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Full text of "Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft"

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WILLIAM H. DALL 

SECTIONAL LIBRARY 

DIVISION ÖF MOLLUSKS 



Nachrichtsblatt, 

der Deutschet; 

Malakozoologisßlieii (j8sellsßliaft,7^^ 



Dreiundvierzigster Jahrgang. +" 44 



Redigiert 



von 



Dr. W. Kobelt 



in 



Schwanheim (Main). 



FRANKFURT am MAIN. 

Verlag von MORITZ DIESTERWEG 
1911. 



\. 



Inhalt. 



Seite 

Le Roi, Dr., Zur Mollusken fauna der Rheinprovinz . . 1 

Israel, W., Najadologische MisceHen . . . .10 

Boettger, C. R., ein systematisches Verzeichnis der beschälten 
Landschnecken Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und 
der Schweiz. Cfr. Errata p 47 . . . .17 

— — , die Clausilien einiger Taunus-Ruinen . ib 

— — , über zwei Eindringlinge in Deutschlands Fauna . 28 
Rolle, Hermann, Diagnosen neuer Arten . . . .30 
Rosen, 0. von, Helix vermiculata in der Krimm . . 32 
Lindholm, W. A., zur iVlolluskenfauna des mittleren Wolgagebietes 33 
Haas, Dr. H., neue ostasiatische Najaden . . .43 
Kohelt, Dr. W , das Nilrätsel. Mit 2 Karten . . .49 
Pfeffer, Dr. Julius, Beiträge zur MoUuskenfauna Deutschlands . 59 

— — , zur Kenntnis der Ausbreitung ^.er Petricöla pholadiformis fi? 

— — , Anpas.^ung an ungünstige Verhältnisse . 70 
Rolle, Hermann, Be.'-chreibung neuer Arten (Mit Textfig.) , 71 
Clessin, S., neue Arten ...... 74 

Schröder, Dr. Richard, Helix (Ärianta) arhustorum joachimi iSchr. 77 
Boettger, Caesar R., Einige Worte zu H. von Iherings , System 

und Verbreitung der HeUciden" . . . .78 

Clessin, S., Unio pictorum L. in der Donau bei Regensburg . 83 
Lindhohn, W. A., Bemerkungen über einige Hyalinien Russ- 
lands nebst Beschreibung einer neuen Art . . 9i 
Wem, Dr. W., Cypraea moneta L. aus einer praehistorischen 

Ansiedlung bei Frankfurt . . . . -104 

Boettger, Caesar R., Einige Worte zu : Noch einmal ,.Die Ver- 
wandschaftsbeziehungen der Helix-Arlen aus dem Tertiär 
Europas" von Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt (Main) 99, 1 13 

— — , Nachtiag zu meinem ,. Systematischen Verzeichnis der 

beschallen Landschnecken Deutschlands, Oesterreich- 
Ungarns und der Schweiz ' .... 133 

Wenz, Dr. Wilh , Die Goiichylienfauna des alluvialen Moores von 

Seckbach bei Frankfurt a. M. . . . . 135 

Hesse, P., Zur Kenntnis der Molluskenfauna von Ostrumelien 14"2 

— — , zur Kenntnis der Anatomie von Monilearia phalerata 

W. B. Mit Holzschnitt . . .161 

Clessin, S., neue Acme-Arten . . . . .165 

Hesse, P, Nekrolog (von Westerlund; . . . .167 

Wenz, Dr. W., Fossile Arioniden im Tertiär des Mainzer 

Beckens (Mit Holzschnitt) . . . . .171 

Schermer, E., zur Molluskenfauna Schleswig-Holsteins . . 179 

Vohland, Lehrer, ein Perlenvorkommen in 1693 . . 182 

Friedet, E, Seemuschelkalk . . . . .186 



Seite 



Boettger, Prof. Dr. 0., Verzeichnis der von Prof. Dr. Oscar 

Boettger herausgegebenen Schriften (aus seinem Nachlass) 187 

Haas, Dr. F., Bemerkungen über Jolya letourneuxi Bgt. . 216 

Weiss, Dr. phil. A., Erklärung und tatsächliche Berichtigung . 220 



Literatur 



Kleinere Mitteilungen. 

Thiele, über Helerigone Strand 

Neue Arten. 



Seite 

t Acme alta Clessin . . .168 

— bosniensis Clessin . . 74 

— callostoma Clessin . .166 
t — flachi Clessin . . . .167 

— parcelineata Clessin , 165 

— rothi Clessin .... 75 

— serbica Clessin ... 74 
Acusta toyenmongaiensis 

Rolle 32, 73 

t Äpula n. gen. C. Boettg. . 131 
Arionta arbustorum var. 

joachimi Sahröter . . 77 
Arien hochheimensis Wenz . 177 

— kinkelini Wenz . . . 176 
Bythinella angusta Cless. . . 76 

— curta Clessin .... 76 

— samecana Clessin . . 76 
Caucasotachea n. sect. C, Bttg. 150 



105, 155, 221 



104 



Seite 

Euhadra pekanensis Rolle 30, 71 
Hessea n. gen. C. Bttg. , . 128 
Hyalina armeniaca 0. Bttg. 97 

— roseni Lindh 98 

Nodnlaria hirasei Haas . . 45 

— parcedentata Haas . . 43 
Pupilla muscorum milache- 

witschi Lindh. ... 39 
t Pseudochloritis n. gen. 

C. Bttg 132 

Pseudodon solidus Haas . . 47 

Pseudotachea n. sect. C. Bttg. 131 
t Pseudoxerotricha n. gen. 

C. Bttg 132 

Stegodera helleri Rolle . 31, 72 

Tacheopsis n. sect. C. Bttg. . 130 

Trichiopsis n. sect. C. Bttg. . 132 

Unio gentilis Haas .... 151 



Hierzu ein Bild von Prof. Oscar Boettger f. 



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WM I 



Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologisehen Gesellsehaft 



Drelimdvierzigster Jahr^an^ 
(1911) 



= Heft I = 

(Januar — März) 



Inhalt: 



Seite 

le Rot, Dr., Zur Molluskenfauna der Rheinprovinz ... 1 

Jsrael, W., Najadologische Miscellen 10 

Boettger, Caesar, R., Ein systematisches Verzeichnis dT be- 
schälten Landschnecken Deutschlands, Oeslerreich- 

Ungarns und der Schweiz 17 

Boettger, Caesar R., De Clausilien einiger Taunus-Ruinen 25 
Boettger, Caesar R., Ueber zwei Eindringlinge in Deutsch- 
lands Fauna 28 

Rolle, Hermann, Diagnosen neuer Arten . . .... 30 

Rosen, Baron, Helix vermiculata Müll, in der Krimm . . 32 

Lindhohn, W. A , Zur Molluskenfauna des mittleren Wolga- 
Gebietes 33 

Haas, Dr. F , Neue ostasiatische Najaden 43 

Boettger, Caesar R., Errata zu meinen Arbeiten dieses Heftes 47 



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Prof. Dr. O. Boettqer. 



Heft 1 Januar 1911. 

Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 



Dreiundvierzigster Jahrgang. 



,Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7.60. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Zur Molluskenfauna der BheinproTinz. 

Von 
Dr. le Roi, Bonn a. Rh. 



Seit Otto Gold fu SS im Jahre 1857 in den Ver- 
handl. des Naturhistor. Vereins der preuss. Rheinlande u. 
Westfalens sein , Verzeichnis der bis jetzt in der Rhein- 
provinz und Westfalen beobachteten Land- und Wasser- 
mollusken " veröffentlicht hat, das bis heute die Grundlage 
unseres Wissens über die Verbreitung der Mollusken in 
der Rhoinprovinz bildet und die einzige zusammenfassende 
Arbeit über das ganze Gebiet geblieben ist, haben sich nur 

1 



2 — 

wenige Beobachter mit der Weithtierfauna der Provinz, die 
ja einen entschieden mediterranen Einschlag zeigt, beschäftigt. 
Umfangreichere Nachrichten verdanken wir vor allem von 
Leydig (Verh. Nat. Ver. Bonn 1881, p. 51 — 75), ferner 
anch Boettger, Brockmeier,'Gieseking, Lisch ke, 
NoU und Schnur. Ändere beschränkten sich darauf, 
ganz vereinzelte Funde bekannt zu geben. Im Wesentlichen 
ist jedoch das Gebiet noch ungemein wenig durchforscht 
und ausgedehnte Strecken in der Ebene und im Gebirge 
hat noch niemals der Fuss eines Malakozoologen betreten. 
Welch interessante Entdeckungen aber noch zu machen 
sind, hat unlängst D. Geyer in diesen Blättern (1910, 
p. 12—18) in seinen wichtigen Bemerkungen über die 
deutschen Pupilla-Avien bewiesen. Seit mehreren Jahren 
wende ich auf meinen zoologischen Exkursionen neben anderen 
Tiergruppen auch den Mollusken besondere Aufmerksam- 
keit zu und werde im nachstehenden über einige für die 
Rheinlande besonders bemerkenswerte Funde berichten. 
Einige davon veröffentlichte ich bereits in den Berichten 
über die Versamml. des Bot. u. des Zool. Ver. für Rhein- 
land-Westfalen, 1907 p. 104-106, 1908 p. 108—109, 
1909 p. 117, die aber wohl wenigen Gonchyliologen in die 
Hände kommen dürften. 

Daudehardia rufa (Drap.). 

Ein lebendes Tier erhielt ich durch meinen Freund 
Freiherrn Geyr von Schweppenburg von Neupfalz 
bei Stromberg im Hunsrück. Ein leeres Gehäuse fand ich 
bei Merten a. d. Sieg. 

Amcdia marginata (Drap.). 

Geht im Tal des Mitlelrheins bis Rolandseck und ist 
im Mosel- und Ahrtal sehr verbreitet. Ich traf sie auch 
bei Sayn und an der Verfallkirche im Sayntal (Westerwald), 
bei Bredenbusch im Aggertal (Bergisches Land) und in 
Westfalen bei Meinertshagen im Sauerland. 



— 3 — 

Vifrina diaphana Drap. 
Neu für die Provinz. In lebenden Stücken sammelte 
ich die Art an der Siegmündung — hier auch im Siegge- 
nist die Schalen nicht selten — , bei Merten a. d. Sieg und 
Koverstein a. d. Agger (Bergisches Land), in der Eifel bei 
Sellerich und auf der Schneifei. 

Vifrina maior, Fer. 
Im gebirgigen Teil der Provinz sehr verbreitet. Ich 
fand sie im Rheintal auf der Ruine Rheinfels bei St. Goar, 
auf dem Hammerstein, bei Unkel, Oberkassel und an der 
Siegmündung, im Moseltal bei Igel und Beilstein, in der 
Eifel im Katzental bei Trier, Wernerseck a. d. Nette, in der 
Schneifei, auf dem Mäuseberg bei Daun, der Kasselburg bei 
Pelm, bei Manderscheid auf der Saffenburg und bei Mai- 
schuss a. d. Ahr, bei Gornelismünster, Moresnet, Melaten, 
dem Lousberg und der Ruine Wilhelmstein bei Aachen, 
im Westerwald auf der Renneburg, im Siegtal bei Merten, 
im Bergischen Land bei Hernstein a. d. Bröl und Kover- 
stein a. d. Agger. 

Hyalinia Draparnaldii (Beck.). 
Diese für die Provinz neue Art fand ich im Botani- 
schen Garten zu Bonn, in Aachen, Barmen und Elberfeld 
in einer Reihe von lebenden Stücken. 

Arion circumscriptus, Johnst. 
Neu für die Provinz. Im Gebiete sowohl in der 
Ebene wie im Gebirge (z. B. Eifel, Westerwald, Bergisches 
Land) ebenso verbreitet wie hortensis Fer. 

Äcanthinula aadeata (Müll.). 
Bisher nur von der Wildenburg im Hunsrück durch 
Tis ebbe in-Gol d fuss und der Umgebung des Laacher 
Sees in der Eifel durch v. Leydig bekannt. Am Laacher 
See traf ich die Art gleichfalls 1910, ferner in der Tief- 
ebene bei Viersen (tot) . 



Isogonostoma personata (Lm.)- 
Im Gebiete oifenbar sehr sporadisch. Goldfuss 
fand Stücke im Rheingenist bei Bonn, sowie in den 
Neanders-Höhlen bei Düsseldorf. Diese Höhlen sind aber 
sämtlich dem Steinbruchbetrieb zum Opfer gefallen und die 
Art ist hier verschwunden. An dem von v. Leydig fest- 
gestellten Fundorte auf der Kasselburg bei Pelm (Eifel) 
sammelte ich im August 1910 eine ganze Anzahl lebende 
Tiere. Weitere Angaben liegen aus der Provinz nicht vor. 

Theba carthusiana (Müll.). 

Ich stellte sie fest im Rheintal bei Weissenturm, 
Okenfels bei Linz, auf der Insel Grafenwerth, bei Oberkassel, 
Dottendorf, am Finkenberg bei Beuel bis zur Mündung der 
Sieg, wo sie noch sehr häufig lebt, im Moscltal bei Aldegund. 

Xerophüa ericetorum (Müll.), 
Noch nicht bekannte rheinische Fundorte sind im 
Rheintal Arienfels bei Hönningen, Okenfels bei Linz und 
der Rodderberg bei Rolandseck, im Hunsrück Neupfalz bei 
Stramberg (leg. Freiherr G e y r von S c h w e p p e n b u r g), im 
Moseltal Igel, im Saartaal Eiterberg bei Saarburg (leg. Dr. 
Dritten), in der Eifel der Bausenberg a. d. Brohl, der 
Kunkskopf am Laacher See, Frohngau bei Münslereifel, die 
Landskron a. d. Ahr, Melaten und Seffent bei Aachen. 

Xerophüa candidula (Stud.). 
Von mir auf dem vulkanischen Bausenberg a. d. Brohl 
in Gesellschaft der vorigen Art gefunden. 

Helicogena aspersa (Müll.). 
Wie Goldfuss 1. c. p. 86 mitteilt, hat er eine Kolonie 
von 21 Stück einer kleinen Ostender Form im Botanischen 
Garten zu Bonn 'ausgesetzt. Die Art hat sich hier vor- 
trefflich gehalten und ganz eingebürgert und findet sich 
nun in Bonn auch an einer Reihe von anderen weit von 



— 5 — 

einander entfernten Orten, z. B. an der Endenicherstrasse, 
Kaiserslrasse, Schillerstrasse und Koblenzerstrasse. Die 
Exemplare sind ebenso gross wie solche, die ich in der 
Normandie gesammelt habe. Nacli Bert kau hat Mels- 
heimer die Art am Mittelrhein im Garten des Hotels 
Weinstück in Linzhausen entdeckt (Verh. Nat. Ver. Bonn. 
Korresp.-Bl. 1889, p. 79). Am Niederrhein in Viersen hat 
sie Farwick in Gärten gefunden (Verh. Nat. Ver. Bonn. 
Korresp.-Bl. 1892, p. 60). Hier — wie auch in Linzhausen 
— ist sie vermutlich in die Gärten eingeschleppt worden, 
denn in der weiteren Umgebung von Viersen fand ich 
aspersa niemals (auch nicht pomatia), ebensowenig ander- 
weitig am Mittelrhein. Nach einer Notiz in den Verh. 
Nat. Ver. Bonn 1846, pag. 16 kam eine schöne grosse 
Schnecke, anscheinend diese Art, im Jahre 1826 auch in 
einem Wäldchen hinter Garzenhausen bei Kasparsbruch im 
Bergischen Land vor, wo sie „der Sage nach von einem 
vormaligen Besitzer des Kasparbruchs zur Benutzung für 
seinen Tisch dahin verpflanzt worden" ist. Vielleicht lebt 
sie noch heute daselbst. 

Zehrina detritiis (Müll.). 
Nicht bekannt als Fundorte sind Boppard am Rhein 
und im Hunsrück Stromberg (leg. Geyr v. Schweppen- 
burg) und Idar, am Wege nach Algenrodt (leg. AI. Hahn). 
Am Kunkskopf in der Eifel, wo sie sehr häufig lebt, hat 
Rein (Sitzber. Nied. Ges. Nat. Pleilk. Bonn, 1894, p. 50) 
sie zuerst entdeckt. Leere Gehäuse fand ich ziemlich zahl- 
reich im Rheingenist bei der Siegmündung. 

Chondrula tridens (Müll.). 

Der G o 1 d f u s s sehe Fundort „ Meckenheimerstrasse 
bei Bonn" ist längst bebaut und vernichtet. Im Rhein- 
genist bei Beuel fand ich ein leeres Gehäuse. 



— 6 — 

Napaeus montanus (Drap.). 
Die Art kommt in der Eifel dennoch vor, wenn auch 
V, Leydig (Verh. Nat. Vor. 1881, pag. 64) ausdrücklich 
hervorhebt, sie fehle hier. Ich traf sie lebend auf der 
Kasselburg bei Pelm und auf der Hohen Acht. 

Orcula doliolum (Brug.). 
Der einzige Fundort von Goldfuss, die Neanders- 
Höhlen bei Düsseldorf, existiert nicht mehr, wie oben bei 
Isog. personata erwähnt wurde. Hartmann (Erd- und 
Süsswasser-Gastropoden der Schweiz. St. Gallen 1844, 
p. 48) fand die Art bei Neuwied. Ich sammelte sie in 
lebenden albinen Stücken im Ahrtal auf der Saffenburg, 
der Ruine Neuenahr und der Landskron. 

Pupilla Sterri (v. Voith). 

Erst vor kurzem hat Geyer diese wärmeliebende 
Art zuerst für die Provinz vom Hammerstein erwähnt 
(diese Zeitschr. 1910, p. 15). Ich habe sie im Moseita] bei 
Alken und auf der Ruine Thurant in Anzahl eingesammelt. 

Sphyradium edentula (Drap.). 
Nur Goldfuss nennt diese Schnecke aus der Pro- 
vinz, und zwar aus dem Rheinröhricht bei Bonn. Ich traf 
sie lebend in der Eifel am Laacher See, am Niederrhein 
bei Viersen im Bruch sowie im Hohen Busch. 

Vertigo jpygmaea (Drap.). 
Nur wenige rheinische Fundorte sind durch Gold- 
fuss und Böttger (Malak. Nachrbl. 1880, p. 16) bekannt 
geworden. Die Schnecke ist aber recht häufig im Gebiet, 
im Rhein- und Ahrgeniste geradezu zahlreich. Ich kenne 
sie ferner aus der Eifel von Höfen bei Montjoie (leg. A. 
von Jordans), der Ruine Ulmen, Sellerich bei Prüm und 
dem Laacher See, aus der Tiefebene von Brühl, Viersen 
und Stenden. 



Vertigo mouUnsiana (Dup.)- 
Neu für die Provinz, Von dieser sehr seltenen und 
in Deutschland höchst sporadisch auftretenden Art traf ich 
am Niederrhein im Bruche bei Stenden am 6. Oktober 
J906 eine Reihe lebende Stücke, Später fand ich auch 
ein leeres Gehäuse im Rheingenist an der Siegmündung. 
Prof. Dr. 0, ß ö 1 1 g e r - Frankfurt hat die Richtigkeit der 
Bestimmung bestätigt. 

Cionella tridens Pult. (Azeca Menkeana C. Pf.). 

Nur Tischbein (in Barnstedt, Geogr.-histor.- 
statist. Beschreibung des Grossherz. -Oldenb. Fürstentums 
Birkenfeld, Birkenfeld 1845, p. 108) hat die Art lebend in 
der Provinz aut di$- Wildenburg im Hunsrück (Oldenburg, 
Birkenfeld) gefunden. Go Idfuss (Ver. Nat. Ver. Bonn 1851, 
p. 316) sammelte ein leeres Gehäuse im Rheinröhricht bei 
Bonn. Ich entdeckte ein lebendes Exemplar in der Eifel 
auf der Kasselburg bei Pelm. 

Lhnnophysa palustris (Müll.). 
In der Eifel, woher sie noch nicht bekannt war, lebt 
die Art im Schalkenmehrener, Meerfelder und Ulmener 
Maar sowie auf den Mürmes wiesen bei Saxler. 

Limnophysa glahra (Müll.). 
An dem einzigen bisher bekannten rheinischen Fund- 
orte, im Kottenforst bei Bonn, , G oldf uss 1857, p. 79) 
kommt die Art noch heule vor. Am Niederrhein fand ich 
sie bei Dülken und in den Niepkuhlen bei Krefeld. Sie 
geht aber auch weit in das Mittelgebirge hinein, im Gegen- 
satz zu den Angaben Geyers (Unsere Land- und Süss- 
wassermollusken. Stuttgart 1909, [p. 78), der sie am Fuss 
des Gebirges hall machen lässt. In der Eifel traf ich sie 
nämlich verschiedentlich im Schalkenmehrener Maar sowie 
aul den Mürmeswiesen bei Saxler. 



— 8 — 

Ätnphipeplea glutinosa (Müll). 
Aus der Provinz nur von der Wahner Heide bekannt, 
aber in der Tiefebene ziemlich verbreitet. Ich kenne sie 
von Stenden (leg. Prof. W. Voigt), Hüls bei Krefeld (leg. 
Dr. Schauss), Viersen, der Hildener Heide (leg. Dr. Koch) 
und Wolsdorf bei Siegburg. 

Physa acuta Drap. 
Auch in Bonn ist diese südwestliche Form einge- 
schleppt worden. Ich fand sie hier im Botanischen Garten, 
wo sie seit etwa 1901 aufgetreten ist und jetzt nicht nur 
in Treibhäusern, sondern auch in Freilandbassins häufig 
vorkommt. Seit 1907 sah ich sie ferner im Warmhaus 
von Prof. AI. Koenig vielfach. 

Gyrorhis spirorbis (L.). 
Wenig verbreitet in der Provinz. Ich fand sie im 
Bruch bei Viersen nicht selten. 

Gyrorbis rotundattis (Poir.) = leucostoma (Mill.). 

Bisher nur von Bonn und Dottendorf bekannt (Gold- 
fuss 1857, p. 80). Ich sammelte die Art in der Tief- 
ebene bei Stenden, Schloot bei Kempen und in den Niep- 
kuhlen bei Krefeld, vielfach im Sieg- und Rheingenist, bei 
Küdinghoven am Fuss des Siebengebirges, in der Eifel im 
Schalkenmehrener und Ulmener Maar sowie auf den Mür- 
meswiesen bei Saxler. Am Laacher See findet sie sich 
häufig, aber nur subfossil. 

Hippeutis fontanus (Lightf.) = complanatus (L.). 

Gold fuss (1857, p. 79) kannte die Art nur von 
Bonn, wo sie an seinen beiden Fundorten: Poppelsdorfer 
Schlossteich und Botanischer Garten verschwunden zu sein 
scheint. Leydig (1881, pag 72) fand sie in der Eifel im 
Meerfelder Maar, wo ich sie gleichfalls sammelte. Ferner 
stellte ich sie in der Tiefebene bei Viersen fest. 



— 9 — 

Bithynia Leachii (Shepp.), 
Neu für die Provinz. Ich begegnete der Art in der 
Tiefebene in den Brüchen bei Stenden und Schloot bei 
Kempen sowie in den Niepkuhlen bei Krefeld. 

Bythinella Dunkeri Frfld. 
Im rheinisch-westfähschen Schiefergebirge sehr ver- 
breitet und in vielen kalten Quellen in grosser Menge. 
Ich sammelte sie z. B. in der Eifel bei Reinardstein nahe 
Malmedy, Gerolstein, Sellerich bei Prüm, in der Schneifei, 
im Bergischen Land in der Grotenbachquelle bei Gummers- 
bach, Reininghausen und Frömersbach. 

Margaritana margaritifera (L.). 
Ich gebe hier eine kurze Zusammenstellung der Ver- 
breitung dieser als Glacialrelikt aufzufassenden Art in der 
Provinz. Im Hunsrück fand sie Tischbein (Barn- 
stedt 1845, 1. c. p. 111) im Hahnenbach. Schnur 
(Jahresber. Ges. nützl. Forsch. Trier 1857, p. 72) nennt 
sie aus der Ruwer. Wie Fischer (Verh. nat. Ver. Bonn, 
Jahrg. 64, 1907 [1908], p. 135— 144) berichtet, untersuchte 
der Verein für Naturkunde zu Trier sämtliche grösseren 
Bäche des Hochwaldes auf das Vorkommen der Perlmuschel 
hin und ermittelte sie in der Ruwer, der Wadrill, dem 
Lösterbach, der Tron bei Gräfentron, dem Trönchen, dem 
Imsbach, der Prims bei Mettnich und dem Münzbach bei 
Braunshausen. Einbürgerungsversuche in anderen Bächen 
des Hunsrücks sowie in der Salm (Eifel) schlugen fehl. 
Neuerdings stellten sie Heck und Meyer in der Prims 
bei Primsweiler fest (Ber. Vers. Bot, Zool. Ver. Rheinl. 
Westf. 1909 [1910], p. 117). Schon Noeggerath (Aus- 
flug nach Böhmen und die Vers. d. deutschen Aerzte u. 
Naturf. in Prag im J. 1837. Bonn, 1838 p. 48) teilte mit, 
dass Margaritana in der Eifel im Perlenbach (auch 
Schwalm genannt) bei Montjoie vorkomme. Hier habe ich 



— 10 — 

sie noch vor einigen Jahren gefunden^ ebenso in der Amel 
bei Ligneuville. Im Gebiet der Prüm lebt sie nach Meyer 
in der Litzenmehlen bei Wascheid, nach Reuter im Alf- 
bach bei Tronsfeld, im Bierbach bei Masthorn und seinem 
Seitenbach, der Waldbier (Ber, Vers. Bot. Zool. Ver. 
Rhein]. Westf. 1909 [1910] p. 117). Schnur (1857, 
L c. p, 72) hat die Art auch aus der Sauer aufgeführt. 
Nach Fischer (Verh. Nat. Ver. Bonn, Jahrg. 45, 1888, 
p. 292) ist sie hier neuerlich vergeblich gesucht worden. 
Im Bergischen Land lebt sie nach Wir Igen und 
Voigt in der Bröl bei Felderhoferbrück und Hernslein, 
wo icli sie gleichfalls einsammelte, im Westerwald in 
der Wied bei Altwied (Ber. Vers. Bot. Zool. Ver. Rheinl. 
Westf. 1909 [1910], p. 117). Schon Tischbein (Gold- 
fuss 1857, I. c. p. 84) kannte das Vorkommen der Art 
im Westerwald, ohne jedoch nähere Fundorte namhaft zu 
machen, 

Najadologische Miscellen. 

Von 
W. Israel, Gera, Untermhaus. 



Meine Beobachtungen an den Bivalven des Weida- 
gebietes Hessen mich den Schluss ziehen, dass die seither 
als „Jahresringe" angesehenen, deutlichen Zuwachsstreifen 
an den Muschelschalen nicht die Endlinien des jährlichen 
Zuwachses bedeuten könnten, sondern dass im Jahre meh- 
rere dieser Ringe angelegt werden müssten. Entständen 
die deutlichen Ringe nur im Winter, was der Fall sein 
müsste, wenn sie tatsächlich »Jahresringe" wären, so 
müsste dementsprechend ein Winterschlaf, oder zum min- 
desten eine reduzierte Tätigkeit in der kalten Jahreszeit 
stattfinden. Letzteres ist aber nicht der Fall. Es war 
mir möglich, mich oft zu überzeugen, dass von einem 



__ 11 _ 

Winlerschlafe, oder einer reduzierten Tätigkeit im Winter, 
selbst von einem tieferen Einbohren in den Schlamm oder 
Kies bei den Bachunionen dieses Gebietes absolut keine 
Rede sein kann, wie ich auch jederzeit solche beschaffen 
konnte, deren Schalenränder ganz scharf sind ohne den 
bekannten, gefalteten, weichen, häutigen Saum, der ja 
später als Ring deutlich sichtbar bleibt. Nach meinen 
Beobachtungen nahmen die Bivalven von dem Winter über- 
haupt keine Notiz. In dem besagton Gebiete lebt überall, selbst 
in ganz kleinen Bächen Unio crassus Retz., eine gestaltlich 
erheblich wachsende Muschel, neben ebenfalls sehr variabelen 
Kümmerformen von Anodonta piscinalis Nils. Die Teiche 
dieses sehr wasserreichen Gebietes beherbergen die Teich- 
formen von Anodonta piscinalis und ihre Altersform A. 
cellensis in gelegentlich ponderosen, gelegentlich rostraten, 
meistens aber in ziemlich t3'pischen Exemplaren. Um zu 
einem sicheren Urteile über die Wachstumsverhältnisse zu 
gelangen, habe ich oben und unten offene Draht gatter in 
den Oschützbach bei Weida in den Schlamm eingelassen 
und mit lebenden Muscheln dieses Baches besetzt. Diese 
habe ich einzeln markiert, nachdem die Masse der Schalen 
genau genommen und aufgeschrieben waren. Diese 
Muscheln habe ich öfter kontrolliert und nachgemessen und 
bei manchen (namentlich Jugendformen) ein erhebliches 
Wachstum konstatiert, welches schon in 3 Monaten be- 
deutend grösser war als es von Hazay für den Jahres- 
durchschnitt bei batavus consent aneus der Donau bei 
Budapest angegeben wird. Da aber das öftere Heraus- 
nehmen den Tieren nicht behagte, [manche lagen bis acht 
Tage auf der Seite, ehe sie sich wieder in den Schlamm 
einbohrten] schob ich den Termin der Kontrolle hinaus 
und überliess sie den Winter 1909 bis ins späte Frühjahr 
1910 sich selbst. Leider wurden Ende Mai 1910 meine 
Versuche erheblich gestört, wenn auch nicht ganz ver- 



_ 12 ™ 

nichtet, denn eine notwendig werdende Regulierung des 
Baches, der zur Wiesenbewässerung herangezogen wurde, 
fand natürlich meine Gatter im Wege. Sie wurden ent- 
deckt, herausgerissen, der Schlamm beseitigt und sonstige 
Massnahmen getroffen, sodass meine Versuchstiere zum 
grössten Teile umgekommen sind. Nur einige fand ich 
wieder, aber an viel weiter unterhalb gelegenen Stellen, 
Dazu kam, dass der regenreiche Sommer 1910 den kleinen 
Bach oft zu einem reissenden Gewässer gemacht hatte und 
dass die Muscheln verschwemmt wurden, weshalb ich sie 
nicht wiederfand. Die mit der Zahl 15 versehene Muschel 
fand ich später zufällig 500 Meter bachabwärts wieder. 
Bei dem Einsetzen in das Gatter im August 1909 war sie 
nach meiner Liste 1,8 cm lang, bei der Auffindung am 
16. Juni 1910 war sie 2,6 cm lang. Sie hat in der Zeit 
zwei deutliche , Jahresringe" hervorgebracht. Einige andere 
Versuchstiere dagegen waren nicht gerade sonderlich ge- 
wachsen. Es erübrigt sich einstweilen nähere Daten und 
Zahlen anzugeben, da ich die Versuche mit grösserer Vor- 
sicht an besser geeigneten Stellen wiederholen und an 
dieser Stelle darüber später ausführlicher berichten werde 

Ein junger Unio pictorum aus der Saale bei Jena hat 
sogar in meinem reich besetzten Aquarium in ^ji Jahren 
zwei deutliche „Jahresringe" angelegt. 

Aufgefallen ist mir bei meinen vielen Sammelexkur- 
sionen in dem landschaftlich so schönen Osterlande und 
Ostthüringen, dass die Bäche, die aus Buntsandstein kom- 
men, alle muschelleer sind. Ich suche den Grund hier- 
für im Buntsandstein selbst, der das Molluskenleben hem- 
mende Bedingungen zu stellen scheint. Es scheint das 
auch mit der geologischen Tatsache übereinzustimmen, dass 
der Buntsandstein im Allgemeinen so arm an Versteinerungen 
ist. Auch im östlichen Odenwalde und östlichen Spessart 
konnte ich in den Bächen und Flüsschen Bivalven nicht 



— 13 — 

finden, was scheinbar ebenfalls darauf zurückzuführen ist, 
dass dortselbst Buntsandstein die herrsehende Gesteinsart 
jst, von Margaritana im südlichen Odenwalde abgesehen, 
deren Vorkommen aber ein künstliches ist. Sehr geeignet 
für die Entwicklung einer Bachfauna ist dagegen kulmischer 
Untergrund, denn überall wo kulmische Gesteine auftreten, 
finden sich, wenigstens in Ostthüringen, überall Bivalven, 
falls das Wasser nicht vergiftet [ist, oft in ganz erstaun- 
licher Zahl. Auch die Bäche, die durch Gambrium, Silur 
und Devon fliessen, beherbergen, sobald es die Bedingungen 
gestatten, oft eine reiche Najadeenfauna. In Zechstein-^ 
Muschelkalk- und Keuperbächen sind die Schalen der 
Bivalven, falls solche vorkommen, meist überraschend dünn- 
schalig und feinringig. Dabei ist zu bemerken, dass die 
aus Buntsandstein kommenden Bäche meist viel klareres 
Wasser und einen feinsandigen Untergrund haben und oft 
eine reiche Fischfauna enthalten ; namentlich enthalten sie 
die sich auf Kosten unserer Bachforelle immer mehr aus- 
breitende Regenbogenforelle. 

* * 

Durch die Güte meines Freundes, des Entomologen 
Herrn Anton Sieber in Budapest, wurde ich seit einigen 
Jahren zu den verschiedensten Zeiten stets mit frischem 
Material von Bivalven aus der Donau versorgt, die derselbe 
auf den flachen Kiesbänken oberhalb der Stadt für mich 
sammelte. Es sind das ziemlich dieselben Stellen, von 
denen Hazay das Flussmaterial zu seinen Untersuchungen 
entnommen hat. Die verschiedenen Sendungen bestanden 
stets aus Anodonta piscinalis, Pseudanodonla complanata, 
Unio pictorum longirostris, Unio tumidus, aus batavoiden 
Formen und Dreissensia polymorpha. 

Anodonta piscinalis ist in mittelgrossen (bis 14 cm 
langen), oft hell smaragdgrünen Exemplaren mit abge- 
schliffenen (nicht corrodierten) Wirbeln recht häufig. Mit- 



_ 14 — 

unter sind diese Flussanodonten ganz kurz und breit und 
nähern sich den sonst als die Form lacustrina bezeichneten 
Stücken von Anodonta piscinalis aus den süddeutschen und 
norddeutschen Seen, sind aber im Allgemeinen bedeutend 
ponderoser. Die Kiementracht dieser Anodonten fällt teils 
in das Frühjahr (Ende April bis Mitte Juni), teils in die 
Monate Oktober und November. Selbst Mitte Dezember 
habe ich noch solche erhalten, die reife Glochidien ent- 
hielten und dieselben, ins Aquarium gebracht, sofort aus- 
stiessen. 

Ungefähr 50 Prozent aller ßivalven von dort bestehen 
aus Pseudanodonta complanata typica. Die Farbe der- 
selben ist gewöhnüch braungrün, von denen einige schwach 
dunkelgrün gestreift sind. Es fehlt bei diesen Pseudano- 
donten der verhältnismässig gerade Unterrand und infolge- 
dessen der scharfe Winkel zwischen Unter- und Hinterrand, 
den die Pseudanodonten aus der oberen Donau und ihren 
Seitenflüssen (Lech, Isar, Inn, Wörnitz bei Diiikelsbühl) 
aufweisen. Die Pseudanodonten der Wörnitz verdanke ich 
der Güte des Herrn Rentamtmann Bertram (Dinkelsbühl) 
der mir auch die anderen Bivalven dieses Flusses gesandt 
hat. Die Gesamtgestalt ist direkt breiteiförmig. Die 
Kiementracht dieser Muschel tritt nur einmal im Jahre ein 
und fällt in die Monate Oktober und November. Die 
Glochidien entbehren des langen Haflfadens und sind auch 
sonst anders gestaltet als die von Anodonta. 

Verhältnismässig selten ist an diesen Stellen Unio 
pictorum longirostris, doch kommen Riesenexemplare von 
13 cm Länge vor mit sehr nach vorne geschobenen 
bauchigen Wirbeln. Solche Riesen erhielt ich aber nur 
als leere Schalen, sind also von oberhalb dorthingespült 
worden, während die dortselbst lebend gefundenen sich 
dem Typus der Art mehr nähern, verhältnismässig kurz 
sind, und den Namen longirostris nicht verdienen. Diese 



— 15 — 

sind kürzere Reaktionsformen aus feinem Kies bei stärkerer 
Strömung, jene Sehlammformen, was auch schon aus dem 
starken Belage von Kalkschlamm auf dem Hinterrande 
deutlich hervorgeht. Die Grundfarbe ist durchweg ein 
sattes Okergelb. Es fehlt jede Strahlung auf den Schalen, 
auch auf den langgestreckten Schlammformen. Die Kiemen- 
tracht des Unio pictorum fällt in den Mai und Juni. 
Männchen und Weibchen sind schon auf den ersten Blick 
sehr leicht zu unterscheiden. 

Dieselbe Grundfarbe wie Unio pictorum zeigen die 
mittelgrossen Tumidusformen dieser Fundstelle. Sie sind 
selten und bevorzugen nach meinem Gewährsmanne tieferes 
Wasser. Die Wirbelskulptur dieser nicht sehr variabelen 
Formen weicht deutlich von der westdeutscher Flüsse ab, 
ist aber doch deutlich als die des tumidus zu erkennen. 
Das Schwemmaterial von tumidus, das sich mitunter auf 
diesen Fundstellen findet, ist dunkelolivgrün und stammt 
ebenfalls von schlammigen Uferbuchten oberhalb dieser 
Plätze. Unter demselben finden sich einige decurvierte 
Exemplare mit starkem Kalkbelage auf dem Hinterende. 
Männchen und Weibchen sind nicht so leicht auf den 
ersten Blick zu unterscheiden. Die Zeit der Kiementracht 
fällt in die Monate Dezember und Januar. Die Glochidien 
sind von denen des Unio pictorum wohl kaum zu unter- 
scheiden. 

Zirka 40 Prozent aller Bivalven von dort bestehen 
aus batavoiden Formen. Es lassen sich unschwer fünf 
Hauptformen feststellen. Einmal finden sich daselbst recht 
häufig direkt eiförmige Exemplare, die dem typischen 
batavus westdeutscher Flüsse sehr ähnlich sind, während 
andere den typischen consentaneus darstellen, namentlich 
die Form squamosus mit sehr breitem, gerade abgestutztem, 
Hinterende, während die Wirbel sehr weit vorgeschoben 
erscheinen. Weiter finden sich dortselbst auch ganz kurze 



_ 16 — 

Sandformen (so breit oder sogar breiter als lang) mit ganz 
normalem, nicht abgeriebenem Hinterrande. Es handelt sich 
bei diesen um die Reaktionsformen Unio Heldii aus starker 
Strömung, die sich hier sicherlich auf sekundären Wohn- 
orten befinden. Als vierte Form findet sich hier eine sehr 
dickschalige, rostgelbe bis moosgrüne, oft ausserordentlich 
schön und markant dunkelgrün gestreifte Batavusform mit 
stark eingebogenem Unterrande und sehr stark gekrümmtem 
Rücken. Auch diese Form stammt aus starker Strömung. 
Sie hat viel Aehnlichkeit mit dem mittel- und norddeutschen 
Unio crassus und wurde seither auch als Unio crassus 
Retz. bezeichnet, hat aber doch mit diesem nichts zu tun. 
Die als Unio ater Nilss. bezeichneten batavoiden Formen 
aus der Donau bei Pest sind langgestreckte, dickschalige, 
zwischen der Form squamosus und den mehr oder minder 
typischen Batavusformen stehende Muscheln von dunkel- 
kastanienbrauner Farbe. Die zwei letztgenannten Formen, 
sowie die Form squamosus halte ich für Altersformen ein 
und derselben Art, wie überhaupt alle batavoiden Formen 
der Donau in den Formenkreis des Unio consentaneus 
gehören. 

Allen diesen Muscheln sieht man deutlich an, dass 
sie Kiesformen sind, denn die Epidermis an dem Vorder- 
rande ist gewöhnlich von den scharfen Sandkörnern ab- 
gerieben. Sie sind alle mehr oder minder gerollt, haben 
daher abgeschliffene_, aber nicht corrodierte Wirbel. Typi- 
sche Corrosion fehlt bei allen Donaumuscheln, was bei dem 
Kalkgehalte des Donauwasses nicht weiter wunderbar er- 
scheint. Alle batavoiden Formen von dort sind im All- 
gemeinen feinringig und ganz ausserordentlich festschalig. 
Die Grösse schwankt zwischen 6 und 8 cm. Doch erhielt 
ich auch einen Riesen von 9,5 cm Länge. Die Zeit der 
Kiementracht aller dieser Formen fällt in den August. 
Die Glochidien sind denen von pictorum ähnlich, aber doch 



— 17 — 

deutlich verschieden ; sie stimmen aber mit denen des 
mitteldeutschen U. crassus Retz, dessen Laichzeit allerdings 
in das erste Frühjahr fällt, völlig überein. Die Muscheln 
scheinen beständig zu wandern, denn jedesmal finden sich 
an derselben Stelle, wo sie ausgelesen wurden, in einigen 
Tagen andere. Diese Wanderungen sind aber nur passiver 
Natur, wie ja auch die Kiesbänke in den Strömen (zumal 
bei einem so unfertigen Laufe, wie ihn die ungarische 
Donau aufweist) bei jedem grösseren Wasser beständigen 
Veränderungen unterworfen sind. 

Sehr häufig ist auch Dreissensia polymorpha in der 
Donau bei Budapest, die teils an Steinen, teils an Muscheln 
aufsitzt, oft in sehr grosser Zahl. Erst ganz kürzlich sandte 
mir mein ungarischer Freund einen Teil eines Klumpens, 
den er aus der Donau herausbefördert hatte. Die Muscheln 
(zirka 50) hängen alle zusammen und bilden einen wahren 
Rattenkönig. 

Ein systematisches Yerzeichnis der beschälten Land- 
schnecken Deutschlands, Oesterreleh-Ungarns und der 
Schweiz.^) ^). 

Von 

Caesar R. Boettger. 



In den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Kenntnis 
der beschälten Landschnecken Deutschlands, Oesterreich- 



*) Das Manuskript dieser Arbeit hat Herrn I). Geyer, dem 
Verfasser des Buches , Unsere Land- u. Süsswasser-MoUusken", bei Ab- 
fassung der 2. Auflage seiner Arbeit vorgelegen. Der modernen 
Systematik ist er gerecht geworden durch Aufnahme eines Auszuges 
aus meiner Arbeit, den er pag. 10 — 12 seines Buches gibt. Pag. 11 
fehlt vor Campylaea (Chilostoma) ichtyomma Held. Subfam. Campy- 
laeinae und pag. 12 vor Pomatias (Eupomalias) septemspiralis Raz. 
Farn. Pomatiasidae (wohl Druckfehler oder ein Irrtum des Verfassers!). 

*) Die Fauna der durch Oesterreich-Ungarn kürzlich annektierten 
Länder Bosnien und Herzegowina ist noch nicht aufgenommen. ^ 



~ 18 — 

Ungarns und der Schweiz bedeutend vermehrt. Viele 
neue Arten sind jedoch nicht beschrieben worden, sondern 
man hat uns mehr über die Anatomie der Tiere unter- 
richtet. Nun hat sich gezeigt, dass unsere alte Systematik 
durchaus noch lückenhaft war, und wir an ihr manche 
Korrektur vornehmen mussten und noch müssen. Nun 
bemerkt man aber, dass die Errungenschaften dieser ana- 
tomischen Forschung bei den meisten deutschen Malako- 
zoologen vollkommen unberücksichtigt bleiben, vielleicht 
weil die Angaben sich recht zerstreut in der Literatur 
finden oder in grossen, umfangreichen Werken niedergelegt 
sind, in die der Sammler und Liebhaber nicht immer Ein- 
blick hat. Er stellt noch ruhig Eulota fruticum Müll, und 
Euomphalia strigella Drap., die nach heutigen Forschungen 
nicht einmal in dieselbe Familie gehören, als nächste Ver- 
wandte zusammen ; manchmal z. B. findet man sogar noch 
Arten von Hyalinia und Patula bei Helix aufgeführt usw. 
Ich halte es daher für nötig, dass einmal unsere beschallen 
Landschnecken in einem unseren heutigen Kenntnissen 
entsprechenden System für sich zusammengestellt werden, 
das die meisten deutschen Malakozoologen zu sehen be- 
kommen. Wegen des beschränkten Raumes unterlasse ich 
die Aufzählung der überaus zahlreichen Vertreter der 
Familie Glausiliidae. Die Systematik der Arten des be- 
handelten Gebietes hat sich kaum geändert; nur sind die 
Arten um eine Reihe vermehrt worden, die sich aber den 
anderen gut anschliessen. Prioritätsfanatiker werden be- 
mängeln, dass ich einige alteingebürgerte Namen wie Gam- 
pylaea, Xerophila usw. nicht habe fallen lassen, doch ich 
halte dies nicht für zweckmässig, denn die Nomenklatur 
ist doch wohl für die Wissenschaft da und nicht umgekehrt. 
Varietäten habe ich wegen des beschränkten Raumes in 
meinem System nicht aufgeführt. Manche Leser werden 
sicher über die Begriffe Art und Varietet nicht mit mir 



19 



übereinstimmen und vergebens iiire »Art* in meinem 
System suchen; diese möchte ich bitten, die nächste ver- 
wandte Art, zu der sie Avohl als Varietät gestellt werden 
könnte, aufzusuchen, die ihnen vielleicht Äufschluss über 
die systematische Stellung geben wird. Auch möge man 
mir verzeihen, wenn ich vielleicht einige Arten des grossen 
Gebietes ausgelassen habe^) ; ich habe bei dieser Arbeit 
hauptsächlich Wert auf Systematik gelegt. 

A) Pulmonata. 

a) Stylommatophora. 



Fam. Testacellidae. 
Testacella haliotidea Drap. 
„ hungarica Soos. 

Daudebardia (Rufina) rufa Drap. 

., ., brevipes Drap. 

,, „ haliciensis West. 

„ (Garpathica) langi L. Pfr. 
„ „ kimakoviczi 

Wagn. 
„ .. calophana Wagn. 

., ,, stussineri Wagn. 

Fam. Oleacinidae. 
Poiretia algira L. 

„ Cornea Brum. 

Fam. V i t r i n i d a e. 
Vitrina (Semilimax) diaphana Drap.*) 
., brevis Fer. 

,, elongata Drap. 

„ nivalis Charp. 

„ Ivochi Andr. 

,, kotulae West. 

,, truncata 0. Bttg, 



Vitrina (Chlarnydea) bicolor West. 
„ (Phenacoliraax) major F6r. 
,, „ pellucida Müll. 

„ ., carniolicaO.Bttg. 

„ (Oligolimax) annularis Stud. 

Fam. N a n i n i d a e. 
Euconulus fulvus Müll. 

Fam. Z onitidae. 
Zonites (Aegopis) verticillus F6r. 

„ ,, gemonensis F6r. 

„ ,, carniolicus A.Schm. 

,, ,, acies Partsch. 

,, (Paraegopis) albanicus Ziegl. 

„ „ compressus Ziegl. 

,. ,, croaticus Partsch. 

,, ,, crypta Parr. 

,, lardeus Stenz. 
Retinella oscari Kim. 
Hyalinia (Hyalinia) cellaria Müll. 

,, „ glabra Stud. 

,, ,, subglabra Bourg. 

,, ,, nitidissima Mouss. 



') Dies gilt vor allem, da ich die Arbeit schon 1908 fertig- 
gestellt hatte und erst nachträglich die von mir bekannten neuen 
Arten eingefügt habe. 

*) Zu dieser Art als Varietäten rechne ich heynemanni Koch 
und glacialis Forb. 



- 20 — 



Hyalinia (Hyalinia) alliaria Mill. 
„ „ villae Mort. 

„ ,, depressa Slerki. 

.. „ dautzenbergi Wagn. 

.. „ draparnaldi Beck. 

„ (Polita) pura Aid. 
clara Held, 
hammonis Ström, 
petronella Gharp. 
nitens Mich.*) 
hiulca Jan. 
„ (Gyralina) circumlineata 
Küst. 
Crystallus") (Crystallus) crystallinus 
Müll. 
„ „ illyricus Wagn. 

,, „ andreaei 0. Bttg. 

„ „ jetschini Kim. 

„ „ litoralis Cless. 

„ „ contractus West. 

., , bolleri Parr. 

„ ,, kulschigi Parr. 

„ ,. sturanyi Wagn. 

„ .. dubrueili Cless. 

,, „ subcarinatus 

Cless. 
„ „ densegyrata 

Kim. 
,, „ jickelii Cless. 

„ „ subrimatus 

Reinh. 
,, „ diaphanus Stud. 

„ ,, transsylvanicus 

Cless 



Crystallus (Crystallus) erjaveci Brus. 
,, (Hydatinus) hydatinus 

Rossm. 
„ ,. sphaeroconus 

Wagn. 
,, ,. spinatus Ulic. 

,, ., plutonia Kim. 

,, ,, maritae Kim. 

Zonitoides nitidus Müll. 
,, excavatus Bean. 

Fam. Pun cti d ae. 
Punctum pygmaeum Drap. 
Sphyradium edentulum Drap. 

,, gredleri Cless. 

„ inornatum Mich. 

Fam. Pa t ulidae. 

Patula (Gonyodiscus) solaria Mke. 

„ (Discus) rotundata Müll. 

„ ,, ruderata Stud. 

„ (Spelaeodiscus) haufteni 

F. J. Schm. 
Fam. Eul otidae. 
Eulota fruticum Müll. 

Fam. Helicida e. 
Subfam. Valloniinae. 
Vallonia costata Müll. 
,, pulchella Müll. 
„ excentrica Sterki. 
„ adela West, 
,, suevica Geyer. 
,, jurassica Geyer. 
„ cyclophorella Anc. 



") Nur für eine Varietät dieser Art halte ich Hyalinia nitidula 
Drap., da ich mit Schepman die grössere Anzahl der Zähne in den 
Seitenfeldern der Radula von Hyalinia nitidula Drap., der einzige mir 
bekannte anatomische Unterschied, für ein zu geringfügiges Merk- 
mal halte. 

*) Dies Genus bedarf entschieden einmal eine gründliche Neu- 
bearbeitung. 



21 - 



Vallonia tenuilabris A. Br. 
,, csorensis Korm. 
Subfam. Helicodontinae. 
Helicodonla (Helicodonta) obvoluta 
Müll. 
„ angigyra 

Jan. 
„ ,, diodonta 

Möhlf. 
(Caracollina) lens F6r. 
„ „ lenlicula F6r. 

,, „ corcyrensis 

Partsch. 

Subfam. Hygromiinae. 
Hygroniia (Monacha) incarnala Müll. 
., vicina Rssm. 

., lurida Ziegi. 

(Hygromia) cinclella Drap. 
(Perlbratella) unidentata 
Drap. 
,, edentula Drap. 
,, leucozona Ziegl. 
., filicina 

F. J. Schm. 
bielzi Ad. Schm. 
(Dibothrioii) bidens Chemn. 
(Ciliella ciliata Ven. 
(Frulicicola) hispida L 

,, coelata Slud. 

„ rufescens 

Penn.') 



Hygromia (Frutidcola) sericea Drap. 
„ ,, clessini Ulic. 

„ „ rubiginosa 

Ziegl.«) 
,, ,, plebeja Drap. 

„ ,, transsylvanica 

Bielz. 
„ ,, kusmici Cless. 

,, ,, umbro?a 

Partsch. 
,, „ erjaveci Brus. 

,, „ villo.sa Drap. 

„ ., pietruskyana 

Parr. 
Cylindrus obtusus Drap. 
Xerocampylaea zelebori Pfr. 

Subfam. Campylaeinae. 

Campylaea (Chilostoma) planospira 
Lam. 

„ „ lefeburiana Fer. 

,, ,, sadleriana Ziegl. 

,, „ hirta Mke. 

,, „ hazayana Gless. 

,, „ ichthyomma Held. 

,, „ zonata Stud. 

,, ,, cisalpina Stab, 

,, (Vidovicia) coerulans 

Mühlf. 

,, (Partschia)') banatica 

Partsch. 



') Die sehr variable Festlandsforni striolata G. Pfr. und Varie- 
täten wage ich vor anatomischer Untersuchung noch nicht artlich von 
der englischen zu trennen, 

') Hygromia (Fruticicola) granulata Aid. ist eine auf England 
beschränkte Art. 

*) Für diese Art. die zu keiner anderen Sectio von Campylaea 
zu stellen ist, habe ich mich genötigt gesehen, eine neue Sectio auf- 
zustellen, die ich zu Ehren des Autors von Campylaea banatica be- 
nenne: Partschia nov. sect. 

Testa orbiculato-subdepressa, partim obtecte umbilicata, sati« 



22 — 



II 



Campylaea (Cingulifera) cingulata 
Stud. 

„ ,, colubrina Jan. 

„ ,, preslii F. J. Schm. 

„ „ cingulella Ziegl. 

„ „ gobanzi Frauenf. 

„ „ rossmaessleri Pfr 

„ ,, kiralikoeika Kim. 

„ ,, trizona Ziegl. 

„ „ intermedia Fer, 

„ „ ziegleri 

F. J. Schm. 

„ „ aemula Rossm. 

„ ., glacialis Thom, 

„ „ aethiops Bielz. 

„ „ hessei Kim. 

„ ,, schmidti Ziegl. 

„ ,, chamaeleon Parr. 

„ (Dinarica) pouzolzi Payr. 

„ „ stenomphala Mke. 

„ „ pellanica Bourg. 

„ „ diocletiana Bourg. 

„ (Liburnica) setosa Ziegl. 

„ „ brusinae Kob. 

,, ,,, kleciachi Parr. 

,. „ denudata Rossm. 

„ „ setigera Ziegl. 



Campylaea (Liburnica) crinata Sandri. 
,, „ hoflfmanni 

Partsch. 
„ ,, insolida Ziegl. 

„ praetexta Parr. 

,, nicolai Klee. 

(Faustina) faustina Ziegl. 
Arianta arbustorum L, 
Ghilotrema lapicida L. 
Isognomosloma personatum Lam. 
,, holosericum Stud. 

Subfam. Pe nta t aeniinae. 
Helix (Cryptomphalus) aspersa Müll. 
„ (Cantareus) aperta Born. 
„ (Pomatia) pomatia L, 
„ „ secernenda Rossm. 

,, ,, lutescens Ziegl. 

,, , cincta Müll. 

,, „ figulina Parr. 

Tachea (Tachea) nemoralis L. 
„ ,, hortensis Müll. 

„ „ sylvatica Drap. 

., ,, vindobonensis 

C. Pfr. 
Ütala*') vermiculala Müll. 
Euparypha pisana Müll. 



solida; spira depresso-conoidea, apice obtuso. basi satis convexa. 
Anfractus SV« convexiusculi, leniter et regulariter accrescentes, suturis 
cai'inatis disjuncti, excepto initiali coslulis transversalibus obliquis, 
rugulosis ornali, rugulis longiludinalis creberrimis decussalis, carina 
obtusa, supra carina unifasciati, ultimus maior, breviter deflexus. 
Apertura obliqua, lata lunata, marginibus remotis, columellari dilatato, 
umbilicum partim obtegente. 

Typus: Campylaea banatica Partsch. 

") Der Genusname der Art vermiculata Müll, und Verwandten 
muss noch geändert werden, da die anatomischen Untersuchungen 
Hesses (vergl. Rossmässlers Iconographie. Neue Folge. Band 16. 
Von P. Hesse, pag. 31) gezeigt haben, dass diese von den echten 
Otala- Arten verschieden sind. Einen Genusnamen hat Hesse noch 
nicht veröffentlicht. 



23 



Subfam. Xerophilinae. 
1. Xerophilea. 

Xerophila (Helicella) ericetorumMüll. 

,, ,, obvia Hartm. 

„ „ instabilis Ziegl. 

„ „ talmacensis Bielz. 

„ ,, ammonis A. Schrn. 

„ „ homoleuca Parr. 

,, ,, vukotinovici Hirc. 

„ (Xerotricha) conspurcata 

Drap. 

„ (Helicopsis) variabilisDrap. 

,, ,, neglecta Drap. 

„ „ lineata Oliv. 

„ „ cespitum Drap. 

,, (Candidula) candidula Stud. 

„ „ meridionalis Parr. 

„ ,, profuga A. Schm. 

„ „ intersecta Poir. 

„ ,, striata Müll. 

„ bolli Steuslofif. 

„ „ rugosiuscula Moq. 

Tand. 
Trochula pyramidata Drap. 

„ trochoides Poir. 

Cochlicella acuta Müll. 

2. Garthusianea. 
Carthusiana carthusiana Müll. 

„ ressmanni Villa. 

„ canliana Moni. 

„ olivieri Fer. 

Euomphalia strigella Drap. 

Farn. Stenogyridae. 
Rumina decollata L. 

Fam. Ferussacidae. 
Ferussacia (Ferussacia) foUiculus 
Gron. 
Azeca (Azeca) menkeana G. Pfr. 
„ (Hypnophila) pupaformisCantr. 



Cochlicopa lubrica Müll. 
Hühenvvarthia hohenwarthi Rossm. 
Gecilioides acicula Müll. 

., aciculoides Jan. 

„ veneta Gredl. 

„ gredleri Küst. 

Fam. Buli m i n id ae. 
Buliminus (Zebrina) detritus Müll. 
„ (Ena) montanus Drap. 

„ ,, obscurus Müll. 

„ ,, subtilis Rossm. 

Ghondrula (Ghondrula) tridens Müll. 
„ ,, quadridens Müll. 

,, ,, quinquedentata 

Mühlf. 
,, „ brusnicensis Stur. 

„ „ dalmatica Klee. 

„ „ albolimbata Pfr. 

„ „ niso FUsso. 

„ „ kutschigi Küst. 

„ „ microtragus Parr. 

,, (Spaniodonta) botteriana 

Piiil 
„ „ consentanea Ziegl. 

,, (Mastus) pupa L. 
„ (Amphitrorsus) venerabilis 

Ziegl. 
„ ,, bielzi Kim. 

„ „ transsylvanicus 

Kim. 
Fam. P upi dae. 
Lauria cylindracea da Gosta. 
„ villae Charp. 
„ sempronii Gharp. 
Orcula dolium Drap. 
„ doliolum Brug. 
„ gularis Rossm. 
,, brancsikii Gless. 
„ conica Rossm. 
,, jetschini Kim. 



24 



Coryna biplicata Mich. 
„ bieizi Rossm. 

truncatella Ziegl. 
„ parreyssi Pfr. 
„ ferrari Porr. 
„ valsabina Spin. 
„ excessiva Gredl. 
Pagodina pagodula Desm. 
Pupa frumentum Drap. 
„ variabilis Drap. 
„ secale Drap, 
megachilus Jan. 
Modiceila avenacea Brug. 
mühlfeldti Küst. 
„ philippii Cantr. 
„ rhodia Roth. 
Granopupa granutn Drap. 
Odontocyclas kokeili Rossm. 

rossmaessleriF.J 
Pupilla muscorum L. 

bigranata Rossm. 
„ cupa Jan. 
., triplicata Stud. 
„ madida Gredl. 
„ neumayeri Küst. 
Jsthmia minutissima Hartm. 
„ costulata Nils. 
,. monodon Held. 
,, claustraliä Gredl. 
„ salurnensis Reinh, 
,, opisthodon Reinh. 
„ strobeli Gredl. 

b) 

Farn. Carychiidae. 

Carychium minimnm Müll. 

„ tridentatum Risso. 

Zospeum spelaeum Rossm. 

„ schmidti Frauenf. 

., aglenum Bourg. 

„ costatum Freyer. 



Vertigo (Vertigo) pusilla Müll. 

„ „ angustior Jeffr. 

„ (Alaea) antivertigo Drap. 

„ „ substriata Jaffr. 

„ ,, pygmaea Drap. 

,, „ heidi Cless, 

„ „ moulinsiana Dup. 

,, ,, kuesteriana West. 

,. ,. shutlleworthiana Charp. 

Vertigo (Alaca) alpestris Aid. 

„ „ parcedentata A. Br. 

„ ,, genesii Gredl. 

„ „ leonlina Gredl, 

„ „ ronnebyensis West. 

„ „ arctica Wahlenb. 

„ „ eumicra Bourg. 

,, ,, haeussleri Sterki. 

Acanthinula aculeata Müll. 
Schra. " lamellata Jeffr. 

Zoogenetes harpa Say. 
Aspasita triaria Friv. 
,, trinodis Kim. 
„ triadis Kim. 

Farn. Clausilii dae. 

Fam. Succin eidae. 

Succjnea (Succinea) putris L. 

,, ,. parvula Pasc. 

„ (Amphibina) pfeifferi Rossm . 
„ „ elegans Risso. 

„ „ hungarica Haz. 

,, (Lucena) oblonga Drap. 
„ „ arenaria Bouch. 

Basommatophora . 

Zospeum nycteum Freyer. 
,, pulchellum Freyer. 

alpestre Freyer. 
., obesum F. J. Schm. 

frauenfeldi Freyer. 
,. bidentatum Hauff. 
„ reticulatum Hauff. 



25 — 



AlexJa 



Zospeum lantum Frauenf. 

„ amoenum Frauenf. 
Spelaeoconcha paganettii Stur. 

Fam. Auriculidae. 
Alexia") myosotis Drap. 
., biasolettiana Küst. 

B. Pneumonopoma. 



denticulata Mont. 

„ kutschigiana Käst. 

,, microstoma Küst. 

„ obsoleta L. Pfr. 

Ovatella bivonae Phil. 
Marinula firmini Payr. 



Fam. Acmeidae. 
Acme (Platyla) polita Hartm. 
,, ,, banatica Rossm, 

„ „ gracilis Cless. 

„ „ oedogyra Pal. 

„ perpusilla Reinh. 
„ „ similis Reinh. 

„ ,, stussineri 0. Bttg. 

,, „ trigonostoma Pal. 

,, „ wilhelmi Wagn. 

,, (Auriceila) lineata Drap. 
,, (Megalacme) spectabilis Rossm. 
„ ,, piionae Poll. 

,, ,. veneta Pir. 

„ ,, kobelti Wagn. 

Fam. T r u n c a l e 1 1 i d a e. 
Truncalella truncata Mont. 

Fam. Pomatiasidae. 
Pomatias (Eupomatias) henricae 
Strob. 



Pomatias (Eupomatias braueri Wagn. 
„ ., cinerascens Rossm. 

.. „ elegans Cless. 

,, „ scalarinus Villa. 

., ., septemspiralis Raz. 

„ Rhabdotacra) apricus Mouss. 
Auritus (Auritus) philippiauus Gredl. 
„ porroi Strob. 
„ ., gracilis Pfr, 

,, sturanyi Wagn. 
,, ,, tergestinus West. 

„ ,. waldemari Wagn. 

„ ,, dalmaticus Pfr. 

„ nanus West. 
,, kleciaki M. Br. 
„ (Titanopoma) auritus Rossm. 

Fam. Cyclostomatidae. 

Ericia elegans Müll. 
,, costulata Ziegl. 



Die ClauMlien einiger Taunus-Ruinen. 

Von 
Caesar R. Boettger. 

In früheren Jahren besuchte ich regelmässig mehr- 
mals im Jahre die Ruinen des Taunus, um dort immer 

") Alexia Leach braucht nicht in Phytia Gray (doch wohl 
sicher nur ein Druckfehler für Pythia Bolt.) umgeändert zu werden, 
da von den Entomologen allgemein Sphaerosoma Leach statt Alexia 
Steph. gesetzt wird. 



— 26 — 

eine reiche Ausbeute an Schnecken zu machen. Hier auf 
den alten Burgen entfaltet sich ein überreiches Mollusken- 
leben, während der Taunus sonst allgemein nicht reich an 
Konchylien ist. Die Hauptmasse einer solchen Fauna 
bilden natürlich die Glausilien. Es dürfte vielleicht man- 
chem, besonders Frankfurter Konchylienfreunden, angenehm 
sein, wenn ich hier meine Sammelergebnisse in Glausilien 
aufzähle, besonders da es scheint, als ob in der Literatur 
einige Fehler untergelaufen wären. 

1. Epps tein. 

Balea perversa L. 

Gl. (Alinda) biplicata Mont. 

Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) dubia Drap. 

Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) bidentata Ström. 

Gl. (Pirostoma [Piros-toma]) plicatula Drap. 

2. Königstein. 
Balea perversa L. 
Gl. (Alinda) biplicata Mont. 
Gl. (Pirostoma [Kuzmicia[) parvula Stud. 
Gl. (Pirostoma [Kuzmiciaf) dubia Drap. 
Gl. (Pirostoma (Kuzmicia[) bidentata Ström. 

3. Falk enstein. 
Balea perversa L. 
Gl. (Alinda) biplicata Mont. 
Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) parvula Stud. 
Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) bidentata Shöm. 
Gl. (Pirostoma [Pirostoma]) plicatula Drap. 

4. Hattstein. 
Balea perversa L. 

Gl. (Glausiliastra [Marpessa]) laminata Mont. 
Gl. (Alinda) biplicata Mont. 
Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) bidentata Ström. 
[Gl. (Pirostoma [Pirostoma]) lineolata Held.] 



— 27 — 

5. Reiffenberg. 

Balea perversa L. 

Gl. (Alinda) biplicata Mont. 

Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) dubia Drap. 

Gl. (Pirostoma [Kuzmicia]) bidentata Ström. 
Clausula (Alinda) plicata Drap., von der Kobelt in 
seiner „Fauna der Nassauischen Mollusken" pag. 155 als 
Fundorte die Ruinen Königstein und Hattstein angibt, habe 
ich dort nicht gefunden. Mein nächster Fundort ist die 
Rheinebene (Oppenheim, Ins. Kühkopf*), Biebrich, Bingen 
etc.). Clessin schreibt pag. 293 seines Buches „Deutsche 
Excursions -Mollusken -Fauna" meinen Sammelergebnissen 
entsprechend richtig „im Taunus vollständig fehlend." 

Glausilia (Pirostoma [Pirostoma]) lineolata Held von 
der Ruine Hattstein habe ich in Klammern gesetzt, da ich 
die Art nicht lebend, sondern nur in zwei stark ver- 
witterten Gehäusen gefunden habe. Kobelt schreibt in 
seiner „Fauna der Nassauischen Mollusken* pag. 157 
„. . . . in wenigen Exemplaren von Heyneraann auf dem 
Hattsteiner Schloss im Taunus gefunden" und in seinem 
»Ersten Nachtrag zur Fauna der Nassauischen Mollusken" 
aus den Jahrbüchern des Nassauischen Vereins für Natur- 
kunde 1886 auf pag. 13 „Auf dem Hattstein nicht wieder- 
gefunden, wohl aber auf dem Falkenstein (Henssler)". Auf 
der Ruine Falkenstein habe ich weder tote noch lebende 
Exemplare gefunden. Natürlich soll damit nicht jedes 
Vorkommen dieser Art auf dem Falkenstein geleugnet 
werden, wie überhaupt in diesen Listen nur meine eigenen 
Sammelergebnisse aufgezählt sind. 

*) An dieser Stelle sei auf einen Druckfehler in meiner Fauna 
des Kühkopfs (Nachrichtsblatt 1906, pag. 17 — 19) aufmerksam gemacht. 
Auf pag. 18 steht auf Zeile 25 Glausilia (Alinda) plicatula Drap, statt 
Glausilia (Alinda) biphcata Mont. 



— 28 — 
lieber zwei Eindringlinge in Deutschlands Fanna. 

Von 
Caesar R. Boettger. 



Oft schon ist von dem Vordringen von Physa acuta 
Drap, in Deutschland die Rede gewesen. Durch die Aqua- 
rienliebhaberei scheint sie sich allgemein in den Aquarien 
und den Wasserbehältern der Gewächshäuser und botani- 
schen Gärten verbreitet zu haben. Ich fand sie dort so- 
wohl im Westen als auch im Osten Deutschlands, in Cöln, 
Frankfurt a. M., Hamburg etc., wie in Berlin, Breslau, 
Königsberg i. Pr., etc. lieber das Vorkommen der Schnecke 
im Freien sind aus Deutschland nur folgende Fundorte be- 
kannt (Elsass-Lothringen, wo das Tier einheimisch ist, 
natürlich ausgenommen) : Dr. V, Franz (Nachrichlsblatt 
1906, pag. 202—203) fand Physa acuta Drap, in Tümpeln 
bei Passendorf unweit Halle a. S. C. Sigl (Nachrichtsblatt 
1906, pag. 202 — 204) stellte das Vorkommen des Tieres 
an zahlreichen Stellen in den Mooren der Umgegend von 
München fest. D. Geyer (Jahreshefte des Vereins für vater- 
ländische Naturkunde in Württemberg, 1907, pag. 426) er- 
hielt sie von Cannstadt. In der 2. Auflage seines Buches 
»Unsere Land- und Süsswasser-Mollusken" gibt D. Geyer 
als Fundorte im Freien ausserdem noch Spandau und 
Stuttgart an. Ich habe unser Tier in einem Tümpel bei 
Frankfurt a. M.-Bockenheim gefunden, dem sogenannten 
„Bockenheimer Wog", auf dessen Schneckenreichtum mich 
Herr K. Fischer in Frankfurt a. M. aufmerksam machte. 
Physa acuta Drap, lebt hier zusammen mit Physa foniinalis 
L., die sich in der Umgegend von Frankfurt a. M. ziemlich 
häufig findet, während mir Physa acuta Drap, in der Nähe 
von Frankfurt a. M. im Freien nur von dem einen 
Fundort bekannt ist. In dem genannten Tümpel ist Physa 
fontinalis L. bedeutend häufiger als der Eindringling. Zu 



— 29 — 

den interessanten Ausführungen, die W. A. Lindholm über 
russische Exemplare unserer Schnecke gibt (Nachrichtsblatt 
1910, pag. 29 — 34) sei hinzugefügt, dass ich das bei 
Aplexa hypnorum L. bekannte senkrechte Auf- und Herab- 
steigen mitten im Wasser auch bei Physa acuta Drap, be- 
obachtet habe, obwohl die Erscheinung ziemlich selten 
vorkommt. Eier der Schnecke im Aquarium habe ich 
unter günstigen Verhältnissen das ganze Jahr hindurch 
angetroffen ; zwar fand man den Laich im Herbste häufiger. 
Ausschlüpfen und Wachstum der Jungen hängt sehr von 
äusseren Verhältnissen ab. 

Ausser dieser Wasserschnecke gewinnt auch eine 
Landschnecke in Deutschland immer mehr an Gebiet. Es 
ist dies HijaUnia (Polita) draparnaldi Beck.*) Sie wird 
hauptsächlich durch Gärtner verbreitet. Im südlichsten 
Teile unseres Vaterlandes wird sie wohl einheimisch sein. 
Die nördlicheren Fundorte lassen oft an der Varietät oder 
Rasse erkennen, aus welcher Gegend das Tier bei uns 
eingeschleppt ist. Fundorte der Art und ihrer Varietäten 
in Deutschland sind schon viele bekannt geworden (Coburg, 
Detmold, Frankfurt a. M., Halle a. S., Osnabrück, Stutt- 
gart usw.) In Frankfurt a. M. habe ich die Schnecke sehr 
häufig in Gärten, Gewächshäusern; Kellern etc. gefunden. 
Unter anderen fand ich sie in einem übriggebliebenen Teil 
des ausgetrockneten Stadtgrabens des Grundstückes Kröger- 
strasse 11. Von dem bekannten Fundort der var. septen- 
trionalis Bourg. im Palmenhaus des Palmengartens in 
Frankfurt a. M. (vergl. S. Clessin, Die Molluskenfauna 
Oesterreich-Ungarns und der Schweiz. Nürnberg 1887, pag. 
74) kann ich berichten, dass das Tier dort noch häufig vor- 

*) Die Schnecke scheint sich auch ausserhalb Deutschlands 
sehr auszubreiten. Sogar in Amerika ist sie gefunden worden, in den 
Gewächshäusern des Lincoln Park zu Chicago (Baker) (Bulletin of the 
Illinois Labatory of Natural History. Urbana. Illinois, U. — S. A. 
1906. Vol. VII. pag. 119). 



— 30 - 

kommt. Durch unseren AUmeister, Prof. Dr. W. Kobelt, sind 
neapolitaner Exemplare unserer Art in Schwanheim a. M. 
eingeschleppt worden, wo sie sich rasch verbreitet haben. 
Uebrigens sei hier erwähnt, dass die Schnecken gern von 
einer Sumpfschildkröte (Emys orbicularis L.), im Besitze 
von Dr. W. Kobelts Gärtner, verzehrt werden, wobei diese 
die Tiere gewandt aus der Schale zu ziehen versteht. Im 
Walde fern von menschlichen Ansiedelungen, habe ich 
Hyalinia draparnaldi Beck bei Jugenheim an der Berg- 
strasse (Odenwald) gefunden. Das Klima an der Berg- 
strasse ist besonders mild und lässt unsere Schnecke üppig 
gedeihen. Uebrigens ist auch Jugenheim der bekannte 
Fundort der Wärme bedürftigen Ericia elegans Müll. Zum 
Schlüsse sei bemerkt, dass ich in Frankfurt a. M. die Be- 
obachtung gemacht habe, als ob in der Nähe des Menschen 
Hyalinia draparnaldi Beck ihre Verwandte Hyalinia cellaria 
Müll, ersetzen würde, die in der Stadt Frankfurt a. M. 
selbst jetzt zu den grössten Seltenheiten gehört, während 
man sie in alten Sammlungen noch häufig aus dem Stadt- 
gebiet antrifft. 

Diagnosen neuer Arten. 

Von 
Hermann Rolle. 



Euhadra pekanensis n. sp. 
Testa sinistrorsa, anguste et semiobtecte umbilicata, 
subturbinato depressa, tenuiscula sed solida, oblique costato- 
striata, lutescente-fusca, apicem versus saturatius rufa, in 
anfractibus inferis fascia suprasuturali angusta fusca, in 
ultimo distincte angulato peripherica utrinque luteo-albido 
marginata, fascia subsuturali luteo-albida et macula umbili- 
cali nigerrima insignis; sculptura spiralis et in speciminibus 
optime conservatis sub vitro haud conspicua. Spira regulariter 



— 31 — 

conica apicc acuto; sutura vix impressa, Anfractus 5Va con- 
vexiusculi, regulariter accrescentes, ultimus distincte angulatus, 
anlice leviter descendens. Apertiira obliqua, lunato ovato- 
Iriangularis, piano subirregulari, faucibus vivide carneis, 
peristoma incrassalum, sublabiatum, marginibus remotis, 
externo dilatalo, snpra angulum plus minusve impresso, 
basal! magis incrassato, reflexo, fere horizontali, columellari 
brevi, dilatato, oblique ascendente, extus ad insertionem 
subsinuato, dilute nigro tincto. 

Diam. maj. 29, min. 25, alt, 21 mm. 
Hab, Formosa. 

Zunächst mit Eu. forrnosensis Pfr. verwandt, aber 
grösser, höher, schärfer gekielt, mit grober Rippenstreifung 
und ohne Spiralskulptur und namentlich mit tiefschwarzem, 
auch die Spindelinsertion einschliessendem Nabelfletk. Doch 
halte ich Uebergänge nicht ganz für ausgeschlossen. Even- 
tuell könnte Eu. forrnosensis ein Albino dieser Art sein, 
? Steg oder a (Trihelix) helleri n, sp, 

Testa depressa, discoidea, late et aperte umbilicata, 
oblique obsolete striata, lineolis obsoletis spiralibus sub 
lente granulata, fuscescens. Spira immersa; sutura im- 
pressa. Anfractus 5 convexiusculi, lentissime accrescentes, 
ultimus tumidior, supra planatus, fere verticaliter in um- 
bilicum abiens, antice profunde deflexus, pone aperturam 
sulcis duobus lamelhs internis respondentibus supero longo, 
oblique postice decurrenle et profundiore, regulariter 
exaratus, subgibbus. Apertura perobliqua, lunato-ovata, 
intus lamellis supera et tuberculo lato infero insignis; 
peristoma album, incrrssatum breviter, reflexum, marginibus 
lamella alba extus impressa super parietem aperturalem 
continuis, externo supra plus minusve impressa, 

Diam. maj. 18, min. 15, alt. 8 mm. 
Toyenmongai auf Formosa. 

Zunächst der Stegodera biscalpta Heude verwandt, aber 



— 32 — 

erheblich kleiner, ohne deren charakteristische Mikroskulptur, 

mit anders laufenden Furchen und tief eingesenktem Apex. 

Acusta toyemnongaiensis n. sp. 

Testa plus minusve obtecte perforata, globosa vel 
globoso-conica, tenuis, subtranslucens, subtiliter irregulari- 
terque slriatula, unicolor corneo-fulva. Spira convexo- 
conica, apice obtusulo ; sutura impressa. Anfractus 57« 
convexi, leniter accrescentes, ultimus major, subinflatus, 
circa umbilicum levissime compressus, antice parum des- 
cendens, striga lata lutea insignis. Apertura lunato-circu= 
laris parum obliqua, peristoma acutum, intus remote 
labio crasso-albo munitum, marginibus distantibus, haud 
junctis, externo recto medio leviter producto, columellari 
dilatato, super perforationem reflexo. 

Diam. maj, 15, min. 13, alt. 13 mm. — Var. minor: 
diam. maj. 12, alt. 11 mm. 
Hab. Toyenmongai, Formosa. 



Helix yermiciilata Müll, in der Krimm. 

Von 
Baron Rosen, Jekaterinodar. 



Vor einigen Tagen brachte der Bergingenieur Stopne- 
vich mir eine kleine Schachtel mit Schnecken, die er auf 
seiner Reise durch Sewastopol am Meeresufer an einer 
Felswand in der Nähe der Landungsstelle der Dampfer der 
zweiten russischen Dampfschiffahrt gesammelt hatte. Als 
ich die Schachtel öffnete, war ich ganz erstaunt, in der- 
selben sechs Exemplare von Helix vermiculata Müll, zu 
finden, die innerhalb der Grenzen des Russischen Reiches 
nicht beobachtet ist. Herr Stopnevich erzählte mir, dass 
eine grosse Menge dieser Schnecken an der Felswand ge- 
sessen habe, und dass er sie für eine ganz gewöhnliche 



- 33 — 

Art gehalten und aus Furcht, dass dieselben auf der Reise 
ersticken würden, bloss einige Exemplare aus dem Ufer- 
sande aufgelesen habe. Nachdem ich die Schnecken von 
dem dicken Sandüberziige gereinigt hatte, bemerkte ich; 
dass in zwei Schalen die Tiere sich zurückgezogen hatten. 
Ich feuchtete sie mit Wasser an und legte sie auf einen 
der Blumentöpfe, wo sie sehr bald aufl(>bten. In der 
Nacht war eine l'/z Arschin hoch an einer Palme h.nauf- 
gekrocheU; wo ich sie am Morgen fand. Die Grösse und 
Färbung der Gehäuse entspricht vollkommen dtn Exem- 
plaren aus Sinope in meiner Sammlung. Eia halbwüchsiLjes 
Exemplar kam auch lebend an. Da die Sewasfopoler Bucht 
eine sehr geschlossene ist, kann von Anschwemmung aus 
Kleinasien nicht die Rede sein und muss die Art im Laufe 
der letzten Jahre durch Schiffe eingeführt sein und hat 
sich jetzt augenscheinlich in Sewastopol acclimatisiert. 

Ausser Helix vermiculata Müll, enthielt die Schachtel 
noch Helix krynicki Andr., Helix filimargo Kryn., und 
Buliminus cylindricus Mke., eine Uebergangsform zur var. 
obsoletus Ret. Helix filimargo Kryn. bildet ebenfalls eine 
Zwischenform, zwischen dem Typus und der gewöhnlichen 
ungekielten Sewastopoler Varietät. Von den 10 Gehäusen 
ist das grösste (i6V4:10 mm) so weit perspectivisch ge- 
nabelt, dass es fast wie eine grosse Patula aussieht. 



Zur Mollnskeufauiia des mittleren Wolga-Gebietes. 

Von 
W. A. Lindholm, Moskau. 



Im Mai und Juni 1906 hatte ich Gelegenheit, an 
verschiedenen Stellen der Gouvernements Ssaratow und 
Ssimbirsk die dort lebend vorkommenden Weichtiere zu 
sammeln. Da unsere Kenntnisse der Molluskenfauna dieser 

3 



— 34 — 

Gouvernemenis sehr inangelhaft sind, so gestatte ich mir die 
Liste, der von mir gesammelten und beobachteten Arten, 
trotz ihrer Lückenhaftigkeit zu veröffentlichen. 
L Gouvernement Ssaratow. 

Ehe ich zur Aufzählung meiner kleinen Ausbeute 
herantrete, seien die wenigen Angaben über die Mollusken 
dieses Gouvernements, welche sich in der russischen 
Literatur verstreut finden, kurz zusammengestellt. 

A. A. Ssilantjev (Fauna von Pady, Landgut von 
W. L. Naryschkin im Balaschowschen Kreise des Ssara- 
towschen Gouvernements, St. Petersburg 1894 [russisch] 
p. 34, 165 und 166) zählt aus dem Kreise Balaschow im 
äussersten Süd^vesten des Gouvernements, welcher durch 
den Fluss Ghoper (einem linken Tributär des Don) ent- 
wässert wird, nach den Bestimmungen von P. P. Schal- 
fejev folgende Arten auf: Helix fruticuni Müll., Helix 
sericea Drap. (= wahrscheinlich Hx. rubiginosa A. Schm.), 
Succinea putris L., S. elegans Risso, Planorhis vortex L., 
PL corneus L., Lymnaea miricularia L., L. pahistris Müll., 
L. stagnalis L., L. ampla Hartm., Paludina vivipava {= 
Vivipara duboisiana Mouss.), P. conteda Mill., Bythinia 
leach'i Shepp., Anodonta sp. ? Unio pictoriim ?, Sphaerimn 
rivicola Leach. 

Dr. W. Dybowski (Annuaire du Musce Zool. de 
l'Academie Imp. des sciences de St. Petersbourg, Tome VIII 
1903, p. 46) erwähnt Bythinia hifiata Hans. (= wahr- 
scheinlich Bythinia leachi Shepp ) aus dem Flusse Medwe- 
ditza (Nebenfluss des Don) bei Atkarsk. Derselbe Autor 
beschreibt 1. c. Tome XIII 1908 pag. 295 Fossaria turrita 
Gless. var. rossica nov. welche aus Gräben bei Atkarsk 
stammt. Meines Erachtens stellt die letzterwähnte Form 
eine kleine Varietät der Lymnaea palustris Müll. dar. 

A. S. Skorikov (Bericht über die Tätigkeit der 
biologischen Wolga-Station in Ssaratow während des Jahres 



— 35 — 

1902, Ssaratow 1903, p. 45 und 46) nennt für die Wolga 
bei Ssaratow, so wie auch für „andere Gewässer" im ge- 
nannten Gouvernement folgende Arten (die mit einem * 
versehenen Species erwähnt der Autor nur auf Grund 
früherer Angaben von Zykoff und Popa): Sphaerium 
solidum Norm.; Sph. rivicola (Leach); S'ph corneum L. ; 
*Sph. corneum var. sandhergeri Gless., *Sph. mamillanum 
West. ; *Calyculina lacustris Müll , var. major Dup ; Pisi- 
diiim amnicum Müll.; *P. rivulare Ciess. var major Cless. ; 
*P. pallidum Jeffr. ; Anodonta cygnea L. ; *A. piscinalis 
Nilss. ; *A. cellensis Gm. ; *A. complanata Ziegl ; Unio 
rostratus Lam. ; ü. tumidus Retz. ; Dreissensia polymorpha 
Pall. ; Vivipara okäensis Gless.; V. conteda Mill.; *Valvaia 
naticina Mke. ; Bythinia tentaculata L. ; Ldmnaea stagnalis 
L., *L. stagnalis var. lacustris Stud. ; L. auricularia L. ; 
L. lagotis Sehr. ; L. peregra Müll. ; L. peregra var. elongata 
Gless.; Planorbis corneus L. ; PL vortex L. ; PI. spirorbish.; 
PI. umbilicatus Müll., PI. glaber Jeffr.; PL contortus L. ; 
Ancylus lacustris L. ; *Aplexa hypnorum L.; Succinea 
pfeifferi Rossm. 

Schliesslich sei noch erwähn! , dass Ssaratow der 
Originalfundort für Bulimus alboUmbatus Pfeiff. ist (vergl. 
Westerlund, Fauna Heft III 1887, p. 39). 

Wie sich aus den obigen Ausführungen ergibt, sind 
wir über die Süsswasserbewohner einigermassen orientiert, 
dagegen sind von Landschnecken bisher im ganzen sechs 
Arten bekannt geworden. Meine Ausbeute, welche aus- 
schliesslich aus Landschnecken besteht und daher eine 
willkommene Ergänzung unserer Kenntnisse bilden dürfte, 
ist an 2 Lokalitäten des Kreises Kusnetzk, des nördlichsten 
Teiles des Gouvernements zusammengebracht worden. 
Dieser Kreis gehört einem anderen Flussgebiete an als der 
Kreis Balaschow, da er durch die Quellflüsse der Ssura, 
eines Unken Nebenflusses der Wolga entwässert wird. Die 

3* 



^ 36 — 

beiden Lokalitäten sind: erstens die Umgebung des Dorfes 
Mordowski Kameschkir ((VI. K.), südlich von der 
Kreisstadt Kusnetzk und zweitens die Bahnstation Asse- 
jewskaja (Ä.), westlich von Kusnetzk. An beiden Stellen 
sammelte ich im gemischten Walde: 

1) Euconulus fiilvus Müll. M. K. {iO Stück), Ä. (3 St.). 

2) Ht/alinia hammonis Ström. M. K. (1 St.). 

3) Hl/, petronella Gharp. m. K. (2 St.). 

4) Punctum pygmaeum Drap. !^. K. (1 St.). 

5) Pahda rudemta Stud. sVl. K. (7 St.). 

6) Eulota fruticum Müll. M. K. {"2 nicht ganz erwachsene 

St. ohne Binde). 

7) Arion suhfuscus Drap. M. K. (l mittelgrosses St. mit 

deutlichen Seitenbinden). 

8) Vallonia costata Müll. Wl. K. (7 St.) 

9) Alaea substriata Jeffr. M. K. (1 erwachsenes typisches 

Stück). 

10) Vertigo pusilla Müll. Wl. K. (19 nur zum Teil er- 

wachsene St.) 

11) Cochlicopa lubrica Müll. f. exigua Mke. M. K. (3 St.) 

12) Succinea oblonga Drap, von A. und M. K. (je 1 er- 

wachsenes St.). 
Im Anschluss hieran sei erwähnt, dass neuerdings 
durch Herrn Privatdozent W. F. Boldyrev der Versuch 
gemacht worden ist, Helix pomatia L. in der oben er- 
wähnten Kreisstadt Kusnetzk anzusiedeln. Nach einer brief- 
lichen Mitteilung des erwähnten Herrn, hatte er im Sommer 
1905 circa 50 erwachsene Helix pomatia, die er im Parke 
des Landgutes Ssafonowka der Frau von Gamalei im 
Kreise Obojan des Gouvernements Kursk gesammelt hatte, 
lebend nach Kusnetzk gesandt. Die Schnecken kamen am 
Bestimmungsorte wohlbehalten an und wurden in einem 
kleinen Garten freigelassen. Den Winter 1905—6 über- 
standen die Tiere sehr gut, da im Sommer 1906 wieder- 



- 37 — 

holt lebende Exemplare in dem bof reffenden Garten ge- 
funden wurden. Eine Kontrolle in den darauf folgenden 
Jahren war Herrn Boldyrev nicht möglich auszuführen. 
Interessant ist aur-h die Herkunft der Weinbergschnecken 
auf dem erwähnten Gute Ssafonowka. Nach Aussage der 
Gutsbesitzerin Frau v. Ganialei wurden die Schnecken 
vor etwa 40 Jahren aus Südfrankreich nach einem Land- 
gute im Gouvernement Tschernigow verpflanzt und ge- 
langten aus dem letzteren auf das Gut Ssafonowka vor 
mehr als 10 Jahren, wo sie sich ausgezeichnet acclimati- 
sierten und gegenwärtig im ganzen Parke in grosser An- 
zahl vorhanden sind. 

II. Gouvernement Ssimbirsk. 

Aus diesem Gouvernement war bisher nur eine Art 
bekannt und zwar die Perlmuschel {Margaritana margariti- 
fera L.), welche angeblich im Flusse Swijaga, einem linken 
Tributär der Wolga, vorhanden sein soll, (vergl. A. Th. 
M iddend orff's Reise in den äussersten Norden und 
Osten Sibiriens, Bd. II, S. I St. Petersburg 1851, p. 391). 
Ich habe den genannten Fluss an zwei Stellen seines Ober- 
laufes gesehen: bei Staro-Timoschkino unweit seiner Quelle 
und bei Ssimbirsk und konnte an der letzteren Stelle zwar 
eine recht reich entwickelte Schneckenfauna, jedoch keine 
Spur von der Perlmuschel konstatieren. In der üppigen 
Vegetation dieses Flusses gediehen daselbst Lymnaea stag- 
nalis, Planorbis corneus, Vivipara contecta und namentlich 
Vivipara duhoisiana in Prachffonncn; bekanntlich ist aber 
Margaritana .bisher in dieser Gesellschaft noch nie be- 
obachtet worden. Ihr angebliches Vorkommen in der 
Swijaga wird demnach wahrscheinlich auf einer Verwechs- 
lung mit einer Art der Gattung Unio, die ja auch zuweilen 
Perlen bildet, beruhen. 

Die Lokalitäten, an welchen ich sammelte, sind 
folgende : 



— 38 — 

1) Ssimbirsk, Stadt am rechten Wolga -Ufer in 
Gärten am Abhänge des hier ca. 125 m hohen und recht 
steilen Ufers (genannt „Podgorje"). Ferner im Auswurf 
der ^Volga. 

2) Fluss Swijaga bei Ssimbirsk; dieser Fluss ist 
hier von der Wolga durch einen nur wenige Werst breiten 
Landrücken, auf dem die Stadt liegt, geschieden und 
mündet erst weit nördlicher oberhalb Kasan in die Wolga. 

3) Dorf Jasykowo, auf den Wiesen des Flüss- 
chens Urenj (linker Nebenfluss des Barysch) im westlichen 
Teile des Kreises Ssimbirsk. 

4) In einem parkartigen Garten des Dorfes Staro- 
Timoschkino, in der Nähe der Quelle der Swijaga, im 
westlichen Teile des Kreises Ssengilei. 

5) Dorf R u m j ä n t z e w o , am rechten Ufer des 
Flusses Barysch (rechter Tributär der Ssura) im südlichsten 
Teile des Kreises Korsun; Kiefernwald mit Unterholz von 
Gorylus, Quercus, Populus tremula. 

Liste der Arten. 

1) Agriolimax agrestis L. f. pallens Srth. einige St. 
bei Ssimbirsk (Podgorje), hell rötlichgrau einfarbig; Schleim 
milchweiss. 

2) Vitrina pellucida Müll., 2 erwachsene leere St. im 
Walde von Rumjäntzewo. 

3) Euconulus fulvus Müll., 4 St. daselbst. 

4) Hyalinia petronella Gharp., 1 St. daselbst. 

5) Hy. hamtnonis Ström., 2 St. im Garten von Staro- 
Timoschkino. 

6) Zonitoides nitidus Müll., 18 St, in Wiesengräben 
bei Jasykowo. 

7) Patula ruderata Stud., 3 St. im Walde von Ru- 
mäntzewo. 

8) Eulota fruticum Müll., 1 jüngeres leeres St, bei 
Ssimbirsk (Podgorje). 



^-- 89 — 

9) Arion subfuscus Drap., 1 jüng(;res St. mil dcul- 
lichcn Seitenbinden und ein erwachsenes ohne solclic 
daselbst. 

10) VaUonia costata Müll., 9 St. in Gärten von Ssim- 
birk; 5 St. im Walde von Rumäntzewo und 13 St. im 
Garten von Staro-Timosehkino. 

11) Vau. pulchella Müll., 1 St. Jasykowo, 3 St. in 
Gärten von Ssimbirsk und 2 St. im Garten von Staro- 
Simoschkino. 

12) Frutkicola ruhiginosa A. Schmidt, ein defektes, 
gebleichtes St. im Auswurf der Wolga bei Ssimbirsk ; 7 
lebende St. auf Wiesen bei Jasykowo, davon einige sich 
der f. planulafa Ldh. nähernd. 

13) Euomphalia strigella Drap.. 1 last erwachsenes 
leeres St. von Rumjäntzewo; 13 leere frische St. von 
Ssimbirsk (Podgorje), davon 2 erwachsene. H. 11,5, Br. 
15 mm. 

14) Chondrula tridens Müll., 5 lebende und 10 leere 
Stücke in Gärten von Ssimbirsk, nach Regen am Hopfen 
kriechend ; Angularhöckcr und oberer Marginalzahn meist 
deutlich entwickelt. Ausserdem ein lebendes erwachsenes 
Exemplar der f. albina: das Gehäuse rein weiss und der 
Mundsaum porzellan weiss. Die Grösse der Gehäuse sehr 
verschieden, z. B. 11:5; 13:5.5; 12,75:6; 10,5:5,5. 
Das Tier ist recht lebhaft mit einem zierlich dunkel';re- 
streiften Mantel, welcher durch das Gehäuse durchschimmert 
und demselben ein ganz fremdartes gfstriemtes Aussehen 
verleiht. 

15) Pupilla muscurum Müll. var. milasehevitsehi nov. 
Testa elongato-cylindracea, saturate rufobrunnea, callo 

cervicale pallidiore, anfract. 7 — 8, ultimus antice distincte 
ascendens, apertura semper dente nodiforme in palato 
infra medio (et rarissime dente obsolete punctiforme in 
pariete) munita. Alt. 3,5—4; lat. 1,6 — 1,7 mm. 



— 40 — 

Im niedrigen feuchten Teile eines schattigen Gartens 
in Staro-Timoschkino, an der Holzeinfassung eines alten 
Brunnens dicht über dem Rasengrunde 7 erw. und 5 junge 
Ex. lebend gesammelt. Alle 7 erw. Stücke besitzen einen 
kräftigen höckerförmigen Palatalzahn und nur eines davon 
ein sehr undeutliches punktförmiges Parietalzähnchen. 

Ich habe diese neue Form, welche der var. elongata 
Gless, sehr nahe steht und sich durch die constante An- 
wesenheit eines Palatalzahnes von derselben unterscheidet, 
nach Herrn Professor K. Milaschewitsch in Sewastopol, 
dem wir die ersten umfangreichen Mitteilungen über die 
Molluskenfauna Centralrusslands verdanken, benannt. Dass 
diese Form in ihren Kennzeichen constant ist, geht auch 
daraus hervor, dass sie mir ausserdem von zwei ver- 
schiedenen Lokalitäten des Moskauer Gouvernements in je 
einem erwachsenen Stück vorliegt. Diese Moskauer 
Exemplare besitzen 7 Umgänge, einen deutlichen Palatal- 
zahn und eine Höhe von 3,5 mm, Br. 1,6 mm. Bei beiden 
Stücken fehlt der Parietalzahn gänzlich. 

16) hthmia costulata Nilss., ein erw. typisches St. 
lebend in einem Garten in Ssimbirsk (Podgorje) gefunden. 

17) Alaea pygmaea Drap., ein junges St. mit der 
vorigen zusammen ; ferner ein erw. lebendes Exemplar in 
einem Garten von Staro-Timoschkino. 

18) Cochlkopa luhrica Müll, 12 St. im Garten von 
Staro-Timoschkino. 

f. exigua Mke., 1 St. mit den vorigen zusammen; 
ferner 3 Ex. im Walde bei Rumjäntzewo. 

19) Succinea putris L. var. olivula Raud., 1 erw. St. 
im Auswurf der Wolga bei Ssimbirsk, 6 lebende St. (da- 
von 2 erw.) auf Wiesen bei Jasykowo; 7 St. (davon 3 
erw.) im Garten bei Staro-Timoschkino. 

20) Suc. pfeifferi Rossm., 1 junges leeres Stück bei 
Jasykowo. 



— 41 - 

var. recta Baud., 7 lebende St. im Garten bei Slaro- 
Timoschkino. 

21) Siic. oblonga DrRp., i erw. leeres ^i. in Gärten bei 
Ssimbirsk (Podgorje). 

22) Lymnaea stagnalis L., 1 junges defektes Si. im 
Wolgaauswm-f bei Ssimbirsk; 4 erw. St. aus der Swijaga 
bei Ssimbirsk, bis 54 mm hoch ; im Fhisse Urenj bei 
Jasykowo gemein. 

23) L. ovata Drap., 2 junge St. lebend bei Jasykowo. 

24) L. peregra Müll,, 1 leeres St. am Urenj bei 
Jasykowo. 

25) L. truncatula Müll., 1 St. im Garten von Staro- 
Timoschkino. 

26) PlanorUs corneus L., var. elophilns Bgt., 1 junges 
defektes St. im Auswurf der Wolga bei Ssimbirsk; 3 erw. 
St. aus der Swijaga bei der eben genannten Stadt, bis 
36,5 mm breit und 12,5 mm hoch. 

27) PL (Tropidiscus) planorbis L. (= umhilicatus Müll.), 
2 leere gebleichte St. aus der Wolga bei Ssimbirsk ; 1 7 
lebende St. in Gräben bei Jasykowo. 

28) PL (Diplodiscus) vortex L., 35 lebende Ex. in 
einer stillen Bucht des Fl. Urenj bei Jasykowo, Breite bis 
12 mm. 

29) PL (Diplodiscus) leucostoma Mill., 1 leeres ge- 
bleichtes erw. St. aus dem Auswurf der Wolga bei Ssimbirsk. 

30) PL (Bippeutis) fontanus Light f., 6 lebende St. in 
einem Wiesengraben bei Jasykowo. 

31) Vivipara contecta Mill. var. rossica Milasch., 5 
erw. St. aus der Swijaga bei Ssimbirsk mit deutlichen 
Binden bis 41 mm hoch und 31 mm breit; ausserdem ein 
junges defektes St. mit deutlichen Binden aus dem Aus- 
wurf der Wolga bei der genannten Stadt. 

32) V. duboisiana Mouss., 4 junge St. aus der Wolga 
bei Ssimbirsk, davon 2 ungebändert, in Färbung und 



_ 42 — 

Schalendicke der var. crassa Krnl, sehr ähnhch ; ca. 50 
Ex. in allen Grössen aus der Swijaga bei Ssimbirsk, fast 
sämtlich sehr deutlich gebändert. Bei 5 — 6 Umgängen 
81,5—39 mm hoch und 22—25 mm breit. 

33) Bythinia leachi Shepp., 1 leeres St. aus der Wolga 
bei Ssimbirsk. 

34) Sphaerium corneuni L., ca. 15 Ex. aus dem Flusse 
Barysch bei Rumjäntzewo. 

III. Gouvernement Nischni-Nowgorod. 

Es sei hier anhangsweise die kleine Liste der Arten 
beigefügt, welche ich im August 1908 in und bei der 
Stadt Nischni-Nowgorod beobachtet und gesammelt habe. 
Unsere Kenntnisse der malacozoologischen Verhältnisse 
dieses Gouvernements beschränken sich auf die Mitteilungen, 
die L. Krulikowsky in seiner russischen Abhandlung: 
,Zur Kenntnis der Molluskenfauna Russlunds", St. Peters- 
burg 1889, gemacht hat. Er zählt darin im ganzen 27 
Arten auf, darunter nur 2 Landschnecken {Euomphalia 
strigella und Succinea pfeifferi). Die von mir gefundenen 
Arten sind folgende: 

1) Agriolimax agrestis L. f. retieulatus Müll., Nischni- 
Nowgorod im Alexandergarten an den Abhängen des linken 
hohen Wolgaufers (Linde, Ahorn, Birke und Trauben- 
hollunder) ziemlich häufig, jedoch seltener als der folgende. 

2) Ärion bourguignafi Mab., daselbst, sehr häufig. 

3) Vallonia costata Müll, daselbst (13 St.). 

4) V. pulchella Müll, daselbst (12 St.) 

5) Cochlicopa lubrica Müll, daselbst (3 St.). 
f. exigua Mke, daselbst (2 St.). 

6) Vivipara duhoisiana Mouss., von einer Sandinsel 
in der Wolga bei N. N., ca. 1 km oberhalb der Mündung 
der Oka, brachte mir ein Fischer leere Gehäuse in sehr 
grosser Zahl. Alle Gehäuse sehr stark abgerollt, meist 
defekt und stets ohne Cuticula. Höhe 26—28 mm., Br. 



— 43 — 

20—21 mm. Ein Stück besitzt eine höchst eigentümliche 
Zeichnung, indem bei ihm jedes der beiden unteren Bänder 
in je 2 schmale Binden aufgelöst ist, so dass im ganzen 
also 5 Binden vorhanden sind, 

7) ünio tumidus Retz., eine kleine Form, häufig mit 
der vorigen. 

8) U. rostratus Lam. (= pictorum auct.), mit der 
vorigen, jedoch seltener ; gleichfalls eine kleine Lokalform.*) 

9) Dreissensia polymorpha Pall., eine jugendliche Ein- 
zelklappe mit den vorigen zusammen ; ferner mehrere 
Byssus-Büschel an den Unionen. 



Neue ostasiatische Najaden. 

Von 
Dr. F. H a a s - Frankfurt a. M. 



1. Nodularia parcedentata n. sp. 
Schale unregelmässig rhombisch, ziemlich dünn und 
aufgeblasen. Vorderer Oberrand gerade, abfallend, ge- 
rundet an den kurzen Vorderrand anstossend, der in schöner 
Rundung in den geraden oder leicht konvexen Unterrand 
übergeht. Unterrand von seiner undeuthchen unteren Ecke 
aus steil ansteigend, ohne sichtbare obere Ecke, gerundet an 
den hinteren Oberrand anstossend, der horizontal, leicht ge- 
bogen zu den Wirbeln zieht. Wis bei bei ^*/j oo der Gesamtlänge 
liegend, bei jungen^ Stücken vorragend, bei älteren von dem 
höchsten Punkte des hinteren Oberrandos überragt; sie 
sind schon in der Jugend korrodiert, lassen aber eine aus 
konzentrischen Wellenrunzeln bestehende Skulptur erkennen, 
deren letzte Reste auch bei ausgewachsenen Stücken noch 
auf der Areola erhalten sind. Die Area ist hoch, drei- 

*) Die Unionen sind an Herrn Prof. Dr. W. K o b e 1 1 zur ge- 
naueren Untersuchung eingesandt worden. 



_ 44 — 

eckig, zusammengedrückt und durch die beinahe wulsf artig 
vorspringende äussere Arealkante deuthch von der übrigen 
Schale abgesetzt; die innere, ebenso die hier auftretende 
obere Arealkante, ist als undeutliche, vertiefte Linie er- 
kennbar. Die Areola ist klein, zusammengedrückt. Das 
Ligament ist lang, stark, der Sinulus kaum wahrnehmbar, 
lang lanzettlich, der Sinus kurz, dreieckig. Die Epidermis 
ist glänzend schwarz, vorn und hinten mit einem dicken, 
rostfarbigen Ueberzug bekleidet,. Rückenumriss vorne stark 
zugeschäft, rasch an Dicke zunehmend, deren Maximum unge- 
fähr in der Hälfte der Schalenlänge liegt, nach hinten allmäh- 
lich abnehmend. Schlossverhältnisse sehr variabel. Nur 
ein Haupt zahn in jeder S ch alen hälft e. Der der 
rechten Klappe liegt vor dem Wirbel, ist viereckig und 
oben gekerbt; der der linken Klappe liegt unter dem Wirbel, 
ist stumpf dreieckig und glatt, Intervall ziemlich lang, 
schmal, glatt. Lamellen kurz, dick, etwas gekrümmt, 1—2 
in jeder Schalenhälfte. Unter vier mir vorliegenden Muscheln 
sind die Lamellen folgendermassen verteilt: 



r 


echts 


links 


a) 


1 


1 


b) 


2 


2 


c) 


1 


2 


cl) 


2 


2 



Der Hauptzahnwinkel beträgt 30", der Lamellen- 
winkel 0°. Vordere und hintere Muskeleindrücke ver- 
schmolzen, doch zeigt der hintere Fussretraktor die Tendenz, 
selbstständig zu werden. Wirbelhaftmuskeleindrücke zu 
einer tiefen Grube vereinigt unter dem Intervall. Perl- 
mutter rötlich unter den Wirbeln, bläulich an den Rändern- 

Länge 50 mm, grösste Höhe 36 mm, Wirbelhöhe 
30 mm. Tiefe 22 mm. 

Fundort: Mikawa, Japan. Gekauft von Hirase. 



— 45 — 

2. Nodular ia hirasei n. sp. 
Schale keilförmig, fest, schwer, ziemlich aufgeblasen. 
Vorderer Oberrand leicht gebogen, ohne deutliche Ecke in 
den kurz gebogenen Vorderrand sich fortsetzend, der schön 
gerundet in den ziemlich stark konvexen Unlerrand über- 
geht. Unterrand von seiner stumpfen unteren Ecke aus steil 
zu der undeutlichen oberen Ecke, von dieser sanfter, ge- 
bogen zu dem hinteren Oberrand- ansteigend, der von den 
Wirbeln leicht gebogen abfällt und mit dem er eine kaum 
sichtbare Ecke bildet. Wirbel sehr weit vorne, bei ^°/ioo 
der Gesamtlänge liegend, etwas vorragend, stets korrodiert, 
ziemlich aufgeblasen. Wirbelskulptur nur in der Jugend 
erkennbar, aus konzentrischen Wellenrunzeln bestehend, 
die nach hinten zu zickzackförmig werden und an der 
äusseren Arealkante als gebogene Parallelzüge umbiegen, 
um nach hinten oben über die Area zu ziehen. Area 
niedrig, etwas zusammengedrückt, mit undeutlichen Areal- 
kanten. Areola sehr klein, zusammengedrückt. Ligament 
lang, stark. Sinulus breit lanzettlich, Sinus kurz dreieckig, 
Epidermis schwarz, mit leichtem Seidenglanz. Rückenum- 
riss lanzettlich, vorn ziemlich stumpf, rasch an Dicke zu- 
nehmend, deren Maximum bei V* tler Schalenlänge liegt, 
nach hinten zum zugeschärften Hinterende allmählich ab- 
nehmend. Schloss aus einem Hauptzahn und einer Lamelle 
in der rechten, zwei Hauptzähnen und zwei Lamellen in 
der linken Schalenhälfte bestehend. Hauptzahn der rechten 
Klappe stumpf, fest, stark gekerbt, vor ihm ein kleiner 
schwacher, lamollenförmiger Hilfszahn ; vorderer Hauptzahn 
der linken Klappe klein, niedrig, hinterer langestreckt, hoch 
gekerbt. Intervall kurz, breit. Lamellen lang, stark, in 
der linken Klappe die untere die stärkere. Hauptzahn- 
winkel 15°, Lamellen winket 10°. Vordere Muskeleindrücke 
tief, der des Adduktors mit dem des oberen Refraktors 
verschmolzen ; hintere Muskeleindrücke seicht, verschmolzen ; 



— 46 — 

Wirbelhaftmuskeleindrücke in einer Reüie unter dem Inter- 
vall liegend. Mantelwulst vorn ziemlich stark, nach hinten 
flach auslaufend. Perlmutter rötlich, hinten bläulich. 
Länge 79 mm, Höhe 46 mm, Tiefe 30 mm. 
Fundort: Yamashiro, Japan. Erhalten von Hirase. 

3. Pseudodon soUdits n. sp. 
Schale langelliptisch, fest, schwer, ziemlich zusammen- 
gedrückt. Vorderer Oberrand gebogen, abfallend, ohne 
Ecke in den kurz gebogenen, steilen Vorderrand übergehend, 
der sich seinerseits sanft in den wenig gebogenen, fast 
geraden, horizontalen Unterrand fortsetzt. Unterrand von 
seiner unteren Ecke aus steil, von der undeutlichen oberen 
Ecke aus sanfter gebogen zum hinteren Oberrand auf- 
steigend, der erst gerade, dann ziemlich stark gebogen 
vom Wirbel herzieht und sich ohne Ecke mit dem Hinter- 
rand vereinigt. Wirbel bei ^Vioo der Gesamtlänge liegend, 
ziemlich aufgeblasen, wenig über den hinteren, stark über 
den vorderen Oberrand vorragend, abgerieben Auf den 
eingerollten |Spitzen sind Reste einer aus scharfen, enge- 
stehendeU; konzentrischen Leisten bestehenden Skulptur er- 
kennbar. Area ziemhch hoch, wenig zusammengedrückt, 
mit undeutlichen Arealkanten. Areola klein; Ligament 
lang, stark, halb überbaut. Sinulus breit lanzettlich, tief 
in die Wirbel einschneidend. Sinus nicht wahrnehmbar. 
Epidermis braunschwarz, nach den Wirbeln zu heller. 
Rückenumriss schmal lanzetthch, vorn unten hinten ziem- 
lich gleichmässig an Dicke abnehmend. Schloss aus zwei 
stumpfen, zahnartigen Fortsätzen bestehend, von denen 
der der rechten Klappe abgestumpft dreieckig, ziemlich 
hoch ist und vor dem Wirbel liegt, während der der 
linken Klappe länger und niedriger ist und unter dem 
Wirbel liegt. Die vorderen Muskeleindrücke sind tief, ver- 
schmolzen (der des unteren Refraktors ist sehr gross und 
beinahe selbstständig), die hinteren Muskeleindrücke .sind 



- 47 - 

seicht und versclimolzen. Die Wirbelhaftmuskeleindrücke 
liegen zu 4—6 in einer Reihe in der Wirbelhöhle. Perl- 
mutter porzellanartig bläulich-weiss, wenig irisierend. 

Länge 92 mm, grösstc Höhe 54 mm, Wirbelhöhe 
45 mm, Tiefe 31,5 mm. 

Fundort: Hunan, Mittelchina. Ges. von 0. v. Moellen- 
dorff. 



Errata zu meinen Arbeiten dieses Heftes. 

Von 
Caesar R. Boettger. 



Durch ein Missverständnis haben die Korrekturbogen meiner 
Arbeiten dieses Heftes mich nicht erreicht. Es sei daher hier am 
Ende des Heftes auf einige Druckfehler hingewiesen. 
Pag. 19 col. 1 hn. 20: Der Autor von Daud. calophana ist West., 
nicht Wagn. 

„ IV» ,, 1 „ 20: Unter Daud. calophana West, fehlt Daudebardia 
(Carpalhica) transsylvanica Bielz. 

„ 19 „ 2 ,, 24—27: Die Zonites-Arten compressus Ziegl., croa- 
ticus Partsch, crypla Parr. und lardeus Slenz. 
sind von dem Drucker versehentlich zu Parae- 
gopis gestellt worden. Die Arten sind noch nicht 
anatomisch untersucht. Zon. croalicus Partsch 
wird wohl zu Aegopis, Zon. lardeus Stenz zu 
Paraegopis gehören. 

,, 20 „ 1 „ 13: Eine Hyalinia mit mir unbekannter systema- 
tischen Stellung ist Hyalinia kuzmici Brus. 

,, 20 ,, 2 „ 6: Natiirhch Cryst. opinatus Ulic. statt spinatus 
Uhc. 

„ 20 „ 2 „ 11: Unter Fani. Patulidae fehlt Pyramidula rupes- 
tris Drap. 

„ 22 „ 1 „ 17 : Unter Gampylaea (Cingulifera) schniidti Ziegl. 
fehlt Gampylaea (Cingulifera) phalerata Ziegl. 

„ 23 „ 1 ,. 7 : Unter Xerophila (Helicella) ammonis A. Schm. 
fehlen Xerophila (Helicella) liburnica Stoss. 
und Xerophila (Helicella) vogliana Korm. 

., 24 „ 2 „ 34: Der Autor von Zospeum nycteum ist Bourg., 
nicht Freyer. 

„ 25 „ 1 „ 4 : Die Farn. Auriculidae niuss besser folgender- 
niassen lauten (vergl. auch Marchese di Monte- 
rosato, Arlicolo suUe Auriculidae, Assiminidae 
e Truncalellidae dei mari d'Europa. Estratto 
dal Naturalista Siciliano, N. 6, An. XViII, 190«) : 
Alexia denticulata Mont. 



— 48 — 

Myosotella myosotis Drap. 
„ biasolettiana Küst. 

„ kutschigiana Küst. 

„ microstoma Küst. 

„ obsoleta L. Pfr. 

Ovatella firmini Payr. 
Leuconia bivoniae Phil. 
Pag. 26 col. — lin. 31: Unter Gl. (Alinda) biplicata Mont fehlt Gl. 
(Pirostoma [Kuzmicia]) parvula Stud. 
„ 27 „ — „ 24 : Liess Heussler statt Henssler. 

Eiiigegaugene Zahlungen : 

Pfr. Rickleß, Waddenwarden, Mk. 7.50: — v. Kimakowicz, 
Hermannsladt, Mk. 7.50; — Suter, Auckland, Mk. 6—; — Stadtpfr. 
Mönig, Mengen, Mk. 6.— ; — Borcherding, Vegesack. Mk. 7.50; — 
Baron Tietenhausen, Kinipolung, Mk. 7.50; — Wertheim, Grunewald, 
Mk. 7.50; — Lehrer Müller, Grätz, Mk. 7 50; — Prof. Schmalz, Berlin. 
Mk. 7.50; — Lehrer Herbst, Göttingen, Mk. 7.50; — Gysssr, Weissen- 
burg, Mk. 7.50; — v. Löflfelholz, München, Mk. 7.50 ; — Ponsonby. 
Esqu. London, Mk. 7.50; — Schlesch, Odense. Mk. 6.— ; — 
NaturaUenkabinett, Stuttgart, Mk. 7.50; — Dr. Hilbert, Sen?bnrg, 
Mk. 8.— ; — Schacko, Berlin, Mk. 7.50; — Lindholm, Moskau, 
Mk. 7.50: — Prof. StoU, Zürich, Mk. 7.50; — Schepmann, Bosch 
en Duin, Mk. 7.50; — Pastor Stahlberg, Schwerin, Mk. 7.50; — 
Naturhistor. Museum, Wiesbaden, Mk. 7.50; — Naturforsch. Gesell- 
schaft, Görlitz, Mk. 7.50; — Notar Köhler Hohenelbe, Mk. 7 50; — 
Prof. Reinhardt, Berlin. Mk. 7.50; — Paessler, Berlin, Mk. 7.50; — 
Steenberg, Kopenhagen, Mk. 7.50. 

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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologisehen &esellseliaft 



Dreiuiidvierzigster Jalirgang 
(1911) 



Heft II 

(April — Juni) 



Inhalt: 

. Seite 

\ Kobelt, Dr. W., Das Nilrätsel 49 

Pfeffer, Dr. Julius, Beiträge zur Molluskenfauna Deutsch- 
lands 59 

— — , Zur Kenntnis der Ausbreitung der Petricola pholadi- 
formis Lam 67 

— — , Anpassung an ungünstige Verhältnisse 70 

Rolle, Hermann, Beschi-eibung neuer Arten 71 

Clessin, S., Neue Arten 74 

Schröder, Dr. Bichard, Helix (Arianta) arbustorum L. var. 

Joachimi Schröder 77 

Boettger, Caesar B., Einige Worte zu H. von Iherings 

„System und Verbreitung der Heliciden" .... 78 
Clessin, S., Unio pictorum L. in der Donau bei Regensburg 83 
Lindliolm, W. Ä., Bemerkungen über einige Hyalinien 

Russlands nebst Beschreibung einer neuen Art . . 94 
Boettger, Caesar B,, Einige Worte zu : Noch einmal ,,Die 
Vervvandschaftsbeziehungen der Helix-Arten aus dem 
Tertiär Europas" von Prof. Dr. 0. Boettger in Frank- 
furt (Main) - 99 

Wenz, Dr. Wilh., Cypraea moneta L. aus einer praehisto- 

rischen Ansiedelung bei Frankfurt a. M 104 

Kleinere Mitteilungen 104 

Literatur 105 



<i»W^^^^^N^Wi»^%»^a» M l^^»»^»»»«»»ai^^»»»»»%»»%»<^%»%l»<%.^»W»^«%% W l H »i> M '«^%M»«^ 






Heft 2 Appll 1911. 

Nachrichtsblatt 



dep Deutschen 



Malakozoologischen Gesellschaft. 

Dreiundvierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

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Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Das Niliätsel. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



Die afrikanische Süsswasserfauna zerfällt, im Großen 
und Ganzen betrachtet, in drei grosse Abteilungen : 
Nilsystem, im Norden mit Tschad, Niger und Senegal, 
im Süden mit Sambesi und Kunene, — Kongosystem 
— äusserste Südspitze. Zwischen Nil und Kongo 
schiebt sich der rätselhafte Tanganyika mit seinen 
nächsten Nachbarseen. Er hat wohl mit beiden Syste- 
men in Verbindung gestanden, aber nur vorübergehend 

4 



— So- 
und nur für kurze Zeit. Ebenso mit dem Nyassa und 
dem Schire-Sambesi. 

Der heutige Nil ist der Fluss des grossen inneren 
oder Zentralafrikanischen Grabenbruchs und 
hat seine Richtung erst durch diesen erhalten. Dieser 
Grabenbruch beginnt im Nyassa-See, zieht dann durch 
den Tanganyika und den Kiwu, zum Albert-Edward- 
See und zum Albert-See, und steht offenbar im Zu- 
sammenhang mit dem Einbruch des Spaltentales, wel- 
ches das Rote Meer enthält und in das Jordantal 
ausläuft. Ueber seine genauere Ausbildung, über sein 
Alter, über die Bedeutung der Querbrüche, welche ihn 
an verschiedenen Stellen durchsetzen, sind wir noch 
lange nicht im Reinen. Von dem nördlichsten Teile 
wissen wir, dass er frühestens am Ende des Pliocän, 
vielleicht noch später sich gebildet hat. Das Alter in 
Afrika festzustellen, hat seine grossen Schwierigkeiten, 
da südlich von Egypten Ablagerungen mit Fossilien 
vollständig fehlen. Sehr viel älter werden sie schwer- 
lich sein. Heute liegen in dem Grabenbruch zwei 
Wasserscheiden, die eine in dem Virunga-Gebirg 
(3470 m hoch) zwischen dem in 1 480 m Seehöhe gelegenen 
Kiwu- See und dem bei 1100 m liegenden Albert- 
Edward-See, die andere viel niedrigere zwischenTan- 
ganyika und Nyassa. Ueber ihre Beschaffenheit habe 
ich nichts in Erfahrung bringen können. Vulkanische 
Bildungen finden sich in dem Graben an verschiedenen 
Stellen, namentlich da, wo Querbrüche ihn durchsetzen. 
Es ist also nicht im Entferntesten unwahrscheinlich, 
dass diese Wasserscheiden spätere Bildungen sind, 
wenn sie auch wohl älter sein mögen, als die Angliede- 
rung des Tanganyika-Sees an das Kongo-System. 

Albert-Edward-See und Albert-See sind durch 
den Rufidschi verbunden. Am Nordende des Albert- 



- 52 - 

sees, wo die Grabenränder sich verflachen, vereinigt 
sich mit dem Wasser der Grabensenke der Abfluss des 
in 1130 m Höhe liegenden gewaltigen Victoria- 
Nyansa zum obersten Nil; die Vereinigungsstelle liegt 
noch 600 m hoch. Dass diese Verbindung verhältnis- 
mässig jungen Datums ist, dass die Gewässer des 
Hochplateaus erst durch die Bildung des grossen 
Grabens zum Nil abgelenkt wurden und früher durch 
den Stefaniesee ihren Weg zum indischen Ozean fanden, 
wird heute ja kaum mehr bezweifelt. Die Murchison- 
Fälle allein würden schon beweisen, dass das Wasser 
hier noch nicht allzulang an der Arbeit ist. Aus der 
Molluskenfauna können wir leider keine Beweise bei- 
bringen, da die Erlanger'sche Expedition aus diesem 
Gebiet kaum etwas von Wasserschnecken mitge- 
bracht hat. 

Von da ab fliesst der Nil als Bach r el Dschebel 
nach Norden bis zu der grossen Senke des Gazellen- 
flusses, dessen weit ausgedehnte Sümpfe von Osten 
her der wasserreiche Sobat zufliesst, von Westen her 
der noch wassereichere Bach r el Ar ab. Hier finden 
wir eine vollständige Unterbrechung des Nillaufes. Ein 
gewaltiger See muss einmal das ganze Gebiet erfüllt 
haben, aber vor seinem Einbruch kann hier recht wohl 
der Sobat in direkter Fortsetzung seines Oberlaufes 
nach dem Schar i hinübergeflossen sein und so die 
Verbindung des oberen Nil mit dem Tschadsee und 
dem Benue-Niger hergestellt haben, welche nach der 
Verbreitung der Muteliden wie der Unionen einmal be- 
standen haben muss. Diese grosse sudanische Zentral- 
senke bedarf allerdings noch sehr der genaueren Unter- 
suchung. Sie reicht bis 11°8' nördlicher Breite, wo 
der Durchbruch durch das dongolanisch-nubische 
Plateau beginnt und wieder Felsen ans Ufer heran- 



— 53 — 

treten. Ehe dieser Durchbruch einigermassen fertig 
war, muss unbedingt der Abfluss der Gewässer des 
Sudans durch den Schari zum Tschad erfolgt sein. 

Das nu bische Sandsteinplateau gehört 
jedenfalls der Kreideformation an, nach Zittel dem un- 
teren Senon, also der späteren Kreidezeit, in welcher 
die ausgedehnte Transgression sowohl über Europa, 
als über die Mittelmeerländer und Nordostafrika statt- 
fand, die nach Neumayer nur durch eine allgemeine 
Erhöhung des Meeresspiegels bedingt sein konnte. 
Mit ihrem Zurückweichem muss der Nil begonnen 
haben, den libyschen Sandstein zu durchnagen. Schon 
im oberen Mittel-Oligocän in der Mokattam oder Carolia- 
Stufe konnte Blan ckenho r n*) in Oberegypten die 
Mündung eines gewaltigen Flusses nachweisen, der ein 
Delta am Rande der egyptischen Bucht ablagerte, in 
welchem sich Steinkerne von Lanistes und Ampullaria, 
also echte Nilbewohner finden. Oberoecäne Ablagerungen 
desselben Flusses enthalten auch lUutela, Spatha, ünio 
und Pseudodon. (?) 

Im Miocän und Pliocän finden wir nur Süsswasser- 
und Brakwasserformen in Egyptischen Ablagerungen, 
der Einbruch des Niltals, die spättertiären Grabenbrüche 
in Ostafrika haben offenbar die Verbindung der suda- 
nischen Senke für geraume Zeit unterbrochen. Unter- 
egypten ist bis zum oberen Pliocän vom Meere, dann 
von brakischen und später von Süsswasserseen über- 
deckt. 

Aus dem Miocän und Pliocän stammt demnach 
wohl das seltsame S-förmige Bett, das sich der Nil durch 
die Lybische Platte gegraben hat und das wahrschein- 
lich sehr verschiedene Entwicklungsphasen durchge- 
macht hat, ehe es wieder in Verbindung mit der 

*) In: Zeitschr. Ges. Erdkunde Berlin 1902 no. 8. 



— 54 -^ 

egyptischen Bucht trat und der heutigen Nilfauna den 
Weg ans Mittelmeer öffnete. Ohne Karte ist der Durch- 
bruch kaum verständlich, denn seine verschiedenen 
Teile sind offenbar von verschiedenen Stromläufen aus- 
gewaschen. Der Lauf des abessynischen Bachr ei 
Azrek trifft, wenn man ihn direkt fortsetzt, auf das 
scharfe Knie von Abdum, wo der rückläufige Arm des 
Durchbruches wieder nach Norden umbiegt und dann 
diese Richtung beibehält. Der Atbara setzt seine 
Richtung in der Nilstrecke Berber-Abu Hammed fort, 
und von der scharfen Ecke an letzterem Ort geht eine 
wasserleere Senke zum Nil nördlich von Korosko. Die 
rückläufige Nilstrecke aber zwischen Abdum und Abu 
Hammed erscheint als eine direkte Fortsetzung des 
bis zum Schari verfolgbaren Wadi el Malek, durch 
welche recht wohl einmal der Tsadsee mit dem Nil 
zusammengehängt haben kann. 

In Egypten hat der Nil in der Diluvialperiode ein 
anderes Bett eingenommen wie heute ; Blanckenhorn 
hat dasselbe westlich vom heutigen nachgewiesen. Aber 
es hat auch eine Zeit gegeben, wo er sich quer durch 
Egypten zum Meerbusen von Suez wandte und den 
heutigen Isthmus aufschüttete. Entweder nahm er 
seinen Lauf durch das Wadi Kene, das bei der 
gleichnamigen Stadt die Richtung des nach Westen 
abbiegenden Hauptstromes fortsetzt; — oder er erreichte 
den Isthmus durch die Vereinigung mit einem west- 
lichen Fluss, der aus den libyschen Oasen kam*). 
Jedenfalls hat sowohl der von Blanckenhorn als der 
Urnil bezeichnete westlichere Strom wie sein rezenter 
Nachfolger das Mittelmeer erst in einer relativ sehr 
späten Zeit erreicht, und so erklärt es sich, dass der 
heutige Nil auch in seinem Unterlauf weder einen 

*) Cfr. Issel, in Atti terzo Congr. d. geol. ital. Firenze 1898 



- 55 — 




echten Unio noch eine Anodonta hat, sondern eine fast 
rein sudanesische Fauna. Dass später in irgend einer 
Weise in den egyptischen Nil gelangte Limnaeiden oder 



-~ 56 -" 

Paludiniden nicht in den Süden vorgedrungen sind, ist 
bei den gewaltigen Kataral^ten, welche den Strom heute 
noch als einen unfertigen kennzeichnen, kein Wunder. 

Zu einem Versuch, die verschiedenen Phasen des 
Nillaufes mit Verschiedenheiten der Fauna der einzelnen 
Abschnitte des Stromes zu begründen, reicht das heute 
bekannte Material nicht aus. Ich hoffe, bald an einer 
anderen Stelle genauer darauf eingehen zu können. 
Ich bin nicht abgeneigt anzunehmen, dass die Ver- 
bindung einmal durch die zentralafrikanische Senke 
vom Sobat zum Tschad, das andere Mal durch den 
Bahr el Ghasal über Ennedi und des Wadi el Melek 
zum Nilknie bei Abdum, also in der entgegengesetzten 
Richtung, stattgefunden hat. Die Wasserverbindung mit 
dem Benue besteht ja heute noch, sie erklärt die Ver- 
breitung der Nilfauna über die Niger zu Senegal und 
Gambia. 

Auch im Tanganyika ist die Nilfauna ganz erheb- 
lich vertreten, man übersieht sie gewöhnlich nur in 
Folge des Ueberwiegens der endogenen Züge. Selbst 
die Qualle ist ein nilotischer Zug, sie kommt im Vic- 
toriasee wie im oberen Niger vor. AmpuUaria, Lanisies, 
Cleopatra, Gahhia, Vivipara unicolor unter den Einschalern, 
Mutela, Spatha, die Unionidengattung Coelatura unter 
den Zweischalern sind durch alle Gebiete verbreitet, 
welche wir oben als zum Nilsystem gehörig aufgeführt 
haben. Ihr Vorkommen im eocänen Nil beweist, dass 
sie aus der späteren Kreideperiode stammen. Vivipara 
unicolor und Cleopatra erscheinen im Eocän von Rognac, 
bei der ersten Einwanderung, sind aber dann aus der 
paläarktischen Fauna verschwunden. 

Aus dem Tschadsee waren bis in die neueste Zeit 
nur ganz wenige, von Lieutenant Glauning gesammelte 
und von Martens beschriebene Mollusken bekannt. 
Durch französische Sammler sind nun eine grössere 



-^ 57 



Anzahl Arten bekannt, die uns ein Urteil über die Ge- 
samtfauna gestatten. Sie schliesst sich, wie die Fisch- 
fauna, unmittelbar an die Fauna des Nil an und lässt 
einen früheren Zusammenhang mit dem oberen Nil 
als sehr wahrscheinlich erscheinen. Doch fehlen auch 
Beziehungen mit anderen Faunengebieten des tropischen 
Afrika nicht. Selbst nicht mit dem Tanganyika. Es 
fehlen dort alle die sogenannten thalassoiden Formen, 
aber die Najadeengattungen Grandidiera und Came- 
ronia, die für den Tanganyika als charakteristisch gel- 
ten, sind auch im Tschad vertreten, und die weiter 
verbreiteten Arten des Tanganyika fehlen dort so wenig, 
wie in den übrigen grossen Seen. 

Aus dem Tschad-See führt 1908 Germain in Bull. 
Musde Paris an : 



Limnaea africana Rüppell 

— exserta Martens 

— chudeaui Germain 

— tchadiensis Germain 
Isidora trigona Martens 

— strigosa Martens 

— truncata Fdrussac 

— tchadiensis Germain 

— vaneyi Germain 

— joubini Germain 

— rohlfsi Clessin 

— randabeli Bourg. 
Pyrgophysa dautzenbergi 

Germain 
Piiysopsis martensi Germain 
Planorbis sudanicus Martens 

— tetragonostoma Germain 

— adowensis Bourg. 

— chydeaui Germ. 
Planorbula tchadiensis Gerrn. 
Segmentina chevalieri Germain 
Vivipara unicolor Oliver 

var. lenfanti Germain 



Vivipara gracilior Martens 
Cleopatra cyclostomoides 
Küster 
var. tchadiensis Germain 
Bythinia neumanni Martens 

— neothaumiformis Germain 
Ampullaria speciosa Philippi 

— chariensis Germain 

— rucheti Billote 

— gradata Smith 
Melania tuberculata Müller 
Unio mutelaeformis Germain 

— lacoini Germain 
Grandidieria tsadiana Martens 
Mutela angustata ponderosa 

Germain 
Mutelina rostrata Rang 
Cameronia tchadiensis Germ. 

— hardeleti Germain 

var. moUi Germain 
Corbicula lacoini Germain 

— tsadiana Martens 
Eupera parasitica Parreyss. 



58 — 



Aus dem Gebiete des Sehari führt 1908 Gepmain 
(in Chevalier, l'Afrique centrale francaise, Appendice 11) 
folgende Arten an: 



Limicolaria charbonieri Bgt. 

— turris L. Pfr. 

var. duperthuisii Germ. 

— pallida Germain 

— turriformis Martens 

— connectens Martens 

— rectistrigata Martens 
Achatina marginata Swainson 
Limnaea humerosa Martens 

— undussumae Martens 
Pyrgophysa forskali Ehrbg. 

— dunkeri Germain 
Planorbis sudanicus Martens 

— adowensis Bourg. 

— bridouxi Bourg. 
Vivipara unicolor Olivier 
Cleopatra cyclostomoides Kstr. 

— buiimoides Olivier 

— Mweruensis Sm.ith 
Bythinia (Gabbia) neumanni 

Mrts. 

— — martreti Germain 
Ampullaria speciosa Phil. 

— wernei Phil. 

— chevalieri Germain 

— ovata Olivier 

— gradata Smith 

— rucheti Billotte 

— chariensis Germain 



Lanistes procerus Martens 

— Ovum Peters 

— ellipticus Martens 

" gubinguuiensis Germ. 
Melania tuberculata Müll. 
Unio aequatoria Morelet 

— chivoti Germ. 

— bangoranensis Germain 

— lacoini Germain 
Aetheria elliptica Lam. 
Spatha rubens Lim. 

var. caillaudi Martens 

— rotundata Martens 

— chudeaui Germ. 

— wissmanni Martens 

— chaiziana Rang 

— tawai Rang 

— decorsei Germain 

— bourguignati Ancey 

— cryptoradiata Putz. 

— divaricata Martens 
Mutela angustata Sowerby 

— chevalieri Germain 
Mutelina rostrata Rang 

— complanata Jouss. 

var. curta Germain 

— joubini Germain 
Corbicula fischeri 
Eupera parasitica Parreyss. 



— 59 - 
Beiträge zur Mollnskenfauna Deutschlands. 

Von 
Dr. Julius Pfeffer, Kgl. Kreisarzt. 



In Folgendem gestatte ich mir, einige Beiträge zur 
Kenntnis der Molluskenfauna Deutschlands den Fachgenossen 
zu unterbreiten. Ich möchte aus meinen Notizen über 
meine Sammlungen einiges über Fundorte, über weniger 
bekannte Formen usw. veröffentlichen, und hoffe, hier und 
da auch etwas Neues zu bringen, einiges zu berichtigen 
und besonders die Aufmerksamkeit auf bestimmte Fund- 
orte zu lenken. Die Mannichfalligkeit des Gegebenen ent- 
schuldigt gewiss eine freiere Form der Darstellung. 

1. Petasia bidens Chemn. Reinhardt (Verzeichnis der 
Weichtiere der Provinz Brandenburg 1899) gibt auf S. 11 
unter andern die Stadt Luckau als Fundort an und führt 
meinen Bruder Professor Dr. Georg Pfeffer als Gewährs- 
mann an. Mein Bruder hat die Schnecke in den siebziger 
Jahren im Schlosspark von Uckro (damals die nächste Eisen- 
bahnstation von Luckau) gefunden, nicht aber in Luckau. 
Ich selbst habe in Luckau viel gesammelt, und glaube 
sagen zu können, dass sich die fragliche Schnecke dort 
nicht findet; in Uckro habe ich sie noch im vorigen 
Sommer gefunden. Im Kreise Jericho vv II (Prov. Sachsen), 
in dem ich seit fünf Jahren als Kreisarzt tätig bin, habe 
ich sie nicht gefunden, trotzdem ich verschiedene Erlen- 
brücher, die gewöhnlich als Fundort der Petasia bidens ge- 
nannt werden, durchstöbert habe. Im Kreise Osterode 
(Prov. Ostpreussen) habe ich sie nicht gefunden. 

2, Tachea nemoralis L. In den vielen Privatsamm- 
lungen, die ich im Verlaufe der letzten drei Jahrzehnte 
durchgesehen habe, entsinne ich mich kaum, jemals Stücke 
mit hyalinen oder gespaltenen Bändern gefunden zu haben, 
bestimmt aber niemals Stücke, bei denen hyaline Bänder 



— 60 — 

auch gespalten waren (der Ausdruck „gespalten* scheint 
mir zweckmässiger wie „verdoppelt", doch nehmen auch 
die gespaltenen Bänder eine andere Breite ein, wie die 
normalen einfachen). Wie selten diese Bändervarietäten 
sind, erhellt auch daraus, dass in unsern Büchern über 
deutsche Mollusken derartige Exemplare als besondere 
Seltenheiten angeführt werden. Kobelt, Fauna der Nassau- 
ischen Mollusken, S. 125 spricht von je einem Exemplar 
mit 6 und 7 Binden. Goldfuss, die Molluskenfauna Mittel- 
deutschlands, S. 138 verweist auf den Aufsatz von Riemen- 
schneider, Nachrichtsblatt 1881 S. 25 ; dieser hat unter 
1714 Stück sechs (= 0,35*^/0) mit Spaltung der Bänder 
gefunden. Merkel verweist auf Clessin's Abhandlung über 
Missbildung der Mollusken, die ich zur Zeit verliehen habe. 
Reinhardt erwähnt Exemplare mit hyalinen Bändern aus 
Lanka. Eine wertvolle Zusammenstellung beobachteter 
Bändervarietäten gibt Borcherding, die Molluskenfauna der 
Norddeutschen Tiefebene, S. 287. Bei dieser Seltenheit 
von Stücken mit gespaltenen und hyalinen Bändern hat es 
gewiss Interesse, Fundorte kennen zu lernen, wo diese 
Varietäten geradezu häufig sind: Der erste Fundort ist der 
Friedrichshain in Berlin, der sich, soweit ich sehe, einer 
hervorragenden Nichtbeachtung der Zoologen erfreut. 
Ich habe hier in den Jahren 1880 bis 1885 nach manchem 
warmen Regen an den grossen Rüsterhecken die wunder- 
barsten Varietäten in Menge sammeln können. Der zweite 
Fundort ist das Dorf Dembe bei Czarnikau (Prov. Posen), 
wenngleich die Anzahl der Stücke bei Weitem nicht so 
gross ist wie im Friedrichshain. Nicht allzuselten ist an 
letzterem Fundorte eine wunderschöne Farbenvarietät: 
das Gehäuse ist bänderlos, von chokoladebrauner Grund- 
farbe, die Lippe leberfarben, der Schlund von einem feinen 
Violet überhaucht. Vielleicht sind die von Goldfuss, S. 
138, erwähnten bei Bonn gefundenen Stücke hierher ge- 



— 61 — 

hörig. Ein Stück mit weisser Lippe habe ich niemals ge- 
funden ; das einzige derartige Stück, das in meinen Händen 
gewesen ist, habe ich 1885 von einem Beamten des Ham- 
burger Zoologischen Museums bekommen, der es von 
Hidalgo erhalten hatte. In Spanien, bezw. den Pyrenäen 
ist die weissgelippte Form offenbar viel häufiger wie bei 
uns (vergl. The Journal of Conchology, 1893, Vol. VII 
Nr. 5 u. 7, Scharff, Helix nemoralis in the PyreneeS; und 
Horsley, Helix nemoralis in the pyrenees). 

3. Pomatia -pomatia L. Seit von Marten's schöner 
Arbeit im Nachrichtsblalt 1888 S. 169 wissen wir, dass 
unsere grösste deutsche Landschnecke ihre Verbreitung in 
Norddeutschland wesentlich dem Gaumen geistlicher Herren 
verdankt. In Oslpreussen habe ich sie in den Anlagen bei 
den alten Ordensschlössern stets in reichster Menge ge- 
funden, so in Gilgenburg, Osterode, Heilsberg, Neidenburg. 
Bei dem ehemaligen Gisterzienserkloster Jerichow an der 
Elbe habe ich sie nicht gefunden ; vielleicht haben die 
wohlschmeckenden Schleie der Elbe diese Fastenspeise 
entbehren lassen. Goldfuss sagt in seiner Fauna Mittel- 
deutschlands S. 142, dass sie durch das ganze Gebiet ver- 
breitet sei; im Kreise Jerichow II, einem langgestreckten 
Dreieck zwischen Elbe und Unterlauf der Havel, habe ich 
sie bisher nicht gefunden. 

4. Caecilianella acicula Müll. Diese kostbare Schnecke 
ist lebend, soweit ich sehe, nur recht selten gefunden 
worden. Goldfuss, S. 184, führt eine Reihe von Fund- 
orten an, doch ergibt sich aus der ersten Bemerkung, dass 
es sich hier um tot gesammelte Gehäuse handelt. Ich 
habe lebende Stücke in Luckau, Nieder-Lausitz, gefunden, 
indem ich, auf dem Bauch liegend, an tiefgehenden Wurzeln 
von Doldengewächsen sorgsam suchte. Im Jahre 1909 
fand ich lebende Stücke auf dem Kirchhof des Dorfes 
Gamern (Kreis Jerichow II). Bei einer amtlichen Orts- 



— 62 — 

besichtigung fand ich auf dem dortigen Kirchhof prächtige 
Exemplare von Stechapfel, der aber in unsere Kultur nicht 
mehr hineinpasst, und dessen Ausrottung ich anordnen 
musste. Beim Herausziehen einiger grosser Stücke fand 
ich an den Wurzeln sieben lebende Stücke dieser seltenen 
Schnecke. E. von Martens schreibt im Nachrichtsblatt 
1883 S. 60: „Herr Direktor frischer in Bernburg fand in 
einem Schädel, den er ausgegraben und der mit Erde ge- 
füllt war, eine grössere Anzahl von frisch aussehenden, 
der Mehrzahl nach verhältnismässig grossen Stücken dieser 
Art. Vgl. dazu die Notiz im Journal of Conchology 1882 
S. 317, wonach bei Chichester an älteren menschhchen 
Skeletten, 3 Fuss unter der Erde, ebenfalls Schnecken dieser 
Art gefunden wurden. Vielleicht werden sie durch den 
Verwesungsgeruch aus der Umgegend herbeigelockt und 
bleiben dann bis zum Tode an dieser Nahrungsquelle. " 
Goldfuss, S. 185, schreibt: „Einen gleichen Fall kann ich 
aus Halle a. S. melden, wo Inspektor Klautsch bei dem 
Bau der klinischen Institute in einem ausgegrabenen Schädel 
ein Stück dieser Art fand". Das Vorkommen in der Nähe 
menschlicher Ueberreste ist immerhin bemerkenswert. An 
exhumirten Leichen, deren ich im Laufe der Jahre eine 
ganze Anzahl unter den Händen gehabt habe, habe ich 
sie nicht gefunden. 

5. Limnaea stagnalis L. Aus der Riesenmenge der 
hierher gehörigen Formen möchte ich eine aus dem Plötzen- 
see bei Berlin anführen. Diese Form bildet das Gehäuse 
bis etwa zum letzten Drittel des letzten Umgangs regel- 
mässig, schlägt dann den Rand nach aussen, etwa 4 mm 
weit, wendet ihn dann ^\ieder zurück, und bildet das Ge- 
häuse regelmässig zu Ende; es entsteht auf diese Weise 
ein schmaler Buckel auf dem letzten Umgang. Ein einzel- 
nes derartiges Stück müsste als Rarität gelten, da ich 
jedoch wiederholt derartige Stücke gefunden habe, muss 



— 63 -^ 

es sich doch um eine Abnormität handeln, die nicht in 
individuellen, sondern in allgemeineren bezw, örtlichen 
Umständen begründet ist. 

6. Limnophysa glahra Müll. Die schöne Schnecke 
wird von Stein aus der Umgegend von Berlin angeführt ; 
Reinhard hält (I. c. S. 24) in eingehender Begründung ihr 
Vorkommen für zweifelhaft; dagegen hat Dr. Schröder 
(Nachrichtsblatt 1910 S. 136) bei Trebbin 25 Stück ge- 
sammelt, und somit „Limnaea glabra Müll, endgiltig als 
Bewohnerin der Provinz Brandenburg nachgewiesen". Ich 
habe L. glabra in den siebziger Jahren in den Torfgräben 
des Pfefferluchs, nahe dem Wirtshaus „zum deutschen 
Kaiser" in der Jungfernheide bei Berlin in Anzahl ge- 
sammelt. Die meisten Stücke waren von typischer Form 
mit weisser Lippe, einzelne skalarid, und nur hin und 
wieder fanden sich Stücke mit erodirtem Gewinde. Geyer, 
Unsere Land- und Süsswasser-Mollusken S. 79 sagt bei 
der Beschreibung: „Saum scharf, häufig weissgelippt". 
Goldfuss, S. 211: „Mundsaum scharf, häufig weissgelippt". 
Kobelt; Fauna der Nassauischen Mollusken S, 178: »Mund- 
saum am Innenrande stets mit einer scharfen, aber deut- 
lichen weissen Lippe belegt". Ich für mein Teil habe die 
Lippe niemals vermisst. 

7. Amphipeplea glutinosa Müll. Diese immerhin nicht 
häufige Schnecke wird bekanntlich (dieses viel mjssbrauchte 
Wort dürfte hier richtig angewendet sein) am besten im 
frühen Frühjahr gesammelt. In Ostpreussen, wo der 
Frühling später eintritt wie im übrigen Deutschland, habe 
ich diese Schnecke nur auf meinen Impfreisen im Monat 
Mai gesammelt. Bei Berlin habe ich sie am Nordufer des 
Spandauer Schiffahrtskanals an der Schleuse bei Plötzen- 
see in Anzahl getunden, doch dürfte dieser Fundort mit 
der Verbreiterung des Kanals eingegangen sein. Im Kreise 
Jerichow II habe ich sie nicht gefunden. Nach dem Referat 



— 64 — 

im Literaturbericht des Nachrichtsblatts 1910 S. 188 hat 
sie Dr. Hilbert-Sensburg für Ostpreussen als neu nachge- 
wiesen. Indessen führt schon Protz (Nachrichtsblatt 1903 
S. 3 „Zur Binnenmolluskenfauna der Provinz Ostpreussen") 
diese Schnecke aus dem Dammtoich, Fürstenteich und 
Oberteich bei Königsberg an. Ich habe diese Schnecke, 
als ich 1903 zur Teilnahme am Granulosekursus in Königs- 
berg war, im Oberteich, nahe der Oberteichterasse, gefunden ; 
ich habe sie ferner gefunden in vielen Seen des Kreises 
Osterode, Ostpr., soweit es sich nicht um tiefe Rinnenseen 
handelt. Die Schnecke darf für Ostpreussen geradezu als 
weitverbreitet gelten. Sie soll besonders zwischen Wasser- 
pflanzen vorkommen; ich habe sie wohl stets auf klarem 
Untergrund gefunden. 

8. Planorbis albus Müll, scheint, wenn man die Fund- 
ortsangaben sieht, überall verbreitet zu sein. Anscheinend 
kommt die Schnecke an vielen Fundorten vor, aber in 
einiger Menge habe ich sie bisher nur mit Limnaea glabra 
zusammen an dem vorhin angegebenen Fundort im Pfeffer- 
luch gefunden. Im Kreise Jerichow II kenne ich keinen 
Fundort. 

9. Arten der Gattung Bithynia Gray. Goldfuss gibt 
in seiner Fauna (1900, S. 246) an, „dass sich von der ge- 
wöhnlich als B. ventricosa Gray bezeichneten Art zwei 
gut getrennte Formen unterscheiden lassen, eine grössere, 
B. troscheli Paasch, und eine kleinere gedrungenere, B. 
leachi Shepp." Reinhard (1899 S. 30) bezeichnet die 
Form mit treppenartig abgesetzten Umgängen als B. leachi 
Shepp. und sagt, dass sich diese Art in zwei Formen 
fände, einer grösseren, ventricosa Gray, und einer kleineren, 
troscheli Paasch. Dieselbe Bezeichnung hat Kobelt 1871 
in seiner Fauna angewendet, doch führt er noch ausserdem 
B. similis an. Geyer (Unsere Land- und Süsswassermol- 
lusken 1909 S. 9^) setzt leachi Shepp. = ventricosa Gray 



— 65 — 

und führt troscheli Paasch als grössere Varietät. Ich bin 
zur Zeit nicht in der Lage, die Nomenklatur zu entwirren, 
und vermeide deshalb ein Eingehen auf die Angaben der 
Autoren; auf jeden Fall aber gibt es in Deutschland wenig- 
stens zwei unbedingt verschiedene Formen von Bithynien 
mit treppenartig abgesetzten Umgängen. Der Ansicht des 
Herrn Dr. Franz im Nachrichtsblatt 1907 S. 67, dass diese 
Unterscheidung zu w'eit gehe, kann ich nicht beitreten. 

10. Lithoglijphus naticoides Fer. Dieser Eindringling 
wurde im Jahre 1883 im Spandauer Schiffahrtskanal bei 
der Schleuse am Plölzensee als neu für Norddeutschland 
entdeckt. Sein Auftreten war ganz überraschend, denn 
dieser Teil des Spandauer Schiffahrtskanals und seine Um- 
gebung war seit Jahren von Sammlern eifrig besucht, und 
ich selbst habe als Gymnasiast vor mehr als dreissig 
Jahren eine grosse Reihe von Sammlern dorthin geführt. 
Vor fünf Jahren habe ich an der angegebenen Stelle nach 
dem Lithoglyphus vergeblich gesucht; die umfangreichen 
Verbreiterungen des Kanals scheinen den alten Fundort 
zerstört zu haben. Ich bin dafür in der Lage, sein Vor- 
kommen in der Havel, fast von Brandenburg an bis zur 
Mündung in die Elbe, nachweisen zu können; ich habe ihn 
in den an der Havel gelegenen Dörfern Milow, Grütz, 
Garz und Kuhlhausen in grosser Anzahl gefunden. Die 
Menge der beobachteten Varietäten nach Form, Farbe und 
Dicke möchte ich in einer besonderen Arbeit behandeln. 
Für die Provinz Sachsen ist die Schnecke neu. 

11. Arten der Gattung Valvata Müll. Exemplare der 
Gattung Valvata sind in vielen Sammlungen nicht grade 
häufig ; sie sind nicht immer leicht zu sammeln, und wo 
sie vorkommen, finden sie sich oft nur in massiger Anzahl. 
Der Ort, wo sich viele Formen von Valvaten (das Wort 
„Art" vermeide ich lieber seit Thiele's Arbeit im Nach- 
richtsblatt 1909 S. 25) in Riesenmengen finden, ist der 



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Madue-See bei Stargard in Pommern; liier kann man am 
Strande Tausende von Stücken auflesen, und wer mit 
hoehgekrempten Hosen in das flache Wasser hineingeht, 
was bei dem Wirtshaus „zur silbernen Marine" auf min- 
destens 100 Meter weit möglich ist, kann mit reicher 
Beute zurückkehren. Die Formen piscinalis Müll., antiqua 
Sow,, macrostoma Steenb. finden sich in reichster Menge. 
Ich finde die Madue als Fundort in der mir augenblicklich 
zur Verfügung stehenden Literatur nur in dem Aufsatz 
von Dr. Thiele angegeben. 

12. Änodonta „mutabiUs" Gl, Die Erforschung der 
deutschen Najadeen ist infolge der Anregung unseres Alt- 
meisters Kobelt zu neuer Blüte gekommen. Da ist es doch 
befremdend, wenn Glessin, dessen Verdienste um unsere 
Wissenschaft niemand schmälern wird, seine Bezeichnung 
im Nachrichtsblatt 1910 S. 169 noch beibehält, trotzdem die 
Unhaltbarkeit dieser Bezeichnung schon wiederholt nachge- 
wiesen ist. Ich bin zur Zeit nicht in der Lage, einen Beitrag 
zur Kenntnis der Anodonten zu liefern; ich habe reichlich 
gesammelt und sammeln lassen, und auch Herrn Professor 
Dr. Kobelt zum Weihnachtsfest 1909 einige hundert Stück 
gesandt. Vielleicht findet sich jemand, der mit mir zu 
gemeinsamer Arbeit bereit ist. 

13. Pseudanodonta complanata Ziegler. Goldfuss gibt 
in seiner Fauna als einzigen Fundort in der Elbe die recht 
unbestimmte Angabe „Elbe bei Magdeburg". Ich habe in 
der Elbe von Magdeburg bis Sandau (nahe der Mündung 
der Havel) tausende von Anodonten gesammelt und sam- 
meln lassen und darunter nur drei Exemplare der com- 
planata Zgl. gefunden; der Fundort liegt bei dem Dorfe 
Schönfeld im Kreise Jerichow II. Das eine Stück ent- 
spricht der Abbildung von Pseudanodonta kletti Rssm., wie 
sie Borcherding (Molluskenfauna der Nordwestdeutschen Tief- 
ebene, 1883, Taf. V, Fig. 3) gibt. Die beiden anderen 



- 67 - 

Stücke entsprechen so ziemlich seiner Art fusiformis, Taf. V, 
Fig. 4. In dem zwischen Magdeburg und der Mündung 
der Havel gelegenen Teil der Elbe gehört sie jedenfalls zu 
den Seltenheiten. 

14. CalycuUna steini A. Schmidt. Reinhardt gibt als 
klassischen Fundort dieser Art »Weissensee bei Berlin". 
Ich habe diese Art in den Jahren 1880 bis 1885 in grossen 
Mengen in den Tümpeln gesammelt, die sich am Spandauer 
Schiffahrtskanal gegenüber dem Wirtshaus „zum deutschen 
Kaiser" befinden. Ich entsinne mich, dass Professor von 
Martens mir diesen Fundort als den locus classicus be- 
zeichnete. Stein's Buch kann ich leider nicht vergleichen, 
da ich es verlegt habe. 

15. Dreissensia polymorpha Pallas. Der Kreis Jeri- 
chow II, über dessen geographische Lage ich eben ge- 
sprochen habe, hat wohl kaum einen See oder Wasser- 
tümpel, in welchem sich nicht die genannte Muschel in 
Mengen befände. Es handelt sich meist um Hungerformen, 
und doch ist die Variabilität eine recht beträchtliche. 
Dr. Hilbert-Sensburg hat auf derartige Verschiedenheiten 
in der Form, die bisher eine ausreichende Beachtung nicht 
gefunden haben, besonders hingewiesen. 

Eine speziellere Bearbeitung einzelner Formen werde 
ich in absehbarer Zeit folgen lassen. 



Zur Kenntnis 
der Ausbreitung: der Petricola pholadiformis Lani. 

Von 
Dr. med. Julius Pfeffer; Kgl. Kreisarzt. 



Im Nachrichtsblatt 1907 S. 206 lenkt G. R. Boettger 
die Aufmerksamkeit auf eine in Deutschland bisher wenig 
beachtete Muschel, Petricola pholadiformis Lam. Er gibt 



- 68 — 

unter Anderm einen Ueberblick über ihre Fundorte in der 
Nordsee und kommt zu dem wichtigen Ergebnis, dass 
diese Muschel vor 1906 an den deutschen Küsten nicht 
beobachtet sei. Pastor Ricklefs in Waddewarden gibt im 
Nachrichtsblatt 1908 S. 41 die Notiz, dass er seit 55 Jahren 
fast regelmässig nach höheren Fluten den Strand der Nordsee 
abgesucht, und nie diese Muschel gefunden habe; erst 1906 
seien ihm welche vom Jahdebusen gesandt, wo er auch 
früher den Strand besucht habe, ohne sie zu finden. 
„Sie scheint", so fährt er fort, „mit einemmale gekommen 
zu sein und nun regelmässig angespült zu werden". Auf 
jeden Fall haben wir es mit einem plötzlichen Auftreten 
zu tun, dem eine derartig ungeheure Expansion nach 
Raum und Individuenanzahl folgte, wie es wohl nur selten 
bei einer Muschel beobachtet ist. Uns fehlt vorläufig jedes 
Verständnis für die biologischen Gründe hierfür; um so 
mehr erscheint es notwendig, für spätere Forscher mög- 
lichst viel Tatsachen festzulegen. Gewiss dürften auch die 
folgenden Zeilen einiges Interesse beanspruchen. 

Ich erhielt am 29. März 1908 von der Biologischen 
Anstalt auf Helgoland eine kleine Kollektion trockener 
Konchylien, unter denen sich auch eine Muschel mit der 
Bezeichnung „Pholas Candida^ Wesermündung" befand. 
Da ich mich damals ausschliesslich rnit Landschnecken be- 
fasste, wurde die kleine Sendung vorläufig nicht in die 
Sammlung eingeordnet. Im Frühjahr 1909 führte mich 
eine Verbindung mit einem Sammler auf der Hallig Hooge 
wieder unseren Nordseemollusken zu. Unter den schönen 
Sachen, die ich von ihm erhielt, waren Zirphaea crispata, 
Pholas Candida und prächtige Stücke einer mir unbekannten 
Muschel, derselben, die mir von der Biologischen Anstalt 
als Pholas Candida zugegangen war. Da mir Boettger's 
Arbeit bei meiner überaus anstrengenden amtlichen Tätig- 
keit entgangen war, und meine Hilfsmittel zur Bestimmung 



— 69 - 

nicht ausreichten, wandte ich mich an meinen Bruder, Prof. 
Dr. Georg Pfeffer vom Hamburger Museum und dieser 
antwortete mir am 25. Januar 1910: „Die Muschel ist 
Petricola pholadiformis Lam. Wir (das heisst das Ham- 
burger Museum. Der Verfasser.) haben sie von Deutsch- 
land noch nicht. Wenn Du ausserdem noch eine hast, so 
wäre es uns ganz recht, wenn Du sie uns liessest usw." 
Natürlich tat ich es gern und erhielt dafür eine Reihe 
köstlicher Murellen. Erst jetzt erkannte ich, dass ich die 
Bestimmung mit Boettgers Aufsatz auch allein hätte vor- 
nehmen können. Um zu erfahren, seit wann unsere 
Muschel bei Hooge vorkommt, habe ich mit meinem 
Sammler auf Hooge eingehend korrespondiert; er glaubt 
mit Sicherheit sagen zu können, dass die Muschel vor 
dem Jahre 1906 an den Halligen bestimmt nicht gefunden 
sei. Wie wenig bekannt ihr Vorkommen an den deutschen 
Küsten war, dafür spricht ja auch, dass mir im März 1908 
die Muschel von der Biologischen Anstalt unter unrichtigem 
Namen zugesandt war, und dass im Januar 1910 im 
Hamburger Museum noch keine Belegstücke von Fund- 
orten an den deutschen Küsten vorhanden waren. 

Noch zwei kurze Bemerkungen. Die Abbildung von 
G. R. Boettger, Nachrichtsblatt 1907 S. 209 ist wenig ge- 
glückt und nach ihr kann man unsere Muschel schwerlich 
erkennen. Sie ist auch viel zu hoch im Verhältnis zur 
Länge; der in Wahrheit stark zusammengedrückte, aus- 
gezogene, flache Hinterteil mit seinem grossen, nicht ge- 
wölbten Unterrand kommt in der Figur nicht zur Geltung, 
er ist auch zu kurz im Verhältnis zum Vorderteil. 

Die Farbe der Muschel wird als weiss bezeichnet, 
und so sieht auch mein Stück von der Wesermündung 
aus ; die Stücke von der Hallig Hooge sind wunderschön 
braun, etwa wie Milchkaffee. Es scheint, als ob sich hier 
bereits eine bestimm lo Farbenvarielät ausgebildet habe. 



— 70 — 
Anpassung an ungünstige Terhältnisse. 

Von 
Dr. med. Julius Pfeffer. 



Im Nachrichtsblatt 1903 S. 186 findet sich ein aus- 
führlicher Bericht über eine Arbeit von Erland Nordenskiöld 
im Zoologischen Anzeiger 1903 Nr. 704, betreffend einen 
äusserst merkwürdigen Fall von Anpassung an ungünstige 
Verhältnisse. Es handelt sich um zahlreiche Exemplare 
von Äncylus moricandi d'Orb., welche bei Beginne der 
Trockenperiode in BoUvia ihre Mündungen bis auf eine 
kleine sekundäre Oeffnung mit einer mit der normalen 
Schale fest zusammenhängenden Bildung aus Schalensub- 
stanz geschlossen hatten ; anscheinend doch als Schutz 
gegen die Trockenheit. Ich möchte über eine vielleicht 
ebenso zu deutende Merkwürdigkeit meiner Sammlung 
berichten. 

Von Herrn Prof. Dr. Krüger in Athen erhielt ich in 
einer Sammlung prachtvoller Glausilien ein grosses Stück 
von Albinaria corrugata Drap., auf dessen vorletztem und 
drittletztem Umgange ein anderes ebensogrosses Stück fest 
angekittet war, und zwar, wie eine genaue Betrachtung 
lehrte, mit fester Schalensubstanz. Durch einen ungünsti- 
gen Zufall brach das letztere Stück ab, nicht aber dort 
wo es festgekittet war, sondern etwa 2 mm höher, so 
dass also der Mündungssaum angekittet blieb ; jetzt konnte 
man erst recht erkennen, mit welcher Sorgfalt und Gründ- 
lichkeit die Befestigung vor sich gegangen war. Man 
kann hierin wohl nichts anderes sehen als Schutz gegen 
Trockenheit. Wie die Schnecke es anfangen wollte, sich 
bei günstigen Verhältnissen aus ihrem selbstgeschaffenen 
Gefängnis zu befreien, hat sie mir nicht verraten, denn es 
gelang mir nicht, sie zum Leben zu erwecken. 

Wie lange übrigens Tiere in solcher Abgeschlossen- 



- 71 — 

heit leben können, dafür möchte ich folgende Beobachtung 
anführen. Als ich im Jahre 1896 als Schiffsarzt auf dem 
Dampfer Rio nach Bahia kam, musste die ganze Besatzung 
wegen des dort herrschenden gelben Fiebers nach der 
Gesundheitsstation Flores, einer kleinen Insel am Eingang 
der Bucht. Dort war über ein Jahr vorher von einer 
anderen Schiffsbesatzung ein Weg angelegt, der an den 
Seiten durch grosse Blöcke geschützt war, die aus der 
Brandung heraufgeschafft waren, und die reichlich mit 
Baianus besetzt waren. Bei meiner Untersuchung fand 
ich die Stücke, die mit dem Felsen unlöslich verbunden 
waren, durchweg lebensfrisch, obwohl sie seit länger als 
Jahresfrist der Tropenglut ausgesetzt, und seitdem mit 
keinem Tropfen Meereswasser mehr benetzt worden waren. 



Beschreibnng neuer Arteu. 

Von 

Hermann Rolle*). 



1. Euhadra peJcanensis Rolle. 





Fig. 1. 

Schale linksgewunden, eng und halbüberdeckt ge- 
nabelt, gedrückt kreiseiförmig, dünnschalig doch fest, schräg 
rippenstreifig, ohne Spiralskulptur, gelbbraun, gegen die 
Spitze hin gesättigt rötlich, auf den unteren Windungen 
mit einer schmalen braunen Binde dicht über der Naht, 

*) Die Diagnosen siehe im vorigen Heil S. 80—32. 



— 72 — 

die auf der Kante der letzten Windung als breitere, scharf 
ausgeprägte, beiderseits gelblich-weiss gesäumte Binde er- 
scheint. Die letzte Windung hat ausserdem noch eine 
gelblich-weisse Binde dicht unter der Naht und einen tief- 
schwarzen Nabelfleck. Gewinde kegelförmig mit spitzem 
Apex, Naht kaum eingedrückt. SV« nur leicht gewölbte, 
regelmässig zunehmende Windungen, die letzte scharfkantig, 
vornen etwas herabsteigend. Mündung schräg, ausge- 
schnitten dreieckig eiförmig, die Mundränder nicht in einer 
Ebene liegend; Gaumen lebhaft fleischfarben; Mundsaum 
verdickt, schwach gelippt, die Randinsertionen weit ge- 
trennt, der Aussenrand verbreitert, zwischen der Insertion 
und der Kielkante mehr oder weniger scharf eingedrückt, 
der Basalrand stärker verdickt, zurückgeschlagen, fast 
horizontal, der Spindelrand kurz, verbreitert, schräg an- 
stigend, an der Insertion nach aussen etwas ausgebuchtet 
und verwaschen schwärzlich — in Fortsetzung des Nabel- 
flecks — überlaufen. 

Grosser Durchmesser 29, kleiner 25, Höhe 21 mm. 
Aufenthalt auf Formosa. 

2. Stegodera (Trihelix) helleri Rolle. 





Fig. 2. 

Schale niedergedrückt, scheibenförmig, weit und offen 
genabelt, fein und ziemlich undeutlich schräg gestreift, 
durch undeutliche Spirallinien ganz fein gekörnelt, einfarbig 
hell bräunlich, Gewinde eingesenkt, Naht eingedrückt. 
Fünf leicht konvexe Windungen, sehr langsam zunehmend, 
die letzte etwas aufgetrieben, oben abgeflacht, fast senk- 
recht in den Nabel abfallend; vornen tief herabgebogen, 
hinter der Mündung mit zwei tiefen Furchen, welche den 



73 — 



inneren Lamellen entsprechen, und etwas unregelmässig 
aufgetrieben; die obere Furche ist stärker, länger und 
schief nach hinten gerichtet. Mündung sehr schräg, aus- 
geschnitten eirund, innen mit einer oberen Lamelle und 
unten durch einen breiten Höcker verengt, welche den 
äusseren Eindrücken entsprechen. Mundsaum weiss, ver- 
dickt, zurückgeschlagen, die Randinsertionen durch eine 
Aveisse, nach innen eingebuchtete Lamelle über die Mün- 
dungswand hinweg verbunden, der Aussenrand oben mehr 
oder minder eingedrückt. 

Grosser Durchmesser 18, kleiner 15, Höhe 8 mm. 
Aufenthalt bei Toyenmongai auf Formosa. 

3. Acusta toyemnongaiensis Rollo, 






Fig 3. 

Schale mehr oder minder überdeckt durchbohrt, 
kugelig oder etwas kegelförmig, dünnwandig, fast durch- 
sichtig, fein und unregelmässig gestreift, einfarbig bräunlich 
horngelb, Gewinde konvex kegelförmig, mit stumpflichem 
Apex und eingedrückter Naht. 5Va konvexe langsam zu- 
nehmende Windungen, die letzte grösser, etwas aufgeblasen, 
um die Perforation ganz leicht zusammengedrückt, vornen 
etwas herabsteigend und mit einer gelben Strieme hinter 
dem Mundraum gezeichnet. Mündung ausgeschnitten kreis- 
rund, nur wenig schräg ; Mundsaum scharf, innen mit einer 
dicken zurückliegenden weissen Lippe, welche der äusseren 
gelben Strieme entspricht; die Randinsertionen sind weit 
getrennt und nicht verbunden, der Aussenrand ist gerade- 
aus und in der Mitte leicht vorgezogen, der Spindelrand 
verbreitert und über die Perforation zurückgeschlagen. 



— 74 — 

Grosser Durchmesser 15, kleiner 13, Höhe 13 mm. Eine 
kleinere Form hat 12:11 mm. 
Aufenthalt mit der vorigen. 



Neue Arten. 

Von 
S. Gl es sin. 



Cen. Aome Hartm. 

1. Äcme bosniensis n. sp. 

Gehäuse klein, fast walzenförmig, nacli oben sehr 
wenig verschmälert, glatt, glänzend, durchscheinend, zer- 
brechhch; Umgänge 5, sehr langsam und regelmässig zu- 
nehmend, wenig gewölbt, durch massig tiefe Nähte getrennt, 
eine stumpfe Spitze bildend, der letzte V* der Gehäuselänge 
einnehmend ; Mündung schmal eiförmig ; Mundsaum zu- 
sammenhängend, wenig und nicht wulstig verdickt ; deut- 
lich geritzt. 

Länge 2,1 mm, Durchm. 0,6. 

Fundort : Travnik in Bosnien, im Auswurf der Quelle 
Pulicevo. 

Bemerkung: Die Art ist kleiner und zierlicher als 
Ac. perpusilla, der sie sehr nahe steht. Sie würde dem- 
nach in^das Subgenus Platyla Moq. Tand.-Ehrmann gehören. 

2. Acme serbica n. sp. 
Gehäuse : klein, walzenförmig, nach der Spitze kaum 
verschmälert, glatt, glänzend, durchscheinend, zerbrechlich. 
Umgänge 6, sehr langsam zunehmend, schwach gewölbt, 
durch massig tiefe Nähte getrennt ; der letzte ziemlich gross, 
Va der Gehäuselänge einnehmend; Mündung schmal eiför- 
mig; Mundsaum zusammenhängend, wenig erweitert, ein- 
fach, verdickt, ohne Wulst. — - Gehäuse fein geritzt. 



— 75 — 

Länge 3,8 mm, Diirchm. 0,8 mm. 

Fundort: Grnoljevica in Serbien. 

Bemerkung: Die Art ist grösser als Ac. perpusilla, 
steht ihr aber bezüglich der Bildung des Mundsaumes sehr 
nahe. Auch Ac. bosniensis ist kleiner, schmäler und 

zierlicher. 

3. Acme Prothi n. sp. 

Gehäuse klein, turmförmig, nach oben wenig schmäler 
werdend, mit stumpfer Spitze, glatt, glänzend, durch- 
scheinend, von hellbrauner Farbe. Umgänge 7, ziemlich 
gewölbt, durch ziemlich tiefe Nähte getrennt, langsam und 
regelmässig zunehmend, der letzte kaum */* der Gehäuse- 
länge einnehmend ; Mündung fast rundlich-eiförmig, etwas 
nach rechts gezogen; Mundsaum zusammenhängend, wul- 
stig-verdickt, mit einer etwas schwächeren zweiten Wulst 
am Nacken, der durch eine deutlich markierte Rinne vom 
Wulste des Mundsaumes getrennt ist. Gehäuse geritzt. 
Länge 3,4 mm, Durchm. 1 mm. 

Fundort: Berchtesgaden, von Proth gesammelt und 
als Acicula lineata bezeichnet, ferner im Donaugenist von 
Budapest (legit Hazay als Ac. gracilis). 

Bemerkung : Die Art ist kleiner und zierlicher als 
Ac. oedogyra, die übrigens mit Ac. gracilis des. nicht 
identisch ist, wie ich in meiner Fauna von Oesterreich 
angegeben habe. 

Gen. Lartetia Bour^. 

4. Lartetia Brandisi n. sp. 
Gehäuse klein, kegelig-turmförmig, fein geritzt, dünn- 
schalig, durchscheinend, glatt; Umgänge 5, ziemlich ge- 
wölbt, langsam aber regelmässig zunehmend, durch ziem- 
lich tiefe Nähte getrennt; Gehäusespitze stumpf, der letzte 
Umgang Vs der Gehäuselänge erreichend ; Mündung schmal, 
schiefeiförmig, Mundsaum scharf, nicht erweitert, zu- 
sammenhängend. 



— 76 - 

Länge 2 mm, Dm-chm. 0,8 mm. 

Fundort: Quelle Puticevo bei Travnik. 
Bemerkung: Die Art ist etwas kürzer, dagegen aber 
an der Basis breiter als L, bosnica. 

Genus Bythlnella Moq. Tand. 

1. Bythinella angusta n. sp. 
Gehäuse klein, kaum geritzt, kegelförmig-walzig, fest- 
schalig, glasfarben, durchscheinend, schmal mit sehr stumpfer 
Spitze. Umgänge 5, etwas gewölbt, durch ziemlich tiefe 
Nähte getrennt, massig rasch zunehmend, der letzte fast 
die Hälfte der Gehäuselänge einnehmend. Mündung ei- 
förmig, nach oben gewinkelt, ziemlich schmal, etwas nach 
rechts gezogen, Mundsaum scharf, gerade, zusammenhängend. 
Länge 2,5 mm, Durchm. 1 mm. 
Fundort: Quellen bei Travnik. 

Bemerkung: Die Art ist kleiner und schmäler als 
B. opaca. 

2. Bythinella curla n. sp, 

Gehäuse klein, kaum geritzt, kegelförmig, festschalig, 
glänzend, durchscheinend, glasfarben, mit kurzer stumpfer 
Spitze; Umgänge 4^8—5 massig gewölbt, ziemlich rasch 
zunehmend, der letzte etwas weniger als die Hälfte der 
Gehäuselänge einnehmend; Mündung eiförmig, nach oben 
gewinkelt; Mundsaum scharf gerade, zusammenhängend. 
Länge 2,5 mm, Durchm. 1,5 mm. 

Fundort: Travnik, Quelle Vasljica roda. 

Bemerkung: Die Art ist kürzer und kegelförmiger als 
B. opaca, der letzte Umgang ist mehr überwiegend. 

3. Bythinella samecana n. sq. 
Gehäuse klein, kegelförmig, fein geritzt, von weisslicher 
Glasfarbe glatt, und glänzend, festschalig mit kurzer stum- 
pfer Spitze. Umgänge 4 Vi— 5, rasch zunehmend, massig ge- 
wölbt, durch ziemlich tiefe Nähte getrennt, der letzte gut 



^ 77 - 

die Hälfte der Gehäuselänge einnehmend; Mündung rund- 
lich-eiförmig, nach oben wenig eckig, Mundsaum scharf 
gerade, zusammenhängend. 
Länge 3,5 mm, Breite 2 mm. 

Fundort: Travnik, Quelle Sameca. 

Bemerkung: Die Art ist durch den breiten und über- 
wiegenden letzten Umgang von allen bosnischen Bythinellen 
ausgezeichnet. 



Helix (Arianta) arbustorum L. var, Joachimi Schröder. 

Von 
Dr. Richard Schröder, Gross-Lichterfelde. 



Gehäuse ziemlich offen genabelt, niedergedrückt, dünn, 
durchsichtig, glänzend, rotbraun ohne gelbe Flecken, 
Streifen oder Flammen, mit regelmässigen feinen 
Querlinien und noch feineren Spirallinien, wenig scharfem, 
dunkleren Bande oberhalb der Mitte des letzten Umganges, 
4'/* Umgängen, die wenig gewölbt sind und schnell zu- 
nehmen Letzter Umgang sehr gross, vorn etwas zu- 
sammengedrückt, wenig herabgebogen. Mündung schief, 
länglich-rundlich (Breite 15 mm, Höhe 12 mm), Mund- 
saum porzellan weiss, dünn, oben gerade, unten etwas zu- 
rückgebogen, den Nabel zum Teil verdeckend. Gehäuse 
durchschnittlich 24 mm breit, 16 mm hoch. 

Diese sehr auffallende Varietät lebt wie eine echte 
Gampyläe, der sie auch äusserlich gleicht, mit Helix (Cam- 
pylaea) planospira Lam. und Helix (Campylaea) Preslii 
Schm. zusammen in Ritzen und Spalten der Felsen. 
Selten. Bisher nur in 25 Exemplaren bei Primiero in 
Südtirol gefunden. 



— 78 — 

Einige Worte zu H. von Iherings „System und 
Verbreitung der Heliciden**.*) 

Von 

Caesar R. Boettger. 



Vor einigen Wochen erschien in den „Verhand- 
kingen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in 
Wien" eine Arbeit des Herrn von Ihering, zu der ich 
Stellung nehmen muss, da auch ich mich mit dem 
heiklen Thema der Helicidensystematik (Nachrichtsblatt 
1909, pag. 1 — 19 und pag. 49—68) beschäftigt habe. 
Es geschieht dies nicht aus dem Grunde, eine Kritik 
an unserem Altmeister zu üben, sondern nur um zu 
zeigen, wieweit sich meine Auffassung des Gegen- 
standes mit der seinen vereinbaren lassen. 

Als die Urheimat der in Frage kommenden 
Schnecken, von Iherings Heliciden, meinen Heliciden 
und Eulotiden sehe ich ebenso wie von Ihering Asien 
an. Dass sich meine Heliciden und Eulotiden unter- 
einander näher stehen als den anderen Helix-förmigen 
Landschnecken, geht aus meiner Arbeit hervor, und 
habe ich dies vor allem in meiner Entgegnungsschrift 
auf die Angriffe des Herrn Dr. 0. Boettger betont. 
Wie von Ihering nehme ich auch an, dass die Heliciden 
und Eulotiden sich von Asien aus über das Gebiet aus- 
gebreitet haben, das sie heute noch bewohnen. Nun 
meint von Ihering, dass seine Heliciden in dem unge- 
heuer grossen Gebiet von Eurasien sowie den besetzten 
amerikanischen Gebietsteilen über den ganzen Bezirk 
hin in verschiedene Subfamilien gespalten haben. Diese 
Spaltung muss im allgemeinen also vor Abtrennung 
des europäischen Faunengebietes (vergl. meine Arbeit 

*) Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Ge- 
sellschaft in Wien. Band LIX, pag. 420—455. 



— 79 — 

pag. 3) erfolgt sein, denn sonst könnte sicli das von 
Iheringsche Genus Helicigona F^r. (pag. 430) nicht an 
den beiden Enden des Verbreitungsgebietes der Heli- 
ciden (im Sinne von Iherings) finden, nämlich in Eu- 
ropa und Amerika. Bedenklich erscheint mir auch 
einfach fossile Vertreter des Genus in Asien anzu- 
nehmen, wozu wir meines Erachtens einstweilen durch- 
aus noch keine Berechtigung haben, da wir von 
tertiären Landschnecken aus dem in Frage kommenden 
Gebieten nichts wissen. 

H. von Ihering teilt nun seine Heliciden in 5 Sub- 
familien ein, ohne dabei, und dies zwar mit Willen, auf 
einen Punkt einzugehen, auf den Pilsbry zuerst hinge- 
wiesen hat und den ausser mir noch Kobelt, Hesse 
und andere angenommen haben. Es ist dies die Be- 
rücksichtigung der glandulae mucosae. Auf pag. 427 
sagt von Ihering selbst: „Kommen wir nunmehr auf 
die Frage der Klassifikation der Heliciden zurück, so 
kann es durchaus nichts Befremdliches haben, wenn 
innerhalb der Familie von dem Zeitpunkte der geogra- 
phischen Trennung ab die europäisch-westasiatischen 
Formen ein anderes Verhalten der glandulae mucosae 
gewonnen haben als diejenigen von Ostasien und 
Amerika". Dies ist vollkommen meine Meinung. 
Warum sollte aber nun dieser doch verhältnismässig 
beträchtliche Unterschied nicht zur systematischen 
Trennung von West und Ost verwandt werden, vor 
allem da wir auf diese Weise auch tiergeographisch 
gut begrenzte und erklärbare Faunengebiete erhalten? 
Der wunde Punkt meiner Auffassung ist nun die Tat- 
sache, die Herr von Ihering auch oft betont, dass 
nämlich bei einigen amerikanischen Epiphragmophora- 
Arten die glandulae mucosae ebenso wie die der euro- 
päischen Heliciden gebaut sind. Leider war es mir 



- 80 ^ 

noch nicht vergönnt, solche Arten anatomisch zu unter- 
suchen. Ich wehre mich einstweilen noch entschieden 
dagegen, meinen Standpunkt aufzugeben, trotz dieser 
Tatsache. Wegen ihr möchte ich nicht die meines Er- 
achtens geographisch recht plausible Einteilung in 
meine Heliciden und Eulotiden aufgeben, da die be- 
sagten amerikanischen Arten streng in den Rahmen 
der anderen amerikanischen Arten gehören. Man müsste 
also die ganzen Epiphragmophora-Arten mit den Heli- 
ciden in meinem Sinne vergleichen und dann, wie von 
Ihering dies getan hat, vereinigen; dabei kommen dann 
natürlich in erster Linie die Campylaeinen in Betracht. 
So erhielten wir eine Subfamilie oder, wie von Ihering 
will (pag. 430), ein Genus, deren eine Vertreter im 
äussersten Westen, die anderen im äussersten Osten 
des Verbreitungsgebiets der von Iheringschen Heliciden 
vorkommen, ohne auch nur eine Spur von Zusammen- 
hang durch den ganzen, grossen asiatischen Kontinent 
zu zeigen. Aus dieser Verlegenheit hilft sich von 
Ihering durch Annahme von fossilen Vertretern, von 
denen wir bis jetzt aber noch nicht die geringste Spur 
haben. Diese Annahme halte ich, wie schon oben ge- 
sagt, für sehr bedenklich. Sollte die ganze Angelegen- 
heit nicht vielleicht auf einer analogen oder konvergenten 
Erscheinung beruhen ? Dieser Ausweg erscheint mir 
fürs erste als der sympathischste. Man muss abwarten, 
bis der grösste Teil der in Frage kommenden Arten 
anatomisch genau untersucht ist; dann wird wohl Licht 
in die Sache kommen. Ich kann also nicht meinen 
Standpunkt aufgeben und teile die von Iheringschen 
Heliciden, Pilsbrys Belogona, in zwei getrennte Fami- 
lien, die Helicidae und die Eulotidae. Diese sind geo- 
graphisch gut geschieden und bilden in Gegenden mit 
ähnlichen Lebensbedingungen konvergente Formen aus, 
wie dies ja häufig auch in anderen Familien vorkommt. 



-> 81 — 

Doch nun zur Besprechung der einzelnen Sub- 
familien von Iherings. 

Die SubfamiHe Hygromiinae besteht aus sehr ver- 
schiedenen Elementen. Vor allem gehört hierher von 
Iherings Genus Hygromia Risso, meine Subfam. Hygro- 
miinae, eine recht ursprüngliche, wenn auch sehr ver- 
schiedene Formen umfassende Gruppe. Ferner stellt 
von Ihering hierher das Genus Helicodonta Fdr., meine 
Unterfamilie Helicodontinae, die auch recht geschlossen 
erscheint, sich wohl auch von den Hygromien hin- 
reichend unterscheidet. Zu diesem Genus wird von 
Ihering wohl auch die asiatischen sogenannten Helico- 
donten (das Genus Moellendorffia und die biconcava 
Hde. -Gruppe), deren Anatomie bis jetzt unbekannt ist, 
rechnen; bei anatomischer Untersuchung werden sie 
sich meines Erachtens sicher als Eulotiden erweisen. 
Dazu kommt eine an die Hygromien erinnernde, wohl 
recht alte, aber mit den glandulae mucosae der Eulo- 
tiden versehene Gruppe Lysinoe H. <& A. Ad. Die 
Gattung Eulota Hartm. wird in anatomischer Beziehung 
wohl noch manche Ueberraschung bringen, wenn sie 
auch ziemlich scharf begrenzt ist. Das Genus Acan- 
thinula Beck ist weder den Heliciden noch den Eulo- 
tiden einzufügen (vergl. meine Arbeit pag. 4), was 
durch Herrn P. Hesses anatomische Studien festge- 
stellt ist. Die holarktische Gattung Vallonia Risso ist 
sehr einheitlich und gegen die Heliciden und Eulotiden 
scharf begrenzt; von Ihering ist über die Stellung auch 
nicht sicher. Ich habe die Vallonien früher als Sub- 
fam. Valloniinae zu den Heliciden gestellt, bin aber 
heute immer mehr geneigt, sie aus dem engeren Kreis 
der Heliciden auszuschalten*). Ueberhaupt glaube ich, 

*) Vergl. meinen Nachtrag zu meinem „Systematischen 
Verzeichnis der beschälten Landschnecken Deutschlands, Öster- 
reich-Ungarns und der Schweiz". 



— 82 -^ 

dass die Minutien, die heute noch zu den Heliciden 
und Eulotiden gestellt werden, sich als diesen Familien 
fernstehend erweisen werden (Pupisoma, Aulacospira). 
Beweise sind die Genera Aspasita West, und Acanthi- 
nula Beck. In dieser Subfamilie stehen die Gruppen, 
die die ursprüngliche Form der Familien wohl noch 
am treusten bewahrt haben, die Hygromiinae in meinem 
Sinne die der Heliciden und die Eulotinae die der 
Eulotiden. 

Die nov. Subfam. Helicellinae ist sehr einheitlich 
und entspricht vollkommen meiner Heliciden-Subfamilie 
Xerophilinae. 

Auch richtig begrenzt erscheint von Iherings 
Subfam. Cepolinae. 

Die Subfam. Helicostylinae besteht aus der Genera 
Helicostyla und Chloraea. Die Schalen der beiden 
Genera haben viel gemeinsames, da sie an das Leben 
auf Bäumen angepasst sind. Die Anatomie der Tiere 
beweist jedoch, dass Chloraea den Euloten näher steht 
Als letzte Subfamilie führt von Ihering die Sub- 
fam. Helicinae auf, die aus den drei Genera Helix, 
Helicigona und Leptaxis besteht. Helix entspricht 
meiner Subfam. Pentataeniinae, Leptaxis meiner Sub- 
fam. Leptaxidinae. von Iherings Genus Helicigona Fer. 
besteht aus meiner Subfam. Campylaeinae der Heliciden 
und den amerikanischen Epiphragmophora-Arten, deren 
Vereinigung ich aus oben gesagten Gründen nicht bei- 
stimmen kann. 

Zum Schlüsse möchte ich nochmals betonen, dass 
ich in ziemlich vielen, der Urheimat, Abstammung, 
Ausbreitung (vor allem der von Amerika) etc. der in 
Frage kommenden Schnecken vollkommen mit Herrn 
von Ihering übereinstimme, nur in dem Punkte be- 
sonders von seiner Anschauung abweiche, dass ich 



^ 8B — 

„das andere Verhalten der glandulae mucosae", wie 
von Ihering pag. 427 sagt, für genügend halte, einen 
grossen Schnitt in seine Familie Helicidae zu machen 
und dann erst weiter in Unterfamilien einzuteilen. Hier 
fasse ich nun die Begriffe Subfamilie und Genus enger 
als von Ihering. Meine Helicidae teile ich wie früher 
in die Subfamilien Geomitrinae, Xerophilinae, Hygro- 
miinae, Helicodontinae, Leptaxidinae, Campylaeinae und 
Pentataeniinae ein. Die Eulotidae trenne ich in die 
Subfamilien Buliminopsinae, Eulotinae (die wohl sicher 
noch in zwei oder mehrere Subfamilien zerfallen wird), 
Helicostylinae, Lysinoeinae, Cepolinae und Epiphrag- 
mophorinae. 

Unio pictorum L. in der Donaa bei Regrensburg. 

Von 

S. C 1 es sin. 



In meiner Abhandlung über die Najaden der näch- 
sten Umgebung Regensburg's, Bericht des naturw. 
Ver. zu Regensburg, Heft XI, habe ich darauf hinge- 
wiesen, wie sehr die Arten der Familie in den einzelnen, 
durch Flusscorrektionen der Donau geschaffenen Ab- 
schnitten variiren. Von diesen Abschnitten sind die 
ältesten vor ca. 60 Jahren entstanden, von denen viele 
derart ausgefüllt sind, dass sie nicht mehr ständig 
Wasser enthalten und deshalb keine Wohnplätze für 
Muscheln mehr bieten. Dagegen sind viele später an- 
gelegten Abschnitte sehr reich mit Muscheln der Genera 
Anodonta und Unio besetzt. Aber auch diese werden 
im Laufe der Zeiten derartig vom feinen Schlamm der 
eintretenden Hochwasser aufgefüllt werden, dass sie 
gleichfalls von Muscheln nicht mehr bewohnt werden 
können. 

Diese Abschnitte, von denen nur wenige eme 



— 84 — 

schmale Verbindung mit dem Flusse haben, so dass 
bei Niederwasser das Donauwasser nur einfliessen, aber 
nicht durchströmen kann, erhalten nur bei hochgehenden 
Fluthen Donauwasser, das sehr stark verunreinigt ist 
und in den Abschnitten einen feinen kalkreichen Schlamm 
absetzt., der allmählig die Bodenschlammschichte erhöht. 

Der Schlamm, der die Abschnitte ausfüllt, hat mit 
Ausnahme jener, welche am linken Ufer der Donau 
liegen, da, wo der Regen in dieselbe mündet, überall 
die gleiche Beschaffenheit, nur die Mächtigkeit der 
Schlammschichte wechselt, so dass ältere Abschnitte 
eine tiefere Schichte geben als jüngere. Meine Be- 
obachtungen führen mich dahin, anzunehmen, dass die 
Muscheln in tieferen Schlammschichten länger werden 
als in jenen Abschnitten mit weniger tiefen. 

In älteren Abschnitten dringt das am Ufer wach- 
sende Schilf allmählig gegen die Mitte derselben vor, 
wenn die Schlammschichte höher wird, dann siedeln 
sich Wasserpflanzen in derselben an , wie Nuphar 
Potamogeton und andere an ; es bildet sich durch deren 
zu Boden fallende Blätter eine Humusschichte von 
schwarzer Farbe, die allmählich höher wird und eben- 
falls Einfluss auf die Formen der Muscheln ausübt. 

Von grösster Bedeutung für Form, Wachstum, 
Reinheit der inneren Perlmutterschichten, Färbung und 
Zerstörung der Epidermis ist die chemische Beschaffen- 
heit des Wassers in dem die Muscheln leben. Es gibt 
hier Flüsse mit sehr kalkhaltigem Wasser wie Donau 
und schwarze Laaber, welche aus dem Juragebiete 
kommen, und solche mit sehr kalkarmen Wasser, wie 
Regen und Naab, welche aus der Urgebirgsformation 
kommen, und welche nur kurz vor ihrer Mündung den 
Jura durchbrechen. Das Wasser der letzteren ist durch 
dunkle, braune Farbe gekennzeichnet, welche Färbung 



~ 85 — 

sich nach Einmündung in die Donau am hnken Ufer 
auf eine Strecke bis zu 2 Kilometer erkennen lässt. 
Nur die Abschnitte am linken Ufer bei Weichs 
und an der Regenmündung erhalten kalkarmes Wasser, 
während alle anderen Abschnitte kalkiges Donauwasser 
erhalten. Das kalkarme Wasser macht sich zunächst 
dadurch bemerklich, dass die in demselben lebenden 
Muscheln aller Arten zerfressene Wirbel haben, während 
die in den Abschnitten mit kalkigem Wasser lebenden 
gänzlich unverletzt bleiben und die Wirbelskulptur noch 
im höchsten Alter erkennen lassen. 

Die dunkle Farbe der Urgebirgswasser ist folge 
der reichen Beimischung von Humussäure. Dieser 
greift die älteren Teile der Aussenfläche der Muscheln 
soweit sie im Boden stecken an, löst die Epidermis 
ab und zersetzt die dann blossgelegten Kalkschichten 
derart, dass leere Schalen, die einige Zeit im Wasser 
liegen, so sehr aufgelöst werden, dass nur mehr die 
Epidermis übrig bleibt. Trotz der Kalkarmut der Vor- 
gebirgsgewasser beherbergen aber dieselben die dick- 
schaligste unserer heimischen Muschelarten, die Perlen 
erzeugendeMargaritana margaritifera,welche in kalkreiche 
Wasser versetzt, bald abstirbt. Eine Folge des mit 
Humussäure versetzten Wassers ist die sog. Fettfleckig- 
keit des Perlmutter, welche sich auch bei Muscheln 
anderer Wasser mit tiefem Humusschlamm findet. Der 
Regen beherbergt die am meisten zerfressenen Muscheln, 
während die Naab weit weniger zerfressene enthält. 
Von den in den Abschnitten lebenden Arten haben 
nur die in denselben bei Weichs und in den an der 
Regenmündung gelegenenen, sowie in den Altwassern 
bei Tegernheim zerfressene Schalen. 

Die Formen der Muscheln werden in kalkarmen 
Wassern, wenigstens v/as Unio pictorum betrifft, sehr 



— 86 ^ 

stark modificiert. Im Regen werden dieselben nur bis 
zu 85 mm lang, haben eine schmale längliche Form 
mit nicht aufgebogenem, sondern fast gerade und 
parallel zum Oberrande laufenden Unterrand meist ab- 
gestutztes Hinterteil und entsprechen genau der Ross- 
maessler'schen Abbildung fig. 199, nämlich des Unio 
limosus Nils. Die Form ist derart von der forma grandis 
verschieden, dass man sie für eine gute Art nehmen 
könnte. Rossmaessler gibt als Fundort der abgebildeten 
Muschel Elbe und Eiblachen an. Hier kommt diese 
nur im Regen vor. 

Kurz vor den Abschnitten bei Weichs liegen einige 
Abschnitte, die an die Mündung des Regens fallen, 
zwar nicht mit dem Flusse in Verbindung stehen, aber 
bei Hochwasser nur Regenwasser erhalten können. 
Die Muscheln dieser Abschnitte können nur aus dem 
Regen stammen, dennoch stimmt die Unio pictorum, 
welche diese Abschnitte reichlich enthalten, gar nicht 
mit dem in der Regenmündung vorkommenden Unio 
limosus überein. — Die Muscheln werden grösser, 
haben weit weniger zerfressene Wirbel und weichen 
auch in der Form wesentlich von jenen ab. Sie haben 
nicht die schmale Gestalt und das stumpf abgestutzte 
Hinterteil. Sie werden bis zu 100 mm lang, haben 
zugespitzten Schnabel, gegen das Ende aufgebogenen 
Unterrand, aber kürzeres Hinterteil als f. longirostris, 
so dass sie weder als f. limosus noch als f. longirostris 
angesprochen werden können. Die Muscheln beweisen 
aber, dass Unio limosus nur eine Standortform, oder 
höchstens eine lokale Varietät ist, die in andere Um- 
gebung gebracht, sich modificiert und in dieser neuen 
Umgebung (stehendes und weniger kalkarmes Wasser) 
eine andere Form annimmt. 

Die Abschnitte erhalten zwar nur Regenwasser, 



— 87 - 

aber wenn der Regen nicht aus den Ufern tritt, gelangt 
das Flusswasser nur als Druckwasser in dieselben und 
wird hierbei durch kalkhaltige Geröllschichten gedrängt, 
wobei die ursprünglich dunkle Farbe abtönt. Dadurch 
erklärt es sich, dass die Muscheln nicht mehr die stark 
zerfressenen Wirbel haben, wie jene des Regens. Ich 
bezeichne sie als f. latirostris. 

Die Muscheln des Unio pictorum in den Abschnitten 
mit kalkreichem Wasser verhalten sich bezüglich der 
Formgestaltung wesentlich anders und zwar in einzelnen 
Abschnitten wesentlich verschieden, obwohl die Wasser 
und Grundverhältnisse die gleichen zu sein scheinen. 

Am grössten werden die Muscheln in einem Ab- 
schnitte bei den Petroleumtanks am rechten Ufer der 
Donau. Hier erreichen dieselben eine Länge von 
125-130 mm und entsprechen so ziemlich der Ab- 
bildung Fig. 409 der Rossmaessler'schen Iconographie, 
nur ist der Unterrand anfangs zwar sehr gerade, steigt 
aber kurz vor seinem Ende etwas in die Höhe, wenn 
auch manche Muscheln bis zum Ende einen fast gerade 
vorlaufenden Unterrand haben. Die Muscheln sind sehr 
dickschalig und schwer und erreichen mit 12 — 15 
Jahresabsätzen ein hohes Alter. Ich kann das lang 
ausgezogene Hinterteil nur als durch den tiefen, weichen 
Schlamm bedingt annehmen, in dem die Muscheln 
stecken, da der Abschnitt einer der älteren ist, der 
schon vor dem Bau der Eisenbahnbrücke, Route nach 
Schwandorf, vom Fluss abgetrennt wurde. Fr. Haas 
hat im Nachr. Blatt der deutsch, malakozool. Ges. 
4. Heft 1908 eine forma grandis A. Braun angeführt. Die 
Donaumuschel erreicht eine noch beträchtlichere Länge. 

Im Abschnitte beim Kreuzhof am rechten Donau- 
ufer werden die Muscheln des Unio pictorum am 
Vorderteil sehr breit, während das Hinterteil sich ver- 



— 88 — 

schmälert und verkürzt, wobei der Oberrand sich etwas 
nach abwärts biegt. Die Muscheln erreichen nur eine 
Länge von 115 mm, sind aber sehr dickschalig und 
schwer. Der Unterrand hat in der Mitte zuweilen eine 
leichte Einbiegung und liegt die Spitze des Hinterteils 
mehr gegen den Unterrand zu, als in der Mittellinie 
der Muschel. Dieselben lassen 13 — 14 Jahresabsätze. 
Ich benenne die eigentümliche Form als forma ven- 
tricosa. — Die Grundverhältnisse sind dieselben, wie in 
den übrigen Abschnitten, eine Verbindung mit der 
Donau ist nicht vorhanden, dagegen fliessen die Ab- 
wässer vom Kreuzhof, der laufende Brunnen enthält, 
in den Abschnitt. Leider sind die Wasser oft durch 
den Abfluss der Dungstätten verunreinigt, was den 
Muscheln keinen Eintrag tut, während die Fischbrut 
sehr darunter leidet. Der Abschnitt enthält die grössten 
Muscheln von Anodonta cellensis forma ponderosa. — 
Welche speziellen Verhältnisse die beschriebene Form 
der Unio pictorum erzeugen, kann ich nicht angeben. 
— Vielleicht ist der Zufluss von frischem Wasser von 
Bedeutung, da das Perlmutter der Muscheln einen be- 
sonders schönen, irisierenden Glanz hat. 

Unio pictorum lebt auch in Altwassern der Donau, 
die nicht mehr in Verbindung mit dem Flusse stehen 
und selbst bei Hochwasser von den Fluten nicht mehr 
erreicht werden, wie es bei einem alten Donauarm bei 
Tegernheim der Fall ist. Dieses Altwasser beherbergt 
ausser genannter Art auch Anodonta variabilis var. 
cellensis. Die Muscheln werden in demselben sehr 
gross und dickschalig und stimmen der Form nach mit 
der Rossmaessler'schen Figur 409 überein. Sie er- 
reichen eine Länge von 115 mm. Die Wirbel sind sehr 
stark angefressen, welche Anfressung sich oft über die 
vordere Hälfte der Muschel ausdehnt. Die Epidermis 



— 89 ~ 

ist sehr dunkel, fast schwarz. Das schmale allmählig 
versumpfende Wasserbecken hat am Grunde eine tiefe 
Humusschlammschichte, in der die Muscheln stecken, 
so dass sie sich schon gewaltig strecken müssen, um 
mit ihrem Hinterende ins freie Wasser zu kommen. 

Die Muscheln von Unio pictorum in den Ab- 
schnitten des linken Ufer am oberen Wörth, deren 
Wasser- und Grundverhältnisse mit jenen der übrigen 
Abschnitte übereinstimmen, erreichen nicht die Länge 
der bisher angeführten. Die grösste Muschel hat nur 
105 mm Länge. Im Ganzen stimmen dieselben der 
Form nach mit Rossmaesslers Figur 196 überein, wenn 
auch individuelle Schwankungen der Form vorkommen, 
die sich aber erst bei Muscheln mit mehr als 5 Jahres- 
absätzen bemerkbar machen. — Das Wasser in diesen 
Abschnitten ist sehr wenig tief und ist einer derselben, 
der schmälste und unterste im Herbste 1908 für einige 
Zeit gänzlich ausgetrocknet, wodurch Hunderte von 
Muscheln zu Grunde gingen. Der Schlamm in den- 
selben ist schon ziemlich hoch geworden und dürfte 
die völlige Ausfüllung derselben nicht mehr lange aus- 
bleiben. 

Unio pictorum findet sich ferner in dem Ab- 
schnitt rechten Ufers beim Schutzfelsen bis 
zu 118 mm Länge der forma grandis entsprechend; 
im Abschnitte rechten Ufers vis ä visSinzing, 
hier mehr in forma longirostis; dann in Abschnitten 
bei Schwabelweis am linken Donauufer bis 1 12 mm 
Länge in einer Zwischenform zwischen grandis und 
longirostis ; die Muscheln in diesen Abschnitten haben 
etwas angefressene Wirbel, weil dieselben noch kalk- 
armes Wasser aus dem Regen erhalten. 

In einem Abschnitte bei Donaustauf 1. Uf. er- 
reichen die Muscheln von Unio pictorum nur 85 mm 



— 90 — 

Länge. Dieselben halten bei 9 — 10 Jahresabsätzen das 
zugespitzte Hinterteil fest, das alle jüngeren Muscheln 
haben. 

Die Abschnitte des linken Ufers bei Weichs be- 
kommen nur Regenwasser, das wenig oder gar nicht 
mit Wasser aus der Donau gemischt ist und haben 
deshalb auch von den übrigen Abschnitten abweichende 
Grundverhältnisse. Breite Einlasse begünstigen das 
Eintreten des kalkarmen Wassers. Der Grund der 
Abschnitte hat nicht die sandig kalkige Schlammschichte, 
die sich aus Donauwasser niederschlägt, sondern ist 
mit Granitsand bedeckt, gemischt mit Urgebirgsgeröll. 
Das Wasser hat die braune Farbe des Regenwassers. 
Die Muscheln können sich daher nicht tief in den 
Grund einbohren und sind deshalb deren Hinterteile 
dem über sie wegströmenden Wasser ausgesetzt. Sie 
erfahren dadurch eine Verkürzung und Verkümmerung 
des Hinterteiles, welches sich bei einzelnen Muscheln 
besonders auffällig zeigt. Die Muscheln bis zu 95 mm 
Länge haben ein breites Vorderteil, der Oberrand biegt 
stark nach abwärts, so dass der Schnabel unter die 
Mittellinie der Muschel fätlt. Doch finden sich auch 
Muscheln mit ungestörtem Wachstum, selbst solche mit 
90 mm Länge mit 10 Jahresabsätzen, welche die Jugend- 
form beibehalten haben, also wahrscheinlich an Orten 
sich aufhielten, wo sie wenig oder gar nicht störenden 
Einflüssen ausgesetzt waren. Die Muscheln haben 
durchaus mehr oder weniger abgeriebene oder ange- 
fressene Wirbel. Noch mehr machen sich die die Ent- 
wickelung der Muscheln störenden Einflüsse des Wohn- 
ortes bei den Anodonten des Abschnittes bemerkbar, 
über welche wir später berichten werden. Ich möchte 
die Form als forma curla bezeichnen. 

Unio pictorum tritt in der Naab, kalkarmes Was- 



— 91 — 

ser, in zwei Formen auf. Das Wasser macht sich zu- 
nächst dadurch geltend, dass die Muschehi angefressen 
sind, aber weitaus nicht wie jene im Regen, weil der 
Naab durch die aus dem Jura kommende Vils i^alk- 
haltiges Wasser zugeführt wird. Es Hessen sich zwei 
Formen im Flusse konstatieren. Die schmale langge- 
zogene Form mit ziemlich spitzem Hinterteile und 
gegen das Ende wenig aufgebogenen Unterrand, die 
sich nicht ganz mit der Abbildung von U. longirostris 
der Rossmaessler'schen Figur Nov. 200 deckt, weil 
das hintere Ende schmäler und mehr zugespitzt ist. 
Die Muscheln erreichen eine Länge von 100 mm; ich 
nehme sie als forma acutirostris an. Die zweite Form 
ist breiter und hat nicht das verschmälerte Hinterteil, 
der Unterrand ist gegen das Ende der Muschel mehr 
aufgebogen, der Schnabel bleibt spitz, wenn auch die 
Muschel im Ganzen die schmale Gestalt der obigen 
Form innehält. Ich halte es aber nicht für gerecht- 
fertigt, ihr einen eigenen Namen zu geben. 

Im Vorstehenden habe ich die Veränderungen des 
Unio pictorum in den Donauabschnitten der beiden 
Ufer der Donau von Abbach bis Donaustauf aufgeführt. 
Solche Abschnitte gibt es auf der Strecke bis Passau 
und bis Ulm noch eine Menge, die jedenfalls eigen- 
tümliche Lokalformen enthalten werden, die zu unter- 
suchen mir nicht mehr möglich ist. Im Flusse selbst 
finden sich nirgends mehr Stellen mit ruhigem, seich- 
tem Wasser, die zu Wohnplätzen für Muscheln sich 
eignen, so dass in der Flussrinne keine mehr existieren 
können. Nur in einzelnen Altwassern früherer Fluss- 
arme halten sich noch Najaden auf. 

Die jüngsten Ablagerungen der Donau, welche 
auf einer grossen Strecke beim Bau des Umschlag- 
hafens blossgelegt wurden und deren eingebettete 



— 92 — 

Molluskenfauna ich untersuchen konnte, enthalten von 
Muscheln nur Unio batavus in reichlicher Menge und 
Pseudanodonta complanata. Unio pictorum fehlt gänz- 
lich, obwohl sie zur Zeit der Alluvialschichten vor- 
handen gewesen sein muss. Diese Schichten gehen 
bis über die Zeit der Römerherrschaft zurück und geben in 
der Zusammensetzung ihrer Molluskenfauna ein wesent- 
lich anderes Bild des Laufes der Donau, da der Fluss 
sich damals noch über einen grossen Teil der Donau- 
ebene ausgebreitet hatte, in welchem noch mehrere 
frühere Flussarme, jetzt Altwasser, an die Teilung des 
Flusses in mehrere schmälere Betten erinnern, die jetzt 
nicht mehr mit dem Flusse in Verbindung stehen, die 
selbst bei Hochfluten nicht mehr überschwemmt werden, 
die aber noch in historischen Zeiten die Wasser des 
Flusses ableiteten. Diese Altwasser sind jetzt mehr 
oder weniger versumpft und enthalten z. Zt. nur mehr 
Sumpfschnecken, wie Vivipara vera, Physa fontinalis, 
Valvata cristata, Calyculina lacustris und andere. 

In der nächsten Umgebung Regensburg's finden 
sich folgende Formen des Unio pictorum L. 

1. Forma grandis Braun im Abschnitt bei den Pe- 

troleumthanks. 

2. Forma ventricosa m. im Abschnitt bei Kreuzhof. 

3. Forma acutirostris m. im Naabflusse. 

4. Forma limosa Nils, im Regenflusse. 

5. Forma latirostris in Abschnitten am Regen. 

6. Forma curia m. im Abschnitt bei Weichs. 

7. Forma longirostris im Abschnitt bei Schwabelweis. 
Unio pictorum verhält sich in jedem der Abschnitte 

und anderen Fundstellen in verschiedener Weise, wenn 
sich auch meist nur kleinere Abänderungen ergeben, 
so prägt doch jeder Abschnitt seinen Muscheln eine 
eigenartige Form auf, nach welchen es dem Kenner 



- 93 — 

möglich ist, die Fundstellen anzugeben. Selbst geringe 
Eigentümlichkeiten in den Wasser- und Grundverhält- 
nissen der Abschnitte, die oft dem Beobachter gänzlich 
entgehen, haben Einfluss auf die Formen der Muscheln. 
Die individuelle sowie die lokale Variation ist in den 
Abschnitten verschieden. Die erstere ist in einzelnen 
Abschnitten eine sehr weitgehende, in anderen aber 
eine geringe. Die lokale Variation erstreckt sich nie 
auf alle Individuen eines Fundortes, meist nimmt nur 
die Mehrzahl derselben eine bestimmte eigentümliche 
Form an, die sich auf den Fundort beschränkt. Die 
jungen Muscheln, etwa bis zum 5. Lebensjahre haben 
an allen Fundstellen die gleiche Form, was als Beweis 
gelten kann, dass abweichende Formen der älteren und 
ausgewachsenen Muscheln nur durch die umgebenden 
äusseren Verhältnisse erzeugt werden. Ob die eigen- 
artigen Formen sich allmählich in feste Varietäten oder 
Arten ausbilden werden, kann nur durch fortge- 
setzte Beobachtungen der einzelnen Abschnitte inner- 
halb einer längeren Zeitperiode festgestellt werden, 
wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass sich im 
Laufe der Zeit auch die Verhältnisse der Abschnitte 
ändern werden. Wahrscheinlich sind in 50 — 60 Jahren 
die meisten der Abschnitte schon gänzlich ausgefüllt, 
so dass sie nicht mehr ständig Wasser haben und 
keine Wohnplätze für Muscheln mehr darbieten. 

Nur der Abschnitt bei Weichs, der übrigens einer 
der ältesten Abschnitte ist und der einen breiten Ein- 
ass von Wasser hat, wird sich noch auf längere Zeit 
erhalten. Derselbe ist ohnedies bezüglich seiner Ano- 
donten der Interessanteste. 



- 94 - 

Bemerkungen über einigte Hyalinien Russlands 
nebst Beschreibung einer neuen Art. 

Von 
W. A. Lindholm, Moskau. 



I. 
Im Nachrichtsbl. der D. Mal. Ges. 1905 p. 52 führt 
Herr Baron 0. W. Rosen eine HyaUnia ampliata Bttg. 
aus dem Psekups-Genist auf. Da mir in der Litteratur 
eine Beschreibung dieser Art nicht bekannt war, wandte 
ich mich sofort nach Erscheinen des Artikels von Baron 
Rosen an Herrn Prof. Dr. 0. Boettger, Frankfurt 
am Main, und bat ihn mir freundlichst Aufklärung über 
diese Art zu geben. Der um die Erforschung der 
Molluskenfauna des Kaukasus so hoch verdiente, leider 
inzwischen verstorbene Forscher, zeigte mir damals 
die Originale von HyaUnia ampliata, die sich in seiner 
reichen Sammlung befanden. Die betreffenden Stücke 
stammten, wie mir mit bekannter Liebenswürdigkeit 
Herr Professor Boettger erklärte, aus der Ausbeute 
des Herrn Paul Reibisch und waren im Kuban- 
gebiete bei Maikop und Chamischky gesammelt worden. 
Gleichzeitig teilte mir Herr Professor Boettger mit, 
dass die Beschreibung dieser neuen Art sich in den 
„Sitzungsberichten der naturforschenden Gesellschaft 
zu Leipzig" befinden müsse. Dank diesem Hinweis 
fand ich in der erwähnten Zeitschrift Jahrgang XVII 
und XVIII 1891/92 Leipzig 1892, p. 49—58 den Aufsatz 
des Herrn Paul Reibisch: „lieber die bei Gelegen- 
heit einer Reise nach dem Kaukasus gesammelten Ge- 
häuseschnecken". Hier befindet sich auf p. 50 die 
von Prof. Boettger stammende Diagnose der neuen 
Hyalima, doch ist der Name für dieselbe von Herrn 
Reibisch In HyaUnia (Retinella) Horsti n. sp. abge- 



— 95 — 

ändert worden. Da dieser Name der einzige, mit einer 
Beschreibung veröffentlichte, für die genannte Art ist, 
so muss er auch für die Folge angewandt werden. 
Da alle Bestimmungen der in dem erwähnten Aufsatze 
durch Dr. 0. Boettger aufgeführt worden sind, so 
sind als Autoren für die neue Art Boettger und 
Reibisch zu nennen, in der Boettger'schen Samm- 
lung liegt freilich die Art unter der Bezeichnung HijaUnia 
ampliata, welche also Manuskriptname geblieben ist. 
Wir hätten mithin folgende Synonymie : 

Hi/alinia (Retinella) horsti Bttg. et Reibisch 1892 = 
Hijalinia (Retinella) ampliata Bttg. in sched. et Rosen 
1905 {nomen nudum). 

Der erwähnte Aufsatz des Herrn Reibisch, 
welcher 32 Arten enthält, bildet einen wichtigen Bei- 
trag zur Molluskenfauna Ciskaukasiens und scheint 
von späteren Forschern unbeachtet geblieben zu sein.') 
Es wird daher nicht überflüssig sein, hier wenigstens 
dem Namen nach die von Herrn Reibisch gesammelten 
Arten aufzuführen, um so mehr als eine Art darunter 
(Daudebardia rufa Drap.) neu für den Kaukasus ist. 2) 

Daudebardia rufa Drp. ; Hyalinia contortula Kryn.; 
Hij. subeffusa Bttgr. ; Hi/. subsuturalis Bttgr. ; Hi/. oschtenica 

') So zählt z. B. Dr. W. Kobelt in seinem „Studien zur 
Zoogeographie", Bd. 11 Wiesbaden 1898, dieses Verzeichnis in 
den Anlagen zur Kaukasusfauna p. 57 ff. nicht auf. 

") Herr Reibisch schreib tüberall „Bierlaja-Thal" ; offen- 
bar ist hierunter das Tal des Flusses Belaja, eines Nebenflusses 
des Kubans, zu verstehen. Die Schreibweise des Herrn Rei- 
bisch hat sich leider in verschiedenen Schriften eingebürgert, 
so z. B. „Materialien zu einer Systematik und Phylogenie der 
Muralis-ähnlichen Lacerten", v. L. v. M 6 h e 1 y, Budapest 1909, 
d. 498; ferner „Katalog der Reptilien-Sammlung des Sencken- 
bergischen Museums", v. Prof. Dr. O. Boettger 1. Teil^ 
Frankfurt a. Main, p. 84. 



— 96 — 

Bttgr. ; Hy. mingrelica Mouss. var. intermissa Kob. ; Ht/. 
horsti n. sp. ; Hx. pulchella Müll.; Hx. chrysotricha Bttgr.; 
Hx. carascaloides Bttgr. ; Hx. circassica Charp. var. colchica 
Mouss.; Hx. ApjMliana Mouss.; Hx. euages Bttgr.; Hx. 
sfauropolitana A. Schm. ; Hx. obtnsaUs Rossm. ; BuUminus 
Schlaefiii Mouss. var. ingens Bttgr.; B. Raddei Kob.; 
B. tridens Müll. var. major Kryn.; Cionella lubrica Müll.; 
Pupa zonata Bttgr. ; Pupa Raymondi Bttgr. var. trifilaris 
Mouss.; Clausilia litotes A. Schm.; Cl. piimiliformis Bttgv.; 
CL aggesta Bttgr. ; Cl. foveicollis Parr. var. vinosa West. ; 
67. Retoivskii Bttgr.; CL serrulata Middf. ; Cl. semilamellata 
Mouss.; Succinea oblonga Drp. ; Limnaea truncatula Müll.; 
Planorbis marginatus Drp. ; Cydostoma costulatum Rossm. 

II. 

Durch Herrn W. Schlüter in Halle a. S. erhielt 
ich vor einiger Zeit zwei Schnecken unter der Be- 
zeichnung Hyalmia armeniaca Bttgr., welche seiner Zeit 
von H. Leder bei Helenendorf in Transcaucasien ge- 
sammelt worden waren. Da mir eine Beschreibung 
dieser Art nicht bekannt war, wandte ich mich an den 
stets hilfsbereiten Herrn Prof. Dr. 0. Boettger mit 
der Anfrage, wo diese Art von ihm veröffentlicht 
worden sei, und erhielt von ihm im Briefe vom 20. 
August 1910 folgende Antwort: 

„Eine Hyalinia armeniaca n. sp. von Helenendorf 
liegt in der Tat in 2 Stücken in meiner Sammlung. 
Sie wurde 1889 von H. Leder dort gesammelt. Ob 
sie — was ich nicht glaube, — von mir bereits be- 
schrieben worden ist, weiss ich nicht mehr; mein Ge- 
sundheitszustand zwingt mich auch, von jeder Nach- 
forschung abzusehen. Die Stücke sind glänzend 
gelblichweiss, haben grossen Wirbel und stark er- 
weiterten letzten Umgang und nähern sich mehr nitens 
als cellaria; Nabel ziemlich weit. Diam. max. 11 mm." 



— Ö7 — 

Meine Stücke entsprechen nun diesen Kennzeichen 
und da mir inzwischen die grosse Aehnlichkeit der- 
selben mit der gleichfalls von Helenendorf nachgewiesenen 
Hy. derbentina Bttgr. aufgefallen war, machte ich den 
verdienstvollen Autor auf diesen Umstand aufmerksam, 
wobei ich die Vermutung aussprach, dass beide Arten 
zusammenfallen dürften. Herr Prof. Dr. O. Boettger 
antwortete darauf am 28. August 1910: 

„Sie haben recht; die beiden Formen sind in der 
Tat nicht mit Sicherheit zu unterscheiden. Ich kann 
vergleichen Hy. derbentina von Derbent, 2 von Helenen- 
dorf u. 2 der vermeintlichen Hy. armeniaca von Helenen- 
dorf. Die etwas geringere Grösse, der ein wenig 
engere Nabel und die ein klein wenig geringere Ver- 
breiterung des letzten Umganges bei derbentina typ. 
genügen nicht, von ihr eine Hy. armeniaca abzutrennen, 
die ich hiermit ausdrücklich aufgebe." 

Da Herrn Schlüter die Hyalinia armeniaca Bttgr. 
in seine gedruckte Preisliste aufgenommen hat und sie 
infolgedessen möglicherweise unter diesem Namen in 
manche Sammlung gelangt sein kann, hielt ich es nicht 
für überflüssig, obige Ausführungen meines hochver- 
ehrten verewigten Freundes zu veröffentlichen. 

III. 

In den Abhandlungen d. Senckenbergischen Natur- 
forsch. Ges. Bd. 82, Frankfurt a. M. 1910 p. 223 habe 
ich eine von mir in der Krim aufgefundene Hyalinia 
unter der Bezeichnung Retinella kobelti n. sp. beschrieben. 
Unser bester Kenner der taurischen Malacofauna, Herr 
Staatsrat 0. Retowski, dem ich die Beschreibung 
dieser Art eingesandt hatte, schrieb mir darüber; 

„Ihre Hyalinia Kobelti liegt in meiner Sammlung 
mit der Originaletikette H. silvestris Milach. n. sp. — 
Herr Milaschewitsch hat dieselbe vor Jahren im 



~ 98 — 

Babugaii-Walde, also in der Nähe Ihres Fundortes, 
entdeckt und auch als neu erkannt. Ich glaube aber 
nicht, dass er sie publiziert hat, sodass die schöne 
Species also mit Recht den ihr von Ihnen gegebenen 
Namen zu führen hat". 

In der mir zugänglichen Literatur finde ich Retinella 
sylvestris Mil. nur bei Dr. W. Kobelt, Studien zur 
Zoogeographie Bd. II Wiesbaden 1898 p. 363 als nonien 
nudum erwähnt. 

IV. 

Hyalinia {Polita) roseni n. sp. 

Testa parva, convexa, anguste umbilicata (umbilico 
ad anfractum ultimum vix dilatato), dense et irregula- 
riter striata, subtus sublaevigata, tenera, translucida, 
nitida, pallide rufescente cornea, concolor; spira leviter 
elata, apice pauUo prominulo; sutura impressa. Anfract. 
4V2 — 5 convexiusculi, lente et regulariter accrescentes, 
ultimus penultimo paullo latior, rotundatus, aperturum 
versus non dilatatus; apertura lunari-ovata, peristomate 
simplici, acuto, basi arcuatulo. 

Diam. major 4 mm ; diam. minor 3,5 mm. Alt. 
2 mm. Animal parvum , gracile, sat agile, pallide 
coeruleo-cinereum, dorso utrinque fascia obscuro-grisea, 
abdomen albidus. 

Diese kleine Art fand ich im Juli, August und 
October 1 907 im Parke von Petrowsko-Rasumows- 
koje bei Moskau in 23 lebenden Exemplaren an 
einer sehr feuchten Stelle unter Laub, Reisig und Holz- 
stücken in Gesellschaft von Zonitoides nitidus, Euconidus 
fulvus, Cochlicopa Itibrica, Carychium minimum, Punctum 
ptjgniaeum etc. Im Laufe der Jahre 1908 — 1910 habe 
ich wiederholt diese Stelle wieder abgesucht und immer 
einige Stücke dieser kleinen Hyalinia erbeutet. Da sie 
im Park bisher nur an dieser einen Stelle gefunden 



— 99 - 

worden Ist und ich sie aus dem Moskauer Gouverne- 
ment sonst von nirgends erhalten habe, ist die An- 
nahme berechtigt, dass sie in den Park importiert 
worden ist. Dies ist umso wahrscheinHcher, da gerade 
hier bereits auch andere eingeführte Schnecken con- 
statiert sind und zwar : Hyalinia draparnaldi Beck, Helix 
pomatia L. und ganz neuerdings durch stud. W. Karpov 
Limax variegatus Drap. Jedenfalls hat sich Hy. roseni 
bereits acclimatisiert, da sie die hiesigen rauhen Winter 
gut verträgt. 

H. roseni die ich nach unserem verdienstvollen 
Malacozoologen Herrn Baron 0. W. Rosen in Jekate- 
rinodar benannt habe, unterscheidet sich von Hy. ham- 
monis Ström und Hy. petronella Charp., mit welchem 
sie den engen Nabel gemeinsam hat, durch schwächere 
und unregelmässige Streifung, höheres Gewinde, und 
die wesentlich engere Aufwindung; von H. lenticula 
Held trennt sie der stärkere Glanz, das Fehlen der 
Spiralstreifung und der enge Nabel. 



Einige Worte zu: 
Noch einmal „Die Yei wandschaftsbeziehuugen der Helix- 
Arten aus dem Tertiär Europas'* 
Tou Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt (Main). 

Von 

Caesar R. Boettger. 

Es ist zwar sehr bedauerlich, gegen einen Mann, der 
sieh so um die Wissenschaft verdient gemacht und der dazu 
mit einem noch durch verwandschaftliche Bande verknüpft 
ist, schreiben zu müssen, aber ich sehe mich dennoch ge- 
nötigt, auf einige Irrtümer zurückzukommen, die Herr Prof. 
Dr. 0. Boettger in seiner Arbeit: Noch einmal »Die Ver- 



~ 100 ■— 

wandscliaftsbeziehungen der Helix-Arten aus dem Tertiär- 
Europas" im Nachrichtsblalt der Deutschen Malakozoolo- 
glschen Gesellschaft 1909, pag. 97—118 unterlaufen sind. 
Schon am Anfang seiner Arbeit (pag. 97) spricht 0. Boeltger 
von den Verwandschaftsbeziehungen der tertiären Heliciden 
als von einer abgetanen Frage. Dies scheint mir durch- 
aus nicht gerechtfertigt zu sein. In den letzten Jahren 
hat sich nämlich die Kenntnis der tertiären und vor allem 
der lebenden Landschnecken derart erweitert, dass wir be- 
ginnen, den ganzen Gegenstand mit anderen Augen zu 
betrachten, und dass es wohl berechtigt erscheint, unsere 
bisherige Auffassung über die Verwandschaftsbeziehungen 
der Landschnecken kritisch zu besehen. Zwei bei den 
Landschnecken bisher sehr vernachlässigten Wissenschaften 
ist es besonders zu verdanken, dass in der Malakozoologie 
eine neue Aera zu beginnen scheint, dies sind die Zoogeo- 
graphie und die Anatomie. 

Früher addierten die Zoogeographen einfach die An- 
zahl derselben und die von verwandten Arten und leiteten 
so nach grösserer oder geringerer Uebereinstimmung die 
Verwandschaft ab, ohne zu beachten, dass eine Fauna aus 
einer Reihe von an Alter und Herkunft verschiedenen 
Bestandteilen zusammengesetzt ist. Erst in neuester Zeit 
ist man zu der Einsicht gelangt, dass die Verbreitung der 
einzelnen Tierstämme gesondert zu behandeln, die Palä- 
ontologie zu berücksichtigen und die gewonnenen Ergeb- 
nisse wegen des verschiedenen Alters der Tierklassen nicht 
zu einem gemeinsamen Bilde zu vereinigen sei. Diesen 
neuen Weg haben uns vor allem von Ihering, Kobelt, 
Lydekker, Ortmann etc. gewiesen. Wie aus pag. 99 — 100 
ersichtlich , scheint mein Gegner aber dem alten 
Fehler verfallen zu sein , obwohl er mit einem der 
Bahnbrecher der modernen Zoogeographie, Prof. Dr. 
W. Kobelt, in regem Verkehr steht, denn er rügt auf den 



— 101 — 

bezeichneten Seiten, dass ich mich auf die Heliciden 
beschränke. Eine Veränderung der Verhältnisse, die eine 
Tiergruppe aussterben lässt, vermag der anderen vielleicht 
nichts anzuhaben, ebenso bietet etwas einer Tiergruppe 
ein unüberwindbares Hinderniss, während eine andere dies 
mit Leichtigkeit überwindet. Ferner kann z. B. in einem 
Gebiete auch die ganze Land- und die ganze Süsswasser- 
fauna verschiedenen Ursprungs sein, verschiedenen Faunen- 
gebieten angehören ; z. B. gehört die Landfauna Aegyptens 
zum europäischen Faunengebiet, während der Nil afrika- 
nische Formen beherbergt. 

0. Boettger spricht in seiner Arbeit dauernd vom 
, Wandern* der Tiere. Dieser Ausdruck der alten Zoo- 
geographie sollte doch ausgemerzt und durch „Ausbreiten" 
ersetzt werden, da der alte Ausdruck einen falschen Be- 
griff zulässt. Die Ortsveränderung geschieht nicht einer 
Völkerwanderung vergleichbar, sondern allmählich am 
Rande des Verbreitungsgebietes, allerdings gewöhnlich 
nach einer Hauptrichtung, hnmerhin kleben im allgemeinen 
die Arten, besonders die niederen (ich denke hauptsächlich 
an Landtiere), mehr an der Scholle, als man gewöhnlich 
annimmt und sind dazu befähigt, durch ihr meist erstaun- 
liches Anpassungsvermögen. Ein Beispiel, dass eine sich 
sehr leicht fortbewegende Art sehr sesshaft ist, ist der 
Kolibri Loddigesia mirabilis , der nur im Tal von 
Chachapoyas in Peru vorkommt. 

Früher war dem Zoologen der genauere Fundort 
einer Art nebensächlich; heute wissen wir, welch grosse 
Bedeutung er für die zoologische Systematik hat. Wir 
werden vor allem vor dem grossen Fehler bewahrt von 
Konvergenzerscheinungen, die durch das oben genannte 
Anpassungsvermögen bedingt werden, irregeführt zu werden. 
Ausser einigen Konvergenzerscheinungen aus dem Gebiete 
der Helix- artigen Landschnecken, die ich in dieser Zeit- 



— 102 - 

Schrift (1909 pag. 2) gegeben habe, möchte ich z. B. noch 
die in Südamerika und spärlich in Afrika verbreiteten 
Octodontidae anführen, die äusserlich unsern Mäusen und 
Ratten sehr ähnlich sind, aber im Zahnbau ein kleines, 
aber wohl begründetes unterscheidendes Merkmal haben. 

Nun muss ich noch auf die Bedeutung des Alters 
der Tiergruppen zu sprechen kommen. Es ist klar, dass 
eine ältere Familie viel mehr Zeit hatte, einen grossen, 
später manchmal stark unterbrochenen (Relikte-) Verbreitungs- 
bezirk zu erobern als eine jüngere. Als Beispiel von 
Landschnecken möchte ich anführen : das hohe geologische 
Alter und die weite Verbreitung der Punctidae, Patulidae 
und Pupidae sowie das verhältnismässig junge Alter der 
Helicidae, die auch nur das europäische Faunengebiet be- 
wohnen. Aus dem oben gesagten ergibt sich die Halt- 
losigkeit von 0. Boettgers auf pag. 99 gegebenen sonder- 
baren „Uebersetzung" meines auf pag. 2 gegebenen Satzes. 
Die Gattung Strobila Morse, die nebenbei gesagt, gar keine 
Helicide ist, gehört einer sehr alten ausgedehnten Familie 
an. Es ist daher sehr wohl möglich, dass Uhr die weite 
Verbreitung zukommt. Durch die Funde von Vertretern 
des Genus Strobila wird das bewiesen. 

Die Anatomie der Helix - artigen Pulmonaten hat 
uns gezeigt, dass wir sie in eine Reihe von Familien 
aufteilen müssen (vergl. diese Zeitschrift 1909, pag. 3), 
die jede ein bestimmtes, genau begrenztes Faunengebiet 
bevölkern und nur ausnahmsweise darüber hinausgehen. 
Vorbedingung einer jeden weiteren modernen Betrachtung 
der lebenden Helix -artigen Pulmonaten und der fossilen 
dazu, die wir doch in einen Zusammenhang mit den 
lebenden bringen wollen, ist es nun, dass wir, wenn wir 
auch vielleicht nicht die in meiner Arbeit aufgeführte Ein- 
teilung anerkennen, doch zuzugeben, dass bei der Systematik 
auch die Anatomie, nicht nur die Scliale zu sprechen hat. 



— 103 — 

Wer, wie 0. Boetlger, die anatomischen Unterschiede ein- 
fach ignoriert und mir ausserdem persönlich offen erklärt, 
dass Enlota fruticum Müll, und Euoniphalia strigella Drap, 
trotz der herausgefundenen anatomischen Unterschiede die 
nächsten Verwandten seien, dass ferner Jsognomostoma 
personatum Lam. eine Triodopsis-Art sei, der treibt eben 
Vogelstrausspohtik mit der Wissenschaft. 

Nun habe ich behauptet, dass die Heliciden, wie sie 
ausser mir noch Kobelt (vergl. z. B. Rossmässlers Sono- 
graphie, Registerband) und andere annehmen (Belogona 
Siphonadenia Pilsbrys), nicht allein in ihren lebenden 
Formen das europäische Faunengebiel, wie ich es in 
meiner Arbeit pag. 3 annehme, bewohnen, sondern sich 
auch in ältere Erdperioden dieses Faunengebiets zurück- 
verfolgen lassen. Ich habe dies bis ins obere Oligocän 
getan. Hier finden wir die Familien schon recht differen- 
ziert und sogar den grössten Teil der heute noch lebenden 
Subfamilien ausgebildet. Von dem Vordringen von Ver- 
tretern aus anderen Familien der Helix- artigen Pulmonaten 
scheint das europäische Faunengebiet mindestens vom 
oberen Oligocän an verschont geblieben zu sein (mit Aus- 
nahme der neuerdings eingedrungenen Eulota fruticum 
Müll , die ich schon pag. 3 meiner Arbeit erwähne). Steht 
nun die Familie Helicidae mit einer der anderen Familien 
der Helix -artigen Pulmonaten in näherer Verwandschaft 
als mit den übrigen? Daraus hesse sich wieder ein 
Schluss auf die Abstammung der Helicidae machen. In 
der Tat stehen die Eulotidae (Pilsbrys Belogona Euadenia) 
den Heliciden in mancher Beziehung sehr nahe ; Pilsbry 
stellt sogar beide zusammen als Belogona gleichwertig 
neben seine anderen Unterfamilien seiner Helicidae. Somit 
weisen die Heliciden im engeren Sinne auf Asien hin, 
woher sie wohl in der Eocänzeit nach Europa gelangt 
sind. (Fortsetzung folgt.) 



- 104 — 

Cypraea moneta L. aas einer praehistorischen 
Ansiedelung bei Frankfurt a. M. 

Von 
Dr. Wilh. Wenz, Frankfurt a. M. 



Als ich Ende 1909 mit dem Studium der geologi- 
schen Verhältnisse in der Baugrube des neuen Frankfurter 
Osthafens beschäftigt war, fiel mir beim Aufsammeln 
tertiärer Gonchylien eine Cypraea in die Hände, die nicht 
aus diesen Tertfärschichten, sondern aus den darüber- 
lagernden Sand- bezw. Lehmschichten stammte. Sie war 
in ihrem Innern noch mit Sand und Erde erfüllt. Die 
genauere Untersuchung ergab, dass es sich um ein typi- 
sches Exemplar von Cypraea monela L. handelte, das 
durch das lange Liegen in den Erdschichten oberflächlich 
leicht angewittert, sonst aber wohl erhalten war. Da in 
allernächster Nähe der Fundstelle praehistorische Nieder- 
lassungen verschiedenen Alters [Jüngere Steinzeit und Spät 
La Tene] in grösserer Ausdehnung aufgeschlossen worden 
sind, so kann kein Zweifel bestehen, dass das Exemplar 
durch die Bewohner jener Niederlassungen hierher gekom- 
men ist. Da Cypraea moneta L. dem indischen Ozean 
angehört, so zeigt uns dieser interessante Fund wieder 
einmal, welch ausgedehnte Handelsbeziehungen schon zur 
damaligen Zeit bestanden haben müssen. Das Stück wurde 
dem städt. bist. Museum übermittelt. 



Kleinere Mitteilungen. 

Embrik Strand hat für den Gattungsnamen Erigone 
Albers 1850 von Savigny & Audouin (wahrsch. 1826) 
den neuen Namen Helerigone vorgeschlagen (Societas 
entomologica v. 25 p. 34 1910). 

Pilsbry stellt die typische Art der Albersschen 
Gattung, Helix discordialis Fer., zu ChloritisBeck, so dass 
Erigone Albers in die Synonymie der letzteren Gattung 
fällt und der Strandsche Name überflüssig ist. J. Thiele. 



105 — 



Literatur. 



Journal of Conchologif, vol. 13, no. 4. 

p. 97. Wallis, E. A., Curiously distorlcd Anodonta cygiiaea (L ) 

(with fiprs.). 
p. 98. Fogerty, H., Shell Drift at Balliiiura, Limerick. 
p. 99. Hargreaves, J. A., tlie Marine Mollusca of Yorkshire Cloasf. 

and the Doggersbank. (concluded). 
p. 106. Longstoff, M. Jane, Additional Notes on the Non-Marinc Mollus- 
ca of Mortehoe. 
p. 108. Tomlin. J, H, 1". B., the Dispersal of Shells by Insects. 

p. 108. , on Ethalia Melvilli Sovv. 

p. 108. Sikes, F. St., Crepidula fornicala and Petricola pholadiforuiis 

in the Medway. 
p. 109. Simpson, J., Notes on some rare Mollusca froni the North Sea 

and Shetland Faroer Channeil, 
p. 116. Adams, L. E., Observations on the Pairing of Arion ater (L.) 

with figs. 
p. 120. Smith, Maxwell, Upon Cerlain Species of Land Mollusca living 

in the Southern Limestone Alps, 
p. 124. Jackson, J. W., Pyramidula rotundata var. alba at Meathop Fell. 

Balch, Francis N., a new Lahradorian SiJecies of Archidiopsis. 
a Genus of MoUusks neic to Eastern North America; 
ivith liemarks on its relationships. — In: Pr. U. St. 
Nat. Mus. V. 38 no. 1761 p. 469-584, pl. 21, 22. 
(G. corys). 
Die genaue anatomische Untersuchung verweist die Gattung in die 
Unterfamilie Velulinidae. 

Proceedings of the Academy of Philadelphia 19 10 vol. 62 
No. 2. 

p. 502. Pilsbry, H. A.. Land Mollusca of the Panama Canal 
Zone. Neu: Pleurodonta uncigera chiripuensis p. 506, 
Chiriqui; Textfig. ; Thysanophora canalis p. 507, Textfig., 
las Cascades, — Auris distorta panamensis p. 507 t. 37 
f. 8, 9, Tabernillo; — Leptinaria panamensis p. 508 Textf. 

4, ibid.; — Salasiella browni p. 508 Textf. 5, las Cascades; 

— Guppya browni, p. 509 Textf. 6, Tabernillo. 

p. 510. — — <& A. P. Brown, the Mollusca of Mandeville, 
Jamaica and its environs. — Neu: Zaphysema buddiana 
avus n. subsp. p. 526 f. 6; — Sagda grandis p. 527 Textf. 
7, 8; — S. spei f. 9; — S. anodon p. 529 Textf. 10; - 

5. Simplex p. 529 Textf. 11; — Spirostemma mandevillen- 
sis D. 530 Textf. 11; — Varicella rapax p. 531 Textf. 12: 

— Oeomelania microglypta p. 532 Textf. 13; — Rhytido- 
poma frater minor, p. 532 Textf. 14; — Aperostoma 
(Ptychocochlis) lacteofluviale p. 534; — (A.) tryonianiun 
p. 534. 



— 106 — 

Hidalgo, J. G., Enumeracion, de, los moluscos recogidos por 
la Comision exploradora de Marruecos. In : Bol. Soc. 
espanola, Abril 1909. 
Keine neue Art. Von Interesse das Vorkommen von Tudom 
ferruginea und Leonia ntsmiUaris bei Melilla, beide wohl 
verschleppt. 

— — , Moluscos de la Guinea espanola. — In : Mein. Soc. 

Espan. Tomo I Mein 29 (1910). 

Neu: Pseudachatina fjuineensis (T. imperforata, pyramidalis, 
apice obtusiuscula, solidiuscula, sub epidermide fibrosa 
fere laevigata, carneo-fulva, strigis distantibus, obliquis, 
simplicibus, purpureis, superiore suturam non attingen- 
tibus, ultimoque anfractu fascia latissima pericolumellari 
nigricanti-purpurea, picta; anfr. 7 vix convexi, primi sub 
lente striis tenuissimis transversim ornatl, caeteri ad 
suturam subdepresso-marginati, ult. infra medium angu- 
lato-cingulatus, subtus valde convexus ; apert. ovalis, 
intus concolor, labro tenui, acute, vix expanso, inferne 
magis arcuato; columella breviuscula, extrorsum torta, 
inferne acutiuscula, albida. — Alt. 50, diam. 22 mm). 

— — , Noticlas siibre alqunos Moluscos de Espana. — In : 

Rev. Acad. Madrid 1910, Febr. 
(Purpara haemastoma, Lima excavata, bei Santander gedrakt; 
Cypraea achatidea im Ozean bei Cadiz und Santander). 

— — , el Museo del InsUtuto Oceanogmfico di Monaco. — 

In: Bol. Soc. espanola Abril 1910. 

; Obras malacologicas. Entreira 8. Vol. II p. 1249 

bis 1627. 
Enthält den Schluss des kritischen Verzeichnisses aller die 
Molluskenfauna der spanischen Halbinsel behandelnden 
Werke. 

Melvill, J. Cosnio, Descriptions of %9 Species, of Marine 
Mollusca from the Persian Gidf, Giilf of Oman, and 
North Arahian Sea, mosÜy collected by M. F. W. 
Townsend. — In: Ann. Nat. Hist. (8) VI July 1910. 

- With pl. I * II. 

Neu: Cyclostrema tredecimlineatum p. 2 t. 1 f. 1 ; — Sola- 
riella iridifulgens p. 3 t. 1 f. 3; — Tubiola nugatorium 
p. 3 t. f. 2; — Monilea chiliarches p. 3 t. 1 f. 4 ; — 
Epitonium schepmani p. 4 t. 1 f. 6; — E. zatrephes p. 4 
t. 1 f. 5; — Crosseia allicicns p. 5 t. I f. 7 ; — Teinostoma 
ammeles p. 6 t. 1 f,. 8; — Ethalia diotrephes p. 6 t. I 
f. 9; — Fluscina stenomphala p. 7 t. 1 f. 10; — Rissoa 
townsendi p. 7 t. 1 f. 1 1 ; — R. elspethae p. 8 t. 1 f. 12; 

- R. ictriella p. 8 t. 1 f. 13; — Obtortio elongella p. 9 



— 107 - 

t. 1 f. 14; — Cerithiuni trigonostomum p. 10 t. 1 f. 15 ; 

— Ccrithiopsis entreta p. 10 t. 2 f. 16; — C. henjamensis 
p. 10 t. 2 f. 17; — C. ochrolivens p. 1 1 t. 2 f. 18; — 
Columbella salutaris p. 11 t. 2 f. 19; — Mitra geoffreyana 
p. 12 t. 2 f. 20; — Terebra remiralva p. 12 t. 2 f. 21 ; — 
Mangilia ichthys p. 13 t. 2 f. 22; — M. querna p. 13 t. 2 
f. 23; — M. tetartemoris p. 14 t. 2 f. 24; — Pleurotomella 
rhytismeis p. 14 t. 2 f. 25; — Donovaiiia tomlini p. 15 
t. 2 f. 26; — Tibiris invicta p. 15 t. 2 f. 27 ; — Retusa 
turrigera p. 16 t. 2 f. 28 ; — Lepton Orientale p. 16 t. 2 f. 29. 

Caziot, le Commandant, Etüde sur les Mollusques terrestres 
et fliiviafUes de le PrincipauU de Monaco et du De- 
partement des Alpes- Maritimes. — 'In[: Collections de 
Memoires et Documents publies par ordre de 
S. A. S. le Prince Albert I, Prince Souverain de 
Monaco. — Monaco 1910. — 4**. 559 p. avec 

10 pl. 
Ein wichtiger, vorzijglich ausgestatteter und sorgfältig durcli- 
gearbeiteter Beitrag zur Fauna Siidostfrankreichs, durch 
den wir von vielen Arten der Nouvelle Ecole wenigstens 
gute Abbildungen erhalten. Neu oder zum erstenmal ab- 
gebildet sind: Hyalinia forderei Bgt. t. 4 f. 43, 44'; — H. 
kraliki Let. t. 4 f. 45, 46; — H. maceana Bgt. t. 4 f. 50, 
52, 53; — H. apronensis p. 38; — H. parisiaca Mab. t. 4 
f. 91 ; — Helix subaustriaca var. gobyi n. p. 81 ; — H. 
carthusiana depressa p. 92 t. 4 f. 14; — H. subsarriensis 
p. 93 t. 4 f. 8; — H. stagnina Bgt. t. 4. f. 29; — H. ven- 
tiensis minima p. 96 t. 4 f. 54 ; — H. clandestina maynardi 
p. 102 t. 4 f. 25—27; — H. toarsa Bgt. t. 4 f. 10; — H. 
elavera Bgt. t. 4 f. 55, 56; — H. subniverniacajp. 115; — 
H. orzeskoi p. 117 t. 6 f. 37 ; — H. quevarrica Bgt. t. 6 
f. 20; — Campylaea amathia Bgt. t. 5 f. 9; — Xerophila 
prinohila Mab. t. 6 f. 3; — X. apicina agrestis p. 131 t. 6 
f. 50, 51; — X. brausensis p. 137 t. 6 f. 39—41; — X. 
crema Bgt. t. 6 f. 77; — X. circussiaca Mab. t. 6 f. 6 ; — 
X. spirilla Westerl. t. 6 f. 170, 81, 82 ; — X. mouqueroni 
Bgt. t. 6 f. 29, 30, 67; — X. deferiana Bgt. t. 6 f. 47; — 
S. areiatensis Loc. t. 1 f. 34—36; — X. ilicetorum Mab. 
t. 6 f. 45, 46, 69; — X. conisia nummulitensis p. 143 t. 6 
f. 91; — X. beliiquadrica Mab. t. 6 f. 62, 74 ; — X. micro- 
phana Bgt. t. 6 f. 78—80; — X. tourettensis p. 145 t. 6 
f. 32, 33; — X. toiosana subtolosana p. 149 t. 6 f. 73; — 
X. veranyi Bgt. t. 6 f. 25, 26, 55 ; — X. pouzonensis 
Fagot t. 6 f. 89; — X. coutagnei Locard t. 2 f. 31 ; — 
X. gesocribatensis Bgt. t. 6 f. 7; — X. ruida Bgt. t. 6 
f. 65; — X. scrupea Bgt. t 6 f. 35, 36; — S. palareacensis 
p. 153 t. 6 f. 56; — X. grimaldii p. 155 t. 6 f. 31, 42—44; 

— X. nummulitica p. 156; — X. iutosinula Locard t. 3 
f. 2, t. 5 f. 16, 22; — X. lentipes Locard t. 3 f. 5; — X. 



— 108 — 

jusiana niciensis p. 167; — X. labida Locard t. 2 f. 2; 
var. albida t. 3 f 9: — X. ademata Bgt. t. 3 f. 22! — X. 
alaricana Fagot t. 3 f. 8; ~- X. pseudoxaloiiica var. 
collensis p. 177; — X. agelensis p. 181 ; — X. euthalassina 
vor. cotensis p. 183; var. faiiconensis p. 184 t. 3 f. 29, 34, 
39; — X. janalls Poll. t. 3 f. 26; — X. leviculina Locard 
t. 3 f. 31; — X. melania Bgt. p. 189 t. 3 f. 30, 44 ; — X. 
marsiihonensis Cout. t. 2 f. 6; — X. submarsilhonensis 
p. 190; — X. subtassyana Fagot t. 1 f. 12—14; — X. sub- 
mendranoi p. 193; (= mendranoi Locard, nee Bgt. Servain); 
var. andrei p. 194; — X. subalaricana p. 194 t. 3 f. 13; — 
X. peregrina Locard t. 3 f. 50; — X. mendoza Servain 
t. 2 f. 47-54; t. 3 f. 41—46; — X. sylvae Servafn t. 2 
f. 50, 57; — X. tabarkana Let. & Bourg. t. 3 f. 36; — X. 
mucinina var. submucinina p. 205 ; — X. villeneuvei 
p. 207 t. 6 f. 59—61; — X. ambielina Charp. t. 3 f. 42; — 
X. guideloni Bgt. t. 2 f. 32; — X. mendranopsis Locard 
t. 3 f. 25; — X. mascarellyi p. 215 t. 3 f. 47—49; — X. 
madiea var. palareasensis p. 217 t. 2 f. 55, 56; — X. sub- 
papalis var. escarenensis p. 218; — X. sianensis p. 219; 

— X. jeannotati p, 220 t. 6 f. 21, 22; — X. subjeannotati 
p. 221 ; -- X. richardi p. 222 t. 2 L 21, 22, 28; — X. ces- 
pitum var, thieuxi p. 235; — X. globula Locard t. 5 f. 19; 

— X. nautica Loc. t. 2 f. 3, 9; — X. osvvaldi var. globosa 
p. 249; — X. adolia Flor. t. 2 f. 4, 10; — X. lersiana Fagot 
t. 2 f. 14, 20; — X. limara var. nicaeensis p. 262; — X. 
limarella Hag. t. 11 f. 1 1, 17 ; — X. mongiscardiana Fagot 
t. 3 f. 43; — X. misarella Pechaud t. 2 f. 27, 33, 34; — 
X. herbatica Fagot t. 1 f. 52, 53; var. rissoi p. 266; — 
X. subneglecta p. 268 t. 3 f. 40, 45; — X. ultima p. 269 
t. 2 f. 23, 29; -- X. triphera Bgt. t. 3 f. 35; — X. narusia 
PolL t. 33 f. 33, 38; — X. trepidulina p. 273 t. 2 f. 42, 48; 

— X. castrensis Fag. (= eliisatica Poll.) t. 2 f. 44, 45, — 
X. subsynerosa p, 277 t. 6 f. 14, 15; — X. pseudosynerosa 
p. 277; — Euparypha pisana var. cuttati Bgt. t. 1 f. 19; 

— Tropidocochlis scitula var. riquirensis p. 290 t. 5 f. 20, 
23; — Tr. subpyramidata p. 298 t. 6 f. 3 ; — X. pseudo- 
numidica p. 299 ; — Tr. pseudopyramidata p. 300 t. 2 
f. 26, t. 6 f. 2; — Tr. vardeorum Bgt. t. 6 f. 4; — Fr. 
lycabetica Let. & Bgt. t. 6 f. 27, 28. — Pupa limonensis 
var. isseli p. 312; — P. megacheila var. labiosa p. 317 
t. 8 f. 9; — P. cianensis p. 318 t. 9 f. 16; — Ciausilia 
solida var. heterostropha p. 346 t. 9 f. 1 1 : — Gl. erzieriana 
Bgt. (= bizarellina Bgt.) t. 9 f. 13, 14; — Gl. leia Bgt. 
t. 9 f. 9, 10; — Gl. creniilata var. elongata p. 354 t. 9 
f. 7; var. minor p. 156; -— Gaecilianella prealpina p. 369; 

— C. lupensis p. 370 t. 8 f. 33; — Garychium sianicum 
p. 376; — Limnca mucronata siagnensis p. 381; — L. 
hydrorhiga t. 7 f. 28; — L. angustana Mill. t. 7 f. 34; — 
L. stenostoma Bgt. t. 7 f. 8, 9; — L. hoamastonia Bgt. 
niss. p. 404 t. 7 L 4; - L. limbata (Zgl.) Moq. Tand. t. 7 



— 109 — 

f. 32; — L. mauryi p. 406 t. 7 f. 49, 50; — L. beuUiensis 
p. 407 t, 7 f. 3; — L. subtruncatula p. 412 t. 8 f. 18; - 
L. pumila Locard t. 8 f. 18 ; — L. montana var. contensis 
p. 413 t. 7 f. 44; — L. lafayi p. 414 t. 7 f. 53, 54; — L. 
sTiinialdii p. 415 t. 10 f. 21 ; — Physa mamoi Benoit t. 1 
f. 30; — Ph. saint-simonls Fag. t. 1 f. 31 ; — Bythinia 
subovata p. 454 t. 9 f. 35, 39; — Bythinella orzeszkoi 
p. 459 t. 10 f. 8, 10; — B. trinitatis p. 460 t. 10 f. 6, 17; 
— B. roublonensis p. 462 t. 10 f. 9, 15; — B. subroubio- 
nensis p. 463 t. 10 f. 14, 16; — B. templi p. 464 t. 10 
f. 5, 13; — B. doumeti Btrt. t. 10 f. 3; — ß. subdoumeti 
n. 467 t. 10 f. 7, 11; — B.'siagnensis p. 468 t. 8 f. 31 ; — 
Neritina fluviatilis niciensis t. 1 f. 25, 26. — In einem 
Nachtrag werden noch verschiedene kritische Formen be- 
handelt. Neu: Arionta arbustorum meinardi p. 2192, 
Mont Mounier; — Xer. gsiuni var. carrosensis p. 503; — 
Zua collina var. subventricosa p. 509. 

TJiiele, Dr. J., Beiträge zur Mollusken fauna Westindiens 
(Marine). In: Zoolog. Jahrb. Suppl. II, Heft 2, 
1910. Mit Tafel. 
Neu: Ischnochiton hartmeyeri p. 111, Tortugas ; — Tethys 
modesta p. 124, St. Thomas; — Bornia undulata p. 128, 
Barbados; — Cardium guppyi p. 129, ibid. 

— — , eine arabische Ennea und Bemerkungen über andere 

Arten. - Mit Taf. X. In: S.-Ber. Ges. natin-f. Fr. 
Berlin 1910. 
Neu: Vitrina arabica p. 281 t. 10 f. 5; — Trochomorpha 
sabae Mrts. ist ein Zonites, die südlichste Art der Gattung. 
Ennea Schweinfurthi p. 283 t. 10 f. 6; — Die Untergattung 
Petraeocerastus muss den älteren Namen Euryptyxis 
Fischer Manuel tragen. 

Filsbrij, H. A., a new Haitian Oligocene Horizon. In : Proc. 
Phil. June 1910 p. 487—89. 
Neu: Potamides roumaini p. 487 ; — P. caobosensis p. 488; — 
Area websteri p. 488, alle mit Textfiguren. 

— — , a new species of Marinula (rhoadsi n.) from near 

the head of the Gulf of Califovnia. Ibicl p. 148, 
Textfigur. 

Thiele, Dr. J., Mollusken der Deutschen Zentralafrika- Ex- 
pedition. — In: Wissensch. Ergebnisse D.-Z. -A.- 
Expedition Band III S. 175—214, Taf. 4—6. 
Als neu beschrieben werden : Ennea (Ptychotrema) supraden- 
tata p. 177 t. 4 f. 5, 6, Rikwa-See ; — (Gulella) lobidens 
p. 178 t. 4 f. 10; — (E.) ovalis nom. nov. für E. curvilamella 
Martens O. -Afrika p. 16, Ruwenzori; — E. brevis n. sp. = 
curvilamella Mart. v. minor ibid.; — inconspicua p. 182 



— liö — 

t. 4 f. 19, Sansibar; — E. pupa n. = amicta brevior Mrts., 
Butumbi; — E. minutissima p. 182 t. 4 f. 21; — Streptaxis 
vulkani p. 184 t. 4 f. 21 ; — Streptaxis vulcani p. 184 t. 4 
f. 22, 23. Niragongo; — Str. ukamica p. 185 t. 4 f. 25, 26, 
Ulami-Berge; — Str. vorsseleri p. 185 t. 4 f. 25, 26; — 
Rhytida hyalinoides p. 187 t. 4 f. 29—31, Usambara; — 
Vitrina bambuseti id. 188 t. 5 f. 32, Sabinjo ; — V. 
teiiuissima p. 188 t. f. 33, Karisimbi ; — V. (?) ugandensis 
p. 189 t. 5 f. 36, Uganda; — Heiicarion kivvunensis p. 192 
t. 5 f. 34; — H. insularis p. 192 t. 5 f. 35, Kwidschivi ; — 
H. schubotzi p. 193 t. 6 f. 62, 63, 65, Textf. XVII, Kiwi- 
See; — H. issangoensis p. 195 t. 6 f. 66, Textf. XIX, (= 
caillaudi Martens nee Morelet, Ruwenzori; — H. volkensi 
p. 197 t. 5 f. 37, Kilimandscharo; — H. auriformis p- 197 
t. 6 f. 57 — 69 (= lymphaseus Martens nee Morelet) ; — 
H. membranaceus p. 199, Mavambi : — Martensia dense- 
striata p. 200, zwischen Kiwu und Tanganyika-See ; — , 
M. acutecarinata p. 200 t. 5 f. 38 ; — Rhachidina n. gen. 
Buliminidarum, Typus Rh. tumefactus Rve., p. 201 ; — 
Rliachisellus drymaeoides p. 202 t. 5 f. 39; — Cerastus 
vexillum p. 202 t. 5 f. 40, Niragongo; — Limicolaria ele- 
gans p. 204 t. 5 f. 41, Insel Kwidschwi; — L. iaeta p. 204 
t. 5 f. 42; — Achatina graueri p. 205 t. 5 f. 43, ibid.; — 
Homorus kwidschiviensis p. 205 t. 5 f. 44, ibid ; — 
Pseudoglessula intermedia p. 207 t. 5 f. 46; — Ps. elatior 
p. 207 t. 5 f. 47, ibid.; — Ancylus ruandensis p. 208 t. 5 
f. 48; — A. vicinus p. 208 t. 5 f. 49, Bolero-See; — 
Lanistes graueri p. 210 t. 5 f 50, Uvira; — Melania igno- 
bilis p. 211 t. 5 f. 53, Itari; — Sphaerium mohasicum 
p. 212 Textf. XXV. 

Germain, Louis, les Vnionidh de la Faune Normande au 
Musde d'Histoire naturelle d'Elheuf. — In : Bull, 
Soc. Elbeuf. 1910. Avec une planche et 22 figs. 
en Texte. 
Eine sehr dankenswerte Arbeit über die wir in den Mitteilungen 
eingehender berichten werden. 

Proceedings of the Malacological Society of London. Vol. 
IX, Part. III. September 1910. 

p. 151. Woodward, C. & H. Suter, the Genus Cremnobates, 
Swainson (non Günther 1861 nee Blanford 1863). Ausser 
dem Typus Cremnobates parvus Swains. gehören noch 
hierher Marinula maindroni Velain und Marinuia nigra Phil. 

e. 153. Iredale, Tom, Notes on Polyplacophora, chiefly Austra- 
lasian (Part. II). 

p. 163. Preston, H. B., Notes and Additions to the terrestrial 
Molluscan Fauna of Southern Abysinia. Neu: Ennea 
Meneliki, Heiicarion hararensis p. 164; Lejeania rosen- 
bergi mit var. depressa und var. aibida, Buliminus affinis 



- 111 - 

p. 165; Achatinn ariel p. 1()6; Liinicolaria jickeliana p. 167; 
Homoiiis princeps, perlucida p. 168; (Itiopiana), meiieliki, 
vicina p. 169; nymplia p. 170. Alle Arten mit Text- 
figuren. 

p.27l. Mehill, J. Cosmo, a Berision of the Species of the Famüij 
FyrnmidelUdae in the Persian Gvif. Gulf of Oman 
and North AraUun Sea. As exemplified mostly in 
the Collectlons made by Mr. F. W. Tovvnsend 
1893 — 1900, with descriptions of new species 
pl. IV— VI. 
Neu : Syrnola clearete, p. 175 t. 4 f. 1 ; — Styloptygma beatrix 
p. 176 t. 4 f 4; — St. cometes p. 177 t. 4 f. 3 ; — Agatha 
vestalis p. 178 t. 4 f. 5 ; — Elisa enelata p. 179 t. 4 f. 7 ; 

— Eulimella maja p. 180 t. 4 f. 8; — Turbonilla colpodes 
p. 183 t. 5 f. 14; — T. eucteana p. 184 t. 4 f. 11; — T. 
eumenes p. 184 t. 4 f. 12; — T. fraterna p. 184 t. 4 f. 13; 

— T. galactodes p. 185 t. 4 f. 14; — T. icela p. 185 t. 4 
f. 15; — T. Julia p. 186 t. 5 f. 1 ; — T. michaelis p. 187 
t. 5 f. 2; — T. neogila p. 181 t. 5 f. 3 ; — T. oligopleura 
p. 188 t. 5 f. 4; — T. punctillum p. 189 t. 5 f. 7 ; — T. 
quaestuosa p. 189 t. 5 f. 8; — T. sykesii p. 190 t. 5 f. 9 ; 
T. townsendi p. 191 t. 5 f. 11; — T. unicincta p. 192 t. 5 
f. 12; — T. zetemia p. 192 t. 5 f. 13; — Oscilla evanida 
p, 194 t. 5 f. 15; — Pyrgulina (Egilina) chasteriana p. 197 
t. 6 f. 2; — P. comacum p. 198 t. 6 f. 3; — P. crystallo- 
peeta p. 199 t. 6 f. 4; — P. dautzenbergi p. 199 t. 6 f. 5; 

— P. ecl-ita p. 200 1. 6 f. 6; — P. edana p. 200 t. 6 f. 7 ; 

— P. milicha p. 201 t. 6 f. 8 ; — P. pirithella p. 201 t. 6 
f. 9; — P. polemica p. 202 t. 6 f. 10; — P. redempta 
p. 202 t. 6 f. 11; — P. zidora p. 203 t. 6 f. 12; — Odosto- 
mia anabathmis p. 203 t. 6 f. 13; — O. chariclea p. 204 
t. 6 f. 14; — O. eutropia crassispira p. 205 t. 6 f. 15; — 
0. zaleuca p. 206 t. 6 f. 10. 

p.208. Burne, R. H., on the anatomy of Rhysota fouUioui. — 

With pl. 7 und 8. 
p.212. Reynell, A., Further Notes ovv the dates of issue of the 

parte of Sowerbys Conchological Illustrations. 
p.2I4. Jukes-Browne, A. J., on Petricola, Lucinopsis and the 

family Petricolidae. 

Eingegangene Zahlnngen : 

Pavlovic, Belgrad, Mk. 7.50; — Pavlow, Moskau, Mk. 7.50 

— Dr. Blasius, Braunschweig, Mk. 7.55; — Marchese di Mon- 
terosato, Palermo, Mk. 6. — ; — Obergymnasium, Travnik, Mk. 6. — 

— P. Hesse, Venedig, Mk. 7.50; — Roos, Frankfurt a. M., Mk. 7.50 

— Helmut Kolasius, Berlin, Mk. 7.55; — Prinzessin Therese von 
Bayern, München, Mk. 7.50; — Israel, Gera-U., Mk. 7.50; — 



— 112^ — 

Clessin, Regensburg, Mk. 7.50; — Nägele, Waltersweier, Mk.7.30; 

— V. Koch, Braunschweig, Mk. 7.50; — Krause, Gr. Lichterfelde, 
Mk. 7.50; — Heller, Teplitz-Schönau, Mk. 7.50; — Weber, Mün- 
chen, Mk. 7.50; — Zinndorf, München, Mk. 7.50; — E. Bülow, 
Berlin, Mk. 6.— ; — B. Liedtke, Königsberg, Mk. 7.50; — Natur- 
histor. Museum, Lübeck, Mk. 7.50; — Rijks-Museum, Leiden, 
Mk. 7.50; — v. Heimburg, Wiesbaden, Mk.31,50;— Dr. Schröder, 
Gr.-Lichterfelde, Mk. 13.50 ; - C. J. Jickeli,|Hermannstadt, Mk. 19.50 ; 

— Löbbecke-Museum, Düsseldorf, Mk. 6. — ; — Natermann, 
Hannöv.-Münden, Mk. 7.50; — Boettger, Frankfurt a. M., Mk. 7.50; 

— Niglutsch, Posen, Mk. 7.50; — Dautzenberg, Paris, Mk. 13.50; 
Scharff, Dublin, Mk. 13.77; ~ Dr. Lang, Zürich, Mk. 7.50; — 
Dr. Miller, Stuttgart, Mk. 7.50; — Naturhistor. Museum, Ham- 
burg, Mk. 7.50; — Schedel, Peking, Mk. 7.50; — Pallary, Oran, 
Mk. 7.50; — Dr. Godet, Neuchätel, Mk. 7.50 ; - H. Becker, Graham- 
stown, Mk. 9.18; — Retowski, St. Petersburg, Mk. 7.50; — Geyer, 
Stuttgart, Mk. 7.50; — Boston Society, Boston, Mk. 7.53; — 
Zoolog. Institut, Breslau, Mk. 7.50; — L.Hocker, Gotha, Mk. 7.50; 

— Landesmuseum, Agram, Mk. 7.50; — Zoolog. Museum, Kiel, 
Mk. 7.50; — Wohlberedt, Triebes, Mk. 7.50; — Walker, Detroit, 
Mk. 7.53; — Zoolog. Museum, Berlin, Mk. 13.50; — Bollinger, 
Basel, Mk. 7.50; — L. Edlauer, Wien, Mk, 13.50; — Dr. Lasker, 
Helsingfors, Mk. 7.50; — Jetschin, Paschkau, Mk. 7.50. 

Nene Mitglieder: 

Prof. Dr. le Roy, Bonn. 

Walter F. Webb 

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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologiselien Sesellsehaft 



DreiiiiKl vierzigster Jahrgang 
(1911) 



^ Heft (II = 

(Juli — September) 



Inhalt: 

Seite 

Boettger, Caesar B., Einige Worte zu: Noch einmal ,,Die 
Vervvandschaftsbeziehungen der Helix-Arlen aus dem 
Tertiär Europas" von Prüf. Dr. 0. Boettger in Frank- 
furt (Main) (Schluss) 113 

— — , Nachtrag zu meinem ,, Systematischen Verzeichnis 
der beschälten Landschnecken Deutschlands, Oester- 
reich-Ungarns und der Schweiz ' 133 

Wenz, Dr. Wilh., Die Conchylienfauna des alluvialen Moores 

von Seckbach bei Frankfurt a. M 135 

Hesse, P., Zur Kenntnis der Molluskenfauna Ton Ostrumelien 142 

Literatur 155 



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Heft 3 Juli 1911. 

Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologischen Gesellschaft. 

Dreiundvierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7.50. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zaigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Einige Worte zu: 
Noch einmal „Die Verwandschaftsbeziehungen der Helix- 
Arten aus dem Tertiär Europas" 
Ton Prof. Dr. 0. Boettger in Frankfurt (Main). 

Von 
Caesar R. Boettger.*) (Schluss). 



Nach Beendigung meiner Arbeit eingeschoben, möchte 
ich an dieser Stelle auf eine kürzlich erschienene Arbeit 

*) Lange hat diese Arbeit auf der Redaktion des Nach- 
richtsblattes gelegen. Inzwischen ist mein Gegner nach einem 
tatenreichen und ehrenvollen Leben verschieden. Am liebsten 
Hesse ich jetzt den Kampf, den Kampf mit einem Toten, ruhen, 
doch glaube ich bei der Wichtigkeit der Frage diese einem 
Manne nicht opfern zu können. Daher wurde die Arbeit ge- 
druckt, wie sie damals vorlag. 



— 114 — 

zu sprechen kommen, die es mir geraten erscheinen lässt, 
die weiteren Bemerkungen zu meinem oben erwähnten 
Satze aus dieser Arbeit zu streichen und bloss auf die 
andere zu verweisen, da sie pag. 109 — 111 dasselbe sagt. 
Und sonderbarerweise wendet sich diese in der schroffsten 
Weise gegen meine von 0. Boettger angegriffenen Aus- 
führungen. Es ist dies H. von Iherings Abhandhmg „Zur 
Kenntnis der südamerikanischen Hehciden" in den Ab- 
handhmgen der Senckenbergischen Naturforschenden Ge- 
seHschaft, Band 32 „ P'estschrift zum Siebzigsten Geburts- 
tag von Wilhelm Kobelt", Frankfurt a. M. 1910. Hier 
wendet sich Herr von Ihering in Ausdrücken gegen mich, 
die wohl kaum eines Forschers würdig sind. In der 
Hauptsache dürlten wohl meine Ausführungen denen von 
Iherings nicht widersprechen ; nur in der weiteren Ein- 
teilung der Helix- artigen Pulmonalen mit Pfeilsack und 
glandulae mucosae weichen unsere Meinungen von einander 
ab. Wie schon oben gesagt, kann ich von Iherings Aus- 
führungen auf pag. 109 — 111 über die Urheimat seiner 
Helicidae, der Pilsbryschen Belogona, Kobelts und Kleiner 
Familien Helicidae und Eulotidae nur unterstreichen. 
Während von Ihering seine Hehcidae in die fünf Unter- 
familien Hygromiinae, Helicellinae, Gepolinae, Helicinae und 
Helicostylinae einteilt, trenne ich sie nach Pilsbrys Muster 
einstweilen noch nach den glandulae mucosae in zwei ge- 
trennte Familien Helicidae und Eulotidae.*) Dies erscheint 
tiergeographisch besonders einleuchtend, da wir so die 
Heliciden als Gharakterschnecken des europäischen Faunen- 
gebiets erhalten, die Eulotiden dagegen hauptsächhch das 

*) Es gibt allerdings südamerikanische Eulotiden, z. B. 
zwei von Pilsbrys untersuchte Epiphragmophora-Arten, die 
zylindrische glandulae mucosae zu besitzen scheinen. Ich habe 
von beiden Arten noch keine Weichteile in der Hand gehabt 
und möchte die zylindrischen glandulae mucosae vielleicht als 
selbständige Bildung ansehen. Vergl. auch meine Arbeit gegen 
H. von Ihering im vorigen Hefte dieses Jahrgangs. 



- 115 — 

östliche Asien bewohnen und von dort aus, wohl in von 
Iheringschem Sinne, nach dem westlichen Nord- und Süd- 
amerika gelangt sind. Wer in diesem Punkte recht hat, 
darüber möchte ich mich mit einem bewährten Forscher 
wie von Ihering nicht streiten ; dieser Punkt war aber 
auch garnicht die Hauptsache meiner Ausführungen, was 
sich wohl leicht aus meiner Arbeit erkennen lässt. Was 
ich sagen wollte, ist folgendes. Nicht allein die Helix- 
artigen Pulmonaten Europas während der Jetztzeit sind 
Heliciden im engsten Sinne, sondern auch die fossilen, 
soweit ich sie zurückverfolgt habe. Wie aus meiner Arbeit 
hervorgeht, habe ich besonderen Wert auf die Pentatae- 
niinen gelegt, deren fossile Vertreter dieselben charakte- 
ristischen Bändervariationen wie die lebenden zeigen und 
deren Nachkommen nicht in den Coryda-Arten Amerikas 
sondern in Europa selbst zu suchen sind. Wie sollten sie 
auch nach Amerika gelangt sein? Heers Landverbindung 
zwischen Europa und Westindien dürfte durch von Iherings 
Forschungen entgültig widerlegt sein. Ein Weg über Asien 
noch in dieser Zeit anzunehmen, erscheint mir zu gewagt. 
Meines Erachtens verbindet die Coryda-Arten und die 
europäischen fossilen Pentataeniinen nur die Verwandschaft 
der Eulotiden und der Heliciden, also die alte Urheimat 
Asien, aus der die Ahnen der Heliciden schon im Eocän 
nach Europa kamen. Aehnliches dürfte für die anderen 
fossilen europäischen Heliciden gelten. Wenn die euro- 
päische Heliciden-Fauna daher Verwandschaftsbeziehungen 
zu der Westindiens und Südamerikas hat, so kommen 
diese über Asien, nicht direkt. Auf den Zusammen- 
hang der Heliciden und Eulotiden bin ich in meiner 
Arbeit nicht zu sprechen gekommen, da ich aus ver- 
schiedenen Gründen die Heliciden nur bis zum oberen 
Oligücän von Hochheim zurück verfolgt habe und bis dahin 
die Heücidenfauna sich recht gut ohne Hinzuziehen fremder 



— 116 — 

Elemente erklären lässt. Während so die Hauptsache 
meiner Arbeit von Iherings Ausführungen wohl nicht 
widersprechen dürfte, so stellen sich O. Boettgers Ansicht, 
die von Ihering gut heisst, meines Erachtens in schroffen 
Gegensatz zu den Werken dieses verdienten Tiergeographen, 
da 0. Boetlger, wie schon oben gesagt, die Ergebnisse der 
modernen Zoogeographie vollkommen ignoriert. Ein klarer 
Trugschluss O. Boettgers möge hier angeführt werden : Er 
findet (pag. 102 — 103), dass die Verbreitung der Clausi- 
liidengenera Nenia, Garnieria und Laminifera genau mit 
denen der fossilen und lebenden Tapir-Arten zusammen- 
fällt und zieht aus der gemeinsamen Verbreitung Schlüsse 
über die Fauna. Nun lässt er aber vollkommen ausser Acht, 
dass die Elemente einer Fauna nicht gleich lange dasselbe 
Gebiet zu bewohnen brauchen. Während die Glausiliiden sich 
recht früh im Tertiär von Asien aus verbreiteten (0 Boett- 
gers Ansicht auf pag. 117 kann ich nicht beipflichten), 
fällt die Ausdehnung der Tapire erst in eine weit spätere 
Epoche des Tertiärs (vergl. auch von Iherings Arbeit pag. 
109 und 110). Das heutige gemeinsame Verbreitungsgebiet 
ist also ein zufälliges. 

H. von Ihering schreibt in seiner Abhandlung pag. 
110: „0. Boettger geht auf die Wanderstrasse der Land- 
schnecken des europäischen Tertiärs nicht ein, aber ich 
finde auch in seinen Ausführungen nichts, was einer 
Wanderung über Asien nach Zentralamerika widersprechen 
könnte." Meines Erachtens widerspricht dem sehr viel. 
0. Boetlger schreibt pag. 106: „Was wandern konnte, ist 
ausgewandert, als die Kälte zunahm, nur ein Teil nach 
Süden, die Hauptmasse nach Osten, weniger zahlreiche 
Arten über die amerikanische Landbrücke nach Westen*. 
Ich glaube nicht, dass 0. Boettger an eine Weiteraus- 
breitung nach Amerika der Elemente, die sich nach Osten 
zurückzogen, dachte, da er die Annahme einer europäisch- 



— 117 — 

zenlralamerikanischen Landbrücke für seine vermeintlichen 
Beziehungen der europäischen Fauna mit der Zentral- 
amerikas für nötig hält. Auch muss der unbefangene Leser 
meines Erachlcns direkt aus der Arbeit herauslesen, dass 
0. Boettger an eine direkte Ausbreitung Europa-Amerika 
dachte. Hat wohl 0. Boettger an einen Weg über Asien 
nach Amerika gedacht, als er (auf pag. 108) behauptete, 
dass Poecilozonites imbricatus AI. Br. von Hochheim 
(nebenbei keine Helicide !) blutsverwandt mit einer Art der 
Bermudas-Inseln, dass Homislenotrema quadrisinuosa 0. Bttg. 
und heydeni 0. Bttg. vergleichbar mit Stenotrema hirsutum 
Say und Stenotrema monodon Back. var. fraterna Say und 
dass ferner Polygyra plioauriculata Sacco eine wirkliche 
Polygyra ist? Diese beiden letzten Behauptungen müssen 
übrigens wohl auch in einer anderen Richtung 0. Boettger 
in Gegensatz zu H. von Ihering setzen, da doch wohl auch 
von Ihering annimmt, dass die Polygyrinidae in Nord- 
amerika entstanden sind und keine miocänen Vorfahren in 
Europa haben. 

Was 0. Boettger pag. 105—106 über das Klima 
der europäischen Tertiärzeit sagt, kann ich nur unter- 
streichen. Die Landschnecken lebten in tropischen und 
subtropischen Temperaturen. Da nun die Gehäuse natür- 
lich Anpassungen an die Lebensverhältnisse zeigen mussten, 
so erhalten wir viele Konvergenzerscheinungen mit tropi- 
schen Formen der Gegenwart, wir finden bei unseren 
Tertiärschnecken den „tropischen Habitus", wie sich 
0. Boettger pag. 115 richtig ausdrückt. Daher pflichte ich 0. 
Boettger vollkommen bei, wenn er auf pag. 106 sagt: 
„Ist es denkbar, dass in solch hohen Temperaturen die 
Gattung Gampylaea, die der Hauptmasse nach heute fast 
ausschliesslich die europäischen Hochgebirge bewohnt, ge- 
lebt und sich wohl gefühlt hat?" Wir finden ja auch im 
Tertiär nicht einen einzigen Vertreter des Genus Garn- 



— 118 — 

pylaea sens. strict. Wie ich schon in meiner Arbeit (pag. 16) er- 
wähnte, ist die älteste echte Campylaea, die wir kennen, die 
oberpleistocäne Art canthensis Beyrich. Im Tertiär finden 
wir grosse Schnecken mit tropischem Charakter, die nur 
durch die typische Bandstellung verraten, dass sie mit den 
Gampylaea-Arten eine Subfamilie der Heliciden bilden,*) 
deren stattliche tertiäre Formen durch die Ungunst der Ver- 
hältnisse dem Untergange preisgegeben wurden, während 
nur anpassungsfähige Formen weiterbestehen konnten. 
Man findet überhaupt, dass unsere Fauna immer mehr 
verarmte, als die Temperatur sank, denn nicht alles konnte 
sich den neuen Verhältnissen anpassen. 0. Boettger sagt 
nun pag. 106: „Was wandern konnte, ist ausgewandert, 
als die Kälte zunahm, nur ein Teil nach Süden, die Haupt- 
masse nach Osten, weniger zahlreiche Arten über die 
amerikanische Landbrücke nach Westen." Ich bin teil- 
weise anderer Meinung. An ein Fortbestehen verschiedener 
Gruppen im Süden des europäischen Faunengebiets glaube 
ich auch. Ich führe als Beispiel die grosse Aehnlichkeit 
der Hochheimer Omphalosagda mit der nordafrikanischen 
Retinella tetuanensis Kob. an. Ferner sei hier 0. Boettgers Be- 
obachtung wiedergegeben, die er auf pag. 107 seiner er- 
wähnten Arbeit angibt: „Erst vor wenigen Tagen konnte ich 
nachweisen, dass die fossile Hydrobia obtusa Sbgr., ein 
Gharaktertier für die Oberoligocän- und Untermiocänzeit des 
Mainzer Beckens, wohl der direkte Vorfahre der lebenden 
Peringiella laevis Monter. aus dem Meer von Algier ist, der sie 
in Form, Lippenbildung und Grösse auffallend nahe kommt." 
Dahingestellt mag sein, ob die Arten aus dem Süden des euro- 
päischen Faunengebiets der Jetztzeit die direkten Nachkommen 

*) Diese Subfamilie vereinigt auch heute noch Tiere mit 
den extremsten Schalenformen. Man betrachte neben ecfiten 
Campylaeen Arianta arbustorum L., Chilotrema lapicida L., 
Isognomostoma personatum Lam. und holosericum Stud., sowie 
Cylindrus obtusus Drap. 



— 119 — 

der tertiäreij Ar(en des Noidens sind, oder ob erslere die 
letzten lebenden Vertreter der in der Tertiärzeit weiter 
verbreiteten Genera sind, deren Arten im Norden durch 
die Kälteperiode untergehen mussten. An 0. Boettgers 
„Wanderung nach Osten" glaube ich nicht, denn ich bin 
der Meinung, dass zu der betreffenden Zeit das europäische 
Faunengebiet im Osten schon zu sehr abgeschlossen war, 
als dass es die Rückausbreitung der sehr sesshaften Heli- 
ciden in ihre Urheimat gestattete. Die Wanderung über 
eine amerikanische Landbrücke nach Westen zu dieser 
Zeit scheint durch von Iherings Forschungen hinreichend 
widerlegt zu sein. Wie es mir scheint, sind die jetzt 
lebenden Heliciden des europäischen Faunengebiets die 
einzigen Nachkommen der Heliciden der jüngeren Hälfte 
des Tertiärs desselben Faunengebiefs. 

Doch nun zu Einzelheiten in 0. Boettgers Arbeit, die 
ich noch nicht besprochen habe, und zwar zu solchen, die 
sich auf die Hehx-artigen Pulmonaten beziehen, denn auf 
die Verwandschaft der anderen Tiere und der Pflanzen 
brauche ich nach dem oben über Tiergeographie gesagten 
nicht einziigohen, denn dies würde über den Rahmen dieser 
kleinen Arbeit hinausgehen, da ich ja so die Entwicklung 
und Ausbreitung der gesamten Fauna und Flora beschreiben 
müsste. Dies würde, obgleich noch viele Fragen offen 
stehen, ein dickes Buch füllen. Ich verweise daher auf 
die zahlreiche moderne Literatur über diesen Gegenstand, 
die 0. Boettger scheinbar teilweise nicht verfolgt hat. 

Mein Gegner rügt es (pag. 97 — 98), dass man „die 
von einem Konchyliologen, der unsere europäische Tertiär- 
fauna nur aus Abbildungen und Diagnosen kennt, ausge- 
sprochene Theorie" über die Verwandschaftsbeziehungen 
derselben ohne Bedenken annimmt. Er bat Recht damit. 
Nun habe ich aber auch den Gegenstand geprüft und zwar 
durch die Gunst der Verhältnisse an einer sehr grossen 



— 120 - 

Menge von Material (vergl. pag. 49—50 meiner Arbeit) 
und gefunden, dass Pilsbry im grossen und ganzen über 
die europäischen fossilen Helix-artigen Pulmonaten die 
richtigen Vermutungen hatte, ein schöner Beweis für den 
grossen Geist des Amerikaners. 

Auf pag. 108 wirft mir 0. Boettger vor, ich habe 
»den grossen Hiatus zwischen Pliocän und Pleistocän' nicht 
bemerkt. Ich glaube, der Vorwurf ist unberechtigt. Ich 
schrieb pag. 18—19: „Unsere in Deutschland lebenden 
Arten treten im Pleistocän auf. Beim Schreiben meiner 
Arbeit war ich mir über die Wichtigkeit dieses Satzes 
vollkommen bewusst, und auch 0. Boettger bestätigt ihn 
pag. 117. Dennoch bringt das obere Oligocän für Europa 
so viel spezifisch Neues, dass mir diese Kluft zum vor- 
hergegangenen grösser erschien als die zwischen Pliocän 
und Pleistocän, die mehr oder weniger nur eine Verar- 
mung der Fauna bringt. 

Auf derselben Seite sagt 0. Boettger: „Wo in aller 
Welt findet sich eine Schnecke, von der man sagen darf, 
dass sie den Uebergang von Helix deflexa A. Br. oder von 
Helix oxystoma Tho. zu irgend einer der lebenden Tacheen 
vermittelt?" Den Kopf sich darüber zu zerbrechen ist 
unnütz; die Tiere sind eben ausgestorben, ohne Nach- 
kommen zu hinterlassen. Diese Erscheinung findet sich 
doch häufig genug in der Natur! An anderer Stelle (pag. 
114) bemerkt 0. Boettger: „Es gibt eben keine Nach- 
kommen von Schneckenarten, die vor Millionen von Jahren 
ausgestorben sind, und kann sie nicht geben." Das ist 
vollkommen richtig. Aber dürfen die ausgestorbenen 
Seitenäste nicht mit den noch lebenden Zweigen in Ver- 
bindung gebracht werden, die doch auch Vorfahren gehabt 
haben zu einer Zeit, als erstere noch existierten? 0. Boett- 
ger aber sagt pag. 115-116: „Ist es da nicht töricht, 
diese Heliceen des Oligocäns und Untermiocäns, die sich 



— 121 — 

durchaus als Mischtypen mit tropischem Gepräge darstellen, 
mit Gewalt durch die Namen Pentataenia, Tachea usw. 
zu Pentataenien stempeln zu wollen, wo — wir dürfen 
dreist sagen — nachweislich keine dieser Arten Ahnherr 
und Vorfahre einer solchen heute noch lebenden Art oder 
Gattung gewesen sein kann?" Und pag. 116: .Von der 
Einreihung in Tachea usw. kann aber für diese Arten 
schon deshalb die Rede sein, weil diese Untergattung 
ja für die jetzige Lebe weit Europas aufgestellt 
worden ist, von der ich glaube den Nachweis geliefert zu 
haben, dass sie mit der alten Hochheimer und Wiesbadener 
Fauna gar keine Verwandschaftsbeziehungen hat und haben 
kann". Das würde sagen: „Das Mammut*), das in den 
nördlichen kalten Regionen gelebt hat, aus^gestorben ist 
und nachweislich keine Nachkommen hinterlassen hat, 
kann deshalb kein Verwandter der heute lebenden Elefanten 
sein, deren Gattung ja auch nur für die lebenden Arten 
Indiens und Afrikas aufgestellt ist." Die Unhaltbarkeit von 
0. Boettgers Sätzen dürfte wohl klar sein. Auch hat an 
anderer Stelle (Die Entwicklung der Pupa-Arten des 
Mittelrheingebiets in Zeit und Raum, Wiesbaden 1889) 
0. Boettger in sehr nachahmungswerter Weise selbst die 
Pupidenfauna der Jetztzeit mit denen der von ihm citiorten 
beiden Tertiärfaunen (pag. 116) in Verbindung gebracht, 
mit denen sie jedoch nach dem oben wiedergebenen Satze 
»gar keine Verwandschaftsbeziehungen hat und haben 
kann.* 

0. Boettger behauptet pag. 109: „ , nachdem 

Pilsbry selbst seinen Irrtum eingesehen hat: Hätte er ihn 
nicht eingesehen, stünde er noch auf seinem alten Stand- 

*) Uebrigens sei liier nebenbei bemerkt, dass zur Diluvial- 
zeit das Mammut von Europa über Sibirien bis Alaska lebte, 
während es im Osten von Nordamerika, also in dem Europa 
am nächsten liegenden Gebieten, ein anderer Dickhäuter (Masto- 
don chioticus) ersetzte. 



— 122 — 

punkt, so würde er nicht. 14 Jahre auf meine Widerlegung 
seiner Hypothese üher die Verwandschaftsverhältnisse der 
Tertiärhelicos geschwiegen haben." Auch mir ist es nicht 
bekannt, dass Pilsbry nach 0. Boettger Streitschrift (Nach- 
richtsblatt 1894, pag. 107—112) sich direkt zu der Ver- 
wandschaftsfiage der europäischen Tertiär-Heliciden ge- 
äussert hat. Ich vermute jedoch, dass er noch auf dem- 
selben Standpunkt steht, denn erst kürzlich hat er in 
seinem Manual of Conchology die sonst zu den amerika- 
nischen Oleacina-Arten gestellten europäischen Tertiär- 
formen zu der europäischen Gattung Poiretia gestellt (0. 
Boettger scheint dies nicht bemerkt zu haben!). 

0. Boettger wirft mir pag. 109 Unkenntnis der Objekte 
vor, indem er sagt, ich behauptete pag. 6, das Genus 
Fruticocampylaea besitze nur ein Band. iVlein Gegner 
möge doch einmal durchlesen, was ich dort sage. Ich 
habe natürlich auch am meisten Stücke mit den beiden 
dunklen braunen Bändern, manche mit dem oberen oder 
unteren dunklen Band, manche mit dem hellen Band ge- 
funden. Ich habe diese Beobachtung an einer grossen 
Menge von Material gemacht, das mir hauptsächlich durch 
die Güte von Prof. Dr. W. Kobelt zur Verfügung stand. 
Das helle Band habe ich nun mit dem Hygromiinenband 
identifiziert. Ueber Entstehung der beiden dunklen Bänder 
habe ich pag. 6 geschrieben. Ich fand Exemplare mit der 
blossen Einfassung des hellen Bandes bis zu solchen, bei 
denen man an eine solche Entstehung nicht ohne weiteres 
denken sollte. Diese letzteren waren bei manchen Arten 
fast nur vertreten, und darauf ist wohl 0. Boettgers Er- 
gebnis zurückzuführen. Zwar ist dieser Punkt neben der 
Erklärung der Bänderung von Tachea oxystoma Thom. 
der schwächste Punkt meiner Arbeit. Das ist mir voll- 
kommen klar. Eine bessere Erklärung wie die meine 



— 123 — 

würde ich gern annehmen*). Mein Gegner wirft mir pag. 
110 scheinbar Unkenntnis der Literatur über tertiäre Heh- 
ciden der Mittelmeerländer vor — über andere Tiere habe 
ich in meiner Arbeit nicht geschrieben — , da ich das 
Tertiär des Mittelmeerbeckens als „terra incognita" be- 
zeichnete. Ich halte meine Behauptung aufrecht, obwohl 
mir ausser den österreichisch-ungarischen Tertiärfaunen 
auch die italienischen über Piemont und die französischen 
über Algier etc. bekannt sind. Doch was will das heissen 
gegen die Grösse und Verschiedenheit der Ländermassen 
ums Mittelmeer ! V^or allem ist es zu bedauern, dass der 
Osten, vor allem Kleinasien, in dieser Hinsicht noch un- 
durchforscht ist. 

Das Genus Klikia (osculum Thom., jungi 0. Bttg. 
und oscuhna Sdbg.) bezeichnet 0. Boeltger pag. 111 als 
»einen Mischtypus von tropischen Allüren, der im Mittel- 
miocän ausstirbt, ohne in Europa Nachkommen zu hinter- 
lassen." Das ist auch vollkommen meine Ansicht, nur 
mit dem Zusatz, dass die Gattung, ein früher Seitenzweig 
der Subfamilie Helicodontinae, auch anderwärts keine 
Nachkommen hat, sondern aussterben musste eben wegen 
ihrer „tropischen Allüren", die sie scheinbar nicht abstreifen 
konnte. 

Ueber die Hygromiinen sagt 0. Boettger pag. 1 1 1 
nicht viel neues. Pseudoxerophila ist allerdings bereits 
von Westerlund verbraucht; ich wähle dafür Pseudoxero- 
tricha, deren Diagnose ich mit den noch schuldigen unten 
folgen lasse. Eines ernsten Forschers wenig würdig ist 

*) Neuerdings hat Hesse (Nachr. Bl. 1910, Heft III, pag. 
128) nachgewiesen, dass die Art ravergieri Fer. zu der Ab- 
teilung Carthusianea der Xerophilinen gehört, während Auf- 
zeichnungen von Mundteilen und Genitalapparat der Art nar- 
zanensis Kryn. in Wiegmanns Nachlass diese als Hygromiine 
kennzeichnet. Die alte Gattung Fruticocampylaea ist also nicht 
einheitlich, und mindestens muss die Art ravergieri Fär. aus ihr 
entfernt werden. 



— 124 - 

die gehässige Behauptung (pag. 111), Hx. subconspurcata 
Sdbg. sei „eine Art, die mein Neffe ebensowenig in der 
Hand gehabt hat wie ich in meinem Leben !" Woher will 
das mein Gegner wissen ? Wenn ich eine Art nicht in 
den Händen gehabt habe, so habe ich dies ausdrücklich 
vermerkt, wie man aus meiner Arbeit ersehen kann. Es 
lagen mir von der in Frage kommenden Art zwei Exem- 
plare vor, die in Herrn Karl Fischers reichhaltiger Samm- 
lung von Mollusken des Mainzer Beckens liegen. 

Ueber die Campylaeinen, auf die 0. Boettger pag. 
111 — 113 zu sprechen kommt, habe ich schon oben einige 
Bemerkungen gemacht. 0. Boettger hält sämtliche Kon- 
vergenzerscheinungen der fossilen Genera mit heutigen 
Tropenformen für Verwandschaftsbeziehungen. Er findet 
Nachkommen der europäischen Tertiärformen in West- 
indien, sowie im indischen, insulindischen und australischen 
Tropengebiet. Meines Erachtens sind die tertiären Tropen- 
formen ausgestorben, ohne Nachkommen zu hinterlassen, 
wie ich schon oben ausführte. Uebrigens sei hier bemerkt, 
dass kürzlich Herr Otto Emmerich in Frankfurt a. M. in 
Budenheini bei Mainz ein Exemplar von Galactochilus mat- 
liacura Stein, fand, das deutlich das Hauptband der 
Campylaeinen zeigt. Bei Galactochilus kommt das nicht 
häufig vor. Sehr bedenklich erscheint es mir, wenn 0. 
Boettger Tachea obtusecarinala Sdbg. und Metacampylaea 
rahti Thom., die nichts als den Kiel, der sich auch sonst 
ja noch häufig bei Schnecken findet, gemein haben, zu- 
sammen als Vorfahren der Geotrochus-Arten ansieht. 
Für Metacampylaea gilt das oben über die fossilen Cam- 
pylaeinen gesagte, während die Art obtusecarinata Sdbg. 
durch die Bändervariationen so deutlich auf Tachea hin- 
weist, dass für mich kein Zweifel mehr bestehen kann. 

Auf pag. 113—114 bemerkt 0. Boettger über die 
Pentataeniinen : „Mein Neffe gibt pag. 17 selbst zu, dass 



— 125 — 

wir den grössten Teil der Genera dieser Unterfamilie 
.einstweilen" nicht ins Tertiär zurüekverfolgen können. 
Ich gehe weiter. Bei meiner Kenntnis des mediterranen 
und österreichisch-ungarischen Jungtertiärs halte ich dieses 
Zurückverfolgen aucii für die Zukunft für aussichtslos." 
Kann denn 0. Boetlgers Kenntnis des mediterranen Tertiärs 
so viel grösser sein als das anderer Menschen, die doch 
kaum das von Piemont und Algerien kennen? Ich wieder- 
hole das oben gesagte, wir wissen über den grössten Teil 
des Tertiärs des Mittelmeergebiets (natürlich bezüglich der 
Heliciden) nichts. Ich glaube wohl, dass, wenn wir tertiäre 
Schichten im Mittelmeergebiet erforschten, wir sicher über 
das eine oder andere Genus, das wir „einstweilen" nicht 
zurückverfolgen können, Aufschluss erhalten. Eine Reihe 
von Genera werden wir wohl allerdings nicht zurückver- 
folgen können. Es sind dies hauptsächlich diejenigen, die 
sich in den Ländergebieten entwickelt haben mögen, die 
bestanden nach Sperrung der andalusischen und marokka- 
nischen Verbindung zum Ozean und vor Oeffnung der 
Strasse von Gibraltar (vergl. meine Arbeit pag. 16). 
Natürlich sind die Vorfahren nicht Arten, die vor Millionen 
von Jahren ausgestorben sind, wie 0. Boeftger besonders 
bemerkt haben möchte. Ferner suche ich auch nicht nach 
Nachkommen des grössten Teils der tertiären Tacheen; 
sie sind eben ausgestorben ohne Nachkommen zu hinter- 
lassen. Wie ich schon pag. 18 meiner Arbeit bemerkte, 
ist das Genus Tachea im Tertiär bedeutend formenreicher 
als in der Jetztzeit. Nur wonige Arten haben sich fort- 
entwickeln können. Z. B. halte ich, wie schon pag. 53 
meine Arbeit erwähnt, Tachea moguntina Desh. für den 
direkten Vorfahren oder doch wenigstens sehr nahen Ver- 
wandten der Vorfahren von Tachea hortensis Müll. 0. Boett- 
ger sagt pag. 116— 117 darüber: „Dass Helix subsulcosaTho,, 
Hx. rugulosa v. Mts. und Hx. moguntina Desh. Vorläufer der 



— 126 " 

jetzigen Gruppe der Hx. nemoralis-hortensis sein können, 
will ich schliesslich noch zugeben, da hier in der Tat ge- 
wisse, wenn auch nur schwache Schalenähnlichkeit zwischen 
den alten Typen und den lebenden Formen gefunden 
werden kann. Aber auch hier Mischtypen, keine allzu 
nahe Uebereinstimmung". Und dennoch bestimmte 0. 
Boettger vor einigen Jahren altalluviale sichere Stücke 
von Tachea hortensis Müll., die keine Bänder trugen, als 
unzweideutige Exemplare von Tachea moguntina Desh., 
da ich ihm die Schicht verschwieg. 

Zum Schluss möchte ich bemerken, dass mich 0. 
Boeltgers Ausführungen durchaus nicht überzeugt haben, 
da sie entweder nicht auf den Gegenstand eingehen oder 
auf Trugschlüssen beruhen. Ich stehe also im allgemeinen 
noch auf demselben Standpunkte, auf dem ich bei Ab- 
fassung meiner Arbeit stand, und das um so mehr noch 
durch folgenden Umstand. Im Jahre 1909 war es mir 
vergönnt zu beginnen, die grosse Sammlungen an Land- 
schnecken der Senckenbergischen Naturforschenden Gesell- 
schaft zu Frankfurt a. M., darunter auch die unseres 
grossen Forschers von Moellendorff, zu einer einzigen 
Hauptsammlung zusammenzuarbeiten. Moellendorff, der 
auch immer einige fossile Landschnecken seiner Sammlung 
von lebenden beifügte, legte immer Wert auf ein möglichst 
modernes System. Seine Sammlung war seit seinem Tode 
nicht mehr verändert worden. Zu meiner grössten Freude 
und Ueberraschung fand ich nun, dass von Moellendorff 
die tertiären Heliciden ähnlich unter die lebenden 
eingeordnet hatte, wie ich in meiner Arbeit angegeben 
habe. Das Genus Klikia stand bei den Helicodontinen und 
die fossilen Hygromiinen an ihrer richtigen Stelle. Vor 
allem aber sei bemerkt, dass die wenigen Vertreter der 
Genera Pseudochloritis, Tropidomphalus, Galactochilus und 
Metacampylaea nicht dort standen, wo 0. Boettger sie 



— 127 - 

gerne gesehen hätte, sondern beim Gampylaeinenstamm, 
Etwas anderer Meinung, doch nicht grundlegender Natur, 
scheint von Moellendorff betreffs der Pentataeniinen ge- 
wesen zu sein. Wäln^end Tachca moguntina Desh. und 
sonderbarerweise die recht abweichenden FJochheimer Arten 
und die kinkelini-Gruppe (Dialeuca Bab.) richtig am An- 
fang der Tacheen standen, fanden sich Tachea sylveslrina 
V. Ziet., sylvana Klein und obtusecarinata Sdbg. am An- 
fang der Otala-Arten. Dem kann ich mich entschieden 
nicht anschhessen. Ich betrachte nacli wie vor, gestützt 
auf die Tacheenbänderung der Schale diese Arten auch 
für Tacheen. Auch die geographische Verbreitung der in 
Frage kommenden Genera dürfte wohl für meine Ver- 
mutung sprechen. Also ausser kleinen Meinungsverschieden- 
heiten hat von Moellendorff dieselbe Ansicht wie ich ge- 
habt. Nirgends haben sich in seiner grossen Sammlung 
europäische Tertiärheliciden gefunden, die bei lebenden 
Tropenformen standen. 

In manchem muss meine Ansicht sicher noch durch 
die Fortschritte der Wissenschaft modifiziert und erweitert 
werden, doch den Kern halte ich für richtig. Es freu 
mich, schon jetzt einige Ergänzungen zu meiner Arbeit 
geben zu können, die grösstenteils Herrn Paul Hesses letzten 
Veröffentlichungen entnommen sind, die mir aber durch die 
Güte des Herrn Hesse schon vor der Veröffentlichung 
bekannt waren. 

Zu pag. 4, 6 und 14: Ueber die Vallonien, die wohl 
ganz als Subfam. Valloniinae dor Heliciden zu streichen 
und als Farn. Valloniidae in der Nähe der Pupidae zu führen 
sind, vergleiche meinen Nachirag zu meinem »Systematischen 
Verzeichnis der beschälten Landschnecken Deutschlands, 
Oesterreich-Ungarns und der Schweiz". 

Zu pag. 6. Ueber Fruticocampylaea siehe Anmer- 
kung oben. 



— 128 — 

Zu pag. 9. Nach Hesses Untersuchungen (Nachrichts- 
blatt 1908, pag. 139 und 140) ist statt meiner angegebenen 
Einteilung des Genus Helix L. folgendes zu setzen: 

Helix L. 
Sect. Gryptoraphalus Mog.-Tand. H. aspersa Müll. 

, Gantareus Risso. H. aperta Born. 

, Helicogena Fer. H. pomatia L. 

, Pelasga Hesse. H. pelasgica Kob. 

, Maltzania Hesse. H. maltzani Kob. 

Eine Art, die bis jetzt zu Helix (Cryptomphalus) ge- 
stellt wurde, muss unbedingt aus dieser Gruppe entfernt 
"werden. Es ist die sonderbare Art vermiculosa Mor. Die 
Anatomie des Tieres ist noch völlig unbekannt, wird auch 
wohl bei den heutigen unsicheren Zuständen in Marokko 
nicht so bald erforscht werden. Vielleicht steht die Art 
manchen Schnecken der atlantischen Inseln nahe. Ich 
stelle für sie das Genus Hessea auf, zu Ehren des be- 
kannten Erforschers der Anatomie der Heliciden. 

Hessea nov. gen. 
Testa vix perforata, turbinato-globosa, solidula, strigis 
densis undulatis, interdum rctiformibus sculpta, haud nitens, 
sordide lutescente albida, plus minusve distincte fasciata, 
fasciis latis, castaneis vel luscis inlerdum bipartilis; 
spira subturbinata, apice laevi. Anfractus 4V3, ultimus 
superne leviter planatus, inferne inflatus, ad aperturam 
valde deflexus. Apertura valde obliqua, fere circularis, 
parum lunata, intus porcellanea, nitens, fasciis haud trans- 
lucentibus; peristoma breviter expansum, marginibus conni- 
ventibus, callo tenui, nitido junctis, externo et basali bene 
rotundatis columellari dilatato, reflexo, umbilicum fore 
omnino tegente (Diagnose für Helix vermiculosa Mor. in 
Rossmässlers Iconographie. — (Alte Folge, Vol. 7, Nr. 1829), 
Typus und bis jetzt einzige Art: Hessea vermiculosa Mor. 



— 129 — 

Zu pag. 10. Von Olala Schum. ist auszuscheiden 
die Sippe der alabastriles Mich., die mit der auch aus- 
zuscheidenden Sectio Massylaea v. Mölh ein Genus bildet 
(Massylaea v Moll.) (vergl. Rossmässlers Iconographie, 
Neue Folge, Band 16, pag. 31). Ferner ist die Sippe der 
vermiculata Müll, auszuschliessen (eigenes Genus) (vergl. 
Rossmässlers Iconographie. Neue Folge, Band 16, pag. 31). 
Die Art duroi Hid. hält Hesse für eine Eremia. Er besitzt 
zweifellose Exemplare von Eremia deserlorum Forst, aus 
dem südlichen Tunis unweit der tripoütanischen Grenze, 
die es nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass sich 
das Genus Eremia am Nordrande der Wüste bis zur 
atlantischen Küste verbreitet. Ich stelle daher die Art 
duroi Hid. wieder zu Eremia, von deren Typus sie aller- 
dings sehr abweicht, vor allem auch deshalb, weil sie sich 
keinem der Genera gut anschliesst, in die das Genus Otala 
auf pag. 10 meiner Arbeit zerfallen ist. Wir erhalten so 
in Otala eine eng begrenztes Genus, das sich schon im 
Gehäuse durch die dunkle Färbung von Mündungswand 
und Gaumen von ähnlichen Formen unterscheidet. Für 
das Genus Otala Schum. auf pag. 10 meiner Arbeit ist 
daher zu setzen : 

Otala Schum. 0. lactea Müll. 

Gruppe der vermiculata Müll.*) vermiculata Müll. 
Massylaea v. xMöll. M. massylaea Mor. 

Zu pag. 10. Zum Genus Levantina Kob. gehören 
die beiden Arten gyrostoma Fer. und leachii Fer., die 
früher zur Gattung Gaetulia Kob. gestellt wurden (vergl. 
Rossmässlers Iconographie, Neue Folge, Band 16, pag. 10). 
Die Einteilut.g von Levantina mnss jetzt folgende sein: 



*) Diese Gruppe muss erst noch durch Hesse einen 
Namen erhalten. 



— 130 — 

Levantina Kob. 
Sect. Levantina s. str. L. spiriplana Oliv. 

„ Assyriella Hesse L. guttata Oliv. 
[ „ Gyrostoma Hesse L. gyrostoma Fer. 

„ Codringtonia Kob. L. codringtonii Gray. 

, Isauria Kob. L. lycica v. Marl. 

Zu pag. 55. Tachea sylvatica Drap, hat keine ver- 
wandschaftlichen Beziehungen zu Macularia niciensis Fer. 

Zu pag. 57. Von den kaukasischen Taeheen sind 
atrolabiata Kryn. und lencoranea Mouss. anatomisch gut 
verschieden (vergl. Nachr.-Bl. 1910, Heft III, pag. 130). 
Tachea slauropohtana A. Schin. lässt sich dagegen kaum 
von T. atrolabiata Kryn. scharf trennen. 

Es folgen die Diagnosen der Genera und Sectionen, 
die ich schuldig blieb. 

pag. 10: Tncheopsis nov. gen. 

Testa satis globosa, subobtecte ad semiobtecte umbili- 
cala, solida, fasciis castaneis 0— 5 ; spira conica, apice obtuso ; 
sulura impressa. Anfractus 5 — ö'/a convexiusculi, regula- 
riter accrescentes, ultinius satis magnus, ad aperturam 
leviter deflexus. Apertura satis obliqua, irregulariter ovato- 
triangularis, lunata ; peristonia simplex, acutum, marginibus 
vix conniventibus, supero recto, externo expanso, basali 
reflexo, cum columellari angulatim coniuncto, columellari 
brevi, celeriter ascendente, umbilicum fere omnino tegente. 
Typus: T. aimophila Bouig. 
Species: T. tchihatscheffi Kob., triangula Naeg. 

pag. 10: Caucasotachea nov. sect. 

Testa depresso-globosa, imperforata, solida, rugoso- 
striata, epidermide sordide, flavescente induta, fasciis atro- 
brunnescentibus 0—5, interdum confluentibus, ultima anguste 
circumplicans; spira exserta, apice obtuso ; sutura 
satis impressa. Anfractus 5 — 5V« convexiusculi, ultimus 



— 131 - 

antice valde deflexus. Apertura obliqua, lunaris, saepe 
transversim dilatata ; peristoma amplum, extra et intra atro- 
brunnescens, marginibus callo nigro junctis, supero recto, 
externo dilatato, basali reflexo, lato, piano, medio in 
plerisque tubere dentiforme ornato, columellari umbilicum 
omnino tegente. 

Typus : Tachea atrolabiata Kryn. 

Species: Tachea lenkoranea Mouss. 

pag. 10: Pseudotachea nov. gen. 
Testa depresso-globosa, imperforata; ruditer et irre- 
gulariter slriatiila, solida, nitida, satis translucens, lutescente 
albida, maculis rainutis tincta et marmorata, fasciis caslaneis 
(etiam traslucentibus) 0—5, interdum confluentibus ; spira 
depressa conica, apice acutiusculo, lutescente albido ; sutura 
vix impressa. Anfractus 4^2 convexiusculi, leniter et regu- 
lariter accrescentes, ultimus major, rotundatus, circa um- 
bilicum subinflatus, antice deflexus. Apertura diagonalis 
late subquadrato-ovalis, modice lunata; peristoma acutum, 
marginibus distantibus, haud junctis, supero, columellari, 
subparallelis, arcuatis, basali arcuato, columellari oblique 
ascendente, appresso, umbilicum omnino tegente. 

Typus : P. splendida Drap. 

Species: P. beckeri Kob. 

pag. 15: kpula nov. sect. 

Testa depresso-conoidea, subobtecte perforata; spira 
paulo elata, apice obtuso, basi perpaulo convexa; sutura 
satis impressa. Anfractus 5-5V2 convexiusculi, leniter 
et regulariter accrescentes, costulis transversalibus obliquis 
et papillis subtilibus confertis decussatim dispositis ornati, 
ultimus major. Aperlura satis obliqua, irrogulariter semi- 
lunaris, marginibus callo tenui junctis, reflexis. 

Typus : Hygroniia devoxa Reuss. 

Species: Hygromia coarctata Klein. 



— 132 — 

pag. 15: Trichiopsis nov. sect. 

Testa conoidea, semiobtecte rimata ; spira paulo elata, 
apice obtuso, basi convexa; sutura satis impressa. An- 
fraclus 5V2 satis couvexi, leniter et regulariter accrescentes, 
subtililer et confertim transversim coslulati, vulgariter 
papillis creberrimis decussatim dispositis consiti, ultimus 
major. Aperlura salis obliqua, depresso-lunaris, marginibus 
callo junclis, basali roflexo, columellari dilatato, rlmam partim 
obtegente. 

Tj-pus: Hygromia crebripunctata Sdbg, 
Species: Hygromia caririulata Klein. 

pag. 15: Pseudoxerotricha (non Pseudoxerophila) 
nov. gen. 

(Sandbergers Diagnose der einzigen Art subconspur- 
cata Sdbg. in Sandbergers Land- und Süsswasser-Conchylien 
der Vorwelt, pag. 388.) Testa globoso-conoidea, satis 
depressa, basi convexiuseula, umbilico mediocri pervio 
perforata. Anfractus 4, modice convexi, suturis profnndis 
disjuncti excepto initiali costulis transversalibus densis, sae- 
pius irregulariter dichotomis et foveolis crinium satis magnis 
interpositis muniti, ultimus obsolete angulosus dimidiam 
partem omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua, rotun- 
dato-lunaris, marginibus tenuibus acutis, columellari refloxo, 
umbilicum partim obtegente. 

Typus : P. subconspurcata Sdbg. 
pag. 15: Pseudochloritis nov. gen. 
Testa globoso- depressa ad conoideo-globosa, fere 
semiobtecte umbilicata, solida ad crassa, saepe unifasciata ; 
spira paulo elata, apice in plerisque perobtuso, basi con- 
vexa; sutura satis impressa. Anfractus 4^2 — öVa con- 
vexiusculi, costulis transversalibus et foveolis satis amplis 
ornati, ultimus convexus, antice deflexus, ad aperturam 
constrictus. Apertura obliqua, lunata, marginibus callo 



— 133 — 

mediocri iinctis, late reflexis, j nitidis, columellari exlus 
dilatata. 

Typus: P. inflexa Klein. 

Species: P. extincta Rambur., zellei Kurr., insignis Schübl.; 
robusta Reuss, trichophora Reuss. 



Nachtrag zu meinem ,,Systematischeii Verzeichnis der 

beschälten Landschneckeu Deutschlands, Oesterreich- 

Ungarns und der Schweiz". 

Von 
Caesar R. Boettger. 



Zu meiner Freude kann ich schon jetzt einen 
kleinen Nachtrag zu meiner citierten Arbeit geben, den 
ich teils den freundlichen Mitteilungen der Herren 
P. Hesse in Venedig und Ober-Stabsarzt Dr. A. Wagner 
in Dimlach bei Brück a. d. Mur, teils eigenen For- 
schungen verdanke. Beide Herren stimmen mit mir 
überein, dass vor allem die Hygromiinen (pag. 21 col. 
1 lin. 14), bei deren Einteilung ich mich notgedrungen 
noch an Kobelts Einteilung im Registerband von Ross- 
mässlers Sonographie gehalten habe, einer vollkommen 
neuen Einteilung bedürfen. Da die Untersuchungen 
noch nicht abgeschlossen sind, hat eine Veröffentlichung, 
die doch nur Stückwerk sein muss, jetzt noch keinen Sinn. 

Pag. 19 col. 2 lin. 27: Hinter Zonites fehlt die dalmatinische 
Meledeila werneri Stur. 

Pag. 20 col. 1 lin. 9: Hyaünia petronella soll nach Babors Un- 
tersuchungen ein Zonitoides sein. 

Pag. 20 col. 2 lin. 25: Nachdem ich neuerdings Vallonien ana- 
tomisch untersucht habe, bin ich geneigt, 
diese Subfamilie Valloniinae ganz aus den 
Heliciden auszuscheiden. Offensichtlich 
unterscheiden sich die Vallonien schon von 



— 134 — 

den Heliciden durch Fehlen des sekun- 
dären Ureters (schon durch von Ihering 
nachgewiesen). Auch sonst scheinen ziem- 
liche Differenzen vorhanden zu sein. Da 
mein Material leider nicht tadellos war, 
verschiebe ich einstweilen noch die ge- 
naue Veröffentlichung der Anatomie. Die 
Vallonien sind danach als selbständige 
Familie Valloniidae in der Nähe der 
Pupidae, Buliminidae und Ferussacidae 
zu stellen. Somit wären die letzten 
Minutien aus der Familie der Heliciden ver- 
schwunden. Ebenso glaube ich, dass auch 
die Minutien, die heute noch zu den Eulo- 
tiden gerechnet werden, sich sicher als zu 
anderen Familien gehörig herausstellen. 

Pag. 21 col. 1 lin. 15: Bei der Subfam. Helicodontinae muss 
noch die Art Drepanostoma nautiliformis 
Porr. aufgeführt werden. Wie mir Herr 
Hesse in so liebenswürdiger Weise mit- 
teilte, wurde diese oberitalienische Art 
von Herrn Baron Tiesenhausen auch auf 
schweizerischem Boden bei Capolago am 
Luganer See im Kanton Tessin gefangen.*) 

Pag. 21 col. 2 lin. 15. : Cylindrus obtusus Drap, ist eine Cam- 
pylaeine, also hier zu streichen und der 
Subfam. Campylaeinae hinzuzufügen. 

Pag. 21 col. 2 lin. 23: Herr Ober-Stabsarzt Dr. Wagner hatte die 
Liebenswürdigkeit, mir mitzuteilen, dass 
Campylaea hazayana Cless., die weder 
Herr Hesse noch ich kennen, nur eine 
Campylaea setosa Ziegl. ist, die auf irgend 
eine Weise zu der Fundortangabe Kar- 
pathen kam. 

Pag. 21 col. 2 lin. 29: Partschia m. kommt gegen Drobasia ßrus. 
1904 in die Synomynie. 

Pag. 22 col. 1 lin. 9: Campylaea trizona Ziegl. steht den Cin- 
gulifera-Arten doch scheinbar recht fern. 
Ich möchte Brusinas Sectio Cattania an- 
nehmen. 

*) Auch von mir im Juni 1911 am Monte Sam Salvatore 
bei Lugano. Kobelt. 



— 135 — 

Pag. 22 col. 1 lin. 10: Auch die Arten intermedia Fer., ziegleri 
F. J. Schm., aemula Rssm. und glacialis 
Thoni. möchte ich von den echten Cin- 
gulifera-Arten abtrennen und in die Sectio 
Kosicia Brus. stellen. Auch die drei 
folgenden Arten möchte ich von Cingulifera 
abtrennen, doch scheue ich mich einst- 
weilen wieder einen neuen Namen auf- 
zustellen. 

Pag. 22 col. 1 lin. 18: Campylaea chamaeleon Parr. dürfte als 
Varietät zu Camp, phalerata Ziegi. zu 
stellen sein. 

Pag. 22 col I lin. 20: Campylaea stenomphala Mke. hat wohl 
aus der Section Dinarica auszuscheiden. 
Brusina hat 1904 für sie die Section 
Sabljaria aufgestellt. 

Pag. 22 col. 2 lin. 19: Helix figulina Parr. dürfte wohl aus der 
Liste zu streichen sein, da die Tiere von 
Triest in Rossmässlers Sonographie, Alte 
Folge, Vol. 2, Nr. 580 sicher keine echte 
Hx. figulina sein werden und ich mich 
nur auf diese Notiz stützte. Stücke der 
in Frage kommenden Art aus Triest habe 
ich nicht gesehen, auch Herr Hesse 
zweifelt an dem Vorkommen. 

Pag. 23 col. 2 lin. 21: Hier fehlt die Art Chondrula (Chondrula) 
seductilis Ziegl. 



Die Conchylieiifaiina des alluvialen Moores von Seckbach 
bei Frankfurt a. M. 

Von 

Dr. Wilh. Wenz- Frankfurt a. M. 



Im Anfang dieses Jahres bot ein Aufschluss durch 
Kanalanlage unterhalb Seckbach bei Frankfurt a. M. 
entstanden, einen guten Einblick in die Zusammen- 
setzung der fossilen Conchylienfauna des alluvialen 



— 136 — 

Moores, die zu einem Vergleich mit recenten Fauna 
jenes Gebietes herausforderte. Die Fauna des Moores 
ist dadurch ausgezeichnet, dass ihr eine Reihe der heute 
im Gebiet lebenden Mollusken fehlt, während andere, 
heute nicht mehr im Gebiet lebende Arten reichlich 
vertreten sind, was schon Kinkelin für das Moor bei 
Enkheim, das eine Fortsetzung des unsrigen bildet, 
festgestellt hat.*) 

Das Moor, dessen Dicke an der aufgeschlossenen 
Stelle etwas über 3 m betrug, stellt die Auffüllung eines 
ehemaligen Mainarmes dar.**) Die Moorbildung ist an 
dieser Stelle wohl erst vor verhältnismässig kurzer Zeit 
zum Abschluss gelangt, denn in nächster Nähe, bei 
Enkheim, kann man noch heute die letzten Stadien der 
Vermoorung deutlich beobachten. 

Ausser den im folgenden aufgezählten Conchylien 
fanden sich Reste der Bäume und Sträucher des Moores. 
Unter diesen sind besonders hervorzuheben: Salix sp., 
deren Holzteile einen grossen Teil der Masse des Moores 
ausmachen. Ferner wuchsen an den Rändern des lang- 
gestreckten, nicht sehr breiten Moores: Pinus sp., 
Taxus baccata, hlnus glutinosa, Corylus avellana, dessen 
Früchte das Moor in grosser Zahl birgt. Tierreste 
waren hier ebenso wie an anderen Stellen des Moores 
nicht selten wie die Aufsammlungen des Sencken- 
bergischen Museums zeigen. Ich fand beim Durch- 
suchen des Materials noch einige Plättchen von Emys 
europaea sowie einige Knöchelchen von Rana und 
Lacerta. 

Unter den Mollusken stehen der Individuenzahl 
nach natürlich die Wassermollusken an erster Stelle, 

*) Abh. zur geolog. Spezialk. von Preussen. Bd. IX, 
Heft 4, 1892 pg. 283. 

**) Kinkelin, Vorgeschichte vom Untergrund und von der 
Lebewelt des Frankfurter Stadtgebiets. Ffm. 1909, pg. 81. 



-- 137 — 

während die Landmollusken, die Hyalina ausgenommen, 
recht selten sind; der Artenzahl nach halten sie sich 
beinahe das Gleichgewicht. Durch Aufsammeln und 
Ausschlämmen erhielt ich folgende Arten: 

1. Limax sp. 
Ein Kalkschildchen einer Limax-Art fand sich beim 
Ausschlämmen. 

2. Hyalina nitens Müll. 
Die häufigste unter den Landmollusken ; meist in 
jungen unausgewachsenen Stücken. 

3. Patiila rotundnta MülL 
Nicht selten ; in 8 Exemplaren gefunden. 

4. Vallonia pulchella Müll. 

Selten; nur in einem, verhältnismässig kleinen 
Stück gefunden. 

5. Fruticicola (Eulota) fruticum Müll. 
Nur in einem Exemplar aus den obersten Schichten 
des Moores. 

6. Arianta arbustrorum L. 
Zwei dünnschalige Exemplare. 

7. Vertigo antivertigo Drap. 
Mehrere Expl. der f. octodentata Hartm. 

8. Vertigo pusilla Müll. 
Nur in einem Exemplar beim Ausschlämmen auf- 
gefunden. 

9. Clausiiia (Clausiliasfra) laminata Mont. 
Nur ein Mündungsstück. Lebte wahrscheinlich 
ebenso wie die drei folgenden Arten der Gattung 
Clausiiia an den alten Weidenstämmen, was auch daraus 
hervorgeht, dass sämtliche hier aufgezählte Clausilien 
in dem Holzmulm gefunden wurden. 



— 138 — 

10. Cl. (Alinda) bipllcata Moni. 
In zwei Exemplaren gefunden. 

11. Cl. (Kuzmicia) dtibia Drap. 
Nur in einem Exemplar gefunden. 

12. Cl. (Pirostoma) plicatula Drap. 
Ebenfalls nur in einem Exemplar gefunden. 

13. Cionella (Zua) lubrica Müll. 
Nicht selten. Ein ungewöhnlich grosses Stück 
misst H. 8,0, Br. 3,2. Alle Stücke zeichnen sich durch 
Dünnschaligkeit aus. 

14. Succinea pfeifferi Rssm. 
Ziemlich häufig und meist gut erhalten, da sie 
recht festschalig ist. 

15. Carychiwn minmmm Müll. 
Nicht selten. Durch Ausschlämmen in grösserer 
Zahl gefunden, 

16. Limnaea (Lininus) stagnalis L. 
Fehlt im unteren und mittleren Teile des Moores 
und tritt erst in den obersten Lagen auf, ebenso wie 
die folgende Art. In den mittleren und unteren Schich- 
ten des Moores findet sich dafür Limnophysa palustris. 
Heute ist L. stagnalis im Gebiet des Moores die ver- 
breitetste, häufigste Limnäenform, während Limnophysa 
palustris gänzich fehlt. 

17. Gulnaria auricularia L. 
Tritt ebenso wie die vorige Art erst in den ober- 
sten Schichten des Moores auf, wahrscheinlich noch 
später als diese und ist jetzt im Gebiet häufig. 

18. Limnophysa palustris Müll. 
Die einzige Limnäenform des eigentlichen, tieferen 
Moores und in den unteren und mittleren Schichten 



— 139 — 

sehr häufig. Sie stirbt nach oben zu aus und wird 
hier durch L. stagnaüs und G. auricularia ersetzt. Auch 
heute ist sie in nächster Nähe nicht mehr lebend zu 
linden. Das Verhältnis von Höhe und Breite schwankt 
bei den einzelnen Stücken. Bei einer Höhe von 22 mm 
hatte eines Br. 11,0, ein anderes nur Br. 9,0. 

19. Aplexa hypnorum L. 

Sehr selten; wie dies ja auch zu erwarten ist, da 
sie moorige Gewässer nicht liebt. Gehäuse sehr dünn- 
schalig und zerbrechlich. 

20. Planorbis conteus L. 

Tritt ebenso wie Limnaea stagnalis erst in den 
höheren Schichten des Moores auf und ist auch da 
noch nicht sehr häufig. Findet sich lebend in grosser 
Menge in den Gräben des Gebiets. 

21. Tropodiscus p)lanorhis L. 

= umbilicafus Müll. 
= marginatus Drap. 
Die häufigste Planorbenform des Moores von den 
tiefsten Schichten an. Hat heute lange nicht mehr die 
herrschende Stellung im Gebiet wie ehedem. 
22. Gyrorhis vortex L. 
In den höheren Schichten nicht gerade selten. 
Auch heute recht häufig im Gebiet. 

23. Gyrorhis leucostoma Müll. 
= rotundatus Poir. 
Seltener als die vorige Art. 

24. Gyraulus albus Müll, 
ziemlich selten. 

25. Bathyomphalus contortus L. 
Sehr häufig; wohl die häufigste der kleineren 
Planorbiden und in schönen kräftigen Exemplaren vor- 
handen. 



— 140 — 

26. Segmentina nitida Müll. 
Selten. 

27. Kncylus fltwiatilis Müll. 

Nur in einem, aber vollständigen, Exemplar in den 
tiefsten sandigen Schichten des Moores gefunden. 
Starb wohl sehr rasch aus, nachdem der Arm als Alt- 
wasser vom Flusse abgetrennt war. 

28. hnctjlus (Velletia) lacustris L. 
in manchen Schichten des Moores ziemlich häufig. 

29. Bj/thinia tentaculata L. 
Bei weitem die häufigste Form des Moores. Sehr 
schwankend in Form und Grösse. Gewinde mehr oder 
weniger ausgezogen. 

30. Valvata piscinalis Müll. 

Ziemlich häufig. Auch bei dieser Form schwankt 
das Verhältnis von Höhe und Breite bei den einzelnen 
Stücken sehr. In den tieferen Schichten finden sich 
häufig hochgewundene Formen: var. antiqua Sow. in 
den höheren dagegen flachere: typ. 

31. Valvata al2)es(ris Küst. 

Nach einer Mitteilung meines lieben Freundes, 
Herrn Ing. K. Fischer-Frankfurt a. M., fand er bei einer 
Bohrung in unmittelbarer Nähe unseres Aufschlusses 
in den tiefsten Schichten des Moores über dem Kies 
eine Valvataform, die Herr Prof. 0. Boettger f als V. 
alpestris bestimmte. V. alpestris lebt heute nicht mehr 
im Gebiet. Sie hat sich in die Alpen zurückgezogen. 
Offenbar haben wir es in unserer Ablagerung mit einem 
Relikt der Eiszeitfauna zu tun. Während heute noch 
andere Formen (wie Vertigo arctica, alpestris, ronne- 
byensis), wenn auch zerstreut, bei uns leben, hat sich 
V. alpestris schon längst in die Alpen und das Alpen- 
vorland zurückgezogen. 



— 141 — 

32. Valvata cristata Müll. 

Sehr häufig und ziemlich gleichmässig verbreitet. 

33. Sphaeriimi corneuni L. 

Ziemlich häufig, besonders in den höheren Schich- 
ten. Ist auch heute noch in den benachbarten Gräben 
in derselben Form zu finden. 

34. Pisidium amnicum Müll. 

Nur in wenigen Exemplaren in den tiefsten 
Schichten des Moores gefunden. Die Form, die an 
fliessendes Wasser gewöhnt ist, musste bald in den 
stagnierenden Gewässern aussterben. 

35. Pisidium pallidum Gass. 
In einzelnen Schichten nicht selten. 

36. Pisidium milium Held. 

In einzelnen Schichten nicht selten. 

Recht interessant ist das gänzliche Fehlen der 
heute in der Gegend häufigen Paludina vivipara Fr., 
die erst in jüngster Zeit eingedrungen zu sein scheint, 
ebenso wie das Fehlen von Planorbis corneus und 
Limnaeus stagnalis in den tieferen Schichten des 
Moores.j 

Fragen wir endlich nach der zeitlichen und fauni- 
stischen Stellung des Moores, so können wir es un- 
gezwungen der dritten der Menzelschen Zonen*) mit 
Planorbis umbilicatus und Bythinia tentaculata einreihen, 
die beide, zusammen mit Limnophysa palustris der 
Moorfauna das charakteristische Gepräge geben. Die 
oberen Partien des Moores weisen schon einen Ueber- 
gang zur vierten Zone (mit Planorbis corneus und 
Paludina vivipara) auf, insofern PI. corneus schon hin- 
zugetreten ist, die Paludina aber noch fehlt. 

*) Menzel, Die Binnenmollusken als Leitfossilien etc. 
Natiirw. Wochensclir. Jg. 1911 pg. 129. 



— 142 — 
Zur Kenntnis der Molluskenfaiina von Ostrumelien. 

Von 

P. Hesse, Venedig. 



In den letzten Jahren erhielt ich einige kleine 
Sendungen von Conchylien, die in der nächsten Um- 
gebung der Stadt Philippopel gesammelt waren. Da wir 
über die Fauna jener Gegend noch recht wenig wissen, 
ist vielleicht die folgende Besprechung der Sammeler- 
gebnisse nicht ohne Interesse. Die Bestimmungen der 
schwierigen Arten, namentlich Clausilien, wurden z. 
Z. von meinem Freunde Prof. Boettger revidiert; die 
Spezies, die meines Wissens für Bulgarien neu sind, be- 
zeichne ich mit einem Stern. Herrn Prof. Boris, von 
dem ich das Material zu dieser kleinen Arbeit erhielt, 
sage ich auch an dieser Stelle meinen besten Dank. 

1. Hyalinia glabra Stud. var striaria Wstld. Von 
Prof. Boettger bestimmt. Anscheinend nicht selten; 
die grössten Exemplare überschreiten die von Wester- 
lund angegebenen Dimensionen; bei 5V2 Umgängen 
haben sie 10,5 — 11 mm gr. Durchm. und 5,5 — 6 mm 
Höhe. 

*2. Zonitoides nitidus Müll. Ein Exemplar durch- 
aus typisch, von deutschen Stücken nicht zu unter- 
scheiden. 

*3. Crystallus opinatus Clessin. Zwei schlecht er- 
haltene Stücke. Bei dem kleineren ist das Gewinde 
eingedrückt; das andere hat keinen Defekt, ist aber 
stark verwittert. Das grössere hat reichlich 4^2 Um- 
gänge bei 5,5 mm gr. Durchmesser. Die Bestimmung 
verdanke ich Herrn Stabsarzt Dr. Wagner, dem ein 
grosses Vergleichsmaterial von Crt/stallus- Arien zur Ver- 
fügung steht. 



— 143 — 

*4. Eulota fruticum Müll. Zwei noch nicht ganz 
vollendete Gehäuse der weisslichen bänderlosen Form. 

*5. HeUcella variahiUs Drap. Es liegen mir 
neun erwachsene Exemplare einer Xerophile vor, die 
ich auf die Autorität von Prof. 0. Boettger hin bei 
dieser ungemein veränderlichen Art unterbringe, ohne 
von der Zugehörigkeit zu ihr vollständig überzeugt zu 
sein. Der Nabel ist ziemlich eng, der Spindelrand nur 
wenig umgeschlagen, das gedrückt konische Gehäuse 
mit 4 — 7 Bändern geziert, von denen nur ausnahms- 
weise eins oder einige in Flecken aufgelöst sind. 
Mündung gerundet, nur ganz wenig in die Quere ver- 
breitert, mit glänzender gelbbrauner Lippe. Bei 5 — 5V2 
Umgängen hat das grösste Gehäuse die Maße 14:9, 
das kleinste 11:7 mm. 

Die Form verdiente vielleicht als besondere Art 
abgetrennt zu werden; ich möchte aber nicht in dieser 
schwierigen Gruppe ohne anatomische Untersuchung 
neue Namen creieren. 

*6. HeUcella vulgarissima (Schläfli) Mss. Die 
grössten Gehäuse messen 17:9 mm. Eins davon ent- 
hielt noch das lebende Tier; nach der anatomischen 
Untersuchung glaube ich H. vulgarissima als eine von 
ohvia verschiedene Art anerkennen zu sollen, ich hatte 
gerade keine typische ohvia zum Vergleich zur Hand 
und finde vielleicht später, nach Prüfung reichlicheren 
Materials, Gelegenheit, auf diese Frage zurückzukommen. 

7. HeUcella striata Müll, (?) Zwei unausgewachsene 
Exemplare einer kleinen Xerophile gehören vermutlich 
zu dieser schon länger aus Bulgarien bekannten Art. 

8. Theba carthusiana Müll. Zahlreiche Exemplare, 
in der Grösse überaus variabel. Das kleinste Stück 
misst 11:7, das grösste 16:10,5 mm, übertrifft also noch 



— 144 — 

die Maße, die Wes terlu nd für seine f. major angiebt. 
Die meisten Gehäuse haben mehr als Mittelgrösse. 

9. Theha frequens Mss. Fünf zum Teil nicht gut 
erhaltene Gehäuse, von denen das grösste 16:10,5 mm 
misst. Es ist bedauerlich, dass ich von dieser Art kein 
Tier zur Verfügung hatte, dessen Untersuchung über 
ihre Stellung im System hätte Aufschluss geben können. 
Nach dem Gehäuse möchte ich sie für eine Verwandte 
von caroscaloides Bgt. halten, die keine Theba ist. 

*10. Hygromia (Trichia) ruhiginosa var. epirotica Mss. 
Drei Exemplare, von Prof. Boettger bestimmt; meines 
Wissens bisher nur von Janina bekannt. 

*11. Hygromia (Euomphalia) strigella Drap var. me- 
hadiae Bgt. Diese Riesenform war bisher nur aus dem 
Banat und von Rumänien bekannt; in der Boettger- 
schen Sammlung liegen auch Exemplare von Sofia. 
Von meinen beiden Stücken misst das grösste 18:12,5 
mm. Es ist bemerkenswert, dass H. strigella im Osten 
(Ungarn und Balkanländer) eine viel beträchtlichere 
Grösse erreicht, als im westlichen Teil ihres Verbrei- 
tungsgebiets. 

12. Helicodonta corcyrensis Partsch. Sowohl der 
Typus in schönen, grossen Exemplaren (bis 12,5:6 mm, 
als die kleine var. girva (Friv) Rssm., von der das größte 
Stück 10:5 mm misst. Die kleine Form ist am stärksten 
vertreten. 

13. Helicigona trizona var. rumelica (Zgl.) Rssm. 
Sechs Gehäuse, alle von annähernd gleichem Durch- 
messer, aber in der Höhe verschieden ; das grösste misst 
26:18, das kleinste 25:15 mm. Bei vier Exemplaren ist 
nur das mittlere Band scharf ausgeprägt; das obere und 
besonders das untere haben mehr oder weniger ver- 
schwommene Ränder. Den andern beiden Stücken 
fehlt das Mittelband ganz; das eine scheint auf den 



— 145 — 

ersten Blick überhaupt ungebändert und nur bei ge- 
nauem Zusehen entdeckt man eine schwache Andeutung 
von Band 1 und 3, beim andern treten diese beiden 
Bänder als schmale gelbbraune Linien auf. Von allen 
Formen der H. trizona unterscheidet sich die vorliegende 
durch die engere Aufwindung des Gehäuses, besonders 
der inneren Windungen. Meine Exemplare haben 5^/4 
bis 6V4 Umgänge, gegen 5 beim Typus und der mir 
zum Vergleich zur Verfügung stehenden var. halcanica 
Friv. Von dieser unterscheidet sich rumelica ausser- 
dem durch den stärker umgeschlagenen Mundsaum, be- 
sonders durch den breiteren Spindelumschlag. Der Ba- 
salrand von balcanica ist regelmässig gerundet, der von 
rumelica bildet einen Winkel. 

14. Tachea vindobonensis Fer. Einige Exemplare 
von normaler Farbe und Bänderung, von bosnischen 
aus der Gegend von Travnik nicht zu unterscheiden. 

15. Helix (Cri/ptomphalusJ asper sa Müll. Ein einziges 
sehr kleines Exemplar, das nur 27:25 mm misst. Sollte 
diese Zwergform dort constant auftreten, so wäre sie 
als Varietät anzuerkennen und zu benennen. 

16. Helix (Helicogena) lucorum L. Ich erhielt fünf 
Gehäuse dieser schönen Art, die ziemlich genau zu 
den vier von S t u r an y*) gegebenen Abbildungen passen. 
Die Maße der beiden grössten Stücke sind 47:46 und 
47:42 mm; das erstere entspricht der Fig. 11, das 
letztere der Figur 9 von Sturany; das kleinste (cfr. 
Fig. 12) misst 41 :36 mm. Das grösste Exemplar ist 
sehr lebhaft gezeichnet ; von dem leuchtend weissen 
Grunde heben sich die auf den oberen Windungen ge- 
trennten Bänder scharf ab; auf dem vorletzten Umgange 
sind sie zwar zusammengeflossen, aber doch so, dass 



*) Annalen d. k. k. naturhist. Hofmuseums, Bd. XII, 1897, 
Taf. III, Fig.9— 12. 



— 146 — 

jedes einzelne deutlich zu unterscheiden ist. Die meisten 
Gehäuse haben den Nabel ganz geschlossen ; nur bei 
einem ist ein schwacher Nabelritz vorhanden. 

Vor mehr als dreissig Jahren erhielt ich von 
Parreyss unter dem Namen Helix lucorum var. rume- 
lica Mss., mit der allgemeinen Fundortsbezeichnung 
„Rumelien", eine Schnecke, die sich durch ihre Kleinheit 
(39:34,5 mm) und den offenen, durch den Spindelum- 
schlag nur ganz wenig verdeckten Nabel auszeichnet. 
Es dürfte dieselbe Form sein, die auch Kobelt als aus 
der gleichen Quelle stammend abbildet (Icon. Bd. IV., 
Fig. 1026), nur ist sein Exemplar grösser und lebhafter 
gezeichnet. 

11. Helix (Helicogena) speideli Bttg. (1907.) Fünf 
Exemplare, davon eins mit dem lebenden Tier. Nach 
der Sonographie bestimmte ich die Art als Hei. frivaldsz- 
kyiKoh.; Prof . Boettg er, dem ich sie zur Prüfung 
vorlegte, schrieb auf die Etikette: „ Steht meiner Helix 
speideli ausserordentlich nahe". Er überliess mir zu- 
gleich ein Orginalexemplar seiner Art von Thasos, und 
durch das Entgegenkommen des Herrn Edwin Speidel 
kam ich auch in den Besitz einer Anzahl lebender 
Tiere. 

Beim Vergleich der Form von Thasos mit der 
rumelischen finde ich in der Tat keinen Unterschied, 
der eine artliche Trennung rechtfertigen könnte. Zwei 
von meinen fünf Gehäusen aus Philippopel haben etwas 
intensiver gefärbte Bänder, und das einzige Tier, das 
mir von der rumelischen Form zur Verfügung stand, 
war auf dem Rücken viel dunkler gefärbt, als das Tier 
von speideli. Bei dem letzteren erscheint die Rücken- 
zone mehr oder weniger intensiv gelbbraun, bei den 
Individuen von Philippopel tief schwarzbraun. Dass 
auf so geringfügige Unterschiede keine Arttrennnung 



— 147 - 

basiert werden kann, liegt auf der Hand, zumal der 
anatomische Befund bei beiden Formen durchaus über- 
einstimmt. 

Die Untersuchung des Tieres gab mir Gelegenheit, 
die Verwandschaftsverhältnisse unserer Art klarzustellen. 
Von Beziehungen zu Hei. pelasgica Kob. oder vulgaris 
Rssm. ist keine Rede; die Art gehört zur engeren 
Gruppe der Helix secernenda Rssm., deren Anatomie ich 
demnächst in Bd. XVIII der Iconographie besprechen 
werde. 

Der Name Hei. frivaldszhji (1906) würde vor speideli 
(1907) die Priorität haben, ist aber unhaltbar, da wir 
bereits eine Helix frivaldskyana Rssm. und eine Helix 
frivaldski/i Calc. haben. Die erstere ist allerdings eine 
Patnla, die andere aber, eine Murella, gehört zum Ge- 
nus Helix, s. str. im Sinne v. Iherings. 

18. Bulimus detrifus Müll. Zahlreiche Exemplare, 
in Grösse und Färbung sehr variabel, viele ganz weiss, 
andere lebhaft gestriemt. Das grösste Stück entspricht 
der f. tuniida Parr., ist einfarbig weiss und misst 
13:30, das kleinste 9:19 mm. 

19. Buliminus olympicus Kob. var. tantalus Pfr. Diese 
Art, zweifellos die interessanteste der ganzen Sendung, 
wurde im Gebirge, etwa 20 Kilometer von Philippopel 
entfernt, gesammelt und mir in einer Anzahl von 
Exemplaren mitgeteilt, die ich als Bul. olympicus be- 
stimmte. Freund Boettger machte mich darauf auf- 
merksam, dass die Beschreibung von Bnl. tantalus (Parr.) 
Pfr. vortrefflich auf meine Stücke passt, stimmte übrigens 
meiner Ansicht bei, dass es sich um eine Form von 
Bid. olympicus, nicht von Bul. zehra, handelt. Durch 
die mehr viereckige Mündung, die wesentlich kräftigere 
Ausbildung der Zähne und den viel weiteren Nabelritz 
ist unsere Form leicht von B. zehra zu unterscheiden. 



— 148 — 

Alle Gehäuse haben einen gut entwickelten Angular- 
höcker; dagegen ist der Mündungscallus viel weniger 
ausgeprägt, als beim typischen B. olijmpicus. Bei 1 1 
Umgängen beträgt die Höhe meiner Stücke 12 — 15 mm, 

20. BuUminus obscurus Müll. Nur ein einziges 
schlecht erhaltenes Exemplar mit nicht ganz ausgebil- 
deter Mundung, 

2J. Chondrula microtragus (Parr.) Rss;i). Zahlreiche 
Exemplare, worunter ein Albino. In Form und Grösse 
variieren sie ausserordentlich; die grössten messen 
5,5:13, die kleinsten 4:8,5 mm. Die meisten sind 
ziemlich bauchig und entsprechen in der Gestalt der 
Fig. 651 der Iconographie; es kommen aber auch recht 
schlanke Formen vor. 

'22. Clausilia (Clausiliastra) marginata Rssm. var. auri- 
formis Mss. Anscheinend nicht selten; ich crhielf 25 
Exemplare. Höhe 15 — 20 mm. 

*23 Clmmlia (Alinda) plicata Drap. var. macUenta. 
Rssm. Von dieser kleinsten Form der Cl. plicata er- 
hielt ich nur ein einziges defektes Exemplar. Die oberen 
Windungen fehlen, die Mündung ist indess gut erhalten, 
der Mundsaum schwach gefältelt. 

24. Clausilia (Alinda) hiplicata Mont. var. hosnica 
Kim. Von meinen neun Exemplaren misst das grösste 
19 mm; die andern sind wesentlich kleiner, 14 — 16,5 mm. 

25. Clausilia (Idt/la) pagana Rssm. var. osmanica 
(Friv.) Wstld, Ich erhielt vier Exemplare; davon haben 
drei die normale Höhe 14,5—16 mm, während das 
vierte das ganz ungewöhnliche Maß von 23 mm er- 
reicht. Westerlund stellt osmanica als Varietät zu Cl. 
rugifoKis (Zgl.) Rssm.; Boettger ist geneigt, sie als 
Art anzuerkennen, schreibt mir aber: „wenn man sie 
als Varietät betrachten will, gehört sie zu pagana, nicht 

,zu rugicollis". 



— 149 — 

26. Clausilia (Strigillaria) varnensis Pfr. Drei 
Exemplare des Typus. 

var. socialis (Friv.) Pfr. Das einzige Stück, mit 
abgebrochener Spitze, ist wesentlich kräftiger gestreift, 
als die fypische Form. 

*27. Clausilia (Strigillaria) thessalonica (Friv). Rssm. 
Neun Exemplare der typischen Form. Westerlund 
sagt in seiner Diagnose „estrigillata" ; ich finde das 
nicht zutreffend. Bei einigen Stücken ist allerdings die 
weisse Strichelung an der Naht nur schwach ange- 
deutet, bei den meisten erscheint sie aber ganz deutlich 
und ist auch ohne Lupe leicht zu erkennen. 

*var. spreta (Friv.) Küster. Nur ein Exemplar mit 
etwas defektem Mundsaum. 

*28. Succinea pfnfferi Rssm. Drei Exemplare einer 
kleinen Form. 

*25. Limnaea (Li/ninus) stagnalis L. var. anrpliata 
Cless. Fünf Exemplare, das grösste 49 mm hoch, 
Mündung 26 mm. 

30. Limnaea (Gulnaria) auricnlaria L. Etwa ein 
Dutzend Exemplare, teils jugendlich, teils sehr schlecht 
erhalten, so dass sich nicht mit Sicherheit festeilen lässt, 
zu welcher Form sie gehören. Das grösste Stück, mit 
zerbrochener Mündung, möchte ich nach dem kurzen 
Gewinde und der zuletzt stark ansteigenden Naht zu 
var. ampla Hartm. rechnen. 

31. Limnaea (Lymnophysa) paliisIrisMüW. Vier Exem- 
plare einer sehr schlanken Form; das grösste Stück ist 
34 mm hoch, bei 13 mm Breite und 17 mm Mündungs- 
höhe. 

32 Limnaea (Fossaria) truncatula Müll. Zahlreiche 
Exemplare der typischen Form. 

*35. Planorbis (Spirodiscus) corneiis L. Vier er- 



— 150 — 

wachsene Stücke und zahlreiche junge. Das grösste 
hat 34 mm gr. Durchm. und 13 mm Höhe. 

*34. Flanorbis (Tropidiscus) umhiUcatus Müll. Zahl- 
reiche Exemplare, die meisten jugendlich; die Formen 
ecarinatus Wstld. und filocindus Wstld. sind vertreten. 

*35. PlanorUs (Diplodisciis) vortex L. Nur ein ein- 
ziges Exemplar von 7 mm Durchmesser. 

36. Ericia costulata (Zgl.) Rssm. Zahlreiche Exem- 
plare von mittlerer Grösse. Die grössten messen im 
gr. Durchm. und Höhe 13,5 mm. 

37. Ericia elegans Müll. Von 7 Exemplaren sind 
nur zwei gut erhalten, die andern ganz verwittert. Eine 
zierliche Form, gr. Durchm. 10, Höhe 14 mm. 

38. Vivipara acerosa Bgt. Von den neun mir vor- 
liegenden Exemplaren sind nur drei als ausgewachsen 
zu betrachten; das grösste misst 33:41 mm, bei 23,5 
mm Höhe der Mündung. Von den kleinsten Stücken 
zeigt eins eine schwache Andeutung von drei Binden; 
alle übrigen sind durchaus einfarbig, die jüngeren hell 
gelblichgrün, das grösste dunkel olivgrün (f. olivacea 
Wstld.). Sie sind gedrungen gebaut, mit engem Nabel- 
ritz, und entsprechen sehr gut der Kobelt 'sehen Ab- 
bildung von Pal. aethiops Parr. (Icon. Bd. V, Fig. 1375, 
1376), nur tritt die Hammerschlagskulptur bei meinen 
Stücken weniger stark in die Erscheinung. Ein Exem- 
plar, das ich von Parreyss als seine aethiops mit der 
Fundortsangabe Bukarest erhielt, ist schlanker, die Naht 
tiefer eingeschnitten. 

*39. Valvata piscinalis Müll. Sieben Exemplare, 
die meisten nicht ganz ausgewachsen. 

*40. Pisidium fontinale C. Pfr. Nur ein vermutlich 
junges Stück, 2,3 mm lang, 1,8 mm hoch. 

Von Najadeen enthielt die kleine Sammlung zwei 
Arten, einen IJnio und eine Anodonta, in je zwei Exem- 



— 151 — 

plaren. Da ich auf diesem schwierigen Gebiete weder 
aber die erforderlichen Spezialkenntnisse, noch über 
genügendes Vergleichsmaterial verfüge, so sandte ich 
das Material an Herrn Dr. F. Haas in Frankfurt mit 
der Bitte, sich darüber zu äussern. Seine ausführlichen 
Mitteilungen bringe ich mit seiner Einwilligung hier 
zum Abdruck : 

*4t. ünio gentüis n. sp. Haas. Schale länglich, 
ziemlich dünn und leicht, vorn kurz, gerundet, hinten 
dreimal so lang, in einen abgestutzten Schnabel aus- 
gezogen. Vorderer Oberrand gerade, fast horizontal, 
ohne Ecke in den steil abfallenden, kurz gerundeten 
Vorderrand übergehend, der sich seinerseits glatt in 
den geraden, horizontalen Unterrand fortsetzt; dieser 
ist in seinem hinteren Teil abgestumpft, winklig zur 
unteren Ecke des Hinterrandes aufgebogen, von welcher 
aus der Hinterrand erst steil, dann nach einer mehr 
oder weniger deutlichen oberen Ecke, sanfter zum 
geraden , leicht von den Wirbeln abfallenden hin- 
teren Überrand aufsteigt, um mit diesem in einem 
kaum wahrnehmbaren Winkel zusammenzustossen. 
Wirbel bei ^"/loo der Gesamtlänge gelegen, vorragend, 
aufgeblasen, abgerieben; ihre Spitzen zeigen eine aus 
winklig zusammenstossenden, halbmondförmigen Bogen 
bestehende Skulptur. Area ziemlich niedrig, hinten 
stark zusammengedrückt, mit kaum wahrnehmbaren 
Arealkanten. Areola winzig, niedergedrückt. Ligament 
hoch, ziemlich schwach und kurz. Sinulus sehr lang 
und schmal, zwischen die Wirbel reichend, Sinus kurz, 
dreieckig. Epidermis glänzend, gelbgrün oder braun- 
grün, am Rande gelblich, mit undeutlichen Strahlen, 
Schloss aus einem Hauptzahn und einer Lamelle in der 
rechten, zwei Hauptzähnen und zwei Lamellen in der 
linken Klappe bestehend. Hauptzahn der rechten 



— 152 — " 

Klappe lamellenförmig, hoch, stumpf dreieckig, über 
ihm ein niedriger lamellenförmiger Hilfszahn ; die Haupt- 
zähne der linken Klappe liegen hintereinander, vorderer 
schmal, lamellenförmig, hinterer kurz, dreieckig, nied- 
rig. Intervall lang und sehr schmal, glatt. Lamellen 
etwas gekrümmt, nach hinten zu höher und dicker 
werdend. Hauptzahnwinkel 40 o, Lamellenwinkel 5 
bis 10 0. Schlossstütze schwach ausgebildet. Perl- 
mutter bläulichweiss, in der Wirbelhöhle schwach fleisch- 
farben, irisierend. 

Länge 49 mm, Höhe 25 mm, Tiefe 17 mm. 

Diese Art liegt mir in 2 Exemplaren aus der 
Maritza bei Philippopel, einem mit der allgemeinen An- 
gabe „ex Turcia" und mehreren aus südrussischen 
Strömen vor, die beiden erstgenannten mir von Herrn 
P. Hesse freundlichst zur Beschreibung überlassen, die 
übrigen dem Senckenbergischen Museum zu Frankfurt 
a. M, gehörig. 

Die nahe Verwandtschaft unserer Art mit Unio pic- 
torum einerseits und ünio requienu andererseits ist nicht 
zu verkennen, und diese Zusammengehörigkeit sollte 
in dem von mir gewählten Artnamen ihren Ausdruck 
finden. Die rein conchyliologischen Unterschiede 
zwischen den 3 Arten beruhen, ausser der verschie- 
denen Umrissform, auf die ich aber weniger Wert 
lege, hauptsächlich auf der Ausbildung der Wirbelskulp- 
tur, die bei U. pidoruni aus isolierten Höckern, bei U. 
requienii aus flach ineinander übergehenden Wellenrunzeln 
und bei U. gentilis aus winklig zusammenstossenden, 
halbmondförmigen Bogen besteht. Den Hauptunter- 
schied bildet jedoch die geographische Verbreitung, da 
sich unsere drei Arten vikariierend ersetzen, und zwar 
ist U. pidorum auf die nach Norden und Westen ab- 
iliessenden europäischen Ströme, sowie auf Skandina- 



— 153 — 

vien und die Donau, U. requienii auf Illyrien, Italien, 
Südfrankreich, Spanien, Portugal, Marokko und das 
französische Nordafrika, U. f/entilis (soviel wir bisher 
wissen) auf die in den Pontus, das schwarze Meer und 
den Kaspisee mündenden Flüsse beschränkt. Im Rhone 
kommen U. pictorum und requienii neben einander vor, 
doch erklärt sich diese Tatsache leicht aus der Ent- 
stehungsgeschichte des Rhonegebietes. Die Donau be- 
sitzt ihren U. pictorum noch aus der Zeit, in der sie 
wohl durch das Amselfeld nach Süden, in das ägäische 
Meer, floss, während die dorthin mündende Maritza 
durch den C7. gentilis .ihre Beziehungen zum Pontus 
verrät." 

42. Anodonta piscinalis Nils. Zwei Exemplare aus 
der Maritza bei Philippopel, die Bourguignats Beschrei- 
bung von A. maritzana (Mat. Aceph. syst, cur., p. 232) 
gut entsprechen. Dadurch, dass Bourguignat seine 
„Art" auch im Main bei Frankfurt gefunden haben 
will (in Servain, Aceph. de Francfort, p. 61), wo nur pis- 
cinalis Formen vorkommen, hat er derselben schon selbst 
ihr Urteil gesprochen." 

Durch die vorstehende Liste, der ich vielleicht 
später eine Fortsetzung folgen lassen kann, wird die 
Kenntnis der bulgarischen Fauna um 17 Arten ver- 
mehrt. Unter den Wassermollusken gehören die Falu- 
dina und der Vnio zwei ausgesprochen östlichen Arten an ; 
die andern sind über ganz Mitteleuropa verbreitete und 
überall gewöhnliche Species, deren Vorkommen, ob- 
schon sie z. T. vorher nicht in Ostrumelien gefunder 
waren, man als selbstverständlich annehmen konnte. 

Grösseres Interesse bieten die Landschnecken. 
Auch hier haben wir zunächst eine Anzahl Arten, die 
in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet sind (No. 2, 



— 154 — 

4, 5, 7, 8, 15, 18, 20, 28, 37); mehrere auch in West- 
europa gewöhnliche treten hier in charakteristischen 
Formen auf (No. 1, 10, 11,23,24), die man wohl als geo- 
graphische Varietäten oder Subspecies bezeichnen darf. 

Ericia costulata und Thcha frequens sind entschieden 
östliche Arten; als solche müssen auch Tachea vindo- 
bonensis und Helix hicorum gelten, obschon die erstere 
westlich bis nach Deutschland und Norditalien reicht, 
und die letztere in Italien weit verbreitet ist. Eigen- 
tüm.licher Weise scheinen diese beiden Species in den 
meisten Gegenden einander auszuschliessen. Die 
Tachea ist charakteristisch für fast alle Länder der 
österreichisch-ungarischen Krone, und es ist bedauer- 
lich, dass der sehr zutreffende Name aiis/riaca, den 
Megerle von Mühlfeld ihr beilegte, aus Gründen 
der Priorität nicht beibehalten werden kann. Hei. 
lucoriim dagegen scheint die schwarzgelben Grenzpfähle 
geflissentlich zu meiden; in Norditalien lebt sie nur 
wenige Kilometer von der Grenze entfernt, ohne diese 
zu überschreiten. Im österreichischen Küstenlande, 
Istrien und Dalmatien fehlt sie, tritt aber in Albanien 
wieder auf, und verbreitet sich von da nach Osten 
durch Macedonien, Bulgarien, die Türkei und Klein- 
asien bis nach Mesopotamien. Sie ist gewissermassen 
das südliche Pendant zu der nördlichen Tachea, die 
östlich bis zum Kaukasus reicht. 

Crystallus opinatus ist sonst aus Siebenbürgen be- 
kannt. Zwei andere Siebenbürger, Clausilia marginata 
und pagana, sind in Bulgarien durch charakteristische 
Subspecies (No. 22 uud 25) vertreten. 

Der Balkanhalbinsel eigentümlich sind Helicella 
vulgarissima, HeUcigona trizona und Chondrula microtragus : 
auch Helicodonta corcryensis hat vielleicht hier ihre eigent- 
liche Heimat, reicht aber südlich bis nach Aetolien. 



— 155 — 

Eine relativ eng begrenzte Verbreitung haben Claus, 
thessalonica und ihre var. spreia. Der Typus war bisher 
nur aus Thessalien und Macedonien, die Varietät nur 
aus der Umgebung des Bosporus bekannt ; die Fest- 
stellung des Vorkommens in Rumelien ist daher von 
nicht geringem Interesse. Helix speideli ist sonst noch 
auf der macedonischen Insel Thasos gefunden ; Clmts. 
varnensis und socialis kennen wir bis jetzt nur aus 
Bulgarien, 

Zu den interessantesten Funden gehört Bnl. tan- 
talus, der gewissermassen ein Mittelding zwischen Bul. 
zebra und olympieus ist. Kobelt gibt in seiner Be- 
schreibung nicht an, von welchem Olymp seine Art 
stammt; da sie in Kleinasien ziemlich verbreitet zu sein 
scheint und speciell Brussa als Fundort genannt wird, 
vermute ich, dass der bithynische Olymp gemeint ist. 
Bnl. tantalus würde also auch geographisch zwischen 
der griechischen und kleinasiatischen Art in der Mitte 
stehen. 

Literatur : 

Germain, L., Mollusques, Biospeologica XVlll. In: Archives 
Zoolog experimentale Ser. 5. Tome VI No. 7. — 
28. Janv. 1911. Avec pl. 12 und 13. 
Gibt eine sehr interessante und sorgfältig gearbeitete Auf- 
zählung der von den Herren Racoviza und Jeannel in 
französischen Höhlen gesammelten Mollusken. Zospeum 
fehlt, ächte Höhlentiere sind eigentlich nur die Lartetia 
und ihre Verwandten. 

Steusloff, Ulrich. Beiträge zur Fauna und Flora des 
Quartärs in Mecklenburg. 11. Holocäne und lebende 
Gyraulen. Mit Tafel 3. In : Archiv Naturg. Mecklen- 
burg 1911 vol. 65. 
Es treten von nordischen Arten auf: Gyraulus strömi Westerl., 
arcticus Beck, sibiricus Dkr., zusammen mit PI. corneus 
und Valvata alpestris. — 



— 156 — 

Nobre, A., Mollusques terrestres du Portugal. II. Mono- 
graphie des Familles Succinidae et Auriculidae. 
In: Annales Aacad. Porto IV 1909. 
Die Morelet'schen Arten werden sämtlich eingezogen. 
Bartsch, Paul, the West American Mollusca of tke Genus 
Eumeta. In: Pr. U. St. Nat. Museum vol. 39 
p. 565—568. 
Neu: Ell. eucosmia p. 567, Textfig. Galapagos. Auch die 
beiden anderen Arten der Gattung sind abgebildet. 
— — , the recent and fossil Mollusks of the Genus Diastoma 
from the West Coast of America. Ibid. p. 581 — 584. 
Neu: D. chrysalloidea p. 582, Textfig. 2, Golf von Californien; 

— D. oldroydae p. 583 Textf. 3; — D. stearnsi p. 584 
Textf. 4. 

Dautzenherff , Ph., Contrihution ä la Faune Malacologique de 
l'Afrique occidentale. — Extrait des Actes de la 
Societe Linneenne de Bordeaux 1910. — 174 pp. 
avec 4 pl. 
Ein sehr sorgfältig gearbeitetes und schön ausgestaltetes Verzeich- 
nis der Meeretconchylieu der afrikanischen Westküste, das seit 
Adansoii schnieizlich vermisst wurde. Es enthält 382 Arten, 
von denen 83 auch im Mitlelnieer vorkommen. Als neu werden 
beschrieben : Actaeon maltzani (::= senegalensis Malz, nee Petit) 
p. 10 t. f. 1, 2: — Genotia (Oligotoma) lamothei p. 18 t. 1 
f. 5—7; die erste lebende Art einer miocänen Gattung; — 
Mangilia merlini p. 27 t. 1 f. 8—10 mit var. concolor t. 12—13; 

— M. pontyi p. 29 t. 1 f. 14—16; — Oliva flammulata var. 
pallida n., var. castanea n. und var. isabellina n. p. 32; — 
Marginella bavayi n. p. 37 t. 1 f. 21, 22; — M. chudeaui 
Bavay n. p. 41 t. 2 f. 1, 2; — Dorsanum gruveli p. 56 t. 2 
f. 7; — Trophonopsis gruveli p. 60 t. 4 f. 9, 10 ; — Modulus 
ambiguus p. 73 t. 2 f. 13, 14; — Torinia malani p. 80 t. 2 
f. 15—17; — Nalica gruveh p. 87 t. 3 f. 1—3; — Actaeo- 
pyramis gruveli p. 93 t. 3 f. 6, 7 ; — Gibbula joubini p. 101 
t. 3 f. 13—18; — Cyclostrema annuliferum p. 103 t. 3 f. 10—12; 

— Crenella dolifusi p. 116 t. 4 f. 1—3; — Gardita contigua 
p. 122 t. 4 f. 4—6; — Corbula chudei nom. nov. für G. lirata 
Smith nee Sow. p. 147; — Lucina subfragilis p. 149 t. 4 
f. 13, 14; — Loripes aberrans p. 154 t. 4 f. 15—17. 



— 157 — 

Bartsch^ Paul, tJie West American of the Genus Alaha. In : 
Pr. U. S. Nat. Mnseum vol. 39 p. 153—156. 
Neu A. jeaiinettae p. 156 Textf. 3. 

Bartsch, Paul, Descriptions of new MoUusks of the Family 
Vitrinellidae from the West Coast of America. Ibid. 
p. 229—234 pl. 39, 40. Washington 1911. 

Neu: Cyclostrema baldridgei t. 39 f. 7—9, Golf von Californien; — 
C. miranda p. 230 t. 39 f. 1—3, ibid ; — C. adamsi p. 231 
l. 39 f. 4—6, Panama ; — Circulus liriope p. 231 t. 40 f. 7—9, 
Golf von Californien ; — C. dinmedeae p, 232 t. 40 f. 3, 
Panama; — Cyclostremelia dalli p, 232 t. 40 f. 1—3, Califonn'en ; 

— Leptogyra alaskana p. 233 t. 40 f. 4—6, Alaska. 

Bartsch., Paul, the recent and fossil Mollusls of the genug 
Alahina from the West Coast of America. Ibid, 
p. 409—418 pI. 61, 62. 

Neu: Alabina haibadoensis'p. 411 t, 61 f. 3, Sta. Barbara; — A. 
liamlini p. 411 t. 61 f. 2, Post Pliocen, Gal. ; — A. phanea 
p. 412 t. 62 f. 6, San Diego; — A. diomedeae p. 413 t. 62 
f. 1, La Paz; — A. ignati p. 413 t. 62 f. 3; Unter Californen; 

— A. io p. 415 t. 61 f. 1, San Drego: — A. monicensis p. 
415 t. 61 f. 5, Californien; — A. tenuisculpta diegensis p. 416 
t. 61 f. 4; var. phalacra p. 416 t. 61 f . 4 ; ibid. 

Müller, Eugen, Beiträge zur Molluskenfauna der Provinz 
Posen. In: Zeitschrift der naturwissenschaftlichen 
Abteilung des naturwissenschaftlichen Vereins der 
Provinz Posen, Jahrg. XVII Heft 2. 

106 Arten und 48 Abarten. Das Verzeichnis ist das erste der 
Weichtiere der Provinz Posen. 

Preston, H. B., Descriptions of new Shells on the collect ion 
of the Indian Museum from Burma, Siam and the 
Baij of Bengal. — In: Records Indian Museum 1910 
vol. II Part. 1 Nr. 8. 

Neu: Plectotropis biggiei p. 33, Siam; — Opeas innocens p. 33, 
Moulmein; — Dolium varicosum p. 34, Orissa; — Avicula 
smithi p. 35, Ganjamküste, Bengalen; — Modiola jenkinsi 
p. 36, See Chilka in Manikpatna, Indien (alle mit Texttig.j. 



— 158 — 

Preston, H. B., Additions to the Non Marine MoUuscan 
Fauna of British and German East Africa and 
LaJce Albert- Edivard. — In: Ann, nat. Hist. (8) VI. 
1910 p. 525-37 pl. VII— IX. 

Die meisten Arten aus den Shimbi-Bergen in Britisch Ost-Afrika. Neu : 
Gibbulina expatriata p. 526 t. 7 f. 1 ; — Ennea quadrilateralis 
p. 527 t. 7 f. 2; — E. gwendolinae p. 527 t. 7 f. 3; — E. 
marionae p. 527 l. 7 f. 4-; — E. jod p. 528 t. 7 f. 5; — E. 
sperabilis p. 528 t. 7 f. 6; — E. deb'catula p. 528 t. 7 f. 7 ; — 
E. radius p. 549 t. 7 f. 8 ; - — Maitensia gwendolinae p. 529 
t. 7 f. 9; — M. martensiana p. 529 t. 7 f. 10; — M. niono- 
zonala p. 530 t. 8 f. 11; — M. ? shimbiensis p. 530 t. 8 f. 12; 

— Thapsia exasperata p. 530 t. 8 f. 13; — Th. insulsa p. 
531 t. 8 f. 14; — Phortion (nom. nov. für den praoccupirten 
Namen Phasis) ariel p. 581^t. 8 f. 15; — Rhachis hierogly- 
phicus p. 531 t. 8 f. 16; — R. vicinus p. 432 t. 8 f. 17; — 
Buliminus? margueritae p. 532 t. 9 f. 18; — B.? tribulationis 
p. 532 t. 9 f. 19; — Aehatina iredalei p. 533 t. 9 f. 20; — 
Curvella calorhaphe p. 533 t. 9 f. 21 ; — C. mathildae p. 534 
t. 9 f. 22, Usagara; — C. pertranslucens p. 534 t. 9 f. 23; — 

— C. shimbiensis p. 534 t. 9 f. 24; — Homorus Ordinarius 
p. 534 t. 9 f. 25; — Biomphalaria (n. gen.) sniithi p. 535 t. 9 
f. 26, aus dem Albert Edward See, der Gattung Choanomphalus 
ähnlich; — Aferulus lugubris p. 535 t. 9 f. 27; — Tropido- 
phora concinna p. 536 t. 9 f, 28. 

Preston, H. B., Further Additions to the MoUuscan Fauna 
of Central Africa. — In : Ann. Nat. Hist. (8) VI. 
p. 59 pl. 4, 5. 

Neu: Helicarion perfragilis p. 58 f. 1, Maringo Plateau, Congo; — 
Thapsia gereti p. 58 f. 2, ibid.; — Subulina mariiigoensis p. 

59 f. 3, ibid. ; — Liranaea anceyana p. 59 f. 4, ihid. ; — Unio 
angoniensis p. 59 f. 5. Angoniland, Nyassa; — U. charon p. 

60 f. 6, Silougme, Central-Afrika ; — U. vicinus p. 60 f. 7, 
ibid. — U. choziensis p. 60 f. 8, Bangweolo-Gebiet; — U. 
gereti p. 61 f. 9, Tanganyika; — U. mashonae p. 61 f. 10, 
Mashonaland: — U. shireensis p. 61 f. 11, Schire; — Mutela 
opalescens p. 62 f. 12, Shire : — M. cuneata p. 62 f. 23, 
Karonga, jNyassa; — Spalha approximans p. 63 f. 14, Shire 

— Sp. bertillomana p. 13 f. 15, ibid. 



— 159 — 

Cooper, J. E. & H. B. Preston, Diagnoses of new Species 
of Marine and treshivater Shells from the Falkland 
Islands^ including Dcscriptions of two new genera 
of Marine Pelecypoda. — In: Ann. nat. Hist. (8) V 
p. 110 pl. 4. 

Neu: Limnaea hriinneoflavida p. HO f. 1 ; — Chilina falklandica 
p. 111 f. 2; — Photinula Folidula p. 111 f. 3; — Ph. taeniata 
iiivea p. 112; — Modiolarca genima p. 122 i. 4; — M. picturala 
p. 112 f. 5; — Cyamium iridescens p. 112 f. 6; — Malvinasia 
(n. gen.) arlhuri p. 113 f 7, 8, mit Nucula verwandt; — 
Davisia (n. gen.] cöbbi p 114 p. 9, 10, anscheinend zu den 
Erycinidae getiörig: — Psephis foveolata p. 114 f. 11. 

The Nautilus. Vol. 24 January 1911 Nr. 9 & 10. 

p. 97. Frierson, L. S., Notes on Oriental Unionidae. 

p. 98. Sterki V., Civilisation and Snails. 

p. 101. Smith, Maxwell, Shells from the Bay of Cadiz Region. 

p. 103. Ortmann, Dr. A. E., the anatomical Structure of certain exotic 
Najades, compared with that of the North American forms I. 
(II p. 114). 

p. 106. Dali, W. H., Notes on California Shells II. — Neu; Buthytoma 
tremperiana; Modiolus diegensis. 

p. 112. Hanham, A. W., a note on Isapis oblusa Cpr. 

Journal de Conchyliologie vol. LVIII no. 2 (erschienen 20. 
Febr. 1911). 

p. 121. Vayssiere, Prof. A., Etiide sur quelques jeunes Seiches, obser 
v6s ä leur sorte de l'oeuf. — Avec pl. 7. 

p. 128. , Note sur une monsLrosite de Nassa reticulata. Avec 

fig. 

p. 131. Cardot, H., sur la presence de Lithoglyphus natieoides F6r. 
dans les canaux du Nord-ouest de la France. 

p. 138. Vignal, L., Cerithidae du Tertiaire superieur du Dep de la 
Gironde. Avec pl. 7—9. — Neu: Geritium vulgatum var. mio- 
cenica; — saimo var. ferelaevis ; — pseudotiarella var. inLra- 
granosa; — var. crassicostata, saubottense t. 7 f. 13, 14: — 
partitum t. 7 f. 16; mit var. derivata; — vignali var larrieyense; 
Polamides cieircumdalus t. 8 f. 13; — P. sonensis t. 8 f. 14; 

— P, margaritaceus var. simplicior; — P. plicatus var. pieta; 

— P. inconstans var. diminuta. 



— 160 — 

Nobre, Augusto, Materiaux pour l'Hude de la faune malaco- 
logique des possesions de VÄfrique occidentale. — In: 
Bull. Soc. Portugals See. Nat Tome III Suppl. 2. 
Ein sorgfältig zusammengestelltes Verzeichnis der marinen Conchy- 
lien, enthält keine neue Arten. Von den Binnenconchylien sind 
die neuen Arten schon an anderer Stelle (Exp. Newton) abge- 
bildet (Streptaxis bethencourli ; Ennea Carquejai, E. angolensis; 
Helix Laccredai, Nanina molleri ; Rhachis castroi ; Homorus 
paulinoi; Homorus sampae ; Subulina Seabrai ; Opeas Vocagei, 
viriraei, weliontschi ; Physa moreleti). Sehr mit Zweifel auf- 
zunehmen dürfte die Zuteilung einer winzigen Schnecke (St. 
mariae) zu der indochinesischen Gattung Stegodera subg. 
Moellendorffla sein; sie hat 1,5 mm Höhe, 

Smith, Edg. A., on South hfrican Marine Mollusca^ with 
Descriptions of new Species. — In : Ann. Natal 
Museum, vol. II Part. 2. Deebr. 1910. With pl. 
VII, VIII. 

Neu : Leucotina natalensis p. 183 t.e7 f . 1 ; — Philine berghei nom 
nov. für Ph. capensis Bergh nee Pfr., p. 184; — Mangilia 
elizabethae p. 190 t. 7 f. 2; — Clathurella westcotti p. 190. 
t. 3 f. .3; — Daphnella? minuscula p. 191 t. 7 f. 4 : — Mar- 
ginella ingloria p. 191 t. 7 f. 5; — Columbella sheptonensis 
p. 193 t. 7 f. 6; — Coralliophila fragosa p. 194 t. 7 f. 7 ; — 
Trifora burnupi p. 196 t. 7 f. 8; — Gerithiopsis peilei p. 196 
t. 7 f. 9; — Turritella natalensis p. 198 t. 7 f. 11; — Rissoa 
farquhari p. 200 t. 7 f. 12; — R. adjacens p. 201 t. 7 f. 13; 
— Epitonium macromphalus p. 203 t. 7 f. 14; — E. shep- 
stonensis p. 204 t. 7 f. 15; — Eulima leptostoma p. 204 t. 7 
f. 16; — Galliostoma crossleyae p. 205 t. 7 f. 17 ; — Cyclos- 
trema pellucida p. 205 t. 7 f. 18; — Haliotis quecketti p. 206 
t. 8 f. 1 ; — Scissurella jucunda p 207 t. 8 f. 2; — Schismope 
insignis p. 208 t. 8 f. 4: — Sphenia natalensis p. 214 t. 8 
f. 5; — Saxicava lirata p. 214 t. 8 f. 6 ; — L. arenacea p. 215 
t. 8 f. 7 ; — Clistoconcha n. gen. (eine Bivalve mit ringsum 
mit Ausnahme der Siphonalöffnung verwachsenen Klappen) 
p. 218 t. 8 f. 9. 

Eingegangene Zahlungen: 

Levander, Konstantinopel, Mk. 7.50 ; — Dr. Sturany, Wien, 
Mk. 7.50; — Zwiesele, Stuttgart, Mk. 7.50; — Vohland, Leipzig, 
Mk 13 50; — Naturhistor. Institut „Kosmos", Berlin, Mk. 13.50; — 
Sowerby & Fulton, London, Mk. 7.50; — Carnegie-Museum, Pittsburg, 
Mk. 7.40; — Dr. Menzel, Nikolassee, Mk. 13 50. 

Redigiert von Dr. W. Kobe 1 1. — Druck von Peter Hart mann in Schwanheim ». M 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M, 

Ausgegeben : 18. Juli. 



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rotomapagoda, Gypraea decipiens etc. Ganz besonders 
reichhaltiges Material besitzen wir von der palaeark- 
tischen Fauna, den g-rieehischen und Mittelmeep- 
inseln. Gefl. Offerten, betreff. Kauf oder Tausch 
nimmt gern entgegen 

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(auch Heliciden) in grösserer Anzahl, erbeten. 



^^^^^^^^^^ 



Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologisehen Geselkkft 



Dreiuiulvierzigster Jalirgang 
(1911) 



Heft IV 



(Oktober — Dezember) 



I 11 li a 1 t : 



Seite 



Hesse, P., Zur Kenntnis der Anatomie von Mnnilearia 

phalerata W. B IGl 

Clessin, S., Neue Acme-Arlen IGü 

Hesse, P., Nekrolog (von Weslerlundj 167 

Wenz, Dr. W., Fossile Arioniden im Tertiär des Mainzer 

Becivens 171 

Schermer, E., Zur Molluskenfauna Schleswig-Holsteins . .179 

VohUmd, Ein Perlenvorkommen in 161)3 182 

Friede!, E., Seemuschelkalk 185 

Boettger, Prof. Dr. 0., Verzeichnis der von Prof. Dr, Oscar 

Boettger herausgegebenen Schriften 187 

lliiwü, Dr. F., Bemerkungen über Jolya letourneuxi Bgt. . 216 
Weiss, Dr. phil. A., Erklärung und tatsächliche Berichtigung 220 
Literatur 221 



* — — ^-«-' — ^~'"-^ii-^-V-V~'i~--^*>i^-V-- >-i-n ->~»j'*^'>T'» I -■i-i~i~>_Ori '■'1 w»ni~»r'\j'~ii\iin.n'uini~i_rVu'«»l- ■ jwJ 



Heft 4 Oktober 1911. 

Nachrichtsblatt 

der Deutsehen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 



Dreiundvierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7.50. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w, an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Zur Kenntnis der Anatomie Yon Monilearia 
phalerata W. B. 

Von 
P. Hesse, Venedig. 



Herr Dr. Rnd. Sturany hatte die Güte, mir fünf 
lebende Exemplare von Monilearia phalerata zu überlassen, 
die von dem bekannten Naturalienhändler Arnold Voel- 
schow in Schwerin auf Teneriffa gesammelt waren, und 
gab mir dadurch Gelegenheit, die Anatomie dieser noch 
nicht untersuchten Art kennen zu lernen. 

Die Gehäuse der beiden grössten Individuen hatten 
bei sechs Umgängen die Maasse : gr. Durchm. 9, kl. Durchm. 



— 162 



8,5, Höhe 6,5 mm ; die andern drei waren etwas kleiner. 
Drei der erhaltenen Tiere erwiesen sich als geschlechtsreif. 
Am Tier sind Kopf und Rücken bläulichgrau, Seiten, 
Schwanzende und Fusssohle weisslich ; über den Rücken 
zieht sich eine durch etwas dunklere Färbung ausgezeich- 
nete Nackenleiste. Der Mantelwulst ist weisslich ; von den 




Nackenlappen ist der rechte ohrförmig, fast 2 mm lang, 
der linke in zwei Stücke geteilt, die durch einen Zwischen- 
raum von etwa 1 mm getrennt sind. Das obere Teilstück, 
dicht neben dem Atemloche, ist halbmondförmig mit 1 mm 
Basis, das untere hat die Form eines 2 mm langen Saumes 
von massiger Breite; die einander gegenüberliegenden 
Zipfel der beiden Teilstücke sind deutlich gelöst. 



- 163 — 

Der Mantel ist weisslich, mit iinregelmässigen, ver- 
schwommenen Flecken, die besonders am Rectum entlang 
sich dichter zusammendrängen und eine streifenartige 
Zeichnung hervorrufen. Die Niere ist ganz hell bräunlich- 
weiss, mit Anflug von schwärzlichgrauem Pigment, und 
hat die bekannte keilförmige Gestalt ; die beiden Schenkel 
messen 6,5 und 7,5, die schräg abgestutzte Basis 3 mm. 
Die vordere Nierenspitze ist 7 mm vom Mantelrande ent- 
fernt. Der Ureter scheint in seinem ganzen Verlauf eine 
offene Rinne zu sein. 

Der sehr hell horngelb gefärbte Kiefer ist mehr 
oder weniger stark halbmondiörmig gebogen, 0,1 — 0,15 
mm hoch, 0,5 — 0,6 mm breit, und mit 6—9 ziemlich 
flachen, durch Zwischenräume getrennten Leisten besetzt, 
die zum Teil den concaven Rand ein wenig überragen, so 
dass dieser schwach gekerbt erscheint. 

Die Radula ist 1,5 mm lang, 0,5 mm breit und 
mit 137 — 141 Querreihen von Zähnen besetzt; ausserdem 
Mittelzahn zähle ich auf jeder Seite 13 — 14 Seiten- und 
10 — 11 Randzähne. Der symmetrische Mittelzahn ist drei- 
spitzig; die beiden Nebenspitzen sind ziemlich schwach 
entwickelt, die Hauptspitze erreicht den hintern Rand der 
Basalplatte. Die Zähne der Seitenfelder sind unsymmetrisch ; 
die innere Nebenspitze fehlt. Beim 13.— 14. Zahne spaltet 
sich die Hauptspitze, weiterhin auch die Nebenspitze, so 
dass die Zähne des Randfeldes vierzackig sind. 

Am Geschlechts apparat liegt der Retractor des 
rechten Augenträgers frei neben den Genitalien, die in 
allen Teilen rein weiss sind, ohne irgendwelches Pigment. 
Die Eiweissdrüse ist klein, 1,5 mm lang, und hat annähernd 
die Form einer Bohne ; der zarte, 3 mm lange Zwittergang 
ist nur an seinem vordersten Ende ein wenig geschlängelt. 
Der Ovispermatoduct ist schmal, 5,5 mm lang, der Uterus- 
hals gewöhnlich etwas länger, als die Vagina; beide 



— 164 — 

variiren in der Länge von 0,5 bis 1,5 mm. Der 3—4 mm 
lange Blasenstiel ist ziemlich dick, ohne Divertikel, und 
trägt eine lange, schmal lanzettliche Samenblase, die dem 
Stiel an Länge ungefähr gleichkommt. Glandulae mucosae 
und Pfeilsack fehlen vollständig, dagegen ist am vordersten 
Ende der Vagina eine Appendicula von sehr eigentümlicher 
Beschaffenheit angeheftet. Das 2—3 mm lange vorderste 
Stück ist spindelförmig verdickt und trägt an seinem hin- 
teren Ende einen dünnen Anhang, der nach einem Verlauf 
von 4 mm sich in drei ebenso dünne 5 — 7,5 mm lange 
Zweige teilt; bei einem Exemplar war einer dieser Zweige 
an der Spitze gegabelt. 

Der Penis ist relativ lang; auf das 0,5 — 1 mm lange 
vordere, verdickte Ende, den eigentlichen Penis, folgt der 
dünne, cylindrische, 4,5—5 mm lange Epiphallus, der an 
seinem hinteren Ende das zarte Vas deferens aufnimmt 
und ein dünnes, 1,5 — 2 mm langes Flagellum trägt. Der 
kurze (0,8 — 1 mm) kräftige Retractor ist am vorderen Teile 
des Epiphallus angeheftet. Das Flagellum fand ich in zwei 
Fällen an der Spitze hakenförmig umgebogen, den eigent- 
lichen Penis einmal kugelig aufgetrieben, bei den andern 
beiden Individuen schlanker, mehr keulenförmig. 



Pilsbry stellt Monilearia als Section zu seinem 
Genus Helicella, das der Subfamilie Helicellinae der I h e- 
ring'schen Einteilung (Xerophilinae Kob ) entspricht, und 
hat damit, ohne die Anatomie zu kennen, das Richtige 
getroffen. Vom Genus Helicella weicht sie aber, selbst 
wenn man dieses sehr weit fasst, durch die Eigentümlich- 
keiten des Geschlechtsapparats so weit ab, dass sie sich 
kaum mit ihm vereinigen lässt und Gattungsrang bean- 
spruchen muss. Von allen Xerophilen, deren Anatomie 
ich kenne, erinnert sie im Bau der Genitalien am meisten 
an Cochlicella acuta, besonders nach der Abbildung von 



— 165 — 

Moss und Paulden (Gopie bei Pilsbry, Taf. 69, Fig. 
19—21), wonach die Appendicula an der Spitze die Tendenz 
zur Gabelung zeigt. Für eine so stark entwickelte Appen- 
dicula, wie sie Monilearia hat, mit drei langen geissei- 
förmigen Anhängen, kenne ich allerdings in der ganzen 
Familie der Heliceen kein Pendant. 

Erklärung der Abbildungen. 
Fig. 1. Vier Zahnplatten der Radula (X 600). 

, 2. Kiefer (X 38). 

„ 3. Geschlechtsapparat (X 5). 

P Penis; E Epiphallus; Rp Penisretractor; Fl 
Flagellum ; Vg Vagina ; Ap Appendicula; Uh Uterus- 
hals ; Vd Vas deferens ; Rs Receptaculum seminis ; 
U Ovispermatoduct ; Ga Eiweissdrüse; Dh Zwitter- 
gang. 

„ 4. Eiweissdrüse (X 10)- 

„ 5. Receptaculum seminis eines and. Exemplars (X 5). 

a 6. Appendicula, vord. Teil, » „ „ (X 5). 

„ 7. Penis . . . (X 10). 



Neue Acme-Arten. 

Von 
S. G 1 e s s i n. 



1. Äeme parcelineata n. sp. 
Gehäuse: klein, cylindrisch-turmförraig, nach der 
Spitze etwas schmäler werdend, glänzend, durchscheinend, 
hellgelblich-braun, mit stumpfem Wirbel und feinem Nabel- 
ring. Die obersten Windungen glatt, die übrigen mit un- 
regelmässigen ziemlich weitläufig stehenden, feinen Linien 
besetzt. Umgänge 6, langsam und regelmässig zunehmend, 
wenig gewölbt, durch massig tiefe Nähte getrennt, das 



-^ 1 66 -- 

Viertel der Gehäuselänge einnehmend; Mündung eiförmig, 
oben spitzwinkelig; Mundsaum verdickt, schwach wulstig, 
Ränder nicht verbunden, Aussenrand wenig gebogen, 
Spindelrand gerade. 

Länge 2. Durchm 0,6 mm. 

Dzingelau, Oestr. Schlesien. 

Bemerkung. Die feine Liniierung der Schale unter- 
scheidet sie leicht von den übrigen liniierten Arten. Mit- 
geteilt von Herrn Oberstabsarzt Wagner. 

2. Ac7ne callostoma n. sp. 
Gehäuse klein, cylindrisch, nach oben etwas ver- 
schmälert, mit feinem Nabelritz, glatt, glänzend, hellhorn- 
braun, durchscheinend. Umgänge 7, ziemlich gewölbt, durch 
massig tiefe Nähte getrennt, langsam und regelmässig zu- 
nehmend, mit [stumpfem Apex, das letzte Viertel der Ge- 
häuselänge einnehmend; Mündung eiförmig nach oben 
gewinkelt; Mundsaum scharf, kaum erweitert, am Nacken 
mit einer starken breiten Wulst. Ränder durch eine 
schmale Auflage verbunden; Aussenrand wenig gebogen, 
Spindelrand gerade. 

Länge 3,5, Durchm. 0,9 mm. 

La Pristu in den französischen Pyrennäen. 

Bemerkung. Die Art ist etwas grösser als Acme fusca. 

Fossile Arten. 

3. Acme Flachi n. sp. 
Gehäuse klein, zugespitzt cylindrisch, mit stumpfer 
Spitze und engem Nabelritz. Umgänge 6, wenig gewölbt, 
langsam und regelmässig zunehmend, durch massig tiefe 
Nähte getrennt, das letzte Viertel der Gehäuselänge aus- 
reichend; die Skulptur besteht aus nicht sehr entfernt 
stehenden, feinen ausgedrückten Längslinien, die ziemlich 
regelmässig angeordnet sind und vor der Mündung enger 
zusammenrücken. Mündung fast schmal-eiförmig; Mund- 



— 167 — 

säum scharf, wenig verdickt, ohne Nackenwulst; Ränder 
nicht verbunden ; Spindelumschlag ziemlich breit. 

Länge 1,5, Durchm. 0,6 mm. 

Undorf in der obermiocänen Ablagerung. 

Bemerkung. Die Art ist die kleinste der Ablagerung; 
es liegen mir 3 sehr gut erhaltene Stücke vor, die glänzend 
schwarz gefärbt sind und die Skulptur sehr deuthch erkennen 
lassen. Sie entbehren der Nackenwulst, wie die übrigen 
3 Arten von Undorf, trotzdem sie völlig ausgewachsen 
sind ; nur eine geringe Erweiterung des Mundsaumes deutet 
darauf hin. 

4. Aeme alta n. sp. 
Gehäuse : klein, walzenförmig, mit etwas verschmälerter 
Spitze, stumpfem Apex und feinem Nabelrilz; Umgänge 7, 
wenig gewölbt, durch ziemlich seichte Nähte getrennt, 
massig rasch und regelmässig zunehmend, glatt, der letzte 
kaum ein Viertel der Gehäuselänge erreichend. Mündung 
schief, schmal eiförmig, nach oben zugespitzt ; Mundsaum 
kaum erweitert, wenig verdickt, keine Nackenwulst 
Länge 3, Durchm. 0,8 mm. 
Undorf, in der obermiocänen Ablagerung. 

Bemerkung. Die Art ist die grösste des Undorfer 
Tertiär. Es liegen mir 3 Stücke derselben vor, die kleiner 
als die Tugoricer Acme limbata ist. 



Nekrolog. 

Am 28. Februar 1908 starb in Ronneby Dr. Carl 
Agardh Weste rlund, einer der erfolgreichsten Förderer 
unserer Wissenschaft und eins der ältesten Mitglieder 
unserer Gesellschaft, der er seit ihrer Gründung angehörte. 
Ich habe lange gehofft, dass eine berufenere Feder, als die 
meinige, es unternehmen würde, an dieser Stelle seiner zu 



— 168 — 

gedenken. Es war mir bekannt, dass Prof. Dr. 0. B o e 1 1- 
ger den Wunsch hatte, dem verstorbenen Freunde einen 
Nachruf zu widmen; leider wurde er selbst vom Tode er- 
eilt, ehe er seine Absicht in die Tat umsetzen konnte. 

Westerlund wurde am 12. Januar 1831 im Dorfe 
Berga bei Kalmar als Sohn eines Mühlenbesitzers geboren, 
studierte in Upsala und Lund und erwarb 1862 den 
Doktorgrad mit einer Arbeit über die schwedischen Arten 
der Gattung Atriplex. In den Jahren 1858 — 1862 war er 
provisorisch an den Gymnasien von Malmö und Lands- 
krona angestellt und wirkte von 1862 bis an sein Lebens- 
ende als Lehrer, zeitweise als Direktor, am Gymnasium in 
Ronneby. Im Jahre 1863 verheiratete er sich mit A u g u s t a 
Wilhelmina Lindstedt; von seinen sechs Kindern, die 
ihn überlebten, hat der älteste Sohn, Carl Gustaf, jetzt 
Oberlehrer am Gymnasium zu Norrköping, dem Beispiel 
des Vaters folgend, sich den Naturwissenschaften gewidmet 
und ist besonders als Botaniker bekannt. Vor Jahren hat 
er auch für unser Nachrichtsblatt einen kleinen Beitrag ge- 
liefert, die Autorschaft des Genus Unio betreffend. 

In seiner Jugend widmete sich Westerlund mit 
Vorliebe der Botanik, der auch seine Doktordissertation 
galt ; nebenbei beschäftigte er sich mit Ornithologie. Seine 
erste malakologische Arbeit: „Sveriges land- och sötvatten- 
mollusker" veröffenthchte er im Jahre 1865, und von da 
an galt seine Tätigkeit fast ausschliesslich unserer Wissen- 
schaft. Als 1868 unsere Gesellschaft begründet wurde, war er 
einer der Ersten, die sich ihr anschlössen ; unsern Zeit- 
schriften, sowie den Malakozoologischen Blättern war er 
regelmässiger Mitarbeiter; eine Reihe wichtiger Arbeiten 
veröffentlichte er auch in andern, besonders russischen 
Zeitschriften, und überdies verdanken wir ihm eine Anzahl 
grösserer Werke, die von seinem ausserordentlichen Fieiss 
und seiner Belesenheit rühmliches Zeugnis ablegen. 



— 169 — 

Alle seine malakologischen Arbeiten behandeln aus- 
schliesslich die palaearktischen Binnenmollusken, zu deren 
genauesten Kennern er gehörte. Ausser einem Besuch 
von Venedig, zum Geographenkongress im Jahre 1881 und 
zu der gleichzeitig tagenden Versammlung der Societä 
malacologica italiana, hat er keine grösseren Reisen unter- 
nommen, die ihn über die Grenzen der drei skandinavischen 
Reiche hinausführten. Seine Heimat allerdings hat er 
gründlich exploriert; ihrer Fauna galten zahlreiche mehr 
oder minder umfangreiche Publikationen, von denen be- 
sonders die von der Gesellschaft der Wissenschaften in 
Upsala preisgekrönte Schrift „Expose critique des moUus- 
ques de terre et d'eau douce de la Suede et de la Nor- 
vege" (1871) seinen Namen in weiteren Kreisen bekannt 
gemacht hat. Zahlreiche Korrespondenten in allen Ländern 
lieferten ihm Material für seine Studien und für seine 
überaus reiche Sammlung; das Museum zu Petersburg 
vertraute ihm seine Schätze, besonders von russischen und 
sibirischen Arten, zur Durcharbeitung an, und so war es 
ihm möglich, zur Kenntnis der palaearktischen Fauna eine 
Anzahl wertvoller und wichtiger Beiträge zu liefern. Von 
seinen umfangreicheren Veröffentlichungen seien nur er- 
wähnt : 

Sibiriens Land- och Sötvatten-Mollusker, 1877. 

Monographie öfver Palaearktiska regionens Glausilier, 1878. 

Apercu sur la Faune malacologique de la Grece, 1879. 
(in Gemeinschaft mit Blanc). 

Fauna der in der Palaearktischen Region lebenden 
Binnenconchylien, 1884—1890. 

Katalog der in der Palaearktischen Region lebenden 
Binnenconchylien, 1890. 

Synopsis moUuscorum extramarinorum Scandinaviae, 1897. 

Synopsis moUuscorum extramarinorum regionis palae- 
articae. I. Genera Buliminus et Pupa, 1897. 
Idem IL Genus Glausilia, 1901. 



— 170 — 

Methodus dispositionis Gonchyliorum extraniarinoriim in 
regione palaearclica viventium, 1902. 

Eine umfangreiche „Bibliographia malacologica extra- 
marina regionis palaearcticae (1895)" kam leider nicht zum 
Druck; das Manuskript wurde von den Erben der Univer- 
sitätsbibliothek in Upsala geschenkt. 

Die Fauna der palaearktischen Binnenconchylien, in 
deutscher Sprache geschrieben, ist ein Werk, dem wir in 
der gesamten Literatur nichts ähnliches an die Seite zu 
stellen haben. Eine Arbeit, die schon von R oss massier 
geplant und die schon seit Jahrzehnten als dringendes Be- 
dürfnis empfunden wurde, an die sich aber Niemand heran- 
wagte; Westerlund's eisernem Fleisse und zäher Aus- 
dauer gelang sie, und wir haben allen Grund, ihm dafür 
dankbar zu sein. Zehn Jahre später hatte er die Absicht, 
eine den neuesten Ergebnissen der Forschung Rechnung 
tragende zweite Auflage der Fauna herauszugeben ; leider 
scheiterte der Plan, nur die Gattungen BuUminus, Pupa 
und Clausilia wurden neu bearbeitet. Als Ersatz erhielten 
wir im „Methodus" eine neue Zusammenstellung der Ge- 
nera und Subgenera. 

Westerlund hatte einen ungewöhnhchen Scharf- 
blick für feine Unterschiede, aber weniger für die natür- 
liche Verwandtschaft der Arten, und näherte sich dadurch 
einigermassen der neufranzösischen Schule, ohne indes in 
deren Absurditäten zu verfallen. Wir empfinden es als 
lästig, dass er den ungeheuren Ballast haltloser Arten von 
Bourguignat, Letourneux, Mabille und Andern 
kritiklos in seine Fauna übernommen hat; aber wie hätte 
er anders handeln können, wenn er Vollständigkeit an- 
strobte? Wir sind ja heute in der Deutung der Bour- 
gui gnat'schen Xerophilen, um nur ein Beispiel zu nennen, 
noch ungefähr auf demselben Punkte, wie vor zwanzig 



— 171 — 

Jahren, und es wird noch sehr viel geduldige und aus- 
dauernde Arbeit nötig sein, um da Ordnung zu schaffen. 

Der „Methodus" bildete den Abschluss von Weste r- 
lund's malakologischen Studien. Vor etwa sieben Jahren 
schrieb er mir, dass der Zustand seiner Augen ihm den 
anhaltenden Gebrauch der Lupe nicht mehr gestatte, er 
habe sich deshalb wieder der Ornithologie zugewandt. 
Dieser Wissenschaft galt die Arbeit seiner letzten Lebens- 
jahre. Seine Molluskensammlung ist teils im »Riksmuseum* 
in Stockholm und im „Zoologiska Museum" in Upsala, 
der weitaus grösste Teil im Museum zu Gotenburg aufge- 
stellt ; seine grosse malakologische BibHothek hat die Stadt- 
bibliothek in Gotenburg erworben. 

Westerlund war sehr selten krank; er lebte 
äusserst regelmässig und einfach, ging früh zu Bett, stand 
früh auf und arbeitete den ganzen Tag. Die freie Zeit, 
die seine Berufspflichten ihm übrigliessen, nutzte er aufs 
gewissenhafteste aus ; nur so war es mögUch, ein so 
grosses Arbeitspensum zu bewältigen. Am 7. Mai 1904 
traf ihn ein Schlaganfall, der seine Kraft brach; im Spät- 
herbst 1907 wurde eine Krebsgeschwulst im Magen kon- 
statiert, und von da an bereitete er sich zum Tode vor. 
In der Geschichte unserer Wissenschaft ist ihm für alle 
Zeiten ein ehrenvoller Platz gesichert. 

P. Hesse, Venedig. 



Fossile Arioniden im Tertiär des Mainzer Beckens. 

Von 
Dr. Wilh. Wenz, Frankfurt a. M. 



Während es verhältnismässig einfach ist, die fossilen 
Reste der grösseren beschallen Landschnecken in unseren 
tertiären Ablagerungen nachzuweisen, und selbst kleine 
und kleinste Arten wie Pupen, Acme, Carychium etc. bei 



— 172 — 

einiger Sorgfalt aufgefunden werden können, liegen die 
Verhältnisse weit schwieriger bei den sog. Nacktschnecken. 
Einmal sind die Ueberreste, die nach dem Tod des Tieres 
erhalten bleiben, viel unscheinbarer, da sie sich bei den 
Limaeiden auf ein kleines Plättchen, bei den Arioniden 
meist auf die kleinen, in der Haut des Schildes zerstreuten 
Kalkkörner beschränken, und fallen daher leicht der Zer- 
störung anheim. Bleiben sie jedoch durch einen glück- 
lichen Zufall erhalten, dann werden sie wohl in den 
meisten Fällen übersehen, oder, wenn auch aufgefunden, 
so doch oft nicht ihrer Bedeutung nach erkannt werden. 
Am günstigten liegen noch die Verhältnisse bei den 
Limaeiden, und in der Tat sind die hierher gehörigen 
Plättchen im Tertiär und Diluvium mehrfach festgestellt 
worden. Ich erinnere nur an Limax lingulatus Sdbg., 
L. crassitesta Rss , L. crassissimus Joos, Amalia gracilior 
Sdbg. im schwäbischen Tertiär, an L. sandbergeri BLtg. 
aus den Landschneckenkalken von Hochheim a. M. u. a. m. 
Im Diluvium fand sich die heute noch lebende Art Agrio- 
limax agrestis L. sp. im Sandlöss von Vilbel') und in den 
Sauden von Mauer bei Heidelberg^). 

Die ersten Reste von Arioniden sind von F. Kinkelin 
in den Gorbiculatonen der Schleusenkammer von Niederrad 
bei Frankfurt a. M. aufgefunden worden, ohne dass man 
damals ihre wahre Bedeutung erkannte. Kinkelin teilt 
darüber folgendes mit^). 

„Organische, in ihrer Bedeutung noch nicht erkannte 

„Gebilde. 

„Die Kalkknötchen Taf. III, Fig. 19, etwa 1,5 mm 

') Kinkelin, Die Tertiär- und Diluvialbildungen des Untermaintales etc. 

Abb. zur geolog. Spezialk. von Preussen. Bd. IX, Heft 4; 1892 

pg. 270. 
") Geyer, Die Mollusken der Sande von Mauer. Ber. des oberrhein. 

geolog. Vereins 1910 p. 94. 
') Kinkelin, Die Schleussenkammer von Frankfurt-Niederrad und ihre 

Fauna. Ber. d. Senckenb. naturf. Ges. 1884 pag. 257. 



— 178 — 

„lang, 1,2 mm breit und 0,9 mm dick, sind nur aus 
„kohlensaurem Kalk bestehende, allseits runde, sym- 
„ metrisch gestaltete Körperchen, deren Rücken etwas 
„breiter ist, als die gegenüberliegende Seite ; gegen das 
„weniger abgerundete Ende zu befindet sich auf letzterer 
„Seite ein stumpf einspringender Winkel; die Oberfläche 
„ist feinkörnig, nicht glänzend, die Farbe graulich weiss." 

Ich fand dieselben Ge})ilde zuerst in den gleichaltrigen 
Schichten mit derselben Landschneckenfauna, wie sie 
Kinkelin, bezw. Boettger') beschrieben, bei den Auf- 
schlüssen am Palmengarten, in der Zietenstrasse und in 
der Eysseneckstrasse in Frankfurt a. M. ; und ich kann 
zu der von Kinkelin gegebenen Beschreibung nichts hinzu- 
fügen, als dass das von ihm beschriebene Exemplar ein 
normales ist, und andere in Grösse und Form mehr oder 
weniger abweichen und ferner, dass die Gebilde gelegent- 
lich mit einigen Runzeln versehen sein können. 

Bei genauerem Zusehen fanden sich dann ähnliche 
Gebilde auch in anderen Schichten, die sich durch reiche 
Landschneckenfaunen auszeichnen und zwar mehrfach mit 
Limaeiden Kalkschildchen zusammen wie in den Land- 
schneckenkalken von Hochheim, den Hydrobienschichten 
von Budenheim, dem Sandlöss von Vilbel. Dies gab mir 
Anlass zu der Vermutung, dass es sich um Kalkkoncretionen 
von Arioniden handeln könne. Bestärkt wurde ich in 
dieser Ansicht durch den Vergleich dieser Gebilde mit 
denen lebender Arten. Leider sind diese, auch in ihrer 
Entwicklung so interessanten Gebilde von den Zoologen 
etwas vernachlässigt worden, vermutlich deshalb, weil 
man ihnen nach Form, Anzahl etc. keinen artbestimmen- 
den Charakter beilegen zu dürfen glaubte. Und doch 



^) Boettger, Fossile Binnenschnecken aus den untermiocänen Gorbicula- 
Tonen von Niederrad bei Frankfurt a. M. Ber. d. Senckenb. naturf. 
Ges. 1884. pag. 258. 



— 174 — 

weisen einzelne Arten recht weitgehende und charakteris- 
tische Verschiedenheiten auf, wie wir es bei Arion hessei 
Simroth*) recht deutlich sehen. 

Den Aufbau der Schneckenschale hat Leydig ein- 
gehend untersucht^). Während er genau auf Bau und 
Bildung der Limaciden-Schildchen eingeht, fasst er sich 
bei den Kalkkörperchen der Arioniden ganz kurz^). 

„Die Gattung Arion besitzt bekanntlich anstatt eines 
„Kalkschälchens nur einen Haufen von Kalksteinchen. 
„Letztere unterscheiden sich nicht nur durch ihre viel 
„bedeutendere Grösse von den Kalkstückchen, welche 
„die Zellenbalken der Lederhaut erfüllen, sondern auch 
„in der Form und Beschaffenheit der Oberfläche. Die 
„Kalkconcremente in allen Netzen zwischen der Haut- 
„musculatur sind kugelig und von glatter glänzender 
„Oberfläche, die Kalksteinchen im Schild sind etwa so val, 
„spitzweckig, gern zu mehreren zusammengewachsen, 
„stellen auch wohl eckige Platten dar; ihre Oberfläche 
„zeigt wegen der Zusammensetzung des Steines aus 
„kleinsten Teilchen ein mattes Wesen. Die ganze 
„Masse wiederholt in gewissem Sinne die Otolithen im 
„grossen und wie diese erscheinen sie auch zusammen- 
„ geballt von einer blassen feinkörnigen Substanz." 
Diese Charakteristik trifft, wie wir sahen, in vollem 
Umfang auf unsere fossilen Gebilde zu. Zur vollen Ge- 
wissheit aber, dass wir es wirklich mit Arionidenresten 
zu tun haben, gelangen wir, wenn wir Dünnschliffe von 
unseren Kalkkörnern herstellen. Dabei sehen wir, wie die 
Bildung von einem Punkt im Innern ausgeht und sich 

^) Simroth, Beitrag zur Kenntnis der portug. ostafrik. Nacktschnecken 

Abh, d. Senckenb. naturf. Ges. Bd. XVIII. 
*) Leydig, Die Hautdeeke und Schale der Gastropoden nebst einer 

Uebersicht der einheimischen Limaeiden. Arch. für wissenschaftl. 

Zoologie 1876 Bd. 4-2, pg. 209. 
') 1. c. pg. 249. 



- 175 — 

durch mehr oder minder regelmässige Anlagerung kon- 
zentrischer Schichten vollzieht. Häufig sind dann später 
zwei oder mehr solcher rundlichen Gebilde zusammenge- 
wachsen und von gemeinsamen Hüllen umgeben worden, 
wodurch die „ovale, spitz weckige" Form, bezw. der ein- 
springende Winkel entsteht. 

Ich will nun dazu übergehen, die von mir aufge- 
fundenen Arionidenreste aufzuzählen und kurz zu be- 
schreiben und beginne mit den geologisch jüngsten Schichten, 
zu den älteren fortschreitend. 

1. Da sind zunächst im Diluvium die Reste aus dem 
Sandlöss von Vilbel bei Hanau am Niederberg anzuführen, 
der eine überaus reiche Gonchylienfauna enthält*). Er 
lieferte mir neben einer grossen Menge (weit über 100) 
Plättchen von Agriolimax agrestis L. sp. auch etwa 25 
Arionidenkalkkonkretionen. Ob diese einer der heute leben- 
den Arten angehören, möchte ich nicht mit Sicherheit 
entscheiden. Die gelblichen Kalkkörperchen sind etwa 
1,8 mm lang und 1,2 mm dick, rundlich, ohne ausgesprochene 
Rücken und Bauchseite, nie mit einer Einkerbung ver- 
sehen, meist an einem, seltener an beiden Enden zuge- 
spitzt, wobei die Spitze die Fortsetzung der Längsaxe 
bildet, nie senkrecht dazu liegt. Durch diese Merkmale 
unterscheiden sie sich deutlich von den oben erwähnten 
und noch genauer zu beschreibenden tertiären Arten. 
(Vergl. Fig. 1 a, b, c.) 

2. Aus den Hydrobienschichten von Budenheim bei 
Mainz, die ebenfalls eine reiche Landschneckenfauna be- 
herbergen^), liegen mir nur wenige Arionidenkalkkörperchen 
vor, die sich in der Form an die aus den Schichten der 
Niederräder Schleusenkammer anschhessen. Hier fanden 
sich auch Limaciden-Kalkschildchen, die Prof. 0. Boettger 

") Kinkelin, Tertiär u. Diluvialbildungen 1. c. pg. 269. 
') Diese Blätter Jg. 1908 pg. 145. 



— 176 — 

als „der Gattung Agriolimax sich nähernd, ohne dazu zu 
gehören", bezeichnete. 

3. Auch aus den tieferen Hydrobienschichten vom 
Gau-Algesheimer Kopf befindet sich ein Kalkkörperchen 
in meiner Sammlung, das sich ebenfalls an die folgenden 
anschliesst; es ist leicht gerunzelt. 

4. In grösserer Anzahl treten die Arionidenreste an 
den schon oben erwähnten Fundstellen : Frankfurt-Nieder- 
räder Schleusenkammer , Palmengarten , Zietenstrasse, 
Eysseneckstrasse in grünlichen Mergeln auf, die man bisher 
allgemein den Gorbiculaschichten zurechnete. Hier fanden 
sich die Kalkkonkretionen zusammen mit einer reichen 
Landschneckenfauna in staunenerregender Menge; viele 
Hundert in einer Handvoll geschlämmten Materials. Bei 
der Menge des vorliegenden Materials lassen sie sich relativ 
gut charakterisieren. Es scheint nur eine einzige Art vor- 
zuliegen; ich nenne sie Herrn Prof. Dr. F. Kinkelin zu 
Ehren, der sie zuerst auffand, Arion kinkelini und füge 
folgende Beschreibung bei: 

Ärion kinkelini n. sp. 

Die Kalkkonkretionen vom Palmengarten sind etwa 
1,8 mm lang, 1,5 mm breit und 1,2 mm dick. Die breitere 
Rückenseite ist gewölbt, die gegenüberliegende schmälere 
leicht eingekerbt. Liegt die Einkerbung in der Mitte, so 
sind beide Enden gerundet, liegt sie, was häufiger vor- 
kommt, dem einen Ende näher, so ist dieses meist zu- 
gespitzt, das andere gerundet. In diesem Falle ist die 
Spitze vom Rücken abgewandt. Die Oberfläche ist fein- 
körnig, die Farbe grau bis gelblich-weiss. (Fig. 2 a, b, c). 

Aus denselben Schichten beschreibt Boettger eine 
Letourneuxia indifferens Bttg., die er in zwei Exemplaren 
fand. Die Konkretionen aus derselben Schicht von der 
Zietenstrasse (und von der Schleusenkammer) sind durch- 



- 17? — 



weg kleiner 1,5 : 1,2 : 0,9 mm, aber in der Form gleich; 
sie gehören wahrscheinlich derselben Art an (f. minor) ; 
die von der Eysseneckstrasse sind eher ein wenig grösser 
als der Typ. 




5. Aus den tiefsten Gorbiculaschichten (obere Ceri- 
thienschichten) vom Mühlberg (Frankfurt a. M.) mit Neritina 
pachyderma Sdbg., Litorina tumida Bttg. etc. sowie einge- 
schwemmten Landschnecken liegen vier Arionidenkalk- 
konkretionen vor, die grössten, die ich bisher fand, 2 — 3 mm. 
Eine ist linsenförmig, die drei übrigen länglich, etwas un- 
regelmässig und an beiden Enden zugespitzt; alle von 
gelblichweisser Farbe. 

6. Noch etwas älter sind die Reste aus den Land- 
schneckenkalken von Hochheim. Auch hier kommen sie 
in manchen Schichten ausserordentlich häufig vor. Die 
Konkretionen schhessen sich in der Form eng an A. kin- 
kelini an. Dennoch glaube ich sie von dieser Form unter- 
scheiden zu dürfen als : 

Arion hochheimensis n. sp. 
Sie unterscheiden sich von denen des A. kinkelini 
n. sp. dadurch, dass sie in Grösse und Form noch mehr 
schwanken und dass ihre Oberfläche nicht so glatt, sondern 
häufig höckerig oder gerunzelt ist. Auch finden sich 
Uebergänge zu hnsenförmigen Formen. Die dem Rücken 



— 178 — 

gegenüberliegende Seite ist im allgemeinen nicht so schmal 
wie bei A. kinkelini n. sp. Die Farbe ist ebenfalls gelblich- 
weiss. 

7. Die ältesten von mir bisher beobachteten Formen 
stammen aus dem Gyrenenmergel von Gronau bei Hanau, 
wie er in gleicher Ausbildung auch in den Baugruben des 
Offenbacher und des Frankfurter Osthafens aufgeschlossen 
wurde. Hier finden sich im Ghenopushorizont bandweise 
Süsswasserschichten eingelagert mit vielen Planorbis, Lim- 
neus, Bythinella; aber auch Landschnecken wie Helix 
wrazidloi Zinnd., Vertigo moenana Zinnd. u. a. m. Aus 
dieser Schicht liegen mir fünf Kalkkonkretionen eines Arion 
vor, über deren Form sich nicht viel sagen lässt, da sie 
leicht corrodiert sind. 

Von einer Aufstellung weiterer neuer Arten, ausser 
den beiden oben erwähnten, glaubte ich absehen zu sollen, 
da von den übrigen Fundstellen noch nicht genügend 
Material vorliegt, zumal die Beschreibung der Formen 
durch die wenigen Anhaltspunkte und die auch bei ein 
und derselben Art stark wechselnde Form, sehr beein- 
trächtigt wird. Der Zweck dieser Zeilen ist aber auch 
garnicht in erster Linie darauf gerichtet, sondern es lag 
mir vielmehr daran, einmal auf diese Gebilde hingewiesen 
zu haben, die sich auch noch in anderen Ablagerungen 
finden dürften, und dann den Nachweis geführt zu haben, 
dass unsere Arioniden mit ihrer so eigenartig reduzierten 
Schale sich bis in die Tertiärzeit zurückverfolgen lassen 
und auch damals schon in recht grosser Individuenzahl 
auftraten. 



— 179 — 
Zur Molluskeufauoa Schleswig-Holsteins. 

Von 
E. S che rmer- Lübeck. 



Im Juli dieses Jahres machte ich eine Sammeltour an 
der Ostküste Schleswig-Holsteins entlang bis zur dänischen 
Grenze. Leider hatte das Sammeln unter der Hitze und 
Trockenheit sehr zu leiden. Ist schon sonst der Sommer 
nicht besonders günstig, so war es in diesem Jahre für 
den Sammler fast unmöglich, kleinere Arten zahlreich zu 
finden. Ich beschränke mich deshalb für diesmal fast ganz 
auf die Mitteilungen über grössere Arten und werde die 
kleineren nach einer günstigeren Sammelreise nachholen, 
die ich zu gelegener Zeit machen werde. 

Im Dänischen Wald, der zwischen Kiel und Eckern- 
förde gelegenen Halbinsel, ist Helix pomatia L. ausser- 
ordentlich häufig. Ich traf sie sogar in nächster Nähe der 
Küste bei Strande, bei Eckernförde an der Kieler Chaussee 
ist sie gleichfalls zahlreich. Eine seltsame Strandfauna war 
unterhalb des bewaldeten Kliffs Dänisch-Nienhof zu finden. 
Auf dem Seesande, der teilweise von Mergel bedeckt war, 
wuchs neben Binsen und einigen Gräsern auch üppig Huf- 
lattich (Tussilago farfara). Von oben rieselte Süsswasser 
herab, an diesen Stellen sass zahlreich Limnaea truncatula 
Müll. An der Unterseite der grossen Blätter des Huf- 
lattichs und am Boden waren Succinea putris L. und Helix 
arbustorum L. in schönen grossen Stücken zu finden, da- 
neben Helix lapicida L., nemoralis L., hortensis Müll, und 
Glausilia biplicata Mont. Die Tiere waren sicher vom 
Wasser aus dem oben liegenden Walde herabgeführt und 
hatten sich unten angesiedelt. Die Arten kamen nämlich 
alle oben im Forst vor, wie ich feststellen konnte. Das 
Seewasser erreicht die von den Tieren bewohnten Stellen 
auch nur bei Sturmfluten. 



— 180 — 

In den Knicks der Halbinsel lebte neben den beiden 
Tacheaarten Buliminus obscuriis Müll., Pupa pusillla Müll., 
Pupa muscorum Müll., H. pulchella Müll, und costata Müll., 
Palula rotundata Müll, und Hyalinia nitidula Drap. Im 
Kronsbeecktal, einem von einem Bach durchzogenen, zu 
beiden Seiten teilweise bewaldetem Wiesentale, war neben 
Hei. pomatia Hei. fruticum Müll, und Gionella lubrica Müll, 
häufig. In den Wäldchen ausser vielen der genannten 
Arten Arion empiricorum Fer., einige Limaxarten, Gonulus 
fulvus Müll., Glausilia laminata Mont., bidentata Ström, 
und seltener Gl. rolphi Gray. 

Merkwürdig ist die Verbreitung der Helix lapicida L. 
Die Schnecke kommt in der Umgebung Lübecks nirgends 
vor. Der nächste Fundort dürfte Friedrichsruh im Sachsen- 
walde sein. Ich habe sie an der Ostküste der Provinz 
streckenweise in Laubwäldern unmittelbar an der See ge- 
funden, so an der Flensburger Förde bei Wassersleben, im 
Dürgensgaarder Wald bei Apenrade, während es mir un- 
möglich war, sie in der dortigen Gegend in den weiter im 
Lande liegenden Wäldern zu finden. Sie scheint in hiesiger 
Gegend den Aufenthalt an der See vorzuziehen. 

Interessant ist ferner die Verbreitung der beiden 
hiesigen Tacheaarten, T. nemoralis L. und T. hortensis 
Müll. Bei Lübeck ist T. nemoralis L. vorherrschend, so- 
wohl in Gärten und Anlagen als auch in den Wäldern, 
daneben kommt fast stets auch T. hortensis vor. In den 
Buchenwäldern am Ratzeburger See ist T. hortensis Müll, 
in der Ueberzahl, albine Stücke sind dort nicht selten, 
T. nemoralis L. tritt sehr zurück. Im dänischen Wald ist 
T. nemoralis L. wieder zahlreicher, ebenso in der Flens- 
burger Gegend. Auf den Düppeler Höhen kamen beide 
Schnecken anscheinend ziemlich gleichmässig vor, sind aber 
gegenüber der Xerophila intersecta Poir. nicht häufig. 
In der Umgegend von Apenrade hat in den Gärten und 



— 181 — 

Wäldern T. hortensis Müll, den Vorrang und zwar ist es 
namentlich die Varietät fusco-labiata Kregl.; sehr häufig 
ist unter dieser Form die Bänderung 1. 2. 3. 4. 5. T. 
nemoralis L kommt in den Wäldern dort vereinzelt vor, 
ist dagegen in den Knicks an Landstrassen häufiger. 
14 Bändervariationen von T, hortensis Müll.: 
Grundfarbe : gelb rot 

1. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0- 0. 

2. 1. 2. 0. 0. 5. 1. 2. 3. 4. 5 . 

3. 1. 0. 3. 0. 5. 1. 2. 3. 4. 5. 
4. 
5. 
6. 
7. 
8. 
9. 

10. 1. 2. 3. 4. 5. 

25 Bändervariationen von T. nemoralis L. 

Grundfarbe: gelb rot 

1. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 

2. 0. 0. 3. 0. 0. 0. 0. 3. 0. 0. 

3. 0. 0. 3. 4. 0. 0. 0. 3. 4 0. 

4. 0. 0. 3. 4. 5. 0. 0. 3. 4. 0. 

5. 0. 0. 3. 4. 5. 0. 0. 3. 4. 5. 

6. 1. 2. 3. 4. 5. 0. 0. 3. 4. 5. 

7. 1. 2. 3. 4. 5. 0. 2. 3. 4. 5. 

8. l72. 3. 4. 5. 0. il~3. 4. 5? 

9. 1. 2. 3. 4. 5. 1_2. 0. 4. 5. 

10. 1. 2. 3. 4. 5. 1.'2. 3. 4. 5. 

11. 1. 2. 3. 4^ 

12. 1. 2. 3. 4. 5. 



1 . 


2. 


0. 


4. 5. 




2. 


3 


4. 5. 




2. 


3. 


4. 5. 




2. 
2. 


3 
3. 


4 5. 
4. 5. 




2. 


3 


4. 5. 



rot 




1. 2. 3. 


4. 5. 


1. 2. 3. 


4. 5. 


1. 2. 3. 


4. 5. 



— 182 - 

Grundfarbe : gelb 

13. 

14. 

15. 

Auch das Vorkommen der Clausilienarten ist recht 
verschieden. Gl. laminata Mont. kommt in der näheren 
Umgebung Lübecks nicht vor. Die nächsten Fundorte sind 
Timmendorf a. d. Ostsee, der Riesebusch bei Schwartau 
und die Wälder bei Ratzeburg. Ueberall kommt daneben 
Gl. biplicata Mont. vor, die auch in der nächsten Umgebung 
Lübecks gemein ist. Auch im dänischen Wald bei Flens- 
burg traf ich beide Arten. Bei Apenrade war Gl. laminata 
Mont. recht gemein, Gl. biplicata Mont. dagegen nicht 
häufig. Gl. bidentata Ström ist überall zu finden, aber 
nicht so zahlreich wie die grösseren Arten. Gl. rolphi 
Gray habe ich in wenigen Stücken im dänischen Wald 
und im Jürgensgaarder Wald bei Apenrade gefunden. 



Ein Perlenvorkommen in 1693. 

Im neunten Gespräch seiner »Gurieusen Grillen" er- 
zählt der Verfasser der bekannten „Zwickauer Rocken- 
philosophie * Johann Georg Schmidt von einem bedeutenden 
Perlenfund. Nach Schleinitz XXVI. bis XXXIX. Jahrb. d. 
Ver. f. Nk. zu Zwickau i. S. 1910) lautet der Bericht 
wörtlich : 

„Hiernechst muss ich eine Begebenheit von Perlen er- 
zählen, die mir wohl von manchen nicht wird geglaubt 
werden, ja ich würde es, wenn ichs nicht aus eigener 
Erfahrung wüsst; einem andern selbst wohl nicht glauben ; 
nehmlich Ao. 1693 wurde zu Zwickau der sogenannte 
grosse Teich in Herbst-Zeit gefischet, und nach damahligen 
Gebrauch, nach dem letzten Fischzuge, dem Pöbel hinein 



— 183 - 

zu lauffen, Preiss gegeben ; da nun allerhand Gesindlein 
in dem Schlamme herum wadete, kam ich gleich mit einem 
guten Freunde über dem Teich-Tamme gegangen, und 
wurde gewahr, dass viele grosse Muscheln in dem 
Schlamme stacken, gab derwegen einer Magd ein Trink- 
geld, dass sie mir etliche davon herausbringen musste, 
hiervon nahm ich alsbald eine, und machte sie auf, aus 
welcher mir aber stracks ein paar feine Perlen in die 
Hand fielen, dessen ich bald froh war, und diese Muschel 
ferner recht aufthät, und nach mehr Perlen suchte, deren 
ich auch wieder alles Vermuthen nicht allein noch eine 
ziemliche Zahl in der Muschel zwischen der Schale und 
Thierlein gantz frey liegend fand, sondern es hing auch 
ein ganzer Klumpen beysammen als wie ein kleiner Wein- 
Trauben, in der Grösse einer ziemlichen Lamperts-Nuss, 
woran grosse und kleine, sowohl reiffe als auch unzeitige 
Perlen an einander hingen, welche theils recht rund und 
schön weiss, theils auch höckrig und gelb waren, und war 
dieser Perl-Trauben hinten als war es ein Stiel, inwendig 
in der Muschel-Schale fest angewachsen, und ie näher die 
Perlen am angewachsenen Ende des Traubens standen, 
ie fester sie noch anhingen, so gar, dass sie nicht alle 
abzubringen waren, sondern behangen bleiben mussten, 
die Zahl aber aller Perlen, die ich in dieser eintzigen 
Muschel zusammen bekam, waren vier und funffzig, ohne 
die so ihrer Unzeitigkeit halber in der Muschel fest an- 
gewachsen verblieben. Und ob ich zwar diese Muschel 
zur rarität gern selbst behalten hätte, so überliess ich 
solche benebst etlichen Perlen doch an einen berühmten 
Freund in Zwickau, auf sein Ersuchen, der sie aber, wie 
er mich nur ohnlängst berichtet, selbst nicht mehr hat, 
sondern einem seiner Befreundten verehrt hat. Je freier 
nun diese Perlen in der Muschel lagen, ie schöner und 
runder sie waren, die aber noch etwas anklebten, die 



— 184 - 

waren auch von Schönheit nicht vollkommen, und kan 
ich mit Wahrheit sagen, dass etliche so schöne und gross 
darunter waren, dass so sie gebohret würden, das Loth 
unter 20 Thlr. nicht verkaufft würde, ich habe auch noch 
bis dato wenige Stück davon aufbehalten, ohnersuchtet 
ich viel carieusen Liebhabern davon verehret habe. Wie 
ich, wie vor gedacht, auf dem Teichdamme, in Gegenwart 
von gemeldten Freundes, diesen schönen Anblick in der 
allerersten Muscheln bekam, entstand alsbald in mir ein 
doppeltes Laster, nehmlich Geiz und Neid, und hätte ichs 
ihm lieber nicht sehen lassen, was ich in dieser allerersten 
Muschel fand, denn ich gedachte, aus diesem grossen 
Teiche, in welchem viel tausend dergleichen Muscheln 
liegen, in geheim einen grossen Schatz zu ziehen, steckte 
dennoch die andern herausgebrachten Muscheln zu mir 
ohne eröffnet, fand aber zu Hause bey derer Eröffnung in 
keiner nichts, ich schickte aber alsbald einen Tagelöhner 
mit einem grossen Zuber und einem Schubkarren hinaus, 
und liess den Zuber voll Muscheln herein fahren, unter 
dem Vorwand, als brauche ich sie zur Medicin, allein, 
ohnerachtet derer viel hundert waren, fand ich doch in 
allen nicht eintzige Perle mehr, so genau als ich sie auch 
durchsuchte." 

„Es ist ein gewisser Bach eine gute Stunde von 
Zwickau, in welchen schöne grosse und dickschalige 
Muscheln in grosser Menge sind, in welchen zweifelsohne 
zuweilen schöne Perlen wachsen mögen. Ich habe sie in 
diesem Bache so häuffig angetroffen, dass man an manchen 
Orte nichts vom Grunde dieses Baches hat sehen noch 
fühlen können, weil die Muscheln sich auf dem Boden so 
feste ineinander getrungen und gezwungen haben, als wie 
ein Steinsetzer die Pflastersteinen fest ineinander rammelt, 
dass man unmöglich einen aus der Mitte herausnehmen 
kan, und wünschte ich selbiger Gegend zu wohnen, so 



— 185 — 

wolte ich täglich Acht darauff haben, ob sie nicht in ge- 
wissen Stunden aus einander kröchen und ihrer Nahrung 
nach giengen, denn auf solche Weise, wie ich sie daselbst 
gefunden habe, solte ich nimmermehr glauben, dass sie 
aufthun und sich nehren könnten, wo sie sich nicht von- 
einander begäben, dass iede für sich ungehindert hin 
kriechen könne, wohin sie wolle." Vohland. 



Seenuischelkalk, 

Der Verfasser des Aufsatzes „Nochmals der Kalk 
vor 280 Jahren" (Tonindustrie-Zeitung" Nr. 128, S. 1489) 
lenkt die Aufmerksamkeit auf die seit altersher übliche 
Gewinnung von Kalk aus Seemuscheln. Den bereits ge- 
machten Mitteilungen sei noch einiges hinzugefügt. 

Der Muschelkalk wird heutzutage aus Seemuscheln, 
die in grossen Mengen an der Nordseeküste durch Saug- 
bagger vom Meeresboden herauf befördert werden, herge- 
stellt. Die Muschelschalen werden in Trichteröfen mit 
leichtem grauen Torf gebrannt, indem beide Stoffe lagen- 
weise darin aufgeschichtet sind und dann angezündet 
werden. Nach dem Brennen wird die Masse mit Wasser 
angefeuchtet, was zur Folge hat, dass die Schalen zu 
Pulver zerfallen. Damit ist der Kalk fertig. 

Bei seiner Verarbeitung wird der Muschelkalk zuerst 
so weit angefeuchtet, dass er nicht mehr staubt, dann aus- 
giebig gestampft, solange bis er eine plastische, tonähnliche 
Masse bildet. Er wird darauf mit Sand und Wasser eben- 
falls durch Stampfen angemacht und zwar im Verhältnis 
von 1 Teil Kalk zu 2—3 Teilen Sand. Wird zuviel Sand 
zugesetzt, so wird die Masse körnig und verliert ihre 
Bindekraft, ebenso wird der Kalk durch zuviel Wasser 
ersäuft. 



— 186 — 

In früheren Jahren, als man in Ostfriesland noch 
keinen Kalk kannte, bildete neben dem Lehm der Muschel- 
kalk den gängigen Mörtelbildner. Da hatte fast jeder 
kleine Ort seinen Kalkbrenner, der manchmal in primitivster 
Weise auf einem Steinpflaster Muscheln und Torf schichtete 
und abbrannte. Der Kalk wurde zum Mauern, Putzen 
und Fugen verwendet ; das damit hergestellte Mauerwerk 
ist fast nicht wieder zu zerstören. Damals wurde für den 
im Frühjahr auszuführenden Neubau der Kalk bereits im 
Herbst vorher gestampft und dann eingesumpft. Dabei 
zeigte sich der heute leider allzuoft unterschätzte Vorteil 
gewissenhaften Sumpfens, dass der Kalk schneeweiss wurde, 
keinerlei nachlöschende Bestandteile aufwies und dass der 
Mörtel prächtig zu verarbeiten war. 

Neuerdings wird der zu Pulver gelöschte Seemuschel- 
kalk in Säcken und lose waggonweise von einigen Firmen 
versandt, von denen Frerich Folkerts in Emden und Heimann 
& Ukena in Leer angeführt seien. Dieser Kalk hat die 
Aufmerksamkeit der Architekten und Baubehörden ge- 
wonnen und findet vielerorts Anwendung zum Fugen, 
sowie zu Fassadenputz. 

(Tonindustrie-Zeitung v. 26. 11. 1910.) E. Friedel. 



Dem Märkischen Pr o vinzial-Museum hat 
Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Otto Reinhard 
seine durch Jahrzehnte langes Suchen und Forschen zu- 
sammengebrachte Sammlung rezenter brandenburgischer 
Weichtiere, sowie seine schöne Sammlung tertiärer Kon- 
chylien (Oligocän und Miocän) zum willkommenen Geschenk 
gemacht. E. Fr. 



— 187 — 

Verzeichnis 

der Ton Prof. Dr. Oscar Boettger herausgegebenen 

Schriften.*) 

1. Clausilien aus dem tertären Landschneckenkalk von 

Hochheim, 1863, mit einer Taf. Abbild., gross 4». 

2. Ueber die nachweisbaren Spuren des Lebens der 

Tier- und Pflanzenwelt in der Vorzeit, 1867, mit 
einer Taf. Abbild., 8°. 

3. Beitrag zur palaeontologischen und geologischen 

Kenntnis der Tertiärformation in Hessen, 1869, 
mit 2 Taf -Abbild., gross 4». 

4. Beitrag zur Kenntnis der Fische des unteren Main- 

gebiets, 1869, 4». 

5. Beitrag zur Kenntnis der Reptilien Spaniens und 

Portugals, 1869, mit einer Taf.-Abbild., 8°. 

6. Revision der tertiären Land- und Süsswasserver- 

steinerungen des nördlichen Böhmens, 1870, mit 
einer Taf.-Abbild., gross 8". 

7. Ueber den Mergel vom Gokwefluss in Südafrika und 

seine Fossilien, 1871, mit einer Taf.-Abbild., 8°. 
— Sep.-Abdr. a. 11. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. 
1870 p. 45—50, Taf. 1. 

8. Calamaria iris n. sp., neue Schlange von der West- 

küste von Sumatra, 1872, mit einer Taf.-Abbild., 
80. _ Ebenda a. 13. Ber. Offenb. Ver. f. Naturk. 
1873 p. 38—42, Taf. 1. 

9. Kurze Notizen über die in den 'geschichteten For- 

mationen der Umgebung von Offenbach neu ge- 
machten Funde an Versteinerungen, 1872, 8°. 

*) Im Nachlasse unseres verstorbenen Mitgliedes fand 
sich dieses von ihm mit der grössten Sorgfalt geführte Ver- 
zeichnis. Es dem Necrolog beizugeben, erlaubte der Raum 
nicht, aber wir halten uns verpflichtet, es der Oeffentlichkeit zu 
übergeben. 



— 188 — 

10. Die Reptilien und Amphibien Marokkos und der 

Canaren, 1873, mit einer Taf.-Abb., gross 4". 

1 1 . Spermophilus citillus var. superciliosus Kaup, ein riesi- 

ger fossiler Ziesel von Bad Weilbach, nebst einer 
Kritik der bis jetzt in der Literatur erwähnten 
fossilen Spermophilusarten, 1873, mit einer Taf. 

12. Ueber die Gliederung der Cyrenenmergel-Gruppe 

im Mainzer Becken, 1875, 8". 

13. Die Eocänformation von Borneo und ihre Ver- 

steinerungen. I. Teil: Fossile Mollusken, 1875, 
mit 10 Taf.-Abb., gross 4«. 

14. Bemerkungen über einige Reptilien von Griechen- 

land und von der Insel Chios, 1876, mit 1 Taf. 

15. Ueber die äusseren Kiemenöffnungen bei jungen 

Exemplaren des japanischen Riesenmolchs, 1876, 
8^ In: Zool Garten Jg. 1876 p. 432—435. 

16. Die Reptilien und Amphibien von Madagaskar, 1877, 

mit einer Taf.-Abb., gross 4". 

17. Ueber eine neue Eidechse (Cercosawra^ aus Brasilien, 

1877, mit einer Taf.-Abb., 8». 

18. Ueber Rassenunterschiede beim Laubfrosch, 1877, 8". 

19. Das kleine Anthracotherimn aus der Braunkohle von 

Rott bei Bonn, 1877, mit einer Taf.-Abb., gross 4°. 

20. Ueber die Fauna der Corbicula-Schichten im Main- 

zer Becken, 1877, mit einer Taf.-Abbild, gross 4°. 

21. Verzeichnis syrischer Reptilien, 1877, 8°. 

22. Fauna des echten Cyrenenmergels von Sulzheim 

bei Wörrstadt, 1877, 8°. 

23. Diagnosen neuer Clausilienformen, 1877, 8°. 

24. Clausilienstudien, 1877, mit 4 Taf. Abbild., gross 4». 

25. Zur Fauna von Eisenach in Nachrichtsbl d. d. 

malakoz. Ges. 1877, S. 97 und Zur Schnecken- 
fauna d. Thüringer Waldes und der südlich an- 



— 189 — 

grenzenden coburgischen und meiningen'schen 
Gebiete, ebenda, 1878, S. 1; 8». 

26. Neue recente Clausilien I, 1878, mit 3 Taf.-Abbild., 

8». In Jahrb. d. d. Malak. Ges. 

27. Studien über neue od. wenig bekannte Eidechsen j, 

1878, mit 1 Taf.-Abbild. in 17. u. 18. Jahr.-Be'r. 
d. Offenbach. Ver. f. Naturk. 1878. 

28. Abbildungen seltner od. wenig bekannter Limnäen 

d. Mainzer Beckens, 1878, mit 1 Taf. ibid. 

29. Zur Fauna von Unterfranken und Zur Mollusken- 

fauna des Elsasses in Nachr.-Blatt d. d. Mal. Ges. 
1878, S. 86 u. 87 u. f. 

30. Beitrag zu einem Katalog der innerhalb der Grenzen 

des russischen Reichs vorkommenden Vertreter d. 
Landsch. Gatt. Clausilia, in Melanges biolog., tires 
d. Bull. d. I'acad. imp. d. sc. d. St. Petersbourg, 
Bnd. X, S. 159 und in Bull., Bnd. XXV, S. 163. 

31. Systematisches Verzeichnis der leb. Arten d. Land- 

schneckengatt. Clausilia Drap. etc. in 17. u. 18. 
Ber. d. Offenbacher Ver. f. Naturk., 1878. 

32. Neue recente Clausilien II, 1878, mit 1 Taf.-Abbild., 

8". In Jahrb. d. d. Malakozool. Ges., 1878, S. 291. 

33. Zur Molluskenfauna des Gebiets der fränkischen 

Saale (Unterfranken) und des Vogelsbergs in 
Nachr.-Blatt d. d. Mal. Ges. 1878, S. 106 und 108. 

34. Die Tertiärfauna von Pebas am oberen Marafion, 

1878, mit 2 Taf.-Abbild., in Jahrb. d. K. K. geolog. 
Reichsanstalt, Wien 1878, Bnd. 28. 

35. Die Reptilien u. Amphibien von Madagascar, I. Nach- 

trag. 1878, mit 1 Taf. Abbild., gr. 4» in Abhandl. 
d. Senckenberg. Naturf. Gesellsch., Bnd. XI. 

36. Diagnoses MoUusc. nov. a dar. H. Leder in mont. 

Caucas. lect. in Nachr.-Blatt d. d. Mal. Ges. 1878, 
S. 120. 



^ 190 — 

37. Zur Molluskenfauna von Thüringen (Hainichwald) 

ebenda, S. 130. 

38. Neue u. neu bestätigte Fundorte von Clausilien tm 

westl. Deutschland (Nassau u. Hess.), daselbst 
S. 131. 

39. Monographie der Clausiliensection Albinaria v. Vest 

in Novitates concholog. I. Abt. u. als Extra-Abdruck, 
Cassel 1878, mit 4 col. Taf.-Abbild. 

40. Die Clausilien des Mosbacher Sandes in Notizblatt 

d. Ver. f. Erdkunde, Darmstadt, 1878, S. 321. 
41., Kaukasische Mollusken, ges. v. H. Leder, 1879, mit 
1 Taf.-Abbild., 8° in Jahrb. d. d. Mal. Ges., Bnd. 
VI, Frankf. a. M., Joh. Alt, S. 1—42, Taf. I. 

42. Zur Schneckenfauna des südl. an den Thüringer 

Wald angrenzenden Meining'schen Gebietes u. d. 
Fürstentums Coburg II in Nachr. -Bl. d. d. Mal. 
Ges., Nr. 1, 1879, 8". 

43. Neue kaukasische Hyalinia, desgl. Clausilienmiss- 

bildung mit 2 Mündungen, desgl. Neue recente 
Clausilien III, 1879, mit 2 Taf.-Abbild, So in Jahrb. 
d. d. Malak. Gesellsch. 1879, S. 97 u. f. 

44. Die Pupa-Arten d. Anschwemmungen der Garonne, 

desgl. Clausilien aus dem Rhonegebiete, 1879, 8o 
in Nahhr.-Bl. d. d. Mal. Ges. 1879, S. 49. 

45. Noch einmal die Pupa-Arten d. Anschw. d. Garonne 

u. eine für Frankreich neue Art (P. claustralis 
Gredl.) in ebenda Nr. 6 u. 7, 1879, S. 65 u. f. 

46. Die Gattung Clausilia mit 68/4 Bg. Text u. 12 Taf. 

(color. u. schwarze Ausg.) in Rossmässler's Icono- 
graphie d. europ. Land- u. Süssw. Moll., Bnd. VI, 
Lief. 4—6, Wiesbaden 1879, gross 80. 

47. Diagnosen zweier neuer Amphibien aus Madagas- 

car, a. Jahresber. der Senck. Nat. Ges. 1878. 

48. Alter d. Binnenconchyl. d. untersten Schichten d. 



— 191 — 

Beckens von Bordeaux, 2 Stn. 80 in Darmstädt. 
Ver. f. Erdkunde 1879; Notizblatt Nr. 211 Juli 1879. 

49. Reptilien u. Amphibien aus Syrien, S. A. Jahresber. 

d. Senckenb. nat. Ges. 78-79, S. 57, 8». 

50. Zur Molluskenfauna des Odenwaldes, desgl. von 

Homberg, R. B. Cassel, desgl. des Eichsfeldes, 
desgl. des Nordafalls der deutschen Alpen, in Nachr. 
Bl. d. d. Mal. Ges. Nr. 8 u. 9, 1879, S. 81 u. f. 

51. Neue recente Clausilien IV, desgl. Kaukasische 

Mollusken, ges. v. Dr. Sievers, desgl. Beitrag zur 
Schneckenfauna v. Reichenhall, mit 1 Taf.-Abb. 
in Jahrb. d. d. Mal. Ges. 1879, S. 385 u. f. 

52. Amphibien aus Süd-Portugal. Aufzählung d. von 

Hrn. V. Maltzan in Alemtejo u. Algarve ges. Arten 
in Giebel's Zeitschr. ges. Naturw. 1879. S. 497. 

53. Die Reptilien u. Amphibien von Madagascar, IL 

Nachtrag. 1879, mit einer Taf.-Abbild., gr. 4o in 
Abhandl. d. Senckenberg. Nat. Gesellschaft. 

54. Gefangenleben von Phrynosoma cornutum in Noll, 

Zoolog. Garten 1879, S. 331—336. 80. 

55. Leben der Testudo Horsfieldi i. d. Gefangenschaft 

ebenda S. 289—293. 80. 

56. Zur Moll.-Fauna der Eifel in Nachr.-Bl. d. d. Mal. 

Ges. 1880, Nr. 1, p. 15 17, 80. 

57. Zur Moll.-Fauna der Schweiz: 1. Die Mikrokon- 

chylien von Siders (Sierre), Cnt. Wallis und 2. 
Zur Fauna namentlich der N. 0. Cantone. 3. 
Hyalinia Andreaei n. sp. in Jahrb. d. d. Mal. Ges. 
1880, S. 31. 

58. Diagnoses Clausiliarum novarum Graeciae in Nachr. 

Bl. d, d. Mal. Ges. 1880, Nr. 4, p. 48, 80. 

59. Nachträge zur Fauna von Thüringen (Eichsfeld, 

Hainichswald, Ruhla, Coburg) und zur Mollusken- 
fauna des Vorderrheinthals, in Nachr. Blatt d. d. 
Mal. Ges. 1880, Nr. 5, p. 53 u. l 80. 



— 192 — 

60. Konstante Skalaridenbildung d. Gehäuses bei einer 

Landschnecke u. regelmäss. Vererbung dieser 
Eigenschaft bei ihrer Nachkommenschaft, in Kos- 
mos, Zeitschr. herausg. v. Dr. E. Krause, Bnd. IV, 
1880, p. 211, 8o. 

61. Diagnoses reptiiium et batrachiorum novorum a C. 

Ebenau in insula Nossi-Be Madagascariensi lec- 
torum, in Carus' „Zoologischem Anzeiger" Nr. 57, 
1880, S. 279-83, 8o. 

62. Aufzählung d. v. Edm. Reitter in Wien 1879 in 

S. Croatien u. Dalmatien gesammelten Mollusken 
in Jahrb. d. d. Mal. Ges. 1880, S. 224 u. f. 8o. 

63. Die Pupa-Arten Oceaniens, in Conchol. Mitteil, von 

V. Martens, Bnd. I, Heft 4, Cassel 1880, 8o mit 
3 Taf. schwarz. 

64. Die Tertiärformation von Sumatra u. ihre Tierreste 

V. Verbeek, Boettger u. v. Fritsch. I. Teil: Die 
Conchylien d. unteren Tertiärschichten. Mit 
12 Taf. etc. gr. 4°., Cassel 1880, Verl. v. Th. 
Fischer; auch als Lief. 8 u. 9, Palaeontographica 
Suppl. III erschienen. 

65. Ein für Deutschland neuer Frosch (R. agilis Thom.) 

in Carus' „Zoolog. Anzeiger" Nr. 68, 1880, S. 
551, 8°. 

66. Diagnoses molluscorum novorum ab ill. Hans Leder 

in regione caspia Talysch dicta lectorum in Jahrb. 
d. d. Mal. Gesellsch. 1880, S. 379—383, 8o. 

67. Studien an palaearktischen Reptilien u. Amphibien 

in 19—21. Ber. d. Offenb. Ver. Naturkunde, 1880, 
p. 81—95. 

68. Aufzählung der von Dr. v. Bedriaga auf den Cycladen, 

in Morea u. in Rumelien und der von Reitter im 
westl. Montenegro, in S. Dalmat. u. in Süd-Croatien 
gesammelten Mollusken ebendaselbst 1880, p. 96 
bis 99 u. p. 100—115, 8". 



— \m — 

09. Diagnoses batrachloruin riovorum ins. Madagascar 
in Carus' Zoolog. Anzeiger Nr. h'^>. ISSO. p. 567. 

70. Reptilien u. Amphibien von Syrien, Palaestina und 

Cypern, in Jahresber. d. Senckenberg. Naturf. Ges. 
1S79— SO, p. 1— S5 11. 2 Taf., So." 

71. Neue Krötenvarietät von den Balearen in Carus' 

Zool. Anz. Nr. 72, p. 042—43, ISSO. 

72. Clausiliae novae Peruvianae e collect, ill. P. Joly 

Algeriensis. in Xachr. Blatt d. d. Mal. Ges. Xr. 10, 
ISSO p. 111 — 114, So. 

73. Diagnoses reptilium et batrachiorum novorum ab 

ill. Dr. Christ. Rutenberg in insula Madagascar 
collectorum in Carus' Zoolog. Anz. Xr. 74, p. 40 
bis 4S, 1S81. So. 

74. Reliquiae Rutenbergianae Reptilien u. Amphibien, in 

Sehr. d. Bremer Naturwiss. \'ereins Vll, ISSl p. 177. 

75. Diagnoses reptilium et batrachiorum novorum ab 

ill. Ant. Stumpft in insula Nossi-Be Madagascari- 
cnsi lectorum in Carus' Zoolog. Anzeiger Nr. S7, 
p. 35S— 02. ISSl. So. 

70. Diagnoses molluscorum novorum Transcaucasiae, 
Armeniae et Persiae, in Nachr. Blatt d. d. Mal. 
Ges. Xr. 9, ISSl p. 117—120, So. (17 sept. SD. 

77. Beitrag zur Kenntnis der Reptilien und Amphibien 
Spaniens und der Balearen, in Abhandl. Sencken- 
berg. Natur!. Gesellsch. Bnd. XII, p. 371. 

7S. Aufzählung der von Frhrn. H. u. Frfr. A. von Maltzan 
im Winter ISSO — Sl am Cap Verde in Senegam- 
bien gesammelten Kriechtiere, mit 1 Taf. Abb., 
ebenda p. 393—410 (20 oct. Sl). 

79. Sechstes Verzeichnis transkaukasischer, armenischer 
und nordpersischer Mollusken, aus Sendungen d. 
Hrn. H. Leder in Kutais u. Dr. G. Sievers in St. 
Petersburg, mit 3 Taf. Abbild., S. A. aus Jahrb. 
d. d. Mal. Ges. Bnd. 8, ISSl p. lo7— 2ol. 



— i 34 — 

80. Neues über die Gattuujjf üaudebardia, ebenda p. 

276—77, 8o (M) oct. 81). 

81. 2. Liste von Rept. u. Batraeh. aus d. Prov. Sao 

Paulo, Brasilien, in Jahresber. d. Senckenberg. 
Natur. Ges. 1880—81 p. 130—33, So. 

82. Liste v. Rept. u. Batraeh., ges. 1880-81 auf Sicilien 

von Hrn. Insp. C. Hirsch, ebendaselbst p. 134. 

83. Rüppelstiftung, IV. Reise. Liste der von Hrn. Dr. 

med. VV. Kobelt in Spanien u. Algerien gesam- 
melten Kriechtiere, ebda. pag. 144 — 47 (10 nov.). 

84. Diagnoses Reptilium Novorum Maroccanorum in 

Carus' Zoolog. Anzeiger Nr. 96, 1881 p. 570. 

85. Diagnoses Reptilium et Batrachiorum novorum in- 

sulae Nossi-Be Madagascariensis, in Carus, Zoolog. 
Anzeiger Nr. 99, 1881 p. 650—51, 8° (15 dez.). 

86. Conchylien aus Tirol, in Nachr. Blatt d. d. Mal. 

Ges. 1882, Nr. 1 u. 2, S. 18—20, 8" (Jan. 82). 

87. Sectiones speciesque novae Glausiliarum Caucasi- 

arum in Jahrb. d. Mal. Ges. 8, 1881 p. 341. 

88. Reptilien luid Amphibien von Madagascar, III. Nach- 

trag, mit 5 Taf. p. 1 — 126, zugleich Abdr. a. d. 
Abhandl. d. Senckenberg. Naturf. Ges., 12, p. 435. 

89. Triptychia u. Serrulina sind als Genera aufzufassen 

in Nachr. Blatt Mal. Ges. 1882 p. 33—35. 

90. Liste der bis jetzt bekannten Deviationen u. albinen 

u. flavinen Mutationen bei Clausilia, ebenda p. 36 
bis 43, 8o. 

91. Neue Clausilie aus Centralchina, in Nachr. Bl. Malak. 

Ges. 1882 p. 68—69, 8o. 

92. Nacktschnecken aus Epirus u. von den Jonischen 

Inseln, ebenda p. 9b — 101, 8o. 

93. Diagnoses Reptilium et Batrachiorum Novorum in- 

sulae Nossi-Be Madagascariensis, in Carus' Zoolog. 
Anzeiger Nr. 120, 1882 p. 478—480, So (14 sept.). 



— 195 — 

'»4. Siebe-Conchylien aus Boehineii, Krain, Istrien, 
Dalmatieri und den Abruzzen, in Nachr. Bl. Malak. 
Ges. 1882 p. 178—180, 8° (15 dez.). 

95. Die Tertiaerformation von Sumatra und ihre Tier- 

reste V. Verbeeiv, Boettger u. v. Fritsch, II. Teil : 
ConchyHen etc. Mit 12Taf. etc. Gross 4°, Cassel 
1883, Th. Fischer; auch als Lief. 10 u. 11 Palae- 
ontographica Supplem. HI erschienen. Mk. 40.-. 
(21. Jan. 83). 

96. Zweite Liste von Reptilien u. Batrachiern, gesam- 

melt 1881— 82 auf Sicilien durch Hrn. Chefinspec- 
tor C. Hirsch, in Ber. über d. Senckenbg. Naturf. 
Ges. 1881 — 1882, Fft. Main 1882 p. 256—262, 8« 
(1 febr. 83). 

97. Die Reptilien u. Amphibien von Marocco II, zugl. 

S. A. aus Abhandl. d. Senckenberg. Nat. Ges., 
Bnd. 13, 1883. — 54 pg., 1 Taf. — Frankft, Main, 
Comm. M. Diestervveg (2 März 83). 

98. Herpetologische Mitteilungen (Ueber Rept. u. Amph. 

d. Heidelberger Univ.-Sammlung, Liste von Bangkn, 
Salanga u. Atschin, Liste von Smithtield, Trans- 
vaal) in 22 u. 23 Ber. des Offenb. Vereins f. Naturk. 
1883 p. 147—156, 8o (9 Maerz 83). 

99. Malakozoologische Mitteilungen (Schnecken aus 

Hochsavoyen u. Piemont, Binnenconchylien aus 
Syrien, Kritik d. Arten a. d. Gruppe der Clausilia 
bicristata Rssm.) ebenda p. 157 — 216, mit Taf. 1 
(part.). 

100. Palaeontologische Mitteilungen (Die Arten der Gatt. 
Stenomphalus Sbg. und Cypraea L. im Mainzer 
Becken) ebenda p. 217—224, mit Taf. 1 (part.) 
(9 maerz 83). 

101. Siebentes Verzeichnis von Mollusken der Kaukasus- 
lünder, nach Sendungen d. Hrn. H, Leder in Jahrb. 



— 19(^ — 

d. d. Malakolog. Ges., Bnd. 10, 1883 p. 135—198, 
mit 4 Taf. Abb., 8« (13 jun. 83). 

102. Diagnosen neuer Clausilien, ges. 83 auf Greta v. 
Fr. H. V. Maltzan, in Nachr. Blatt Mal. Gesellsch. 
1883 p. 106—113, 8o (13 aug. 83). 

103. Zwei neue ostasiatische Glausilien, in Jahrb. d. d. 
Mal. Ges. 1883 p. 270—272, Taf. 8 (part.). 

104. On new Clausilia from the Levant coUected by 
V.-Adm. T. Sprx-^tt, in Proc. Zoolog. Soc. London, 
May 1. 1883 mit Taf. 33 u. 34, 8°. 

105. Aufzähhmg der von den Hrn. E. Reitter und E. 
Brenske 1882 in Griechenland und auf den Joni- 
schen Inseln gesammelten Binnenmollusken, in 
Jahrb. d. d. Mal. Ges. 1883 p. 313—344, 8». 

10(). Jos. Stussiner und 0. Boettger. Beitrag 
zur Molluskenfauna des Kanaltals und des Quell- 
gebiets der Wurzener Save (Tarvis u. Kronau als 
Standorte) in : Nachr. Blatt d. d. Malakozool. Ge- 
sellsch. 1884 p. 1 -16. 

107. Neue Helix aus Calabrien (Helix Stussineri) in: 
ebenda p. 16. 

108. Hans Simon und 0. Boettger. Naturwissen- 
schaft!. Streifzüge in den Gottischen Alpen, 
ebenda p. 33. 

109. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während d. J. 1882 in: Archiv f. Naturgesch. 
(Troschel), 49 Jahrg. 2 Bnd. p. 503—554. 

110. Ueber Orygoceras Brus. Briefl. Mitt. in Neues 
Jahrb. f. Mineralog. 1884 Bnd. 2 p. 44. 

111. Melanopsis costata Neum. non Oliv. Briefl. Mitt. 
ebenda 1884 Bnd. 2 p. 46. 

112. Geschichte der Reptil- u. Amphibienkunde: in 
Handwörterbuch der Zoologie, Anthropologie u. 
Ethnologie von A. Reichenow u. a., III, 1884, p. 456. 



— 197 — 

113. Uebergäiige von Eratopsis zu Erato. Höriies' u. 
Auinger's neuestes Werk. Realia fossil. Lebende 
Vertreter zweier Hochlieimer untermiocaener Land- 
schnecken. Briefl. Mitt. in Neues Jahrb. f. Min. 
1884, 2, p. 136. 

114. Neuer fossiler Archaeozonites aus dem Tertiär der 
Rhön. Jahrb. d. Mai. Ges. 1884 p. 290. 

115. Diagnoses specierum novarum Carnioliae. a cl. 
Jos. Stussiner Labacensi collectaruni. Nachr. Blatt 
d. Malakozool. Gesellsch. 1884 p. 184. 

116. Liste der von Hrn. 0. Retowski in Abchasien ge- 
sammelten Reptilien und Batrachier. Bericht d. 
Senckenberg. naturf. Gesellsch. 1884 p. 144. 

117. Liste der von Hrn. 0. Retowski in Abchasien ge- 
sammelten Binnenmollusken, ebda. 1884, p. 146. 

118. Fossile Binnenschnecken aus den untermiocaenen 
Corbicuia-Tonen von Niederrad bei Frankfurt (Main) 
Ber. d. Senckenberg. naturf. Gesellsch. 1884, p. 
258, Taf. 4. 

119. Beitrag z, Kenntn. d. Schneckenfauna von Central- 
Bosnien, sowie des südlichsten Dalmatiens und 
Westmontenegros. Jahrb. d. Mal. Ges. 12, 1885 
p. 53. 

120. Stussiner, J. u n d 0. Boettger. Malakolo- 
gische Ergebnisse auf Streifzügen in Thessalien. 

Aufzählung der in Thessalien gesammelten Gastro- 
poden, ebenda p. 158, Taf. 4. 

121. Fundortslisten mitteleuropäischer Nacktschnecken. 
Nachr. Blatt d. Malakoz. Gesellsch. 1885 p. 54. 

122. Materialien zur herpetologischen Fauna von China L 
24. u. 25. Bericht d. Offenbacher Vereins f. Natur- 
künde 1885 p. 115. 

123. Materialien zur Fauna des unteren Congo I. Rep- 
tilien u. Schnecken. Ebda. p. 171, 



— 198 — 

124. Ostdeutsche Arten im ?4osbacher Sand. Nachr. 
Blatt d. Mal. Ges. 1885 p. 80. 

125. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1883. Archiv f. Naturge- 
schichte (Troscliel), 50. Jahrg. 2 Bd. p. 279. 

126. On five nevv Species of Shells of the Genus Buh- 
nius from tiie Levant, coUected by Vice-Adniiral 
T. Spratt. Pr. Zool. Soc. London 1885 p. 23, mit 
5 Holzschn. 

127. Zur Naturgeschichte des Grüneders (Lacerta 
viridis L.). Zoolog. Garten 26. Jahrg. p. 140. 

128. Notiz über zwei Clausiliinae des Mainzer Beckens. 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1885 p. 116. 

129. Zur Fauna von Elis und Achaia. Ebda. p. 117. 

130. Liste von Reptilien und Batrachiern aus Paraguay. 
Zeitschr. f. Naturwiss. Halle Bnd. 58 p. 213. 

131. Ueber die wichtigsten Unterschiede der fünf deut- 
schen Rana-Arten. Zool. Garten 26. Jahrg. p. 233. 

132. Liste der von Hrn. Dr. med. W. Kobelt in Algerien 
und Tunisien gesammelten Kriechtiere. Bericht 
Senckenberg. Naturf. Gesellschaft 1885 p. 457. 

133. Neue Stenomphalus-Form (Rapaninae) aus dem 
Mainzer Becken. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1885 
p. 145. 

134. Berichtigung (betr. Hochzeitskleid d. Grasfrosches). 
Zool. Anzeiger 8. Jahrg. p. 670. 

135. Zur Süsswasserfauna der Umgebung von Darm- 
stadt. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1885 p. 187. 

136. Berichtigung zur Liste von Reptilien und Amphi- 
bien aus Paraguay. Zeitschr. f. Naturwiss. Halle 
Bd 58 p. 436. 

137. Referate über Amphibia und Reptilia in Zoolog. 
Jahresbericht für 1884. Herausgegeben von der 



_ 199 — 

Zool. Station zu Neapel. IV, Abt. red. v. Dr. Paul 
Mayer, Berlin, R. Friedländer Ä Sohn, 1880. 
1.38. Zur Kenntnis der Melanien Chinas und Japans. 
Jahrb. d. Mal. Ges. 1886, p. 1. 

139. Zur Fauna von Spitza-Sutomore in Siiddalmatien 
II (vergl. Nr. 119). Ebda. p. 34, mit Taf. 2, Fig. 1. 

140. Stussin er. J. und 0. Boettger. Malakologi- 
sche Ergebnisse auf Streifziigen in Thessalien. II. 

(vergl. Nr. 120). Ebda. p. 42, mit Taf. 2. 

141. Amphibia und Reptilia p. 30. Rad de, ü., die 
Fauna und Flora des südwestlichen Caspi-Gebietes 
etc. Leipzig 1886 bei Brockhaus, 425 pg., 3 Taf 

142. Mollusca p. 257, TaL 2—3. Ebda. 1886.'' 

143. Neuntes Verzeichnis (IX) von Mollusken der Kau- 
kasusUinder nach Sendungen des Hrn. H. Lcder 
etc. Jahrb. d. Mal. Ges. 1886 p. 121, Taf. 3. 

144. Erste Oligoptychie der Crucita-Gruppe aus Klein- 
asien. Nachr. BI. d. Mal. Ges. 1886 p. 81.. 

145. Zur Kenntnis der Neritinen Chinas. Jahrb. d. Mal. 
Ges. 1886 p. 211. 

146. Diagnoses Reptilium Novorum ab i!l. viris G. Herz 
et Consule Dr. 0, Fr. de Moellendorff in Sina 
meridionali repertorum. Zool. Anzeiger 9. Jahrg. 
p. 519. 

147. Ueber Reptihen von Deli in Sumatra, über Sala- 
m a n d r a C a u c a s i a VVaga und über R a n a I b e- 
rica und Latastei Blgr. Ber. Senckenberg. 
Naturf. Ges. 1886 p. 81. 

148. Beiträge zur Herpetologie und Malakozoologic 
Südvv'est- Afrikas. Ebda. p. 3, Taf. 1—2. 

149. Aufzählung der von den Philippinen bekaiuiten 
Reptilien und Batraehier. Ebda. p. 91. 

150. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1884. Archiv f. Naturge- 
schichte (Hilgendorf). 51. Jahrg. 2. Bd. p, 252. 



— 200 - 

151. Abbildungen und Beschreibungen von Binnen- 
mollusken aus dem Talysch-Gebiet im Südwesten 
des Caspisees. (Siehe auch 141). Jahrb. d. Mal. 
Ges. 1886 p. 145. 

152. Ein Fundort von Daudebardia hrevipes Fer. westlich 
des Rheins. Nachr. Bl. d. Mal. Ges. 1886 p. 145. 

153. Verzeiclmis der von Hrn. Dr. Heinr. Simroth aus 
Portugal und von den Azoren mitgebrachten Rep- 
tilien und Batrachier. Sitz. Ber. Kgl. Preuss. 
Acad. d. Wiss. Berlin Bd. 12, 1887 p. 175. 

154. Zwei neue Formen transkaukasischer Landscimek- 
ken. Nachr. Bl. d. Mal. Ges. 1887 p. 55. 

155. Drei neue Conus aus dem Miocän von Lapugy 
und von Bordeaux. Jahrb. d. Mal. Ges. 1887, p. 
4, Taf. 2, Fig. 5—9. 

156. Die altalluviale Molluskenfauna des Grossen Bruchs 
bei Traisa, Prov. Starkenburg. Notizblatt des Ver. 
f.. Erdkunde 1886 (IV. Folge, 7. Heft) p. 1. 

157. Neue Paludinen aus dem Mainzer Becken. Eben- 
da p. 7. 

158. Referate über Amphibia und Reptilia. Zool. Jahres- 
bericht f. 1885. Herausgeg. v. d. Zool. Station 
in Neapel. IV. Abth. 

159. Pomatias kleciaki n. sp. M. Braun, Zur Land- 
molluskenfauna einiger dalmatischen Inseln. Nachr. 
Bl. d. Mal. Ges. 1887 p. 110. 

160. Vier neue westindische Pneumonopomen. Jahrb. 
d. Mal. Ges. 1887, p. 101, Taf. 4, Fig. 7—10. 

161. Zur Kenntnis der Melanien Chinas und Japans. 
Ebenda p. 105. 

162. Die ostasiatischen Vertreter der Gattung Rissoina 
I. Ebda. p. 125, T. 6, Fig. 1—2. 

163. Die Rissoidengattung Stossichia Brus., ihre Syno- 
nymie und ihre lebenden und fossilen Vertreter, 
Ebda. p. 136, Taf. O, Fig. 3—5, 



— 201 — 

164. Aufzählung der zur Gattung Assiininea Fleming 
geiiörigen Arten. Ebda. p. 147, Taf. 6, Fig. 6 — 11. 

165. Herpetologlsche Notizen (Listen von Reptilien und 
Batrachiern aus Nieder!. Indien und von der Insel 
Salanga. Verzeichnis von ReptiÜen aus Accra an 
der Goldküste.) Ber. Senckenberg. Naturf. Gesell- 
schaft 1887 p. 37. 

166. Zweiter Beitrag zur Herpetologie Südwest- und 
Süd-Afrikas. Ebda. p. 135, mit Taf. 5. 

167. Notizen über Reptilien p. 54, über solche von 
China p. 61, Japan und Siam p. 63, Goldküste, 
Rio grande do Sul etc. p. 64 und über Reptilien 
und Batrachier von den Salomons-Inseln p. 71. 
Ibidem. 

168. Diagnoses ReptiÜum Novorum ab ill. viro Paul 
Hesse in finibus fluminis Congo repertorum. 
Zool. Anzeiger, 10. Jahrg. 1887 p. 649. 

169. Verzeichnis der von Hrn. E. von Oertzen aus 
Griechenland und aus Kleinasien mitgebrachten 
Batrachier und Reptilien. Sitz. -Ber. Kgl. Preuss. 
Akad. d. Wiss. Berlin 1888 p. 139f 

170. Materialien zur herpetologischen Fauna von China 
II. 26./28. Ber. Offenbach. Verein f. Naturk. 1888 
p. 53, p. 53, Taf. 1—2. 

171. Ueber einige neue oder bemerkenswerte Land- 
schnecken aus Griechenland. Nachr. Blatt d. 
Malak. Ges. 20. Jahrg. p. 51. 

172. Materialien zur Fauna des unteren Congo II. 
Reptilien und Batrachier. Ber. Senckenb. Naturf. 
Gesellsch. Frankfurt a. M. 1887/88, p. 3, Taf. 1—2. 

173. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1885. Archiv f. Naturge- 
schichte (Hilgendorf). 52. Jahrg. 2. Bd. p. 233. 



— 202 — 

174. Ueber die Reptilien und Batrachier Transcaspiens. 
Zool. Anzeifjjer 11. Jahrg. p. 259. 

175. lieber äussere Geschlechtscharaktere bei den See- 
schlangen. Ebda. p. 395. 

176. Diagnosen neuer kaukasischer Arten. Nachr. Bl. 
d. Malakozool. Gesellschaft 20. Jahrg. p. 149. 

177. Aufzählung einiger neu erworbener Reptilien und 
Batrachier aus Ostasien. Ber. Senckenb. Naturf. 
Gesellsch. Frankfurt a. Main 1888 p. 187, 

178. Beitrag zur Reptilfauna des oberen Beni in Bolivia. 
Ebda. p. 191, 3 Fig. 

179. Die Reptilien u. Batracliier Transkaspiens. Spcn- 
gel's Zoolog. Jahrbücher, Bd. 3, 1888 p. 871, 
Taf. 34. 

180. Ein Kapitel über die Einwirkung von Klima und 
Boden auf die Tierwelt (Teilweiser Auszug aus 
dem vorigen). Zoolog. Garten, 30. Jahrg. p, 1 
und p. 33. 

181. Ein paar neue Fundorte griechischer Landschnecken, 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1889 p. 23. 

182. Bemerkungen über ein paar brasilianisciic Land- 
Schnecken, nebst Beschreibung dreier neuer Hya- 
linien von dort. Ebenda p. 27. 

183. Ein neuer Pelobates aus Syrien. Zoolog. Anzeiger 
12. Jahrg. p. 144. 

184. Zur Kenntnis der Land- und Süsswasscr-MoUusken 
von Nossi-Be L Nachr. Bl. d. Mal. Ges. 1889 
p. 41. — Nr. 3/4, 13 pag. 

185. Verzeichnis der von Herrn E. von Oertzcn aus 
Griechenland und aus Kleinasien mitgebrachten 
Vertreter der Landschneckeiigattung Clausilia Drp. 
Senckenb. Nat. Ges. Abhandl. Bd. 16, 1889, p. 29, 
1 col. Tafel. 

186. Zur Molluskenfauna der rnssischen Gouvernements 



— 203 — 

Poltawa, Perm und Oreiiburg. Nachr. Blatt d. 
Mal. Ges. 1889 p. 120. 

187. Zur Molluskenfauiia von Corfu. Ebda, p. (33. 

188. Ceratobatrachidae, Chamaelcoriten ctc, u. folgende 
Artikel über Reptilien u. Batrachier. Deutsche 
Encyklopaedie, ein neues Universallexikon liir alle 
Gebiete des Wissens. Lief. 33 u. folg. Berlin, 
Wiegandt & Grieben 1889 u. folg. 

189. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1886. Archiv f. Naturgesch, 
(Hilgcndorf). 53. Jahrg. 2. Bd. pag. 137. 

190. Die Entwicklung der Pupa-Arten des Mittelrhein- 
gebietes in Zeit und Raum. Jahrb. Nass. Ver. f. 
Naturk. Jahrg. 42, p. 225, Sep. 103 pag. 2 Taf. 

191. Eine neue Riesenhelix aus Honduras. Nachr. Bl. 
d. Mal. Ges. 1889 p. 164. 

192. Neue Clausilie aus Peru. Nachr. Blatt d. Mal. 
Ges. 1889 p. 166. 

193. Eine Fauna im alten Alluvium der Stadt Frank- 
furt a. M. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1889, p. 187. 

194. Zehntes Verzeichnis (XII) von Mollusken der Kau- 
kasusländer, nach Sendungen des Herrn Hans 
Leder, z. Z. in Helenendorf bei Elisabethpol 
(Transkaukasien). Ber. Senckenb. Naturf. Ges. 
1889 p. 3, Taf. \. 

195. Verzeichnis der von Hrn. Staatsrat 0. Retowski 
auf seiner Reise von Konstantinopel nach Batum 
gesammelten Reptilien und Batrachiern. Ber. 
Senckenberg. Naturf. Ges. 1889, p. 203. 

196. Herpetologische Miscellen (Epirus, Gorfu, Kamerun, 
Landschildkröten aus Gross-Namaland, Transvaal, 
Pondoland, Zwei für Madagaskar neue Schild- 
kröten, Madras, Java, Reptilien von Nias, Nord- 



— 204 — 

west-Peru.) Ber. Scnckenbcrsi-, Nalurf. Gesellsch. 

1889, pag. 267. 

197. B. Schmacker & 0. Boettger, Neue Materia- 
lien zur Charakteristik und geographischen Ver- 
breitung chinesischer und japanischer Binnen- 
mollusken I. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 22. Jahrg. 

1890, p. 1 und p. 113, Taf. I— II. 

198. Die Binnenmollusken Transkaspiens und Choras- 
sans. Spengel's Zoolog. Jahrbücher Bd. 4 p. 925, 
Taf. 26—27. 

199. Eine neue Viper aus Armenien (Vipern Raddei n. sp.) 
Zooi. Anzeiger 13. Jahrg. 1890 p. 62. 

200. Zur Kenntnis der Land- u. Süsswasser-MoUuskcn 
von Nossi-Be II. Nachr. Blatt d. Malakoz. Ges. 
1890, p. 81. 

201. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1887. Arch. f. Naturgesch. 
(Hilgendorf). 2. Bd. p. 157. 

202. Neue syrische Clausilie GL (Gristataria) staud'mgeri 
n. sp. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 22. Jahrg. p. 139. 

203. Ad. Strubell's Konchylien aus Java I. Ber. Senck. 
Natur!. Gesellsch. 1890 p. 137, Taf. 5—6. 

204. Batrachier und Reptilien aus Kleinasien. Ber. 
Senckenberg. Naturf. Gesellsch. 1890 p. 293. 

205. Neue Schlange aus Ostindien (Typhlops thursfoni 
n. sp.). Ber. Senck. Naturf. Ges. 1890, p. 297. 

206. Fortsetzung der Liste der bei Prevesa in Epirus 
gesammelten Kriechtiere. Ber. Senck. Naturf. 
Ges. 1890, p. 299. 

207. Zur Molluskenfauna des russischen Gouvernements 
Perm und des Gebietes südöstlich von Orenburg 
II. Nachr.-Blatt d. Mal. Ges. 22. Jahrg. 1890, 
p. 161. 

208. Notiz über „Mist, phys., nat. etc. de Madagascar 



— 2Ö5 — 

Vol. 25, Hist. nat. des Molluscjues par H. Crosse 
& P. Fischer". Ebda. 23. Jahrir. 18^1, p. 6. 
200. Weitere Mitteilungen über griechische MoUusken. 
Ebda. 23. Jahrg. 1891, p. 82. 

210. Reptihen und Batrachier aus BoHvia. Zoolog. An- 
zeiger 14. Jahrg. p. 343. 

211. Ad. Strubell's KonchyUen aus Java II und von den 
Molukken. Ber. Senckenb. Naturf. Gcsellsch. 1891, 
p. 241, Taf. 3-4. 

212. B. Seh macker d'. 0. Boettger, Neue Materia- 
lien zur Charakteristik und geographischen Ver- 
breitung chinesischer und japanischer Binnen- 
moiiusken 11. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. Jahrg. 23, 
1891, p. 145 und p. 177, Taf. 1—2. 

213. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1888. Archiv f. Naturgcsch. 
(Hilgendori), 55, 2. Band p. 163. 

214. Drei neue mitteloligocäne Mollusken aus deutschem 
Rupelton. Malak. Bl. N. F. Bd. 11 p. 89. 

215. Reptilien von Euböa. Zoolog. Anzeiger 14. Jahrg. 
p. 418. 

216. Referat über: Gottl. Klika, Tertiäre Land- u. 
Süsswasser-Conchylien des nordw^estlichen Böh- 
mens. Verh. k. k. Geolog. Reichsanstalt Wien 

1891, p. 228 und (böhm. Uebersetzung von Fr. 
Blazka)f Vesmir, Prag, 20. Jahrg. 1891, p. 273 
und p. 283. 

217. Zur Kenntnis der Land- und Süsswasser-Mollusken 
von Nossi-Be. III. Nachr. Blatt d. Malak. Ges. 

1892, p. 53. 

218. Schnecken von der Insel Giura, N.-Sporaden, aus 
dem phokischen Parnass und aus anderen grie- 
chischen Gebieten. Nachr. Blatt d. Malak. Ges. 
1892, p. 59. 



— 206 - 

219. 0. Boettg er & Pech ue]- Loe sehe, Die Kriech- 
tiere und Lurche. Neubearbeitung (3. Aufl.) von 
A. E. Brehm's Tierleben, VIl. Band 1892. XVI, 
826 p., 167 Fig., 1 Karte, 16 Tafn. 

220. Der Rohrsänger der FrankfurterPromenaden und 
Wallgärten. Zoolog. Garten 33. p. 119. 

221. Mitteilung über eine Reptilsendung von Aden in 
Süd-Arabien. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Na- 
turk., p. 61. 

222. Listen von Kriechtieren und Lurchen aus dem 
tropischen Asien und aus Papuasien. 29./32. Ber. 
Offenbacher Ver. f. Naturk. p. 65. 

223. Katalog der Batrachier-Sammlung im IVIuseum der 
Senckenbergischen naturf. Gesellsch. in Frankfurt 
a. M., 1892, 10,73 pagg. „Beilage zum Ber. Senck. 
naturf. Gesellschaft 1892.'' 

224. Wissenschaftl. Ergebnisse der Reise Dr. J. Valentins 
im Sommer 1890. I. Kriechtiere der Kaukasus- 
länder, gesammelt durch die Radde-Valentin'sche 
Expedition nach dem Karabagh und durch die 
Hrn. Dr. J. Valentin und P. Reibisch p. 131 und 
IL Die Meeresmollusken der Insel Kalymnos p. 150. 
Ber. Senck. naturf. Ges. 1892. 

225. Die Meeresmollusken der mittleren Liukiu-Inseln. 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1892, p. 153. 

226. Drei neue colubriforme Schlangen. In : Zool. 
Anzeiger l5. Jahrg. p. 417—420. 

227. Neue Stenogyren aus Westafrika und ein neues 
Aperostoma aus Honduras. Nachr. Blatt d. Malak. 
Ges. 1892, p. 202. 

228. Uebersicht der von Prof. C. Keller anlässlich der 
Ruspoli'schen Expedition nach den Somaliländern 
gesaiumelten Reptilien und Batrachier. Zoolog. 



— f07 - 

Anzeiger 10, Jahrg. p, 113 iükI p. 12') und Be- 
richtigungen dazu. Ebenda p. 193. 

229. Die Verhältniszalilcn der palaearktischen Najaden, 
eine Ergänzung zu C. Agh. Westerhmd's Fauna 
der Binnenconchylien Heft VII. Nachr. Blatt d. 
Mal. Ges. 1893, p. 05. 

230. Reptilien und Batrachier aus Venezuela. Ber. 
Senck. naturf. Ges. 1893, p. 35. 

231. Uebersicht der von Kapt. Storm auf Borneo ge- 
sammelten Reptilien und Batrachier. Mitt. Geo- 
graph. Ges. u. d. Naturh. Museums Lübeck (2) 
Heft 5. Sep. Abdr. p. 1. 

232. Eine neue Eidechse von Kamerun. Ebenda 1893. 
Sep. Abdr. p. 5. 

233. Ein neuer Beutelfrosch. Zoolog. Garten 34. Jahrg. 

1893. p. 129. 

234. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1889. Arch. f. Naturgesch. 
(Hilgendorf) 56. Jahrg. 2. Bd. p. 159. 

235. Die marinen Mollusken der Philippinen, nach den 
Sammlungen des Herrn Jose Florencio Quadras 
in Manila. Nachr. Blatt d. Mal. Gesellsch. 1893, 
p. 97. 

23f). Neue Reptilien und Batrachier aus West-Java. 
Zool. Anzeiger 16. Jahrg. p. 334. 

237. Die marinen Mollusken der Philippinen (II), nach 
den Sammlungen des Herrn Jose Florencio Quadras 
in Manila. Nachr. Blatt d. Mal. Gesellsch. 1893, 
p. 153. 

238. Neue Forschungen über den Bau der Erdschichten 
im Untergrunde von Frankfurt und seiner Um- 
gebung. Frankfurter Zeitung 1893 Nr. 257. Erstes 
Morgenblatt. (Feuilleton über Arbeiten von v. 
Reinach und Kinkelin). 



_- 208 — 

239. Drei neue Wasserfrösciie [Rmia) von lXhw Philippinen. 
Zoolog. Anzeiger 16. Jahrg., p. 363. 

240. Ein nener Laubfrosch aus Costa Rica. Ber. Senck. 
Naturf. Gesellsch. 1893, p. 251. 

241. Katalog der Reptilien-Sammlung im Musetmi der 
Senckenbergischen naturf. Gesellsch. in Frank- 
furt a. M. I. Teil: Rhynchocephalen, Schildkröten, 
Krokodile, Eidechsen, Chamäleons, 1893, 10, 140. 
„Beilage zum Ber. Senck. naturf. Gesellsch. 1893". 
II. Teil: Schlangen. 1898. 

242. Nahrung der Korallenschlangen, Zoolog. Garten 
34. Jahrg. 1893, p. 317. 

243. Die marinen Mollusken der Philippinen (III), nach 
den Sammlungen des Herrn Jose Florencio Quadras 
in Manila. Nachr. Blatt d. Nat. Gesellsch. 1893, 
p. 185. 

244. Drei neue Pneumonopomen aus Borneo. Nachr. 
Blatt d. Mal. Gesellsch. 1893, p. 194. 

245. Ein neuer Drache (Dracu) aus Siam. Zoolog. An- 
zeiger 16. Jahrg., p. 429. 

246. Die Binnenschnecken der griechischen Inseln 
Cerigo und Cerigotto. Nachr. Blatt d. Mal. Ge- 
sellsch. 1894, p. 1. 

247. Neueste Forschungen über die palaearktischen 
Vipern p. 1 u. zahlreiche weitere Referate über 
Reptilien und Batrachier. Zoolog. Centralblatt 
1. Jahrg. 1894. 

248. Ein neuer Äniphidromus aus Borneo. Nachr. Blatt 
d. Mal. Gesellsch. 1894, p. 66. 

249. Reptilien und Batrachier aus Bolivia (Zweite Mit- 
teilung). Zool. Anzeiger 17. Jahrg., p. 118. 

250. Eine neue Eidechse (Tijphlomurus) aus Südwest- 
Afrika. Abh. Ethn. Museums Dresden 1892/93 
Nr. 5. 



— 209 — 

251. Aufzählung der Reptilien und Batrachier aus Dr. 
Ed. Fleck's Reiseausbeute in Südwest-Afrika. Ber. 
Senckenb. Nat. Ges. 1894, p. 88. 

252. Diagnosen eines Geckos und eines Chamaeleons 
aus Süd-Madagaskar. Zoolog. Anzeiger 17. Jahrg. 
1894, p. 137. 

253. H. A. Pilsbry und die Verwandtschaftsbeziehungen 
der Helices im Tertiär Europas. Nachr. Blatt d. 
Mal. Ges. 1894, p. 107. 

254. Eine neue Brookesia (Chamaeleontidae) aus Nossibe. 
Zoolog. Anzeiger 17. Jahrg., p. 182. 

255. 0. Boettger & B. Schmacker, Descriptions 
of new Chinese Clausiliae. Proc. Mal. Soc. Lon- 
don Vol. 1, 1894, p. 100. 

256. Materialien zur herpetologischen Fauna von China 
in. Ber. Senck. Naturf. Ges. 1894, p. 129. 

257. B. Schmacker & Boettger, Descriptions of 
some Chinese Land-Shells. Proc. Mal. Soc. Lon- 
don Vol. 1, 1894, p. 169, Taf. 8—9. 

258. Lurche (Batrachia) und Schlangen. Semon's Zool. 
Forschungsreisen in Australien u. dem malayischen 
Archipel Bd. 5 p. 107, Taf. 5. 

259. Die marinen Mollusken der Philippinen (IV), nach 
den Sammlungen des Herrn Jose Florencio Quadras 
in Manila. Nachr. Blatt, d. Mal. Ges. 1895, p. 1 
und p. 41. 

260. Zwei neue Reptilien vom Sambesi. Zoolog. An- 
zeiger (1895) 18. Jahrg., p. 62. 

261. Beitrag zur herpetologischen Kenntnis der Cala- 
mianen. Philippinische Inseln. Abh. Mus. Dres- 
den 1894/95 Nr. 7, 5 pagg. 

262. Liste der Reptilien und Batrachier der Insel Hal- 
maheira nach den Sammlungen Prof. Dr. W. 



— 210 — 

Kückenthars. Zoolog. Anzeiger 18. Jahrg. 1895, 
p. 116 u. p. 129. 

263. A contribution to the herpetological iauna ot the 
Island of Tobago. Journ. oi the Trinidad Field 
Naturalists' Club Vol. 2, 1895, p. 145. 

264. Neue Frösche und Schlangen von den Liukiu- 
Inseln. 33. /36. Bericht Offenbach. Ver f. Naturk. 
1895, p. 101 und Auszug: Zoolog. Anzeiger 18. 
Jahrg. 1895, p. 266. 

265. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1890. Arch. f. Naturg. (Hil- 
gendorf) 57. Jahrg. 2 Bd. p. 63. 

266. Neue Funde tertiärer Landschnecken bei Offen- 
bach a. M. Nachr. Blatt d. Mal. Gesellsch. 1896, 
p. 16. 

267. Uebernahme der Redaktion „Der Zoologische 
Garten (Zoologischer Beobachter), Zeitschrift für 
Beobachtung, Pflege und Zucht der Tiere. Organ 
d. Zool. Gärten Deutschlands" vom 1. Jan. 1896. 
Zahlreiche grössere und kleinere Artikel vom 37. 
Jahrg. Heft 1 an. 

268. Die marinen Mollusken der Philippinen (V), nach 
den Sammlungen des Herrn Jose Florencio Quadras 
in Manila. Nachr. Bl. d. Mal. Ges. 1896, p 41. 

269. Neue Kriechtiere (Seelotes, Arthroleptis) von den 
Seychellen. Zoolog Anzeiger 19. Jahrg. 1896, 
p. 349. 

270. Diagnosen neuer Clausilien. Nachr, Blatt d. Mal. 
Ges. 1896, p. 124. 

271. Reptilien und Batrachier aus Deutsch Neu Guinea. 
Abb. Mus. Dresden 1896/97 Nr. 7, 4 pagg. 

272. Neue Helix-Formen aus dem Mainzer Tertiär. 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1897, p. 161. 

273. Neue Reptilien und Batrachier von den Philippinen. 
Zoolog. Anzeiger 20. Jahrg. 1897, p. 161. 



— 211 - 

274. Zur Kenntnis der Fauna der mittelmiocänen 
Schichten von Kostej im Banat. Verh. u. Mitt. d. 
Siebenbürg. Vereins f. Naturwiss. 46. Bd., 1897, 
p. 49. 

275. Rhacophorus rizali, ein neuer Baumfrosch von Min- 
danao, nebst Fundortnotizen von den Philippinen 
überhaupt. Abh. Mus. Dresden 1898/99 (Bd ) VII, 
Nr. 1, 3 pagg. 

276. Zwei neue Landschnecken aus Kleinasien. Nachr. 
Blatt d. Mal. Ges. 1898, p. 12. 

277. Landschnecken vom Kilima-Njaro, Deutsch-Ost- 
afrika. Ebenda p. 17. 

278. Bemerkungen über einige Buliminus aus Kleinasien, 
Syrien und Cypern nebst Beschreibung neuer 
Arten. Ebenda p. 19. 

279. Die Verhältniszahlen der palaearktischen Najaden 
II; eine Ergänzung zu C. Agh. Westerlund's 
Fauna der Binnenconchylien Heft VII. Ebenda 
p. 33. 

280. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1891. Arch. f. Naturg. (Hil- 
gendorf) 58. Jg. 2. Bd. p. 79. 

281. Bericht über die Leistungen in der Herpetologie 
während des Jahres 1892. Arch. f. Naturg. (Hil- 
gendorf) 59. Jg. 2. Bd. p. 65. 

282. Notiz über eine neue Gruppe von Clausilien 
(Paraphaedusa) aus Celebes. Nachr. Blatt d. Mal. 
Ges. 1899. p. 56. 

283. Bau, Lebensweise und Unterscheidung der Schlan- 
gen. Vortrag. Ber. Senckenb. Naturf. Ges. 1899, 
p. 75, 7 Figg. 

284. Eine neue Eremia aus der Oase Sivah {E. zitteli 
n. sp.). Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1899, p. 158. 



— 212 — 

285. Eine neue ClausiÜe (Clausüia blissi) aus Kleinasien. 
Ebenda p. 167. 

286. Liste der während der Expedition im Jahre 1893 
von C. Freih. v. Erlanger in Tunesien gesam- 
melten Reptilien. Anhang (z. d. Ornitholog. Reise- 
ergebnissen etc.) p. 63 (1900). 

287. Die Reptilien und Batrachier (von Kükenthals 
Reise in den Molukken und Borneo. Abh. Senck. 
Naturf. Ges. Bd. 25, Heft 2. 82 pag., 3 Taf.) 

288. Diagnose einer neuen Clausilia von Greta. Nachr. 
Blatt d. Mal. Ges. 1901, p. 127. 

289. Aufzählung einer Liste von Reptilien und Batra- 
chiern aus Annam. Ber, Senck. Naturf. Gesellsch. 
1901, p. 45. 

290. Zur Kenntnis der Fauna der mittelmiocänen 
Schichten von Kostej im Krasso-Szörenyer Komi- 
tat IL Verh. u. Mitteil. d. Siebenbürg. Ver. f. 
Naturw. Band 51 (Jahrg. 1901). — Sep.-Abdr. 200 
pag., Situationsplan. 

291. Ueber die tertiären Landschnecken aus der Gat- 
tung VaUonia im Mainzer Becken und über einen 
neuen Landschnecken-Fundpunkt im Untergrunde 
von Frankfurt a. M. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 
1903, p. 72. 

292. Ueber den wissenschaftlichen Wert der Schnecken- 
und Muschelschalen. Vortrag, geh. in der wissen- 
schaftl. Sitzung v. 21. März 1903 aus Anlass der 
Ausstellung der v. Moellendorffschen Konchylien- 
sammlung. Ber. Senck. Naturf. Gesellsch. 1903 I 
p. 177. 

293. Zwei neue Landschnecken aus dem Tertiärkalk 
von Hochheim, Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1903, 
p. 182. 



— 213 — 

294. Nochmals über Trockenzeitanpassung eines Anci/lus 
von Südameriica. Zoolog. Anzeiger 27. Bd. p. 264. 

295. Eine neue Form der Paludinidengattung Emmericia 
im Mainzer Becken. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 
1904, p. 112. 

296. Beschreibung einer neuen Melanie von den Marshall- 
Inseln (Melania schneei n. sp.) p. 408 und Land- 
schnecken der Insel Nauru (Marshall-Inseln) p. 409. 
P. Schnee, Landfauna der Marshall-Inseln. — Sep.- 
Abdr a. Zool. Jahrb., Abt. f. Syst., Bd. 20, Heft 
4, 1904. 

297. Bücherschau (Kritik des Buches von A. Lehmann, 
„Die Schnecken und Muscheln Deutschlands 1904"). 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1905, p. 17. 

298. Schnecken aus dem Tsad-See. Ebenda p. 23. 

299. Ueber Heterostylie bei Schneckenschalen und ihre 
Erklärung. Ebenda p. 26. 

300. Die Konchylien aus den Anspülungen des Sarus- 
Flusses bei Adana in Cilicien. Ebenda p. 97, 
Taf. 2a. 

301. Reptilien aus dem Staate Parana. Zoolog. An- 
zeiger 28. Bd. p. 373. 

302. Beitrag zur Kenntnis der Land-, Süsswasser- und 
Brackwasser-Mollusken von Kamerun (zugleich 
Aufzählung aller von dort bekannten Arten). 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1905, p. 153, 2 Fig., Taf. 

303. Ueber Lartetia Bgt. und über D. Geyers Beiträge 
zur Vitrellenfauna Württembergs. Ebenda 1906, 
p, 30. 

304. Verzeichnis der recenten Versteinerungen von 
Ambon, Dr. R. D. M. Verbeek's Description 
Geologique de l'Ile d'Ambon, Batavia, Imprim. de 
l'Etat, 1905 (Edit. franc. der Jaarbock v. h. Myn- 
wezen in Nederl. O.-Ind. Tome 34, 1905, part. 
scientif.) p. 160. 



— 214 — 

305. Zur Kenntnis der Fauna der mittelmiocänen 
Schichten von Koste] im Krassö-Szörenyer Komitat 
(Gasteropoden und Anneliden) III. Verh. u. Mitt. 
d. Siebenbürg. Ver. f. Naturwiss. Bd. 54 (Jahrg. 
1904). VIII u. 99 pag. 

306. E. A. Ross massier als Biologe und Systema- 
tiker. Wochenschrift f. Aquar.- u. Terrarienkunde, 
herausg. v. Dr. W. Wolterstorff. Jahrg. 3, Nr. 15 
p. 169. (Auch in Zoolog. Beobacher Jahrg. 47, 
1906, p. 65). 

307. Ueber Paludina vivipara L. aus dem Züricher See. 
Ebenda p. 175. 

308. Neues Sinnesorgan bei einem Molche? (Manculus 
quadridigitatus Cope). Zoolog. Beobachter (Zool. 
Garten) Jahrg. 47, 1906, p. 88, Fig. 

309. Zur Kenntnis der Fauna der mittelmiocänen 
Schichten von Kostej in Krassö-Szoerenyer Komi- 
(Gastropoden und Anneliden) III. Verh. u. Mitt. 
d. Siebenbürg. Ver. f. Naturwiss. Bd. 55 (Jahrg. 
1905) 144 pag. (II Hälfte; 1906). 

310. Die ersten Landschnecken von der Insel Thasos. 
Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1907, p. 34. 

311. Die Odontostomien (Moll.) des mitteloligocänen 
Meeressandes von Waldböckelheim bei Kreuznach. 
Ebenda 1907, p. 77, 2 Fig. 

312 Neue Stenogyriden (aus v. Erlangers Reiseaus- 
beute). Ebenda 1907, p. 137. 

313. Liste der tertiären und jüngeren Versteinerungen 
Dr. R. D. M. Verbeek's „Rapport sur les Molu- 
ques". Batavia, Impr. d'Etat, 1908, p. 683. (Mittel- 
Timor, West-Timor, Rendjuwa, Sumba, Saonek 
besar und Misool). 

314, Die fossilen Mollusken der Hydrobienkalke von 
Budenheim bei Mainz. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 
1908, p. 145. 



— 215 — 

315. Liste der Mollusken aus einem Sande im Barranco 
von Tenerifa (Canaren). Mon. Ber, d. Geol. Ges. 

1908, Nr. 8—10, p. 246. 

316. Nachtrag zu „Die fossilen Mollusken der Hydrobien- 
schichten von Budenheim bei Mainz". Nachr. 
Blatt d. Mal Ges. 1909, p. 19. 

317. Noch einmal „Die Verwandschaftsbeziehungen der 
Helix-Arten aus dem Tertiär Europas. Ebenda 

1909, Heft 3, p. 97. 

318. „Diagnosen neuer Arten von Land- u. Süssw.- 
Mollusken" in 0. Wohlberedt „Zur Fauna 
Montenegros und Nordalbaniens". Sep.-Abdr. a. 
Wiss. Mitteil, aus Bosnien u. d. Herzegowina Bd. 
11, 1909. Fol. Wien 1909, 132 pag., 7 Fig., 10 
Taf., Kärtchen. 

319. Neue Nenia; Bestimmungsschlüssel und Literatur- 
nachweise für die bis jetzt bekannten iV^ma-Arten 
(Clausiliidae). Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1909, 
p. 162 

320. Diagnosen von Clausilia distinguenda v. Möll. var. 
limana n. und Gl. excedens n. sp. aus Novipazar. 
0. Wohlberedts, Zur Fauna des Sandschak 
Novipazar (Moll. u. Käfer) Ann. K. K. Naturh. 
Hofmuseums Bd. 23, Heft 3, 1909, p. 253, Taf. 10. 

321. Die Binnenkonchylien von Deutsch-Südwestafrika 
und ihre Beziehungen zur Molluskenfauna des 
Kaplandes. Sep.-Abdr. a. Abhandl. d. Senckenb. 
Naturf. Ges. Bd. 32 (Kobelt-Festschrift) Frank- 
furt a. M., 1910, 30 pag., Taf. 

322. Weitere Mitteilungen über südamerikanische Nenia- 
Arten. Nachr. Blatt d. Mal. Ges. 1910, p. 73. 

323. Nachtrag zur Liste der Binnenmollusken von Ka- 
merun. Ebenda p. 79. 

324. Nochmals Schnecken aus dem Tsadsee. Ebenda 
p. 81. =_____ 



— 216 ~ 
Bemerkungen über Jolya letourneuxi Bgt. 

Von 
Dr. F. H a a s - Frankfurt a. M. 

(Tafel 1). 



Im Jahre 1877 beschrieb Bourguignat zwei neue 
Genera von algerischen Binnenmollusken, nämlich Lhotel- 
lieria und Jolya, letztere mit der einzigen Art letourneuxi. 
Abgebildet wurde diese erst 1882, und diese Abbildung 
zeigte eine Muschel, die an gewisse Muteliden erinnerte, 
die aber so seltsam aussah, als ob sie gar keine Form des 
süssen Wassers sei, als welche Bourguignat sie bezeichnet 
hatte. Sie wurde auch nie wieder gefunden, jede Mög- 
lichkeit, sie zu identifizieren , war ausgeschlossen, da 
Bourguignat das in seiner Sammlung befindliche Exemplar 
nach seinem Prinzipe nicht auslieh. Erst das Genfer 
naturhistorische Museum, dem Bourguignat seine Kollektion 
letztwillig vermachte, setzte die Fachgelehrten in den Stand, 
die problematischen Bourguignatschen Genera und Spezies 
näher zu untersuchen und sandte mir, auf meine Bitte, 
die Arten der Gattung Colletopterum und Jolya. Erstere 
konnte ich auf symphynote Donauanodonten zurückführen, 
und von letzteren war ich sicher, dass sie aus dem Meere 
stammte. Herr Ph. Dautzenberg-Paris, den ich um seine 
Meinung bat, stimmte mir bei und schickte mir freundlichst 
ein Exemplar von Modiola plicata von den Nikobaren, das 
vollkommen mit dem Originalexemplar von Jolya letourneuxi 
übereinstimmte. Auf der beigefügten Tafel bilde ich beide 
Muscheln ab, damit sich jedermann von ihrer Identität 
überzeugen kann. Die linke Schalenhälfte des Bourguig- 
natschen Originales ist zertrümmert und unvollständig. 

Um alles über die Gattung Jolya, die ja hiermit er- 
ledigt ist, zu wissen Nötige zu vereinigen, lasse ich alle 



— 217 — 

mir bekannten sie berührenden Litteraturangaben und die 
Originaldiagnose folgen. 

Jolya letourneuxi Bgt. 

J. R. Bourguignat, 1877, Descriptions de deux nouveaux 
genres algeriens, p. 9. — 1882, Leltres Malaco- 
logiques, p. 42, Taf., Fig. 13—16. 

G. A. Westerlund, 1890, Fauna der in der palaeark- 
tischen Region lebenden Binnenconchylien, VII, 
Acephala, p. 314. — 1890, Katalog der in der 
palaearktischen Region lebenden Binnenconchy- 
lien, p. 224. 

Description de deux nouveaux genres algeriens, p. 10. 
Goncha valde inaequilaterali, non hiante, elongatissima, 
sensim in altitudine a parte antica usque ad posticam 
crescente; — testa fragillima, subpellucida, argute concen- 
trice striatula ac antice elegantissime lamelloso-sulcata 
(sulci antice producti, ad partem mediam obsoleti, ad 
posticam evanidi et cum striis incrementi se immiscentesj ; 
extus corneo-luteola (ad umbones pallidiore), postice 
zonulis obscure cinereo-rubellis ornata ; intus margaritacea 
albido-caerulescente ; — antice exigua, rotundata ; — 
postice elongato-dilatata, in rostro rotundato leviter de- 
scendente ; — m argine supero recto ; — margine infero 
recto ac descendente, — umbonibus prominentibus, sub- 
laevigatis aut substriatulis, recurvis, antice versis, e parte 
antica 5 mm solum distantibus; — natibus acutis; — 
area producta, compressa ad ligamentum acuta, — liga- 
mento interno; — dente cardinah minimo, compresso — 
elongatissimo, vix producto, leviter arcuato; — dente 
laterali candido, opaco, vix producto, filiformi, elongatissimo; 
— long. max. 38, crass. max. 10; — alt. max. 16 mm. 

L'espece . . . . a ete recueillie presque ä Terabouchure 
de l'Harrash, ä Test d'Alger, dans la Mitidjah, parmi de 



— 218 — 

nombreux debris rejetes par les eaux Depuis sa 

decouverte, eile n'a pu etre retrouvee, malgre les explora- 
tions multipliees des savants algeriens sur les rives de 
l'Harrash. 

Im Weiteren führt Bourguignat aus, dass die Selten- 
heit seiner Art durch deren Vorkommen im tiefen Sehlamme 
des Flusses zu erklären sei und er hofft viel von der An- 
wendung eines Schleppnetzes. 

Deshayes, dem die Muschel zur Begutachtung vorlag, 
kannte nichts ihr Aehnliches und hielt sie, wie Bourguignat, 
für einen Schlammbewohner mit den Lebensgewohnheiten 
von Mycetopoda. Trotz der Unkenntnis ihrer Biologie und 
Anatomie wird sie in die Familie der Muteliden eingereiht. 

Aus der in französischer Sprache gehaltenen Gattungs- 
diagnose interessieren uns folgende Sätze : Ghez ce nouveau 
genre, les impressions sont imperceptibles, la cardinale 
anterieure seule est un tant soit peu sensible. Elle com- 
mence sous les crochets et s'etend (sous la forme d'une 
Palette qui s'evase) presque jusqu'au bord anterieur. 
Quant ä l'autre Impression (la posterieure), il m'a ete 
impossible d'en saisir les contours. 

Uns kann es freilich nicht verwundern, dass wir in 
einer Mytilidenschale vergeblich nach einem zweiten Mus- 
keleindruck suchen werden. 

Bourguignat hat die Leisten unter dem Oberrande 
als Zahnbildungen gedeutet, in der Weise, wie es seine 
fig. 13 in den Lettres malacologiques, die ich, wie die 
Figuren 14—15, hier photographisch kopiert habe, zeigt. 
In den Lettres Malacologiques, p. 43, erwähnt Bourguignat 
selbst, dass diese Leisten beim SchUessen der Schalen nicht 
schlossartig ineinandergreifen, sondern aufeinander zu liegen 
kommen, womit ihre Deutung als Zähne hinfällig wird. 
Diese logische Folgerung wird aber nicht gezogen. Die 
Bourguignatschen Abbildungen weichen einigermassen von 



— 219 — 

meinen auf photographischem Wege (von demselben Original- 
exemplare!) hergestellten ab, was ich hier ad oculos 
demonstrieren will, da sich Bourguignat immer mit der 
Güte seiner Figuren brüstete. 

In den Lettres Malacologiques wird, auf p. 44, für 
die zuerst den Muteliden zugeteilte Jolya die Familie der 
Jolyiden gegründet. 

Ich hoffe durch meine Ausführungen und besonders 
durch meine Abbildungen dargetan zu haben, dass Jolya 
letourneuxi kein Süsswasserbe wohner ist, sondern dass ihre 
Identität mit Modiola plicata Gmel. unanfechtbar ist. Da 
diese letztere ein Bewohner des indischen Ozeans ist, er- 
hebt sich die Schwierigkeit zu erklären, wie das Bourguig- 
nat zugestellte Exemplar an die Ufer des Harrash kam. 
Lebte Mod. plicata im Mittelmeer, so wäre ein Verschleppen 
durch Vögel, oder, da sich der Fundort nahe der Mündung 
des Flusses befinden soll, durch die Flutwelle nicht von 
der Hand zu weisen. So aber wird das Rätsel nur so zu 
lösen sein, dass die indische Meermuschel zufällig unter 
die Sendung geriet, die Joly, der Sammler Bourguignats, 
an diesen schickte, oder dass die Verwechslung erst in 
Bourguignats Sammlung geschah. 

Wie dem auch sei, für uns sind diese Einzelheiten 
ganz gleichgültig, es genügt uns zu wissen, dass Jolya 
letourneuxi aus der Reihe der palaearktischen Süsswasser- 
mollusken zu streichen ist. 

Tafelerklärung. 

Fig. 1 — 4. Jolia letourneuxi Bgt., Originalexemplar Bour- 
guignats. 

Fig. 5—8. „ „ „ , nach photographischer 

Aufnahme von Bourguignats Tafel in den 
Lettres malacologiques, und zwar ist Fig. 5 



— 220 — 

meiner Tafel ~ 13, 6—16, 7—14, 8—15 
bei Bourguignat. 
Fig. 9—12. Modiola plicata Gmel., nach einem Exemplar 
aus der Sammlung von Herrn Ph. Dautzen- 
berg-Paris. 



Erklärung: und tatsächliche Berichtigung. 

Herr Prof. Dr. E. Wüst in Kiel hat im 3.-5. Heft 
des 82. Bandes (1910) der Zeitschrift für Naturwissen- 
schaften, Organ des Naturwissenschaftlichen Vereins für 
Sachsen und Thüringen zu Halle a. S., das auf dem 
Umschlage als Termin der Fertigstellung März 1911 trägt 
und in die Hände der Vereinsmitglieder im Juni gelangle, 
auf Seite 162 gesagt, dass ich über vertikale Verbreitung 
der Fossilien im Travertinlager von Weimar-Taubach- 
Ehringsdorf noch nichts veröffentlicht hätte. Demgegenüber 
stelle ich hierdurch fest, dass bereits am 8. August vorigen 
Jahres (1910) von mir eine Abhandlung, betitelt: 

„Das Pleistocän der Umgegend von Weimar. 
Nach den bisherigen Forschungen kritisch behandelt von 
Dr. phil. Artur Weiss, Physiker am Technikum Hildburg- 
hausen. Druck und Kommissionsverlag von F. W. Gadow 
& Sohn, Herzogl. Hofbuchdruckerei*, im Buchhandel er- 
schien. In dieser Abhandlung ist ungefähr dasselbe ange- 
geben, was jetzt Herr Prof. Dr. E. Wüst als seine Ergeb- 
nisse dem Publikum preisgibt. Alles, was ich in oben 
erwähnter Abhandlung über die Wüstschen Abhandlungen 
damals sagte, ist vollständig bestätigt durch die jetzige 
Wüstsche Schrift, so besonders das auf Seite 55 angeführte 
(Siehe Weiss, Pleistocän und die Abhandlungen die von 
mir, seit 1895 an, erschienen). Ich sehe mich deshalb in 
keinerlei Weise veranlasst, etwas von dem, was ich im 
vorigen Jahre über die Methode der Wüst-Hahneschen 



Forschungen ausführte, zurückzunehmen oder etwa zu 
mildern. Grund dieser tatsächlichen Mitteilung ist die 
Wahrung meiner Priorität auf dem Gebiete der Erforschung 
der Weimaraner Travertinlager gegenüber Herrn Professor 
Dr. E. Wüst. Dr. phil. A. Weiss. 



Literatur : 



Strebet, H., zur Gattung Fasciolaria Lam. Beiheft 2 zum 
Jahrbuch der Hamburgischen wissensch. Anstalten. 
Mitteilungen aus dem naturhistorischen Museum XXVIII, 
58 S. mit 15 Tafeln. Hamburg 1911. 
Eine gründliche Bearbeitung der Gattung mit zahlreichen sehr 
charakteristischen Abbildungen, auch vergrösserten der Em- 
bryonalenden, der Deckel und der Skulptur. Als neu beschrieben 
werden: F. papillosa f. elongata t. 2 f. 11, Florida; — F. 
aurantiaca f. brunnea t. 5 f. 25 ; — F. acutispira t. 5 f. 26 ; 
— F. scholvieni t. 6 f. 29, Kap.; — F. dunkeri t. 6 f. 32, 
Südafrika?; — F. trapezium f. paeteli t. 8 f. 43. 

Kohelt, Dr. W., Rossniaesslers Iconographie, Neue Folge 
vol. 17 Heft 3 & 4. 
Enthält vorwiegend Unioniden, den Schluss der consentaneus-Gruppe, 
die Schweizer Formen von U. pictorum und tumidus und einige 
Rheinformen, letztere von Dr. F. Haas bearbeitet. 

Vanatta, E. G., Bermuda Shells. In : Pr. Acad. Philadelphia 
Dec. 1910 p. 664. 

Neu: Physa caliban, Planorbis uliginosus, PI. imus, Ancylus bermu- 
densis, Paludestrina bermudensis, Pisidium volutabundum ; 
sämtlich mit Textfiguren. 

Journal de Conchyliologie, Vol. 58 no. 3 (10. Mai 1911). 

p. 205. Dautzenberg, Ph., Contributions a la faune malacologique 
Mediterraneenne. Avec pl. X. Neu; Scala (Hemiacirsa) 
vayssi^rei p. 205 t. 10 f. 3, 4 ; — CaUiostoma inopinatum p. 
206 t. 10 f. 5, 6; — Phasianella fascicularis p. 207 t. 10 f. 1, S; 
alle aus Schwämmen von Gabes. — Weiter werden einige 
Monstrositäten von Conus mediterraneus, Marginella clandestina, 
Columbella rustica, Mitrella sculpta, Murex trunculus abgebildet. 



'— 222 — 

— Cancellaria angasi Crosse ist Synonym der fossilen C. uni- 
cingulata Desh., und die fossile C. coronala Scacchi findet sich 
lebend im Golf von Gabes und an der afrikanischen Westküste. 

p. 212, Boury, E. de, Etüde sur les sous-genres des Scalidae vivants 
et fossiles. — II. Monographie des Gyroscala. — III. Mono- 
graphie des Circuloscala. — Elegantiscala n subg., Typus Sc. 
elegantissima Desh. ; — Filiscala n, subg., Typus Sc. martinii 
Wood; — Papuliscala n. subg,, Typus Acirsa praelonga Jeffr. ; 

— Tumidiacirsa n. subg., Typus Sc. bezanconi Boury; — 
Textiscala n. subg., Typus Sc. decussata Lam. — Als neu ab- 
gebildet wird Sc. (Gyroscala) vasconensis p. 255 t. 12 f. 14, 
Miocän von Aquitanien ; — Sc. vidali p. 257, Textfigur; spani- 
sches Miocän. 

p. 261. Mahillon, Victor, Coquilles considerees comme tuyaux sonores. 

— Musikalische Untersuchung der Töne, welche man mit den 
beiden Tritonshörnern hervorbringen kann. 

Jackson, J, Wilfrid, on Vnio distortus Bean and Alasmodon 
vetustus Brown, from the Upper Estuarine Beds of 
Gristhorpe, Yorkshire. — In : the Naturalist, for Febr. 
& March 1911. 

— — , a new species of Unio from the Yorkshire Estuarine 
Series, with notes on other forms. Ibid June 1911. 
Beide Arbeiten mit photographischer Tafel. 

Hilbert, Dr. R., Ergebnisse neuer Feststellungen zur Mollus- 
kenfauna Ostpreussens. In : Schriften Physik, oekonom. 
Gesellschaft Königsberg, Jahrg. 51. 1910. III. S. 
319—323. 

Enthält eine sehr dankanswerte Zusammenstellung aller in 1910 
festgestellten neuen Fundorte und neuen Varietäten, zusammen 
sieben; das Vorkommen der seither für die beiden Preussen 
zweifelhaften Helix ericetorum wurde einwandfrei festgestellt. 
Für die seither für Unio crassus gehaltene Muschel aus dem 
Cruttin-Fluss wird der Name U. batavus var. oviformis einge- 
führt. (Das Vorkommen von Unio decoUata Held und U. 
amnicus Zgl. erscheint mir genauerer Prüfung bedürftig). 



- 223 — 

Schröder, Dr. i?., Beiträge zur Conchijlienkunde von Tirol 
und italienischen Grenzgebieten. — Gross-Lichterfelde 
1911. 8". 44 S.*). 
Enthält, nach Fundorten gesondert, die Molluskenfauna der Um- 
gegend von Kufstein, die Sammelergebnisse von zehn ver- 
schiedenen Tiroler und oberitalienischen Fundorten und im 
Anhang noch vereinzelte, auf flüchtiger Durchreise gemachte 
Funde. Neu sind einige Varietäten. (Campylaea preslii non- 
fasciata, Val Noana; — Arianta arbustorum var. tracbia f. 
major, var. joachimi; — Delima itala var. excessiva; — Tor- 
quilla frumentum gigantea, bis 17 mm gross;) — Campylaea 
cingulata und colubrina werden getrennt gehalten, der Unter- 
schied ausführlich begründet. 

Geyer, D., die Molluskenfauna des Neckars. Mit Tafel 5 
u. 6. In: Jahreshette Ver. Naturk. vol. 67, 1911, 
S. 354-371. 
Eine prächtige kleine Arbeit, die hoffentlich vielfach Nachahmung 
findet. Der Autor folgt dem Neckar von dem Punkte an, wo 
er Mollusken zu führen beginnt, bis zur Landesgrenze und er- 
örtert den Einfluss der verschiedenen Lebensbedingungen auf 
Gestalt und Vorkommen, Bei Unio batavus wird als neue 
Form f. pseudoconsentaneus unterschieden. 

Clessin, S., Conchylien aus dem Auswurf südhayrischer 
Flüsse. — Aus: Bericht naturw. Verein Augsburg 
1911 vol. 39, 40 p. LVII-LXIV. 
Zusammen 134 Species, davon neu : Vitrella heldii, V. carychioidesi 
V. aciculoides. 



*) Nur vom Autor zu Mk. 1.50 zu beziehen. 



Druckfehlerberichtignng. 

In Heft 2 p. 75, Zeile 6 und 17 muss es statt Acme Proth, 
und Proth heissen Rothi und Roth. 

Seite 60, 16. Zeile von oben lies „Lanke" statt ,,Lönke". 
„ 61, 10. „ „ „ ,, ,,Martens" statt „Morten's". 
,, 63, 21. „ „ „ ,, „schwachen" statt „scharfen". 
„ 66, 3. „ „ „ „ „Moräne" statt „Marine". 



^ t24 - 

Seite 66, letzte Zeite ist einzuschieben „dritter Nachtrag". 
„ 67, 15. Zeile von oben lies „oben" statt „eben". 
„ 69, 27. „ „ „ „ „graden" statt „grossen". 
„ 70, 14. „ „ „ „ „Krüper" statt „Krüger"'. 
„ 71. 3. „ „ „ „ „Santos" statt „Bahia". 

Heft II 1910. 
„ 73. 3. Zeile von oben lies „Kormosi" statt „Kosmosi". 
„ 73. 12. ,, „ „ „ „Diosgyör'' statt „Dösgyor". 
„ 73. 12. „ „ „ „ „Osygebirge" statt „Contk-Ge- 

birge" (Komitat Borsod). 
Eingegangene Zahlungen : 
Schermer, Lübeck, Mk. 7.55; — Gude, London, Mk. 7.50. 

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Redigiert von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheira a. M 
Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben: 10. Oktober. 



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Um den Herren Malakologen die Erwerbung 
der früheren -Jahrgänge unseres Nachrichtsblattes 
zu erleichtern, hai)en wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 
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„ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 „ „ 45.— 
ermässigf. — Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
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Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologisehen Gesellsehaft 

TierundTierzigster Jahrgang. 



Redigiert 
von 

Dr. W. K o b e 1 1 

in 

Sehwanheim (Main). 



FRANKFURT AM MAIN. 

Verlag von MORITZ DIESTERWEG 
1912. 



Inhalt, 



Seite 

Müller, Eugen, Die Najaden der Mogilnitza 1 

Kohelt, Dr. W., Diagnosen neuer Meladomus 6 

— — , Diagnosen neuer Gyclotiden 8 

Le Roi, Dr., Ueber Chondrus quadridens (Müll.) in der Rhein- 
provinz 11 

Hilhert, Dr. R, die Molluskenfauna der kurischen Nehrung . . 14 
Wüst, Eivald, Antwort auf die Erklärung und tatsächliche Be- 
richtigung des Herrn Dr. Weiss im Nachrichtsblatt 1911 

Vol. 43 p. 220 19 

— — , Valvata Woodwardi = V. Goldfussiana Wüst .... 21 

— — , Lithoglyphus pyramidatus v. Mlldff. im deutschen Plistocän 22 
Kaufmann, Hans, Abnorme Gehäuse der Posthornschnecke (m.Taf. 1) 24 
Joos, Carlo, H., Neue Landschnecken aus dem Obermiocän von 

Steinheim am Aalbuch in Württemberg. (Mit Taf. 2) . . 30 

Borcherding, F., Stephan Clessin. Nekrolog. (Mit Porträt) ... 49 

Hesse, P., Beschreibung neuer Arten , . • 56 

Lindhohn, W. A., Bemerkungen über Schnecken von Irkutsk 

(Sibirien) 62 

Zwiesele, Prof. Dr. H., Unio pictorum L. in der Schweiz ... 68 

Kohler, A., Dalmatinische Streifzüge 76 

Haas, Dr. F., Zusatz zu meinen »Bemerkungen über Jolya 

letourneuxi Bgt. in No. 4 des Nachrbl. 1911 85 

f Boettger, Prof. Dr. 0., Eine neue Clausilie (Herilla bosnica 

rar. subinterrupta) 87 

Simroth, Dr. H., Ueber einige von Prof. W. May auf der 

Kanaren-Insel Gomera gesammelte Nacktschnecken, ein 

Beitrag zur Geschichte der Kanaren 97 

Geyer, D., Anomalie oder Artbildung? 117 

, Sphyradium columella-gredleri und Vertigo parcedentata- 

genesii 124 

Boettger, Caesar, R., Einiges über die Helicidengattung Klikia 

Psbry 128 

Hesse, P., Berichtigung 144 

Clessin, S., Verzeichnis der von ihm verfassten Werke und 

Abhandlungen 145 



Schroeder, Dr. B., Vincenz Gredler f 153 

Böllinger, Dr. G., Verzeichnis der Gehäuseschnecken von Basels 

Umgebung 169 

Pfeffer, Dr., Jul., lieber eine Abnormität des Gehäuses von 

Pomatia pomatia L 180 

Schermer, E., Einige Bemerkungen über den Einfluss der Trocken- 
heit des letzten Sommers auf die Molluskenfauna ... 197 

Lindhohn, W., Eine neue kaukasische Clausilie 202 



Verzeichnis der neuen Arten. 



t Archaeozonites subverticillus 

steinheimensis Joos ... 31 
Arianta pelia Hesse ... 58 
Clausilia borisi Hesse ... 59 

— bosnicasubinterruptaO.Bttg. — 

— despotina Hesse .... 58 

— lindholmi Kob 202 

— thracica Hesse .... 58 
Cyclotus bialatus Mlldff. . . 8 

— kelantanensis Kob. ... 10 

— papuanus Mlldff. ... 9 

— var. kapaurensis Mlldff. . 9 

— rollei Mlldff. 9 



t Helicodonta involuta angi- 

torta Jooss 34 

Meladomus boettgeri Kob. . 7 

— fultoni Kob 6 

— libycus assiniensis Kob. . 7 
chaperi Kob. ... 7 

— senegalensis Kob. ... 7 
t Patula gottschicki Joos . 32 
Polita wagneri Köhler . . 81 
t Pomatias fraasi Jooss . . 42 
t — excellens Jooss ... 43 
t Strobilus subconoideus Jooss 34 
Theba albocincta Hesse . . 56 
t Vallonia costataeformis Jooss 35 



-•--♦-♦- 



Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

Malakozoologisßlien Gesellschaft 



Viernndvier/igster Jahrgang 
(1912) 



Heft I = 

(Januar — März) 



1 II li a 1 1 ; 



Seite 

, Müller, Eng., Die Najadeii der Mogilnilza 1 

I Kohelt, Dr. W., Diagnosen neuer Meladoinus 6 

Kobelt, Dr. W., Diagnosen neuer Cycloliden i^ 

le Roi, Dr , Uelier Chondrula i|uadridens (Müll.) in der Rliein- 

provinz H 

llilbert, liichard, Dr. und, Die IVIolIui-kenfauna der Kurischen 

Nehrung 14 

Antwort auf die „Erklärung und tatsächliche Berichtigung" f 

des Herrn A. Weiss ^'^ 1 

M'ü^f, EuKild, Valvata Woodwardi Kennard = Valvata Gold- > 

fussiana Wüst i?). • 

' Wüst, Ewald, Lilhoglyphus py raniidatus v. Milldtf. im Deutschen 

Plislozän ; 

KriKffinnfi», Hans, Abnorme Gehäuse der Posthornschnecke 
Jooss, Carlo H , Neue Landschnecken aus dem Oherrniocän 

von Steinheim am Aalhuch in Württemberg .... ;iU 
Literatur 45 



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S. CLE5S1N 



Heft 1 Januar 1912. 

Nfachriclitsblatt 

dep Deutschen 

Malakozoöfogisclien Gesellschaft. 

Vierundvierzigster Jahrgang. 

Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7.50. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr.W. Kobelt in Sc hw a n h ei m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diester weg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Die Najaden der Mogilnitza. 

Von 

Eng. Müller, Lehrer in Grätz (Bez. Posen). 



Die Mogilnitza, ein Bächlein von so untergeord- 
neter Bedeutung, dass man sie kaum des Erwähnens 
für wert hält, erhebt darauf Anspruch, in der Malako- 
zoologie genannt zu werden. Sie ist ein Wässerlein 
von kaum 50 km Länge, welches sich aus einer 
grösseren Anzahl kleiner Quellbäche zusammensetzt 
und im grossen und ganzen von Nordwest nach Süd- 
ost fliesst. Kurz vor seiner Mündung teilt sich das 
Flüsschen und sendet sein Wasser teils zum Moschiner 



— 2 — 

Kanal, der nach Nordost zur Warthe iliesst, teils er- 
giesst sich auch die Mogilnitza in den Obra-Nord- 
Kanal, der zunächst nach Westen, dann nach der Ver- 
einigung aller Obra-Kanäle als Obra nach Norden zur 
Warthe geht. Beide Mündungsarme sind dürftigen 
Wiesengräben zu vergleichen. Die vereinigte Mogilnitza 
ist etwa 8 bis 10 m breit. Die Ufer sind steil. Die 
Oberkante liegt etwa 2 m über dem Wasserspiegel. 
Obgleich es in dem Bächlein genug tiefe Stellen gibt, 
so ist doch der Wasserstand im allgemeinen sehr niedrig. 
Man kann oft lange Strecken im Bache waten, ohne 
tiefer als 30 cm in das Wasser zu treten. Das Bett 
besteht zumeist aus feinem weissen Sande ; am Rande 
ist aber gewöhnlich eine Zone morastigen Bodens, in 
den man 10 cm und tiefer einsinkt. Die Ufer des 
Flüsschens gehören landschaftlich zu dem Schönsten, 
was die Provinz Posen aufzuweisen hat. Es wechseln 
saftige Wiesen mit sehr fruchtbaren Feldern und herr- 
lichen Laubwäldern ab. Die ausgedehnten Kiefern- 
forsten Posens sieht man erst im Hintergrunde des 
Landschaftsbildes als dunkle Linie am Horizont an- 
gedeutet. 

Dieses Flüsschen beherbergt an Najaden Unio 
pidorum L., U. hatavus Lm. und Anodonta piscinalis Nilss. ; 
ausser diesen findet man noch hin und wieder einen 
Gast, der sich dorthin verirrt hat. Die echten Mogil- 
nitzamuscheln haben folgende Merkmale gemeinsam : 
sie sind alle gross, edelgeformt, dickschalig, mit reinem 
Perlmutter, nicht zerfressen und auch nicht vom Sande 
abgerieben. 

Vnio pictorum L. der geeinigten Mogilnitza zeigt 
in mancher Hinsicht ein anderes Verhalten als in seinen 
Quellbächen. In der eigentlichen Mogilnitza (Woznik 
bis Karczewo) wird JJ. pictorum L. bis 105 mm lang 



und dabei 48 mm breit und 32 mm dick. Die Epidermis 
ist olivgrün, jüngere Stücke zeigen oft schöne grüne 
Linien, die radial von den Wirbeln zum Hinter- und 
Unterrande verlaufen. 6 Jahresringe deuten das Alter 
der Muschel an. Das Perlmutter ist rein weiss. Die 
Gestalt des U. pidorum ist breit zungenförmig; der 
Vorderrand ist schön halbkreisförmig gebogen ; Ober- 
und ünterrand sind gerade. Der Hinterrand fällt von 
der Ecke des Rückens schnell zum Schnabel ab. 
Letzterer ist vom Hinter- und Unterrande her durch 
schnelles Zuspitzen entstanden. Deutliche Ecken be- 
zeichnen die Ansatzstellen des Schnabels. Der Wirbel 
ist breit, die Skulptur stets unverletzt. Das Ligament 
ist kräftig und breit. Die mir vorliegende Muschel 
wiegt leer 37 g, ist aber trotz ihrer Derbheit durch- 
scheinend. U. pictorum ist in der Mogilnitza die am 
häufigsten vorkommende Muschel. Sie ist stets fast 
ganz im Grunde vergraben, nur der Schnabel bis 
zum Ligament ragt hervor und ist dicht mit einer 
Schlammkruste bedeckt. Man findet hin und wieder 
dekurvierte Stücke, bei denen der Ober- und Hinter- 
rand vom Wirbel aus im Bogen zur Schnabelspitze 
abfällt, die fast in der Ebene des Unterrandes liegt; 
dabei ist das Vorderende stark verschmälert, so dass die 
Muschel den Eindruck hervorruft, als ob sie bucklig 
wäre. Der Malermuschel aus der Mogilnitza sehr ähn- 
lich an Gestalt, Farbe und Grösse sind von mir be- 
kannten Unionen die aus dem Moschiner Kanal, dem 
Obra-Nordkanal, dem Donau-Abschnitt ob Wörth bei 
Regensburg und bei den Petroleumtanks daselbst. 
Letzterer, var. grandis Brn., ist aber noch etwas grösser, 
am Vorderrande schmäler und dabei doch bauchiger. 
Unio pictorum aus der Mogilnitza westlich von Opalenitza 
ist etwas kürzer und schmäler; er ist dunkeloliv gefärbt, 



— 4 — 

am Unterrande mehr eingedrückt. Das Perlmutter ist 
rein und schön rosenrot. Trotzdem der U. pictorum 
nur 97 mm lang, 43 mm breit und 33 mm dick ist, 
also im allgemeinen schlanker als der aus der eigent- 
lichen Mogilnitza ist, so beträgt sein Schalengewicht 
doch 41 g. Er ist also 9 g schwerer als jener. 

Der Unio hataviis Lamarck kommt in der Mogil- 
nitza nur äusserst selten vor. Bisher fand ich ihn nur 
in der geeinigten Mogilnitza und zwar in 2 lebenden 
und einigen ausgestorbenen Schalen. Der Unio hatavus 
Lm. ähnelt dem U. pseudo-litoralis Clessin sehr, wie er 
mir aus der Tabsaue bei Hadersleben und dem Schulen- 
see bei Kiel vorliegt. Ein U. hatavus aus einem anderen 
Gewässer, der dem Mogilnitza -batavus ähnlich sähe, 
ist mir sonst nicht bekannt.*) V. hatavus aus der Mogil- 
nitza ist länglich eirund. Alle Ränder sind schön ge- 
bogen ; auch die Spitze ist abgerundet. Die Epidermis 
ist am Wirbel hellbraun und geht allmählig in ein 
glänzendes Dunkelbraun über. Das Perlmutter ist rein 
und schön rosenrot gefärbt. Die Schalen sind sehr 
dickwandig. Das Schalenpaar, welches mir vorliegt, 
ist 87 mm lang, 45 mm breit und 33 mm dick; es 
wiegt 46 V2 g. — Auch von dieser Muschel besitze ich 
ein dekurviertes Schalenpaar; bei dieser ist der Unter- 
rand anstatt nach aussen, nach innen zu gebogen. 

Als dritte im Bunde der Najaden findet man in 
der Mogilnitza Anodonta piscinalis Nilsson. Diese Muschel 
erreicht hier nicht die Grösse und Dickschaligkeit ihrer 
Namensverwandten im Moschinerkanal : sie hat aber 
hierin grosse Aehnlichkeit mit A. piscinalis der Warthe. 
A. piscinalis der Mogilnitza ist schön länglich eiförmig ; 

*) In neuerer Zeit fand ich 1 Exemplar dieser Muscliel im 
MosL-hiner-Kanal, die mit der U. batavus der Mogilnitza grosse Aehn- 
lichlceit in Grösse, Gestalt und Farbe hat. 



— 5 - 

Ober- und Unterraiid gehen in den Vorder- und Hinter- 
rand über, ohne eine Ecke zu bilden. Der Schnabel 
ist daher kaum angedeutet. Die Muschel ist am Wirbel 
ganz hellbraun und wird nach dem Rande immer dunkler. 
Die Jahresringe unterbrechen die gleichmässige Farbe 
sehr angenehm durch dunklere Ringe. Das Perlmutter 
ist fleckenlos und rein weiss. Die dickschalige Muschel 
erreicht eine Länge von 95 mm, eine Breite von 55 mm 
und eine Dicke von 39 mm ; sie wiegt 27 g. Auch 
Ä. piscmalis und U. hatavus sind stets im Grunde tief 
eingegraben und dick mit Schlamm bedeckt. — Bei 
Opalenitza liegen die Muscheln jedoch nur sehr flach 
im Grunde. Man findet hier Muscheln, die kaum 2 cm 
tief mit dem Unterrande in den Sand des Bettes ein- 
gegraben sind; die Schalen halten sich sauber von 
jeglichem Schlammüberzuge. 

Bei Opalenitza fand ich 2 Anodonten, die zur 
Najadenfauna der Mogilnitza nicht gehören. Die eine 
davon, A. fragilissima Clessin, hält die Mitte zwischen 
A, piscinalis und A. cellensis. Ihre Dünnschaligkeit Hess 
mich vermuten, dass es sich um eine Torfmoorform 
handelt. Eine Exkursion zum Torfmoor Kozlowo be- 
stätigte die Richtigkeit meiner Vermutung. Die andere 
Anodonta ist eine cellensis Sehr. Auch diese ist offen- 
bar ein Gast in der Mogilnitza; sie dürfte aus dem 
Teich bei Zgierzynko stammen, dessen Abfluss auch 
ein Mogilnitzaquellbach ist, der sich mit dem vereinigt, 
welcher bei Opalenitza vorüberfliesst. Der dicke 
Schlammüberzug der Muschel deutet darauf hin, dass 
sie nicht aus der Mogilnitza stammt, sondern durch 
Hochwasser hierher transportiert worden ist. Den Teich 
bei Zgierzynko daraufhin zu untersuchen, hatte ich 
aber bis jetzt noch keine Gelegenheit. 



— 6 — 
Diagnosen neuer Meladomus. 

Von 

Dr. W. Kobelt. 



Meladomus (Lanistes) fultoni n. 
T. umbilicata, globosa, subtiliter striatula, nitida, 
viridi-fuscescens, basin versus lutescens, fasciis angustis in 
anfr. ultimo 4 ornata ; spira breviter conica, gradata, apice 
valde erosa; sutura distincta, linearis. Anfr. persist. 3—4 
supra breviter contabulati, dein distincte angulato-carinati, 
rapide crescentes, ult. permagnus, initio medio quoque an- 
gulatus, angulo et carina supera aperturam versus evanes- 
centibus, circa umbilicum profundum acute carinatus, carina 
usque ad peristoma persistente. Apert. mediocriter obliqua, 
irregulariter ovata, supra leviter lunata, intus fuscescens 
fasciis vix translucentibus, albido labiata ; peristoma acutum, 
basi subeffusum, marginibus haud junctis, columellari 
supra tantum leviter dilatato et reflexo. Diam 45, alt. 
obl. 47, alt. apert. obl. 30, diam 15 mm. 

Hab. Victoria Nyanza (cfr. M. Ch. II t. 27 %. 1, 2). 

Meladomus (Lanistes) senegalensis n. 

T. sinistrorsa, late et pervie umbilicata, depresse 
subglobosa, solida, vix nitens, oblique et sat ruditer striata, 
sculptura spirali vix conspicua, viridi-fusca, fasciis satura- 
tioribus latiusculis obsoletis ornata, et in anfractu ultimo 
usque ad aperturam erosa; spira gradata, depresse conica, 
undique erosa. Anfr. superst. 4, supremi convexi, penul- 
timus infra suturam contabulatus, angulatus, ultimus multo 
major, modice dilatatus, supra planatus, obsolete tantum 
angulatus, dein convexus, circa umbilicum iterum carinatus. 
Apert. late ovato-rotundata, modice obliqua : columella 
stricta, faucibus fuscis late albido-coeruleo limbatis, fasciis 
externis translucentibus ; peristoma tenue, acutum, mar- 



ginibus callo tenui vix junctis, externo primum horizontali, 
dein regulariter arcuato, intus distincte labiato, columellari 
supra albo, parura dilatato et reflexo. — Diam. maj. 
45, alt. 35, dimens. apert. 27 : 20 mm. 

Meladomus (Lanistes) senegalensis (? carinatus var.) 
Kobelt, in Mart. Chemnitz II p. 31 t. 28 fig. 13, 14. 
Hab. Senegal. 

Meladomus lihycus chaperi n. 

Differt a typo t. minore, plus minusve spiraliter 
lirata, globosa vel ovato-globosa, spira gradata, acute an- 
gulata, saepe profunde erosa, anfr. ultimo circa umbilicum 
latum pervium acute carinato. — Diam. maj. 25—27, alt. 
26—27 mm. 

Meladomus libycus chaperi Kobelt in : Mart. Chemnitz 
II p. 30 t. 27 f. 3—6. 

Hab. Dahomey Africae occidentalis. 

Meladomus lihycus assiniensis n. 

T. anguste et obtecte^ umbilicata, elongato-ovata, 
obsolete striata, sculptura spirali fere nulla, unicolor nigro 
fusca, solida, crassa ; spira distincte gradata ; sutura linearis. 
Anfr. superst. 4 supra plani, dein distinctissime angulato- 
carinati, infra carinam vix convexiusculi; ultimus major, 
elongatus, basi carina mediocri umbilicum cingente munitus. 
Apertura angusta et subirregulariter ovata, supra acute 
angulata, infra compressa, intus nigrofusca; peristoma 
acutum, margine columellari vix dilatato sed intus albo- 
calloso, in umbilicum impresso eumque fere obtegente. — 
Alt. 29, diam. maj. 24, dim. apert. 20 : 10 mm. 

Meladomus libycus assiniensis Kobelt, in : Mart. 
Chemnitz II p. 30 t. 26 f. 6, 7. 
Hab. Assinie Africae occidentalis. 

Meladomus boettgeri n. 

T. ovato-globosa, aperte umbilicata, laeviuscula, vix 
striatula, sculptura spirali nulla, nitidula, viridi-grisea, fas- 



— 8 — 

ciis latis fuscis pulcherrimc ornaia, epidermide cutacea 
viridi lutescente induta; spira depressa, subgradata, 
valde erosa. Anfr. superst. 4^2 convexi, supra planati 
sed vix angulati, ult. multo major, rotundatus, circa 
umbilicum vix lovissime compressus. Apert. oblonga, 
supra et infra angustata, haud dilatata, faucibus fusces- 
centibus pulcherrime fasciatis ; peristoma tenue, acutum, 
haud incrassatum, marginibus callo tenuissimo junctis. — 
Operculum normale, annulis prominentibus 3—4 insigne. 
— Diam. 35, alt. 35, alt. apert. obl. 25, lat. 16 mm. 

Meladomus boettgeri Kobelt, in: Marl. Ghemn. ed. II 
t. 30 f. 6, 7. 
Hab. Gabun. 



Diagnosen neuer Cyclotiden. 

Von 
Dr. W. Kobelt. 



1. Cydotus (Opisthoporus) bialatus (Moellendorff mss.). 
T. parva, late umbilicata, depressa, solidula, subtiliter 
striatula, epidermide tenui, lutescente, adhaerente induta, 
strigis fulminulatis supra castaneis, infra peripheriam 
pallidioribus dein evanescentibus ornata. Spira brcviter 
conica, prominula, summo unicolor castaneo, apice acu- 
tissimo, sutura impressa. Anfr. 4V2 regulariter accrescentes, 
inferi ad suturam planati, dein convexi, uHimus circa um- 
bilicum compressus, antice valde descendens, 3 mm pone 
aperturam tubulo erecto retrorsum spectante insignis. 
Apertura perobliqua, circularis, piano irregulari ; peristoma 
fusco - albidum, subduplex : internum continuum, haud 
porrectum, externum tenuissimum, extus late dilatatum et 
reflexum, supra et ad basin alato-productum, ad columellam 
subite evanescens. — Operculum normale. 



Diam. maj. 10, min. 8, alt 7 mm. 

Opisthoporus bialatus Moellendorff in coli. 
Hab. — ? 

2. Cijclotus (Pseudocyclophorus) papuamis (Moellendorff mss). 

T. late umbilicata, miibilico ^/lo diametri aequante, 
depressa, solidula, sat ruditer striata, hie illic obsolete 
costulata, albida, epidermide lutescente induta, unicolor 
vel eastaneo strigata et fasciata. Spira depressa, apice 
breviter mucronato, sutura perprofimda. Anfractus 472 
convexi, celeriter accrescentes, ultimus dilatatus, rotundatus, 
antice celeriter descendens. Apertura parum obliqua, 
circularis, peristomate expanso, super parietem aperturalem 
continuo, marginibus bene arcuatis, externo duplici. — 
Operculum planiusculum, lamellis 2 sulco profundo divisis 
compositum, externa majore ad margines prominente, anf. 
7 — 8 ad suturam prominentibus, interna laevis, concava. 
Diam. maj. 20, min. 14, alt. 11, diam. apert. 10 mm. 

Cyclotus (Pseudocyclophorus) papuanus Moellendorff 
in coli. - Kobelt, in : Martini & Chemnitz Conch Gab ed. 
II p. 812 t. 121 flg. 6—8. 

Hab. Takar, in parte boreali Novae Guineae occi- 
denlalis. 

Var. kapaurensis n, differt a typo testa minore, 
supra saturatius strigata, infra peripheriam fascia latiore sub 
irregulari castanea ornata. Diam. maj. 17, min. 13, alt 
9,5, diam. apert. 9 mm. (M. Ch. II p. 813 t. 121 fig. 9-11). 

Hab. Kapaur in parte meridionali Novae Guineae 
Occidental is. 

3, Cyclotus (Pseudocyclophorus) rollei Moellendorff mss. 

T. modice sed profunde ac pervie umbilicata, globoso- 

turbinata, solida, subtilissime striatula, sub epidermide fusca 

adhaerente griseo-albida, infra suturam alternatim strigis 

brevibus obliquis castaneis et lutescentibus ornata, infra 



— 10 — 

periplieriam obsoletissimo caslaueo fasciala. Spira conica, 
subgradata, apice acuto, castaneo ; sulura linearis. Anfr. 
5 convexl, leniter accrescentes, ult. rotundatus, anticc dis- 
tincte descendens. Apert. parum obliqua, circularis, fau- 
cibus saturate castaneis ; peristoma album, labio interno 
subduplicatum, leviter campaniilatini dilatalum. —- Opcrc. 
magnum, terminale, teslaceum, lamella externa majore, 
ultra internam prominente, medio tantum spiram dislinctam 
exhibente, interna vix concava, ad marginem limbo in- 
crassato quasi circumvallata. 

Diam. maj. 17, min. 15, alt. 16, diam. aperl. 9 mm. 

Hab. Toll, Key Ins. 

Gyclotus (Pseudoeyclophorus) rollei Moellendorff in 
sched. — Kobelt, in : Martini & Chemnitz, Conch. Gab 
ed II .1 128 f. 1-4. 

4. Ctjclotus (Opisthoporus) kelantanensis n. sp. 

Testa late et aperto umbilicala, depressa, tenuiuscula, 
translucida, rosaceo-albida, supra pulcherrime castaneo 
maeulata et strigata, strigis ultra peripheriam productis; 
spira fere plana apice parum prominulo; castaneo ; sutura 
profunda. Anfractus 4 convexi, ad suturam planati, re- 
gulariter crescentes, ultimus antice perprofunde descendens, 
ferc 4 mm pone peristoma tubulo erecto humili munitus. 
Apertura pcrobliqua, magna; peristoma rosaceum minime 
incrassatum, duplex: internnm continuum, filiforme, cxternum 
companulatim dilatatum, supra valde productum, ad mar- 
ginem columellarem evanescens. — Operculum normale. 
Diam. maj. 13, min. 11, alt. 8 mm. 

Gyclotus (Opisthoporus) kelantanensis Kobelt, in : 
Martini & Chemnitz Conch. Gab. ed II t. 26 fig. 19-21. 

Kelantan. 



- 11 — 

lieber Choudrula quadridens (Müll.) in der RheinprOTiuz. 

Von 

Dr. le Roi in Bonn. 



In seinem vortrefflichen Buche „Unsere Land- und 
Süsswasser-MoUusken" macht D. Geyer p. 49 über 
Ch. quadridens die Angabe „über den Jura ins Rheintal 
eingreifend (im Breisgau lebend, in der Rheinprovinz 
angeschwemmt)." In unserer Provinz kommt die in- 
teressante, ausgesprochen südeuropäische Art aber 
auch lebend im Nahetal vor. Bei Gelegenheit der Ver- 
sammlung des Zoologischen Vereins für Rheinland- 
Westfalen in der diesjährigen (1911) Pfingstwoche zu 
Kreuznach entdeckte ich am Rheingrafenstein gegenüber 
Münster a. St. ein Gehäuse derselben. Ich zeigte es 
Dr. F. H aas- Frankfurt und Prof. Dr. R. La Ute r bor n- 
Heidelberg und wir fanden beim weiteren Nachsuchen 
an dieser Stelle noch eine ganze Reihe Stücke. Am 
gleichen Tage sammelte ich die Art auch weiter auf- 
wärts im Nahetal ebenfalls in Anzahl und zwar in dem 
Pflanzenschutzbezirk bei Waldböckelheim an einer aus- 
gesprochen xerothermischen Lokalität, dem westlichsten 
Standort der pontischen Oxytropis pilosa D. C. Hier war 
sie vergesellschaftet mit Xerophila ericetoriim, Zehrina 
detrita, Pupilla muscorum und der sehr wärmebedürftigen 
Pupilla Sterri*), also Formen verschiedener Herkunft, 
die aber ähnliche Anforderungen an ihren Aufenthalts- 
ort stellen. Andere diese Tiergemeinschaft charakteri- 
sierende Arten sind die Orthopteren Platycleis grisea 
Fabr., die Prof. Lauterborn in einem unausgebildeten 
Stück fand und Ephippigera vitium Serv., von der ich 
ein junges Individuum griff, sowie die bisher in Deutsch- 
land nur aus dem Elsass nachgewiesenen südlichen 

*) Vergl. diese ZeitscLr. 1910, p. 15, 1911, p. 6. 



— 12 - 

Ameisenarten Camponotus lateralis und C. maculatus var. 
aethiops, welche Dr. Reichen sperger hier sammelte. 

Alle gefundenen Stücke der Ch. quadridens waren 
leer, z. T. aber ganz frisch und unverwittert. Die un- 
gewöhnliche Hitze der vorhergehenden Tage hatte die 
lebenden Tiere wohl tief in ihre Schlupfwinkel in dem 
sonnendurchglühten Gestein getrieben. 

Schon früher war die Art im Nahetal gefunden 
worden, doch scheint die bezügliche Angabe in Ver- 
gessenheit geraten zu sein. Wein kau ff hat sie näm- 
lich vor einem halben Jahrhundert „an einer Lehmwand" 
bei Kreuznach bis zum Jahre 1857 zahlreich angetroffen, 
seitdem aber nicht wieder. Er führte dies darauf zu- 
rück, dass seit 1857 die trockenen Sommer das Aus- 
sterben an dieser Stelle bewirkt hätten. (Diese Zeit- 
schr. 1871, p. 10). Dieser Grund will mir jedoch bei 
einer so wärmeliebenden Schnecke nicht recht ein- 
leuchten. Oertliche Veränderungen dürften die wahre 
Ursache des Verschwindens gewesen sein. 

0. Boettger hat im vergangenen Jahre an einer 
sehr versteckten Stelle (Zoolog. Beobachter 1910, p, 155) 
als Fundort der Species Münster a. St. genannt. Viel- 
leicht ist damit der obenerwähnte Rheingrafenstein 
gemeint. 

Ich bin überzeugt, dass Ch. quadridens im Nahetal 
an geeigneten Orten noch weiter verbreitet ist. Von 
Oberstein wurde sie mir bereits als vorkommend an- 
gegeben, doch erwarte ich zur Bestätigung noch Be- 
legexemplare von dort. 

Vor vielen Jahren hat Hart mann (Erd- und 
Süsswasser-Gastropoden der Schweiz, St. Gallen 1844, 
p. 152) die Art noch weiter nördlich im Rheintal, an 
den Leyen ob Friedrichstein bei Neuwied angetroffen. 
Diese Leyen sind aber bereits beim Bau der rechts- 



— 13 - 

rheinischen Eisenbahn teilweise abgetragen worden und 
ihre Reste wurden vor mehreren Jahrzehnten bei der 
Anlage eines Weinberges gänzlich beseitigt. Am 2. Juli 
d. Js. habe ich die ganze Umgebung der Stellen ge- 
meinsam mit Herrn Caesar R. Boettger gründlich 
abgesucht. Wir fanden aber nicht die geringste Spur 
der Art mehr vor und tragen kein Bedenken, sie hier 
als völlig vernichtet anzusehen. 

Die leeren Gehäuse, welche Goldfuss (Ver- 
zeichnis der bis jetzt in der Rheinprovinz und West- 
falen beobachteten Land- und Süsswasser-Mollusken. Ver- 
handl. Nat. Ver. preuss. Rheinl. 1857, p. 74) um 1850 
bei Bonn im Rheingenist fand, dürften wohl von dem ehe- 
maligen Neuwieder Fundort rheinabwärts geschwemmt 
worden sein. Ich habe bislang im Rheingenist bei 
Bonn keine Schalen der Art entdecken können. 

Das Nahetal ist jedenfalls zur Zeit die nördlichste 
Gegend in Deutschland, in der Ch. quadridens lebend 
vorkommt. Ich halte es aber nicht für ausgeschlossen, 
dass sie noch weiter nordwärts angetroffen wird, denn 
V. Ferrant erwähnt in seinem in Deutschland nahezu 
unbekannten Buche „Faune des MoUusques terrestres 
et fluviatiles du Grand-Duche de Luxembourg, Luxem- 
bourg 1902", p. 95, er habe Stücke von Echternach an 
der Sauer erhalten, wo die Art sehr selten sei. Ech- 
ternach wäre somit ihr am weitesten nach Norden 
vorgeschobener Fundort, der gewiss mit den südlicheren 
in Verbindung steht. Eine gründliche Untersuchung 
des Sauer- und Moseltales, die im wesentlichen noch 
aussteht, könnte hierüber Klarheit schaffen. 



— 14 — 
Die Mollustenfauna der Kurischen Nehrang. 

Von 

Dr. med. Richard Hubert, Sensburg. 



Wegen der abgeschlossenen, fast insularen Lage 
der Kurischen Nehrung erschien es mir interessant, 
einmal eine Zusammenstellung der Molluskenfauna 
dieses abgelegenen Gebietes zu machen, und dabei 
auf etwaige Besonderheiten dieser Faunula zu achten. 

Die Kurische Nehrung ist eine lange, schmale, 
zwischen dem Kurischen Haf und dem Baltischen Meer 
gelegene Landzunge, welche an der Samländischen 
Küste, nahe bei dem bekannten Badeorte Cranz beginnt 
und nordwärts bis zum Memeler Tief von 54^* 58' 
bis 55° 44' nördlicher Breite reicht. Ihre Länge beträgt 
97 Km., die schmälste Stelle, bei dem Dorfe Sarkau, misst 
0,5 Km., ihre grösste Breite mit 4 Km. erreicht sie 
bei der Ortschaft Rossitten. Ihr Flächeninhalt beträgt 
140 DKm. 

Vom geologischen Standpunkt aus betrachtet, ge- 
hört die Kurische Nehrung zu den jüngsten Gebilden 
unseres Planeten, zum Alluvium. Nur an ihrer Wurzel 
und bei dem Dorf Rossitten tritt Diluvialmergel zu 
Tage. Sonst ist sie von bewachsenen und für grosse 
Strecken auch von kahlen Wanderdünen bedeckt. 

Die bewachsenen Dünen tragen entweder alten 
urwüchsigen Wald, so nördlich von Cranz, ferner bei 
Rossitten, bei Nidden und bei Schwarzort, oder sie 
sind mit Kunstwald bestanden: sie tragen eine so- 
genannte „Plantage". Flüsse oder Quellen gibt es auf 
der Nehrung nicht, sondern man findet nur einige 
wenige kleine Teiche, so nördlich von Cranz, bei 
Rossitten und bei Schwarzort. 



— 15 — 

In der nun folgenden Aufzählung sollen nur die 
wirklich auf der Nehrung lebenden Mollusken berück- 
sichtigt werden ; die marine Fauna und die des Haffs 
soll weiterhin nicht in Betracht kommen. 

Der Hochwald zwischen Schwentlund und Cranz, 
am südlichen Ende der Nehrung, ist ein Mischwald 
mit Vorherrschen der Coniferen : Er besteht aus Pinus 
silvestris L., Picea excelsa Lk., Thuja gigantea Nutt. in 
mächtigen Exemplaren, ferner aus Birken, Erlen, Ahorn, 
Linden, Ulmen und reichlichem Unterholz. Von Weich- 
tieren leben hier: Limax cinereo-niger Wolff, L, agrestis 
L., L. arborum Bouch., Arion empiricorum L., Hyalina 
pura Alder, Carychium minimum Müll., Fruticicola 
hispida L., F. hispida var. concinna Jeffr., F. strigella 
Drap., F. fruticum Müll., Tachea hortensis L., (gelbe 
und gebänderte Gehäuse), Zua lubrica Müll., Zonitoides 
nitidus Müll., Pupa muscorum L., Weiter findet man 
hier noch: Succinea Pfeifferi Rossm., S. putris L. und 
S. putris var. grandis Haz. in 26 mm hohen Exemplaren. 
— Die in diesem Walde befindlichen kleinen und 
sumpfigen Teiche enthalten : Planorbis corneus L., PI. 
corneus var. elophilus Bgt., PI. marginatus Drap., 
Limnaea stagnalis L., L. auricularia L., Valvata pisci- 
nalis L., Bythinia tentaculata L., Paludina vivipara Müll. 

Die weiter nördlich belegene Ortschaft Sarkau ist 
nur von Kunstwald (Plantage) umgeben und zwar be- 
steht dieser fast ausschliesslich aus Pinus montana Mill. 
Diese Kiefernart gedejht selbst auf dem fliegenden 
Dünensand, der zwischen den einzelnen Bäumen überall 
zu Tage tritt. Hier lebt in grossen Mengen Fruticicola 
fruticum Müll. Zu hunderten kann man im Sande ihre 
schneeweiss gebleichten Gehäuse sammeln. Lebende 
Tiere, und zwar bänderlose wie auch gebänderte, findet 
man nur nach Regenfällen, dann aber ebenfalls in 



— 16 — 

grosser Individuen-Zahl. Sicher ein Beweis dafür, dass 
diese Schnecke das harzige Nadelholz nicht scheut! 
Zwischen dieser Art, doch immer als Seltenheit, sieht 
man auch Tachea hortensis L. (nur gebändert), fernerhin 
noch seltener Fruticicola strigella Drap. 

Einige Kilometer nordwärts von Sarkau beginnt 
die kahle Dünenlandschaft; auch sie ist nicht ganz 
ohne Molluskenleben. So finden wir hier, in einem 
Dünental auf den grossen Blättern von Petasites tomen- 
tosus De. oder an der bereiften Salix daphnoides Vill. 
hängend in grossen Exemplaren die Succinea putris 
var. grandis Haz. Sie ist allerdings die einzige Ver- 
treterin der Weichtierwelt in der Wüste und wir be- 
kommen nun bis Rossitten Weichtiere nicht mehr zu 
sehen. 

Rossitten, der bedeutendste Ort der Kurischen 
Nehrung, berühmt durch die dortige Vogelwarte, ist 
von altem Urwald wie auch von Kunstwald umrahmt. 
Auch dieser Wald ist ein Mischwald von ähnlichem 
Charakter, wie der von Cranz. Nur sieht man hier 
noch grosse Erlenbestände (Alnus glutinosa Gärt. u. 
A. incana D. C), das Hauptfutter der hier hausenden 
Elche. In diesen Waldungen konnte ich nur Succinea 
putris L. u. S. putris f. albinotica feststellen. Dafür 
enthielten die dortigen Teiche eine Molluskenfauna, die 
gewisse eigentümliche Züge aufwies. — Wir kommen 
zunächst zu dem südlichsten dieser Teiche, der „Pelk". 
Alle hier lebenden Mollusken zeichnen sich durch er- 
hebliche Grösse und durch Dünnschaligkeit aus. Ich 
fand: Limnaea stagnalis L., L. auricularia, L., Planorbis 
corneus L., PI. marginatus Drap., Bythinia tentaculata 
L. und Paludina vivipara L. Letztere Schnecke zeich- 
net sich durch ganz kolossale Dimensionen aus: das 
grösste von mir gemessene Exemplar hatte eine Höhe 



' _ 17 — 

von 44 mm. Dabei waren die Gehäuse noch verkürzt, 
da bei allen Exemplaren die Wirbel durch Corrosion 
verloren gegangen waren. (Wahrscheinlich var. lacustris 
Beck.) 

Etwas weiter nördlich von der „Pelk" befindet 
sich der durch seinen Vogelreichtum bekannte Möven- 
bruch. Hier konnte ich folgende Mollusken-Arten fest- 
stellen: Planorbis corneus L., PI. marginatus Drap., 
Limnaea stagnalis L., L. auricularia L., L, ovata Müll,, 
L. palustris Drap., L. palustris var. corvus Gmel., L. 
peregra Drap., Paludina vivipara L., Anodonta cygnea 
L., Pisidium obtusale Pfeiff. Die dort lebenden Exem- 
plare von Planorbis corneus und Limnaea stagnalis 
zeichnen sich durch eine eigentümliche und sehr 
auffallende kirschrote Gehäusefarbe aus. — Die inner- 
halb des Dorfes liegende „Lunk" zeigte dieselbe Mol- 
iuskenfauna, doch ohne die auffallende kirschrote Farbe 
der Gehäuse. 

Nördlich von Rossiten befindet sich noch, unter- 
halb und östlich vom schwarzen Berge, einer bepflanz- 
ten Düne, belegen, ein namenloser sumpfiger Teich, 
der sehr flach ist und dessen Mollusken sich durch 
besondere Kleinheit (wohl Hungerformen) auszeichnen. 
Es leben dort: Planorbis corneus L., PI. marginatus 
Drap., PI. nitidus Müll., PI. rotundatus Poiret, PI. vor- 
tex L., Limnaea stagnalis var. arenaria Colb., L. ovata 
Drap., L. palustris Drap., Bythinia tentaculata L., Val- 
vata cristata Müll., V. antiqua Sow. — Von diesen drei 
Wasserbecken sind Pelk und Lunk von Waid umgeben, 
während die beiden anderen Teiche frei liegen. 

Zwischen Rossiten und Nidden befindet sich wieder 
eine grössere Strecke, die nur von Wanderdünen ein- 
genommen ist. Ein Molluskenleben fehlt in dieser 
Wüste gänzlich. Erst in dem alten Waldbestande von 



— 18 — 

Nidden findet man wieder Succinea putris L. und S. 
piitris {. albinotica ; dazu noch Limax arborum Bouch. ; 
andere Schnecken sah ich nicht. Mangels eines Binnen- 
gewässers gibt es dort auch keine Wassermollusken. 

Nun folgt wieder eine Strecke wüsten Sandes 
unterbrochen durch die Plantagen von Preyl und Per- 
welk bis wir den alten, schon lange sichtbaren Wald 
des viel besuchten Seebades Schwarzort erreichen. 
Hier findet man wieder: Arion subfuscus Drap., Limax 
arborum Bouch., L. agrestis L., Tachea hortensis L., 
(mit gelben und sehr kleinen Gehäusen), Zua lubrica 
Müll., Fruticicola hispida L. und Zonitoides nitidus Müll. 
Am Haffufer auch noch Succinea Pfeifferi Rossm. und 
S. putris L. nebst S. putris f. albinotica. — Nördlich 
von Schwarzort befinden sich zwei kleine stark ver- 
torfte Teiche: sie enthalten nur Limnaea ovata Drap, 
und Pisidium fossarinum Cless. 

Der nördlichste Abschnitt der Nehrung besteht 
nur aus Kunstwald; Teiche oder andere Gewässer 
feWen hier vollständig. In diesem Gebiet findet sich 
nur die offenbar frisch in das neue Land eingewanderte 
Succinea putris L. Albinotische Formen habe ich in 
diesem Gebiet nicht bemerkt. 

Dieses sind die Ergebnisse meiner Feststellungen, 
die ich im Lauf von zehn Bereisungen der Kurischen 
Nehrung gewonnen habe. Etwaige spätere Neufunde 
dürften an dem Gesamtbilde dieser Fauna nicht viel 
ändern. 

Gefunden wurden 16 Arten von Landmollusken 
mit 3 Varietäten, weiter 18 Arten von Süsswasser- 
Mollusken mit gleichfalls 3 Varietäten ; im Ganzen 
leben also auf der Kurischen Nehrung 34 Arten und 
6 Varietäten von Weichtieren. 



— 19 — 

Für die Grösse des behandelten Gebietes ist 
dieses nur eine geringe Anzahl: doch ist dabei zu be- 
denken, dass das Nehrungsgebiet sowohl geologisch, 
wie geographisch recht einförmig ist, so dass trotz der 
Ausdehnung der Nehrung von fast 100 Km. Länge, 
immer dieselben einfachen Lebensbedingungen für diese 
Tiere wiederkehren. 

Die grösste Anzahl von Molluskenarten bewohnt 
den südlichen Teil der Nehrung; diese Zahl wird, je 
weiter man nordwärts vordringt, immer geringer, wobei 
die Gebiete des alten Nehrungswaldes, Rossitten, Nidden, 
Schwarzort, Inseln grösserer Häufigkeit sowohl an 
Arten als auch an Individuen darstellen. Dieses liegt 
natürlich nicht an klimatischen Verhältnissen, da das 
Klima auf der ganzen Kurischen Nehrung das gleiche 
ist, sondern es liegt daran, dass die Wurzel der 
Nehrung die Eingangspforte für die Besiedelung des 
Gebietes bildet. Daher besteht auch bei den andern 
Tierklassen, mit Ausnahme der Vögel, die eine freiere 
Beweglichkeit besitzen, dasselbe Verhältnis. 



Antwort auf die 
„Erklärung und tatsächliche Berichtigung" 

des Herrn A. Weiss (in diesem Nachrichtsbl., 43- Jahrg,, 
1911, S. 220-221). 

Meine Arbeit über „Die plistozänen Ablagerungen des 
Travertingebietes der Gegend von Weimar ..." (Zeitschr. 
f. Naturwiss,, Bd. 82, S. 161—252) wurde der Redaktion 
am 15. 4. 1910 als Manuskript eingereicht. In erster 
Korrektur erhielt ich den ersten Bogen am 23. 5. 1910, 
den letzten Bogen am 11. 8. 1910, die Konchylientabelle 
am 11. G. 1910 und die Profiltafel am 3. U. 1910. Wie 



— 20 — 

Herr Weiss zutreffend bemerkt, trägt das meine Arbeit 
enthaltende Zeitschriftenheft den Aufdruck „März 1911", 
ist aber erst im Juni 1911 an die Vereinsmitgheder ver- 
schickt worden. Die Schrift des Herrn Weiss über „Das 
Pleistocän der Umgegend von Weimar ..." ist nach 
Herrn Weiss' Angabe am 8. 8. 1910 erschienen, im 
Wöchentlichen Verzeichnis der erschienenen und der vor- 
bereiteten Neuigkeiten des deutschen Buchhandels aber erst 
am 1. 9. 1910 angeführt. Nach den mitgeteilten Daten 
hätte ich auf die Schrift des Herrn Weiss höchstens in 
einem nachträglichen Zusätze Bezug nehmen können. 
Keinesfalls konnte ich sie auf S. 162, die mir bereits am 
23. 5. 1910 in Korrektur vorlag, erwähnen. Nach den 
mitgeteilten Daten gebührt Herrn Weiss selbstverständlich 
die Priorität für alle beiden Veröffentlichungen gemeinsamen 
nicht schon früher in der Literatur veröffentlichten An- 
gaben. Sollte Herr Weiss — was ich aus seinen Aus- 
führungen nicht klar zu ersehen vermag — behaupten 
wollen, dass ich seine Schrift ohne Quellenangabe benützt 
habe, so würde er etwas erweislich unwahres beliaupten 
wollen. Herrn Weiss' Angabe, dass in seiner und in 
meiner Veröffentlichung „ungefähr dasselbe" steht, ist für 
jeden, der beide Veröffentlichungen kennt, so absurd, dass 
ich mir ein näheres Eingehen darauf ersparen kann. Die 
Mitteilungen des Herrn Weiss über seine Beobachtungen 
diskutiere ich in einer in Vorbereitung befindlichen Arbeit 
— soweit sie mir bei ihrem mangelhaften Deutsch und 
ihrer weitgehenden Unklarheit verständlich geworden sind. 
Die Schlussfolgerungen und die sonstigen Ausführungen 
des Herrn Weiss, wie z. B. seine in den ungewöhnlichsten 
Ausdrücken gehaltene Polemik gegen mich, stehen m. E. 
erheblich unter dem Niveau einer Diskussionsmöglichkeit. 

Ew. Wüst. 



— 21 — 

Valvata Woodwardi Keiiiiard = Valvata 
Ooldfussiaua Wiisto 

Von 
Ewald Wüst in Kiel. 



In den Proceedings of the Malacological Society, Vol. 
IX, Part. 5, Juno, 1911, p. 324—325 hat A. S. Kennard 
eine Valvata Woodwardi nov. sp, aus dem Cromer Forest 
bed von West Runton in Norfolk beschrieben und abge- 
bildet. Schon das Studium von Kennard's Beschreibung 
und Abbildung Hess es mich vermuten, und die Unter- 
suchung mir durch die Güte des Herrn Kennard zuge- 
kommenen reichen Materiales von Valvata Woodwardi 
machte es mir zur Gewissheit, dass diese Valvata keine 
neue Art ist, sondern vielmehr zu der von mir in den 
Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle, 
23. Band, 1901, S. 220 [236] bis 223 [239] und Tafel I, 
Fig. 43 — 46, aus dem plistozänen Helmekiese von Wendels- 
stein an der Unstrut als neue Art beschriebenen Valvata 
Goldfussiana gehört. Die Originaldiagnosen von Valvata 
Goldfassiana Wüst und von Valvata Woodwardi Kennard 
weichen in einigen Punkten von einander ab: Das Ge- 
häuse der V. Goldfussiana wird als „ziemlich kugelig", das 
der V. Woodwardi als „conical" bezeichnet, V. Goldfussiana 
werden 4, V. Woodwardi 4V2 — 5 Umgänge zugeschrieben 
und V. Goldfussiana soll 6,5 — 7 mm hoch und 7 — 7,5 mm 
breit, V. Woodwardi 9 mm hoch und 7 mm breit sein. 
Wie ich mich überzeugen konnte, beruhen diese Unter- 
schiede — bis auf die verschiedene Breite, welche auf 
einer verschiedenen Art der Messung beruht — lediglich 
darauf, dass die Wendelsteiner Stücke, auf welche ich 
meine V, Goldfussiana gründete, durchweg nicht vollständig 
ausgewachsen sind. Kennard und ich haben Valvata 
naticina Mke. als die nächste lebende Verwandte unserer 



— 22 — 

fossilen Art bezeichnet. Ich habe darauf hingewiesen, dass 
Valvata Goldfussiana der pllozänen V. interposita De 
Stefani nahe steht. Die Fundschicht der Valvata Gold- 
fussiana habe ich als ein wenigstens annäherndes Aequi- 
valent des Cromer Forest bed bezeichnet. Auch nach 
meiner heutigen Ueberzeugung sind der Helmekies von 
Wendelstein und das Cromer Forest bed wenigstens insofern 
ungefähr gleich alt, als sie beide eine Zeit mit interglazia- 
lem Klima angehören, welche vor die grösste oder Mindel- 
Eiszeit fällt. 

Lithoglyphus pyramidatus v. MUdflf. im Deutschen 
Plistozän. 

Von 

Ewald Wüst in Kiel. 



Im Jahre 1898 berichtete K. von Fritsch^) über die 
Auffindung von Lithoglyphus naticoides Fer. in einem von 
nordischem Gesteinsmateriale freien, also vor der ersten 
Vereisung der Gegend abgelagerten plistozänen Unstrutkiese 
bei Zeuchfeld, nördlich von Freyburg an der Unstrut. Im 
Jahre 1901 habe ich^) den Lithoglyphus von Zeuchfeld ein- 
gehend beschrieben und abgebildet, dabei ein Reihe von 
Abweichungen desselben von allen mir bekannten Formen 
des L. naticoides hervorgehoben und schliesslich das Er- 
gebnis meiner Beschäftigung mit dem interessanten Fossile 
in die Worte^) zusammengefasst : „Das mir vorliegende 
rezente Vergleichsmaterial halte ich nicht für ausreichend, 



*) Ein aller Wasserlanf der Unstrut von der Freyburger nach 
der Merseburger Gegend, Zeitschrift für Naturwissenschaften, Bd. 71, 
1898, S. 17—36, S. 26. 

") Untersuchungen über das Pliozän und das älteste Pleistozän 
Thüringens usw., Abhandlungen der Nalurforschenden Gesellschaft zu 
Halle, 23. Bd., 1901. S. 1 (17) — 352 (368), S. 165, 227—230, T. I, 
Fig. 64—67. 

") A. a. 0., S. 229-230. 



— 23 " 

um sicher cnlschoiden zü können, ob die erörterten Eigen- 
tümlichkeiten des Zeuchft'lder Lithoglyphus in die Variations- 
grenzen für Lithoglyphus naticoides Fer. fallen oder nicht. 
Ich sehe daher von einer Nenbenennung des Zcuchfelder 
Lithoglyphus ab und bezeichne denselben vorläufig als 
Lithoglyphus cf. naticoides Fer." Seither habe ich den 
Zeuchfelder Lithoglyphus dauernd im Auge behalten, ohne 
zu einer sicheren Bestimmung zu kommen, bis mich kürz- 
lich eine erneute Revision, zu der ich durch Kormos'^) 
Behandlung des Lithoglyphus pyramidatus v. Mlldff. ver- 
anlasst wurde, zu dem Ergebnisse führte, dass der Zeuch- 
felder Lithoglyphus zu L. pyramidatus gehört. Die von mir 
1901 hervorgehobenen Unterschiede zwischen dem Zeuch- 
felder Lithoglyphus und Lithoglyphus naticoides sind die 
Unterschiede zwischen L. pyramidatus und L. naticoides. 
An Material von sicherem L. pyramidatus konnte ich nur 
(in Stück aus dem Plis'ozän von Väroshidveg im Plattensee- 
gebiete in Ungarn vergleichen, das ich der Güte des Herrn 
Dr. Kormos, K. Ungar. Reichsgeologen in Budapest, ver- 
danke. Herr Dr. Kormos, der mit Lithoglyphus pyramidatus 
sehr vertraut ist, erklärte sich auf Grund eines ihm zuge- 
sandten Stückes mit meiner Bestimmung des Zeuchfelder 
Lithoglyphus als L. pyramidatus einverstanden. 

Lithoglyphus pyramidatus ist lebend aus Bosnien 
und Kroatien, fossil aus zwei plistozänen Flussablagerungen 
des Plattenseegebietes in Ungarn (am Säfränykert bei 
Siöfok und am Kavicsosdomb bei Väroshidveg) bekannt.^) 
Ob der von Gottsche^) in der plistozänen Paludinenbank 

') Neue Beiträge zur Geologie und Fauna der unleren Plisto- 
zänschichten in der Umgebung des Bnlatonsees, Separat-Abdruok aus 
dem Werke: „Resullate der wissenschaftlichen Erforschung des Bala- 
lonsees", I. Band, 1. Teil. Paläont. Anhang, Budapest 1910, S. 39— 40 
(mit Fig. lOj. 

") Kormos, a. a. 0. 

^) Ueber die Fauna der Paludinenbank von Tivoli, Zeitschrift 
der Deutschen geologischen Gesellschaft, Bd. 38, 1886, Protokolle 
S. 470-472. 



— 24 — 

von Tivoli bei Berlin gefundene Lithoglyphus, wie mir^) 
früher nicht unwahrscheinlich schien, mit dem Zeuchfelder 
Lithoglyphus, — und damit mit L. pyramidatus — identisch 
ist, ^Yäre durch eine Revision des Originalstückes fest- 
zustellen. 

Der Kies von Zeuchfeld hat 18 Arten Mollusken^) 
geliefert, von denen indessen nicht weniger als 10, nur in 
schlechten Bruchstücken vorliegende, nicht sicher bestimmt 
werden konnten. Unter diesen Umständen hat eine ein- 
gehendere Vergleichung mit den viel reicheren und besser 
bekannten ungarischen Konchylienbeständen mit Litho- 
glyphus pyramidatus nicht viel Sinn. Als bemerkenswert 
ist aber doch hervorzuheben, dass Lithoglyphus pyramidatus 
an allen 3 Fundorten mit Melanopsis (Hemisinus) acicularis 
Fer. vergesellschaftet ist. 



Abnorme Gehäuse der Posthoriischnecke. 

Von 

Hans Kauffmann. 
Mit Tafel I. 



In seiner Abhandlung^) „Einige abnorme Gehäuse 
von Land- und Süsswasser-Gasteropoden" gibt Prof. K. 
Schmalz ein Verzeichnis der ihm bekannt gewordenen 
veröffentlichten Planorbis-Abnormitäten. Den dort aufge- 
zählten Arten, an welchen Missbildungen bis jetzt beob- 
achtet wurden, sei eine neue hinzugefügt: Planorhis corneus L. 

Ostern 1910 fand ich von dieser Schnecke in einem 
kleinen, jetzt trockengelegten Tümpel bei Frankfurt a. M.- 
Ginnheim, am Wege nach dem Tierasyl, ein leeres miss- 

') A. a. 0„ S. 230. 

") K. von Fritsch, a. a. 0., S. 26—28 und Wüst, a. a. 0., 
S. 165—166. 

') Festschrift zum 70. Geburtstag von W. Kobelt. Frankfurt 
1910 Senckenberg S. 198. 



— 25 — 

gestaltetes Gehäuse. Siehe Figur 1 und 2. Am vierten 
Umgange desselben treten dicht hintereinander zwei Wachs- 
tumsabsätze auf. Während nach dem ersteren die Windung 
normal bleibt, wendet sie sich nach dem zweiten scharf auf- 
wärts und lehnt sich dicht an die Oberseite der vorigen Um- 
drehung an. Eine neue Windungsrichtung wird eingeschlagen, 
und unter einem Winkel von SO^ die alte Windungsebene von 
der neuen geschnitten. Fast einen halben Umgang lang 
behält das Gehäuse diese Richtung bei, bis sie nach einem 
weiteren Wachstumsabsatze wieder umschlägt, aber nun 
nach der entgegengesetzten Seite. (Figur 2). Diesmal 
schneidet die Windungsebene die ursprüngliche unter einem 
Winkel von 55°. Die Windung verläuft in der neuen 
Richtung weiter, steigt über den vorigen Umgang nach 
der Unterseite des Gehäuses. Hier legt sie sich nach zwei 
Wachstumsabsätzen scharf an dieselbe an und bedeckt 
sie grossenteils mit einer kreisförmigen, an der Basis ab- 
geflachten Mündung. Der Durchmesser des Gehäuses be- 
trägt 20,5 mm und die Höhe 14 mm. 

Die Abbildungen 3 und 4 stellen noch zwei un- 
regelmässig gewundene Gehäuse dar, wie man sie ja ge- 
legentlich und zum Teil ziemlich häufig beobachten kann, 
wenn auch nicht immer in so aulTallender Weise^). Sie 
seien besonders erwähnt, weil sie von demselben Fundort 
stammen, wie das oben beschriebene Exemplar, und man 
auch solche Formen zum Verständnis der abnormen Ge- 
häuse mit verwerten muss. Die Abweichungen von der 
Windangsebene sind hier nicht so stark, die neue Richtung 
Avird nicht lange beibehalten und einer Verschiebung nach 
der einen Seite folgt meist bald eine nach der entgegen- 
gesetzten. So behält das Ganze einen noch einigermassen 
regelmässigen Anstrich. 

^) Prof. Kobelt erwähnt solche Formen im ersten Jahrgang des 
Nachriehtsblattes. 



— 26 — 

Nun noch ein Gehäuse aus Leipzigs Umgebung, das 
ich der Güte des Herrn Prof, Dr. Siraro th verdanke. 
Es übertrifft mein Exemplar bei weitem und dürfte wohl 
ein Unikum sein, wie es so rasch nicht wieder gefunden 
wird. Die Abbildungen 5 und 6 geben es gut wieder. 
Beim ersten Anblick möchte man es für eine Paludina 
halten. Doch der „Wirbel", welcher den deutlichen Bau 
einer etwa einjährigen Posthornschnecke zeigt, verrät die 
Abstammung. Am dritten Umgang senkt sich die Windung 
nach einem Wachstumsabsatze stark. Sie lehnt sich scharf 
an die Unterseite der vorigen Umdrehung an, um sich von 
nun an schraubenförmig aufzurollen. So entsteht ein voll- 
ständig skalarides Gehäuse. Ein Nabel von 3 mm Durch- 
messer wird deutlich offen gelassen. Die einzelnen Um- 
gänge sind rundlich, aber stellenweise fein abgeplattet und 
mit Kanten versehen. Der Durchmesser des Gehäuses be- 
trägt 15 mm und die Höhe 20,5 mm. Leider ist es etwas 
verletzt. 

Der Unterschied zwischen dieser und den vorigen 
Formen hegt darin, dass das Gehäuse nach der Abweichung 
eine ganz neue Gewindelagerung einschlägt und regelmässig 
durchführt, während die anderen die für die Planorben 
charakteristische uhrfederförmige Aufrollung in einer breiten 
Scheibe auch in der neuen Richtung beibehalten. 

Von den äusseren Faktoren, die man zur Erklärung 
der abnormen Gehäuse in Anspruch genommen hat, stellt 
Schmalz in seiner oben genannten Abhandlung mehrere 
zusammen. Die wichtigsten seien in ihrer Bedeutung für 
die Posthornschnecke noch kurz besprochen. Zunächst 
sind es drei, sich im wesentlichen gleichende Versuche, bei 
denen die Möglichkeit einer GeAvindeverschiebung voraus- 
gesetzt wird. Durch den Wellenschlag am Ufer der Seeen 
werden die Tiere veranlasst, sich zwischen den Steinen 
aufzuhalten und hindurchzudrängen. Wärme und Trocken- 



— 27 — 

heit bedingt, dass sie sich einen Weg durch den Schlamm 
erzwingen, in dem sie während der heissen Jahreszeit ein- 
gebettet sind. Endlich ist es der allzugrosse Pflanzen- 
reichtum, der ihnen Hindernisse bietet. Unter diesen 
ungünstigen Bedingungen soll dann der normale Um- 
gang durch äusseren Druck aus seiner Lage in eine neue 
Richtung verschoben werden, in der das Tier seinen Haus- 
bau fortsetzt. Was den Fundort der zuerst beschriebenen 
Form anlangt, so könnte da der dritte Fall, nämlich 
Pflanzenwucherung, zutreffen. Denn der kleine, seichte 
Tümpel war von allerhand Sumpfpflanzen reich durchsetzt 
und bildete zudem noch ein Sammelbecken für das tote 
Laub der umstehenden Bäume. „In dem herumkriechen 
der Tiere zwischen den harten, scharfrandigcn Blättern, 
welche beim Fortbau der Schalen, so lange die frischen 
Ansätze noch weich sind, die Umgänge verschieben und 
lostrennen", würde Hartmann die Ursache suchen, die 
solche Missbildungen auslöst. Doch bei diesen drei Er- 
klärungsversuchen fragt es sich, ob eine nachträgliche 
Verschiebung der jungen Teile auch wirklich stattfindet, 
oder ob sie nur mechanisch zerstört werden. Ist doch 
„während der Bauperiode der Schalenrand dünn und zer- 
brechlich". Wie weit diese Frage experimentell geprüft 
wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Mir ist ein solcher 
Versuch, den jungen Umgang durch Druck zu verschieben, 
misslungen. Das Tier regenerierte den zerbrochenen An- 
satz und baute normal weiter. Dass sich eine solche Ver- 
schiebung künstlich mit einiger Vorsicht wird herstellen 
lassen, möchte ich damit nicht bezweifeln, aber es handelt 
sich darum, ob in der Natur auch wirklich die Bedingungen 
dementsprechend sind, um ein Verschieben und nicht ein 
Zerbrechen des jungen Anbaues zu verursachen. Zwei 
Punkte scheinen mir noch gegen den Erklärungsversuch 
durch Pflanzenwucherung herangezogen werden zu können. 



— 28 — 

S. Glessin^), der diese Auffassung vertritt, schreibt; dass 
„die Möglichkeit einer Gewindeverdrängung aus der nor- 
malen Lage vorzugsweise, wenn nicht ausschliesslich, zu 
der Zeit gegeben ist, wenn die frischen Ansätze des Ge- 
häuses noch ohne Kalkunterlage sind und also noch der 
normalen Festigkeit entbehren". In diesem Stadium be- 
finden sich die Tiere, wie er selbst angibt, in den ersten 
Wochen nach dem Erwachen aus der Winterruhe. Aber 
zu dieser Zeit dürfte die Vegetation noch nicht soweit 
sein, um die Planorben in ihrer Bewegungsfi'eiheit wesent- 
lich zu hemmen und die jungen Ansätze ernstlich zu ge- 
fährden. Und wenn man lebende Süsswassermollusken 
beobachtet; so wird man finden, dass gerade die Scheiben 
der Planorben vortrefflich geeignet sind, „mit der Kante 
voraus durch das Gewirr der Pflanzen im ruhigen Wasser 
bugsiert zu werden". Zudem kann man Gehäuse mit 
schwachen Windungsabweichungen in tiefen, pflanzenarmen 
Gewässern beobachten, während ich an einem mit der 
Zeit immer mehr austrocknenden und an einem Pflanzen- 
reichen Tümpel vergeblich nach solchen Formen suchte. Was 
endlich die gesammelten Gehäuse der Posthornschnecke 
selbst anlangt, so lässt sich an keinem eine Verletzung 
durch einen „flachen, schneidenden Körper" und dergleichen 
bemerken, durch den der junge Ansatz losgelöst und in 
die neue Richtung verschoben worden wäre. 

Eine weitere Auffassung schliesslich sieht in Pflanzen 
und Tieren, die dem. Gehäuse anhaften, die Verursacher 
der Missbildungen. Einmal sollen es Algen und Vorticellen 
sein, denen die Schnecke beim Bauen der Schale aus- 
weicht, oder an dem Mantel sitzende Parasiten, die eine 
Abweichung von der ursprünglichen Richtung bewirken. 



') ,Ueber Missbildungen der Mollusken und ihrer Gehäuse", 
ferner „Ueber Gehäusemissbildungen der Planorben" Malakozoologische 
Blätter XX. S. 68. 



— 29 — 

Hier soll also das Tier, der Erzeuger des Gehäuses, durch 
diese Faktoren veranlasst, aktiv eine neue, annormale 
Bahn besehreiten. Aber schon Schmalz weist darauf 
hin, dass neben einem abnormen auch ein regelmässiges 
Exemplar mit Parasiten aufgefunden wurde. Am Mantel 
schiefer Posthornschnecken konnte ich bis jetzt niemals 
solche beobachten. Von Algen fand ich an schwach ab- 
weichenden Formen Oedogonium, Spirogyra, Diatomeen, 
und einige Desmidiaceen. Dieselben oder ähnliche aber 
auch an normalen Gehäusen. Andere schiefe Bildungen 
waren wieder frei von Pflanzenbelag. 

Eine befriedigende Antwort können meines Erachtens 
alle diese Erklärungsversuchen noch nicht geben. Vielleicht 
weisen die Schalen selbst auf eine brauchbare Spur. 

Bei der Beschreibung der Abnormitäten wurde schon 
auf die Wachstumsabsätze, die Unterbrechungen im Bau 
des Gehäuses hingewiesen. Man kann sie wohl an den 
meisten Posthornschnecken beobachten. Doch aufTallend 
ist es, dass bei Anomalien nur nach ihnen die Richtung 
umschlägt, und nach einer solchen mehr oder weniger 
deutlichen Linie die neue Windung sich direkt der alten 
anschliesst. Bei der skalariden, der verschlungenen Form 
und all den unregelmässigen Exemplaren, die ich bis jetzt 
zusammengetragen habe, trifft das zu. Nach der feinen 
Zeichnung auf der Oberfläche der Umgänge vor und nach 
der Leiste lassen sich verschiedene Fälle der Abweichung 
unterscheiden. Entweder ist der neue Gewindeteil schief 
angesetzt, dann werden die feinen Linien vor dem 
Wachstumsabsatz von denen nach ihm geschnitten. Oder 
sie bleiben einander parallel gerichtet; dann erscheint der 
neue Teil gedreht. (So in Figur l u. 2.) Bei anderen 
Gehäusen dagegen schliesst sich die neue Richtung nicht 
an die ursprüngliche gleichmässig, wie aus einem Stück 
stammend, an. Sondern der neue Gewindeteil erweitert 



— 30 — 

oder verengert sich nach dem Wachstumsabsatz plötzhch, 
aber unregelmässig. (In Figur 3 u. 4 schwach zu er- 
kennen.) Bei zwei weiteren Exemplaren endlich fügt sich 
der neue Teil im Innern des alten an und wird vom 
Wachstumsabsatz an jener Seite, von der sich die Win- 
dung entfernt, wie von einem Kragen umgeben. Aber 
von einem Verletzungszeichen, von einer nachträglichen 
Befestigung innerhalb des normalen Umganges, ist auch 
hier nichts zu sehen. 

Doch ob auch bei späteren Funden diese „ Wachs- 
tumsabsätze " immer den Abweichungen vorausgehen, und 
welche Beziehung zwischen beiden unter gewissen Um- 
ständen bestehen kann, darüber müssen weitere Beob- 
achtungen und Versuche entscheiden. Hier sollte nur 
darauf hingewiesen werden. 



Neue Lanclschneckei! aus dem Oherniiocän von 
Steinheiiii am Aalbuch in Württemberg. 

Von 

Carlo H. Jooss, Stuttgart. 

Mit Tafel II. 

I. 

Die Steinheimer Schneckenfauna ist erst vor kur- 
zem wieder um mehrere neue Arten bereichert worden. 
Dieselben wurden von Herrn Oberförster Franz Gott- 
schick in Steinheim, in den dortigen obermiocänen 
Süsswasserablagerungen entdeckt und im 67. Band, Jahr- 
gang 191 1, der Jahreshefte des Vereins für vater- 
ländische Naturkunde in Württem berg*) be- 
schrieben und abgebildet. 



*) ,,Aus dem Tertiärbecken von Steinheim a. A." von F. Go't- 
schick, Steinheim a. A. ; 1. c. S, 346—534, mit Tafel VII. 



- 31 - 

Da auch ich in letzter Zeit in Steinheim ver- 
schiedene neue Arten gefunden hatte und dieselben zu 
veröffentlichen gedachte, wurde beschlossen, meine Ar- 
beit derjenigen des Herrn Oberförsters Gottschick an- 
zufügen. Leider konnte dieser Plan, infolge ander- 
weitiger Inanspruchnahme meinerseits, nicht zur Aus- 
führung gelangen. Ich möchte daher die von mir 
gefundenen, teils ganz neuen, teils für Steinheim neuen 
Landschnecken-Arten an dieser Stelle bekanntgeben. 

Bei meiner Arbeit hat mich Herr Oberförster 
Gottschick durch Ueberlassung von Vergleichsmaterial, 
sowie besonders durch die Herstellung der Abbildungen 
aufs freundlichste unterstützt. Ich möchte daher nicht 
versäumen, dem genannten Herrn an dieser Stelle 
nochmals herzlichst zu danken. 

Aufzählung' der Arten: 

1. Zonites {ArchaeozonitesJ subverticillus Sandherger, var. 

Steinheimen sis n. var. 

Taf. II, Fig. 1— Ib. 

1868. Helix subverticillus, Fraas, 0., Begleitworte zur 
geogn. Specialkarte von Württemberg, Atlasblatt 
Heidenheim, S. 15. 

1870. Helix subverticillus, var. amplificata, Fraas, 0., 
Jahreshefte d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württem- 
berg, Bd. 26, S. 293, nomen nudum. 

1902. Archaeozonites subcostatus, Jooss, Jahreshefte d. 
Ver. f. vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 58, 
S. 304. 

1911. Archaeozonites subverticillus, n. var. ? Gottschick, 
Jahreshefte d. Ver. f. vaterl. Naturk. in Württem- 
berg, Bd. 67, S. 499. 
Gehäuse stumpf kegelförmig, aus 5^4 gewölbten 

Umgängen bestehend, welche durch tiefe Nahte ge- 



— 32 — 

trennt und vom zweiten ab mit runzligen, schiefen 
Rippchen bedeckt sind. Letztere werden auf der Unter- 
seite feiner und vereinigen sich zu breiten, platten 
Bändern, in welcher Form sie bis zum Nabel weiter- 
führen. Dieser ist breit und tief. Die halbmondförmige 
Mündung ist leider an beiden vorliegenden Exemplaren 
nicht vollständig erhalten. 

Höhe 15 — 15,3 mm, grösserer Durchmesser 24 — 24,5 
mm, kleinerer 21,9 — 22,3 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, 
Unterregion des Planorbis multiformis-trochiformis, 
sehr selten; Original in meiner Sammlung. 

Von dem typischen oberoligocänen A. subverti- 
cillus (Sdbgr.) entfernt sich die Steinheimer Varietät 
durch das etwas niedrigere Gehäuse, flachere Umgänge 
sowie durch die Form der Rippchen, welche etwas 
schiefer gestellt sind als beim Typus und ein mehr 
runzliges Aussehen haben. Auch ist bei der var. stein- 
heimensis der Nabel ein wenig enger. 

2. Patula gottschicki n. sp. 
Taf.' H Fig. 2. 

1911. Patula n. sp., Gottschick, Jahreshefte d. Ver. f. 
vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 67, S. 501. 

Diese neue und seltene Art liegt in einem, leider 
nicht vollständigen Exemplare vor, das ursprünglich 
wohl aus fünf Umgängen bestand. 

Gehäuse flach kegelförmig, eng gewunden, mit 
stumpfem oberem Ende und leicht gewölbter Basis; 
aus 4V2 ziemlich flachen, durch gekerbte Nähte getrenn- 
ten Umgängen bestehend, die vom zweiten ab mit 
zahlreichen scharfen, durch gleichbreite Zwischenräume 
getrennten Rippchen bedeckt sind, welche sich auf der 
Mitte des Umgangs plötzlich in sehr feine Streifen auf- 



— 33 — 

lösen, die auf der Unterseite zu schmalen Bändern 
zusammenfliessen und so undeutlich werden, dass die- 
selbe fast glatt erscheint. Nabel sehr eng, tief und 
gleichmässig breit, nicht trichterförmig. Die Mündung 
ist nicht erhalten, dürfte aber halbmondförmig gewesen 
sein. Im Innern des letzten Umgangs auf der rechten 
Mündungswand befinden sich zwei zitzenförmige Zähn- 
chen, ein stärkeres und etwas grösseres oberes und 
ein schwächeres, kleineres, unteres. 

Höhe 1,5 mm, grösserer Durchmesser 2,9 mm, kleinerer 
2,7 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, 
Pupaschicht*); Original in meiner Sammlung. 

Die obermiocäne P. (Discus) supracostata (Sdbgr.) 
ist grösser, besitzt stärker gewölbte, durch viel tiefere 
Nähte getrennte Umgänge, eine deutlich fein gestreifte 
Unterseite und einen viel breiteren, perspektivischen 
Nabel, ist sonst aber unserer neuen Art wohl am 
ähnlichsten. 

Das Vorkommen von Zähnchen auf der rechten 
Wand des letzten Umgangs ist auch bei der unter- 
miocänen P. (Discus) densestriata (Klika) von Tuchoric 
in Böhmen beobachtet worden. Herr Dr. Babor in 
Prag erklärt diese Erscheinung für Polymorphismus 
(Sitzungsber. d. kgl. böhm. Ges. d. Wiss. math.-natur- 
wiss. Klasse, Jahrg. 1897, S. 16). 

Ich benenne diese Art nach dem eifrigen Sammler, 
Herrn Oberförster Franz Gottschick in Steinheim a. A. 



*) Unter der Bezeichnung Pupaschicht versiehe ich die obere 
Uebergangszone das Planorbismultiformis-discoideus zum Planorhis multi- 
formis-trochiformis in der Pharion'schen Sandgrube, weil darin die in 
den anderen Horizonten ziemlich seltene Pupa antiqua (Schüblerj häufig 
vorkommt. Auch die übrigen, kleinen Landschnecken 
finden sich vorwiegend in dieser Schicht. 



- 34 — 

3. Helicodonta (Helicodonta s. str.) involuta Thomä 
var. angitorta n. var. 
Taf. II Fig. 3— 3a. 
1902. Helix (Trigonostoma) involuta, var. scabiosa, 
Jooss, Jahreshefte d. Ver. \. vaterl. Naturk. in 
Württemberg, Bd. 58, S. 304. 
1911. Helix äff. involuta, Gottschick, Jahreshefte d. Ver. 
f. vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 67, S. 
531, Nr. 6. 
Von dieser in Steinheim sehr seltenen Art be- 
sitzen Herr Oberförster Gottschick und ich wenige 
Exemplare aus der Pupaschicht der Pharion'schen 
Sandgrube. Ich war lange im Zweifel, ob diese Form 
nicht als neue Art auszuscheiden sei, doch schien mir 
dies bei der grossen Variabilität d. H. involuta schliess- 
lich nicht gerechtfertigt. 

Von der nahe verwandten var. scabiosa (Sdbgr.) 
aus dem Sylvana und Malleolatakalk Württembergs, unter- 
scheidet sich die var. angitorta durch niedrigeres, ober- 
seits kaum eingesenktes, auf der Unterseite flacheres, 
breiter genabeltes Gehäuse, breitere Mündung, schmälere, 
weniger stark umgeschlagene Mundränder und zahl- 
reichere, dichter zusammengerückte Papillen. 

Höhe 2,6 — 2,7 mm, grösserer Durchmesser 5,6 — 5,9 
mm, kleinerer 5 — 5,4 mm; Mündungshöhe 2 — 2,2 mm, 
Mündungsbreite 0,8 — 1 mm. 

Die var. angitorta ist meines Erachtens als direkter 
Vorläufer der heute in Südtirol und Oberitalien lebenden 
H. angigijra (Zgl.) aufzufassen. 

4. Strobüus subconoideus n. sp. 

Taf. II Figur 4— 4b. 

Gehäuse klein, niedrig kegelförmig mit stumpfem 

oberem Ende und ebener, fein stichförmig genabelter 

Unterseite. Es besteht aus 4V2 gewölbten, durch tiefe 



— 35 — 

Nähte getrennten Umgängen, von welchen — bei 33 
facher Vergrösserung — die erste glatt erscheint, 
während die übrigen mit sehr zahlreichen, äusserst 
feinen Anwachsstreifen bedeckt sind, welche auf der 
Unterseite fast gänzlich verschwinden, sodass dieselbe 
nahezu glatt erscheint. Der letzte Umgang ist sehr 
stumpf gekielt, vorn unmerklich abwärts geneigt und 
erreicht ca. ^js der Gesamthöhe. Die Mündung ist ohr- 
förmig, schief gestellt, die Mundränder sind schmal, 
schwach verdickt, nach aussen umgeschlagen und durch 
eine dünne, vorgezogene Schwiele verbunden. Auf der 
letzteren befinden sich zwei Lamellen, eine stärker 
entwickelte, gekrümmte obere, und eine kleinere, etwa 
um Va niedrigere untere. 

Höhe 1,1 mm, grösserer Durchmesser 1,95 mm, 
kleinerer 1,74 mm; Mündungshöhe 0,8 mm, Mündungs- 
breite 0,36 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, 
Pupaschicht, äusserst selten; Original in meiner Samm- 
lung. 

Str. böttgeri (Andreae) aus dem obermiocänen Süss- 
wassermergel von Kgl. Neudorf bei Oppeln in Schlesien 
ist höher, besitzt schmälere, stärker gestreifte Um- 
gänge, welche durch weniger tiefe Nähte getrennt sind. 
Ferner ist bei Str. böttgeri die Mündung höher und 
der Mundsaum derber. Str. böttgeri ist der nächste 
Verwandte unserer neuen Art. Str. elasmodonta (Reuss) 
aus dem untermiocänen Süsswasserkalk von Tuchoric 
in Böhmen steht dem Str. böttgeri näher als dem Str. 
subconoideus. 

5. Vallonia costataeformis n. sp. 
Taf. II, Fig. 5—5 a. 

Gehäuse klein, kreisförmig, mit ziemlich flacher 
Oberseite und leicht gewölbter, breit und offen genabel- 



— 36 - 

ter Unterseite; aus 3^2 gewölbten, durch tiefe Nähte 
getrennten Umgängen bestehend, deren ziemlich kräftige 
Anwachsstreifen — auf dem letzten Umgang zählte ich 
34 derselben — in gleicher Stärke bis zum Nabel führen 
und durch breite Zwischenräume von einander getrennt 
sind, worin sich stets noch 8 — 10 sehr feine Streifchen 
befinden, welche auf der Unterseite fast gänzlich ver- 
schwinden. Der letzte Umgang ist vorn leicht abwärts 
gebogen, vor der schief gestellten Mündung sehr schwach 
eingeschnürt. Die letztere ist breit hufeisenförmig und 
besitzt ziemlich breit umgeschlagene, innen gelippte Rän- 
der, welche durch eine dünne Schwiele verbunden sind. 
Höhe 1 mm, grösserer Durchmesser 2,25 mm, kleinerer 
Durchmesser 1,95 mm, Mündungshöhe 0,75 mm, Mün- 
dungsbreite 0,7 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, 
Pupaschicht, äusserst selten; Original in meiner Sammlung. 

Die lebende V. costata (Müller) ist unsrer Art sehr 
nahe verwandt und eigentlich kaum von ihr zu unter- 
scheiden, höchstens, dass das Gehäuse bei der ersteren 
etwas grösser, der Mundsaum wulstiger ist und die 
Anwachsstreifen näher zusammengerückt sind. F. lepida 
(Reuss) var. subcostata (Bttg.) aus den oberen Hydro- 
bienschichten — oberes Untermiocän — des Mainzer 
Beckens ist grösser, höher gewunden und besitzt eine 
grössere Mündung, deren Ränder nicht so breit umge- 
schlagen sind wie bei V. costataeformis. Die obermio- 
cäne V. subpulchella ('Sdbgr.), welche sich als grosse 
Seltenheit auch in Steinheim findet, ist von unserer neuen 
Art gänzlich verschieden. 

6. Negulus lineolatus AI. Braun, 
Von dieser für Steinheim neuen Art fand ich drei 
tadellose Exemplare in der Pupaschicht der Pharion- 



— 37 - 

sehen Sandgrube, die mit meinen typischen Stücken 
aus dem oberohgocänen Cerithienkali< von Hochheim- 
Flörsheim vollkommen übereinstimmen. 

Höhe 1,65 — 1,7 mm, grösste Breite 0,7 — 0,75 mm. 
Negulus lineolatus ist eine konstante Form, die 
vom oberen Oligocän bis ins oberste Obermiocän fort- 
setzt. Im oberen Pliocän von Piemont hat sie einen 
direkten Nachkommen in dem seltenen N. villafranchia- 
nus (Sacco). Ein lebender Vertreter der Gattung findet 
sich in Abessynien. 

7. Acmopupa n. sp. 
1902. Pupa (Isthmia) n. sp. Jooss, Jahreshefte d. Ver. 
f. vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 58, S. 305. 
Ein von mir in der Pupaschicht der Pharion'schen 
Sandgrube gefundenes Bruchstück, das früher von mir 
irrtümlicherweise zur Gattung Isthmia gestellt wurde, 
bestätigt, dass die interessante, bis jetzt nur im ober- 
oligocänen Cerithienkalk von Hochheim-Flörsheim durch 
eine Art repräsentierte Gattung Acmopupa Böttger im 
Obermiocän von Steinheim einen weiteren Vertreter be- 
sitzt. 

Leider erlaubt der mangelhafte Erhaltungszustand 
des vorliegenden Stückes vorerst keine nähere Be- 
schreibung. 

8. Isthmia lentilii Miller. 
Taf. II, Fig. 6— 6 b. 

1900. Pupa (Isthmia) lentilii, Miller, Jahreshefte d. Ver. 

f, vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 56, S. 406, 

Nr. 23 
1902. Pupa (Isthmia) lentilii, Jooss, Jahreshefte d. Ver. 

f. vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 58, S. 305. 
Von dieser in Steinheim überaus seltenen Art be- 
sitze ich nun mehrere Exemplare, die eine genaue Be- 
schreibung der Art ermöglichen. 



- 38 — 

Gehäuse sehr klein, zylindrisch, mit flachem oberem 
Ende und eng schlitzförmig genabelter Basis, aus 6 
gewölbten, durch massig tiefe Nähte getrennten Um- 
gängen bestehend, von welchen — bei 33facher Ver- 
grösserung — der erste glatt erscheint, der zweite und 
dritte aber mit verhältnismässig groben, schief gestellten, 
zahlreichen Anwachsrippen bedeckt sind, welche auf 
den übrigen Umgängen in zahlreiche feine, dichtge- 
drängte Streifen übergehen. Letzter Umgang ca. V« 
der Gesamthöhe erreichend. Mündung fast senkrecht 
gestellt, unregelmässig eiförmig, höher als breit, drei- 
zähnig; Parietal- und Columellarfalte nicht sehr stark 
entwickelt, Gutturalzahn höckerartig, kräftig und tief im 
Gaumen liegend. Mundränder durch eine schwache, 
nicht vorragende Schwiele verbunden, rechter einfach 
und scharf, unterhalb des Sinulus schwach eingedrückt 
und leicht vorgezogen, unterer und Spindelrand innen 
gelippt und schwach nach aussen umgeschlagen. Nabel 
durch den Spindelrand fast gänzlich verdeckt. 

Höhe 1,65 — 1,75 mm, grösste Breite 0,8 — 0,85 mm, 
Höhe der Mündung 0,5 0,51 mm, Breite derselben 
0,35—0,4 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, Pupa- 
schicht; Original in meinem Besitz. 

J. lentilii ist mit den beiden Arten J. splendidiila 
Sdbgr.) und J. crijptodus (AI. Br.) aus dem oberoligo- 
cänen Cerithienkalk von Hochheim-Flörsheim verwandt 
Die erstere ist aber kleiner und besitzt flachere und 
glatte Umgänge, während J. cryptodus stärker gewölbte, 
durch tiefere Nähte getrennte Umgänge besitzt, welche 
gleichmässig mit zahlreichen, scharf ausgeprägten, viel 
dichter gestellten Anvv^achsrippchen bedeckt sind. Auch 
liegt bei J. lentilii der Gaumenzahn tiefer. 



— 39 — 

Von den lebenden Arten ist J. salwuensis (Reinh.) 
aus Süd-Tiro! grösser und schlanker, J. elausfralis (Gredl.) 
aus Süd-Tirol grösser und stärker gerippt. J. sfrobeli 
(Gredl.) aus der Schweiz und Süd-Tirol besitzt in Grösse 
und Bezahnung viel Aehnlichkeit, zeigt aber gewölbtere 
Umgänge und kräftigere Streifung. 

9. Vertigo (Alaea) cardiostoma Sandberger. 

1874. Pupa (Vertigo) cardiostoma, Sandberger, Land- 
u. Süssw. Conch. d. Vorwelt, S. 600. Nicht be- 
schrieben. 

1877. Pupa (Vertigo) cardiostoma, Clessin, Regens- 
burger Corresp. -Blatt, S. 37, No. 22. 

1885. Pupa (Vertigo) cardiostoma, Clessin, Malakozool. 
Blätter, N. F. Bd. VIH, S. 86. 

1889. Pupa (Ptychalaea) cardiostoma, Böttger, Jahr- 
bücher d. Nass. Ver. f. Naturkunde, Bd. 42, S. 294. 

1890. Pupa (Alaea) cardiostoma, Flach, Verh. d. phys.- 
med. Ges. zu Würzburg, N. F. Bd. 24, S. 8, 
Taf. ni, Fig. 5 a — c. 

1892/93. Pupa (Vertigo) cardiostoma, Clessin, Ber. d. 
naturw. Ver. zu Regensburg, IV. Heft, S. 9, 
No. 38. 
Diese Art ist für Steinheim neu, ich besitze zwei 
tadellose Exemplare aus der Pupaschicht der Pharion- 
schen Sandgrube, welche mit Stücken meiner Samm- 
lung aus dem obermiocänen Braunkohlenton von Undorf 
bei Regensburg vollkommen übereinstimmen. 
Höhe 1,5 — 1,8 mm, grösste Breite 1,1 — 1,3 mm. 

10. Vertigo (Alaea) callosa Reuss, var. divergens Flach. 
1890. Vertigo (Alaea) callosa, var. divergens. Flach, 
Verh. d. phys.-med. Ges. zu Würzburg, N. F. 
Bd. 24, S. 8, Taf. III, Fig. 4 a— c. 



— 40 — 

1 892/93. Pupa (Vertigo) cardiostonia, var. divergens, 
Clessin, Ber. d. naturw. Ver. zu Regensburg, 
IV. Heft, S. 9, No. 38, Tai. I, Fig. 6. 
Von dieser für Steinheim ebenfalls neuen Art be- 
sitze ich ein vorzüglich erhaltenes Stück aus der Pupa- 
schicht der Pharion'schen Sandgrube, das sich als voll- 
kommen identisch mit Exemplaren von Undorf in meiner 
Sammlung erweist. 

Höhe 1,8 mm, grösste Breite 1,35 mm. 

Die var. divergens stellt eine Uebergangsform von 
A. callosa zu A. cardiostoma dar. Flach (1. c.) leitet sie, 
ihrer grösseren Aehnlichkeit mit callosa wegen, von 
der letzteren ab, während Clessin (1. c.) sie zu cardios- 
toma stellt. Da nun in Undorf neben der typischen 
cardiostoma auch die typische callosa zahlreich vorkommt 
und die Verwandschaftsbeziehungen der var. divergens 
zu der letzteren entschieden nähere sind als zu cardio- 
stoma, wie ich mich an zahlreichen Exemplaren meiner 
Sammlung überzeugen konnte, so muss ich Herrn Dr. 
Flach recht geben und betrachte, seinem Beispiele 
folgend, die var. divergens als zu callosa gehörend. 

II. Vertigo (Alaea) aperta Sandberger. 
Taf. II, Fig. 7. 

1874. Pupa (Vertigo) äff. pygmaea, Sandberger, Land- 

u. Süssw. Conch. der Vorwelt, S. 653 u. 654. 
1900. Pupa (Alaea) aperta, Miller, Jahresh. d. Ver. f. 
vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 56, S. 397, 
No. 13, Taf. VII. Fig. 13. Nicht beschrieben, Ab- 
bildung ungenügend. 
Diese seither nur ungenügend bekannte, in Stein- 
heim höchst seltene Art, wurde daselbst von mir in 
zwei tadellosen Stücken gefunden, weiche nun eine 
genaue Beschreibung und Abbildung ermöglichen. 



— 41 — 

Gehäuse sehr klein, tonnenförmig, mit stumpfem 
oberem Ende, an der Basis fein stichförmig genabelt, 
aus 5 gewölbten, völlig glatten Umgängen bestehend, 
welche durch massig tiefe Nähte von einander getrennt 
sind. Letzter Umgang vor der Mündung in der Mitte 
eine ca. 5 mm lange Furche zeigend; Mündung klee- 
blattförmig, verhältnismässig kräftig bezahnt: Zwei 
Parietalfalten, davon die rechte etwas kürzer und 
schwächer, eine zahnartige Columellare und eine nach 
hinten schwächer werdende, ca. 5 mm lange Palatalfalte. 
Mundränder durch eine dünne, schwach vorgezogene 
Schwiele verbunden, rechter einfach, sehr schwach ver- 
dickt, in der Mitte eingedrückt und leicht vorgezogen, 
unterer und Spindelrand innen gelippt, nach aussen 
schwach umgeschlagen. 

Höhe 1,3 — 1,4 mm, grösste Breite 0,7 — 0,75 mm; 
Mündungshöhe 0,4 mm. Mündungsbreite 0,25 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, Pupa- 
schicht, höchst selten ; Original in meiner Sammlung. 

V. (Alaea) angulifera (Bttg.) aus dem unteren Unter- 
miocän — unteren Hydrobien-Schichten — von Nieder- 
rad und Frankfurt am Main ist mit A. aperta nahe ver- 
wandt, aber schon durch ihre flacheren, deutlich gestreif- 
ten Umgänge leicht zu unterscheiden. 

Die lebende V. {Alaea) pygmaea (Drap.) ist grösser 
und anders bezahnt (1 Parietale, 2 Palatal und auch 
2 Columellarfalten). 

12. Clausula (Pseudidyla) äff. undatistria Böttger. 

1911. Clausilia sp. Gottschick, Jahreshefte d. Ver. für 

vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 67, S. 506. 

Beim Auswaschen von Schneckensand aus der 

Pupaschicht der Pharion'schen Sandgrube fand ich den 

oberen Teil des Gehäuses einer kleinen Clausilia, be- 



— 42 — 

stehend aus 7 Windungen, welche zweifellos zu der- 
selben Art gehören, von der Herr Oberförster Gottschick 
zwei in der Randzone des Steinheimer Beckens, am Orot, 
gefundene Bruchstücke hat. Letztere bestehen aus den 7 
oberen und den 3 letzten Umgängen ohne die Mündung, 
ich konnte alle drei Bruchstücke mit dem Böttger'schen 
Originalexemplar der Gl. undatistria aus dem mittleren 
Obermiocän — Sylvanakalk — von Mörsingen bei Zwie- 
falten in Württemberg vergleichen, welches sich in der 
Sammlung des Herrn Professor Dr. Kon r ad Miller 
in Stuttgart befindet und fand, dass dieselben mit dem 
Originalexemplar nahezu vollständig übereinstimmen, 
höchstens, dass die Umgänge bei den Steinheimer 
Bruchstücken etwas dichter und kräftiger gestreift sind. 
Die Mündung ist von dieser Art bis jetzt noch nicht 
bekannt. 

Gl. undatistria ist etwas grösser als die jedenfalls 
nahe verwandte, obermiocäne Cl mörsingensis (Sdbgr.) 
und gehört wie diese zur Sektion Pneudidylla Böttger. 

13. Pomatias (Eupomatias) fraasi Jooss. 
Taf. II, Fig. 8. 

1902. Pomatias n. sp., Jooss, Jahreshefte d. V. f. vaterl. 

Naturk. in Württemberg, Bd. 58, S. 305, Fig. 2. 

Als Name: P. Eb. fraasii vorgeschlagen. 
1911. Pomatias fraasii, Gottschick, Jahreshefte d. V. f. 

vaterl. Naturk. in Württemberg, Bd. 67, S. 534. 
Gehäuse schlankkegelförmig, offen durchbohrt, aus 
8 Umgängen bestehend, welche wenig gewölbt, auf der 
Mitte nahezu flach sind und durch tiefe Nähte geschie- 
den werden. Die beiden ersten Windungen sind glatt, 
die folgenden mit dichtgestellten, kräftigen Streifen be- 
deckt, welche in leichter Krümmung schräg über die 
Oberfläche verlaufen. Mündung kurz birnförmig, Mund- 



— 43 — 

saurn doppelt. Der Innenraum ist mit kräftiger Lippe 
belegt, der Aussenrand ziemlich dick, breit und nach 
rückwärts umgeschlagen, an der Spindel verschmälert 
und, von der Seite gesehen, daselbst rückwärts einge- 
bogen. 

Höhe 8 — 8,2 mm, grösste Breite 3,2 — 3,5 mm; Mün- 
dungshöhe 1,6 mm, Mündungsbreite 1,5 mm. 

Fundort: Pharion's Sandgrube in Steinheim, 
Unterregion des Planorbis multiformis-trochiformis, 
höchst selten ; Original in meiner Sammlung, 

Von fossilen Arten ist der obereocäne P. (Rhah- 
dotakra?) sandhergeri (Noulet) von Buchsweiler im Elsass 
viel grösser und kürzer konisch ; der unteroligocäne 
P. (Eupomatias) sueviciis (Sdbgr.) von Arnegg bei Ulm, 
grösser und schlanker. Nahe verwandt ist dagegen der 
oberoligocäne P. (Eupomatias) labellum (Thom.) von Hoch- 
heim-Flörsheim, welcher aber durch weniger tiefe Nähte, 
stärkere Skulptur, gewölbtere Lippe und namentlich 
durch die ganze Ausbildung des Ausschnitts am linken 
Mundrand hinreichend verschieden ist. 

Die nächstverwandte lebende Art ist der seltene 
P. (Eupomatias) lederi (Bttg.) aus Kutais in Mingrelien. 

Ich widme diese Art dem um die geologische Er- 
forschung des Steinheimer Beckens so verdienten Herrn 
Professor Dr. Eberhard Fraass in Stuttgart. 

14. Pomatias [Rhahdotakra) excellens n. sp. 
Taf. II, Fig. 9. 

Neben der vorhergehenden Art fand ich im gleichen 
Horizont eine zweite, von der ersteren gänzlich ver- 
schiedene, deren Gehäuse leider nicht vollständig erhalten 
ist. Das vorliegende Bruchstück besteht aus den letzten 
vier Windungen mit vollständig intakter Mündung, so 



— 44 — 

dass ich, bei der Seltenheit der Art, glaube eine Be- 
schreibung geben zu dürfen : 

Umgänge ziemlich gewölbt, durch tiefe Nähte ge- 
trennt und mit schief gestellten, kräftig gebogenen An- 
wachsrippchen verziert, zwischen welchen sich stets 
1 — 4 sehr feine Streifchen befinden. Mündung gerundet 
eiförmig, Mundrand innen nicht gelippt, nach aussen 
sehr breit, eben umgeschlagen, an der Spindel ver- 
schmälert, so dass der Nabel deutlich zu sehen ist. 
Mundsaum einfach und scharf ohne jegliche Verdeckung. 
Höhe des abgebildeten Bruchstückes 6,5 mm, grösste 
Breite 4 mm, Mündungshöhe 2,2 mm, Mündungsbreite 
2 mm. 

Unter den fossilen Arten ist mir keine ähnliche 
bekannt. Unter den lebenden Arten besitzt P. (Rhabdo- 
takra striolatus (Porro) von St. Margherita in der Struktur 
eine gewisse Aehnlichkeit. 

15. Acme äff. callosa Reuss. 
In der Pupaschicht der Pharion'schen Sandgrube 
fand Herr Oberförster Gottschick in meiner Gegenwart 
ein leider nicht vollständiges, etwas zerdrücktes Exem- 
plar einer Acme, welches er mir auf meine Bitte hin zur 
Untersuchung anvertraute. Dasselbe besteht aus den 
letzten 4 '/a Windungen und gleicht in der Form und 
Skulptur noch am meisten der untermiocänen Acme callosa 
Reuss von Tuchoric in Böhmen. Eine sichere Be- 
stimmung ist allerdings vorerst ausgeschlossen. 

Von den vorstehenden 15 Arten sind 7 in der zu 
Anfang erwähnten Arbeit des Herrn Oberförsters Gott- 
schick bereits kurz angeführt, nämlich : Zonites (Archaeo- 
zonites) subverticillus (Sdbgr) var. steinheimensis(Jooss) 
als Zonites (Archaeozonites)subverticillus (Sdbgr.) n. var., 



- 45 — 

Patula gottschicki (Jooss) als Patula n. sp., Helicodonta 
(Helicodonta s. str.) involuta (Thomae) var. angitorta 
(Jooss) als Helix (Helicodonta) äff. involuta (Thomae), 
Clausilia (Pseudidylla) äff. undatistria (Böttger) als Clau- 
silia sp., ferner Pupa (Isthmia) ientilii (Miller), Pupa 
(Alaea) aperta (Sdbgr.) und Pomatias fraasi (Jooss), so- 
dass mit den 8 übrigen Arten die Gesamtartenzahl der 
im Steinheimer Becken vorkommenden Land- und Süss- 
wassergasteropoden von 54 auf 62 erhöht wird. 



Literatur : 

Korscheit, Prof. E., über Perlen und Perlenbildung bei 
Margaritana. — In: Verh, D. zoolog. Gesellschaft in 
Graz 1910 und Basel 1911, S. 92-95. 
Die Untersuchungen im Zoologischen Institut in Marburg haben 
ergeben, dass die Entstehung der Perlen bei den Süsswasser- 
muscheln nicht auf Diastomeen und Cestodenlarven zurückzu- 
führen ist, wie bei der marinen Margaritifera, sondern auf 
Kalkkörnchen, welche anscheinend aus dem Mantelepithel 
stammen, Kalkkonkremente, wie sie W. Hein (in Allg. Fischer- 
zeitung 1911 No. 8) nennt, die wahrscheinlich als „Reserve- 
sloffe" für die Ablagerung der Schale bestimmt sind. 

Journal de Conchyliologie. Vol. 58 No. 4 (ausgegeben am 
31. Juli 1911, eingelaufen 21. Septbr.). 

p. 301. Vayssi^re, A., Nouvelle 6tude sur les coquilles de quelques 
Cypraea. Avec pl. XIII. — Neu : G. Fischeri, -- C. helvola var. 
Gereti ; — G. neglecta Sow. monoti Rouxi Ancey ; C. angustata 
Gmel. var. globosa). 

p.312.Dautzenberg, Ph., D6formations chez quelques MoUusques pul- 
mon^s. Avec pl. XIV. Missbildungen von Helix Bainbridgei 
Gamaena Duporti, Achatina panthera und A. fulica. 

p.317.Bavay, A., Pecten gibbus L. et P. gibbus Lam. — Die Linn6- 
sche Art ist = dislocatus Say ; als Varietäten gehören dazu 
irradians Lara, nucleus Born., borealis Dali und amplicostatus 
gibbus Lam. hat den Namen P. flabellum Gmel. zu tragen; P. 



— 46 — 

Tissolii Bern ist eine Jugendform davon, als Varietät gehört P. 

schrammi Fischer dazu, 
p. 320. Thieux, E. l'Helix Terveri de G. Michaud. — Der Autor glaubt 

diese vielumstrittene Form, wie Berenguier, in einer bei Bormes 

vorkommenden Herophile zu erlcennen. 
p. 344. Bohn, Georges, sur la locomotion ciliaire des Mollusques adultes, 
p. 348. Boury, E. de, Observations sur la v6ritable Scalacia plicata Lam, 

— Avec fig. en texte. 

Proceedings of the Malacological Society of London, Vol IX, 
P. 4, (March, 1911). 

p, 227. Peile, A. J., Note on Triton tessellatus Rvc. 

p. 227. Hedley, C, Note on Chiton torri. 

p. 228. Preston, H. B., Note on a new Armorican localily for Elona 
Quimperiana Fer. 

p. 229. — , Description of a new species of Pachychilus from Guba 
(violaceus). With fig. 

p. 231. Bloomer, H. H., on the Anatomy of the British Species of the 
genus Psammobia. With pl. IX & X. 

p. 240. Smith, Edg. A., Note on the Animal of the genus Cleopatra, 
With fig. 

p. 241. Jukes-Browne, A. J., on the names used by Bolten and da Costa 
for genera of Veneridae. 

p. 253. Iredale, Tom, on some niisapplied Molluscan Generic Names. 

p. 264. Sherborne, C. Davies, and Edgar A. Smith, a Collation of 
J. C. Chenus Illuslrations Conchyliologiques, and a note on 
P. L. Duclos Hist. nat. G6n. et Part. Goquilles. — 

p. 208. Gude, G. K., Description of a new species of Helicodonta from 
Tenerife (salteri) with fig. 

p. 209. — , Note on .some preoccupied Molluscan Generic Names and 
proposed new Genera of the Family Zonitidae. Es werden vor- 
geschlagen : Zophos für Moerchia Martens nee A.-Adams. — 
Nüor für Thalassia IWrts. nee Bp, ; — Cycliscus für Rotula 
Albers nee Agassiz ; — Nesaecia für Rotularia Moerch nee de 
Franse; — Keraea für Julus Wollaston nee Leach; — Ruthoenia 
für Sykesia Gude nee Pomel; — Archaeoplecta n. gen. für Helix 
stenotrypta A. Braun (Miocän); — Allogenes n. gen. für Vitrea 
prodigiosa Ancey; — Drouetia n. gen. für Helix atlantica Mor. 
& Drouet; — Hawaiia n. gen. für Helix kawaiiensis; — Psichion 
n. gen. für Hei. miliaris Morel ; — Thapsiella n. gen. für Thapsia 
masukensis E. A. Smith; — Amphiblema n. gen. für Nanina 



— 47 — 

eucharis Desh.; — Kalidos n. gen. für H. ekongoensis Angas; — 
Kalendyma n. gen. für Hei. conipluviata Cox ; — Elaphroconcha 
n. gen. für Heniiplecta internota Smith; — Äsperitas n. gen. für 
Xeslina rugosissima MUdff. 

Proceedings of the Malacological Society of London, vol IX., 

part. VI, Septbr. 1911. 
p. 331. Sykes, E. R , on the Mollusca procured during the Porcuplne 

Expeditions 1S09/70. Supplemental Notes Part. IV (flg.). — 

Neu Mitra biconica p. 334; — Sipho pertenuis p. 339, — Buccinum 

oblitum p.342. 
p. 349. Dali, W. H., some remarks on the nomenclature of the Veneridae. 
p. 352. Sowerby, G. B., Description of a nevv species of the genus Conus 

from South Africa (C. Beckeri). Textfg. 
p, 353. Cooke, the Rev. A. H., a modification in the form of Shell 

(Siphonaria algesirae Quoy) apparently due to locality. 
p. 356. Smith, Edg. A, Descriplion ot a new species of Acmaea from 

Bombay and notes on other fonns from that locality. Neu 

Acmaea bombayana, Textfg. 
p. 359. Preston, H., Diagnoses of three new operculate Landshells from 

Grand Caymann Island. Mit Textfg. (Neocyclolus fonliculus, 

Ghoanopoma rosenbergianum, Chondropoma caymanense). 
p. 361.Gude, G. K., Further Note on preoccupied Molluscan Generic 

names and a proposed nevv Genus of the Family Helicidae. — 

Neu vorgeschlagen worden: Plegma für Coelatura Pfl. nee 

Conrad; — Agardhia für Coryna West. 1887 nee Bilberg 1818; 

— Neu aufgestellt wird Eurystrophe für Helix filholi Bourg. 
p. 363. Newton, R Bullen, on the Modificalions in form of the Upper 

Tertiary lacuslrine Shells of the Island of Cos, as first observed 

by Eduard Forbes and T. A. B. Spratt With pl. 

Caziot, le Comm., Histoire de la Classification des Esphces du 
Genre Clausilia dipendant du systhne europSen. Extract 
des Annales de la Societe Linneenne de Lyon, annee 
1910, t. 58, p. 1-32 (Part. I). 
Eine sorgfältige Zusammenstellung der systematischen Literatur über 
die europäischen Clausilien bis zu Kimakovicz 1893. 

— — , Note sur l'infection des salades par l'Arion rufus. 
In: Feuille Jeunes Naturalistes 1911, p. 91. 
Dr. Barabaschi hat Verschleppung von Typhusbazillen durch Arion 
beobachtet; — Proost eine solche von Eiern des Spulwurms. 



— 48 — 

Dali, W. H & Paul Bartsch, New Specks of Shells from 
Bermuda. From: Pr. U. S. Nat. Museum vol. 40, 
p. 277-288, pl. 35 (May 8, 1911). 

Neu: Milra hoycocki p. 277 t, 35 fig, 7 ; — Columbella somersiana 
p. 278 T. 35 fig. 2; — Turbonilla bermudensis p. 279 T. 35 
flg. 4; — T. (Strioturbonilla) peilei p. 280 T. 35 fig. 9; — (Str.) 
haycocki p. 280 T. 35 fig. 6; — Cerithiopsis movilla p. 2 T. 35 
fig. 11; — C. ara p. 283 T. 35 fig. 1 ; — C. pesa p. 283 T. 35 
fig. 10; — C. vicola p. 284 t. 35 fig. 12; — C. io p. 285 t. 35 
fig. 3; — Fissuridea bermudensis p. 286 t. 35 fig. 8; — Odos- 
tomia (Chrysallida) nioba p. 286; — Ischnochiton (Stenoplax) 
bermudensis p. 287. — Ein Verzeichnis der von den Bermadas 
bekannten Arten ist beigefügt. 



Am 24. Dezember 1911 starb zu Regensburg 
unser langjähriger Mitarbeiter 

Stefan Clessin. 

Einen Nekrolog werden wir in der nächsten 
Nummer bringen. 



Eingegangene Zahlungen : 

Stadtpfarrer Höning, Mengen, Mk. 6.— ; — Ehrmann, Leipzig- 
Gohlis, Mk. 13.50; — Pastor Riekless, Waddewarden, Mk. 7.50; — 
Lindholm, Moskau, Mk. 7.50; — Lehrer Herbst, Göttingen, Mk. 7.55; 
F. Wertheim. Grunewald, Mk. 7,50 ; — Suter, Christchurch Mk. 9.01 ; 
— Apotheker Israel, Gera, Mk. 6. — . 



Redigiert von Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartmann in Schwanheira *. M* 
Verlag von Moritz Diester weg in Frankfurt a. M. 



Ausgegeben : 15. Januar. 



Uns. reichen Vorräte 

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Land-, Süsswasser- und 
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empfehlen wir den geehrten Herren Intert;>ssenten. Pleu- 
roloma pagoda, Cypraea decipiens etc. Ganz besonders 
reichhaltiges Material besitzen wir von der palaeark- 
tischen Fauna, den g-riechischen und Mittelmeep- 
inseln. Gefl. Offerten, betreff. Kauf oder Tausch 
nimmt gern entgegen 

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Turmstr. 19. 



Deutsche 



alalozöölöii 





Uni den Herren Malakologen die Erwerbung 
der früheren Jahrgänge unseres Nachriclitsblattes 
zu erleichtern, haben wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 



19 


V 


„ 20. 


„ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 


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„ 45. 


ermässigt. — Zu beziehen durch 







Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankf u rt a. IVI. 

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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Maläkozoologisehen Eresellsehaft 



Vleruiulvierzlgster Jahrgang 
(1JH2) 



Heft II 

(April — Juni) 



Inhalt: 



Seite 

Fr. Borchenling, Stephan Clessin, Nekrolog .49 

Hesse, P., Beschreibungen neuer Arien 56 

\ Lindholm, W. A., Bemerkungen über Schnecken von IrkuLsk \ 

(Sibirien) 62 

— — , Liste der Arten 63 

Zwiesele, Prof. Dr. Heinr., ünio pictorum L. in der Schweiz 68 

Köhler, A., Dalmatinische Streifzüge .76 

Haas, Dr. F., Zusatz zu meinen , Bemerkungen über Jolya 
letourneuxi Bgt." in Nummer 4 des Naciirichtsblattes 

von 1911 85 

f Boettger, Prof. Dr. 0., Eine neue Clausilie 87 

Literatur 87 



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Heft 2 April 1912. 

Nachrichtsblatt 

dep Deutsehen 

Malakozoologischen Geseilschaft. 

Vierund vierzigster J alirgang. 

Das Nachrichtshlatt ersclieint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7.50. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage, 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr. W. Kobelt in S c hw a n h e i m bei P^rankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Ileri'n 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 



Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Stephau Clessin. 

Nekrolog. 

Von 

Fr. Borcherding, Vegesacif. 

I. 

Vor reichlich einem Jahre brachte das Nachrichtsblatt 
seinen Mitgliedern die alle tiefbetrübende Nachricht von 
dem Tode eines hervorragenden Altmeisters in der Conchy- 
lienkunde, des Professors Dr. Oskar Böttger. Und schon 
wiederum muss diese Zeitschrift ihren Mitgliedern den Tod 
eines der bedeutendsten deutschen Gonchyliologen melden. 
Am „Heiligen Abend", dem 24. Dezember 1911, verschied 



- 50 - 

nach kurzem Krankenlager in Regensburg der Kgl. Bahn- 
inspoktor a.D., Stephan Glessin, Ritter hoher Orden, 
tief betrauert von seiner Gemahlin und seinen drei Kindern. 

Stephan Clessin v;ar der Nachkomme einer allbairi- 
schcYi Adelsfamilie, der Familie „v. Glessin von Königscleo". 
Er wurde geboren am IB. Nov. 1833 als ältester Sohn 
des Obersten Joseph v. Glessin und der Apollonia Vorn- 
berger. Von letzterer wurde ihm eine vorzügliche Erzieh- 
ung zuteil, deren Einfluss grosse Bedeutung aisf seine Schul- 
zeit ausübte. Der junge Glessin besuchte zuerst die Latein- 
schule im Gymnasium Ansbach, dann das Gymnasium in 
Augsburg. Da seine Vorfahren fast [lusnahmslos dem 
Militärstande angehört hatten und noch angehörten und 
hohe Ghargen in demselben bekleideten, so sollte auch der 
junge Glessin Militär werden. Er trat am 11. Jan 1850 
als Kadett in das 3. Infanterieregiment Prinz Karl in Augs- 
burg ein. 1852 wurde er nach Germerslieim versetzt und 
wurde am 25. Juni 1854 Junker im 11. Infanterieregiment 
in Landau. Am IL März 1855 erhielt Glessin sein Leut- 
nanispatent in Landau und wurde dann 1856 nach Regens- 
burg kommandiert. 

Am 4. Sept. 1862 nahm Glessin seine Entlassung vom 
Militär, um das Mädchen seiner Wahl, die Tochter des 
Regierungsrates Erhard aus Regensburg, die die nötige 
Kaution nicht besass, heiraten zu können. Aus dieser 
glücklichen Ehe entstammen 8 Kinder: 1 Mädchen und 2 
Knaben. 

Glessin trat jetzt in den Bahndienst und wurde am 
15 JuH 1869 Post- und Bahnexpeditor in Leipheim. Am 
1. Juli 1874 wurde er Güterexpeditor in Regensburg, dann 
am 1. August 1876 Offizial in Ochsenfurt, am 1. Jan. 1891 
Bahnverwalter daselbst und am 1. J. n. 1902 Inspektor. 
Diesen Posten hat Glessin bis zu seiner Pensionierung am 
1. Jan, 1904 bekleidet. 



- 51 - 

In welchem Ansehen und in welcher Achtung Glessin 
in der wissenschaftlichen Welt stand, zeigen seine vielen 
hohen Auszeichnungen. Im Jahre 1878 wurde er zum 
Meister des Freien Deutschen Hoclistifts in Frankfurt a. M. 
ernannt. Am 4, März 1885 erhielt er das Ritterkreuz II. Kl. 
des sächsisch-ernc-stinischon Hau?ordens. 1887 wurde der 
Heimgegangene mit der goldenen Linneschen Medaille von 
der schwedischen Akademie der Wissenschaften ausgezeich- 
net. Am 17. Febr. 1896 erhielt Glessin das Ritterkreuz 
II. Kl. des badisch-zähringer Löwenordens. 

Als Clessin am 1. Jan. 1904 in den wohlverdienten 
Ruhestand trat, erhielt er von seiner Regierung in Aner- 
kennung seiner treuen Dienste das Ehrenkreuz des Lud- 
wigordens. 

Die vorzügliche Erziehung im elterlichen Hause, so- 
wie die Ausbildung auf den Gymnasien und in seiner Mili« 
tärlauffcahn haben dem äusserst begabten jungen Manne 
eine vorzügliche und vielseitige Bildung verschafft. 

Seine Mussestunden benutzte der junge Expedito/- 
zum Sammeln von Pflanzen und Käfern ; stattliche Sainm- 
lungen dieser beiden Di'^ziplinen dokumentieren seinen rie- 
sigen Fleiss und seine tüchtigen Kenntnisse auf diesen Ge- 
bieten. 

Dann wollte ein für seine spätere wissenschaftliche 
Tätigkeit glücklicher Zutall, dass Glessin im Jahre 186G den 
Lehrer Wiedemann aus Breitenbrunn, einen eifrigen Natur- 
forscher, kennen lernte. Von letzterem wurde Glessin zum 
Gonchyliensammeln angeregt. Die Anweisungen Wiede- 
manns auf diesem Gebiete fesselten ihn so an diesen Zweig 
der Naturwissenschaft, dass er schliesslich sich ihm ganz 
widmete. 

Mit welchem Eifer und welcher Ausdauer er sich 
diesem Studium hingegeben hat, bezeugt seine schon 1877 
bei Bauer & Raspe in Nürnberg erschienene , Deutsche Ex- 



— 5^ — 

kursions-Molluskenfauna", eine Arbeit, welche von allen 
deutschen Malako-Zoologen mit grosser Freude begrüsst 
wurde ; fehlte es doch bislang an einem solchen systematischen 
Handbuche. Die „Systematische Anordnung undBesclireibung 
deutscher Land- und Wassorschnecken" von Karl Pfeiffer, 
Kassel 1821, war veraltet und nur noch antiquarisch er- 
hältlich. Das klassische Werk, „Rossmässlers Iconographie", 
war des hohen Preises wegen nicht jedem zugänglich ; 
ausserdem waren die 3 ersten Bände vergriffen — und 
antiquarisch nur zu sehr hohen Preisen, und dann auch 
nur äusserst selten zu bekommen 

Um so mehr wurde Glessins Fauna mit Freuden be- 
grüsst. Wie selir dieses Werk einer Spezial- Wissenschaft 
dem Bedürfnisse entsprach, erhellt daraus, da?s schon 1884 
eine 2., bedeutend vermehrte und verbesserte Auflage er- 
schien. 1887 folgte dann eine ebenso wichtige und wert- 
volle grosse Arbeit Glessins: „Die Mollusken- Fauna Oester- 
reich-Ungarns und der Schweiz." — 

Die Folge des Erscheinens dieser beiden wichtigen 
Werke war, dass sich in den verschiedenen Gauen unseres 
deutschen Vaterlandes neue Jünger der Malakozoologie 
fanden und nun eifrig ihre Gegenden durchforschten. Bei 
kritischen Funden wandten sich die neuen Jünger an den 
Altmeister Glessin, der immer mit der grössten Liebens- 
würdigkeit die Bestimmung der Arten übernahm, Winke 
gab und ausserdem noch manche Art seiner reichen Samm- 
lung der Rücksendung beifügte. Auch Verf. verdankt manch 
schönes Stück und manche Belehrung dem allezeit bereit- 
willigen Glessin. 

Welche Bedeutung und welches Ansehen Glessins 
Name sich in den wissenschafthchen malakozoologischen 
Kreisen bereits erworben hatte, geht daraus hervor, dass, 
als der Herausgeber des Martini-Ghemnitzschen Gonchylien- 
Kabinets, Küster verstarb, die Verlagsbuchhandlung von 



— 53 - 

Bauer & Haspe aussei' VVeinkauf und Kobelt auch Clessin 
zur Mitarbeit au dem grossen Conchylien VVerico aufforderte. 
Cllessin folgte dieser ehrenvollen Aufforderung, und im Laufe 
der Jahre hat er 17 Familien in diesem klassischen Werke 
bearbeiiet. Man vergleiche Clessins Schriftenverzeichnis am 
Ende dieses Nekrologes. 

Als dann 1877 Dr. Louis Pfeiffer, der Herausgeber 
der Malakozoülogischen Blätter, Verlag von Th. Fischer in 
Kassel, starb, übernahm Glessin auch die Herauffgabe dieser 
Zeitschrift, und viele wertvolle Aufsätze aus seiner Feder 
finden sich in derselben. 1891, als Glessin 12 Bände dieser 
Zeitschrift herausgegeben hatte, musste FisclK-r die Heraus- 
gabe einstellen infolge ungenügender Abonnentenzahl. Leider 
erfuhren dassell;e Schicksal die prächtigen Jahrbücher 
der Malakozoologischen Gesellschaft, deren Herausgeber 
der Altmeister in der Gonchylienkunde, Professor Dr. 
Wilhelm Kobelt war. Auch sie konnten infolge unge- 
nügender Beteiligung nicht bestehen. Grosse Mühe und 
viele pekuniäre Opfer haben Kobelt und seine Freunde dem 
Bestehen bringen müssen, wie die dem Herausgeber näher- 
stehenden am besten beurteilen können. — Leider wandten 
viele jüngere Zoologen der Systematik den Rücken in der 
Meinung, alles Heil der zoologischen Wissenschaft hänge 
von der Schnittzoologie ab. - Es ist zu bedauern, dass in 
Deutschland so wenig Siiui und vor allen Dingen so wenig 
Geld ist für derartige wertvolle wissenschaftliche Unter- 
nehmungen. — Wo bleibt die Palaeontologie ohne die Gon- 
chylienkunde? — Nähmen die Deutschen sich doch ein 
Heispiel an ihren Nachbarvölkern ! In Paris erscheint seit 
Jahr und Tag das Journal de Gonchyliologie in splendiderAus- 
stattung; in London die Proceodings of the malacozoological 
Society — um nur 2 der bekannten grösseren Zeilschriiten 
zu nennen. In Deutschland kann keine derarlige Zeitschrift 
bestehen. - Die Nachrichtsblätter halten sich eben über Wasser. 



- 54 — 

Doch nun zurück zu Glcssin. Ausser seinen grossen 
oben angeführten Arbeiten erschienen eine grosse Reihe 
kleinerer, wortvoller Schriften, welche in verschiedenen 
Zeitschriften publiziert wurden. Vergl. das beifolgende 
Schriftenverzeichnis. 

Mit welch horrendem Fleisse, und mit welcher kolos- 
salen Geduld und Ausdauer Clessin in seinen Mussestunden 
gearbeitet hat, beweisen seine zum Teil sehr schwierigen 
Erforschungen Ich will nur erinnern an seine Arbeiten 
über die Pisidien -- eine äusserst schwierige Bivalven- 
Gattung — über Vitrella, Lartetia, über die Molluskenfauna 
der bairischen Seen u. a. m. Eine stattliche Reihe neuer 
Arten und Gattungen hat Glessin kreiert. 13 neue Arten 
führen seinen Namen. 

Mit fast allen Gonchyliologcn der Jetztzeit stand Glessin 
im wissenschaftlichen und im Tauschverkehr. Dadurch hat 
er im Laufe der Jahre eine stattliche Gonchylien-Sammlung 
zusammengebracht. Auch diese bleibt der Wissenschaft 
erhalten. Der grösste Teil derselben befindet sich im Na- 
turalien-Kabinet in Stuttgart unter dem Namen „Samm- 
lung Glessin". 

Verf., der dem Heimgegangenen seit mehr denn 30 
Jahren nahegestanden hat, und dem dessen Tagebücher 
von 1876 bis zur Jetztzeit vorliegen und Aufschluss geben 
über seinen immensen Fleiss und seine vielseitige Tätigkeit, 
kann bezeugen, dass Glessin trotz seiner intensiven Tätig- 
keit nie einseitig war. Er hatte ein allgemeines reiches 
Wissen und immer wahres Interesse auch auf den ver- 
schiedensten Gebieten der Wissenschaft. So war er gut 
bewandert in Geologie und Palaeontologie, — siehe seine 
Schriften — . Er beschäftigte sich mit anthropologischen 
und praehistorischen Studien. In Ochsenfurt hat Glcssin 
jahrelang die Wetterbeobachtungen für die metercologische 
Zentralstation in München gemacht. Er war äusserst be- 



— 55 - 

wandert in Geschichlc und Kulturgeschiclite, hatte das 
grösste Interesse für alte Bauweise, für Volkssitten und 
Sagen. Nicht unerwähnt mag bleiben, dass Glessin die 
vorzügliche Gal)e besass, reizend nach der Natur zu 
zeichnen. 

Trotzalledem hat Clessin nie seinen Hauptberuf ver- 
nachlässigt Er stand bei seinen Vorgesetzten in hohem 
Ansehen. Die Verleihung des Ehrenkreuzes des Ludwig- 
ordens bei seiner Pensionierung, sowie ehrende Aner- 
kennungsschreiben legen Zeugnis ab von seiner gewissen- 
haften Berufstreue. So hat der rege Geist bis in sein hohes 
Alter ständig gearbeitet. 

Nach seiner Pensionierung 1904 wählte Clessin seinen 
Lieblingsort Regensburg zu seinem Wohnsitze. Hier wid- 
mete er sich vorwiegend der Erforschung der nähern Um- 
gebung von Regensburg. Das Nachrichtsblatt enthält eine 
Reihe Arbeiten aus der letzten — Regensburger Zeit. 

Seine beiden letzten wissenschaftlichen Arbeiten: „Die 
Molluskenfauna der Umgebung Regensburgs" und „Die 
Conchylien der obermiocaenen Ablagerung von Undorf, 
IV. Mitteilung" hat der Heimgegangene im Druck nicht 
mehr gesehen. Sie erscheinen in dem neuesten Berichte 
des naturwissenschaftlichen Vereins in Regensburg. 

hn Laufe des Sommers des vergangenen Jahres ver- 
liessen mit einem Male den rührigen und g' istig frischen 
Mann die Kräfte. Von diesem Zeitpunkte an datiert ein 
allmälilichiT Rückgang seiner Lebenskraft. Dies nahm dem 
bis an sein Ende geistig ganz frisch gebliebenen Gelehrten 
die Lebensfreude, da die eingetretene Schwäche ihn zum 
Verzicht auf die Arbeit in seiner geliebten Wissenschaft 
zwang, welche ihn so lange, bis ins hohe Alter frisch er- 
halten hatte. Immer müde, lag er nun lesend die meiste 
Zeit auf dem Sofa. Seine letzten Lieblingslektüren waren 
die Memoiren des Ritlers von Lang, die ihm immer wicdef 



— 56 - 

eine Fundgrube für Entdeckungen über die „gute, alle" 
Zeit waren und über die er dann gerne seiner Umgebung 
erzählte. 

Zu der Schwäche stellte sich in den letzten Monaten 

— wohl eine Folge der früheren Zuckerkrankheit, unter 
der er aber nie viel gelitten hat — ein Lungenleiden ein, 
das, ohne ihm viel Schmerzen zu bringen, eine vollständige 
Entkräftung herbeiführte. Während dieser Zeit wurde er 
von seiner Gattin allein getreulich gepflegt, von seinem 
Schwiegersohne ärztlich behandelt, und von letzterem immer 
wieder bewundert ob seiner — trotz grosser Entkräftung 

— mutigen Standhaftigkeit in den schweren Tagen der 
Krankheit. Noch wenige Wochen vor seinem Tode erhob 
Glessin sich von seinem Lager, trotz grosser Schwäche, die 
ihm das Schreiben schwer machte, um seine Feuerbestattung 
anzuordnen, und um dem Verf. noch 3 Zeilen — die letz- 
ten seiner Hand — zu schreiben. Die Kürperkräfte ver- 
liessen nun den noch immer klaren Geist mehr und mehr, 
kurz vor dem Weihnachtsfeste trat eine völlige Entkräftung 
ein, die am 24. Dezember ein sanftes Ende, herbeiführte. 

„Ruhe in Frieden, treue Seele!" 



Beschreibuugeii neuer Arten. 

Von 
P. Hesse, Venedig. 
TIteba albocincta n. sp. 
Gehäuse sehr eng durchbohrt, das Nabelloch durch 
den schmalen Spindelumschlag nahezu verdeckt und nur 
bei schiefem Aufblick sichtbar. Das Gehäuse ist kreisei- 
förmig, unbehaart, rötlichbraun mit schmaler weisser Binde 
an der Peripherie. Die Skulptur besteht aus ungleich- 
massigen Zuwachsstreifen, von denen einzelne stärker, nahe- 
zu rippenartig vorspringen; in den Zwischenräumen dieser 



- 57 — 

Rippchen erscliciiiL die Oberfläche sehr fein ^;ehäinnicrt; 
unter der Lupe sind ausserdem auf dem letzten Umgange 
sehr zarte Spiralhnien zu erkennen Das breifkegelförmige 
Gewinde besteht aus öVa ziemlich langsam und regelmässig 
zunehmenden, leicht gewölbten Umgängen, die durch eine 
seichte, helle, deutlich eingedruckte Naht geschieden werden. 
Der letzte ist nur wenig breiter als der vorletzte, oben und 
unten gleichraässig gewölbt, und steigt vor der Mündung 
ziemlich rasch, aber nicht sehr tief herab. Die schiefe 
Mündung wird durch den vorletzten Umgang nur v/enig 
ausgeschnitten, ist 4 nmi breit und 3,2 mm hoch; innen, 
etwas vom Mundsanm entfernt, eine schmale, aber ziemlich 
erhabene, rotbraune Lippe, die aussen gelb durclischeini, 
Der Mundsaum ist dünn, bei dem vorliegenden, nicht ladel- 
losen Exemplar gerade. 

Gr. Durchm. 8,5, kl. 8, Höhe 7 mm. 

Fundort: Bei Aleppo, nur ein tot gesammeltes, 
aber gut erhaltenes Exemplar. 

Ich kenne keine orientalische Art , der ich diese 
Schnecke vergleichen könnte. Durch Grösse und Habitus, 
besonders auch durch die weisse Kielbinde, erinnert sie an 
Trichia leucozona, unterscheidet sich aber von dieser durch 
die weisse Naht, die weniger gewölbten, rascher zunehmen- 
den Umgänge, das stärkere, weniger durchscheinende Ge- 
häuse, die andere Skulptur und die vollkommen abweichende 
Beschaffenheit der Mündung und der Lippe. 

Ohne anatomische Untersuchung lässt sich die syste- 
matische Stellung dieser merkwürdigen Art nicht mit Sicher- 
heit feststellen. Die Form der Schale erinnert an Trichia; 
die fein gehämmerte Oberfläche, sowie die BeschaflVnheit 
der Mündung und des Mundsaums lässt eher an das Genus 
Theha Risso dtniken. Ich bringe daher, auch mit Rücksicht 
auf den Fundort, die neue Art vorläufig bei dieser Gat- 
tung unter. 



— 58 — 

Helicif/ona (Ärianta) pelia n. sp. 

Gehäuse kugelig, eng genabelt, der Nabel diircli den 
schmalen Spindelumschlat,' teilweise vevdpckt; sehr dünn- 
schalig, durchscheinend, besonders auf dem letzten Um- 
gange grob gestreift, fast gerippt, dunkel olivbrann, auf den 
oberen Windungen heller. Mindestens öVs Umgänge, ziem- 
hch eng aufgewunden, der letzte vorn etwas herabsteigend 
Mündung rundlich oval, stark ausgeschnitten, Mundsaum 
schwach umgebogen, innen mit einer dünnen, bläulich- 
weissen Lippe belegt. 

Gr. Durchm. 14, kl. 12, Höhe 9,5 mm, Breite und 
Höhe der Mündung 6,5 : 5,5 mm. 

Fundort: Umgebung von Philippopel. 

Diese sehr distinkte Art, von der mir nur ein tot ge- 
sammeltes, aber gut erhaltenes Exemplar vorliegt, ist zu- 
nächst verwandt mit H. aethiops, unterscheidet sich aber 
durch die kugeligere Gestait, den Mangel jeglicher Spiral- 
skulptur, die geringere Grösse und engere Aufwindung des 
Gehäuses. Die Zahl der Umgänge lässt sich nicht mit voller 
Sicherheit feststellen, da das Etubryonalgewinde verletzt ist, 
doch sind es mindestens 5Vs, vielleicht 6. 

Clausilia thracica n. sp. 
Gehäuse bauchig-spindelförmig, mit auffallend dickem 
Gevjinde und stumpfem x\pex, dicht und regelmässig schief 
fein gestreift, auf den mittleren Umgängen fein rippen- 
streifig, graubraun oder rotbraun, ohne Strichelung an der 
Naht, aus zehn regelmässig und langsam zunehmenden, 
wenig gewölbten Umgängen bestehend, an der Basis schwach, 
aber deutlich gekielt, mit ziemlich seichtf^r Kielfurche. Der 
Mundsaum gelblich, schwach gelippt, kurz ausgebreitet und 
umgeschlagen, deuthch gelöst. Die Oberlamelle vorn ziem- 
lich dick, bis zum Mundsaum vorgezogen ; das hintere Endt) 
derselben läuft für eine kurze Strecke mit dem Vorderende 



— 59 — 

der Spiralis paralltl. Die S|)irallamello zeigt an einer Stelle, 
etwa bei Beginn des hintern Drittels, eine scliwaclie Ver- 
dickung ; an diesem Punkte tritt neben ihr die lamella inserta 
auf, an der die Unterlamelle endet. Die Unterlamelle ist 
wenig gedreht, in der Mündung wenig vorspringend, ziem- 
lich weit vom Mundsaunie endi^^Mid; von ihrem Vorderendo 
zieht eine deutliche Falte schief im Interlamellar nach hinten 
und üben. Die Spindelfalte ist nur bei schiefem Einblick 
in die Mündung deutlich sichtbar. Ausser der gut ent- 
wickelten Principale ist noch eine kurze, nach vorn diver- 
gierende Gaumenfalte vorhanden. Mondfalte fehlt bei dem 
einen genau untersuchten Exemplar; es ist nicht ausge- 
schlossen, dass bei einem andern ein Rudiment vorhanden 
sein könnie. Das S-förmig gebogene, schwach rinnenförmigc 
Clausilium zeigt vorne zwei ungleiche, seichte Einkerbungen 
und ist dementsprecliend unregelmässig dreilappig; der 
Vorderrand erscheint deutlich callös verdickt, mit einer vom 
Mittellappen ausgehenden Leiste auf der Rückseite. 

Höhe 19—21 mm, Durchm, 5,5 mm. 

Fundort: Umgebung von Philippopel. 

Von dieser Art, deren Beschreibung ich unter Beihilfe 
des Hrn. Dr. Wagner entworfen habe, erhielt ich vier 
Exemplare, aber nur eins davon ist tadellos erhalten. Das 
dicke Gewinde erinnert an Uncinaria, die Verhältnisse der 
Mündung an Pseudalinda, doch wurde bei den Formen 
dieser Gruppe bisher eine lamella inserta nicht beobachtet. 
Ganz isoliert sieht unsere neue Form durch das sehr eigen- 
tümliche Clausilium, das auch wesentlich anders gestaltet 
ist, als bei der Gruppe Triloha. Ich betrachte Claus, thracica 
als Typus einer neuen Gruppe, für die ich den Namen 
Wagneria vorschlage. 

Clausilia (Wagneria) Borisi n. sp. 

Gehäuse bauchig, .spindelförmig, mit dünnem Wirbel 
und verschmälerter Basis; festschalig, leicht glänzend, hell 



— 60 — 

kastanienbraun mit büschelförmig angeordneten weissen 
Strichclchen an der Naht. Die 10—11 deutlich gewölbten 
Umgänge sind rippenstreifig, die Rippchen an den mittleren 
Umgängen und vor der Mündung kräftiger und weitläufiger; 
der letzte Umgang an der Basis kräftig gekielt, der abge- 
rundete Kiel durch eine ziemlich tiefe Farclie begrenzt. 
Die wenig schiefe Mündung unten mit einer deutlichen 
Rinne, oben mit einem hinaufgezogenen, abgerundeten 
Sinulus. Der ziemlich dünne, bräunliche Mundsaum ist 
kurz ausgebreitet, zusammenhängend, weit gelöst, nur am 
Sinulus etwas zurückweichend Die Oberlamelle zusammen- 
gedrückt, hoch; vorn bis an den Rand vorgezogen, hinten 
den Beginn der Spirallamelle ^.erade erreichend, aber von 
derselben getrennt; die Unterlamelle tief in der Mündung, 
wenig vorspringend, vorn entfernt vom Mundsaum, hinten 
etwas kürzer als die Spirallamelle; die Subcolumellaris bei 
schiefem Einblick in die Mündung sichtbar, langsam ab- 
fallend Die Mondfalte, bei ausgewachsenen Exemplaren 
deutlich vorhanden, ist dünn, oben mit der kurzen ersten 
Gaumenfalte einen Haken bildend, dann schief gegen den 
Beginn des Basalkiels gerichtet. Die Principale hinten etwas 
über die Mondfalte verlängert, vorn vor dem Mundsaume 
endigend. Das Glausilium hat eine breite, rinnonförmig ge- 
bogene Platte, die vorn zweimal schwach ausgerandet, dem- 
nach schwach dreilappig ist. 

Höhe 19—20, Dicke 5 mm. 

Fundort: Umgebung von P h i 1 i p p o p e I. 

Diese neue Art steht der Claus, thracica ra. sehr nahe, 
trotz des sehr auffallenden Unterschiedes, der durch den 
ungewötmlich dicken Wirbel von thracica bedingt ist. Die 
Skulptur ist krättiger, der Hasalkiel höher, die Unterlamelle 
niedriger, ala bei thracica, und vor allem die dreilappige 
Form des Glausiliums hier viel weniger stark ausgesprochen, 
aber doch unverkennbar vorhanden. 



— 61 — 

(Die Beschreibung verdanke ich Herrn Oberstabsarzt 
Dr. W a g n e r.) 

Clausüia {Micropontica) despoUna n. sp. 

Die Art gehört zu den kleinsten de.s Genus. Gi^iäuse 
schlank, turmförmig, mit verhältnismässig stumpfem Wirbel 
ziemlich dünnschalig, durchscheinend, matt rötlich-braun. 
Die 11 — 12 leicht gewölbten Umgänge nehmen langsam zu 
und sind sehr fein und gleichmässig gerippt, nur am letzten 
Umgange vor der Mündung sind die Rippchen scharfrückiger 
und weitläufiger; die Embryonalwindungen glalt und glän- 
zend. Der letzte Umgang erscheint vor der Mündung etwas 
aufgetrieben und dann eingeschnürt, an der Basis mit deut- 
licliem Kiel und einer flachen Basalfurche. Die unregel- 
mässig birnförmige, nahezu senkrechte Mündung hat unten 
eine deutliche Rinne, oben einen abgerundeten, wenig hinauf- 
gezogenen Sinulus. Der gelbliche, leicht verdickte Mund- 
saum ist ziemlich kurz ausgebreitet und schmal umge- 
schlagen, zusammenhängend, ziemlich weit gelöst, unterhalb 
des Sinulus etwas verdickt. Die hohe zusammengedrückte 
Oberlamelle ist vorn bis an den Mundsaum vorgezogen und 
erreicht hinten die Spirallamelle, ist aber von ihr getrennt. 
Die Unterlamelle sehr tief, nur bei schiefem Einblick sicht- 
bar, innen hoch, vorn abgestutzt, nach hinten mit der wenig 
kürzeren Spirallamelle bis in den vorletzten Umgang rei- 
chend. Im Interlamellar mitunter einige niedrige Fältchen ; 
die Spiral lamelle sehr tief, schon an der hohen, geraden, 
vollkommen lateral gelegenen Mondfalto endigend. Die lange 
Principale ist über die Mondfalte bis unter die Mündung 
verlängert; ausserdem ist eine lange, mit der Principalfalte 
etwas divergierende, von der Mondfalte weit getrennte erste 
Gaumenfalte vorhanden. Am Aussenrande der Mündung 
sind 2—3 mehr oder weniger weit nach innen verlängerte 
Fällclien vorhanden, die fast den Eindruck von kurzen 



~ 62 - 

Gaumenfalten machen. Das Glausilium ist. stark S-förmig 
gebogen, mil dünnem Stiel und ziemlich brei'er, schwach 
rinncnförmiger, vorn verschmälerter Platte. 

Höhe 8,7-12, Dicke kaum 2 mm. 

Fundort: Karamusch im zentralen Rhodopege- 
birge (Despoto Dagh). 

Mit Rücksicht auf die Form des Gehäuses und be- 
sonders die Beschaffenheit des Schliessapparats lässt sich 
diese Art nur mit den Vertretern der Gruppe Micropontica 
Bttg. vergleichen, die bisher nur aus dem Kaukasus be- 
kannt war. Besonders charakteristisch für dieselbe erscheint 
neben den geringen Dimensionen der Schale der aufiallend 
tief gelegene Schliessapparat. 

(Die Beschreibung verdanke ich Herrn Oberstabsarzt 
Dr. W a g n e r.) 

Bemerkuiigt^ii übar Schiieckon von Irkutsk (Sibirien). 

Von 
W. A. Lindholm, Moskau. 
Herr Privatdozent Wladimir Se r geje w i tsch El- 
patiewsky, Kuslus am Zoologischen Museum der Uni- 
versität Moskau, hatte die Güte, mir zur Bestimmung eine 
Anzahl in Weingeist aufbewahrter Mollusken anzuvertrauen, 
welche vor Jahren Herr M. P. Puzillo bei Irkutsk ge- 
sammelt und dem genannten Museum übergeben hatte. 
Dieses Material enthält sowohl Land- als auch Süsswasser- 
schnecken, welche sämtlich lebend gesammelt worden sind. 
Da die letzteren ausschliesslich aus Arten bestehen, welche 
zur Fauna des Baikalsees gehören, so ist es mehr als wahr- 
scheinlich, dass sie aus dem Flusse Angara, an dem 
Irkutsk gelegen ist, stammen. Der genannte Fluss ist be- 
kanntlich der einzige Abfluss des Baikalsees; 67 Werst 
unterhalb seines Ausflusses aus dem See liegt Irkutsk. In 



— 63 — 

nipinci' Abhandlung') über die Mollusken des Baikalsees 
hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass es eine interes- 
sante Aufgabe wäre, zu verfolgen, wie weit die damals aus 
der Angara bekannten Schnecken-Arten von baikalschem 
Gepräge diesen Flnss hinuntergehen. Die kleine Ausbeute 
des Herrn Puzillo, welche zwar keine neuen Arten ent- 
hält, ist f'ls ein Beitrag i'.ur Klärung dieser Frage zu be- 
trachten, da sie eine Anzahl weiterer ßaikaiarten zum eisten 
Mal ausserhalb dieses Sees nachweist. Ob die Vertreter 
der Baikaifauna sich auch in den in die Angara münden- 
den Nebenflüssen und Bächen (z, B. im Irkut und in der 
Tschako wka bei Irkutsk) finden, bleibt noch festzustellen. 

Beachtenswert ist ferner der Umstand, dass Vertreter 
der in der paläarktischen Region allgemein veibreiteten 
Genera Lymnaea, Plmiorhis, Physa etc. in dieser Ausbeute 
gänzlich fehlen. Es ist daher berechtigt anzunehmen, dass 
diese Gattungen in Arten- und Individuenzahl in der Angara 
bei Irkutsk, ähnlich wie im Baikalsee, gegenüber den ende- 
mischen Fosnien der Baikalfauna (den Gattungen Chomiom- 
phalus, Baicalia, Benedictia etc.) stark zurücktreten. 

Muscheln sind in dieser Ausbeute nicht vertreten. 

Das gesamte Material befindet sich in der Sammlung 
des obengenannten Museums; einzelne Dubletten einiger 
Arten durfte ich mehier Privatsammlung einverleiben. 



Liste der Arten. 

A. Landschnecken. 
1 . Eiiconulus fulvus (Müll ) 
Zwei Exemplare, von welchen eines fast erwachsen 
und das andere kleinere defekt ist. 



') Die Molusken des Bail<alsees. Kiew und Berlin 1909, p. 93. 



.- 64 — 

2. Hyalinia (FoUta) petronella (Gharp.) 

Vier erwachsene Stücke, welche in Sculptiir, Grösse etc. 

mit Exemplaren aus Zentral-Russland gut übereinstimmen, 

jedoch einen etwas weiteren Nabel aufweisen, als diese 

letzteren. 

3. Patula ruderata (Stud.) 

Nur ein Exemplar. 

4. Chilanodon gerstfeldti (Dyb.) 

Synonymie : Helix (Chilanodon) sihirica Westerlund, 
Annuaire du Musee Zoologique de l'Academie Imperiale des 
Sciences de St. Petersbourg 1897, p. 119 (nee Helix sihirica 
F'rivaldsky teste Pfeiffer, Monogr. Heliceorum 1853 vol. III, 
]) 636, Nr. 673.) Helix gerstfeldtii W. Dybowski, Nach- 
richtsbl. d. D. Mal.-Ges. 1901, p. 136. — Dr. W. Kobelt, 
Iconograpbie, N. F. Od IX. Fig. 1719. 

Zwei erwachsene und drei junge Stücke. Alle horn- 
bräunlich mit wenig deutlicher, schmaler, weisslicher Dor- 
salzone. Die Maasse der erwachsenen Exemplare sind fol- 
gende bei vollen 6 Umgängen: 

1. Gehäuse Alt. 6 mm, Lat. 6,25 mm. 

2. „ „ 5,z5 „ „ o,25 „ 

Diese Stücke sind also viel weniger hoch gewunden 
als diejenigen, auf welche Dr. G. A. Westerlund 1. c. 
(Diam. 6, alt. 7 mm) und Dr. W. Dybowski I.e. p. 138 
(Diam. major 6 alt. 6 mm) die Art begründeten. Da aber 
die mir vorliegenden Exemplare in allen anderen Bezieh- 
ungen, so namentlich in der charakteristischen Form der 
Mündung, mit den oben zitierten Beschreibungen und Fi- 
guren übereinstimmen, ist an ihrer Artzugehöri^-keit nicht 
zu zweifeln, sodass sie allenfalls als f. depressior vom Ty- 
pus abgetrennt werden dürften. 

Bei den jungen Stücken sind die Umgänge an der 
Peripherie ziemlich stark gewinkelt und zeigen keine Spur 
von Behaarung. 



— 65 — 

Dr. C. A. Westerlund*) hat die Helix gerstfeldti 
Dyb. als identisch seiner früher publizierten Helix sibirica, 
für welche er die Untergattung Chüanodon errichtete, er- 
klärt. Da aber der Namen Helix sibirica bereits von Fri- 
valdsky resp. Dr. L. Pfeiffer verwendet worden ist 
niuss die von Dr. W. Dybowski veröffentlichte Bezeich- 
nung angenommen werden. 

Auffallenderweise hatte Dr. W. D ybo wsk i 1, c. p. 141 
vermutet, dass Helix amurensis Gerstf., welche ja längst als 
Synonym von Acauthinula harpa Say ^) erkannt worden 
war, mit seiner Hei. gerstfeldti „sehr nahe verwandt" sei. 
Dr. G. A. Westerlund^) hat der in Rede stehenden Art 
jedenfalls einen ihr besser g)assenden Platz im System zu- 
gewiesen, wenn er sie neben die Gruppe der Helix uniden- 
tata Drp. und Helix edentula Drp. stellt. Und in der Tat 
hat Helix gerstfeldti Dyb. in weniger hochgewundenen 
Stücken eine auffallende habituelle Aehnlichkeit mit der zu- 
letzt genannten Art (falls man von der ganz abweichenden 
Bildung der Mündung absieht), sodass ich die zwei Exem- 
plare aus Kultuk, welche Dr. B. Dybowski^) ganz kurz 
als Friiticicula edentula Drp, erwähnt, gleichfalls als Helix 
gerstfeldti Dyb. ansprechen möchte, denn dass die echte 
Helix edentula Drp. am Baikalsee vorkommen soll, halte ich 
für ausgeschlossen. Doch auch diese Stellung im System 
kann nur eine provisorische sein, bis das Tier anatomisch 
untersucht worden ist, 

Chilanodon gerstfeldti (Dyb.) scheint im östlichen Si- 
birien ziemlich weit verbreitet zu sein ; die Art ist bisher 
von der Mündung des Ussuri in den Amur (teste Dr. Dy- 



1) Nachrichtsblau d. D. Mal.-Ges. 1902. p. 22. 
") Cfr. Dr. Kobelt, Iconographie, Bd. V, Fig. 1420. 
') Dr. C. A. Westerluiid, Melhodus dispositionis Conchyliorum etc 
Zagrabiae 1903, p. 10. 

*) NachrichlsbhiU d. D. Mal.=Ges. 1903, p. 9. 



~ GG - 

bowski), von Kultuk am Baikalsee, wober Dr. Westerlunds 
Originale stammten, und von Irkutsk bekannt gew^orden. 

5. Hygromia (Trichia) verna (West.). 

Nur mit Vorbehalt stelle ich zwei scheinbar nicht ganz 
ausgewachsene Stucke zu obiger Art (cfr. Dr. Westerlund 
in Anuaire du Musee Zoologique de l'Academie Imp. des 
Sciences de St. Petersbourg 1897, p, 119), welche auf (in 
unausgewachsenes Exemplar vom Fluss Sljudjaiika (Gouv. 
Irkutsk) begründet ist. Beide vorliegende Gehäuse sind sehr 
eng genabelt , von rotbrauner Färbung ohne weisslicho 
Kielbinde, und das kleinere weist eine spärliche und hin- 
fällige Behaarung auf. Das grössere Gehäuse misst bei 
etwa 4^2 Umgängen: Alt. 5, lat. 7,25 mm, ist also grösser 
als Westerlunds Originalexemplar (4Va Umg. Diam. 5, 
alt 3Va mm). 

Am gleichen Ort beschreibt Dr. G. A. Westerlund 
zwei weitere Tric}iia-Ar\en aus dem Gouvernement Irkutsk: 
Trichia annexa West. (I. c. p. 120) und Tr. czekanowskii 
West. (1. c. p. 121). Die erstere besitzt eine feine Spiral- 
streifung und ist stark niedergedrückt (diam. 7, alt 3V2 mm)» 
und die letztere ist erweitert genabelt und undeutlich wciss- 
lich gegürtelt, alles Merkmale, die den mir vorliegenden 
Stücken nicht zukommen. Dennoch halte ich es nicht für 
ausgeschlossen, dass bei reichlicherem Material diese drei 
Arten sich als Formen nur einer Spezies herausstellen 
werden. Die von Dr. B. Dybovvski^) aus der Umgebung 
des Baikalsees erwähnte Fruticicola sericea Drp. gehört sicher 
zu einer dieser Formen. 

6. Eulota schrencki (Midd.) 
Vier junge und zwei erwachsene Stücke auf gelblich- 
hornfarbigem Grunde mit deutlicher brauner Binde ; Spiral- 
linien sehr deutlich. 



') Nachrichtsblatt d. D. Mal.-Ges. 1903, p. 9. 



- G7 - 

Maasse: 1. ö'/* Umgänge, Alt. 12, Lat. 17 mm 
2. 5V2 , , 11, „ 16 , 



B, Süss Wassers chn eck en. 
7. Choanomphalns (s. str.) incerfus Ldh. 
(Vergl. W. A. Lindholm, Mollusken des Baikalsecs 
Berlin 1909, p. 12, Taf. II, Fig. 31-33). 

Dreissig Exemplare, welche mit den Stücken aus dem 
Baikalsee gut übereinstimmen. 

Maasse: 1. 4 Umgänge, All, 

2. 4 „ ' „ 

3. 4 



4. 3 



4 Lat. 


6,5 mm 


3,5 „ 


6 „ 


3 „ 


5 „ 


3 . 


5 „ 



8. Choanomphalns (Achoanomphalus) amauronius Bgt. 

(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c, p. 14). 

Von dieser Art, welche bereits Bourguignat aus 

dem Flusse Angara erwähnte, liegen 82 Ex. vor, die wie 

die Baikalexemplare dieser Spezies in Grösse, Nabel weil e^ 

Gewindehöho etc. unter sich erheblich variieren. 

Maasse: 1. 4 Umgänge, Alt. 4,25 Lat. 7,5 mm 
2. 4 „ „ 3,75 , C,8 „ 

3 4 4 5 5 

var. aorus Bgt. 
(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c , p. 16.) 
Zu dieser Form, welche auch hier durch Uebergangs- 
formen mit Ch. amauroyiius Bgt. verbunden ist, stelle ich 46 
Exemplare. 

Maasse: 1. 4 Umgänge, Alt. 4,5 Lat. 5 mm 

2. 4 „ „ 3,5 »5 „ 

3. 4 „ „ 3,5 „ 5,25 . 
9. Ch. (Achoanomphalus) valvatoides Dyb. 

(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c, p. 17.) 
Nur ein, jedoch sehr charakteristisches Stück von S'/a 
Umgängen. Alt. 2,5, Lat. 5 mm. 



— 68 — 

10. Ch. (Achoanomphalus) gerstfeldtiamis Ldh. 
(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c, p. 20, Taf. II, Fig. 15—17.) 
Acht Exemplare dieser kleinsten Art ihrer Gruppe 
welche sich in nichts von typischen Sti^icken aus dem Bai- 
kalsee unterscheiden. 

11. Ch. (Achoanomphalns) subrimafus Ldh. 
(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c, p. 21, Taf. II, Fig. 12—14). 
Von dieser Art sind 7 Stücke vorhanden, welche mit 
einem Originalexemplar in jeder Hinsicht übereinstimmen. 
Alt. 3,5, Lat. 5 mm. 

12. BaicaUa {s. str.) angarensis (Gerstf.) 

(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c , p. 4G.) 

Nur ein ganz junges, lebend gefundenes Exemplar. 

13. Benedidia baicalensis (Gerstf.) 

(Vergl. W. A. Lindholm, 1. c, p. 35.) 

Gleichfalls nur ein junges, lebend gesammeltes Stück. 

14. Valvata (Megalovalvata) grubei B. Dyb. 

(Vergl. W. A. Lindholm, i c, p. 76.) 

Neun ganz junge Stücke, von denen das grösste 1 '/a 

Umgänge und einen Durchmesser von 2 mm hat. Nach dem 

Aufwindungsmodus und der Textur des Gehäuses gehören 

sie sicher zu dieser Art. 



Uuio pictonim L. iu der Schweiz. 

Von 
Prof. Dr. Heinr. Zwiesele. 



Band XVII von Rossmässlers Iconographie N. F. 
enthält einen sehr interessanten Abschnitt über „ Unio pic- 
torum L. im Schweizer Rhein und Oberdonau ". Da ich 
mich seit einer Reihe von Jahren mit der eingehenden Unter- 
suchung der schweizerischen Najadenfauna befasst habe. 



— 69 — 

möchte ich, in Ergänzung dieser wertvollen Abhandlung, 
einige Mitteilungen über den , Unio pidorum L. in der 
Schweiz* geben. 

In dem oben zitierten Werk heisst es S. 29 : „ Unio 
pidorum L. tritt in den Gewässern der Schweiz in 
einer ganz auffallenden Weise zurück. Nach dem heutigen 
Stand unserer Kenntnisse findet er sich nur im Zuger- 
und Vierwaldstättersec und hier in seltsamen krüppeligen 
Formen". 

Hierzu sei zweierlei bemerkt: 1) Ausser in den beiden 
genaimton Seecn habe ich U. p. noch im Sarner-, Lowerzer- 
und Aegerisce, sowie in wenigen Weihern im Westen des 
Zuger See, unweit Cham-Rotkreuz, in grosser Menge ge- 
funden. An verschiedenen Stellen des Vierwaldstätter-, 
Sarner- und Zuger-Sees ist U. p. der häufigste Unio, im 
Aegerisee fand ich ihn in Menge, Unio consentaneus Zgl. 
dagegen überhaupt nicht. 2) Neben den schon 1862 von 
Bourguignat in der „Malacologio du lac des Quatre- 
Gantuns* beschriebenen »krüppeligen" Formen fand ich in 
den Seen der Zentralschweiz auch grosse, prächtige Formen, 
die sich neben denen anderer Gebiete sehen lassen können. 
Wenn sie auch nicht die riesigen Dimensionen der U. p. 
in den Altwassern der oberen Donau und ihrer Neben- 
flüsse erreichen (ich habe von Rottenacker, Erbach, Gögg- 
lingen und Delmensingen Exemplare von 127 mm Länge), 
so werden sie doch bis zu 97 mm lang. 

Als , Seeformen" zeichnen sie sich durch mancherlei 
Eigentümlichkeiten aus. Immerhin aber stimmen die nor- 
malen („nicht krüppeligen") Schweizer U. p. in vielem 
mit denen Oberschwabens auffallend überein, was seine 
natürliche Erklärung in dem früheren Zusammenhang 
zwischen beiden Gebieten findet. 

Die zum Teil sehr verschiedene Schalen dicke der 
Schweizer U. p. hängt mit dem Aufenthalt zusammen. 



— 70 — 

Dickschaliger sind jene an den Ausflüssen der Seen (z. B. 
am Ausfluss des Lowerzer Sees, am Abfluss des Alpnaclier 
Beckens nach dem unteren Vierwaldsl ätter See). Besonders 
feinschalig sind die Bewohner ruhiger Buchten mit tiefem, 
feinem Schlammgrund (z. B. Bucht bei Küssnacht im Vier- 
waldsiätter See, bei Cham irß Zuger See, bei Obcrägeri 
im Aegerisee), 

Di-c Formen des bewegten Wassers, die eigentlichen 
, Seeformen ", haben verhältnismässig dicke Schalen, bleiben 
klein und sehen meist „krüppelig" aus (das gilt besonders 
für den Sarner See, das Innere des Lowerzer Sees und 
den grössten Teil des Zuger Sees). 

Je weniger Bewegung an einem Fundort herrscht 
und je weicher, schlammiger der Untergrund ist, desto 
grösser werden die Individuen (z. B. bei Alpnachstad, 
Küssnacht, Cham und Oberägeri). Im viel bewegten Wasser 
und an steinigen und sandigen Stellen herrschen kleine 
Formen mit engstehenden (Jahres-)Absälzen vor (Zuger- 
und Lowerzer-, sowie Sarner See). 

Mit dem Aufenthalt in engstem Zusammenhang steht 
die S c h n a b e 1 f o r m. Wo starke Strömung herrscht 
(am oberen Sarner See, am Ausfluss des Lowerzer Sees) 
oder wo das Wasser des Sees viel von Wellen bewegt 
wird (z. B. an den meisten Fundorten des Zuger Sees), 
da treffen wir neben geradschnabeligen namentlich viele 
(oft vorwiegend) platyrhynchus-Formen an. Was in Ross- 
mässlers Sonographie N. F. VI, Tafel 157, No. 1024-1027 
dargestellt ist (von ünio Umostis bis platyrhynchus) lässt 
sich mit meinem im Lowerzer-, Zuger- und Sarner See 
gesammelten Material in überraschender Gleichheit zu- 
sammenstehen. Die Dekurvation entstammt nicht allein 
dem von Rossmässler betonten Bestreben, sich gegen die 
Wirkungen des Wellenschlages an dem flachen, schlam- 
migen Ufer zu schützen, sondern tritt auch auf, wo es 



„ 71 - 

f!,ilt, sich in weicliem SclilammgiTind der siaikeii Sd'önuing 
des Wassers onlgegenzustenimen. Diese Beobaclituiig habe 
ich auch an anderen Orten gemacht und zwar bei den 
verschiedensten Najadenar ten. Wo in Neckar, Kocher, 
Jagst u. s. w. weicher Sclilammgrund und ziemHche 
Strömung gleichzeitig zu treffen sind, können Unio batavus, 
tunüdiis und pidorum, sowie Änodonta piscinalis mit 
Sctinabelkrümniung in Menge gesammelt werden. 

Da ich platyriiynche Pictorum -Fovmen auch dort 
häufig gefunden habe, wo die Muscheln keine „traubigen, 
knolligen Schlamm- resp. Algen-Ueborzüge" l'.atten, so 
möchte ich von Gallensteins Ansicht (Rossm. Icon.N. F.Vl. 
S 44 u. f) nicht in ihrem vollen Umfang teilen und den 
Algenüberzug nur als Mit Ursache der Schnabelkrümmung 
ansehen. 

In deullichem Zusammenhang mit dem Wohnort 
steht ferner die Farbe der Schale. Junge Exemplare 
haben überall, vom Sarner- bis zum Aegerisee, die be- 
kannte hellgelbe pdorwm-Farbe. Mit zunehmendem Aller 
färben sich die in tiefschlammigem Grund dunkel- bis 
kastanienbraun, z. Teil sogar tiefschwarz. Grosse, kastanien- 
braune Exemplare findet man bei Alpnachstad, Cham und 
Oberägeri. Dunkelbraun sind die beim Luzerner Insele, 
liefschwarz viele bei Küssnacht, kaffeebraun die vom Aus- 
fl. SS des Lowerzer Sees, rostfarben jene des Sarner Sees. 

Starken Schlammüberzug weisen die Muscheln 
vom Sarner See, von Slandstadt und Lowerzersee-Aus- 
fluss auf; sonst sind die Schalen meist recht sauber. Wo 
Schlammüberzug die Schalen schützt, ist keine oder nur 
geringe Korrosion an den Wirbeln zu beobachten. Aber 
auch sonst sind die Muscheln (im Gegensatz zu U. consen- 
taneus der gleichen Fundorte) vielfach wenig korrodiert. 
Einige Fundorte machen erhebliche Ausnahmen, so z. B. 
jener beim Luzerner „Inseli" und der bei Küssnacht. Da 



- 72 — 

sind vor allem die Wirbel stark angefresssen und auch 
grössere Partien der Schale nach dem Vorder- und Hinter- 
ende zu korrodiert. An beiden Fundstellen wird der See 
durch Abwässer stark verunreinigt. Die Wirbel sind oft 
gänzlich zerstört, so dass die äusseren Mantelleile frei 
zutage treten. 

Das bisher bekannt gewordene Material von U. p. 
aus den Schweizer Seen, beschrieben von Bourguignat, 
Godet, Surbeck und zuletzt und am genauesten von Kobelt, 
ist recht bescheiden. Dr. Kobelt sagt in dem nun wieder- 
holt ziterten Werk (Rossm. Icon. XVII S. 30), etwa 
folgendes: Bourguignat hat zwei Seeformen von V.pictorum 
unterschieden, Unio proeclms und U. adephüus, und nennt 
U. proechiis im Vierwakistätter See häufig. In den Samm- 
lungen ist er selten und schwer zu beschaffen und Surbeck 
hat ihn (einschliessich des Unio actephilus) nur an zwei 
Stellen angetroffen, im Schilfbestande bei Standstadt und 
am Jnseli bei Luzern. Im Luzerner Museum liegen noch 
einige Exemplare von Triebchen (bei Luzern). Das grösste 
Exemplar Surbecks hatte eine Länge von 75 mm. Hierzu 
sei bemerkt: Im Luzerner Museum liegen 2^3 U. iwoeclms, 
nach Dr. Bachmans mündlicher Mitteilung von Surbeck 
gesammelt. Es sind dies aber stark in Verwitterung be- 
griffene Schalen, die beim Auffinden längst kein lebendes 
Tier mehr enthielten. Daher sagt auch Surbeck in seiner 
Dissertation (Die Molluskenfauna des Vierwakistätter Sees) : 
.Leider steht mir von der vorliegenden Form ein zur 
Aufstellung von Vergleichen zu kleines Material zru- Ver- 
fügung". Er hat zwar den Vierwaldstätter See der ganzen 
Küste entlang (ca. 130 km.) abgesucht, aber allem nach 
mit wenig Glück. Ich selbst habe im Laufe von mehreren 
Jahren dasselbe besorgt und ausserdem die Hauptfund- 
stellen zu allen Jahreszeiten wiederholt besucht. Darum 
fand ich auch nicht bloss 2V2 tote, sondern mehrere 



_- 73 — 

hundert lebende U. pidorum an den verschiedensten Stellen 
des Vierwaldstätler Sees. In gleicher Weise habe ich die 
4 andern Seen (Lowerzer-, Zuger-, Aegeri- und Sarner 
See) untersucht und tausende von U. p. aus den Schweizer 
Seen in Händen gehabt. Etwa 800 Stück liegen in meiner 
Sammlung. Der Fang war an manchen Stellen im Winter 
und Frühjahr am ergiebigsten, weil der niedere Wasserstand 
die Untersuchung erleichterte. Im Alpnacher Becken fischt 
man am besten im Februar und März, weil es zu dieser 
Zeit nicht bloss niederes, sondern auch ruhiges und helles 
Wasser hat ; im Sommer aber wirken hoher Wasserstand 
und anhaltende Trübung des Wassers äusserst hinderlich. 
Surbeck schreibt z.B. in seiner Dissertation S. 92: „Der 
Alpnachcrsee hat mit dem Urnerbecken gemeinsam das 
Fehlen der Valvaten und der grösseren Bilvalven, wie 
Änodonta und Unio '^ Ich kann aber mitteilen, dass ich 
hunderte von Valvaten und meine grössten Anodonten und 
Unionen gerade im Alpnachersee und zwar in grosser Zahl 
gefunden habe. 

Bei Küssnacht fanden sich im Winter — bei ober- 
flächlichem Suchen — stets weniger Muscheln als im 
Sommer. Sie waren zu dieser Jahreszeit durchweg tiefer 
in den Schlamm eingebohrt, so dass gewöhnlich nur eine 
schmale dunkle Spalte in demselben den Sitz der Muschel 
verriet. 

An Hand meines reichen Materials wäre ich nun in 
der Lage, den U. pict. der Schweiz in eine Menge von 
Unterarten zu spalten, wollte ich mir die Forschermethode 
mancher Stubengelehrter zum Vorbilde nehmen. Ich be- 
gnüge mich aber zunächst damit, bezüglich der verschie- 
denen Formen des U. p. der Schweiz folgendes festzustellen : 
Unter gleichen Verhältnissen lebende Muscheln verschiedener 
Seen haben mehr Aehnlichkeit miteinander, als Formen 
eines und desselben Gewässers, welche verschiedenartigen 



— 74 — 

Einflüssen (Grund, Wasserbeschaffenlieit, VVasserbowogung 
etc.) unterworfen sind. Wir können somit unterscheiden: 

1. Unio pidorum moussonianus Clessin isi eine der 
„krüppeligen" Seeformen (des bewegten Wassers), welche 
in Rossm. Iconogr. XVII, Nr. 2501—2505 abgebildet und 
Seite 31 und 32 beschrieben ist. Fundort: im Zuger- und 
Lowerzer See sehr häufig. 

Verwandt ist die Form des oberen Sarnersees (gegen 
Giswil). Sie zeichnet sich aber durch ungewöhnhche Länge 
im Verhältnis zu Höhe und Dicke und starke Sclinabel- 
krümrnung aus. 

2. Unio proccJms Bonrgvigncd ist ebenfalls eine Kümmer- 
resp. Seeform, von dem inct. movssonianus Clessin aber 
deutlich zu unterscheiden. Fundort: Vierwaldsfättersee 
(besonders bei Stansstad , im Hergiswiler Becken bei 
Horw, bei Tribschen, Inseli l)ei Luzern, Merleschachen und 
Küssnacht, endlich bei Ennelbürgen im Gersauer Becken). 
Llnio adeplulus Bourguig ist hieher zu stellen. 

Abbildung siehe R. J. XVII, Nr. 2498-2500. 

3. Unio pidorum limosus lacustris mihi. In Form, 
Grösse und Farbe den Limosus-Y ovmcn der oberen Donau- 
altwasser Wüttembergs am nächsten verwandt, jedoch aus- 
gezeichnet durch Dünnschaligkeit, langes, zungenförmig zu- 
sammengedrücktes Hinterendo und geringere Höhe als sonst 
gleich grosse U. limosus Oberschwabens. Fundort: Ruhige 
Buchten mit Schlammgrnnd im Alpnacher- und Küssnachlor 
Becken des Vierwaldstättersees, in der Ghamer Bucht des 
Zugersees und im A^:^gerisee. 

Zu derselben Form stellen wir noch jene pidorum 
vom Ausfluss des Lowerzer Sees. Sie haben aber dickere 
Schalen und meist starke Schnabelkrümmung. 

Diese 3, Form unterscheidet sich von 1 und 2 durch 
Grösse und normale Ausbildung. Von Kümmer und Zerr- 
formen ist hier keine Rede mehr. Wenn auch als See- 



75 — 



form im Bau zierlicher als unsere oberschwäbischen Alt- 

wasser-limosits, ist diese lacustris-F orm doch eine sehr schön 

ausgebildete Muschel von ganz charakteristischer Eigenart- 

Zum Schluss geben wir einige Maasse der 3 Formen* 

L. H. D. L. H. D. 



Zugersee b. Zug : 

b. Buonab: 

b. Eiola : 

b. Arth: 

Lowerzersee bei 
Schwan au : 



Sarnersee : 



Inseli b. Luzern 



mm mm mm 

72 29 24 

70 28 21 

70 28 21 

47 21 60 



68 25 21 

60 24 17 

49 21 14 

84 31 22 

80 29 24 

72 26 20 

70 22 18 



mm mm mm 



Küssnacht: 92 33 25 

78 30 19 

56 23 16 

Zugersee V. Cham: 94 38 37 

88 36 24 

83 33 19 

80 32 20 

73 29 18 

68 28 19 



Küssnacht 



Alpnachstad ; 



79 


29 


20 


72 


27 


19 


68 


26 


18 


67 


25 


17 



Aegerisee 



liOwerzersee- 

Ausfluss : 



88 33 23 

82 32 22 

79 31 21 
73 28 20 

97 36 31 

94 34 30 

88 34 28 

83 32 23 

80 33 25 
73 29 22 
68 31 20 



89 35 24 

79 30 21 

70 28 19 

Wenn auch solchen Zahlen keine grosse Bedeutung 
beizumessen ist, so sind sie doch nicht ganz wertlos, da 
sie wenigstens zu Vergleichsstudien nützlich sein können. 
Soviel steht fest, dass die Schweizer pictorum, die eine 
Gruppe für sich bilden, denen der oberen Donau verwandt 
sind, aber von unseren Neckar- und Rheinformen sich 
wesentlich anterscheiden. 



— 76 — 
Dalmatinische Streifzfige. 

Von 
A. Kollier in Hohenelbe. 



Dr. Kobelt im Registerbande der Ikonographie nennt 
Dahnatien die eigenartigste und selbständigste Provinz der 
alpinen Region. 

Conchyliolgen. aber auch Anhanger anderer Diszip- 
linen, Botaniker. Insektensammler. Ornithologen haben hier 
also ein interessantes Feld ihrer Ttätigkeit zu erwarten. 
Dabei sind die reiche Fülle landschaftlicher Schönheit, 
wclch.e Grossartigkeit einer norwegischen Küstenlandschaft 
mit dem Farbenzauber des Südens vereint, interessante 
und hervorragende Denkmale aus Römer- und Venezianer- 
Zeit für jeden eine angenehme Zugabe. In den grösseren 
Städten sorgen bereits gute Hotels, auch bescheidenere 
Gasthöfe und Pensionen für einen angenehmen Aufenthalt. 
Die Zureise aus Deutschlar;d und Oesterreich ist seit dem 
Bestände der neuen Alpenbahnen eine bequeme und 
schnelle, in kaum zwölfstündiger Fahrt von Salzburg, Linz 
oder Wien ist der EinschiÖungshafen Triest erreicht und 
von hier ist die Fahrt mit den neuen alle Ansprüche be- 
friedigenden vorzüglichen Eildampfern des Oesterreich. 
Lloyd wohl ein Genuss zu nennen, der jedem in dankbarer 
Erinnerung bleiben wird, welcher an einem sonnen- 
strahlenden Tage oder in träumerisch stiller Mondnacht 
die dalmatinische Inselwelt durchschiffte. 

Mit der blossen Kenntnis der deutschen Sprache 
kommt man in Dalmatien ungleich besser fort, als im be- 
nachbarten Italien, hat auch nicht, wie in Unteritalien, 
unier dem Unverstände und Aberglauben der Bevölkerung 
zu leiden, in erregten Zeiten, wie bei der gewesenen 



— II — 

Choleraepidemie eine nicht zu unterschätzende Gefahr für 
den sammelnden Forscher. 

Die Vernachlässigung Dalmatiens seitens der Natur- 
forscher ist deshalb nicht gerechtfertigt, hat aber zur 
Folge, dass in diesem so schönen und leicht erreichbaren 
Lande, wie nachstehende Zeilen beweisen, noch immer 
Entdeckungen neuer ansehnlicher Species gemacht werden 
können. 

Meine nach früheren flüchtigen Besuchen im letzten 
Herbst gemachte Sanmielreise litt einigermassen durch die 
im Süden besonders fühlbar gewesene Trockenheit und 
durch den Umstand abends wieder in meinem Standorte 
eintrefien zu müssen, wodurch die Ausflüge oft zu kurz 
ausfielen. Uebrigens können ja alle Streifzüge kein voll- 
ständiges Bild einer Fauna ergeben. 

Meine Standquartiere nahm ich in den Städten 
Spalato. Lesina und Ragusa und lasse ich das Ergebnis 
meiner Aufsammlungen folgen 

Spalato. Den ersten Besuch verdiente der diese 
alte dioklelianische Stadt überragende mit einem herrlichen 
Waldparke geschmückte Monte Majan, von dessen mit 
einem Kreuze versehenen Gipfel sieh eine umfassende Aus- 
sicht entfaltet, der aber auch mit zahlreichen Gonchylien 
bevölkert ist. 

Ich fand hier untermischt und meist reichlich : 
Fupa fruinentum Drp. 
Modiceila tnühlfehldti K. 

g rhodia Roth 

Clausula conspurcata Jan 
3, tau alhum K. 

, robust a K. 

„ semirugata Zgl. 
Pomatias scalarinus Villa 
ferner an anderen Punkten der Umgebung: 



- 7B - 

Zonites acies Potsch an der Strasse nach Salona, 
Helix vermiculata Müll, an Gartenmauern. 
Xerophila variahilis Drp. an Böschungen. 

„ profuga Schni. desgleichen, 
Trochula trochoides Poir. am Wege zu dem 

schön gelegenen Friedhofe. 
Carthusiana carthusiana Müll., ebenda. 
Limnaea palustris Müll, in Tümpeln bei Salona. 
Planorhis rotundatus Poir., ebenda. 
Der kleine Jadrofluss bei Salona enthält eine weitere 
Anzahl Wasserconchylien, denen ich aber keine Zeit mehr 
widmen konnte. 

Sinj. Der Aufenthalt zwischen den beiden Zügen 
von und nach Spalato war nur kurz, genügte aber zu 
einem Besuche des über der Stadt gelegenen Burgberges, 
an dessen Felsen und Abhängen ich eine reichliche Beute 
mache : 

Zonites croaticus Bartsch., 
dem Typus ziemlich entsprechend, die durchgehende Kante 
und die Naht aber deutlich weiss berandet. Den aus Sinj 
angebenon Zonites acies var. Kleciacki Kob. konnte ich 
nicht finden. 

Crystallus subrimatus Reinh. Einige frische Stücke 

unter Moos. 
Xerophila ammonis A. Schm., zahlreich, weisse 
und braun gebänderte. 
„ profuga Schm., in einer constanten 
mittelgrossen (D. 10 mm) dunklen 
Lokalform, diese im Garten der 
Bahnstation. 
Carthusiana carthusiana Müll. 
Campylaea setigera Zgl.; Gravosa und Ombla, 
teilweise mit intensiven Bändern, mit 
und ohne Zahnschwiele. 



— 79 — 

Campylaea pouzolzi Fer., überall, besonders an 
der Strasse ins Ombla- und Breno- 
Ihal, vereinzelt dabei die form, 
brenoensis Mühlf. 
Helix secernenda R. an der Strasse nacli Borgato 
und dorlselbst. 
„ vermiculata Müll., gemein. 
Xerophila variabilis Drp., in einer kleineren Form 
bei dem Kloster unterbalb des Stadt- 
parkes, in einer grossen aufgeblasenen 
bei S. Giacomo. 
„ profuga Schm. 

„ conspurcata Drp. im Garten der Villa 
Ädria. 
Trochula pyramidata Drp., bei Bella vista. 
Carthusiana carthiisiana Müll. 

„ oUvieri Fer. 

Bidiminus snbtilis R., 1 Stück bei Bella visla. 
„ quinquedentatus Mühlf., in verschie- 
dener Grösse 13 — 19 mm. 
Caecilianella jani De Betla (veneta Grdl.) ein 

junges Stück im Mulme; Ombla. 
Azeea pupaeformis Gantr., de Btt, bei Bella vista. 
Pagodina pagodida gracilis Bttg., Ombla. 
Lauria umbilicata Drp., in Gravosa auf einer 
begrasten Mauer. 

Pupa fnimentum Drp. 

Modiceila mühlf eldti K., im Brenothale. 

„ rhodia Roth, gemeinsam mit dieser. 
Clausilia laevissima R., sehr zahlreich an vielen 
Orten, verändei'lich, mit forma minor R. 
g laevissima forma fuUginosa R. auf der 

Insel Lacroma. 
„ satura R., noch variabler, als jene. 



_ 80 - 

Typische Exemplare fand ich wenige 
auf der Halbinsel Lapad, bei S. Giacomo 
nähern sie sich der forma major A. 
Schm. Claus, laevissima und satura 
scheinen sich nach meiner Erfahrung 
auszuschhessen, wo letztere z. B. in S. 
Giacomo begann, hörte die erstere auf. 
Clausilia stigmatica Zgl., einige Stücke auf Lacroma, 
, sulcosa Wagn., typisch bei Gravosa 

und Ragusa. 
„ irregularis Zgl., in der typischen Form 
an den Felsen nächst der Omblaquelle. 
BuUminus detritus Müll., nur weiss, nicht die 
radiata Form. 
„ quinquedentatus Mühlf., ein schlankes 
Stück. 
Clausilia divergens archilabris Wstl. 

„ semirugata Zgl., beide Glausilien zahl- 
reich, die erstere an den Felswänden, 
letztere unterhalb an abgestürzten 
Steinen. 
Trau. Die auf einer kleinen Insel zwischen Fest- 
land und Insel Bua gelegene Stadt bot Schönes in dem 
alten Dome mit reich skulpiertem Portale^ conchyliologisch 
nicht viel. 

Den kahlen Festlandsbergen liegt eine breite Gultur- 
zone vor, in der sich nur die an der dalmatinischen Küste 
kaum wo fehlende 

Helix vermiculata Müll, und 
Ericia elegans Müll. fand. 
An dem alten Venezianerkastelle und einer benach- 
barten Gartenmauer sassen vereinzelte 
Claiisilia gihbula Zgl 



-Bl- 
aut der Insel Bua fand ich am Klosterwege zahlreich eine 
schöne Form der 

Clausilia robusta K., vereinzelt 
Fomatias scalarinus Villa und grosse 
Xerophila ammonis A. Schm. 
L e s i n a. Hier ist besonders die marine Fauna 
reich, die uns aber nicht beschäftigen soll. 

Zu Lande konnte ich nur in der Nähe der Stadt 
sammeln und fand : 

Glandina algira L., nicht selten 
Zonites acies Partsch, desgleichen 
Hyalina {Polita) wagneri n. sp. 

Testa pervie satis umbilicata, plano-convexiuscula, 
lenuis, pellucida, nitida, albolutea aut luteocornea, subtilis 
irregulariterque striatula, sutura leviter impressa. Anfrac- 
tus 47« — 5 convexiuscuii, primi sublente accrescentes, 
ultimus penultimo duplo latior, utrinque rotundatus, antice 
non descendens. Apertura (alt. 2,4 mm, lat. 3 mm) 
ovali-lunaris, obliqua, peristomate recto acuto, margine 
superiore et basali subconvexis. 

D. 7, d. min. 6, alt 3 mm. 

Das Gehäuse ist fast scheibenförmig mit kaum er- 
habenem Gewinde und verhältnismässig weitem Nabel, 
gelblich-weiss oder gelblich-hornfarben, leicht milchig ge- 
trübt, glänzend, durchsichtig, mit feinen etwas unregel- 
mässigen Zuwachsstreifen, die 4V2 — 5 Umgänge sind leicht 
gewölbt, durch eine seichte Naht getrennt, nehmen an- 
fangs langsam zu, der letzte ist aber nahezu doppelt so 
breit, als der vorletzte, beiderseits gleichmässig gerundet, 
vorn nicht herabsteigend Die ovale, durch den vorletzten 
Umgang ziemlich ausgeschnittene Mündung ist schief, der 
scharfe Mundsaum am Ober- und Basalrande leicht convex. 

Nächst der Sladt Lesina im Mulme unter Agaven 
nur in geringer Anzalil gefunden und als kleines Zeichen 



— 82 — 

meiner Dankbarkeit nach Herrn k. n. k. Stabsarzt Dr. A. 
Wagner in Diemlach bei Bruck-Mur genannt, der mir in 
der Bestimmung zweifelhafter Species freundlichst zur 
Seite sland. 

Die neue Art unterscheidet sich von den nächst ver- 
wandten Hyalina ercica Ben. und planella Pfr. von Sizilien 
durch die auffallend lichte Färbung, wie sie sonst nur bei 
Formen des Genus Grystallus vorkommt, auch hat sie 
einen viel weiteren Nabel. Die ihr ähnliche Hyalina 
planaria Gless. aus der Krim hat einen engeren Nabel, 
langsamer zunetimende Umgänge und dunklere Färbung. 
Zonitoides nitidus Müll. 1 Stück 
Patula solaria Alke, wenige 
Xerophila profuga A. Schm. 
Carthusiana olivierd Fer. 

Buliminus quinquedentatus Mühlf., Höhe 13 nun 

nicht übertreffend 

„ seductilis R., mit einer längeren^ rein 

waizenförnügen Form elongata auf 

den vorgelagerten Spalmadori-Inseln. 

Fupa frumentum Drp. 

Modiceila mülüfeldti K., einzeln, mit Kalk ver- 
krustet und mit undeutlichen Falten. 
Clausilia conspurcata Jan, zahlreich an Garten- 
mauern. 
^ cremdata Zgl. unter Steinen. 
» laevissima R., vereinzelt. 
„ hidens L., an der Klostermauer. 
Pomatias scalarinus Villa, zahlreich. 
Marinula firmini Payr., angespült. 
Truncatella triincatula Drp., desgleichen. 
R a g u s a. Schon die nächste Umgebung der Stadt 
bietet dem Gonchologen viel, mit Bahn und Schiff lassen 
sich auch weitere Ausflüge machen, wobei ich jedoch 



— 83 - 

empfehle, falls eine Unterkunft zu finden ist; auch einmal 
ausserhalb zu nächtigen, um in der Zeit nicht allzu beschränkt 
zu sein, 

Glandina algira L , im Ombla und Brenothale. 
Hyalina planorbis v. MUdf,. im Omblathale, 
Crydallus illyricus Wagn., ebenda im Mulm. 

„ hijdatinus R., vereinzelt bei Bellavisla. 
Zonites acies Partsch, bei S. Giacomo. 
Fruticicola kttsmici Gless., ebenda. 

im Brenothale eine Lokalform mit 
viel schärferen Rippen. 
Clausilia lamellosa Wagn., sehr zahlreich bei S. 
Giacomo und auf Lacroma. 
„ strujillata Mühlf., an einer Gartenmauer 

im Omblathale. 
„ hidens L , in Gravosa, auffallend klein. 
Truncatella truncatula L., am Strande beim 

Seebade Lapad. 
Pomatias cinerascens R., Omblathal. 
Ericia elegans Müll , eine einfarbig graue Form 
im Brenothale. 

G a n a 1 i t h a 1. Dieses concliyliologisch höchst inte- 
ressante und noch nicht durchaus erforschte Thal konnte 
ich nur flüchtig nächst der Bahnstation Ragusa vecchia 
und in trockenster Zeit besuchen, viele Gonchylien fanden 
sich nur in toten, nicht mehr bestimmbaren, abgebleichten 
Stücken. Lebend oder brauchbar fanden sich noch : 
Campi/laea setiger a Zgl. 

„ imuzolzi Fer., in einer der nionto- 

negrina sich nähernden Form. 
Clausilia hilahiata Wagn. 
„ sulcosa Wagn. 
„ sororia Parr. 
Poniatias cinerascens R., niclil vit-if. 



— 84 — 

Auf der Rückfahrt sammelte ich noch bei der schon 
in der Herzegowina liegenden Umsleigstation Uscoplje : 
Clausula sulcosa Wagn., typisch. 

„ satura H., und 
BiiUminusquinquedenfatusMühlL^ ein kleines Stück. 
G a n s a. Dieser durch seine riesenhaften Palmen 
und den prachtvollen Park des Gonte Gozzo bekannte Ort 
wird durch ein Wasserfälle bildendes Bächlein durchflössen, 
welches Emmericia ventricosa Kutsch, enthält, die aber an 
Zahl abzunehmen scheint, ferner 

Limnaea peregra Müll., und 
Anct/lus fluriatilis L., beide in kleinen Formen. 
An Landschiiecken fanden sich : 

Clausilia satura major A. Schm., welche sich 
nach Dr. A. Wagner der G!. narentana 
K. nähert. 
„ suhcylindrica K. 

„ sulcosa Wagt), in einer der Gl. cala- 
phracta A. Schm. nahekommenden 
Form. 
Einige Schiffsstationen nördlich von Ganosa liegt 
mein letzter Ausflugsort von Ragusa, das freundliche 
S 1 a n 0. Hier fanden sich : 

Ürystallus Utoralis Gless., 1 Stück im Mulm. 
Campylaea narentana Klee, aber nicht mehr 
Gamp. pouzolzi Fer. und nicht 
Gamp. setigera Zgl. 
Modiceila rhodia Roth 
Clausilia cataphracta A. Schm., zahlreich. 

„ satura major A. Schm. 
Pomatias cinerascens R. 

Anci/lus ßuviatilis L., in einem fast ausgetrock- 
neten Bache. 



— 85 — 

Forschern, welche Dahnatien besuchen wollen, gebe 
ich gerne Auskünfte, gebe aucli aus rneinem Maloriale, so 
weit es reicht, Doubletten im Tauschwege ab. 



Zusatz zu meinen ^,Benierlungon über Jolya letonrneuxi 
Bgt." in Nummer i des Nachrichtsbhittes von 1911. 

Von 

Dr. F. Haas-Frankfurt a. M. 

Herr E A. Sniilh vom Britisch Museum war so freund- 
lich, mir mitzuteilen, dass Johja letourneuxi Bgt. nicht mit 
Modiola plicata Gmel. idontiscli ist, und dass die betreffen- 
den Abbildungen in den Mytiliden-Monographioon von Recve 
und Clessin nicht diese Art, sondern eine andere darstellen, 
der Jousseaume 1893 den Namen Modioloius stidtoruin gab. 
Die echte Modiola 2>licata Gmelins wurde zum ersten Male 
in der ersten Ausgabe des Martini-Chemnitz'schen Gonchy- 
lienkabineles, Vol. VIII, T. 82, F. 713 a— b abgebildet und 
stellt sich uns als kurze, gedrungene, sehr faltige, mit stark 
hervorragenden Wirbeln versehene Form dar. Sowohl 
Reeve als Clessin halten die längere und glattere Form 
vor sich, die sie als Gmelins Art betrachteten und die 
Bourguignat, in dem Wahne befangen, sie stamme aus dem 
Harraschfluss in Algerien, im Jahre 1877 als Jolya letour- 
neuxi beschrieb; die Abbildung, die er später von dieser 
Muschel veröffentlichte, war aber derart ungenau, dass 
Jousseaume das durch sie dargestellte Tier überhaupt nicht 
als Mytilido erkannte und der von Reeve und Clessin ab- 
gebildeten Form, deren falsche Bestimmung er als erster 
erkannte, den neuen Artnamen stultorum gab. Nachdem 
nun aber die Mytilidennatur von Jolija letourneuxi festge- 
stellt ist, muss der Jousseauraesche Name dem um 16 Jahre 
älteren Bourguignatschen weichen, sodass die in den ge- 



— 86 — 

nannten beiden Mytilidennionograpliien als Modiola plicata 
Gmel. behandelte Art als Modiola letourneuxi (Bgl.) weiter 
zu führen ist. 

Diese Art, sowie die echte M. plicata Gmel , besitzt 
einen von den i^ibrigen Mytilidcn etwas abweichenden Ha- 
bitus, weshalb Jousseaume sich für berechtigt hielt, für 
beide das neue Genns Modiolotvs zu gründen. Diese gene- 
rische Abtrennung scheint mir unnötigerweise vorgenommen 
zu sein, aber selbst wenn man Modiola letourneuxi und 
plicata nur subgenerisch abtrennen wollte, so käme als 
Name des Subgenus nur Jolya Bgl. 1877 und nicht Mo- 
diolotus Jouss. 1893 in Betracht. 

Zum Schlüsse will ich noch die Synonymie der beiden 
hier erwähnten Arten Modiola plicata (Gmel.) und Modiola 
letourneuxi (Bgt.) geben, die mir Herr E. A. Smith in zu- 
vorkommendster Weise schickte, und die ich mit seiner 
Einwilligung hier zum Abdruck bringe: 

I, Modiola plicata Gmelin 1788. 

Mi/tilus plicatus Gmelin, Systema naturae 1788, p. 3358, 
Nr. 26. — Chemnitz, Gonch.-Gab. ed. I, Vol. VIII, 
p. 124 und 153, T. 82, f. 7^3 a-b. - Dillwyn, 
Catal. Recent Shells, I, 1817, p 306. — Wood, In- 
dex Tostaceologicus, 1818, j). 57, T. 12, f. 14. 

Modiola plicata Lamarck, An. s. vertebres, 1801, VII, p. 25. 
— Lamarck, Encyclopaedie methodique, 1791 — 1832, 
T. 221, f. 3. 

Modiolotus plicatus iow?,^Qim\wc, Le Naturalisto, 1893, }>. 192, 
f. 4. 

2. Modiola letourneuxi Bourguignat 1877. 
Modiola plicata Reeve, Conch. Icon., 1857, Vol. X, '!'. VI, 
f. 25. - Cle-ssin, Conch. Gab., 1889, p. 117, T. 30, 
f. 3—4. - Haas, Nachr. Bl. Deutsch. Mal. Ges., 1911, 
Heft 4, p. 216, T. 1, f. 1—5, 7—12. 



— 87 - 

Jolya lefourneuxi Bourguignat, 1877, Descriptions de 2 
nouveaux grnres aigeriens, p. 9. — Bourguignat, 
1882, Lettres Malacologiques, p. 42, T., f. 13 — 15. 
~ Weslerlund, 1890, Fauna pal. BiniKnconch , VH, 
p. 314. — Weslerlund, 1890, Katal. pal. Binneiicoucli., 
p. 224. 

3Iodiolotusstultor um 3 oui^scRume, Lo Naturalistc, 18f)3, p. 192. 



Eine neue Clausille, 

Clmisilia (Herilla) hosnica P. var. subinterrupta n. 

Von 

t Prof. Dr. 0. Boollgcr. 

Char. Differt a typo t. minoro, aufr. O'/a nee lO'/a, 
a[)crt. superne minus acuminata, regulariler latc elliptica, 
perisl. superne appresso, subinterruplo, lamella supera 
brcviorc, antice minus alla, plica palatali infra brevissima, 
pcrparum cmorsa. — AU. 20— 20V2) diani. m;ix. 5 mm; 
alt. aport. 5Va, lat. apert. 4'/4 mm. 

Hah. Vrbas-Strasse an der Svoti Planina zwischen 
Banjaluka und .Jaica, gesammelt von Herrn Otto Woidberedt. 
Das Charakteristische und Unterscheideiide von den übrigen 
Formen dieser Art liegt in der schwachen Entwicklung des 
Mundsaunis und der Falten, namentlich aber in der nicht 
vorhandenen oder kaum 1 mm langen unteren Gaumenfalte. 



Literatur : 
Bartsch, Paul, ihe recent and fossil Mollusks of the Genus 
Cerithiopsis from the West Coast of America. — In Pr. 
U. St. National Museum vol. 40 no. 1823 p. 327 367, 
with vol. 36 — 41. 
Neu Cerilhiopsis fatua p. 331 l. 36 f. 5 ; — oxys p. 3.32 !. 36 f. 2 ; 
— carpenteri s. 334 l. 38 f. 9; — abreojosensis p. 338 t. 37 



— 88 - 

f. 4; — hem-i p. 339 t. 39 f. 8: — galapagensis p. 340 t. 39 
f. 4; — ces'a p. 341 t. 39 f. 5: — stejnegeri subsp. dina p. 343 
t. 40 f. 7; — halia p. 344 t. 40 f. 8; — anrea p. 344 t. 40 
f. 1 ; — necropolitaca p. 345 t 39 f. 1 ; — adamsi p. 346 L 41 
f. 1 : — diegensis p. 347 t IG f. 4: — rowelli p. 348 t. 40 f. 6: 
— antepilosa p. 348 t. 40 f. 9; — alcima p. 350 t 39 f. 2; — 
curtata p. 352 L 36 f. 3: — fossilis p. 353 L 38 £. 3; — glo- 
riosa p. 353 L 36 f 7; — paramoea p. 356 t 38 f. 4; — bicolor 
p. 357 t. 38 f. 6; — arnoldi p. 357 L 39 f. 3; — magellanica 
p. 358 t. 38 f. 8; — antemunda p. 359 t. 36 f. 4; — diomedeae 
p. 359 t. 37 f. 5 : — montereyensis p. 303 t 41 f. 5. — Ausser- 
dem sind einige früher beschriebene Arien zum ersten Mal ab- 
gebildet. 

The Journal of Conchdogy. Vo!. XIII Xo. 7 (July 1, 1911). 
p. 191. Massy, Anna L., Note on the Early Spinous Stage in Corbnla 

gibba Oliv, 
p. 192. Marsball, J. T., Ädditions to .British Conchology' part. W\ fConÜ 
p. 210. Spencer. G. B., on the Dart of Helix undala Lowe, 
p. 211. Adams, L. E., Xo'.es on the Brilsh Distribution of Testacella. 
p. 215. Hargreaves, J. A., Protective Resemblance in British Marine 

Mollusca, 
p. 216. Cooper, J. E , New Connty Records of Pisidium. 
p 217.Musham. J. F., on the Occurrence of Helix aspersa MülL rar. 

glabra C?lc. in Mid-Lincolnshire. 

Proceedings of the Malacological Society of London. Vol. IX 

Part V, June 1911. 
p. 281 Peile. A. J. Note on Macrochlamys (Eunchlamys) platychlamys 

mm etc. 

p. S85. Newton, R. Bullen, Presidential Adress, entitled ,a sketch of tbe 

Chief Geological Zones and their Mollusca*. 
p. 306. Smith, Edg A.. on the recent species of the Genus Vulsella. 

With pl 9. SämtUche Arten de Gregorios, ausserdem V. coroUala, 

lingua felis, phasianoptera, isocardia und crenulata Beere werden 

zu rugosa Lam. gezogen, 
p. 313. — , on a new species of Phasianella from South Africa (kraussi 

Textfig.). 
p. 315. — , a list of marine shells occurring at Christmas Isl. Indian 

Ocean with description of new species. — Neu Peristernia 

renusta. Nassa exulata, Cardiom rubescens. Brachydontes rnfo- 

lineatus. alle mit Textfig. 



- 89 — 

p. 319, Iiedale, Tom, on tlie Value of tlie Gastropnd Apex in Classi- 
fication. 

p. 324. Kennard, A. S., on Valvata Woodwardi n. ;^p. and Sphaerium 
bulleni, n. sp., from the Cromerion (Forest bed) of West Bunton, 
Norfolk. 

p. 327. Godwin-Austen, H. H., Oxytes Beddomei n. sp, from Upper 
Burma (Textfig.). — Auch 0. shanensis G. A. ist abgebildet. 

Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Phila- 
delphia. — Vol. LXIII, 1911, Part. 1. 

p. 100. Berry, S. S., a Note on the Genus Lolliguncula. Witli pl. 6 
(panamensis n., (Panama). 

, 1 17. Brown, Arnos P., Variation in some Jamaican Species of Pleu- 
rodonle. — Wilh. pl. VII — XI and niaps. 

, 165. Pilsbry, H. A., Scaphopoda of the Jamaican Oligocene and 
Costa Rican Pliocene. With figs. — Neu: Dentalium costari- 
cense p. 164, fig. 3; — D. macilentum p. 166, fig. 2 ; — D. 
schumoi p. 167 fig. 5 ; — Cadulus simrolhi p 168 fig. 4 (nee 3). 

, 174. Pilsbry, H. A., and James H. Ferris, Mollusca of the Soulh- 
weslern States. V. The Grand Canon and North Arizona. — 
With Maps and figs. — Neu: Oreohelix yavapai piofundorum 
p. 182 t. 1^ fig. 1 — 14; subsp. extreniitatis fig. 15 — 21; subsp. 
angelica t. 12 fig. 22—25. 

Bartsch., Paul, the recent and fossil Mollusks of the Genus 
Bittium from the West Coast of America. — In: Pi-. 
U. St. Nat. Mu-seum, No. 1826, vol. 40, p. 383 -414, 
with pl. 51—58 (May 12, 1911). 
Neu Subg. Lirobittium für Arten ohne Varices auf den postnuclearen 
Windungen ; — und folgende Arten : panamense p. 386 t. 53 
fig. 5; — johnstonae p. 387 t. 53 fig. 6; — altenuaturn boreale 
n. subsp. p. 395 t. 54 fig. 4 und Iatifilo.«um n. subsp. p. .S95 
t. 54 fig. 6; — subplanalum p. 395 t. 57 fig. 5; — nicholsi 
p. 399 t. 57 fig. 1 ; — ornati.ssimum p. 403 t. 52 fig. 4, 5 ; — 
munitum subsp. munitoide p. 405 t. 53 fig. 4; — asperum 
subsp. lomaense p. 406 t. 56 fig. 2; — cerralvoense p. 406 
t. 55 fig. l ; — larum p. 407 t. 57 fig. 4 ; — oldroidae p. 4U8 
t. 57 fig. 5 ; — fetellum p. 409 t. 51 fig. 4; — giganteum p. 410 
t. 55 fig. 2; — cosmaliense p. 411 t. 55 fig. 3; — arnoldi 
p. 411 t. 56 fig. 1 ; — mexicanum p. 412 t. 58 fig. I. Ausser- 
dem sind eine Anzahl ältere Arten abgebildet. 



— 00 — ' 

Wüst, Eivald, die plistocänen Ablagerungen des Travertin- 
gehietes der Gegend von Weimar und ihre Fossilien- 
hesiände in ihrer Bedeutung für die Beurteilung der 
Klimaschwankungen des Eiszeitalters. — In : Zeilschr. 
f. Nalurw. 1910 vol. 62 p. 101 - 252. 
Mit einer ProfiUafel und einer Tabelle. 

Martini, Chemnitz, Sgst. ConchyliencaUnet. Zweite Auflage. 

Lfg. 542, 5i3, 544 u. 547. Heliclun, von Dr. A. Wagner. Enihält den 
Schluss von Palaeohelicina, die Ga! hingen Hemiponia und Heli- 
cina. Neu: Helicina densestriata p. 172 t. 53 fig. 11 — 13, 
Brasilien; — Leptotropis p. 277 t. 54 fig. 20—21, ibid ; — 
angulifera il)id. p. 279 t. 55 f[?.. 6—8; — rotundaia p. 280 
t. 55 fig. 15 — 16; — schluteri chanchamayensis, denscsulcata 
p. 285 t. 56 fig. 15—18; — conus p. 290 t. 57 flg. 290, Chan- 
chamayo: — phakos p 290 t. 57 fig. 13—16, Rio Jurali; — 
decorosa p. 292 t. 58 fig. 1 — 3. Bolivia; — punctisulcata zuni- 
lensis p. 295 t. 59 fig. 9, Sfidwest-Mcxico ; — baulistae p. 299 
t. 59 fig. 18—20, Tabasco, Mexico; — tenuis piitieri p. 308 
t. 60 fig, 24 ; — durangoana sagulensis p. 305 t. 60 fig. 7, 
Durango; — pilalensis p. 308 t. 61 fig 17—19, Coslarica; — 
rostrata mategalpensis p. 313 t. 62 fig. 19, Nicaragua; — 
festiva niaUzani p. 320 t. 64 fig. 3, Haiti; — neritella reducla 
p. 324 l. 66 fig. 1—5, Jamaica; — rhodostoma ineimis p. 327 
t. 66 fig. 11— 12; - boettgeri p. 335 t. 67 fig. 10—12, Brasilien; 
— oskari p. 336 t. 67 fig. 13—15, ibid; — Lucidella dense- 
plicata p. 348 t. 69 fig. 14—15; — kobelti p. 350 t. 69 fig. 
12—13, Jauiaica; — holoserica p. 350 t. 69 fig. 16—19, Bar- 
bados; — Schasicheila pilsbryi p. 352 t. 70 fig. 9 — 11, Mexico, 
Guatemala ; — Alcadia iheringi p. 354 l. 70 fig. 7 — 8, Süd- 
Brasilien ; — Geophorus oxytropis opacus Bttg moss. p. 356 
i. 70 fig. 18 — 20, Tenimber-Inselu ; — Aphanoconia subsuturalis 
Bllg. mss. p, 357 t. 70 fig. 21—24, Marschall-Inseln. 

Lfg. 545, 546, 549. Unionidae (Suppl.) von Dr. Fr. Haas. Enthalten 
ausser der umfangreichen und sehr wertvollen Einleitung u)id 
dem System den Text zur Galtung Lanceolaria und Abbildungen 
von Nodularia, Oxynaia und einigen kleineren Grujjpen. 

l.lg. 548. Cyclostomacea, Neue Folge von Kobelt. Taf 104-109. — Enthält 
Spirosloma und Pterocydus. Neu: Pt. nioeilendorffii p. 744 
t. 108 fig. 7 — 9, Stephansort Neu Guinea ; zum erstenmal ab- 
gebildet Pt, schmackeri Mlldflf. t. 108 fig. 10-12. 



— 91 — 

Ortmann, Dr. Ä. E., n Monorjraph of the Najades of Pen- 
sijlvania. — In : Memoirs of the Carnegie-Museum, 
Vol. VI No. 6, 1911. p. 279—347. With pl. 86— 89. 
Der Verfasser unterscheidet die Familien Margaritanaidae und Unio- 
nidae, letztere zerfällt in die Unterfamilien Unioninae mit den 
Galtungen Quadrula, Rotundaria, Pleurobema; — Anodontinae 
mit den Gattungen Alasmidonta, Slrophitus, Symphynota, Ano- 
donta; — und Lampsilinae mit den Galtungen Plychobranchus, 
Obliquaria, Cyprogenia, Obovaria, Plagiola, Paraptera n. gen. 
(Typus P. gracilis Barnes), Proptera, Lampsilis und Truncilla. 
Wir werden auf diese wichtige Arbeit eingehender zurück- 
kommen. 

Caziot, le Conim., Histoire de la Classification des especes du 
Genre Claiisilia dependant du Systeme europeen. — 
In: Annales Soc. Linn. Lyon 1910 vol. LVIII p. 1—32. 

Der Anfang einer sorgfälligen historischen Zusammenstellung der 
Ansichten über die Classification der Clausilien. 

Caziot, le Comm., Etüde sur le Genre Sphi/i'adium (Ag.) 
Cliarp. — In : Feuille jeunes Natural. See. 4 Annce 
40 No. 478. 

— , une Variete nouvelle de l'Helix arbustorum L. dans les Alpes 

maritimes (maynardi n. vom Moni Mounier, 2350 m). 

— , Nouveau gisement lacustre pleislocene sur la rive droile du 

Var, pres de son embouchure. — In: Bull. Soc. geologique 
France (4) VIII, 1908. — Neu: Paludestrina limnaeiformis, 
Textfigur. 

t Godet, Dr. Paid, Contrihution ä l'Histoire naturelle des 
Najades Suisses. — Unio consentaneus Zgl. et ses 
varieth neuchäteloises. — Extrait du Bulletin de la 
Soc. neuch. Sc. nat. XXXVIII. 1911. 6 p. avec 2 
planches. 

Der leider seitdem der Wissenschaft entrissene Verfasser l)estätigt 
auf Grund genauester Heimatkennlnis meine Ansichten über 
den ehemaligen Zusammenhang der Schweizer Gewässer mit 
der Donau und die Zugehörigkeit der batavoiden Unionen zu 
U. consentaneus. 



— 92 

PoUonera, Dr. C, new species of UrocycUdae from British 

Fast Africa. — In: Ann. iial. Bist. (8) VIII, Sept. 1911. 

Neu: Microcyclus signatns t. 8 fig. 12; — Tricholoxon keinpi l. 8 

fig. 5 — 7; — T. presloni t. 8 fig. 8 — 11; — Tr. keniensis 

t. 8 fig. 3—4. 

Bösen, 0. von, Mollusken Ciskaukasiens und speziell des 
Kuban- Gebietes. — In: Ann. Mus. Acad. St. Peters- 
burg, 1911 vol. 16 p. 86-142 pl. II und III. 

Neu : Daudebardia vvagneri p. 94 L 2 fig. 5, 6 ; — Hyalinia am- 
pliala Btig. mss. p. 98; — (Fruticoeampylaea) christoj)hori 
p. 110 ; — (Fr.) aurea p 111 t 3 fig. 1; — (Fr.) ])agrienpis 
p. J09 t. 2 f. 8; - (Helicella) schaporchnikowi p. 114 t. 3 f. 2; 
— Clausila foveicollis var bijanskii t. 2 f. 5; var scliaposcliiii- 
kowi t. 2 f. 6. 

Gu^rin-Ganivet, J., Notes preliminaires sur les Gisements de 
Alollusqties comSstibles des cötes de France. — In: Tra- 
vaux Scicnt. Laborat. Zool. et PIiysioL Cancarnean 
Tome II. 1910. 

Fase. 1 : La cöte meridionale da Finislere coniprise enlre la poiiile 
de Penmarch et la poinle de Trevignon. 

Fase. 2: La cöte meridionale de la Bretagne compjise entrc le pla- 
teau de Kerpape et la pointe de Trevignon. 

Fase. 5: La rade de Brest. Mit Karie. 

Fase. 6: La cöte occidentHle du Finistere comprise entrc le luVvre 
de Guesseny et le goulet de Brest. Mit Karte. 

Kobelty W. und G. Winter-Moellendorff, Landmollusken. — 
In: G. Sempor, Reisen im Archipel der Philippinen, 
vol X. Heft II. Mit Taf. 45-48. 
Neu oder zum erstenmal abgebildet: Orustia corticolor Mlldff. p. 221 
t. 46 f. 1 ; — Dryocochlya?;) nobilis conti'acta p. 219 t. 45 f. 4; 
(Dr.) frater albolabiata p. 220 t. 45 f. 6. 

Smith, Edg. A., on South African Marine Mollusca, ivith 
Bescriptions of new Speciea. — In: Ann. Nalal Museum, 
vüL II, Part. 2. Decbr. 1910. With pl. VII. VIK. 

Neu: Leucotina natalensis p 183 t. 7 fig 1 ; — Philine berghi nom. 
nov. für Ph. capensis Bergh nee Pfr., p. 184; — Mangilia eliza- 



- 93 - 

bethae p. 190 t. 7 fig. 2 ; — Clalhurella weslcoUi p. 190 t. 7 
flg. 3; — Daphnella '? miuuscula p. 191 t. 7 fig. 4! — Mar. 
giiieüa ingloi'ia p. 191 t. 7 fig. 5; — Columbella shepstonensis 
p. 193 t. 7 f. fi; — Coi-alliophila fragosa p. 19i t. 7 f. 7 : — 
Trifora burnupi p. 196 t. 7 t. 8 ; — Gerithiopsis (?) pelei 
p. 196 t. 7 f. 9; — Tunitella nalalensis p. 198 t. 7 f. 11; — 
Rissoa farquhari p. 200 t. 7 f. 12: — R. adjacens p. 201 t. 7 
f. 13; — Epitonium macromphalus p. 203 t. 7 f. 14; — E. shep- 
stonensis p. 204 t. 7 f. 15; ~ Enlima leptostoma p. 204 t. 7 
f. IG; — Calliostoma crossleyae p. 205 t. 7 f. 17; — Cyclostrema 
pellucida p. 206 t. 7 f. 18; — Haliolis queckelti p. 208 t. 8 
f. 1 ; — Seissurella jucunda p. 207 t. 8 f. 2 ; — Schismope in- 
signis p. 208 t. 8 f. 4; — Sphenia nalalensis p. 214 t. 8 f. 5; 

— Saxicava lirala p. 214 t. 8 f. 6; — S. arenacea p. 215 t. 8 
f. 7; Clistoconcha n, gen. (eine Bivalve mit ringsum mit Aus- 
nahme der Siphonalöffnung verwachsenen Klappen) insignis 
p. 218 t. 8 f. 9. 

Berri/, S. Stilman, Preliniinary Notices on some new Pacific 
Cephalopods. In: Pr. U. S. Nat. Museum iio. 1838 
vül. 40 p. 589-592 (Mai 31, 1911). 

Neu: Cirroteutlns macrope , Eiedonella heathi p. 589; — Polypus 
californicus, leioderma p. 590; — Rossia pacifica, Loligo opa- 
lesceüs p. 591 ; — Calliteuthis phyllura p. 592. 

Siegert, L., E. Naumann und E. Picard, über das Alter des 
Thüringischen Lösses (eine Antwort an Herrn Wüst). 
In: Zentralblatt f. Mineralogie etc. 1910, No. 4. 

^]'üst, Ewald, einige Bemerkungen über Saaleablagerungen bei 
Halle a. S., insbesondere zwischen Halle a. S imd Lettin. 

— Ibid. Jahrg. 1911, No. 2. Mit 2 Textfignren. 

Siegert, L., E. Naumann und E. Picard, Nochmals über das 
Alter des Thüringischen Lösses. Entgegnung auf die 
Antwort des Herrn \Vüst. — Ibid. Jahrg. 1911, No. 10. 

Rossmaessler, Iconographie. Neue Folge. Bd. XVL Hesse, 

Anatomie von Arclielix, fünfLe und sechste Lieferung. 

Enlliält die Anatomie von Archelix pallaryi, lariollei, dupotetiana, 

anoterodon, xanlhodon, abrolona, arabica, odopacbia, tigri. — 



-^ 94 - 

Angefügt ist eine Uebersicht der geographischen Verbreitung 
von Archelix. Für die Dupoletia-Formen aus der Wüste wird 
eine eigene Sektion Deserlicola vorgeschlagen, der schon bei 
den Actinien vergebene Name Gyrostoma wird in Gyrostomella 
umgewandelt, Gaetulia auf die Gruppe der Helix raymondi be- 
schränkt, 

Schepman, M. M , the Prosohrandna of the Siboga Expedition. 

Part. IV RhacJiiglossa. Whit 7 plates. 

Neu oder zum erstenmal abgebildet: Oliva rufofulgurata, t. 18 f. 1, 

t. 22 f. 1; — Ol. dubia, t. 18 f. 2, t. 22 f. 2; — 0. ceramen- 

sis, t. 18, f. 3 t. 22 f. 3; — Ancilla edgariana p. 257 1. 18 f. 4; 

— Ot. abyssicola, p. 258 t. 18 f. 5 ; — Marginella virgo p. 259 
t. 18 f. 6; — M. rufolineala p. 259 t. 18 f. 7; — M. abyssicola 
p. 200 t. 18 f. 8; — Gancellaria nassoides p. 263 t. 18 f. 9 ; — 
Mitra millepunctata p. 268 t. 22 f. 5; — M. Sibogae p. 269 
t. 18 f. 10; — M. albocoronala p. 269 t. 22 f, 6; — M. sim- 
plicissima p. 270 t. 18 f . 1 1 ; - var. glabra t. 18 f. 11 c; — 
M. abyssicola p. 272 t. 19 f. 1 ; — Fusus Thielei p. 291 t. 19 
f. 2; — F. brevicaudatus p. 292 t. 19 f. 3; — F. chrysodomoides 
p. 293 t. 19 f. 4, t. 23, f. 10; — Lalirus melvilli p. 295 t. 22 
f. 9; — Peristernia inceia p. 207 t. 19 f. 5; — Sipbo smilbi 
p. 300 t. 19 f. 6, t. 23 f. 11; — Cyllene oblonga p. 301 t. 22 
f. 10; — Tritonidea dentata p. 303 f.. 19 f. 8; — Phos minutus 
p. 306 t. 19 f. 9 ; — Nassa elegans vor fulgurans p. 314 t. 19 f. 10; 

— M. nammulata p. 319 t. 19 f. 12; — M. elegantula p. 315 
l. 19 f. 11; — M. ovoidea p. 316 t. 20 f. 1; mit var brevis 
p. 317; — macrocephala p. 317 t. 20 f. 2; — crebricostata p. 318 
t. 20 f. 3; — multipunctata p. 321 t. 20 f 4; — granosocos- 
tata p. 325 t. 20 f . 5 ; — Mitrella circumstriata p. 332 t. 20 
f. 6; — M. elongota p. 333 t. 20 f . 7 ; — M. simplex p. 333 
t. 20 f. 8; — M. undulata p. 335 t. 20 f. 11; — Columbella 
perplexa p. 337 t. 20 f. 12; — Trophon obtuseliratus p. 338 
t. 21 f. 1, t. 24 f. 5; — Tr. pulchellus p. 339 t. 21 f. 2; — 
Ocinebra Smithi p. 849 t. 21 f. 3; — 0. fuscofrondosa p. 349 
t. 21 f. 4; — Urosalpinx Smitlii p. 351 t. 21 f. 5: — U. ban- 
dana p. 351 t. 21 f. 6 ; — Latiaxis Sibogae p. 359 t. 21 f. 8; 
L. ricinuloides p. 359 t. 21 f. 7; — L. tabulatus p. 363 t. 21 
f. 9. 

Steenberg, C. M., Landsnegle (Bloddyr 1). In: Damiiarks 



— 95 - 

Fauna, Handboger over den danske Dyreverden, ud- 

givet of Nalurhistorisk Forcning, X. Kobenhavn 1911. 
Eine mit 181 meist recht guten Abbildungen im Text ausgestattete 

und soweit sich bei mangelhafter Kenntnis der dänischen Sprache 

beurteilen lässt, auch recht gut gearbeitete Landesfauna, deren 

Fortseizungen hof'fenllich recht bald erscheinen. 
Klöcke>\ Albert, Skalbaerende Land- og Ferskvandssnegle -fra 

Stubbekohing og Omegn. Saerlryk of „Florae og Fauna*. 

— Kjöbnhagen. 4 S. Keine n. sp. 
Hilbert, J). R., zur Kenntnis der Neritina fiuivatilis Müll. 

Mit Tafel. — In 34 Ber. Wesipr. Bot. Zool. Ver. 

Danzig 1912. 
Es werden G Formen beschrieben und abgebildet. Die Identificalion 

von Neriiina baltica nilss. und ner. baelica Lam. möchte ich 

nicht vertreten. 
Bartsch, F., neiv marine Mollusca froni the Bermudas. In. 

Pr. U. S. Nat. Mus. vol. 41 p. 303 -30G, with pl. 28 

(Nr. 1881). 
Neu: Cerithiopsis hero f . 1 ; — C. cynlhia f. 5: — C. jontha i. 3; 

- Triphoris bermudensis f. 2, 4-. 
Hanna, G. Dallas, the american Species of Sphyradium with 

an inguiry as to their generic relationship. — Ibid. p. 

371-376. Nr. 18G5. Mit Textfiguren. 

Sphyradium edentulum gehört nicht zu den Aulacopodiden, sondern 
neben Vertigo zu den Fupiden. Als neu beschrieben wird Si)h. 
hosta Hanna. 

Eingcgangeue Zahluugeu : 

Steenberg, Kopenhagen Mk. 7.50; — Walter, Freiburg i. Schi. 
Mk. 7 55; — Schacko, Berlin Mk. 7.— ; — Müller, Grätz Mk. 7.50; — 
Royer, Berlin Mk. 7.50; — Zoolog. Museum Mk. 7.50; — Hilbert, 
Sensburg Mk. 7.50; — Schepmann, Utrecht Mk. 7.50; — Dr. le Roi, 
Bonn Mk. 15.— ; — v. Löffelholtz, München Mk. 7.50; — Kolasius, Berlin 
Mk. 7.55; — Kgl. Natural Sammlung Mk. 7.50; — Köhler, Hohenelbe 
Mk, 7.50; — Schmalz, Berlin Mk. 7.50; — Henrich, hier Mk. 7,50; — 
Stoll, Zürich Mk 7.50; — Reinhardt, Berlin Mk. 7.50; — Koch, Braun- 
schweig Mk 7.50; — Weber, München Mk. 7.50; — v. Heimburg, Wies- 
baden Mk. 7.50; — Riemenschneider, Nordh. Mk. 14.80; — Becker 
Grahamslown Mk. 7.05; — Nafermann, Hann. -Münden Mk. 7 50; — 



— 9G — 

Clessin, Regensburg Mk. 7.20; — N. Rijks Museum, Leiden Mk. 7.50; 
Prinzessin Therese v. Bayern, München Mk. 7.50; — Liedtke, Königs- 
berg Mk. 7.50; — Lang, Zürich Mk. 7.50; — Naturh. Museum, Lübeck 
Mk. 7.50; — Krause, Gr. Lichterfelde Mk. 7.50; — Wohlberedt, Triebes 
Mk. 7.50; — Pelrbok, Kojetitz Mk. 4.— ; — Tiesenhausen, Kimpolung- 
Mk. 7.50; — Pavlovic, Belgrad Mk. 7.50; — Kunkel, Mannheim Mk. 
7.50; — Gysser, Weissenburg Mk. 7.50; — Dr. Böttger, Bonn Mk. 7.50; 

— Naturforsch.-Gesellschaft, Görlitz Mk. 6.05; — Naturhist. Museum, 
Wiesbaden Mk. 7.50; — Naturhist. Maseum, Oldenburg Mk. 7.50; — 
Scharff, Dublin Mk. 7.65; — Hesse, Venedig Mk. 7.50; — JickeU, Her- 
mannstadt Mk. 7.50; — Naturhist. Museum, Hamburg Mk. 7.50; — Pon- 
sonby, London Mk. 7.65; — Nowak, Zbraslowic Mk. 7.50; — Roos, hier 
Mk. 7.50; — Wenz, hier Mk. 7.50; — Pfeiffer, Kassel Mk. 15.— ; — 
Monterosato, Palermo Mk. 7.40; — Borcherding, Vegesack Mk. 7 50; 

— Regierungsrat Friedel, Berlin Mk. 15.— ; — Schedel, Tientsin Mk. 7.50; 

— Kimakowicz, Hermannstadt Mk. 7.50 ; — Stahlberg, Schwerin Mk. 7.50; 

— Brandis, Trawnik Mk. 7.64; — Sowerby u, Fulton, Kew Mk. 7 53; — 
Nägele, Waltersweier Mk. 7.50; — Landesmuseum, Agram Mk. 7.50; — 
Pallary, Eckmühl Mk. 7.50; — Luther, Helsingfors Mk. 7.51 ; — Schröder. 
Gr. Lichterfelde Mk. 7.50; — Jetschin, Patschkau Mk. 7.50; — Walker, 
Detroit Mk. 7.53; — Zinndorf, Offenbach Mk. 7 50; — Blasius, Braun- 
schweig Mk. 7.50; — BoUinger, Basel Mk. 7.50; — Pawlow, Moskau 
Mk. 7.40; — Dollfus, Paris Mk. 15.— ; — Geyer, Stuttgart Mk. 7.50; — 
Zwiesele, Stuttgart Mk. 7.50; — Hocker, Gotha Mk. 7.50: — Retowski, 
Petersburg Mk. 7.50; — Museum, Neuchatel Mk. 7.50; — Löbbecke- 
Museum, Düsseldorf Mk. 7.50. 

ilisswasser- und Brüclwässerconchylien 

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Hawaii, 100 Stück in 50 Arten. Mk. 25.—. 

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darunter: Chloritis Rehsei, Sphaerosplra Webbi, Papuiua lacteilata, 

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zu erleichtern, haben wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 
1 '^ 20.— 

„ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 „ „ 45.— 
ormässigt. — Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankf u rt a. M. 

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Nachrichtsblatt 

der Deutschen 

lalakozoologischen Gesellseliaft 



Vienindvierzigster Jahrgang: 
(1012) 



' Heft 111 ^ 

(Juli — September). 



Inhalt: 

Seite • 

Siiiirofh, Dr. Heinrich, Ueber einige von Herrn Prof. W. May 
auf der Kanaren-Insel Gomera gesammelte Nackt- 
schnecken, ein Beitrag zur Geschichte der Kanaren . 97 

Geyer, D., Anomalie oder Artliildung? HJ 

, Sphyradium columella-gredleri und Vertigo parcedentata- 

genesii l^'i 

Boettijer, Caesar R., Einiges über die Helicidengattung Klikia 

Pilsbry 128 

, Die vermeintliche Leucochroa im Mainzer Becken . 132 

Literatur , 133 ; 

S. Clessin, Verfasste Werke und Abhandlungen 145 



^ M»ll»»»%»»» M »%«Nl»»l%l%»W^^»%l»i%»»>»^«NlM»«»«M»l»*^^«»^^W»»l%*%»^^^^«<»«*»*^^^^ ^ »W^ 



Heft a Juli 1912. 

Nacliriclitsblatt 

der Deutschen 

^alakozoologisclieo Gesellschaft. 



Vierundvierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtsblatt erscheint in vierteljährigen Heften, 

Bezugspreis: Mk. 7.50. 

Frei durch die Post und Buchhandlungen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg, 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Piedaktion : Herrn Dr. W. Kol)elt in S c liw a n h e i m bei Frankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s, w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 

lieber einige von Herrn Prof. W. May auf der Kanaren- 

Insel Gomera gesammelte Nacktschnecken, ein Beitrag 

zur Geschichte der Kanaren. 

Von 
Dr. Heinrich Simroth. 
Herr Prof. May vertraute mir seine Nacktschnecken- 
ausbeute von Gomera zur Bestimmung an. Die Unter- 
suchung ergab keine besonders überraschenden Resultate, 
bietet aber immerhin einiges Interesse, das wohl diese Ver- 
öffentlichung rechtfertigen dürfte. Es steigert sich um so 
mehr, je weiter man den Begriff „Nacktschnecken* wählt. 

Zunächst gebe ich die Liste nach den Fundorten: 
Valle Hermigua. Am Ufer des Baches unter Steinen. Wenige 
Meter über Meeresspiegel. November, Dezember 1907. 
5 Amalia gagates Moqu -Tand. Ca. 60 Agriolimax laevis. 



~ 98 - 

Cumbre del Garbonero. Im Lorbeerwald unter Steinen. 

Ca. 900 m. Januar 1908: 2 Amalia gagates. 
Ermila de las Nieves. Unter Steinen auf bewachsenem Boden. 
Ga. 1300 m. Februar und März 1908. 6 Amalia gagates. 
Agulo. Unter Steinen oberhalb des oberen Weges nach 
Hermigua. Ca. 400 m. Februar 1908. 5 Amalia gagates. 
Felswand oberhalb Agulo, unter Steinen auf dem sumpfigen 
Boden der Namesfelder (Colocas'm antiquorum) am Rand 
eines Rinnsales. Ga. 400 m. Februar 1908: ca. 100 
Agriolimax laevis. 5 Amalia gagates. 3 Vitrina. 
Valle Hermoso. Unter Steinen auf bewachsenem Boden an 
der Mündung des Tales. Meereshöhe. Februar 1908. 
1 Limax arborum. 
Valle gran Rey. Unter Steinen des Talbodens. Wenige 
Meter über dem Meeresspiegel. Februar 1908. 1 Agrio- 
limax laevis. 

Ich kann die Liste vermehren um eine Anzahl Vitrinen, 
die, vor längeren Jahren, 1887 von Ghun im Lorbeerwald 
von Agua Garcia auf Teneriffe gesammelt, mir von Prof. 
Braun zur Determination zugesandt wurden. 

Wenn es erlaubt ist, aus den genauen Fundortsauf- 
zeichnungen des Herrn Prof. May etwas wesentliches zu 
entnehmen, so sind es weniger die Höhenangaben, die sich 
noch in zu engen Grenzen bewegen, als die Tatsachen, dass 
alle genannten Formen unter Steinen gefunden wurden. 
Die Höhe könnte höchstens für Amaha gagates einige Be- 
deutung haben, insofern als die Schnecke kaum in den 
Südalpen so hoch, in den tropischen Gordilleren von Süd- 
amerika allerdings aufs Doppelte steigt, sonst aber vor- 
wiegend eine Flachland- und Hügelform ist. Die Vitrinen, 
die Ghun im Lorbeerwald fand, d. h. dort erst in einer ge- 
wissen Erhebung vom Meeresspiegel aus, könnten wohl so 
recht als Beweis genommen werden für den endemischen 
Charakter der Schnecken, so wie sonst die immergrünen 



- 99 - 

Wälder mit ihrer Fauna als Merkzeichen der makaronesischen 
Inseln gelten, wenn nicht die Vitrinen von 1911 aus geringer 
Höhe und von kultiviertem Boden siammten. Die Ansicht, 
deren weit schwächeren Körperumfang (s. u.) damit in 
ursächliche Verbindung zu bringen, hegt vielleicht nahe, 
ruht aber doch wohl auf einem Material, das zur Ent- 
scheidung nicht ausreicht. Von den Azoren entsinne im 
mich, dass die Höhenlage die Körpergrösse der Vitrinen gar 
nicht beeinflusst. Die durchgängige Gewohnheit aber, gegen 
Trocknis und Sonnenschein lediglich unter Steinen Zuflucht 
zu suchen, kann zum Teil wenigstens mit der geographischen 
Breite in Verbindung gebracht werden. Sie wird vorherrschend 
vom Südrande der Alpen an gegen Mittag, während weiter 
nordwärts mindestens der Raum zwischen Holz und Rinde 
alter Baumstumpen beliebter ist, als der unter Steinen. 
Freilich lässt sich das nur in bedingtem Masse aussprechen. 
Denn die Ackersclmecken verkriechen sich auch in unserem 
Vaterlande o(t genug unter Steinen, wenn sie auch Holz- 
stücke, alte Bretter u. dergl. lieber wählen. Schliesslich 
wissen wir nicht, inwieweit die Angaben des Sammlers 
mit seiner Gewohnheit, unter Steinen nachzusuchen, ohne 
etwa an das Holz zu denken, zusammenhängt. Immerhin 
glaube ich in alter Erinnerung an meine Azorenreise, sowie 
an die Studien auf italienischem Boden, die biologische Eigen- 
art hervorheben zu sollen und möchte sie der Beachtung 
künftiger Reisenden empfehlen. Es handelt sich freilich um 
einen feinen Zug, dem noch dazu die exakte Bestimmung 
mangelt, inwiefern sich der Raum unter einem Stein von 
dem unter einem Stück Holz nach Wärme und Feuchtigkeit, 
den bestimmenden Faktoren des Nacktschneckenlebens, unter- 
scheidet. 

Damit gehe ich zu einigen Bemerkungen über 
die einzelnen Arten über. 

Zunächst fallen in der Liste einige Lücken auf im 



— 100 — 

Vergleich zu den alten Angaben von Webb und Berthelot.') 
Da werden noch aufgezählt ausser den mythischen Gattungen 
Phosphorax und Plectrophorus, die wohl auf Missdeutung 
des je nach dem Gontraktionszustande so sehr wechselnden 
Testacellenkörpers beruhen mögen, 

Testacella Maugei von Teneriffe, 
Testacella haliotidea von Canaria, 
Cryptella, d. h. Parmacella von Lancerote. 
Dafür lassen die ersten Sammler die Limaeiden ganz aus. 
Es scheint, dass sie von den Nacktschnecken in wahrem 
Sinne nur die grösseren Formen beachtet haben. Noch mehr 
fällt auf, dass sie die aufgezählten Arten nur jedesmal auf 
je einer Insel erbeuteten. Hier hat die Zwischenzeit einige 
Aenderungen gebracht, die ich den peinlich genauen Karten 
in Taylor's Monograph of the Land and Freshwaler Mollusca 
of the British isles entnehme. Danach ist Testacella haliotidea 
nach wie vor auf Canaria beschränkt, T. Maugei aber be- 
wohnt ausser Teneriffe auch Canaria und die Südspitze von 
Fuerteventura. Die Teslacellen erreichen hier, von einem 
vereinzelten, specifisch noch nicht determinierten Vorkommnis 
in Südafrika abgesehen^), ihre Südgrenze, westlich reichen 
sie bis Madeira und Testacella Maugei bis zu den Azoren. 
Nach beiden ist Parmacella nicht vorgedrungen, sie bleibt 
auf Lanzarote beschränkt. Nimmt man, wie es wohl zu- 
meist geschieht, dieses Vorkommen von Parmacella — das 



^) Webb et Berlhelot, Synopsis Molluscorum terrestrium et 
fluviatilium, quae in ilineribus per insulas canarienses observarunt. - 
Ann. des sc. nat. Mars 1883. 

') Das Vorkommen von Testacella in Natal muss als sicher 
gelten und beruht vielleicht auf Verschleppung, da sich keine Art der 
Gattung jemals ausserhalb des geschlossenen Gebietes gezeigt hat. 
Als ich die von Leo Schulze gesammelten südafrikanischen Nackt- 
schnecken bearbeitete, erhielt ich die Testacella mit. Doch erbat 
sich Professor Böttger das Stück zurück um es selber zu behandeln. 
Leider ist die Feder seiner Hand entfallen, ehe sie diesen Artikel, wie so 
manchen anderen zu Papier brachte, (s. Nachtrag) 



— 101 — 

einzige insulare innerhalb der Galtung — als Beweis für 
relativ späten Zusammenhang der Kanaren mit dem 
afrikanischen Kontinente, gegenüber früherer Abtrennung 
der anderen atlantischen Inseln, dann müssen wohl auch 
die Testacellen den Weg über die Westgrenze Afrikas von 
Maroceo aus genommen haben, und da ist es immerhin 
sehr auffallend, dass Testacella Maugei auf Teneriffe, d. h. 
weiter westlich gefunden wurde, als T. haliotidea auf Gran 
Ganaria, Denn es entspricht der allgemeinen Verbreitung. 
Testacella Maugei ist innerhalb der Gattung die ältere Form, 
wie Plate^) einleuciitend entwickelt hat. Bei ihr erreicht 
die Schale die halbe Körperlänge. Die Umwandlung 
beiuht bekanntlich auf der gewaltigen Vergrösserung des 
Schlundkopfes zur Bewältigung der Regenwürmer. Deren 
Verfolgung führt in die Wohnröhren hinab, und damit wird 
die Schale immer mehr ans Hinterende verschoben und 
verkleinert unter gleichzeitiger Abänderung verschiedener 
innerer Organe Die vorgeschrittenste Art mit kürzester 
Schale ist T. Gestroi. Zwn'schen beide gruppieren sich eine 
Anzahl von Arten, die im Einzelnen nicht überall scharf 
bestimmt und abgegrenzt sind. Denn die französische T. 
haliotidea, an der Lacaze-Duthiers seine Monographie 
ausarbeitete, soll nach dem übereinstimmenden Urteile Plate's 
und Pollonera's von der echten T. haliotidea etwas ab- 
weichen. Wie dem auch sei, die Verbreitung der Testacellen 
folgt genau den Gesetzen der Pendulationstheorie. Wie die 
fossilen Schalen aus rheinischem Miocaen beweisen, erfolgte 
die Schöpfung der Gattung unter dem Schwingungskreis, wo 
ihre v/eitere Entwicklung sich ebenso vollzog, und zwar in 
südlicherer Breite, als wo die fossilen Reste liegen, denn 
im Miocaen hatten wir noch wärmeres Klima und südlichere 



') Plate. Studien über opislhopneumone Luiigeiischiiecken. I. Die 
Anatomie der Gattungen üaudebardia und Testacella. Zool. Jahrb. 
IV. Abt. f. Morpliol. 



— 102 — 

Lage. Während der Eiszeit wurde die älteste Forüi, die 
T. Maugei, am weitesten nach Westen verdrängt, denn die 
Ausbreitung der Gattung erstreckt sich vom Schwingungs- 
kreis aus rein westwärts mit geringem Uebergrcifen nach 
Osten ledigh'ch in OberilaUen. T. Maugei geht jetzt von 
Südengland durch über Westeuropa bis zu den Azoren, 
T. haliotidca geht von England durch Frankreich bis zu 
den Kanaren, ohne die Azoren und Madeira zu erreichen. 
T. Gestroi ist auf Sardinien, an dem alten Schöpfungs- 
herd unter dem Schwingungskreis geblieben ; ihre höchste 
Au-sbildung zeigt sich schon äusserlich durch die Möglich- 
keit maximaler Verkürzung mit eigenartiger Asymmetrie*) 
Sie zeigt sich ebenso in der Lebensweise. Denn trotzdem 
T. Gestroi die kürzeste Schale hat, hält sie sich mehr als 
andere Arten oberflächlich unter Steinen auf. Nehmen wir 
dazu Parmacella, die durch die Mittelmeerländer sich erstreckt 
bis nach Turkestan und Nordindien ! Ihr Gebiet bildet 
den charakteristischen Bogen, im Westen bis zur Tejobucht, 
also etwa bis Lissabon, im Osten im Kaukasus wieder ein- 
setzend, von Westen her bis an den französischen Südfuss 
der Pyrenäen vorgeschoben, beide Flügel verbunden durch 
nordafrikanische Vorkommnisse. 

Ist es da nicht höchst auffällig, dass sich das allge- 
meine Verbreitungsgebiet der 3 Spezies auf den Kanaren 
ganz genau ausprägt und abgrenzt, die südlich-continentale 
Parmacella auf Lanzarote, die weiter im Nordwesten ein- 
setzende Testacella haliotidea auf Gran Canaria, die am 
Weitesten nach Westen vorgedrungene T. Maugei auf 
Teneriffe, also genau, wie die Inseln in ost-westlicher Richtung 
auf einander folgen? Dass Webb und Berthelot die Dinge 
nicht oberflächlich angesehen haben, beweisen ihre Studien 
an den Parmacellen, die eben aus dem Ei schlüpften und 

*) Siniroth. Nacktschneckensludien in den Südalpen etc. Abh. 
Senckenb. Ak. 32. 



— 103 — 

die noch, als Zeichen primitivster Stufe unter den Tulrnonaten 
schlechthin, ein Operculum tragen, das sie alsbald abwerfen. 
Dass sie aber noch keine Speculationen mit der objeklivon 
Feststellung verbanden, ist selbstverständlich ; die Verbreitung 
der Arten war noch nicht bekannt, und sie ahnten noch 
nicht, dass ihre Gryptella mit der von Guvier beschriebenen 
kaukasischen Parmacella auf's engste zusammengehört. 

Wahrlich, die Ueberraschung ist gross genug, um zu 
einer intensiven Sammelarbeit auf den verschiedenen 
Kanarischen Inseln nachdrücklich herauszufordern. Leider 
bin ich ausser Stande, das Thema in dieser Richtung weiter 
zu verfolgen. Das Verständnis wenigstens ist wohl einfach 
genug: Im späteren Tertiär kam zuerst Testacella Maugei 
unter dem Schwingungskreis so weit nördlich, dass ihr das 
Klima nicht mehr zusagte und sie zur Verschiebung nach 
Westen gezwungen wurde, (der Osten war für die Gattung 
zu kontinental). Dass sie im äussersten Südwesten, d. h. 
auf den noch landfesten Kanaren bis auf den litoralen Grenz- 
saum hinausgedrängt wurde, wäre wohl einfach ebenso 
klimatisch zu erklären, als das noch anscheinende Fehlen 
der Art in den benachbarten Gegenden Afrikas auch in 
der Gegenwart. Nach T. Maugei kam T. haliotidea an, also die 
Art, die nach ihr unter dem Schwingungskreis an dem 
alten Schöpfungsherd entstand, d, h. unter dem gleichen 
Breitengrad, unter den inzwischen vorher südlicheres Land 
gerückt war. Zuletzt erfolgte die Ausbreitung der Parmacella. 
Die nördlichere Lage während der Eiszeit war also die 
Ursache der Verschiebungen. Damit ist natürhch nicht 
gesagt, dass die Ankunft der Tiere auf den Kanaren gleich- 
zeitig erfolgte. Was im Pliocaen aus Italien abgedrängt 
wurde, kam vielleicht erst während des Pleistocaen an, was 
eine erzwungene Wanderung im Pleistocaen begann, viel- 
leicht erst während des älteren Alluviums usw. In diese 
Zeit, d. h. nach dem Höhepunkt der Eiszeit, wo wir die 



— 104 — 

nördlichste Lage hatten und wieder nacli Süden schwenkten, 
in die erste Interglazialzeit hinein, fällt das erste Unter- 
tauchen unserer Küste unter den Meeresspiegel und damit 
wahrscheinlich die erste Abtrennung kanarischen Areals 
vom Festland, d. h. Teneriffe wurde Insel. In secundärer 
Schraubenbewegung rückten wir wieder nach Norden, doch 
weniger hoch als während der maximalen Vereisung. Als 
wir dann abermals nach Süden gehen in die zweite Inter- 
plazialzeit hinein, tauchen die Küsten wieder unter, und 
Gran Canaria wird vom Festlande abgelöst. Während 
der letzten Interglazialzeit wird endlich auch Lanzarote zur 
Insel. Wie man sieht, kommen wir schon zu einer be- 
stimmteren Rechnung, die Perioden sind dieselben, die wir 
in Norddeutschland als Yoldia-, Ancylus-, Litorina-Zeit 
unterscheiden. Aber noch mehr, es scheint, dass die 
vulcanische Natur der Kanaren mit diesen Vorgängen zu- 
sammenhängt. Nach der allgemeinen Rechnung der 
Pendulationstheorie fallen die grossen Epochen vulkanischer 
Tätigkeit — Porphyr etc. im Palaeozoicum, Basalte etc. im 
Tertiaer — mit polarer Schwingungsphase zusammen. Das 
würde für die Entstehung der Kanaren-Vulkane ein Zu- 
sammenfallen mit den einzelnen Phasen der Eiszeit ergeben, 
unter der naheliegenden Voraussetzung, dass überhaupt das 
Emporpressen des Magmas von den Küstenverschiebungen 
bedingt wird. Danach würde Teneriffe, die sich zuerst ab- 
löste, auch den ersten und ältesten Vulkan erhalten haben. 
Als dann nach einander auch die östlichen Teile sich los- 
lösten und nachher von Schloten durchbrochen wurden, 
wirkte der Druck doch jedesmal wieder auch auf die vorher 
schon entstandenen westlichen Vulkane. So würde sich's viel- 
leicht erklären, dass Teneriffe — ich beschränke mich immer 
auf die Inseln, deren Nacktschneken bekannt sind — am 
höchsten aufragt, Lanzarote aber, die zudem als die jüngste 
Insel gilt, am niedrigsten. Die Rechnung stimmt also auch 



— 105 — 

hier bis ins Einzelne, wobei bödistcns unsicher bleiljt, ob 
die Zeiten, in denen sich die Gruppen der kanarischen 
Inseln nacheinander abtrennten, streng: mit denen der 
baUischen Epochen zusammen fallen oder ob sich's um 
bereits etwas frühere, aber entsprechende secundäre 
Schwingungen handelt. 

Die Limaeiden geben zunächst weniger Anhalts- 
punkte zur Klärung der Geschichte der Inseln im Einzelnen, 
immerhin aber auch Anlass zu einer allgemeineren Be- 
trachtungsweise. 

Lhnax arborum Bouch. 

Das vorliegende Stück hat die einfache Zeichnung central- 
europäischer Tiere, nicht die der südeuropäischen Abart, 
die als L. valentianus beschrieben ist. Wie es scheint, ist die 
Normalform durchAveg auf den Inseln verbreitet, zuerst wohl 
als L. canariensis d'Orb. beschrieben. Später hatte ich und 
nach mir Collinge canarische Exemplare vor. Die Stücke, 
die mir früher vorlagen^), hatten die gewöhnliche Zeichnung, 
doch auf lebhaft rötlichem Grundton, den ich glaubte mit 
der Trocknis des Wohnorts in Beziehung bringen zu sollen. 
Es haben sich inzwischen viele Pendants gefunden, nament- 
lich in Turkestan. Ich will nur bemerken, dass nach meiner 
Meinung der diffuse, namentlich in der Musculatur verbreitete 
Farbstoff als Haemoglobin zu deuten ist. Das Stück, das 
Herr Professor May mitbrachte, hat den Ton nicht. Ich 
würde vermuten, dass Gomera nicht allzu trocken ist. (s. 
Nachtrag.) 

Die Schnecke, die Pollonera als besonderes Subgen. 
Ambigolimax abtrennen wollte, wird immer merkwürdiger, 
nach allen Richtungen. Ich habe eben selbst, im Zusammen- 
hang n'jt der Pendulationstheorie, die Ansicht geäussert, 
dass der lange, physiologisch annähernd bedeutungslose 

*) Simroth. Die Nacktschnecken der porlugiesisch-azorischen 
Fauna etc. Nova acla Leop. LVI. 1891. 



— !06 — 

Blinddarm der Rest des ursprünglichen Enddarms sein dürfte, 
der am Hinterende ausmündete^); er ist den äussersten 
ccntralasiatischen Vorposten der Limaeiden, d. h. den 
ältesten, die am weitesten abgedrängt wurden, gemeinsam. 
Dazu kommt die Mittelstellung zwischen Limax und Agrio- 
limax in den Genitalien. Wie bei Limax kreuzt sich der 
Penis mit dem rechten Ommatophorenretraktor, während 
seine Enddrüse und die im Innern vorspringende Zunge als 
Rest eines Reizkörpers die Form unter die Ackerschnecken 
verweisen würde. Die Bindenzeichnung ist endlich apart 
genug. Dass sie vorhanden, deutet auf Limax ; doch bildet 
das erste Auftreten der Stammbinde unmittelbar neben dem 
Kiel einen besonderen Zug. Dazu die verschiedene Weiter- 
entwicklung, insofern als bei der Normalform die Binde 
häufig wieder schwindet und in allerlei Fleckenzeichnung 
übergeht, während umgekehrt beim L. valentianus die 
Bindenlinien immer schärfer werden und neue dazutreten. 
Immerhin würde man, wie ich's später tat, das Vorhanden- 
sein scharfer Längslinien schlechthin als Limax-Merkmal 
nehmen dürfen, wenn ich nicht in Abessynien, dem äussersten 
Gebiet, in dem noch eine reiche Ackerschneckenschöpfung 
sich aufhält, einen Agriolimax mit der Bindenzeichnung des 
L. arborum gefunden hätte ^). Ja mir scheint nach den Ab- 
bildungen, die Germain*) von einer neuen Art aus Tunis 
gibt, dass auch dort die gleiche oder ganz nahe verwandte 
Spezies haust. Die anatomischen Daten, die der Autor 
bringt, erlauben noch keine Entscheidung. 

Und nun die Verbreitung! Wieder darf Südeuropa 
als der alte Schöpfungsherd gelten, da hier zur Normal- 

') Simrolh. lieber das System der Gastropoden. Verh. d. d. 
Zool. Ges. 1911. 

'') Simroth. Ueber die von Herrn Dr. Neumann in Abessynien 
gesammelten aulacopoden Nacktschnecken. Zool. Jahib. Syst. XIX. 1903. 

^) Germain. Etüde sur les Mollusques recueillis . . en Khroumirie 
(Tunisia). Paris 1908. 



— 107 — 

fonii ([■■ r L. valenlianus hinzukomrnl. Die Ostgreiize liegt 
in Siebenbürgen. In den Alpen steigt die Schnecke bis zu 
höchsten Höhen, an denen Gastiopoden liausen, im Norden 
bis Finmarken und, was b( sonders wichtig ist, bis Island. 
Westlich geht die Form durch Portugal durch, die Kanaren 
bilden im Atlantic entweder den südlichen Verstoss, oder 
aber das von Smith für Tristan d'Acunha bestimmte Vor- 
kommen wird durch genauere Untersuchung bestätigt. 
Auffallend bleibt's, dass das Tier auf den Azoren noch nicht 
gefunden i:^t, denn ich konnte kürzlich den Beweis führen, 
dass es selbst in Südamerika auf den Anden haust. An 
Verschleppung ist nicht zu denken. Die Funde kommen 
fast immer einzeln, wie der südamerikanische und der jetzt 
von den Kanaren vorliegende. Ich selbst weiss aus Er- 
fahrung, dass man die Schnecke in Oberitalien und Portugal 
immer zerstreut und nur in kleinen Exemplaren antrifft, 
während sie bei uns ebenso meist oder öfter gesellig lebt 
und viel stattlicher wird, so dass man oft genug zunächst 
einen Limax cinereus vor sich zu haben glaubt. Meiner 
Meinung nach kann die Westküste von Südamerika nur 
über den Westpol erreicht sein auf der atlantischen Brücke 
zwischen Westeuropa und den Antillen, die über Trinidad 
sich mit dem südamerikanischen Kontinent verbanden. 

Auf jeden Fall haben wir in L. arborum eines der 
ältesten lebenden Pulmonaten vor uns, mit typischer Ver- 
breitung in mehr ozeanischem Klima, mindestens unter 
Ausschluss des rein continentalen. Diesem hohen Alter 
entspricht auf den Kanaren das Vordringen auch auf die 
westlichen Inseln. 

Ägriolimax laevis Müller. 

Unter den vielen Exemplaren fehlen grosse, sie sind 
von mittlerem oder kleinerem Umfang und mäusegrau bis 
schwärzlich gefärbt Aeussorlich haben sie ganz das Aus- 
sehen des Agr. agrestis von den Azoren, wo er der einzige 



— 108 — 

Vertreter der Ackerschnecken ist. Ich glaubte daher den 
gleichen vor mir zu haben, war aber erstaunt, dass es der 
Agr. laevis war in der rein weibhchen oder doch des Penis 
entbehrenden Form, wie sie bei uns selten und wohl nur 
bei jungen Tieren vorkommt, die in den Tropen und Sub- 
tropen aber von Madagascar, Ceylon und Amerika rein vor- 
herrscht. Hier haben wir jedenfalls eine ganz ähnliche alter- 
tümliche Beziehung wie bei der vorigen Art, allein schon 
in dieser Verkümmerung des Penis, wie sie von anderen 
Pulmonaten nur als seltene Ausnahme festgestellt ist, während 
sie sich hier als typische Wärmeanpassung entwickelt hat. 
Wieder fällt sie unter den Gesichtspunkt der Pendulations- 
theorie, denn die Schnecke fehlt nicht nur in Afrika, sondern 
auch in Südeuropa, wo sie erst am Südabhange der Alpen 
auftaucht. Jedenfalls ist es von grossem Interesse, sie von 
den Kanaren zu kennen und zwar in der typischen Ent- 
wicklung der Tropenform. 

Einige Stücke zeigten Rcgenerate am Schwanzende. 
Sie hängen wohl mit der üblichen Verfolgung durch die 
jenseits der Alpen so überaus häufig vorkommenden 
Eidechsen zusammen, die am Hinlerende anzufassen scheinen 
oder doch, wenn sie hier anfassen, häufig eben nur dieses 
erhalten. Es ist wohl anzunehmen, dass die Erscheinung 
zur regelrechten Autotomie und Regeneration des Schwanz- 
endes bei Prophysaon u. a. geführt hat. 

Agriolimax drymonius Bgt. (s. Agr. Simrothi Gock.). 
Noch wird von Teneriffe die Ackerschnecke angegeben, 
die Bougnignat als xMilax drymonius beschrieb und die 
Cockerell, weil der Name einer Amalia zukommen soll, in 
Agr. Simrothi umgetauft hat. Bourguignats's Schnecke 
stammte von Madeira; und da dort keine besondere Amalia- 
art vorkommt, schlug ich vor, den Namen auf die 
maderensische Ackerschnecke, deren Anatomie ich festlegen 



— 1Ö9 — 

konnte^), zu übertragen. Sollte es nicht dabei sein Be- 
wenden haben? 

Es wäre von Interesse, wenn eine besondere Acker- 
schnecke Madeira und den Kanaren gemeinsam wäre. So 
viel ich aber sehe, fehlt für die Kanaren die Sicherstellung. 
Jedenfalls hat Herr May die Art auf Gomera nicht erbeutet. 
Amalia gagates Moqu.-Tand. 

Das Vorkommen auf den Kanaren hat nichts auf- 
fälliges, zumal ich auch diese Spezies jetzt für die Cordilleren 
von Südamerika in ziemlicher Höhe nachweisen konnte'"). 
Das allein genügt auch schon, den Wert besonderer Höhen- 
angaben herabzudrücken. Die Schnecke ist zu sehr weit 
verbreitet innerhalb der gemässigten und heissen Zone. Von 
grösseren Gebieten, in denen sie fehlt, sind eigentlich nur 
das tropische Afrika und die Länder um den Indic zu 
nennen ; daher hat man sie in den Kanaren in ganz ver^ 
schiedenen Höhenlagen zu erwarten. Dennoch scheint eine 
besondere Beziehung zur Erhebung vorzuliegen. Die vor- 
liegenden Tiere sind nämlich im allgemeinen mittel- bis 
dunkelgrau, manche fast schwarz. Die von Ermita de las 
nieves aber, d. h. die in 1300 m gefangenen, die höchsten 
also, sind die hellsten von allen. Einigen fehlt ein grauer 
Anflug an den Seiten beinahe ganz und nur der Kiel mit 
seiner nächsten Nachbarschaft hebt sich fast schwarz heraus, 
wobei der dunkle Ton sehr rasch gegen die hellen Seiten 
abklingt und einen hübschen Farbenkontrast erzeugt. 

Die Tatsache, dass von den geöffneten Stücken ein grosses 
noch ganz unreif war, kleinere dagegen reif (als typische 
Am. gagates), vermag ich nicht zu deuten. Handelt sich's 
um fein lokale Khma-Differenzen, durch welche die Ent- 
wicklung verzögert wurde? 

®) Simroth. Ueber bekannte und neue paläarclische Nackischnecken, 
Jahrb. d. D. Mal. Ges, 

'") Simrolh. Die Landnacktschnecken der Deutschen Südpolar' 
expedilion. 1901 — 1903. 



- 110 — 

Vürina. 
Die Vitrinen sind merkwürdig genug. 
Webb und Berlhelot geben zwei Arien mit folgender 
Beschreibung : 

1. Vitrina Lamarcki. 

V. testa depressa, tenuissima, hyalina nitida, apertura 

suborbiculari- ovata, anfractibus duobus. 
Ilabitat in insulis Ganariensibus ad rupes madidas et in 

sylvis muscosis. 

2. Vitrina fasciolafa. 

Helieoiimax fasciolata d'Orb. (in Ferussac. Moll, terr.) 

Teneriffa (d'Orbigny). 
Species dubia huc a Gl. de Ferussac sine figura et descriptione 

relata. 

Danach fällt eigentlich die zweite Spezies weg ; meines 
Wissens gehen die Kanaren- Vitrinen allgemein unter dem 
Namen der V. Lamarcki, unter welchem ich früher einige 
Stücke von Teneriffe aus dem Berliner Museum erhielt und 
anatomisch bearbeitete"). Das eine Stück, das ich damals 
abbildete (11. Taf. 1 Fig. 7), war blass- braun und hatte 
auf dem Mantel zwei scharfe helle Längslinien. Die Tiere, 
die jetzt vorliegen, sind mehr grau als braun und reich ge- 
fleckt, etwa nach Art der dunkleren Azoren vitrinen. Das 
auffallende ist, dass die Tiere von Gomera und die von 
Teneriffe ganz verschieden gross und doch erwachsen, 
wenigstens geschlechtsreif sind. Die von Gomera sind vv^enig 
länger als 1 cm, die von Teneriffe mehr als 3 mal so lang, 
also etwa 30 mal so schwer. Dabei stimmen sie in der 
Anatomie genau überein, ebenso wie mit den früher von 
den Azoren und Kanaren beschriebenen. Nachdem sich 
der Spermoviduct in Ei- und Samenleiter geteilt hat, nimmt 
der Eileiter nach einiger Entfernung den Bursa-Gang auf, 

'^) Simrolh. Beiträge zur Kenntnis der Nnclitschneclcen. Nova 
acta Leop, LIV. 1889. 



~ 111 — 

um dann zu einem muskulösen Cylinder anzuschwellen, den 
ich als die mit den weiblichen Wegen verschmolzene 
Pfeildrüse betrachte. Unterhalb der Anschwellung sitzt 
am Atrium der Penis an als ein enger Schlauch, der sich 
über dem Eintritt des Samenleiters kuglich erweitert. Ein 
Exemplar zeigte die Entstehung der Erweiterung, da der 
Samenleiter mit seinem Ende einen kleinen Ring beschrieb, 
dessen äussere Peripherie sich von der inneren entfernte 
und die Erweiterung bewirkte ; ein anderes hatte den Penis 
ausgestülpt, und diese Form entsprach der Anatomie als 
eine schlankgestielte Keule, die allerdings bei einem weiteren 
Stück, das vermutlich gerade in Copula mit dem vorigen 
erbeutet wurde, weniger aufgeblasen war. Der Wechsel 
in der Anatomie der Rute, so gering er ist, erhält erhöhte 
Bedeutung durch den früher beobachteten Fall, wo der 
Penis rudimentär wurde und sich nicht mit dem Samen- 
leiter verband, der vielmehr mit Oviduct und Bursa in das 
obere Ende der Pfeildrüse mündete. (11. Taf. II Fig. 11). 

Bei der anatomischen Uebereinslimmung erhält die 
Schale erhöhtes Interesse. Da zeigt sich zunächst ein 
Unterschied zwischen der grossen und der kleinen Form. 
Bei der grossen ist der Peristomrand auf die Breite von 
ca. 1 mm kalkfrei, links erweitert sich diese zarte Stelle 
auf das Dreifache, Die Schale der kleinen scheint mit feiner 
Spira zu beginnen, der Hauptimterschied liegt in dem 
häutigen Rande, der sich links nicht verbreitert. Aber 
auch die Schalen der grossen Form zeigen bei aller Ueber- 
einslimmung in den Umrissen einige Verschiedenheiten. Der 
Kalk ist meist in Zuwachsstreifen, also in Querrippen ver- 
dickt; bei einem Stück dagegen war er in drei weisslichen 
Längsstreifen angelegt, von denen sich der dritte, linke, in 
unregelmässiger Weise auflöst und vervielfältigt. 

Morelet hat nun von den Azoren eine Reihe von 
Vitrinenarten beschrieben, die ich anatomisch glaube zu- 



~ 112 — 

sammeii werfen zu sollen ; die Kanarischen würden dazu 
kommen. Will man die Arten scheiden, so kann's nur 
nach der Schale geschehen, die auch wieder an derselben 
Lokahtät Differenzen aufweist. Für die kanarischen Formen 
könnte man wohl die alten Namen bestehen lassen: V. 
Lamarcki von Teneriffe und V. fasciolata von Gomera. 
Man muss sich aber über den Artwert klar bleiben. In 
Zentraleuropa haben die meisten Arten so starke anatomische 
Unterschiede, dass sie zum Typus besonderer Gattungen 
erhoben werden können. Auf den macaronesischen Jnseln 
bleibt die Anatomie der einen bis dorthin vorgedrungenen 
Grundform dieselbe, aber die Schale variiert stark und zwar 
oft an der gleichen Lokalität. Höchst auffällig bleibt der Riesen- 
wuchs der Form von Teneriffe, die man mit grösseren Helicarion 
zusammenwerfen würde, wenn sie eine Schwanzdrüse be- 
sässe. Jch glaubte zuerst den stattlichen Helicarion vor 
mir zuhaben, den ich kürzlich von der Guineaküste beschrieb ^^). 
Hier haben wir an der Südgrenze der Gattung auch den 
grössten Wuchs und damit zugleich eine Lockerung in der 
Entwicklung der Genitalien, zumal des Penis ; ja es herrscht 
die Neigung zu seiner Verkümmerung ebenso, wie wir's 
bei der Wärmeform des Agriolimax laevis kennen (s. o.), 
eine jedenfalls biologisch wichtige Uebereinstimmung. 

So bieten die Kanaren in ihren Nacktschnecken 
mancherlei Besonderheiten, die teils auf die allgemeinen 
Gesetze der Pulmonaten, teils auf Geschichte und Entstehung 
der Inseln bedeutsame Lichtstrahlen werfen. 



Nachtrag und Bemerkaiigr. 

(Während der Drucklegung ist die Reisebeschreibung 
selber erschienen: Gomera, die Waldinsel der Kanaren, 
Reisetagebuch eines Zoologen, von Walter May (Verhdlgen. 

*") Simiotli. Lis?opocle Nacktschneckeu von Madagascar etc. 
In: Voeltzkow. Reise in Ostafrika. 1910. 



— 113 — 

Naturw. Ver. Karlsruhe XXIV 1912. 214 S. 43 Abbildungen. 
4 Kartenskizzen). Sie erfordert einige Bemerkungen.) 

Die Vitrina ist danach von Herrn Dr. Leschke als 
V. canariensis Mouss. bestimmt. Ich brauche kaum her- 
vorzuheben, dass es hier auf den Namen um so weniger an- 
kommt, als die sämtlichen Vitrinen der makaronesischen 
Inseln nach der Anatomie in eine Species zusammenfallen. 
Ich habe mich früher (11) bei der Behandlung der Azoren- 
vitrinen ebenso wenig um die lediglich nach der Schale 
unterschiedenen und durch Uebergänge verbundenen Formen 
gekümmert. Selbstverständlich haben auch deren Namen 
ihren Wert, sie sind aber doch, gegenüber den europäischen 
Arten, nur von untergeordnetem Rang und sinken auf die 
Bedeutung von Lokalvarietäten herab. 

Die Folgerung, die ich oben an den Limax arborum 
knüpfte, dass nämlich Gomera ein feuchteres Klima haben 
dürfte als die übrigen Kanaren, findet in Herrn May 's 
Schilderung ihre volle Bestätigung, Gomera hat in ihrer 
Nordwesthälfte den grössten Waldbestand, den die Inseln 
überhaupt besitzen. 

Eine andere Bemerkung betrifft die Testacella Maugei. 
Die Schnecke wird neuerdings von englischer Seite (Collinge) 
zur Fauna von Südafrika gerechnet. In der Tat neigt die 
Gattung sehr wenig zur Verschleppung. Meines Wissens 
wird solche für dieselbe Art nur einmal von Philadelphia 
gemeldet. Da handelt sichs aber keineswegs um Einbürgerung. 
Es ist daher wohl anzunehmen, dass T. Maugei als ältester 
Vertreter des Genus wirklich unter dem Schwingungskreis 
bis Südafrika vorgedrungen ist. Ich brauche kaum hervor- 
zuheben, dass damit die vorhin gezogenen Schlüsse in 
keiner Weise erschüttert werden, sondern nur noch an 
Festigung gewinnen. 

Endlich möchte ich meinem Bedauern Ausdruck geben, 
dass Herr Prof. May zur Erklärung der Herkunft der 



— 114 — 

kanarischen Lebewelt nicht die Pendulatiostheorie herange- 
zogen hat. Denn es ergeben sich eine Reihe frappanter Be- 
ziehungen auf die von einem einheitlichen Gesichtspunkte 
aus klarere Lichtstrahlen fallen, als bei der üblichen Be- 
handlung mit einzelnen Hinweisen und Rechnungen. 

Nach der Pendulationstheorie liegt der für die Kanaren 
massgebende Schöpfungsherd im Tertiär in den Mittel- 
meerländern. Als diese sich bis zur Eiszeil und während 
derselben am weitesten nach Norden bewegt hatten, war 
notwendig eine Abwanderung der thermophilen Lebewesen 
nach Süden gegeben ; sie ging um bie Sahara herum, west- 
lich am Rande des Atlantics, östlich durch die Oase des 
Niltals, und endete im Kapland ; oder sie griff weiter aus 
und erreichte über eine entsprechende Landbrücke die 
Antillen und über Trinidad das südamerikanische Festland, 
im Osten Madagascar und Ostindien. 

Für die Landbrücke sprechen die von May aufge- 
fundene Seerose Palythoa canariensis und die Synascidie 
Cystodites delle Ghiajei ; die erstere hat ihre nächste Ver- 
wandte P. isolata an den Bahamas, die letztere haust 
ausser an den Kanaren im Mittelmeer, und eine nahe Ver- 
wandte lebt an den Bermudas; namentlich die letztere zeigt 
deutlich, dass eine Landbrücke zwischen dem südlichen 
tropischen und subtropischen Afrika und Brasilien, wie sie 
z. B. von Jhering meist verwendet, mit viel grösseren 
Schwierigkeiten und Umwegen zu rechnen hat, als die oben 
postulierte zwischen Südeuropa und den Antillen. 

Noch schärfer zeigt den Weg die Schabe Rhyparobia 
maderae, die ausser den Kanaren Madeira, Nordafrika, Ost- 
indien, Brasilien und die Vereinigten Staaten bewohnt. Hier 
müsste man bloss feststellen, welche Teile der Union gemeint 
sind, vermutlich doch die südlichsten. Lässt man diesen 
zweifelhaften Punkt bei Seite, dann liegt der Ausgangspunkt 
deutlich unter dem Schwingungskreis in Nordafrika. 



— 115 — 

Aehnlich steht's mit der Spinne Segestria florentina, 
welche die Mittelmeerländer, die Kanaren und St. Helena 
bewohnt. 

Bei keinem von den Kanarischen Reptilien und Lurchen, 
welche May erörtert, würde ich mit ihm Verschleppung 
durch den Menschen annehmen. Der Gecko Tarantola 
delalandei ist sehr ähnlich der südeuropäischen T. mauritanica. 
Lacerta Galotti schliesst sich an die südeuropäische L. ocellala 
an. Ghalcides viridanus steht dem Gh. ocellatus von Marocco, 
Spanien, Sardinien und Aegypten sehr nahe ; hier liegt 
wohl der Nordpunkt noch jetzt unler dem Schwingungs- 
kreis auf Sardinien. Hyla arborea var. meridionalis von 
den Ganaren gehört zu der südeuropäischen Form des Laub- 
frosches, zeichnet sich aber durch einen besonders grossen 
Kehlsack aus. Alle diese Arten zeigen die Herkunft 
auf natürlichem Wege und die weitere Umbildung. Für 
eingeführt würde ich höchstens Rana esculenta hispanica 
halten, aus culinarischen Rücksichten. 

Aehnlich stehts mit der Pflanzenwelt. 

ZygophyllumFontanesiiist auf den Kanaren, im östlichen 
und nördlichen Afrika verbreitet, letzteres bildet den Aus- 
gangspunkt. 

Die blattlose Wolfsmilch der Kanaren, Euphorbia 
aphylla, hat ihre nächsten Verwanden in Ostafrika, Südarabien, 
auf Madagascar und im Kapland. Wieder wird das östliche 
und westliche Gebiet durch den Schwingungskreis getrennt. 

Die Bäume sind von besonderem Interesse. 

Die Blätter der Laubbäume sind die des subtropischen 
Regenwaldes, wie er im Tertiär von Europa verbreitet war. 
Von hier aus erfolgte nach Schimper die Besiedelung der 
Kanaren. Es sollen aber nur die Arten hingelangt sein, deren 
Samen verschleppungsfähig waren, indem ihre saftigen 
Beeren die Samen am Gefieder der Vögel haften Hessen. 
Daher sollen Walhiuss, Platanen, Ahorne, Hülsenfrüchte 



— 116 — 

und Eichen fehlen. Nun weiss man aber, wie weit Eichen 
sich verbreitet haben, ebenso, dass die Früchte des Ahorns 
durch den Wind fortgeführt werden. Doch es kommen 
weitere Bedenken. Der Loro von den Kanaren war bereits 
in den miocaenen Wäldern von Lyon sehr häufig, während 
der heutige Laurus nobilis erst im Pliocaen und Quartaer 
sich entwickelte. »Auch der Barbusano, der Til und die 
kanarische Stechpalme stammen aus dem europäischen Wald 
und haben sich aus der Pliocaenzeit fast unverändert auf 
den Kanaren erhalten." Warum blieben sie unverändert? 
Warum konnten die später in Europa gebildeten Arten 
derselben Gattungen, wenn ihre Samen durch Zugvögel 
gebracht wurden, nicht Fuss fassen? Die Antwort soll lauten : 
„Da sie später keine geeignete Stelle mehr fanden.* Das 
widerspricht aber der üblichen Annahme des Darwinismus 
und der Descendcnzlheorie, wonach die Nachkommen im 
Kampf ums Dasein denVorfahren allezeit überlegen sein sollen. 
Die einfache Erklärung dürfte die sein, dass die Kanaren 
jetzt unter der gleichen Breite liegen, wie Südeuropa zu 
der Zeit, da die kanarischen Arten entstanden. Daher ist 
wohl anzunehmen, dass „der Vinatico, die schönste Lorbeer- 
art der Kanaren", der jetzt seine nächsten Verwandten im 
tropischen Amerika hat, nicht von dort nach den Kanaren 
gekommen ist, sondern dass beide auf den gemeinsamen 
südeuropäischen Herd zurückgehen, vermutlich als älteste 
und südlichste Formen. 

Dasselbe gilt von der Pinus canariensis aus der Gruppe 
der Ponderosae mit je drei Nadeln in einer Blattscheide, 
die jetzt in Mexiko und Nordamerika gedeiht. Auch sie 
soll durch Vögel verschleppt sein. Mir scheinen beide von 
dem gemeinsamen miocaenen Herd in Südeuropa (Ost- 
Spanien) ausgestrahlt zu sein, mit oder ohne Zuhilfenahme 
der Vögel, von deren Mithilfe wir nichts wissen. 

Ich schulde Herrn Prof. May persönlich besonderen 



- 117 - 

Dank, dass or mir zu den kurzen Bcmcrkinigcn durch 
soino gewissenhafte Zusammenstellung Anlass gegeben hal. 
Ich hoffe, sie können die von den kanarischen Nacktschneckon 
abgeleiteten Schlüsse nur stützen. 



Anomalie oder Artbildung? 

Von 
D. Geyer in Stuttgart. 



Wer Gelegenheit hat, unsere einheimischen Mollus- 
ken Jahre hindurch in grösserer Anzahl zu sammeln 
und zu vergleichen, wird ab und zu auf Regelwidrig- 
keiten im Aufbau der Gehäuse stossen und bald er- 
kennen, dass auch bei diesen gewisse Erscheinungen 
sich wiederholen und gesetzmässig verlaufen. Ich meine 
nicht die Missbildungen, die von äusseren, mechanischen 
Einwirkungen veranlasst werden, sondern Abänderungen, 
die vom Tiere ausgehen und einer Anlage, einer Krank- 
heit oder den biologischen Verhältnissen, von denen 
das Tier abhängig ist, zugeschrieben werden können. 

Buchner hat in einer Studie über Helix pomatia L. 
(Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württ. 1899 pag. 232 bis 
279 und 1902 pag. 77 bis 82) einige Repräsentanten 
des Riesenwuchses unserer grössten Schnecke be- 
schrieben und abgebildet. Ein Wachstum über den 
normalen Umfang hinaus findet aber auch bei anderen 
Arten statt. Sie haben auch wie H. pomatia ihre „Könige". 
Ich beschränke mich in der folgenden Besprechung auf 
die selbst ersammelten Formen. 

Die Erscheinungen, die uns hier beschäftigen sollen, 
beziehen sich aber nicht auf jedes übergrosse Exem- 
plar einer Art. Es bleiben diejenigen unberücksichtigt, 
die abgesehen von ihrer Grösse sich nicht vom Typus 
unterscheiden und die in den Mündungscharakteren 



- 118 - 

keine Veränderung zeigen ; sie liegen innerhalb der 
normalen Entwicklungsskala. Es soll sich vielmehr um 
Abweichungen ausserhalb der durch Uebergänge ver- 
mittelten normalen Entwicklungs- und Formenreihe 
handeln. Sie erscheinen als Auftreibung des letzten 
Umganges, als Vermehrung der Umgänge, als Ver- 
ringerung des Gehäusedurchmessers und als Ab- 
schwächung der Zähne und der Verdickungen des 
Mundsaumes. 

Diese 4 Abänderungsmöglichkeiten treten folgen- 
dermassen in die Erscheinung: 

a) bei normaler Grösse der Gehäuse ist der letzte 
Umgang bauchig aufgetrieben. 

b) das Gehäuse verlängert sich porportional um 
1 — 2 Umgänge, und die Mündungscharaktere erleiden 
gleichzeitig eine Abschwächung und Auflösung. 

c) zur Verlängerung des Gehäuses tritt zugleich 
die Auftreibung des letzten Umganges — Kombination 
von a und b — bei streng cylindrischem Aufbau der 
normal mehr oder minder sich erweiternden mittleren 
Umgänge. 

a) 
Der bauchig aufgetriebene letzte Umgang erscheint, 
wohl nicht zufälligerweise, bei 2 kleinen Quellschnecken, 
die ich in grossen Mengen sammeln konnte. Bei Bel- 
grandia germanica Cless. betrifft er nur 2 Exemplare, 
bei Lartetia putei Geyer dagegen ist er lokal häufig 
(s. Jahresh. Ver. Vaterl. Naturk. Württ. 1904 pag. 318, 
Tafel VIII fig. 28 und X fig. 10 und 15). Im Hinblick 
auf die grosse Zahl der mir bekannt gewordenen Lar- 
tetienquellen jedoch bleibt auch dieses Vorkommnis 
eine vereinzelte Erscheinung, die vermutlich auf eine 
pathologische Ursache zurückzuführen ist. Die Schneck- 
chen leben nämlich in einem an Zersetzungsprodukten 



— 119 - 

reichen, von Kleintieren belebten Bodensclilanim, der 
ihrem Gedeihen viele Hindernisse bereitet, Kümmer- 
formen erzeugt und gewiss auch Schmarotzern Vor- 
schub leistet. 

b) 

Die verlängerten Gehäuse treten uns bei Helix 
pomatia L., Cionella lubrica Müll., Pupilla muscorum L , 
Isthmia minutissima Hartm., Vertigo antivertigo Drap, 
und pygmaea Drap, entgegen. 

Die in Betracht kommende Riesenform von H. 
pomatia hat Buchner in Uebereinstimmung mit älteren 
Autoren forma grandis genannt. Neben ihrer Grösse 
fällt an ihr auf^ dass sie nie, wie im normalen Fall, den 
Mundsaum nach ausen umbiegt und verdickt. Das Tier 
lagert zwar Kalk am Schalenrand ab, baut in schmalen 
Ansätzen weiter, kommt aber zu keinem Abschluss. 
(vergl. Buchner pag. 268). Es macht den Eindruck, als 
hätte es die Gelegenheit zum Abschluss des Gehäuses 
zur rechten Zeit versäumt und sei nun nicht mehr im 
Stande es nachzuholen. 

Aehnlich verläuft der Bauprozess auch bei den 
übrigen Arten: bei aller Grösse erhalten die Schalen 
keinen erweiterten und verdickten Mundsaum ; sie bleiben 
unvollendet. Dem Bauherrn scheinen vor der Vollendung 
seines Werkes die Mittel ausgegangen zu sein; er hinter- 
liess darum etwas Unfertiges. 

Weinland hat (Zur Weichtierfauna der Schwab. 
Alb, Jahresh. Ver. Vaterl. Naturk. Württ. 1876 pag. 
234 — 358) eine Cionella lubrica var. pfeifferi von 10 mm 
Länge beschrieben (normale Gehäuse haben 6, höchstens 
7 mm), die unter die Abweichungen fällt, von denen 
hier die Rede ist. Ich besitze sie in einzelnen Exem- 
plaren von verschiedenen Fundorten, Der Habitus wird 



— 120 — 

durch den weiteren Umgang nicht wesentlich gestört; 
der Miindsaum aber ist schari und zerbrechhch. 

Fremdartig muten uns die Pupen an. Sie weichen 
von der gewohnten Umrissform ab, und ihre Mündungs- 
charaktere gehen nicht selten verloren. 

Vertigo antkertigo, in 2 Exemplaren aus Kalktuff 
vorliegend, verliert die Eiform und wird cylindrisch. 
Ein Stück hat zwar nur einen Zahn in der Mündung 
eingcbüsst, das andere aber deren 4 und zwar die 
beiden auf der Mündungswand und an der Spindel. 
Es ist nicht unwesentlich dieses Ausfallen hervorzu- 
heben, weil es sich in ähnlicher Weise bei der nächsten 
Art wiederholt. 

Bei Vertigo ivjgmaea tritt die Gehäuseverlängerung 
am häufigsten auf. Ich besitze zahlreiche Exemplare 
von 8 Fundorten. Am häufigsten ist der Fall, dass 
das Gehäuse zu seinen b Umgängen einen 6. erhält, 
der mit scharfem Saum ohne die charakterische Mund- 
bewehrung abschliesst, also eine unvollendete grössere 
Art darzustellen scheint. Selten werden die Einzelheiten 
der Mündung ausgebaut, und das Bauen kann auf jeder 
der Vollendung entgegenführenden Stufe eingestellt 
werden. Wir erhalten zunächst Gehäuse mit ausge- 
bildetem Mundsaum aber ohne Zähne oder Falten. 
Stellen diese sich ein, dann erscheinen sie in einer 
Aufeinanderfolge, wie sie nirgends sonst bei unseren 
Pupen vorkommt. Während diese bei normalem Wachs- 
tum zuerst einen Zahn auf der Mündungswand anlegen, 
der oft allein zur Ausbildung kommt (cylindracea, 
doliolum, muscorum), dann dazu einen Gaumenzahn 
(muscorum, bigranata, sterri , striata, claustralis), 
hierauf den Spindelzahn (triplicata) und den zweiten 
Gaumenzahn (arctica, ronnebyensis, alpestris) anlegen, 



_ 121 — 

erscheinen im vorliegenden Fall zuerst die beiden 
Zähnclien am Gaumen. Auf dieser Stufe lernte Sterki 
das Schneckchen aus den Anschwemmungen der Aare 
bei Brugg kennen, bildete sie ab und beschrieb sie 
(Nachrichtsblatt 1883 pag. 72 f.) als Pupa haeusleri hn 
seltensten Fall werden 4 Zähnchen ausgebildet, und dann 
kommt es zu Vertigo heidi Clessin (Nachrichtsblatt 1877 
pag. 49 f.; vergl. Geyer, Unsere Land- und Süsswasser- 
mollusken, 2. Aufl. S. 56, Taf. V., Fig. 16, 17). Eine 
Lippe, wie bei pygmaea, erscheint nie, ebensowenig 
der für die Ausgangsform bezeichnende 5. Zahn oder 
die dem Mundsaum parallel gehende Wulst, durch welche 
sich pygmaea von ähnlichen Formen unterscheidet. 

Im Auswurf der süddeutschen Juraflüsse, auf deren 
Täler die seltsame Schnecke, wie es scheint, beschränkt 
ist, erscheint sie stets nur mit pygmaea gemischt, nie 
ohne diese; aber pygmaea kommt dort auch ohne haeusleri 
und heidi vor. Clessin kennt die Heimat seiner heidi 
nicht und möchte von der mangelhaften Ausbildung 
der Mundfalten auf kalkarmen Standort oder feuchten 
Boden schliessen. Da ich sie im Ermstal bei Urach 
an ihrem Standort kennen lernte, kann ich bezeugen, 
dass sie wohl auf feuchten Talwiesen vorkommt, dass 
aber von Kalkarmut keine Rede sein kann. \m Gegen- 
teil steht hier Kalk in Hülle und Fülle zur Verfügung, 
und die übrigen Schnecken, die in grosser hidividuen- 
zahl den Standort teilen, verraten keine Spur von Kalk- 
armut. Mangel von irgend einer Seite her ist's nicht, 
was die Ueberbildung veranlasst. Viel eher könnte in 
einem günstigen Zusammenwirken aller für das Gedeihen 
der Schnecken in Betracht kommenden Umstände, wie 
Feuchtigkeit, üppige Vegetation, Kalk, hohe Wärme- 
kapazität des Bodens die Ursache für eine Ueber- 
schreitung der normalen Wachstumsgrenzen gesucht 



— 122 — 

werden. Der Jura bringt ja an sich schon die an Arten 
und Individuen reichste Molluskenfauna hervor. 

Von Pupilla muscorum hat Clessin (Deutsche Exk. 
Moll. Fauna 1884 pag. 246) eine var. elongata beschrieben, 
die durch 8 Umgänge (der Typus hat 6 — 7) und eine 
„mehr cylindrische Form" gekennzeichnet ist. Sie be- 
trifft unsern Fall. Aber es machen sich bei ihr, wie 
aus meinem Material zu entnehmen ist, weitere Ab- 
weichungen bemerkbar, die zu der dritten Gruppe hin- 
über führen. Das Gehäuse wird schlanker („mehr 
cylindrisch") und es kann bei einzelnen Exemplaren zu 
einer Erweiterung des lezten Umgangs kommen. Auch 
hier bleibt das Gehäuse oft unvollendet. 

Aehnlich verhält sich Isthmia minuHsmna; entweder 
verlängert sich das Gehäuse gleichmässig um 1 — 2 Um- 
gänge und bleibt unvollendet (2 Exemplare vom Sonnenfels 
bei Dettingen a. Erms), oder schliesst es mit einem 
aufgeblasenen, überzähligen, 7. Umg ab (bei Dettingen 
in Hohenzollern ein Exemplar unter normalen). Mit den 
überzähligen Umgängen täuscht I. minutissima eine 
Acme vor. 

c) 

Das Anschwellen des letzten Umganges am ver- 
längerten Gehäuse ist deshalb beachtenswert, weil es 
in grossem Massstab bei einer Schnecke vorkommt, die 
fossil im Diluvium und rezent in der Hochgebirgsfauna 
eine Rolle spielt: Sphyradium columella G. v. Martens = 
gredleri Clessin. Wenn Bollinger (zur Gastropodenfauna 
von Basel und Umg., Inauguraldissertation, Basel 1909) 
daran festhält, „dass Sph. gredleri nur eine völlig ent- 
wickelte endentula sei" (pag. 110), dann hat er die 
Verschiedenheit der Wachstumsverhältnisse nicht erkannt 
und eine Behauptung aufgestellt, mit der er allein steht. 
Der Unterschied beider Formen liegt nicht bloss im 



— 123 — 

letzten Umgang sondern ist schon in den jüngeren 
Windungen begründet. Sph. columella-gredleri ist von 
Anfang an auf eine engere, „mehr cylindrische" Form 
angelegt und schliesst mit dem 7. bezw. 8. aufgeblasenen 
Umgang ab (s. Sandberger, Land- und Süsswasser- 
conchylien der Vorwelt, Taf. 36, Fig. 27 a., b.). 

Die hohe Zahl der Umgänge und das Anschwellen 
des letzten hat etwas Befremdendes. Wenn beide Ab- 
weichungen auch bei P. muscorum und I. minutissima 
und zwar für sich allein oder vereint vorkommen, so 
könnte man sie im Hinblick auf ihre Vereinzelung als 
eine krankhafte Bildung auffassen. Aber schon bei 
V. pygmaea-heldi mehren sich die Fälle, und sie treten, 
was sehr zu beachten ist, in einem geographisch abge- 
schlossenen Gebiet undan einemStandortvon biologischer 
Eigenart auf, dass es nicht angeht, sie ohne weiteres 
als eine Abnormität abzutun. Bei Sph. columella-gredleri 
vollends wird eine Erklärung des Phänomens, die auf 
pathologische Ursachen zurückgeht, nicht befriedigen im 
Hinblick auf die grosse Verbreitung der Art, die Häufig- 
keit ihres Vorkommens und die geschlossene Einheitlich- 
keit der Form in den diluvialen Ablagerungen sowohl 
als im Hochgebirge. Zwar kann es Verdacht erregen, 
dass sie im Jura (Pfäffinger Schloss bei Basel, Urach 
und Schlattstall in Württemberg) und im Geniste des 
Neckars mit Sph. edentulum gemischt ist. Aber sie 
tritt uns hier immer nur in einzelnen Exemplaren unter 
dem auch nicht häufigen edentulum entgegen. Im 
Hochgebirge dagegen ist sie, wie aus Gredler's Arbeiten 
(s. Nachrichtsblatt 1879 S. 5—8, Kritische Fragmente) 
unzweifelhaft hervorgeht, nicht durchweg von edentulum 
begleitet, und dabei trifft man sie, soweit ich selbst 
Gelegenheit zu Beobachtungen hatte, meist in grösserer 
Anzahl. Ihre Verbreitung erklärt sich vollständig aus 



— 124 - 

ihrer Geschichte. Während der Lössperiode weit ver- 
breitet, hat sie sich mit dem Uebergang in die Gegenwart 
in die alpinen Regionen zurückgezogen und wie 
andere Glazialreükte kleine Posten als Nachhut in den 
Mittelgebirgen hinterlassen. 

Wie Sph. columella-gredleri systematisch zu werten 
ist, ist eine Frage für sich, die ich nicht aufrollen will. 
Es liegt mir vielmehr daran, darauf hinzuweisen, dass 
ihre morphologischen Eigentümlichkeiten auch bei anderen 
Arten in vereinzelten Fällen auftreten und zur Entstehung 
von besonderen, zum Teil als Varietäten und Arten auf- 
gestellten Formen führen. 

Zum Schluss aber erhebt sich die Frage, ob auch 
die Ursachen dieselben sind, und ob das ein Weg ist, 
den die Natur zur Schaffung gesonderter Formen ein- 
schlägt. 

Sphyradium columella-gredleri und Vertigo 
parcedentdta-genesii. 

Von 
D. Geyer in Stuttgart, 



Untersuchungen über die Mollusken des Diluviums 
führten mich im Herbst 1911 nach Tirol, Dort sollten die in 
Deutschland erloschenen Schnecken (Sphyradium columella- 
gredleri, Vertigo parcedentata-genesii, Gyraulus gredleri) 
noch lebend zu finden sein. Verhältnismässig leicht gelang 
mir das Auffinden von Sphyradium gredleri am Schiern 
bei Seis (Dolomiten); ich ging „der Nase nach", die sich 
in langjähriger Uebung eine geschärfte Empfindung für die 
in Betracht kommenden Umstände erworben hat. Nicht 
so einfach aber war es, den Standort der seltenen Vertigo 
genesii festzustellen, der das Geheimnis von wenigen Ein- 
geweihten ist. Dank der bereitwilligen Beihilfe des ehr- 



— 125 - 

würdigen, nun 89 Jahre alten, aber noch geistig frischen 
Paters und Direktors V. Gredler in Bozen kam ich auch 
am Saiten zum Ziel. Die Ausbeute erreichte zwar nicht den 
Umfang, den ich gewöhnlich zu erlangen suche. Mit zwölf 
Exemplaren stieg ich unter strömendem Regen einen scheuss- 
lichen Weg nach Bozen herunter. Aber Pater Gredler be- 
glück wijnschte mich zum Erfolg; es habe noch kein Sammler 
solches Glück gehabt. 

Die wissenschaftlichen Ergebnisse lassen sich in fol- 
gende Punkte zusammenfassen: 

1. Sphyradiiim gredleri Clessin ist identisch mit 
Sphyradium columella G. v. Martens aus den diluvialen Ab- 
lagerungen. Ich besitze die erstere von 5 Fundorten, die 
letztere aus dem Löss und aus Flussablagerungen. Die Art wird 
also den Namen columella (G. v. Martens, lieber Württem- 
bergs Fauna, 1830) zu führen haben. Vergl. Nachrichts- 
blatt 1879 S. 5-8, Kritische Fragmente von V. Gredler. 

2. Vertigo genesü Gredler ist nicht durchweg zahnlos 
(„ohne alle Falten" Gredler), sondern neben ungezahnten 
kommen 4zähnige Exemplare vor : 1 Zahn auf der Mündungs- 
wand, 1 auf der Spindel, 2 nach aussen durchscheinende 
im Gaumen. Die beiden letzteren entwickeln sich zuletzt, 
und Exemplare, die ihrer Vollendung entgegengehen, er- 
scheinen darum vorübergehend mit nur 2 oder 3 Zähnen. 
V. genesü verhält sich also hinsichtlich der Bezahnung wie 
Papilla muscorum, sterri, triplicata u. a. Der Standort der 
Schnecke ist am Saiten bei Jenesien (so wird der Name 
des Dorfes gesprochen, und so ist er in die Karten einge- 
tragen, nicht St. Genesien) in der Nähe von Bozen. Die 
Schnecke sitzt nicht ausschliesslich an Steinen, wie Gredler 
berichtet, sondern auch an Holzstücken auf nassen Wald- 
blössen. Dieser Wahrnehmung verdanke ich meinen Erfolg. 

3. Vertigo genesü ist nicht auf den Saiten und Tirol 
beschränkt; sie lebt auch in Deutschland. Vor Jahren schon 



— 126 — 

fand ich auf einer Wiese bei Kisslegg im württembergischen 
AUgäu 4 Exemplare und im Auswurf der Aach bei Wolfegg 
(9 km nordwestlich von Kisslegg) ein einzelnes Stück einer 
4zähnigen Pupa, die ich nicht unterzubringen wusste. Mein 
Berater in allen schwierigen Fällen, Prof. Dr. 0. Boettger 
in Frankfurt, wusste diesmal auch keinen Rat; es fehlte 
ihm zur Bestimmung das Vergleichsmaterial. Nun sehe 
ich, dass diese deutschen, auch von einem nassen, aber 
wesentlich tiefer gelegenen Standort (am Saiten bei 1200, 
um Kisslegg bei 647 m) stammenden Exemplare mit den 
Tirolern völlig übereinstimmen und nur etwas heller in der 
Farbe sind. (Die Vergleichung wurde mit dem Binocular- 
mikroskop und mit der Loupe vorgenommen.) Dieselbe 
Form übergab mir ein Kandidat zur Begutachtung. Sie 
stammte aus Wiesenmergel im südlichen Baden. Also ist 
sie auch fossil. Jch habe aber kein Recht, die Sache weiter 
zu behandeln.*) 

4. Die Abbildungen, welche Gredler, Sandberger und 
Glessin von Vertigo genesii geben, stimmen nicht überein 
und entsprechen nicht alle der Originaldiagnose und der 
Wirklichkeit. Gredler sagt: „Gehäuse einförmig, stumpf; 
Umgänge 4Va, hoch, schnell zunehmend, der vorletzte gross, 
fast bauchig"; seine Abbildung aber (F. II. Fig. 3), an sich 
kein Meislerwerk, lässt das Bezeichnende und Unterscheidende 
(stumpf; Umg. schnell zunehmend, der vorletzte bauchig) 
nicht hervortreten. Glessin hat auf Seite 279 die beste 
Darstellung. Sie gibt den eigentlichen Aufbau der Schale 
richtig wieder. Herr Dr. Johansen aus Kopenhagen be- 
stätigte mir mündlich, dass diese Figur der genesii ent- 
spreche, wie er sie aus dem Norden kenne. Sandberger 
schliesst genesii als letztes Glied an die Vaiietätenreihe 
der Vertigo parcedentata AI. Braun an und war sichtlich 



') Inzwischen habe ich die fragliche Schnecke auch in einem 
alten Torflager bei Böblingen (Württ.) gesammelt. 



— 127 — 

bemüht, den Zusammenhang beider Formen in der Diagnose 
und im Bild nachzuweisen. Der V. genesii (Fig. 8) tut er 
dabei etwas Gewalt an. Das Gehäuse wird gestreckt, die 
schnelle Zunahme der Windungen unterbleibt, und die grösste 
Breite der Schale wird in die Mitte, anstatt in den letzten 
Umgang verlegt. In der Tat muss man auf diese Weise 
verfahren, wenn man genesii mit parcedentata vereinigen 
will. Sie zeigen zwar dieselbe Veränderlichkeit in der Bc- 
zahnung (4 bis 0); aber in der Grösse, im Umriss, im 
Aufbau und in der Zunahme und Zahl der Umgänge weichen 
sie von einander erheblich ab, wie am besten aus einer 
Vergleichung von Clessin's genesii mit Sandbergers parce- 
dentata (Fig. 1) von Heidingsfeld hervorgeht. Gerade so 
bedeutend ist auch der Unterschied zwischen meinen rezenten 
genesii-Exemplaren und der fossilen parcedentata aus dem 
Löss Württembergs. Vertigo parcendentata hat eine fatale 
Aehnlichkeit mit Vertigo alpestris Alder, und ich begreife 
es vollständig, wenn 0. Boettger, der für Pupen ein be- 
sonders geübtes Auge hatte, parcedentata für ein .einfaches 
Synonym" (Sandberger S. 234) den Shuttle worthiana Gharp. 
(-alpestris Alder) erklärte. Lassen wir die Bezahnung aus 
dem Spiel, dann fallen die Grenzen zwischen parcedentata 
und alpestris, nicht aber zwischen der ersteren und genesii. 

Ich wage es trotzdem noch nicht, die von Sandberger 
vollzogene Verbindung zu lösen, weil noch die Möglichkeit 
offen ist, das Uebergänge von der typischen parcedentata 
zu genesii bestehen. Herr Prof. Dr. Wüst in Kiel hatte 
die Freundlichkeit, mir parcedentata aus den Holtemme- 
Schottern von Klein-Quenstedt bei Halberstadt zur Verfügung 
zu stellen, und darunter befinden sich einzelne Exemplare 
im Habitus der Tiroler und Allgäuer genesii. Es könnte 
also sein, dass aus grösserem Material, wenn es nicht aus- 
schliesslich aus dem Löss stammt, eine Verbindung nach- 
zuweisen ist. Es wäre aber wertvoll, wenn bei der Auf- 



— i'28 — 

Zählung fossiler Molluskenbestände angegeben würde, ob 
etwa vorkommende Vertigonen aus der parcedentata- 
genesii-Gruppe in Sandberger'schem oder Clessin'schem Sinne 
aufzufassen sind. 

Literatur. 

Gredler F., Tirols Land- und Süsswasserconchyüen, Verh. 
zool. bot. Ver. Wien. Bd. VI, 1856. (Pupa genesii 
pag. 122 f, Tafel II, Fig. 3). 

Sandherger F. r., Pupa (Vertigo) 'parcedentata-genesii und 
ihre Varietäten- Beihe in der Eiszeit und der gegen- 
ivärtigen Periode. Verh. Phys. Med. Ges. Würzburg, 
N. F. Bd. XX, 1887, pag. 229-235, Taf. 8. 

Clessin S., Die Moll. Fauna Oesterreich - Ungarns und der 
Schweiz, Nürnberg 1887 (Alaea genesii pag. 279). 



Einiges über die Helicidengattung Elikia Pilsbry. 

Von 
Caesar R. Boettger. 



Mein Freund W. Wenz veröffentlichte im 64. Jahrgang 
1911 der „Jahrbücher des Nassauischen Vereins für Natur- 
kunde in Wiesbaden" (pag, 75— 101) eine in jeder Hinsicht 
recht bemerkenswerte Arbeit über „Gonostoma (Klikia) 
osculum Thom. und ihre Verwandten im mitteleuropäischen 
Tertiär." Ich will mich nicht über die Begrenzung der 
einzelnen Arten der Gattung Klikia Pilsbry auslassen, sondern 
nur zwei Punkte besprechen, die meine Arbeit ,Ein Beitrag 
zur Erforschung der europäischen Heliciden" (Nachrichts- 
blatt 1909, pag. 1-19 und 49 68) direkt angehen. Es 
ist dies einmal die Zuzähkmg der Arten devexa Reuss und 
coardata v. Klein zum Genus Klikia, sowie ferner die 
systematische Stellung der Gattung überhaupt. 

Wie der grösste Teil der älteren Paläontologen rechnete 
ich die Arten devexa Reuss und coardata v. Klein den 



— 129 — 

Hygromiinen zu. Es war mir jedoch klar, dass sie hier 
recht isoliert standen. Ich stellte deshalb für sie das Subgenus 
Apula auf mit der Art devexa Reuss als Typus. Nach 
neueren Untersuchungen kann ich mich damit einverstanden 
erklären, dass Wem die beiden Arten in die Nähe der 
oscw/wm-Gruppe stellt. Dennoch besteht eine Reihe von 
Differenzen, wie sie sich ja auch schon aus meiner Diagnose 
von Apula (Nachrichtsblatt 1911, pag. 131) ergeben. Diese 
Differenzen rechtfertigen meines Erachtens eine Spaltung 
des Genus Klikia im Wenzschen Sinne, und zwar in die 
beiden Subgenera Klikia s. str. mit dem Typus Klikia 
osculum Thom. und Apula G. Bttg. mit dem Typus Klikia 
devexa Reuss. 

Doch nun zur systematischen Stellung der Gattung 
Klikia Pilsbry ! Ein Teil der früheren Autoren rechnete 
die Gattung dem Helicodontinen -Sidimme der Heliäden 
zu, während ein anderer die nächsten Verwandten in 
den amerikanischen Folygijridae suchte. Dass der letzteren 
Vermutung jede Berechtigung fehlt, glaube ich genügend 
dargetan zu haben. Ich schloss mich der ersteren Richtung 
an und sah in dem Genus Klikia einen aberranten Zweig 
der Subfamilie Helicodontinae der Heliciden. Ich war der 
Meinung, dass die Gattung ausgestorben sei, ohne nähere 
Verwandtschaft mit lebenden Genera zu haben. Diese 
meine Ansicht möchte ich jetzt auf Grund von langen Ver- 
gleichen teilweise ändern. Zwar sehe ich nach wie vor in der 
genannten Gattung echte Heliciden, doch dem Helicodontinen- 
Stamme möchte ich sie nicht mehr zuzählen. Durch das 
Hinzukommen des Subgenus Apida m. erscheint sie noch 
isolierter im Helicodontinen-S[a.mm als früher. Ich bin jetzt 
fest davon überzeugt, dass sie keiner anderen SubfamiUe 
der Helicidae zugerechnet werden kann als dem Campylaeinen- 
stamme, wo sie in der Nähe des Genus Isognotnostoma 
Fitzinger zu stellen wäre. Dies mag zuerst sonderbar er- 



130 



scheinen; doch breche man uiniual einer typischen Klikia 
osculmn Thom. und einem Exemplar von Isognomostoma 
personatum Lam. die Mündung ab ! Sofort wird die grosse 
Uebereinstimmung der beiden hervortreten. Beide Genera, 
Klikia und Isognomostoma, haben ausser den hohen Formen 
auch noch niedrige. Dass letztere von Klikia die Tendenz 
haben, den Nabel des Gehäuses zu schliessen, während 
bei der niedrigen Form von Isognomostoma das Gegenteil 
der Fall ist, kann wohl nicht als sehr bedeutsam angesehen 
werden. Auch die sonderbare Ausbildung der Mündung von 
Isognomostoma 'personatum Lam. kann nicht als Hindernis 
einer Vereinigung mit Klikia gelten, da doch Isognomo- 
stoma selbst in der Art holosericum Stud. einen Vertreter 
mit weitaus einfacherer Mündung hat. Die Anatomie bewies, 
dass die Gattung Isognomostoma Fitzinger dem Campylaeinen- 
Stamm zugerechnet werden muss. Dort stand sie bisher voll- 
kommen isoliert, ohne dass man näher verwandte lebende 
oder fossile Formen kannte. Dennoch war Isognomostoma eine 
Gattung, von der anzunehmen war, dass sie sich in Mittel- 
europa entwickelt haben dürfte. Nun haben wir auf einmal 
in der Gattung Klikia Pilsbry fossile Verwandte von 
Isognomostoma kennen gelernt, die wohl nicht als Vorfahren 
der lebenden Gattung, aber sicher als recht nahe Verwandte 
der Vorfahren von Isognomostoma angesehen werden müssen. 
Die Arten des Genus Klikia bieten uns übrigens einen 
direkten Stammbaum, wie wir ihn lehrreicher kaum finden 
können, der uns die Umbildung von Schnecken mit hohen 
Gehäusen in solche mit flachen Gehäusen deutlich darlut. 
Warum leugnet man danach teilweise noch die Zugehörig- 
keit der Galadochilus- Formen zum Campijlaeinen - Siamm ? 
Ein ähnlicher Prozess hat im ganzen CampylaeinenSla.mm 
geherrscht. Die echten Campglaea-Ar\en, durch das flache 
Gehäuse eine Anpassung an das Gebirge, sind daher wohl 
auch sicher aus Formen abzuleiten, die eine rundhchere 



- 131 - 

Schale besassen. Auch erscheint die Ueberleitung der hohen 
Formen in flache nicht mehr so unmöghch, wie man 
h'üher glaubte, wenn man in Betracht zieht, dass Arianta 
Leach eine echte Campylaeine ist und sich von ihr bis zu 
den Arten mit flachstem Gehäuse alle Uebergangsformen 
finden lassen. Einen vollkommen analogen Vorgang haben 
wir bei den Camaenidae in der Ausbildung der Hadra-Arien 
in den Gebirgen Australiens. Diese Arten gleichen in der Schale 
den echten Campylaeen durchaus. Haben doch die alten Autoren 
nichts dabei gefunden, sie direkt mit Catnpylaea zu ver- 
einigen ! Bei den tertiären Campylaeinen müssen wir natür- 
lich auch berücksichtigen,, dass sie in tropischem und sub- 
tropischem Klima lebten, dass sie also einen tropischen 
Habitus hatten. Auch eine CA^ortY/s-artige Form der Schale ist 
möglich, wie sie sich abgeschwächt noch heute lebend in dem 
altertümlichen Genus Elonak. Ad. findet. Demnach haben wir 
in dem Campylaeinen-'Si^.mm, der früher als die am besten um- 
grenzte Subfamilie der Heliciden galt, eine Subfamilie er- 
kannt, die an Mannigfaltigkeit von Gehäuseformen den 
anderen Subfamilien der Helicidae durchaus nicht nachsteht, 
die meisten davon wohl sogar noch übertrifft. Im Tertiär 
sind es zum Teil grosse, dickschalige Formen, die in ihren 
Extremen der Klimaänderung erlagen, an günstigen Stellen 
aber in dünnschaligen, umbildungsmöglichen Arten dem 
Klima trotzen und sich anpassen konnten. Letztere sind 
die V^orfahren unserer lebenden Arten. Ausser den grossen 
Arten gehören zum Campylaeinen - Stamm einige kleine 
Formen, die in ihren Anfangsgliedern den grossen Arten 
derselben Zeit nicht ganz unähnlich sind. Die kleinen 
Formen lassen sich folgendermassen systematisch gruppieren*) : 

Genus Klikia Pils. 

Subgenus Klikia s. str. Typus Kl. osculum Tliom. 

, Apula C. Bttg. Kl. devexa Reuss. 

Genus Isognomostoma Fitz. Is. personatum Lam. 

"j Die Gattung CijUndrus Filz, steht wohl den echten Cumpyluea^ 
Arten ziemlich nahe, trotz ihres Buliminus-dixVi^&n Gehäuses. 



— 132 — 
Die vermeintliche Lencocliroa im Mainzer Beeljen. 

Von 
Caesar R. Boettger. 



Im Jahrgang 1908 dieser Zeitschrift beschreibt Herr 
Prof. Dr. 0. Boettger in einer Arbeit über Budenheim 
pag. 147—148 eine neue Art, emmerichi, die er in das 
Genus Leiicochroa Beck verweist. Es wäre höchst auf- 
fallend, wenn diese letztere Beobachtung auf Richtigkeit 
beruhte, denn man nahui bisher im allgemeinen an, dass sich 
das Genus Leucochroa Beck, von dem man bisher keinerlei 
fossile Vertreter kannte, wohl im iMediterrangebiet entwickelt 
haben wird. Das plötzliche Auftreten eines Vertreters der 
Gattung im deutschen Miocän würde daher sehr erstaunlich 
sein, da man sowohl vor wie nach dieser Zeit keinerlei 
Anzeichen von Leucochroa im Mainzer Becken hat. Die 
neue Art war Boettger nur in einem Stück bekannt, das 
sich jetzt in der Sammlung der Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft zu Frankfurt a. M. befindet. 
Ich habe mir das Originalexemplar genau angesehen und 
bin zu dem Ergebnis gelangt, dass die Art sicher keine 
Leucochroa ist, sondern in mein Subgenus Trichiopsis 
von Hygromia Risso gehört, Sie steht der Hygromia 
{Trichiopsis) crebripunctata Sdbg. am nächsten. Schon 
O. Boettger bemerkt, dass die Art emmerichi dieser in 
Form und Grösse nicht unähnlich ist. Jedoch veranlasste 
ihn der Mangel jeglicher Mikroskulptur, seine Art nicht 
in die Sippe der crebripunctata Sdbg. zu stellen. Er stellte 
sie deshalb zu den Leucochroen, obwohl er selbst bemerkt, 
dass sie von diesen durch das enger aufgerollte, etwas 
konvexere Empryonalgewinde unterschieden sei. Auch 
dieser letzte Punkt weisst meines Erachtens wieder auf die 
Hygromiinen hin. 0. Boettgers Art dürfte daher ziemlich 
sicher in das Subgenus Trichiopsis G, ßltg. von Hygromia 



— 133 — 

Risso gehören und /.war in die Nähe der Art crebripundata 
Sdbg., von der sie sich durch stärkere Kielbildung und Mangel 
jeglicher Mikroskulptur unterscheidet, zwei Charaktere, die 
meines Erachtens wohl hinreichen, um die Art emmerichi 
0. Bttg. artlich von Hygromia (Trichio'psis) crebripunctata Sdbg. 
zu trennen, jedoch zu einer generischen Trennung nicht 
ausreichen. 

Die Art, die bis jetzt nur in einem Stücke bekannt 
war, ist neuerdings durch Herrn Karl Fischerin Frankfurt a. M. 
in einem weiteren Exemplar in den unteren Miocänschichten von 
Gau-Algesheim gefunden worden. Das Stück hat eine etwas 
stärkere Kielanlage als das Originalexemplar, stimmt aber mit 
diesem sonst gut überein, vor allem in dem Mangel jeglicher 
Mikroskulptur. Hygromia (Trichiopsis) emmerichi 0. Bttg. 
ist, nach beiden Funden zu schliessen, charakteristisch für 
die unteren Hydrobienschichten mit Melanopsis callosa A Br. 



Literatur: 
Hesse, P., zur genaueren Kenntnis von Helicigona aethiops. 
In: Verb. Siebenb. Verein Natunv. 1911 Heft 2. 
Helix aethiops unterscheidet sich von arbustorum, der sie sonst am 
nächsten steht, anatoniiscli hauptsäclilich durch den drei- 
)nal so langen Liebespfeil. Beide sind aber Helicigonen und 
stehen den Hochgebirfrsfornien am nächsten. 

Journal de Conchyliologie. V. LIV, Nr. 1. (Purn i.XI. 1911. 

p. 1. Dautzenberg, Ph. & H. Fischer, Mollusques et 
ßrachiopodes recueillis 1908 par la Mission Benard 
dans les raers du Nord. Avec pl. 
Bringt viele synonymische Neuerungen, besonders auch bei Nep- 
lunea: für N. fornicata Gray wird der Name satura Martyn an- 
genommen, M. lirata und decemcostata vereinigt, Neu Natica 
tenuistriata p. 26 t. 1 f. 1. 

— 53. Dautzenberg. Ph., ä propos du „Gosar" d'Adanson. — Ist gute 

unbeschriebene Art (0. Gosar Dautz). 

— 78. Necrologie. Boog Watson, mit Porträt. 



— 134 — 

AnnaUn des K. K. natiirhistorischen Hofmuseums. Bd. XXV 
Nr. l. 2. 
p. 143. Blaschka, Dr. F., zur Tithoiifauna von Stramberg in Mähren 
Taf. 1 — 6. Neu Aplychus moravicus; Gl. praeseranonis ; Ha- 
mites strambergensis, Perisphincles postulmensis, Schopflini, 
Kittli; Holcostephanus Steindachneri, Himalayites uhligi : Sinio- 
ceras Remesi ; PLeroceras Zitteli ; Purpuroidea moravica; Neri- 
nea subhoheneggeri ; Cerithium similipraeses: Pseudomelania 
moravica. Haeberlei ; Tylosloma concavum, strialissimum, mon- 
strosum ; Nerita crassecallosa ; Turbo quadrivaricosus var. slrain- 
bergen.>is, .«;enescens; Pleurotomaria bieskidensis; Pat.clla pseudo 
ralfinensi.s ; Diceras stramberfensis; Isoarca-tithonica; Pecten 
kotoucensis, polycyclus ; Ctenostreon Georg-Boehmi ; Alectryonia 
Suessi ; Rhynchonella Perneri. 

Pilsbry, H. J., Notes on the Anatomy and Classification of 
the Genera Omphalina and Mesomphix. — In : Pr. 
Acad. Philadelphia 1911, July, p. 469. With figs and 
pl. 27, 19. 
Mesomphix unterscheidet sich von Omphalina sicher durch den Besitz 
einer flagellumartigen Drüse am Ende des Penis, Der Autor 
unterscheidet zwei Hauptabteilungen, eine mit radiär gestreifter 
Embryonalschale, die Untergaltungen Mesomphix s. str. mit dem 
Typus M. laevigata und Micromphix n. fürM. subplana und rugeli 
umfassend, und die Untergattung Omphix n. mit spiralgestreifter 
Embryonalschale, für M. inornata und andrewsae. Als neu be- 
schrieben wird M. laevigata monticola. 

Berrt/, S. S , a neiv Californian Chiton (Mopalia (Üendro- 
chilon n. subg.) Ihamnopora). Ibid. p. 487 pl. XL 

Brown Arnos P. d' Henry A. Pilsbry, Fauna of the Gatun 
Formation^ Isthmus of Panama. Ibid. p 336 — 374 
pl. XXII -XXIX. 

Neu;Terebrasubsulcifera,gausapala; — Conus cancavitectum.aemulalor, 
Imitator, gara, niolis; — Drillia islbinica, fusious; — GanoellRria 
decaptyx; — Mitra dariensis; — Marginella gatunensis, leander; 

— Solenosteira daüi ; — Metula gabbi ; — Anachis fugax ; — 
Strombina lessepseana, cyphonotus P. & J. ; — Typhis gabbi ; 

— Bittium nugatorium ; — Turritella miraetes ; — Cheilea 



— 135 — 

princet.onia ; — Nucula istmica ; — Leda balboae : — Area 
dariensis;— Glycimeris carbasina, canalis ;— Pecten effosus, toulae; 
— Ostrea gatunensis ; — Cardium stiratum ; — Chione tegulum ; — 
Pitar centangulata, cora; — Teredo dendrolestes. 

Bartsch, Paul, the recent and fossil MoUnsks of the Genus 
Alvania froni the West Coast of America. — In: Pr. 
U. S. Nat. Mus. Vol. 41, p. 333-362, pl. 29-30. 
Novbr. 15. XI. 

Neu; Alvania trachisma p. .389 t 29 f. 7; — f?alifornica p. .340 
t. 29 f . 9 ; — pedroana p. .341 t. 29 f. 4: — montereyensis 
p. 343 t .30 f. 2; — profundicola p. 345 t. 30 f. 5 ; — hoo- 
densis p. 345 t. .30 f. 3; — galapagensis p. 347 t. 30 f. 9; — 
nemo p. 348 t. 30 f . 8 ; — rosana p. 349 t. 31 f. 9; — fossilis 
p. 349 t. 31 f. 4; — iliuliukensis p. .351 t, 31 f. 2; — cosmia 
p. 352 t. 31 f. 4: halia p. 324 t.. 31 f. 5 ; — ima p. 3,55 

t. 22 f. 8; ~ clarionensis p. 356 t. 32 f. 4; - lara 357 t. 32 
f. 6 ; — alnia p. 359 t. 32 f. 1 ; - oldroydae p. 360 t. 32 f. 3. 

Sitzungsberichte der naturforschenden Gesellschaft zu Leipzig. 
Jahrg. 37. 1910. — 

p. 39. Simroth, H., über den Enddarm der Limaeiden. 

„ 42. —, — , über mutmasslichen Raumpara.sit Ismus einer Ophiure 
in einer Schnecke, — Im Mitteldarm von zwei Stücken von 
Siphonaria gigas wurde einer Ophiure gefunden, die unmögUch 
in dieser Grösse versclüuckt worden sein können. 

Kobelt, Dr. W., Rossmässlers Iconographie. Neue Folge 
Vol. XVIII, Lfg. 1 u. 2. 
Enthält die egyptischen Ampullarien, die Locard'schen und Küster'- 
schen Limnäen mit Copieen der Originalfiguren und einiges 
andere. Zum erstenmal abgebildet sind: Levantina mahanica 
Kob. No. 2584 ; — Arionla arhustorum jetschini Schröder 
No. 2585 ; — Retineila kobelti Lindh. No. 2586 ; — Unio 
kungurensis No. 2622 u. 2623. 

Kohelt, Dr. W. ff* Gertrud Winter von MoeUendorff] Land- 
mollusken, in : Sempcr, Reisen Philippinen, Bd. X 
Heft 12. 
Enthält den Schluss von Canistrum, die Gruppe Cochodryas und 
den Anfang von Phengus. 



— 136 — 

Wenz, Dr. W., Gonostoma (Klikia) osculiim Thom. und ihre 
Venvandten im mitteleuropäischen Tertiär. Eine phy- 
logenetische Studie. — In: Jahrb. nass. Verein für 
Naturkunde, 1911 p. 75-101 mit Taf. 4. - 
Eine eingehende Studie einer interessanten Formengruppe, zu 
welcher der Autor ausser osculum noch Kl. giengensis, jungi, 
coarctata, devexa, osculina, labiata und praeoculum rechnet. 
Alle sind photographisch abgebildet. Als neu beschrieben 
Averden Kl. osculum var. crassa und jungi var. suevica. 

Gaal, Dr. Stefan von, die sarmatische Gastropodenfauna von 
Rdkosd im Komitat Hunyad. — Mit 3 Tafeln und 21 
Textfiguren. Aus: Mitt. Jahrb. Kgl. Ung. Geologischen 
Reichsanstalt, Vol, XVIII Heft 1. 
Eine auch phylogenetisch sehr wichtige und interessante Arbeit, auf 
deren reichen Inhalt näher einzugehen der Raum leider nicht 
gestattet. Als neu beschrieben und gut abgebildet werden: 
Cyclostoma Kochi t, 2 f. 3; — C. Szädeczkyi t. 2 f. 2 ; — C. 
Schafarziki t. 2 f. 10; — Leptopoma boettgeri t. 3 f. 12; — Acme 
beatricis t. 3 f. 10; — Oleacina räkosdensis t. 3 f . 2 ; — 
Galactochilus sarmaticum t. 1 f. 1—5; — Helicodonta evoluta 
t, 1 f. 7; — Ereniia miocaenica t. 2 f. 13, t. 3 f. 3; — E. 
Soösi t. 1 f. 4; — Procamp ylaea n. g. Löczyi t. 3 f. 9; — Pr. 
sarmatica t. 3 f. 17; — Azeca hungarica p. 68, Textfig.; — 
Amalia Lorentheyi t. 3 f. 18 ; — Carychium Apöthyi t. 3 f. 7; 
— G. Gholnokyi t. 3 f. 8. — Zoogeographisch von besonderem 
Interesse ist das Zurücktreten der neotropischen Züge; dass 
Oleacina oburnea wirktich einer Form von Haiti näher steht, 
als der südeuropäische Poiretia wäre wohl noch zu erweisen. 
Galactochilus wird als unmittelbar verwandt mit Camaena 
palawanica betrachtet; dass die drei Cyclostoma den afrika- 
nischen Ligatella näher stehen, als den südeuropäischen Ericia, 
will mir auch nicht ganz einleuchten. Der Kern der Mollusken- 
fauna ist schon damals paläarktisch. 

Bubbel, Ä., über Perlen und Perlenbildung bei Margaritana 
margaritifera, nebst Beiträgen zur Kenntnis ihrer Schalen- 
struktur. — Mit 2 Farbentafeln. — (Aus dem Zoolog. 
Institut in Marburg) Marburg 1911. 



— 137 — 

Der Verfasser hat, durch sorgfällige und umfassende Beobachtungen 
nachgewiesen, dass die Perlen der Flussperlenmuschel nicht 
durch Einkapselung von Schmarotzern entstehen. Er fasst seine 
Resultate S. 76 folgendermassen zusammen : Die Perlmutier- 
schicht der Margarilana-Schale besteht aus äusseren und inneren 
Lagen, deren Trennung durch eine helle Schichlzone bewirkt 
wird. Die helle Schicht findet sich vorzugsweise in den Mus- 
kelhaftstellen, kommt aber auch in anderen Schalenpartieen und 
in den Perlen vor. Sie ist nicht wie die Prismenschicht, an 
das Vorhandensein von Perioslrakumsubstanz gebunden, sondern 
tritt unabhängig von den anderen Schalenschichten auf. Sie 
kann deshalb als besondere vierte Schalenschicht neben Perio- 
strakum, Prismenschicht und Perlmutterschicht gestellt werden. 
Das Aussenepithel des Mantels ist überall befähigt, sämtliche 
Schalenschichlen zu secernieren. 

Die meisten Perlen sind aus wechselnden Lagen der ver- 
schiedenen Schalenschichten zusammengesetzt; doch gibt es 
auch Perlen, die nur aus einer Schichtart besteht. 

Die Ursache der Perlbildung bei Margavitana margaritifera 
besteht in Partikeln einer gelben Substanz, die dem Periostracum 
ähnlich ist. Die Perlen entstehen in geschlossenen, einschich- 
tigen Epithelsäcken, die sich vom Aussenepithel des Mantels 
abschnüren und ebenso wie dieses die Fähigkeif besitzen, 
sämtliche Schalenschichten zu bilden. Die Perlen wachsen 
durch Auflagerung von Schichten auf ihre Oberfläche. Durch 
Verschmelzung mehrer Perlsäcke kommt es zur Bildung von 
Perlkonglomeraten. — Schalenperlen sind im Mantel gebildete 
Perlen, die sekundär an der Schale befestigt wurden. Sie sind 
wohl zu unterscheiden von den Schalenkonkretionen, die durch 
eingedrungene Fremdkörper veranlasst wurden und keine kon- 
zentrische Schichtung aufweisen. 

Le Rot, 0., zur Molluskenfauna des Laacher Sees. Sonderab- 
druck aus : Bei*. Bot. Zool. Verein Rheinland- Westfalen 
1910. Beil. 3, S. 47-53. 
Gibt eine Aufzählung der gegenwärtig in und an dem See lebenden, 
und der subfossilen Formen in den Lagern am Ufer, die wahr- 
scheinlich den wiederholten, durch Stolleu herbeigeführten 
Senkungen des Wasserspiegels ihre Entstehung verdanken. Acht 
in diesen Lagern häufige Arten finden sich heute nicht mehr 
lebend im See. 



" 138 — 

Joos, Carlo H,, Nene Binnenconchylien aus den Hydrohien- 
schichten des Hessler. In: Gentralbl. f. Mineral. 1911, 
No. 22. 

Neu: Oraphalosagda bydrobiarum, Acaiithinula hesslerana, Limnaea 
Kinkelini. 

— , — , Vorläufige Mitteilungen über eine vermutlich alttertiäre 
Schneckenfauna aus dem Ries. Ibid. 1912, No. 3. 

— , — , Alttertiäre Land- und Süsswasserschnecken. Mit 
Tafel 4. In: Jahresh, Ver. Württemberg 1912. Vol. 68, 
P 160. 

Neu; Oleacina äff. crassicostataSanrlb. p. 160, f. 1 ; - Archaeozonites 
äff. subangulosus Ziel. p. 161, f. 2; — A. risgoviensis p. 126, 
f . 3 ; — A. pyramidalis p. 163, f. 4; — Palaeotachea convexitesta 
p. 164, f. 5; — Plebecula fraasi p. 166, f . 6 ; — Limnophysa 
amerbachensis p. 168, f. 8; — Planorbis crassus involuta p. 169, 
f. 9; — Ericia schneidi p. 172, f. 13. 

Strebet, Dr. Hermann, Bemerkungen zu den Clavatula-Gruppen 
Perrona und Tomdia. Mit Tafel. 2. Beiheft zum 
Jahrb. Hamb. wi.s.sensch. Anslalirn. Vol. XXIX, Ham- 
burg 1912. 

Neu: Tomella lineata gracilis f. 4, Westatrika ; — T. hupferi f. 6 
und var. fusca f. 7; — T. pfefferi f. 8; — T. leschkei f. 9; — 
Perrona perron redei f. 13, 16, 17, 18; — P. spirata var. minor 
f. 11, 12, 14; — var. weinkauffi f. \h. 

Geyer, D. & 0. le Roi, über die Clausilien der Rheinprotnm. 
— In : Bericht bot. zool. Ver. Rheinland-Westfalen 
Jahrg. 1911, S. 33-^42. 
Von den 26 Clausilien Deutschlands geben nur 10 iiis nach Rhein- 
land. Von allen warden sorgfältig die Fundorte aufgezählt und 
die Verbreitung erörtert. 

Geyer, D., die Molluskenfauna der diluvialen und postdiluvialen 
Kalktuffe des Diessener Tales, eine biologisch-geologische 
Skizze mit einer geologischen Einleitung von Axel 



— 139 — 

Schmidt. — In: Mitt. Gtol. Wiulteinb, Landesamts 
1912. Mit 2 Tafeln. 

Es handelt sich nicht nur um alluviale und altalluviale, sondern 
auch um diluviale Formen. 

Hubert, Dr. R., über neue Molluskenfunde in Altpreussen. — 
In: Sehr. Physik, oekon. Ges. Königsberg 1911. Mit 
Tafel 12 

17 für Altpreussen neue Arten und Varietäten. Abgebildet sind eine 
Varietät von Limnaea auricularia und neue Formen von Anodonta 
anatina, Unio batavus und U. tumidus. 

Ihering, H. von, die Umivandlnng des amerikanischen Kon- 
tinentes während der Tertiärzeit. -- In: Neues Jahrb. 
Mineralogie etc., Beiiage=Band XXXII V. 134—176, 
Taf. V. 

Diese kleine aber äusserst inbaltreiche Arbeit enthält neben den 
zoogeographischen Fragen, von denen namentlich die nach der 
vormiocänen Verbindung von Ostasien und Südamerika, die 
Arcbigaleni«, von hohem Interesse ist, auch zahlreiche .speziell 
für den Malakozoologen interessante Erörterungen. So besonders 
die Fr.Tge de.s Zusammenhanges der Süsswasserfauna von 
Zentralamerika ilher den Amazonas und den Paraguay zum 
unteren La Plata, und ihrer scharfen Scheidung von der Ost- 
Brasiliens, dem Parana und dem Rio San Franzisco. 

Martini d' Chemnitz, Conchylien-Cabinet. 

Lfg. 555. Kobelt, W , Cyclostomacea, Neu: C. kelantanensis, t. 120f. 19-^1; 
— roUei Mlldff. mss. t. 28 f. 1—4; 

Lfg. 55fi. — — , Aniimllaria. Neu: Meladomus carinatus senegalensis 
t. 28 f. 13. 14; — M. intortus schepmanni t. 30 f. 4—8; — 
M. he-ssei t. 30a f. 6—8; — M. boettgeri t. 30 f. 9, 10. 

Germain, Louis, Etudes sur les Molhisques terrestres et ßuvi- 
atiles de quelques formations quaternaires des bassins 
du Rhone et du Rhin. — Extr. des Archives du 
Museum d'Hi.stoirc naturelle de Lyon, tome XI. 1912 
pp. avec 6 planches. Lyon 1911, 



— 140 — 

Behandelt die Qiiat.ernäifauna von Buisse im Dep. Isere, die Löss- 
fauna des Gebiets von Lyon und Ablagerungen von Bevaix, 
welche der neolithischen Periode angehören. Die Behandlung 
ist eine sehr gründliche und die Tafeln sind vorzüglich. Im 
Quaternär von Buisse fehlen Helix pomalia, Zebrinus detritus, 
die Chondrula, alle Pupen mit Ausnahme von Orcula dolioluiii ; 
es findet sich Cyclostoma elegans. Der Autor gibt bei dieser 
Gelegenheit einen Stammbaum der Tachea-Arten, welche er 
als Einwanderer aus Asien betrachtet und von Helix atrolabiata 
ableitet. Auch im Löss des Lyonnais fehlt Helix pomalia, aber 
es finden sich die beiden Chondrula, Torquilla frumentuni, 
Pupilla muscorum ; als neu beschrieben wird Arianta arbustoruni 
gaillardi p. 72 t. 4 f. 148, 166 — 170. Auffallend ist das bei- 
nahe vollständige Fehlen der jetzt reich vertretenen Xerophila. 
— Die Fauna der neolithischen Formation von Bevaix am Neu- 
chateler See ist wesentlich von Süsswasserarten gebildet, unter 
denen Bythinia tentaculata und Valvata piscinalis vorherrschen ; 
sie sind durchschnittlich kleiner als die heutigen Exemplare 
und die Arten sind meistens solche, die in tieferem Wasser 
mit schlammigem Grund und niederer Temperatur leben. Der 
Autor schliesst daraus, dass in der neolithischen Periode das 
Klima kälter war als heute. 

--, — , Contributions ä la faune nialacologique d'Afriquc 
equatonale. XXV. Sur quelques Mollusques du Congo 
frangais. — 
Neu: Arcbachatina marginala fourneaui p. 224. Texttig. XXVI. 

— - — , Mollusques recueillis par M. le Lieutenant Lamolle ä 
Qiierke sur la frontiere francaise du Liberia. — 
Neu : Ennea LamoUei p. !23i2, Textfig. ; — Trochonantna quiaque- 
filaris p. 233 t. 3 f. 12; — XXVII. 

— — , Mollusques recueillis au Dahomeij par M. Waterlot. 

Neu: Pseudotrochus superbus p. 320, Textfig. — Physa waterloti 
p. 323, Textfig. — XXVIII. Note sur les Mollusques de Mau- 
ritanie et description de deux espöces nouvelles, — Neu : 
Cecilioides Joubini, Ferussacia Chudeaui. 

Oermain, Louis, sur l' Atlantide. — In : Gomptes Rendus 
Ac. Soc. nat. Paris t. 153 p. 1035, 20. Novbr. 1911. 



— 141 - 

Der Autor rollt die Allantlsfrage auf Grund neuerer Forschungen 
wieder auf und kündigt eine grössere Arbeit über sie an, 
welcher wir mit lebhaftem Interesse entgegensehen müssen. 
Wir werden über die vorläufige Mitteilung weiter unten ein- 
gehender berichten. 

- , — , siir les MoUusques recueillis par L. Chiron dam les 
Dolmens du Departement de l'Ardhhe. — In: Annales 
Soc. Linn. Lyon 1911 tonie LVIII p. 209—216. 
Neben einigen gemeinen Mittelmeerarten finden sich auch zwei im 
Mittelmeer fehlende, die westafrikanische Clavatula sacerdos 
und die nordatlanlische Litorina obtusa. Sie haben offenbar 
als Anmiete oder als Schmuck gedient. 

— , -, MoUusques terrestres et fluviatiles de VAsie anterieure. 
2: MoUusques nouveaux de Syrie. — In: Bull. Must§e 
bist. nat. 1911 No. 2 p 63. — 

Neu: Physa syriaca, Isidora asiatica p. 64; — Bythinia hawadesiana 
var. alboconita, Valvata yaillardoti p. 65 ; — Pseudoleguminaia 
n. subg. Leguminaiae, Typus L. Chantrei Locard ; — Rhom- 
bunio n. subg.; Type U. rothi Bgt. — ?>. Ltmaciens nouveaux 
de Sijrie. Neu: Agriolimax damascensis, nigrolineata, agres« 
topsis Poll., pallaryi PoU. 

— , — , Les Unionidae de Madagascar. Avec. pl. — In: 
Bull. Musee bist. nat. Paris 1911 No. 3 p. 136. — 
Neu: Nodularia Geayi p. 137; — U. malgachensis p. 138. 

Israel, W., über Margaritana s'muata Lam. (Pseudunio 
Haas). — In: Jabresber. Ges. Gera 1911 vol. 53-54 
p. 93-117. Mit Tafel 9. — 

Gibt einen sorgfältigen Bericht über die neuerdings so zahlreich 
gewordenen Fundorte subfossiler Exemplare dieser Muschel in 
Deutschland, welche J. zu Margaritana stellt. 

Boettger, Caesar R., die MoUuskenfauna der preussischen 
Rheinprovinz. — Frankfurt 1912. — S", 78 S. 

Der allgemeine Teil und das systematische Verzeichnis der rhein- 
ländischen Mollusken, aus einer grösseren Arbeit, welche dem- 



- 142 — 

nächst in den Spengel'schen Jahrbüchern erscheint. Wir machen 
unsere Leser besonders auf die Abschnitte „Geographische 
Gruppen" und , Lebensgenossenschaften " aufmerksam. 

Proceedings of the Academy of Philadelphia 191]. Vol. 63, 
Pr. III. 

p. 525. Vanatta, E. G., Mülluska of Arkansas, Louisiana and 
Mississippi. — Neu : Bitidaria contracta cHmeana p. 529, fig. 1—3. 

p. 534-, Pilsbry, H. A., Notes on some Pleurolomariidae of the 
Cretaceous of Neu Jersey. Mit der Abbildung von P. crotaloides 
und der Beschreibung von PI. woolmanni n. sp. 

— 572, Pisbry, H. A. & A. P. Brown, the Land Mollusca of Montego 
Bay, Jamaica ; with notes on the Land Mollusca of the Kingston 
region. Neu: Pleurodonte acuta seniperfluens p.580 t. 43 f. 15, 16; 
— Sagda adamsiana p. 582 t. 43 f 1 — 7 ; — S. montegoensis 
p. 583 t. 43 f. 13, 14; — Lucidella persculpta p. 584, Textfg.; 
lucidella yallahsensis p. 584, Textfg. — Beigegeben ist ein 
analytischer Schlüssel zur Bestimmung der 29 jamaikanischen 
Geomelania. 

Lindholm, W. A., über Mollusken aus dem LadogaSee und 
der Newabucht. — In : Annuaire Mus. St. Petersburg 
1911 tome 16. 
47 Arten, von dem Biologen der Wasserleitung Skorikow gesammelt. 
Nordmitteleuropäische Arten mit nordischem Einschlag, in den 
südlichen Zuflüssen Vivipara duboisi 

— , — , Materiaux pour servir ä l'Üude de la Faune malaco- 
logique du goiivernement de Moscou. — Russisch. 

Honigmann, H. L., Beiträge zur Molluskenfauna von Magde- 
burg. Nebst variationsstatistischen Untersuchungen 
über einige Arten. IV. Beitrag zur Molhiskenfauna 
des oberen Allertales und der benachbarten Höhen- 
züge. — In: Abh. Ber. Mus. Magdeburg. Bd. II, 
Heft II. Mit 3 Tafeln. 
Die Funde sind sorgfältig nach den [geologischen Formationen, die 
sie bewohnen, geschieden. Dem Alluvium sind acht Arten eigen - 
tüuüich (die sämtlichen Wasserschnecken mit zwei Ausnahmen 



— 143 — 

und Ärlanta arhusloriun)- Dem Diluvium nur Limnaea layotis; 
dem Muschelkalli ebenfalls acht Arten, dem Lias sechs und der 
oberen Kreide, die allerdings nur ein kleines Areal einnimmt, 
zwei. Auf der oberen Kreide und dem Lias fehlen die Tucheen 
während Helix pomatia nur auf der oberen Kreide und dem 
Muschelkalk vorkommt. Helicella ericetorum wird nur auf 
Diluvium und oberer Kreide vermisst, auf dem Muschelkalk tritt 
noch Hei. obcia hinzu. Von dt^n Ciausilien findet sich Kuzmicnt 
nigricans nur auf Lias; sie wird im Muschelkalk durch K. dubia 
ersetzt und es tritt hier noch die dritte Clausilie, Clausiliastra 
hidens, hinzu. Wegen der Variationskurven verweisen wir unsere 
Leser auf die Arbeit selbst. 

Strebel, Dr. H., über abnorme Bildungeti an Schneckengehäusen. 
Mit 4 Fig. — In: Zool. Anzeiger Bd. 39, No. 516. 
Regenerationen von Taurnastus foveolatus Rve und Borus popalairia- 

nus Nyst, — 

Caziot, le Conim., Mollusques terrestres de la Haute ValUe 
du Var. In: Feuille jeunes Naturalistes, Fevrier 1912 
(V. 42) No. 495. 

Geyer., D., Helix {Arianta) arbustorum L. und das Klima 
der Lössperiode. — Mit Tafel. In: Jahresb. oberrli. 
geolog. Verein N. F. II p. 66—76, 

Es sind 45 verschiedene Formen abgebildet; sie deuten nicht auf 
ein alpines Klima, sondern eher auf Verhältnisse hin, wie sie 
heute noch in manchen Talern der Alb vorkommen und stehen 
nicht im Gegensatz zu den Talformen, sondern zu Gebüsch- und 
Waldformen. 

Journal de Conchyliologie Vol. 5U No. 2 (5. Fevr. 1912). 

p. 81. Laiuy, Ed., Revision des Fectuncidus vivants du Mus6um 
d'Histoire naturelle de Paris. Avec pl. II & III. 
Neu: P. Hedleyi p. 123 t. "I f. G, 7, Queensland; — glyclmeris var 
marteli nom. nov. für gl. v. stellata Dautz. : nee stellatus Gmel 

Schernier, E.., zur Perlbildumj bei Anodonta cygnaea. L. — 
In: Arch. Fr. Nafurg. Mecklenburg Vol. 66 p. 8—13. 
Perlbildung kann auch durch Eindringen von Fremdkörpern ver- 
ursacht werden, das namentlich bei rasch wechselndem Wasser- 
stande leicht vorkommt. 



— 144 — 

Kohelt, Dr. W. & O. Winter von Moellendorff, Land- 
mollusken. — In : Dr. C. Semper Reisen im Archipel 
der Philippinen. 

Enthält den Schluss von Phengus, die Sektion Coliimplica und den 
Anfang von Rhymbocohlias. — Keine n, sp. 

Journal of Concholoyy. Vol. — No. 10. April 1912. 

p. 287. Jones, K. H., Notes on certain lerrestrial and fluviaiile Mollusca 

from Glengariff, Co Cork, 
p. 290. Moss, William, Obituary Notice. Robert Cairns. Mit Porträt, 
p. 293. Jones, K. H., a note on the occurrence of Pisidium lilljeborgi, 

Glessin in the Island of Arran. 

p. 294. Marshall, J. T., Additions to British Conchology. Part. VII. 
p. 307. Jackson, J. Wilfried, Cypraea pantherina Dillw. in Saxon Graves. 
p. 308. Longstaff, M. Jane, Additions to the Mollusca of South Devon 

and the Record of a new Locality for uncommon species in 

Nord Devon. 

p. 309. — , — , Notes on the Non-Marine Mollusca of Morlehoe No. 3. 
p. 31 1. Jackson, J. Wilfrid, Pisidium amnicum near Haie Westmoreland. 
p. 311. Spence, G, C, Scalariform Helix aspersa Müll. 
p. 312. Oldham, Charles, Note on a colour mutation in Hyalinahelvetica 
Blum, 

p. 313. Jackson, J. Wilfrid, Jaminia secale Drp. near Penrith, Cumberl. 

Bartsch, Paul, the West American Mollusks of the Oenus 

Cingula. From. Pr. U. St. Nat. xMuseiim. Vol. 41, 

No. 1871, with. pl. 

Neu Cingula alaskana p. 486 t. 41 f. 4; — C. Katherinae p. 488 
t. 41 f, 3; ~ C. montereyensis p. 488 t. 41 f. 1. 



Berichtigung: 

In meiner Arbeit ,Ueber die systematische Stellung von Helix 
leachii F6r. und gyrostoma Fer." (Zool. Jahrb. XXVII, 1908, Seite 
313—320) habe ich für die Gruppe der afrikanischen Levantinen den 
Namen Gyrostoma vorgeschlagen. Herrn Dr. P a x in Breslau verdanke 
ich die Mitteilung, dass dieser Name bereits im Jahre 1887 von 
Kwietniewski für eine Actiniengattung vergeben wurde ; ich sehe 
mich daher veranlasst, ihn in Gyrostoinella umzuändern. P. Hesse. 



145 — 



Von S. Clessin verfasste Werke und Abhandiung-en. 

Malakozoologie, 

1877. Deutsche Exkursions-Mollusken-Fauna. 1. Aufl. Bauer & 
Raspe, Nürnberg. 

1884. Dieselbe Fauna in II. vermehrter und verbesserter Auf- 
lage. Bauer & Raspe, Nürnberg. 

1887. Die Mollusken-Fauna Üesterreich-Ungarns und der Schweiz. 
Bauer & Raspe, Nürnberg. 





Im „Systematischen ( 


]onc 


lylien- 


Cabit 


et" 


von Martini 


& 


Chemnitz sind folgende Familien 


bearb 


eitet: 








1881. 


Fam. Ancylea, 


10 


Bogen 


Text 


9 


Tafeln. 




1868- 


-1876. Gen. Anodonta, 


26 






89 


,, 




1899. 


Fam. Aplysiidae, 


8 






14 


jj 




1888. 


Fam. Carditacea, 


8 






13 






1889. 


Oen. Chama, 


7 






20 


>* 




1904. 


Fam. Chitonidae 


17 






41 


,, 




1869. 


Fam. Cycladea, 


36 






46 


>} 




1869. 


Fam. Dentaliidae, 


6 






11 


)j 




1902. 


Fam. Eulimidae, 


34 






41 


yy 




1895. 


Gen. Gastrochaena 


8 






21 


yy 




1891. 


Fam. Malleacea, 


14 






50 


)> 




1889. 


Fam. Mytilacea, 


32 






36 


» 




1893. 


Fam. Pholadea, 


11 






21 


jj 




1886. 


Gen. Physa u.Planorbis 


,55 






35 


jj 




1897. 


Gen. Scalaria, 


10 






18 


y> 




1888. 


Fam. Solenacea, 


14 






35 


)> 




1904. 


Fam. Vermetidae, 


16 






13 


)i 





Kleinere Abhandlungen. 

Im Nachi'iclitsblatte der Deutscheu Malakozoologischen Gesellschaft 
iu Frankfurt a. M. 

1870. Tichogonia Chemnitzii in der oberen Donau, Bd. il, p. 6. 

— Helix pilosa von Alten an der Donau, Bd. II, p. 25. 

— Zur Lebensweise der Cionella acicula, Bd. II, p. 25. 

— Zur Kenntnis der Gattung Helicophanta, Bd. II, p. 67. 

— Hyalina Draparnaldi, Beck, Bd. II, p. 105. 

1871. Das Genus Pisidium, Pfr., Bd. Hl, p. 18. 

— Einige Varietäten südbayrischer Binnenmollusken, Bd. MI, 

p. 126. 

— Die Clausilien Südbayerns, Bd. III, 134. 



- 14G - 

1872. Clausilia filograna, Zgl. in Südbayern, Bd. IV^ p. ^0. 

— Zur Verwitterung der Schueckerigehäuse, Bd. iV, p 73. 

1873. Die Verbreitung von Helix obvia, Zgl., ericelorum, Müll. 

und ammonis, Schmidt, Bd. V, p. 24. 

— Anfressungen der Gehäuse, Bd. V, p. 28. 

— lieber den Einfluss des Alpenklimas auf die Gewohnheiten 

einiger Molluskenspecies, Bd. V, p. 52. 

1874. Beiträge zur Molluskenfauna Südbayerns, Bd. VI, p. 19. 

— Die Jahresringe der Südwasser-Bivalven, Bd. VI, p. 25. 

— Anodonta complanata, Zgl., Bd. VI, p. 85. 

— Tlchogonia Chemnitzii in der oberen Donau, Bd. VI, p. 87. 

— Die Muscheln der Urgebirgsformation, Bd. VI, p. 87. 

1876. Helix ammonis. Schmidt. Bd. VIII, p. 56, 

— Helix tenuilabris, Braun, in Südbayern lebend vorhanden, 

Bd. VIII, p. 67. 

— Kine Exkursionsfauna, Bd. VIII, p. 72. 

1877. Zur Molluskenfauna des bayrischen Waldes, Bd. IX, p. 39. 
Eine neue Acme (gracilis), Bd. IX, p. 42. 

~ Mollusken aus dem Zillertal, Tirol, Bd. IX, p. 44. 

— Eine neue Pupa (Heidi), Bd. IX, p. 49. 

1878. Eine neue Vitrella (Tschapecki), Bd. X, p. 9. 

— Das Genus Lartetia, Bgt., Bd. X, p. 125. 

1879. Zur Molluskenfauna Kroatiens, Bd. XI, p. 116. 

1880. Bemerkungen über die Succineen Deutschlands, Bd. XII, 

p. 26. 

— Unionen aus dem mittleren Russland, Bd. XII, p. 70. 
1882. Ueber Clausilia silesiaca, A. Schmidt, Bd. XIV, p. 135. 

1884. Mollusken aus der Rhön, Bd. XVI, p. 186. 

1885. Bemerkungen über Bulimus detritus, Müll., Bd. XVII, p. 147. 

— Mollusken aus der Doline der F'reka bei St. Canzian auf 

dem Karst, Bd. XVII, p. 151. 

— Bemerkungen über Bulimus montanus. Drp., Bd. XVII, p. 174. 

— Die Binnenmollusken Montenegros, Bd. VII, p. 177. 
1894. Beschreibung neuer Arten aus der Umgebung des Issy- 

kul-Sees, Bd. XXVI, p. 64. 

1907. Mollusken aus dem Issykul, Bd. XXXIX, p. 5. 

— Eine neue Xerophiia-Art, (densestriata) aus Rumänien, 

Bd. XXXIX, p. 9. 

1908. Die Molluskenfauna des Auswurfs der Donau bei Regens- 

burg, Bd. XXXX, p. 1. 

— Die Molluskenfauna des Rhein-Auswurfs bei Speyer, 

Bd. XXXX, p. 120. 

1909. Vitrellen aus Südbayern, Bd. XXXXI, p. 75. 

1910. Unio batavus, Lain. in der Umgegend von Regensburg, 

Bd. XXXXII, p. 65. 
-^ Mollusken vom Lechrain (Lech), Bd. XXXXII, p. 69. 

— Neue Süsswasserschnecken, Bd. XXXXII, p. 72. 

— Pseudanodonta complanata. Zgl. in der Donau und im 

Regen, Bd. XXXXII, p. 169. 

1911. Neue Arten. Acme; Lartetia und Bythinella, Bd. XXXXIll, 

p. 74. 



- 147 — 

1911. Unio pictorum. L. in der Donati bei Reyensbure, 
Bd. XXXXIII, p. 83. 

— Neue Acme-Arten, Bd. XXXXIII, p. 165. 

lu den „Malakozoülogischen Blättern", Verlag roii Fischer, C'assel: 

1871. Zur Kenntnis unserer Pisidien, Bd. 18, p. 184. 

1872. Zur Kenntnis unserer Pisidien, Bd. 19, p. 66. 

— Eine neue Daudebardia (Heldii), Bd. 19, p. 72. 

— Zur Molluskenfauna des Starnberger Sees, Bd. 19, p. 1U9. 

— Der Schliessapparat der Cycladeen, Bd. 19, p. 150. 

1873. Zur Kenntnis unserer Pisidien, Bd. 2ü, p. 21. 

— Pupa edentula, Drap., inornata, Mich., und coiiuTiella, 

Benz, Bd. 20, p. 50. 

— Clausilia biplicata mit abnorm gebildeter Mündung, Bd. 20, 

p. 58. 

— Ueber Gehäuse-Missbildungen der Planorben, Bd. 20, p. 68. 

— Zur Kenntnisnahme unserer Pisidien, Bd. 20, p. 83. 
1875. Die Familie der Najaden, Bd. 22, p. 1. 

1877. Die Spezies der Hyalinen-Gruppe Vitrea, Bd. 24, n. 123. 

— Die Mollusken der Tiefenfauna unserer Alpenseen, Bd. 24, 

p. 159. 

1878. Nordschwedisciic Mollusken, Bd. 25, p. 67. 

— Eine isländische Limnaea, Bd. 25, p. 79. 
Einige liochalpine Mollusken, Bd. 25, p. 81. 

— Eine mitteldeutsche Daudebardia, Bd. 25, p. 96. 

— Neue Süsswasser-Rissoiden, Bd. 25, p. 115. 

— Aus meiner Novitäten-Mappe, Bd. 25, p. 122. 

— Beiträge zur Molluskenfauna Deutschlands, Bd. 25, p. 141. 

1. Die Schnecken des Garenberges, Bd. 25, p. 143. 

2. Zur Anatomie von Bythinella Schmidtii, Bd. 25, p. 149. 

3. Die xMolIuskenfauna Westfalens. Bd. 25, p. 152. 

1879. Aus meiner Novitäten-Mappe: 

I. Griechische Arten, N. F. Bd. 1, p. 3. 
II. Galizische Arten und V^arietäten, N. F. Bd. !, p. 7. 

III. Kärnthner und Steyrische Varietäten, N. F. Bd. 1. p. 12. 

IV. Nordschwedische Varietäten, N. F. Bd. 1, p. 14. 

1879. Limnaea truncaiula, Müll., N. F. Bd. 1, p. 20. 

1880. Die Moliuskenfauna des Goktschai-See in Armenien, N. 

F. Bd. 2, p. 56. 

— Beitrag zur Molluskenfauna von Unterfranken, N. F. Bd. 2, 

p. 138. 

— Beitrag zur Molluskenfauna des nördlichen Schwedens 

von Clessin und G. G. Anderson, N. F. Bd. 2, p. 151. 

— Farblose Helix obvoluta, N. F. Bd. 2, p. 155. 
~ Planorbis dispar, West, N. F. Bd. 2, p. 158. 

— Studien über die Familie der Paludinen, N. F". Bd. 2, p. 161. 

— Zwei russische Limnaeen, N. F. Bd. 2, p. 197. 

— Zur Biologie von Limnaea auricularia L., N. F. Bd. 2, p. 199. 

— Zur Molluskenfauna Podoliens, N. F. Bd. 2, p. 200. 

— Helix cingulata, Studer in Oberfranken, N. F. Bd. 2, p. 203. 



— 148 ~ 

1880. Die Sektio Vitrea des Genus Hyalina, N. F. Bd. 2, p. 204. 

— Eine neue Varietät des Planorbis vorticulus, Troschel, 

N. F. B. 2, p. 208. 

1881. Die Gruppen der Limnaea truncatula, L., N. F. Bd. 3, p. 77. 

— Beitrag zur Kenntnis der Molluskenfauna des Kaukasus. 

N. F. Bd. 3, p. 129. 

— Mollusken aus Taurien, N. F. Bd. 3, p. 136. 

— Die Ancylusarten Griechenlands, N. F. Bd. 3, p. 150. 

— Diagnoses novarum specierum generis Ancyli, N. F. Bd. 3, 

p. 159. 

— Mollusken aus dem Ahrental in Tyrol, N. F. Bd. 3, p. 184. 

— Bemerkungen über die Zungenbewaffnung der Hyalinen. 

N. F. Bd. 3, p. 189. 

1882. Ueber den Fundort von Pupa edentula, Drp., N. F. Bd. 5, p. 6. 

— Monographie des Genus Vitrella, N. F. Bd. 5, p. 110. 

— Eine österreichische Paladilhia, N. F. Bd. 5, p. 130. 

— Monographie des Genus Belgrandia, N. F. Bd. 5, p. 132. 

— Nachlese zum Verzeichnis der Mollusken aus dem Ahren- 

tal in Tyrol, N. F. Bd. 5, p. 152. 

— Bemerkungen über die Zungenbewaffnung der Hyalinen. 

N. F. Bd. 5. p. 155. 

— Mikroskopische Präparate, N. F. Bd. 5, p. 165. 

— Neue Arten, N. F. Bd. 5, p. 187. 

1883. Anhang zur Molluskenfauna der Krim, N. F. Bd. 6, p. 37. 

— Eine neue Helix-Art aus Kroatien, N. F. Bd. 6, p. 198. 

— Sammelinstrumente, N. F. Bd. 6, p. 204. 

1886. Binnenmollusken aus Rumänien, N. F. Bd. 8, p. 49. 

— Binnenmollusken aus Rumänien, II. Aufzählung, N. F. 

Bd. 8, p. 165. 

1887. Beitrag zur Fauna der Binnen-Mollusken Dalmatiens, N. F. 

Bd. 9, p. 44. 

— Binnenconchylien von Pola in Istrien, N. F. Bd. 9, p. 66. 

— Neue Arten des Genus Corbicula, Mühlf. aus Vorder- und 

Hinterindien. Borneo und Sumatra, N. F. Bd. 9, p. 67. 

— Binnenmollusken aus Kleinasien, N. F. Bd. 9, p. 164. 

1888. Binnenmollusken aus Südbrasilien, N. F. Bd. 10, p. 165. 

— Binnenmollusken von Neuseeland, N. F. Bd. 10, p. 175. 
1891. Bythinella Bosniensis, n. sp., N. F. Bd. 11, p. 110. 



Ausser diesen Aufsätzen von Clessin finden sich in den 
Jahrgängen von 1878 bis 1891 zahlreiche Literatur- Berichte 
aus seiner Feder. 



In den Jahrbüchern der Deutschen Malakozoolojfiachen (Tesellschaft, 
Frankfurt a. M. 

1874. Die Gruppe Fruticicola des Genus Helix, L., I. Jahrg., p. 177. 

— Fortsetzung der Abhandlung, I. Jahrg., p. 305. 

1875. Hyalina crystallina, Müll., II. Jahrg., p. 25. 

— Mollusken des Wolgagebietes, II. Jahrg., p. 36. 



— 149 — 

1876. Way ist Art, was Varietät? 111. Jahrg., p. 155. 

— Bemerktingen über die deutschen Arten des Genus Plan- 
orbis, üuett., III. Jahrg., p. 262. 

1877. Zwei neue südeuropäische Species, IV. Jahrg., p. 253. 



Im Korrespondenzblati des zoologisch-mineraloffischeu Vereins 
/u Regensburg. 

1871. Die Corrosion der Süsswasserbivalvcn, Bd. 25, p. 125. 

— Die Limnacen der Donau, Bd. 25, p. 128. 

— Helix villosa in Südbayern, Bd. 25, p. 143. 

1872. Uebcr den Einfluss des kalkarmen Bodens auf die Ge- 

häuseschnecken, Bd 26, p. 58. 

— Studien über die deutschen Species des Genus Anodonta, 

Bd. 26, p. 82. 

— Das Verhalten der Mollusken im Winter, Bd. 26, p. 114. 

— Zur Lebensweise der Physa hypnorum, Bd. 26, p. 170. 
Clausilia biplicata, Bd. 26, p. 171. 

1873. Beiträge zur Molluskenfauna der oiierbayrischen Seen, 

Bd. 27, darin 6 Abhandlungen, p. 56; 67; 99; 114; 
147; 174. 

1874. Fortsetzung der Beiträge, Bd. 28, darin 5 Abhandlungen, 

p. 35; 99; 115; 151 : 180. 

1875. Fortsetzung der Beiträge, Bd. 29, darin 2 Abhandlungen, 

p. 66 und 82. 
1882. Helix arbustorum und ihre Varietäten, Bd, 36, p. 85. 



In den Berichten des naturwissenschaftlichen Vereins 
zu Regeushurg. 

1904. Eine alpine Schnecke bei Donaustauf, Bericht X, pag. 46. 
1905/1906. Die Najaden der nächsten Umgebung von Regens- 

burg, Bericht XI, p. 47. 
— Tachea austriaca, Mühlf. in Bayern, Bericht XI, p. 140. 

In den .Jahresheften des Vereins für vaterländische Naturkunde 
in Württemberg. 

1874. Zur Molluskenfaima der Torfmoore, Jahrg. 30. p. 168. 
1897. lieber den F:influss der Umgebung auf die Gehäuse der 
Mollusken, Jahrg. 53, p. 68. 
häne sehr interessante Arbeit. 



In den Berichten des naturhlstorischeu Vereiuä zu Augsburg. 

1872. Die Molluskenfauna der Umgegend von Augsburg, 21. Be- 

richt, p. 83. 

1873. Ueber Missbildungen der Mollusken und ihrer Gehäuse 

22. Bericht, p. 21 — 107. 



— 150 — 

1776. Zur Molluskenfauna von Schleswig-Holstein. In: Verh. 
Ver. für naturwissenschaftliche Unterhaltung. Ham- 
burg, Bd. II, p. 252. 

1877. Molluskenfauna von Oberbayern. In: Naturw. Führer zur 
50. Naturforscher-Versammlung in München. 

1891. Die Mollusken des Süsswassers. In: Zacharias, die Tier- 
und Pflanzenwelt des Süsswassers. Leipzig, ). J. 
Weber, II. Bd., p. 122. 



Pal ac o 11 1 ol o gl e. 

1874. Helix hispida des LÖSS. In: Nachrichtsbl. Deutsch. Malak. 
Ges., Bd. VI, p. 46. 

— Fossile Ammerseemollusken. Fbenda, Bd. VI, p. 49. 

1877. Die tertiären Binnenmollusken von Undorf. In: Korrespon- 

denzblatt zool.-mineralog. Ver. Regensburg, Bd. 31, 
p. 34. 

— Vom Pleistocaen zur Gegenwart, hbenda, Bd. 31, p. 66; 

82; 98: 114; 130 und 162. 

1878. Vom Pleistocaen zur Gegenwart. Ebenda, Bd. 32, p. 42 

und 67. 

— Eine neue diluviale Paludinc. In; Malakozoolog. Blätter, 

Bd. 25, p. 89. 

1885. Die Konchjdien der obermiöcänen Ablagerungen von Un- 
dorf. Ebenda, N. F. Bd. 7, p. 71. 

1892. Die Konchyüen der obermiöcänen Ablagerungen von Un- 
dorf. In: Bericht des naturw. ver. Regensburg. 
Bericht 4, p. 

1898. Mamnnithfund bei Ochsenfurt. In: Ochsenfurter Bezirks- 
amtsblatt, p. 43 

1903/1904. Die Konchylien des Löss in der Umgegend von Re- 
gensburg. In: Ber. naturw. Ver. Regensburg, Be- 
richt 10, p. 16. 

— Eine altalluviale Konchylienfauna bei Pürklgut. Ebenda, 

Bericht 10, n. 16. 

1905. Die Konchylien des Löss des mittleren Donautalcs. In; 

Nachr.-Bl. d. Deutschen Mal. Ges., Bd. 37, p. 89. 
1905/1906. Die Tuffablagerungen im Tale der schwarzen Laaber. 
In: Ber. d. naturw. Ver. Regensburg, Ber. 11, p. 1. 

1906. Die Konchylien eines pleistocaenen Tufflagers im Tale 

der schwarzen Laaber. In: Nachr.-Bl. Malak. Ges., 
Bd. 38, p. 101. 

— Zur Konchylienfauna des Löss im Gebiet der Donau. 

Ebenda, Bd. 38, p. 167. 

1907. Konchylien aus dem Löss der Umgegend von Wien. 

Ebenda. Bd. 39, p. 125. 

1909. Konchylien aus dem Löss der Umgegend von Wien. 

IL Ber. Ebenda, Bd. 41, p. 79. 

1910. Eine pleistocaene Konchylienfauna bei Mintraehing (Re- 

gensburg). In.: Ber. naturw. Ver. Regensburg, Be- 
richt XII, für 1907 und 1908, p. 1. 



— 151 — 

1910, Alluviale Konchylien, welche bei der Ausbaggerung des 
neuen Umschlaghafens bei Regensburg gefunden 
wurden. In: Ber. der naturw. Ver. Regensburg, Be- 
richt 12 für 1907 und 1908, p. 1, 

— Die Tuffablagerungen im Tale der schwarzen Laaber. 

Nachtrag. Ebenda, Bericht für 1907 und 1908, p. I. 

Geognosie. 

1875. Schnee und His in den Alpen. In: Mitteilungen des Alpen- 

vereins I, p. 1. 

— Der Ampergletscher. In: Korresp.-Bl. zool. -miner. Ver. 

Regensburg, Bd. 29, p. 25. 

1876. Die Talbildung in den Alpen. Ebenda, Bd. 30, p. 35. 

— Die Ausfüllung der Seen zur Zeitbestimmung der Eiszeit 

verwendbar. In: Ausland 1876, Nr. 26, p. 518. 

— Die Ausfüllung der Alpenseen. In: Mitteil. d. Alpenvereins 

1876, Bd. VI, p. 
1883. Die Moränenlandschaft der bayrischen Hochebene. In: 
Zeitschr. d. östr. Alpenvereins. 1883, p. 193. 



Vorgeschichtliches. 

1875. Die Höhle im Frauenforst bei Kelheim. In: Allgem. Zei- 

tung, Beilage 106, p. 1645. 

— Die Höhle im Frauenforst bei Kehlheim. In: Regens- 

burger Morgenblatt, Nr. 79. 

— Die Höhle im Frauenforst in Kelheim. In: Amberger 

Anzeiger, Nr. 84. 

— Die Höhle im Frauenforst in Kelheim. In: Der Sammler, 

Nr. 43, p. 7. 

1876. Alle Eisenschmieden bei Essing im Altmühltale. In : Kor- 

respondenzbl. naturw. Ver. für Anthropologie. 1876. 
p. 55. 
1878. Die Höhle bei Breitenwin. In: Ausland. 1878, p. 290. 

Die Urbevölkerung der Oberpfalz in der Sage. In: Samm- 
ler. 1878, Nr. 30. 

— Eine Höhlenfahrt vor 300 Jahren. In: Sammler, Nr. 95, 

p. 6 und Nr. 96, p. 6. 
1896. Ein vorgeschichtlicher Gräberfund bei Ochsenfurt, In: 

Ochsenfurter Bezirksamtsblatt. 122. 
1905. Ein Spinnwirtel im pleistocaeneri Laabertuff. In: Kor- 

respond.-BI. d. naturw. Ver. für Anthropologie. 1905. 

Nachtrag. Aus Clessins Nachlass sind noch erschienen: 

1912. Die Conchylien der obermiocaenen Ablagerungen von 

Undorf. 4 Mitth. In : Bericht naturw. Ver. Regensburg. 

— Die Molluskenfauna der Umgebung Regensburgs. Ebenda. 



— 152 — 

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Mk 7.40; — Scbevmer, Liibefk Mk. 7.50; — Miller, Stuttgart Mk. 7.— ; 
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Nachrichtsblatt 



der Deutschen 



Malakozoologisßlien desellseliaft 



Vieruutivierzigster Jahrgang 
(1912) 



Heft IV 



(Oktober — Dezember.) 



Inhalt: 



Seite 

Schröder, Richard Dr., Nachruf für Vincenz Gredler f . . 153 

Hosseus, Dr. Carl Curt, Beiträge zur hiiiterindischen Con- 

chylien-Fauna 161 

Bollinger, Dr. G., Verzeichnis der Gehäuseschnecken von 

Basels Umgebung , 169 

Pfeffer, Dr. med. Julius, Ueber eine AbnormiLät des Ge- 
häuses der Pomatia pomalia L. . . . , . . . 180 

Wenz, Dr. Wilhelm, Die fossilen Mollusken der Hydrobien- 

schichten von Budenbeim bei Mainz 186 

Schermer, E., Einige Bemerkunf.'en über den Einfluss der 
Trockenheil des letzten Sommers auf die Moilusken- 
fauna 197 

Kohelt, Dr. W., Eine neue kaukasische Glausilie .... 202 



( »w»ii i»»»»w»rM>ii^«S%i»»»<ir » »<ri V %%»»»>»o«»<>^^^%%»»«M»o«»<^^%»^cMWWS^i»^^» m i W >^^»^^ * n9 



Heft 4 Oktober 1912. 

Naclirichtsblatt 

dep Deutsehen 

Malakozoologischen Gesellschaft. 

Vieriindvierzigster Jahrgang. 



Das Nachrichtshlalt erscheint in vierteljährigen Heften. 

Bezugspreis: Mk. 7..50. 

Frei durch die Post und Buchhandhmgen im In- und Ausland. 

Preis der einspaltigen 95 mm breiten Anzeigenzeile 25 Pfg. 

Beilagen Mk. 4. — für die Gesamtauflage. 

Briefe wissenschaftlichen Inhalts, wie Manuskripte u. s. w. gehen an 
die Redaktion : Herrn Dr.W. Kobelt in Schwan heim beiFrankfurt a. M. 

Bestellungen, Zahlungen, Mitteilungen, Beitrittserklärungen, An- 
zeigenaufträge u. s. w. an die Verlagsbuchhandlung des Herrn 
Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ueber den Bezug der älteren Jahrgänge siehe Anzeige auf dem 
Umschlag. 

Mitteilungen aus dem Gebiete der Malakozoologie. 



Viuceuz Gredler f. 

Nachruf von Dr. Richard Schröder (München). 



Am 4. Mai d. Js. starb zu Bozen der Nestor 
der tirohschen Naturforscher, P. Vincenz G red- 
ler, im 90. Jahre seines Lebens. Die Leser dieser 
Zeitschrift kennen ihn alle, war doch der grösste 
Teil seiner wissenschaftlichen Lebensarbeit den 
Konchylien gewidmet. Von seinem Hauptwerk 
;,Tirols Land- und Süsswasser-Gon- 
chylien* erschien der erste Teil 1856, der zweite 
folgte 1859: trotzdem ist es nicht veraltet, sondern 



— 154 — 

bildet mit den „Nachträgen" und „Nachlesen" von 1856, 
1860, 1869, 1872, 1879 und mit den beiden „Verzeich- 
nissen der Konchylien von Tirol und Vorarlberg" 
von 1879 und 1894 noch heute die unentbehrliche Grund- 
lage für die ostalpine Konchylienforschung, gewiss ein 
glänzendes Zeugnis für den umfassenden Sammeleifer und 
für die klare Darstellungsart des Verfassers. Dabei konnte 
er sich nur auf wenige Vorarbeiten stützen, die sich, ab- 
gesehen von der Lokalfauna „Delle conchiglie terr. dei dintorni 
d' Innsbruck", welche Pellegrine Strobel 1844 veröffentlicht 
hatte, nur auf die südlichsten Gebietsteile bezogen. In Be- 
tracht kommen wohl nur die ,,Nolizie malacostatiche sul 
Trentino" von P. Strobel (auch als ,,Malacologia Trentina" 
1851 - 1852 erschienen) ; ferner handschrifthche Reiseskizzen 
der Gebrüder P. und Giuseppe Strobel (1847—1849); ferner 
die „Molluschi terr. d. Valle di Non" von G. de Betta (1852); 
endlich der „Catalogo dei Moll. terr. e fluv. della Pro- 
vincia Bresciana" von Battista Spinelli (1851, 2. Aufl. 1856). 
Ohne diesen gleichfalls noch heute lesenswerten Schriften 
zu nahe zu treten, darf füglich behauptet werden, dass 
Gredlers Werk sie alle durch Umfang und Inhalt weit über- 
flügelt hat. Zu Statten kam ihm dabei sein intensives 
Studium grosser deutschen Werke von Martini-Chemnitz, 
von Rossmaessler und von Adolf Schmidt, wenn diese sich 
auch nicht speziell auf Tirol bezogen. 

Ausser seinem Hauptwerke hat Gredler zahlreiche 
Arbeiten aus dem Gebiete der Konchyliologie veröffentlicht. 
Es seien nur kurz erwähnt das Gymnasialprogramm Bozen 
1853 (über Pupa und Pomatias); die Innsbrucker Zeitschrift 
Ferdinandeum 1890 (Sammlungen in Kartitsch); dieselbe 
1902 (Sammlungen in Val Lagarina) ; die Verhandlungen 
des Zoologisch-botanischen Vereins in Wien 1856 (Fauna 
von Lankowitz in Steiermaik); die Garinthia 1902 (Fauna 
von Förd^ran in Kärnthen). Welche Arbeit er aber in den 



— 155 — 

, Jahrbüchern der Deutschen malakozoologischen Gesell- 
schaft* geleistet hat, ist geradezu erstaunlich. Finden sich 
doch allein in letzterem in den Jahrgängen 1872, 1874, 
1875, 1876, 1877, 1878, 1879, 1880, 1882, 1885, 1886, 
1887, 1888, 1889, 1890, 1891, 1892, 1898, 1899, 1900, 
1901, 1902, 1905 Aufsätze von ihm, die teils Sammelaus- 
flüge beschreiben (Vallarsa, Ampezzo, Val Vestino, Val di 
Sella, Sette commune etc.), teils als „Kritische Fragmente" 
einzelne Gruppen und Arten scharfsinnig untersuchen, teils 
ferngelegene Gebiete behandeln. Zu letzteren gehören, ab- 
gesehen von Arbeiten über Zentralafrika, Borneo, und 
Sumatra, die grundlegenden und bahnbrechenden Studien 
Gredlers über die K onchylienfauna von China, zu 
denen die Franziskanermissionare ihm das Material lieferten. 
Aus diesem Gebiete hat er in 17 Abhandlungen etwa 100 
neue Arten und zahlreiche Varietäten beschrieben und be- 
nannt. Aber auch die Tiroler Fauna verdankt ihm die 
grösste Bereicherung; es seien aus der grossen Zahl nur 
die folgenden Formen herausgegriffen: Gampylaea Tiesen- 
hauseni Grdlr, Pupa cxcessiva Grdlr, Pupa Spinellii Grdlr, 
Pupa madida Grdlr, Pupa Eggeri Grdlr, Pupa Strobeli Grdlr, 
Pupa claustralis Grdlr, Vertigo leoiitina Grdlr, Vertigo 
Genesii Grdlr, Delima Balsamoi Strobel var. Ampolae Grdlr 
und var. Lorinae Grdlr und var. Inolae Grdlr und subsp. 
Tiesenhauseni Grdlr und subsp. Tombeana Grdlr, Delima 
Letochana Grdlr, Pirostoma densestriata Rossm. var. costu- 
lata Grdlr, Planorbis laciniosus Grdlr, Pomatias Philippianus 
Grdlr, Anodonta Tiesenhauseni Grdlr. Wie hieraus ersicht- 
lich, hat er besonders die Kenntnis der Tiroler Pupa-Arten 
wesentlich erweitert. 

Es konnte nicht ausbleiben, dass auch ihm zu Ehren 
neue Formen benannt wurden. So gibt es, um nur Tiroler 
Konchylien zu erwähnen, eine Caecilianella Gredleri Küster, 
Modicella avenacea var. Gredleriana Glessin, Sphyradium 



— 156 — 

Gredleri Clessin, Delima Letochana var. Gredleriana Wester- 
land, Coretus corneus var. Gredleri Clessin, Gyraulus Gred- 
leri Bielz, Pomatias Gredleri Westerlund, Unio Gredleri 
Drouet u. a. m. 

Ausser mit den Koncliylien hat sich aber Gredler auch 
mit anderen Tierklassen eingehend beschäftigt, doch muss 
ich mich an dieser Stelle darauf beschränken, nur seine 
wichtigsten Arbeiten herauszuheben. 

Vor allem ist zu nennen sein Werk: „Die Käfer 
von Tirol" (Bozen 1863; 1866), zu dem er 6 Nachträge 
in den Jahren 1868, 1870, 1873, 1876, 1878 und 1882 
herausgab. Ausserdem hat er die Käferfauna von Passeier 
(1854, 1857), des MöU- und Gailtales in Kärnthen (1867), 
Beiträge zur Käferfauna von Zenlralafrika (1877) und von 
Oberägypten (1881) und mehrere andere koleopterologische 
Schriften verfasst. Auf das Verhältnis der recenten 
Alpenkäfer zur Eiszeit hat er als einer der ersten 
hingewiesen. 

Die Fauna der Ameisen Tirols (und ihre Lebens- 
weise) hat er in den Jahren 1858, 1859, 1874, 1903 ge- 
schrieben, diejenige der Dipteren Tirols 1861, die der 
Hemipteren Tirols 1870. 

Eine Fauna der tirolischen Reptilien und 
Amphibien hat er 1872 veröffentlicht, Nachträge dazu 
1875 und 1882. 

Alle diese Werke werden von den Autoritäten als 
grundlegend und mustergültig noch heute anerkannt. 

Auch über Säugetiere (Fuchs, Igel, Feldmaus u. a.), 
über Vögel (Wendehals, Spottvogel, Turmschwalben, Ente, 
Rotkehlchen etc.), über die auf der Weinrebe, dem 
Feigenbaum, der Kastanie, lebende Tiere, über 1 a n d- 
wirtschaftliche Schädlinge, besonders Schmetter- 
linge, über Monstrositäten, Verfärbungen etc, 
hat er zahlreiche Abhandlungen verfasst. 



— 157 — 

Üa7.u kommoii AufsäLze botanischen Inhalts (z.B. 
über Kaiioffelbau, Wallnussbaum u. a.) und sclir wertvolle 
mineralogisch -geologische Schriften, von denen 
nur der „Urgletscher des Eggentales" (1868), der „Seiser- 
alpengletscher" (1873), die , geologische -Studie aus dem 
Etschlande" (1893), die „Porphyre von Bozen" (1895) hier 
erwähnt sein mögen. 

Im Ganzen dürfte Gredlcr etwa 200 Schriften natur- 
wissenschaftlichen Inhalt verfasst haben. Hierzu treten 
noch weit über 100 Schriften vermischten, zum Teil 
belletristischen Inhalts; hier möchte icli nur auf die 
, Ethischen Naturbilder " als auf eine frische Quelle 
geistvoller und gemütlicher Anregungen hinweisen. Wenig 
bekannt dürfte sein, dass er auch ein nicht übler Maler 
war und wertvolle Radierungen und Genrebilder hinter- 
lassen hat. 

Wenn man diese gev/altige Summe von Arbeit 
überschaut, möchte man glauben, dass auch ein GOjähriges 
Leben nur dann dazu ausreicht, wenn dem Arbeiter nicht 
noch ausserdem die Last eines schweren Berufes auferlegt 
ist. Ein Ueberblick über das Leben Gredlers lehrt uns 
anderes. 

Als zehnter unter 14 Geschwistern wurde Gredler am 
30. September 1823 zu Telfs im Inntal geboren und auf 
den Namen Ignaz getauft. Da er schon als Knabe hervor- 
ragend begabt erschien, wurde er 1835 auf das Gymnasium 
in Bozen gebracht, an dem ein älterer Bruder als Professor 
lehrte. Dieser war Franziskanermönch und führte als solcher 
den Namen Vincenz Maria. Nach Absolvierung des Gym- 
nasiums trat Gredler 1841 in Salzburg gleichfalls in den 
Orden des hl. Franziskus ein und erhielt nun den Namen 
seines inzwischen verstorbenen Bruders Vir^cenz Maria. Am 
11, Oktober 1846 zum Priester gewälilt wurde er 1848 



— 158 — 

zunächst an das Gymnasium zu Hall in Tirol und bald 
darauf an das Gymnasium in Bozen als Lehrer berufen, 
und zwar für Naturgeschichte, die ihn besonders anzog 
und damals nach manchen Kämpfen in den Lehrplan der 
österreichischen Gymnasien aufgenommen wurde. Hier 
verfasste er 1851 die berühmt gewordene Programmab- 
handlung: „Ueber die naturwissenschaftlichen Zu- 
stände Tirols*. 1852 bestand er an der Universität 
zu Innsbruck mit Auszeichnung die Staatsprüfung für Natur- 
geschichte und deutsche Sprache. Er entfaltete nun eine 
anregende Lehrtätigkeit, durchforschte mit seinen Schülern 
zunächst die nähere, sodann die weitere Umgegend Bozens ; 
endlich gab es kaum noch Landschaften in Tirol, die er 
nicht sammelnd durchwandert hätte. Als in den 70er 
Jahren die Staatsregierung das Bozener Gymnasium mit 
weltlichen Lehrkräften besetzte, wurde Pater Vincenz auf- 
gefordert, seine Lehrstelle zu behalten. Er lehnte aber ab, 
und nun gründeten die Franziskaner ein Privatgymnasium, 
dessen Leitung sie ihm übertrugen. Es ist hauptsächlich 
seiner Energie und seinem unermüdlichen Fleiss zuzu- 
schreiben, dass diese Anstalt sich so glänzend entwickelte, 
dass ihr 1887 das Oeffentlichkeitsrecht verliehen wurde 
und das alte Staatsgymnasium wegen Schülermangels ein- 
gehen musste. Ueberaus schwer lastete in jener Zeit das 
Amt auf ihm, da er 15 Jahre lang im Wettstreit mit dem 
Staatsgymnasium unter den schwierigsten Verhältnissen zur 
Stadtverwaltung, zum Landesschulrat, zum Ministerium, ja 
auch zur Kurie in Trient stand ! Im Ganzen ist er am 
Gymnasium 53 Jahre lang tätig gewesen, darunter 26 Jahre 
als Direktor. Mehr als 8000 Schüler hat er unterrichtet, 
viele von ihnen haben, durch seine Anleitung begeistert, 
das Studium der Naturwissenschaften erwählt und mit Er- 
folg betrieben, alle aber hingen mit grösster Verehrung 
an ihrem Lehrer, wie ich oft erfahren konnte, wenn der 



--^ 159 — 

Umsland, dass ich niicli seiner Freundschafl erfreuen durfte, 
mir zum wirksamsten Empfehlungsbrief in Tirol diente. 

Von seinen Sammlungen hat er einen Teil an das 
Ferdinandeum in Innsbruck abgegeben, der grösstc Teil 
aber befindet sich im Bozencr Gymnasium, wo er in einem 
riesigen Saal und 3 grossen Zimmern, sowie in 2 Zimmern 
im Franziskanerkloster untergebracht ist. 

Pater Vincenz war eine stattliche Erscheinung, die auch 
in schlichter Mönchshabit sogleich jederman imponierte. 
Ein Tiroler von echtem Schrot und Korn w^ar er nicht ohne 
Weiteres zugänglich, ernsten Wesens, aber zugleich humor- 
voll, in seiner Redeweise oft derb. Ergänzt er doch selbst 
einmal den Börneschen Ausspruch : .Das Herz eines echten 
.Mannes ist nie ohne Knochen" durch den Zusatz: Wieviel 
weniger das eines Tirolers." Aber er besass ein goldenes 
Herz, und wem er es einmal erschlossen hatte, der konnte 
dauernd sich seiner treuen Freundschaft erfreuen. Wie 
rührend war es, dass er, seit 1907 durch schmerzhafte 
Gicht rechtsseitig zum Teil gelähmt, mit 2 langsam ange- 
lernten Fingern seine Briefe schrieb. Ja, noch im Jahre 
1910 hat er mit zitternder Linken eine Sammlung 
chinesischer Konchylien verpackt, um mir eine Weihnachts- 
freude zu bereiten, und sich dabei noch entschuldigt, dass 
er nur grössere Sachen schicke, da er „das Kleinzeug nicht 
mehr fassen könne". Als ich ihn am 15. März 1911 zum 
letzten Male in seiner Klosterzelle besuchte, war er geistig 
noch vollkommen frisch. Auch in der letzten Karte, die er 
mir am 19. März 1912 schrieb, teilte er noch mit, dass er 
sich gegenwärtig mit der Korrektur dreier Druckschriften 
befasse (, Symbolische Naturbilder ", 8. Zenturie; — 
„Schwanen-Rufe", circa 400 gereimte Epigramme; — „Er- 
zählungen aus meinem Leben"). Aber die Gicht plagte 
ihn arg, dass er „sehnlichst den säumigen Tod erwartete" 
und klagte: „Kanns nicht ersterben!" Bald darauf zog sich 



— 160 — 

der ehrwürdige Greis bei einem Ohnmachtsanfall eine ge- 
ringe Verletzung zu, deren Folge er am 4. Mai erlag. Einer 
seiner Schüler, der zu seinem Begräbnis gereist war, schrieb 
mir: „Grossartig feierlich begleitete ihn die Bevölkerung 
Bozens zur letzten Ruhestätte; von weit und nahe waren 
seine zahlreichen Schüler und Freunde herbeigeeilt, um 
ihrem geliebten ehemaligen Lehrer die letzte Ehre zu er- 
weisen. Hoch und nieder waren vertreten ; Bozen hat ge- 
zeigt, wie es den selten begabten Mann im einfachen 
Mönchskleid geschätzt und verehrt hat." 

Im Friedhof des Franziskanerklosters zu Hall i. Tirol, 
wo auch der als Konchyliologe uns bekannte Naturforscher 
Pater Julius Gremblich ruht, steht, von einem Franziskaner 
Bildhauer in Stein gemeisselt, ein Denkmal des Verewigten: 
wie er arbeitsmüde mit Wanderstab und Reisetasche vom 
hl. Franziskus an der Himmelspforte zum Eintritt in den 
Raum der Seligkeit erwartet wird. In den Herzen seiner 
Freunde aber, wie in den Annalen der Wissenschaft, hat 
er als Mensch und als Forscher sich selber ein unvergäng- 
liches Denkmal gesetzt. 




Am 11. Juli 1912 starb in Innichen, im Alter 
von 59 Jahren, der geistliche Rat 

Kanonikus Leonard Wiedemayr; 

er wurde beim Messelesen von einem Schlaganfall 
getroffen. W. beschäftigte sich vorwiegend mit der 
Fauna seiner engeren Heimat und ist bekannt als 
Entdecker mehrerer für Tirol neuer Schnecken. 
Auch für Mineralogie und Geschichte zeigte er 
lebhaftes Interesse; als Frucht seiner historischen 
Studien erschien 1908 eine zweibändige „Geschichte 
des Marktes Innichen". 



— 161 — 
Beiirägo zur hinterindischeu Coiichylieii-Faaua, 

Von 

Dr. Carl Gurt H o s s c u s - Berchtesgaden. 

Die in folgender kleiner Abhandlung aufgezählten 
Spezies habe ich auf meiner Siamreise während der Jahre 
1904 — 1906 gesammelt. Ihre Bestimmung hatte auf Anre- 
gung von Professor Dr. Doflein, Herr Lic. Weber übernommen, 
dem ich auch an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank 
aussprechen möchte. Desgleichen bin ich meinem Bruder 
cand. rer. nat. Otto Ilosseus zu herzlichem Dank für An- 
fertigung einer zweiten Kontrollliste verbunden. 

Die vorliegende Sammlung habe ich ebenso wie die 
botanischen und die geologischen Funde meiner hinter- 
indischen Reise der Kgl. Bayrischen Akademie der Wissen- 
schaften zu München als Geschenk überwiesen. 

Wenn wir der Aufzählung der einzelnen Arten näher 
treten, so sollen wir hierbei so verfahren, dass wir die 
Gebiete, in denen die Sammlungen angelegt wurden, geo- 
graphisch betrachten und daran die Namen der dorlselbst 
gefundenen Spezies anreihen. 

Am 18. August 1904 fuhr ich von der Perhentian Tinggi 
Estate in Negri Sembilan in den Vereinigten Malayischen 
Staaten nach der Haltestelle Seremban- PortDickson, 
um mich in letzterem Orte nach Singapore einzuschiffen. 
Hier bot sich mir nun Gelegenheit eine grössere Anzahl 
Conchylien zu sammeln. Die Lage von Port Dickson 
an einem Vorsprung in der Strasse von Malakka ist nicht nur 
bezaubernd schön, sondern bietet auch faunistisch hervor- 
ragende Gelegenheit zum Sammeln, um so mehr als kleine 
Inseln vorgelagert sind, die vor nicht allzu langer Zeit — geo- 
logisch gesprochen — mit der malayischen Halbinsel zu- 
sammenhingen. Hier wurde also die erste grössere Samm- 
lung angelegt; sie umfasste: 



— 162 — 

Murex capudnus Lin. ; Murex adtistiis Lm.; Strombus 
isahella Lm.; Strombus tirceus L. ; Pijrula pugilina Born> 
Astralhim calcar L. var. helicinum Gmcl. ; Kicinula concatenata 
Lm. ; Conus achatinus Hwass. ; Conus cf. Loebeckeanus Wein- 
kauff; Turbo intercostalis Menke ; PoUjdonta macxilata L ; 
Monodonta labio L. ; Bicinula tuberculata Berth. ; Bichmla 
undata Gh.; Ricinida bitubercularis Lm.; 

An marinen Bivalven: 

Tapes variegata Sow. ; Crista divaricata Gh. ; Teilina 
pristis Lm. ; Ostrea ?; Cardium flavuvi L. ; Cyrena Buschii 
Phil. ; Chione puerpera L. ; Änomalocardia granosa L. ; Asaphis 
deflorata L. ; Lucina Philippinarum; Barbatia fusca Brugiere; 
Septifer excisus Wigm. [ebenfalls bei Port Dickson gefunden] ; 
Meretrix attenuata Dunker ; Modiola Metcalfi Hanley ; Cijrene 
cf. regularis Prime ; Tellina Brugieri Hanley ; Caryatis crocea 
Desh.; Mactra opposita Des^h.; Tapes litterata L. ; Änoma- 
locardia scapha Gh. ; Crista gibba Lm.; Area maculafa Sow. ; 
Ostrea cucullata Born. ; Spondylus ducalis Gh. ; 

Ausserdem fand ich an Landschnecken bei Port 
Dickson noch: 

Auriculus auris Judae L. 

Auf der malayischen Halbinsel fand ich noch 
einige andere Muscheln und Schnecken in dem nördlicher 
gelegenen Hafen Port Swettenham; dieser liegt an der 
Bahn nach der Hauptstadt der Vereinigten Malayischen 
Staaten, Kuala Lumpor. Die gesammelten Exemplare 
lagen im Lande direkt an dem Hafen, der an einer typischen 
Deltabbildung gegen die Strasse von Malakka zu liegt. Von 
marinen Schnecken traf ich u. a.: Marginella Trailli Piv. 
(7. Juli 1 904), an m a r i n e n Bivalven: Callista cf. lilacina 
Lm. ; Crassatella radiata Sow. und Mactra Beevesi Gray. 

Die 2. Sammlung wurde auf den Siamesischen Inseln 
K h S i T s c h a n g und K o h K a m Y a i angelegt. Auch sie 
umfasst marine Schnecken, Bivalven und Landschnecken, 



— 163 — 

im August 1905 gesammelt. Beide Inseln liegen im siame- 
sischen Meerbusen, der Mündung des Menam in diesen 
mehrere Stunden südlich vorgelagert. Erstcre hisel spielte 
unter der Herrschaft König Tschulalongkorns bis zum Ein- 
fall der Franzosen im Jahre 1893 als Badeort eine grosse 
Rolle. Heute zeichnet sie sich nur mehr durch eine von 
Üeutschen angelegte Telefunkenstation aus. 

Von Bedeutung für die frühere geologische Gestaltung 
des siamesischen Festlandkomplexes ist der Umstand, dass 
die dort gefundenen Gonchylien den Beweis liefern, 
dass die Inseln Koh Si Tschang und Koh Kam 
Yai mit diesem früher ein geschlossenes 
Ganzes bildeten. 

An marinen Schnecken fand ich auf Koh Si Tschang: 
Purpura echinata BlnwW. ; Murex Martinianus B.V,] Mangilia 
zonata Rv. ; Turbo ticaonicus Rv. ; Nassa Jackson iana Kien.; 
Mitra proscissa Rv. ; Stromhus luhnanus L.; (am Strand 
bei der Landung und dem Dorf: Stromhus luhuanus L.) 
Purpura hippocastanutn L. ; Stromhus isahella Lm. ; Murex 
adustus Lm. ; Polydonta maculata L. 

An marinen Bivalven sammelte ich auf Koh Si 
Tschang: Modiolus Philippinarum Hanley ; Crista gihhia Lm. 
var. randla ; Tellina Philippinarum Hanley ; Tellina cf. mar- 
garitina Lm.; Donax faba Ch ; Mactra cf. decora Dechn. 
var. fasciata Lm. ; Crista dispar Ch. ; Crisfa aequivoca Gh. ; 
Barhatia cruciata ; Lucina cf. leucoma Turton ; Lima cf. 
inflata Ch. ; Caecella Cumingina Dsch. ; Modiola Metcalfi H. ; 
Perna nuclens Rv. ; Area maculata Sow. ; Tapes variegafa 
Sow. ; Tellina pristis Lm. ; Seqtifer excisus Wigm. ; Meretrix 
impudica Ch. var. graphica Lm. ; Tridaena squamosa Lm.; 
Anomalocardia granosa L. ; (am Strand bei der Landung u. 
dem Dorf); Tridaena crocea Lm. 

Ausser diesen marinen Stücken waren auch eine An- 
zahl Landschnecken — oft in grosser Menge — vorhanden, 



— 164 — 

so Äurieiiltis auris Judae L., Pi/thia trigona Trosch., 
Marimila elongata Parr., Cijdophorus lituus Martyn, Nanina 
cf. Herklotsina Dohrn und Nanina siamensis Pfr. 

Bei letzteren Exemplaren findet sich folgende wichtige 
Bemerkung: „Ostseite von Koh Si Tschang, am Strande bei 
der Landung und dem Dorf. Die grosse Anzahl von Land- 
schnecken auf Koh Si Tschang ist direkt auffallend, vor 
allem auf der Süd- und der Südwestseile sind sie in Menge 
vorhanden, im allgemeinen aber nur in 3 flach gedrückten 
Arten." Die Verbreitung von Cyclophorus lituus Martyn 
erstreckt sich weit in das siamesische Festland hinein. 
Auriculus auris Judae L. wurde von mir aucli an der 
Küste bei Port Dickson gefunden. 

Wie bereits erwähnt, sammelte ich ausserdem auf der 
selten besuchten benachbarten siamesischen Insel Koh Kam 
Yai und zwar an marinen Bivalven: Tapes variegatus Sow. ; 
Barbatia fusca Brugiere ; Flicatula sp. ; Donax faba Gh. ; 
Spondylus sp. ; Chama hrassica Rv. ; Ostrea cucullata Born, ; 
Mekagrina fimbriata Dkr. ; Meleagrina Martensi Dkr. ; Car- 
dium flavum L. ; Chama multisquamosa Piv. ; Cliione puerpera 
L. ; Crista divaricata Ch. ; Asaphis deflorata L. ; Avicula sp. ; 
Ostrea sp. 

Die auf dem siamesischen Festland gesammelten 
Conchylien stammen aus den verschiedensten Teilen des 
Königreiches. Der Folge meiner Reise nach, seien zuerst 
die Arten aus dem nördlichen Slam, den Lao- und den 
Schanstaaten angeführt. Leider ist mir ein grosser Teil meiner 
Sammlungen abbanden gekommen ; ein anderer Teil ist 
nicht in meinen Besitz gelangt, so dass es sich nur um 
wenige Exemplare handelt, die ich hier anführen kann. 

Das erste Exemplar stammt vom Doi Anga Luang oder 
Doi Intanon Gebirge und zwar von der Urwaldgipfelregion 
in ca. 2560 m ü. d. M., unterhalb des Richthufengipfel : 
Helix Massiel Morlet. Am gleichen Stock in zirka 



— 165 — 

1400 m findet sich im Hügel - Dipterocarpaceenwald 
Nanina distinda Ph. Die Wälder sind häufig Bränden aus- 
gesetzt, so dass sich die Schnecken-Häuser zumeist in sehr 
defektem Zustand befinden. 

Eine grössere Menge wurde von meiner 2. Inlandreise 
von Bangkok aus mitgebracht. Hier sammelte ich in 
der Provinz Pitsanulok am Mänam Yom, vor allem in 
Ban Bunak oder Ban Pum, das jetzt an der Flauptlinio nach 
Norden, in dem östlicher liegenden Kau Yai Gebirge, nördlich 
von Lom Gao in der Provinz Petschabum, in Petschabum, 
und in dem westlicher liegenden Nakontai. Die 
einzelnen Funde seien hier ihrer Bedeutung halber — mit 
genauen Daten versehen — wiedergegeben. 

JJnio Fischerianm Morl. nach Journal d. Gonch. 1S83; 
Bao Bunack am Mänam, Provinz Pitsanulok, 30. Nov. 1905. 

Monocondijlaea cf Harmandi Grosse; Prov. Pitsanulok 
in den Sümpfen des Nam Klong Nong Dao, Nebenfluss des 
Mänam ; Ban Jang auf der Südseite des Gebirges von 
Petschabum an sumpfigen Stellen, 7. Nov. 1905; Ban Bunak 
am Mänam, 30. Nov. 1905; Sümpfe des Nam Klong Nong 
Dao 4. Dez. 1905. Diese Muschel wird mit Vorliebe von 
Eingeborenen gegessen. 

Unio Mi/ersia7ius Lea.; Ban Bunak auf einer Sandbank 
am Mänam Yom; 26. Nov. 1905. 

Paludina lineolata Morlet; Ban Bunak im Sumpf, 
Elefantengraszone ; 29. und 30. Nov. 1095. 

Paludina Eijriesi Mss. ; Ban Jang, südl. vom Gebirge 
der Petschabun- Provinz, 7. Nov. 1905; ösll. Sumpf bei 
Pitsanulok, 26. Dez. 1905. 

Paludina cochinchinensis Morl. ; Ban ßunk, Sumpf, 
Elefantengraszone, 29. Nov. 1905. 

Paludina rofimdata; Ban Bunak, Siunpf, Elefanten- 
graszone, 29. Nov. 1905, 



— 166 -- 

Paludina hengalensis Lm. ; Ban Bunak, Sumpf, Elefanten- 
graszone, 29. Nov. 1905. 

Canidia sp. ; Ban Bunak, Sumpf, Elefantengraszone, 
29. und 30. Nov. 1905. 

Melania Schomburgki Hanley; Ban Bunak, Sumpf, 
Elefantengraszone, 29. Nov. 1905; am Klong Wang Nong 
Dao, Mündung bei Ban Bunak; Sumpf 28. Nov. 1905. 

Ampidlaria globosa Gray var. carinifera Swains; Ban 
Bunak, 30. Nov. 1905 ; östl. Sumpf bei Pitsanulok 26. Nov. 1905. 
Ban Jang, Prov. Petschabun, 7. Nov. 1905; Kau Yai Gebirge, 
nördi. Lom Gäo, Prov. Petschabun, Dez. 1905; in den 
Sümpfen des Baches Klong Nog Dao von Ban Bunak östlich; 
4. und 5. Dez. 1905. 

Ampullaria ampullacea L. ; Ban Bunak, sehr häufig 
von den Eingeborenen gegessen, stark versumpfte Gegend, 
aber auch im Uferschlamm zu finden, 30. Nov. 1905; in 
den Sümpfen des Baches Klong Nog Dao von Ban Bunak 
östlich, 4. und 5. Dez. 1905; Kau Yai Gebirge nördl. Lom 
Gäo, Dez. 1905. 

Ampidlaria sp. ; Ban Bunak, V^ Stunde landeinwärts 
unter den ersten vermoderten Bäumen nach der Sumpf- 
Elefantengraszone, 30. Nov. 1905. 

An Landschnecken waren dort u. a. vorhanden : 

Cydophorus floridus\ Ban Nop En, Prov. Pitsanulok, 
gemischter Teakholzwald, Dez. 1905. 

Cydophorus lituus Martyn ; Ban Jang, südst. Geb. b. 
Petschabun, humusreicher Urwald mit der Bambusart 
Oxythenanthera Hossetisü PWger, Wassernähe, 7. Nov. 1905; 
ebendort Dipterocarpaceen - Wälder- und Dipterocarpaceen- 
Hügel-Wälder, Sandstein, 7. Nov. 1905; nördl. Nakontai, 
Prov. Pitsanulok, Dipterocarpaceen- Hügel vvald; Dez. 1905; 
Ban Bunak am Mänamufer, .30. Nov. 1905; nördl. Lom 
Sak, Prov. Petschabun, Bambusverein, 14. Dez. 1905. (Die 



— 167 — 

gleiche Landschnecke traf ich ausserdem nur noch auf der 
vorhin beschriebenen Insel Koh Si Tschang!) 

Helix cf. Everetti H. Adams; Ban Jang, humusreicher 
Urwald mit Bambus Wassernähe, 7. Nov. 1905. 

Helicarion sp.; Ban Jang, humusreicher Urwald mit 
Bambus, Wassernähe, 7. Nov. 1905. 

Cyelotus (Opistoporus) siamensis Marlons ; Ban Jang, 
humusreicher Urwald mit Bambus, Wassernähe, 7. Nov. 1905. 

Nanina pseudoritrinoides Nev. ; Ban Bunak, 30. Nov. 
1905; nördl. Lom Sak, Prov. Petschabun, Bambusverein, 
14. Dez. 1905. 

Nanina granulosa Mlldf. ; Ban Jang, Dipterocarpaceen- 
Wald, Sandstein, 7. Nov. 1905; Nakontai, Prov. Pitsamulok, 
Dipterocarpaceen - Hügelwald, Laterit-Boden, Dez, 1905; 
nördl. Lom Sak, Prov. Petschabun, Bambusverein. 

Nanina liijalina Martens ; Ban Jang, humusreicher Ur- 
wald mit Bambus, Wassernähe und im Dipterocarpaceen- 
Wald 7. Nov. 1905. 

Nanina distinda Pfr. ; nördl. Nakonfai, Prov. Pitsa- 
nulok, Dez. 1905; Ban Bunak, 30. Nov. 1905; Petschabun, 
im Bambusverein 14. Dez, 1905; am Kau Sanarm Gebirge, 
nördlich am Nakontai, mit charakteristischen Lädierungen, 
hervorgerufen durch die alljährig eintretenden Brände im 
Diplerocarpaceen-Hügelwald, Dez. 1905; Ban Jang, Wasser- 
nähe, 7. Nov. 1905. 

Nanina cf. trochus Mühl. ; Ban Bunak, 30. Nov. 1905. 

Nanina Neptunus Pfr. ; Ban Bunak, im Walde zwischen 
d. Ortschaft und dem Sumpf der linken A'länam-Seite, 
zwischen 2 Vegetations-Zonen, vereinzelt, 30. Nov. 1905; 
Kau Yai Gebirge, nördl. v, Lom Gao, Urwald und Urge- 
birge Dez. 1905; nördl. Nakontai, Dipterocarpaceen-Wald, 
Dez, 1905; zwischen Petschabun u. Muang Lom Sak, Oam- 
busveroin und Palmwald, Dez, 1905. 



— 168 — 

Bulimiis (Amphidromus) suspectus v. Martens; zw. 
Petschabim u. Muang Lom Sak, Bambusverein 14. Dez. 
1905. 

Bulinus (Amphidromus) xiengensis Morlet ; zwischen 
Petsehabun und Muang Lom Sak, Dez. 1905. 

Bnlimus (Amphidromus) xiengensis clausus Pils. ; Ban 
Jang südl. des Gebirges, Petschabun-Provinz, humusreicher 
Urwald mit Bambusstauden, 7. Nov. 1905. 

Bulimus (Amphidromus) xiengensis tryonianus Pils; 
Ban Jang, südl. des Gebirges, Petschabun-Provinz, humus- 
reicher Urwald mit Bambusstauden, 7. Nov. 1905. 

Bulimus (Amphidromus) glaucolarynx fasciatus Mart. 
Ban Jang; südl. des Gebirges, Petschabun-Provinz, humus- 
reicher Urwald mit Bambusstauden, 7. Nov. 1905. 

Helix ytychostyla Mart.; Ban Bunak, 30. Nov. 1905; 
zwischen Petsehabun und Muang Lom Sak; Bambusverein, 
14. Dez. 1905. 

Helix sp. ; Ban Jang, humusreicher Urwald, Wasser- 
nähe, 7. Nov. 1905. 

Helix capitium Benson; Ban Bunak, 30. Nov. 1905. 

Helix var Lienhardiana cf, Lienhardiana Crosse; zw. 
Petsehabun und Muang Lom Sak, Bambusverein, 14. Dez. 
1905. 

Ausser diesen Gonchylien wurden noch verschiedene, 
andere Muscheln und Schnecken gesammelt, die sich im 
Raffles - Museum in Singapore befinden. Nicht unerwähnt 
möchte ich noch einige andere faunistische Funde von mir 
lassen, die ebenfalls der kgl. Bayrischen Akademie der 
Wissenschatten zu München übergeben wurden und deren 
Bestimmung liebenswürdigerweise Herr Prof. Dr. Doflein 
übernommen hat. 
Kröten: 

Bufo asper aus Djiong Mai, Hauptstadt der Lao-Provinz, 
Slam. 



— 169 - 

Eidechsen: 

Lionpis hellii von Djing Rai, grösste Stadt im Norden 
Siams am Mä Kok. 

Gijmnodadi/his marmoratus von Gipfel des Doi Siitap 
bei Djieng Mai, Lao-Provinz. 
Schlangen: 

Tropidonotus piscator von Djieng Dao im Norden Siams. 

Zamenis mucosus von Djieng Mai, Lao-Piovinz. 

Tropidonotus sp. (unbestimmbar, weil Kopf zerquetscht) 
vom Gipfel des Doi Sutap. 

Ambhjcephalus margaritophorus ? Kopf zerschlagen, daher 
nicht mit Sicherheit zu bestimmen ; Doi Sutap- Gipfel. 

Lactins gramineus auf halber Höhe des Doi Sutap, 
ca. 1000 Meter u. d. M. 

Jagdinteressenten seien des weiteren auf einen Artikel 
von mir in der „Oesterreichischen Forst- und Jagdzeitung" 
vom 18. März 1910 hingev/iesen mit der Ueberschrift : 
,Siamesiche Hirsche und Sumpf hirsche." Ausserdem möchte 
ich noch erwähnen, dass auf Grund meiner Feststellungen 
in Siam der Elefant zu den Haustieren zu zählen ist, da 
er mehrere Generationen hindurch in der Gefangenschaft 
Nachkommen erzeugt und, wie ja bereits zur Genüge be- 
kannt auch sonst allen Anforderungen eines Haustieres 
entspi-icht. Diese Ansicht ist jetzt von Haustierforschern 
wie E. Hahn und Hilzheimer angenommen worden. 



Verzeichnis der Oehäiiseschueckeii yoi» Basels Umgebung. 

Von 
Dr. G. B 1 1 i n g e r. 



Das Studium einer engumgrenzten Lebensgemeinschaft 
l)ietet dem wachsamen Auge manch wunderbaren Einblick 
in die Wechselfällo des Nalurgescheliens. Im Besonderen 



— 170 — 

spiegeln sich die Schicksale einer manigfaltigen und grossen 
Vergangenheit wieder in der heutigen Zusammensetzung 
des Tier- und Pflanzenbcsiandes von Basel und seiner 
nächsten Umgebung. Die wechselvolle geologische Ge- 
schichte dieses Gebietes läs?t im Verein mit topographischen 
Eigentümlichkeiten seine tiergeographische Bedeutung un- 
schwer ahnen, und es bleibt für den Zoologen eine der 
reizvollsten Aufgaben, gestützt auf reiches Detailmaterial 
eine historische Deutung des faunistischen Zustandes, wie er 
heute vor uns liegt, zu versuchen. Dabei bewegt er sich 
aber auf geheimnisvollen, mannigfach sich kreuzenden Pfaden 
und geht erschreckend leicht irre, wenn er nicht unterstützt 
wird von zuverlässiger Vorarbeit, die ihm das erforderliche 
Rüstzeug in Form genauer und ausführlicher Artverzeichnisse 
der verschiedensten Tierklassen liefert. Wer je einmal 
versucht hat, zoogeographische Probleme zu lösen, der 
weiss den Wert solcher monographischen Untersuchungen 
zu schätzen und wird es nicht für überflüssig erachten, 
wenn ich es im Folgenden unl ernehme, einem weiteren 
Leserkreis eine solche Formenliste, eben diejenige der Gastro- 
poden von Basel und Umgebung, zugänglich zu machen 

Zur Orientierung schicke ich wenige einleitende Worte 
voraus. Die Gastropodenfauna von Basels Umgebung wird 
nach gegenwärtigem Befund repräsentiert durch 139 Arten, 
von denen 99 das Land, 40 das Wasser bewohnen. Es 
dürfte ein leichtes sein, diese Zahl nach modernen Mustern 
beträchtlich zu erhöhen, ich erblicke jedoch die Aufgabe 
des Biologen weniger im Abspalten belangloser Varietäten, 
als vielmehr in der Darlegung natürlicher Zusammenhänge. 
Hierzu genügt aber ein systematisches Verzeichnis, das frei 
ist von Spielarten 2ten und 3ten Grades. 

Die faunistische Gliederung des Untersuchungsgebietes 
geht parallel mit seinem geologischen Aufbau ; demnach 
unterscheiden wir: 



— 171 — 

I. das Scholtergebiet des Rheintals; 

II. das Diluvial- und Tertiärgebiet; 

III. den Jura; 

IV. die Trias der S. W. Ecke des Schwarzwaldes mit 
einigen Juratat'eln am Rand der Rheinebene; 

V. das Urgesteingebiet des Schwarzwaldes bezw. der 
Vogesen. 

Malakozoologisch lassen sich diese Bezirke kurz folgen- 
dermassen umschreiben : 

I. Das Rheintal ist gekennzeichnet durch seinen Reich- 
tum an Wasserschnecken. Dem Gl^arakler und der Aus- 
dehnung der Wohnräume entsprechend herrschen oberhalb 
der Stadt mehr die kleineren, unterhalb derselben mehr 
die grösseren Arten vor. Faunistisch zeigt sich eine deut- 
liche Verschiedenheit zwischen den mit dem Strome corre- 
spondierenden Tümpeln östlich und den meist im Schotter 
versickernden Quellbächen westlich vom Rhein- Rhone- 
Kanal. Er selbst wirkt durch Import fremder Gestalten 
als Far.nenvermischer; der Rhein selbst tat aber ein Gleiches, 
indem er manche specifische Bergform zu Tale trägt und 
in der Ebene ansiedelt. 

II. Das tertiäre Hügelland ist arm an Mollusken. Der 
Mangel an geeigneten Strukturverhältnissen und das Vor- 
herrschen von Kultuiland sind dafür verantwortlicli zu 
machen. 

III. Der Jura zeigt dank seiner reichen Gliederung die 
schönste Entfaltung unserer Gehäuseschnecken. Wir können, 
von zoologischen Gesichtspunkten geleitet, 3 Regionen 
unterscheiden, nämlich eine Talregion, eine Berg- und 
Waldregion und eine Weiden- oder Gipfelregion. Die letz- 
tere ist wesentlich durch negative Züge charakterisiert. 

IV. Das Muschelkalkgebiet nähert sich bezüglich seiner 
Artenzalil dem Jura, ist aber viel individuenärmer; diese 



- 172 - 

Tatsache ist ebenfalls durch die eigenartigen topographischen 
Verhältnisse bedingt. 

V. Das Urgesteingebiet ermangelt infolge seiner 
mineralogischen Beschaffenheit aller kalksteten Schnecken. 
Seine Gastropodenfauna ist überhaupt sehr arm, was ich 
ausdrücklich betone, weil Geyer unlängst versucht hat, die 
chemische Zusammensetzung des Substrates als ein für die 
Verbreitung der Schnecken sehr unwesentliches Moment 
hinzustellen. Immerhin entbehrt auch dieses Gebiet nicht 
eigener Züge. 

Bei ganz vereinzelten Funden ist die Fundstelle genau 
angegeben, sonst nur in Komplexen. 

A. P u 1 m n a t a. 

Stylommatophora. 
Fam. Testacellidae 

1. Testacella haliotidea Drp. I. (aus Privatgärten in 
mehreren lebenden Exemplaren). 

2. Daudebardia (Rufina) rufa Drp. IV. 

3. „ , brevipes Drp. IV. 

Fam. Vitrinidae 

4. Vilrina (Semilimax) diaphana Drp. II. III. IV. V. 

5. , (Phenacolimax) pellucida Müll. I. II. III. IV. V 

Fam. Naninidae 

6. Euconulus fulvus Müll. I. III. IV. V. 

Fam. Zonitidae 

7. Hyalina (Hyalina) cellaria Müll. I. II. III. IV. V. 

8. „ „ glabra Stud. III. IV. V. 

9. „ , subglabra Bourg. III. 

10. , a depressa Sterki. III. 

11. , , draparnaldi Beck. I. III. IV. 

12. , (Polita) pura Aid. III. IV. 

13. , , hammonis Ström. I. II. III. IV. V. 

14. . , nitens Mich. I. II. III. IV. V. 



— 173 — 

15. Crystallus (Grystallus) crystallinus Müll. III. IV. V. 

16. „ , andreaeiO.Boellg.l.II.llI.IV. 

17. „ „ subrimatus Reinli. III. IV. V. 

18. , , diaphanus Stud. III. IV. 

19. Zonitoides nitidus Müll. I. II. III. IV. 
Farn. Punctidae 

20. Punctum pygmaeum Drp. I. III. IV. V. 

21. Sphyradium edentulum Drp. I. II. 

22. , gredleri Cless. III. 
Farn. Palulidae. 

23. Patula (Discus) rolundata Müll. I. II. III. IV. V. 

24. , , ruderata Stud. III. (Bölchenfluh) 

25. Pyramidula rupestris Drp. I. III. IV. (Juratafeln 
längs des Rheins). 

Farn. Eulotidae 

26. Eulota fruticum Müll. I. II. III. IV. 
Fam. Helicidae 

Subfam. Helicodontinae 

27. Helicodonta (Helicodonta) obvoluta Müll. I. II. III. 
IV. V. 

Subfam. Hygromiinae 

28. Hygromia (Monacha) incarnata Müll. I. II. III. IV. 



29. 


» 


(Perforatella) 


unidentata Drp. III. (Lützel. 










Vallararan) 


30. 


» 




» 


edentula Drp. I. III. 


31. 


» 


(Fruticicola) 


hispida L. I. III. IV. 


32. 


» 




« 


coelata Stud. III. (Weisscn- 
steinkette.) 


33. 


t 




» 


rufescens Penn. I. III. 


34. 


» 




» 


sericea Drp. I. II. III. IV. V. 


35. 


» 




» 


plebeja Drp. I. III. IV. 


36. 


t 




■ 


villosa Drp. I. (ange- 




schwemmt ) III. 







- 174 — 

Subfam. Carapylaeinea 

37. Arianla arbustorum L. I. IL III. IV. V. 

38. Ghilolrema lapicida L. I. III. IV. V. 

39. Isognomostoma personal um Lam. I. (Haitwald) II. 
III. IV. V. 

40. Isognomostoma holosericum Stnd. III. (St. Croise.) 
Subfam. Pentalaeniinae 

41. Helix (Cryptomphalus) aspersa Müll. I. Vereinzelt 
in Park- und Gartenanlagen. 

42. Pomalia (Pomalia) L. I. IL III. IV. V. 

43. Tachea (Tachea) nemoralis L. I. IL IIL IV. 

44. „ „ hortensis Müll. I. IIL IV. V. 

45. „ „ sylvaticaDrp.I. (angeschwemmt.) IIL 
Subfam. Xerophilinae 

46. Xeropliila (Helicella) ericetorum Müll. I. IL IIL IV. 

47. ,, „ obvia Harlm. I. (verschleppt.) 

48. „ (Candidula) candidula Stud. I. IL IIL IV. 

49. Garthusiana carthusiana Müll. I. 

50. Euomphalia slrigella Drp. I. 
Fam. Valloniidae 

51. Vallonia costata Müll. I. IL IIL IV. V. 

52. „ pulchella Müll. I. IL lil. IV. 

53. ,, excentrica Sterki-deformiertc pulchella bezw. 

costata III. 

54. „ adela West. IL III. 

55. ,, jurassica Geyer* gehört zu costata! IIL 
Fam. Ferussacidae 

56. Cochhcopa lubrica Müll. I. IL III. IV. V. 

57. Gecilioides acicula Müll. I. III. IV. 
Fam. Buliminidae 

58. Buliminus (Zebrina) dctritus Müll. I. IL IIL IV. 

59. „ (Ena) monlanus Drp. I. IIL IV. V. 

60. „ „ obscurus Müll. I. IL III. IV. V. 

61. Ghondrula (Ghondrula) tridens Müll. I. IL IIL IV. 

62. „ „ quadridensMüll.I. (KLKems.) 



- 175 - 

Fani. Pupidae 

G3. Orcula dolium Drp. I. III. IV. 

64. Pupa frumentum Drp. I. II. III. IV. 

65. „ secale Drp. I. III. IV. 

66. Modiceila avenacea Brug. III. IV. (Jurarenslor.) 

67. Pupilla muscorum L. I. II. III. IV. V. 

68. „ ciipa .Jan. IV. 

69. ,, triplicata Stud. I. (Gr. Hüningen.) III 

70. Jsthmia minutissima Hartm. I. III, IV. 

71. Vertigo (Vertigo) pusilla Miill. I. III. IV. 

72. „ (Alaea) antivertigo Drp. III. IV. 

73. „ ,, substriata Jeffr. V. (?) Maulburg 

im Wiesental. 

74. „ ,, pygmaea Drp. I. III. IV. 

75. ,, „ alpestris Aid, III. 

76. Acanthinula aculeata Müll. I. (angeschwemmt) II. 
V. (Käferholz.) 

Fam. Glausiliidae 

77. Balea perversa L. I. V. 

78. Glausilia (Clausiliastra) laminata Mont. I. IL III. IV. V. 

79. „ „ fimbriata Rssm. III. V. 

80. „ „ orthostoma Mke. III. 

81. „ (Delima) itala var. brauni Chrp. (eine Ko- 

lonie 1845 am ünt. Hanenstein entdeckt, 
fehlt seither.) 

82. „ (Alinda) plicata Drp. I. III. IV. V. 

83. „ (Kuzmicia) parvula Stud. I. II. III. IV. V. 

84. „ „ dubia Drp. I. III. IV. V. 

85. „ „ cruciata Stud. III. IV. V. 

86. ,, (Pirostoma) ventricosa Drp. I. III. 

87. „ „ lineolata Held I. II. III. IV. V. 

88. „ „ plicatulaDrp. I. II. III. IV. V. 

89. „ (Graciliaria) corynodes Held. I. III. IV, 



— 176 — 

Farn. Succineidac 

'JO. Siiccinea (Succinea) pulris L. I. II. III. IV. V. 

91. „ (Amphibina) pfeiffeii Rossm. I. III. IV. V. 

92. „ ,, elegans Risso I. III. 

93. „ (Luccna) oblonga Drp. I. II. III. IV. V. 

Basommatophora. 
1. Terrestria. 
Farn. Carychildae. 

94. Garychium minimum Müll. I. II. III. IV. V. 
mit einer auffälligen Spielart: forma inflata. V. 

die ich in der Fig. dem Typus gegenüber gestellt habe. 





2. Aquafilia. 
Fam. Linmaeidae 

95. Limnaea (Limnus) stagnalis L. I. III. 

96. „ (Gulnaria) auricularia L. I. III. 

97. „ „ ovata Drp. I. II. III. V. 

98. „ „ peregra Müll. I. II. III. IV. 

99. ,, (Limnophysa) palustris Müll, I. III. 

100. „ (Leptolimnea) glabra Müll. I. Mülhausen. 

101. „ (Fossaria) truncatula Müll. I. II. III. IV. V. 
Fam. Physidae 

102. Physa fontinalis L. I. III. IV. 

103. „ acuta Drp. I. 

104. Aplexa hypnorum L. I. 
Fam. Planorbidae. 

105. Planorbis (Goretus) corneus L. I. Fischzuchtanstalt. 

106. ,, (Tropidiscus) planorbis L. I. IV. 



— 177 — 

107. Planorbis (Tropidiscus) carinaliis Müll. I. III. 

108. ;, (Gyrorbis) vortex L. I. Ilüninger Kanal. 

109. „ „ vorticulus Troscli. I. Hüninger 

Kanal. 

110. „ „ spirorbis L. I. Leopoldshöhe. 

111. „ „ leucostoma Müll. I. III. IV. 

112. ,, (Bathyomphalus) contortus L. I. III. 

113. „ (Gyraulus) albus Müll. I. III. 

114. ,, (Armiger) nautileus L. I. III. 

115. „ (Hippentis) coniplanalus L. I. III. 

116. „ (Segmentina) nitidus Müll. I. III. 
Farn. Ancylidae 

117. Ancylus fluviatilis Müll. I. II. III. IV. V. 

118. ,, capuloides Jan. II. Leimental. 

119. „ (Acroloxus) lacustris L. I. Neudorf. 

B. Pneumonopoma. 
Farn. Acmeidae 

120. Acmc (Pupula) lineata Drp. I. III. IV. 

121. „ (Platyla) polita Hartm. III. Vailauvron. 

122. ,, ,, trigonostoma Palad. I. Neu Breisach. 
Farn. Pomaliasidae. 

123. Pomatias (Eupomatias) septemspiralis Raz. I. 111. IV. 
Fam. Cyclostomatidae 

124. Ericia elegans Müll. I. III. IV. 

C. Branchiata. 
1. Ctenobranchia. 
Fam. Paludinidae 

125. Vivipara contecta Müll. I. Fichzuchtanslalt. 

126. „ fasciata Müll. I. Mülhausen. 

127. Bythiia tentaculata L. I. III. 

128. ,, leachi Shepp. I. FischzuchtanstaU. 

129. Bythinella dunkeri Frfld. V. Schwarzvvald. Vogesen. 

130. „ compressa Frfld. IV. V. Schwarzwald. 

131. „ alta Gless. V. Bollen. Wehr. 



— 178 - 

132. Lartelia suevica Geyer var. abnobae Geyer IV. 

niederschwörstadt. 

133. ,, clessini Weinl. var. spirilla Geyer III, IV. 

Leimental. Dinkelberg. 

134. ,, häussleri Cless. mit var. Helvetica Cless. I. 

(Neuweg) III. 

Letztere Form ist für den ganzen nördlichen Jura 
charakteristisch und kann von L. sterkiana Cless. nicht ge- 
trennt werden. Auch zeicht sie mitunter eine auffallende 
Annäherung an L. clessini Weinl. (Leinental) und weist 
mit solchen Beziehungen mit jeder gewünschten Deutlich- 
keit hin auf die Mängel unserer heutigen Lartetiensystema- 
tik. Die 3 Typen, die ich hier reproduciere, können durch 
alle möglichen Uebergangsformen (ich habe mehr als 70 
davon gezeichnet) in einander übergeführt werden. 






•iM. 



Fam. Valvatidae 

135. Valvata (Gincinna) piscinalis Müll. I. III. IV. 

136. „ „ pulchella Stud. I. Schusterinscl, 

137. „ (Gyrorbis) cristata Müll. I. III. IV. 

138. Lithoglyphus naticoMes G. Pfr. I. Hüninger Kanal. 

Fam. Neritinidae 

139. Neritina (Theodoxus) fluviatilis L. I. Hüninger Kanal. 
1869 gefunden. 



— 179 — 

Formen, wie Testacella, Helix aspersa, Xerophila ob- 
via, Lithoglyphus und Nerilina sind Fremdlinge bei uns, die 
die Nordwest-Grenze der Schweiz durch passiven Transport 
erreicht haben. Sie scheinen in der Tat hier zulande noch 
nicht eingebürgert zu sein. Sicher gilt das vom Campylaea 
cingulata Stud., die ich in einem toten Exemplar in der 
Ebene von Neudorf erbeutete, sowie von Cypraea moneta 
L., die ich ziemlich tief in der Lehmerde nahe bei Hegen- 
heim fand. Auf Grund eines solchen Fundes auf praehisto- 
rische Handelsbeziehungen mit hidien zu schliessen, wie es 
im „Nachrichtsblatt" unlängst geschah, ist sehr gewagt, wenn 
man bedenkt, wie verbreitet die Kaurischnecke ganz be- 
sonders in Schulen und unter Kindern ist. Der allbekannte 
Tauschhandel, wie er unter der Jugend im Schwung ist, 
sorgt für eine ungewöhnliche Verbreitung solcher Guriosa, 
und wenn sich mein Gehäuse nicht wie dasjenige vom 
Campylaea mit einem ganz modernen Sämereitransport in 
unser Gemüseland verirrt hat, so bin ich geneigt, doch 
wenigstens eine Verschleppung durch einen ganz neuzeit- 
lichen Kommers anzunehmen. 

Die wirklich bodenständige Gastropodenfauna von 
Basels Umgebung setzt sich nach obiger Zusammenstellung 
zusammen aus 1" ubiquistischen, 2° boreal- alpinen und 
3° mediterranen, südlichen Elementen. Letztere stellen in 
der Hauptsache zugleich eine kleine Minorität postglacialer 
Einwanderer dar, während alle übrigen schon viel ältere 
Bewohner unseres nord-alpinen Bodens sind. Sie tragen 
heute die Spuren der überstandenen Eiszeit in verschiedenem 
Grade noch an sich : Viele führen eine nächtliche, halb 
subterrane Lebensweise. Bei anderen verrät das Leben auf 
dem temperirten Boden des Waldes, in Moos und Mulm, 
in Höhlen und Klüften, in Quellen und Bächen eine aus- 
gesprochene Vorliebe für niedere und konstante Tempera- 
turen. Ganz besonders laden die Wasserschnecken zur 



~ 180 ~ 

Trenimtig in euiy- und stenothcrme Arten ein. Einige 
wenige terestrische Formen endlich, ich denke an Palula 
rudcrala, Vallonia adela, Hygromia edcntula, Sphyradium 
edentulum, Vertigo alpestris, Glausilia cruciata, sind durch 
ihr Vorkommen im hohen Norden einerseits und im central- 
europäischen Hochgebirge andererseits als Glacialrelikte 
ganz besonders gekennzeichnet. 



Ueber eine Abnormität des Gehäuses der Pomatia 
pomatia L. 

Von 
Dr. med. Julius Pfeffer. 



Im Nachrichtsblatt 1904 S. 125 beschreibt Prof. Dr. 
Kobelt „eine merkwürdige Abnormität von Helix pomatia.* 
Ich gestatte mir zum besseren Verständnis des Folgenden 
seine Beschreibung zu wiederholen: , Das vollständig ausge- 
bildete, lebhaft gebänderte Exemplar von 44 mm Höhe und 
Breite hat reichlich ein Drittel seiner Mündung durch eine 
Kalkmasse geschlossen, deren Innenrand genau eine Tangente 
des unteren äusseren Mundrandes bildet. Offenbar ist aus 
irgend einem Grunde der Winterdeckel hier stehen geblieben. 
Das Tier hat dann aber den scharfen Rand mit callöser 
Masse überbaut, und so eine Barriere von beinah 5 mm 
Dicke gebildet, welche nach beiden Seiten in die deutliche, 
bräunlich fleischfarbene Lippe übergeht, in der Mitte aber 
durch eine tiefe Grube von dem Rand geschieden wird. 
Die Schnecke hat offenbar die Winterruhe mit beinah fer- 
tigem letztem Umgang, aber vor Vollendung der Innenlippe 
des Aussenrandes angetreten, und nach dem Erwachen das 
stehengebliebene Stück des Epiphragmas gleich mit der 
Lippenbildung überbaut*. 

Im Nachrichtsblatt 1907 S. 12 berichtet Caesar Boettger 
über einen ähnlichen Fall; er sagt; »Zwar ist die Mündung 



- 181 — 

nicht so viel verschlossen wie das Schlesch'sche Exemplar 
(das von Kobelt beschrieben ist, Verf.); in der Mündung 
befindet sich nur eine 5 mm breite Barre ; Diese rührt 
wahrscheinlich von einem Winterdeckel her und ist mit 
einer callösen fleischfarbenen Masse überbaut". (Bemerken 
möchte ich, dass der Ausdruck „callöse Masse" nicht cor- 
rect ist; nicht die Masse ist callös, sondern dadurch, dass 
sie Reste des Operculums überzieht, wird ein Gallus ge- 
bildet). 

Genau solche Abnormität hat Brancsik bereits im Nach- 
richtsblatt 1888 S. 1 18 erwähnte. Brancsik beschreibt hier die 
durch Massigkeit ihrer Schale ausgezeichnete Helix pomalia 
L var. lednicensis und sagt: „Noch ein anderer Umstand 
spricht für die Festigkeit der Gehäuse und für die starke 
Kalkablagerung des Tieres. Zwischen meinen gesammelten 
Stücken finde ich bei mehreren grössere oder kleinere 
Teile des Operculums (es muss Epiphragma oder Winter- 
deckel heissen, ein Gebilde, das dem Operculum in keiner 
Weise vergleichbar ist, Verf.) noch an den Gehäusen an- 
gelötet. So habe ich ein Stück, dessen Mundöffnung durch 
das halbmondförmig anhaftende Operculum-Rudiment fast 
auf zwei Drittel eingeengt ist. An einem andern zeigt sich 
im oberen \Vinkel am Lippenrande ein sichelförmiges Rudi- 
ment, an dessen verengendem Rande vorbei die Schnecke 
ihr Gehäuse weitergezogen hat". Brancsik sagt nicht, ob 
diese Rudimente der Winterdeckel mit Schalensubstanz 
überkleidet waren; man muss es aber annehmen, da sonst 
eine Weiterbildung des Gehäuses durch das Tier nicht hätte 
stattfinden können. 

Ich selbst habe im Mai 1904 im Park des alten 
Ordensschlosses zu Gilgenburg in Ostpreusen, wo unsere 
Weinbergsschnecke häufig ist, zwei Stücke mit persistieren- 
den Resten des W^interdeckels gefunden; bei einem Slück 
war last ein Drittel der Mundöffnung durch das breite, 



— 182 — 

sichelförmige, dem Unterrand anhaftende Deckelrudiment 
verschlossen ; auch hier war das Rudiment mit einem Gallus 
von Schalenmasse überkleidet, dessen Farbe man als 
schmutzig- fleischrot bezeichnen kann. Die Gehäuse waren 
entschieden von mehr als mittlerer Dicke. 

Ich habe die vorhandenen Beschreibungen wörtlich 
wiedergeben zu müssen geglaubt, weil mir diese Abnormi- 
tät einer näheren Betrachtung wert zu sein scheint. 

Es handelt sich um den kalkigen Winterdeckel der 
Pomatia pomatia L., eine nur dieser Schnecke zukommende 
Bildung. (Bei Johnston, Einleitung in die Konchjliologie 
1853, finde ich die Notiz, dass auch bei Pomatia aperta 
dieselbe Deckelbildung vorkommt. Johnston bezieht sich 
auf Da Costa, Elem. Gonchol. p. 121. Ich habe noch keine 
Stücke dieser Art lebend in Händen gehabt, kann demnach 
aus eigener Betrachtung nichts sagen und in der Literatur, 
soweit sie mir zur Verfügung steht, finde ich nichts darüber. 
Seltsamer Weise finde ich in unseren deutschen Faunen 
ebensov/enlg wie bei Westerlund eine Notiz über das Oper- 
culum bei unserer Weinbergsschnecke. Nur Kobelt gibt 
in seiner Fauna von Nassau eine mustergiltiL>e Beschreibung 
davon; für die anderen Faunisten scheint dieses ebenso 
wichtige wie interessante Gebilde nicht vorhanden zu sein.) 
Es ist ein physiologisches Product des Tieres, das jedoch 
nur eine zeitlich begrenzte Daseinsberechtigung hat, näm- 
lich während der Zeit des Winterschlafs des betreffenden 
Individuums. Persistiren Teile von ihm nach dem Erwachen 
des Tieres, so fehlt ihnen die Daseinsberechtigung, und es 
besteht dann ein pathologischer Zustand, mit welchem sich 
das Tier abfinden muss. Solche stehen gebliebenen Rudi- 
mente muss das Tier behandeln wie Fremdkörper; es 
muss sie mit Schalensubstanz überkleiden, um an ihnen 
vorbeikommen zu können, denn nur die innere Schalen- 
glasur bietet dem Tier die ihm adäquate Hülle. In wel- 



— 183 - 

eher fast abenteuerlichen Weise ein Fremdkörper auf diese 
Art unschädlich gemacht werden kann, zeigt z. B. ein Bild 
in dem Buche von Gooke (Molluscs, London 1895, S. 259 
Fig. 167). Es handelt sich um eine Helix rosacea Müll., 
welcher bei irgend einer Gelegenheit ein Grashalm in der 
Mitte des Aussenrandes eingedrungen ist, der sich dann voll- 
ständig durch den letzten Umgang zwischen Tier und 
Schale hindurch gezwängt hat. Auf dem Bilde zeigt das 
aufgebrochene Gehäuse, wie der Grashalm mit Schalen- 
substanz überkleidet ist, so dass er in einer Art von tun- 
nelartigem Gang liegt. 

Wie kann es nun kommen, dass ein Teil des Winter- 
deckels bestehen bleibt? Um diese Frage zu beantworten, 
müssen wir zuerst crörten, wie überhaupt der Winter- 
deckel zur Lösung kommt. Man nimmt im Allgemeinen 
an, dass ihn der Fuss des erwachenden Tieres abstösst 
oder zersprengt. So einfach dürfte die Sache aber wohl 
kaum sein. Der Winterdeckel hat eine völlig andere Struc- 
tur wie das Gehäuse; versucht man, ihn an einer einge- 
deckelten Schnecke abzuheben, so gelingt dies nur bei 
einiger Kraftanwendung ; kocht man die Schnecke vorher, 
so gelingt es leicht. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen 
mithin die Lösung. Der Deckel ist also nicht mechanisch 
in die Mündung eingefügt, so wie der Schlussstein eines Ge- 
wölbes, sondern er ist mit der Schale innig verbunden. Das 
kann nur der Fall sein, wenn entweder Deckel und Ge- 
häuse chemisch und bautechnisch einander gleichwertig 
sind, oder wenn sie durch ein Mittel verbunden sind, wel- 
ches der Substanz des Winterdeckels und derjenigen der 
Schale gleich nahe steht. Eine Trennung beider Teile von 
einander könnte in zweifacher Weise stattfinden: einmal 
durch eine chemische (der Begriff soll im weitestem Sinne 
genommen werden) Lösung der etwa vorhandenen Kitlsub- 
stanz, oder durch physicalischc Vorgänge, indem durch 



— 184 — 

Einwirkung von Wärme und Feuchtigkeit die Spannung 
des Gewölbes des letzten Umgangs sich ändert, so dass, 
da der anders konstruirte Winterdeckel dieser Aenderung 
nicht folgen kann, eine Trennung beider stattfinden muss. 
Betreffs des Ausdrucks „Kiltsubstanz*' möchte ich nicht 
missverstanden werden; ich verstehe darunter den Rand 
der periphersten Parthie des Opciculums, das Product des 
Mantelkragens, die sich durch ihre Dicke auch morpholo- 
gisch von den centralen Parthieen, dem Product der Mantel- 
scheibe, unterscheidet; eine gewisse Verschiedenheit auch 
in der inneren Structur anzunehmen, steht nichts im Wege. 
Bei Johnston (Einleitung in die Konchyliologie, 1853) 
finde ich auf Seite 260 folgende Darstellung der Deckel- 
lösung nach Gaspard (Zool. Journ. 1824, I, 99): „Wenn 
er (nämlich der Fuss des Tieres, Verf.) bei dem Kalkdeckel 
anlangt, so macht das Tier eine letzte Anstrengung, bricht 
und löst ihn an den Rändern ab. Indem es sofort den 
Rand des Fusses allmählig zwischen Schaale und Deckel 
einschiebt, drückt es den letzteren vollends heraus, oder 
bricht ihn entzwei. Dann kommt das Tier hervor, bewegt 
sich vorwärts, und fängt unmittelbar an zu fressen mit 
einer Begierde, welche ohne Zweifel durch ein sechs- bis 
siebenmonatliches Fasten gesteigert worden ist". Dass es 
schliesslich der Fuss des Tieres ist, der den Deckel wcg- 
slösst, ist selbstverständlich ; ich meine aber, dass er allein 
durch seine Muskelkraft kaum dazu im Stande ist, sondern 
dass noch ein anderes Moment wirksam sein muss. Die 
Darstellung beruht schwerlich auf Beobachtung, das zeigt 
auch die angebliche Begierde, mit welcher die Tiere nach 
der langen Fastenzeit fressen sollen. Die Schnecken deckein 
sich erst ein, wenn sie eine gewisse Wohlbeleibtheit er- 
reicht haben, und hiervon büssen sie während ihrer Winter- 
ruhe doch immerhin nur wenig ein. Ein Fasten besteht 
kaum, denn in der Winterruhe ruht bei ihnen der gesammle 



— 185 — 

Stoffwechsel so gut wie vollständig, und wenn wir sie als 
, Fastenspeise " verzehren, so sind sie abgesehen von der 
Leber und der Eiweissdrüss wohl ebenso feist wie bei 
ihrer Eindeckelung. Nur des Kuriosums wegen erwähne 
ich, dass, wie Gredler gelegentlich im Nachrichtsblatt er- 
zählt, die schwäbischen Schneckenbauern die eingedeckelten 
Schnecken in Hafer legen, wovon sie fetter würden. Gred- 
ler hat die Sache experimentell geprüft, und er berichtet 
an der angegebenen Stelle, dass tatsächlich in Hafer 
eingelegte eingedeckelte vorher gewogene Pomatien nrch 
einer bestimmten Zeit an Gewicht zugenommen hätten, 
während eine Kontrollporlion, die nicht in Hafer eingelegt 
war, am Gewicht verloren hätte. Ich kann nicht erkennen, 
welcher Beobachtungsfehler diesem seltsamen Ergebnis zu 
Grunde liegt. 

Um wieder zur Sache zu kommen, so meine ich, dass 
die von mir angegebene Art der Deckellösung die richtige 
ist. Nicht der Deckel löst sich, auch nicht der Fuss des 
Tieres slösst den Deckel ohne Weiteres ab, sondern zuerst 
ist es die Schale, die sich von dem Deckel ablöst, indem 
durch Einwirkung von "Wärme und Feuchtigkeit sich die 
Gewölbespannung der Mündung ändert, während sich die 
Gestalt des Deckels nicht ändern kann. Dann ergibt sich, 
dass Teile des Operculums nur dort persistiren können, wo 
die Aenderung der Gewölbespannung am geringsten ist. 
nämlich am Unterrand und an seiner Vereinigung mit dem 
Spindelrand. Dickschaligkeit des Gehäuses muss nach dieser 
Richtung hin begünstigend wirken. 

Mit der Erklärung abnormer Vorgänge, Zustände, 
Bildungen, wird es immer hapern, bevor uns nicht die 
normalen Verhältnisse vollständig klar sind. Das gilt für 
den vorliegenden Fall ebenso wie für die Erklärungsversuche 
über Scalaridenbildung, Deviationen und sonstiges. 



186 



Die fossilen Molluskeu der Hydrobienschicliteu 
von Badenheim b. Mainz. 

11. Nachtrag. 

Von 

Dr. Wilhelm W e n z - Frankfurt a. M. 



Die Hydrobienkalke von Budenheim b. Mainz haben 
seit ihrer Bearbeitung durch Boettger •) wiederum einige 
neue Formen geliefert, die ich hier kurz besprechen 
möchte im Anschluss an einige Ergänzungen zu den 
früheren Mitteihmgen Boettgers. 

Zunächst dürfte es wohl angebracht sein, noch 
einiges über die Ablagerungen selbst und über das Vor- 
kommen der einzelnen Formen zu sagen. Die Unter- 
lage der Hydrobienschichten bilden graue, fossilarme Mer- 
gelbänder mit Hydrobia ventrosa f. elongata und Tachea 
sirondica, die man zu den Corbiculaschichten ziehen nmss. 
Auf diese folgen dann die Kalkbänke mit dünnen Mergel- 
zwischenlagen und verhärteten Mergehi, die Unteren 
Hydrobienschichten mit der typischen leitenden Fauna 
(vor allem Melanopsis fritzei Thom. = callosa Sdbg., dann 
Neritina gregaria Thom.-marmorea A. Br., Congeria 
brardi Fauj., grosse Form, u. s. w.); endlich die Oberen 
Hydrobienschichten, die in erster Linie die reiche Fauna ge- 
liefert haben, ebenfalls bankige bis plattige Kalke mit 
Mergelbändern wechsellagernd. 

GelegentÜch beobachtet man, dass diese Mergel- 
bänder nach oben zu immer dunkler werden und häufig 
mit einer dünnen Braunkohleschicht (selten mehr als 
1— 2cm dick) abschliessen. Zeigt diese Entwicklung 
schon, dass es sich um Bildungen einer sumpfigen 
Uferstrecke des Beckens handelt, so wird dies durch 
die eigenartige Fauna, die diese Schichten einschliessen 

')~Nächr. Blatt 1908, p. 145 und 1909, p. 19. 



z. 


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h. 


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s. 


h. 



— 187 — 

noch weiter bestätigt. Sie setzt sich aus folgenden 
Formen zusammen: 

Patula multicostata (Thom.) 

Vallonia lepida (Rss.) 

Tachea subcarinata (Sdbg.) 

Strobilus unipliatus (Sdbg.) 

Leucochilus quadriplicatum Sdbg. 

Vertigo callosa (Rss.) var. alloeodus Sdbg. 

Carychium antiquum Sdbg. 

Limnaea minor Thom. 

Planorbis cornu Brong. v. solida Thom. 

Planorbis declivis Sdbg. 

Planorbis dealbatus Sdbg. 

Hydrobia ventrosa (Mtg.) 
Besonders interessant sind die Landmollusken. Es 
sind hygrophile Formen, die in grosser Zahl auftreten ; 
vor allem Carychium antiquum, das man zu Tausenden 
sammeln kann, und dann Vertigo callosa, die mit der 
lebenden V. antivertigo verwandt ist, ja sogar ihr Vor- 
läufer sein dürfte^). Xerophile Formen wie Torquilla, 
sucht man hier vergebens, auch Pupillen fehlen. Recht 
interessant ist, dass Tachea moguntina, die in den 
Hydrobienschichten sonst häufigste der grösseren Formen 
ebenfalls fehlt, bezw. ersetzt ist durch Tachea sub- 
soluta-subcarinata, die also auch biologisch scharf von 
ihr getrennt ist. 

Man muss wohl annehmen, dass die kleine Fauna 
an Ort und Stelle, auf den sumpfigen und wohl häufig 
infolge kleiner Schwankungen des Wasserspiegels trocken 
gelegten Randgebieten gelebt hat und nicht, wie dies 
in anderen Schichten der Fall ist, eingeschwemmt wurde, 
Dass solche Austrocknungen gelegentlich stattfanden, 

*) Boettger, Entwicklung der Pupaarten des Mittelrhein- 
gebiets in Zeit und Raum; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk 1889, p. 299. 



— 188 — 

darauf deutet auch das Vorkommen von Limiiaea minor, 
der kleinen gelippten Form, hin, auf die ich noch zu 
sprechen kommen werde, vielleicht auch die mannigfach 
wechselnden Formen der Hydrobia. Auffallend bleibt, 
dass Hyalinien und Succineen bis jetzt noch nicht be- 
obachtet worden sind und auch Cochlicopa lubricella 
äusserst selten ist. 

Durch grössere Schwankungen des Wasserspiegels 
wurden diese Ablagerungen bald von Mergeln und 
Kalken überlagert und so geschützt. Alsdann konnte 
sich der ganze Vorgang noch mehrmals wiederholen, 
so dass wir an vielen Stellen mehrere dieser Bildungen 
übereinander finden. 

An anderen Stellen wiederum findet man Algen- 
kalkmassen, die die Schichten durchsetzen und unter- 
brechen und auch eine etwas andere Fauna führen. 

Nach diesen kurzen einleitenden Bemerkungen 
möchte ich zur Aufzählung der neu bekannt gewordenen 
Formen schreiten und auch über einzelne schon be- 
kannte noch einige Beobachtungen mitteilen. 

47. Arion cf. kinkelini Wenz. ') 
Die kleinen Kalkkonkretionen, über die ich schon 
früher berichtet habe-), sind von hier nur in wenigen 
Stücken bekannt, sodass ich sie nicht von der jüngeren 
Art aus dem Obermiocän des Frankfurter Untergrundes, 
mit der sie einige Aehnüchkeit zeigen, zu trennen wage. 

48. Limax sp. 
Kalkplättchen einer Limaxart finden sich hin und 
wieder. Die vorliegenden Stücke sind klein, vielleicht 

*) Was die Literaturaiigaben betrifft, so verweise ich auf: 
Fischer u. Wenz, Verzeichnis und Revision der tertiären Land- 
und Süssw. Gastropoden des Mainzer Beckens. Neues Jahrb. 
f. Min., Geol. u. Pal Beil. Bd. 34 p. 431 ff. 

^) Fossile Arioniden im Tertiär des Mainzer Beckens. 
Nachr. Blatt d. Deutschen Malakozool. Ges. 1911, p. 171. 



— 189 — 

von jungen Tieren, sodass ich vorläufig davon absehen 
möchte, eine neue Art darauf zu gründen. 

5. Hygromia (T ri chi o p si s) emmerichi (Bttg.). 

Die systematische Steihmg dieser Form ist bereits 
durch C. Boettger richtig gestellt worden.*) Ausser 
von hier ist sie jetzt auch aus den unteren Hydrobien- 
schichten vom Gau-Algesheimer Kopf bekannt. (Coli. 
K. Fischer). 

6. K 1 i k i a j u n g i (Bttg.) 

Ueber diese Form und ihre Beziehungen zu Kl. 
osculum (Thom.) habe ich mich an anderer Stelle ein- 
gehend ausgesprochen 2), so dass ich hier nicht mehr 
darauf zurückzukommen brauche. 

Was die systematische Stellung der Gattung Klikia 
betrifft, so ist mein lieber Freund C. Boettger auf Grund 
neuerer Untersuchungen^) zu dem Ergebnis gelangt, 
dass sie zum Campylaeinenstamm und zwar in die 
Nähe von Isognomostoma gehört. Ich kann dem nur 
zustimmen und möchte hier nur eine zur Stütze dieser 
Ansicht vielleicht nicht unwichtige Beobachtung mit- 
teilen, die mir bei den vorzüglich erhaltenen Stücken 
von Kl. labiata (Klikia) von Tuchoric gelang!; eines 
derselben Hess noch ziemlich gut das (obere) Band 
erkennen und zwar an derselben Stelle, an der man 
es auch bei Isognomostoma personata findet. 

11. Galactoch ilu]s maftiacum (Stein). 
Einige Stücke, die in neuerer Zeit von Herrn 
0. Emmerich gefunden wurden, zeigen deutlich ein 



') Nachr. Blatt 1912, p. 132. 

") Gonostoma (Klikia) osciiluni Thom. und ihre Verwandten 
im mitteleuropäischen Tertiär. Kine phylogenetische Studie, 
atirb. des Massauischen Ver. für Naturk. jg. 64, 1911, p. 75. 

*) Nachr. Blatt 1912, p. 128. 



— 190 - 

Spiralband, ebenso wie man dies auch bei ihrer nahen 
Verwandten G. ehingensis v. Klein beobachten kann. 
C. Boettger, dem diese Stücke bereits vorlagen, hat 
daraus auf ihre Zugehörigkeit zum Campylaeinenstamm 
geschlossen'). Figur 1 gibt die genaue Lage des 
Bandes wieder. 




Fig. 1. 

14. S t r b i 1 u s u n i p 1 i c a t u s S d b g. 
Unter den zahlreichen Stücken, die mir jetzt von 
dieser Art vorliegen, findet sich auch 

var. sesquiplicata Sdbg., 
die durch das Hinzutreten einer zweiten sehr feinen 
Lamelle gekennzeichnet ist. Auch in den Hydrobien- 
schichten vom Hessler bei Wiesbaden finden sich beide 
Formen (C. Jooss). 

49. Vertigo (Ptychalaea) flexi de ns (Rss.) 
Diese Art, die zuerst von Tuchoric beschrieben, 
dann auch von Boettger in den Unteren Hydrobien- 
schichten vom Gau-Algesheimer Kopf (Appenheim) nach- 
gewiesen wurde, findet sich selten mit V. callosa zu- 
sammen (coli. K. Fischer und W. Wenz). Auch in den 
Hydrobienschichten des Hesslers ist sie neuerdings von 
C. Jooss nachgewiesen worden. Da mir die bisher 
bekannten Abbildungen der Form nicht charakteristisch 



>) Nachr.-BIatt d. Deutschen Malakozool. Ges.l 9)1, p. 124. 



- 191 — 

f,^enu£r erscheinen, habe ich sie noch einmal gezeichnet 
(Fig. 2). 




Fig. 2. 

50. Agardhia retusa (Sdbg.)') 
Diese Form, die bisher nur aus den Hydrobicn- 
schichten von Wiesbaden (Hessler, Erbenheimer Tälchen) 
und Mainz (Hauptstein) bekannt war, fand sich neuer- 
dings auch hier in mehreren typischen Stücken. (Coli. 
K. Fischer und W. Wenz.) 

51. 1 s t h m i a s p 1 e n d i d u 1 a (Sdbg.) 
Neben j. cryptodus (Sdbg.) kommt hier sehr 
selten auch J. spendiduia vor (Coli. K. Fischer). Sie 
findet sich im Mainzer Becken also in den Cerithien-, 
Corbicula- und Hydrobienschichten. 

52, T r i p t y c h i a (E u t r i p t y c h i a) e m m e r i c h i n. s p. 

Bei weitem die interessanteste der neu hinzukom- 
menden Formen ist eine Triptychia, die Herr 0. Em- 
merich in einem prachtvoll erhaltenen Exemplar aufge- 
funden und mir in liebenswürdiger Weise zur Be- 
schreibung anvertraut hat. 

Die Triptychien scheinen im Mainzer Becken zu 
den allergrössten Seltenheiten zu gehören. Bis jetzt 
waren hier überhaupt nur zwei Arten bekannt geworden. 

') Agardhia Gudc-^Coryna West. 



~ 192 — 

Triptychia recticosta Bttg. von Hochheini, von der bis 
heute noch kein vollkommen erhaltenes Stück vorliegt 
(das beste, dem nur die ersten Windungen fehlen in 
Coli. K. Fischer-Frankfurt a. M.) und Triptychia hassiaca 
Bttg. von Bieber b. Offenbach, von der nur das Bruch- 
stück eines Steinkernes bekannt ist. Diese grosse 
Seltenheit der Triptychien im Mainzer Becken ist um 
so auffallender, als sie an anderen Orten, wenn auch 
meist nicht gerade häufig, doch gar nicht so selten 
sind; z. B, in den schv/äbischen Süsswasserablagerungen. 

Char. Testa ventrioso-fusiformis, superne subito 
attenuata, apice modice incrassata, obtusa, basi late 
rimata. Anfractus 14 diversiformes, 3 initiales laeves 
et parum convexi, caeteri fere plani, suturis crenulatis 
disjuncti, costis transversalibus, regularibus strictis, 
aequidistantibus, bacciliformis, applanatis (38 in anfr. 
ultimo) deorsum magisque numero angustioribus et 
confertis ornati, ultimus convexior, circiter '/a omnis 
altitudinis aequans. Apertura elongata, oblique-piriformis, 
sinulo parvo, superne acuto, marginibus incrassatis, re- 
flexis, superne soluto, protracto , parum sigmoideo- 
detracto. 

Paries lamella obliqua, alta, compressa, profunde 
intrante, e supera et spirali composita; infera obliqua, 
haud usque ad marginem extensa, ad quem columellaris 
tenuior, subparallela descendit. (Fig. 3.) 

Die bauchig-spindelförmige Schale verjüngt sich 
nach oben ziemlich schnell und besitzt eine stumpfe 
nur wenig verdickte Spitze und einen breiten Nabelritz. 
Von den 14 verschieden gestalteten Umgängen sind 
die drei ersten glatt und nur wenig gewölbt, die übri- 
gen fast eben, mit etwas gekerbten Nähten und in 
gleichen Abständen mit geraden, stabförmigen, abge- 
platteten Rippen verziert. Auf den letzten Umgang 



— 193 •-- 

komnicii 38. Ueberdies bemerkt man noeli eine feinere 
Anwachsstreifung sowohl auf den Rippen als auch in 
den Zwischenräumen. Der letzte Umgang ist gewölbt 
und erreicht etwa '/a der Höhe des Gehäuses. Die 
Mündung ist in die Länge gezogen, schief-birnförmig, 
mit schwachem Sinulus und oben spitz ; die Mundränder 
sind verdickt, etwas umgeschlagen ; der obere löst sich 
in S-förmigem Bogen von dem Umgang ab. 

Die mit der Spirallamelle vereinigte schiefe 
Oberlameile setzt sich weit in das Gehäuse hinein fort. 
Die schiefe Unterlamelle tritt nicht ganz bis an den 
Mundrand heran während ihn die feinere, ihr parallel 
laufende Spindelfalte eben erreicht. 

Alt. 19,4 mm. Lat. 7,6 mm. Alt. apert. 7 mm. Lat. 
apert. 5,2 mm. 

Hab. Hydrobienschichten von Budenheim b. Mainz 
nur in 1 Stück bekannt. (Coli. 0. Emmerich.) 

Die Form gehört zu der Gruppe der recticosta- 
baccilifera '), zwischen denen sie in vieler Hinsicht 
eine Mittelstellung einnimmt. 

Das vorliegende Stück weicht zwar in Grösse und 
Form stark von beiden ab ; doch glaube ich diesem 
Umstand keine allzugrosse Bedeutung beimessen zu 
dürfen, da ich zu der Vermutung neige, dass es mög- 
licherweise ein stark verkürztes Exemplar ist, wie man 
solche nicht eben selten bei Tr. suturalis und Tr. grandis 
antrifft. Darüber können allerdings nur weitere Funde 
Aufschluss geben. 

hl der Form der Mündung steht es Tr. recticosta 
Bttg. aus dem Landschneckenkalk von Hochheim- 



'). Vgl. Boettger, Clausilienstudien. Vergleichsmaterial 
wurde mir von Herrn Dr. Drevermann aus der Sammlung des 
Senckenberg. Museums sowie von Herrn Ing. K. Fischer freund- 
lichst zur Verfügung gestellt, wofür ich beiden Herren bestens 
danke. 



— 194 — 

Flörsheim am nächsten, da bei beiden der Sinus kleiner 
ist als bei Tr. baccihfera und der untere Teil der Mün- 
dung bei beiden mehr kreisförmig erscheint als bei 




Fig. 3, 

dieser; doch scheinen hier geringe Schwankungen mög- 
lich (Bttg.) hl der Skulptur dagegen schliesst sicli unsere 
Form am engsten an Tr. baccilifera an, mit der sie die 
breiten, abgeflachten Rippen teilt, während Tr. recticosta 
schärfere Rippen aufweist. Beide Formen zeigen über- 
dies die Doppelskulptur deutlich, während sie bei Tr. 
recticosta zwar auch vorhanden, wie mir das ausge- 
zeichnet erhaltene Stück in coli. Fischer zeigt, aber 
doch nur gerade eben wahrzunehmen ist. Auch in der 
Zahl der Streifen des letzten Umganges schliesst sich 
unsere Form eng an Tr. baccilifera an: 
Tr. emmerichi 38 

— baccilifera 40 

— recticosta 45 (Bttg. 43). 

Diese drei Formen bilden eine hübsche Reihe, die 
vom Ob. Oligocän bis ins Ob. Miocän reicht. Es fin- 
det eine ganz allmähliche V^erflachung der Rippung 
statt, während die feinere Anwachsstreifung deutlicher 
hervortritt. Zu dieser Gruppe sind dann weiter auch 



— 195 — 

noch Tr. grandis und Tr. suturalis zu ziehen. Bei Tr. 
grandis tritt die grobe Skulptur noch mehr zurück zu 
Gunsten der feinen Streifung, bei der jüngsten Form, 
Tr. suturalis aus dem Ob. Miocän von Steinheim end- 
Hch ist sie ganz verschwunden und nur noch die feine 
Streifung zu erkennen. Ausserdem sind die jüngeren 
Formen im allgemeinen etwas bauchiger [und zeigen 
auch geringe Abweichungen in der Form und Grösse der 
Mündung und der Lamellen. Auf weitere Einzelheiten 
will ich hier nicht eingehen, zumal uns eine eingehende 
Monographie der Gattung Triptychia von meinem lieben 
Freunde C. H. Jooss in Aussicht steht. 

25. Carychium antiquum Sdbg. 
Diese Form, die in der Ablagerung überaus zahl- 
reich auftritt, ist hier im Vergleich zu Stücken vom 
Gau-Algesheimer Kopf meist etwas plump und unregel- 
mässig gewunden, während schlanke und ebenmässig 
gewundene Stücke hier weit seltener und nur in be- 
stimmten Schichten auftreten. 

30. L i m n a e a minor T h o m. 
Ich halte diese gelippte Limnaeenform, die ich schon 
eingangs erwähnte, nicht für eine gute Art, sondern 
für eine Trockenform. Sie tritt überall an Orten auf, 
an denen auch andere Umstände darauf hindeuten, dass 
der Strand zeitweilig trocken lag. Ähnliche gelippte 
Formen besitze ich auch noch aus anderen Schichten, 
dem Landschneckenkalk von Hochheim, sowie aus 
dem Cyrenenmergel von Sulzheim, Rhh. 

53. Planorbis p o m ph ol i cod es Sdbg. 

Diese eigenartige Form, die Sandberger zuerst 
unter dem Namen Valvata deflexa von Mainz beschrieb, 
scheint sehr selten zu sein. Hier fand sich nur ein 
Stück. (Coli. K. Fischer). 



— 196 — 

36. Melaiiopsis f ritz ei Timm. 

„ = c a 1 1 o s a S d b g. 

Tritt in den Unteren Hydrobiensehichten in grosser 
Anzahl in einer Bank auf, aber meist nicht gut erhalten 
und fehlt den höheren Schichten vollkommen. Uebcr 
ihre Bedeutung für die Gliederung der Hydrobiensehichten 
habe ich mich an anderer Stelle ausgesprochen.') 
38. Hydrobia wenzi Bttg. 
Diese gekielte Form scheint recht selten zu sein. 
Seit der Beschreibung durch Boettger habe ich in 
Budenheim nur ein einziges Exemplar gefunden. Eine 
Abbildung nach dem in meinem Besitz befindlichen 





Fig. 4. 
Originalexemplar füge ich hier bei (Fig. 4). H. wenzi 
erinnert an Formen aus dem Pliocän und deutet neben 
Planorbis cornu var. mantelli Dkr. darauf hin, dass die 
Hydrobiensehichten doch wohl jünger sind, als man in 
lezter Zeit anzunehmen geneigt war. 

Neuerdings fand ich sie übrigens in einem weiteren 
Exemplar in den Hydrobiensehichten von Hechts- 
heim Rhh. 

54. Hydrobia o b t u s a S d b g. 

Kommt sehr selten mit H. ventrosa in den tiefsten 

Hydrobiensehichten vor; ebenso wie in den tiefen 

Schichten am Hessler, wo sie Kinkelin zuerst beobachtete. 

(D. Tertiär u. Diluvialbildungen d. Untermaintales p. 207). 

^) Notizbl. des Ver. f. Erdk. u. d. Grossh. geolog. Laiides- 
amt zu Darmst. IV. H. 32. 1911. 



— (97 — 

Einige Bemerkuuseii über den Einfluss der Troclicnbeit 
dos letzten Sonuners auf die Molhiskeüfauna. 

Von 
E. Seherin er, Liibeek. 

Die Ian,f^ andauernde Trockenheit tles letzten 
Sommers ist auch für die Molluskenfauna nicht vorüber- 
gegangen, ohne Spuren zu hinterlassen. Ich berichtete 
im 4. Heft des vorigen Jahrgangs über eine Exkursion 
durch Schleswig-Holstein, wo die Beute schon infolge 
der Hitze geringer ausfiel. Noch auffälliger war aber 
das Ergebnis einer Herbstreise, die ich durch das Fichtel- 
g^birge, die fränkische Schweiz mit einem Abstecher 
nach Kehlheim, Weltenburg und den nördlichen Teil 
der schwäbischen Alb bis Urach machte. 

Fichtelgebirge. 
Im Fichtelgebirge brachte ich nur einen Tag zu. 
Meine Wanderung führte mich von Markt -Schorgast 
über Lützenreuth nach dem Oelschnitztal, Bernek 
und nach einer kurzen Bahnfahrt von Bischofsgrün über 
den Ochsenkopf nach Warmensteinach. Das Wetter 
war trübe, nachmittags regnerisch. Auf grosse Beute 
hatte ich, da das Fichtelgebirge zur Urgebirgsformation 
gehört, nicht gerechnet. Immerhin blieb das Ergebnis 
noch weit geringer, als ich gedacht hatte. Die Riesel- 
becken bei Lützenreuth wurden zunächst untersucht. 
Die höher gelegenen waren z. T. ausgetrocknet, die 
unteren waren reichlich gefüllt. Es fanden sich Gulnaria 
ovata Drap., Limnophysa palustris Müll. f. curta Cless., 
von der letzteren in den Abiaufgräben eine Hungerform, 
Tropidiscus planorbis L., Sphaerium corneum L. und 
Pisidium spec. Während die Limnaeen zahlreich vor- 
handen waren, fand ich die übrigen nur vereinzelt in 
einem ausgetrockneten Rieselbecken. Es war unmöglich, 



— 198 — 

die Schalen heil aus dem ausgebrannten Schlamme 
herauszubekommen. An den Grabenrändern sammelte 
ich Succinea putris L. und Zonitoides nitida Müll., letztere 
fand sich auch in Gesellschaft von Vallonia pulchella 
Müll, unter angefaulten Brettern, die als Stege über die 
Gräben gelegt waren. Im oberen' Oelschnitztal war 
ausser einigen der genannten nichts zu finden. In der 
Oelschnitz sammelte ich auch nur Gulnaria ovata Drap. 
Leider fand ich keine Spur von Margaritana margaritifera L. 
In Berneck hörte ich, dass diese Muschel infolge schwerer 
Ueberschwemmungskatastrophen nur noch im obersten 
Laufe der Oelschnitz vorkäme. In den Anlagen im Tale 
bei Berneck, wo ausser Fichten auch Buchen, Erlen 
und einige andere Laubbäume vorkamen, fanden sich 
Cionella lubrica Müll., Arianta arbustorum L. und 
Chilotrema lapicida L. in wenigen Stücken. Die vielen 
leeren Gehäuse unter dem Laube bezeugten, dass viele 
Tiere der Trockenheit zum Opfer gefallen waren. Tachea 
nemoralis L. fand ich nur in jungen Exemplaren. Auf 
dem Wege zum Ochsenkopf sammelte ich endlich noch 
Arion empiricorum Per., die schwarze Varietät mit rotem 
Sohlenrande und einige junge nicht zu bestimmende 
Nacktschnecken. 

Fränkische Schweiz. 
Die Route in der fränkischen Schweiz war folgende: 
Plankenfels, Nankendorf, Waischenfeld, Sophienhöhle, 
Oberailsfeld, Beringersmühle, am nächsten Tage Stempfer- 
mühle, Muggendorf, Streitberg, Ebermannstadt. Die 
Vegetation musste hier in einigen Tälern trostlos ge- 
nannt werden, so war sie von der Trockenheit mit- 
genommen, das Gras verbrannt, die Moose an den Felsen 
eingetrocknet, die Büsche versengt. Die lebenden 
Schnecken sassen in grösseren Kolonien meist an der 
Nordseite der Felsen. Die ganzen Felsspalten waren 



— 199 — 

gefüllt mit leeren Schalen von Helix-, Pupa- und Clausilia- 
arten, die von der Sonne weiss gebrannt waren. Nur 
wenige Lebende waren zwischen den Ueberresten zu 
finden. Am meisten haben die grossen Helix- 
arten gelitten, namentlich Helicogena 
poniatia L. Von diesen lagen wohl hunderte an den 
Wegrändern und im Gebüsch, das ihnen keinen Schutz 
hatte geben können, die Ueberreste der Tiere waren z, 
T. noch in den Schalen. Der Helicogena war ihre Grösse 
zum Verhängnis geworden, weil es schwerer für sie war, 
passende Verstecke zu finden. Auch Tacheaschalen 
fanden sich reichlich. Am wenigsten mochten die 
Xerophilen gelitten haben. An der Strecke Wanken- 
dorf— Plankenfels fand ich am Strassengraben in grosser 
Zahl Xerophila ericetorumMüll. und Xerophila candidula 
Stud., unter Steinen ausserdem Pupilla muscorum Müll, 
und Vallonia pulchella Müll. Leere Gehäuse fanden sich 
von den Xerophilen nur wenige, auch an anderen Fund- 
orten, sodass wohl anzunehmen ist, dass d i e s e G a 1 1 u n g 
die Trockenheit besser als ihre Verwandten 
überstanden hat. Schon Geyer hat auf die Häufig- 
keit der albinen Stücke bei den Pu paarten des 
fränkischen Juras hingewiesen. Meinen Beobachtungen 
nach haben die Albinos in den Felsspalten 
die Trockenheit besser überwunden als 
die übrigen. Die lebenden Stücke waren durchweg 
albine. Es bleibt abzuwarten, ob die nächsten Gene- 
rationen wieder in die Stammform zurückschlagen oder 
ob die an manchen Fundorten zugunsten der Albinos 
verschobenen Verhältniszahlen zwischen Stammform 
und Varität bestehen bleiben. Am Streitberg sammelte 
ich Zebrina detritus Müll. var. oblongus Bl., die nicht 
sehr häufig war. Den leeren Gehäusen nach zu ur- 
teilen, war' diese Art auch stark mitgenommen worden. 



— 200 — 

All der Nordseite des Gipfels fand ich im Mulm unter 
Grassoden in Gesellschaft von Isthmia minutissima 
Hartm. 15 Stücke der Caecilianella acicula Müll., darunter 
ein lebendes Exemplar. Alle sassen zwischen den 
Wurzeln der Gräser. — Die VVasserschnecken hatten 
im ganzen hier weniger gelitten, wenigstens die Be- 
wohner der oberen und mittleren Bachläufe. Im unteren 
Wiesental stiess ich auch auf ausgetrocknete Gräben, 
in denen noch lebend Gulnaria ovata Drap., Limno- 
physa palustris Müll. f. fusca C. Pf., Gyrorbis leucostoma 
Müll., Sphaerium corneum L., neben Carychium minimum 
Müll., Zonitoides nitida Müll, und Succinea putris L. 
lagen. Im Ailsbach fing ich Gulnaria ovata Drap., 
Ancylus fluviatilis Müll, und unterhalb des Schlosses 
Rabenstein Unio batavus Lm. An demselben Fundorte 
lagen auch leere Schalen von Anodonta cygnaea L. 
piscinalis Nilss. 

Donau stauf-Welten bürg. 
Grosse Verheerungen hat die Hitze durch 
das Fallen des Wassers unter den Mollusken 
der Donau angerichtet. In den abgeschlossenen 
Buchten bei Donaustauf steckten Hunderte von Unionen 
in dem hart gebrannten Schlamme, der weite Risse 
aufwies. Daneben lagen Lithoglyphus naticoides C. Pf., 
Sphaerien und Pisidien, Limnaeen in geringer Anzahl. 
Bei Regensburg konnte ich in zurückgebliebenen Pfützen 
im Donaubette lebende Gulnaria anricularia L. f. ampla 
Hartm., Lithoglus naticoides C. Pf. und Anodonta cygnaea 
L. f. piscinalis Nills. sammeln. Bei Kloster Weltenburg 
im Laubwalde fielen die Folgen der Trockenheit weniger 
ins Auge, obgleich auch dort namentlich von Tachea 
nemoralis L., Arianta arbustorum L., Eulota fruticum 
Müll, und Monacha incarnata Müll. Schalen genug herum- 
lagen. Leider war meine Zeit zu kurz bemessen, um 



~ 201 — 

genauer nachzuforschen. Ich suchte Pomatias septem- 
spiralis Raz, hier zu sammeln was mir auch gelang. 
Schwäbische Alb. 
Die Wanderung durch die schwäbische Alb be- 
rührte folgende Punkte : Gmünd, Hohenrechberg, Hohen- 
staufen, Göppingen. — Wiesensteig, Filsvorsprung, 
Reussenstein, Randecker Maar, Ochsenwang, Gutenberg. 
— Gutenberg, Falkensteiner Höhle, Urach. Diese Strecken 
hatte ich z. T. schon im Sommer 1910 besucht, sodass 
ich hier also Vergleiche anstellen konnte. Das Wetter 
war in einer Weise sehr günstig, es regnete mehr als 
nötig und es kamen viele Schnecken zum Vorschein, 
die sonst wohl vergeblich gesucht worden wären. Auch 
hier konnte ich feststellen, dass namentlich die 
grossen Helixarten stark gelitten hatten; 
Helicogena pomatia L., die Tacheaarten , Arianta 
arbustorum L., Monacha incarnata Müll, und Eulota 
fruticum Müll. Von Napaeus montanus Drap., die ich 
1910 am Nordabhang des Hohenstaufen sehr zahlreich 
fand, erbeutete ich trotz der günstigen Witterung erst 
nach langem Suchen zwei Exemplare. Die Xerophilen 
am Südabhange scheinen im Rückgehen begriffen zu 
sein, doch ist hier nicht die Trockenheit, sondern die 
Aufforstung die Ursache. Am Hohenstaufen traf ich 
Trichia striolata C. Pf. nicht so häufig an wie im Vor- 
jahre. Die Clausilien waren teilweise auch an Zahl 
zurückgegangen; die Bewohner der Felsen hatten mehr 
gelitten als die des Waldes, so konnte ich in den Wäldern 
auf dem Wege vom Filsursprung nach dem Reussenstein 
Clausilia laminata Mont., biplicata Mont., parvula Stud., 
cruciata Stud. und dubia Drap, in grosser Anzahl 
sammeln. Von den Pupaarten gilt dasselbe. Von den 
Bewohnern feuchter Wiesen und den an Felsen lebenden 
Tieren bekam man beim Sieben auffallend viel leere 



Gehäuse. Die Waldbewohner der Tiefebene haben 
weniger gelitten als die Schnecken in den Wäldern der 
Kalkformation, da diese weit mehr ausgetrocknet waren 
als die Gehölze meiner Heimat. Ueber die Mollusken der 
Bäche vermag ich nichts zu sagen, da während meiner 
Anwesenheit infolge der Regengüsse Wasser genug vor- 
handen war. Die Quellen im Randecker Maar hatten 
jedoch wenig Wasser, infolgedessen war auch das Suchen 
nach Lartetien hier vergeblich. Letztere konnte ich aber 
bei der Falkensteiner Höhle erbeuten. Den Fundort 
verdankte ich einer freundlichen Mitteilung des Herrn 
Mittelschullehrer D. Geyer in Stuttgart, dem ich auch 
an dieser Stelle meinen Dank sage. 



Eine nene kaukasische Clausilie. 

Clausilia lindhohni Kobalt rass. 
Gehäuse kurzgeritzt, bauchig spindelförmig, nach unten 
kaum verschmälert, dunkel bis schwärzlich hornbraun, sehr 
reichlich flecken- oder striemenartig gelb gestrichelt, stark 
glänzend. Gewinde getürmt mit spitzem Apex. Es sind 
lOV« -11 Va durch eine eingedrückte, zuweilen weissliche 
Naht geschiedene, massig gewölbte Umgänge vorhanden, 
welche einschliesslich des letzten dicht und etwas unregel- 
mässig scharf gestreift sind. Der letzte Umgang ist nicht 
zusammengediückt und hat an der Basis einen deutlichen, 
kurzen, gebogenen Kiel, welcher jederseits von einer Furche 
begrenzt wird. Die Mündung ist ziemlich breit birnförmig, 
unten gerundet und hat in der Basis eine fast bis zum 
Rande reichende, schmale Rinne. Der Mundsaum ist kurz 
gelöst, zusammenhängend, weissgelippt leicht umgeschlagen. 
Der Sinulus ist ziemlich schmal, in seinem oberen Teile 
zurückgeneigt. Die Überlamelle ragt etwas über den Rand 
vor, ist massig hoch, ziemlich tief eindringend, mit dem 



— 203 — 

inneren Ende an dem Vorende der gut entwickelten und 
sichtbaren Spirallamelle eine kurze Strecke parallel laufend. 
Die in die Mündung ziemlich stark hereinragende Unter- 
lamelle erreicht den äussersten Saum nicht, ist vor ihrem 
äusseren Ende deutlich eingeknickt und nach innen stark 
spirahg geschwungen. Von dem äusseren Ende der Unter- 
lamelle verläuft schräg über das Intermellare zum inneren 
Ende der Oberlamelle eine etwas undeutliche Falte. Die 
dunkelbraun gefärbte, vorn abgestuzte Spindellamelle ist bei 
schiefem Einblick in die Mündung sichtbar. Die kräftige, 
oben stark gekrümmte Mondfalte ist dorsal gestellt und 
erreicht die Naht nicht ; über ihr und wenig über sie nach 
innen verlängert, befindet sich die massig lange Principal- 
falte. Obere Palatalfalten fehlen, dagegen ist eine kurze, 
kräftige, untere Palatale vorhanden, v/elche wie die Principalis 
in der Mündung gut sichtbar ist. Ein Callus im Gaumen 
ist nicht vorhanden. Die Platte des Clausiliums ist ganzrandig, 
gebogen, am Rande verdickt und zugespitzt. 

Alt. 19,5—20 mm; lat. 4,8—5 mm; apert. alt. 5, 
lat. 3 mm. 

In zwei erwachsenen und einem jungen Exemplare 
auf dem Berge Salolet*) in einer Höhe von ca. 5300' im 
Buchenwald unter gestürzten Baumstämmen in Gesellschaft 
vom Clausilia hamata, Gl. litotes A. Schm. etc. von mir 
gefunden (1. VI. 1912). Ein erwachsenes Stück, davon 
mir mitgeteilt. 

Die neue Art steht der Gl. reuleauxei Bttg. nahe, ist 
aber bauchiger, dunkler gefärbt und durch das Vorhanden- 
sein einer deutlichen unteren Gaumenfalte gut unterschieden. 

Lindholm. 



*) Im Gouvernement Balum, in der Nähe der Stadt Artwin. 



— 204 — 

Eingegangene Zahlungen: 

Ehrmann, Leipzig Mk. 7.50; — Thaamund, Hilo Mk. 15.02. 

Adressen- Aendernng : ' 

Oberrealschuldirektor Dr. Schröder wohnt jetzt in München 
Tengstrasse 16. 



LBDil-, SOsswasser- nod BrockwassercoDchylieo 

von Nord-Queensland, Br. Neu-Guinea, Fiji-Inseln, New Zealand und 

Hawaii, 100 Stück in 50 Arten. Mk. 25.—. 

Lebend gesammelt, mit genauen Fundortangaben. Es befinden sich 

darunter: Chloritis Rehsei, Sphaerospira Webbi, Papnina lacteilata, 

Ganesella Weiskei, alles selbst gesammelt. 

Emil Weiske, Weida, Thür. 



Ein gut erhaltener 

= Sammlungsschrank 



zu kaufen gesucht. Offerten mit genauer Beschreibung und 
Preisangabe erbeten an p^ HeSSe, Venedig. 

Casella postale 835. 

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450 Genera und über 7000 Arten in 28—30000 Exemplaren 
umfassend, zu verkaufen. 

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Conchylien des Mainzer Becicens 

(Tertiär) nnr tadellose, genau bestimmte Stiiclte in Sammlangen 
od. n. Liste (evtl. Tausch) gibt ab: ß^ Rupp, Frankfurt a. M. 

Röderbergweg 51 n. 

Redimiert Ton Dr. W. Kobelt. — Druck von Peter Hartman n in Schwanheim a. M 
Verlag ron Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. 

Ausgegeben: 1. Oktober. 



Tiifel I. 








Nach: Bl. d.Mal Ges. 1911. 



Tat: IL 



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IVemer u Winter, Fran^^ävt '■' 



1-lb. Zonites (Archaeozonites) subverticillus (Sdbgr.) var. steinhei/nejisis 
(Jooss) ; 3:2. 2. Patula gottschicki (Jooss) ; 8:1. 3-3 a. Helicodonta 
(Helicodo7ita s. str.) mvoluta (Thomae) var. angitorta (Jooss); 4:1. 
4-4b. Strobilus subconoidetis (Jooss) ; 8:1. 5-5 a. Vallonia costatae- 
forniis (Jooss); 10:1. 6-6b. Isihmia letitilii( Miller); 10:1. 7. Vertigo 
(Ataea) aperta (Sdbgr.); 10:1. 8. Pomatias (Eupomatias) fraasi 
(Jooss); 3:1. 9. Pomatias ( Rhahdotakra ) excellens (Jooss); 3:1. 



Uns. reichen Vorräte 

in 

Land-, Snsswasser- and 
lUeereS'Concbylien 

empfehlen wir den geehrten Herren Interessenten. Pleu- 
rotoma pagoda, Gypraea decipiens etc. Ganz besonders 
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tisehen Fauna, den g-riechischen und Mittelmeer- 
inseln. Gefl. Offerten, betreff. Kauf oder Tausch 
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Deutsche 





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der früheren Jahrgänge unseres Nachrichtsblattes 

zu erleichtern, haben wir den Preis 

für beliebige einzelne Jahrgänge auf Mk. 2. — 

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„ alle 27 Jahrg. von 1881 — 1907 „ „ 45.— 
ermässigt. — Zu beziehen durch 

Moritz Diesterweg 

Verlagsbuchhandlung 
Frankf u rt a. M. 



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