]>. 8G— 88 
.1. M. Petrbok unter der IJeberschrift ,/ur Kenntnis der 
Moltuskenfauna von Montenegro" ein Verzeichni."? seiner 
daseihsl ^esanunelten Mollusken veriW'fentlichte. Icii halle 
jedoch bald aus verschiedenen Griinden Bedenken gegen 



— 110 — 

die Richtigkeit der Bestininuing der Arten und bat des- 
halb Herrn Petrbok, mir seine Ausbeute zu Vergleich- 
zwecken einzusenden. Ich erhielt darauf die Mitteilung, 
dass er seine Sammlungen dem Museum rcgni bohemiae 
geschenkt, dass aber leider seine gesamte Ausbeute von 
Montenegro, die mich gerade interessiere, Schiffbruch er- 
litten habe: bei der Rückkehr sei am Golobrdo sein Esel 
mit sämtlichen Gepäckstücken gestürzt und hierbei seien 
auch sämtliche Conchylien zerstört worden. 

Es stellte sich durch liebenswürdige Mitteilungen des 
HeiTn Dr. Vavra, Gustos am böhmischen Landesmuscnm, 
heraus, dass das montenegrinische Material, welches Herr 
Petrbok im Nachrichfsblatt aufzählt, durchweg von Herrn 
Lehrer Rohlena (Botaniker) nebenbei gesammelt worden 
war, nnd ich selbst musste konstatieren, dass die Be- 
stimmung dieses Materials, soweit es mir zugänglich ge- 
macht wurde, durch Petrbok eine absolut falsche war. 
Die Clausilien, sowie Pomalias sandte ich Herrn Professoj' 
Böttger zur Begutachtung ein und auch hier wm-de meine 
Ansicht ohne weiteres bestätigt. Der Wert der Hclix 
secernenda Rm. var. rohlenae mit ihren sechs Bändern 
(es sind selbstredend nur 5 vorhanden) lässt sich demnach 
leicht ermessen. 

Die Richtigstellung des Rühlena'schen Materials 
bringe ich in einer späteren Arbeit über Montenegro, da 
ich vorhabe, in diesem Jahre zum dritten Mal das mir 
lieb gewordene Land zu besuchet). Meine zweite Reise 
im vorigen Jahr (1905), die nnch bis an ilie Grenze von 
Novipazar (Kolasin. Andriewic, Floan, Tusina) führte, er- 
gab eine recht reiche Ausbeute, besonders an neuen 
Pomaiiaformen. welch letztere Professor Kobelt gegenwärtig 
im Martini i*»: Glienmilz beschreibt und zur Abbildung 
bringt. 



— 111 — 

Ich wolUe ahoi' niclil unterlassen, sclion jetzt auf die 
mangelhafte, ich möchte sagen leichtfeiti^e Bestimmun>r 
dieser Mollusken hinzuweisen. Gelingt es nicht Jemand, 
das Material nochmals dui'chzusehen. dann werden solche 
Irrtümer in gewissenhafter Weise ewig durch die Literatui- 
geschleppt. 

Sehr skeptisch stehe irh überhaupt Ausbeuten gegen- 
über, die. wie auch die vorstehende, von Sammlern 
anderer Fakultäten nebenbei auf Reisen gemacht werden. 
Gewöhnlich halben solche Sammler auf den Rat eines 
guten Freundes eine überflüssige Schachtel oder ein über- 
flüssiges Glas bei sich, in welche Beiiältcr das hinein ge- 
tan wird, womit sie dem Bekannten eine Freude machen 
sollen und die Fundorte werden dami erst auf der Rück- 
reise zusammengeslelit. Und wie wenig man bei grösseren 
Reisen auf s))ätere Notizen aus dem Gedächtnis sich ver- 
la.ssen kann, wird mir jeder Reisende bestätigen. Wer 
nicht sofort an Ort imd Stelle Noti/.en in sein Tagebuch 
macht, oder (iläschcn und Schächtelchen genau etiqueltiert. 
konunt mich ein paar Tagen nicht mehr nach. 



imammmmmmasa 



ecrologie. 



Am i!7. nktüber starb auf der Ih imreise von 
England dei- hochv(M(liente Frforscher Neuseelands, 
Capiiän Frederik Wollaston Hutton, l'rä.^ident do< 
New Zealand Institute und ' luratur de> Ganter- 
})urv Museum in rUu'istchurch. 68 Jahre all. 



fmsm 



— 112 - 

Litteratur : 

Wagner, Dr. A. J., Helicinenstudien (II). — Monographie 
der Genera F'alaeohelieina Wagner und Helicina 
Lamarck. — In : Denkschr. Akad. Wien vol. 78. 
Mit 5 Tafeln. 

Kascli ist der ersten Abteilung die zweite gefolgt : sie enthält 
Nachträge zu Palaeohelicina und die Gattung Helicina s. str., 
welche auf die westindischen Formen der Sippschaft von 
Hei. neritella und zephyrina (subg. Retorquata n.) beschränkt 
ist. Als neu werden beschrieben und sehr gut abgebildet : 
Pal. hara, Britisch Neu Guinea, p. 204 t. 10 fig. 18; — 
moquiniana christovalensis, San Ghristoval, Salomonen, p, 20.ö 
t. 10 flg. 2 ; — spinifera inflata, Neu Irland, p. 2uO t. 10 fig. 6 ; 
var. isabelensis, Salomonen, p. 207 t. 10 fig. 5; — Geratopoma 
contermina camiguinensis, Nord Luzoii, p. 210 t. 10 fig. 10; — 
Helicina neritella diplocheila. Jamaica, p. 213 t. 11 fig. 2; — 
pandiensis, Neu Granada, p. 221 t. 12 fig. 4: — schlueteri. 
Gallanga, Peru, p. 221 \. 12 fig. 5: — ernesti laus. Venezuela, 
p. 223; — infesta, Venezuela; p. 223 t. 12 fig. 7: — ocanensis, 
Ocana, Neu Granada; p. 223 t. 12 fig. 10: — steindachneri, 
Venezuela, p. 224 t. 12 fig. *.t ; var. superstructa p. 225 t. 12 
fig. 11; — leopoldinae, S. Leopoldina, Brasilien; p. 228 t. 13 
fig. 4; — wettsleini, Sao Paulo: p. 229 t. 13 fig. 5; — 
(Retorquata) funcki costaricensis, Gostarica ; p. 233 t. 13 fig. 12; 
— (R.) vernalis verapazensis und senachuensis, Guatemala; 
j). 234 t. 13 fig. 14, 15; — (R.) microdina incomnioda; 
Guatemala, p. 238 t. 14 ffg. 2. 

Journal de Conchyliologie, vol. 53 Nr». 1 (28. Mai 19U5.) 
p. .'). Vayssiere. A.. Etüde sur les coquilles de f[uelques (lypraea 
Avec pl. 1. — Mit vorzüglichen Abbildungen von Gypraea 
nivosa (fig. I. 2); — C. arabica vai'. couloiu-ieri n. (fig. 3) und 
(\. subviridis var. anceyi fig. 4, 5). Au.'-serdein wird lieschrieben 
G. cervus var. Jousseaumi n. 
, 18. Bavay, A., sur (juelques especes nouvelles, mal connucs ou 
laisant double emploi dans le Genre Pecten. Avec i^l. II 
(Pecten amphicyrtus Lociird (ig. 1-5: — I'. iinparicoslatus 
p. 23 t. 2 fig. (i, 7 Neuseeland: — P. rapaaen.sis p. 2."J t. 2 
fig. 10 — 13, Rapa oder Öpaia. Zalilreiolie synonymische Be- 
merkungen. 



- 113 — 

p. 31. Vi^'iial, L,. Note sur la «eclioii ,Pyr;i/.iis" (huis le ireiire 
Potamides et description d'une espece iiouvelle (rochebruuei ii. 
aus dem Turonien von Antroulemc, mit TexHi5i;uf p. 44.) 

Heyneniann, JJ. F., die geographische Verbreitung der Nackt- 
schnecken. Kino zusammenfasscndo kritisclie D;i;-- 
stellung un.serer Kenntniss derselben zu Anfang des 
120. Jahrhunderts. Mit zwei Doppelt afchi und 9 
Karten im Text. — In: Abhandl. Senckenb. naturf. 
Gesellschaft, Bd. 30 Heft 1. - Frankfurt 1905. 
4° 92 S. 

Die fettig nachgelassene Arbeit unseres l'i'äsidenlen, von der er den 
ersten Korrekturboj^en noch sehen konnte, ist unter der Auf- 
sicht von Dr. H. Siinroth erschienen. Der Inhalt hält, was 
der Titel verspricht. Unter gründlicher und sorgfiiUiger Be- 
nutzung der Literatur werden in alphabetischer Reihenfolge 
sämtliche Nacktschnecken vorgenommen, von jeder die seil dem 
Erscheinen der Arbeit des Verfassers von ISS-'J beschriebenen 
neuen Arten aufgezählt und von den wichtigeren Gattungen 
Karten der geo^'ra})hischen Verbreitung gegeben. Kin sorgfältig 
gearbeitetes Verzeichnis der von 1880 bis 1904 erschienenen 
Literatur umfasst 25 Druckseiten. Die Aii)eit bildet den wür- 
digen .Ahschluss des ai'beitsreichen Lebens eines Mannes, den 
yimroth im Vorwort einen der besten Dilettanten um! wahr- 
haften Idealisten nemit. 

Mac Farland, F. M.. a preUminarg account on fhc J)orididar 

of Montereg Bag, California. — Froni : !*r. Bidl. Soc. 

Washington 1905 vol. XVIJI p. 35—54. 

Vorliiuligc Mitteilung über mehrjährige l^ntersucbungeu des \'it- 
fassers. Zwanzig Arten, davon l.o n. >i^ und o n. gen.: .Mni!- 
terevina (n. gen.) nobilis [i. :18 ; — Discodoris heatlii p. ',\\)\ 
— Rostanga pnlchra p. 40: — Cadlina marginaia ji. 4o ; — 
Doriopsis fulva \k t5: — Aei;iies albopunctulaius p. 4.5; — 
Laila (n. gen.) cockerelli p. 47; — Triopha maculata |). 41); — 
'i"r. grandis p. 50; — Polycera atra p. .")(»; — .\rantlindoris 
hudsonl \). 51; — Ac. hrunea j>. 52: Aiuula j-acilica |). 53; 
Hopkinsia di. gen.) rosacea i». 54. 



— 114 — 

Kobelt, Dr. W., Bericht über die Mollusca (geographische 
Verbreitung, Systematik tmd Biologie) für 1896 — WOO. 
— In: Archiv für Naturgeschichte, Jahrgan;,' 1897. 
Band II. Heft 1 (Ausgegeben August 1905). 
Die linier der früheren Leitung urg in Rflck<5tand geratenen Be- 
richLe werden unter der energischeren Führung von Dr. WeUner 
rasch auf das Laufende gestellt. Die Jahrgänge 1901 — 1904 
werden spätestens 1906 erscheinen. 

The Nautilus, vol. XV 111 no. 10. 

p. 109. Henderson, J. B., on the Sensitiveness of Snails to Weather 

Gonditions. 
p. 110. Dali, W. H., Note on Lncina (Miltha) Chihh'cni Gray, and on 

a new species troni the Gulf of California, 
p. 112. Johnson, C. W., Furlher Notes on the species of Marte.sia. 
p. 113. Dali, W. H.. Notes on some preoccupied nanries of Molluscs. 

Für i'armulina wird Pai-mulophora vorgeschlagen, für Patineily 

Patinigera, 
p. 113. Cockerell, T. D. A., a new Oreohelix fstrigosa subsp. mctcalfei). 
p. 114. Dali, W. H., Names in the Pupillidae. 
p. 116. Pilslirv, H. A.. the Pupillidae of Risso and Jeffreys. 

Tatjlor, John W., Monograph of the Land- & Freshivater 
Mollusca of tJte British Isles. Heft 1 l . 
Enthält mit gewohnter vorzüglicher Ausstattung und sorgfsilligcr 
Bearbeitung die Gattung Arion. Eingefügt sind vorzügliche 
F^orträts von Pollonera. Roebuck, Collinge. Nunneley. Baudoii 
und Lowe. 

Froceedings of the Malacological Society of London. Vol. VI 

no. ß Septhr. 1905. 
p. 307. Bullen, R.A., Notes on Pleistoceiie and Recent Shells from Crete. 
]). 309. — — , Notes on land- and Ireshwaler shells from the 

Alharuhra Dit(;h, Granada, Andalucia, Spain ; recent land shells 

froni variou.s localiti.es near Carmona. Province of Sevilla; and 

on land, f'restiwaler and marine shells from Iloloccne dejiosil.-, 

Carmona. 
p. 314. Smilh, Edgar A., Desciiption of a new species of Viiiea from 

Greece (tomlini von Thermopylae). 
p. 315. Sykes. E. R., Description of new forms of Marginellidae and 

Plourolomidae. — Neu: Marginella imperatrix p. 31.5 t. 17 



— 115 — 

f. 1. "I, WeslatVika: - M. kejij.cli p. SIT., I. 17 f. ;;. ibid.: — 
M. i-epentina p. 316 l. 17 f. (3, Mayotle : — M. hiiiol.ata p. olfi 
t. 17 f. 5, Ceylon?: — M. liesperia p. 810 t. 17 f. 7, Cap 
St. Vincent; — Genota vatra p. 317 t. 17 t. 9, WeslatVica : — 
Pusionella reniorata p. 317 t. 17 f. 11, elienda; — Drillia 
consociata var. lecoidata p. 318 I. 17 f. 10. 

p. 319. Godwin-Au.slen, H. H., on the extensinn of llie genus Macro- 
clilamys to the Island of Mauritius. Willi pl. 18. Zwei Arten, 
nicht henannt. 

p. 322. Sykes. E. R., on the Mollusca procured during the ,,Porcupitie" 
Expedition 1869 — 1870. Sui)plenieutal Notes, Part II. — Zu- 
erst abgebildet Philina Monterosatoi Jeffr., menibranacea Mtrs., 
striatula Jeffr. p. 3^4 Texttig. ; — Liniacinii contorla Mtrs. 
p. 327, Textfig. 

p. 333. Smith, Edg. A., nn a sniall collection of Mollusca from Tierra 
dei Fuego. — i\en : Photinula Crawshawi p. 335, Textfig. II; 
— Ph. roseolineata j). 336 Texttig. III : — Chione fuegit-nsis 
p. 336, Texttig. IV: — Macira fuegiensis p. 337, Texttig. V; — 
Succinea ordinaria p. 338, Texitig. VI: — (Ihilina fuegien.sis 
p. 3.39, Textttg. VII. 

p. 340. Newton, R. Bullen, on Iwo uiiocene (-raslropt^ds IVoni Koiiina- 
nia. — Sepia 'Engiishi, Texttig. I. II : — Valencieunesia 
roumaniensis ji. 343, Texttig. 

p. 34ti. Sutei-, Henry, Revision of the .New Zpidüiid i'alellidac. ■\vitli 
Descriptions of a new species and sulis|iocies. — Neu; llelcio- 
niscus stelliferu.s suli.sp. pliymatia p. 350 Tcxllig. : 11. craticulatus 
P 852, Textlig. 

p. 357. Kennard. A. S. i^- B. B. VVood\va)-d. on llie occui-ence of 
Planorhi.': vurticulus. Troschel in Ihe l'lei.^tocene of England, 
wilh uotes on soine other Pleislocene Molluca. 

Hä(/g, Eichard, Mollusca und Brach iopoda (/esaimuelt von 
der 'Schwedischen Zoolo(/ischen Folarexpedifion nach 
Spitzhergen, dem nordösiliclien Grönland und Jan 
Mai/en im J. 1900. — In: Arkiv Ibr Zuolo^i. ut^itvol 
,i\' K. Svpnska Vetenskajis Akad. Band 2. !. Nr. 2 
1ÜÜ4; 11. Scapliopoda, Ciaslropoda, Placojilmia, und 
zwei voilier iiielil erwähnte Laiiiellibraiichiala. in 
Xr. 13. 10O.->. ^iil 2 Tafeln. 



— 116 — 

Neu: Porllaiidia koUhoffi p. 12 f. 1 — 3: — Bufcinuni oiomsi p. 57 
f. 6 — 8. — Synonyniie und g«ographische wie haUiymetrische 
Verbreitung sind sehr sorgsam bebandelt. 

— — , Eesidts of the Swedish Zoological Expedition in Egypt 
and the White Nile 1901 under the Diredion of L. Ä. 
JaeyerskiÖld. 

Nr. 6. Two nevv Opisthobranchiatbe Mulluscu froni Ihe Red Sea. 
Accompanied by a List of references lo Ihe geiiera Notarchus 
Cuvier and Hexabranchus £hrl>g. Upsahi 1903. VVith plate. 
Neu: Notarchus brevipes p. 1 f. 1 — 3; — Hexabranchus 
plicatus p. 5 f. 4. 5. — Nr. 7. Land- and Freshwater-MoUusca 
from the Upper Nile (Shendy-Fashoda). Upsala 1903. — 20 sp., 
keine neu. 

Clessin, S., die Conchijllen des „Löss^ der Umgehung von 
Regensburg. Sep.-Abz. aus: Ber. nalurw. Ver. Rpgons- 
burg 1903—1904. i'3 S. 

43 Arten, während im ganzen Donangebiel bis Wien 57 sp., davon 
15 sp. Süsswasseicopchyhen. vorkommen. Die bayrische IIocli- 
ebene war zur Zeit der Lössablngerung baumlose Steppe mit 
einzelnen wassergefnllten SenknuLien, aus denen die heutigen 
Moose wurden. 

Clessin, S., eine altalluviale Conchylienfavna hei Purkiguf. 

Ibid. — 7 S. — In Maulwurfshaufen. welche den unter dem Torf 
liegenden alten Seegrund ans Tageslicht bringen, fanden sich 
58 Arten, davon keine ausgestoi-ben. 

The Journal of Conchology. Vol. 1 1 No. 8. 

p. 225. Melvill. J. (losmn, Frederick Price Marratt f- 

]). 227. (looper. J. E . Note on Crepidula foriücata. 

p. 228. Standen, R., Reversed Shells in the Manchester Museum. 

]i. 237. Elliot Sir (Ihas., Nudibranchs from the Indo-Pacific. I. Notes 

on a Collection dredged near Karachi and Maskat. 
)>. 256. Ilorsley, •!. W., Faunistir Nntes. 

Froceedlngs of ihe Acadeniy of Philadelj^/na 1005 vol. 57 
pt. 2. 

iL 345. .Suiith, Burnett, Senility among Gastropods. Mit Taf. 30 und 
31, und einigen Holzschnitten. — Der Autor sieht in bestimmten 
Eigen! üinlichkeifen recenter Arten gegenüber den plincänen 



~ 117 — 

und mioeänen Zeichen von Seuilität, sowohl bei Arte* als bei 
Gattungen. Als Beispiel sind Volutilithes und Fulgur gewählt. 
Wir machen unsere Mitglieder speziell auf diese Untersuchungen 
aufmerksam, welche, wenn sie sich bei sorgsamer Nachprüfung 
bestätigen, eine interessante Perspektive eröffnen, 
p. 570. Pilsbry. H. A. & E. G. Vannatta, Notes on some Hawaian 
Achatineliidae and Endodontidae. Mit Tafel 38 und 39. — 
Bei Amastra werden zwei neue Sektionen unterschieden : 
(lyclamastra für A. cyclostoma Baldw. und Helicamasira für 
A. discus. Aus letzterer Seclion wird A. discus p. -"171 t. 38 
f. 1—3 neu beschrieben und A. alata (= Helix aiata Ffr.) 
f. 4 — () neu abgeljüdet). — Von Pterodiscus l'siiry. wird die 
Radula von P. digonophora abgebildet, ferner die Schalen von 
P. wesleyi Sykes t. 39 f. 7—9: — Pt. petasus Ancey t. 88 
f. 7, 8: — Nesophila thaanunii n. p. hli \. 39 f. 1—3; — 
Thaiimatodon luctifera n. p. 575 t. 39 f. 4—0. 

p. 575. Pilsbry, H. A. 6c Y. Hirase, on two Hawaiian Cerithiidae 
(thaanumi u. und bawaiense n.). 

Kormos. Theodor, die Pleistocäne Molluskenfauna Im Ost- 
abschnitte des Gebietes jenseits der Donau. — Se[i.- 
Abz. au.s: Re.sult. wissenscli. Erforsch, des Balaton- 
Sees 1 1. Pal. Anhang. Budapest. 1905. Fol. 30 8. 
mit 5 Abb. im Text. 

69 Arten, keine neu. Von hohem Interesse ist das Fehlen der 
heute liberall gemeinen Arten Garlh. carthusiana Müll., Xeroph. 
obvia Hartm. und Zebrinus detritus Müll., die sicherlich erst 
in der Postglazialzeit eingedrungen sind, und die Seltenheit von 
Tachea vindobonensis, T. horten.sis und Eulota fruticum. — 
Auch Helix pomatia ist, noch nirgends an primärer Lagerstätte 
gefunden worden 

Pollonera, Carlo, Note Malacologiche. — In : Boll. Mus. 
Torino 1905 vol. 

iU iif). 517. — I. Intorno a due nuove specie di Acnieidae (Caziotia 
n. gen. für ('.. singularis mil hinter dem Mundsaurn sich 
öffnender Nahtröhre ; f. 1, 2: A. bayoni f. 3,4). — II. Molluschi 
terrestri e tluviatili delle Isole d'Elba e Pianosa. Neu : 
Agriohmax cecconii var. ilvatica, ji. 3; — Candiduk aethalia 
p. 5 f. 11, liJ; — C. tyrrena p. 6 f. 13, 14; — C. turbinula 



- 118 - 

p. 7 f. 15, 16; — Ferussacia paulucciana p. 7 f. 7, 8 iviil var. 
snhcaiiiea f. ö, 6 : — Claus, planasiensis p. 8 f. 9, 10. 

Caziot. le Comm.j CompUment ä l'etude de V Helix vennkulata. 
Helix sei])enliiui. — Helix iiiui-alis. — Descriptions d'aspeces 
nouvelles; Nie Mollusques lerrestres et fluviatile.s. — In : Bull. 
Soc. zool. France 1905 p. 11. — Neu: Helix conventae p. 41 
Texlfig-. 1 ; — Xeroplüla subpapalis p. 42 Te.xtfig, 2 ; — 
Liiiinaea faliconica p. 43 Textfig. 3 ; — L. guebliardi ]». 44 
Textfig. 4; — Balia marleyi p. 46 Textfig. 5. 

Scientific Invesfigations 1902 — 1908. Fisheries Branch. — 
In: Ann. Rep. Fish. Ireland, Part. K App. III 1905. 

p. 53. Sykes, E. R., the Molluscs and Brachiopods of the Ballyuakill 
und Bofin Harbours, Co. Galway, and of tbe Deep Water off 
tiie West and South- West Goasts of Ireland. Mit Karte. Keine 
neue Art. Im Tiefwasser wurde Cassidaria tyrrhena lebend 
gefunden und waren leere .Schalen von Liomesus dabei nicht 
selten. 

p. 93. Hoyle. W. E.. on specimens of Tracheloteuthis and Cirrhoteuthis 
from Deei) Watei- off the West Coast of Ireland. With pl. XIV 
tigs. 1 —5 (Abbildung von Tr. riisei Steenslr.). 

Konno!^, Theodor, über den Ursprung der Thermenfauna 
von Püspök-Fürdö. — in : Föltani Közlöny vol. 85 
(1905) p. 421—451. mit Taf. II. 
Eine gründliche Untersuchung der so interessanten subtropischen 
Oase des Bischofsbades. Der Autor icomrnt zu folgenden 
Schlusssätzen: , Sowohl die Melanop.sisarten als auch die 
Neritinen von P. sind Zweige je eines besonderen Stammes, 
von welchem ausgehend sie durch stufenweise Entwicklung 
ihre beutige Gestalt erhielten. Die Urform der Melanopsiden 
ist M. Hazaiji Brus., die der Neritinen aber vielleicht N. ainc- 
thijstinu Brus. Sowohl die Melanopsisarten als auch die Neritinen 
zerfallen in zwei Teile ; ein Zweig der ersteren brachte M. 
parreyssei und M. hungarica hervor, der zweite hat zwar keine 
direkten Nachkommen, bildet jedoch ein Bindeglied zwischen 
der heute lebenden M. Espi'ri und den früher ausgestorbenen 
Arten. Ein Zweig der Neritinen führt durch Vermittelung der 
N. Adelae zu N. prevost/aiia, der andere aber (durch N. Gizelac) 
zu N. fluriatilU. 
Ein Teil der jungtertiären Formen aus Slavonien ist zweifelsohne 
mit denen aus Püspökfürdü nahe verwandt, und hat sich erst 



— 119 - 

nordwesilich zurückgezegen, als die kliinatisclaen Verhüll nisse 
nicht mehr die nötigen Lebensbedingungen boten, nämlich zu 
Beginn des Diluviums. 
Die Reliktenfauna von Püspökfi'irdö slaiuniL also aus der Zeit, als 
in Ungarn noch ein gleichmässig tropisches Klima herrschte. 
Teils die nahe Verwandtschaft mit den junutertiären levanti- 
nischeu Formen au« Slavonien teils der Umstand, dass untei- 
den in tieferen Schichten vorkommenden Gastropoden von den 
Arten, die noch leben, nicht eine einzige anzutreten u'ai', weist 
darauf hin, dass die Entstehun;;: der Fauiiü. von Päspökfürdö im 
Tertiär zu suchan sei." 

l!äiigeg'ang:eiie Zahlungen : 

Sanitätsrat Dr. Hubert. Sensburg, Mk. ß. — : L)r. E. Enslin. 
Stuttgart, Mk. (1— ; Ludwig Henrich, Frankiurl a. M., Mk. 6.— ; 
Kurt ßütlner. Leipzig, Mk. 6. — : Professor Brandis, Trenesin, Mk. 6. — : 
Dr. E. Wiltich, Darmstadt, Mk. 6.— : Professoi' P. S. Pavlovic, Belgrad, 
Mk. ().— ; Professor J. Niglutsch, Trient, Mk. 6.— - ; Naturf. (lesellschafl, 
Görlitz, Mk. (j.— ^ J. Zinndorf, Otfanbach a. M.. Mk. 13.-—; C. Sigl, 
l'asing-München, Mk. 6.— ; Bryant Walker, Detroit, Mk. fi.— ; W. A. 
Lindholm, Wiesbaden, Mk. 6. — ; J. Stii.>*siner, Laibach, Mk. ö.— ; 
Lehrer D, Geyer, Stuttgart, Mk. 6. — : !>r. H. Becker, Graiiamslown, 
Mk. 12.--: Professor Dr. Stoll, Zürich. Mk. 6. — : Fürst zu Salm- 
Salm, Anholt, Mk. (5. — : i'.. Riemenschneider, Nordhausen, Mk. 6. — ; 
Rob. Jetscliin, Palschkau, Mk. 6. — ; Prinz».ssin Therese von Bayern, 
Mnuchen, Mk. fi.— : Hermann Arnold. Nordhausen. Mk. 6.— ; C. Hülow. 
Berlin, Mk. 6.— ; S. Clessin, Regensburg, Mk. R. — : Jul. Heller, Tepliz, 
Mk. 6.--; H. Roos, Frankfurt a. M.. Mk. 6.— ; Jos. Scdiedel, München. 
Mk. Ü.-; Dr. J. Hüfer, Wädenswil. Mk. r..~: M. M. Schepman. 
Rhoon. Mk. 0. — ; A. Uhlemann, Plauen, Mk. 6. — ; Direktor Dr. Schröder, 
Gr. Lichlerfelde. Mk. 30.— ; Professor K. Schmalz, Berlin, Mk. 6.— : 
W. Brandt, Cuxhaven. Mk. 6.— ; Naturhistor. Museum, Lübek. 
Mk. 6.— : Zoolog. Museum, Berlin, Mk. 6.— ; E. Spantlet, 
Nürnl)erg. Mk. 6. — : Naturhisioi-. Museum, Wiesl)aden. Mk. G. — ; 
Adrien Dollfus, Paris. Mk. 6.— : A. Gysser, Handmrg, Mk. 6.— ; 
A. Krause, Gross-Lichterfelde, Mk. 6.— ; Bernhard Liedtke, Königsberg, 
Mk. 6.— ; Paul Godet, Neuchätel, Mk. 6.— ; Dr. Joh. Thiele, Berlin. 
Mk. 6.— : Dr Ma.ximilian Meissner, Berlin. Mk. 6.— ; Hartwig Petersen, 
Hamburg, Mk. 6.-; G. Schacko. Berlin, Mk. 'i.— ; Marchese di 
Monterosato. Palermo, Mk. 6.— : Dr. Ale.x. Luther, Heidelberg, 
Mk. 6.— ; K. Kunkel, EttUngpn, Mk. (i.— : Dr. Flach, Aschaffenburg. 



— 120 — 

Mk, 6.— : Lübbecke Museum, Düsseldorf. Mk. 6. — ; Professor L. 
Wiedeiiiayr, Inilichen, Mk. 6. — ; Direktor 0. Wohlberedt, Triebes. 
Mk. 6.— : K. L. Pfeiffer, Kassel, Mk. 6.— : Direktor A. Schmidt, Haida, 
Mk. 6. — : Juh. Tidemaud-Rund, Kragerö, Mk. 6. — : Ivinnaea, Natiir- 
hist. Institut, Berlin. Mk. 6.— ; Viktor v. Koch. Braunschweig, Mk. 6.— : 
Geh. Rat E. Friede!, Berlin, Mk. fi. — ; Dautzenberg, Paris, Mk. (5.— ; 
Richard Hagy, Upsala, Mk. G.— : Pfarrer Mönig, Mengen Mk. 6.— : 
Professor Dr. F. Kinkelin. Frankfurt a. M., Mk. 6. — ; Carlo Pollonera. 
Torino, Mk. 6.— ; Staatsrat Retowski, Petersburg, Mk. 6.— ; Dr. R. F. 
Scharff. Dublin. Mk. 6.— : A. P. Pavlow, Moskau, Mk. 6.— : iNalurhist. 
Museum, Hamburg, Mk. 18. — ; (Ihas. W. Johnson, Boston. Mk. i>. — : 
Sowerby & Fulton, London, Mk. 6. — . 

Neue Mitglieder: 

*Dr. 0. "Wolterstorff, Gustos am städtischen Museum Magdeburg. 

Jftcob Zinndorf, Oftenbach (Main), Senefelderstrasse. 

J. Stussiner, k. k. Post-Oberkonlrolleur, Laibach. 

*E. S. Sykes, B. A., London, 3 Grays Inn Place, W. C. 

Prof. W. Blasius, Braunschweig. 

Theodor Kormos, Assistent am geogr. Institut, Budapest VIII, Sandor 

utca 8. 
P. Pavlow, Professor. Moskau, Dolgorukofski Per Haus der Universität. 
*R. AndruS30W, Professor. Kiew, Levassorskaja 12. 

Gestorben : 

Geh. Reg.-Ral Prof. Dr. K. Freiherr von Fritsch, Halle a. S. 

Bericlitiguug. 

In dem Aufsätze des Herrn Dr. Lindinger, Jahrgang 1905 
p. 195 — 197 sind einige Druckfehler übersehen worden, die wir hier 
zu berichtigen bitten. Seite 195 ist statt Uhner zu lesen Ulmer. 
Seite 196 ist statt Arion hortensis zu setzen Ar. bourguigiiati. Seite 
197 bei den Giüsseuangabeii von Sphaerium coriieum ist statt cm 
sellistverstiindlieh zu lesen mm. 



Del- beiliegeiide Prospekt der Firma C. W. Kreidel'S 
Verlag in Wiesbaden sei der gütigen Beachtung empfohlen. 

Die beiden zum Aufsatz des Herrn Dr. Wagner gehörenden 
Tafeln werden mit dem Schluss in nächster Nummer ausgegelien. 

Kedigierl von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmanu in Schwaiiheim a. Sl 
Verlag von iMoritz Dissterweg in Frankfurt a. M. 

Ausg'egeben : 2. April. 



ORne Konkurrenz! 

Um riiif unseren enormen Vorräten etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
liesiti;en, von 

Marine-, Land- u. Süsswasser-Conchylien 

zu lialben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
schen, englischen und französischen Hand- 
lungen, falls Retlektanlen solche rieiskntaloge einsenden. 

99Ko^lllO<^^^, naturhistor. Institut, 

Berlin S. W, 11, Königjrrätzerstr. 8J>. 



•^ zf -^ z^ z^ 'j^i -^ :^ -jj/: ^ ^ ^ ■^ ^ vf tl^ ^ ^ -^ ^ ^ 

ffodißiscMft lAiarieii- i,TemrieiMflfi, 



herausgegeben von 

Dr. W. WolterstorfT, Museumskustos in Magdeburg. 

Verlag v o n 

G. Wenzel & Sohn, Braunschweig, 

Bpeitestrasse 1. 



Billige illu.stfierte Fachzeilsclirift für alle Besitzer von 
Aquarien und Terraiien, Freunde von lebenden Repti- 
lien, Amphibien, Fischen. Wasserinsekten, Wassermoliusken 
u. dergl., sowie von Wasserpflanzen. Offizielles Organ einer 
grossen Anzahl Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde. 

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mk. Man abonniert 
durch Post oder Buchhandel. Wöchentlich erscheint eine 
Nummer von 12 Seiten (4*'). Probenummern versendet der 
Verlag auf Verlangen gratis und franko. 



PROSPEKT 



Im Selbstverlage des Verfassers erschien soeben: 

ICONOGRAPHIA 

JVIOLLUSCORUM fOSSILIUM 

IN TELLURE TERTIARIA 

HÜNGARIAE, CROATIAE. SLAVONIAE, DALMATIAE. 

ßOSNIAE, HEKGEUOVINAE, SERBIAE ET BULGAHIAE 

INVENTORUM. 

EDIDIT SPIRIDIO BRÜSINA. 

ATLAS 

iXXX TABULARUM LITHOGRAPHICAHUM VOLüMEX). 
Preis K 60.— 

Vor kaum 3 Deceniiien wurde die nengene Mülluskeu-Fauna rriKarns, 
Kroatiens, Slavonieiis, Dalinaliens und der Balkanländer erst entdeckt. 
jetzt ist ihre grosse Wicliti^rkeit, sei es für sich selbst und für die 
Zoogeographie, sei es für die Gliederung des Tertiärs und für die 
Evolulionsleiire von höchster Bedeutung. Niemand anderer als Darwin 
selbst hat es anerkannt, indem er schreibt: „Die Congerii'n und 

Paliidinenschic/ifen Slavoniens bieten den besten Fall dar, der 

mir jemals vorgekommen ist, in Bezug auf den Nachweis des directen 
Einpusses der LebensbedimjiDiiien auf die Organismen." 

Was das Werk selbst anl)elangt, bürgt der Name der Verfassers, 
welcher em. Universitäts-Professor. Director und Gründer des zoolo- 
gischen National-Museums in Agram ist, für dessen Gediegenheit. 
Professor Brusina })eherrscht seit bald 40 Jahren das ganze Gebiet 
der recenten und tertiären Mollusken-Fauna der Adria und der süd- 
slavischen Länder. Leuchten der Wissenschaft, wie Jeffreys in Eng- 
land, Petit de la Saussaye, Tournouer, Crosse, Paul Fischer. Dautzen- 
berg, Cossmaiui in Frankreich, L. PfeifTer. E. v. Martens. Kobelt um! 
andere in Deulschland haben die Gewissenhaftigkeit und Gediegenheit 
der Arbeilen des Verfassers hervorgehoben. 

So viel uns bekannt, ist Prof. Brusina der erste, welcher um 
die grösstmögliche Genauigkeit zu erreichen, alle Original- 
Exemplare. selbst die kleinsten, mittelst eines ausgezeichneten 
Appai'ates zur mäs.sigen Vergrösserung pholo^'-raphieren und nach 
Photographien und Originalen zeichnen liess. 



■• i "— " i * ' i ^ • • •~-'--^-Y^''-^—'^ • *' i " ''"'~~*' i~i T i j'~' i ' "r'n."L'i_~L' ii ir i "L- i .\ i '^~_-,i .-.--^i,i,i_L". 






Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



lälaßozoologisßtien Kesellsehaft 



Achtnnddreissigster Jahrgang. 
(1906.) 



Heft III. 



(Juli — September.) 

Mit zwei Tafeln. 



Inhalt: 



Seite 

Wagner, Neue Formen und Fundorte der Genera Pomatias 

Studer und Auritus Westerlund 121 

Kortnos, Beiträge zur Molluskenfauna des kroatischen Karstes 140 

Brusina, Lanzaia, eine neue Gasteropoden-Gattung der Adria 154 
Simroth, Kurze Bemerkungen zu der Arbeit von Baron 
Rosen : Beitrag zur Kenntnis der Molluskenfauna des 

Kaukasus 162 

Weher, Eine neue Nanina von der Insel Banka .... 164 

Sterhi, Bemerkungen zu Vallonia excentrica Sterki . . . 166 
Clessin, Zur Conchylienfauna des Löss im Gebiete der 

Donau 167 

Literatur 169 



»^»<^»»^V<»<^W»^%%^^l^W»««i » »«>iW«>l»li H r n ««»#^»^»#nM»l"%%%i»>^i W »»W»i^»^^%»^»i*»«i*'^^%* 



€rröi§i^tes^ Tjager in Xluropa 

in 

♦♦Marinen-, Land- und Süsswasser-Conchylien ♦♦ 

(über 10,000 Species) 
alles correct determiniert zu civilen Preisen, eigrene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmuns^en, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässigten Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos" naturhistor. Institut, 

(etabliert seit 1889) 
Berlin S\¥. 11, Königgrätzerstrasse 89. 

Mitteilungen und Anfragen. 

Die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft hat von 

Moellendorffs Doublelten noch ca. 800 Arten billig abzugeben. Ein 
Verzeichniss steht Interessenten zu Diensten. 



*W. Paul Pallarj, Naturaliste, Eckmiihl (Orau) bietet in Tausch 
gegen wissenschaftliche Pubhkationen oder auch gegen bar eine reiche 
Auswahl von Land- und Meeresconchylien der nordafrikanischen 
Länder von Tunis bis Marokko. Kataloge zur Verfijgung. 



Ich suche die drei ersten Bände von Rossmaesslers Iconographie 
(183-5—1859) mit schwarzen Tafeln in Tausch gegen nordische und 
exotische Conchylien, eventuell gegen bar, zu erwerben. 

Henrik Seil, 

Kopenhagen, Turesengade. 

Wanted for Cash or exchange 

Zelts, für Maiac. Vol. I & II. 
Malak. Blätter 

vol. XV. Bogen 9, 10, 11. v^l. XVI. Bogen 6. 7, 8. or vol^ 
XV & XVI complete ; 

Zoological Record: Mollusca 

for 1865, 1866, 1887. 

Blanford, Contrib. Indian Malac. 

part. 1, 7, 8, 9. 

Gassies, Faune Conchyl. Nouvelle Caledonie 

part. 2. 

€}. K. Oude, 114 Adelaide RD. 

London N.W^. 



Nachr. Bl. d. Mal. Ges. ig-o6. 



Taf.3 




n. Winter v.M. phot. 



Litli. Aiist.Wenier i^ Winter. Frankfurt a. M. 



NacJir. Bl. d. Mal. Ges. igoö. 



Taf. 4 




11 l^:'\ 






mo^ 

%2i 



# 








17 



17 



7b 



% 



■:^ 




18 




le'^ 







(i.Winter v.ar.phot. 



Lith. Anst.Wernei- & Winter, Fi;i iik tnrt a. M. 



No. 3. Juli 1906. 

^N^acliriclitsblatt 

der deutsehen 

Malacozoologischen Gesellschaft. 



Acht unddreissigster Jahrgang. 



Da« Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Ä.boiiiiementspreis : Mk. 6.—. 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. AV. Kobelt in S c hw a n h e i m hei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbucliliaudlung des Herrn Moritz Dieslerweg" in 
Frankfurt a. M. 

Ueher den Bezug der älteren Jahrgänge und der Jahrliücher 
siehe Anzeige am Schluss. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malacozoologie, 



Neue Formen und Fundorte der Genera Poniatias Studer 
und Auritus Westerlund. 

Von 

Dr. Anton Wagner, Dimlach bei Brück a. Pvliir. 

(Mit 2 vom Autor gezeichneten Tafeln). 



Genus Auritus IVesterlund. 

1883 Sectio: A.uritus ii. Turritus (part.) Westerlund 
in: Jahrb. D. malak. Ges., v. 10 p. 64, 72. 

1885 Auritus n. Turritus (part.) Westerlund, Paläarct. 
Binnenconcli., v. 5 p. 109. 

1897 Sect. Auritus u. Pleuropoma u. Titanopoma 
A. J. Wagner in: Denk. Ak. Wien, v. 64 p. 598, 621, 620. 

1902 Subgen. Auritus u. Holcopoma u. Titanopoma 
Kübelt in: Tierreich 16. Lieferg. p. 514, 530, 533. 



— 122 — 

Deckel rundeiförmig, aus zwei dicht aneinanderliegenden 
Platten*) gebildet, häutig oder auf der Vorderseite mehr 
minder dicht von Kalkauflagerungen bedeckt ; mit vier 
langsam und regelmässig zunehmenden Windungen und 
zentralem Nukleus, 

Gehäuse stets ungenabelt, spitz kegelförmig bis turm- 
förmig; radial gestreift bis gerippt, selten mit der Andeutung 
einer schwachen Spiralstreifung. Der Mundsaum erweitert, 
einfach bis verdoppelt; der Spindel- und Aussenrand des Mund- 
saumes geöhrt, der Spindelrand ausserdem vor der Insertion 
plötzlich nach rückwärts umgeschlagen und der Nabelgegend 
dicht angelegt, wodurch derselbe in der Frontalansicht mehr 
minder scharf winkelig ausgeschnitten erscheint; die auf 
diese Weise gebildete spitz bis stumpfwinkelige, scharfe oder 
abgerundete Ecke wird als Spindelohr bezeichnet. 

Das Verbreitungsgebiet der mir bekannt gewordenen 
P'ormen des Genus erstreckt sich über die südlichen Kalk- 
alpen, Italien, Sizilien, Algier, den Westen der Balkanhalb- 
insel bis Griechenland und die Insel Creta. Den gross! en 
Formenreichtum erreicht das Genus auf der Balkanhalbinsel. 

Die unter der Bezeichnung Äiiritus Westerlund vom 
allen Genxis Pomatias abgetrennten Formenreihen kenn- 
zeichnen sich durch das stets ungenabelte Gehäuse (der 
Nabel wird nicht etwa durch den Umschlag des Spindel- 
randes verdeckt, sondern fehlt schon den Jugendformen ) 
und die Beschalfenheit des Spindelrandes am Mundsaume 
(von Westerlund Nabelrand genannt). Diese Merkmale 
sind auffallend beständig und ermöglichen schon im Jugend- 
zustande eine sichere und leichte Trennung von den ge- 
nabelten Formen des Genus Pomatias Sluder. 



*) Der Deekel der Aurilusforraen besteht im Allgemeinen nicht 
aus zwei Platten, welche durch Leisten verbunden werden, zwischen 
welchen sich Luftkammern befinden, wie Westerlund für das Genus 
Pomatias angibt; ein ähnUcher, aber doch anders zu deutender Be- 
fund findet sich nur bei dem Subgenus Titanopoma m. 



— 123 — 

a) Subgen. Auritus 3. str. 

1883 Sect. : Äuritiis (part.) u. Turritus, (part.) Wester- 
lund in: Jahrb. D. malak. Ges. v. 10 p. 64, 72. 

1885 Auritus (part.) n. Turritus (part.) WestcM'hind, 
Paläarct. Binnenconch., v. 5 p. 109. 

1897 Sectio Auritus A. J. Wagner in: Denk. Ak. 
Wien, V. 64 p. 598. 

1902 Subgen. ^.MnYws Kobelt in : Tierreicli, 16. Lieferg. 
p. 514. 

Deckel häutig, dünn und biegsam, olnie sichtbare 
Kalkauflagerungen, gelblich oder licht hornfarben, glänzend 
und durchscheinend mit vier Windungen und zentralem 
Nukleus. Verbreitungsgebiet : Die Formen des Subgenus 
Auritus bewohnen vorzüglich die Gebirgsländer, welche 
den nördlichen Teil des adriatischen Meeres umgeben, also 
Nord- und Mittelitalien, Südöstei-reich, Dalmatien, Bosnien, 
Herzegowina und Montenegro ; nur vereinzelt trifft man 
dieselben noch in Sizilien, Algier, Frankreich, Nordalbanien 
und der Insel Eubooa. 

Auritus (Auritus) gracilis L. Pfeiffer. 

Cyclostoma (jracile L. Pfeifier in: Martini it* Chemnitz 
Conch.-Gab., v. 1 XIX p. 191 t. 2G. f. 28-30. 1849. 

Poniatias rugosus Glessin Malac. Bl. N. F. IX. p.61. 1887. 

Pomatias (Auritus) gracilis A. J. Wagner in: Denk. 
Ak. Wien v. 64 p. 606. t. 7 f. 71. 1897. 

Neue Fundorte: Duare und Zakucac bei Almissa, 
Omblatal bei Ragusa und Sinj (die Exemplare der zwei 
letzten Fundorte durchwegs dichter gerippt), Dobrostica 
bei Gastelnuovo und Lovcen in Montenegro (dichter ge- 
rippt, der Mundsaum zum Teil kräftiger entwickelt, die 
Umgänge etwas rascher zunehmend). Das Verbreitungs- 



— 124 — 

gebiet des A. gracilis Pfr. bleibt demnach auch diesen 
Fundorten nach auf das Küstengebiet Dahiiatiens (von 
Spalato bis Gattaro) und Montenegro beschränkt. 

A u r i t u s ( A u r i t u s) gracilis m a r t e n s i a n u s 
Möllendorff. 

Pomatias martensiamis, Möllendorff, Fauna Bosn. p. 5G 
t. f. 17. 18. 

Pomatias (Auritus) gracilis var. martensiana A. -T. 
Wagner in: Denk. Ak. Wien, v. 04 p. 607 t. 7 f. 72 1897. 

Pomatias (Auritus) gracilis var. martensiana A. -J. 
Wagner in: Ann. Hofmus. Wien v. 16 p. 63, 64 1901. 

Die vorstehende Form ist mit Rücksicht auf Grösse, 
die mehr minder rasche Zunahme der unteren Umgänge, 
die mehr minder dichten und scharfen Rippchen, ebenso 
die Ausbildung des Mundsaumes sehr veränderlich und 
geht an einzelnen Fundorten allmählig in die typische 
Form über. Im Gegensatze zur typischen Form lebt A. 
gracilis martensianus MUdff. vorzüglich in höheren Lagen 
der Gebirge Dalmatiens, Südbosniens, der Herzegowina 
und Montenegros und dringt demgemäss auch tiefer in das 
Binnenland. 

Neue Fundorte: Prenj Gebirge, Herzegowina; ver- 
hältnissmässig gross, dicht und fein gerippt mit sehr 
kräftigem und verdoppeUem Mundsaum; das Spindelohr 
spitzwinkelig, hinaufgebogen und dem vorletzten Umgange 
angelegt. (T. 3 f. 4.) L = 8, B = 36, M = 3 mm. 

Jablanica und Umgebung von Grabovica im Narenta- 
tal nördlich von Mostar; mittelgross, die Rippchen ziemlich 
kräftig und dicht, der Mundsaum verdoppelt, das Spindel- 
ohr spitzwinkelig hinaufgebogen, dem vorletzten Umgange 
etwas genähert. L = 7,2, B = 3,1, M = 2,4 mm. 

Gacko östlich von Mostar; mittelgross, sehr dicht 
und fein gerippt, der Mundsaum einfach bis schwach ver- 



- 125 — 

doppelt, das Spiiidelolir rocht- bis stumpfwinkelig, vum 
vorletzten Umgänge entfernt. Lakat am Velez bei Mostar; 
mittelgross bis gross, sehr dicht und fein gerippt, am 
letzten Umgänge rippenstreifig; der Mundsaum verdoppelt, 
Anssensaum ziemlich schmal, das Spindelohr stumpfwinkelig 
und vom vorletzten Umgange entfernt. Zawala, Herzego- 
wina; klein, die Rippchen auf den oberen Umgängen etwas 
weitläufiger, die Umgänge rascher zunehmend, der Mund- 
saum einfach bis schwach verdoppelt, mit schmalem 
Aussensaum und stumpfwinkeligem, vom vorletzten Um- 
gange entferntem Spindelohr. 

Hergot bei Stolac südlich von Mostar ; klein mit 
feinen Rippchen, welche am letzten Umgänge in Rippen- 
streifen übergehen; der Mundsaum einfach bis verdoppelt, 
mit schmalem Aussensaura und stumpfwinkeligem bis ab- 
gerundetem; vom vorletzten Umgänge entferntem Spindel- 
ohr. L = 6,2, B = 3,1, M = 2,2 mm. 

Cetinje ; klein mit gleichmässig dichten und ziemlich 
kräftigen Rippchen, welche am letzten Umgange nur wenig 
schwächer \verden : der Mundsaum zumeist einfach oder 
nur schwach verdoppelt, der Aussenrand schmal^ das 
recht- bis spitzwinkelige Spindelohr vom vorletzten Um- 
gange entfernt. L = 6, B = 3,M=:2;l mm. 

Cirowa pecina und Skrecko jezero am Durmitor in 
Montenegro; klein mit ziemlich kräftigen, auf den oberen 
Umgängen etwas weitläufigen Rippchen, welche am letzten 
Umgange deutlich schwächer w^erden ; der Mundsaum ver- 
doppelt mit breitem Aussensaum und recht- bis stumpf- 
winkeligem, dem vorletzten Umgange etwas genähertem 
Spindelohr. 

Auritus(Auritus) gracilisgracillimus A. J. Wagner. 
Taf. 3 Fig. 8a. 1). 

Pomatias gracüis var. gracillima A. J. Wagner in : 
Ann. Hofmus. Wien. v. 16 p. 64. 1901. 



— 126 — 

Gehäuse noch schlanker turniförmig als bei der 
typischen Form von Almissa ; die 10 stärker gewölbten 
Umgänge nehmen langsamer zu, die Skulptur besteht aus 
schwächeren viel dichteren Rippchen, der Mundsaum ver- 
doppelt mit breitem Aussensaum ; das Spindelohr recht- 
bis stumpfwinkelig, vom vorletzten Umgange entfernt. 
L = 7,8, B = 3, M = 2,3 mm. 

Fundort: von Sturany in Bocac zwischen Jajce und 
Banjaluka in Bosnien gesanmielt. Diese auffallende Form 
nähert sich am meisten schlanken Exemplaren des Ä. 
(jraciUs croaticus L. Pfeiffer, dessen Verbreitungsgebiet ihr 
Fundort auch benachbart ist. 

Auritus (Auritus) gracilis croaticus L. Pfeiffer. 

Pomatias croaticus L. Pfeiffer in: Nov. conch. v. 4, 
p. 15, t. 112, f. 14-16. 1871. 

Pomatias (Auritus) gracilis var. croatica A. J. Wagner 
in: Denk. Ak. Wien v. 64 p. 607, t. 7, f. 73 a, b, 1897. 

Neue Fundorte: Krug planina in Bosnien (die vor- 
liegenden Exemplare von croatischen aus der Umgebung 
von Perusic und vom Berge Kiek nicht zu unterscheiden). 

Auritus (Auritus) sturanii A. J. Wagner. 

Pomatias (Auritus) gracilis var. sturanii A. J. Wagner 
in: Denk. Ak. Wien v. 64 p. 609, t. 8, f. 75 a, b, 1897. 

Pomatias (Auritus) gracilis var. sturanii (part.) A. J. 
Wagner in: Ann. Hofmus. Wien v. 16, p. 64, 1901. 

Gehäuse langkegelförmig oder turniförmig, ziemlich 
glänzend, hellhornfarben mit einer lichteren Zone um den 
Mundsaum und 2, auf dem letzten Umgange 3 rotbraunen 
Fleckenbändern. Das ziemlich dicke Gewinde besteht aus 
7 bis 8 ziemlich langsam und regelmässig zunehmenden, 
gut gewölbten Umgängen ; der letzte nimmt vom Beginne 



— 127 — 

der zweiten Hälft e an rascher zu, steigt jedoch vorn nur 
langsam, aber deutlich hinauf; der Apex ist verhältnis- 
mässig stumpf. Die Skulptur besteht aus leicht S-förmig 
gebogenen, dünnen, aber ziemlich scharfen und etwas un- 
gleichmässigen Rippchen, welche auf den oberen Umgängen 
ziemlich dicht und etwas unregelmässig angeordnet sind, 
am letzten Umgänge auffallend schwächer werden, häufig 
sogar in Rippenstreifen übergehen. Die runcieiförmige 
Mündung ist im Gaumen gelbbraun gefärbt und weicht 
unten wenig, aber deutlich zurück; der Mundsaum ist ver- 
doppelt, bis kräftig verdoppelt, der Innensaum stumpf, 
zusammenhängend und ziemlich weil vorragend, der Aussen- 
saum getrennt, dick und breit, rinnenartig ausgehöhlt, am 
Rande etwas nach innen gekrempt ; das Spindolohr wenig 
breiter, als der Ausscnsaum, recht bis stumpfwinkelig und 
dem vorletzten Umgange nicht genähert. L = 7,6, ß = 
3,5, M = 2,8 mm. Deckel: typisch. 

Ein an Fundorten und Exemplaren sehr reiches 
Material beeinflusst mein Urteil über diese Form in der 
Weise, dass ich dieselbe gegenwärtig als historischen Typus 
einer selbständigen Formenreihe auffasse und im Systeme 
neben Auritus tergestinus AVeslerlund einreihe (Forinen- 
kreis Neglecta m.). 

Fundorte: Pljesevica gola, Cerna Rjeka, Korenica und 
Jezero bei Korenica im Pljesevica-Clebirge, Mali IJalan, 
Podpragh und Crnnopac am Velebith in Groatien. 

Auritus (Auritus) sturanii zawinkanus n. 

Taf. 3 Fi^. 5. 

Gehäuse gelbbraun bis hellrotbraun ohne Flecken- 
binden, stärker glänzend; die schwächere Skulptur besteht 
auf den mittleren Umgängen aus weitläufigeren Rippen- 
streifen und geht am letzten in eine oft undeutliche 
Streifung über. Der letzte Umgang ist stärker erweitert 



— 128 — 

und sleigi vom etwas hölier hinauf; der Mnndsaum zu- 
meist kräftig verdoppelt und auffallend verdickt. L = 7,8, 
B = 3,6, M = 3 mm. 

Fundort: Eingang zur Höhle Zavv^inka bei Laze, 
Innerkrain. 

Ä u r i t u s ( A u r i t u s) s t u r a n i i s c a 1 a r i n i f o r m i s n. 

Taf. 3 Fig. 6 und 7 a, b. 

Gehäuse schlank turmförmig mit 8 stärker gcAvölbten, 
langsamer zunehmenden Umgängen; der letzte Umgang ist 
gegen die Mündung zu weniger erweitert und steigt weniger 
hinauf. Die Skulptur besteht aus dichteren und schärferen 
Rippchen, welche am letzten Umgange dichter, aber nur 
wenig schwächer werden. Die Mündung weicht unten 
deuthcher zurück, der Mundsaum ist einfach oder nur 
schwach verdoppelt ; der meist nur angedeutete Innensaum 
durch eine Schwiele verbunden, der Aussensaum schmal 
und trichterförmig erweitert, das Spindelohr stumpfwinkelig, 
oft undeutlich und abgerundet. 

L = 6,5, B = 2,0, M =^ 2 mm, aus dem Zeljeznicatal, 
L = 7.2, B = 3,3, M -= 2,4 mm, Botun am Durmitor, 
L = 5,8, B = 2,8, M = 2,2 mm, MaliSenjtbeiOroshi. 
Fundorte: Celebic, Zeljeznicatal, Bistricatal bei Sara- 
jevo, Berg Stolac in Bosnien (auffallend schlank, dicht und 
fein gerippt), Jablanica, Plasa bei Jablanica, Prenjgebirge 
in der Herzegowina, Girowa pecina, Botun und Skrecko 
jezero am Durmitor in Montenegro, Mali Senjt bei Oroshi 
im Mirditagcbirge, Nordalbanicn (der letzte Umgang rascher 
zuneiimend, die Rippchen auf den mittleren Umgängen 
etwas weitläufiger). 

Berg Maranaj bei Skutari in Albanien (einfarbig). 
Baba bei Gacko in der Herzegowina (dicht und fein rippen- 
streifig). Mrtwanje auf der Bjelasnica südwestlich von 
Sarajewo (Mundsaum breiter und kräftiger entwickelt). 



— 129 - 

Von Auritus tergestiniis Westeiiuiui utid A. waldo- 
niari m. unterscheidet sich vorslehende Formenreihe durch 
ihre langsamer zunehmenden Umgänge, der letzte ist 
weniger erweitert und steigt dementsprechend vorn weniger 
hinauf; die Rippchen und Rippenstreifen sind schiefer und 
gleichmässiger, auch auf dem letzten Umgange zumeist 
vorhanden (nur A. sturanii zawinkanus m. besitzt im All- 
gemeinen eine schwache Skulptur und einen nahezu glatten 
letzten Umgang) ; die Mündung ist verhältnismässig kleiner, 
im Gaumen dunkel gefärbt, mehr kreisförmig, und weicht 
unten deutlicher zurück. Die Beschaffenheit des Mund- 
saumes nähert sich demjenigen bei A. waldemari m., doch 
ist der Aussensaum im Allgemeinen schmäler, der Aussen- 
rand weniger stark nach innen gekrempt; das Spindelohr 
zumeist rechtwinkelig und dem vorletzten Umgange mehr ge- 
nähert. 

Am Fundorte .Zawinka bei Laze, Innerkrain" tritt 
A. sturanii zmvinkanus m. ohne Uebergänge mit A. terges- 
tiniis Westerlund auf; an den Fundorten ^Prenjgebirge, 
Jablanica und Durmilor" A. sturanii scalariniformis m. in 
derselben Weise neben A. gracilis martensiamis Mlldff. auf. 

Auritus ( A u r i t u s) w a 1 d e m a r i 
A. J. Wagner. 

Pomatias (Auritus) waldemari A. J. Wagner in : Denk. 
Ak. Wien v. 64, p. 616, t. 8 f. 85, t. 9 f. 90, 1897. 

Neuer Fundort : Dorf Strane am Ostabhang des 
Nanos (durchwegs kleine, dichter gerippte Exemplare mit 
kräftig verdoppelte]!! Mundsaum) ; neben zahlreichen Exem- 
plaren des A. waldemari m. lebt an diesem Orte auch die 
typische Forii! des A. tergestinus Westerlund (nach dem 
vorliegenden Materiale jedoch seltener). 



— 130 — 

A u r i t u s (A u r i t u s) K 1 e c a k i Braun. 
Taf. 4 Fig. 16 a, b. 

Pomatias Kleciakl M. Braun in : Naclirbl. D. malak, 
Ges. V. 19, p. 110, 1887. 

Pomatias (Auritus) Klecaki A. J. Wagner in : Denk. 
Ak. Wien v. 64, p. 619, t. 9 f. 94. 

Diese Form war mir bisher nur von der Insel Lesina 
bekannt, nach dem reichen Material, welches mir heute 
zur Untersuchung vorliegt, finde ich Veranlassung, die 
Beschreibung nach mehrfacher Richtung zu ergänzen. 

Gehäuse verlängert, kegelförmig bis lurmförmig, ein- 
farbig horngelb bis rotbraun, glänzend oder grau bereift 
und matt. Die 8 Umgänge sind gut gewölbt, der letzte 
unten slumpfkantig bis gerundet, gegen die Mündung zu 
erweitert, vorn ziemlich rasch und deutlich hinaufsteigend. 

Die Skulptur besteht aus ziemlich dichten und er- 
hobenen, sehr schiefen und gebogenen Rippchen, welche 
häufig ungleich stark sind; jedoch regelmässig abwechseln, 
auf den oberen Umgängen auch ziemlich ungleichmässig 
angeordnet sind. Die rundeiförmige bis annähernd kreis- 
förmige Mündung ist schief und weicht unten mehr minder 
auffallend zurück. Der Mundsaum ist verdoppelt, der 
Aussensaum ziemlich breit umgeschlagen, getrennt, der 
Innensaum vorragend, verbunden bis zusammenhängend ; 
das Spindelohr deutlich breiter als der Mundsaum, nach 
vorn und oben gebogen^ in der Frontalansicht spitzwinkelig 
und dem vorletzten Umgänge genähert bis angelegt. 

L = 7,4, B = 3,6, M = 3 mm, Insel Lesina. 

L = 6,3, B = 3,2, M = 2,2 mm, Krivosicz. 

L = 9,5, B = 4,3, M = 3,7 mm, Monte Biokowo. 

Deckel : typisch. 



— 131 — 

Neue Fundorte: Krivosicz in Süddalmatien; die Um- 
gänge zum Teile stärker gewölbt, der Mundsaum schmäler 
als bei dem historischen Typus von Lesina. 

Monte ßiokowo bei Makarska ; häufig grösser und 
schlanker. 

Auritus (Aurilus) Kleciaki arnuutorum 

Möllendorff (nomenV). 

Taf. 4 Fig. 17 a, b. 

Im Allgemeinen grösser und dünnschaliger, schlanker 
turmförmig, mit 8—9 langsamer zunehmenden Umgängen, 
der letzte langsamer und weniger hoch hinaufsteigend. 
Der Mundsaum einfach oder innen nur schwielig verdickt, 
scharf, glockenförmig erweitert, durch eine Schwiele ver- 
bunden. Die Skulptur besteht aus niedrigen, feinen und 
sehr dichten Rippchen, welche auf den zwei letzten Um- 
gängen in feine und dichte Streifen übergehen. L = 9,3, 
B = 4, M = 3,1 mm, Fundina. 

Fundorte: Diese Form wurde dem k. k. natur- 
historischen Hofnmseum in Wien von flerrn Wohlbcredt 
unter der Bezeichnung Pomutias arnautorum Mlldff. von 
nachstehenden Fundorten übergeben: Rikovak, Selci und 
Korito in Montenegro ; Dr. Sturany sammelte entspi-echende 
Exemplare zwischen Fundina und Zatriebac an der mon- 
tenegrinisch-albanesischen Grenze, ferner eine kleinere, 
dunkelrotbraun gefärbte Form mit etwas kräftigeren und 
weitläufigeren Rippchen auf den oberen Umgängen am Berge 
Sildinja östlich von Skutari in Albanien. 

Die Formen des A. Kleciaki Braun unterscheiden sich 
von den benachbart lebenden Formen des A. gracilis L. 
Ffr., A. gracilis martensiamis Mlldff., A. sturanii scalarini- 
formis m. vor Allem durch die auffallend schiefen Ripp- 
chen und Streifen, das nach vorn und oben gebogene, 



— 132 — 

spitzwinkelige Spindelohr und die unten stärker zurück- 
Aveichende Mündung. 

Das Verbreitungsgebiet der Formenreihe ist wohl 
noch zum L'eringsten Teile bekannt und dürfte in Süd- 
dalmatien seine Nordgrenze erreichen ; die Funde in Mon- 
tenegro und Nordalbanien lassen eine weitere Verbreitung 
in diesen Gebieten vermuten. 

A u r i t u s ( A u r i t u s) e r i k a n. 
Taf. 4 Fig. 15 a, h. 
Gehäuse spitzkegelförmig mit ziemlich breiler Basis 
und dünnem Apex, dünnschalig, durchscheinend, matt, 
gelblich hornfarben mit einem weissen Flecken in der 
Nabelgegend. Die neun gut gewölbten Umgänge nehmen 
anfangs langsam, die zwei letzten rascher zu ; der letzte 
ist unten etwas abgeflacht, unmittelbar vor der Mündung- 
rascher erweitert und steigt vorn schnell und hoch hinauf. 
Die Skulptur besteht aus sehr feinen und schar- 
fen Rippchen und Rippenstreifen, welche auf den 
mittleren Umgängen ziemlich regelmässig alternieren ; die 
zwei ersten Umgänge sind nahezu bis zur Spitze deutlich 
gestreift, der letzte dicht und fein rippenstreifig. Die 
Rippchen und Streifen sind ferner sehr schief, S-förmig 
gebogen und überall dicht und regelmässig angeordnet. 
Neben dieser Radialsskulptur sind auf den unteren Um- 
gängen noch dichte und feine Spirallinien angedeutet (nur 
mit stärkerer Vergrösserung sichtbar). Die annähernd 
halbkreisförmige Mündung ist am Gaumen braun und 
weicht unten wenig, aber deutlich zurück; der glocken- 
förmig erweiterte Mundsaum ist einfach oder nur schwach 
verdoppelt; der Aussensaum sehr scharf und zerbrechhch, 
getrennt und an beiden Insertionen verbreitert; der Innen- 
saum dünn, kaum vorragend und durch eine zarte Schwiele 
verbunden. Das Spindelohr nach oben und vorn gebogen. 



— 133 - 

in der Frontalansicht spitzwinkelig, dem vorletzten Um- 
gange sehr genähert oder breit angelegt. L = 10,3, 
B = 5, M = 4,3 mm. 

Deckel dünn und durchsichtig; gelb, ohne Kalkauf- 
lagerungen, aus 4 undeutlich sichtbaren Umgängen be- 
stehend. Fundort: Popovo Höhle bei Njegus in Montenegro. 
Auritus erika m. gehört zum Formenkreise des Äiiritits 
dalmatinus L. Pfr. (Dalmatina m.), unterscheidet sich jedoch 
von dieser bisher isolierten Form recht auffallend durch 
das dünne, durchscheinende Gehäuse, die dichte und feine 
Skulptur, welche bis zur Embryonalschale hinaufreicht, die 
mehr gewölbten Umgänge und den auffallend gestalteten, 
zumeist einfachen Mundsaum mit breitem scharfen Aussen- 
saum und dem vorletzten Umgange angelegtem Spindelohr. 
Bemerkenswert ist ferner das Auftreten einer, wenn auch 
schwachen Spiralstreifung. Der nachgewiesene Aufenthalt 
in einer Höhle lässt vermuten, dass auch der verwandte 
A. dalmatinus L. Pfr., welcher seit Walderdorff nicht mehr 
gefunden wurde, eine verborgenes Höhlendasein führt. 

Subgenus Holcopoma K o b e 1 1 »S: M ö 11 e n d o r f f. 

Sectio Pleuropoma A. J. Wagner (non Möllendorff 
1893, Helicinidae!) in: Denk. Ak. Wien, v. 64, p. 570, 
G21, 1897. 

Holcopoma Kobelt & Möllendorff in : Nachrbl. D. 
malak. G., v. 31, p. 139, 1899. 

Deckel dünn, gelb oder braun mit zarten Kalkauf- 
lagerungen auf der Vorderseite, welche an der Naht der 
4 deutlichen Windungen dicker werden und eine kalkige 
Spiralleiste darstellen; häufig sind auch die Zuwachsstreifen 
als zarte schiefradial gestellte Lamellen sichtbar. 

Gehäuse festschalig; zumeist kalkartig weisslich oder 
hornfarbig; mit kräftiger Radialskulptur und glattem Apex, 
welcher häufig abgestossen wird. 



— 134 — 

Das Verbreitungsgebiet umfasst den Süden und Osten 
der Balkanhalbinsel einschliesslich der Herzegowina und 
Montenegro, die Jonischen Inseln, Süditalien und Sicilien. 

Bezüglich des Deckels habe ich auch hier zu be- 
merken, dass derselbe aus zwei dicht anliegenden Platten 
ohne dazwischenliegende Leisten und Luftkammern besteht. 

A u r i t u s (H o 1 c p m a) r o s e o 1 i A. J. Wagner. 
Taf. 4 Fig. 10 a, b. 

Pomatias (Pleuropoma) roseoli A. J. Wagner in: Ann. 
Hofmus. Wien, v. 16, p. 64, 1901. 

Gehäuse spitzkegelförmig mit ziemlich breiter Basis, 
horngelb (mit eingetrocknetem Tier violettbraun) mit weissen 
Rippen und einer weisslichen Zone um den Mundsaum, 
wenig glänzend bis matt. Die 9 gut gewölbten Umgänge 
nehmen ziemlich langsam und regelmässig zu, der letzte 
ist unten abgeflacht, vor der Mündung rasch erweitert und 
steigt vorn ziemlich hoch hinauf. Die Skulptur besteht 
aus ziemlich gleichartigen, dichten und scharfen Rippchen, 
welche am letzten Umgange etwas weitläufiger, aber kaum 
schwächer werden ; dieselben sind ferner wenig schief und 
kaum gebogen. Die rundeiförmige bis annähernd kreis- 
förmige Mündung ist nahezu senkrecht, im Gaumen braun 
gefärbt. Der Mundsaum ist einfach bis verdoppelt, der 
dünne, scharfe und zerbrechliche Aussensaum breit um- 
geschlagen, trichterförmig erweitert, an beiden Insertionen 
verbreitert und getrennt ; das Spindelohr abgerundet, nach 
vorn und oben gebogen und dem vorletzten Umgange 
mehr minder breit angelegt, der stumpfe, wenig vorragende 
Innensaum durch eine Schwiele verbunden. Der Apex 
wird häufig abgestossen. L= 10, B = 5, M==4 mm. 
Deckel typisch. 

Die Beschreibung dieser Form habe ich schon im 
Jahre 1901 in den Annalen des k. k. naturhistorischen 



— 135 — 

Hofmiiseums in Wien publiziert ; damals kannte ich nur 
Exemplare von der Berusica bei Avtovac in der Herzego- 
wina; etv/as kleinere, zum Teile auch dichter gerippte 
Exemplare fand Herr Dr. Sturany in den Flusshölilen des 
Zem und bei Spuz in Montenegro. 

Auritus (Holcopoma) roseoli scutariensis n. 
Taf. 4 Fig. 11. 

Gehäuse grösser mit breiterer Basis, einfarbig gelb- 
braun bis rotbraun mit helleren, bis weissen Rippen und 
einer helleren Zone um die Mündung. Die 8 Umgänge 
nehmen rascher zu, die Skulptur ist gemischt und besieht 
aus Rippen und Rippenstreifen, welche im Allgemeinen 
ziemlieh dicht stehen, jedoch ungleichmässig alternieren ; 
auf den mittleren Umgängen werden die scharfen und 
lamellenartig erhobenen Rippchen häufig weitläufiger, auf 
dem letzten deutlich schwächer und dichter. Die Mündung 
ist grösser, das Spindelohr ist dem vorletzten Umgange 
nur sehr genähert und berührt denselben nur ausnahms- 
weise. L = 12, B = 8, M =- 5 mm. 

Fundorte: Festungsmauern und Umgebung vonSkutari, 
Vorfai Siperme und Vorfai postme am Maranaj bei Skutari, 
Thepik bei Skutari in Albanien. 

Auritus (Holcopoma) roseoli k i r i o n s i s n. 

Taf. 4 Fig. 12. 

Gehäuse kegelförmig mit 7—8 flacheren, auffallend 
rascher zunehmenden Umgängen, gelbbraun bis rotbraun 
mit 3 braunen Fleckenbinden auf den mittleren und unteren 
Umgängen. Die Skulptur besteht wie bei der typischen 
Form aus ziemlich gleichartigen dichten und scharfen 
Rippchen, welche hier mitunter schwächer werden und 
mehr gebogen erscheinen. Die Mündung und der Mund- 



~ 136 — 

säum wie bei A. roseoli scutariensis m. L = 10, B =6, 
M == 5 mm. 

Fundort: Kiri Brücke bei Skutari in Albanien. 

Subgenus Titanopoma A. J. Wagner. 

Sect. Titanopoma A. J. Wagner in : Denk. Ak. Wien, 
V. 64, p. 626, 1897. 

Subgen. Titanopoma Kobelt in: Tierreich 16. Lieferg. 
p. 533, 1902. 

Deckel dick, undurchsichtig, kalkweiss, ans zwei dicht 
aneinanderliegenden hornartigen Platten gebildet, welche 
auf der Vorderseite mit dicken Kalkauflagerungen bedeckt 
sind ; auf diese Weise entsteht eine dicke Kalkplatte, welche 
durch Leisten, zwischen welchen sich Hohlräume befinden, 
mit der unteren Platte verbunden ist. 

Die eigentümliche Beschaffenheit des Deckels bei den 
Formen dieses Subgenus habe ich schon in meiner Mono- 
graphie der Gattung Pomatias Studer beschrieben und 
darauf aufmerksam gemacht, dass diese Erscheinung bei 
den übrigen Sectionen des Genus nicht vorhanden ist, 
dementsprechend auch nicht als Merkmal des Genus auf- 
gefasst werden kann ; trotzdem wird der gekammerte 
Zwischenraum des Deckels noch immer allen Formen des 
Genus zugeschrieben. 

Verbreitung: Süddalmatien, Montenegro und Nord- 
albanien. 

A u r i t u s (Titanopoma) a u r i t u s Rossmässlcr. 

Cydostoma auritum Rossmässler Iconogr. Moll., v. 1 
V/VI, p. 50, t. 28, f. 398, 1837. 

Pomatias (Titanopoma) auritus A. J. Wagner in : 
Denk. Ak. Wien, v. 64, p. 626, 627, t 10, f. 105 a, b, 
f. 109 a, b, c, 1897. 



— 137 — 

Mit der Fundortsangabe Gattaro dürfte in vielen 
Fällen die ganze Bocche di Cattaro, also der weitverzweigte 
Fjord geraeint werden, dessen felsige Küste das ganze 
Territorium der Südspitze Dalmatiens umfasst. Nur so ist es 
mir erklärlich, dass ich bis jetzt die zahlreichen Pomatias- 
formen, welche unter Anderen Westerlund und Letourneux 
aus „Cattaro" anführen, unter meinem reichhaltigen Materiale 
aus dieser Gegend nicht auffinden konnte. In der Um- 
gebung der Stadt Cattaro lebt meiner Auffassung nach 
eben nur die typische Form des A. auritus R, ; die gleiche 
Form findet der Sammler an allen Felswänden entlang des 
Golfo di Cattaro bis nach Risano, ebenso beim Aufstiege 
nach Montenegro über Skaljari ; entlang der Strasse von 
Skaljari nach Njegus in Montenegro werden mit zunehmender 
Höhe die Gehäuse kleiner, die unteren Umgänge nehmen 
rascher zu, die Rippen steigen bis zum letzten Umgange 
hinauf, die Rippenstreifen werden schärfer; so gelangen 
wir allmählig in das Verbreitungsgebiet des A. auritus 
montenegrinus m., welches die untere Umgebung von 
Njegus und Cetinje umfasst. Südlich von Getinje, in der 
Umgebung von Rjeka, Virpazar und Spiza werden die Gehäuse 
des A. auritus R. auffallend kleiner und schlanker, das 
Gewinde nimmt langsamer zu, die Skulptur wird schwächer; 
die Rippen treten nur weitläufig auf den oberen Umgängen 
auf, die mittleren sind nur rippenstreifig, der letzte gestreift 
bis glatt. Dies ist der richtige A. auritus meridionalis 
Boettger, während die Form aus dem Canalitale und der 
Umgebung von Castelnuovo, welche ich früher als A. 
auritus meridionalis bezeichnet habe, durchschnittlich grösser 
ist und eine kräftigere Skulptur besitzt; ich unterlasse es, 
dieselbe zu benennen, da die Unterschiede gegenüber der 
typischen Form zu gering sind. 



— 138 — 
Auritus (Titanopoma) auritus alatus n. 

Taf. 4 Fig. 1?,. 

Das Gehäuse verhältnismässig' klein, die Umgänge 
nehmen rascher 7a\ und sind mehr gewölbt; die Skulptur 
besteht auf den oberen und mittleren Umgängen nur aus 
ziemlich weitläufigen, auffallend kräftigen, nahezu flügel- 
förmigen Rippen, welche auf dem letzten Umgange schwächer 
werden, in dichte Streifen übergehen und vor der Mündung 
ganz verschwinden ; auf dem vorletzten Umgange treten 
neben den Rippen auch feine Streifen auf. L = 10, 
B = 5,3, M = 4 mm. 

Fundort : Sasko blato südwestlich von Skutari in 
Albanien. 

Pomatias panlems Letourneux halte ich jetzt für eine 
individuolle Variation, denn schwach gerippte bis glatte 
Exemplare finden sich nur vereinzelt und mit gerippten 
gemengt im ganzen Gebiet der roi'monreihe. 

Auritus (Titanopoma) georgi n. 
Taf. 4 Fi^-. 14 a, b. 
Gehäuse schlank kegelförmig mit dünnem Apex, fest- 
schalig, ziemlich glänzend, gelbbraun bis rotbraun und 
bläulich getrübt, einfnrbig oder mit zwei schmalen Flecken- 
bändern. Die 8 leicht gewölbten Umgänge nehmen ziem- 
lich langsam und regelmässig zu; dir letzte ist unten 
deutlich stumpfkantig, etwas abgeflacht und steigt vorn 
wenig und erst unmiftelbar vor der Müiidung hinnuf. Die 
Skulptur besteht aus dünnen, aber ziemlich erho!)enen, 
leicht S-förmig gebogenen weissen Rippchen, welche auf 
den oberen Umgängen dicht und regelmässig angeordnet 
sind; auf dem drittletzten und vorletzten jedoch weitläufiger 
und unregelmässig werden; der vorletzte und letzte Um- 
gang sind zumeist nur fein und unijleicbmässig radial ge- 
streift, daneben treten jedoch auf den letzten Umgängen 
niedrige bis undeutliche Spiralleislen auf, welche in Ver- 



— 139 — 

bindung mit den radialen Zuwachsstreifen der Oberfläche 
ein schwach gegittertes oder gehämmertes Ansehen ver- 
leihen. Die fast kreisförmige, innen hellbraune Mündung 
ist nahezu senkrecht, der Mundsaum zumeist deutUch ver- 
doppelt, der Innensaum stumpf, wenig vorragend, verbunden 
bis zusammenhängend, der Aussensaum unterbrochen, ziem- 
lich scluual und scharf. L = 10, B = 5, M = 4 mm. 
Deckel wie bei A. auritus R., die Kalkplatte jedoch 
an der Naht der vier Windungen leistenförmig erhoben. 
Fundorte: ich beurteile diese neue Spezies zunächst nach 
Exemplaren, welclie Dr. Sturany am Mali Senjt bei Oroshi 
in Nordalbanien sammelte; dieselben zeigen zunächst wenig 
Aelmlichkeit mit den Formen des A. aurilus R.; die ge- 
naue Beachtung des Deckels erwies sich auch hier als 
roter Faden, welcher zum Ziele führt, wenn andere 
Merkmale im Stiche lassen. Erst die Uebereinstimmung 
der Deckel veranlasste mich an einen Vergleich mit A. 
auritus R. zu denken, und da erkannte ich, dass auch die 
Gehäuseskulptur bei beiden Formenreihen den gleichen 
Charakter aufweise. Als weitere Fundorte führe ich an : 
Fani bei Oroshi (die Rippchen schon auf den oberen Um- 
gängen weitläufig und zerstreut, die Oberfläche häufig 
reifartig angelaufen und matt), Berg Mnela bei Oroshi 
(zumeist ungebändert, der letzte Umgang an der Basis 
undeutlich stumpfkantig bis gerundet, die Skulptur und 
der reifartigo Anflug wie bei der Form von Fani). 

Tafel 3. (Vergrösserung sänitliclier Figuren 1 : 5.) 

Fig. 1 a, b. Pomatias (Euporaatias) elegans imoschiensis n. 

,, 2 a, b. ,, ,, mostarensis n. 

,, 3. ,, ,, .septemspiralis bosniacus Boettg. 

,. 4. Auritus (Auritus) gracilis martensianus Mlldff. 

,, 5. ,, ,, sturanii zawinkanus n. 

„ G. ,, ,, ,, scalariniformis n. 

„ 7 a. b. 

,. 8 a. b. ,, ,, gracilis gracillima A. J. Wagner. 

,, 9. Deckel von Auritus (Tilanopoma) georgi n. 



140 



Tafel 4. ( Vergrösser ung 1:3.) 

Fig. 10 a. b. Auritus (Holcopoma) roseoli A. J. Wagner. 
„11. ,, „ ,, scutariensis n. 

„ 12. ,, ,, „ kiriensis n. 

,, 13. ,, (Titanopoma) auritus alatus n. 

,, 14 a. h. „ „ georgi n. 

,, 15 a. b. „ (Auritus) erika n. 

„ 16 a. b. ,, ,, kleciaki Braun. 

,, 17 a. b. ,, ,, „ arnautorum Mlldff. 

,, 18. Deckel von Auiitus (Holcopoma) roseoli A. J. Wagner. 



Beiträge zur MolluRkeufaniia des kroatisclien Karstes. 

Von 

Th, Kormos, Budapest. 

(Schliiss). 

24. Xerophila carthusiana Müll. 

Durchweg.s verbreitete Art; welche im Küstengebiet 
in grosser Menge vorkommt. leli sammelte solche in 
Podsused, Ogulin, Lic, Fiume, Plase, Grkvenica, Novi^ 
Grizaiii^, Vinodol, Senj. 

25. Xerophila carthusiana var? 
Novi. 

26. Xeroplüla Oll vier i Fer. 
An der Küste bis Finme allgemein verbreitet, am 
häufigsten kommt sie doch in (li'kvenica vor. Ausserdem 
traf ich diese Art in Forto-lle, V-'inodol, firizane, Selce, 
Novi, Senj und auf der hisel Veglia (Silo und Klimna). 

27. Campijlaea, infermedia Fer, 

Fehlt in der Küsten-Region, auf den höher gelegenen 
Punkten kommt sie jedoch häufig vor; ich fand sie be- 
sonders an der unten-n (Irenze der Kiefernwälder in Lic 
und Fuzine. Kommt auch am nordöstlichen Abhang des 
Vinodoltales vor. Am niedrigfsten sammelte ich sie in Plase, 



— 141 — 

28. Campylaea coerulans C. Pfr. 
Kommt südlich vom Vinodollal an mehreren Stellen 
vor ; der nordöstlichste Fundort ist Grizane, wo ich 3 
Exemplare sammelte. Ausserdem habe ich Exemplare von 
Senj, Sv. Kriz und Gospic (P,). 

29. Campijlaea hirta Mke. 

Die einzige Campylaea- Art, welche in der Littoral- 
Region, wie auch über der Kiefergrenze vorkommt. Ich be- 
sitze Exemplare dieser Art von Fuzine, Lic, Plase, Grkvenica, 
Grizane^ Vinodol, Senj (P.). 

30. CampyJaea seiosa Hm. 

Diese schöne Art komnil laut Soos von Istrien bis 
Albanien häufig vor, Avird aber auch aus dem Velebil;, 
weiter von Vrbanja und Plitvice angegeben. Ich fand sie 
trotz eifrigsten Forschens in der ganzen Liltoral-Region 
nur in Novi und in Senj, wo dieselbe häufig zu finden ist. 
Sie ist unsere schönste Campylaea-Art, welche sich mit 
Vorliebe an feuchten Mauern aufhält. 

31. Camptjlaea planospira Lam. 
In der Gegend von Zagreb häufig vorkommend. Von 
Podsused stehen mir zahlreiche Exemplare zur Verfügnng, 
wie auch einige von Ogulin. Wenn ich diese mit denen 
in Lic gesammelten vergleiche, ergibt sich, dass die letzteren 
bedeutend grösser (31:18 mm) sind, als die vorigen 
(25:13). Ausserdem verbreitert sich bei ihnen der letzte 
Umgang gegen die Mündung und der Saum ist oben bei- 
nahe gerade. 

32. Campijlaea stenoinpha/a Mke. 
Waiirscheinlich kommt sie im Velebit überall vor, ist 
aber nirgends häufig. Mir liegen je 2 Exemplare von 
Stirovaca und von Jadovno bei Trnovae (P.) vor. 



— 142 — 

33. Macularia vermiculata Müll. 

Die Diagnose dieser Art bedarf einer Berichtigung. 
Die Untersuchung von beinahe 100 Exemplaren von ver- 
schiedenen Fundorten (Novi, Grkvenica, Arbe, Zara, 
Rimini, Viareggio) führte mich nämlich zu dem Resultate, 
dass sämtliche Exemplare, mit Ausnahme weniger, deutlich 
spiralgestreift sind, und der Saum immer zurückgebogen 
erscheint; indess diese zwei wichtigen Merkmale in der 
Literatur nicht erwähnt werden. 

Diese Art lebt auf unserem Gebiete auf der kaum einige 
Hundert Quadratmeter umfassenden kahlen Insel Sv. Martin 
bei Novi zu Tausenden. Auffallend ist, dass dieselbe in 
Novi selbst nicht zu finden ist, wo doch gewiss ist, dass 
die erwähnte kleine Insel einst mit dem Kontinente ver- 
bunden war (wie auch im Allgemeinen die innen liegenden 
Inseln nur in der jüngsten geologischen Periode herab- 
gesunken sind). Dieser Umstand lässt darauf schliesscn, 
dass M. vermiculata wahrscheinlich von Dalrnatien auf die 
kleine Insel bei Novi eingeschleppt wurde, und da sie in 
deren Felsspalten günstige Lebensbedingungen fand, sich 
enorm vermehrte. Nachdem diese Art auf der kroatischen 
Küste meines Wissens nirgends vorkommt (auch in Veglia 
nicht), ist auch sicher, dass die 2 Exemplare, welche ich 
in der Stadt Grkvenica in der Nähe des Molos fand, 
schon auch am secundären, eventuell tertiären Fundorte 
waren. 

Bemerkenswert ist, dass die von Sv. Martin her- 
rührenden Exemplare viel kleiner und konischer sind als 
die von Dalrnatien und Italien, was aus den Dimensionen 
(26 — 28 : 18 — 20 mm) klar hervorgeht. Albinos sind häufig. 

34. Tachea vindobonensis Fer. 
Fundort: Podsused, wo dieselbe mit T. nemorahs 
vorkommt; sie ist jedoch seltener als die vorige. 



— 143 - 

35. Tachea nenioralis L. 

Fundorte: Podsused, Ogulin, Crkvonica. Herr Dr. 
Kobelt teilt mir mit, dass die in Podsused gesammelte 
Form zu seiner Var. erjaveci gehöre, welche bis jetzt 
nur aus dem Lilorale von Friaul bekannt war. 

36. Pomatia poniatia L. 

Fundorte: Podsused und Fuzine. An deren statt 
findet man in der Litoral-Region IL secernenda Rssm. 

37. Pomatia cincta Müll. 

Fundorte : Grkvenica, Selce, Novi, Silo, Senj, Carlobag. 

38. Pomatia cincta elegans n. 

Differt a forma lypica: testa majore, elongato-globosa, 
fasciis 1 — 3, 4-5, conjunctis (1, 2, 3 -j- 4, 5); spira 
elatiore, anfractu ultimo antice fortiter descendente, apcr- 
tura alta. Diam. 32, alt. 39 mm. Alt, apert. 25, diam. 
18 mm. 

Gehäuse verlängert kugelig, grösser als bei der 
Stammform, die drei oberen und die zwei unleren Binden 
sind zu zwei breiten Bändern zusammengeschmolzen; Spira 
erhabener, letzter Umgang vorn tief herabsteigend, Mündung 
bedeutend höher als breit 

Fundort: Grkvenica, wo ich zwei Exemplare sammelte. 

39. Poniatia secernenda Km. 

In der Littoral-Region häufig. Typische Exemplare 
besitze ich aus Grkvenica, Grizane, Novi und Senj. 

40. Pomatia, secernenda dimidiata n. 
(Die Beschreibung der Formen 40, 41, 42 verdanke 
ich Herrn Dr. Kobelt, welcher die Freundliciikeit hatte, 
sein Original-Manuscript zur Verwendung bei dieser meiner 
Abhandlung gütigst zu überlassen). 



— 144 — 

„Differt a typo fasciis Iribus superis in aiifractu ultimo 
omnino confluentibus, fundo albo; columella supra vix 
dilatata. 

Diam. maj. 42, alt. 41^3 mm. 

Eine höchst eigentümlich gefärbte Mutation von 
Grizane (Vinodoltal), mir von Kormos zur Ansicht gesandt. 
Die drei oberen Binden sind schon auf der vorletzten 
zusammengeschmolzen, so dass die obere Hälfte der Schale 
oberhalb der breiten, weissen peripherischen Binde tief 
braun erscheint und scharf gegen die untere absticht, die 
nur die beiden ziemlich dicht bei einander stehenden 
unteren Binden hat, die ein auffallend grosses Nabelfeld 
freilassen. Auf der Rückseite decken die Binden beinahe 
die ganze Oberfläche, Mittelzone und Nahtzone verschwinden 
beinahe ganz. Der Mundsaum ist — wie das nicht selten 
der Fall — kaum verdickt, an der Basis leicht nach aussen 
gewendet. Diese Formen können aber nicht als unfertig 
betrachtet werden, da sie oben an der Spindel schon die 
charakteristische braune Färbung haben. 

41. Pomatia secernenda kormosi n. 

Testa depresse-globosa, exunibilicala, solida, irregu- 
lariter costellato-striala ac malleala, in anfractu ultimo 
subtilissime, sed oculo nudo conspicue spiraliter lineata, 
hie illic albo strigata, quinquefasciata, fascia secunda et 
tertia confluentibus, quarta lata, fasciis interruplis, maculas 
rectangulares formantibus. Spira depresse-conica, apice 
permagno, brevi, unicolor luteo, sutura linearis, demum 
subirregularis. Anfractus 4V2 convexiusculi; ultimus sub- 
inflatus, antice sat breviter deflexus. Apertura magna, 
lunato circularis, intus vivide tincla, perisloma acutum, 
expansum et reflexiusculum, album, haud incrassatum, mar- 
ginibus distantibus, callo tenuissimo fusco junctis, externe 



— 145 — 

inter fasciam tertiam et quartani inserto, columellari supra 
dilatato, reflexo, appresso, vivide castaneo tinclo, acie alba. 
Diam. maj. 48, min. 40 alt. 42 mm. 

Eine stattliche und durch die abweichende Färbung 
auf den ersten Blick in die Augen fallende Form, die wohl 
eine Anerkennung verdient, da sie sich ausserdem noch 
durch die — mit blossem Auge sichtbare, wenn auch sehr 
feine — Spiralskulptur der letzten Windung und den aus- 
gebreiteten Mundsaum auszeichnet. Die Binden sind durch- 
gehend durch weisse Striemen in viereckige Flecken zer- 
schnitten, die zweite und die dritte verschmelzen, aber im 
Uebrigen bleiben sie scharf begrenzt bis in die Nähe der 
Mündung und zeigen keine Spur der charakteristischen 
Verschmelzung von secernenda. Der Apex ist auffallend 
gross und aufgetrieben, sein grosser Durchmesser beträgt 
20 mm und steht senkrecht auf den grossen Durchmesser 
der Schale. Die Mündung ist sehr lobhaft gefärbt, aber 
nach Aussen breit glänzendweiss gesäumt, auch die 
Mündungswand ist fast in ihrer ganzen Ausdehnung lebhaft 
gefärbt, und die Spindel trägt oben einen tiefbraunen 
Fleck, der bis zur Mitte herabreicht, aber eine glänzend- 
weisse schmale Schneide noch immar frei lässt. 

Aufenhalt bei Senj in Kroatien. 

42. Pomatia secernenda suhalbescens n. 
Tosta vix obsoletissime riniata, dopresse - globosa, 
tenuiscula, confertim costellato-striala, undique malleata, 
in anfractu ultimo conspicue conferlimque spiraliter sulcata, 
griseo alba slrigis latis saturatioribus fasciisquc duabus 
fuscis, supera subsuturali, infcra basali, ornata. Spira 
depresse conica, lateribus parum convexis, apice pcrmagno, 
laevi, nitido, vivide lutescentc ; sutura impressa, subirre- 
gularis, Anfractus 4V3 sat regulariter accrescentes, superi 
convexiusculi, ultimus major, antice vix descendens. 



— 146 — 

Aperlura parum obliqua ovato-circularis , valde lunata, 
faucibus fuscescentibus albo-limbatis, fascia basali tantum 
translucente ; peristoma rectum vix levissime incrassatum, 
marginibus clistantibus, columellari supra breviter dilatato, 
reflexO; rimae vestigium relinquente, fusco maculato. 
Diam. maj. 38, min. 31, alt. 35—36 mm. 

Eine höchst auffallende Form mit der Zeichnung der 
albescensbicincta, und einer derartig auffallenden 
Spiralsculptur auf der letzten Windung, dass ich sie nur 
mit Bedenken zu secernenda stelle ; doch stimmt die 
Mündungsfärbung wieder entschieden mit dieser überein 
imd Spiralskulptur findet sich ja in geringerem Grade 
auch bei anderen Wandelformen dieses Formenkreises. Das 
vorliegende Exemplar ist bis auf einen feinen Nabelritz 
vollständig entnabelt, gedrückt kugelig, relativ dünnschalig, 
dicht und ziemlich regelmässig rippenstreifig, stark ge- 
hämmert, auf der letzten Windung mit auffallend deut- 
lichen Spirallinien umzogen, welche die Streifen fast ge- 
hörnelt erscheinen lassen. Die Färbung ist grauweiss mit 
breiten, dunkleren Striemen, ohne helles Mittelband, mit 
nur zwei dunklen, nicht scharf begrenzten Binden, die 
obere dicht unter der Naht, die untere an der Basis ; die 
zweite, dritte und vierte fehlen vollständig, auch auf dem 
Gewinde, das sich ziemlich deutlich gegen die letzte 
Windung absetzt. Der Apex ist gross, glänzend, lebhaft 
gefärbt, vorspringend, die Naht ziemlich eingedrückt und 
unregelmässig; sie steigt vorn nur ganz wenig herab. Die 
Mündung ist nur wenig schräg, rundeiförmig, oben etwas 
spitz, stark ausgeschnitten, im Gaumen bräunlich, mit 
weissem Saum, nur die unterste Binde scheint durch. 
Mundsaum geradeaus, nur kaum merkbar verdickt, die 
Ränder weit entfernt inseriert, der Spindelrand oben nur 
für eine kurze Strecke verbreitert und zurückgeschlagen 
und hier lebhaft braun gefleckt, aber so, dass innen und 
oben die weisse Grundfarbe bleibt. 



— 147 — 

Aufenthalt bei Crkvenica, in der Nähe von Fiunie. 

Von demselben Fundort sandte mir Herr Kormos ein 
zweites, leider unfertiges Exemplar mit ziemlich eben so 
starker Spiralskulptur, auch in der Gestalt ähnlich, und 
mit zwei Binden, aber es sind : eine breite, scharf begrenzte, 
intensiv braune Peripherialbinde, welche der Naht folgend 
auf das Gewinde emporsteigt, und eine schwache vierte 
Binde. Wir müssen mit einem endgültigen Urteil über 
diese kroatischen Formen warten, bis mehr Material be- 
schaffen ist, was hoffentlich im nächsten Jahre geschieht." 

43. Pomatia aspersa Müll. 
Diese Art liegt in zahlreichen Exemplaren vor mir, 
welche ich in Crkvenica, in Silo (Veglia) und in Zara 
sammelte. Die Bänderung betreffend, kann ich dreierlei 
Mutationen unterscheiden. Bei der ersten sind 5 isolierte 
schmale Bänder sichtbar, bei der zweiten ist das zweite und 
dritte Band verschmolzen, während die dritte sich dadurch 
auszeichnet, dass an derselben eine Bänderung von Aussen 
überhaupt nicht sichtbar ist, sondern dass diese in der 
Querrichiung mit abwechselnd braunen und gelben Flecken- 
reihen-Bändern dekoriert erscheint. Letztere Form möchte 
ich als f. zebra n. von dem Typus getrennt hallen. 

Genus Buliminus Ißlirhg. 

44. Buliminus detritus Müll. 
Fundorte : Plase, Senj, Ostarija (P.) Jadovno (Tinovac) P. 

45. Buliminus detritus croaticus n. 
Testa elongato-conica, acuta, non ventricosa, solida, 
irregulariter striata, ad basin cum sculptura spirali ; — spira 
altitudinem aperturae fere bis superans. Anfractus 8V2; 
7^2 sensim regulariterque accrescentes, ultimus major, 
altitudinem antecedentis plus quam bis superans; sutura 
hnearis. Apertura acute -ovata, altitudinem anfractuum 



— 148 - 

duorum penultimorum aequans; peristoma conjunctum, 
sublabiatiim, reflexiim; colore forinae radiatae. 
Diam. IOV2, alt. 28 mm. 

Gehäuse spitz-eiförmig, ausgezogen, gar nicht bauchig, 
sehr dickschalig, unregelmässig gestreift, an der Basis mit 
feinen Spirallinien ; Gewinde zugespitzt konisch, beinahe 
doppelt so hoch als die Mündung; Umgänge SV«, sehr 
wenig gewölbt, die 7^2 ersten langsam und regelmässig 
zunehmend, der letzte mehr als doppelt so hoch, wie der 
vorletzte; Naht ziemlich seicht; Mündung schmal-oval in 
der Höhe der 2 vorletzten Umgänge, oben zugespitzt, 
unten regelmässig gerundet. Saum gelippt, zusammen- 
hängend; gegen den Spindelrand umgeschlagen. Farbe 
und Zeichnung wie bei f. radiata. 

G. 28, lOVa mm. 

Fundort: Jadovno bei Trnovac, (Velebit) P. 

47. Buliminus obsciirits Müll. 
Fundort : Fuzinc, selten. 

48. Buliminus tridens Müll. 
Fundort: Novi, wo ziemlich häufig; ausserdem fand 
ich aber diese Art nirgends auf dem ganzen Gebiete, ob- 
wohl ihr Vorkommen auch anderswo sehr wahrscheinlich ist. 

Genus Clonella Jeffr. 

49. Caecilianella hohenwarti Rm. 
Aus der Fauna des ungarischen Reiches meines 
Wissens bisher nicht bekannt. Die Bestimmung habe ich 
Herrn Clessin zu verdanken. In Novi, dem grossen Gast- 
haus gegenüber, am Fusse der Fahrweg-Mauer in lockerem 
Boden sammelten wir diese zierliche Art in zahlreichen 
Exemplaren. 

Genus Stenogyra Shuttl. 

50. Stenogyra decollata L. 
Fundort: Jablanac (Soös und Padewieth). 



— 149 — 

Genus Pupa Drp. 

51. Torquilla frumentum Drp. 
Kommt überall vor, besonders aber in der Littoral- 
Region häufig. Ich sammelte sie an folgenden Orten: 
Fiume, Grkvenica, Grizane, Sv. Jakov, Novi, Senj. An 
höheren Punkten tritt an deren Stelle P. avenacea auf, 
jedoch schliessen diese zwei einander nicht aus, so u. a. 
in Fiume, wo sie am Trsat-Berge nebeneinander zu 
finden sind. 

52. Torquilla frumentum cijllndracea Rm. 
Fundort: Novi. 

53. Torquilla avenacea Brug. 
Fundorte: Fiume, Plase, Fuzine, Lic. 

54. Orcula conica Rm. 
Fimdort: Fuzine. Sehr selten, nur 1 Exemplar ge- 
sammelt. 

55. Lauria cylindracea Da Costa. 
Fundort : Novi (Insel Sv. Martin), avo dieselbe unter 
verwitterten Kalksteinblöcken und in den Spalten derselben 
zu Tausenden lebt. 

5C. Isthmia minutissima Hartm. 
Ich sammelte davon ein Exemplar in Porto-Re, sie 
dürfte aber auch anderswo vorkommen. 

Genus Clausllia Drp. 

57. Clausiliastra curla Rm. 
Fundort: Novi, ziemlich häufig. 

58. Clausiliastra commutata Rm. 
In Novi häufig. Die Bestimmung dieser, so auch der 
nachfolgenden Art habe ich Herrn Glessin zu verdanken. 



— 150 — 

59. Clausiliastra fimhriata (Mhlf.) Rm. 
In den oberen Regionen eine der häufigsten Arten. 
Fundorte: Lic, Fuzine, Brusane (P.); Ostarija (P.). 

GO. Clausiliastra grossa (Z.) Rm. 
Diese schöne Art fand ich nur in den Tannenwäldern 
von Fuzine, wo sie sich unter Steinen in ziemlich grosser 
Menge aufhält. 

61. Clausiliastra grossa inaequalis (Z.) A. S. 
Fundort : Fuzine^ selten. 

62. Pirostoma duhia Drp. 
Fundort: Ostarija (Velebit) häufig (P.). 

63. Delima gospiciensis (Zel.) Pfr. 
Fundort: Gospie (P.). 

64. Delima ornata (Z.) Rm. 
Fundort: Gospie (P.). 

65. Delima itala Mts. 
Von dieser Art sammelte ich in Podsused blos ein 
Exemplar, welches Herr Kustosadjunkt Soös für D. ornata 
hält. Ich kann jedoch dieser Ansicht nicht beistimmen, denn 
unweit von Podsused — obzwar schon über der Grenze 
— in Rohitscli- Sauerbrunn lebt eine vollkommen ähnliche 
Form in grosser Menge, welche mit der von Podsused 
gänzlich übereinstimmt. Die Exemplare von Rohitscli aber 
deklarierte auch Herr Glessin für D. itala, und so muss 
ich auch die vorige für diese Art anerkennen. 

66. Medora agnata Partsch. 
War im Gebiete Kroatiens bisher nur aus dem 
Velebit bekannt. Ich selbst sammelte sie in Senj, Sv. Kriz 
b. Senj, im Vinodol, in Grizane (in grosser Menge) und 



— 151 — 

in Lic. Letzter Fundort ist zugleich das bisher bekannte 
nördlichste Vorkommen des Subgenus Medora im Gebiete 
des ungarischen Reiches. 

G7. Plrosfouia yllcalnla Dr]). 
Fundort: Ostarija (Velebit, P.). selir häufig. 

G8. Pirostoma fdograna (Z.) Rm. 
Fundort: Fuzine, nicht selten. 

Genus Succinea Drp. 

G9. Nerito.^tnma pntris L. 
Fundort: Zernovnica bei Sv. Juraj; Porto Molini. 
Junge Exemplare von Padewieth. 

Genus Limnaea Drp. 

70. Gulnana pevecjni Müll. 
Fundorte: Podsused, Ogulin. 

71. Limnophysa truncatida Müll. 
Von mir wurden mehrere Exemplare dieser Art in 
Ogulin gesammelt. Sie scheinen zu einer Varietät zu ge- 
hören, welche ich nicht kenne. Ausserdem traf ich diese 
Art auch in Podsused ; — Herr Padewieth sandte mir 
Exemplare von Zernovnica bei Sv. Juraj. 

Genus Cyclostoma Drp. 

72. Ci/clostoma ehr/ans Müll. 
Vielleicht die verbreitetste Art, welche sozusagen im 
ganzen Gebiete vorkommt. Am häufigsten ist sie an der 
Meeresküste, lebt aber auch weiter nordwärts^ z. B. in 
Podsused. Interessant ist, dass diese Art auch am nörd- 
lichen Balaton (Halbinsel Tihany) und am Värhegy 
(Festungsberg) in Visegrdd an der Donau vorkommt. 
Nachdem dies erst in der letzten Zeit bekannt wurde, 



—1:152 — 

und diese Fundorte noch ganz isoliert dastehen, wäre es 
nicht ohne Interesse, sich mit dieser Frage eingehender zu 
befassen. Zur Zeit wäre es noch verfrüht, ein Urteil zu 
gestallen, ich hoffe aber im nächsten Jahre Licht in diese 
Frage bringen zu können. Auf meinem Gebiete sammelte 
ich C. elegans an folgenden Orten: Podsused, Plase, Fiume, 
Sv. Jakov, Grkvenica, Selce, Vinodol, Grizane, Novi, Senj, 
Klimna, Silo. 

Genus Pomatiae Stud.*) 
73. Pomatias ivaldemari A. J. Wagn. 
Fundort : Fuzine, häufig. 

74. Pomatias scalarimis hirci Hirc. 
Fundorte: Fiume, Grizane, Sv. Jakov, Grkvenica, Vino- 
dol, Novi, Selce Senj. 

75. Pomatias eJegatis oodomus West, 
Fundort : Senj. 

76. Auritus tergestimis tortivus West. 
Fundorte: Fiume, Vinodol. 

77. Auritus nanus Wett (= clessini Hirc). 
Fundorte: Velebit bei Konjsko und Rameno Korito 
(b. Karlsbag). 

Genus Hydrobia Hartm. 

78. BithyneUa austriaca Frfld. 
Fundort: Zwischen Jablanac und Sv. Georgevo aus 
einer Quelle an der Meeresküste, häufig (P.). 

79. BithyneUa sp. 
Fundort: Zernovnica bei Sv. Juraj (Porto Molini, P.). 



*) Die Bestimmuns: der Pomatias-Arten verdanke ich Herrn 
Dr. A. J. Wagner in Brück a. M. 



— 153 — 

Genus Melania Lam. 

80. Melania Holandri laevigata Rm. 
Fundort: Podsused (Sutinjsko), in don lauen Quellen 

häufig. 

Genus Nerltlna Lam. 

81. Neritina fluviatilis trifasciata (Mke.) Villa. 

Gehäuse dünnschalig, durchscheinend, ziemlich schlank, 
sehr fein spiralgestreift, mit 3 dunklen Bändern, Grundfarbe 
graugelb ohne Flecken, Golumellarfläche blaugrau, Deckel 
grau mit orange-roten Saum. Dimension 6 : 4 mm, Höhe 
31/2 — 4 mm. Diese kleine Form liegt mir in zahlreichen 
Exemplaren vor. 

Fundorte: Küstenquelle zwischen Jablanac und Sv. 
Georgevo (P.) Zernovnica (P.). 

82. Neritina fluviatilis zernovnicensis n. 

Testa ovata, subtihssime striata, sat tenuls ; spira 
subelevata, olivaceo-virescens vel flava, variabili modo 
delineata, columella planata, caerulescente albida, apertura 
semilunaris. flavescente; operculum normale. 
Diam. maj. 8, min. G, alt. 47« mm. 

Gehäuse ziemlich dünnschalig, oval, sehr fein gestreift, 
Gewinde ziemlich vorragend, Grundfarbe grünlich bis gelb, 
Zeichnung sehr variabel , entweder mit dunkelbrauner, 
weitmaschiger Netzzeichnung (ähnlich der var. halophila 
Klet.) oder mit schmalen Längsstriemen, seltener dunkel 
hornfarbig und blassgelb marmoriert. Columellar eben, 
bläulichweiss. Mündung safran- bis orange-gelb; Deckel 
typisch, gelb, rötlich gesäumt. 

Dimensionen 8:G, Höhe 4^2 mm. 
Fundort: Zernovnica bei Sv. Juraj, häufig, (P.). 

83. Neritina prevostiana Partsch. 
Die typische schwarze Form kommt ungemein häufig 
in den lauen Quellen von Podsused (Sutinjsko) vor. Es 



— 154 — 

sei dabei bemerkt, dass hier ausserdem auch Exemplare 
vorkommen , die mit Spuren einer Zick-zack-Zeichnung 
ausgezeichnet erscheinen. 



Lanzaia, eine neue Gasteropoden-Gattung der Adria. 

Von 
Prof. Sp. Brusina. 

(Mit Abbildung). 



Wie bekannt, habe ich mich über 30 Jahre mit der 
jung-tertiären Süss- und Brackwasser- Molkisken- Fauna 
Ungarn's und allen unsrigen südslavischen Länder befasst. 
In Folge dessen habe ich mich mit der Mollusken-Fauna 
der Adria weniger abgeben können. Jedoch habe ich in 
der Absicht, je eher als möglich eine ausführliche Arbeit 
über diese noch sehr unvollkonmnen bekannte Fauna zu- 
sammen zu stellen, in den letzten Jahren einige Sammel- 
reisen sowohl nach Dalmatien. als nach V^enedig, Ghioggia, 
Pvimini und Ancona unternommen. Ausserdem habe ich 
viel Rohmaterial von meinen Freunden und Bekannten be- 
kommen. Unter Anderem hat mir Slutliosus M. von Gin- 
dro Detritus aus Strozanac*) gebracht. In Strozanac 
befindet sich nämlich das Landhaus von Professor J. von 
Gindro. Dieser am Ufer angespülte Detritus wurde vor dem 
Haus gesammelt, welches ganz nahe am Meeresufer süd- 
westlich von der Mündung des kleinen Flusses Zernovica**) 
liegt. Auf der gegenüber liegenden Seile der Bucht be- 
findet sich das kleine Dorf Slobrec***), das vorchristliche 



*) Auf der beireffenden Karte Nr. 16 der österreichiscben 
Küslenautnnlime steht falsch geschrieben SLrosaiiac. 

**) Auf der selbigen Karte ist dieser Fluss ganz fälschlich 
Stobrec benannt. 

***j Auf der Karte unrichtig Slobrez geschrieben. 



— 155 — 

Epetion, von griechischen Kolonisten aus der Insel Lissa 
gegründet, das spätere Epetium der Römer; die ganze 
Bucht u nilgibt eine kleine idyllische Riviera. Das Haus 
Gindro ist gegen 8 km südlich von Spalato entfernt. Der 
an der Uferoberfläche gesammelte Detritus besteht nicht 
aus Sand, sondern mehr aus Grus von zersetztem Karst- 
kalkstein, mit wenig und meistens schlecht erhaltenen 
Mollusken - Gehäusen und sonstigen Seeiier- Fragmenten. 
An dem Meeresstrande kommen auch von der Zernovica 
angeschwemmte Land- und Süsswasser-Mollusken vor. Ich 
glaube mit dieser umständlichen Beschreibung der Lokalität 
nichts Ueberflüssiges geschrieben zu haben, wenn man 
bedenkt, dass es sich um eine Tierart handelt, welche 
durch volle 82 Jahre verschollen geblieben ist. 

Als ich vor vielen Jahren den ersten Band der 
Verhandlungen der naturforschenden Freunde in Berlin für 
die Bibliothek des zoologischen National-Museums in Agram, 
wegen der Arbeit von Johann Carl Megerle von Mühlfeldt 
bestellte, ist mir die Abbildung seines Tiirbo elephantotiis 
gleich aufgefallen; wusste aber gar nicht, was damit an- 
zufangen wäre. Obwohl nämlich die Beschreibungen der 
damaligen Zeit ganz entsprechend, doch nicht ausreichend 
zu nennen sind, so sind die drei auf Kosten des Verfassers 
hergestellten Quarto-Tafeln ganz ausreichend, um die be- 
schriebenen Arten zu erkennen. Die zwei ersten Tafeln 
sind ganz gut koloriert, die dritte enthält durchwegs 
winzige Arten, welche auf schwarzem Untergrunde alle 
weiss gehalten und stark vergrössert sind. Noch muss 
ich aufmerksam machen, dass die Tafeln im Texte mit 
Nr. 7, 8 und 9, auf den Tafeln aber selbst mit I, II und 
III bezeichnet sind. 

Da der erwähnte Band den meisten Lesern nicht 
zugänglich sein wird, so sei mir erlaubt, Megerle's Be- 
schreibung hier vollinhaltlich wiederzugeben : 



— 156 — 

„19. Turbo Elephantotus. Die Elephantenohr-Mondschnecke. 

Testa turrita, umbilicata, alba, apice obtusa, anfrac- 
tibus convexis, striaüs, aperlura subrotunda, labiata. 

Die gethürmte, genabelte, weisse, am Wirbel etwas 
stumpfe Schale, hat sehr stark gewölbte, gestreifte Win- 
dungen und eine rundliche, gerandete Mündung. 
Taf. 9. Fig. 4. 

Die nach der Länge zart gestreifte, dünne, bei 1 '/a 
Linie lange, und V2 Linie dicke Schale, hat 6 Windungen; 
eine umgeschlagene freistehende Spindel und eine ungleich 
breit umgeschlagene Schalenlippe. 

Der Aufenthaltsort sind Zoophyten-Concretionen der 
Dalmatinischen Küste". 

Diese Beschreibung passt ganz genau auf das einzige 
Exemplar, welches ich dieser Tage zu entdecken das Glück 
hatte. Es ist also ein Unicum, welches noch keine öffent- 
liche und keine andere Privat-Sammlung besitzt, somit 
also die seltenste Art der europäischen Fauna. 

Die Abbildung Megerle'.-:;, obwohl stark vergrössert, 
reicht für uns heute nicht mehr aus, stellt aber gewiss 
unsere Gattung vor, und gibt jedenfalls eine gute Idee der 
Form, die ich durch eine ausführlichere Beschreibung 
und eine viel grössere Abbildung, welciio mir gefälligst Herr 
Museums- Assistent und Hörer der Naturgeschichte Wladimir 
Hribar herrstellte, trachte, besser erkennbar zu machen. 

Noch muss ich erwähnen, dass ich mir die Mühe ge- 
geben habe, zu ergründen, wohin die Megerle'schen 
Originale gekommen siud. Bekannterweise hat er seine 
Sammlung dem Grafen Franz von Hohenwart in Laibach 
abgetreten, welcher sie später dem Landes-Museum zum 
Geschenk gemacht hat.*) Die Originale habe ich dort 

*) LandesmiT^euin im Herzoglliume Krain 1836, S. 15, Laibach 
1837; 1838, S. 19. Mitteilungen des Musealvereines für Krain. Zweiter 
Jahrgang. Laibach 1889, S. 362. 



— 157 — 

nicht finden können, und sowohl die Hohenwart'sche als 
die später von Pfarrer Robic für das Museum gekaufte 
Sammlung haben in Folge des Erdbebens vom Jahre 1895 
und der höchst unpraktischen und verfehlten Aufstellung 
sehr stark gelitten. Hat kein Fachmann die Sammlungen 
nach der Katastrophe auf der Stelle nach Möglichkeit in 
Ordnung gebracht, so kann man beide als für die Wissen- 
schaft ganz unbrauchbar geworden betrachten. Man wird 
sie nur als Schau- oder Lehr-Sammlung umoi'dncn können. 
Nachher habe ich mich nach Wien gewendet. Sehr 
entgegenkommend, wie gewöhnlich, berichtete mir Freund 
Dr. R. Sturany, dass man wohl meinen sollte, dass 
Megerle als ehemaliger Kustos des Naturalienkabinets die 
Exemplare, welche er beschrieben hat, mit besonderer 
Kennzeichnung in der Sammlung hinterlegen konnte, was 
jedoch nicht der Fall gewesen zu sein scheint. Das 
naturhistorische Hofmuseum besitzt die Ac(|uisitionsbogen 
lückenlos bis zum Jahre 1806 zurück, überdies zwei alte 
Kataloge von Megerle und Partsch. In dem Partsch'schen 
Kataloge sind Troclius seriatus, Trochus plicatus, Turbo 
tricarinatus, Helix flavo-cinda, Helix terehella und Helix 
tricarinata von Megerle zu finden, alle sind aber ohne 
Fundortangabe als von Sturm gekauft eingetragen, sind 
jedoch heute nicht mehr zu eruiren. 

Lanzaia elephantota (Megerle). 

1824. Turbo elephantotus Meg. Beschreibung einiger 
neuen Conchylien (V^erhandl. Gesell, d. natur. Freunde, 
I. Bd., Viertes Stück), p. 214, Taf. 9 (IIL), Fig. 4. 

Das winzige aus 6 Umgängen bestehende Exemplar 
ist also turmförmig, offen und tief genabelt. Die Windungen 
sind stark gewölbt und gerundet, durch eine tiefe Naht 
getrennt. Die erste embryonale Windung ist stumpf, ge- 
rundet, glatt, vom Rücken aus gesehen fast halbkugelig; 
die zweite ist sehr schwach der Länge nach gestreift. 



— 158 — 

Alle übrigen sind durch zahlreiche, erhabene, fadenförmige 
Längsrippchen verziert. Die Oberfläche der Rippchen ist 




nicht gerundet oder gewölbt, sondern ganz platt. Auf 
den Mittelwindungen sind die Rippchen fast halbmond- 
förmig; auf der letzten sind sie aber schwach S-förmig ge- 
bogen. Zwischen den Rippen bemerkt man unter starker 
Vergrösserung sehr zahlreiche, dichtgedrängte Quer- d. h. 
Spiral-Linien, wodurch die ganze Oberfläche schön verziert 
erscheint. 

Die Mündung ist eher elliptisch, sehr stark ohrföimig 
ausgebreitet, in der Mitte deutlich eingeengt. Der Mund- 
saum ist scharfrandig, ein wenig umgeschlagen und zu- 
sammenhängend ; auf der Columellarseite lehnt er sich auf 
den betreffenden Teil der Windung und ist angewachsen. 
Sonst ist der Mundsaum oben und unten flügelartig, und, 
man möchte sagen, kanalartig ausgebreitet, wie es eben 
auf Megerle's Abbildung ersichtlich ist. Bei meinem Exem- 
plare ist die Lippe oben fast gerade so ausgebreitet wie 



- 159 — 

unten, und nicht nur nach unten, wie besagte Abbildung 
zeigt. iVlan muss aber in Betracht ziehen, dass höchst 
wahrscheinHch das von Megerle entdeckte Exemplar ein 
wenig beschädigt sein konnte, wie dies auch bei meinem 
Exemplar der Fall ist. Es ist eben kaum anders denkbar für 
höchst zarte und dünne, nicht leben.dig gesammelte Exemplare. 

Die Schale ist einfarbig kreideweiss, undurchscheinend. 
Die Mündung ist innen sehr matt perlmutterglänzend. 

Das einzige Merkmal, welches zu meinem Exemplare 
nicht passt, ist die Massangabe. Megerle giebt nämlich 
1 V2 Linie Jiänge und V2 Linie Dicke. Mein Exemplar, 
obwohl ausgewachsen und mit 6 Umgängen, misst da- 
gegen 2V5 mm Länge und S'/s mm Breite und der grösste 
Diameter des Mütidungsrandes von oben nach unten hat 
gegen 1 V4 mm. Diese Verschiedenheit ist meines Er- 
achtens nicht massgebend, um an der Identifizierung zu 
zweifeln, denn entweder sind die Massangaben bei einigen 
Megerle'schen Arten iiöher Ijereehnct, oder liat er grössere 
Individuen gefunden. Sei es wie es will, dies entzieht sich 
heute unserer Beurteilung und, meiner Ansicht nach, ist 
es belanglos. 

Dass es für diese ganz eigentümliche Art notwendig 
ist, eine eigene Gattung zu errichten, wird wohl Niemand 
bezweifeln. Nach der Form und teilweise auch nach der 
Verzierung der Schnecke v;äre man versucht, sie für ein 
winziges, missgebildetes Pomatias zu halten. Nun aber 
berechtigen : 

1. die sich an keine europäische Gattung anschliessende 
Form, 

2. der offene Nabel, 

3. die ganz eigentümliche Ausbildung der Mündung 
vollends zur Gründung einer eigenen Gattung, für welche 
ich, nachdem die Namen Megerlea und Mühlfeldia 
schon vergeben sind, dem Andenken des Dr. Franz 



— 160 — 

Lanza, Professor der Naturgeschichte und Landwirtschaft 
zuerst am Zaratiner, nachher am Spalatiner Gymnasium 
widme, dessen sehr namhafte mineralogisch-paleontologisch- 
malakologische Sammhmg samt der wertvollen Bibliothek 
das National-Museum in Agram erworben hat. Professor 
Lanza war auch literarisch sehr tätig; seine Arbeiten 
werden ihren Platz in der Literatur immer aufrecht er- 
halten. 

Auf die Frage über die systematische Stellung der 
Gattung Lanzaia wird man keinen Bescheid geben können, 
so lange als es nicht gelingen sollte, ein lebendes Exemplar 
ausfindig zu machen. Einstweilen könnte man sie den 
Rissoiden einreihen, in welcher Familie sie dieselbe Stelle 
einnnehmen kann, wie die ihr weitläufig verwandte Saccoia*) 
unter den Flydrobiiden einnimmt. Beide Gattungen sind 
offi^n genabelt und gerippt, sonst sind sie wenig verwandt, 
und wie die eine nicht gut unter die Rissoiden, so passt 
auch die andere kaum zu den Hydrobiiden. 

So viel über Lanzaia elephantota aus Strozanac in 
der Bucht von Stobrec in Dalmatien. 

Zuletzt will ich noch vorläufig mitteilen, dass es mir 
gelungen ist, die ebenfalls verschollene Megerle's Helix 
Terebella in Rimini wieder zu entdecken. Gleichzeitig habe 
ich Helix tricarinata und Helix nana erkannt und identifi- 
ziert. Darüber werde ich in einer in Vorbereitung l^e- 
findlichen Abhandlung über Janus Plauens und die Fauna 
von Rimini ausführlich berichten. Unterdessen lasse ich 
hier die berichtigte Nomenclatur der erwähnten drei Arten 
folgen. 



*) Briisina S., Saccoia nuovo genere di gasteropodi leiziari 
italo-francesi -(Boll. d. Soc. Malac. Ital. Vol. XVIII, 1893, S. 49j. 
Sacco Federico Dr. I. Moll. d. terr. terziari d. Piemonte e della 
Liguria. Parte XVIII, 1895, S. 41. 



— 161 — 

Cingula terebella (Megeile). 

1824. Helix Terebella Meg., 1. c, S. 217, Taf. 9 (II), 
Fig. 8a, b. 

Bis jetzt nur in Rimini gefunden. 

Ammonicera tricarinata (Megeile). 

1824. Helix tricarinata Meg. 1. c. S. 220, Taf.' 8 (II), 
Fig. 9a, b. 

1869. Homalogyra Fischeriana Monterosato in Jour. 
de Conch., XVII, S. 274, Taf. 13, Fig. 1. 

1882. Homalogyra Fischeriana B. D. D., Moll, du 
Roussillon, I, S. 326, Taf. 38. Fig. 35—37. 

1893. Ammonicera Fischeriana Vayssiere, Observ, 
zool. et anatom. sur TAmmonicera, S. 15, Taf., Fig. 8—17. 

Allzuerst also von Megerle in Rimini entdeckt, später 
von Monterosato im Mittelländischen Meere, von mir auf 
der Insel Ulbo (Olib) in Nord-Dalmatien gefunden. 

Die Gattung Ammonicera hat Vayssiere anatomisch 
begründet, ich brauche also nur auf seine oben zitierte 
Arbeit, auf jene in Journal de Conchyl. Bd. XII, S. 106, 
und auf die Recension in der eben zitierten Zeitschrift 
Bd. XI. III, 1895, S. 177 zu verweisen. 

Homalogyra nana (Megerle). 
1824. Helix nana Meg. 1. c. S. 220, Taf. 8 (II), 
Fig. 10a, b. 

1870. Homalogyra atomus Brus. (an Phil.?) Viestnik 
nar. zem, muzeja u Zagrebu, I, S. 184. 

1886. Homalogyra atomus Brus. (an Phil.?) Appunti 
ed osserv. sull' ultimo lavoro di J. G. Jeffreys (Glasnik 
hrv. naravosl. dr. I), S. 209. 

Vorläufig kann ich keine Synonymie dieser Art zu- 
sammenstellen, nachdem Vayssiere vermutet, dass nicht 
nur Truncatella atornus Phil., also die Homalogyra atomus 
der späteren Autoren, sondern auch Homalogyra rota Jeffreys 



— 162 — 

vielleicht zur Synonymie der oben angeführten Ammonkera 
gehören. Nun ich kann mich dieser Ansicht nicht an- 
schliessen ; nachdem ich mir die Mühe gegeben habe 
über 600 Exemplare dieser allerwinzigsten Gattungen zu 
sammeln, habe ich zugleich die Ueberzeugung gewonnen, 
dass die Adria 4 sehr leicht zu unterscheidende, gute 
Formen aufweisst, so wie ich sie im Jahre 1870 und 1886 
erkannt habe. 

Zagreb- Agram am 9. Mai 1906. 

P. S. Erst diese Tage habe ich von Herrn W. Junk 
in Berlin ein Exemplar Jeffreys „British Gonchology" für 
meine Privat -Bibliothek erworben. Zu meiner Ueber- 
raschung und Genugtuung zugleich, linde ich, dass mein 
seliger Freund noch im Jahre 1869 daraufgekommen war. 
Auf S. 209 seines V. Bds, schreibt er über Homalogyra 
atomus: ,probably Riniini (v. Mühlfeld, as Helix nana)"; 
und über H. rota: „perhaps Rimini (v. Mühlf., as Helix 
tricarinata)^ . Was diese zweite Art anbelangt, hat sich 
Jeffreys doch geirrt, denn H. tricarinata kann man nur 
mit Homalogijra Fischeriana Monts. vergleichen, wie dies 
die Megerie's Abbildung klar l)eweist, welche, obwohl um 
45 Jahre älter, so ist sie doch weit besser als jene 
Monterosato's. , 

Kurze Bemerkungen zu der Arbeit von Baron Rosen: 
Beitrag zur Kenntniss der Molluskenfauna des Kaukasus. 

Von 
Heinrich Simroth (Leipzig-Gautzsch). 

In diesem Bande S. 59 behandelt der Autor u. a, 
fünf kaukasische Nacktschnecken: 64. Limax variegatus 
Drp. 65. Limax intermittens Bttg. 66. Limax agrestis L. 
67. Paralimax reibischi Simroth. 68. Amalia robici Simr. 
Von diesen dürften zwei, Limax variegatus und Paralimax 



— 163 — 

reibischi, glatt durchgehen. Liniax inlonnittens ist min- 
destens ein Paralimax. Ob der Limax (Agrioliniax) agrestis 
richtig bestimmt ist, muss ohne Anatomie dahingestellt 
bleiben ; dass er bloss einfarbig gelblich ist wie der süd- 
ostrussische Agr. agrestis genügt nicht, denn der Kaukasus 
beherbergt ebenso gefärbte Tiere, die trotzdem zu anderen 
Arten gehören. Mit Sicherheit aber muss Amalia Robici 
beanstandet werden; die Gattung betritt den Kaukasus 
nicht, ihre Ostgrenze geht von der Krum durch das Innere 
Kleinasiens nach Syrien. Das Aeussere ist hier um so 
weniger massgebend, als die helle Färbung selbst bei der 
Amalia robici gegenüber einfarbigem Schwarz die Aus- 
nahme zu bilden scheint. Dazu die Tatsaclie, dass durch 
die Südalpen eine Reihe verwandter Hochgebirgsarten zu 
gehen scheint, die ein enges Verbreitungsgebiet bewohnen. 
Von Herrn Hesse erhielt ich kürzlich eine Art vom Monte 
Baldo, die der A. robici am nächsten steht, aber doch 
auch scharf getrennt ist. Ich würde sie unbedenklich neu 
als gute Art benennen_, wenn nicht Pfeiffer vom Monte 
Geroso eine A. niengra beschrieben hätte, die vermutlich 
in dieselbe Gruppe gehört, über die sich aber erst ein 
Urteil fällen lässt, wenn neues Material vorliegt. Näheres 
ein andermal. Das Tier, welches Baron Rosen als A. 
robici beschreibt, dürfte, so weit eine Vermutung erlaubt 
ist, ein Limax sein, möglicherweise dieselbe Spezies, die 
ich als L. amalioides beschrieben habe. Im Interesse der 
Sache wäre es sehr wünschenswert, dass Baron Rosen 
meine Arbeit „die Nacktschneckenfauua des Russischen 
Reiches" zur Hand hätte. Ich bedauere sehr, für den 
verdienten Kaukasusforscher kein Exemplar mehr übrig 
zu haben. Denn obgleich die K. Akademie der Wiss. in 
St. Petersburg mit Separatabzügen keineswegs knauserig 
war, konnte ich doch kaum alle Interessenten, mit denen 
ich in persönlichem Verkehr stehe, nach Wunsch bedenken. 



— 164 — 
Eine neue Nanina von der Insel Banka. 

Von 
A. Weber. 



Im Müiichener Museum sind 49 .Schneckengehäuse von 
der Gattung Nanina, welche von S i ni p a n g auf der Insel 
Banka stammen. Sie sind ein Geschenk des Herrn Hof- 
rates Dr. Hagen, der sie von seiner letzten grossen Reise 
(1905) mitbrachte. 

Genannte Gehäuse gehören einer Art an, die ver- 
wandt ist mit Nan. amphidroma Marts., unterscheiden sich 
aber von dieser durch geringeren Durchmesser bei ver- 
hältnissmässig grösserer Höhe. Auch ist das Gewinde 
mehr erhoben, das Gehäuse unter dem Kiele mehr convex 
als bei N. amph. und der obere Mundrand in einem ziem- 
lich steilen Bogen rasch zum Kiele herabgezogen. Ich 
halte die Art deshalb für neu und möchte sie dem Spender 
zu Ehren Nanina Hageni n. sp. nennen. 

Diagnose: Nanina Hageni n. sp., affinis Naninae, 
Nanina amphidroma Mrts. dictae, sed minor, pro ratione 
mensurae altior, spira magis elata, sub carina magis con- 
vexa, margine supero declivi. 

Testa modo dextra, modo sinistra, plus minusve 
aperte perforata, superne striis obliqüis, confertis, inae- 
qualibus, sub vitro vix granuiosis, pallide brunnea; inferne 
striis arcuatis laevibus, multo siibtilioribus, sed interdum 
magis conspicuis, praecipue versus aperturam, sublaevigata, 
lineis concentricis sub vitro tantum undulatim decussata, 
castanea, circa umbilicum pallida, raro inferne concolor; 
spira conica, satis elata, apice obtuso, anfra'ctibus primis 
2—3 fere laevibus, anfractus 7 lente crescentes, paulum 
convexi; ultimus angulatus, sed carina non valde prominente, 
versus peristoma angulatim producta, infra valde convexus, 
antice non descendens ; apertura subobliqua; sublunularis, 



— 165 - 

peristoma albescens, crassiusculnm, paulum reflexum, margine 
supero arcuato, declivl, margine basali anlrorsum flexuoso. 
Die Schale kann rechts- und linksgewunden sein. 
Unter den 49 vorhandenen Stücken sind 29 links-, 20 
rechtsgewunden. Die Grösse fällt gegen Nan. amphidroma 
Mrts. ziemlich ab. Von den 36 ausgewachsenen Stücken 
mögen die Maasse (ohne Rücksicht auf die Millimeterteil- 
chen) folgen. 

Stückzahl: grösster Durchmesser: 

2 .... 23 mm 

3 .... 24 mm 
9 .... 25 mm 

16 .... 26 mm 

4 .... 27 mm 
2 . . . . 28 mm 

Die unausgewachsenen Stücke lassen dieselben Grössen- 
verhältnisse erkennen. Die mittlere Grösse des grössten 
Durchmessers liegt also zwischen 25 und 20 mm. Die 
Höhe beträgt durchschnittlich 16 — 17 mm, die Axenhöhe 
11—12 mm. 

Die Schale ist ziemlich dünn, durchscheinend, im 
Gaumen je nach der Dicke der Schale mehr oder weniger 
violett überlaufen. 

Durch die Güte der Direktion des Berliner Museums 
konnte ich 2 Stücke von Nan. Mackensiana Soul, mit oben- 
geschilderter Art vergleichen. Es waren 2, der Form nach 
ganz verschiedene Stücke; das linksgewundene ganz flach, 
das rechtsgewundene genau übereinstimmend mit unserer Art. 

Da nun bei der neu beschriebenen Art die linksge- 
wundenen Stücke mit den rechtsgewundenen in allen 
wichtigen Punkten übereinstimmen, ist anzunehmen, dass 
von den beiden Stücken des Berliner Museums das rechts- 
gewundene identisch mit Nanina Hageni n. sp. ist. Das 
Tier der neuen Art ist mir nicht bekannt. 



— 166 — 

Bemei'kungeii zu Yallonia excentrica Sterki. 

In den Verzeichnissen von Landmollusken aus palae- 
arktischen Gegenden fehlt allgemein die oben genannte Art, 
die offenbar immer noch verkannt und mit F. pulchella 
Müll, zusammengeworfen wird. Seit ihrer Veröffentlichung 
vor 12 Jahren*) habe ich mehr Material gesehen, und es 
besteht kein Zweifel an ihrer Artberechtigung. Wer sie 
einmal recht angesehen hat, wird sie immer von pulchella 
unterscheiden. Es dürfte also der Mühe wert sein, dass 
europaeische Malacologen sich um dieselbe kümmern, um 
ihre allgemeine und lokale Verbreitung, und eventuell 
Variiren festzustellen. In Sammlungen wird sie sicherlich 
hundertfach mit pulchella gefunden werden. 

Die Art ist weit verbreitet und wahrscheinlich circum- 
boreal. Im nordöstlichen Nordamerika ist sie vielerorts 
und häufig : Neuengland und Ganada bis Virginia und 
S.-W.-Ohio. Von Europa habe ich sie gesehen aus Spanien 
(Pyrenaeen), Frankreich, England, Deutschland, der Schweiz, 
den Karpaten und dem Kaukasus, 

Eine kurze Beschreibung dürfte hier am Platze und 
nicht unwillkommen sein. V. excentrica ist im Durch- 
schnitt etwas kleiner als pulchella, und scheint in der Grösse 
(wie auch sonst) weniger zu variiren als die letztgenannte 
Art. Das Gewinde ist kleiner und flacher, und die Naht 
weniger tief; der letzte Umgang erweitert sich allmählig 
gegen die Mündung, der Mundsaum ist nicht oder sehr 
schmal ausgebogen, und die weisse Lippe ist stark durch- 
scheinend. Im Umriss ist sie etwas länglich; auch der 
Nabel ist länglich, nicht rund wie gewöhnlich bei pulcltella. 
Neu Philadelphia; Ohio. V. Sterki. 

*) V. sterki, Observations on Vallonia, Proc. Aead. Nat. Se. 
Philadelphia 1893, p. 252, T. VIII. B. M. (Radula und Kiefer), T. 32 
(Manual Conch.) f. 6—9. 



-- 167 — 
Zar Couchylieufauna des Löss im Gebiete der Donau. 

Von 
S. des sin. 



Seit Mitteilung der Lössfauna des mittleren Donautales 
(Nachrbl. 1905 p. 89) habe ich noch einige weitere Arten 
gesammelt. 

41. Hyalina nitens Mich. Lössgrube bei Deckbetten. 

42. Succinea 'putris L. v. solida n. v. Bericht des 
natnrw. Ver. Regensburg 1903/04 p. 9. 

Die Art fiel mir zuerst in einer Lössgrube bei Strau- 
bing in die Hände; etwas später fand ich dieselbe in der 
Lössgrube der Ziegelei Burgweinting. Auch aus dem Löss 
von Mündien habe ich sie erhalten. 

43. Plsidmm anmicum Müll. Einige Schälchen aus 
der Lössgrube bei Burgweinting. 

Die Zahl der im mittleren Donautale vorkommenden 
Arten erhöht sich somit auf 43. 

Von Helix temälabris habe ich eine grössere Anzahl 
gesammelt, nämlich 214 Stück; von diesen hatten 110 
eine glatte Schale, während 104 gerippt waren (wie Hei. 
costata), ich benenne sie var. costulata m. 

Die in meinem Verzeichnisse als No. 26 aufgeführte 
Succinea Pf'eifferi ist nicht diese Art, sondern Succinea 
Schuhmacherl Andreae, welche nur in pleistocänen Ab- 
lagerungen vorkommt. Auch aus dem Löss der Umgebung 
von München habe ich diese Spezies erhalten. 

Im 32. Bericht des naturw. Ver. Augsburg 1896 
p. 473 zählt F. Bühl, Pfarrer in Issing, die Gonchylien auf, 
welche er im Löss bei Burgau, Günzburg und Dillingen 
beobachtet hat. Die Liste derselben bietet deshalb be- 
sonderes Interesse, weil sie nur 4 Landschnecken gegen 
9 Wasserbewohner enthält. Ich teile daher die Liste der- 
selben mit: 



— 168 — 

1. Hellx (Trichia) terrena Cles. Günzburg, Norn- 

heim, Kleinkölz, Hochwang, Schönhausen. 

2. Helix (Arionta) arbustorum v. alpicola Fer. 

Günzburg. 

3. Pupa (Papilla) muscorum L. Günzburg, Norn- 

heim, Silhelm, Gundrauringen, Lauingen, 
Dillingen. 

4. Succinea (Lucena) oblonga Drp., in allen Löss- 

ablagerungen. 

5. Limnaea (Limnophysa) palustris Müll. 

var. flavida-diluviana Andr. Günzburg, Lau- 
ingen und Dillingen, 
var. turricula Held. Günzburg. 

6. Limnaea (Limnophysa) truncatula L. Günzburg, 

Silheim, Dillingen. 

7. Limnaea (Gulnaria) ovata Drp. Dillingen. 

8. Planorbis (Anisus) marginatus Drp. Dillingen. 

9. Planorbis (Gyraulus) albus Müll. Dillingen. 

10. Planorbis (Gyrorbis) spirorbis = rotundatus Poir. 

Günzburg, Lauingen, Dillingen, Silheim. 

11. Valvata (Gincinna) alpestris Blaun. Günzburg. 

12. Pisidium pusihum Gmel. Günzburg, Dillingen. 

13. Pisidium glaciale Gless. Günzburg, Dillingen. 

Auch bei Issing. 
Während sich in der Umgebung Regensburgs 28 
Arten Landschnecken im Löss finden, ist die geringe Zahl 
derselben im Löss der oberen Donau sehr auffallend. Es 
finden sich hier nur jene Arten, welche nahezu in allen 
Ablagerungen sehr häufig vorkommen und als Leitsclmecken 
für dieselben charakteristisch sind. — Auch die Wasser- 
schnecken haben sich von 7 auf 13 Arten vermehrt. Nur 
die 2 Pisidien sind von mir bei Regensburg nicht ge- 
funden worden. 



— 169 — 

Literatur : 

Kormos, Theodor, II. Nachtray zur AufzähUmg der im 
Balatonsee und seiner Umgehung lebenden Mollusken 
mit besonderer Berücksichtigung der Fauna von 
Balaton -Ederics. In: Result. wissenschaftl. Erforsch. 
Balatonsee IL — gr. 4^ 16 S. 
Bringt die Zahl der aus dem Balaton bekannten Arten auf 106, 
davon sechs Varietäten für den See, 5 Arten und "2 Varietäten 
für Ungarn neu. Im Anhang werden einige Arten aus dem 
raalakologisch fast unbekannten Bakonyer Walde aufgeführt. 

Journal de Conchyliologie, vol. 53 no. 2 (Decbr. 1905). 

1». 85. Daulzenborg, P. Sc H. Fischer, Liste des JVIollusques recoltes 
par M. le (lapitaine de l^'regate Blaise au Tonkin, et description 
d'especes nouvelles. — • Avec pl. 3 — 6. — Neu : Strejitaxis 
Blaisei p. 86 t. 3 f. 1—4; — Kaliella Joubini j). 87 t. 3 
f. 13—16; — Trochomorpha sapeca Heude p. 88 t. 4 f. 1—3; 

— Chloritis Balansai var. cincta p. 90 t. 3 f. 5 — 9 ; — Helix 
(GanesellaV) Lamyi p. 91 t. 3 f. 10—12: — Moellendorffia 
Blaisei p. 99 t. 3 f. 17 — 19; — Laimodonta bronni var. pro- 
ducta p. 108 t. 3 f. 20, 21; — Plecotrema punetigerum H. Ad. 
(abgeb. Textfig.) p. 112; — PI. Blaisei p. 112 t. 4 f. 18. 19; — 
Limnaea Blaisei p. 116 t. 5 f. 1, 2 ; — Paludina quadrata var. 
hizonalis MUdff. mss. [). 160; — Assiminea francoisi p. 164 
t. 5 f. 3—5; — Ass. interrupta p. 165 t. 5 f. 6—8; — 
Cyclophorus unicus Mabille abgeb. t. 4 f. 6—8 ; — Lagocheilus 
scissimaigo major p. 170 t. 4 f. 11, 12; var. carinata p. 171 
t. 4 f. 13; — Unio Jourdyi var. corrugata p. 205; — Quadrula 
Leai var. ponderosa p. 209; — Q. Blaisei p. 210 t. 6 f. 1, 2; 

— Scinlilla Blaisei p. 212 t. 5 f. 17—20. 

Christensen, Severin, de Danske SaltvandsmusUnger. Koben- 
havn 8^ 47 S. Mit Textfig. 
Eine Aufzälilung der dänischen marinen Bivalven mit kurzer Be- 
schreibung. Zahlreiche Texttiguren sind beigegeben, etwas rauh 
ausgeführt, aber charakteristisch und zum Bestimmen genügend. 

The Journal of Conchology, vol. VI no. 9. 1. Jan. 1906. 

p. 275. Brown, A. J. Jukes, Tapes aureus and its allies. 

p. 281. Shaw, Rev. W. A., Hygromia rufescens (Penn) m. sinistiorsum. 



170 



p. 282. Leliour, M. V., on Variation of the Radulae of certain Buc- 

cinidae. With pl. VI. 
p. 286. Swanton E. W., Deslructions of potatoes by slugs. 

Jensen, A. S., on the Mollusca of East-Greenland. 1. Lamelli- 
hranchiata. With an introduction on Greenlands 
fossil Molluscfauna from the quaternary Time. — 
Reprinted from Meddelelser om Gioenland vol. XXIX. 
Gopenhagen 1905. 
Neu Limatula hyperborea p. .329, Textfig. — Ausserdem werden 
von Macoma calcaria Chemn., lorelli Steenstr., moesta Desh. 
und loveni Steenstr. gute Textfiguren gegeben. 

Jensen, A. S., Tillaeg til Studier over nordiske Molhisker. 
III. Teilina (Macoma). — In: Vidensk. Meddel. 
Naturh, Foren i Kbhvn. 1905 p. 149—152. 

Jensen, A. S., Bemaerkninfjer om Molluskfaunaen. — In : 
f*jeturP3on, omForekomsten of Skalfoerende Sknrstensler 
i Bulands hoefdi, Snaefeüsnes. Island. — In: Ofvers. 
K-1. Danske Vid. Selsk. Forh. 1904 no. r,. 

Neu Troplion truncaius v;ir. striata (subfossil). 

Sfrehel, Dr. H., Beiträge zur Kenntnis der Molluskenfauna 
der 3fagalhaen- Provinz. III. In: Zool. Jahrb., Syst. 
vol. 22 Heft 6 1905, p. 575— G56, Taf. 21—24. 
Neu: Actaeon ringei p. 576 t. 22 f. 31; — Utriculus paessleri 
p. 577 t. 22 f. 34; — . Drillia janseni p. 580 t. 22 f. 20; — 
Dr. suxdorfi p. 582 t. 22 f. 27 ; — Dr. kophamell p. 582 t. 22 
f. 35: — Bela angusteplicata p. 583 t. 22 f. 24; — B. late- 
plicata p. 584 t. 22 f. 25 ; — B? gazellao Martens mss. p. 585 
t. 23 f. 45 ; — B ? magellanica Marts. p. 586 t. 23 f . 48 ; — 
B? michaelseni p. 587 t. 22 f. 23; — B? paessleri p. 588 t. 22 
f. 35; — B? martensi p. 58<.» I. 23 f. 47; — Thesbia michael- 
seni p. 590 t. 22 f. 20; — Th. filostriata p. 591 t. 22 f. 21 ; — 
Th. ohlini p. 592 t. 22 f. 22; — Admete magellanica p. 594 
t. 22 f. 29; — Ohlinia n. gen. für A. C. limiiaeaeforniis Sinith 
p. 97 : - Euthria (n. suhg. Pareuthria, Typus E. plnmbea Phil., 
p. 000) ringei p. 619 t. 21 f. 5; - E. michaelseni p. 621 t. 21 
f. 6: — E. janseni p. 622 t. 21 f. 7 ; — E. mulachi p. 623 



— 171 - 

t. 21 f. S; — E. paessleri p. 625 t. 21 f. 9; — E. philippii 
p. 526 t. 21 f. 16; — E. (Glypeulhria n., Typus E. meridioiudis 
Sinith p. 527) niartensi p. 630 t. 21 f. 13; -- E. agnensis 
p. 631 t. 21 f. 14; — E. kohelti p. 632 t. 21 f. 15; — 
Anomacnie (n. gen.) srnitlii p. 633 l. 22 f. 28; — Columbclla 
decorata p. 635 t. 23 f. 37; var. iiiornata p. 636 t. 23 f. 37; 

— C. paessleri p. 637 l. 38; — t;. melvillei p. 637 t. 13 f. 39; 

— C. rubra Marls, p. 638 t. 23 f. 4-9: ~ Savaleria dubia 
p. 641 t. 21 f. 18; — S. ptefl'eri p. 642 t. 21 f. 17; — S. 
molinae p. 644 l. 22 f. 33; — S. areolala p. 645 t. 21 f. 19 

— BiLlium micbaeiseui p. 654 t. 23 f. 41 ; — Scalaria 
niagellaiiica var. lateL-oslala p. 658 t. 23 f. 45; — Turbonilla 
smithi Pfeffer inss. p. 659 I. 23 f. 42. 

Annals and Magazine of Natural Histon/, Scr. 7 vol. XVII. 
Februar [906. 

p. 241. Fulton, H. C, Nole on Biiliinulii.s (Dryiuaeus) cilriiiellus Pfr. 
and .sciUilus Rve. 

p. 243. — — , Descripüüiis uf uew Auslraliau Pupillae aiid l'upiiiellao, 
vvilh a Hüte on Pupiiia piiietii-ola Cox. Wilh pl. IX. — Neu : 
Pupiiia pinelicola var. iiiodesla p. 244 t. 9 f. 1 ; — clara u, p. 
244 t. 9 f. 2, Port Denison ; — P. subpolila p. 245 1. 9 f. 4, 
Richmoiid River, N. S. Wales; — Pupinella densecoslata p. 245 
f. 9 f. 7, Port Ckulis, Queensland; — P. siniplex p. 245 I. 9 
f. 3, ibid. 

p. 246. — — , Descriptiüii of a nevv Species of Unio (Guneupsis) froui 
Yuniian (tauriforniis t. 9 f. 9). 

}». 247. — — , Descriptions of nevv Species of Pleurodonle (Caracolus) 
Planispira and Kaliella : Pleur. manifesta p. 247 t. 9 f. 10, 
VCuba; — Plan, cingarus \). 247 t. 9 f. 8 ; — Kaliella iiiicro- 
bembix p. 248 t. 9 f. 6. 

Journal de Conchyliologie 1905 vol. 53 no. 3 (ausgegeben 
Ende Februar 1906). 

p. 243. Bavay, A., sur ({uebiues esp^t-es ou varietes nouvelles du 
gcnre Pecten. — Neu: Chlaniys tamsi p. 243 t. 7 f, 1, Vene- 
zuela; — (Chi.) opercularis var. perdix p. 245 t. 7 f. 2, unbe- 
kannten Fundortes ; — (Chi.) iiympha p. 246 t. 7, f. 3, 4, 
Westindien? 

p. 248. Bavay, A., sur quelques coquiUes oublies du Museum de Paris. 

— Neu: Volvarina perrieri p. 248 t. 7 f. 5, 6, Maluinen; — 



— 172 — 

Omphalotiopis aurora p, 249 l. 7 f. 7, 8, Guaiu ; - - Melania 
solidula p. 254 t. 7 f. 15, 16, Guam ; — Limnaea ciassiubcula 
p. 255 t. 7 f. 17, 18, Mariannen. 

p. 257. Aiicey, C. F., Releve des Mollusiiues terrestres el fluvialiles 
de la peninsule Arabique. — 85 Arien, dazu 11 von Sinai. — 
Bul. jousseaumi Smith wird wegen der gleichnamigen Ovella 
sehr überflüssiger Weise in B. dautzenbergi umgetauft. 

p. 272. Brusina, Spiridion, Revision des Dreissensidae vivants du 
Syslfeme europeen. — Reduziert die 30 von Locard aufge.slellteu 
Arten auf drei, zu denen dann noch 6 neue Andrusow'sche 
kommen. 

p. 298. Ancey, C. F., sur TOmphalotropis annatonensis et les formes 
voisines. — Neu : 0. annatonensis var. santoensis (Texlfigur) 
von Espirito Santo, Neue Hebriden. 

p. 302. Lamy, Ed , sur quel([ues Arches actuelles iiomrnes par 
Lamarclv dans la CoUection Defi-ance (Musee de Caen). Ab- 
gebildet sind Area cancellaria Lam. Textfig. 1 und Area 
brasiliana Lam. Texttig. 2. 

p. 310. Ancey, C. F., Notes critiques et synonymiques (Suite). Gehl 
besonders mit den Mabille'schen Arten aus Kalifoinien ins 
Gericht. 

Proceedings of the Malacological Society of London. Vol. 
VII no. 1. 

p. 7. Da Costa, S. J., Descriplions of new species of Drymaeus, 
Amphicylolus and Neocyclotus, from South and Central America 
With pl. I. — Neu: Drymaeus sykesi, Bogota, p. 7 t. 1 f. 1 ; 
— Dr. nolabilis, Anlioquia, Columbien; id. p. 7 t. 1 f. 2 ; — 
Dr. notatus ibid., id. p. 6 t. 1 f. 3; — Dr. acuminatus, Matlo 
Grosso, Brasilien, p. 8 t. 1 f. 4 ; — Dr. bellus, San Martin, 
Columbia, p. 8 l. f. 5 ; — Dr. pseudo-fusoides, Bogota, p. 8 t.'l 
f. 6; — Dr. angustus ibid., p. 9 t. 1 f. 7, 8; — Dr. prestoni 
mit Var. cancellata, p. 9 t. 1 f. 9, 10; — Amphicyclotus 
chanchopoyasensis, Peru, j). 9 t. 1 f. 11 — 13; — Neocyclolus 
depressus, ibid., p. 9 t. 1 f. 14 — 16. 

p. 11. Da Costa, S. J., Descrii)lion of a new species of Achalina from 
Mashonaland (Achatina jacobi n. Textfig.). 

p. 12. Bullen, R. A., on some land- and freshwater Mollusca of 
Sumatra. Part. 1. Neu: Gyclophorus eximius var. rouyeri, 
p. 12 t. 2 f. 1, 2; — Xesta cornicen p. 13 t. 2 f. 3, 4 ; — 



— 173 — 

Liiunaea liongsouensis [). 14 t. 2 f. 5, ß ; — Melaiiia curvicosta 
var. prestoniana p. 15 t. 2 f, 8; — M. sykesi ji. 15 l. 5 f. 7; 

— Unio pajakoiubensis p. 15 t. 2 f. 9 — 11. 

p. 17. Bridgman, F. G., Descriplion of a new sjieciey ol' Oliva (0. 

sniithi unbekannten Fundortes, Textfig.j. 
p. 18. Bloomer, H. H., on the anatomy of Ensi:s macha, Solen Coiiesii 

and S. viridis, 
p. 20. Melvill, J. Closmo, a Revision of the species of Cydostrenialidae 

and Liotiidae, occurring in the Persian Gulf and North Arahian 

See. With pl. 3. — Neu: C. novenicarinatuni p. 22 t. 3 f. 3; 

— C. quinquecarinatum p. 23 t. 3 f . 1 ; — (Vitrinella) 
charmophron p. 24 t. 3 f. 2 ; — Lydiphnis n. sulig. für C. 
euchilopteron Melvill & Standen. 

p. 29. Melvill, J. C, üesciiption of Cyclostrerna prestoiii nnd Nassa 
tindalli n. from Ceylon (t. 3 f. 8 und Textfig.) 

p. 31. Woodward, B. B., on some feeding-tracks of Gaslropods. — 
Mit Textfiguren. 

p. 34. Preston, H. B., Descriptions of four new speeies of Marine 
Shells probably from Ceylon. — Neu : BuUia cinerea, Nassa 
nevilliana, Marginella subflava, M. eburnea, sämtlich in Text 
abgebildet. 

p. 36. Preston, H. B., Description of a new speeies of Limnaea from 
Northwest-Australia (L. (Buhnus) egregia, Textfig.). 

p. 37. Sowerby, G. B., on new speeies of Siphonaria, Teiebra, and 
Mangiüa, and a remarkable Form of Cypraea cruenta, from 
South Africa. — Siph. cyaneomaculata p. 37, Textfig. ; — 
Terebra filmerae p. 37, Textfig. ; — Mangelia heckeri p. 38, 
Textfig. : — Cypraea cruenta var. lortirostris p. 30, Textfig. 

p. 40. Gude, G. K., Critical Remarks on cerhain Fonns of Chloritis, 
with Descriptions of twelve new speeies. With pl. 4 und 5. — 
Neu: Chi. eduardi p. 41 t. 41 f. 1, Molukken; — unguicula 
var. fusca, Buru, p. 41 ; — martensi Pfr. zuerst abgeb. p. 41 
t. 4 f . 2 ; — ponsonbyi p. 42 t. 4 f. 7, Molukken; — macrostoma 
p. 42 t. 5 f. 7; — subtihs p, 44 t. 4 f. 3, Deutsch Neu Guinea; 

— fausta p. 45 t. 4 f. 5, Neu Mecklenburg; — conjuncta p. 47 
t. 5 f. 5, Neu Irland ; — traterna n. p. 47 t. 5 f. 6, ibid. ; — 
exigua p. 48 t. 4 f. 8, ibid.; — cumingi p. 48 t. 5 f. 1, Neu 
Guinea; — novocambrica p. 49 t. 5 f. 2, Neusüdwales; — 
disjuncta (= brevipila Pilsbry nee Pfr.) p. 49 t. 5 f. 3. Neu- 
südwales ; — layardi p. 49 t. 5 f. 4 Torresstrasse. 



— 174 — 

p. 51. Bunie, R. H., Notes ou the Anatomy of the South Afiican 
Apiysiidae with descriptions of two new species (operta p. 51 
Textfig. 1 ; — hurnupi t. 54 Textfig. 5). 

Csiki, E., 11. Mollusca. In: Fauna Regnl Hunrjariae. 
Äninialium Hungariae hucusque cogniformn enumeratio 
systematica. — In memoriam regni Hungariae riiille 
abhinc annisconstituti edidit Regia Socielas Sceintiarum 
Naturaliurn Hungarica. Budapest 1906. Ungarisch 
und lateinisch. — Gr. 4°. 44 S. 

Enthält eine Uebersichl der Enlwicklunij der Erforschung der un- 
garischen MoUusIvenfauna und ihrer Verbreitung, eine voll- 
ständige Lileraturübersicht und die Aufzählung von 397 Arten 
mit genauer Angabe der Fundorte. Der Formenreichtum Un- 
garns dürfte damit allei-dings noch lange nicht erschöpft sein. 
Den jungen ungarischen Malakozoologen gibt die Arbeit eine 
vorzügliche Grundlage für die Weilerforschung. 

Hubert, Dr. R., Zur Kenntniss der preussischen Mollusken- 
fauna, In : Schriften phys. oekon. Ges. Koenigsberg 
Jahrg. XI. VI. 1905. S. 44^49. Mit Tafel. 

Als neu beschrieben werden : Paludina (Vivipara) fasciata var. 
diluvianiformis f. 1, 2 und var. crassa f. 3, 4, beide im Kuri- 
schen Haff. Ferner sind neu für Oslpreussen Triodopsis 
personata Lam., Sphaerium mamillanum Westerl., Sph. 
draparnaldi Clessin, Anodonta coniplanata Zgl. 

Brusina, Spiro, Sijjovo i njegova Tercrjarna Faunida. Aus 
„Giasnik Zemlaljskog Muzeja u Bosni i Hercegovini; 
XVI. 1904 Str. 493—498. Sa 3 Tablice (ausgegeben 
1906). 

Neu ausser einigen nicht benannten Arten (von Limnaea, Planorbis, 
Prososthenia, Dreissensia) Melanopsis retusa p. 495 t. 1 f. 3 ; 
— M. katzeri p. 496 t. 2 f. 4, t. 3 f. 4 ; — Congeria frici p. 
497 t. 1, 2 und 3 f . 7 ; — Unio katzeri p. 498 f. 9. 

Martini S Chemnitz, Illustriertes Concliylien Cabinet, 2. Auf- 
lage. 

Lfg. 506. Agnatha von Kobelt. Taf. 60—64 mit dem Schluss der 
Streptaxidae. Keine n. sp. 



— 175 — 

Lfg. 507. Helix VI, von KobeU. Enthält die Gruppe der Helix 
pomatia L. mit zahlreichen neuen Lokalvarietäten aus Südost- 
Europa: lednicensis Brancsik t. 361 f. 13; — kapellae n. t. 362 
f. 4; — thessalica Bttg. t. 362 f . 5 ; — neapolitana n, t. 362 
t. 7, S; — serbica n. t. 368 f. 1, 2; — expansilabris n. l. 363 
f. 3, 4; — elsae n. t. 363 f. 7, 8; — christinae n. t. 364 f. 1, 
2; — dobrudschae n. t. 364 f. 3, 4; — rhodopensis n. l. 364 
f. 5, 8; — ferner Hei. wohlberedti n. t. 359 f. 3—5; — 
vladica var. nn. t. 359 f. 1, 2, 6, 7 ; — kolaschinensis var. 
bosnica n. t. 362 f. 9, 10; — lutescens var. serbica n. t. 364 
f. 9, 10. 

Hedley, Charles, Mollusca from one hundred and eleven 

fathoms east Cape Byron, New South Wales. In : 

Record Austral Museum vol. VI No. 2 (Sept. 1905). 
Mit Textfig. 

Neu: (lampages (n. gen. Brachiopod.) furcifera p. 43 Textfig. 5, 6- 
Heraithyris colurnus p. 44 Textfig. 7, S ; — Adacnarca (Pels.) 
squamea p. 45 Textfig. 9 ; — Limea acclinis p. 46 Textfig. 8 ; 

— Cuspidaria truncata p. 47 Textfig. 11 ; — Bornia radiata 
p. 48 f. 12 ; — Astele bilix p. 48 f. 13 ; — Liofia alazon p. 49 
f. 15; — Adeorbis ungulata p. 50 f. 15; — Cerithiopsis halli- 
gani p. 51 f. 16; — Pseudorissoina elegans p. 51 f. 17; — 
Scala turrisphari p. 52 f. 18; — Sc. minutula p. 52 f. 19; — 
Mangelia emina p. 53 f. 20; — Bathytoma sarcinula p. 53 
f. 21 ; — Cylichna tenuis p. 54 f. 22. 

— — , on a large example of Megalatractus aruanus L. With 
pl. 21 und 22, und fig. 24 (ein Stück von 22'/* Zoll Länge). 

Dali, W. //., Land- and Freshvater Mollusks. — In : 
Harriman Alaska Expedition vol. XIII. New York 
1905. 171 p. with 2 plates and 118 Figs. in text. 

Diese wichtige Arbeit enthält sehr interessante Faunenverzeichnisse, 
nach den Flusssystemen geordnet und beschäftigt sich über- 
haupt mit der Fauna Nordamerikas nördhch vom 49°, also mit 
dem ganzen in der Eiszeit vereisten Gebiete und der Frage der 
Zuwanderung von den verschiedenen Seiten her. Vitrina 
pfeifferi Newc. nee Deshayes wird p. 37 in V. alaskana umge- 
tauft. Als neu sind zu erwähnen : Lymnea petersi p. 66 t. 2 
f. 3: — L. preblei p. 70 t. 1 f. 1, 2; — L. randolphi Baker 



— 176 — 

zuerst, abgeb. t. 1 t. 3, 4; — L. anticostiana p. 79 t. 2 f. 4, 5, 
Pleistocän von Anticosti Island. Bei zahlreichen älteren Arten 
sind die Cliches, die sich im Besitz der Smithsonian Institution 
befinden, noch einmal abgedruckt. Für Limnaea involuta 
Harvey wird die neue Sektion Gyclolimnaea errichtet. 

Eingegangene Zahlungen : 

Lehrer Paul Ehrmann, Leipzig, Mk. 6. — ; Grossherzogl. Olden- 
burg. Naturhistor. Museum, Oldenburg. Mk. 6.— ; Robert Boog Watson, 
Edinburgh, Mk. 7.— ; Professor Dr. K. Miller, Stuttgart, Mk. 6.— ; 
Zoolog. Museum der Universität Kiel, Mk. 6. — ; Direktor Professor 
Dr. 0. Reinhardt, Berlin, Mk. 6. — ; Aargauische Naturforschende Ge- 
sellschaft, Aarau, Mk. 6.— ; Professor A. Lang, Zürich, Mk. 6. — ; 
Städtisches Museum für Natur-, Völker- und Handelskunde, Bremen, 
Mk. C— ; Henry Suter, Auckland, Mk. 6.— ; F. Ulrich, Berlin, 
Mk. 6.— ; Dr. Carl F. Jickeli, Hermannstadt, Mk. 6.— ; Geh. Hofrat 
Prof. Dr. Wilhelm Blasius, Braunschweig, Mk. C— ; Tromsö Museum, 
Tromsö, Mk. 6.— ; Stabsarzt Dr. A, Wagner, Dimlach, Mk. 24.— ; 
Dr. R. Sturany, Wien, Mk. 6. — ; Ludwig Futh, Königsberg, Mk. 6. — ; 
M. Lodder, Launceston, Mk. 6. — ; Professor Spirideon Brusina, Agram, 
Mk. 6. — ; Zoolog. National -Museum, Agram, Mk. 6. — ; Paul Fagot, 
Villefranche, Mk. ß.— ; G. K. Gude, London, Mk. 6.— ; Rentamtmann 
F. Hocker, Gotha, Mk. 6.— ; Dr. Paul Bartsch, Washington, Mk. 12.—. 

Neue Mitglieder: 

liicharcL Buch, Lehrer in Leipzig-lleudnitz, Josephinenstr. 35. 
Albert Vohland, Lehrer in Leipzig-Thonberg, Carolinenstr. 15111. 
Tromsö-Museum, Tromsö (Noi-wegen). 

Ver änderte Adressen : 

Sta])sarzt Dr. Anton Wagner in Dimlach bei Brück an der Mur 

(Steiermark;, Villa Waldemar. 
Paul Ehrmann, Lehrer am Lehrerinnen-Seminar und der höheren 

Schule für Mädchen, Leipzig, Härteistrasse 6 III. 

Verstorben : 

Kapitän J. E. Hogdahl, Stockholm. 

Redigiert von Dr. W. K ob elt. — Druck von Peter Hart mann in Sciiwanlieim a. M. 
Verlag von Moritz Diester weg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben: 10. Juli. 



Nachr. Bl. d. Mal. Gef^. 1906. 



Taf. 5.^_ 




JJnu k von Pi-tcr Hartmann, Sclnvanlicim a. M. 



Nachr. Bl. d. Mal. Ges. WOG. 



Taf. 4. et 




Druck von Peter Ilartinann, Schwanlieiin a. M. 



Ofine Konkurrenz! 

Um mit unseren enormen Vorräten etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- u. Siisswasser-Gonchylien 

zu lialben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut> 
sehen, englischen und französischen Hand- 
lungen, falls Reflektanten solche Preiskataloge einsenden. 

^^Ko^llia^^S naturhistor. Institut, 

Berlin S. "IV. 11, Königgrätzerstr. 89. 

•^ -jf r^ if: ^ "jf ^ ^ yp •»^': ^ ^ ^ ^ ■yf ^ ^ ^ ^ '3^ ^ 

Ifoclßiscttü lAiarien- ii,T8rrarißil[iflß. 

herausgegreben von 



■'e^ o 



Dr. W. Wolterstorff, Museumskustos in Magdeburg. 

Verlag von 

G. Wenzel & Sohn, Braunschweig, 

Breitestrasse 1. 



Billige illu.strierte Fachzeilscluift für alle Besitzer von 
Aquarien und Terrarien, Freunde von lebenden Repti- 
lien, Amphibien, Fischen, Wasserinsekten, Wassermollusken 
u. dergl., sowie von Wasserpflanzen. Offizielles Organ einer 
grossen Anzahl Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde. 

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mk. Man abonniert 
durch Post oder Buchhandel. Wöchentlich erscheint eine 
Nummer von 12 Seiten (4"). Probenummern versendet der 
Verlag auf Verlangen gratis und franko. 



PROSPEKT 



Im Selbstverlage des Verfassers erschien soeben: 

ICONOGRAPHIA 



FOSSILIUM 



JViOLLUSCORUM 

IN TELLURE TERtlARlA 

HUNGARIAE, CROATIAE, SLAVONIAE, DALMATIAE, 

BOSNIAE, HERGEGOVINAE, SERBIAE ET BULGARIAE 

INVENTORUM. 

EDIDIT SPIRIDIO BRUSINA. 

ATLAS 

(XXX TABULARUM LITHOGRAPHICARUM VOLUMEN). 

Preis K 50.— 



Vor kaum 3 Decennieii wurde die neogene Mollusken-Fauna Ungarns, 
Kroatiens, Slavoniens, Dalmatiens und der Balkanländer erst entdeckt, 
jetzt ist ihre grosse Wichtigkeit, sei es für sich selbst und für die 
Zoogeographie, sei es für die Gliederung des Tertiärs und für die 
Evolutionslehre von höchster Bedeutung. Niemand anderer als Darwin 
selbst hat es anerkannt, indem er schreibt : „Die Congerien und 

Paliidinenschichten Slavoniens bieten den besten Fall dar, der 

mir jemals vorgekommen ist, in Bezug auf den Nachweis des directen 
Einflusses der Lebensbedingungen auf die Organismen." 

Was das Werk selbst anbelangt, bürgt der Name des Verfassers, 
welcher em. Universitäts-Professor, Director und Gründer des zoolo- 
gischen National-Museums in Agram ist, für dessen Gediegenheit. 
Professor Brusina beherrscht seit bald 40 Jahren das ganze Gebiet 
der recenten und tertiären Mollusken-Fauna der Adria und der süd- 
slavischen Länder. Leuchten der Wissenschaft, wie Jeffreys in Eng- 
land, Petit de la Saussaye, Tournouer, Crosse, Paul Fischer, Dautzen- 
berg, Cossmann in Frankreich, L. Pfeiffer, E. v. Martens, Kobelt und 
andere in Deutschland haben die Gewissenhaftigkeit und Gediegenheit 
der Arbeiten des Verfassers hervorgehoben. 

So viel uns bekannt, ist Prof. Brüsina der erste, welcher um 
die grösstmögliche Genauigkeit zu erreichen, alle Original- 
Exemplare, selbst die kleinsten, mittelst eines ausgezeichneten 
Apparates zur massigen Vergrösserung photographieren und nach 
Photographien und Originalen zeichnen liess. 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malaeozoologisßhen Gesellsekft. 



Aclitnuddreissigster Jahrgang. 
(1J)0«.) 

~ Heft IV. — 



(Oktober — Dezember.) 



Inhalt: 



Seite 

Wagner, Bemerkungen zum Genus Daudebardia Hartinann 177 
Lindhohn, Einige Bemerkungen über die Systematik der 

Valvatidae ' 1S7 

LindhoJm, Beilrag zur Molluskenfauna von Littauen . . . 193 

BiUoic, Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung . . . 196 
Hotiigmann , Beiträge zur Kenntnis des Albinismus bei 

Schnecken II 200 

Frau:, Physa acuta Drap., in Deutsciiland eingelniryerf . 202 

Sigl, Physa acuta Drp. bei München 203 

Kabelt, Zwei neue Murellaarten 204 

M'üst, Über Helix (Vallonia) saxoniana Sterki 206 

Goldfuss t, Ein Nachruf von Prof. 0. Taschenberg . , . 207 

Wüst, Die Verbreitung von Helix (Vallonia) excentrica Sterki 218 

Boettger, Aus dem Leben einer Ampiillaria 219 

Petrhoh, Zur Kenntnis der Molluskenfauna von Montenegro 220 

Literatur 221 



in 

♦♦Marinen-, Land- und Siisswasser - Conchyiien ♦♦ 

(über 10,000 Species) 
alles correct determiniert zu civilen Preisen, eigrene Sammler in den 
Tropen, Uebernahme von Bestimmungen, Kauf und Tausch mir fehlender 
Arten. Kataloge zu Diensten. 

Zusammenstellung ganzer Sammlungen oder einzelner Familien 
zu ermässigteii Preisen. 

Hermann Rolle, „Kosmos", naturhistor. Institut, 

(etabliert seit 1889) 
Berlin SW. 11, Königgrätzerstrasse 89. 

Mitteilungen und Anfragen. 

Die Senckenbergische naturforscheiide (Tesellschaft hat von 

Moellendorffs Doubletten noch ca. 800 Arten billig abzugeben. Ein 
Verzeichniss steht Interessenten zu Diensten. 



W, Paul Piillary, Naturaliste, Eckmuhl (Oraii) bietet in Tausch 
gegen wissenschafthche Publikationen oder auch gegen bar eine reiche 
Auswahl von Land- und Meeresconchylion der nordafrikanischen 
Länder von Tunis bis Marokko. Kataloge zur Verfügung. 

Ich suche die drei ersten Bände von Rossmaesslers Iconographie 
(1835—1859) mit schwarzen Tafeln in Tausch gegen nordische und 
exotische Conchyiien, eventuell gegen bar, zu erwerben. 

Henrik Seil, 

Kopenhagen, Turesengade. 

Wanted for Cash or exchange 

Zeits. für Maiac. Vol. I & II. 
Malak. Blätter 

vol. XV. Bogen 9. 10, 11. vol. XVL Bogen 6. 7, 8. or vols. 
XV & XVI complete; 

Zoological Record: Mollusca 

for 1865, 1866, 1887. 

Blanford. Contrib. Indian Malac. 

part. 1, 7, 8, 9. 

Gassies, Faune Conchyl. Nouvelle Caledonie 

part. ± 

€}. K. €^u€le, 114 Adelaide RD. 

London N.W^. 



No. 4. Oktober 1906. 

^N^achriclitsblatt 

der deutschen 

Malacozoologischen Gesellschaft. 

Acht iinddreissigster Jahrgang. 

Das Nachrichtsblalt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Ibonnementspreis : Mk. i3.- . 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s.w. gehen an 
die Redaktion: Herrn Dr. W. Kobeltin ScJiwanh ei m hei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung- des Herrn Moritz Diest^rweg' in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge und der Jalirbüclier 
siehe Anzeige am Schluss. 



Mitteilungen ans dem Gebiete der Malacozoologie. 
Bemerkungen zum Genus Daudebartlia Hartmauäi. 

Von 
Dr. A. Wagner, D im lach bei Brock a. Mur. 

Die Untersuchung zahlreicher Formen und hidividuen 
dieses Genus ist nur wenigen vergönnt, denn selbst in 
grossen Sammlungen sind Daudebardien äusserst spärlich 
und lückenhaft vertreten. 

Ich beabsichtige durchaus nicht den Neid und die 
Missgunst der Mitsammler zu erregen, wenn ich berichte^ 
dass es mir gelungen ist, seit meiner letzten Publikation 
über dieses Genus (Die Arten des Genus Daudebardia 
Hartmann in Europa und Westasien, in : Denkschriften der 
k. Akad. Wien V. G2, 1895) zahlreiche Exemplare zu unter- 
suchen, dies soll im Gegenteil nur eine Rechtfertigung tür 
mich und diejenigen sein, welche in Folge ungenügenden 



- 178 — 

Materiales unrichtige oder mangelhafte Beobachtungen ge- 
macht und durch VeröffentHchung derselben die Mitwelt 
irre geführt haben. 

Die bisher in der Literatur angeführten Formen dieses 
Genus sind zumeist auf die Beobachtung weniger zum 
Teile junger Individuen begründet. Ausserdem ist es den 
einzelnen Autoren bei der Aufstellung neuer Formen wohl 
nur ausnahmsweise möglich gewesen ein entsprechendes 
Vergleichsmaterial untersuchen zu können. 

Dazu kommt nun nach meiner Beobachtung, dass bei 
Daudebardien und besonders den Vertretern der Sectio 
Rufina Glessin die Erscheinungen von individueller Variation 
mit Rücksicht auf die Merkmale der Schale ganz auf- 
fallend sind. 

An demselben engbegrenzten Fundorte findet man 
bekanntlich tote Gehäuse der verschiedensten Entwicklungs- 
stadien; wie sowohl meine, als meines Freundes Moritz von 
Kimakowicz Beobachtungen erweisen, entsprechen unaus- 
gewachsene Gehäuse von Daudebardien nicht immer den 
Jugendformen anderer Landschnecken, denn das Wachstum 
der Schale hält bei Daudebardien mit der Geschlechtsent- 
wickelung des Tieres nicht gleichen Schritt, so dass auch 
geschlechtsreife Individuen oft eine mehr minder unaus- 
gewachsene Schale besitzen und unter Umständen mit 
einer unvollkommenen Schale absterben. 

Genus Daudebardia Hartmann. 

Subgenus Rufina Clessin. 
Sectio Rufina Clessin Mal. Bl. 1878. 

„ „ A. J. Wagner in : Denk. Ak. Wien. 

V. 62, p. 611, 1895. 

Sectio Eudaudebardia Westerlund (pari.) Fauna 1, 
p. 4, 1886. 

Sectio Pseudolibania De Stefani (pari.) Bull. Soc. 
Mal. V. 5, 1879. 



— 179 — 

Gehäuse offen oder teilweise bedeckt genabelt, aus 
2V2 bis 2^/4 Umgängen bestehend, von welchen 1^/* bis 2 
ziemlich langsam und regelmässig, die folgenden aber sehr 
rasch und in der Weise zunehmen, dass der Spindel- und 
Basalrand auffallend gegen den Oberrand zurückbleibt. Das 
Gewinde sehr niedrig bis flach, die Mündung sehr schief, 
leicht mondförmig ausgeschnitten und viel breiter als hoch. 

Die glatte Embryonalschale im Umrissse annähernd 
kreisrund, aus l V2 bis 1^/* langsam und regelmässig zu- 
nshmenden Umgängen bestehend, welche bei ausgewachsenen 
Schalen nahezu oder ganz von den übrigen Umgängen 
umgeben werden, also zentral. 

Verbreitungsgebiet: Deutschland, Oestreich, West- und 
Nordungarn, Italien mit Sardinien und Sizilien, Algier, die 
Balkanhalbinsel mit den Gycladen, Kreta und Kaukasien. 

Die Sectio PseudoUbania wurde von De Stefani für 
D. tarent'ma De Stefani aufgestellt ; da ich diese Form, 
wie sämtliche italienische Vertreter des Genus mit 
D. rufa Drap, und D. brecipes Drap, identifiziere, erscheint 
auch die Soction überflüssig. Aus dem gleichen Grunde 
haben Westerlund und andere Autoren die Daudebardion 
der Oslkarpathen mit Unrecht bei der Section Pseudolibania 
angeführt. D. sardoa Issel ist nach der ßesclireibung der 
Schale eine Rufina; die Schwanzdrüse derzeit schon 
sagenhaft. 

Daudehardia (Rufina) rufa Drap. 

Helix rufa Draparnaud in: Hist. nat. p. 118, t. VIII, 
f. 26—29, 1805. 

Daudehardia nivalis Benoit Illustr. sist. crit. icono- 
graphic. p. 53—54, t. 1, f. 8, 1857. 

Daudehardia hassiaea Glessin Mal. ßl. p. 96, t. 5, 
f. 7, 1868. 

Daudehardia heidi Glessin Mal. El., v. 19, p. 72, 
f. 1—7, 1872. 



— 180 — 

Daudebardia grandis Benoit Bul. soc. ital. I, p. 132, 
1875. 

Daudebardia mararignae Mandral. Cat. Madon. p. 11. 

Daudebardia tarentina De StefaniBull. soc. mal. ital. 
p. 11, 1879. 

Datidebardia haliciensis Westerlund Nachrbl. D. Mal. 
Ges. p. 67, 1881. 

Daudebardia rufa var. cycladum Martcns Arch. f. 
Naturgesch., v. 1, p. 181, t. 10, f. 1, 1889. 

Daudebardia rufa var. silesiaca A. J. Wagner in : 
Denk. Ak. Wien, v. 62, p. 613, 1895. 

Daudebardia rufa var. graeca A. J. Wagner in: 
Denk. Ak. Wien, v. 62, p. 613, t. 3, f. 19 a— b, 1895. 

Gehäuse eng, ausgewachsen teilweise bedeckt ge- 
nabelt, ziemlich fest, durchsichtig bis durchscheinend, 
glänzend, gelblich grünlich bis rotbraun gefärbt. Neben 
ungleichmässigen Zuwachsstreifen, welche besonders an der 
Naht und dem letzten Umgange deutlicher werden, ist 
mitunter eine Andeutung von zarten Spirallinien vorhanden. 
Die Oberseite flach gewölbt mit leicht vorspringendem Apex. 

Das Gewinde besteht aus 2^2 bis 2^/4 Umgängen, 
von welchen die ersten langsam und regelmässig, die 
folgenden ^U bis ^/4 auffallend rasch, bei den einzelnen 
Individuen jedoch ungleichmässig zunehmen ; der letzte 
steigt vorn deutlich herab, die Naht ist eingesenkt. Die 
Embryonalschale besteht aus ^l* langsam und regelmässig 
zunehmenden, glatten Umgängen und ist vollkommen zentral. 
Die Mündung schief^ breiter als hoch, durch den vorletzten 
Umgang leicht ausgeschnitten ; die Insertionen des Mund- 
saumes getrennt, der Oberrand konvex vorgezogen und 
herabgesenkt, der Spindeirand konkav, nahezu winkelig 
gebogen, an der Insertion mehr minder breit umgeschlagen 
und den Nabel teilweise bedeckend. D = 5,8, d = 3,7, 
H = 1,8 mm. 



— 181 ~ 

Neue Fundorte: Skutari in Albanien, Anioniniino in 
Calabrien, Sofia in Bulgarien, Castelnuovo in Süddalmatien. 

Das ungleichmässige Wachstum des letzten Umganges 
ist besonders bei dieser Art auffallend; nachdem ich hun- 
derte Exemplare der verschiedensten Fundorte vergleichen 
und untersuchen konnte, komme ich zu der Ucberzeugung, 
dass alle von mir oben als Synonyme bezeichneten Formen 
den Merkmalen der Schale nach mit dem historischen 
Typus zusammen fallen, also niclit einmal als geographische 
Varietäten unterschieden werden können. Die individuelle 
Variation erstreckt sich ausserdem auf die Grösse des Ge- 
windes, die Weite und Bedeckung des Nabels, die Färbung 
und mehr minder deutliche Streifung. 

Ein konstantes und sicheres Merkmal zur Charakteri- 
sierung dieser Art und Unterscheidung derselben von 
ähnlichen Formen finde ich in der Beschaffenheit der 
Embryonalschale und ihrem Verhältnisse zum übrigen 
Gehäuse. 

Daudehardia (Rup'na) rufa lederi Boettger, 

Daudebardia (Rufina) lederi Boettger. Jahrb. d. D. 
Malak. Ges. v. 8, p. 172, t. 7, f. 2 a— b, 1881. 

Daudehardia (Eufi'na) lederi A. J. Wagner in: Denk. 
Ak. Wien, v. 62, p. 614, t. 4, f. 28 a-d, 1895. 

Gehäuse im Allgemeinen grösser angelegt, deutlich 
weiter genabelt, dickschaliger; die Insertion des Mund- 
saumes durch eine dünne Schwiele verbunden, die 2 ersten 
Umgänge langsamer zunehmend. D = 6,8, d = 4, 
H = 1,8 mm. 

Fundorte: Letschgum, Kutais und Sotschi in Kau- 
kasien. 

Daudehardia (Rufina) hrevipes Drap. 

Helix hrevipes Drap. Hist. natur. p. 119, t. 8, 
f. 30—33, 1805. 



— 182 — 

Daudehardia brevipes var, carpathica A. J. Wagner 
in: Denk. Ak. Wien, v. 62, p. 615, t. 3, f. 22a-e, 1895. 

Daudehardia brevipes var. apennina A. J. Wagner in: 
Denk. Ak. Wien, v. 62, p. 616. 1895. 

Daudehardia brevipes var. benoiti A. J. Wagner in: 
Denk. Ak. Wien, t. 3, f. 23 a— e, p. 616, 1895. 

Daudehardia sicula A. Bivona Nuovi Moll. d. Palermo 
p. 5, f. 3, 1839. 

Daudehardia sicula Benoit Illustr. sist. crit. t. 1, 
f. 7, 1856. 

Daudehardia fisceri Bourguignat Malacol. de'l. Alg. 
p. 345, 1864. 

Daudehardia sicula Fischer J. de Conch, V, p.27, 1856. 

Daudehardia mimita Benoit in schedula. 

Die Embryonalschale besteht aus *^/4 etwas rascher 
als bei D. rufa Drp. zunehmenden Umgängen und ist auch 
bei ausgewachsenen Schalen niemals vollkommen zentral, 
bei jungen teilweise randständig gelegen. Die grössten 
von mir beobachteten Exemplare erreichen nur 27^ Um- 
gänge, sind deutlich kleiner angelegt und nehmen rascher 
zu als bei D. rufa Drp. Der letzte steigt vorn weniger 
herab, der Nabel ist enger, durch den Spindelumschlag 
mehr bedeckt, der Oberrand der Mündung stärker vorge- 
zogen und mehr herabgesenkt. D = 5, d=3,2, H= 1,6mm. 

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich nach meinem 
Materiale über Deutschland, Oesterreich, Westungarn, Italien 
mit Sizilien und Kaukasien. 

D. heydeni Boettger, ebenso D. patvlenkoi Boettger 
kann ich nach dem von mir untersuchten Materiale von 
vorstehender Art nicht unterscheiden. 

Subgenus Libania Bourguignat. 

Gehäuse geritzt oder bedeckt genabelt, aus 1 '/i bis 
l^/i Umgängen bestehend; hiervon entfallen ^li auf die 



— 183 — 

randständige Embryonalscliale und nehmen ziemlich rasch 
aber noch hyalinenarlig zu, während die übrigen '/* bis ^/4. 
Umgänge, aus welchen die Schale noch besteht, auffallend 
rasch und in der Weise zunehmen, das der Spindel- und 
Basalrand gegen den Oberrand der Mündung slark zurück- 
bleibt, die Mündung auffallend schief und breit wird. Die 
Insertionen des Mundsaumes werden durch einen deutliclien, 
vom umgeschlagenen Spindelrande ausgehenden (lallus 
verbunden, welcher teilweise auch die Unterseite des Ge- 
windes und die Nabelgegend bedeckt. Im Gaumen befinden 
sich gekörnelte und schwielige Auflagerungen, welche 
konstant eine scharf begrenzte Zone in der Umgebung der 
Naht freilassen ; diese bogenförmige, konzentrisch mit der 
Naht verlaufende Grenzlinie wird als Calluslinie bezeichnet 
und zeigt bei den einzelnen Formen einen verschiedenen, 
für dieselben charakteristischen Krünunungshalbmesser. 

Verbreitungsgebiet: Syrien, Kleinasien, die Inseln 
Greta und Nikaria, die Halbinsel Krim und Kaukasien. 

Daudebardia (Libania) jetschini A. J. Wagner. 

Dmidebardia (Libmna) jetschini A. J. Wagner in: 
Denk. Ak. Wien, v. G2, p. 618, t. 5, f. 30a— b, 1895. 

Zu meiner Beschreibung habe ich auf Grund weiterer 
Beobachtungen noch hinzuzufügen: Gehäuse nur aus V* Um- 
gängen bestehend, wovon '74 auf die im Umrisse annähernd 
kreisförmige Embryonalschale entfallen. D = 6,8, d = 3,8, 
h = 2,5 mm. 

Die Unterschiede dieser Art von D. boettgeri Clessin 
sind wesentlich andere, als ich in meiner ersten Beschreibung 
angeführt habe, da mir damals kein Üriginialexemplar von 
D. boetgeri, sondern irrtümlich D. saulcyi Brgt. aus Sam- 
sun in Kleinasien zum Vergleiche vorgelegen hat. 

Von D. boettgeri Clessin aus der Krim unterscheidet 
sich D. Jefschini m. durch die anfangs langsamer zuneh- 
menden Umgänge, welche erst unmittelbar vor der Mündung 
sehr rasch ziuiehmen, so dass dieselbe auffallend breit 



— 184 — 

wird, ferner durch den weniger konkaven, nahezu ge- 
streckten Spindelrand der Mündung. Der die Unterseite 
des Gewindes nur teilweise bedeckende Splndelcallus ist 
dicker, lässt einen deutlichen Nabelritz frei und verbindet 
die Insertionen des Mundsaumes nicht, sondern erscheint 
tütenförmig unter den Oberrand eingerollt; die Galluslinie 
ist weniger gekrümmt und bleibt der Naht mehr genähert; 
die Embryonalschale hat einen annähernd kreisförmigen 
Umriss, ihre Umgänge nehmen langsamer zu. 

Ebenso bestehen die Unterschiede gegenüber D. saulcyi 
Brgt. in der mehr kreisförmigen Embryonalschale, den 
anfangs langsamer zunehmenden Umgängen, dem deutlichen 
Nabelritz, der Beschaffenheit des Splndelcallus, der flacheren 
Oberseite, dem verhältnismässig kleineren und im Profil 
weniger hervortretenden Gewinde. 

Dcmdebardia (Lihania) hoettgeri Clessin, 
D. hoettgeri Clessin Malak. Bl. N. F. VI, p. 38, t. 2, 
f. 9 — 10, (non D. hoettgeri A. J. AVagner in: Denk. Ak. 
Wien, V. 62, p. 619, t. 5, f. 31 a— b, 1895 = D. saulcyi 
Brgt. von Samsun). 

Gehäuse im Umrisse breit elliptisch, aus ''/* rasch zu- 
nehmenden Umgängen bestehend, von welchen ^/4 auf die 
im Umrisse elliptische Embryonalschale entfallen. Die 
Oberseite gut gewölbt, der letzte Umgang vorn herab- 
steigend, das Gewinde im Profile deutlich vortretend. Der 
Oberrand wenig gebogen, der Spindelrand stärker und 
konkav eingebogen; der dünne Splndelcallus verbindet die 
Insertionen des Mundsaumes und verdeckt die Nabelgegend. 
Die Galluslinie ist stark gekrümmt und von der Naht ent- 
fernt. D = 5,2, d = 3,7, h = 1,6 mm. 

Verbreitung : Nur in der Krim, Strateis und Theodosia. 

Daudebardia {Libania) saulcyi Bourguignat. 
D. (Libania) boettgeri (part) A. J. Wagner in: Denk. 
Ak. Wien, v. 62, p. 619, t. 5, f. 31 a-b, 1895. 



- 185 — 

D. (Lihania) saulciji A. J.Wagner in: Denk. Ak. Wien, 
V. 62, p. 619, t. 4, f. 25a— d, 29 a— b, 1895. 

Neuer Fundort: Samsun am schwarzen Meer. 

Subgenus Carpathica A. J. Wagner. 

Sect. Carpathiea A. J. Wagner in: Denk. Ak. Wien, 
V. 62, p. 621, 1895. 

Seet. lllyrica A. J. Wagner in: Denk. Ak. Wien, 
V. 62, p. 624, 1895. 

Gehäuse nur aus ^/i bis "/* sehr rasch zunehmenden 
Umgängen bestehend, von welchen V* auf die voUkomnion 
randständige und verhältnismässig sehr kleine Embryonal- 
schale entfallen. Der Nabel ist bei der geringen Zahl der 
Umgänge nur durch eine seichte Vertiefung angedeutet, 
welche mitunter durch den umgeschlagenen Spindelcallus 
teilweise verdeckt wird; der Spindelrand häufig tülenförmig 
unter den Oberrand eingerollt; die CkUluslinie stark ge- 
krümmt und von der Nalit entfernt. 

Verbreitung: Siebenbürgen, Ost- und Nordungarn, 
Galizien, Krain, Groatien, Bosnien und Herzegowina. 

Daudehardia (Carpathica) langi Pfeiffer. 

Helicophanta langi Pfe'ülcr, Symbolae III, p. 81, 1856. 

Daudehardia langt Pfeiffer, Mart. Ghemn. Sys. Gonch. 
Gab. Bd. I, Abt. 11, p. 5, t. 1. f. 6-9. 

Daudehardia (Lihania) langt A. J. Wagner in : Denk. 
Ak. Wien, v. 62, p. 620, t. 5, f. 32 a-e, 1895. 

Schale aus '''/4 Umgängen bestehend; von welchen 
^li auf die vollkommen randständige Embryonalschale ent- 
fallen. Der Spindelrand an der Insertion umgeschlagen 
und die Unterseite des Gewindes teilweise bedeckend. 
D = 6,2, d = 4,1, II = 1,6 mm. 

Verbreitung: Nur im Banal (Mehadia, Anina, Steier- 
dorf). Ich habe diese Art früher bei Libania eingeteilt, 
die Untersuchung zahlreicher gut erhaltener Exemplare 



— 186 - 

überzeugte mich jedoch, dass D. langi Pfr. mit Rücksicht 
auf die Beschaffenheit der Embryonalschale und die geringe 
Zahl der Umgänge vollkommen den Vertretern des Snb- 
genus Garpathica m. entspricht. 

Daudebardia (Carpathica) kimakowiczi A. J. Wagner. 

D. kimakowiczi A. J. Wagner in : Denk. Ak. Wien, 
V. 62, p. 621, t. 5, f. 33 a— e, 1895. 

Von D. langi PfeitTer durch das kleinere, im Profil 
gar nicht vortretende Gewinde, die rascher zunehmenden 
Umgänge, die deutlich tütenförmige Einrollung des Spindel- 
randes unterschieden. 

Daudebardia (Carpathica) calophana Westerlund. 

D. calophana Westerl. K. Vet, Akad. Forh. 1881, 
H. 4, p. 51. 

Eudaudebardia (Lihania) jickelü Kimakowicz. Beilrag 
zur Moll. Fauna Siebenbürgens. II. Nachtrag p. 141 — 143. 
1890. 

Daudebardia (Carpathica) calophana A.J.Wagner in: 
Denk. Ak. Wien, v. G2, p. 622, !. 5, f. 34a -e, 1895. 

Daudebardia (Carpathica) transsilvanica Kimakowicz. 

Eudaudebardia (Pseudolibania) transsilvanica Kima- 
kowicz in : Beitrag zur Moll. Fauna Siebenbürgens. II. Nach- 
trag p. 148-146, 1890. 

Daudebardia (Carpathica) transsilvanica A. J. Wagner 
in: Denk. Ak. Wien, v. 62, p. 623, t. 5, f. 35a- e. 1895. 

Daudebardia (Carpathica) stusslneri A. J. Wagner. 

D. (lllijrica) stussineri A. J. Wagner in: Denk. Ak. 
Wien, V. 62, p. 624, t. 5, f. 36 a— b. 

D. (llhjrica) stussineri var. croatica A. J. Wagner in : 
Denk. Ak. Wien, v. 62, p. 624, t. 5, f. 37 a— e, 1895. 

Neue Fundorte : Zwiezda bei Sarajevo, Plasa bei 
Jablanica. 



- 187 - 
Einige Beinoi kungen über die Systematik der Valyatidae. 

Von 
W. A. Lindholm. 



Trotzdem die Valvaten sich durch sehr charakteristische 
Merkmale sowohl in anatomischer, als auch in conchylio- 
logischer Hinsicht von den übrigen kiemenatmenden Süss- 
wassergastropoden unterscheiden, sind sie bis in die neueste 
Zeit mit dem übrigen Gross der Branchiata in eine Sektion 
vereinigt worden. Sowohl Dr. C. A. Westerlund*) als 
auch Dr. W. Kobelt**) stellen die Familie Valvatidae in 
ihren neuesten systematischen Uebersichten der palearktischen 
Binnenmollusken in die Sectio Ctenobranchia, welche zahl- 
reiche, z. T. sehr verschiedenartige Familien in sich schliesst. 
Dieser Sektion steht als zweite gleichwertige Abteilung in 
den erwähnten Systemen die Sectio Äspidobranchia gegen- 
über, welche sich auf die natürlich und scharf umgrenzte 
Familie der Neritidae gründet. Der erstgenannte Autor 
trennt jedoch ausserdem die Ctenobranchia in zwei nicht 
besonders benannte Gruppen, von denen die eine nur die 
Valvatidae nmfasst. Die Kennzeichen dieser Gruppe werden 
wie folgt angegeben (1. c. p. 51): „Animal hemaphroditum, 
tentaculis intus ad basin ocuhferis, maxilla tripartita." 
Den übrigen Ctenobranchia, welche die zweite Gruppe bilden, 
sind dagegen folgende Merkmale gemeinsam (1. c. p. 44): 
„Animal sexibus disjunctis, tentaculis exlus oculiferis, 
maxillis duabus. " 

Wie hieraus ersichtlich sind sehr durchgreifende 
Unterschiede zwischen beiden Gruppen vorhanden. Schon 
allein das Hauptcharakteristikum der Valvatidae, dass das 

*) Dr. C. A. Weslerlund, Methodus dispositionis Conchyliorum 
exlramarinorm in Regione palaearctica viventium, familias, genera, 
subgenera et stirpes sistens. Zagrabiae 1902 p. 51 (Separatum). 

*♦) Dr. W. Kobelt, Iconographie der Land- und Süsswasser- 
MüUusken. Neue Folge, XI. Bd. Wiesbaden 1904 p. 139. 



- 188 — 

Tier nämlich im Gegensatze zu den übrigen Ctenobranchia, 
welche so weit bekannt, getrennten Geschlechts sind, ein 
Zwitter ist, rechtfertigt, dass diese Familie, ähnlich wie die 
gleichfalls zwitterigen Neritidae, in eine besondere den beiden 
anderen Sectionen (Ctenobranchia et Aspidobranchia) coor- 
dinirte Gruppe untergebracht wird. Hierzu kommt Loch 
die weitere, von Dr. G. A. Westerlund hervorgehobene 
Eigentümlichkeit in der Stellung der Augen, die sich nach 
den übereinstimmenden Beobachtungen der Autoren, bei 
den ValvaUdae an der Innenseite der Fühlerbasis befinden, 
während sie bei den übrigen Ctenobranchia (mit alleiniger 
Ausnahme der Familie Assimineidae) an der Aussenseite 
der Fühlerbasis stehen. Was nun das drille Unterschei- 
dungsmerkmal anbelangt, welches Dr. C. A. Wester- 
lund der Beschaffenheit des Kiefers entlehnt hat, so 
widersprechen sich hierin die verschiedenen Autoren. 
R. L e h m a n n ,*) M o q u i n T a n d o n**) und S. G 1 e ss i n***) 
geben an, dass der Kiefer dreiteilig ist, indem ein rudi- 
mentäres Miltelstück vorhanden sei. Dagegen wird der 
Kiefer als zweiteilig von folgenden Autoren beschrieben: 
Dr. W. Kobelt,^) Dr. G. A. Westerlund,^) Dr. W. 
Dybowski^) und 0. Goldfuss*). Es müssen daher 



*) R. Lehmann, Die lebend. Schnecken und Muscheln der Um- 
gegend SteUins. 1873 p. 253 (Valmta i^riscimdis Müll.), p. 256 (V. 
macrostoiiia Steenh. ; „Kiefer der vorigen Arl ähnlich") u. p. 258 
(V. cristata Müll.). 

**) Cfr. Dr. W. Kobelt, Fauna der nassauischen Molluslcen 
1871 p. 210. 

***) S. Glessin, Deutsche Excursionsmolluskenfauna. 2. Auflage. 
1884 p. 454. 

') Dr. W. Kübelt 1. c. p. 210. 

) Dr. C. A. Westerlund, Fauna der in der palearklischen 
Region lebenden BinnenconchyHen, Heft VI. 1886 p. 131. 

^) Dr. W. Dybowski, Die Gasteropoden-Fauna des Baikalsees. 
1875 p. 30 (Valrata halcalensis Gerstf.) im Jahrb. der Deutschen 
Malacozool. Gesellch. 1886 p. 116 (V. sorensis Dyl). : hier wird aus- 
drücklich betont, dass der Kiefer bei den Valvaten „zwei-, nicht aber 
dreiteilig" ist. 

*} 0. Goldfuss, Binnenmollusken Mittel-Deutschlands. 1900 p. 249. 



— 1 89 — 

weitere diesbezügliche Untersuchungen abgewartet werden; 
vorläufig kann der Kiefer als diagnostisches Merkmal noch 
nicht verwendet werden. Dagegen können noch folgende 
Kennzeichen Verwertung finden : Die zierlich gefiederte 
Kieme, welche wohl bei allen Valvatidae aus dem Mantel 
hervorgestülpt werden kann und bereits wiederholt ab- 
gebildet worden ist, und der zart hornige, fast knorpel- 
artige, kreisrunde Deckel, welcher aus zahlreichen, eng- 
gewundenen Spiralen besteht und einen zentralen Nuclens 
besitzt. 

Für diese auf die Familie de)' Valvatidae begründete 
Section würde ich mit Rücksicht auf die Structur der 
federartigen Kieme die Bezeichnung Pterohranchia vor- 
schlagen. Die kiemenatmenden Deckelschnecken (Branchiata 
bei Kobelt, Operculala hi/grophila bei Westerlund), welche 
die Binnengewässer der palearktischen Region bewohnen, 
Hessen sich somit auf drei coordinirte Sectionen verteilen : 
Sectio I : Ctenohranchia mit den Familien Ampullariidae, 

Paludinidae, Byth'miidae, Benedictiidae, Hydrohiidae, 

BaikaUidae, Melanüdae, Moitessleridae. 
Sectio II: Pterohranchia mit der Familie Valvatidae. 
Sectio III: Äspidohranchia mit der Familie Neritidae. 

7m den Valvatidae gehören nach Dr. C. A. Wester- 
lund zwei Gattungen: Valvata Müll, und Ändrussovia 
Brus. Das letztere Genus, welches mir nur nach der kurzen 
Diagnose Westerlunds^) bekannt ist, ist in seinem Vor- 
kommen auf das Caspische Meer beschränkt und scheint 
eine durch den Aufenthalt im salzhaltigen Seewasser modi- 
fizierte Form des Valvatentypus mit oben und unten aus- 
gebuchtem Mundsaume darzustellen. Die echten Valvalen 
sind nämlich, soweit mir bekannt, ausschliessliche Süss- 
wasserbewohner und lebend bisher im See- oder Brack- 
wasser (z. ß. in der Ostsee) nicht beobachtet worden. 

') Dr. C. A. Westerlund, Methodus etc. p. 52. 



— 19ü -" 

Daher ist das Auffinden eines Veiireters der Valvatidae 
(Andrussovia Di/bowskii Brus.) im Gaspi-See sehr über- 
raschend; doch scheinen Tier und Deckel dieser Art nicht 
bekannt zu sein und deshalb kann die Unterbringung dieser 
Species bei den Valvatidae nur eine provisorische sein. 

Was nun die Gattung Valvata Müll, anbelangt, so 
sind die hierher gehörigen recenten Arten der palaearktischen 
Region nach den Gehäusecharakteren auf vier Subgenera: 
Concinna Hübn,, Tropidina Adams, Gyrorhis Filz, und 
Jelskia Bgt. verteilt worden.') Das Studium der wunder- 
baren Riesenformen des Baikal-Sees (Valvata baicalensis 
Gerstf. und V. grubei B. Dyb.) veranlasst mich folgende 
Einteilung der Gattung Valvata Müll, zu proponiren : 

I. Subgenus: Concinna Hübn. 1810.^) Typus: Nerita 

piscinalis Müll. Verbreitung: Europa; Sibirien, Kau- 
kasus, Syrien und Aegypten (teste Westerlund). 

II. Subgenus: Alropidina nov. nom. (= Tropidina part. 

West.). Typus: Valvata pulchella Stnd. Verbreitung: 
Europa, Sibirien, N.-Afrika (teste West.), ferner N.- 
Amerika. 

III. Subgenus: Valvata s. str. Müll. 1774 (= Gyrorbis 

Fitz. 1883) Typus: Valvata cristata ^\ü]\. Verbreitung: 
Europa, Sibirien (teste West.). 

IV. Subgenus: Megalovalvata nov. (= Gyrorbis part. West.). 

Typus Valvata grubei B. Dyb. Verbreitung; Baikal- 
see in Sibirien. 

V. Subgenus: Liratina nov. (= Tropidina part. West.). 

Typus: Valvata baicalensis (Gerstf.) Dyb. Verbreitung: 
Baikalsee in Sibirien. 



') Cfr. Dr. C. A. Weslerlund, Melhodus etc. p. 51. 

=) In seiner Fauna etc. Heft VI p. 132 nennt Dr. C. A. Wester- 
lund diese Untergattung Cincinna Hübn. Da mir der Hübner- 
sche Aufsatz nicht zu Geliote sieht, kann ich leider nicht entscheiden, 
welche Schreibvveise von diesem Autor angewandt worden ist. 



— 191 — 

VI. Subgenus: Tropidina Adams 1854. Typus: Cyclostoma 
tricarinatum Say. Verbreitung: N.-Amerika. 

Der Typus der Gruppe Tropidina Adams, die nord- 
amerikanisclie Valvata tricarinata (Say.)^), die ich nach 
Exemplaren aus der Sammlung des NaturhisLorischen 
Museums zu Wiesbaden Dank der Liebenswürdigkeit des 
Herrn Custos Ed. Lampe mitersuchen konnte, steht durch 
die starken leistenartigen Längskiele auf den Umgängen 
und die Gehäuseform so isohert da, dass sie mit den kiel- 
losen weitgenabelten Formen, die sich um V. imlchella 
Stud. gruppieren, nicht in eine Untergattung vereinigt 
werden kann. Es ist daher gerechtfertigt, die letzteren in 
ein eigenes Subgenus auszuscheiden, dass ich vorschlage, 
Atropidina zu benennen. 

Auch kann F. baicalensis (Gerstf.) Dyb.") niclit unter 
Tropidina Adams, eingereiht werden, und muss deshalb 
diese interessante Species zum Typus einer eigenen Gruppe 
erhoben werden, da sie gewissermassen ein Mittelglied 
zwischen Tropidina und Atropidina darstellt : mit ersterer 
hat sie das mit Längskielen versehene Gehäuse, mit letzterer 
den sehr weiten Nabel und das sehr wenig erhobene Ge- 
winde gemeinsam. Nach den erwähnten Längskielen lege 
ich diesem Subgenus Liratina bei. 

Was schliesslich das dritte neue Subgenus Meyalo- 
valvata m. anbetrifft, welches ich d.uf Valvata griihel Dyh.^), 
die gegenwärtig bekannten grösste Species der Gattung 
begründet habe, so verhält sich diese Gruppe zu der 
Untergattung Valvata s. str. in der Grösse etwa wie die 
Landschneckengattung Strophia Albers zu Fnpa Drap, (in 

') Cfr. Küster in Martini & Chemnitz System. Conchylien 
Cabinet: Die Gattungen Paludina, Hydrocaena und Valvata. Nürnberg 
1852 p. 87 Taf. 14 Fig. 14—15. 

-) W. Dybowski, Die Gastropoden-Fauna des Baiival-Sees. St. 
Petersburg 1875 p. 28 Taf. 11 Fig. 1—5. 

*) W. Dybowski I. e. \>. 31 Taf. II Fig. 6-10. 



— 192 - 

sensu lato)0- Ausserdem besteht zwischen den beiden 
Typen V. cristata Müll, und V. gruhei ß. Dyb. noch ein 
weiterer Unterschied und zwar sollen bei der ersteren Art 
die äusseren Seitenplatten der Radula nach Dr. R. Leh- 
mann (1. c. p. 259 Taf. XIX Fig. 93) ungezähnelt sein, 
während die gleichen Platten der V. gruhei B. Dyb. nach 
Dr. W. Dybowski (1, c. p. 32 Taf. VIIl Fig. 12) zahl- 
reiche Dentikel tragen. 

Dr. C. A. Westerlund führt ferner das von R. 
Bourguignat 1877 creirto Subgenus Je?sA;ia auf, welches 
auf die mysteriöse Valvata jelskii Grosse^) aus dem Dniepr 
bei Kiew basiert ist. Nach Mörch soll diese Art, welche 
nach der von Grosse veröffentlichten Abbildung zu ur- 
teilen, sehr ähnlich einem ganz jungen Planorhis (Spiro- 
discus) corneus (L.) aussieht, nichts anderes als das Jugend- 
gehäuse von Lithoglyphus darstellen. Es dürften dann aber 
freilich nur abnorm ausgebildete jugendliche Stücke von 
Lithoglyphus naticoides Fer,, der einzigen Art ihrer Gattung 
im Dniepr, in Betracht kommen, da normale Gehäuse von 
jungen Exemplaren dieser Species, wie sie mir reichlich 
aus dem Flusse Oskol und dem Rhein vorliegen, nichts 
mit der Grosse'schen Figur zu tun haben. Seit 1863 ist 
V. jelskii Gr. nicht wieder gefunden worden. 

Ferner sei hier noch erwähnt, dass Herr Prof. Dr. 
0. Boettger^) geneigt ist, einige minutiöse Schnecken, 
welche bisher zu den Valvalen (\. exilis Palad., delevieleusae 
Hagenmüll, und V. hagenmülleri Bgt.) gerechnet worden 
waren, als zu der von ihm neuerdings aufgestellten Gattung 
Daudehardiella Bttgr. gehörig anzusehen. 

Im VI. Hefte seiner „Fauna der in der palaearktischen 
Region lebenden Binnenchonchylien" p. 145 zählt Herr 

') Cfr. Dr. 0. Boettger, Die EiUvvickelung der Pupa-Arten des 
Miltelrheingebietes in Zeit und Raum. Wiesbaden 1889 p. 7. 

') Journal de Gonchyliologie 1862 p. 382— 3S4. PI. XIII f. 3. 
'j Naehrichtsblatt d. d. Mal. Ges. 1905 p. 120. 



— 193 — 

Dr. G. A. Weste i'l und verschiedene „Valvala-Arten* auf, 
welche sich in der Folge als Gehäuse von Insectenlarven 
erwiesen hahen. In der Sammlung des Naturhistorischen 
Museums zu Wiesbaden*) befindet sich ein schnecken- 
artiges Gebilde, welches die Etikette „Nalvata lustricu Mke., 
Ohio" trägt. Bei genauerer Prüfung erwies es sich als ein 
aus feinen Quarzkörnern mosaikartig zusammengefugtes 
Gehäuse einer Insektenlarve. 



Beitrag zur Moliuskeufauna von Littauen. 

Von 
W. A. Lindholm, Wiesbaden. 



Von meinem verehrten Freunde, Herrn Maximilian 
Beckmann, habe ich neuerdings eine kleine Kollektion 
Gonchylien erhalten, die er auf meine Anregung hin im 
Laufe des Sommers 1905 bei Brest-Litowsk zusammen- 
gebracht hat. Indem ich ihm auch an dieser Stelle meinen 
verbindlichsten Dank für sein freundliches Entgegenkommen 
ausspreche, gebe ich im Nachstehenden das Verzeichnis 
der kleinen Sammlung, die fast ausschliesslich aus Süss- 
wasser-Arten besteht. Das ganze Material stammt aus 
dem Flusse Bug, einem rechten Tributär der Weichsel, 
und ist wie oben schon erwähnt in der unmittelbaren 
Umgebung der Stadt BrestLitowsk gesammelt worden; 
wir erhalten also, so weit mir die Literatur bekannt, in 
nachfolgender Liste die ersten Nachrichten über die Mol- 
luskenfauna dieses Teiles von L i 1 1 a u e n. Vergleichen 
wir diese Ausbeule mit den vorhandenen Verzeichnissen^) 



') Gfr. Aug. Römer, Catalog der Concliylien-Sammlung des 
Naturh. Museums zu Wiesbaden, in: Jahrb. des Nassauisch. Ver. f. 
Naturkunde. Wiesbaden 1891 p. 52 (Separatum). 

")W. Dybowski & V. Godlewski, Zur Molluskenfauna 
Lithauens, in: Sitzungsberichte d. Naturf. Gesell, bei d. Universität 



— 194 — 

littauischer Mollusken, so finden wir immerhin zwei für 
Littauen neue Spezies darunter, nämlich : Planorbis (Tropi- 
discus) carinatus (Müll.) und Lithoglyphus naticoides Fer. Da 
beide Arten sowohl für Polen ^) als auch für die russischen 
Ostseeprovinzen^) angegeben werden, so stand das Vor- 
kommen derselben in Littauen zu erwarten. Von den 
übrigen Arten verdienen noch Planorbis (Diplodiscus) septem- 
gyratus Rm. und Valvata (Concinna) naticina Mke. als 
interessantere Funde hervorgehoben zu werden. 

Liste der Arten. ^) 

1. Zonitoides nitidus (Müll.). 1 fast erw. Stück. 

2. Limnaea (Lymnus) stagnalis (L.). Ein erw., leider 

defektes Exemplar, dessen letzter Umgang ziemhch 
stark hammerschlägig ist. 

3. L. (Limnophysa) palustris (Müll.) 3 jüngere und ein 

fast erwachsenes Stück. 

4. Planorbis (Spirodiscus) elophiliis (Bgt.) var, ammonoceras 

(West.). Vier Stücke, von welchen das grösste (lat. 
29 mm, alt. 1 1 mm) auf dem letzen Umgang hammer- 
schlägig ist. Ein ganz junges Exemplar von 2Va 
Umgängen zeigt die feine, mit zierlicher Behaarung 
besetzte Spiralstreifung sehr deutlich*). 



Dorpat, Bd. VII, Heft II, Dorpat 1886 p. 265—377. — O. v. Möl- 
lendorff, Zur Fauna von Russisch-Litthauen in Nachrbl. d. d. mal. 
Ges. 1898 p. 1—5. 

*) A. Slosarski, Materiaux pour la faune inalaoologique de 
Pologne, in Bull, de la Soc. Zool. de France. Paris 1876 p, 298. 

°) Prof. M. Braun, Die Land- und Süsswassermollusken der 
Ostseeprovinzen. Dorpat 1884 p. 72. 

') Die mit einem * versehenen Arten liegen nur in gebleichten, 
verkalkten Gehäusen vor. 

*) Diese Beobachtung ist durchaus nicht neu, wie es von Herrn 
Dr. L. Lindinger (Nachrichtsbl. d. d. m. Ges. 1905 p. 196) ver- 
mutet wird, da bereits 1848 von A. G. Schwenk (Uebersicht der 
Land- und Süsswassermollusken Livlands p. 31 — 33) diese eigentüm- 



— 195 — 

5. Plmiorbis (Tropidisciis) umbilicalis (Müll.), 5 Sl. 

6. PL (Tropidiscus) carinatus (Müll.). Ein erwachsenes, 

sehr schön erhaltenes Exemplar von 4V2 Umgängen. 
Lat. 14,5 mm, alt. 2,75 mm. 

7. PL (Diplodiscus) vortex {L.). Fünf Stücke, von welchen 

das grösste 6 Umgänge bei einem Durchmesser von 
9 mm besitzt. 

S. PL (Diplod.) septemgyratus (Ziegl.) Rm. Ein leeres, 
aber frisches Exemplar einer kleinen, scharf gekielten 
Form von nur 6 mm Durchmesser bei vollen 7 Um- 
gängen. 

9. PL (Oyraulus) albus (L.). Zwei jüngere Exemplare. 

10. PL (Hippeutis) fontanus (Lightf.). 1 etwas defektes S(. 

11. Vivipara duboisiana (Mss.). Mehrere junge und ein 

erwachsenes Exemplar; sämtlich auf hellem Grunde 
mit drei deutlichen, rotbraunen Binden. Maasse des 
grossen Stückes: Geh. 28 mm hoch, 20 min breit; 
Mdg. 15 mm hoch, 11 mm breit. 

12. Bythinia tentacidata (L.). Zahlreiche Stücke bis 11,5 

mm hoch und 7,5 mm breit. 

13. * Lithoglyphus naticoides (Fer.). Zahlreiche Exemplare. 

Maasse: Geh. 8 mm hoch und breit; Mdg. 6,5 mm 
hoch, 5 mm breit. Bei erw. Stücken ist der letzte 
Umgang unter der Naht horizontal abgeflacht, sodass 
eine schmale Schulterkante entsteht; und der Muud- 
saum in der Mitte nicht vorgezogen. 

14. * Valvata {Concinna) naticina Mke. 6 Stücke, von 

welchen erwachsene bei 8V2 Umgängen 4 nmi hoch 
und 5,5 mm breit sind. 

15. *Neritina fluviatilis (L.). 9 St., zum Teil angefressen. 

liehe Jugendbehaarung von PI. corneus (L.) beschrieben wird. Auch 
wird sie von Dr. C. A. Westerlund in dessen vortrefflichem 
Standardwerk (Fauna d. in der paläarct. Region lebenden Binnen- 
conchylien, Heft V, p. 65) erwähnt. 



— 196 — 

16. * Sphaerium (Sphaeriastrum) rivicola (Leach) Lam. 

Fünf einzelne Klappen bis 21 mm lang und 16,5 
mm hoch. 

17. '^Sph. (Cyrenastrum) solidum Norm. Drei Schalen, 

von welchen die grösste 1 1 mm lang und 9 mm 
hoch ist. 

18. * Pisidium (Fluminina) amnieum (Müll.). Zwei einzelne 

Klappen. Die grössere, welche 4 deutliche Jahres- 
absätze zeigt, misst: Alt. ad umb. 8 mm, long. 10 mm. 

19. Unio rostratus Lam. Eine einzelne (linke) Klappe von 

dunkelolivgrüner Färbung, ohne Strahlenzeichnung. 
Long. 53 mm, alt. ad umb. 26 mm. 

20. Unio tumidus Retz. Eine rechte Klappe ; die hellbräun- 

liche Epidermis ist z. T. stark abgerieben. Long. 
43 mm, alt. ad umb. 26 mm. Ausserdem ein Jugend- 
schälchen mit charaktei'istischer Wirbelskulptur. 

21. Unio batavus yisii. & Rack. Zwei Jugendschälchen und 

zwei einzelne Klappen von schwärzlichbrauner Fär- 
bung. Long. 49 mm, 59 mm. Alt. ad umb. 27,5 
mm, 21 mm. 

22. * Dreissensia polymorpha {Pa\\.). Zwei einzelne Klappen, 

von welchen die eine 26,5 mm lang und 12 mm 
hoch ist, während die andere bei einer Höhe von 
13 mm eine Länge von nur 24 mm aufweist. 



Einige Seltenheiten aus meiner Sammlung. 

Von 

G. Bülo w, Berlin. 

Mit Tafel 3a und 4a. 



Tafel 3a gibt eine Abbildung von Fusus corpulen- 
tus Smith , beschrieben in : The Annais and Magaz. Nat. 
Hist. Band IX (1882) Seite 844. Diesen Namen änderte 



197 



aber der Autor selbst im Journal of Gonchology Band V 
Seite 237 in Fiisus Pricei, weil jener Name schon von 
Conrad für eine fossile Art verwendet war. Nach dem 
Gehäuse zu urteilen, stimme ich der Ansicht des Mr. 
Sowerby in London bei, dass diese Art besser unter Semi- 
fusus (Hemifusus) steht, dem Subgenus derFam. Melongenidae 
(früher Pyrulidae). Das Exemplar meiner Sammlung stammt 
von N.-W. Australien und hat eine Grösse von 165:80 mm, 
ist von zahlreichen continualen^) Hippen umgeben, rotgelb 
in der Farbe und zeigt noch Reste einer graugrünlichen 
dicken Epidermis. Die Arten der Fam. Melongenidae liegen 
wie folgt in meiner Sammlung: 

Melongen a. 
patula Brod. 
melongena L. 
bispinosa Phil. 
Corona Gmel. 
galeodes Lam. 



, „ var. angulata 

Lam. 
paradisiaca Martini = 

citrina Lam. 
paradisiaca Martini var. 

nodosa Lam. 
pallida Brod. = anomala 

Reeve. 
subrostrata Gray. 



Se m ifusus. 
tuba Gmel. 

„ „ var. colossea Lam. 

pricei Smith, 
morio L. 

„ „ var. coronata Lam. 
non Reeve. 
cochlidium L. 

ternatanus Gmel. 
elongatus Lam. 

bucephala Lam. 

pugilina Born (= vespertilio 
Gmel.) 

lacteus Rve. 



') Ich möchte den Herren Conchyliologen ans Herz legen, für 
die Richtungen lang und quer der Gehäuse und Schalen der Mollus- 
ken nur diejenigen Ausdrücke zu verwenden, welche Herr Professor 
von Härtens in dem sehr interessanten Artikel Nachrichtsblatt 1901 
Seite 1 vorschlägt und daselbst auch näher begründet: Die Richtung 
nach Fortschreiten des Wachstums überall fortlaufend = con- 
ti n u a 1 , dagegen die hierzu rechtwinklige Richtung (also die Rich- 
tung der Anwachsstreifen) querlaufend = interal zu nennen. 



— 198 — 

Den Fusus proboscidiferus Laam. stellt Herr Dr. Paul 
Fischer auch zu dieser Familie und gründet für diese Art 
eigens das Subgenus Megalatractus (1884, Manuel de 
Gonchyliologie). 

Pfeiffer beschreibt Novit. Gonchol. Band IV Seite 31 
Taf. 116 Fig. 1 den Amphidromus heerianus (Mousson) und 
als Synonym mit einem Fragezeichen führt er dabei an : 
Wintert var. Ich erhielt von Java eine beträchtliche An- 
zahl Amphidromus Winteri, unter denen sich auch einige 
rot gefärbte Stücke befanden, welche mich sofort an die 
Pfeiffersche Abbildung seines A. heerianus erinnerten. Es 
waren Exemplare dabei, die beim Vergleichen mit jener 
Abbildung Original zu ihr hätten sein können. Die 
Sammlung Mousson's befindet sich im Zool. Museum in 
Zürich. Mr. Fulton hat in Ann. and Magaz. Nat. Hist. 
1896 eine kleinere Arbeit über die bis dahin bekannten 
Arten von Amphidromus veröffentlicht und wie ich aus 
seiner Einleitung entnehme, hat er auch die Moussonschen 
Originale gesehen. Mr. Fulton stellt in seiner Arbeit den 
Amph. heerianus als eigene gute Art auf, jedoch mit 
Martens Ansicht = Winteri var. Ich sandte an Herrn 
Fulton meine rotgefärbten A. Winteri, um dessen Urteil 
über meine Ansicht zu hören. Herr Fulton entgegnete 
aber, dass A. heerianus von meinen Stücken verschieden 
und nicht so dünnschalig, sondern bedeutend schwerer sei. 
Nun sagt aber Pfeiffer ausdrücklich, ziemlich dünn- 
schalig und leicht. Auf meiner vorjährigen Schweiz- 
reise hatte ich leider das Pech, dass das Züricher Zool. 
Museum geschlossen war. Ich sandte später mehrere 
Exemplare an Herrn Prof. Dr. StoU in Zürich zum Ver- 
gleichen und derselbe hat in liebenswürdiger Weise sich 
dieser Arbeit unterzogen und durch genaue Vergleichung 
meine Ansicht bestätigt. Er schreibt: „Ihre drei als 
heerianus bezeichneten Stücke stimmen mit den Mousson- 



— 199 — 

sehen heerianus-Stücken so gut überein, dass die Be- 
stimmung unbedingt richtig ist. Ihre Stücke sind sichtlich 
frischer und besser erhalten, als die Moussonschen, daher 
die schärfere Farbenstreifung und do. Rippung" (ich hatte 
die starkgerippten, conform der Pfeifferschen Abbildung, 
ausgewählt). Herr Prof. Stoll schreibt weiter: „Ihre Stücke 
gehören zweifellos zum heerianus der Moussonschen 
Sammlung." — Unsere Tafel 4a gibt in Figur 2a, b, Ab- 
bildungen meiner Exemplare. Es muss also fernerhin 
heissen: Amphidromus Winteri Pfeiffer var. heeriana 
(Mousson) Pfr. 

In den Ann. and Mag. of Nat. Hist. 1903 beschreibt 
Mr. Sowerby einen Murex gallinago aus Japan, der in die 
Motacilla-Gruppe des Subgens Tribnlus Kobelt gehört und 
der bei Murex Gundlachi Dkr und M. rectirostris Sow. 
steht, aber von allen gut verschieden ist. Seine Farbe ist 
weiss mit gelblichen Bändern, einige Stücke sind auch 
ohne Bänder, fortlaufende Rippen sind auf den Windungen, 
und zwischen den Varices je 2 Wülste. Der grosse Kanal 
ist bis an die Mündung 26 mm, der andere Teil 30 mm 
lang. Fig. la und b geben Abbildungen von dem Murex 
gallinago Sow. 

Mitra zonata Marr. erfreut sich immer noch des 
Sammlers Herz. Ich gebe in Fig. 3 eine Abbildung von 
einem der schönsten bekannten Exemplare dieser Mitra 
aus meiner Sammlung. Sie ist 71 mm lang, die Win- 
dungen vorn braunoliv und hinten gelb mit braunen 
Flammen gezeichnet ; sie ist in der Nähe von Nizza ge- 
funden. 

In Thes. Gonch. Vol. IV Sp. 22 Fig. 59 beschreibt 
Sowerby eine Mitra propinq^ia. — A. Adams hatte aber 
in den Proc. zool. Soc. London 1851 auf Seite 270 schon 
den Namen M. propinqua für die vielumstrittene Mitra 
nebulosa Reeve non Swainson vorgeschlagen, die auch 



— 200 — 

noch von Dohrn später (1862) in den Malakozool. Blättern 
als Mitra erronea benannt ist. Deshalb hat Mr. E. A. 
Smith jetzt jener Sowerbyschen Mitra propinqua den 
Namen Mitra Brettinghami gegeben (nach George Bretting- 
ham Sowerby). Auch in meiner Sammlung ist diese sehr 
seltene und schöne Mitra vorhanden und ich gebe in 
Fig. 4 Taf. 4a eine Abbildung dieser Mitra Brettinghami 
E A Smith. Sie ist 72 mm lang, gelbhch weiss mit rot- 
brauner Flammenzeichnung und stammt von den Fidschi- 
Inseln. 

Beiträge zui* Kenntnis des Albiuismus bei 
Schnecken 11.^) 

Von 
Hans Hon ig mann, Magdeburg. 



Vor einigen Jahren wurde bei Hamburg eine Varie- 
tät von Viviparns contectus (Müller)^) gefunden, die sich von 
der Stammform durch die ocker- bis orangegelbe Grund- 
farbe unterschied. Da diese Varietät oder Form, wie wohl 
besser gesagt werden muss, noch in keiner wissenschaft- 
lichen Zeitschrift beschrieben ist, so möge ihre Charakteristik 
hier Platz finden : 

Viviparus contectus (Müller) 1774 forma flava (auct.) mihi. 
Char. : Differt a typo colore luteo et testa minus firma. 
Wie schon oben gesagt, ist der erste Fundort dieser 
Form Hamburg. Als zweiten kann ich nun noch 
Magdeburg hinzufügen. Sie wurde hier von meinen 
Freunden Bunge und Woigeck, denen ich auch hier 
noch einmal meinen Dank aussprechen möchte, in einem 

') I. siehe Heft I dieser Zeitschrift S. 45 — 46. 

°) Vergl. die Bezeichnung über Viviparus meine Arbeit über 
die Molluskenfauna Gernburgs in den Abhandlungen des Museums für 
Natur- und Heimatkunde, Magdeburg, Heft 3. 



— 201 — 

Tümpel an der Kreuzhorst in der Nähe von Luisen- 
thal gefunden. Eine Aussetzung ist meines Erachtens 
ganz ausgeschlossen, da wohl, soviel ich weiss, diese 
Schnecke bei den hiesigen Aquarienliebhabern nicht geflegt 
wurde, bis zur Zeit des Auffmdens, wo gerade ein hiesiger 
Händler eine Anzahl Exemplare eingeführt hatte. Ich habe 
aber zur Vorsicht nachgefragt, wer etwa die Schnecken 
ausgesetzt haben könnte, habe aber kein positives Resultat 
erzielt, so dass man die Form wohl als freilebend bei 
Magdeburg ansehen muss. 



Ferner habe ich jetzt wieder Gelegenheit, einen neuen 
Fall von Albinismus bei Limnaeen festzustellen und zwar 
bei Limnus stagnalis (Linne). Dieser Albino liegt mir von 
zwei gänzlich verschiedenen Fundorten lebend vor, nämlich 
erstens aus dem Teutoburger Walde, zweitens aus 
einem Ha velsee^ dem Klostersee bei Lehn in. Hier liegt 
dieselbe albinotische Erscheinung vor, wie bei meiner 
Gulnaria ovata var. koehleri,^) die durch das Fehlen des 
schwarzen Pigments hervorgerufen wird. 

Ich benenne diese Form nach meinem Freunde 
Hubert Bunge, der mir bei meinen Aufsammlungen 
immer tatkräftig zur Seite gestanden hat : 

Limnus stagnalis (Linne) 1758 forma bungei mihi 

Char. : Differt a typo colore flavescente 

Habit.: In stagno, sito in silva Teutoburgiense et in 

lacu, cui est nomem „Klostersee" apud Lehnin. 

Besonders interessant an dieser Form ist das Vor- 
kommen. Beide Fundorte sind sowohl geographisch, als 
biologisch sehr weit von einander verschieden. Hier ein 
stiller, ruhiger Havelsee mit seinem warmen Wasser, wie 
alle Seen der Ebene, dort ein sehr kalter Teich, jedenfalls 
mit Quellen, ohne, oder mit nur sehr spärlichem Pflanzen- 

') Diese Zeitschrift Heft I S. 45-46. 



— 202 — 

wuchs. Hier liegt also ein sehr wesentlicher biologischer 
Unterschied gegen den früheren Ovata-Albino vor. 

Zum Schluss möchte ich noch Herrn Oberlehrer 
Köhler, sowie meinem Bruder Fritz für die Beschaffung 
des Materials meinen besten Dank aussprechen. 



Berichtigung: 

Auf Seite 45, Heft 1, muss es in der 4. Zeile von unten heissen 
Connewitz statt Cannewitz und 3. , , , 
Lostau Lostan. 



Physa acuta Drap., in Deutschland eingebürgert. 

Von 
Dr. V. Franz, Halle a. S. 



Physa acuta Drap, ist eine im Norden Afrikas und 
im Westen Europas heimische Schnecke. Ihr europäisches 
Verbreitungsgebiet erreicht in Elsass und Lothringen seine 
Ostgrenze. Im übrigen Deutschland fehlt sie. 

In den letzten Jahren wurde sie jedoch mehrfach in 
Deutschland gefunden, jedoch stets nur in Gewächshäusern 
und botanischen Gärten, sodass ihre künstliche Ein- 
schleppung durch den Transport ausländischer Wasser- 
pflanzen klar zu tage liegt. So wurde sie von P. Ehrmann ^) 
in Leipzig, von L. Schmidt^) in Gotha, von A. Protz^) in 
Königsberg i. Pr., von A. Frank in Jena, von 0. Gold- 
fuss*) in Dresden, von H, SelP) in Kopenhagen (Dänemark) 
und von W. Blume ^) in München gefunden. 

') Nach 0. Goldfuss, Die Binnenmollusken Mitteldeutschlands. 
Leipzig 1900 p. 28; ") Nachrichtsbl. 1901 p. 95; ") ibid. 1903 p. 3; 
*) 0. Goldfuss, Nachtrag zur Binnenmolluskenfauna Mitteldeutschlands, 
Zeitschrift f. Naturw., Stuttgart 1905, pag. 284 u. 285; ^) Nachrichtsbl. 
1905 p. 40; *) ibid. p. 194; ') Die Bestimmung der Exemplare wurde 
mir von Herrn Prof. Dr. O. Boettger bestätigt, wofür ich ihm meinen 
verbindlichsten Dank sage. 



— 203 — 

Ich kann das Vorkommen von Physa acuta in 
Tümpeln bei Passendorf unweit Halle a. S. vermelden.'') 
Der Fand scheint mir ein etwas grösseres Interesse als die 
soeben mitgeteilten zu verdienen, da hier die Schnecke 
zum ersten Male im Freien lebend, entfernt von botanischen 
Gärten oder Gewächshäusern konstatiert wird. Sie ist 
hier keineswegs selten und überwintert auch. Ich selbst 
sammelte sie in den Monaten Januar bis März 1906. Auch 
im vorjährigen Genist fand ich sie. Herr Lehrer K. Poenicke 
in Halle, den ich von der Tatsache in Kenntnis setzte, 
hatte zufällig Schalen von Tieren aufgehoben, die er im 
Aquarium gehalten hatte und die schon vor mindestens 
2 Jahren am gleichen Fundorte erbeutet waren. Das 
grösste seiner Exemplare hatte die erliebliche Länge von 
15,2 mm. Es steht allerdings nicht fest, ob es diese Länge 
erst im Aquarium erreicht oder schon von vorher besessen 
hat. Das Hallische Leitungswasser, mit welchem die 
Aquarien gefüllt wurden, ist viel kalkreicher als die Ge- 
wässer der nächsten Umgegend. Sicher aber ist, dass die 
Schnecke sich in ihrem Fundort bereits seit mindestens 
zwei Jahren gehalten hat. 

Passendorf bei Halle a. S. ist also der Ort, wo Physa 
acuta zum ersten Male östlich des Rheins Bürgerrecht er- 
worben hat. ________ 

Physa acuta Drp. bei München. 

Von 

C. Sigl. 
(Aus einem Brief vom 29. December 1905 an den Herausgeber). 

Physa acuta Drap habe ich schon vor sechs Jahren 
im botanischen Garten in München gefunden. Hiedurch 
aufmerksam gemacht, habe ich auch in den Mooren der 
Umgegend nach ihr gesucht und sie an zahlreichen Stellen 



— 204 — 

gefunden; sie muss also in der Umgegend als vollständig 
eingebürgert betrachtet werden. Ich weiss nicht bestimmt, 
ob ich der erste Finder dieser Schnecke in der Umgebung 
von München bin, war auch längere Zeit im Ungewissen 
darüber, um welche Art es sich handele, da D. Geyer in 
seinem Buche über unsere Land- und Süsswassermollusken 
Physa acuta nur aus dem Elsass und Moselgebiet angiebt, 
und habe die münchener Form für Aplexa hypnorum ge- 
halten. 

Im Kgl. botanischen Garten findet sich auser Ph. 
acuta noch eine andere Art der Gattung, über welche ich 
mangels der nötigen Literatur bis jetzt noch nicht ins 
Reine kommen konnte. Wie mir der verstorbene Ober- 
gärtner Christ versicherte, ist sie mit einer Sendung von 
Vallisneria spiralis aus dem Gardasee in das Victoria regia 
Haus des botanischen Gartens gelangt. 



Zwei neue Marellaarten. 

Von 

Dr. W. Kobelt. 



1. Murella rovellensis n. 
Testa exumbilicata, depressa, plus minusve distincte 
angulato-carinata, solida, nitidula, supra filoso-striata, infra 
laevior, alba, fascia unica rufo-fusca infra angulum pul- 
cherrime ornata. Spira breviter conica (saepe subscalari- 
elata), apice parvo luteofusco ; sutura linearis. Anfractus 
4V3 regulariter accrescentes, convexi, ultimus parum latior, 
distincte angulatus, angulo aperturam versus evanescente, 
basi et praesertim circa regionem umbilicalem magis con- 
vexus , antice breviter sed profunde deflexus. Apertura 
perobliqua, ovato-subpiriformis, valde lunata, intus lutes- 
centi-albida, fascia externa vix vel haud translucente ; 



— 205 — 

peristoma acutum, intus fusco limbatum dein albido labia- 
lum, marginibus subconniventibus sed haud junctis, supero 
recto, externo reflexiusculo, columellari dilatato, appresso, 
umbilicum omnino occludento, vivide fusco, intus anguste 
albomarginato. 

Diam. maj. 19, min. IC, alt. 10—11 mm. 

Murelle rivellensis Kobelt, in: Nachrbl. 1904 vol. 36 
p. 149 (nomen). — Iconographie N. F. no. 2109. 

Aufenthalt bei Rovelli am Westrande des Beckens 
von Lauria in der südlichen Basilicata. 

2, Murella syharitica n. 

Testa parva, sat aperte umbilicata, depresse conica, 
haud nilens, superne distincte costellata, infra striata, 
supra seriebus tribus macularum parum distinctarum, infra 
fascia distinctiore subinterrupta ornata. Spira conica apice 
parvo ; sutura impressa. Anfractus 4V2 leniter accrescentes, 
convexi, ultimus obtuse angulatus, angulo usque ad aper- 
turam continuato, supra et infra subaequaliter convexus, 
antice deflexus. Apertura obliqua, ovato-circularis, lunata, 
intus fuscescenti-alba ; peristoma acutum, marginibus 
approximatis sed haud junctis, columellari dilatato, reflexo 
sed haud appresso, supra vivide fusco, umbilici vix pervii 
partem tantum occultante. 

Diam. maj. 15, min. 14, alt. 9,5 mm. (cfr. Icon. N. F. 
no. 2110. 

Aufenthalt zwischen Gastrovillari und Morano am 
Oberlauf des Flusses Sybaris, am Rande der Ebene von 
Sybaris, von mir nur in wenigen Exemplaren gefunden, 
die wahrscheinlich von den Höhen herabgewandert waren. 
Eingesprengt in das Gebiet der Helix lucana, im Habitus 
der Helix muralis ähnlich. 



— 206 — 
Über Helix (Yallouia) saxoiiiana Sterki. 

Von 
Ewald Wüst in Halle a. S. 



Helix (Vallonia) saxoniana Sterki*) war bisher ledig- 
lich aus den Saalegenisten der nächsten Umgebung von 
Halle a. S. bekannt. Der Erhaltungszustand der bisher ge- 
fundenen Stücke gestattete kein ganz sicheres Urteil da- 
rüber, ob dieselben recent oder fossil sind. Sterki erklärte 
die von ihm als Varietät von Helix (Vallonia) tenuilabris, 
AI. Br. betrachtete H. (V.) saxoniana Sterki für „a fossil", 
während Goldfuss und ich mehr der Ansicht zuneigten, 
dass die interessante Vallonia noch jetzt im Saalegebiete 
lebe. Ich habe nun in den letzten Jahren Helix (Vallonia) 
saxoniana Sterki reichlich in lössartigen, von den Biologen 
gewöhnlich als „altalluvial" bezeichneten Mergeln in der 
Saaleaue bei Halle und zwar an zahlreichen Stellen 
zwischen Passendorf und der Landes-Heil- und Pflege- 
Anstalt (Irren- Anstalt) Nietleben und an einer Stelle unfern 
Schiesszig gefunden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, 
dass die in den Saalegenisten bei Halle gefundenen Stücke 
der Helix (Vallonia) saxoniana Sterki aus derartigen Ab- 
lagerungen ausgespült sind. Das reiche mir nunmehr vor- 
liegende Material von Helix (Vallonia) saxoniana Sterki 
lässt keine Uebergänge zu der mir in verschiedenen Formen 
aus sehr verschieden alten Diluvialablagerungen besonders 
Thüringens vorliegenden Helix (Vallonia) tenuilabris AI. Br. 
erkennen. Eine ausführlichere Veröffentlichung über Helix 
(Vallonia) saxoniana Sterki erfolgt in der Zeitschrift für 
Naturwissenschaften. 



') Sterki, Proc. of Ihe acad. of nat, sciences of Philadelphia, 
1893, S 274; Goldfuss, Die Binnenmollusken Mittel-Deutschlands, 
Leipzig 1900, S. 101—103; Wüst, Zeitschr. f. Naturwiss., Bd. 71, 
1899, S. 350 und Bd. 75, 1902, S. 314 und Taf 6, Fig. 1. 



20i 



Otto Goldfass f. 

Ein Nachruf von Prof. 0. Taschenberg. 

Am G. Dezember 1905 ist in Halle a. S. nach 
schwerem körperlichen Leiden der bekannte Conchyliologe 
Otto Gold fu SS aus dem Leben geschieden. Er gehörte 
zu denjenigen Vertretern der Wissenschaft, welche das 
Glück haben, einen berühmten Namen zu tragen, war aber 
auch einer von denen, welche der Weisung gefolgt sind 
„was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es 
zu besitzen." 

Unser Otto Gottfried Goldfuss war der Sohn von 
Georg August Goldfuss, der aus Thurnau bei Bai- 
reuth stammte, wo er am 18. April 1782 geboren war, 
seine naturwissenschaftlichen Studien in Berlin und Er- 
langen absolviert und sich 1804 an letzterer Universität 
habilitiert hatte und 1818 einem Rufe als Professor für 
Zoologie und Mineralogie nach Bonn gefolgt war, wo ihm 
die Oberaufsicht über die zoologische und die reichhaltige 
paläontologische Sammlung übertragen wurde. Er hat 
mehrere allgemein naturgeschichtliche und zoologische 
Werke veröffentlicht, seinen Namen als tüchtiger Gelehrter 
aber vor allem durch seine paläontologischen Untersuchungen, 
in erster Linie durch die „Petrefacta Germaniae* begründet, 
die noch heute ihre Bedeutung haben und seinen Namen 
in der Wissenschaft erhalten werden. Er war seit 1815 
verheiratet mit Fräulein Katharina Eleonore Oehlhafen 
von Schiilenbach, einer Dame, die aus einem Nürn- 
berger Patrizierhause stammte. Sie hat ihrem Manne zehn 
Kinder geschenkt und von diesen war Otto das jüngste. 
Aber es hatte ein eigenes Schicksal über dieser Nach- 
kommenschaft gewaltet: als vier liebliche Kinder der Eltern 
Freude waren, kam das böse Scharlach ins Haus und 
nahm sie alle in einem Jahre wieder hinweg. Das war 



— 208 — 

ein harter Schlag, der auch den gelehrten Vater unendlich 
schwer traf und ihn einsame Wege gehen hiess, um in der 
Natur Trost und Gesundheit wiederzufinden. Da ging er 
fast täglich allein am Nachmittage von zu Hause weg, 
und wenn die besorgte Gattin ihm nachschlich, fand sie 
ihn immer an derselben Stelle, wo am Abhänge des Vor- 
gebirges unmittelbar vor dem Dorfe Kessenich ein er- 
habener Punkt einen herrlichen Blick nach Godesberg und 
dem Siebengebirge darbot und die Gedanken einsame Wege 
gehen konnten, wenn sie sich mit Gott und der Natur 
allein befanden. Hier liess ihm seine Frau eine Bank er- 
richten und daneben ein Kreuz zur Erinnerung an den 
herben Verlust seiner Familie. 

An dieser Stelle hat Professor Goldfuss dann eine 
Villa im Stile einer alten Burg erbaut und mit hübschen 
Anlagen umgeben und hat sie die Rosen bürg genannt. 
In seinem Hause aber erspross eine neue Generation. Die 
sechs nachgeborenen Kinder waren zur Hälfte Knaben und 
Mädchen, die zur Freude der Eltern heranwuchsen. Von 
den Töchtern lebt die jüngste, welche unverheiratet blieb, 
noch heute in Bonn; die beiden andern verheirateten sich 
und sind nicht mehr am Leben ; die mittelste wurde die 
Frau des späteren Leipziger Professors Johannes Overbeck, 
welcher sich 1850 in Bonn habilitiert hatte und durch 
sein Werk über Pompeji allgemein bekannt ist. Auch von 
den Söhnen ist nunmehr nur noch einer unter den Lebenden, 
Karl Goldfuss, Kaufmann in Basel. Der älteste Bruder^ 
Friedrich, in der Familie Fritz genannt, ist schon 
längst abberufen; er war Arzt in Neuwied und starb da- 
selbst in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Er 
war 1819 geboren und hat in Bonn promoviert auf Grund 
einer Dissertation, welche wohl unter Anregung des Vaters 
entstanden sein dürfte, denn sie trägt den Titel »Symbolae 
ad Orthopterorum quorundam aconomiam" und behandelt 



— 209 — 

namentlich den interessanten der gemeinen Maulwurfsgrille 
verwandten Tricondylus variegatus. Der jüngste Sohn, 
unser Otto Goldfuss, ist am 6. Mai 1831 zu Poppeisdorf 
geboren und erhielt seinen ersten Schulunterricht in Bonn. 
Er entwickelte schon frühzeitig unter Leitung des Vaters 
ein grosses Interesse und Verständnis für die Natur, besass 
eine sehr gute Beobachtungsfähigkeit und verriet ein 
scharfes Urteil, so dass der Vater die stille Hoffnung hegte, 
ihn dermaleinst seine Wege wandeln zu sehen. Hat doch 
der 12 jährige Knabe bereits soviel Kenntnis von den Gon- 
chylicn seiner Heimat besessen, dass er das von Bach 
aufgestellte Verzeichnis derselben vervollständigen konnte 
und auf dem Titel des ersten Bandes der „Verhandlungen 
des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande " 
unter den Mitwirkenden bei der Herausgabe genannt ist. 

Er hat dann vom Herbste 1847 an die Realschule 
in Elberfeld besucht und ist aus Prima abgegangen. Sein 
sehnlichster Wunsch war, sich dem Studium der Natur- 
wissenschaften widmen zu dürfen und es ist wohl zweifel- 
los, dass er ihm erfüllt worden wäre, wenn nicht der 
Tod des Vaters eine unvorhergesehene Wendung in 
seinem Leben zur Folge gehabt hätte. Der alte Geheim- 
rat Goldfuss starb ziemlich unerwartet am 2. Oktober 
1848 an den Folgen eines Schlaganfalles und hinterliess 
den Seinigen in der Rosenburg ein Besitztum von nicht 
geringem Werte, auf den er selbst bei Lebzeiten hinge- 
wiesen hatte. Die Befürchtungen, welche das Jahr 1848 
für die politischen Verhältnisse der nächsten Zeit geweckt 
hatte, licssen es der Familie sicherer erscheinen, ihr Ver- 
mögen nicht an einen Grundbesitz zu binden und zogen es 
vor, das romantische Schlösschen weit unter seinem Werte 
zu veräussern. 

Die erste Folge dieses entschieden übereilten Schrittes 
war, dass dem noch unversorgten jüngsten Sohne eröffnet 



— 210 — 

wurde, die Verhältnisse erlaubten es nicht, dass er ein 
„brotloses Studium" wähle. Auch die Hoffnung, welche 
sich ihm damals bot, einer Expedition angeschlossen zu 
werden, wurde vereitelt und an ihre Stelle trat als 
Schreckensgespenst der Wunsch seiner Familie, sich dem 
Kaufmannsstande zu widmen. Dem widerstrebte der Jüng- 
ling indessen auf das entschiedenste, aber, da er sich zur 
Ergreifung eines praktischen Lebensberufes gezwungen sah, 
entschloss er sich, die Landwirtschaft zu erlernen ; bot sie 
ihm doch wenigstens die Möglichkeit, mit der Natur in 
direktem Verkehre zu bleiben. 

Goldfuss hat zunächst seiner Militärpflicht genügt und 
hat als Einjähriger im siebenten Husaren-Regimente in 
Bonn gedient, hat dann mehrere Semester als „Akademiker" 
der „höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt" zu Poppels- 
doif angehört, von deren Direktor (Landes-Oekonomierat 
Weyhe) ihm folgendes Zeugnis ausgestellt worden ist: »Herr 
0. Goldfuss hat während seiner Studienzeit mit dem lobens- 
wertesten Fleisse und der grössten Aufmerksamkeit an den 
wissenschaftlichen Vorträgen und praktischen Uebungen 
Teil genommen und recht günstige Erwartungen für seine 
Zukunft erweckt. Sein sittliches Verhalten war in jeder 
Hinsicht musterhaft." Er hat dann die Praxis der Land- 
wirtschaft in Johannettenthal bei Minden (Westfalen) und 
in Bautzen erlernt, und ist 1 ^2 Jahre als Volontär auf 
Guttentag gewesen, einem dem Herzog von ßraun- 
schweig gehörigen, vom Amtsrat Menzel bewirtschafteten 
Gute in Oberschlesien (Regsbez. Oppeln). In der Nähe, 
im Kreise Rosenberg, dicht an der polnischen Grenze war 
ein kgl. preussisches Schatullgut Neu-K ar munkau zu 
verpachten, einem grossen unbewirtschafteten Güterkom- 
plex zugehörig; welcher viele Landwirte aus den verschieden- 
sten Teilen Preussens wegen des auffallend niedrigen Pacht- 
preises (der Morgen fih' 3 Taler) anlockte. Durch Befür- 



— 211 — 

wortang von hoher Stelle erhielt Goldfiiss den Vorzug 
und trat 1858 die Pacht an. 

In dasselbe Jahr fiel auch seine Verheiratung mit 
Fräulein Bianca Kühn, einer geborenen Oppelnerin, die 
er während seines Aufenthalls in Guttentag kennen gelernt 
hatte. Das junge Paar ging einer schweren Zeit ent- 
gegen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren die denkbar 
ungünstigsten, der Verkehr mit den aus lauter polnischen 
Leuten bestehenden Arbeitern ausserordentlich erschwert. 
Da hat sich zuerst die treue Lebensgefährtin, die Freud 
und Leid jederzeit mit ihm geteilt und redlich mit ihm 
einen schweren Kampf ums Dasein gekämpft hat, auch 
nach aussen hin bewährt, denn sie erwarb sich die nötige 
Fertigkeit in der polnischen Sprache, um die Vermittlerin 
zwischen ihrem Manne und seinen Untergebenen zu spielen, 
bis schliesslich auch er besonders im Umgange mit seinen 
Kindern, die das Polnische leicht erfassten, die fremde 
Sprache einigermassen zu beherrschen lernte. Aber es 
blieben schlimme Zeiten; die 18 Jahre, die er hier aus- 
halten musste, und als sie zu Ende gegangen waren, da 
hatte er nichts gerettet als seinen ehrlichen Namen. Fünf 
seiner Nachbarn waren in der Zwischenzeit bankerott ge- 
w^orden, ein sechster hatte es ihm gleichgetan und in Ehren 
sein Geld verloren. Unter dem 26. Juli 1872 ist ihm in 
Anerkennung seiner Tüchtigkeit vom Ministerium des kgl. 
Hauses die Ernennung zum königlichen Ober-Amtmann zu 
Teil geworden. Er hat von diesem Titel im späteren 
Leben keinen Gebrauch gemacht. 

Während dieser Zeit angestrengter Arbt^it und un- 
ablässiger Sorge war ihm seine Familie Glück und Trost. 
Er wurde in Neu-Karmunkau Vater von sieben Kindern, 
drei Söhnen und vier Töchtern, von denen letztere ihn 
alle überlebt haben, w^ährend er sich mit seiner Gattin 
auch in den herben Schmerz teilen musste, zwei Söhne 



— 212 - 

als erwachsene junge Männer im Alter von 24 und 22 
Jahren zu begraben. Der älteste überlebende ist Direktor 
der Bauschule in Freiberg in Sachsen. Von den Töchtern 
sind die älteste und die jüngste verheiratet. 

Nach abgelaufener Pachtzeit ist Goldfuss noch ein 
Jahr in Oberschlesien geblieben und zwar in Kreutz- 
burg, wo seine Söhne das Gymnasium besuchten, dann 
hat er sich entschlossen, ein neues Leben zu beginnen. 
Die alte Liebe zur Zoologie und besonders zur Gonchylio- 
logie trat wieder in den Vordergrund und um sich ihr 
hingeben zu können, entschloss sich der freie Mann in 
seinem 47. Lebensjahre noch einmal klein anzufangen. 
Er nahm zunächst, um sich wieder in sein P'ach hinein- 
zuarbeiten, eine Stellung in dem naturwissenschaftlichen 
Institute „Linnaea" an, welches damals in Frankfurt 
a. M. seinen Sitz hatte. Das geschah 1878. Zwei Jahre 
später siedelte Goldfuss nach Halle a. S. über, wo ihm 
in der Naturalienhandlung von W. Schlüter eine Stellung 
zugesichert war. Dieselbe hat er zwölf Jahre lang be- 
kleidet, dann nötigten ihn Gesundheitsrücksichten, sich 
ganz ins private Leben zurückzuziehen. 

Die Freude an schönen Formen und Farben hat 
schon viele zu Sammlern gemacht und mancher von diesen 
ist von einer blossen Spielerei zu wissenschaftlicher Ver- 
tiefung seines Lieblingsfaches fortgeschritten. Otto G o 1 d fu ss 
war ein Sammler „von Gottes Gnaden* : welche Freude 
hat es ihm bereitet, wenn er etwas Seltenes oder gar 
Neues aufgefunden hatte ! Aber er war auch insofern 
ein glücklicher Sammler, als ihm so leicht nichts entging 
und sein geübtes Auge mehr sah als manches andere. 
Diese Freudigkeit des Sammeins, Präparierens, Bestimmens, 
Einordnens hat ihm Ersatz bieten müssen für manche 
Entbehrung, die ihm das Leben auferlegt hat, und er ist 
tatsächlich jung dabei geblieben und hat sich viele 



- 213 - 

glückliche Stunden geschaffen. Diese Samnieltäligkeit hat 
mit seiner Knabenzeit begonnen und hat sich damals 
zunächst auf seine Heimat erstreckt, in der Vater Rhein 
so manches an den Ufern niederlegte, was er auf seiner 
Reise bis dahin mit sich genommen hatte. Wie schon 
früher bemerkt, ist 1844 das erste Ergebnis von Goldfuss' 
eifrigen Beobachtungen der Öeffentlichkeit übergeben. Sein 
Verzeichnis der um Bonn aufgefundenen Conchylien war 
nur zum Zwecke des Tauschens bestinmit und an L. G. 
Marquart, dem damaligen Vicepräsidenten des natur- 
historischen Vereins der preussischen Rheinlande gegeben, 
der diejenigen Arten veröffentlichte, welche Bach in 
seinem Verzeichnisse nicht aut!uhrt. Es waren 14 Arten, 
8 Land- und 6 Wassermollusken, unter letzteren drei 
Muscheln. Goldfuss hat fleissig Aveiter gesammelt, sodass 
er sieben Jahre später ein „Verzeichniss der in der 
Umgegend von Bonn beobachteten Land- und Wasser- 
mollusken" publizieren konnte, welches 102 Arten und 
mit den in anderen Teilen der preussischen Rheinlande 
und Westfalens beobachteten 119 Arten umfasst. Nach 
abermals vier Jahren erschien sein „Verzeichnis der bis 
jetzt in der Rheinprovinz und Westfalen beobachteten 
Land- und Wassermollusken ", worin 138 auf 30 Gat- 
tungen sich verteilende Arten aufgezählt sind. In jener 
Zeit fing man an , die unterscheidenden Merkmale der 
Gastropoden nicht allein dem Gehäuse zu entnehmen, 
sondern war durch Beobachtungen Troschels und 
Lovens, sowie diejenigen von A. Schmidt in Aschers- 
leben auf gewisse innere Organe hingewiesen worden. Auch 
Goldfuss hatte sich mit Eifer dem Studium der Kiefer, 
der Zungen, der Liebespfeile u. s. w. zugewandt und seine 
Beobachtungen darüber dem letzterwähnten Verzeichnisse 
angeschlossen und durch mehrere Tafeln erläutert. Nichts 
ist bezeichnender für den jugendlichen Forscher, den sein 



— 214 — 

Vater auch in den Gebrauch des Mikroskops eingeweiht, 
hatte, dass er den letzteren eines Tages mit den Worten 
bestürmte: „Vater davon hast du mir ja noch gar nichts 
gesagt, dass die Schnecken ihre Zähne auf der Zunge 
haben" und dem überraschten und ungläubig lächelnden 
Herrn Professor ein von ihm angefertigtes Präparat demon- 
strirte, das über die Pvichtigkeit seiner Bemerkung und 
Beobachtung keinen Zweifel übrig liess. Goldfuss hat 
in seinem späteren Leben unendlich viele Präparate der 
zur Artunterscheidung wichtigen Liebespfeile und Kiefer, 
sowie der „Schhessknöchelchen" der GlausiUen angefertigt, 
die sich durch äusserste Sauberkeit auszeichneten und ein 
Schmuck jeder Sammlung sind, die sie von ihm erworben hat. 
Die bösen Jahre an der polnischen Grenze haben 
diesen Beschäftigungen für längere Zeit ein Ziel gesetzt ; 
nicht nur, dass der Ernst der Situation die Liebhaberei zum 
Schweigen brachte, unser Freund war anfänglich durch die 
Wendung, welche sein Leben Widerwillen genommen, so 
verbittert, dass er durch nichts an die früheren Wünsche 
und Hoffnungen erinnert sein wollte und durch Verbrennen 
seiner bisherigen Pubhkationen alles abzubrechen suchte, 
was hinter ihm lag. Wer könnte das nicht verstehen ! 
Aber der Mensch soll nie verzweifeln und der Zukunft 
nicht vorbauen. Wir wissen, dass es anders kam. Als 
er nach einer zwar langen Unterbrechung wieder an den 
Anfang seiner wissenschaftlichen Tätigkeit angeknüpft hatte, 
bedeutet jeder Aufenthalt in einem anderen Teile unseres 
Vaterlandes eine erneute Durchforschung des betreffenden Ge- 
bietes und zugleich eine Bereicherung der Kenntnisse seiner 
Molluskenfauna. Was er über diejenigen Schlesiens mit- 
geteilt hat, ist das Resultat mehrfacher Besuche bei seiner 
ältesten Tochter, die längere Zeit in Lahn ansässig war. 
Selbst der verhältnismässig kurze Aufenthalt in Frankfurt 
am Main gab ihm Gelegenheit, Neues zu finden. Nachdem 



~ 215 - 

Halle sein Wüluisilz ^ewurden, galten begreiflicher Weise 
der Umgebung dieser Stadt und den sächsisch-thüringischen 
Landen seine genauen Durchforschungen, besonders lieferte 
ihm der so manigfach interessante „salzige See" bei Eis- 
leben — von Halle aus mit der Eisenbahn leicht und 
schnell erreichbar — eine Fülle von Beobachtungen, die 
vom lokalfaunistischen Standpunkte aus um so wichiiger 
sind, als dieses Wasserbecken bald dem Untergange preis- 
gegeben war. Ausser einigen kleineren Mitteilungen, die 
er aus der näheren oder ferneren Umgebung Halles ver- 
öffentlicht hat, war es vor allem sein umfassendes Werk 
über die Binnen mollusken Mitteldeutschlands, 
welches als Frucht seiner Musestunden aus seinen letzten 
Lebensjahren zu nennen ist, eine Arbeit, die mit grösster 
Gewissenhaftigkeit durchgeführt ist, durch kritische Sichtung 
und eigene Prüfung der Arten wie der Fundorte gleich 
wertvoll erscheint, ihm selbst eine ebenso grosse Be- 
friedigung und Freude bereitet, wie den Fachgenossen 
einen wirklichen und wertvollen Nutzen gebracht hat. 
Goldfuss hatte einen merkwürdig ausgeprägten Sinn für 
die substilsten Formenunterschiede, und steht daher auf 
dem Standpunkt einer ins feinste und kleinste gehenden 
Auffassung der Arten und Abarten. Wo ihm selbst 
Zweifel aufstiegen, hat er es stets verstanden, sich mit 
anerkannten Fachgenossen*) in Verbindung zu setzen und 
seine Absichten an der Hand anderer zu prüfen und 
richtig zu stellen. Und gerade in dieser Sorgfalt seiner 
Mitteilungen liegt ein nicht hoch genug zu schätzender 
Wert derselben. Er ist nie müde geworden, weiter zu 
sammeln und weiter zu prüfen, und ist unter gewissen- 
hafter Berücksichtigung und Kontrolle der Beobachtungen 

*) Ich nenne unter seinen Coirespondenten nur die Herren 
Boettger, Bourguignat, Clessin, Kobelt, v. Martens, v. Möllendorff, 
Westerlnnd. 



— 216 — 

Anderer im Staude gewesen, fünf Jahre iiaeli Veröffent- 
lichung seines Hauptwerkes einen umfangreichen, wert- 
vollen Nachtrag dazu den Fachgenossen zu unterbreiten. 
Als er gedruckt war, ahnte der Verfasser nicht, dass es 
das letzte sein sollte, womit er seiner so gern betriebenen 
und so treu gepflegten Wissenschaft gedient hat. Aber 
das hat er damit erreicht, dass sein Name auf diesem 
Gebiete anerkannt und geachtet ist und mit ihm dauernd 
verbunden bleiben wird. 

Goldfuss hat sein Interesse nicht nur auf die 
Mollusken der engeren Heimat ausgedehnt, sondern durch 
Tausch und freuncischafthche Beziehungen das ganze 
palaearktische Faunengebiet hineingezogen und eine prächtige, 
ungemein sorgfältig durchgearbeitete und sauber aufge- 
stellte, deshalb auch sehr wertvolle Conchyliensammlung 
zusammengebracht, die nach jeder Richtung hin muster- 
giltig war. Er hat sie noch bei Lebzeiten verkauft.*) Ich 
habe es sehr schmerzhch empfunden, dass sie nicht in 
den Besitz des zoologischen Instituts der Universität 
Halle übergehen konnte, weil dessen Mittel dazu nicht 
ausreichten. Das naturwissenschaftliche Museum Magde- 
burgs hat durch dieselbe einen reichen und dauernd wert- 
vollen Zuwachs erhalten. Aber die Liebenswürdigkeit des 
früheren Besitzers hat unserem zoologischen Institute 
wenigstens eine Uebersichtssammlung der in Halles 
Umgebung aufgefundenen, sowie auch der sächsisch- 
thüringischen Arten aus seinen sehr zahlreichen Doubletten 
zum Geschenk gemacht. Auch sonst sind wir ihm zu 



*) In der Sitzung vom 14. Dezember 1905 des naturwissen- 
schaftlichen Vereins für Sachsen und Thüringen hat ein Mitglied des- 
selben die Angabe gemacht, die Goldfuss'scheu Sammlungen seien 
, testamentarisch dem Museum in Magdeburg vermacht". Da diese 
Bemerkung in den Halleschen Tagesblättern zum Abdruck gelangt ist, 
will ich, um Missverständnissen vorzubeugen, nicht unterlassen zu 
bemerken, dass jene Angabe auf freier Erfindung beruht. 



- 217 — 

grossem Danke verpllichtet. Als eine umfangreiche Conchylien- 
sammlung durch testamentarische Bestimmung seines 
ehistigen Besitzers, des Herrn Steinfurt in Hamburg, dem 
Halhschen „Museum" überwiesen und durch unvorsichtige 
Verpackung des damahgen Direktors bunt durcheinander 
gewürfelt an ihrem neuen Bestimmungsorte angelangt war 
und hier jahrelang völlig unbrauchbar und halb entwertet 
gestanden hatte, war es unser Goldfuss, der seine 
freien Sonntage dazu benutzte, seine fachmännischen 
Kenntnisse in den Dienst unseres histituts zu stellen und 
die gesamten Vorräte nach genauer Bestimmung aller 
Stücke in einen wohlgeordneten und brauchbaren Zustand zu 
versetzen. Wir danken ihm noch im Tode für diese 
seine Mühewaltung von ganzem Herzen. 

Seine letzten Lebensjahre waren mehrfach getrübt 
durch Erkrankungen, die ihn um so mehr bedrückten, als 
sie ihm sein höchstes Vergnügen, in die Natur hinauszu- 
gehen, zu wandern und zu sammeln, beeinträchtigten. Er 
ist mehrfach von Venenentzündungen ans Krankenlager 
gefesselt worden und hat gar oft die Vögelchen beneiden 
müssen, die er mit besonderem Vergnügen vor seinem 
Fenster reichhch mit Futter versorgte, die ab- und zuflogen 
und ihre Stimme dankbar erschallen Hessen und zutraulich 
zu ihm' hereinschauten, zu ihm, dem die Flügel beschnitten 
waren. Wenn dann aber eine Besserung in seinem Zu- 
stande eintrat, kam auch wieder die alte Triebe zum 
wandern, beobachten und sammeln und der warme Sonnen- 
schein lockte ihn schon früh am Morgen hinaus in die 
freie Natur. Gerade in diesem seinem letzten Lebensjahre 
war es ihm vergönnt gewesen, in Schlesiens Bergen 
wochenlang seinem Vergnügen nachzugehen und besonders 
Insekten zu fangen, von denen er wusste, dass er sie für 
bestimmte Zwecke verwenden konnte. Da auf einmal 
trat der böse Feind, der schon seit Jahren sich in seinem 



— 218 — 

Organismus angesiedelt hatto, niil doppcUn- Tücke und 
Gewalt hervor und warf den sonst so rüstigen und geistig 
frischen Mann auf das Krankenlager, von dem er nicht 
wieder aufstehen sollte. Er litt in hohem Grade an 
Arteriosclerose, deren Folgen allmählig den ganzen linken 
Fuss hatten brandig werden lassen. Er hat unsagbare 
Schmerzen ausgestanden , in der aufopferndsten Weise 
von seiner treuen Gattin und einer liebevollen Tochter 
gepflegt, er hat nach langem Wiederstrebon in das Schwerste 
einwilligen müssen, was ihm geschehen konnte, dass ihm 
das Bein bis zum Knie amputiert wurde. Diese Operation 
war der Anfang einer Erlösung, denn sie befreite ihn 
zunächst von den wochenlangen furchtbaren Schmerzen; 
sie war vorzüglich verlaufen und hatte seine gute Natiu- 
bewiesen ; für die Kräfte eines 75jährigen Mannes aber 
war der Eingriff doch zu gewaltig. Eine Woche später 
ist er ohne Bewusstsein sanft entschlafen, nachdem ihn 
Tage zuvor sein Geist in die Jugendzeit auf die Rosenburg 
seines Vaters zurückversetzt \ind süsse Erinnerungen seine 
Phantasie angeregt, einen letzten Sonnenstrahl über sein 
Leben verbreitet hatten. Der 6. Dezember brachte ihm 
in den Vormittagsstunden die wohlverdiente Ruhe nach 
langem arbeitsreichen Leben. Mit ihm ist ein tüchtiger 
Gelehrter, ein ehrenwerter Mann, ein liebenswürdiger 
Gharakter und ein treuer Freund von uns geschieden. 
Mag ihm die Erde leicht sein! 



Die Verbreitung von Helix (Vallonia) excentrica ^terki. 

Von 
Ewald Wüst in Halle a. S. 



In diesem Nachrichtsblatte, Jahrgang 38, 190G, Seite 
166 sagt Sterki, dass Helix (Vallonia) excentrica Sterki in 



— 219 - 

den Verzeichnissen von Landmollusken aus paläarktischen 
Gegenden allgemein fehle, obgleich die Art in der paläark- 
tischen Region weit verbreitet sei. Dazu bemerke ich, dass 
Helix (Vallonia) excentrica Sterki von Otto Goldfuss in seinem 
Buche „Die Binnenmollusken Mittel-Deutschlands"^) und in 
dem Nachtrage dazu*) von einer ganzen Anzahl von Fund- 
orten in Thüringen, im Harze und in der Sächsisch- 
Thüringischen Bucht des Norddeutschen Flachlandes angege- 
ben worden ist. Ausserdem weise ich darauf hin, dass die 
Art auch im deutschen Diluvium nachgewiesen worden 
ist und zwar bei Benkendorf bei Halle a. S. von mir^) 
und bei Gronau im südlichen Hannover von Plans Menzel*). 
Wahrscheinlich gehört auch die von mir^) als Helix 
(Vallonia) cf. excentrica Sterki aus dem Diluvium von 
Hangenbieten bei Strassburg und von Süssenborn bei 
Weimar angegebene Vallonia hierher. 



Aus dem Leben eiuer Ampullaria. 

von 
G a e s a r B o e 1 1 g e r. 

Am 31. Mai dieses Jahres (1905) erstand ich in der 
Zierfischhandlui.g von Müller und Zweifel, Frankfurt a. M., 
Schäfergasse 54, zwei 10 mm hohe und 8 mm breite 
Ampullarien, leider ohne Fundort (weshalb ich auch die 
Art nicht erkennen kann). In mein Schneckenaquarium 

') Leipzig 1900. Ueljer Vallonia excentrica vgl. S. 100—101. 

"'} Stuttgart 19^5. (Auch : Zeitschrift für Naturwissenschaften, 
Band 77, S. 231 ff.) Ueher Vallonia excentrica vgl. S. [12| 242. 

•'') Centralblatt für Mineralogie usw., 1902, S. 108. 

*) Jahrlnich d. Kgl. Preuss. Geologischen Landesanstalt u. s. w. 
für 1903, Band XXIV, Heft 3, S. 342. 

') Abhandlungen d. Naturforschenden Gesellschaft zu Hallo, 
Band XXIII, 1001, S. 66 [82] und 207 [223]. 



— 220 — 

gebracht, krochen sie gleich munter umher. Als ich aber 
am nächsten Morgen an das Aquarium kam, hatten meine 
Ampullarien fast sämtliche Stengel der Wasserpflanzen, 
abgebissen und auch unter den Blättern gehörig aufge- 
räumt. Seit der Zeit halte ich sie allein in einem Glase 
ohne Wasserpflanzen. Ich füttere sie mit Salat und den 
verschiedenen Windenarten. Aber auch zerschnittene Mehl- 
würmer und rohes wie gekochtes Fleisch verschmähen sie 
nicht. Ende Juni ging ein Exemplar ein. Die andere 
AmpuUaria ist jetzt (9. Oktober 1905) 45 mm hoch und 
40 mm breit, aber noch nicht ausgewachsen. Ein solch 
schnelles Wachstum ist mir bei einer Schneke noch nicht 
vorgekommen. 

Zur Kenntnis der Molliiskenfanna von Montenegro. 

Meine Aiilwurt zur Abiiandlung des Herrn Ü. Wolilberedt,. 



Zweimal war ich überrascht!: 1. durch Abhandlung 
des Herrn Wohlberedt, 2. mit dem Material Herrn Rohlena, 
welches dem Herrn Boettger gesendet war. Und dazu 
sage ich folgendes: 

1. Meine Excursion hat wirklich jener Unfall, von 
welchem Herr Wohlberedt im „Nachrichtsbl." Nr. 2 spricht, 
betroffen ; aber ich habe immer gleich auf der Stelle 
jeden Tag das gesammelte Material bestimmt nach der 
Literatur, welche ich mitnehmen konnte — weil aber 
dieses nicht vollständig war, darum blieb mir eine Menge 
Unbestimmtes, was alles durch jenen Unfall zerstört wurde, 
und darum habe ich von diesem Uebel gar nichts ge- 
schrieben ! 

2. Das Rohlena'sche Material bestimmte ich nur teils 
nach dem vergleichenden Museumsmaterial und in Prag 
bestehende Literatur; auch wurde ich dann 1 ',/2 Jahr 
schwer krank, und darum konnte ich in der Bestimmung 



— 221 — 

von Rülilena's Material niclil fortscliroilen, und dies blieh 
also im grüssten Teil noc-li unbestinunt. 

3. Jene Etiquetten, welche den Herren VVohlberedt 
und ßoettger gesendet wurden, habe ich nicht geschrieben, 
aber jemand hat sie aus Unkenntnis durchgeworfen und statt 
zu meinem Materialo von Dalmalien zu Rohlena's Exem- 
plaren beigelegt ! 

4. Jene Specien, welche den obengenannten Flerren 
gesendet wurden, führe ich in meiner Arbeit nicht, weil 
diese aus bis heute noch unbestimmtem Materiale Rohlena's 
stammen. 

5. Ich habe die Korrektur meiner Arbeit, wie meines 
Manuskript-Originals nicht zurückbekommen, und dariun 
weiss ich nicht, wie es geschah, dass da ein so grosser 
Unsinn „von 6 Rinden* gedruckt wurde! 

Ich concedire, dass mein Manuskript unleserlich war, 
aber darum sollte mir die Korrektur gesendet werden. 

G. Dadurch — glaube ich — ist der ganze Vorfall 
für jenen Fehler erkläit, weil ich kann nicht dafür, was 
ich nicht geschrieben habe, aber andere verwirrten! 

J. Petrbok. 

Literatur : 

Boetfger, Dr. 0., Zur Kenntnis der Fauna der mittel- 
miocänen Schichten von Koste] im Krasso - Ször^nyer 
Komitat. Gasteropoden und Anneliden III. — In: 
Verh. k Mitt. Siebenb. Vereins 1904 vol. 54 S. I 
bis VIII, 1 — 99. — (Ausgegeben April 1906). 
Als neu beschrieben werden : Mitra pilsbryi p. () ; — M. el)enus 
var. paraleucozona und var. pseuitopyramidelia p. 9 ; — M. 
avellana var. avellanella und var. pseudoavellanella p. 9 ; — 
pseudorecticosla nom. nov. = lecticosta Bttg. nee Bell. p. 10; 
— M. partschi var. kostejana p. 11 ; — M. boehmi p. 11; — 
MiLrumorpha aplycha p. 12; — M. paraptycha p. 13; — 
Miti-(Mla kostpjana p. 16: — M. perminuta p. 16; — M. ini- 



— 222 — 

quidens p. 17; — Anachis subconugata p. 18; — Myurella 
subatorquata p. 22; — Nassa explorata p. 23; — N. hypei- 
tropha p. 2E; — N. crux p. 26 ; — N. strialicosta p. 27 ; — 
N. subasperata p. 29 ; — PoUia trigonostoma p. 31 ; — P 
perpusilla p. 31; — Parvifusus gibber p. 34; — Coralliophila 
gracilispira p. 35 ; — C. biconica p. 35 ; — Leptoconchus roUei 
p. 36; — Aporrhais praeteritus p. 37; — Murex hamulifer 
p. 41 ; — M. collega p. 42; — M. attonaiis p. 43; — M. murex- 
feireus p. 45 ; — Fusus sublamellosus p. 47 ; — Cancellaria 
succineiformis p. 51 ; — Surcula subserrata p. 54 ; — S. 
alterego p. 54 ; — Drillia vasta p. 57 ; ^ Haedropleura corae 
p. 58; — H. crystallina p. 59; — H. avenacea p. 60; — H. 
recticosta p. 60; — Atoma poppelacki p. 61; — Pseudotoma 
xeniae p. 63 ; — Ps. tornatella p. 64 ; — Ps. multisulcata 
p. 65; — Clathurella postuma p. 68; — Gl. densistriata p. 69; 

— Gordieria ulricae p. 70; — G. praehispida p. 71; — G. 
scaberrima p. 71 ; — Philbertia praelexta p. 73; — Gordieria 
adelgundae p. 74; — Peratotoma theodorae p. 75; — Mangilia 
subcostata p. 77 ; — M. porcellanea p. 80; — M. subturgida 
p. 80; — Daphnella jickelii p. 81; — Rhaphitoma polyacantha 
p. 82; — Rh. gertrudae p. 83; — Rh. subfusiformis p. 85 ; -- 
Rh. clavulina p. 86 ; — Rh. tumida p. 87 ; — Rh. bujturaiia 
p. 88; — Natica arsenae p. 91 ; — Scala herthae p. 92; — 
Sc. xeniae p. 93; — Sc. brandenburgi p. 94; — Sc, amaiidae 
p. 96 ; — Sc. infans p. 96; — Pliciscala microscopica p. 97; 

— Micrachlis mira p. 99. 

The Journal of Condiology, vol. 11 no. 10 (April 1906). 

p. 289. Dali, W. H., Early History of the Generic Name Fusus. Da der 
Name als Untergattung von Murex schon 1779 von Helbling 
gebraucht worden ist, hat der Name von rechts wegen auf 
Pleurotoma überzugehen und es entsteht eine geradezu haar- 
sträubende Vei'wirrung. Wertvoll ist eine Nebeneinanderstellung 
der Bolten'schen und dej' Lamarck'schen Namen. 

p. 297. Dean, J. Davy, the Shell Beach at Mochras Island. 

p. 298. EHot, Sir Ghas., Nudibranchs froiu the Indo-Pacific II. Notes 
on Lophocercus, Lobiger, Haminea and Newnesia. Mit Abbil- 
dungen von Zungenzähnen. 

p. 318. Kew, H. Walter, Limax tenellus in Buckinghamshire. 

p. 318. Blundell, Jessie M.. Do Swans eat Anodonta cygneaV 

p. 319. Ghaster, G. W., Jaminia triplicata Studer, a new British 
Terrestrial Mollusc. 



— 223 — 

Dautzenhery, FJi. <('• P. Durouchoux, Supplement a la 
Faunule malacologique des Environs de Saint Molo. — 
In: Feuillc jeunes Naturalistes 1906 Aniiee B6 iio. 
425. 
Die Entdeckung vun 28 weiteren Arien bringt die Artenzahl auf 
211. Als neu beschrieben wird Patella intermedia (Jetlr.) var. 
marteli n. und var. splendida n. p. 57. 

Monterosato,Marchese di, Articolo suIle Auricididae, Assiminidae 
e Truncatellidae dei Mari d'Europa. — In : Naturalistu 
Siciliano 1906 Ann. XVIII no. 6. 
Die Gattung Kochia Pallary wird in die Synunymie von Alexia ver- 
wiesen, dagegen für AI. payraudeaui Shuttl. und Verwandte 
eine Gattung Myosotella errichtet; — Ovatella Biv. wird neben 
Marinula anerkannt; — Für Helix littorina delle Chiaje, den 
Typus von Paludinella Pfr., wird eine neue Gattung Assiminella 
errichtet. 

— — , Note sopra una specie di Volvarina (ampelusica vom 

Gap Sparte! = V. fasca Mtrs. olim, nee Roeve). 
RotJi, Dr. W., über das Glochidium parasiticum. — In : 
Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde 190G 
No. 11 — 13. — Mit 10 Skizzen. 

Eine interessante Uebersicht der neueren vom Verfasser und Anderen 
gemachten Beobachtungen über die Entwicklung unserer Najaden. 

— — , Über die Herkunft und das Alter der Zürichsee- 

Paludina. Ibid. 1906 no. 18. 
Erbringt den Beweis, dass eine im Zürichersee plötzlich aufgetretene 
Vivipara durch Dr. J. Bloch aus dem Langensee eingeschleppt 
worden ist. 

Kohelt, Dr. W., Iconographie der schaleniragenden europae- 
isclien Meeresconchylien. Vierter Band zweite Lieferung. 
Enthält den Schluss der Aporrhaidae, die Xenophoridae und die 
Pediculariidae (Taf. 103—107). Neu Aporrhais pes pelecani 
sarsii p. 17 t. 102 f. o, 4; — zum erstenmal abgebildet A. pes 
pelecani alterutra Mtrs. t. 103 f. 7, 8, 11, 12. 

Dautzenhery, Ph. & H. Fischer, Mollusques provenant des 
dragages eff'ectiies a l'ouest de VAfrique pendant les 
camjjaynes scientifiques de S. A. S. le Prince de 



— 224 — 

Monaco. — Avec 5 planches. In: Resultats scienti- 
fiques par Albert Ir. Prince Souverain de Monaco 
Fase. 32. — Monaco 1906. 

Ein Prachtband in jeder Hinsicht. Er enthält in gewohnter sorg- 
fältiger Weise bearbeitet die zwischen Gibraltar und den 
Capverden erbeuteten Arten. Als neu werden beschrieben : 
Pleurotoma joubini p. 1 1 t. 1 f. 5 — 7 ; — fClionella ?) richardi 
p. 13 t. 1 f. 1—4; — alberti p. 16 t. 1 f. 8—10; — Volvarina 
joubini p. 18 t. 1 f. 17 ; — Euthria adeles p. 23 t. 2 f. 9—12 ; 
— Eu. pulicaria p. 24 t. 2 f. 6—8 ; — Anura clathrata p. 25 
t. 3 f. 6—8; — Anachis richardi p. 28 t. 2 f. 13, 14; — 
Cymatium problematicum p. 33 t. 3 f. 2 — 5; — Bursa ranelloides 
var. tenuisculpta p. 36 t. 2 f. 15 — 18; — Dolium crosseanum 
var. solidior p. 38 t. 3 f. 1 ; — Cypraea spurca var. elongata 
p. 40 ; — Triforis grimaldii p. 41 t. 3 f. 9, 10 ; — Actaeopyramis 
minutissima p. 55 t. 3 f. 11, 12; — Solariella valida p. 57 t. 3 
f. 22—27; — Venus verdensis p. 83 t. 4 f. 4—8; — V. 
perefossa p. 85 t. 4 f. 15—19 ; — Anaitis punctigera p. 86 
t. 4 f. 9 — 14; — Phacoides (Lucinoma) vestita p. 90 t. 5 
f. 1 — 5; — Arcopagia richardi p. 92 t. 5 f. 11 ; — Syndesmia 
grimaldii p. 93 t. 5 f. 18—21 ; — S. desmosia p. 94 t. 5 
f. 16, 17; — Cuspidaria marginata p. 95 i. 5 f. 12 — 15. — 
Von besonderem Interesse ist das Vorkommen der fossilen 
Gancellaria lyrata Brocchi an den Capverden. 

Proceedings of the Äcademy of Philadelphia 1905 vol. 57 
no. 3. (Erschienen Juni 1906). 

p. 705. Pilsbry, H. A. & Y. Hirase, new Land-MoUusca of the Japa- 
nese Empire. Neu : Cyclophorus turgidus miyakoensis; Pupinella 
oshimae yorojimana, Cyclolus taivanus peraffinis p. 705; — 
Diplommatina tokunoshimana errans, D. tosana kureana & 
nogawana p. 706; — Palaina paucicostata, Truncatella japonica, 
p. 707 ; — Eulota'*mercatoria jejimana, Eu. connivens iheyaensis 
Plectotropis tokunovaga p. 708; — Ganesella sororcula okino- 
erabuensis p. 709 ; — var. iheyaensis, Moellendorffia eucharistus 
tokunoensis Sc diminuta ; Pupisoma japonicum depressum 
p. 710; — Microcystina hahajimana jejimana, kitanoojimana & 
pachychilus, M. anijimana p. 712; — Macrochlamys lineatus, 
Otesia chichijimana, hahajimana p. 713; — Trochomorpha 
cultrata iheyaensis & oshimana, Macrochlamys kumeensis, 
Microcystina acuta p. 714; — M. hakonensis, edgariana. 



— 225 — 

kumejimany p. 715; — M. hokkaidonis, Kaliella lioconus p. 
716; — var. goniozona, Kai. affinis, K. crenulaUi basistriata, 
Punctum hoieale p. 717; — Vertigo hirasei kushiroensiK. 
Tornatellina rucuana, Cassidula laiirella japniiica p. 718; — 
C. paludosa nigrobiunnea j). 719. 

p. 720. Pilsbry, IT. A. & Y. ITiiase, Ciüalogue of tlie Land- and 
Freshwater Mollusca of Taiwan (Fonnosa) with descriptions of 
new species. — 153 Arten und 17 Subsp. — Davon neu : 
Japonia zebra p. l'i'i; — J. formosana p. 723; — Cyclotus 
taiwanus adamsi p. 723 ; — C. swinhoei depressus, C. minutus 
concentratus, Gyathopoma taiwanicum p. 724! subsp. degena- 
ratuni p. 725; -— Diplomniatina taiwanica i). 726, subsp. suganii- 
keiensis p. 727 ; — D. prava p. 727 ; — Palaina formosana 
p. 728; — Pseudopomatia eos p. 718; — Alycaeus varius 
p. 729; — Plectotropis impresa [>. 730; — PI. fulvicans browni 
p. 731 ; — PL lautsi micra p. 732: — P. inriensis p. 732; — 
PI. hebes p. 732; — PI. perplexa p. 733: — Ganesella albida 
insignis p. 736; — Ennea swinhoei hotawana |i. 734'; — 
Trochomorpha pellucida p. 739; — Tr. cultrata formosana 
]). 740: — Helicavion hiraseanus p. 741; — Maciochlamys 
nitidus p. 741 ; — Microeystina laniprobasis p. 741 : — .M. 
lissobasis, radiala p. 742; — Kaliella costata, crenuiala boto- 
wana, venusta p. 743 ; — K. longa p. 744 ; — Sitala hirasei 
p. 744; — S. angulifera, S. circumcincta taiwanica p. 745; — 
Punctum taiwanicum p. 746 ; — Modularia douglasiae taiwanica 
p. 750: — Blanfordia formosana p. 750. 

p. 783. Pilshry, H. A. i^j E. G. Vanatta, Hawaian species of Endodonta 
and Opeas (Endodonta marsupialis p. 784 t. 43 f. 1, 2; — E. 
kamehameha p. 784 t. 43 f. 3, 4; — E. concentrata p. 785 
t. 43 f. 5, 6; — Opeas opella p. 788 Texltig. 1.) 

p. 787. Pilsbry, H. A., & Vanatta, E. G., on some i)aciric tleritbiidae. 
(Ger. thaanumi f. 1, Ger. hawaiense f. 2 zum erstenmal abge- 
bildet, Cer. voyi n. f. 3, C^er. nesioticum n. f. 4 p. 788.) 

Smith, Edg. Ä., on South African Marine Mollusca. With 
Descriptions of neu- Species. — Reprintod from: 
Annais of the Natal Goverment Museum, vol. I pl. 1, 
June 1906. 

Gibt ein vollständiges Verzeichnis der von Südafrika beschriebenen 
Mollusken. Als neu beschrieben und sehr gut abgebildet 
werden: Conus quecketti p. 22 t. 7 f. 1 : — Glionella confu.sa 



- 226 - 

p. 23 t. 7 f. 2; — Drillia albolessellata p, 26 t. 7 f. 3 ; — 
Ancilla ordinaria p. 27 t. 7 f. 4; — Marginella shepstonensis 
p. 31 t. 7 f. 5; — Latiriis burnupi p. 34 t. 7 f. 7 ; — Bnllia 
ancilliformis p. 37 t. 7 f. 8: — Ocinebra natalensis p. 38 t. 7 
f. 9; — Dolium fimbriatum var. ualalensis p. 41 t. 7 f. 10; 

— Trifora cerea p. 43 t. 7 f. 11; — Ti-. shepstonensis p. 43 
t. 7 f. 12; — Cerithiopsis insignis p. 45 t. 7 f. 13; — C. 
cliapmaniana ]). 45 t. 7 f. 14; — Rissoina durhanensis p. 47 
t. 7 f. 15; — R. shepstonensis p. 48 t. 7 f. 16; — Scala 
durbanensis p. 49 t. 7 f. 17; — Sc. eborea p. 50 t. 8 f. 1; — 
Elusa natalensis p. 51 t. 8 f. 3 ; — Calliostoma bisculptum 
p. 54 t. 8 f. 4 ; — Euchelus natalensis p. 55 t. 8 f. 5 ; — 
Glyphis fuscocrenulata p. 56 t. 8 f. 6 ; — Chlamys natalensis 
p. 60 t. 8 f. 7, 8a ; — Pinna natalensis (= niadida Sow. nee 
Reeve) fp. 60 t. 8 f. 9. — Zum erstenmal abgebildet sind 
Mormula rissoina Cl. Ad. t. 8 f. 2 und Ervilia scaliola Issel 
t. 8 f. 66. 

Clessin, S., eine interglaciale Conchylienfauna aus der Um- 
gebung Münchens. — Abdruck aus: (teognost. Jahres- 
hefte 1905 vol. 18. München 1906 p. 39—42. 
33 Arten, darunter Azeca tridens, Helle bidens, Acme polita. 

Preston, H. JB., Descriptions of new species of marine Pele- 
cypoda from the Philqypine Islands. — In: Ann. Snc. 
R. Zoologique et Malacologique de Belgique Annee 
190G t. 41 p. 71, 72. Mit 6 Textfiguron. 
Neu: Teilina manilae f. 1, mit var. nivosa f. 2 ; — Macoma 
densestriata f. 3; — Leptomya luzonica f. 4; - Tapes 
browniana t. 5; — (bdakia tumida f. 6. 

Journal de Conckyliologie vol. 53 Nr. 4 (ausgegeben 20. 
Juni 1906). 

p. 343. Dautzenberg, Ph. &: H. Fischer, Liste des Mollusques recoltes 
par M. H. Mansuy en Indo-Chine et au Yunnan et Description 
d'espfeces nouvelles. Avec pl. 8 — 10. 
Neu: Elma mansuyi p. 345 t. 8 f. 8, 9 ; — Macrochlamys douvillei 
p. 351 t. 8 f. 4—6; — Camaena cicatricosa var. connectens 
p. 356; — C. mansuyi p. 357 t, 9 f. 1—3, mit var. depressa 
p. 358 t. 8 f. 7; — Satsunia lantenoisi p. 360 t. 9 f. 10, 11; 

— Eulota jourdyi var. minor p. 362; — Buliminus rhombostomus 
var. pnpnidea p. 367 ; — R. pharangensis Frühst, mss. p. 367 



— 227 — 

L 9 f. 8, 9; — Clausula lantenoisi p. 368 t. 9 f. 6, 7 : — Cl. 
kvillei p. 369 t. 9 f. 5, 6 ; — Sistrum undatum var. kieneri 
p. 395; — Melania jacqueti p. 413 t. 10 f. 16; — Vivipara 
lecythoidcs var. latissima p. 418 t. 10 f. 17; — V. rattei var. 
elongata p. 420 l. 10 f. 18 ; — Margaryajnelanoides var. ahgel). 
p. 423 (var. motiodi f. 1, var. maiisuyi f. 2—4. var. obsolela 
f. 5); — Ampullaria polita var. major p. 426: — A. turbiiiis 
vai'. eryllnochila p. 428; — Rhiostorna morleli p. 329 L 10 
f. 1 — 4; — Cyclophorus courbeli var. leucostoma p. 432; — 
Pupina douvillei p. 440 t. 10 f. 10, 12; — P. verneaui p. 440 
t. 13—15; — Diplommatina lavillei p. 442 t. 10 f. 8, 9; — 
Opisthostoiiia tonkinianuia p. 444 l. 10 f. 5 — 7 ; — Uiiio 
jourdyi var. ponderosa p. 453. 
p. 471. Ancey, G. F., Addenda au releve des Mollnsques lerrestres et 
fluvintiles de la Peninsule Arabique. 

Proceedings of the Malacological Society of London, vol. VII 
No. 2, June 1906. 

p. 67. Reynell, A., Ca.ssidaria rugosa. 

p. 68. Smith, E. A., Note on Neptuaea auüqua fBemerkunKeii über 
linksgewuiidene Exemplare). 

p. 68. Jhering, H. von, on the name Pilsbryella von Jlieriug. Derselbe 
ist von Mierstrasz bei den Chitonen jiräocupiert und wird in 
Clearella umgeändert. 

p. 69. Melvill, J. C, Descriptions of thirty-one Gastro[)oda and one 
Scaphopod from the Persian Gulf and Gulf of Oman, dredged 
by Mr. F. W. Townsend 1902—1904. Die neuen Arten, 
meistens aus einer Tiefe von 150 Faden stammend, sind: 
Scalaria canephora p. 70 t. 8 f. 28; — Cirsotrema bona p. 70 
t. 8 f. 29 ; — Crosseia eryma p. 70 t. 7 f. 1 : — Fossarus 
eudmetus p. 71 t. 7 f. 2; — Diala trilirata p. 71 t. 7 f. 3; — 
Cerithiopsis mathildaeformis p. 71 t. 7 f. 4; — Eulima nisonida 
p. 71 t. 7 f. 6; — Eu. rhaeba p. 82 t. 7 f. 7 ; — Mumiola 
ej)ibathra p. 72 t. 7 f . 5 ; — Mucronaha bizonuhi p. 72 t. S 
f. 31 ; — M. lepida p. 73 t. 7 f. 8 ; — Syrnola aperanta p. 73 
l. 7 t'. 8 ; _ S. clavellosa p. 73 l. 7 f. 10 ; — Turbonilla delia 
p. 73 t. 8 f. 30; — T. hermia p. 74 t. 7 f. 11; — Odostomia 
(Pyrgostelis) hervierioides p. 74 t. 7 f. 12 ; — 0. (F.) tenerrima 
1).'24 t. 7 f. 13; — 0. (P.) thelxinoa p. 75 t. 7 f. 14; — 0. 
(Miraida) una p. 75 t. 7 f. 15; — Columhella comistea p. 75 
t. 7 f. 16: — Nassa jactabonda p. 76 t. 7 f. 17; — Marginella 



— 228 — 

ainydrozüiia p. 76 t. S f. 18; — M. eumoipha p. 76 t. 8 T. 19; 

— ? Drillia thiste p. 77 t. 8 f. 20 ; — Mangilia biplicata p. 77 
t. 8 f. 21; — Daphnella sabina p. 77 t. 8 f. 22; — Pleuroto- 
mella alcestis p. 78 t. 8 f. 13; — PI. itama q. 78 t. 8 f. 24; 

— Cylichna collyra p. 79 t. 8 f. 25 ; — Volvula compacta p. 
79 t. 8 f. 26; — Parastrophia filium p. 80 t. 8 f. 27 ; — 
Cadulus campylus p. 80 t. 8 f. 32. 

p. 81. Melvill, .1. C, Capulus lissus, Smith, as typa of a proposed 
new subgenus (Malluvium) of Amalthea Schumacher. Mit Text- 
figuren. 

p. 85. Bullen, Rev. R. A., Notes on a holocene deposit at Harlton, 
Combs. 

p. 88. Preston, PI. B., on a smali collection of Land- and Freshwater 
Shells fiom Uganda, vvith Descriptions of a new species of 
Martensia and two new species of Limicolaria (M. bowkerae, 
L. ponsonbyi und L. smithi, mit Textflguren). 

p. 91. Bedwall. W. T. & E. H. V. Matthews, on new species of 
Polyplacophora frorn South-Australia. (Chiton aureomaculata 
p. 91 t. 9 f. 3 : — Ischnochiton resplehdens p. 91 t. 9 f. 4; — 
Anithochiton ashbyi p. 92 t. 9 f. 2 ; — Lepidopleurus 
matthewsianus p. 92 t. 9 f. 1. 

p. 93. Godwin Austen, H. H., on a species of the Land Molluscau 
Genus Dyakia from Siam. Gibt die Anatomie einer Varietät 
von D. striata Gray (Mit Taf. 10.). 

p, 100. Newton, R. Bullen, Note on Swainsons Genus Volutilithes 
(mit Reproduetion der Tafeln von Swainson). 

p. 119. Kennard, A. S. & B. B. Woodward, on the occurence of 
Vertigo parcedentata, A. Braun, in holocene Deposits in Great 
Britain. 

Eingegangene Zahlungen : 

Dr. Hans Menzel, Berlin, Mk. 6. 

Vei änderte Adressen : 

Dr. Victor Franz, bisher Halle a. S., Domplatz 4, jetzt Helgoland, 

Biolog. Anstalt. 
H. B. Preston wohnt jetzt 53 West Cromwell Road, London SW. 
Henrik Seil, Kopenhagen, wohnt jetzt Blegdamsvej 126 A^- 

Hedigierl von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben : 21). jjepteiiiber. 



^ 5J^ 5^ ^ ^ ^ % ^ # ^ ^ •^ 4^ % ^1^ ^Ji ^|i 4i ^ii ^-i ^k 

Ofine Konkurrenz! 

Um mit Uliseren enormen Vorrälen etwas zu räumen, ver- 
kaufen wir bis auf Weiteres alle Species, welche wir in Anzahl 
besitzen, von 

Marine-, Land- u. Süsswasser-Gonchylien 

zu halben Preisen. 

Diese halben Preise bewilligen wir nicht nur auf unsere eigenen 
älteren Kataloge, sondern auch auf die Preise anderer deut- 
sclien, englisclien und französischen Hand- 
lungen, falls Retlektanten solche Preiskataloge einsenden. 

99KoiilUO<^^^9 naturhistor. Institut, 

Berlin S. "W. 11, Königs rätzerstr. sj>. 





r^ zif v(: vf zf: VjC rjc :>jc vf V|v x)}: •sjr ^vr vj; Vf ^i tpr i^ ^»1^ tfir zif 

1, 

lierausge^a^ben von 

Dr. W. WolterstorfF, Museumskustos in Magdeburg. 

Verlag v o n 

G. Wenzel & Sohn, Braunschweig, 

Breitestrasse 1. 



Billige illustiiei'te Fachzeilsclirift für alle Besitzer von 
Aquarien und Terrarien, Freunde von lebenden Repli- 
lien. Amphibien, Fischen, Wasserinsekten, Wassermollu.sken 
u. dergl.. sowie von Wasserpflanzen. Offizielles Organ einer 
grossen Anzahl Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde. 

Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mk. Man abonniert 
durch Post oder Buchhandel. Wöchentlich erscheint eine 
Nummer von 12 Seiten (4^*). Probenummern versendet der 
Verlag auf Verlangen gratis und franko. 



PROSPEKT 



Im Selbstverlage des Verfassers erschien soeben : 

ICONOGRAPHIA 

JViOLLUSCORUM f OSSILIUM 

IN TELLURE TERTIARIA 

HUNGARIAE, CROATIAE, SLAVONIAE, DALMATIAE, 

BOSNIAE, HERCEGOVINAE, SERBIAE ET BULGARIAE 

INVENTORUM. 

EDIDIT SPIRIDIO BRÜSINA. 

ATLAS 

(XXX TABULARUM LITHOGRAPHIGARUM VOLUMEN). 
Preis K 50.— 



Vor kaum 3 Deceunicii winde die ueogene Mollusken-Fauna Ungarns 
Kroatiens, Slavoniens, Dalmaliens und der Balkanländer erst entdeckt, 
jetzt ist ihre grosse Wichtigkeit, sei es für sich selbst und für die 
Zoogeographie, sei es für die Gliederung des Tertiärs und für die 
Evolutionslehre von höchster Bedeutung. Niemand anderer als Darwin 
selbst hat es anerkannt, indem er schreibt : „Die Congcrien und 

Paludinenschichten Slavoniens bieten den besten Fall dar, der 

mir jemals rorgekorrnnen ist, in Bezug auf den Nachweis des directen 
Einffusseff der Lebensbedingunr/en auf die Organismen." 

Was das Werk selbst anbelangt, bürgt der Name des Verfassers, 
welcher em. Universitäts-Professor, Director und Gründer des zoolo- 
gischen National-Museums in Agram ist, für dessen Gediegenheit. 
Professor Brusina beherrscht seit bald 40 Jahren das ganze Gebiet 
der recenten und tertiären Mollusken-Fauna der Adria und der süd- 
slavischen Länder. Leuchten der Wissenschaft, wie Jeffreys in Eng- 
land, Petit de la Saussaye, Tournouer, Crosse, Paul Fischer, Dautzen- 
berg, Cossmann in Frankreich, L. Pfeiffer, E. v. Martens, Kobelt und 
andere in Deutschland haben die Gewissenhaftigkeit und Gediegenheit 
der Arbeiten des Verfassers hervorgehoben. 

So viel uns bekannt, ist Prof. Brusina der erste, welcher um 
<lie grösslmögliche Genauigkeit zu erreichen, alle Original- 
Exemplare, selbst die kleinsten, mittelst eines ausgezeichneten 
Apparates zur massigen Vergrösserung photographieren und nach 
Photographien und Originalen zeichnen Hess. 



OardQd 



XCCCCCC 



U ^<^^ 'rctc ■ cjC c rccc^C CC c 
c c. ^ ^ «m c^ c<- ccc«: x:c ■ c- 

p; s ^^'<^$=c^ < S^^-^-«^G ^«s: CC C' 

4 9^ '^:<^-'^' CCC'C&:C 

f 9 % f^ C ^C CCC CCG <: CTC CC 

c;C;;^ <^-f ccccc.<c:cc c<rc (CC 

>^ S ^^'^S^' ^ CC CCC CC ^<c C CC_ 

==9^ S ^^-^ CC c^i.cc-c:c (CC 

,.cc.:-c ccc^'cc CCC cc-^: cc<'c cc« 
. cc:vC cc<g:; CC CC - ccd: c^c-'C cös 

. CC: CC CCCCCC CCCQ CC CC^CC C" 
, CCs: C CCCC'CCXC €C CT C CCC C 

" ccL'Cccc cc:ccccck:4.c <r' q 
<3C c ccc: cccc^c^K'cCiCC' c 

vc: ( CC' ccccccccjc ^ cl- cd 

. . i C<L c . C£- CC CCCCCC CC< > CC 

. > CÄL'-rccccrCcccc fTu:» CCC 



.. ' C«<,C ,CC<'CCC eCCCC «C' ^c <SC: 

_^ C«SC'CC«:CCCCCCC O't^tCC 

c $:. cj«:^c CC cc€€c:cc <rcccc 
c. <c cdT c CC ccr CCC cc <: c c cc 

C . CT CCK (C- ^. CG CCC CC O c ' C CC 

C.; <C CC^.CC- C: C crCC C C- C 'C CT- ^ 

Ck<. c occc'cc c; c c<cc c c c oc:^. 

\X C cCC: cc C C C«CC :C' c cc cc«s 
\^<( CCCCCC cc <SCC^= C C CCvCCCCC ■: 

-cmccctcc cc C«CC^ c c .c<^' c 

, ^^-XCCCCCC'CCSCC cc CC'C^ '(' 

^^'^ß; cc: cc CCSCC C C CCiC^ <;; 

^^^CC cc CC0CC C C CCiC^: <C| 

■■^^^CCCCCöCC > C<K(<iCCC Cf