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Full text of "Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft"

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SECTIONAL LIBRARY 

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^^^- Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologiselien &esellsehaft. .4 



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Einnndvlerzigster Jahrgang. 



Redigiert 



Yon 



Dr. W. Kobelt 

in 
Schwanheim (äfain). 



FRANKFURT am MAIN. 

Verlag von MORITZ DIESTERWEG. 

1909. 






Inhalt. 



Seite 



Boettger, Caesar R., ein Beitrag zur Erforschung der europäischen 

Heliciden ...... 

Boettger, Prof. Dr. 0., Nachtrag zu ,,Die fossilen Mollusken der 

Hydrobienschichten von Budenheim bei Mainz" . 
Thiele, Joh., einige Bemerkungen über deutsche Süsswasser 

mollusken und ihre Namen 
HilbeH, Dr. R., die Molluskenfauna des Nordsamländischen 

Küstengebietes in Lebensgenossenschaften 
Knipprath, D., HeHx personata Lam. und H. obvia Hartm. im 

Taunus . . . 

Haas, Fritz, die Namen unserer Unioniden-Gattungen . 
Suter, Henry, Richtigstellung einiger Namen in Dr. Gurt von 

Wissel's „Pacifische Chitonen" 1904 
Cleasin, S., Vitrellen aus Südbayern 

, Conchylien aus dem Löss der Umgebung von Wien II 

Steusloff, Dr. M., Paludestrina jenkinsi E. A. Smith an der 

deutschen Ostseeküste .... 

Kohelt, W., zwei neue Pterocyclus . . . 

Schmidt, Günther, zur Verbreitung von Lithoglyphus naticoides 

F6r. und Calyculina lacustris Müll. 
Kabelt, W., Besprechung von : H. von Ihering, les Mollusques 

Fossiles du Tertiaire et du terrain cretace de l'Argentine 
Boettger, Prof. Dr. 0., Noch einmal die Vervvandtschaftsbezie- 

hungen der HeUx-Arten aus dem Tertiär Europas 
Babor J. <£• J. Norah, Verzeichnis der posttertiären Fauna der 

böhmischen Weichtiere . . . . 118, 145 

Hashagen, K, Hydrobia stagnalis Baster. im Süsswasser . 129 

TJiiele, Dr. Joh., über einige neuseeländische Chitonen . 131 

Wilkens, Finanzrath, Conchologische Miscellen aus Heidelberg 132 
Kobelt, W., Diagnose einer neuen ArcheUx (Pallaryi Koch) . 135 
J. Babor u. J. Novuk, Verzeichnis der posttertiären Fauna der 

böhmischen Weichtiere ..... 145 



1. 49 

19 
25 
35 

43 

68 

72 
75 
79 

80 

82 

83 

85 

97 



Boettger, Prof. Dr. 0., Neue Nenia; Beslimmungsschlüsscl 
und Literaturnachweise für die bis jetzt bekannten Nenia- 
Arten (Clausiliidae) . . . . .162 

Wüst, Ewald, Das Vorkommen von Pisidium aslartoides Sandb. 

im deutschen Diluvium ..... 183 

Kleinere Mitteilungen . . . . . .135 

Literatur 44, 86, 135, 187 



Neubeschriebene Arten. 

Seite 



At-chelix pallaryi Koch niss. 134 
Nenia sublutea *Bttg. . . .162 
PterocyclusfruhstorfieiiMlIdff. 82 
— moellendorffi Kob. ... 82 



Vitrella aciculoides Clessin 

— carychioides Clessin 

— heldii Clessin . . . 



Seite 

78 

78 

77 



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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Haläkozoologisehen teellsehaft. 



Einnndvierzigster Jahrgang. 
(1909.) 



H eft I. 

(Januar — März.) 



Inhalt: 



Seite 



Boettger, Ein Beitrag zur Erforschung der europäischen 

Heliciden . ; 1 

Boettger, Nachtrag zu ,Die fossilen Mollusken der Hydrobien- 

schichten von Budenheim bei Mainz" 19 

Thiele, Einige Bemerkungen über deutsche Süsswasser- 

moUusken und ihre Namen -.25 

Hubert, Die Molluskenfauna des Nordsamländischen Küsten- 
gebiets in Lebensgenossenschaften 35 

Knipprath, Helix personata und Helix obvia Hart, im Taunus 43 

Literatur 44, 



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Beiträge 

zur 

Kenntniss der mitteleuropäischen Najadeen 

Als Beilage zum Naehrichts - Blatt 
der Deutschen Malaeozoologisehen Gesellschaft 

herausgegeben von 

Dr. W. Kobelt-Schwanheim (Main). 

No. 2. ^ Januar 1909. 

Zur Elbeforschung:. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 

Kaum minder interessante Probleme als der Rhein 
bietet für die vergleichende Erforschung der Najadeenfauna 
das Gebiet der Elbe. Auch die Elbe in ihrem heutigen 
Laufe ist ein verhältnismässig ganz junger Strom. Es hat 
eine Zeit gegeben, in der sie so gut wie der Rhein in ver- 
schiedene getrennte Flusssysteme zerfiel. AVenigstens die 
böhmische Elbe ist sicher früher zur Donau abgeflossen und 
von ihr aus ist ünio tumidus in die mittlere Donau ge- 
langt; erst der Durchbruch durch die sächsische Schweiz 
hat die Verbindung mit der Mulde, in der sich seit uralter 
Zeit die Abflüsse vom Nordabhang der Thüringer Gebirgs- 
scholle und des Erzgebirges sammelten, geschaffen. Aus 
der Zeit vor dem Durchbruch hat sich wohl die Perlen- 
muschel in Schlesien erhalten. 

Die Mulde-Elbe ist uns erhalten bis Magdeburg. Hier 
wendet sich heute der Strom ganz unvermiltelt nach Nord- 
osten und mündet bei Havelberge in das Havelbett, das 
seine Richtung beibehält bis nach Hamburg. Der Durch- 
bruch ist schwerlich früher als in der letzten Periode der 
Eiszeit erfolgt. Vorher folgte die Mulde zweifellos dem Tal, 



— 18 — 

in welchem heute die Ohre in umgekehrter Richtung der 
Elbe zufliesst, bis zu dem Sumpfgebiete des Drömling. Von 
hier ist sie entweder der seitherigen Stromrichtung folgend, 
durch das Bett der Aller in die heutige Wesermündung 
geflossen; also dem Südwestrand der Lüneburger Heide 
entlang — oder sie ist an deren Nordostrand hin der Havel 
zugeflossen und hat sich mit dieser durch die Ilmenau bei 
Hamburg vereinigt. Höchst wahrscheinlich war beides nach- 
einander der Fall. Es dürfte dann das Allertal den ältesten 
Elbelauf bezeichnen, das Ilmenautal den jüngeren. Wir 
dürfen dabei nicht vergessen, dass die mittlere Spree und 
die untere Havel den alten Unterlauf der Oder darstellen. 

Von Wichtigkeit ist das Vorkommen der Margaritana 
margaritifera in der Ilmenau resp. deren Zuflüssen, das 
zweifellos mit dem im Gebiet der Saale zusammenhängt. 
Dann die Verbreitung der Vivipara fasciata in der Elbe. 
Unterhalb Magdeburg erscheint sie einheimisch — ganz wie 
im Rhein von der Moselmündung ab — und in einer Form, 
welche sich an die der Havel und Spree unmittelbar an- 
schliesst. Aus Aller, Leine und oberer Weser kenne ioh 
sie nicht. 

Auf Einzelheiten einzugehen, verbietet mir der Mangel 
an Lokalkenntnis, die im Gebiete des grossen Landeises in 
ganz anderer Weise nötig ist als im Rheingebiet mit seinen 
seit dem Tertiär ziemlich stabil gebliebenen Verhältnissen. 
Ich veröffentliche diese kurze Notiz nur, um die Malako- 
logen des Elbegebietes zu einer der Arbeit am Rheine parallel 
gehenden Najadeenforschung in ihrem Gebiete anzuregen. 



Klassische Fundorte. 

In der Najadeenliteratur fmden wir eine Anzahl von 
Lokalitäten angeführt, welche als die Originalfundorte ge- 
wisser Arten oder Varietäten genannt werden und dadurch 
eine besondere Bedeutung erlangt haben. Von den meisten 



— 19 — 

derselben ist Material seit Jahrzehnten nicht mehr in den 
Verkehr gekommen, gar manche mögen vollständig zerstört 
oder verschollen sein. Für alle wäre eine neue Erforschung 
nötig, einmal um festzustellen, was die alten Autoren mit 
ihren Arten eigentlich gemeint haben, dann um zu kon- 
trollieren, ob die beschriebenen Arten sich in der seit 
Schröter, G. Pfeiffer, Spengler, Rossmässler, Küster und 
Held verflossenen Zeit verändert haben oder nicht. Nament- 
lich für die aus fliessenden Gewässern beschriebenen Arten 
der batav US-Gruppe ist nicht anzunehmen, dass eine vor 
achtzig Jahren beschriebenen Form verschwunden sei. Selbst 
in den Industriegebieten wird sich immer noch in einzelnen 
Talwinkeln die alte Fauna finden, und in anderen vielleicht 
eine neue, welche veränderten Verhältnissen ihre Ent- 
stehung verdankt. So in Staubecken, in neu angelegten 
Mühl- und Fabrikgräben u. dgl. Im Schlamm des Hafen- 
beckens in Frankfurt hat sich in kaum 25 Jahren eine 
Anodontenform herausgebildet, die ich früher nie im Main 
gefunden habe. 

Ich erlaube mir nachfolgend unsere Mitglieder und 
Mitarbeiter auf einige in Deutschland gelegene Fundorte hin- 
zuweisen und diese ihrer besonderen Beachtung zu empfehlen. 

Schröter (Flussconchylienj nennt einen Teich bei 
Wandersieben in der Grafschaft Blankenhain als Fundort 
seiner Mya testa crassa, die bis 3 ^/4 Zoll lang wird. Der 
Ort liegt zwischen Weimar und Ilmenau, ist also bequem 
zu erreichen. Aus demselben oder wenigstens der Um- 
gebung von Wandersieben führt er seine Mya angusta flava 
an, die älteste Fundortsangabe für einen zweifellosen ünio 
pidorum. Da Simpson in der Mya crassa einen ünio 
sinuatus erkennen will, ist die Beschaffung von Exemplaren 
vom Originalfundort von besonderer Wichtigkeit. 

Spengler (in Skrifter af Naturhistorie Selskabet 1793) 
nennt für ünio auricularius, den Westerlund mit U. sinuatus 



— 20 -- 

identifiziert Berlingen ved. Unterseen i Sveitz (gegenüber 
der Mainau), für U. tumidus fersk Vand Seer her i Seelland, 
für die übrigen europäischen Unionen seltsamer Weise 
Tranquebar. — 

Bei Carl Pfeiffer, Naturgeschichte käme der Aus- 
fluss des Radsieker Teiches bei Pyrmont in den Wörnte- 
bach als Originalfundort der Anodonta ponderosa in Betracht. 
Ferner die untere Kinzig bei Hanau für ünio riparius und 
die Jossa bei Marjoss für Margaritana margaritifera. — 

Menke beschreibt seinen Unio rubens aus einem von 
der Wupper abgeleiteten Mühlgraben ; — seinen Unio ru- 
gatus aus der Emmer bei Pyrmont, aus Bächen in Schaum- 
burg Lippe und aus dem Flüsschen Aue bei Hildesheim. 

Boss massier erwähnt den Rhin bei Reinsberg als 
Fundort eines Iconogr. fig. 443 abgebildeten Unio, den er 
weder zu JJ. tumidus, noch zu U. crassus zu stellen wagt 
und der heute noch nicht klargestellt ist. — Ferner für 
eine dem Unio ater Nilss. äusserst nahestehende Form die 
Mulde bei Penig in Sachsen; — für eine Form von Ünio 
consentaneus Icon. 742 die Bottwar bei Bottwar, sechs 
Stunden von Stuttgart. — Ko. 



Ueber Unio auricularius Spengler. 

Von 
Fr. Haas. 
Im Jahre 1793 beschrieb Spengler in einer Abhandlung 
über das Genus Unio (in : Skrifter af Naturhistorie — Sels- 
kabet, 1798, 1. Hefte) neben vielen anderen Arten auch 
einen Unio auricularius. Die Beschreibung dieser Art 
stimmt nahezu mit der des U. sinuatus Lam. überein, so- 
dass Westerlund beide Arten für identisch hielt und in 
seiner „Fauna der in der palaearktischen Region lebenden 
Binnenconchylien " den U. sinuatus durch den allerdings 
älteren U. auricularius Spengl. ersetzte. Noch ein anderer 



— 21 — 

Punkt bestärkte Westerlund in seiner Annahme. Am 
Schlüsse des Abschnittes über U. aurkularius erwähnt 
nämhch Spengler als Fundort Berlingen am Unterseo 
in der Schweiz. Nach Lamarcks Angabe ^) lebt nun sein 
V. simiatus, ausser in verschiedenen französischen Flüssen, 
auch im Rhein. Da aber der Rhein den Untersee, den 
Westerlund merkwürdigerweise als JJnterlachen bezeichnet, 
durchfliesst, so schienen sich die Angaben Spenglers und 
Lamarcks in der denkbar besten Weise zu ergänzen. 
Westerlund hat sich aber in seiner Annahme, bezüglich 
der Identität der beiden in Frage stehenden Arten geirrt, 
wie ich durch das genauere Studium des Spenglerschen 
Originaltextes feststellen konnte. Um die Angelegenheit 
vollkommen aufzuklären, bedarf es nur einer wörtlichen 
Wiedergabe der betreffenden Stelle, wie ich sie im folgen- 
den, ins Deutsche übersetzt, geben werde. Um einen darin 
vorkommenden Passus klarzulegen, beginne ich nicht mit 
der Beschreibung des U. aurkularius selbst, sondern mit 
der von Spengler vorher behandelten Art, mit ü. marga- 
ritiferus, also unserer Margaritana margaritifera : 
Unio marg'apitiferus. 

Anm. Diese Muschel ist so oft abgezeichnet und so 
oft beschrieben worden, dass ich nicht mehr nötig habe, 
viel davon zu sprechen. 

Es ist merkwürdig, dass alle conchyliologischen Schrift- 
steller nur die europäische Flussperlmuschel abgebildet und 
beschrieben haben, die sich in so vielen Flüssen Deutsch- 
lands, aber vornehmlich in Norwegen findet, aber nie die 
Indianische Flussperlmuschel nennen^ woraus man schliessen 
muss, dass sie diese nie gesehen haben. Nur Lister be- 
schreibt eine derartige ostindische Perlmuschel und hat in 
seiner Hist. Gonchyl. Tab. 149 fig. 4 die Innenseite einer 
solchen abgebildet; diese Abbildung führt er aber in allen 

') Lamarck, An. sans vert. VI., 1819, pag. 70. 



- 22 — 

conchyologischen Schriften bei der Beschreibung der euro- 
päischen Perlmuschel an, die doch so verschieden von der 
anderen ist. Im übrigen habe ich nur noch Folgendes zu 
bemerken : Dieser (der europäischen Flussperlmuschel) fehlt 
gänzlich der blattartige Zahn auf der Rückenkante, der in 
der anderen Schale von einer langen Vertiefung eingefasst 
wird, wie man ihn bei der Indianischen Perlmuschel und 
allen den anderen Flussmuscheln findet, die nach den von 
mir angegebenen Kennzeichen zu diesem Geschlecht gehören. 

Es folgt die Beschreibung einer Varietät von U. mar- 
garitiferus. Dann, auf der folgenden Seite fährt Spengler fort: 
Unio aurlcularius. 

Testa crassa, oblonga, tunicata, rugosa, in medio sinu 
retusa et linea longüudinali lateribtis depressa. 

Lister, Conchyl. Tab. 149, fig. 4. 

Dies ist die oben erwähnte ostindische 
Flussperlmuschel. Ihre äussere Gestalt ist wie ein 
Ohr. Die Rückenkante ist rund und geht in ein Stück 
eines grossen Kreisbogens aus. Beide Enden sind rund, 
die untere Kante der Muschel ist in der Mitte ausgehöhlt. 
Der breite Wirbel liegt nahe dem Vorderende, über das er 
sehr vorragt; aber von ihm ab bis zur Mitte des Unter- 
randes ist die Muschel durch einen Eindruck beiderseits 
ausgehöhlt. Beide Schalen sind auf dem Rücken hinter 
den Wirbeln durch ein starkes Band zusammengehalten, 
das über die Nijmphae gespannt ist. Die Seitenwände sind 
nicht glatt, sondern scharf und schilfrig, mit einer dicken 
schwarzbraunen Haut bekleidet. Wenn die Muschel abge- 
schliffen wird, so sieht man einen starken Glanz, der sogar 
das Perlmutter der Seemuscheln an Schönheit übertrifift. 
Die beiden grossen Wirbel sind viel von dieser Haut ent- 
blösst, aber nicht so von Würmern angefressen, wie bei 
der europäischen Perlmuschel. In der linken Schale liegt 
gleich unter dem Wirbel ein sehr dicker, kegelförmiger, der 



— 23 — 

Länge nach gestreifter Zahn, der in die Zähne eingreift, die 
in der anderen Schale sitzen. Unter den Nymphae auf der 
Rückenkante erhebt sich ebenfalls in der linken Schale ein 
leistenförmiger Zahn, der in der rechten Schale in eine 
tiefe lange Grube aufgenommen wird. Der eine Muskel- 
eindruck an der äussersten Vorderseite ist tief und gross, 
gleicht einer Karammuschel oder Pecten, der andere auf der 
Hinterseite ist eiförmig und nicht so tief. Die ganze Muschel 
ist sehr dickschalig und wiegt 10^2 Loth, während die 
nordische nur 6V2 Loth wiegt. Die Länge beträgt 5 Zoll 
und die Breite 2^/4 Zoll. Genug von einem so beschaffenen 
Exemplar,^) (ich besitze) noch grössere, mit vollständigen 
Wirbeln, kunstvoll bis auf das schöne Perlmutter abge- 
schliffen und poHert. 

Unter meiner Sammlung von Petrifikationen finden 
sich Steinkerne von dieser Muschel, in einem mit Lehm 
und Micca gemischten Sandstein, und man sieht da noch 
an verschiedenen Stellen Perlmutterschalen sitzen. Ist 4 Zoll 
lang und 2 Zoll breit: Von Berlingen am Untersee in 
der Schweiz. 

Ich finde keine Stelle in Spenglers Beschreibung, die 
zu der irrigen Ansicht führen könnte, Berlingen am Unter- 
see sei ein Fundort für den recenten ünio auricidarius. 
Offenbar hat Westerlund Spenglers Originaltext nicht selbst 
eingesehen, oder er hat denselben so flüchtig durchgelesen, 
dass er die Erwähnung der Petrefakten übersehen hat. Ich 
kann mir sonst sein Versehen nicht erklären. 

Durch den ersten Satz in der Beschreibung des ü. 
auricidarius ist von vorne herein festgelegt, dass dieser für 
unsere palaearktische Unionidenfauna nicht in Betracht 
kommen kann. Mit welcher Art er eigentlich identisch ist, 



') Im dänischen Text besitzt dieser Satz überhaupt kein Verbum; 
da er dann in der Uebersetzung keinen Sinn hätte, habe ich die in 
Klammern gesetzten Worte im Deutschen hinzugefügt. 



- 24 — 

geht uns hier nichts an, es genügt uns, festgestellt za haben, 
dass er uns in der Systematik der einheimischen Najadeen 
künftig nicht mehr im Wege sein wird. 

Als Abildung seiner Art verweist Spengler auf Listers 
Histor. Conchyl. Tab. 149, fig. 4. Ich halte es als über jeden 
Zweifel erhaben, dass Listers Figur unsere europäische 
Flussperlmuschel vorstellen soll, umsomehr, als der von 
Spengler für U. auricularius als charakteristisch erwähnte 
Seitenzahn dem dargestellten Stücke fehlt. Der Abbildung 
ist ein A beigefügt, was, wie am Anfange des Buches er- 
klärt wird, ex Anglia bedeutet. Als Beschreibung führt 
Lister nur folgende Worte an : Musculus niger, omnium longe 
crassissimus, conchae longae species. Gesn. Aldrov. Durch die 
beiden letzten Worte verweist Lister auf Conrad Gesner, 
der in seiner Hist. animal. Lib. IV. p. 314, ed. Tigur. die 
Flussperlmuschel mit den Worten ,,Conchae longae species in 
didcibus aquis^^ erwähnt, und auf das Werk von Alysses 
Aldrovandus : De Mollibus constaceis testaceis, Bonon. 1606. 

Diesen beiden alten Schriftstellern war aber wohl 
sicher Spenglers „Indianische Flussperlmuschel " unbekannt. 
Es bliebe nur noch zu untersuchen, welcher Art 
Spenglers Versteinerungen von Berlingen am Untersee an- 
gehören. 

Heer, in seiner „Urwelt der Schweiz", behandelt in 
einem eigenen Kapitel die Tierwelt der Molasse, welche 
Formation er unter anderen Orten auch als in Berlingen 
vorkommend erwähnt. Speziell in Berlingen steht die obere 
Süsswassermolasse des Obermiocäns an, von deren Fauna 
er S. 351 sagt: 

„In den Bächen und Seeen unseres Molassenlandes 
waren die Maler- und Teichmuscheln etc. allgemein ver- 
breitet. Unter den Muscheln ist die ansehnlichste und 
zugleich die am häufigsten vorkommende Art die ge- 
faltete Mal er mu sc hol (Unio undatus Humb.) Sie 



— 25 — 

reicht von der aquitanischen bis in die Oeninger Stufe 
hinauf und steht einer amerikanischen Art (dem i7nio 
rugosus Lea) am nächsten. Wir heben von den zahlreichen 
Lokalitäten, an welchen sie erscheint, Brulee ob Lutry, 
— — — , Stein, Berlin gen, Steckborn und Wangen 
bei Oeningen hervor, weil sie verschiedenen Stufen unserer 
Molasse angehören, 

F. Sandberg er, in „Land- und Süsswasser- 
conchylien der Vor weit" führt Seite 369 Unio fla- 
hellatus Goldf. von Berlingen an, deren nächststehende 
recente Art Unio verrucosus Raf. aus dem Ohio ist. 

Wie sich Unio tmdatus zu l^nio flabellatus verhält, 
steht nicht fest, es hat aber viel Wahrscheinlichkeit für 
sich, dass ü. undatus nur eine Form des ungeheuer vari- 
blen TJ. flabellatus ist. 

Nun wieder zurück zu dem Unio auricularius. Er hat 
nicht nur die europäischen Zoologen zu irrigen Ansichten 
verleitet, sondern auch die Amerikaner auf falsche Fährte 
gelockt, Simpson *) hat ihn in seinem Najadeenwerke be- 
handelt, stellt ihn aber einmal zu Margaritana margariti- 
fera, und zwei Seiten später zu Margaritana crassa. 

Durch meine Ausführungen denke ich den l/nio auri- 
cularius endgültig aus der Systematik der palaearktischen 
Najadeen entfernt zu haben. Zum Glücke ist Westerlunds 
Ansicht über die Identität der beiden in Frage kommen- 
den Unionen nicht allgemein angenommen worden, sodass 
sein Missgriff hoffentlich ohne Folgen für die Systematik 
unserer Flussmuscheln bleiben wird. 



*) Synopsis of the Najades, Proceedings of the U. Sl. Nat. Mus, 
Washington 1900. 



— 26 — 
Neue und weuig bekannte Lokalformen unserer Najadeen. 

Von 
Fr. Haas. 
(Fortsetzung.) 
Aus dem Forraenkreise des Unio batavus Lam. 
6) Unlo riparlus C. Pfr. 
Naturgeschichte deutscher Land- und Süsswasser- 
Mollusken von Carl Pfeiffer. Weimar 1821. 
Seite 118: Die Ufer-Fkissperlenmuschel. 
Unio riparia. 
T. V. Fig. 13. 
V testa elliptica, crassa, fusca ; natibus depressis, detritis; 
cardinis dente conico, crenato. 

Gualt. Ind. test. T 7. F D.? 
Encycl. meth. PI. 249. F 4 a, b. 
Tier: fahl, Fuss weisslich, 5—7 Linien lang. Ge- 
häuse: eirund, beinahe elliptisch, stark, fein concentrisch 
gestreift, wenig glänzend. Die Oberhaut grünlich-braun. 
Die Wirbel platt, nach vorne geneigt, stark abgerieben, 
gleichsam angefressen. Der Hauptzahn kurz, stumpf-kegel- 
förmig, gekerbt. 

Länge 10 Linien, Breite 19 Linien, Dicke 7 Linien^). 
Aufenthalt: in Flüssen; oberhalb Hanau, in der 
Kinzig, an dem flachen, sandigen Ufer; häufig. 
Nach der äusseren Form hat diese Muschel mit unserer Unio 
margaritifera viele Aehnlichkeit ; doch ist sie durch Seiten zahne 
von derselben leicht zu unterscheiden. 

Soweit Peiffer. Ich habe die Kinzig oberhalb von 
Hanau, in der Gegend von Langenselbold, wiederholt unter- 
sucht und konnte mich durch das beträchtliche, von mir 
gesammelte Material davon überzeugen, dass Pfeiffer seine 
Art auf junge Stücke der Kinzig-Form des Unio crassus 
gegründet hatte. Die ausgewachsenen Stücke dieser Form 

■) Nach moderner Messung: Länge Höhe Dicke 

40,22 mm 21,17 mm 14,82 mm. 



— 27 — 

haben aber ein so absonderliches und vom Typus der 
Art abweichendes Aussehen, dass wir den Pfeiffer'schen 
Namen weiterhin auf diese gute Lokalform anwenden müssen. 
Es erübrigt nur noch, eine Beschreibung des ausgewachsenen 
Unio riparhs zu geben. 

Die Schale ist verlängert eiförmig. Die braungrüne 
Epidermis ist durch eine dicke schwarze Lage fast voll- 
kommen verdeckt und tritt nur am Hinterende etwas her- 
vor. Die Wirbel sind vollkommen corrodiert, mehr, wie 
bei irgend einer mir bekannten anderen Art, selbst Mar- 
garitana margaritifera einbegriffen. Das freigelegte Perl- 
mutter zeigt deutlich die Conchyolin-Einlagerungen. Mitunter 
geht die Corrosion so weit, dass bei lebenden Tieren die 
Schale in der Wirbelgegend papierdünn oder gar durch- 
löchert ist. Die angefressenen Stellen setzen sich streifen- 
förmig zu beiden Seiten des Ligaments bis nahe an das 
Hinterende fort. Auch das Vorderende zeigt beiderseits 
zwei CorrosionsstelleU; die, da die Perlmutterschicht hier 
parallel zu ihrer Schichtung betroffen wird; frei von Con- 
chyolinlagen erscheinen und blendend weiss aussehen. Die 
Gegend des vorderen Schliessmuskels wird ebenfalls ange- 
griffen, und um sich zu schützen, regenerirt das Tier an 
dieser Stelle die Schale. Diese regenerirte Schale sieht 
immer rauh und höckerig aus, wodurch man die Lage des 
Muskels am lebenden Tiere von aussen deutlich erkennen 
kann. Häufig schreitet aber die Garies rascher vorwärts 
als die Neubildung der gefährdeten Stelle^ sodass schliess- 
hch der Muskel freigelegt wird, was das Absterben des 
Tieres bewirkt. Derartige leere der noch vom sterbenden 
Tiere bewohnte Schalen mit Durchbrüchen des vorderen 
Schliessmuskeleindruckes findet man häufig. Diese starke 
Korrosion bewirkt, wie Pfeiffer ganz richtig bemerkt, eine 
Aehnlichkeit mit der Schale van Marg. margaritifera. Das 
Ligament ist verhältnissmässig kurz, aber stark und sehr 



— 28 — 

vorspringend. Das Schloss ist grob und klobig und er- 
innert an das von U. crassus Retz., dem ja der U. riparius 
auch durch die stark, für einen Ü. batavus zu sehr ver- 
längerte Gestalt ähnelt. Das Perlmutter ist weiss, porzellan- 
artig und glanzlos, und zeigt nur unter den Wirbeln und 
hinten, durch die Caries der Schale durchscheinend gemacht, 
etwas irisierenden Glanz. 

Der vordere Muskeleindruck ist tief und zeigt auch 
innen die schon erwähnten Unebenheiten; ist auch dunkler 
gefärbt, wie das umgebende Perlmutter. Der Eindruck des 
vorderen Hilfschliessmuskels ist ebenfalls tief und gross. 
Der hintere Schliessmuskeleindruck ist seicht, aber gross. 
Länge 76 mm, Höhe 40 mm, Dicke 31 mm. 

Vorkommen : In der Kinzig, an sandigen oder kiesigen 
Stellen des Ufers, und auf Kiesbänken im Flusse. Oberhalb 
Hanau (Pfeiffer). Bei Langenselbold (Haas). 

ünio riparius ist stellenweise sehr häufig ; so fand ich 
nahe Langenselbold eine Muschelbank, die bei einer Grösse 
von ca. 1 qm über 100 Muscheln enthielt. Ich besitze 
sämtliche Zwischenstufen zwischen dem von Pfeiffer abge- 
bildeten Stadium und dem ausgewachsenen Tiere. Der 
äusseren Gestalt und der Form der Hauptzähne nach muss 
ich den Unio riparius in den Formenkreis des ünio crassus 
Retz. stellen, trotzdem wir gewöhnlich annehmen, dass nur 
die nach Norden abfliessenden, auf der mitteldeutschen 
Gebirgsschwelle entspringenden Gewässer diese sonst auf 
Skandinavien beschränkte Form beherbergen. Für die in 
den Vogesen, Alpen, Sudeten und Karpathen entspringenden 
und nach Norden fliessenden Ströme nehmen wir den ünio 
batavus Lam. an, während das Donaugebiet den Unio con- 
sentaneus Zglr. enthält. Wir müssen aber den ünio riparius, 
trotzdem er in der nach Süden in den Main abfliessenden 
Kinzig lebt, als ein Glied der Formenreiho des ünio crassus 
betrachten, und abwarten, ob die Geologie des Kinzigtales 



— 29 — 

nicht beweisen wird, dass einst die Kinzig, vor dem Ein- 
bruch der Maintalscholle, nach einer anderen Richtung, 
vielleicht nach Norden zu, geflossen ist. 

7) Unio pseudocrassus mihi. 

Schale lang elliptisch, dick, schwer. Die Wirbel liegen 
selir weit vorne, bei ca. V* der Länge. Der vordere Teil 
des Oberrandes geht bogenförmig in den halbkreisförmigen 
Vorderrand über, an den sich der horizontale oder schwach 
konkave Unterrand anschliesst. Der Hinterrand geht in 
schön abgerundeter Ecke in den horizontalen hinteren 
Oberrand über. Die Wirbel sind sehr stark aufgeblasen, 
aber nicht eingerollt. Sie zeigen in schwachen, nur auf 
ihren ältesten Teil beschränkten Runzeln die typische 
Batavus-Skulpiur. Die Epidermis ist schwarzbraun und 
zeigt deutliche, nach dem Unterrande zu dichter werdende 
Zuwachsstreifen. Das Ligament ist breit und verhältnis- 
mässig stark. Der Hauptzahn der rechten Schale ist gross, 
hoch, zusammengedrückt, konisch und oben gekerbt. Vor 
ihm steht ein lamellenförmiger Auxiliarzahn. Die Kardinal- 
zähne der linken Schale sind konisch, stark, fein gezackt 
und gestreift, durch eine tiefe, dem Zahne der anderen 
Schale entsprechende Furche getrennt. Die Lamellen sind 
lang und hoch. Der vordere Muskeleindruck ist äusserst 
stark, tief und geht bis unter das Schloss. Der Auxiliar- 
muskeleindruck ist auch stark entwickelt. Der hintere 
Muskeleindruck ist ziemlich seicht, aber gross. Der Mantel- 
wulst ist vorne sehr dick und wird nach hinten zu flacher. 
Das Perlmutter ist bläulichweiss unter den Wirbeln und 
wird nach aussen zu porzellanartig weiss, eine eigentümliche 
feine Körnelung aufweisend. 

Länge 8,3 cm, Höhe 4,1 cm, Dicke 3,4 cm. 

Vorkommen : Im Oberrhein ; der Typus stammt aus 
dem Altrhein von Leimersheim (Gysser). 



— so- 
lch habe als Typus dieser Form ein Stück aus dem 
Altrhein von Leimersheim gewählt, weil es besonders gut 
ausgebildet und durch das ruhige Wasser seines Wohnortes, 
auch gut erhalten war. Aeusserlich gleicht der U. jjseudo- 
crassus den cmssws-Formen des Nordens ausserordentlich, 
wäre sogar mit ihnen zu verwechseln, wenn ich nicht alle 
Zwischenformen zwischen ihm und dem U. batavus des 
Rheins besässe. Der Unio pseudocrassus des fliessenden 
Rheines ähnelt dem Typus des Hhe'm-hatavus viel mehr, 
ist aber viel dickschaliger geworden und hat sein Schloss 
verstärkt. Die Zähne desselben sind dicker und klobiger 
geworden und haben viel von der feineren Zähnelung und 
Strichelung verloren, die die Zähne des typischen U. bata- 
vus besitzen. Auch die Schliessmuskeln haben sich stärker 
entwickelt, sodass der Verschluss der Muschel in jeder 
Weise verstärkt ist. Die äussere Gestalt hat sich ebenfalls 
dem Leben in dem stark bewegten Rheine angepasst. Der 
Boden des Rheinbettes wird von grobem Kies gebildet, der 
sich beständig talwärts bewegt. Um sich nun vor dem 
Herausgerissen- und Fortgerolltwerden zu schützen, hat 
der U. pseudocrassus seine Schale jeder vorspringenden 
Ecke beraubt und ist vollkommen eirund geworden. Selbst 
die stark aufgeblasenen Wirbel sind ganz abgeschliffen 
und ragen fast gar nicht über den Oberrand vor. Da die 
Muschel in dem groben Rheinkiese steckt, kann sich ihr 
Vorderteil nur wenig ausbilden und in der Tat sehen wir, dass 
der vordere Oberrand ziemlich unvermittelt nach dem Vor- 
derrande zu abfällt. Die Epidermisfarbe der Form des 
fliessenden Rheins anzugeben ist schwer, da die Schale der 
lebenden Tiere fast ganz abgerieben ist. Aus einigen Epi- 
dermisresten am Vorderende schliesse ich, dass auch hier 
die Oberhaut schwarzbraun ist, während der typische 
batavus die bekannte braungrüne, hellgestrahlte Färbung 
zeigt. 



- 31 — 

In dem Rheine leben somit zwei Lokalformen des 
Unio batavus. Das Verhältnis, in dem diese Formen zu- 
einander stehen, lässt sich ungefähr folgendermassen er- 
klären: Der Unio Hassiae Haas ^) ist die Form der Alt- 
wasser, die noch mit dem Neurhein in Verbindung stehen. 
Er ist dünnschahger, zarter als seine Stammform und hat 
sich dem schlammigen Charakter seines Wohnortes durch 
starke Verlängerung des Hinterteils angepasst. In vom 
Rheine abgeschnittenen Altwassern hat er sich nicht zu 
halten vermocht, da dort das Wasser seeartigen Charakter 
angenommen hat, Verhältnisse bietend, unter denen ein 
Ünio batavus nicht mehr existieren kann. Wird durch 
Hochflut oder auf sonst eine Weise ein junger U. Hassiae 
in den offenen Rhein verschlagen, so passt er sich den 
neuen Verhältnissen durch Verstärkung der Schale, durch 
Verkürzung oder Dekurvation des Hinterendes an. 

Im Gegensatz zu dieser Form muss ich als Bildungs- 
stätte des Unio pseudocrassus den offenen Rhein annehmen. 
Der batavus-Typus des Rheins lebt im Sandboden der 
ruhigen Buchten oder Buhnen. Gelangt eine derartige un- 
ausgewachsene Muschel in den offenen Fluss, in das Gebiet 
der Strömung, so sichert sie sich ihre Existenz durch gute 
Verschlussvorrichtungen ihrer Schale, also durch Verstärkung 
des Schlosses, des Ligaments und der Schliessmuskeln, und 
durch das Bestreben, dem Rollkiese möglichst wenig An- 
griffspunkte zu bieten, also durch Runderwerden der Schale. 
Eine derartige, im Strom lebende Form besitzt ungefähr 
folgende Maasse: 

Länge 6,3 cm, Höhe 3,9 cm, Dicke 2,7 cm. 

Kommt nun eine solche Form durch irgend welche 
Ursache in ein Altwasser, so bildet sie sich wie alle Formen 
in ruhigem Wasser mit weichem Grunde aus, indem sie vor 
allen Dingen ihr Hinterende verlängert, um ihre Ein- und 

') Diese Zeitschrift, Jahrgang 1908, Heft 4, Seite 175. 



— 32 — 

Ausströmungsöffnungen ausser Bereich des Bodenschlammes 
zu bringen. Auf diese Weise entstehen Muscheln wie die, 
die ich zum Typus dieser Form genommen habe. 



Kleinere Mitteilungen. 

Von Herrn Oberförster Otto Ross massier, z. Z. in Eisen- 
bach im oberhessischen Kreise Lauterbach, der sich mit Eifer der 
Erforschung der Najadeen seiner im obersten Fulda-Gebiet liegenden 
Oberförsterei widmet und namentlich die zu seinem Ressort gehören- 
den Fischteiche unter scharfer Kontrolle hält, schreibt mir: Jch habe 
im höheren Vogelsberg, wo ich in vergangener Woche dienstlich zu 
tun hatte, zu meiner Ueberraschung in dem grossen Mooser Teiche, 
der ausgefischt und trocken gelegt wurde, auch nicht eine einzige 
Muschel gefunden. In den beiden Schalksbacherteichen sind zwei Ano- 
donta-Formen sehr zahlreich, auch in den — von hier aus — jenseits 
der Mooser Teiche gelegenen Fischteichen sollen Muscheln vorkommen. 
Gerade der grösste und besonders günstig gelegene Teich des Ober- 
waldes aber ist völlig muschelleer." — 

AehnHche Erscheinungen finden sich auch in den Bächen. Hier 
und da treffen wir zwischen reich bevölkerten Bächen auch muschel- 
leere, ohne dass sich dafür ein Grund angeben lässt. Wir bitten 
unsere Mitglieder dringend, auch darauf zu achten und ,wenn möglich 
mit genauerer Angabe der Verhältnisse darüber zu berichten. Ko. 



Neue Literatur. 

Godet, Prof. Dr., Paul, Cataloque des Mollusques du Canton de 
Neuchdtel, et des regions Umitrophes des Cantons Berne, 
Vaudet Frihourg. - In: Bull. Soc. Neuchateloise Sc. nat. 
Tome 24, Annee 1 905/1 907, p. 97 — 1 58, Avec 2 planches. 
Beschäftigt sich eingehend mit den Najadeen und gibt Taf. 2, Fig. 
7 — 11. Abbildungen von IJnio tumidus Godetianus Cless. und 
Fig. 12 — 18 von Unio neocomiensis Drouet. — Muscheln aus der 
Sippschaft des U. hatavus finden sich in grosser Formenmannig- 
faltigkeit in den Seen von Neuchätel, Bienne und Morat (Murten) 
in der Thielle und Broye, JJ. tumidus nur in den Seen, pictorum 
fehlt. Änodonta ist durch Formen der cellensis und der jyiscinalis 
vertreten, von denen viele Beziehungen zu denen des Genfer 
Sees zeigen. Von dem letzteren Formenkreise sind An. charpen- 
tieri Kstr. mit den Unterformen arealis Kstr. und '? oviformis 
Kstr. für den Murtener See charakteristisch. An. cygnea und 
Pseudanodonta complanata fehlen. 

Tauschverbindungen Ssf^^iörsL;:*': 



No. 1. Januar 1909. 

Xachrichtsblatt 



der deutsehen 



Einundvierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 
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Frei durch die Post im In- und Ausland. 



Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malacozoologie. 
Ein Beitrag zur Erforschung der europäischen Heliciden. 

Von 
Caesar R. Boettger, Frankfurt (M.) 

Wenn wir ein Verzeichnis unserer tertiären Heliciden 
durchblättern, so fallen uns sogleich eine Reihe von Genera 
auf, die heute noch lebend aufgefunden werden, die einen 
hier, die andern dort, in den verschiedensten Gegenden 
unserer Erdoberfläche. Dies widerspricht aber vollkommen 
unseren tiergeographischen Studien, und meines Erachtens 
müssen die Genera Cori/da, Obba, Chloritis, Mesodon u. s.w. 
vollkommen aus unserer Tertiärfauna verschwinden. Den 
alten Conchiologen, die nur nach der Schale arbeiteten, war 
diese Einteilung auch nicht übelzunehmen, denn in der Tat 
gibt es in unserer Tertiärfauna Arten, die solchen aus 
anderen Gebieten sich analog entwickelt haben. Auch in 



— 2 — 

unseren lebenden Faunen gibt es auffallende Konvergenz- 
erscheinungen, z. B, unser Jsogonostoma personaium Drap, 
und die nordamerikanischen Triodopsis-krien, ferner unsere 
Ärianta arbustonim L. und die kalifornischen Epiphragmo- 
phora-Arien, u. s. w. Die Trennung dieser Arten verdanken 
wir den anatomischen Untersuchungen der Schnecken. Nun 
wird man mir mit Recht erwidern, dass wir die tertiären 
Schnecken nicht anatomisch untersuchen können. Doch 
ich glaube dennoch, Vermutungen über die systematische 
Stellung unserer tertiären Heliciden aufstellen zu können. 
Wenn wir nämlich vermittelst der anatomischen Unter- 
suchung ein annähernd natürliches System der lebenden 
Arten geschaffen haben, so können wir unter Berücksich- 
tigung der Geologie und Tiergeographie mit ziemlicher 
Sicherheit angeben, dass gewisse Tiergruppen für ein be- 
stimmtes Gebiet auch im Tertiär ausgeschlossen sind. Die 
Gefahr, Fehler zu machen, ist also bedeutend verringert. 
Dann müssen wir uns allerdings bei der weiteren Eintei- 
lung auf die Schalencharaktere verlassen. 

Früher galten die Heliciden allgemein für Tiere, die 
tiergeographisch fast garnicht zu gebrauchen waren, denn 
man steckte einfach alle Schnecken mit mehr oder weniger 
kugeliger Gehäuseform in das berühmte Genus Helix, das 
man wieder nach Schalencharakteren weiter einteilte, ohne 
Rücksicht auf das Vorkommen der Tiere. Das grosse Ver- 
dienst, dies Chaos, auf einige frühere Arbeiten fussend, 
entwirrt zu haben, gebührt H. A. Pilsbry (George W. 
Tryon, Manual of Gonchology. Continued by H. A. Pilsbry. 
IP<* series. Vol. IX. Guide to the study of Helices). Und 
nun zeigt sich immer mehr, dass kaum eine andere Familie 
der Landsehnecken so wie die Heliciden zu tiergeogra- 
phischen Studien geeignet ist. Pilsbry hat erst das System 
in grossen Zügen festgelegt, für ein Eingehen auf Einzel- 
heiten war der Umfang der Arbeit zu gross; auch tritt das 



- 3 — 

Studium der europäischen Arten natürlich zurück. Hier 
setzen die Arbeiten von P. Hesse ein, der nach und nach 
alle europäischen Heliciden anatomisch untersuchen will 
und schon seine ersten Ergebnisse in Rossmässlers „Icono- 
graphie der Land- und Süsswasser-Mollusken" veröffent- 
licht hat. 

Pilsbry teilt seine Familie Helicidae in fünf Subfa- 
milien ein, Protogona, Macroogona, Teleophallogona, Epi- 
phallogona und Belogona, die er wieder in Belogona Euadenia 
und Belogona Siphonadenia scheidet. In Europa nun halten 
wir die Subfamilien für Familien und haben für Protogona 
die Familie Polggrinae, für Macroogona Acavinae, für Te- 
leophallogona Sagdinae, für Epiphallogona Camaenina, für 
Belogona Euadenia Eulotidae und für Belogona Siphona- 
denia endlich Helicidae. Die vier ersten Familien kommen 
für unser Gebiet nicht in Betracht, wohl aber die beiden 
letzten. Die Eulotiden, die Charakterschnecken von West- 
amerika und Ostasien bis weit in die Tropen, entsenden 
in unser Gebiet einen Vertreter, Eulota fruticum Müll. 
Diese Schnecke, die mit den echten Heliciden anatomisch 
nichts zu tun hat, ist ein Eindringling aus dem Osten und 
tritt bei uns zuerst im Pleistocän auf. Die letzte Familie 
endlich, die Heliciden, bevölkert das ganze europäische 
Faunengebiet. Ich verstehe darunter Europa mit Nord- 
afrika und Kleinasien, ein Gebiet, das umgrenzt wird vom 
Tal des Ob, der transkaspisch-persischen Wüste und der Sahara. 
Ferner rechne ich dazu die atlantischen Inseln, die sich zwar 
schon in der Miocänperiode abgetrennt haben, also eine eigen- 
artige Fauna besitzen, aber dennoch von Heliciden bewohnt 
werden. Also dies grosse Gebiet wird mit Ausnahme der 
oben erwähnten Eulota fruticum Müll, nur von Heliciden 
bevölkert. Auch gehen die Hehciden nicht über dies Gebiet 
hinaus mit Ausnahme dei kleinen leicht verschleppbaren 
Vallonia-Axien und der in historischer Zeit vom Menschen 



verbreiteten Formen (anders glaube ich das Vorkommen 
der Tachea hortensis Müll, in den präcolumbischen Küchen- 
abfällen [Normannen?] in Labrador nicht erklären zu 
dürfen). Man wird mir die grosse circumpolare Verbreitung 
der Acanthinula harpa Say entgegenhalten. Doch sind die 
Acanthinula-Arten meines Erachlens keine Heliciden (Leh- 
manns Figur der Genitalien von Acanthinula sieht mir sehr 
nach einer Pupide aus).') Pilsbry stellt zu seinen Belo- 
gona Siphonadenia noch einige asiatische, noch nicht ana- 
tomisch untersuchte Schnecken, die Genera Aulacospira und 
Moellendorffia, die sich sicher noch als Eulotiden zeigen 
werden (in seinem Index to the Helices führt Pilsbry die 
erstere Gattung richtig bei Belogona Euadenia auf). Da- 
gegen stellt er das Genus Leucochroa zu den Belogona 
Euadenia. Dies ist nicht gerechtfertigt, und er zweifelt 
selbst an dieser Stellung von Leucochroa. Von Meinungs- 
verschiedenheiten über die systematische Stellung mancher 
Schnecken innerhalb der Heliciden zu sprechen, führt hier 
zu w'eit. 

Seine Belogona Siphonadenia teilt Pilsbry in eine 
Reihe Genera, Subgenera und Sectiones. Ich schliesse mich 
Möllendorff und Nachfolgern an und mache die Genera zu 
Subfamilien, die Subgenera und manche Sectiones zu Ge- 
nera. Man spart auf diese Weise Schreiberei, denn z. B. 
Helix (Murella [OpicaJ) strigata Fer. zu schreiben ist doch 
recht umständlich. Auch sind unsere Genera anatomisch 
gut zu unterscheiden. Die Pilsbrysche Art hat allerdings vor 
unserer die geringe Anzahl der Genera voraus. Nach dem 
heutigen Standpunkt der Anatomie lassen sich acht Sub- 
familien der Heliciden unterscheiden: Valloniinae, Helico- 
dontinae, Hygromiinae, Campylaeinae, Pentataeniinae, Lepta- 
xidinae, Xerophilinae, Geomürinae. Zu den Xerophilinen 



') Nach Niederschrift dieser Zeilen finde ich, dass Wiegmann 
Acanthinula für eine Verwandte von Buiiminus oder Cionella hält. 



— 5 — 

rechne ich auch einstweilen Leucochroa; doch ist die 
Stellung dieses Genus noch nicht entschieden. 

Doch wie steht es nun mit unseren tertiären Heli- 
ciden? Lassen sie sich in dies System einordnen? Ich 
glaube, ja. Denn durch geologisch lange Zeiträume hin- 
durch hat sich das europäische Faunengebiet selbständig 
entwickelt. Ich vermute, dass alle acht oben genannten 
Subfamilien mindestens bis ins obere Oligocän getrennt zu 
verfolgen sind. Ueberhaupt halte ich das obere Oligocän für 
den Anfang einer neuen grossen Epoche für das europäische 
Faunengebiet, die bis zur Jetztzeit reicht, denn seit dieser 
Zeit haben wir in Europa keine spezifisch neuen Tier- 
gruppen mehr erhalten. Auch den Menschen werden wir 
meines Erachtens wohl bis in diese Periode verfolgen 
können. Doch nun wieder zur Sache ! Wie weit die acht 
Subfamilien der Heliciden sich getrennt zurückverfolgen 
lassen, darüber erlaube ich mir noch kein Urteil, denn wir 
müssen erst zu einer ziemlich sicheren Systematik der He- 
liciden vom oberen Oligocän bis zur Jetztzeit kommen, ehe 
wir Schlüsse über die Verwandschaft der Heliciden vor 
dieser Periode ziehen können. Dann legen wir die ge- 
wonnenen Resultate den weiteren Forschungen genau so 
zu Grunde, wie wir das System der noch lebenden Arten 
der Erforschung der Heliciden nach dem oberen Oligocän 
zu Grunde legten. Ich werde im Laufe dieser Arbeit also 
nur die Heliciden vom oberen Oligocän der Hochheimstufe 
bis zur Jetztzeit beachten. 

Bei der Einordnung der tertiären Heliciden in unser 
System kommt uns neben den Schalencharakteren häufig 
ein Punkt sehr zu statten, der früher bei den tertiären 
Heliciden kaum beachtet wurde, es sind die Bänder der 
Schale. Ich will zuerst zeigen, wie sich die Bänder bei 
den einzelnen lebenden Subfamilien auf je eine bestimmte 
Anzahl zurückführen lassen. 



— G - 

Das ursprüngliche Band, nicht allein der Heliciden, 
sondern auch der nächsten Verwandten, der Eulotiden, also 
der ganzen Pilsbryschen Belogona, ist ein peripherisches Band. 

Dies Band tritt allein auf hauptsächlich bei den Hy- 
gromiinen. Es findet sich z. B. deutlich bei Hygromia 
(Monacha) incarnata Müll., während es bei den Trichien 
gewöhnlich nur sehr verwaschen auftritt, bei manchen 
Gruppen oft ganz fehlt. Am schwierigsten lässt sich die 
Einbändrigkeit bei dem Genus Fruticocampylaea erkennen. 
Manche Arten zeigen deutlich nur ein Band, während es 
bei anderen scheint, als ob zwei Bänder vorhanden wären. 
Dies erklärt sich meines Erachtens daraus, dass ein helles 
deutlich wahrnehmbares Band oben sowie unten, seltener 
nur oben oder unten, dunkel, gewöhnlich braun eingefasst 
ist, wie es manchmal auch in den anderen Subfamilien 
der Heliciden vorkommt. 

Bei den Helicodontinen ist das Band gewöhnlich nicht 
zu erkennen, doch kann man es bei scharfem Hinsehen z. 
B. bei Helicodonta ohvoluta Müll, manchmal finden. 

Die Valloniinen scheinen sich ganz von dem alten 
Brauche, ein peripherisches Band zu bilden, losgelöst zu 
haben. Ich habe nämlich nie ein Band bei ihnen bemerkt ; 
es ist vielleicht möglich, dass die Kleinheit dieser Schnecken 
daran schuld ist. 

Bei den Campylaeinen nun tritt oberhalb und unter- 
halb des peripherischen Bandes je ein Band auf. Sie sind 
jedoch immer schwächer als das Peripherieband und treten 
nie ohne dies auf. Auch verschmelzen die drei Bänder 
meines Wissens nicht vollständig, wie dies z. B. bei den 
Pentataeniinen häufig vorkommt, wohl lösen sie sich aber 
bei manchen Arten in Flecken auf. Wenn wir die Bänder 
von oben nach unten mit 1, 2 und 3 bezeichnen, so sind 
theoretisch die acht folgenden Kombinationen möglich, von 



denen aber die drei eingeklammerten wegen der Vorherr 

Schaft des mittelsten Bandes nicht existieren. 

1.) 123 [5.) 003] 

2.) 023 6.) 020 

[3.) 103] L7.) 100] 

4.) 120 8.) 000 

Während sich bei manchen Gruppen der Campylae- 
inen alle Bändervariationen finden, tritt bei anderen eine 
bestimmte Variation fast allein auf, z. B. 020 bei Arianta 
und 000 bei Elona und Isogonostoma. Doch besitze ich z. 
B. aus Tirol ein Exemplar von Isogonostoma personatum 
Lam., das deutlich das Hauptband zeigt. Bei Chilotrema 
hält man die Schale gewöhnlich für bänderlos; man findet 
jedoch bei genauerem Hinsehen sehr oft Exemplare mit 
allen drei Bändern (in diesem Sommer [1908] fing ich bei 
Göttingen eine grosse Anzahl Chilotrema, die fast alle sehr 
deutlich alle drei Bänder trugen). 

Die Bänder der Leptaxidinen lassen sich auf eine 
Dreizahl zurückführen, bei der das mittlere Band aber nicht 
so die vorherrschende Rolle spielt wie bei den Gampy- 
laeinen. Ich habe von dieser Subfamilie ein zwar recht 
stattliches, doch kein so grosses Material wie bei den 
anderen Subfamilien zur Verfügung, das sich, die Geomi- 
triden noch ausgenommen auf mehrere Hundert Stück pro 
Subfamilie beläuft. Zu den Leptaxidinen rechne ich nicht 
Arten von den Kap Verdischen Inseln wie advena W. et B., 
serta Alb., visgeriana Dohrn und einige andere, die Pilsbry 
zu Leptaxis stellt. Ich rechne sie wie ältere Autoren einst- 
weilen wieder zu Hemicgda, da die Bänderzahl dieser Arten 
sich auf eine Fünfzahl zurückführen lässt. Ich glaube 
nicht, dass die Hemicyclen aal die Kanarischen Inseln be- 
schränkt sind, wie Pilsbry annimmt, sondern glaube, dass 
sie auch, in wenigen Arten allerdings, auf den Kap Verdi- 
schen Inseln vorkommen, die doch eine den Kanarischen 



— 8 — 



Inseln recht ähnliche Fauna haben. Auf den Kanarischen 
Inseln herrschen allerdings die Hemicyclen vor. Die Ent- 
scheidung wird die Anatomie bringen. 

Bei den Xerophilinen lassen sich die Bänder vielleicht 
auf eine Dreizahl zurückzuführen. Sie haben die Tendenz, 
sich in eine Reihe von schmalen parallelen Bändern auf- 
zulösen, die oft durch Pfeilspitzen vergleichbaren Zeich- 
nungen verziert sind. Auch lösen sie sich oft in Flecken 
auf. Besonders bei den nördlichen Xerophilinen, findet 
man auch ein Zusammenfliessen der Bänder, während bei 
den südlichen besonders sehr oft rein weisse Schalen auf- 
treten. Bei dem Genus Leucochroa habe ich nie Spuren 
von Bändern bemerkt. 

Auch drei Bänder, ähnlich wie die Xerophilinen, haben 
wohl die Geomitrinen. Jedoch lösen sich die Bänder nicht so 
oft in parallele Bänder auf. 

Die Bänder der Pentataeniinen lassen sich, wie schon 
der Name andeutet, auf die Füntzahl zurückführen. Durch 
ein Fehlen und Zusammenfliessen einzelner oder mehrerer 
Bänder kann man theoretisch folgende 89 Variationen ent- 
wickeln, die, wenn auch nicht bei demselben Genus oder 
derselben Art, doch wohl fast alle existieren, wenn sie 
auch noch noch nicht alle beobachtet wurden. 



1.) 


12345 


12.) 


(12)(34)5 


23.) 


02(34)5 


2.) 


(12)345 


13.) 


(12)3(45) 


24.) 


023(45) 


3.) 


1(23)45 


14.) 


1(23)(45) 


25.) 


0(234)5 


4.) 


12(34)5 


15.) 


(12)(345) 


26.) 


02(345) 


5.) 


123(45) 


16.) 


(123)(45) 


27.) 


0(2345) 


6.) 


(123)45 


17.) 


02 345 


28.) 


0(23)(45) 


7.) 


1(234)5 


18.) 


10 345 


29.) 


10(34)5 


8.) 


12(345) 


19.) 


12045 


30.) 


103(45) 


9.) 


(1234)5 


20.) 


12 305 


31.) 


10(345) 


10.) 


1(2345) 


21.) 


12840 


32.) 


(12)045 


11.) 


(12345) 


22.) 


0(23)45 


33.) 


120(45) 



34. 


) (12)0(45) 


53.) 


10 340 


72.) 


12000 


35; 


) (12)305 


54.) 


12 040 


73.) 


00 305 


36. 


) 1(23)05 


55.) 


00(34)5 


74.) 


00340 


37.' 


) (123)05 


56.) 


003(45) 


75.) 


10040 


38. 


) (12)340 


57.) 


00(345) 


76.) 


02005 


39. 


) 1(23)40 


58.) 


100(45) 


77.) 


02300 


40.; 


1 12(34)0 


59.) 


(12)005 


78.) 


10300 


41. 


) (123)40 


60.) 


(12)300 


79.) 


02040 


42.; 


1 (234)0 


61.) 


1(23)00 


80.) 


000(45) 


43.; 


(1234)0 


62.) 


(123(00 


81.) 


(12)000 


44.; 


1 (12)(34)0 


63.) 


020(45) 


82.) 


00(34)0 


45.; 


1 00 345 


64.) 


0(23)05 


83.) 


0(23)00 


46.; 


10 045 


65.) 


0(23)40 


84.) 


00005 


47.^ 


1 12005 


66.) 


02(34)0 


85.) 


10000 


48.' 


1 12 300 


67.) 


0(234)0 


86.) 


02000 


49.] 


02 045 


68.) 


10(34)0 


87.) 


00300 


50.; 


02 305 


69.) 


(12)040 


88.) 


00040 


51.^ 


1 02340 


70.) 


00045 


89.) 


00000 


52.; 


10 305 


71.) 


10005 







Die Maniiigfialtigkeit vermehrt sich noch durch die 
verschiedenen Farben der Schalen und Bänder bei manchen 
Genera, sowie dadurch, dass einzelne Bänder sich in 
Flecken auflösen, seltener dass sich ein Band in zwei 
spaltet (das dritte Band spaltet sich am leichtesten). Bei 
einzelnen Genera und Arten werden nun bestimmte Bänder- 
variationen fast konstant, sodass ich auf die einzelnen Ge- 
nera eingehen muss. Nach dem heutigen Stande der 
Wissenschaft lassen sich folgende 16 Genera unterscheiden: 



Eremia Pfr, 

Helix L. 

Sect. Gryptomphalus Moq. 
„ Cantareus Risso 
- Pomatia Beck 



E. desertorum Forsk. 

H. aspersa Müll. 
H. aperta Born. 
H. pomatia L, 



10 



Tacheopsis m. 


T. 


aimophila Bourg. 


Tachea Leach 






Sect. Tachea s. str. 


T. 


nemoralis L. 


„ Gaucasotachea m. 


T. 


atrolabiata Kryn. 


Macularia Lowe 


M. 


niciensis Fer. 


Iberus Montf. 


J. 


gualterianus L. 


Pseudotachea ni. 


P. 


splendida Drap. 


Balearica Kob. 


B. 


balearica Ziegl. 


Gaetulia Kob. 






Sect. Gaetulia s. str. 


G. 


raymondi Moq. 


„ Rossmaessleria Hesse 


G. 


sicanoides Kob. 


Otala Schum.i) 






Sect. Otala s. str. 


0. 


lactea Müll. 


„ Dupotetia Kob. 


0. 


dupotetiana Terv. 


„ Alabastrina Kob. 


0. 


alabastrites Mich. 


„ Eremiopsis m. 


0. 


duroi Hid. 


„ Massylaea v. Moll. 


0. 


massylaea Morel. 


Levantina Kob. 






Sect. Levantina s. str. 


L. 


spiriplana Oliv. 


„ Godringtonia Kob. 


L. 


codringtonii Gray. 


„ Isauria Kob. 


L. 


lycica v. Mart. 


Tacheocampylaea Pfr. 


T. 


raspailii Payr. 


Allognathus Pilsb. 


A. 


graellsii Pfr. 


Hemicycla Swains. 


H. 


plicaria Lam. 


Euparypha Hartm. 


E. 


pisana Müll. 


Murella Pfr. 






Sect. Murella s. str. 


M. 


muralis Müll. 


„ Opica Kob. 


M. 


strigata Fcr. 


„ Marmorana Hartm. 


M. 


serpentina Fer. 


„ TyrrheniberusHesseetKob M. 


sardonia v. Marl. 


Ich habe für die Art aimophila Bourg. und Verwandte 


das neue Genus Tacheopsis aufgestellt, ( 


ias wohl ein Ueber- 



') Otala Schum. 1817 dürfle wohl die Priorität vor Ilesses 
Namen Archelix Alb. 1850 haben. Auch ist Otala eingebürgerter 
als Archelix. 



— 11 — 

gang von Helix zu Tachea ist. Das Zentrum der Aus- 
breitung ist nach der heutigen Kenntnis von Tacheopsis 
wohl die Gegend um den kleinasiatischen Olymp. Ich glaube, 
dass wir bei weiterer Erforschung des Landes einen 
grösseren Reichtum an Tacheopsis-Arten erhalten. Auch 
für die Art splendida Drap, habe ich mich genötigt ge- 
sehen, ein neues Genus Pseiidotachea aufzustellen, da Pseu- 
dotachea splendida Drap, von den Tacheen recht abweicht. 
Ferner habe ich für die Sippe der Tachea atrolahiata Kryn., 
die den anderen Tacheen recht fern steht und die ich 
einstweilen für Subspecies einer Art halte, bis die Ana- 
tomie Licht in die Gruppe gebracht hat, eine neue Sectio 
Caucasoiachea von Tachea aufgestellt. Die Art duroi 
Hid. habe ich einstweilen in eine neue Sectio Eremiopsis 
von Otala gestellt. In den Bändern stimmt sie 
gut mit den Otala-Arten überein; die Aehnlichkeit mit 
Eremia dürfte durch die gleiche Lebensweise in der Wüste 
entstanden sein. Auch lebt Eremia im Osten, Eremiopsis 
dagegen im Westen von Nordafrika; was zwischen den 
beiden Verbreitungsgebieten von Wüstenformen' lebt, wissen 
wir allerdings noch nicht. Die endgültige Entscheidung 
wird die Anatomie der Art bringen, die wir wegen der 
Seltenheit des Tieres noch nicht kennen. 

Sehr leicht auf die Fünfzahl zurückführen lassen sich 
die Bänder der Genera Macularia, Jherus^ Balearica, Gae- 
tulia und Allognathus, da sie gewöhnlich alle fünf oder gar 
keine Bänder haben. Es soll jedoch nicht gesagt sein, dass 
keine anderen Bändervariatonen vorkommen, nur sind die 
beiden angegebenen weithin die häufigsten. Das Genus 
Hemicycla zeigt auch am häufigsten fünf Bänder oder Va- 
riationen, die leicht auf die Fünfzahl zurückgedeutet werden 
können. Ferner habe ich recht häufig bei Hemicycla serta 
Alb. (siehe oben) ein Spalten des dritten Bandes bemerkt. 
Den grössten Reichtum an Bändervariationen habe ich bei 



12 — 

den Genera Helix, Tachea und Pseudotachea bemerkt. Ein 
Stück der Sectio Caucasotachea von Tachea, das alle fünf 
Bänder getrennt zeigt, habe ich noch nicht gesehen. Auch 
das Genus Tacheopsis wird voraussichtlich eine Reihe 
Bändervariationen h'efern, doch ist von diesem Genus noch 
zu wenig Material bekannt. Bei manchen Genera bemerkt 
man, dass sie gewöhnlich nur vier Bänder haben. Die ein- 
zelnen Genera erreichen ihre Vierbändrigkeit aber auf ver- 
schiedene Weise. Bei Otala fliesst das zweite Band mit 
dem dritten zusammen. Ich habe z. B. bei Otala (Otala) 
vermiculata Müll. Reihen von der fünfbändrigen Schale zur 
vierbändrigen aufgestellt, dass kein Zweifel daran sein 
kann, dass man die vierbändrigen auf die fünfbändrigen 
zurückführen kann, wenn auch das Doppelband manchmal 
ziemlich schmal ist. Bei manchen Arten nun findet man 
das zweite und dritte Band gewöhnlich getrennt (z. B. 
Otala alabastrites Mich.), bei anderen zusammengeflossen 
(z. B. Otala dupotetiana Terv., punica Mor. und duroi Hid.), 
bei wieder anderen findet man beide Bändervariationen 
gemengt (z. B. Otala vermiculata Müll.) Wie Hemicycla zeigt 
Otala manchmal die Anlage zum Spalten des dritten Bandes. 
Das Genus Levantina hat gewöhnlich die Variationen der 
zuerst behandelten Pentataeniinengruppen, doch findet man 
manchmal ein Schwächerwerden oder ein Fehlen des fünften 
Bandes. Dieses Fehlen des fünften Bandes wird konstant 
bei den Murella-Secüonen Murella, Opica und Tyrrheniberus, 
während die Sectio Marmorana gewöhnlich fünf Bänder 
zeigt, von denen jedoch fast immer das fünfte am schwäch- 
sten ist, nicht selten auch verschwindet. Recht schwierig 
auf die Fünfzahl zurückführen lassen sich die Bänder der 
Eremia- und Eiiparijpha- Avten. Fünfbändrige Stücke sind 
recht selten (bei der ersten Gruppe habe ich noch keines 
gesehen), man findet gewöhnlich vierbändrige. Bei Eremia 
ist wohl die Vierbändrigkeit durch Zusammenfllessen des 



— 13 — 

ersten und des zweiten Bandes entstanden (über die Art 
duroi Hid. siehe oben). Bei den vierbändrigen Euparyphen 
fehlt wohl das zweite Band. Man sieht bei manchen 
Stücken deutlich den leeren Raum für das zweite Band, 
gewöhnlich ist aber der Raum durch die Ausdehnung des 
ersten und des dritten Bandes so schmal geworden, dass 
man oft keinen Platz für ein weiteres Band vermutet. Die 
Euparyphen lösen ähnlich wie die Xerophilen die Bänder 
oft in parallele Streifen auf, auch sind diese durch Pfeil- 
spitzen vergleichbare Zeichnungen verziert. Die Aehnlich- 
keit der Bänder der Euparyphen und Xerophilen ist nur 
eine Konvergenzerscheinung, da die Tiere zusammen vor- 
kommen ; anatomisch haben die beiden Gruppen nichts 
miteinander zu tun. Auch lassen sich die Bänder der 
Euparyphen und der Xerophilen auf verschiedene Normal- 
bänder zahlen zurückführen. Drei Bänder und zwar das zweite, 
dritte und vierte hat gewöhnlich das Genus Tacheocampt/- 
laea. Wir können jedoch häufig Stücke finden, die Spuren 
des ersten und fünften Bandes erkennen lassen. Mit den 
Gampylaeen haben die Tacheocampylaeen trotz der ähn- 
lichen Schale und den drei Bändern nichts zu tun, was 
die Anatomie lehrt. Bei den Tacheocampylaeen ist das 
mittelste Band auch nicht so vorherrschend wie bei den 
Gampylaeen. 

Ich will nun versuchen, die tertiären Heliciden in die 
verschiedenen Subfamilien einzuordnen. Ich betone noch- 
mals, dass ich nur die Heliciden von dem oberoligocänen 
Landschneckenkalk von Hochheim ab berücksichtige. Dies 
System soll durchaus nicht vollständig sein; eine Reihe 
mir nicht bekannter Heliciden, besonders aus dem franzö- 
sischen Tertiär, wird fehlen, da ich sie nicht aus eigener 
Anschauung kenne. Doch glaube ich, dass man sie, meiner 
Einteilung folgend, ohne Schwierigkeit in das System ein- 
ordnen kann. Subspecies und Varietäten fehlen natürlich, 



— 14 — 

sie gehören in die Gruppen der entsprechenden Typen. 
Bei der Einteilung wird man es bald empfindlich fühlen, 
dass das Tertiär um das Mittelmeerbecken noch durchaus 
terra incognita ist; eine Reihe von Gruppen, die dort 
wolil ihren Ursprung haben, lassen sich daher noch nicht 
bis zur angegebenen Periode zurückverfolgen. 

Die Valloniinen mit dem einzigen Genus Vallonia 
haben eine recht einheitlich gebaute Schale. Man hat da- 
her die tertiären Arten fast nie verkannt und sie bis ins 
obere Oligocän verfolgt. Vallonien sind die tertiären Arten 
lepida ReusS; sandhergeri Desh., subpidchella Sdbg. und die 
pleistocänen costellata A. Er. und tenuüabris A. Br. Die 
recenten Arten pulcheMa Müll, und costata Müll, treten 
zuerst in den unterpleistocänen Schichten von Mosbach auf. 

Die Helicodontinen sind bis ins obere Oligocän ziem- 
lich zahlreich vertreten. Zum Genus Helicodonta gehört die 
Art involuta Thom.. meines Erachtens der direkte Vorfahr 
von Helicodonta angigyra Ziegl. Garacollinen sind die Arten 
phacodes Thom. und suhlenticidata Sdbg., während osculum 
Thom. und wohl ihre Nachkommen jungi 0. Bttg. und 
osculina Sdbg. recht abweichende Formen des Helicodon- 
tinenstammes sind. Pilsbry hat für osculum Thom. die 
Sectio Klikia geschaffen. Jetzt muss Klikia natürlich Genus 
werden. Unsere Helicodonta ohvoluta Müll, tritt zuerst 
im oberen Pliocän von Gastellarquarto bei Piacenza auf, 
ich kenne sie erst vom unteren Pleistocän von Mosbach 
an. Die Genera Drepanostoma und Trissexodon scheinen 
sich wohl in den Gebieten entwickelt zu haben, die sie 
noch heute bewohnen.^) 

Auch die Hygromiinon lassen sich bis ins obere 
Oligocän verfolgen. Am reichhaltigsten ist Hygromia in 
der Sectio Monacha vertreten; es gehören hierher die ter- 

') Das Genus Aspasita gehört nach neuesten Forschungen Hesses 
nicht zu den HeHciden sondern zu den Pupiden. 



— 15 — 

tiären Arten leptoloma A. Br., zippei Reuss, homalospira 
Roiiss, punctigera Thoni. und goniostoma Sdbg. Für die 
beiden Arten devexa Reuss und coardata Klein stelle ich 
eine neue Sectio von Hygromia auf, Äpula, mit dem Typus 
devexa Reuss. Eine Hygromia (Hygromia) ist wohl ligeriana 
G. Mayer. Ferner gehören hierher die Arten crebripundata 
Sdbg. und carinulata Klein ; ich möchte für sie eine neue 
Sectio Trichiopsis von Hygromia aufstellen mit der ersteren 
als Typus. Eine Hygromiine ist auch die Art subconspur- 
cata Sdbg., die sonst als eine Xerophila angesprochen 
wurde (siehe unten). Ich stelle für sie das Subgenus 
Pseudoxerophila von Hygromia auf. Rein pleistocäne Ver- 
treter der Sectio Trichia sind rarapüa Sdbg., und terrena 
Gless. Eine Perforatella ist die pleistocäne Art alveolus 
Sdbg. Unsere noch lebenden deutsche Hygromia-Arten 
treten vom unteren Pleistocän ab allmählich auf. Das 
Genus Metafrutidcola hat sich wohl im südlichen griechi- 
schen Archipel entwickelt, während das Genus Fruticocam- 
pylaea wohl immer kaukasisch war. 

Die Gampylaeinen gehen ebenfalls bis ins obere Oli- 
gocän zurück. Da aber die Arten vom heutigen Gampy- 
laea-Typus oft recht abweichende Formen haben, so wurden 
sie nicht als Gampylaeinen erkannt. Zwar zeigen manche der 
tertiären Arten nie eine Bänderung, doch es gibt ja noch heute 
Genera dieser Subfamilie der Heliciden, die keine Bänder 
haben (siehe oben). Echte Gampylaeinen, die auch häufig 
das mittelste Gampylaeenband tragen, sind folgende leider 
oft zu Chloriüs gestellte Arten : inflexa Klein, extinda Ram- 
bur, zellei Kurr., insignis Schübl. und robusta Reuss, sowie 
wohl die mir unbekannte trichophora Reuss. Ich möchte 
diese Arten in ein eignes Genus neben Campylaea stellen; 
das ich Pseudochloritis nenne, mit dem Typus inflexa Klein. 
Zu den Gampylaeinen gehört ferner die Art lepidotricha A. 
Br., für die Pilsbry ein neues Subgenus Tropidomphalus 



— 16 — 

geschaffen hat, das jetzt natürhch den Rang eines Genus 
hat. Auch Pilsbrys Sectio Metacampylaea mit der Art y-ahtii 
A. Br. muss jetzt Genus werden. Ferner gehören wohl 
als Genera hierher die Sandbergerschen Sectionen Cyrto- 
chilus mit der sehr seltenen Art expansilahris Sdbg. und 
Galactochüus mit den Arten pomiformis A. Br., ehingensis 
Klein und mattiaca Stein. Eine echte Gampylaea ist die 
oberpleistocäne canthensis Beyrich, die deutlich das Haupt- 
band zeigt. Arionta arhustorum L. tritt im unteren Plei- 
stocän auf, Chüotrema lapicida L. und Isogonostoma perso- 
natum Lam. dagegen erst im oberen Pleistocän. 

Die Xerophilinen sind in unserem Tertiär nicht ver- 
treten. Während der ganzen Miocän- und Pliocänperiode 
haben sie keinen Vertreter. Nur die im oberoligocänen 
Landschneckenkalk von Hochheim vorkommende Art sub- 
conspurcata Sdbg. will man immer noch zu Xerophila 
stellen. Schon aus tiergeographischen Gründen erscheint 
dies nicht gerechtfertigt, und auch bei näherem Hinsehen 
wird man wohl darüber klar, dass man eine Hygromiine 
vor sich hat, (siehe oben). Die Xerophilinen haben sich 
wohl in dem Miltelmeergebiet entwickelt, das zur Tertiär- 
periode bedeutend grössere Ländermassen besass als heute, 
nämlich nach der Sperrung der andalusischen und marok- 
kanischen Verbindung zum Ozean und vor Oeffnung der 
Strasse von Gibraltar. Die Abteilungen Xerophilea und 
Leucochroidea sind ziemlich gleichmässig verbreitet, wäh- 
rend die Abteilung Carthusianea ihre Entwicklung wohl im 
östhchen Mittelmeergebiet genommen hat. In Deutschland 
tritt der erste Vertreter der Xerophilea im unteren Plei- 
stocän auf, nämlich Xerophila striata Müll. Die Abteilung 
Carthusianea erreicht Deutschland im mittleren Pleistocän 
mit Theba strigella Drap. Die anderen heute in Deutsch- 
land weit verbreiteten Xerophilen kommen im deutschen 
Pleistocän nicht vor, sie sind wohl erst in historischer Zeit 



— 17 ~ 

mit Getreide eingeschleppt worden. Die Xeropiiilinen scheinen 
eine jetzt in grosser Ausbreitung begriffene Schneckengruppe 
zu sein. 

Bis ins obere Oligocän zurückverfolgen lassen sich 
wieder die Geomitrinen. Sie scheinen noch im Oberoligocän 
eine recht grosse Verbreitung gehabt zu haben, dann sind 
sie jedoch sehr bald ausgestorben und haben sich nur auf 
den atlantischen Inseln erhalten. Hier haben sie allerdings 
einen ungeheuren Formenreichtum entfaltet, ähnlich vielleicht 
wie die Cochlostylen auf den Philippinen. Zum Genus 
Plehecula gehört die im oberen Oligocän weit verbreitete 
Art ramondi Brogn., die der heute lebenden Plehecula 
bowdichiana Fer. sehr ähnlich ist. Die obermiocäne Art 
nummulina C. Mayer, die häufig zu Tectula gestellt wird, 
kenne ich leider nicht ; ich glaube, dass sie wohl überhaupt 
keine Helicide, sondern vielleicht eine Patulide ist. Sicher 
wenigstens ist sie keine Geomitrine, sondern nur eine 
Konvergenzerscheinung. 

Aehnlich wie die Geomitrinen scheinen auch die Lep- 
taxidinen früher eine grössere Verbreitung gehabt zu haben 
als heute. Jedoch haben sie Deutschland im oberen Oli- 
gocän nicht mehr erreicht, vielleicht aber noch Frankreich 
in der Art lucani Tourn., die ich leider nicht kenne. 

Bei den Pentataenien werden wir es merken, dass 
wir so wenig das Tertiär vom Mittelmeer kennen, das ja 
wohl teilweise heute unter dem Meere liegt. Den grössten 
Teil der Genera dieser interessanten Subfamilie, die wohl 
im Mittelmeergebiet entstanden sind, werden wir daher 
einstweilen nicht ins Tertiär verfolgen können. Die meisten 
Vertreter kennen wir von dem Genus Tachea^ das schon 
im oberoligocänen Landschneckenkalk von Hochheim gut 
vertreten ist. Den grössten Reichtum an Tacheen scheinen 
wir zum Ausgang der Oligocänperiode und zum Anfang 
der Miocänperiode gehabt zu haben. Das Hauptentwick- 



— 18 — 

lungsgebiel dieses Genus ist wohl Frankreich, Deutschland 
und Böhmen gewesen. Wie die lebenden Tacheen zeigen auch 
die fossilen eine sehr grosse Anzahl von Bändervariationen. 
An Formen sind die fossilen reicher als die lebenden Arten, 
z. B. gibt es keine lebende gekielte Tachea. Zu Tachea 
(Tachea) gehören die Arten hortulana Thom., deflexa A. Br., 
kinkelini 0. Bttg., grammoraphe 0. Bttg., bohemica 0. Bttg., 
obtusecarinata Sdbg., girondica Noul., subsoluta Sdbg., crepi- 
dostoma Sdbg., lartetii Boiss., sylvana Klein, sylvestrina v. 
Ziet., malleolata Sdbg., moguntina Desh., subcarinata Sdbg. 
und subsuleosa Thom., sowie die mir nicht vorliegenden 
Arten moroguesi A. Br., platychelodes Sdbg., pachystoma Klein, 
eckingensis Sdbg., leymeriana Noul., subvermicutala Sdbg,, 
nayliesi Mich., turonensis Desh. und geniculata Sdbg. Zu 
Tachea gehört wohl als eigne Sectio die Art oxystoma Thom. 
Ich habe zwar nie fünf Bänder an einem Stück dieser ab- 
weichenden Art gefunden und nehme nach Vergleichen mit 
anderen Tacheen einstweilen an, dass das zweite Band 
fehlt. Die Art als Vorfahr der Murella-Arten anzusehen, 
ist nicht gerechtfertigt, da das bei den Murellen fehlende 
fünfte Band bei der Art oxystoma Thom. vorhanden ist. 
Ich nehme einstweilen den Sandbergerschen Namen Para- 
cMoraea für die Sectio von Tachea an, lasse es aber dahin- 
gestellt, ob dieser Name nicht noch geändert werden mu.ss, 
weil eine von oxystoma Thom. recht abweichende Art der 
Sandbergerschen Typus von Parachloraea ist. Von rein 
pleistocänen Schnecken gehört zu Tachea (Tachea) die Art 
tonnensis Sdbg., ein recht naher Verwandter von Tachea 
(Tachea) nemoralis L. und nicht, wie früher angenommen 
wurde, von lachea (Caucasotachea) atrolabiata Kryn. Ferner 
gehören wohl hierher die seltenen Heliciden^ die Nevill von 
Mentone beschrieben hat und die ich leider nicht kenne, 
sowie die mir ebenfalls unbekannte Art paretiana Issel. 
Unsere heute in Deutschland lebenden Arten treten im 



— 19 " 

Pleistocän auf. Fossile Arten der atrolabiata-Gruppe haben 
sich noch nicht gefunden, die Sectio bewohnt wohl schon 
ziemlich lange ihren heutigen Verbreitungsbezirk. Tertiäre 
Helix-Arten kennen wir nicht. Das Genus Helix scheint 
in Kleinasien entstanden zu sein, das heute noch das 
Zentrum seiner Ausbreitung ist und dessen Tertiär noch 
unbekannt ist. In Deutschland tritt Helix im mittleren 
Pleistocän mit der Art. Helix (Pomatia) pomatia L. auf. Zu 
Pseudotachea gehört die subfossile Art beckeri Kob. aus 
Valencia. Zu Tacheocampylaea gehören wohl die Arten 
chaixii Jilich. aus dem südfranzösischen und die mir nicht 
bekannte hrocchii G. Mayer aus dem oberitalienischen Plio- 
cän. Entgegen Pilsbry glaube ich, dass sich das Genus 
Hemicyda auf den atlantischen Inseln entwickelt hat und 
dass Hemicyclen nicht im Tertiär des übrigen europäischen 
Faunengebietes vorkommen. Hierher rechne ich auch die 
von Pilsbry zu Otala gestellten fossilen oder subfossilen 
Arten von den Kanarischen Inseln, nämlich efferata Mouss. 
und moussoniana Woll. Ich leugne nicht, dass sie einige 
Anklänge an Otala haben, ein Beweis, dass sich die Hemi- 
cyclen mit ihren teilweise bizarren Formen aus einfachen 
Pentataeniinenformen entwickelt haben. (Schluss folgt). 



Nachtrag zu „Die fossilen Mollusken der Hydrobien- 
schichten Ton Budenheim bei Mainz/*^ 

Von 
Prof. Dr. O. Boettger in Frankfurt a. M. 



In der genannten, im Nachr.-Blatt d. Deutsch. Mala- 
kozool. Gesellschaft 1908 p. 145—157 erschienenen kleinen 
Arbeit ist aus Versehen Melanopsis callosa A. Br. zweimal 
(unter No. 36 und 41) aufgezählt worden. Die Artenzahl 
betrug also 43, nicht 44 Formen. 



— 20 — 

Der Eifer des Herrn sind. 0. Emmerich hat uns 
inzwischen mit drei weiteren Landschnecken aus dem Hy- 
drobienkalk von Budenheim bekannt gemacht, deren Auf- 
zählung und kurze Beschreibung nebst ein paar Bemer- 
kungen über einige der bereits früher abgehandelten Arten 
ich hier folgen lasse. Namentlich von Interesse ist der 
Fund der seltenen Helix afßnis Tho. und der Nachweis 
ihrer Beziehungen zu Hx. expansilabris Sbgr. Mit den 3 
neuen Budenheimer Formen Helix affinis, Glandina cancel- 
lata und Cionella luhricella ist die Anzahl der von dort 
bekannten Land- und Süsswassermollusken auf 46 gestiegen. 

Aufzählung der Arten. 

44. Helix (Cyrtochilus) afjßnis Tho. var. expansilabris Sbgr. 

Thomae, Nassau. Jahrb. IL p. 138 und Sand berger, 
Gonch, Mainz. Tert. Beck. 1863 p. 34, Taf. 4, Fig. 2 
{Ux. affinis). 

Sandberger 1. c. p. 27, Taf. 2, Fig. 12 und Land- 
und Süssw.-Gonch. d. Vorwelt 1870—71 p. 386, Taf. 22, 
Fig. 27 (Hx. expansilabris). 

Dass Fr. Sandberger diese beiden Formen, die er 
freilich nur in je einem Stück — Hx. affinis Tho. mit 
verletzter Gehäusespitze — aus dem oberoligocänen Land- 
schneckenkalk von Hochheim kennt, ursprünglich in zwei 
verschiedene Untergattungen (Crenea und Vlostoma) stellt 
und als zwei gesonderte Arten beschreibt, die er trotz der 
grossen Uebereinstimmung im Habitus und in der Mikro- 
skulptur mit keinem Worte miteinander vergleicht, und dass 
er in seiner zweiten grossen Arbeit die Hx. affinis Tho. 
mit keiner Silbe erwähnt, ist in hohem Grad auffallend. 
Ich besitze zwei tadellose, selbstgesammelte Stücke dieser 
letzteren Art von Hochheim, die von der Diagnose (Nabel 
verdeckt - durchbohrt) und Abbildung in nichts abweichen 
und alt. 13—15, diam. 16 mm zeigen. 



— 21 — 

Nun hat Herr stud. 0. Emmerich neuerdings in den 
oberen Hydrobienkalken (des obersten Untermiocäns) von 
Budenheim ein Stück dieser Art gefunden, das sich durch 
etwas mehr angepresste Nabelschwiele (Nabel nicht durch- 
bohrt, sondern nur verdeckt - geritzt), etwas abgestumpf- 
tere Gehäusespitze und bedeutendere Dimensionen — alt. 18, 
diam. 19 mm — von den Hochheimer Exemplaren der 
Hx. afßnis Tho. unterscheidet, Vergleichen wir es aber 
mit Abbildung und Beschreibung von Hx. expansilabris Sbgr. 
(1870 — 75; es ist im Laufe der Jahre nur dies eine Stiäck 
bekannt geworden!), so ist, abgesehen von der etwas ge- 
rmgeren Dicke des Lippen Umschlags und der etwas bedeu- 
tenderen Grösse (nach der Abbildung gemessen alt. 20, 
diam. 23 mm) absolut kein greifbarer Unterschied zu finden. 
Auch die Diagnose enthält nichts, was uns in der Auffassung 
dieser Form als einer besonders grossen Hx. affinis Tho. 
irre machen könnte. Nur die Angabe, dass expansilabris 5, 
afßnis 6 Umgänge habe, berührt fremdartig; in Wahrheit 
dürfte die Gewindezahl, wie bei der echten afßnis., zwischen 
5, 5V2 und 6 schwanken. In der Ausbildung der Mikro- 
skulptur zeigt sich kein Unterschied, da auch die Skulptur 
der echten Hx. afßnis besser mit der von Hx. expansilabris 
übereinstimmt als mit der für afßnis in Sandberger, Mainz. 
Tert. Beck. Taf. 4, Fig. 2c gezeichneten. 

11. Helix (Galactochilus) mattiaca Stein. 

Von dieser schönen und grossen Art liegen zwei 
ladellos erhaltene Exemplare vor, die in keiner Weise von 
meinen Stücken aus dem Untergrunde von Mainz und aus 
dem Erbenheimer Tälchen bei Wiesbaden abweichen. — 
Alt. 26, diam. 32—33 mm. 

Der Unterschied dieser Form von Hx. (Galactochilus) 
ehingensis v. Klein, die mir in guten, selbstgesammelten 
Stücken von Eckingen und von Berg bei Ehingen vorliegt, 
liegt nicht in erster Linie in der beträchtlicheren Grösse, dem 



- 22 — 

niedrig'eren Gewinde, den weit flacheren Anwachsrippchen 
und meist auch nicht einmal in der stärker in die Länge 
gezogenen Mündung, Kennzeichen wie sie Sand berger 
für Hx. ehingensis in Anspruch nimmt, sondern in dem 
trichterförmigen, breiten und tiefen Nabel oder Nabelritz 
(„semiobtecte perforata" bei Sandberger), der nicht wie bei 
Hx. mattiaca im Alter durch die flach übergeschlagene Na- 
belschwiele spurlos verdeckt wird. Als auf einen Rest der 
ursprünghchen Farbenzeichnung macht Sandberger (Land- 
u. Süssw.-Gonch. d. Vorw. p. 458) bei Hx. ehingensis v. 
Klein auf ein schwärzliches Spiralband auf bleigrauem 
Grunde aufmerksam. Bei Hx. mattiaca haben wir eine 
derartige Farbenzeichnung auch nicht einmal andeutungs- 
weise auffinden können. 

13. Helix (Tachea) moguntina Desh. 

Ich glaube eine hinreichende Menge von Uebergängen 
zwischen Hx. moguntina und ihrer var. splendidiformis Sbgr. 
gefunden zu haben, um es aussichtslos erscheinen zu lassen, 
beide Formen in ihrenUebergängen von einander zu trennen. 
Und doch könnte es sich um zwei gute Arten handeln, 
deren scharfe Unterschiede wir nur deshalb nicht in allen 
Fällen herausfinden können, weil uns Bänderzeichnung in 
den meisten Fällen und Färbung, namentlich Grundfarbe, 
bei der Varietät nahezu immer fehlt. Und doch will es mir 
scheinen, als ob unter dem Hau-Werk von Hx. moguntina 
auch Formen mit mehr oder weniger angedunkelter Lippe 
vorkämen? Sollte der Nachweis einer solchen sich vielleicht 
noch durch chemische Mittel erbrin^ien lassen? 

Nach Hx. subsoluta Sbgr. (? = girondica Noul.) und 
nach Hx. subcarinata A. Braun hin sind die Aehnlichkeiten 
gewisser Stücke von Hx. moguntina Desh. auch sehr gross ; 
die Trennung lässt sich aber (bei weiter Fassung der mo- 
guntina) ähnlich wie bei der Scheidung der Hochheimer 
Hx. deflexa A. Br. von ihren Verwandten durch langjährige 



— 23 — 

Uebung erreichen. Schwierig bleiben diese Unterschei- 
dungen in einzelnen Fällen aber selbst für den gewiegte- 
sten Kenner. 

24. Clausüia (Eualopia) bulimoides A. Br. var. ecJdngensis Sbgr. 

Von dieser schönen Schnecke liegen zwei weitere 
Stücke vor, deren eines durch schwächliche Ausbildung der 
Mündung und des Mundverschlusses sich noch nicht als 
vollkommen erwachsen kundgibt. Seine Oberlamelle ist 
normal, d. h. stark verkürzt, und weist nach innen keine 
Spur einer in diese Oberlamelle verlaufenden Spirallamelle 
auf. Das zweite jetzt meiner Sammlung einverleibte Stück 
hat dagegen eine Oberlamelle von mindestens 4 mm Länge; 
auch hier fehlt jede Spur der früher an zwei Budenheimer 
Exemplaren, von denen eins in meiner Sammlung liegt, 
beobachteten langen und bis in unsichtbare Tiefe reichen- 
den Spirallamelle. Die Form der Mündung aber ist bei 
beiden die oben mehr gerundete, sich überhaupt mehr der 
Kreisform nähernde der Mündung der var. eckingensis Sbgr., 
nicht die der typischen Cl. bulimoides A. Br. (in Sandberger, 
Gonch. d. Mainz. Tert. Beck. Taf. 5, Fig. 20). Sand- 
berger neant die Mündung von Cl. eckingensis Sbgr. „breit, 
quer eiförmig, mit ausgebreiteten Rändern", was vorzüglich 
mit den Exemplaren meiner Sammlung aus Eckingen 
stimmt. Dass die schwäbische Form etwas grösser sei und 
ihre Oberlamelle weit nach rechts liege, ist bestimmt falsch ; 
in beiden Beziehungen sind die zwei Formen überein- 
stimmend. Nur die Gestalt der Mündung, die recht konstant 
zu sein scheint, bestimmt mich, eckingensis Sbgr. als Vari- 
etät aufrecht zu erhalten und ihr die Form der obersten 
Hydrobienschichten von Budenheim anzugliedern. 

45. Glandina cancellata Sbgr. 
Der prächtige vorliegende Steinkern hat bei 22 mm 
Breite 45 mm Höhe, seine Gehäusespitze ist merklich zu- 



_ 24 — 

gespitzt, und von 4^2 Umgängen übertrifft der letzte das 
Gewinde um etwas mehr als das doppelte, also etwa um 
das 2 Vs fache. 

Ich besitze die gleiche Art aus dem oberoligocänen 
Landschneckenkalk von Hochheim, aus den Gorbicula- 
schichten (unteres Unt. Miocän) der Bieberer Höhe bei 
Offenbach (leg. J. Zinndorf 1904) und aus den untermio- 
cänen Landschneckenkalken von Tuchoritz in Nordböhmen, 
während mir die gut unterschiedene, viel bauchigere Gl. 
inflafa (Rss.) aus dem Untermiocän von Tuchoritz (hier 
häufiger als Gl. cancellata Tho.) und in einem Steinkern 
aus rheinhessischem Tertiärkalk (ähnlich der Figur in Sand- 
berger, Conch. d. Mainz. Tert. Beck. Taf. 5, Fig. 2) vor- 
liegt, der leider keinen genauen Fundort trägt, mir aber in 
Nieder-Ingelheim eingehändigt worden ist. 

Sandberger hat bekanntUch (1. c. p. 46) nicht bloss 
Gl. cancellata (Taf. 7, Fig. 3) und inflata unter dem Namen 
Gl. cancellata zusammengeworfen, sondern auch die ihm 
offenbar unbekannte, ebenso grosse wie schöne und seltene 
Limnaea cretacea Tho. mit dieser Landschnecke vereinigt. 
In seinen Land- u. Süssw. -Conch. d. Vorw. zeichnet er auf 
Taf. 21, Fig. 18 Gl. cancellata für Gl. inflata Rss. Das 
kann uns aber nicht abhalten, die im Mainzer Becken 
häufigere, ursprünglich von ihm als GL cancellata bezeich- 
nete Art, nachdem ich ihre Unterschiede von der in Tu- 
choritz häufigeren Gl. inflata (Rss.) erkannt habe, trotz und 
gegen Sandbergers Autorität mit dem alten Namen zu be- 
zeichnen. Es käme als allenfalls älterer Name noch Gl. 
antiqua v. Klein in Betracht; doch kann ich darüber keine 
Entscheidung treffen, da es mir nicht gelungen ist, ein 
authentisches Exemplar dieser Form zu erhalten. Auch 
Sandbergers Gl. porrecta Gob, aus dem Obermiocän (Land- 
u. Süssw.-Gonch. d. Vorw. p. 605, Taf. 29, Fig. 3i2) ist eine 
typische Gl. inflata (Rss.). 



- 25 — 

46. Cochlicopa (Cionella) lubricella (A. Br.). 

Nur ein Stück von alt. öVa, diam. 27* mm, das 
schlanker und grösser ist als die Hochheimer Exemplare, 
während die Stücke aus den Corbiculaschichten dagegen noch 
etwas grösser und namentlich bauchiger erscheinen. 

In meiner Sammlung befinden sich von dieser Art 
noch Stücke aus den oberoligocänen und untermiocänen 
Landschneckenkalken von Hochheim und Tuchoritz, aus den 
unteren Untermiocänschichten (Gorbiculakalken) von der 
Friedberger Warte bei Frankfurt a. M. und von St. Johann 
in Rheinhessen, aus den oberen Untermiocänschichten (Hy- 
drobienkalken) vom Hessler bei Wiesbaden und aus dem 
schwäbischen Obermiocän von Mörsingen und von Altheim 
bei Ehingen. ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ 

Einige Bemerkungen üJber deutsche Süsswassermollusken 
und ihre Namen. 

Von 
Dr. Joh. Thiele. 
Mit Tafel I. 
Durch die Uebernahme einer Bearbeitung der Mol- 
lusken für ein Bestimmungswerk der deutschen Süsswasser- 
fauna, das im Verlage von Gustav Fischer erscheinen soll, 
bin ich veranlasst worden, mich etwas mit unseren ein- 
heimischen Schnecken und Muscheln zu beschäftigen. Da 
nun manche Fragen noch nicht ganz geklärt sind und in 
jener Bearbeitung nicht der geeignete Ort für eine Erör- 
terung ist, will ich sie hier kurz besprechen. Weil ein 
Paragraph der für das Werk geltenden Bestimmungen lautet: 
es haben die neuen Nomenclaturregeln zu gelten, so bin 
ich gezwungen gewesen, die Namen daraufhin zu prüfen, 
und habe festgestellt, dass einige der gegenwärtig allgemein 
/angenommenen Namen danach nicht beibehalten werden 
(__dürfen. Ich persönlich bedauere zwar lebhaft die durch 



— 26 — 

die Einführung solcher Rogeln hervorgebrachte Beun- 
ruhigung, aber es muss doch in jedem Fall festgestellt 
werden, wohin sie führen, gleichviel ob sie in Zukunft 
allgemein angenommen werden oder nicht. Für die Gattungs- 
namen soll die erste Schreibung verwendet werden; dass 
nicht jeder spätere Zoologe berechtigt sein soll, aus ety- 
mologischen oder beliebigen anderen Gründen die Namen 
zu verändern, dürfte sicherlich vollkommen berechtigt sein, 
mag doch der Autor die volle Verantwortung für seine 
Namen tragen ! 

Ich will zunächst die Gattungsnamen prüfen. Der 
Name Ancylus ist von Geofiroy 1767 aufgestellt worden, 
doch aus demselben Grunde, aus welchem die vor 1758 
erschienenen Namen nicht angenommen werden, nämlich 
weil damals noch keine binären Namen existierten, können 
auch m. E. die Namen Geoffroys nicht gelten, denn offen- 
bar hat dieser prinzipiell keine binären Namen verwendet. 
Ich möchte daher Ancylus mit 0. F. Müller als Autor versehn. 

Der Name Acroloxus Beck 1837 hat die Priorität vor 
Velletia Gray 1840. 

Planorbis ist 1757 von Guettard aufgestellt, auch von 
Geoffroy gebraucht worden, doch dürfte auch dafür 0. F. 
Müller als Autor zu gelten haben. 

Wieviele Schreibungen hat der Name, der meist 
Limnaea geschrieben wird, erfahren! Lamarck liat ihn 1799 
aufgestellt und Lymnaea geschrieben, wobei zu bemerken 
ist, dass er in demselben Aufsatz auch Lymncea gedruckt 
ist. Dieser Doppelbuchstabe ist vom Setzer für oe und ao 
verwendet worden und ich halte es nicht für lichtig zu 
behaupten, der Name müsste Lyninoea heissen, zumal da 
in der Liste am Ende mit getrennten Buchstaben Lymnaea 
steht. Die Schreibung in Limnaea zu verändern, ist schon 
darum unzulässig, weil Poli diesen Namen früher ange- 
wendet hat. 



— 27 — 

Moquin-Tandon hat zuerst 1851 Bithinelle mit iranzö- 
sischer Endung, dann 1855 in seiner Histoire nat. des 
Mollusques terrestres et fluviatiles de France Bythinella 
geschrieben. 

Bithinia Gray 1821 ist mit ventricosa, einer nicht be- 
schriebenen Art, genannt und somit wie diese als nomen 
niidum anzusehn, dafür ist Bithynia Risso 1826 anzunehmen. 

Dass für Vitrella Clessin der ältere Name Lartetia 
Bourguignat einzusetzen ist, ist nach Böttger nicht zweifelhaft. 

Lithoglyphus ist nicht von Megerle von Mühlfeld, 
sondern von Hartmann zuerst veröffenthcht, der als Autor 
zu gelten hat. 

Kobelt hat (Iconogr. d. Land- und Süsswasser-MoU., 
V. 5 p. 73) richtig festgestellt; dass für die noch häufig 
Paludina genannte Gattung Montforts Name Viviparus der 
älteste ist, der natürlich unverändert anzunehmen ist, sodass 
also auch Vivipara unberechtigt ist. 

Der ganz allgemein gebrauchte Name Neritina Lamark 
kann keinesfalls beibehalten werden, er ist zuerst mit der 
französischen Endung veröffentlicht, mit der lateinischen 
Endung erst nach 1810, sodass Montforts Namen Theodoxus 
und Clithon älter sind. Der älteste Name aber ist im 
„Museum Galonnianum" 1797 für Arten unserer Gattung 
autgestellt worden. Mehrere Zoologen haben sich freilich 
gegen die Annahme der Namen dieses Katalogs ausge- 
sprochen, doch wird es kaum möglich sein, solche als un- 
berechtigt, weil unwissenschaftlich anzusehende Veröffent- 
lichungen scharf gegen die berechtigten abzugrenzen und 
so dürfte es m. E. doch wünschenswert sein, wenn auch 
diese Namen angenommen würden. Dr. Galman im Bri- 
tischen Museum hat mir auf meine Bitte, da in Deutschland 
dieser Katalog nirgends zu erlangen ist, den Titel und was 
uns hier interessiert genau angegeben. Der Titel lautet: 
Museum Calonnianum Specification of the various Articles 



— 28 — 

which compose the magnificent Museum of natural History 
coUected by M. de Galonne in France. — London, May 1, 
1797. Der Verfasser ist also nicht genannt; es wird als 
solcher Humphreys oder Humphrey — der letztere Name 
dürfte richtig sein — angegeben ; vielleicht empfiehlt es sich, 
als Autor der Namen nicht diesen etwas zweifelhaften Ver- 
fasser, sondern M. de Galonne anzunehmen, etwa mit dem- 
selben Recht, mit welchem Retzius als Autor Ton Unio gilt. 
Was unseren besonderen Fall betrifft, so ist p. 57 die 
Gattung Neritella mit 12 Arten genannt: 

1053. viridis (die französ. und engl. Namen lasse ich 
fort) — West Indies — Nerita viridis Linn. 

1054. Os fulvum — West Indies. 

1055. Numidica — West Indies — Nerita virginea Linn. 

1056. Reticulata — „ „ 

1057. Palorum — extremely scarce. 

1058. Rubicunda — East Indies — extrem, scarce. 

1059. Zebra — Sumatra — rare. 

1060. Monile — 

(p. 58) 1061.Triangularis — China — very rare. 

1062. Picta — Ghina — very rare. 

1063. Spinulata — Otaheite? „ 

1064. Aculeata — River Ganges — Nerita Corona 
Linn. — very scarce. 

Die meisten sind nomina nuda, zum Teil sind die- 
selben Namen später von anderen Autoren verwendet 
worden, doch genügen die 3 Hinweise auf Namen Linncs 
zur Feststellung, dass die Gattung mit Nentina gleichbe- 
deutend ist. Da Neritella ja schon durch die Aehnlichkeit 
mit Neritina sich empfiehlt und da die Namen Montforts 
sehr gut als Untergattungen gelten können, scheint mir 
gegen die Verwendung jenes Namens wenig eingewendet 
werden zu können. Der wissenschaftliche Wert vieler 
andrer Kataloge dürfte kaum höher einzuschätzen sein. 



— 29 — 

Wenngleich nach Dreissens benannt, wird die von J. 
P. van Beneden verwendete Schreibung der Gattung Dreissena 
beizubehalten sein, die fast gleichzeitig von Rossmässler 
Tichogonia genannt worden ist. 

Statt Calyculina Glessin ist Musculium Link 1807 an- 
zunehmen. 

Sehr bedauerlich ist, dass die Unioniden-Gattungen 
ihre Namen schwerlich behalten können. Bruguiere (Jour- 
nal d' Histoire naturelle, Tome premier, 1792) hat eine 
Gattung Anodontites aufgestellt p. 131: „ — deux d' entr' 
elles (nämlich von Linnes Arten der Gatttung Mytilus) 
appartiennent au genre de V Anodontite. — Outre ces deux 
coquilles, dont Linne a parle, et qu'il a designees dans ses 
ouvrages sous les noms de Mytilus cygneus, et de Mytilus- 
anatinus, j'en connois encore sept autres especes, indepen- 
damment de celle dont je parlerai, qui, pour la plupart, 
n'ont pas ete encore decrites." Diese von ihm beschriebene 
Art ist Anodontites crispata (p. 135), die also neben A. 
cygnea und anatina als typisch anzusehen ist. Die Schrei- 
bungen Anodonta, Anodon, Anodontes sind später und daher 
nicht verwendbar, die erstgenannte ist von Lamarck 1799 
angewendet (Mem. Soc. d' Hist. nat. Paris), nicht von 
Guvier 1798, der vielmehr Anodontites geschrieben hat. 

Die Gattung Unio ist in einer von Philipsson unter 
Leitung des Prof. Retzius in Lund verfertigten und nach 
dem dort herrschenden Brauch dem letzteren als Verfasser 
zugeschriebenen Dissertation „Nova Testaceorum Genera" 
1788 p. 16 aufgestellt mit 6 Arten: margaritiferus, crassiis, 
tumidus, pictorum, ovalis und corrugatus, die zum Teil kurz 
beschrieben, zum Teil durch Gitate bestimmt sind. Die 
Gattung schliesst demnach mit der 1. Art die Gattung 
Margaritana Schumacher ein und auch einige spätere Au- 
toren haben dieselbe Art unter die C/m'o-Arten gestellt. Der 
erste, der sie abgetrennt und eine Teilung der alten Gattung 



— 30 — 

Unio vorgenommen hat, ist nach meiner Kenntnis Oken, 
der in seinem Lehrbuch, Bd. 1 p. 237 und 238 den Namen 
für U. margaritifera beibehalten, dagegen einen neuen: 
Lymnium für pidorum aufgestellt hat. Es ist nicht zu ver- 
stehen, warum z. B. Simpson in seiner Synopsis of the 
Naiades (Proc. U. St. Mus., v. 22), obwohl er nach seinen 
Gitaten die Teilung Okens kennt und bei Margaritana als 
Synonym ünio Oken angibt, ebenso bei Unio Lymnium 
Oken, dieser ältesten Teilung nicht entsprochen, ebensowenig 
warum er mit Schumacher Unio tumidus als typische Art 
bezeichnet hat, obwohl Okens Teilung um 2 Jahre älter 
ist; Bruguiere hat an der von ihm angegebenen Stelle 
(Journ. d' Hist. nat., t. 1 p. 106) diese Art nicht genannt, 
sondern nur eine kurze Diagnose der Gattung Unio und einer 
neuen Art, U. granosa, gegeben. P. Fischer (Manuel Con- 
chyl.; p. 999) hat diese Tatsachen ganz richtig angegeben, 
aber hier wie in einigen anderen Fällen dem Prioritäts- 
gesetz nicht Folge geleistet, allerdings hat er Lymnium und 
Margaritana als Untergattungen bezeichnet, dann müsste 
die letztere aber Unio s. s. heissen. Limnaea Poli 1791 ist 
für Mya pictorum, Mytilus cygneus und anatinus Linne vor- 
geschlagen, kann also ganz wohl als synonym von Unio 
gelten. 

Die Untergattungen habe ich meist nicht berück- 
sichtigt; hier möchte ich nur betonen, dass die typische 
Art einer Gattung nicht in einer anders benannten Unter- 
gattung untergebracht werden darf, wie etwa Valvata cri- 
stata Müller in einer Untergattung Gyrorbis, wie das auch 
Lindholm (Nachrbl. 1906 p. 190) richtig angenommen hat, 
ebenso Unio margaritiferus in einer Untergattung Marga- 
ritana und Sphaerium corneum in einer Untergattung Cor- 
neola. Dass Margaritana in der Tat nur den Wert einer 
Untergattung hat, scheint mir dem geringen Unterschiede 
zu entspreche!); der durch die Rückbildung der hinteren 



— 31 — 

Sclilossfalten gegeben ist ; ähnlich ist Musculium schwerlich 
generisch von Sphaerium zu trennen. Zweifelhaft mag das 
Verhältnis von Acroloxus zu Ancylus bleiben, bis eine ge- 
nauere Kenntnis der Anatomie anderer Arten vorliegen wird. 

In manchen Fällen scheint mir eine Zerteilung in 
Untergattungen sehr übertrieben zu sein, so dürfte die 
Gattung Valvata mit ihrer geringen Artenzahl schwerlich 
Anlass geben, sie in sechs Untergattungen zu zerlegen, 
wie es Lindholm vorgeschlagen hat, zumal da manche 
Arten Uebergänge zwischen ihnen darstellen. Der Namen 
Cincinna Hübner ist, wie Hermannsen im Nachtrag zu 
seinem Werke : Indicis Generum Malacozoorum Primordia 
angibt, in (veröffentlichten?) Briefen aufgestellt worden. 

Da als Autor eines Artnamons derjenige anzusehen 
ist, der ihn zuerst veröffentlicht hat, ist G. Pfeiffer als 
Autor von Paludina naticoides {= Lithoglyphus «.), von Nerita 
transversalis (= Neritella t.) und N. danubiaUs anzusehen, 
ebenso hat Rossmässler zuerst Anodonta complanata ver- 
öffentlicht und Lamarck Cyclas rivicola. 

Nur wenige der gebräuchlichen Artnamen erfordern 
eine Aenderung, wie Planorbis marginatus Draparnaud, denn 
wenn Helix planorbis Linne dieselbe Art ist, muss sie na- 
türlich Planorbis planorbis (Linne) heissen. Bythinella 
scholtzii (Ad. Schmidt) ist älter als steinii Martens. 

Da Linne die beiden Viviparus-kvien noch nicht ge- 
trennt hat, müssen wir zweifellos 0. F. Müller folgen, der 
Nerita fasdata von N. vivipara trennt, sodass letztere Art 
in engerem Sinne = conteda Millet = vera Frauenfeld ist, 
wie ja Rossmässler und andere angenommen haben. 

Die Auffassung mancher Arten ist bis auf den heutigen 
Tag noch strittig, hauptsächlich in Folge ihrer bedeutenden 
Veränderliclikeit ; in den meisten Fällen fehlt mir genügen- 
des Material, um mir eine eigene Meinung bilden zu können, 
so bin ich bezüglich der schwäbischen Lartetia- Arten durch- 



aus Geyers Auffassung gefolgt und bezüglich der Pisidium- 
Arten derjenigen Glessins. Auf einzelne Variationen bin 
ich in der Regel nicht eingegangen. 

PlanorUs stelmachaetius Bourguignat kenne ich nicht 
und habe ihn als gar zu zweifelhaft nicht aufgenommen; 
was ich unter dem Namen P. Umophilus von deutschen 
Fundorten gesehen habe, ist weit eher P. albus, als diese 
skandinavische Art. Die eigentümliche Gitterskulptur von 
P. albus vermisse ich bei einigen Exemplaren aus Baiern, 
kann aber in der Form keinen Unterschied finden. 

Änodontites anatina (Linne) seheint mir nach dem 
ziemlich reichen Material, das ich vergleichen kann, nicht 
mit A. cygnea artlich identisch zu sein, durch den mehr 
gebogenen Dorsalrand und den gestreckteren Ventralrand 
lässt sie sich meist gut unterscheiden. A. ponderosa, wie 
sie z. B. bei Dresden vorkommt, hat ähnliche Merkmale 
wie A. anatina und mag artlich zu dieser gehören. In 
keinem Fall kann Glessins Name A. mutabilis Geltung 
behalten. 

Etwas näher habe ich mich mit den Valvata-kvien 
beschäftigt und bin zu dem Ergebnis gekommen, statt der 
9 von Clessin genannten Arten nur 4 anzunehmen: pisci- 
nalis (Müller), naUcina Menke, pulchella S. Studer und cri- 
stata Müller, wobei es fraglich bleibt, ob geyeri Menzel 
noch unter die lebenden Arten zu rechnen ist. fch bilde 
Fig. 1—7 einige Exemplare ab, die unter sich gewiss ver- 
schieden genug sind, doch stammen die 3 in Fig. 3 — 5 dar- 
gestellten von demselben Fundort her und ebenso kann man 
von anderen Stellen ähnliche Verschiedenheiten wahrnehmen. 
Daraus kann ich nur den Schluss ziehen, dass die Höhe 
des Gewindes ebenso variabel ist wie die Form der Wind- 
ungen und dass F. contorta Menke (? = anUqua Sow.), des- 
gleichen V. fuviatilis Golbeau und alpestris Küster mit V. 
piscinalis (Müller) artlich zusammenfallen; Fig. 6, 7 zeigen 



— 33 — 

von demselben Fundort eine deutlich kantige Form (fliivia- 
tilis) neben einer schön gerundeten. Zuweilen zeigen ein- 
zelne Schalen deutliche Spiralrippen, während andere keine 
Spur davon aufweisen. 

Nicht anders steht es mit den 2 Arten der Gruppe 
Tropidina H. & A. Adams oder Atropidina Lindholm; 
Glessin unterscheidet depressa G. Pfeiffer und macrostoma 
Steenbuch. Der erstere Name kann schon an und für sich 
nicht gebraucht werden, da C. Pfeiffer unter ihm junge F. 
piscinalis beschrieben hat, worauf Menke ihn erst in dem 
Sinne gebraucht hat wie Glessin ; ausserdem ist pulchella 
S. Studer älter und der vermutlich richtige Name dieser 
Form. V. macrostoma halte ich nicht für artlich verschieden. 
Dass auch diese Art variabel ist, geht aus den Fig. 8 — 11 
zur Genüge hervor ; am abweichendsten ist die Fig. 8 
dargestellte Form von Grätz (Posen). Fig. 11 stellt ein 
Original-Exemplar von F. macrostoma dar und Fig. 10 ist 
die von Frau Dr. Ziegelor als V. frigida bezeichnete Form. 
Dass dies nicht richtig ist, erweist der Vergleich mit Fig. 
12, welche die echte skandinavische F. frigida mit flacher 
Oberseite darstellt. 

Nicht ganz sicher bin ich, ob in Süddeutschland eine 
von Valvata cristata etwas verschiedene, vielleicht als F. 
spirorbis Drap, zu bezeichnende Form vorkommt ; jedenfalls 
aber ist auch F. cristata bald ganz in einer Ebene gewunden, 
bald an der Mündung etwas herabsteigend. 

In seiner Gattung Calgcidina, die ich als Untergattung 
MusctiUum zu Sphaerium stelle,unterscheidet Glessin 3 deutsche 
Arten. Auch hier bin ich durch Vergleichung des mir 
vorliegenden Materials zu der Ansicht gekommen, dass nur 
eine Art anzunehmen ist, die freilich variabel ist, doch scheint 
mir nirgends eine Grenze gezogen werden zu können. Ich 
bilde Fig. 13 — 22 eine Reihe von Formen ab, die zum Teil 
unter einander recht verschieden sind, wie etwa Fig. 13 und 



— 34 - 

14, diese stellt ein Exemplar von Rotenburg, jene eins von 
Treptow bei Berlin dar. Fig. 17 ist die von Glessin als 
rykholtii bezeichnete Form ; Fig. 18 könnte am ehesten auf 
diese Art gezogen werden, die Form ist bei Marburg gefunden, 
zum Vergleich bilde ich die echte nordfranzösische riikholtii 
in Fig. 19 ab, die Aehnlichkeit würde vielleicht zur Identi- 
fizierung genügen, doch lässt das ganz vereinzelte Vorkommen 
die Sache zweifelhaft erscheinen. Als C. creplini (Dunker) 
gilt eine Form aus einer Lehmgrube bei Hohenkirchen 
(Nähe von Cassel). In der Dunkerschen Sammlung finden 
sich mehrere Original-ExemplarC; von denen ich einige in 
Fig. 20-22 dargestellt habe, die unter sich nicht unbe- 
trächtlich verschieden sind, aber von C. lacustris schwerlich 
artlich getrennt werden können. 

Schliesslicli möchte ich erwähnen, dass ich in dem 
Bestimmungswerke ebenso wie hier die Umrisszeichnungen 
mit Hilfe eines Zeichenapparates möglichst genau nach den 
mir vorliegenden Schalen, ausgeführt habe, nur die Lartetia- 
Arten habe ich auf Geyers Rat nach seinen Photogrammen 
gezeichnet, um die typischen Formen nicht zu verfehlen. 
Erklärung der Abbildungen: 

Fig. 1 — 7. Valvata piscinalis; Fig. 1 aus dem Madü- 
See; Fig. 2 aus der Havel; Fig. 3 — 5 aus einem Bach 
bei Passendort (Halle); Fig. 6, 7, aus der Saale bei Halle. 
Fig. 8 — 11. Valvata pulchella ; Fig. 8 von Grätz (Posen); 
Fig. 9 von Lippstadt; Fig. 10 von Spandau; Fig. 11 
Original-Exemplare von V. macrostoma von Seeland. Fig. 
12 V. frigida Westerlund (Schweden). Fig. 13. Sphaerium 
(Musculium) lacustre; Fig. 18 von Treptow bei Berlin; 
Fig. 14 von Rotenburg; Fig. 16 ist ein Original-Exemplar 
von steinii Ad. Schmidt; Fig. 17 von Glessin als rijkoltii 
bezeichnet; Fig. 18 S. rykholtii? von Marburg ; Fig. 19 S. 
rykholtii\on Nordfrankreich; Fig. 20—22 Original-Exemplare 
von S. creplini. 



— 35 — 

Die Molluskenfaaiia des Nordsaniländischen Küstengebiets 
in Lebensgenosseuschaften. 

Von 
Dr. R. Hubert. 

Im Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen 
Gesellschaft 1908, Heft III, schilderte ich in gleicher An- 
ordnung des Stoffes die Molluskenfauna des Kreises Sens- 
burg. Ein Vergleich beider Arbeiten wird den Leser eine 
grosse Verschiedenartigkeit dieser beiden Faunen erkennen 
lassen, gemäss der Verschiedenheit des Klimas und des 
Bodens dieser Landstriche. 

Das Klima des Samlandes ist erheblich milder als das 
des Uralisch-Baltischen Höhenzuges, entsprechend 1. seiner 
Lage dicht oberhalb des Meeresspiegels und 2. in Folge der 
Einwirkung der See : es ist der Unterschied zwischen con- 
tinentalem und maritimem Klima, der bei Vergleich beider 
Faunen in recht augenfälliger Weise hervortritt. 

Das behandelte Gebiet wird im Norden und Westen 
von der See begrenzt, reicht ostwärts bis zu dem bekannten 
Seebadeorte Granz und dem Kurischen Haff und erstreckt 
sich südwärts 2 — 3 Kilometer ins Land hinein. Der Boden 
besteht zumeist aus oberem Diluvialmergel; in der Nähe 
von Granz aus Alluvium (Dünen) und im mittlereren Ab- 
schnitt der Nordküste, namentlich bei dem in landschaft- 
licher Beziehung schön gelegenen Ort Rauschen aus tertiären 
Schichten, und zwar liegen oben : miocäne Sande und 
Letten mit Braunkohle und unten oligocäne Ablagerungen: 
Glaukonitsand, Krant (ein eisenschüssiger Sandstein mit 
Phosphoriten) und die sogenannte blaue Erde, die Ab- 
lagerungsstätte des Bernsteins. (Leitfossil : Ostrea ventila- 
brum Goldf.i) 



*) Zaddach, das Tertiärgebirge Samlands. Schriften d. physch. 
ök. Ges. Bd. VIII. S. 85. (1867). 



- 86 - 

Die Oberflächenbeschaffenlieit der Gegend ist eine 
hügelige; das Gebiet wird durch eine Reihe von Ivleinen 
Küstenflüssen durchschnitten, die sich zumeist tiefe Schluchten 
ins Gelände eingegraben haben. Die fast stets reich be- 
waldeten Abhänge dieser Schluchten beherbergen ein reiches 
Molluskenleben. Grosse Strecken des Bodens sind mit Wald 
bedeckt; Wasserbecken sind nur in geringer Anzahl und 
von geringer Grösse vorhanden. Moore und Wiesen ge- 
hören gleichfalls zu den Seltenheiten, desgleichen Sand 
und Kies. 

Zu bemerken ist noch, dass die diluvialen Schichten 
stark kalkhaltig sind, während sich die tertiären Schichten 
durch absoluten Kalkmangel auszeichnen. 

Wir gehen nunmehr zur Besprechung der einzelnen 
Formationen und ihrer Bewohner über. 

1. Sonnige, trockene Orte. 

Als sonnige trockene Orte zeigen sich hier zunächst 
die Abhänge des Steilufers, die teils dem Diluvium (Granz, 
Warniken) teils dem Tertiär (Neukuhren, Rauschen, Gaus- 
supschlucht) angehören. Hier findet man im dichten 
Stranddorn (Hippophaes rhamnoides L.) in grossen Mengen 
Arionta arhustorum L. Selten entdeckt man unter diesen 
Tiere mit völlig unversehrtem Gehäuse ; die meisten zeigen 
Verletzungsspuren, die durch Absturz von den steilen 
Wänden verursacht sind. Wie Margaritana margaritifera 
L. in den kalkarmen Bächan der Urgebirgsformation grosse 
und schwere Schalen bildet, so ist auch hier Arionta arhus- 
torum trotz Aufenthalts an den kalklosen Abhängen der 
Tertiärschichten mit festen mid starken Gehäusen versehen, 
als Beweis, dass der Kalkgehalt des Wohnorts für die 
Schalenbildung der Mollusken nicht vorwiegend massgebend 
ist. Weiter findet man an diesen Orten : Zua labrica Müll., 
Clausilia laminata Mont. u. Gl. orthostomma Menke, Schnecken 
mit blanken, lichtreflectierenden Gehäusen, die der Trocken- 



— 37 - 

heit Widerstand leisten können. — Die Dünen sind selbst- 
verständlich jeden Molluskenlebens bar. 

2. Feuchte Wiesen, Grabenränder 
und Gras gärten. 

Da Mollusken die Feuchtigkeit lieben, so finden wir 
solche an feuchten Orten in erheblich grösseren Mengen 
sowohl bezüglich der Anzahl der Arten wie der der Indi- 
viduen. Die Grabenränder werden von Succinea putris L. 
und S. Pfeifferi Rossm. (diese beiden bei Warniken und 
bei Laptau albin und mit albinen glashellen Gehäusen) 
ferner von S. elegans Risso bewohnt. Auf Wiesen leben 
Frutieicola hispida L. und zwar besonders in der v. con- 
cinna Jeffr., F. ruhiginosa Zgl., CäciUanella acicula Müll., 
Hyalina pura Aid., H. crystallina Müll. Pujm pygmäa Drap, 
und Carychium minimum Müll. 

3. Die bewaldeten Schluchten. 

Die das Gebiet durchlaufenden Küstenflüsse wühlten 
sich im Laufe der Zeiten tiefe, vielfach gewundene, steil- 
wandige Schluchten aus. Ihre Abhänge tragen den herr- 
hchsten Laubwald mit dichtem Unterholz, sind also für die 
Molluskenwelt wie geschaffen. Bezüglich des Waldbestandes 
sind diese Schluchten sehr verschieden : So herrschen in 
der Kollis-Schlucht Ahorn und Linden vor, die Warniker 
Schlucht trägt Eschen von kolossalen Dimensionen, die 
Gaussupschlucht zeigt vorherrschend Birkenbestand, während 
Detroit- und Kodollingsschlucht gemischte Bestände, be- 
stehend aus Weissbuche {Carpinus Betulus L.), Birke, Eiche, 
Vogelbeere, Linde, Spitzahorn und Esche aufweisen. Das 
Unterholz besteht aus Haselnuss, Himbeeren, Brombeeren, 
Schneeball, Johannisbeere, Salix repens L., S. aurita L., 
Salix capirea L., Lonicera xylosteum und zahlreichen niederen 
Pflanzen. Alle diese Schluchten sind landschaftlich äusserst 
reizvoll und enden natürlich stets mit dem Ausblick auf 
die brausende See. Der die Sohle dieser Schluchten durch- 



— 38 ~ 

eilende Bach stürzt sich in Caskaden über die in seinem 
Bette liegenden Granitblöcke und belebt dadurch das 
malerische, soviele Besucher anziehende Landschaftsbild. 

Alle diese Schluchten sind nun von einer Mollusken- 
fauna bewohnt, die sich als ebenso reich an Arten, wie an 
Individuen erweist. Insbesondere zeigen hier die Clausilien 
eine reiche Entwickelung. Hier finden wir: Clausilia ven- 
tricosa Drap., Cl. hiplicata Mont., Cl.ßograna Zgl., Cl. dubia 
Drap., Cl. plicata Drap., Cl. plicatula Drap., Cl. latestriata 
Bielz, Cl. cana Held, sowie auch Cl. lamlnata Mont. und 
Cl. orthostoma Mke. Weiter leben hier: Buliniimis obscuriis 
Müll., Tachea nemoralis L., T. hortensis Müll., Petasla bidens 
Ghemn., Triodopsis personata Lam., truücicola fruticum 
Müll, F. strigella Drap., F. hispida L., F. hisplda var. 
concinna Jcffr., Helix rotundata Müll., R. ruderata Stud., 
Amalia graciUs Leydig, Limax lävis Müll, und Arion empi- 
ricorum Fer. in nur schwarzen Exemplaren. 
4. Die Küste nfiüsse. 

Die, die oben beschriebenen Schluchten, durcheilenden 
Küstenflüsse sind ihres starken Gefälles wegen arm an 
Mollusken. Die starke Strömung und die zahlreichen, die 
Betten ausfüllenden Steinblöcke sind diesen Tieren mit 
ihren doch nur wenig widerstandsfähigen Gehäusen ver- 
derblich. 

In dem bei Neukuhren mündenden Lachsbach sitzen, 
an Steinen fest angeklammert, zahlreiche Exemplare von 
Ancylus fluoiatilis Müll, und halten auf diese Weise dem 
Anprall des Wassers Stand. In dem oberen, mehr ge- 
mässigten Laufe dieses Bachs fand ich : Limnea ovata Drap., 
L. ovata var patula Dacosta, beide innen mit schönem auf- 
fallend glänzenden Perlmutter belegt, L. ovata var. succinea 
Nilss., Limnea peregra Müll., L. peregra var. attemiata Glessin; 
in der Nähe der Mündung; L. ovata var. Baltica Gless. 
und Hydrobia baltica Nilss. Pisidium rivulare Gless. Alle 



— 39 - 

diese Tiere zeichnen sich durch eine feste, widerstands- 
fähige Schale aus. 

Der die Finkener Schlucht durchströmende und bei 
Klein-Kuhren mündende Finkener Bach enthält nur an einer 
ruhigen Stelle unterhalb eines Wehres, wo die Steinblöcke 
mit zahlreichen Exemplaren des Flussschwamms, Ephydatia 
fluviatilis L. besetzt sind; Limnea ovata Drap. ; das Rau- 
schener Mühlenfliess nur Bythinia tentaculata L., weil dieses 
wie es scheint, die einzige Schnecke ist, die, vermöge ihrer 
verhältnismässigen Kleinheit in Verbindung mit Hart- 
schaligkeit und glatter Oberflächenbeschaffenheit, im Stande 
ist, unzerschmettert die Turbine der Rauschener Mühle 
zu passieren. 

Nur ein Bach besitzt in unserem Gebiet ein ruhig 
dahin fliessendes Gewässer: es ist dieses die in das Ku- 
rische Haff einmündende Beek. (Beek, niederdeutsch = 
Bach). Die Beek beherbergt in ihrem oberen Lauf Limnea 
stagnalis h , L. stagnalis var. Colpodia Bourg., Lim. auri- 
cularia L. ; L. ovata Drap., Bythinia tentaculata L. und 
Sphaerium corneum L. ; weiter abwärts auf Cranzer Gebiet, 
wo sie von den nach Memel gehenden Dampfern befahren 
wird, beherbergt sie die meisten, das Kurische Haff bevöl- 
kernden Mollusken: Planorbis corneiis h., PL marginatus 
Drap., PI. carinatus Müll., PL contortus L., PL spirorbisL., 
PL albus Müll., PL vortex L., Limnea stagnalis L., L. auri- 
cularia L., L. ovata Drap., L. ampla Hartm., L. palustris 
L., L. peregra Müll., Paludina fasciata Müll.; P. vivipara L., 
L., Bythinia tentaculata L., B. oentricosa Gray., Valvata 
piscinalis L., Neritina fluviatilis L., Anodonta anatina L., A. 
piscinalis Nilss., A. cellensis Schröter, A. complanata Zgl., 
Unio tumidus Nilss., U. batavus Lam., U. rostratus Lam., 
Dreissensia polymorpha Pall., Sphaerium corneum L., Sph. 
Scaldianum Norm., Pisidium amnicum Müll., P. oUusale Pfeift. ^) 



') Hilbeii, eine nalurwissenschafU. Wanderung über die Kurische 
Nehrung. Naturwisseihsch. Wochenschrift 1905. No. 36 und 36. 



— 40 — 

5. Der Hochwald. 

Der Hochwald (Warniker Forst) ist hier hauptsächlich 
Laubwald mit eingespreng'en Nadelholzbeständen. Er be- 
steht zumeist aus Weissbuchen (Carpinus hetulus L.), Eschen, 
Eichen, Birken, Erlen, Linden. Ahorn ; das Unterholz aus 
Haselnuss, Wachholder, Emnymus Eiiropaeus, Himbeeren, 
Schneeball, Brombeeren, Johannisbeeren. Ganz besonders 
schön ist der Warniker Forst zar Zeit der Blüte von Cam- 
panida lafifolia L. : Wie ein blaues Blütenmeer wogen dann 
die grossen blauen Glocken dieser stattlichen Pflanze von 
leichtem Winde beAvegt. Die Nadelholzbestände weisen 
Kiefern und Fichten mit Vaccinium- Arien als Unterholz 
auf. — Der Waldbestand der Cranzer Plantage ist sehr 
buntscheckig zusammen gesetzt : es befinden sich daselbst 
unter den schon genannten Waldbäumen noch l'huja gi- 
gantea in mächtigen Exemplaren, Pinus montana Müll, nebst 
einer sehr reichen Unterholzflora. In diesen Wäldern findet 
man in feuchtem Moose: Cari/chncm minimumMüU., Vitrina 
pellucida Müll., Vallonia pulchella Müll., V. costata Müll., 
Euconulus fulviis Müll., Zonitoides nitidus Müll ; auf faulem 
Holz und an Steinen: Clausilia laminata Mont., Cl. biden- 
tata Ström., Tachea hortensis L., Patula riiderata Slud., P. 
rotundata Müll., Hyalina radiatula Gray; auf feuchten 
Wegen: Arion empiricorum Fer. (nur schwarz), Arion hor- 
tensis Fer., A. ßourguignati Mab., Limax cinereo-niger Wolft"., 
L. tenellus Nilss., L. arborum Bouch. ; im Gebüsch und an 
Bäumen: Tachea hortensis MüW.. T. nemoralis L., Fruticicola 
fruticum L. und F. bidens Ghemn. — Die Plantage von 
Granz beherbergt in ungeheuren Mengen : Fruticicola fruticum 
L., F. strigella L. und F. hispida var. septenfrionalis Gless. 
6. Die Teiche. 

Stehende Gewässer sind in Nordsamland wenig zahl- 
reich und klein an Umfang. Für das hier in Betracht 
kommende Gebiet ist in erster Linie der Rauschener Teich 



_ 4t — 

zu nennen ; auch dieser bedeckt nur eine Fläche von 48 
Preussischen Morgen, enthält aber eine reiche Molluskenwelt. 
Dieser Teich ist, wie alle Samländischen Teiche ein Stau- 
becken. Sein Boden ist zumeist sandig, nur am Westende 
läuft er in Wiesenflächen aus, während eine nach Süden vor- 
dringende Bucht (der Geisterwinkel) sumpfig ist. Seine 
Südseite ist von Wald umrahmt, an der Nordseite liegen 
die Häuser des Dorfes Rauschen. In seiner Uferzone 
wachsen in üppigen Beständen Binsen, Alisma Plantago L ., 
Sagütaria sagittifolia L., Cicuta virosa L., Hippuris vulgaris 
L., (Geisterwinkel); weiter hinaus besteht ein dichtes Gewirr 
von Myriophyllum spicatum L. Elodea canadensis, Pofamogeton 
natans, Ceratophyllum submersuni nebst zahlreichen Nym- 
phäaceen, darunter auch das seltene Nuphar pumilum L., 
und alles dieses vielfach durchsetzt mit oft massigen Exem- 
plaren des Teichschwamms Spongilla Icustris L. Die grösste 
Tiefe dieses Gewässers beträgt nur 3 — 4 Mtr. 

Von Muscheln leben dort: Anodonta cygnea L., in 
stattlichen Individuen, A. anatina L., A complanata Zgl. 
Sphaerium corneum L., Sph. Scaldianum Norm., Pisidium 
amnicum Müll., P. oUusale Pfeiff., von Schnecken : Limnea 
stagnalis L., L. anricularia L., L. ampla Hartm., L. ovata 
Drap., L. peregra Müll., Planorhis corneus L., PL nitidus Müll. 
PI. complanatus L., PI. cdbus Müll., PL ntarginatus Drap., 
Paludina fasciata Müll. Bythinia tentaculata L., B. ventricosa 
Gray., Valvata piscinaUs L.. Ancylus lacustris L. Auffallend 
ist das Fehlen der sonst in Ostpreussen so überaus ver- 
breiteten Dreissensia polymorpha Pall. 

Die andern Teiche des Gebietes sind von sehr gering- 
fügigen Dimensionen und enthalten entweder gar keine 
Mollusken, wie die fünf Teiche bei Gross Kuhren und die 
Teiche von Katzkeim und Wn'arniken, die sämtlich ab- 
flusslos sind, oder nur wenige Exemplare von Pisidium 
obtusale Pfeiff. wie die Teiche von Sassau (ebenfalls ab- 



— 42 ~ 

flusslos) und Loppöhnen (mit zeitweiligem Abfluss bei hohem 
Wasserstand) oder nur Planorbis corneus h, Limnea stagnalis 
var. vulgaris Westl. und Physa fontinatis L. wie die torfigen 
und fast ganz mit Pflanzenwuchs durchwucherten Teiche 
der Granzer Plantage. — Das Wasser der Teiche ohne 
Molhiskenleben ist grün und enthält Milharden von Indivi- 
duen der Alge Anahaena flos aquae Bret. 
7. Die Strand zo ne. 

Das Ufer der Nordsamländischen Ki^iste ist ein hohes 
Steilufer; die Strandzone ist entweder sandig und 30 — 100 
Mtr. breit, oder aber sie ist mit diluvialen Findlingsblöcken 
überstreut und an solchen Stellen erheblich schmäler. Der 
sandige Strand ist arm an Pflanzenwuchs und daher auch 
arm an Mollusken; wo aber Granitblöcke in der Brandung 
liegen und die Ansiedlung einer reichen Algenwelt ermög- 
lichen, ist auch das Molluskenleben ein reiches. 

Die Molluskenfauna dieses Strandes ist eine an Arten 
arme, an Individuen aber eine sehr mächtig entwickelte. 
Wir finden hier nur folgende Muscheln: Mt/a arenaria, L., 
Mytilus edulis L., Cardium edule L., und Teilina Baltica L. ; 
dazu kommt dann noch die zu den Nudibranchiern ge- 
hörige Schnecke Emhletonia pallida Alder et Hancok. Die 
Schalen von Mytilus edtdis sind meist dicht mit Seepocken 
Baianus crenatus Brug., sowie mit Bryozoen (Membranipora 
pilosa L ,) bedeckt, wahrscheinlich, weil diese Muscheln 
mittelst ihres Byssus fest an Steinen verankert, eine mehr 
sitzende Lebensweise führen und so die Ansiedlung epiphy- 
tischer Organismen erleichtern. Aus demselben Grunde 
sind sie auch erheblich dünnschaliger als die andern oben 
angeführten Muscheln, die bei socher Dünnschaligkcit leicht 
in der Brandung zertrümmert werden möchten. 

Wie aus obigen Schilderungen zu ersehen ist, zeichnet 
sich die Molluskenfauna dieses beschränkten Gebietes durch 
eine ganz ausserordentliche Reichhaltigkeit aus und es 



43 — 

dürfte gewiss nicht viele Gegenden in Deutschland geben, 
die sich in dieser Beziehung mit dem Nordsamländischen 
Küstengebiet messen könnten. Besonders in die Augen 
fallend ist die grosse Menge von Individuen der grossen 
Landschnecken sowie die der Clausilien, wodurch sich diese 
Fauna auffallend von der des Uralisch-Baltischen Höhen- 
zuges unterscheidet, wo gerade diese Tiere zu den Selten- 
heiten gehören respektive ganz fehlten. Auch Buliminus 
obscuriis Müll, und Arion empiricorum Fer. sind hier häufig 
während sie im südlichen Ostpreussen völlig fehlen. Die 
Ursache dieses auffallenden Unferschiedes zwischen diesen 
beiden Faunen liegt eben in dem milderen und feuchteren 
Klima des Samlandes, das einer reicheren Entfaltung des 
Landmolluskenlebens günstiger ist, als die trockenen, kalten 
und beständigen Winden ausgesetzter Höhen des Uralisch- 
Baltischen Höhenzuges. Auf diese Weise ist es möglich, 
auch auf einem beschränkten Gebiet auffallende Unterschiede 
in der Zusammensetzung der heimischen Fauna festzustellen. 



Helix personata und Helix obvia Hart, im Taunus, 

Von 
Dietrich Knipprath, Höchst a. Main. 

Helix per Sonata Lam., diese schöne, im Taunus noch sehr 
wenig gefundene Schnecke, fand ich im Frühjahr 1907 bei 
einer Exkursion an dem vom Taunusklub mit rotem Strich 
markierten Wege vom Wirtshaus „Rotes Kreuz" nach Glas- 
hütten, und zwar an der Stelle, an welcher man den 
Emsbach überschreitet, w^o die Schnecke bei Regenwetter 
munter umherkroch. Ich fand jedoch damals nur ein 
einziges Exemplar. — Im Frühjahr 1908 führte mich mein 
Weg wieder an diese Stelle und ich fand bei genauem 
Suchen wieder ein Exemplar lebend vor; mithin ist zu den 
Avenigen Fundstellen im Taunus eine neue gekommen. 



— 44 

Helix ohvia Hartm. Gelegentlich eines Spazierganges 
fand ich diese sonst mehr dem Osten angehörige Schnecke am 
Ausgange des Dorfes Sulzbach i. T. in ziemlich grosser 
Zahl an beiden Seiten der Strasse nach Sossenheim. Von 
Zeit zu Zeit sah ich immer an dieser Stelle wieder nach 
und fand die Schnecke immer wieder vor. zum letzten 
Male im Herbst 1908, sie scheint sich mithin wohl dauernd 
angesiedelt zu haben. 

Herr Prof. Dr. Kobelt, dem ich meinen Fund zeigte, 
hat sie als die typische Helix (Xerophila) ohvia H. bestimmt.. 



Literatur: 



Germain, Louis, Liste des MoUusques recueiUis par M. N. 
Gadeau de Kerville pendant son voyage en Khroumirie. 
— In: Bull. Mus. Hist. nat. 107 no. 2 p. 154—158. 
Neu Agriolimax kervillei p. 144; — Hyalina eurabdota var. gadeaui 
p. 155. — 23 Arten Bourguignats werden als individuelle Ab- 
änderungen von Helix pisana eingezogen. — 

, Note sur la presence du genre Aetheria dans les rivi- 

eres de Madagascar. — Ibid. no. 3 p. 225. 

Konstatiert das Vorkommen der Galtung in Madagaskar und gibt 
einige interessante Notizen über deren Verbreitung. 

— — , MoUusques nouveaux de la Repiihlipue de l' Equateur. 

Jbid. 1908 no. 1 p. 63—64. — 

Neu: Veronicella riveti und V. aequatoriensis p. 63; — Glabaris 
hidalgoi p. 64. — 

— — , MoUusques terrestres recueiUis par M. Ch. Gravier ä 

r tle San Thome 1906. - Ibid. 1908 no. 1 p. 55—62. 
Neu : Veronicella gravieri (mit Abbildung des Kiefers und der Ana- 
tomie p. 55 ; — Thapsia Ihomensis carinata p. 60, — 

— —, sur quelques MoUusques quaternaires de St. Pierre-Us- 

Elbeuf. — In: Bull. Soc. Elbeuf t. 26 (1907, paru 
Jurllet 1908). 
Neu: Eulota fruticum perdepressa. Fast lauter heule noch in der 



— 45 — 

Normandie lebende Arten, untei* denen nach Tournouer aber 
auch der ausgestorbene Zonites acieformis Klein vorkommt. 

Kobelt, Dr. W., Iconographie der schalentragenden europä- 
ischen Meeresconchylien, Vierter Band, fünfte Lieferung 
(mit Taf. 115-118). 
Enthält Cerithimae. Zahlreiche von Monterosalo unterschiedene 
Formen von Cer. vulgatum werden zum erstenmal abgebildet. 
So Cer. compositum t. 116, f. 12; — Cer. fecundum t. 116 f. 
13, 14; — Cer. hormidulum t. 117, f. 3, 4: — Cer. turbatum 
t. 117, f. 5, 6; — Cer. algoideum t. 117, f. 7, 8. Ferner Ger. 
aluchense Chieregh. t. 116 f. 19, 20; — Cer. strumaticum Lo- 
card t. 117, f. 11; — Cer. obliqueplicatum Mtrs. t. 117, f. 12; 
— Cer. sahnarum Mtrs. t. 117, f. 27. — 

Ziegeler, M., Egyptische Schnecken. In: Wochenschau Aqua- 
rien- und Terrarienkunde V No. 34. 
Die Verfasserin hat eine Anzahl egyptischer Schnecken längere Zeit 
im Aquarium beobachtet und gibt die Beschreibung des Tieres 
eines Planorbis, dann von Meladomus carinatus, Cleopatra buli- 
moides und Melania tuberculata Müll. — 

Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadel- 
phia Vol. LIX Part III (Ausgegeben April 1908). 

p. 499. Pilsbry, Henry A., neue Clausiliidae of the Japanese Empire XI. 
With. pl. 32—34. — Neu: Megalophaedusa concrescens p. 499. 
Shikoku; — Luchophaedusa inclyta p. 499 t. 32 fig. 1—4, Oki- 
nava; — L. koniyaensis p, 500 t. 52 fig. 5 — 8; — Heterozaptyx 
diacoptyx p. 504 t. 13 — 19, Formosa ; — H. oxypomatica p. 
505, t. 33 fig. 20—24, Oshima ; — H. longiplicata p. 506 t. 33 
fig. 25, 29, Liu-kius. — Zaptyx dolichoptyx p. 507 t. 34, fig. 
30 — 36, Kunchan, Liu-kius; mit subsp. micra; — Stereozaptyx 
(n. sect.) exulans p. 509 t. 34, fig. 40 — 42, Oshima; — Oligo- 
zaptyx hedleyi hyperodonta p. 509, ibid.; — Selenoptyx (n. sect.) 
noviluna p, 510 t. 34 fig. 34—39; — S. inversiluna p. 511, t. 
34, fig. 43, 44 Liu-kius ; — Thaumatoptyx (n. sp.) bicincta p. 
512, t. 34, f. 45, 46, Formosa. 

Geyer, D., Beiträge zur Molluskenfauna Schwabens. IL Val- 
lonien. In : Jahresh. Verein vaterl. Naturkunde Württem- 
berg 1908 p. 305—330. Taf. III & IV. 
Eine sehr interessante Arbeit, die Fortsetzung der in derselben 
Zeitschrift 1907 erschienenen Samraelberichte ; wir empfehlen 



— 46 — 

unseren Lesern dringend Studium — und Nachahmung. Die 
Vallonien sind photographisch abgebildet; excentrica Sterki wird 
als eine Zwischenform von costata und pulchella, der letzteren 
näherstehend, betrachtet; — helvetica Sterki als var. von co- 
stata; — declivis Sterki als synonym mit adela Westerl.; — 
saxoniana Sterki als var. von tenuilabris. Als neu beschrieben 
werden suevica t. 3 hg. 6. 7. 10; — jurassica t. 4 Hg. 11 — 18 
16. 17; — tenuilabris var. allamannica t. 4 fig. 4. 5. 8. 9. 20. 

Massy, Anne L., a Note on Loligo media L. — In: Ann. 
Mag. N, H. Ser. VIII. vol. 1 p. 
L. niarmorae scheint tatsächlich das Weibchen von L. media. — ^" 

Martini-Chemnitz, Conchylien-Cabinet, Neue Auflage. 

Lfg. 526. Helicinacea, von Dr. A. Wagner. Enthält den Schluss von 
Alcadia und den Beginn von Eutrochalella. Neu : Alcadia spec- 
tabilis venusta f. 13, f. 17, 18. Cuba; — beatrix confusa T. 14 
f. 23, 24, Nicaragua. — ciliata guisana t. 18 f. 7—9, Cuba. 

— 527, Cyclostoma, von Kobelt. Enthält Cyclophoridae. Neu fruh- 
storferi langsonensis t. 82 f. 1, 2. — Zum erstenmal abgebildet: 
ignilabris Mlldff. t. 80 f. 1,2; — tehfer MUdff, t. 80 f. 6—8; — 
coronensis Mlldff. t. 80 f. 9—11; — pterocyclus Mlldff. l. 80, 
f. 12—14; — fruhstorferi Mlldff. t. 81 f. 1—4; — ectopoma 
Mlldff. t. 82 f. 5, 6; — appendiculatus recidivus t. 81, f. 7, 8. — 

Cerny, Ad., das Kriechen der Wasserschnecken an der Ober- 
fläche. In: Blätter für Aquarien & Terrarienkunde 
Jahrg. XIX. No. 25 p. 317. 
Durch Bestreuen mit Bärlappsamen kann man nachweisen, dass 
die Schnecke beim Kriechen an der Oberfläche ein Schleim- 
häutchen absondert. 

Clessin, S., die Najaden der nächsten Umgebung Regensbiirgs. 
Sonderabdruck aus: Ber. Ver. Regensburg; Jahrgang 
1905/1906, Heft II (Erschienen Aug. 1908). — 
Angehängt sind: Bemerkungen über die Schalenbildung bei den 
Najaden; — und: Anodonta complanata Zgl. mit drei neuen 
Varietäten: normalis, seniUs und oblonga. — 
Wir berichten über diese Arbeit genauer in der Beilage. 

, die Tuffablagerung im Thale der schwarzen Laaber. 

Ebenda, 22 S. — 
Das Conchylienverzeichnis ist in unserem Nachrichtsblatt (1906 p. 



- 47 - 

101) bereits abgedruckt, doch enthält der Aufsatz auch sonst 
allerhand interessante Mitteilungen. 
Martini & Chemnitz^ Conch. Gab. Neue Ausgabe. 

— 528. Viviparidae, von Kobelt. Enthält die austrahschen und indo- 

malayischen Arten. Neu : Vivipara deliensis, Deli auf Sumatra, 
p. 243, t. 48, ilg. 7 — 10; — constantina, Constantinshafen, p. 
242 t. 49 flg. 16, 17, 20, 21 ; — javanica luzonica, Luzon, p. 
252, t. 46, fig. 5, 9, 10; — javanica richthofeni, Martens mss 
Java, p. 256, t. 52, fg. 8, 9 ; — javanica borneensis, Borneo ; 
p. 257, t. 53, fig. 3. 4, 19, 20; — javanica subsumatrana, 
Java, p. 259 t. 53 fig. 21—22; — hortulana, Buitenzorg; p. 202 
t. 54 fig. 9, 10. — 

— 529 Cyclophoridae, von Kobelt. — Keine n. sp, 

— 530. Helicina, von A. Wagner. — Neu: Eutrochatella eugeniana 

weinlandi, Haiti, p. 112, t. 21, fig. 15; — Ustronia (n. subg.) 
wrigti xanthacme, Guajaibon, Cuba, p. 119, t. 25, fig. 10, 11; — 
(U.) pyramidalis percarinata, Rangel, Cuba, p. 121, t. 23, fig. 25; 
— (U.) rubella citrino - callosa, Vignales, Guba, p. 126, t. 24, 
fig. 26 — 27 ; — (Artecallosa a.) petitiana laticosta, Guba, p. 133 
t. 22, fig. 12. — 

The Journal of Conchology, vol. XII. no. 8, 1. Oct. 1908. 

p. 193, Bee.ston, H., the Land- and Freshwater Mollusca of Grange- 
over sands, with pl. 2. — 

— 209. Kendall, the Rev. C. E. Y., Vertigo atpestris in N. Lancashire 

and Westmorland. — 
-212. Tomlin, J. R. le B. & the Rey. E. W. Bourell, Vertigo mou- 
hnsiana (with. pl. 3). — 

— 216. Jackson, J. W. Vertigo antivertigo in the Silverdale üistrict. 

— 216. Carpenter, G. D. H., List of Mollusca from one Ghalk — pit 

in Surrey. 

— 218. Jackson, J. W., Bibliography of the Non-marine Mollusca of 

Lancashire (Gont.) 

^219. Lucas, B. R., the result of Six Hour's GoUecting in Sligo. 

Kobelt, Dr. W., zur Kenntnis unserer Unionen. Mit Tafel. — 
In : Festschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens 
der Wetterau'schen Gesellschaft für die gesamte Natur- 
kunde zu Hanau am Main. p. 82 — 111. — 
Enthält im Vorwort eine Darlegung der Wichtigkeit einer genaueren 
Erforschung der deutschen Najadenfauna, ferner eine kritische 
Durcharbeitung der Namenclaturfragen für unsere Najadeen- 



— 48 — 

arten, eine Festlegung der Typen für jede Art nebst Kopie der 
entsprechenden Rossmässler'schen Figuren ; — und eine Auf- 
forderung zu gemeinsamer Erforschung der Najadeen unseres 
Faunengebieles. 



Eiugregangene Zahlungen: 

A. Weber, München, Mk. 6.— ; Pfarrer Ricklefs, Waddenwarden, 
Mk. 6.— ; Prof. Wiedemayr, Jnnichen, Mk. 12.— ; A. Frank, Erfurt, 
Mk. 6.— ; Lehrer E. Müller. Crätz, Mk. 6.— ; J. Petrbok, Kojelitz, Mk. 
2.— ; Ae. Edlauer, Wien, Mk. 6.— ; John Ponsonby, Esqu. London, 
Mk. 6.— ; Baron A. Tiesenhausen, Kimpolung, Mk. 6.— ; D. Thaanum, 
Esqu, Hilo (Hawai), Mk. 6.— ; Lehrer R. Herbst, Göttingen, Mk. 6.— ; 
W. A. Lindholm, Moskau, Mk. 6.— ; G. BolUnger-Heitz, Basel, Mk. 6.— ; 
H. Suter, Auckland, Mk. 6.— ; Notar A. Köhler, Hohenelbe, Mk. 6.--; 
H. Schlesch, Hellerup, Mk. 6.— ; Cand. phil. G M. Steenberg, Kopen- 
hagen, Mk. 6.— ; E. Volz, Mülhausen i. E. Mk. 6.— ; Knipprath Dietrich, 
Höchst, Mk. 6.— ; Lehrer C. Schwefel, Küstrin, Mk. 6.—, B. Walker, 
Detroit, Mk. 6.—. 

Neue Mitglieder: 

A. Frank, Eisenbahnsekr., Erfurt; — Lehrer E. Müller, Grätz ; 
— D. Thaanum, Esqu. Hilo; — Lehrer R. Herbst, Göttingen; — G. 
BoUinger-Heitz, Basel; — Finanzrat a. D. Th. Wilckens-Heidelberg; — 
Stud. Fritz Haas, Heidelberg, Zoolog. Institut, Frankfurt a. Main, Unter- 
Hndau47; — Stud.Caesar Boettger, Bonn, Kronprinzenstr. 4, Frankfurt 
a. Main, Günthersburg-Allee 36a ; — Boston Society of Natural History, 
Boston, Ma.ss. 

Verstorben : 

Bürgerschullehrer 0. Schmidt, Weimar. 



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Chr. Leonis, Athen, Botasi-Strasse 6. 

Redigiert von Dr. W. K o b e 1 1. — Druck von P e t e r H a r t m a n n in .Schwanheim a. M 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M, 

Ausgegeben: 20. Januar. 



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Mäläkozoologisehen Geseilsebaft 



KitiuudvieivJ^üter Jahrgang 
(190J)) 



Heft II 

(April — Juni) 



Inhalt; 



Seite 



Boettger, Ein Beilrag zur Erforschung der europäischen 

Heliciden 49 

Haas, Die Namen unserer Unioniden-Gatlungen 68 

Suter, Richtigstellung einiger Namen in Dr. Gurt von Wissel's 

,Pacifische Chitonen" 1904 72 

Clessin, Vitrellen aus Südbayern 75 

CTfss««, Conchyiien aus dem Löss der Umgegend von Wien . 79 
D7\ Ulrich, Paludestrina jenkinsi E. A. Smith an der 

deutschen Ostseeküste 80 

Kobelt, Zwei neue Pterocycius 82 

Schmidt, Zur Verbreitung von Lithoglyphus naticoides Fer. 

und Calycuiina lacustris Müll 83 

Ihering, H. von. les Mollusques Fossiles du Tertiaire et du 

Terrain crelac6 Superieur de l'Argeniine 84 

Literatur 86 



1 



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No. 2. April 1909. 

Nachrichtsblatt 

der deutschen 

Maiacozooiogischen Gesellschaft. 



Einund vierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 
A.boimemeiitspreis : Mk. 6. — . 
Frei durch die Post im In- und Aiisland. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr.W. Kobelt in S c hw a n h e i m hei Fi-ankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in 
Frankfurt a. M. 

lieber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malacozoologie. 

Ein Beitrag zur Erforschung der europäischen Heliciden. 

Von 
Caesar R. Boettger,^' Frankfurt (M.) 
(Schluss). 
Zum Schlüsse möchte ich noch einige Angaben über 
die Häufigkeit der Bändervariationen bei den mir bekannten 
Vertretern der Genera Tochea, Pseudofachea und Murella 
geben, was ich um so lieber tue, da noch nichts über die 
Bänder der fossilen Tachea-Arien veröffentlicht ist. Ich habe 
diesse Genera als Beispiele gewählt, die beiden ersten^ Ta- 
chea und Pseudotachea, um zu zeigen, wie eine grosse 
Anzahl Bändervariationen bei ein und derselben Art auf- 
tritt, das letzte, Murella, um zu zeigen, wie bestimmte 
Bändervariationen fast zur Konstanz werden. Für die 
freundliche Ueberlassung seines Materials an lebenden Arten 
bin ich Herrn Prot. Dr. W. Kobelt in Schwanheim a. M., 



— 50 — 

sowie den Herren 0. Emmerich, K. Fischer und L. Henrich 
in Frankfurt (M.) für die ihres Materials an fossilen Arten 
zu grossem Dank verpflichtet. Ich wiederhole, dass ich die 
Farbe der Gehäuse, sowie die Farbe, Intensität und Spal- 
tung der Bänder in den Formeln unberücksichtigt lasse. Ich 
unterlasse es wegen des beschränkten RaumeS; Angaben 
über die Unterschiede der Bändervariationen der einzelnen 
Arten zu machen, wie z. B. dass die bei Tachea nemoralis 
L. sehr häufige Form 00 34.5 bei Tachea hortensis MülK 
äusserst selten ist; sie ergeben sich klar aus den Auf- 
zeichnungen. Fundorte sind bei den einzelnen Arten nicht 
angegeben, ich habe möglichst Material aus dem ganzen 
Verbreitungsgebiet einer Art genommen. Subspecies und 
Varietäten habe ich zum Typus hinzugenommen, sie weichen 
gewöhnlich nicht von diesem ab. Auch habe ich sie bei 
den Genera Tachea und Pseudotachea gewöhnlich nicht er- 
wähnt, da sie meist recht bekannt sind ; anders ist es aber 
bei den Murella- Arten, unter denen noch grosse Verwirrung 
herrscht. Ich bemerke noch, dass ich von jeder eine An- 
zahl von Schalen herausgegriffen habe, ohne dass es mir 
darauf ankam, möglichst viele Bändervariationen aufzu- 
zeichnen. 

Es zeigten von den untersuchten Exemplaren:*) 

Tachea (Parachloraea?) oxystoma Thom. 
273 Stück 10345 1 Stück 00300 

1 „ 00345 31 „ 00000 

Zusammen 306 Stück. 

Tachea (Tachea) hortulana Thom. 
165 Stück 12345 186 Stück (123)45 

11 , (12)345 2 , (123)(45) 

12 „ 1(23)45 7 „ 02345 



*) Die erste Colonne bezeichnet die Zahl der untersuchten Exem- 
plare, die zweite die Variation. 



- 51 — 



6 Stück 10345 


3 Stück 00340 


5 „ 0(23)45 


9 „ 00300 


1 „ (12)340 


15 „ 00040 


12 „ 00345 


179 „ 00000 


30 „ 00045 





Zusammen 643 Stück. 
Tachea (Tachea) deftexa A. Br. 



402 Stück 


12345 


1 


Stück 


(12)045 


5 , 


(12)345 


2 


» 


(123)40 


6 „ 


1(23)45 


5 


» 


00345 


98 , 


(123)45 


9 


» 


00045 


1 n 


(1234)5 


2 


» 


00340 


24 „ 


10345 


310 


» 


00000 


3 „ 


12340 









Zusammen 868 Stück. 
Tachea (Tachea) kinkelin l O. Bttg. 



20 Stück 12345 


17 Stück 00345 


4 „ 1(23)45 


13 „ 00045 


33 „ (123)35 


1 „ 00300 


1 „ (1234)5 


21 „ 00000 


2 „ (123)(45) 





Zusammen 112 Stück. 

Tachea (lachea) grammoraphe 0. Bttg. 

1 Stück 00045 1 Stück 00000 

Zusammen 2 Stück. 

Tachea (Tachea) bohemica 0. Bttg. 

3 Stück 12345 1 Stück 00340 

1 „ 02345 31 „ 00300 

2 , (123)40 4 „ 00000 
23 , 00345 

Zusammen 65 Stück. 



— 52 — 

Tocheo (Tachea) ohtusecarinata Sdbg. 
13 Stück 12345 3 Stück 00000 

8 „ 00045 

Zusammen 24 Stück. 

Tachea (Tachea) girondica Noiil. 
Zu dieser Art rechne ich als Subspecies Tachea sub- 
soluta Sdbg. Obwohl die französische Form weit mehr zur 
Kielbildung neigt als die deutsche, denke ich doch wegen 
der, durch die grosse Ausdehnung des Verbreitungsgebietes 
der Art möglichen Variabilität, sowie wegen der voll- 
kommenen Uebergänge zwischen beiden Formen, diese ver- 
einigen zu müssen. 

35 Stück 12345 3 Stück 00345 

1 „ (12)345 2 „ 00045 

5 „ 1(23)45 6 „ 00300 

10 „ (123)45 7 „ 00000 

Zusammen 69 Stück. 

Tachea (Tachea) crepidostoma Sdbg. 

1 Stück 12345 1 Stück 00000 

Zusammen 2 Stück. 

Tachea (Tachea) lartetü Boiss. 
1 Stück 12345. 

Tachea (Tachea) sylvana Klein. 

44 Stück 12345 31 Stück 00045 

2 „ (12)345 1 , 00300 
1 , 1(23)45 1 , 00040 

8 „ (123)45 17 „ 00000 
4 „ 00345 

Zusammen 109 Stück. 

Tachea (Tachea) sylvestrina v. Ziel. 

9 Stück 12345 12 Stück 00345 
1 „ (12)345 4 „ 00045 



— 53 — 
Stück 



00305 


1 Stück 


00300 


00340 


9 „ 


00000 


Zusammen 


38 Stück. 





Tachea {TacheaJ malleolafa Sdbg. 

1 Stück 12345 1 Stück (123)45 

Zusammen 2 Stück. 

Tachea {Tachea) mogimtina Desli. 
Zu dieser Art als Varietät oder Subspecies glaube ich 
Tachea suhcarinata Sdbg. stellen zu müssen. Während in 
den unteren Schichten der Typus der Tachea mogimtina 
Desh. sich findet, geht sie in den oberen Schichten in drei 
gelrennte Formen über. Die eine ist die schon erwähnte 
suhcarinata Sdbg.. eine zweite die stark getippte Varietät 
splendidiformis Sdbg. und die dritte eine recht kugelige, 
grosse Form, die ich als var. glohosa vom Typus abtrennen 
möchte und die Herr K. Fischer 1904 in besonders schönen 
Stücken in Frankfurt (M.) (Kantstrasse) gesammelt hat. 
Diese Entwickelung in allen ihren Uebergängen kann man 
sehr schön verfolgen in den Kalksleinbrüchen in der Nähe 
von Budenheim bei Mainz. Aus der letzten Form hat sich 
vielleicht die folgende Art, Tachea (Tachea) hortensis Müll., 
entwickelt. In meinem Besitz ist auch ein rotlippiges 
Exemplar dieser Art. 



813 Stück 


12345 


1 


Stück 


02(34)5 


24 „ 


(12)345 


1 


I) 


(123)40 


109 „ 


1(23)45 


43 


» 


00345 


2 „ 


123(45) 


5 


» 


12300 


1703 , 


(123)45 


2 


» 


00(34)5 


7 . 


(1284)5 


259 


» 


00045 


8 „ 


(12345) 


15 


» 


00340 


n « 


(123)(45) 


1 


» 


00005 


87 , 


02345 


16 


» 


00300 



54 — 



12 Stück 


10345 


7 


Stück 


00040 


2 „ 


12045 


771 


)) 


00000 


21 „ 


0(23)45 










Zusammen 


3920 Stück. 




Tachea (Tachea) horten 


sis Müll. 


61 Stück 


12345 


13 


Stück 


10345 , 


18 „ 


(12)845 


5 


» 


12045 


15 . 


1(23)45 


3 


» 


12340 


17 « 


123(45) 


1 


it 


10(34)5 


18 „ 


(123)45 


2 


» 


103(45) 


4 „ 


1(234)5 


3 


» 


10(345) 


4 „ 


(1234)5 


2 


» 


00345 


2 , 


1(2345) 


2 


» 


10045 


31 „ 


(12245) 


2 


n 


12300 


7 „ 


(12)3(45) 


13 


w 


10305 


11 . 


1(23)(45) 


5 


» 


00045 


1 « 


(12)(345) 


22 


» 


00300 


35 „ 


(123)(45) 


367 


w 


00000 


9 „ 


02345 










Zusammen 


773 Stück. 





Tachea {Tachea) fonnensis Sdbg. 
Vielleicht könnte man diese Art auch als Varietät zu 
Tachea [Tachea) nemoralis L. stellen, wie dies Herr Prof. 
Dr. W. Kobelt in Rossmässlers Iconographie der Land- und 
Süsswasser-Mollusken schon getan hat. 

2 Stück 12345 1 Stück (123)(45) 

1 „ 123(45) 5 „ 00345 

1 „ (123)45 2 , 00305 

Zusammen 12 Stück. 

Tachea (Tachea) nemoralis L. 
Hierher gehört auch Tachea subaustriaca Bourg., die 
anatomisch eine Tachea nemoralis L. ist. 



- 55 — 



171 


Stück 


12345 


11 


Stück 


(123)45 


15 


» 


(12)345 


21 


)• 


(12345) 


6 


n 


1(23)45 


26 


» 


(12)3(45) 


18 


» 


123(45) 


8 


I) 


1(23)(45) 


22 


» 


(123)(45) 


4 


» 


00(345) 


28 


n 


02345 


16 


M 


00045 


20 


» 


10345 


26 


1» 


00305 


7 


^ 


12045 


5 


)) 


00340 


2 


n 


0(23)45 


18 


)1 


000(45) 


12 


« 


023(45) 


2 


» 


0(23)00 


3 


» 


0(23)(45) 


1 


» 


00005 


211 


» 


00345 


76 


1 


00300 


1 


n 


10045 


286 


» 


00000 


44 


» 


003(45) 












Zusammen 


1069 Stück. 






TrtfÄ^a {Tachea) 


coquaf 


«c^* Mo 


r. 


57 


Stück 


12345 


10 


Stück 


10345 


7 


») 


1(23)45 


1 


w 


J2045 


1 


» 


123(45 


7 


<» 


00845 


4 


„ 


(123)45 


1 


w 


10305 


1 


» 


(12)3(45) 


4 


n 


00305 


4 


?) 


(123)(45) 


57 


H 


00300 


1 


» 


02345 


44 


H 


00000 



Zusammen 199 Stück. 



Tadiea {Tachea) sylvaüca Drap. 
Ob diese Art etwas mit Macularia nicieiisis Fer. zu 
tun hat, wage icli noch nicht zu entscheiden. Darüber 
muss die Anatomie noch Auskunft geben. Zwar löst Ta- 
chea (Tachea) sijlvatka Drap, ähnhch wie Macularia niciensis 
Fer. ihre Bänder in Flecken auf, was bei den fossilen Ta- 
cheen kaum und bei den lebenden doch nicht häufig vor- 
kommt. 



56 



9 Stück 


10345 


2 „ 


12340 


3 „ 


0(23)(45) 


27 „ 


00345 


1 . 


10305 


4 , 


00300 


5 ., 


00000 



139 Stück 12345 
1 , 123(45) 

1 „ (123)45 

2 „ (123) (45) 
19 „ 02345 
24 , 00340 

1 „ 10300 

Zusammen 238 Stück. 
Tachea (Tachea) subsulcosa Thom. 
Diese und die folgende Art unterscheiden sich von 
den übrigen Vertretern der Sectio Tachea durch das sehr 
tief liegende fünfte! Band. Ob Tachea {Taclim) subsulcosa 
Thom. der Vorfahr von Tachea (Tachea) vindobonensis C. Pfr. 
ist oder ob nur eine Konvergenzerscheinung vorliegt, lässt 
sich heute noch nicht sagen, da die eine Schnecke im 
Oligocän vorkam, die andere heute lebt. Wir müssen ab- 
warten, ob nicht in den dazwischen liegenden Schichten 
noch verwandte Arten sich fmden. 



148 Stück 


12145 


5 


Stück 


00345 


8 „ 


1(23)45 


3 


>j 


00045 


9 „ 


(123)45 


1 


» 


00305 


1 „ 


02345 


2 


•) 


00340 


5 „ 


10345 


71 


» 


00000 


2 „ 


12340 










Zusammen 


250 St 


ück. 




Tachea {Tachea) v 


indobone 


nsis C. 


Pfr. 


93 Stück 


12345 


1 


Stück 


02345 


12 , 


1(23)45 


48 


» 


10345 


1 n 


1(23)45 


10 


n 


00345 


9 „ 


(12345) 


2 


» 


10305 


1 « 


(12)3(45) 


1 


n 


00045 


1 , 


1(23)(45) 


2 


M 


00305 


2 » 


(123)(45) 


5 


» 


00000 



Zusammen 189 Stück. 



— 57 — 

Tachea (Caucasotachea) atrolabiata Kryn. 
Da bei den einzelnen Formen bis jetzt noch keine 
anatomischen Unterschiede gefunden sind, behandle ich 
dieselben zusammen. 



39 Stück 


1(23)45 


24 


Stück 


00305 


1 „ 


(123)(45 


1 


K 


00005 


3 „ 


10345 


1 


n 


00300 


36 „ 


0(23)(45) 


8 


» 


00000 


1 „ 


00045 










Zusammen 114 Stück. 




Pseiidotachea 


splendidü 


; Drap. 




59 Stück 


12345 


3 


Stück 


003(45) 


3 , 


(12)345 


1 


» 


1(23)00 


10 „ 


1(23)45 


9 


» 


00045 


26 „ 


(123)45 


5 


M 


00340 


1 « 


(123)(45 


1 


» 


10300 


3 „ 


02345 


1 


» 


00005 


2 „ 


10345 


4 


W 


00300 


1 „ 


12340 


37 


» 


00040 


2 „ 


00345 


57 


n 


00000 


1 . 


12300 









Zusammen 226 Stück. 

Pseiidotachea beckeri Kob. 

4 Stück 12345 1 Stück 00005 

3 « 00045 2 „ 00000 

Zusammen 10 Stück. 



Murella (Murella) muralis Müll. 
Zu dieser weitverbreiteten Art gehören die Formen 
costulata Ben., crispata Ben., rugosa Ziegl., tarentina Kob., 
alutacea Paul., insidaris Ben., undulata Mich, und einige 
weniger wichtige. 



58 - 



75 Stück 


12340 


28 Stück (123)00 


56 „ 


1(23)40 


12 „ 0(23)40 


327 , 


(123)40 


1 , 12000 


7 . 


(1234)0 


47 „ 00000. 


11 . 


12300 





Zusammen 564 Stück. 

Murella {Murella) globularis Ziec/l. 
Formen dieser Art sind conspicua Ben., cossurensis 
Ben., achatina Ben., saracena Ben., und einige andere. 
51 Stück 12340 7 Stück 12300 

9 „ (12)340 3 „ 0(23)40 

41 , 1(23)40 1 „ 00300 

276 , (123)40 59 „ 00000 

Zusammen 447 Stück. 

Murella {Murella) ascherae Koh. 

36 Stück 12340 1 Sück 12.300 

1 „ (12).340 1 „ 10340 

8 „ (123)40 15 „ 00000 

Zusammen 62 Stück. 



Murella (Murella) platychela Mke. 
Hierher gehören rosaliae Ben., iparia Ben. und coi'i- 
nexa West.. 



137 Stück 


12340 


1 


Stück 


10340 


9 „ 


(12)340 


1 


» 


(123)00 


3 . 


1(23)40 


4 


» 


00340 


28 „ 


(123)40 


10 


» 


00800 


3 „ 


12300 


1 


» 


00040 


11 . 


02340 


147 


» 


00000 



Zusammen 355 Stück. 



— 59 — 

Murella (Murella) sacina Fir. 

Diese Art ist mit der folgenden durch vollkommene 
Uebergänge verbunden. 

57 Stück 12340 4 Stück 00300 

81 „ 02340 102 „ 00000 

2 „ 02300 

Zusammen 196 Stück. 

Murella (Murella) scabriuscula Desh. 
Zu Murella scabriuscula Desh. gehören verrucosa Monts., 
selinuntina Phil., segestana Phil., explanata Ben,, demissa 
Ben. und drepanensis Huet. 



95 Stück 


12340 


1 


Stück 


(12)04< 


7 « 


(12)340 


1 


)) 


00340 


7 „ 


1(23)40 


1 


» 


02040 


123 „ 


(123)40 


3 


» 


00040 


3 „ 


02340 


124 


» 


00000 


1 . 


10340 










Zusammen 


366 Stück. 





Murella (Murella) nebrodensis Pfr. 

Hierher gehört silvestrii Caßci. 

6 Stück 12340 27 Stück 00340 

2 „ (12)340 1 „ 02040 

8 „ (123)40 9 „ 00040 

52 „ 02340 49 „ 00000 

Zusammen 154 Stück. 



Murella (Murella) melitensis Fer. 
3 Stück 12340 4 Stück 00000 

10 „ (123)40 

Zusammen 17 Stück. 



— 60 — 

Murella {Murella) paciniana Piiil. 

Diese Art hat die Varietäten major Kob., eulasia 
West, und vieta Rossm. 

15 Stück (123)40 6 Stück 00000 

Zusammen 21 Stück. 

Murella (Murella) buelowi v. Maltz. 

2 Stück 12340 1 Stück 02340 
1 . (12)340 

Zusammen 4 Stück. 

Murella (Murella) tiberiana Ben. 
2 Stück 12340. 

Murella {Murella) eugenia Pfr. 
Eine Varietät dieser Art ist huetiana Ben. 
2 Stück 00000. 

Murella {Murella) pruvincialis Ben. 

3 Stück 12340 5 Stück 00000 
1 , (123)40 

Zusammen 9 Stück. 

Murella {Murella) ragusae Kob. 
2 Stück 12340. 

Von Murella {Murella)-Ar[en standen mir nicht zur 
Verfügung die Arten grohmanni Phil., rollei von Maltz. und 
corrugata Ziegl., von denen die letzte manchmal zu der 
folgenden Sectio Opica gestellt wird (ihre Anatomie ist noch 

unbekannt). 

Murella {Opica) strigata Fer. 

Zu dieser Art gehören die Formen ijolita Paul., the- 
resae Ben., sicula Ben. und umhrica Charp., von denen die 
letzte mehr bänderlose Gehäuse zeigt (68 "/o) als der Typus. 



-- 61 



149 Stück 


12340 


50 


Stück 


00340 


1 » 


12300 


44 


)» 


02040 


214 „ 


02340 


1 


» 


02000 


3 „ 


10340 


35 


» 


00300 


13 „ 


12040 


79 


)» 


00040 


4 „ 


12000 


170 


') 


00000 



Zusammen 763 Stück. 

Murella (Opica) tetrazona Jan. 
3 Stück 12340 1 Stück 00340 

10 „ 02340 

Zusammen 14 Stück. 

Murella {Opica) carsoliana Fer. 
Hierher rechnet man recondita West., contaminata 
Paul., uzielliana Paul., marrucina Tib., persianii Tib., uni- 
armata Paul, und millettiana Paul. 

356 Stück 12340 13 Stück 02040 

2 „ 12300 9 „ 00300 

207 „ 02340 6 „ 00040 

8 „ 00340 34 „ 00000 

Zusammen 635 Stück. 



Murella [Opica) signata Fer. 

Zu dieser Art gehören circumornata Fer. und pede- 
montana Kob. 

36 Stück 12340 2 Stück 02000 

137 „ 02340 6 „ 00300 

10 „ 00340 67 „ 00040 

25 , 02040 27 „ 00000 

Zusammen 310 Stück. 

Murella {Opica) lucana West. 

P. Hesse fasst diese Art bedeutend weiter als Kobelt 
und rechnet als Varietäten zu ihr castellucensis Kob., gal- 



— 62 - 

densis Kob., mprensis Kob., coccoveUi Kob. und consigliana 
Kob. Anatomisch weichen sie anscheinend nicht vom Ty- 
pus ab, und die Schalenunterschiede erscheinen geringfügig. 
Dennoch glaube ich sie als Arten beibehalten zu. müssen, 
bis mehr Material untersucht ist. Ein Synonym dieser Art 
ist der nicht veröffentlichte Name muranensis Kob. 
71 Stück 12340 1 Stück 00340 

4 „ 02340 4 „ 00040 

2 „ 10340 1 „ 00000 

Zusammen 83 Stück. 

Murella {Opica) cadeUucensis Kob. 



20 Stück 


12340 


1 Stück 10340 


3 „ 


12300 


1 „ 12040 


3 „ 

1 „ 


02340 
00300 

00040 


5 „ 00340 
12 „ 00000 



Zusammen 50 Stück. 

Murella (Opica) galdensis Kob. 
27 Stück 12340 10 Stück 00340 

18 , 02340 12 „ 00040 

1 , 10340 

Zusammen 68 Stück. 

Murella {Opica) saprensis Kob. 
15 Stück 12340 6 Stück 00040 

6 „ 02340 1 „ 00000 
3 „ 00340 

Zusammen 31 Stück. 

Murella (Opica) coccoveUi Kob. 
15 Stück 12340 1 Stück 00040 

7 „ 02340 1 „ 00000 
23 „ 00340 

Zusammen 47 Stück. 



— 63 — 

Murella (Opica) consigliana Kob. 
22 Stück 12340 1 Stück 00300 

4 „ 02340 

Zusammen 27 Stück. 

Murella (Opica) surrentina A. Schm. {= fuscolabiafa Rossm.) 
Hierher gehören die Varietäten alticola Kob., corvino 
Kob., irpina Kob., picentina Kob., planicola Kob., vaUicola 
Kob. und lubrensis Kob. 



478 Stück 


12340 


14 Stück 


02040 


71 . 


02340 


1 „ 


02000 


24 „ 


10340 


8 „ 


00300 


23 „ 


12040 


113 „ 


00040 


43 , 


00340 


35 „ 


00000 


1 » 


10300 








Zusammen 811 Stück. 




Mi 


urella (Opica) 


mingardi Kob. 


33 Stück 


12340 


1 Stück 


02000 


33 „ 


02340 


4 „ 


00300 


1 » 


12040 


3 „ 


00040 


3 . 


00340 


17 . 


00000 


2 


02040 








Zusammen 97 Stück. 





Murella {Opica) posidoniensis Tib. 

27 Stück 12340 1 Stück 02040 

3 „ 02340 9 , 00040 

5 „ 00340 1 „ 00000 

Zusammen 46 Stück. 



Murella {Opica) syharitica Kob. 

2 Stück 12340 1 Stück 00040 

Zusammen 3 Stück. 



- 64 — 

Murella {Opica) gauri Kob. 

1 Stück 00000. 

Murella {Opica) apula Blanc. 
8 Stück 12340. 

Murella {Opica) mariannae Kob. 
Zu dieser Art gehören peucetana Kob. und ghibellinica Kob. 
21 Stück 12340 1 Stück 00340 

2 „ 02340 8 „ 00040 

Zusammen 32 Stück. 

Murella {Opica) meridionalis Kob. 
3 Stück 12340 

Murella {Opica) basilicatae Kob. 
443 Stück 12340 1 Stück 02040 

60 „ 02340 4 „ 00300 

4 , 10340 13 „ 00040 

7 ^ 00340 14 „ 00000 

Zusammen 546 Stück. 

Murella {Opica) potentiae Kob. 

2 Stück 12340 

Murella {Opica) wullei Kob. 

11 Stück 12340 2 Stück 12040 

8 „ 02340 1 „ 00340 
4 „ 02040 1 , 00040 

3 „ 02000 5 „ 00000 

Zusammen 35 Stück. 

Murella {Opica) marateensis Kob. 
46 Stück 12340 9 Stück 00340 

13 „ 02340 30 „ 00040 

2 „ 10340 6 „ 00000 

Zusammen 106 Stück. 



— 05 



Murella (Opica) sirinensis Kob. 

5 Stück 12340 1 Stück 00340 

3 „ 02340 15 , 00040 

Zusammen 24 Stück. 

Murella {Opica) lauriensis Kob. 



38 Stück 


12340 


9 


Stück 


10-00 


12 „ 


12300 


14 


« 


02040 


65 „ 


02340 


87 


» 


00300 


4 , 


10340 


26 


» 


00040 


37 „ 


00340 


116 


n 


00000 


8 „ 


02300 









Zusammen 416 Stück. 

Murella {Opica) Spinae Kob. 

2 Stück 12340 3 Stück 

2 „ 02340 1 „ 

1 „ 00340 8 „ 

Zusammen 17 Stück. 



00300 
00040 
00000 



Murella {Opica) trecchinensis Kob. 

8 Stück 12340 1 Stück 02040 

1 „ 10340 23 „ 00040 

1 „ 00340 1 „ 00000 

Zusammen 35 Stück. 

Murella {Opica) rivellensis Kob. 
7 Stück 12340 24 Stück 00040 

7 „ 02340 2 „ 00000 

7 „ 00340 

Zusammen 47 Stück. 

Murella (Marmorana) serpentina Fer. 
Hierher rechne ich als Verietäten jaspidea Mab., isi- 
lensis Vill., Isarae Paul, und velanicia Mab. 



r,G 



93 Stück 


1 2345 


3 f- 


ilück 


(1^3)40 


19 , 


(123)45 


r. 


» 


02340 


2 « 


(12345) 


1 


« 


00045 


1^> « 


02345 


1 


» 


00340 


1 . 


10345 


2 


» 


00::!00 


84 „ 


12340 


2 


» 


00040 



Zusammen 327 Stück. 

Murella (Marmorana) pudiosa Paul. 
12 Stück 12345 

Murella (Marmorana) carae Cantr. 
Zu dieser Art gehören die Varietäten orites West. 
und adjaciensis Paul. 

12 Stück 12345 1 Stück 02345 

1 , 1(23)45 4 „ 12340 

Zusammen 18 Stück. 

Murella (Marmorana) siihurbana Paul. 



4 Stück 12345 



6 Stück 12340 



Zusammen 10 Stück. 

Murella. (Marmorana) cenestinensis Crosse. 

7 Stück 12345 1 Stück 12340 

1 „ 02345 1 „ 00000 

Zusammen 10 Stück. 

Murella {Marmorana) hospitans Bon. 



25 Stück 


12345 




2 Stück 


00340 


1 « 


02345 




5 „ 


00300 


21 „ 


12340 




5 « 


00000 


2 „ 


12300 










Zusammen 


Gl 


Stück. 





Murella {Marmorana?) circeja Kob. 

7 Stück 12340 2 Stück 10340. 

Zusammen 9 Stück. 



— G7 — 

Murella (Marmorana?) melii Kob. 

1 Stück 10340. 

Murella (Marmorana?) saxetana PauL 

4 Stück 12340 1 Stück 10340 

Zusammen 5 Stück, 

Murella {Marmorana ?) forsythi Pauli 
Hierher gehört die Varietät orta Paul: 

2 Stück 12340. 

Die Arten Murella {Marmorana?) argentarolae Paul, 
und Murella {Marmorana ?) talamonica Kob. waren mir leider 
nicht zugänglich. 

Murella {Tyrrheniherus) sardonia v. Marl. 

Diese Art hat die Varietät dorgaliensis v. Maltz. 

3 Stück 12340 3 Stück 02340 

Zusammen 6 Stück. 

Murella [Tyrrheniherus) villica Paul. 
4 Stück 12340. 

Murella (Tyrrheniherus) ridens v. Mart. 
Hierher gehören die Formen splendens v. Maltz., major 
V. Maltz. und minor v. Maltz. 

7 Stück 12340 6 Stück 02340 

Zusammen 13 Stück. 

Aus den Bändervariationen der Murellen sehen wir, 
dass sich die einzelnen Sectionen auch hierin unterscheiden. 
Die Bänder der Arten der Sectio Murella sind gewöhnlich 
in Flecken aufgelöst und neigen sehr dazu ineinander zu 
fliessen (besonders die drei ersten). Die Bänder der Opica- 
Arten dagegen fliessen wohl nicht ineinander, lösen sich 
aber auch gewöhnlich mehr oder weniger in Flecken auf, 
mit Ausnahme des vierten, das sehr häufig kontinuierlich 



— GS — 

if^l. Die Marmorana- Avitm sind die einzigen Murellen, die 
das fünfte Band beibelialten liaben, doch ist djes gewöhnlich 
recht schwach , auch Schalen, bei denen es ganz ver- 
schwunden ist, sind nicht selten. In den Bändervariationen 
ähneln die Tiirrheniherus-kMiQn am meisten den Opka-kviQW, 
doch sind die Bänder gewöhnlich intensiver und dunkler. 
Von den sonderbaren Murellen vom Monte Argentaro und 
vom Kap Gircejo, die gewöhnlich zu Marmorana gestellt 
werden, habe ich kein fünfbändriges Exemplar gesehen; 
auch sonst scheinen sich die Arten von Marmorana hin- 
reichend zu unterscheiden. Licht in die Sache wird erst 
die bis jetzt leider unbekannte Anatomie der Tiere bringen. 



Die Namen unserer Unioniden-Gattungen. 

Als Ergänzung zu Thieles „Bemerkungen über deutsche Süssvv. Moll, 
und ihre Namen" in der vorigen Nummer des „Nachrichtsblatles." 

Von 
Fritz Haas (Frankfurt a. M.) 

Die Aenderungen in der Nomenklatur imserer Süss- 
wassermollusken, die nach Thiele durch strenge Einhaltung 
der Nomenklaturregeln jetzt erfolgen müssen, werden die 
wenigsten Zoologen angenehm berühren. Es ist allerdings 
auch recht peinlich, für altgewohnte, vertraute Namen 
plötzlich neue oder wenig bekannte gebrauchen zu müssen, 
hidessen lässt sich gegen die einmal bestehenden Regeln 
der zoologischen Nomenklatur, wie sie von dem 4. inter- 
nationalen zoologischen Kongresse statuiert worden sind, 
nichts machen, und über die Berechtigungen einzelner Para- 
graphen zu disputieren hat, nachdem sie von dem ge- 
nannten Kongresse angenommen worden sind, auch keinen 
Zweck. Ich glaube aber, dass die Angaben, die Thiele 
(1. c.) über die Namen unserer Unioniden macht, nicht 
ganz zutreffend sind, sodass die Genera Unio und Mar- 



— 69 — 

g a r i t a n a von Namensänderungen verschont bleiben können. 
Wohl aber stimmt die Tatsache, dass Anodonta Lam. 
durch Anodontites Brug. ersetzt werden muss. 

Thiele gibt an, dass Oken 1815 als erster das Retzius' 
sehe Genus Unio in die Genera Unio s. str. (mit U. 
margar itifer u s als Typus) und Lymniuni (mit L, 
p i c t o r u m als Typus) gespalten habe, während Schuhmacher 
erst 2 Jahre später Margaritana von der Retzius'schen 
Unio -Gruppe abtrennte. Wenn diese Angabe zutreffend 
wäre, so wäre Margaritana Schum. durch Unio (Retz. 
partim) Ok. mid Unio Retz. durch Limnium Ok. zu 
ersetzen. Dass aber bei strengster Anwendung der Nomen- 
klaturregeln diese Substitution nicht einzutreten braucht 
hoffe ich im Folgenden zu beweisen. 

Retzius gibt folgende Diagnose von Unio: 
Animal A s c i d i a. 
Testa bivalvis, aequivalvis, aequilatera. 

Cardo. Dens ani in valvula dextra solid us 
s u b i n t r u s u s , in s i n i s t r a duplex; o m n e s c r c n u - 
lati. In plurimis dens vulvae lo n gi t udinalis 
lamellaris intra sinistrac valvulae bilamcl- 
lar em. 

* Dente vulvae nuUo, sed inargo horizontaUs. 
1 . Unio Margaritiferus. 

* * denübns vulvae lamellaribus. 
i2. Unio crassus. 

3. Unio tumidus. 

4. Unio pictorum. 

5. Unio ovalis. 

6. Unio corrugatus. 

Aus dieser ZusammenstelJung ist der eigentliche Typus 
der neu aufgestellten Gattung nicht deutlich zu ersehen. 
Auf keinen Fall ist or in dem U. margaritiferus zu 
suchen, der ja seiner Schlossbildung nach nur zu den Aus- 



70 



nahmen gehört, die von den „plurimi" der Diagnose 
abweichen. 

Die typische Art, auf die Retzius seine Gattung 
Unio gegründet hat, ist mit Sicherheit nicht mehr nach- 
zuweisen, obwohl sie meiner Meinung nach in der 
Linneschen M y a p i c t o r u m , zu suchen ist. 

Für den Fall, dass der ursprüngHche Typus einer 
Gattung nicht mehr festzustellen ist, gibt der § 35 der 
internationalen Nomenklaturregeln, bei Spaltung und Ver- 
einigung von Gattungen, folgende Weisung : 

„Ist der ursprüngliche Typus einer Gattung nicht mit 
„Sicherheit festzustellen, so hat der die Auflösung zuerst 
„vornehmende Autor den ursprünglichen Namen der 
„Gattung demjenigen Teile derselben beizulegen, den er 
„für passend hält. Eine solche Uebertragung darf später 
„nicht geändert werden. 

„In keinem Falle aber darf der Name auf eine Gruppe 
„übertragen werden, welche keine der ursprünglich in 
„der Gattung enthaltenen Arten enthält. Ebenso wenig 
„darf eine Art als Typus gewählt werden, welche nicht 
„ursprünglich in der Gattung enthalten war, oder welche 
„der Beschreiber des ursprünglichen Genus ihm nur 
„zweifelhaft zuschrieb." 

Der erste der nach Retzius die Gattung Unio be- 
handelte, war Bruguiere^ der sie im Journal d'Histoire 
Naturelle T I, 1792 auf Seite 106 folgendermassen definiert: 

Unio 
Charact. generis. 
Testa bivalvls, transversa. 

V a 1 V u 1 a e aequales, undique clansae, intus luargaritaceae. 
Impressiones musculares, tres in quadam valvula ; 
una juxta marginem anteriorem, duo inaequales saeinus uni- 
tae prope marginem posteriorem. 
A p i c e s , saepius erosi. 



_ 71 — 

C a r d , dentes duo et tres artimlati. Valviilae dex- 
trae duo: alius longitudinaUs ligamento parallelus, alius 
crassus crenatus pone apicem situs. 

ValviiIae sinistrae dentes tres, unus longitudinaUs in- 
ferne canalictdatiis, duo alii inaeqiiales striato-crenati crassius- 
culi pone apicem siti. 
Ligamentum exterius, conveximi, crassum. 

Hierauf folgt die Beschreibung einer neuen Art, des 
Unio granosus, von dem ßruguiere schon auf Seite 
105 gesagt hatte : Gette coquille appartient au genre de 
la mulette Unio Retz., que j'ai cru devoir separer, ä 
l'exemple de M. Retzius, de celui de la mye, M y a Linn. 
qui de cette maniere, independamment des autres caracteres, 
ne renfermera plus que des coqiiilles marines. 

Aus diesem Satze geht wohl ziemlich sicher hervor, 
dass Bruguiere die Retzins-Philipsson'sche ziemlich weit 
gefassto Diagnosse A^on Unio gesehen hatte^ und sie nicht 
nur dem Inhalt nach kannte. An der angegebenen Stelle 
hat er Unio schärfer umgrenzt, denn er erwähnt ausdrück- 
lich das Vorhandensein von einem, bezw. 2 Seltenzähnen 
als Gattungscharaktcr. Hiermit ist die Spaltung des Retzius- 
schen Genus, im Sinne des angeführten Paragraphen ge- 
schehen, indem sein einziger abweichender Bestandteil, eben 
U. margaritiferus, ausgeschieden und die jetzt ganz 
homogene Gattung diagnostisch scharf umgrenzt wurde. 
Diese Spaltung aus dem Grunde zu leugnen, weil für den 
herausgeworfenen U. margaritiferus kein neuer Gat- 
tungsname gebildet v/urde, wird wohl niemand einfallen. 
Auf diese Bruguiere'sche Einteilung griff Schuh- 
macher 1817 in seinem „Essai d'unnouveau Systeme des Vers 
Testaces" zurück und schuf für den ehemaligen U. mar- 
garitiferus die Gattung Margaritana. Zwei Jahre 
vorher, 1815, hatte Okcn in seinem Lehrbuch der Natur- 
geschichte 4 Gattungen der Sippschatl der Anslerarchen, 



— 72 - 

nämlich die Meeresform Ar eine IIa und die Süsswasser- 
formen U n i o (= L y m n a e a), L y m n i u ni und A n o d o n 
unterschieden. Es heisst da, auf Seite 237: 

3. Gattung. Lymnium, Schalen flach, Zähne klein. 

1. Art. L. pictorum, L. fusca; Mya p. Schale 
oval, Hauptzahn gekerbolt, zwei Seitenzähne, nach 
Länge 2—3" lang, 1" breit usw. 

Dann, auf Seite 238 : 

2. Gattung: Unio, Mya. 

1. Art: Unioma rgaritifera, Myam. starker Haupt- 
zahn, kegelförmig, greift in einen gespaltenen, kein 

Seitenzahn, Wirbel abgerieben usw. 

Wenn man die oben abgedruckte Stelle aus Bruguiere 
nicht als Spaltung des Retzius'schen Genus Unio aner- 
kennen will, so müssen allerdings die Oken'schen Namen 
in Gültigkeit treten. Aber aus dem angeführten Satze Bru- 
guieres, sowie aus seiner verbesserten Diagnose von Unio 
geht meiner Meinung nach deutlich hervor, dass der fran- 
zösische Forscher eine Spaltung der Gattung Unio in dem 
Sinne beabsichtigt hat, dass unter Unio (Refz.) Brug. die 
Formen mit Seitenzähnen fallen mnsston, während U. 
mar garitiferus abseits (in das spätere Schuhmacher'sche 
Genus Margaritana) zu stehen kam. Wenn meine hier 
ausgesprochene Meinung als begründet angenommen wird, 
so wird die Systematik unserer Süssvvasserbivalven vor 
einem grossen Wirrwar bewahrt bleiben, welche der in 
neuem Sinne gebrauchte alte Name Unio sicherlich her- 
vorrufen würde. 

Richtigstellung einiger Namen in Dr. Cart Yon Wissel's 
„Pacifiische Chitonen« 1904. 

Von 
Henry Suter in Aue kl and, Neuseeland. 

In den Zoologischea Jahrbüchern, Abt. Systematik etc. 
v. 20. 1901-, hat Dr. Curl von Wisset wortvolle anatomische 



- 73 — 

Untersuchungen über neuseeländische Chitonen und Onci- 
diiden veröffentlicht. Das Material entstammt den Samm- 
lungen Schauinsland und Thilenius. Der Güte des Ver- 
fassers verdanke ich ein Separat um, das ich aber erst 
kürzlich eingehend studieren konnte. Eine Anzahl von 
Bestimmungen der Arten sind unrichtig ; diese zu berich- 
tigen ist Zweck dieser Zeilen, damit die anatomischen 
Resultate auf die richtigen Arten bezogen werden können. 

Die Bestimmungen der Polyplacophoren ist bekannt- 
lich nicht immer eine leichte Sache und eine richtige Ein- 
sicht in die oft grosse Variabilität einer Art; besonders 
in Bezug auf Färbung und Zeichnung kann nur durch 
jahrelanges Sammeln an verschiedenen Lokalitäten er- 
worben werden. Hätten die betreffenden Sammler, als 
sie hier waren und so mit mir zusammentrafen, mir das 
Material zur Bestimmung übergeben, so hätte ich mich 
der Aufgabe gerne unterzogen, und hätten so einige Irrtümer 
vermieden werden können. 

1. Ischnochiton fruticosus, Gould p. 594. 

Diese Art kommt bei Neuseeland nicht vor. Gould 
gibt New South V^ales als Fundort an, doch findet sie 
sich auch bei Tasmanien. Die in Frage kommende Art 
ist Ischnochiton longicymha, Q. und G., eine in Farbe und 
Zeichnung ungemein variable Art. 

Das Vorkommen derselben bei Bare Island, in der 
Nähe von Vanconver, ist unbedingt unrichtig. 

2. Chaetopleura hahni, Rochebrune, p. 600. 
Auch diese südamerikanische Art kommt hier nicht 
vor. Es handelt sich unbedingt um Flaxiphora caelata 
Reeve, die bei den Ghatham Inseln in grossen, schönen 
Exemplaren vorkommt. Tonicia ziczac, Hutton, Trans. N. 
Z. Inst. V. 4, 1872, p. 180, und Chiton (Plaxiphora) tenni- 
nalis, E, A. Smith, Voy. Erebus & Terror, Moll., 1874, 
p, 4, pl. 1, flg. 13 sind synonym. 



- 74 — 

3. Plaxiphora setiger, King, p. 603, 

Auf ein Exemplar von French Pass gegründet, ist 

Plaxiphora hiramosa, Q. und G., eine ziemlich seltene 

Art. 

4. Plaxiphora glauca, Q & G.. p. 606. 

Diese tasmanische Art kommt l)ei den Ghatham 
Inseln, aber nicht bei Neuseeland vor. Das beim French 
Pass gesammelte und von Wissel untersuchte Excn)plar 
ist Plaxiphora obtecta (Cpr.) Pilsbry. Synonym sind Mopalia 
ciliata, Sowerby: Hutton, Manual N Z. Moll, p. 116; non 
Sowerby, und Plaxiphora Suteri, Pilsbry, Nautilus v. 8, 
1894, p, 8. 

5. Plaxiphora terminalis, E. A. Smitli, p. 609. 
Es handelt sich hier absolut nicht um diese Art, die 
wie schon erwähnt, identisch ist mit P. caelata, sondern 
um Acanthochites rubiginosus, Hutton, eine oft prachtvoll 
kaleidoskopisch gefärbte Art. Acanthochites (Lohoplax) costatus 
Adams & Angas: Suter, Proc. xMal. Soc. London, v. 2, 
p. 194; non Adams & Angas, ist synonym. 

6. Acanthochites spiculosus astriger, Reevo, p. 612 

7. Acanthochites bisulcatus, Pilsberg, p. 614. 
Beide beziehen sich auf Acanthochites Zelandicus^ Q. 
& G. eine je nach Standort im Habitus sehr veränderliche Art. 

8. Cryptoconchus (Acanthochites) porosus (Burrow). p. 618 
Cryptoconchus datirt von 1829, Acanthochites von 1826, 
somit muss der letztere Name als Gattung gelten. 

9. Chiton squamsus (Linne), p. 619. 

Es kann sich hier nicht um diese westindische Art 

handeln, sondern um den überall in Neuseeland ge- 
meinen Chiton pellis-serpentis, Q. & G. 

Wir haben allerdings einen Chiton gemeinsam mit 

Westindien, nämlich Acanthopleura granulata, Gmelin, der 



— 75 — 

von Hutton als Tonicia corticata, Trans. N. Z. Inst., v. 4, 
p. 180, beschrieben wurde. 

Mit der Magelhan Provinz teilen wir Callochiton 
puniceus, Gould-illuminatus, Reeve. Thiele bezweifelt das 
Vorkommen dieser Art bei Neuseeland, da das Stück von 
Kapiti Island grünlich grau gefärbt ist. Seitdem ist jedoch 
ein vollgewachsenes Exemplar in 18 Faden bei Stewart 
Irland gefischt worden, das gelblichrot ist. 
10. Chiton canalicatus, Q. & H., p. 655 sollte heissen C. 
canaliculatus, offenbar ein Druckfehler. 

11. Onithochiton marmoratus, n. sp.. p. 660. 

Diese Farbenvarietät kann ich nicht als neue Art 
acceptieren. Es handelt sich einfach um den in Neusee- 
land weit verbreiteten 0. undulatiis, Q. & G. In der 
Mannigfaltigkeit der Färbung und Zeichnung kommt diese 
Art dem äusserst variablen Ischnochiton longicymha gleich. 

Es wird mir wohl Niemand die Absicht beilegen, 
dass ich die sehr verdienstvolle Arbeit des Herrn Dr. Gurt 
von Wissel bemäkeln oder verringern wolle, denn es 
handelt sich ja lediglich um Richtigstellung einiger Namen. 
Der Anatom kann ja nicht immer ohne Hülfe des Systema- 
tikers auskommen. 



Yitrellen aus Südbayern. 

Von 
S. Clessin. 

Die Vitrellenfauna Bayerns umfasst bis jetzt nur 
wenige Arten. Aus Südbayern kennen wir nur Vitr. Rou- 
gemonti des. aus dem Brunnen der Anatomie in München. 
Auffallender Weise sind Vitrellen im Jurazuge nördlich der 
Donau nicht zu finden gewesen, wenigstens ist es mir bis- 
her nicht gelungen im Juragebiete der Umgebung Regens- 



— 76 — 

bürg, das allerdings sehr wonigo Quellen und nur von 
Wasser nicht durchtlossene an den Flängen der tief ein- 
gerissenen Thäler liegende Höhlen hat, welche zu finden. 
Aus dem nördlichen Jurazuge kenne ich nur 1 Art, Vitr. 
turrita des. aus dem Auswurfe der Regnitz und eine S2. 
aus dem Muschelkalkgebiele, Vitr. Pürkhaueri aus dem 
Geniste der Schandtauber bei Rothenburg ob der Tauber, 
während Geyer in Württemberg im Gebiete der beiden 
Kalkformationen eine stattliche Anzahl von Arten gefunden 
und beschrieben hat. 

Geyer hat wohl das Richtige getroffen, wenn er in 
seinen Ausführungen, (Jahreshefte des Ver. f. vatcrländ. 
Naturkunde in Württemberg LX. Jahrg. \). 289) darauf hin- 
weist, dass die Vitrellenarten der einzelnen Fundorte sehr 
stark der individuellen Variation unterworfen sind, und dass 
daher nur auf Grund einer grösseren Anzahl von Indivi- 
duen sich die Art sicher beschreiben lässt. 

Ob aber die Annahme Geyers, dass an einem Fund- 
orte bez. in einer Höhle nur eine Art vorkommen kann, 
und dass alle die verschieden gestalteten Gehäuse, die sich 
beisammen finden, nur einer Art angehören können, möchte 
ich selbst nach den eingehenden Darlegungen desselben be- 
zweifeln. Es ist doch sicher anzunehmen, dass grössere 
Hohlräume verschieden gestaltete Wohnstätten enthalten 
werden, die zwei oder einigen Arten die Möglichkeit bieten, 
neben einander zu leben, ohne sich gegenseitig zu ver- 
drängen. Die Erscheinung des Zusammenlebens zweier 
oder einiger nahe verwandter Arten derselben Gattung 
gehört nicht zu den Seltenheiten und zwar sowohl bei den 
Land- als bei den Wasserschnecken. 

Wenn ich nun trotz Geyer's Auslassungen gestützt 
auf wenige im Auswurfe von Flüssen gefundenen Stücke 
neue Arten von Vitrellen aufslelle, so geschieht dies des- 
halb, weil ich auf das Vorkommen derselben aufmerksaui 



- 11 — 

machen wollto, und woil ich damit anregen wollte, sie bis 
zu ihren Wohnplätzen zu verfolgen. 

Die Vitrellen leben bekanntlich nur in von Wasser 
durchflossenen Spalten oder Hohlräumen der Kalkformati- 
onen. Es können daher die Arten, welche sich im ausge- 
Avorfenen Geniste der Flüsse Lech, Isar und Alz finden, 
nur aus den nördlichen Kalkalpen, also aus dem südlichsten 
Teile Bayerns stammen, aber es wird schwer, vielleicht 
ganz unmöglich sein, die Wohnstätten der Vitrellen in den 
Alpen zu entdecken, da bisher nur ganz wenige Höhlen 
aus dem bayerischen Gebirgszuge bekannt sind, von denen 
ich nicht weiss, ob sie vom Wasser durchflössen werden. 
Die von mir neu zu beschreibenden Arten stammen aus 
so unter sich entfernten Teilen Südbayerns, dass anzu- 
nehmen ist, ihre Wohnorte liegen ebenso entfernt von 
einander und dass sie daher verschiedenen Arten angehören, 
wenn auch die unterscheidenden Merkmale geringer sind. 
Ich war bemüht, mir das Geniste einiger Flüsse Südbayerns 
zu verschaffen, was mir durch die Liebenswürdigkeit einiger 
Freunde gelungen ist und zwar: 

1. von der Alz, dem Abfluss des Ghiemsees, welche die 
aus den Alpen kommende Traun aufnimmt und dann 
in die Salzach mündet. (Fundort Burgkirchen). 

2. von der Isar aus der nächsten Umgebung Münchens. 

3. vom Lech, gesammelt in der Hirschau zwischen Schon- 
gau und Landsberg. 

Die gefundenen Arten sind die folgenden: 
1. Vitrella Heldii n. sp. 

Gehäuse: klein, kegelig, turmförmig, weisslich durch- 
scheinend, glatt und glänzend ; Gewinde langsam und regel- 
mässig zunehmend. Umgänge 6, ziemlich gewölbt, durch 
eine massig tiefe Naht getrennt : Mündung fast rundUch — 
eiförmig, nach oben gewinkelt, nach unten rund; Längs- 
achse der Mündung schief; Mundsaum scharf, zusammen- 
hängend, am Spindelrand umgeschlagen, fein geritzt. 



— 78 — 

Länge 2,4 mm, Diircbm. 0,9 mm. 

Fundort : Tsargenist. 

Die Art liegt mir nur in 2 Stücken vor, die sich von 
Vitr. acicula sehr auffallend unterscheiden. Die letztere ist 
viel zierlicher, schmäler und hat weniger gewölbte Um- 
gänge; auch erreicht sie die Grösse der vorstehenden Art 

nicht. 

2. Vitrella carychiodes n. sp. 

Gehäuse: kugelig — turmförmig, weisslich, durch- 
scheinend, glatt, glänzend; Gewinde langsam und regel- 
mässig zunehmend; Umgänge 5, ziemlich gewölbt und 






Vitrella Heldii. V. aciculoides. V. carychiodes. 

durch eine massig tiefe Naht getrennt ; Mündung verhältnis- 
mässig schmal, eiförmig, nach oben eine scharfe Ecke 
bildend; Mundsaum scharf, verbunden am Spindelrand leicht 
umgeschlagen ; schwarz geritzt. 

Länge 2,3 mm, Durchm. 0,8 mm. 

Aus dem Lechgebiet von Hirschau. 7 Ex. 

Die Art bleibt etwas kleiner und ist etwas mehr 
turmförmig als die vorhergehend beschriebene. 

3. Vitrella aciculoides n. sp. 
Gehäuse: klein, kegelig — turmförmig, durchsichtig 
glatt, glänzend; Gehäusespitze stumpf, Gewinde sehr lang- 
sam und regelmässig zunehmend ; Umgänge 6, gewölbt und 
durch tiefe Nähte getrennt. ~ Mündung eiförmig, ziemlich 



- 79 - 

breit, nach oben gewinkelt, schief; Mundsaum verbunden, 
Spindehimschlag schwach, etwas geritzt. 

Länge 2 mm, Durchm. 0,7 mm. 

Aus dem Genist der Alz bei Burgkirchen 4 Stück. 

Die Art ist die kleinste und gedrungenste der be- 
schriebenen Arten. 

Es finden sich demnach in Südbayern 5 Vitrellen mit 
denen die wirklich existierenden Arten noch nicht erschöpft 
sein dürften. — Diese südbayerischen Vitrellen sind durch- 
aus schmäler an der Basis und turmförmiger als die 
Württemberger, Ich stelle selbe in eine Gruppe „Gonvexinae" 
zusammen. 

Concliylien aus dem Löss der Umgegend Ton Wien. 

2. Mitteilung 

von 
S. Gl essin. 

Im Nachrichtsblatt Jahrg. 1907 p. 115 habe ich eine 
kleine Anzahl von Gonchylien aus dem Löss der Umgegend 
von Wien aufgezählt. Zur Ergänzung derselben gebe ich 
hier eine weitere Liste von Arten, die ich gleichfalls der 
Güte und dem Sammeleifer des Herrn Aemilian Edlauer 
verdanke. Für einige der schon aufgeführten Arten ergaben 
sich neue Fundorte. 

Nr. 2. Helix (Arionta) arhustorum L. Lisamberg. 
„ 4. , {Trichia) hispida L. Piesting. 

„ 11. Pupa (EdentuUna) columella Bz. Heiligenstadt. 
„ 12. Succinea ohlonga Drap. Heiligenstadt. 

„ 13. Hijalina pura Aid. „ 

„ 14. Helix (Vallonia) pulchella Müll. „ 

„ 15. „ „ costata „ „ 

,16. „ (Tacheq) austriaca Mühlf. „ 

„17. „ (Helicogena) pomatia L. Wien. 
„18. „ (Xerophila) Nilsoniana Bk. Heiligenstadt. 



— 80 — 

Nr. 19. Patula ruderata Stud. Heiligenstadt. 
„ 20. Succinea Schumacheri Andr. „ 
„ 21. Limnaea truncattda L. , 
„ 22. Planorbis albus Müll. , 
„ 23. Carychium minimum Müll. , 
Auch mit dieser vermehrten Anzahl von Arten ist 
die Fauna des Löss in der Umgebung von Wien noch 
lange nicht erschöpft. Auffallend ist die geringe Zahl von 
Wasserschnecken, von denen bis jetzt nur 2 Arten ge- 
funden wurden. 

Faladestrina jenkinsi E. A. Smitb an der deutschen 
Ostseeküste. 

Von 
Dr. Ulrich Steusloff-Görlitz. 

Im Sommer 1908 sammelte ich im Brakwasser des 
Breitlings, des Mündungstrichters der Warnow, bei Warne- 
münde (Meckl.) zusammen mit zahllosen Paludestrina ven- 
trosa Mont. zahlreich eine zweite Art dieser Gattung, 
welche nach freundlichster Bestimmung des Herrn A. S. 
Kennard mit der englischen Paludestrina jenkinsi Smith 
völlig übereinstimmt. Damit ist diese Art zum ersten Male 
für den europäischen Continent festgestellt. 

In England wurde sie 1889 von Smith (Journal of 
Gonch. Vol. VI, Nr. 4, pg. 142-145) aus dem Gebiete der 
Themse-Mündung beschrieben. Sie ist seitdem von vielen 
Stellen Englands und Irlands, sowohl aus Brak-, wie Süss- 
wasser bekannt geworden und ist dort jedenfalls schon 
lange unerkannt heimisch gewesen, da Kennard und Wood- 
ward sie auch in holocänen Ablagerungen fossil gefunden 
haben. 

Die Art steht unserer Pal. ventrosa Mont. in den Um- 
rissen der Schale sehr nahe. Die Farbe ist bei den Warne- 
münder Stücken hornbraun, die Masse sind etwas grösser: 



- 81 ~ 

Höhe 4V2 — 5 mm, BitÜo 27^ 3 mm, Mundhöhe 2 mm, 
Mundbreite 1 Va mm. Das charakteristische Kennzeichen 
ist ein chitinöser Kiel, der bei den allermeisten Stücken 
auf den Windungen im oberen Teile der Schale sitzt. Nicht 
selten reicht er bis zur Mundöffnung. Ganz kiellose Gehäuse 
entsprechen der var. ecarinata Jenkins. In nur zwei Stücken 
fand ich die var. aculeata verton (Journal of Malacology, 
vol. XII, 1905, pg. 15), bei welcher der Kiel stachel- 
artige Auswüchse zeigt. Auch am lebenden Tiere und 
der Radula sind Unterschiede von Pal. ventrosa Mont. fest- 
gestellt. Durch den Kiel wird die Pal. jenkinsi Smith von 
den europäischen Arten weg einer ganzen Zahl neusee- 
ländischer Formen genähert. Sehr nahe steht ihr jedenfalls 
die kürzlich boschriebene Pal. wenzi Böttg. von Budenheim 
im untermiocänen Hydrobienkalk (Nachrichtsblatt 1908, 
40 J., Heft VI pg. 155). Eine seltene Abnormität mit stark 
verkürztem Gewinde : var tumida Jenkins, sammelte ich 
ebenfalls in nur 2 Stücken bei Warnemünde. Eine Zu- 
sammenstellung der wichtigsten bis dahin erschienenen Lit- 
teratur*) gibt Jenkins in Essex Naturalist pg. 220—228. 

Bei Warnemünde ist die Schnecke höchst wahrschein- 
lich durch Schiffe von Gross-Britanien aus eingeschleppt wor- 
den und es ist nicht unmöglich, dass sie sich von dort aus 
an der Ostseeküste weiter verbreiten wird, zumal es an 
Brakwässern nicht mangelt. 

Eine eingehendere Besprechung der Art und eine Ver- 
gleichung mit den beiden anderen deutschen Arten nebst 
einer Tafel Abbildungen wird im Laufe dieses Jahres im 
64. Bande vom Archiv des Vereins der Freunde der Natur- 
geschichte in Mecklenburg erscheinen. 

*) Herrn A. S. Kennard danke ich für seine liebenswürdige 
Unterstützung auch an dieser Stelle bestens. 



- 82 -^ 
Zwei neue Pterocyclus. 

Von 
W. Kobelt. 

1. Pterocyclus frühst orferi Moellendorjf mss. 

Testa sat magna latissinie umbilicata, depressa apice 
leviter prominulo, solida, nitida, striatula, fusca, superne 
saturatius strigata et flammulata, ad peripheriam fascia 
castanea cincta, basi pallidior, vix obsolet issinie strigata. 
Anfractus 5^2 — 6 convexi, sat regulariter accrescentes, superi 
conulum brevem, super ultimum vix prominentem formantes, 
sutura profunde impressa demum marginata discreti, ultimus 
rotundatus, antice breviter deflexus, deinde ad alam ascendens, 
circa umbilicum subcompressus. Apertura obliqua, sub- 
circularis, intus livida fascia translucente; peristoma sub- 
duplex, internum vix levissime productum, externum brevis- 
sime reflexum, ad columellam (a latere visum) excisum, ad 
anfractum distincte alatum, ala ascendente, profunde cana- 
liculata, compressa. — Operculum intus coneavum, annulo 
calloso circumdatum, laeve, nitens, extus lamellis promi- 
nentibus 8 insignis. 

Diam maj. 24, min. 21, alt. 11, diam apert. obl. 9 mm. 

Hab. Chiem — hoa, Tongking. — Leg. Fruhslorfer. 

2. Pterocyclus moellendorfß m. 
Testa latissime et perspectiviter umbilicata, depressa, 
discoidea, solidula, ruditer striata et in parte supera aufrac- 
tuum inferiorum liris spiralibus sculpta, albida, infra medium 
anfractus Ultimi fascia saturate castanea ornata, supra et 
infra fnsco maculata et variegata, supra fasciam albido 
zonata. Spira plana, apice haud prominulo ; sutura inter 
anfractus inferos peculiariler canaliculata, canali versus 
anfractum ultimum semiobteclo. Anfractus 4V2 regulariter 
accrescentes, convexi, ultimus parum dilatatus, subtercp, 
antice haud descendens, obsolet issime subangulatus. Aper- 



— 83 - 

tura obliqua, subcircularis, fere brevissime soluta; peristoma 
distincte duplex: internum productum, levissime expansum, 
superne profunde sinuatnm. externum reflexum, supra ad 
canalem suturalem in rosfrum acutum, medio profunde 
Impressum, super sinulum marginis interni recurvum, 
liberum prolongatum. 

Diam maj 24, min. 20^ alt 10 — 11, diam. apert. cum 
peristomate 8,5 mm. 

Hab. Stephansort Novae Guineae. 



Zur Verbreitung yoii Lithoglyphus naticoides Fer. und 
Calyculina lacustris Mull. 

In dem Gedanken^ dass nur möglichst viele Angaben 
über Fundorte von weniger häufigen Organismen Aufschluss 
geben können über deren Verbreitung, und dass gerade sie 
unter Umständen dazu angelan sind, tier- und pflanzen- 
geographische Probleme zu lösen, gebe ich folgende Daten. 

Im Sommer 1906 fand ich im Kalksee bei Rüdersdorf 
(Mark) eine Anzahl von Ldthoglyphus naticoides Fer. als 
leere Schalen ohne Deckel an den Strand getrieben. Sie 
hatten gegenüber Exemplaren dieser Art, die ich von 
Schulau aus der Unterelbe kenne, viel dickere Gehäuse, 
was wohl auf den äusserst hohen Kalkgehalt des Wassers 
zurückzuführen sein mag, da auch andere Schnecken auf- 
fällig verdickte Gehäuse zeigten. Der Kalksee stand ehe- 
mals in Verbindung mit den Havelseen, ist aber jetzt durch 
Schleusen im Süden und Norden von den sich anreihenden 
Gewässern getrennt. Das Vorkommen von Lithoglyphus 
hier steht also wahrscheinlich mit dem bekannten im 
Schiffahrlskanal bei Plötzensee in Beziehung. 

Im besonderen für die Molluskenfauna des Niedereib- 
gebiets von Interesse wird ein neuer Fundort für Calycu- 
lina lacustris Müll. sein. Bisher war die Muschel aus dem 



- 84 — 

genannten Gehiol nur von wenigen Punkten bekannt. 
Borcherding gibt dafür den Abschlussgraben des Teiches 
bei Lüne und das Gewässer am Bockeisberg bei der roten 
Schleuse an. Hartwig Petersen (Conchylienfuuna des 
Niedereibgebiets, Ver. t. naturw. Unierhaltung, Bd. XII., 
Hamburg) fügt einen Standort bei Elmshorn hinzu. 1904 
nun konnte ich Calyculina lacustris ganz nahe bei Hamburg 
selbst nachweisen im Eppendorfer Mühlleich. Der Mühl- 
teich ist stark mit Faulschlamm angereichert. Er bekommt 
nur wenig Zufluss durch den Tarpenbach, einen Wiesen- 
bach, und fliessl durch einen kurzen Kanal in die Alster 
ab. Am Ufer habe ich die Muschel an einer Stelle zu- 
sammen mit Valvata macrostoma Steinb. (zugleich neuer 
Fundort für diese Schnecke, bisher nur von Poppenbüttel 
in der Literatur bekannt) reichlich gesammelt und konnte 
sie 1906 wieder auffinden In letzter Zeit fehlte mir die 
Gelegenheit, den Standort noch einmal aufzusuchen. 

Güntiier Schmid, Jena. 



Ihering, H, von, les Mollusqiies Fossiles du Tertiaire 
et du terrain cretac6 superieur de V Argeiitine. - In: 

Annales del Museo Nacional de Buenos Aires, Tomo XIV 
(Ser. 3 S. 011), 611 S. mit 18 Tafeln. — Edicion del Autor. 
Buenos Aires 1907. 
Ein unliebsames Versehen hat es 'verschuldet, dass 
wir über diese wichtige Arbeit erst heute berichten. Sie 
ist nicht, wie man dem Titel nach annehmen sollte, eine 
rein paläontologische Arbeit, sondern auch für die Zoogeogra- 
phie und die Geschichte der Entwicklung der argentinischen 
marinen Fauna von hoher Bedeutung. So wird das völlige 
Fehlen mariner Tertiärschichten an der südamerikanischen 
Ostküste zwischen Bahia und Patagonien als neuer Beweis 
für die Existenz einer alttertiären Landvei-bindung mit Afrika 



~ 85 - 

(Archhelenis) herangezogen^ welche auch die Ueberwanderung 
der amazonischen Schildkrötengattiing Podocnemis in das 
ägyptische Eocän und der Schiippentiere {Manidae) nach 
Patagonien erklärt. Doch erlaubt uns der Raum nicht, 
auf Einzelheiten und auf die Gliederung derPan-patagonischon 
Tertiärschichten einzugehen. 

Anders steht es mit dem zwölften Kapitel, R e 1 a ti o n s 
z g e g r a p h i q u e s et g e o 1 o g i q u e s. Hier werden die 
marinen Molluskenfaunen von Brasilien, Argentinien und 
Patagonien auf Grund minutiöser Detailstudien in ihre Be- 
standteile zerlegt und diese Bestandteile auf ihre Heimat 
und Einwanderungsrichtung untersucht und der Beweis 
erbracht, dass für ihre Gesamtheit zwei Annahmen unbe- 
dingt nötig sind. Einmal, dass Südamerika für sehr lange 
Zeiträume von Nordamerika vollständig getrennt war und 
selbst aus einer Anzahl von einander unabhängiger Land- 
gebiete bestand, und dass die Vereinigung erst in relativ 
später Zeit erfolgte ; — und dann, dass das südliche Amerika 
auch eine Verbindung mit dem antarktischen Kontinent 
(Archinotis) besass. Der Beweisführung im Einzelnen zu 
folgen, würde zu weit führen. Zu der Urfauna der oberen 
Kreide kamen Einwanderer von Nord- und Zentralamerikaner 
auf der atlantischen Seite, pelngische Formen des atlan- 
tischen Ozeans (Jff^t^/a'n« und Tiefseearten); — ferner Süd- 
afrikaner, die im Pliocän kamen — eine relativ neue Ein- 
wanderung von der Antarktis, — und endlich eine Anzahl 
chilenischer Arten, welche erst nach der Bildung der 
Magelhäensslrasse, also im Post tertiär, überwanderten. — 
Auch die Fauna von Chile besteht aus einem autochthonen 
Grundstock, der schon im alten Tertiär vorhanden war; 
aus Resten einer alttertiären Einwanderung, welche längs 
der Küste der Archhelenis von Norden kam (Oliva peru- 
viana, Chorus, Acanthhm etc.); — aus tropischen Arten, 
welche auf demselben Weg kamen und lieute auf AVcst- 



— 86 ~ 

afrika und Chile beschränkt sind, wie Calyptraea trochiformis, 
Crepidula dilatata, Purpura cingulata, Cardium rinrjens. 
Viertens aus Kahforniern, die am Ende der Tertiärperiode 
längs der Westküste des amerikanischen Kontinents ein- 
wanderten, wie Saxidomus, Scurria, Acmaea, Chlorostoma, 
Ärgobuccinum. Schliesslich aus spättertiären Einwanderern 
von der Antarctis und den nachter liären Eindringlingen 
durch die Magelhaensstrasse, wie auf der patagonischen 
Seite. — Die Fauna von Brasilien datiert trotz des hohen 
Alters der brasilianischen Masse erst von der Zerstörung 
der Archhelenis ; die Fauna der Nordküsto dieser Landver- 
bindung besiedelte die neu entstandene Meeresküste von 
Brasilien; sie erhielt Zuzug von Norden wie von Süden 
und diese Einwanderung dauert heute noch fort. 

Das Schlusskapitel ist der Frage der bipolaren Arten 
gewidmet. Auch hier müssen wir uns auf die Mitteilung 
der Schlussfolgcrungen beschränken, zu denen der Verfasser 
gelangt. Er verw'irft die von Pfeffer und Murray vertretene 
Theorie von der Existenz einer gleichartigen Mollusken- 
fauna am Beginne der Tertiärperiode, weil die Eocän- 
faunen der südlichen Hemishpäre mit denen der nordischen 
keine Art gemeinsam haben. Dass es bipolare Arten gibt, 
bestreitet er nicht; es sind entweder Arten, die schon im 
Tertiär eingewandert sind, wie Mytilus eduUs und Saxicava 
arctica, oder kleine Ubiquisten. Wanderungen in den kalten 
Zonen der Tiefsee sind nicht nur möglich, sondern finden 
immer noch statt ; sie gehen der Hauptsache nach aus der 
arktischen Region nach Süden. Die bipolaren Gattungen 
sind beinahe ausschliesslich auf das kalte Wasser beschränkt; 
sie bilden Ausnahmen; im Grossen und Ganzen sind die 
arktische und antarktische Fauna in ihrem Charakter voll- 
ständig verschieden. 

Als bipolare Arten erkennt Ihering an : Glomus nitens 
Jeffr., Kellia suhorhicularis Mtg., KelUella miliaris Phil., 



- 87 — 

Lasaea nibm Mtg., Puncturella noachina L., Scissurella cris- 
pata Flem., Pseudamussium vitreum Gniel., Mijtilus edtdis L., 
Saxicava arctica L. 

Zum Schluss führt der Autor noch drei neue Termini 
technici für die Verbreitung der Mollusken nach ihrer geo- 
logischen Periode ein. Er nennt eocosmisch die Formen, 
welche schon im ältesten Tertiär die Grundlinien ihrer 
Verbreitung gehmden haben, miocosmisch die der zweiten 
Hälfte der Tertiärperiode, und neocosmisch die der Quatarnär- 
periode. Kobelt. 



Literatur: 



Caziot M., Catalogue des Mollusques terrestres et ßuviatiles 
du Departement de V Yonne. — Tn: Bull Soc. Sc. 
histor. et naturelles de 1' Yonne 2 me Semestre 1906. 
p. 193—277. Avec planche. 
Der Autor belraclitef als Helix ericetoruin die von Lister unrl 
Monfagu beschriebene englische Form und tauft Helix ericetoruni 
iWülL, die von Florenz stammte, in pseudoericetorum um; ob 
Lister als binominaler Autor anzuerkennen und die Priorität 
vor 0. F. Müller beanspruchen kann, steht dahin. Als neu be- 
schrieben wird Limmaea renoufi var Guyardi, p. 233 f. 

Brusina, Spiridion, Naravodovne crtice aa sjevero isfocne 
obale Jadramkoga Mora. Bio cetvrti i posljednji speci- 
jalni (Malurgcschichtlichc Notizen von der nordöst- 
lichen Küste des adriatischen Meeres, IV. und letzter 
spezieller Teil. — 275 S. — Sep. aus Bd. 109, 171 u. 
173 der Arbeiten (Rad der Südslavischen Aka- 
demie der Wissenschaften und Künste. Agram 1907. 
Leider kroatisch y;eschrie])en. Dem Inhaltsverzeichnis nach 
handeln von Mollusken die Abschnitte 18 (Pelecypoden). 14- 
(Gastropoden) und 15 (Cephalopoden). Neu: Zoreia sanguinea 
n. gen. et species p. 65, zwischen Tapes und Petricola aufge- 
führt ; — Hyaliua Kuzmici, p. 92. — Für die Trochidengruppe 
Caragolus Mtrs. wird der Name Osilinus Philippi aufgenommen. 



— 88 — 

Journal de Conchyliologie 1908 vol. 56 no. 1 (paru 28 Aoüt 
1908). 
p. 1. Daulzenberg Ph., Recolte malacologiijue de M. Gh. Alluaud en 
Afrique Orientale (1903—1904) avec pl. 1, 2. — Die FiiiKie 
stammen aus dem Gebiet zwischen Mouibasa und dem 
Vilitoria See, einige auch von Kihma Ndjaro. Als neu be- 
schrieben werden : Ennea sambourouensis p. 3 t. 1 fig. 1, 2 ; 

— E. landianiensis p. 4 t. 1 tig. 3, 4; — Vitrina lobeliaecola 
p. 6 t. 1 flg. 5—8 (Tier ohne Schleimpore) ; — Conulinus 
nakuroensis p. 9 t. 1 fig. 9 10; — Mabiliella daubenbergeri p, 
10 t. 2 fig. 11—13; — Achatina kilimae 11 t. 1 fig. 14; — 
Succinea alluaudi p. 15 t. 2 fig 6 7; — Planorbis nairobiensis 
p. 16 t. 2 fig. 1—3; — Physa alluaudi p. 17 t. 2 fig. 11, 12; — 
Cyclophoropsis n. subg. für Gyclophorus hildebrandti Mit; — 
Melania tuberculata victoriae n. p. 23 t. 2 fig. 4, 5 ; — Unio 
alluaudi p. 26 t. 2 fig. 13—16; — Pseudocorbicula alluaudi n. 
gen. & opec. p. 32 t. 2 fig. 8—10. 

— 35. Lamy, Ed., Descriptions d'une Coquille nouvelle de la cote al- 

lantique fran(2aise (Erycina Guenoti, Textfig.) — 

Journal de Conchyliologie, vol. 56 no. 2. 

p. 95. Germain, Louis, Mollusques terrestres et fluvialiles recueillis 
par M. A. Ghevalier ä la cote d' Ivoire (1907). Avec pl. 3. — 
Neu: Artemonopsis (n. subg.) chevalieri, p, 98, t. 3, f. 1 — 4; — 
Gurvella vilrea, p. 103, t. 3, f. 7, 8 ; — Pseudoglessula Fischeri, 
p. 107, t. 3, f. 9, 10; — Spatha siuhlmanni var. comoeasis, 
p. 114, l. 3, f. 12. — 

— 116. Moiilerosato,, Marquis de, Note sur 1' Eulima plilocrinicola, die 

Art gehört zur Gattung Sabinella ; S. iiiriibrniis Brugn. abgebildet, 

— 119. Dautzenberg, Ph., Helix Chaixi Mich. nnü. sinistrorsum. Mit 

Textfigur. — 

Journal de Conchyliologie vol. 56 no 3. 

p. 109. Dautzenberg, Ph. & H. Fi?chcr, Liste des Mollusques recoltes 
par M. Mansuy en Indochine et Descriptions d'especes nou- 
velles IL — Neu oder zuerst abgebildet: Microstrophia plagi- 
osloma MUdff. t. 4 fig. 1 — 3. — Camaena platytaenia Mlldff. mss. 
p. 172 t. 4 fig. 4; — Neocepolis cherieri var. edenlula, scro- 
biculata, depressa, depresso — scrobiculata & carinata p. 174 
t. 4 fig. 6—12; — Ghloritis diestalmena p. 175 t. 4 fig. 18-16; 

— Satsuma fulvescens p. 179 t. 5 fig. 7—9; — S. leptopo- 
mopsisp. 180 t.4 fig. 17—19: — S. producta p. 182 t. 5fig. 1—6;. 

— Ganesella saurivonga de])re.ssa p. 178: — Buhminus pseudo 



- 89 - 

striatus p. 186 t. 5 fig. 13, 14; — Clausilia niansuyi p. 188 t. 6 
fig. 1— 3; — Gl. Orientalis Mabille t. 6fig. 4-6;— Gl. pseudau- 
regani p. 190 t. 6 fig. 7—9; — Prosopeas lavillei p. 191 t. 5 
fig. 15—16; — Ps. douvillei p. 192 t. 5 flg. 17, 18; — Tortaxis 
papulosa p. 193 t. 5 fig. 19, 20; — Melania aubryana obliterata 
p. 196; — Paludina polyzonata obsoleta p. 199 t, 6 fig. 16; — 
Opisthoporus beddomei p. 200 t. 7 fig. 1 — 4 ; — 0. lubricus p, 
201 t, 7 fig. 5—8; — Myxostoma paradoxum p. 202 t. 7 fig. 
9 — 13; — Gyclophorus mansuyi p. 204 t. 8 fig. 1 — 4; — 
Pseudopomatias fulvus Mlldff. t. 6 fig. 10—11; — Eupupina 
mansuyi p. 207 t. 6 fig. 12—15 ; — Quadrula mansuyi p. 214 t. 8 
fig. 5, Textfig. — 

Thiele, Johann, über die Anatomie und systematische Stellung 
von Bathi/sciadium, Lepetella und Äddisonia. — In : Rep. 
Exped. Albatross XV. — Bull Mus. Comp. Zool. 
Cambridge, vol. 52, no. 5. With 2 plates. — 
Die Anatomie verweist die drei Gattungen zu den Rhipidoglossen, 
nicht zu den Docoglossen und zu den Cocculinidae ; Bathysci- 
adium schliesst sich zunächst an Coeculina an und muss mit 
Lepetella zusammen eine Familie Lepetellidae bilden ; Äddisonia 
bleibt eine eigene Familie. 

Kabelt, Dr. W. & G. Winter ~ von Möllendorff\ Land- 
mollusken. Heft V. — In: C. Semper, Reisen Philip- 
pinen, Bd. X, S. 105 — 128, t. 21-24. — 
Enthält den Schluss von Corasia und den Anfang von Callicochhas. 
Zum erstenmal abgebildet sind: Corasia puella apheles, t. 20, 
f . 5 ; — Call, pulcherrima chrysacme, t. 28, f. 5, 6 ; — G. luzonica 
erythrospira, t. 24, f. 4, subsp. areolata, f. 2, subsp. formosa, 
f. 3; — G. zonifera globosa, t. 25, f. 1, 2. — 

Martens, Ed. von, Beschreibung einiger im östlichen Borneo 
von Dr. Martin Schmidt gesammelten Land- und Süss- 
wasser-Conchylien. Herausgegeben von Joh. Thiele. — 
In: Mitth. Zoolog. Museum Berlin, vol. IV Heft 1, 
1908. — 
\eu : Vivipara javanica borneensis p. 26G t. 5 fig. 1 ; — Paludomus 
subfasciata p. 266 t. 5 fig. 2; — Melania schmidti p. 267 t. 5 fig. 
3; — M. pageh p. 268 t. 5 fig. 5 ; — M. aequalis p. 268 t. 5 
fig. 6 ; — M. oblusangula p. 269 t. 5 fig. 4 ; — M. exserta 
tertiana p. 269 ; — Gyclotus angustatus p. 273 t. 5 fig. 8 ; — 



— 90 — 

C. peramplus Mrts. zueist, abgeb. \. 5 fig. 7 ; — Opisllioporus 
schmidli p. 275 t. 5 fig. 9, 10; — 0. modeslus p. 276 t. 5 fy^. 
11; — Pterocyclus foveolatas p, 276 t. 5 fig. 12: — Plalyr- 
hai)he bicolor Mrls. abgeb. t. 5 fig. 13 ; -- Lagochilus brocchus 
p. 277 t. 5 fig. 14; — Leptopoma bicolor anastomoticum p. 278 
t. 5 fig. 15; — Alycaeus calopoina p. 379 l. 5 fig. 16; — 
Sinica schmidti p. 279 t. 5 fig. 17 : — Planispira subquadri- 
valvis Mrts. zuerst abgeb. t. 5 fig. 18 ; — Chlorilis brachyslonia 
desgl fig. 19: — Hemiplecta den.sa annectens desgl. fig. 20; — 
Botula aestuaria p. 288 t. 6 fig. 23 ; — Qua<lrula parcesculpla 
p. 2S8 t. 6 fig. 26: — Cyrena prona p. 289 t. 6 fig. 24; — 
Cyrena expansa inflata p. 290 ; — Corbicula bitruncata p. 290 
t. 6 fig. 25, — 

Dali, W. H., Descriptions and Figures of some Land- and 
Freshwater-Shells from Mexico, believed to he new. — 
In: Pr. U. St. Nat. Museum 1908, vol. 35, p. 177—182, 
pl. 29, 30. — 
Neu Goelocentrum (Crossostephanus n. subg.) palmeri Dali & Bartsch, 
p. 177, t. 29, f. 2, 5, Tamaulipas; — Streptostyla baitschii, p. 178, 
t. 19, f. 1 ibid.; — Sir. toyuca, p. 179, t. 29, f. 6. Pnebla ; — 
Str. jilitajia, p. 179, t. 29, f. 8, San Louis Potosi ; — Glaiidiiia 
livida, p. 180, t. 29, f. 7, Jalisco : — Ausserdem abgebildet.; 
Anodonta coarctala Anton, t. 29, f. 3, 4; — Diplodon Wel)sleri 
Sfimps. p. 182, t. 30, f. 1, 2. — 

Dedekind, A., Beitrag zur Purpurkunde, vol. 111, Brieib des 
Nestors, der Purpurforscher H. de Lacaze Diithicrs u. 
Fortsetzung der Sainmlung internationaler Quellen- 
werke für Purpurkunde. Berlin 1908; 778 S. mit 
Tafeln. — 

Rössler, B., die Perlen und ihre Entstehung. Zwickau 1907. 
4^ 26 S. mit 8 Figuren. 

Schwarz, R., der Stilplan der Bivaloen. Vorstudien zu uiiieni 
natürlichen System d(M' Muscheln. — In : Morphol. 
Jahrbücher 1908. 42 S. mit 3 Tafeln. 

Schepman M. M., the Prosohvanchia of the Sihoga Expedition 
Part. I. Rhijiidoglo.^sa and Docoglossa. In: Siboga 
Expedilie Monogr. XLIX ä 197 S. mit 9 Tafeln. 



— 91 — 

210 Arten, davon 68 neu: Nerüilidae n. fam. für Neritilia rubida 
Pease, die Zungenzähne wie bei Hydrocena. A. 8 f. 5 ; — Phena- 
colepis radiata p. 15 t. 1 f . 1 ; — Pseudococculina (n. gen.) 
rugosoplicata n. t. 1 f. 2, t. 8 f 6. — Ps. granulata p. 17, l. 1, f. 5 ; 

— Cocculina subquadrata p. 17, t. 1, f. 4. — C. oblonga p. 18, 
t. 1, f. 5 ; — C. cingulata p. I9,t. 1. f. 6; — C.ovatap. 19, t. l,f.7; 

— C. alveolata p. 20, t. 1, f. 8; — C. subcompressa p. 21, t. 1, 
f. 9; — C. striata, p. 21. t. 1, f. 10; — Aslralium provisorium 
p. 31, t. 2. f. 3; — Liotia lamellosa p. 35, t. 3, f. 2; — Gan- 
tharidus pliciferus p. 43, t. 3, f. 3 ; — Minolia ornatissima p. 46, 
t. 3, f. 4; = Solariella olivaceostrigata p. 47, t. 3. f, 5; — 
S. zacalloides p. 58, t. 3, f. 6 ; — S. mutabilis p. 49, t. 3 f. 7 ; 

— mit var. laevior f. 7a; — S. marginata p. 51, t. 3, f. 8. — 
(Ethaliops u. subg.^ callomphala p. 52, t. 4, f. 1. — (Solariellopsis) 
(n. gen.) calcarata p. 53, t. 4, f. 2; — S. limbifera p. 54, t. 4, 
f. 8 ; — S. pulchra p. 55, t. 4, f . 4 ; — S. spinulosa p. 55, t. 4, 
f. 5 ; — S. bicarinata p. 56, t. 4, f. 6 ; — S. multisquamosa p. 57, 
t, 4, f. 7. ; — S. muricata p. 57, l. 4, f. 8 ; — S. concavospira 
p. 58, t. 5. f. 1 ; — S. pagodiformis p. CO, t. 5, f. 2. — Guttula 
(n. gen.) sibogae p. Ol, t. 2, f. 7; — Basilissa sibogae p. 62, t. 5, 
f. 2 — 3 ; — Calliostoma rufomaculalum p. 63, t. 5, f. 4 : — 
C. simpIex p. 64, t. 5, f. 5; — C. multispinosum p. 64, t. 5, f. 6; 

— C. quadricolor, p. 65, t. 5, f. 7 ; — C. (Aslele) virgo p. 65, 
t. 5, f. 8; — C. (A.) espansura, p. 66, t. 5, f. 9; — G. fA.) 
crassicostatum, p. 67, t. 6, f. 1 ; — C. (A.) monodon, p. 68, t. 6, 
f. 2; — C. (Perrinia) squamocarinatum, p. 68, t. 6, f. 3; — 
G. (P.) nigromaculatum, p. 69, t. 5, f . 4 ; — G. (P.) cancellatum, 
p. 69, t. 6, f. 5; — Euchelus ringens, p. 71, t. 6, f. 6; — 
Danilia weberi, p. 73, t. 6, f. 7 ; — Stomatia planulata, p. 80, 
t. 6, f. 8; — Scissurella maxima p. 83, t. 6, f. 9; — Sc. exquisita, 
p. 83, t. 6, f. 10; — Fissurella sibogae, p. 84, t. 6, f. 12; — 
Macrochisma maxima elongata, p. 85, t. 7, t. 1 ; — Glyphis 
subcanaliculata, p. 85, t. 7, f. 2; — Gl. reevei nom. nov. für 
Gl. excelsa Rve nee Ad. et Rve., p. 86 ; — Puncturella gemmata, 
p. 87,1. 7, f. 3 ; — P. gigantea. p. 88, t. 7 f. 4 ; — Rimula carinifera, 
p. 88 t. 7, f. 5; — Emarginula paucipunclata, p. 89, t. 7. f. 6; 

— E. multisquamosa, p. 89. t. 7, f . 7 ; — E. curvata, p. 90. 
t. 7, f. 8; — E. sublaevis, p. 91. t. 7, f. 8 ; — E. dubia, p. 91, 
t. 7, f. 10; — E. foveoiata, p. 91, t. 7, f. 11; — E. sibogae, 
p. 93, l. 8, f. 1 : — Subemarginula plana, p. 93, t. 8. f. 2 ; — 
S. dubia, p. 94, t. 8, f. 3; — Acmaea neglecta, p. 95 t. 1, f. 11 ; 



— 92 — 

— Pectinodonla oiientalis, p. 96, t. 2, f. 8: — P. alta, p. 97, 
t. 2, f. 9; — Miraconcha n. gen. Bergh, p. 101; — Marseniua 
sibogae Bergh, p. 105. 
The Conchological Magazine, hy Y. Hirase vol. IL no. 11 
(Novbr. 1908.) 

p. 59. Pilsbry & Hirase, Land Shells of Quelpart Island, Korea with 
pl. 4. Neu: Cyclotus minulus quelpartensis p. 59 ; — S. piro- 
poraa japonicum chejuense p. 59 ; — Alycaeiis kurodai p. 60 I. 
4 fig. 1 — 4; — Trishoplita dacoslae awajensis p. 60; — Aegista 
chejuensis p. 61 t. 4 fig. 5 — 7: — Plectotropis vulgivaga quel- 
partensis p. 61; — Ennea cava p. 61 t. 4 fig. 8, 9 ; — Macro- 
chlamys quelpartensis p. 63 

p. 64. Hirase, Y., on Japanese ntiarine Mollusca (XXIII.) willi tlie des- 
cription of a new fossil of Cylindra from Kikai-ga-shinia 
(C. elongata.) 

_ _ _ _ -^ no 12. (Dezbr. 1908.) 

p. 69. Hirase Y. Appendix. — On Japanese marine Mollusca (II.) with 
the descriptions of new species of Muricidae and Buccinidae. 
Neu: Latiaxis pilsbryi p. 69 t. 41 fig. 239, 240; — L. spinosus 
p. 71 t. 42 fig. 253, 254; — L. tosanus p. 71 t. 42 fig. 255, 
256; Chrysodomus intersculptus v. miuo)- p. 72 t. 42 fig. 
263; Siphonalia kikaigashiniana p. 73 t. 42 fig. 260-262; — 
Siph. cassidariaeformis v. losana p. 73 t. 41 fig. 249 — 251 ; — 

— 75, — , Appendix. — On Japanese Landshells with pl. 22. 

— 75. — , Reniarks on Japanese Land-Shells (VI). 

— 76. — , New Koreau Zonitidae. 

Jotibin, L., Etudes sur les gisements des Mollusques conwstibks 
des cotes de France; Göte nord du Finislerc. — 
Morbihan oricntal. — In: Bull. Inst. Oceanographique. 
Monaco 1908. 

The Conchological Magazine, vol. II. 1908. No. (> (Jcine). 
p. 26. Kuroda, Tokubei, Collecting Land Shells in Quel l'art Jsl. 
Korea. Vorläufiger Bericht. 

Tafel 17 enthält Kaliella, Tafel 32 u. 33 Voluta und Mitra. 

Annales hisforico-naturales Musei nationalis Hungarici, vol. 
VI. Pars prima. — Budapest 19t>8. 

p. 298. Soos, D. Lajos, Magyorszägi uj csiga f.ij. — Uii Gasteropodc 
nouveau de Hongrie (Testacella hungarica von Fiunie). — 

— 384. , Magyaroszagi uj Clausiliiik. — Souie new Clausiliae IVom 



— 93 — 

Hungary (Dilataria hnrvathi vom Velebil). Der Artikel wird 
fortgesetzt. — 

Martini & Chemnitz Conch. lab. cd. II. 

Lf|f. 531. Cyclophoridae, von Kobelt. — Neu: Glossotylus fulguratu.s 
rangunensis p. 647 ; — (Lito.stylus) ortiiostylus Mlldff. zuerst ab- 
abgebildet t. 96 flg. 7,8; — (Glossotylus) batanicus Q. & Mlldff. 
t. 76 fig. 15. — 

— 532. Cyclophoridae von Kobelt. (Schluss des vierten Bandes). Neu 

oder zum erstenmale abgebildet: C. picluratus platyomphalus 
Mlldff. t. 98 fig. 6 — 10; — borneensi-: penangensis t. 100 fig. 
6 — 8; — sericinus micronesicus Mlldff'. t. 102 fig. 11, 12; — 
ceylanicus weddahorum n. t. 103 fig. 7, 8 ; — 

— 533. Vivipara von Kobelt. Neu V. annendalei Vorderindien, t. 57 

fig. 1, 2; — subciliata n. (-ciliala Mrls. nee Rve.) Bangkok, 
p. 280 t. 57 fig. 16, 17; — basicarinata n. Annam. p. 279 t. 
&7 fig. 18, 19: — zuerst abgebildet dissimilis sindica Nevill t. 
57 fig. 34. — 

— 534. Helicinacea von Dr. A. Wagner. Neu oder zuerst abgebildet : 

Geophorus agglutinans solidulus Mlldff., veriscolor Mlldff., min- 
dorensis Mlldff'., cyrtopoma Mlldff". t. 26 fig. 1—17, 19—23; — 
lazarus tiansitans Mlldff. t. 26 fig. 18, lazarus nanus & monti- 
eolus Mlldff. t. 27 fig. 6 — 10; — oxytropis orientalis n. p. 146 t. 
27 fig. 15—17; — acutus peracutus Mlldff. t. 28 fig. 7—9; 
nitidulus Mlldff. t. 28 fig. 13— 17 ; — pseudomphalus Mlldff. 
t. 29 fig. 1—5; — bothropoma Mlldff. t. 29 fig. 20—23; — 
trochiformis subtrochiformis Mlldff., conoidalis Mlldff., gibbosulus 
Mlldff. t. 29 fig. 12 — 19; — accutissimus peracutissimus n. t. 
30 fig. 4—7; — trochulus Mlldff. t. 30 fig. 10-13. — 
Kinkel, Karl, Vermehrung und Lebensdauer der Nackt- 
schnecken. In: Verh. D. zoolog. Gesellschaft vol. XVIII 
1908 p. 153— J 61. 
Der Autor ist durch mehrjährige sorgfältige Beobachtungen zu 
folgenden Resultaten gekommen. 

1. Alle Nacktschnecken legen mehrmals Eier ab. 

2. Die Eier der Arionen und der Amalia marginata enthalten 
Kalkeinlagerungen. 

3. Die Embryonalentwicklung ist von der Temperatur abhängig 
und kann über 100 Tage dauern. 

4. Die Lebensdauer der Nacktschnecken ist verschieden. Einjährig 
sind: Alle Arion, Limax tenellus und Agriolimax agrestis; 2'/« — 3 



— 94 

jährig : Alle Limaces mit Ausnahme von L. tenellus und Amalia 
marginata. 
5. Die meisten Nacktschneci^en werden fortpflanzungsfähig, ehe sie 
ihr Wachstum vollendet haben. 

The Conchological Magazine, published hy Y. Hirase vol. II. 

no. 8 August 1908. 
p. 39. Pilsbry, H. A., two Genera of Land Snails now to Japan and 

Korea (Strobilops hirasei p. 39 fig. 1, Quelpart-Inseln ; — Hyp- 

selostoma insularum p. 41 fig. 2, Liukius). 

— 42. On Japanese marine Mollusca XX. With pl. 36, 37. 

— 44. On Japanese Land Shells XIV. With pl. 19. 

— 45. Kuroda, T., Collecting Land Shells in San-in-do. — 
Proceedings of the Academy of Natural Science of Philadelphia 

Vol. IX. 1908 No. 1 (eingelaufen Oktober 1908). 
p. 3, Colton, Harold Seilers, Hcw Fulgur and Sycotypus eat Oysters 
Musseis and Glams (with pl. 1 — 5). — 

— 31, Pilsbry. H.A. Sc Y, Hiiase, new Land- and Freshwater Mollusca 

of the Japanese Empiie. Neu: Cyclotus tangashimanus, Liukiu 
p. 31; — Spiropom , yakushimanum, Liukiu, p. 32; — Diplom- 
matina gotoensis, Hizen, p. 33 ; — Plectotropis lepidophora 
scutifera, Liukiu ; id. p. 33 ; — Aegista celsa p. 33, Uzen ; — 
Ena reiniana vasta p. 34, Uzen ; — E. r. ugoensis p. 34, Ugo 

— Pylhia pachyodon p. 35, Okinava, Oshima; — P. aegialitis 
p. 35 ibid.; — Pisidium japonicum p. 35, Textfigur; Yesso. — 

— 37. Pilsbry, H. A. & Y. Hirase, New Land Shells from the Chinese 

Empire. I. Neu : Diplommatina hangchowensis, p. 37, Textfig. 
Hangtschau ; — Georissa (Georissopsis) heudei, p. 38, Textfig. 
ibid. — Eulota laeva p. 39, Textfig. ibid. ; — Plectotropis sci- 
tula p. 40, Textfig. ibid.; — Chloritis impotens p. 40, Texifig. 

— Hypselostoma (Boysidia) hangchowensis p. 40, Textfig. — 
p. 45. Pilsbry, H. A. Notes on Succinea ovalis Say and S. obliqua 

Say. Mit Textfig. — 

Geyer ^ D., die Lartetien (Vitrellen) des süddeutschen Jura- 
und Muschelkalkgebietes. Mit 2 Tafeln. — In: Zool. 
Jahrb. Syst. 1908, vol. 26, Heft 5. — 
Gibt einen zusammenfassenden Bericht über die erlangten Resultat«! 
mit einer genauen Verbreitungsübersicht und auf einer Doppel- 
tafel die Abbildungen einer grossen Anzahl Arten, leider ohne 
jede Beschreibung. G. fasst seine Resultate in folgende Sätze 



— 95 — 

zusammen : Die Lartelien sind keineswegs so selten, wie aus 
ihrem Vorkommen in den Flussanspülungen geschlossen wurde; 
sie sind dicht verbreitet am Randen und im schwäbischen und 
fränkischen Muschelkalkgebiete, fehlen aber im fränkischen Jura. 
Bei treuem Festhalten am Gattungscharakter variiren sie in 
weitgehendster Weise. Die systematischen Einheiten erweisen 
sich als geographische Gruppen (Landsmannschaften). Neben 
den vollentwickelten Formentypen gehen Kümmerformen her, 
die Produkte ungenügender Existenzbedingungen. Jedem Quell- 
typus entspricht ein eigentümlicher Lartetientypus; primäre 
Quellen im strengsten Sinne führen in der Regel keine Larte- 
tien, die vollste Entwicklung erfahren die Schnecken in Spalten- 
gewässern mit Zugang vom Hintergrunde. 

Eingegai)g:ene Zahlungen : 

Naturhistor. Museum Wiesbaden, Mk. 6. — ; Dr. Pfeffer, Genthin 
Mk. 6 — ; Dr. Hubert, Sensburg, Mk. 6.— ; Dr. Thiele, Berlin, Mk. 6.— 
G. Schacko, Berlin, Mk. 6. — ; C. Freiherr v. Löffelholz, München, Mk. 6. — 
M. M. Schepmann, Rotterdam, Mk. ß — ; E. Scharff, Gütersloh, Mk. 6.— 
F. Wertheim, Grunewald, Mk. 6. — ; Naturforschende Gesellschaft 
Görlitz, Mk. 6. — ; A. Gysser, Strassburg, Mk. 6. — ; Dr. Brancsik Trencsin 
Mk. 12.— ; T. A. Marchese, di Monterosato, Palermo, Mk. 6. — ; Ludw, 
Henrich, Frankfurt a. M., Mk. 6.--; J. Zinndorf, Offenbach. Mk. G.— 
Apotheker Schedel, München, Mk. 6. — ; E. Spandel. Nürnberg, Mk. 6. — 
Pfarrer Nägele, Waltersweier, Mk. 6. — ; Geh. Hofrat Prof. W. Blasius 
Braunschweig, Mk. 6. — ; V. v. Koch, Biaunschweig, Mk. 6. — ; Hermann 
Arnold, Nordhausen, Mk. 6. — ; Beruh. Liedtke. Königsberg, Mk. 6. — 
Julius Heller, Teplitz, Mk. 6.— ; S. Glessin. Regensburg, Mk. 6. — 
Dautzenberg, Paris, Mk. 18. — ; Prinzessin Therese von Bayern, München 
Mk. 6. — ; Prof. Sclimalz, Berlin, Mk. 6, — ; Naturhistor. Museum Lübeck 
Mk. 6.— ; H. Kolasius, Frankfurt a. 0., Mk. 6.— ; H. Roos, Frank, 
fürt a. M., Mk. 6.— ; Prof. Lang, Zürich, Mk. 6.— ; Dr. Stoll, Zürich 
Mk 6.— ; Zoologisches Museum, Berlin, Mk. 6. — ; Geh. Reg.-Rat Friede) 
Berlin, Mk. 6. — ; P. Hesse, Venedig, Mk. 6.— ; Prof. Pavlovic, Belgrad 
Mk. 6. — ; Löbbecke-Museum, Düsseldorf, Mk. 6. — ; 0. Riemenschneider. 
Nordhausen, Mk. 6.— . G. R. Gude, London, Mk. 6.— ; Rijks Museum. 
Leyden, Mk. 6.— ; Dr. A. Krause, Gr. Lichterfelde, Mk, 6.— ; Rechn.-Rat 
Jetschin, Patschkau, Mk. 6. — ; Naturhistor. Museum Hamburg, Mk. 6.—; 
Seminarlehrer Kunkel, Ettlingen, Mk. 6. — ; Prof. Niglutsch, Trient, 
Mk. 6.— ; Stadt. Lehrer Pässler, Berlin, Mk. 6.— ; F. Borcherding, 
Vegesack, Mk. 6.— ; C. Boettger, Bonn, Mk 6.— ; D.Geyer, Stuttgart, 



— 96 — 

Mk. 6.— ; Staatsrat Dr. Retowski, 0., Petersburg, Mk. 6.— ; C. Nater 
mann, Han. Münden, Mk. 6.— : Dr. R. J. Scharff, Dublin, Mk. 6.— 
P. Ehnnann, Leipzig^, Mk. 6.— ; Dr. Godet, Neuchalel, Mk. 0. — 
H. Petersen, Hamburg, Mk. 6.— ; Museum, Tromsö, Mk. 6.— ; K. Pfeiffer. 
Kassel. Mk. 6, — ; Carnegie-Museum, Piltsburg, Mk. 6. — ; Dr. M Le 
vander, Helsingfors Mk. 6.— ; Piof. Dr. Miller, Stuttgart, Mk. 6.— 
C. Riedel, Augsburg, Mk. 6. — ; Rentamimann Hocker, Gotha, Mk. 6.— 
M. Schmidt, Weimar, Mk. 30. — ; Kroat. Zoologisches Museum, Agram 
Mk. 6.— ; Dr. R. Sturany, Wien, Mk. 6.— ; P. Pallary, Eckmühl-Oran 
Mk. 6. — ; Zoolog. Museum, Kiel, Mk. G. — ; Dr. A. Luther, Helsingtors 
Mk. 6.— ; Stadt. Museum f. Naturkunde, Bremen, Mk. 6.— ; Reallehrei 
Bachmann, Landsberg, Mk. 18.— ; Dr. Wüst, Halle, Mk. 54.— ; Direktor 
Wohlberedt, Triebes, Mk. 6. — ; Bürgerschul-Direktor A. Schmidt, Haida 
Mk. 6—. 



Tauschverbindungeri esttii^en/ 



er B. Herbst, 

Wie.senstr. 13. 



i Eine bedeutende Conchyiiensammlung | 

♦ von Marine- und Landmollusken (ca. 4000 Arten) steht zum ♦ 

* Verkauf. Zu erfragen bei der Expedition des Blattes. * 

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MWKl 



Die grosse und bekannte 

Sammlung von Land- u. Meeresconchylien 

des verstorbenen 
Dr. L. IV. Schaufuss 

(Verfasser von Paetels Molluscorum systema et catalogus), eine 
Unmenge kritisch gesichteter Arten enthaltend, Autorentypen 
von Adams, Newcomb, Albers, Rossmaessler, Ad, Schmidt, 
Pfeiffer, Tliiesse usw. usw., unter den Seeconchyhen Exemplare 
von Chemnitz und Bolten, steht zum Verkauf. 

In ihr sind u. a. die Sammlungen von Aclitnich und 
Hartvig aufgegangen. Schränke voll Dubletten. 

Meissen, Sachsen. Dir. Camillo Schaufuss. 



Redigiert von Dr. \V. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Diester weg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben : 15. April. 



Deutsche 




£i 





LJm den Herren Malakologen die Erwerbung 
der früheren Jahrgänge unseres 

l4aGhmGhtsblattcs 

zu erleichlern, hal)en wir den Preis 

für behebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 

{'^ 20.— 

„ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 „ „ 45.— 

ermässigt. 

Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankfurt a. M, 



Zu kaufen gesucht: 

Jahrbücher der Deutschen Malaknzool. Gesellschaft Jg. 1—14. 
Nachrichtsblatt derDeutschen Malakozool. Gesellschaft 1868—1901. 
Proeeedings of the Malacological Society of London 1893—1907. 

CM. Steenberg 

Kopenhagen, Ostervoldgade 8 

Kgl. Sternwarte. 



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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Mälakozoologisehen Kesellsehaft 



Eiuuiidvierxigster Jahrgang 
(lOOJ)) 



- Heft III = 

(Juli — September) 



I II li a 1 t : 

Seite 

Boettyer, 0., Noch einmal ,Die Verwandtschaflsbeziehungen 

der Helix-Arten aus dem Tertiär Europas" .... 97 
Buhor und Noräk, Verzeiclinis (]er postterliären Fauna der 

liölimischen Weichtiere .. 118 

Ihishagen, K., Ilydroliia slagnalis Baster. im Si'isswasser . 129 

Thiele, Zur Nomenclalur der (lliitonen 131 

Wilckers, Conchologische Miscellen aus Heidelberg . . . 1:32 

Kohelt, Diagnose einer nftuen Archeiix 134 

Kleinere Milteilungen 135 

Literatur 135 



V >^ >^ »*l^t0lt»00>0»l^»0>^<^ < 00<0 U *<0t Mm ^^0>^t>0ltttf<^»^^0l^*ttlt>00>^^^*0'*t>0>f>^^*^^H 



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Heft 3 Juli 19G9 

Nachrichtsblatt 

dep Deutsehen 

Maiakozoologischen Gesellschaft 



Einund vierzigster Jahrgang 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 6. — . 

Frei durch die Post im In- und Ausland. 

Anzeigenpreis der einspaltigen 95 mm Zeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr.W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen u. s. w. 
an die Verlagsbuchhandlung des Herrn Moritz Diesterweg in 
Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 

Noch einmal „Die Yerwandtschaftsbeziehungen der 
H e 11 X - Arten aus dem Tertiilr Europas". 

Von 

Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt (Main). 

Ich hätte nicht geglaubt, dass ich mich in meinen 
alten Tagen mit dieser längst abgetanen Frage noch ein- 
mal beschäftigen müssle. Aber die neueste Arbeit meines 
Neffen C. Boettger im Nachr.-Blatt d. d. Malakoz. Ges. 
1909 p. 1 — 19 und p. 39—63 zwingt mich dazu, die darin 
niedergelegten Anschauungen, die sich in den Köpfen künf- 
tiger Forscher festsetzen könnten, von neuem richtig zu 
stellen. Vor allem halte ich es nicht für eine richtige und 
nachahmenswerte Methode, die von einem Konchyliologen, 
der unsre europäische Tertiärfauna nur aus Abbildungen 



— 98 — 

und Diagnosen kennt; ausgesprochene Theorie, dass die 
heutige HeHcidenfauna Amerikas gar keine Beziehungen, 
keine Spur von Aehnlichkeit oder gar Verwandtschaft mit 
der tertiären Fauna Europas habe, ohne Widerspruch und 
Bedenken anzunehmen und dann erst im einzelnen den 
— nachträglichen — Nachweis zu versuchen, dass dies bei 
den fossilen Arten und Gattungen des europäischen Tertiärs 
seine Richtigkeit habe. Mir ist dieser Versuch um so rätsel- 
hafter und befremdlicher, als ich vor 14 Jahren bereits im 
Nachr.-Blatt d. d. Malakoz. Ges. 1894 p. 107—112 und 
dann noch öfters, z. B. ebenda 1897 p. 16, diese Hypothese 
mit einer, wie ich glaubte, so überzeugenden Fülle von 
Beispielen zurückgewiesen und widerlegt habe, dass bis 
jetzt weder ihr eigenthcher Autor, H. A. Pilsbry, noch 
sonst irgend ein Malakozoologe oder Paläontologe sich 
weiterhin für sie ausgesprochen hat. Die Methode unserer 
wissenschaftlichen Forschung bei der Untersuchung und Be- 
urteilung von Verwandtschaftsbeziehungen fossiler Schnecken 
ist die und wird immer die bleiben, die einzelnen Schalen 
immer und immer wieder in die Hand zu nehmen, sie in 
Form, Skulptur, Farbe und Zeichnung in sorgfältiger Kritik 
miteinander zu vergleichen und erst aus diesen Vergleichen 
Schlüsse zu ziehen und Theorien abzuleiten. Ganz bedenk- 
lich ist es aber, wenn man wie mein Neffe 1. c. p. 2 den 
Satz aufstellt und verteidigt: „Nun wird man mir mit Recht 
erwidern, dass wir die tertiären Sehnecken nicht anato- 
misch untersuchen können. Doch ich glaube dennoch, Ver- 
mutungen über die systematische Stellung unserer tertiären 
Heliciden aufstellen zu können. Wenn wir nämlich ver- 
mittelst der anatomischen Untersuchung ein annähernd 
natürliches System der lobenden Arten geschaffen haben, 
so können wir unter Berücksichtigung der Geologie und Tier- 
geographie mit ziemlicher Sicherheit angeben, dass gewisse 
Tiergruppen für ein bestimmtes Gebiet auch im Tertiär 



— 99 

ausgeschlossen sind." Das ist, ein überaus folgenschwerer 
Satz, der frei übersetzt folgendermassen lauten könnte : „Die 
Gattung Strohila Morse, deren Schalen im europäischen 
Obereocän, Oligocän und Miocän eine so weite Verbreitung 
und reiche Vertretung — in beiläufig 20 Arten — zeigen, 
kommt nach dem Zeugnis aller Kenner lebend nur noch 
in einer kleinen Anzahl von Arten im südlichen Nord- 
amerika und in Westindien vor. Da aber nach Pilsbrys 
Theorie diese Schalen keine Beziehungen zueinander haben 
dürfen, müssen die Tiere der alten Tertiärzeit von den 
heute lebenden Amerikanern anatomisch verschieden ge- 
wesen sein, und an eine Blutsverwandtschaft ist also 
nicht zu denken!" Kann man sich eine grössere Verkehrung 
der Tatsachen und der Methode vorstellen ? lieber die 
Weichteilo von Tieren, die vor mindestens einer Million 
Jahren^) bei uns gelebt haben, können wir uns mit dem 
besten Willen kein Urteil erlauben, und wir müssen bei 
den alten Hilfsmitteln, die dem Paläontologen immer ge- 
läufig waren, bleiben. Ich habe in meiner oben erwähnten 
Streitschrift gegen Pilsbry eine kleine Anzahl von — meiner 
Ansicht nach — schlagenden Beispielen gegeben, die den 
Unsinn seiner Hypothese in helles Licht setzen. Ich 
brauche sie hier wohl nicht zu wiederholen. Ich will aber 
doch noch ein paar Dutzend Tatsachen — ich habe noch 
mehr auf Lager — anführen, die jeden Leser von der 
Richtigkeit und der Notwendigkeit meiner Anschauungen 
und der Autfassung sämtlicher Paläontologen, die sich 
mit diesem Gegenstande beschäftigt haben, überzeugen wer- 
den. Vor allem sehe ich nicht ein, wie und warum man 



») Vergl. A. Penck, Zeitschr. f. Ethnologie Jahrg. 40, 1908 ff. 
Danach hat das Plistocän eine Dauer von '/a— 1 MilUon Jahren; das 
Pliocän hat etwa 3 — 4 rnal so lange und das Miocän 6—8 mal so 
lange gedauert. Das Oligocän liegt also mindestens 5 Millionen Jahre 
zurück 1 



— 100 — 

ein so grosses und weittragendes Thema einengen soll, in- 
dem man es auf die Landschnecken allein und die Heliciden 
im besonderen beschränken will. Auch hat nicht bloss 
Oligocän und Miocän, sondern auch das Eocän bereits zahl- 
reiche Beispiele grösster Aehnlichkeit und engster Verwandt- 
schaft. Unter den Heliciden des üntereocäns überragt 
tropische oder subtropische Verwandtschaft über die nach 
meiner Kenntnis nur etwa 5% betragende Menge von 
Formen, die als Vorläufer europäischer Gattungen und Arten 
betrachtet werden dürfen. Amerikanische Typen fehlen 
freilich noch ganz ; sie setzen aber im Obereocän gleich 
mit 35°/o um so massiger ein. Die Landbrücke zwischen 
Europa und Amerika tut sich erst am Ende der Unter- 
eocänzeit auf. 

Also im folgenden zuerst noch ein paar Beispiele für 
grössere oder geringere Uebereinstimnumg unserer fossilen 
Tertiärorganismen mit heute noch im tropischen oder sub- 
tropischen Amerika und Asien lebenden Formen ! 

Unter den Säugetieren sind es neben zahlreichen 
ausgestorbenen Gattungen (z, B. Amphicyon, Ämphitraguhis, 
Änchitheriiim, Anthracotherium, Dremothermm^ Hi/opotamiis, 
Hyothenutn, Mastodon, Palaeochoerus, Palaeomeryx und Tita- 
nomys) Affen, Beutelratten, Tapire {Tapirus helveticus v. 
Myr.), Machaerodus (in Europa schon im Oligocän, in 
Amerika über Nordamerika eingewandert im Pliocän von 
Südamerika) und Sirenen, deren Verwandte unter den 
tropischen Formen Amerikas und Südasiens zu suchen sind. 
Affen haben wir im mitteleuropäischen Tertiär vom Mittel- 
miocän ab; unser fossiler Fliopithecus ist nach allen Ver- 
gleichen der direkte Vorfahre der heute in Südindien leben- 
den Gattung Gibbon (Semnopithecus). Er ist nach G. 
Schwalbe aus dem Obermiocän von Frankreich, der 
Schweiz, von Augsburg und Steiermark bekannt (Mitt. Philo- 
math. Ges. EIs.-Lothr. Bd. 4, 1908 p. 55). Unter den 



— 101 - 

Didelphiden des Hochheirner und Weisenauer Tertiärs spielt 
durch ihre Häufigkeit und gute Erhallung eine Zwergbeutel- 
ratte aus der Verwandtschaft des nordanierikanischen 
Opossums (Oxygomphnts frequens v. Myr.^ eine wichtige Rolle. 
Tapire treffen wir ausser in unserem Tertiär lebend nur 
noch im tropischen Amerika und in Hintcrindien. Halia- 
nassa, im Mitteloligocän Hessens in zwei scharf getrennten 
Arten vertreten, ist der Vorläufer der nordanierikanischen 
und westindischen Sirenen der Jetztzeit (Manatus). Einer 
der besten Beweise für die mitteleocäne Landbrücke von 
Westeuropa nach Nordamerika; die bis ans Ende der 
üntermiocänzeit bestanden haben dürfte, ist die Nilpferd- 
gattung Ancodon, eine in Europa verbreitete Gruppe, die 
in Amerika noch im Miocän gelebt hat. 

Unter den fossilen Kriechtieren haben wir die 
Krokodilgattung Diplocynodon in zwei Arten zu verzeichnen^ 
die nächstverwandt ist der heute lebend nur noch in Nord- 
amerika und in einer Art in Cliina anzutreffenden Gattung 
Alligator. Unsere anderen Krokodilreste sind noch nicht 
genauer untersucht; es dürfte aber bei uns die typische 
Gattung Crocodiliis, die heute noch in Mittel- und Süd- 
amerika vorkommt, ebensowenig gefehlt haben wie im 
Alttertiär Englands. Von Schildkröten sind als gemein- 
sam die Gattungen Promalacodemmijs mit amerikanischem 
und Ocadia mit tropisch-indischem Gepräge, sowie Testudo 
und Trionyx zu erwähnen. Im unteroligocänen Bernstein 
des Samlandes kommt eine Eidechse vor, die G. A. B o u - 
lenger, der gewiss kompetent ist, für eine Form nächst- 
verwandt Ameiva und Cnemidophorus erklärt hat, also 
zugehörig zu einer Reptilfamilie, die heute in überaus reicher 
Entfaltung gänzlich auf Amerika beschränkt ist. 

Von Süss Wasser fischen tritt die heutigentags 
ausschliesslich amerikanische Gattung Amia schon im Pariser 
Eocän auf und findet sich im Mainzer Becken noch in einer 
Art im Untermiocän. 



— 102 — 

Von Meere s Schnecken mag überdies genannt 
sein die Gattung Pleurotomaria, die noch in einer schönen 
und grossen Art im Mitteloligocän von Waldböckeiheim bei 
Kreuznach und im OberoHgocän von Bünde lebie, wäln-end 
die heutigen Vertreter der Gattung an Florida und West- 
indien (zwei Arten) und den Molukken und Japan vor- 
kommen. Besonders merkwürdi;.^ und beachtenswert ist 
auch das übrigens sclion lange bekannte Auftreten einer 
ausgestorbenen Untergattung von Rapana hüben wie drüben 
in oligocänen und miocänen Schichten. Ich meine das 
Vorkommen von Fiisus quadricostatus Say im Miocän von 
Maryland und von drei der Gattung nach ganz überein- 
stimmenden Arten von Stenomphalus Sbgr. (1863), die aber 
aus Prioritätsrücksichten jetzt Ecphora Say (1843) genannt 
werden müssen, in Hessen. Von Süsswasscrschnecken 
können Gillia, Pompholt/x und Gundlachia als beiden Ge- 
bieten gemeinsame Genera bezeichnet werden, die mit Aus- 
nahme der auch in Süd- Australien und Tasmanien ver- 
tretenen Gattung Gundlachia heute überhaupt nur noch 
in Nordamerika lebend anzutreffen sind. 

Von L a n d s c h n e c k e n, soweit ich solche noch nicht 
zum Belege meiner Ansichten in der früheren Arbeit her- 
angezogen habe, sei noch erwähnt die Clausiliidengattung 
Laminifera Bttg., reich vertreten vom Oligocän bis ins Plio- 
cän Europas, in einer Species noch lebend in den Pyrenäen, 
deren Aehnlichkeit mit den Nenia-Avlen der Anden Süd- 
amerikas so gross ist, dass B o u r g u i g n a t und noch 1892 
Arn. L c a r d , die grössten Haarspalter unter den euro- 
päischen Konchyliologen, eine generische Abtrennung der 
Pyrenäenart von den Amerikanern nicht gewagt haben. 
Nächste Verwandte im tropischen Asien aber sind die 
(rarmma-Arten, von denen einige den Nenien so nahe 
kommen, dass Crosse in einem Briefe vom 4. Nov. 1885 
an mich schrieb: „II est certain quo l'on trouve dans le 



~ 103 — 

regne animal — rarement, il est vrai - - des anomalies 
de distribution geographique; qiü paraissent elranges, au 
preniier abord, mais qu' il faiit bien acceplei-; lorsqu' elles 
existent, memo quand il est difficile de se les expliquer." 
Noch auffallender und merkwürdiger ist freilicli, dass diese 
Verbreitung von Nenia, Laminifera (mit ihrer Untergattung 
Cossmannia Bab.) und Garnieria genau übereinstimmt nu't 
der der fossilen und lebenden Tapirarten. Hier sei auch 
noch auf die Verwandtschaft der grossen Patula-Arien (z. 
B. F. fritschi Klika) Nordböhmens mit der nordamerika- 
nischen Gruppe der P. alternata (Say) hingewiesen, und 
ebenso sei betont, dass die ausgestorbene Gattung Archaeo- 
zo)dtes Sbgr. grössere habituelle Aehnlichkeit mit der west- 
amerikanischen Gattung Glyphostoma (z. B. mit G. new- 
berr/janum ßinn.) zeigt als mit dem alt weltlichen Genus 
Zonites, mit dem sie so oft verglichen wurde. Auch die 
rein tropische Familie der Naniniden, reich entwickelt im 
Eocän Europas -- vor mir liegen gute Stücke von Nanina 
occlusa F. Edw. und N. voltzi Sbgr. von Buchsweiler, so- 
wie N. eurijdice Üppenh. von St. Marcello im Vicentin — , 
aber auch noch im europäischen Oligocän und Untermiocän 
durch auffallend grosse Arten (z. B. N. stenotrypta A, Br, 
von Hochheim und eine neue, von Dr. H. Neuenhaus 
am Hessler bei Biebrich entdeck) e, mehr als 35 mm breite, 
entnabelte; vielgewundene Art, die ich einer neuen Naniniden- 
gattung zuteilen möchte) vertreten, enthält für die paläark- 
tische Fauna durchaus fremdartige Tropentiere. Helix 
stenotrypta A. Br. hat ihr lebendes Analogon in ostafrika- 
nischen Arten der Tropengattung Trochonanina. Sand- 
b erger verglich sie s. Z. mit einer chinesischen Naninide ; 
ich stelle in die gleiche Gruppe auch den mittelmiocänen 
Archaeozonites conicus Andr. von Oppeln. Auf die Bluts- 
verwandtschaft von Helix imhricata A. Br. mit der auf den 
Bermudas lebenden Gattung Poecilozonites Bttg. habe ich 



— 104 — 

früher schon mehrfach hingewiesen. Nicht vergessen darf 
ich auch, dass die von M. Cos s mann im Cat. Coqu. foss. 
de l'Eocene des env. de Paris Bd. 4, 1889 p. 357, Tal". 11, 
Fig. 39 — 40 aus dem Obereocän beschriebene Helix (Sagdi- 
nella) chevalUeri Gossra. recht wolil ein Vorläufer der 
heutigen Gruppe Satsuma, resp. GancseUa sein könnte. Er- 
wähnung verdient wohl auch die recht isoliert stehende 
ausgestorbene Streptaxidengatlung Omphaloptyx Bttg., die 
vom oberitahenischen Eocän durch das hessische Mittel- 
oligocän bis ins böhmische Untermiocän anzutreö'en ist. 
Auch diese ausgestorbene Gruppe weist durchaus tropischen 
Habitus auf. Die Tropengattung SiihuUna im Miocän 
Böhmens und Schwabens, die zahh-eichen grossen Glandinen 
(und ihre Eier, die sogen. Schlangeneier) und die noch 
zahlreicheren Oleacinen des europäischen Alttertiärs sind 
sämtlich nächste Verwandte oder direkte Vorfahren zentral- 
amerikanischer oder westindischer Gattungen und Arten. 

Unter den M e e r e s m u s c h e l n sei der fossilen 
Oytherea incrassaia Sow. gedacht, die ich mit Deshayes 
und Sandberger für den Ahnen der tropisch-indischen 
Caryatis citrina (Lmk.) ansehe, mit der sie geradezu über- 
raschende Aehnlichkeit hat. Dass ein Teil unserer Süss- 
wassermuscheln, namentlich aber die Gattung Unio aus 
dem europäischen Oligocän und Pliocän, sich innig an 
amerikanische und tropisch-asiatische Formen anschliesst 
und von den jetzigen Najaden Mitteleuropas aufs selt- 
samste absticht, sei schliesslich ebenfalls noch bemerkt. 

Endlich muss ich auch noch auf die Uebereinstimmungen 
in der europäischen Tertiärflora mit der des heutigen 
Nordamerikas und Westindiens hinweisen. Das erste 
Pflanzenblatt, das wir in irgend einer Braunkohlengrube 
im älteren Tertiär Hessens auffinden, gehört fast regelmässig 
der Gattung Cinnamomum an. Also Hauptwaldbäume sind 
tropisch- und subtropisch-indische und ostasiatische Zimt- 



— 105 — 

und Kainpfei'bäuiiie. Dann aber sind häufig Nadelhölzer 
der Gattungen Taxodium und Sequoia, heute — sogar der 
Art nach — noch lebend im südlichen Nordamerika, und 
neben zahlreichen Acer- und Juglans-Avien treffen wir die 
gleichfalls arnerikanischo Gattung Carija. Von sonstigen 
subtropischen Formen fehlen u. a. nicht die Genera Ficiis, 
LauruSj Cassia, Acacia, Banksia, Eucalyptus und Caesalpinia, 
und im Pliocän als wichtigsler Waldbaum der ostasiatische 
Gingko. Um betreffs der altterliären Pflanzenwelt auch 
einen Kenner der fossilen Flora des östlichen Europas zu 
Worte kommen zu lassen, sei zum Schluss erwähnt, dass 
F. P a X im Bot. Jahrb. f. Syst. und Pflanzengesch. (Engler), 
Bd. 4, Leipzig 1 908, p. 40 -75 von der eher untermiocänen 
als oligocänen Flora des Zsiltales in Siebenbürgen hervorhebt, 
dass sie auch an die lebende Pflanzenwelt des atlanlischen 
Nordamerikas besonders starke Anklänge zeige. Der ter- 
tiäre Moor von Petrozseny habe in erster Linie aus Sequoia 
langsdorfi, Taxodium disticlmm, Juglandaceen, Platanus und 
Acer Irilohatum bestanden. Enge Beziehungen zu Zentral- 
und Üstasien böten zwei Arten von Cinnamomum. — Also 
eine Flora ähnlich wie die vorher aus Hessen geschilderte! 
Und was schlicssen wir aus alledem? Seit dem 
Mitteleocän und bis ins Miocän hinein hat ein reger Aus- 
tausch von Pflanzen und Tieren nicht bloss zwischen Europa 
und Amerika durch eine zeitweise sogar über Madagaskar 
gehende Landbrücke staltgefunden, wobei wir es vorläufig 
unentschieden lassen wollen, in welcher Richtung die 
Wanderbewegung vor sich gegangen ist. Sicher ist ausser- 
dem das eine, und ich bitte diese Tatsache festzuhalten, 
dass alle Pflanzen und Tiere des europäischen Eocäns 
und der grösste Teil der des europäischen Miltelmiocäns 
Tropen formen waren, und dass alle oligocänen, unter- 
undobermiocänen und pliocänen Gattungen und Arten Europas 
zum mindesten subtropische Formen gewesen sind. 



— 106 — 

Das lehren uns die Untersuchungen sämtlicher Phylopaläon- 
tologen über das Klima dei- europäischen Tertiärzeit. Dass 
noch im letzten Abschnitt dieser Periode — kurz vor der 
ersten Vereisung — im Pliocän Hessens ein Nilpferd gelebt 
hat; so gross oder grösser als Hippopotamus amphihhis, das 
im Winter offenes Wasser und reichliches Grünfulter ver- 
langt hat, wird auch den Ungläubigsten über die damalige 
Üurchschnittstemperatur belehren. 

Also alle unsere tertiären Helices waren ursprünglich 
Tropentiere und jedenfalls zur Oberoligocänzeit noch an 
ein sehr heisses Klima gewöhnl. Ist es denkbar, dass in 
solch hohen Temperaturen die Gattung Camjyylaea, die der 
Hauptmasse nach heute fast ausschliesslich die europäischen 
Hochgebirge bewohnt, gelebt und sich wohl gefühlt hat? 
Das glaube, wer mag ! Und nun versteht es sich auch, 
warum alle Helix-Avicn, die die Grösse von etwa 10 nun 
überschreiten, der Art nach und mehr als drei Viertel der 
Gattung nach aussterben mussten. Was sich an die zu- 
nehmende Abkühlung nicht anpassen konnte, nmsste zu 
gründe gehen wie unsere Tertiärgatfungeji Acmopupa Btlg.. 
Archaeozonües Sbgr., das vom Untereocän bis ins Unter- 
miocän blühende Genus Carijchiopsis Sbgr., die Gattungen 
Enneopupa Bttg., Eualopia Btlg., Hemistenotrema Btlg., 
Nematiira Bens, (alles Formen mit glatter Schale; die heute 
noch im tropischen Asien lebenden Verwandten tragen 
durchweg Spiralen eingestochener Punkte), die Streptaxiden- 
gattung Omphaloptijx Bttg., Pachym'dax Btlg., Palaeostoa 
Andr., Parmacellina Andr., Tansania Bttg., Ütrophostoma 
Desh. und Triptychia Sbgr. Was wandern konnte, ist aus- 
gewandert, als die Kälte zunahm, nur ein Teil nach Süden, 
die Hauptmasse nach Osten, weniger zahlreiche Arten über 
die amerikanische Landbrücke nach Westen. Warum hätten 
sie auch dort in den Tropen incht weiterleben sollen ? 
Sie allein sind in ihren Nachkommen uns erhalten ge- 



— 107 — 

blieben; die Hauptmasse der Arien unseres Eocäns, Oligo- 
cäns und Untermiocäns, die" nicht wandern konnte, ist aus- 
gestorben, und nur ein paar Arten mit flacher, linsen- 
förmiger Schale und die Formen von besonders geringer 
Grösse konnten sich unter Baunu'inden, in Felsspalten oder 
im Mulm des Waldbodens der einsetzenden Kälte erwehren. 
Sie allein sind als Vorfahren von einigen unserer heute noch 
in Europa blühenden Heliceengruppen anzusehen. 

Mein Neffe spricht (p. 1) von „Verzeichnissen unserer 
tertiären Heliciden." Die sind aber schon 40 und mehr 
Jahre alt. Warum es keine neueren gibt, erklärt er uns 
nicht. Ich will das für ihn tun. Jedem, der sich mit 
unsern fossilen Landschnecken befasst hat, ist die grosse 
Anzahl von Formen aufgefallen, mit deren Unterbringung 
im System er nichts anzufangen wusste. Vor fast 50 
Jahren, als ich anfing, mich mit diesem Gegenstande zu 
beschäftigen, dachte ich „Gut Ding will Weile haben, Du 
wartest, Du kennst noch lange nicht alle lebenden Helices 
der Welt; also sanmile und vergleiche nur ruhig weiter. 
Nach und nach wirst Du die nächsten Verwandten schon 
finden." Und ab und zu traf das auch zu; erst vor 
wenigen Tagen konnte ich so nachweisen, dass die fossile 
Hydrohia obtusa Sbgr., ein Gharaktertier für die Oberoligo- 
cän- und Untermiocänzeit des Mainzer Beckens, wohl der 
direkte Vorfahre der lobenden Peringiella laevis Monier, 
aus dem Meer von Algier ist, der sie in Form, Lippen- 
bildung und Grösse aufiallend nahekommt. Aber bei den 
Helix-Arien, und zwar bei den gemeinsten, Helix deßexa 
A. Br., Hx. hortulana Tho. und Hx. boheniica Bttg. und 
schliesslich bei mindestens 90% aller der über 10 mm 
grossen Arten von Hochheim und Tuchorschitz, blieb diese 
Erkenntnis der Verwandtschaft aus. Doch darüber nach- 
her ausführlicher, nachdem ich erst ein paar Arten mit 
typisch amerikanischem Gepräge angeführt habe, die mein 



— 108 

Neffe überhaupt nicht erwähnt hat. Da ist vor allem 
der Poecüozonites (Helix imbricata A. ßr. aus Hociiheini), 
von dem ich 1884 nachweisen konnte, dass er in Bkilsver- 
wandtschaft steht mit einer lieute noch auf den Bermudas- 
Insehi vorkommenden Art der gleichen Gattun;?. Da sind 
weiter zu nennen Helix {Hemistenotrema) quadrisitiuosa Btlg, 
und Hx. {Hemistenotrema) lieydeni Bttg., beide von Hocii- 
heini, i^iber die man das nähere im Nachr. -Blatt 1897, p. 
16 fi'. nachlesen wolle. Die erstere ist Stenotrema hirsutum 
(Say) vergleichbar, die zweite erinnert mehr an St. monodon 
Rak. var. fraterna Say, beides bekannte nordamerikanische 
Arten. Zur gleichen Gruppe gehört die nordböhmische Hx. 
hirsutiforinis Klika von Warzen. Die italienische Polyfjyra 
plioauriculata Sacco (Bellardi-Sacco, Moll. foss. Piem. Bd. 
22 p. 66, Taf. 5, Fig. 25) aus dem Pliocän des Ville- 
franchiano erinnert an „fra le viventi alcune specie dell' 
America settentrionalc, distinguendosi essenzialmente per 
la sua bocca completamente risvoltata all' infuori." 

Und nun zu Einzelheiten. Auf \). 5 sagt mein Neffe 
„Ueberhaupt halle ich das obere Oligocän für den Anfang 
einer neuen grossen Epoche für das europäische Faunen- 
gebiet, die bis zur Jetztzeit reicht, denn seit dieser 
Zeit haben wir in Europa keine specifisch neuen Tiergruppen 
mehr erhalten." Den grossen Hiatus zwischen Pliocän und 
Plistocän hat er also gar nicht bemerkt und namentlich meine 
eingehenden Untersuchungen über „Die Gattung Pw/)a in Zeit 
und Raum", in der ich auf diese Dinge ausführlich zu sprechen 
komme, übersehen. Wo in aller Welt findet sich eine 
Schnecke, von der man sagen darf, dass sie den Uebergang 
von Helix deflexa A. Br. oder von Hx. oxystoma Tho. zu 
irgend einer der lebenden Tacheen vermittelt V Niemand 
wird uns die Form zeigen können. Ich habe fast fünfzig 
Jahre nach diesen Zwischenformen gesucht, und noch sind sie 
nicht gefunden. Ich kenne die reiche Fauna des Obermio- 



— 109 — 

cäns und des gesamten mediterranen — italienischen, wie 
österreichisch- ungarischen ~ Pliocäns mit ihren zahlreichen 
Oaladochilus, Tachea, Macnlaria, Campylaea, Zenobia, Trichia, 
Carthiisiana, Polygyra,Drepanostoma, Gonostoma und Vallonia 
sehr genau, aber die oben genannten Arten zu Vorfahren 
derselben stempeln zu wollen, wäre Torheit. Hier wird 
man wohl einem halben Hundert erfahrener Paläontologen 
aller Nationen, von denen die Hälfte noch am Leben ist 
und einige wie ich die Sache an fünfzig Jahre betreiben, 
mehr Formgefühl und mehr Erfahrung zuschreiben dürfen, 
als einem [Studenten im zweiten Semester, der vollkommen 
vereinsamt in seinen Ansichten dasteht, nachdem Pilsbry 
selbst seinen Irrtum eingesehen hat. Hätte er ihn nicht ein- 
gesehen, stünde er noch auf seinem alten Standpunkt, so 
würde er nicht 14 Jahre auf meine Widerlegung seiner 
Hypothese über die Verwandtschaftsverhältnisse der Tertiär- 
helices Europas geschwiegen haben. 

Bei der systematischen Beurteilung der einzelnen 
Arten unserer fossilen Helices sei bemerkt, dass so ziem- 
lich alles, was mein Neffe von Angaben anführt, die von 
Sand berger und anderen älteren Autoren herrühren, 
richtig ist, dass aber alles und jedes, was er selbst an 
ihnen gefunden zu haben glaubt — mit Ausnahme der 
Bänderzahlen und Bänderstellung, die jenen Autoren aber 
bereits mehr oder weniger gut bekannt war — , unhaltbar 
ist. Dafür im folgenden die Beweise für jede einzelne Art. 

Vorher sei aber noch bemerkt, dass, wenn man über 
ein Thema schreibt, man die Objekte selbst oder zum 
mindesten die Literatur darüber kennen muss. So behauptet 
mein Neffe p. 6, dass die kaukasische Gattung Frutico- 
campylaea nur ein Band besitze. Er kennt also offenbar 
weder Fr. armeniaca Pf., eichwaldi Pf., narzanensis Kryn., 
pontica Bttg. und pratensis Pf., die sämtlich zwei gleich- 
scharfe dunkle Bänder tragen — nur von Fr. pontica 



- 110 — 

besitze ich ein einbändriges und von Fr. narzanensis fünf 
Stücke der seltnen f. unicingulata Bttg, mit nur einem 
Band — oder überhaupt einfarbig und bänderlos sind. 
Auch die mattgefärbte i'r. ravergieri Men. lässt sich mühe- 
los auf eine zweibändrige Form zurückführen. Typisch 
einbändrige Fruticocampylaeen gibt es also überhaupt 
nicht. 

Zu p. 10 sei bemerkt, dass die neuen Gattungsnamen 
Tacheopsis, Caucasotachea, Pseudotachea und Eremiopsis so 
lange ^nomina nuda" bleiben werden und nicht ange- 
nommen werden dürfen, bis ihr Autor sich entschliesst, 
ordnungsmässig ihre Diagnosen zu veröffentlichen. Das 
ist nicht bloss Brauch, sondern seit Linne Gesetz in der 
Zoologie. Und ein künftiger Zoologe hätte das ebenso 
gut beachten und wissen müssen, wie den Umstand, dass 
nach den allgemein angenommenen Regeln (vergl. die „Liste 
der Autoren zoologischer Artbegriffe* Boi-lin, 1888, Druck 
V. C. Fromholz) eine Autorenabkürzung „O. Bttg." für 
meinen Namen nicht existiert, sondern nur die Form „Bttg." 

Dass (p. 14) „das Tertiär um das Mittelmeerbecken 
noch durchaus terra incognita ist", halte ich für eine arge 
Uebertreibung, selbst wenn ich annehme, dass der Autor 
statt Tertiär die Kenntnis der „tertiären Helices" hat sagen 
wollen. Hat er z. B. nie von Saccos grossem Werke 
über die Fauna des Tertiärs von Piemont gehört? Kennt 
er die Arbeiten von Crosse u. a. französischen Forschern 
über die fossilen Heliceen von Algier, die zahlreichen Bücher 
und Abhandlungen der neueren österreichischen und nament- 
lich ungarischen Paläontologen über das Jimgtertiär ihrer 
Heimatsländer nicht? 

Ich komme nun zur Besprechung unserer fossilen 
Arten, wobei ich mich aber — um nicht zu weitschweifig 
zu werden — noch mehr als mein Neffe auf die des 
Mainzer Oligocäns und Untermiocäns beschränken will. 



- 111 — 

Die Beispiele, die ich gebe, werden genügen, nm zu zeigen, 
wie ganz anders das Verhältnis der bis in die Jetztzeit 
fortlebenden Gruppen ist, gegenüber denen, die ausgestorben 
sind, ohne Nachkommen zu hinterlassen, und gegenüber 
denen, die nach allen Richtungen der Windrose ausge- 
wandert sind. Von wichtigen Arten hoffe ich nicht viele 
übersehen zu haben. Ich erwähne im folgenden natürlich 
bloss die Formen, die mir in der Arbeit meines Neffen 
falsch untergebracht zu sein scheinen, und die, die er in 
sein System einzuordnen vergessen hat. 

Da ist zuerst Klikaia osculum Tho. Ob diese Art zu 
Helicodonta gestellt werden darf, ist doch noch recht frag- 
hch. Wir haben es hier mit einem Mischtypus von tro- 
pischen Allüren zu tun, der im Mittelmiocän ausstirbt, ohne 
in Europa Nachkommen zu hinterlassen. Die Form in eine 
noch lebende europäische Gruppe zu zwängen, in der sie 
ganz fremdartig dastehen würde, halte ich für verfehlt. — 
Das gleiche gilt für Kl. jungi (Bttg.). 

Helix leptoloma A. Br. und Hx. crehripundata Sbgr. 
haben zwar mit einigen kaukasischen TricJda-Arien eine 
gewisse Aehnlichkeit, aber so ganz sicher ist eine nähere 
Verwandtschaft denn doch nicht. Fester steht die der 
seltenen Hx. (Trichia) subvillosa Sbgr. mit einer heute alpinen 
Form. Die Aufstellung einer neuen Sektion Apula, sowie 
die einer Sektion Pseudoxerophila für Hx. subconspurcata 
Sbgr. (eine Art, die mein Neffe ebensowenig in der Hand 
gehabt hat wie ich in meinem Leben!) ist ohne Diagnose 
unstatthaft. Uebrigens ist der Name Pseudoxerophila bereits 
1879 von Weste rlund verbraucht. 

Von echten Campylaeen gibt es im Oligocän und 
Untormiocän noch keine Spur. Ich kenne sie erst vom 
Mittelmiocän ab. Diese heutigentags fast ausschliesslich 
auf die Alpen beschränkten Tiere unter den subtropischen 
Formen des Hochheimer Kalkes suchen zu wollen, ist schon 



— 112 — 

komisch, aber noch merkwürdiger und mir vollkommen un- 
verständlich, dass mein Neffe es unternimmt, die Vorfahren 
von Chloritis (namentlich Chi. extincta Ramb. und Ch. lepi- 
dotricha A. Br.) zu den Gamp3iaen zu stellen. Er nennt 
die eine der von ihm angenonmienen Gruppen Pseudochloritis 
(mit dem Typus Hx. inflexa v. Klein), während Pilsbry 
die andere nah verwandte Gruppe fossiler Arten als Tropid- 
omphalus (mit dem Typus Hx. lepidotricha A. Br.) be- 
zeichnet. Beide haben mit Campylaea nicht das geringste 
zu tun, wie jeder auch nur oberflächliche Kenner beim 
direkten Vergleich dieser Schalen mit lebenden Gampylaeen 
zugeben muss. Ich verweise auf das, was ich im Nachr. - 
Blatt 1894 p. 111 ;,niit Vorbedacht" gesagt habe, wo ich 
erkläre, „dass ich jeden, der leugnet, da.ss Chloritis lepido- 
tricha (A. Br.) zur typischen Gruppe von Chloritis gehört, 
für einen Stümper halte, dem jede Spur von Beobach- 
tungsgabe abgellt!" Der Name Pseudochloritis ist schon 
als nomen nudum unhaltbar; ich muss aber auch erklären, 
dass eine Diagnose dieser Sektion schon deshalb ganz un- 
möglich ist, weil sie sich in keinem Worte von der 
von Chloritis unterscheiden würde. Ebenso ist die Stellung 
von Metacampylaea rahti (Tho.) bei den Gampylaeen durch- 
aus unsicher. Ueber sie bringe ich nachher noch ein paar 
Bemerkungen. 

Aehnlich ist es mit der Sektion Cyrtochilus Sbgr., die 
schon im Miocän ausstirbt, und deren Nachkommen auch 
in den heutigen Tropenländern nicht mehr nachweisbar sind. 

Die grosse habituelle Aehnlichkeit der Sektion Galac- 
tochilus Sbgr. mit der lebenden westindischen Hx. cornu- 
militare (auf die schon Sandberger hingewiesen hat) 
bleibt bestehen; es ist durchaus wahrscheinlich, dass wir 
in den schönen und grossen fossilen Formen, die sich vom 
europäischen Oligocän bis zum Oberpliocän nachweisen 
lessen, Ahnen westindischer Tropenformen annehmen dürfen. 



IIB - 

Dass ich Hx. insüjnis Schub), aus dem schwäbischen 
Obermiocän für einen Mischlypns und Vorfahren der mada- 
gassischen Gattung Ampelita und Hx. homalospira Rss., 
Hx. zippei Rss. und (mit Babor) Hx. ihliana Bab. für 
nahe verwandt mit den tropisch-indischen Trachia-Arlen 
halte, möchte ich schhesshch auch nicht ganz verschweigen. 
Auch dass Hx. robusta Rss. aus dem Untermiocän von 
Tuchorschitz zur Entstehung irgend einer lebenden Art 
von Campylaea beigetragen habe, macht mir niemand weis. 

Die Stellung der bereits im Oligocän erloschenen 
Metacampylaea rahti (Tho.) bei den Campylaeen ist durch- 
aus unsicher. Nie^^and hat bis jetzt ein lebendes Analogon 
für sie gefunden. Im paläarktischen Gebiet gibt es kein 
solches, aber im insulindischen und australischen Tropen- 
gebiet zeigt die Gruppe des Geotrochus albulus (Le Guill.) 
so nahe Beziehungen^ dass ich die fossile Art und weiter 
die vor der Mündung auf der Kante auffallend buckelig 
oder winkelig abgesetzte, kleinere nordböhmische Hx. ob- 
tusecarinata Sbgr. (21 Stücke in meiner Sammlung, davon 
18 ohne Bänder, 3 mit Bandstellung 00045) und vielleicht 
auch noch Hx. 7'einensis Gobanz aus dem Mittelmiocän 
von Steiermark als Mischtypen und Vorfahren von Geotrochus 
auffassen möchte. 

Bei den Pentataenien kann ich mich kurz fassen. 
Für der Sache ferner Stehende sei bemerkt, dass die Fünf- 
zahl der Bänder, der die Gruppe den Namen verdankt, 
kein besonders wesentlicher Charakter oder Vorzug der- 
selben ist, da wir überdies eine ganze Anzahl von tropischen 
und subtropischen Helix-GruipT^en kennen, die die gleiche 
Bänderzahl aufweisen. Mein Neffe gibt p. 17 selbst zu, 
dass wir den grössten Teil der Genera dieser Unterfamilie 
, einstweilen" nicht ins Tertiär zurückverfolgen können. Ich 
gehe weiter. Bei meiner Kenntnis des mediterranen und 
österreichisch-ungarischen Jungtertiärs halte ich dieses Zu- 



— 114- — 

rückvertblgen auch für liio Zukunft für aussichlslos. Es gibt 
eben keinr Nachkonnuoii von SchnecktMiarton, die vor 
Millionen von Jahren ausgestorben sind, und kann sie nicht 
geben. Eine stattliche Anzahl von (^nsten Forsehern liat 
danach unter den fossilen und unter den lebenden Formen 
ihr Leben lang gesucht, aber keiner hat sie gefunden. 
Niemand hat bis jetzt einen näheren Verwandten von Helin' 
ihfexa A. Br., Hx. Jiorhdana A. Dr., die in extremer Aus- 
bildungdurchaus an molukkisch-australische(T<;o/rot7<M6' Arten 
erinnert, niemand einen Verwandten der Section Para- 
ehloraea Sbgr. (mit Hx. oxystODia Tho. als Typus), di(^ 
philippinischen Haliitus hat, oder der Hx. kinkelinl BIfg., 
Hx. grammorhaphe Bttg., Hx. bohemica Bttg. und Hx. (jiron- 
dica Noul. (der 1897 von Babor der subgenerische Name 
„Dialeuca" beigelegt wird) mit der ihr nahe verwandten 
Hx. siibsoluta Tho, entdecken können. Man wird mir ein- 
räumen dürfen, dass ich diese Arten, die z. T. erstmal? 
von mir unterschieden und beschrieben worden sind, hin- 
reichend gut kenne. Vor wenigen Minuten habe ich noch 
meinen Bestand von 196 tadellosen Stücken der Hx. bohemica 
durchgesehen. Unter ihnen finde ich, nebenbei bemerkt, 
ausser den von meinem Nefifen bereits angegebejien Bänder- 
formeln auch noch einmal die Formel 00045, einmal (123)45 
und i>inmal 0(23)45. Die Bandstellung 00300 zeigte sich 
bei 41 "/o; die Stellung 0(^345 bei 42 »/o aller Fälle, während 
mein Neffe auf 48°/o, resp. 35"/o kommt. Klika fand 
unter seinen 70 Stücken 4 ohne, 34 mit einem, 1 mit 2, 
20 mit 3, 9 mit 4 und 2 mit 5 Bändern. Diese Ver- 
schiedenheiten dürften sich leicht aus der besseren Er- 
haltung des mir zu Gebote stehenden Materials erklären. 
Ich würde bei der Veröffentlichung meiner neuen Arten 
sicher, wie ich es gewohnt bin, angegeben haben, ob sie 
mit den Pentataenien verwandt sind, wemi ich oder irgend 
ein neuerer Paläontolog-e. unter denen ich ausser den in 



— 115 - 

meiner früheren Arbeil ( rwäiinten doch noch Andrea e, 
B a b r , B r u s i n a , C o s s rn an n , Flach, v. J h e r i n g , 
Kinkelin, Klika, Löronthey, Neiimayr, Penecke, 
Sacco, Simroth und Slavik als auf meiner Seite 
stehend nennen möchte, auch nur die Möglichkeit gesehen 
hätte, sie an Tachea, Iberus und Maeularia der heutigen 
paläarktischon Fauna anzuschliessen. 

Und nun die einfache, höchst einfache Erklärung! 
Wir haben oben gehört, dass durch die gesamte Tier- und 
Pflanzenwelt des Oligocäns und Miocäns in Mitteleuropa 
der sichere Beweis geliefert isf, dass alle damals bei uns 
heimischen Organismen an ein zum mindesten subtropisches 
Klima angepasst waren. Also auch die Landschnecken 
lebten in subtropischen Temperaturen bei eisfreiem Strom 
im Winter. Jetzt auf einmal wird uns versländlich, warum 
ihre Schalen so zahlreiche und so merkwürdige Anklänge 
an heute noch lebende Tropenformen besilzon, Strophostoma 
mit dem Habitus eines brasilianischen Anostoma und Tri- 
ptychia und Palaeostoa mit der Spindelfaltenstellung einer 
brasilianischen Megaspira, und unter den Heliciden Formen 
von Chlorüis und Anklänge an Geotrochus, Coryda, Trachia 
und Ampelita. Diesen tropischen Habitus — um mich so aus- 
zudrücken — konnten sie vererben, solange die hohen 
Temperaturen anhielten. Aber schon im subtropischen 
Oligocän verschwindet z. B. die Gattung Cyrtochüus, und 
im üntermiocän starben die Sippschaften der Helix deflexa, 
im Mittelmiocän die der Hx. oxysto^na, im österreichischen 
Unterpliocän die grossen Arten der Galtung Galadochilus 
aus. Sie starben aus, ganz sicher, denn in den entgegen 
der Ansicht meines Neffen hinreichend gut bekannten süd- 
und osteuropäischen Obermiocän- und Pliocänschichten 
findet sich nirgends ein direkter Nachkomme derselben 
mehr. Ist es da nicht töricht, diese Heliceen des Oligocäns 
und Unterm iocäns, die sich durchaus als Mischtypen mit 



- HC — 

tropischem Gepräge und z. T. als echte Tropenfbrmen dar- 
stellen, mit Gewalt durch die Namen Pentataenia, Tachea 
usw. zu Pentataenien stempeln zu wollen, wo — wir 
dürfen dreist sagen — nachweislich keine dieser Arien 
Ahnherr und Vorfahre einer solchen heute noch lebenden 
Art oder Gattung gewesen sein kann? Wer beim Rück- 
gange des Klimas am Leben bleiben wollte, musste sich 
umwandeln oder auswandern, sonst verfiel er rettungslos 
dem Tode. Viele von den damaligen Tropentieren und 
Pflanzen shid (ob nun veranlasst durch Simroths Pen- 
dulationstheorie oder nicht, ist hier nebensächlich) rechts 
oder links ausgebogen und entweder auf der wohl bis zum 
Untermiocän offenen amerikanischen Landbrücke nach Westen 
oder direkt auf dem Landwege nach Osten, nach Tropisch- 
Asien, gewandert. Manche, wie die aus dem mitteleuro- 
päischen Miocän und Pliocän bekannte Gattung Clavatula, 
sowie Ranella laevigata, Mitra serobiculata, Nassa limata 
und JV. clathrata haben nach Th. Studer schon an West- 
afrika bei dieser Wanderung Halt gemacht, einige, wie 
Tympanotonus, schon in der Oligocänzeit. Wer nicht wan- 
dern konnte, blieb sitzen und starb entweder mit Kind 
und Kegel aus, oder — und das ist die Minderzahl — ihre 
Form passte sich an das rauhere Klima an und überdauerte 
die Tertiärzeit. Dahin gehören aber nur sehr wenige 
kleinere und kleinste Arten, während die überwältigende 
Anzahl der mittelgrossen und grossen Formen auswanderte 
oder unterging. Von der Einreihung in Tachea usw. kann 
aber für diese Arten schon deshalb nicht die Rede sein, 
weil diese Untergattung ja für die jetzige Lebewelt Europas 
aufgestellt worden ist, von der ich glaube den Nachweis 
geliefert zu haben, dass sie mit der alten Hochheimer und 
Wiesbadener Fauna gar keine Verwandtschaftsbeziehungen 
hat und haben kann. Dass Helix subsiilcosa Tho., Hx. 
rugulosa v. Mts. und Hr. mo(juntina Desh. Vorläufer der 



— 117 — 

jetzigen Gruppe der Ar. nemoraUs-hortensis sein können, 
will ich schliesslich noch zugeben, da hier in der Tat ge- 
wisse, wenn auch nur schwache Schalenähnlichkeit zwischen 
den alten Typen und den lebenden Formen gefunden werden 
kann. Aber auch hier Mischtypen, keine allzu nahe Ueber- 
einstimmung. 

Um zum Schluss zu kommen, möchte ich endlich 
noch anführen, dass die Frage, ob die europäischen oligo- 
cänen und miocänen Formen in alttertiärer Zeit nach 
Amerika und Asien ausgewandert sind, oder ob wir sie 
damals von dort durch Einwanderung erhalten haben, nicht 
so ohne weiteres lösbar ist. Ich neige mich zu der An- 
sicht, dass in den meisten Fällen wir die Gebenden und 
Amerika und Tropisch-Asien die Empfangenden gewesen 
sind, und stütze mich dabei auf die Tatsache, dass diese 
alten Formen bei uns zuerst aufgetreten sind, da sie dem 
Eücän und überhaupt dem Tertiär Amerikas fehlen. Aber 
in einigen Fällen haben wir doch vielleicht Anlehen an 
die Tropenländer Amerikas und Asiens gemacht, und zwar 
da, wo heute noch dort ein grosser Stock von Arten sitzt. 
Das ist z. B. der Fall bei den Nenien Südamerikas (etwa 
50 Arten), die recht wohl die Stammväter der fossilen 
europäischen Laminifera- Arien sein können, während die 
zahlreichen Chlor itis-Avien Südasiens und Australiens uns 
in der Eocän- und Oligocänzeit mit unseren spärlichen und 
seltenen fossilen Arten versorgt haben mögen. 

„Unsere heute in Deutschland lebenden (Tachea- und 
Helicogena-) Arien treten im Plistocän auf" (G. B o e 1 1 g e r , 
1. c. p. 18). Ich kann diesen Satz nur unterschreiben und 
habe ihm nichts hinzuzufügen. Die alten Formen sind eben 
gar keine Tacheen und sind in Gestalt, Bänderstellung und 
Skulptur, namentlich aber in der Mund- und Lippenbildung 
von jeder der bekannten lebenden Arten grundverschieden. 
Die echten Tacheen sind überhaupt erst im Mittelmiocän 



— WH 

aus Südost-Europa (Oesleri'eicli-Uiijjfarn) oder Südeuropa 
(Italien) bei uns eingewaiiderl. Umgekehrt aber müssen 
viele von den heute in tropischen Ländern lebenden Land- 
sehneckengattungen als Nachkommen von Mischtypen des 
EocänSjOligocäns undMiocäiis von Europa angesehen werden. 



Verzeichnis der iiosttertiären Fauna der böhmischen 
Weichtiere. 

Von J. Babor und J. Noväk in Prag. 
Seit Jahren beschäftigt mit Studien über unsere ein- 
heimische Molluskenfauna haben wir ein möglichst voll- 
ständiges Verzeichnis aller bis jetzt gefundenen Formen 
zusammengestellt, welches bereits pubhkations würdig er- 
scheint. Als chorologischf Basis haben wir diejenige 
geologisch-geographische Einheit gewählt, welche man als 
die böhmische Masse bezeichnet. Die (früher oft „hereynische" 
genannte) höhinisclie Masse setzt sich bekanntlich aus dem 
archäischen böhmischen Massiv und einigen Bestandteilen 
des variscischen Bogens zusammen, sodass unser Gatalog 
nicht nur ausschliesslich die Weichtiere Böhmens enthält, 
sondern auch angrenzende Streifen Bayerns, Sachsens, der 
Lausitz, den sudetischen Anteil Schlesiens, der Grafschaft 
Glatz, Mähren mit Ausschluss der östlichen carpathischen 
Partien und auch etwas von Nieder- und Oberösterreich 
umfasst. Um die Fauna auch mit Rücksicht auf ihre 
natürliche Entwicklung in der Zeit einheitlich darzustellen, 
haben wir uns entschlossen, neben recenten auch die 
l)listocaenen und holocaenen Formen anzuführen. Die in 
unserem Gebiet erloschenen Formen sind mit einem 
Kreuzchen (f), die überhaupt schon ausgestorbenen mit 
zwei Kreuzchen (ff) vor ihrem Namen versehen. Selbst- 
verständlich haben wir die gesamte hierhergehörige Literatur 
berücksichtigt, aber die grösste Mühe haben wir einermög- 
lichst weitgehenden persönlichen Gontrolle geopfert und 
dürften annehmen, in dieser Hinsicht grosses Glück gehabt 



- 119 - 

zu haben. Das Meiste von Wichtigkeit können wir aus 
eigener Anschauung bestätigen, und viel haben wir über- 
haupt durch eigene Aufsammlungen zum crstenmale con- 
slatiert. Trotz der gebührenden Berücksichtigung der 
Anatomie zu systematischen Zwecken verhalten wir uns 
der actuellen Sturm- und Drangperiode der Systematik 
gegenüber etwas reserviert und noch weniger fröhnen wir 
einer unbegründeten Synonymiemanie, um vielleicht aus 
chronologischer Prioritätspietät selbst sprachliche und 
Schreibfehler zu conservieren ; übrigens erhellt unsere 
Stellungnahme zur herrschenden Mode aus der Durch- 
führung des Gatalogs selbst. Abgeschlossen haben wir 
unser Verzeichnis im Dezember 1908, und verzichten 
momentan noch auf nähere Fundortangaben und andere 
Anmerkungen, von unumgänglichen Einzelheiten abgesehen, 
indem wir hoffen, auf dieser Grundlage der Enumeration 
ehebaldigst zum Prodrom us der böhmischen malakozoo- 
logischen Fauna schreiten zu können. 

A. Gastropoda. 
I. Pulmonata. 
Stylommatophora. 
Farn. Testacellldae. 

1. Gen. Daudehardia Hartm. 

1. Daudebardia [Eudaudebardia W. : Rufina Gl.] rufa Fer. 

var. viridis Reuleaux (s. silesiaca A. Wagn. ?). 
subsp. Heldii Gless. 

2. Daudebardia [Eudaudebardia W. : Ruüna GL] brevipes 

Drap. 

Farn. Lilinaoidae. 

11. Gen. Amalia*) Moq.-Tand. (s. Milax Gray). 

3. Amalia [Tandonia Less. Sc Polion.] marginata Drap. 

var. rustica M.-T. 



*) Anatomisch gehört zwar Amalia M.-T. eh^r zu den Heliciden 
(Lehmann 1868, Simroth 1885, Babor 1894 et seq ). aber im 
Verzeichnis belassen wir sie einstweilen unter den Limaeiden. 



20 



4. Amalia [Tandonia Less. & Pollon.] gracilis Leyd. 

III. Gen. Agriolimax Mörch. 

5. Agriolimax [Agriolimax Mörch. s. slr.] agreslis L. 

forma reticulatus Moll. 
„ tristis Moq.-Tand. 
„ concolor Ulic. 
„ silvaticLis Moq.-Tand. 
siibsp. subagrestis Sirnr. 

6. Agriolimax [Hydrolimax Mörch] laevis Müll. 

var. griseus Taylor. 

„ pallidus Schrenk. 
f. flaviciypeus (Dum. & Mort.) Noväk. 
subsp. piceus Noväk. 

IV. Gen. Malacolimax Malm. 

7. Malacolimax [Malacolimax Malm s. str.] tenellus (Nilss.) 

Müll, 
f. cereus Held, 
f. cinctus Heynem. 
f. fulvus Norm. 

8. Malacolimax [Malacolimax Malm] Mräzeki Simr. 

V. Gen. Limnx (L.) Müll. 

9. Limax [Lehniannia Heynem. seu Simrothia Gless. part.] 

arborum Bouch. (s. marginalus Müll.) 
f. glaucus Glarke. 
f. nemorosus Baudon. 
f. submaculatus Gocker. 
var. Dianae v. Kimakovv. 

10. Limax [Eulimax (Malm.) Bab. resp. Lehmannia Heyn. 

seu Simrothia Gl. part.] flavus L. (s.variegatusDrap.) 
var. antiquorum Sowerby. 
var. ßreckworthianus Lehm. L griseus Roebuck, 

11. Limax [Eulimax (Malm.) Bab. resp. HeynemanniaWesterl.] 

maximus L. 
subsp. cinereoniger Wolff. 



— 121 ~ 

cinereoniger Wolif f. lucluosus M.-T. 
, f. ater M.-T. 
„ »f. pallescens Dum. & Mort. 

„ „f. verus Dum. & Mort. 

„ » f- gualtierii Less. & Poll. 

„ „ var. Bielzii Selb, 

subsp. cinereus List. 

, , „f. vinosus Baudon. 

, „ „f. cellarius d' Argenville. 

» „ „ var. unicolor Heynem. 

, , „ „ f. Krynickii 

Kolenati. 
VI. Gen. Bielzia Cless. ('s. Limacopsis Simr.) 

12. Bielzia coerulans Bielz (=„Limax" Schwabi Frauenf.) 

var. incompta v. Kimakowicz. 

Farn, Vitrlnldae. 
Subfam. Vitrininae. 
VII. Gen. Vitrina Drap. 

13. Vitrina [Phenacolimax Stab.] pellucida Müll. 

var. perforata Weslerl. 
var. brunnensis Ul. 
var. Dillwyni Jeff. 

14. Vitrina [Semilimax Stab.] diaphana Drap. 

var. Jetschini West, 

15. Vitrina [Semilimax Stab.] Kubesi (Klika) Noväk. 

16. Vitrina [Semilimax Stab.] Kochi Andreae. 

17. Vitrina [Semilimax Stab.] elongata Drap. 

var. lusatica Jordan. 

Subfam. Hyalin i in ae. 
VIII. Gen. Hyalinia Agass. 

18. t Hyalinia [Euhyalinia Alb.] Drapanaldii Beck. 

var. austriaca A. J. Wagner. 

19. Hyalinia [Euhyalinia Alb.] cellaria Müll. (-1- mut. ma- 

culata Sow.) 



— 122 

f. albidu W. (= „albina" W.) 
f. obscuia LüC. 
f. major Ulicny. 
var. silvatjca Mörch. 
var. chersa Bourg. 

20. Hyalinia [Euhyalinia Alb.J glabra (Stud.) Fer. 

t var. subglabra Bourg. 
var. striaria West. 

21. Hyalinia [Euhyalinia Alb.] alliaria Miller. 

22. Hyalinia [Polila Held.] nitidiila Drap. 

subsp. margaritacca A. Schmidt. 

23. Hyalinia [Polita Held.] nitens Mich. (4 mut. albiiia). 

f. beryllus W. 

f. minor Gless. 

var. albida Riemenschneider (= „albina" Riem.) 

24. Hyalinia [Polita Held] dcpressa Sterki. 

25. Hyalinia [Polita Held] lenticularis Held. 

var. pura Aid. 

26. Hyalinia [Polita Held] hammonis Ström (s. radialula 

Aid. s. striatula Gray.) 
var. viridula Menke. 

27. Hyalinia [Vitrea Fitz: Anomphala W.] diaphana Stud. 

(s. contorta Held.) 
f. major Locard. 

28. Hyalinia [Vitrea Fitz: Grystallus Lowe.] rfubriiuata Reinh. 

29. Hyalinia [Vitrea Fitz: Grystallus Lowe] crystallina Müll. 

var. Orientalis v. Kim. 
var. subterranea Bouig. 
var. humulicola Mab 
var. complanata Jeffr. 

30. Hyalinia [Vitrea Fitz: Grystallus Lowe] transsilvanica 

Gless. 
3L Hyalinia [Vitrea Fitz: Grystallus Lowe.] contracta West, 
var. subcontrac'ta Wagner, 
subspec. Dubreuili Gless. 



— 123 - 

32. Hyalinia [Vitrea Fitz: Cryslallus Lowe.] moravica 

Westerl. 

33. t Hyalinia [Vitrea Filz: Hydatina West] pseudohyda- 

tina Bourg. 

34. Hyalinia [Vitrea Fitz : Hydatina West.] inopinata Ulicny. 

IX. Gen. Zonitoides h ann. 

35. Zonitoides nitidus Müll. 

36. Zonitoides petronellus (Gliarp.) Pfr. einend.*) 

X. Gen. Zonites Montf, 
87. Zonites [Aegopis Filz.] verticillus Fer. 

var. mixtus Westerl. 
tt var. acieforrnis Klein, (s. praecursor Weiss.) 

Farn. Nanlnidae. 

XI. Gen. Conulus Fitz. 

(s. Trochulus Dillw. s. Ernstia Jouss. s. Arnouldia Bourg). 

38. Conulus [Euconulus Reinh.] fulvus Müll. 

(+ mut. pallescens Heinh.) 
var. praticola Reinli. 
t var. Mortoni Jetfr. 
f. Alderi Gray. 

Faiii. Arlonidae. 

XII. Gen. Arion Fer. 

39. Arion enipiricorum Fer. 

f. rufus Moq.-Tand. (mit den Farbenvarietäten flaves- 

cens Fer., Schranckii Kaien., luteus Razoum. und 

succineus Moq.-Tand.) 

f. Swammerdamii Kalenicz. (s. marginellus Schranck.) 

f. Aldrovandii Kaien, (s. ater M.-T, non L. s. niaurus 

Held.) 

*) Nach unseren anatomischen Untersuchungen gehört Hyahnia 
pelronclla Pfr. zur Gattung Zonitoides Lehin., da sie genau in derselben 
Art und Weise, wie nitidus Müll., arboreus Say u. s. w. Pfeilsack 
mit Pteil u. s. w. besitzt; die nächste Art dürfte vielleicht die H. nor- 
vegica Esm, sein. 



_ 124 - 

40. Arion subfuscus Drap. 

subsp. Draparnaldii Bab. 

s. slr. 

f. typus Pol Ion. 

f. Mabillianus ßourg. 

f. Gaudefroyi Mab. 

f. succineus Bouillet. 

f. transsylvanus Simr. 

f. atripunctatus Dum. & Mort. 

f. bicolor van den Broeck. 

f. Vormanni Loens. 

41. Arion fusciis Müll. 

f. Boettgeri Pollon. 
f. Dvoräki Babor. 

42. Arion brunneus Lehm. 

43. Arion flavus Nilss. (non Müll, apud Gl.) 

var. ulcii Babor. 

44. Arion flagellus Coli. 

45. Arion hortensis Fer. 

46. Arion intermcdius Norm. (s. minimus Simr. s. flavus 

Müll, apud Gl.) 

47. Arion Vejdovskyi Bab. & Kostäl. 

48. Arion fascialus Nilss. (s. Bourguignati Mab.) 

f. Ferussaci Kalenicz. emend. 
subsp. ambiguus Pollon. 

Farn. Helioldae. 

Subfam. Helicinae. 

XIII. Gen. Punctum Morse. 

49. Punctum pygmaeum Drap. (+ mut. albinum.) 
XIV. Gen. Patula Held (s. Pyramidula [Fitz.] Pilsbry.) 

50. Patula [Discus Fitz.] rotundata Müll. (-\- mut. albina, 

+ mut grisea W., -|- mut. pallida Baud.) 
var globosa Friedel. . 
var. Turtoni Flem. 



— 125 — 

51. Patula [Discus Fitz.] ruderata Stud. 

52. t t Patula [Discus Filz.] ruderoides Mich. 

53. Patula [Goniodiscus Fitz.] .solaria Menke. (+ mut. albina.) 

54. Patula [Pyramidula Fitz. .'^. slr.] rupestri.s (Stud.) Drap. 

f. rupicola Stab, 
f. sexatilis Hartm. 
f. subglobosa Bourg. 

55. Patula [? subg.] spec. ? cf. Hauffeni F. Schm.*) 

XV. Gen. Helix L. 

56. t Helix [Vallonia Risso] tenuilabris A. Braun. 

57. t Helix [Vallonia Piisso] cyclophoreila Ancey. 

58. Helix [Vallonia Risso] pulehella Müll. 

t t var. costellata A. Braun, 
t t f. laevis Sandb. 

59. Helix [Vallonia Risso] costata Müll. 

60. t Helix [Vallonia Risso] excentrica Sterki. 

61. t Helix [Vallonia Risso] declivis Sterki. 

62. Helix [Acanthinula Beck.] aculeata Müll. (-|- mut. albina.) 

var. sublaevis West. 

63. Helix [Trigonostoma Fitz.] obvoluta Müll, (-f- mut. 

pallida M.-T.) 
f. dentata West. 
f. edentata West. 
G4. Helix [Trigonostoma Fitz.] holosericea Stud. (-j- monstr. 

scalaris -f- mut. albina) 
f. tridentata Ulicny. 

65. Helix [Isognomostoma Fitz.] per.sonata Lam. 

var. debilis West. 

66. Helix [Petasia Beck] bidens Chemn. 

t var. dibothrion Friw. (s. major Rossm.) 
f. minor Sandb. 

67. Helix [Perforalella Schlüter] unidentata Drap. (-|- mut. 
t magna.) 

*) Bisher nur unzulängliches Material vorhanden (^Böhmerwald). 



- 126 — 

f. minor West. 

f. anodonta Tschap. 

68. Helix [Perforatella Schlüter] edentula Drap. 

69. Helix [Perfoiatella Schlüter] leucozona (Ziegl.) C. Pfr. 

var. carolothermensis Noväk. 

70. Hehx [Trichia Hartm. s. Gapillifera Honigmann] hispida 

L. (-|- mut. albina.) 
t var. gyrata West, 
var. nebulata Menke. 
t var. septentrionalis Cless. 
var. conica Jeffr. 
var. concinna Jeffr. 
var. nana Jeffr. 
f. nitida Baud. 

71. Helix [Trichia Hartm.] subplebeja Less. 

72. t t Hehx [Trichia Hartm.] terrena Cless. 

73. Helix [Trichia Hartm.] sericea Drap. (-|- mut. plana 

Milachev. -\- mut. globularis G. Pfr.) 
f. cornoola Cless. 
t t var. glabella St. {~\- mut. expansa GL, -f mut. 

dubia Gl.) 
var. liberta West. 

74. Helix [Trichia Harlm.] rubiginosa (Ziegl.) A. Schm. 

75. t t Helix [Trichia Hartm.] raripila Sandbg. 

76. Hehx [Trichia Hartm.] alveolus Sandbg.*) 

77. Helix [Trichia Hartm.] Glessini Ulicny. 

78. Helix [Trichia Hartm.] Lubomirskii Stosarski. 

79. Helix [Trichia Hartm.] pielruskyana (Parr.) Pfr. (s. 

villosula (Z.) Rossm.) 

80. Helix [Trichia Hartm.] umbrosa Partsch. 

f. minor Rossm. 

*) In Deutschland eine ausgestorbene plistocaene Form, al)er 
in Böhmen wurde sie lebend angetroffen (bei Nimburg in mittel- 
böhm. Elbegebiet.) Nach Caesar R. Boettger (1909) zur Per- 
foratella Schlüt. gehörig. 



- 127 — 

81. Helix [Euomphalia West.] strigella Drap. 

t t var, semirugosa Sandbg. 

82. Helix [Monacha Hartm.] incarnata Müll. (+ "int. pnlli- 

dula M.-T., + mut. obtecta W.) 

83. Helix [Monacha Hartm.] vicina Rossm. (s. carpathica 

Friw.) (+ nmL albina). 

84. Helix [Enlota Hartra.] fruUcum Müll, (-f- mut. unifas- 

ciata Bttg'., + mut. cinerea Poir., + mut. conoides 
West. + mut. magna + niut. rufula M.-T. -f 
mut. formosa M.-T., -|- mut. parva + mut. rubella 
M.-T., + mut. fuscosa M.-T.) 
t var. turfica Slavik (af'^n. insular um Cless., perde- 
pressa Germ., Anderson] Cless., nivalis Kormos etc.) 

85. Helix [Helicella Hartm.] obvia Htm. (s. candicans Ziegl.) 

(+ mut. usta Held. + mut. alba, + aberr. ano- 
mala West.) 

86. Helix [Helicella Hartm.] ericetorum Müll. (+ mut. 

albina). 

87. Helix [Striatella W.j striata Müll. 

var. Nilssonia Beck. 

88. Heliy [Striatella W.] candidula Stud. (-|- mut. unicolor 

Loc.) 

89. t t Helix [Striatella W.] intersecta Poir. (s. caperata 

Mtg.) var. Nebeskyi Bab. 

90. t Helix [Striatella W.] cf. apicalis Lam. var. Mühlfeld- 

tiana Ziegl. 

91. Helix [Theba Risso] carthusiana Müll. (s. carthusia- 

nella Dr.) 

92. Helix [Ghilotrerna Leach] lapicida L. (+ mut. roseo- 

tincta Cless. -j- mut. albina.) 

93. Helix [Campylaea (Beck) v. Jher. : Eucampylaea W. : 

Faustina Kob.] faustina Ziegl. 
V. citrinula Ziegl. 
V. Charpentieri Scholtz. 
var. sudetica Charp. 



- 128 — 

var. sativa Ziegl, 
var. associata Ziegl. 
var. fortunata Parr. 

94. Holix [Gampylaea (Beck) v. Jher. : Eucanipylaea W. : 

Faustina Kob.] ichthyomma Held. var. ochroleuca 
Bab. & Kostäl. 

95. t t Helix [Gampylaea (Beck) v, Jher.: P]ucampylaoa 

W.: Drobacia Brus,] banatica (Partsch) Rossm. 
subsp. canthensis Beyr. 

96. Helix [Arionta Leach] arbustorum L. (+ mut. albina, 

-f- mut. magna, + aberr. sinistrosa.) 
var. picea Rossm. (s. luctuosa Slavik). 
var. trochoidalis Roflfiaen. 
var. Jetschini Kob. 
V. alpicola Fer. (s. alpestris Pfr.) 
var. moravica Gless. 
f. lutescens Dum. & Mort. 
f. depressa Held. 

97. Helix [Tachea Leach] hortensis Müll, (-f mut. albina, 

+ mut. castanea Borchhard.) 
f. fuscolabiata Kregl. 
f. roseolabiata Ul, 
f. nigrolabiata Goldf. 
var. crassa Westerl. 
var. minor West, 
var. cf. ludoviciana d'Aumont. 

98. Helix [Tachea Leach] nemoralis Müll. 

t t subsp. tonnensis Sandb. 

99. Helix [Tachea Leach] vindobonensis Fer. (s. austriaca 

Mühlf.) 
f. minor W. 
f. conoides W. 

f. pallescens F^r. (s. expallescens Ziegl.) 
t prox. var. nigra W. (Fortsetzung folgt). 



- 129 - 
Hydrobia 8ta§:nalis Baster. im SUsswasser. 

Von 
K. Hashagen. 

Ende Oktober 1908 fand ich in Bremen zwischen der 
Grossen Weserbrücke und der Kaiserbrücke auf der rechten 
Seite der Weser eine HydrobiC; die mir Herr S. Glessin, 
dem auch an dieser Stelle für die freundliche Bestimmung 
der beste Dank ausgesprochen werden soll, als stagnalis deter- 
minierte. Sie findet sich hier in reinem Süsswasser mit 
Limnaea ovata Drp,, Ancijlus ßuviatilis MüW., Viviparus fas- 
ciatiis Müll., Bithynia tentaculata L,, Neritina fluviatilis L., 
Sphaeriutn rivicola Leach und scaldianum Norm, zusammen. 
In der Nähe kommen auch Anodonten und Unionen vor. 
Die Art hat sich hier einen eigentümlichen Aufenthaltsort 
ausgesucht. Grosse Steine, die ins Wasser geworfen sind, 
und Ziegelsteine, die sich von eingesunkenen üfermauern 
losgelöst haben, welche bei tiefer Ebbe und anhaltenden 
Ostwind aus dem Wasser hervorragen - nur dann ist die 
Art zu sammeln — , bedecken dort den Sandgrund. Unter 
diesen Ziegelsteinen, die mit der Breitseite dem Sande auf- 
liegen, und denen an der Unterseite meist noch etwas Mörtel 
anhaflet, findet sie sich in kleinen Vertiefungen und Höhlen, 
meist mehrere beisammen. 

Die nächste bekannte Fundstelle dieser Art in der 
Weser, die, beiläufig bemerkt, liier etwa 130 m*) breit ist, 
liegt, wie Herr Borcherding mir mündlich mitteilte, 68 km 
weiter flussabwärts bei Bremerhafen ; bei Brake, 40 km 
stromab von Bremen wird das Wasser erst brackisch, während 
dagegen in Bremen selbst bei den höchsten Springfluten 
nichts davon zu bemerken ist. Durch die 1880 begonnene 
Korrektion kann die Flutwelle der Nordsee viel ungehin- 
derter vordringen. Sie gelangt jetzt meistens bis zum 

*) Die Angaben über Breite, Flusshöhe usw. sind entnommen 
aus ßuchenau, Die freie Hansastadt Bremen, 



130 - 

Hemelinger Stainvork, i-egelniässig bis Bremen, während 
vor der Korrektion, wo das Flussbetl. arg versandet war, 
davon niclit die Rede sein konnte. Die Flussliöhe bei 
Ih-emen beträgt durcb-clinitllicli 1 Meter. Die 68 km lange 
Strecke von Bremerhafen bis Bremen legt die Flntwellc in 
3 Stnnden 10 Minuten zurück also verhältnismässig sehr 
schnell. Vor 1880 ist die Schnecke von Borcherding. der, 
wie er mir mitteilte^ gerade sehr eifrig nach Hydrobiinen 
gefahndet hat, nicht an dem Fundort aufgefunden worden. 
Man kann m, E. mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass die 
Art durch die Weserkorrektion hier eingewandert ist, und 
sich an das Süsswasser akklimatisiert hat, zumal sie gar nicht 
sehr zahlreich und erst an einer beschränklon Stelle vor- 
kommt, was auf o'm spätes Eindringen schliessen lässt. Die 
Ansiedlung wurde ihr sicher sehr erleichtert durch den 
grossen Salz- und Kalkreichtum der Weser. Auf 1 cbm 
Wasser kommen nämlich neben anderen Bestandteilen 
62,25 g Chlornatrium, 5,9 g Chlorkalium, 80 g Kalk und 
77 g organische Substanzen.*) Die 9,3 Milliarden Kubik- 
meter Weserwasser, welche jährlich an Bremen vorbei- 
fliessen, enthalten demnach ca. 570 iMill. kg Kalk und 580 Mill. 
kg (eine ungewöhnlich hohe Menge) Kochsalz (Huchenau). 
Das Oberflächenwasser der Nordsee enthält dagegen aber 
3,5 °/o Kochsalz. 

Die Art kommt hier in sehr w^echselnder Grösse vor, 
bei Windungen : 4,5 nmi Höhe und 2,3 mm Brrile bis 
6 nun Höhe und 3 mm Breite. Der Deckel ist ausge- 
sprochen rotgelb, der Mundsaum etwas erweitert, das Ge- 
häuse mit einem J)raunen Ueberzuge bedeckt, nur bei 
jüngeren Exemplaren ist die hornbraune Grundfarbe (leid- 
lich zu erkennen. Einzeln kommt unter der Stammform 
auch eine deutlich gekielte Form vor, die sich mitunter 

*) K. Kissling, Ueljer den Gelialt des Weserwassers an festen 
Stoßen. (Abhandig, IJrenien, 1888, X., p. 141, 142). 



- iai - 

soweit steigert, dass die Umgänge Ireppenförmig gegen ein- 
ander abgesetzt sind. Wie Glessin mir mitteilte, ist diese 
gekielte Form ihm noch nicht vorgekommen. Einstweilen 
hat sie noch keine IJerechtigung zur Ausscheidung als 
Varietät, da sie durch Uebergänge mit der Normalform 
verbunden wird. Später mag sie hier vielleicht konstant 
werden. Diese Verstärkung der Umgänge ist zweifellos 
eine Anpa.ssung an den Fundort, vielleicht ein Schutz gegen 
das Zerdrücktwerden, und mag, wenn die Art sich hier 
halten sollte, mit der Zeit überhand nehmen. Eine ähnliche 
Kielnnlage find(»n wir ja auch bei der Flussform der Val- 
rata piscinalis Miill., der Valvata fiuviatilis Golb., die auch 
in der Weser vorkommt. 

Dieser Fundort, fiir Hydrohia stagnaUs Daster. der 
südlichste in der Weser, ist für Neritina flimatilis L. der 
nördlichste, die auch noch bei Hann. Münden, Grohnde, 
Latferde und Minden vorkommt. 

Die Art, die ein sehr interessantes Beispiel der An- 
passung bildet, hält sich hier hoffentlich. 



Ueber einige neuseeläudische Chitouen. 

Suter hat in vor. Nummer des Nachrichtsblattes eine 
Berichtigung der Namen einiger von C. v. Wisset bear- 
beiteten neuseeländischen Ghitonen gebracht, und zwar 
nach den Beschreibungen und nach seiner Kenntnis der 
dortigen Arten, doch ohne das Material selbst gesehen zu 
haben. Ich habe das letztere nachuntersucht und daraufhin 
einige der Namen berichtigt (Revision des Systems der 
Ghitonen. Zoologica, Heft 56 p. 8); meistens stimmen 
diese zu den von Suter angegebenen, doch ist Folgendes 
zu bemerken. 

Ischnoehiton frncticosus, wie v. Wisseid schreibt, ist 
meist /. longicymha (Q. & G.). Wie Suter dazu kommt, 



— \^2 — 

Bare Island in der Nähe von Vancouver zu suchen, ist 
mir unverständhch, es ist eine kleine Insel an der Ostküste 
der neuseeländischen Nordinsel und das eine dort gefundene 
Tier ist Ischnochiton melantenis (RochehTune)-parkeri Suter. 

Als Chaetopleura hahni sind einige Exemplare einer 
Plaxiphma-Art bezeichnet, die zwar der P. caelata ähnlich, 
aber doch deutlich verschieden ist. ich habe sie unter dem 
Namen P. schauinslandi beschrieben ; dabei lagen noch 2 
Exemplare einer neuen Acanthochites- Art (thileniusi). 

Suter erwähnt in seiner Mitteilung soviel ich weiss 
zum ersten Mal, dass Plaxiphora oUecta C2CC\^ew\GV-s\iter't 
Pilsbry ist, er gibt leider nicht an, woher er diese Kenntnis hat. 

Die Identität der neuseeländischen Acanthopleura- Avi 
mit der westindischen A. granulata (Gm.) möchte ich 
doch noch etwas anzweifeln, ehe sie nicht durch ganz 
genauen Vergleich einwandsfrei erwiesen ist. 

Dass Onithochiton marmoratus Wisset eine Varietät von 
undulntus (Q. & G.) ist. wie Suter nach der mangelhaften 
Beschreibung annimmt, ist unrichtig, ich habe in der 2. 
Hälfte meiner genannten Bearbeitung einige Angaben darübei- 
gemacht. Dr. Thiele. 

Concholoffische Miscelleu aus Heidelberg. 

Unterhalb der Stadt Heidelberg am linken Neckarufer 
liegt eine Insel, etwa 100 Schritte lang und 40—50 breit, 
welche mit Weidengebüsch und Gestrüpp verschiedener 
Art bewachsen, nur bei starken Hochwasser überflutet 
wird. Nachdem der Neckar im Winter 1808/09 zweimal 
eine Eisdecke hatte und zweimal bei sehr hohem Wasser- 
stande Eisgang stattfand, der erst Mitte Januar 1909, der 
zweite zu Anfang des Februar, zeigte sich nach Abfluss 
des Hochwassers, dass genannte Insel mit Muscheln aller Art 
geradezu besät war. Es waren die Schalen der meisten 



- 138 - 

im Neckar vorkoniriieiiden Anodunteii und Unionen. Der 
grösste Teil der Schalen war bereits leer, doch meist noch 
gut erhalten, ein anderer, nicht unbclräclitlicher Teil barg 
noch die Tiere, doch tot, oi'fenbar weil Im schlammigen 
Wasser erstickt. Man konnte kamu einen Schritt auf die 
Insel tun, ohne eine Anzahl Muscheln zu zertreten. Krähen 
und Raben machten begierig Jagd auf solche Muscheln, 
welche noch Tiere enthielten. In gleicher Weise waren 
die Gehäuse der Paludina fasciata in Menge angeschwemmt, 
jedoch meist leere. Diese Gehäuse waren namentlich in 
Bodenvertiefungen abgelagert, so fand ich z. B. in zwei 
vom Hochwasser angeschwennnten alten grossen Blech- 
töpfen je etwa 40 — 50 Gehäuse der genannten Wasser- 
schnecke, gleich als ob dieselben von Menschenhand zu- 
sammengefegt wären. 

Während die Schälen der Muscheln im Allgemeinen 
gut erhalten waren, hatten die Gehäuse der Paludinen viel- 
fach Löcher und Verletzungen infolge des Rollens über 
den Kies und die Steine. Manche Gehäuse waren auf die 
Stoppeln der abgeschnittenen Binsen und Schilfstengel so 
zu sagen frei aufgespiesst. 

Auffallend ist, dass diese Anschwemmung so zahl- 
reicher Conchylien nur auf der erwähnten Insel und sonst 
in der Umgebung Heidelbergs und an den Ufern nirgends 
stattgefunden halte. 

Weiter ist bezüglich des Erwachens der Landschnecken 
aus der ^Vinterruhe folgende Tatsache erwähnenswert. 
Nachdem daliier Wochen lang Trockenheit und meist Wind 
aus Norden und Osten geherrscht, trat am Ostermontag, 
den 12. April plötzlich Umschlag ein, in der Nacht ging 
ein heftiges Gewitter nieder und bei Süd- und Westwind 
fiel ausgiebiger Regen. Während bis daher, d, h. den 
Winter hindurch nicht eine einzige Landschnecke zu sehen 
gewesen, kamen solche einige Stunden nach diesem warmen 



- 134 - 

Regen in Menge aus ihrem Versleck hervor, z. B. hortensis, 
arbustorum, lapicida, Clausula Braunii^ biplicata und Panda. 
Als aber bei abermaUgem Nord- und Ostwind die Tempe- 
ratur sich wieder erniedrigte und Trockenheit eintrat, 
waren am 14. April genannte Schnecken nur noch ganz 
spärhch zu linden. Erst am 20. April bei abermaligem 
Regen und Wiederkehr des Süd- und Westwindes zeigten 
sich die Schnecken wieder in Menge und erstmals auch 
H. pomatia, die bis daher noch nicht erschienen war. 

Wilckers, Finanzral a. D. 



Diagnose einer neuen Aiclielix, 

Von 
Dr. W. K o b e I l. 

Archelix pallaryi (Koch mss.) 

Testa exumbilicala, depresse globoso-conica, solida, 
crassa, nitens, t'ore laevis, striis incrementi subtilissin)is 
tantum sculpla, lulescenti-albida, lasciis fuscis 4, duabus in 
spiram ascendentibus, pulcberrimc oruala. Spira depresse 
conica apice fusco haud prominnlo; sulura linearis vix im- 
pressa. Anfractus 5, leniler accrescentes, superi vis convexi, 
ultinnis major, compresso-rotundatus, })asi planiusculus, ad 
aperluram vix dilalatus, el distincto descendens, quadri- 
lasciatus, fascia infera semper, lerlia i)leiumque anguslioribu.'-'. 
Aperlura parva, perobliqua, valde lunala, ovato-sublriangu- 
laris, faucibus fuscescenlibus, lasciis Iranslucentibus; peri- 
sloma album, albolabiatum, marginibus late disjunclis, 
pariete aporlurali fusco lincto sed haud cidloso; margo 
externus medio produclus, declivis, cum basali stricto, cal- 
loso, intus fusco lincto angulum compresso-rotundatum 
formans. 

Diam. maj. 20, min. 18, alt. 13, lat. apert 10—11 mm. 

Macularia pallaryi Koch mss., Pallary in literis. — 



— 135 - 

Hab. Taforalt ini Gebicl der Beiii Snassen. Mir von 
Pallary zur Beschreibung und Abbildung niilgeleilt. 

Der Helix alabaslrites Mich, am nächsten stehend, 
aber die Mündung innen bräunlich überlaufen und auf- 
fallend kleiner und die ganze Gestall gechückler. 



Kleinere Mitteilunfe'en. 

In den „Blättern für Aquarienkunde" (eilt Herr Schreil- 
müller eine interessante biologische Beobachtung mit. Er 
hatte eine Anzahl Pisidien in ein Aquarium geworfen, in 
dem er Wassersalaniander züchtete. Er bemerkte sehr 
schnell, dass die kleinen Muscheln sich an die Zehen der 
Salamander klammerten und nicht eher wieder losliessen, 
als bis die Zehen abfielen ; auch mit t4cwalt waren sie 
nicht ohne Beschädigung der Zehen zu entfernen. Eine 
Verschleppung der Pisidien aus einem Tümi)el in den 
anderen ist also viel wahrscheinlicher, als man gewöhnlich 
annimmt. 

Literjilur: 

The Conchological Magazine; Vol. II No. 4. 

p. 15, Pilsbry, H. A. <fc Y. Hirase, uew larid snails fioui Korea. Mit 
Textfiguren. Neu: Aogista Icnuissima p. 16 fig. 1 — 3; — Clau- 
sula (Eupliaedusa) fusaniana p. 16, fig. 7,8; — Ena coreana p. 
17, fig. 4 — 5. Die beigegebenen Tafeln 29 und 30 der Japanese 
Marine Mollusca enthalten Nassa in sehr guter Ausführung. 

Cüziot, le Comni., Diagnose d' une nouveUe esphe de Palude- 
strina de l'Ue de Corse, et CompUment ä la Faune de 
Mollusques terrestres de cette ile. — In: Bull. Soc. Zool. 
France 1908, tome 33, p. 33—38, Avec figs. 
Neu: Paludestrina bigugliana und var. guilloni aus dem Etang de 
Biguglia. — 

Lindhohn W., die Mollusken des Baikal- Sees {Gastropoda 
et Pelecypoda), systematisch und zoogeographisch be- 
arbeitet. In: Wissenschaftliche Ergebnisse einer Zo- 



— 136 - 

ologischen Expedition nach dem Baikal -Sf-o unter 
Leitung des Professors Korolnetf in den Jahnen 1900 
bis 1902. Mit 2 Tafeln und 3 Abbildungen im Text 
4° 101 Seiten. 

Eine erfreuliche, grümlliclie Arhcil, wel'.hc die Zahl der aus (ieiii 
Baikal bekannten Arien auf laclir als das doppelle, von 41 auf 
89, bringt; nur 7 iJjdtowski'sche Arten sind nicht wiedergefunden 
worden. Najadeen hat aucii diese gründliche Forschung nicht 
vorgefunden. Zehn Prozent der Arten sind weiter verbreitet. 
Lindholni schliesst sicli der Ansicht von Th. Fuchs an, dass die 
Baikal-MoUuskenfauna eine Reliktenfauna sei, aber nicht eine 
solche marinen Ursprungs, sondern eine der Süsswasscrfauna, 
welche in der Congerienzeit die süssen Gewässer der südlich 
und östUch vom Baikal gelegenen Gebiete bevölkerte. — Als 
neue Arten werden beschiieben: Linuiaea auricularia intercisa 
Milhch- und lapidoria Milach. p. 5 t. 1 f. 72 und 71 ; — L. 
ovata petricola n. p. 7 f. ; — Choanouipholus andoussoviaiius p. 
10 f. 28-30; — Ch. incertus p. 12 f. 31—33; — Gh. korotnevi 
p. 13 f. 25 — 27; — (Achoanomi)Jialu.t u. subg.) eurystomus p. 16 
f. 22— 24; -- (A.) patulaeformis p. 19 f. 18—20; — (A.) gerst- 
feldtianus p. 20 t. 15—17; — (A.) westerlundianus j». 20 f. 1—3; 
— (A.) subrimatus p. 21 f. 12—14; — (A.) dybowskianus p. 22 
f. 7 — 9 ; — (A.) pygmaeus p. ÜJ2 f. 4—6 ; — (A.) microtrochus 
p. 22 f. 10, 11; — Suleifer n. subg. für Ch. schrenk. Dyb. p. 
23 ; — rianorbis (Gyraulus) rugulosus p. 25 f. ; — Ancylus 
(Pseudoncylus n. subg., Typus Sibiriens Gcrstf.) boettgerianus p. 
28 f. 37, 38; — Bythinia contortrix p. 30 f. 61, 62; — Kobel- 
focochlea n. gen. für Benedictia martensiaiia und gigantea, beide 
mit gi'ossera spiralgeAvundeneni llorndeckel. — (K.) niartensiana 
var, olchonensis p. 37; — Baikalia Mrts., die Gattung in 12 
Untergattungen geteilt, ohne besondere Berücksichtigung der 
Skulptur und vielfach abweichend von den älteren Arbeiten, 
eine sorgfältig durchgearbeitete üebersichlstabelle erleichtert die 
Bestimmung auch den artenreicheren Untergattungen sind Be- 
stini mungsschlüssel beigegeben. Monotypisch sind Liohaikalia 
(Martens) Dali, auf Leucosia stiedae Dyb. beschränkt; — Tera- 
tobaikalia n. für B macrostoma n. ; — DaikaUella n. für B. 
nano Milach ; — Dybowskia Dali für Ligea ciliata Dyb ; — 
Maackia Cless. für Ligea costata Dyb. — Als neu werden be- 
schrieben : (Ter.) macrostoma p. 43 f. 25—29 ; — (Baikaliella) 



137 - 

nana Mil, p. 44 f. 52—55; — (Baikalia s. slr.) bythiniopsis p. 
45 f. 1 — 4; — (B.) herderiaua p. 47 ; — (B.) variesculpta p. 48 f. 
5—10; — (B.) pusilla i). 49 f. 49—51; — (Parahaikalia) ko- 
lielliana p. 51 Textf. 1; — (P.) milachewiischi p. 51 Texlf. 2; 

— (P.) senienkevitschi p. 54 f. 30, 31 ; — (Pseudobaikalia) jeii- 
tleiiaua p. 55 1. 35 — 37; — (Ps.) subcylindiica p. 5B f. 43 — 45; 

— (Ps.) pulla venlrosula p 57 f. 32 ; — (Ps.) elegantula p. 57 
f. 41, 42; — (Ps.) tenuicosUita p. 5S f. 38—40; — (Ps.) cau- 
cellata p. 59 f. 33, 84; — (Godlcwskia) aiigigyra p. 64 f. 
56—58; (G) korotiiewi p. 65 f. 22—24; — (Cerstfeldtia) colu- 
mella p. 67 f. 46 — 48; — (Trach>ibaikalm) dybovvskiana p. 71 
Textf. 3 ; — Valvala ssoriensis abbreviata p. 72 f. 66, 67 ; — 
koroliievi p. 73 f. 63 — 65; — (Atropidina) laula Milach. rnss. p. 
74 f. 68—70; — (Liratina) baicaleiisis piiigera und demersa 
p. 78, 79; — Spliaeriuni capiduliferum Milacb. niss. p. 81 f. 51 ; 

— Pisidium baicaleuse decurtatum p. 83 f. 43, 44; — compla- 
natuai p. 84; — sublilcstriatuui }). 84 f.; — dubiuni p. 85 f. 
45, 46; — koretnevi p, 85 f. 47, 48; — noidenskioldi var. semeii- 
kevilsclii p. 86 f. 49, fO; — granuui p. 87. 

Dali, W. H. the Mollusca and Brachiopoda. Kepoiis on 
the Sei. Results of Ihe Expedition to the easiein 
Iropical Pacific by the Albatross froiu Oct. 1904 to 
Maich 1905. — In: Bull. Mus. IJaward College vol. 
43 110. 3. Cambridge, Oct. 1908 S. 206 - 487. 
VVith. 21 plates. 

Als neu beschrieben oder zum enstennial abgebildet werden: Acteon 
panalmensis p. 236 t. 2 t. 6 ; — Microglypliis inazalanicus p. 257 
t. 5 f. 7 ; — M. estuarinus p, 238 ; — Scaphander cyliudrellus 
p. 239 t. 8 f. 1 ; — Sc. decapitatus p. 240; — Sabatia (Sabatiua 
n.) planelicus p. 240; — Cylichnella (Bullinella) inca p. 242 t. 
2 f. 3 ; — C. (Cylichnium) pizarro p. 243 t. 2 f. 1 ; C. (C.j ala- 
hualpa p. 243 t. 2 f. 2 ; — Bullaria (Leucophysenia) morgana 
p. 244 t. 2 r. 4; — Terebra (trioterebrum) panamensis p. 250 
t. 5. f. 10; — (Str.) pedroana p. 251; — (Str.) balaenoruui j). 
252; — (Str.) lucana p. 252; — (Str.) bridgesi p. 253; — 
(Perirhoe?) Stylus p. 253; — Surcula fusinella p. 261 t. 24 f. 
7; — S. dolenta p. 262; — S. armilda p. 262; — S. notilla p. 
263; — S. dotilla p. 268 : — S. resina p. 364; — Drillia decenna 
p. 265; — Gemmula esuriens p. 265; — var. pernodata p. 266; 



188 



— G. hcrilda |-. 266; — G. i.eiiUiiiii;i }.. 267 L ] f. 7, t. 13 
f. 4; — G. eldüiaiiu p. ^08 l. 14 f. 8; — G. vicella p. 2U8 t. 
14 f. 5; — G. serilhi p, 209 L. 13 f. 9; — Leucosyrinx eiosiiia 
p. 209 t. 2 f. 1 ; — L. (?) chionelk p. 270 t. 14 f. 3 ; — L. (?) 
paciHca p. 270 t. 12 f. 3 ; — .Irenosyiinx persiinilis p. 271 l. 12 
f. 2; var. leonis p. 272; — Jr. (?) ciebristriata p. 272 t. 13 f. 
lO ; — ßorsonella a^asrizic p. 275 l. 1 f. 5 : — B. (]iej,'eiisis p. 
275 t. 13 f. 11: — B. saccoi p. 277; — B. coionadoi p. 277 
L 14 f 2; — Gyinnobela agoiiia allina p. 278 t. 14 f . 9 ; — 
G. egrgia p. 279 ; — G. esogonia {i. 279 t. 4 f. 3 : — G. xyloiia 
p. 290 t. 2 f. 3 ; — Pleuiotomella j»olystephauus p. 281 ; — 
VI ilinora p. 281; — PI. esilda p. 202; — PI. parella p. 282 
l. 14 f. 4; — Phyiiiorhynclnis caslaiiea p. 284 t. 1 f. 1; — 
Ph. oceanica p. 284; — Ph. clariiida p. 285 t. 1 f. 3; — Mangilia 
moviila p. 285 t. 14 f . 6 ; — M. cetulaca p. 287; — M. eiiora 
p. 286 l. 4 f. 6; — M. genilda p. 286 t. 13 f. 3; — M. sudiilinH 
p. 287 t. 13 f. 3; — M. eucella p. 287 l. 14 f. 3 ; — Clalliu- 
rella orariaria p. 288 L 14 f. 12; — til. panarnella p. 288 l. 14 
('. 1; — C;i. plicalella p. 289; — Glypliostonia iinuiaculaUi p. 
289 t. 1. f. 9; — Gl. thalassouia p. 290; — Daphuelhi iiupa- 
rella p. 291 L. 2 f. 2 ; — I). blauda p. 291 I.. 3 ). 1 ; -- I). 
corlezc p. 282 ; — Clinura monochorda \). 292 L 13 t. 1 ; — 
Cl. peruviana p. 293 t. 13 f. 2; — Caiicellaiia (Narona) exo- 
pleura p. 294; — (Merica) corbicula p. 294 l. 1 f. 4; — (M.) 
ceiilruta t. 1 f. 8; — (M) io t. 1 f. 2; -- (M.) iiiicrosoma p. 
296 l. 2 f. 10; — Adiiiele? californica p. 296 I. 4 f. 4; -- 
Adelonieloii beiilhalis l. 5 i. 8 ; — Traclolira spaiia p. 299 l. 2 
f. 7; — PLyolialractus califoniicus p. 299; — Solenosleira ele- 
gaiis 1). 300 l. 5 f. 6 ; ^ Fusiniis ]>anaiuensis ]). 301 ; - F. 
fragillis.simus p. 301 L. 12 f. 6; — F. ruficaiulaliis t. 5 f. 5; — 
Thalassophanes (ii. .su[)g. Trosclieliae) lauercJiei j). 304; — 
Triincaria bruniicocincLa t. 2 f. 6; — Volulopsius aiiiabilis ]). 
305 l. 11 f. 11; — Tbos cocosciisis t. 8 f. 5; — Hiina calelluH [i. 
307 t. 4 f. 1; — Tiitia exsarcus p. 308 t. 2 f. 12; — Anacliis 
lusidens p. 309 t. 2 f. 13; — Stroiubina edenlula p. 310; — 
Thais iiesiotes p. 311 : — Troplioii cilricus p. 311 ; — Trilonalia 
diniiiedea p. 313 l. 12 f. 4, 5 ; — Kpitonium (Ferminoscala n. 
siibg.) ferminianuui p. 316 t. 8. f. 8; — (F.) brunncopicluiii p. 
316 l. 8 f. 10; — (Slenorhylis) Uiibinuiu p. 317 l. 9 f. 5, 6, 
8; — Tritonoharpa (n. gen.) vexillata p. 320 t. 8 f . 7 ; — 
Bursa calcipicta p. 320 ; — Oocorys rotunda p. 332 l. 4 f. 9 ; — 



— 139 — 

C. elevata p. 332 t. 8 t. 9; — C. pacifica l. 4 f . 7 ; - Trivia 
atoniaria L. 12 f. 8, 10, 11; — Tr. panameiisis l. 12 f. 7, 9, 12; 

— Erato oligocostala l. 11 f. 8; — Geiithiodeinia pacifica p. 
324 ; — Sequenzia occidentalis p. 325 ; — S. slephanica p. 325 ; 

— Petalocoiichus coniplicatus p. 326; — Tunitella inariana p. 
327 t. 2 f. 14; — Architectoiiica radialis p. 327; — Choristen 
carpenleii t. 3 f. 4; — Capulus chilensis p. 329; — Hipponix 
delicala p. 331; — Natica olhello p. 322; — N. scethra p. 333 
t. 11 f. 5; — Polinices agujauus p. 334 t. 9 f. 2; — P. ciaw- 
fordiaiius j). 335 t. 8 f. 2 ; — P. pardoanus p. 336; — P. va- 
gitialus p. 336 ; — P. conslriclus p. 327 ; — P. litorinus p. 337 ; 

— P. strobeli p. 338; — Bathysciadiuui paciticum p. 339 l. 9 
f. 1, 3, 7; — Coccuiiiia agassizii p. 340; — C. nassa q. 341 t. 
16 t. 3, 3; — C. diomedae p. 341 t. 16 f. 4, 7 ; — Leptotliyra 
pauamensis p. 342 t. 5 f. 9 ; — Liotia calit'oruica |>. 344; — 
L. pacis p. 345; — Clanculus (Paiiocochlea n. subg.) rubidus 
p. 346 t. 8 f. 3, 4; — Gaza rathbuiii t. 2 f. 4, l. 3 f. 6; — 
Calliostoma iresceus L. 19 f . 5 ; — Solariella nuda p. 349 l. 3 
f. 5, 7 ; — S. ceratophora l. 3 f. 2; — S. galapagana p. 350 
t. 4 f. 2; — S. equatorialis p. 351 t. 5 f. 11; — Ganesa V pa- 
namensis l. 19 f. 4 ; — Puncturella expansa t, 4 f. 5, 10, 11; 
Deutaliuiii peruviauum p 358; — Cadulus peruvianus p. 361; 

— Süleinya (Achaiax) agassizii p. 365 t, 16 f. 10; — S. (Pe- 
Inisiua) pananiensis p, 366; — Nucula tamieri p. 367; — N. 
panainina p. 368 t. 6 f. 11 ; — N. taeniolala p, 368 t. 7 f. 3, 
5; — 11. ephigenia p. 369 l. 7 f. 1, 4; — N. pigafettae p. 369; 

— N. aqujana p. 370, t. 10 f, 6, 7 ; — N. chrysocoma p. 370 
t. 18 f. 3, 4; — N. coiombiaua p. 371; — Leda (Jupileiia) 
calliniene p. 372 t. 17 f. 3, 4; — (J.) agapea p. 373 t. 6 t. 4, 
5 ; — (J.) acuta p. 374 ; — ( J.) lobula p. 375 ; — (Leda) cordyla 
p. 375 t. 6 f. 6, 7; — fL.) loshka p. 376 t. 17 f. 2; — (L.) 
rhylida i». 376; — (L.) peruviana p. 377; — (Spinula n. subg.) 
calcar p. 378 t. 10 f. 1, 10; — (Sp.) calcarella p. 378; — 
Yoldia viiicula p. 379 t. 5 f. 5 ; — Y. panamensis p. 380; — 
Yoldiella chilenica p. 381 ; — Y. indolens p. 381 ; — Y. iiifre- 
(]uens p. 381 ; — Y. inontaua p. 381 ; — Y. graiiula p. 382 ; — 
Y. dicella p. 382; — Malleüa inaequalis p. 383; -- M. peru- 
viana p. 384; — IVI. truncala p. 384; — (Minormalletia) arci- 
tbrmis p. 385; — (M.) benthima p. 386: — (Neilo) goniura t. 
18 f. 6; — Tindaria compressa p. 387 t. 15 f. 7, 8, t. 17 f. 15, 
16; — T. salaria p. 387; - T. panamensis p. 387 l. 17 f. 10, 



- 140 - 

12; — T. alussa |i. 388 I. ir> f. 3, i; — T. smirna p. 389 l. 
17 f. 6, 7; — T. mexicaiia p. 88'.) t. 17 f. 11, 14; - T. tliea 
p. 390; — Plia.seolus palagoiiicus p. 392; — Liinopsis zonalis 
p. 893 t. 7 f. 69; ~ L. compressus I. 7 f. 7, 8; — L. die{,'ensis 
p. 395 l. 15 f. 13, 15; — L. inabilliana p. 395; — L. stinip- 
soni p. 396; — L. juaiezi p. o9() t. 18 f. 8; -- L. diazi p. 397 
t. 18 f. 7; -— Balhyarca nuclealoi- p. 397 I. 18 f. 9; — Gucul- 
laria endeniica p. 399 l. 17 f. S: -- falliLiiii miser p. 401 l. 
8 f. 6; — (ililaiiiys pasca. p. 401; — PseudHiiiiiiusiuni liriope 
p. 402; — Ps. novceanicniii p. 4üiJ L. 9 f. 1 ; — l's. polyleptus 
p. 403 l. 10 f. 6; — Ps. pananiense p. 404 l. 6 f. 8, 10; — 
Cydopecleii rotundus p. 404; — C. cocosetisis p. 405 l. 6 f. 1, 
3; — Propeamusiutn lualpeloiiiurn p. 405 t. 6 f. 9; — Lima 
(Acesta) agassizii p. 407 L. 16 f. 1; — (Ac.) dioiiie<lae p. 407 
t. 7 f. 2; — (LimaUila) similaris p. 408; — (L.) suleii p. 410; 

— Corneocyclas uiagellanicus ]). 411; — Gardita sulcosa p. 412; 

— Aligcna bonieana p. 413 t. 10 f. 2; — AI. pi.sum p. 413; — 
HucheforUa niabillei p. 413; — R. rochebrunei p. 414 t. 17 f. 
5; — ProLocordia panameiipiy p. 415 t. 18 f. 1 ; — Vesicoinya 
lepla j). 416 l. 18 f. 13, 14; — V. douacia p. 417 t. 17 f. 9, 
13: — V. (Archivesica ii. subg.) gigas l. 16 f. 19; — (Callogonia) 
aiigulala i. 6 f. 12; — Tellina (Pliyliodina) Ikicligcia p. 419; — 
(Moerella) chiysogona p. 320; — Macoiiia (Psaniinüinacüma) 
liesperuj:: p. AHl ; — Sphenia suljacijualis p. 422; — Gorbula 
(Cuneocorbula) ira p. 428; — Xylopbaga mexicaiia p. 425; — 
Pholadidea (Penalella) minuscula p. 425 ; — Periploma carpeu- 
teri t. 16 f. 8; — P. sleariisi t. 16 f . 5 ; — Lyousue panameiisis 
p. 427 t. 18 t. 12; — Lyonsielia pacilica p. 428; — Poromya 
perla p. 428 l. 18 f 2, 5; — (Deimatomya) equaloiialis ji. 429 
t. 5 f. il, 12; — D. cbilensis p. 430; — Geluconeba smitbii 
p. 431 l. 18 f. 10; — Cuspidaria pamimensis p. 432 t. 16 f. 2; 

— (Cardioniya) pseu.stes p. 432; — (C.) plaiielica p. 433; — 
Myonera garretti p. 434 t. 5 f. 4 ; — (Buxchiopoda) Pelagodi.scus 
n. sect. Disciniscae ji. 440; — llemilliyiis stiebeli p. 441; — 
Basiliola n. gen. für Hemithyris beecheri Dali. 

Ihe Journal of Concholuyij, vol. XIl Nu, 'j Januar 1909. 
p. 225. Goliiiige Waller E., Colour Varialioii in .suinc Brilish Slugs. — 

(F'residential Adress). 
— 238. Walker, Bryaul. un Uie Use oF cerUün preoccupied iiames for 

european Helices. Wendel sicli gegen den Arlikel 11 des luter- 



— 141 — 

national Code, der auch für Varielätnamen Priorität verlangt, 
wie vaj' major, minor ii. dgl. 

— 241. Beeston, Harry, the Land- and Freshwater Mollusca of 
Grangeover Sands (Schluss). 

Menzel, Hans, Beiträge zur Kenntnis der Qtiartärhildunge-n 
im südlichen Hannover. 4. Das Kalltuffager von 
Lauenstein. — - In : Jahrb. Kgl. Preuss, Geol. Landos- 
anstalt für 1908, Bd. 29, Teil \, Heft 3. 

40 Arten, sämtlich noch in der Gegend lebend. Die heute dort sehr 
häufigen Hei, pomatia und Hei. ericelorum fehlen unterhalb der 
Kulturschicht (Quintarschicht nach Loens) vollständig. 

Menzel., Hans, über die Quartärfaunen im nördlichen Vorlande 
des Harzes und die Nehringsche Steppenhgpothese. — 
In: Centralblatt für Mineralogie 1909 m. 3 p. 87—94. 

Der Autor schliesst sich Wollniann an, obschon er viele von dessen 
Annahmen bestreitet. Die Schnecken der Kalktuffe sind eine 
„Laubvvaldgenossenschaft", das Land war nach der Eiszeit keine 
reine Steppe, aber auch kein Urwald : Wald, Busch und freie 
Weide wechselten nebeneinander. 

Boettger, Prof. Dr. 0., Liste der Mollusken aus einem Sande 
im Barranco von Tegina auf Tenerife (Canaren. — 
In: M. Ber. D. geol. Ges. 1908 vol. 60 no. 8—10. 

Neben zahlreichen Einzelschalen von Ervilia castanea Mtg. fanden 
sich 7 eingeschwemmte noch lebende Landschnecken, z. Th. in 
unbeschriebenen Varietäten. Neu: Heniicycla puchet var. eury- 
Ihyra und var. coUarifera p. 247 ; — Cycho.sLoma candneux var. 
prae cursor. — B. hält die Sande für altdiluvial. 

Hesse, P., die systematische Stellung von Helix leachi F4r. 
und ggrostoma Fer. — In : Zoolog. Jahrbücher vol. 
XXVli. 2. 

Die beiden tripolitaner Arten gehöi'en zu Levantina. 

Sturany, i?., Mollusken aus Tripolis und Barka. Mit 2 Tafeln. 
— In: Zoolog. Jahrbücher II vol. 27, Heft 2 (1908) 
p. 291—311. 

Die Fauna hat auch ausser den beiden Levantina ausgesprochenen 
Beziehungen zur syrischen durch ßul. attenuatus, Xer. tuberculosa 
Conrad, Leucochroa hierochuntina Boissier, die sämtlich in 
Egypten fehlen. — Als neu beschrieben werden: Vitrina tripo- 



— 14§ — 

iitana p. 292 t. 11 f. 5; — Helicella lineata var. klaploczi n. 
und var. gharianensis n. p. 296 ; — H. cielica var. barkaensis 
11. p. 298 l. 11 f. 8; — Leucochroa hierochuntina var. bar- 
kaensis n. p. 301 t. 11 f. 7 ; — Clausula klaptoczi p. 304 l. 11 f. 6. 

Ortmann, Dr. A. E., a preliminary list of the ünionidae of 
Western Fennsfjlvania, ivitk new localities for Species 
froni Eastern Pennsylvania. — Froni : Ann. Carnegie 
Museum, vol. V in 2 und 3, 1909, S. 178—210. 

Aus den Zuflüssen des oberen Ohio (Monogahela and And Alleghany 
Rivers) werden 46 Arten angeführt, aus d en Zuflüssen des 
Eriesees 17, aus den dem atlantischen Ozean zuflie.ssenden Ge- 
wässern 14. Neue Arten werden nicht beschrieben. Margarilana 
margaritifera L. kommt sicher vor, doch ist ihre Südgrenze noch 
nicht sicher festgestellt. 

Journal de Conchyltologie, vol. LVII. 1909 no. 1. 

p. 1. Geret, T., Liste des genres, sections et especes, seetions et espöces 
decrits par. C. F. Ancey avec leurs references originales. 

— 39. Daulzenberg, Ph., sur quelques cas teratologiques. Avä. pl. 1. 

Luther, Alex., über eine Littorna- Ablagerung bei Tvarniinne 
nebst einigen Bonierkimgen über die Kalk auflösenden 
Eigenschaften der jetzigen Ostsee und des Littorina- 
Meeres. — In: Acta Societatis pro Fauna et Flora 
Fenniea vol. 32 no. 4 1909. 

Acht heute noch lebende Arten, durchschnittlich besser erhalten als in 
rezenten Ablag rungen, das Wa.sser scheint «laiiials weniger 
Huniussäure enthalten zu haben, die Temperatur vielleicht 2" 
höher gewesen zu sein. 

Geyer, D., Beiträge zur Molluskenfauna des ivürttembergischen 
Schwarzwaldes. — In: Jahresh. Ver. Württemberg 
1909 p. 64— 7G. 

Enthält interessante Heobrichtungen über das Vorkommen von Ge- 
häuseschnecken auf kalkarmem Boden, Ruinenfaunen u. dgl. 
Die Dünnschaligkeit ist nicht eine Folge iler Kalkarmut, sondern 
des Mangels an Sonnenbestrahlung. 

Robbins, W. W. (f- F. D. A. Cockerell, Notes on tivo slugs 
of the Genus Veronicella. — In: Pr. U. St. Nat. Museum, 
vol. 2G p. 381—384, with pl. 32 April 1909. (V. 
ugassizi Gock «i: V. schivelae bahatnensis Dali.). 



— u^ — 

Proceedings of tlie Academy of Natural Sciences of Philadelphia 

1908 vol. IX. part. ITI. 
p. 452. Pilsbry, Henry A., a comparison of Ihe landsnail fauna of Korea 

with the Faunas of (Uiiaa and Japan. Von 58 Arten, die aus 

Korea einschliesslicli QuuIpaiL liekanut sind, kommen 21 auch in 

Japan vor, 7 in China, ?>'i sind eigentümlich. 

— 5.55. Pilsbry, Henry A. & G. Vanatta, Notes on Polinices didyma, 

with descriplion of a nevv australian species. With pl. 29 (P. 
aulacoglos^a p. 558 t. 29 f. l — 3, Melbourne). Ausserdem sind 
abgebildet P. didyma typica, ampla Phil., bicolor Phil, und 
vesicalis Phil.j 

— 5f»0. Pilsbry, H. A. & C. Montague Cooke, on the teeth of the 

Hawaican Species of Helicina. Mit Textlig. der Zungenzäbne 
von H. baldwini und Hei. laciniosa. 

— 561. Pilsbry, H.A., Clausiliidae of the Japanese Empire XII. Neu: 

Euphaedusa eastlakeana vaga p. 561 ; — echo p. 562 Textflg. 
1: — rakadae Pilsbry p. 568 t. 30 1. 10 Textflg. 2; — tripleu- 
roptyx p. 564 Textfig. 3 t. 31 f. 1, 2; — japonica vespertina p. 
466 t. 30 f. 11, 12; jap. ultima p. 566 t. f. 8, 9; — jacobiana 
jacobiella p. 567 t. 31 f. 3 — 6; — nishinoshimana p. 568 t. 31 
f. 7 ; — formosensis H. Ad. abgeb. t. 32 f, 4, 8, 9 ; — formo- 
sensis hotawana p. 570 t. 32 f. 1—3; — taiwanica p. 570 t. 32 
f. 5, 6; — ikiensis tsushimana p. 573 t. 31 f. 8 — 10; — hemileuca 
p. 574 t. 30 f. 6, t. 31 f. 11, Textflg. 7; — Hemizaptyx agua 
spicala p. 575 t. 31 f 12, 13; — nakanoshimana p. 577 t. 30 
f. % Textfig. 8; — exodonta p. 578 Textfig. 9, 10; — Cl. toka- 
rana p. 580 t. 30 f. 3, Textfig. 9 ; subsp. saccatibasis p. 582 ; 
Idiozaplix (n. sect.) idioptyx p. 584, t. 30 f. 1, Textfig. 12, 13; 

— 586. Pilsbry, H. A. & Y. Hirase, nevv Land Mollusca from the Japa- 

nese Empire. — Neu : Spiropoma japonicum tsushimanum, Aly- 
caeus tsushimanus p. 586; AI. t. niediocris und principalis p. 
587 ; — AI. laevis, Diplommatina paxillus ultima, yonakunijimana 
p. 588; — D. okiensis tsushimana, nesiotica p. 589; — D. hirasei 
p. 590; — Euhadra contraria, picta p. 591; — Eulota luhuana 
lalispira, Aegista perangulata p. 592 ; Trishoplita cretacea hypo- 
zona, Ganesella albida moUicula p. 593 ; — Ennea iwakawa 
yonakunijimana p. 594; — Petalochlamys subrejecta p. 595, 
Textflg. 2 ; — Pet. serenus, perfragilis subsp. sakin p. 596 : — 
Kaliella qudei mutsuensis ; K. subcrenulala satsumana Textfig. 
3, K. longissuna Textlig. 4 p. 597 ; — K. beninensis, Sitala 
ultima, Ena luchuana nesiotica p. 599. — 



- 144 — 

Eingegangene Zahlungen : 

Orossh. Oldenburg. Nalurhislorisches Museum, Oldenburg, Mk. 0. — ; 
Wilhelm Jsra6l, Gera-Untermhaus, Mk. 6. — ; Ludwig Futh, Königsberg 
i. Neumark. Mk. 6. — ; Albert Vohland, Leipzig - Stölleritz, Mk. 6. — ; 
H. Rolle. Berlin, Mk. 12.— ; Aemilian Edlauer, Wien, Mk. 6.— ; 
Carlo PoUonera, Turin, Mk. 6.— ; 

Cirir>^\/^ rocente und fossile Mollusken zu lauschen. 
>^U.C>r2^ Dr_ phil^ Artur Weiss, Physiker am Tech- 
nikum Hiidburghausen, Schlossgasse 9 p. 
^ - ^. 



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sind sicher, dass die mit dem Abonnement verbundenen 
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Redigiert von Dr. W. K obe lt. — Druck von Petpr Hartniann in Schwauheini a M. 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Aasgegebeu : 20. Juli. 



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Beiträge 

zur 

Kenntniss der mitteleiiropäisciien Najadeen 

Als Beilag-e zum Nachriehts- Blatt 
der Deutsehen Malaeozoologrischen Gesellschaft 

herausgegeben von 

Dr. W. Kobelt-Sfhwanheim (Main). 

No. 8. •► Juli 1909. 

Einige Ratschläge zum Faug der efnheinilscben 
Sftsswasserbi ¥al ven. 

Von 

Fr. Haas, Frankfurt a. M. 

Tn der letzten Zeit hat sich; vornehmlich veranlasst 
durch die interessanten und überzeugenden Ausführungen 
Kobelts über die crdgeschichtliche Bedeutung der lebenden 
Najadeen, das hiteresse für unsere grossen Süsswasser- 
bivalveu bedeutend vermehrt. Zahlreiche Zuschriften und 
mündliche Mittcihuigen beweisen, dass Kobelt für sein Werk 
eifrige Mitarbeiter gewonnen hat. Viele derselben haben 
aber bisher nur ihren guten Willen gezeigt, ohne, aus 
Mangel an Uebung im Sammeln, selbsttätig mitzuarbeiten. 
Einer Autforderung meines verehrten Lehrers Kobelt 
folgend will ich deshalb hier meine Erfahrungen im Sammeln 
von Süsswassermolluskeu mitteilen, in der Hoffnung nicht 
nur den Anfängein zu nützen, sondern auch geübteren 
Sammlern durch den einen oder den anderen Ratschlag 
einen Dienst erweisen zu können. 

Für Neulinge in der Biologie der Najadeen will ich 
lu'er angeben, wie unsere Unioniden im Boden stecken. 
Der Anfänger ist in der Regel zuerst geneigt, die Muschel 
in der Form an ihrem Wohnort zu suchen, die er aus Ab- 



- 34 - 

bildungen könnt, also in ilirem ganzen Umrisso erkennbar. 
Für gewöhnlich ist dies aber nicht der Fall ; vielmehr steckt 
die Muschel zu ^/4 ihrer Länge im Boden, aus dem nur 
ihr Hinterende herausschaut. Algen und Schlammbelag 
verdecken gewöhnlich noch das Wenige, das überhaupt von 
der Muschel sichtbar ist, sodass unter diesen Umständen die 
Beute mitunter schwor zu erspähen ist. Das Einzige, das 
die Muschel dann vorraten kann, ist der fast immer deut- 
liche Spalt zwischen den beiden Schalenklappen, der, 
da die Schalen selbst kaum wahrnehmbar sind, einen Spalt 
im Boden vortäuscht. Je nachdem die Längsachse der 
Muschel einen grösseren oder kleineren Winkel mit dem 
Boden bildat, ragt ein kleineres oder grösseres Stück des 
Schalonrückens aus dem Grunde heraus, sodass die Länge 
des wahrnehmbaren Spaltes auch schwankt. Die kleineren 
Muscheln, die Sphaerien und Pisidien, leben fast immer iui 
Schlamm oder Sand verborgen und sind nur durch Sieben 
zu erhalten. 

Nach diesen Vorbemerkungen gehe ich zur Besprechung 
des Fanges der Muscheln über und beginne mit den Formen 
des fliessonden Wassers. 

Unsere Ströme sind, mit wenigen Ausnahmen, wohl 
alle ihrer ganzen Länge nach reguliert und mit künstlichen, 
zum Teil aus Steinen gebildeten Ufern versehen. Flache 
Buchten mit geringer Strömung, wie sie die Najadeen lieben, 
sind hierdurch vernichtet worden. Die Muscheln haben 
sich daher in Altwasser oder in die Mitte des Flusses 
zurückgezogen. Nur bei abnorm niederem Wasserstande 
kann man sie dort mit dem Auge erkennen, für gewöhnlich 
muss man zu ihrer Erlangung ein Schleppnetz, eine Drake, 
anwenden. Diese Drake besteht aus einem starken Netz- 
sacke, der an einem verschieden gestalteten, meist drei- 
oder viereckigen Rahmen befestigt ist. Um das Netz zum 
Untersinken zu bringen wird es mit Gewichten bis zu 20 



- 35 - 

kg beschwort. Es hängt an einem starken, am besten ge- 
wachsten Seile. Das Auswerfen geschieht am zweck- 
mässigsten von einem Ruderboote aus, wobei zu beachten ist, 
flass die I'^ahrt stromaufwärts gehen muss, damit bei etwaigen 
Festhängon des Netz(>s an irgend einem Hindernis durch 
sofortiges Rücktreibenlassens mit der Strömung die Spannung 
des Seils beseitigt werden kann. Mindestens zwei Personen 
eine für das Ruder und eine für das Netz, sind zu dieser 
Fangmethode erfordt'i'li<'h. Man .senkt zuerst das Netz, bei 
stillstehendem Boote, lotreclit, um die Tiefe des Wassers 
zu erfahren, dann lä.sst man etwa die 4fachG Länge dieses 
Maasses an Seil los und beginnt mit dem Rudern. Das 
freie Ende des Seiles mu.ss in dt^r Hand gehalten werden, 
erstens, um zu erfaliren, ob das Netz Grund fasst, was sich 
durch Zucken kundgibt, zweitens um im Nutfall mehr Leine 
nachgeben zu können. Nach einiger Zeit wird das Netz 
aufgeholt und der mehr oder weniger schlammige Inhalt 
portionenweise in ein nicht zu feines Riechsieb gegossen, 
das im Wasser wiegend bewegt wird. Auf diese Weise 
wird der Schlamm entfernt uml die Beute wird unter 
Steinen, Blättern und Ueberraschungcn, wie zerrissenen 
Stiefeln und Scherben von irdenem Geschirr sichtbar. Nach 
Entferiumg dieser V^M-unreinigungen holt man die grösseren 
Muscheln mit der Hand, die kleineren Sphaerien und Pisi- 
dien, sowii? den SchVickbewnhnev Lifhoglt/phns naticoides m\i 
der Pincette oder dem Pinsel aus dem Sieb. 

Diese Metliode ist sehr umständlich und mitunter 
wenig lohnend. Eine andere Art, sich Flu.ssmu.scheln zu 
verschaffen, ist die, nach der Frühjahrsüberschwemmung 
die Ufer und die sog. Buhnen abzusuchen, wo man meistens 
abgeriebene, leere Schalen, seltener guterhaltene mit dem 
lebendon oder frisch abgestorbenen Tiere findet. 

Altwasser, die noch mit dem Hauptstrome in V'er- 
bindung stehen, besitzen zumeist ihre natürlichen Ufer. An 



- 36 - 

flacheri; kiesigpn oder sandigen Stollen derselben halten sich 
die Muscheln mit Vorliebe auf und verraten ihre Gegen- 
Avart meistens durch Kriechfurchen, die in dem ruhigen 
Wasser deutlich sichtbar sind. Ist man mit Wasserstiefeln 
versehen, so steigt man in das seichte Wasser und iiolt 
die Muscheln, deren Aufenthaltsort an einem, meistens dem 
deutlicheren, Ende der Kriechfurche zu suchen ist, mit der 
Hand oder einem Handnetz heraus. 

Wer das Wasser nicht scheut, erreicht barfüssig das- 
selbe. Auch vom Boote aus sind die Unioniden leicht zu 
sammeln. Bei dieser Gelegenheit will ich die Konstruktion 
meines Handnetzes erwähnen, die ich für sehr praktisch 
und empfehlenswert halte. Mein Netz ist in die Zwinge 
meines festen Spazierstockes einschraubbar und hält auf 
diese Weise mehr aus, als ein an den Stock angeschraubtes 
Netz. Ist der Fang beendet, so wird das Netz abgeschraubt 
und das leere Gewinde wird durch eine einschraubbare 
Spitze vor Verunreinigung durch Schlamm und Staub ge- 
scliützt. Der Stock unterscheidet sich in diesem Zustande 
durch nichts von einem gewöhnlichem Spazierstocke mit 
spitzer Zwinge, als welcher er ja auch zu benützen isl.*) 
Das abgeschraubte nasse Netz wird in einen mit Wachs- 
tuch gefütterten Pack gesteckt, der auch zur Aufnahme 
der Muschelausbeute bestimmt ist. Auch diese Säcke 
empfehle ich dringend jedem Sammler, sie sind leicht zu 
Hause herstellbar. Handnetz und wasserdichte Säcke ge- 
hören zur unentbehrlichen Ausrüstung jedes Muschelsammlers. 

Die vom Hauptstrome abgeschnittenen Altwasser, die 
bald see-, bald sumpfartigen Charakter zeigen, will ich erst 
bei der Betrachtung von Seen und Sümpfen behandeln und 
zunächst die anderen Formen fliessender Wasser besprechen. 

*) Herr Carl Abele, zoologisches Institut, Heidelberg, verschieict 
eine derartige Zwinge mit Spitze, einem Netzrahmen nnd einem 
TasL'henschraubschlüssel IVanco gegen Einsendung von Mk. 5. Das 
Befestigen der Zwinge an einen Stock besorgt jeder Schirmmacher. 



— 37 — 

Wesentlicli andere VerhäUnisse wie die Ströme bieten 
die kleineren schnelltliessenden Flüssclien. Hier ist meistens 
die Sirönmng so stark, das ein Befahren mit dem Boote 
oder Benutzung der Drake ausgesclilossen ist. Andrer- 
seits ist das Wasser so tief oder so unklar, dass die 
Muscheln auf dem Grunde des Bettes nicht erkennbar sind. 
Mit dem Handnetz ist in diesem Falle, wo es sich um 
blindes Suchen handeln würde, auch nichts zu machen. 
Theoretisch ist ja auch anzunehmen, dass der Flussboden 
infolge der andauernden Uebcrrollung durch Kiesel keine 
besonders grosse Fauna besitzt. An konvexen Fluss- 
krümmungen — bei dem Ausdrucke konvex und dem 
gleich folgenden konkav habe ich die Gestalt der Ufer- 
linie, nicht die der Wasserlinie im Auge — bilden sich 
gerne in der dort geringeren Strömung flache Sand- oder 
Kiesbänke, auf denen sich Muscheln oft in grosser Zahl, 
bis zu 100 auf einem qm, ansiedeln. Hier wartet reiche 
Beute auf den Sammler. Die Strömung verläuft an Krüm- 
mungen immer am konkaven Ufer und spült dort ausser 
Blättern und Aesten auch leere Muschelschalen an, die je- 
doch stets abgerieben oder zerfressen sind. 

Wir kommen nun zur Beschreibung der Bäche und 
ihrer Muschelfauna. Die Gebirgsbäche bieten im kleinen 
die Verhältnisse, die ich von den Flüsschen beschrieb. 
Auch hier sind die Muscheln auf ruhigere Stellen am Bach- 
rande beschränkt, wo sich Sand und feiner Kies zwischen 
grösseren Steinen angesammelt haben. Sie können meist 
leicht entdeckt und herausgeholt werden. Dass auch hier 
leere Schalen angeschwemmt werden, brauche ich kaum 
noch zu erwähnen. Tritt der Bach aber aus dem Gebirge 
in die Ebene heraus, so erwarten den Sammler ganz andere 
Verhältnisse. Ist das Wasser klar, so sieht man die Muscheln 
oft in grosser Zahl im Kiese des Bodens stecken, wo sie 
leicht mit dem Netze erreicht werden können. Auch hier 



— 38 - 

ist es von Vorteil, das Netz gegoji dio Strömung 7.\\ hf- 
wegcn, damit der (tiirch die Bewegung aufgewirbelte .Schlamm 
stromabwärts geführt wird und nicid das Wasser am Fund- 
ort trübl, und damit die Strömung das Nelz offen hall. 
Fährt man mit dem Nelz in der Itlchtung der Strömung. 
so zieht diese während des Aushebens der Muschel, den 
Nelzsack nach vorn und vereitelt so den Fang. 

Wohl jeder Bach wird zum Treiben von Mülilon ver- 
wendet, die meistens nicht am eigentlichen Bache, sondern 
an einem von diesem abgezweigten Mühlgraben liegen. 
Infolge der viel konstanteren biologischen Verhältnisse in 
diesen Mühlgräben sammelt sich in ihnen fast immer 
eine reiche Najadeenfauna an, die mit dem Netze durch 
Windes Fisclien leicht erreichbar ist. In jetlem Frühjalire 
wird der Mühlgraben ausgeputzt, viele Muscheln werden 
mit dem Schlamm auf das Land gcnvorfen, sodass man sie 
nur aufzulesen und in den Sack zu stecken braucht. Durch 
Sieben in einem Blechsiebe, Avie es in don tauchen benützt 
wird, erhält man aus dem Schlamm zahlreiche Valvattm, 
Sphaerien und Pisidien. 

Eine von den bisher beschriebenen ganz abweichrnde 
Fangmethode kann man zur Erlangung von Margantana 
margaritifera anwenden. Für gewöhnlich lebt diese Form, 
die auf die Gewässer der Urgebirgsibrmation und des Bunt- 
sandsteins beschränkt ist, in der stärksten Strömung, liel 
in den Boden eingegraben, von Wasserpflanzen ganz ver- 
deckt. Wenn der Bach kleine Gascaden bildet und die 
Steine mit Fontinalis bewachsen sind, wird man mit 
Sicherheit unter fast jedem Quellmuosbusch eine Flussperl- 
muschel finden. An breiteren Stellen, wo der Bach ruhiger 
über Sand und feineu Kies fliesst, findet sich ebenfalls die 
Perlmuschel in grösserer Zahl. Steckt man vorsichtig eine 
Weidengerte oder sonst ein dünnes Holz zwischen die ge- 
öffneten Schalen des Tieres so \vird es durch die Berührung 



— 89 — 

erschreckt, die Schalen zusaiiiiiienklappen und sich so fest 
an die Gei'te anklemmen, dass man die Beute bequem 
aus dem Wasser herausheben kann. Dieses „Angehi" lässt 
sicli leider bei den anderen Unioniden nicht anwenden. 

Die kleinsten Bäche und Quellen beherbergen wohl 
nie Najadeen. An Steinen sitzend findet man in ihnen 
Ancijlus fluviatüis neben den kleinen Bythinellen und in 
feinem Sande leben Pisidien. Es ist vielleicht von Interesse, 
dass sich diese Pisidien aucii oft 2 — 3 m von dem Wasser 
entfernt, in dem feuchten Laube vorfinden, das den von 
der Quelle durchflossenen Talboden bedeckt. 

Hiermit sind die flicssenden Gewässer abgetan, und 
wir wenden uns jetzt den Seeen und Sümpfen zu. 

Vom Hauptstrome abgeschnittene grössere Altwasser 
nehmen oft nach einiger Zeit seearligen Charakter an, der 
sich, ausser den physikalischen Verhältnissen, wie Wellen- 
schlag etc., in der Fauna und Flora kundgibt. Während 
Seeen ohne Zufluss gewöhnlich nur Anodonten aber keine 
Unionen beherbergen, pflegt sich in den seeartigen Alt- 
wässern die Unionen einschliessende alte Flussfauna zu 
erhalten, die nur fast immer mehr oder weniger den ver- 
änderten Lebensbedingungen angepasst sind. Auf der 
Strandzone, die derartige Gewässer, Seeen und Altwasser, 
ausbilden, sammeln sich im flachen Wasser die Najadeen 
in grossen Mengen, sind aber viel mehr als gewöhnlich 
durch Schlammkrusten und Algenbesatz am Flinterendo 
verdeckt. Bei schärferem Beobachten erkennt man sie meistens 
bald und kann sie mit dem Netz oder der Hand leicht sammeln. 
Die grösseren Tiefen der Seeen sind auch noch von Naja- 
deen bewohnt; im Bodensee hat man Unionen lebend noch 
in 17 m Tiefe gefunden. Die Anwendung der Drake ist 
nur meistens durch die üppige Bodenvegetation erschwert, 
die das Netz verhindert auf den Boden zu sinken. Im. 
ersten Frühjahr dagegen, wenn die im Winter abgestorbene 



~ 40 — 

Pflanzenwell noch niclil wieder erstanden ist, erzielt man 
mit dem Sclileppn(;tz gute Uesnitale. 

Kleinere Altwässer ohne Vcubindung mit dem Haiipt- 
strome versumpfen leicht, unterscheiden sich aber von 
echten Sümpfen fast innner durch den Besitz eines dünnen 
und tiefen Schlammes., Diese; Eigenschaft vertiindert, dass 
die in ihnen lebenden Muscheln mit dem Auge wahrnehm- 
bar sind, da sie im Schlanun verborgen leben. Der Ge- 
brauch der Drake wird auch hier durch die Bodenvege- 
tation erschwert. Legt man sich am Rande eines derartigen 
Gewässers auf den Bauch und fährt mit dem Arme in den 
tiefen Schlamm, so kann man oft in 70 cm Tiefe Muscheln 
mit der Hand greifen, die fast innner vollkommen senkrecht 
stehen. Besonders Auodonten leben gern unter solchen 
Verhältnissen und erreichen dabei gewaltige Dimensionen. 

hl eigentlichen Sümpfen leben Muscheln seltener und 
sind meist auf die vom Sumi)fe wegführenden Gräben be- 
schränkt. Nur luiter besonders günstigen Bedingungen, 
bei niederem Wasserstande oder im Winter durch das Eis 
kann man hier zu seiner Beute gelangen. 

Zum Schlüsse will ich noch einen Umstand erwähnen, 
der für jeden Muschelsannnler von Wichtigkeit ist. Bei 
der Untersuchung von Gewässern jeder Art auf Muscheln 
wende man sich zuerst an dii; üorfjugend, die meist über 
diesen Punkt gut orientiert ist und gern ihi'e Hilfe leiht. 
Die leeren Schalen werden zu Spielzeugen verwendet, wes- 
halb die Muscheln in jeder Gegend ihren besonderen Namen 
führen, den ich bei dem Muschelsammeln mit zu sannneln 
ptlege. Da diese Namen von kulturgeschichtlicher Be- 
deutung sind, will ich die mir bekannten im Anschlüsse 
anführen. So heissen die Muscheln 

im Main bei Frankfurt Judde, 
im Pihein bei Mannheim Krebsschale, (der Weich- 
körper Muschelschnecke) 



— 41 — 

in dem Eschbacl» im Taunus Storchschüsseln, 
in dem Gerätbach bei Mörfelden Schäferschippchen, 
in der Gerspreiiz im Odenwald Häfelekrätzercher, 
(zum Auskratzen der Speisereste aus den Töpfen), 
im Vogelsbcrg Frosclischälchen, 
in der Schvvalm bei Alsfeld Schliff milichen. 
Für die Angabe weiterer derartiger Namen wäre ich 
allen Sammlern seJir verbunden. 



Himpson ntid die europäischen Najadeen. 

Das grosse von Cl li a r 1 e s T o r r e y S i m p s o n heraus- 
gegebene Werk über die Najadeen*) wird wohl noch für 
lange Zeit hinaus die Grundlage des Studiums der Najadeen 
bleiben. Das zwingt uns Europäer, das, was der Autor 
über die europäischen Najadeen sagt, gründlich unter die 
kritische Lupe zu nehmen und seine in vielfacher Hinsicht 
von den diesseits des Ozeans geltenden verschiedene An- 
sichten eingehend zu prüfen. 

Simpson hat als Aid Naturalist an dem nordameri- 
kanischen Nationalmuscum nicht nur die reiche Sammlung 
dieses grossartigen histituts zur Verfügung, sondern auch 
die berühmte Lea'sche Najadeensammlung, ausserdem eine 
beinahe absolut vollständige Bibliothek, genügende Mittel 
waren ihm von den Erben Dr. Isaac Lea's zur Verfügung 
gestellt. Er hat seine günstige Situation richtig ausgenützt. 
Seine systematische Aufteilung der Najadeen, auf die Unter- 
suchung der Kiemen von über 400 Arten gegründet; wird 
wohl für alle Zeit Geltung behalten, wenn sie auch in 
manchen Einzelheiten berichtigt werden muss. Die Syno- 
nymie lässt an Vollständigkeit nichts zu wünschen übrig. 
Aber gerade die europäischen Najadeen sind nicht beson- 

*) Synopsis of the Najades or Pearly Fiesh-water Musseis. 
From : Proceedings of the U. St. National Museum, vol. XXII. p. 
502—1044 pl. XVIII. (No. 1205). Washington 1900. 



— 42 ~- 

ders giil wfggekomiiif'n. .Simpson sclirint dts Deutschrn 
nicht selii' mächtig zu sein*) und sein iViaterial an euro- 
päischen Najadeen ist oücnbar dem an amerikanischen nicht 
ebenbürtig gewesen. Er hat auch die geographischen Verhält- 
nisse niclit so berücksichtigt, wie der gegenwärtige Stand 
der Forsclmngen verlangt, und ist im Zusanunenziehen der 
Formen vielfach weiter gegangen, als uns statthaft erscheint, 
wenn das Studium der Najadeen zu geographischen Zwecken 
verwendet werden soll, wie wir wollen. 

Die sämtlichen Arten der Gattung Änodonta vereinigt 
Simpson unter An. ct/ynea L. Davon kann, nachdem ein- 
mal die anatomische Verschiedenheit von An. conijdanata 
nachgewiesen isl, keine Rede mehr sein. Die Gattung 
Pseudanodonta muss anerkannt werden. Ob alle die von 
Bourguignat dazu gestellten Lokalformen zu ihr gehören, 
bleibt anatomisch zu prüfen. — Dass sich unter der grossen 
Masse der grösseren Anodonten zwei Hauptformen unter- 
scheiden lassen, auch schon bei ganz jungen Exemplaren 
und dass dieselben sehr häufig zusammen vorkommen, 
ohne in einander überzugehen, ist jetzt wolil auch allgc- 
ujein anerkannt. Simpson erkennt neben der typischeri 
An. cj/gnea L — unter welchem Namen nach Hanley, 
Ipsa Linnaei conchylia p. 144 in Linne's Sammlung eine 
der Fig. 280 der Sonographie, die Rossmaessler als 
cellensis typica betrachtet, sehr ähnliclier Form liegt — noch 
var. ancäina Linne, var. ponderosa G. Ffr. und var. rostrata 
(Kokeil) Rossm. an, die beiden letzteren sicher nur Stand- 
ortesvarietäten ; An. piscinalis Nilss. wird glatt mit cygnea 
vereinigt, was schwerlich angenommen werden kann. Wir 
sind ind(^s durchaus noch nicht in der Lage, mit dem 
amerikanischen Autor darüber zu rechten, was Art und 

*) Er schreibt z. B. släudig Zeigler slaLl Zie^'Ier, und das Ver- 
liäUnis Rossmässler's zu den österreichischen Faunislen und zu dem 
Händler Parreyss ist ihm offenbar unklar geblieben. 



— 43 — 

was Va^)^•tät ist. Die Formen aus den paläarktischen Grenz- 
gebieten retferi Drouet, cilicica Kob., lucasi Desh., numidica 
Boiirg., vescoiana Bourg., merkwürdiger Weise auch sub- 
circularis Clessin, erkennt Simpson als gute Arten an. --- 
Doch wir wollen uns hier mit Anudonta vorläutig nicht 
eingehender beschäftigen. 

Bei den Unioniden hält Simpson erfreulicher Weise 
an den Nomenclatur fest. Retzius hat ja als erste Art 
seiner neuen Gattung Vnio margaritifer stehen, aber der 
erste Bearbeiter der Gattung nach ihm. Bruguiere, hat 
1792 (Choix de Memoires I p. 106) die Gattung auf die 
Arten mit Zähnen und Lamellen beschränkt und ihr als 
Typus JJnio tumidus Retz. gegeben. Dadurch sind wir 
der höchst fatalen Notwendigkeit überhoben, für die Unionen 
im gewöhnlichen Sinne den Namen Lymnium Oken 1816 
anzunehmen und den Namen Unio statt Margaritana Schum. 
1827 zu verwenden. Wer allen Finessen des Prioritäts- 
gesetzes ^-enügen will, kann ja schreiben : Unio Retziiis- 
Bruguiere und ausserdem die Sectio Lijmninm Oken aner- 
kennen. Ob es freilich statthatt ist, als Typus dieser 
Sektion V. [ncturum beizubehalten und den Typus der 
Gattung als einfache Art bei Lymnium unterzustecken, 
mögen die Prioritäts-Juristen entscheiden. 

Die Verwirrung; welche Simpson bezüglich der Mya 
teski crassa. bozüghch des Unio crassus Retz. und des Unio 
sinuatus Lam. angerichtet hat, glaube ich in meinem Bei- 
trag zur Festschrift der Wetterauer Gesellschaft*) genügend 
geklärt zu haben. Schröter gibt als Fundort seiner Art aus- 
drücklich an : die Churmark, Zelle, Hamburg, die Saale 
und einen Teich bei Wandersieben in der Gralschaft 
Blankenhayn. Er hatte also die grosse Form des batavus- 
Typus vor sich, die in ganz Nord- und Nordost-Deutsch- 

*) Zur Kenntnis unserer Unionen. In ; Festschrift der Wet- 
terauischen Gesellschaft für Naturkunde 1908. 



— 44 — 

land herrscht und allgenioin als crassus Reiz, betrachlet 
wird. Will luan ihn oder U. siniiattis zu Mntyaritana 
stellen, wie Simpson merkwürdiger Weise tut, so wird 
diese Gattung einlach liinfäUig und nmss zur Sektion von 
Unio degradiert werden. 

Simpson stellt die sämtlichen paläarktischen Arten 
des ehemaligen Genus Unio zu der Gattung Unio s. str. 
mit Ausnahme der Nilarten, die er zu Nodularia Conrad 
zieht ; er schliesst ihnen die beiden ßourguignat'schen Arten 
U. bagdadensis Bourg. und U. eucyphus an, allem Anschein 
nach nur auf Abbildung und Beschreibung und ohne Kennt- 
nis der Anatomie. Für beide sehe ich keinen zwingenden 
Grund, Unio bagdadensis ist meines Wissens auf ein ein- 
zelnes Exemplar mit ausgefressenen Wirbeln gegründet und 
von neueren Sammlern weder bei Bagdad noch sonstwo 
wieder gefunden worden. U. eucyphus ist aus dem Ska- 
mander in der trojanischen Ebene beschrieben ; die Wirbel 
haben nur einige schwache Höcker, während S. für Nodu- 
laria sagt: ,beak sculpture consisting of zigzag ridges 
which are gencrally quito pustulous, the sculpture often 
extending on the usually rayed disk." Ich denke, dass 
diese Unterschiede zur Vorsicht mahnen und man sich be- 
denken soll, Arten aus Mesopotamien oder dem vorderen 
Kleinasien einer Gattung zuzuweisen, die wohl im Nil vor- 
kommt, aber im Jordangebiet und den syrischen Flüssen 
vollständig fehlt und auch sonst nirgends im europäischen 
Faunengebiete nachgewiesen ist. 

Am meisten Widerspruch wird bei allen europäischen 
Conchologen Avohl die Umgrenzung der einzelnen Formen- 
kreise von Lymnium linden. Simpson hat hier ein sehr 
wichtiges Hilfsmittel ganz ausser Acht gelassen, die geo- 
graphische Verbreitung. Nur Unio tmnidus ist bei ihm auf 
das Gebiet nördlich der Alpen beschränkt. Die Gi-enzlinie 
zwischen Unio pidorum (L.) Nilss. und U. requienii Mich., 



— 4-5 — 

-die sich nach den Wasserseheiden so scharf ziehen lässt 
und in der Bildung der Schlosszähne ihre Bestätigung 
findet, ist völlig verwischt. Wir finden unter pidorum im 
engeren Sinne die sizilischen Arten TJ. sicula Swains. und 
aradae Phil., die portugiesisclien U. dactylus Morel, und 
U. mucidus Morel., den oberitalienischen U. laivleyami^ 
Gentil. und die dinarischen U. pallens Kstr. und petrovichi 
Kstr. Dagegen werden Li. platyrhynchus Rossm. und U. 
platyrhynchoideus Drouet als gute Arten betrachtet ; ersterer, 
mit dem U. fiscallianus Klee, die korrespondierende Varie- 
tät des V. elongatulus G. Pfr., glalt vereinigt wird, soll „in 
Central and southwestern Europe" vorkommen. Unio 
elongatulus selbst wird als eine in Zentral-Europa verbreitete 
Art bezeichnet ; dass sie für die Tributäre der Adria charak- 
teristisch, ist aus Simpsons Angaben nicht zu erkennen. 

Eine bunte Gesellschaft finden wir unter Unio turtoni 
Payr, vereinigt. Ausser dem korsischen U. capigliolo Payr, 
finden wir hier U. requienii Mich., t/. hispanus Rossm., ü. 
aleroni Comp., ü. rousii Dup., U. valentin'm Rossm., U. ardu- 
sianus Mog. Tand., verschiedene Bourguignat'sche Arten, 
und als isolirte Form aus Algerien meinen ü. ravoisieri 
issericus und den cilicischen ü. alexandri m. Die Fund- 
ortsangabe Entire nediterranean region ist doch wohl ein 
wenig weit gefasst; ich möchte die Art doch lieber auf 
die Küstenlande des vorderen Mittehneeres und die Gironde- 
senke nebst den französischen Flussgebieten beschränken, 
und in diesem Formenkreise dem korsischen U. turtoni 
eine besondere selbständige Stellung anweisen. 

Auch mit dem Umfang, welcher dem Unio hatavus 
Lam. zuerkannt wird, werden sich die europäischen Mala- 
cologen schwerlich befreunden können. Unter diesen 
Namen werden nicht nur die sämtlichen hinten nicht zu- 
gespitzten Arten des nordalpinen Europa vereinigt, also 
hatavus typicus, erassus Nilsson et autor., ater Niss. ein- 



— 4g — 

schlipsslicli dor sämtlichen Formen aus Kärnten und Krain, 
sondern auch die dalmatische Gruppe des Unio luxurians 
Kstr. und einige Arten des Mittelmeergebietes, darunter IL 
(/argottae, und Kleinasiens, wie U. turcicus Parr. Mit solchen 
Artungeheuern ist weder systematisch noch zoogeographisch 
etwas anzufangen. 

Mit einem ftwas gestrengeren Masstab werden, die 
vorderasiatischen Arten gemessen und wir können uns im 
Allgemeinen mit Simpsons Anschauungen einverstanden er- 
klären. Aber eine eingehendere Besprechung an dieser 
Stelle verbiete! der knappe Raum. Kobi-ll. 



Aus dem Formenk reise des Unio tniiiidus Retz. 

1. Ihiio Lauterborni mihi. 
Muschel lang, unregelmässig eiförmig, hinten in einen 
verlängerten stumpfen etwas nach unten dekurvierten 
Schnabel auslaufend. Die Wii'hel sind ganz abgerieben 
und lassen nur noch undeutlich die TwwtWws-Skulptur er- 
kf^nnen. Sie sind äusserst aufgeblasen und liegen weit 
nach vorne, bei ca. V* der Länge. Der vordere Oberrand 
geht, l(Mcht abfallend, sanft in den halbkreisförmigen Vor- 
derrand über. Dor Unterrand ist bis zur Mitte nahezu 
horizontal, biegt dann konkav nach oben um, um hinten 
eine etwas nach unten gebogene, stumpfe Ecke zu bilden, 
von welcher aus der llinterrand senkrecht aufsteigt und 
sich dann in stumpfem, abgerundetem Winkel mit dem 
geraden, leicht abfallenden hinleren Oberrand zu vereinigen. 
Die grösste Höhe der Muschel liegt senkrecht unter dem 
Wirbel. Die Epidermis ist gelbbraun bis kastanienbraun 
gefärbt und zeigt zahlreiche, nach dem Rande zu dichter 
werdende Anwachsstreifen. Das Ligament ist stark und 
breit, wird aber hinten mit einem Male schmäler. Die 
Zähne sind typische Tumidus-ZöihwG, sind aber individuell 



- 47 — 

sehr verschieden. Die Lamelle der rechten Klappe ist ver- 
hältnismässig hoch, ebenso die innere Lamelle der linken 
Schale. Sonst bietet diese Form keine Besonderheiten. 

Die Muschel ähnelt im Aussehen dmi ünio Borcher- 
c?i«^f" Bourg. aus dem Dünensoe*), mil der sie aber eben nur 
das Aussehen gemeinsam hat. Man würde diese Form für 
ein Glied der Pidormn-Gvupiw halten, wenn nicht die Zähne 
und der Best der Wirbelskulplur denllich auf C/mo tumidus 
hinwiesen. 

Länge 8 cm, Höhe 3,8 cm, Dicke 3,1 cm. 

Vorkommen: hu Altrhein von Neuhofen, nahe 
Ludwigshafen. 

Dieses Altwasser ist durch einen schmalen Kanal, der 
meistens durch eine Schleuse geschlossen ist, mit dem Haupt- 
strome in Verbindung und hat deshalb seeartigen Charakter 
angenommen. Im Kiese des Ufers stecken unzählige Naja- 
deen, unter denen Unio tumidus an Zahl vorherrscht. Von 
dieser Art findet man nebeneinander alle Zwischenformen 
/.wischen der Normalform und der hier beschriebenen, tlas 
Extrem einer Entwicklungsreihe darstellenden Form. Die 
starke Verlängerung des Hinterteils, verbunden mit einem 
nach unten gebogenen Schnabel, wie ihn U. arca und 
'platyrhyncJius aus der Pidori/m-Gruppe, IJ. decurvatus aus 
der Ba^at'ws-Gruppe und JÜ. Borcherdingi aus der lumidus- 
Gruppe aufweisen, wird gewöhnlich dem Einfluss der see- 
artigen Gewässer zugeschrieben, in denen diese Muscheln 
leben. Gallenstein führt diese Erscheinungen auf Algen- 
wucherungen am Hinterende zurück. Beides, der seeartige 
T'.harakter des Wohnorts, und die Ansiedlung von Gyano- 
phyceen, namentlich Gloeocapsa, Scytonema und Oscillaria, 
am Hinterende trifft bei dem U. Lauterborni zu. Nur 



*) Vnio Borcherdingi Bourg., U. macrorhynchiis Borch., in Moll. 
Fauna d. n. w. deulschen Tiefebene, I. Nach. Tafel IV, 3 3 a, 3 b. 
Jconographie N. I, Fijf. 711. 



~ 48 - 

bleibt das A uftreten ausgewachsener Zwischenformen zwischen 
ihm und dem Tumidus-TyYiUs, der ebenfalls mit den ge- 
nannten Algen besetzt ist, unerklärlich. Es mag von In- 
teresse sein, zu erfahren, dass nach meinen Untersuchungen 
der Schlammbolai^ des Ilinterendes so vieler Muscheln 
immer dieselben, oben erwähnten Blaugrünalgen enthält, 
zu denen sich häufig noch die Diatomee Nmicula geseilt, 
ohne dass die betreffenden Tiere irgendwelchen Hang zur 
Dekurvation zeigen müssen. 

Herrn Dr. A. Lauterborn-Ludwigshafen, dem ich die 
Kenntnis des herrlichen Altrheins von Neuhofen verdanke, 
ist diese Form verehrungsvoll gewidmet. 



Zum Namen Unio. 

Zu dem, was Herr F. Haas liber „die Namen unserer 
Unioniden-Gattungen" vorgebracht hat, bemerke ich, dass 
ich die kleine Arbeit von Bruguiere wiederholt daraufhin 
gelesen habe, ob in ihr etwas zu finden ist, was in der 
Weise, wie Haas annimmt, zu verwerten wäre^ aber ver- 
geblich. Bruguiere hat weder eine der typischen Arten 
genannt noch mit einem Wort darauf hingewiesen, dass 
er eine Beschränkung oder Auflösung der Galtung Unio 
beabsichtigt hat, seine Gattungsdiagnose ist vielmehr ledig- 
lich im Hinblick auf die neue von ihm beschriebene Art 
gegeben und allein darum erwähnt er die hinteren Schloss- 
lamellen, weil sie bei dieser vorhanden sind. Es ist ihm 
sicher gar nicht eingefallen, damit den C/. maryaritiferus 
auszuscheiden und den Gattungsbegriff zu beschränken, 
der ist ihm lediglich untergelegt worden. „Der die Auf- 
lösung zuerst vornehmende Autor" ist in jedem Fall Oken 
gewesen, dem man darum folgen muss. Dr. Thiele. 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Hälakozoologiseben Clesellsehaft 



Eiiiandvierzigster Jahrgang 
(1909) 



= Heft IV = 

(Oktober — Dezember) 



Inhalt: 



Seite 



Bahor und Novdk, Verzeichnis der posttertiären Fauna der 

böhmischen Weichtiere . . 145 

Boettger, 0., Neue Nenia ; Beslimmungsschlüssel und Literatur- 
nachweise für die bis jetzt bekannten Nenia-Arten 
(Clausiliidae) 162 

Wüst, E., Das Vorkommen von Pisidium astartoides Sandb. 

im Deutschen Diluvium 183 

Literatur ■ 187 



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Heft 4 Oktober 1909 

Nachriclitsblatt 

der Deutsehen 

Malakozoologischen Gesellschaft 

Lmundvierzigster Jahrgang ^ ' [ 

Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 6. — . 

Fi-ei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaklion : Herrn Dr.W. Kobelt in S c hw a n h e i ni bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen. Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 

Verzeichnis der posttertiären Fauna der böhmischen 
Weichtiere. 

Von J. Babor und J. Noväk in Prag. 

Fortsetzung und Schluss. 

100. Helix [PoMiatia (Gesn.) Beck] pomatia L. {-\- monstr. 

scalaris, -\- aber sinistrorsa -|- aberr. crassa.) 
var. solitaria Haz. 
var. sabulosa Haz. 
var. Gesneri Hartm. 
var. rustica Hartm. (s. radiata Ulic.) 

Subf. Pupinae. 
XVI. Gen. Buliminus Ehrbg. 

101. Buliminus [Zebrinus Held] detritus Müll. (s. radiatus 

Brug.) (-f- mut. radiatus Pfr. + mut. albidus 
Mke. + mut. unicolor Jan), 
f. minor Goldf. 



— 146 

102. Buliminus [Ena Leach s. Napaeus Albf^rs] montanus 

Drap. 
V. ventricosus Loc. 
V. carthusianus Loc. 
V. elongatus Kregl. 

103. Buliminus [Ena Leach s. Napaeus Alb.] obscurus Müll. 

104. Buliminus [Chondrula Beck] tridens Müll. 

XVin. Gen. Fupa Drap. 

105. Pupa [Torquilla Studer] frumentum Drap, (-f- mut. 

albina). 
var. cylindracea Rm. f. primula West, 
f. curla Kstr. 

106. Pupa [Modiceila (Ad.) Bttg.] avenacea Brug. 

var. minor Kstr. (s. sub-hordeum West.) 

107. Pupa [Orcula Held] dolium Dr. (+ mut. parva.) 

108. Pupa [Orcula Held] doliolum Brug. (+ mut. albida). 

109. Pupa [Pupilla Leach s. „Jaminia" Risso] muscorumMüll. 

(+ mut. albina) 
var. masclaryana Pal. 
t ? var. bigranata Rossm. 
f. edentula Slavik. 
f. pratensis Gl. 
f. elongata Gl. 
f. abbreviata Ulicny. 
f. minor West, 
f. bidentata Rossm. 
t t var. poltavica Boettg. 

110. Pupa [Pupilla Leach] triplicata Stud. 

var. bidentata West, 
var. abbreviata Ulicny. 

111. Pupa [Sphyradium Gharp.] edentula Dr. 

var. turritella W. 

112. Pupa [Isthmia Gray] minutissima Hartm. 

113. Pupa [Isthmia Gray] costulata Nilss. 



— 147 — 

114. Pupa [Isthmia Gray] clanstralis Grecll. 

XVIII. Gen. Vertigo Müll. 

115. Vertigo [Alaea Jeffr.] antivertigo Dr. 

var. sexdentata Moni, 
var. octodenlata Hartm. 

116. t Vertigo [Alaea Jeffr.] Moulinsiana Dupuy (s. vent- 

rosa Heyn. s. laevigata Kok. s. Gharpentieri 
Shuttl.)*) 

117. Vertigo [Alaea Jeffr.] pygmaea Drap. 

var. athesina Gredi. 
var. quadridens W. 

118. Vertigo [Alaea Jeffr.] alpestris Alder. 

f. mitis West, 
var. tatrica Haz. 

119. Vertigo [Alsiea Jeffr.] ronnebyensis West. 

120. Vertigo [Alaea Jeffr.] arctica Wallenbg. 

121. Vertigo [Alaea Jeffr.] substriata Jeffr. 

var. monas W. 
var. mitis Boetiger. 

122. Vertigo [Angustula Sterki s. Vertilla M.-T.] pusilla Müll. 

123. Vertigo [Angustula Ski s. Vertilla M.-T.] angustior Jeffr. 

var. nana Mich. 

XIX. Gen. Balea Prideaux. 

124. Balea perversa L. 
var. polita W. 

XX. Gen. Clausilia Drap. 

125. Clausilia [Clausiliaslra v. Moellend.] laminata Mtg. 

(+ mut. albina Pfr., + mut. minor Rssm.). 

var. granatina Ziegl. 

var. virescens A. Schm. 

f. fuscilabris Boettg. 

f. fascicularis Boettg. 

*) Auf eingeliende Systematik dieser polymorphen Art verzichten 
wir vorläufig unter Vorbehalt weiterer Untersuchungen. 



— 148 — 

126. Clausilia [Glausiliastra Moell.] commutata Rossm. 

subsp. silesiaca (A. Schm.) Lehm, (non-singularis 

ßoettg.=^silesiaca Erjavec secundum Glessin). 
f. minor Westerl. 

127. Clausilia [Glausiliastra Moell.] orthostoma Menke. 

var. filiform is Parreyss. 
var. viridana W. 

128. Clausilia [Fusulus Fitz] varians Ziegl. 

129. Clausilia [Delima Hartm.] ornata Ziegl. 

130. Clausula [Uncinaria v. Vest] turgida Rossm. 

f. elongata Rossm. 

131. Clausilia [Alinda Ad.] plicata Drap. (+ niut. albina). 

var. rustica (Ziegl.) A. Schm. 

var. plagia Bourg. 

f. implicata Bielz. 

f. implicata Bielz. subf. elongata A. Schm. 

132. Clausilia [Alinda Ad.] biplicata IVltg. (+ mut. albina, 

+ aberr. dextrosa, -f- monstr. scalaris, + monstr. 

carinata.) 
var. albilamellata (Parr.) W. 
var. crassilabris (Parr.) W. 
var. sordida (Ziegl.) A. Schm. 
var. fessa West. 

var. bucephala (Parr.) A. Schm, 
var. strigosa W. 
f. grandis Rossm. 
subsp. bohemica Cless. 
var. Forsteriana Gl. 

133. Clausilia [Strigillaria v. Vest.] cana Held. 

134. Clausilia [Strigillaria v. Vest.] vetusta (Ziegl.) Rossm. 

(+ mut. albina). 
var. festiva Küster, 
subsp. striolata Bielz. 
f. nitidosa Ul. 



— 149 — 

1 35. Glausilia [Kuzmicia Brus.] parvula Stud. (-|- mut. albida). 

f. major A. Sciim. 

f. minor A. Schm. 
186. Glausilia [Kuzmicia Brus.] cruciata Stud. 

f. minima A. Schm. 

137. Glausilia [Kuzmicia Brus.] dubia Drap. 

var. raanina Brancs. 

var. vindobonensis A. Schm. 

var, hercynica Ulicny. 

var. obsoleta A. Schm. 

var. reticulata Pini. 

var. gracilis G, Pfr. 

var. Tettelbachiana Rssm. 

var. albicillata Parr. 

var. transsilvanica A. Schm. 

138. Glausilia [Kuzmicia Brus.J bidentata Ström (s. nigricans 

(Pult.) Gray), 
var. exigua W. 

139. Glausilia [Kuzmicia Brus.] pumila Ziegl. 
var. sejuncta A. Schm. 

140. Glausilia [Pirostoma v. Vest] plicatula Drap. 

var. nana (Ziegl.) Scholtz. 
var. inuncta (Parr.) Pfr. 
var. er uda Ziegl. 
var. fallaciosa W. 
f. curla A. Schm. 

141. Glausiha [Pirostoma v. Vest] latestriata (Blz.) A. Schm 

var. septentrionalis Bttg. 

142. Glausilia [Pirostoma v, Vest] ventricosa Drap. 

143. Glausilia [Pirostoma v. Vest] tumida Ziegl. 

144. t Glausilia [Pirostoma v. Vest] lineolata Held. 

145. Glausilia [Graciliaria Bielz] corynodes Held (s. gracilis 

Rossm.) 
t f var. costata Babor. 
var. minor A. Schm. 



150 



146. Clausilia [Graciliaria Bielz] filograna Ziegl. (-|- mut. 

albina). 
var. grandis Haz.*) 

Faiii. Aohatlnidae, 

Subfam. Cionollinae. 
XXI. Gen. Cionella Jeffr. (s. Gochlicopa Risso.) 

147. Cionella [Zua Leach] lubrica Müll, (-j- mut. hyalina 

Jeffr., -|- abeiT. curla Gl. 
var. nilens Kok. (s. major Kregl. s. maxima Gl.) 
var. exigua Mke. (s. lubricella Ziegl. iiec A. Braun.) 
.subsp. columna Gl. 

XXII. Gen. Caecilianella Bonrg. 

148. Caecilianella [Caecilianella Bourg. s. str.] acicula Müll. 

Farn. Succineldae. 
XXIII. Gen. Sucdnea Drap. 

149. Succinea [Neritostoma Klein] putris L. (-j- mut. albina). 

var. bavarica Closs, 

var. olivula Band, 

var. limnoides Pic. 

var. grandis Haz. 

var. extensa Band, 

var. subglobosa Pascal. 

var. Ferussina M.-T. 

var. perfecta Haz. 

var. Glessiniana Haz. 

var. Charpyi Band, 

var. Studeria M.-T. 

var. fontana Flaz, 

150. Succinea [Aniphibina Mörcii] Pfeifferi Rossm. 

var. contortula Baud. 
var. recta Baud. 



*) Clausilia [V subjen.] moditicata Ziegl. mit der Heimatsangabe 
.Böhmen" ibt ein uomen iiuduni. 



151 



V. brevispirata Baud. 

V. elata Baud. 

V. propinqua Baud. 

151. Succinea [Amphibina Mörch] hungarica Haz. 

var. hasta Haz. 
var. cuneola Haz. 

152. Succinea [Amphibina Möich] longiscata Morel. 

153. Succinea [Amphibina Mörch] elegans Risso. 

var. elata Haz. 

154. t t Succinea [Lucena Oken] paludinaeformis A. Braun. 

155. t t Succinea [Lucena Oken] Schumacheri Andr. 

156. Succinea [Lucena Oken] oblonga Drap. 

var. agonostoma Küster. 

var. elongata Gl.*) 

t t var. elongata A. Braun (non Gl. nee Westerl.)*) 

var. humilis Drouet. 

var. moravica Rzehak. 

var. sudelica Kolenati. 

157. t Succinea [Lucena Oken] Fagotiana Bourg. (s. Kobelti 

Haz.) 

158. t Succinea [Lucena Oken] arenaria Bouch. 

Basommatophora. 
Farn. Auriculidae. 

Subf. Garychiinae. 
XXIV. Gen. Carychium Müll. 

159. Carychium minimum Müll. 

var. hercynicum Klika. 

Farn. Lrimnaeldae. 

Subfam. Limnaeinae. 
XXV. Gen. Limnaeus Lam. 

160. Limnaeus [Limnus Montf.] stagnalis L. (-[- mut. albida, 

-h deform, scalaris + mut. fasciata Merkel.) 

*) Dieses unglückselige double emploi lassen wir zur Zeit noch 
bestehen. 



- 1 52 — 

var. productus Golb. 

var. ampliatus Gl. 

var. turgidus Mke. 

var. vulgaris W. (s. tVagilis L.) 

var. lacustris Stud. 

var. paluslriformis Kob. 

var. subulatus W. 

var. arenarius Golb. 

var. angulosus Gl. 

f. colpodius Bgt. 

f. roseolabialus Wolff. 

161. Limnaeus [Gulnaria Leach s. Radix Mtt,| auricularis 

L. (-h deform, angul.) 
var. ventricosus Hartni. 
var. Moralensis Cless. 
var. contractus Kob. 

162. Limnaeus [Gulnaria Leach] amplus Hartm. 

var. minor Slavik em. 
var. Monnardi Hartm. 

163. Limnaeus [Gulnaria Leach] lagotis Schrenk (s. vul- 

garis Rossm.) 
var. Wimmerianus Haz. 
t var. alatus Sporleder, 
t var. jauoviensis Krol. 

164. Limnaeus (Gulnaria Leach] ovalus Dr. 

var. ampullaceus Rssm. 
var. fontinalis Stud. 
var. inflatus Kob. 
var. patukis Da Gosla. 
var. obtusus Kob. 
var. Noulelianus Gass. 
var. succincus Nilss. 

165. Limnaeus [Gulnaria Leach] pereger Müll, (-f- deform. 

abbrev ) 



- 153 - 

var. ambiguus W. 

var. curtus Gl. 

var. fulvus Ziegl, 

var. albomarginalus Gl. (s. marginatus Mich.) 

var. luteus Montagii (s. fluminensis Gl., s. pachy- 

gasler Slav., s. crassus Gassies, s. solidus Hartm., 

s. solidulus Hartm.) 
var. ovatus Dr. 
var. oblongus Jeffr. 
var. microsloina Kob. (s. elongatissimus Gredl., s. 

alpicola W., s. paludum Hartm., s. productus W., 

s. elongalus Gl., s. apricensis G. B. Adami, s. 

apricanus ßourg.). 
var. vulgaris G. Pfr. (s. ovalitbrmis T. D. A. Gocker.) 
(?) t var. Bakowskyanus Gl. 
var. pulchellus Roffiaen. 
var. nielanostoma Ziegl. 

166. Limnaeus [Limnophysa Fitz.] palustris Müll, (rede 

paluster). 
var. corvus Gmel. 
var. septentrionalis Gl. 
var. turricula Held. (s. silesiacus Scholtz). 
var. flavidus Gl. 
var. fuscus C. Pfr. 
var, curtus Gless. 

var. terebra W. (s. diluvianus Andr.). 
var. terebra W. f. maior Goldf. 

167. Limnaeus [Leptolimnaeus Swains] glaber Müll. 

168. Limnaeus [Fossaria W.] truncatulus Müll. 

var. oblongus Put. 

var. communis Ad. 

var. turritus Gl. 

var. acutispira Gl. 

var. acutispira Gl. f. scalaris Rzeh. 



— 154 — 

var. longispiratus Gl. 
var. Goupili M.-T. 
var. major M.-T. 
var. venlricosus M.-T. 

XXVI. Gen. Amphipeplea Nilss. 

169. Amphipeplea glutinosa Müll, (-f iiiut. magna). 

XXVII. Gen. Physa Drp. 

170. Physa [Bulinus Adans] fontinalis L. 

var. bulla Müll. 
XXVIII. Gen. Aplexa Floiiim. (s. Nauta Leach). 

171. Aplexa hypnorum L. (-f- mut. parva). 

f. major Goldfuss. 

XXIX. Gen. Planorbis (Guelt.) Geuffr. 

172. Planorbis [Corelus Ad. s. Spirodiscus Stein] eorneus 

L. (-|- deform, scalaris). 
var. pinguis W. 
var. banaticus Lang. 

173. Planorbis [Goretus Adans.] elophilus Bourg. (colore 

albo.) 
var. ammonoceras W. 

174. Planorbis [Tropidiscus Stein] umbilicalus Müll. (s. 

marginatus Dr.) 
var. submarginatus Jan. 
t t V. antilibanensis Blanck. 
var. filocinctus W. (non Sandberger.) 
t var wimaranus A. Weiss (s, supracarinatus C. Pfr.) 

175. Planorbis [Tropidiscus Stein] carinatus Müll. 

var. dubius (Gredl.) Hartni. 
t var. nummularis Mörch. 

176. Planorbis [Diplodiscus W.] vortex L. (+ deform. 

scalaris, -|- mut. magna), 
var. compressus Mich, 
var. nummulus Held. 



— 155 — 

177. Planorbis [Diplodiscus W.] vorticulus Trosch. 

var. charteus Held (s. acies Villa). 

178. t Planorbis [Diplodiscus W.] discus Parr. (non F 

Edwards.) 

179. Planorbis [Gyrorbis Agass.] spirorbis L. 

180. Planorbis [Gyrorbis Agass.] Dazurii Mörch. 

181. Planorbis [Gyrorbis Agass.] leucostoma Müll. (s. rotiin- 

datus (Kob.) W. non Poir). 
t var. gracilis Gredl. (s. Perezi Diip ) 

182. Planorbis [Gyrorbis Ag.] septemgyratus Ziegl. 

183. t t Planorbis [Gyrorbis Ag.) calculiforinis Sandb. 

184. Planorbis [Bathyomphalus Ag.] contortus L. 

var. dispar W. 

var. spondyloides Weinl. 

185. Planorbis [Gyraulus Ag.] albus Müll. 

f. major Ulicny. 

var. hispidus Drap. (s. hirsutus Gould.) 

186. Planorbis [Gyraulus Ag.] lemniscatus Hartm. 

var. gothicus W. 

187. Planorbis [Gyraulus Ag.] stelniachaetius Bourg. 

var. nolatus W. 

188. Planorbis [Gyraulus Ag.] Rossmaessleri Auersw. 

189. Planorbis [Gyraulus Ag.] limophilus West. 

190. Planorbis [Gyraulus Ag,] glaber Jeffr. (s. laevis Aid. 

nee V. Klein). 

191. Planorbis [Gyraulus Ag.] Gredleri Bielz. 

192. Planorbis [Gyraulus Ag.] cf. Bourguignati Mort. 

193. Planorbis [Armiger Hartm.] crista L. (s. cristatus Dr.) 

var. spinulosus Gless. 
subsp. nautileus L. 
var. cf. Bielzii v. Kim. 

194. Planorbis [Hippeutis Ag.] complanatus L. (s. fontanus 

Lightf.) 
var. Kobelti Haz. 



— 156 — 

195. Planorbis [Hippeutis Ag.] riparius West. 

196. Planorbis [Segmentina Flemm.] nitidus Müll. (-|- mut. 

magna), 
t t var. micromphalus Sandbg. (non Grimm nee Fuchs). 

197. Planorbis [Segmentina Flemm.] Clessini Weslerl. 

198. t t Planorbis [Segmentina Flemm.] filocinctus Sandb. 

(non W. nee Pilsbry). 

199. Planorbis [Segmentina Flemm.] Babori Noväk. 

Subfam. Ancylinae. 
XXX. Gen. Ancylus Geoffr. 

200. Ancylus [Ancylastrum M.-T.] fluviatilis L. 

var. gibbosus Bourg, (s. deperditus Ziegl.). 

var. subcircularis Gl. 

var. costatus Fer. 

var. rupicola Boubee. 

var. riparius Dcsmar. 

var. cornu Cless. 

var. simplex Bourg. 

201. Ancylus [Ancylastrum iM.-T.] capuloides Jan. 

202. Ancylus [Ancylastrum M.-T.] expansilabris Gless. 

203. Ancylus [Ancylastrum M.-T.] orbicularis Gless. 

XXXI. Gen, Acroloxus Beck (s. Velletia Gr.) 

204. Acroloxus lacustris L. 

var. Moquinianus Bourg. 

II. Prosobranchiata. 

Taenioglossa. 
Farn. Acmldae. 

XXXII. Gen. Acme Hartm. 

205. Acme [Platyla M.-T.] polita Hartm. 

206. Acme [Platyla M.-T.] Absoloni Bab. in liter.*) 

Farn. Cyolostomatidae. 

XXXIII. Gen. Cyclostoma Drap. 

207. Cyclos toma [Ericia M.-T.J elegans Müll.**) 

*) Eine noch nichl beschriebene neue Höhienart aus dem 
mährisclien Rarste. 

**) Lebend bei Hohenfurlh in Südböhmen constatiert (J, Noväk), 
plistocän bei Kostomlat (unweit von Nimburg) gefunden (A. Fritsch.) 



~ 157 — 

Faiii. Valvatidae. 

XXXIV. Gen. Valvata Müll. 

208. Valvata [Cincinna (Jeflfr.) Hübn.] piscinalis Müll, 
var. borealis Milach. 

209. t t Valvata [Cincinna Hübn.] piscinaloides Mich. 

210. Valvata [Cincinna Hübn.] naticina Mke. 

211. t t Valvata [Cincinna Flübn.] bohemica Bab. 

212. Valvata [Cincinna Hübn.] antiqua Sow. (s. contorta 

Mke.) 

213. Valvata [Cincinna Hübn.] fluviatilis Golb. 

214. Valvata [Cincinna Hübn] obtusa Stud. 

215. Valvata [Cincinna Hübn.] alpestris Blauner (+ mut. 

magna, -|- mut. parva), 
t var. Piatti Adami. 
t var, oelandica West, 
t var. glacialis West, 
t var. Arcelini Bgt. 
f. intermedia Grembl. 

216. f Valvata [Tropidina Adams s. Atropidina Lindh.] um- 

bilicata (Fitz.) Westerl. (s. frigida (W.) Cless. s. 
spirorbis Küster nee Dr.) 

217. Valvata [Tropidina Adams] depressa C. Pfr. (s. pul- 

chella Stud.) 

218. Valvata [Tropidina H. & A. Adams] macrostoma Steen- 

buch (-\- mut. magna.) 
var. malleata West. 

219. Valvata [Gyrorbis Fitz, non Agass.] cristata Müll. (+ 

defom. scalaris). 
var. spirorbis Dr. (non Kstr.) 
f. minor W. (s. spirorbis Fitz.) 

Farn. Paludinldae. 

XXXV. Gen. Vivipara Montf. (s. Paludina Lam.). ^ 

220. Vivipara [s. str.] contecta Millet (s. vera Frauenf. s. 

vivipara Dr.) 



- 158 — 

var. lacustris Beck, 
var. vulgaris Drap. 

221. Vivipara [s. str.] fasciata Müll. (s. achatina Dr. s. 

vivipara L.) 

222. Vivipara [s. str.] acerosa Bgt. (s. hungarica Haz. sec. 

Brus.) 

XXXVI. Gon. Bythinia Leach. 

223. Bythinia [Elona M.-T.] tentaculata L. 

var. producta Mke. 
var. codia Bourg. 
var. ventricosa Mke. 
f. gigas Mörch. 

224. Bythinia [Elona M.-T.] Leachi Sheppard (s. ventricosa 

Gray), 
subsp. Troscheli Partsch. 
var. Goldfussi Kob. 

Farn. HydFoblldae. 
XXXVII. Gen. PaludineUa G. Pfr. 

225. PaludineUa [Bythinella M.-T.j austriaca Frauenf. (-f 

mut. magna), 
var. fuscata Brancsik. 
var. melanostoma Brancs. 

226. PaludineUa [Bythinella M.-T.] Clessini Rzehak. 

227. PaludineUa [Bythinella M.-T.] Steinii v. Mart. (s. 

Scholtzii A, Schm.). 

228. PaludineUa [Bythinella M.-T.] cylindrica (Parr.) Frauenf. 

229. t PaludineUa [Bythinella M.-T.] Diinkeri Frauenf. 

XXXVIII. Gen. Lithoghjplius Mühlenfeld. 

230. Lythoglyphus naticoides (Fer.) G. Pfr. 

var. moravicus Rzeh. 

Rhipidoglossa. 

Farn. Nerltinldae. 

XXXIX. Gen. Neritina Lam. 

231. Nerilina [Theodoxus Moni f.] danubialis (Mhlf.) G. Pfr. 



— 159 — 

232. Neritina [Theodoxus Monlf.] fluviatilis L. 

B. Lamellibranchiata. 
Eulamellibranchlata. 

Submytilacca. 
Farn. Unionldae. 
XL, Gen, ünio Retz, 

233. Unio [Limnium Oken] liniosus Nils. 

var. pachyodon Jord, 

var. longirostris (Ziegl.) Rossm. 

234. Unio [Limnium Oken] pictorum L, (s, rostratus Lam,) 

var, rostratus C. Pfr, 
var. Nathusii Küster. 

235. Unio [Limnium Oken] batavus Lam. 

f. consentaneus Ziegl. 

var. erassus Retz. 

f. rubens Mke. 

var. ater Nilss. 

t, reniformis (J, F. Schm,) Rssm, 

var. amnicus (Ziegl.) Rssm, 

f. riparius C, Pfr. 

var. lingua Ulic. 

var. rivularis Rossm. 

var. fusculus Ziegl. 

var. ventricosus Scholtz. 

subsp. pseudolitoralis Cless. (s. erassus Retzius 

var. maximus Kob. s. barys W.) 

236. Unio [Limnium Oken] tumidus Retz» 

f. minor Merkel, 
f. latior Merkel, 
var. Zelebori Parr. 
var. Mülleri Rossm. 
f. Rohrmanni Kob. 

XLL Gen. Margaritana Schum. 

237. Margaritana [s. str.] margaritifera L. {{- mut, tenuis). 

f. Jetschini W. 



— IGO — 

XLII. Gen. Anodonia Cuv. 

238. Anodonia [s. str.] cygnea L. (+ mut. plana). 

var. cordata Rossm. 
var. eucypha Bourg. 
var. cellensoides Büchner. 

239. Anodonia [s. str.J cellensls (Gmel.) Schröü. 

V. rostrata (Brot.) Held (s. rostrata Kstr. non (Kok.) 

Rossm.). 
var. anserirostris Küst. 

240. Anodonia [s. str.] piscinalis Nilss. 

var. ponderosa C. Pfr. 
var. opalina Küst. 
var. ventricosa G. Pfr. 

241. Anodonta [s. str.] anatina L. (+ mut. parva). 

242. Anodonta [Pseudanodonta Bourg.] complanata Ziegl. 

(s. compressa Mke.) (-|- mut. parva), 
var. Kletti Rossm. (s. rhomboides Schlüt.) 

Farn. Cycladidae. 
XLIII. Gen. Sphaerkim Scop. (s. Cyclas Brug.). 

243. Spliaerium [Sphaeriastrum Bourg.] rivicola Leach. 

var. Boettgerianum Bgt. 

244. Sphaerium [Gyrenastrum Bgt.] solidum Normand. 

245. Sphaerium [Gorneola Gless.] corneum L. 

var. nucleus Stud. 
var. firmum Cless. 

246. Sphaerium [Gorneola Cless.] Scaldianum Norm. 

247. Sphaerium [Gorneola Cless.] fragile Gless. 

248. Sphaerium [Gorneola Gless.] ovale Fer. (s. Drapar- 

naldii Cless.). 

249. Sphaerium [Gorneola Gless.] mammillanum Westerl. 

var. ventricosum Jord. 

250. Sphaerium [Gorneola Gless.] duplicatum Gless. 

251. Sphaerium [Musculium Link s. Galyculina Gless.] 

pilacre Westr. 
f. majus W. 



— 161 — 

252. Sphaerium [Galyculina Gless.] lacustre Müll. 

f. majus W. 

253. Sphaerium [Galyculina Gless.] Steinii Ad. Schm. 

254. Sphaerium [Galyculina Gless.] Ryckholti Norm. 

var. danicum Gless. 
var. angulatum Gless. 

255. Sphaerium [Galyculina Gless,] Brochonianum Bourg. 

256. Sphaerium [Galyculina Gless.] hungaricum Haz. 
XLIV. Gen. Pisidium G. Pfr. (s. Gorneocyclas Fer.) 

257. Pisidium [Fluminina Gl.] amnicum Müll. 

var. elongatum Baud. 

258. Pisidium [Rivulina Gl.] supinum A. Schm. 

259. Pisidium [Tropidocyclas Dali.] Henslowianum Sheppard. 

260. Pisidium [Fossarina Gl. (nee Adams) s. Gyclocalyx Dali] 

pulchellum Jenyns. 
var. inflatum Ulicny. 

261. Pisidium [Fossarina Gl.] nitidum Jenyns. 

var. bohemicum Uli. 

262. Pisidium [Fossarina Gl.] fontinale G. Ph*. (+ mut. magna.) 

var. compressum Ulic. 
var. Glessini v. Kimak. 
t var. curtum Gl. 
var. roseum Scholtz. 
var. ovatum Gless. 

263. Pisidium [Fossarina Gl.] intermedium Gass. 

264. Pisidium [Fossarina GL] pallidum Gass. 

265. Pisidium [Fossarina Gl] pusillum Gmel. 

266. Pisidium [Fossarina Gl.] obtusalo G. Pfr. 

var. Scholtzi Gless. 
var. personatum Malm. 

267. Pisidium [Fossarina Gl] subtruncatum Malm. 

268. Pisidium [Fossarina Gl] milium Held. 

var. Normanianum Dupuy. 

269. Pisidium [Fossarina Gl] rivulare Gless. 



— 162 — 

Farn. Congerlldae. 

XLV. Gen. Dreinsensia Van Beneden. 
270. Dreissensia polymorpha Pallas. 

Anmerkung. Durch Blumenhandel eingeschleppt haben sich bei Prag 
neulich folgende nearktische Formen eingebürgert.: Zonitoides 
arboreus Say und Physa helerostropha Say, letztere häufig. 



Neue Neiiia; Bestinmiungsschlüssel und Literaturiiacli- 
weise für die bis jetzt bekauiiten Nenia-Arteii(Clausiliidae). 

Von 

Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt a. M. 



Herr Hermann Piolle in Berlin schickte mir drei 

Arten der so interessanten Glansiliidengattung Nenia vom 

Rio GhanchamayO; ninem Zufluss des Ucayali in Hochperu, 

zur Begutachtung, resp. Beschreibung und zum Geschenk. 

Sie sind in etwa 1000 m Höhe gesammelt worden. Zwei 

von den Formen konnton nach dem Vergleichsmalorial in 

meiner Sammlung leicht bestimmt werden. Es war Nenia 

chacaensis Lubomirski, von der ich ein Originalexemplar 

aus der Hand des Autors besitze, und die im Nachr.-Blatt 

1889 p. 166 aus Peru ohne näheren Fundort beschriebene 

N. flacJii Bttgr. Von sonstigen Nenien aus dem Gebiete 

des Rio Ghanchamayo besass ich nur noch die grosse, 

gleichfalls dekoUierende j\^. peruana (Trosch.). Hierzu kommt 

nun als neu 

Nenia suhlutea n, sp. 

Char. Forma staturaque similis N. epistomium (K.) 
Novae Granadae, sed minor, magis cylindrata, luteo- 
brunnea nee pm-pureo-brunnea, anfr. 9 nee 10 convexioribus, 
confertim costulato-striatis nee solum striatulis, costulis 
capillaceis, acutis, aperl. majore, magis ovato-circulari, mai'- 
ginibus tenuioribus, lunella valde curvata, non stricla ul in 
N. epistomium. — T. non rimafa haud decollata, cylindrato- 



— 163 — 

fuslformis, non ventriosa, tfnnis; snbsericina, luteo-brunnea ; 
spira elongato-fusiformis ; apex obtusus. Anfr. 9 convexius- 
c.uli; sutura distincte impressa disjuncti, undique peroblique 
rapillaceo-costulati, costulis densis, angustis, aeutis, spiraliter 
haud decussati, ultimus distincte decrescens, cylindratus, 
verticaliter descendens, basi subrotundalus, ad aperturam 
protractus, non cristatus. Apert. magna obliqua, circulari- 
ovata, faucibus violaceo-brunneis, sinulo latiusculo ; perist. 
continuum solutum, undique late expansum, non labiatum, 
albidomarginatum, margine slnistro sub sinulo vix impresso. 
Lam. supera valida marginalis, protracta, substricta, longe 
intrans; lam. infera parum valida, alte sita, profunda, lam. 
superae approximata; lam. subcolumellaris profunda non 
distincta. PI. principalis brevis, ultra lunellam longam, 
dorsalem, valde curvatam parum protracta. 

Alt. 21^2, diam. max. 4 mm ; alt. apert. 5, lat. apert. 
4 mm. 

Hab. Rio Cbanchamayo, 1000 m, Honhperu, 
nur ein von Hrn. Herrn. Rolle erhaltenes Stück (in coli. 
Boettger). 

Bemerkungen. Die Unterschiede von N. episto- 
mium (K.) sind oben in der Differenzialdiagnose bereits 
angedeutet und bestehen hauptsächlich in der schärferen 
Rippenstreifung der Schale und in der Form der nicht 
gradlinigen, sondern halbmondförmig gebogenen Mondfalte. 
Eine weitere ähnliche Art ist auch N. bogotensis (Bttg.) 
von Cundai auf dem Plateau von Bogota, nach der Etiquelte 
weiter angeblich aus Ecuador, wahrscheinlicher aber aus 
den Verein. Staaten von Columbia, die nach direkter Ver- 
gleichung dekolliert, feslschalig ist und deren Unterlamelle 
fast stärker entwickelt ist als die Oberlamelle. 



Zu Nenia chacaensis (Lub.) sei noch bemerkt, dass 
diese Art in der Pfeiffer-Dohrn'schen Sammlung in Stettin 
unter dem Namen N. adamsiana (Pf.) liegt. Aber diese 



- 164 — 

„N. adamsiana" stimmt nicht mit der Pfeifferschen Original- 
diagnose in Proc. Zool. Soc. London 1860 p. 140, wo die 
Schnecke „ turrito-fusiformis, apert. obliqua, piritormi-sub- 
circulari, lamelh's approximatis, subparallelis " genannt 
wird und alt. 18 — 19, diam. 4^3—4^2 mm, alt. apert. 4'/*, 
lat. apert. 3 — S'/s mm messen soll. Die von Pfeiffer 
ursprünglich beschriebene, aus der Cumingschen SammUmg 
stammende Schnecke hatte kein genaueres Vaterland; erst 
1861 nannte E, v. Martens den Rio Ghanehamayo als 
Fundort. Ich bin nun in der angenehmen Lage, ein Original- 
stück der N. chacaensis (Lub.) meiner Sammlung von Chaca 
beiHuanta, 13° südl. Br., in Hochperu vergleichen zu können, 
das mit der N. adamsiana (Pf.) der Dohrn - Pfeiffer'schen 
Sammlung identisch ist. Nach alledem ziehe ich meine 
im Nachr.-Blatt 1880 p. 114 ausgesprochene Ansicht, dass 
beide Schnecken übereinstimmten, hiermit ausdrücklich zu- 
rück, in Uebereinstimmung mit P. Ehr mann, der im 
Nachr.-Blatt 1905 p. 66 zu dem gleichen Piesultate ge- 
langt ist. 

Die Entdeckung der oben beschriebenen neuen peru- 
anischen Form zwang mich, die in der Literatur auffallend 
verzettelten Diagnosen aller bis jetzt beschriebenen Arten 
von Nenia zu vergleichen, und erzeugte in mir den Wunsch, 
künftigen Forschern durch Ausarbeitung eines Bestimmungs- 
schlüssels' die Aufgabe zu erleichtern. Ich glaubte mich 
dazu um so mehr berufen, als ich 24 Arten davon besitze 
oder im Laufe der Zeit in Händen gehabt iiabe, also fast 
die Hälfte des gesamten heutigen Bestandes von 49 Arten. 
Die Kenntnis von 5 Arten aus dem Berliner Museum ver- 
danke ich der Gefälligkeit des Herrn Dr. Joh. Thiele 
in Berlin. 

Ueber Gestalt und Berechtigung der Gattung Nenia 
neben Clausilia, Laminifera und Garnieria weiss ich kaum 
neues vorzubringen; aber aufgefallen ist mir doch, dass 



— 165 — 

ich keine Art von Nenia kenne und von keiner aus der 
Diagnose herauslese, dass irgendwo die Spindellamelle (lani. 
subcolumellaris) vortritt oder gar auf dem Mundsaum sichtbar 
wird. Vorhanden ist sie natürlich immer, aber zu tief ge- 
legen, um von vorn aus in der Mündung gesehen werden 
zu können. Daher der immer wiederkehrende Ausdruck 
„lam. subcolumellaris obsoleta" in den Diagnosen. Dieser 
Mangel einer deutlich sichtbaren Spindelfaite unterscheidet 
Nenia von Laminifera und Garnieria, bei denen beiden die 
Subcolumellare wahrscheinlich immer bis auf den Mund- 
saum zieht. Es ist dies kein besonders wichtiges Kennzeichen, 
da es in der Gattung Clausilia selbst bei den einzelnen 
Arten versagt, aber immerhin doch eine ausnahmslose 
charakteristische Eigentümlichkeit. Laminifera unterscheidet 
sich ausser durch Kleinigkeiten im Schalenbau und im 
Habitus bei ihren lebenden, wie bei ihren fossilen Formen 
von Garnieria durch die fast regelmässig auftretende 
Fältelung des oberen Mundrandes zwischen Unterlamelle 
und Subcolumellarlamelle, ein Charakter, den ich bei den 
tropisch-asiatischen Garnierien vermisse. 

E. R. Sykes hat neuerdings im Journ. of Conchology 
(VVebb) Vol. 5. 1896, p, 57—59 eine Liste der bis dahin 
bekannten Nenien gegeben, leider ohne Angabe des Gitats 
für die Originalbeschreibungen. Ich hole das hier nach und 
ergänze zugleich seine dankenswerte Zusammenstellung 
durch Beifügung der in den letzten 13 Jahren hinzuge- 
kommenen, neu beschriebenen Arten. Im Jahre 1896 zählt 
dieser Autor auf 38 Arten (aus Puertorico 1, Ver. St. von 
Columbia 11, Venezuela 1, Ecuador 6, Peru 16 u. Bohvia 
2 Arten). 

Dr. Jousseaume gab sodann im Bull. Soc. Philo- 
math. Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 5-44, Taf. 1 eine voll- 
ständige Zusammenstellung der Diagnosen und die Be- 
schreibung von acht neuen Arten, die [sämtlich auch — 



— 166 — 

wenn auch unvollkommen — abgebildet wurden. Er ver- 
suchte auch, soweit ihm das möghch war, eine Einteilung 
derselben in kleinere Gruppen, aber, wie P. E h r mann 
mit Recht bemerkt „kann diese lockere Gruppierung auf 
Natürlichkeit wenig Anspruch machen". 

Endlich hat P. Ehrmann im Nachr.-Blatt d. d. 
Mal. Ges. 1905 p. 71 die aus Peru bekannten 20 Arten 
aufgezählt und bemerkt, „dass man wohl Ecuador und das 
nördliche Peru als das Zentrum der Verbreitun;,' von Nenia 
ansehen dürfe. Hier erreiche die Differenzierung der Gat- 
tung ihren Höhepunkt; die 20—21 peruanischen Arten 
verteilen sich auf mindestens fünf Sektionen". 

Bei der Lückenhaftigkeit des mir zu Gebote stehenden 
Materials — ich konnte von 49 Arten nur 24 (die im 
folgenden mit einem * bezeichnet sind) direkt miteinander 
vergleichen — - wage auch ich noch keine Einteilung in 
Gruppen oder Sektionen, aber ich glaube, der Wissenschaft 
einen wirklichen Dienst zu tun, wenn ich versuche, die 
Arten durch eine dichotomische l^estimmungstabelle scharf 
zu charakterisieren und zu sondern. Für solche, die noch 
genaueres über die einzelnen Arten wissen wollen, ver- 
weise ich auf Dr. J o u s s e a u m e s Abhandlung, der den 
grössten Teil der Diagnosen wiedergibt, auf die am Sclilusse 
der vorliegenden Arbeit angefügten Cilate für die ersimalige 
Beschreibung und Abbildung und auf die gleichfalls daselbst 
niedergelegten Literaturangaben späterer Forscher. Die 
Fundortsangaben sind ausführlich und möglichst genau 
nach den Originalarbeiten verzeichnet. 

B e s t i m m u n g s t a b e 1 1 e. 

1. Nacken mit mehr oder weniger deutlichem Doppel- 

kiel 2 

Nacken mit mehr oder weniger scharfem, ein- 
fachen Kiel um die Nabelgegend . . 6 



— 167 - 

Nacken regelmässig gerundet . . . 9 

2. Schale kurz, gedrungen, immer decoliiert . 3 

„ spindelförmig, festschalig, ohne Decoi- 
la tion . , . . . . . 4 

3. Naht, namentlich der oberen Umgänge, scharf 

ge Zähnelt. 6 Umg., feingestreift und netz- 
förmig hammerschlägig. Mündung (Mü) gross, 
rhombisch-gerundet. Breite zu Höhe der Schale 
(Br. :Hö.) = 1:2,81. — Alt. 22\/2, diam. 8 mm. 

— Peru . . . \. N. malleolata Phil. p. 175 

Naht einfach. 6V2 Umg., festschalig, deutlich 
feingestreift. Mü fast kreisrund, breiter als hoch. 
Br.:Hö. = 1:3.48. — Alt. 20, diam. S^/* mm. 

— Peru . . .2*. N. quadrata Bttg. p, 175 

4. Doppelkiol auf dem Nacken schwach. 6V2 

Umg. Bauchig spindelfg., Naht einfach, hell ge- 
randet. Br.:Hö. = 1;3.52. - Alt. 22, diam. 
6^4 nim. — Peru 3. N. huancahamhensis Rolle p. 175 
Doppelkiel auf dem Nacken deutl ich. 9 — llUmg. 5 

5. 9 ziemlich flache Umg. Spindelfg., pur pur schwarz. 

Mü fast kreisrund. Br. :Hö. = 1:4,4. — Alt. 
21—23, diam. 5 mm. — Columbia, Ecuador 

4*. C. cyclostoma Pf. p. 175 

10 — 11 ziemlich gewölbte Umg. Sehr schlank 
spindelfg., v i 1 e 1 1 b r a u n. Mü dreieckig ge- 
rundet. Br. : Hö. = 1 : 5,71. — Alt. 20, diam. 
3^2 mm. — S. Amer. 5. N. versicolor Jouss. p. 175 

11 ziemlich gewölbte Umg. Turmförmiger als N. 
cyclostoma. Mü höher als breit. Br. :H. = 
1:4,67. — Alt. 21, diam. vix 4V2 mm. — 
Peru . . . .6*. iV. adusta Bttg. p. 176 

6. OhneDecollation, dünnschalig mit schwachem 

Nackenkiel 7 



— 168 — 

Mit D e c o 1 1 a t i o n. Grosse Formen mit deut- 
lichem, scharfen Nackenkiel ... 8 

7. Kleine Art mit kielfg. zusamm eng o dr ücklem 

Nacken. 10 ümg. Br.:Hö. = 1:4. — Alt. 14, 
diam. SV» mm. — Peru 7. N. angrandi Morel, p. 176 
Grösser mit seh w achom Basalkiel. S'/a nahezu 
glatte Umg. Br.:Hö. = 1 :o,71. — Alt. 24, diam. 
4V6 nim. — Columbia 8. N. smithae Pils. p. 176 

8. Locker aufgewunden, dümischalig. S'/a — 9Va Umg. 

Br.rHö. =1:5,7. - Alt. 30-37, diam. 5^/4 — 6 
mm. — Venezuela, Columbia 9*. N. dohrni Pf. p. 176 
Etwas weniger schlank, enger aufgewunden, ziemlich 
festschalig. 8 Umg. Br. : Hö. = 1 : 4,83. — 
Alt. 29, diam. 6 mm. — Columbia 

10. N. rochebrtinei Jouss. p. 176 

9. Dünnschalige Art mit fing er- oder haken fg. 

Fortsatz an der Spitze des Clausiliums und einer 
langen, schmalen, gebogenen Nackenfurche. 
Decoliiert. Unterlamelle bedeutend stärker ent- 
wickelt als die Oberlamelle und sehr gut sichtbar 
quer S-förmig aufsteigend. 6 — 7 Umg. Br. :Hö. 
= 1:3,71. — Alt. 25—27, diam. 7 mm. - 
Peru . .11*. N. maranhonensis Alb. p. 176 

Nacken mehr oder weniger einfach gerundet, 
ohne Kiele u. F u rche . . . 10 

10. Schale quer- und längsgestreift, reliculiert 11 
Die Spi r als t reif ung fehl t . . . 14 

11. Decoliiert 12 

Nicht decoliiert 13 

12. Geh. kurz, bauchig, gross, horngraa. Umg. 6— 9. 

Mü sehr gross, Unterlarn. kräftig, Mundsaum 
dünn. — Alt. 30 — 31, diam. 8 mm. — Peru 

12*. N. peruana Trosch. p. 177 



— 169 — 

Weniger bauchig als die vor., purpur braun. 
Umg. 5V2— 6. Oberlam. schiefer als bei der vor., 
Mondfalle woniger stark gebogen. Mü innen 
violettbraun. — Alt. 24-25^«, diani. 6V3 mm. 
— Peru . . . 13*. K flachi Bttg. p. 177 

Schlank, walzenförmig, v i 1 e 1 1 b r a u n. Matt, sehr 
fein runzelslreitig. Umg. 6 — 7. Mü innen schmutzig- 
weiss. Mü:Hö.= 1:4,36. - Alt. 22— 26, diam. 
5 — 572 mm. — Peru 14*. N. slosarskii Lub. p. 177 

13. S p in d e 1 f ö r m i g; horngelb, weitläufig faltenstreifg. 

und aufs feinste spiralgestreift. Umg. 9. Mü unten 
mit Ausguss. Br.:Hö. = 1:3,29. — Alt. 12 V2, 
diam. 3^lb nmi. — Ecuador 

15. N. cocaensis Jouss. p. 177 
Schlank, walze nfg. Mit feinen Längsstreifen und 

noch feineren Spiralstreifen genetzt. Umg. 10. 
Hals auffallend lang. ßr. :Hö. == 1:5,75. — Alt. 
23, diam. 4 mm. — Ecuador 

16. N. femurina Jouss. p. 177 

14. Schale mit Kippen, Ri ppens tr oifen od. deut- 

lichen scharfen Streifen . . . 15 

Schale nur unter der Lupe gestreift, meist fast 

glatt zu nennen ..... 28 

15. Schale fest oder sehr fest, dickschalig, mit 

breiten , runzelig hin und hergebogenen Längs- 
rippen. . . . . . . 16 

Gehäuse dünnschaliger, rippenstreifig oder 
scharfgestreift. . . . . 18 

16. Nicht decoliiert. Weniger festschalig, bauchig, 

ohne die Nackenfurche der N. tridens. 7 Umg. 
Mü innen braun. Er. :Hö. = 1:3,71. — Alt. 26, 
diam. 7 mm. — Golumbien 

17*. N. perarata v. Mts. p. 177 
De CO liiert 17 



— 170 — 

17. Ganz seh w ach decolhert. Sehr festschahg, kalk- 

spätig, Kippen senkrecht. 7—9 Umg. Eine kurze, 
LindeulHche Nackenfurche. Mü innen weiss. 
Br. :Hö. = 1:5. - 25, diam. 5 mm. — Puertorico 

18*. .V. tridens Cliemii. p. 178 
Stark decoliierl. 6— 8 Umg. Auf violettem Grund 
mit weisslichen, weitiäutigen, sehr stark ge- 
schlängelten Verlikalrunzeln. Mü innen braun. 
Br.:Hö. = 1:3,92. — Alt. 22-25, diam. 6 mm. 
- Peru . 19*. N. taczanowskii Lub. p. 178 

18. Gehäuse dünnschalig mit groben, lamellen- 

artigen Rippen . . . . . 19 
Gehäuse dünnschalig mit deutlicher, schart er 
Rippens tr eif ung, die Streifen haarscharf, oft 
zu Bündeln vereinigt. Walzen fg., decoliiert 21 
Gehäuse meist fest sc haiig mit deutlicher, schar- 
fer, regelmässiger S t r e i f u n g , nicht 
deco liiert 22 

19. Nicht decoliiert. 8V2 Umg. Br.:Hö. = 1:4,82. 

llö. d. Mü:Hö. d. Schale = 1:4,56. — Alt. 41, 
diam. 8^2 mm. — S. Anier. 20. N. evae Sykes p. 178 
Decoliiert 20 

20. Ott deco liiert. Locker aufgewunden; Andeutung 

von Kiel auf dem Nacken. 8 Umg. Ho. d. Mü: 
Hö. d. Schale = 1 : 4,29. — Alt. 30, diam. 6 mm. 

— Venezuela . .21. N. geayi Jouss. p. 178 
Üecolliert. Locker aufgewunden. Unterlam. 

sehr kräftig. 7 Umg. Hö. d. Mü:Hö. d. Schale 
= 1:4,61. — Alt. 34-36, diam. 68/4—7 mm. 

— Columbia . 22*. N. karsteniana Dohrn p. 178 
Decoliiert. Wie vorige, aber bauchiger und 

mit wesentlich grösserer Mü. 7 Umg. Hö. d. Mü: 
Hö. d. Schale = 1:3,85. — Alt. 38 -39, diam. 
7—8 mm. — Columbia 23*. N. magistra Sow. p. 179 



— 171 — 

21. Walzen fg. Spirallain. mit der Oberlam. in einer 

Flucht fortlaufend (continua). 8 ziemlich gewölbte 
Umg. — Alt. IG — 17, diam. SVa— 4 mm. — 
Peru . . . 24*. .Y. fiUcostulata Lub. p. 179 
Nocli schlanker als vorige. Spirallam. winkelig 
an die Oberlam. angesetzt (contkjua). 7^2 Umg., 
im Vergleich zur i^reite höher. — Alt. 16, diam. 
3 mm. — Peru . . 25*. .V. jolyi Bttg. p. 179 

22. Ü e c 1 1 i e r l. Rein spindelförmig. Zwischenräume 

etwas weiter als die haarförmigen Streifen. 7 sehr 
Hache Umg. Unterlam. fast stärker als die Ober- 
lam. Br. :Hö. = 1:4,42. — Alt. 21, diam. 3»/4 
nun. — Columbia 26*. N. hogotensis Bttg. p. 179 
Nicht decoliiert .... 23 

23. Dünnschalig, fein haarfg. gestreift. 8 Umg. Br. : 

Ilö. == 1:5. — Alt. 15, diam. 3 mm. — Peru 

27. N. callmigana Ehrm. p. 179 
Festschal ig (solida und soUdida) . . 24 

24. Bauchig spindelfg., rmr 7^2 — 8 Umg. . 25 
Spindel- oder walzenfg., 8 — 9 „ . 26 

25. Viel baucliiger als N. hogotensis. Unterlam. kräftig, 

geschwungen schief aufsteigend. Mü innen weiss. 

7V2 Umg. Br.:Hö. = 1:4. - Alt. 24—28, diam. 

6—7 mm. — Peru 28*. .Y. hartletti H. Ad. p. 179 
Aehnlich der vorigen, aber kleiner und Mü innen 

violett. Unterlam. schwach. 8 Umg. Br. : Hö. 

= 1:4,09. — Alt. 22 Va, diam. ö'/a mm. - 

Ecuador . . .29. N. cousini Jouss. p. 179 
Bauchiger als die beiden vorigen. Unterlam. 

schief aufsteigend. 8 Umg. — Br. : Hö.= l : 3,29. 

— Alt. 23, diam. 7 mm. — Ecuador 

30. N. reyrei Jouss. p. 180 

26. Umg. etwas gewölbt. Bräunlich hornfarben. 

Getürmt spindelfg., scharf und fein gestreift. 8 



— 172 — 

Umg. Br.:Hö.= 1:4,19. — Alt. 18—19, diam. 
4V8— 4V2 111111. — Peru 31. N. adamsiana Ff. p. 180 
Umgänge gewölbt. Schale walzeii-spindelfg. 27 

27. Dunkelbraun mit hellerer Naht. Sehr schief 

rippenstreifig. 8 Umg. Br. : Hö. = 1 : 4,46. — 
Alt. 2572—28, diam. 6 mm. - Bolivia 

32, N. orhignyi Anc. p. 180 
Graubraun. Scharf und fein rippenstreifig. 9 
Umg., Naht der unteren Umg. schwach g f; - 
Zähne lt. Br. : Hö. = 1 : 5,25. — Alt. 21; diam. 
4 mm. — Columbia . 33. X sUjlina Anc. p. 180 

28. De colli ort. Ganz kurz tonnenfg.-walzig mit 

feiner Streifung. 5 — 6 Umg. Mü schief birnfg. 
Br. : Hö. = 1 : 2,36; Mü: Hö. = 1 : 3,67. — All. 
I6V2, diam. 7 mm. — Peru 

34. N. steeriana Jouss. p. 180 
N i c h t d e c o 1 1 i r t 29 

29. Arten mit feinster Streifung oder fast glatt 

und mit normaler Mündung ... 30 
Arten mit feinster Streifung oder fast glatt 
mit vergrösserter, oblonger, rhomboidischer oder 
gerundet-dreicckiger Mü, pelzigem, oft fleckigem 
Ueberzug und kräftiger; oft quer gestellter Unter- 
lam. 36 

80. Geh. mehr oder weniger testsc haiig (solida oder 
solidula) ....... 31 

Geh. dünnschalig 32 

31. Festschal ig, fast glatt. 9 flache Umg. Mü 
höher als breit. — Mü:Hö. = 1 : 3,89. — Alt. 17Va, 
diam. 4V2 mm. — Ecuador 35. N. bourcieriPL p. 180 

Weniger f es tsc haiig, durchscheinend liorn- 
farben. schwach gestreift. 9^2 schwach ge- 
wölbte Umg. Mü etwas höher als breit. — 



— 173 — 

Br.:Hö. = 1 : 5,48; Mü : Hö. = 1 :4,6. — Alt. 
23, diam. 4V5 mm. — Ecuador 

36. N. perezi Jouss. p. 181 
Weniger festschalig, graurötlich, unregel- 
mässig feingestreift. 10 schwach gewölbte Umg. 

— Br. :Hö. = 1:5,25. — Alt. 21, diam. 4 mm. 

— Ecuador. . 37. N. auriculina Jouss. p. 181 

32. C4 rosse Arten von alt. 31—43 mm. . . 33 
Mittelgrosse Arten von alt. 19—26 mm. Unter- 

lam. bei geradem Einblick in die Mü fast un- 
sichtbar ....... 34 

Kleine Arten von alt. 16—17 mm. . . 35 

33. Lang spindelförmig. 11 Umg. — Br. :Hö. = 

1 :7,17. — Alt. 43, diam. 6 mm. — Ecuador 

38. N. huckleyi Higg. p. 181 
Walzen fg., sehr locker aufgewunden. Fein haar- 
streifig, SVijUmg. — Br.:Hö. = 1:6,2. — Alt. 
31, diam. 5 mm. — Ecuador 

39. N. archidona Jouss. p. 181 

34. Schlank; Wirbel spitz. Umg. 9V2 — 10, flach, 

schwach streifig. Mü etwas höher als breit, 
Mondfalte wenig gebogen, latero-dorsal. — Mü 
:Hö. = 1:5,57. - Alt. 24-26, diam. 4V2-5 
mm. — Columbia . 40*. N. epistomium K. p. 181 
Walzenförmiger als die vorige. Umg. 9, fast 
rippenstreifig (schärfer u. weitläufiger gestreift 
als die vorige); Wirbel stumpfer. Mü grösser 
als bei der vorigen. — Mü : Hö. = 1 : 4,3. — Alt. 
21 V2, diam. 4 mm. — Peru 41*. iV.sMi^w^mBttg.p. 162 
Gewinde plump; Wirbel stumpf. Umg. 8^2—9, 
fein gestreift, etwas glänzend. Mü etwas breiter 
als hoch ; Mondfalte massig gebogen. — Mü : 
Hö. = 1:5,47. — Alt. 19— 2OV2, diam. 4V2 
mrn. — Columbia . 42*. iV. hlandiana Pf. p. 182 



— 174 — 

35. Spindel fg., schlank. 9 kaum etwas gewölbte Umg. 

Unlerlam. liocligestellt, quer. — Br. : Hö. = 1 : 4,12. 

— Alt. 16 Va, diam. 4 mm. — Peru 

43. N. raimondii Phil. p. 182 

36. Grössere Arten von alt. 20—24 mm; Br. :Hö 

= 1:5,38 37 

Mittelgrosse Arten von alt. 17 — 18 mm; Br. 

: Hö = 1 : 4,25 38 

Kleine Arten yon alt. 12 — 14 mm . . 39 

37. Wal zi g -Spindel fg., dünnschalig. 10 Umg. 

Mü ei-birnfg; Unterlam. tiefliegend, schief. — 
Mü:Hö. = 1:4,36. — Alt. 24, diam. 4V2 mm. 

— Ecuador . . 44. N. crossei Hid. p. 182 
Spindel fg., etwas fest schal ig. 8—8^2 ziem- 
lich flache Umg. Mü sehr gross, verlängert 
oval; Unterlim. schief aufwärts ziehend. — Mü 

: Hö. = 1 : 3,43. — Alt. 21— 22V2, diam. 4 — 4V2 
mm. — Peru . 45*.^ A^. pilshryi Sykes p. 182 
Ähnlich N. chacaensis, aber wesentlich grösser; 
schlanker als AL andecola. Gew. turmfg. aus- 
gezogen. 11 wenig gewölbte Umg. Mü ähnlich der 
von chacaensis, g e r u n d e t - d r e i e c k i g, aber re- 
lativ kleiner; Unterlam. schief aufwärts ziehend. — 
Mü : Hö. = 1 : 4. — Alt. 20, diam. S% mm. — Peru 

46*. N. trigonostoma Bttg. p. 182 

38. Spindelförmig; weisslich mit hornfarbenen 

Punkten u. Makeln. 10 Umg. Mü birnfg.-drei- 
ockig. Br. : Hö. -= 1 : 4,25. — Alt. 17, diam. 
4 mm. — Peru . 47. N. andecola Morel, p. 182 

39. Klein. Spindelfg. 9 Umg. Mü sehr gross, läng- 

lich, unregelmässig dreieckig; Unterlam. quer- 
gestellt. — Br. : Hö. = 1 : 4,82 ; Mü : Hö. = 1 : 3,38 

— 3,53. — Alt. 12V2— 14, diam. 2Va— 3 mm. — 
Peru . . . 48*. N. chacaensis Lub. p. 183 



— 175 — 

Sehr klein. Bauchig-spindelfg., Wirbel spitz. 
8 Umg. Mü etwas kleiner als bei den anderen 
Arten dieser Gruppe. — Br. : Hö. = 1:4; Mü 
:Hö. = 1 :4. — Alt. 12, diam. 3 mm. - Bo- 
livia . . . 49*. N. boliviana Sykes p. 183 

Artenliste, Literatur und Fundortsangaben. 

1. Nenia malleolata (Philippi) 1867. 
Clausilia malleolata Philippi, Malakoz. Blatt. Bd. 14, 
1867 p. 194, Taf. 2, Fig. 3—4. 

Steeriana malleolata Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 34. 

Zwischen Cajamarca imd Contumaza in Hochperu 
(t. Ant. Raimondi). 

*2. Nenia qiiadrata (Bttg.) 1880. 
Clausilia (Nenia) quadrata Boettger. Nachr.-Blatt d. d. 
Mal. Ges. 1880, p. 111. 
Peru (t. Paul Joly). 

3. Nenia huancahambensis Rolle 1904. 
Nenia huancahambensis Rolle, Nachr.-Blatt d. d. 
Malak. Ges. 1904, p. 38, Taf. 5, Fig. 6. 

Nenia huancabambensis Ehrmann, 1. c. 1905 p. 70. 
ITiiancabamba in Peru (t. H. Rolle). 

*4. Nenia cyclostoma (Pf.) 1849. 
Clausilia cyclostoma Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 
1849, p. 135. 

Clausilia cyclostoma Küster, Mon. Claus, p. 212, Taf. 
63, Fig. 16-19. 

Venezuela (t. S. Glessin) ; Quito in Ecuador (t. 
Sykes); U. S. Columbia (t. Jousseaume). 
5. Nenia versicolor Jouss. 1900, 
Nenia versicolor Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 25, Taf. 1; Fig. 8—10. 
S. Amerika (t. Jousseaume). 



— 1 76 ~ 

*6. Nenia adusta (Bttg.) 1880. 
Clausilia (Nenia) adusta Boettger, Nachr.-Bl. d. d. 
Mal. Ges. 1880, p. 111. 
Peru (t. Paul Joly). 

7. Nenia angrandi (Mor.) 1863. 

Clausilia angrandi Morelet, Ser. Gonch. III. 1863, p. 
212, Tai. 11, Fig. 12. 

Montana de Tarma, Tal von Vilcabamba oder von Vil- 
camaya in Peru (t. Angrand). 

8. Nenia smithae Pilsbry 1902. 

Nenia smithiae Pilsbry, Nautilus Vol. 15, 1902, p. 39, 
Taf. 2, Fig. 10—12. 

Libana, 6— 7000Fuss hoch, in der Sierra de Sta. Marfa, 
U. S. Columbia (t. H. H. Smith). 

*9. Nenia dohrni (Pf.) 1860. 
Clausilia dohrni Pfeiffer, Mal. Blätter Bd. 7, 1860, 
p. 213, Taf. 2, Fig. 1—3. 

Clausilia perplexa Sykes, Conchologist (Collinge) Vol. 
2, 1893, p. 101, 2 Fig. und Journ. of Malacology (Webb) 
Vol. 5, 1896, p. 57. 

Venezuela (t. Engel); U. S. Columbia (t. Sykes). 

10. Nenia rochehrunei Jouss. 1900. 
Nenia rochehrunei Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 19, Taf. 1, Fig. 4. 
U. S. Columbia (t. Jousseaume). 

*11. Nenia maranhonensis (Albers) 1854. 
Clausilia maranhonensis Albers, Mal. Blätter Bd. 1, 
1854, p. 220. 

Clausilia maranhonensis Küster, Mon. Claus, p. 210, 
Taf. 23, Fig. 6-8. 

?U. S. Columbia (t. Albers, Paetel); Ob. Amazonas 
(t. Warseewitz vel Warszowitz) ; Peru (t. Paul Ehrmann). 



— 177 — 

*12. Nenia peruana (Trosch.) 1847. 

Clausilia peruana Troschel, Zeitschr. f. Malakoz. 1847, 
p. 51. 

Clausilia peruana Küster, Mon. Claus. 1852, p. 99, 
Tal. 11, Fig. 5-6. 

Clausilia peruana TTidalgo, Moll. Viaje Pacif. p. 143, 
Taf. 8, Fig. 5— G. 

Clausilia peruana Lubomirski, Proc. Zool. Soc. London 
1879, p. 725. 

Rio Ghanchaniayo (t. R. A. Philippi, G. Hidalgo) und 
Tamia (t. Jelski) in Peru. 

*13. Nenia flachi Bttg. 1889. 
Nenia flachi Boettger, Nachr.-Blatt d. d. Mal. Ges. 
1889, p. 166. 
Rio Ghanchaniayo in 1000 m Höhe, Peru (t. Herrn. 

Rolle). 

*14. Nenia slosarskii (Lub.) 1879. 

Clausilia slosarskii Lubomirski, Proc. Zool. Soc. London 

1879, p. 726, Taf. 56, Fig. 5-7. 

Pumamarca in Peru (t. Stolzmann). 

15. Nenia cocaensis Jouss. 1900. 

Nenia cocaensis Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. 2, p. 16, Taf. 1, Fig. 7. 

Liputini, La Goca, in Ecuador (t. Aug. Cousin). 

16. Nenia femurina Jouss. 1900. 

Nenia femurina Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 

Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 21, Taf. 1, Fig. 6. 

Zwischen Aloag und dem Rio Roachi, Ecuador (t. Aug. 

Cousin). 

*17. Nenia perarata (v. Mls.) 1873. 

Clausilia perarata v. Martens, Mal. Blätter Bd. 21, 
1873, p. 157. 

Nenia perarata Kobelt, Jahrb. Mal. Ges. Bd. 2, 1875, 
p. 227, Taf. 7, Fig. 5-6. 



— 178 — 

Ocana in den U. S. Columbia (t. v. Martens) nalio der 
Grenze von Venezuela (t. Jousseaume). 

*18. Nenia tridens (Chemn.) 1786. 

Turbo tridens Chemnitz, Syst. Conch. Cab. IX, Pt. I, 
1786, p. 115, Taf. 112. Fig. 957. 

Turbo costulatus Wood, Suppl. Taf. 6, Flg. 36. 

Helix bicanaliculata (Cochlodina) Ferussac, Prodr. 523. 

Clausilia tridens Küster, Mnn. Claus, p. 12, Taf. 1, 
Fig. 1—4. 

Clausilia labiata Sowerby, Gen. of Shells, Faso. 30, 
Clausilia Fig. 3. 

Nenia cornea (Schröter) Jousseaume, Bull. Soc. 
Philomath. Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 11. 
Puertorico. 

♦19. Nenia taczanowskii (Lub.) 1879. 
Clausilia taczanoivskii Lubomirski, Proc. Zool. Soc. 
London 1879 p. 726, Taf. 56, Fig. 3-4. 
Bambamarca in Peru (t. Stolzmann). 

20. Nenia evae (Sykes) 1896. 

Clausilia evae E. R. Sykes, Journ. of Malacol. (Webb) 
Vol. 5, 1896, p. 58, Taf. 4, Fig. 1-3. 
S.-Amerika (t. Sykes). 

21. Nenia yeayi Jouss. 1900. 

Nenia geayi Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. Paris 
(9) Vol. 2, 1900, p. 14, Taf. 1, Fig. 2-3. 
Venezuela (t. Geay). 

*22. Nenia karsteniana (Dohrn) 1859. 

Clausilia karsteniana (Shuttleworth) Dohrn, Mal. Blatt., 
Bd. 6, 1859, p. 208. 

Nenia karsteniana Kobolt, Jahrb. Mal. Ges. Bd. 2, 
1875, p. 227, Taf. 7, Fig. 3-4. 

Sta. Fe de Bogota in den U. S. Columbia (t. Karsten). 



— 179 — 

*23, Nenia mogistra (Sow.) 1892. 
Clausilia magistra G. ß. Sowerby, Proc. Zool. Soc. 
London 1892, p. 298, Taf. 23, Fig. 1—4. 

Clausilia magistra Sykes, Journ. of Malacology (Webb) 
Vol. 5, 1896, p. 58 (? X. karsteniana var.). 

Sta. Fe de Bogota in den U. S. Columbia (t. Da Costa). 
*24. Nenia ßicostulata (Lub.) 1879. 
Clausilia ßicostulata Lubomirski, Proc. Zool. Soc. 
London 1879. p. 727, Taf. 56, Fig. 8—11. 

Escalon zwischen Tunin und Obrajillo (t. Jelski), Peru. 
*25. Nenia jolyi (Bttg.) 1880. 
Clausilia (Nenia) Jolyi Boettger, Nachr.-Blatt d. d. 
Mal. Ges. 1880, p. 112." 
Peru (t. Paul Joly). 

*26. Nenia hogotensis (Bltg.) 1879. 
Clausilia (Nenia) hogotensis (Dohrn) Boettger, Jahrb. 
d. d. Mal. Ges. Bd. 6, 1879, p. 125, Taf. 3, Fig. 16. 

Cundai bei Sta Fe de Bogota in den U.S.Columbia 
(t. H. Dohrn). 

27. Nenia callangana Fihrm. 1905. 

Nenia callangana P. Ehrmann, Nachr.-Blatt d. d. 
Mal. Ges. 1905, p. 65, 2 Fig. 

Callanga in Peru (t. W. Schlüter). 

*28. Nenia hartletti (H. Ad.) 1866. 
Clausilia (Nenia) bartletti H. Adams, Proc. Zool. Soc. 
London 1866, p. 441, Taf. 38, Fig. 2. 

Ne7iia bartletti P. Ehrmann, Nachr.-Blatt d. d. Mal. 
Ges. 1905, p. 69. 

Ostperu (t. Bartlett und Bonelli), Callanga in Peru 
(t. W. Schlüter); Columbia (Jousseaume). 
29. Nenia cousini Jouss. 1900. 
Nenia cousini Jousseaume, Bull. Soc. Philomalh. Paris 
(9) Vol. 2, 1900, p. 32, Taf. 1, Fig. 12. 

300 km von Quito m Ecuador (t. Aug. Cousin). 



— 180 — 

30. Nenia reyrei Joiiss. 1887. 
Nenia reyrei Jousseaume, Bull. Soc. Zool. France 1887, 
p. 172, Taf. 3, Fig. 9. 

Auf dem Wege zwischen Yunguilla Guaicu und Huan 
Guaicu, Route von Guenca nach Guayaquil, Ecuador (t. 
Jousseaume). 

31. Nenia adamsiana (Pf.) 1860. 
Clausilia adamsiana Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 
1860, p. 140. 

Clausilia adamsiana v. Martens, Mal. Bl. Bd. 14, 
1867, p. 146. 
Rio Ghanchamayo in Peru (t. Thamra). 

32. Nenia orhignyi Anc, 1892. 
Nenia orhignyi Ancey, Rrit. Naturalist 1892 p. 97, 
Fig. 2, Journ. of Gonch. Vol. 7, 1892, p. 94 und Le 
Naturaliste (Deyrolle) 1892 p. 178. 

Nenia orhignyi Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 12, Taf. 1, Fig. 5. 
Sta. Gruz de la Sierra in Bolivia (t. Ancey). 

33. Nenia stylina Anc. 1887. 
Nenia stylina Ancey, Bull. Soc. Malac. France Vol. 4, 
1887 p. 291. 
U. S. Golumbia (t. Ancey). 

34. Nenia steereana (Sykes) 1893. 
Clausilia (Nenia) steeriana E. R. Sykes, Gonchologist 
Vol. 2, Pt. 5, 1893, p. 101, 2 Fig. 

Steeriana steeriana Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. % 1800, p. 34 (n. gen.). 
Ebene bei Gajamarca in Peru (t. Steere). 

35. Nenia hourcieri (Pf.) 1852. 
Clausilia hourcieri Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 
1852 p. 152. 



— 181 — 

ClausUia bourcieriKüsier, Mon. Claus, p. 117, Taf. 13, 
Fig. 1 -4. 

Tunguragua in Ecuador (t. Bourcier). 
36. Xenia perezi Jouss. 1887. 
Nenia perezi Jousseaunie, Bull. Soc. Zool. France 
1887, p. 170, Taf. 3, Fig. 11. 

Xenia deyrollei Ancey, Le Naturaliste (DeyroUe) 1895 
p. 25. 

Canton de Megia, Prov. Pichincha, in Ecuador (t. 
Aug. Cousin). 

37. Xenia auriculina Jouss. 1900. 
Xenia auriculina Jousseauine, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Bd. % 1900 p. 22, Taf. 1, Fig. 11. 
Ecuador (l. Aug. Cousin). 

88. Xenia huckleyi (Higg.) 1872. 
Clausilia (Xenia) buckleyi Higgins, Proc. Zool. Soc. 
London 1872 p. 686, Taf. 56, Fig. 4. 

Macas (alias Marcas) in Ecuador (t. Buckley). 
39, Xenia archidona Jouss. 1900. 
Xenia archidona Jousseaume, Bull. Soc. Philomath. 
Paris (9) Vol. 2, 1900, p. 15, Taf. 1, Fig. 1. 
Archidona in Ecuador (t. Aug. Cousin). 

*40. Xenia epistomium (K.) ? 1848. 
Clausilia epistomium Küster, Mon. Claus. ? 1848, p. 
13, Taf. 1, Fig. 5—8. 

Clausilia epistomiujn var. pseudoepistomium Bourguignat, 
Ann. Sc. Nat. Paris 1896 und Pfeiffer, Nov. Conch. I p. 
78, Taf. 22, Fig. 1—3. 

Tacon und Marmato in U. S. C o 1 u ni b i a (t. Bland). 
*41. Xenia sublutea Bttg. 1909. 
Xenia sublutea Boettger, Nachr.-Blatt d. d. Mal. Ges. 
1909, p. 162. 

Rio Clianchaniayo in 1000 m Höhe, Peru (t. Herrn. 
Rolle). 



— 182 — 

*42. Nenia hlandiana (Pt.) 1855. 
Clausilia hlandiana Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 
1855 p. 210 und Nov. Gonch. I p. 79, Tat". 22, Fig. 4-6. 
Clausilia hlandiana Küster, Mon. Claus, p. 300, Tat". 
34, Fig. 10—12. 

Clausilia hlandiana var. ciocolatina Ancey, Bull. Soc. 
Mal. France Vol. 4, 1887 p. 292. 

Sta. Fe de Bogota in den U. S. Columbia (l. Bland 
et Sowerby). 

43. Xenia raimondii (Phil.) 1867. 
Clausilia raimondii Philippi, Mal. Blält. Bd. 14, 1867, 
p. 195, Tai. 2, Fig. 5--7. 

Zwischen S. Gregorio und Palipanipa, östl. von der 
Stadt Huancayo in Peru (t. Ant. Raimondi). 

44. Nenia crossei (Hid.) 1869. 
Clausilia crossei Hidalgo, Journ. de Gonch. Vol. 17, 
1869, p. 413 und Vol. 18, 1870, p. 66, Taf. 6, Fig. 9. 
Baeza in Ecuador (t. Martinez). 

*45. Nenia pilshryi (Sykes) 1901. 
Clausilia pilshryi E. R. Sykes, Proc. Mal. Soc. London 
Vol. 4, 1901, p. 222, Fig. 2. 

Nenia pilshryi P. Ehrmann, Nachr.-Blalt d. d. Mal. 
Ges. 1905, p. 67. 

Gallanga in Peru (t. Wilh. Schlüter). 

*46. Nenia triyonostoma (Btig.) 1880. 
Clausilia (Nenia) triyonostoma Boettger, Nachr.-Blatt 
d. d. Mal. Ges. 1880, p. 113. 
Peru (t. Paul Joly). 

47. Nenia andecola (Morel.) 1863. 
Clausilia andecola Morelel, Ser. Gonch. III, 1863, p. 
214, Taf. 11, Fig. 14. 

Montana de Tarma in P e r u (t . Angrand). 



— 183 ~ 

*48. Nenia chacaensis (Lub.) 1879. 
Clausilia chacaensis Lubomirski, Proc. Zool. Soc. 
London 1879, p. 727, Taf. 56, Fig. 

Nenia chacaensis P. Ehrmann, Nachr. -Blatt d. d. Mal. 
Ges. 1905, pag. 66. 

Ghaca bei Huanta in Peru (t. Jelski). 

*49. Nenia boUviana (Sykes) 1893. 
Clausilia {Nenia) boUviana (Boettger) E. R. Sykes, 
Conchologist Vol. '2, 1893, p. 100, 2 Fig. 

Bolivia (t. 0. Staudinger & A. Bang Haas). 



Das VorkoMimen von Pisidium astartoides Sandb. 
im deutschen Diluvium. 

Von 
Ewald Wüsl in Halle a. S. 



Zu den nicht gerade zahlreichen ausgestorbenen 
Molluskenarten des deutschen Diluviums kann ich eine 
weitere hinzufügen : Pisidium astartoides Sandb. 

Die zu der Untergattung Flumininea gehörende Art 
wurde im Jahre 1880 von F. Sandberger^) auf Stücke 
aus dem altdiluvialen Ablagerungen des Gronier Forestbed 
gegründet. Seither ist sie mehrfach im Diluvium Eng- 
lands^) und Dänemarks^) gefunden worden. Aus dem 
deutschen Diluvium war sie bisher unbekannt, wenngleich 

^) Ein Beitrag zur Keiinfnis der unterpleistocänen Schichten 
Englands (Paiaeontographica, Neue Folge, Band 7, 1880, S. 83 — 104, 
Tafel 12, Fig. 1— le. 

') Vgl. besonders A. S. Kennard and B. B. Woodward, the 
exlinct postpliocene nonmarine Mollusca of the South of England 
(Reprinted from the South-Eastern Naturalist, 1905), S. 9. 

^) Vergl, besonders A. G. Johannsen, Om den fossile kvartaere 
moUuskfauna in Dan mark og dens relationer til forandringer i 
klimaet, Kobenhavn 1904. 



- 184 — 

Andreae^) die Aelinlichkeit mancher von ihm zu Pisi- 
dium amnicum Müll. sp. var. striolatum Baud. gezogener 
Pisidien aus den Sanden von xMosbach und Mauer mit der 
Sandberger'schon Art aus dem englischen Diluvium auf- 
fiel. Ich habe eine Reihe von Schalen des Pisidium 
nstartoides Sandb. im Mosbacher Sande bei Mosbach selbst 
und am Hessler sclion vor Jahren gesammelt, dieselben 
aber früher für Pisidium amnicum Müll. sp. gehalten. xVIir 
durch die Freundlichkeit des Herrn A. S. Kennard zu- 
gekommene Stücke von Pisidium astartoides Sandb. aus 
dem Diluvium von Swanscomb und Grays in Süd-England 
gestatteten mir, mit Sicherheit festzustellen, dass die er- 
wähnten Schalen aus dem Mosbacher Sande zu Pisidium 
astartoides Sandb. gehören. Der Schalenumriss und die 
ßerippung dieser Art sind sehr charakloristisch. Man ver- 
gleiche ausser Sandberger's Originalabbildung auch die von 
A. S. Kennard und B, B. Wood ward ^) und die von 
A. G. Johannsen'^) gegebenen Abbildungen. Auch unter 
den von Andre ae*) als Pisidium amnicum Müll. sp. ab- 
gebildeten Schalen von Mosbach und Mauer befinden sich 
unverkennbar zu Pisidium a:startoides Sandb. gehörende. 
Kürzlich fand ich Pisidium astartoides Sandb. auch 
unter Konchylien aus einem Sande voti Hohensachsen un- 
weit Weinheim an der Bergstrasse, welche Herr Privat- 
dozent Dr. W. Freuden berg in Tübingen gesammelt 
und mir zur Bestinnnung eingesandt halte. Die Fundschicht 
bildet nach brieflicher Mitteilung von Freudenberg die 



') Der Diluvitilsaiid von Haugeiibieten im Unler-Elsass fAb- 
haiulluijgen zur zoologischen Stjecialkarlc von Elsass-Lolhringen, Band 
4, lieft 2, 1884), S. 81. 

') The posl-pliocen non-marine Moihisca of Ihe Soulli of Eng- 
land (Proceedings of the Geologisl 's Association, Vol. 16, part. 5, 
1901, S. 213—260), 9. 253, Fig. 6. 

") A. a. 0„ Tafel, Fig. 2. 

') A, a. 0., Tafel II, Fig. 75—85. 



— 185 — 

Fortsetzung der den Mosbacher Sanden äquivalenten Sande 
vom Pilgerhause bei Weinheim, welche Freudenberg') be- 
reits näher behandelt hat. Die von mir bestimmten Kon- 
chyhen aus den Sanden von Hohensachsen und vom 
Pilgerhause^) gehören fast durchweg zu Arten, welche auch 
in [den Mosbacher Sanden vorkommen Ich zähle sie in 
der folgenden Liste auf, in der Hohensachsen durch H. und 
Pilgerhaus durch P. bezeichnet und die in den Mosbacher 
Sanden nicht nachgewiesenen Arten besonders hervor- 
gehoben sind. 

1. Ilehx (Trigonostoma) obvoluta Müll. P. 

2. Helix (Trichia) ?hispida Lin. P. (Bei II. nur un- 

bestimmbare Fragmente einer Trichia). 

3. Helix (Trichia) rufescens Penn. P. 

4. Helix (Arianta) arbustorum Lin. P. II. 

5. Gochlicopa (Zua) lubrica Müll. sp. P. II. 

6. Pupa (Pupilla) muscorum Müll. sp. H. 

7. Clausilia (Pirostoma) dubia Drp. sp. P. 

8. Clausiha (Pirostoma) pumila Zgl. apud G. Pfr. II. 

9. Succinea (Neritostoma) putris Lin. sp. P. H. 

10. Succinea (Aniphibina) Pfeifferi Rossm. P. H. 

11. Succinea (Lucena) oblonga) Drap. H. 

12. Limnaea (Gulnaria) ovata Drap. P. 

13. Limnaea (Linmophysa) diluviana Andr. P. H. 

14. Planorbiö (Coretus) corneus Lin. P. 



') Die Rheinlalspalten bei Weinheim an der BergsUasse aus 
tertiärer und diluvialer Zeit, Centralblatt für Mineralogie usw., 1906, 
S. 667—689. — Vgl. auch : W. Scholtler, Erläuterungen zur Geolo- 
iogischeii Karte von Hessen, Blalt Viernheim fKäfertal), 1906, S. 35 
— 37 und W. Freudenberg, Parallel-Ausflug ins Quartär von Weinheini 
a. d. Bergstr., Berichte über die Versammlungen des Oberrheinischen 
geologischen Vereins, 42. Versammlung zu Heidelberg am 14. April 
1909, S. 37—39. 

*j Die Liste der Konchylien vom Pilgerhause ist bereits von 
Freudenberg a. a. 0., S. 678 veröffentlicht worden. 



— 186 — 

15. Pianoibis (Gorotus) elophilus Bgt. P. ? H. Die 

Art wird nicht aus den Mosbacher Sanden an- 
gegeben, doch scheinen mir einige junge von 
mir in diesen Sanden gesammelte Stücke ehei' 
zu PI. (C.) elophilus Bgt. als zu PI. (C.) corneus 
Lin. zu gehören, welch letzterer ja übrigens 
bekanntlich in den Alosbacher Sauden ziemlich 
häufig ist. 

16. Planorbis (Trochidiscus) umbilicatus Müll. P. U. 

17. Planorbis (Gyrorbis) leucostoma Mill. sp. P. 

18. Planorbis (Hippeutis) complanatus Linn. P. Nicht 

in den Mosbacher Sanden nachgewiesen. 

19. Planorbis (Segmentina) sp. P. 

20. Ancylus (Ancylastrum) fluviatilis Müll. P. 11. 

21. Valvata (Cincinna) piscinalis Müll. sp. P. H. Bei 

P. mit Ueborgängen zu V. (C.) antiqua Sow. 

22. Valvata (Cincinna) fluviatiHs Colb. H? Nur ein 

unvollständiges und daher nicht ganz sicher be- 
stimmtes Stück der in den Mosbacher Sanden 
nicht nachgewiesenen Art. 

23. Valvata (Cincinna) naticina Mke. P. H. 

24. Valvata (Tropidina) pulchella Stud. H? Nur 1 

sehr unvollständiges und daher nicht ganz sicher 
bestimmtes Stück der in den Mosbacher Sanden 
nicht nachgewiesenen Art. 

25. Valvata (Gyrorbis) cristata Müll. H. 

26. Vivipara vera v. Frauenf. H. 

27. Bythinia (Elona) tentaculata Lin sp. P. (Bei 

H. nur ein nicht sicher bestimmbares Operculum 
einer Elona). 

28. Unio sp. aus der Gruppe des U. batavus Maton 

et Rackett. P. 
20. Sphaerium (Cyrenastrum) solidum Norm. sp. P. U. 

30. Pisidium ([''lumininea) amnicum Müll. sp. P. H. 

31. Pisidium (Flumininea) astartoides Sandb. H. 

32. Pisidium (Uivulina) supinum A. Schm. P. H. 



— 187 — 

Literatur: 

Proceedings of the Malucologlcal Society of London, vol. VIII 
No. 4, April 1909. 

p. 196. Smith, Edg. A., on Üiplommalina strubeli Smith. 

p. 196. — — , on „Photographic Conchology " of Sylvauus Haiiiev. 

p. 197. Dali, W. H., Paradiouc noin. nov. für Chiouelia Gossm. 1886 
nee Swainson 1840. 

p. 198. Sowerby, G. B., üescriptioiis of new species of Terebra, Pleuro- 
toma, Trochus, Tellina, Dosinia and Modiola. — Neu Terebra 
caledonica, Neucaledonien p. 398; — Pieurotoma millepunctala, 
ibid., p. 198; — Trochus optatus, Manila, p. 199, Tellina 
Bougei, Neucaledonien, p. 200; — Dosinia exilium Saravak- 
p. 200; — Modiola granolirata p. 201, Manila, alle mit Text, 
tiguren. 

p. 202. Preston, H. B., Descriptions of new Species of Macrochlauiys 
and Pseudodon from Siam (Ps. ponderosa, M. rex, mit Texltig.)- 

[). 203. Bridgman, F. G., Desciiption of a new species of Oliva (Bretting- 
hami, Nordwest Australien, Textfig.). 

p. 204. Sykes, E. R., Carelia Pilsbryi n. sp. from the Hawaian Islands, 
(mit Textfigur). 

p. 205. Bowell, E. W., on the radulae of the British Helicids II. 

p. 213. Gude, G. K., Descriptions of six new Plectopylis from Tonkin, 
With pi. IX (messageri p. 214, fig. 3 ; — verecunda p. 215, 
flg. 4; — gouldhigi p. 215, fig. 1 ; — anterides p. 216 fig. 2; 
— fallax p. 217, fig. 6; — cyrtochila p. 217, fig. 5.) 

p. 219. Cooper, J. E. & Gl. Loydell, a prehminary list of reeent Midd- 
lesex Mollusca. 

p. 233, Jukes — Brown, A. J., the application of the JNames Gomphina, 
Marcia, Hemitapes and Katelysia. With pl. X. 

p. 247. Bullen, T. Ashington, Holocene and [reeent non — marine 
Mollusca from the neigbourhood of Porranzabuloe. 

p. 253. Suter, Henry, Descriptions of new species and subspecies (of< 
New Zealand Mollusca, with nota on a lew species. With pl. 
11. — (Skenella pfefleri p. 253, fig. 2; — Rissoina zonata p, 
253, fig. 1 ; — Kalydon aucklandicus E. A. Smith abgeb. fig. 
3, 4, ist Trophonide, keine Eulhria ; — Drupa ballonsi Suter 
abgeb. fig. 5 — 7 ; — Terebra tristis subsp. crassicostata p. 255; — 
T. flexicoslata p. 255 fig. 8; — Tornatina bipHcata p. 2-S5 
p. 9; — T. charlottae p. 286, fig. 10; — T. cookiana p. 286 
fig. 1 1 ; — T. decapitala p 256, fig. 32 ; — T. tenuilirata (= 



— 188 - 

pachys Murduch Sc Suter iiec Watson) p. 256, fit,'. 13; — 
Philine conslricta auriformi.s p. ÜJ57, fig. 14—17 ; — Siphonaria 
cookiana p. 259, Hg. 18; - Seipho matthewsi p. 259, fig. 19 5 

— Therasia antipodaruin subsp. chalhameusi.s p. 2.59, fig. 20; 

— Flammulina costulala subsp. parva p. 259 : — Endodoiila 
chilloni p. 260, fig. 21; — Charopa gaza p. 251. fig. 22; — 
Ch. kenepuruensis p. 261, fig. 23; — Ch. vortex sub.sp micro- 
chiiia p. 261 ; — Laoma coiupressa p. 261, fig. 24: — L. Irailli 
p. 261, fig. 25; — L. liratula p. 262, fig. 26; — L. alfredi p. 
262, fig. 27; — L. viridula p. 263, fig. 29; — Toniateliina 
subperforata p. 263, t. 11, fig. 30; — Pecten dichrous p. 264, 
fig. 31. 

Dyhoiüski, Dr. W., Beiträge zur Kenntnis der Binnen- 
mollusken Littaiiens. Familie Limnophysidae. Mit 3 
Tafeln. — Aus: Ann. Mus. zool. Acad. Pelersbourg 
1908 vol. XIII. 

Der Autor uiiter.sclieidel in der 19ü3 aufgestellten Familie 
Limnophysidae die Gattungen Lirnnophysa Fitzinger, Typus 
Helix fragilis L. ; — TurriUmnaea n., etwa der L. turricula 
Held entsprechend; — Leptolimnaea Swains = L. glabra; — 
Palustria n., die kleinen ungenabelten Formen. Typus P. 
conoidea n. (dieser Name unl)erechtigl, da L. flavida C.lessin 
und fieregriformi.s Mill. (nee Müll.) als Varieläteii dazu gezogen 
werden; — Fossaria West., für L. truncalula ; — Microlimuaea 
n. für M. variabilis n. Die Untersch idung dieser Galtungen, 
die höchstens den Rang von Sektionen beanspruchen können, 
ist sehr wenig scharf; die Arten und Varietäten — von denen 
manche auf einzelne Exemplare gegründet erscheinen — sind 
durch gute Photographien kenntlich gemacht. 

Ziegeler, Frau M., das Leben der Süsswasserschnecken. -— 
In: Bibliothek für Aquarien- und Terrarienkunde 
(G. Wenzel, Braunschweig) Heft 14/15. — 80 S. mit 
3 Tafeln. 

Wir empfehlen dieses hübsche Heft, das viele gute eigene Be- 
obachtungen enthält, unseren Lesern dringend. 
Wochenschrift für Aquarien- and Terrarienkunde Jahrg. VI. 

1909. 

p. 140. Fraenkel, Fritz, die grosse Schlammschnecke (Limnaea stagnalis) 
im Aquarium. Die Limnaea vertilgt die lästig werdenden Hydra 



— 189 — 

ohne den Pflanzen Schaden zu tun. 
p. 228. Sohreitmüllei-, W., Amphipepleaglutinosa Müller, Mantelschnecke. 

Mit Abbildung. 
The Conchological Magazine. Vol. lll No. 1—3, January 

— March 1909. 
p. 1. Kuroda Tokubey, a Jouiney lo the Northern Parts of Ise 

Province for coUecting Land Shells, 
p. 5. Hirase, Y., a new Land Snail froni the Northern Ise (Ganesella 

kanamarui, mit Textfig.). 
p. G. On Japanese Marine Mollusca XXIV. With pl. 1. (Marginella 

& Olivella), 
p. 8. ün Japanese Land Shells XVl. With pl. 2 (Endodontidae). 
p. 9. Pilsbry, H. A. & Y. Hirase, Descriptions of new Korean Land 

Shells. With pl. V. — Alycaeus cyclophoroides p. 9 t. 6 f. 2. 

— Aegista proxima p. 9 t. 5 f. 3, 4; — Aeg. mimula peninsu- 

laris p. 10; — Aeg.'? lasia p. 10 t. 5 f. 7, 8; — Eulola pumilio 

p. 11 t. 6 f. 5, 6 ; — Clausilia aculus mokpoensis p. 11 t. 2 

f. 9; — Macrochlaniys V hypostilbe p. 13 t. 5 f. 10: — Kaliella 

fusanica p. 12 t. 5 f. 11 ; — K. obesiconica p. 12 t. 5 f. 12. 
p. 13. On Jajianese marine Mollusca XXV. Wiih pl. 4. 
? — Iwakawa. Japanese Corhicula II. With pl. 6 (ohne englischen 

Text), 
p. 18. Otaki, Yota, Land Shells from Ou. 
p. 22. Hirase, Y., two new Species of Kahella from the Northern 

Districts of Japan (Kaliella otokiana, K. multivolvis oshuensis). 
p. 23. On Japanese Marine Mollusca XXVI. With pl. VII & VIII 

(Oliva & Harpa). 
p. 24. On Japanese Land Shells XVII. With pl. IX. 

Das Conchological Magazine wird mit dieser Nummer vorläufig 

sein Erscheinen einstellen. 

Proceedings of the Malacological Society of London, vol. VIII 
No. 3. October 1908. 

p. 124. Woodward, B. B., Note on the occurence of Pisidium personatum 

Malm in the British Islands, 
p. 125. Bowell. F. W., on the Radulae of the British Helicids. Part. V. 
p. 128. Newton, R. Bullen, Fossil Pearl growths. With pl. 4, 5. 
p. 140. Preston, H. B., Description of a new species of Batissa from 

the Fiji Islands (fijensis, Textfig.) 
p. 141. Dali, W. H., Notes on Planorbis and its subdivisions. Polemik 

gegen Kennard. 



190 



p. 141. Cook, A. H., Ihe Habifat of certaiii species of Clausula from 
Dalmalia, Herzegowina and Bosnia. 

p. 146. Godwin-Auslen, H. H.. the dispersa! of Land-Shells by the 
agency of man. 

p. 148. Jukes-Brovvne, A. J., on the Genera of Veneridae represenled 
in the Cretaceous and older Tertiary Deposits. — Neu: Sinodia 
n. subg. von Dosinia, Typus D. trigona Reeve; — Calpitaria n. 
subg. von Callista, Typus C. ambigua Desh. ; — Callislina n. 
subg. für Gytherea plana Sow. ; — Meretrissa n. subg. Tyims 
Cytherea depressa Desh. ; — Meroena n subg. Typus Sunetta 
trigonula Desh. : — Flaventia n. subg. für dementia deshayesii 
Cossm. 

p. 177.Suter, H., Deseriptions of nevv species of New Zealand Shells 
Neu: Trophon columnaris p. 178 t. 8 f. 1 ; — Tr. crispulatus 
p. 178 t. 7 f. 2: — Mitrella stephanophora p. 179 t. 7 f . 3 ; — 
M. pseudomarginata p. 179 t. 7 f. 4; — M. subantarctica p. 
180 t. 7 f. 6; — M. leptalea p. 180 t. 7 f . 6 ; — Alcira 
sanguinea p. 181 t. 7 f. 7 ; — A. laevigata p. 181 t. 7 f. 8; - 
A. angulata p. 181 t. 7 f. 9; — Atilia biconica p. 182 t. 7 
f. 10; — Fulguraria depressa p. 182 t. 7 f. 11 ; — Marginella 
stevvartiana p. 173 t. 7 f. 12; — Glabella parvistriata p. 183 
t. 7 f. 13; — Gl. lurida p. 183 l. 7 f. 14; — Gl. amoena p. 
184 t. 7 f. 15: — Drillia Chordata p. 184 t. 7 f. 16; — Dr. 
laevis parva p. 185; — Bela neozelanica p. 195 t. 7 .. 17; — 
Mitromorpha gemmata p. 18G t. 7 f. 18; — Bathytonia gratiosa 
p, 186 t. 7 f. 19; — Mangilia devia p. 187 l. 7 f. 20; — M. 
quadricincta p. 187 t. 7 f. 21 ; M. cophinodes p. 188 t. 7 f. 22 ; 
— Daphnella totolirata nom. nov. für D, lacunosa Suter nee 
Hutton p. 189 t. 7 f. 23; — D. acicula p. 189 t. 7 f. 24 ; — 
I). amphispira p. 190 t, 7 f. 26; — D. tenuistrata p. 190 t. 7 
f. 25: — D. crassilirata p. 190 l. 7 f. 27. 

Silier, Henry, Deseriptions of new Species of New Zealand 
Mollusca. In: Transact New Zoaland Institute vol. 
XV. 1907 p. 359—373, with pl. 28—30 (ausge- 
geben 1908.) 

Neu: Tonicia cuneata p. 350 t. 28 f. 1, 2; — Seila cochleata 
p. 361 t. 28 f. 3 ; — Actis cincla p. 362 t. 27 f. 4; — Eulimella 
limbata p. 362 t. 28 f , 5 ; — Odostoma bembix p. 362 t. 28 
f. 6; ~ Od. taumakiensis p. 363 t. 28 f. 7; — Od. inornala 
p. 364 t. 28 f. 8; — Od. denselirata p. 364 t. 28 f. 9; — Od. 



— 191 — 

takapunaensis p. 365 t. 28 f. 10; — Od. dolichostoma p. 365 
t. 29 f. 11; — Od. cryptodon p. 365 l. 29 f. 12; — Od. 
acutangula p. 366 t. 29 f. 13 ; — Od. pudica d. 366 t, 29 f. 
14; — Menestho sabulosa p. 367 t. 29 f. 15; — Evalea liri- 
cincta p. 367 t. 29 f. 16; — Eulinia tiuncata p. 368 t. 29 f. 
17; ~ Ell. ütanica p. 368 t. 29 f. 18; — Lalirus huttoni nom. 
nov. für Taion dubius Hutt., p. 369 t. 30 f. 3 ; — Euthria 
strebeli nom. nov. für Pisania anlarctica Hulton nee Reeve p. 
369 t. 30 f. 4; — Tritonidea fuscozonata p. 370 t. 30 f. 5; 
— Tr. colensoi p. 371 t. 30 f. 6 : — Cuspidaria fairchildi 
p. 372 t, 29 f. 19. 
Siiter, Henry, Result of Dredging for Mollusca near Curier 
Island. — In: Transact. New Zealand Institute vol. 
XV. [1907 p. 344—359 pl. 26 27, 30 (ausgegeben 
1908). 

Neu: Eatoniella criveriana p. 345 t. 27 f. 3; — Xenophora 
neozelanica = eonchyliophora Hutton Sc palidula Hutton t. 26 
f. 1, 2; — Syrnola lurida p. 347 t. 27 f. 4; — Evalea chordata 
p. 348 t. 27 f. 5; -- Odostoma incidata p. .348 t. 27 f. 6; — 
Eulima oxyacine p. 349 t. 27 f. 7; — Vulpecula marginata 
angulata p. 350; — Daphnella chariessa p. 351 t. 27 f. 9; — 
D. psila p. 352 t, 27 f. 10; — Glycimeris velutina (= stiiatularis 
Hutton nee Lamarck) p. 354 t. 30 f. 1, 2; — Dacrydium radi, 
ans p. 355 t. 27 f. 11 ; — Rochefoitia renifnrmis p. 357 t. 27 

f. 12. — : 

Eingegaugene Zahlnngeii : 

Zoologisches Institut. Breslau, Mk. 6.— ; — M. Lodder, Laun- 
ceston, Mk. 6. — : — Prof. Pavlow, Moskau, Mk. 6. — ; — Dr. Hans 
Menzel, Berlin, Mk. 12,— : — Kgl. Naturalienkabinett Stuttgart, Mk. 6.— 
— E, Biilow, Berlin, Mk. 6. — ; — Stadtpfarrer Mönig, Mengen 
Mk. 6.— ; -- Prof. Dr. Kinkelin, Frankfurt a. M., Mk. 6.— ; — Ober- 
gymnasium, Travnik, Mk. 6.— : — Oberrealschuldirektor Schröder, 
Gross-Lichterfelde, Mk. 18.— ; — R. Buch, Leipzig, Mk. 12.— ; — 
Pastor Stahlberg, Schwerin, Mk. 6.— ; — Dr. Flach, Aschaffenburg, 
Mk. 6.— ; — Dr. phil. Wagener, Tegel, Mk. 12. 

Veränderte Adressen : 

Herr Emil Volz-Mülhausen wohnt jetzt Fabrikstrasse 30. 
Herr Dr. W. E. Hoyle, Director of the Nationalmuseuin of Wales, 
City Hall, Cardiff, Wales. 



192 



Der Vorstand des „Kosmos, Gesellschaft der Natur- 
fronnd •. Stuttgart", ladet jedermann 7Aim Beitritt ein. Der 
Jahresbeitrag (Mk. 4,80) ist äusserst gering und das dafiir 
Gebotene (der zwölfmal jährlich erscheinende Kosmos- 
Handweiser und 5 Bände erster naturwissenschaftlicher 
Schriftsteller wie Bölsche, France, Urania-Meyer, Sajö, 
Flüricke usw.) ist ausserordentlich reichhaltig. E i n au sfü h r- 
licher Prospekt liegt unstM-er heutigen Auflage 
hei. Beitrittserklärungen nimmt jede Sortimentsbuchhand- 
lung entgegen, daselbst sind auch Prospekte und Probe- 
hefte zu haben. Eventuell wende man sich direkt an den 
Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart. 

TauschverbiadungenL^HUte^bcrBöimKn)': 

Viele Dubletten aus Südöslerreicli, den Alpen, Dalmaticn etc. 

Mikrokosmos 

Zeitschrift für die i)raktisclie Betätigung aller Nnturfreuiule 

Herausgegeben von 

Dr. Adolf Heitz, in Verbindung; mit hervorragenden Fiu-hmännern. 
jährlich 12 Hefte und 3 bis 4 Buohbellagen. 

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Der „Mikrokosmos" ist in der angenehmen Lage, seine 
Leistungen zu erhölien; er will sich von jetzt an, ausser der 
Pflege der Mikroskopie, mehr 

der praktischen Betätigung aller Naturfreunde 
widmen. Der berufsmässig Tälige wird aus dem Mikrokosmos 
ebensoviel Anregung und Belehrung schöpfen wie jener, der 
sich naturwissenschaftlichen Studien nur aus Liebhaberei zu- 
gewendet hat. Auch den naturkundlichen Unterridit will der 
,, Mikrokosmos" in sein Arbeitsgebiet einschliessen. Die Dar- 
bietungen werden so sein, dass sie die Allgemeinheit interessieren 
und aus dem Studium des Kleinen heraus das Verständnis für 
das Grosse und Ganze der Natur erschliessen helfen. 

Das Abonnement (Teilnehmerschaft) auf den „Mikrokosmos" 
bringt weitere Vorteile mit sich : Benützung der Auskunfts- und 
der Bestimmuugsstelle, Teilnahme am Tauschverkehr, an den 
Unterrichtskursen und an der Wanderbücherei. Studienmaterial 
und Arbeitsplätze im Laboratorium stehen zur Verfügung. 

Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen, daselbst sind 
auch Prospekte zu haben, ev. wende man sich an die Franckh'sche 
Verlagshandlung, Stuttgart. 



Redigiert von Dr. W. Kobe 1 1. — Druck von Peter Hartraann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Anssregeben: 21. Oktober. 



Deutsche 





Um den Herren Malakologen die Erwerbung 
der früheren Jahrgänge unseres Nachrichtsblattes 
zu erleichtern, haben wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 

„ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 „ „ 45.— 
ermässigl. — Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankf u rt a. IVI, 



iAi,.GÄEA" A 
Natur und Leben 

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geographischer Kenntnisse, sowie der Fortschritte anf dem 
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J^ Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner heraus- 9» 
gegeben von PROFESSOR DR. HIPPOLYT HAAS, KIEL. 

Jährlicher Bezugspreis M. 12.— exkl. Porto bei direkter Zusendung 

Die nächsten Hefte bringen folgende Abhandlungen: 

Einiges aus der Erdbebenkunde, Prof. Dr. A. Schmidt. Aus 
der Südsee, Korvellenkapilän R. von der Goltz. Die Farben- 
pholographie und ihre neuesten Verfahren von Dr. H. Drost. 

Verlag Fritz Lehmann, Stuttgart. 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologisßlien (jesellsehaft. 



Zweiundyierzigster Jahrgang. 



Redigiert 
von 

Dr. W. K o b e 1 1 

in 

Schwanheim (Main). 



FRANKFURT am MAIN. 

Verlag von MORITZ DIESTERWEG 
1910. 



Inhalt. 



Seite 



Vohland, Albert, Streifzüge im östlichen Erzgebirge. II. Ein 

Beitrag über Flussanspülungen .... 1 

Geyer, D., die deutschen Pupilla-Arten . . . .12 

Jooss, H. Carlo, Binnenconchylien aus dem Obermiocän des 

Pfanders bei Bregenz am Bodensee . . .19 

Lindholm, W. A., über Physa acuta Drp. und ihr Vorkommen 

bei Moskau ....... 29 

Lindholm, W. A., einige für die Fauna des St. Petersburger 

Gouvernements neue Landschnecken II. . . . 34 

Honigmann, H., Mollusken aus schleswig-holsteinischen Marsch- 
gräben ....... 36 

Suter, Henry, über einige neuseeländische Gonchylien . . 40 

Kohelt, W , Diagnose einer neuen Levantina (L. mahanica) . 41 

, Erinnerung eines Gonchologen (mit Porträt) , . 49 

Hesse, P., Neue Literatur ...... 60 

Clessin, S., Unio bafavus Lam. in der Umgegend von Regens- 
burg ....... 65 

— — , Mollusken vom Lechrain ..... 69 

, Neue Süsswasserschnecken . . . .72 

Boettger, Dr. 0., ^Weitere Mitteilungen über südamerikanische 

Nenia-Arten ...... 73 

, Nachtrag zur Liste der Binnenmollusken von Kamerun 79 

Rolle, H, eine neue Corasia (tangoelandangensis) . . 82 

Haas, Dr. F., Neue Najadeen (aus der Sammlung des Sencken- 

bergischen Museums in Frankfurt a. M.) . . 97 

Wüst, Ewald, Azeca-Schulziana n. sp. aus dem deutschen 

Diluvium ....... 104 

— — , Diluviale Schnecken von Kronstadt in Siebenbürgen . 106 
Sprich, J., Amphipeplea glutinosa .... 108 
Wüst, Ewald, Weitere Fundorte von Unio sinuatus Lam. im 

Saalegebiet . . . . . .111 

Kormos, Th., über neuere wichtige Fundorte ungarischer Heli- 

ciden . . . . . . .115 

Babor, Dr. J. <6 J. Novack, Addenda und Corrigenda zu un- 
serem Verzeichniss der posttertiären Weichtiere der 
böhmischen Masse ...... 122 



Hesse, P., über einige vorderasiaLi-die Sclniecken 

Franz, F., Notiz (über Helix adspersa in Holland) 

Rolle, H , eine neue Garnieria (goliath) . 

Schroeder, Dr. R., über das Vorkommen von Limnaea glabra 

Müll, bei Berlin ..... 
Nägele, G., einiges aus Kleinasien 
Müller, Eugen, zur Molluskenfauna der Umgegend von Grätz 

in Posen ...... 

— — , Anodonta fragilissima Clessin var. rostrata m. . 
Köhler, A., Nachträge zur böhmischen Riesengebirgsfauna 
Hesse, P,, Kritische Fragmente .... 

Clessin S., Pseudanodonta complanata Zgl. in der Donau und 

im Regen ...... 

Suter, H., Onithochiton marmoratus Wissel 

Boettger, Caesar R., über eine in Deutschland einheimische 

wenig beachtete Auriculide 
Jsrael, W., Beiträge zur Kenntnis der Fauna der weissen Elster 
Haas, Dr. F., Pseudunio, neues Genus für Unio sinuatus Lam 
Kohelt, Dr. W., ein neues Myxostoma 
Schermer, E., ein Beitrag zu Amphipeplea glutinosa 



124 
134 
135 

136 
145 

153 
158 
161 
165 

169 
171 

172 
173 
181 
184 
184 



Literaturbericht 



42, 88, 137. 186 



Neue Arten und Gattungen. 



Seite 

Aegophthalmus (n. subg. Zo- 

nilidis) Hesse .... 168 
t Azeca schulziana Wüst . . 104 
Buliminus phazemonicus 

Hesse 132 

(Petraeus) egregius 
sertensis Naeg. . . .149 

tenerrimus Naeg. . . 151 
Bythinella conica Clessin . . 71 

tumidula Clessin ... 72 
Clausilia ventricosa nigrina 

Koehler 162 

(Euxina) circumdata 

byzantia Naeg. . . . 152 
Corasia tangoelandangensis 

Rolle 82 

Ennea buchholzi dyscrita Bttg. 81 
Garnieria goliath Rolle . . 135 
Hyriopsis gracilis Haas . . 101 



Seite 

Lartelia bosniaca Cless. . . 71 

gracilis Cless 71 

Levantina mahanica Kobelt . 41 
Lilhoglyphus buljaricensis 

Clessin ...... 72 

Microdonta ovata Haas . . lOO 
Myxostoma dautzenbergi 

Kobelt 184 

Nodularia persculpta Haas . 98 

verrucosa Haas ... 99 
Paraegopsis (n. subg. Zonitidis) 

Hesse 168 

Parreysia hunanensis Haas . 97 
Pressidens (n. gen.) moellen- 

dorffi Haas 102 

Pseudunio (n. gen.) Haas . 181 

Streptostele media Boettger . 80 

t Tryptychia teutonica Joos . 26 

Xerophila cappadocia Naeg. 148 

peregrino Naegele . . * 149 



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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



lalakozoologiseheo liesellsehaft 



Zweiniidvierzigster Jahrgang 
(1910) 



- Heft I 

(Januar — März) 



Inhalt: 



Seite 

Vohland, Albert, Stieifzüge im östlichen Erzgebirge ... 1 

Geyer, D., Die deutschen Pupilla-Arlen . 12 

Joos, Carlo H., Binnenconchylien aus dem Obermiocän dps 

Pfänders hei Bregens am Bodensee 19 

Lindholm, W. A., Ueber Fhysa acuta Drap, und deren 

Vorkommen in Russland 29 

Lindholni, W. A., Einige für die Fauna des St. Peters- 

* hurger Gouvernements neue Landschnecken ... 34 

Honigmann, Hans, Mollusken aus schleswig-holsteinischen 

Marschgräben 36 

Suter, Henry. Ueber einige neuseeländische Chitonen . . 40 
Kohelt, Dr. W., Diagnose einer neuen Levantina (Levantina 

mahanica) 41 

Literatur 42 



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Heft 1 Januar 1910 

Naclirichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft 



Zweiundvierzigster Jahrgang 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 6.—. 
Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 
Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Streifziige im östlichen Erzgebirge. 

Von 

Albert Vo bland, Leipzig. 



n. 
Bin Beitrag ttbep Flussanspttlung'en. 

Der Exkursionsbericbt, der unter gleicbem Titel im 
Vorjabrsband Heft 4 pag. 163—173 des Nacbricbtsblattes 
erscbien, bescbäftigte sieb mit jenem Teile des Erzgebirges, 
in welcbem die Täler jäb und scblucbtenartig binaufkriecben 
vom Böbmerlande nach dem ficbtengekrönten Kamme. 

Der nacb Mittelsacbsen allmäblicb sieb abdacbende 
Teil des Gebirges (Ostflanke) bat nicbt mebr so tiefe 



— 2 — 

Sdiluchtentäler; aber er ist reich an immerhin engen 
Erosionstälern, mit klaren, geschäftigen Wassern und wald- 
geschmückten Steilhängen. 

Ein solches, nach Norden hin der Elbe zulaufendes 
Gebirgstal ist das Triebischtal. Seine Schneckenfauna 
habe ich in den Sitzungsberichten der Natf. Ges. zu Leipzig, 
Jahrg. 1906, veröffentlicht; daselbst wird im Herbst ein 
kleiner Nachtrag folgen. 

Benachbart nach Osten ist das Flussgebiet der 
Wilden Sau. 

Aus beiden Gebieten sammelte ich Ostern dieses Jahres 
sehr reichlich Flussgenist, das von den Fluten der 
Frühjahrsschneeschmelze abgesetzt worden war. 

Die Ausführungen Geyers in Heft 2 pag. 82 folgende 
Jahrg. 1908 des Nachrichtsblattes über Flussanspülungen 
haben mir manchen wertvollen Fingerzeig geboten. Dank 
dem eifrigen Forscher! Die meinen sollen unabhängig von 
jenen die Verhältnisse und Beobachtungen an unseren 
Gebirgstälern dartun. 

1. Sammelmethode: Ein grösseres Tuch zum 
Auflegen und Aufsieben im Freien, etwa 1 qm, aus leichtem 
Stoff („Nessel"), ein Siebboden mit „Nesselsack* und eine 
grössere Anzahl Säckchen mit Zug aus Nessel oder Lein- 
wand bilden die Ausrüstung. An verschiedenen Orten des 
Tales wird aufs Tuch gesiebt, das Gesiebte in die Säckchen 
gelöffelt. So hat man wenig Traglast und reinliche Scheidung 
bei grösster Tour. Ueber Auslese daheim siehe Geyers 
vorerwähnte Arbeit. 

2. Der Lauf der Triebisch und Sau: Das 
Triebischtal ist ein reines Erosionstal, wechselnd 
durch Gneis-Phyllit-Silurformation, den Gontakt des Meissner 
Syenitlakkolithen und den Syenit selbst. An seinem Tal- 
ursprung liegt eine Quellkuppe Nephelinbasalt. Das Wasser 
ist klar, der Grund schlammarm, kiesig klar; die Hänge 



— 3 — 

zeigen üppigen Fichten- und Laubwald, der Unterlauf zahl- 
reiche Felspartien des wunderlichen Pechsteins, Porphyrit- 
tuffs und Syenits. Zahlreiche, enggründige Tälchen münden 
ins Haupttal, 

Die Wilde Sau geht anfangs über Pläner der Kreide- 
formation in flacher, weitaasladender Mulde, in trägem 
Lauf und schlammigem Bette. Bei der sogen. Neudeck- 
mühle ändert sich plötzlich das Bild. Schon bei Khpphausen 
wird das Tal enger, schattiger, kühler, das Gefälle grösser ; 
der Grund hat weniger Schlamm, dafür grosse Steinblöcke; 
das Wasser wird klarer. An den Hängen treten gewaltige 
Syenitfelsen zu tage, die von der Sau durchbrochen 
worden sind. 

Beide Flüsse haben eine Stromrichtung SSO nach 
NNW, Die Abweichungen von dieser Generalrichtung sind 
recht unbedeutender Natur. 

3a. Das Flussgenist. Dass die Untersuchungen 
einige Geltung haben, möge die Versicherung erhärten, dass 
ich eine ausserordentliche Menge Flussgenist an sehr zahl- 
reichen Punkten völlig durchsiebt und ganze Säcke voll 
durchgesehen habe. Genist gibt es in unseren 
Tälern selten. Nur dann^ wenn aussergewöhnliche 
starke Schneeschmelze eintritt und die Wässer weit heraus- 
treten, findet man grössere Anspülungen. Woran liegt das? 
Geyer gibt in seiner Arbeit an, dass besonders an jenen 
Stellen, an denen der Fluss nach Abirrung von der Haupt- 
stromrichtung wieder in diese einlenkt, grössere Mengen von 
Gesiebe anzutreffen sind. Unseren beiden Flüssen aber 
fehlen solche Abweichungen fast ganz. Es finden 
sich also auch nur wenige Stellen, auf die der Strom auf- 
stösst und an welchen er das Genist absetzen könnte. Für 
die kleineren Anschwellungen scheinen derartige Flüsse 
eljen nicht die geeigneten Vorbedingungen zur Ablage von 



— 4 — 

Gesiebematerial zu finden. So ist im Triebischtal seit 7 Jahren 
in diesem Jahre wieder das erste Mal Genist abgelagert 
worden. 

Aber nicht allein der Mangel an Böschungen ver- 
hindert das Absetzen von Ballast ; auch das grosse Gefälle 
der Flüsse wie die Unmöglichkeit, sich weiter auszubreiten 
in weitem Tal, macht den Niederschlag unmöglich. In 
unseren Tälern steigen die Fluten rasch im engen Tal und 
gehen rasch zurück. Wenn in unseren Tälern Genist abge- 
setzt wird, so ist es immer an jenen Stellen, wo die Wasser- 
massen am flacher gebuchteten Bett weiter ausladen können 
und hier, vom Hauptstromstoss verschont, infolge ihrer 
Verflachung und Verlangsamung an Stoss- und Tragkraft 
bedeutend verlieren. Hier liegt dann das Genist an der 
Seite der ausströmenden wie auch an der der wieder rück- 
strömenden Wassermassen der Bucht. Nach dieser einheit- 
lichen Methode lagern Triebisch und Sau ihre Traglasten ab. 

b. Unter der grossen Menge von gesiebtem Material 
waren verhältnismässig recht wenig Schnecken. Das 
liegt aber nicht an der Fauna hiesiger Gegend. Auch die 
Beute im Saubachtal war gering, wenn auch reicher als im 
Triebischtal. Dagegen war der Erfolg wesentlich grösser in 
den Gesieben der kleinen in den Hauptfluss einmündenden 
Seitentäler. Man sollte meinen, umgekehrtes Verhältnis 
wäre das natürliche. Somit setzt der Hauptfluss bei weitem 
nicht die Summe der Nebentalmassen ab. Vielmehr setzen 
die Seitenbäche infolge ihrer geringeren Tragkraft beizeiten 
ihr eigenes Genist zum überwiegend grössten Teile ab und 
zermalmen wohl auch durch grobes Geröll einen guten Teil. 
Meines Erachtens bleibt also der weitaus grösste 
Teil bereits in den Nebentälern, vor kurzem erst 
emporgehoben und fortgeführt, wieder sitzen. Und 
weiter ! Warum ist das Gesiebe der weit kleineren, kürzeren 
Saubach reicher an Schneckengehäusen als das der Triebisch ? 



— 5 — 

Das Tal der Triebisch ist verhältnismässig weiter ge- 
böscht. Die Fluten des Hauptstromes können weithin 
sich breiten, ehe sie selbst die Waldkante erreichen, während 
das enge Sautal von den Hochfluten von Waldhang zu 
Waldhang angefüllt wird. 

Diese Verhältnisse des Sautals sind adaequat denen 
der Seitentälchen, Hier strömen Rinnsale durch den Wald, 
dort über Felsen ; der Bach selbst erreicht bei Hochflut den 
Waldboden und nimmt mit, was dort lebt. 

4. Die Beute im einzelnen. 

a. Im Triebischtal: Im Genist habe ich nicht 
eine einzige Art gefunden, die ich nicht schon früher am 
Ort lebend aufgesammelt habe. So mag wohl das Sieben 
von Genist an Orten, die man nur flüchtig besuchen kann, 
einigen Wert haben, aber bei der Aufstellung einer Lokal- 
fauna darf man sich keinesfalls auf die Ergebnisse nur des 
Genistgesiebes verlassen. Ja das Gesiebe kann kaum Kon- 
trolle sein für eine abgeschlossene Durchforschung. Von 
kleineren Schnecken, die ich im Gebiete häufig fand, fehlten 
ganz im Geniste: Daudebardia brevipes, Daudebardia rufa, 
Gonulus fulvus, Zonitoides nitidus, Patula pygmaea, Ghon- 
drula tridens, alle Glausilien, Limnaeus truncatulus ; andere 
Arten waren äusserst selten vorhanden. Das ist doch eine 
statthche Zahl, die notwendig zum Faunengebiet gehört. 
Wesentlich günstigere Resultate erzielte ich im Gebiete der 
Nebenbäche, die direkt durch den Wald fliessen. Zwar 
gabs auch hier nicht eine lückenlose Zusammenstellung der 
Lokalfauna, auch keine neue Art, aber doch gabs ein 
einigermassen treffendes Bild. 

Am häufigsten fanden sich im Triebischgesiebe Gaecilia- 
nella acicula, Cionella lubrica, Vallonien (pulchella, excentrica, 
costata) Garychium minimum und Pupa pygmaea. 

Warum gerade diese? 



— 6 — 

Vallonien sind in allen drei Arten im Triebischtal- 
flussgebiet verbreitet, auf den Wiesen der Nebentäler, an 
sonnigen Hängen und im Haupttal. Ebenso verhält sich 
Cionella lubrica, Pupa pygmaea, ähnlich Garychium mini- 
mum. Somit hätten wir einen Anhalt dafür, dass jene 
Schnecken, die im Gebiet häufig sind, in grosser Zahl aus- 
geworfen werden. So hätten wir von vornherein bei Gesiebe 
einen Fingerzeig dafür, welche Schnecken am häufigsten im 
Gebiet leben. Das erscheint zwar höchst selbstverständlich. 
Aber hören wir erst weiter. 

Wie Vallonia, so ist im Gebiet Pupilla muscorum an 
allen sonnigen Hängen gemein. Dafür ein Beispiel : Eine 
heftige Gewitterflut hatte im vorigen Sommer die Triebisch- 
gegend heimgesucht. Im Talkessel von Schmiedewalde liegt 
ein aufgelassener Kalksteintagebau, dessen Grund von einer 
grossen Wassermasse teichartig ausgefüllt ist. Von einem 
sehr beschränkten Niederschlagsgebiet (etwa 50 000 qm) 
strömt das Wasser bei Regen in diesen Teich. Auf bebautes 
Weizenland entfallen etwa 47 000 qm (alles ungefähr). Nur 
ein sehr schmaler und nur 150 m langer Wiesenstreifen 
wird von Gehäuseschnecken bewohnt und zwar von Pupilla 
muscorum, Vallonien, Cionella lubrica, Gaecilianella acicula. 
Pupa (Vertigo) pygmaea. Das auf den Teich geschwemmte 
Gesiebe bestand vorwiegend aus Hederich(Raps)samen, 
Stroh- und Heuteilen. Ich fischte etwa den 30ten Teil, 
trocknete und siebte ihn. Die Ausbeute betrug 2400 Pupilla 
muscorum, 400 Vallonien, gegen 200 Cochhcopa lubrica, 
23 Gaecilianella acicula, dann einige Pupa pygmaea und 
Succinea oblonga. Rechnen wir nur das zwanzigfache, das 
bestimmt auf dem Teiche schwamm, so ergeben sich von 
dieser kleinen Wiese 48 000 Pupilla muscorum, 8000 Val- 
lonien etc. Sind dabei sicher zum überwiegenden Teil 
bereits früher leergewordene Gehäuse, so könnten sie doch 



— 7 — 

auf der mageren, stark beschienenen, allen Witterungs- 
unbilden ausgesetzten Fläche nur wenige Jahre gelegen 
haben. 

Ausserordentlich zahlreich sind im Gebiet ferner ver- 
schiedene Clausilienarlen, ganz besonders CK laminata, 
plicata, biplicata. Von diesen siebte ich gar keine im 
Haupttal. 

Aus diesen Aufstellungen geht hervor, dass eine Anzahl 
Arten, die nach Individuen- und Fundortzahl eine vor- 
herrschende Stellung einnehmen, ausserordentlich selten im 
Geniste des Hauptflusses angetroffen werden, dagegen in 
den kleinen Nebentälern öfter anzutreffen sind. Die Fluten 
setzen sie bereits wieder ab, ehe sie in den Hauptstrom 
gelangen. 

Die obenerwähnten, zahlreich im Gesiebe vorkommenden 
Arten (Gaecilianella, Gionella, Vallonia, Garychium, Pupa 
pygmaea) leben unmittelbar im Bereiche des 
Hauptflusses. Es sind Wiesenschnecken, die direkt am 
Ufer der Triebisch in Menge leben. 

Andere Arten, die an hochgelegenen Orten 
oder isoliert vorkommen (Buliminus montanus, Chondrula 
tridens, Orcula doliolum) kommen gar nicht im Gesiebe vor, 
da die Fluten sie schon unterwegs am Grase absetzen. 

Als einzige Seltenheit, die ich mehrfach sieben konnte, 
am Ort aber bisher nur recht selten fand, ist Pupa pusilla 
zu erwähnen. Auch diese habe ich immer in der Nähe 
der Bäche an der Unterseite zarter Blätter im Verein mit 
Pupa edentula angetroffen. So mag auch diese Art häufiger 
am Flussuter sich aufhalten (an Polygonum, Impatiens und 
glatten Umbelliferenblättern) und von der Flut des Haupt- 
stroms erreicht werden. 

b. Im Saubachtal. Schon bei oberflächlicher Be- 
gehung erkennt man eine Zweiteilung im Lauf der Wilden 
Sau: in einen oberen, felsen- und fast waldlosen Teil mit 



— 8 — 

breiter Talmulde, sumpfigen Wiesen und schlammigen Fluss- 
grund. Dieser Teil reicht, wie schon oben erwähnt, bis 
kurz vor die Neudeckmühle. Von da ab bis fast zum Eibtal 
wird das Tal plötzlich enger durch die gewaltig sich auf- 
türmenden Felswände der Syenitmassen, die quer über das 
Tal einen gewaltigen Riegel gelegt haben und dann dem 
linksseitigen Ufer der Sau entlang laufen. Der direkt unter 
der Neudeckmühle zu grösster Höhe sich erhebende Riegel 
ist von der Saubach bis zum heutigen Bette eng und tief 
ausgenagt. Da der obere Teil des Flusslaufes durch den 
gewaltigen Porphyriterguss Wilsdrutf-Potschappel plateau- 
artig gehoben, der Unterlauf dagegen rasch dem Eibtal zu 
abfällt, tritt nach der Durchnagung ein anderes Gefälle ein ; 
darum ist hier der Grund klarer, schlammfreier, angefüllt 
von zum Teil gewaltigen Blöcken, die von den Hängen der 
Felsenbarre herabgestürzt sind. 

Während die Einheitlichkeit des Triebischbettes auch 
keinerlei Abwechslung im Faunenbilde bedingt, das Gesiebe 
der Flussanspülungen immer die gleichen Schneckengehäuse 
enthält; erkennt man im Saubachtal aus einer Liste der 
getrennt gehaltenen Gesiebe sofort die Doppelnatur: 

a) Oberes Tal. ß) Unteres Tal. 

Pisidien (sehr häufig), Pisidien (wenig), 

Gyraulus albus (sehr zahl- Gyraulus albus (1), 

reich), 
Planorbis nitidus (zahlreich), fehlt, 

Limnaeus truncatulus fehlt, 

(mehrere), 

Succinea oblonga (mehrere), Succinea oblonga (häufig), 

Carychium minimum Garychium minimum (zahl- 

(wenige), reich), 

Pupa pygmaea (1), Pupa pygmaea (einige), 
Pupa edentula (1), fehlt, 



9 — 



a) Oberes Tal. 
Gionella lubrica (ausser- 
ordentlich zahlreich), 
Valloniae (recht selten), 
Patula rotundata (zahlreich), 



ß) Unteres Tal. 
Gionella lubrica (häufig), 



Zonitoides nitidus (1), 
Vitrea crystallina (zahlreich), 
Hyalina pura (mehrere), 

, radiatula (selten), 
Vitrina pellucida (sehr zahl-. 

reich), 
Vitrina elongata (1). 



Valloniae (recht selten), 
Patula rotundata (mehrfach), 
pygmaea (1), 
fehlt, 
Vitrea crystallina (mehrfach), 
Hyalina pura (zahlreich), 
„ radiatula (selten), 
Vitrina pellucida (häufig), 

, diaphana (1), 
Clausilien (ausserordenthch 

häufig), 
Acanthinula aculeata (1), 
Daudebardia rufa (3). 
Daraus ergibt sich 

1. Im oberen Tal finden sich sehr zahlreich 
Pisidien, Gyraulus albus, Planorbis nitidus^ 
Gionella lubrica, Vitrina pellucida, Vitrea 
crystallina. 

2. Im unteren Felsental : ausserordentlich viel 
Glausilien, Gionella lubrica, Hyalina pura, 
Vitrina pellucida, Garychium minimum. 

Das Vorherrschen der Pisidien, Gyrauli, 
Planorben charakterisiert den oberen Teil als 
einen sumpfigen mit ruhig fliessenden und 
stagnierenden Wassern, 

Das massenhafte Vorkommen von Glau- 
silien im unteren Teile charakterisiert seine 
felsige Beschaffenheit. 

3. Dem oberen Teil fehlen ganz: Daudebardia, 
Glausilia, Acanthinula, Vitrina diaphana, Patula pygmaea; 
da diese in der Hauptsache Wald und Felsen 
lieben. 



— 10 - 

4. Dem unteren Teile fehlten: Planorbis nitidus, 
Limnaeus truncatulus, Zonitoides, Vitrina elongata, Eden- 
tulina, Succinea oblonga, in einem Exemplar vorhanden 
Gyraulus. 

Das Fehlen besonders von Gyraulus, Planorbis nitidus 
lässt rasches Gefälle, steinigten Grund des 
Flusses erkennen. 

Dass diesen Ergebnissen mehr Bedeutung beigelegt 
wird, als bei denen des Triebischtales, hat seinen Grund 
im kürzeren Lauf der Saubach, in der geringeren Zahl der 
von Nebenflüssen entwässerten Lokalitäten und vor allem 
in dem sehr engen unteren Haupttal, dessen bewaldete Hänge 
zu beiden Seiten bis an das Ufer herantreten, und an den 
gewaltigen Blöcken^ die die Wasserfluten viel mehr stauen 
und bis hoch in die Waldpartie eintreten lassen. Somit 
stellt der Auswurf den Typ einer Nebentalanspülung dar. 

5. Das Vorherrschen von Wasserschnecken im 
oberen Teil ist natürlich. Auffällig ist aber ihr Fehlen im 
Genist des unteren Tales. Wohl mögen ab und zu 
diese Schnecken im Unterlaufgenist vereinzelt vorkommen, 
aber immerhin ist das rasche Abschwellen bezw. Ausbleiben 
merkwürdig. So mögen wohl zuweilen einzelne Exemplare 
30 km weit getragen werden, aber ganz bestimmt wird 
die Hauptmasse, wie wirs schon beim Vergleich von Haupt- 
und Nebental sahen, nicht allzuweit getragen. Die Haupt- 
flut, die in unseren Tälern rasch kommt und bald wieder 
schwindet, setzt erst dann Genist ab, wenn sie rückschreitet. 
Da hier wenig Flussströmungen sind, das Aufstossen der 
Flut auf Böschungen also nicht ermöglicht ist, so werden 
auch nur die randlich schwimmenden Gehäuse, die erst 
unlängst und unfern gehoben wurden, abgesetzt. 

6. Vergleich der beiden Gesiebefaunen. 
Recht auffällig ist das kolossale Ueberwiegen der 

Vallonien im Triebisclital über die verschwindend geringe 



11 



Za?il derer aus dem Saubachtal, sowie das gänzliche Fehlen 
von Gaecilianella acicula und Pupilla muscorum im Gebiet 
der Wilden Sau. 

Hinwieder weist dieses eine grosse Menge Pisidien 
Limnaeen, Planorbis nitidus und Gyraulus albus auf, sowie 
eine grosse Menge Glausilien, die im Genist der Triebisch 
ganz oder fast ganz fehlen. 

Beide Resultate charakterisieren das Triebischtal 
als solches mit viel trockenen Wiesen und wenig 
schlammigem Wasser, das Sautal dagegen, 
besonders im oberen Teil, als schlammiges, 
sumpfiges Gebiet, im unteren als vorwiegend 
von Felsen beherrschte Landschaft. 

7. Ueber den Wert von Anspülungen und 
Ergebnisse. 

a. Neue Arten aus dem Gesiebe zu bestimmen, zumal 
wenn die abweichenden Formen nur in geringer Zahl und 
nicht in grösster Konstanz auftreten, halte ich für unange- 
bracht, da sie von verschiedenen Lokalitäten zusammen- 
gewürfelt sein können (viel Zufälligkeiten) und, weil aus 
ihrem lokalen Zusammenhange herausgerissen, in welchem 
ihr Uebergang und ihre Zugehörigkeit zur Art klar erscheint, 
so ein völlig verschobenes und falsches Bild ergeben müssen. 

b. Zur Feststellung eines Faunenbildes genügen die 
Anspülungen nicht im entferntesten, da eine ganze Zahl 
Arten, besonders die an flussabgelegenen, isolierten Oertlich- 
keiten, fehlen. 

c. Wohl aber mag es von Nutzen sein zur Ergänzung 
und Nachprüfung, so dass man, von Glück begünstigt, eine 
leicht übersehbare Art eben durch Zufall darin finden kann 
(wie hier Pupa pusilla) oder eine schwer auffindbare und 
deshalb als selten angesprochene Art in grosser Menge 
findet (Gaecilianella acicula). 



— 12 — 

d. In den Nebenbächen gewährt das Genistgesiebe 
mehr Anhalt, denn es ist Lokalmaterial, wesentlich voll- 
ständiger und vermag sicherer auf die Wohnorte der Lebenden 
zu deuten. 

e. Das Gesamtergebnis aus einem engeren Tal gestattet, 
wenn abschnittweise gesondert, immerhin einige Schlüsse 
auf die Beschaffenheit und Verschiedenheit der Fauna inner- 
halb dieses Tales, besonders für kurz bemessene Exkursionen. 

f. Die Hauptsumme der Gesiebeschnecken sind Wasser- 
und Wiesenschnecken, die im unmittelbaren Bereich der 
Hochflut stehen. 

g. Das Material stammt immer zum grössten Teil 
aus der weiteren Umgebung; es wird nicht allzuweit fort- 
getragen. 

h. Vor allem bietet das Gesiebe ein einigermassen 
treffendes Vergleichsobjekt, besonders für das Verhältnis 
der im Flussbereiche massiger auftretenden Arten zweier 
Gebiete und für die faunistische Eigenart im grossen. 



Die deutschen Pupilla-Arten. 

Von 

D. Geyer, Stuttgart. 



Welche Lücken die Kenntnis unserer einheimischen 
Fauna heute noch aufweist, lässt sich an vielen Beispielen 
dartun. Eines davon bieten die Pupilla-Arten. Wir haben 
innerhalb der Reichsgrenzen deren vier: muscorum L., 
bigranata Rssm., sterri Voith, triplicata Stud. 

1. Die erste, die allbekannte P. muscorum L., ist 
über das ganze Gebiet verbreitet und auf trockenen, kurz- 
rasigen Abhängen zuweilen in grosser Menge zu finden; 
aber wie weit sie sich auf feuchten und nassen Boden 
begibt und wie weit sie hinwiederum an die warmen Ge- 



— 18 — 

biete auf Sandböden und an Felsen sich anzupassen ver- 
steht, wissen wir nicht, und beides wäre zu erfahren wert- 
voll, soll sie doch im ersteren Fall die var. pratensis Gless. 
erzeugen und zu der aus 8 Umgängen bestehenden forma 
elongata Cless. sich auswachsen ; an sehr trockenen und 
warmen Standorten aber, wie an Felsen und auf alten 
Mauern, wird sie kürzer, gedrungener und rückt im Habitus 
den beiden folgenden Arten nahe, von welchen sie nur 
durch eine genaue Vergleichung unterschieden werden kann. 

2. P. bigranata Rssm. dürfte den meisten Lesern 
unbekannt sein. Westerlund beschreibt sie zwar (Fauna III 
S. 121) und verweist auf die Iconographie Fig. 645, aber 
weil er sie als eine Varietät von muscorum behandelt, tritt 
sie in den Hintergrund, und man vermutet, es komme ihr 
keine geographische Bedeutung zu. Clessin hat die Form 
gründlich missverstanden. Er drängt sie noch weiter zurück 
und hält sie gar für eine Zufälligkeitserscheinung, für eine 
zweizähnige P. muscorum, die unter 400—500 normalen 
Individuen einmal auftreten könne. Es sei „somit diese 
Erscheinung mehr als eine Abnormität denn als eine Varietät 
zu betrachten" (Deutsche Exk. Moll. F. 2. Aufl. S. 245). 
Infolge dieser Beurteilung verlor sich die Schnecke aus dem 
Gesichtskreis der deutschen Malakozoologen. Ich möchte 
sie wieder hereinrücken. 

Aus der Korrespondenz mit Herrn Prof. Dr. 0. Boettger 
erwuchs mir zuerst der Glaube an die unbekannte Art, 
und seine freundliche Mitteilung von einem Standort ver- 
setzte mich in die Möglichkeit, ihrer habhaft zu werden. 
An der Südseite des alten Turmes der Ruine Hammer- 
stein bei Neuwied, so schrieb der Kenner der deutschen 
Pupen, und von Stund an zog michs mit magnetischer 
Gewalt zu diesem Turm. Am 3. Sept. 1909 sah ich ihn 
endlich und konnte mich am Rasseln der Steinchen und 
der Erde, des Grases und der kleinen Schneckchen in meinem 



— 14 — 

Siebe ergötzen, verstohlene Blicke hinanssendend in die 
wunderbare Rheinlandschaft. Die Ausbeute war des Aus- 
fluges wert. Ich besass nun P. bigranata, und andern 
Tages erbeutete ich sie auch an einem ähnlichen, trockenen, 
grasigen, südwärts gerichteten Abhang an der Loreley. 
Sicherlich ist sie an ähnlich exponierten Punk'en der Fels- 
landschaften der rheinischen Gebirge noch weiter anzu- 
treffen. Herr Prof. Dr. 0. Boettger besitzt sie auch von 
Höningen bei Neuwied. Ihre Verbreitung reicht nach 
Belegen in der Sammlung meines Gewährsmannes über 
England, Irland, Spanien, Frankreich, die 
Schweiz, Italien, Südrussland (fossil im Löss) und 
Turkestan. Die Schnecke scheint daher in den Kreis 
der mediterranen Arten zu gehören, die über Frankreich 
in den Nordwesten Europas reichen und wie Gyclostoma 
elegans Müll, und Helix carthusiana Müll, bis zum Rhein 
sich erstrecken. 

In der Gestalt schliesst sich P. bigranata an muscorum 
an und erscheint als eine kleine Form derselben mit engeren, 
etwas mehr gerundeten Umgängen, welche jedoch nie die 
Wölbung erreichen, durch welche die Umgänge von P. sterri 
und triplicata sich auszeichnen. Herr Prof. Dr. 0. Boettger 
stimmt zu, sie als eine selbständige Art neben muscorum 
zu stellen. 

3. P. sterri Voith. Nach freundlicher brieflicher 
Mitteilung von Herrn Prof. Dr. 0. Boettger ist der Name 
der Art noch schwankend. Es fragt sich nämlich, ob die 
zahnlose P. cupa Jan als Typus anzunehmen ist, wozu 
Boettger geneigt ist, oder die bezahnte P. sterri Voith, was 
Westerlund tut. Die Bezahnung ist bei P. sterri so un- 
sicher wie bei muscorum. In der Regel sitzt ein Zähnchen 
auf der Mündungswand, es kann aber auch ausbleiben oder 
von einem zweiten am Gaumen begleitet sein. 



— 15 — 

Clessin kannte die Schnecke vom fränkischen Jura 
aus der Umgebung von Eichstätt und Regensburg, wo er 
sie im Moose und Mulme der Felsen fand. Da Küster ein 
Exemplar derselben von unbekannter Herkunft in der hinter- 
lassenen Sammlung eines in Bamberg in jugendlichem Alter 
verstorbenen Handwerkers gefunden hatte, nahm Clessin 
auch Bamberg für die Schnecke in Anspruch (s. Deutsche 
Exk. Moll. F. S. 247). Degenfeld gibt (Nachrichtsbl. 1880 
S. 14) auch Eybach in Württemberg als Standort an. Bei 
einer ausgedehnten Exkursion im fränkischen Jura lernte ich 
die Schnecke an den Clessin'schen Standorten im südlichen 
Jurazuge bei Eichstätt und Regensburg kennen, und in der 
Folge gelang es mir, ihre Verbreitung im ganzen süd- 
deutschen Jurazuge vom Rhein bei Schaff- 
hausen bis zum Main bei Lichtenfels nachzu- 
weisen (s. Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württ. 1907 S. 422 f.). 
Sie besetzt die südwärts gerichteten, mulmigen und be- 
wachsenen Absätze verwitternder Felsen. 

Dabei beschränkt sie sich aber keineswegs auf den 
Jurazug und darf nicht als eine kalkstäte Art angesehen 
werden. Sie ist vielmehr eine wärmebedürftige Schnecke 
und kommt demzufolge auch im warmen Rheintal vor. 
Herr Dr. Bollinger in Basel führte mich an den Isteiner 
Klotz (Jurakalk), der unmittelbar vom Bette des Rheines 
bei Basel aufsteigt, und wir fanden P. sterri hier ebenso häufig 
wie im übrigen süddeutschen Juragebiet. Später traf ich sie am 
Eckartsberg von Breisach (Basalttuff) und am oben- 
genannten Hammerstein bei Neuwied, wo 4 Pupen 
(Lauria cylindracea Da Costa, Pupilla muscorum L., bigra- 
nata Rssm. und sterri Voith) durcheinander sitzen, die drei 
letzteren ohne jeglichen Versuch zu Uebergängen. Herr 
Kollege Petry von Dotzheim bei Wiesbaden endlich sammelte 
P. sterri auch am Gabelstein im Lahntal. Bei der 
Abfassung der 2. Auflage von , Unsere Land- und Süss- 



— 16 — 

Wassermollusken " war ich über die Verbreitung der Pupillen 
noch nicht genügend unterrichtet und stellte die Gabelsteiner 
Pupilla irrtümlicherweise zu bigranata. 

Für F. sterri dürfte also eine ausgedehnte Verbreitung 
im Rheingebiet anzunehmen sein, und wenn die Schnecke 
wirklich, wie Boettger annimmt, mit P. cupa Jan identisch 
ist, hat sie eine ähnliche Verbreitung wie bigranata, d. h. sie 
umgeht die Zentralalpen westlich auf dem Schweizer Jura 
und zieht sich in dem für die mediterrane Genossenschaft 
günstigen Schwaben- und Frankenjura zum Main und in 
der Umgebung des warmen Rheintales bis zur Lahn und 
zum Hammerstein. 

P. muscorum und sterri, durch den Anspruch an ver- 
schiedene Wärmegrade auseinandergehalten, begegnen sich 
an den Felsen im Jura. Am Fusse sitzt nur muscorum; 
aufwärts kommen einzelne sterri hinzu, und beide Arten 
leben nebeneinander; auf den oberen Stufen hoher Felsen 
aber nimmt muscorum ab und zuletzt herrscht sterri allein. 

In den diluvialen Ablagerungen ist P. muscorum ein 
gewöhnlicher Gast, im Löss kommt ihr geradezu die Be- 
deutung eines Leitfossils zu ; P. sterri dagegen wird selten 
gefunden. Wüst kennt sie aus dem Pleistozän Thüringens 
(Abh. naturf. Ges. Halle, Bd. XXIII S. 214); ich selbst fand 
sie in diluvialen Sauden am Westfusse des Kaiserstuhls bei 
Freiburg i. B. Den Angaben über ein fossiles Vorkommen 
von P. bigranata vermag ich so lange keinen Glauben bei- 
zumessen, als nicht nachgewiesen ist, dass sie mit unserer 
Form übereinstimmt und nicht etwa (in Clessin'schem Sinn) 
als eine zweizähnige P. muscorum aufgefasst ist. 

4. P. triplicata Stud, verhält sich zu sterri wie 
bigranata zu muscorum. Die Bezahnung allein macht auch 
nicht den Unterschied, obwohl sie bei triplicata konstanter 
ist und demzufolge eine wichtigere Rolle spielt ; aber nichts 
wäre irriger, als wenn man annehmen wollte, die Arten 



- 17 — 

unterscheiden sich nach dem Schema: 1 Zahn muscorum, 
2 Zähne bigranata (und sterri), 3 Zähne triplicata. Im 
allgemeinen hält zwar jede Art an den Mündungscharakteren 
fest; aber ein erheblicher Bruchteil der Induviduen variiert 
in der Zahnzahl und macht die Bestimmung schwierig, 
wenn man nicht die übrigen Unterschiede mit in Betracht 
zieht (s. unten Vergleichungstabellen), 

Ob P. triplicata zur Fauna des deutschen Reiches 
zähle oder nicht, war bisher strittig. Westerlund nennt 
zwar Westdeutschland (S. 123); Clessin aber bezweifelt ihr 
Vorkommen (S. 248). Nach einer freundlichen Zusendung 
von Herrn Dr. Bollinger in Basel jedoch lebt die Schnecke 
in den Ruinen der aufgelassenen Festung Hüningen bei 
Basel. Ich selbst lernte sie in der Nähe Basels im Jura 
kennen. Die Schnecke gehört wie bigranata und sterri in 
die wärmeliebende mediterrane Gruppe und reicht vom 
Kaukasus westwärts bis Spanien und über Frankreich zum 
Rhein. Ich glaube also, dass Clessin im Unrecht ist, wenn 
er die Angaben älterer elsässischer Sammler vom Vor- 
kommen der Schnecke im Elsass bezweifelt. 

Vergleichungstabellen. 

A. 

1. Die grösseren Formen: Höhe 3—3,5, Breite 2 mm: 

1. Umgänge breit, schwach gewölbt, Naht seicht: 
muscorum. 

2. Umgänge schmal, rund gewölbt, Naht tief: sterri. 
IL Die kleineren Formen: Höhe 2—2,5, Breite 1 — 1,5 mm: 

1. Umgänge schwach gewölbt, Naht seicht: bigra- 
nata. 

2. Umgänge stark gewölbt, Naht tief: triplicata. 

B. 
I. Gehäuse eiförmig-zylindrisch: 

1. festschalig, wenig gestreift, etwas fettglänzend, 
grösser: muscorum. 



— 18 — 

2. dünn, ziemlich glatt, glanzlos, kleiner: bigranata. 
IL Gehäuse regelmässig walzig, stumpfwirbelig, fein regel- 
mässig und deutlich gestreift, seidenglänzend: 

1. grösser, mit höchstens 2 Zähnen: sterri. 

2. kleiner, weiss mit 3 Zähnen, von welchen der 
am Gaumen deutlich durchscheint: triplicata. 

Schlussbemerkung. 
Südeuropäische Schnecken werden in ihrer Ausbreitung 
nach Norden durch die Hochalpen gehindert, und vor dem 
Nordfusse des Gebirges liegt noch ein weites Schattengebiet 
über der Hochebene, das nicht von ihnen besetzt ist. Aber 
ein Teil der mediterranen Schnecken umgeht das Hindernis 
im Osten und Westen. Während sie aber im Osten höchstens 
noch bis ins südliche Böhmen vorzudringen vermögen, ge- 
hngt es ihnen im Westen weiter nach Norden sich auszu- 
dehnen. Der schweizerisch-süddeutsche Jurazug bildet als 
ein Kalkgebirge den geeignetsten Damm zum Einrücken in 
die boreale Zone. Im tief eingesenkten Rheintal kommt 
der Einfluss des vom Golfstrom erwärmten Ozeans hinzu 
und ermöglicht den wärmebedürftigen Südländern eine An- 
siedelung. An südwärts gerichteten, warmen, trockenen 
Hängen, die von den Reben freigelassen sind, stehen die 
Vorposten der xerothermen Molluskenfauna Südeuropas. Sie 
verraten sich gewöhnlich durch die weissen Schalen des 
Buliminus detritus Müll, oder durch die grossen Xerophilen, 
welche, obwohl von anderer Herkunft, dasselbe Wärme- 
bedürfniss haben und in die Kolonien der Südländer ein- 
dringen. Bei näherem Zusehen erscheint Xerophila candi- 
dula Stud. und Torquilla frumentum Drap., und an den 
wärmsten, südwärts hängenden Grasflächen und Felsabsätzen 
erscheinen unsere Pupillen. Längst schon wissen die Bo- 
taniker, dass im Rheintal Inseln mediterraner Pflanzen- 
gemeinschaften sitzen; auch die Malakozoologen dürften sich 
um solche Fragen bekümmern. 



— 19 — 

Binnenconchylien aus dem Obermiocän des Pfänders bei 
Bregenz am Bodensee. 

Von 
Carlo H. Jooss, Stuttgart. 



Die Anregung zu der folgenden kleinen Arbeit ver- 
danke ich Herrn Professor F. Kinkelin in Frankfurt a. M., 
welcher mir in liebenswürdiger W/ie seine sämtlichen 
Funde aus dem Obermiocän des Pfänders zur Verfügung 
stellte. Die Fossilien stammen aus dem weichen, mergeUgen 
Sandstein, der am westlichen Abhänge des Pfänders unter- 
halb der Ruggburg in grösserer Mächtigkeit ansteht, und 
sind verhältnismässig gut erhalten, was bei Gonchylien aus 
dieser fossilarmen Schicht sonst selten der Fall ist. In der 
Mehrzahl sind darunter die gewöhnlichen Vertreter des Ober- 
miocäns : Tachea sylvana (v. Kl.), Chilostoma inflexa (v. Kl.), 
Melania eschen (Brogn.) etc., doch liegen auch seltenere 
Arten vor, die mich hauptsächlich zu nachstehender Arbeit 
veranlassten. Sämtliche Arten wurden bereits a. a. O. von 
F. Kinkelin flüchtig erwähnt, und indem ich im Uebrigen 
auf diese Arbeit verweise, möchte ich nun zur Aufzählung 
der einzelnen Arten schreiten, zugleich aber auch Herrn 
Professor Kinkelin an dieser Stelle nochmals bestens danken*). 

Es fanden sich folgende Arten: 

1. Oleacina (Boltenia) eburnea v. Klein sp. 

1853. Achatina eburnea Klein; Württemb. naturwiss. Jahres- 
hefte, Bd. IX S. 213, Taf.V, 
Fig. 10. 

1874. Oleacina „ „ sp. Sandberger, Vorwelt, 

S. 606, Taf. XXIX, Fig. 31 
bis 31b. 

*) Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees, Heft XXXVI, 
1907, S. 11. 



— 20 — 

1891. Oleacina eburnea Klein; sp. Maillard, Mem. de la soc. 

paleontol. suisse, vol. XVIII 
pg. 6, pl. I, flg. 5-7. 
Von dieser hübschen und zierlichen Art fand ich ein 
Exemplar im Innern einer zufällig zerbrochenen grösseren 
Helicee. Es erreicht bei 5 Umgängen 11 mm Höhe und 
3,5 mm grösste Breite. Ich konnte dasselbe mit Exemplaren 
aus den gleichalten Schichten Württembergs (Andelfinger 
Berg unweit Riedlingen a. D. 1 Ex., Bechingen bei Zwie- 
faltendorf 1 Ex., Mörsingen bei Zwiefalten 2 Ex.) und der 
Schweiz (le Locle Ct. de Neuchätel 1 Ex.) vergleichen und 
fand es bis auf geringe Grössenunterschiede mit jenen voll- 
kommen übereinstimmend. 

2. Ärchaeozonites costatus Sandberger. 
1874. Arch. costatus Sandberger; Vorwelt, S. 604. 
1885. n n i> Clessin, Malakozool. Blätter 

N. F. Bd. VIII S. 76. 

1892. » » » » Ber. d. naturwiss. 

Ver. zu Regensburg, 
IV. Heft S. 7. 

1907. , » » » Kinkelin, Schriften 

d. Ver. f. Gesch. 

d. Bodensees, Heft 

XXXVI S. 11. 

Diese Art, welche ich an anderen Orten näher zu 

beschreiben gedenke, liegt mir in einem Bruchstück von 

3^2 Windungen vor, dessen Erhaltungszustand zu wünschen 

übrig lässt. Aus dem Obermiocän Württembergs kenne ich 

A. costatus von Mörsingen bei Zwiefalten, Stubersheim bei 

Geislingen und Laichingen. Aus den gleichalten Schichten 

Baierns ist er bekannt von Undorf bei Regensburg, Hader 

und Kutzenhausen bei Dinkelscherben, sowie vom Gutz- 

grieder Graben am Peissenberg. Im Obermiocän der Schweiz 

scheint er eigentümlicherweise nicht vorzukommen, wenigstens 

zitiert ihn Maillard in seiner Arbeit nicht. 



— 21 — 

3. Klikia osculum Thomä, var. giengensis Krauss. 

1846. Helix giengensis Krauss; Klein, Würtlemb. naturwiss- 

Jahresliefte , Bd. II 
S. 69, Taf. I, Fig. 9. 

1853. „ » t, n Württemb. naturwiss. 

Jahreshefte , Bd. IX 
S. 209. 

1854. „ „ „ Gobanz, Sitzungsber. d. k. k. 

Akad. d.Wiss. zu Wien, 

math. natw. Bd. XIII 

S. 193. 

1874. H. (Gonostoma) osculum (Thomä) var. giengensis (Kr.); 

Saridberger, Vorwelt S. 585, Taf. XXIX, Fig. 4 -4b. 

1877. H. (Gonostoma) osculum (Thomä) var. giengensis (Kr.); 
Glessin, Regensburger Korr.-Blatt S. 36. 

1885. H. (Gonostoma) osculum (Thomä) var. giengensis (Kr.) ; 
iMalakozool. Blätter N. F. Bd. VIII S. 77. 

1891. H. (Gonostoma) osculum (Thomä) var. giengensis (Kr.); 
Maillard, Mem. de la soc. paleontol. suisse, vol. XVIII 
pg. 69. pl. I, flg. 12 -12 b. 

1891. H. (Gonostoma) osculum (Thomä); Penecke, Zeitschr. 
d. d. geol. Ges., Bd. XLIII S. 359. 

1892. H. (Gonostoma) osculum (Thomä) var. giengensis (Kr.); 
Clessin, Ber. d. naturwiss. Ver. zu Regensburg, IV. Heft 
S. 7. 

1907. H. (Gonostoma) osculum (Thomä) var. giengensis (Kr.); 

Kinkelin, Schriften d. Ver. f. Gesch. des Bodensees, 

Heft XXXVI S. 11. 

Das einzige, etwas zerdrückte Exemplar dieser sonst 
im Obermiocän verbreiteten und häufigen Art zeigt bei 
5^2 Umgängen 10 mm Durchmesser und 6 mm Höhe. Die 
Mündung weisst 5 mm Durchmesser und 4 mm Höhe. 



— 22 — 

4. Tachea sylvana v. Klein. 

1848. Helix sylvana Klein; Dunker, Palaeontographica, Bd. I 

S. 163, Taf. XXXI, Fig. 3-5. 
1853. » » » Würltemb.naturwiss. Jahreshefte, 

Bd. IX S. 205, Taf. V, Fig. 2. 
1874. 9 (Macularia) sylvana Klein ; Sandberger, Vorwelt, 

S. 592, Taf. XXIX, 

Fig. 13— 13 a, b, c. 
1877. » » if » Glessin, Regensburger 

Korr.-Blatt S. 36. 
1885. » » » » Glessin, Malakozool. 

Blätter N. F. Bd. VIII 

S. 78. 

1891. „ , n „ Maillard, Mem. de la 

soc. paleontol. suisse, 
vol. XVIII pg. 36, 
pl. IIl, fig. 6-8. 

1892. n r, » » Glessin, Ber. d. natur- 

wiss.Ver. zu Regens- 
burg, IV. Heft S. 7. 
1907. „ (Pentataenia) , „ Kinkelin, Schriften d. 

Ver. f. Gesch. d. Bo- 
densees, Heft XXXVI 
S. 11. 
Von dieser als Leitfossil charakteristischen Art liegen 
zahlreiche Exemplare vor, unter denen einzelne sogar noch 
deutlich eine 3 — 4 fache Bänderung erkennen lassen. Die 
Grössenverhältnisse schwanken zwischen 16—18 mm Höhe 
und 19 — 21 mm Breite bei 4V2 ~o Umgängen. Durchmesser 
der Mündung 9 — 10 mm, Höhe derselben 7— 8V2 mm. 

5. Chilostoma inflexa v. Klein. 

1846. Helix inflexa Klein; Württemb. naturwiss. Jahreshefte, 

Bd. II S. 71, Taf. I, Fig. 12. 



— 23 - 

1853. Helix inflexa Klein; Württemb. naturwiss. Jahreshefte, 

Bd. IX S. 208. 

1854. „ „ Gobanz, Sitzungsber. d. k. k. Akad. d. 

Wiss. zu Wien, math. natw. Kl. 
Bd. XIII S. 192. 

1874. „ (Campylaea) inflexa Klein ; Sandberger, Vorwelt, 

S. 589, Taf. XXIX, 
Fig. 8— 8 b. 

1877. » » » » Glessin, Regensburger 

Korr.-Blatt S. 36. 

1885. » » » » Glessin, Malakozool, 

Blätter N. F. Bd. VIII 
S. 78. 

1891. , „ „ „ Maillard, Mem. de la 

soc. paleontol. suisse, 
vol. XVIII pag. 24. 
pl. II. flg. 9-9 d. 

1891. , , , „ Penecke, Zeitschr. d. 

d.geol.Ges.,Bd.XLIII 
S. 562. 

1892. » , n n Glessin, Ber. d. natur- 

wiss. Ver. zu Regens- 
burg, IV. Heft S. 7. 
1907. „ n » » KinkelJn, Schriften d. 

Ver. f. Gesch. d. Bo- 
densees, Heft XXXVI 
S. 11. 
Seltener als wie die vorige findet sich diese Art im 
Obermiocän des Pfänders. Ich besitze 4 guterhaltene Exem- 
plare von 22 — 24 mm Durchmesser und 19 — 22 mm Höhe 
bei 4^/4 — 5^2 Umgängen. Der Durchmesser der Mündung 
beträgt 10—13 mm, die Höhe derselben 9 — 12 mm. Die 
Art ist sonst als Leitfossil verbreitet und häufig im Ober- 
miocän. Als grosse Seltenheit findet sie sich auch im 



- 24 



Untermiocän von Reun in Steyermark zusammen mit der 
ihr sehr nahestehenden Gh. standfesti (Penecke), die ihre 
Stammart zu sein scheint. 

6. Triphjchia (Eutriptychia) helvetica Mayer-Eymar. 






Clausilia helvetica G. Mayer; in coli, polyt. helvet. 

1874. „ (Triptychia) helvetica G. Mayer ; Sandberger, Vor- 
welt, S. 598. 

1877. » » » » Böttger, Palaeon- 

tographica N. F. 
Suppl. III S. 15. 

1891. , „ „ „ Maillard, Mem.de 

la soc. paleontol. 
suisse, vol. XVIII 
pg. 82, pl. IV, 
flg. 3-4. 

1907. » » » » Kinkelin, Schriften 

d. Ver. f. Gesch. 
des Bodensees, 
HeftXXXVIS.il. 



— 25 - 

Die grosse Schale ist von bauchig-spindelförmiger 
Gestalt mit stumpfer, sehr schwach knopfförmig verdickter 
Spitze und steilgeneigter, mit engem Nabelritze versehener 
Grundfläche. Sie besteht aus 16 massig gewölbten, durch 
schmale seichte Nähte getrennten Umgängen, die im Alter 
nicht abgeworfen werden und von denen die 3 ersten 
glatt, die übrigen mit zahlreichen, groben, schwach bogigen 
Rippchen bedeckt sind, welche auf dem letzten in undeut- 
lich ausgeprägte Bänder übergehen. Der abgerundete letzte 
Umgang erreicht nicht ganz ein Drittel der Gesamthöhe. 
Die birnförmige Mündung ist innen gelippt, oben mit langem 
spitzen Sinulus versehen und besitzt miteinander ver- 
bundene, verdickt umgeschlagene Ränder, von denen der 
linke abgerundet ist und der obere sich in S-förmigem 
Bogen ablöst. Die ziemlich schwach entwickelten Lamellen 
erreichen den Aussenrand nicht; die obere, beinahe senk- 
rechte, verbindet sich mit der Spirallamelle, die untere und 
die Subcolumellarlamelle drehen sich, übereinandergestellt, 
nach oben. Prinzipal-, Mond- und Gaumenfalte fehlen. 

Es liegen mir vom Pfänder mehrere, zum Teil recht 
gut erhaltene Exemplare vor, deren Grössenverhältnisse sind ; 
Höhe 48-52 mm, Breite 14-17V3 mm, 
Mündungshöhe 13—14 mm, Mündungsbreite 7—8 mm. 

Im Obermiocän Württembergs wurde diese Art bis 
jetzt beobachtet am Andelfmger Berg nahe Riedlingen, und 
an der Adelegg in Oberschwaben; in den gleichalten 
Schichten der Schweiz bei St. Gallen, Rosenberg bei St. Gallen, 
Katzenstrebel (Kt St. Gallen), Reuenthal (Kt. Zürich), Rüti, 
Dürnten, Hombrechtikon, Bäretschwyl, Baarburg (Kt. Zug), 
Bötzberg (Kt. Aargau), Courfaivre und Sitzberg bei Wyd 
(Kt. Bern). Nach Sandberger soll Tr. helvetica endlich auch 
noch im Obermiocän von Laymont im südwestlichen Frank- 
reich vorkommen. 



- 26 - 

Auf die Unterschiede zwischen dieser Art und der 
im Untermiocän von Acs an der Donau vorkommenden 
Tr. limbata hat Sandberger bereits a. a. 0. hingewiesen. 
Lebende Verwandte fehlen wie überhaupt beim ganzen Genus. 

Das seltene Vorkommen sowie der meist sehr schlechte 
Erhaltungszustand der einzelnen Exemplare haben bis jetzt 
eine genauere Charakterisierung dieser Art nicht erlaubt. 
Sandberger erwähnt sie nur flüchtig, Böttger kennt die Art 
überhaupt nicht; Maillard gibt zwar in seiner Monographie 
eine Beschreibung und Abbildung, doch lässt erstere an 
Ausführlichkeit, letztere an Deutlichkeit zu wünschen übrig. 

7. Triptychia (Eutriptijchia) teutonica n. sp. 

Unter zahlreichen Fragmenten der vorhergehenden Art 
fand sich ein aus den 10 ersten Windungen bestehendes 
Bruchstück einer schlanken Triptychia, das sich nach sorg- 
fältigen Vergleichen mit einer neuen Art identisch erwies, 
w^elche von mir bei Mörsingen in Württemberg gefunden 
wurde und unter dem Namen Tr. teutonica an anderen 
Orten beschrieben und abgebildet werden soll. Vorerst 
begnüge ich mich damit, auf das Vorkommen dieser neuen 
Art auch im Obermiocän des Pfänders kurz hinzuweisen. 

8. Pseudidyla mörsingensis Sandberger. 
1874. Claus. (Pseudidyla) mörsingensis Sandberger; Vorwelt' 

S. 598. 
1877. Claus. (Pseudidyla) mörsingensis Sandberger; Böttger, 

Palaeontographica, N. F. Suppl. III S. 89, Taf. III, 

Fig. 32 a bis d. 
1907. Claus. (Pseudidyla) mörsingensis Sandberger; KinkeHn, 

Schriften d. Ver. f. Gesch. d. Bodensees, Heft XXXVI 

S. 11. 

Von dieser kleinen zierlichen Form fand ich ein Bruch- 
stück, dem leider die Mündung fehlt. Ich besitze Ps. 



— 27 — 

mörsingensis sonst noch aus denn Obermiocän von Mör- 
singen bei Zwiefalien in Württemberg und le Locle (Ct. de 
Neuchätel). 

9. Limnaeus (Limnus) dilatatus Noulet ; forma juvenilis. 

1846. Limnaeus eliipticus Kurr; Klein, Württemb. natur- 
wiss. Jahreshefte, Bd. II S. 83, Taf. II, 
Fig. 5 a und b. 

1848. „ pachygaster Thomä; Dunker, Palaeonto- 

graphica, Bd. I S. 160. 

1854, , dilatatus Noulet; Mem. sur les coqu. foss. 

d'eau douce du S. Ouest 
de la France, I ed. pg. 107. 

1864. , , „ le meme II ed. pg. 167. 

1864. » » » Deshayes, descript. des 

anim. sans vert. t. II 
pg.704,pI.XLIV,fig.3-4. 

1874. » » » Sandberger, Vorwelt, 

S. 580, Taf. XXVIII, 
Fig. 24— 24 a. 

1881. n n » Bourguignat, BibHoth. de 

l'ecole des hautes etudes, 
pg. 112, pl.VI, fig. 193. 

1891. „ „ „ Maillard, Mem. de la 

soc. paleontol. suisse, 
vol.XVIIIpg.llO, pl.VII, 
fig. 8— IOV2. 

1 900. „ „ , Miller, Württemb. natur- 

wiss. Jahreshefte, Bd. LVI 
S. 400, Taf. VII, Fig. 20. 

1907. , , , Kinkelin, Schriften d.Ver. 

f. Gesch. d. Bodensees 
HeftXXXVIS.il. 
Mehrere unausgewachsene Exemplare dieser sonst im 

Obermiocän verbreiteten und häufigen Art liegen mir vom 

Pfänder vor. 



— 28 — 

10. Melania escheri Brogniart. 

1822. Melania escheri Brogniart; Description geol. des env. 
de Paris, pg. 117. 

1846. » turrita Klein; Württemb. naturwiss. Jahres- 
hefte, Bd. II S. 8 1 , Taf. II, Fig. 2. 

1849. „ escheri Merian; Basler Verhandlungen, Bd. VIII 
S. 33. 

1851. , wetzleri Dunker; Palaeontographica, Bd. I 

S. 157, Taf. XXI, Fig. 1 und 2Va. 

1852. „ grossecostata Klein; Württemb. naturwiss. 

Jahreshefte, Bd. VIII S. 158, Taf. III, Fig. 10 
und 11. 

1853. „ escheri Greppin; Studer, Geologie der Schweiz, 

Bd. II S. 407. 
1853. „ grossecostata Klein; Württemb. naturwiss. 

Jahreshefte, Bd. IX S. 221, Taf. V, Fig. 19. 
1856. 2 „ escheri (Brogn.), Hörnes, Die foss. Mollusken 

d. Wiener tret. Beckens, S. 602, Taf. XLIX, 

Fig. 16 a und b. 
1874. „ escheri (Brogn.), Sandberger, Vor weit, S. 572, 

Taf. XXVIII, Fig. 14 (var. grossecostata; 

Fig. 14 a typus; Fig. 15 b var. rotundata). 
Das häufige Variieren dieser Art veranlasste seither 
eine grössere Anzahl Palaeontologen, verschiedene neue 
Arten und Varietäten abzutrennen, doch lässt sich bei 
grösserem Material aus verschiedenen Schichten eine wirk- 
liche Grenze nicht ziehen, was schon Hörnes a. a. O. ganz 
richtig bemerkt. So besitze ich z. B. forma rotundata aus 
dem Unter- und Obermiocän Württembergs, ebenso die als 
Typus charakteristische grobrippige Form. Was mir vom 
Pfänder vorliegt, dürfte der forma rotundata entsprechen, 
doch ist der Erhaltungszustand der drei Bruchstücke von 
2V2 — 4'/* Umgängen ein ziemlich mangelhafter. Uebrigens 
werde ich auf diese Art a. a. 0. näher eingehen. 



— 29 — 

Von den zehn im Obermiocän des Pfänders gefundenen 
Schneckenarten sind nur zwei Wasserbewohner, nämlich 
Limnaeus dilatatus und Melania escheri. Alle anderen sind 
Bewohner des Festlandes, die teils unter Laub und Moos, 
teils an Bäumen oder auf Felsen ihr Leben fristeten und 
wohl durch Regengüsse in den damaligen Obermiocänsee 
geschwemmt wurden. Darunter sind die gemeinsten, die 
als Leitfossilien des Obermiocäns bekannten Gharakter- 
schnecken Tachea sylvana und Ghilostoma inflexa. Ihnen 
gesellt sich eine fleischfressende Art : Archaeozonites costatus 
bei, sowie zwei Triptychienarten, von denen besonders 
Tr. helvetica durch ihre Grösse und guten Erhaltungszustand 
auffällt. Die Schliessschnecken sind durch Pseudidyla mör- 
singensis vertreten. 

Wenn es auch nur eine beschränkte Anzahl von Arten 
ist, die mir vom Pfänder vorliegen, so beweisen sie doch, 
dass der obermiocäne Sandstein, wie er im südlichen Teil 
der schweizerisch-schwäbischen Hochebene ansteht, doch 
nicht so fossilienarm ist, wie er allgemein bezeichnet wird, 
sondern bei genauerer Durchforschung wohl noch manches 
Interessante liefern dürfte. 



lieber Physa acuta Drap, und deren Torkommen in 
Rnssland. 

Von 
W. A. Lindholm, Moskau. 



Ueber das allmähliche Vordringen von Physa acuta 
Drap, nach Osten, deren ursprüngliche Heimat Südwest- 
europa und Nordwestafrika sind, ist in letzter Zeit wieder- 
holt berichtet worden. Für diese andauernde Ausdehnung 
des Verbreitungsgebietes sind in erster Linie die Aquarien- 
liebhaberei und der Handel mit Süsswasserpflanzen ver- 
antwortlich zu machen. Auf diese Weise ist Physa acuta 



— 30 — 

fast in alle grösseren Städte Deutschlands bis einschliesslich 
Königsberg*) in den Aquarien und Teichen der Botanischen 
Gärten etc. eingewandert. Dank ihrer Anspruchslosigkeit 
und ihrer grossen Anpassungsfähigkeit hat sie sich an ein- 
zelnen Stellen z. B. bei Halle a. S. und bei München, durch 
Zufall oder mit Absicht ausgesetzt, auch im Freien ange- 
siedelt. Meistens ist sie jedoch von den Aquarienliebhabern 
bis in die letzte Zeit weder beachtet noch erkannt worden ; 
so sah ich sie z. B. vor ca. 5 — 6 Jahren auf einer Aquarien- 
ausstellung in Frankfurt a. M. fast in sämtlichen aus- 
gestellten Aquarien munter herumkriechen. 

In Moskau stiess ich das erste Mal im Mai 1908 
auf diese Art in den grossen Aquarien eines Buchbinder- 
meisters, eines eifrigen Fischpflegers, dem ich verschiedene 
Bücher zum Einbinden gab. Die Schnecken waren in allen 
vier gut bepflanzten Aquarien vertreten, es waren einzelne 
recht stattliche Stücke darunter; ausser Physa acuta war 
keine andere Schneckenart vorhanden. Auf meine Frage 
teilte mir der Mann mit, dass er nie absichtlich irgend 
welche Schnecken in die Aquarien getan hätte, doch habe 
er wiederholt bei verschiedenen Moskauer Händlern Wasser- 
pflanzen für seine Aquarien gekauft. Die Schnecken seien 
bei ihm vor mehreren Jahren aufgetaucht ; da er sich bald 
überzeugt hätte, dass sie keinen wesentlichen Schaden an- 
richten, habe er sie nicht weiter behelligt ; zuweilen habe er 
einzelne leere Gehäuse auf dem Grunde der Aquarien ge- 
funden. — Daraufhin habe ich verschiedene Aquarienhändler 
in Moskau besucht und dabei gefunden, dass in deren be- 
setzten Aquarien Physa acuta allenthalben (natürlich un- 
erkannt) gedeiht. In der Handlung von K. F. Schiötz erwarb 
ich für die Sammlung einige erwachsene Stücke. 



*) In Nachrichtsbl. d. D. Mal. Ges., 38. Jahrg., 1906, pag. 202, 
gibt Dr. V. Franz eine Zusammenstellung der Fundorte. 



— 31 — 

Im August — September 1908 veranstaltete die ,Kai5erl. 
Russ. Gesellschaft für Acciimatisation der Tiere und Pflanzen" 

anlässlich ihres 50jährigen Bestehens im Moskauer Zoolo- 
gischen Garten eine grosse Ausstellung. Die Abteilung für 
Aquarien war von Liebhabern und Händlern sehr reich 
beschickt worden. Hier fand sich Physa acuta in recht 
grosser Anzahl, namentlich aber in den reich bepflanzten 
Behältern des Herrn A. Henning, Moskau. 

Aus dem Vorstehenden geht hervor, dass die in Rede 
stehende Art sich in Moskau in den Zimmeraquarien ein- 
gebürgert hat; dass sie sich auch im Freien bei Moskau 
acclimatisieren virürde, halte ich in Anbetracht des hiesigen 
rauhen Winters für ausgeschlossen. 

Während meines Aufenthalles in St. Petersburg 
zu Weihnachten 1908 besuchte ich meinen hochverehrten 
Freund Herrn Wirkl. Staatsrat Victor Victore witsch 
Mazaraky und fand in einzelnen seiner zahlreichen 
Aquarien gleichfalls einige Physa acuta, von welchen er mir 
ein Pärchen freundlichst überliess. 

Die Moskauer Exemplare von Physa acuta stimmen im 
Gehäuse, was Grösse und Habitus desselben anbetriffl, sehr 
gut mit südfranzösischen Stücken meiner Sammlung überein 
und weichen von der Fig. 1913c in Rossmässler-Kobelt's 
Iconographie Bd. VII Taf. 189 nur dadurch ab. dass die 
Umgänge bei ihnen gewölbter und die Mündung daher 
etwas breiter ist (aber nicht so breit wie in Fig. 1914). 

Die Stücke aus St. Petersburg stellen dagegen eine 
verkümmerte Zwergform dar; die kleinen, glanzlosen, relativ 
dünnschaligen Gehäuse sind überdies sehr stark angefressen, 
so dass nur die beiden letzten Umgänge übrig geblieben 
sind. Die Höhe dieser Stücke muss in intaktem Zustande 
ca. 7,5—8 mm betragen haben. An dieser Verkümmerung 
wird wohl das an Kalksalzen so arme Wasser der Newa 
die Schuld tragen. 



— 32 — 

Nachstehend die Masse einiger russischen Stücke von 
Physa acuta. Zum Vergleich gebe ich unter a die Dimen- 
sionen eines südfranzösischen Exemplars; die Stücke b — d 
stammen aus Moskau und besitzen, wie das Stück a, 
öVa Umgänge, während das unter e angeführte Stück aus 
St. Petersburg nur aus den zwei letzten Umgängen besteht. 



Gehäuse Alt. : 


13 


13,5 


13,5 


12 


6,5 mm 


Lat.: 


8,5 


8 


8 


7 


5 „ 


Mündung Alt.: 


9 


9 


9 


8 


5 „ 


Lat.: 


4,5 


4 


4,5 


3,5 


2,5 , 



Es wird vielleicht nicht überflüssig sein, die Be- 
schreibung des Tieres und einige biologische Notizen über 
die von mir einige Zeit gepflegten Moskauer Stücke hier 
anzufügen. 

Das erwachsene Tier ist schlank, rauchgrau, unter der 
Lupe sehr fein schwärzlich punktiert, die Sohle ist heller 
grau; auf der Oberseite des Schwanzes zuweilen ein läng- 
licher, schwärzlicher Flecken; Mantel grau, heller als der 
Körper, schwarz retikuliert. Die schwarzen Augen sitzen 
an der Innenseite der Basis der borstenförmigen schwärz- 
lichen Fühler. Ruthe und weibliche Oeffnung an der rechten 
Seite, erstere intensiv blaugrau. Am Mantel sind zwei 
graue, dicht schwärzlich punktierte, lappenförmige Anhänge 
vorhanden, von welchen der kleinere am oberen Winkel 
der Mündung (also an der Insertionsstelle des Aussenrandes) 
und der grössere in der Golumellargegend aus dem Gehäuse 
hervortritt. Beide Lappen sind durch tiefe Einschnitte 
bandförmig gestaltet, wobei der kleinere 3 — 4, der grössere 
5—7 ziemlich lange, schmale, fingerartige Fransen besitzt. 
Diese Fransen legen sich beim Hervortreten des Lappens 
von aussen wie eine gespreizte Hand dicht an die Aussen- 
seite des Gehäuses an und sind erst bei genauem Betrachten 



— 33 — 

wahrnehmbar. Beide Anhänge (Lappen) sind jedoch zu 
klein, um das Gehäuse in der Art, wie bei Physa fontinalis L. 
zu umhüllen. 

Die Schnecken sind bei höherer Temperatur des 
Wassers (15 — 18° R.) sehr lebhaft, beweglich und gefrässig, 
bei niederer (10—12° R.) dagegen träger. Sie kriechen 
im Behälter an dessen Wänden und Boden, sowie an den 
Wasserpflanzen und der Unterseite der Wasseroberfläche 
beständig herum. Das von Physa hypnorum L. bekannte 
senkrechte Auf- und Herabsteigen mitten im Wasser habe 
ich an Physa acuta nicht beobachtet. Beim Atmen wird 
der das Atemloch verschliessende Ringmuskel röhrenartig 
bis an die Oberfläche des Wassers vorgestreckt und dann 
geöffnet. Die Copula wurde im August bis Oktober 1908 
wiederholt beobachtet ; an derselben beteiligten sich stets 
nur zwei Exemplare. Die Begattung vollzog sich abwechselnd 
(nicht wechselseitig). Der Laich wurde in länglichen, seltener 
runden Gallertpaketen an Pflanzen, an die Wände des 
Behälters und selbst an die Gehäuse der Tiere angeheftet. 
Jeues Paket enthielt 18 — 46 Eier. Im ganzen wurden bis 
zum 22. Oktober 1908, als alle Schnecken bis auf eine 
abgestorben waren, 18 Laichpakete abgelegt. Auffallender- 
weise setzte diese letzte Schnecke noch am 18. November 
1908 und am 19. Dezember 1908 je ein kleineres Laich- 
paket ab, welche sich als befruchtet herausstellten. Die 
jungen Schnecken eines Laichpaketes schlüpfen nicht gleich- 
zeitig aus, es dauert vielmehr 5 — 7 Tage, bis sämtliche 
Jungen das Laichpaket verlassen. Ueber die Dauer der 
Ent Wickelung im Ei mögen folgende Daten dienen: 

Datum der Datum des Ausschlüpfens 

Laichablage: der ersten Jungen: 

80. VIII. 1908 19. IX. 1908. 

31. Vm. 1908 20. IX. 1908. 

2. IX. 1908 20. IX. 1908. 

19. Xn. 1908 20. l. 1909. 



— 34 — 

Die kaum ausgeschlüpften Schneckchen besitzen ein 
Gehäuse von einer vollen Windung, welches etwa 0,5 bis 
0,8 mm hoch, fast glashell, glänzend, durchsichtig und relativ 
ziemlich fest ist ; die Spindel an demselben ist intensiv röt- 
lich bis purpurrot gefärbt. Das Tier ist sehr hellgrau, fast 
weisslich. Die kleinen Schnecken wachsen recht rasch ; von 
den im September ausgeschlüpften hatten die grössten im 
Dezember desselben Jahres ein Gehäus von 3 — 3^2 Um- 
gängen und 3 mm Höhe ; das Gehäuse ist in diesem Stadium 
hell horngelblich und durchsichtig. Leider gingen sämt- 
liche kleinen Schnecken bei mir in einem Alter von 2 bis 
3 Monaten ein. 



Einige für die Fauna des St. Petersburger Gouvernements 
neue Landschnecken. 

(Zweite vorläufige Mitteilung.*) 

Von 

W. A. Lindholm, Moskau. 



Einen vierzehntägigen Aufenthalt im Juli 1908 in 
Bobylsk bei Lachta (Kreis St. Petersburg, nordwestlich 
von dieser Stadt, am äussersten Ostende dos Finnischen 
Meerbusens gelegen) benutzte ich, um meine Sammlung 
von St. Petersburger Gonchylien nach Möglichkeit zu ver- 
vollständigen. Durch Sieben von dürrem Laub, Moos etc. 
des Waldbodens gelang es mir, in der näheren Umgebung 
von Lachta folgende für die Micromalacofauna des St. Peters- 
burger Gouvernements neue Vertreter in einiger Anzahl zu 
sammeln : 

1. Crt/stallus crystallinus (Müll.). 

2. Älaea ardica (Wallenb.). 

*) Vergl. Nachrichtsbl. d. D. Mal. Ges., XXXIV. Jahrg., 1902 
pag. 208—211. 



— 35 — 

3. Alaea aljyestris (Alder). 

4. Alaea substriata (Jeffr.) f. typica. 

4a. „ „ » f- viridana nov. 

Testa pallide virescens, cervix antice callo 
albido cinclus. 

Durch das Auffinden von A. arctica und A. alpestris 
wird das von mir 1. c. p. 210 infolge des Vorkommens von 
Acanthinula harpa Say bereits hervorgehobene boreale Ge- 
präge der Petersburger Molluskenfauna noch verstärkt. 
Beide Arten sind in Finnland weit verbreitet und von 
A. Luther auch bei Reval aufgefunden v/orden ; Alaea 
alpestris wird aus Russland ausserdem von Dr. 0. v. Möllen- 
dorff für Kowno in Littauen angegeben. Die dritte Pupide 
(Alaea substriata) gehört zu den im europäischen Russland 
weitverbreiteten Arten, da sie von Finnland bis in die 
Gebiete der mittleren Wolga*) nicht selten vorkommt; unter 
dem reichlichen Material dieser Art, das ich aus Zentral- 
russland besitze, ist mir die obenerwähnte albine Form 
nicht aufgestossen. 

Was schliesslich Crijstallus crystallinus anbetrifft, so 
scheint dieses über Mitteleuropa so weit verbreitete Schneck- 
chen in Russland seine Nordgrenze bei Lachta zu erreichen, 
da es bisher in dem malacologisch gut durchforschten Finn- 
land nicht nachgewiesen worden ist. Im Anschluss hieran 
sei erwähnt, dass ich im Flüsschen Kamenka bei Lachta 
eine Vivipara aus der Fasciata- Gruppe in grosser Anzahl 
lebend vorfand, während Vertreter dieser Gruppe im be- 
nachbarten Finnland gleichfalls fehlen, so dass Lachta bezw. 
der Fluss Kamenka auch für diese Schnecke als Nordgrenze 
ihrer Verbreitung in Russland zu betrachten wäre. 



*) Ich sammelte diese Art im Sommer 1906 im Gouvernement 
Saratow. 



— 36 — 
Mollusken aus schleswig-holsteinisclieii Marschgräben. 

Von 
Hans Honig mann -Magdeburg. 



Die im Folgenden zu besehreibenden Molluskenformen 
sind von meinem Freund'! Hubert Bunge, dem ich auch 
hier dafür danke, in den Marschgräben der Umgebung von 
Deezbüll gesammelt worden. DeezbüU liegt etwa 10 km 
vom Meere entfernt nordwestlich von Kiel an der Nordsee- 
küste. Die Gräben, die die dortige Marsch durchziehen, 
sind 1 — 2 m, manche sogar bis 5 m breit und Va — 1 ni 
tief. Mit dem Meere stehen sie in keiner Verbindung, so 
dass Ebbe und Flut auf sie keinen Einfluss hat, doch 
communicieren sie mit einem grösseren Süsswasserbecken, 
dem Gotheskroogsee. Sie sind sehr stark mit Pflanzen 
bestanden, unter denen Wasserpest, Hornkraut und ver- 
schiedene Fadenalgen überwiegen, den Wasserspiegel be- 
decken die Blätter der gelben Seerose, die Ufer sind mit 
Schilf bewachsen. Die Pflanzenarten, in die das mir zu- 
gesandte Material verpackt war, sind folgende : Elodea 
canadensis Rieh, et Michaux, Hydrocharis morstis ranae L., 
Lemna trisulca h., Lemna minor L., Ceratopht/llum demersum 
L., Nuphar luteum Smith. 

Die vertretenen Molluskenarten sind : 
1, Limnus stagnalis (L.) var. vulgaris Westerlund. 

Zu dieser Varietät möchte ich zwei Exemplare stellen, 
deren Gehäuse ziemlich dünnschalig, in ihren oberen 
Windungen von einer Schlammkruste überzogen und be- 
sonders an der Gehäusespitze cariös sind. Die Spindel- 
spirale ist ausserordentlich eng, die Spindel ist bei einem 
Tiere rötlich gefärbt. Dies Exemplar zeigt auch eine 
seidenglänzende Mündung. Beide Gehäuse haben eine 
stark hammerschlägige Skulptur. Die Tiere, deren Be- 
schreibung sich auch auf die der folgenden Varietät bezieht, 



37 



haben eine hellbraune bis schwarze Sohle, die im letzteren 
Falle bläulich schimmert. Die Ränder der Sohle sind 
heller und oft wie das Ende des Fusses mit hellgelben 
Punkten besetzt. Der Schwanzteil ist hellgelb mit hoch- 
gelben Lappen. Die Fühler und die Umgebung der Augen 
sind hellgelbbraun, besonders um die Augen sind zahl- 
reiche hellgelbe Punkte angeordnet. Die Oberseite ist 
hellbraun mit gelben Flecken. 

2. Limnus stagnalis (L.) var. charpentieri (Glessin). 
Obgleich diese Varietät nach Glessin*) nur im Lac 
de Joux vorkommen soll, kann ich nicht umhin, drei Tiere 
von Dazbüll hierherzustellen. Die dünnschaligen, durch- 
scheinenden, hornbräunlichen Gehäuse sind ziemlich stark 
cariös. Die deutlich nach links gedrehte Spindel zeigt 
einen rötlichen Schimmer, die Spindelspirale ist ziemlich 
eng, die Mündung schmal und nicht ganz so lang als das 
übrige Gewinde. Zwei Exemplare zeigen hammerschlägige 

Sculptur. 

3. Gulnaria auricularia (L.) tijpica. 

Diese Art liegt in vielen, die verschiedensten Alters- 
stufen repräsentierenden Stücken vor. Alle Gehäuse sind 
mit einer starken Schmutzkruste überzogen, die Mündung 
ist bald braun, bald perlmutterartig glänzend. Die Tiere 
sind tiefschwarz mit gelben Punkten. Diese zeigen sich 
besonders dicht gedrängt um die Augen herum und am 
Rande der Fühler, diese selbst sind durchscheinend bräun- 
lich. Die Sohle ist bläulichgrau mit helleren Bändern bis 
braun. Auf dem Nacken findet sich ein aus den gelben 
Flecken gebildeter hellgelber Streifen, der aber auch 
manchmal fehlen kann. Der Schmutzüberzug der Schale 
verhindert in den meisten Fällen das Durchschimmern der 
Mantelflecken. 

*) Glessin, S., Die Molluskenfauna Oesterreich-Ungarns und der 
Schweiz. Nürnberg 1887, 2. Aufl., p. 524, fig. 357. 



— 38 — 

4. Gulnaria auricularia (L.) var. lagotis (Schrenk). 
Hierher gehören 15 Exemplare, deren Gehäuse ebenso 
wie die Stammform mit Schlammkrustcn überzogen sind. 
Einzelne zeigen wie der Typus an der Gehäusespitze wie 
auch an der Mündung Gariosilät. Tiere wie beim Typus. 
5. Gulnaria ovata (Drap.) typica. 
9 Exemplare, deren Gehäuse im Gegensatz zu denen 
von Gulnaria auricularia keinen Schlammüberzug aufweisen, 
so dass beim Tier, das heller ist wie auricularia, die Mantel- 
flecken durchscheinen. 

6. Gulnaria ovata (Drap.) var. sucänea Nilsson. 
2 Exemplare. 
7. Gulnaria ovata (Drap.) var. cf. pulski/ana (Hazay). 
Das einzige mir vorliegende Exemplar dieser Form 
vermag ich nur in der Nähe der var. pulskyana (Hazay) 
unterzubringen. Es fällt vor allem sofort in die Augen durch 
die fleckenlose Sauberkeit des Gehäuses, das nur ganz geringe 
Spuren von Algenbewachsung zeigt. Es ist sculptiert durch 
sehr starke Längsstreifen, die durch Spirallinien geschnitten 
werden, so dass eine rechteckige Felderung entsteht. Die 
Farbe ist gelblich-hornfarben. Die Jahresabsätze markieren 
sich — allerdings in etwas schwächerer Weise als bei 
pulskyana — als feine weisse Streifen. An Umgängen kann 
ich nur fünf zählen, was vielleicht seinen Grund darin hat, 
dass das Tier im zeitigen Frühjahr gefangen wurde, also 
noch nicht ganz erwachsen war. Hierauf wird es auch 
beruhen, dass die Lippe noch nicht gut, wenn auch in 
Andeutung, ausgebildet ist. 

8. Gulnaria ovata (Drap.) var. 
Der Mündungsrand des einzigen mir vorliegenden 
Stückes biegt sich an seinem oberen Rande winklig um, 
etwa wie bei der var. bakowskiana (Glessin) von Gulnaria 
peregra (Drap.), zeigt aber im übrigen keine Abweichungen 
vom Typus. 



— 39 — 

9. Giilnaria peregra (Drap.). 
Zwei noch ziemlich junge Stücke. 

10. Limnophysa palustris (0. F. xMüUer) var. turricula (Held). 
Diese charakteristische Form schlammiger Gräben fand 
ich in drei Stücken vor. Die Sohle der Tiere ist schwärzlich- 
blau mit braungrauem Rand, die Spitze ist mit gelblich- 
weissen Punkten besetzt. Die Fähler sind bräunlich, die 
Oberseite ist bläulichgrau mit gelblichweissen Punkten, die 
auch in der Mantelhöhle auftreten. 

11. Physa fontinalis (Drap.). 
Fünf ziemlich kleine Stücke. 

12. Spirodiscus corneus (Linne). 
Drei typische Stücke, von denen sich eins durch 
spiralige Streifung auszeichnet. Die Tiere waren schwarz- 
braun. Die Fühler waren heller gefärbt mit ganz heller 
Randzone. 

13. Trojyodiscus planorbis (L.) var. suhmarginata Jan. 
Drei die Varietätscharaktere gut zeigende Stücke, zwei 
davon mit dichtem Schlammüberzug bedeckt. Die Tiere 
schwarz mit braunen Fühlern. 

14. Wüstia vortex*) (L ). 
Viele typische Stücke. 

15. Bythinia tentaculata (L.). 
Mehrere typische Stücke , die älteren mit dicker 
Schlammkruste. Der Körper der Tiere ist prachtvoll gelb 
bis rot gefleckt auf schwarzem Grunde. Die Fühler zeigen 
mehr gelbes wie schwarzes Pigment. Die Mantelflecken 
sind oft durchscheinend. 



*) lieber den Namen Wüstia anstelle des schon für ein Val- 
valengenus vergebenen Namens Gyrorbis vergleiche meine Arbeit: 
Verzeichniss der im zoolog. Museum der Universität Halle befind- 
lichen Goldfuss'schen Mollusken-Lokalsammlung. Zeitschr. f. Naturw. 
1909 p. 297—297. 



— 40 ~ 

16. Bythinia ventricosa Gray. 
Mehrere Exemplare. 

17. Hsidium spec. 
Nur eine, vielleicht zu Pisidium fontinale G. Pfr. ge- 
hörige, zerbrochene Schale. 



lieber einige neuseeländische Chitonen. 

Von 
Henry Suter. 



Zur Beantwortung einiger Fragen, die Thiele in einem 
Artikel unter obigem Titel (diese Zeitschrift, 1909, p. 131) 
gestellt hat, möge Folgendes zur Aufklärung dienen. 

G. Wisset, in: Pacifische Chitonen, Zool. Jahrb. Syst.. 
vol. 20, p. 595, sagt: „Bare Island ist, wie mir Herr Prof. 
Schauinsland mitteilt, eine kleine Insel zwischen Vancouver 
Island und dem gegenüberliegenden Festland von Nordwest- 
Amerika." Die gleiche Angabe findet sich bei Bergh : Er- 
gebnisse einer Reise nach dem Pacific. Die Opistho- 
branchier, op. cit., vol. 13, p. 222; „Bare Island (zwischen 
Vancouver-Insel und Britisch-Golumbien)." Darf ich fragen, 
wie Thiele dazu kommt, die Bare-Insel nach Neuseeland 
zu verlegen, denn die obigen Angaben sind doch deutlich 
genug? Wie sollte ich denn auf den Gedanken kommen, 
dass die kleine Bare-Insel südlich vom Kap Kidnapper in 
Neuseeland gemeint sei? Deren Existenz ist mir ganz gut 
bekannt, aber meines Wissens hat dort noch nie ein Forscher 
gesammelt, Prof. Schauinsland, nach Thiele's Angabe, aus- 
genommen. Das Vorkommen an dieser Insel von Isch- 
nochiton Parkeri, Suter, ist höchst merkwürdig, denn 
die Art war bisher nur von den Campbell- und Auckland- 
Inseln bekannt. Ich zweifle nicht daran, dass die Bestimmung 
von Thiele richtig ist. 



— 41 — 

Dass Plaxiphora obtecta (Garpenter), Pilsbry, 
und P. Suteri, Pilsbry, identisch seien, habe ich schon 
längst vermutet, und mit absoluter Gewissheit habe ich, auf 
Grund einer Photographie des Typus von P. obtecta im 
Britischen Museum, die Identität konstatieren können. 

Acanthopleura granulata (Gm.) wurde zuerst 
von Pilsbry nach einem Exemplar von Tonicia corti- 
cata, Hutton, von Neuseeland, das ich ihm sandte, erkannt. 
Dass die Art hier vorkommt, und zwar wahrscheinlich bei 
den Ghatham-Inseln, darüber ist kein Zweifel möglich. Im 
Dominion-Museum, Wellington, ist ein schönes Exemplar, 
das vollständig mit westindischen Stücken übereinstimmt, 

Onithochiton marmoratus, Wissel, sehr hübsch 
abgebildet (bei Wissel, pl. 21, fig. 67), kenne ich sehr gut, 
kann aber, wie schon gesagt, darin keine neue Art ent- 
decken. Es ist eine oft prachtvolle Farbenvarietät, die sich 
in den Wurzelhöhlungen von Durvillea utilis findet. 



Diagnose einer nenen Levantina 
(Leyantina mahanica). 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



Testa exumbilicata, depresse globosa, solida, nitidula 
ecarinata, costis arcualis distinctis sculpta, alba, summo 
fuscescente, laevi, anfractu ultimo supra peripheriam fascia 
obsoleta angustissima fusca cinctus, snpra fasciam in inter- 
stitiis costarum fuscescens, versus aperturam vestigiis epi- 
dermidis tenuissimae lutescentis induta. Spira convexai 
parum elevata, apice ex anfr. 2 composito laevi, obtiiso; 
sutura impressa, versus aperturam ad costas crenata. An- 
fractus 5, normales convexiusculi, celeriter sed regulariter 
accrescentes, costis arcuatis planis, quam interstitia vix 
angustioribus sculpti, ultimus subdepresse rotundatus, basi 



— 42 - 

laevior et subexcavatus, antice profunde descendens demum 
deflexus. Apertura perobliqua, irregulariter piriformis piano 
irregulari, alba faucibus leviter fuscescentibus ; peristoma 
album, incrassatum marginibus valde appropinquatis sed 
vix junctis, supero producto, depresso, externo late expanso, 
reflexo, columellari oblique stricte ascendente, valde calloso, 
super umbilicum dilatato, leviter impresso, extus sulco versus 
parietem aperturalem deflnito. 

Diam maj. 39, min. 30, alt. 24 mm. 

Aufenthalt in den Gebirgen am Urmia-See (lacus 
mahanicus) in Persien, mir von Naegele zur Beschreibung 
mitgeteilt. Durch die Rippenskulptur von allen Formen 
der L. guttata unterschieden. 



Literatur ; 

Sehepman, M. M., Siboga Expeditie. The Prosohranchia of 
the Siboga Expedition. Part. II Taenioglossa and 
Renoglossa. Monogr. XLIX 1 b p. 113-231, with 
7 plates (10—16). 
Neu: Gyrineum perca var. aculeata p. 115 t. 10 f. 1 ; — Oocorys 
weberi p. 120 t 10 f. 2 ; — elongata p. 121 t. 10 f. 3 ; — 
Morio granulosa p. 123 t. 10 f. 4; — lineata p. 124 t. 10 f. 5 

— Trivia abyssicola p. 138 t. 11 f . 1 ; paucicostata p. 139 t. 11 
f. 2; sibogae p. 139 t. 11 f. 3; — Amphiperas roseotnaculalum 
p. 142 t. 11 f. 10; — Rostellaria powisii abyssicola p. 154 
t. 11 f. 5; — Rimella tyleri Ad. abgeb. t. 15 f. 5, t. 16 f. 1; 

— Cerithium tydemani p. 163 t. 12 f 6 ; — Seila versluysi 
p. 169 t. 11 f. 7: — Argyropeza melvilli p. 170 t. 12 f. 1 ; — 
Triphora versluysi p. 173 t. 11 f. 8; schmidti p. 173 t. 11 
f. 9; — Trichotropis Orientalis p. 170 t. 12 f. 2; — Seguenzia 
melvilli p. 178 t. 12 f. 4, t. 15 f. 1, 2; dautzenbergi p. 179 
t. 12 f. 5; sykesi p. 180 t. 12 f . 6 ; costulifera p. 181 t. 12 
f. 7; — Turritella maculata ornata p. 188 t. 11 t. 11; — 
Melania salibabuensis p. 191 t. 12 f. 8 ; — Rissoa karandan- 
gensis p. 196 t. 12 f. 9; - Cyclotus kangeanus Mlldff. mss 
p. 198 t. 12 f. 10; — Mitrularia costifera p. 201 t. 12 f. 11; 



- 43 — 

— Xenophora gigantea p. 204 t. 13 f. 1; — Natica tiebulosa 
p. 209 t. 13 f. 2; crassa p. 212 t. 13 f. 3; supraornata p. 212 
t. 13 f. 4; Simplex p. 213 t. 14 f. 1 ; faba p. 214 t. 13 f, 1 ; 

— Fluxina marginata p. 220 t. 14 f . 2 ; Irochiformis p. 220 
t. 14 f. 3; _ Toriiiia costata p. 221 t. 14 f. 5 ; iiiadurensis 
p. 222 t. 14 f. 4; mirabilis p, 222 t, 14 f. 6 ; — Scala tydemani 
p. 224 t. 15 f. 1; fragillissima p. 225 t. 15 f . 3 ; abyssicola 
p. 226 t. 15 f. 2; melvilli p. 226 t. 14 f . 9 ; humerosa p. 227 
t. 14 f. 7; sibogae p. 227 t. 14 f. 8; nierstraszi p. 228. 

Proceedings of t/ie Malacological Society of London. Vol. 

VIII. No. 5. July 1909. 
p. 272. Woodward, B. B., Darvvinism and Malacology. Presidential 

Adress. 
p. 286. Bridgmann, F. G., Description of a new species of Oliva from 

the Andaman Islands (andamanensis, mit Textfigur), 
p. 287.Sbaw, H. 0, N., [Notes on the Genera Cypraea and Trivia. 

With pl. 12 u. 13. Die beiden Gattungen sind anatomisch 

verschieden. Es werden eine Anzahl Namen geändert und 

einige Farbenvarietäten neu aufgestellt. 
p. 314. Jones, Kenneth H., Note on the species of Cyclophorus found 

at Hongkong. Es kommt nur eine Form vor, welche zu G. 

subcarinatus gestellt wird, 
p. 316. Kennard, A. S , on Pomatias Harmeri n. sp. froni the pliocene 

(Red Chalk) of Little Oakley, Essex. With figs. 
p. 318. Jackson, J. Wilfrid, on some fossil Pearl growth. With pl. 14. 
p. 321. Suter, H., the New Zealand Athoracophoridae, with descriptions 

ot two new forms. — Neu A. bitentaculatus var. rufovenosus 

p 322, Textf; — (Conophora) huttoni p. 324 (nomen) ; — (C.) 

martensi nom. nov. für D. marmoratus Simroth nee mar. 

moreus Hutton ; — giganteiis n. p. 325 Textf. 4. 
Proceedings of the Malacological Society of London, vol. VIII 

no. 6. 
p. 330. Woodward, B. B., on the occurrence of Pisidium supinum in 

the Living state in England, 
p. 831. Sherborn, C. Davies, on „the Conchological lUustrations", by 

G. B Sowerby jr., and the „Descriptive Catalogue of Shells" 

by J. Gray, 
p. 383. Shaw, H, 0. N., on the dates of issue of Sowerbys „Concholo- 
gical lUustrations", from the copy preserved in the Radcliffe 

Library Oxford. 



_ 44 — 

p. 341. Cooke, A. H.. on the Shell Mound at Sidon. Derselbe besteht 
nur aus Murex trunculus L. 

p. 343. Cooke, A. H., on the Habitat etc. of certain species of Clausilia 
from the Coast of Syria. 

p. 345. Sowerby, G. B., Notes on the tamily Ampullariidae, wilh list 
of species, varieties and Synonyms, also descriptions of four 
new species (da costae p. 359, Gostarica ; — avellana p 360, 
Venezuela ; — interrupta p. 361, ibid. ; — levior p. 361, Amazonas, 
alle mit Abb. im Textj. 

p. 363. , Note on certain types of AmpuUaria in the Paris and 

Geneva Museum. 

p. 365. Godwin-Austen, H. H., Descriptions of the Animals of two 
Land Shells from Perak. Skeat Expedition in the Malay 
Peninsula 1889 — 90 (Anatomie von Leptodontarion perakensis 
und Sitala gunongensis S. XV). 

p. 369. Smith, E. A., List of the Mollusca from Christmas Islands 
Indian Ocean. 34 sp. — Neu Sistrum andrewsi, Textf. p. 369; 
— Plesiotrochus fischeri, Textf.. p. 370; — Kaliella cruda, 
Textf. p. 371. Zuerst abgebildet Tnphora triticea, Textf. 371. 

p. 373. Bullen, R. Ashington, Further notes on the holocene non- 
marine Shells of Perranzabuloe, Cornwall. 

p. 375. Kennard, A. S., on non-marine Mollusca from an early neolilhci 
interment at Cuxton, Kent. 

p. 377. Pressen, H. B., Descriptions of two new trochoid Shells from 
North-Queensland. (Leplothyra crassilirata, Gibbula Daco.-tana 
p. 377; G. tenuilirata, Minolia cinerea p. 378, Textf). 

p.379. Bowell, E. W,. on the radulae of the british Helicids (Part. III) 
Mit 3 Tafeln. 

Gieseking, E., über Elberfelder Mollusken und ihre Fund- 
orte. — In: Ber. Vers. Bot. Zool. Verein Rheinland 
und Westfalen 1908. E. p. 37—42. 
Im engsten Elberfelder Gebiete leben 48 Arten, darunter von be- 
sonderem Interesse Daudebardia rufa. 

Hubert, Dr. R., zur Kenntnis der Paludina fasciata Müller. 
in: Bericht Westpr. Bot. zoolog. Verein. Jahrg. 32, 
1910. 
Verficht die arthche Selbständigkeit der V. diluvianiformis Hilbert, 
obwohl dieselbe vielfach einzeln unter V. fasciata typica vor- 
kommt. 



— 45 — 

Kohelt, Dr. W., Rossmässler's Iconographie der europäischen 
Land- und Sässwassermollusken. Band XV Lfg. 3 
und 4, Taf. 401—410. 
Enthält Valvata, Melanopsis und den Beginn der Baikalfauna. Neu: 
Melanopsis mourebeyensis Fall. mss. no. 37, 38. 

Wohlberedt, Otto, zur Fauna Montenegros und Nordalbaniens. 
In: Wissensch. Mitt. Bosnien u. Herzegowina vol. XI 
1909 p. 585—722 (1 — 138). Mit 10 Tafeln, 5 Ab- 
bildungen im Text und einer Uebersichtskarte des 
Gebiets. 
Eine schöne und dankenswerte Arbeit, welche eine Lücke in der 
faunistischen Literatur ausfüllt. Sie ist wesentlich begründet 
auf die Sammelergebnisse eigener Reisen, doch ist auch die 
Literatur erschöpfend berücksichtigt. Wertvoll sind die zu- 
sammenfassenden Kapitel über die Campyläengruppe Dinarica 
und die Gattung Pomatia. Als neu beschrieben werden ; (die 
Nacktschnecken von Simroth, die Clausilien von 0. Boettger) : 
Limax illyricus Srth., Moratschathal, p. 16 ; — Zonites candidus 
Wagner p. 42. Textf. ; — Zonites montenegrinus Bttg. p. 43 
t. 47 f . 4 : — Vallonia astoma Bttg. p. 45 ; — Helix secernenda 
inflata p. 70 t. 51 f. 90—93; var. albanica p. 70 t. 50 f. 78—80; 
Clausilia (Alopia) dorreitoris Bttg. p. 85 t. 54 f. 132, 133 ; — 
(AI.) baleiformis Bttg. p. 84 t. 54 f. 134, 135; — (Triloba) 
tertia Bttg. p. 85 t. 54 f. 182—185; — (Herilla) jabucca Bttg. 
p. 88 t. 54 f. 144—147; — (H.) oribates Sturany p. 89; — 
(Delima) umbilicata costata Bttg. p. 90 t. 54 f. 156, 157 und 
interior Bttg. p. 91 t. 54 f. 102, 103; — (D.) kleciaki brunnea 
Bttg. p. 92; D. pseudobinodata Bttg. p. 96 t. 54 f. 170—173; 
(D.) gaslrolepta subinterrupta Bttg. p. 97 t. 54 f. 174—177; — 
(D.) lovcenica Bttg. p. 98; — (Agathylla) goldi herminiana 
Sturany p. 100 t. 54 f. 178=181; — Limnaea peregra com- 
pressa p. 103 ; — Valvata subangulata Bttg. p. 113 t. 54 
f. 193. 

Pollonera, Carlo, Note malacologicche. In Bolletino Mus. 
Torino, vol. 24 no. 608. Gon tavola. 

IV. Sui Limacidi della Siria e della Palestina. — 11 sp. Von den 
alten Arten wird L Ehrenbergi Bourg. als unbedeutende Ab- 
änderung von variegatus eingezogen, tenellus als falsch be- 



— 46 — 

stimmt. Neu: Malacolimax festae p. 2 f. 17—18, Jerusalem; 
— hierosolymitanus p. 3 f. 19, ibid.; — depictus n.=eustnctus 
Bttg. nee Bourg., ibid. p. 4 f. 14 — 16; — Agriolimax libanoticus 
p. 6 f. 9, 10, Libanon ; — V. Süll' Agriolimax panormitanus 
Less; die Artberechtigung verfochten; -- VII. Sul genere 
Oopelta. — capensis n. Kapland, p. 11, f. 1—6; — minor n, 
ibid., id. p. 13 f. 7, 8; — VII. Due forme misconosciute di 
Zoniles italiani (spinellii n. = gemonensis Rossm. Ic. I?i3 nee 
Fer., Receoaro ; algirus garganiea, Mte. Gargano, p. 14; — VIII. 
Una nuova Tacheocampylaea (tacheoides, Gapraja). Der Autor 
verficht entschieden die Zugehörigkeit der Gattung zu Gam- 
pylaea. 
Evans, William, Our present Knowledge of the Forth Area. 

— Opening Adress. — In Pr. Roy. Soc. Edinburgh, 
vol. XVII no. 1 p. 1— 64d. — Mollusca p. 35-38, 
389 sp. 

Germain, Louis, Note complementaire siir quelques Molhisques 

quaternaires terrestres et fluvialites de S. Pierre Us 

Elheuf. — In: Bull. Soc. Elbeuf. t. 27 (1908) 1909 

p. 157-155. 
Kobelt. W. & G. Winter — von Möllendorff, Landmollusken. 

In: Semper, Philippinen, Bd. X, Heft 7, p. 145—160, 

Taf. 29—32. 
Zuerst abgebildet : (CaUicochlias) dubiosa submirabilis t. 30 f. 3 ; — 

(C.) saranganica Mlldff. t. 31 f. 7; — (C.) depressa globosa 

t. 32 f. 2, var. stenochila t. 32 f. 3. 

Pollonera, Carlo, Molluschi Stylommatophora. — In: II. 

Ruwenzori, Relazione scientifiche. Milano 1909. 

Con 5 tavole. 

Die bis auf einige unbedeutende Varietäten schon früher beschriebenen 

neuen Arten werden hier abgebildet: Ennea roceatii t. 4 f. 3; 

— E. sellae t. 4 f. 2; — E. Gamerani t. 4 f. 5; — E. aloysii- 
sabaudiae t. 4 f. 4; — Streptaxis cavallii t. 4 f. 1 ; — Uro- 
cyclus zonatus t. 1 f. 11—14; — U. tenuizonatus t. 1 f. 6—10; 

— U. subfaseiatus t. 1 f. 1 — 3; — raripunctatus t. 1 f. 4, 5; 

— Microcyclus modestus t. 2 f. 4, 5 ; — M. incertus t. 1 f. 15, 
t. 2 f. 1—3; — Atoxon ornatum t. 2 f. 6—10; — A. eavallii 
t. 2 f. 11—13; — Trichotoxon roceatii t. 2 f. 14—16; — 



_ 47 — 

Dendrolimax leprosus t. 3 f. 1 ; — Helicarion aloysii sabaudiae 
t. 3 f. 15, 16: t. 4 f. 8; — Vitrina Cognii t. 3 f. 12—14: — 
V. ibandensis t. 3 f. 17, 18; — Martensia entebbana t. 4 f. 12, 
13; — Fruticicola bungimgoensis t. 4 f. 7; — Fr. bitrungae 
t. 4 f. 15, 16; — Buliminus aloysii sabaudiae t. 4 f. 9; — 
Limicolaria roccatii t. 4 f. 24, mit var. pallida f. 22; — L. 
pura t. 4 f. 26: var. diluta t. 4 f. 27 ; — L. cavallii l. 4 f. 25; 
— Glessula de Alberlisi t. 4 f. 11; — Gl. ferussacioides t. 4 
f. 10; — Homorus olivaceus t. 4 f. 23; — Subulina octona 
entebbana t. 4 f. 14: — S. roccatii t. 4 f. 6; — S. ruwenzorensis 
t. 4 f. 17, 18; var. elongata f. 19, 20; — Vaginula roccatii 
t. 8 f. 9-11 

Ehrmann, Paul, zur Naturgeschichte der Landschnecken- 
Familie Acmidae. — In : S.-Ber. naturf. Ges. Leipzig 
1909 vol. 35. 23 S. 
Die Untergattung Pleuracme Kob. wird zur Gattung erhoben mit 
den Untergattungen Renea und Caziotia. Neu Pleuracme 
gracillima aus dem Neckargenist. 

Wochenschrift für Aquarien- und Terrarienkunde (Ziegeler) 
Jahrg. VI 1909. 

p. 534. Ziegeler, M., Unstimmigkeiten. Behandelt die Frage nach 
Nutzen und Schaden von Limnaea stagnalis L im Aquarium. 

p. 621. , Schneckenfrassbilder. Mit photographischen Bildern von 

Frassspuren, vpelche unsere Wasserschnecken auf mit Fett 
überzogenen Platten zurücklassen. 

Kormos, Dr. Iheodor, die geologische Vergangenheit und 
Gegenwart des Särretbeckens im Komitat FSjSr. — 
Mit 1 lith. Tafel und 84 Textfiguren. — Sep. aus: 
Resul. wissensch. Erf. Balatonsee LI. 72 S. 
Gibt im Detail die Entwicklung der Fauna eines vertorften Sees. 
Zahlreiche Arten und Formen sind abgebildet, namentlich die 
Limnaeen, als neu beschrieben werden ausser einigen Formen» 
Vallonia Csorensis p.35 t. 2 f. 17; — Chondrula tridens pan- 
nonica p. 41 f. 12 b; — Limnophysa palustris ladanyensis p. 49 
f. 16: — var. petensis p. 51 f. 23; — Gyraulus albus pristinus 
p. 53 t. 2 f. 14; — Gyrorbis vorticulus decurvatus p. 53 t. 2 
f. 19; — Bithynia tentaculata Naddäsdyi p, 57 f. 30 ; — B. 
Löczyi p. 57 f. 31; — Valvata costata palustris p. 60 t. 2 
f. 3, 4, 6, 15. 



— 48 



1 



Kormos, Dr. Theodor, zwei neue Gastropoden aus dem 
ungarischen Pleistocän. — In: Földt. Kozl. Bd. 39 
(1909) p. 95. 
(Chondrula Horusitzkyi p. 95 f. 1 ; — Lithoglyphus antiquus p. 96 
f. % 3.) 

— — , Campylaea banatica Rossm. und Melanella Holandri 
Fer. im Pleistocän Ungarns. — Ibid, p. 204. — Camp, banatica 
und Helix canthensis Bayr. sind absolut identisch. 

Smith, Edg. A., Buwenzori Expedition Reports; 4. Mollusca. 
With plate I. — In: Tiansact. zool. Soc. London 
vol XIX. 1909. 
14 sp. ; neu Trochozonites leptaleus p. 43 t. 1 f. 12, 18; — Trachy- 
cystis? ruwenzorensis p, 44 t. 1 f. 9 — 11; — Homorus fusco- 
strigatus p. 46 t. 1 f. 14; — H. bicolor p. 46 t 1 f. 15. 

Bollinger, G., zur Gastropodenfatma von Basel und Um- 
gebung. Inanguraldissertation. Basel 1909. 
Eine nach allen Richtungen minutiös durchgearbeitete Fauna, welche 
wir unseren Mitgliedern angelegentlichst empfehlen. 



Eingegangene Zahlungen : 

Dr. Hashagen, Würzburg, Mk. 6. — ; — Dr. Wagner, Graz, 
Mk. 18.— ; — Pastor Ricklefs, Waddenwarden, Mk. 6.— ; — Dr. 
Sterki, New Philadelphia Mk. 18.— ; — Linnaea, Berlin, Mk. 14.60; 

— Marchese de Monterosato, Palermo, Mk 6. — ; — H. Suter, Auck- 
land, Mk. 6. — ; — W. A. Lindholm, Moskau, Mk. 6. — ; — Baron 
Alexander T. Tiessenhausen, Kimpohng, Mk. 6. — ; — H. Roos, Frank 
fürt a. M., Mk. G.— ; — G. M. Steenberg, Kgl. Sternwarte, Kopenhagen 
Mk. 6. — ; — A. Gysser, Weissenburg, Mk. 6. — ; — Prof. Schmalz 
Berlin, Mk. 6. — ; — Lehrer Schwefel. Küstrin, Mk. 6. — ; — Professor 
E Brandis, Travnik, Mk. 6.— ; — D. Thaanum, Esqu. Hilo, Mk. 12.~ 

— M. M. Schepman, Bosch en Duin, Mk. 6.— ; — Prof. Dr. G. Stoll 
Zürich, Mk. 6, — ; — Naturforschende Gesellschaft, Görlitz, Mk. 6.— 

— Hauptmann a. D. v. Löffelholz, München, Mk. 6. — ; — Lehrer 
R. Herbst, Göttingen, Mk. 6.~; — Paul Hesse, Venedig, Mk. 6.— 

— Sanitätsrat Dr. R. Hilbert, Sensburg, Mk. 6.— ; — G. Schacko, 
Berlin, Mk. 6.—. 

Redigiert von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben: 27. Januar. 



Deutsche 






Um den Herren Malakologen die Erwerbung 
der früheren Jahrgänge unseres Nachrichtsblattes 

zu erleichtern, haben wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 

1 ö) OA 

' „ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 „ „ 45.— 
ormässigt. - Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankf u rt a. M. 

^ r 



es^e<9B<3E^aB<aB>ac>szBS9B<flB*aBO&aB<a 



Natur und Leben 

Zentralor^an zur Verbreitung uaturwissenMchaftlicIier und 
geographischer Kenntnisse, sowie der Fortscliritt« auf dem 
= Gebiete der gesamten Naturwissenschaften. == 



ö^ Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner heraus- ^ 
gegeben von PROFESSOR DR. HIPPOLYT HAAS, KIEL. 

Jährlicher Bezugspreis M. 12 — exkl. Porto bei (lirekler Zusendung 

Die nächsten Hefte bringen folgende Abhandlungen: 

Einiges aus der Erdbebenkunde. Prof. Dr. A Schmidt. Aus 
der Südsee, Korvellenkapilän R. von der Goltz. Die Farben- 
photographie und ihre neuesten Verfahren von Dr. H. Drost. 

Verlag Fritz Lehmann, Stuttgart. 



t <»^)^»»^%^Sirw»^M%«^A^^^»»i<^»w»>^i^^)»»»i«^^%^^»»»»^>n»W»M^»^^»)^^^i W »»<y^»»^^»>^[»»ii 



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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologiselien Geselisehaft 



Zweiundvierzigster Jalirgang 
(1910) 



Heft II 

(April— Juni) 



Inhalt: 



Seite 

Kübelt, Dr. IF., Erinnerungen eines (^onchologen .... 49 

Hesse, R, Neue Literatur 60 

Clessin, S., Unio batavus Lani. in der Umgebung von 

Regensburg . . 65 

Clessin, S., Molluslcen vom Lechrain 69 

Clessin, S., Neue Süsswasserschnecken 71 

Boettyer, Prof. Dr. 0., Weitere Mitteilungen über süd- 

amerilcanische Nenia-Arten 73 

Boettyer, Prof. Dr. 0., Nachtrag zur Liste der Binnen- 
mollusken von Kamerun .... 79 

Rolle, H., Eine neue Corasia 8'2 

Wilckens, Eigenartige Verwendung von Conchylien zu einem 

Kunstwerk ^ 8'2 

Kleinere Mitteilungen 83 

Necrologie 85 

Literatur 88 

j i -nj i .r i .r_ i ~ i . i '-rn'-~U"U'i. i "-~ i - i ' i " i ' i — ü' i j' i ' i j^ i ' " ' •'iri i 'i ti"~» ~~^ "" i " ! ' ! '! ! * ! ' ' ' '* i ' i ' ' i ^ ^^j— ^.-».»-«-i 




Prof. Dr. W. Kobelt. 



Heft 2 April 1910 

Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft 



Zweiundvierzigster Jahrgang 



Das Nachrichtsblalt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 6.—. 
Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 
Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Erinnerungen eines Conchologen. 

Von 
Dr. W. Kobelt.*) 



Ich bin geboren am 20. Februar 1840 zu Alsfeld, 
Oberhessen, als ältester Sohn des zweiten Pfarrers W. Kobelt 
daselbst, empfing meinen Unterricht in einer von meinem 
Vater geleiteten Privatschule, trat Ostern 1855 in die Prima 
des Gymnasiums zu Giessen über und absolvierte Ostern 1857 
das Maturitätsexamen, studierte 1857 — 1862 Medizin in 
Giessen und promovierte am 13. Dezember 1862 mit einer 

*) Gelegentlich meines siebzigsten Geburtstages ist neben zahl- 
reichen Glückwünschen, für die ich hier nochmals herzlichst danke, 
von verschiedenen Seiten der Wunsch nach einer Uebersicht über 
meine vierzigjährige wissenschaftliche Tätigkeit an mich ergangen, 
der ich gerne Folge leiste. 



— 50 — 

Arbeit über Herzdämpfung und TIerzleere. Ich Hess mich 
dann als praktischer Arzt in Biedenkopf a. d. Lahn nieder 
und siedelte im Januar 1869 nach Schwanheim a. M. über, 
wo ich bis Ende 1880 als Vereinsarzt praktizierte und 
seitdem als Privatmann wohne. 

Gesammelt habe ich seit meiner ersten Jugend, erst 
Käfer und Schmetterlinge für meinen Vater, dann Schnecken, 
Steine, kurz alles, was in der Umgebung meiner nicht 
sonderlich günstig gelegenen Heimat zu sammeln war; später 
in meinen letzten Semestern, ausschhesslich Schmetterlinge, 
in dem interessanten oberen Lahntale mehr Gesteine und 
Petrefakten. Ein zufälliger Anlass brachte mich mit E. A. 
Rossmaessler in Korrespondenz , eine Gonchyliensendung 
desselben zu vorwiegender Beschäftigung mit den lebenden 
Conchylien, denen ich fortan treu geblieben bin. Der Mangel 
eines ordentlichen Lehrbuches zum Studium der deutschen 
Landschnecken bewog mich dazu, mir selbst ein solches 
zu schreiben, das dann als „Fauna von Nassau" in 
den Jahrbüchern des nassauischen Vereins für Naturkunde 
erschien; einem ähnlichen Bedürfnis verdankte mein , Kata- 
log der im europäischen Faunengebiet lebenden 
Binnenconchylien" seine Entstehung. 

Bei der Naturforscher Versammlung in Frankfurt 1867 
kam ich zuerst mit D. T. Heynemann in Beziehung. 
1868 unternahmen wir zusammen die Gründung der 
„Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft", 
deren Nachrichtsblatt ich seitdem redigiert habe. Meine 
Uebersiedelung nach Schwanheim gestattete mir die Be- 
nützung der Bibliothek und der Sammlungen der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft und damit eine 
wirkliche wissenschaftliche Tätigkeit. Auf Anregung der 
D. Mal. Ges. wurde die Rossmaessler'sche Sammlung euro- 
päischer Binnenconchylien erworben und das bewog mich, 
die Fortsetzung von Rossmaesslers Ikonographie 



— 51 — 

der europäischen Land- und Süsswassercon- 
chylien in die Hand zu nehmen; seitdem sind neunzehn 
Bände mit je 30 Tafeln, fast alle von mir gezeichnet, erschienen. 
Die zunehmende Uebung im Gonchylienzeichnen veranlasste 
mich auch, die damals ziemlich verfahrene zweite Auflage 
des grossen Martini-Chemnitz'schen Gonchylien- 
kabinets in die Hand zu nehmen, anfangs als Mitarbeiter 
Küsters, dann erst mit Weinkauff zusammen, und nach 
dessen Tod als alleiniger Herausgeber. Es sind von dem- 
selben seitdem über 300 Lieferungen erschienen, jede mit 
6 Tafeln, davon über die Hälfte von mir ; Martens, Loeb- 
becke, Glessin, Schmaliz, Brot, Wagner waren fleissige 
Mitarbeiter. Genaueres darüber in der zur Feier des Er- 
scheinens der fünfhundertsten Lieferung veranstalteten, aber 
erst anlangs 1906 herausgegebenen Festschrift, welche auch 
mein Porträt enthält. 

Als drittes Unternehmen kam die Ikonographie 
der europäischen Meeresconchylien hinzu, von 
der, nach einer längeren, ohne mein Verschulden einge- 
tretenen Unterbrechung, der vierte, Band (zusammen 120 
Tafeln) erschienen ist. Daneben redigierte ich von 1874 
bis 1886 die „Jahrbücher der Deutschen Malako- 
zoologischen Gesellschaft", bis dieselben der für 
Systematik immer ungünstiger werdenden Zeitströmung 
erlagen. 

Ausserdem erschienen als selbständige Arbeiten: das 
„Illustrierte Gon chj' lienbuch" mit 110 von mir 
selbst lithographierten Tafeln, dann in den Senckenbergischen 
Annalen die Bearbeitung der von Rein in Japan ge- 
sammelten Binnenconchylien (mit 23 Tafeln) und die Be- 
arbeitung von Küken tals Ausbeute von den Molukken 
(mit 8 Tafeln). Ausserdem als Separatheft des grossen 
Reisewerkes von Karl Semperdie Bearbeitung der von 
diesem auf den Philippinen gesammelten Deckelschnecken. 



— 52 — 

Daneben habe ich von 1879—1885 den Jahresbericht 
über die M o 11 u s k e n s y s t e m a t i k für die Zoologische 
Station in Neapel, und nach dessen Eingehen seit 1886 
den Bericht für das Archiv für Naturgeschichte geschrieben. 
Dass ich mein Arbeitsgebiet vorwiegend in die Mittel- 
meerländer verlegte, hatte eigentlich einen wenig erfreulichen 
Grund. Eine Brustkrankheit, welche das Leben meiner 
treuen Lebensgefährtin und Arbeitsgenossin ernstlich zu 
bedrohen schien, zwang uns, im Winter 1872 — 73 ein 
milderes Klima aufzusuchen. In Taranto und Syracus fand 
meine Frau ihre Gesundheit wieder, und die Bearbeitung 
der Reiseausbeute zeigte mir, wie unendlich viel selbst im 
Arbeitsgebiete Philippis noch|zu tun sei. Namentlich wurde mir 
auf dieser Reise die Bedeutung des genauen Studiums der 
Molluskenverbreitung für die Erage nach alten Zusammen- 
hängen zwischen Europa und Nordalrika klar. Doch war 
es mir erst 1878 möglich, mit meiner Frau auf einer drei- 
monatlichen Reise Westsizilien gründlicher zu erforschen. 
Nachdem ich die ärztliche Praxis aufgegeben, machte es 
mir die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft durch 
ein Stipendium der Rüppelstiftung möglich, 1881 sechs 
Monate lang die Provinz Oran und die beiden Küsten der 
Strasse von Gibraltar zu erforschen, und 1884 konnte ich 
den mittleren und östlichen Teil von Algerien und Nordtunis 
durchwandern, beidemal von meiner Frau begleitet. Gholera- 
lärm machte es mir leider unmöglich, einige Teile von 
Sizilien, die wir noch nicht gesehen, und Italien südlich 
von Neapel zu besuchen. Ueber beide Reisen habe ich 
Berichte für das grössere Publikum sowohl, wie für die 
Fachgenossen speziell gegeben, letztere im Nachrichtsblatt 
der D. M. G. — Der Bericht über die Reise von 1881 
erschien in den Berichten der Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft 1882 und 1883 unter dem Titel 
„Nach den Säulen des Herkules"; der Bericht 



— 53 - 

über die Reise von 1884 unter dem Titel „Reise- 
erinnerungen aus Algerien und Tunis", mit 
einigen Illustrationen, als Sonderbeilage zu dem Bericht der- 
selben Gesellschaft von 1885. Die wissenschaftliche Aus- 
beute beider Reisen wurde in der Fortsetzung der Ross- 
maessler'schen Ikonographie verwertet. 

Allerlei Umstände machten es mir leider unmöglich, 
meine Forschungen auf die Küstenländer des hinteren Mittel- 
meeres auszudehnen; ich habe weder die Balkanhalbinsel 
noch den Boden Asiens betreten. Nur das Jahr 1897 
brachte einen Ausflug an die italienischen Seen und die 
Riviera. Aber 1902 zwang mich eine schwere Influenza- 
pneumonie, im Süden Genesung zu suchen ; die Erholung 
ging rasch genug vor sich, um mir eine Anzahl Sammel- 
exkursionen in die weitere Umgebung Neapels zu gestatten, 
und was ich da fand, veranlasste mich, im Herbst 1903 
noch einmal für zwei Monate Neapel aufzusuchen und die 
südliche Basilicata und Nordkalabrien bis zum Silawald ein 
bischen näher zu betrachten. Die zahlreichen dabei neu- 
entdeckten Arten sind in der Neuen Folge von Rossmaesslers 
Ikonographie veröffentlicht. Die neuen Iberus habe ich in 
dem Annuario der neapolitaner Universität noch einmal 
abgebildet. 

Ein Lieblingsplan war mir immer die Herausgabe 
eines die ganze Gonchyliensystematik umfassenden Werkes, 
gewissermassen eine neue Auflage der Histoire naturelle 
des Animaux sans vertebres von Lamarck und Deshayes. 
Ein mit Weinkauff zusammen kurz nach der Uebernahme 
der Redaktion des Martini-Chemnitz entworfener Plan ge- 
langte nicht zur Ausführung; es blieb bei der Veröffent- 
lichung einer Anzahl von Einzelkatalogen, die im Jahrbuch 
erschienen und dann auch gesammelt ausgegeben wurden, 
ohne viel Absatz zu finden. 



— 54 — 

Einem später unternommenen Versuch, wenigstens die 
Pfeiffer'schen Monographieen der Landschnecken auf das 
Laufende zu stellen, schien ein besseres Los beschieden. 
Der Vertrag mit meinem Verleger Bergmann lag unter- 
schrieben auf meinem Schreibtisch, als ich die Nachricht 
von dem grossartigen Plane der Deutschen Zoologischen 
Gesellschaft erhielt, das „Tierreich" herauszugeben. Un- 
bekannt mit den Persönlichkeiten, in deren Hände dieses 
Unternehmen gelegt werden musste, nahm ich diesen Plan 
ernst, löste meinen Vertrag mit Bergmann und übernahm 
die Subredaktion der Mollusca für das Tierreich, in der 
festen Zuversicht, dass wenigstens ein Band jährlich von 
jeder grösseren Tierklasse erscheinen würde. Auf eine so 
entsetzliche Pedanterie und ein solch geringes Verständnis 
gegenüber den Bedürfnissen der Systematik war ich doch 
nicht gefasst gewesen. Nach unendlichem Aerger und|Hin- 
undherzerren gelang es mir 1902, das Erscheinen der 
„Gyclophoriden" durchzusetzen; die Realiiden und Gyclos- 
tomiden wurden gleichzeitig für druckfertig erklärt, blieben 
aber bei der Generalredaktion liegen ; bei mir häuften sich 
die' Diagnosen, bis ich es endlich satt bekam und die Arbeit 
aufgab. Versuche, wenigstens die seit dem Tode Pfeiffers 
voröflfentlichten Diagnosen gesammelt und geordnet zum 
Druck zu bringen, fanden kein Entgegenkommen bei den 
Verlegern, weil die Bibliotheken in Erwartung des „Tier-, 
reichs" dergleichen systematische Arbeiten nicht mehr kauften 
— also Schwamm drüber. Die Vorarbeiten und die ge- 
sammelten Diagnosen finden ja vielleicht später einmal 
Verwendung. 

Im Jahre 1906 löste ich endhch meine Verbindung 
mit dem Tierreich. Der Nassauische Verein für Naturkunde 
stellte mir Raum für die Synopsis der Realiidae noch in 
demselben Jahre zur Verfügung; im Jahrgang 1908 folgten 
die Acmeidae und Truncatellidae. Die Cyclostomiden liegen 



— 55 — 

druckfertig und warten auf Platz in einer Gesellschafts- 
publikation. 

Von Anfang an war es nicht die Systematik der 
Mollusken allein, die mich zur Beschäftigung mit ihnen 
drängte, sondern viel mehr ihre Verbreitung in Zeit und 
Raum, ihre geschichtliche Entwicklung und ihre heutige 
geographische Verbreitung. In meinen Arbeiten tritt das 
mehr und mehr hervor. Selbständig beschäftigte ich mich 
mit der Verbreitung der Mollusken in einer Serie 
von Artikeln, die in den Jahrgängen 1878-1880 der Jahr- 
bücher erschien, kleinere Arbeiten über die Verbreitung 
einzelner Familien und Gruppen finden sich überall zer- 
streut; eine eingehende Erörterung der Molluskengeographie 
des europäischen Faunengebietes gab ich der zweiten Auf- 
lage des Katalogs der europäische» Binnen- 
conchylien (1881) bei. Im Jahre 1897 begann ich mit 
einer gross angelegten Arbeit über die geographische Ver- 
breitung der Binnenmollusken im Vergleich mit der Ver- 
breitung anderer Tierklassen und der Pflanzen, zu der ich 
seit vielen Jahren Material gesammelt. Unter dem Titel 
„Studien zur Zoogeographie" erschienen in 1897 
und 1898 zwei Bände, welche die allgemeinen Gesichts- 
punkte und die speziellen Untersuchungen über das euro- 
päische Faunengebiet enthielten. Sie wurden von der Kritik 
überaus freundlich aufgenommen — aber nicht gekauft; die 
Fortsetzung musste unterbleiben, da der Verleger sich 
weigerte, einen dritten Band zu unternehmen. Indess waren 
sie die Ursache, dass Gh. H. Tauchnitz mich aufforderte, 
für eine von ihm unternommene Serie von gut ausge- 
statteten populären Werken das Tierleben in der gemässigten 
Zone zu übernehmen. Prof. Kükenthal, welcher das Leben 
des Polargebietes bearbeiten sollte, und Dr. Strubell, der 
die Tropen übernommen hatte, traten später zurück, und 
so blieb mein Anteil, zu dem ich das Polargebiet hinzu- 



— 56 — 

genommen, isoliert. Er erschien unter dem Titel ,,Die 
Verbreitung der Tierwelt in der gemässigten 
Zone" 1902/1903. Soviel mir bekannt geworden, hat er 
günstige Aufnahme bei der Kritik wie beim Publikum ge- 
funden; doch habe ich über letzteres Genaueres nicht er- 
fahren. Eine üebersetzung ins Russische ist ebenfalls gut 
aufgenommen worden. 

Die Notwendigkeit, beim Abschluss der zweiten Serie 
der Rossmaessler'schen Ikonographie einen besonderen 
Registerband anzufügen, gab mir die erwünschte Gelegen- 
heit, wenigstens die Verbreitung der Binnenmollusken des 
europäischen Faunengebietes gründlich durchzuarbeiten und 
mit einer Anzahl Karten den Fachgenossen vorzuführen. 
Die Arbeit ist unter dem Titel „Die geographische 
Verbreitung der Mollusken in dem palaearktischen 
Gebiet" (Wiesbaden 1904) auch separat erschienen und hat 
mir von Gonchologen wie von Biogeographen manche er- 
freuliche Anerkennung eingebracht. 

Mehrfach wurde ich aufgefordert, eine Zoogeographie 
für die sich immer mehr einbürgernden populären Schriften- 
serien zu schreiben, ich konnte mich aber nicht entschliessen, 
einen dieser Anträge anzunehmen. Erst in 1909 habe ich 
eine Aufforderung von Quelle & Meyer angenommen 
und will versuchen, einem grösseren Publikum in knapper 
Form meine zoogeographischen Ideen klarzulegen. Jeden- 
falls ist es mir gelungen, den Binnenconchylien, die Wallace 
für ganz ungeeignet zu zoogeographischen Untersuchungen 
erklärt hatte, die ihnen gebührende Stellung an die Spitze 
der von den Zoogeographen zu berücksichtigenden Tier- 
klassen zu erobern. 

Die durch den Zusammenbruch von Th. Fischer ver- 
anlasste Unterbrechung in dem Erscheinen der Iconographia 
marina veranlasste mich, die für dieses Werk gesammelten 
Diagnosen der europäischen beschälten Meeresconchylien 



~ 57 — 

unter dem Titel „Prodromus molluscorum maria 
europaea inhabitantium" bei Bauer & Raspe heraus- 
zugeben. Ein längst nötig gewordenes Supplement liegt 
leider noch als unfertiges Manuskript bei mir. 

Eine neue Arbeitsepoche versprach für mich anzu- 
brechen, als es mir gelang, die Berufung von 0. F. 
von Möllendorff an die Akademie in Frankfurt durch- 
zusetzen. Ich gewann dadurch einen Mitarbeiter, wie ich 
ihn besser nicht denken konnte; wir ergänzten uns in 
einer geradezu wunderbaren Weise. Der Katalog der 
Pneumonopomen und der der Buliminiden sollten 
leider die einzigen Früchte unserer gemeinschaftlichen Ar- 
beit sein. Möllendorff übernahm die Neuordnung der 
Frankfurter Gonchyliensammlung, der ich nie soviel Zeit 
hatte widmen können, wie ich wünschte, und auf mein 
Drängen auch die Bearbeitung der Agnathen für den 
Martini-Chemnitz, und die Fortsetzung der von Semper be- 
gonnenen Bearbeitung der philippinischen Landschnecken. 
Da erfasste ihn ein tückisches Leiden und raffte ihn nach 
mehr als halbjährigem Siechtum dahin, und ich musste 
seine begonnenen Arbeiten neben den meinen zu Ende 
führen und so eine fast erdrückende Arbeitslast auf mich 
nehmen, welche zur Zurückstellung gar manchen eigenen 
Planes zwang. Die Enneiden von den Agnathen und den 
achten Band der Philippiner stellte ich noch in 1904 fertig, 
die Streptaxiden in 1905. Mit Hülfe von Möllendorffs Tochter 
Gertrud, die auf mein Drängen sich als Lithographin aus- 
gebildet hatte und dabei nebenher die Frau von Fritz Winter 
geworden war, übernahm ich dann auch die Weiterführung, 
das Ehepaar die Herstellung der Tafeln nach einem neuen 
photographischen Verfahren, ich hatte nur den Text zu 
liefern. Das Unternehmen schreitet ruhig voran. 

Nach zweijähriger scharfer Arbeit war Möllendorffs 
Nachlass so ziemlich hquidiert. Es war aber zu meinem 



— 58 — 

Arbeitspensum noch eine weitere Last hinzugekommen, die 
Aufarbeitung der Ausbeute von Carlo von Erlanger aus 
dem nordöstlichen Afrika. Ich hatte meinem jungen Freunde 
schon vor der Reise versprochen, diese Arbeit zu über- 
nehmen und in dieselbe das Material zu verweben, das ich 
für einen dritten oder vierten Band „Beiträge zur 
Zoogeographie* im Laufe vieler Jahre gesammelt hatte. Aber 
die Vollendung und besonders die Herausgabe zog sich in- 
folge des Museumneubaus immer wieder hinaus, und erst 
Ende 1909 konnte die erste Abteilung, die systematische 
Beschreibung der neuen Arten und ein Katalog aller aus 
Afrika bekannten Mollusken, beendigt werden. Ob es mir 
möglich sein wird, auch noch die zweite wichtigere Hälfte, 
die eigentliche Zoogeographie und die Erörterung der Be- 
ziehungen des Erdteils zu den übrigen Landmassen, in der 
geplanten Weise durchzuführen, mag vorläufig dahingestellt 
bleiben. Jedenfalls habe ich die Genugtuung, dass die 
jüngeren Zoogeographen und Geophysiker meine Arbeiten 
beachten und den Landschnecken ihre gebührende Stellung 
bei ihren Forschungen zuweisen. 

Ich hatte kaum etwas freieren Atem gewonnen, als 
ich einen alten Plan wieder aufnahm, der mich und andere 
wohl noch auf lange Zeit hinaus beschäftigen wird. Bei 
einer Bearbeitung der im Rheingebiet vorkommenden Vivi- 
para-Arten und angeregt durch das plötzliche Auftreten der 
norditalienischen Vivipara pyramidalis im Züricher See kam 
mir der Gedanke, dass eine gründliche Vergleichung der Mol- 
luskenfaunen unserer deutschen Flüsse, namentlich der 
Najadeen, sehr wertvolle Ergebnisse für die Kenntnis alter 
Flusszusammenhänge liefern könne und müsse. Zu einer 
genauen Erforschung unsror Najadeen hatte ich schon 
zwanzig Jahre früher aufgefordert, doch ohne sonderlichen 
Erfolg. Ich cntschloss mich den Versuch noch einmal zu 
wagen und gleichzeitig an dem Rhein den Beweis zu liefern, 



— 59 — 

dass man aus dessen Unioniden heute noch nachweisen 
könne, dass dieser Strom im Diluvium aus vier getrennten 
Systemen bestanden habe. Diesmal scheint ein günstigerer 
Stern über dem Plane zu walten. Ich erwähnte ihn zu- 
erst in einem Artikel über die Vivipariden des Rheins in 
den Jahrbüchern des nassauischen Vereins für Naturkunde 
von 1907. Der Vorschlag fand eine unerwartet freundliche 
Aufnahme in Rheinland und Westfalen. Auf den Wunsch 
Walter Voigts schrieb ich einen Artikel für die Mit- 
glieder des naturwissenschaftlichen Vereins in Rheinland 
und Westfalen, mit einer Tafel und einer Karte des dilu- 
vialen Rheins. Ausserdem versuchte ich bei der hundert- 
jährigen Jubelfeier der Wetterauischen Gesellschaft die 
wissenschaftlichen Vereine des Maingebietes für eine Ver- 
einigung zu gemeinsamer Arbeit zu gewinnen. Allgemeine 
Zustimmung, auch Seitens der wissenschaftlichen Zoologen 
bei der Versammlung der Deutschen Zoologischen Gesell- 
schaft 1909, wo der Vorsitzende von Graf eine Dankesrede 
hielt, die weit über das hinausging, was ich erwartet hätte. 
Aber die versprochene Mitarbeit bUeb aus, und wenn ich 
nicht in einem jungen Frankfurter Studenten, Fritz Haas, 
ganz unerwartet einen äusserst tätigen Mitarbeiter gefunden 
hätte, würde ich wohl auch diesmal wieder die Sache aut 
sich haben beruhen lassen. Aber durch Haas kam ich in 
die Lage, die reichen Najadeenschätze des Frankfurter 
Museums ordnen und in eine Zentralsammlung umarbeiten 
zu lassen und die nach und nach sich einstellenden Mit- 
arbeiter warm zu halten. Das gab mir den Mut, dem 
Nachrichtsblatt eine Extrabeilage „Beiträge zur Kennt- 
nis der Mitteleuropaeischen Naja de en" beizu- 
geben, und einen besonderen Najadeenband der Ikonographie 
in Angriff zu nehmen. Ich habe allen Grund zu hoffen, 
dass jüngere Kräfte das Unternehmen weiter führen, 
wenn mir die Feder vorzeitig aus der Hand fallen sollte. 



— 60 - 

Vorläufig hoffe ich, noch einige Zeit arbeitsfähig zu bleiben 
und die Zahl der von mir veröffentlichten Tafeln, die 1800 
schon erheblich übersteigt, noch etwas höher zu bringen. 



Neue Litteratiir. 

Von 
P. Hesse, Venedig. 



D. Geyer, Unsere Land- und Süsswassor- 
Mollusken. Einführung in die Molluskenfauna Deutsch- 
lands. Mit über 500 lithographischen Abbildungen und 
Textillustrationen. Nebst einem Anhang über das Sammeln 
der Mollusken. Zweite, vollständig neu bearbeitete Auflage. 
Stuttgart, 0. J. (1909), K. G. Lutz' Verlag. VIII u. 155 S. 
Preis geb. xMk. 3.75. 

Alle Freunde unserer Wissenschaft haben bis jetzt 
den Mangel eines handlichen, gut illustrierten und nicht zu 
teueren Buches über die deutschen Binncnmollusken schmerz- 
lich empfunden. Glessin's Excursions-Molluskenfauna, 
1884 erschienen, ist jetzt gänzlich veraltet, und über den 
Unwert des Lehmann 'sehen Machwerks brauche ich hier 
kein Wort zu verlieren. Diese Lücke in unserer Fach- 
litteratur auszufüllen ist der Zweck der vorliegenden Arbeit, 
deren Verfasser sich in den letzten Jahren namentlich durch 
seine Vitrellenforschungen rühmlich bekannt gemacht hat. 
Es war ihm darum zu tun, »dem Anfänger auf dem Gebiete 
der Malakozoologie ein Hilfsmittel zum möglichst bequemen 
und sicheren Bestimmen der Funde zu bieten," und mir 
scheint, er hat seine Aufgabe in einer Weise gelöst, die 
allen an eine solche Arbeit zu stellenden Anforderungen 
durchaus gerecht wird. 

Die erste Auflage erschien bereits 1896, mit 85 Seiten 
Text und 12 Tafeln; jetzt ist die Zahl der Tafeln auf 18 



— 61 - 

gestiegen und der Umfang des Textes hat sich nahezu ver- 
doppelf. Das Buch ist gänzHch umgearbeitet und unter 
fleissiger Benutzung der Litteratur auf den heutigen Stand 
unserer Kenntnis gebracht, so dass auch der vorgeschrittene 
Sammler mancherlei Belehrung daraus schöpfen kann. 

Nach einer Einleitung, die Bau und Lebensweise der 
Mollusken bespricht und in die Terminologie einführt, folgt 
eine Uebersicht über die Gattungen der Schnecken, mit 
Bestimmungsschlüssel. Im beschreibenden Teile folgt auf 
die Gattungsdiagnose eine Uebersicht über die Arten, und 
dann die Speciesbeschreibungen, mit kurzgehaltenen Angaben 
über Art des Vorkommens und Verbreitung; bestimmte 
Fundorte sind nur bei den seltenen Formen angegeben. Die 
Diagnosen sind knapp, scharf und treffend, und im Verein 
mit den Abbildungen in den meisten Fällen vollständig 
ausreichend, um auch dem Anfänger das Bestimmen der 
Arten zu ermöglichen. Aller entbehrliche wissenschaftliche 
Ballast ist ferngehalten; Litteraturangaben fehlen und die 
Synonymie ist auf das Allernötigste beschränkt. Nur so 
war es möglich, die Beschreibung der sämtlichen deutschen 
Binnenmollusken auf den Raum von nicht ganz sieben 
Bogen (S. 13—122) zusammenzudrängen. 

Betreffs der systematischen Anordnung steht das Büch- 
lein auf einem etwas veralteten Standpunkt; die Heliceen- 
systematik des Autors stammt noch aus der vorpilsbry'schen 
Epoche. Solange die Untersuchungen und Diskussionen 
über ein System, das die natürlichen Verwandtschafts- 
verhältnisse der Tiere wiederspiegeln soll, noch nicht zu 
einem sichern Abschluss gekommen sind und sich noch 
keine allgemein anerkannte Anordnung herausgebildet hat, 
kann man dem Verfasser kaum einen Vorwurf daraus 
machen, dass er sich nicht entschliessen konnte, mit der in 
fast allen faunistischen Arbeiten üblichen alten Anordnung 
zu brechen. Um den neuen Fortschritten der Systematik 



— 62 — 

Rechnung zu tragen, hat er ein von Caesar Boettger 
aufgestelltes „systematisches Verzeichnis der be- 
schälten Landschnecken Deutschlands" abge- 
druckt, auf das näher einzugehen ich mir hier versage. Da 
es im Nachrichtsblatt veröffentlicht werden soll, ist wohl 
anzunehmen, dass sein Autor die darin niedergelegten An- 
schauungen näher begründen wird ; eine Diskussion darüber 
wäre also jetzt verfrüht. 

Einige kleine Mängel, die mir aufgefallen sind, will ich 
nicht unerwähnt lassen, damit sie bei einer hoffentlich bald 
nötig werdenden neuen Auflage beseitigt werden können. 

S. 5. „Bei den Heliciden findet sich ein .... Pfeil- 
sack*, sollte besser heissen : „beiden meisten Heliciden*. 
Auch verdiente erwähnt zu werden, dass Zonitoides und 
manche Vitrinen gleichfalls Pfeile haben. 

S. 9. Bei Balea und Clausula hätte erwähnt werden 
sollen, dass alle deutschen Arten linksgewunden sind. 

S. 9. Wenn die Prosobranchia als getrenntgeschlechtig 
bezeichnet werden, so ist davon das Genus Valvata auszu- 
nehmen. 

S. 13. Von den Testacelliden wird gesagt: „Kiefer 
fehlt". Das ist ein Irrtum; Datidebardia hat einen Kiefer. 

S. 17. Dass Amalia marginata auf Kalkgebirge be- 
schränkt sein soll, will mir nicht einleuchten. Ich fand sie 
im Harze auf Porphyr, in Tirol auf Tonschiefer. 

S. 18. Vitrina kotulae Wstld. figuriert nicht in dem 
Bestimmungsschlüssel, der der Beschreibung der Arten vor- 
gedruckt ist. 

S. 25. Bei Zonitoides hätte das wichtigste Merkmal, 
das zur Abtrennung des Genus von Hyalinia Anlass ge- 
geben hat, das Auftreten eines Liebespfeils, erwähnt werden 
sollen. 

S. 30. Wenn bei Beschreibung der Gattung Helix, 
in dem vom Verfasser angegebenen Umfange, gesagt wird: 



— 63 — 

„Kiefer mit starken Längsrippen", so trifft das für viele 
Arten nicht zu. Auch der Ausdruck „Längsrippen* ist an- 
fechtbar; die meisten Autoren sprechen von „Querleisten". 

S, 30. Vom Subgenus Acanthinula heisst es: „mit 
rippenartig gefalteter, an den Rändern stachlig hervor- 
tretender Oberhaut"; das passt nur auf A. aculeata, nicht 
auf A. lamellata. 

S. 31 u. 34 wird die Gruppe der Hei. personata und 
holoserica Isogonostoma Fitz, genannt. Ich kann Fitzinge r 's 
Originalarbeit nicht vergleichen, finde aber bei allen mass- 
gebenden Autoren (Westerlnnd, Kobelt, Albers- 
M a r t e n s , M o q u i n - T a n d o n) die Lesart Isognomostoma 
und sehe keinen Grund für eine Abänderung. 

S. 43. Im Bestimmungsschlüssel fehlt die als gute 
Art beschriebene Hei. holli. 

S. 69. Wenn von den Succineidae gesagt wird: „Tier 
im Verhältnis zum Gehäuse sehr gross", so kommt man 
in Versuchung, an ein Verhältnis wie bei Daudebardia oder 
Testacella zu denken. Das „sehr" fiele wohl besser fort. 

S. 109. Anstatt TJnio pictorum L. (rostratus Lm.) 
würde ich lieber schreiben U. rostratus Lm (pictorum auct.*). 

Synonyme sind, wie schon erwähnt, nur in wenigen 
Fällen angegeben. Ich billige das durchaus, finde aber, es 
würde gerade für den Anfänger angenehm sein, wenn er 
noch einige in der früheren faunistischen Litteratur, vor der 
neuen Nomenclatur-Aera, allgemein gebräuchliche Namen 
in dem Buche fände. Dahin rechne ich z. B. Clausilia 
nigricans Pult., Limnaea vulgaris Bssm. (= lagotis Schrank, 
nicht Seh ran ck), Pomatias maculatus Drap. 

Den Schluss des Buches bildet eine Anleitung zum 
Sammeln, in der der Verfasser seine vielseitigen eigenen 
Erfahrungen auf diesem Gebiete niedergelegt hat. Dieses 
Kapitel sei der Beachtung der Fachgenossen angelegentlichst 
empfohlen. 

*) ? Red. 



— 64 — 

Eine besondere Besprechung verdienen die Tafeln. Die 
erste Auflage enthielt deren 1 2 ; von diesen ist der grössere 
Teil auch in die neue Ausgabe übergegangen. Viele Ab- 
bildungen sind Rossmässler's Iconographie entnommen, 
und die grosse Mehrzahl kann als naturgetreu und zweck- 
entsprechend bezeichnet werden. Immerhin möchte ich 
dem Verfasser empfehlen, auch beim Kopieren R o s s - 
mässler'scher Zeichnungen ein wenig Kritik zu üben; in 
manchen Fällen finden sich bessere Vorlagen bei anderen 
Autoren, z. B. Hartmann, Bourguignat, Ad. Schmidt. 
Ueber alles Lob erhaben sind dagegen die neuen Tafeln, 
die teils nach Originalzeichnungen, teils nach Photographien 
ausgeführt sind und uns vorzugsweise die kleineren Arten 
in ziemlich starker Vergrösserung zeigen. Tafel X — XII 
sind fast ausschliesslich den Deckelschnecken gewidmet und 
bringen u. a. vortreffliche Abbildungen der deutschen Bythi- 
nellen und Lartetien. Recht stiefmütterlich ist das Genus 
Acme behandelt. Wenn die Abbildungen der Neritinen 
(Taf. X) auf die halbe Grösse reduziert würden, so reichte 
das nach meiner Ansicht vollständig aus, um Form und 
Zeichnung deutlich wiederzugeben, und es Hesse sich dadurch 
Platz gewinnen für eine bildliche Darstellung der Acme- 
Arten. Von diesen ist nur Acme polita durch die getreue 
Kopie der nicht recht gelungenen Abbildung No. 408 der 
Iconographie vertreten, nach der ein Anfänger schwerlich 
die Schnecke würde bestimmen können. Die Tafeln I u. II 
in Hartmann's Erd- und Süsswasser-Gastropoden der 
Schweiz geben die charakteristische Form des ^cme-Gehäuses 
viel besser wieder. Eine farbige Tafel, von Prof. Simroth 
gemalt, ist den Nacktschnecken gewidmet. 

Die kleinen Mängel, die ich glaubte rügen zu sollen, 
tun natürlich dem Werte und der Brauchbarkeit des Buches 
wenig Eintrag. Es liegt im Wesen der Kritik, dass sie länger 
beim Tadel als beim Lobe verweilt; gerade das Interesse, 



— 66 — 

das das Werkchen mir einflösste, veranlasste mich, auf die 
kleinen Unvollkommenheiten, die ich zu finden glaubte, 
hinzuweisen. 

Das G e y e r'sche Buch ist entschieden eine erfreuliche 
Leistung und trägt hoifentlich dazu bei, unserer AVissen- 
schaft recht viele strebsame Jünger zuzuführen. 



Unio batayas Laiu. in der Umgebung Ton Begensburg. 

Von 
S. Glessin. 



Unio batavus Lam., die Muschel der kleineren Wasser- 
läufe mit langsam fliessendern Wasser, hat sich auch in 
mehreren der Korrektionsabschnitte der Donau angesiedelt, 
nachdem sie früher, nach dem Alluvium der Donau zu ur- 
teilen, im Flusse selbst die häufigste der Unionen war. 
Jetzt findet sie sich nicht mehr in der Donau, wenigstens 
nicht in der nächsten Umgebung der Stadt Regensburg. 

Unio batavus hat durchaus eine dunklere Färbung 
des Periostracum, weniger scharf markierte Jahresabsätze 
und weniger hervortretende Wirbel als Unio pictorum. 
Die Art lebt sowohl in kalkarmen als auch in kalkreichem 
Wasser. Im ersteren sind die Wirbel mehr oder weniger 
angefressen ; am stärksten bei den im Regen lebenden ; 
etwas schwächer bei jenen Muscheln, die in der Naab 
wohnen, am schwächsten bei jenen der Donauabschnitte 
bei Weichs, in welche noch Wasser aus dem Regen ein- 
dringt. Die übrigen Donauabschnitte beherbergen Muscheln, 
deren Wirbel gänzlich unverletzt bleiben und an denen die 
Wirbelskulptur vollkommen sichtbar bleibt; meist sind die 
Wirbelpartien dunkelrot gefärbt. 

Die Muscheln sind weniger variabel als Unio pictorum 
und zwar sowohl in individueller als in lokaler Beziehung. 



— 66 — 

Die grössten Muscheln erreichen 12 mm Länge. Am 
meisten veränderlich ist die Form des Hinterteils, das sich 
zuweilen etwas zuspitzt, sich mehr oder weniger ver- 
schmälert, und meistens zungenförmig endet. Die Jahres- 
absätze sind manchmal sehr wenig hervortretend, so dass 
es schwer wird, die Zahl der Jahresringe und damit das 
Alter der Muscheln festzustellen. Die ersten 2—3 Jahres- 
ansätze sind gegenüber Unio pictorum verhältnismässig 
schmal, nehmen dann aber rasch an Breite ab. Ich konnte 
bei einzelnen Muscheln deren 12 — 15 zählen. 

Am häufigsten findet sich die Art im zweiten Ab- 
schnitt des oberen Wörthes und zwar in einer Form, welche 
nahezu der Figur 206 in Rossm. Ikon. (Unio atrovirens) 
entspricht; nur sind die Wirbel der abgebildeten Muschel 
angefressen, während dieselben bei der Donaumuschel un- 
verletzt sind. Das Hinterende ist mehr abgerundet. Die 
Schalen sind mehr aufgeblasen. Einzelne Exemplare er- 
reichen 19 mm Länge. Muscheln aus den Abschnitten 
bei den Petroleumtanks und bei Schwabelweis (linkes 
Donauufer) behalten dieselbe Form bei. Ich benenne sie 
forma elonga'ta. 

Im zweiten Abschnitte bei Weiches leben von ein- 
ander sehr abweichende Formen. Die eine derselben hat 
eine längliche Gestalt und ähnelt der oben zitierten Figur 
Rossmaesslers, sogar bezüglich der angefressenen Wirbel. 
Jüngere Muscheln, etwa von mittlerer Grösse, haben die 
Form der f. 214 in Rossm. Ikon.; wohl bei zunehmendem 
Alter verlängern sie sich. — Die zweite Form ist auf- 
fallend breit, wenig dickschalig und aufgeblasen, mit fast 
schwarzer Epidermis, breitem abgerundetem Hinterteil, 
welches meist mit einem dicken Filz von Algen bedeckt 
ist. Die Muschel erreicht 77 mm Länge und 42 mm 
Breite. Ich benenne diese Form als forma lata, 
möchte aber die Frage offen lassen, ob sie nicht als Varietät 



— 67 — 

angesprochen werden kann, da sie ohne alle Uebergänge 
zu der ersteren Form ist. Derselbe Abschnitt enthält auch 
eine eigentümliche Varietät von Anodonta, nämlich var. ' 
ovato-rotundata, welche der Form nach ziemliche Aehnlich- 
keit mit der Unio batavus f. lata aufweist. Dieser Ab- 
schnitt bei Weichs am linken Ufer der Donau, kurz nach 
der Mündung des Regen gelearen. erhält sein Wasser grössten- 
teils aus dem Regen und hat daher kalkarmes Wasser. 
Auch der Untergrund ist von jenem der übrigen Donau- 
abschnitte verschieden, da er Urgebirgsgeröll und Sand 
aus dem Regen enthält und nur wenig feinen grauen Kalk- 
sand, wie ihn die Donau bei Hochwasser absetzt. Jeden- 
falls ist auf diese Eigentümlichkeiten die eigenartige Form 
des hier lebenden Unio batavus zurückzuführen, ebenso wie 
sie die Gestalt der Anodonta veranlasst haben. 

In der Naab; die kalkarmes Wasser hat, kommt Unio 
batavus mit angefressenen Wirbeln vor. Die Muscheln 
halten die Form, welche Rossmaesslers Ikon. f. 208 (Unio 
consentaneus Zglr.) abgebildet, ein. Die Muschel hat ein 
zungenförmiges Hinterteil, welches gegen das Ende der 
Muschel elwas aufgebogen wird, so dass die Mittellinie, die 
grösste Länge der Muschel, mehr in die Mitte fällt. Sie 
erreicht bis 70 mm Länge bei 27 mm Breite. Individuelle 
Abweichungen beziehen sich auf geringere Breite, und etwas 
mehr abgestutzte Form des Hinterteils. Die mir vorliegenden 
Muscheln stammen aus dem Flusse nahe seiner Einmündung 
in die Donau. Muscheln, die ich bei Pielenhofen gesammelt, 
sind etwas kleiner und haben viel mehr zerfressene Wirbel. 

Die Muscheln des Regenflusses haben die am stärksten 
zerfressenen Wirbel und unreines, fettfleckiges Perlmutter. 
Sie haben eine längliche Form (bis 76 mm Länge), breites 
abgerundetes, zuweilen etwas abgestutztes Hinterende, 
welches meist mit Algen dicht belegt ist. Ich habe 
sie in einer Abhandlung: Die Najaden der nächsten 



— 68 — 

Umgebung von Regensburg im Band XI des naturw. Ver. 
als var. crassus Ratz, aufgeführt, nach der Rossmaessler'- 
sehen Abbildung in seiner Ikon. f. 126 u. 127, zweifle 
nun aber, ob die schwedischen Muscheln mit unserer in 
Regen vorkommenden identisch ist ; doch behalte ich vor- 
läufig den Namen bei. 

Im Otterbach bei Lichtenwald im Urgebirgsgebiete 
lebt ein Unio batavus, der in allen Verhältnissen mit Rossm, 
f. 212 übereinstimmt und den dieser Autor als U. amnicus 
Zglr. bezeichnet. Die Muschel bleibt klein, hat stark zer- 
fressenes Vorderteil, fettfleckiges Perlmutter und alle Merk- 
male der in kalkarmen Wassern lebenden Formen des Genus. 

Die schwarze Laaber beherbergt Unio batavus in der 
Form des U. rugatus Mke. (Rossm. Ikon. f. 415). Die 
Muschel bleibt klein (1:42 mm Länge), dünnschalig und 
hat selbst bei 10 — 12 Jahresabsätzen, die sich mit schmalen 
Zwischenräumen an einanderreihen, bei heller Färbung der 
Epidermis noch einen scharfen schmalen Gardina 1- 
zahn, wie ihn alle jungen Muscheln der übrigen Formen 
der Art besitzen. Die Muschel ist am Hinterteile mit 
kalkigem Tuffüberzug belegt, hat unverletzte Wirbel, welche 
die Wirbelskulptur deutlich erkennen lassen. Es ist eine 
auffallende Erscheinung, dass in dem sehr kalkreichen 
Wasser, in dem die Muschel lebt, dieselbe so dünnschalig 
bleibt, obwohl ihre Voreltern in den diluvialen Tuffab- 
lagerungen des Flüsschens eine weit beträchtliche Grösse 
und Dickschaligkeit erreichten, die den Donaumuscheln 
nicht nachsteht. 



— 69 - 
Mollusken yom Lechrain. 

Von 
S. G 1 e s s i n. 



Bei einem kurzen Aufenthalte im Forsthaus zu Vilgerts- 
hofen, 5 Kilometer südlich von Landsberg, sammelte ich 
am sog. Lechrain, dem steil abfallenden rechten Lechufer, 
eine Anzahl von Mollusken. Der Lech hat sich ca. 100 m 
tief in den Moränenschutt, den die Eiszone aufgehäuft hat, 
eingewühlt. Das rechte Ufer des Flusses fällt fast in einer 
Flucht bis zum derzeitigen Flussspiegel ab, und ist der lose 
Moränenschutt an vielen Stellen in ständiger Bewegung 
nach abwärts, da nur die obersten Schichten aus einer 
etwa 2 m mächtigen Nagelfluh bestehen. Nur strecken- 
weise hat sich in etwa 10 m Höhe über dem Fluss eine 
mehr oder weniger breite Terrasse, die Hirschau genannt, 
auf welcher Quellen zu Tage treten, gebildet. Der ganze 
Abhang ist bewaldet und besteht hier der Wald aus Buchen 
gemischt mit Nadelhölzern, während der anschliessende Wald 
auf der Oberfläche der Moräne fast nur aus Fichten besteht. 
In diesem fehlen fast alle gehäusetragenden Mollusken ; nur 
Arion empiricorum kommt reichlich vor. Erst am Lech- 
abhange finden sich Gehäuseschnecken, namentlich Clausilien. 

Am linken Ufer des Lech gegen Westen haben sich 
3 — 4 ziemlich breite Terrassen gebildet, die wenig bewaldet 
sind und auf deren obersten die Bahnlinie Landsberg- 
Schongau läuft. Leider konnte ich meine Exkursionen 
nicht auf dieselben ausdehnen. 

Verzeichnis der Arten. 

Arion empiricorum Fer. h., nur in schwarzer Farbe, in 
den Nadelwäldern und in Feldbüschen der Hochebene. 

Limax cinereo-niger Wolf h., an Buchenstämmen am Lech- 
abhang. 



~ 70 — 

Patula rotundata Müll, s., in einem Feldbusch bei Vilgerts- 

hofen. 
Helix pomatia L. h., an den abstürzenden Geröllhalten der 

Hirschau. 
Helix nemoralis L. s., auf der unteren Terrasse der Hirschau. 
, hortensis Müll, s., „ , , , , , 

, arbustorum L. h., auf Wiesen bei Pflugdorf. 
„ lapicida L. h., an Buchenstämmen des Lechabhanges. 
„ villosa Drp. s., auf der unteren Terrasse der Hirschau. 
, obvoluta Müll, s., „ , „ • „ „ 

, personata Lam. s., „ „ „ » „ • 

, incarnata Müll, s., , , , , „ , 

„ fruticum L. s., „ „ , „ , » 

Cionella lubrica Müll, s., auf der unteren Terrasse der 

Hirschau. 
Clausilia laminata Mont. s., an Buchenstämmen des Lech- 
abhanges. 
Clausilia orthostoma Mke. h., an ßuchenstämmen des Lech- 
abhanges. 
Clausilia cana Held h. h., an Buchenstämmen des Leeh- 
abhanges. 
Clausilia ventricosa Drp. s., an quelligen Orten der Hirschau. 
„ plicatula Drp. s., an Buchenstämmen. 
, dubia Drp. s., an Buchenstämmen. 
„ biplicata Mont. s., auf der unteren Terrasse. 
Limnaea peregra Müll. var. elongata des. h., in einem 

kleinen Wasserloch bei Theining. 
Planorbis marginatus Drp. v. submarginatus Jan h., in 
einem kleinen torfigen Wassergraben bei Vilgertshofen. 
Unio batavus Lam. s., in einem Bach des Torfmoores bei 
Theining. 



— 71 — 
Neue Sasswasserschnecken. 

Von 
S. Cl essin. 



1. Lartetia bosniaca n. sp. 

Gehäuse klein, zylindrisch, glashell, durchsichtig ; Um- 
gänge 6, glatt, langsam zunehmend, stark gewölbt und 
durch tiefe Nähte getrennt, der letzte wenig breiter als 
der vorletzte, Va der Gehäusehöhe einnehmend. Mündung 
eiförmig, nach oben wenig eckig ausgezogen; Mundsaum 
scharf, zusammenhängend, kaum erweitert ; Spindelumschlag 
den Nabelritz fast verdeckend. 
Länge des Gehäuses 2,1, Durchm. 0,8 mm. 

Fundort: Quelle Turbe am oberen Weg bei Travnik 

in Bosnien. 

2. Lartetia gracilis n. sp. 

Gehäuse klein, zylindrisch-kegelförmig mit scharfer 
Spitze, glasfarben, durchsichtig; Umgänge 5V« — 6, sehr 
langsam zunehmend, wenig gewölbt, durch wenig tiefe Naht 
getrennt, der letzte wenig verbreitert, nicht ganz Va der 
Gehäusehöhe einnehmend ; Mündung schmal, eiförmig, nach 
oben eckig ausgezogen ; Mundsaum scharf, nicht erweitert, 
den feinen Nabelritz nicht gänzlich verdeckend. 
Länge 1,8, Durchm. 0,7 mm. 

Fundort: Im Alzauswurf bei ßurgkirchen. 

Bemerkung. Es ist dies eine zweite Art, die sich 
neben L. (Vitrella) aciculoides findet. Sie ist kleiner und 
zierlicher als diese, hat ein mehr zugespitztes Gewinde und 
nähert sich am meisten der L. acicula Held, die aber noch 
zierlicher als die vorstehend beschriebene ist. 

3. Bythinella conica m. 
Gehäuse klein, kegelförmig mit stumpfer Spitze, mit 
braunem Schlamm beschlagen; Umgänge 5, ziemlich ge- 
wölbt, durch tiefe Nähte getrennt, wenig rasch zunehmend, 



— 72 — 

der letzte nicht ganz V» der Gehäusehöhe einnehmend; 
Mündung eiförmig, etwas nach rechts gezogen, nach oben 
zugespitzt; Mundsaum scharf, nicht erweitert, zusammen- 
hängend; Gehäuse geritzt. 
Länge 2,5, Durchm. 1,3 mm. 

Fundort: Alzauswurf bei Burgkirchen. 

Bemerkung. Die Art unterscheidet sich durch ihre 
kegelförmige Gestalt von allen bayrischen Arten des Genus. 
4. Bythinella tumidula m. 

Gehäuse klein, breit-kegelförmig, festschalig, durch- 
scheinend, meist mit grauem Schlamm beschlagen; Um- 
gänge 4, sehr gewölbt, durch tiefe Nähte getrennt, der letzte 
sehr erweitert, etwas mehr als Va der Gehäusehöhe ein- 
nehmend ; Mündung schmal, eiförmig, nach oben gewinkelt ; 
Mundsaum scharf, nicht erweitert; Nabelritze offen. 
Länge 2,8, Durchm. 1,5 mm. 

Fundort: Quelle bei Travnik in Bosnien. 

Bemerkung. Die Art unterscheidet sich von der 
ihr am nächsten stehenden B. opaca Zglr. durch die kegel- 
förmige Gestalt und das Ueberwiegen des letzten Umganges. 

5. Lithoglyphiis buljaricensis m. 
Gehäuse klein, kugelig-kegelförmig, festschalig, nicht 
durchsichtig, meist mit grünem Schlamm beschlagen, Um- 
gänge 4, sehr gewölbt, anfangs langsam zunehmend, die 
ersten 3 ein kurzes kegelförmiges Gewinde bildend, der 
letzte etwas mehr als die Hälfte der Gehäusehöhe ein- 
nehmend; Mündung rundlich-eiförmig, nach oben wenig 
zugespitzt; Mundsaum scharf, nicht erweitert, zusammen- 
hängend; Spindelrand kaum verdickt, einen feinen Nabel- 
ritz offen lassend. 

Höhe des Gehäuses 2,5—2,8 mm, Durchm. 1,3 mm. 
Fundort: Buljarica-Bach bei Lastva in Süd- 
Dalmatien. 



— 73 — 

Bemerkung. Die Art steht dem Lithogl. notatus 
am nächsten, hat aber ein höheres Gewinde. 
6. Bythinella Kosmosi n. sp. 

Gehäuse, klein, kegelförmig, mit stumpfer Spitze, von 
vveiss-grünlicher Farbe, nicht durchsichtig; Umgänge 
4— 47«, rasch zunehmend, sehr gewölbt, durch tiefe Nähte 
getrennt ; der letzte sehr erweitert, die Hälfte der Gehäuse- 
höhe einnehmend ; Mündung ziemlich weit, schief, eiförmig, 
nach oben wenig eckig. Mundsaum scharf, nicht er- 
weitert, zusammenhängend; Nabelritz fast verdeckt. 
Höhe 3,5 mm, Durchm. 1,8 mm. 

Fundort: Kiralykut bei Düsgyor im Gontk- Gebirge 
Ungarn. 



Weitere Mitteilangen 
über südamerikanische Nenla-Arten. 

Von 
Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt (Main). 



Angeregt durch meine im Nachr.-BIatt d. d. Malak. 
Gesellschaft 1909 p. 162—183 veröffentlichte kleine Arbeit 
über die Giausiliidengattung Xenia hat mich Herr Hugh 
C. Fulton brieflich nicht bloss auf drei Auslassungen 
{N. chanchamayoensis, N. granulosa und N. slosarskii var. 
rosenbergi) in meiner Artenliste dieser Gattung aufmerksam 
gemacht, sondern auch den Nachweis geliefert, dass N. 
chanchamayoensis (Prest.) identisch ist mit N. chaeaensis 
(Lub.), und hat mir neben einigen andern iVienta-Arten 
Belegstücke für diese seine Ansicht eingeschickt. 

Ändert dieses Material und die sich daran knüpfenden 
Aufschlüsse auch den Inhalt meiner früheren Arbeit nur 
wenig, so geben sie doch Veranlassung einige der weniger 
bekannten Arten dieser Gattung des breiteren zu erörtern, 



— 74 — 

die Frage der Verwandtschaft von N. slosarskii mit N. ftachi 
nochmals zu besprechen und einige Auslassungen in Bezug 
auf den Fundort bei N. slosarskii und N. chacaensis zu 
ergänzen. 

* Nenia chacaensis (Lub.) 1889. 

Clausilia chacaensis Luborairski, Proc. Zool. Soc. Lon- 
don 1879 p. 727, Taf. 56, Fig. 

Nenia chacaensis P. Ehrmann, Nachr.-Blatt d. d. Mal. 
Ges. 1905 p. 66. 

Clausilia (Nenia) chanchamayoensis H. P. Preston, Ann. 
Mag. N. H (7) Vol. 20, 1907 p, 495, Textfig. 12. 

Nenia chacaensis Boettger, Nachr.-Blatt 1. c. 1909 
p. 162, 163 und 183. 

Peru: Ghaca bei Huanta (t. Jelski) und Rio Ghan- 
chamayo (t. Dr. Staudinger und Bang Haas). 

Unter Einsendung eines von Dr. St au ding er er- 
haltenen Stückes aus Ghanchamayo schreibt mir H. Fulton, 
dass seiner üeberzeugung nach die vorliegende Schnecke 
mit Kotypen von Prestons Cl. chanchamayoensis überein- 
stimme, und dass auch Edg. A. Smith vom Britisli 
Museum beide Formen für identisch halte. 

Genauer Vergleich des alt. 13^2, diam. 3 mm grossen 
Stückes mit der Prestonschen Abbildung und Diagnose, 
sowie mit Originalen meiner Sammlung von N. chacaensis 
(Lub.) ergab die volle Richtigkeit der Ansicht der beiden 
genannten englischen Forscher. 

* Nenia adamsiana (Pf.) 1860. 

Clausilia adamsiana Pfeiffer, Proc. Zool. Soc. London 
1860 p. 140. 

? Clausilia adamsiana v. Martens, Malakoz. Blatt. Bd. 
14, 1867 p. 146. 

Nenia adamsiana Boettger, Nachr.-Blatt d. d. Malak. 
Gesellsch. 1909 p. 172 und 180. 



— 75 — 

Der genauere Fundort der Art in Peru ist leider 
mmer noch nicht bekannt. 

Von dieser Spezies schickte mir H. G. Fulton ein 
Stück zur Ansicht und Begutachtung ein, das aus Frau 
J. Fitz-Geralds Sammlung stammt und ursprünglich in 
der coli. Adams lag. Es trug den Namen Clausula epis- 
tomium K., was aber Fulton verdächtig war, da ihm die 
Form mehr auf N. adamsiana (Pf.) hinauszukommen schien. 
Um seine Zweifel zu heben, vergUch er das Stück mit den 
im British Museum aufbewahrten Originalexemplaren. 
Fulton und Edg. A. Smith kamen zu dem Resultate, 
dass mit Ausnahme, dass das Fitz-Geraldsche Stück etwas 
festschaliger und — weil tot gesammelt — abgerieben ist, 
beide Formen gut miteinander übereinstimmen. »Die 
Typen sind eben nicht so alte Schalen und daher etwas 
dünner, und ihre schiefe Streifung ist sehr deutlich." 

Wir können uns bei dieser Auskunft über die in Rede 
stehende Art beruhigen. Grade die Festschaligkeit scheint 
diese Spezies von ihren näheren Verwandten (z. B. N. 
callangana Elu*m. und JV. suhlutea Bttg.) zu unterscheiden. 

Verglichen mit Pfeififers Diagnose stimmt alles — 
namentlich das ,t. solidula, spira medio subinflata, apice 
obtusula" — mit den Verhältnissen bei dem Fitz-Gerald- 
schen Stücke bis auf die Mündung, die deuthch etwas 
breiter ist als hoch. Wir möchten der Pfeiffer 'sehen 
Diagnose nach dem vorliegenden Stücke noch hinzufügen: 
, Spira vasta. apert. latiore quam alta. perist. ad dextram 
distincte magis expanso. — Alt. 18—19, diam. 4^3—4^2 mm ; 
alt. apert. 4, lat. apert. 4V* mm." 

* Kenia slosarskU (Lub.) 1879. 

Clausilia slosarskU Lubomirski, Proc. Zool. Sog. London 
1879 p. 726, Taf. 56, Fig. 5—7. 

Kenia slosarskU Boettger, Nachr.-Blatt d. d. Malak. 
Gesellsch. 1909 p. 169 und 177. 



— 76 — 

Peru: Pumamarca (t. Stolzmann). 

Von dieser Art schenkte mir H. G. Fulton ein 
zweites Stück, das aus der Originalausbeute Stolzmanns 
im Warschauer Museum stammt. 

Es zeigt die Charaktere dieser Spezies, die in der 
auffallend schlanken, walzenförmigen Totalgestalt gipfeln 
und sie fast um die Hälfte schmäler erscheinen lässt als 
die verwandte N. periiana (Trosch.), ist aber etwas grösser 
und besitzt auch etwas grössere Mündung. Umgänge fast 
7; alt. 26 V*! diam. 5*1* mm; alt. apert. 6'/*, lat. apert. 
6*/* mm. — Mündung zu Schalenhöhe wie 1:3,89 (nach 
andern Messungen wie 1:4,27 bis 1:4,36). 

Auf die Färbung der Schale »dunkel grau braun bis 
violettbraun* möchte ich heute kein besonderes Gewicht 
mehr legen, ebenso nicht auf die Färbung der Innenseite 
der Mündung, die, wie ich mich überzeugt habe, »schmutzig- 
weiss bis graubraun, mit hellerem, weisslichen Mundsaum" 
genannt werden darf. Ein durchgreifender Unterschied von 
N. ßachi in der Färbung ist also nicht vorhanden. 

»Wenn er den Formenkreis der iV. slosarskii über- 
blicke", schreibt mir Fulton, »so ist diese Schnecke in 
Färbung und schwächerer oder stärkerer Aus- 
bildung der Skulptur variabel, indem die wellen- 
förmigen, schiefen Vertikalstreifen in Stärke der Ausbildung 
veränderlich sind. Daher glaube er auch, dass dieser Art 
vier oder fünf Namen gegeben worden seien, aber ehe man 
von all diesen Formen nicht authentische Originale ver- 
glichen habe, könne man sicheres nicht aussagen." »Ich 
glaube nicht*, sagt er am Schlüsse seiner brieflichen Aus- 
führungen, »dass es richtig ist zu sagen, dass eine von 
diesen fraglichen Formen oder Varietäten Spiralskulptur 
habe, vielmehr täuschten die regelmässigen, feinen Wellen 
der schiefgestellten Vertikalstreifen nur das Vorhandensein 
einer solchen Spiralstreifung, resp. Netzskulptur vor." 



- 7t - 

* Nenia flacht Bttg. 1889. 

Nenia flachi Boettger, Nachr.-Blatt d. d. Malak. Ge- 
sellsch. 1889 p. 166 und 1909 p. 162, 169 und 177. 

ClausiUa granulosa Sykes^ Journ. of Mal. (Webb) 
Vol. 7, 1900 p. 166, Fig. 

ClausiUa (Nenia) slosarskii var. rosenbergi H. B. Preston, 
Ann. Mag. N. H. (7) Vol. 20, 1907, p. 495, Fig. 13. 

Peru; Rio Chanchamayo in etwa 1000 m Höhe (t. 
Herrn. Rolle et Garlepp). 

Zwei mir von H. C. Fulton vorgelegte, vom Chan- 
chamayo stammende Stücke, die er von Dr. St au dinge r 
& Bang Haas erhalten hatte, stimmen vollkommen mit 
meiner N. f,achi überein. 

Ich habe schon bei der Beschreibung dieser Form 
darauf hingewiesen, dass sie grosse Aehnlichkeit mit N. 
slosarskii (Lub.) besitze, von dieser aber durch einige 
Eigentümlichkeiten in Form, Farbe und Faltenbildung ab- 
weiche. Bei genauer Prüfung des jetzt zahlreicher vor- 
liegenden Materials beider Formen reduzieren sich freilich 
die angegebenen Kennzeichen auf nur drei: 1. die konstant 
spindelförmige oder bauchig - spindelförmige Totalgestalt 
gegenüber der walzenförmigen bei N. slosarskii, 2. die bei 
guter Erhaltung dunkel kastanienbraune Färbung gegenüber 
der immer mehr havannabraunen oder braungrauen Farbe 
der N. slosarskii und 3. die deutlich weniger sichelförmig 
geschwungene Form der Mondfalte bei N. flachi im Gegen- 
satz zu der tiefer halbmondförmig ausgeschnittenen Gestalt 
der Lunella bei der anderen Art. 

Auch in der deutlich weitläufigeren und gröberen 
Entwicklung der Vertikalskulptur und in der weniger feinen 
Ausbildung der Spiralskulptur bei N. flachi mag ein Unter- 
schied gegenüber N. slosarskii bestehen, aber ich möchte 
darauf weniger Gewicht legen. Sicher ist, dass ich erstere 



~ 78 - 

bisher nur von Pumamarca, letztere nur vom Rio Giian- 
chamayo kenne. 

Die Prestonsche N. slosarskii var. rosenhergi von Pozuzo 
in 800 m ist der Abbildung nach nichts weiter als eine 
typische N. flachi. Ihre Diagnose „More coarsely trans- 
versely striate and much less closely spirally striate than 
in the typical form* legt auf einen Nebenumstand Gewicht, 
während Pres ton die konstante Verschiedenheit der 
Schalenform entgangen zu sein scheint. 

Ein drittes Stück, das mir von H. C. Fulton als 
„N. slosarskii (Lub.) var. rosenhergi Prest. ?, ebenfalls vom 
Ghanchamayo stammend, zuging, bedarf noch besonderer 
Erwähnung. In Bezug auf Schalenform und dunkelkasta- 
nienbraune Färbung stimmt es mit N. flachi überein, auch 
die Längs- und Querskulptur ist identisch, aber in der 
Form der Mündung und in der Ausbildung der etwas 
länger und mehr gradlinig nach links ziehenden Unter- 
lamelle zeigen sich Unterschiede. Da die Schale eben erst 
vollendet ist und auf dem Nacken die Andeutung von un- 
regelmässigem Wachstum zeigt, möchte ich die genannten 
kleinen Abweichungen für anormal erklären und die vor- 
liegende Form ebenfalls für eine wenn auch etwas atypische 
N. flachi halten. H. G. Fulton schreibt mir speziell über 
dieses Stück: »Ich habe ein Exemplar dieser Form auch 
an H. B. Presto n geschickt und ihn gebeten, die Schnecke 
mit seiner N. slosarskii var. rosenhergi zu vergleichen. Er 
erwiderte, dass er (Preston) nicht glaube, dass die vor- 
liegende Form seine var. rosenhergi sei, da die letztere „is 
not nearly so spirally striate" als die Schnecke vom Ghan- 
chamayo, und da auch die Vertikalstreifen bei der Ghan- 
chamayo-Form viel feiner seien als bei var. rosenhergi- 
„Trotz dieser Angabe Prestons", schreibt mir H. G. Fulton, 
„glaube ich in der Schnecke vom Ghanchamayo dessen 
var. rosenhergi zu erkennen. Die Skulptur variiert 



- n - 

in der S tä r k e der Ausbildung; ja ich glaube, dass 
eine eigentliche Spiralstreifung gar nicht existiert, sendern 
dass die fein gewellten Vertikalstreifen nur eine solche 
Skulptur vortäuschen." 

Was die oben gleichfalls in die Synonymie von N 
ßachi eingesetzte Clausula granulosa Sykes anlangt, auf, 
deren Diagnose mich gleichfalls H. G. Fulton in liebens- 
würdiger Weise aufmerksam machte, so bin ich leider 
augenblicklich nicht in der Lage die Originalbeschreibung 
vergleichen zu können, da ich das Heft in meiner Bibliothek 
nicht finden konnte. Aber Fulton schreibt mir, dass sie 
augenscheinlich der N. flachi sehr nahe stehe, aber die 
Abbildung sei nicht gut, die Verbindung von Prinzipale 
mit Mondfalte sei ungenau und der obere Teil der Lunelle 
mache nicht mit der Prinzipalfalte einen Winkel, sondern 
verlaufe nach links hin schliesslich nahezu parallel mit ihr, 
ohne sie zu berühren. Da der Autor vorher keine Probe 
der Zeichnung zur Korrektur erhalten hatte, ist diese Un- 
genauigkeit dem Zeichner in die Schuhe zu schieben. 



Nachtrag: zur Liste der Binnenmollusken Ton Kamerun. 

Von 
Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt a. M. 



Im Nachr.-Blatt d. D. Mal. Ges. 1905 p. 153—184, 
2 Fig., Taf. 7 gab ich eine Aufzählung aller bis dahin aus 
Kamerun beschriebenen Binnenkonchylien. Inzwischen sind 
mir aus der Literatur noch zwei Formen bekannt geworden, 
deren Gitat ich hier der Vollständigkeit halber nachtragen 
möchte. Es sind: 

1. Limicolaria praetexta v. Mts. 1888. 
Ed. V. Martens, Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 
1888 p. 148 u. Conch. Mitteil. III p. 8, Taf. 43, 



— 80 — 

Fig. 4— 5. — Tryon-Pilsbry, Man. Gonch. II. Ser., 

Vol. 16, 1904, p. 261, Taf. 20, Fig. 15-16. 

Barombi (Kamerun), und 

2. Pseudoglessula efulenensis Preston 1908. 

H. B. Preston, Proc. Mal. Soc. London Vol. 8, 1908, 

p. 7, Fig. 

Efulen (Kamerun). 

Dazu bin ich in der Lage, die sehr schönen folgenden 
Novitäten hinzuzufügen : 

3. Streptostele media n. sp. (Streptaxidarum) 1910. 

Char. Species parva, magnitudine intermedia inter 
S. buchholzi v. Mts. et S. pusillam d'Ailly. — T. imperforata 
turrita, tenuis, albida, opaca; spira sensim attenuata ad 
apicem acutum leviter dextrorsum devians. Anfr. 8 Va parum 
conveyi, sutura simplice, Uneari discreti, minutissime stria- 
luli, nullo modo varicosi, ultimus V* altitudinis testae 
subaequans. Apert. subobliqua, basi recedens, subtetragono- 
piriformis ; columella verticalis vix torta, fere usque ad basin 
descendens et angulum parum distinctum cum margine 
basali formans; perist. rectum, margine dextro modice 
arcuatim protracto, basali paululum recedente columellarique 
revoluto leviter calloso-limbatis. 

Alt. 8Va, diam. max. 2Vi mm; alt. apert. 2^4, lat. 
apert. IV* mm- 

Fundort: Gross-Batanga, Post Kribi, Kamerun, 
ein einzelnes Stück von Herrn Pfarrer G. Nägele in 
Waltersweier bei Offenburg (Baden) erhalten (coli. Bttg.). 

Bemerkungen. In Bezug auf die Grösse steht die 
Art in der Mitte zwischen S. buchholzi v. Mts. (Mon.-Ber. 
Akad. Wiss. Berlin 1876 p. 262, Taf. 3, Fig. 16-17) mit 
12—16^/4 mm — die in zwei Stücken ebenfalls von Gross- 
Batanga vorliegt (comm. Pfarrer G. Nägele) — und S. pusüla 
d'Ailly (Bihang tili K. Sv. Vet.-Akad. Handl. Bd. 22, Abt. IV, 
No. 2, Stockholm 1896 p. 26) mit 4^/4 mm. Dies waren 



— 81 — 

die beiden einzigen bis jetzt aus Kamerun bekannten Arten 
der Gattung. Der Diagnose nach steht die vorliegende Art 
der letztgenannten Form näher als der andern, wird sich 
aber durch die doppelte Grösse und den Mangel der Ver- 
(lickungswülste (Varices) auf den ersten Blick unterscheiden 
lassen. Auch sie fand sich in Gesellschaft der — im übrigen 
offenbar häufigeren — SubuUna angustior (Dohrn). 

4. Ennea (Ptydiotrema) huchJiolzi v. Mts. var. dyscrita n. 

Ghar. Differt a typo t. minore, magis oblonga, 
apice acutiore, anfr. solum T'/a— 8 convexioribus, densius 
et minus distincte costulato-striatis, ultimo basi magis 
compresso, ante aperturam media parte profundius scrobi- 
culato, apert. angustiore, pro latitudine longiore, margine 
dextro media parte angulatim distinctius protracto. 

Lgt. lOVa — 12, diam. 33/4—4 mm; alt. apert. 3V8-4, 
lat. apert. 2-2^4 mm. 

Fundort: Idenau-Pflanzung bei Viktoria, 5 von 
Herrn 0. Volley daselbst gesammelte Stücke, und Gross- 
Batanga bei Kribi, Kamerun, ein von Pfarrer G. Nägele 
in Waltersweier mir überlassenes Stück (coli. Bttg.). 

Bemerkungen. Da mir die Formen aus Bibundi 
Uebergänge von dieser zu der typischen, mir von Buea 
vorliegenden Art zu bilden scheinen, betrachte ich diese 
vom Typus in einigen Details recht abweichenden Schnecken 
vorläufig am besten nur als eine Lokalform von E. hucli- 
liolzi v Mts. Die Zahl der Zähne und Falten der Mündung 
und ihre Stellung zeigt keine merkliche Verschiedenheit. 



— 82 — 

Eine neue Corasia. 

Von 
H. Rolle. 



Corasia tangoelandangensis n. 

Testa imperforata, depresse globosa, angulato-carinata, 
tenuis, subtiliter arcuatim striata, sculptura spirali supni 
sub lente tantum consp'cua, infra distinctiore, carneo- 
albida, fasciis angustis luteis praeseitim in anfr. ultimo 
vai'ie picta. Spira depresse eonica, apice late truncato- 
obtusato; sutura linearis, parum impressa, in anfr. inferis 
luteo marginata. Anfr. 4 rapide crescentes, superi con- 
vexiusculi, ultimus angulatus, utrinque fere aequaliter con- 
vexus, supra fasciola unica distinctiore, versus aperturam 
fasciolis numerosis inaequalibus pulcherrime ornata, antice 
liaud descendens. Apertura obliqua piano irregulari, intus 
albocarnea fasciis parum translucentibus, valde lunata, extus 
vix angulata, peristoma acutum, tenue, undiqne brevissime 
oxpansum sed haud reflexum, marginibus distantibus, vix 
Gallo tenuissimo junctis, supero producto, cum columellari 
brevi, stricto, dilatato et medio sulcato angulum formante. 

Diam maj. 33, min. 23, alt. 22,5 mm. 

Insel Tangoelandang, von Kribbler 1909 gesammelt. 

Zunächst mit C. lais von Toekun-Besi verwandt, aber 
festschaliger, die oberen Windungen stärker gewölbt, die 
Zeichnung erheblich verschieden. 



Eigenartige Yerwendung" Yon Couchylien zu einem 
Kunstwerk. 

Von 
W i 1 c k e n s , Heidelberg. 



In der städtischen Kunst- und Altertümer-Sammlung 
zu Heidelberg befinden sich zwei holzgeschnitzte Figuren 



— 83 — 

von etwa 1,20 m Höhe, eine weibliche, wohl die Göttin 
Flora darstellend, und eine männliche, in Rittertracht mit 
weilfaltigen sackartigen Kniehosen. Diese Holzfiguren sind 
mit Ausnahme der Gesichter und Hände vollständig mit 
f'iner Schichte von Kitt überzogen, in welche als Schmuck, 
namentlich der Gewandung, eine kaum zählbare Menge 
von Conchylien, meist deutsche Landconchyhen mosaik- 
artig eingesetzt wurde. Neben Helix nemoralis, hortensis^ 
urbustorum, fruticum, lapicida usw. finden wir verschiedene 
Arten von Clausilia, Pupa, Hijalina, Patula und BuUminus. 
Zum Schmucke des Fussgestelles der Figuren sind nament- 
lich von Bulimimis defritus Linien und sonstige Figuren 
hergestellt. Auch Ausschnitte der Perlmutterschicht von 
Muscheln in verschiedenen geometrischen Formen sind in 
den Kitt eingebettet um verschiedene Stoffmuster der Ge- 
wandung darzustellen. Dm'ch unzählige eingekittete Exem- 
plare von Pupa z. B. in den Kitt der Halskrause und der 
Strümpfe des Ritters erscheint der Stoff fast wie gestrickt 
oder gewoben. In ähnlicher Weise sind die Kornähren, 
welche die weibliche Figur in der Hand hält, durch Pupen 
dargestellt. Kleinere Meeresconchylien sind im Allgemeinen 
nur in geringer Anzahl verwendet. Zu bewundern ist nur 
die Geduld und Ausdauer, mit welcher der Künstler die 
Oberfläche der Figuren mosaikartig mit den Conchylien 
bekleidete. Die Figuren befanden sich früher im kurfürst- 
lichen Schloss zu Heidelberg und mögen etwa aus jdem 
Anfange des 18. Jahrhunderts stammen. Der Name des 
Künstlers ist nicht bekannt. 



Kleinere Mitteilungen. 

Nochmals Schnecken aus dem Tsadsee. 
Unter der Ueb.rschrift „Schnecken aus dem Tsadsee* habe 



— 84 — 

ich im Nachr.-Bl. d. d. Mal. Ges. 1905 p. 23-26 die Liste 
von drei Molluskenarten 

1. Vivipara unicolor (Oliv.), 

2. Melania (Melanoides) tuherculata Müll, und 

3. Corbicula fluminalis Müll. 

gegeben und daran die folgende Bemerkung geknüpft: „Es 
ist von nicht geringer Wichtigkeit, zu wissen, dass das 
abflusslose Gebiet des Tsadbeckens seine Tierwelt vom Nil 
aus bekommen hat, da die drei gefundenen Formen typische 
Nilmollusken sind. War eine davon immerhin auch von 
Rohlfs bereits signalisiert, so erhöhten die andern den 
Wert der Rohlfs'schen Entdeckung und machten sie zur 
unumstösslichen Tatsache . . . Die Entstehung und Bildung 
des ganzen Beckens aber scheint nach diesen Beobach- 
tungen einer geologisch sehr jungen Erdperiode anzugehören." 
Zu dieser kleinen Aufzählung hat sich nun eine 
weitere Liste von drei Arten gesellt, die mir Oberleutn. a. D. 
Arnold Schnitze in Bonn, der Bornu 1903 bereiste, 
zugehen Hess. Es sind 

4. Cleopatra hulimoides (Oliv.), ein Stück, 

5. Lanistes (Meladomus) ovum (Pts.), ein Stück, und 

6. AmpuUaria ovata (Oliv.), in Anzahl. 

Die Stücke stammen aus einem Waldtümpel bei Yale 
am Tsadsee in Bornu und sind wie die früher aufgezählten 
Formen sämtlich als typische, ja als charakteristische Ver- 
treter der Süsswasserfauna des Nilgebiets zu betrachten. 

Diese Schneckenbeobachtungen bestätigen auch die 
Vermutungen A. Schultzes, der durch die Beachtung der 
Wasserflora, die mit der der Nilbarren übereinstimmt (Her- 
miniera elaphroxylon) , und die Entdeckung des Molchfisches 
Protopterus am Tsadsee zu dem gleichen Result'at gekommen 
war. Sie machen die Tatsache der faunistischen Ueber- 
einstimmung zur völligen Gewissheit. 0. Boettger. 



— 85 



Necrologie. 

Am 21. Mai 1909 starb nach langem Leiden 
in Agram der Erforscher der dalmatischen und 
kroatischen Molluskenfauna und Begründer des 
kroatischen Nationalmuseums Professor Splridon 
Bruslna. Geboren am 11. Dezbr. 1845 in Zara, 
eifriger Sammler von Jugend auf, hat er seine 
Arbeitskraft sein ganzes Leben hindurch in den 
Dienst der naturwissenschaftlichen Heimatforschung 
gestellt. Die Mollusken, marine und extramarine, 
lebende und fossile, standen dabei in erster Linie, 
aber auch als Ornithologe hat Brusina sich den 
Ruf eines sorgfältigen und kenntnisreichen Beo- 
bachters erworben. Das kroatische Nationalmuseum 
verdankt ihm so ziemlich Alles. Dass seine Arbeit 
von der Regierung anerkannt und entsprechend 
gelohnt wurden, kann man leider nicht behaupten. 
Auch die Wissenschaft ist ihm nicht immer völlig 
gerecht geworden. Die marinen Molluskenarten 
aus der obersten Adria, die er schon früh als 
eigene Arten erkannte und abtrennte, sind vielfach 
erst in der neuesten Zeit anerkannt worden. 

Seine erste Arbeit veröffentlichte er schon 
im Alter von 20 Jahren in den Verhandlungen 
der Wiener Zoolog. Botanischen Gesellschaft. Seit- 
dem erschienen eine ganze Reihe Arbeiten sowohl 
über die lebenden Mullusken der Adria und Dal- 
matiens als über die Tertiärfaunen der unteren 
Donauländer. Die wichtigsten sind : 



— 86 — 



Conchiglie Dalmate inedite, Wien 1865. 
Gontribuzione pella Fauna dei Molluschi Dal- 

mati, Wien 1866. 
Gasteropodes nouveaux de l'Adriatique. — In: 

J. de Gonchyl. XVII. 1869. 
Prinesci malacologici, Agram 1870. 
Ipsa Ghiereghinii Conchiglie. Pisa 1870. 
Saggio della Malaeologia adriatica. In: Bull. 

Soc malac. ital. IV. 1870. 
Saggio secundo della Malaeologia adriatica. — 
Ebenda 1872. 
Seine Arbeit über die Tertiärconchylien Sla- 
voniens, für die er ungeheueres Material zusammen- 
gebracht hatte, sind leider nicht zum Abschluss 
gelangt. Zu dem 1902 erschienenen prächtigen 
Atlas mit 30 Tafeln hat er den Text nicht geschrieben. 
Seinen Freunden stellte er mit der grössten 
Bereitwilligkeit sein reiches Material zur Verfügung. 
Er wird in der Geschichte der Malakozoologie un- 
vergessen bleiben. 

Am 28. April 1 908 starb in Villefranche - de - 
Lauraguais (Haute-Garonne) der letzte Vertreter 
der Nouvelle Ecole, Paul Fagot. Geboren am 
13. Dezember 1842, lebte er seit 1869 in seiner 
Vaterstadt und widmete alle freie Zeit der Er- 
forschung seines Heimatgebietes, und zwar nicht 
nur in Beziehung auf die Malakozoologie, sondern 
in jeder Beziehung, Als ..Felibre" schrieb er unter 
dem Namen Namen Pierre Laroche und gab 
einen vorzüglichen Dictionaire der Langue d' oc 



— 87 



heraus. Seine Hauptarbeit galt aber immer den 
Binnenmollusken. Der Necrolog, den ihm sein 
Mitarbeiter, der Kommandant Gaziot im Journal 
de Gonchyliologie (vol. 56 p. 162) widmet, zählt 
über 40 Arbeiten auf. Eine grosse Arbeit über 
die Fauna der Iberischen Provinz hat er fast 
vollendet hinterlassen. 

Fagot war derjenige von den Gründern der 
Societe malacologique de France, der sich gegen- 
über Bourguignat am meisten Selbständigkeit be- 
wahrte und bei aller Freundschaft seine eigenen 
Ansichten vertrat; seine Arbeiten sind von grund- 
legender Bedeutung für die Kunde der Pyrenäen- 
fauna. Unserer Gesellschaft hat er seit Jahren 
angehört. Ein Lebensbild; von St. Simon, mit 
Porträt findet sich in der Revue bibliographique 
de la Societe Malacologique de France 1885 I. 



In Athen starb am 14. September 1909 nach längerer 
Krankheit Chr. lieonis, dessen Name auch in malako- 
logischen Kreisen einen guten Klang hat. Im Auftrage 
französicher und englischer Eutomologen bereiste er den 
grössten Teil Griechenlands, um Insekten zu sammeln; dabei 
wandte er auch den Mollusken seine ' Aufmerksamkeit zu» 
und seinem Sammeleifer verdanken wir die Kenntnis einer 
ganzen Reihe neuer und interessanter Arten, die durch 
Herrn Dr. Krüper in den Verkehr gebracht und zum 
grössten Teil von deutschen Malakologen beschrieben wurden. 
Er hat sich durch seine Sammeltätigkeit um unsere Wissen- 
schaft sehr verdient gemacht; es ist deshalb eine Pflicht 
der Dankbarkeit, dass wir an dieser Stelle seiner gedenken. 
Möge ihm die Erde leicht sein! 

P, Hesse. 



88 - 



Literatur ; 



Suter, Henry, a new Placostylus front New Zealand. — In : 

Transact. New Zealand Inst., vol. XV. 1907, p. 340 

-343, pl. XXV (PI. bollonsi von Great King Island, 
(ausgegeben 1908). 

Honigmann, H. L., Verzeichnis der im Zoologischen Museum 
der Universität Halle befindlichen Goldfuss'chen Mol- 
lusken- Lokalsammlimg. — In: Zeitschr. f. Naturwissen- 
schaften p. 287—300. 

Dali, W. H. (& Paul Bartsch, a Monograph of West-Ame- 
ricanPyramidellid Mollusks. In : Smithsonian Institution. 
U. St. Nat. Mus. Bulletin 68. — Washington 1909. 

Eine vollständige Monographie der ostpacifischen Pyraniidellideii 
mit sorgfältig gearbeiteten Bestimmungsscblüsseln und 30 sehr 
guten Tafeln. Als neu beschrieben und abgebildet werden : 
Pyramidella bairdi t. f. 5 ; — (Voluspa) cerrosana t. 1 f. 1 ; — 
(Longchaeus) mexicana t. 1 f. 12 ; — L. mazatlanica t. 1 f. 7 ; 

— (Pharcidella) panamensis t. 1 f. 8; — Turbonilla centrota 
(= acuminata C. B. Ad. nee Goldf.) t. 2 f. 6; — T. ima t. 2 
f. 1; — diegensis t. 2 f. 13; — acra t. 2 f. 14; — lucana t. 2 
f . 3 ; — (Chemnitzia) hypolespa t, 2 f. 5; — Ch, aepynola 
t. 2 f. 10 ; — Gh. santarosana t. 2 f. 7 ; — Gh. paramoea t. 2 
f. 4; — Ch. houseri t. 2 f. 15; — Ch. kelseyi f. 2 f. 16; — 
Ch. raymondi t. 2 f. 17 ; — Stiioturbonilla stephanogyra t. 3 
f. 8 ; — Str. buttoni t. 3 f. 4 ; — Str. asser t. 3 f. 1 ; — Str. 
mexicana t. 3 f. 5 ; — (Str.) attrita f. 4 f. 11 ; — Str. nicholsi 
t. 3 f. 2 ; — Str. calvini t, 4 f. 1 ; — Str. carpenteri t. 3 f. 9 ; 

— Str. simpsoni t. 3 f. 6; — Str. profundicola t. 3 f. 11; — 
Str. galianoi t. 4 f. 12; — Str. humerosa t. 3 f. 10; — Str. 
aresta t. 4 f. 5 ; — Str. pazana t. 4 f. 13 ; — Str. galapagensis 
t. 4 f. 7; — Str. phanea t. 4 f. 4; — Str. imperialis t. 4 f. 2; 

— Str. smithsoni t. 4 f. 10 ; — Ptycheulimella abreojensis t. 5 
f. 7; — Pyrgolampros ridgwayi t. 6 f. 10; — P. halibrecta 
t. 5 f. 10; — P. gouldi t. 6 f. 1 ; — P. halia t. 5 f. 11 ; — 
P. alaskana t. 5 f. 4; — P. keepi l. 5 f. 1; — P. halislrepta 
t. 5 f. 2 ; — P. lituyana t. 5 f. 8 ; — Pyrgiscus annettae t. 7 
f. 7; — P. vexativa t. 7 f. 11; — P. obesa t. 7 f. 3; — P. 



— 89 — 

favilla (= coelata Carp. nee Gould) p. 78; — P. pequensis t. 7 
f. 5; — P. nutlingi t. 7 f. 13 ; — P. callia t. 7 f. 4; — P. 
superba t. 7 f. 10; — P. pluto t. 9 f. 9; — F. jewetti t. 7 
f. 2; — P. signae t. 7 f. 1 ; — P. aragoni t. 9 f. 12; — P. 
recta t. 7 f. 12; — P. weldi t. 8 f. 11 ; — P. nereia t. 8 f. 1 ; 

— P. arlemunda t. 8 f. 15; — P. macbridei t. 8 f. 13; — 
P. nuttalli t. 8 f. 2; — P. macra t. 8 f. 10; — P. marshalli 
t. 8 f. 8; — P. alma t. 9 f. 8; — P. callipepium t. 9 f. 11; 

— P. dina t. 9 f. 10; — P. shimeki t. 9 f. 4; — P. sanctorum 
t. 9 f. 2; — P. halidoma t. 9 f. 6 ; — P. ceralva t. 10 f. 5; 

— P. lepta t. 10 f. 7; — P. histias t. 10 f.,8; — P. wickhanii 
l. 10 f. 9; — P lara t. 10 f. 6; — P. larunda t. 10 f. 4; — 
P. adusta t. 10 f. 12 ; — Mormula regina t. 11 f. 1 ; — M. 
catalinensis t. 11 f. 10; — M. ambusta t. 11 f. 13 ; — M- 
santosana t. 11 f . 7 ; — M. heterolopha t. 11 f. 9; — M. 
ignacia t. 11 f. 2; — M. periscelida t. 11 f. 6; — M. phaleia 
t. 11 f. 5; — Dunkeria sedillina t. 12 f. 3; — D. hipolitensis 
t. 12 f. 8; — D. excolpa t. 12 f. 4; — D. andrewsi t. 12 f . 7 ; 

— D. arala t. 12 f. 12; — D. genilda t. 12 f. 2; — Pyrgis- 
culus monilifera t. 12 f, 15; — P. eucosmia t. 12 f. 13; — 
P. swani t. 12 f. 9; — Careliopsis stenogyra t. 12 f. 1: — 
Odostomia (Salasiella n. subg.) laxa t. 13 f. 8; — S. richi t. 13 
f. 6; — Salassia tropidina (= carinata Fol. nee Desh.) t. 13 
f. 3 ; — Besla callimorpha (= pumila Carp. nee A. Adams) 
t. 13 f. 5 ; — Chrysallida excelsa t. 14 f. 1 ; — Chr. acrybia 
t. 14 f. 6: — Chr. torrita (= communis Carp. nee C. B. Adams 
t. 14 f. 2 ; — Chr. liciaa t. 14 f. 9 ; — Chr. talama t. 18 f. 6 ; 

— Chr. retteri t. 14 f. 8; — Chr. rinella t. 15 f. 6; — Chr. 
rugena t. 14 f . 1 ; — Chr. trachis t. 15 f. 4 : — Chr. lucca 
t. 15 f. 8; — Chr. cementina t. 15 f. 5; — Chr. oonisca 
(= Ovulum Carp. nee Lea t. 15 f. 3 ; — Chr. oldroydi t. 15 
f. 9; — Chr. loomisi t. 16 f. 3; — Chr. vieola t. 16 f. 11 ; — 
Chr. hipolitensis t. 16 f. 8; — Chr. lapazana t. 16 f. 9; — 
Chr. tyleri t. 16 f. 5; — Chr. scammonensis t. 16 f. 6; — 
Chr. pulcia t. 16 f. 10; — Chr. virginalis (= gracilenta Keep 
nee Mtrs.) l. 18 f . 7 ; — Chr. defolinia (= angusta de Polin 
nee Carp.) t. 17 f. 5; — Chr. defolinia difficilis (= ovata de 
Polin nee Carp.) p. 162; — Chr. benthina (= oblonga Carp. 
nee Macgillvray) t. 17 f. 9; — Chr. promeces t. 18 f. 2; — 
Chr. pulcherrima t. 17 f. 7; — Chr. vincta t. 17 f. 4; — Chr. 
helga t. 17 f. 8; — Chr. sanctorum t. 18 f. 1 ; — Chr. sapia 



— 90 — 

l. 18 f. 3; - Chr. deceptrix t. 17 f. 1 ; — F:gilifi poppei I. 19 
f. 3; — Ividella (n. subg.) pedroaua t. 19 f. 8; — Iv. orariana 
(= turrita C. B. Ad. nee Hanley) t. 18 f. 12; — Miraida 
hemphilli t. 19 f. 10; — M. aepynota t. 19 f. 5; — M. gala- 
pagensis t. 19 f . 7 ; — Menestho amilda l. 21 f. 6; — M. 
farina t. 20 f. 1 ; — M. eiiora t. 21 f. 2 ; — M. chilensis t. 21 
f. 6; — M. fetella t. 21 f. 9; — M. hypocurta t. 21 f. 8 ; — 
Evalea nunivakensis t. 22 f. 6; — E. kilisnovensis t. 22 f. 7; 

— E. esilda t.' 22 f. 1 ; — E. aleutica t. 22 f. 5 ; — E. kadiakensis 
t. 22 f. 9; — E. herilda t. 23 f. 8; — E. nemo t,. 22 f. 8; — 
E. pratoma t. 23 f. 4: — E. septentrionalis t. 26 f. 9; — E. 
capitaria t. 26 f. 7 ; — E. unalaskensis t. 26 f. 5 ; — E. obesa 
t. 26 f. 4; — E. lucasana t. 26 f. 2; — E. phanella t. 23 f. 9; 

— E. santarosana t. 26 f. 6 ; — E. socorriensis t. 24 f. 1 ; — 
E. donilla t. 24 f. 3 ; — E. californica t. 24 f. 2; — E. serilla 
t. 24 f. 9; — E. amchitkana t. 24 f. 7; — E. Stephens! t. 24 
t. 5; — E. clessini t. 24 f. 4; — E. minutissima t. 25 f. 4; — 
E. raymondi t. 25 f. 9 ; — E. notilla t. 25 f. 6; — E. niovilla 
t. 25 f. 1: — E. atina t. 25 f. 2; — E. profundicola t. 25 
f. 8; — E, baranoffensis t. 25 f. 3; — E. hagemeisteri t. 26 
f. 1; — E. resina t. 27 f. 6; — E. parella t. 27 f. 5; — E. 
granadensis t. 27 f. 4; — Amaura lastria t. 28 f. 7 ; — A. 
elsa t. 29 f . 1 ; — A. farallonensis t. 27 f. 7; — A. sillana 
t. 28 f. 9; — A. talpa t. 17 f. 9; — A. orca t. 27 f. 3 ; — 
A. arctica t. 28 f. 5 ; — A. moratoria t. 30 f. 7 ; — A. pesa 
t. 29 f. 2; — A. nota t. 28 f. 6; — A. iliuliukensis t. 29 f. 4; 

— A. subturrita t. 28 f. 4; — Scalenostoma dotella t. 30 f. 5; 

— 0. tarella t. 30 f. 4; — 0. dinella t. 30 f. 1 ; — 0. corona» 
doensis t. 30 f. 5. 

Lynge, Herman, the Danish Expedition to Slam 1899—1900. 
IV. Marine Lamellibranchiata. With 5 plates and a 
map. In : Kgl. Danske Vidensk. Selsk. Skriften, VII. 
Afd. V. 3. 1909. 

Bringt die Zahl der aus dem Golf von Siam bekannten Arten auf 
379, obwohl nur der nördliche Teil erforscht wurde. Neu sind 
27 Arten: Barbatia siamensis p. 104 t. 1 f. 16, 17; — Anadaria 
mortenseni p. 120 t. 2 f. 1, 2; — Carditella pusilla p. 164 
t. 3 f. 3—5; — C. pulchella p. 194 t. 3 f. 6—8; — Lucina 
(Phacoides) dalli p. 181 t. 3 f. 9—12; — (Ph.) pulchella p. 173 



— 91 — 

I. ;j f. 13—15; — Keüya linoata p. 176 l. 3 f. 16-18, - K. 
rosea p. 178 t. 3 f. 19, 20; — K. vitrina p. 179 t. 3 f. 21, 22; 

— M. elongata p. 179 t. 3 f. 23, 24; — K. lilium p. 180 t. 3 
f. 25—26 ; — Montacuta costata p. 181 t. 3 f. 27 ; — M. venusla 
p. 181 t. 3 f. 28, 29; — (Tellimya) variabilis p. 183 t. 3 
f. 30—32; — (T.) rudis p. 184 t. 3 f. 33, 34; — Teilina (Ar- 
copagia?) smithi p. 194 t. 3 f. 38, 39; — (Merisca) martensi 
p. 105 t. 3 f. 40-42 ; — (Moerella) berghi p. 200 t. 3 f. 47— 4ii ; 

— (Macoma) tenuisculpta p. 208 t. 4 f. 3 — 5 ; — Circe melvilli 
p. 231 t, 4 f. 32, 33; — Chione (Timoclea) siamensis p. 244 
t. 5 f. 6, 7; — Corbula lineata p. 267 t. 5 f. 23, 24; — C. 
arcaeformis p. 268 t. 5 f. 25, 26; — C. mirabilis p. 271 t. 5 
f. 35—37; — Sphenia quadrangularis p. 272 t. 5 f. 38—41. 

Bartsch, Paul, three new Land Shells from Mexico and 
Guatemala. In: Pr. U. St. Nat. Museum vol. 37 
p. 321-323 pl. 33. 

Euglandina nelsoni t. 33 f. 1, 3, 4, 6, Tepic, Mexiko; — Omphalia 
pittieri t. 33 f. 2, 7, 5, Guatemala; — Euglandina pilsbryi t. 33 
f. 5, Jalisco, Mexico. 

— — , Notes an the Philippine Pond-Snails of the Genus 

Vivipara tvith descriptions of new species. Ibid. p. 
365—367, pl. 34. 

V. buluanensis solana p. 365 t. 34 f. 2, Mindanao; — V. cebuensis 
p. 366 t. 34 f. 3, Cebu; — V. mindanensis mamanua p. 366 
t. 34 f. 4. Mindanao; — V. partelloi p. 366 t. 34 f. 5, 6, See 
Lanao, ibid.; — V. clemensi p. 367 t. 34 t. 7. 8; ibid. 

— — , a new species of Cerithiopsis from Alaska (stephensi 

n.). — Ibid. p. 399, Textfig. 

Berry, L. S., Diagnoses of new Cephalopods from the Ha- 
ivaian Islands. — Ibid. p. 407 — 419. 

Polypus lioylei p. 407, Textfig.; — Stephanoteuthis (n. gen.) hawaii- 
ensis p. 409, Textfig.; — Stoloteuthis iris p. 410, Textfig.; — 
Abralia astrosticta p. 412, Textfig.; — Chiroteuthis famelica 
p. 414, Textfig.; — Cranchia globula p. 415, Textfig.; — 
Helicocranchia fisheri p. 417. 



— 92 - 

Journal de Conch}/liologie vol. LVII no. 4 (31. Dec. 1909). 

p. 279, Bavay, A. & Ph. Dautzenberg, Description de Coquilles nouvelles 
de r Indo-Ghine. — 6^ Suite Avec pl. 9—11. Bringt die 
Abbildungen der in Heft 2 beschriebenen neuen Arten: Am- 
phidromus pervariabiliä mit Varietäten t. 9 f. 1—9; — Tortaxis 
elongatissimus t. 10 f. 9. 10; — Prosopeas excellens t. 10 
f. 11, 12; — Pr. ventrosulus t. 10 f. 13, 14; — Pterocyclus 
prestoni (= fruhstorferi MlldfY.) t. 11 f. 1— 4; — Cyclophorus 
implicatus t. 11 f. 5—7; — Coptochllus messageri t. 11 f. 10, 
11; — C. inermis t. 11 f. 8, 9; — Palaina pagodula t. 11 
f. 12, 13. 

p. 289. Ihering, H. von, les Melaniid^s americains. Mit Figuren im 
Text. — Der Verfasser spricht die Ansicht aus, dass nur 
morphologische Verschiedenheiten für die Classification mass- 
gebend sein dürfen, nicht aber Unterschiede in der Lebensweise 
oder in der Verbreitung in Zeit und Raum. Er unterscheidet 
nach dem Gebiss drei Hauptgruppen: Melanoididae (= Pach/- 
chilinae + Melanopsinae Crosse & Fisch.) Pleuroceridae und 
Melanoidae, die beiden letzteren enger mit einander verwandt. 
Cleopatra und Paludomus werden auf Grund des Gebisses trotz 
des abweichenden Deckels zu den Melaniidae gestellt. Für 
Vibex Gray wird wegen der älteren Okenschen Gattung der 
neue Name Itameta eingefürt. Die Scheidung derGruppen geht 
in das Mesozoicum zurück, als die ältesten erscheinen die nord- 
amerikanischen Pleurocerinen. Auf die Einzelheiten der Ver- 
breitung der brasiüanischen Hemisinus einzugehen würde hier 
zu weit führen. 

p. 317.Caziot, E. & E. Maury, Tablau recapitulatit et raisonnö des 
MoUusques terrestres du Pleistoc^ne de la Ligurie et du d6p. 
Alpes-maritimes. Eine interressante Arbeit, deren Studium wir 
unseren Lesern empfehlen. 

p. 342. Fischer, H., Pour Lamarck. Enthält die erfreuliche Mitteilung» 
dass das Genfer Museum demnächst beginnen wird in einem 
besonderen Werke die Originale der Lamarck'schen Sammlung 
abzubilden. 

Dali, W. H., Report on a Collection of shells from Peru., 
with a summary of the littoral marine Mollusca of the 
Peruvian Zoological Province. — In : Pr. U. St. 
no. 1704 vol. 37 p. 147—294 pl. 20—28. 



- 93 - 

Neu Aligena cockeri p. 155 t. 28 f. 6, 6; — Diplodonta CFelaniella) 
artemidis p. 156 t. 8 f. 8; — Xylotrya dryas p. 162 t. 2, 3. 
5 — 7; — Bulimulus cockerianus p. 165 t. 23 f. 3: — Megate- 
bennus cockeri p. 178 t. 24 f. 3, 7 : — Acraaea orbignyi nom. 
nov. für A. scutum d'Orb, nee Essch. p. 179; — Das Verzeich- 
nis der von Guayaquil bis in die Breite von Chiloe bekannt 
gewordenen Arten zählt, von 64 pelagischen abgesehen, 805 
Arten auf. 

Melvill, J. Cosmo & J. H. Ponsonhy, Descriptions of nine 
species of Ennea and five Helicoids all from South 
Africa. In : Ann. Mag. N. H. ser. VIII vol. 4. Decbr. 
1909 p. 485—492 pl. VIII. 

Neu: Ennea callista p. 485 f . 1 ; — E. connollyi p. 486 f. 2; — 
E. crispula p. 486 f. 3; — E. eshowensis p. 487 f. 4; — E. 
euschemou p. 487 f . 5 ; — E. hypsoma p. 487 f. 7 ; — E 
oppugnans p. 488 f. 8; — E. parallela p. 489 f. 9; — E. 
periploca p. 489 f. 10;'^ — Helicarion russofulgens p. 490 f. 12. 
— H. pumilio p. 490 f. 11; — Xatalina lightfootiana p. 490 
f. 13; — Zingis thermarum p. 491 f. 15. — Ausserdem ist 
unter f. 16 Zingis arnoldi Bens, abgebildet. 

Caziot, M., Etüde sur le genre Pomatias Stud. Historique, 

Classification, et Modifications ä sa Classification. In: 

Ann. Soc. Linn. Lyon 1909 p. ?. 

Ein Verzeichnis der Arten nach Wagner mit einigen kritischen Be- 
merkungen. 

Abhandlungen, herausgegeben von der Senckenbergischen natur- 
forschenden Gesellschaft. Bd. 32. Festschrift zum sieb- 
zigsten Geburtstag von Wilhelm Kabelt am 20. Febr. 
1910. Mit 1 Porträt, 28 Tafeln und 51 Abbildungen 
im Text. Frankfurt 1910, Selbstverlag der Gesell- 
schaft. 4°. 463 S. (Rm. 75). 

(Für eine Festschrift bei dem Geburtstagsjubiläum eines ein- 
fachen Privatgelehrten ein etwas starker und überreich aus- 
gestatteter Band. Red.) 

p. 1. Kobelt, W., die Molluskenausbeute der Erlangerschen Reise in 
Nordost-Afrika 1 & II (cfr. oben). Taf. 1—11. 



— 94 — 

p. 99. Pallary, P., les Calcarina du Nord-Ouest de l'Afrique. Der 
Name Calcarina wird wegen Calcarina d'Orbigny 1826 durch 
Albea ersetzt: für die cariosula Gruppe wird der neue Name 
Rima vorgeschlagen. In der Synonymie werden einige Aende- 
rungen getroffen (liedtkei Rolle = saharica Deb., kobeltiana 
Deb. := mayrani Gass.), und einige unbedeutende Varietäten 
aufgestellt. 

p. 113. Ihering, H. von, über brasilianische Najadecn. Der Autor stellt 
fest, dass die Faunen des Paraguay und des Parana total ver- 
schieden sind, und erklärt diese Erscheinung. Als neu be" 
schrieben werden Fossula brasiiiensis p. 116 t. u. f. 1, Küsten- 
flüsse von Bahia ; — Mycetopod i orbignyi (= Mycetopus siliquosus 
d'Orbigny nee Spix; — M. krausei p. 121 t. 12 f. 2, Rio 
Araguaya; — M. bahia p. 122 t. 12 f. 3, Rio Sao Francisco, 
Bahia; — Telraplodon juruanus p. 126; — T. baro p. 127, 
Amazonas; — Glal)aris obtusa juparana p. 131, Lagoa Juparana, 
Rio Doce; — Gl. dulcis p. 132 t. 12 f. 5, Rio Dolce; — 
Diplodon panco p. 132 t. 12, f. 6, Rio Panco ; — D. garbei 
p. 133 t. 12 f. 7, Gebiet des Rio Doce; — Diplodon elliplicus 
santanus p. 134, ibid.; — Diplodon hartwrigthi p. 135 t. 12 f. 8. 
Goyaz, Rio Araguaya. 

p. 141. Haas, Fritz, die Najadenfauna des Oberrheins vom Diluvium 
bis zur Jetztzeit. (Vgl. Beitr. zur Kenntnis der Najadeen No. 4). 

p. 178. Wagner, Dr. A.. über Formenunterschiede der Gehäuse bei 
männhchen und weiblichen Individuen der Heliciniden. — 
Neue Arten des Genus Acme Hartm. aus Süd-Dalmatien (kobelti 
n. sp. p. 168 t. 16 f. 17, 18; — A. wilhelmi l. 16 f. 19, 20). 
— Eine neue Vitrellla aus dem Mürztal in Steiermark (V. 
gratulabunda p. 188 t. 16 f. 21, 22). 

p. 189. Rolle, H., über einige abnorme Landschnecken. Mit Taf. 17. 

p. 197. Schmalz, K., einige abnorme Gehäuse von Land- und Süss- 
wasser-Gastropoden. 

Beide Arbeiten bringen zahlreiche interessante Missbildungen 
zur Abbildung. Die Grundfrage nach der Ursache der Wia- 
dungsanomalieen bleibt leider auch bei ihnen ungelöst. 

p. 205. Geyer, D., die Molluskenfauna der Schwäbischen Alb. Eine 
zoogeographische Skizze. — Enthält zahlreiche hochinteressante 
biologische Beobachtungen. 

p. 223. Lindhulm, VV. A., Besciueiliuiig einer m'Ufn Uetiiu-Ihi-Ail. au» 
der Krim (kolielti n. sp.j. 



- 95 — 

p. 224. Borcherding, Fr., Monographie der auf der Sandwichinsel Kauai 
lebenden Molluskengattung Carelia H. & A. Adams. Mit Taf. 10 
u. 20. — Gibt genaue Beschreibung und vorzügliche Abbildungen 
der merkwürdigen, auf die nördlichste Insel des Archipels von 
Hawaii beschränkten Gattung, und macht der über die Art- 
unterscheidung herrschenden Verwin'ung ein für allemal ein 
Ende. 

p. 245. Kunkel, Karl, Zuchtversuche mit Camp, cingulata Studer. 
Durch vier Jahre mit der grössten Sorgfalt fortgesetzte Züch- 
tungen ergeben, dass die Tiere 4—5 Jahre alt werden und 
von dem Eintritt der Geschlechtsreife an alljährlich mehrmals 
20 — 100 Eier ablegen; die Eizahl ist in den beiden ersten 
Legeperioden am stärksten und nimmt dann ab. Albine 
Formen brachten durch drei Generationen hindurch nur 
Albinos. 

p. 272. Hesse, P., Anatomie von Hyahnia kobelti Lindh. Mit 3 Textfig. 
Der Geschlechtsapparat erinnert in mancher Beziehung an die 
amerikanischen Zonites (lucubralus). 

p. 277. Simroth, Dr. H., Nacktschneckenstudien in den Seealpen. Mit 
2 Tafeln und 14 Textfig. — Eine bedeutsame Arbeit, welche 
gesonderte Besprechung erfordert. Sie enthält die Resultate 
einer Sammelreise, welche der Autor mit Unterstützung der 
Berliner Akademie und der Albrechtsstiftung der Leipziger 
Universität gemacht hat. (Schluss in Heft 3). 



Eiugegrangene Zahlungeu : 

Schedel, Tientsin, Mk. 6. — ; — Pavlovic, Belgrad, Mk. 6.— ; 

— Kunkel, Ettlingen, Mk. 6.— ; — Böttger, Leipzig, Mk. 5.40; — 
Hermann, Gelsenkirchen, Mk. 18.05 : — Becker, Grahamstown, Mk. 12.24; 

— Henrich, Frankfurt a. M., Mk. 6. — ; — Clessin, Regensburg, 
Mk. 6, — ; — Riemenschneider, Nordhausen, Mk. 6. — ; — Zinndorf, 
Offenbach, Mk. 6. — ; — Koch, Braunschweig. Mk. 6. — ; — Blasius 
Braunschweig, Mk. 6. — ; — Weber, München, Mk. 6. — ; — Krause 
Grosslichterfelde, Mk. 6. — ; — Prinzessin Theresia von Bayern, 
München, Mk. 6. — ; — Haas, Frankfurt a. M.. Mk. 6. — ; — Israel, 
Gera, Mk. 6. — ; — Liedtke, Königsberg, Mk. 6. — ; — Wertheim, 
Grunewald, Mk. 6. — ; — Heller, Teplitz, Mk. 6. — ; — Rijksmuseum, 
Leiden, Mk. 6.— ; — Kinkelin, Frankfurt a. M., Mk. 6.— ; — Wohl- 
beredt, Triebes, Mk. 6.— ; — Borcherding, Vegesack, Mk. 6. — ; — 
Braun, Königsberg, Mk. 12.— ; — Müller, Grätz, Mk. 6.— ; — Nater- 



— 96 — 

mann, Hann. Münden, Mk. 6.— ; — Bollinger, Basel, Mk. 6.— ; — 
Boettger, Breslau, Mk. 6:—; — Sowerby <& Fulton, London, Mk. 12.— ; 

— Stussiner, Laibach, Mk. 6.— ; — Nägele, Waltersweier, Mk. 6. — ; 

— Reinhardt, Berlin, Mk. 6.— ; — Friedel, Berhn, Mk. 6.— ; — 
Köhler, Hohenelbe, Mk. 6.— ; — DoUfuss, Paris, Mk. 12.— ; — Miller, 
Stuttgart., Mk. 6. — ; — Naturhislor. Museum, Wiesbaden, Mk. 6. — ; -■ 
Novak, Prag, Mk. 12. — ; — Spandel, Nürnberg, Mk. 6.— ; — Kolasius, 
Freienwalde, Mk. 6 — ; — Niglutsch, Bozen, Mk. 6. — ; — Naturhist. 
Museum, Lübeck, Mk. 6. — ; — Stadt. Museum, Bremen, Mk. 6. — ; 

— Retowski, St. Petersburg, Mk. 6. — ; — Museum, Tromsö, Mk. 6. — ; 

— Pallary, Eckmühl, Mk. 6. — ; — Naturhist. Museum, Hamburg; 
Mk. 6.— ; — Goodet, Neuchatel, Mk. 6.— ; — Simroth, Lpz., Mk. 12.— , 

— Naturhist. Museum, Oldenburg, Mk. 6. — ; — Levander, Helsingfors, 
Mk. 6. — ; — Knipprath, Höchst, Mk. 6.— ; — Luther, Helsingfors, 
Mk. 6.— ; — Pfeiffer, Kassel, Mk. 6.— ; — Lang, Zürich, Mk. 6.— ; 

— Zoolog. Institut, Breslau, Mk. 6.— ; — Hocker, Gotha, Mk. 6. — ; 

— Riedel, Augsburg, Mk. 6. — ; — Wiedemayr, Innichen, Mk. 6. — ; 

— Kroat. Zoolog. Landesmuseum, .Agram, Mk. 6. — ; — Zoolog. 
Museum der Universität Kiel, Mk. 6.— ; — Geyer, Stuttgart, Mk. 6. — ; 

— Bartsch, Washington, Mk. 18.— ; — Zwiesele, Stuttgart, Mk. 6.— ; 

— Jetschin, Patschkau, Mk. 6.— ; — Walker, Detroit, Mk. 6.—. 



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nimmt gern entgegen 

Idinnaea^ Berlin N.W. 

Turmstr. 19. 



Deutsche 





Um den Herren Malakologen die Erwerbung 
der früheren Jahrgänge unseres Nachrichtsblattes 
zu erleichtern, haben wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. 

. alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 , „ 45. 
ermässigt. — Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankf u rt a. M. 

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Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Halakozoologisehen desellsehaft 



Zweiundvierzigster Jahrgang 
(1910) 



= Heft III - 

(Juli — September) 



Inhalt: 



Seite 

Haas, Dr. F., Neue Najaden 97 i 

Wüst, Prof. Ewald, Azeca Schulziana nov. sp. aus dem 

deutschen Diluvium . , 104 ■ 

Wüst, Prof. Ewald, Diluviale Schnecken von Kronstadt in 

Siebenbürgen 106 

Sprich, J., Amphipeplea glutinosa 108 

Wüst, Prof. Ewald, Weitere Funde von Unio sinuatus Lam, 

im Saalegebiete 111 

Kormos, Dr. Th., Ueber neuere wichtige Fundorte un- 
garischer Heliciden II ö 

Babor, Dr. J. & Noväk, Kr. J., Addenda und Corrigenda 
zu unserem Verzeichnis der posttertiären Weichtiere 

der böhmischen Masse 120 

Hesse, P., Ueber einige vorderasiatische Schnecken . . . 124 

Franz, V., Notiz 134 

Rolle, Hermann, Eine neue Garnieria 135 

Schröder, Dr. Richard, Ueber das Vorkommen von Limnaea 

glabra Müller bei Berlin 136 

Literatur 137 



Heft 8 Juli 1910. 

Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 

Zweiundvierzigster Jahrgang 

Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 6.—. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4, — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr.W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zoigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Neue Najaden. 

(Aus der Sammlung des Senckenbergischen Museums in Frankfurt a. M.) 

Von 
Dr. F. Haas, Frankfurt a. M. 



1. Parreyssia hunanensis n. sp. 
Schale sehr ungleichseitig, fest, stark. Vorderteil sehr 
kurz, kalbkreisförmig, Unterrand schwach konvex oder ge- 
winkelt, Hinterteil lang, mit zwei deutlichen Ecken. Wirbel 
bei ^Vioo der Gesamtlänge liegend, weit vorragend, stark 
aufgeblasen, nach vorne eingerollt ; Wirbelskulptur aus zwei 
radialen, stark ausgeprägten Kielen bestehend, die sich auf 
den Wirbeln vereinigen. Der vordere Kiel verläuft in der 



— 98 - 

Richtung nach dem tiefsten Punkte des Unterrandes, bleibt 
aber kürzer, trägt Knoten und kann in eine Knotenreihe 
aufgelöst sein ; der hintere Kiel läuft nach der unteren 
Ecke des Hinterrandes, die er fast ganz abgeflacht erreicht, 
und trägt nur nahe den Wirbeln Knoten. Der Vorderteil 
der Wirbel zeigt schwache, wenig ausgeprägte, radiale, 
etwas gewellte Fältchen. Ligament kurz, Area niedrig, 
abfallend, mit einer schwachen Linie, die von den Wirbeln 
zur oberen Ecke des Hinterrandes verläuft. Schloss kräftig ; 
Hauptzahn der linken Klappe zweiteilig, mit einer recht- 
eckigen tiefen Grube, zackig, gestrichelt, zusammengedrückt ; 
zwischen Haupt- und Seitenzähnen, die einen deutlichen 
Winkel mit einander bilden, langer Zwischenraum ; Seiten- 
zähne kurz, kräftig; die Hauptzähne bilden einen Winkel 
von ca. 30 Grad, die Seitenzähne von ca. 15 Grad mit 
der Längsachse der Muschel. Vorderer Muskeleindruck 
tief, trichterförmig, hinterer nicht. Perlmutter herrlich 
bläulich-weiss. Epidermis kastanienbraun mit gelbbraunen 
Strahlen, an den Wirbeln meist abgerieben. 

Länge 36 mm, Höhe 2G mm, Tiefe 19 mm. 
Fundort: Hubei, Hunan, Mittelcbina. 

2. Nodularia persculpta n. sp. 

Schale langgestreckt, niedrig, ziemlich fest. Vorder- 
teil sehr kurz, halbkreisförmig, Unterrand horizontal oder 
schwach eingedrückt, hinten winklig zur unleren Ecke des 
Hinterrandes aufgebogen ; Hinterrand erst horizontal, dann 
winklig abgebogen, mit undeutlicher oberer und deutlicher 
unterer Ecke. Wirbel bei ^^/loo der Gesamtlänge liegend, 
weit vorragend, stark aufgeblasen; Wirbelskulptur aus 
radialen Falten bestehend, deren mittlere sich weiter unten 
vereinigen, sodass ein System von in einander stehenden 
Vs entsteht. Ligament kurz, schwach. Area niedrig, deut- 
lich begrenzt. Auf der Grenze der Area entsteht ein 



— 99 — 

Faltensystem, das sich in parallelen, etwas gewellten Zügen 
einerseits auf die Area, andrerseits auf den Hinterteil der 
Schale, bis fast zum Unterrand, erstreckt, so, dass die 
beiden Parallelzüge sich auf der Arealkante treffen. An 
diese parallelen Züge auf dem Hinterteil der Muschel 
schliessen sich die schon erwähnten V-förmigen Falten an, 
während das Vorderende der Schale von schwächeren 
Faltenzügen bedeckt ist, die sich an der Kante der Areola 
ebenso verhalten, wie es vorher von der Area geschildert 
wurde. Die Skulptur bedeckt bei jungen Tieren die ganze, 
bei ausgewachsenen fast die ganze Schale. Schloss ziem- 
lich schwach; Hauptzahn der linken Klappe zweiteilig, 
zusammengedrückt, mit einer schmalen dreieckigen Grube, 
in der sich eine zur Längsachse der Schale senkrecht 
stehende, schmale Laraelle erhebt; Hauptzahn der rechten 
Klappe dreieckig, zackig, mit einem feinen senkrechten 
Schlitz, in den die vorher genannte Lamelle in der Zahn- 
grube der linken Klappe passt; Seitenzähne lang, dünn, 
einer in der linken Klappe, während in der rechten ein 
grosser und ein kleiner, halb so grosser, der die hintere 
Hälfte des grossen begleitet, stehen. Hauptzähne einen 
Winkel von ca. 45 Grad mit der Längsachse der Muschel 
bildend, Seitenzähne der Längsachse parallel. Vorderer 
Muskeleindruck tief, trichterförmig, hinterer seicht. Perl- 
mutter bläulichweiss. Epidermis grün oder gelb, auf den 
Falten gelbbraun bis braun, an den Wirbeln abgerieben. 
Länge 38 mm, Höhe 19,5 mm, Tiefe 16 mm. 
Fundort: Hunan, Miltelchina. 

3. Nodularia verrucosa n. sp. 

Schale langgestreckt, niedrig, ziemlich fest. Vorder- 
teil kurz, halbkreisförmig; Unterrand erst horizontal, dann 
in stumpfem Winkel nach der unteren Ecke des Hinterteils 
aufbiegend; Hinterrand erst horizontal, dann winklig ab- 



— 100 — 

steigend; obere Ecke des Hinterrandes unscharf, nahe der 
deutlichen unteren Ecke. Wirbel wenig vorragend, ziem- 
lich aufgeblasen, bei ^^/loo der Gesamtlänge liegend; 
Wirbelskulptur aus warzenförmigen Erhöhungen bestehend, 
die durch niedrigere Bogen zu konzentrischen Wellenrunzeln 
verbunden sind und die sich fast über die ganze Schale 
erstrecken; senkrecht unter den Wirbeln und auf der 
Areola verlaufen die Runzeln zickzackförmig, nach hinten 
zeigen sie gestreckteren, fast geraden Verlaut, biegen an 
der äusseren Arealkante nach oben um und ziehen, all- 
mählich schwächer werdend, auf der Area aufwärts nach 
den Wirbeln, die jedoch nur die obersten als ganz feine, 
niedrige Kanten erreichen. Im Allgemeinen erscheint die 
niedrige Area fast glatt, während die Areola ganz von den 
Wellenrunzeln bedeckt ist ; die Warzen stehen hier sehr 
nahe zusammen und sind beinahe mit einander verschmolzen. 
Ligament schwach. Schloss zart; der Hauptzahn der 
rechten Klappe ist lamellenförmig, oben gestrichelt; die 
beiden Hauptzähne der linken Klappe sind ebenfalls 
lamellenförmig, der vordere ist doppelt so lang wie der 
hintere, der unter dem Wirbel steht; die Lamellen be- 
ginnen hart hinter den Hauptzähnen, sind lang und in der 
Mitte etwas nach unten eingeknickt. Hauptzähne und 
vordere Hälfte der Lamellen der Längsachse der Muschel 
parallel. Vorderer Muskeleindruck tief, hinterer seicht. 
Perlmutter bläulichweiss. Epidermis dunkelgrün mit hel- 
leren Binden, an den Wirbeln abgerieben. 

Länge 31 mm, Höhe 16 mm, Tiefe 11 mm. 

Fundort: Nil. 

4. Microdontia ovata n. sp. 

Muschel fast gleichseitig, hoch, fest. Umrisse ellip- 
tisch, nur am Hinterrande eine abgestumpfte Ecke zeigend. 
Wirbel fast mittelständig, bei ^Vioo der Gesamtlänge 



— 101 — 

liegend, ziemlich vorragend und aufgeblasen. Wirbelskulplur 
der starken Garies halber nicht erkennbar. Area niedrig. 
Schloss schwach ; zwei schmale, lamellenförmige Haupt- 
zähne in der rechten Klappe, der untere stärker als der 
obere ; ein ziemlich starker Hauptzahn in der linken Klappe. 
Hauptzahnwinkel 35 Grad, Lamellenwinkel 20 Grad. 
Vorderer Muskeleindruck gross, ohrförmig, wenig tief, 
hinterer gross, etwas seichter; Wirbelhaftmuskeleindrücke 
tief. Perlmutter porzellanartig, bläuhchweiss. Epidermis 
kastanienbraun, Oberfläche stark gefurcht, uneben. 
Länge 81 mm, Höhe 56 mm, Tiefe 37 mm. 
Fundort: Neuguinea (Fly. River?) 

5. Hyriopsis gracilis n. sp. 

Muschel lang, schmal, symphynot, ziemlich fest. 
Vorderteil sehr kurz; der Oberrand ist vorne ziemlich ge- 
neigt, in eine horizontale oder leicht aufgebogene Spitze 
ausgezogen, an die der Vorderrand in deutlichem, spitzen 
Winkel stösst ; Vorderrand erst konkav, dann in leichten, 
konvexen Bogen in den fast horizontalen, leicht nach unten 
gebogenen Unterrand übergehend, der sich seinerseits in 
abgerundeter Ecke mit dem Hinterrande vereinigt; von 
dieser gerundeten Ecke aus steigt der Hinterrand erst ein 
kurzes Stück steil, dann lange sanft an, um dann in deut- 
lichem Winkel in den hohen Flügel überzugehen, der auf 
dem hinteren Oberrande sitzt; die hintere, an den Hinter- 
rand stossende Flügelseite steigt zuerst steil, etwas nach 
vorne geneigt, an, springt dann erkerartig nach hinten vor 
und geht in kurz gerundeter Ecke in die vordere Flügel- 
seite über, die sich in einem Winkel von 45 Grad in ge- 
rader Linie zum Oberrand herabsenkt, den sie kurz hinter 
den Wirbeln erreicht. Wirbel sehr weit vorne liegend, 
bei ^^/loo der Gesamtlänge, niedrig, nicht vorragend und 
nicht aufgeblasen. Wirbelskulptur aus wenigen konzen- 



— 102 — 

trischen, gewellten Bogen bestehend. Vom Wirbel aus 
verlaufen zwei Kanten als schwache, fadenförmige, nach 
hinten niedriger werdende Kiele nach den beiden Ecken 
des Hinterrandfcs. Ligament stark, vom Flügel verdeckt. 
Hauptzähne schwach ; zwei, ein lamellenförmiger, niedriger, 
innerer, und ein schwacher, kaum angedeuter, lamellen- 
förmiger äusserer in der rechten, ein ziemlich starker, 
lamellenförmiger, vorne von zwei schwachen leistenförmigen 
Hilfszähnen begleiteter Hauptzahn in der linken Klappe; 
Lamellen lang, gerade, zwei in der linken, eine in der 
rechten Klappe. Hauptzahnwinkel 40 Grad, Lamellenwinkel 
Grad. Perlmutter bläulichweiss. Muskeleindrücke schwach. 
Epidermis schwarzbraun oder braungrün, an den Wirbeln 
abgerieben. 

Länge 110 mm, grösste Höhe 68 mm, Höhe an den 
Wirbeln 39 mm, Höhe des Flügels 27 mm, Tiefe 19 mm. 
Fundort: Bienho-Sei, Mekong. 

5. Pressidens n. gen. 
Typus: Pressidens Moellendorffi n. sp. 
Schale oval, dünn. Wirbel niedrig. Wirbelhöhlen 
seicht ; Wirbelskulptur aus konzentrischen Wellenrunzeln 
bestehend ; jede Wellenrunzel setzt sich aus zwei Bogen 
zusammen, die auf dem ältesten Teile der Wirbel in 
spitzem Winkel an einander stossen, auf den jüngeren 
Teilen dagegen sanft in einander übergehen; der vordere 
dieser Bogen umfasst die vordere Wirbelhälfte kreisbogen- 
förmig, der hintere Bogen ist nach hinten unten winklig 
ausgezogen, wobei der Scheitel des Winkels auf die äussere 
Arealkante zu liegen kommt ; der vordere Schenkel des 
hinteren Bogens der Wellenrunzeln ist der deutlichste Teil 
der Wirbelskulptur und begleitet die äussere Arealkante 
bis zu ziemlicher Entfernung von den Wirbeln. Area hoch, 
dreieckig. Schloss aus einem langen, zusammengedrückten 
Hauptzahn und einer langen, niedrigen Lamelle in jeder 



~ 103 — 

Klappe bestehend. Der Hauptzahn der rechten und die 
Lamelle der linken Klappe können oben einen schwachen, 
lamellenförmigen Hilfszahn besitzen. Perlmutter bläulich- 
weiss, unter den Wirbeln lachsfarben. Hierher gehören: 
P. tnoellendorfß n. sp., von Palawan, und P. insularis 
Drouet, von Palawan und Borneo. 

Pressidens moellendorfß n. sp. 

Schale oval, dünn, fein und gleichmässig gerippt. 
Wirbel niedrig, mit der für die Gattung angegebenen Skulptur, 
die bei ausgewachsenen Exemplaren fast ganz verschwindet, 
bei ^^jioo der Gesamtlänge gelegen. Vorderer Oberrand 
gerade, leicht abfallend, mit deutlichem Winkel an den 
kreisbogenförmigen Vorderrand anstossend, der seinerseits 
sanft in den horizontalen Unterrand übergeht. Hinterrand 
in abgestumpfter Ecke an den Unterrand anstossend, erst 
fast gerade, steil aufsteigend, dann, nach gerundeter Ecke, 
leicht gebogen, sanfter zu dem fast horizontalen hinteren 
Oberrande aufsteigend, der von den Wirbeln fast nicht 
überragt wird. Area hoch, durch eine stumpfe, wenig er- 
habene innere Kante ausgezeichnet; äussere Arealkante 
sehr schwach. Ligament lang, dünn. Schloss schwach ; 
ein lamellenförmiger Hauptzahn und eine leicht gebogene 
Lamelle in jeder Klappe; vor dem Hauptzahn der rechten 
Klappe kann ein schwacher, ebenfalls lamellenförmiger 
Hilfszahn stehen, und über der Lamelle der linken Klappe 
lassen sich Andeutungen einer weiteren Lamelle wahr- 
nehmen. Hauptzahnwinkel 25 Grad, Lamellenwinkel Grad. 
Muskeleindrücke schwach. Perlmutter bläulich weiss, unter 
den Wirbeln lachsfarben. Epidermis kastanienbraun, bei 
jungen Stücken hellgelbbraun, auch dort schon an den 
Wirbeln abgerieben. 

Länge 63 mm, Höhe 38 mm, Tiefe 20 mm. 
Fundort: Palawan (Paragua). 



— 104 — 

Azeca Schulziana noT. sp. 
aus dem deutschen Diluyinm. 

Von 
Prof. Ewald Wüst in Kiel 



Für eine ganze Anzahl von deutschen Diluvialab- 
lagerungen ist, z. T. schon seit langer Zeit, das Vorkommen 
von Azeca tridens Pult. sp. angegeben worden und ich 
selbst besitze seit Jahren Material von Azecen aus deut- 
schen Diluvialablagerungen, welches ich, dem allgemeinen 
Gebrauche folgend, als Azeca tridens bestimmt hatte, wenn 
mir auch schon lange die recht geringe Grösse der dilu- 
vialen Stücke aufgefallen war. Das Vorkommen von Azeca 
tridens im deutschen Diluvium wäre insofern auffällig, als 
diese Art zu den vorwiegend westeuropäischen Mollusken 
gehört, welche fast durchweg dem deutschen Diluvium 
fehlen, offenbar, weil Deutschland in der Diluvialzeit infolge 
der damals wesentlich weiter westlich gelegenen atlantischen 
Küste Europas eine sehr viel kontinentalere Lage und ein 
dementsprechend kontinentaleres Klima besass als heute.*) 
Dazu kommt noch der Umstand, dass unsere Azeca im 
deutschen Diluvium gewöhnlich in Conchylienbeständen 
auftritt, welche reichlich Arten enthalten, die heute in süd- 
östlicher gelegenen Teilen Europas leben oder zu dort 
lebenden Arten ihre nächsten Beziehungen haben, wie z. B. 
Helix (Gampylaea) banatica Bartsch ap. Rossm. und der 
dem lebenden Zonites verticillus Fer. ganz nahe verwandte 
ausschliesslich diluviale Zonites acieformis Klein sp. Unter 
den dargelegten Umständen könnte man sich das Vor- 
kommen von Azeca tridens in deutschen Diluvialablagerungen 
wohl nur unter der Annahme erklären, dass die Art da- 

*) Diese Auffassung, in welcher ich auch durch eine genau 
schichtweise Untersuchung der Conchylienbestände der bekannten 
Travertine von Weimar bestärkt worden bin, werde ich nächstens an 
anderer Stelle ausführlicher begründen. 



— 105 — 

mals eine andere klimatische Anpassung besessen habe als 
heute und solche Verschiedenheiten in der klimatischen 
Anpassung ein und derselben Art spielen ja zweifellos, 
wie namentlich der Pflanzengeograph August Schulz ge- 
zeigt hat, eine sehr bedeutende Rolle. Bei der Prüfung 
der nahe hegenden Frage, ob nicht der verschiedenen 
klimatischen Anpassung der diluvialen und der rezenten 
Azeca tridens wenn auch geringe Formverschiedenheiten 
entsprächen, bemerkte ich, dass wenigstens die mir vor- 
liegenden diluvialen Stücke sogar recht erheblich von der 
rezenten Azeca tridens abweichen und sich näher als an 
diese an die südfranzösische A. Mabilliana Fag. anschliessen, 
mit der sie indessen auch keineswegs ganz übereinstimmen. 
Unter diesen Umständen beschreibe ich die mir vorliegende 
diluviale Azeca als neue Art, welche ich nach dem oben 
erwähnten Pflanzengeographen August Schulz Azeca 
Schulziana nenne. 

Azeca Schulziana gehört in die Gruppe der Azeca 
tridens Pult, sp., weicht aber von allen bisher bekannten 
Vertretern derselben durch ihre sehr geringe Grösse (Höhe 
4,3—5,5 mm, Breite 2,1-2,35 mm bei 6Va— 7Vi Um- 
gängen) ab. Aehnlich wie bei Azeca MabiUiana Fag. nehmen 
die Umgänge langsamer und gleichmässiger zu als bei A. 
tridens, sodass das Gewinde relativ länger und der letzte 
Umgang relativ kürzer wird. Aehnlich wie bei A. Mabil- 
liana sind die Lamellen und Zähne schärfer ausgeprägt, 
als es wenigstens bei der ganz überwiegenden Mehrzahl der 
Stücke von A. tridens der Fall ist. Die Parietallamelle 
ist mit der oberen Spindellamelle durch eine wohlmarkierte, 
scharf ausgeprägte Lamelle verbunden, wie das bei A. 
Mabilliana die Regel ist, bei A. tridens aber nur ganz 
vereinzelt vorkommt. Aehnlich wie bei A. Mabilliana ist 
der Aussenrand der Mündung sehr stark gelippt und oben 
etwas tiefer ausgebuchtet als bei A. tridens. A. Schulziana 



— 106 — 

ist eine der A. Mabilliana am nächsten stehende Zvverg- 
form der tridens-Gruppe. 

Zu A. Schulziana gehören die zahh-eichen Azecen, die 
ich aus den Travertinen von Brüheim bei Gotha (leg. 
Hocker und Wüst), Bilzingsleben bei Kindelbrück (leg. 
Wüst) und Osterode bei Hornburg am Grossen Fallstein 
(leg. Wüst) untersuchen konnte, wahrscheinlich ferner 
einige dürftige Fragmente aus den Travertinen von Ehrings- 
dorf bei Weimar (leg. Wüst) und Schwanebeck bei Halber- 
stadt (leg. Wolterstorff, Material im Geol.-mineral. Institute 
der Universität Halle). 

Von A. Mabilliana verglich ich rezentes, von Gold- 
fuss mit der irrtümlichen Bestimmung A. tridens Pult. sp. 
var. alzenensis St. Sira. erhaltenes Material von Lonrdes, 
A. tridens lag mir aus Deutschland und England reich- 
lich vor. 

Die Azeca aus dem Diluvialsande von Hangenbieten, 
welche Andreae (Abh. z. Geol. Specialkarte v. Els.-Lothr., 
Bd. 4, Heft 2, 1884, T. I, Fig. 26) abgebildet hat, scheint 
mir, soweit ich nach der Abbildung urteilen kann, weder 
zu A. tridens noch zu A. Schulziana zu gehören. 



Diluviale Schnecken von Kronstadt in Siebenbürgen. 

Von 
Prof. Ewald Wüst in Kiel. 



Herr K. K. Hofrat Prof. Dr. Toula in Wien hatte die 
Freundlichkeit, mir eine Reihe von diluvialen Schnecken 
von Kronstadt in Siebenbürgen zur Bestimmung zu über- 
senden. Die Schnecken entstammen Lehmmassen, welche 
sich, mit Kalkschutt vermengt, in Höhlungen und Klüften 
des Kalkes des Gesprengberges bei Kronstadt finden und 
ausser den Schnecken eine Reihe von Wirbeltierresten, u. a. 



— 107 — 

von einem Rhinoceros aus der Gruppe des Rh. Merckii 
Jag. und etruscus Falc, das Toula als Rh. kronstadtensis 
n. f. beschrieben hat, gehefert haben. Eine ausführliche 
Behandlung der Fundstelle und der gefundenen Reste von 
Wirbeltieren und Schnecken bietet Toula's Arbeit , Dilu- 
viale Säugetierreste vom Gesprengberg, Kronstadt in Sieben- 
bürgen" (Jahrbuch der k. k. Geolog. Reichsanstalt, 1909, 
Bd. 59, S. 575-614, T. 15—16). Der Zweck der vor- 
liegenden Zeilen ist nur, für den Leserkreis des Nachrichts- 
blattes, dem die erwähnte Arbeit Toula's weniger zugäng- 
Hch sein dürfte, kurz über das wichtigste zu berichten, 
was ich über die diluvialen Schnecken vom Gesprengberge 
bei Kronstadt ermitteln konnte. 

In dem mir übersandten Materiale sind folgende 
8 Arten vertreten : 

1. Hyalina (Vitrea) opinata Gless.*) 

2. Helix (Trigonostoma) diodonta Mühlf. ap. Rossm. 

3. Helix (Euomphalia) strigella Drap. var. agapeta Bgt. 

4. Helix (Campylaea) faustina Zgl. ap. Rossm. 

5. Helix (Eulota) fruticum Müll. 

6. Helix (Xerophila) cereoflava M. Bielz. 

7. Helix (Pomatia) pomatia L. 

8. Clausilia (Glausihastra) marginata Rossm. 
Sämtliche 8 nachgewiesenen Arten leben noch heute 

im südlichen Siebenbürgen nebst dem Banat und 3**) von 
ihnen, Helix diodonta, Helix cereo - flava und Clausilia 

*) Von mir bei Toula, a. a. 0., als H. (V.) plutonia Kimak. 
angegeben, da die untersuchten Stücke wohl mit von Kimakowicz's 
aber nicht ganz mit Clessin's Beschreibung übereinstimmen und ich 
übersehen hatte, dass A. Wagner in diesem Nachrichtsbl., Jahrg. 39, 
1907, S. 108—109, H. (V.) plutonia Kimak. für identisch mit der 
älteren H. (V.j opinata Gless. erklärt hat. 

**) Bei Toula a. a. 0. habe ich als vierte solche Art noch Hyalinia 
plutonia angeführt, was nach dem oben über diese gesagten hinfällig 
geworden ist. 



— 108 — 

marginata kommen heute ausschliesslich in dem bezeichneten 
Gebiete vor. Die vom Gesprengberge vorliegenden Stücke 
der Helix strigella var. agapeta zeigen besonders auf dem 
letzten Umgange eine sehr dichte und deutliche Spiral- 
skulptur, wie sie meines Wissens bisher nur von rezenten 
Stücken aus der Gegend von Kronstadt bekannt geworden ist. 

Soweit man nach einem Konchylienbestande von nur 
8 Arten urteilen kann, ist die Molluskenfauna, welche mit 
Rhinoceros Kronstadtensis zusammen bei Kronstadt lebte, 
der heutigen Fauna der Gegend sehr ähnlich gewesen, 
ähnlicher jedenfalls als die Molluskenfaunen, welche in 
Mitteleuropa zusammen mit Rhinocerus etruscus und Merckii 
lebten. Jedenfalls haben die Klimaschwankungen des Eis- 
zeitalters auf die Molluskenfauna Siebenbürgens einen sehr 
viel geringeren Einfluss ausgeübt als auf diejenigen Mittel- 
europas. Dafür spricht auch die bekanntlich sehr grosse 
Zahl lebender Schnecken (besonders Clausilien), welche in 
ihrer heutigen Verbreitung auf Siebenbürgen beschränkt 
ist. Es ist sehr bedauerlich, dass wir über die diluvialen 
Mollusken der meisten Länder sogar Europas erst ausser- 
ordentlich wenig, zum Teile geradezu garnichts, wissen, 
denn die Kenntnis der diluvialen Molluskenfaunen ist ausser- 
ordentlich wichtig für die Beurteilung der Klimaschwankungen 
des Eiszeitalters und die Entwicklungsgeschichte unserer 
heutigen Molluskenfauna. 



Amphipeplea glutinosa. 

Von 

J. Sprick, Breslau. 



Amphipeplea glutinosa wird allgemein als selten be- 
zeichnet. Für Schlesien im besonderen wird dies durch 
Merkel's «Molluskenfauna von Schlesien" zum Ausdruck 



— 109 - 

gebracht. Jedenfalls hat Herr Merkel selbst nur 1 Exem- 
plar gefunden und zwar in fliessendem Wasser. Umsomehr 
hat es mich daher überrascht, diese Schnecke in grosser 
Anzahl zu finden. Im Frühling vorigen Jahres fand ich 
am Rande eines in nächster Nähe von Breslau gelegenen 
Teiches einige leere schon verkalkte Schalen von Amphi- 
peplea. jedoch keine lebenden Tiere. Da mir bekannt war, 
dass das Tier nur im zeitigen Frühhng am Rande der 
Gewässer zu finden ist, nahm ich mir vor. im nächsten 
Frühling beizeiten wieder zur Stelle zu sein. In diesem 
Jahre war ich denn auch schon am 2. März dort, und im 
Laufe einer Stunde war ich bereits im Besitz von 62 
lebenden Tieren und 10 leeren Schalen. Bei meiner 
Wiederkehr am 5. März erlangte ich sogar 86 lebende 
Exemplare und 8 Schalen. Als ich mich am 9. Mäi-z zum 
dritten Male dorthin begab, um einige lebende Exemplare 
für das hiesige zoologische Universitätsinstitut zu besorgen, 
glaubte ich, da ich das letzte Mal mit grösster Sorgfalt 
alle Tiere, mit Ausnahme der kleinsten Exemplare fort- 
gefangen hatte, dass ich nichts mehr finden würde. Trotz- 
dem fand ich noch 23 lebende Tiere und 15 Schalen, in 
denen fast stets das tote Tier noch vorhanden war, 
Mehrere kleine lebende Exemplare Hess ich unbeachtet. 

Während die Länge der Schale im allgemeinen 
10 — 15, die Breite 8 — 11 mm beträgt, fand ich ein Stück, 
das 20 mm lang und 17 mm breit war. 

Dieses häufige Vorkommen der Amphipeplea hier 
dürfte wohl die Annahme zulassen, dass das Tier auch 
noch an anderen Stellen, wo es einmal bemerkt worden 
ist, häufiger zu finden sein möchte, wenn man nur recht 
zeitig im Frühjahr danach suchen und folgendes beachten 
würde. Die Tiere hielten sich nämlich nur an der Süd- 
seite des Teiches in einer Wassertiefe von 5 — 15 cm auf 
und zwar meistens auf dem klaren flach verlaufenden 



— 110 — 

kiesigen Grunde und nur in einer Entfernung bis zu zwei 
Metern vom Teichrande. Die Breite des unter Wasser 
stehenden Kiesgrundes betrug 1— IV« m, dahinter war der 
Boden mit Wasserpest bewachsen. Nur im vorderen Teile 
dieser Krautzone befanden sich noch die Tiere, in weiterer 
Entfernung vom Ufer waren keine zu finden, ebensowenig 
an den übrigen, zum Teil tieferen Seiten des Teiches. Es 
scheint also, als ob die Tiere die flacheren und von 
Pflanzen wenig oder garnicht bewachsenen und nach 
Süden gelegenen Stellen aufsuchen, um die Sonnenwärme 
im Vorfrühling auszunutzen. Auch im Aquarium hielten 
sie sich bei Tage mehr an der dem Fenster zugekehrten 
Seite auf, und bei LampenUcht begann, sobald das Gefäss 
gedreht wurde, eine allgemeine Wanderung nach dem 
Licht. Bemerken muss ich noch, dass ich im Teiche 
sämtliche Tiere nur auf dem Grunde oder an Pflanzen 
fand, keins der vielen Tiere aber an der Oberfläche des 
Wassers schwimmen sah, während im Aquarium einzelne 
Tiere mit dem Fusse nach oben und eingesenkter Sohle 
an der Oberfläche schwammen. Mit der Schale führen sie 
beim Kriechen zuweilen nach beiden Seiten pendelnde 
Bewegungen aus, wie Aplexa hypnorum, meistens jedoch 
nur, wenn sie mit einander in Berührung kommen. Der 
Mantel bedeckte die Schale in der Regel nur zur Hälfte; 
sofern er aber die ganze Schale vollständig umschloss, 
war das Tier zwischen den Pflanzen fast nicht zu erkennen, 
sodass es der Mantel vor den Augen seiner Feinde vor- 
züglich verbirgt. Bei grösseren Exemplaren war der 
Mantel für die Schale scheinbar zu weit, sodass er sie nur 
lose und faltig umschloss, doch zog er sich bei Berührung 
enger um die Schale zusammen. 



— 111 — 

Weitere Funde yon Unio sinuatus Lam. im Saalegebiete. 

Von 
Prof. Ewald Wüst in Kiel. 



Im Jahre 1905 berichtete 0. Goldfuss in seinem 
, Nachtrag zur Binnenmollusken-Fauna Mitteldeutschlands" 
(Zeitschrift für Naturwissenschaften, Band 77, S. 231 — 310), 
S. 295—297 über Funde von Unio sinuatus Lam. aus dem 
Saalegebiete. Er konnte 2 von mir in den Jahren 1902 
und 1903 in Baggerkies aus der Unstrut bei Bottendorf 
gefundene Schalen und eine ganze Anzahl im Museum für 
heimatliche Geschichte und Altertumskunde der Provinz 
Sachsen in Halle a. S. aufbewahrte, von Rossleben a. U., 
Klein-Jena a. U., Teuditz im Kreise Naumburg, Hohen- 
mölsen im Kreise Weissenfeis und Halle a. S. stammende 
prähistorische Schalenbruchstücko anführen. Die prähisto- 
rischen durchweg nui' in Bruchstücken bestehenden und 
zum Teile künstlich durchbohrten und mit Ornamenten 
versehenen Schalen konnten gemäss der üblichen Auffassung 
als zu irgend welchen Gebrauchszwecken in prähistorischen 
Zeiten in das Saalegebiet importierte Stücke gedeutet 
werden. Die Schalen aus dem Baggerkiese von Bottendorf*) 
aber mussten Bedenken gegen eine solche Deutung erwecken, 
denn das eine ist ganz vollständig und das andere zeigt 
nur verhältnismässig unbedeutende, vielleicht erst beim Aus- 
baggern des Kieses oder auf dem Baggerkieshaufen ent- 
standene Verletzungen am Hinterende und beide Stücke 
besitzen wohlerhaltene Epidermis- und Ligamentreste und 
zeigen auch sonst genau denselben Erhaltungszustand wie 
viele der im gleichen Baggerkiese gefundenen Schalen von 
Unionen, welche heute noch in der Unstrut leben. 



*) Beide Schalen sind übrigens nicht, wie Goldfuss schreibt, 
linke, sondern vielmehr rechte. 



— 112 — 

Im Jahre 1909 erwähnte dann Reuss in den „Fund- 
berichlen aus dem Provinzial-Museum zu Halle a. S." 
(Jahresschrift für die Vorgeschichte der sächsich-thüringischen 
Länder, Band 8, 1909, S. 215-228), S. 225 eine wohl- 
erhaltene, ebenda Tafel XXI, 1 101 e/ 28 abgebildete Schale 
von Unio sinuatus Lam. aus einem Bronze-Depotfunde, der 
beim Rittergute Bedra bei Mücheln im Kreise Querfurt im 
Jahre 1906 gemacht worden ist. Auch dieser Fund kann 
— ebenso wie einige mir bekannte noch unveröffentlichte 
prähistorische Funde unserer Muschel — im Sinne der 
oben erwähnten üblichen Auffassung gedeutet werden. 

Jetzt kann ich indessen über zwei weitere Funde von 
Unio sinuatus Lam. berichten, welche es mindestens sehr 
wahrscheinlich machen, dass diese Muschel im Saalegebiete 
gelebt hat. 

In der ausgezeichneten prähistorischen Sammlung des 
Herrn Kreisschulinspektors Dr. Wilcke in Zeitz sah ich 
kürzlich eine Reihe von Unionen, welche teils zu Unio 
sinuatus Lam., teils zum Formenkreise des Unio crassus 
Ratz, gehören. Die Schalen zeigen zwar einen recht frischen 
Erhaltungszustand, lassen aber von Epidermis und Ligament 
nur zum Teile und nur an einzelnen Stellen stark ver- 
witterte Reste erkennen. Ueber die Fundumstände dieser 
Muscheln verdanke ich Herrn Dr. Wilcke die folgenden 
höchst wertvollen Angaben. Die Schalen stammen aus 
Abfallgruben, welche in einer Kiesgrube nahe der Abdeckerei 
bei der Weissenfelser Vorstadt Beuditz zum Vorschein 
kamen. Diese Abfallgruben waren mit Knochen von Wild 
und von Haustieren erfüllt. Die Auffindung von 2 sog. 
Schuhleistenmeiseln zeigt, dass die Abfallgruben der 
bandkeramischen Kultur der jüngeren Steinzeit angehören. 
Herr Dr. Wilcke hat, als die Muscheln gefunden wurden, 
vergeblich nach Bearbeitungsspuren an denselben gesucht 
und auch die von ihm aufbewahrten Schalen zeigen nichts 



- 113 — 

von solchen. Herr Dr. Wilcke ist der m. E. durchaus 
einleuchtenden Ansicht, dass die Neolithiker die Muscheln 
aus der nahen Saale holten und verspeisten und dann die 
leeren Schalen zusammen mit anderen Resten ihrer Mahl- 
zeiten in die Abfallgruben warfen. Danach ist also anzu- 
nehmen, dass Unio sinuatus Lam. zu neolithischen Zeiten 
in der Saale bei Weissenfeis gelebt hat. 

Gehören diese Zeiten auch der geologischen Gegen- 
wart an, so liegen sie doch um mehrere tausend Jahre vor 
unserer Zeit zurück. Der zweite Fund, über den ich be- 
richten kann, macht es sehr wahrscheinUch, dass unsere 
Muschel sogar noch vor einigen Jahrhunderlen in der Saale 
gelebt hat. Er stammt vom sogenannten Saalwerder an 
der Saale unmittelbar unterhalb der Hallischen Vorstadt 
Krölhvitz. Der Saalwerder ist heute kein Werder (Fluss- 
insel) mehr, sondern liegt ganz auf der linken Seite der 
Saale. Man erkennt aber als Ueberbleibsel des alten 
Saalearmes, dessen Existenz den Saalwerder zur Flussinsel 
machte, noch eine flache Rinne im Gelände, welche bereits 
vollständig trocken liegt und seit langen Zeiten beackert 
wird. In dieser Rinne war früher eine kleine Grube vor- 
handen, in welcher Saalekies und besonders Saalesand 
gewonnen wurde. Diese Saaleablagerungen waren reich 
an Konchylien, von denen ich vor etwa 10 Jahrea, Proben 
gesammelt, aber jahrelang verpackt aufbewahrt habe. Als 
ich diese Konchylien kürzlich auspackte, fand ich unter 
ihnen ein wohlerhallenes doppelkiappiges Exemplar eines 
jungen — knapp 10 cm langen*) — Unio sinuatus Lam., 
das ich früher nicht als zu dieser Art gehörend erkannt 

*) Auch junge Schalen des Unio sinuatus Lam. sind an der 
bekannten sehr charakteristischen Gestaltung des Schlosses und der 
Muskeleindrücke leicht zu erkennen, so dass eine Verwechslung mit 
anderen Unionen nicht gut möglich ist. Von Beuditz besitze ich — 
dank der Freigebigkeit des Herrn Dr. Wilcke — auch eine junge 
Schale von nur 8 cm Länge. 



— 114 — 

hatte. Die Schalen sind eben so gut erhalten, wie die 
reichlich mit ihnen zusammen gefundenen von heute noch 
in der Saale lebenden Unionenformen, ja sie zeigen im Gegen- 
satze zu diesen sogar noch Reste des Ligamentes. Für die 
Altersbestimmung des Fundes ist wesentlich, dass Gerolle 
von Topfscherben, welche ich mit den Konchylien zusammen 
in den Saaleablagerungen der Sandgrube gesammelt habe, 
nach gefälliger Auskunft meines Freundes und Kollegen 
Hahne in Hannover frühestens aus dem 15. Jahrhundert, 
wahrscheinlich aus der Zeit um 1500 n. Chr. Geb. stammen. 
Damit steht im besten Einklänge, dass der Saalearm, 
welcher unsere Saaleablagerungen abgelagert hat, ziemlich 
sicher bis in das 15. Jahrhundert hinein historisch be- 
legt ist.*) 

Die mitgeteilten Beobachtungen machen es also 
mindestens sehr wahrscheinlich, dass Unio sinuatus Lam. 
in neolithischer und in historischer Zeit in der Saale gelebt 
hat. Ich verfolge das ehemalige Vorkommen der interes- 
santen Muschel im Saalegebiete weiter und werde später 
ausführlicher und unter Beigabe von Abbildungen über 
das Fundmaterial berichten. Die vorliegenden Zeilen sollen 
nur kurz auf die bisherigen Ermittelungen hinweisen und 
dazu anregen, auch anderwärts an geeigneten Stellen nach 
Unio sinuatus Lam. zu suchen. Für die Beurteilung des 
ehemaligen Vorkommens unserer Muschel in Mittel-Europa 
ist es sehr wesentlich, die Muscheln der prähistorischen 
Sammlungen durchzusehen und die Prähistoriker, soweit 



*) Der Saalwerder ist ziemlich sicher identisch mit „quaedam 
insula sita prope Salam iuxta villam Irxdorf, vocata insula divi 
Pauli", welche noch 1155 erwähnt wird. Irxdorf (Erichsdorf, Ersdorf, 
Gersdorf) ist eine jetzt eingegangene Ortschaft, welche dicht bei KröU- 
witz lag. Vgl. Hermann Groessler, Urkundliche Nachweise über den 
Lauf der Saale zwischen Halle und der Wippermündung und die an 
demselben gelegenen Wüstungen (Mitteilungen des Vereins für Erd- 
kunde zn Halle a. S., 1897, S. 1—27) S. 3-4. 



— 115 — 

das nötig ist — was vielfach der Fall sein dürfte — darauf 
aufmerksam 7a\ machen, dass bei ihren Ausgrabungen 
Konchylienfunde sorgsamste Beachtung verdienen. 



lieber neuere wichtige Fundorte ungarischer Heliciden. 

Von 

Dr. Th. Kormos, Budapest. 



Dieser Aufsatz enthält meine neueren Beobachtungen, 
einige von zoogeographischem Gesichtspunkte wichtige 
Heliciden Ungarns betreffend, ferner Angaben über bisher 
unbekannte Vorkommnisse derselben. 

Perforatella unidentata Drap. Es gelang mir diese 
im Gebirge heimische Art, welche in Ungarn ausser den 
nordwestlichen Karpathen bisher nur aus Köszeg und 
Mohäcs bekannt war,^) im verflossenen Jahre auch am 
Velenczeer See, unweit Dinnyes aufzufinden,^) wodurch es 
sehr wahrscheinlich erscheint, dass dieselbe auch im Velenczeer 
Gebirge und in anderen Teilen des Mittelgebirges jenseits 
der Donau, namentlich im Bakony, im Vertes und 
im Mecsek-Gebirge lebt. Was nun ihren Ursprung betrifft, 
so scheint diese Art nicht aus den Karpathen, sondern viel- 
mehr aus den steierischen und nieder-österreichischen Alpen 
hierher gelangt zu sein. Dies wird auch durch den Um- 
stand bekräftigt, dass ich P. unidentata edentula Drap, 
gelegentlich meiner Sammel-Ausflüge auch auf dem zum 
Szentendre-Visegräder Gebirgszug gehörigen Dobogökö vor- 
fand, wohin sie ebenfalls nicht über die Donau hinweg 
aus den Karpathen gelangen konnte. Uebrigens kommt sie 
auch in den Auen am Donauufer bei Pozsony vor.^) 

Perforatella leucozona G. Pfr. ist nach Soös von 
Südtirol und Steiermark bis Kroatien anzutreffen.^) In 
Kroatien ist sie tatsächlich nicht selten, aus Ungarn sensu 



— 116 — 

stricliori, — nördlich der Drau, — war sie jedoch bis 
jetzt nicht bekannt. 

Nun fand ich unlängst in den Sammlungen der Kgl. 
ung. geol. Reichsanstalt ein Exemplar aus dem südwest- 
lichen Teil des Komitates Somogy, aus der Umgebung von 
Zäkäny vor, welches auf dieselbe Weise, wie die vorher 
besprochene Art ebenfalls nur aus Steiermark dorthin ge- 
langen konnte. 

Fruticicola Erjaveci syrmiensis Soös. Diese Form 
wurde vom Autor auf Grund von Exemplaren von Krusedol 
(Kroatien) beschrieben. F. Erjaveci Brus. ist eine für das 
Faunengebiet Kroatiens charakteristische Form, welche 
nördlich von Zagreb ausser mir noch niemand angetroffen 
hatte. Ich habe am 23. Mai 1904 in Szegszard (Komitat 
Tolna) fünf Exemplare derselben gesammelt, — worauf ich 
schon einmal Gelegenheit hatte, hinzuweisen.^) 

Fruticicola rufescens Penn. Die Stammform finden 
wir aus der Fauna Ungarns bisher nur bei R. Szep an- 
geführt, und zwar aus den Auen neben der Donau bei 
Pozsony.*^) Diese Angabe wurde jedoch weder von Soös,^) 
noch von Gsiki^) übernommen. Slrobel^) erwähnt var. 
daniibialis Gless. aus Mohäcs. 

Bemerkenswert ist es, dass eben dieselbe Varietät, 
und auch die Stammform in den Lössgegenden Ungarns 
im Phstocän häufig war (die Stammform ist bis jetzt von 
12, var. danuhialis von fünf Fundorten bekannt) was 
darauf schliessen lässt, dass sich diese Art im Plistocän, 
— besonders am Anfange dieses Zeitalters, wo ein feuchteres, 
kälteres Klima vorherrschend war, — einer weiten Ver- 
breitung erfreute. 

Tachea nemoralis L. In Kroatien gewöhnlich. In 
Ungarn jenseits der Donau aus den Komitaten : Vas, Zala, 
Somogy von einigen Fundorten bekannt.^) ^) Ein neuerer 



— 117 — 

Fundort im Koraitate Zala ist Perlak, wo die Art im Jahre 
1904 von J. Györffy gesammelt wurde. Der östlichste 
Fundort liegt bei uns meines Wissens im Fruskagora- Ge- 
birge bei Futtak (Komitat Bäcs-Bodrog) woselbst N. Koch 
ebenfalls im Jahre 1904 diese Art antraf. Sowohl die 
Exemplare von Perlak, als auch jene von Futtak befinden 
sich in der Sammlung der Kg), ung. geol. Reichsanstall. 
Dass diese Art aus den Gebirgen Slavoniens in die Fruska- 
Gora gelangte, liegt auf der Hand. 

Die aus den plistocänen Kalktuff bei Obuda-Ujlak 
(Kisczeller Plateau) im Jahre 1899 beschriebene^) Tachea 
ist nicht T. nemoralis, sondern T. vindohonensis, worüber 
ich mich zu überzeugen Gelegenheit hatte, 

Campylaea hanatica Rossm. Erst unlängst besprach 
ich die Verbreitung dieser klassischen Art in Ungarn,'-') und 
heute sehe ich mich schon wieder genötigt, diesen Gegen- 
stand zu berühren. Im verflossenen Sommer habe ich 
dieselbe nämlich auch im Hegyes-Drocsa-Gebirge, in der 
Umgebung der Gemeinde Pajsän (Komitat Arad) südlich 
von Borossebes aufgefunden. Ausserdem wurde sie vom 
Kgl. ung. Sektionsgeologen J. Timkö aus plistocänem 
Süsswasser-Kalk bei Nyitrazsämbokret, u. zw. mit Chilotrema 
lapicida L. zusammen gesammelt. Vor Kurzem kam die 
Art, wie ich durch den Herrn Dr. St. Gaäl vernommen 
habe, — auch in der Gegend von Deva aus dem Plistocän 
zum Vorschein. Hieraus ist es ersichtlich, dass ich Recht 
hatte, als ich behauptete,^) dass zwischen dem Vorkommnis 
von C. hanatica in Deutschland während des Plistocäns, 
und der heutigen Verbreitung der Art unbedingt irgend 
ein bisher noch nicht bekannter Zusammenhang bestehen 
muss. Das Vorkommnis bei Nyitrazsämbokret ist ein neuer 
Beweis für die ehemalige weitere Verbreitung der Art, 
und für die Identität derselben mit C. canthensis Beyr. 
Dass sie auch heute noch in einem weiteren Kreise lebt. 



— 118 — 

als man anfänglich geglaubt hätte, das beweist der neue 
Fundort bei Vocarica inSlavonien.^) 

Prof. F. Frech gibt in einem kürzlich an mich ge- 
richteten Briefe der Ueberzeugung Ausdruck, dass G. 
canthensis von der Stammform C. hanatica doch zumindest 
als Varietät zu unterscheiden wäre. Dieser Auffassung 
kann ich mich, — wie ich dies schon zu wiederholten 
Malen betont habe, — nicht anschliessen, da die Gestalt 
von C. hanatica besonders was die Höhe des Gehäuses, 
und die scharfe oder stumpfe Beschaffenheit der Kante 
betrifft, — ziemlich beträchtlichen Schwankungen unterliegt, 
zwischen deren Grenzen sich auch C. canthensis sehr wohl 
einbeziehen lässt. Ich muss also von neuem betonen, dass 
ich C. canthensis Beyr. als eine mit C. hanatica Rossm. 
vollkommen identische Art betrachte, welche im Plistocän 
viel weiter verbreitet war, als heute. 

Chilostoma planospira Lam. Von dieser Art waren 
wir bisher der Meinung, dass Zagreb den nördlichsten Punkt 
ihrer Verbreitung im Gebiete des Ungarischen Reichs be- 
zeichnet.*) Nun kam sie aber auch aus der Umgebung 
von Zäkäny und Legräd in Komitate Somogy zum Vor- 
schein; ein Beweis dafür, dass auch diese Art schon nörd- 
lich der Drau heimisch geworden ist. Wahrscheinlich wird 
sie auch noch von anderen Punkten im südlichen Teile der 
Komitate Zala und Somogy zum Vorschein kommen. 

Aspasita triadis Kim. Diese Art war bis jetzt bei 
uns nur aus dem Kalkgebirge von Bela, aus dem Kotlina- 
Tal in der Tatra, aus der Gegend von Mehädia, aus dem 
Vöröstoronyer Pass und aus dem Komitate Hunyad (mit 
Ausnahme der südwestlichen Ecke desselben) bekannt.*) 
Im verflossenen Sommer sammelte ich in dem im Kodra- 
Pless-Gebirge gelegenen Badeort Menyhäza (Komitat Arad) 
auf jurassischen Marmorfelsen zahlreiche Exemplare der- 
selben. Im südlichen Teile Ungarns ist dies der nördlichste 



— 119 — 

bisher bekannte Fundort dieser Art. Die ihr nahe ver- 
wandte Ä. trinodis Kim. ist aus der Umgebung von 
Torockö und Torda, also von noch weiter nördlich ge- 
legenen Punkten bekannt.^) 

Helicodonta diodonta Fer. Eine bisher sozusagen nur 
aus den südlichsten Teilen Ungarns, von einigen Punkten 
bekannte, seltene Art, welche ausser ihren hiesigen Fund- 
orten (Mehädia, Gserna-Tal) auch in Serbien vorkommt. 
Auch diese Art erfreute sich, — wie viele andere unserer 
Arten, — im Plistocän einer grösseren Verbreitung. Ich 
sammelte sie seinerzeit im Herzen des Komitates Bihar, 
auf dem neben Püspökfürdö sich erhebenden Somlöhegy 
aus plistocänem, roten Lehm.^) Hier erwies sie sich als 
eine der gewöhnlichsten Arten. Ihr plistocänes Alter 
wurde durch die mit ihr zusammen aufgefundenen Reste 
von Vrsus spelaeiis, Castor fiber fossilis etc. beurkundet. 

Im Sommer des letzten Jahres kam die recente Form 
von H. diodonta im Komitate Arad, in der Umgebung der 
ca. 20 km südlich von Borossebes gelegenen Gemeinde 
Pajsän zum Vorschein. Dieses Vorkommnis ist deshalb 
von besonderer Wichtigkeit, weil es zwischen dem plisto- 
cänen Vorkommen der Art im Komitate Bihar, und ihrer 
heutigen eigentlichen Heimat ein Verbindungsglied darstellt. 
Es ist höchst wahrscheinlich, dass diese Art sich von 
Norden nach Süden verbreitete, und sicherhch erst im 
Holocän nach Serbien gelangte. 

Literatur. 

1. Soös, L. MagyarorszägHelicidäi, AUatt. Közl. III. Köt. 3füz. 

2. Kormos, Th. Die geologische Vergangenheit und Gegen- 

wart des Särretbeckens im Komitat Fojer. Res. der 
wissensch. Erforschung des Balatonsees I, Bd. I. T. 
Palaeont-Anhang. 

3. Szep, R. Adatok Nyugatmagzarorszäg molluska faunä- 

jähoz. Pozsoni. 1897. 



— 120 — 

4. Kormos, Th. Beiträge z. Molluskenfauna des kroatischen 

Karstes. Nachrichtsblatt d. d. Mal. Ges. Heft 2, 1906. 

5. Strobel, Pell. Studi su la Malacologia ungherese. 

Pavia, 1850. 

6. Horusitzky, H. Neuere Beiträge zur Kenntnis des Lösses 

und der diluvialen Molluskenfauna. Supplern Földt. 
Közlöny. Bd. XXXIX. Heft 3-4. 

7. Szep; R. Die Molluskenfauna der Umgebung von Güns. 

Malakoz. Blätter. Bd. XI. 

8. Koch, A. Modell eines geologischen Profils der Klein- 

zeller Terrasse. Supplem. z. Földtani Közlöny. Bd. 
XXIX. Heft 1—4. 

9. Kormos, Th. Campylaea banatica (Partsch) Rm. und 

Melanella Holandri Fer. im Pleistocän Ungarns. Supp- 
lam. z. Földt. Közl. Bd. XXXIX. H. 3-4. 



Addenda und Corrigenda zu unserem Verzeichnis der 
posttertiären Weichtiere der böhmischen Masse. 

Von 
Dr. J. Babor und Kr. J. Noväk (Prag). 



Schneller als wir ahnen konnten, ergänzt sich unser 
Katalog weiter, selbst in guten Spezies. Da wir nun auch 
einige Zusätze von versehentlich ausgelassenen Formen und 
etliche, wenn auch nicht beträchtliche Berichtigungen des 
Verzeichnisses sobald als möglich selbst durchführen möchten, 
haben wir uns entschlossen, dieses kleine Supplement schon 
jetzt zu veröffentUchen. Dabei berücksichtigen wir neben 
eigenen weiteren Aufsammlungen besonders die neuen 
plistocaenen Funde von Herrn Prof. R. Sokol in Pilsen, 
diejenigen vom Holocaen des Herrn Lehrers J. Pelrbok in 
Krjetitz an der Elbe bei Prag und des Herrn Stud. Ld. 
Frankenberger in Prag, welcher besonders Beiträge zur 



~ 121 - 

recenten Fauna lieferte. Erhöhte Aufmerksamkeit widmen 
wir neuestens nach dem Vorbilde des Herrn Prof. Dr. W. 
Kobelt auch der Erforschung unserer Najaden und werden 
gelegentlich über unsere bisherigen Erfolge selbständig und 
ausführlich berichten. Einstweilen haben wir in der cechi- 
schen Fachzeitschrift „Priroda* [„Die Natur"] auf Grund 
der zahlreichen Arbeiten Kobelts eine diesbezügliche Pro- 
grammstudie im Herbst 1909 veröffentlicht. 

Mit lebhaftem Interesse haben wir die neueste Mol- 
luskenfauna Deutschlands von D. Geyer*) zum Vergleich 
mit unserer Zusammenstellung der böhmischen (sensu latiori) 
durchgeblättert und fanden unsere Anschauungen von der 
ausserordentlichen Reichhaltigkeit der einheimischen Weich- 
tierarten und Abarten dadurch bestätigt. 

tt Daudehardia (Rufina Gl.) rufa Fer. var. inflata 
A. Vohland. 

Vitrina (Semilimax Stab.) diaphana Dr. var. Heyne- 
manni C. Koch.**) 

271. Vitrina (Semilimax Stab.) Kotulae W. 

Hyalinia (Euhyalinia Alb.) cdlaria Müll. var. 
stoechadica Bgt. 



*) D. Geyer: „Unsere Land- und SüsswassermoUusken, Ein- 
führung in die Molluskenfauna Deutschlands.'' Stuttgart (K. G. Lutz) 
1909. — Die recente deutsche Fauna enthält auch folgende wichtigere 
Formen, welche der Verfasser dieses verdienstvollen und im Ganzen 
auch wohl gelungenen Buches nicht aufführt: Vitrina elongata Dr. var. 
lusatica Jord., Hyalinia subglabra Bgt., Helix granulata Aid., Vertigo 
leontina Gredl., Vertigo parcedentata A. Br.-Genesii Gredl., Vivipara 
fasciata Müll. var. crassa Hilb., Bythinella Steinii v. Mart. (s. Scholtzii 
Hensche s. ? Scholtzii A. Schm.), Anodonta complanata Rssm. var. 
Kletlii Rssm. — Die Lartetien klassifiziert J. Thiele 1909 anders 
als der Verfasser selbst. 

**) Diese westdeutsche Form wird auch von Sachsen angegeben ; 
ob keine Verwechslung mit V. Kuhesi (Klika) Noväk vorliegt? 



— 122 — 

Hyalinia (Polila Held) nitens Mich, var minor Gl.*) 
272, Hyalinia (Polita Held) clara Held. 

Patula (Discus Fitz.) ruderata Stud. f. prox. var, 
opulens W. 

55. Patula (? subg.) sp. ? cf. Patula (Spelaeodiscus 

Brus.) Hauffeni F. Seh. 
t 61. Helix (Vallonia Risso) adela W. (s. declivis Sterki). 
Helix (Perforatella Schlüter) unideniata Dr. var. 

alpestris Gl. 
fieZia;(TrichiaHtm.) sericea\)v. var. depilata G. Pfr. 
ÄeZiaj (Arianta Leach) arhustorum L. var. Sendt- 

neri Gl. 
ife^ia; (Arianta Leach) arhustorum L. var. aZ/)i- 

cola Fer, (s. alpestris Pfr.) f. minor W. 
i/ie^^ic (Arianta Leach) arhustorum L. var. moravica 

(Kröl.) Gl. 
i/e^ecc (Tachea Leach) vindohonensis Fer. (s. 

austriaca Mühlf) f. minor Kregl. (errore W. !) 
Pupa (Orcula Held) dolium Dr. var. Titanus 

Brancs. 
Pupa (Pupilla Leach s. „Jaminia" [Leach] Risso) 

muscorum L. 

t 273. Pupa (Sphyradium Gharp. s. Edentulina Gl.) 

collumella [G. v. Mrts.J Benz. 
Vertigo (Alaea Jeffr.) Moulinsiana Dupuy [s, 

ventrosa Heyn. s. laevigata Kok. s. Gharpen- 

tieri Shuttl.] ? subp. Kuesteriana W, 
Vertigo (Alaea Jeffr.) Moulinsiana Dupuy ? subsp. 

Kuesteriana W. forma ododentata W. 
Clausilia (Strigillaria v. Vest) vetusla [Z.] Rssm. 

var. festiva Küst. f. minor Rssm. 



*) Die Form wird besser als Varietät, nicht nur forma, taxiert 
(auch morphotisch differiert.) 



— 123 — 

Clausilia (Kuzmicia Brus.) bidentata Ström, (s. 

nigricans [Palt.] Gray) var subrugosa W. 
Clausilia (Pirostoma v. Vest) pUcatula Dr. var. 

coscida Stud. 
Clausilia (Pirostoma v. Vest) ventricosa Dr. var. 

tumida A. Schm. 
Clausilia (Pirostoma v. Vest) tumida Ziegl. f. 

minor W, 
Succinea (Neritostoma Klein) pulvis L. var. 

Charpentieri Dum. & Mort. 
Limnaeus (Limnus Montf.) stagnalis L. var. 

turgidus Mke. 
t 274. Planorbis (Gyraulus Agass.) teneUus Htm. 

202. Ancylus (Ancylastrum M.-T.) expansilabris Cless. 

var. subcircularis Cless. 
Unio (Limnium Oken) limosus Nils. var. Des- 

hayesi Mich. 
Unio (Limnium Oken) limosus Nils, subsp. 

Schranhianus Gl. 
Unio (Limnium Oken) pictorum L. (s. rostratus 

Lam.) var. rostratus C. Pfr. forma maximus 

Mörch. 
275. Unio (Limnium Oken) Kochii Kobelt. 

Unio {Linmium Oken) batav US Lam. f. potamiusBgi. 
Unio (Limnium Oken) batavus Lam. v. crassus 

Retz. f. acutus Rssm. 
Unio (Limnium Oken) batavus Lam. v. ater Nils. 

f. intermedius Rssm. 
Unio (Limnium Oken) tumidus Retz. subsp. cf. 

rhenanus Kob. 
Unio (Limnium Oken) tumidus Retz. subsp. cf. 

anabaenus Serv. var. ? 
Unio (Limnium Oken) tumidus Retz. var, limi- 

cola Mörch. 



— 124 — 

Änodonta (Euanodonta W.) anatina L. var. 
tenella [Held] Küst. 
262. Pisidium (Fossaria Cl.) fontinalis G. Pfr. (s. 

fossarinum Gl,) 
Die Verfasser behalten sich vor, über die neueren 
Fortschritte in der Najadenerforschung in Böhmen sobald 
als möglich einen ausführlichen Bericht zu erstatten, wo 
auch die näheren zoogeographischen Verhältnisse berück- 
sichtigt werden könnten. 



lieber einige vorderasiatische Schnecken. 

Von 
P. Hesse, Venedig, 



Im Laufe des Jahres 1909 erhielt ich einige kleine 
Sendungen von Schnecken aus verschiedenen Orten Vorder- 
asiens, von Enseli im nördlichen Persien, von Mersiwan 
im nördlichen Kleinasien, von Beirut in Syrien und endUch 
von Haifa in Palästina, wo Herr Lehrer Lange sich 
der Mühe unterzog, für mich zu sammeln. Die Sachen 
sind nicht von Fachleuten zusammengebracht, und Hessen, 
was den Erhaltungszustand der Gehäuse betrifft, zum Teil 
recht viel zu wünschen übrig. Die gewöhnlichen, dort 
überall häufigen Arten waren begreiflicher Weise am stärk- 
sten vertreten; ich erhielt aber auch einige interessante 
Species, zum Teil von neuen Fundorten, und bin deshalb 
in der Lage, zu den zahlreichen Publikationen über vorder- 
asiatische Mollusken, die uns das letzte Jahrzehnt gebracht 
hat, einen kleinen Nachtrag zu liefern. Von einer voll- 
ständigen Aufzählung der erhaltenen Arten sehe ich ab; 
ich bespreche nur die wenigen, über die ich glaube Neues 
sagen zu können. Beim Bestimmen stand mir in 
kritischen Fällen Freund Boettger mit seinem bewähr- 



— 125 — 

ten Rate bei; die Photographien von zwei BuUminus ver- 
danke ich der Güte meines Bruders, Prof. R. Hesse in 

Berlin. 

Hyalinia nitelina Bgt. 

Von Haifa erhielt ich junge Exemplare in grösserer 

Anzahl, von Beirut zwei erwachsene, von 13—14 mm gr. 

Durchmesser. 

Leucochroa cariosa Oliv. 

Unter den zahlreichen Exemplaren, die ich aus Beirut 

erhielt, findet sich auch die niedrig gewundene Form, die 

Bourguignat mit Unrecht als besondere Art (L. amphi- 

cyrta) beschrieben hat; sie kann nicht einmal als Varietät 

gelten, da alle Uebergänge vorkommen. In Palästina 

scheint eine hochgewölbte Form mit stumpfem Kiel (var. 

nazarensis Mss.) vorzuherrschen ; ich erhielt sie von Haifa 

durch Herrn Lehrer Lange, und von Nazareth durch 

einen jungen amerikanischen Malakologen, Herrn Maxwell 

Smith. 

Helicella vestalis (Parr.) Pfr. 

Von Ramleh in Aegypten erhielt ich durch Herrn 
Geo. Andres eine Anzahl lebender Exemplare, die der 
von Bourguignat als H. ramlensis beschriebenen Form 
angehören dürften, andrerseits aber auch der H. joppensis 
Roth nahe stehen. Ob sie sich von dieser sicher trennen 
lassen, wage ich wegen Mangels an ausreichendem Ver- 
gleichsmaterial nicht zu entscheiden; betonen möchte ich 
nur, dass anatomische Differenzen zwischen beiden nicht 
bestehen. Den Genitalapparat von H. joppensis hat schon 
Ad. Schmidt abgebildet und auf seine Besonderheiten 
hingewiesen; er zeichnet sich durch einen kräftig ausge- 
bildeten Appendix aus und durch den Besitz von vier 
Pfeilsäcken, von denen die beiden vorderen Pfeile enthalten, 
während die andern, pfeillosen, nicht neben, sondern hinter 
ihnen stehen. In Schmldt's Nachlass finde ich eine 



— 126 — 

Zeichnung eines Geschlechtsapparats, die als „H. joppensis 
minor (H. wa^^erm Zelebor)* bezeichnet ist und genau den 
gleichen Befund zeigt. Dieselbe eigentümliche Beschaffen- 
heit der Genitalien kenne ich bei H. millepunctata Bttg. 
von Beirut und bei R. derbentina Andrz. von Tiflis, die 
Wiegmann untersuchte. Wir haben es hier also mit 
einer anatomisch scharf charakterisierten Sippe zu tun, 
deren Verbreitungsbezirk mindestens von Unterägypten bis 
zum Kaukasus reicht. Ich wage vorläufig nicht, ihr einen 
Namen zu geben, um nicht mit einem der 42 von Mon- 
terosato vorgeschlagenen Gruppeunamen zu collidieren ; 
sollte sich herausstellen, dass auch H. krynickii in diese 
Verwandtschaft gehört, so raüsste die Section oder Unter- 
gattung Xeropida Mtrs. heissen. Mit Unrecht wird von 
manchen Autoren, auch von Monterosato, H. derbentina 
als eine nahe Verwandte von H. obvia und ericetorum an- 
gesehen ; sie hat zu unseren Mitteleuropäern keine näheren 
Beziehungen. 

Ich besitze von hierher gehörigen Arten H. vestalis 
von Ramleh und Beirut, H. joppensis von Beirut, H. mille- 
punctata von Beirut und Haifa, H. derbentina von Mersiwan, 
Tokat und Enseli. 

Helicella carascaloides Bgt. 
Westerlund gibt als Maasse an: bis 17:11 mm. 
Ich erhielt von Mersiwan eine grosse Form, wovon das 
grösste Stück 21 : 18: 15 mm misst. Ueber die systematische 
Stellung dieser Art wage ich noch kein Urteil; dem Ge- 
häuse nach möchte man sie für eine Monacha oder Theba 
ansprechen, während die Genitalien den Charakter von 
Helicella zeigen, aber auch in eigenartiger Weise. Ein 
Pfeilsack fehlt ganz, dagegen sind zwei Glandulae mucosae 
vorhanden, die sich in je 2 — 4 Zweige zerteilen. Ich 
kenne dazu vorläufig kein Pendant, 



— 127 — 

Trochula pyramidata Drap. f. conica Bgt. 
Eine hübsche Form, tief schwarzbraun gebändert, 
erhielt ich in lebenden Exemplaren aus dem Tale des Nähr 
el Kelb bei Beirut. Die grössten Stücke haben 9 mm gr. 
Durchm. bei 8—8,5 mm Höhe. Neu für Syrien. 

Iheba ohstructa Fer. 
Von Beirut erhielt ich zahlreiche Exemplare, die in 
der Grösse sehr variieren, von 8V2 — 12 mm gr. Durchm. 

Theba schotti Pfr. 
Von Haifa einzelne Exemplare, anscheinend nicht 
häufig. Die Grösse ist noch variabler, als bei der vorigen ; 
mein kleinstes Stück hat 8, das grösste 13 mm gr. Durchm. 

Theba crispulata Mss. 

Von Beirut erhielt ich eine kleine behaarte Schnecke, 
leider in nir einem einzigen Exemplar, mit lebendem Tier, 
die an die von Martens von der gleichen Provenienz er- 
wähnte und unter dem wahrscheinlich irrigen Namen Helix 
nmscicola Bgt. abgebildete (Vorderas. Gonch., Taf. I, Fig. 1) 
Art erinnert. Die meinige ist etwas niedriger gewunden, 
mit ziemlich langen, gekrümmten Haaren besetzt, und hat 
am letzten Umgange eine stumpfe Kielkante. Durch den 
umj;ebogenen Golumellarrand wird der Nabel fast ganz ver- 
deckt; die rötlich weisse Lippe ist sehr deutlich ausge- 
prägt. Bei 5^4 Umgängen hat das Gehäuse 8 mm gr. 
Durchmesser und 5 mm Höhe. Ich bestimmte die Schnecke 
als Helix merssinae Mss.; Freund Boettger hält sie für 
die bisher nur von Jerusalem bekannte H. crispulata Mss., 
zu der er übrigens H. merssinae als Varietät zieht. 

Dem Gehäuse nach hielt ich die Art für eine Trichia; 
die Untersuchung des Tieres belehrte mich darüber, dass 
ich eine echte Theba vor mir hatte, mit allen dieses Genus 
charakterisierenden Kennzeichen. 



- 128 — 

Theba ravergieri F6r. emend. 

Unter zahlreichen leeren, verwitterten Gehäusen dieser 
Art, die ich von Enseli am Südufer des kaspischen Meeres 
erhielt, fand ich ein einziges frisches Stück mit lebendem 
Tier, dessen Untersuchung ein unerwartetes Ergebnis hatte. 
Bisher wurde Helix ravergieri allgemein zu Fruticocampglaea 
Kob, gerechnet, Pilsbry betrachtet sie sogar als Typus 
dieser Section; Kobelt bezeichnet H. narzanensis als 
Typus, und da er die Gruppe creirte, müssen wir wohl 
seine Auffassung als ausschlaggebend gelten lassen. Ueber 
die Anatomie von Fruticocampylaea ist noch nichts ver- 
öffentlicht ; in W i e g m a n n's Nachlass finde ich aber Auf- 
zeichnungen über Mundteile und Genitalapparat von F. 
narzanensis, aus denen hervorgeht, dass diese Art den 
Fruticicolen nahe steht, und von verwandschaftlichen Be- 
ziehungen zu Campylaea nicht die Rede sein kann. Das 
Tier hat kein Divertikel am Blasenstiel, und zwei Pfeil- 
säcke; einen Pfeil fand Wieg mann leider nicht vor. 

Der Geschlechtsapparat von H. ravergieri ist davon 
sehr erheblich verschieden. Der Retractor des rechten 
Augenträgers schlingt sich nicht zwischen Penis und Vagina 
durch, sondern liegt frei neben den Genitalien, ein Merkmal, 
das wir, ausser bei den Xerophilen, nur noch von den 
Gattungen Leucochroa und Theba kennen, Theba, der unsere 
Art auch testaceologisch wohl am nächsten steht, ist über- 
dies ausgezeichnet durch Fehlen des Penisretraktors und 
Vorhandensein einer Appendicula. In diesen beiden Punkten 
verhält sich H. ravergieri nun eigentümlich ; anstatt einer 
Appendicula sind deren zwei vorhanden und überdies ein 
Penisretractor von ganz besonderer Art. Das distale Ende 
des Retractors ist bei fast allen Helices am Diaphragma 
inseriert; der Retractor von H. ravergieri tritt in Gestalt 
eines zarten Muskelbandes auf, dessen anderes Ende aber 
nicht am Diaphragma, sondern am Spindelmuskel ange- 



— 129 -- 

bettet ist. Ein solches Verhalten ist wohl von verschiedenen 
Clausilien, Stenogyra etc. bekannt, aber bei den Heliciden 
meines Wissens nur von H. obvoluta durch Wiegmann 
festgestellt. 

Als charakteristich für das Genus Theha galt bisher, 
neben dem Auftreten der Appendicula und der Lage des 
rechten Ommatophoren frei neben den Genitalien, das 
Fehlen des Penisretractors. Ich kenne mehrere Arten, die 
nach den Gehäusemerkmalen sehr gut hierher passen und 
auch anatomisch zu Theha zu gehören scheinen, aber den 
Penisretractor besitzen. Nach meinen jetzigen, noch recht 
mangelhaften Vorlagen glaube ich innerhalb des Genus drei 
Gruppen unterscheiden zu sollen, die ich vorläufig, bis 
mehr Material vorliegt, noch nicht benenne. Die Unter- 
schiede beziehen sich auf Appendicula und Retractor; die 
drei Sectionen sind folgendermassen charakterisiert : 

1 . Eine Appendicula, kein Penisretractor. Hierzu 
gehört Theha crispulata und die von mir schon früher 
(Nachr. Bl. 1908, S. 137) aufgezählten Arten. 

2. Eine Appendicula; ein diaphra gm atischer 
Penisretractor vorhanden. Hierher 7%. rothi und 
fruticola Kryn. 

3. Zwei Appendiculae ; ein columellarer Penis- 
retractor. Hierher Th. ravergieri Fer. 

Levantina naegelei Kob. 

Diese Art, ursprünglich von Sis in Cilicien beschrieben, 
wurde mir aus Mersiwan zugeschickt. Das einzige Exem- 
plar ist gut erhalten und misst im gr. Durchm. 38, Höhe 
21 mm; es wurde nicht bei Mersiwan gefunden, sondern 
stammt, nach Angabe meines Korrespondenten, von Mardin 
in .Mesopotamien. Die Richtigkeit der Bestimmung wurde 
mijr durch Herrn Prof. Dr. Boettger bestätigt. 



— 130 — 

Tachea lencoranea Mss. 

Von dieser in den Sammlungen noch recht seltenen 
Art erhielt ich aus Enseli eine grössere Anzahl Exemplare 
mit dem lebenden Tiere. Viele davon sind mehr oder 
weniger stark verwittert; kaum der fünfte Teil hat eine 
unverletzte und glänzende Guticula. Die Grundfarbe ist in 
der Regel bräunlichgelb, selten heller gelb. Von den 
Bändorn ist das erste, wenn vorhanden, immer nur schwach 
angedeutet, sehr schmal und stets in Flecken aufgelöst. 
Band 2 und 3 sieben einander sehr nahe ; oft sind sie 
zusammengeflossen. Band 5 ist das breiteste und schlingt 
sich eng um die Nabelgegend herum. Unter 53 Stück 
fand ich folgende Bändercombinationen : 



10 Exemplare 


1 


2 


3 


4 


5 


7 





2 


3 


4 


5 


22 





2 


"1 


4 


5 


9 








3 


4 


5 


5 


















Die Untersuchung des Tieres ergab, das T. lencoranea 
eine selbständige, von 2\ atrolahiata und stauropolitana gut 
verschiedene Art ist. Der Pfeil ist wenig mehr als halb 
so lang, wie bei gleichgrossi^n Individuen der typischen T. 
atrolahiata von Poti ; überdies ist er schwächer gebogen 
und hat verbreiterte Schneiden. T. atrolahiata und stauro- 
politana haben grossen, stark gekrümmten Pfeil mit scharfen 
Schneiden. L e d e r sprach die Ansicht aus, dass T. atro- 
lahiata und lencoranea sich durch die Farbe des Tieres 
unterscheiden (siehe: Böttger, Talysch, S. 294), das bei 
atrolahiata von Kutais an den Seiten schwarz, bei lencoranea 
einfarbig fleischfarben erscheine. Ich muss das als einen 
Irrtum bezeichnen, denn ich fand die Tiere in ihrer Fär- 
bung ausserordentlich variabel. Viele haben hell gelblich- 
braunen Rücken, Seiten und Fussränder weissgelb ; andere 



- 131 — 

sind mehr oder weniger dunkel rotbraun bis schwarzbraun, 
immer mit holleren Seiten ; ein Individuum war an Rücken 
und Seiten tief blauschwarZ; wie mit Tinte Übergossen, 
nur die Fussränder zeigten eine hellere Nuance. Die 
Färbung der Fusssohle variiert gleichfalls in Uebereinstim- 
raung mit der Farbe des Rückens, von schmutzigweiss bis 
schwarzgrau. In allen Fällen ist eine weissliche Nacken- 
leiste vorhanden, die besonders bei den dunkel gefärbten 
Tieren auffallend hervortritt. 

Zum Vergleich stehen mir drei Exemplare vom Dorfe 
Eschäktschi im nördlichen Teile des Kreises Lenkoran zur 
Verfügung, die Herr Prof. Dr. Lang in Zürich vom Kau- 
kasischen Museum erhielt und mir in zuvorkommender 
Weise zur anatomischen Untersuchung überliess. Diese 
haben das Gehäuse ein wenig dunkler gefärbt, als die 
persischen Stücke, und das fünfte Band ist nicht so sehr 
der Nabelgegend nahe gerückt. Ihr grosser Durchmesser 
variiert von 29 bis 3i2 mm; das kleinste Gehäuse von 
Enseli misst im gr. Durchm. 27,5, das grösste 32,5 mm. 

Helix pathetica armenica Kob. 

Aus Mersiwan erhielt ich eine Anzahl tot gesammelter, 
aber gut erhaltener Gehäuse, die den von Tokat stammen- 
den in Farbe und Bäiiderung durchaus gleich sind. Einige 
Stücke zeichnen sich durch besondere Kleinheit aus; das 
kleinste misst im gr. und kl. Durchmesser und Höhe 20 : 
16:18 mm. Dieses ist die winzigste mir bekannte Form 
des Genus Helix^ s. str. 

Buliminus (Petraeus) fourousi Bgt. 
Ich erhielt aus Beirut zahlreiche Exemplare, die an 
Mauern unterhalb Brumana im Libanon, etwa 750 m ü. M. 
gesammelt wurden. Die Höhe des Gehäuses beträgt 13 
bis 17 mm. Die Art ist meines Wissens noch nirgend 
abgebildet ; der anatomische Befund verweist sie zu Petraeus. 



~ 133 - 

BuUminus (Petraeus) halepensis Pfr. var. lihanotica Bttg. 

Eine Anzahl todt gesammelte Stücke erhielt ich aus 
dem Tale des Nähr el Kelb bei Beirut. 

BuUminus (Petraeus) phazemonicus n. sp. 

Diese neue Art scheint zunächst mit B. kotschyi Pfr. 
verwandt. Sie ist etwas weniger schlank, mit neun durch 
eine fadenförmige Naht begrenzten Umgängen und relativ 
höherer Mündung, die fast ein Drittel der Gesamthöhe 
ausmacht. Höhe des Gehäuses 19 mm bei 7 mm gr. 
Durchm. Das Gehäuse ist glänzend, hornbraun, weiss 
gestriemt, Mündungswand hornfarben, Gaumen weisslich, 
der glänzend weisse Mundsaum umgeschlagen, besonders 
an der Spindel ziemlich breit. Der Nabeiritz ist ziemlich 
weit, die Mundränder zusammenneigend, durch einen 
dünnen Gallus verbunden; an der Insertion des Aussen- 
randes die Andeutung eines weissen Knötchens. Herr Dr. 
Sturany macht mich darauf aufmerksam, dass Bul. 
phazenionicus durch die für einen Petraeus ungewöhnliche 
Zeichnung an gewisse turkestanische Arten, z. B. Bul. 
ufjalvyanus Ancey erinnert. 

Nur ein Exemplar von Mersiwan. 

BuUminus (Zehrina) detrittis var. tumida Mss. 
Von Mersiwan lebhaft gestriemte grosse Exemplare, 
Höhe 26, Durchm. 13 mm. 

BuUminus (Brephulus) olympicus (Parr.) Kob. 
Bei Mersiwan anscheinend häufig. Ich erhielt zahl- 
reiche mehr oder weniger verwitterte Exemplare. Höhe 
14—18 mm. 

BuUminus (Brephulus) tournefortianus Fer. 
Bei Mersiwan nicht selten. Die Höhe meiner Stücke 
beträgt 19-27,5 mm. 



— 133 - 

Chondrula lamellifera Rssm. 
Von Mersiwan zahlreiche verwitterte Exemplare. Im 
Bau des Genitalapparats weicht diese Art stark von Chon- 
drula tridens und quadridens ab und schliesst sich an die 
Gruppen Zebr'ma und Ena an, während Ch. tridens mehr 
Uebereinstimmung mit Mastus (bisher sind nur M. pupa 
und reversalis untersucht) zeigt. Leider ist gerade bei 
Chondrula unsere Kenntnis der Anatomie noch äusserst 
mangelhaft; ich möchte deshalb vorläufig nur auf die be- 
stehende Verschiedenheit hinweisen, ohne eine Aenderung 
in der Systematik vorzuschlagen ; das könnte nur auf 
Grund viel umfassenderer Untersuchungen geschehen, 

Chondrula scapus Pfr. und var. desfituta Mss. 
Von Mersiwan, aber viel weniger zahlreich, als die 
drei vorigen Arien; Höhe 12 — 15 mm. Von der Varietät 
kommen sehr kleine Individuen vor, herunter bis 8 mm. 
Von Ch. scapus untersuchte Wiegmann Exemplare von 
Tokat, die der Ch. lamellifera bedeutend näher stehen, als 
der Ch. tridens, die mau doch als Typus des Genus Chon- 
drula anzusehen pflegt. 

Chondrula (Mastus) episomus Bgt. 
Ich erhielt ein Exemplar aus Haifa. 

Modicella avenacea Brug. 
Bei Mersiwan anscheinend nicht selten. 

Clausilia (Cristataria) vesicalis Rssm. 
Die typische Form, 18—20 mm hoch, erhielt ich von 
Beirut zahlreich mit der Lokalitätsangabe : rechtsseitige An- 
höhe am Beirutflusse, in der Nähe des Irrenhauses. 

Clausilia {Cristataria) catopleura Wstld. 
Wenige Exemplare aus dem Tale des Nähr el Kelb 
bei Beirut, anscheinend selten. 



- 134 — 

Clausula (Oligoptychia) laevicollis Charp. 
Von Mersiwan erhielt ich sie in grösserer Anzahl. 

Succinea elegans var. indica Pfr. 
Ein Exemplar aus dem Tale des Nähr el Kelb, neu 
für Syrien. In der mir zugänglichen Literatur finde ich 
das Genus Succinea überhaupt nicht aus Syrien erwähnt. 

Ericia costulata var. hyrcana Marts. 
Zahlreiche Exemplare von Enseli ; die grössten sind 
19 mm hoch bei 15 mm gr. Durchmesser. 

Melania tuberculata Müll. 
Ich erhielt eine Anzahl Exemplare von Beirut. 

Melania huccinoidea Oliv. 
Aus Mersiwan wurde mir ein Exemplar zugesandt, 
das nach Angabe meines Korrespondenten von Diarbekir 
am oberen Tigris stammt. Es ist noch nicht ganz er- 
wachsen, 17 mm hoch, ganz glatt, mit spitzem Gewinde,, 
mit Andeutung von zwei rotbraunen Binden auf dem 
letzten Umgange, und entspricht ungefähr der Fig. 1889 
der Sonographie (N. Folge, Bd. VII). 



Notiz. 



Hdix adspersa fand ich in Holland, bei Vlissingen. 
Der genaue Fundort ist: Gebüsche am Ende des zwischen 
Bahnhot und Kanal gelegenen Seitenhafens. Merkwürdig 
erschien es mir, welch' geringe Scheu das Kind des Südens 
vor der Kälte hatte. Mitten im Januar, wo doch unsere 
Helix pomatia eingedeckclt in der Erde ruht, fand ich 
ausser leeren Schalen auch an Gebüschen emporkriechende 
Tiere. Es war ein sonniger frostfreier, aber nicht ganz 
schneefreier Tag, und es waren ihm in diosem Winter 



135 — 



(1908/09) schon recht kalte Tage vorangegangen. Die Lage 
des Fundortes macht wahrscheinlich, dass es sich um einen 
Fall unbeabsichtigter Verschleppung handelt. Nach meinen 
Beobachtungen ist zu vermuten, dass die Schnecke sich 
dort halten wird. Es wäre wohl der Mühe wert, wenn 
Malakozoologen, die das holländische Seebad aufsuchen, 
ihren Spuren nachgingen. V. Franz (Helgoland). 



Eine ueue Oarnieria. 

Von 
Herma nn Rolle. 




Garnieria goliath Rolle. 

Testa quoad genus maxima, sinistrorsa, haud rimata, 
parum nitens, fusiformi-ventricosa, plerumque truncata, 
unicolor brunneo-fusca, interdum apicem versus saturatius 
tincta. Anfractus superst. 6V2— 7 convexiusculi, sat celeriter 
accrescentes, sutura impressa submarginata discreti, obsolete 
oblique costellato-striati, ultimus elongatus, basin versus 
contractus, solutus, ad aperturam dilatatus, in cervice 
haud distinctius lamellatus. Aperlura perampla, subverti- 
calis, rotundato-cordiformis, latior quam alta, supra fere 
stricte truncata. Peristorna vix incrassatum, late expansum, 



- 136 — 

livide fuscescens, intus callo lenuissimo albido margina- 
tum, undique solutum. Lamella parietalis contorta, cum 
margine externo plus minusve confluens, sinulum distinc- 
tum formans ; lamella columellaris immersa, torta, vertica- 
liter ascendens, plica palatalis principalis extus perspiciens 
et sulco impresso respondens, cum lunella permagna extus 
quoque conspicua supra confluens. Glausilium oblique 
intuenti conspicuum. 

Alt. spec. decoll. 42, diam. max 11,5, alt anfr. ult. 
18 mm, apert. 11, lat. 13 mm. 

Hab. Tongking, inter Phu-ly et Kc-So. 

Die grösste aller bekannten Garnierien, wohl zu- 
nächst verwandte mit G. dorri Bavay & Dautzenberg, aber 
um ein Drittel grösser, der Mundsaum kaum vei'dickt und 
nicht weiss, der Hals weniger schlank, die Mondfalte der 
Spindelfalte unten mehr genähert. Auch Herr Professor 
Boettger hält die Form für eine gute Art. 



Ueber das Vorkommen von Limnaea glabra Muller 
bei Berlin. 

Von 
Dr. Richard Schröder in Gross-Lichterfelde. 



In dem vom Märkischen Provinzial-Museum zu Berlin 
herausgegebenen „Verzeichnis der Weichtiere der Provinz 
Brandenburg", 2. Ausgabe, Berlin 1899, heisst es auf 
Seite 24: „Limnaea glabra ^lüller wird von Stein aus der 
Umgegend Borlins aufgeführt, scheint jedoch sonst nicht 
wieder beobachtet worden zu sein, so dass das Vorkommen 
dieser Schnecke zweifelhaft ist." — Als ich jetzt hörte, dass das 
Flüsschen Nuthe bei der etwa 30 km südlich von Berlin 
gelegenen Stadt Trebbin aufgestaut sei und Genist abgesetzt 
habe, verschaffte ich mir solches und siehe da, es fanden 



— 137 — 

sich darin 25 Stück Limnaea glabra Müller. Das grösste 
Exemplar ist 19,5 mm lang, seine Mündung 6 mm lang, 
seine grössle Dicke beträgt 5 mm; es hat 8 Umgänge. 
Es ist also um ein Drittel länger, als Westerlund [Fauna 
der in der palaearktischen Region lebenden Binnenkonchy- 
lien, V, pag. 49] für seine Varietät elongata angibt. Da 
die Nuthe, wie auch ihre Nebenflüsse, in der Provinz 
Brandenburg entspringt und verläuft, ist die Herkunft des 
Genistes unzweifelhaft und Limnaea glabra Müller endgültig 
als Bewohner in der Provinz Brandenburg nachgewiesen. 



Literatur ; 



Abhandlungen, herausgegeben von der Senckenbergischen natur- 
forschenden Gesellschaft. Bd. 32. Festschrift zum sieb- 
zigsten Geburtstag von Wilhelm Kobelt am 20. Febr. 
1910. Mit 1 Porträt, 28 Tafeln und 51 Abbildungen 
im Text. Frankfurt 1910, Selbstverlag der Gesell- 
schaft. 4°. 463 S. (Rm. 75). (Schluss.) 

p. 349. Thiele, Dr. J.. über die Anatomie von Hydrocena cattaroensis 

Pfr. Mit Tafel und 2 Textfig. Die Gattung bildet eine eigene 

Familie, die mit den Neritidae und Helicinidae aus einer 

Wurzel entspringt. 
p. 359. Ehrmann, Paul, zur Naturgeschichte der Campylaea phalerata 

Zgl. — Eine äusserst sorgfältige Untersuchung des Vorkommens 

unserer Hochgebirgscampylaeen (phalerata und Schmidti), die 

mit Arionla arbustorum zusammengehören. 
p.391. Jickeh, Dr. C. F., die UnvoUkommenheit des Stoffwechsels als 

Grundprinzip im Werden und Vergehen der Schneckenschalen. 

Mit 18 Textfiguren. — Auch diese Arbeit erfordert gesonderte 

Besprechung, 
p. 405. Hoyle, W. E., a List of the Generic Names of Dibranchiate 

Cephalopoda with their type species. — Mit zahlreichen wichtigen 

synonynischen Bemerkungen, 
p. 417. Jhering, H. von, zur Kenntnis der südamerikanischen Heliciden. 

Mit 4 Figuren. Neu Heheigona seiniclausa deflexa, Rio Grande 

do Sul, p. 419; — H. hidalgonis latecostata, Corrientes p. 419; — 



— 138 — 

H. catamarca, p. 519 t. 28 f. 1, 2; Catamarca, Argenünien; 
— H. ameghinoi p. 420, Rio dulce, Argentinien ; — H. bruchii 
p. 420 t. 28 f. 3, 4; Catamarca. Eine Beslimmungstabelle der 
amerilcanischen Helicigona ist beigegeben, 
p. 431. Böttger, Dr. , die Binnenconchylien von Deutsch-Südwestafrika, 
und ihre Beziehungen zur Molluskentauna des Kaplandes. Mit 
Taf. 28. — Neu: Zonitoides africmus p. 436 t. 28 f. 2; sub- 
fossil bei Gobabis im Damaraland ; — Sculptaria sculpturata 
rinteli p. 437 t. 28 f. 1, Damaraland; — Dorcasia alexandri 
Irivia p. 439 t. 28 f. 3 ; — Ena (Eburnea) schultzei p. 442 t. 28 
f. 9 ; Kalahari ; — (E.) subteres p. 444 t. 28 f. 8, Südwest- 
Hereroland ; — (E.) namibica p. 444 t. 28 f. 10, ibid ; — Leu- 
cochiloides (Microstele) oblongus p. 445 t. 28 f. 11 ; — Achatina 
schinziana degenerata p. 447 t. 28 f. 12, Kalahari; — Ach. 
ampullacea p. 445 t. 28 f. 13; — Opeas sublinearis p. 448 t. 28 
f. 14, Klein-Namaland ; — Ancylus trapezoideus p. 450 t. 8 
f. 15, Betschuanaland ; — Limnaea damarana p. 450 t. 28 f. 10, 
Damaraland; — Limnaea subtruncatula p. 451 t. 28 f. 17, 
Gobabis, ibid.; — Planorbis (Coretus) hermani p. 452 t. 28 
f. 18, Kalahari. 

Proceedings of the Malacological of London, vol. IX part. 1. 
p. 4. Smith, Edg. A.. Note on an Abnormal Specimen of Nautilus 

pompilius. 
p. 4. — — , Note on the Egg-Capsules of Melo., 
p. 5. Longstaff, Note on Feeding of Helix desertorum in Caplivity. 
p. 5. Woodward. B. B., Note on the occurrence of Pisidia in the 

British Isles. 
p. 6. Suter H., Note on Athoracophorus Schauinslandi. 
p. 7. Melvill, J. C, Note on the identity of Galliostoma Sowerbyi 

Psbry. mit C. haliarchus Melv. 
p. 9. Jones, K. H. & H. B. Preston, Note on some species of Mollusca 

coUected in China from 1904 to 1907 ; with descriptions of 

new species. — Neu: Succinea annetti p. 10; — Limnaea 

schwilpi, limleyi und sinensis, 
p. 13. Smith, Edg. A., Notes on the Genus Erato, with a List of the 

known recent species (17 sp.). 
p. 23. Smith, Edg. A., Note on the very young stage of the Genus 

Humphreya. Mit Textfiguren, 
p. 26. , Description of Thersites (Glyptorhagada) Millieri n. sp. 

from South Central Australia (Textfig.). 



— 139 — 

p. 27. Simroth, Dr. H., some remarks with regard lo Prof. BournÄs 

Monograph of the Nerilidae. Mit Textfig. 
p. 34. Ponsonby, John H., Note on Sculptaria, Pfr. 

p. 37. , Notes on the Genus Libera Garr, (10 sp.) 

p. 44. Shaw, H. O. N., a further note on the anatomical differences 

between the genera Cypraea and Trivia 
p. 45. — — , Notes on the references to certain groups, etc., used in 

the Classification of Mollusca, 
p. 47. Pilsbry, H. A., a new mexican Genus of Pleuroceratidae. (Litha- 

siopsis für L. hinkleyi n, und L. mexicanus n. mit Textfig.). 
p. 51. Preston, H. ß., Notes on a small coUection of terrestrial shells 

from Angola. (Neu : Ennea ansorgei, E. rosenbergiana, Thapsia 

innocens, Cerastus delicatula, Homorus manueli, Pseudoglessula 

minuscula, Aferulus intermedius angolensis, mit Textfig.). 
p. 56. Sowerby, G. B., Notes on the AmpuUariidae. (Neu: A. aluci- 

nans p 64, Ceylon; — A. nigricans n. p. 64, Uganda, mit 

Textfig.) 
p. 65. — — , Descriptions of new species of Donovania, Pisania, 

Phenacolepas and Fissurella (Neu : Donovania fasciata, Goree ; — 

Pisania livocincta, ?; — Phenacolepas mirabihs, Australien?; 

— Fisurella keppeliana, Sierra Leone, mit Textfig. 
p. 68. Iredale, Tom, on marine MoUuska of the Kermandec Islands, 

and on the ,Sinusigera Apex*. (121 sp.). 
p. 80. Gude, G. K., Notes on a coDetion of Helicoid Land Shells from 

New Guinea. Neu : Papuina rhodochila p. 82 Textfig. 

Journal de Conchyliologie vol. LVII no. 4 (31. Dec, 1909). 

p. 279. Bavay, A. & Ph. Dautzenberg, Description de Goquilles nou- 
velles de 1' Jndo-Chine. — 6« Suite. Avec pl. 9 — 11. — Bringt 
die Abbildungen der in Heft 2 beschriebenen neuen Arten: 
Amphidromus pervariabilis mit Varietäten t. 9 f. 1 — 8; — 
Tortaxis elongatissimus t. 10 f. 9, 10; — Prosopeas excellens 
t. 10 f. 11, 12; — Pr. ventrosulus t. 10 f. 13, 14; — Ptero- 
cyclus prestoni (= fruhstorferi Mlldff.) t. 11 f. 1 — 4; — Cyclo- 
phorus implicatus t 11 f. 5 — 7; — Coptochilus messageri t. 11 
f. 10, 11; — D. inermis t. 11 f. 8, 9 ; — Palaina pagodula 
t. 11 f. 12, 13. 

p. 289. Ihering, H. von, les Melaniides americains. Mit Figuren im 
Text. — Der Verfasser spricht die Ansicht aus, dass nur mor- 
phologische Verschiedenheiten für die Classification massgebend 



- 140 — 

sein dürfen, nicht aber Unterschiede in der Lebensweise oder 
in der Verbreitung in Zeit und Raum. Er unterscheidet nach 
dem Gebiss drei Hauplgruppen: Melanoididae (= Pachychilinae 
-\- Melanopsinae Crosse & Fisch.) Pleutoceridae und Melanoidae, 
die beiden letzteren enger mit einander verwandt. Cleopatra 
und Paludomus werden auf Grund des Gebisses trotz des ab- 
weichenden Deckels zu den Melaniidae gestellt. Für Vibex 
Gray wird wegen der älteren Okenschen Gattung der neue 
Name Itameta eingeführt. Die Scheidung der Gruppen geht in 
das Mesozoicum zurück, als die älteste erscheinen die nord- 
amerikanischen Pleurocerinen. Auf die Einzelheiten der Ver- 
breitung namentlich der brasilianischen Hemisinus einzugehen 
würde hier zu weit führen. 

p. 317.Caziot, E. Sc E. Maury, Tableau recapitulatif et raisonne des 
Mollusques lerrestres du Pleistocene de la Ligurie et du dep. 
des Alpes-maritimes. Eine interessante Arbeit, deren Studium 
wir unseren Lesern empfehlen. 

p. 342. Fischer, H., Pour Lamarck. Enthält die erfreuliche Mitteilung, 
dass das Genfer Museum demnächst beginnen wird, in einem 
besonderen Werke die Originale der Lamarck'schen Sammlung 
abzubilden. 

Wohlberedt, Otto, zur Fauna des Sandschak Novipazar (Mol- 
lusken und Käfer). Mit Taf. 10. — In: Ann. k. k. 
naturhist. Hofmusoums 1909 vol. 23 p. 137—262. 

Neu: Herilla distinguenda limana Bttg. f. 14, 15; — H. excedens 
Bttg. p. 253 f. 13. — Weiter abgebildet sind : Pomatia pomatia 
V. dobrudschae f. 1, subsp. vladica f 2, subsp. wohlberedti 
f. 3; — P. kolasinensis f. 4, 5; — Dinarica pouzolzi serbica 
f. 6, 7, bosnensis f. 8; — Gingulifera trizona inflata f. 8, 9 ; 
balcanica f. 10-12. 

Kabelt, Dr. W., die alten Flussläufe Deutschlands. — In: 
Aufwärts, Bücherei zur Belehrung und Erholung, 
Frankfurt 1910, no. 4. Kl. 8 mit Karten. (Preis 
20 Pfg.) 

Gibt in populärer Form eine Uebersicht über die Bildung und Ent- 
wicklung der drei grossen deutschen Flussgebiete: Schweizer 
Rhein-Donau, Rhein und Urtalstrom (Niemen-Weser) und die 
Unterschiede ihrer Najadeenfauna. 



- 141 — 

Clessin S., die Tiiffahlagerungen im Tale der Schwarzen 
Laber. Nachtrag. — In: Ber. naturw. Ver. Regens- 
burg XII. 1907/08, 1910. 
Die schwere Frühjahrsflut 1909 legte neue Aufschlösse blos und 
ergab neu Helix nemoralis und Acanthinula aculeata. Im 
Genist fand sich die seither nur fossil bekannte Vilrella aUin- 
gensis Cless. in lebenden Exemplaren. 

— — , Alluviale Conchylien, welche bei der Äusbaggerung des 

neuen Umschlaghafens bei Regensburg gefunden wurden. 
Ibid. Heft XII. 
46 Arten, darunter häufig Lithoglyphus naticoides, Neritina danu- 
bialis, N. transversalis, Limnaea ovata fluminensis, Unio 
batavus, Pisidium amnicum, die heute sehr selten geworden 
oder ganz verschwunden sind. 

— — , eine pleistocäne Conchijlienfauna bei Mintraching 

(Regensburg). — Ibid. Heft XII. 
Die Fauna vielleicht gleichzeitig mit Mauer und Hangenbielen. 
Unter den 19 Arten sind 6 charakteristische Lössformen. 

Ball, W, H., Report on a Collection of shells from Peru, 
mth a smnmarg of the littoral marine Mollusca of the 
Peruvian Zoological Province. — In: Pr. U. St. Nat. 
Museum no 1704 vol. 37 p. 147-294, pl. 20—28. 
Neu : Aligena cocheri p. 155 t. 28 f. 5, 6 ; — Diplodonta (Felaniella) 
artemidis p. 156 t. 28 f- 8; — Xylotrya dryas p. 162 t. 2, 3, 
5 — 7; — Bulimulus cockerianus p. 165 t. 23 f . 3 ; — Megate- 
bennus cockeri p. 178 t. 24 f. 3, 7; — Acmaea orbignyi nom. 
nov. für A. scutum d'Orb. nee Essch. p. 179; — Das Ver- 
zeichnis der von Guayaquil bis in die Breite von Chiloe bekannt 
gewordenen Arten zählt, von 64 pelagischen abgesehen, 805 
Arten auf. 

Melvill, J. Cosmo & J. H. Ponsonbi/, Descriptions of nine 
species of Ennea and five Helicoids all from South 
Africa. — In: Ann. Mag. N. H. ser. VIII vol. 4, 
Decbr. 1909 p. 485—492 pl. VIII. 
Neu : Ennea callista p. 485 f . 1 ; — E. connollyi p. 486 t. 2 ; — 
E. crispula p. 486 f . 3 ; — E. eshowensis p. 487 f. 4; — E. 



— 142 — 

euschemon p. 487 f. 5 ; — E. hypsoma p. 488 f . 7 ; — E. 
oppugnans p. 488 f. 8 ; — E. parallela p. 489 f. 9; — E. 
periploca p. 489 f. 10; — Helicarion russofulgens p. 490 f. 12; 
— H. pumilio p. 490 f. 11; — Natalina lightfootiana p. 490 
f. 13 ; — Zingis thermarum p. 491 f. 11; — Trachycysüs con- 
nollyi p. 491 f. 15. — Ausserdem ist unter f. 16 Zingis arnoldi 
Bens, abgebildet. 

Caziot, M., Etüde sur le genre Pomatias Stud. Historique, 
Classification, et Modifications ä sa Classification. — 
In: Ann. Soc. Linn. Lyon 1909 p. ?. 

Ein Verzeichnis der Arten nach Wagner mit einigen kritischen 
Bemerkungen. 

The Journal of Conchology, vol. 13 no. 2, April 1910. 

p. 33. Godwin-Austen, H., the imporlance of the Anirnal in the Land- 

Mollusca shown by certain Evolutionary Stages in some Genera 

of the Zonitidae. — Presidential Adress. 
p. 42. Masefield, J. R. B., Limax lenellus i\Iüll. in Staffordshire. 
p. 42. Oldham, C, Limax cinereo-niger Wolf in North Hampshire, 
p. 43. Tomlin, J. R. le B., Notes on the Nomenclature of some Lifu 

Shells, 
p. 45. Overton, H., Pisidium supinum Smith in the Midiands. 
p. 45. Taylor, J. W. Helicella caperala m. sinistorsum at Lewes. 
p. 45. Spence, G. G., Milax gagates (Drp.) at Ecdes. 
p. 46. Jackson, J. W., Notes on Shropshire Mollusca, 
p. 47. Weaver, Geo. H., Paludestrina Jenkinsi in the New River. 
p. 48. Dean, J. D., Periodic Variation in Limnaea pereger (Müll.). 
p. 53. Oldham, C., on the Range of Pisidium supinum Schmidt. 
p. 53. Tomlin, J. R., Localities for Hygromia revelata (Mich.)' 
p. 54. — — , Descriptions of four supposed new Land Shells from 

British Somaliland. (Cerastus featheri, C. boothi, Ennea orestias, 

Zebrina libbahensis). 
p, 61 Sikes, F. H., a preliminary Conchological Survey of Monmouth- 

shire, with some notes on Brecknockshire. 
p. 64. Cooper, J. E. Obituary (A. Loydell). 
p. 64. Farker, W. J., Vertigo pusilla Müller and V. alpestris Aid. at 

Keswick. 



— 143 — 

Sarasin, Fritz, über die Geschichte der Tierwelt von Ceylon. 
Abdruck aus: Zoologische Jahrbücher, Suppl. XII, 
Heft 1. Mit 6 Karten. 
Diese sehr wichtige zoogeographische Arbeit beschäftigt sich auch 
mit der Landschneckenfauna. Wir machen deshalb unsere 
Leser speziell darauf aufmerksam. 

Israel, TT., über die Najadeen des Mittel - Elbegebietes. — 
51 & 52 Jahresber. Ges. naturvv. Gera, Reuss. 38 S. 
mit 6 Tafeln. 
Wir berichten über diese sehr interessante und viel Neues bringende 
Arbelt in den , Beiträgen." 

Hoyle, W. E., Mollusca Cephalopoda. With 1 pl. and 10 
Textfig. — In: SchuUze, Forschungsreise westl. & 
zentr. Südafrika, vol. IV. 1. Mit Tafel und 10 Text- 
figuren. 
Neu : Pülypus schultzei und Moschites nigra. 

Ortmann, A. E., a neiv System of the Unionidae. — In: 
Nautilus, vol. XXIII no. 9 February 1910. 
Wir werden über diese hochwichtige, auf sorgfältiges Studium der 
anatomischen Verhältnisse gegründete Arbeit in den „Beiträgen" 
eingehend berichten. 

Lo Bianco, Salvatore, Notizie biologiche riguardante special- 
mente il periodo di maturita sesonale degli animali del 
golfo di Napoli. — In: Mitth. zool. Station Neapel 
vol. 19 p. 513-761. 
Behandelt S, 619—656 die Laichablage der Mollusken. Zahlreiche 
interessante Notizen über Vorkommen und Biologie sind ein- 
gestreut. 

Baccmann, Prof. Hans, die dänische arktische Station auf 
Disco (Grönland). — In : Archiv f. Hydrobiologie vol. 
V, 1910, S. 199—216. Mit 12 Bildern im Text. 
Bericht über die Anlage und Ausrüstung der nördlichsten zoologi- 
schen Station. 



_ 144 — 

Carl, Dr. S., die Flussperlenmuschel (Margaritana margariti- 
fera) und ihre Perlen. Mit 6 Tafeln und 5 Figuren 
im Text. - Sep. Abz. aus Bd. 22 der Verhandlungen 
des naturwiss. Vereins Karlsruhe. 
Geschichte der Ansiedelung der Perlmuschel im Odenwald seit ihrer 
Einsetzung durch Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz (1760), 
aber auch einige wichtige Bemerkungen über die Perlenbildung 
und ihre Ursache. 

Buchner, Dr. G., über individuelle Formverschiedenheiten hei 
Anodonten. — In : Mitteilungen aus dem Kgl. Natura- 
lienkabinet zu Stuttgart Nr. 64. (Jahresh. Verein 
Württemb. 1909.) Mit Taf. 2. Mit einem Nachwort 
von Prof. Dr. Lampert. 
Macht auf die kolossale individuelle Variation an günstigen Stellen 
aufmerksam ; es kommen alle möglichen Formabänderungen 
vor : rostratiana, longirostris, acutirostris, recurvirostris, urLho- 
rhyncha, decurvata etc. — Das Lamperl'sche Nachwort bringen 
wir in den „Beiträgen" zum Abdruck, 

Eiugegaugene Zahlungen : 

Flach, Aschaffenburg, Mk. ß. — ; — Löbbecke-Museum, Düssel- 
dorf, Mk. 6. — ; — Wiedemayr, Jnnichen, Mk. 6. — ; — Carnegie- 
Museum, Pillsburgh, Mk. 6. — ; — Scharlf, Gütersloh, Mk. G. — ; — 
Sturany, Wien, Mk. 6. — ; — Bouve, Boston, Mk. 6.— ; — Papier 
BerUn, Mk. 6.—. 

Die Bülow'sche Sammlung recenter Conchylien. 

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Sammlung des Herrn Carl Bülow zum Verkauf in Detail 
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Beiträge 

zur 

Kenntniss der mitteleuropäischen Najadeen. 

Als Beilag-e zum Nachrichts - Blatt 
der Deutschen Malakozoolog-ischen Gesellschaft 

herausgegeben von 

Dr. W. Kobelt-Schwanheim (Main). 
No. 4, -^ Juli 1910. 

Die Najadeeu des Weidagehietes. 

Von 
W. Israel, Apotheker, Gera-Untermhaus. 



Bei Wünschendorf a/Elster tritt dieser FIuss (die 
weisse oder die heilige Elster genannt, wegen des 
Vorkommens von Margaritana margaritifera) aus seinem 
schönen romantischen Tale mit seinen bewaldeten ca. 
100 Meter hohen Steilhängen plötzlich in eine breitere 
Flussau, genau an der Stelle, wo der Buntsandstein 
ausstreicht. Hier nimmt sie ihren bedeutendsten linken 
Nebenfluss auf, die Welda. Dieses von zahlreichen 
Quellbächen verstärkte Flüsschen entspringt in der 
Nähe des Ortes Pausa, und fliesst anfänglich durch 
cambrische, später hauptsächlich durch culmische 
Gesteine. Obgleich Kalkgesteine gänzlich fehlen, haben 
die Mollusken dieses Gebietes meist sehr ponderose 
Schalen. Kurz vor ihrer Mündung in die Elster nimmt 
die Weida innerhalb der Stadt Weida von links einen 
sehr starken Bach auf, die Auma, sowie als letzten 
Zufluss das kleine Oschützbächlein. Der Aumalauf geht 
seiner ganzen Länge nach durch culmische Schiefer. 

4 



— 50 — 

Diese nimmt ihren Ursprung aus Moorabfliissen auf der 
sogen. Plothener Seenplatte, die mehr oder minder den 
Charakter von Wiesen- stellenweise von Hochmoor 
trägt. Von rechts erhält die Weida, von vielen kleinen 
Bächen abgesehen, den Triebes- und den Leuba-Bach, 
welche ihrerseits romantische Täler ausgefurcht haben. 
Landschaftlich stellt das Weidatal das verkleinerte Eben- 
bild des Elstertales vor. Von hoher landschaftlicher 
Schönheit ist ganz besonders das unwegsame Aumatal, 
namentlich der unterste Teil desselben, etwa von der 
Einmündung des wasserreichen Friesnitzer- oder See- 
Baches, welch' letzterer bei dem Dorf Friesnitz den 
sogen. Friesnitzer See bildet, eigentlich einen langge- 
streckten, grossen Teich. Die Bäche und Flilsschen 
dieses Gebietes führen mindestens einmal im Jahre, 
vornehmlich im Frühjahr Hochwasser; aber auch nach 
sommerlichen Gewittern leiden die ländlichen Anwohner 
oft unter den reissenden Wassern der angeschwollenen 
Gebirgsbäche, die grosse Massen Geröll hinausrollen 
auf die Felder und oft ganze Wiesen verschlammen. 
Alle Bäche und Flüsschen des Weidagebietes beher- 
bergen Unionen und Anodonten, abgesehen vom un- 
tersten Stücke der Weida selbst, die in einer geradezu un- 
verschämten Weise durch die Gerbereien der Stadt Weida 
verpestet ist und dort kaum noch den Anspruch auf den 
Namen Wasser erheben kann. Das sonst landschaftlich 
so schöne untere Weidatal, in dem auch die Klosterruine 
Mildenfurt liegt, zu der die stolze Osterburg in Weida 
von hohem Fels herübergrüsst, ist jedem Spaziergänger 
und Touristen verleidet durch den penetranten Gestank 
der im Flussbette dahinrollenden, schwarzbraunen, 
schäumenden Lohbrühe. 

Von Unionen in diesem kleinen Flussgebiete 
kommen in Betracht: in der mittleren Weida und ihren 



— 51 — 

Mühlgräben Unio pidoriim L. in grossen, klobigen Formen. 
Durchschnittsmasse ausgewachsene Exemplare: L. 10-12 
cm; Br. 3,8—4 cm; D. 2—3,5 cm. Die Männchen 
stehen In den Grössenverhältnissen bedeutend hinter 
den Weibchen zurück. Unio pictorum L. ist auf die 
Weida selbst beschränkt. Er fehlt völlig in den Seiten- 
bächen und auch in dem grössten derselben, der Auma. 
Die Form dieser Muschel schliesst sich direkt an die 
des Elsterpictorum an, der früher in der Elster sehr 
häufig und noch vor 20 Jahren überall zu finden war, 
wo feiner Kies oder weicher Schlamm bei nicht zu 
rascher Strömung lag. Freilich hatte damals die Elster 
auch noch reines Wasser. Heute aber gehört U. pictorum 
in der Elster ab Wünschendorf zu den grössten Selten- 
heiten. Höchstens findet man einmal Schalenbruch- 
stücke, die vom Hochwasser gebracht worden sind. 
Fast alle anderen Bäche des Weidagebietes beherbergen 
Unio crassus Retz, eine gestaltlich sehr variabele Muschel, 
die in jedem Bache ihre ganz besonderen Formen 
ausprägt. In langsam fliessenden, schlammigen Bächen 
(Oschützbach, Guide, obere Weidabäche etc.) ist diese 
Muschel meist länglich mit seicht eingebogenem Unter- 
rande. Sie ist in solchen Bächen immer mit einer 
dicken Schlammkruste auf dem Hinterende belegt. 
In anderen Bächen (Seebach, Pöllnitzbach, Auma etc.) 
fehlt jede Schlammkrustenbildung, während die Muschel 
kürzer wird, und oft täuschend einem U. litoralis ähn- 
lich wird mit oft ganz normalem, nicht abgeschliffenem 
Hinterrande. Diese Bäche haben meist starkes Gefälle 
und einen Untergrund, der aus zertrümmerten culmischen 
oder cambrischen Gesteinen besteht. Eigentlicher Kies 
fehlt, oder ist so selten, dass er nicht in Betracht 
kommt. Der Lauf der Bäche ist meist zu kurz, als 
dass das Geröll zu feinem Kies zerrieben sein könnte. 



- 52 — 

Stellenweise, namentlich in der Auma und Weida selbst 
besteht auf lange Strecken der Untergrund aus faust- 
bis über kopigrossem Geröll. An solchen Stellen wird 
man meist vergeblich nach Unionen und Bach- Anodonten 
suchen, doch sind diejenigen, die man findet, oft sehr 
komisch gestaltet, ünio crassus Retz., (auch die kleinen 
Bachanodonten) sind von dem dahinrollenden Gerolle 
an dem Hinterrande abgeschliffen, und oft bis auf die 
Hälfte der normalen Länge verkürzt. Solche Formen, 
oder besser gesagt, die Uebergangsformen zu diesen 
ganz kurzen Reaktionsformen hat Schroeter 1779 (Fluss- 
conchylien) als Mya rhomboidea beschrieben. Sein Ori- 
ginalexemplar (V2 Schale) stammte aus Wandersieben 
zwischen Erfurt und Gotha. Auch an Fundstellen, die 
sehr festen, tonigen Untergrund haben, sind die Muscheln 
von dem darüber hinrollenden Gerolle ganz abge- 
schliffen und infolge dessen ganz verkürzt. Unter- 
grund und Muschel bilden eine Ebene. Sie sind in 
dem meist rasch fliessenden, schäumenden Wasser sehr 
schwer zu finden. An solchen Stellen stecken die 
Tiere sehr fest, sodass sie von der Strömung nicht so 
leicht herausgewühlt werden können. Selbst in dem- 
selben Bache sind die Formen der Crassusmuscheln 
an ganz nahe bei einander liegenden Fundstellen oft 
enorm verschieden, je nach dem Untergrunde und der 
Wasserbewegung, In Stromschnellen und kleinen 
Katarakten sind die Muscheln ganz verkürzt und ab- 
geschliffen, oft fast kreisrund, stumpf dreieckig, vier- 
eckig, rhombisch etc. Das Wachstum bei zunehmendem 
Alter geht nur in die Breite, wodurch allerlei verrückte 
Formen zu stände kommen. In weniger stark rauschen- 
dem Wasser sind sie etwas länger und stehen in der 
Mitte zwischen denen aus Stromschnellen und solchen, 
die kaum ein Dutzend Meter davon in einem ruhigen 



— 53 — 

Wirbel mit feinem Schlamme leben, und bei langer 
Form ganz normal ausgebildetes Hinterende haben. 
Diese sind die normalen, jene die kurzen Krüppel- 
formen, die ihre Entstehung demnach nur der Wasscr- 
und Geröllbewegung einerseits, und dem mehr oder 
minder festen Untergrunde andrerseits verdanken. Die 
Jugendformen aller dieser verschieden erscheinenden 
Formen von Unio crassus stimmen überein, desgleichen 
die Glochidien. Es handelt sich demnach nur um eine 
einzige Art. Ich fand diese seither nur im ersten 
Frühjahre (Ende Februar bis Anfangs April) kiemen- 
trächtig, während die Kiementracht des ü. pidorum in 
der Weida (übereinstimmend mit dem der Elster und 
Saale) in die Monate Mai und Juni fällt. Die Anodonta 
piscinalis (Kümmerform anatina der Bäche) findet man 
dagegen sowohl im Frühjahr, als auch im Herbste in 
Kiementracht. In allen Bächen des Weidagebietes und 
in diesem Flusse selbst ist die Corrosion der Schalen 
sehr stark, nur an ganz jungen Muscheln findet man 
gelegentlich die Wirbelskulptur erhalten. Letztere weicht 
von der des westdeutschen Batavus und von der der 
Consentaneuslovmtn des Donaugebietes deutlich ab. Die 
Glochidien aber stimmen mit denen des Bataviis 
überein. Nur bei dem Unio bosniensis fand ich dieselbe 
Wirbelskulptur. Die Grössenverhältnisse ausgewachsener 
Exemplare sind den grössten Schwankungen unter- 
worfen. In den meisten kleinen Bächen ist die Maximal- 
grösse 4 — 5, in anderen grösseren 5 — 7 — 8 cm. In 
der Auma trifft man aber, wenn auch selten, normal- 
formige Exemplare an, die 10 cm Länge, 5V« cm Breite 
und 3^/4 cm Dicke aufweisen. Dass dieser Crassus, 
besonders in seinen Krüppelformen gelegentlich leidlich 
gute Perlen bildet, habe ich a. 0. ausführlicher berichtet. 
Die Farbe der Tiere ist entweder rötlich oder grau. 



— 54 — 

Alle Tiere, selbst von denselben Fundorten sind nui 
in diesen beiden Farben vertreten. Ob es sich hier 
um Geschlechtsunterschiede handelt, vermag ich nicht 
mit Sicherheit zu entscheiden, doch ist es mir sehr 
wahrscheinlich, dass die grauen Tiere weiblich, die 
roten männlich sind, wenigstens habe ich seither nur 
die grauen Tiere kiementrächtig gefunden. Das Wachs- 
tum scheint in der Jugend sehr rasch vor sich zu 
gehen, was aus folgenden Beobachtungen erhellen mag. 
Als ich Anfangs August vorigen Jahres in dem kleinen 
Oschützbächlein bei Weida auf der Suche nach Jugend- 
formen einen halben Tag lang siebte und mir, leider 
ganz erfolgslos, die grösste Mühe gab, das Jugend- 
stadium aufzufinden, fand ich nur grosse, ausgewachsene 
Exemplare von 5 — 6 cm Länge an dieser Stelle, wie 
überhaupt an dieser Stelle der Bachgrund gleichsam 
mit der charakteristichen Unioform des Oschützbaches 
gepflastert erscheint. Als ich am 4. September dieselbe 
Stelle zufällig wieder untersuchte, fand ich ohne jede 
Mühe im Schlamm, allerdings ziemlich tief, massenhaft 
1 — 1,5 cm lange Jugendformen, deren Wirbel alle schon 
zerfressen waren. Ich werfe die Frage auf: Wo waren 
diese 4 Wochen vorher? Uebersehen hätte ich sie 
sicherlich nicht, das ist bei der Mühe und bei der 
Gründlichkeit, die ich anwandte, und bei dem feinen 
Sieb, das mir zur Verfügung stand, ganz ausgeschlossen. 
Auch in der Auma ist mir das massenhafte, plötzliche 
Auftreten von jungen Crassustieren aufgefallen. Tat- 
sache ist, dass sie erst nicht da waren, und dass sie 
bei der zweiten Nachsuche plötzlich da sind. Diese 
Tatsachen scheinen mir für ein geradezu abnorm 
schnelles Wachstum wenigstens in der Jugend zu 
sprechen. Und diese kleinen Schalen haben schon 
deutliche Ringe, also Wachstumunterbrechungen. 



— 55 — 

Pseudanodonta complanata Rssm.*), Anodonta cellensis 
als Art, Unio tumidus Retz., und Dreissensia fehlen in 
diesem Flussgebiete, dagegen sind häufig Sphaerium 
cornewn L. und einige Pisidiumarten, die an schlam- 
migen Stellen leben. Margaritana margaritifera L. mag 
früher im Weidagebiete häufiger gewesen sein. Heute 
kommt sie noch (soweit ich weiss) als Seltenheit in 
der Auma bei Rohma vereinzelt vor. Ich besitze 
einige Evemplare von dort, die 14 cm lang sind. 
Die in diesem Gebiete in grossen Teichen vor- 
kommenden sogen. A. cellensis sind Altersformen 
von piscinalis, denn bei piscinalis rückt mit zu- 
nehmendem Alter der tiefste Punkt der Schale, nach 
vorne oft vor das vom Wirbel auf die Längsachse des 
Tieres gefällte Lot, und zwar um so mehr, je älter das 
Tier ist. Die Anodonten dieses Flussgebietes lassen 
sich, genau wie im sonstigen Saalegebiet alle auf die 
Grundform piscinalis zurückführen. Sie sind ebenfalls 
gestaltlich sehr wechselnd und meist sehr ponderos. 
Die Glochidien der Ba.ch- Anodonten sowie die von ü. 
crassus heften sich nicht nur an Fische an, sondern auch 
an Salamander und Molche. (Triton cristatus, alpestris, 
vulgaris). Im Aquarium gelingt dieser Versuch ohne 
alle Schwierigkeit, doch ist es mir seither nicht ge- 
glückt im Aquarium junge Muscheln zu erziehen, da 
sowohl die Tritonen als auch alle Fische an den Eiter- 
pusteln, die infolge des Parasitismus der Muschelbrut 
entstanden zu Grunde gingen. Auch an den Händen 
junger Frösche hängt sich die Muschelbrut an. Ich 
möchte hier die Frage aufwerfen, ob die Muschelbrut 



*) Im Herbste 1909 habe ich unter vielen anderen Anodonten 
50 lebende Exemplare von Ps. complanata aus der Theiss-Donau in 
der Weida oberhalb der Stadt Weida an einer tieferen, schlammigen 
Stelle eingesetzt. 



— se- 
in Teichen nicht gelegentlich das Absterben vieler 
Fische hervorrufen kann? Das Ausstossen der Ano- 
dontenbrut geschieht nach meinen Beobachtungen nicht 
klumpenweise, sondern stets einzeln. Die Glochidien 
scheinen an einem Schleimfaden perlschnurartig zu 
hängen. Sie werden in kurzen Zwischenräumen nach 
einander ausgestossen, worauf sie ganz allmählich, be- 
ständig auf und zu klappend, zu Boden sinken. Sie 
sterben nicht sofort ab, sondern bleiben viele Tage 
am Leben, doch findet nur ein ganz verschwindend ge- 
ringer Bruchteil derselben Gelegenheit, sich an einem 
geeigneten Wirttiere einzuschlagen. Die abgestorbene 
Muschelbrut wird von Limnaeen und Planorben im 
Aquarium verzehrt. 



Neue und wenig bekannte Lokalformen unserer Najaden. 

Von 
Dr. F. Haas. 



Unio batavus taunicus Kob. 

Unio batavus var. taunica Kob. 1870, Fauna nass. 
Moll. S. 244. 

Unio batavus var. taunica Kob. 1884 Fauna nass. 
Moll. Nachtr. I. S. 96, Taf. 7, fig. 5. 

Unio batavus var. taunicus Westerland 1890. Fauna 
pal. Reg. leb. Binnenconch. S. 75. 

Muschel eiförmig, ziemlich fest und schwer. Wirbel 
weit vorne liegend, bei ungefähr ^/lo der Länge, deutlich 
nach hinten eingekrümmt, stark über den Vorderrand, 
wenig über den Hinterrand vorragend. Das halbkreis- 
förmige Vorderende geht sanft in den horizontalen oder 
schwach eingedrückten Unterrand über, der seinerseits ziem- 
lich unvermittelt nach dem breiten Hinterrande ansteigt. 



- 57 — 

Die Wirbel sind wenig aufgeblasen, deutlich etwas eingerollt 
und tragen in wenigen Parallelreihen die deutliche Skulptur 
der batavus- Gruppe. Die Epidermis ist braungrün mit 
dunkleren Streifen, in den ältesten Partien der Schale viel 
heller, beinahe braungelb; Strahlen sind bei jüngeren 
Exemplaren deutlich sichtbar, werden aber bei älteren 
Stücken immer undeutlicher. Das Ligament ist kurz, 
verhältnismässig schwach und halb überbaut. Das Schloss 
ist wenig stark entwickelt, und besitzt den für die Gruppe 
typischen Bau. Die Muskeleindrücke sind normal, der 
Mantelwulst ist schwach entwickelt. Das Perlmutter ist 
rötlich- oder gelblich weiss gefärbt. Die grösste Höhe der 
Schale liegt ungefähr in der Hälfte ihrer Länge, ebenso 
die grösste Dicke. 

Maasse eines beliebigen Exemplares von Kobelts Ori- 
ginalfundort: Länge 46 mm, grösste Höhe 28 mm, Höhe 
an den Wirbeln 26 mm, grösste Dicke 22 mm. 

Vorkommen: In den Taunusbächen, die in den Main') 
und in die Nidda^) münden, sowie in dieser selbst. Kobelts 
Originalfundort ist der Wickerbach bei Flörsheim a. M. 

Nicht an allen ihren Fundorten ist der Charakter des 
Typus dieser Form so rein erhalten als grade im Wicker- 
bach. Der Kalkreichtum dieses an den bekannten Flörs- 
heimer Tertiärkalkbrüchen vorbeifliessenden Baches bindet 
alle im Wasser vorhandene Kohlensäure, sodass die ihn 
bewohnenden Muscheln keine Spur von Caries aufweisen. 
Anders liegen die Verhätnisse in den meisten übrigen, vom 
Unio batavus taunicus bewohnten Bächen. Die Strömung 
ist dort ziemlich reissend, der Boden steinig oder kiesig, 
sodass die Epidermis der Muscheln durch darüber- 
gefegte feste Partikelchen abgeschliffen wird. Auf diese 



') Wickerbach, Liederbach, Sulzbach mit dem Schwalbach. 
^) Eschbach mit dem Hardtbach, Erlenbach, Nidder, Usa, 
Seemenbach. 



- 58 — 

Weise wird die Prismenschicht der Schale, die jetzt nicht 
mehr durch die von Säuren unverletzbare Epidermis ge- 
schützt w^ird, von der reichlich im Wasser enthaltenen 
CO« aufgelöst und so das Bild des Garies hervorgerufen. 
Wenn ich vorhin sagte, die Epidermis der Muschelschale 
sei von Säuren nicht angreifbar, so ist dies in dem Sinne 
zu verstehen, dass Säuren nicht auflösend auf sie ein- 
wirken. In gewissem Sinne wird sie doch verändert, bej 
langer Einwirkung von schwachen Säuren, wie die Kohlen- 
säure und die Humussäuren, verliert sie ihre normaler 
Weise fast gelbgrüne Farbe und erhält ein düsteres, 
schwarzbraunes oder schwarzes Aussehen, das jedoch der 
Behandlung mit starken Säuren wie Salzsäure wieder 
weicht. Es wird uns daher nicht wundern, dass die in 
kohlensäurereichen Bächen lebenden Unio batavus tatmicus 
sich durch ihre schwarze Farbe von den Formen des 
Wickerbaches oder des Liederbaches unterscheiden. Die 
Grössenverhältnisse unserer Muschel an den einzelnen 
Fundorten sind ziemlichen Schwankungen unterworfen. 
Während der Typus aus der Wickerbach (s. o.) nur 46 mm 
lang wird, zeigen sich in anderen Bächen ganz andere 
Maasse. Z. B. hat 

die Form des Liederbaches: 

Länge 69 mm, Höhe 38 mm, Dicke 25 mm, 

die Form des Erlenbaches : 

Länge 62 mm, Höhe 33 mm, Dicke 25 mm und 

die Form des Sulzbaches: 

Länge 58 mm, Höhe 32 mm, Dicke 24 mm. 
Mit zunehmendem Alter geht in den meisten Fällen 
die reineiförmige Gestalt des Typus, die die Formen des 
Wickerbaches und des Liederbaches immer bewahren, 
durch die Ausbildung eines Schnabels verloren. Ausge- 
wachsene Stücke aus dem Erlenbach oder dem Eschbach 
würde man als gar nicht dem Unio batavus taunicus zu- 



— 59 — 

gehörig halten, wenn man nicht an jungen und halb- 
wüchsigen Exemplaren den Uebergang von der Eiform zur 
geschnäbelten Form verfolgen könnte. 

ünio batavus sabulosus n. f. Haas. 

Schale gestreckt eiförmig, dick, schwer. Die Wirbel 
liegen bei cca. V* der Länge Der vordere Teil des Ober- 
randes geht bogenförmig in den elliptisch gebogenen Vor- 
derrand über, an den sich der schwach konkave, selten 
gerade verlaufende Unterrand anschliesst. Der einen leichten 
Schnabel bildende Hinterrand geht in schön gerundeter 
Ecke in den leicht bogenförmig gegen die Wirbel an- 
steigenden hinteren Oberrand über. Die Wirbel sind sehr 
stark aufgeblasen, stark korrodiert und werden vom 
hinteren Oberrande überragt. Selbst bei ganz jungen Stücken 
ist die Garies so weit fortgeschritten, dass keine Spur von 
Wirbelskulptur mehr zu erkennen ist. Die Epidermis ist, 
dem starken Humussäure- und Kohlensäuregehalt des 
Wassers entsprechend fast ganz schwarz. Der Haupt- 
zahn der rechten Schale ist klein, konisch und oben ge- 
kerbt. Ein Auxiliarzahn vor ihm ist angedeutet. Die 
Kardinalzähne der linken Schale sind schmal, zusammen- 
gedrückt, fein gezackt und gestreift, durch eine breite 
Furche getrennt; der vordere steht nahezu parallel, der 
hintere senkrecht zur Längsachse der Schale, Die Lamellen 
sind niedrig, ziemlich kurz, wenig gebogen. Der vordere 
Muskeleindruck ist tief, ebenso der Auxiliarmuskeleindruck. 
Der hintere Muskeleindruck ist seicht und gross. Der 
Mantelwulst ist vorne ziemlich dick und verschwindet nach 
hinten zu ; ein Schulterwulst ist angedeutet. Das Perl- 
mutter ist unter den Wirbeln bläulich, nach aussen hin 
porzellanartig weiss. 

Länge 59 mm, Höhe 32 mm, Dicke 29 mm. 



— 60 — 

Vorkommen: In den Rächen des nördlichsten Oden- 
waldes, die in den Main*) und den Rhein ^) münden. Der 
Typus stammt aus dem Geräthbach. Die angegebene 
Länge von 59 mm dürfte die durchschnittliche Grösse der 
Unio batavus sabulosus darstellen, doch besitze ich das Frag- 
ment einer besonders grossen und schweren Schale aus 
dem Geräthbach bei Mörfelden, das eine Länge von 68 mm 
aufweist. 

Der Mühlbach bei Gross-Gerau ist der einzige Fund- 
ort des Unio batavus sabulosus, der reinsandigen Grund 
besitzt. Infolgedessen sind die dorther stammenden Muscheln 
auch heller, braungrün, in der Farbe und weisen auch 
unversehrte Wirbel mit deutlicher batavusSkn\pim- auf. 
Die anderen angegebenen Bäche besitzen alle einen tief- 
schlammigen, humussäurereichen Schlamm, Verhältnisse, 
die sich deutlich in der Caries und der dunkelen Färbung 
der in ihnen lebenden Muscheln kundgeben; selbst Unio 
jnctorum, sonst der hellste unserer Unionen, ist in diesen 
Bächen tiefschwarz gefärbt. 

Unio batavus badensis n. f, Haas. 
Schale eiförmig, ziemlich fest und schwer. Die Wirbel 
liegen ziemlich weit vorne, bei ^/lo der Schalenlänge. Das 
Vorderende ist halbkreisförmig, der Unterrand nahezu hori- 
zontal, nie eingedrückt, der Hinterrand ziemlich steil an- 
steigend, der hintere Oberrand verläuft horizontal oder 
steigt von den Wirbeln nach hinten an, wodurch das 
Hinterende der Muschel sehr verbreitert erscheint. Die 
Wirbel sind ziemlich aufgeblasen, wenig eingerollt und 
zeigen in wenigen Wellenrunzeln die Skulptur der batavus- 
Gruppe. Die Epidermis ist hell graubraun in der Wirbel- 
region und wird in den jüngeren Teilen der Schale dunkel- 
braun oder braungrün; Strahlen sind fast nie, und dann 

') Bieber, wahrscheinlich auch Rodau. 

*) Gundbach mit dem Geräthbach, Heegbach, Mühlbach. 



— 61 — 

nur ganz schwach, ausgebildet. Das Ligament ist kurz 
und ziemlich schwach. Das Schloss wird von zierlichen, 
verhältnismässig zarten Komponenten gebildet; der Haupt- 
zahn der rechten Klappe ist leistenförmig, schmal, oben 
gestrichelt und bildet mit der Längsachse der Schale ein 
Winkel von cca. 45° ; parallel über ihm steht oft ein kleiner 
Auxiliarzahn ; die Hauptzähne der linken Klappe sind 
lamellenförmig, niedrig, oben gestrichelt, durch eine ver- 
hältnismässig seichte Furche geschieden; sie stehen nahezu 
parallel zur Längsachse der Schale. Die Lamellen sind 
gerade, ziemlich lang und hoch. Der vordere Muskelein- 
druck ist tief, etwas unter die Schlossplatte eindringend; 
der Auxillarmuskeleindruck ist schwach, ebenso der hintere 
Muskeleindruck. Der Mantelwulst ist vorne schwach, hinten 
gar nicht ausgebildet; Schulterwulst fehlt. Perlmutter 
bläulich weiss. 

Länge 52 mm, Höhe 30 mm, Dicke 21 mm. 

Vorkommen : In den Bächen des Kraichgaues, mir 
vorliegend aus dem Kraichbach, dem Hardtgraben, dem 
Kriegbach, dem Duttlacher Graben, dem Waagbach und 
dem Saalbach mit seinen Nebenbächen. Der von mir ge- 
wählte Typus stammt aus dem Saalbach bei Philippsburg. 

Der starke Kalkgehalt der Kraichgaubäche verhindert 
nicht nur das Auftreten der Garies, sondern bewirkt eine 
starke Inkrustation der Schalen mit Kalkschlamm, der sich 
in traubigen Knollen ablagert. Die Stücke, die ich im 
Kraichbach bei Ketsch sammelte, sind derart mit Kalk 
inkrustiert, dass von der Muschel selbst nichts mehr zu 
sehen ist. Der nördlichste Bach des Kraichgaues, der 
Lembach (Leim = Kalk), besitzt infolge starker Verschmutzung 
keine Molluskenfauna mehr, doch haben jungsteinzeitHche 
Funde aus der Nähe von Sandhausen, nahe dem Leimbach, 
neben Tacheen auch Schalen von Unio batavus hadensis 
geliefert, sodass die ehemalige Existenz dieser Muschel im 



i 



— 62 — 

Leimbach als erwiesen gelten darf. Dass in den Kraich- 
gaubächen, namentlich in ihrem schnollfliessenden oberen 
Teile, stark verkürzte, beinahe kreisrunde Stücke unserer 
Muschel vorkommen, brauche ich kaum mehr zu erwähnen, 
derartige Formen findet man ja unter den Muscheln aller 
Bäche und auch Schröters Mya rhomhoidea ist auf eine 
solche Form zurückzuführen. 



Uiiio musirus Spengler. 

Spengler, Skrivter af Naturhistorie - Selskabet, Kopen- 
hagen, III, 17/^3, Seite 67. 

Simpson, Synopsis of the Najades, 1900, Seite 744. 

Unter verschiedenen verschollenen oder nicht mehr 
zu identificierenden Arten des Genus Unio führt Simpson 
(1. c.) mit mehreren anderen Spengler'schen Arten auch 
einen TJnio musicus Spengler an. Die beigefügte Litteratur- 
angabe macht klar, dass Simpson den U. musivus meint, 
und dass nur ein Druckfehler oder ein Versehen von Seiten 
des amerikanischen Najadenforschers die Spenglersche Form 
„musikalisch" gemacht hat. Ich bin nun sehr im Zweifel 
ob diese Form wirklich „indeterminate and spurious" ist, 
wie Simpson meint, und ob nicht ein guter, alter Bekannter 
von uns unter dem betr. Namen verborgen steckt. Um 
alle Unklarheiten zu vermeiden, lasse ich die 1. c. abge- 
druckte Originaldiagnose und - beschreibung Spenglers in 
Uebersetzung folgen. 

Unio musivus. 

Testa obovata oblique tumida^ dente anali sinistro du- 
plicato, dextro simplici. 

Diese kleine Muschel ist eiförmig, und da sie dick 
aufgeblasen ist, so hat sie die Gestalt einer Walze. Die 
Wirbel sind niedrig, und nahe dem Vorderende, das schmal 
und abgerundet ist, das Hinterende ist dagegen bedeutend 



— 63 — 

breiter. Ihre Wirbel sind bis auf das Perlmutter von 
Würmern angenagt. Auswendig ist die Perlmulterschale 
von einer steinschaligen, weissen Beiileidung überzogen, die 
mit einer ganz dünnen, braunen Epidermide bedeckt ist. 
Der Schlosszahn in der linken Sehale, am Wirbel, ist rund, 
bis unten glatt, und oben fein gestreift. Der Seitenzahn 
am Vorderende ist ziemlich breit. Die beiden anderen 
Schlosszähne in der rechten Schale sind an ihrer scharfen 
Kante gezackt. Der tiefe Eindruck der Muskeln ist nahe 
am Vorderende, an der Seite des Schlosses. In ihm allein 
kann man am hinteren und breiten die Perlmutterfarbe 
sehen. Diese kleine Muschelart gebrauchen die Nürnberger 
um das sogenannte „Muschelgold" aufzubewahren. Ihre 
Länge ist 1 Zoll 7 Linien, ihre Breite 11 Linien, und sie 
wird in den Flüssen Deutschlands gefunden. 

In seiner Beschreibung begeht Spengler den Fehler, 
der linken Schalenhälfte zwei und der rechten einen Haupt- 
zahn zuzuschreiben, obwohl er in der darüber stehenden 
lateinischen Diagnose die Zähne richtig verteilt hat. 

Ünio musivus kam zu Spenglers Zeit in Deutschland 
vor, und es ist kein Grund vorhanden, anzunehmen, er sei 
bei uns ausgestorben. In Deutschland leben aber, wie all- 
gemein bekannt ist, nur drei Formen von ünio, nämlich 
U. pictorum, tumidus und batavus. In welchen dieser For- 
menkreise passt nun der Beschreibung nach unsere Art? 
Spengler sagt ausdrücklich: „Die Muschel ist eiförmig, auf- 
geblasen, kariös und der Zahn der rechten Klappe ist rund." 
Nach dieser Beschreibung kann man den JJnio musivus nur 
zu Unio batavus Lam. stellen. Die angegebenen Maasse, 
sowie der Vergleich mit einer Walze, da viele Lokalformen 
des U. batavus ebenfalls so stark aufgeblasen sind, müssen 
uns in unserer Annahme bestärken. 

Die Spengler'sche Art wurde im Jahre 1793 aufge- 
stellt, Unio batavus wurde von Lamarck 1819, oder, wenn 



— 64 — 

man will, von Maton & Rackett 1807 kreirt. Auf jeden 
Fall ist der Spenglersche Name der älteste und hat vor 
dem Namen batavus die Priorität, muss ihn also, da 
Spengler binominärer Schriftsteller ist und nach der 10. 
Auflage von Linnes Sijstema natura schrieb, ersetzen. Da 
aber ferner, wie man neuerdings durch angestrengte Studien 
herausgebracht hat, der Name TJnio Retz. auf Margaritana 
margaritifera (als erste von Retzius zum Genus Unio zuge- 
hörige Art beschrieben) übergehen muss und durch Lym- 
nium Oken ersetzt wird, so werden wir, da die Prioritäts- 
gesetze streng durchgeführt werden müssen, vielleicht bald 
das etwas zweifelhafte Vergnügen haben^ unseren alten 
Freund Unio batavus Lam. als Lymnium musivum Spengler 
vorgestellt zu bekommen. 

Am Schlüsse dieser sehr trostreichen Ueberlegungen 
will ich noch etwas auf das von Spengler erwähnte 
„Muschelgold" eingehen. 

Muschelgold auch Musivgold, Judengold genannt, 
nennt man eine künstlich dargestellte Verbindung von 
Zinn und Schwefel, welche wegen ihres goldähnlichen 
Glanzes zum Rronzieren von Gipsfiguren, Messing, 
Kupfer, Papier, Holz, in Goldlack, zu Anfertigung 
unechten Goldpapiers u. s. w. angewendet wird. Musiv- 
silber zu ähnlichen Zwecken wird aus Zinn, Wismut und 
Quecksilber zusammengesetzt. Diese Massen wurden in 
Muschelschalen gestrichen und kamen so, hauptsächlich von 
Nürnberg und Fürth, in den Handel. Jetzt, da die Indu- 
strie billige Porzellan- oder Steingutnäpfchen liefert, wird 
diese Aufbewahrungsmethode wohl kaum mehr angewendet. 

Es steht wohl ausser Frage, dass der von Spengler 
gewählte Name musivus von dem in der Muschel befind- 
lichen Mussivgold herrührt und nicht, wie Simpson 
vielleicht annimmt, ein Druckfehler für musicus ist. 

Haas. 



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Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Halakozoologiseheo teellsehaft 



ZweinndTierzigster Jahrgang 
(1910) 



Heft IV 



(Oktober — Dezember) 



Inhalt: 

Seite. 

Nägele, Ffr. G., Einiges aus Kleinasien 145 

Müller, Eugen, Zur Molluskenfauna der Umgegend von Grätz 

in Posen .... 153 

Müller, E., Anodonta fragilissima Clessin var. rostrata m. 158 

Köhler, Ä., Nachträge zur böhmischen Riesengebirgsfauna 161 

Hesse, P., Kritische Fragmente 165 

Clessin, S., Pseudanodonta complanala Zglr. in der Donau 

und im Regen 169 

Siiter, Henry, Onithochiton marmoratus Wissel . , . . 171 
Boettger, Caesar, R., Ueber eine in Deutschland einheimische 

wenig beachtete Auriculide 172 

Jsrael, W., Beiträge zur Kenntnis der Fauna der weissen 

Elster 173 

Haas, Dr. F., Pseudunio, neues Genus für Unio sinuatus Lam. 181 

Kobelt, Dr W., Ein neues Myxostoma 184 

Schermer, Ernst, Ein Beitrag zu Amphipeplea glutinosa . 184 

Kobelt, Dr. W., Prof. Dr. Oscar Boettger f. 

Literatur 186 



H »W> ^ ^^^^N ^ »«^1»^^»M»»»*^^^N^»» % »i*<^^<»^>»<w»»»ir>ii^^>W»»»(W>»w»^^^<»l»»»»M»<»»*^^»»»»^M>*l 



Das Nachrichtsblatt tritt mit dem 1. Januar 1911 
in seinen dreiuncivierzigsten Jahrgang. Die Herstellungs- 
kosten sind in diesem Zeitraum sehr erheblich gestiegen, 
und der Ausgleich zwischen den Ausgaben und Ein- 
nahmen ist schliesslich unmöglich geworden, an eine 
bessere Ausstattung nicht mehr zu denken. 

Verlag und Redaktion sehen sich dadurch ge- 
zwungen, dem Beispiel des französischen und englischen 
Fachblattes zu folgen und den Abonnementspreis des 
Nachrichtsblattes vom dreiundvierzigsten Bande ab 
auf Rm. 7.ÖO zu erhöhen. 
Die Redaktion: Der Verlag- 

Dr. W. Kobelt. M. Diesterweg. 



Heft 4 Oktober 1910. 

NacMchtsblatt 

der Deutsehen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 



Zweiundvierzigster Jahrgang 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7.50. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
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Bestelluiigen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Einiges aus fileinasien. 

Von 
Pfr. G. Nägele, Waltersweier. 



Da durch die beständigen Wirren in Kleinasien und 
Persien meine Sammler abgehalten wurden, sich wie früher 
dem Sammeln von Mollusken zu widmen, so sind in Folge 
dessen auch nur wenige Nova seit 4 Jahren eingelaufen. 
Im folgenden nehme ich die Nummerierung aus dem Jahr- 
gang 1906 des malakologisch-en Nachrichtsblattes wieder 
auf, um die neueren Einlaufe aufzuzählen. 

9 



- 146 - 

93. Helix (Isauria) exquisita Naeg. 

Beschrieben in der Ikonographie von Herrn Dr. Kobelt 
Jahrgang 1907 Band ITI Taf. 348 Nr. 2162. Diese sehr 
schöne Schnecke kam in wenigen Stücken aus Hadjine in 
Gilicia an. 

94. Helix (Levantina) maharica Kob. 

cfr. Nachrichtsblatt 1910 pag. 41. Diese grosse, stark 
gerippte Form, die aber nur in abgebleichten Stücken ankam, 
stammt aus dem Tekumagebirge, südlich des Urmiasees in 

Persien. 

95. Hei. {Levantina) Bellardii Mss. 

Westerl. Binnenconchyhon pag. 395. Diese Schnecke 
wurde am Armenierberg auf Gypern gesammelt und zwar 
in diesem Frühjahr. Jede Schale zeigt in der Nabelbildung 
besondere Verschiedenheiten, da die eine Schale ganz ent- 
nabelt, die andern halb, eine weit offen genabelt ist. Herr 
Dr. Kobelt hat mehrere Arten im Supplementband der 
Ikonographie 1895 aus der Rolle'schen Ausbeute von Gypern 
aufgeführt wie Gertrudis, Ghrysostomi. Ich konnte mich 
für keine voll entscheiden, bleibe darum beim typischen 
Namen Bellarrdii Mss. 

96. H. (Levantina) urmiensis Kob. 
var. colorata Näg. n. var. 

Testa ditfert a typo colore brunneo, supra peripheriam 
123, infra peripheriam 4. et 5. fasciis decorata, inter 3. 
et 4. albozonata. Anfractus (sub vitro) dense spiraliter 
striati. 

Diese Varietät unterscheidet sich von der ganz weissen 
oder bläulich weissen typischen Form durch die braune 
Färbung, welche die breiten oberhalb der Peripherie mit 
einander verschmolzenen 3 Bänder und den unterseiligen 
2 getrennten zeigen. Zwischen die ober- und unterseitigen 



— 147 — 

läuft eine weissliche Zone. Unter der Lupe gewahrt man 
eine dicht stehende Spiralskulptur. 

Fundort: Dippagebirge, Urmia in Persien. 

97. H. (Pomatia) cincta Müll, 
var. libanica Kob. 
efr. Ikonographie Taf. 352 Nr. 2191. 
Fundort Saida, Libanon. 

Verschiedene Varietäten und Variationen sind in 
diesem Frühjahr aus Cypern angekommen. Herr Dr. Kobelt 
hat im Supplementband der Ikonogr. 1895 verschiedene 
Varietäten von cincta Müll, aus der RoUe'schen Ausbeute 
beschrieben ; allein ich vermochte meine Stücke keiner der 
beschriebenen Varietäten anzupassen, will darum lieber 
diese cincta Sippschaft übergehen. 

98. H. (Pomatia) everecensis Kob. 

Ikonogrophie XIII Taf. 341 Fig. 2112. Stammt aus 
dem Everekgebirge in Gilicia. 

99. H. (Pomatia) engaddensis Bgt. 

var. galilaea Kob. 
Ikonogr. Band XII Taf. 313 Fig. 1085 u. 86. Aus 
Haifa, Palästina. 

100. H. (Pomatia) chassyana Mab. et Kob. 

cfr. Ikonogr. Supplementband 1895. Aus Larnaka 
Cypern stammend und schon aus der RoUe'schen Ausbeute 
1894 bekannt. 

101. H. [Fruticicola) nicosiana Mss. 

Westerlund Binnenconchylien pag. 99. Fundort: 
Armenierberg auf Cypern. Diese schöne Schnecke, die 
Westerlund aus GallipoU anführt, scheint selten zu sein. 



— 148 — 

102. H. (Xerophila) crefica Fer. 
Stimmt genau mit der Diagnose in Westerlund p. 
185, dagegen weniger mit cretica Roth = cauta Westerl.. 
für welche sie von Einigen gehalten wurde. Wenige 
Stücke aus Livadia, Gypern 1910. 

103. H. (Xerophila) protea Zgl. = larnacensis Kob. 
Ikonogr. I. Supplementband als n. sp. beschrieben 
aus Larnaka Gypern; da ich diese Art auch von den 
griechischen Inseln besitze, so kann ich mich mit dem 
neuen Namen larnacensis nicht befreunden. Protea be- 
schrieben Westerl. pag. 138. 

194. H. (Xerophila) apicina Lm. 
cfr. Westerlund Binnenconchylien pag. 202. Larnaka 
Gypern. Dürfte für Gypern neu sein, kann leicht mit 
cyparissias Pfr. verwechselt werden. 

105. H. (Xerophila) arrouxi Bgt. 
cfr. Westerl. Binnenconchylien pag. 303. Verwandt 
mit conspurcata, wohl neu für Gypern, Larnaka. 

106. H. (Xerophila) cappadocia Naeg. n. sp. 

Testa aperte umbilicata, cuneiformis, anfractus regu- 
lariter crescentes, superioresstriato-coslulati^ carinati, ultimus 
rugulose costatus, colore griseo^ saepe fasciatus, antice vix 
descendens, apertura obliqua, rotundata, peristoma acutum, 
non labiatum. 

Diam 8:5 mm. Hab. New-Ghehir, Gappadocia, Asia 
minor. 

Gehäuse offen, fast perspektivisch genabelt, kegel- 
förmig; die 5 Umgänge regelmässig zunehmend, gestreift, 
die oberen gestielt; der letzte runzelig rippenstreifig, von 
grauer Farbe, bisweilen gebändert, sonst einfarbig ; der 
letzte gerundet und vorn kaum herabsteigend. Mündung 



— 149 — 

etwas schief, Mundsaum scharf, iingeh'ppt. Fand sich unter 
Bulim. olympicus Kob. in wenigen Exemplaren aus der 
ziemlich sterilen Gegend von New-Chehir in Cappadocia. 

107. H. (XeropMla) peregrina Naeg. n. spec. 
Testa pervie, infundibiliter umbilicata, depressa, acute 
carinata, infra et supra carinam convexa, griseo-albida, 
dense costulata; in parte superiore confertim fuscis macu- 
lis et in inferiore parte multis'fasciis saepe interruptis ornata, 
apice corneo. Anfractus öVa lente regulariter crescentes, 
carinati, aliquando supra carinam sulcati; carina anfractus 
Ultimi versus ad aperturam diminuens, antice vix descen- 
dens. Apertura obliqua, angulata; peristoma rectum, 
acutum, intra robuste labiatum. Diam. 12:5 mm. 

Habit, in monte armenico Cypri. 

Schale durchgehends trichterförmig genabelt, nieder- 
gedrückt, mit scharfem Kiel, ober- und unterhalb des Kiels 
gewölbt und zwar unterhalb mehr als oberhalb, von weiss- 
grauer Farbe, dicht rippenstreifig ; auf der oberen Seite 
dicht mit braunen Flecken, auf der unteren mit zahlreichen 
oft unterbrochenen Bändern versehen. Umgänge 5 Va, lang- 
sam regelmässig zunehmend, gekielt, bisweilen über dem 
Kiel mit einer seichten Furche. Der Kiel auf dem letzten 
Umgang gegen die Mündung hin fast verschwindend. 
Mündung schief, winkelig. Saum gerade, scharf, innen 
stark gelippt. 

Fundort: Armenierberg, nordöstlich von Nikosia, Gypern. 
Höhe 3065 Fuss. 

108. Buliminus [Petraeus) egregius Naeg. 

var. sertensis Naeg. n. var. 

Diff. a typo marginibus magis distantibus, peris- 

tomate minus plane extenso, sed magis reflexo ; margo 

columellaris latius versus ad sinistram extensus et rimam 

umbilicalem magis tegens. 



— 150 — 

Unterscheidet sicli vom Typus durch die mehr ab- 
stehenden Ränder, durch den weniger flach ausgebreiteten, 
sondern mehr umgekrempelten Mundsaum. Spindelrand 
nach links weiter ausgebreitet und die nabeiförmige Rinne 
mehr bedeckend. Diam. 28:12 mm. 
Fundort: Sert, am obern Euphrat. 

109. BuUminus (Petraeus) labrosus Oliv, 
var. carmeliensis Kob. 
cfr. Ikonogr. Band III 1907. Taf. 348 Fig. 2163. 
Haifa, Palästina. 

110. Bulim. (Chondrulus) hadjinensis Kob. 
Ikonogr. Band XIII 1907. Taf. 348 Fig. 2165. 
Hadjine, Gilicien. 

111. Bulim. (Chondrulus) limbodentatus Mss. 
cfr. Westerl. ßinnenconchyl. pag. 44. Ziemlich zahl- 
reich auf dem Armenierberg auf der Insel Cypern. 

112. Bulim. (Chondrulus) nucifragus Pfr. 

cfr. Westerl. Binnenconchyl. pag. 46. Findet sich am 
Armenierberg auf Cypern. 

113. Bulim. (Chondrulus) quadridens Müll. 
var. Loewi Phil, 
cfr. Westerl. Binnenconchyl. pag. 52. Nur in weni- 
gen Stücken aus Koniah, Kleinasien, angekommen. Links 
gewunden. 

114. Bulim. (Chondrulus) antitauricus Naeg. 

cfr. Ikonogr. Band XIII 1907. Aus dem Antitaurus 
in Gilicien stammend. 

115. Bulim. (Chondridus) hoettgerianus Kob. 

cfr. Westerl. Binnenconchyl. pag. 87. Fundort: Sert, 
oberes Mesopotamien. Scheint häufig zu sein. 



— 151 — 

116. Bulim. (Suhzehrinus) tenerrimus Näg. n. sp. 

Testa perforata, tenerrima, cornea, cylindrelliformis, 
perspicua. Anfractus 10, superiores convexi, lente cres- 
centes, Ultimi planulati, sutura profunda. Apertura obliqua. 
oviformis; peristoma album, subreflexum, margines inter 
se callo conjuncti. 

AU. 14, latit. 3V2 mm. Habit in monte Digga prope 
lacum Urmiensem Persiae. 

Schale durchbohrt, sehr zart, hornfarbig, cylinder- 
förmig, durchsichtig. Umgänge 10, die obern gewölbt und 
langsam zunehmend, die letzten etwas flacher. Mündung 
schief, eiförmig, Mundsaum weiss, ein wenig umgebogen, 
die Ränder durch einen Wulst verbunden. Diese niedliche 
Art fand sich unter einer grossen Anzahl Kleinzeug aus 
Urmia in Persien, aber nur in wenigen Stücken. 

117. Bulimus {Suhzehrinus) purus West, 
var. minor Naeg. n. var. 
Diff. a typo minore altitudine 
Alt. 18:3 mm forma typica autem 17:4. Habit Urmia 
Persiae. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch 
viel geringere Höhe. Der Typus stammt aus Khosrowa, 
die Varietät dagegen aus den Gebirgen bei Urmia in 
Persien. 

118. Pupa {Orcula) orientalis Parr. 
var. coerulescens Naeg. n. var. 

Diff. a typo minore altitudine, plerumque colore 
coerulescente. Hab. Sert, Mesopotamiae superioris. 

Ist kleiner als die typische Form und von bläulicher 
Farbe, der Typus dagegen hornfarbig. 

119. Pupa (Orcula) doliolum Brug. 
var. mesopotamica Mss. 

cfr. Westerl. ßinnenconchyl. III pag. 86. Fundort; 
Sert, Mesopotamia. 



— 152 — 

120. Clausilia (Euxina) circumdata Pfr. 
var. hyzantia Näg. n. var. 

Differt a typo : testa minore, magis claviformi, colore 
obscurius fusco, ad suturam minus distincle albo strigillato ; 
apertura minore, magis oblongo-rhombica, marginibus sub 
parallelis nee »piriformi elliptica basi angulata nee an- 
gusta, oblongo-piriformi". 

Alt. 12, lat. 3 Vi mm. Hab. in horte Jesuitarum Gon- 
stantinopoli. 

Unterscheidet sich vom Typus durch geringere HöhO; 
dunklere Farbe, weniger weiss gestrichelt an der Naht. 
Mündung kleiner. Die Ränder fast parahel. 

121. Clausilia {Albinaria) virgo Mss. 

cfr. Westerl. Binnenconchyl. Ill pag. 134. Zahlreich 
auf dem Armenienberg auf Cypern. Ebenso Clausilia 
Saxatilis Mss. 

122. Cionella {Galaxis) hierosolimorum 

var cypria Kob. selten. 

cfr. Ikonographie I Supplementband 1895. Larnaka 
Cypern. 

Noch verchiedenes Kleinzeug kam aus Cypern an, 
das ziemlich allgemeine Verbreitung hat, z. B. Hei. rupestris 
Drp., Pupa rhodia Roth, Pupa granumj Drp., Limnaea 
truncatula Müll. etc. Bei genauer fachkundiger Durch- 
forschung dürfte Cypern noch manches Neue bieten. Wir 
müssen dies der Zukunft überlassen. 



— 153 — 
Zur Molluskenfauna der Umgegend von Grätz in Posen. 

Von 
Eugen Müller, Lehrer in Grätz. 



Die Umgegend von Grätz ist geologisch recht ein- 
förmig. Sie gehört dem Diluvium an. Auch landschaftlich 
hat die hiesige Gegend wenig Reize aufzuweisen. Sie ist 
eben und infolge des lehmigen Bodens recht fruchtbar. 
Der Zuckerrübenbau bringt den hiesigen Landwirten all- 
jährlich sehr bedeutende Einnahmen. In einer Entfernung 
von 2 bis 3 km zieht sich ein Gürtel von Dünen im 
Norden und Westen um die Stadt, diese sind mit düstern 
Kiefernwäldern bedeckt. Auch an Wiesen fehlt es nicht; 
es sind dies die letzten Ausläufer des Obrabruches. An 
schlammigen Gräben und kleinen Tümpeln ist kein Mangel. 
Will man aber an einen Bach oder an Teiche gelangen, 
so darf man einen Spaziergang von 6 bis 9 km nicht 
scheuen. Der nächste grössere Landsee ist gar 17 km von 
hier entfernt. Grätz liegt daher in einer Gegend, die für 
den Gonchylienfang nicht sehr geeignet ist. Will man da- 
her seine Schachteln und Schübe füllen, so darf man es 
sich nicht verdriessen lassen, Exkursionen in die weitere 
Umgebung zu unternehmen. Ehe ich daran gehe, die 
Mollusken aufzuzählen, die ich hier bis jetzt gefunden habe, 
will ich es nicht unterlassen, den Herren noch an dieser 
Stelle zu danken, die mir mit ihrem bewährten Rate in 
bekannter Liebenswürdigkeit zur Seite standen, so den 
Herren S. Glessin in Regensburg und D. Geyer in Stuttgart. 

In der Stadt Grätz findet man nur sehr wenig; in 
den Gärten lebt Limax agrestis h., Helix hortensis Müll, 
und H. pomatia L., von den Mönchen des ehemaligen 
Klosters Grätz hier angesiedelt. In den Kellern und Brunnen 
verbirgt sich Limax flavus L. (variegatus Drp.) in stattlicher 
Länge. Man findet im April Tiere von 100 mm Länge. 



— 154 — 

— Durch Grätz fliesst der StacHgraben, ein Quellflüsschen 
der Pruth. An seinen Ufern breiten sich saftige Wiesen 
aus, auf denen Limax agrestis L., Zonitoides nitida Müll., 
Helix pulchella Müll., H. rubiginosa A. Schm., H. hortensis 
Müll., Pupa muscorum Müll, und Succinea oblonga Drap, zu 
finden sind. Da dieser Graben durch die Abwässer der 
Stadt verpestet wird, findet man unterhalb der Stadt keiner- 
lei lebende Conchylien in ihm, aber oberhalb des Ortes 
birgt er Limnaea stagnalis L., L. palustris als var. turricula 
Held, Physa fontinalis L., Planorbis contortus L. und Pisi- 
diiim fontinale G. Pf. Die Biervertriebsgesellschaft lässt 
ihr Flaschenspülwasser in einen kleinen Graben abfliessen, 
der von Grätz nach Norden führt. Schon Mitte Juni liegt 
er ausgetrocknet da ; das Flasehenspülwasser genügt nicht, 
ihn stets feucht zu erhalten. In diesem Graben fand ich 
1907 hunderte von ausgewachsenen Tieren der Aplexa 
hypnorum L , die munter an der Oberfläche des Wassers 
hingen und anscheinend keine Lust halten, „schnell wieder 
zu verschwinden", wie Clessin in seiner „Excursions-Mol- 
lusken-Fauna" Seite 402 sagt. Der Graben birgt auch 
Limnaea truncatula Müll, in grösserer Menge. An den 
Bäumen der Chaussee, die nach Rackwitz führt, findet man 
Helix strigella Drap, und unter den Steinen verborgen lebt 
hier Helix costata Müll, in Gesellschaft mit Pupa mus- 
corum Müll. 

In dem Kiefernwalde von Gromblewo, der 2 km nörd- 
lich von Grätz liegt, finden wir vom August an auf der 
unteren Seite der Hutpilze Ärion subfuscus Drap., der 
übrigens auch in anderen Kiefernwäldern nicht selten an- 
zutreffen ist. Im Moose verborgen sitzt Hyalina hammonis 
(radiatula Aid.). Tritt andauerndes Regenwetter ein, jso 
kriecht auf den Waldwegen Limax maximus var. cinereus 
Lister munter umher. Die jungen Tiere findet man mit 
Arion subfuscus vergesellschaftet an der Unterseite der 



— 155 — 

Pilze. Dor giftige Knollenblätterpilz Amanita phalloides Fr. 
scheint sich einer besonderen Behebtheit bei ihnen zu er- 
freuen. 

Dehnen wir unseren Spaziergang weiter aus, so kom- 
men wir nach weiteren 4 km nach Urbanowo. Ein schöner 
Laubwald, ein Gebüsch von Haselnussstauden, daran an- 
stossend eine Wiese mit einem Graben laden uns ein, 
nach Mollusken zu suchen. Die Maulwurfshügel der Wiese 
zeigen uns, dass hier ehedem eine Fauna existierte, die 
jetzt verschwunden ist. Hier findet man Gehäuse von 
Helix lapicida L., H. strigella Drap., Patulata rotundata 
Müll., Clausula laminata Mont., Cl. biplicata Mont., Cl. 
pumila Ziegl. und Buliminus obscurus Müll. Lebend 
sucht man jetzt diese Schnecken hier vergebens; ja 
H. lapicida, Buliminus obscurus und die Glausilien 
leben hier um Grätz nirgends mehr. Im Grase und unter 
dem toten I..aube findet man hier Vitrina pelliicida Müll, 
vergesellschaft mit Hyalina hammonis Ström., Vitrea cry- 
stallina Müll., Zonitoides nitida Müll., Helix incarnata Müll., 
H. bidens Chemnitz, H. hispida L. in einer sehr flach auf- 
gewundenen Varietät und Cionella lubrica Müll, in ver- 
schiedenen Grössen ; nicht selten sieht man den schwarzen 
Arion empiricorum Fer. träge im Grase ruhen. Im Graben 
sind Limnaea stagnalis Montf., L. palustris Müll. var. turri- 
cula Held, L. ovata Drp. var. fontinalis Stud., Aplexa hyp- 
norum L., Planorbis corneus L. var. banaficus Lang, PL 
rotundatus Poiret {leucostoma Mill.), PL albus Müll, zu 
finden. Nicht weit vom Graben ist ein Tümpel, der PL 
nautileiis L. und seine Varietät cristatus Drap., Sphaerium 
corneus L. und Pisidium fontinale C. Pf. beherbergt. 

Gehen wir nach Slocin 3 km nordwestlich von Grätz, 
so finden wir in einem Wasserloch von kaum 2 cbm Wasser 
im Mai, das später au.=trocknet, eine kleine Varietät der 
Limnaea stagnalis, deren Gehäuse fast stets zerfressen sind; 



— 156 — 

der Planorhis corneus L. zeigt hier die Eigentümlichkeit, 
dass ihm die ältesten Windungen fehlen. Ich besitze ein 
Gehäuse mit einem Loch, das gross genug ist, um eine 
ansehnliche Erbse hindurch gleiten zu lassen. PL nitidus 
Müll, findet sich hier bis 5 mm Durchmesser und sehr gut 
erhalten. Im nahen Kiefernwalde ist eine niedrige Stelle, 
wo sich monatelang Schneeschmelzwasser findet; hier er- 
beutet man Limnaea peregra Müll, in einer ziemlich kleinen 
und dünnschaligen Varietät. 

Nach kurzer Wanderung in derselben Richtung kommt 
man nach Kopanke. Hier ist es eine sumpfige Stelle im 
Kiefernwalde, welche Planorhis nitidus Müll, in sehr grossen 
Mengen aber nur unvollendeten Gehäusen liefert, ferner ist 
hier Limnaea peregra Müll, und Lim. palustris Müll, in 
einer schlanken Varietät zu erbeuten ; Pisidium obtusale 
G. Pf. ist während des ganzen Jahres recht häufig. Nach 
Terespotocke führt jetzt unser Weg. Ein Tümpel bietet 
uns Planorhis spirorbis L. var. dazuri Mörch, der auch 
sonst in den Gräben der Umgegend recht häufig vorkommt. 
Von Calyculina lacustris Müll. var. steini kann man hier 
wie auch in anderen Tümpeln Gehäuse erbeuten. 

Nordöstlich von Grätz liegt in einer Entfernung von 
7 km das Rittergut und die Kirche des ehemaligen Klosters 
Woznik. Die Umgebung gehört zu den landschaftlich 
schönsten Punkten der hiesigen Gegend. Laubwald, frucht- 
barer Acker, Wiesen und ein kleiner Fluss vereinigen sich, 
um in die Szenerie Abwechselung zu bringen. Hier finden 
wir ausser den genannten Landschnecken Helix fruticum 
Müll., Helix aculeata Müll., Patula rotundata Müll., Pupa 
edentula Drp., P. pygmaea Drp. und Succinea putris L. 
In einem der zahlreichen Wiesengräben fand ich Sphaerium 
draparnaldi Glessin. In der Mogilnitza, einem kleinen 
Flüsschen, finden sich ausser Planorhis marginatus Drp., 
PI. vortex L., PI. albus Müll,, eine sehr grosse und dick- 



- 157 — 

schalige ünio pidorum L. ; ebenso stattlich ist Unio hatavus 
Lm., die hier vorkommt; aber auch Anodonta piscinalis 
wird in der Mügilnitza über 10 cm lang und ist dabei 
recht festschalig. Ueberhaupt sind alle in der Mogilnitza 
lebenden Conchylien gross und festschalig. Man muss sich 
wundern, dass in dem Flüsschen Sphaernim fragile Glessin 
so dünnschalig bleibt, da sie nach Borcherding eine Hunger- 
form von Sph. corneum darstellen soll. Hier finden wir 
auch Calyculina lacustris Müll. var. hrochoniana Bgt. An 
Pflanzen, die im Wasser stehen, sitzt Siiccinea elegans Risso 
und etwas we'ter entfernt vom Wasser kriecht die Varietät 
olivula Baudon der S. putris L. an den Pflanzen umher. 
Noch soll des Lithoglyphus naticoides G. Pf. gedacht werden, 
den ich auf dem ausgebaggerten Sande fand, lebend aber 
noch nicht erbeutete. In einem Graben, der alljährlich 
austrocknet, findet man Valvata macrostoma Steenb., früher 
war diese Schnecke hier weiter verbreitet, wie man durch 
Gehäuse feststellen kann, die man noch ab und zu auf 
Maulwurfshügeln findet. Sphaerium corneum L. und Valvata 
cristata Müll, sind hier nicht selten ; manchmal ist erstere 
so aufgeblasen, dass man sie als Varietät firmum Gles. an- 
sprechen muss. Auf dem Rückwege nach Grätz suchen 
wir noch an der Böschung des Strassengrabens am Ptasz- 
kowoer Felde Buliminus tridens Müll. 

Führt uns unser Weg zum Torfmoor bei Gnin, so 
schlagen wir den Richtweg durch das Kobylniker Wäld- 
chen ein. Es ist dies ein sehr sandiger Forst, durch den 
sich eine etwas liefere Rinne zieht, die mit Erlen bedeckt 
ist. Hier findet man Pupa substriata Jeffr., F. pusilla Müll, 
neben Cionella luhrica Müll und Connlus fulvus Müll. Ist 
man endlich am Moor, so sucht man wohl erst einen 
Teich ab, der hart daran liegend, doch nicht zu 
diesem zu gehören scheint. Die Ausbeute liefert uns 
mancherlei. Am Ufer finden wir Conulus fulvus var. prati- 



— 158 — 

cola 0. Rhdt., Piiya antivertigo Drap., P. angustior Joffr., 
Cionella lubrica var. columna des. und Carijchium mini- 
mum Müll. Der Teich liefert neben Lim. stagnalis folgende 
Planorben : corneus, marginatus und complanatus L. Liin- 
naea palustris kommt hier als Varietät corvus Gm. vor. 
Auch Calyculina lacustris ist als Varietät steini vertreten. 
Ein Graben, der dicht neben dem Teiche ist, aber nicht 
mit ihm in Verbindung steht, beherbergt Hanorhis riparius 
Wstld., PL marginatus, nitidus und spirorbis, sowie Pisidium 
obtusale G. Pf. In einer ausgebeuteten Torfgrube findet 
man Sphaerium corneum L., var. nucleus Std., und Planorbis 
corneus L. Ein Graben, w^elcher das Torfmoor in 2 Teile 
zerlegt, beherbergt AmpMpeplea glutinosa Müll. Hier fand 
ich auch die Varietät spimdosus Gless. des PL nautileus L. 
In den grossen Teichen findet man recht häufig Anodonta 
fragilissima Cless. var. rostrata m., Planorbis vorticulus 
Troschel var. charteus Held. Auch Bithynia tentaculata 
L. var. ventricosa Mke. ist hier heimisch. Vivipara vera 
Frfld. und Limnaea stagnalis L. kommen hier in grossen 
Mengen und in ansehnlichen Grössen vor. Am Schilfrohr 
kriecht Succinea elegans Risso langsam umher. An der 
Unterseite faulender Holzstücke findet man auch manchmal 
ein Punctum pygmaeum Drp. 

Endlich sei noch einer Stelle im Walde bei Lassuwko, 
6 km von Grätz entfernt, erwähnt, wo man Hyalina 
petronella Ffr. neben Helix aculeata, Pupa substriata, Ciono- 
nella lubrica var. exigua Mke. und Comdus fulvus Müll, findet. 



Anodonta fragilissima Cllessin var. rostrata ui. 

Von 
E. Müller, Lehrer in Grätz (Bez. Posen). 



Eine Wanderung von Grätz aus in südwestlicher 
Richtung führt den Spaziergänger durch sandiges Gelände. 



— 159 - 

Der Horizont ist zumeist durch dunkle Kiefernwälder be- 
engt. Ist man so etwa 5 km vorwärts gekommen, so 
ändert sich das Landschaftsbild. Vor uns liegt in einem 
fruchtbaren Tale das kleine Dörfchen Gnin, das mit seinem 
altehrwürdigen Holzkirchlein freundlich herüberwinkt. Heut 
wollen wir aber nicht dem Dorfe und dem Rittergut unsern 
Besuch abstatten; schon vor dem Eingange in den Ort 
führt der Weg in westlicher Richtung in das Torfmoor. 
Nach kurzer Wanderung sind wir am Ziele, Das Moor 
ist etwa 200 ha gross Durch einen Graben wird es in 
zwei ungleiche Teile geschieden. Der kleinere Teil gehört 
zur Herrschaft Grätz, das südliche Stück, wohl 150 ha 
gross ist Eigentum des Rittergutes Gnin. Während der 
Grätzer Anteil seit Jahren ausgebeutet ist und sich der 
Boden schon wieder geebnet hat und mit Wollgras bedeckt 
ist, wird im Gniner Moor noch alljährlich Torf gestochen. 
Man zählt hier 7 Teiche von je V^ bis 2 ha Grösse, die 
durch die Tätigkeit der Torfstecher steter Wanderung unter- 
worfen sind. Das Moor ist eine wahre Fundgrube für 
den Sammler. Nicht allein der Botaniker findet hier 
manche beachtenswerte Pflanze, auch der Käfer- und 
Molluskensammler kommt auf seine Rechnung. Hier 
findet man nicht allein Limnaea stagnalis Linne var. colpo- 
dia Bgt. in recht ansehnlicher Grösse (ich fand selbst ein 
Gehäuse von 65 mm Länge und 31 mm Breite), sondern 
auch recht grosse Tiere von Vivipara vera v. Frauenfeld. 
Das Wasser beherbergt ferner die in Deutschland seltenen 
Planorbis vorticulus Troschel var. charteus Held, Planorhis 
riqarins Westerlund und Planorbis criäta Linne var. spino- 
losus Gless. Selbst Amphipeplea glutinosa Müller und 
Sphaerium corneum L. var. nucleus Studer sind hier zu 
finden. Alle Gehäuse zeichnen sich durch Dünnschaligkeit 
aus. Eine Ausnahme macht nur Limnaea palustris Müller 
var. corvus Gmehn, welche in allbekannter Schwere des 



— 160 — 

Gehäuses vorkommt. In diesen Torflöchern lebt die Äno- 
donta fragüissima Glessin var. rostrata m., welche sich 
durch ihre schlanke Gestalt, Dünnschaligkeit und schöne 
Farbe auffällig von allen ähnlichen Formen unterscheidet. 

Das Tier ist am Rücken orangefarben und geht nach 
dem Bauche zu in ein graues Zitronengelb über. — Die 
Muschel ist sehr verlängert eiförmig. Der Vorderrand ist 
schön gebogen und geht ohne Andeutung einer Ecke in 
den Ober- und Unterrand über. Der Oberrand verläuft 
zunächst wagerecht, um dann ein Stück hinter dem Wirbel 
(vielleicht 1 cm hinter demselben) eine kurze Strecke sanft 
anzusteigen. Der Hinterrand fällt zuerst in schräger Linie 
abwärts, um dann in den breiten Schnabel überzugehen. 
Der Unterrand ist sanft gebogen ; erst vom Schnabelansatz 
biegt er als Hinterrand entschiedener aufwärts. Der 
Schnabel ist schräg abgestutzt. Der Wirbel liegt sehr weit 
vorn, nämlich bei V4 der Gesamtlänge; er ragt nicht her- 
vor. Die Muschel erscheint erst in der Mitte der Seiten- 
fläche etwas aufgeblasen. Das Ligament ist stark und bis 
zur Mitte seiner Länge überbaut. Die Muschel ist stark 
glänzend, am Rücken hellgelb, nach den Rändern wird sie 
etwas dunkler. An den Wirbeln, auch sonst an kleineren 
Stellen ist Epidermis und Prismenschicht etwas zerfressen. 
Das weisse Perlmutter zeigt grosse Fettflecke. Festge- 
wachsene Perlen sind nicht selten. Die Dünnschaligkeit 
der Muschel geht so weit, dass man daruntergelegte Druck- 
schrift durch dieselbe erkennen kann. Die Muschel zeigt 
deutlich 8 Zuwachsstreifen. Als normale Grösse messe ich: 
Länge 145 mm. Breite 71 mm, Dicke 43 mm. 

Gewicht mit dem Tier 176Vä g, Schalen allein 25,6 g. 
Die grösste Muschel, die ich fand, war 149 mm lang und 
30 g schwer. Von dem Wirbel verlaufen drei Kiele zu 
den Ecken des Schnabels, diese und die hervorragenden 
Zuwachsstreifen verleihen der Muschel ein kantiges Aus- 



— 161 — 

sehen. Die jungen Schalen haben schon die gleiche Ge- 
stalt wie die erwachsene Muschel. Die grosse Dünn- 
schaligkeit der Muschel erklärt sich wohl zum Teil aus der 
Kalkarmut des Wassers. Der wenige Kalk desselben wird 
wohl von der Wasserschere Stratiotes generalis, die die 
Oberfläche des Wassers zu tausenden bedeckt und die See- 
rose Nymphaea alba, die man in ähnlicher Menge findet, 
aufgebraucht werden. Der Boden der Teiche ist sehr weich 
und torflg; selbst in der Tiefe von 1 m trifft man auf 
keinen festen Grund. Da Sumpfgase aus dem Wasser auf- 
steigen^ ist auf die Anwesenheit von Humussäure zu 
schliessen, die eine Bildung dickerer Schalen verhindern mag. 



Nachträge zur bömischen Riesengebirgsfauna.*) 

Von 
A. Köhler, Hohenelbe. 



Zu meiner Ueberraschung fand ich heuer (1910) an 
der rechten Eiblehne bei Pelsdorf (Abzweigungsstation der 
kurzen Hohenelber Lokalbahn) Clausilia ventricosa Drp., 
die ihren nächsten bisher einzig veröffentlichten Fundort in 
Nordböhmen bei Aussig hat. Die Pelsdorfer Clausilie 
weicht jedoch von der Aussiger und vom Typus beträcht- 
lich ab. 

Sie ist etwas schlanker, 17 mm lang und nur 4 mm 
breit , die glatten Embryonalumgänge sind nicht gelb 
sondern dunkelbraun, die weitere Schale ist schwarzbraun, 
fast schwarz und sammetglänzend, die Mündung bis zu dem 
weissen Mundsaume dunkelbraun, die Unterlamelle fleischrot. 

Nachdem diese Unterschiede constant sind und keine 



*) (siehe Heft I 1908) Druckfehlerberichtigungen hierzu: von 
Cypars soll heissen von Gypers, Raubbachtal soll heissen Kaubbachtal, 
Friedrichsbach soll heissen Fiebigbach. 



— 162 — 

Uebergänge zeigen , so hat sich hier eine gute Lokal- 
varietät ausgebildet, die ich Claus, ventricosa nigrina n. 
nennen will. 

Der Fundort ist interessant und bemerkenswert. 
Nachdem die junge Elbe südlich der Stadt Hohenelbe das 
breite Hartaer Tal durchflössen hat, stellt sich ihr bei 
Pelsdorf ein von Nordwest nach Südost streichender Hügel- 
zug entgegen, welcher den Fluss aus seiner bisher süd- 
lichen in eine südöstliche Richtung drängt; erst östlich 
von Arnau durchbricht die Elbe diesen Kamm und nimmt 
wieder Südrichtung an. Das Gestein ist Bundsandstein, 
mit dessen Verwitterungsprodukte, einem roten lehmigen 
Humus, der Hügel bedeckt ist, und Tonschiefer. 

Im Pelsdorfer Gebiete ist der steile Nordabhang zum 
Teile mit Nadelwald, meist aber mit Buchen und Laub- 
gebüsch bestanden und stürzt an einigen Punkten so jäh 
direkt in den Fluss, dass malerische Felspaitieen zu Tage 
treten, die keinem Wege mehr Raum geben, weshalb die 
Lehne nur bei niedrigem Wasserstande auf den plattigen 
Felsen des Flussbettes selbst passierbar ist. Einige schwache 
Quellen rieseln über die Felsen und Geröllhalden herab. 
Die durchaus schattige und feuchte Nordlage bietet natür- 
lich für Schnecken einen guten Aufenthalt und hat sich 
hier eine reiche Lebensgemeinschaft entwickelt. 

Neben der nicht sehr seltenen ClausiUa ventricosa 
nigrina beleben zahlreiche und schön gezeichnete ClausiUa 
plicata Drp. samt der Form implicata, Clans, parvula Stud., 
seltener auch Claus, plicatula Drp. die moosigen Felsen, 
Vitrina peUucida Müll., Vitrina diaphana Drp. finden sich 
in der kühleren Jahreszeit, Vitrina elongata Drp. sogar noch 
im Sommer mit Hyalina lenticularis Held, unter Steinen, 
desgleichen Hyalina nitens Mich., Crgstallus crijstallinus 
Müll., auch Crgstallus diaphanus Stud. in grossen Stücken 
mit Patula rotundata Müll, unter der Bodendecke, die 



— 163 — 

hier kleine (D = 9 mm) Isognomosfoma personata 
Lam. ki'ieclit mit der gemeinen Fruticicola incarnata 
Müll., mit schönen Tachea hortensis Müll, und Helix 
l^omatia L. im Grase, auf den üppigen Petasitesblättern 
sitzen zahlreiche Succinea putris L. und Arionta arhustorum 
L., an Buchstöcken und Stämmen kleben hie und da 
Buliminus monianus Drp. und Chüotrema lapicida L., auch 
Vallonia excentrica Sterki und Äcme polita Htm. sind zu 
finden. Uebel ist es nur mit den Wasserconchylien be- 
stellt, ich habe nur kleine Limnaea truncatula Müll, hier 
gefunden. 

Eine kleine öfters beobachtete Lebensgemeinschaft 
findet sich im Buchenwalde bei Friedrichstal. Unter der 
abhebbaren Rinde von Buchenstöcken leben Patula rude- 
rata Stud. auch albin mit ClausiUa laminata Mtg. und 
Claus, cruciata Stud. mit Regenwürmern und Schnurasseln 
einträchtig zusammen. 

Die kleine ClausiUa laminata hier ist die von Ross- 
mässler aus dem Fiehtelgebirge beschriebene Varietät 
minor, constant ohne Uebergänge, daher eine gute Varietät. 
Die Normalform findet sich in grossen Exemplaren erst 
unterhalb Friedrichstal besonders bei Harta. 

Nördlich von Friedrichstal trifft man in dem in Granit 
und sonstiges Urgebirge eingerissenen Eibgrunde auch ein- 
zelne Arionta arhustorum L., welche mit der sogenannten 
var. picea identisch sind, jedoch mit Uebergängen zum 
festschaligen Typus. Die Form picea ist hier also keine 
Varietät, sondern nur eine individuelle Abweichung. Eben- 
da, sowie in Pelsdorf, habe ich neuestens je eine hyalin 
gebänderte Tachea hortensis Müll gefunden, die in grösserer 
Zahl sonst nur bei Schwarzenthai vorkommt. Gegenüber 
meiner eingangs eitirten Veröffentlichung stelle ich richtig, 
dass natürhch die Bänder selbst hyaUn sind, die zwischen 



— 164 - 

den breiten Bändern verbleibenden oft schmalen Zwischen- 
räume machen jedoch den Eindruck opaker Bänder. 

Am Jankenberge bei Hohenelbe habe ich in zirka 
550 ra Seehöhe mehrere albine Exemplare von Hyalina 
nitens Mich, zusammen mit normalgefärbten erbeutet; die 
Art bleibt im Gebiete ziemlich klein, so dass ich sie früher 
für nitidula Drp. hielt. 

Neuerdings habe ich auch eine Anodonta, deren Be- 
stimmung ich mir für später vorbehalte, in einem künst- 
lich angelegten Weiher im Schlossparke zu Hohenelbe ge- 
funden, der von einem aus der Elbe abgeleiteten kleinen 
Graben bewässert wird. Da eine natürliche Einwanderung 
durch die schweres Gerolle führende Elbe ausgeschlossen 
ist, so kann die Ansiedelung nur eine künstliche, vielleicht 
durch Wasserpflanzen bewirkt, sein. 

Von einigen im Früjahre 1908 von Ragusa mitge- 
brachten und mit unfertiger Mündung an 600 m hoch in 
voller Südlage befindlichen Kalkfelsen bei Oberlangenau 
ausgesetzten ClausiUa (Ägathylla) lamellosa Wagn. habe ich 
im heurigen Frühjahre in einem geschützten Felsenwinkel 
dortselbt noch ein festklebendes Stück mit ganz vollendeter 
Mündung gefunden. In dem Gläschem, in dem ich es 
mit nach Hause nahm, hatte es sich wieder festgeklebt; 
kriechen habe ich das Tierchen nicht gesehen. Unzweifel- 
haft ist, dass die Schnecke hier im Freien ihre Mündung 
vollendete und wahrscheinlich, dass es an jenen Felsen 
zwei schneereiche Riesengebirgswinter überstand. Gleich- 
zeitig ebenda ausgesetzte ClausiUa laevissima R. sowie Pupa 
frunientum Drp. hatten sich dagegen nicht gehalten, von 
ersteren fand ich nur einige tote verwitterte Stücke, auch 
letztere, welche nach von Cypers schon von früher her 
an diesen Kalkfelsen leben sollte, habe ich nirgends ent- 
decken können und dürfte diese Art in meinem früheren 
Verzeichnisse zu streichen sein. 



— 165 — 

Hiermit sind meine neuen Funde, so weit sie In- 
teresse bieten, erschöpft. Schliesslich drücke ich jedoch 
den Wunsch aus, dass im Nachrichtsblatte der deutschen 
malak. Gesellschaft, wie es wohl nur selbstverständlich 
wäre, die Ortsnamen und Fundorte in deutscher Sprache, 
bezw. so angeführt werden, wie sie in guten deutschen 
Karten zu lesen sind. 

Herr Dr. Th. Kormos (siehe Heft III 1910) kann 
nicht beanspruchen, dass ausserhalb des ungarischen Globus 
Ortsnamen wie Zagreb, Pozsony oder (Heft III 1906) Senj, 
Carlopag verstanden werden, man findet sie jedoch leicht 
unter den Namen Agram, Pressburg (eine vorwiegend 
deutsche Stadt), Zengg und Garlopago. Podsused und 
andere im westhchen Ungarn gelegenen Städte sind auch 
mir Oesterreicher rätselhaft geblieben. Trotz berechtigten 
Nationalismus wird ein Italiener in deutschen Veröffent- 
lichungen seine Städte Mailand, Florenz, Neapel nicht 
Milano, Firenze, Napoli nennen, obwohl diesfalls das Ver- 
ständnis kaum leiden würde. Der Gebrauch obiger ma- 
gyarischer und croatischer Namen mag für Ungarn vorge- 
schrieben sein; für das Ausland last er sich nicht dekretieren. 
In anerkennenswerter Weise haben auch (siehe letztes 
Heft) Dr. J. Babor und Kr. J. Novak z. B. Prag, Pilsen, 
sogar Krjetitz (wohl Druckfehler für Kojetitz) nicht Praha, 
Plzen und Kojetice geschrieben. 



Kritische Fragmeute. 

(Siehe Nachr.-Bl. 1908, S. 131—141.) 

Von 

P. Hesse, Venedig. 



VIII. Helix granidata Roth. 
In meiner früheren Mitteilung über Metafruticicöla 
herytensis und fourousi habe ich die Frage offen gelassen, 



— 166 — 

ob wir die von Roth als Helix granulata beschriebene 
Schnecke als eine besondere, von den beiden genannten 
verschiedene Art anzusehen haben. Seitdem war es mir 
durch das Entgegenkommen der Herren Prof. Dr. Do f lein 
und Alois Weber möglich, in der Münchener Sammlung 
die Roth'schen Originale zu sehen, und besonders das 
einzige Exemplar aus Gacamo in Carien, nach dem Roth 
die Art beschrieben hat, genauer zu prüfen. R o t h 's 
Originaletiketten sind in München nicht mehr vorhanden, 
seine Restimmungen sind aber beibehalten worden, und 
unter der Rezeichnung Helix granulata Roth sind, ausser 
dem Typus von Gacamo, eine Anzahl Exemplare aus dem 
Libanon und von Tiberias vorhanden. Diese syrischen 
Stücke sind ohne allen Zweifel identisch mit der von 
Bourguignat als Helix fourousi beschriebenen und vor- 
trefüich abgebildeten Schnecke (Moll, litig. S. 41, Taf. VI, 
Fig. 6 — 9), Roth hat aber auch mit vollem Recht sie mit 
der Art identificiert, die er ursprünglich aus Carien be- 
schrieben hatte. Die von Er dl gezeichnete Abbildung in 
Roth's Dissertation (Molluscorum species etc. 1839, Taf I, 
Fig. 3) gibt die eigentümliche Mündnngsform des Original- 
exemplars ganz gut wieder, nur hätte im Text erwähnt 
werden sollen, dass ein verkrüppeltes Gehäuse als Vorlage 
gedient hat. Der letzte Umgang war zerbrochen und von 
der Schnecke sehr unregelraässig wiederhergestellt ; das an- 
gebaute Stück ist in etwas anderer Richtung angesetzt, 
deshalb erscheint die Mündung viel weniger ausgebaucht, 
als bei normalen Exemplaren. Im Uebrigen stimmt das 
Unicum von Garien in Bezug auf alle charakteristischen 
Gehäusemerkmale, besonders auch in der Nabelbildung und 
der Oberflächenskulptur, mit den Gehäusen syrischer Pro- 
venienz vollkommen überein. 

Es fragt sich nun, wie die Art heissen soll. Bour- 
guignat hat den Namen Helix granulata Roth wegen der 



— 167 — 

älteren Helix granulata Alder in Helix rachiodia umgeändert 
(Moll, litig., S. 39). Zwei Seiten weiter beschreibt er die- 
selbe Art als Hei. fourousi, und bildet sie sehr gut ab. Ich 
bin der Meinung, dass der Name fourousi beizubehalten 
und rachiodia in die Synonymie zu verweisen ist, da Hei. 
fotiroiisi gut beschrieben und durch die ausgezeichnete 
Darstellung als Art sicher festgelegt ist; der Roth'schen 
Abbildung kann man diesen Vorzug nicht nachrühmen. 

Als Maasse gibt Bourguignat für ein Exemplar 
von Beirut an: Durchm. 17, Höhe 12 mm. Bei einem 
Gehäuse der Münchener Sammlung, von Tiberias, fand ich 
gr. Durchm. 16,5, kl. Durchm. 14,5, Höhe 12 mm, während 
zwei Schnecken von Haifa, die ich Herrn Lehrer Lange 
verdanke, einer grösseren Form angehören; sie messen 
19:16,5:14 und 20:17:15 mm. 

IX. Das Genus Zenites Montf. 

Ich beschränke hier den Namen Zonites auf die palae- 
arktischen Arten, mit Ausschluss der exotischen, die von 
manchen Autoren dazu gerechnet werden. Zonites algirus 
L. wurde von mehreren Seiten zum Gegenstand eingehender 
anatomischer Untersuchung gemacht ; auch über die Ana- 
tomie von Z. verticillus liegt eine gründliche Arbeit von 
Nalepa vor (der übrigens Z. algirus vor sich zu haben 
glaubte). Sonst sind mir noch mehr oder weniger aus- 
führliche Angaben bekannt geworden über die Anatomie 
von Z. acies Bartsch (von Ad. Schmidt)^ sarajevoensis 
Kmkvz. und maiiritii Wstld. (von M. v. K i m a k o v i c z), rollei 
Kob. (von Colli nge) ; ich selbst habe Z. graeais Koh. be- 
sprochen und die Genitalien abgebildet (Jahrb. D. Mal. 
Ges. XI, 1884, S. 229). Zeichnungen des Geschlechts- 
apparats von Z. smyrnensis Roth und carniolicus A. Schm. 
aus Adolf Schmidt's Nachlass wurden mir vom Ber- 
liner Museum zur Benutzung anvertraut; nach eigenen 



— 168 - 

Untersuchungen kenne ich die Anatomie von Z. gemonensis 
Fer., alhanicus Rssm. und cijtherae Marts. 

Nur der dritte Teil der beschriebenen Arten ist also 
anatomisch untersucht, doch gestatten schon die jetzigen 
mangelhaften Vorlagen interessante Schlüsse auf die Ver- 
wandtschaftsverhältnisse innerhalb des Genus. Es lassen 
sich ohne Zwang vier scharf gelrennte Untergattungen 
unterscheiden, nämlich: 

Subgenus Zonites Montf., s. str. (Helicodes Dumas). Typus 
Z. algirus L. Penis mehr oder weniger spindel- 
förmig, mit kurzem, dicken Flagellum. Hierher: 
Z. rollei, cytherae^ smyrnensis. 
„ Aegopis Fitz. Typus Z. verticillus Fer. Penis 

cylindrisch, ohne Flagellum ; an seinem hinteren 
Ende ist der Retractor angeheftet. Hierher : 
Z. gemonensis, acies, carniolicus. 
„ Paraegopis m. Typus Z. albaniciis (Zgl.) Rssm. 

Der Penis ist im vorderen Teile von einer 
häutigen Hülle umgeben, in die das Vas deferens 
für eine kurze Strecke eingesenkt ist. Hier- 
her: Z. mauritii, sarajevoensis. 
„ Äegophthalmus m. Typus Z. graecus Kob. Penis 

nach hinten sich allmählich verjüngend, Retrac- 
tor fehlt. An der Genitalcloake ein Appendix. 
Ausser Z. graecus kenne ich keine hierher ge- 
hörige Art. 
Die Verbreitungsgebiete der einzelnen Subgenera lassen 
sich vorläufig noch nicht mit Sicherheit abgrenzen ; es 
scheint indess, dass die Gruppe des Zonites algirus ihre 
Heimat in der Levante hat, und nur die typische Art, die 
im Süden Frankreichs und Italiens lebt, weiter nach Westen 
reicht. Aegopis ist in den Ländern um das Nordende der 
Adria herum zu Hause, und reicht mit Z. verticillus nörd- 
lich bis nach Böhmen und Rayern. Das von Adami 



- 169 — 

behauptete Vorkommen dieser Art in Galabrien darf man 
wohl bezweifeln. Paraegopis lebt in Bosnien, Montenegro 
und Albanien; Aegophthalmus ist bis jetzt nur aus dem 
Peloponnes bekannt. 

Ich habe die Absicht, mich mit der Anatomie von 
Zonites eingehend zu beschäftigen, und bitte die Fachge- 
genossen, mich durch Ueberlassung von Material — lebend 
oder in Spiritus — zu unterstützen. 



Pseudanodonta complanata Zglr. 
in der Donau und im Kegen. 

Von 
S. des sin. 



Die Art findet sich im Regen und in mehreren 
Correctionsabschnitten der Donau. Sie ist ziemlich variabel, 
wenn auch nicht in dem Masse wie Anodonta mutabilis. 
Am häufigsten lebt sie in den Abschnitten am oberen 
Wörth und in jenem bei Weichs. In beiden ist sie sowohl 
der individuellen als auch der lokalen Variation unter- 
worfen, so dass sich in denselben lokale Formen gebildet 
haben, welche in einer Mehrzahl von Individuen sich 
vorfinden. 

Als typische Form nehme ich jene, die Rossmaessler 
in seiner Iconographie fig. 68 und 283 abgebildet hat, 
welche sowohl im Regen, in kalkarmen als auch in 
den Donauabschnitten im kalkreichen Wasser sich findet. 

In den Abschnitten am oberen Wörth hat sich eine 
Form ausgebildet, welche ich als forma senilis beschrieben 
habe. 

Oberrand sehr stark nach unten gebogen und in 
gleicher Wölbung, ohne dass die Ecke des Schildes her- 
vortritt, bis zum Unterrand fortlaufend, so dass die Ecke, 



— 170 — 

die Ober- und Unterrand beim Zusammentreffen bilden, 
in den Unterrand fällt, der fast eine gerade Linie 
darstellt. — Die Form ist die Altersstufe der Muschel. — 
Länge bis 78 mm, Breite 46 mm. — Die Form kommt 
noch in den Abschnitten bei Weichs, in jenem bei Schwabel- 
weis rechtes Ufer und in jenem beim Kreuzhof vor. 

Ferner fand ich in einem Abschnitte beim oberen 
Wörth: forma ohlonga m. 

Oberrand lang, eine gerade Linie bildend, die mit 
dem wenig gebogenen Unterrand parallel läuft, Schild 
deutlich markiert, abgerundet, Hinterrand schmal, wenig 
gebogen, Ecke, die Hinterrand und Oberrand bilden, nahe 
dem Unterrand gelegen. 

Länge 86 mm. Breite 42 mm. 

Nur in einem Abschnitt des oberen Wörthes. 
Forma angusta m. 

Muschel lang und schmal, Oberrand gewölbt, ohne 
markierte Ecke des Schildes in gleicher Wölbung bis zum 
Unterrande fortlaufend; Unterrand wenig gebogen, Hinter- 
rand der Muschel fast abgestutzt, wenig unter die Mittel- 
linie derselben fallend. 

Länge 81 mm, Breite 41. 

Nur in einem Abschnitt bei Schwabelweis, linkes 
Donauufer. — 

Ausserdem tindet sich die Art noch in den Ab- 
schnitten bei dem Petroleumthanks und in jenem beim 
Kreuzhof. - Im Naabflusse fehlt sie, ebenso in der 
schwarzen Laaber. 

Muscheln mit belegtem Perlmutter kommen nicht 
häufig vor und wenn dies der Fall ist, ist der Belag ein 
geringer; solche finden sich nur in den Abschnitten am 
oberen Wörth und in jenem bei Weichs, in welchem alle 
Anodonten einen sehr starken Belag des Perlmutter 
tragen. Aus demselben Abschnitte liegt mir noch eine 



__ 171 — 

Form vor, die sicli durch Verkürzung des Hinterteils aus- 
gezeichnet und eine mehr eiförmige Form hat. Länge 
67 mm, Breite 41 mm. — Da ich bei einer grösseren 
Anzahl von Muscheln nur 1 Exemplar dieser Form habe, 
kann ich sie vorläufig nur als eine individuelle Variation 
betrachten, obwohl sie eine recht auffallende Abweichung 
von den übrigen beschriebenen Formen der Muscheln der 
Pseudanodonta darstellt. — 



Onithochiton marmoratus Wissel. 

Von 
Henry Suter. 



Seitdem meine kurze Mitteilung: „Ueber einige neu- 
seeländischen Chitonen" in diesem Blatt zur Veröffentlichung 
gelangte, habe ich der Güte des Herrn Dr. J. Thiele die 
Zusendung auch des zweiten Teils seiner Revision des 
Systems der Chitonen zu verdanken und möge es mir 
daher gestattet sein, nochmals auf die obengenannte Art 
zurückzukommen. Die von Thiele gegebene Beschreibung 
und seine Abbildungen haben mich vollständig überzeugt, 
dass mein 0. nodosus, wie Thiele richtig vermutet, identisch 
mit Wissels's 0. marmoratus ist, und hat letzterer 
Priorität. Es wird nicht mehr so merkwürdig erscheinen, 
dass ich die Art als neu beschrieben habe, wenn ich her- 
vorhebe, dass meine Diagnose am 12. April 1907 der 
Malacological Society of London vorgelegt wurde, während 
mir die Arbeit des Herrn Dr. von Wisseis erst am 1. Ok- 
tober 1907 zukam. Wissel hat die charakteristische Skulp- 
tur weder beschrieben noch abgebildet, und wird man 
es deshalb erklärlich finden, wenn ich darin keine neue 
Art erblicken konnte. 



— 172 — 

üeber eine in Deutschland einheimische wenig beachtete 

Auriculide. 

Von 
Caesar R. Boettger. 



Die meisten deutschen Landschneckensammler kennen 
nur eine deutsche Auriculide, das allbekannte Carychium 
minimum Müll. Doch lebt noch eine zweite im deutschen 
Faunengebiet und zwar an den Küsten der Nord- und 
Ostsee. Es ist dies Älexia myosotis Drap. Wie Carychium 
minimum Müll, ist auch sie eine Landschnecke. Der Grund, 
weshalb die deutschen Landschneckensammler ebenso wie 
die Bücher über Deutschlands Landschneckenfauna das 
Tier nicht kennen, dürfte wohl folgender sein. Früher 
hielt man das Genus Älexia mit einer Reihe verwandter 
Genera (Ovatella, Marinula etc.) für Meeresschnecken; in 
alten Verzeichnissen der Meeresmollusken finden wir sie 
immer aufgezählt. Als man jedoch erkannte, dass man 
keine Meeresschnecken sondern Landschnecken vor sich 
hatte, die nur an der Meeresküste lebten, da strichen sie 
die Bearbeiter der Meeresmollusken mit Recht aus ihren 
Listen, ohne dass jedoch che Landschneckenforscher den 
Küstenschnecken ihr Interesse zuwandten. Selbst ein Werk 
wie Rossmaes.slers „Iconographie der Land- und Süss- 
wasser-Conchylien" behandelt erst 1901 (Neue Folge, Band 
8) die europäischen Küstenschnecken. Älexia myosotis Drap, 
kommt also niemals im Binnenlande vor, sondern bewohnt 
ausschliesslich Meeresküsten, an denen keine oder geringe 
Brandung herrscht. Sie lebt dort auf Steinen, Planken, 
Brettern, Pfählen, etc., die sich in nächster Nähe des Wassers 
befinden. Die bekanntesten Verbreitungsgebiete von Älexia 
myosotis Drap, sind die Küsten Englands und Frankreichs. 
In diesem Blatte 1892, pag. 116, zählt sie Prof. Dr. 0. 
Schneider in einer Fauna der Insel Borkum auf, die Prof. 



— 173 — 

Dr. 0. Boettger bestimmt hat. Ich fand das Tier im 
Jahre 1906 häufig an der Flensburger Föhrde bei Graven- 
stein, wo es munter an alten Planken am Wasser umher- 
kroch. Ich hielt sie zuerst für Ovatella hidentata Mont., 
da es mir an Vergleichsmaterial mangelte. Als ich jedoch 
von den Herren Dr. G. W. Ghaster in Southport (Lan- 
cashire) und A. S. Kennard in Beckenham (Kent) englische 
Exemplare der in Frage kommenden Arten erhielt, er- 
kannte ich meine Gravensteiner Tiere als Alexia myosoüs 
Drap. In der zweiten Auflage seines Buches „Unsere 
Land- und Süsswasser-Mollusken" führt D. Geyer durch 
meine Schuld pag. 72 noch meinen Gravensteiner Fund 
unter dem Namen Ovatella bidentata Mont. auf. Es muss 
natürlich Alexia myosotis Drap, heissen. 



Beiträge zur Kenntnis der Fauna der weissen Elster. 

Von 
W. Jsrael, Apotheker, Ger a-Untermhaus. 



Die weisse oder heilige Elster**) entspringt in dem 
Elstergebirge an dem Kapellenberge auf böhmischem Boden, 
auf dem sich zwischen Bayern und das Königreich Sachsen 
einkeilenden Zwickel bei Asch. Das Elstergebirge, oder 
auch das voigtländische Bergland genannt, bildet eigent- 
lich eine Verlängerung des Erzgebirges und verbindet dieses 
mit dem Fichtelgebirge. Seine Durchschnittshöhe beträgt 
500 Meter (Kapellenberg 749, hoher Stein 777 Meter). 
Es ist durchweg mit Coniferen bewachsen, unter denen 
heute die Fichte den grössten Flächenraum einnimmt. 
Urwüchsig war dort, wie überhaupt im ganzen Voigtlande, 
ehedem die Edeltanne vorherrschend. Die Elster hat, von 

*) Synopsis of the Najades, 1900, p. 678. 
**) Klingt heute wie Hohn. 



— 174 — 

unbedeutenden Krümmungen abgesehen, bis nach Leipzig 
im Ganzen die Richtung von Süden nach Norden, von da 
an aber ändert sie ihren Kurs in westnord westlicher 
Richtung, und mündet südlich von Halle in die thüringsche 
Donau, die Saale. Ihre Quelle liegt in der grossen Granit- 
insel, welche sich in das Fichtelgebirge fortsetzt; sie fliesst 
dann weiter durch Gneise und Glimmerschiefer in das be- 
deutende voigtländische Cambrinm hinein, welches sie bei 
Oelsnitz, dem Hauptsitze der voigUändischen Perlfischerei 
verlässt, um durch das äusserst zerklüftete devonische Ge- 
biet, vorbei an der Stadt Plauen, bei Greiz von neuem in 
das (zunächst silurische, hauptsächlich aber) cambrische 
Gebiet einzutreten, nachdem sie vorher bei Elsterberg das 
untere Garbonsyslem durchsägt hat. Bei Wünschendorf 
an der Mündung der Weida tritt sie aus ihrem engen, 
höchst romantischen Tale in eine breitere Flassau ein, und 
hat von da an bis ungefähr nach Zeitz der Hauptsache 
Buntsandstein zum Untergrunde. Bei Gera geht sie durch 
ein grösseres Zechsteingebiet. Nur zweimal noch verengert 
sich das Tal auf dieser Strecke durch vorgelagerte Fels- 
riegel. Bei Liebschwitz treten culmische, sehr feste Grau- 
wacken hart an den Fiuss heran in Gestalt des Zoitz- und 
Heersberges, sowie bei Grossen an der Elster der Mühlberg, 
der aus unterem Buntsandstein besteht. Von Zeitz ab 
geht ihr ruhiger Lauf durch jüngere Formationen besonders 
durch Diluvium und eiszeitUche Schotter bis zu ihrer 
Mündung. Die ganze Gegend ist überaus industriereich; 
man denke nur an die gewaltige Textilindustrie und die 
vielen Färbereien von Plauen, Greiz, Gera; an die Industrie 
von Zeitz und die der Weltstadt Leipzig. Da die in- 
dustriellen Abwässer mit ihren mechanischen und chemischen 
Abfallstoffen zum weitaus grössten Teile direkt in die 
Elster oder ihre Seitenflüsse einfliessen, ist es selbstver- 
ständlich, dass die Najadeenfauna in dem Hauptlaufe fast 



— 175 — 

zum Erlöschen gebracht worden ist mit Ausnahme des 
Quellgebietes, wo die Perlfischerei heute noch, allerdings 
mit schwachem Erfolge, betrieben wird. Die voigtländische 
Perlfischerei, die einst in hoher Blüte stand, ist neuerdings 
in ihrem Ertrage beständig zurückgegangen, hi den Jahren 
1861 bis 1900 sind insgesamt 4592 Perlen gefunden wor- 
den ; darunter befanden sich 2063 Perlen von schönem 
Wasser. Das sind durchschnittlich 114 Perlen im Jahre, 
einschliesshch 52 heller Perlen. Von 1901 bis 1909 belrug 
die Ausbeute nur noch 418 Perlen; darunter befanden 
sich 105 helle Perlen. Das sind durchschnitthch jährlich 
46 Perlen, einschhesslich 12 heller Perlen. Am reichsten 
dürfte die Ausbeute im Jahre 1650 gev/esen sein, denn sie 
betrug nicht weniger als 224 sehr gute Perlen. Gute 
Perlenjahre waren auch 1681, J801 und 1842. Die Ur- 
sachen des Rückganges in der Perlfischerei werden im 
wesentlichen darin gesucht, dass viele Muschelbänke durch 
Hochwasser und Eisgang zerstört wurden, wodurch die 
Muscheltiere umgekommen sein sollen, und dass der Fluss- 
lauf selbst dort oben vielfach verunreinigt wird. Die 
Plauptursache des Rückgangs ist aber sicherhch darin zu 
suchen, dass gerade in der Zeit, in der diese Muscheltiere 
die grösste Schonung und Ruhe benötigen, zur Zeit des 
Laichens, die Perlfischereien veranstaltet werden, wo die 
Tiere aus dem Boden herausgerissen und untersucht 
werden. Bei solchen Gelegenheiten gehen hunderte von 
kiementrächtigen, alten Exemplaren ein, zusammen mit 
ihrem Nachwuchs. Man braucht sich daher über ihren 
Rückgang nicht gerade sonderlich zu wundern (vergl. auch 
V. Hessling, die Perlmuschel und ihre Perlen pag. 355). 
Ehedem reichte die Perlfischerei bis in die Gegend von 
Greiz. Die Bäche, die heute ausser der Elster in Frage 
kommen, sind von rechts : der Raunerbach, der Eisenbach, 
die Würschnitz, der Haynsbach und die Trieb: von links: 



-^ 176 — 

hauptsächlich der Trieblerbach, doch finden sich auch ver- 
einzelt und mehr sporadisch auftretend noch in anderen 
Elsterbächen, selbst unterhalb Plauen bis in die Gegend 
von Greiz ab und zu Margaritanen. hi Adorf und Bad 
Elster hat sich eine eigentütnhche Industrie entwickelt. 
Man verfertigt dortselbst aus Margaritanenschalen und an- 
deren Muscheln kleine Kunstgegenstände, Portemonnaies 
und andere Dinge, auch Einlegearbeiten, 

Bis in die Gegend von Zeitz hat die Elster durchweg 
starkes Gefälle und stellenweise starke Stromschnellen, die 
letzten Reste ehemaliger Katarakte, wie überhaupt der 
ganze Flusslauf aus einem System von in einander fliessen- 
den kleinen Seebecken gebildet scheint. Nur vor den 
zahllosen Wehren, bei denen die Mühlbäche abzweigen, 
ist das Wasser stiller und meist sehr tief. An diesen 
Stellen lagern sich oft bedeutende Schlammassen ab, die 
aber von den alljährlich wiederkehrenden grossen Wassern 
aufgewühlt und fortgeführt werden. An solchen Stellen 
hält sich heute noch Unio pictorum auf in einer sehr 
grossen und breiten Form. L. 10 — 12 cm; Br. 3,8—4 cm; 
D. 2 — 3,5 cm. Icii finde ihn heute nur noch in sehr 
tiefem Wasser, Noch vor 20 Jahren kam er im Elster- 
flusse ungemein häufig vor an allen Stellen, wo Schlamm 
oder feiner, selbst grober Kies abgelagert war. Nach dem 
spärlichen Museensmateriale, welches ich zu sehen bekom- 
men habe, zu schliessen, waren die Formen aus Kies be- 
deutend kürzer als die Schlammformen, Die breitesten 
Formen von pictorum, mit nach aussen gebogenem Unter- 
rande fand ich bei Bcrga vor dem grossen Wehre, Diese 
erreichen 4—5 cm Breite. Im Hochsommer bei anhalten- 
der Trockenheit fliesst stellenweise das Wasser kaum, oder 
es verkriegt sich zwischen die Felsblöcke und Steine, die 
oft auf lange Strecken den Flussgrund bilden. Zur Zeit 
der vogtländischen Schneeschmelze oder bei plötzhchen 



— 177 — 

sommerlichen Gewitterregen aber wird der Fluss in kurzer 
Zeit sehr reissend und gross; er steigt in wenigen Stunden 
ol'l um anderthalb Meter. In solchem Zustande bildet er 
eine stete Gefahr für die anliegenden Gemeinden; es sind 
daher auch noch grössere Flussregulierungen geplant. Er 
ist in seinem Mittellaufe zirka 30 Meter breit und hat den 
Charakter eines starken Gebirgsflusses. Das ganze Elster- 
tal ist bis über Grossen hinaus sehr schön und abwechs- 
lungsreich. 

Die Najadeenfauna des Elstergebietes zeichnet sich in 
mehrfacher Hinsicht aus. Zunächst einmal ist die bedeu- 
tende Grösse zu erwähnen, die Margaritana, Unio picto- 
rum*) und Unio crassus erlangen können. Die Durch- 
schnittslänge der Margaritana beträgt in ausgewachsenem 
Zustande 14 cm, doch kommen auch längere Exemplare 
vor. Die Breite ist sehr schwankend, doch ist im Allge- 
meinen die Form der oberen Saale und ihrer Seitenbäche 
etwas breiter als die Elsterform. Unio crassus der oberen 
Elster ist eiförmig, ohne jeden Vorsprung, sehr stark 
corrodiert, und im ausgewachsenen Zustande 9 cm lang, 
5 — 5,5 cm breit und 2 — 3,5 cm dick. Wo der letztere 
eigentlich lebt, habe ich trotz allen Suchens noch nicht 
feststellen können, wohl aber finde ich ihn nach jedem 
grösseren Wasser an bestimmten flachufrigen Stellen an- 
gespült, meist noch mit dem sterbenden oder frisch abgestor- 
benen Tiere. Badend habe ich den Elsterfluss an den verschie- 
densten Stellen wirldich genau und systematisch untersucht, 
indem ich den Flussgrund an seichten und tiefen Stellen, 
bei langsam fliessendem Wasser und in Stromschnellen 
durchforscht habe, ohne die Stelle finden zu können, wo 
er lebt. Er kann sogar nicht einmal selten sein, wenn 



*) Der Unio pictorum der Saale wird nur '/« mal so gross. 
Das grösste Exemplar aus der Saale, welches ich gefunden habe, ist 
nur 9 cm lang. 



— 178 — 

man bedenkt, dass stellenweise hunderte von zerbrochenen 
Schalen beisammen liegen. Auch in den alluvialen Elster- 
kiesen in der Flussau sind stets Bruchstücke desselben crassus 
zu finden, wenn auch nicht überall. Nach dem Alluvium 
zu schliessen war er ehedem die häufigste Najadee der 
Elster, dann erst folgt pictorum in derselben breiten Form, 
die heute noch vorherrscht. Auch finden sich Bruchstücke, 
die zu Margaritana, in einem Falle aber bestimmt zu 
sinuatus gehört haben. Der Fundort ist eine Kiesgrube 
bei Wünschendorf. Für jede andere Muschel war die 
Schale viel zu dick und zu gross (wenn man sie recon- 
struierl). Die starke Schlossrinne war teilweise gut er- 
halten. Leider ist hier der Erhaltungszustand so schlecht, 
dass diese Reste alsbald nach dem Aufheben in Pulver 
zerfallen. (Vergleiche den Aufsatz von Prof. Ewald Wüst 
in Kiel: „Weitere Funde von Unio sinuatus Lm. im Saale- 
gebiete \ Nachrichtsblatt 1910. Heft III pag. 111 — 115.) 
Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sinuatus auch in der 
Elster vor noch nicht allzulanger Zeit gelebt hat. Unio 
tumidus fehlt völlig im Ober- und Mittellaufe, erst ober- 
halb Leipzig tritt er auf in derselben Gestalt, die Ross- 
mässler als den deutschen Typus annimmt, desgleichen in 
dem Parthehache der in Leipzig mündet und jedenfalls 
heute noch der Richtung eines eiszeitlichen Flusses folgt. 
Merkwürdig ist auch die Tatsache, dass erst bei Leipzig 
die Pseudanodonta elongata (wenn auch selten) auftritt, 
die ebenfalls dem Ober- und Mittellaufe völlig zu fehlen 
scheint, obgleich sie in der Saale weit hinaufgeht, und 
selbst in dem Wiesentalbache (Wisenta) bei Schleiz noch 
vereinzelt vorkommt. Hier erreicht sie das reussische 
Oberland. Die Pseudanodonta complanata kommt, soviel 
ich weiss, nur in der Mittelelbe vor. Die mir vorliegenden 
Stücke stammen von Torgau. Unio batavus scheint im 
Elstergebiete zu fehlen, doch bleibt es unausgemacht, 



— 179 — 

ob der sogenannte Unio crassus des Kulmitzschbaches, 
der bei Berga (zwischen Greiz und Gera) von 
rechts in der Elster mündet, nicht doch zu batavus ge- 
hören wird. Leider lässt uns in diesem Falle die Anato- 
mie völlig im Stiche; auch sind alle Exemplare von dort, 
selbst die nur ^/4 cm langen Stücke, schon so corrodiert, 
dass ich die Wirbelskulptur nicht erkennen kann. Viele 
Bäche des Eislergebietes sind absolut muschelleer, obgleich 
keinerlei Verunreinigung in ihre Wasser gelangt, so einige 
starke und klare Bäche, die bei der Neumühle unterhalb 
Greiz münden, der Wipsenbach mit seinem vorzüglichen 
Wasser, der bei Liebschwitz einfällt, der sehr starke 
und klare Bach (im Volke Erlbach genannt), der 
die reichlichen Gewässer des Buntsandsteingebietes 
w^estlich von Gera sammelt, und bei Milbitz nördlich 
von Gera in die Elster fliesst, und mehrere andere. 
Andere, selbst kleine Bäche sind dagegen trotz ihres 
starken Falles und der oft geringen sommerlichen Wasser- 
menge sehr reich mit kleinen Anodonten und kleinen 
Unioformen aus dem Formenkreise des crassus besetzt. 
Auf das Weida- und Aumagebiet mit seinen Rhomboideus- 
formen brauche ich heute nicht näher einzugehen. (Ver- 
gleiche W. Israel „Die Najadeen des Weidagebietes" in 
Beiträge zur Kenntnis der mitteleuropäischen Najadeen 
Nr. 4, Juli 1910). Die Rhomboideusformen sind auf das 
Weidagebiet allein beschränkt. Nicht unerwähnt bleibe 
der Flossgraben, eine künstliche Wasserinne, die bei Crossen 
abzweigt und anfänglich der Elster parallel läuft, dann 
sich aber nördlich von Zeitz durch ein altes Flussbett 
über das Schlachtfeld von Lützen (1632) nach der Luppe 
hinzieht. In diesem Graben lebt pictorum in diversen 
Formen (je nach dem Untergrunde) in grosser Menge, des- 
gleichen sehr zahlreich Sphaerium corneum und einige 
Pisidiumarten. Bei Leipzig spaltet sich die Elster in zwei 



- 180 — 

Arme, die Luppe und die eigentliche Elster, welche ziem- 
lich parallel laufend, öfters durch Nebenarme und Be- 
wässerungsgräben mit einander verbunden, etwa vier 
Kilometer von einander entfernt zwischen Halle und Merse- 
burg in die Saale münden, Von den linken Zuflüssen ist 
die Weida der bedeutendste. Von rechts erhält sie als 
Hauptzuflüsse die Göltsch, die Schnaudor (in welcher ich 
Najadeen ebenfalls nicht finden konnte) und unterhalb 
Leipzig die 90 km lange Pleisse, deren Fauna besondere 
Besprechung verdient. Die Gesamtlänge des Elsterlaufes 
beträgt 190 km. Die Flussanodonten der Elster gehören 
alle in den Formenkreis der piscinalis. Gellensis als Art 
fehlt dem ganzen Fhissgobiete. Die Flussanodonten er- 
reichen 12 — 14 cm Länge; sie sind meist sehr dickschalig 
und oft deformiert und von erheblich wechselnder Gestalt. 
In den kleinen Bächen wird piscinalis nur halb so gross, 
doch treten an schlammigen Stellen Formen auf, die man 
als anatina rostrata bezeichnen kann, wie man auch viele 
aus der Elster selbst als piscinalis rostrata bezeichnen 
muss. Solche Formen sind namentlich im Schlamme vor 
den grossen Wehren in erheblicher Tiefe zu finden. Die 
Cariosität ist meist an allen Muscheln des Elstergebietes 
(Margaritana und Unio crassus) sehr stark, doch ist zu be- 
merken, dass sich pictorum im Flossgraben in dieser Be- 
ziehung nicht gleichmässig verhält. Bei Ahlendorf am 
Flossgraben sind alle Pictorumschalen in der Nähe des 
Schlosses sehr stark zerfressen, während bei Wetterzeube 
alle, selbst sehr alte Schalen nur sehr schwache Corrosion 
aufweisen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich 
vor einigen Jahren in den Elsterkiesen bei Bad Köstritz in 
ganz frischen Ablagerungen Schalenreste von Dreissensia 
polymorpha fand. Die Belegexemplare liegen im städtischen 
Museum zu Gera. Heute kommt diese merkwürdige Muschel 
(soweit ich weiss) in der Elster lebend nicht mehr vor, 



— 181 — 

was bei der Verunreinigung dies Flusses Niemanden wun- 
dern wird, wie man es überhaupt in dem Hauptlaufe der 
Elster mit einer aussterbenden Fauna zu tun hat, mit dem 
Reste einer ehedem grossartigen Najadeenfauna. 



Pseudunio, neues Genus für Unio sinuatus Lam. 

Von 
Dr. F. Haas- Frankfurt a. M. 



Schale nieren förmig oder langelliptisch, fest, schwer. 
Schloss aus zwei Hauptzähnen und zwei Lamellen in der 
linken, einem Haupt zahne und einer Lamelle in der rech- 
ten Klappe bestehend ; Hauptzähne stark, plump, pyramidal, 
in der linken Klappe der hintere der grössere, Intervall 
lang und breit, in der rechten Klappe vorn oft ein haupt- 
zahnartiges Gebilde aufweisend. Lamellen kurz, stark, die 
obere in der linken Klappe kaum über die Schlossplatte 
vorragend. Vorderer Schliessmuskeleindruck sehr tief, rauh, 
mit dem Eindrucke des Bauchsackmuskels verschmolzen, 
mit ihm zusammen die Form einer Meleagrina bildend; 
vorderer Retraktoreindruck selbständig, tief. Hintere Mus- 
keleindrücke getrennt; Eindruck des hinteren Schliess- 
muskels sehr gross und wenig vertieft, der des hinteren 
Retrr ktors sehr tief. Eindrücke der Wirbelhaftmuskeln zu 
einer schmalen Rinne verschmolzen unter dem Intervall. 
Mantelhaftmuskeleindrücke fehlen. Mantelwulst vorn sehr 
stark, nach hinten abflachend. Schulterfalte sehr deutlich, 
auf der Aussenseite der Schalen als vom Wirbel zur Mitte 
der Ausbuchtung des Unterrandes ziehende Furche sicht- 
bar. Wirbelskulptur selbst bei ganz jungen Stücken 
nicht erkennbar. 

Tier mit vollkommen getrenntem Mantel, der hinten 
nicht einmal zur Bildung einer falschen Kloakairöhre durch 



- 182 — 

die Kiemen zusammen gehalten wird. Kloakalöffnung glatt, 
dunkel pigmentiert, Atemöffnung mit dunkel pigmentierten 
Fallen besetzt ; Mantelschlitz unten nicht geschlossen. 
Äussere Kiemen fast ihrer ganzen Länge nach an den 
Mantel angeheftet, ihr hinterstes, ca. 1 cm langes Stück 
frei; innere Kiemen nur vorn an den Fuss angeheftet, 
hinter demselben mit einander verwachsen. Der der 
Rückennaht des hintersten freien Kiemenstückes aufliegende 
Teil beider Mantellappen zeigt eine dieser Naht ent- 
sprechende Furche. Innere und äussere Kiemen sind 
hinten gleich breit, vorn ist die äussere bedeutend schmä- 
ler. Mundsegel hoch dreieckig, nach hinten gekrümmt, 
ihr Hinterrand zu ^/i verwachsen. Wirbelhaftmuskel von 
aussen als schmales, ca. 1 cm langes Band sichtbar ; 
Mantelhaftmuskeln fehlen. 

Lage des Marsupiums und Beschaffenheit des Glochi- 
diums unbekannt. 

Schon lange hatte ich vermutet, dass Unio sinuatus 
von den übrigen Unionen verschieden sei, doch hatte ich 
meine Vermutung nicht durch die anatomische Unter- 
suchung des Weichkörpers bestätigen können. Durch die 
Freundlichkeit von Herrn Dr. L. Germain erhielt ich nun 
aus dem Pariser Museum zwei in Alkohol konservierte 
Tiere des so seltenen U. sinuatus, deren Uni ersuchung mir 
die oben angegebenen Resultate lieferte. Die so sehr von 
Unio abweichende Anatomie unserer Art bewog mich, für 
sie das neue Genus Pseudunio aufzustellen, das durch die 
oben gegebene. Schale und Weichkörper beschreibende 
Diagnose wohl genügend charakterisiert ist. 

Viele Punkte in der Anatomie von Pseudunio, nament- 
lich aber das hinterste freie Kiemenstück, das sich in die 
Furchen des Mantels hineinlegt, und der unten nicht ge- 
schlossene Mantelschlitz erinnern sehr an Margaritana, 
doch genügen andere Punkte, wie die glatte Kloakalöffnung, 



— 183 ~ 

sowie die Anwesenheit von deutlichen Lamellen zur 
Scheidung von ihr. Als weitere Unterschiede von Mar- 
garitana sei das Fehlen von Mantclhaftmuskeln, die weit- 
gehende Verbindung der Mundsegelränder , und die Ver- 
schmelzung von vorderem Schliessmuskel — und Bauch- 
saekmuskeleindruck erwähnt. 

Leider standen mir keine trächtigen Tiere zur Ver- 
fügung, sodass ich die Lage des Marsupiums und die Form 
des Glochidiums von Pseudunio sinuatus nicht beschrei- 
ben kann. 

Noch vor wenigen Monaten schrieb ich, da ich 
meine oben erwähnte Vermutung nicht beweisen konnte, 
in meinem Artikel „On Unio, Margaritana, Pseudanodonta 
and their occurrence in the Thames Valley"*) auf S. 107 
von Ps. sinuatus, dass er „a true Unio" sei, denn er war 
von den englischen Autoren als Varietät der Margaritana 
margaritifera betrachtet ■ worden war. Auch Simpson**) 
hatte ihn als Margaritana angesehen, und zwar als Riesen- 
form seiner Margaritana crassa. Die Zugehörigkeit dieser 
letzteren Form zum Genus Unio konnte ich durch Unter- 
suchung lebenden Materials aus Wandersieben in Thüringen, 
dem klassischen Fundort von Schröters Mya testa crassa 
feststellen, doch in Bezug auf U. sinuatus war meine Be- 
hauptung verfrüht. Seine Stellung im System der palae- 
arktischen Najaden wird durch diese Ausführungen hoffent- 
lich entgültig festgelegt; so dass er, wie i ch in meiner 
citierten englischen Arbeit, p. 108, sagte, „will not have 
to continue further perambulating from one genus to 
another." 



*) Proceedings of the malacological Society, Vol. IX, Part. II, 
June 1910. 

**) Synopsis of the Najades, 1900, p. 678. 



II 



Ein neues Myxostoma. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



Myxostoma dautzenbergi n. sp, 
Testa aperte umbilicata, depresse globosa, solida, 
crassa, subtiliter striatula, scnlptura spirali nulla; salurate 
luteofusca, ad peripheriam anfractus Ultimi serie macularum 
minimarum, lutearum anguliformium ornata. Spira sat 
elevata, apice obtusiilo ; sutura vix impressa. Aiifractus 
4 convexi, infra suturam planati, regulariter accrescentes, 
ultimus antice descendens. Apertura obliqua piano irre- 
gulär! ter arcualo ; peristoma albo incrassatum, reflexum, 
marglnibus conniventibus sed vix callo tenuissimo junctis, 
superü valde producto, collumellari oblique ascendente et 
recedente, ambobus indistincte duplicatis, Operculum typi- 
cum parum crassum, anguste spiratura, marginibus anfrac- 
tuum lamellatim elevatis. 

Diam. maj. 20, min. 17,5, alt. 13 mm. 
Hab. Tonkin, leg. Fruhstorfer. 

In Moellendorff's Sammlung, leider ohne genaue Fund- 
ortsangabe^ nur mit no. 49 bezeichnet. 



Ein Beitrag zu Amphipeplea glutiiiosa. 

Von 
Ernst Schermer, Lübeck. 



Der Aufsatz von J. Sprick, Breslau, über Amphipeplea 
glutinosa veranlasst mich, auch meine Beobachtungen über 
diese Schnecke hier mitzuteilen. Die Schnecke ist bei 
Lübeck bereits früher an verschiedenen Orten gefunden 
und zwar in fliessenden Gewässern, wie dem Mühlenbach 



— 185 — 

bei Herrenburg, der Trave und der Schwartau, und in 
stehenden Gewässern, im Oeverdicker See und in den 
Torfgräben des Sehürsdorfer Moores, wo Fr. Bänke zwei 
Exemplare von 19 und 20 mm Länge fand. 

Im März 1909 fand ich zuerst in der Wakenitz, dem 
Abfluss des Ratzeburger Sees, Amphipeplea glutinosa. 
Die Wakenitz ist ein, oft seenartig verbreiteter, langsam 
fliessender Fluss mit meist schlammigem Bodengrund. Die 
Ufer sind breit von Rohr, Schilf und Binsen eingefasst, 
und die untergetauchten Wasserpflanzen, wie Laichkräuter, 
Hornkraut und Wasserpest erreichen im Sommer oft mit den 
Wasserrosen den Wassei'spiegel. 

An einer Stelle, die von der Strömung ziemlich hart 
.getroffen wird, in der Nähe des Ufers frei von Pflanzen 
ist, wo der Bodengrund kiesig ist und die Tiefe 30—50 
cm beträgt, fand ich das erste Exemplar von Amphipeplea 
glutinosa. Das Tier hob sich von seiner Umgebung kaum 
ab. Die grünliche Färbung stimmte mit der der Algen, 
die den Boden bekleideten, überein. Auch der gezackte, 
nicht festliegende, sondern in der Strömung leicht bewegte 
Mantel erhöhte die Aehnlichkeit mit einer Algenkolonie. 
Erst durch seine Bewegung fiel das Tier auf. Bei genauem 
Zusehen entdeckte ich noch mehrere Tiere. Im April aber 
war bereits alles Suchen vergeblich, und soviel ich auch 
im Sommer in der Wakenitz fischte, und Schlamm durch- 
siebte, niemals erbeutete ich auch nur ein einziges Exem- 
plar. Im März dieses Jahres suchte ich die erwähnte 
Stelle häufig wieder auf und namentlich an warmen, sonni- 
gen Tagpn konnte ich dort stets Amphipeplea glu inosa 
in grösserer Anzahl finden. Die Tiere hielten sich am 
Boden auf Algen watten auf, oder sie krochen an Pflanzen 
herum. Auch ich fand sie niemals an der Oberfläche 
schwimmend, obwohl es im Aquarium hin und wieder 



— 186 - 

vorkam. Sie waren sonst auch sicher auf den Strand ge- 
worfen, wo ich noch lebende Limnaeen und Planorben 
stets fand. 

Ich setzte einige Tiere einzeln in kleinere Aquarien- 
gläser mit schlammigem Bodengrund, die mit Wasserpest 
bepflanzt waren. Eine Schnecke, deren Grösse 15 mm 
Länge und 12 mm Breite betrug, setzte am 19. April einen 
Streifen Laich ab, Länge 27 mm, Breite 4 mm. Er ent- 
hielt 38 kugelrunde Eier, deren Durchmesser 1 mm betrug. 
Am 21. April setzte dasselbe Tier einen Streifen von 20 
mm Länge, 4 mm Breite mit 28 Eiern am Glase ab. Der 
erste Laich war an Wasserpest abgelegt. Am 4. Mai wurde 
noch ein kurzer Streifen mit 8 Eiern abgelegt. Das Tier 
starb am 8. Mai. Die Form des Laiches ähnelt dem von 
Limnaea stagnalis, ist aber eckiger. Die Farbe ist milch- 
weiss. Von dem zuerst abgelegten Laich waren die Em- 
bryonen am 7. Mai bereits gut entwickelt und der Zeich- 
nung 16 von Dr. Vorseler in Lamperts Leben der Binnen- 
wässer, p. 78 ähnlich. Am 21. Mai, also nach 32 Tagen 
schlüpften die kleinen Schneckchen aus. Sie entwickelten 
sich zuerst sehr schnell, gingen aber leider im Juni ein. 
Alle alten Tiere starben nach der Eierablage, auch draussen 
fand ich Ende April oft leere Gehäuse von ausgewachsenen 
Tieren. Augenscheinlich ist diese Schnecke einjährig, denn 
nach der Grösse der gezüchteten Tiere zu urteilen, muss 
Amphipeplea im Herbst ausgewachsen sein. 



Literatur ; 



Caziot, C, Note sur la BytUnia Cazioti Locard. — In: 
Feuille Jeunes Natur. 1910 p. 66. 
Die Artberechtigung wird verfochten, eine photograpbische Abbil- 
dung gegeben. 



— 187 — 

— — , Etüde sur la Classification du Pupa hordeum de 
Studer et subhordeum Westerl. — Ibid p. 94, 95. 

P. hordeum (Stud.) Charp. ist secale var, — P. hordeum Rossm. 
Ico. 320 = mühlfeldti Kstr. 

Bossmaesslers Iconographie, Neue Folge vol. XVI Lfg. 3 & 4. 
Von P. Hesse. 

Enthält die genaue Anatomie von Archelix lactea Müll, (einschliess- 
lich axia Bgt., simocheila Bgt., ahmarina Bgt., sevilliana Grat., 
bleicheri Pal., sphaeromorpha Bgt., canariensis Mouss.). Eine 
charakteristische Besonderheit zeigt nur A. bleicheri Pal., aber 
die anatomischen Verhältnisse variieren nicht weniger, als die 
Gehäuse; — ferner von A. lucasii Desh. nebst ghazouna Deb. 
und riffensis Pallary ; — A. hieroglyphicula Mich, und A. jour- 
daniana Bourg. nebst var. propeda Pall. 

Dali, W. H., on some Land Shells collected hy Dr. Hiram 
Bingham in Peru. — In : Pr. U. St. National^Museum 
vol. 38 p. 177—182. 
Neu Bulimulus (Lissacme) binghami Ufer des Rio Pampas, p. 180 
Textfig. ; — B. (L.) plyalum ibid., id. 181, Textfig.; — Nenia 
pampasensis ibid., p. 181, Textfig. 

Dali, W. H., Summary, of the Shells of the Genus Conus 
from the Pacific Coast of America. — Ibid. p. 217—228. 
Neu C. pacificus rejectus, Golf von Galifornien, p. 219; — edaphus, 
Clarion Island, id. p. 223 ; — xanlhicus p. 225, Panama. 

Kohelt, Dr. W. <& 0. Winter — von Moellendorf, Land- 
mollusken. — In: Semper, Reisen, Philippinen, vol X 
H. 8. Mit 4 Tafeln. 

Enthält den Schluss von Callicochhas und die Untergattung Anixa 
Psbry. Eine Anzahl von Moellendorf aufgestellter Varietäten 
wird zum erstenmal abgebildet. 

Honigmann, H., Beiträge zur Molluskenfauna von Magdeburg. 
Mit Tafel. — In : Abhandl. und Berichte aus dem 
Museum für Natur- und Heimalkunde und dem natur- 
wissenschaftlichen Verein in Magdeburg. Band II 
Heft 1. 



— 188 — 

Für Vallonia pulchella wird der Gattungsname Lurama Leach 
„Bi'it- Moll. 1821" eingeführl, für Fruticicola hispida der Name 
Capillifera Hgm. — Kiefer und Pfeile, sowie eine flache und 
eine hohe Form on Planatella ericetorum werden abgebildet. 

Honigmann, H., Beitrag zur Molluskenfauna des Teutoburger 
Waldes. — Ibid. 
Auf Grund einer Mitteilung von Ehrmann wird für Eulota fruticum 
Müll, der vier Jahre ältere Name cardnelis Schulze eingeführt. 
Der Autor betrachtet sämtliche seither gebräuchlichen Unter- 
gattungen als Gattungen. 

Annales Historico-naturales Musei Hungarici. Vol. VIII 

1910. Pars I. 
p. 231. Sogs, Dr. Lajos, Spermiogenensis of Helix arbustorum. Mit 
Taf. 7—11 und 1 Textfig. 

Hilpert, Dr. R., Neues zur altpreussischen Molluskenfauna. 
In: Schriften Phys. oekon. Ges. Königsberg 1909. 
V. 50 H. III p. 309. 
Bringt 11 für Ostpreussen neue Arten und Varietäten, darunter 
Amphipeplea glutinosa. 

Proceedings of the Malacological Society of London, vol. IX 
part. II. (Ausgegeben Ende Juni 1910). 

p. 90. Iredale, Tom, Notes on Polyplacophora, chiefiy Australasian. 
(Part. 1). — Plaxiphora matthewsi nom. nov. für conspersa 
nee Ad. & Ang. p. 99 ; — Chiton Suteri nom nov. für Gh. 
stangeri Suter nee Reeve, p. 102; — Gh. hullianus nom. nov. 
für Gh. terri Hedley & Hüll nee Suta, p. 103. 

p. 106. Haas, Dr. Fr., on Unio, Margaritana, Pseudanodonta and their 
occurrenee in the Thames Valley. 

p. 113. Preston, H. B., Description of Vivipara fragilis n, sp. from 
Dutch New Guinea. Mit Textfig. 

p, 114. Newton, R., Bullen, on an undescribed Anodonta from the 
English Wealden Formation, with remarks on the othe Unio- 
nidae of the same period. An. Becklesi with pl. 1. 

p. 118. Bullen, R. Ashington, Notes on (1) Pleistocene, (2) Holocene, 
(3) Recent non marine Shells fiom Mallorka; — (4) Marine 
Shells associated with the Holocene deposits ; — (5) Marine 
Shells from Alcudia, Mallorca ; — (6) Non marine Shells from 
Manresa, Cataluna. 



— 189 — 

p. 123. Kennard, A. S. & A. W. Stelfox, oa the occurrence in England 
of Valvata macrostoma Steenb. 

p. 124. Gude, G. K., Description of a new species of Helicodonta from 
Spain (hispanica von Valencia, Textfig;. 

p. 126. Walker, Bryant, the distrihution of Margaritana margaritifera 
(Linn. in North America. With map. — Der Autor nimmt an, 
dass Margaritana altweltlichen Ursprungs und sowohl über das 
Behringsland nacb Californien und Alaska, wie über die nord- 
atlantische Brücke nach Xeuengland eingewandert sei. 

p. 146. Cox Dr. J. C. Description of a new species of Voluta from 
West Australia (nodiplicala n. sp. with pl. III, subfossil, von 
Rottnest Island). 

p, 147. Melvill, J. Cosmo, Description of a new Species of Latirus 
(Ernesti n. sp. Antillen, Tex'.fig.). 

Hubert, Dr. R., zur Kenntnis der Molluskenfauna an Orten., 
die gleichzeitig Standorte sogenannter Relikten-Pßamen 
sind. In : 33 Bericht Westpr. Bot. Zool. Verein, 
Danzig 1911. 

Behandelt die Fauna des „Kessels" bei Pensburg, wo die Gletscher- 
weide wächst, — und des Hochmoores von Linum am rechten 
Weichselufer, wo die Zwergbirke vorkommt. Als arktisch 
können höchstens Zonitoides nitidus und Pupa edentula be- 
trachiet werden. 

Gaal, Dr. St., Vorläufiger Bericht über die Süssivasser- und 
Landschneckenfauna aus den südungarischen sarma- 
tischen Ablagerungen. In: Gentralbl. f. Miner. 1910 
no. 13. 

Eine eigentümliche von allen anderen verschiedene Fauna, deren 
genauere Bearbeitung manches Interessante bringen dürfte. 

Taylor, John W., Monograph of the Land- and Freshwater 
Mollusca of the British Isles. 
Behandelt Helix aspersa und pomatia. 

Walker, Bryant., a new Spatha (kamerunensis) in Nautilus 
V. 24 p. 39 t. 3 flg. 1, 2, vom Kribi-River in 
Kamerun. 



— 190 — 

Ortmann, Dr. A. E., the soft parts of Spatha kamerunensis 
Walk. Ibid. p. 40. 

Erörtert die Unterschiede von den Unionidae. 

Journal de Conchijliologie, Vol. 58 No 1. (Ausgegeben am 
30. Juni 1910). 

p. 1. Bavay, A. <6 Ph. Dautzonberg, Contributions a la faune fluvia- 
lile de TExtreme-Orieiit (Chine et Indochine). — Avec pl. 1. — 
Neu: Melania briletti p. 11 t. 1 f. 7, 8, Oberer Yangtsekiang; 

— pleuroceroides p 12 t. 1 f. 5, 5, ibid.; — Lilhoglyphus 
pallens p. 13 t. 1 f. 9, 10, ibid.; — Jullienia sinensis p. 15 
t. 1 f. 11, 12, China; — Fairbankia cochinchinensis p. 17 t. 1 
f. 3, 4, Saigon. — Ausserdem zahh-eiche Varietäten. — Melania 
sianiensiä Brot und M. harmonvillei Brot sind nicht zu trennen ; 

— Segmentina demangei p. 20 t. 1 f. 15 — 17, Hanoi. 

p. 22. Bavay, A., Description d'une espece nouvelle du genre Margi- 
nella provenent de 1, Archipel du Cap Vert (Volvarina coraUina 
t. 1 f. 1, 2). 

p. 24. Dautzenberg, Ph., Liste de Coquilles recueillies par le R. P. 
Aubin dans l.ile de Rua-Sura (Archipel Salomon) en 1909. — 
226 Arten, darunter 10 Binnenmollusken. Keine n. sp. 

p. 34. Cossmann, M., Faune pliocenique de Karikal (Inde franqaise 
Art, III) Avec pl. 2 — 5. — Neu : Rhinoclabis Bonetli, Hemi- 
cerithium inopinatum Cerithidea trifunata, C. gibbosula, Turri- 
tella Eudeli, T. trifunis, T. eucosmeta, Mathilda Bonneti. Sola- 
rium karikalense, Rissoina Bonneti. Crepidula subcentralis, 
Crucibulum conulatum, Capulus Bonneti, Natica prosthenoglossa, 
N. martini, Narica rhytidozades, Stigmaulax aratulum, Slgaretus 
Bonneti, Syrnola karikalensis, S. (?) pachyozodes mit var. 
Bonneti, Solariella amblygoniata, S. karikalensis, S. distinguenda, 
CaUiostoma inaequiliratum, C. dyscritum, Dentalium proteiforme. 

Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. 
1910 vol. LXII Part. I. 

p. 21. Walker, Bryant, Variation of Polygyra albolabris in Michigan. 

Mit zahlreichen Diagrammen, 
p. 42. Colton, H. S., Modiolaria marmorata and the surface film. 

with woodcut. Die relativ grosse Muschel kriecht verkehrt an 

der Oberfläche, wie die Limnäen. 



- 191 — 

p. 44. Pilsbry, H. A. & J. H. Ferris. Mollusca of the Southwestern 
States. IV. The Chiracahua Mountains, Arizona. 
Eine wichtige Arbeit, die ausser der systematischen Aufzählung 
noch allgemeine Bemerkungen über isolierte Schnecken-Kolonien, 
über den Einfluss der Umgebung und über die für die Bildung 
von Arten und Rassen wichtigen Faktoren enthält. Als neu 
beschrieben werden: Sonorella bicipitis p. 55 t. 1 f. 1 — 5; — 
S. optata p. (50 t. 1 f. 6—12, 17—19; — S. binneyi p. 68 t. 2 
f. 13—18; — S. virilis leucura p. 72 t. 2 f. 7—9; — S. 
micra p. 74 t. 2 f. 10—12; — Oreohelix clappi emigrans p. 79, 
Textfig. ; — 0. clappi Cataracta p. 85, Textfig ; — 0. chirica- 
huana percarinata p. 86, Textfig. 11; — 0. eh. obsoleta p. 88 
Textfig. 13; — 0. barbata minima p. 95 Textfig. 15; — 
Ashmunella lepiderma p. 98 t. 7 f. 1 — 7; — A. proxima Psbry 
p. 100, Textfig.; — A. pr. emigrans p. 102, Textfig. 18; — 
A. fissidens albicauda p. 103 Textfig. 19; — A. f. pomeroyi 
p. 105 Textfig. 20; — Thysanophora ingersolli meridionalis 
p. 116 Textfig. 24; — Holospira arizonensis emigrans p. 119 
t. 11 f. 5—8; — H. cionella intermedia p. 123 t. 13 f. 1 — 14; 
— H. i capillacea p. 127 t. 13 f. 15, 16; — H. chiricahuana 
ternaria p. 128 t. 14 f. 1-4; — H. eh. optima p. 129 t. 14 
f. 13—15; — H. eh. gracilis p. 130 t. 14 f. 9-12; — Bifidaria 
cochisensis p. 139 Textfig. 32, 33 ; — B. c. oligobasodon p. 
141 f. 34. 

p. 148. Pilsbry, H. A., a new speeies of Marinula from near the head 
of the gulf of California (rhoadsi, Textfig.). 

Geyer, i)., die schalentragenden Mollusken im fränkischen 
Jura. — Sep. aus ? - 38 S. 

Eine mit gewohnter Gründlichkeit gemachte Arbeit, die keine neuen 
Arten, aber sehr viele neue Beobachtungen und Bemerkungen 
bringt. 

Geyer, D., zur Molluskenfauna der Sande von Mauer. — 
In: Ber. 45 Vers. Oberrh. geol. Vereins Dürkheim 
1910. II. p. 94—103. Mit Tafel. 

Bringt die Zahl der beschriebenen Arten etwa auf das Doppelte 
und liefert den Beweis, dass die Sande eine Ablagerung des 
Neckar sind. Vivipara fasciala, jetzt im unteren Neckar häu- 
fig, fehlt. 



— 192 — 

Geyer, D., zur Molluskenfauna der Kalktuffe. — Aus Jahres- 
hefte Ver. vaterl. Naturkunde Württemberg v. 66. 
Gibt die Faunen der Kalktuffe im Ermsthal, im Zwiefalter Aachthal 
und bei Gültingen. Von besonderem Interesse ist das Vor- 
kommen von Valvata alpestris im Ermstal. während im oberen 
Neckargebiet wie in der Ober-Donau Valvaten dieser Gruppe 
überhaupt fehlen. 

Strehel, Dr. H., Conchologische Mitteilungen aus dem Natur- 
historischen Museum von Hamburg. — In : Abh. Geb. 
Naturwissenschaften Hamburg; Bd. XIX, Heft 3. 
Mit 3 Tafeln. 
Strebel trifft in der Gattung Thaumastus Psbry verschiedene Aende- 
rungen gegenüber der Systematik von Pilsbry. Er errichtet für 
Bul. thompsoni eine neue Untergattung Kara; ferner die 
Untergattungen : Quechtta für B. salteri low : — Atahualpa für 
brunneus n. sp ; — Scholvienia n. gen. für B. bitaeniatus Pfr. 
und porphyreus Pfr. und Thomsenia für B. claritae n. sp. — 
Als n. sp. werden beschrieben Th. trebes p. 9 t. 2 f. 22; — 
(Atahualpa) brunneus p. 19 t. 2 f. 25 ; — (Scholvienia) huanca- 
bambensis p. 26 t. 1 f. 25, 19a; — Pachytholus pseudoiostomus 
wird zu Gunsten von Bul. integer Pfr. eingezogen. Den Schluss 
bilden einige synonymische Bemerkungen zur Gattung Dryptus. 



Eingegangene Zahlungen : 

Stahlberg, Schwerin, Mk. 6.10; — Pollacsek, Taino, Mk. 6.— ; 
— Ponsonby, London, Mk. 6.12; — v. Kimakowicz, Hermannstadt, 
Mk. 6. — ; — Petersen, Hamburg, Mk. 6. — . 



Den beiliegenden Prospekt der Firma Strecker & 
Schröder über „Naturwissenschaftliche Wegweiser" eni- 
ptehlen wir bester Beachtung. Ganz besonders dürfte das 
darauf angezeigte Buch «Geyer, Die Weichtiere Deutsch- 
lands" das Interesse unserer Leser haben. Siehe Be- 
sprechung in Heft II, p. 60. 

Redigiert von Dr. W. Kobel t. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheim a. M. 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben : 31. Oktober. 



Prof. Dr. Oscar Boettger f. 

Einen schweren unersetzlichen Verlust hat die Wissen- 
schaft erlitten : Oscar Boettger ist am 25. September 
einem heimtückischen krebsartigen Leiden erlegen. 

Er war geboren am 31. März 1844 als Sohn des 
bekannten Chemikers Prof. Dr. Rudolf Boettger, des Ent- 
deckers der Schiessbaumwolle und Erfinders der Sicher- 
heitszündhölzchen, Dozent der Chemie an dem physikalischen 
Verein in Frankfurt. Ein geborener Sammler, hat er schon früh 
angefangen, die Fauna seiner Heimat zu durchforschen und 
hat als Gymnasiast die naturwissenschaftlichen Vorlesungen 
von Volger, Lucae, Weinland und Fresenius gehört; im 
naturwissenschaftlichen Zeichnen übte er sich unter der 
Leitung des berühmten Paläontologen Hermann von Meyer. 
Am meisten Einfluss übte offenbar der geistvolle Otto 
Volger auf ihn aus, dessen Einwirkung sich niemand 
entziehen konnte, der mit ihn in nähere Berührung kam. 
Er wird es wohl auch gewesen sein, der Boettger nach 
Absolvierung des Gymnasiums veranlasste, sich dem Berg- 
fach zu widmen. Ostern 1863 bezog B. die Bergakademie 
in Freiberg. Ein Unfall in der Grube verleidete ihm aber 
das praktische Bergwesen und veranlasste ihn sich dem 
Lehrfach zu widmen. 1866 bezog er die Universität 
Giessen und erwarb sich die akademischen Grade ; die Be- 
rechtigung als Oberlehrer erhielt er am 7. Dezbr. 1872, 
nachdem er am 12. Oktober 1869 die Würde eines Dr. 
phil. der Universität Würzburg erworben hatte. Seine 
erste Anstellung fand er 1878 an der Handelsschule und 
der Realschule zu Offenbach am Main. 1873 wurde 
er an die Musterschule in seiner Vaterstadt berufen, 
und wirkte dort — allerdings mit einer grossen, durch 
ein Nervenleiden veranlassten Unterbrechung — als Lehrer 
der Naturwissenschaft, bis sein beginnendes Leiden ihm 
die fernere Lehrtätigkeit unmöglich machte. 

Seine wissenschaftliche Tätigkeit hat er schon 1863 
begonnen, kaum 19 Jahre alt; seine erste Veröffentlichung 



behandelte die fossilen Glausilien von Hochheim, und den 
Tertiärconchylien galten seine ersten Studien. Aber schon 
1869 erschien die erste Arbeit über Reptilien und von 
1873 ab beschäftigte er sich mit gleichem Eifer mit den 
lebenden Arten, zuerst mit der Gattung Glausilia. Von 
da ab verteilte er seine Arbeitskraft ziemlich gleichmässig 
auf Kriechtiere, fossile und lebende Mollusken und erlangte 
in allen drei Abteilungen sehr schnell eine hochangesehene 
Stellung unter den ersten Autoritäten. Unermüdlich tätig, 
rasch arbeitend, hat er nach dem von ihm selbst aufge- 
stellten, mit unendlicher Gewissenhaftigkeit bis zum April 
1910 fortgeführten Verzeichnis nicht weniger als 324 Ar- 
beiten veröffentlicht, die meisten mit vorzüglichen Abbil- 
dungen ausgestattet. Das Verzeichnis wird in einem für 
die Berichte der Senckenbergischen Gesellschaft in Vorbe- 
reitung befindlichen Lebensbilde des Verstorbenen zum Ab- 
druck gelangen. Boettgers Liebhaberei war die Sichtung 
und Aufarbeitung kleinerer Reiseausbeuten, sein Stolz, dass 
kaum eine wichtigere Arbeit innerhalb seiner drei Arbeits- 
gebiete erschien, an welcher er nicht in irgend einer Weise 
mitgearbeitet hatte. Mit unermüdlicher Geduld und Ge- 
fälligkeit besorgte er die Bestimmung und Revision kritischer 
Formen, und in dieser Hinsicht wird er schwer vermisst 
werden. Wenige Naturforscher dürften so ausgedehnte 
Verbindungen und persönliche Beziehungen gehabt haben, 
wie Boettger. 

Unserer Gesellschaft gehörte er seit ihrer Gründung 
an und hat in ihren Jahrbüchern wie im Nachrichtsblatt 
in jedem Jahrgang eine Reihe wertvoller Beiträge veröffent- 
licht. Ebenso der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft, in welcher er als Sektionär für Reptilien und 
Amphibien wirkte. Ausserdem nahm er eine sehr einfluss- 
reiche Stellung im Verwaltungsrat der Neuen Zoologi- 
schen Gesellschaft (Zoologischer Garten) ein und gab 
seit Nolls Tode 1896 die Zeitschrift „Der Zoologische 
Garten", später „Zoologischer Beobachter* heraus. Dass 



er korrespondierendes und Ehrenmitglied sehr zahlreicher 
naturwissenschaftlicher Vereine und Gesellschaften war, 
versteht sich von selbst. Der vorzügliche siebente Band 
(Kriechtiere) der neuen Auflage von Brehms Tierleben 
trug seinen Namen in die weitesten Kreise. 

Aber fast noch wichtiger als die systematisch-wissen- 
schaftliche Tätigkeit war die Wirksamkeit, welche Boettger 
als Lehrer entwickelte, und zwar nicht nur als Lehrer der 
Jugend allein. Selten habe ich einen Menschen gekannt, 
der es in gleicher Weise verstand, die Jugend an sich 
heranzuziehen und das in ihr schlummernde Interesse für 
die Natur zu erwecken. Sein Unterricht mag ja nicht 
immer der Normalschablone entsprochen haben, und 
Kollegen und hohe Vorgesetzte waren vielleicht nicht 
immer mit ihm zufrieden, besonders in den späteren Jahren, 
wo sich allerhand Junggesellen -Absonderlichkeiten her- 
rausbildeten, die zu Neckereien aufforderten. Wer seine 
Lehrtätigkeit recht würdigen lernen wollte, der musste ihn 
und seine Schüler auf den regelmässigen wöchentlichen 
Exkursionen in die nähere und fernere Umgebung von 
Frankfurt begleiten, oder bei einer der „Führungen" von 
Vereinen, wie sie so oft von ihm erbeten wurden. Da ist 
so manches Samenkorn gestreut worden, in die jungen 
Gemüter, und was von jüngeren Naturforschern in Frank- 
furt lebt oder auch draussen dem Namen der alten Reichs- 
stadt Ehre macht, hat fast ohne Ausnahme seine erste 
Anregung auf diesen Ausflügen erhalten. Freilich diese 
Tätigkeit hat eine lange Unterbrechung erfahren : ein 
Nervenleiden, aus dem sich Platzfurcht entwickelte, hat 
Boettger fast 19 Jahre an das Haus gefesselt. Am L April 
1878 wurde er deshalb pensioniert, alle Mittel, ihn 
zu einem Verlassen seines Hauses und Gartens zu 
veranlassen, waren vergeblich. Aber schliesslich überwand 
die Sehnsucht nach einer seltenen Briefmarke, die sein 
Bruder aus Amerika mitgebracht hatte und nur unter dieser 
Bedingung hergeben wollte, die Platzfurcht, er ging mit 



seinem Bruder hinaus in die nächtlich dunklen Strassen, 
selbst in ein Wirtshaus — und war von dem Moment an 
gesund. In dem freiwilligen Arrest hat er freilich den 
besten Teil seiner systematischen Arbeiten geschrieben, 
Korrespondenten in allen Teilen der Welt sorgten, dass 
ihm der Stoff nicht ausging. Aber der Jubel war doch 
gross, als er ganz unerwartet wieder in dem Verein für 
naturwissenschaftliche Unterhaltung — der Käferschach- 
tel — erschien, wo man ihn schwer vermisst hatte. Die 
Feier, welche zu seiner Wiedergenesung veranstaltet wurde, 
ist jedem unvergesslich geblieben, der an ihr Teil nehmen 
konnte. 

Sobald es fest stand, dass die Genesung von Dauer 
sein werde, nahm Boettger seine Lehrtätigkeit wieder auf, 
— am 7. Jan. 1897 — und es war ihm vergönnt, sie noch 
12 Jahre lang zum Segen der Frankfurter Jugend auszu- 
üben. Aber Anfang 1908 bemerkten seine Freunde, dass 
seine Kräfte abnahmen, obschon eine eigentliche Er- 
krankung nicht nachweisbar war. Noch im Herbst 1909 
hatte ich manchmal die Freude, ihn in Schwanheim zu 
begrüssen und mit ihm in der Liegehalle an den Wald- 
wiesen genussreiche Stunden zu verbringen. Noch in den 
Nachsommer 1910 hinein leistete er der tückischen Krank- 
heit Widerstand und arbeitete mit der alten Energie an 
der Vollendung seines Reptilien- und Amphibienkataloges. 
Dann traten auf einmal die unverkennbaren Symptome 
eines Darmkrebses auf, dem er binnen vier Wochen erlag. 
Ueber seine unschätzbare Sammlung und seine reiche 
Bibliothek hatte Boettger längst verfügt; sie gehen gegen 
eine kleine Rente für seine Schwester, die ihm Haus ge- 
halten und ihn treulich gepflegt hat, an die Senckenbergische 
Gesellschaft über, deren Molluskensammlung damit eine der 
an Originalen reichsten und für die Wissenschaft wichtigsten 
geworden ist. Sein Wirken wird unvergessen bleiben. 
Ein gutes Bild des Verstorbenen hoffen wir im nächsten 
Jahrgang des Nachrichtsblattes bringen zu können. Ko. 



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