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Full text of "Natur und Museum"

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Bericlit 




der 



., "A^-^X 



Senckenbergischen 
Natnrforschenden Gesellschaft 



Frankfurt am Main. 



1903. 



Mit einen) Porträt, sechs Tafeln und zwei Textfiguren, 

sowie mit dem Verzeichnis der Vorträge, Vorlesungen und praktischen Kurse 

von Oktober 1903 bis September 1904. 



Frankfurt a. M. 

Druck von Gebrüder Knauer. 



Senckenbergische Naturforscliende Gresellscliaft 



in 



Frankfurt a. M. 



Verzeichnis 



der 



Vorträge, Vorlesungen und prattisclien Kurse 



von Oktober 1903 bis September 1904. 



I. Vorlesuogeii und praktische Kurse. 

Im Winter 1903/1904. 

Prof. Dr. H. E eichenbacli: „Vergleichende A natomie der 
Wirbeltiere und des Menschen mit Berücksichtigung 
der Physiologie (Zellentheorie, Theorie der Be- 
fruchtung, Gruudzüge der Entwicklungsgeschichte, 
Skelett, Nerveusj'stem und Sinnesorgane, Organe 
der Fortpflanzung)." 

Dienstags und Freitags von 6 — ß^U Uhr. 

Beginn : Dienstag, den 3. November 1903. 

Dr. K. est reich, Privatdozent an der Universität Marburg: 
„Allgemeine Geologie (die Wirkung des Eises u. s.w.)." 
Freitags von 7'/4— 8 Fhr. 
Beginn: Freitag, den 6. November 1903. 

Prof. Dr. M. Möbius (im Auftrage des Dr. SencJienhergisehen Meüisini- 
schen Instituts): „Kryptogamenkunde, II. Teil (Flechten, 
Moose und Farne) und Fortpflanzung der Phane- 
r g a m e n " . 

Montags und Donnerstags von 6 — 6^ 4 Uhr. 
Beginn : Donnerstag, den 5. November 1903. 

Im Sommer 1904. 

Prof. Dr. H. Reichen bach: Fortsetzung der Wiutervor- 
lesungen. 

Dienstags und Freitags von ß — 6* 4 Uhr. 
Dr. F, Römer: „Anleitung zum Sammeln und Konservieren 
einheimischer Tiere (mit Exkursionen)." 
Samstags von 3 — 6 Uhr. 

Prof. Dr. M. Möbius: ,.Botauisch-mikroskopischer Übungs- 
kursus (Botanisches Praktikum)." 
Mittwochs von 3 — 6 Uhr. 

Prof. Dr. M. Möbius fini Auftrage des Dr. Sencl'enhergischen Medi- 
zinischen LiJ^tituts) : ,. Biologie der Pflanzen. IL Teil." 
Montags und Donnerstags von 6 — 6^4 Uhr. 

Prof. D. W. Schauf: „Einleitung in die Petrographie." 
Mittwochs 6 — 7 Uhr. 



IL Vorträge. 

(Wissenschaftliche Sitzuiio-eii). 



24. Oktober 1903 : 
31. Oktober 1903 : 
7. November 1903: 
21. November 1903: 
28. November 1903 : 

5. Dezember 1903 : 

19. Dezember 1903 : 

9. Januar 1904 : 
23. Januar 1904: 
30. Januar 1904 : 

6. Februar 1904 : 

20. Februar 1904: 
5. März 1904 : 

19. März 1904: 

26. März 1904: 



Im Winter 1903 1904. 

Dr. A. Jaeger, Veteriuärarzt: ,.Die Physio- 
logie der Schwimmblase der Fische." 

Oberlehrer Dr. Th. Neumann: „Gift- 
schlangen und Schlangengift." 

Prof. Dr. M. Möbius: „Die Flora des 
Süßwassers." 

Dr. F. Römer: „Die Wale der nördlichen 
Meere." 

Direktor Dr. A. Seitz: „Meine Reise nach 
den Nilghiri-Bergen in Indien." 

Prof. Dr. W. G. Kuppel: „Biologie der 
Tuberkelbazillen." 

Oberlehrer Dr. P. Sack: „Bau und Lebens- 
weise unserer einheimischen 
Fliegen." 

Prof. Dr. R. Burckhardt. Basel: „Die 
Biologie der Griechen." 

Dr. K. Vohsen: „Sprache und Natur- 
forschung." 

Baurat L. Neher: „Der Neubau der 
wissenschaftlichen Institute, ins- 
besondere des n a t u r h i s 1 r i s c h e n 
Museums, an der Viktoria-Allee." 

Fr. Winter: „Die Süßwasserfische 
Mitteleuropas und ihre Krank- 
heiten." 

Pr of . Dr . A . B r a u e r, Marburg : „ D i e A u g e u 
der Tief Seefische." 

Oberförster 0. Fleck: „Der Wald im 
W i n t e r. " 

Dr. Jul. Morgenroth, Mitglied des Instituts 
für experimentelle Therapie: „Neuere 
Forschungen über Fermente." 

Dr. A. Knoblauch: ,. F e u e r s a 1 a m a n d e r 
und Molche in der Gefauo^enschaf t." 



III. Jahresfeier. 

Sonntag, den 15. Mai 1904, Tormittags 11 Uhr 

1 111 V g e 1 s a a I e des Museums: 

Dr. F. Römer: „Die Haut der Säugetiere.^ 



Die ordentliche GeneralTersammliing findet am 
27. Februar 1904 statt. 

V e r w a 1 1 u n g s s i t z u u g e n , au Avelcheu uur die arbeitenden 
Mitglieder teilnehmen, sind in Aussicht genommen am 17. Oktober, 
14. November und 12. Dezember 1903 und am 16. Januar, 
13. Februar, 12. März, 16. April, T.Mai, 25. Juni, 13. August 
und 17. September 1904. 

Frankfurt a. M., im Oktober 1903. 

Die Direktion. 




Isaak Blum 

geb. II. April 1833 — gest. 25. April 1903 



BERICHT 



DER 

SENCKENBERUISCHENNATURFOESCHENDEN 
GESELLSCHAFT 

IN 

FRANKFURT AM MAIN, 
1908. 



Vom Juni 1902 bis Juni 1903. 



Die Direktion der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft beehrt sich hiei-mit, statuteugemäß ihren Bericht über 
das verflossene Jahr zu überreichen, 

Frankfurt a. M., im Juni 1903. 

Die Direktion: 

Dr. med. A. Knoblauch, I. Direktor. 

Dr. med. E. Roediger, II. Direktor. 

Dr. phil. J. Guide, I. Sekretär. 

Dr. phil. A. Jassoy, II. Sekretär. 




I. Teil. 



otiU 



^ne [1 



gen. 



Jahresfeier 

der 

Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 

am 17. Mai 1903. 



Im festlich geschmückten Vogelsaale des naturhistorischeu 
Museums begrüßt zunächst der I. Direktor Dr. med August 
Knoblauch die Erschienenen mit folgender Ansprache: 

H c h a n s e h n 1 i c h e V e r s a m m 1 u n g ! 

Außer unseren wissenschaftlichen und Verwaltungs- 
Sitzungen und außer der Generalversammlung pflegen wir all- 
jährlich an einem Sonntage des Mai unsere Jahresfeier 
abzuhalten Sie soll nach unseren Satzungen eine öffent- 
liche Versammlung sein, in welcher die Direktion über die 
wichtigsten Vorkommnisse in der Gesellschaft — nicht nur vor 
dem Kreise unserer Mitglieder — berichtet. Es soll die 
ganze Bürgerschaft Frankfurts Kenntnis erhalten von 
den großen Aufgaben, welche die Senckenbergische Gesellschaft 
zur Pflege und Förderung der Naturwissenschaften verfolgt, 
von den hohen Zielen, die sie sich setzt, und von den positiven 
Leistungen, die sie vollbracht hat, damit das rege Interesse an 
den Bestrebungen der Gesellschaft in immer weiteren Kreisen 
wachgerufen werde! Denn in dem freundlichen Wohl- 
wollen, in der tatkräftigen Unterstützung der 
Frankfurter Bürgerschaft liegen die starken Wur- 
zeln des Blühens und Gedeihens unserer Gesell- 
schaft. 86 Jahre hindurch ist uns diese freundliche Gesinnung 
unserer Mitbürger ununterbrochen zuteil geworden; und hier- 
für aufs wärmste zu danken, ist auch heute wieder meine 
vornehmste Pflicht. 



— 6* — 

Sodann aber geziemt es mir, im Namen der Direktion die 
glänzende Versammlung zu begrüßen, die uns die Ehre und 
Freude erweist, an dem heutigen bedeutungsvollen Feste teil- 
zunehmen. Wir freuen uns vor allem der Anwesenheit des 
Herrn Oberbürgermeisters Dr. Adickes. Er ist freilich 
kein Fremdling in unserem Kreise sondern unser Mitglied seit 
langen Jahren; heute aber begrüßen wir ihn als den Ver- 
treter unserer städtischen Behörden, deren allseitige 
Anerkennung unserer wissenschaftlichen Leistungen in den 
Sitzungen der Stadtverordneten -Versammlung vom 3. und 31. 
März d. Js. von uns mit freudiger Genugtuung und mit 
warmem Danke empfunden worden ist! Wir begrüßen ferner 
die Herren Vertreter der zahlreichen hiesigen und auswärtigen 
wissenschaftlichen Gesellschaften und des Lehr- 
körpers der Akademie für Sozial- und Handels- 
wissenschaften, mit denen enge und freundschaftliche Be- 
ziehungen zu pflegen wir allezeit bestrebt sein werden. Wir 
begrüßen nicht minder herzlich alle werten Gäste, welche 
unserer Einladung zum heutigen Feste gefolgt sind, und nicht 
zuletzt auch Sie, meine hochgeehrten Damen und Herren, die 
wir mit Stolz und Freude zu den Mitgliedern unserer Gesell- 
schaft zählen! 

Seien Sie alle h e r z 1 i c h w i 1 1 k o m m e n in dieser 
festlichen Stunde! 

Das vergangene Jahr hat uns große uiul schmerzliche 
Verluste gebracht durch den Heimgang gar vieler treuei- 
Freunde, deren Tod nach langjähriger, segensreicher Wirksam- 
keit schwer auszufüllende Lücken hinterlassen hat. 

Am 1. Oktober 1902 verstarb unser außerordentliches 
Ehrenmitglied Justizrat Dr. Paul Hertzog, der seitheiige 
Administrator der Gräflich Boseschen Stiftung. 
Mehr als 22 Jahre hat er sein Amt, zu welchem er durch das 
Vertrauen der hochherzigen Stifterin berufen war, bekleidet 
und sein vielseitiges Können, insbesondere seine praktische 
Lebenserfahrung der ihm anvertrauten Stiftung nutzbar gemacht. 
Die großen Verdienste, weiche er sich als Organisator und Ver- 
walter erworben hat, sichern ihm ein bleibendes, ehrendes An- 
denken in der Geschichte der Stiftung und in der Sencken- 
bergischen Naturforschenden Gesellschaft. 



^* 

Uud erst vor wenig Wochen, am 27. April d. Js., standen 
wir trauernd an dem Sarge eines unserer Besten, des 
Mannes, der so oft von dieser Stelle aus, auch im vergangenen 
Jahre, zu Ihnen gesprochen hat, des Oberlehrers IsaakBlum. 
35 Jahre lang ist er unser Mitglied gewesen, und nicht dem 
Namen nach, sondern mit Lust und Liebe und mit ganzem 
Herzen; seit 1870 hat er dem engeren Kreise unserer Ver- 
wal tung angehört , und für sechs zweijährige A m t s - 
Perioden hat ihn das Vertrauen unserer Mitglieder in die 
Direktion berufen, dreimal an die Spitze der Gesell- 
schaft! Und zu dieser Stellung, in welcher er in unserer 
Gesellschaft in außergewöhnlich hohem Grade segensi-eich ge- 
Avirkt hat, hat er sich aus ganz einfachen Verhältnissen empor- 
gearbeitet durch glückliche Begabung, durch eisernen Fleiß und 
eine ungewöhnliche Beharrlichkeit. Bestimmt für den Beruf 
eines Rabbi und Schriftgelehrten hat er seine Jugenderziehung 
bis zum 14. Lebensjahre in einer Talmudschule genossen, von 
deren Einrichtung er uns in seinen „Erinnerungsblättern", 
betitelt „Vor länger als einem halben Jahrhundert", 
eine Schilderung gibt, die an unser Ohr klingt wie eine Erzählung 
aus dem Mittelalter. Selbst das Lesen deutschgedruckter 
Bücher war dem Knaben verboten; aber sein Wissensdurst 
ließ sich keine Schranken ziehen; in mondhellen Nächten las 
er sie doch, oder er lief in freien Stunden in den nahen Wald, 
wo er in einem hohlen Baumstaram die verbotenen deutschen 
Bücher verborgen hatte. Und als er im Jahre 1855 nach 
Frankfurt kam, boten ihm die naturwissenschaftlichen Institute 
unserer Vaterstadt, die jedem Lernbegierigen offen stehen, der 
Physikalische Verein und unsere Gesellschaft, die 
beste Gelegenheit zur Weiterbildung und schrieben seinem 
ferneren Studien- und Lebensgang die Richtung vor. Und 
was er damals als Lernender von der Senckenbergischen 
Gesellschaft empfangen hat, er hat es ihr als Lehrender und 
Gelehrter reichlich zurückgegeben durch rastlose Arbeit im 
Dienste unserer Gesellschaft, im Dienste der exakten Wissen- 
schaften! Das Andenken eines solchen Mannes wird 
unvergessen bleiben! 

Meine hochgeehrten Damen und Herren! Über unsere 
Tätigkeit im abgelaufenen Jahr wird Ihnen nachher unser 



— 8* — 

II. Direktor Herr Dr. R o e d i g e r eingehend berichten; mir 
sei es nur gestattet, Ihnen noch kurz den Stand unserer 
Museums - Neubau - Angelegenheit darzulegen. Sie kennen 
den denkwürdigen Beschluß unserer Generalversammlung vom 
21. Februar d. Js. In Gemeinschaft mit dem Physikalischen 
Verein haben wir dem Vorschlag der Dr. S e n c k e n b e r g i s c h e n 
Stift ungsadministration, auf deren Grund und Boden 
unser Museum errichtet ist, zugestimmt, unsere wissen- 
schaftlichen Institute nach der Viktoria-Allee zu 
verlegen. Langjährige Verhandlungen zwischen unserer Ge- 
sellschaft und der Stiftungsadministration einerseits und zwischen 
dieser und dem Magistrate andererseits haben uns zu diesem 
ungemein wichtigen Beschlüsse veranlaßt. Die Errichtung 
eines Neubaues ist für uns längst zu einer brennenden 
Lebensfrage geworden. Die geführten Verhandlungen ließen 
aber immer klarer erkennen, daß sie auf dem altehrwürdigen 
Boden der Stiftung Senckenbergs, auf dem unsere Gesell- 
schaft vor 83 Jahren ein glückliches Heim gefunden hat, nicht 
möglich ist. So haben wir uns schweren Herzens ent- 
schließen müssen, von der Stelle zu scheiden, an 
der unsere Gesellschaft groß geworden ist. 

Uns, die wir berufen sind, in dieser ernsten Zeit die Ge- 
schäfte der Gesellschaft zu führen, ist es eine große Beruhigung 
gewesen, daß dieser Beschluß unserer Verwaltung von der 
G e n e r a 1 V e r s a m m 1 u n g h n e W i d e r s p r u c li g u t g eh e i ß en 
worden ist, und daß der betreffende Antrag des Magistrats 
vom 24. Februar d. Js. die prinzipielle Zustimmung 
der S t a d t V e r r d n e t e n - V e r s a m m 1 u n g gefunden hat. 
Wir glauben aus diesen zustimmenden Kundgebungen den Schluß 
ziehen zu dürfen, daß unser Entscheid der richtige ist. Möge 
er zum Segen unserer Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft gereichen! Nachdem nun dieser 
wichtige Entscheid getroffen ist, ist es unser sehnlichster Wunsch,' 
daß die schwebenden Verhandlungen zwischen der 
Stiftungsadministratiou und der Stadtgemeinde recht bald zu 
einem Abschluß führen mögen, damit wir den Grundstein zu 
unserem Neubau legen können, bevor uns die nächste Jahres- 
feier in diesen Räumen wieder zusammenführt. ! 

Inzwischen erfreuen wir uns mit stolzer Genugtuung des 



— 9* — 

wachsenden Interesses, welches der Sencken- 
bergischen Natur for seh enden Gesellschaft in allen 
Kreisen der Bürgerschaft Frankfurts entgegen- 
gebracht wird; es zeigt sich am deutlichsten in dem 
steten Ansteigen der Zahl unserer Mitglieder, 
welche z. Z. eine größere Höhe erreicht hat wie je 
zuvor! Bewahren Sie vor allem, meine hochgeehrten Damen 
und Herren, uns dieses wohlwollende Interesse: tragen Sie es 
hinaus in immer weitere Kreise; dann werden wir den neuen, 
großen Aufgaben gerecht werden können, welche die Zukunft 
an uns stellen wird! 

Mit dieser herzlichen Bitte heiße ich Sie alle nochmals 
willkommen!" 

Hierauf hält Dr. med. Otto Schnaudigel den hoch- 
interessanten, durch zahlreiche künstlerische Zeichnungen illu- 
strierten und mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Festvortrag: 

Die Sehorgane der Wirbeltiere. 

(Siehe diesen „Bericht", IL Teil, Seite 187.) 

Zum Schlüsse erstattet der II. Direktor Dr. med. E. 
Eoed iger den 

Jahresbericlit, 

H c h a n s e li n 1 i c h e Versammlung! 

Im Anschlüsse an die Mitteilungen, welche Ihnen unser 
Herr I. Direktor über die wesentlichen und wichtigsten Ereig- 
nisse in unserer Gesellschaft innerhalb des verflossenen Jahres 
gemacht hat, liegt es mir ob, weiterhin über das Wirken und 
die . Vorgänge Bericht zu erstatten. 

Beim Rückblicke auf das abgelaufene Jahr habe ich vor 
allem des schmerzlichen Verlustes zu gedenken, den unsere 
Gesellschaft durch den Heimgang zahlreicher treuer Freunde 
erlitten hat. 

In erster Linie beklagen wir aufs tiefste den Tod unserer 
arbeitenden Mitglieder Herren Oberlehrer Isaak Blum, Dr. 
Fritz Stiebe], Sanitätsrat Dr. Paul Wirsing und Prof. 



— 10* — 

Dr. Julius Ziegler. Weiterhin den unserer beitragenden 
Mitglieder Herren Wilhelm Ducca, Otto Herz, Julius 
J ei dels, Direktor K. Lämmerhirt, Dr. Eugen Lucius, 
F. W. Manu, Josef Maubach, Friedrich von Neufville- 
Siebert, Bruno Strubel!, Otto Trost, Eugen Ull- 
mann, Dr. Reinhard von den V e 1 d e n , Karl Vogt- 
herr, Wilhelm Weismann und Josef Werner. Wir 
verloren ferner durch den Tod die ewigen Mitglieder Herren 
Bern hard Dondorf und Freiherru Simon Moritz von 
Bethmann sowie unser außerordentliches Ehrenmitglied Herrn 
.Justizrat Dr. Paul Hertzog. 

Aus der Eeihe unserer korrespondierenden Mit- 
glieder haben wir 5 hervorragende Gelehrte verloren: 

Am 5. September 1902 starb in Berlin der Geheime 
Medizinalrat Dr. Rudolf Vir chow, o. Professor der Patho- 
logie und Direktor des pathologischen Instituts daselbst, ein 
Gelehrter, der von der medizinischen Wissenschaft des In- und 
Auslandes als einer ihrer größten Meister anerkannt und verehrt 
wird. Rudolf Ludwig Karl Vir chow wurde am 13. No- 
vember 1821 zu Schievelbein geboren. Er machte seine Studien 
an der militärärztlichen Bildungsanstalt der Universität Berlin, 
wurde aber wegen der besonderen Befähigung, die er zeigte, 
von der Verpflichtung zum militärärztlicheu Dienst entbunden, 
damit er sich ganz der Wissenschaft widmen könne. Er begann 
seine Wirksamkeit als Prosektor an der Berliner Charite. 1849 
berief ihn die Universität Würzburg zum Professor der patho- 
logischen Anatomie und Direktor des pathologischen Instituts. 
1856 kehrte er als ordentlicher Professor nach Berlin zurück 
und hat seit dieser Zeit ununterbrochen dem Lehrkörper der 
Berliner Universität angehört. Als Leiter des pathologischen 
Instituts und des von ihm begründeten pathologischen Museums 
hat er auf tausende von Schülern maßgebenden Einfluß aus- 
geübt und sich in den weitesten Kreisen anregend, fördernd und 
fruchtbringend erwiesen. 

Schon der Anfang der wissenschaftlichen Laufbahn 
Virchows war außerordentlich reich an Erfolgen. Er be- 
gründete zwei neue wichtige Hauptstücke der Pathologie, die 
Lehre von der Thrombose und Embolie und die Lehre von 
der sogenannten Leukaemie, einer bisher unbekannten krank- 



— 11^ — 

haften Veränderung der blutbildenden Organe und des Blutes. 
Im Verlauf dieser Forschungen nahm Virchow das Studium 
der Entzündungen auf. Dieses Studium erwies sich als ungemein 
fruchtbar. Es ist das erste Qlied in der Reihe der Arbeiten, 
deren Abschluß die Zellularpathologie bildet, unzweifelhaft die 
hervorragendste Leistung Virchows, diejenige, welche die am 
weitesten gehende Wirkung geübt hat. Die Feststellung von 
Zellterritorien als Einheiten war der erste entscheidende Schritt 
auf der neuen Bahn und schließlich konnte Virchow den 
Kernsatz erweisen, daß bei der Zellbildung vollständige Konti- 
nuität besteht. Niemals bildet sich eine Zelle aus amorpher 
Masse, vielmehr entsteht jede Zelle aus einer anderen, der 
Mutterzelle, durch Teilung dieser oder durch Knospung. Zugleich 
aber wurde Virchow der Schöpfer einer Zellularpathologie, 
denn er zeigte, daß alle krankhaften Veiänderungen zuletzt 
auf Störungen im Aufbau und in der Funktion der Zellen 
zurückgehen. Die Zellen sind die Träger nicht nur der nor- 
malen, sondern auch der krankhaften Lebensvorgänge. Der 
letzte Schritt war dann, nachdem der Aufbau des gesamten 
Organismus aus Zellen, als den Elementen, festgestellt war, 
beim Studium der Krankheiten von den Zellen auszugehen. 

Die Zellstudien leiten zu einer anderen Leistung Virchows 
hinüber, zu seiner Bearbeitung der Lehre von den Geschwülsten. 
Virchow zeigte, daß die Wucherungen im Organismus, welche 
die Geschwülste bilden, ihre Analogien in den normalen Gewebs- 
bildungen haben, ja daß sie auf dem Boden der normalen 
Gewebe als dem Ausgangspunkt erwachsen. Unter diesem 
Gesichtswinkel unternahm Virchow eine neue Grundlage der 
Lehre von den Geschwülsten. Wenn sein Geschwulstwerk 
auch ein Torso geblieben ist, der epochemachenden Bedeutung 
desselben tut dies keinen Eintrag. Die Zellenlehre und die 
Geschwulstlehre sind gewaltig auslegende und hochragende 
Säulen des Virchowschen Lehrgebäudes. So imposant sie sind, 
so darf darüber doch nicht die Fülle der Arbeiten vergessen 
werden, die Virchow sonst noch auf vielen Einzelgebieten der 
Medizin geleistet hat. Er legte den Grund zu der Lehre von der 
amyloiden Entartung, schuf mit Leuckart und Zenker die 
Lehre von der Trichinenkrankheit, lehrte Neues über die 
Bleichsucht, hellte die Lageveränderungen der weiblichen Ge- 



V'S.v^'" 



— 12* — 

schlechtsorgane auf, studierte die Tuberkulose, die Syphilis, den 
Aussatz, die Cholera, lieferte zahlreiche Beiträge zur Lehre 
von den Mißbildungen, arbeitete über Lageveränderungen der 
Bauchorgane u. a. m. Daneben war er überall bemüht, die 
wissenschaftliche Erkenntnis in das praktische Leben umzu- 
setzen. In der Staatsarzneikunde, in der Bekämpfung der 
Infektionskrankheiten und Viehseuchen, in den Fragen der 
Städtereinigung wie des Baues und der Einrichtung von 
Krankenhäusern, auf allen Gebieten der Krankheitsverhütung 
und der Gesundheitspflege hat er durch das Gewicht seiner 
Persönlichkeit vielfach entscheidend eingegriffen und sich allezeit 
als ein treuer, nie versagender und hochbewährter Ratgeber 
der berufenen Behörden erwiesen. Aus der Beschäftigung mit 
der Pathoh)gie schöpfte Virchow die Anregung, sich der 
Anthropologie zuzuwenden, der er sich im Laufe der Jahre 
immer mehr widmete. Große und kleine Aibeiten — ihre Zahl 
beläuft sich auf mehrere Hundert, die bald Haupt- und Kern- 
fragen, bald Einzelnes und Gelegentliches aus dem weiten 
Bereiche der Anthropologie und Ethnologie betreffen — sind die 
Frucht dieser Arbeit, die ausgedehnte Reisen daheim und in 
der Fremde in sich schließt. Kurz berührt seien noch zwei 
Gruppen von Studien Virchows. Er, der in der Biologie 
das genetische Moment vor allem betonte, hat ein natürliches 
Interesse für die geschichtliche Entwickeluug seiner vielen 
Disziplinen. Bei seiner eindringlichen Kenntnis war es für ihn 
ein leichtes, einer der ersten, wenn nicht der erste Medizin- 
historiker zu sein. Für Virchow war die Lehre von den 
Krankheiten zugleich die Lehre von dem Menschen. Von 
echtem und rechtem Humanismus erfüllt, wurde er der zeitlich 
erste und seiner Zeit tatkräftigste Vorkämpfer einer Richtung, 
die mau mit dem Namen soziale Medizin belegt hat. So viel- 
seitig aber auch Virchows wissenschaftliche Arbeit war, alle 
ihre Teile haben in der Medizin ihre Wurzeln. An Besonnen- 
heit und kritischem Scharfblick, so sagt der Staatsanzeiger, 
ein unvergleichlicher Forscher, unablässig tätig bis in die 
neueste Zeit, entfaltete er, dem die Wissenschaft vom Leben 
so viel verdankt, in seinem immer gleichen, der Arbeit ge- 
widmeten Handeln, zugleich die echte Lebeuskunst. Unvergessen 
ist, wie er auch die Anstrengungen der zu seinem achtzigsten 



— 13* — 

Geburtstage veranstalteten prunkvollen Feier zu überstehen 
wußte. Tragisch muß es berühren, daß er im Vollbesitz seiner 
körperlichen und geistigen Kräfte nur an den Folgen eines 
Unfalls vorzeitig sein Leben eingebüßt hat. Aber wenn die 
Wissenschaft mit der ihm engverbundeneu Familie trauernd an 
seinem Sarge steht, so darf es ein Trost sein, daß die Früchte 
seines Schaffens erhalten bleiben und der Name Rudolf 
Virchows als einer Leuchte der Wissenschaft fortleben wird 
in fernen Zeiten. 

Bereits im Jahre 1847 wurde Virchow in die Reihe der 
korrespondierenden Mitglieder unserer Gesellschaft aufgenommen, 
und bei Gelegenheit seines 50 jährigen Jubiläums wurde ihm 
die höchste Auszeichnung, die unsere Gesellschaft verleihen 
kann, die korrespondierende Ehrenmitgliedschaft, 
zuteil. 

Am 20. Februar 1903 starb in Görz Dr. phil. Karl 
Ritter von Scherzer, k. und k. außerordentlicher Gesandter 
und bevollmächtigter Minister a. D., der bedeutende Geograph 
und Forschungsreisende, im 83. Lebensjahr. Am I.Mai 1821 
in Wien geboren, konnte sich Scherz er wenig mehr als 
Volksschulbildung aneignen, aber er bildete sich aus eigner 
Kraft so energisch weiter, daß er vom Praktikanten bei der 
Staatsdruckerei in seiner Vaterstadt Wien bald zum angesehenen 
Forscher und Schriftsteller wurde. Nachdem er Reisen in 
Europa und Amerika gemacht, forderte ihn M o r i t z W a g n e r, 
der Naturforscher, der Schöpfer des Migration sgesetzes auf, 
mit ihm eine längere Studienreise zu unternehmen. Sie gingen 
1852 nach Nordamerika, wanderten von dort nach Mittelaraerika 
und durchstreiften Westindien. Eine Anerkennung für die 
Leistungen Seh er z er s auf dieser Reise war seine Berufung zur 
Mitleitung der Novara-Expedition an der Seite des 
Commodors von Wüllers torf f-Urbaireund Hochstätters. 
Die Expedition ging August 1857 zu einer Reise um die Erde 
aus und kehrte Ende August 1859 nach ihrem Ausgangshafen 
Triest zurück. Scherze r und seine Genossen brachten reiche 
Sammlungen heim und nicht weniger groß war der Ertrag von 
Einzelbeobachtungen naturwissenschaftlicher , naturkundlicher 
und wirtschaftskundlicher Art. 1866 wurde Scherz er in 
das österreichische Handelsministerium berufen. 1869 wurde 



— 14* — 

er dazu ausersehen, als Haupt einer Sonderexpedition nach 
Ostasien zu gehen, wo es damals galt, die veränderten Ver- 
hältnisse zu Abschlüssen von Handelsverträgen auszunutzen, 
die der österreichischen Industrie neue Absatzgebiete erschlossen. 
Nach der Rückkehr wurde Scherzer für den Konsulatsdienst 
gewonnen. Als Generalkonsul hat er auf verschiedenen Posten 
seinem Vaterlande namhafte Dienste geleistet. Er begann 
seine Laufbahn als Generalkonsul 1872 in Smyrna, ging 1875 
nach London, 1878 nach Leipzig und 1884 nach Genua. Von 
der Breite und Tiefe des Wissens, das sich Scherz er er- 
worben, gibt die Reihe seiner größeren Schriften Auskunft. 
Die wichtigsten sind: „Reisen in Nordamerika" (mit Wagner 
1854), „Die Republik Costa Rica" (1856), „Wanderungen durch 
die Mittelamerikanischen Freistaaten" (1857), „Aus dem Natur- 
und Völkerleben im tropischen Amerika" (1864), „Smyrna" 
(1873), „Weltindustrieen" (1880), „Das wirthschaftliche Leben 
der Völker" (1885). v. Scherzer gehörte unserer Gesellschaft 
seit 1879 als korrespondierendes Mitglied an. 

Am 10. März 1903 starb in Leipzig Julius Viktor 
Carus, Professor der Zoologie an der dortigen Universität. 
Einer bekannten Gelehrtenfamilie entstammend, war er am 
25. August 1823 in Leipzig geboren. Seine Studien machte er 
an der Universität seiner Vaterstadt durch und wurde 1846 
Hausarzt am St. Georgen-Hospital. 1849 ging er zu Kölliker 
nach Würzburg, später nach Freiburg i. B. und noch im Herbst 
desselben Jahres nahm er die ihm angetragene Stelle eines 
Konservators am vergleichend - anatomischen Museum in 
Oxford an, die ihm Gelegenheit zu einem längeren Aufent- 
halt auf den Scilly - Inseln gab , während dessen er die 
reiche Fauna des Meeres aus eigner Anschauung kennen 
lernte. Ostern 1851 kehrte er nach Leipzig zurück, habilitierte 
sich in der medizinischen Fakultät für die Disziplin der ver- 
gleichenden Anatomie, bekleidete von 1852 bis 1859 die 
Kustodenstelle der Universitätsbibliothek und erhielt 1853 die 
Professur der vergleichenden Anatomie und die Leitung der 
zootomischen Sanmdung. Im Sommer 1873 und 1874 vertrat 
Carus den mit der Expedition des Challenger ausgesandten 
Zoologen Professor Wyville Thomson an der Universität 
Edinburg. Carus entwickelte eine reiche wissenschaftliche 



— 15^ — 

Tätigkeit auf den verschiedenen Gebieten der Zoologie. Am 
bekanntesten sind sein „System der tliierischen Morphologie", 
das „Handbuch der Zoologie" und seine „Geschichte der Zoologie". 
Seit 1856 war Carus Herausgeber eines Jahresberichtes über 
die im Gebiete der Zootomie erschienenen Arbeiten, seit 1878 des 
Zoologischen Anzeigers. Zugleich war er eine Zeit lang Redakteur des 
Zoologischen Jahresberichtes, herausgegeben von der Zoologischen 
Station Neapel. Besondere Verdienste erwarb sich Carus um 
die Kenntnis der Darwiuischen Lehre durch Übersetzung von 
dessen meisten Schriften. Unserer Gesellschaft gehörte Carus 
seit 1857 als korrespondierendes Mitglied an. 

In der Nacht vom 15. auf den 16. März 1903 entschlief 
in Tiflis nach schwerem Leiden im 72. Lebensjahre der wirk- 
liche Staatsrat Dr. Gustav von Radde, Exzellenz, der in 
den weitesten Kreisen bekannte und beliebte Direktor des von 
ihm geschaffenen und mit so viel Ausdauer, Verständnis und 
Geschmack ausgestatteten Kaukasischen Museums. Er war 
einer von den jetzt immer seltener werdenden Männern, die 
ohne die vorgeschriebene höhere Schulbildung mit bewunderungs- 
würdiger Energie durch ihre natürlichen Gaben und unaus- 
gesetzte Selbstbildung Großes erreicht haben. 

In Danzig geboren, kam Radde nach Absolvierung der 
Realschule zu einem Apotheker in die Lehre, aber schon als 
21jährigen Jüngling treffen wir ihn, wie er mit ärmlichen Mitteln 
die Berge und Wälder des Südufers der Krim durchstreift, wo 
er der dortigen damals noch unbekannten Pflanzen- und Vogel- 
welt nachging. Seine Bekanntschaft mit dem Botaniker Stevens 
verschaffte ihm in St. Petersburg Beachtung, und bereits 1855 
erhielt er von der Regierung den Auftrag zur geographischen, 
naturwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erforschung Sibiriens. 
Glänzend erledigte er sich dieser Aufgabe. Im Jahre 1863 kam 
Radde in den Kaukasus, und von diesem Zeitpunkte an 
datieren seine zahh-eichen mit diesem Gebiete verknüpften Reisen 
und Arbeiten. Angeborener Sinn für das Schöne, lebhafte 
Phantasie und gewisse praktische Begabung und vor allem ein 
geradezu packender Stil, der namentlich die Landschaftsbilder 
auszeichnet, machen seine literarischen Werke zu dem besten, 
was wir überhaupt von anschaulicher geographischer Reise- 
literatur besitzen. Auch als Organisator leistete er Großes. 



— 16* — 

Zeugnis davon geben sein prächtiges, einzigartiges Kaukasisches 
Museum für Naturgeschiclite und Völkerkunde, wo Kunst und 
Natur sich die Hand reiclieu, und die Herausgabe zahlreicher 
und kostbarer Sammelwerke, für die er Forscher in der ganzen 
Welt zu interessieren wußte. Für die naturwissenschaftliche 
Erforschung Rußlands war ßadde und seine Schöpfung, das 
Kaukasische Museum, lange Jahre hindurch der geistige Mittel- 
punkt. Unserer Gesellschaft gehörte Radde seit 1888 als 
korrespondierendes Mitglied an. 

Am 19. April 1903 starb zu Wien Felix Karr er, k. 
ungarischer Rat, Volontär an der geologisch-paläontologischen 
Abteilung des Naturhistorischen Hof museums und General- 
sekretär des Wissenschaftlichen Klubs in Wien im 79. Lebensjahr. 
Er war ein Gelehrter von umfassendem Wissen, der sich besonders 
durch seine geologisch-paläontologischen Forschungen namentlich 
der Umgegend von Wien bekannt gemacht hatte. Besondere 
Verdienste hat er sich um die geologischen Untersuchungen 
der Kaiser Franz Josefs-Hochquellenleitung erworben. Mit 
unserer Gesellschaft, der er seit 1888 als korrespondierendes 
Mitglied angehörte, stand er in vielfachen wissenschaftlichen 
und freundschaftlichen Beziehungen. 

Allen Dahingeschiedenen wird die Gesellschaft ein dank- 
bares Andenken bewahren. 

Ausgetreten sind 6 Mitglieder, die Herren Generalleutnant 
von Deines, Anton Horkheimer, Emil Kopp, Adam 
Mai, Dr. phil. S.v. Prowazek und Georg Völcker. 

Die Zahl der ausgeschiedenen beitragenden Mitglieder 
beträgt im ganzen 25. 

Neu eingetreten sind dagegen im ganzen 57: 
Herr Dr. med. Hugo Apolant, 

„ Dr. med. Theodor Baer, 

„ Generalagent W. Barndt, 

„ Dr. med. August de Bary, 

„ Dr. phil. H. Becker, 

„ Prof. Dr. phil. H. Bleicher, 

„ Karl Brückmann, 

„ Dr. G. von Brüning, 

„ Paul Cahn, 

„ Dr. med. Oswald Feis, 



— 17* — 

Herr Dr. jiir. Otto Fellner, 

„ Ludwig Fischer, 

„ Karl Fischer, 

„ Oberförster Otto Fleck, 
Frau Siegmund Fleischmann, 
Herr Dr. med. Karl Gerlach, 

„ F. von Goldammer, 

„ Dr. med. F. Grand homme, 

„ Stadt -Gartendirektor Karl Heicke, 

„ Philipp Herz-Mills, 
Frau Elise Horstmann, 
Herr Adolf Hütteubach, 

„ CarloJoos, 

„ Karl Jung, 

„ Dr. med. Heinrich Kayser, 

„ Karl Kotzenberg, 

„ Paul Kullmann, 

„ Gilbert Leisewitz, 

„ Dr. phil. Karl Lismann, 
Fräulein Rose Livingstone, 
Herr W. Heinrich Lotichius, 
Freiherr Adolf von Mayer, 
Herr Oberregierungsrat Dr. P. Meyer, 

„ Dr. jur. B. Mettenheimer, 

„ Dr. med. J. G. Möuckeberg, 

„ Dr. med. Julius Morgenroth, 

„ Berginspektor Karl Müller, 

„ Wilhelm Nestle, 

„ G. Hermann Passavant, 

„ Dr. med. E. Petersen, 

„ Hütteningenieur Paul Prior, 

„ Robert Reh, 

„ Dr. med. Eduard Reiß, 

„ Hermann Ritter, 

„ Prof. Dr. R u p p e 1 , 

„ Dr. med. Hans Sachs, 

„ Ernst Scharff, 

„ Gustav Schiller, 

„ Prof. Dr. med. Th. Schott, 



— 18* — 

Herr Dr. K. Shiga, 
„ Karl Fiedrich Stiebel, 

Fräulein Julie Velde, Oberlelirerin, 

Frau Gräfin Dr. phil. Gabriele von Wartensleben, 

Herr Wilhelm Daniel Weis mann, 
„ Georg Weiß, 
„ Felix Werner, 

Fräulein Dr. med. Elisabeth Winter halt er. 

Die Zahl der beitragenden Mitglieder beträgt somit 543. 

Zu arbeitenden Mitgliedern wurden ernannnt die Herren: 
Dr. med. Karl Ger lach, Direktor E r n s t Franck, Stabsarzt 
Prof. Dr. Ernst Marx, Walter Melber, Dr. Plus Sack 
und Dr. med. Otto Schnaudigel. 

In dieEeihe der ewigen Mitglieder wurden aufgenommen: 
Bankdirektor Artur G winner in Berlin, Justizrat Dr. Paul 
Hertzog, Moritz von Metzler, Georg Speyer und 
Prof. Dr. Julius Ziegler. Die Zahl der ewigen Mitglieder 
beträgt demnach zurzeit 91. 

Zu korrespondierenden Mitgliedern wurden ernannt 
die Herren: 

Geheimer Bergrat Prof. Dr. Franz Bey schlag in Berlin, 

Geheimer Bergrat K. Schmeiß er in Berlin, 

Prof. Dr. Th. Boveri in Würzburg, 

Dr. J. G. de Man in Jerseke, 

Karl Weidmann, Königlicher Torf Verwalter in Karo- 
linenhorst, 

Dr. Karl estreich, Privatdozent in Marburg, 

Paul Preiß, Geometer in Ludwigshafen, 

Dr. Fritz Schaudinn, Privatdozent an der Universität 
Berlin, zurzeit in Roviguo, Zoologische Station. 

Die Zahl der korrespondierenden Mitglieder beträgt nun- 
mehr 174. 

Aus der Direktion hatten Ende 1902 statutengemäß aus- 
zuscheiden der I. Direktor Herr Oberlehrer Isaak Blum und 
der I. Schriftführer Herr Dr. med. E. Hergenhahn. An 
ihre Stelle traten für die nächsten zwei Jahre Herr Dr. med. 
August Knoblauch und Herr Dr. phil. Johann Guide. 

Die diesjährige Generalversammlung fand am 21. Februar 
statt. Dieselbe war von 114 Mitgliedern besucht. Die Ver- 



— 19* — 

Sammlung genehmigte ohne Widerspruch die geplante Ver- 
legung des Museums und der Bibliothek nach der 
Vi k 1 r i a - A 1 1 e e. Dem Antrag der Revisionskommission 
entsprechend genehmigte sie die Rechnungsablage für das 
Jahr 1902 und erteilte dem ersten Kassierer Herrn AI hard 
Andrea e Entlastung. Ferner genehmigte sie den Voranschlag 
der Einnahmen und Ausgaben für 1903 und wählte an Stelle 
der aus der Revisionskommission ausscheidenden Herren Dr. jur. 
PaulRoediger und Walter vom Rath die Herren Stadtrat 
Anton Meyer und Wilhelm Stock. 

Von unseren Publikationen sind im Berichtsjahre er- 
schienen : 
I. Abhandlungen: 

1. Band XX, Heft 4. L. Edinger: Untersuchungen über 
die vergleichende Anatomie des Gehirns V, Untersuchungen 
über das Vorderhirn der Vögel. Mit 7 Tafeln und 11 Text- 
abbildungen. 

2. Band XXV, Heft 3 und 4. Willy Kükenthal: Ergeb- 
nisse einer zoologischen Forschungsreise in den Molukken 
und Borneo. II. Teil: Wissenschaftliche Reiseergebnisse. 
Mit 37 Tafeln, 2 Textflguren und 1 Kartenskizze. 

3. Band XXVII, Heft 1. A. Voeltzkow: Wissenschaftliche 
Ergebnisse der Reisen in Madagaskar und Ostafrika. 
Band III, Heft 1. Ludwig Döderlein: Die Korallen- 
gattung Fungia, mit 25 Tafeln. 

Die beiden letzten Hefte des 25. Bandes unserer Abhand- 
lungen bilden den Schluß des Werkes, in dem die wissenschaft- 
lichen Ergebnisse der von Prof. Küken thai auf Kosten der 
Rüppellstiftung unternommenen Reisen niedergelegt sind. Das 
Werk umfaßt 2563 Seiten Text, enthält 156 Tafeln, 5 Karten 
und 14 Textfiguren. Die Drucklegung des Werkes und Her- 
stellung der Tafeln erforderte eine Ausgabe von 40,700 Mark. 
Die Überwachung der Herstellung dieser bedeutenden Publi- 
kation lag in den Händen der Kommission für die Rüppellstiftung, 
welche sich, und namenthch ihr Vorsitzender Herr Oberlehrer 
J. Blum, um die vortreffliche Ausführung besondere Verdienste 
erworben hat. 

Ferner erschien soeben, von unserem Bibliothekar Herrn 
J. P. Thorn verfaßt, ein Katalog der periodischen 

2* 



- 20* — 

Schriften der Senckenbergischen Bibliothek, der in 
202 Seiten die auf unserer Bibliothek am 1. Januar 1903 vor- 
handenen sämtlichen Zeitschriften der an jener beteiligten 
Vereine enthält. Der Katalog wird die Benutzung unserer 
Bibliothek wesentlich erleichtern und unseren Dozenten und 
Mitgliedern ein willkommenes Nachschlagewerk sein. 
II. Bericht für 1902, im Herbst vorigen Jahres veröffent- 
licht. Er enthält außer den geschäftlichen Mitteilungen und 
den Protokollen der wissenschaftlichen Sitzungen folgende 
Arbeiten: 

1. Prof. Dr. F. Richters: Beiträge zur Kenntnis der Fauna 
der Umgegend von Frankfurt am Main. 1. Fortsetzung 
mit 2 Tafeln und 4 Textfiguren. 

2. Prof. Dr. F. Richters: Neue Moosbewohner. 

3. Friedrich Maurer: Der Quarzit von Neuweilnau, mit 
4 Tafeln. 

4. Dr. Johann Guide: Die Dorsaldrüsen der Larven der 
Hemiptera - Heteroptera , mit 2 Tafeln. 

5. Prof. Dr. F. Kinkelin: Die Entwickeluug der Pflanzen- 
welt, besprochen an Hand der neueren Erwerbungen 
pflanzlicher Fossilien. 

6. Carlo Freiherr von Erlanger: Zoogeographie und 
Ornithologie von Abyssinien, den Galla- und Somaliländern, 
mit 1 Karte. 

7. Prof. Dr. E. Marx: Über Nahrungsmittelgifte. 

Im Winter 1902/1903 wurden 11 wissenschaftliche Sitzungen 
abgehalten. 

Es hielten Vorträge: 

1 . Herr Prof. Dr. M. M ö b i u s : Über parasitische Blütenpflanzen. 

2. Herr Prof. Dr. L. E ding er: Das Vogelgehirn. 

3. Herr Oberlehrer Dr. M. Levy: Über die Reizbewegungen 
der Pflanzen. 

4. Herr Dr. F. Blum: Intraglanduläre Entgiftung oder innere 
Sekretion? 

5. Durch die Herren Sektionäre wurde eine Erläuterung der 
Ausstellung hervorragender Neuerwerbungen und Geschenke 
gegeben, 

6. Herr Geheimrat Prof. Dr. J. W. Spengel aus Gießen 
Schwimmblase, Lunge und Kiemen. 



— 21* — 

7. Herr Dr. F. Schaeff er- Stuckert: Die heutigen An- 
schauungen über die Entstehung der Zahncaries. 

8. Herr Dr. 0. Kohnstamm aus Königstein: Intelligenz 
und Anpassung. 

9. Herr Dr. F. Römer: Bericht über eine Sammelreise nach 
dem adriatischen Meere (mit Ausstellung der gesammelten 
Tiere). 

10. Festsitzung zur Erteilung des Tiedemannpreises. 

11. Ausstellung der Schneckensammlung des Herrn Konsul 
Dr. 0. V. Moelleudorff und der Schmetterlingssammlung 
des verstorbenen Herrn F. W. Mann, erläutert durch die 
Herren Dr. W. Kobelt, Professor Dr. 0. Boettger und 
Hoirat Dr. B. Hagen. 

Vorlesungen wurden gehalten im Winter 1902/1903: 

1. Von Herrn Professor Dr. H. Reichen bach: Die niederen 
Tiere (Urtiere, Pflanzentire, Würmer und Stachelhäuter). 

2. Von Herrn Professor Dr. W. Sc häuf: Über Vulkanismus. 

3. Von Herrn Professor Dr. M. Möbius (im Auftrage des 
Dr. Senckenbergischen Medizinischen Institutes): Krypto- 
gameukunde I. Teil (Algen und Pilze). 

Im Sommer 1903: 

1. Herr Professor Dr. H. Reichen bach: Die niederen Tiere, 
Fortsetzung (Weichtiere). 

2. Herr Professor Dr. F. K i n k e 1 i n : Geologie von Südwest- 
deutschland mit Exkursionen. 

3. Herr Professor Dr. M. Möbius (im Auftrage des Dr. 
Senckenbergischen Medizinischen Institutes): Biologie der 
Pflanzen, I. Teil. 

4. Herr Dr. F. Römer: Zootomisch-mikroskopischer Übungs- 
kursus. 

Die Vorlesungen der Dozenten hatten sich einer außer- 
gewöhnlich regen Teilnahme zu erfreuen, so war z. B. die Vor- 
lesung über Zoologie von 68 Hörern besucht. In dem zoologischen 
Kursus, deren Teilnehmer sich leider mit einem verhältnismäßig 
kleinen Räume behelfen müssen, waren sämtliche verfügbare 
Arbeitsplätze — 13 an der Zahl — besetzt. 

Die wissenschaftlichen Sitzungen fanden in gewohnter Weise 
in den Wintermonaten nahezu regelmäßig alle vierzehn Tage vor 
einem ansehnlichen Kreise von Zuhörern statt. 



— 22* — 

Sehr lebhaft warder Besuch des naturhistorischen 
Museums, besonders an den Sonntagen. 

Am 23. Mai 1902 folgten die in Gießen tagenden Mitglieder 
der Deutschen Zoologischen Gesellschaft einer Einladung zur 
Besichtigung des Museums und im September nahm eine Anzahl 
Lehrer der Naturwissenschaften an den höheren Schulen Deutsch- 
lands, die zu einem Ferienkurse des Physikalischen Vereins hier 
weilten, unter sachkundiger Führung die Sammlungen in Augen- 
schein. Auch zahlreiche Vereine und Schulen in Begleitung der 
Lehrer haben das Museum besucht. 

Die Sektionäre waren unablässig mit der Ordnung und 
wissenschaftlichen Verwertung der Sammlungen bemüht; die 
Konservatoren waren weiterhin in der Herstellung von Säuge- 
tiergruppen und in der Vervollständigung der Lokalsaramlung 
tätig. Um namentlich die fehlenden oder in mangelhaften 
Exemplaren vorhandenen Seetiere in schönen Schaustücken zu 
erhalten, unternahm Kustos Dr. Fritz Römer auf Kosten der 
von Reinach -Stiftung eine siebenwöchentliche Reise an die 
dalmatinische Küste, nach Rovigno und Triest. Herr Dr. Römer 
hat seine reiche und interessante Ausbeute in der wissenschaft- 
lichen Sitzung am 28. Februar d. Js. vorgelegt. 

Sehr rege war der Verkehr mit auswärtigen Gesellschaften 
und einzelnen Gelehrten, auch wurden die Sammlungen des 
Museums vielfach von Spezialforschern benützt. 

In einen Schriftenaustausch ist unsere Gesellschaft 
mit folgenden Vereinen getreten : 

Es erhalten den Bericht: 
der Verein der Ärzte in Steiermark in Graz; 
Le Conservatoire et jardin Botanique in Genf; 
The public Museum of the City of Milwaukee; 
Istituto geologico in Mexiko; 
L'Institut Egyptien in Kairo; 
das kaiserliche Gouvernement von Deutsch-Ostafrika in Dar-es- 

Salam ; 
das Ministerio de Agricultura Casa do Gobierno, Buenos Aires. 

Abhandlungen und Bericht erhält: 
die k. k. Universitätsbibliothek in Innsbruck. 

Der Ti ed em an n- Preis, für die ausgezeichnetste Arbeit 
aus dem Gebiete der vergleichenden Anatomie und Physiologie, 



— 23* — 

welche innerhalb eines Zeitraumes von vier Jahren von einem 
deutschen Forscher veröffentlicht wurde, kam am 10. März zum 
achten Male zur Verteilung. Die Preiskommission, bestehend aus 
den Herren Professoren Ed in ger, Lepsius, Möbius, Reichen- 
bach und Weigert, erkannte den Preis Herrn Dr. Fritz 
S c h a u d i n n , Privatdozenten an der Universität Berlin, zurzeit in 
Rovigno zu, für seine Untersuchungen über den Generations- 
wechsel bei Coccidien. 

Eine Pensionierungs Ordnung für die Beamten des 
Museums wurde im Dezember vorigen Jahres von der Verwaltung 
endgültig geregelt. Eine Festsetzung der Gehaltsverhältnisse 
für die Beamten liegt augenblicklich zur Bearbeitung vor. 

Als Administrator der Bosestiftung ist an Stelle des ver- 
storbenen Herrn Justizrat Dr. Hertzog Herr Dr. jur. Alexander 
Berg getreten. 

Auch in dem vergangenen Jahre sind uns von Freunden 
und Gönnern zahlreiche und wertvolle Geschenke für das 
Museum zu teil geworden, welche des genaueren in den Berichten 
der Herren Sektionäre beschrieben werden. Ein hervorragendes 
Stück, ein japanischer Riesenkrebs, bildet neben anderen 
bemerkenswerten Geschenken eine Zierde der kleinen Schau- 
stellung, welche hier vorgelegt ist. 

Unser verstorbenes arbeitendes Mitglied Herr Professor 
Dr. Julius Ziegler hat außer einem Legat von 5000 Mark 
der Gesellschaft seinen gesamten naturwissenschaftlichen Nachlaß 
an Büchern, Sammlungen und eigenhändigen Aufzeichnungen 
vermacht. 

Unser verehrtes Mitglied Herr Major a. D. Professor Dr. von 
Hey den hat in hochherziger Weise seine großartige und wert- 
volle Fachbibliothek der Gesellschaft zum Geschenk gemacht. 

Wir erhielten ferner für unsere Bibliothek wertvolle Zu- 
wendungen von Herrn Heinrich Seh äff er. 

Die Witwe unseres verstorbenen korrespondierenden Mit- 
gliedes Professor Dr. Born in Breslau schenkte uns aus seinem 
Nachlaß 1692 Broschüren wissenschaftlichen Inhaltes. 

Von einigen Gönnern wurden uns dieser Tage 30 Medaillen 
geschenkt, die zur Erinnerung verstorbener korrespondierender 
Mitglieder unserer Gesellschaft geprägt sind, und welche von 
jenen bei einer jüngsten Versteigerung erworben worden waren. 



— 24* — 

Den herzlichsten Dank spricht die Gesellschaft allen Gebern 
und Freunden aus für das, was sie im vergangenen Jahre unserer 
Gesellschaft erwiesen haben, und in erhöhtem Maße bitten wir 
sie auch fernerhin uns beizustehen. Die kommenden Jahre 
bringen uns durch den Neubau große Ausgaben, und der Ankauf 
der berühmten von Moellendorff sehen und Mann scheu 
Sammlungen, deren Erwerb für unsere Gesellschaft in der 
wissenschaftlichen Sitzung vom 21. März d. Js. von berufener 
Seite als eine dringend notwendige Pflicht erklärt wurde, um 
die hier vorhandenen reichhaltigen Bestände zu einer einzig da- 
stehenden Vollständigkeit zu bringen, stellen an uns Aufgaben, 
die wir nur mit der bewährten opferwilligen Hilfe unserer 
Bürgerschaft zu erfüllen vermögen. 



— 25* — 



Auszuo^ ans dem Bericht 



'ö 



über die ordentliclie Generalversammlung 

vom 21. Februar 1903. 



Zu dem wichtigsten Punkt der Tagesordnung, Verlegung 
des Naturhistorisclieu Museums und der Sen c ken - 
bergischen Bibliothek nach der Viktoria - Allee, 
führte der Vorsitzende Dr. August Knoblauch etwa folgen- 
des aus: 

„Durch unseren letzten „Bericht" sind Sie über den Stand 
der Museumsneubaufrage bis in die letzten Tage des Mai 
V. J. unterrichtet. Sie kennen den Inhalt unserer Denkschrift, 
die wir damals an die Stadtverordneten -Versammlung gerichtet 
haben. Wir hatten in derselben gebeten, den Magistrat um 
schleunige Vorlage zu ersuchen, wodurch der Administration 
der Dr. Senckenbergischen Stiftung die Verlegung des 
Bürgerhospitals nach der Außenstadt ermöglicht und zugleich 
unserer Gesellschaft und dem Physikalischen Vereine Gelegen- 
heit gegeben werde, die geplanten Neubauten auf dem Grund 
und Boden der Stiftung in AngriS zu nehmen. Wir können 
mit großer Genugtuung und der Empfindung warmen Dankes 
konstatieren, daß unsere Denkschrift eine äußerst wohl- 
wollende Aufnahme bei der Stadtverordneten-Ver- 
sammlung gefunden hat. Die Verhandlungen aber, Avelche 
im Laufe des letzten Sommers zwischen dem Magistrate und 
der Stiftungs- Administration geführt worden sind, ließen immer 
klarer erkennen, daß die Aufführung unserer Neubauten auf 
dem gegenwärtigen Grundstück der Stiftung mit den eigent- 
lichen Stiftungszwecken unvereinbar sei, insofern selbst bei 
einer Verlegung des Hospitals nach der Außeustadt die Mög- 
lichkeit einer gedeihlichen Fortentwicklung des Medizinischen 



— 26* — 

Instituts nicht gegeben gewesen, vielmehr der Botanische 
Garten durch die enge Bebauung des Stiftungsgeländes dem 
Untergange preisgegeben worden und keine Mittel zu dem 
notwendigen Ausbau des Pathologisch - anatomischen 
Instituts vorhanden gewesen wären. 

Bei dieser Sachlage ist die Stiftungs- Administration im 
Herbst v. J. dem Gedanken der Veräußerung ihres wert- 
vollen Grundstückes und einer Verlegung sämtlicher Stif- 
tungsinstitute, sowie unseres Museums und des Physikalischen 
Vereinshauses nach der Außeustadt nähergetreten. Sie hat 
schon am 3. September v. J. in dieser Angelegenheit mit der 
Verwaltung unserer Gesellschaft und mit dem Vorstand des 
Physikalischen Vereins Fühlung genommen ; begreiflicher Weise 
ist aber ihr Vorschlag zunächst einer sehr lebhaften Opposition 
begegnet. Einmütig wurde von der Natur for sc hen den 
Gesellschaft und vom Physikalischen Verein das 
durch die geschichtliche Entwickelung der Dr. 
Senckenbergischen Stiftung und ihrer Tochter- 
institute gegebene Gelände am Eschenheimer 
Turm für den weitaus geeignetsten Platz zur Er- 
richtung wissenschaftlicher Anstalten erklärt, wie 
es auch schon in unserer Denkschrift an die Stadtverordneten- 
Versammlung geschehen war. Zugleich wurde die be- 
rechtigte Besorgnis ausgesprochen, daß eine Ver- 
legung des Museums, der Bibliothek und des Physi- 
kalisch-chemischen Instituts nach der jetzigen 
Peripherie der westlichen Außenstadt zu einer 
schweren und langen Übergangszeit führen werde, 
in welcher das Interesse unserer Mitglieder an unsei-en idealen 
Bestrebungen erkalten, der Besuch des Museums und nament- 
lich der regelmäßigen Vorlesungen, der wissenschaftlichen 
Sitzungen und praktischen Kurse erschwert sein und somit 
eine der Hauptaufgaben der beiden Vereine, unsere Lehrtätig- 
keit, gefährdet werden könnte. Schließlich schien die Verwirk- 
lichung des Vorhabens der Administration aus pekuniären 
Gründen ausgeschlossen. Wohl waren im Laufe der letzten 
sechs Jahre der Naturforschenden Gesellschaft durch hoch- 
herzige Schenkungen aus ihrem Kreise in dankenswerter Weise 
die Mittel zur Aufführung des dringend notwendigen Er- 



— 27* — 

weiterimgsbaues zur Verfügung gestellt worden; aber zur Er- 
richtung eines vollständigen Museumsneubaues von ausreichen- 
der Größe bedurfte es nach vorläufiger Berechnung einer Summe 
von 1200000 Mark, zum Betrieb des neuen Museums eines 
jährlichen Mehraufwandes von schätzungsweise 10000 Mark, 
kurzum eines Kapitals, welches die Gesellschaft in absehbarer 
Zeit durch freiwillige Beiträge aufzubringen sich gänzlich außer 
Stande sah. 

Ganz ähnlich war die Lage des Physikalischen 
Vereins, der sich bezüglich der Verlegung der Institute mit 
der Naturforschenden Gesellschaft solidarisch erklärte, und auch 
die Stiftungs- Administration konnte sich diesen gewichtigen 
Bedenken ihrer Tochteriustitute nicht verschließen. 

Trotzdem traten beide Vereine in eine gewissenhafte Be- 
ratung des Vorschlags der Administration ein, welche der 
großen Wichtigkeit der Sache und der Verantwortlichkeit des 
Entscheides entspracli. Die Stiftungs- Administration ihrerseits 
liat in loyaler Weise von vornherein erklärt, nur im vollen 
Einverständnis mit den Vereinen ihren Entschluß fassen zu 
wollen. 

Die eingehenden Verhandlungen, die wir nun im Laufe 
der letzten fünf Monate über die Verlegung unseres Museums 
und der Bibliothek mit der Stiftungs- Administration gepflogen 
liaben, haben in den letzten Wochen zu einem neuen Vorschlag 
geführt, welchen uns die Administration in einem Schreiben 
vom 5. d. Mts. unterbreitet hat. Sie bietet uns einen 
Bauplatz von mindestens 6000 Quadratmeter auf 
dem für die Errichtung der wissenschaftlichen 
Institute in Aussicht genommenen Gelände an der 
Viktoria-Allee an und außerdem ein Kapital von 
800000 Mark als Entschädigung für die Räumung 
unseres jetzigen Museums und als Zuschuß zu den 
Kosten eines Neubaues und der Einrichtung des- 
selben und will selbst die Errichtung eines Biblio- 
thekgebäudes auf dem gleichen Grundstück über- 
nehmen. 

An dieses Anerbieten der Administration ist keine be- 
sondere Bedingung geknüpft. -Die durch unsere Statuten 
festgelegt enunabän der liehen Grundgesetze, welche 




— 28* — 

die Sicherung unseres Gesellschafts-Eigentums be- 
treffen und unser Verhältnis zu der Dr. Sencken- 
bergischen Stiftungs- Administration bestimmen, 
bleiben also unberührt. 

Eine Kommission von fünfzehn Mitgliedern, welche die 
Verwaltung mit der Vorberatung der Neubauangelegenheiten 
beauftragt hat, hat auch dieses neue Anerbieten der Administra- 
tion aufs gewissenhafteste und eingehendste geprüft und in 
einer Sitzung am 12. d. Mts. beschlossen, der Verwaltung die 
Zustimmung zu der Verlegung des Museums, vorbehaltlich der 
Zustimmung der Generalversammlung, zu empfehlen. 

Die Sachlage war durch die vorausgegangenen Beratungen 
in der Kommission und in der Verwaltung während der letzten 
Monate hinreichend geklärt. Unser Museum ist, wie Sie alle 
aus eigener Anschauung wissen, schon seit Jahren bis auf das 
letzte verfügbare Eckchen überfüllt; die fernere Erhaltung 
unserer z. T. unersetzlichen Sammlungen ist ernstlich gefährdet; 
die wissenschaftliche Tätigkeit unserer Sektionäre und Beamten 
ist aufs äußerste erschwert. Die Errichtung eines Neu- 
baues ist für uns zu einer brennenden Lebensfrage 
geworden. Sie ist aber auf dem altehrwürdigen Boden 
der Stiftung Senckenbergs, auf dem unsere Gesellschaft vor 
83 Jahren ein glückliches Heim gefunden hat, nicht möglich. 
Es ist begreiflich, daß wir mit schwerem Herzen von der Stelle 
scheiden werden, an der unsere Gesellschaft groß geworden ist. 
Aber wir müssen voran! Nur wenige Jahre in den über- 
füllten Räumen unseres alten Hauses und es wird ein Stillstand 
in der Entwicklung unserer Gesellschaft eintreten müssen, ein 
Stillstand, der gleichbedeutend wäre mit ihrem Niedergang! 

So empfinden wir es besonders dankbar, daß die Stiftungs- 
Administration durch die in Aussicht gestellte unentgeltliche 
Überlassung des Bauplatzes im Wert von etwa V2 Million Mark 
und durch die hochherzige Schenkung von 800000 Mark wenig- 
stens die pekuniären Lasten, die eine Verlegung des Museums 
mit sich bringen wird, zum großen Teil von unsern Schultern 
nehmen will! Zum großen Teil; denn die Durchführung des 
neuen Projektes wird ein Kapital erfordern, Avelches durch 
unseren jetzigen Baufonds und durch die großartige Schenkung 
der Administration noch nicht erreicht ist. Deshalb können 



— 29* — 

wir nur dann an die Verlegung unseres Museums herantreten, 
wenn wir Ihrer Zustimmung gewiß sind und der Sympathien 
der ganzen Bürgerschaft Frankfurts, von welchen 
unsere Natur forsch ende Gesellschaft jetzt fast neun 
Jahrzehnte hindurch getragen ist! Nur in dem Falle 
Ihrer einmütigen Zustimmung können wir die schwere Verant- 
wortung des Entscheides tragen und voll Vertrauen in die 
Zukunft blicken! 

Aber noch ein anderer Gesichtspunkt ist für unseren Ent- 
schluß maßgebend gewesen. Wenn das geplante Übereinkommen 
zwischen der Stiftungs-Administration und dem Magistrate die 
Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung findet, und 
wenn sich der Verkauf des jetzigen Stiftungsgrundstückes in der 
Weise vollzieht, wie die Administration es hofft, werden Millionen 
flüssig, welche die Administration lediglich zur Neuerrichtung 
ihres Hospitals und Pfründnerhauses und ihres Medizinischen 
Institutes zu verwenden beabsichtigt. Ein reichdotiertes 
Botanisches Institut soll in der Nähe des Palmen- 
gartens erstehen, eine ebeusoreich dotierte Patho- 
logische Anatomie am städtischen Krankenhause. 
Wer möchte die Verantwortung übernehmen, sich der Durch- 
führung dieser weitgehenden Pläne entgegenzustellen, welche 
hoffentlich das ganze wissenschaftliche Leben unserer Vaterstadt 
zu neuer Blüte bringen wird ! Unsere Vorfahren haben es uns 
durch § 2 der Statuten unserer Gesellschaft zur Pflicht gemacht, 
um das Andenken Senckenbergs „des ersten Stifters 
einer naturwissenschaftlichen Anstalt in dieser 
Stadt" zu ehren, die Zwecke seines Instituts nach Möglichkeit 
zu fördern! Wer wollte sich dieser Pflicht in der jetzigen 
Stunde der Entscheidung entziehen? 

So hat denn die Verwaltung der Sencken- 
bergischen Natur for seh enden Ges ellschaft in ihrer 
Sitzung vom 14. d. Mts. beschlossen, in die von der 
Administration der Stiftung vorgeschlagene Ver- 
legung des Museums und der Bibliothek nach der 
Viktoria-Allee einzuwilligen. Aber bei der außer- 
ordentlich großen Verantwortung des Entscheids, der uns nicht 
leicht geworden ist, hält es die Vei'waltung für notwendig, die 
wichtige Angelegenheit auch Ihnen zu unterbreiten mit der 



- 30* — 

Bitte, die Generalversammlung wolle dem getroffenen Entscheid 
ihre Zustimmung geben!" 

An diese Ausführungen des Voristzenden, welche mit 
wachsender Spannung entgegengenommen wurden, schloß sich 
eine Diskussion nicht an. Nur Geh. Med. -Rat Prof. Dr. Schmidt- 
M et zier betonte unter Hinweis auf die Unmöglichkeit der 
Durchführung des seitherigen Bauprojektes, daß der Verlegung 
des Museums nach der Viktoria-Allee unbedingt der Vorzug 
vor dem augenblicklichen, auf die Dauer unhaltbaren Zustande 
zu geben sei und sprach die Ansicht aus, daß die gefürchteten 
Nachteile einer Verlegung der wissenschaftlichen Institute nach 
der Außenstadt überschätzt würden, und daß das rege 
Interesse, welches die ganze Bürgerschaft der 
Natur for seh enden Gesellschaft und ihrem Museum 
entgegenbringt, sich auch in Zukunft nicht ver- 
mindern werde. 

Schließlich wurde die Verlegung des Naturhistorischen 
Museums und der Senckenbergischen Bibliothek ohne Widerspruch 
und mit großer Stimmenmehrheit beschlossen. 



31^ 



Verteilung der Ämter im Jalire 1903. 



Direktion. 

Dr. med. A. Knoblauch, I. Direktor. 1 A. Andreae-von Gnmelius, Kassier. 

Dr. med. E. Roedig-er, II. Direktor. } Generalkonsul Stadtrat A. von 

Dr. phil. J. (xulde, I. Sekretär. | Metzler, Kassier. 

Dr. phil. A. Jassoy, II. Sekretär. Dr. jur. F. Ber^, Konsulent. 



Revisious-Kommission. 



J. Scharfif, Vorsitzender. 
R. Nestle, 
(x. Minoprio. 



W. Rohiner. 
Stadtrat A. Meyer. 
W. Stock. 



Abgeordneter für die Revision der vereinigten Bibliotiieken. 
A. Weis. 

Abgeordn. für die Kommission der vereinigten Bibliotheken. 
Prof. Dr. H. Reichenbach. 

Bücher-Kommission. 

Prof. Dr. H. Relcheubach, A. von Reiuach. 

Vorsitzender. Prof. Dr. M. Möbiiis. 

Prof. Dr. W. Schauf. | Dr. F. Römer. 

Redaktion für die Abhandlungen. 

D. F. HeynemauD, Vorsitzender. i Prof. Dr. Th. Petersen. 
Prof. Dr. L. von Heyden. j Dr. F. Römer. 

Prof. Dr. 0. Boett^er. | 

Redaktion für den Bericht. 

Dr, med. A. Knoblauch, Vorsitzender. 
Dr. med. E. Roediger. 
Dr. phil. J. Grulde. 



Bau-Kommission. 
Dr. med. A. Knoblauch, Vorsitzender. ! R. de Nenf ville. 
A. Andreae-von Grrunelius. 
Prof. Dr. L. von Heyden. 
D. F. Heyuemanu. 



A. von Reiuach. 

Dr. med. E. Roediger. 



— 32* — 

Dozenten. 

j Prof. Dr. H. Reicheubach 

^^ '1 ^°<i DJ"- f. Römer. 

Botanik Prof. Dr. M. Möbias. 

Mineralogie Prof. Dr. W. Schauf. 

Geologie und Paläontologie Prof. Dr. F. Kiukelin. 

Bibliothekare. 
Dr. Fr. G. Schweuck. 
Prof. Dr. M. Möbius. 
Ph. Thorn. 

Kustos. 

(Verwaltet zugleich diejenigen Abteilungen der zoologischen Sammlung, denen 
ein Sektionär zurzeit nicht vorsteht.) 
Dr. phil. F. Römer. 

Sektionäre. 

Vergleichende Anatomie und Skelette .... Prof. Dr. H. Reicheubach. 

Säugetiere Dr. W. Kobelt. 

Vögel R. de Neufville. 

Reptilien und Batrachier Prof. Dr. 0. Boettger. 

Fi.sche vacat. 

Arthropoden mit Ausschluß der Lcpidopteren ( Prof. Dr. L. von Heyden, 
und Krustaceen JA. Weis und Dr. J. Guide. 

Lepidopteren Hofrat Dr. B. llagen. 

Krustaceen Prof. Dr. F. Richters. 

[ 1). F. Heyuemaini, Dr. W. 

Mollusken Kübelt und Dr.' 0. Fr. von 

l Moellendorff. 

Wirbellose Tiere mit Ausschluß der Arthro- 
poden und Mollusken Prof, Dr. H. Reicheubach. 

Botanik . Prof. Dr. M. Möbius. 

Mineralogie Prof. Dr. W. Schauf. 

Geologie Prof. Dr. F. Kinkelin. 

^, ,.. , , . f Prof. Dr. 0. Boettger und 

Paläontologie J ° 

* \ Prof. Dr. F. Kiukelin. 

Museums-Kommission. 
Die Sektionäre und der II. Direktor. 



Konservatoren. Handwerker. 

Adam Koch. i Christian Falilberg. 

August Koch. 



Lehrling. 
Hermann Franz. 



— 33' 



Verzeichnis der Mitglieder 

der 

Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. 



I. Stifter. 

Becker, Johannes, Stiftsgärtner am Dr. Senckenbergischen med. Institut. 1817. 
t 24. November 1833. 

*v. Bethmauu, Simon Moritz, Staatsrat. 1818. f 28. Dezember 1826. 

Böguer, Joh. Wilh. Jos., Dr. med., Mineralog (1817 zweiter Sekretär). 1817. 
t 16. Juni 1868. 

Bloss, Joh. (ieor^, Glasermeister, Entomolog. 1817. f 29. Februar 1820. 

Buch, Joh. Jak. Kasimir, Dr. med. und phil., Mineralog. 1817. f 13. März 1851. 

Cretzsclimar, Phil. Jak., Dr. med., Lehrer der Anatomie am Dr. Sencken- 
bergischen med. Institut, Lehrer der Zoologie von 1826 bis Ende 1844, 
Physikus und Administrator der Dr. Senckenbergischen Stiftung (1817 
zweiter Direktor). 1817. f 4. Mai 1845. 

*Ehrmann, Joh. Christian, Dr. med., Medizinalrat. 1818. f 13. August 1827. 

Fritz, Joh. Christoph, Schneidermeister, Entomolog. 1817. f 21. August 1835. 

*Freyreiss, Georg Wilh., Prof. der Zoologie in Rio Janeiro. 1818. f I.April 1825. 

*v. Gerning-, Joh. Isaak, Geheimrat, Entomolog. 1818. f 21. Februar 1837. 

*Grunelius, Joachim Andreas, Bankier. 1818. f 7. Dezember 1852. 

von Heyden, Karl Heinr. Georg, Dr. pbil., Oberleutnant, nachmals Schöff und 
Bürgermeister, Entomolog (1817 erster Sekretär). 1817. f 7. Jan. 1866. 

Helm, Joh. Frledr. Ant., Verwalter der adeligen uralten Gesellschaft des 
Hauses Frauenstein, Konchyliolog. 1817. f 5. März 1829. 

*Jassoy, Ludw. Daniel, Dr. jur. 1818. f 5. Oktober 1831. 

Kloss, Joh. Georg Burkhard Franz, Dr. med., Medizinalrat, Prof. 1818. 
t 10. Februar 1854. 

*Löhrl, Johann Konrad Kaspar, Dr. med., Geheimrat, Stabsarzt. 1818. 
t 2. September 1828. 

*Metzler, Friedr., Bankier, Geheimer Kommerzienrat. 1818. f 11. März 1825. 

Meyer, Bernhard, Dr. med., Hofrat, Ornitholog. 1817. f 1- Januar 1836. 

Miltenberg, Wilh. Adolf, Dr. phil., Prof., Mineralog. 1817. f 31. Mai 1824. 

*Melber, Joh. Georg David, Dr. med. 1818. f H- August 1824. 



Anmerkung: Die 1818 eingetretenen Herren, welche nachträglich 
unter die Reihe der Stifter aufgenommen wurden, sind mit * bezeichnet. 



— 34* — 

Neeflf, Christian Ernst, Dr. med., Prof., Lehrer der Botanik, Stifts- und Hospi- 
talarzt am Dr. Senclienbergischen Bürgerhospital. 1817. f 15. Juli 1849. 

Neuburg, Joli. Oeorg-, Dr. med., Administrator der Dr.Senckenbergischen Stiftung, 
Mineralog und Ornitholog (1817 erster Direktor). 1817. f 25. Mai 1830. 

de Neufville, Mathias Wilh., Dr. med. 1817. f 31. Juli 1812. 

Renss, Job. Wilh., Hospitalmeister am Dr. Senckenbergischen Bürgerhospital. 
1817. t 21. Oktober 1848. 

♦Riippell, Wilh. Peter Eduard Simon, Dr. med., Zoolog und Mineralog. 1818. 
t 10. Dezember 1884. 

*v. Soemmerring', Samuel Thomas, Dr. med., Geheimrat, Professor. 1818. 
t 2. März 1830. 

Stein, Joh. Kaspar, Apotheker, Botaniker. 1817. f 16. April 1834. 

Stiebel, Salomo Friedrich, Dr. med.. Geheimer Hofrat, Zoolog. 1817. 
t 20. Mai 1868. 

*Varrentrapp, Joh. Konr., Dr. med., Prof., Physikus und Administrator der 
Dr.Senckenbergischen Stiftung. 1818. f 11. März 1860. 

Völcker, Georg Adolf, Handelsmann, Entomolog. 1817. f 19. Juli 1826. 

*Wenzel, Heinr. Karl, Dr. med., Geheimrat, Prof., Direktor der Primatischen 
medizinisch-chiurgischen Spezialschule. 1818. f 18. Oktober 1827. 

*v. Wiescnhütten, Heinrich Karl, Freiherr, Königl. bayr. Oberstleutnant, 
Mineralog. 1818. f 8. November 1826. 



II. Ewige Mitglieder.*) 

Ewige Mitglieder sind solche, die, anstatt den gewöhn- 
lichen Beitrag jährlich zu entrichten, es vorgezogen haben, der 
Gesellschaft ein Kapital zu schenken oder zu vermachen, dessen 
Zinsen dem Jahresbeitrag mindestens gleichkommen, 
mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß dieses Kapital ver- 
zinslich angelegt werden müsse und nur ein Zinsenertrag zur 
Vermehrung und Unterhaltung der Sammlungen verwendet 
werden dürfe. Die den Namen beigedruckten Jahreszahlen be- 
zeichnen die Zeit der Schenkung oder des Vermächtnisses. Die 
Namen sämtlicher ewigen Mitglieder sind auf Mar- 
mortafeln im Museumsgebäude bleibend verzeichnet. 
Hr. Simon Moritz v.Bethmanu. 1827. Hr. Georg- Melchior Mylius. 1844. 
, Georg Heinr. Schwendel. 1828. „ Baron Amschel Mayer v. Roth- 
„ Joh. Friedr. Aut. Helm. 1829. Schild. 1845. 

„ Georg Ludwig- Gontard. 1830. „ Joh. Georg Schmidborn. 1845. 
Frau Susanna Elisabeth Bethmaun- | „ Johann Daniel Souchay. 1845. 
Holweg. 1831. I „ Alexander t. Bethmann. 1846. 

Hr. Heinrich Mylius sen. 1844. „ Heinr. v. Bethmaun. 1846. 



*) II— VI nach dem Mitgliederbestand am Jahresfeste, 17. Mai 1903. 



35* 



Hr. Dr. jur. Rat Fr. Schlosser. 1847. 

„ Stephau v. Ciuaita. 1847. 

„ H. L. Döbel in Batavia. 1847. 

„ G. H. Hanck-Steeg. 1848. 

„ Dr. J. J. K. Buch. 1851. 

„ Ct. V. St. George. 1853. 

„ J. A. Grunellus. 1853, 

„ P. F. Chr. Kroger. 1854. 

„ Alexander Gontard. 1854. 

„ M. Frhr. v. Bethmaiin. 1854. 

„ Dr. Eduard Ruppell. 1857. 

„ Dr. Th. Ad. Jak. Em. Müller. 
1858. 

„ Julius Nestle. 1860 

„ Eduard Fiuger. 1860. 

„ Dr. jur Eduard Souchay. 1862. 

„ J. N. Gräffeudeich. 1864. 

„ E. F. K. Büttner. 1865. 

„ K. F. Krepp. 1866. 

„ Jonas Mylius. 1866. 

„ Konstantin Fellner. 1867. 

„ Dr. Hermann v. Meyer. 1869. 

„ W. D. Soemmerring. 1871. 

„ J. G. H. Petsch. 1871. 

„ Bernhard Dondorf. 1872. 

„ Friedrich Karl Rücker. 1874. 

„ Dr. Friedrich Hesseuberg-. 1875. 

„ Ferdinand Lauriu. 1876. 

„ Jakob Bernhard Rikoff. 1878. 

„ Joh. Heinr. Roth. 1878. 

„ J. Ph. Nikol. Manskopf. 1878. 

„ Jean Noe du Fay. 1878. 

„ Gg. Friedr. Metzler. 1878. 
FrauLouiseWilhelmine Emilie Gräfin 
Böse, geb. Gräfin v. Reichen- 
bacli-Lessonitz. 1880. 
Hr. Karl August Graf Böse. 1880. 

„ Gust. Ad. de Neufville. 1881. 

„ Adolf Metzler. 1883. 

„ Joh. Friedr. Koch. 1883. 

„ Joh. Wilh. Roose. 1884. 

„ Adolf Soemmerring. 1886. 



Hr. Jacques Reiss. 1887. 

„ *Albert von Reinach. 1889. 

„ Wilhelm Metzler. 1890. 

, *Albert von Metzler. 1891. 

„ L. S. Moritz Frhr. v. Bethmann. 
1891. 

„ Victor Moessinger. 1891. 

, Dr. Ph. Jak. Cretzschmar. 1891. 

„ Theodor Erckel. 1891. 

„ Georg Albert Keyl. 1891. 

„ Michael Hey. 1892. 

„ Dr. Otto Ponflck. 1892. 

, Prof Dr. Gg. H. v. Meyer. 1892. 

„ Fritz Neumüller. 1893. 

„ Th. K. Soemmerring. 1894. 

„ Dr. med. P. H. Pfefferkorn. 1896. 

„ Baron L. A. v. Löwenstein. 1896. 

„ Louis Bernus. 1896. 
Frau Ad. von Brüning. 1896. 

Hr. Friedr. Jaenuicke. 1896. 

„ Dr. phil. Wilh. Jaeunicke. 1896. 

„ P. A. Kesselmeyer. 1897. 

„ Chr. G. Ludw. Vogt. 1897. 

„ Anton L. A. Hahn. 1897. 

„ Moritz L. A. Hahn. 1897. 

, Julius Lejeune. 1897. 
Frl. Elisabeth Schultz. 1898. 

Hr. Karl Ebenau. 1898. 

„ Max von Guaita. 1899. 

„ Walther vom Rath. 1899. 

„ *Prof. Dr. Moritz Schmidt. 1899. 

„ Karl von Grunelius. 1900. 

„ Dr. jur. Friedrich Hoerle. 1900. 

, Alfred von Neufville. 1900. 

„ Wilh. K.Frhr. V.Rothschild. 1901. 

„ Marcus M. Goldschmidt. 1902. 

„ Paul Siegm. Hertzog. 1902. 

„ Julius Ziegler. 1902. 

„ Moritz von Metzler. 1903. 

„ Georg Speyer. 1903. 

„ Arthur Gv^inner. 1903. 

, Isaak Blum. 1903. 



Anmerkung: Die arbeitenden Mitglieder sind mit * bezeichnet. 

3* 



36* — 



III, Beitragende Mitglieder. 



a) Mitgrlieder, die i 

Hr. Abendroth, Moritz, Buchhändler. 
1886. 
„ Adickes , Franz , Dr. med., Ober- 
bürgermeister. 1891. 
fr. Adler, Henriette. 1900. 
Hr. Alt, Friedrich, Buchhändler. 1894. 
„ *Alten, Heinrich. 1891. 
„ Andreae, Albert. 1891. 
„ Andreae, Arthur. 1882. 
„ *Andreae, Hermann, Bankdir. 1878. 
, Andreae, J. M. 1891. 
„ Andreae, Richard. 1891. 
„ Andreae, Rudolf. 1878. 
„ Andreae, Victor. 1899. 
„ *Andreae - v. Grunelius, Alhard. 
1899. 
Fr. Andreae-Lemme , Karoline Elise. 

1891. 
Hr. Andreae-Passavant, Jean, Kom- 
merzienrat, Bankdirektor, Ge- 
neralkonsul. 1869, 
„ Apolant, Hugo, Dr. med. 1903. 
„ V. Arand, Julius. 1889. 
„ Askenasy, Alex., Ingenieur. 1891. 
„ Auerbach, L., Dr. med. 1886. 
„ ^Auerbach, S., Dr. med. 1895. 
Auffarthsche Buchhandlung. 1874. 
Hr.Baer, Jos. Moritz, Stadtrat. 1873. 
„ Baer, Max, Generalkonsul. 1897. 
„ Baer, M. H., Dr. jur., Justizrat, 

Rechtsanwalt. 1891 . 
„ Baer , Simon Leop. , Buchhändler. 

1860. 
„ Baer, Theodor, Dr. med. 1902. 
„ Baerwald, A., Dr. med. 1901. 
„ Baerwindt, Franz, Dr. med. 1901. 
„ Bansa, Julius. 1860. 
„ von Bardeleben, Friedr., General- 
major z. D. 1900. 
„ *Bardorff, Karl, Dr. med. 1864. 
„ Barndt, W., Generalagent. 1902. 
, de Bary, Aug., Dr. med. 1903. 



Frankfurt wohueu. 

Hr.de Bary, Jakob, Dr. med., San.- 
Rat. 1866. 

„ de Bary, Karl Friedr. 1891. 

„ de Bary-Jeanrenaud, H. 1891. 

„ *Bastier, Friedrich. 1892. 

„ Baunach, Robert. 1900. 

„ Bechhold, J. H., Dr. phil. 1885. 

„ Becker, H., Dr. phil. 1903. 

„ Beer, J. L. 1891. 

„ Behrends, Robert, Ingenieur. 1896. 

„ Behrends-Schmidt, Karl, Konsul. 
1896. 

, Beit, Eduard. 1897. 

„ Belli, Ludwig, Dr. phil. 1885. 

, Benario, Jacques, Dr. med. 1897. 

„ Bender, August. 1897. 

„ Berg, Alexander, Dr. jur., Rechts- 
anwalt. 1900. 

„ *Berg, Fritz, Dr. jur., Rechtsan- 
walt. 1897. 

„ Binding, Karl. 1897. 

„ Binding, Konrad. 1892. 

„ Bittelmann, Karl. 1887. 

„ Bleicher, H., Dr. phil., Prof. 1903. 

„ *Blum, Ferd.', Dr. med. 1893. 

„ Blumenthal, Adolf. 1883. 

, *Blumenthal, E., Dr. med. 1870. 

„ *Bockenheimer, Jakob, Dr. med.. 
Geh. San.-Rat. 1864. 

„ Bode, Paul, Dr. phil., Direktor der 
Klingeroberrealschule. 1895. 

„ Boettger, Bruno. 1891. 

„ *Boettger, Oskar, Dr. phil., Prof. 
1874. 

„ Bolongaro, Karl. 1860. 

„ Bonn, Sally. 1891. 

„ Bonn, William B. 1886. 

„ BorgDis, Alf. Franz. 1891. 

„ Borgnis, Karl. 1900. 

, Braunfels, Otto, Kommerzienrat, 
Konsul. 1877. 

„ Brodnitz, Siegfried, Dr. med. 1897. 



Anmerkung: Die arbeitenden Mitglieder sind mit * bezeichnet. 



— 37* — 



Hr.Brofft, Franz. 1866. 
„ Brückmann, Carl. 1903. 
„ Brückmann, Phil. Jakob. 1882. 
„ Bücheier, Anton, Dr. med. 1897. 
„ Bütschly, Wilhelm. 1891. 
„ Büttel, Wilhelm. 1878. 
„ Cahen-Brach, Eugen, Dr. med. 1897. 
„ Cahn, Heinrich. 1878. 
, Cahn, Paul. 1903. 
„ Canne, Ernst, Dr. med. 1897. 
„ *Carl, August, Dr. med. 1880. 
„ Cassian, Karl, Dr. med. 1892. 
„ Cnyrim, Viktor, Dr. med. 1866. 
„ Cohen, Eduard. 1900. 
„ Coustol, Wilhelm. 1891. 
„ Cunze, D., Dr. phil. 1891. 
„ Curtis, F., Prof., Dr. phil. 1903. 
„ Daube, G. L. 1891. 
, Delosea, S. R., Dr. med. 1878. 
„ Demmer, Theodor, Dr. med. 1897. 
„ Diesterweg, Moritz. 1883. 
„ Dietze, Hermann. 1891. 
, Dietze, Karl. 187.5. 
„ Ditmar, Karl Theodor. 1891. 
„ Doctor, Ferdinand. 1892. 
„ Dondorf, Karl. 1878. 
, Dondorf, Paul. 1878. 
„ Donner, Karl Philipp. 1873. 
, Dreyfus, Is. 1891. 
„ Drory, William, Direktor. 1897. 
„ Du Bois, August. 1891. 
„ Ebeling, Hugo, Dr. med. 1897. 
, Ebenau, Fr., Dr. med. 1899. 
„ *Edinger, L., Dr. med., Prof. 1884. 
„ Egan, William. 1891. 
„ *Ehrlich, P., Dr. med., Prof., Geh. 

Med.-Rat. 1887. 
„ Eiermann, Arnold, Dr. med. 1897. 
, Ellinger, Leo. 1891. 
„ Ellissen, Moritz Ad. 1891. 
„ Enders, M. Otto. 1891. 
, Engelhard, Karl Phil. 1873. 
„ Epstein, J., Dr. phil., Prof. 1890. 
„ Eyssen, Remigius Alex. 1882. 
, Feis, Oswald, Dr. med, 1903. 
„ Fellner, Otto, Dr. jur. 1903. 
„ Fester, August, Bankdirektor. 1897. 



Hr.Fischer, Karl. 1902. 

„ Fischer, Ludwig. 1902. 

„ Fleck, Otto, Oberförster. 1903. 

„ Fleisch, Karl. 1891. 

„ Fleischmann, Siegm. 1903. 

„ Flersheim, Albert. 1891. 

„ Flersheim, Martin. 1898. 

„ Flersheim, Robert. 1872. 

„ *Flesch, Max, Dr. med., Prof. 1889. 

„ Flinsch, Heinrich, Stadtrat. 1866. 

, Flinsch, W. 1869. 

, *Franck, E., Direktor. 1899. 

„ Frank, Heb., Apotheker. 1891. 

„ Fresenius, Phil., Dr. phil., Apo- 
theker. 1873. 

„ *Freund, Mart., Dr. phil, Prof. 1896. 

„ Freyeisen, Willy. 1900. 

„ *Fridberg, Rob., Dr. med. 1873. 

„ Fries Sohn, J. S. 1889. 

, Fritsch, Ph., Dr. med. 1873. 

, Fromm, Emil, Dr. med. 1897. 

„ Fuld, S., Dr. jur., Justizrat. 1866. 

„ Fulda, Karl Herm. 1877. 

„ Fulda, Paul. 1897. 

„ *Gäbler, Bruno, Amtsrichter. 1900. 

, Gans, Adolf. 1897. 

„ Gans, Fritz. 1891. 

„ Gans,L., Dr.phil., Geh.Kommerzien- 
rat. 1891. 

„ Geiger, Berth., Dr. jur., Justizrat. 
1878. 

, *Gerlach, Karl, Dr. med. 1869. 

„ Gerson, Jak., Generalkonsul. 1860. 

„ Goering, Victor, Direktor des 
Zoolog. Gartens. 1898. 

„ V. Goldammer, F. 1903. 

„ Goldschmid, J. E. 1901. 

„ Goldschmidt, B. M. 1891. 

„ Goldschmidt, Max B. H. 1891. 

„ Goldschmidt, R., Dr. jur. 1900. 

„ Goldschmidt, S. B. 1891. 

„ Grandhomme, Fr., Dr. med. 1903. 

„ Greiff, Jakob, Rektor. 1880. 
„ Großheim, Karl, Dr., Generalarzt 
u. Korpsarzt d. XVIII. Armee- 
korps. 1900. 
„ Grünewald, August, Dr. med. 1897. 



38* — 



Hr. V. Grunelius, Adolf. 1858. 

„ V. Grunelius, M. Ed. 1869. 

„ Günzburg, Alfred, Dr. med. 1897. 

„ *Gulde, Johann, Dr. phil. 1898. 

„ Guttenplan, J., Dr. med. 1888. 

„ Haag, Ferdinand. 1891. 

„ Häberlin, E. J., Dr.jur., Justizrat. 
1871. 

„ *Hagen, B., Dr. med., Großherzogl. 
badischer Hofrat. 1895. 

„ Hagens, K., Dr., Oberlandesge- 
richts-Präsident. 1900. 

„ Hallgarten, Fritz, Dr. phil. 1893. 

„ Hallgarten, H. Charles L. 1891. 

„ Hamburger, K., Dr.jur., Geh. Justiz- 
rat. 1891. 

„ Hammeran, Valentin. 1891. 

„ Harbordt, Ad., Dr. med., San -Rat. 
1891. 

„ v.Harnier, Ed., Dr.jur., Justizr,1866. 

„ Hartmann, Eugen, Professor. 1891. 

„ Hauck, Alex. 1878. 

„ Hauck, Georg. 1898. 

„ Hauck, Moritz, Rechtsanwalt. 1874. 

„ Hauck, Otto. 1896. 

„ Haurand, A., Geh. Kommerzienrat. 
1891. 

„ Heicke, Karl, Stadtgarten-Dir.1903. 

„ Heirapel-Manskopf, W.E.Aug. 1899. 

„ Heister, Ch. L. 1898. 

„ Henrich, K. F., Koinmerzienr. 1873. 

„ Henrich, Ludwig. 1900. 

„ *Hergenhahn , Eugen , Dr. med. 
1897. 

„ Herxheimer, G., Dr. med. 1901 
Fr. Herxheimer, Fanny. 1900. 
Hr. Herxheimer, Karl, Dr. med. 1898. 

„ Herz-Mills, Ph. Jac , Direktor. 1903. 

„ Herzberg, Karl, Konsul, Bank- 
direktor. 1897. 

„ Hesse, Hermann. 1900. 
Fr. Hetzer, Thekla. 1899. 
Hr. Heuer & Schoen. 1891. 

„ Heußenstamm , Karl , Dr. jur., 
Bürgermeister a. D, 1891. 

„ *v. Heyden, Lukas, Dr. phil., Prof., 
Major a. D. 1860. 



Hr.v. Heyder, Gg. 1891. 

„ *Heynemann, D. F. 1860. 

„ Hirsch, Ferdinand. 1897. 

„ Hirschberg, Max, Dr. med. 1892. 

, Hirschfeld, Otto H. 1897. 

„ Hochschild,Zachary,Direktor. 1897. 

„ Höchberg, Otto. 1877. 

„ Hof, Adolf, Dr. phil. 1900. 

„ Hoff, Karl, Kommerzienrat. 1860. 

„ V. Holzhausen, Georg, Frhr. 1867. 

„ Holzmann, Phil., Baurat. 1866. 

„ Homburger, Aug., Dr. med. 1899. 

„ Homburger, Michael. 1897. 

, Horkheimer, Fritz. 1892. 
Fr. Horstmann, Elise. 1903. 
Hr. Horstmann, Georg. 1897. 

„ Huck, August. 1900. 

„ V. Hoven, Franz, Baurat. 1897. 

„ *Hübner, Emil, Dr. med. 1895. 

„ Hüttenbach, Adolf. 1903. 

„ Jacquet, Hermann. 1891. 

„ Jaeger-Manskopf, Fritz. 1897. 

r, *Jassoy, August, Dr. phil., Apo- 
theker. 1891. 
Fr. .Jeidels, Anna, 1901. 
Hr.Jelkmann, Fr., Dr. phil. 1893. 

„ Jordan-de Rouville, Ferd. 1896. 

„ Jungmann, Eduard. 1897. 

„ Jureit, J. 0. 1892. 

„ Kahn jnn., Bernhard. 1897. 

„ Kahn, Ernst, Dr. med. 1897. 

, Kahn, Hermann. 1880. 

„ Kalb, Moritz. 1891. 

„ Kalimorgen, Wilh., Dr. med. 1897. 

„ Katz, H. 1891. 

„ Kayser, Heinr., Dr. med. 1903. 

„ Kayßer, Fritz, Architekt. 1899. 

„ Keller. Adolf. 1878. 

„ Keller, Otto. 1885. 

„ *Kinkelin, Friedrich, Dr. phil., 
Prof. 1873. 

„ Kirberger, Emil, Dr. med. 1895. 

„ Kirchheim, S., Dr. med. 1873. 

„ Kleinsteuber, Paul, Postprakti- 
kant. 1901. 

„ Klippel, Carl. 1903. 

„ Klitscher, F. Aug. 1878. 



— 39* — 



Hr. Klotz, Karl E., Bankdirektor. 1891. 

„ Knauer, Joh. Chr. 1886. 

„ Kniekenberg, Ernst, Dr. med. 1897. 

„ *Knoblauch, Aug., Dr. med. 1892. 
Fr. Koch, geb. von St. George. 1891. 
Hr. Koch, Karl. 1902. 

„ Köhler, Hermann. 1891. 

„ Kömpel, Eduard, Dr. med. 1897. 

„ V. Königswarter. H., Baron. 1891. 
Könitzers Buchhandlung. 1893. 
Hr.Koßmann, Alfred, Bankdirektor. 
1897. 

„ Kotzenberg, Gustav. 1873. 

„ Kotzenberg, Karl. 1903. 

„ Kowarzik, Jos., Bildhauer. 1898. 

„ Kramer, Robert, Dr. med. 1897. 

„ Kreuscher, Jakob. 1880. 

„ Kreuzberg, Robert. 1891. 

„ Küchler, Ed. 1886. 

„ Küchler, Fr. Karl. 1900. 

„ Kugler, Adolf. 1882. 

„ Kullmann, Paul. 1902. 

„ Kulp, Anton Marx. 1891. 

„ *Lachmann, Beruh., Dr. med. 1885. 

„ Ladenburg, August. 1897. 

„ Ladenburg, Ernst. 1897. 

„ Lambert, R., Prof., Dr. phil., 1903. 

„ Lampe, Eduard, Dr. med. 1897. 

„ Lampe, J. D. W. 1900. 

„ Langeloth, J. L., Architekt. 1891. 

„ Laquer, Leopold, Dr. med. 1897. 

„ Lautenschlager, Ernst, Stadtrat. 
1900. 

„ Leisewitz, Gilbert. 1903. 

„ Lejeune, A., Dr. med. 1900. 

„ *Levy, Max, Dr. phil. 1893. 

„ *Libbertz, Arnold, Dr. med., San.- 
Rat. 1897. 

, Liebmann, Jakob, Dr. jur., Rechts- 
anwalt. 1897. 

„ Liebmann, Louis, Dr. phil. 1888. 

„ V. Lindequist, Oskar, Exzellenz, 
Kommandierender General des 
XVIII. Armeekorps , General- 
adjutant Sr. Majestät d. Kaisers 
und Königs. 1900. 

Frl.Lindley, 0. C. 1900. 



Hr. Lismann, Karl, Dr. phil., Zahn- 
arzt. 1902. 
Fr. Livingston, Frank. 1897. 
Frl. Livingston, Rose. 1903. 
Hr.*Loretz. Wilh., Dr. med. 1877. 

„ Lorey, W., Dr. jur. 1873. 

„ Lotichius, W. Heinr. 1903. 

„ Maas, Simon, Dr. jur. 1869. 

, Maier,Herm. Heinr., Direktor. 1900. 

„ Majer, Alexander. 1889. 

„ Majer, Joh. Karl. 1854. 

„ *Marx, Ernst, Dr. med., Prof., Stabs- 
arzt. 1900. 

„ Marx, Karl, Dr. med. 1897. 
Fr. von Marx, Mathilde. 1897. 
Hr. Matti, Alex., Dr. jur., Stadtrat. 1878. 

„ May, Ed. Gust. 1873. 

„ May, Franz L., Dr. phil. 1891. 

„ May. Martin. 1866. 

„ May, Robert. 1891. 

„ V. Mayer, Adolf, Freiherr. 1903. 

„ V.Mayer, Eduard, Buchhändl. 1891. 

,, V. Mayer, Hugo, Freiherr. 1897. 
Frl. Mayer, Josephine. 1897. 
Hr. V. Meister, Herbert, Dr. phil. 1900. 

, *Melber. Walter. 1901. 
Fr.Merton, Albert. 1869. 
Hr.Merton, Hugo. 1901. 

„ Merton, W. 1878. 

„ Mettenheimer, Beruh., Dr. jur. 1902. 

„ *von Mettenheimer, H., Dr. med. 
1898. 

„ Metzger, L., Dr. med. 1901, 

„ Metzler, Hugo. 1892. 

„ V. Metzler, Karl. 1869. 

„ Meyer, Anton, Stadtrat. 1892. 

„ *v. Meyer, Edw., Dr med. 1893. 

„ Meyer, P., Dr. jur., Ober-Regie- 
rungsrat. 1903. 
Fr. Minjon, Sophie. 1898. 
Hr.Minoprio, Karl Gg. 1869. 

„ Modera, Friedrich. 1888. 

„ *Möbius, M., Dr. phil., Prof. 1894. 

„ *v. Moellendorff, 0. Fr., Dr. 1885. 

„ MöDckeberg, J. G., Dr. med 1903. 

„ Moessinger, W. 1891. 

„ Morf, F. H., Prof., Dr. phil. 1903. 



— 40* 



Hr, Morgenroth, Jul., Dr. med. 1903. 

„ Mouson, Jacques. 1H91. 

„ Mouson, Job. Daniel, Stadtrat. 1891. 

„ V. Muffling, Wilh., Freiherr, Polizei- 
Präsident. 1891. 

„ Müller, Karl, Berginspektor. 1903. 

„ Müller, Paul. 1878. 

„ Müller Sohn, A. 1891. 

„ Mumm V. Schwarzenstein, A. 1869. 

„ Mumm V. Schwarzenstein, P.H. 1873. 

„ Nathan, S. 1891. 

„ *Naumann, Edmund, Dr. phil. 1900. 

„ Nebel, August, Dr. med. 1896. 

„ Neher, Ludwig, Baurat. 1900. 

„ Neisser, Max, Dr. med., Prof. 1900. 
Fr. Neisser, Emma. 1901. 
Hr. Nestle, Hermann. 1900. 

„ Nestle, Richard. 1891. 

„ Nestle, Wilhelm. 1903. 

„ Netto, Kurt, Prof., Bergingenieur. 
1897. 

„ Neubürger, Otto, Dr. med. 1891. 

„ Neubttrger, Theod., Dr. med , San.- 
Rat. 1860. 

„ de Neufville, Adolf. 1896. 

„ de Neufville, Eduard. 1900. 

„ *de Neufville, Robert. 1891. 

„ de Neufville, Rud., Dr. phil. 1900. 

„ V. Neufville, Adolf. 1896. 

„ v.Neufville, Karl, Gen.-konsul. 1900. 

„ Neustadt, Samuel. 1878. 

„ Niederhofheim, Heinr. A., Direktor. 
1891. 

„ V. Noorden, K., Dr. med., Prof. 1900. 

„ V. Obernberg, Ad., Dr. jur., Stadt- 
rat a. D. 1870. 

„ Ochs, Hermann. 1873. 

, Oehler, Rud., Dr. med. 1900. 

„ Oppenheim, Moritz. 1887. 

„ Oppenheimer, 0., Dr. med. 1892. 

„ Osterrieth-du Pay, Robert. 1897. 

„ Osterrieth-Laurin, August. 1866. 

„ Oswalt, H., Dr., Justizrat. 1873. 

„ Pachten, Ferd., Dr. jur. 1900. 

„ Passavant, G. Herrn. 1903. 

„ Passavant-Gontard, R., Kommer- 
zienrat 1891. 



Hr. Pauli, Ph., Dr. phil, Stadtrat, 
Direktor. 1901. 

„ Peipers, G. F. 1892. 

„ Petersen, E., Dr. med. 1903. 

„ *Petersen, K. Th.. Dr. phil, Prof. 
1873. 

„ Pfeffel, Aug. 1869. 

„ Pfeiffer, Ludw. 1901. 

, Pfungst, Arthur, Dr. phil. 1900. 

„ Pichler, H., Ingenieur. 1892. 

„ Plieninger, Theod., Direktor. 1897. 

„ Pohle, L., Prof., Dr. phil. 1903. 

„ Ponfick-Salome, M. 1891. 

,, Popp, Georg, Dr. phil. 1891. 

„ Posen, J. L. 1891. 

„ Posen, Sidney. 1898. 

„ Prior,Paul, Hütten-Ingenieur. 1902. 

„ Propach, Robert. 1880. 

„ Prümm, Max, Ingenieur. 1900. 

„ Raab, Alfred, Dr. phil, Apotheker. 
1891. 

„ Ravenstein, Simon. 1873. 
Fr.Regnier, Emma, geb. Fischer. 1900. 
Hr. Reh, Robert. 1902. 

, *Rehn, J. H., Dr. med.. Geh. San.- 
Rat. 1880. 

„ Rehn, Louis, Dr. med., Prof. 1893. 

„ *Reichenbach, Heinrich, Dr. phil, 
Prof. 1872. 

„ Reinemer, Karl. 1900. 

„ Reiss, Paul, .Tustizrat. 1878. 

, Rennau, Otto. 1901. 

„ Reutlinger, Jakob. 1891. 

„ Richter, Johannes. 1898. 

„ *Richters, Ferdinand, Dr. phil, 
Prof. 1877. 
Fr. Riese, Karl. 1897. 
Hr. Riese, Otto, Baurat. 1900. 

„ Riesser, Eduard. 1891. 

„ Rikoff, Alfons, Dr. phil. 1897. 

„ Ritsert, Eduard, Dr. phil, Fabrik- 
direktor. 1897. 

„ *Ritter, Franz. 1882. 

„ Ritter, Hermann, 1903. 

„ *Roediger, Ernst, Dr. med. 1888. 

„ Roediger, Paul, Dr. jur. 1891. 

„ *Rörig, Ad., Forstmeister a.D. 1897. 



- 4r 



Hr.Rößler, Friedrich, Dr. phil. 1900. 
„ Eößler, Heinrich, Dr. phil. 1884. 
„ Küßler, Hektor. 1878. 
„ Roger, Karl, Bankdirektor. 1897. 
, Rehmer, AVilh. 1901. 
„ Roos, Heinrich. 1899. 
„ Roques, Adolf., Dr. phil. 1900. 
„ Ro(iaes-Mettenheimer, Etienne. 

1897. 
„ Rosenbaum, E., Dr. med. 1891. 
„ Rosengart, Jos., Dr. med. 1899. 
„ Rosenthal. Rudolf, Dr. jur., 

Rechtsanwalt. 1897. 
„ Rueff, Julius, Apotheker. 1873. 
„ Rumpf, Christian. 1899. 
, Sabarly, Albert. 1897. 
, Sabarly, Karl. 1899. 
„ Sachs, Hans, Dr. med. 1903. 
„ *Sack, Pius, Dr. phil. 1901. 
„ Salomon, Bernhard, Prof., General- 
Direktor. 1900. 
„ Sandhagen, Wilh. 1873. 
„ Sattler, Wilhelm, Stadtbaunieister. 

1892. 
„ Schäffer-Stuckert, Fritz, Dr. dent. 

surg. 1892. 
■„ Scharff, Charles A. 1897. 
„ Scharff, Ernst. 1903. 
„ Scharff, Julius. 1900. 
„ Schaub, Karl. 1878. 
„ *Schauf,Wilh., Dr. phil., Prof. 1881. 
„ Scheller, Karl, Buchhändler. 1897. 
„ Schepeler, Hermann. 1891. 
„ Schiller, Gustav. 1902. 
„ Schleußner, Friedr., Direktor. 1900. 
„ Schleußner, Karl, Dr. phil. 1898. 
„ Schlund, Georg. 1891. 
„ Schmidt-Polex, Anton. 1897. 
„ *Schmidt-Polex, Fritz, Dr. jur. 1884. 
„ Schmidt-Polex, Karl, Dr. jur., 

Justizrat. 1897. 
, Schmölder, P. A. 1873. 
„ Schnaudigel, Otto, Dr. med. 1900. 
„ Schneider, Johannes. 1898. 
„ Schott, Alfred, Direktor. 1897. 
„ *Schott, Eugen, Dr. med., San. -Rat, 

1872. 



Hr. Schott, Theod., Dr. med., Prof. 1903. 

„ Schrader, Rudolf, Stadtrat. 1900. 

„ Schürmann, Adolf. 1891. 

„ Schulze-Hein, Hans. 1891. 

„ Schumacher, Heinr. 1885. 

„ Schuster, Bernhard. 1891. 

„ Schwarz, Georg Ph. A. 1878. 

„ Schwarzschild, Martin. 1866. 

„ Schwarzschild-Ochs, David. 1891. 

„ Schwenck, Fr. G., Dr. med. 1889. 

B Scriba, Eugen, Dr. med. 1897. 

„ Seefrid, Wilh., Direktor. 1891. 

„ Seeger, G., Architekt. 1893. 

„ Seidel, A., Stadtrat. 1891. 

„ *Seitz, A., Dr. phil., Direktor d. 
Zoolog. Gartens. 1893. 

„ Seligman, Henry. 1891. 

, Seuffert, Theod., Dr. med. 1900. 

„ Shiga, K., Dr. 1903. 

„ Siebert, Arthur, Konsul, Bank- 
direktor. 1900. 

„ *Siebert, August, Gartenbau direkt. 
1897. 

„ Siebert, Karl August. 1869. 

„ Siegel, Ernst, Dr. med. 1900. 

„ Siesmayer, Philipp. 1897. 

„ Sioli, Emil, Dr. med., Direktor der 
Irrenanstalt. 1893. 

„ Sippel, Albert, Dr. med., Prof. 1896. 

„ Sittig, Edmund, Oberlehrer. 1900. 

„ Sommerhoff, Louis. 1891. 

„ Sondheim, Moritz. 1897. 

„ Sondheimer, J., Dr. med. 1897. 

„ Sonnemann, Leopold. 1873. 

„ Spieß, Alexander, Dr. med., Geh. 
San. -Rat, Stadtarzt. 1865. 

„ Spieß, Gustav, Dr. med. 1897. 

„ Stern, Richard, Dr. med. 1893. 
Fr. Stern, Theodor. 1901. 
Hr. Stern, Willy. 1901. 

„ V. Stiebel, Heinr., Konsul. 1860. 

„ Stiebel, Karl Friedrich. 1903. 

„ Stock, Wilhelm. 1882. 

„ Straus, Caesar. 1891. 

„ Strauß, Ernst. 1898. 

, Streng, Wilhelm, Dr. med. 1897 

„ Sulzbach, Emil. 1878. 



42* — 



Hr.STilzbach, Karl, Dr. jur. 1891. 
„ Sulzbach, Rudolf. 1869. 
„ Thebesius, Louis, Dr. jur., General- 
konsul. 1900. 
„ Thoma, Phil. 1893. 
„ Thome, Robert, Eisenbahn-Direk- 
tions-Präsident. 1900. 
„ Thorn, Phil. 1900. 
„ Trier, Th. 1895. 
„ Trost, Fritz. 1897. 
„ Una, Siegmund. 1883. 
„ Varren trapp, Adolf, Dr. jur., Geh. 
Reg.-Rat, Bürgermeister. 1900. 
Frl. Velde, Julie, Oberlehrerin. 1902. 
Hr.v. d. Velden, Wilh., Bankdirektor. 
1901. 
„ *Vohsen, Karl, Dr. med. 1886. 
„ Vowinckel, M. 1891. 
Frau V. Wartensleben, Gabriele, Gräfin, 

Dr. phil. 1902. 
Hr.AVeber, Heinrich, Dr. med. 1897. 
„ *Weigert, Karl, Dr. med., Prof., 

Geh. Med.-Rat. 1885. 
„ Weil, Gebrüder. 1891. 



Hr. Weiller, Jakob Alphons. 1891. 

„ Weiller, Jakob H. 1891. 

„ Weinberg, Arthur. Dr. phil., Che- 
miker. 1897. 

„ Weinberg, Karl, Gen. -Konsul. 1897. 

, *Weis, Albrecht. 1882. 
Weisbrod, Aug., Druckerei. 1891. 
Hr. Weismann, Daniel 1902. 

„ Weismantel, 0., Dr. phil. 1892. 
Hr. Weiß, Georg, Chemiker. 1902. 

„ Weller, Albert, Dr. phil. 1891 

., Wendt, A. H., 1901. 

„ Werner, Felix. 1902. 

„ Wertheimber, Julius. 1891. 

„ Wertheimber-de Bary, Ernst. 1897. 

„ V. Wild, Rudolf, Dr. med. 1896. 

„ Winter, Friedr. W. 1900. 
Frl. Winterhalter, Elisab.,Dr.med.l903. 
Hr. Winterwerb, Rud., Dr. jur., Bank- 
direktor. 1900. 

„ Wüst, K. L. 1866. 

„ Zeltmann, Theod. 1899. 

„ Zimmern, Siegmund, Dr. med., San.- 
Rat. 1899. 



I)) Mitglieder, die außerhalb Frankfurts wohnen. 



Hr. Alzheimer , Alois , Dr. med. in 
München. 1896. 
„ Andreae, Achilles, Dr. phil., Prof., 
Direktor des Römer -Museum's 
in Hildesheira. 1878. 
„ *Askenasy, Eugen, Dr. phil., Prof. 
in Heidelberg. 1871. 
Bibliothek, Königl., in Berlin. 1882. 
Hr. V. Brüning, Gustav, Dr. phil. in 
Höchst a. M.1903. 
Drehwald, Karl, Bankdirektor in 
Offenbach. 1900. 
„ *v. Erlanger , Freiherr Carlo in 

Niederingelheim. 1899. 
„ Feist, Franz, Dr. phil., Prof. in Kiel. 

1887. 
„ Fresenius, Anton, Dr. med., 
Sanitätsrat in Jugenheim. 
1893. 



Hr. Goldschmidt, Rieh., Dr. phil. in 
München. 1901. 

„ V. Guaita, Georg, Dr. phil. in 
Freiburg i. B. 1898. 

„ Gurke, Oskar, Dr. phil. in Höchst 
a. M. 1896. 

„ Heraus, Heinrich in Hanau. 1889. 

„ Joos, Carlo, in Stuttgart 1903. 

„ Jung, Karl, in Delkenheim. 1903. 

„ *Kobelt, W., Dr. med. et phil. in 
Schwanheim a. M. 1878. 

„ Laubenheimer, August, Dr. phil., 
Prof., Geh. Reg.-Rat, Fabrik- 
direktor in Höchst a. M. 1896. 

„ *Lepsius, B., Dr. phil., Prof., 
Fabrikdirektor in Gries- 
heim a. M. 1883, 

, Liermann, Wilh., Dr. med., Dir. d. 
Landkrankenh. in Dessau. 1903. 



— 43* — 



Hr. Loewi, Otto, Dr. med., Privatdozent ' Hr. Schmick, Rud. , Oberbaurat in 



in Marburg i. H. 1901. 

Reichard, Adolf, Dr. phil. in Hei- 
delberg. 1901. 

Reiss, Eduard, Dr. med. in Göt- 
tingen. 1908. 

Ruppel, Dr., Prof. in Höchst a. M. 
1903. 



Darmstadt 1900. 

Scriba, L., in HiJchst a. M. 1890. 

Weiß, Julius, in Deidesheini. 1H97. 

Wetzel, Heinr. in Ludwigsburg. 
1864. 

Wittich, Ernst, Dr. phil. in Darm- 
stadt. 1898. 



IV. Außerordentliches Ehrenmitglied. 

1900. Hr. Wallot. Paul, Prof. Dr., Geh. Hof- und Baurat in Dresden. 



V. Korrespondierendes Ehrenmitglied. 

1866. Rein, J. J., Dr. phil., Geh. Regierungsrat, Professor der Geographie an 
der Universität Bonn. 



VI. Korrespondierende Mitglieder.*) 

1848 Philippi, Rud. Amadeus, Direkt, des Museo Nacional in Santiago de Chile. 

1850. Scheidel, Sebastian Alexander, Privatier in Bad Weilbach. 

1853. v. Ki)lliker, Albert, Dr., Geh. Medizinalrat, Excellenz, Professor emer. 

in Würzburg. 
1853. Buchenau, Franz, Dr. phil., Prof. und Direkt, der Realschule in Bremen. 
1857. V. Homeyer, Alexander, Major a. D. in Greifswald. 
1860. Weinland, Christ. Dav. Friedr., Dr. phil. in Hohen-Wittlingen bei Urach, 

Württemberg. 
1860. Weismann, August, Dr. phil , Geh. Hofrat, Professor der Zoologie an 

der Universität Freiburg i. B. (von hier). 
1862 Steffan, Phil., Dr. med. in Marburg i. H. (von hier). 

1862. Deichler, J. Christ., Dr. med. in Jugenheim (von hier). 

1863. de Saussure, Henri, Dr. in Genf. 
1866. M(3hl, Dr., Professor in Kassel. 

1868. Hornstein, F., Dr. phil., Professor in Kassel. 

1869. Gegenbaur, Karl, Dr. med.. Geh. Hofrat und emerit. Professor der 

Anatomie in Heidelberg. 
1869. His, Wilhelm, Dr. med., Geh. Medizinalrat, Professor der Anatomie, 
Direktor der anatomischen Anstalt an der Universität Leipzig. 



*) Die beigefügte Jahreszahl bedeutet das Jahr der Aufnahme. — Die 
verehrl. Korrespondierenden Mitglieder werden höflichst ersucht, eine Verände- 
rung des Wohnortes oder des Titels der Direktion der Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft gefälligst anzuzeigen. 



— 44* — 

1869. Woronin, M., Dr., Akademiker in St. Petersburg. 

1869. Barboza du Socage, Jose Vicente, Lente Catedratico an der Escola 

Polytechnica und Direktor des Museo Nacional in Lissabon. 
1872. Westerlund, Karl Agardh, Dr. phil. in Ronneby, Schweden. 

1872. Hooker, Jos. Dalton, Dr., früher Direktor des botanischen Gartens in 

Kew bei London. 

1873. Günther, Albert, Dr., früher Keeper of the Department of Zoology am 

British Museum (N. H.) in London. 

1873. Sclater, Phil. Lutley, Secretary of the Zoological Society in London. 

1873. V. Leydig, Franz, Dr. med., Geh. Med. -Rat, emerit. Professor der ver- 
gleichenden Anatomie und Zoologie in Würzburg. 

1873. Schmarda, Ludwig Karl, Dr., Hofrat, emerit. Professor in Wien. 

1873. Schwendener, Simon, Dr., Geh. Reg.-Rat, Professor der Botanik an der 
Universität in Berlin. 

1873. Fries, Th., Dr., Professor in Upsala. 

1873. Schweinfurth, Georg, Dr.^ Professor, Präsident der Geographischen 

Gesellschaft in Kairo. 

1874. V. Fritsch, Freiherr Karl Wilhelm Georg, Dr., Geh. Reg.-Rat, Professor 

der Mineralogie und Geologie an der Universität, Direktor des mine- 
ralogischen Museums, Präsident der K. Leopoldino - Karolinischen 
Deutschen Akademie der Naturforscher in Halle a. S. 

1874. Gasser, Emil, Dr. med.. Geh. Medizinalrat, Professor der Anatomie und 

Direktor des anatomischen Instituts an der Universität Marburg 
(von hier). 

1875. Bütschli, Johann Adam Otto, Dr. phil,, Geh. Hofrat, Professor der 

Zoologie an der Universität Heidelberg (von hier). 

1875. Klein, Johann Friedrich Karl, Dr., Geh. Bergrat und Professor an der 
Universität Berlin. 

1875. Moritz, A., Dr., Direktor des physikalischen Observatoriums in Tiflis. 

1875. Probst, Joseph, Dr. phil., Kapitels-Kämmerer und Pfarrer in Unteressen- 
dorf, Oberamt Waldsee, Württemberg. 

1875. Targioni-Tozzetti, Adolfo, Professore d'Anat. comp, e Zoologia degli 
Invertebrati in Florenz. 

1875. V. Zittel, Karl Alfred, Dr., Geh. Rat, Ritter, Professor der Geologie 

und Paläontologie, Direktor der paläontol. Sammlung des Staates 
an der Universität München. 

1876. Liversidge, Archibald, Dr., Professor der Chemie und Mineralogie an 

der Universität in Sidney, Australien. 

1876. Boettger, Hugo, Generalagent, hier. 

1876. Le Jolis, August Franz, Dr., President de la Societe nationale des 
Sciences naturelles et mathemat. in Cherbourg. 

1876, Meyer, Adolf Bernhard, Dr. med., Geh. Hofrat und Direktor des zoolo- 
gischen und anthropologisch - ethnographischen Museums in Dresden. 

1876. Wetterhan, J. D. in Freiburg i. Br. (von hier). 

1877. V. Voit, Karl, Dr. med,. Geh. Rat, Professor der Physiologie an der 

Universität München. 
1877. Becker, L., Oberingenieur in Johannesbarg (Transvaal). 



— 45* — 

1878. Chun, Karl, Dr., Professor der Zoologie an der Universität Leipzig 
(von hier). 

1880. Jickeli, Karl, Dr. phil. in Hermannstadt. 

1881. Todaro, A., Dr., Professor, Direktor des botanischen Gartens in Palermo. 
1881. Snellen, P. C. F. in Rotterdam. 

1881. Debeaux, Odon, früher Pharmacien en Chef de rhöp. milit. in Oran, 

in Toulouse. 

1882. Retowski, Otto, k. Staatsrat, Konservator an der Kaiserl. Eremitage 

in St. Petersburg. 
1882. Retzius, Magnus Gustav, Dr. med., emerit. Professor in Stockholm. 

1882. Russ, Ludwig, Dr. in Jassy. 

1883. Koch, Robert, Dr. med., Geh. Medizinalrat, Generalarzt I. Kl. ä la 

suite des Sanitätskorps, o. Honorar-Professor, Direktor des Instituts 
für Infektions-Krankheiten, Mitglied des Staatsrats, o. Mitglied des 
K. Gesundheitsamts in Berlin. 

1883. Loretz, Mart. Friedr. Heinr. Herm., Dr. phil., Landesgeolog in Berlin. 

1883. Ranke, Johannes, Dr.. Professor der Naturgeschichte, Anthropologie und 
Physiologie an der Universität, Generalsekretär der Deutschen anthro- 
pologischen Gesellschaft in München. 

1883. Jung, Karl, Kaufmann, hier. 

1883. Boulenger, George Albert, F. R. S.. I. Class Assistant am British Museum 

(N. H.), Department of Zoology, in London. 
1884:. Lortet, Louis, Dr., Professeur de Parasitologie et de Microbiologie 
ä la Faculte de Medecine in Lyon. 

1884. Se. Königliche Hoheit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, Dr. med. 

in Nymphenburg. 
1884. von Koenen, Adolf, Dr., Geh. Bergrat, Professor der Geologie und 

Paläontologie, Direktor des geologisch-paläontologischen Museums 

an der Universität Göttingen. 
1884. Knoblauch, Ferdinand, früher Konsul des Deutschen Reiches in Noumea, 

Neukaledonien, (von hier). 

1884. Miceli, Francesco in Tunis. 

1885. Flemming, Walther, Dr. med.. Geh. Medizinalrat, Professor der Anatomie, 

Direktor des anatom. Instituts und Museums an der Universität Kiel. 

1886. von Bedriaga, Jacques, Dr. in Nizza. 

1887. Schinz, Hans, Dr. phil., Professor, Direktor des botan. Gartens in Zürich. 
1887. Stratz, C. H., Dr. med. im Haag, Holland. 

1887. Breuer, H., Dr., Professor in Montabaur. 

1887. Hesse, Paul, Kaufmann in Venedig. 

1888. von Kimakowicz, Mauritius, Kustos der zoolog. Abteilung des Museums 

des Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften in Hermannstadt. 

1888. Zipperlen, A., Dr. med. in Cincinnati, Ohio. 

1888. Brusina, Spiridion, Dr., Professor der Zoologie und Direktor des zoolo- 
gischen National-Museums an der Universität Agram. 

1888. Rzehak, Anton, Professor der Paläontologie und Geologie an der k. 
und k. technischen Hochschule in Brunn. 

1888. Reuss, Johann Leonhard, Kaufmann in Kalkutta (von hier). 



— 46* — 

1889. Roux, Wilhelm, Dr. med., Professor der Anatomie und Direktor des 
anatomischen Instituts an der Universität Halle a. S. 

1889. Brandenburg, K., Oberingenieur der k. ungarischen Staatsbahn inSzegedin. 

Ungarn. 

1890. von Berlepsch, Hans, Graf auf Schloß Berlepsch, Hessen-Nassau. 

1890. Fritsch, Anton Johann, Dr., Professor der Zoologie und Kustos der zoolo- 
gischen und paläontologischen Abteilung des Museums an der Uni- 
versität Prag. 

1890. Haacke, Joh. Wilh., Dr. phil. in Jena. 

1891. Engelhardt, Hermann, Professor am Realgymnasium in Dresden. 
1891. Fischer, Emil, Dr. phil., Professor der Chemie an der Universität Berlin. 
1891. Hartert, Ernst, Curator in charge of the Zoological Museum in Tring, 

Herts, England. 

1891. Strubell, Adolf, Dr. phil., Privatdozent der Zoologie an der Univer- 

sität Bonn. 

1892. von Both, Alex., Oberstleiitnant z. D. in Kassel. 
1892. Beccari, Eduard, Professor emeritus in Florenz. 

1892. van Beneden, Eduard, Dr., Professor der Zoologie an der Universität 

in Lüttich, Belgien. 
1892. Dohrn, Anton, Dr., Geh. Rat, Professor und Direktor der zoologischen 

Station in Neapel. 
1892. Engler, Heinrich Gustav Adolf, Dr., Geh. Reg.- Rat, Professor der 

Botanik und Direktor des botanischen Gartens und des botanischen 

Museums an der Universität Berlin.' 
1892. Haeckel, Ernst, Dr., Professor der Zoologie an der Universität in Jena. 
1892. Möbius, Karl August, Dr., Geh. Reg.-Rat, Professor, Direktor des Königl. 

zoologischen Museums in Berlin. 
1892. Nansen, Fridtjof, Dr., Prof., Direktorder biologischen Station in Christiania. 
1892, Schulze, Franz Eilhard, Dr., Geh. Reg.-Rat, Professor der Zoologie an 

der Universität und Direktor des zoologischen Instituts in Berlin. 
1892. Straßburger, Eduard, Dr. phil.. Geh Reg.-Rat, Professor der Botanik 

und Direktor des botanischen Gartens an der Universität Bonn. 
1892. Suess, Eduard, Dr., Professor der Geologie, Direktor des geologischen 

Museums an der k. u. k. Universität -Wien. 
1892. Waldeyer, Heinrich Wilhelm Gottfried, Dr. med., Geh. Medizinalrat, 

Professor der Anatomie an der Universität Berlin. 
1892. Lehmann, F. C, Konsul des Deutschen Reiches in Popayän, Estado de 

Cauca, Kolumbien. 
1892. Fleischmann, Karl, Konsul, Kaufmann in Guatemala 
1892. Bail, Karl Adolf Emmo Theodor, Dr., Professor und Oberlehrer am 

Realgymnasium in Danzig. 

1892. Conwentz, Hugo Wilhelm, Dr., Professor, Direktor des westpreussischen 

Provinzial-Museums in Danzig. 

1893. Verworn, Max, Dr. med., o. Prof. der Physiologie an der Universität 

Göttingen. 
1893. Koenig, Alexander Ferd., Dr. phil., Tit. -Professor, Privatdozent der 
Zoologie an der Universität Bonn. 



— 47* — 

1893. Noll, Fritz, Dr. phil., Professor der Botanik an der Universität Bonn 

und an der landwirtschaftlichen Akademie Poppeisdorf. 

1894. Urich, F. W., Secretary of the Trinidad Field Naturalists' Club in 

Port of Spain, Trinidad. 

1894. Koerner, Otto, Dr. med., o. Professor der Ohrenheilkunde an der Univer- 
sität Rostock (von hier). 

1894. Douglas, James, President of the Copper Queen Company „Arizona" in 
New York. 

1894. Pagenstecher, Arnold, Dr. med., Geh. Sanitätsrat, Inspektor des Königl. 
naturhistorischen Museums in Wiesbaden. 

1894. Dreyer, Ludwig, Dr. phil. in Wiesbaden. 

1894. Dyckerhoff, Rudolf, Fabrikbesitzer in Biebrich a. Rh. 

1895. Kraepelin, Karl Mathias Friedrich, Dr., Professor, Direktor des natur- 

historischen Museums in Hamburg. 
1895. Bolau, Heinrich, Dr., Direktor des zoologischen Gartens in Hamburg. 
1895. Kükenthal, Willy, Dr. phil., o. Professor der Zoologie u. Direktor 

des zoologischen Instituts und Museums der Universität Breslau. 
1895. Seeley, Harry Govier, Professor of Geography and Lecturer in Geology am 

King's College in London. 

1895. V. Behring, Emil, Dr. med., Wirkl. Geheimrat, Exzellenz, Professor der 

Hygiene an der Universität Marburg i. H. 
1895 Murray, John, Dr. phil.. Director of the Challenger Expedition Publi- 
cations Office in Edinburgh. 

1896. Scharff, Robert, Dr. phil.. Keeper of the Science and Art Museum in 

Dublin (von hier). 

1896. Bucking, Hugo, Dr. phil , Professor der Mineralogie an der Universität 
Straßburg i. E. 

1896. Greim, Georg, Dr. phil., Privatdozent der Geologie an der technischen 
Hochschule in Darmstadt. 

1896. Möller, Alfred, Dr. phil , Kgl. Oberförster in Eberswalde. 

1896. Lepsius, Richard, Dr. phil.. Geh. Oberbergrat, Professor der Geologie 
und Mineralogie an der technischen Hochschule, Inspektor der geol. u. 
mineral. Sammlungen am Großh. Museum u. Direktor der geolo- 
gischen Landesanstalt für das Großherzogtum Hessen, in Darmstadt. 

1896. von Mehely, Lajos, Prof., Kustos des k. Nationalmuseums in Budapest. 

1897. Verbeek, Rogier Diederik Marius, Dr. phil. hon. caus., Ingenieur en 

chef des mines des Indes Neerlandaises in Buitenzorg, Java. 
1897. Voeltzkow, Alfred, Dr. phil., Professor in Straßburg i. E. 
1897. Rüst, David, Dr. med. in Hannover. 

1897. Kaiser, Heinr. Dr., Professor an der Kgl. tierärztlichen Hochschule in 

Hannover. 

1898. V. Ihering, H., Dr., Prof. in Säo Paulo, Brasilien. 
1898. Forel, A., Dr. med., Prof. in Chigny bei Morges, Kanton Waadt. 
1898. Retter, Apotheker in Samarkand, Turkestan. 
1898. Sarasin, Fritz, Dr. in Basel. 

1898. Sarasin, Paul, Dr. in Basel. /C^^^L^d^ 

1898. Burckhardt, Rud., Dr., Professor an der Universität Basel. /■^ 



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— 48* — 

1898. Schmiedeknecht, Otto, Dr. in Blankenburg, Thüringen. 

1899. Kossei, Albrecht, Dr. med., Professor, Direktor des physiologischen In- 

stituts der Universität Heidelberg. 

1899. Maryanski, Modes, Bergingenieur in Santa Maria bei Albany, West- 
australien. 

1899. Stirling, James, Government Geologist of Victoria in Melbourne. 

1899. Le Souef, Dudley, Director of the Acclimatisation Society. Royal Park 
in Melbourne. 

1899. Martin, Charles James, Dr., Director of the Physiological Laboratory, 
University of Melbourne. 

1899. Eckhard, Konrad, Dr. med. et phil., Geh. Medizinalrat, Prof., Direktor 
des physiologischen Instituts an der Universität Gießen. 

1899. Strahl, H., Dr. med., Prof., Direktor des anatomischen Instituts in 
Gießen. 

1899. Fischer, Emil, Dr. med. in Zürich. 

1899. Lenz, H., Dr. phil., Prof., Direktor des naturhist. Museums in Lübeck. 

1899. Schenck, H., Dr. phil., Professor, Direktor des botanischen Gartens 

in Darmstadt. 

1900. Dönitz, Wilhelm, Dr. med.. Geh. Medizinalrat, Professor in Ohar- 

lottenburg. 

1900. Ludwig, H., Dr. phil., Geh. Regierungsrat, Professor, Direktor des zool. 
und vergleichend-anatomischen Instituts und Museums der Uni- 
versität Bonn. 

1900. Engelmann, W., Dr. med.. Geh. Medizinalrat, Prof., Direktor des physio- 
logischen Instituts in Berlin. 

1900. Munk, Herm., Dr. med., Professor der Universität Berlin. 

1900. Fresenius, Heinrich, Dr. phil., Professor in Wiesbaden. 

1900. Zinndorf, Jakob in Offenbach. 

1900. Spandel, Erich in Nürnberg. 

1900. Montelius, Oskar, Dr., Professor in Stockholm. 

1900. Becker, Jago, Direktor in Valencia (Spanien). 

1901. Thilo, Otto, Dr. med. in Riga. 

1901. Nissl, Franz, Dr. med., Professor in Heidelberg. 

1901. von Martens, Eduard, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat, Prof., II. Direktor 

des Königl. zoologischen Museums in Berlin. 

1901. von Wettstein, Rieh., Dr., Prof. in Wien. 

1901. Steindachner, Franz, Dr., Hofrat in Wien. 

1901. Heerwagen, Aug., Dr., Prof., Direktor der Naturhistor. Gesellschaft 

in Nürnberg. 

1901. v. Graff, Ludw., Dr., Prof., Hof rat in Graz. 

1901. Döderlein, Ludw., Dr., Prof. in Straßburg i. Eis. 

1901. Simroth, Heinr., Dr., Prof. in Leipzig. 

1901. Schillings, 0. G , Weiherhuf bei Düren. 

1901. Lampert, Kurt, Dr., Prof., Oberstudienrat in Stuttgart. 

1901. Friese, Heinrich, Jena. 

1902. Treboul, E., President de la Societe nationale des sciences naturelles 

et mathematiques, Cherbourg. 



— 49* — 

1902. Schneider, Jakob Sparre, Konservator am naturhistorischen Museum 

in Tromsö. 

1902. Kayser, E., Dr., Prof. in Marburg. 

1902. Spengel, J. W., Dr., Prof., Geh. Rat, Gießen. 

1902. Credner, Herrn., Dr., Prof., Geh. Bergrat in Leipzig. 

1902. Reis, Otto M.. Landesgeolog in München. 

1902. Notzny, Albert, ßergwerksdirektor und Bergassessor auf Heinitzgrube 

in Beuthen, Oberschlesien. 

1902. Beyschlag, Franz, Dr., Prof., Geh. Bergrat in Berlin. 

1902. Schmeisser, K., Geh. Bergrat in Berlin. 

1902. de Man, J. G., Dr. in Jerseke. 

1902. Boveri, Theod., Dr., Prof. in Würzburg. 

1902. Weidmann, Karl, Kgl. Torfverwalter in Carolinenhorst, Pommern. 

1902. Oestreich, Karl, Dr., Privatdozent in Marburg. 

1902. Preiss, Paul, Geometer in Ludwigshafen. 

1903. Schaudinn, Fritz, Dr., Privatdozent an der Universität Berlin, zurzeit 

in Rovigno. 



Rechte der Mitglieder. 

Durch die Mitgliedschaft werden folgende Rechte 
erworben : 

1. Das Naturhistorische Museum an Wochentagen von 8—1 
und 3 — 6 Uhr zu besuchen und Fremde einzuführen. 

2. Alle von der Gesellschaft veranstalteten Vorlesungen und 
wissenschaftlichen Sitzungen zu besuchen. 

3. Die vereinigte Senckenbergische Bibliothek zu benutzen. 
Außerdem erhält jedes Mitglied alljährlich den „Bericht". 



- 50* — 

Auszug aus der ßibliotliek-Ordnung. 

1. Den Mitgliedern der Senckenbergischen Naturforschenden 
Gesellschaft, sowie denen des Ärztlichen Vereins, des 
Physikalischeu Vereins und des Vereins für Geographie 
und Statistik steht die Bibliothek an allen Werktagen von 
10 — 1 Uhr und — Samstag ausgenommen — von 6—8 Uhr 
zur Benutzung offen. Das Ausleihen von Büchern findet 
nur in den Vormittagsstunden statt. 

2. Das Lesezimmer ist dem Publikum zugänglich und jeder- 
mann kann daselbst Bücher zur Einsicht erhalten. Bücher, 
die am Abend im Lesezimmer benutzt werden sollen, müssen 
bis spätestens 11 Uhr am Vormittage des betreffenden 
Tages schriftlich bestellt sein. 

3. Zur Entleihung von Büchern sind die hiesigen Mitglieder der 
beteiligten Vereine und deren Dozenten berechtigt, und 
die Herren Bibliothekare sind gehalten, in zweifelhaften 
Fällen den Ausweis der persönlichen Mitgliedschaft durch 
die Karte zu verlangen. Auswärts wohnende Mitglieder 
sowie andere Personen haben den Bürgschein eines hier 
wohnenden Mitgliedes beizubringen. 

4. An ein Mitglied können gleichzeitig höchstens 6 Bände 
ausgeliehen werden ; 2 Broschüren entsprechen 1 Band. 

5. Die Rückgabe der Bücher an die Bibliothek hat nach 
4 Wochen zu erfolgen; die Entleihungsfrist kann jedoch 
verlängert werden, wenn die Bücher nicht von anderer 
Seite in Anspruch genommen werden. 

6. Jeder Entleiher ist verpflichtet, der von der Bibliothek an 
ihn ergangenen Aufforderung zur Zurückgabe unbedingt 
Folge zu leisten, ferner im Falle einer Reise von mehr 
als acht Tagen die Bücher vorher zurückzugeben, wenn 
auch die Entleihungsfrist noch nicht abgelaufen sein sollte. 

7. Auswärtige Dozenten erhalten Bücher nur durch Bevoll- 
mächtigte, die Mitglieder unserer Gesellschaft oder eines 
der genannten Vereine sind und den Versand besorgen. 

8. Am 15. Mai jeden Jahres sind sämtliche entliehenen Bücher 
behufs Revision, die Anfang Juni stattfindet, an die 
Bibliothek zurückzuliefern. 



Bilanz und Übersicht. 



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Miisemns-Bericlit. 



I. Zoologische Sammlung. 
1. Die Säugetier-Sammluug-. 

Aus der Ausbeute der Herren Carlo von Erlanger und 
C. G. Schillings von Abessinien und Deutscli-Ostafrika wurden 
ausgestopft und montiert: Lithocranius walleri Brooke <^ und $ ad. 
und c? juv., 2 Oaxella thomsoni Günth. <^ und $ ad., 1 Gasella 
granti Brooke c? ad. Ferner 2 Gruppen des Guereza-Affen, je 
ein Pärchen aus Abessinien und Deutsch - Ostafrika auf einem 
Baumstamm, letzteres mit einem ganz weißen Jungen. Das 
Verdienst der Entdeckung und Beschreibung dieses herrlichen 
Tieres, dessen Körper an den Seiten eine Mähne von langen 
weißen Haaren wie ein Beduinenmantel ziert, gebührt dem 
Frankfurter Zoologen Dr. Eduard Rüppell, welcher 1827 die 
ersten Exemplare aus Abessinien heimbrachte. 

Geschenke: Carl Hagen beck in Hamburg schenkte 
einen prächtigen Steinbock c? aus Inner-Asien, sowie ein junges 
asiatisches Wildpferd, Equus prxewalskn Pol. im Winterkleid aus 
der Mongolei. Von diesem interessanten kleinen Pferd gab es 
bis vor einigen Jahren nur 9 Exemplare in den Museen von 
St. Petersburg, Moskau und Paris. Im Jahre 1901 gelang es 
der bekannten Tierhandlung von Carl Hagenbeck durch eine 
genial erdachte und glücklich durchgeführte Expedition 28 junge 
Wildpferde dieser Art lebend nach Hamburg zu bringen, die sich 
jetzt in verschiedenen Zoologischen Gärten befinden. Beide 
Bälge, Steinbock und Wildpferd, waren gut erhalten und sind 
bereits gestopft und montiert. 

Das Diakonissen haus schenkte auf Veranlassung des 
Herrn Dr. E. R o e d i g e r den Balg eines schönen männlichen 
AVildschweines aus dem Harz, welches dem Diakonissenhaus vom 
kaiserlichen Hofjagdamt überwiesen worden war. Auch dieser 
Balg wurde bereits gestopft. 



— 55* — 

Die Neue Zoologische Gesellschaft überwies an 
Geschenken : einen jungen Steinbock-bastard $ aus der Schweiz, 
2 junge im Garten geborene Goldhasen, Dasyproda axarae Licht., 
1 Gerbülus garamantis, 2 Hausratten, welch letztere in Alkohol 
konserviert wurden, 

Dr. F. Römer brachte aus Istrieu einen Siebenschläfer, 
Myoxus glis L , in Alkohol. 

Prof. E. Marx: eine junge Hausratte, welche in Alkohol 
konserviert wurde. 

Konsul Dr. 0. v. Möllendorff : Gehörn von Nemorhoedus 
caudatus M. Edw. vom Westgebirge in Peking. 

Kauf: Ferd. Kunzmann in Sumatra: ein Schuppentier, 
Manis java7iica, welches bereits gestopft und montiert wurde, 

R. Tancre in Auklam: 1 SpaJax iyphlus Pali., Arvicola 
rufocaniis Tiülb. c? und A. riUilus Pali, c? aus Lappland. 

Neue Zoologische Gesellschaft: 1 Cricetomys 
gambianus Waterh. 

Ferner 1 Rhinoceros-Horn von 89 cm Länge aus Deutsch- 
Ostafrika. 

Die Lokal -Sammlung. 

Von P. Henkel wurde eine frische Fischotter, welche bei 
Hanau im Main gefangen wurde, angekauft und gestopft. 

2. Die Yergleicheiul-aiiatoniische Sammlung. 

Die Skelett - Sammlung erfährt eine ständige Vermehrung 
durch die Schädel aller Bälge, welche im laufenden Jahre ge- 
stopft werden, da die Schädel den Bälgen nicht mehr ein- 
verleibt, sondern aus Torf oder Holz geschnitzte Schädel zum 
ausstopfen benutzt werden. Auch werden von allen frisch ein- 
gelieferten Tieren, deren Bälge nicht brauchbar sind und deren 
Skelett nicht gemacht wii'd, wenigstens die Schädel präpariert 
und der Sammlung einverleibt. Seit etwa 2 Jahren haben wir 
auch begonnen, von Tieren, deren Skelette nicht ganz erhalten 
werden, einzelne Skeletteile zu präparieren, Brustbeine, Becken, 
Extremitäten, Halswirbel u.s.w., um Material für eine später auf- 
zustellende vergleichend -osteologische Sammlung zu gewinnen. 

Die Sammlung der Organe (Gehirne, Augen, Verdauungs- 
organe U.S.W.) wurde weiter vervollständigt und von allen frisch 



— 56* — 

eingelieferten Tieren einzelne Organe und Organteile je nach 
ihrem Erhaltungszustand konserviert. Größere Teile werden in 
Alkohol oder Formol aufgehoben; kleinere Organe werden, wenn 
sie frisch sind, histologisch nach verschiedenen Konservierungs- 
Methoden (namentlich mit Sublimat-Gemischen) behandelt. Bei 
diesen Sammlungen leistete Frau M. Sondheim tatkräftige Hilfe. 

Die Embryonen-Sammlung wurde u. a. durch eine größere 
Serie von Sperlingen und weißen Ratten vermehrt. 

Geschenke: F. Wi u t e r : 3 Embryonen von Felis domestica 
mit Perenyscher Lösung konserviert. 

Dr. J.Guide. Felis domestica, Embryonen und neonati. 

Dr. med. A. Knoblauch: Eier, Larven und Jugendstadien 
von Salama7idra mactilosa Laur., S. atra Laur., Molge cristata 
(Laur.) und Molge vulgaris (L.) mit Formol konserviert, darunter 
eine vollständige Serie von Larven des Feuersalamanders aus 
Gebirgsbächen des Taunus mit interessanten Verstümmelungen 
der Extremitäten, welche wahrscheinlich vom Flußkrebs herrühren. 

Neue Zoologische Gesellschaft: 2 Felis leo $$, 
1 Tag alt, konserviert in Alkohol ; Cervus canadensis L. $, 16 
Jahre alt, Schädel. 

Regierungsbauführer W. T h e i s s : 1 abnormer Rehfuß, 
diverse frische Fuchsmägen, welche auf ihren Inhalt untersucht 
wurden, 2 Hasen-Embryonen. 

Konsul Carlos Heynemann in Bukarest: Schädel von 
Ursus arctos L., im Oktober 1902 in den rumänischen Karpathen 
erlegt. 

Dr. med. 0. Thilo in Riga: 2 Modelle, die Augenwanderung 
bei den Schollen darstellend, nebst Erklärung. 

Kauf: Ernst Müller: 1 Plußpf erdschädel und 1 Büffel- 
schädel aus Donde, Nebenbezirk von Kilwa, Afrika. 

Tausch: Prof. K a t h a r i n e r in Freiburg (Schweiz) : ver- 
schiedene mikroskopische Präparate aus der Histologie der Wirbel- 
tiere gegen Embryonen von Sperling und Schwein. 

Zoologische Station in Triest: 28 junge Haifische, 
Scyllium canicula L. und Mustelus laevis Rüpp., für das zoologische 
Praktikum. 

Wissenschaftliche Benützung: F.Winter entlieh 
ein Menschen -Skelett zur Vorlage bei Abbildungen. (Wieder 
abgeliefert.) 



— 57* — 

Prof. Studer in Bern erhielt auf Wunsch den Original- 
schädel von Canis simensis Rüpp. zur Benutzung bei einer Arbeit 
über Cauiden-Schädei zugesandt. Dieser Schädel wurde bereits 
zurückgeliefert. 

Für den Regierungsbauführer W. Theiss wurde eine 
Untersuchung von Fuchsmägen ausgeführt, deren Inhalt im 
November 1902 hauptsächlich aus E'eldmäusen bestand. 

Oscar Neumann in Berlin benutzte verschiedene abessin- 
ische Säugetiere Rüppellscher Ausbeute beim Bestimmen seiner 
eigenen Sammlung. 

3. Die Yogel-Sammlung. 

Auch in dem letzten Jahre hat die Vogelsammlung durch 
Zuwendungen ihres Sektionärs Rob. de Neufville einen er- 
freulichen Zuwachs erhalten, wovon in erster Linie ein schöner 
Paradiesvogel Paradisea guilielmi Gab. von Neuguinea, der bisher 
noch gefehlt, zu erwähnen sein dürfte ; ferner 5 Exemplare von 
Falco eleonorae Gmel. ^ und $ in verschiedenen interessanten 
Färbungen. Letztere Schenkung ist um so willkommener, als 
dieser Vogel von Jahr zu Jahr seltener wird und selbst auf 
den Cycladen, wo er allein brütet, schwer zu haben ist ; ferner 
noch Pomatorhinus melanurus Blyth c?, Ceiitropus chlororhynchus 
Blyth c?, Cuculiis micropterus Gould ^, Gorsachius melanolophiis 
(Raffl.) $, Scops bakkamaena Swinh $, Syrnium indra?iee Sykes $, 
Tnrtur suratensis Gmel. $, Ardeola grayi Sykes J*, welch letztere 
von einem auf Ceylon s. Z. internierten Buren präpariert sind 
und von Herrn Direktor Seitz mitgebracht wurden, dann Franco- 
U?ius sharpei Graut $, Plernistes leucoscepus Gray c? von 
Abessinien, Eurystomus gidarls Vieill, Südwest- Afrika, Emberixa 
spodocephala Pali, c? und Acridotheres cristatellus Gmel. c? von 
Hainan. 

Neue Zoologische Gesellschaft schenkte: Emberixa 
rutila Pali. J", Japan, Vidua paradisea L., Pyrrhula major Brehm, 
Cryptorhina afra L., Geopelia humeralis Tem. c? Australien, Agelaeus 
phoeniceus L. $, Cyanocorax chrysops Vieill. c?, Conuriis aureus 
Gmel. c?, Broiogerys Urica (Gmel.) $ Brasilien, Hyphantornis 
viteUinushicht., Ost- Afrika, Oriyxvirginianuslt. c? Nord-Amerika, 
Pycnonotus leucotis Gould $, Palaeornis torquata (Bodd.) c? Indien, 
Acanthochaera carunculata Lath. <?, Olossopsiüacus concinnus 



— 58* — 

Shaw., Anseranas melanoleuca Less. Australien, Fuligula ferina 
L. $, Dafila acuta L. $ und Sula bassana L. 

Diese reichhaltigen Zuwendungen der neuen Zoologischen 
Gesellschaft, darunter manche Arten, die bisher im Museum noch 
nicht vertreten waren, haben wir zum großen Teil der gütigen 
Unterstützung unseres Mitgliedes, des Herrn Paul Cahn zu 
verdanken, welcher eifrig bestrebt ist, die im Zoologischen Garten 
eingehenden Tiere als Material für unser Museum auszunutzen. 
Wir möchten daher Herrn P. Cahn für sein tatkräftiges Interesse, 
das er fortdauernd an der Vervollständigung unserer Sammlungen 
bekundet, auch an dieser Stelle unseren besten Dank abstatten. 

Es schenkten ferner : K, K u 1 1 m a n n : Cyanecula cyanecula 
(Wolf) ^. 

Frau Schaeler: Psittacus erithacus L. c?. 

H. Lust: Syrnium aliico (L.) c?. 

Alex Hauck: Colaeus moiiedida L. 

Regierungsbauführer W. Theiss: Astnr palumbarius L. c?. 

K n r. L u s s m a n n : einen schönen ausgestopften Auerhahn 
aus dem Spessart. 

Frh. V. B e v e r n f ö r d e in Grabenstädt am Chiemsee : 
Syrnium alueo L. c? und diverse kleinere deutsche Vögel. 

Rentier Louis Siebert inHadamar: Oallimilacliloropus 
Lath. 

Kauf: Neue Zoologische Gesellschaft: Lopho- 
phorus impeyanus Lath. ^ Himalaya, Crossopiüon mantsdmricum 
Swinh. c? Mandschurei, Calopexiis elegans Geoffr. c? Argentinien, 
Porphyrio alleni Tem. Afrika. 

Zoologischer Garten in Köln: Euplocomiis sirinlioei 
Gould <? (durch Vermittelung von Herrn P. Cahn). 

H. A. Theophile in Seekamp: Circus cyaneus L. $ juv. 

Wildprethändler Gej^er; Telrao tetrix L. <^, Rußland. 

R. Tancre in Anklam: z. T. für das Museum neue Arten 
sowie als Ersatz für defekte Exemplare: 

2 Merula atrigularis Tem. ^ $, Saxicola morio Hempr. 
& Ehr. c?, Phylloscopus trist is Blyth c?, Parus songariis Sever tz. $, 
P. rufipectus Severtz. c? $, Leptopoecile sophiae Severtz. <? $, 
Perdix saxatilis chukar Gray c? $ von Issykkul ; Ruticilla 
semirufa Hempr. & Ehrbg., Altaigebirge; Hypolais caligata 
(Licht.) c?, Astur badius Gm. {brevipes Severtz.) c? Transkaspien ; 



— 59* — 

Sitta amurensis Swinh. c?, Emberiza leucocephala Gm. ^ $, 
Pericrocotus cinereus Lafr. Amur -Gebiet, Melanocorypha yel- 
tonietisis Forst, c? ^, Oriolns galbida L. (?, Circus pygargus L. c?, 
C. maurns Gmel. ; Ardea purpiirea L. $, Botaurus stellaris 
L. c? $; 0/«.s tetrax L. c?, Rec?irvirostra avoseiia L. <^, ^?i«s 
strepera L. <? $, Mergus albellns L c?, Sterna nilotica Hassel- 
quist $, Hydrochelidou leucoptera Scliiuz c?, Lanis minutiis Pall. 
c? $ Sarepta, S. -Rußland, FringiUa spodiogenys Bp. c?, Tanger, 
Marocco, Merops aegyptius Forsk. J', Plegadis falcinellus L. J* $, 
Porphyrio veieriim Gm. c? $, Mannaroneita angustirosiris Menetr. 
= marmorata Gould c? $ Lenkoran. 

W. F. H. Rosenberg, London: folgende größtenteils 
für uns neue Arten: Lophotricus squamicristatus Lafr. c?, 
Amaurolimnas coneolor Gosse $ , Phlogopsis maclecmani Lawr. 
J' $, Urospatha martii Spix <? $, PrionorJiynchus platyrhynchus 
Leadb. <? $, Pteroglossus sanguineus Gould J", Asturina magni- 
rostris Gmel. $ von N. -Ecuador; Sisopygis icterophrys Vieill., 
Legatus albicollis Vieill. $ jiiv., Pteroglossus wiedi Sturm $, 
Brasilien. 

Gerrard ^ Sons, London: aus den Zinsen der Cretzschmar- 
Stiftung ein Palaeornis ftiischi Hume c? von Burmali. 

R, Tancre in Anklam, ebenfalls aus den Zinsen der 
Cretzselimar-Stiftuug, folgende 20 für das Museum neue Vogel- 
arten : 

Accejitor atrogularis Brandt c? $, Accentor fidvescens Severts 
(^ $, ArifJnis sptipoletta L. c? $, Loxia curim'ostra var. albiventris 
Swinh. <? $, Moiitifringilla brandti Bp. c? $, M. sordida Stol. d" $, 
Carpodacus rhodochlamys Brandt c? $, Carduelis caniccps Vig. 
<? von Issykkul, Melajiocorypha calandra albigularis Brelim J' !^, 
Montifringilla arctoa Pali. <^ $, Carduelis caniceps Vig. $ Altai- 
Gebirge , Melanocoryplm sibirica (Gm.) d^, Alaudula p)ispoletta 
Pali. Transcaspien, Emberixa fucata Pali, c? $, £". elegans Tem. 
c? $, i?. spodocephala Pali, c? $, -E". aureola Pall., E". passerina 
Pali <? juv., Uragus sanguinolentus Tem. v. Schleg. c? $ Raddefka, 
Amur-Gebiet, Emberiza cinerea Strickl., Pyrrhulorhyncha palu- 
stris Sav. c? $ S. -Rußland, Leucospixa gigliolii Salvad. c? $ 
Baikal-See. 

Die Eier -Sammlung wurde durch zwei reiche und 
interessante Kollektionen vermehrt. Der Sektionär Rob. de 



— 60* — 

Neufville schenkte eine Serie von 13 Gelegen Kuckucks-Eiern, 
welche von einem und demselben Kuckucks-Weibchen in dem- 
selben Revier Groß-Schönebeck in der Schorf beide bei Joachimstal 
in der Mark im Jahre 1899 gelegt wurden. Die Eier sind mit 
genauen Legedaten gesammelt und zwischen dem 23. Mai und 
dem 16. Juli 1899 gelegt. Von 13 Eiern sind 11 in Nester von 
Motacilla alba gelegt worden, je einmal wurde ein Ei in das Nest 
von Saxicola oenanthe und Lanius collurio gelegt. Eine kleinere 
Serie, ebenfalls von einem und demselben Kuckucks-Weibchen 
gelegt, umfaßt 4 Eier, welche zwischen dem 9. und 25. Juni 
abgesetzt wurden. Dreimal wurde von dem Kuckucks- Weibchen 
das Nest von Troglodytes parvuhis, einmal das Nest von A?ithus 
pratensis benutzt. Drei weitere einzelne Kuckucks-Gelege aus 
Nestern von Sijlvia hortensis und Ruiicüla phoenicurns von Groß- 
Schönebeck, Spandau und Finkenkrug sind durch ihre auffallend 
dunkle und verschiedene Färbung interessant. 

Dr. Adolf Reichard schenkte eine hübsche Kollektion 
Eier isländischer Vögel, welche er im Jahre 1902 bei einer Reise 
durch Island selbst gesammelt hat, Gelege von Saxicola oenanthe, 
AntJms pratensis, Emberixa nivalis, Falco aesalon, Lagopus lagopus, 
Rallus aquaticus, Charadrius pluvialis, C. hiaticida, Phalaropiis 
lobatus, Totanus calidris, Tringa alpina, T. maritima, Qallinago 
gallinago, Haematopus ostrilegus und Nimienius phaeopus. 

Die Lokal-Sammlung. 

Auch hier hat der Sektionär Rob. de Neufville eine 
Lücke ausgefüllt, indem er ein im Odenwald selbst erlegtes 
prächtiges Exemplar eines Auerhahns stiftete, der bisher der 
Sammlung heimischer Vögel noch fehlte. Ferner schenkte R. de 
Neufville 2 Fichtenkreuzschnäbel, Loxia curvirostra L. und 
2 Bhithänflinge, Acanthis cannabina L, 

Alex. Hau ck: einen Kampf hahn, Philomachus pugtmx h., 
bei Dortelweil in Hessen erlegt. Die Heimat dieser lustigen 
Tiere ist der Norden der alten Welt ; in Norddeutschland brüten 
sie noch regelmäßig, im Binneulande gehören sie zu den größten 
Seltenheiten. 

Gekauft wurde von L. Faßnacht in Bruchöbel ein 
junger Taubeuhabicht, Astur palumbarius L. $. 



— 61* — 

4. Die Reptilien- und Batrachier-Sammlung. 

Die Arbeiten im Museum beschränkten sich auf das not- 
wendigste ; der größte Teil der neu eingegangenen Tiere wurde 
bestimmt. 

Von hervorragend wichtigen Erwerbungen sei nur kurz 
hingewiesen auf das prachtvolle, große Stück von Conolophiis 
subcristatus Gray von den Galäpagos-Inseln, auf die interessante 
neue Engystomatidengattung Oyhryophryne aus Tonkin, die 
sich durch ein nageiförmiges Hörnchen auf dem oberen Augen^ 
deckel auszeichnet, und auf die seltene südchinesische Schild- 
kröte Cyclemys trifasciata Bell, die wir, wie so vieles, der 
hiesigen Neuen Zoologischen Gesellschaft verdanken. 

Von Funden in der Frankfurter Umgebung sind diesmal 
zu verzeichnen : Rana arvalis Nilss. häufig, sowie Lacerta ayilis 
L., Tropidonotus nairix L. und Molge crisiata Laur. auf der 
Rheininsel „ Kühkopf " bei Goddelau-Erfelden, der erstgenannte 
Moorfrosch überdies in geradezu erstaunlicher Individuenmenge 
am 21. Mai 1903 in dem Sumpf- und Torfgebiet zwischen 
Bickenbach und Eberstadt einerseits und Pfungstadt (Prov. 
Starckenburg, Grh. Hessen) anderseits, sowie Angiäs fragiUs 
L., Rana esculenta L., Bufo vulgaris Laur., Salamandra macu- 
losa Laur., Molge alpestris Laur. und M. vulgaris L. im Treburer 
und Großgerauer Wald in der Nähe des Falltorhauses, endlich 
Lacerta agilis L. und L. vivipara Jacq., Anguis fragilis L., 
Rana temporaria L. und Bufo vulgaris L. um Lichtenau im 
Spessart (Unterfrankeu). 

Beiläufig sei auch bemerkt, daß nach an Ort und Stelle 
eingezogener Erkundigung 1902 im Laufe eines halben Jahres 
Oberförster Gottschick auf dem „Hochfeld" in der Gegend 
von Steinheim am Aalbuch (Württ.) 3 Stück Vipera berus L. 
getötet hat. Der nächstgelegene bekannte Fundort war bisher 
Heidenheim. 

Geschenke: Prof. Dr. L. Kathariner in Freiburg 
(Schweiz) : Chamaeleon macrolepis Cope aus Natal, Oxyrhopus 
doliatiis D. B. aus Sta. Catharina, Brasilien, und 4 Molge alpestris 
(Laur.) aus der Umgebung von Freiburg (Schweiz). 

Kunstmaler Lorenz Müller in München : Cinixys belliana 
Gray aus Usambara, Deutsch-Ostafrika, Crotalus adamanteus 
B. aus Florida, Spelerpes guttolineatus aus N. -Carolina, Bufo 



— 62* — 

viridis (Laur.) aus Ajaccio (Corsica) und Rana agilis Thoni. vom 
Wesslinger See bei München. 

Ursulinenkloster, hier: Ein auffallend großes Stück 
der Calamaria lumbricoidea Boie aus Java. 

Hans Fruhstorfer in Berlin: Liolepis belliana Gray 
aus Ann am. Calotes versicolor Daud., Lygosoma (Liolepisma) 
doriae Blgr. und L. (Lygosoma) chalcides L., sowie Typhlops 
braminus üaud., Cylindrophis rvfus Laur. und D)-yoccdamys 
davisoni Blfd. aus Siam. Eine ganz junge Schildkröte, ein 
Gecko, 4 Acanthosaura crucigera Blgr., Dryophis prasinus Boie, 
Rhacophorus sp., Rhacophoriis leucomysiax Grav., zahlreich und 
2 Hyla simplex Bttgr. aus den Mau-son Bergen in 3000 ' Höhe, 
Tonkin. 

Konsul Guido v. Schröter in San Jose (Costa Rica): 
Liophis epinephelus Cope von dort. 

Karl Henrich, Brautechniker : Streptophorus atratus 
Hallow, var. sebae D. B. und Erythrolmtiprus imperialis B. G. 
aus dem Nordwesten von Belize (Britisch-Honduras). 

Aug. Du Bois: Vipera beriis L. von Orb am Spessart. 

Frl. M. Riese: Iguana (trockene Haut) aus Mexiko. 

Dr. Aug. Jassoy: Vipera berus L. von Ranz an der 
Arlbergstraße. 

Prof. Dr. 0. Boettger: Bana agilis Thom. vom Weß- 
linger See bei München. 

J. Meng es in Limburg: Alligator aus Nordwest-Afrika. 

Prof. A. Andreae in Hildesheim: Testmio oculifera Kühl 
und Pelomedusa galeata Seh. aus Deutsch-Südwestafrika. 

Karl Dahlem in Eschborn: Coronella austriaca Laur., 
gestreifte Form, vom Haardtberg bei Cronberg (Taunus). 

Neue Zoologische Gesellschaft, hier : Gyclemys 
trifasciata Bell aus Südchina und Pygopus lepidopus Gray, 
Lygosoma (Homolepida) casnarinae Gray aus Südost- Australien 
(oder Tasmanien?) und Molge waltli^ juv. 

Konsul C. Fleischraann in Guatemala: 28 Schlangen, 
1 Eidechse und 1 Salamander aus Guatemala, welche Sendung 
noch nicht bestimmt werden konnte. 

Kauf: Frank in London: Erwachsener Corwlophus sub- 
cristatus Gray in Spiritus von den Galapagos. 



— 63* — 

Rechnungsrat Carl Müller, hier : Hemidactylus mabuia 
Mor. de Jonn. zahlreich, 2 Agama atricollis Smith, Varanus 
niloticus L., 2 Eremias spekei Gthr., 2 Lygosoma (Riopa) simde- 
valli Smith; Cliamaeleon dilepis Leach <?, Rhampholeon kersteni 
Pts. ; 4 Boodon lineatus D. B. var. bipraeocularis Gthr., Lyco- 
phidium capense Smith und 2 L. acustirostre Gthr., 2 Philo- 
thamnus semivariegatus Smith, Chlorophis hoplogaster Gthr., 2 
Leptodira hotamboeia Laur., 2 Tarbophis semiannulatus Smith, 
Psammophis subtaeniatus Pts., 2 Rhamphiophis oxyrhynchiis 
Reinh. , Amjjlorhinus nototae?iia Pts. , 2 Bitis arietans Merr., 
Rana mascareniensis D. B., Chiromantis xerampelina Pts., 
Megalixalus leptosomus Pts. , Bufo regularis Rss. und Phryno- 
7nantis bifasciata Smith ; alles von Maweni bei Tanga, Deutsch- 
Ostafrika. 

Hans F r u h s 1 r f e r in Berlin : 2 Äcanthosaura fruh- 
storferi Wern., Lygosoma (Homolepida) friihstorferi n. sp. (äff, 
chhiense Gray), Eumeces glaucocerciis n. sp. ; 3 Microhyla pidchra 
Hallow,, 4 Calophrymis pleurosiigma Tschudi, Ophryophryne 
microstoma Blgr. , Leptobrachium monücola Gthr. und Ocadia 
sinensis Gray, sämtlich aus Tonkin, und Cyclemys diior 
Gray aus Ann am. 

Außerdem anderwärts im Kauf erworben 2 Schlangen und 
1 Gecko von Peking (China). 

Der Verkehr der Sektion mit anderen wissenschaftlichen 
Anstalten war ein reger. Mit den zoologischen Museen und 
Instituten von Budapest, Erlangen, Freiburg (Schweiz), Gießen 
Hamburg, London, Lübeck, Magdeburg, Marburg, München, 
Wien, Wiesbaden und Würzburg und mit der hiesigen Neuen 
Zoologischen Gesellschaft wurden Besuche, Briefe oder Objekte 
ausgetauscht oder von ihnen Sendungen erhalten. 

Dr, Franz Werner in Wien erhielt 19 Arten Reptilien 
gegen 21 Arten seiner Sammlung und studierte mehrere Typen 
unserer Sammlung. 

Kustos Dr. F. Siebenrock in Wien, der die hiesige 
Schildkrötensammlung einer eingehenden Besichtigung unterzog, 
entlieh für seine Bearbeitung der südafrikanischen Testudo- kri^n 
10 Schildkröten aus Deutsch-Südwestafrika und Testudo ynipJiora 
Vaill, aus der Voeltzkowscheu Reiseausbeute, 



— 64* — 

Werner & Winter erhielten die Schalen von Testudo 
yniphora Vaill. zur Abbildung für eine Arbeit des Kustos Dr. 
F. Siebenrock. 

Prof. Dr. Voeltzkow in Straßburg erhielt aus seiner 
Reiseausbeute Testudo planicauda zur osteologischen Bearbeitung. 

Prof. V. Mehely in Budapest erhielt auf seinen Wunsch 
27 Lacerte-Arten zum Vergleich. 

Prof. Dr. L. Kathariner in Freiburg (Schweiz) benützte 
im Juli und August 1902 mehrfach unsere Sammlung zum 
Studium und zum Bestimmen seines Materiales. 

Prof. Dr. 0. Boettger. 



5. Die Fisch-Sammliiug. 

Die Fisch-Sammlung erfuhr" eine gewaltige Vermehrung 
durch 65 Arten bestimmter Fische der Adria, welche Kustos 
Dr. F. Römer im Oktober 1902 im Auftrage der Gesellschaft 
an den zoologischen Stationen in Rovigno und Triest gesammelt 
hat. Die Fisch-Sammlung des Museums hat, so groß ihr wissen- 
schaftlicher Wert ist, doch nur wenige Stücke, welche sich zur 
Verwendung in einer Schau- oder Lehr-Sammlung eignen. Die 
meisten Stücke sind schon 60—80 Jahre in Spiritus und sind 
in einer Zeit gesammelt worden, als die Konservieruugstechnik 
noch wenig ausgebildet war. Solche Fische, welche nicht weiter 
für die Aufstellung präpariert, sondern nur in Spiritus gelegt 
sind, lassen sich später nicht mehr als Schaustücke herrichten. 
Es ist dann besser neue Ersehe zu nehmen und diese gleich für 
die spätere Montierung auf Glasplatten zurecht zu machen. 
Die Flossen müssen gespannt und der Fisch muß nach sorg- 
fältiger Reinigung im Wachsbecken festgesteckt werden, damit 
er in konserviertem Zustande eine natürliche Stellung einnimmt. 
Von den Adriafischen wurde je ein größeres Exemplar für die 
Schausammlung und ein kleineres für die Lehrsammlung kon- 
serviert. Als Flüssigkeit kam ausschließlich Formol in An- 
wendung, doch wurden die Fische nach der Heimkehr in Alkohol 
übergeführt. So erhalten sich nach den gemachten Erfahrungen 
Zeichnung und Färbung am besten. Folgende Arten konnten 
für die Schausammlung in großen gut erhaltenen Stücken kon- 
serviert und aufgestellt werden: 



— 65* — 

Cyclostomata: Fetromyxon marinus L. R a j i d a e : My- 
liohatis aquila L., Baja asterias Del., R. davata L., B. miraletus 
L., Torpedo marmorata Risso, darunter ein 32 cm. langes Weibchen 
mit 2 Jungen und div. kleinere Stücke. Squalid ae: Squatina 
angelus Risso, Mustelus laevis Risso, auch zahlreiche Embryonen, 
einzeln und in situ mit dem Uterus konserviert, Carcharias 
glaucus M. H. ein Prachtstück von 91 cm Länge, Scyllium 
canicula L., S. catulus M. H., Ganoides: Acipenser sturio L., 
Teleostei: Balistidae: Balistes caprisctis L., Syngna- 
thidae: Hippocampus hrevirosfris Cuv., H. guttulatus Cuv., Syn- 
(jnathus aciis L., darunter Männchen mit gefüllter Bruttasche und 
kleinen Embryonen; Ophidiidae: Ophidmm barhatum L. ; 
Muraenidae: Conger vulgaris Gvly . 71 cm lang; Anguilla vul- 
garis Flem. juv. 5—16 cm lang; Pleuronectidae: Solea 
variegata Günth., S. vulgaris Cuv., Pleuronedes platessa 
Lacep., FJiombus laevis Rond., B. maximus Cuv. von 38 und 
33 cm Länge; Gadidae: Motella vidgaris Cuv., Phycis medi- 
terranea Delar; Clupeidae: Clupea papalina Bp., G. sardina 
Risso; Scomberesocidae: Exocoetus volitans L., ein für 
den Triester Golf sehr seltener Fisch; Cyprinodontidae: 
Lehias calaritana Bon., Labridae: Jidis vidgaris Flem., Cre- 
nilahrus XMVo C. Y., Labrus meridalj.:, Gobiidae: Gobius joxo 
L., G. niger Lt.] Blenniidae: Blennius ocellaris. B. gattorugine 
Will., B . tentacidaris Br. ; Atherinidae: Atherina hepsetus Ij. \ 
Mugilidae: Mugil cephalus C.Y., M. capitoC.Y.] Taeniidae: 
Cepola rubescens L.; Scombridae: Xiphias gladius L. 76 cm 
lang, Seriola dumerilii Risso, Corijphaena hippmrus L., Zeus faber 
L., Thyrinus vidgaris C. V. 71 cm lang, vollständig erhalten, 
Flossen ohne Fehler, Scomber colias L., S. scomber L., Sparidae : 
Dentex vulgaris C. V., Chrysophrys aurata L., Pagellus erythrinus 
e.V., Sargus annularis L., Cantharas orbicidaris C. V.; Sci- 
aenidae: Corvina nigra Cuv., Umbrina cirrhosa L. ; Cata- 
p h r a c t i : Scorpaena porcus L. ; M u 1 1 i d a e : Midlus barbatus L. ; 
Trachinidae: üranoscopus scaber L., TracJiinus draco L. ; 
Percidae: Serranus hepatus C. V., S. scriba C. V., Labrax 
lupus C. Für die Lehrsammlung wurden Gehirnpräparate von 
Baja radiata Don., Acanthias vulgaris Risso, Scyllium cattdtis 
M. H. 80 cm lang und Galeus canis L. 1,50 m lang angefertigt 
und Querschnitte durch die Schwanzmuskulatur von Galeus 



— 66* — 

canis L., Lichia amia L. und Co?iger vulgaris Ciiv. konserviert; 
von Umbrina cirrhosa L., Lichia amia L. und Lab rax lupus Cuv. 
wurden Kiemenpräparate mitgebracht. 

Geschenke: Bankdirektor Karl Drehwald in Offen- 
bach: Die Haut eines großen Meeraales, Conger vulgaris Cuv. 

Rentier G-. Schiller: Kiemenknochen mit kräftigen Zähnen 
von Dentex vulgaris C. V. 

Gymnasiast H. S on d heim: Trachinus draco L. aus der 
Nordsee (Nieuport) in Formol konserviert. 

Wissenschaftliche Benutzung: G. A. Bou langer 
vom British Museum in London erhielt 40rginale derRüppellschen 
Fische, Barbus intermedius Rüpp., Labeobarbus nedgia Rüpp., 
Luciobarbus affinis Rüpp. und L. elongatus Rüpp. aus dem 
Zana-See. 

Hofrat Prof. Steindachner in Wien sandte 16 Arten 
Fische von Halmahera, von Prof. W. Kübenthai 1894 ge- 
sammelt, zurück, welche noch rückständig waren. 

6. Die Grliedertier-Sauimluiig. 

Neben Erledigung der laufenden Geschäfte, welche in der 
Einordnung der umfangreichen Erwerbungen, der Durchsicht 
der geordneten Sammlungen und der Erledigung des Tausches 
und des wissenschaftlichen Verkehres mit anderen Instituten und 
Museen besteht, wurde mit der Präparatiou und Determination 
der noch vorhandenen Bestände, sowie deren sammlungsgemäßen 
Aufstellung fortgefahren. Besonders wurde die bereits im vorigen 
Jahre begonnene Neuordnung der Hymenoptera und Hemiptera- 
Heteroptera weitergeführt. 

Oberlehrer Dr. P. Sack hat freundlicher Weise mit der 
Bestimmung und Zusammenstellung des Dipteren-Materials be- 
gonnen. 

Geschenke: Professor Dr. L. v. Heyden : 250 Hymenop- 
teren aus Mexiko, Paraguay, Java, Pennsylvania, Cuba (von 
Gundlach gesammelt) und Chile (von Camming gesammelt); 10 
exotische Cicaden; Modell eines Koloradokäfers und seiner Ent- 
wicklung in einem Glaskästchen ; Rebläuse an Weinwurzeln in 
Alkohol; Monströse Weinblätter aus dem Ahrthal. 

Albrecht Weis: 185 Käfer aus Java in 78 Arten, meistens 
bestimmt. 



— 67* — 

Dr. J oll. Guide: 4 Fliegen mit 17 au eleu Beiueu auge- 
klaramerteu Pseudoskorpiouen. 

Prof. M. Neißer: Gri/Uotcdpa vulgaris Latr. in Alkohol 
konserviert. 

Frau Senator Berg: 2 Nester einer Erdspinne aus Brasilien. 

Oberlehrer J. Blum: Ein Wespennest aus Tyrol. 

Erich Sondheim: Scolopendriden aus Frankfurt, in 
Alkohol konserviert. 

August Koch: Libellen aus der Umgebung von Darmstadt. 

Dr. Adolf Reichard: Käfer, Spinnen und Apus aus 
Island, in Alkohol konserviert; 2 Gläser mit Crustaceen-Plankton 
aus Bergen in Formol. 

J. V. Ar and: Rhipiphoriis paradoxus aus der Umgebung 
von Frankfurt, 11 Käfer aus Chile, Scolopender und Asseln aus 
La Turbin bei Monacco in Formol. 

Prof. Dr. F. Richters: Mikroskopische Präparate von 
Lernaeonema encrassicoU Baird von Clupea sprattus; 2 mikr. 
Präparate von Scalptellum ornatttm {Complemental males); Lernae- 
onema monilaris M. Edw. am Bulbus und L. encrassicoU Baird 
am Schwanz von Clupea sprattus in Alkohol. 

F. Winter: 33 Nummern Ameisen in Rovigno und Um- 
gebung gesammelt, teilweise mit Gästen (Lepismiden etc.) in 
Alkohol; Maja spinado Latr c? und $ aus Rovigno, zwei große 
Schaustücke in vortrefilicher Erhaltung, das größere c? trocken, 
das kleinere $ mit Eiern dicht besetzt in Formol konserviert. 

Dr. G. Popp: Eine große Käferlarve, wahrscheinlich By- 
nastes, welche in den Färb- und Gerbstoffwerken von Flesch 
hierselbst im Quebrachaholz lebend gefunden wurde. 

Gebr. Siesmeyer: Diestrammena marmorata de Haan, 
eine japanische Heuschrecke, welche lebend in den hiesigen 
Gewächshäusern (auch noch in anderen Gärtnereien) vorkommt. 

Mit diesen beiden Tieren haben wir eine Ausstellung von 
solchen ausländischen Tierarten begründet, welche lebend in 
Frankfurt gefunden werden. Mit der Zeit läßt sich darin eine 
reiche und interessante Sammlung zu stände bringen. Wir richten 
daher an die Inhaber hiesiger Gewächshäuser, chemischer Fabriken, 
Gerbereien u. a. Häuser, welche exotische Stoffe und Produkte 
importieren, die Bitte, auf das Vorkommen von Tieren zu achten 

5* 



— 68* — 

und dieselben lebend oder in Alkohol konserviert dem Museum 
zu überweisen. 

Ingenieur P. Prior: 3 Telphusa fluviatilis in Alkohol 
konserviert. 

Neue Zoologische Gesellschaft: Coenohita rugosa 
in Trochusschale. 

Ingenieur P. Preiß in Ludwigshafen a. Rh. : 11 Cetoniden 
aus Java, 30 Cetoniden in 16 Arten vom Bismarck- Archipel, 
Java und Afrika, alle bestimmt. 

Dr. B. Marquardt in Höchst a. M. : 10 Äpus produdus 
aus Posen in Alkohol. 

Dr. L. Dreyer in Wiesbaden: Chernes reussi an einem 
Fliegenbein sitzend. 

Heinrich Jung in Ebenhausen, Unterfranken: 3 Käfer 
und 1 Pagurus. 

Kustos Dr. F. Römer brachte von seiner Adriareise ver- 
schiedene Schaustücke von Crustaceen und ein reiches Arbeits- 
material an kleineren Krebsen mit. Die Schaustücke wurden 
vor der Konservierung auf Pappe gespannt und später auf ent- 
sprechenden Glastafeln montiert. Ncphrops norvegims (L.) <? u. $, 
Squilla mantis (Latr.), Maja verrucosa M. E. mit Algen u.s.w. 
maskiert, M. spinado Latr. mit einer großen Styela gyrosa und 
vielen Balaniden bewachsen , Dromia vidgaris L. mit einer 
Kolonie von Amaroucium conicum Ol. auf dem Rückenpanzer, 
viele Paguristes macidatus in Schneckenhäusern, die mit Suberites 
donmncula überzogen sind, viele Pisa tetraodon Leach mit 
verschiedenen Schwammarten bewachsen, Einsiedlerkrebse in 
Schneckenhäusern in mehreren Arten und Größen, Alpheus den- 
tipes aus Cacospongia scalaris, Stenorhynchus pJialangium Penn., 
Nerocila hiviUata auf Crenilahrus pavo, Püumnus hirtipes, Scyl- 
larus arctus Febr., diverse Gläser mit Planktonkrebsen für mi- 
kroskopische Präparate. 

Ferner: Acridium aegypticum L., GryJlotaJpa vidgaris L., 
Anopheles claviger mit Sublimat-Alkohol konserviert, Tryxalis 
nasuta L., Mantis religiosa L., Cicaden mit Häuten von Larven, 
Scorpio italicus Hbst., Oniscus murariiis L., Sctdigera eoleoptera L. 
mit allen Extremitäten, Scolopendriden, Juliden, Spinnen, Lepis- 
miden, meist in vielen Exemplaren, sämtlich in Alkohol. 

Prof. L. Edinger ermöglichte uns den Ankauf eines 



— 69* — 

großen Riesenkrebses, Macrochcira kaemphcri de Haan aus Japan, 
dessen Scheeren 1,60 m messen. Er wurde als hervorragendes 
Schaustück auf einer besonderen Holzunterlage von dunkelbrauner 
Farbe aufgestellt und im Vogelsaal mehrere Wochen lang von 
allen Museumsbesuchern bewundert. 

Kauf: H. Fruhstorffer in Berlin: 4 Centurien Käfer 
aus Surinam, Ecuador, Tonkin, Tsintau. 

Dr. 0. Schmiedeknecht in Blankenburg: Eine Kol- 
lektion palaearktischer Hymenopteren. 

G. Schimpf in Bochum: Eine Kollektion sehr sauber 
präparierter und in Glaskästen hübsch arrangierter Schmetter- 
lings-Biologien aus Argentinien (Buenos-Aires), welche im Yogel- 
saal zu einer besonderen Ausstellung vereinigt dem Publikum 
mehrere Wochen lang zugänglich gemacht waren. 

Für die entomologische Sektion wurden 2 Lupen mit 15- 
und 40 facher Vergrößerung und für deren Sektions-Bibliothek 
Dalla Torre, Catalogus Hymenopterorum, 10 Bände, 
angeschafft und auf die von Dr. 0. Schmiedeknecht heraus- 
gegebene Opuscula Ichneumonologica abonniert. 

Tausch: Dr. Filippo Silvestri in Bevagna (Italien) 
erhielt auf Wunsch 5 Arten Diplopoden aus Halmahera, von 
Prof. W. Kükenthal 1899 gesammelt, und gab dafür 6 Arten 
Diplopoden aus Formosa. 

Das Naturhistor. Museum in Braunschweig erhielt 
3 Diestrammena marmorata de Haan, eine japanische Heuschrecke 
aus den Gewächshäusern der Gebr. Siesmayer in Bockenheim und gab 
dafür 3 Heuschrecken derselben Art, welche in dortigen Gärtnereien 
gefunden wurden. (Zugleich zur Bestätigung unserer Bestimmung.) 

Wissenschaftliche Benutzung: Dr. J. G. de Man 
in Jerseke (Holland) sandte die Crustaceen von Halmahera, 1899 
von Prof. W. Kükenthal gesammelt, nach Bearbeitung im 25. 
Bande unserer Abhandlungen (464 Seiten Text mit 9 Tafeln) 
zurück. Die Ausbeute enthielt 244 Arten, darunter 27 neue, 
welchen sich als Typen und Originale in unserem Museum be- 
finden. Prof. Küken thai erhielt von 35 Arten, welche in 
vielen Exemplaren vertreten waren, Dubletten. 

F. Winter entlieh DoripJiora decemlineata, Zamprocornis 
haemaUdea und Hexa mammüata zu Abbildungen (bereits zurück- 
geliefert). 



— 70* — 

Ingenieur P. Preiß in Ludwigshafen a. Rh. erhielt die 
dritte Sendung Cetoniden, welche nach Durcharbeitung und Be- 
stimmung bereits zurückgeschickt wurde. 

H. Friese in Jena verlangte die dritte Sendung palae- 
arktischer Bienen und sandte dieselbe nach erfolgter Revision 
zurück. 

Dr. Filippo Silvestri in Bevagna erhielt nach voraus- 
gegangener Korrespondenz 25 Gläser unbestimmter Diplopoden 
verschiedener Herkunft zu wissenschaftlicher Bearbeitung. 

Prof. Dr. J. Vosseier in Stuttgart erhielt auf seinen An- 
trag 38 Acridier aus Abessinien von Rüppell 1826 gesammelt. 

Dr. W. Noack in Hanau erhielt 3 mikroskopische Präpa- 
rate einer Fliege nebst deren Entwicklung (von Frau M. Sondheim 
gesammelt), bestimmte sie als XantocJderus teneUus und besichtigte 
diverse Fliegenarten unserer Sammlung. 

Dr. K. Esche rieh in Straßburg i. E. erhielt auf Wunsch 
5 Nummern Lepismiden, von Dr. F. Römer 1902 bei Rovigno 
gesammelt, zur Bestimmung. 

Prof. Dr. K. Kraepelin in Hamburg erhielt 20 Arten 
Scolopendriden von Halmahera, von Prof. W. Kükenthal 1899 
gesammelt, zum Vergleich und 45 Nummern unbestimmter Scole- 
pendriden zur wissenschaftlichen Bearbeitung. Beide Sammlungen 
wurden bereits bestimmt zurückgeliefert. 

Prof. Dr. W. Weltner in Berlin erhielt die Cirripedien 
der Kükenthalschen Ausbeute zur Bearbeitung, die alsbald 
bestimmt zurückgesandt wurden (5 Arten). 

Dr. H. de Saus sure in Genf sandte die Myriopoden der 
Voeltzkowschen Ausbeute zurück, welche er im 26. Baude unserer 
Abhandlungen mit L. Zehnter zusammen bearbeitet hat. 

Kustos Dr. C. Zimmer in Breslau erhielt auf seinen Wunsch 
13 Gläser mit Schizopoden, meistens nordische, zur Benutzung 
bei einer Arbeit über die arktischen Schizopoden. 

Das Königlich Ungarische National-Museum in 
Budapest erhielt 47 bestimmte Käfer zum Vergleich. 

Dr. Aug. Ackermann erhielt Coleopteren- Material in 
Alkohol. 

Kustos Er no Csiki vom National-Museum in Budapest 

besichtigte die Coleopteren-Sammlung, speziell die Endomj'chiden. 

Prof. Dr. L. v. Hey den, A. Weis, Dr. B. Hagen, Dr. J. Guide. 



— 71* — 

7. Die Molliiskeu -Sammlung-. 

Die begonnene Umordnung der Konchyliensammlung wurde 
von dem Sektionär von Moellendorff mit dem größten Eifer 
gefördert, so daß zu Ende des Jahres 1902 mit der Zusammen- 
stellung der Gattungen unter Auflösung sämtlicher bisher noch 
bestandenen Spezialsammluugen begonnen werden konnte. Sie 
erfuhr aber eine traurige Unterbrechung durch eine schwere 
Erkrankung des Sektionärs, die leider immer noch fortdauert 
und ihn völlig arbeitsunfähig machte. Die Sammlung befindet 
sich deshalb gegenwärtig in einem völlig ungeordneten Zustand 
und kann zu wissenschaftlichen Arbeiten im Augenblick nicht 
benutzt werden. 

Die Erkrankung von Moellendorffs ließ aber auch eine 
Frage aktuell werden, mit der sich die Senckenbergische Ge- 
sellschaft schon längere Zeit beschäftigte. Herr von Moellen- 
dorff hatte seine prachtvolle Konchyliensammlung bei seinem 
Eintritt als Sektionär im Sektionszimmer aufgestellt, obwohl es 
sehr schwer war, für die neun großen Schränke, in denen sie 
enthalten ist, Raum zu finden. Die Sammlung ist eine der 
wissenschaftlich bedeutendsten, welche gegenwärtig existieren. 
Sie enthält nicht nur die von Moellendorff während seines 
langjährigen Aufenthaltes in China und auf den Philippinen 
zusammengebrachten Konchylien mit unvergleichlichen Serien 
und mindestens 1500 unersetzlichen Originalexemplaren, sondern 
auch die Erträgnisse eines mit dem größten Eifer und unermüd- 
licher Ausdauer betriebenen Tauschverkehrs mit allen bedeuten- 
deren Museen und Sammlern. Auch unter den eingetauschten 
Arten sind die meisten aus der Hand der Autoren, also so gut 
wie Originale. Weiterhin enthält die Sammlung auch die Typen 
der Arten, welche Moellendorff aus der von ihm bearbeiteten 
Ausbeute der neuesten russischen Forschungsexpeditionen in 
Zeutralasien und Innerchina beschrieben hat. Sie ergänzt in 
unübertreölicher Weise unsere reiche paläarktische Sammlung 
und beide vereinigt können sich getrost neben die Berliner und 
selbst neben die des Britischen Museums stellen. Daß eine solche 
Sammlung die Räume unseres Museums nicht wieder verlassen 
dürfe, war dem Vorstand vom ersten Augenblicke an klar. Die 
Krankheit drängte zu einer baldigen Entscheidung und so wurden 
Verhandlungen eingeleitet, die zu einem günstigen Resultate zu 



— 72* — 

führen versprechen.^) Durch eine Ausstellung eines Teiles der 
Sammlung wurde einem größeren Publikum ein kleiner Begriff 
von der Bedeutung der Sammlung gegeben. 

Von Tausch verkehr konnte bei dem Zustand unserer 
Sammlung im abgelaufenen Jahre nicht die Rede sein. Nur von 
Rolle wurden gegen Dubletten von Kobelts italienischer Aus- 
beute eine Anzahl noch uns fehlender tropischer Landkonchj'lien 
und ein gutes Exemplar der mittelmeerischen Xenophora crispa 
König — so ziemlich der letzten uns noch fehlenden großen Selten- 
heit der europäischen Meerkonchylieufauna — erworben. 

Gekauft wurden von Preston eine Anzahl Neptunea von 
der Doggersbank, sämtlich tadellose Exemplare mit Deckel, 
welche unserer Meereskonchylien-Saramlung zur Zierde gereichen 
werden {Neptunea bernictensis, turtoui, norvegica) . 

Kustos Dr. F. Römer brachte von seiner adriatischen 
Reise einen Octopus vulgaris Lam. von 1V2 m Länge, Eledonc 
moschata Leach mehrere Exemplare, davon ein besonders großes 
in sitzender Stellung, wie die Tiere gewöhnlich zu ruhen pflegen, 
Loligo vulgaris von 65 cm Länge, Sepia elegans Blv., Sepiola 
rondeletii Risso, Area noae L., Nester aus Steinen, Bryozoen etc. 
gebaut, verschiedene marine Mollusken trocken und in Alkohol 
konserviert, Aplysia äepilans^ ein großes Schaustück, ferner eine 
große Kollektion von Landschnecken, namentlich viele Clausilien 
vom Monte Maggiore, Istrien und Dalmatien, sowie 50 Stück 
H<iix pouxolxi von Cattero. 

D. F. Heynemann: Limax tenellus juv. aus Breslau in 
Alkohol. 

Von Carl Heynemann in Bukarest erhielten wir (in 
drei Sendungen) eine prachtvolle Reihe von Helix pomatia von 
verschiedenen Lokalitäten Rumäniens. 

Eine größere Sendung schwedischer Konchylien von Hag- 
dahl in Stockholm harrt noch der Durcharbeitung und Er- 
widerung. 

Für die Ko belt sehe Sammlung wurde von dem Museum in 
Marseille eine Anzahl seltener nordafrikanischer Landschnecken 
aus dem Nachlaß von Hagenmüller in Tausch erworben. 



*) Am 30. Juni 1903 wurde wirklich der Kaufkontrakt unterzeichnet 
und somit ist die Sammlung in den Besitz unserer Gesellschaft übergegangen. 



— 73* - 

Neben der Vermehrung der Sammlung wurde auch der 
Anfang mit der Anlage einer dringend nötigen Sektionsbibliothek 
gemacht. Auch hier hinderte leider die Erkrankung Moelleu- 
dorffs den rascheren Fortschritt, doch hoffen wir in dem 
nächsten Jahresbericht erfreuliche Mitteilungen machen zu 
können. 

Dr. W. Kobelt. 



8. Die Sammlung' der wirbellosen Tiere 
(mit Ausschluß der diliedertiere uud Mollusken). 

1. Tunicata. Kustos Dr. F. Römer sammelte bei Rovigno 
und Triest große und prächtige Schaustücke aus der in der 
nördliclieu Adria außerordentlich üppigen Tunicaten-Fauna. Bei 
dem Fang und der Konservierung wurde gleich auf die Auswahl 
der Stücke für die Schausammlung bedacht genommen und nicht 
nur schöne und große Kolonien konserviert, sondern auch auf 
deren Brauchbarkeit für die Aufstellung in viereckigen Grläsern 
und auf eine sorgfältige Verpackung Wert gelegt. Vielfach 
wurde Formol für die Konservierung benutzt, bei den meisten 
Arten aber mehrere Flüssigkeiten in Anwendung gebracht. 

Folgende Arten wurden heimgebracht: Amaroucium conicum 
Oliv., 3 große Kolonien, A. commune Dr., A. crystallinum Dr., 
A. lacteum Dr., A. fuscum Dr., Distoma adriaüami Dr., Cydodites 
cretaccus Di"., Leptodinum coccineum Dr. auf Cacospongia Scolaris, 
an Algen etc., L. gelaünosum Giard, L. commune D. V., L. 
corriaceum Dr., PsammopUdium spec, Distoma mucosum Hell., 
IHplosoma carnosum Dr., Polycychis cyaneus auf Ciona intesti- 
nalis L., P. spec, Botryllus spec, Sarcohotrylloides purpureum 
Dr., Ascidia cristata, A. dura, A. elongata R., A. fumigata Gr., 
Phallusia mamillata Cuv., Microcosmus vidgaris Hell. div. Stücke 
von verschiedener Bewachsung und Form, Cynthia dura Hell., 
C. claudicans Sav., G. papillosa mit M. vulgaris verwachsen, 
Ciona intestinalis L. Von den meisten Arten wurden kleine 
Stückchen direkt auf dem Meere mit Sublimat konserviert, um 
ein histologisch gut erhaltenes Material für mikroskopische Prä- 
parate zu gewinnen. Frau M, Sondheim hat auch bereits von 
den wichtigsten Vertretern Schnittserien durch ganze Ascidien- 
Stöcke oder einzelne Personen angefertigt. 



— 74* — 

Prof. Dr. F. Richters schenkte ein Glas mit Salpen- 
Plankton {Salpa demoer atica-mucronata) bei Villa B'ranca ge- 
sammelt und mit Formol konserviert. 

Dr. Adolf Reichard konservierte schöne Ascidien an 
Laminarien sitzend an der biologischen Station in Bergen, 
Corella paralleloyramma für Schnittserien. 

WissenschaftlicheBenützung: Dr. R. H a r t m e y e r 
in Berlin erhielt das Material an arktischen Ascidien, welches 
Verkrüzzen im Jahre 1876 auf seiner Rüppellreise bei Neu- 
foundland gesammelt hat. Dasselbe wurde bereits zurückgeschickt 
und in einer größeren Arbeit über arktische Ascidien in „Fauna 
arctica" Band 3 verwertet und teilweise abgebildet. 

2. Vermes. Kustos Dr. F. Römer konservierte auf 
seiner adriatischen Reise: Protula tubulosa Mar., Pontohdella 
muricata M. T , Hesione sicctda D. Gh., Hermione hystrix (Sav.), 
Branchiomma eunice, PhyUodoce paretti Ber., Bryo^oa: Eschar a 
foliacea Lam., E. cervicornis Lam., Celhdaria spec. 

Dr. Adolf Reichard schenkte 10 Gläser mit Anneliden 
von Bergen, alle histologisch konserviert. 

Erich Sondheira schenkte eine gvoßte Aphrodite actdeatah. 
aus der Nordsee (Nieuport) in Formol konserviert. 

Aus der einheimischen Wurmfauna wurden namentlich 
kleinere Arten des süßen Wassers gesammelt, wobei Frau M. 
Sondheim ihre bewährte Unterstützung zu teil werden ließ. 

Die Parasiten -Sammlung wurde durch verschiedene Num- 
mern Nematoden und Cestoden vermehrt, da nicht nur die in 
das Museum eingelieferten Tiere auf Darmwürmer untersucht 
wurden, sondern auch die Wärter des Zoologischen Gartens 
manchen wertvollen Fund lieferten, so z. B. aus Seelöwen, 
Wildesel und Orang-Utan {Äscaris Imnhricoides L.), wozu ihnen 
Flaschen mit Konservierungsflüssigkeiten geliefert sind. 

Dr. J h. Guide schenkte Ascaris lumbricoides mit Formol 
konserviert. 

Prof. M. Möbius: Einen großen Stock von Alcyonidium 
gelatinosum L. aus der Nordsee in Alkohol. 

3. Echinodermata. Auch in dieser Sammlung konnten 
einige schöne Schaustücke aus dem Sammel-Material des Kustos 
Dr. F. Römer von der Adria aufgestellt werden. Bei Ophiuren 
und Seesternen wurden von jeder Art mehrere Stücke in einem 



— 75* — 

flachen Glase auf weißer oder schwarzer Glastafel vereinigt, 
nicht nur um Rücken- und Bauchseite, sondern auch um die 
verschiedene Haltung der Arme etc. zu zeigen. Diese einzelnen 
Gruppen waren bereits bei der Konservierung für die spätere 
Ausstellung ausgesucht und zurechtgelegt. Es wurden gesammelt: 
Echinaster sepitosus M. Tr., große normale Stücke und eine Serie 
kleinerer, welche die verschiedenen Stadien der Regeneration der 
Arme zeigen, Ästerina gibbosa Forsk. , Ästropeden aurantiacus 
(L.), Ä. pmitacanthus M. Tr., Ophioglypha Jacertosa Penn., 0. 
longkauda, Ophiothrix fragilis D. B., Äntedon rosacea (Linck), 
Echinus microtubercuJakisBW., Schi&cister canaliferus ha-Xü.^ Thyone 
(usus Blv., ferner von vielen Arten kleine Stücke und Teile als 
Arbeitsmaterial. 

Dr. Adolf Reichard schenkte Holothuria tubulosa, Sti- 
chopus tremuhis, mehrere Exemplare mit ausgestreckten Tetakeln, 
Psolus sqammosns aus den Fjorden von Bergen. 

Frau Senator Berg schenkte einen trockenen Seeigel. 

4. Coelenterata. Diese Tiergruppe hat durch die Reise 
des Kustos Dr. F. Römer an die Adria eine Vermehrung an 
herrlichen Schaustücken erfahren, welche nicht nur durch ihre 
Größe und Schönheit, sondern noch vielmehr durch die Be- 
wachsung mit Tierarten anderer Gruppen auffallen. Von den 
großen Stöcken der Cacospongia cavernosa bildet jeder einzelne 
ein Museum für sich, da nicht nur andere Schwammarten, sondern 
auch Tunicateu mit mehreren Vertretern, Bryozoen, Algen etc. 
in Menge den Stock besetzt haben. Von allen Arten wurden 
auch hier neben ein oder mehreren Riesenstücken für die Schau- 
sammlung kleinere Kolonien für die Lehrsammlung mitgebracht. 
Bei den Spougien wurde außerdem von jeder Art eine Kolonie 
auf dem Meere direkt nach dem Fang in kleinere Stücke zer- 
schnitten und diese für histologische Zwecke mit Sublimat-Alko- 
hol konserviert. Dieses Material ist bereits von Frau M. Sond- 
heim zu einer reichen Sammlung von Schnitten und Skelett- 
gebilden der Spongien verarbeitet worden. 

Den Spougien wurden eingereiht: Oscarella lobularis 
0. Schm. (ein größerer Stock, erfolgreich mit Formol konser- 
viert), Chonclrosia reniforniis Nardo, Aplysina aerophoba Nardo, 
Spongelia palescens 0. Schm., Tedania nmggiana 0. Schm., Hircinia 
variabilis F. E. Seh., H. muscorum 0. Schm., Cacospongia scalaris 



— 76* — 

0. Schm., C. cavernosa 0. Schm., mehrere ganz verschiedenartig 
bewachsene Schaustücke, Geodia gigas O.Schm., davon auch ein 
großes Stück getrocknet, Ancorina cerebrum 0. Schm., Esperia 
massa 0. Schm., E. contarini 0. Schm., Schmidtia dura Nardo, 
Papillina suhaerea 0. Schm., Osculina polystomella 0. Schm., 
Tethya hjncurinm Lbk., Raspalia viminalis 0. Schm., Myxüla 
und Suherites in verschiedenen Arten, Vioa, auch von diesem 
Schwamm ganz durchlöcherte Steine, sowie einige kleinere 
Schwammarten, die noch nicht näher bestimmt werden konnten. 
Ferner wurden für die Schausammlung aufgestellt: Balanophylla 
italica M. Ed., Cladocora caespitosa E. N., Adamsia palUata Forb., 
A. rondeUtü D. Gh., Cerianthus memhranaceus N., IlyaniJms par- 
thenopus And., Tubidaria indivisa und viele kleine Plankton tiere 
zur Verwendung bei mikroskopischen Präparaten. 

Die Zoologische Station in Triest schenkte ein im 
vorigen Sommer von ihr konserviertes großes Exemplar von 
Bhisostoma cuvieri, welches sehr vorsichtig verpackt von Dr. 
F. Römer als Handpaket von Triest mitgebracht wurde und 
daher in bester Erhaltung hier aufgestellt werden konnte. 

Gymnasiast Heinz Sondheim: Kleine Actinien, 
1 Qualle und 1 Sertularien - Stock von der Nordsee (Nieuport) 
in Formol konserviert. 

Prof. Dr. F. Richters: Tiara pileata Forsk., ein großes 
Exemplar in Formol aus Villa Franca, 

Dr. Adolf R e i c h a r d : 2 große Schaustücke von Hali- 
chondria an Laminarienstengel (schöne Biocoenosen), Clava 
squammata und diverse größere Hydroidenstöcke, Alcyonium 
digitatum L., ein schön geformter Stock mit ausgestreckten 
Polypen, kleine Edwardsien für Schnittserien und Gläser mit 
Mikro- Plankton. 

Wissenschaftliche Benützung: Prof. W. Küken- 
thal in Breslau erhielt auf Wunsch das Original von Para- 
spongodes crassa Kük. aus Ternate sowie Alcyonaceen aus 
Amboina, von Dr. Strubell gesammelt, zugeschickt. Derselbe 
sandte einen Teil der 1901 entliehenen Alcyonaceen -Originale 
und das von ihm bestimmte sonstige Material des Museums nach 
Durcharbeitung zurück. 

Dr. Adolf Reichard erhielt Material von Velella spirans 
für eine Arbeit über die knorpelige Substanz dieses Tieres. 



— 77* — 

Prof. Dr. L. Döderlein in Straßburg i. E. sandte die 
Fungien der Küken thai scheu und Voeltzko wschen Aus- 
beute zurück, welche er im 27. Bande unserer Abhandlungen 
bearbeitet hat. 



Das Zoologische Praktikum (mikroskopisch - zoo- 
tomischer Übungskursus) wurde in der im Jahresbericht für 
1902 ausführlich geschilderten Weise und Reihenfolge vom 
Kustos Dr. F. Römer vom 30. April bis 14. September mit 
5 Wochen Unterbrechung im Juli abgehalten. Die Zahl der 
Teilnehmer wurde aber diesmal entsprechend der im Mollusken- 
saal vorhandenen zehn Arbeitsplätze auf 10 beschränkt, da die 
Verteilung der Praktikanten auf zwei Räume mancherlei Störung 
brachte. Daher konnten nicht alle Anmeldungen zum Praktikum 
berücksichtigt werden. Für die Teilnehmer muß der Besuch 
der zoologischen Vorlesungen und des botanischen Praktikums 
vorausgesetzt werden. 

Im Zoologischen Laboratorium arbeitete Frau M. Soud- 
heim wie im vorigen Jahr regelmäßig in den Vormittagsstunden 
und widmete ihre ganze Arbeitszeit der Vermehrung unsei-er 
Sammlungen. Dieser ständigen Hilfe ist es zu danken, daß die 
Sammlung der mikroskopischen Präparate im verflossenen Jahre 
eine enorme und wichtige Bereicherung erfahren hat. Frau 
Sondheim verarbeitete nicht nur das Material des Museums, 
sondern sammelte auch selbst eifrigst aus der heimischen Tier- 
welt, namentlich kleinere Insekten, Crustaceen u. a., wodurch 
ein ansehnlicher Grundstock für die lokale Fauna geschaffen 
wurde. 

Herr F. Winter benutzte vielfach unsere Laboratoriums- 
einrichtung, namentlich das Mikrotom, und lieferte auch manches 
willkommene mikroskopische Präparat. 

Herr F. Noll arbeitete an zwei Nachmittagen regelmäßig 
im Museum und beschäftigte sich hauptsächlich mit der syste- 
matischen Durchnahme der Wirbeltiere. 



Kustus Dr. F. Römer machte vom 10. September bis 
2. November 1902 im Auftrage der Gesellschaft und auf Kosten 
der V. Reinach-Stiftung eine zoologische Sammelreise nach dem 



— 78* — 

adriatischen Meere, um Schaustücke aus der adriatischen Fauna 
zu konservieren. Als Stützpunkte dienten die zoologischen 
Stationen in Rovigno und Triest. Eine Fahrt längs der dalma- 
tinischen Küste bis Cattero, sowie Exkursionen durch Istrien 
und auf den Monte Maggiore brachten eine reiche Sammlung 
von Land- und Meeres-Konchylien. 

Über den äußeren Verlauf der Reise hat der Kustos in der 
Verwaltuugssitzung vom 12. Dezember 1902 einen ausführlichen 
Bericht erstattet. Die zoologischen Ergebnisse wurden in der 
wissenschaftlichen Sitzung vom 28. Februar 1903 in einem be- 
sonderen Vortrage geschildert, zu dessen Erläuterung eine große 
Ausstellung der bereits in Gläsern montierten Schaustücke im 
Hörsaal aufgestellt war. Diese reiche Ausbeute wurde dann im 
Vogelsaal des Museums zu einer Sonderausstellung vereinigt und 
6 Wochen lang dem Publikum zugängig gemacht. Das Aus- 
packen, Herrichten, Aufstellen und Etikettieren der Sammlungen 
beanspruchte lange Zeit die ganze Arbeitskraft des Kustos. 
Waren doch zur Aufstellung der adriatischen Schaustücke allein 
für ca. 1000 M. Gläser notwendig. Weiterhin arbeitete der 
Kustos an der Herrichtung von Schausammlungs- Objekten aus 
den verschiedenen Tiergruppen, fertigte eine große Anzahl von 
mikroskopischen Präparaten und begann mit der Ausscheidung 
einer besonderen Unterrichtssammlung. Dazu war zunächst die 
Anschaffung eines großen Vorrates an Gläsern, viereckige 
Kasten-Gläser und Zylinder, in vielen Größen und Weiten not- 
wendig, ferner eine Einrichtung zum schneiden und schleifen 
der Glastafeln, wozu der Lehrliug Hermann Franz angelernt 
wurde. 

II. Botanische Sammlung. 

Im Laufe des verflossenen Geschäftsjahres konnte das 
botanische Sektionszimmer wieder seiner ursprünglichen Be- 
stimmung zurückgegeben werden. Es ist dann auch von Herrn 
M. Dürer zur Ordnung unseres allgemeinen Herbariums fleißig 
benutzt worden. Neben Herrn Dürer hat Herr Carl Koch 
durch Herstellung von Katalogen und Ordnung verschiedener 
Spezialherbarien sich um unsere Sammlung sehr verdient ge- 
macht. Den beiden genannten Herreu sei dafür auch an dieser 
Stelle der verbindlichste Dank ausgesprochen. 



— 79* — 

Leider ist der erste Sektionär nach läugerem Unwohlsein 
uns durch den Tod entrissen worden (vergl. den Nekrolog auf 
Oberlehrer J. Blum), den natürlich gerade diese Sektion be- 
sonders zu beklagen hat. 

Herrn Professor L. Dip pel in Darmstadt und Herrn 
Major a. D. Reinbold in Itzehoe wurden auf ihren Wunsch 
einige Exemplare unseres Algenherbariums, dem ersteren eine 
Diatomee, dem letzteren einige Sargassum - Arten , zugeschickt, 
die sehr bald wieder zurückgesandt wurden. 

Geschenke: Martin Dürer: 1. Ein weiterer Teil 
seines Herbariums, nämlich 10 Faszikel Monocotyledonen und 
1 Faszikel Moose, Lebermoose und Flechten. 2. Mehrere Exemplare 
von Geaster hygrometriciis^ vom Geber im Rebstöcker Wäldchen 
bei Rödelheim gesammelt. 3. Einige Kola -Nüsse (Früchte der 
Sterculia acuminata)^ die Herr Dürer von Herrn K. Th. Bayer, 
Droguisten, hier, erhalten hatte. 

Lehrer J. Schneider, hier: 1. Eine Frucht von E'cäm/w 
edule (Chayote) aus Spanien, in frischem Zustande. 2. Ein 
trockenes Exemplar einer Paronychia. 

Pal men gar ten: Eine Kollektion von Zierkürbissen in 
frischem Zustande, die zum Teil zur Aufbewahrung getrocknet 
werden konnten. 

Botanischer Garten: Ein riesiger Fruchtstand einer 
Sonnenrose [Helianthus anniius). 

Erwerbungen: Dr. F. Römer: Aus seinen Sammlungen, 
die er in Rovigno für die Gesellschaft gemacht hat, zahlreiche 
Meeresalgen, besonders schöne Exemplare von Siphoneen, ver- 
kalkten Florideen, aus den verschiedensten Arten zusammen- 
gesetzte Kolonien u. a. (vergl. Besprechung in der wissenschaftl. 
Sitzung vom 13. Dezember 1902). 

Tausch: Prof. Dr. H. Sc hi uz in Zürich: Ein Faszikel 
getrockneter, sehr interessanter südafrikanischer Pflanzen gegen 
eine Anzahl Pflanzen aus unserem Herbarium. 

Kauf: I.W. Migula, Kryptogamae Germaniae, Austriae 
et Helvetiae exsiscatae. Fase. I — X. 2. Rabenhort, Fungi 
Europaei, Editio nova, Series II, cura 0. Pazschke, centuria 44. 

Prof. Dr. M. Möbius. 



— 80* — 

III. Mineralogische Sammlung. 

1. Im vorigen Jahresbericht ist p. 86, Z. 2 zu lesen: 
Generalsekretär Dr. H, Voltz in Kattowitz (statt 
Dr. H. Voltze auf Heinitzgrube). 

2. An Geschenken sind eingegangen: 

Von cand. geol. K. Fischer, hier: Dichter Talk (Giltstein), 
Andermatt; Protogin, Hospental, Gotthardstraße ; Amphibolit, 
zwischen Andermatt und Hospental; krystalliner, nach Heim 
dynamometamorpher, Malmkalk, Kaserne Andermatt ; 2 Aktino- 
lith - Granat - Glimmerschiefer, einer mit großen Granatdode- 
kaedern, Airolo ; Bleiglanz u. a. vom Borstein bei Reichenbach 
i. 0. ; durch Abwässer der früheren Brönnerschen Fabrik im 
Sand neugebildete Gipskriställchen ; noseanführende „Bomben" 
vom Hohentwiel ; Basalt von Bockenheim mit Sandsteineinschluß. 

Von L. Henrich, hier: Phonolith, Calvarienberg ; Basalt, 
Baunsberg, südl. Habichtswald ; Dolerit, Taufstein bei Heubach, 
Rhön; metamorpher Ton, Bühl, Habichtswald; Basalt, Waclit- 
küppel bei Gersfeld; Braunkohle, Hirschberg bei Groß- Almerode; 
Glanzkohle (durch Basalt veränderte Braunkohle), Anthracit 
und stängelig abgesonderte Kohle von ebendaher; Porzellan- 
jaspis aus der Gegend von Groß-Almerode ; Phonolith, Milseburg. 

Von W. C. Heraeus, Hanau: 3 schöne, klare Stücke 
von Quarzglas. 

Von Carlos Heyuemann in Budapest: Eine Anzahl 
rumänischer Pyrite. 

Von Prof. Dr. vonHeyden, Major a. D. : Ein 12 mm langes, 
5 mm dickes, an beiden Enden abgebrochenes Smaragdprisma 
in Talk-Aktinolithschiefer, gefunden im Val da Foin, Engadin; 
Bernstein von Catania, 

Von Jung, Ebenhausen (Unterfranken): Brauneisen mit 
Muschelresten ; Feuerstein. 

Von Prof. Dr. Kinkelin: Basalt (Feldspatbasalt) aus dem 
Diluv über dem Oberpliocän des Klärbeckens; Phosphorit von 
Ocean Island (?), gesch. von Dr. Schnee; Baryt von Lieblos. 

Von Prof. Dr. M. Möbius: Bienenrosige Schlacke aus 
der Ostsee, deren Herkunft noch nicht sicher ermittelt ist. 

Von der Direktion der Gesellschaft Naxos-Union, hier: 
Mehrere ausgezeichnete Stufen Naxos-Smirgel, z.T. mit Margaiit; 



— 81* — 

1 Stück Smirgel mit Granateu von unbekanntem Fundort; mehrere 
Korunde mit der Fundortsangabe „Indien". 

Von Ludw. Pfeifer, Dannstadt: Schöne Stufen mit 
Kalkspat und Granat -Wollastonit von Auerbach; Quarz von 
Traisa; Desmin (?) vom Roßberg; Roteisen vom Glasberg bei 
Darmstadt ; Kupferlasur von Amelose bei Biedenkopf mit Kupfer- 
kies und Baryt; Brauneisenröhren von Battenberg; Pegraatit 
mit zahlreichen Turmalinen von Auerbach. 

Von Dr. Reichard, hier: Kraflit, ein Quarz -Orthoklas- 
Plagioklasgestein (Liparit nach Brögger, Groth, Z. Kryst. 
Xni, 407) von Krafla, Island; ein Zeolith in radialstrahligen 
Gruppen aus zersetztem Ton an den Schlammvulkanen des 
Nanurfjall, Island. 

Von Baron von Reinach: Zersetzter Kersantit vom 
Wasserstollen bei Königstein. 

3. Gekauft: Von der Mineralien -Niederlage der Frei- 
berg er Bergakademie: Kristallisierter Kainit, Staßfurt; 
Carnallitkristall, Staßfurt; Pinuoit, N. Staßfurt; Zeophyllit, 
Groß-Friesen, Böhmen ; Hyalophan, Imfeldt, Binnental ; Rubellit, 
Lipowskoje, Ural. 

Von C. W. Kessler, Idar: Opalisiertes Holz mit Edel- 
opal, wahrscheinlich von White Cliffs, N.S.-Wales; geschliffene 
Nephritplatte; Turmalin, Brasilien. 

Von Dr. Krantz, Bonn: Vulkanische Bomben und Lapillis 
aus der Eifel. 

Von der Firma Voigt & Hochgesang, Göttingeu: 
115 optisch orientierte Präparate gesteinsbildender Mineralien. 

Von der Firma Steeg & Reuter in Homburg; Quarz- 
keil mit den Farben L— IV. Ordnung; Senarmonts Apparat 
zur Demonstration der Schmelzfiguren mit Präparaten; Kundts 
Verstäubungs- Apparat; rasch gekühlte Gläser; 2 Kalkspat- 
rhomboeder in Fassung auf Stativen zur Demonstration der 
optischen Erscheinungen beim Kalkspat; mehrere optische Prä- 
parate. Auch wurde durch genannte Firma das Nörrenbergsche 
Polarisationsinstrument repariert. 

Von W. und H. Selber t in Wetzlar wurde ein Mikroskop 
für optische Untersuchungen im parallelen und konvergenten 
Licht bezogen, versehen mit den nötigen Hilfsapparaten (Ber- 



— 82* — 

trauds Linse, 2 Analysatoren, Calderons Okular, ßamsdensclies 
Okular, Weiusclienks Aussclialtuugsvorrichtung etc.) 

Eine sehr sorgfältige und sauber ausgeführte Reliefdar- 
stellung der Phlegräischen Felder wurde von Amadeo Aureli 
in Rom geliefert, Photogramme von Vesuv- und Ätnaeruptionen 
erhielten wir durch Sommer in Neapel. 

4. Die Cerussite von Mapimi, welche die Gesellschaft Dr. 
Edm. Naumann verdankt fs. J.-B. 1900/1), wurden von Prof. 
Dr. V. G 1 d s c h m i d t in Heidelberg einer eingehenden kristallo- 
graphischen Untersuchung unterzogen, die wertvolle Resultate 
ergab (s. N. J. Min. 1902, III). Die Kieselzinkerze von S. Vincent 
dagegen waren für genaue Messungen nicht geeignet. 

5. Professor Dr. Brauns in Gießen erhielt leihweise eine 
größere Anzahl von Stufen und Kristalleu zum Zweck der 
Abbildung in einem Tafelwerk. 

Prof. Dr. W. Schauf. 

IT. Geologisch-paläontologiselie Sammlung. 

In großem Maße wurde auch heuer wieder die paläonto- 
logische Sammlung durch in hohem Grade wissenschaftlich be- 
deutsame Geschenke bereichert. Allen voran müssen wir die 
Erwerbungen stellen, die uns aus den Oberpliocänschichten des 
Klärbeckens zuflössen. Mit großen Erwartungen sah ich der 
Grabung zum Zwecke der Erweiterung des Klärbeckens ent- 
gegen. Dieselben hätten sich nicht erfüllt, wäre ich nicht aufs 
tatkräftigste von Herrn Ingenieur Alexander Askenasy 
und den Ingenieuren der Aktien-Gesellschaft für Hoch- und 
Tiefbau, den Herren Tim 1er und Stell wag unterstützt worden. 
Dem Geschick und der Mühewaltung von Herrn Askenasy 
verdanke ich hauptsächlich, dann auch Herrn Baron Wolf in 
Bonn die Sammlung und Präparieruug der fossilen Blätter, 
die, in tonigsandigen Packen liegend, nur schwierig aus denselben 
gewonnen werden können , um in der Art mikroskopischer 
Präparate aufbewahrt zu werden. Das sorgfältige und uner- 
müdliche Sammeln von Früchten und Zapfen verdanke ich den 
Herren Stell wag und Tim 1er. Reich und mannigfaltig ist 
im einen wie im anderen Fall die Ausbeute einer Flora, die 
rücksichtlich der Zeit, aus der sie stammt, von größtem Interesse 
ist. Bohrungen des städtischen Tiefbauamtes haben auch über 



— 83* — 

die Verbreitung des Oberpliocäns im Becken unsere Kenntnis 
erweitert. 

Die Aufstellung des mächtigen Basaltblockes aus dem jungen 
Diluvium des Klärbeckens ist uns durch die gefällige Verwaltung 
des städtischen Tiefbauamtes gesichert; wir werden sie aber 
auf die Zeit verschieben, wenn wir uns im neuen Haus an der 
Viktoria-Allee einrichten. 

Durch die gefälligen Aufsammlungen unseres Herrn J. 
Zinndorf hat sich wieder unser Besitz von Schleichsandpflanzen 
aus dem südlichen Oberrheintal (Allschwyl bei Basel) gemehrt. 

Durch Schenkung von 70 M. stifteteHerr Baron von Rein ach 
prachtvolle Exemplare von Saarbrückener Platten, die bei Auf- 
stellung im neuen Museum die carbone Pflanzenwelt mit vertreten 
werden. Die Bestimmung danken wir Herrn Professor Dr. Sterzel 
in Chemnitz. 

Ein wissenschaftlich im höchsten Grade wertvolles Objekt 
ist die Meduse von Rupbach, die erste Spur dieser Tierklasse 
aus dem europäischen Devonmeer. Millionen Medusen haben 
es durchschwärmt, viele Jahrzehnte wurden die Schiefer von 
der Rupbach nach Fossilien durchsucht, erst durch Herrn Lehrer 
Petry in Wasenbach wurde ein Fossil gefunden, das ich als 
Meduse erkannte. Im heurigen Bericht ist dies seltene Fossil 
p. 89 — 96 beschrieben. Was ich hierbei versäumt habe, möchte 
ich hier nachholen, nämlich auch Herrn Fritz Winter für 
die Bemühungen zu danken, das schwer darstellbare Fossil 
womöglich noch deutlicher in der Photographie zur Darstellung 
gebracht zu haben, als es im Original der Fall ist. 

Ein sehr seltenes Fossil ist uns durch unser korrespon- 
dierendes Mitglied Herrn Erich Spandel geworden — Oidaris 
keyserlmgi mit Stachel aus dem Bryozoenriff von Pößneck. 

Ein interessantes Fossil ist das Halitkerium schinxi^ das 
uns von unserem korrespondierenden Mitglied Herrn R. Dycker- 
hoff aus dem Flörsheimer Ton zukam. Es war leider keine 
Möglichkeit, das Skelett frei aufzustellen. Der Kopf war nämlich 
völlig zerbrochen und kein Stück der Extremitäten vorhanden ; 
besonders aber durch die völlig mürbe Beschaffenheit der Wirbel- 
körper war dies unmöglich. So zeigt uns nun das Objekt, 
das noch auf und in dem Ton eingebettet ist, wie solche Skelette 
oft im Lager liegen. 

6* 



— 84* — 

Unser korrespondierendes Mitglied Herr Landesgeologe Dr. 
Otto M. Reis hat wieder nach zwei verschiedenen Richtungen 
unsere Sammlung außerordentlich bereichert — wie schon mehr- 
mals durch allgemein geologische Vorgänge demonstrierende 
Gegenstände. Die facettierteü, geglätteten GeröUe von Land- 
stuhl liegen teils frei als Schuttrelikte, teils in dem unterliegenden 
Torf eingebettet und gehören der Steppenzeit zwischen der 
Zeit der Torfbildung und dem Abschluß der Löß- und Lehm- 
Ablagerung an. Die andere Gabe füllt eine Lücke in unseier 
Sammlung alpiner Jurafossilien aus, bestehend aus prachtvollen 
Ammoniteu, die durch ihre Streckung aufs deutlichste zu er- 
kennen gebeu, daß sie die Aufrichtung der Alpen mitgemacht 
haben. 

Das Geschenk vom vorigen Jahr hat Herr J. Zinndorf 
insofern ergänzt, als er auch die von ihm gesammelten Säugetier- 
reste aus den mitteloligocänen Süßwasserschichten des Offen- 
bacher Hafens in unserer Sammlung niedergelegt hat ; deren Be- 
stimmung verdanken wir Herrn Konservator Dr. M a x S c h 1 o s s e r 
in München. Im weiteren sind sie namentlich aufgeführt. 

Wahre Prachtexemplare für die Ausstellung sind zwei 
Petrefakten aus dem mitteldevonen Kalk der Eifel : FJiragmoceras 
subrentricosmn und Citpressocrinus abbreviatus; beide sind 
Geschenke unseres Herr Anke lein. Durch Längsschnitt 
ist bei ersterem und bei Nantilus depressus der Sipho 
sehr schön zur Ansicht gebracht; aufs deutlichste sieht man 
bei jenem die Obstruktionsringe im perlschnurförmigen Sipho. 
Einen interessanten Vorgang zeigt der Durchschnitt des Nautilus; 
durch das Wachstum der Calcitkristalle in den Kammern sind 
in verschiedenem Grade die Kammerwände zerbrochen. 

Unsere Vorräte an Wiesecker Pflanzen, die wir Herrn 
Max Stern verdanken, haben sich nicht unwesentlich gemehrt; 
nichtsdestoweniger wird uns die Pflanzenwelt jener Zeit und 
Gegend doch erst durch fortgesetztes Aufsammeln leidlich voll- 
ständig bekannt werden. 

Auch dies Jahr hat sich unser Besitz an Konchylien der 
tropischen Meeresfauna von Koste] bedeutend geraehrt. Selten ver- 
ging eine Woche, da Professor Boet tger nicht eine Partie dieser 
von ihm und Herrn Oberingenieur Brandenburg gesammelten 
und von Boettger bearbeiteten Fossilien, unter denen sich 



— 85* — 

sehr zahlreiche Boettgersche Nova befinden, dem Museum 
zutrug, in dem Maß, als die Bearbeitung fortschritt. So mag 
unser Besitz aus der II. Mediterranstufe wohl als ein bedeutender 
bezeichnet werden, da wir noch ansehnliche Kollektionen von 
Baden, Vöslau, Soos, St. Barthelmä in Unterkrain, Lapugy und 
Bujtur in Siebenbürgen und Golubatz in Serbien haben. 

Neu waren uns die Fossilien aus den poutischeu Stufen von 
Königsgnad, die uns Herr Oberingenieur C. Brandenburg zuwen- 
dete. Daraus sei eine Valenciennesia und eine Suite Blatt- 
abdrücke hervorgehoben. 

In hohem Maße sind wir in der Ermittelung der Kenntnis 
der Geologie von Frankfurt und Umgegend durch die sach- 
verständige Beihilfe von Herrn Ingenieur K. Fischer unterstützt 
worden. Er hat nicht allein die Bearbeitung der vom städtischen 
Tiefbauamt seit längerer Zeit vorgenommenen Bohrungen im 
Maintal zwischen Frankfurt und Hanau rechts des Mains 
unternommen, sondern auch interessante Aufschlüsse in der 
Stadt aufs intensivste ausgenützt. So verdanken wir ihm auch 
die mühsame Gewinnung zahlreicher Fossilien aus dem mittel- 
devonen Schiefer von Köppern. Wir notieren hier die Funde, 
die er im Untermiocän der Adalbert- und Jordanstraße und 
des Kettenhofweges gemacht hat, die um so größeres Interesse 
besaßen, als sie in einer Formation (Algenkalkstöcke) gemacht 
sind, wie sie uns bisher nur 1884/85 bei der Ausräumung der 
Schleußeukammer von Niederrad vor Augen stand. Im Nachr. - 
Bl. d. D. malakozool. Ges. 1903 p. 75—76 hat Boettger 
darüber referiert : 

*Pseudamnicola rueppelli Bttg z. zahlreich 

Planorbis dealbatus AI. Br 2 Stück 

Hydrobia aturensis Noul 3 Stück 

Vallonia lepida Rss. sp 2 Stück 

Vallonia sandbergeri Desh. sp 1 Stück 

*Strobilusuni'plicatus A\. Bv . v . semiplicata Bttg. ca. 12 Stück 

*Helix ki?ikelmi Bttg 3 Stück 

Hyalinia n. sp 1 Stück 

*Leucochilus noidetiantim Dup. v, gracilidens Sdbg. in Menge 

*Piqnlla cupella Bttg ca. 12 Stück 

"^Pupilla impressa Sdbg 1 Stück 

* Vertigo blumi Bttg 1 Stück 



— 86* — 

* Vertigo a7igulifera ßttg zahlreich 

* Vertigo callosa ß,ß. v. alloeodus Sdbg. . . . zahlreich 

*Isthmia crijptochis AI. Br. sp nicht selten 

*Cgpris 2 Spezies in Menge 

*Fischwirbel 1 Stück 

*Oeocarpus mioceniciis Kink zahlreich 

Mit * sind die Arten bezeichnet, die sich auch in der 
Schleiißenkammer gefunden haben. 

In der verlängerten Brentanostraße: 
Melanopsis callosa AI. Br. 
Neriima fluviatilis L. 
Gongeria brardi Fauj. sp. 
E^'ischreste, 

In der Nähe des Ost-Bahnhofes (Hanauer Landstraße): 
Vallonia sajidhergeri Desh 1 Stück. 

Auf dem Gaualgesheimer Kopf sammelte Herr Fischer 
in mulmigem Kalk an Konchylien; 

Potamides plicatus v. pustidata AI. Br. ... 1 Stück 

Carychium antiqwün AI. Br 1 Stück 

Hydrohia ventrosa Mont. ... in außerordentlicher Menge 

Limneus äff. dupuyanus Noul 3 Stück 

Limneus subovatus Hartmaun 20 Stück 

Planorbis dealbatus AI. Br in Menge 

Plaiiorbis cornu ßrongn. v. soHda Tho. ... 10 Stück 

Vallonia lepida Rß 5 Stück 

Leucochilus quadriplicatum AI. Br. sp . . . 6 Stück 
Vertigo callosa Rß. v. alloeodus Sdbg. ... 14 Stück 
Vertigo flexidens Rß 1 Stück. 

Als neue und schätzenswerte Funde aus dem Laudschnecken- 
kalk von Flörsheim führe ich auf: 
ein Cin7ia7nomu7)ih]aitt, 

einen Phrj^ganeenköcher aus verkalkten Grashalmen, 
eine ClausiUa articulata von prachtvoller Erhaltung, und die 
Überkrustuug einer Libellulidenlarve. 
Weiter aus dem Müuzenberger Sandstein eine Congeria brardi 
und ein großes gefiedertes Palmenblatt, 
schließlich einen zu den Seitenschwimmern gehörigen Fisch 
aus dem Rupelton von Flörsheim. 



— 87* — 

Auch iu diesem Jahre sind wir mehreren auswärtigen 
Gelehrten in hohem Maße verpflichtet für die gütigen Be- 
stimmungen größerer Teile unserer Sammlung. Voran muß ich 
heuer die unschätzbaren Dienste stellen, die uns Herr Konser- 
vator Dr. Max Schlosser in München geleistet hat, der sich 
hier eine Woche zum Zwecke der Durchbestimmung und Revision 
der großen, aus dem Nachlaß von H.v.Mej^er stammenden Sammlung 
von Säugetierresten von Weisenau, dann der von mir im Nordbassiu 
aufgesammelten und der in den Hydrobienschichten vom Heßler 
bei Bie brich gefundenen Säugetierreste etc. aufhielt und die 
Vollendung dieser Arbeit an Hand des Münchener Vergleichs- 
materials in München noch ausführte. Wir sprechen auch hier 
Herrn Dr. Schlosser unsern innigsten Dank aus, durch seine fach- 
männischen Kenntnisse dem nicht unbeträchtlichen Besitze tertiärer 
Säugetierreste unseresMuseums erst wahreuWert verliehen zu haben . 
So danken wir ihm auch die Bestimmung eines Teiles unserer Qiiercy- 
fossilien und die liebenswürdige Zuwendung von Kieferstücken mit 
Zähnen und von anderen Skeletteilen des unserem Dremotherium 
vorausgegangenen oligocänen Prodremotheriimi elongatum von 
Quercy und des auch im Mainzer Untermiocän vertretenen Po/aiwo- 
therium valetoni von St. Gerand le Pay. Ich lasse hier die Liste der 
von Herrn Dr. Schlosser bestimmten Säugetiere folgen, indem 
ich noch die Reserve Schlossers vorausschicke, daß die ganz 
sichere Bestimmung mancher Räuber- und Nagerreste erst 
später nach eingehender Bearbeitung stattfinden kann. In dieser 
Liste ist auch die Sammlung von Weisenauer Fossilien mit 
inbegriffen, die wir im letzten Jahr durch besondere Beihilfe 
der Gesellschaft und des immer zu zweckmäßigen Opfern be- 
reiten Herrn Baron von Reinach von der Linnaea angekauft 
haben. 





Ob- 

M.- 
Oligoc. 
Offen- 
bach 


Ob- 


Untermiocän 




Oligoc. 

Flörs- 
heim 


Nie- 
der- 
rad 


A'ord- 
bass. 


Wei- 
sen- 
au 


Hess- 
ler 


Beuteltiere: 

Peratherinni n. sp 

Peratherium 


1 

X 


•i 


3 
X 


4 
X 


5 

X 


6 
X 









— S8' 



Ob.- 

M.- 
Oligoc. 
Often - 

bacli 



Ob.- 
Oligoc. 

Flörs- 
lieim 



üntermiocän 



Nie- 
(ler- 
rad 



Nord- 

bass. 



Wei- 
sen- 



Unpaarhufer: 

Mhinoceros 

Aceratherium lemanense Pom. . . 
Diceratheritmi croiseti Pom. . . 
Palaeotapirus helveticus v. Mej^er . 
Paarhufer: 
Schweine: 

Palaeochoerus meißneri v. Meyer sp, 
Wiederkäuer: 

Caenotlierium 

Caenotherium cfr. geoffroyi Pom. 
Caenotherium commune Brav. . 
Caenotherium latecuroatum Pom. 
Plesiomeryx gracilis Pom. . . 
Ampliitragulus boulangeri Pom. 
Ampldtragulus cfr. boulangeri Pom. 
Amphitragulus cfr. gracilis Pom. 
Amphitragulus gracilis Pom. . 
Amphitragulus cfr. lemanensis Pom. 
Amphitragulus lemanensis Pom. 
Amphitragulus cf. pomeli Filh. 
Amphitragulus p)omeli Filh. . . 
Amphitraguhis elegans Pom. 

Amphitragulus 

Dremotherium feignouxi Pom. . 
Nager: 

Titanomys visenaviensis v. Meyer 
Sciurus chalaniati Pom. . . . 
Sciurus cf. chalaniati Pom. . . 
Sciurus feignouxi Pom. . . . 

Sciurus 

Cricetodon 

Cricetodon medius Gerv. . . . 
Cricetodon minor Gerv. . . . 

Myoxus 

Myoxus murinus Pom. Schloss. 
Theridomys parvidus Schloss. . 

Theridomys 

Hystrix 

n. gen. (Hystricide?) .... 
Chalicomys eseri v. Meyer . . 



X 



— X 



X 
X 



X 

— ! X 

__ I _ 

X i - 

— ! — 

— I X 
X I — 

— 1 X 
X 



X 



X 



X 



X 



X 



X 



X 



X 
X 



X 
X 



X 

X 
X 



X 
X 



X 

X 
X 
X 
X 
X 
X 



X 

X 



X 
X 

X 

X 

X 
X 

X 

X 

X 



X 

— I X 

- X 



Hess- 
ler 



X 
X 

X 



X 



X 

X 

X 

X 
X 

X 
X 

X 



X 



89=" 



Ob.- 
M.- 

Oligoc. 
Offen- 
bach 



Ob.- 
Oligoc 



Flors- 
lieini 



Untermiocän 



Nie- 
der- 
rad 



Nord- 
bass. 



Wei- 

sen- 



ler 



Rauljtiere: 
Amphicyon (kleiner als lemanemis Pom. 
Ampldcyon ? dominans v. Meyer . . 
Amphicyon aff. hohemieus Schloss. 
cfr. Ampldcyon crucians Filh. . . . 

AwpJdcyon ? 

Potamotheriuyn valetoni Gerv. . . . 

Plesictis n. sp. ? 

Plesictis n. sp 

Plesictis 

Plesictis gracilis Pom 

Plesictis p)alustris Pom 

Plesictis rohustus Pom. ? 

Amp>ldctis ? 

Amphictis anti(pius Pom 

Cephalogale ? 

Palaeogale ? 

Palaeogale n. sp 

Palaeogale mustelina Pom 

gen. indet 

Viverra ? 

Herpcstes ? 

Herpestes lemanensis Pom 

Insektenfresser: 
Talpa meyeri Schloss. 

Talpa 

Sorex 

Palaeoerinaceus . . 
Cordylodon haslachensis v. 
Dimylns paradoxus v. Meyer 

Hand flatterer: 

Chiropteren 



1 



X 
X 



X 



Meyer 



X 



X 



X 



X 



X 



X 



X 



X 



X 
X 
X 
X 



X 



X 

X 
X 
X 

X 
X 
X 
X 
X 
X 
X 
X 



X 
X 

X 

X 
X 



X 

X 

X 



X 



X 



X 



X 



X 
X 



1. gesammelt von J. Zinndorf. 

2. gesammelt von C. Jung, zumeist gekauft. 

3. gesammelt von F. Kinkelin. 

4. gesammelt von F. Kinkel in. 

5. gesammelt von H. v o n Meyer. 

6. gesammelt von H. L a u b e r und geschenkt von R. D y c k e r h o f f . 



— 90* — 

Der Vollständig-keit halber füge ich noch die Liste der 
übrigen in unserem Museum liegenden Wirbeltierreste aus dem 
Mainzer Becken bei: 

Säugetiere: 

Ob. Mittel-Oligocän: Anthracotherium magnum Cuv. 

Hyopotamus seckhachensis Kink. 
Ob. Ober-Oligocän : Palaeonycteris reinacM Kink. 
üntermiocän ; 

Reptilien : 

Schildkröten. Testudo ptychogastraides v. Rein. 
Testudo proniarginata v. Rein. 
PtycJiogaster boettgeri v. Rein. 
Ptychogaster kinkelini v. Rein. 
Ptychogaster erbstadtanus v. Rein. 
Ptychogaster heeri (Portis). 
Ptychogaster francofurtanus v. Rein. 
Ptyclwgaster roemeri v. Rein. 
Ocadia Jiessleriana v. Rein. 
Propalaeoclemmys boulengeri v. Rein. 
Trionyx messelianus v. Rein. 
Krokodile. Biplocynodon danvini Ludw. sp. 
Diplocynodon ebertsi Ludw. sp. 
Propseudopus moguntinus Boettg. 
Schlangen. Proviper a boettgeri Kink. 

Amphibie n nach Woltersdorff : 

Bana praecursor Welt. 

Bana sp. 

Palaeobatrachus fallax Wolt. 

PalaeobatracJius gigas v. Meyer. 

Palaeobatrachus cf. gigas v. Meyer. 

Palaeobatrachus inlermedius Wolt. 

Palaeobatrachus sp. 

Bufo sp. 

Chelotriton sp. 

Salamandra sp. 

Fische: Älburnus miocenicus Kink. 

Tinea francofurtana Kink. 
Cobitis longipes v. Meyer. 
Lebias meyeri Ag. 
Clupea goldfussi Ag. 
Perca moguntina v. Meyer. 
Lepidosteus strausi Kink. 
Amia kehreri Andr. 



— 91* — 

Besten Dank schulden wir ferner Herrn Professor H. 
Engelliardt in Dresden für die Bestiramiing der unsicher deter- 
minierten Rotter Pflanzenreste und der von Wieseck, von Sieblos 
und vom Paulinen Schlößchen bei Wiesbaden stammenden pflanz- 
lichen Fossilien {Pmus, Acer trilobatum oder Liquidambar europaeum 
und Salix angiista?). 

Gelegentlich der Durchsicht unserer Unterdevonpetrefakten 
von Stadtfelden durch Herrn Dr. Drevermann in Marburg hatte 
er die Freundlichkeit, manche Neubestimmungen vorzunehmen. 

Schließlich sprechen wir den verbindlichsten Dank noch 
Herrn Professor Dr. Sterzel in Chemnitz aus, der wieder einen 
recht ansehnlichen Teil unserer Carbonpflanzen seiner kritischen 
Untersuchung unterzogen hat, so daß wir Aussicht haben, vor dem 
Verlassen des alten Hauses, auch diesen Teil der paläontologischen 
Sammlung von berufenster Seite bestimmt zu sehen. 

Dank schulde ich endlich noch der Kaiserlichen Universitäts- 
und Landesbibliothek zu Straßburg i. E. für die liberale zeitweise 
Überlassung von Literatur. 

Ich lasse nun die Aufzählung der uns heuer geschenks- 
weise gewordenen Erwerbungen folgen. 

Geschenke für die paläontologische Sammlung: 

Von Herrn Oberpostamtssekretär a. D. Anke lein, hier: 
Ein prachtvolles Stück Phragmoceras subventricosum, Spirifer 
laevigatas, Cyatliophyllum und Polypora striatella und ein außer- 
ordentlich schönes Exemplar von Cupressocrinus abbreviatus aus 
dem mitteldevonen Kalk der Eifel. Zwei besonders schöne 
Arietites bisulcatus aus dem Lias von Balingen. 

Von Herrn Dr. K o b e 1 1 in Schwanheim : Kalktuff mit Blatt- 
abdrücken von der Cascade von Tivoli, Corcano und Cancello 
in der Campagna von Neapel, ferner Isocardia äff. striata aus 
dem Portland von Italien. 

Von Herrn Fabrikbesitzer Rudolf Dyckerhoff in 
Biebrich a. Rh. : Das aus Wirbeln und Rippen bestehende Skelett 
von Halitherium schinzi aus dem Rupelton von Flörsheim, 
mehrere Helix mattiaca und H. mogimtina, ein Planorbis solidus 
und eine Paludina gerhardti aus dem Hydrobienkalk vom Heßler. 

Von Herrn Tips von Flix in Catalonien: Braunkohlen- 
führende und kalkige Süßwasserschichten mit Planorben, Limneen 
und Corbiculen, ferner ein Stück Steinkohle mit sehr schön 



— 92* — 

erhaltenen Blattnarben von Lepklodcndron von Flix in Catalonien, 
durch Herrn Dr. W. Kobe lt. 

Von Herrn Direktor Herr mann in Sulz v. d. Wald, 
Elsaß : Eine Sammlung von Foraminiferen von Lapugy in Sieben- 
bürgen. 

Von Herrn E g g er t Wi e s e in Laboe : Dromien {Dromiopsis 
laevis und ruyosa) aus der weißen Kreide von Ljnnhama bei 
Malmoe, durch Herrn Prof. Richters. 

Von Fräulein Dora W e d e m e y e r , hier : Terehratula und 
Camerophorien vom Hochvogel. 

Von Herrn Chr. Ludwig Heister: Eine größere Suite 
Silurfossilien (hauptsächlich Korallen, Brachiopoden und ein Paar 
Gastropoden) von Ironbridge, Shropshire County. 

Von Herrn Stabsarzt Prof. Dr. Marx, hier: Fragment 
eines verkieselten Ammoniten aus diluvialem Kies. 

Von Herrn LudwigHenrich, hier : Der Praemolar eines 
Palaeomeryx von Steinheim in Württemberg, Fossilien aus dem 
Muschelkalk von Bremsberg bei Bansrode, aus dem Unterlias 
von Eichenberg und aus dem bituminösen Schiefer von Sieblos. 
Konchylieu aus dem Sandlöß der Körnerwiese dahier, Pleuromyen 
und Rhyndionella inconstans aus dem oberen weißen Jura von 
Riedlingen a. d. Donau, das Fragment eines Mammutbackenzahns 
von Mittelbuchen bei Hanau. 

Von Herrn J. Zinndorf in Offenbach: Eine Suite Blatt- 
abdrücke mit Ghjptostrobiis euro'paeus im Plattenmergel von 
Kleinkems, eine sehr hübsche Sammlung von Blattabdrücken in 
Schleichsandstein und ein Blattabdruck aus dem Rupelton von 
Allschwyl bei Basel; Bathysiphon sp. aus dem Rupelton von 
Offenbach; alle gefundenen Säugetierreste aus dem oberen Mittel- 
oligocän der Offenbacher Hafenbaugrube. 

Von Herrn Dr. Otto M. Reis, Landesgeologe in München: 
Eine große Suite Ammoniten (u. a. Ammonites birchi, armatua, 
fimbriatus, geometricus, stellaris, bisulcaius, nodotianus, henleyi) 
aus dem alpinen unteren und mittleren Lias (Fleckenmergel) 
von Staudach bei Traunstein. 

Von Herrn Emil Hein she imer, Primaner, hier: Acan- 
thochirus longipes aus dem Solenhofer Schiefer, ferner Peri- 
sphincten und eine Terebratula pentagonalis, ebenfalls aus dem 
fränkischen Jura. 



— 93* — 

Von Herrn Max Stern, hier: Größere Suiten pflanzlicher 
Versteinerungen von Wieseck bei Gießen. 

Von Herrn Ingenieur Alexander Askenasy, hier: 
Eine große Sammlung von präparierten Blättern aus dem ober- 
pliocänen Sand der Klärbeckenbaugrube bei Niederrad ; ein 
Birkenstamm mit Insektenbohrung von ebendaselbst. 

Von Herrn Baron Wolf in Bonn: Eine Suite im ober- 
pliocänen Sand gesammelter und präparierter Blätter aus der 
Klärbeckenbaugrube bei Niederrad. 

Von Herrn L. Schneider, Ingenieur des städtischen 
Tief bauamtes, hier : Einige Früchte aus dem oberpliocänen Sand 
der Klärbeckenbaugrube bei Niederrad ; von ebendort Braun- 
kohle in zwei Säcken. 

Von Herrn Paul Timler, Ingenieur, hier: Eine größere 
Sammlung von Früchten und Zapfen aus dem oberpliocänen 
Sand der Klärbeckenbaugrube bei Niederrad. 

Von Herrn Eegierungs-Bauführer Stell wag, hier: Eine 
große Sammlung von Früchten und Zapfen aus dem oberpliocänen 
Sand der Klärbeckenbaugrube bei Niederrad. 

Von Herrn Karl Fischer, Ingenieur, hier : Hohlabdruck 
des Fragmentes einer Ostreo, flabeUoides in einem Maiugeröll ; 
zwei größere Aufsammlungeu aus dem mitteldevonen Schiefer 
am Südfuß des Taunus bei Köpperu. Ein Phacops aus dem 
unterdevonen Spiriferensandsteiu von Oppershofen. Die ganze 
große Ausbeute an Pupen, Helices, Ostrakodeu und Früchten aus 
dem Algeukalk im untermiocänen Letten von der Jordanstraße, 
Adalbertstraße und dem Kettenhofweg, Eine große Zahl Fossilien 
aus den Hydrobieuschichteu vom Gaualgesheimer Kopf und aus 
den Hydrobieuschichteu der verlängerten Brentanostraße. Eine 
Suite Konch}dien aus dem Mosbacher Sand von Dorf Weilbach. 

Von Frau Anna Fischer, hier: Zwei Blattabdrücke im 
Hydrobienkalk vom Gaualgesheimer Kopf. 

Von Herrn Ludwig Petry, Lehrer in Wasenbach bei 
Balduinstein : Eine Meduse aus dem Orthocerasschiefer von der 
Rupbach, durch Herrn Lehrer Ludwig, dahier. 

Von Herrn Baron von Rein ach, hier: Eine größere Suite 
Carbonfossilieu des Saarbrückener Beckens, Blattabdrücke aus 
sandigem Ton vom Paulinenschlößchen in Wiesbaden, eine Platte 
Rupelton mit zahlreichen Meletteu von Flörsheim. 



— 94* — 

Von Herrn Dr. Heusler, Berlin: Zwei Ostrca virgula von 
St. Aubin bei Commercy, Dep. Meuse. 

Von Fräulein BertaLentz, hier: Ginkgosamen von Florenz. 

Von Herrn Professor Dr. Eberhard Fr aas, Stuttgart: 
Ammoniten aus dem weißen und aus dem oberen braunen 
Jura von Ober-Lenningen bei Stuttgart und eine Knochenbreccie 
aus dem Höhlenlehm des Heppenlochs bei Gutenberg, durch 
Herrn Forstmeister Rörig. 

Von Herrn Professor Dr. Bo et tger, hier: Hunderte von 
Gastropodenarten aus dem Mittelmiocäu von Kostej in Sieben- 
bürgen, Characeen aus dem Süßwasserkalk von Steinheim. 

Von Herrn Valentin Hammeran, Fabrikbesitzer, hier: 
Eine größere Suite Fossilien aus dem Gault von Klingenbühl 
bei Oberstorf, darunter Teredinen, Moiitlevaultia, Inoceranms, 
ferner Ammoniten aus dem Geröll der Kiesgrube am Fallenbach 
bei Oberstorf auf dem Weg nach dem Oztal. 

Von Herrn Lehrer Ludwig, hier: Fragment eines Mammut- 
backeuzahnes von Wachenbuchen bei Hanau. 

Von Herrn Erich S p a n d e 1, Zeitungsbesitzer in Nürnberg : 
Eine Kollektion mikroskopischer Präparate von 16 senonen 
Foraminiferenarten von Rügen. Posidonomya alpina von Torri, 
ein Aspidoceras und ein Lijtoceras aus dem Kimmeridge, ein 
PJiylloceras, ein Lytoceras und zwei Perisphincten aus dem Tithon 
von Torri am Gardasee, Pecte?i deletus aus dem Oberoligocän 
von Mte. Brione bei Riva und aus dem Miocän von Schio, 
Cidaris keyserlingi mit Stacheln aus dem oberen Zechsteinriff 
von Pößneck. 

Von Herrn Professor Dr. L. von Hej^den, hier: Fhola- 
doniya glabra von Angersbach bei Lauterbach (Oberhessen) und 
Libellida doris von Cauattone (Sicilien). 

Von Herrn Fritz Winter, hier: Ein Fisch aus dem 
Rotter Schiefer. 

Von Herrn Dr. Voir in, I. Tierarzt am städtischen Schlacht- 
haus : Das ganze Skelett eines jungen Schweines, eines Hammels 
und eines Kalbes. 

Von Herrn Professor Dr. Kinkelin, hier: Die Gesamt- 
fauna des Sandlösses von Vilbel, eine Suite Fossilien aus dem 
mitteleocänen Kalk von Buchsweiler im Unter-Elsaß, einige 
mitteldevone Fossilien (Trilobiteu) von Köppern, eine Suite 



— 95* — 

Konchylien aus dem sandigen Leinn von der Böhmerstraße in 
Frankfurt. 

Von Herrn Jakob Meier in Homburg v. d. Höhe: Der 
Dünnschliff eines mit Chalcedon versteinerten Holzes {Ärau- 
carites moellhausianus Göpp.) aus Arizona. 

Von Herrn Hermann Schmidt, Wöhlerschüler , hier: 
Gyrodus macrophthalmus und Anthrimpos speciosus aus dem 
lithographischen Schiefer von Solenhofen. 

Aus dem Nachlaß von Herrn Dr. Fritz Stiebel, hier: 
Equisetum arenaceum und Fterophyllum aus dem Keuper, 
Perisphincten und Spongien aus dem weißen Jura und Gonoce- 
jjhalus suheri aus dem böhmischen Cambrium. 

Von Herrn Stadtbaumeister Sattler, hier: Koniferenzapfen 
und Lignitstücke aus einer Bohrung zwischen Eschborn und 
Elisabethenstraße. 

Von Herrn Oberingenieur C. Brandenburg in Szeged: 
Eine Valencie?inesia, eine Congeria rhomhoidea^ eine Dreissenomya 
aperta, mehrere Cardien, ferner mehrere Blattabdrücke aus der 
pontischen Stufe von Königsgnad in Ungarn. 

Von Herrn Regierungs-Bauführer Dockendorff, hier: 
Konchylien aus dem Moor an der Emserstraße in Bockenheim. 

Von Herrn Konservator Dr. MaxSchlosserin München : 
Skeletteile, Kiefer und Zähne von Prodremothermm elonyatum von 
Quercy und ebensolche von Potamotherkmi von St. Geraud le Puy. 

Von Herrn Berginspektor Müller, hier: Pinus resinosa 
und andere Zapfen von Weckesheim, ein Baumstamm aus 
Pliocänschichten der Wetterau. 

Von Herrn Baurat Philipp Holzmanu, hier: Die Tibia 
eines Mammut aus dem Löß von Rödelheim, durch Herrn Ver- 
walter Ackermann. 

Von Herrn Ludwig Pfeifer, Kaufmann in Darmstadt: 
Calmnites suckowi aus dem Kohlensandstein von Kattowitz, 
Lepidohis krappitxensis Ribbe aus dem Muschelkalk von Krappitz, 
Fischreste aus Solenhofen; ferner aus dem Turon von Oppelu: 
Spondykis spinosus^ Pleurotomaria linearis und Micraster brevi- 
porus; ein Ananchytes aus der Oberkreide von Schlesien. 

Von Herrn Direktor E. Frank, hier: Einige Konchylien 
aus Sand bei Großgerau, Capulus aus dem unteren Spiriferen- 
sandstein von Oppershofen. 



_ 96* — 

Geschenke für die geologische Sammlung. 

Von Fräulein Irene R o e m m i c h , hier : Eisenkonkretionen 
von einem Sandkliff bei Morsum auf Sylt. 

Von Herrn Karl Fischer, Ingenieur, hier: Gefalteter 
Bünduer Schiefer von der Via mala; ein Gletscherschliff auf 
anstehendem Protog^^n von der Gotthardpaßhöhe ; ein Stück 
Steinheimit aus dem Basalt von Assenheim; Gesteinsproben aus 
dem untersten Tertiär aus einem Bohrloch von Enkheim; 
Schwefelkiesoolithe aus Ton, Bohrloch 86 im Maintal. Hydro- 
bienkalk, der Knetstruktur zeigt, von Hochstadt. Oolithischer 
Kalk aus der Rendelerstraße am Prüfling in Bornheim. 

Von Herrn Ludwig Henrich, hier : 3 Stück Fladenlava 
vom Haarhof bei Pflaumloch, 2 Stück Liparittuff von Schönberg 
bei Pflaumloch und 2 Stück Granit von Benzeuzimmern im Ries. 

Von Herrn Dr. Otto M. Reis, Landesgeologe in München: 
Eine Suite von Wind und Sand geglättete und facettierte Quarz-, 
Quarzit- und Carneolgerölle vom Köpfchen N von Landstuhl 
(Bahnlinie nach Ramstein). 

Von Herrn Ingenieur Alexander Askenasy, hier: 
Eine durch Zerdrücken entstandene, mit Eisenmauganerz ver- 
kittete Breccie, ein Quarz aus einem Quarzgang aus dem Wasser- 
stollen im Kellerskopf bei Rambach (Wiesbaden) und ein sehr 
großes Lößkindel aus der Ziegelei von Eschborn. 

Von Herrn Max Stern, hier: Gesteinsproben der Ocker- 
lager bei Wieseck. 

Von Herrn Richard Badorf, Wöhlerschüler, hier: Durch 
Klüftung abgelöstes Qiiarzitprisma mit seltsamer, einem Lepi- 
dodendron ähnelnder Oberfläche. 

Von Herrn Erich Spandel, Nürnberg : Ammonitico rosso 
vom Mte. Baldo und Roter Kalk aus dem Gallo vien von Torri, 
Roter Kalk (Kreide) aus der Barbaronaschlucht bei Salo, Roter 
Tonstein (Kreide), Bryozoenmergel (Unteroligocäu) von Falgare, 
Lithothamuienkalk von Schio. 

Von Herrn Dr. Fritz Römer, Kustos, hier : Zwei Stücke 
sehr grober Breccie vom Fuß des Mte. Maggiore und zwei 
Stücke schön geschichteten Kalksinters von den Kerkafällen 
bei Sebenico in Dalmatieu. 

Von Herrn Prof. Dr. von Hey den. Major a. D., hier: 
Die Photographie eines Basaltbruches bei Bilstein nahe Lauter- 



— 97* — 

bach in Obeiiiessen (1884) und das Porträt von Dr. von Decheu. 
Vom Meer bewegte Pflanzenreste von Bordighera. 

Von Herrn Hermann Schmidt, Wöhlerschüler, hier: 
Verwerfungen im Solenhofer Schiefer, schöner stalaktitischer 
Kalksinter von ebendaselbst. 

Von Herrn Dr. Adolf Reichard. hier: Lava mit Er- 
starrungsresten vom Lavafeld zwischen Hekla und Piössa, Obsi- 
dian von Haftinnuhrgy-gur. Kieselsinter vom Becken des großen 
Geysir, Lava vom Hekla, Schwefelkruste vom Rande der 
Schlammvulkane von Nämufjall auf Island. 

Von Herrn Geheimrat Prof. Dr. J. Rein, Bonn a. Rh.: 
Ein Gläschen vulkanischer Asche vom Vulkan Soufriere auf 
St. Vincent. Eruption am 7. Mai 1902, niedergefallen auf Bar- 
bados am 7.-8. Mai. 

Von Herrn Bauinspektor Dehnhardt, hier: Mehrere 
Pflastersteine des Öderwegs aus Melaphyr. 

Von Herrn Pezold, Chemiker in Offenbach a. M. : Basalt 
mit Verwitterungsrinde, die er als Pflasterstein in der Oehlerschen 
Fabrik in Offenbach erhielt. 

Von Herrn Prof. Dr. Kinkel in, hier: Basalt, einen verkohlten 
Stammzweig einschließend, von Klein-Steinheim. 

Von Herrn Prof. Dr. Richters, hier: Lithothamnienkalk 
von Beaulieu bei Nizza. 

Auch durch Tausch habe ich für unsere Samm- 
lung reichliche Ergänzungen erworben. 

Recht verbunden sind wir Herrn Faktor Z i n k e i s e n , 
daß er sich bemüht hat, meinem Wunsche zu entsprechen, der 
dahin ging, daß die Gegensendung aus Petrefakteu des Mos- 
kauer Jura bestehe. So kann bei kommender Neuaufstellung 
der Moskauer Jura ziemlich gut vertreten sein. 

Von Herrn Prof, Dr. Schar dt in Neuchätel erwarben wir 
gegen eine die miocänen und pliocänen Faunen der osteuro- 
päischen Wasserbedeckung umfassende Sendung von ca. 400 Spe- 
zies nebst obercretacischen Fossilien Nordböhmeus etc. eine 
schöne, Fossilien der gesamten Schichtenfolge des Tertiärs, der 
Kreide, des Malms und Doggers umfassende Sammlung aus dem 
Neuchäteler Jura. 

Eine recht erfreuliche Erwerbung, die ich auch durch 
Tausch wett machen konnte, ist die von Herrn Carl Jooß 



— 98* — 

in Stuttgart, da sie imsereu Besitz au Säugetierresteu aus dem 
älteren Tertiär, aus dem Obereocän von Frohnstetten und Ober- 
olig'ocän von Ulm, ferner aus dem Uutermiocän von Heggbach 
und Haslach nicht unbeträchtlich vermehrte; dazu kam noch 
eine Suite von Säugetierresten aus dem mittelmiocänen Kalk 
von Steinheim und dem obermiocänen Bohnerz ; auch die schwä- 
bischen fossilen Tertiärpflanzeu waren uns erwünscht. 

Von Herrn Hoff mann, Betriebsführer der Bergbaugesell- 
schaft Teerkohlgrube Sieblos in Sieblos: Eine Sendung zahl- 
reicher Fische, Froschreste, Kouchylien und Pflanzeureste aus 
dem bituminösen Schiefer von Sieblos, darunter u. a. Reste von 
Perca, Smerdis und Amia. 

Von Herrn Paalzow in Nürnberg: Verkieste Ammoniten 
aus Callovien und Ober-Lias des fränkischen Jura, darunter 
Lytoceras hircmum, Oppelia suhcostaria und Perisphindes calims. 

Von Herrn J. Ziundorf in Offenbach a. M. : Eine große 
Sammlung Unio flahdlatus mit Planorbis cornu und Limneus 
subpalustris aus der Hafenbaugrube in Offenbach. 

Von Herrn Carl Jooß, cand. geol., Stuttgart: Zahlreiche 
Haizähne und -Wirbel, Hautknochen von Rochen, Cetaceenzähne 
und -Kiefer, Zähne von Hyotheriuv}, mehrere Gastropoden und 
Bivalven aus der oberschwäbischen Meeresmolasse. 

Von Herrn Prof. Dr. Salom on in Heidelberg: Einige Pro- 
triton petrolei aus dem Rotliegenden von Odernheim i. d. Pfalz, 
durch Herrn cand. geol. Philipp. 

Von Herrn Prof. Dr. Gottsche, Naturhistorisches Museum 
in Hamburg, sind wir noch immer in Erwartung der Gegen- 
senduug gegen unsere s. Z. gemachte Sendung; dasselbe gilt 
bezüglich Herrn Prof. Dr. R. Ho ernes in Graz. 

Auch heuer konnten Partien der paläontologischeu Samm- 
lung Fachmännern auf ihr Ersuchen zur Bearbeitung hinaus- 
gegeben werden. 

Die Bearbeitung der Carcharodonzähne durch Herrn Prof. 
Dr. Ja ekel werden wir hoft'entlich bald in unseren Abhand- 
lungen publizieren können. Herr Carl Jooß von Stuttgart 
erhielt zur Bearbeitung die von mir am Pfäudergebirg gesam- 
melten obermiocänen Clausilien, Helices etc. Auch die Herrn 
Dr. Stromer von Reichen bach übergebenen Säugetierreste 
aus dem Fayum sind wieder in der Sammlung; ihre Publikation 



— 99* — 

erfolgte iu der Zeitschr. d. Deutsch. Geolog. Ges. 1902. 
Die Publikation der Ostrakoden des Maiuzer Beckens durch 
Herrn Rektor Lienenklaus in Osnabrück und zwar in unserem 
Berichte wird, so hoffen wir, im kommenden Jahr erfolgen 
können, nachdem auch dies Jahr Nachseudungen von neuen 
Funden stattgefunden haben. An Herrn Dr. H. G. Stehlin 
in Basel waren die Rehunterkiefer aus dem Mosbacher Sand, 
an Herrn Professor Dr. Bucking in Straßburg i. E. die von 
Herrn Dr. Lejeune dem Museum geschenkten tertiären Celebes- 
Fossilien hiuausgegeben worden. Herr cand. rer. nat. Delkes- 
kamp in München hat noch iu Bearbeitung die Fossilien des 
barythaltigen Meeressandes bei Kreuznach; Herr Dr. Paulcke, 
Privatdozent in Freiburg i. Br., die Fossilien von Bambamarca 
in Chile, die uns seinerzeit durch Herrn Bamberger zuge- 
kommen sind. 

Auf verschiedene bedeutsamere Ankäufe ist schon hinge- 
wiesen, da sie zu einem guten Teil der Schenkung von Herrn 
von Reinach zu danken sind. Ich erwähne daher nur noch 
besonders der Ankäufe aus den Tertiärstufen bei Flörsheim, 
dann des Ankaufes einer sehr großen Menge von Kouchylien 
aus der poutischen Stufe von Königsgnad iu Ungarn, welche 
Ankäufe nicht allein geschahen, um der Sammlung neue 
und seltene Fossilien zuzuführen, sondern auch in Menge Material, 
das wir günstig zum Tauschverkehr verwenden. 

Ich weise noch auf die nun schön präparierten Ästenden 
und Crinoiden aus den Bundenbacher Schiefern, die beim Jahres- 
fest ausgestellt waren, und auf den Erwerb eines Rhinoceros- 
schädels hin; bisher wares unmöglich gewesen, da.s Ilhinoccros- 
Genus in der Mosbacher Sammlung durch den charakteristischsten 
Skeletteil zu demonstrieren. 

Durch Kauf erworben für die geologisch-palä- 
n 1 1 g i s c h e Sammlung. 

Von Herrn Lehrer Wagner in Schiff weiler bei Saar- 
brücken : Eine größere Suite Carbonpflanzen. 

Vom Comptoir mineralogique et geologique in Genf: 
Zähne von Lophmlon rliinoccroides. 

Von der Linnaea in Berlin: Eine große Sammlung von 
Wirbeltierresteu von Weisenau. 



— 100* — 

Von dem Mineralien-Comptoir der Kgl. sächsischen 
Bergakademie: Eine größere iVnzahl Versteinerungen: 
Ammoniten, Bivalven, Gastropoden und Brachiopoden aus dem 
Moskauer Jura. 

Von Arbeitern aus den Kalkbrüchen von Flörsheim: Große 
Aufsammlungen aus diesen oberoligocänen Kalken, wie auch 
aus dem Rupeiton. 

Von Herrn Peter Barth, Rohrbach im Hunsrück: Eine 
größere Sammlung von Asteriden, Crinoideu und Trilobiten 
aus dem Hunsrückschiefer, deren Zusendung wir besonders 
der Anregung des Herrn Dir. E. Franck danken. 

Von Herrn Georg Frey in ünterkochen bei Aalen: 
Eine Suite Ammoniten aus dem weißen Jura. 

Von Herrn Weil in Münzenberg: Wedel einer bisher noch 
nicht gekannten Blederpalme und mehrere andere Blattabdrücke 
aus dem Münzenberger Sandstein. 

Von Arbeitern in Niederhöchstadt; Der Unterkiefer 
und andere Skelettreste vom Mammut im Löß von dort. 

Von Herrn Kreis, Sandgräber in Mosbach: Der Schädel 
von Bhinoccro.^. 

Von Herrn Hopmaun in Gerolstein: Eine kleine Suite 
mitteldevoner Fossilien. 

Von Herrn x\nton Gufler in Köuigsgnad in Ungarn: 
Eine große Sendung von Konchylien aus der pontischen Stufe 
und den Congerienschichten von dort. 

Welcher Art die Tätigkeit des Sektionärs war, ergibt 
sich schon aus dem Vorausgeschickten, insofern sie in der Zu- 
sammenstellung von Tauschsendungen und der Bestimmung der 
Eingänge von Ankäufen und Geschenken bestand. Spezielle 
Arbeiten betrafen die Bestimmung der Priesener und Ger- 
hardtsreiter Senoufossilien, ferner der Silurfossilien von 
Ironbridge, die wir Herrn Heister verdanken, dann die Be- 
stimmung der von Herrn Bergassessor Spranck gesammelten 
Mitteldevonpetiefakten von Köppern und die Beihilfe bei Her- 
stellung der das Relief der Frankfurter Umgegend begleitenden 
geologischen Profile. Dazu kommt eine recht rege Korrespon- 
denz nach den verschiedensten Seiten. Zwei Arbeiten nahmen 
Monate in Anspruch. Die eine bestand in der Wiederaufstellung 
der paläontologischen Sammlung, nachdem diese infolge der 



— 101* — 

Aufrichtung einer Mauer mitten durch das Längsgebäude in sehr 
beengtem Raum zusammengedrängt und der größte Teil der 
ausgestellten Fossilien in den Schiebladenschränken zusammen- 
gepackt worden war; und zwar geschah diese Wiederaufstellung 
in einer Weise, daß die Sammlung dem Publikum wieder 
vor Augen gebracht werden konnte. Die Gesellschaft sorgte 
für die Begehbarkeit iu den engen Räumen und für gute 
Belichtung. Es fiel diese Arbeit in die kältesten Monate und 
war überhaupt die unerfreulichste, der ich mich je gewidmet habe, 
woran das zu eilige Einpacken im Mai vorigen Jahres nicht 
zum wenigsten beitrug. Die andere Arbeit, in den Monaten Fe- 
bruar bis Mai incl., galt der Bearbeitung der Knochenreste in 
den Gräbern aus der La Tene-Zeit bei Nauheim; sie bildet 
einen Teil der vom Historischen Museum dahier gelegentlich 
seines 25jährigen Jubiläums herausgegebenen Festschrift. 

Schließlich weise ich noch auf die Zusammenstellung hin : 
„Die Originale der paläontologischen Sammlung im Senckenberg- 
ischen Museum und die auf dieselbe bezügliche Literatur", welche 
dem heurigen Jahresberichte (Teil II, p. 3 — 88) beigegeben ist. 

Juli 1903. Prof. Dr. F. Kinkelin. 

Prof. Dr. 0. Boettger. 



— 102^ — 



Bibliotlieks - Bericht. 



A. Geschenke. 

Die mit * vorselienen sind vom Autor gegeben. 

van den Aren d, Gerhard, Rotterdam : Les algues de la flore de Buitenzorg. 

Ausschuß für Volksvorlesungen, hier: Bericht über das Geschäfts- 
jahr 1901 02. 

*Bail. Th., Prof. Dr., Danzig: 4 Separatabdrücke. 

*Balch, E. S., Philadelphia: Antarctica. 

Born, Frau Prof. Dr., Breslau: 240 Dissertationen und Separatabdrücke. 

*Bücking,H., Prof. Dr., Straßburg i. E. : Beiträge zur Geologie von Celebes. 

Gieß 1er, Hofrat, Stuttgart: Bericht des oberrheinischen geologischen 
Vereins 35. Freiburg i. B. 

*Darapsky, L., Hamburg: Tage- oder Tiefenwasser. 

*Dewitz, J., Villefranche, Rhone: 3 Separatabdrücke. 

*Engelhardt, H., Prof. Dr., Dresden: Tertiärpflanzen von Stranitzen in 
Steiermark. 

*Fischer, E., Dr. med., Zürich: 5 Separatabdrücke. 

*Für bringer, M., Prof. Dr., Heidelberg: Morphologische Streitfragen. 

*vonGraff,L., Prof. Dr., Graz : Vorläufige Mitteilungen über Rhabdocoeliden. 

*Greim, G. Dr., Darmstadt: Studien aus dem Paznaun. 

G\vinner,A.. Direktor der Deutschen Bank, Berlin: Hlawacek, Ed., Goethe 
in Karlsbad II. Aufl. 

*Hensgen, C, Plettenberg: Biometrische Untersuchungen über die Spiel- 
arten von Helix nemoralis. 

Heynemann, D. F., hier: Das Museum für Naturkunde zu Berlin. 

— Führer durch das britische Museum. 

— Führer durch das naturhistorische Museum in Hamburg. 

— Blasius, W., Öffentliche Anstalten für Naturgeschichte in Holland. 
*Hugues, Lach., Port Louis Maurice: Un seul champignon sur le globe. 
John Crerar library, Chicago: Report 1901. 1902. 
Kakaokompagnie Th. Reich ar dt, Wandsbeck: Tiere der Urwelt. 

Sammelmappe mit 30 Kunstblättern. 
Klein, C, Geh. Bergrat, Prof. Dr., Berlin: Totalreflektometer mit Fernrohr- 
Mikroskop. 

— Die Meteoritensammlung der Kgl. Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 
Klemm, G, Verlagsbuchhandlung, Berlin : Clemm. N. W., die Gallenstein- 
krankheit. 



— 103* — 

Knoblauch, A., Dr. med., hier: Festschrift der Musterschule-Elisabethen- 
schule 1803-1903. 

*Kobelt, W., Dr. med., Schwanheini : Abhandlungen des Deutschen See- 
fischereivereins VI. VII. 
^ Iconographie der Meeresconchylien. Bd. II, 5. 6. Ill, 1 — 4. 

— Rossmässlers Iconographie der Land- und Süßwassermollusken. N. F. 
Bd. X, 1. 2. 

— Verbreitung der Tierwelt. Lief. 8 — 12. 

Körner, 0., Prof. Dr., Rostock: 10 naturwissenschaftliche Dissertationen. 
Lamper t, K., Prof. Dr., Stuttgart: Mitteilungen aus dem Kgl. Naturalien- 

kabinet 21 — 25. 
Leisewitz, G., hier: Raciborski, M.. Die Pteridophyten der Flora von 

Buitenzorg. 

— Schiffner, V., Die Hepaticae der Flora von Buitenzorg I. 

* M ö b i u s , M., Prof. Dr., hier : Möbius, M., Botanisch-mikroskopisches Praktikum. 

— J. J. Rousseau's Briefe über die Anfangsgründe der Botanik. Über- 
setzt von M. Möbius. 

*Mohl, H., Prof. Dr., Cassel : Die Witterungsverhältnisse des Jahres 1901. 

* Nan sen, Fr., Prof. Dr., Ohristiania: Some oceanographical results of the 

expedition with the „Michael Sars" in the summer of 1900. 

Naturforschende Gesellschaft Baselland: Tätigkeitsbericht 1900/1901. 

Naturwissenschaftlicher Verein Darm Stadt: Jahresbericht 1902. 

*Niederlein, Gustav, Philadelphia : Ressources vegetales des colonies 
fran(;aises. 

*Nissl, F.. Prof. Dr., Heidelberg: Die Neuroneulehre und ihre Anhänger. 

*Noack, W., Praktischer Tierarzt, Hanau: Beiträge zur Entwicklungs- 
geschichte der Museiden. 

Ornithologischer-Oologischer Verein Hamburg: 1. Bericht 
1897—1901. 

Philipps, Eugen, hier: Lauche, W., Deutsche Pomologie. Äpfel und Birnen. 

*Radde, G, Prof. Dr., Tiflis : Museum caucasicum vol. V. 

*Reis, M. 0., Dr. phil., München: 16 Separatabdrücke. 

Rurig, A., Forstmeister, hier: Natural science vol. XII No. 72. 73. 

*Roux, W., Prof. Dr.. Halle: 10 Separatabdrücke. 

*Saint-Lager, J., Lyon: Histoire de l'abrotonum. 

— La perfidie des synonymes devoilee ä propos d'un astragale. 
Schäffer, Heinrich, hier: Album prämiierter Jagdhunde. 

— de Amicis, Edm., Constantinople. 

— Anrep-Elmpt, R., Australien Bd. 1 — 3. 

— Balbi, A., Allgemeine Erdbeschreibung. Bd. 1—3. 8. Auflage. 

— Below, E., Mexiko. 

— Brehm, A. E., Tierleben Bd. 1—10. 

— Brehm, A. E., Vom Nordpol zum Äquator. 

— Charakterbilder aus der Tierwelt. 

— Colquhoun, R., Quer durch Chryse. I — IL 

— Constantinopel, der Bosporus und die Dardanellen. 

— Cuendias, Em., Spanien und die Spanier. 



— 104* — 

Schaf fer, Heinrich, hier: Darwin, C, Insektenfressende Pflanzen. IL Auflage, 
übersetzt von Viktor C!arns. 

— Deiker, C. F. und Müller, A., Aus Wald und Flur. 

— Detlev von Heydebrand und der Lasa, Viertausend Meilen unter Sturm- 
segeln. 

— Die deutschen Kolonien in Wort und Bild. 

— Dodge, E,. ,]., Die heutigen Indianer des fernen Westens. 

— Enzberg, E. v., Heroen der Nordpolarforsclumg. 

— Fitzinger, Leop., Bilderatlas zur Naturgeschichte der Fische und Vi'igel. 

— Garten, der zoologische. 

— Gonzenbach, C, Nilfahrt. 

— Gordon, der Held von Khartum. 

— Heck, L , Lebende Bilder aus dem Reiche der Tiere. 

— Hellwald, F. und Beck, L. C, Die heutige Türkei I IL 

— Hill, Rob., Cuba und Porto-Rico. 

— Hirt, F., Geographische Bildertafeln. Bd. 1—4. 

— Jericke, E., Jagdalbum. 

— Kayser, J., Physik des Meeres. 

— Keller. C, Die Tierwelt in der Landwirtschaft. 

— Köhler, 0., Die Wunder des Kosmos. 

— Köhler, 0., Weltschöpfung und Weltuntergang. 

— Lackowitz, W., Das Buch der Tierwelt. 

— Lanckoronski, C, Rand um die Erde 1888—1889. 

— Lange, H., Südbrasilien. 

— Lenz, H. 0., Die Reptilien, Amphibien, Fische und wirbellosen Tiere. 
5. Auflage. 

— — Nützliche und schädliche Schwämme. 

— Liebig, J. v.. Chemische Briefe. 

— Müller, A. K., Der Hund und seine Jagd. 

— Nordenskiöld, A. E. v , Die IJmseglung Asiens und Europas auf der 
Vega. Bd. I. 

— — Grönland. 

— Oswald, F. L , Streifzüge in den Urwäldern von Mexiko und C!entral- 
Auierika. 

— Oaseley, W. G., Views in South Amerika. 

— Passarge, Siegfr., Adamaua. 

— Paulitschke, P., Die geographische Erforschung der Adalländer. 

— P/eil, Joach., Studien und Beobachtungen aus der Südsee. 

— Postel, E , Naturgeschichte. Bd. 1. 2. 4. 

— Rankin, D., The Zambesi basin and Nyassaland. 

— Reichenbach, H. G , Vollständige Naturgeschichte der 3 Reiche. 

— Roskoschny, H., Rußland, Land und Leate. 

— Scheibert, J., Der Freiheitskampf der Buren. 1 — 2. 

— V. Schütz-Holzhauseu, F., Der Amazonas. 

— Schwarz, B , Algerien. 

— Seidel, A , Transvaal. 

— Sievers, W., Afrika. Neue Auflage von Fr. Hahn. 



— 105* — 

Sch.äffer, Heinrich, hier: Sievers. W., Amerika. 
. — — Asien. 

— — Europa. 

— Speke, H., Die Entdeckung der Nilquellen. 1 — 2. 

— Strecker, C. Chr., Auf den Diamanten- und Goldfeldern Südafrikas. 

— Tanera, C, Aus drei Weltteilen. 

— Thome, 0. W., Tier- und Pflanzengeographie. 

— Wilhelm, G. T., Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. 1—7. 

— Wirth, G., Bilder aus der Pflanzenwelt. 

*Scharff, R. F., Dublin: Some remarks on the Atlantis problem. 
von Scherze r, K., Dr., Gürz : Ein Lebensbild. 

* Seh mied ekne cht, 0., ßlankenburg: Opuscula Ichneumonologica II. 

* Schmitt, F., Dr., Würzburg: Über die Gastrulation der Doppelbildungen 

der Forelle. 
*Schultheiß, Friedr., Apotheker, Nürnberg : Phänologische Mitteilungen 1902. 
*Schulze, Fr. Eilhard, Prof. Dr., Berlin: An account of the Indian triaxonia. 
*Snellen, P. C. T., Rotterdam: 4 Separatabdrücke. 
Stevenson, J., Prof. Dr., Newyork: 40 Separatabdrücke. 
*Stromer. Ernst, München: Wirbeltierreste des mittleren Pliocän. 
*T eich mann, Ernst, Dr. phil., Marburg: 3 Separatabdrücke. 
*Thilo, Otto, Dr. med., Riga: Das Einsammeln und Präparieren zoologischer 

Gegenstände. 
Verein zum Schutze der Alpenpflanzen in Bamberg: 2. Bericht. 
Vorstand der Volksbibliothek, hier: Jahresbericht 1902. 
Vorstand des Frankfurter Turnvereins: Bericht des Tarnrats 

1901 02. 
Vorstand des Mitteldeutschen Kunstgewerbe Vereins, hier : 

Jahresbericht 1901.- 
Vorstand des Vereins für das historische Museum, hier : 

25. Jahresbericht. 
Aus dem Nachlaß des Gartendirektors Weber, hier : 

— Beissner, L , Handbuch der Nadelholzkunde. 

— Leunis, J., Synopsis der Pflanzenkunde. Bd. 1 — 3. 

— Robinson, W., Alpine flowers for english giirdens. 

— Roßmäßler, E. A., Der Wald. 

— Rümpler, Th., Illustriertes Gartenbaulexikon. 

* Web er, M., Prof. Dr., Amsterdam: Siboga Expeditie I. 

— Der Indoaustralische Archipel und die Geschichte seiner Tierwelt. 

— Studien über Säugetiere. Teil II. 

— Jets over Walvischvangst. 

Ziegler, Jul. Frau Prof. Dr.. hier: Die Pflanzenuhr. Farbendruck in Lein- 
wandmappe nebst Erklärung. 

— Zeitschrift des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins. Jahrg. 1 — 12. 

— Deutscher Verein für öffentliche Gesundheitspflege. 1. — 26. Bericht. 

— Varrentrapp, G., Die Entwässerung der Städte. 

— Funke, 0., Lehrbuch der Physiologie. 3. Auflage. 

— Bericht des Offenbacher Vereins für Naturkunde 5 — 36. 



— 106* - 

B. Im Tausch erworben. 

Von Akademien, Behörden, Gesellschaften, Institutionen, Vereinen u. dgl. 
gegen die Abhandinngen und die Berichte der (itesellschaft. 

Die mit * versehenen liegen im Lesezimmer auf; eijenso bei Ijieferungswerken 
und Zeitschriften. 

Aar au. Aargauische Natur for sehen de Gesellschaft: — 
Agram. Societas historico-naturalis Croatica: — 
Altenburg. Naturforschende Gesellschaft des Osterlaniles: 

Mitteilungen. N. F. Bd. X. 
Amiens. Societe Linneenne du Nortl de la France: 

Bulletin. Tome XV. No. 323—332. 

Meiiioires. Tome X (1899—1902). 
A in s t e r d a m. Koni gl. Akademie der Wissenschaften: 

Verhandelingen, Afd. Natuurkunde : 

1. Sectie, Deel 8 No. 1—2. 2. Sectie, Deel 8 No. 1—6; Deel 9 No. 1—3. 

Zittingsverslagen. 1901—1902. Deel 10. 

Jaarboek 1901. 

— Zoologische Gesellschaft: — 

A n n a b e r g. A n n a b e r g - B u c h h o 1 z e r V e r e i n für Naturkunde: — 
Augsburg. Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben 
und Neu bürg (a. V.): 

Bericht 35. 
Aussig. Naturwissenschaftlicher Verein: — 
Baltimore. Johns Hopkins' University: 

Memoirs of the biolog. Laboratory IV, 4. Circulars 145 — 147. 

— Maryland Geological Survey: 
Geological Survey. Vol. 4. 

Bamberg. Natur for sehen de Gesellschaft: — 
Basel. Natur for sehen de Gesellschaft: 

Verhandlungen. Bd. 15, 1. 16. 
B a t a V i a. N a t u u r k u n d i g e V e r e e n i g u n g i n N e d e r 1 a n d s e h I n d i e : 

Natuurkundig Tijdschrift. Deel 61. 

— Batav. Gen oots chap van Künsten enWetenschappen: — 
Bautzen. Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis: — 
Belfast. Naturalists' Field Club: — 

Bergen. B e r g e n s Museum: 

Aarbog. 1902, 3. 

Sars, G. 0., An Account of the Crustacea of Norway. Vol. IV. Copepoda 
P. 7-14. 

Aarsberetning 1902. 
Berkeley. University of California: 

Report 1901. 1902. 
Berlin. Königl. Preuß. Akademie der Wissenschaften: 

Physikalische Abhandlungen 1902. 

*Sitzunosberichte 1902. No. 23—53. 



— 107* - 

Berlin. Königliche Bibliothek: ~ 

— Deutsche Geologische Gesellschalt: 
♦Zeitschrift. Bd. 54. Heft 1—2. 

— K ö n i g 1. G e 1 g i s c h e L a n d e s a n s t a 1 1 u. Bergakademie: 
Abhandlungen. N. F. 24. 37 nebst Atlas. 

Jahrbuch 21—22, 3. 

Geologische Spezialkarte von Preußen und den Thüringischen Staaten 
Lief. 94. 96. 102. 116 nebst 22 Heften Erläuterungen. 

— Botanischer Verein für dieProvinz Brandenburg: 
Verhandlungen. Jahrg. 44. 1902. 

— Entomologischer Verein: 
Zeitschrift 47, 1—2. 

— Gesellschaft Naturforschender Freunde: — 

— Direktion der zoologischen Sammlungen des Museum 

für Naturkunde: 
Bericht 1901. Führer durch die Sammlung. II. Ausgabe. 
Bern. Allgemeine Schweizerische Gesellschaft für die ge- 
samten Naturwissenschaften: 
Mitteilungen 1901, No. 1500—1518. 

— Schweizerische Natur for sehen de Gesellschaft: — 

— Schweizerische Botanische Gesellschaft: 
Berichte. Heft 12. 1902. 

— Naturhistorisches Museum: — 
Bistriz. Gewerbeschule: — 

Böhmisch Leipa. Nord böhmischer Excursionsklub: 

Mitteilungen. Jahrg. 25. 2. 3. 4. 
Bologna. Accademia Reale delle Scienze dell' Istituto: 

Rendiconto. N. S. Vol. IV. 

Memorie. Ser. V. Tom. VIII. 
Bonn. N a t n r h i s 1 r i s c h e r V e r e i n der P r e u ß. R h e i n 1 a n d e und 
Westfalens und des R e g. - B e z. Osnabrück: 

Verhandlungen. Jahrg. 58, 2. 59, 1. 

Sitzungsberichte der Niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und 
Heilkunde. 1901, 1—2. 1902, 1. 
Bordeaux. Societe des Sciences Physiques et Naturelles: 

Memoires. Tome VI, 1. 

Proces-Verbaux des seances. 1900 — 1901. 

Observations pluviometriques et thermometriques 1900 — 1901. 
Boston. S c i e 1 3- of Natural History: 

Proceedings. Vol. 29, No. 15—18. Vol. 30, Nr. 1. 2. 

Occasional papers. Vol. VI. 

— American Academy of Arts and Sciences: 
Proceedings. N. S. Vol. 37, No. 15—23. Vol. 38, No. 1—4. 
Memoirs. Vol. XII, No. 5. 

Braunschweig. Verein für Naturwissenschaft: — 

— Herzogliche Technische Hochschule: — 



— 108* — 

Bremen. Naturwissenschaftlicher Verein: 

Abhandlungen, Bd. XVII, 2. Jahresbericht 37 (1901,1902). 

Breslau. S c h 1 e s i s c h e Gesellschaft für Vaterländische K u 1 1 n ]■ : 
Jahresbericht für 1901. 

— L and vvirt schaftlicher Z en tral verein für Schlesien: 
Jahresbericht 1901/02. 

Brisbane. Royal Society of Queensland: 

Proceedings. Vol. XVII, p. 1. Vol. II, 1.2. III. VII, 1.2. VllI, 1—4. 

— Queensland -Museum: — 

Brooklyn. Brooklyn Entomological Society: — 

— Museum of the Brooklyn institute of arts and sciences: — 
Brunn. N a t u r f o r s c h e n d e r Verein: — 

— K. K. Mährisch-Schlesische Gesel 1 schalt zur Beförderung 

des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde:— 

— Direktion des Land es- Museums: 
Zeitschrift Bd. II. Heft 1—2. 

Brüssel (Bruxelles). Academie Roy ale des Sciences, des Let, tr es 
et des Beaux Arts de B e 1 g i q u e : 
Memoires 8°. Tome 62. 2—8. 
Annuaire 1902. 
Bulletin 1901. 1902, 1—7. 

— S o c i e t e ß e 1 g e d e G e u 1 o g i e , de P a 1 e o n t o 1 o g i e e t H y d i' o - 

logie : 
Bulletin. Tome XII., Fase. 4. XVI, Fase. 2—3. 

— Societe Entomologique de Belgique: — 

— b s e r V a t i r e R y a 1 e : — 

Budapest. Ungar. Naturwissenschaftliche (Resells chaft: 

Rovartani Lapok (Entoinologische Monatschrift). Bd. 9. Heft 5 — 10. 
Mathematische und naturwissenschaftliche Berichte 13—17. 

— Koni gl. Ungar. Geologische Anstalt: 
Mitteilungen. Bd. 13, 5. 6. 14, 1. 

— Ungar. Geologische Gesellschaft: 
Zeitschrift XXXII, 1—9. 

Buenos Aires. Museo Nacional: — 

— Deutsche Academische Vereinigung: 
Veröffentlichungen Bd. I. Heft 6. 

Buffalo, (N. Y.) Society of Natural Sciences: — 
Caen. Societe Linneenne de Nor man die: — 
Calcutta. Asiatic Society of Bengal: — 
Cambridge. Museum of Comparative Zoology: 

^Bulletin. Vol. 40, 1—3. 41, 1. 

Annual Report 1901—1902. 

Memoirs. Vol. XXVII, No. 1. 2. 

— Entomological Club: — 

— American Association for the Advancement of Science: — 
Cap Stadt. The South African Museum: 

Annals. Vol. II, 9—10. 



— 109* — 

C a s s e 1. Verein für Naturkunde: 

Abhandlungen und Bericht. 47. 
Catania. A c c a d e m i a ü i o e n i a d i S c i e n z e N a t u r a 1 i : 

Bollettino delle Sedute. Fase. 53—54. 73. 
h a p e 1 Hill, N. Carolina. ElishaMitchellScientificSociety: — 
Chemnitz. Naturwissenschaftliche Gesellschaft: — 
Cherbourg. Societe Nationale des Sciences Naturelles et 
Mathematiques: 

Memoires. Tome 32. 

Bulletin. Vol. II. p. 3. IV. p. 1. 
Chicago. Academy of Sciences: — 
Christiania. König 1. Norwegische Universität: — 
Chur. Natur for sehende Gesellschaft Graubündens: 

Jahresbericht. N. F. Bd. 45. 1901—1902. 
Cincinnati. University of Cincinnati: — 

— Lloyd library of Botany etc.: 
Bulletin. No. 4. 5. 

Cordoba. A cad em ia Nacional de Ciencias de la Re publica 
Argentina: 

Boletin T. XVII, 1. 
Danzig. Natur forschen de Gesellschaft: — 
Dar-es-Salam. Kais. Gouvernement von Deutsch-Üstafrika: 

Berichte. Bd. I. Heft 1-2. 
Darm Stadt. Verein für Erdkunde; 

Notizblatt. Heft 22. 
Davenport. Academy of natural sciences: — 
Donaueschingen. Verein für Geschichte und Naturgeschichte: — 
Dor pat. Natur for sehen de Gesellschaft: 

Archiv für Naturkunde. Bd. XII. Lief. 1. 
Dresden. Naturwissenschaftliche Gesellschaft „Isis": 

Sitzungsberichte und Abhandlungen 1902. Jan.-Juni. 
Dublin. Royal Dublin Society: — 
Düsseldorf. Naturwissenschaftlicher Verein: — 
Edinburgh. R o y al Socie ty : — 

— RoyalPhysicalSociety: 

Proceedings 1900—1901. 
E 1 b e r f e 1 d - B a r m e n. Naturwissenschaftlicher Verein: — 
Erlangen. Physikali sch-medicinische Gesellschaft: 

Sitzungsberichte 33. 1901. 
Essen. Museums-Verein: — 

Florenz. Istituto di Studi Superiori Pratici e di 
Perfezionamente: 

Bollettino 1902. No. 17—24. 

— Societä entomologica italiana: 
Bulletino A. 33, 3-4. 34, 1—2. 

Frankfurt a. M. Neue Zoologische Gesellschaft: 
*Der Zoologische Garten. 1902. No. 6 — 11. 



— 110* — 

Frankfurt a. M. Physikalischer Verein: 
Jahresbericht. 1900—1901. 

— Freies Deutsches Hochstift: — 

— Kaufmännischer Verein: — 

— Verein für Geographie und Statistik: — 

— Deutscher und Österreichischer Alpen verein: — 

— Ärztlicher Verein: 
Jahresbericht 1901. 

— Polytechnische Gesellschaft: — 

— T a u n u s - K 1 u b : 
Jahresbericht 1901. 

— Gar ten bau -Gesellschaft: — 

Frankfurt a. 0. Naturwissenschaftlicher Verein des Reg.- 

Bez. Frankfurt a. 0.: 

Helios. Bd. 19. 
Frauenfeld. Thur gauische Natur for sehende Gesellschaft: — 
Fr ei bürg i. Br. Natur for sehende Gesellschaft: — 
Fulda. Verein für Naturkunde: — 

Geisenheim (Rheingau). Königl. Lehranstalt für Obst-, Wein- 
u n d Gartenbau: 

Bericht 1901 — 1902. 
Genf (Geneve). Societe dePhysique et d'H i s t o i r e Naturelle: 

Memoires. Tome 34, 2. 

— Conservatoire et Jar din ßotanique: — 

Genua (Genova). Societä Ligustica di Seien ze Naturali e 
Geografiche: 
Atti. Vol. 13. No. 1—3. 
Bolletino dei Musei di zoologia e anatomia cumparata. No. 108 — IIG. 

— Museo Civico di Storia Naturale: — 

Gießen. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: — 

Glasgow. Natural History Society: — 

Görlitz. N a t u r f r s ch e n d e Gesellschaft: — 

Göteborg. Göteborg sKongl. Vetenskaps- och VitterhetöSamhii lies 

Handlingar. 4. Folge. Heft 4. 
Göttingen. Universitäts-Bibliothek: 

59 Dissertationen. 
Granville. Denison University: 

Bulletin. Vol. 11. Part 11. Vul. 12. Part 1. 
Graz. Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark: 

Mitteilungen. Jahrg. 1901. 

— Akademischer Leseverein der k. k. Universität: — 

— Verein der Arzte in Steiermark: — 

Greifswald. Naturwissenschaftlicher Verein für Neu-Vor- 
p m m e r n und Rügen: 
Mitteilungen 33. 1901. 
-— Geographische Gesellschaft: — 



— Ill* — 

Greiz. Verein der Naturfreunde: 

Abhandlungen. Bd. 4. 
Güstrow. Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg: 

Archiv. 55, 2. 56, 1. 
Halifax. Nova Scotian Institute of Natural Science: — 
Halle a. S. K aiser 1. Leopoldiuisch - Car ol in i sehe Deutsche 

Akademie der Naturforscher: 

*Leopoldina. Heft 38. No. 4—12. 

Neigebauer, Geschichte der Akademie. 

— Naturforschende Gesellschaft: — 

— Verein für Erdkunde: 
Mitteilungen. 1902. 

Hamburg. H a m b ur g i s c h e Naturwissenschaftliche Anstalten 
(Natur historisches Museum): — 

— Naturwissenschaftlicher Verein: 
Abhandlungen XVII. 

— Verein für N a t u r w i s s e n s c h a f 1 1 i c li e Unterhaltung: — 
Hanau. We tt er aui sehe Gesell s ch aft f. d. gesamte Naturkunde: — 
Hannover. Natur historische Gesellschaft: — 

Harlem. Societe Hollandaise des Sciences Exactes et Naturelles: 
Archives Neerlandaises. Ser. II. Tome VII, 2 — 5. 
Herdenking van het 150 jar. Bestaan. 

— Teyler -Stiftung: 

Archives. Ser. 2. Vol. 8. Part. 1. 
Heidelberg. N a t u r h i s t o r i s c h - m e d i c i n i s c h e r Verein: 

Verhandlungen, N. F. Bd. 7. Heft 1—2. 
Helgoland. Biologische Anstalt: 

Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen. N. F. VI. Kiel. 
Helsingfors. Societas pro Fauna et Flora Fennica: — 

— Societe des Sciences en Finlande: — 

— Commission geologique de la Finlande: 
Bulletin. No. 12. 13, 

H e r m a n n s t a d t. S i e b e n b ü r g i s c h e r Verein für Naturwissen- 
schaften: 

Verhandlungen und Mitteilungen. Jahrg. 51. 1901. 
H i 1 d e s h e i m. R o e m e r - M u s e u m : — 

Jassy. Societe des Medecins et des Natur allstes: — 
Jena. Medicinisch-na tu r wissenschaftliche Gesellschaft: 

Denkschriften. Band IX, 1. 

*Jenaische Zeitschr. f. Naturw. Bd. 36. H. 3—4. Bd. 37. H. 1—2. 
Innsbruck. Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein: 

Bericht 27. 1901—1902. 

— Universitätsbibliothek: — 

Irkutsk (Ostsibirien). s t s i b i r i s c h e Abteilung der k a i s c r 1. r u s s. 

geograph. Gesellschaft: — 
Karlsruhe. Naturwissenschaftlicher Verein: 
Verhandlungen Bd. XIV. XV. (1900-1902). 



— 112* — 

Karlsruhe. Bad is eher zoologischer Verein: 

Mittheilungen. No. 15. 
Kiel. Naturwissenschaftl. Verein für Schleswig -Ho Istein: — 
Königsberg. Physikalisch-ökonomische Gresellschai't: — 
Kopenhagen. Universitets Zoologiske Museum: 

Videnskabelige Meddelelser fra den naturhistoriske Forening. 
Jahrg. 1902. 
Krakau. Akademie der Wissenschaften: 

Anzeiger 1902. No. 4—7. 
Laibach. Musealverein für Krain: 

Mitteilungen Jahrg. 13. Heft 1 — 5. 14. 15, 1—2. 

Izvestja. XI, 1—6. 
Landshut. Botanischer Verein: — 
La Plata. Museo de La Plata: — 

Revista. Tom. X. 

— Bureau general de S t a t i s t i q u e de 1 a 1^ r o v i n c e de 

Buenos Aires: 

Boletim mensal A. I. No. 4. 5. II, 6. 11. 12. Ill, 20—25. 
Lausanne. Societe Vaudoise des Sciences Naturelles: 

Bulletin. Vol. 38. No. 143. 144. 

Observations raeteorologiques. 1901. 
Lawrence. Kansas University: 

Science Bulletin. Vol. I, No. 1—4. 
Leipzig. V e r e i n f ü r E r d k u n d e : — ■ 

— Naturforschende Gresellschaft: — 
Ley den. Universitäts-Bibliothek: — 

— N e d e r 1 a n d s c h e 1) i e r k u n d i g e V e r e e n i g i n g : 
Tijdschrift. Ser. II. Deel. VII. Afl. 3—4. 

Lille. Societe Geologique du Nord de la France: — 
Linz. Verein für Naturkunde in e s t e r r e i c h ob der E n n s : 

Jahresbericht 31. 

Museum Francisco-Carolinum: 

Jahresbericht 60. 
Lissabon (Lisboa). AcademiaReal das S ci encias: 

Jornal de Sciencias mathematicas, physicas e naturaes. Ser. 2. 
Tome 6. No. 24. 

— S c i e d a d e de ü e o g r a p h i a : 
Boletin. Ser. 19. No. 3—8. 

— Dire^gäo dos Trabalhos geologicos: — 
Liverpool. Biological Society: — 

London. Royal Society: 

*Proceedings. No. 460—468. 

Transactions 197— 198 A. 194 B. 

Reports of the malaria committee VII. 
London. Linnean Society: 

Transactions. Zoology. Ser. 2. Vol. 8. Part 5—8. 
„ Botany. „ 2. „ 6. „ 2—3. 



— 113* — 

London. Linnean Society: 

^Journal. Zoology. Vol. 28. No. 185. 

„ Botany. „ 35. „ 245. 

Proceedings 1901—1902. 

— British Museum (Natural History), Department of Zoology : 
Catalogue of birds eggs. Vol. II. 

Handbook of instructions for collectors. 
Southern Cross Report. 
Guide to Coral gallery. 

— Royal Microscopical Society: 
Journal. 1902. Part. 3—6. 

— Zoological Society: 
Transactions. Vol. 16. Part. 5 — 7. 
*Proceedings. 1902. Vol. I, 1—2. II, 1. 
Catalogue of the library 1902. 

— Geological Society: — 

— British Association for the Advancement of Sciences: — 

— Entomological Society: — 

St. Louis. Missouri Botanical Garden: 

Annual Report. 13. 1902. 
Lou vain. „La Cellule": — 

Lübeck. Geographische Gesellschaft und Natur historisch es 
Museum: — 

Mitteilungen 16. 
Lüneburg. Naturwissenschaftlicher Verein: — 
Lüttich (Liege). SocieteRuyale des Sciences: 

Memoires Ser. III. Vol. 4. 

— Societe Geologique de Belgiciue: 
Annales. T. 29, Livr. 2—4. 

Lund. Carolinische Universität: 

Acta T. 37. 
Luxemburg. Societe Royale des Sciences Naturelles et 

Mathematiques: — 
Luzern. Naturforschende Gesellschaft: — 
Lyon. Academie des Sciences, Beiles Lett res et Arts: 

Memoires. Ser. III. Tome 6. 

— Bibliotheque de l'Universite: 
Annales. N. S. Fase. 8—9. 

— M u s e e d'H istoire Naturelle: — 

— Societe Linneenne: 
Annales. N. S. Tome 47. 48. 

— Societe Nationale d' A griculture, Histoire Naturelle 

et Arts utiles: 
Annales VII Ser. Tome 7. 8. 
Madison (Wis.). Wisconsin Academy of Sciences, Arts and 
Letters: — 

— Geological and natural history survey of Wisconsin: — 



— 114* — 

Ma fir id. Real Academia de Ciencias: — 
Magdeburg. Naturwissenschaftlicher Verein: 

Jahresbericht 1900—1902. 
Mailand. Societä Italiana di Scienze Naturali: 

Atti. Vol. 41. Fase. 2—3. 

— Reale Istituto Lombardo di Scienze e Lettere: 
Memorie S. III. Vol. XIX, 5—8. 

Rendiconti S. IL Vol. 34. 
Manchester. Literary and Philosophical Society: 

Memoirs and Proceedings. Vol. 46. P. 6. Vol. 47, 1. 
Mannheim. Verein für Naturkunde: — 

Marburg, ö es ellschaft zur Beförderung der gesamm ten Natur- 
wisse n s c h a f t e n : — 
Marseille. M u s e e d'H istoire Naturelle: 

Tome VI. Sect, de Zoologie. 

— Faculte des Sciences: 
Annales. T. XII. 

Melbourne. Public Library, Museum and National Gallery: 
Report of the Trustees 1901. 

— Royal Society of Victoria: 
Proceedings. Vol. 8. 12, 1. 

Meriden, Conn. Meriden Scientific Association: — 
Mexico. Instituto geologico: 

Boletim No. 15. 
Milwaukee: Natural history Society: 

Bulletin N. S. IL No. 3. 

— Public museum: 
Annual reports 19. 20. 

Minneapolis. Geological and Natural History Survey of 

Minnesota: — 
Missoula. U n i V e r s i t y f M n t a n a ; 

Bulletin No. 1. 
Mo den a. Societä dei Naturalist!: — 
Monaco, Musee Oceanographique: 

Resultats. Fase. 21. 
Montevideo. Museo Nacional de Montevideo: — 
Montpellier. Academie desSciences etLettrcs: 

Ser. II. Tome III. No. 1. 
Moskau. Societe Imperiale des Natur allstes: 

Bulletin. 1901. No. 3—4. 
München. K ö n i g 1. B a y e r i s c h e A k a d e m i e d e r W i s s e n s c h a f t e n : 

*Sitzungsberichte. 1902, H. 2. 

Abhandlungen Bd. XXI. 3. 

1 Festrede. 

— Botanische Gesellschaft: — 

— Gesellschaft für Morphologie und Physiologie: 
Sitzungsberichte 1901, 2. 



— 115* - 

München. Künigl. Bayr. Oberbergamt (geognost. Abteilung) : — 

— Ornithülugischer Verein: — 
Münster. Westfälischer P r o v i n z i a 1 - V e r e i n : — 

Nantes. Societe des Sciences Naturelles del'Ouest de la France: 

Bulletin. IL Ser. Tome I, 1—4. II, 1. 
Neapel. K. AccademiadelleScienzeFisiche eMatheniatiche: 

Rendiconto. Ser. 3. Vol. VIII, 4—5. 

— Zoologische Station: — 

Neuchätel. Societe des Sciences Naturelles- — 

New Haven. Connecticut Academy of Arts and Sciences: — 

New York. Academy of Sciences: 

Annals. Vol. 14. p. 2. 

Memoirs. Vol. II, 1 — 2. 

— American Museum of Natural History: 
Annual Report. 1901. 

Bulletin. Vol. XVII, 1—2. 

Memoirs. Vol. III. IV. VI. 
Nürnberg. Natur historische Gesellschaft: 

Abhandlungen. Bd. 14. 

Jahresbericht 1900. 
Odessa. Societe des Natur allstes de la Nouvelle Russie: 

Memoires. Tome XIV, p. 1. 
f f e n b a c h. Verein für Naturkunde: — 
Osnabrück. Naturwissenschaftlicher Verein: — 
Ottawa, (ieological and Natural History Survey of Canada: 

Catalogue of Canadian plants, p. 7. 

Geological map of dominion of Canada. No. 763. 

— Royal Society of Canada: 
Proceedings and Transactions. Ser. 2. Vol. 7. 

Padova. Accademia scientifica Veneto-Trentino-Istriana: — 
Paris. Societe Zoologique de France: — 

— Societe Geolog ique de France: 
♦Bulletin. Ser. 4. Tom. I, No. 5. II, No. 2—3. 

— Societe Philo mathique: 
♦Bulletin. Ser. 9. Tome IV, 1-2. 

— Feuille des Jeunes Naturalistes: 
Ser. 3. No. 379—387. 

Passau. Natur historischer Verein: — 
Perugia. Accademia Medico-chirurgica: — 
Petersburg. Academie Imperiale des Sciences: 

Annuaire du Musee zoologique. Tom. VI. No. 4. VII, 1—2. 

— Bibliotheque de I'Universite: — 

— Comite Geologique: 

Memoires. Vol. 15, 4. 17, 1. 2. 18, 3. 19, 1. 20, 2. 
Bulletin. Vol. 21. No. 1—4. 

— Societas Entomologica Rossica: — 

8* 



— 116* — 

Petersburg. Kaiserl. Botanischer Garten: 
Acta 19, 3. 

— Kaiser I. Institut für Experimentelle Medicin: 
Archives. Tome 9. No. 2—3. 

— Kaiserl. Universität (Naturforscher-Gesellschaft): 
Travaux. Vol. 32, 4. 

Comptes rendus 33, 1—5. 

— Russisch. Kaiserl. Mineralogische Gesellschaft: 
Verhandlungen. Ser. 2. Bd. 39, 2. 

Philadelphia. Academy of Natural Sciences: 
Proceedings. 1901, 3. 1902, 1-2. 

— American Philosophical Society: 
*Proceedings. Vol. 41. No. 168—169. 

— Wagner Free Institute: — 

Pisa. Societa Toscana di Seien ze Naturali: 

Memorie. Vol. 18. 
Portici. Rivista di patologia vegetale e zimologia (Prof. 
A. Berl ese) : 

Comes, 0., Chronographical table for tobacco. 
Posen. Naturwissenschaftlicher Verein der Provinz Posen: 

Zeitschrift der botanischen Abteilung. Jahrg. 9. Heft 1—3. 

— Kaiser- Wilhelm Bibliothek: — 

Prag. Deutscher Akademischer Lese verein (Lese- und Rede- 
halle der Deutschen Studenten): 
Bericht 1901. 

— Verein Lotos: 
Sitzungsberichte N.F. 21. 

— König 1. Böhm. Gesellschaft der Wissenschaften: — 
Pressburg. Verein für Natur- und Heilkunde: 

Verhandlungen N. F. Heft 13. 
Regensburg. Naturwissenschaftlicher Verein: — 
R e i c h e n b e r g. Ö s t e r r e i c h i s c h e r V e r e i n der Naturfreunde: — 
Riga. Natur for scher -Gesellschaft: 

Korrespondenzblatt 45. 1902. 
Rio de Janeiro. Museu Nacional de Rio de Janeiro: 

Archives. Vol. X. XL 
Rochester. Academy of Science: — 
Rom. Museo de Geologia dell' Universitä: — 

— R. Comitate Geologico d 'Italia: 
Bollettino. 1902. No. 1—2. 

— R. Accademia dei Lincei: 

Atti, Rendiconto dell' adunanza 1902. 

Atti Rendiconti. Vol. XL IL Sem. 1—12. Vol. Xll. I. Sem. 1. 

— Universitä Roma (Pietro de Vescovi) : — 

Ro vereto. R. Accademia di Scienze, Lettere ed Arti degli Agiati 

Atti. Vol. 8. Fase. 2. 
Rovigno. Zoologische Station: — 



— 117* — 

Salem (Mass.). Essex Institution: — 

San Francisco. California academy of science: 

Proceedings. 3 ser. zoology. Vol.11, 7 — 11. Ill, 1^4. 
San Jose. Museo Nacional de la Ee publica de Costa Rica: — 
Santiago (Chile). Deutscher Wissenschaftlicher Verein: — 

— Societe Scientifique du Chili: — 

Sao Paulo. Zoologisches Museum (Museu Paulistaj: — 
Sarajevo. Bosnis ch-Her zego winisch es L andesm useum : — 
Siena. Accademia dei Fisiocritici: — 
Sitten (Sion). Societe Murithienne du Valais: 

Bulletin 81. 
S t a V a n g e r. S t a v a n g e r Museum: 

Aarshefte 1901. 
St. Gallen. Naturv/issenschaftliche Gesellschaft: — 
Stettin. Entomologischer Verein: 

Entomologische Zeitung. Jahrg. 63. 
St. Louis. Academy of sciences: — 
Stockholm. Königl. Akademie der Wissenschaften: 

Bihang. Vol. 27. 

Handlingar 35. 

Observations meteorologiques Suedoises. Vol. 39. 

— Institut Royal Geolog ique de la Sue de: 
Geologiska Undersökning. Ser. A. 115. 117. 

— Entomologiska Föreningen: — 

Straß bürg. Kaiser 1. üniversitäts- und Landes-Bibliothek: — 

— Kommission für die geologische Landes-Unter- 

suchung von Elsaß-Lothringen: — 
Stuttgart. Verein für Vaterländische Naturkunde: 
Jahreshefte 58. 

— Königl. Technische Hochschule: 
Jahresbericht 1901/1902. 

Sydney. Royal Society of New South Wales: 
Journal and Proceedings. Vol. 35. 1901. 

— Linnean Society of New South Wales: 
Proceedings. Vol. 26. 1901. 

— Australian Museum: 
Records. Vol. 4. No. 6—7. 

— Department of Mines and Agriculture (Geological 

Survey of New South Wales): 
Annual Report of the Department of Mines 1901. 
Records. Vol. Ill, p. 2. 
Tokyo. Imperial University (College of Science): 
Journal. Vol. XVI, 2. 6-14. XVII, 2. 7. 8—10. 

— Imperial University (Medicinische Fakultät): 
Mitteilungen. Band V, No. 4. 



— 118* — 

Tokyo. Deutsche Gesellschaft für Natur- und V ii 1 k e r k u n d e : 
Mitteilungen. Bd. 9, 1. Supplement 5. 
Festschrift. 

— Imperial Uni versity (Societas zoologica tokyonensis) : 
Annotationes Zoologicae. Vol. IV, 3. 

Toronto. The Canadian Institute: — 

— University of Toronto: 
Studies : Biological series No. 2. 

Tr en CS en. Naturwissenschaftlicher Verein des Trencsener 

Komitates: — 
T r i e s t. S o c i e t ä Agraria: 

L'Araico dei Campi. 1902. No. 6. 

— Societa Adriatica di Scienze Naturali: — 

— Museo Civico di Storia Naturale: — 

— Zoologische Station: — 

Tring (Herts., England). Zoological Museum: 

Novitates Zoologicae. Vol. 9. No. 2 — 3. 
T r m s ii. T r m s Ö M u s e u m : — 
Trondhjem. Königl. Gesellschaft der Wissenschaften: 

Skrifter 1901. 
Troppau. Naturwissenschaftlicher Verein: 

Landwirtschaftliche Zeitschrift. 1902. No. 9—24. 
Tübingen. U n i v e r s i t tä t s - B i b 1 i o t h e k : — 
Tufts College, Mass.: 

Studies. No. 7. 
Turin (Torino). Reale Accademia delle Scienze: 

Memorie. Ser. 2. Tomo 51. 

Atti. Tomo 37. Disp. 6a— 15a. 

— M u s e d i Z 1 g i a e d A n a 1 m i a : — 
Up sal a. Societas Regia Scientiarum: 

Nova acta. Vol. 20. Fasc. 1. 
Urban a (Illinois). The Illinois State Laboratory of Natural 

History: — 
Washington. Smithsonian Institution: 

Annual Report of the board of regents (Report of the U. S. National 

Museum). 1900. 
Smithsonian Miscellaneous Collections. 1309. 

— Department of the Interior (Geological Survey): 
Annual report 7. 21 (1899,1900) p. 5. 7. 

Mineral ressources 1900. 
Bulletin No. 177—190. 192—194. 

— Department of Agriculture: — 

— American Microscopical Journal (C h. W. S m i 1 y) : 
Journal. Vol. 22, 8—12. Vol. 23, 1—4. 

— Philosophical society: 
Bulletin. Vol. 11. 14, pag. 179—204. 



— 119* — 

Wellington. New-Zealand Institute: 

Transactions. Vol. 34. (1901). 
We rnigerode. NaturwissenschaftlicherVerein des Harzes: — 
Wien. K. k. Ak ademie der Wissenschaften: 

Anzeiger 1902, 11—21. 

Denkschriften 69. 70. 73. 

— K. k. Geologische Reichsanstalt: 
♦Verhandlungen. 1902, 7—10. 
Abhandlungen XIX, 1. 

♦Jahrbuch. Bd. 52, 1. 

— K. k. Naturh istorisches Hof-Museum: 
*Annalen. Bd. XVII, 1. 2. 

— Zoologisch-Botanische Gesellschaft: 
♦Verhandlungen. Bd. 52, 4 — 10. 
Abhandlungen. Bd. U, 1. 

— Entomologischer Verein: — 

— Oester reichischer Touristen-Klub (Sektion für Na- 

turkunde): — 

— K. k. Zentral-Anstalt für Meteorologie und Erd- 

magnetismus: 
Jahrbücher. 1902. 

— Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher 

Kenntnisse: — 

— Natur Wissenschaf tl i eher Ver ein an der Universität: — 
Wiesbaden. Nassauischer Verein für Naturkunde: 

Jahrbücher. Jahrg. 55. 
Winterthur. Naturwissenschaftliche Gesellschaft: 

Mitteilungen. Heft 3. 
Würzburg. Physikalisch- medicinische Gesellschaft: 

Verhandlungen. N. F. Bd. 35, 2—3. 

Sitzungsberichte. 1901, No. 5—7. 1902, 1—2. 
Zürich. Natur for sehen de Gesellschaft: 

Vierteljahrschrift. Jahrg. 47. 1902. Heft 1—2. 
— Schweizerische Botanische Gesellschaft: 

Der botanische Garten und das botanische Museum der Universität 
Zürich. 1902. 
Zweibrücken. Naturhistorischer Verein: — 
Zwickau. Verein für Naturkunde: 

Jahresbericht 1900. 



C. Durch Kauf erworben, 
a. Yollstäiidisce Werke und Einzel Schriften : 



Anderson, Zoology of Egypt. Mammalia. 
Concilium bibliographicum. Publ. 58 d. 



— 120* — 

Cox, A monograph of Australian land shells. 

Dana, Characteristics of volcanoes from the Hawaiian islands. 

Her twig, Entwicklnngsgeschichte des Menschen. 7. Auflage. 

M a r k u s e , Die Hawaiischen Inseln. 

S t ü b e 1 , Die Vulkanherge von Ecuador. 



b. Lieferuiig'swerke : 

B a i 1 1 n : Histoire des plantes. 

Berwerth, F.: Mikroskop. Structurbilder der Massengesteine. 

Bibliothek der Länderkunde. 

Brandt, Nordisches Plankton. 

B r e f e 1 d : Mycologische Untersuchungen. 

Bronn: Klassen und Ordnungen des Tierreichs. 

Catalogue of Scientific Papers. 

Chelius, C: Erläuterungen zur Geologischen Karte des Großherzogtums Hessen. 

Das Tierreich (Deutsche Zoolog. Gesellschaft). 

E n gl e r : Vegetation der Erde. 

Eng 1er: Das Pflanzenreich. 

Ergebnisse der Plankton-Expedition. 

Ergebnisse der Hamburger Magalhaensischen Sammelreise. 

Fauna und Flora des Golfes von Neapel. 

Fauna arctica. 

Grandidier: Histoire Naturelle de Madagascar. 

Handwörterbuch der Zoologie, Anthropologie und Ethnologie. 

Hintze: Handbuch für Mineralogie. 

Lethaea geognostica. 

Leuckart und Chun: Bibliotheca Zoologica. 

Lindenschmit Sohn, L. : Altertümer unserer heidnischen Vorzeit. 

Martini-Chemnitz: Systematisches Konchylien-Kabinet. 

Martins u. a. : Flora Brasiliensis. 

N its che, H. : Studien über Hirsche. 

Palaeontographia Italica. 

Palaeontographical Society. 

Quenstedt: Petrefaktenkunde Deutschlands. 

ßabenhorst: Kryptogamenflora. 

Retzius: Biologische Untersuchungen. 

S a r a s i n , P. u. F. : Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschungen auf Ceylon. 

Seh im per: Mitteilungen aus den Tropen. 

Selenka: Studien zur Entwicklungsgeschichte. 

Semper: Reisen im Archipel der Philippinen. 

Smith und Kirby: Rhopalocera Exotica. 

^^-Taschenberg, 0., Dr.: Bibliotheca Zoologica. 

Trouessart, E. L. : Catalogus mammalium. Nova editio. 

T r y n : Manual of Conchology. 

Zacharias: Forschungsberichte aus der Biologischen Station von Plön. 



— 121* — 

c. Zeitschriften : 

Abhandlungen der Grroßherzog-lich Hessischen Geologischen Landesanstalt. 

Abhandlungen der Schweizerischen Paläontologischen Gesellschaft 

*American Journal of Arts and Sciences. 

*Anatomischer Anzeiger. 

Annales du Jardin Botanique de Buitenzorg. 

*Annales des Sciences Naturelles (Zoologie et Botanique). 

Annales de la Societe Entomologique de France. 

*Annals and Magazine of Natural History. 

Arbeiten aus dem zoologischen Institut der Universität Wien. 

*Archiv für Anatomie und Physiologie. 

*Archiv für Anthropologie. 

*Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere. 

*Archiv für mikroskopische Anatomie. 

*Archiv für Naturgeschichte. 

*Archiv für Entwicklungsmechanik. 

*Archiv für Protistenkunde. 

*Archives de Biologie. 

♦Archives de Zoologie experimentale et generale. 

*Biologisches Oentralblatt. 

^Botanischer Jahresbericht. 

*ßotanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeographie und PÜanzen- 

geschichte. 
*Centralblatt für Mineralogie. 
Deutsche Entomologische Zeitschrift. 
♦Geological Magazine. 

Jahresberichte über die Fortschritte der Physiologie. 
*Journal de l'Anatomie et de la Physiologie normales et pathologiques de 

rhomme et des animaux (Duval). 
♦Journal für Ornithologie. 

♦Mineralogische und petrographische Mitteilungen. 
♦Morphologisches Jahrbuch. 

♦Nachrichtsblatt der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft. 
The american Naturalist. 
♦Nature. 

♦Naturae novitates. 

♦Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 

♦Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. 
Notes from the Leyden Museum. 
♦Palaeontographica. 

♦Zeitschrift für Krystallographie und Mineralogie. 
♦Zeitschrift für Ethnologie. 
♦Zeitschrift für practische Geologie. 
♦Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 
Zoological Record of the Zoological Society. 
♦Zoologische Jahrbücher. 



— 122* — 

*Zoologischer Jahresbericht. 
*Zoologischer Anzeiger. 
*Zoologisches Centralblatt. 

Die Anschaffungen und Geschenke des Dr. Senckenbergischen 
Medizinischen Instituts, des Phj sikalischen, Aerztlichen und Geo- 
graphischen Vereins werden ebenfalls der gemeinsamen Bibliothek 
einverleibt und können demnach von unsern Mitgliedern benutzt 
werden. Von den Zeitschriften, welche, neben den schon angeführten, 
der Gesellschaft zur Verfügung stehen, seien erwähnt: 



Von Seiten des Dr. Senckenbergischen Medizinischen Instituts; 

*Beiträge zur pathologischen Anatomie. 

*Botanische Zeitung. 

*Botanisches Centralblatt. 

*CentraIblatt für allgemeine Pathologie. 

Oorrespondenzblatt für Zahnärzte, 

Ergebnisse der allgemeinen Pathologie. 

*Flora. 

^Fortschritte der Medicin. 

*Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik. 

*Revue generale de Botanique. 

Wochenschrift, zahnärztliche. 



Von Seiten des Physikalischen Vereins: 

Apotheker-Zeitung. 

Astronomisches Jahrbuch. Berlin. 

Astronomische Nachrichten. Altona. 

♦Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Berlin. 

♦Chemisches Centralblatt. Leipzig. 

*Comptes rendus hebdomadaires. Paris. 

*Dinglers Polytechnisches Journal. Stuttgart. 

♦Elektrotechnische Rundschau. Frankfurt a. M. 

♦Elektrotechnische Zeitschrift. Berlin. 

♦Fortschritte der Elektrotechnik. 

♦Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie. Gießen. 

Jahresbericht über die Fortschritte der Physik. 

♦Jahresbericht über die Leistungen der chemischen Technologie. Leipzig. 

♦Journal für praktische Chemie. Leipzig. 

Journal of the institution of electrical engineers. 

♦Liebigs Annalen der Chemie. Leipzig. 



— 123* — 

The philosophical magazine. 

♦Meteorologische Zeitschrift. Wien. 

Physikalische Zeitschrift. 

*Poggen(lorffs Annalen der Physik und Chemie. Leipzig. 

Das Wetter. 

♦Zeitschrift für analytische Chemie. Wiesbaden. 

♦Zeitschrift für physikalische Cnemie. Leipzig. 

♦Zeitschrift für Instrumentenkunde. Berlin. 

♦Zeitschrift für Mathematik und Physik. Leipzig. 

♦Zeitschrift für physikalischen und chemischen Unterricht. Berlin. 



Von Seiten des Ärztlichen Vereins: 

Charite-Annalen. Berlin. 

♦Annales d'Oculistique. 

Annali dell'Istituto d'Igiene sperimentale. Rom. 

Annales d'Hygiene. 

Annales des maladies de l'oreille et de larynx. 

♦Arbeiten des Kaiserlichen Gesundheitsamts. 

Archiv für Hygiene. 

♦Archiv für Verdauungskrankheiten. 

Deutsches Archiv für klinische Medicin. 

♦Ai;chiv für Ohrenheilkunde. 

♦Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie. 

♦Archiv für Psychiatrie. 

♦Archiv für Ophthalmologie. 

Archiv für Dermatologie und Syphilis. 

Archiv für Kinderheilkunde. 

♦Archiv für Augenheilkunde. 

Archiv für Gynäkologie. 

Archiv für klinische Chirurgie. 

Archiv für pathologische Anatomie. 

Archiv für Schiffs- und Tropenhygiene. 

Archives de Laryngologie. 

Archives of Laryngology. 

♦Archives Italiennes de Biologic. 

Archivii Italiani di Laringologia. 

Archivio Italiano di Otologia. 

♦Beiträge zur klinischen Chirurgie. 

Berliner Aerzte-Correspondenz. 

Bulletin de l'Academie royale de Medecine de ßelgique. 

Bulletins et Memoires de la Societe frangaise de Laryngologie. 

Bulletins et Memoires de la Societe fran^aise d'Otologie. 

Centralblatt für Bacteriologie und Parasitenkunde. 

Centralblatt für Chirurgie. 

Centralblatt für Gynäkologie. 



— 124* — 

(Jentralblatt für innere Medicin. 

*Centralblatt für praktische Augenheilkiinde. 

*Centralblatt für Harnkrankheiten. 

*Centralblatt für Physiologie. 

Centralblatt für allgemeine Gesundheitspflege. 

♦Neurologisches Centralblatt. 

Correspondenzblatt der Schweizer Aerzte. 

Correspondenzblatt für die Aerzte der Provinz Hessen-Nassau. 

♦Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen. 

Gazette medicale. 

♦Index medicus. 

Jahrbuch für Kinderheilkunde. 

♦Schmidt's Jahrbücher der Medicin. 

Jahrbücher der Hamburgischen Staatskrankenanstalten. 

♦Jahresbericht über die Leistungen der Medicin. 

Jahresbericht über die Leistungen des Militär-Sanitätswesens. 

Jahresbericht der Ophthalmologie. 

Jahresbericht über die Fortschritte der Gynäkologie. 

Jahresbericht über die Fortschritte in der Lehre der pathogenen ]\Iicroorganismen. 

♦British Medical Journal. 

Journal of Laryngology and Rhinology. 

Journal of Respiratory organs. 

Journal of the sanitary Institut. 

The Lancet. 

Medicin der Gegenwart. 

Deutsche Medicinalzeitung. 

Memoires couronnes de I'Academie royale de Medecine de Belgique. 

Mitteilungen aus den Grenzgebieten der Medicin und Chirurgie. 

Monatsblatt für öffentliche Gesundheitspflege. 

Monatsblätter für Augenheilkunde. 

Monatsschrift für Ohrenheilkunde. 

Monatsschrift für öffentliche Gesundheitspflege. 

Therapeutische Monatshefte. 

Le mouvement hygienique. 

Guy's Hospital Reports. 

♦Ophthalmie Hospital Reports. 

Deutsche Praxis. 

♦Praktische Arzt, der. 

Reichsmedizinalkalender. 

Revue de Therapeutique. 

Revue mensuelle de Laryngologie. 

Hygienische Rundschau. 

Sachverständigen-Zeitung. 

Sammlung klinischer Vorträge. 

♦Semaine medicale. 

Obstetrical Transactions. 

Medico-chirurgical Transactions. 



— 125* — 

Moleschotts Untersuchungen zur Xaturlehre. 

Aerztliches Vereinsblatt. 

Vierteljahrschrift für Gesundheitspflege. 

Vierteljahrschrift für gerichtliche Medicin. 

Verhandlungen der Berliner medicinischen Gesellschaft. 

♦Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamts. 

Berliner klinische Wochenschrift. 

Wiener klinische Wochenschrift. 

Wiener medicinische Wochenschrift. 

Deutsche medicinische Wochenschrift. 

Münchener medicinische Wochenschrift. 

Prager medizinische Wochenschrift. 

Berliner tierärztliche Wochenschrift. 

♦Zeitschrift für Biologie. 

Zeitschrift für Chirurgie. 

Zeitschrift für Fleisch- und Milchhygiene. 

Zeitschrift für Geburtshilfe und Gynäkologie. 

Zeitschrift für Gewerbehygiene. 

Zeitschrift für klinische Medicin. 

Zeitschrift für vergleichende Augenheilkunde. 

Zeitschrift für Thiermedicin. 

♦Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane. 

Militärärztliche Zeitschrift. 

Zeitschrift für Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel. 



Von Seiten des Vereins für dleograpliie und Statistik: 

Abhandlungen der k. k. Geographischen Gesellschaft Wien. 

Annalen der Hydrographie. 

Archiv für Siebenbürgische Landeskunde. 

Astronomisch-geodätische Arbeiten. 

Beiträge zur Sprach-, Land- und Völkerkunde von Niederländisch-Indien. 

Bericht der Kais. Russ. geographischen Gesellschaft Petersburg. 

Deutsche geographische Blätter (Bremen). 

Bollettino della Societä geografica Italiana. 

Bollettino della Societä Africana d'Italia. 

Boletin de la Sociedad geografica de Madrid. 

Boletin del Instituto geografico Argentino. 

Boletin del Instituto geologico de Mexico. 

Boletin de la Sociedad geografica de Lima. 

Boletim da Sociedade de Geographia de Lisboa. 

Bulletin de la Societe geographique de Paris. 

Bulletin de la Societe du Nord de la France, Douai. 

Bulletin de la Societe de Geographie de Marseille. 

Bulletin de la Societe de Geographie de TEst, Nancy. 



— 126* — 

Bulletin tie la Societe tie Geographie commerciale tie Bortleaux. 

Bulletin tie la Societe Hongroise tie geographic Butlapest. 

Bulletin tie la Societe Languetlocienne tie Geographie, Montpellier. 

Bulletin de la Societe geographique tl'Anvers. 

Bulletin tie la societe Neuchateloise tie geographie. 

Bulletin tie la Societe Normantle tie Geographie, Konen. 

Bulletin tie la Societe tie Geographie commerciale, Havre. 

Bulletin tier Rumänischen geographischen Gesellschaft. 

Bulletin tlu comite tie rAfrifj[ue frangaise. 

Bulletin of the geographical society of California. 

Bulletin of the geographical society of Philatlelphia. 

Bulletin of the geological institution Upsala. 

Fennia. Bulletin tie la societe tie geographic de Finlantle. 

Le Glohe. 

Jahrhuch des Ungarischen Karpathenvereins. 

Jahrbuch des Siebenbürgischen Karpathenvereins. 

Jahresbericht der geographisch-ethnographischen Gesellschaft Zürich. 

Jahresbericht der geographischen Gesellschaft Bern. 

Jahresbericht der geographischen Gesellschaft Greifswald. 

Jahresbericht der geographischen Gesellschaft München. 

Jahresbericht des Vereins für Erdkunde Dresden. 

Jahresbericht des Vereins für Erdkunde Metz. 

Jahresbericht ties Vereins für Erdkunde Stettin. 

Jahresbericht des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde. 

Journal of the American Geographical Society, New-York. 

Journal of the Geographical Society, Manchester. 

Journal of geographical society of London. 

Kundmachungen für Seefahrer. 

Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens. 

Mitteilungen tier geographischen Gesellschaft in Hamburg. 

Mitteilungen der geographischen Gesellschaft Lübeck. 

Mitteilungen der geographischen Gesellschaft in Jena. 

Mitteilungen der geographischen Gesellschaft in Wien. 

Mitteilungen ties Vereins für Erdkunde Halle. 

Mitteilungen des K. K. Militär-Geographischen Instituts Wien. 

Mitteilungen von Forschungsreisenden. 

Nachrichten für Seefahrer. 

National Geographie magazine. 

*Petermanns Mitteilungen. 

Pubblicazioni della Specola Vaticana. 

Queensland geographical journal. 

Revue de la Societe geographique tie Tours. 

Svenska Turist Föreningens arsskrift. 

Tijdschrift van het konigl. Nederlandsch Aardrijskundig Genootschap. 

Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 

Verhandlungen des tleutschen Geographentags. 

Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 



— 127^ 



Medaillen-Sammlung. 

Im Berichtsjahre ist die Sammlung durch die Erwerbung folgender 
Medaillen (meist in Bronze) der Vollständigkeit immer näher gebracht worden : 

C. A. Agardh (zwei verschiedene Medaillen), L. Agassiz, F. Ar ago, 
C. E. V. Baer, Batav. Gesellschaft (Jubiläumsmedaille), J. F. Blumenbach, 
F. A. Bonelli, L. v. Buch, C. G. Carus. Chr. G. Ehrenberg, J. Gioeni, 
A, V. Humboldt (zwei verschiedene Medaillen), C. F. v. Kielmeyer, C. v. 
Littrow, C. F. Ph. v. Martius, Mehemet Ali von Ägypten, L. Oken, 
Chr. Pfaff, G. v. Paykull, C. G. C. Reinwardt, A. A. ßetzius, Graf 
C. Sternberg, C.P. Thunberg, M. v. Tommasini, R. Virchow, G. Vrolik 
(in Silber), G. v. Wedekind (in Silber), J. W. v. Wiebel. 

Diese Medaillen sind teils von unserer Gesellschaft, teils von Rüppell 
und anderen zu einer Zeit, als wir selbst noch keine eigene Sammlung hatten, 
in die Sammlungen der städtischen Bibliothek gegeben gewesen, von 
derselben aber in diesem Jahre mit anderen Medaillen auf Naturforscher und 
Ärzte, im ganzen weit über 2000 Stück, der Münzhandlung Heß Nachf. hier 
verkauft worden, welche sie im Mai zur Versteigerung brachte. Durch frei- 
willige Beiträge ist es möglich gewesen, diesen höchst wertvollen Zuwachs 
in unseren Besitz zu bringen. 

Ferner wurde durch Kauf erworben die sog. große Friedrich Wöhler- 
Medaille. 

Die Beschreibung sämtlicher Neuerwerbungen seit 1900 wird im „Bericht" 
für 1904 erscheinen. 



Sonstige Greschenke. 

Prof. Dr. L. v. Hey den: Bilder von Naturforschern, zum Teil in 
Rahmen : Heinrich Frey, H. T. Stainton. F. A. Bonelli, J. J. Bremi-Wolf, 
J. H. Ch. F. Sturm, P. S. Pallas, C. P. Thunberg, Ph. J. Cretzschmar, Ed. Rüppell, 
G. Gärtner, J. Cook, M. D. Ehrmann, G. N. v. Langsdorf, A. L. Justier, sowie 
die Totenmaske seines Vaters, des Senators Dr. v. Heyden. 

Fritz Winter: 65 Abzüge von lithographischen Tafeln zur Auf- 
stellung in der Schausammlung und zur Verwendung bei den Vorlesungen. 

Dr. Otto Zacharias in Plön: Eine Tafel Original-Mikro-Photo- 
gramme von Planktontieren des Plöner Sees. 

H. S c h ä f f e r , 10 Bände Brehms Tierleben zur Benutzung im Museum, 

Frau Prof. Ziegler: Der Zoologische Garten, vollständig von 
Band 1 — 43, davon 30 Bände gebunden. 



— 128* — 



Protokolle der wisseuschaftliclien Sitzungen. 



18. Oktober 1902. 

Vorsitzender: Dr. E. Roediger. 

In Verhinderung- des 1. Direktors eröffnet der II. Direktor 
Dr. E. Roediger die erste Sitzung des Wintersemesters, indem 
er den erschienenen Damen und Herren ein herzliches Willkommen 
zuruft. Er teilt sodann mit, daß die in Aussicht genommenen 
Vorträge diesmal schärfer wie sonst in solche von gemeinverständ- 
lichem Inhalt und in streng wissenschaftliche geschieden worden 
sind. Es ist zu erwarten, daß sich an letztere eine Diskussion 
von Seiten der Fachgenossen anschließen werde. Der Vorsitzende 
gedenkt hierauf der zahlreichen Mitglieder, die die Gesellschaft 
seit dem Jahresfeste im verflossenen Mai durch den Tod verloren 
hat. Allen Dahingegangenen wird die Gesellschaft ein ehren- 
volles und dankbares Gedenken bewahren. 

Die Hoffnung, daß in diesem Jahre der Bau des neuen 
Museums werde errichtet werden, hat sich nicht erfüllt. Trotz 
dieser Enttäuschung ist die Gesellschaft unentwegt bemüht, ihr 
Arbeitsgebiet immer fruchtbringender zu gestalten, und sie darf 
sich sagen, daß ihr dies in reichem Maße gelungen ist. Die 
Vorlesungen hatten sich, wie der Besuch im Sommersemester 
zeigte, einer steigenden Teilnahme zu erfreuen und bei dem 
praktischen Kurse für Botanik sowie bei dem neueingerichteten 
für Zoologie waren alle verfügbaren Plätze besetzt. Der Kustos 
Dr. Römer befindet sich im Auftrage der Gesellschaft und 
auf Kosten der von Reinach-Stiftung auf einer Sammelreise 
am Adriatischen Meere; er wird im Laufe dieses Winters 
darüber Bericht erstatten. 

Endlich legt derVorsitzende den soeben erschienenen „Bericht 
von 1902" sowie das 3. Heft des XXV. Bandes der „Abhand- 
lungen" vor. Es enthält auf 464 Seiten Text eine Beschreibung 



— 129* ~ 

der von Küken thai in dem indischen Archipel erbeuteten 
Krebse von Dr. J. G. de Man. Dem Texte sind 9 Tafeln beigegeben. 

Professor Dr. M. Möbius hält hierauf seinen angekündigten 
Vortrag 

„Über schmarotzende Blütenpflanzen". 

Während im Allgemeinen für die Pflanzen, besonders im 
Gegensatz zu den Tieren, die Regel gilt, daß sie befähigt sind, 
mit rein anorganischen Stoffen sich zu ernähren und dieselben zu 
ihrem Aufbau zu verwerten, kennt man doch eine große Anzahl 
von Pflanzen, die wie die Tiere hinsichtlich ihrer Ernährung 
auf organische Substanz angewiesen sind. Entnehmen sie die- 
selbe abgestorbenen und in Zersetzung begriffenen Organismen, 
so nennen wir sie Saprophyten, ernähren sie sich von noch 
lebenden Organismen, so nennen wir sie Parasiten oder Schma- 
rotzergewächse. Die letzteren haben ihre Vertreter unter den 
Pilzen, die ja sämtlich wegen des Mangels an Chlorophyll auf 
Saprophytismus oder Parasitismus angewiesen sind, ferner unter 
den Algen und drittens unter den zweikeimblättrigen Bluten- 
pflanzen. Unbekannt ist der Parasitismus unter den Moosen, 
Farnpflanzen, Nacktsamigen und Einkeimblättrigen. Wir wollen 
hier nur die Blütenpflanzen betrachten, von denen über 1000 
Arten als Parasiten bekannt sind und insofern eine biologische 
Familie bilden, die in mehrere Gruppen geteilt werden kann. 

Die erste Gruppe bilden die grünen Halbschmarotzer, 
denen man den Parasitismus äußerlich nicht anmerkt; sie haben 
grüne Blätter, nehmen mit den Wurzeln Nahrung aus dem Bo- 
den auf, bilden aber außerdem Saugwurzeln, die sich den Wurzeln 
anderer Pflanzen anlegen. Hierher gehören die Rhinanthaceen, 
z. B. der Augentrost, und Santalaceen, z. B. das Leinblatt. 

Die zweite Gruppe leitet sich von der ersten ab und gibt 
sich äußerlich als Schmarotzer zu erkennen durch das Fehlen 
grüner Blätter. Die Schuppeuwurz (Lathraea) und die Sommer- 
wurzarten (Orobanchen), die hierher gehören, schmarotzen eben- 
falls auf den Wurzeln anderer Pflanzen. 

Die dritte Gruppe besteht aus den Loranthaceen, die grüne 
Blätter haben und ihr Wurzelsystem ganz in die Zweige von 
Bäumen einsenken, wie es am bekanntesten für die Mistel ist. 

Während sich die Pflanzen der dritten Gruppe von Epiphyten 
ableiten lassen, sind die der vierten Gruppe vielleicht aus gewöhn- 



— 130* — 

liehen Schlingpflanzen hervorgegangen. Es sind die Cuscutaceen 
(Kleeseide) und die mit dem Lorbeer verwandte tropische Cassijtha; 
sie entbehren der grünen Blätter. 

Am merkwürdigsten verhält sich die fünfte Gruppe : ihr 
Vegetationskörper ist ein Knollen oder ein gestreckter kriechender 
Stamm und ihre Wurzeln sind ganz im Körper der Wirtspflanze 
eingesenkt ; bei einigen fehlt überhaupt ein äußerer Stamm und der 
Körper ist ganz in der Wirtspflanze verborgen, aus der nur die 
Blüten hervorbrechen. Es sind dies die merkwürdigen, oft sehr 
bunt gefärbten und hutpilzähnlichen Balanophoreen,Hydnoraceen 
und Rafflesiaceen, letztgenannte mit der merkwürdigen Riesen- 
blume Piafflesia Arnoldi auf Sumatra. 

Merkwürdig ist, daß bei vielen Parasiten nicht nur die 
Blätter, Stengel und Wurzeln verkümmern, sondern auch die 
Fortpflanzungsorgane abnorm und in reduzierter Form ausge- 
bildet werden. 

Zur Illustration des Vortrags dienen zahlreiche Wandtafeln, 
Herbarpflanzen und andere konservierte Pflanzen, sowie einige 
mikroskopische Präparate. 

1. November 1902. 

Vorsitzender: Dr. E. Roediger. 

Professor Dr. L. E dinger, welcher der Gesellschaft in 
früheren Jahren wiederholt Mitteilungen aus seinen Vorstudien 
zur vergleichenden Psychologie gemacht hat, Mitteilungen, die 
den Gehirnbau der Fische, Amphibien und Reptilien betrafen, 
berichtet über den vorläufigen Abschluß einer größeren Arbeit 
über das Gehirn der Vögel, welche demnächst in den „Ab- 
handlungen" der Gesellschaft erscheinen soll, und legt die 
Tafeln mit Abbildungen von Präparaten vor. Die Untersuchung 
des Vogelgehirns war deshalb eine besonders mühevolle, weil 
die Formen, die es darbietet, sich zunächst durchaus nicht mit 
denen anderer, bereits bekannter Gehirne decken; es mußten 
deshalb experimentelle und entwickluugsgeschichtliche Unter- 
suchungen und auch die mannigfachsten Färbemethoden heran- 
gezogen werden. So kam es, daß die Arbeit sich über acht Jahre 
erstreckt hat. Der Vortragende erläutert die äußeren Formen, 
die Gruppen von Ganglienzellen und den Verlauf der Fasern, 
welche im Vogelgehirn gefunden wurden ; er hat über 70 Arten, 



— 131* — 

zumeist aus dem hiesigen Zoologischen Garten, untersucht. 
Ganz neu und unerwartet war zunächst der Befund, daß die 
Gehirne der einzelnen Vogelarten sich außerordentlich nach 
ihrem inneren Bau von einander unterscheiden; -es gibt solche 
mit sehr reicher Faserung und Zellenentwicklung und solche, 
welche relativ sehr arm daran sind. Zwischen dem Gehirn 
einer Taube etwa und eines Papageis oder einer Gans ist der 
Unterschied nicht geringer, als etwa zwischen dem Gehirn 
eines Kaninchens und dem eines Hundes oder Affen. Die Tier- 
größe hat damit gar nichts zu tun. Der Vortragende hat unter 
anderem an vier Straußgehirnen eine relativ niedrige Entwick- 
lung konstatieren können ; vielleicht am kompliziertesten im 
Bau, am reichsten an Verbinduugsmöglichkeiten sind die Ge- 
hirne der Papageien und dann das Gehirn der Gans. 

Für die mannigfachen Beobachtungen über psychische 
Fähigkeiten der Vögel, welche wir bereits besitzen, lassen sich 
jetzt, wo die Anatomie des Gehirnes besser bekannt ist, viel- 
fach befriedigende Unterlagen finden. Aber mau muß, so schließt 
der Vortragende, nie vergessen, daß wir uns eigentlich keine 
rechte Idee machen können über die seelischen Prozesse, welche 
in einem Gehirn ablaufen, das so außerordentlich verschieden 
nicht nur von dem des Menschen sondern auch von dem der 
Säugetiere gebaut ist. Die Ergebnisse der hier mitgeteilten 
anatomischen Untersuchung fordern vielfach zu neuen und nun 
exakteren Fragestellungen in der Tierpsychologie auf; auch 
wird es jetzt erst möglich sein, von dem Experiment, d. h. von 
der Entfernung einzelner Hirnteile und der Beobachtung des 
überlebenden Tieres wichtige Aufschlüsse zu erhalten. Die 
zahlreichen Details, welche eine solche anatomische Untersuchung 
notwendiger Weise bringt, konnten vom Vortragenden nur an- 
gedeutet, manche auch an Tafeln und Präparaten demonstriert 
werden. 

15. November 1902. 

Vorsitzender: Dr. E. Roediger. 
Oberlehrer Dr. M. Levy spricht 
„Über die Reizbewegungen der Pflanzen." 
Unter Reizbewegungen versteht man diejenigen Be- 
wegungen, welche auf äußere Einflüsse hin erfolgen. Sie können 

9* 



— 132* — 

zu dauernden oder vorübergehenden Gestaltänderungen führen. 
Die Reize selbst sind physikalische, wie Schwerkraft, Licht, 
Wärme u. s. w. oder chemische. Eine Bewegung auf die Reiz- 
quelle zu heißt positiv, im entgegengesetzten Falle negativ. 

Alle Gewächse unterliegen dem Reize der Schwerkraft. 
Die Sprosse sind negativ, die Wurzeln positiv geotropisch, die 
Äste und Blätter nehmen eine Zwischenstellung ein. Sie sind 
plagiotrop-geotrop. Die Reizbewegungen auf andere Reize 
kommen in besonderen Fällen zur Beobachtung. 

Rankende und windende Pflanzen sind auf der der Stütze 
zugewendeten Seite reizbar und es genügt ein geringer Druck, 
um diese Bewegungen auszulösen ; bei der Passionsblume 1 mg. 
Die Reizbarkeit ist nicht von Anfang da, die Ranken müssen 
z. B. Dreiviertel ihrer Länge erst erreicht haben. Auch die 
Saugwurzeln sind mechanisch reizbar und umklammern die sie 
berührenden Erdteilehen. Manche Ranken entwickeln Klammer- 
polster, mit denen sie sich festhalten. Diese wenden sich dem 
Lichte ab. Das Licht zieht die Sproßteile in der Regel an und 
stößt die Wurzeln ab. Manche niederen Pflanzen fliehen die 
Helligkeit, wie die Lohblüte, die sich in die Lohe flüchtet. Die 
Sporen von Ulothrix teilen sich in zwei Lager, von denen die 
einen dem Lichte zueilen, die andern sich abwenden. Hier spielt 
aber nicht nur die Richtung, sondern auch die Intensität eine 
Rolle; schwaches Licht zieht die Schwärmer au, starkes Licht 
stößt sie ab. Ahnlich verhält sich die Wärme, wie man an den 
Stengeln der Erbsen und Bohnen nachweisen kann. Sie krümmen 
sich bei mäßiger Wärme der Quelle zu und bei starker von ihr 
ab. Gegen geringe Wärmeuuterschiede sind besonders manche 
Blumen empfindlich, wie unsere Tulpenarten, die ihre Kronen 
schon schließen, wenn eine Wolke ihnen die Sonnenstrahlen entzieht. 

Bei dem Reiz durch das Wasser müssen wir unterscheiden 
zwischen dem, welchen das Wasser als solches, und dem, welchen 
es als fließendes Wasser ausübt. Die Wurzeln bewegen sich 
nach der Feuchtigkeit hin, die Fortpflanzungsorgane scheuen sie. 
Dem Strome entgegen wächst die Wurzel des Maises ; die Fäden 
des Schimmelpilzes folgen der Richtung des Stromes. Die Schleim- 
pilze überwinden sogar Hindernisse, um zum Wasser zu kommen. 

Alle diese Reize sind andauernde, aber es gibt auch Be- 
wegungen auf plötzlich einwirkende Reize. Die Mimose senkt 



— 133* - 

ihre Blätter bei Berührung, die Fliegenklappe schlägt ihre Blatt- 
hälften zusamraen, wenn man die steifen Borsten, die darauf 
stehen, berührt. 

Die Schlafbewegungen, die besonders deutlich beim Sauer- 
klee und bei den Leguminosen zu beobachten sind, erfolgen mit 
Eintritt der Dunkelheit. 

Von den chemischen Reizen fallen besonders diejenigen auf, 
die als Chemotaxis bekannt sind. Manche niederen Pflanzen 
werden durch chemische Substanzen angezogen, wie die Schwärm- 
sporen der Farne durch Äpfelsäure und die Schwärmsporen der 
Moose durch Rohrzucker. Die Schleimpilze bewegen sich auf 
ihre Nahrung zu. Auch das Hinwachsen der Ernährungsorgane 
der parasitischen Pflanzen auf ihre Wirte ist dem chemischen 
Reiz der letzteren beizuzählen. 

G-anz besonders merkwürdig verhält sich die Kleeseide, 
ihr fadendünner Sproß treibt nur dann Haftwurzeln, wenn er 
sich auf seiner Wirtspflanze befindet, sonst wird nur die Stütze 
umschlungen, um von ihr aus zu einer Nährpflanze zu gelangen. 

Soweit bis jetzt bekannt ist, werden die Reizbewegungen 
durch Turgorschwankungen hervorgerufen. Bei der Mimose ist 
es gelungen, den Wasseraustritt aus den Zellen des Bewegungs- 
gewebes nachzuweisen. 

Die Reizbewegungen sind für die Pflanzen zweckmäßig. 
Eine Fortleituug des Reizes ist nachgewiesen, doch kennt man 
keine reizleitenden Gewebe. 

29. November 1902. 

Vorsitzender: Dr. August Knoblauch. 

Der Vorsitzende, welcher in Verhinderung der beiden 
Direktoren statutengemäß die Sitzung leitet, erinnert zunächst 
daran, daß am kommenden Donnerstag, am 4. Dezember, hun- 
dert Jahre verflossen sein werden, seitdem eins der verdienst- 
vollsten Mitglieder der Gesellschaft, Gustav Adolf Spieß, 
geboren wurde. 

„Ausgestattet mit einer vielseitigen Begabung und mit 
reichem Wissen, mit hohem Streben und ernster Ausdauer, hat 
sich Spieß in jungen Jahren nicht nur als Arzt eine führende 
Stellung unter seineu Fachgenossen erworben; er hat auch au 
dem ganzen wissenschaftlichen und künstlerischen, an dem poli- 



— 134* — 

tischen und kirchlichen Leben Frankfurts einen hervorragenden 
Anteil genommen und durch seine organisatorische Begabung 
vielfach schöpferisch auf dasselbe eingewirkt. Zeugnis dessen 
ist seine segensreiche Wirksamkeit als Mitglied in unserer Ge- 
sellschaft, im Ärztlichen und Mikroskopischen Verein, im Frank- 
furter Verein vom Roten Kreuze und im Pflegamt der Irrenanstalt, 
in der Administration des Städelschen Kunstinstituts, in der 
Museumsgesellschaft und im Cäcilienverein, im Presbyterium der 
Deutschreformierten Gemeinde, im Vorstand der Musterschule 
und im Gesetzgebenden Körper der Freien Stadt Frankfurt. 

Ein Teil dieser Korporationen zählt Spieß mit Stolz zu 
seinen Gründern, in anderen hat er Jahre- und Jahrzehntelang 
mit großer Umsicht den Vorsitz geführt. Der Direktion der 
Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 
hat Spieß während seiner 43 jährigen Mitgliedschaft in drei 
Amtsperioden angehört, 1843/44 als korrespondierender Sekretär 
und 1853/54 und 1863/64 als erster Direktor; zudem war 
er bis zu seinem am 22. Juni 1875 erfolgten Tode Mitglied 
unserer Kommission zur Erteilung des Soemmerring-Preises. 

Zweimal hat ihn die allgemeine Hochachtung seiner Mit- 
bürger und namentlich der wissenschaftlichen Kreise Frankfurts 
auf hervorragende Posten gestellt, im Jahre 1844, als er bei 
der Enthüllung des Goethe de nkmals die Weiherede ge- 
halten, und im Jahre 1867, als er die in den Mauern unserer 
Stadt tagende glänzende Versammlung Deu ts eher Natur- 
forscher und Ärzte als erster Geschäftsführer geleitet hat. 
Und als am 2. September 1873 die Senckenbergische Gesellschaft 
in ihrem Vogelsaale die Feier des 50 jährigen Doktorjubiläums 
ihres verdienstvollen Mitgliedes festlich beging, da kam die 
allgemeine Verehrung, deren sich der Jubilar erfreute, in glän- 
zender Weise zum Ausdruck. Zur Erinnerung an diese Feier 
wurde eine silberne Denkmünze geprägt mit dem Reliefporträt 
des Jubilars und mit der Aufschrift: 

„Dem Arzte, dem Forscher, 
dem Förderer von Kunst und Wissenschaft, 
von Schule und freiwilliger Krankenpflege." 

Weit hat Spieß emporgeragt über seine Zeit und das 
Andenken an sein segensreiches Wirken ist unvergessen ge- 
blieben. In dankbarer Erinnerung dessen, was er uns war, 



— 135* - 

werden wir an seinem hundertsten Geburtstage den verdienten 
Lorbeer an seinem Grabe niederlegen. Und wenn wiederum 
hundert Jahre in die Welt gegangen sein werden und keiner 
von uns mehr übrig ist, wird eine andere Generation sein An- 
denken dankbar ehren, denn Gustav Adolf Spieß bleibt 
unvergessen." 

Hierauf spricht Dr. med. F. Blum über das Thema 

„In traglanduläre Entgiftung oder innere Sekretion?" 

Die Hypothese, daß gewisse Organe, wie Geschlechtsdrüsen, 
Nebenniere, Schilddrüse, Milz u. s. w. in der Weise dem Gesamt- 
Organismus dienen, daß sie Stoffe zur Ernährung anderer Organe 
an den Kreislauf abgeben — hierin gipfelt die ursprüngliche 
Lehre von der inneren Sekretion — hat im Laufe der letzten 
Jahre immer mehr an Boden verloren. Die Erkenntnis, daß 
schwere Vergiftungserscheinungen dem Ausfall, z. ß. der Schild- 
drüsen- oder der Nebennierentätigkeit folgen, hat zu der An- 
schauung geführt, daß diese Organe normaler Weise entweder 
Gegengifte an den Kreislauf abgeben, die dort das schädigende 
Agens binden, oder daß sie die Gifte in ihrem Innern fesseln 
und unschädlich machen (intraglanduläre Entgiftung). 

Für die Tätigkeit der Schilddrüse und Nebenniere, in denen 
sich reichlich Giftstoffe abgelagert linden, läßt sich die intra- 
glanduläre Entgiftung im höchsten Grade wahrscheinlich machen, 
wie der Vortragende dartut. Die Hyphophj'se scheint — eine 
Gewißheit läßt sich hier jedoch nicht aussprechen — eine ähn- 
liche Funktion zu besitzen. Die Milz ist ganz evident ein Ab- 
lagerungsorgan, über dessen Beziehung zu Blut und Körper- 
ausscheidungen der Vortragende einige neue Forschungsresultate 
zu geben vermag. Die Geschlechtsdrüsen, durch deren Funktion 
ja offenbar der Gesamtorganismus mächtig beeinflußt wird — 
man denke nur an die augenfälligen Unterschiede zwischen Stier 
und Ochse — sind noch zu wenig in ihrer inneren Tätigkeit erforscht, 
um heute über sie mehr auszusagen, als daß sie eine innige Beziehung 
zur Entwicklung und zu dem Wohlbefinden des Körpers besitzen. 

Das Pancreas, die Bauchspeicheldrüse, deren Ausfall Diabetes 
hervorruft, ist wohl das einzige Organ, bei dem mit Wahrschein- 
lichkeit eine innere Sekretion, die Abgabe eines zuckerverdauen- 
den Fermentes an das Blut, zu vermuten ist. 



— 136* — 

13. Dezember 1902. 

Vorsitzender: Dr. E. Roediger. 

Der Vorsitzende weist auf die schönen Sammlungen hin, 
die heute den Sitzungssaal schmiicken. Es sind die Geschenke 
und Erwerbungen, welche im verflossenen Jahre an das Museum 
gelangt sind, die in der heutigen Sitzung von den Sektionären 
des Museums vorgeführt und erläutert werden. 

Professor Dr. M. Möbius demonstriert 

1. eine Kollektion von Meeres- Algen, die Herr Dr. 
Römer in Rovigno (Adria) gesammelt und in Formol konserviert 
hat. Durch diese Konservierungsmethode haben die meisten Algen 
nicht bloß ihre Form, sondern auch ihre Farbe bewahrt, und 
wir sehen grüne, braune und rote Algen. Zu den letztgenannten 
gehören meistens auch die eigentümlichen Kalk a Igen, die 
dünnere Krusten oder dickere Knollen bilden und in der Natur 
zur Gesteinsbildung beitragen. Bemerkenswert sind die Kolonien 
verschiedener Algen, welche sich in Ermangelung eines festen 
Bodens an Schalentiere oder an die Stämme großer Tange an- 
setzen. Besonders hervoi'gehoben zu werden verdienen die grünen 
Siphoneen, deren Gewebe aus einem nicht in Zellen geteilten, 
aber vielfach verästelten Schlauche besteht. Codium bildet 
faustgroße Ballen oder einen Strauch. Udotea einen zierlichen 
kleinen Fächer, Halimeda eine kleine Opuntia, Aceialnilaria einen 
zierlichen Hutpilz, letztere beiden sind außerdem verkalkt ; 

2. ein Exemplar der interessanten Schmarotzerpflanze Pro- 
sopa7iche Burmelsteri, von Herrn Dr. med. A. Lejenne aus 
Argentinien mitgebracht ; 

3. einige von Herrn Konsul Karl Fleischmann in 
Quezaltenango (Guatemala) geschickte „Holzrosen". Das sind 
Wucherungen auf den Zweigen eines Baumes aus der Familie 
der Leguminosen, hervorgebracht durch einen unserer Mistel 
ähnlichen Schmarotzer {Phoradendron)^ der nicht mehr vorhanden 
ist. Man nennt sie dort „Rose de Madera" : 

4. eine Anzahl Früchte und Samen aus der viel größeren 
Sammlung, die Herr Direktor Dr. Seitz aus dem botanischen 
Garten in Peradeniya auf Ceylon gesammelt hat. Bemerkenswert 
sind die, welche tropischen Nutzpflanzen oder charakteristischen 
Arten der tropischen Flora angehören; 



— 137* — 

5: einige Stücke aus der reichhaltigen Sammlung, die Herr 
Dr. Kobelt aus Italien mitgebracht hat, besonders prächtige 
Zapfen amerikanischer und asiatischer Koniferen. 

Die von Herrn Junck gekaufte Koniferensammlung konnte 
wegen des Umbaues noch nicht aufgestellt werden. 

6. Von Koniferen wird noch ein schöner, fruchttragender 
Zweig des Sevenstrauches {Jimipems Sabina) gezeigt, vom Sektio- 
när Herrn J. Blum in den Alpen gesammelt; 

7. eine Kollektion von Zierkürbissen, die wir durch die 
Güte des Herrn Direktor S i e b e r t dem Palmengarten verdanken. 

Dr. F. Römer erläutert sodann die ausgestellten Säuge- 
tiere, welche im verflosseneu Jahre von der Künstlerhand der 
beiden Präparatoren des Museums Adam und August Koch 
ausgestopft und montiert worden sind und welche den größten 
Raum der Ausstellung einnehmen. Allgemeine Bewunderung 
erregt ein prächtiger Eisbär, der durch Vermittlung des Museums 
in Tromsö in Norwegen als Ersatz für einen bereits seit 1821 
im Museum ausgestellten und recht schmutzig gewordenen Eis- 
bären angeschafft wurde. Das neue Exemplar läßt an Schönheit 
nichts zu wünschen übrig. Es ist ein altes Männchen mit zottigem, 
goldigem Pelz, der von den Beinen wie eine überhängende Decke 
fast bis zum Boden herabreicht und es dem Eisbären möglich 
macht, den Schrecken des arktischen Winters zu trotzen. Redner 
spricht ausführlich über die Verbreitung, die Lebensweise und die 
Charaktereigenschaften des „Königs der arktischen Wüste" oder des 
„Lensmann (d. h. Amtmann) von Spitzbergen", wie die Norweger 
den Eisbären zu nennen pflegen, da er im Jahre 1898 selbst Ge- 
legenheit hatte, die Eisbären zu beobachten und kennen zu lernen. 

Der Eisbär ist über das ganze nördliche Polargebiet ver- 
breitet. Eine Nordgrenze läßt sich nicht ziehen, er findet sich, 
nachdem Nansen ihn noch auf dem 86. Grad angetroffen hat, 
sicherlich auch am Nordpol selbst. Er lebt an der Eiskante 
und auf dem Treibeise und nährt sich von Seehunden, und überall, 
wo Eis und Seehunde vorhanden sind, sind auch die Existenz- 
bedingungen für den Eisbären gegeben. Im Magen und Darm 
findet man meist faustgroße Hautstücke von Seehunden, Haar- 
ballen, Knochen, auch Nägel und Zähne, manchmal aber auch 
vegetabilische Nahrung, Tange und kleine Blättchen. Im Früh- 
jahr plündert der Eisbär die Nester der Eiderenten und -Gänse. 



— 138* — 

Er ist kein eigentliches Raubtier, das den Menschen anfällt. 
Er flieht diesen vielmehr im allgemeinen schon auf große Ent- 
fernungen. Doch ist das Benelimen der einzelnen Tiere außer- 
ordentlich verschieden dabei. Gelegentlich, wenn er Hunger hat, 
oder auf der Suche nach Seehunden ist, fällt er auch einmal einen 
ihm begegnenden Menschen an. Doch sind nur ganz wenige 
solcher Fälle bekannt. 

Redner stellt sodann ein kleines asiatisches Wildpferd, 
Equus j)rxewalsJcü, aus der Mongolei vor. Von diesem interes- 
santen Tier gab es bis vor einem Jahre nur 9 Exemplare in 
den Museen von St. Petersburg, Moskau und Paris. Im Jahre 
1901 gelang es der bekannten Tierhandlung von Karl Hagen- 
beck in Hamburg durch eine genial erdachte und glücklich 
durchgeführte Expedition nach der Mongolei 28 junge lebende 
Wildpferde dieser Art nach Hamburg zu bringen, die sich jetzt 
lebend in verschiedenen europäischen zoologischen Gärten be- 
finden. Da von diesen niedlichen Tierchen später einige ein- 
gingen, so schenkte Herr Hagenbeck unserem Museum ein 
schönes Fell, welches sich im Winterhaar befindet. Diese Wild- 
pferde leben hauptsächlich im Altai-Gebirge und in der Dsungarei. 
Von Herrn Hagen beck ist ferner noch ein schöner Steinbock 
aus Inner- Asien geschenkt worden. 

Von den reichen Schenkungen der Herren C. v. Erlanger 
und C. G. Schillings der letzten Jahre sind bereits ver- 
schiedene Schaustücke fertiggestellt w^orden. Am hervorragendsten 
sind unter diesen zwei Paar Guereza-Affen, Colobus guerexa 
Rüppell, je ein Pärchen aus Abessinien und Deutsch- Ostafrika 
auf einem Baumstamm. Das Verdienst der Entdeckung dieser 
wunderschönen Geschöpfe gebührt dem Frankfurter Zoologen 
Dr. Eduard Rüppell, welcher 1827 die ersten Exemplare 
aus Abessinien mitbrachte. Rüppell sah den Affen zuerst lebend 
und konnte so am besten aus eigener Anschauung über ihn 
berichten. Die Haare dieses wirklich herrlichen Tieres sind von 
größter Weichheit und Feinheit und dabei von bedeutender Länge. 
Der Pelz ist in der Hauptsache schwarz ; Kehle, Kinn, die Hals- 
seiten und eine Stirnbinde sind weiß und außerdem hängt an 
den Seiten eine Mähne von langen weißen Haaren herab, welche 
den Körper wie ein weißer Beduinenmautel ziert. Der Schwanz 
ist wiederum mit einem Busch langer weißer Haare besetzt. 



— 139* — 

Die Mutter eines Pärchens trägt audi ein kleines Junges, das 
merkwürdigerweise ganz weiß ist. 

Für die Sammlung der einheimischen Säugetiere schenkte 
Herr H. Klein hier zweiSpitzraäuseundHerr Dr. med. C.Pfeiffer 
in Kelsterbach einen äußerst seltenen weißen Maulwurf. 

Die Neuerwerbungen der Vogelsammlung, welche im 
verflossenen Jahr sehr reich gewesen sind, erläutert der Sektionär 
Herr R. de Neufville. Die PapageiensaramUmg, die sich im 
Senckenbergischen Museum stets einer besonderen Pflege zu 
erfreuen hatte, wurde durch eine seltene Art vermehrt, ebenso 
die schöne Gattung der eigentlichen Paradiesvögel, Paradisea, 
welche nunmehr bis auf eine Art vollständig ist. Von den vielen 
übrigen ausgestellten Vögeln, welche das Museum durch Schenkung 
und durch Kauf erhalten hat, nennt Redner besonders zwei 
schöne Arten aus der Familie der Pfefferfresser, Rkamphastidae. 
Bei einigen Arten dieser im ganzen recht bunt gefärbten Vögel 
tritt nämlich die auffällige Erscheinung zutage, daß die Weibchen 
viel bunter gefärbt sind wie die Männchen, während dies sonst bei 
den Vögeln umgekehrt der Fall zu sein pflegt. Aus der Familie 
der Coraciden oder Raben waren zwei neue Sägeschnäbler, 
Urospathea martii und FrionirhyncJius platyrhynchus von Ecuador 
ausgestellt. Bei diesen Arten ist der lange schöne Schwanz 
nur in der Jugend vollständig, weil die brütenden Vögel sich 
die zwei langen mittleren Schwanzfedern durch fortwährende 
Unruhe beim Brüten am Rand des Nestes derartig abreiben, 
daß nur die Spitze unverletzt bleibt, die Mitte des Kieles aber 
vollständig von den seitlichen Federn entblößt wird. Durch ihre 
Körperform, noch mehr aber durch ihre typische Färbung zeigen 
sie manche Ähnlichkeit mit den altweltlichen Raken oder Mantel- 
krähen, indem die diesen eigene glänzende Lasurfarbe in blau 
und grün auch bei ihnen auftritt. Höchst auffällig ist bei allen 
Momots ein kleines Büschel verlängerter schwarz und himmel- 
blau gefärbter Kopffederu, das an die Haarbüschel der Truthühner 
erinnert und als eine Eigentümlichkeit vieler amerikanischer 
Vögel angesehen werden muß. 

Für die Sammlung der heimischen Vögel sind auch eine 
Reihe schöner, recht bemerkenswerter Stücke geschenkt worden ; 
von Herrn Alex Hauck hierselbst eine Dohle und ein Kampf- 
hahu, Fhilomachis pugnax L., bei Dortelweil in Hessen erlegt. 



— 140* — 

Die Heimat dieser lustigen Tiere ist der Norden der alten Welt ; 
in Norddeutschland brüten sie noch regelmäßig, im Binnenlaude 
gehören sie aber zu den Seltenheiten. Zur Vermehrung der 
Lokalsammlung haben weiter dankenswerte Beiträge geliefert 
die Herren Oberlehrer Dr. Levy, H. Lust, R. deNeufville, 
Regierungsbauführer W. The is und Frau Schäl er hierselbst 
sowie Herr Oberförster Voigt in Hadamar. 

Im Anschluß daran bespricht Herr Dr. Seitz noch eine 
Kollektion schöner Vogelbälge, welche er in diesem Frühjahr 
aus Ceylon mitgebracht hat. 

Professor Dr. 0. Boettger hat eine ganze Anzahl von 
Kriechtieren und Lurchen ausgestellt und macht Mitteilungen 
über deren Organisation und Lebensweise. Neue Fundorte in 
hiesiger Gegend konnten verzeichnet werden für Kreuzkröte und 
Knoblauchskröte; von der Kreuzotter liegt ein Stück von Orb 
vor, unserem nächstgelegenen beiläufig 30 Kilometer entfernten 
Fundplatze. Im Taunus und Odenwald, wie auch in Rheinhessen 
fehlt die Art bekanntlich. Herrn Dr. med. Aug. Knoblauch 
verdanken wir eine schöne Zusammenstellung der Entwicklungs- 
stufen des Feuersalamanders. Unter den paläarktischen Arten 
sind wohl die interessantesten die Eidechse Lacertn graeca v. 
Bedr. aus Morea und die Schlange Zamenis spiralis Pts. von 
Peking; unter den nordamerikanischen die Schildkröte Emys 
blandingi Holbr. aus Kanada, die nächste Verwandte unserer 
ostdeutschen Süßwasserschildkröte, und die prachtvolle Klapper- 
schlange Crotalus confluentus Say aus Texas, bei der die E'unktion 
der Rassel erläutert wird. Von Guatemala liegt eine große 
Blindwühle, Dennophis mexicaniis (D. B.) vor, ein Vertreter einer 
seltenen Tierordnung, die mit den Fröschen und Salamandern 
in die gleiche Klasse gehört. Diese Blind vvühler oder Apoden 
sind degenerierte, wurmartige Lurche ohne Beine, mit zurück- 
gebildetem Auge und Ohr, aber mit gut entwickelten Kiefern 
und Zähnen in dem quergestellten Maule. Auch über die Be- 
deutung des sogen. „Fühlers" und die Tentakelgrube dieser Tiere 
werden Mitteilungen gemacht. Das schöne Stück stammt von 
einem Frankfurter, Herrn Konsul C. Fleischmann. Weiter 
werden Einzelheiten gegeben über die Familie der Amblycepha- 
liden, südamerikanischer Baumschlangen, die fliegende Insekten 
wegschnappen. Drei große australische Eidechsen verdanken 



— 141* — 

wir der Liebenswürdigkeit der Neuen Zoologischen Ge- 
sellschaft hier. Aus dem tropischen Afrika fesseln die 
Aufmerksamkeit ebenfalls degenerierte Eidechsenformen der 
Gattungen Chamaesaura yon Natal und Feylinia von Ilha do 
Principe. Endlich können von Madagaskar noch eine Anzahl 
von überraschenden Novitäten vorgelegt werden, die die Gesell- 
schaft Herrn Prof. Dr. Alfred Voeltzkow und dem leider 
kürzlich verstorbenen Sammler und Händler Fr. Sikora ver- 
dankt. Unter diesen Schätzen ragen hervor zwei für uns neue 
Chamaeleons, zwei neue Arten der auf Madagaskar beschränkten 
Froschgattung Mantidactylus und ein neues Baumfröschchen der 
Gattung ManteUa. Daran schließt sich die Besprechung mehrerer 
seltener madagassischer Eidechsen und einer neuen Art der 
Gattung Tropidonoius, die von unserer Ringelnatter, wie alle 
madagassischen Formen dieser Gattung, durch glatte Körper- 
schuppen abweicht. Am meisten überrascht die Vorführung 
einer neuen Art der Baumschnüfflergattung Langaha, die Redner 
dem Entdecker zu Ehren L. voeltxkoivi nennt. Was bei dieser 
Wunderschlange auffällt, ist die Rauhheit der Schuppen, die 
Schönheit und die Eigenartigkeit der Färbung und Riugzeichnung, 
die Verzierung der oberen Augeuschilder mit je einem großen, 
stumpfen Horn und namentlich die abenteuerliche Gestalt des 
stumpfen, fast röhrenförmig zu nennenden, vorn offenen, be- 
schuppten Nasenanhanges. Von der Gattung Langaha waren bis 
jetzt nur drei Arten bekannt, zwei mit weichem, spießförmigem, 
eine mit büschelförmig beschupptem Nasenfortsatz, alle von 
Madagaskar. Keine von ihnen besitzt auffallende Farbenzeich- 
nung, keine Augenhörner. Die neue Art liegt nur in einem 
erwachseneu Weibchen aus Menabe in Südwest-Madagaskar vor. 
— Der Reptil-Eiersammlung konnten im Laufe des Jahres zwei 
neue Erwerbungen eingefügt werden, die ebenfalls vorliegen. 

Zum Schlüsse dankt der Vorsitzende den Rednern sowohl 
für ihre Hilfe bei der Veranstaltung der Ausstellung sowie für 
ihre anziehenden Erläuterungen. 

10. Januar 1903. 

Vorsitzender: Dr. August Knoblauch. 
Der Vorsitzende begrüßt die zahlreich erschienenen Mit- 
glieder in der ersten Sitzung des neuen Jahres und teilt mit. 



— 142* — 

daß mit Ende 1902 der erste Direktor Oberlehrer J. Blum 
und der erste Sekretär Dr. med. Hergenlialin uach zwei- 
jähriger Amtsführung satzungsgeraäß aus der Direktion ausge- 
schieden sind. An ihre Stelle wurden für die Jahre 1903 und 
1904 Dr. med. A. Knoblauch und Dr. phil. J. Guide gewählt. 

Alsdann legt der Vorsitzende das noch zu Ende des vorigen 
Jahres erschienene Heft 1 des XXVII. Bandes der „Abhand- 
lungen" vor, enthaltend eine Arbeit von Prof. Döderl ein in 
Straßburg über „Die Korallengattung Fungia" mit 25 
künstlerisch ausgeführten Tafeln. Die interessante Arbeit bildet 
die Fortsetzung von Prof. Voeltzkows „Wissenschaftliche 
Ergebnisse der Reise in Madagaskar und Ostafrika in den Jahren 
1889 — 1895", deren beide ersten Bände — zugleich Band XXI 
und XXVI der „Abhandlungen" — bereits komplet vorliegen. 

Auf diesen Reisen hat Prof. Voeltzkow aus den Mitteln 
der R ü p p e 1 1 s t i f t u n g der S e n e k e n b e r g i s c h e n Natur- 
forschenden Gesellschaft im Jahre 1892 auch die 
Aldabra-Inseln besucht und bei Erforschung derselben fest- 
gestellt, daß diese Inselgruppe nicht, wie man seither annahm, 
ein Korallenriff ist, sondern ein altes Riff, welches aus einem 
durch die Tätigkeit kleinster mikroskopischer Lebewesen er- 
zeugten homogenen Kalk besteht, und daß erst durch eine spätere 
Überrindung dieses alten Riffs mit Korallen ein Korallenriff' vor- 
getäuscht wird. 

Auf Grund dieses wichtigen Forschungsergebnisses, welches 
Voeltzkow in seiner Arbeit „Über den Aufbau und die 
Entstehung der Aldabra-Inseln" im XXVI. Band der 
„Abhandlungen" niedergelegt hat, ist ihm von der Königlichen 
Akademie der Wissenschaften zu Berlin aus den Mitteln 
der Heckraann-Wentzel-Stiftung die Summe von 15 000 
Mark für eine neue Reise nach Ostafrika bewilligt worden, 
welche in erster Linie eine Erforschung des Aufbaues und der 
Entstehung der Korallenriffe im dortigen Küstengebiet bezweckt. 
Prof. Voeltzkow, welcher die Dauer seiner neuen Reise auf 
IV2 bis 2 Jahre berechnet, wird im Laufe dieses Monats Europa 
verlassen. Geplant ist zunächst der Besuch der Wit u-Iuseln, 
sodann eine eingehende Durchsuchung des Sansibar- Archipels 
und ein mehrmonatlicher Aufenthalt auf der Comorengruppe, 
und schließlich Reisen auf Madagaskar zur Erforschung der 



— 143* — 

Urwälder der Ostküste, der Seen des Hochplateaus und der 
Wüsten des Südens dieser großen Insel. 

Nach diesen Mitteilungen des Vorsitzenden hält das korre- 
spondierende Mitglied der Gesellschaft, Geh. Rat Prof. Dr. J.W. 
S pen gel aus Gießen einen anziehenden, mit großem Beifall 
aufgenommeneu Vortrag über 

„Schwimmblase, Lunge und Kiemen." 

Bei einem Versuch, die zwischen Schwimmblase, Lunge 
und Kiemen bestehenden Beziehungen zu ermitteln, ist es dringend 
erforderlich, die morphologische und die physiologische Betrach- 
tungsweise der Orgaue möglichst scharf auseinander zu halten. 
Organe gleichen morphologischen Wertes können bei verschiedenen 
Tieren ihre Funktion wechseln (Prinzip des Funktionswechsels, 
Dohrn), und der gleichen Funktion können bei verschiedenen 
Tieren Organe verschiedenen morphologischen Wertes dienen 
(Prinzip der Substitution der Organe, Kleinenberg). Für 
letzteres sind ein Beispiel die Atmungsorgane der Wirbeltiere : 
Kiemen und Lungen, für ersteres die Schwimmblase uud die 
Lunge, unter denen nach der herrschenden Ansicht Homologie 
besteht. Dieser steht zwar die Tatsache entgegen, daß die 
Schwimmblase in der Einzahl vorhanden ist, über dem Darm 
liegt und von obenher in denselben einmündet, wohingegen die 
Lunge doppelt ist, unter dem Darm liegt und von unten her in 
ihn einmündet. Allein die vergleichend-anatomische Forschung 
hat unter den Fischen Formen nachgewiesen, deren Schwimm- 
blasen sich bald in dem einen, bald in dem anderen der ge- 
nannten Punkte wie die Lungen verhalten, und die zum Teil 
auch insofern von den gewöhnlichen Schwimmblasen abweichen 
und den Lungen gleichen, als sie wie diese gebaut sind und 
mit atmosphärischer Luft vom Munde aus gefüllt werden können, 
während die echten Schwimmblasen mit Gasen gefüllt sind, die 
aus dem Blut ausgeschieden werden. Für die Annahme einer 
allmählich entstandenen Änderung der Funktion ist es von 
Wichtigkeit, daß manche Fische den in ihrer Schwimmblase ent- 
haltenen Sauerstoff wieder in ihr Blut aufnehmen und so zur 
Atmung mitverwenden können, wie es in der Lunge regelmäßig 
geschieht. Füllung mit Luft vom Munde aus ist dafür noch 
günstiger. Am weitesten sind diese denen der Lunge entsprechen- 



— 144* — 

deu Eiurichtungen bei den sogenannten Lungeufischeu ausge- 
bildet, deren zwei Schwimmblasen physiologisch und anatomisch 
den Lungen der Amphibien gleichen, auch darin, daß sie die 
Elemente eines Kehlkopfs aufweisen und ihre Blutgefäßversorgung 
mit derjenigen der Lungen übereinstimmt. 

Für die Annahme einer Umwandlung der Schwimmblase 
in eine Lunge ergeben sich Schwierigkeiten, da die erstere bei 
diesem Vorgang von der Oberseite auf die Unterseite des Darms 
gerückt und dabei die mit ihr zusammenhängenden Blutgefäße 
Verschiebungen erfahren müßten, wie sie in Wirklichkeit nicht 
beobachtet werden. Boas hat deshalb die Hypothese aufgestellt, 
die Schwimmblase sei vor ihrer Lageveränderiing in zwei Blasen 
geteilt, jede an einer Seite um den Darm herum auf die Unter- 
seite gewandert und beide dann wieder miteinander verwachsen. 
Da diese Annahme auf gewichtige Bedenken stößt, wird man 
es mit Sagemehl für wahrscheinlicher halten, daß das zuerst 
vorhandene Organ sich lungenälmlich verhalten habe und aus 
ihm die Schwimmblase hervorgegangen sei, welche dann die für 
eine solche zweckmäßige Lage an der Oberseite des Darms an- 
genommen habe. Vortragender versucht diese Ansicht zu stützen, 
indem er die lungenähnlichen Organe als ein Paar ursprünglicher 
Kiementaschen betrachtet. Dafür beruft er sich auf die Her- 
kunft der Skelett- und Muskelbestandteile des Kehlkopfs an deu 
entsprechenden Teilen der Kiementaschen und auf die Blutgefäß- 
versorgung durch Äste der Kiemenaterien. Eine Vereinigung 
von zwei Kiementaschen zu einer gemeinsamen Mündung kommt 
auch bei gewissen Fischen vor. Vielleicht sind aber statt zweier 
Kiemeutascheu nur zwei Aussackungen solcher zu Lungen ge- 
worden, wie sie sich in Zusammenhang mit sogenannten acces- 
sorischeu Kiemenorganen bei Fischen finden. 

24. Januar 1903. 

Vorsitzender: Dr. E. Roediger. 

Zahnarzt Dr. Fritz Sc haeffer -Stuckert spricht über 

„Die heutigen Anschauungen über die Entstehung 
der Zahn caries". 
Die Caries der Zähne nimmt unter den Erkrankungen des 
menschlichen Körpers eine Sonderstellung ein, da das Zahnge- 



— 145* — 

webe nicht die Bedingungen der Ausheilung in sich birgt. Die 
Forschungen werden deshalb nicht auf die Auffindung eines 
Caries-Erregers oder auf die Gewinnung eines spezifischen 
Heilmittels gerichtet sein, sondern auf die Erforschung der 
mannigfachen Ursachen, welche zum Zustandekommen dieser 
Erkrankung beitragen. 

Redner erläutert vor dem Eingehen auf die verschiedenen 
Ursachen kurz den Bau und die Entwicklung der Zähne. Für 
die Ursachen der Zahncaries kommen namentlich in Betracht 
die beiden Hartgewebe der Zähne: Schmelz und Zahnbein oder 
Dentin. Die Anlage dieser Gewebe, die Verkalkung erfolgt für 
die Michzähne vom fünften Monat des Foetallebens ab und für 
die bleibenden Zähne in den vier ersten Lebensjahren des Kindes. 

Redner teilt die Ursachen der Zahncaries in excitierende 
und prädisponierende Ursachen ein. Über die excitierenden 
Ursachen sind seit Hyppokrates und Galen bis heute die mannig- 
fachsten Theorien aufgestellt. Jetzt gültig ist die von Miller 
begründete chemisch-parasitäre Theorie. Danach ist der erste 
Vorgang bei der Zerstörung des Zahnschmelzes die chemische 
Einwirkung von Säuren, die die zirka 95prozentige anorganische 
Substanz des Schmelzes lösen. Die hauptsächlichste Säurequelle 
im Munde ist die Gährung der Kohlehydrate. Die Speisereste 
von Zucker, Brot, Kartoffeln, Stärke bilden Milchsäure, die der 
schlimmste Feind des Zahnschmelzes ist. Es sind insbesondere 
alle klebrigen stärke- und zuckerhaltigen Nahrungsmittel ge- 
eignet, den Beginn der Caries zu fördern. Nachdem die Säure 
die harte Schmelzsubstanz chemisch gelöst hat, tritt die para- 
sitäre Wirkung, die zerstörende Wirkung der Bakterien in Tätigkeit. 
Die Bakterien haben im Munde die günstigsten Lebensbedingungen. 
Von Miller sind sechs pathogene Mundbakterien in cariösen 
Zähnen konstatiert, denen sonstige Krankheitserscheinungen nicht 
zuzuschreiben sind. Es finden sich aber auch Mikroorganismen 
in cariösen Zähnen vor, die bei Allgemeinerkrankungen des 
Körpers, bei Lungenentzündung, Tuberkulose und anderen nach- 
gewiesen worden sind. Die neuesten Forschungen von Preis werk 
machen nun sogar auch die Gährungserreger der Eiweißstoffe, 
des Fleisches, der Eier u. a. für das Entstehen der Caries ver- 
antwortlich, so daß für den Schmelz in Bezug auf die Bakterien 
im Munde gesagt werden kann : Feinde ringsum. Im allgemeinen 

10 



— 146* — 

aber ist der Zalinsclimelz auch gegen die Einwirkung der Säuren 
sehr widerstandsfähig. Die verschiedene Widerstandsfähigkeit 
der Zähne ist die Hauptfrage der prädisponierenden Ur- 
sachen. Namentlich der Kalkgehalt des Schmelzes kommt bei 
den prädisponierenden Ursachen in Betracht. Rüses ausgedehnte 
Untersuchungen haben nachgewiesen, daß auf kalkarmem Boden 
schlechte Zähne, auf kalkreichem Boden gute Zähne vorkommen. 
Als gute Zähne sind im allgemeinen gelbliche, als schlechte die 
bläulich- weißen und weißen Zähne zu bezeichnen. Auch das 
Vorkommen der Farben stimmt mit dieser Statistik überein. 
Die Härte des Wassers (kalkhaltiges Wasser hat einen größeren 
Härtegrad) stimmt gleichfalls mit der mehr oder minder großen 
Cariesfreciuenz überein. Als Untersuchungsmaterial hat Rose 
Schulkinder, namentlich aber Musterungspflichtige gehabt, und 
Redner spricht die Hoffnung aus, daß die Untersuchungen der 
Zahnverhältnisse bei Musterungspflichtigen noch weitere Auf- 
schlüsse bringen werden. Weitere prädisponierende Ursachen 
sind der Kalkgehalt des Speichels, der nach Michel auch auf 
den mehr oder minder hohen Härtegrad des Wassers zurück- 
geführt wird. Dann ist von Wichtigkeit für die Bildung der 
Zähne die Ernährung während des Foetallebens sowohl als 
während der vier ersten Lebensjahre. Das Stillen der Kinder 
ist von heilsamem Einfluß auf die Entwicklung der bleibenden 
Zähne. Aber auch bei dem Ersatz für die Muttermilch wird zu 
wenig auf genügende Kalkzufuhr gesehen. Der Salzgehalt der 
Kindernährmittel ist ein sehr verschiedener, und wie Redner an 
einer Tabelle zeigt, sorgen nur wenige Kindernährmittel für 
genügenden Gehalt au Kalksalzen. Ernährungsstörungen, Krämpfe, 
Verdauungsstörungen verursachen oft bleibende mangelhafte 
Schmelzbilduug. Auch die Rasseneigentümlichkeit spielt nach 
Rose eine einflußreiche Rolle bei dem Auftreten der Caries. 
Langköpfe mit schmalem engem Kiefer haben größere Caries- 
frequenz als Kurzköpfe mit breitem Kiefer. Die Erblichkeit ist 
gleichfalls unter die prädisponierenden Ursachen zu rechnen, 
denn das enge Zusammenstehen breiter Zähne im engen Kiefer- 
bogen gibt zweifellos Anlaß zur Entstehung von Cariesherdeu. 
Schließlich ist die aus den Statistiken Roses hervorgehende 
Beobachtung zu erwähnen, daß in Gegenden mit schwarzem 
dickrindigem Roggenbrod weniger Caries auftritt als bei Genuß 



— 147* — 

weißen weichen Weizenbrodes. Dieser Umstand ist auf die mecha- 
nisch reinigende Wirkung des Kaueus harter Nahruugsstoffe 
zurückzuführen, setzt aber stillschweigend auch eine gewisse 
vitale Reaktion voraus, die beim Zahn noch nicht völlig nach- 
gewiesen ist. Der Satz : Jedes Grlied des menschlichen Körpers 
wird durch Benutzung besser und kräftiger, muß in gewisser 
Beziehung auch für die Zähne gelten. Das beweisen die Zähne 
der Naturvölker, das zeigen hauptsächlich die enormen Größen 
bei den prähistorischen Zahnfunden der Schipka-Höhle, von 
Krapina u. a. 

Der Redner läßt seineu durch zahlreiche Tafeln erläuterten 
x4.usführungen die Vorführung einer Anzahl auf das Thema be- 
züglicher vorzüglicher Projektionsbilder folgen, die er dem Leiter 
der Zentrale für Zahnhygiene Dr. Rose in Dresden und Prof. 
Dr. Walkhoff vom zahnärztlichen Universitäts- Institut in 
München verdankt. 

7. Februar 1903. 

Vorsitzender: Dr. August Knoblauch. 

Dr. med. Oskar Kohnstamm aus Königstein im Taunus 
spricht über 

„Intelligenz und Anpassung". 

Er geht darauf aus, die seelischen Erscheinungen wie 
andere Lebensvorgänge einerseits biologisch, andererseits ener- 
getisch zu begreifen, ohne dabei das Psychische aus dem soge- 
nannten Materiellen erklären zu wollen. Der ursächlichen Be- 
trachtung erscheinen die psycho - physischen Erregungen als 
„Erregungsketten", deren einzelne Glieder nach allgemein natur- 
wissenschaftlichen Prinzipien als voneinander abhängig dargestellt 
werden können. Biologisch müssen sie aber auch unter dem 
Gesichtspunkt der „Reizverwertung" betrachtet werden, so daß 
die psychischen Eindrücke als zweckmäßige Reaktionen, als 
Verwertung des Reizes im Interesse des Subjekts erscheinen. 
Wenn man die Sache so betrachtet, stellen sich die intellektuellen 
Prozesse dar als Spezialfall der die ganze belebte Natur be- 
herrschenden funktionellen Anpassung. Die Gesetze der Natur, 
der Kunst, der Ethik erscheinen ebenso als zweckmäßige An- 
passungen, wie z. B. die nach statischen Prinzipien konstruierte 
Struktur der Knochenbälkchen im Oberschenkelhals. 

10* 



— 148* — 

28. Fel)riiar 1903. 

Vorsitzender Dr. August Kuoblauch. 

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit einem kurzen 
Bericht über den denkwürdigen Verlauf der diesjährigen General- 
versammlung, wegen deren Dringlichkeit der auf den 21. d.M. 
angesetzte Vortrag des Herrn Dr. Römer um acht Tage ver- 
schoben werden mußte. Es war die bestbesuchte General- 
versammlung in den letzten 62 Jahren: anwesend waren 
114 Mitglieder gegen 117 im Jahre 1841. Zufällig hat es sich 
damals wie jetzt um die Frage gehandelt, auf welche AVeise dem 
bedrohlichen Raummangel im Museum abgeholfen werden könne. 
1841 wurde der Aufbau eines zweiten Stockwerkes auf den 
ältesten Teil des gegenwärtigen Museums, auf den Eckbau am 
Eschenheimer Turm beschlossen. Jetzt hat die Generalversamm- 
lung der Errichtung eines Museums-Neubaues an der 
Viktoria-Allee ohne Widerspruch zugestimmt. Durch die 
Einmütigkeit des Beschlusses, welchem sich auch die General- 
versammlung des Physikalischen Vereins angeschlossen 
hat, wird der Verwaltung der Senckenbergischen Naturforschen- 
den Gesellschaft die Verantwortung für den getroffenen Ent- 
scheid wesentlich erleichtert. Besonders bemerkenswert sind 
aber auch die Kundgebungen der Zustimmung aus den Kreisen 
der Bürgerschaft; sechs Beitrittserklärungen sind unmittelbar 
nach der Generalversammlung erfolgt, ein sehr erfreuliches An- 
zeichen dafür, daß das neue Projekt der Gesellschaft auch neue 
Freunde zuführen wird. 

Hierauf erstattet Dr. Fritz Römer, welcher im Herbst v.Js. 
auf Kosten der von Reinach -Stiftung eine siebenwöchent- 
liche Reise nach der Dalmatinischen Küste, nach Rovigno und 
Triest unternommen hat, einen äußerst interessanten, von den 
zahlreichen Zuhörern mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bericht 
über seine 

„Zoologische Sammelreise nach dem Adriatischen 

Meere". 

(Mit Ausstellung der gesammelten Tiere.) 
Während Reisen an das Meer für einen Naturforscher 
früher mit großen Schwierigkeiten und Kosten verbunden waren, 
ist es seit der Begründung der zoologischen Stationen sehr viel 



— 149* — 

leichter, das Meer aiifzusiiclieu und dort au friscliem Tiermaterial 
zu arbeiten. In den Stationen findet man alle Hilfsmittel, vvelclie 
früher mitgenommen oder an Ort und Stelle besorgt werden 
mußten. 

Diesen Umschwung hat die zoologische Station in Neapel 
hervorgerufen, welche der damalige Jenenser Privatdozent Anton 
Dohrn im Jahre 1872 aus eigenen Mitteln erbaute. Seine kühne 
Schöpfung hat einen großen Einfluß auf die biologischen Arbeiten 
aller Kulturstaaten ausgeübt und das Bedürfnis nach Einrichtung 
ähnlicher Stationen immer weiter fühlbar gemacht. Seinem 
Beispiel sind die meisten europäischen Staaten und jenseits des 
Ozeans Nordamerika und Japan gefolgt. Heute gibt es bereits 
45 zoologische und biologische marine Stationen, ohne diejenigen, 
welche die Erforschung des Lebens im Süßwasser zur Aufgabe 
haben. 

Die Namen und die Lage dieser Stationen hat der Vor- 
tragende auf eine besondere Karte eingetragen. Einige derselben 
werden näher besprochen und in Bildern gezeigt. Die meisten 
Stationen liegen an den Küsten des westlichen Europas. Die 
nördlichsten sind die russischen Stationen S o 1 o w e t s k im Weißen 
Meere und Katharinenhaf en an der Murmanküste, deren 
Aufgaben hauptsächlich wirtschaftlich-praktische, die Hebung 
der Fischerei an den Küsten des Eismeeres sind. Großbritannien 
hat 8 Stationen, Frankreich 14, von denen Bannyuls sur mer 
und Villa Franca am Mittelmeer die bedeutendsten sind. 

Deutsch sind die 3 Stationen in Helgoland, Neapel 
und R V i g n an der nördlichen Adria, doch ist davon nur die 
biologische Anstalt auf Helgoland staatlich. Die Station in 
Neapel ist Privateigentum des Geheimrats Prof. Dr. A. Dohrn, 
die in Rovigno gehört dem Berliner Aquarium. Beide Stationen 
erfreuen sich aber der staatlichen Unterstützung durch jährliche 
Subventionen und durch die Ermietung von Arbeitsplätzen, welche 
die betreffenden Regierungen dafür mit Gelehrten besetzen können. 

An der Adria liegt ferner noch die K. K. österreichische 
zoologische Station Trie st. 

Die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft verfügt 
nun als Tausch gegen ihre wertvollen Abhandlungen über einen 
eigenen Arbeitsplatz an den Stationen in Rovigno und Triest 
und diese Gelegenheit hat der Vortragende als Kustos des 



— 150* — 

Senckenbergischen Museums im vorigen Herbst in einem längeren 
Aufenthalte ausgenutzt, um schöne und große Schaustücke aus 
der adriatischen Fauna für das hiesige Museum zu sammeln und 
zu konservieren. 

An den aufgestellten Objekten und Präparaten bespricht 
der Vortragende alsdann die Fauna der nördlichen Adria. 
Den größten Raum der Ausstellung nehmen die Fische ein. 
Die Fischfauna der nördlichen Adria ist eine äußerst mannig- 
faltige und bunte ; in Triest kommen im Laufe des Jahres gegen 
200 Arten Fische auf den Markt, die eßbar sind. Die meisten 
Fische sind aber nur in geringer Menge oder nur während 
weniger Monate zu haben. Der Thunfisch z. B., welcher das 
größte Marktquantum liefert, erscheint nur in den Herbstmonaten, 
sein Fleisch verdirbt auch schnell und ist daher nicht export- 
fähig. 

Ein Vergleich zwischen der Fischfauna der Adria und der 
an Arten viel ärmeren, an Zahl der Individuen aber sehr viel 
reicheren Nordsee muß daher zu Ungunsten der Adria ausfallen. 
Die meisten Nordseeflsche sind in gewaltigen Mengen und während 
des ganzen Jahres zu haben (z. B. Hering, Schellfisch, Dorsch, 
Kabeljau, Steinbutt u. s. w.). Es kommt hinzu, daß die deutschen 
Fischereigesellschaften mit über 100 Dampfern während des 
ganzen Jahres fischen, während auf der Adria Kleinfischerei mit 
älteren und schlechten Fahrzeugen betrieben wird. 

Diese verschiedenen Ursachen, namentlich aber die bio- 
logischen, bewirken es, daß der Fischvorrat der Adria zu Zeiten, 
in der Fastenzeit, an Feiertagen und bei stürmischem Wetter 
nicht einmal ausi'eicht, den Fischhuuger der Hafenstädte zu 
stillen. Das Augebot ist dann viel geringer als die Nachfrage, 
die Preise sind sehr hoch und für den Export bleibt nichts übrig. 
Thunfisch kostet z. B. 1,60 bis 2 Kronen pro Kilo, Haifische, 
die bei uns kaum geachtet werden, kosten noch 80 Heller pro 
Kilo. So kommt es, daß der norwegische Stockfisch in den 
Hafenstädten des Mittelmeeres der häufigste Fisch ist. 

In Wien dagegen verkauft die deutsche Dampffischerei- 
Gesellschaft „Nordsee" den Schellfisch aus der Nordsee mit 80 
Heller bis 1,30 Kronen, Kabeljau mit 70 bis 80 Heller pro Kilo. 
Der Nordseefisch ist in Wien und selbst noch in Graz konkui-renz- 
fähiR- mit dem Adriafisch! 



— 151* — 

Redner bespricht dann noch einzelne der mitgebrachten 
Fische, namentlich Haie und Rochen, die in schönen und großen 
Exemplaren ausgestellt sind. 

Die Cephalopoden, Tintenfische, von denen im Mittel- 
meer etwa 40 Arten vorkommen, machen einen ständigen und 
wichtigen Marktartikel aus. Octopus gilt als weniger schmack- 
haft nnd iibersteigt 50 Heller kaum, Loligo, der Kalmar, kostet 
dagegen 1 — 2V2 Kronen pro Kilo. Diese beiden werden ebenso 
wie der Moschuspolyp, Eledone, in prächtigen Schaustücken 
vorgeführt. 

Die Tunicaten, Manteltiere, sind die farbenprächtigsten 
und buntesten Tiere in der adriatischen Fauna. Hire Grundfarbe 
ist ein dunkel orangerot oder ein glänzendes braungelb ; einzelne 
sind leuchtend rot gefärbt. Auch sie stellen einen eßbaren Ver- 
treter, die Lederascidie, Microcosmus vulgaris^ deren gelber 
Körper nach Entfernung der lederartigen Hülle roh oder gekocht 
gegessen wird. 

Die Spougien, Schwämme, welche in zahlreichen Ver- 
tretern und in Riesenstücken konserviert wurden, stellen bei 
Rovigno und Triest das Hauptkontingent unter den Bodentieren. 
Namentlich sind es Hornschwämme und unter den Kiesel- 
schwämmen die Monaxonier, welche in großen Exemplaren 
und in Massen vorkommen. Der eigentliche Badeschwamm, dessen 
Fischerei erst an der dalmatinischen Küste beginnt, ist südlich von 
Rovigno schon vereinzelt zu finden. Doch sind andere Horn- 
schwämme aus der Gattung Cacospongia, die wegen ihrer 
derben Hornfasern und wegen der darin eingelagerten Kiesel- 
gebilde und Steiucheu technisch nicht verwertbar sind, in großen 
Kolonien zu finden. Auf ihnen siedeln sich andere Schwamm- 
arten, Tunicaten, Algen u.s.w. an, in ihren Hohlräumen leben 
kleine Würmer, Krebse u. s. w., so daß ein jeder solcher Stock 
ein kleines Museum bildet. Die Farben der Schwämme sind 
nicht so lebhaft wie die der Tunicaten, aber doch mannigfach 
und bunt. Die schönsten Farben zeigen die hellroten Suberites- 
arten, welche meist mit Einsiedlerkrebsen zusammen an Schnecken- 
häusern sitzen. 

Zum Schluß erläutert Redner noch einige biologische 
Präparate aus seiner Ausbeute, Kolonien von Muscheln, Nester 
der Muscheln, diverse Krebse, mit Tunicaten, Schwämmen und 



— 152* — 

Algen maskiert. Die Adria ist außerordentlich reich an solchen 
Biocönosen. 

Zur Erläuterung des anziehenden Vortrages ist ein Teil 
der interessanten Reiseausbeute des Redners ausgestellt; pracht- 
volle Schaustücke von Fischen des Mittelmeeres, von Mantel- 
tieren, Tintenfischen, Schwämmen u. dgl., in ihren natürlichen 
Stellungen konserviert, wie sie im Senckenbergischen Museum 
bisher nicht zu sehen waren, und welche zweifellos einen be- 
sonderen Anziehungspunkt für das geplante neue Museum bilden 
werden. Die Vollständigkeit der ausgestellten Sammlung, die 
Umsicht, mit der dieselbe in kurzer Zeit angelegt worden ist, 
und die Sorgfalt der Präparation erregen allseitigen Beifall. 
Ebenso erfreulich ist es aber, daß die Gesellschaft trotz der 
bekannten Unzulänglichkeit ihrer Ausstellungsräume dauernd 
bestrebt ist, ihre Schausammlung zu vervollständigen. 

Der große Hörsaal war dicht besetzt, fast überfüllt, ein 
Beweis dafür, wie berechtigt die Wünsche der Gesellschaft sind, 
in neue, ausreichende Räume zu gelangen. 

Die reiche Reiseausbeute des Herrn Dr. Römer ist, zu 
einer Sonderausstellung im Vogelsaale vereinigt, mehrere Wochen 
lang dem Publikum während der öffentlichen Besuchsstunden des 
Museums zugängig gewesen. 

10. März 1903. 

Vorsitzender: Dr. August Knoblauch. 

In dem mit der Büste Friedrich Tiedemanns und 
mit frischem Grün geschmückten Saale eröffnet der Vorsitzende 
die Festsitzung, die der Erteilung des Tiedemann-Preises 
gewidmet ist, mit einem kurzen geschichtlichen Überblick. 

Friedrich Tiedemaun, geboren 23. August 1781 zu 
Kassel, studierte seit 1798 in Marburg, Würzburg und Paris 
und ward 1806 Professor der Anatomie und Zoologie in Landshut, 
1816 Professor der Physiologie und Anatomie in Heidelberg. 
Schon in den ersten Jahren nach Gründung der Sencken- 
bergischen Natur for seh enden Gesellschaft, am 14. 
Juli 1820, wurde er zum korrespondierenden Mitgliede 
derselben ernaunt und ist seitdem bis zu seinem am 22. Januar 
1861 in München erfolgten Tode in engen Beziehungen zu der 
Gesellschaft geblieben. Ende 1849 zog sich Tiedemaun von 



— 153* — 

dem akademischen Lehramte zurück, nachdem im badischen 
Aufstand sein ältester Sohn Gustav Nikolaus als Kommandant 
von Rastatt am 11. August 1849 standrechtlich erschossen worden 
und seine beiden jiingeren Söhne mit Weib und Kind nach Amerika 
geflüchtet waren. Er siedelte nach Frankfurt über und hat hier 
Ruhe und Trost in seinem Leid in dem wissenschaftlichen Ver- 
kehr mit den ausgezeichneten Männern der Senckenbergischen 
Gesellschaft, einem Spieß, Mappes,Varreutrapp, Lucae u.a. 
gefunden. 

Als auf Anregung der Gesellschaft am 10. März 1854 das 
fünfzigjährige Doktorjubiläum Tie dem an ns von den 
Gelehrten ganz Europas hier im „Holländischen Hof" gefeiert 
wurde, ist dem Jubilar eine Medaille in Gold, Silber und Bronze 
überreicht und gleichzeitig zu seinem Gedächtnis der Tiede- 
mann- Preis gestiftet worden. 

Die Medaille, von Eduard v.d. Launitz modelliert 
und von C. F. Voigt in München vortrefflich ausgeführt, trägt 
auf der Vorderseite das Bildnis T i e d e m a n n s mit der Umschrift 
»Fridericus Tiedemann, nat. d. XXIII. Aug. MDCCLXXXI« und 
auf der Kehrseite einen Seestern — als Hinweis auf eine 
seiner ersten epochemachenden Arbeiten, auf die im Jahre 1812 
von dem Institut de France gekrönte Preisschrift über 
die „Anatomie der Röhrenholothurie, des pomeranzfarbigen See- 
sterns und des Steinseeigels" — mit der Umschrift »Viro de augenda 
naturae scientia per X lustra egregie merito sodales. Francof. 
a. M. d. X Mart. MDCCCLIV«. Durch eine im Jahre 1875 not- 
wendig gewordene Neuprägung der Medaille wurde der Revers- 
stempel unbrauchbar, so daß bei einer abermaligen Prägung 
im Jahre 1895 ein neuer Reversstempel mit dem Seestei'n von 
dem königlichen Medailleur Börsch in München angefertigt 
werden mußte. 

Seit 1875 ist der Preis, der aus 50Ü Mark und der Medaille 
in Silber besteht, regelmäßig alle vier Jahre am 10. März, an dem 
Tage der Promotion Tiedemanns für die ausgezeichnetste 
Arbeit aus dem Gebiete der vergleichenden Anatomie und Physio- 
logie einem deutschen Forscher zuerkannt worden. Sieben Ge- 
lehrte sind also bis jetzt im Besitz des Preises: Hermann von 
Meyer, Otto Bütschli, Robert Koch, Paul Ehrlich, 
Emil Behring und Alb recht Kossei. 



— 154* — 

Der Preis kommt heute, 99 Jahre nach dem Tage der 
Promotion Tiedemaüns, zum achten Male zur Verleihung. 
Die Preiskommission besteht aus den Herren Prof. Drs. E dinger, 
Lepsius, Möbius, Reichen bach und Weigert. 

Als Vorsitzender berichtet zunächst Geh. Med, -Rat Prof. 
Dr. Weigert über eine Anzahl einschlägiger Arbeiten, welche 
die Kommission in mehreren Sitzungen eingehend besprochen hat. 
Sodann übernimmt Prof. Dr. Reich eubach das Referat über 
die preisgekrönte Arbeit. 

Der für das Jahr 1903 zu erteilende Tiedemann-Preis 
wurde der Abhandlung mit folgendem Titel zuerkannt: 

Untersuchungen über den Generationswechsel 
beiCoccidien. (Zool. Jahrbücher Bd. 13, 1900.) Von Dr. Fritz 
Schau dinn, Privatdozent an der Universität Berlin, gegenwärtig 
vom Reichsgesundheitsamt mit der Malariaforschung an der Adria 
(Rovigno) beauftragt. 

Die Coccidien, über die die erste grundlegende Arbeit von 
dem Frankfurter Arzt und Stadtphysikus Dr. Kloß im Jahre 
1855 in dem I. Band der Abhandlungen der Senckenbergisclien 
Naturforschenden Gesellschaft erschienen ist, gehören zu den 
niedrigsten Lebewesen, den Sporentierchen {Sporoxoa) und sind 
am nächsten mit den Gregarinen und den Malariaparasiten ver- 
wandt. Eine bekannte Art lebt in der Leber des Kaninchens, 
von dem sie nicht selten auf unsere Haustiere und auf den 
Menschen übergeht und oft genug große Verheerungen anrichtet. 
Andere Gattungen leben in Vögeln, Amphibien und anderen 
Tierstämmen. 

Durch Seh audi uns Untersuchungen wurde nun bei diesen 
einfachsten Lebewesen eine geschlechtliche und eine ungeschlecht- 
liche Vermehrung mit vollkommenem Generationswechsel nach- 
gewiesen, wobei Befruchtungsvorgänge, Zellteilungen und zahl- 
reiche wichtige Einzelheiten zur Beobachtung und Erörtei'ung 
kamen. 

Hierdurch ist es nun möglich geworden, über diese ver- 
heerenden Parasiten leichter Herr zu werden; außerdem aber 
haben die Ergebnisse der in Rede stehenden Arbeit ein helles 
Licht auf die Malariaforschung und auf die Erforschung der 
Urtiere überhaupt geworfen und bereits reiche Früchte gezeitigt, 
so daß sie in praktischer Hinsicht von Bedeutung ist. 



— 155* — 

Von großem Wert sind die Resultate der Sc li audi mischen 
Arbeit aber auch in theoretischer Beziehung-. Ist doch die 
Erkenntnis, daß bei diesen scheinbar einfaclien Lebewesen ein 
Generationswechsel mit geschlechtlicher und ungeschlechtlicher 
Vermehrung, mit vollkommener Anpassung an die parasitische 
Lebensweise, die der bei Parasiten höherer Tierstämme voll- 
ständig parallel läuft, mit Befruchtungserscheinungen, die zwar 
der Hauptsache nach denen bei höheren Tieren entsprechen, 
aber doch wieder bedeutsame Abweichungen erkennen lassen 
von außergewöhnlicher Wichtigkeit für die ganze Biologie. 

Es ergibt sich die fundamentale Wahrheit, daß die wich- 
tigsten biologischen Prozesse bereits Errungenschaften der Ein- 
zelligen sind, die eine solche Mannigfaltigkeit zeigen, daß Über- 
gänge zu den höheren Tieren und etwaige Ableitungen als nicht 
mehr möglich erscheinen. 

Der Vorsitzende verkündet unter lebhaftem Beifall der 
Versammlung, daß auf einstimmigen Vorschlag der Kommission 
der diesmalige Tie demann -Preis Herrn Dr. Seh and inn 
zuerkannt worden ist, und schließt hierauf die Festsitzung mit 
einem Dank an die Kommission und ihre Berichterstatter. 

21. März 1903. 

Vorsitzender: Dr. August Knoblauch. 

Die interessante Ausstellung, welche die Senckeubergische 
Naturforschende Gesellschaft ihren Mitgliedern in der heutigen 
wissenschaftlichen Sitzung zugäugig gemacht hat, bildet einen 
glänzenden Abschluß der diesjährigen Winterveranstaltungen der 
Gesellschaft. Ausgestellt sind zwei Privatsammlungen 
von besonderem wissenschaftlichem Werte, welche die Gesellschaft 
für ihr Museum erwerben zu können hofft, nachdem ihr von 
zwei Mitgliedern bereits Beiträge zum Ankauf derselben zur 
Verfügung gestellt worden sind. Die berühmte Konchylien- 
Sammlung von Konsul a. D. Dr. 0. von Moellendorff und 
die prachtvolle Sammlung exotischer Schmetterlinge un- 
seres verstorbenen Mitbürgers F. W. Mann. 

Dr. V. Moellendorff wurde bereits im Jahre 1885 wegen 
seiner hervorragenden wissenschaftlichen Verdienste zum korre- 
spondierenden Mitgliede der Gesellschaft ernannt, und nachdem 
er infolge seiner Berufung als Dozent der hiesigen Akademie 



— 156* — 

für Sozial- und Hand eis wissen Schäften seinen Wohnsitz 
nach Frankfurt verlegt hatte, trat er 1901 als arbeitendes 
Mitglied und als Sektionär für Mollusken in die Ver- 
waltung der Gesellschaft ein. Während seines langjährigen 
Aufenthaltes in China und auf den Philippinen, wo von 
Moellendorff als Konsul des Deutschen Reiches in 
Manila ansässig gewesen ist, hat er seine freie Zeit besonders 
der Erforschung der dortigen Molluskenfauna gewidmet und 
einen ganz ungeahnten Reichtum an neuen Arten für die Wissen- 
schaft entdeckt. 

Zunächst sprichtDr. W. Ko belt über die wissenschaft- 
liche Bedeutung der von Moellendorff sehen Samm- 
lung. Nicht weniger als 814 von v. Moellendorff be- 
nannte und beschriebene Arten zählt das veröffentlichte Ver- 
zeichnis der Philippinenfauna auf; mit den Arten von den 
Mariannen und Karolinen sind es reichlich tausend. Von 
sämtlichen Arten befinden sich nicht nur die Originale in der 
ausgestellten Sammlung, sondern ganze Serien, wie sie kein 
Museum auch nur annähernd besitzt. Die prachtvollen 
großen Cochlostyla, von denen einzelne wenige, vor Jahr- 
zehnten erworbene Stücke zurzeit den Stolz der Konchylien- 
Sammlung des Senckenbergischeu Museums bilden, liegen in 
Reihen von Hunderten auf und geben eine Grundlage für 
eine Zoogeographie des Philippinen- Archipels^ die 
unter keinen Umständen zersplittert werden darf. 

Dazu kommen hunderte von chinesischen Arten, die 
V. Moellendorff teils selbst gesammelt, teils durch chinesische 
Sammler und einige von ihm für die Zoologie begeisterte Freunde 
hat sammeln lassen; und an sie reihen sich die inn er asia- 
tischen Arten au, welche russische Reisende in den letzten 
Jahren gesammelt haben und welche v. Moellendorff für das 
naturhistorische Museum in St. Petersburg wissenschaftlich 
bearbeitet hat: ebenfalls einige hundert an der Zahl. Die 
Gesamtzahl der Originalexemplare beläuft sich auf 
mindestens fünfzehnhundert. 

Nicht so unersetzlich für die Wissenschaft, aber nicht 
minder wertvoll für das Senckenbergische Museum 
ist auch, was v. Moellendorff durch einen 25 Jahre lang mit 
regem Eifer betriebenen Tau seh verkehr mit den größten 



— 157* — 

Museen iiud mit deu augeseliensten Privatsammlern der Welt 
zusammengebracht hat. Gegen die neuen Prachtformen von 
den Philippinen gab jeder gern das Beste, was er hatte. So 
ist denn eine Sammlung entstanden, welche auch an 
Artenreichtum, besonders was die tropischen Land- 
schnecken betrifft, nur wenigen großen Museen, an 
wissenschaftlichem Werte keinem anderen nachsteht. 
Mit den schon im Besitze des Senckenbergischen Museums be- 
findlichen Sammlungen von Roßmäßler und Kobelt, welche 
für die europäische Molluskenfauna ziemlich unübertroffen da- 
stehen, und mit der reichen Sammlung von Prof. Dr. 0. Boettger, 
deren Vereinigung mit dem hiesigen Museum in sicherer Aussicht 
steht, wird die Senckenbergische Cresellschaft nach Erwerb der 
V. Moellend or ffsc hen Sammlung bezüglich des Reichtums 
an Laudmollusken und an Origiualexemplaren keinem Museum 
der ganzen Erde nachstehen und eine Molluskeusammlung 
besitzen, ohne deren Benützung eine wissenschaftliche Arbeit 
in dieser Tierklasse nicht mehr möglich ist. 

Prof. Dr. 0. Boettger bespricht sodann die wissenschaft- 
liche Bedeutung der Schnecken- und der Muschelschalen und 
ihren hohen Wert für die biologische Forschung und für die 
Lehren von der geographischen Verbreitung der Tierwelt in 
Gegenwart und Vergangenheit. ^) 

Die zweite Sammlung, von welcher freilich nur ein kleiner 
Teil ausgestellt werden konnte, ist die großartige Schmetterlings- 
sammlung des am 31. Januar d. Js. verstorbenen langjährigen 
Mitgliedes der Gesellschaft F. W. Mann. Ihre Erwerbung 
durch die Senckenbergische Natur for seh ende Ge- 
sellschaft ist im höchsten Grade wünschenswert, 
weil bis jetzt eine Schausammlung exotischer 
Schmetterlinge im hiesigen Museum gänzlich fehlt. 
Wohl die meisten Besucher desselben haben diese bedauerliche 
Lücke schwer empfunden; vergebens sieht man sich in dem 
sonst so reichhaltigen Museum der Senckenbergischen Gesellschaft 
nach den in wunderbarer Farbenpracht schillernden Faltern der 
Tropenländer um! Sie sind wohl vorhanden; aber die sehr 
stattliche wissenschaftlich-systematische Sammlung des Museums 



') Siehe diesen „Bericht", IL Teil, Seite 177. 



— 158* — 

wird in festversclilosseueu Schränken aufbewahrt und kanu des- 
halb dem großen Publikum an den Schautagen für gewöhnlich 
nicht zugäugig gemacht werden. Denn die herrlichen Pracht- 
farben der zarten Seh metter lings flu gel sind leider 
meistens nicht lichtbeständig und verbleichen selbst bei 
gedämpftem Tageslicht ganz außerordentlich schnell. Sie nach 
Art der anderen naturwissenschaftlichen Objekte öifentlich zur 
Schau stellen, hieße, sie binnen wenigen Jahren dem Untergang 
preisgeben. Für Ausstellungszwecke können deshalb nur Du- 
bletten verwandt werden, die, soweit sie nicht Schmetterlinge 
mit lichtbeständigen Interferenzfarben betreffen, alle paar Jahre 
durch neue Exemplare ersetzt werden müssen. Nun sind aber 
Bestände an guten, zur Schaustellung geeigneten Dubletten im 
hiesigen Museum so gut wie gar nicht vorhanden. Hier könnte 
die Mannsche Schmetterlingssammlung mit ihrem 
großen Dublettenreichtum in ausgezeichneter Weise 
eintreten! Sie würde die Senckenbergische Gesellschaft in 
den Stand setzen, für lange Jahre hinaus eine herrliche 
Schausammlung zusammenzustellen, wie sie dem anerkannten 
Keichtum des hiesigen Museums hinsichtlich der anderen Tier- 
ordnungen und der hohen wissenschaftlichen Bedeutung desselben 
entsprechen würde. Damit würde zweifellos eine in Frankfurt 
vorhandene Lücke ausgefüllt und zugleich ein weiterer An- 
ziehungspunkt für die Besucher des geplanten neuen Museums 
der Naturforschenden Gesellschaft an der Viktoria- Allee geschaffen. 
Aber auch die wissenschaftliche Schmetter- 
lings Sammlung des hiesigen Museums würde durch 
den beabsichtigte nAnkaufderMannschenSammlung 
auf eine Höhe und Vollständigkeit gebracht wer- 
den, deren sich nur wenige Museen rühmen können. 
Denn diese großartige Sammluug des ausgezeichneten Kenners, 
der keine Mühe und keiue Kosten zur Vervollständiguug seiner 
Liebliugsschöpfung gescheut hat, setzt sich aus ungefähr 2500 
Arten in etwa 8000 Exemplaren zusammen, und ihr Erwerb 
würde die Gesellschaft in den Besitz von hunder ten von 
Arten bringen, welche zum großen Teil äußerst selten und 
wertvoll und im Handel gar nicht oder nur gegen unerschwing- 
liche Preise erhältlich sind, und welche dem Museum bisher 
vollständig fehlen. Der Ankaufspreis der ganzen Sammlung 



— 159* — 

beträgt etwa V? des Katalogwertes. Hofrat Dr. B. Hagen er- 
läutert die ausgestellte Schmetterlingssamuilung durch eiueii 
interessanten Vortrag. 

Zur Erwerbung der beiden Sammlungen, deren Preis auf 
80000 Mark festgesetzt ist, reichen leider die laufenden Mittel 
der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft nicht aus, 
zumal eben, wo dieselbe vor der Aufführung des seit laugen 
Jahren als dringend notwendig erachteten Museumsneubaues 
steht. Wir zweifeln aber nicht daran, daß der Ge- 
sellschaft wie früher bei ähnlichen Anlässen auch 
diesmal durch weitere Schenkungen aus dem Kreise 
ihrer Mitglieder und hochherziger Gönner der An- 
kauf der beiden für das hiesige Museum so wert- 
vollen Sammlungen ermöglicht wird. 

Zum Schlüsse gibt der Vorsitzende Dr. A. Knoblauch 
einen kurzen Rückblick auf den äußerst befriedigenden Verlauf 
der wissenschaftlichen Sitzungen in diesem Winter. Dieselben 
hatten sich durchweg eines wesentlich stärkeren Besuchs zu 
erfreuen wie in den frühereu Jahren. Dasselbe gilt für die 
Vorlesungen der Dozenten Prof. Dr. H. Reichenbach, Prof. 
Dr. W. Schauf und Prof. Dr. M. Möbius. Das wachsende 
Interesse, welches der Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft in allen Kreisen der Bürger- 
schaft entgegengebracht wird, zeigt sich am deut- 
lichsten in dem steten Anwachsen der Zahl der 
Mitglieder, welche zurzeit eine größere Höhe er- 
reicht hat wie je zuvor. Zweifellos ist die günstige Auf- 
nahme, welche die Magistratsvorlage betr. die Errichtung des 
geplanten Museumsneubaus bei der Stadtverordnetenversammlung 
gefunden hat, hierauf nicht ohne Einfluß gewesen. 



— 160* 



Isaak Blum f. 

(Mit Porträt.) 
Von 

Prof. Dr. H. Reichenbach. 



Am 25. April schied ein Mann aus unserer Mitte, der in 
seinem Beruf als Lehrer wie als Mitglied der naturwissenschaft- 
lichen Institute und Vereine unserer Vaterstadt in außergewöhn- 
lichem Grade segensreich tätig war, so daß sein Name in natur- 
wissenschaftlichen Kreisen weithin mit Ehren genannt wird: 
Oberlehrer Isaak Blum. 

Aus ganz einfachen Verhältnissen hat er sich zu seiner 
Bedeutung herausgearbeitet durch glückliche Begabung, eisernen 
Fleiß und ungewöhnliche Beharrlichkeit, unterstützt durch un- 
verwüstliche Gesundheit, beneidenswerten Gleichmut und innere 
Heiterkeit, die gelegentlich als feiner, prächtiger, nie ver- 
letzender Humor zutage trat. Er war in Diersburg, einem 
kleinen Dorfe im badischen Schwarzwald, am 11. April 1833 
geboren. Von 1839 bis 1844 besuchte er die dortige Volks- 
schule der israelitischen Gemeinde und in seinem elften Jahre 
wurde er in eine fromme Schule nach Schirrhofen im Elsaß 
gebracht, um sich ausschließlich dem Hebräischen und der Aus- 
legung des Talmuds zu widmen; denn in jener Zeit und in 
jenen Kreisen galt eben diese Vorbildung als die Grundlage, 
auf der sich ein Fachstudium mit Leichtigkeit aufbauen ließe, 
ebenso wie heutzutage die Gymnasialbildung. Aber wie unsere 
Gymnasiasten — häufig heimlich — physikalische und chemische 
Privatexperimente machen, Sammlungen anlegen und natur- 
wissenschaftliche Vorträge besuchen, so verschlang Blum oft 
in mondhellen Nächten deutsche Bücher, die ihm verboten waren. 
Erst in seinem 14. Jahre kam er in eine höhere Bürgerschule 
mit Latein in Alt-Breisach und mußte mühsam die unvollständige 



— 161* — 

Vorbildimg ausgleicheu. Sein Vorhaben, sich später iu das 
Lyceum (Gymnasium) in Freiburg i. B. aufnehmen zu lassen, 
mußte der Vermügensverhältnisse halber fallen gelassen werden. 
Blum bereitete sich deshalb ein Jahr lang — von April 1848 
bis 1849 — zu Hause bei dem Lehrer und Pfarrer des Dorfes 
sowie durch Selbstudium für das Schulfach vor. Im April 
1849 trat er nach bestandenem Examen in das evangelische 
Lehrerseminar in Karlsruhe ein und verließ dasselbe nach zwei 
Jahren als Lehramtskandidat. Im April 1851 wurde ihm die 
freigewordene dritte Lehrerstelle an der israelitischen Gemeinde- 
schule in Karlsruhe übertragen, die er 4V2 Jahre lang bekleidete. 
Während dieser Zeit studierte Blum nebenbei Französisch und 
Enghsch und, soweit sich Gelegenheit bot, Naturwissen- 
schaften. Im Oktober 1855 siedelte er nach Frankfurt über 
und im April 1856 begann seine Tätigkeit am Philanthropin, 
an dem er im Jahre 1860 als ordentlicher Lehrer angestellt 
wurde. Anfangs in den unteren Klassen und als Lehrer des 
Französischen beschäftigt, war er bald reformatorisch tätig. Er 
setzte an die Stelle der veralteten Lautiermethode den modernen 
Schreibleseunterricht, und der deutsche Schulmeister verdrängte 
mit Erfolg den französischen Sprachmeister. In seinen Muße- 
stunden widmete er sich eifrig dem Studium der modernen 
Sprachen. Gleichzeitig pflegte er — von jeher ein Freund körper- 
licher Übungen — die edle T u r n e r e i und war in Gemeinschaft 
mit vielen bedeutenden Männern jener Zeit ein erfolgreicher 
Förderer der damals noch nicht sehr ausgedehnten turnerischen 
Bestrebungen. 

Bald jedoch übten die Naturwissenschaften mit ihren 
modernen Ergebnissen ihre unwiderstehliche Anziehung auf ihn 
aus, und die soviel Gutes wirkenden Institute unserer Vater- 
stadt, die jedem Lernbegierigen offenstehen, boten ihm, wie so 
vielen anderen, die beste Gelegenheit zum Studium. Er war 
ein regelmäßiger Besucher der Vorlesungen von Boettger, 
Lucae, Noll, Geyler, v. Fritsch, Koch u. a., arbeitete 
jahrelang im chemischen Laboratorium von J. Löwe und legte 
eine wertvolle Mineraliensammlung an. Sein treuer Freund und 
damaliger Direktor des Philanthropins, Dr. Bärwald, ließ ihn 
frei gewähren und unterstützte seine Bemühungen nach Kräften, 
wohl wissend, daß auf diesem Wege eine Lehrki-aft für seine 

11 



— 162* — 

Schule erwachse, die gerade durch den eigeuartigeu Bildungs- 
gang ein sicheres Gewähr für ersprießliches Wirken bot, und 
nach wenigen Jahren konnte Blum der naturwissenschaftliche 
Unterricht auch in den oberen Klassen übertragen werden. 

Aber einem Manne wie Blum mit seinem Tatendrang 
konnte es nicht genügen, nur als Lernender unseren natur- 
wissenschaftlichen Instituten angehört zu haben ; die große 
Bedeutung derselben für die allgemeine Bildung und die Wissen- 
schaft erkennend, stellte er (1868) der Senckenbergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft, dem Physikalischen Verein und anderen 
ähnliche Ziele verfolgenden Korporationen seine Kraft und sein 
Wissen zur Verfügung. Insbesondere ist es die Sencken- 
bergische Gesellschaft, deren Bestrebungen er sich bis 
zu seinem letzten Lebenstag mit voller Hingabe und unermüd- 
lichem Eifer widmete. Mehrmals in die Direktion der Gesell- 
schaft gewählt,^) hat er in dem letzten Jahrzehnt dreimal 
in zweijährigen Amtsperiodeu als erster Direktor 
die in schwerer Zeit immer mehr wachsenden, verantwortungs- 
vollen Geschäfte in mustergültiger Weise geleitet. Unüber- 
trefilich war er, wenn es galt, für die immer mehr steigenden 
Ansprüche an die Gesellschaft die Opferfreudigkeit unserer 
wohlhabenden Mitbüiger anzuregen und sie für die Sache der 
Wissenschaft zu gewinnen. Es sei hier nur an den Ankauf 
der wertvollen Bibliothek von Karl Vogt und an die Be- 
schaffung von Beiträgen zu dem Fonds für den Neubau des 
Museums erinnert. Blum war fast in allen Kommissionen der 
Senckenbergischen Gesellschaft seit langen Jahren tätig. Er 
war Vorsitzender der Bücherkommission; er war in hervor- 
ragender Weise bei der Herausgabe der „Abhandlungen" be- 
teiligt, die in den letzten Jahren unter vielem anderen die wissen- 
schaftlichen Ergebnisse der Küken thai sehen Forschungs- 
reise bewältigten; er redigierte bis 1899 den umfangreichen 
Jahresbericht und hatte den sehr ausgedehnten schriftlichen 
Verkehr mit den Autoren zu erledigen. Seiner milden, überall 
vermittelnden Art des Auftretens, das dabei doch den Charakter 
einer sanften Bestimmtheit annehmen konnte, ist es viefach zu 



•) Blum wurde iiu Jahre 1870 zum arbeitenden Mitgliede 
gewählt. 1873 u. 1874 sowie 1885 u. 1886 war er I. Sekretär . 1890 u. 1891 
II. Direktor und 1893 u. 1894, 1897 u. 1898 sowie 19Ülu, 1902 I. Direktor. 



— 163* — 

verdanken gewesen, daß hier und in den übrigen Verwaltungs- 
geschäften Meinungsverschiedenlieiten und Härten vermieden oder 
ausgeglichen wurden. Besondere Verdienste erwarb sich Blum 
um die Pflege der Botanik; er übernahm 1889 die betreffende 
Sektion und war rastlos für ihre Förderung bestrebt. 

Von Blums Veröffentlichungen nennen wir vor allem 
seine Abhandlung „ Die Kreuzotter und ihre Ve r b r e i t u n g 
in Deutschland" (Abh. d.Senckenb. Naturf . Gesellsch. Bd. XV), 
eine hervorragende tiergeographische Untersuchung mit wichtigen 
Ergebnissen; sein gemeinsam mit W. Jännicke herausgegebener 
„Botanischer Führer durch die städtischen Anlagen 
in Frankfurt a. M." ist ein inhaltreiches Büchlein, das auch 
dem Laien gute Dienste leistet. Eine Anzahl weiterer Aufsätze 
im Zoologischen Anzeiger (1893) und in den Berichten der 
Senckeubergischen Gesellschaft (1894 und 1896) betreffen 
die Formolkonservierung wissenschaftlicher Objekte, die 
durch Blums ausgedehnte Versuche eingeführt wurde und zu 
allgemeiner Anwendung kam ; andere Mitteilungen sind botanischen 
oder zoologischen Inhalts. Besonders wertvoll ist seine Schrift 
„Die Botanik in Frankfurt a. M." (Bericht 1901); hier 
gibt der Autor eine eingehende geschichtliche Darstellung, die 
bis ins 15. Jahrhundert zurückgreift, und charakterisiert das 
Wirken aller, die sich um die Pflege der Botanik in unserer 
Vaterstadt Verdienste erworben haben. Schließlich sei noch 
der fleißigen Zusammenstellung gedacht „Wissenschaftliche 
Veröffentlichungen der Senckeubergischen Natur- 
forschenden Gesellschaft." (Bericht 1897.) 

Zu Ehren Blums sind benannt worden: 

1. Vertigo Blumi von Prof. Dr. 0. Boettger, eine fossile 
Pupide aus den untermiocänen Corticula-Tonen von Nieder- 
rad bei Frankfurt a. M. Bericht d. Senckenb. Naturf. Ges. 
1883/84. 

2. Xenia Blumi von Dr. A. Schenk, eine Alcyonacee (Weich- 
koralle) von Ternate aus der Küken thalschen Reise- 
ausbeute. Abhandl. d. Senckenberg. Naturf. Ges. Bd. XXIII. 
1897. 

3. Ecldnisciis Blumi von Prof. Dr. F. Richters, ein Bär- 
tierchen aus dem Taunus (Niederems). Bericht d. Senckenberg. 
Naturf. Ges. 1904. 

11* 



— 164* — 

So schätzt deuu die Senck enbergische Gresell- 
schaft den Verewigten als einen ihrer Besten und 
reiht ihn in Dankbarkeit und Verehrung so vielen heimgegangenen 
Männern an, wie H. Schmidt, Geyler, K. Koch, Th. Passa- 
vant, Saal mü Her, NoU, Finger, Winter, Ziegler u.s.w., 
die gemeinsam mit ihm für die idealen Ziele der Gesellschaft 
ihr Bestes eingesetzt haben. 

Mit voller Hingebung hing ß 1 u m aber auch an dem 
Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 
Hier war er immer bereit, aus dem reichen Schatz seines viel- 
seitigen Wissens Belehrung und Anregung zu geben; hier war 
es auch hauptsächlich, wo bei festlichen Gelegenheiten Blums 
feiner Humor schöne Früchte gezeitigt hat. Manche seiner an 
Scheffels Muse erinnernden Gedichte haben in größeren 
Liedersammlungen Aufnahme gefunden. 

Ein Hauptanteil an dem schönen Erfolg seines so inhalts- 
reichen Lebens ist dem glücklichen Familienleben Blums zu- 
zuschreiben. Wenn also auch das Leben für den verewigten 
Freund schwer und entsagungsreich begonnen hat, so konnte 
er doch an seinem Lebensabend von sich sagen: „Mir aber 
erscheinen die Erinnerungen aus meiner Knaben- 
zeit, selbst mit ihrer rauhen Wirklichkeit, freund- 
lich verklärt von den Strahlen der Spätherbstsonne." 



165* — 



Fritz Stiebel f. 

Von 

San.-Rat Dr. S. Zimmern. 



Am 3. Dezember 1902 verschied das älteste Mitglied unserer 
Gesellschaft Dr. med. Fritz Stiebel im 79. Lebensjahre. Der- 
selbe hat nicht nur von seinem, im Jahre 1849 erfolgten Ein- 
tritt an als beitragendes und arbeitendes Mitglied ein stets 
gleichbleibendes, warmes und tatkräftiges Interesse der Gesell- 
schaft zugewandt, sondern ist auch in zwei zweijährigen Amts- 
periodeu Mitglied der Direktion gewesen, nämlich 1852 und 1853 
als korrespondierender Sekretär und 1863 und 1864 als erster 
Sekretär. 

Friedrich Julius Stiebel wurde am I.Juli 1829 in 
Frankfurt a. M. geboren, als Sohn eines der Stifter unserer 
Gesellschaft, des am 20. Mai 1868 verstorbenen Geh. Hofrats 
Dr. med. Salomo Friedrich Stiebel. Er besuchte die hiesige 
Musterschule, dann das Gymnasium zu Nürnberg und die 
Universitäten Göttingeu und Heidelberg; an letzterer erwarb 
er am 15. Juni 1847 nach bestandenem Examen und auf Grund 
seiner Dissertation „Paralyseos hämorrhagicae nervi oculomotorii 
in infante observatus casus rarissinms" das Doktordiplom. 

Im Herbst 1850 ließ er sich, nachdem er vorher als 
Eskadronsarzt der freiwilligen Stadtwehr-Reiterei den Feldzug 
in Baden 1849 mitgemacht, dann in Prag, Wien und Paris seine 
Studien vollendet hatte, dauernd hier als praktischer Arzt nieder. 
Speziell beschäftigte er sich mit Kinderheilkunde, trat als 
Assistent, von 1853 an in Nachfolge seines Vaters als Hospital- 
arzt, in das Dr. Christsche Kinderspital, dem er bis an sein 
Lebensende, von 1888 an als Administrator, seine volle Tätig- 
keit und sein wärmstes Interesse widmete. 

Aber auch die Pflege der Naturwissenschaften ließ er sich 
immer angelegen sein; nicht nur verfolgte er die Fortschritte 



— 166* — 

derselben mit stets gleichbleibender Aufmerksamkeit, er war 
auch selbst eifriger Entomolog und hat seine schöne Samm- 
lung dem Museum der Gesellschaft überwiesen; er war Mit- 
gründer der Zoologischen Garten-Gesellschaft und bis zu seinem 
Tode durch gute und schlechte Zeiten im Verwaltungsrat der- 
selben unermüdlich tätig. 

Auch auf anderen Gebieten trug sein reichbegabter Geist 
Früchte ; sein ungewöhnliches Verständnis für Kunst und Litera- 
tur machten sein gastfreies Haus zum Sammelpunkt aller geistigen 
Bestrebungen seiner Vaterstadt; selbst ausübend hat er sich 
als Poet gezeigt, sowohl in kleineren dramatischen und lyrischen 
Arbeiten, wie in Gelegenheitsgedichten und namentlich in humo- 
ristischen Liedern, welche noch stets von den Kollegen gern 
gesungen werden. Sein sprühender Humor, sein immer schlag- 
fertiger Witz, vor allem aber sein warmes Herz und sein liebens- 
würdiger Geist erwarben ihm Freunde weit über die Grenzen 
seiner Vaterstadt. 

Im Jahre 1888 legte er die ärztliche Praxis nieder und 
verbrachte von da an die Sommermonate in seinem Landhause 
in Cronberg, während er in der ersten Frühlingszeit gern mildere 
Gegenden südlich der Alpen aufsuchte; machten sich doch die 
Spuren des herannahenden Alters gelegentlich geltend. Wer 
ihn aber noch bis in die jüngste Zeit in seiner fast jugendlichen 
Frische und Lebendigkeit, in anscheinend unveränderter körper- 
licher und geistiger Rüstigkeit unter uns weilen sah, hätte ein 
so schnelles Ende kaum vermutet. Schwere Anfälle von Atem- 
not, herrührend von Erkrankung der Herzschlagadern, warfen 
ihn im Herbst vorigen Jahres auf das Krankenlager, von welchem 
ihm, nach vorübergehender Besserung, am 3. Dezember ein Herz- 
schlag leicht und schmerzlos Erlösung brachte. 

Die Senckenbergische Naturforscheude Gesellschaft wird 
sein Andenken immer in Ehren halten. 



— 167=< 



Paul Wirsing f. 

Von 

Dr. E. Blumenthal. 

In dem im Berichtsjahr verstorbenen Sanitätsrat Dr. Johann 
Paul Wirsing hat die Senckenbergische Naturforschende Gesell- 
schaft einen treuen Freund, einen eifrigen Mitarbeiter verloren, 
der als „wirkliches" Mitglied jahrzehntelang nach Kräften 
bemüht war, ihre Zwecke und Ziele zu fördern. Nicht, daß er 
das Studium und die Pflege der beschreibenden Naturwissen- 
schaften zu seiner Lebensaufgabe gemacht hätte; ihm war das 
Wirken in unserer Gesellschaft gleich zahlreichen anderen Mit- 
gliedern eine Erholung von den Mühen des Alltagslebens und 
Berufs, eine erquickende Abwechslung in dem ermüdenden 
Gleichmaß der Tage. Auch hielt er es als Altfrankfurter für 
eine Ehrenpflicht, ein Institut, auf das die Vater- 
stadt mit Stolz blicken kann, nach haltigst zu unter- 
stützen. 

Wirsing entstammte einer seit zwei Jahrhunderten in 
hiesiger Stadt ansässigen Familie, die in vier Generationen 
hervonagende Vertreter der Gold- und Silberschmiedekunst her- 
vorgebracht hat. Auch ihm wurde das Erbteil seiner Vorfahren, 
eine reiche künstlerische Begabung, ein feiner Formensinn und 
ein nicht gewöhnliches Zeichentalent zuteil. 

Geboren am 16. Juli 1838 besuchte er von seinem 6. bis 
zu seinem 16. Lebensjahre die hiesige Musterschule, nebenbei 
eifrig das Studium der klassischen Sprachen betreibend. Im 
Frühjahre 1855 trat er in die zweite Klasse des Frankfurter 
Gymnasiums ein, das er nach weiteren vier Jahren mit einem 
guten Zeugnis der Reife verließ. Schon während seiner Gym- 
nasialzeit hat er sich auf das Studium der Medizin, das ihn 
mächtig auzog, vorbereitet, indem er die Vorlesungen Gustav 
Lucaes über Anatomie des Menschen im Senckenbergischen 



— 168* — 

Institut drei Jahre lang besuchte und eifrig an den Präparier- 
übungen teilnahm. Als Frucht dieser Studien veröffentlichte er 
in Gemeinschaft mit seinem jüngeren Bruder Fritz lithographische 
Zeichnungen des menschlichen Skeletts, die noch heute als 
mustergültig gelten können. Im Frühjahre 1859 bezog er die 
Universität Göttingen, woselbst er sechs Semester verblieb. 
Dort hat er den Jugendrausch sattsam ausgekostet, als flotter 
Korpsstudent manchen blutigen Strauß ausgefochten, ohne 
darüber das ernste Studium der Medizin zu vernachlässigen. 
In Henle, Meißner, Wo hier, Lotze, Baum, Hasse 
und manchen anderen hervorragenden Gelehrten der damals 
blühenden medizinischen Fakultät der Georgia Augusta fand er 
anregende Lehrer, die mächtig und nachhaltig auf ihn einwirkten. 
Vom Frühjahre 1862 bis zum Ende des Jahres 1863 ver- 
weilte er an der Universität München, wo er sich unter den 
Professoren Pfeufer, Rothmund, Seitz und Hecker in den 
klinischen Fächern und in der Geburtshilfe weiter ausbildete. Dort 
bestand er im Dezember 1863 auf Grund einer Dissertation: „Über 
die Ursachen der großen Sterblichkeit der Kinder im ersten 
Lebensjahre, insbesondere über die Atrophia infantum" das Doktor- 
examen mit der Note „prorsus insignis". Während des Jahres 

1864 machte er eine größere Studienreise, die ihn nach Berlin, 
Wien, Prag, Paris, London und Edinburg führte. In Prag und 
Ediuburg verweilte er längere Zeit, um an den von den Koryphäen 
Seifert und Simpson geleiteten Gebäranstalten sich in der 
Geburtshilfe speziell fortzubilden. 

Nach abgelegtem Staatsexamen wurde er am 31. Januar 

1865 durch Senatsbeschluß unter die Zahl der ausübenden Ärzte 
der freien Stadt Frankfurt aufgenommen. Als solcher fand 
er in den Jahren 1865 und 1866 willkommene Gelegenheit 
als Assistent am hiesigen Hospitale zum heiligen Geist die auf 
der Hochschule gewonnenen theoretischen Kenntnisse praktisch 
zu verwerten und zu erweitern. Als er darauf im Frühjahr 1867 
endgültig als praktischer Arzt sich hier niederließ, da gelang 
es ihm in kurzer Zeit, sich einen ausgedehnten Wirkungskreis 
zu erobern ; die Zahl der Hilfesuchenden, die ihm ihr Vertrauen 
zuwandten, mehrte sich von Jahr zu Jahr. Gewissenhaftigkeit 
und Pflichttreue zeichnete ihn aus ; seinen Patienten war er ein 
stets hilfsbereiter Berater, vielen ein aufopfernder Freund. 



— 169* — 

Zeitlebens hat er die humane Seite des ärztlichen Berufes ver- 
treten. Ohne Ausehen der Person hat er bereitwillig seine Hilfe 
gespendet und auch, wo ihm kein goldener Lohn winkte, mit 
Hingebung und Opferfreudigkeit gewirkt. Zahlreiche Arme haben 
sich durch lange Jahre seiner Fürsorge erfreut; Zeuge dessen 
ist seine bis zu seinem Tode fortgesetzte Tätigkeit an der 
Frankfurter Armenklinik, wo er anfänglich als ordinierender 
Arzt, später als Senior und Leiter seine besten Kräfte einsetzte. 

In den Kriegsjahren 1870/71 beteiligte er sich in hervor- 
ragendem Maße an der Pflege der verwundeten und erkrankten 
Krieger. Als ordinierender Arzt an dem hierorts errichteten 
großen Barackenlazaret hat er eine ersprießliche Wirksamkeit 
entfaltet, die staatlicherseits durch eine Ordensverleihung 
die gebührende Anerkennung fand. Er ist der Sache des roten 
Kreuzes treu geblieben; dem hiesigen Verein zur Pflege im 
Felde verwundeter und erkrankter Krieger trat er bald nach 
seiner Gründung bei und hat dort als Vorstandsmitglied durch 
lange Jahre segensreich gewirkt. Für diese seine „besonderen 
Leistungen im Dienste des roten Kreuzes", wie es in der 
Bestallungsurkunde vom Oktober 1901 heißt, wurde ihm als 
einem der ersten die Rote kreuz -Medaille verliehen. Schon 
einige Jahre früher war ihm der Charakter als „Sanitätsrat" 
zuerkannt worden. 

Doch im Drange seiner ausgedehnten beruflichen Tätigkeit 
vergaß er nicht die idealen Bestrebungen. Vielen wissenschaft- 
lichen und künstlerischen Vereinen schloß er sich au und wid- 
mete ihnen seine kurzbemessenen Mußestunden. Seine Be- 
ziehungen zur Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft 
datieren vom Jahre 1869, wo er zum ^wirklichen" Mitgliede 
ernannt wurde. Er hat von dieser Zeit bis zu seinem Tode 
mit seltenem Eifer sich au den Beratungen beteiligt, hat mehr- 
fach in Kommissionen seine wissenschaftlichen Kenntnisse be- 
tätigt und in den Jahren 1894 und 1895, als ihn das Vertrauen 
der Gesellschaft auf den Ehrenposten des IL Direktors be- 
rufen hatte, die innere Verwaltung mit Umsicht und Sachkenntnis 
geleitet. Auch an den Bestrebungen des Physikalischen und 
des Ärztlichen Vereines hat er lebhaften Anteil genommen ; in 
dem Vorstande des ersteren hat er von 1881 — 84 gewirkt; in 
letzterem war er ein eifriges Mitglied, das kaum je eine Sitzung 



— 170* — 

versäumte; im Jahre 1874 bekleidete er das Amt des ersten 
Schriftführers, im Jahre 1884 das des ersten Vorsitzenden. 

Seine künstlerischen Neigungen betätigte er in der hiesigen 
Künstlergesellschaft, vor allem aber in der Pflege der Gesangs- 
kunst als aktives Mitglied des Cäcilienvereins, dem er mehrere 
Jahrzehnte angehörte und dessen musikalische Darbietungen er 
als geübter Sänger mit nie ermüdendem Eifer unterstützte. 

Auch als Politiker ist Wirsing hervorgetreten; wenn er 
auch nicht als Rufer im Streit sich in den Kampf der Parteien 
gestürzt hat, so war er doch allezeit ein überzeugungstreuer 
Verfechter der freiheitlichen Entwickelung unseres Vaterlandes. 
Seine liberale Gesinnung hat er als Mitglied der hiesigen Fort- 
schrittspartei, in deren Vorstand er lange Jahre wirkte, aufs 
eifrigste betätigt. Diese Partei war es auch, die im Jahre 1881 
seine Wahl zum Stadtverordneten durchsetzte. Er hat fünf Jahre 
der Stadtverordneten - Versammlung angehört und auch dort 
durch treue Erfüllung der übernommenen Pflichten sowohl in 
den öffentlichen Sitzungen als in den Kommissionen, denen er 
angehörte, sich ausgezeichnet. Der Friedhofskommission hat 
er auch, nachdem sein Stadtverordneten-Mandat erloschen war, 
bis an sein Lebensende angehört. 

Seiner vielseitigen Tätigkeit, seinem häuslichen Glücke, 
das er an der Seite einer trefflichen Gattin und im Kreise viel- 
versprechender Kinder gefunden hatte, setzte ein schleichendes 
Herzleiden ein vorschnelles Ziel. Zwar hat er jahrelang durch 
eiserne Energie dem fortschreitenden Leiden zu trotzen und 
mit äußerster Anspannung seiner Kräfte seinen mannigfachen 
Berufs- und sozialen Pflichten zu genügen gesucht, bis ein 
Schlaganfall im Winter 1901 ihn für Monate aufs Krankenlager 
warf. Noch einmal schien es. als ob seine robuste Natur siegen 
würde; er erholte sich soweit, daß er seine ärztliche Praxis, 
wenn auch in bescheidenem Umfang, wieder aufnehmen konnte ; 
doch seine und seiner zahlreichen Freunde Hoffnung erwies sich 
als trügerisch; am 31. Januar 1903 erlosch für immer das Leben 
des wackeren Mannes, das allezeit dem Wahren, Guten und 
Schönen gewidmet war. Sein Andenken wird, wie in weiten 
Kreisen der Bürgerschaft, so auch in der Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft unvergessen bleiben. 



- 171* — 



Julius Ziegler f. 

Von 

Dr. W. Kobelt. 



Am 15. September 1902 riß der Tod aus der Reihe der 
arbeitenden Mitglieder der Senckenbergischen Naturforscliendeu 
Gesellscliaft einen Mann, der über ein Menschenalter ihrer Zahl 
angehörte und in dieser Zeit unermüdlich für das Interesse der 
Gesellschaft tätig war, Prof. Dr. phil. Julius Ziegler. Am 
25. Oktober 1840 in Frankfurt a. M. geboren, empfing er seine 
Bildung im Gymnasium seiner Vaterstadt. Nach dem frühen 
Verluste seiner beiden Eltern widmete er sich dem Studium der 
Naturwissenschaften, besonders der Chemie, besuchte von 1860 
bis 1865 die Universitäten Gießen, — wo der Bruder seiner 
Mutter, der Botaniker Hermann Hoffmann, den Keim der 
Liebe zur Beobachtung der Pflanzenwelt und besonders der 
Phänologie in die empfängliche Seele des Jünglings senkte — 
dann Berlin, Heidelberg, Marburg und Leipzig und promovierte 
daselbst im Jahre 1865. Durch seine Vermögensverhältnisse 
nicht auf Gelderwerb hingewiesen, verzichtete er auf Amt und 
Stellung, die seine völlige Freiheit und Unabhängigkeit hätten 
beeinträchtigen können; vielmehr widmete er sich, nachdem er 
noch einige Zeit als Assistent bei dem Chemiker H. Kolbe in 
Leipzig tätig gewesen war, als Privatgelehrter ganz den Studien, 
welche ihm Freude machten, und der Mitarbeit bei den gelehrten 
Gesellschaften seiner Vaterstadt, dem Physikalischen Ver- 
ein, der von ihm mitbegründeten Chemischen Gesellschaft 
und namentlich auch unserer Senckenbergischen Natur- 
for sehenden Gesellschaft. 

In dieser gehörte Ziegler seit seinem Eintritt im Jahre 
1869 zu den regelmäßigsten und tätigsten Besuchern der Ver- 
waltungssitzungen und zu den fleißigsten Arbeitern auf botani- 
schem Gebiet, obwohl seine Tätigkeit niemals in auffälliger 



— 172* — 

Weise in deu Vordergrund getreten ist. Sein bescheidenes, 
zurückhaltendes Wesen verleugnete sich auch hier nicht, und 
wer ihn nicht genauer kannte, konnte leicht in den Fall kommen, 
ihn zu unterschätzen. Wenn es aber in wichtigen Fragen galt, 
widerstrebende Meinungen zu versöhnen, scharfe Gegensätze 
auszugleichen, da war es Ziegler, der keine Mühe und kein 
Ungemach scheute und nicht nachließ, bis das gewünschte 
Resultat erreicht war. 

Als langjähriger Abgeordneter der Naturforschenden Gesell- 
schaft für die Revision der vereinigten Sencken bergischen 
Bibliothek hatte Ziegler die beste Gelegenheit, vorhandene 
Mißstände in der Organisation derselben gründlich kennen zu 
lernen. Eifrig war er bestrebt, dieselben zu beseitigen und nicht 
zum kleinsten Teile ist es sein Verdienst gewesen, daß die 
Neuorganisation der Bibliothek in ihrer jetzigen Form, auf deren 
Notwendigkeit Ziegler bereits im Dezember 1888 in einer an 
die Stiftungsadministration und an die beteiligten Vereine ge- 
richteten, umfangreichen Denkschrift hingewiesen hatte, in dem 
folgenden Jahrzehnt allmählich durchgeführt wurde. ^) 

Zieglers rege Betätigung an den Verwaltungsarbeiten 
der Gesellschaft und in wissenschaftlicher Hinsicht hat früh- 
zeitig die verdiente Anerkennung gefunden. In den Jahren 1874 
und 1875 wurde er als korrespondierender Sekretär in 
die Direktion berufen und zu Ehren Zieglers hat Th. H. Geyler 
eine neue fossile Flechte aus der Braunkohle von Salzhausen 
„Imhricaria Ziegleri'^ benannt (Bericht der Senckenberg. Naturf. 
Ges. 1873/74, p. 112-114). 

In seinem Hause, das er ganz nach eigenen Plänen äußerst 
behaglich und praktisch eingerichtet hatte, lebte er, seit 1875 
in glücklicher, allerdings kinderloser Ehe mit Johanna, geb. 
K ley er vermählt, das ruhige Leben eines unabhängigen Ge- 
lehrten, der seine Studien ohne Rücksicht auf Karriere und 
Gelderwerb wählen kann. Ohne seine chemischen Arbeiten, für 
die er sich in seinem Hause ein eigenes, geräumiges Labora- 
torium eingerichtet hatte, ganz aufzugeben, wandte er sich mehr 
und mehr den phänologischen Beobachtungen der Pflanzenwelt 



') Siehe Ph. Stoff an: „Die Senckenberg'sche Bibliothek und ihre 
Entwickelung in der neueren Zeit". Bericht d. Senckenberg. Naturf. Ges. 1899, 
p. CXXVII ff. 



— 173* - 

zu und bat dieselben unter treuer Mitarbeit seiner Gattin von 
1871 ab bis zu seiner letzten Krankheit ununterbrochen fort- 
gesetzt, anfangs als Mitarbeiter seines Oheims, dann selbständig. 
Er verfuhr dabei mit peinlicher Gewissenhaftigkeit und äußerst 
gründlich, ja pedantisch; aber dafür sind seine Beobachtungen 
auch unbedingt zuverlässig und werden ihre Bedeutung für 
immer behalten. 

Zieglers pflanzenphänologische Beobachtungen, welche 
einen Zeitraum von 36 Jahren umfassen, sind jahrgangsweise 
in den Jahresberichten des Physikalischen Vereins und 
seit 1891 auch in den Phänologischen Mitteilungen von Hoff- 
mann und Ihne in den Berichten der Oberhessischen Gesell- 
schaft für Natur- und Heilkunde in Gießen erschienen. Eine 
Zusammenstellung der Beobachtungen bis 1891 gab er in unserem 
Jahresbericht für 1891 (p. 21 — 158) unter dem Titel „Pflanzen- 
phänologische Beobachtungen zu Frankfurt a. M." Daß 
er seine Beobachtungen aber nicht allein auf die Pflanzenwelt 
beschränkte, beweisen seine im Jahrgang 1892 (p. 47 — 69) ver- 
öffentlichten, hochinteressanten „Tier phänologischen Beob- 
achtungen zu Frankfurt a. M." und die im Bericht 1893 
(p. 179 — 233) erschienene, mit einer Karte versehene Abhand- 
lung „St or ebnest er in Frankfurt a. M. und dessen 
Umgegend", in der eine Arbeit steckt, die nur der würdigen 
kann, der einmal eine ähnliche Untersuchung anzustellen ver- 
sucht hat. 

Neben den pflanzenphänologischen waren es besonders die 
meteorologischen Beobachtungen, denen Ziegler einen 
guten Teil seiner Arbeitskraft zuwandte. Von 1870 bis 1900 
gehörte er dem meteorologischen Komitee des Physi- 
kalischen Vereins an, die letzten zwanzig Jahre als V^or- 
sitzender, und die Berichte über die „Meteorologischen Arbeiten" 
im Jahresberichte des Physikalischen Vereins sind in diesem 
Zeitraum ausschließlich von ihm zusammengestellt worden. Sie 
haben eine zusammenfassende Bearbeitung in der von Ziegler 
mit Prof. W. König gemeinsam herausgegebeneu grundlegenden 
Arbeit „Das Klima von Frankfurt a. M." gefunden. 

Eine größere Arbeit über „Thermische Vegetations- 
konstauten, in welcher er den Einfluß der Wärmeverteilung 
auf die Vegetationserscheinungen mathematisch zum Ausdruck 



- 174* — 

zu bringen beabsichtigte, ist leider unvollendet geblieben. Lauge 
Jahre hindurch hat diese interessante Frage Ziegler beschäftigt 
und schon in den Berichten unserer Gesellschaft für 1873/74 
(p. 115—123) und für 1878/79 (p. 103—122) hat er wertvolle 
Beiträge zur Frage der thermischen Vegetationskonstanten ge- 
liefert. Weitere umfangreiche Vorarbeiten, welche der Verstorbene 
hinterlassen hat, beabsichtigt der Physikalische Verein heraus- 
zugeben. 

Auch an dem öffentlichen Leben unserer Stadt hat Ziegler 
regen Anteil genommen. Als langjähriges Mitglied des 
städtischen Gesundheitsrates hatte er vielfach Gelegen- 
heit, seine reichen Kenntnisse der hiesigen Niederschlags- und 
Grundwasserverhältnisse praktisch zum Nutzen seiner Mitbürger 
zu verwenden. 

Seine phänologischen Beobachtungen hat Ziegler nicht 
blos wissenschaftlich verwertet. An der Decke seines Arbeits- 
zimmers hat er von Künstlerhand die beobachteten Pflanzen 
nach ihrem Aufblühen zu einem Kranze angeordnet malen lassen. 
Diese „Pflanzenuhr", wie er sie nannte, hat ihn bis zum 
Jahre 1901 ununterbrochen beschäftigt, und es war seine letzte 
Freude, eine künstlerisch durchgeführte Nachbildung derselben 
in kleinem Maßstabe für seine Freunde herstellen zu lassen. 
Mit einem kleinen Gedicht — der letzten Betätigung einer nicht 
unbedeutenden poetischen Begabung, die uns bei manchem 
Maifeste erfreute — kam sie im Sommer 1902 zur Versendung, 
der Gruß eines todkranken Mannes. Die tückische Influenza 
hatte ihn im Februar des Jahres 1902 gefaßt, eine schwere 
Lungenentzündung kam hinzu; und wenn es auch damals der 
treuen Pflege seiner Gattin vielleicht mehr als der ärztlichen 
Kunst gelang, das Schlimmste abzuwenden, zu einer völligen 
Genesung kam es nicht mehr. Es traten Herzbeschwerden und 
Asthmaanfälle auf, denen der immer zarte Körper nicht lange 
Widerstand leisten konnte. Am 15. September 1902 erlöste ihn 
ein sanfter Tod von seinen Leiden. 



11. Teil: 



Wissenschaftliche Abhandlungen. 



Die Originale der paläontologisclien Sanniiluiig- 

im Senckeiibergisclieii Museum 
und die auf dieselben bezüoliclie Literatur. 

Zusammengestellt von 
Professor Dr. F. Kinkelin. 

Bevor die Aiiswanderiuig- der geologisch-paläontologischen 
Sammlung aus den drei Sälen, in denen ich 1889 — 1902 im Auf- 
trage der Uesellschaft unsere paläoutologischen Schätze geordnet 
untergebracht und, soAveit Raum war. zur Besichtigung aufgestellt 
habe, stattfindet, also mit Abschluß der zweiten Periode der 
Ent Wickelung dieser Sammlung, möchte es ftir die (Gesellschaft 
von Interesse seiu, die wissenschaftlich wertvollsten Objekte in 
derselben zusammenfassend festgestellt zu erhalten. Es sind dies 
vor allem die sog. Originale und Unika, dann auch die Objekte, 
welche die ersten Fundstücke in gewissen geologischen Horizonten 
und Lokalitäten sind. 

Die zweite Periode der Entwickelung der paläontologischen 
Sammlung, die ehedem, soweit sie vorhanden und sichtbar war, 
was die animalen Reste angeht, zoologisch geordnet war, datiere 
ich von der Vereinigung aller Fossilien des Museums in den drei 
Räumen, die ehedem der Physikalische Verein inue hatte und 
nun 1888 dieser Sammlung überwiesen wurden. 

Die Aufstellung geschah in drei Abteilungen und zwar nun in 
musterhaften, für Aufstellung und Beschauung günstigen, eisernen 
Schränken. Die erste Abteilung, in einem Saal aufgestellt, umfaßte 
die Petrefakten — tierische und pflanzliche — aus der Umgegend 
von Frankfurt a. M. — die Umgegend Frankfurts von Westen nach 
Osten von Bingen bis Aschalfenburg. von Norden nach Süden 
von Gießen bis Alzey und im Rheintal bis ins Oberelsaß gedacht. 

1* 



— 4 — 

Die zweite Abteiluug, im grollten und kleinsten Kaum unter- 
gebracht, enthielt mit Ausnahme obiger Lokalsammlung alle 
anderen Fossilien, die natürlich zumeist aus Europa stammen. 
Wie die erste Abteiluug, so war auch diese größere nun nach 
geologischem System vor allem geordnet. Die pflanzlichen Reste, 
im selben Sinn geordnet, wurden, von den tierischen getrennt, 
im kleinsten Raum untergebracht. Eine dritte Abteilung, neu 
begründet, umfaßt die Gesteinsstücke, welche allgemeine geolo- 
gische Vorgänge zu demonstrieren geeignet sind. So gegliedert 
dächte ich auch in den größeren Räumen des neuen Museums 
die Aufstellung zu veranlassen. 

In der zweiten Periode ist die Sammlung, wie es u. a. die 
Sektionsberichte erkennen lassen, nach allen Richtungen be- 
deutend gewachsen, sowohl was die organischen Reste an sich 
angeht, als auch rücksichtlich ihrer Verbreitung auf der Erde. 
Daß der Besitz au großen Objekten in der allgemeinen geo- 
logisch-paläontologischeu Sammlung in der zweiten Periode nicht 
in dem Maße zugenommen hat, wie in der ersten, erkennt man u. a., 
wenn man die von Rüppell beim 25jährigen Jubiläum 1842 
in öffentlicher Rede besprochenen Fossilien übersieht. Besonders 
Rüppell ist es. der auf den Erwerb solcher stets Bedacht 
nahm. Wir können es nur immer bedauern, daß die beiden 
wissenschaftlich bedeutenden Männer, die am Senckenbergischen 
Museum in der paläontologischen Sektion tätig waren — Her- 
mann von Meyer und Eduard Rüppell — sich so wenig 
verstanden, daß Hermann von Meyer, der zuvor die palä- 
ontologische Sammlung verwaltet hat, schon im Beginn der 
vierziger Jahre sozusagen außerhalb stand und nur die Skelette 
rezenter Tiere des Museums zu seinen Studien nützte. Welche 
Schätze hätten bei der riesigen Menge von Fossilien, die bei 
Hermann von Meyer zusammenströmten, auch dem Museum 
zugute kommen können; jedenfalls ist die riesige Arbeit, die 
H. von Meyer in seinem Leben zur Förderung der Wissenschaft 
geleistet hat, in verhältnismäßig geringem Grade dem Museum 
unmittelbar zugute gekommen. Nur dem vaterstädtischen Sinn 
des Testamentsexekutors Herrn Dr. Häb erlin sen. dankt es das 
Museum, daß ihm doch der ganze Nachlaß an Petrefakten 
zugewiesen wurde: in demselben ist das bedeutsamste die 
persönliche Auf Sammlung von Meyers in den Hydrobien- 



— 5 — 

schichten von Weisenau bei Mainz Welche Stücke Hermann 
von Meyer bei Besprechung in seinen Aufsätzen im Neuen 
Jahrbuch über die Wirbeltiere des Mainzer Tertiärs vorgelegen 
haben, ließe sich z. T. vielleicht aus dem Vergleich dieser Auf- 
sammlung mit den Abbildungen feststellen, die, von H. v. Meyers 
Hand, vom Testamentsexekutor der Redaktion der Palaeonto- 
graphica überwiesen worden sind. 

Die Ordnung der Tier- und Pflanzenreste in der folgenden 
Zusammenstellung glaubte ich nach zwei verschiedenen Gesichts- 
punkten machen zu sollen. Bei der Aufführung der Tierreste 
ist nämlich ihre zoologisch -systematische Stellung vorangestellt 
und nur innerhalb einer Ordnung oder Klasse die zeitliche Folge 
berücksichtigt, während die Pflanzenfossilien vor allem nach 
ihrem geologischen Alter und erst in zweiter Linie nach ihrer 
botanisch - systematischen Stellung geordnet sind. 

Bezeichnung : 

In fetter Oursivschrift sind die im Museum befindlichen Arten 
ausgezeichnet, auf die sich durch Beschreibung und meist 
auch Abbildung die erste wissenschaftliche Notiz bezieht; 
mehrfach sind diese Stücke auch Unika. 

Durch yespcrrta (jursirschrift sind die Typen ausgezeichnet, 
welchen Beschreibung und oft auch Abbildung in der Literatur 
gewidmet sind, welche Beschreibung aber nicht vom Autor 
stammt. 

In (jewölinUchey Cursirschrift sind die Namen der Stücke gedruckt, 
die das erste Vorkommen an einer bestimmten Lokalität dar- 
stellen. 



Tierische Fossilien. 
Säugetiere. 

Haiidflatterer. 

Kiiikeliu. Beiträge zur Geologie der Umgegend von Frankfurt a. M. untermiooän 
V. Falaeonyderis reinachi Kiuk. 
Senckenb. Ber. 1900 p. 155—162 mit Taf. IX Fig. 2. 
Palaeouyeteris CO reinachi Kink. 



— 6 — 

Insektenfresser. 

Diluvium Kinkeliu. Pliocänsee und ehemalige Mainläufe. 
Senckenb. Ber. 1889 p. 104. 

Sorex sp. aus dem Mosbacher Sand. 
Zähnchen, 
leg. et don. Kinkelin. 

ob.Biitteioiigocän Zinndorf. Mitteilungen über die Baugrube des Offenbacher 
Hafens. 
Ber. d. Offenb. Ver. f. Naturk. 1901 p. 184 Taf. V Fig. 7. 

Sorex klnJcelini Zinndorf. 
Unterer Incisiv. 
leg. et don. J, Zinndorf. 

Raubtiere. 

Diluvium Kinkelin. Kleine Notizen aus der geologisch-paläontologischen 
Sektion. 
1 Hyaena spelaca Goldf. im L()ß von Sossenheim. 
Senckenb. Ber. 1898 p. 191 u. 192. 

Hyaena spelaca Goldf. 

Oberkiefer. 

Geschenk von Herrn Kiinz in Höchst durch Dr. Kobelt. 

Kinkeliu. Tertiär- und Diluvialbilduugen etc. 

Abhandl. z. geol. Spezialkarte von Preußen TX Heft 4 p. 271 
C((ms lupus L. im Löß von Vilbel. 
Unterkiefer, 
don. HeiT Birkenstoclt in Vilbel. 

Schroeder. Revision der Mosbacher Säugetierfauna, 
Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. 1898 Bd. 51 p. 225. 

Lynx sp. 
ein Praemolar. 
leg. Kinkelin. 

untermiocän Kinkelin. Sektionsbericht. 

Senckenb. Ber. 1896 p. LXXXVIII. 

Amphicyon vom Heßler. 
don. Herren Dyckerhoff S: Söhne in Biebrich. 



— 7 — 

H. V. Meyer. Amphicyon rait krankem Kiefer aus dem Tertiär- oberoiioocän 
kalk von Flörsheim. 
Palaeontogr. XV p. 253 - 259, Taf. XXXIX Fig-. 1—22. 

Amphicyon sp. 
Unterkiefer, die Distalenden beider Oberarme, ein Erbsenbein, 
ein Mittelliandknochen, ein Mittelfußknochen, das Fersenbein 
und das erste Zehenglied, 
leg. Herr Pfarrer Wolff in Hausen; erworben aus dem Nachlaß 
von Herrn Pfarrer Wolff. 

Anmerkung. Von Herrn Pfarrer Wolff gesammelt, sind noch 
eine Anzahl Skeletteile, die, von absolut gleicher Erhaltung, 
zweifellos demselben Tier, resp. Individuum, angehören : 
Scapula, Ulna prox., Radius prox., Metacarpus dist., Rücken- 
wirbel Rippen, Sacrum, Schwanzwirbel, Feraur dist., Tibia 
distal und prox., Fibula prox.. Astragalus, Calcaneus 
rechts — ein Canin (nicht vom selben Tier). 

Nager. 

Boettger. SpermopMlus citilhis v. sttperciliosa Kaup. Diluvium 

Ein riesiger fossiler Ziesel von Bad Weilbach, nebst einer 
Kritik der bis jetzt in der Literatur erwähnten fossilen 
Hjicyniopjt ihis-A rten . 
14. Oftenbacher Ber. d. Vei'. f. Naturk. 1872 78 \). 108. Taf. U 
Fig. 1—4. 
Kiiikeliii. Pliocäuschichten im Untermaintal. 
Senckenb. Ber. 1885 p. 221. 

Spermophilns ruf esc ens Ka.vs. & Blas. 
Schädel, 
leg. et don. 0. Boettger. 
Kinkelin. Pliocäusee und Mainläufe etc. 
Senckenb. Ber. 1889 p. 187 u. 188. 

SjiermojjJiihis rnfescens Kays. & Blas, und Crkettis frumen- 
ftirhis Pali. 

Schädel. 

Kiukeliu. Tertiär und Diluvialbilduugen etc. 

Abh. z. geol. Spezialkarte von Preußen. IX. Heft 4 p. 260, 

268 u. 272. 
Senckenb. Ber. 1889 p. 182. 



Schroeder. Revision etc. 

Jahrb. d. Nassauischen Ver. f. Naturk. 1898, Bd. 51, p. 225. 

Ardomi/s marmotta Schreb. 

aus dem Sandlöß von Mosbach und Eppelslieini. 

Schädel und zalilreiche andere Skeletteile. 

MittlßPQS 

Tertiär Kinkeüii. Die Schleusenkammer von Frankfurt-Niederrad und 
ihre Fauna. 
Senckenb. Ber. 1883/84 p. 230-237. 

TUanomjis risenavlensls v. Meyer. 

Oberer Schneidezahn, untere und obere Molaren. 

MijorKs lunrimis Pomel. 

Unterkiefer, obere und untere Incisive und Molaren. 

leg. et doD. F. Kiiikelin. 

Kinkelin. Einige seltene Fossilien imSenckenbergischeu Museum. 
V. Das Kreuzbein eines mittelgroßen Nagers aus den Ceri- 

thienschichten des Frankfurter Hafens. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XX p. 42-49. Taf. VI 

Fig. 7-11. 
Verh. d. Naturf. Versammlung 1896, p. 223. 
leg. et don. F. Kinkelin. 

Boettger. Über die nachweisbaren Spuren des Lebens der 
Tier- und Pflanzenwelt in der Vorzeit. 
8. Offenb. Ber. 1866/67, p. 61 ii. 62, Taf. I Fig. 1 n. 2. 
Nagespuren an fossilen und lebenden Schneckengehäusen, 
leg. 0. Hoettger. 

Zahnarme. 

Pampas- H. V. Msyei*. Der Schädel von (iljipfndoii vom Rio Matanza, 
formation. südlich vou Bueuos - Aires. 

Palaeontogr. Bd. XIV p. 1—18. 

(t I jip t (> (] on cid r i ji v s ( ) wen . 
Der vollständige Schädel. Taf. I — V. 
Der vollständige Uuterkiefer. Taf. VI n. VII E'ig. 1—3. 
Ein paar Knochen des Hautpanzers. Taf. VII Fig. 4 n. 5. 
Ankauf durch Professor Lucae. 



Kiiikelin. Zwei südamerikanische diluviale Riesentiere. 
Senckenb. Ber. 1883/84 p. 159—164. 
Scelid other in m. 
Tot od an. 
Gipsabgüsse, bezogen von Genf. 

llüsselträger. 

Kinkelin. Über sehr junge Unterkiefer von Klcplids jn-hniucniu.^ Diluvium 
und Elcphas afrkanus. 
Senckenb. Ber. 1886 p. 145-160. 

Einige seltene Fossilien des Senckenbergischen Museums. 
II. Der linke Unterkieferast eines sehr jungen Mammuts aus 
dem diluvialen Sand von Mosbach bei AViesbaden. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XX p. 16—21 mit 
Textflgur und Taf. 1\' u. V. 

E l ep h a s j) y i m igen i n s Blumenb. juv. 
Unterkieferast. 

H. V. Meyer. Säugetierreste bei Frankfurt a. M. 

Notizbl. d. Ver. f. Erdk. in Darmstadt 1858, p. 104. 

Kinkelin. Tertiär und Dihivialbildungeu etc. 

Abhandl. d. geol. Spezialkarte v. Preußen IX Heft 4 }). 265. 
Zahlreiche Zähne und Skeletteile von Elepha:-; primiiienias 

aus verschiedenen Lebensaltern . aus der Umgegend von 

Sachsenhausen, hauptsächlich vom Seehof. 

Kinkelin. Ebendaselbst p. 264. 

Molar von Elcphas antiqiius Falc. von Langen 
leg. et don. E. Wittich. 

Kinkelin. Ebendaselbst p. 263. 

Oberarm von Elephas mitiquiis Falc. von Weilbach. 

H. V. Meyer. Die fossilen Zähne und Knochen von Georgeus- wiitteimiocän 
gem und. 
Suppl. zum Mus. Senckenb. Bd. I. 1834 p. 35. 
Mast od Ol/, august id eil s Cuv. 
Erster Backenzahn aus der rechten Unterkieferhälfte. 
Taf. I Fig. 2a u. b. 



10 



Unpaarhufer (Perissodactylen). 

iwitteimiocän H. V. Me.ver. Die fossilen Zähne und Knoelien von Georgens- 
gemünd 1884. 

Palaeotherium 
Suppl. z. Mus. Senckenb. Bd. I p. 80-92. 

Anch i t h (' r i um a nrel i a n e ) i s c C u v . 
Uuteikieferäste. Taf. VII Fig. 53a u. b, Fig. 54 u. 58. 
Letzter unterer Molar. Taf. VII Fig. 55. 
Vierter unterer Molar. Taf. VII Fig-. 59. 
Vorderster unterer Prämolar. Taf. VII Fig. 53. 
Linke obere Molaren. Taf. VIII Fig. 66abc. 
Zweite und dritte linke obere Molaren. Taf. VIII Fig. 07. 
Rechtes Sprungbein. Taf. XIII Fig. 92a— e. 
Rechtes Fersenbein. Taf. XIV Fig. 97. 
Rechte Zehenglieder. Taf. XIV Fig. 98 u. 99. 

Ehinoceros-SiYtige Tiere p. G2— 80. 
Unterer Schneidezahn. Taf. III Fig. 21 u. Taf. V Fig. 38. 
IV. linker oberer Molar. Taf. V Fig. 45. 
A.<itra(jahis. Taf. XII Fig. 87. 
Os narim/arr. Taf. XII Fig. 88. 
(Js eumiforme, links. Taf. XIT Fig. 89. 
Zweite Phalanx der inneren Zehe. Taf. XI \' Fig. 101. 

Von unbestimmten Tieren : 

Schwanzwirbel. Taf. XIII Fig. 91. 
Schwanzwirbel (? AncMthcrium). Taf XIV Fig. 9ß. 
Phalanx (? Anrhükermm). Taf. XIV Fig. 102. 
Phalanx (? Pnheomeyi/.r). Taf. XIV Fig. 103. 
Geschenk aus dem H. v. Meyerschen Xachlaß. 

untermiooän Kiiikeliii. Sektiousbericlit. 

Senckenb.-Ber. 1896, p. LXXXVII. 

Tapirus helvetirus Meyer. 
Obere und untere Backenzähne. 
Von den Herreu Dyckerhoif Ä: Söhne, Biebrich, leg. Herr 
Aufseher Kun/. 



— 11 — 
Paarhufer. (Artiodactyleii.) 

Schweinsartige oder Vierhufer (Suiden). 

Cuvier. Recherches sur les ossemens fossiles. Tome I. Troisieme Diluvium 
Edition 1825. 
Oomparaison osteolog'ique du g'rand liippopotame fossile avec 
le vivaiit. p. 315— 3 lü. 

Riippell. Otfentliche Rede. 
Museum Seuckenb. III p. 201. 

nipxtopoiatnuH major Cuv. 
vom Val d'Arno. 
Schädel p. 315, Taf. IV Fig-. 1 u. 2. 
Unterkiefer p. 315 u. 316, Taf. IV Fig. 3 u. 4. 
„nebst dem größeren Teil der einen Hälfte des dazu ge- 
hörigen kolossalen Kuocliengerippes". 
Aus dem Kabinet zu tlorenz erworben und geschenkt von 

Dr. Ed. Rüppell. 
Nach Angabe von Herrn Theod. Erckel kam der Unterkiefer 
von Hippopotamus major Cuv. Original in Tausch gegen 
Hcmicardmm retusinn von Florenz nach Frankfurt. 

Kinkeliii. Sektionsbericht. 
Senckenb. Ber. 1897 p. CIV. 

Schröder. Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. 1898. Bd. 51 p. 218. 

Hippo))of(nnHs major (hiv. 

Unterkieferfragmente mit Zähnen. 

nescheuk der Herren D.vckerhoff' A: Söhne in Biebrich a. Rh. 

leg. Herr Aufseher Kunz. 
Die älteste Nachricht vom Vorhandensein von Hippopotamus 

im Mosbaclier Sand kam von H. v. Meyer 1841 (N. 

Jaiirb. p. 241) nach einem hinteren Molar (? in Mainz). 
H. V. Meyer. Fossile Zähne und Knochen von Georgensgemünd iwitteimiooän 
1834, p. 43—62. 

Mifotherimn Soetnm.ei'ringi v. Meyer. 
Eckzahn. Taf. II Fig. 16 u. 17. 
Untere Molaren. Taf. II Fig. 9, a, b u. c. 
Prämolare. Taf. II Fie'. 14 u. 15. 



— 12 — 

? Hi2)2^opota'mns sp. p. 105. 
Backenzahnfragment. Taf. II Fig, 19. 
Alis dem Nachlaß von H. v. Meyer. 

J. (x. Stehliii. Über die Geschichte des Suiden-Gebisses. 

Abhandl. d. Schweizer, paläontolog. Ges. Vol. XXVII (1899). 

Palaeochoerus ^ vom Heßlei'. 

Unterer Canin, p. 238, Taf. VII Fig. 20. 

H 11 f h f r i u m S o e m ?n c r r l n gl c? von Georgensgemünd . 

Unterer Canin, p. 239, Taf. Vit Fig. 18. 

oiigocän 0. Boettger. Über das kleine Aiithracofhcrimn aus der Braun- 
kohle von Rett bei Bonn. 
Palaeontogr. XXIV, p. 163—174 mit Textflg. 1—7. 
Anthracothet'lnm breviceps Troschel sp. 
Rechter Unterkiefer und verschiedene obere und untere Molaren. 
Geschenk des Herrn Hugo Boettger. 

KiukeHu. Fossilien aus tertiären Braunkohlen der Umgegend 
von Frankfurt a. M. 
Senckenb. Ber. 1883/84, p. 175 — 182 mit Taf. I und mehreren 
Textfiguren. 

Myopotanius seckbachensis Kink. 
Sprungbein und Fragmente anderer Skeletteile, 
leg. et don. Herr Bergingenieur Bomnüter. 

Kinkeliii. Sektionsbericht. 

Senckenb. Ber. 1885, p. 68. 

Abhandl. z. geol. Spezialkarte von Preußen, IX. Heft 4 
p. 197. 

AntkracotJteriiim magnum Cuv. 
Eckzahn, Obere und untere Praemolaren und Molaren, 
leg. et don. Herren Bomuüter und Hisgeii. 

Zweihufer oder Wiederkäuer. 

Cervicornier, Geweiliträger. 

Diluvium Rüppell. Öffentliche Rede 1842. 

Mus. Senckenb. III. 1845 p. 202. 

Ceriius euryceros Aid. 

als Tarandus megaceros von Rüppell bezeichnet. 

Schädel mit Geweih. 



— 18 — 

Der Schädel ist ein «-ieschenk vou Sir Philipp Cramptou in 
Dublin an Dr. Ed. Rüppell, welcher ihn dann dem Museum 
einverleibte. 

Der ihm beigefügte Unterkiefer, der seinen Maßverhältnissen 
nach wohl zu dem Schädel gehören könnte, ist ein Geschenk 
(1848) von Graf Enuis Killen; die Färbung läßt übrigens 
erkennen, daß es aus einem anderen Lager stammt. 

Kinkelin. Pliocänsee und ehemalige Mainläufe. 
. Senckenb. Ber. 1889 p. 136. 

Cervus earyceros Aid. aus dem Löß. 
Hinterteil des Schädels, 
leg. et dou. Dr. 0. Boettger. 

Kiukeliii. Kleine Notizen aus der geologisch-paläontologischen 
Sektion. 
Senckenb. Ber. 1898 p. 193. 

Cervus cnri/ccros Aid. aus dem Kies von Rödelheim. 
Uuterkieferrest und Rosenstock. 
(Ion. Herr A. von Keinach. 

Kinkelin. Pliocänsee und ehemalige Mainläufe. 

Senckenb. Ber. 1889 p. 104. 
Geweihreste, als von ÄIces JaUfrons herrührend, hier zuerst 
aufgeführt, bis dahin als Cervus megaceros bezeichnet, 

Schröder. Jahrb. d. Nassau. Ver. f. Natnrk. 1898 Bd. 51 p. 219 
Älces Jatifrous Johns. 

H. v. Meyer. Säugetierreste bei Frankfurt a. M. 
N. Jahrb. f. Min. etc. 1858, I. p. 61. 
Notizbl. d. Ver. f. Erdk. in Darmstadt 1858, p. 134. 

Kinkelin. Abhaudl. z. geol. Spezialkarte in Preußen, IX, 
Heft 4 p. 265. 

Rentierartiger Cervua. größer als ('. Ciuettardi. 

H. v. Meyer. Fossile Zähne und Knochen von Georgeusge- Mittoimiocän 
münd. 1834. 

Palaeomeryx. 

Suppl. z. Mus. Senckenb. Bd. I p. 92. 



— 14 - 

I*alaeomeryx hojani H. v. Meyer. 
Unterkiefer Taf. IX Fig. 75. 
Palaeomeryx sp. 
Linker Oberarm Taf. XI Fig. 84. 
Linke Mittelhand Taf. XI Fig. 85 a u. e. 
Aus dem Naclilaß von H. v. Meyer. 

untermiocän Kiukeliu. Einige seltene Fossilien des Senckenbergischen 
Museums. 
III. Geweihreste aus dem untermiocänenHydrobienkalk vom Heßler. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XX p. 22 — 35. 
Yerh, d. Naturf. Vers, in Frankfurt a. M. 1896. p. 219—222. 

A. Körig. Die phylogenetischen Gesetze der Geweihentwickelung. 
Archiv f. Entwickelungsraechanik der Organismen von W. Roux, 
X, 4, 190U, p. 529 ft'. 

Dremotlieritim f ciguouxl Geoft'r. 
Rechter LTnterkieferast und ein Unterkieferfragment. 
Molarteil eines Oberkiefers. 
Geweihreste Taf. VI Fig. 3-0. 
Hintere und vordere Metapodien. 
Sprungbeine. 
Kleiner Fal dco in c n/.r sp. = Ampitif ra(j al n s jximdi Filh. 
Unterkieferfragment. 
Geweihfragment. Taf . VI Fig. 2. 
leg. H. Lauber. 

Kiiikeliii. Kleine Notizen aus der geolog - paläont. Sektion. 
Senckenb. Ber. 1895 p. 195. 

Ämphifyny nl II s pomc/i Filh. 
Ein vollkommener Unterkieferast. 
don. die Herren Dyckerlioff & Söhne in Biebrich a. Rh. 
leg. Herr Aufseher Kuuz. 

oberoiigocän Kiiikeliii. Einige seltene Fossilien im Senckenbergischen Museum. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XX p. 85. 
Falaromcij/.r sp. aus dem Landschneckenkalk bei Flörsheim. 
Unterkieferast. 
Schienbein. 



— 15 — 

Cavicornier. Hohlhörner. 

H. V. Meyer. Über fossile Reste von Ochsen, deren Arten und Diluvium 
Vorkommen. 

1. Schädel No. 9 der Ausmessungen. 
Nova acta Vol. XVII p. 132 u. 138, Taf. XI. 

Cuvier. Recherches des ossemeus fossiles. Bd. IV p. 153. 

de Faujas. Ann. du Mus. II p. 194. 

Leptohos sp. 
bisher als Bmm priscus ?? Boj. aus Ungarn ? ? bezeichnet. 
Gi-esehenk der Familie Salzwedel 1819. 

2. Schädel No. 7 der Ausmessungen. 

Nova acta Vol. XVII p. 121—128, Taf. VIII Fig. 1—1. 
Bison prlscKs Bojanus sp. 

bei Sandhof en in der Nähe von Mannheim 182ö aus dem 
Rhein gezogen. Es ist der vollständigste Schädel eines 
Bison priscus Boj. sp., der außerdem noch durch eine 
Knochenwunde auf der Stirn Interesse bietet. 

3. Becken. 
Nova acta Vol. XVII p. 129-131, Taf. IX Fig. 5—7. 
Bison priscus Boj. 
Becken. 
1827 ebenfalls bei Saudhofen gewonnen. 

4. Schädel No. 8 der Ausmessungen. 

Nova acta Vol. XVII p. 131 u. 132, Taf. X Fig. 8 u. 9. 
Brocch. Conchil. foss. appennin. I p. 193 No. 2. 

Bison priscus Boj. 
Dies Schädelfragment kommt aus dem Po bei Pavia und ist 
1821 von Dr. Ed. Rüppell geschenkt worden. 

5. Schädel No. 36 der Ausmessungen. 
Nov. acta Vol. XVII p. 152—155, Taf. XII A. 

Bos trochoceros H. v. Meyer. 
Ein Geschenk von Dr. Ed. Rüppell 1828, stammt von Sieua. 
(Brocch. Conch. foss. subappennin. I p. 193 No. 10. 
Soldaui „Saggio orithografico" Siena. 1780 Taf. 24 Fig. 103, 
Schädel No. 36, lag früher im Museum von Florenz.) 



— 16 — 

H. Schädel No. 16 der Aiismessuugeu. 
Nov. act. XVII p. 188. 

(Bi'occli. Concli. foss. subapp. I p. 193 No. 3). 
Hornkeru von Toiiaro. 
H. V. Meyer. Die Torfgebilde von Enkheim etc. 
Oclis {Bos ]»•},»} iijcnius). 
Mus. Senckenb. II p. 59. 

Bos primiyenius Boj. 
Schädelfragment mit rechtem Hornkeru von Seligenstadt. 
Geschenk der Serviereschen Familie 1831. 

H. V. Meyer. Säugetierreste bei Frankfurt a. M. 
Notizb. d. Ver. f. Erdk. iu Darmstadt 1858 p. 104. 

Bison priscus Boj. 
Schädelfragment mit Hornkeru von Seehof. 

Kinkeliii. Tertiär- und Diluvialbildungeu. 

Abhandl. z. geol. Karte v. Preußen, IX. Heft 4 p. 259. 

Schröder. Revision der Mosbacher Säugetierfauua. 
Jahrb. d. Nassau. Ver. f. Naturk. 1898 Bd. 51 p. 222. 

Bison priscus Boj. in Mosbach. 

Kiukeliii. Einige seltene Fossilien des Senckenbergischeu 
Museums. 
I. Beschreibung des natiirlichen Schädel-Ausgusses eines Bison 
prisc/is Boj. aus den diluvialen Sauden vom Heßler bei 
Biebrich - Mosbach. 
Abhandl. d. Seuckenb. Naturf. Ges. XX. p. 1-15 Taf, I-IV. 
Gehirn von Bison priscus Boj. 

Geschenk der Herren Dyckerhoff Ä: Söhne in Biebrich. 
leg. Herr Aufseher Kunz. 

Reptilien. 

Sauropteryg'ier. 

Jura H. V. Meyer. Thaitmafosaiirus ooUthicus, der fossile Wunder- 
Saurus aus dem Oolith von Neuffen in Württemberg. 
Jahrb. f. Mineral, etc. 1841 p. 176—184. 



— 17 — 

Thauniatosaurus oolithicus H. v. Mejer. 
Schädelfragment mit Zähnen und Zahnalveoleu. 
Halswirbelf ragment. 
Rückenwirbel. 
Rippenfragraent. 

Geschenk des Herrn Berge in Stuttgart 1847. Im N Jahrb. 
wird Herr Dr. Schmidt von Neulfen als Finder genannt, 

Gr. A. Bouleiiger. On a Nothosaurian Reptile from the Trias Trias 
of Lombard}', apparently referable to Lariosaurus. 
Transact, of the Zoologie. Soc. of Loudon. Vol. XIV part. 1 
plate I 1896. 

Lar iosaur HS hals ami Curioni sp. 
Gauzes Skelett. 
Geschenk von Dr. E. ßüppell. 

H. V. Meyer. Knochen und Zähne aus dem Muschelkalk. 
Mus. Senckenb. Bd. I 1834 p. 15 u. 17. Taf. II Fig. 1—6. 

Testudiuaten (Schildkröten). 

H. V. Meyer. Die Torfgebilde von Enkheim und Dürrheim, haupt- Aiiuvium 
sächlich in Rücksicht auf ihre animalischen Einschlüsse. 
Mus. Senckenb. Bd. II 1837. 

JEmys tuvfa H. v. Meyer. 
Rückenpanzer Taf. V Fig. 1, 2 u. 4. 
Bauchpanzer Taf. V Fig. 3. 

Schulterblatt, zwei Coracoid, Hüft- und Schambein, beide 
Unterkiefer, linkes Schulterblatt, beide Acromien, Ober- 
arme, Oberschenkel, das linke Hüft- und das rechte 
Sitzbein. 
Geschenk von Herrn Friedrich Meyer in Enkheim an H. v. 
Meyer 1833. 

E7nys europaea L. 
Rücken- und Bauchpanzer p. 63. 
Nuchalplatte gabelförmig gestaltet Taf. V Fig. 5. 

Alle Reste kamen aus dem Nachlaß von H. v. Meyer in das 
Museum. 



— 18 — 

untermiocän A. V. ReiuRch. Schüdkrötenreste im Mainzer Tertiärbecken und 
in benachbarten, ungefähr gleichaltrigen Ablagerungen. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XXVIII 1900. 

Testudo profnarglnata v. Reinach. 
(Nordbassin in Frankfurt a. M. und Erbstadt.) 
Taf. I Fig. 1—6, Tai II Fig. 1—3, Taf. Ill Fig. 1—6, 

Taf. IV Fig. 25—32. 
leg. et don. Kinkelin und v. Reinach. 

Testudo ptychogastroides v. Reinach. 
(Erbstadt.) 
Taf. V Fig. 1—3. 
leg. et don. v. Reinach. 

Ptychogaster heeri Portis. 
(Erbstadt.) 
Tal IV Fig. 1—18, Taf. XVII, XVIII, XIX. 
leg. et don. v. Reinach. 

Ptychogaster erbstadtanus v. Reiuach. 
Taf. II Fig. 4—5. 
leg. et don. v. Reinach. 

Ptychogaster francofurtanus v. Reinach. 
(Nordbassin in Frankfurt a. M.) 
Tal XX. 
leg. et don. Kinkelin. 

Ptychogaster roefnerl v. Reinach. 
(Mühltal b. Wiesbaden.) 
Taf. XXI. 
don. V. Reinach. 

Ptychogaster boettgeri v. Reinach. 

(Heßler b. Biebrich.) 

Taf. XXII, XXIII, XXIV u. Taf. IV Fig. 19—20, Taf. XXVI 
Fig. 3 u. 5, Taf. XXVII Fig. 2 u. 4. 

don. die Herrn Dyckerhoff in Biebrich a. Rh., leg. Herr Auf- 
seher Kunz. 

Ptychogaster kinkelini v. Reinach. 
(Heßler b. Biebrich.) 
Taf. XXVIII, Taf. XXIX, Taf. IV Fig. 21—24. 
leg. H. Lauber. 



— 19 — 

I*ronialacoelenifnys boulengeri v. Reinach. 

(Heßler b. Biebrich.) 
Taf. XXX. 

Geschenk der Herrn Dyckerhoff in Biebrich, leg. Herr Auf- 
seher Kunz. 

Ocaclia hessleriana v. Reinach. 
(Heßler b. Biebrich.) 
Taf. XXXI Fig. 1—4. 
leg. H. Lauber. 

Trionyoc fuesselianus v. Reinach. 
(Messel b. Darmstadt.) 
Taf. XLI u. XLII Fig. 1—8 

Geschenk der Herren A. v. Reinach hier und Hofrat Kehrer 
in Heidelberg. 

Theromorphen. 

Theriodonten. 

H. V. Meyer. Reptilien aus dem Kupfersandstein des West- Perm 
Uralischen Gouvernements Orenburg. 

Palaeontogr. XV p. 95—124 Taf. XV— XXI. 

H. Seeley. Researches on the structure organisation and 

classification of the fossil Reptilia. 
VIII. Further evidences of the skeleton in Deiderosaiirus and 

Rhopalodon, from the Permian rocks of Russia. 
Philosophoc. Transact, of the Royal Soc. of London Vol. 185 

(1894) mit Textfig. 1, 2, 9 u. 14. 

Trautschold. Nouveaux memoires de la Societe imperiale des 
naturalistes de Moscou. Tome XV. 

Deuterosa u r n s Eichw. 
Femur Taf. XIX Fig. 1—3. 
Unterkiefer, Gelenkende (det. H. G. Seeley 1892 in Uteris) 

Taf. XVI Fig. 6 u. 7, Taf. XIX Fig. 4 u. 5. 
Schulterbein Taf. XX Fig. 1 u. 2. 

Rechte Beckenpfanne Taf. XVII Fig. 3 u. 4. 

2* 



— 20 — 

Rhopalodon Fischer. 
Humerus, links und rechts und ein proximales Ende Taf. XV 

Fig. 5 u. 7, Taf. XVI Fig. 1, 2, 3 u. 5. 
Scapula, obere Eudstrecke Taf. XVIII Fig. 1 u. 2. 
Schultergelenkgrube Taf. XVII Fig. 1 u. 2. 
Tibia Taf. XXI Fig. 9—11, Taf. XX Fig. 3—8, 9—11. 
Schädelbasis mit Hinterhauptsloch Taf. XXI Fig. 2 u. 3. 
Rippe Taf. XXI Fig. 4 und ein fragmentärer Wirbel. 

Von einem unbestimmten Tier. 

Humerus Taf. XVIII Fig. 4-8. 
Von den in der v. Meyer sehen Abhandlung beschriebenen 

und abgebildeten Stücken fehlt das Zahufragment Taf. XXI 

Fig. 5 u. 8 und der Wirbel Taf. XV Fig. 1—4. Zwei 

Wirbelfragmente sind da. 
Geschenke des Herrn Major Wangenheim von Qualen an 

Herrn H. v. Meyer, also wohl aus dem Nachlaß von 

H. V. Meyer stammend. 

Crocodilier. 

untermiocän Kinkelin. Fossiücn aus Braunkohlen der Umgegend von Frank- 
furt a. M. 
Senckenb. Bericht 1884 p. 165 ff. 

Diploct/nodon darwini R. Ludw. sp. 
DipJocynodon ehertsi R. Lud\v. sp. 
Hautknochen und Skeletteile 
stammen aus den untermiocänen bituminösen Schiefern von 

Messel bei Darmstadt, 
leg. et don. die Herren Caesar Straus und J)r. 0. Boettger. 

Oberer Malm H. v. Meyer. Neue fossile Reptilien aus der Ordnung der 
Saurier. 
Nova acta Bd. XV p. 173—194, Taf. LXI u. LXII. 

Mhaeheosffurus grf(eUis v. Meyer 

aus dem lithographischen Schiefer von Daitiug bei Ingolstadt. 

Gekauft und geschenkt von Dr. Küppell, wovon H. v. Meyer 

nichts erwähnt. Die Präparation geschah durch H. v. Meyer. 



— 21 — 

H. G. Bronn und J. J. Kaup. Abhandlungen über die gavial- oberer uias 
artigen Reptilien der Liasformation, 1841, Stuttgart. 
I. Untersuchung zweier Gavial - Skelette und der Gaumen 
zweier anderen aus den Boller Liasschiefern etc. von 
H. G. Bronn p. 23 u. 24. 
Mystriosaurns des Senckenbergischen Museums, Broun. 

A. Wagner. Abhandl. der kgl. bayer. Akademie d. Wissen- 
schaften zu München Bd. V p. 542 ff. 

d'Alton und Burmeister. Der fossile Gavial von Boll. Halle 
1854, p. 71. 

Mystriosaurus hollensis Cuv. sp. 
(= sencUenhergianus Br.) 

Küppell nennt das Exemplar in seiner öffentlichen Rede 1842 
Mydriosaurus laurcHlard/ Kaup und bezeichnet es als das 
größte und vollständigste Skelett eines MystriomwKs in 
Deutschland, das es wohl noch ist. 
Geschenkt wurde es zusammen mit einer Anzahl von Ichtkyo- 
sanren (1 großer /. aciitirostris, 1 großer und 3 kleine 
I. qnadiiscissus) von Metzingen in Württemberg von den 
Herreu F. A. Bernns, Fr. Bernus-Bufay, M. v. Beth- 
mann, Andreas Finger, dJ. t. St. Oeorg, Jean Noe 
Gogel, A. (irruneliiis, Herrn, v. Meyer, Baron Ansolni 
V. Rothschild, Ed. Rüppell, M 0. Seyff'erheld 

H. v. Meyer hat von dem Mystriosaums unseres Museums eine 
schöne Zeichnung gefertigt, die sich wohl im Besitz der 
Redaktion der Palaeontographica befindet, da vom Testa- 
mentsvollstrecker Herrn Dr. Häb erlin sen. alle nachge- 
lassenen Zeichnungen von Fossilien an diese abgegeben 
wurden. 

Lepidosaurier. 

Lacertilier (Eidechsen). 

Boettger. Über Gliederung der Cyrenenmergelgruppe im Mainzer oiigocän 
Becken. 
Senckenb. Ber. 1873/74 p. 79. 



— 22 — 

Boettger. Über die E'auna der Corbiculaschichten im Mainzer 
Becken. 
Palaeontogr. Bd. XXIV p. 197. 

Propseudopus niogiintuius Boettg. 
Schuppen und Skeletteile. 
Ein vollständig erhaltenes Skelett von Pseudopus mogunünus 
Boettg. aus der Braunkohle von Rott bei Bonn — ein 
Geschenk von Herrn Hugo Boettger — ist noch nicht be- 
schrieben. Schuppen auch in den Letten der Niederräder 
Schleusenkammer etc. 

Pythomorphen. 

Obere Kreide Rüppell. Öffentliche Rede. 

Mus. Senckenb. Bd. III p. 204. 

Mosasaurus camper i H. v. Meyer. 

Dr. E. Rüppell hat 1830 von Mosasaurus in Holland große 
Skelettstücke — die beiden Schulterblätter, mehrere Rippen, 
einige Wirbel und Phalangen — zu dem im Jardin des 
Plantes in Paris aufgestellten Kopf des Mosasavrns gehörig, 
acquiriert und der Gesellschaft geschenkt ; der größte Teil 
des Rumpfes desselben Tieres befindet sich nach der 
v. Meyerschen Etikette in Leyden. 

Der Gipsabguß des IfosasaMrw.s - Kopf es ist ein Geschenk 
Ciiviers an Thomas von Soemmerring bei dessen öOjähri- 
gem Doktorjubiläum. Die Soemmerringschen Erben haben 
ihn schließlicli der Gesellschaft verehrt. 

Ophidier Schlangen. 

untermiocän Kiiikeliii. Der älteste Giftzahn aus den untermiocäneu Hydrobien- 
schichten vom Heßler bei Mosbach. 
Zoolog. Anzeiger 1892 No. 386. 
D. Cope. 

Zoolog. Anzeiger 1892 No. 393. 
Kinkelin. Einige seltene Fossilien des Senckenbergischen 
Museums. IV. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XX p. 36—40 mit 
Textabbildung a — c. 

Provipara boettger i Kink, 
Giftzahn — ein Unikum. 



— 23 — 



Amphibien. 

Rüppell. Beschreibung des im Senckenbergisdien naturhisto- Tertiär, 
risclien Museum befindlichen Exemplares von Andrias obermiocän 
sckeuchxeri. 
Mus. Senckenb. Bd. III, 1845, p. 203 und 215-217 Taf. XIII. 
Dieses Stück wurde zuzüglich eines zweiten, ziemlich voll- 
ständigen Stückes mit einer Reihenfolge von Schwanzwirbeln 
vom I. Direktor der Gesellschaft, Dr. Neuburg 1825 ge- 
kauft. Als Rüppell 1834 von Abessinien zurückkam, hat 
er darauf aufmerksam gemacht. H. v. Meyer, der bis 1840 
die palaeontologische Sektion verwaltet und benutzt hat, 
wußte aber, wie Rüppell berichtet, von der Existenz dieses 
Stückes im Museum nichts, als er 1832 seine Palaeologica, 
in denen er u. a. Andrias tschudii von Rott bei Bonn be- 
schrieb, publizierte. Das Stück, war 1842 der vierte bekannte 
Avdrias schenchxeri Tschudi, das in der Rede beim 25 jährigen 
Stiftungsfest von Rüppell besprochen wurde. 
Andriaa scheuchxeri Tschudi. 

Wolterstorff. Über fossile Frösche, insbesondere das Genus untermiocän 

T^ , 7 , 7 Tr von Weisenau 

Falaeooatrachus. 11. 
Jahrb. d. Naturwissenschaft!. Ver. zu Magdeburg 1887 für 1886 
mit Taf. X— XIII. 

H. V. Meyer. Summarische Übersicht der fossilen Wirbeltiere 
des Mainzer Tertiär-Beckens mit besonderer Rücksicht auf 
Weisenau. 
N. Jahrb. f. Min. etc. 1843 p. 395 und 396. 

Palaeobatrachus cf. gigas v. Meyer. 
Unterkiefer. Taf. XI Fig. 1—7. 
Clavicula. Taf. XI Fig. 17. 
Scapula. Taf. XI Fig. 13 und 14. 
Antibrachium (Vorderarm). Taf. XII Fig. 1—7. 
Ilium. Taf. XII Fig. 14—20. 
Unterschenkel. Taf. X Fig. 8 und 9, Taf. XII Fig. 28—31. 

JPalaeohatracJius cf. gigas v. carinata Wolt 
Humerus. Taf. XI Fig. 21 und 24. 

I*alaeohatrachus cf. gigas v. subcarinata Wolt. 

Humerus. Taf. XI Fig. 29. 



_ 24 — 

Palaeohatrachus interniedlus Welt. 
Unterkiefer. Taf. XI Fig. 8 und 9. 
Coracoid. Taf. XI Fig. 18—20. 
Humerus. Taf. XIII Fig. 2 und 4. 
Antibrachium. Taf. XII Fig. 8 und 9. 
Ilium. Taf. XII Fig. 21 und 23. 
Femur. Taf. XII Fig. 27. 
Unterschenkel. Taf. XII Fig. 32. 

JPalaeohatrachus fallaoß Wolt. 
Unterkiefer. Taf. XI. Fig. 10. 
Scapula. Taf. XI Fig. 15. 
Humerus. Taf. XIII Fig. 5 und 7. 
Antibrachium. Taf. XII Fig. 12 und 13. 
Ilium. Taf. XII Fig. 26. 
Unterschenkel. Taf. XII Fig. 33 und 34. 

JPalaeohatrachus ealearmis Wolt. 
Scapula. Taf. XI Fig. 16. 
Coccyx. Taf. XI Fig. 12. 

Palaeohatrachus V. laevis. 
Humerus. Taf. XIII Fig. 9. 
Oberoiigocän Rüppell. Beschreibung des Palaeohatrachus goldfussii. 
Mus. Senckenb. Bd. III p. 220—222 Taf. XV. 
H. V. Meyer. Palaeohatrachus goldfussi Tsch. 

Palaeontogr. VII p. 44 Taf. I. 
Wolterstorff Palaeohatrachus grandipes Gieb. 

Jahrb. d. Naturw. Ver. zu Magdeburg f. 1887 p. 22—28 
Taf. VII Fig. 5. 

Palaeohatrachus grandipes Gieb 
aus dem Braunkohlenschiefer der Orsberger Grube bei Erpel a. Rh. 
Rüppell hat das B'ossil unter dem wertlosen Ausschuß der 
Dubletten, wie er sagt, gefunden. Von wem es stammt, ist 
nicht bekannt. Nach Wolterstorff* ist das Stück die Gegen- 
platte des Dresdener Originals von Pal. grandipes Gieb. 
Wolterstorff*. Über ein Exemplar von Rana meriani v. Meyer 
im Senckenbergischen Museum zu Frankfurt a.M. 
Senck. Ber. 1901 p. 39-44 Taf. I. Fig. 1 und 2. 

Rana meriani v. Meyer, 
don, Herr Hugo Boettger. 



— 25 — 

Rüppell. Öffentliche Rede 1842. Trias. 

Beschreibung des im Frankfurter Museum befindlichen Reliefs Buntsandstein 
der Trittspuren aus dem Heßberger Steinbruch bei Hildburg- 
hausen. 
Mus. Senckenb. Bd. III p. 205 und 217—219 Taf. XIV. 
Chir other iwin Kaup. 
Labyrinthodon Owen. 
Penny Cyclopedia Vol. XX p. 341. 

Geschenk des Herrn Meyer, des Chefs des Bibliographischen 
Instituts in Hildburghausen 1841. Rüppell bezieht die 
netzförmig sich kreuzenden Leisten auf vierkantige Stengel 
einer saftigen tropischen Schlingpflanze, an der Sprossen, 
Ranken und Blüten zu erkennen seien; es sind jedoch 
Abdrücke von Trockenrissen im Sandstein. 



Fische. 

Smith Woodward. ConsideragOes sobre alguas peixes terciarios Tertiär. 
dos schistos de Taubate, Estado de S. Paulo, Brazil. 
Revista do Museu Paulista Vol. III, 1898, com Estampas 
II— IV p. 63—70. 

Arius iheringi A. S. W. (Siluride) Fig. 2. 
Pe7'cichthys antlqutis A. S. W. (Serranide) Fig. 0. 
Acara sp. (Chromide). 
Im Tausch mit Herrn Professor Dr. von Jlieriiia' erworben. 



Kinkeliu. Die Schleusenkammer Niederrad und ihre Fauna. 
Senckenb. Ber. 1883/84 S. 250—255 Taf. III. 

Alhurruis mloeeniciis Kink. Fig. 3 — 12. Schlundzähne. 

Tinea franropfrtana Kink. Fig. 13. Schlundzahn, 
leg. et don. F. Kiukelin. 

Kiiikeliii. Die Schleusenkammer Frankfurt-Niederrad und ihre 
Fauna — Lepidosteus strausi. 
Senckenb. Ber. 1883/84 p. 244-250 Taf. III Fig. la und b. 
Schuppe. 

Aiidreae. Vorläufige Mitteilungen über die Ganoiden LepidosteKs 
und Anna des Mainzer Beckens. 
Verhandlungen des Naturhistor. Med. Vereins zu Heidelberg 
N. F. Bd. V Heft 1. 



Untermiocän 



26 



Mittelmiocän 



Untermiocän 



Aiidreae. Beiträge zur Kenntnis der fossilen Fische des Mainzer 
Beckens. 
Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. XVIII p. 359 Taf I. 

Lepiilosteus stransi Kink. 
Schnauzenfragment von der linken Seite. Fig. 1. 
Fragment des Schuppenpanzers aus der Rumpfregion. Fig. 5. 
Schuppe aus der Rumpf region. Fig. 7. 
Schuppe aus der Schwanzregion. Fig. 6. 
don. Herr Caesar Straus. 

Anila kehreri Andr. 
Kopfknocheu und Wirbel. 
Schwanzflosse. Fig. 23. leg. Herr Ankelein. 
Wirbel aus der Rurapfregion. Fig. 22 a und b. 
Wirbel aus der Schwauzregion. Fig. 21a, b, c. 
Geschenk des Herrn Professor Dr. A. Andreae. 
H. V. Meyer. Vorkommen des Lebias meyeri Ag., eines fossilen 
E'isches im Thou von Frankfurt a. M. 
Museum Senckenbergianum Bd. I p. 288 — 292. 
Lebias meyeri Ag. 

Oeyler. Verzeichnis der Tertiärflora von Flörsheim. 

Senckenb. Per. 1873/74 p. 11. 

Senckenb. Ber. 1882/83 p. 287. 

Amphisiße heinrichii Heckel. 
E. Koken. Über Fischotolithen, insbesondere über diejenigen der 
norddeutschen Oligocän- Ablagerungen . 

Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. 1884 p. 500 Taf. IX— XII. 

Neue Untersuchungen an tertiären Fischotolithen IL 

Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. 1891 Bd. 43. p. 77—170 Taf. I— X. 

leg. et don. DDr. 0. Boettger, F. KinkeHn und 0. Meyer. 

Otolithiis (Berycidariim) austriaeus Kok. Michelsberg 
b. Hermannstadt. 

Otolithus {Berycidariim) mediterraneus Kok. Grusbach. 

Otolithus ( Gobius) vicinalis Kok. Unter- u. Oberfeld (Krain). 

Otolithus {Berycidarum) rhenantis Kok. Nieder-Ingelheim. 

Otolithus [Sciaena) irregularis Kok. W^eisenau. 

Otolithus (Percidarum) aequalis Kok. Weisenau etc. 

Otolithus {Percidarum} moguntinus Kok. Weisenau. 

Otolitus {Oobius) franeofurtanus Kok. Eckenheim etc. 



27 — 



Otolithiis 
Otolithiis 
Otolithiis 



Otolithus {Ophidiidarum) boettgeri Kok. 



Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 
Otolithus 

hausen. 
Otolithus 
Otolithus 



Merluccius) emarginata Kok. 
Baniceps) latisulcatus v. y, o, s Kok. 
Qadi) elegans Kok. auch N. Kaufungen. 



Oberoligocän 

Cassel. 



olim hiscissus Kok. 



Sciaena) irregularis Kok. 

Corvina) gihberulus Kok. 

Trachitius) verus Kok. 

Trachinus) mutabilis Kok. 

Berycidarum) parvulus Kok. 

Percidarum) varians Kok. 

Sparidarum) gregarius Kok. 

incert. sed.) minor Kok. und N. Kaufuugen. 

Oobiidarum) dispar Kok. Hainerweg in Sachsen- 



incert. sed.) hessovicus Kok. Vilbel. 
Ophidiidarum) difformis typ Kok. Hermsdorf. 

— — V. joachimica Joachimsthal. 

— — V. acutangula Offenbach. 

— — V. hermsdorfensis Hermsdorf. 
Otolithus (Ojjhidiidarum) cf. occultus Kok. Offenbach. 
Otolithiis {Trigla) ellipticuH Kok. Offenbach. 
Otolithus {incert. sed.) umhonatus Kok. Offenbach u. Hermsdorf 
Otolithus argillaceus Kok. Offenbach. 

Otolithus (Arius) gerttianicus Kok. 
Otolithus [Arius) vangionis Kok. 
Otolithus {Bancipes) latisulcatus typ Kok. u. var. 
Otolithus {Bancipes) latisulcatus Kok. vare 
Otolithus (Gadi) elegans Kok. 
Otolithus {? Bhombus) rhenanus Kok. 
Otolithus {Corvina) gibberulus Kok. 
Otolithus {Sciaenidarum) insignis Kok. 
Otolithus {Hoplosthethus) ostiolatus Kok. 
Otolithus {Serranus) distinctus Kok. 
Otolithiis {Percidarufn) varians Kok. 
Otolithus {Percidarum) plehejus Kok. 
Otolithus {Sparidarum) gregarius Kok. 
Otolithus {Agonus) primas Kok. 
Otolithus {incert. sed.) minor Kok. 
Otolithus {incert. sed.) hessovicus Kok. 



Ob.Mitteloligocän 
CCyrenen mergel]. 



Mittl. Mltteloligo- 
cän (Rupelthon). 



Unt. Mittel- 

oligocän (Unterer 

Meeressand) von 

Waldbückel- 

heiiu und 

Weinheim. 



^ 28 — 

Jura. Rüppell. Abbildungen und Beschreibungen von Versteinerungen 
Ob. Malm yQj^ Solenhofeu 1829. 

I. Merkwürdige versteinerte Schuppenhaut eines unbestimmbaren 

Tieres, vermutlich aus der Klasse der Reptilien p. 11 — 12 
Tat'. IV. 
Diese Bestimmung hat Rüppell später (Mus. Senckenberg. 
Bd. III p. 207 Anm.) korrigiert. 

Agassiz. Recherches sur les poissons fossiles. 

Vol. II p. 251, Taf. 30 Fig. 7, 8 und 9 und Tal 29c Fig. 1. 
Lejjidotfts utigiiieiilatus Ag. von Dettingen. 

don. Dr. Ed. Rüppell. 
Rüppell. Abbildungen und Beschreibungen etc. 1829. 

II. t 'bereine zu den Holothurien gehörige Versteinerung p. 10 — 11 
Taf. III Fig. 3. 

Dieses Fossil hält Rüppell später, indem er sich Agassiz an- 
schließt, für das Bruchstück des Darmkanals eines großen 
Fisches (Mus. Senckenb. III p. 207). 

Nach dem Urteil von Herrn Dr. 0. M. Reis ist es der Ge- 
schlechtsanhaug von einem großen Selachiei', etwa von 
Notidanus eximius (1895). 

don. Dr. Ed. Rüppell. 

H. Y. Meyer. Chimaera (Ganodus) ruita aus dem lithographischen 
Schiefer von Eichstätt. 
Palaeontogr. X p. 87—95, Taf. XII. 

Cliitnaera (Ganodits) avita Meyer. 
Aus dem H. v. Meyerschen Nachlaß. 

Agassiz. Poissons fossiles. Vol. II p. 137, Taf. 46 Fig. links oben. 

AsirkTorhiftieliiis aciftirostris Ag. 

la tete separee. 

Aus dem Nachlaß von Hermann von Meyer. 

Ein ganzer Fisch im Museum stimmt fast völlig mit der unteren 

Figur auf Taf. 46, ein Geschenk von Dr. Rüppell. 

Trias. Deecke. Über Fische aus verschiedenen Horizonten der Trias. 
Palaeontogr. Bd. 35 p. 97—138, Tai. VI und VII. 
Heptane^na paradoxa Rüppell, 
Allolepi^otus fiotJiosomokles Deecke, 
Semionotus altolepis Deecke. 



Muschelkalk. 



29 



Letzterer ist nach Schell wien kein Semionotus, sondern, den 
Kopfknochen nach zu urteilen, zu den Catopteriden gehörig. 
(Über Seif/ionot/ts Ag. in den Schriften der Physikalisch- 
ökonomischen Gesellschaft in Königsberg i. Pr. 1901 p. 25.) 

Arehaeosemioiiotus conncetens Deecke. 
Ophiopsis leptiirus Bell sp. 
Pholidophortis oblongus Bell sp. 
Prohalecites porro Bell sp. 

Otto M. Reis. Illustrationen zur Kenntnis des Skelettes von 
Acaidhodes bromii Ag. 
Abhandl.d.vSenckenb. Naturf. Ges. Bd. 19 1895, Tal I Fig. 1—5. 

Otto M. Reis. Das Skelett der Pleuracauthiden und ihre syste- 
matischen Beziehungen. 
Abhandl. d. Seuckenb. Naturf. Ges. Bd. 20 1897, Taf. I Fig. 6. 

Autou Fritsch. Die Fauna der Gaskohle und der Kalksteine 
der Permformation Böhmens. II. Bd. p. 109 — 112 mit Text- 
flg. 186—188. 

Orthaeanthiis senckenhergianiis A. Fritsch. 
Ganzer Fisch. Unicum. 



Perm. 

Lebach. 



Insekten. 

Carl von Heydeu. Gliedertiere aus der Braunkohle des Nieder- 
rheins, der Wetterau und der Rhön. 
Palaeontogr. X, 1861—63. 
Linff t rette r f UM ca Heyd. Taf. X Fig. 24. 
Neptienla fossiUs Heyd. Taf. X Fig. 2, leg. Plock. 
Plujtoptus anfiquHs Heyd. Taf. X Fig. 1. Galle. 
Obet'ea praeiHOrttiff Heyd. Taf. X Fig. 23. 
CecidoniyUr* diihia Heyd. Taf. X Fig. 24. 
leg. 0. Böttger, don. C. von Heyden. 

Carl von Heyden und Lucas von Heyden. Fossile Insekten 
aus der Braunkohle von Salzhausen. 
Palaeontogr. Bd. XIV p. 31—35, 1865, 1866. 
Senckenb. Ber. 1901 p. 115—118 mit Textfig. 2 von 

Pentatoma boettyei'i Heyd. 
Lebia arnissa Heyd. Taf. IX Fig. 13. 



Tertiär 
Unterm iooän 



— 30 — 

Attagenus extinetus Heyd. Taf. IX Fig. 14. 

Afithadcia carhotiapia Heyd. Taf. IX Fig. 15 und 16. 

Anthaxia deleta Heyd. 

Anthaxla? primaeva Hejd. 

SphenoiHera knojn Heyd. Taf. IX Fig. 17. 

Helops wetteravlciis Heyd Taf. IX Fig. 18. 

liema tunmlata Heyd. Taf. IX Fig. 19. 

Clytlira carhonafia Heyd. Taf. IX Fig. 20. 

Pentatoitia boettf/et'l Heyd. Taf. IX Fig. 22. 

Bihliopsis crwhonuni Heyd. Taf. IX Fig. 21. 

leg. et den. 0. Boettger. 

Kinkelin. Die Schleusenkammer Fraukfurt-Niederrad und ihre 
Fauna. 
Senckenb. Ber. 1883/84 p. 256, Taf. Ill Fig. 20. 
Hinterleib einer Canfharlde (Larve oder Weibchen). 

G. Breddiu. Wanzen aus den untermiocäneu Braunkohlen von 
Salzhauseu. 
Senckenb. Ber. 1901 p. 111 mit 2 Textliguren. 
I*entatonia kinkelini Bredd. 
Pentatoma boettgeri Heyd. 

leg. et don. 0. Boettger. 

Jura H. A. Hagen. Über die Nexropteren aus dem lithographischen 
o""- "3'™ Schiefer in Bayern. 

Palaeontogr. Bd. X p. 96—145. 
Thermes heros Hagen. Taf. XV Fig. 1. 
Mphefnera cellulosa Hagen. Taf. XV Fig 3. 
Ephemera? proceva Hagen. Taf. XV Fig. 2. 
Mphemera tnortua Hagen. Taf. XV Fig. 5. 
Aijriofi? eichstettense Hageu. Taf. XIV Fig. 5. 
Euphea? niultinevvis Hagen. Taf. XIV Fig. 2 — 4. 
Euphea longiventris Hageu. Taf. XIII Fig. 7 und 8. 
Heterophila aequalis Hagen. Taf. XIII Fig. 4 — 6. 
Petalia? lonyialata Germ. $. Taf. XIII Fig. 1. 
Pentalura ivittei Giebel sp. 
Anax charpentieri Hagen. Taf. XV Fig. 4. 
Locusta? amanda Hagen. Taf. XV Fig. 4. 
Wahrscheinlich aus dem Nachlaß von Herrn, von Meyer. 



— 31 — 

Deichmüller. Über zwei Blattinareste aus den unteren Lebacher Perm 
Schichten der Rheinprovinz. 
Senckenb. Ber. 1887 p. 89—94. 

JEtohlattina orjiatissinia Deichm. Taf. III Fig. 1. 
Btohlattina rollei Deichm. Taf. Ill Fig. 2. 
Beide von Grügelborn bei St. Wendel, leg. et don Dr. F. Rolle. 

Krebse. 

Decapodeii. 

H. V. Meyer. Tertiäre Dekapoden aus den Alpen, von Oningen Tertiär 
und dem Taunus. iwitteioiigooän 

Palaeontogr. Bd. X p. 174—178. 

Grapsus? taunicus Meyer Taf. XIX Fig. 9, 
Portunites? breckenheimensis Meyer Taf. X, 
beide Coeloma taunicum Meyer sp. 
leg. et don. 0. Boettger. 

K. V. Fritsch. Über einige neuere Funde in den ältesten marinen 
Tertiärschichten der Frankfurter Gegend. 
Senckenb. Ber. 1870/71 p. 39 und 40. 
Über einige fossile Crustaceen aus dem Septarienthon des 

Mainzer Beckens. 
Zeitschrift d. deutsch, geol. Ges. 1871. 

Coeloma taunicum Meyer sp. 
p. 679—691, Taf. XVI und XVII Fig. 1 und 2. 
leg. et don. Dr. 0. Boettger. 

Callianassa mickelottli A. Milne Edwards 
p. 691-697, Taf. XVII Fig. 3—17. 
leg. et don. Dr. K. von Fritsch. 
H. V. Meyer. Beiträge zu Ertjon etc. Jura. 

Nov. acta Bd. XVIII p. 271, Taf. XII Fig. 3 und 6. 

Eryon schuherti H. v. Meyer. 
Aus dem Nachlaß von H. v. Meyer. 

H. v. Meyer. Palpipes priscus aus dem lithographischen Schiefer 
in Bayern. 
Palaeontogr, Bd. X p. 393. 

Palpipes minutus Mst. sp. 

Taf. I Fig. 3. /^^ 

Aus dem Nachlaß von H. v. Meyer. / ^/ 

L{BRAR\]5 



32 



Ob. Untermlocän 



Ob. Mitteloligooän 



Ostracoden. 



Lienenklaus ex litteris, publiziert imSenckenb. Ber. 1903 oder 1904. 
Cyclocypris similis Lkls. Hessler. 
Cypria curvata Lkls. Hessler. 
Cypris acuta Lkls. Hessler. 
Cypris parva Lkls. — Hydrobienkalk. 
unt untermiooän Cypris agglutiuans Lkls. Schleuseuk. und Curve. 
Cypris angusta Lkls. Schleusenk. Niederrad. 
Candona recta Lkls. Ziegelei Friedberger Warte. 
Ilyocypris gib ha Ramdohr. Ziegelei E^riedberger Warte. 
Ct/therideis mülleri v. Mstr. Wasserleitung Offenbach, 

Druckluftleitung Offenbach, Kleinkarben. 
Gytheridea helvetica Lkls. Druckluftleitung und Hochheim. 
Cytheridea cf. torosa. 
Cythereis niacropora Bosq. Offenbach. 
Cythere cf. canaliciclata Rss. Offenbach. 
Loxocoficha tenuiniai'go Rss. Offenbach. 
Cythereis jurinei v. Mst. Druckluitleituug und Lehen bei 

Offenbach. 
Cytheridea cf. cuneata Lkls. Weinheim, Hochheim. 
Bairdia subdeltoidea v. Mst. Weinheim. 
Cythereis scrobiculata v. Mst. Weinheim. 

„ striato-punctata Rom. Weinheim. 

„ cf. punctata v. Mst. Weinheim. 

„ scabra v. Mst. Weinheim. 

„ cf. plicatnla Rss. Weinheim. 

Loxoconcha suborata v. Mst. Weinheira. 
leg. et don. Boettger und Kinkeliu. 



Unt. 
Mitteloligooän 



Mollusken. 

Europäische 31ollusken. 

Plistocän Boettger. Eine Fauna im alten Alluvium der Stadt Frankfurt a. M. 

Nachiichtsbl. d. d. Malak. Ges. 1889 p. 187—195. 

Unter 54 Conchj^lienarten sind folgende hier nicht mehr lebend : 

Hyaliiiia coittracta Westerl. 

Fatida ruderata Studer. 

Clmisilia puyitila C. Pfr. 

leg. et don. Kiukelin. 



— 33 — 

Kinkelin. Die Fauna des Sandloß von Vilbel. 

Abhandl. z. geol. Spezialkarte v. Preußen. Bd. IX, Heft 4 p. 270, 
enthält unter den 25 Arten. 

Vallonia tenuüafyi'is Braun. 

Clausilia pumila Ziegl. 

Vertigo alpestris Aid. 

Vertigo arctica Wall. 

Planorbis rotimdatus Poiret. 

Pisiclium fontinale Pfeif. 

leg. et don. Kinkelin. 
Kinkelin. Diluvialfauna von Delkenheim und Wicker. 

Abhandl. z. geol. Spezialkarte v. Preußen. IX. Heft4 p. 261 u. 262. 

don. Kinkelin. 
Kobelt. Verzeichnis der von mir bei Tarent gesammelten fossilen Tertiär. 
Conchylien. oberpiiocän 

Jahrb. f. Malakozoologie Bd. I p. 65 — 77. 260 See-Conchylien 
und 21 Binnen-Conch3'lien, darunter: 

Bulla amaliae Kob. Taf. III Fig. 1. 

Natica {mamilla L.)? Taf. III Fig. 2 und 3. 

JVatica tarentina Kob. 
Kinkelin. Geologische Studienreise durch Östreich-Ungarn. untarpiiocän 

Senckenb. Ber. 1890 p. 92. 

Lithoglyplius pannonicus Kink. 
= kinkelin i Brus. 

lAthoglyphus euconns Kink. 
Spir. Brnsina stellt in Materiaux pour la fauna malacozoologi(iue 

neogene de la Dalmatie, de la Croatie et de la Slavonie 1897 

beide Arten zu Lithogl. decipiens Neum. 
Kinkelin. Neogenbildungen westlich von St. Barthelmae in Mitteimiocän 
Unterkrain. 

Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstalt 1891 Bd. 41, Heft 2 p. 402—407. 

Eine große Zahl von da noch nicht publizierter Arten der 
II. Mediterranstufe. 

leg. Kinkelin. 
Kinkelin. Der äußere Mundsaum von Fereiraia. 

Jahrb.d.k.k.geol.Reichsanstaltl891 Bd. 41, Heft 2p. 407— 414. 
Taf. V und VI. 

Fereiraia gervaisi Vez. von Ivandol. 

don. Frau Julie Rudez auf Schloß Feistenberg bei St. Barthelmae. 

3 



— 34 — 

untermiocän Boettgei*. NeuG CyOiichvlieii des Mainzer Tertiär-Beckens. 
Palaeoutogr. XIX p. 45. 
Corbiculaschichten von Frankfurt. 
L i mne u s pac h y gaste r Th. v. eurygastei' Boettg. Taf . IX 

Fig. 18 a— c. 
don. Boettger. 
Boettger. Über die Fauna der Corbiculaschichten im Mainzer 

Becken. 
Pakeontogr. Bd. 24 N. F. IV, Taf. 29. 

Im Nordwesten der Stadt Frankfurt. 
Gundlachia fraiieofuvtana Boettg. Fig. 1 — 3. 
Limneii8 diipuijanus Noulet. 
Helix {Fruticicola) crebripunctata Sandb. v. minor 

Boettg. Fig. 4. 
Helix (Cory da) g iron die a Noul. v. ccirinata Boettg. 

Fig. 16 und 17. 
Fnpa (Leiicochila) nouletiana Dupuy. Fig. 5. 
Pupa (Leuco(-hila) obstructa AI. Br. y. franco ftirtana 

Boettg. Fig. 6. 

Im Norden und Osten der Stadt Frankfurt. 
Aiicf/lus senckenber(fian/ns Boettg. Fig. 7. 

Vom Röderberg. 
Cyrena donacina AI. Br. v. intermedia Boettg. E'ig. 8 u. 9. 
Cyrena donacina AI. Br. v. distorta Boettg. 
Limneus subbnllatus Sandb. Fig. 10 und 11. 
Helix {Cory da) yirondica Noul. typ. Fig. 13. 
Helix {Cory da) yirondica Noul. var. conica Boettg. Fig. 12. 
Helix {CorydaJ yirondica Noul. var. callosa Boettg. 
Stenomphalus cancellatus Tho. v. erJstata Boettg. 

Big. 14 und 15. 
leg. et don. 0. Boettger. 
Boettger. Neue Helixfoimen aus dem Mainzer Tertiär. 
Helix (Gonostoma) jungi Boettg. 
von Budenheim bei Mainz und vom Heßler bei Wiesbaden, 
leg. et don. Herr Karl Jung. 
Kiiikeliu. Tertiärletten im Frankfurter Hafen. Anmerkung. 
Senckenb. Ber. 1884/85 p. 188 mit Texttigur. 

Stenothyra jungi Boettg. 
den. Boettger. 



— 35 — 

Boettger. Fossile Binuensclinecken aus den untermiocänen 
Corbiculatliouen Niederrads bei Frankfurt mit 4 Tafeln. 
Senckenb. Ber. 1883/84 p. 258-279. 
Kinkelin. Die Schleusenkammer von Frankfurt-Niederrad und 

ihre Fauna. 
Senckenb. Ber. 1883/84 p. 230 und 231. 
Avion (Letourneuxia) indi/ferens Boettg. Taf. IV Fig. 1. 
Sirobihis uniplicatns AI. Br. sp. V. fiesquiplicata Boettg. 
Helix (Vallonia) lepida Reuss. 
Helix (Trichia) crebri-punctata Sandb. typ. 
Helix {Trichia) crebripiinctata Sandb. v. 7ninov Boettg. 
Helix (Coryda) kinkelhii Boettg. Taf. IV Fig. 2 — 4. 
Helix (Corydaj kinkelini v. aceedens Boettg. Taf. IV 

Fig. 17. 
Helix (Coryda) y^^animoraphe Boettg Taf. IV Fig. 5. 
Pupilla retusa AI. Br. sp. Taf. IV Fig. 6. 
Pupilla quadrigranata AI. Br. sp. v. eumeces Boettg. 
Isthmia cryptodus AI. Br. Taf. IV Fig. 7. 
Vertigo (Plychoeliilus) blunii Boettg. Taf. IV P'ig. 8. 
Vertigo {Alaea) eallosa Rss. v. alloeodus Sandb. 
Vertigo (Alaea) ovatula Sandb. v. tniliiformis Boettg. 

Taf. IV Fig. 9. 
Vertigo (Alaea) anguUfera Boettg. Taf. IV Fig. 10. 
Leucockilus nouletianum (Dup.) typ. Taf. IV Fig. 11. 
Leucochihis nouletianum v. gracilidejis S-äwäh Taf. IV 

Fig. 12 und 13. 
Leucockilus obstruct um AI. Br. 
Carychium minutissimum AI. Br. v. laevis Boettg. Taf. IV 

Fig. 14. 
Planorbis cornu Brongn. v. solida Tho. 
Amnicola rueppellH Boettg. Taf. IV Fig. 15 und 16. 
Aninicola niiilleri Boettg., Hochheim. 
Afunicola fnoguntina Boettg., Appenheim. 
leg. J. Blum, Kiukeliu und A. Müller. 
0. Boettger. Die Entwicklung der P«jj«arten des Mittehiiein- untermiocän 

gebietes in Zeit und Raum. 
Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. Bd. 42. 
Pupilla quadrigranata AI. Br. mut. saprenia Boettg. 

Taf. VI Fig. 4. 

3* 



- 36 — 

Piipilla eumeces Boettg. Taf . VI Fig. 5. 

Pup ilia e up el la Boettg. mut. lauberi Boettg. Taf. VI Fig. 6. 

Vertigo flexidens Rss. sp. Taf. VII Fig. 1. 

Vertigo callosa Rss. mut. convergent Boettg. Taf.VIIFig.4. 

Vertigo ovatula (Sandb.) mut. hydrobiaruni Boettg. 

Taf. VII Fig. 7. 
Vertigo ovatula (Sandb.) mut. niosbaehlensis Boettg. 

Taf. VII Fig. 8. 
don. Boettger. 
Boettger. Neue Paludiuen aus dem Mainzer Becken. 

Notizbl.d.Ver. f. Erdk. in Darmstadt 1886, N.Folge, Heft 7 p. 7 9. 

JPaludina gerhardtl Boettg. 

JPaludina gerhardti Boettg. mut. minor Boettg. 

Pnludina gerhardti Boettg. var. mareida Boettg. 

Paludina phasianella Boettg. 

I*aludi/na phasiunella Boettg. var. sordida Boettg, 

don. Boettger. 

Boettger. Abbildungen seltener oder wenig bekannter Limneen 
des Mainzer Beckens. 
Ber. d. Offenb. Ver. f. Naturk. 1878. 
Limneus miyior Tho. Taf. IT Fig. 6. 
LimnPAis dupuyanus Noul. Taf. 11 B^ig. 7 u. 8. 

don. Boettger. 

0. Boettger. Neue Funde tertiärer Landschnecken bei Oft'en- 
bach a. M. 
Nachrichtsbl. d. deutsch. Malak. Ges. 1896 p. 16—19. 
Buliinliius turgidulus Saudb. 
Spiraxis? hiclx'hardti Boettg. 

doli. Boettger. 

oberoiigooän (>• Boettgcr. Ncue (Jonchylien des Mainzer Tertiärbeckens. 
oeritbieii- Palacoutogr. XIX p. 44. 

schichten und -, . , . , tt-h t 

Land- ( lerithieumergel von Vilbel. 

.scbneckenkaik. TAtovinff tumida Boettg. Taf. IX Fig. 17 a u. b. 

Landschneckenkalk von Hochheini. 
Helix diptyx Boettg. Taf. VIII Fig. 5 a— c. 
don. Boettger. 



— 37 — 

Fr. Sandberger. Die Conchylien des Mainzer Tertiärbeckens 1863. 
Nachträge. 
Paludino, joachystoma Sandb. p. 394. leg. Boettger und Oerlach 

(=r phasianella Boettg.). 

Carychiuni costulatum Sandb. Landschneckenk. Taf. 35 
Fig. 19. leg. (xerlach. 

l^iipa imx)re8sa Sandb. Landschneckenk. Taf. 35 Fig. 16. 

leg. Boettger. 
f7?a?fs^^iaar^«<^ifc?a^<» Sandb. Landschneckenk. Taf. 35 Fig. 15. 

leg. Boettg. und Gerlach. 

Helix denslpcipillata Sandb. Landschneckenk. Taf. 35 

Fig. 4, 4 a. leg. Boettger. 
Hy(ili/na itnpressa Sandb. Landschneckenk. Taf. 35 Fig. 20 

leg. Boettg. und Gerlacli. 

Patula euglypha Reuss. Landschneckenk. Taf. 35 Fig. 18. 

leg. Boettg. und Gerlach. 
Acicula filifera Sandb. Landschneckenk. Taf. 35 Fig. 17. 

leg. Boettger. ('? = limbata Reuss.). 
Zonites algiroides Rss. v. haidingeri Landschneckenk. leg. 

Boettger. = Archaeoxonites haidingeri Rss. sp. 
JiucciniitH (JVassa) latieosta Sandb. Cerithiensand. leg. 

Boettg. 

(). Boettger. ('lausilien aus dem tertiären Landschneckenkalk. 
Palaeontogr. X p. 309—318. 1861—63. 
Clausilia articulaia Sandb. Taf. LI Fig. 1 — 5. 
('lausllia protracta Boettg. Taf. LI Fig. 6—8. 
('fausilla rhottibostotna Boettg. Taf. LI Fig. 9 — 15. 
Clausilia didymodus Boettg. Taf. LI Fig. 16—18. 
Clausilia abnorniis Boettg. Taf. LI Fig. 19—21. 

0. Boettger. Neue Helixformen aus dem Mainzer Tertiär. 
Nachrichtsbl. d. d. Malak. Ges. 1897 p. 16. 

Aus dem Landschneckenkalk bei Flörsheim: 
Helix (Hefnistenotrefna) quadriscissus Boettg. leg. et 

don. Kiukelin. 
Helix (Hemistenotrema) heydeni Boettg. 
Helix hoehheimensis Boettg. leg. et don. Boettger. 



-- 38 — 

0. Boetiger. Notiz über zwei Clausiliinae des Mainzer Beckens. 
Nachrichtsbl. d. d. Malak. Ges. 1885, p. 116—117. 
Trlptychia recticosta Boettg. Landsclineckenkalk. 
Clausilin (Eualopia) kinkelini Boettg. Cerithienkalk. 

0. Boettger. Die Arten der Gattung Stenomphnlus Sandb. im 
Mainzer Becken. 

Ber. d. Offeub. Ver. f. Naturk. 1883 p. 219 mit 1 Tafel. 

Die Fauna der ( 'orbiculakalke des Röderbei-ges bei Frank- 
furt a. M. 

Palaeontogr. Bd. XXIV p. 203. 

Ste7iomphalus cancellatus Tho, sp. v. eriMata ho^iig. 
Taf. 1 Fig. 4. 1877. 

Htenotnphaliis umbUicatus Boettg. Taf. 1 Fig. 5. 1882. 

0. Boettger. Neue Stenompkalusf orm (Rapaninae) aus dem 
Mainzer Becken 
Nachrichtsbl. d. d. Malak. Ges. 1885, p. 145. 
Sfenomphaliis heusleri Boettg. 

0. Boettger. Die Entwickelung der P?/^w arten des Mittelrhein- 
gebietes in Zeit und Raum. 

Jahrb. d. Nassauischen Ver. f. Naturk. Bd. 42. 

Lat irkini Ina X Boettg. Taf. VI Fig. 1. Landsclineckenkalk. 

Lattria tninax Boettg. var. niicrodoma Boettg. Taf. VI 
Fig. 2, 

Negulus lineolntus {A\.Bv.)v.8iiMineolataBoQttg. Taf . VI 
Fig. 8. 

Jsthmia splendidula (Sandb.). Taf. VI Fig. 9. 

Vertigo callo s a Rss. mut. maxima Boettg. Taf. VII Fig. 3. 

Vertigo protracta Sandb. sp. Taf. VII Fig. 5. 

Vertigo ovatula Sandb. sp. Taf. VII Fig. 6. 

Vertigo korJii Boettg. Taf. VII Fig. 9. 

don. Boettger. 

Boettger. Abbildungen seltener oder wenig bekannter Limneen 
des Mainzer Beckens. 
Ber. d. Oifenb. Ver. f. Naturk. 1878. 
Limneus cretacens Thom. Taf. II Fig. 1 u. 2. 
don. Boettger. 



— 39 — 

J. Ziiiudorf. Mitteilnngeu über die Baugrube des Offeubacherob.Mitteioiigocän 
Hafens etc. 

Versteinerungen der Süßwasserschicht des mittleren Cyreuen- 
mergels p. 135. 

Ber. d. Offenbacher Ver. f. Naturkunde 1901 p. 110—113 und 

135-138. 
Helix ivrazldloi Zinndorf. Taf. V Fig. 13 a— d. 
Patula multicostata Thom. var. seinicostata Boettg. 
Strobiliis diptyx Boettg. sp. 

PlanorMs (Segmentina) cf/reiiarum Zinndorf. 
Ancylus ( Velletia) hoettgeri Zinndorf. Taf. V Fig. 10. 
Unio äff. flabellatus Goldf. Taf. III Fig. 6-10 u. Taf. IV 

Fig. 1. 
U7iio äff. fLabellatus Jugendformen. Taf. V Fig. 2. 
Bythinella cyclothyra Boettg. sp. 
Piano r bis cordatiis Sandb. 
Planorbis coruu Brongn. \ ^ 

Linineus subpainstris Tho. J 
dou. Herr J. Ziundorf. 

Kiiikeliii. Mitteilungen aus dem Mainzer Tertiärbecken. IL 
Senckenb. Ber. 1S82/83 p. 280—281. 
Melanin escheri Mer. 
Paludina cf. pachystoma Sandb. 
leg. et don. Kiiikeliii. 
0. Boettger. Beitrag zur palaeontologischen und geologischen 
Kenntuis der Tertiärformation in Hessen 1869, mit einer 
Tafel. 

Boettger. Neue Conchylien des Mainzer Tertiärbeckens. Cyrenen- 

mergel von Vilbel. 
Palaeoutogr. XIX p. 42 — 44. 

JPaludhiella cyclothyra ho^itg. Taf. VIII Fig. 6a— c. 
Litorinella helicella AI. Br. v. micro tuphala Boettg. 

Taf. IX Fig. 15. 

Fr. Sandberger. Die Conchylien des Mainzer Tertiärbeckens. 
1863. Nachträge. 
Planorbis cordatus Sandb. Taf. 35 Fig. 21 u. 21a p. 394. 

leg. Gerlach. 
Neritina alloeodus Sandb. p. 396. leg. Boettg. u. Gerlach. 



— 40 — 

0. Boettger. Die EntwickeluDg der Pupa&rten des Mittelrhein- 
gebietes in Zeit und Eaum. 
Jahrb. d. Nassauischen Ver. f. Naturk. Bd. 42. 
Vertigo elsheiineusis Boettg. 
don. Boettger. 

(). Boettger. Abbildungen seltener und wenig bekannter Limueeu 
des Mainzer Beckens. 
Ber. d. Offenb. Ver. f. Naturk. 1878. 
Limneus fabnla AI. Brongn. Taf. II Fig. 3, 4 u. 5. 
don. Boettger. 

Boettger. Über die Gliederung der Cyrenenmergelgruppe im 
Mainzer Becken. 
Senckenb. Ber. 1873/74 p. 62—88. 

Patula multicostata Thom. var. semirostata Boettg. 
Cionella macrostoma Boettg. 
Omphaloptyx Boettg. nov. gen. 
Oniphaloptyx supracostata Boettg. 
Clausula ueniaeforinls Boettg. 
Clausula ßexldens Boettg. 
Succinea nov. sp. Boettg. 
Alexia fnucrtniffta Boettg. 
Auricida glandlna Boettg. 
Capulus altus Boettg. 
Sphenla fieaera Boettg. 
Hphenla, elongata Boettg. 
Cultellus sarras Boettg. 
Telllmya slllqua Boettg. 
Scintilla fragllis Boettg. 
leg. et don. Boettger. 

KiDkeliii. Fauna aus dem Ober-Meeressand. 

Abhandl. z. geol. Karte v. Preußen Bd. IX, Heft 4 p. 195—196. 

leg. et don. Kinkelin. 

Fauna aus dem Cyreuenmergel in Sachsenhausen. 

Abhandl. z. geol. Karte v. Preußen Bd. IX, Heft 4 p. 197—199. 

leg. et don. Kinkeliu. 



— 41 — 

H. V. Meyer. Tertiäre Dekapoden. Aus dem Sphaerosiderit am Mittleres 
Taunus (Breckenheim). Mitteioiigocän 

Palaeontogr. Bd. X p. 175. 
Nucula chasteli Nyst. 
hocardia sp. 
Lucina sp. 

Chenopus specioaus Sandb. sp. 
Natica nysti d'Orb. 
Tornatella globosa Beyr. 
leg. 0. Boettger. 

0. Boettger. Neue Conchylien des Mainzer Tertiärbeckens. Thon 
von Offenbach. 

Palaeontogr. XIX, 2. 

Pleurodon microdus Boettg. Taf. VIII Fig. 3 a u. b. 

leg. et dou. Boettger. 

0. Meyer. Beitrag zur Kenntnis des märkischen Rupeltones. 
Anmerkung von Boettger, 

Senckenb. Ber. 1882/83 p. 264, Taf. I Fig. 6. 

Pholadomya puschi Goldf. von Breckenheim. 

leg. et don. Boettger. 

Boettger. 

Malakozool. Bl. N. F. Bd. XI p. 92 u. 98. 
Yoldia beyrichi Boettg. von Offenbach, 
leg. et don. Boettger. 

0. Boettger. Beitrag zur paläontologischen und geologischen unteres 
Kenntnis der Tertiärformation in Hessen. voTweinhe^ 

Inaugural-Dissertation 1869 mit einer Tafel. "^""^ w*''*- 

böckelheim. 
2 Sand von Waldböckelheim, p. 4 — 12. a. Meeressande. 

0. Boettger. Neue Conchylien des Mainzer Tertiärbeckens, 
Palaeontogr. XIX, 2 mit Tafel VIII und IX. 
Cyrena semilamellata Boettg. Taf. VIII, 2 a u. b. 

LitorineUa acuta Drap. sp. 
Melania semidecussata Lam. 
Cerithium elega?is Desh. 



— 42 — 

Cerithium acuticosta Boettg. Taf. VIII Fig. 4 a— c. 

Cerithiam henckeli Nyst. 

Caecum tenuistriatuni Boettg. Taf. VIII Fig. la— 

Rissoa succincta Nyst. v. temdsculpta Boettg. 

Crepidula decussata Sandb. Taf. VIII Fig. 7 a — d. 

Calyptraea conica Speyer. 

Capulus inornatus Sandb. Taf. VIII Fig. 8a— c. 

Ealima obtusangala Boettg. Taf. IX Fig. 9 a— c. 

Odontostoma acutiusculum Al. Br. sp. 

Odontostoma lineolatum Sandb . 

Turbotiilla subidaia Mer. sp. 

Turbonilla compressicosta Sandb. 

VjuUma ohtusa Boettg. Taf. IX, Fig. 9 a— b. 

Patella moymitina Al. Br. sp. 

Patella papyracea Sandb. 

Chito7i virgifer Sandb. Taf. IX Fig. Ua— g. 

Chiton teniiissi?nus Sandb. Taf. IX Fig. 12a u. b. 

Chiton ft mhHatus Boettg. Taf. IX Fig. 13a— g. 

Cliitmi corriigis Boettg. Taf. IX Fig. 14a— c. 

Corbula suhciequivalr is Boettg. Taf. IX Fig. IHa — 

Corbula nysti Desh. 

Limopsis iniquidens Sandb. 

b. Rupeitone und Ö Meensche Schichten von Vilbel, p. 16. 
»leereskaik. ^j^ Stcinkeme und Hohlräume im festen Kalk. 

Dentalium sp. 

Turbo sp. 

Natica nysti d'Orb. 

Pleurotoma duchasteli Nyst. 

Pleurotoma sp. äff. selysi de Kon. 

Pleurotoma sp. äff. scabra Phil. 

Tornatella globosa Beyr. 

Corbula subpisum d'Orb. 

Cytherea crenata Sandb. 

Cardita omaliana Nyst. 

Cardium sp. 

Area decussata. 

Leda deshayesiana Duch. sp. 

Septifer denticulattis Lam. sp. 



— 43 — 

Pecten 2 spp. 

Cardium aff. tenmsideatum Nyst. 

Von den Hohlabdrücken sind von Boettger mit Guttapercha. 

Abdrücke gemacht und ebenfalls als Geschenk den Originalen 

beigegeben. 

leg. et don. Boettger. 

0. Boettger. Die Arten der Gattung Cypraea im Mainzer Becken. 
Ber. d. Offenb. Ver. f. Naturk. 1880. 
Cypraea (Aricia) nieyeri Boettg. Taf. I Fig. 7 1882. 

Otto Meyer. Palaeontologische Notizen aus dem Mainzer Tertiär. 
Senckenb. Ber. 1888 p. 311—321. 
Alexia boettgeri (). Meyer. Taf. VI Fig. 1—3 fehlt den hiesigen 

Sammlungen. 
Lucina eocclsa 0. Meyer. Taf. VI Fig. 4— 7. 
Lucina alhitesta O.Meyer. Taf. VI Fig. 8— 10. 
Bicorium irreijulare n. gen. et u. sp. 0. Meyer. Taf. VI 

Fig. 11—17. 
leg. et don. 0. Meyer. 

P. Oppenheim. Die oligocäne Fauna von Polschiza in Krain. unteroiinooän 

Senckenb. Ber. 1896 p. 259—283. 
Kiukelin. Eine geologische Studienreise durch Österreich-Ungarn. 
Senckenb. Ber. 1890 p. 51 ff. 
Ostrea supranummnlitica Zitt. 
Pecten biarritzensis d'Arch. 
Cyrena semistriata Desh. 
Cytherea incrassata Sow. 
Cytherea subarata Sandb. 
Venus aglaurae Brongn. 
Psavnmobia holowaysii Sow. 
Panopaea atigusta Nyst. 
Trochus multicingulatus Sandb. 
Turbo cf. fittoni Bast. 
Turbo parkinsoni Bast. 
Ampullina angustata Grat. 
Megatylotus crassatinua Lam. sp. 
Melania lactea Lam. 
leg. Dr. Kiukeliu. 



— 44 — 

Ausserenropäische Mollusken. 

Miooän 0. Boettger. Die Conchylien der oberen Tertiärschichten Sumatras. 

B. Die Conchylien der Mittelmiocän-Schichten Süd-Sumatras. 
1. Die fossile Molluskenfauna der Eburnamergel. 

Palaeontogr. Suppl. IIT, Heft 8—10, II. Teil S. 34—80 mit 

Taf. I part. — Taf. V part. 
Ran el la er um en a Lam. var. paucinodosa Boettg. 
Tritonium (Cdbestana) verbeeki Boettg. 
Tritoniufri (EpidromnsJ imjn'essum Boettg. 
Ebiirna canalicalata Schum. var. valentiana Swains. 
Hindsia afpnis Boettg. 
Ringicnla arctataeformis K. Martin. 
Columbella (Strombina) simplex K. Mart. sp. 
Columbella (Anachis) frit seht Boettg. 
PleurotOf}ia (Surcnla) plagioptyx Boettg. 
Natica radians Boettg. 
O^ontostoma ptychochilum Boettg. 
Eulima (Liostraca) sp. 
-t/i.- Tri for is sp. 

Vermetus sp. 
Trockus (Enicla) sp. 
Scutum, (Parmo phones) sp. 
Patella (Novella) aiitochroa Boettg. 
Dentaliutn (An talis) sp. 
Chiton (Lophyrus) comptus Gould. 
Cylichna sp. 

Martesia striata (L.) var. laevior Boettg. 
Mactra (Trigonella) plana K. Mart. 
Solen sp. 

Siliqua acutalis Boettg. 
Scrobicularia (Loxocapsa) angnlata (L.) v. aeqtii- 

striata Boettg. 
Tellina (Tellinides) euxesta Boettg. 
Dosinia hemilia Boettg. 
Sunetta subexcai^ata Boettg. 
Venus idiomorpha Boettg. 
Venerupis fnartini Boettg. 
Veneriipis barbat iaeforniis Boettg. 



— 45 — 

Lucina sp. 

Leda praeradiata Boettg. 

Area ( Anomalocardia) verbeeki Woodw. 

Area ( Anatnaloeardia) suhohlonga Boettg. 

Area (Scajyharca) euspJiaera Boettg. 

Area (Barhatia) axinaea Boettg. 

Area (Barbatia) gibba K. Martin. 

Area (Barbatia) sp. 

Area (Acar) trapexiformis K. Mart. 

Modiola (Brachydontes) toechox>hova Boettg. 

Ostrea sp. 

Ostrea (Lopha) hyotis L. var. 

leg. et don. Dr. R. D. M. Verbeek. 

2 Die fossilen Mollusken der Mergel von Kroe in Benkulen 

(Süd-Sumatra). 
Palaeontogr. Suppl. III, Heft 8—10, II., p. 80 mit Taf. V part. — 

Taf.VII part. 
Ranella crumena Lam. 
Terebra herlkotsi K. Martin. 
Dolium eos latum Mke. var. martini Boettg. 
Pleurotoma ( Gemmula) coronifera K. Mart, var, 
Oliva (Olivancillaria) subulata Lam. 
Mitra (Chrysame) äff. cueumerina Lam. 
Marinula sp. 

Tellina (TelUnella) saniatrana Boettg. 
Cytherea (Tivela) imitatrix Boettg. 
Venus kroensis Boettg. 
Cyrena latmiaeforinis Boettg, 
Lueina Ihnopsis Boettg. 
Cardita (Venerlcardia) iiasta Boettg. 
Area (An atrial oca rdia) obliqiiidens Boettg. 
Area (Anomaloeardia) kroensis Boettg. 

leg. et don. Dr. R. 1). M. Verbeek. 

0. Boettger. (1 Die Conchylien der Mittelmiocänschichten auf Mitteimiocän 

der Insel Nias. 
Palaeontogr. Suppl. IIL Heft 8—10, II, p. 102—125 mit 

Taf. VIII part. — Taf. XI part. 
Strombus (Gallinula) sumatranus H. Woodw. 



— 46 — 

Cassis ( Semicassis) lagenaeforniis Boettg. 

Cofius (Hermes) sp. 

Cypraea ( Luponia) onyx L. v. adusia Ohemn. 

Natieitia i^erheekl Boettg. 

Turritella ( Hau.<;tator) sp. 

Xenoj^hora suhroniea Boettg. 

Turbo mariinianiis H, Woodw. 

Delphiniila fossilis K. Mart. 

Dentalium ( Ä?italis) sp. 

Bulla ( Haminea) crebristriata H. Woodw. 

Tellina (Mesis) nmsensis Boettg. 

Dosi')iia cretacea (Rve.). 

Cytlierea (Caryatis) ivoodwardi Boettg. 

Cardliini (Laevieardliftn) loxotenes Boettg. 

CardiuTH (Trafhi/rardium) niasense Boettg. 

PectuncuUis sp. 

Area (Anomalocardia) verbeeki H. Woodw. 

leg. et doD. Dr. R. I). M. Verbeek. 

Oligocän D. AnhaDg. 

Die Mollusken der oligocäneii Schichten vom Bawangflusse, 

Res. Djokdjakarta, Java. 
PalaeontogT. Suppl. III, Heft 8—10, II, p. 125-146 mit 

Taf. XI part. — Taf. XII. 
Rimella tylodacra Boettg. 
Murex (Muricidea) sp. 
Terehra haivangana Boettg. 
Aficillaria paeteli Boettg. 
Purpura (Polytropa) sp. 
I*leurotonia (Siireula) hawangäna Boettg. 
Volata (Volutilithes) ptychoehilus Boettg. 
Mitra sp. 

Natica ( Ampullina) sp. 
Natica (Ampullina) sp. 
Cerithium woodwardi Boettg. 
CeritJiiiifn fritschi Boettg. 
CeHthiuni (Bittiuni) geyleri Boettg. 
Turritella (Haustator) sp. 
Solarliifn (Architectotiica) niicrodlseus Boettg. 



— 47 — 

Dentffllutn hepfaf/ouHni Boettg. 

Dentullutn junfjhalmii K. Mart. 

Corhula semitorta Boettg. 

Venus (Anaitis) siilcifera Boettg. 

Cardiuni (Laericardiam) sithfraffile Boettg. 

Pectimculiis dtnikeri Boettg. 

Ostrea lingua Sow. 

leg. et don. Dr. K. Ü. M. Verbeek. 

A. Orbitoideukalk von Sumatras Westküste (Etage IV, oberste obereocän 
Schicht der indischen Eocänformatiou). 
2. Die fossilen Mollusken von Suliki im Padangschen Hochland. 

Palaeontogr. Suppl. III, Heft 8 — 10, II, p. 23 - 31 mit Tal I part. 

Trochus padayensis Boettg. 

Conua cf. (jracilispi ra Boettg. 

Cardiuiii ( Tr achy rar duim) hiai'tnatatti Boettg. 

Lithophagus affinis K. Mart. 

Pecten ( Chlamys) multiramis Boettg. 

Pecten (Pecten) cf. bouei d'Arch. 

Perteil, (J*ecten) pallioliim Boettg. 

Eoettger. B. Die Oonchylien des sumatranischen Krebsmergels Mitteieocän 

(Etage III). 
Die Mergelschichten vom Dorf Auer am Flusse Linamar in 

West-Sumatra und ihre fossilen Mollusken. 
Palaeontogr. Suppl. III, 8. bis 10. Heft, I, p. 54 — 64 mit 

Taf. IV part, und Taf. V part. 
Pleurotoma retifera Boettg. 
Corbula sp. 

Teilina (TelUnides planifesta Boettg. 
Tellina (Arcoxyagia) ovatula Boettg. 
Tellina sp. 
Tellina sp. 
Telliria sp. 

PsaTnmobia conrexa Boettg. 
Cei'Oiiia antiqaa Boettg. 
Cythevea cordifortnis Boettg. 
Venus (Chione) niartUti Boettg. 
Cyrena callista Boettg. 
Isocardia sp. juv. 



— 48 - 

Cardilia sp. 

Cardita (Venericardia) sp. 

untereocän 0. Boettgcr. A. Die Coucliylien der Untereocänschichten von 

West-Sumatra, Etage I. 
II. Die fossilen Mollusken der Plattenkalke von Loerah 

Tambang bei Boekit Bessi. 
Palaeontogr. Suppl III, 8—10. Heft, I, p. 39—51 mit Taf. II, 

III und IV part. 
Rostellaria sp. 

I*holas (Zirfaea) mirabilis Boettg. 
PholadOfriya verbeekl Boettg. 
Paiiopaea Intrariaeforniis Boettg. 
Cardium 2 sp. 

TTenilcardiuni friyophoria Boettg. 
Cham a sp. 

Cardita globiforniis Boettg. 
Triyonla dubia Boettg. 
Pinna blanfordi Boettg. 
Avicula sp. 

Peeten verbeeki Boettg. 
Pecten Tnicroglyptus Boettg. 
Spondylus sp. 
leg. et dou. Dr. R. D. M. Verbeek. 

Boettger. I. Die fossilen Mollusken der schwarzen Plattenkalke 
von Boekit Kandeng. 
Palaeontogr. Suppl. III 8—10, Heft I p. 31—39 mit Taf. I. 
Dentaliuyn sp. 
Teredo sp. 

? Pholas (Zirfaea) mirabilis Boettg. 
S2)henia tellina Boettg. 
Psammobia sp. 
? Mactra sp. 

Cardiutn niartini Boettg. 
Hemicardium 7nyophoria Boettg. 
Liicina (Loripes) sphaerioides Boettg. 
Cardita globiformis Boettg. 
Nucula fritschi Boettg. 
leg. et don. Dr. R. D. M. Verbeek. 



— 49 — 

0. Boettfijer. Die fossilen Mollusken der Eocänfornmtion auf 
der Insel Borneo. 
Palaeoutogr. Suppl. III, Heft 1, p. U, Taf. I— X. 
Cerithlam filoemetutn Boettg. 
Turho boi'neensis Boettg". 
Turbo patU'U-ingiilatus Boettg. 
N^atica patulaefomils Boettg. 
Natica sigaretina Lam. sp. 
Natica flemingi d'Arch. 
Natica spi?'ata Lam. sp. 
JiinieUa iniqiiirostata Boettg. 
*/ BttrrhiffiH peifffat'onense Boettg. 
Terebra bißlifera Boettg. 
Conus yraeilisph'a Boettg. 
Volnta (Voiatilitlies) bavra.ndcl Desli. 
Vohda S]). indet. 
llitra aeqnipUrata Boettg. 
Cypraea an<jyyyra Boettg. 
Cflpraea patblrufus Boettg. 
Teredo striolafus Boettg. 
Teredina annulata Boettg. 
Psainniosolen truncatus Boettg. 
Siliqtfci afinttllfera Boettg. 
I^anojjaea fllifern Boettg. 
Corbula lamarcki. Desh. 
Anathha anntUifera Boettg. 
Tellliia rotutulata Boettg. 
Teilina donacialis Lam. 
TellVna Mornata Boettg. 
Cytherea heberti Desh. 
Cijtherea'f suessonie7isis Desh. 
Suiietta sinuosa Boettg. 
Venus sulcifera Boettg. 
Cyvena (Covbieiila) pengaronensis Boettg. 
Cyrena fBafissaj borueensis Verbeek sp. 
Cypricardia (Modiolarea) tenuis Boettg. 
üypricardia sulcosa Boettg. 
Cardiuni edull/onne Boettg, 
Cardium deplcifiatufn Boettg. 



— 50 — 

Cardiu^n siibfragile Boettg. 

Cardium anomaUini Math. 

Cardium limaeforme d'Arch. 

Corbis minor Boettg. 

Ziucina borneensis Boettg. 

Lucina corhulaefomnis Boettg. 

Cardita (Venerieardia) borneensis Boettg. 

Cardita arcaeforniis Boettg. 

Nucula studeri d'Arch. 

Area hybrida J. de C. Sow. 

Area lue Inaefor nils Boettg. 

Avicula peregrma Boettg. 

Pecten favrei d'Arch. 

Pecten rete Boettg. 

Pecten sp. 

Pecten hojjkinsi d'Arch. 

Pecten subarcuatus Boettg. 

Pecten bouei d'Arch. 

Spondylus rarispina Desh. 

Ostrea archiaci Bell. 

Osirea? rarilamclla Desh. 

Terebrattila pengaronensis Boettg. 

leg. et don. Dr. R. I). M. Verbeek. 

Jura Herrn, von Meyer. Leptoteuthis gigas. 
Oberer Malm ^^^^^ genckenb. Bd. I p. 286—287, 1834. 

Leptoteuthis glgas v. Meyer, 
don. Dr. Ed. Kiippell. 

Ed. Riippell. Abbildungen einiger neuen und wenig gekannten 
Versteinerungen der Kalkschieferformation von Solenhofen. 
1829. 

Sepia hastiformis Rüpp. Taf. III Fig. 2. 
= TracJiyteiithis hastiformis Rüpp. sp. 
Zittel Handbuch I, 2 p. 517. 

Loligo prisons Rüpp. Taf. III Fig. 1 p. 8 u. 9. 
= Plesioteuthis piHsca Rüpp. sp. 
Zittel Handbuch I, 2 p. 519. 



— 51 — 

Tellmites solenoides Schloth. Taf. I p. 1 — 6. 

zu Planites plicatilis, einem Pseudammoidtes 

Riipp. zugehörig. 

AptychusgY\\^\)^ der Imbricati. 

Tellinites problematicus Scliloth. Taf. II p. 6 — 8. 

Aptychusgi:Vi\)\)% der Cellulosi. 

Herrn, v. Meyers Abhandlung: Das Genus Aptychus, in Nova 
Acta 1831, Bd. XV p. 125-170 mit 2 Tafeln, kommt im 
Hinweis auf die Rüppellsche Abhandlung (p. 152—157) 
zu einem ganz anderen Resultat als Rüppell, dessen Er- 
klärung mit der heutigen Vorstellung von der Bedeutung 
der Aptychen übereinstimmt. 

Ed. Moericke. Versteinerungen des Lias undllnteroolith von Chile. Dogger 
Neues Jahrb. f. Mineralogie etc. 1894, Beilageband IX. 
Sphaeroceras xirkeli Steinm. 
Modiola iynhricata Sow. 
Astarte gracilis Moer. 
Astarte puelmae Steinm. 

Ptioladomya i^lagema^mi Moer. Taf. VI Fig. 2. 
At'coniya senckenbergt Moer. Taf. VI Fig. 1. 
Rhynchonella caracoleiisis Gottsche. 
Isastraea chUensis Moer. 

Diese von Herrn Professor F. Richters dem Museum zuge- 
wiesenen Fossilien stammen von Iquique. 

Kinkeliii. Sektionsbericht 1897 und 1898. üas 

Senckenb. Ber. 1897 p. CVI u. 1898 p. XCIII. 
Amaltheus margaritatus Montf. 

ibex Quenst. 
Aegoccras mpricornus Schloth. 

beche'i Sow. 

davoei Sow. 
Lytoceras ßmbriatum, Sow. 
hioceramus substriatus Goldf. 
Pecten aequivalvis Sow. 

Aus dem mittleren Lias der Sohle der Weser bei Rinteln, 
leg. et don. Herr Lehrer H. Becker von hier, damals in Rinteln. 

4* 



— 52 — 

Trias A. Bittiier. Lamellibranchiateü der alpinen Trias. 

Abhandl. der geologischen Reiclisanstalt Bd. XVIII, 1895 p. 126, 

Taf. XIV Fig. 2. 
Arco2)tera fnov. gen.) elegantula Bittn. 

E. Kittl. Die Gastropoden der Schicht von St. Cassiau der süd- 
alpinen Trias. 
Annalen d. naturhistor. Hofmuseuras Bd. VI Heft 2. 1891. 
Nnticopsls kinkelini Kittl. (Taf. X) Taf. VII Fig. 25. 

Brachiopoden. 

A. Bittiier. Brachiopoden der alpinen Trias. Nachtrag I. 
Abhandl. d. k. k. geol. Reichsanstalt Bd. XVII, 1892. 
Splriferina megantherydiformis Bittn. Taf. I Fig. 20. 

Echiiioderiiieii. 

Th. Ebert. Die Echiniden des Nurd- n. Mitteldeutschen Oligocäns. 
Abhandl. z. geolog. Spezialkarte von Preußen Bd. IX Heft 1, 

1889, p. 50. 
Ebert schreibt betr. des Boettgerschen Stückes, zu schlecht er- 
halten, um ihn mit Sicherheit zu Seh. acwninatus zu stellen. 
Schizaster acuminatus Goldf. sp. 
leg. et don. Dr. 0. Boettger. 

Coeleiiteraten. 

Mitteldevon F. Kiiikeliii. BrookseUü rlienana Kinkelin, die erste aus dem 
'^soMefer' rheinischen Devon bekannte Meduse. 

Senckeub. Ber. 1903, II. Teil, p. 89 mit einer Tafel. 
Brooksella rlienana Kink. 

leg. et don. Herr Lehrer Ludwig Petry in Wasenbach. 

Fundort Rupbach bei Balduinstein a. d. Lahn, 
unteroiigooän P. Oppenheim. Die oligocäne Fauna von Polschitza in Krain. 

Senckenb. Ber. 1896 p 259—283. 



— 58 — 

Kinkeliu. Eine geologisclie Studienreise durch Österreich-Ungarn. 
Senckenb. Ber. 1890 p. öl ff. 
Porites micracantha Reuss. 
Porites mi?iuta Reuss. 
Litharaea lobata Reuss. 
Dendracis haidi^igeri Reuss. 
Aloeopora rudis Reuss. 

Calamophyllia psefidoflabellum Oatullo sp. 
Rhabdophyllia tenuis Reuss. 
Hetei'astraea eminens Reuss. 
Mycetoceris hypocrateriformis Michelotti. 
Stylücoenia taurinensis Michelin. 
Stylopora amiulata Reuss. 
Hydrophyllia lonyicollis Reuss. 
MycetophyUia multisellata Reuss. 
Dimorphophyllia oxylopha Reuss. 
Cyathomorpha roehetfina Michelin. 
leg. Kiiikeliii. 

Foraminiferen. 

F. Schrodt. Die Foramiuifereufauna des Molassesandsteines von 
Michelsberg unweit Hermannstadt (Siebenbürgen). 
Senckenb. Ber. 1893 p. 155-160. 

Kinkelin. Eine geologische Studienreise durch Österreich-Ungarn. 
Senckenb. Ber. 1890 p. 105—107. 
BilocuUna bulloides d'Orb. 
Biloculina depressa d'Orb. 
Spiroloculina limbata d'Orb. 
Spiroloculina cf. arenaria Brady. 
Miliolina seminnlum L. sp. 
Mitiolina haidingeri d'Orb. sp. 
Miliolina vemista Karr. sp. 
Miliolina auberiana d'Orb. sp, 
Miliolina trigonula Lam. sp. 
Miliolina circularis Born sp. 
Miliolina äff. labiosa d'Orb. sp. 
Miliolina bicornis Walk. n. Jac. sp. 
Miliolina linnaeana d'Orb. sp. 



— 54 — 

Miliolina cf. ferussaci d'Orb. sp. 
Miliolina reticulata d'Orb. sp, 
Hauerina compressa d'Orb. 
Hauerina ornatissifna Karr. sp. 
Planispirina, contraria d'Orb. sp. 
Cornuspira involvens Reuss. 
Peneroplis pertiisiis Forskal sp. 
Orbiculina rotella d'Orb. 
Alveolina melo d'Orb. 
Alveolina haueri d'Orb. 
Textilaria carinata d'Orb. 
Textilaria sagittula Defr. 
Textilar^ia grameti d'Orb. 
Textilaria cf. agghdinans d'Orb. 
Textilaria conica d'Orb. var. 
? Gaudryina subrotunda Schwag. 
? Clavulina communis d'Orb. 
Chilostomella ovoidea Rss. 
Allomorphina microstoma Karr. 
Glandulina laevigata d'Orb. 
Cristellaria cultrata Montf. sp. 
Polymorphina gibba d'Orb. 
Polymorphina ovata d'Orb. 
Polymo7'phina problema d'Orb. 
Polymorphina tuberculata d'Orb. sp. 
Uvigerina pygmaea d'Orb. 
Globigerina bulloides d'Orb. 
Discorbina orbicularis Terq. sp. 
Discorbina platyomphala Rss. 
Trimcatulina haidingeri d'Orb. sp. 
Truncatulina dutemplei d'Orb. sp. 
Truncatulina lobatula Walk, n, Jac. sp. 
Pulvinulina boueana d'Orb. sp. 
Pulvinulina partschiana d'Orb. sp. 
Gypsiyia vesicularis Park. u. Jon. sp. 
Rotalia soldanii d'Orb. 
Rotalia beccarii L. sp. 
Nonionina umbicilatula Montf. sp. 
Polystomella crispa L. sp. 



— oo — 

Pohjstomella macella Ficht, u. Moll. sp. 
Polystoynella subnodosa Münst. sp. 
Polystomella cf. aculeata d'Orb. 

leg. Kiukelin. 

0. Boettger. Über die Fauna der Corbiculaschichteu im Mainzer untermiooän 
Becken. 

Palaeontogr. Bd. XXIV p. 198. 
F. Sandberger. Conchylien des Mainzer Beckens p. 447. 
Millola (Quiriqueloculina) aniygclaluni Sandb. 

Reuss. Beiträge zur Kenntnis der tertiären Foraminiferenfauna Mitteioiigocän 

III. Die Foraminiferen des Septarientones von Offenbach. 

IV. Die Foraminiferen des Septarientones von Kreuznach. 
Sitzungsber.d. Wiener Akademie Bd. 48, IL Abt., 1863, p.36--70 

mit Taf. I bis Taf. VIII. 
Denkschriften d. Wiener Akademie Bd. 25 p. 140—146 Taf. IV 

Fig. 1—2. 

Haplophragmkmi latidorsatnm Bornm. 0. 

Cornuspira angigyra Rss. 0, 

Cornuspira polygyra llss. 0. 

CorttMS2)lra hornevnanni Rss. 0. 

Gaudryina siphonella Rss. K. 

Biloculinci lobata Rss. 0. u. K. 

Biloculina globulus Born. 0. 

Triloculma valvtilaris Rss. 0. 

Trilocidma etioplastoma Rss. 0. u. K. 

Triloculma circularis Rss. 0. 

Triloculina iurgida Rss. 0. u. K. 

Quinguelocidina erniani Bornem. 0. u. K. 

Quinqiieloculina imj)7'essa Rss. 0. u. K. 
Quinquelocitlina lamellidens Rss. 0. 

QuinqiieloriiUna confusa Rss. 0. 

Qiiinqueloculina opaca Rss. 0. 

Quiqueloculma cognota Born. K. 

Spiroloculina limbata Born. K. 

Nodosaria etvaldi Rss. 0. 

Nodosaria rudis d'Orb. 0. 

Nodosaria conspurcata Rss. 0. 



— 56 — 

Wodosaria adspersa Ess. 0. 

Denialina soluia Rss. 0. ii. K. 

Dentalina clispar Rss. 0. 

Dentaliiui hemiingsetii Kss. (). 

Dentaliua Indifferens Rss. O. 

Deutiilina hoettgeri Rss. (J. 

Deiitalina inoDiata d'Orb. O. 

Dental i iia cunsobriita d'Orb. 0. 

Deitialina acuticanda Rss. 0. 

Dentali na emaciata Rss. 0. 

JJetitaUna ohliqaata Rss. 0. 

Dentalina ohliquestriata Rss. 0. 

Dentalina. spinescens Rss. 0. 

iJenfaiiHci retrorsa Rss. 0. 

Olandulina inflata Born. 0. 

(Haiuluihia eUiptica Rss. 0. 

Glandulina aequalis Rss. (). 

Olandulina obiusissima Rss. K. 

(Trlfindnlitia glohulas Rss. K. 

Glandulina laevigata d'Orb. K. 

Marginulina tumida Rss. 0. 

Marginulina tenuis Born. 0. 

Jfarf/intflhta htfarcta Rss. O. 

CrlatellarUi hoettgeri Rss. O. 

Cristellarla bi'aehgspira Rss O. 

CHstellaria itygmftea Rss. 0. 

Cristellarla couferta Rss 0. 

Cristellarla increseeiis Rss. 0. 

Cristellarla vaginalis Rss. 0. 

Cristellarla lituifonnis Rss. O. 
Cristellarla simplicissima, Rss. O. 

Cristellarla gerlachi Rss. O. n. K. 

Cristellarla ejcifnia Rss. 0. 

Robniirfa oligotoma Rss. K. 

Robulina „ v. callifera Rss. K. 

Hobidiua radiata Born. 0. 

Robnlina dimorpha Rss. K. 

Itohulina nitida Rss. O. 

Robulina inconipta Rss. K. u. O. 



57 



Rohulina lata Rss. 0. 

IkOhiilina eoneinna Rss. 0. 

h'obulina nitidissima Rss. 0. 

Robulina deformis Rss. 0. 

Hobuliita arfioulata Rss. 0. 

Holiulhia hion/nia cVOrb. 0. 

Holniliua suhaiHjulata Rss. 0. 

BaluHina decliris Rss. 0. 

Bidimina socialis Born. 0. u. K. 

Globnlina gihba d'Orb. 0. u. K. 

Globulina acuta Roeni. 0. 

Globul'nia iuflata Rss. 0. u. K. 

Globulina amplectens Rss. 0. u. K. 

Globulina minima Born. 0. u. K. 

Globulina amygdaloides Rss. 0. 

Globulina guttula Rss. 0. u. K. 

GuUulina rotundaia Born. 0. 

Guttulina problema d'Orb. 0. 

Guttulina sororia Rss. 0. u. K. 

Guttulina obtusa Born. 0. 

Guttulina semiplana Rss. 0. u. K. 

Guttulitia cylindrica Born. 0. 

(r^uttalina lanceolata, Rss. 0. u. K. 

Sphaeroidi na va riabilis Rss. 0. u. K. 

Textilaria lacera Rss. O. u. K. 

Tertllaria attenuala Rss. (.). 

Textilaria eognata Rss. K. 

Bolivina beyrichi Rss. K. 

Bolivina antiqua d'Orb. 0. 

Rotalia girardaiia Rss. 0. u. K. 

Ilotalia partschiana d'Orb. 0. 

Rotalia umbonata Rss. 0. 

Rotalia ungeriana d'Orb. 0. 

Rotalia granosa Rss. 0. 

Rosaliua irei/nkau/fi Rss. K. 

Rosalina sp. indet. 0. 

Nonionina bulloides d'Orb. 0. 

Neonina quinqueloba Rss. 0. u. K. 
O bedeutet Offenbach a. M. und K Kreuznach a. N. 



— 58 — 

Gesammelt wurden die Ott'enbacher Foraminiferen von Boettger 
und Grerlach, die Kreuznaclier von Weiiikauff, dem Museum 
zum Geschenk gemacht von Dr. (). Boettger. 

unteroligooän P. Oppenheim. Die oligocäne Fauna von Polschitza in Krain. 
Senckenb. Ber. 1896 p. 260 u. 261. 
Nummulites fichteli Michelotti. 
Nummulites houcheri de la Harpe. 
leg. Kinkeliii. 



Pflanzliche Fossilien. 
Tertiärfloreii. 

Pliocän Oeyler und Kinkelin. Oberpliocänflora aus den Baugruben des 
Klärbeckens bei Niederrad und der Sclileuse bei Höcht a. M. 
4 Tafeln. Abhandl. d. Senckenb. Naturf. Gesellschaft Bd. 15 
Heft 1, 1887. 

Kinkelin. Über Fossilien aus Braunkohlen der Umgebung von 
Frankfurt a. M. - Seligeustadt. 
Senckenb. Ber. 1883/84, S. 171—174. 
Kinkelin. Der Pliocänsee des Rhein- und Maintales und die 
ehemaligen Mainläufe. Senckenb. Ber. 1889, S. 70—79. 
Tertiär- und Diluvialbildungen. 
Abhandl. z. geol. Karte von Preußen etc. p. 227 ff. 
Kinkelin. Oberpliocänflora von Nieder-Ursel und im Untermaintal. 
Senckenberg. Bericht 1900. 
Frenelites europaeus Ludw. sp. 

Taxodium distichum Heer pliocae^iicum Geyl. u. Kink. 
Pinus m 091 tan a Mill, fossilis. 

— askenasyi Geyl. u. Kink. 

— cortesi Ad. Brongn. 

— ludwigi Schimp. 

— äff. laricio Poiret fossilifi. 

— strobus L. fossilis. 
Larix europaea L. fossilis. 
Ahies loehri Geyl. u. Kink. 

— pectinata D. C. fossilis. 
Picea vulgaris Link fossilis. 



- 59 — 

Picea latisquamosa Ludw. 
Potaniogeton niiqueli Greyl. u. Kiuk. 
Scirjjus spletti Geyl. u. Kink. sp. 
RJiixomites nioenanus Geyl. u. Kiuk. 
JPseiidonyssa palmiformls Kink. 
Betula alba L. fossilis. 
Carpinus sp. 
Quercus sp. 
Fagus pliocaenica Geyl. u. Kink. 

— V. latilohata und v. angustilohata, 
Corylus avellana L. fossilis. 
Li{fuidaf¥ibar pllocaenieuni Geyl. u. Kink. 
Nyssites or^iithobromus Ung. sp. 
Aesctilus ? hippocastanum L. fossilis. 
Juglans cinerea L. fossilis typ. 

— V. mucroriata, v. goepperti, v. parva» 
Juglans globosa Ludw. 
Üarga illinoe7isis Wangh. sp. fossilis. 

— ovata Mill. sp. fossilis. 

— ? alba Mill, fossilis. 
Draba ve?iosa Ludw. sp. 
Peucedanites loniineli Kink. 

Geyler. Über Carpimis grandis Ung. in der Tei'tiärformation 
Japans. Abhandl. der Senckenb. Naturf. Ges. XII p. 214 — 15. 
Taf. II Fig. 7. 
Carpinus grandis Ung. 
Botanischer Jahresber. 1881, I, p. 253. 
Von J. Rein gesammelt und von Geyler bestimmt. 

Von Tsuki-yoshi, Mino. 
Quercus stuxbergi Natli. 
Ostrya virginiana W. 
Castanea vulgaris Lam. fo.<is. 
cf. Diospgros nordquisti Natli. 
Styrax obessia Sieb. u. Zucc. 

Von Nakamura kamagori. 
? Betula. 

Acanthopanax acerifolium Nath. 
Vitis labjKsca L. foss. 



— 60 — 

Von Yokohama. 
Fag US ferruginea Ait. foss. 

— silvatica foss. 
Styrax obessia S. u. Z. 
Sorbus lesquereicxi Nath. ? 

unterpiiocän Heriii. Eiigelliai'dt. Flora aiLs den unteren Paludineuschichten 
des Csapljagrabens bei Podvin in der Nähe von Brood 
(Slavonien). Abhaudl. d. Senckenb. Naturf. Ges. Bd. 18, 1894, 
p. 169—207 mit 9 Tafeln. 

Kiukelin. Creologische Studienreise durch Österreich-UDgaru. 
Senckenb. Ber. 1890 p. 95 u. 96. 

Die Flora im Csapljagraben wurde von Kinkelin entdeckt, 
zumeist von Herrn Oberingenieur C. Brandenburg in Szeged 
gesammelt und von H. Engelliardt bearbeitet. 

PhyUerluin brandeuhur(/i Enghdt. 
HpJuieria klnUelin/i Enghdt. 
Adiantides slavonicus Enghdt. 
Taxodinm distichum miocenum Heer. 
Betula parvula Groepp. 
Betula sp. 

Alnus kefersteini Goepp. sp. 
Quercus deuterogona Ung. 

— gigas Goepp. 

— eretiatlfolia Enghdt. 
Casta?iea kubinyi Köv. 
Fagus pyi'rhae Ung. 

— macrophylla Ung. 
Ulmus plurinervia Ung. 
Planer a ujigeri Kov. sp. 
Celtis trachytica Ett. 
Ficus tiliae folia AI. Braun. 
Platan US acer aides Goepp. 
Populus leucophylla Ung. 
Salix varians Goepp. 

— macro2)hylla Heer. 
Liquidambar europaeum AI. Bi'. 
Laurus princeps Heei-. 



— 61 - 

CiniiamomKni schenchxeyi Heei'. 
Oreodnphne hecri (iaiid. 
Persoonia lauriiia Heer. 
Vitis teutonica Al. Br. 
Viburnum trilohatii,m Heer. 
Porana ungeri, Heer. 
Sterculia tenuinervis Heer. 
Acer bruckmanii i Al. Br. 

— sismondae Gaud. 
Sapindtis hasxlinskyi Ett. 
Evonymus szantoinus Ung. 
Rhamnus eridani Ung. 
Zixyphus tiliaefoliu^i Ung. 
Zixyphus plurinervis Heer. 
Berchemia miiltiuervis Al. Br. 
HI/ as inert an i Heer. 
Juylans acuminata Al. Br. 

— bilinica Ung. 
Pierocarya denticulata Web. sp. 

— massalonyi Gaud. 
Prunus acuminata Al. Br. 
Kobinia regelt Heer. 

Pa laeo labium oeninyeuiie Heer. 
Cassia hyperborea Ung. 

— berenices Uug. 

— phascolites Ung. 
Podogoniuyn knorri Heer. 
PhyUites stercuUaeforniis Eughdt. 

— celastrinoides Englidt. 

H. Th. Geyler. Über fossile Pflanzen aus den obertertiären Miocän 
Ablagerungen Siciliens aus der Umgegend von Girgenti. obermiocän 
Palaeontogr. Bd. 23, 1876, p. 317—328. 2 Tafeln. 

Schwefelführende Schichten: 
? Alyacites. 
Pinus sp. 

Potamogeton gei/icu latus AI. Br. v. gracilis. 
Paltnacites stoehrianus Geyl. 
Poacites laevis AI. Br. 



— 62 - 

Aliius nocitonis Geyl. fehlt, auch ? Diospijros brackijsepala 
Al. Br. und Celastrus ? pedi7ios Mass. 

Quercus chlorophylla Uug. 

CinnainomuTn polymorphem AI. Br. 

? haurineenfrucht. 

Berchemia inuUi?iervis Al. Br. 

Jug Ian s vetusta Heer. 

? Robinia regelt Ung. 

? Caesalpi^iia towiishendi Heer. 

? Acacia parschlugiaiia Ung. 
Aus Trubi inferiori: 

Fiircellaria sp. 
Aus Tripoli, wohl nicht diesem Horizont angehörig (Kink.): 

Xylomites ? sp. auf Blatt von Myrica salicina Ung'. 

Algacites sp. 

Phragmites oeningensis AI. Br, 

Myrica salicina Ung. 

leg. et don. Herr Bergdirektor E. Stoehr. 
Mitteimiocän Aus einem Schacht bei Bilin. Senckenb. Ber. 1890 p. 53: 

Rhyiisma feroniae. 

Salvinia cordata Ett. 

Blechiiuni goepperti Ett. 
— brauni Ett. 

Lomariopsis bilinica Ett. 

Glyptostrobus europaeus Heer. 

Najadopsis n. sp. 

Sparga7iiiim nepiuni Ett. ♦ 

JwHcus retractus Heer. 

Poacites caespitosus Heer. 

Arnndo goepperti Heer. 

Betida brongniarti Ett. 

— grandifolia Ett. 

— prisca Ett. 
Carpinus heeri Ett. 
Fagus feroniae Ung. 
Ficus multinervis Heer. 

■ Artocarpidiujn bilirdciun Ett. 
iSa/^'.r haidingeri Ett. 



— 63 — 

Drymidroides laevigata Heer. 
Cissus nimrodi Ung. (?) 
Bombax oblongifolium Ett. (?) 
Rhamnus decheni Heer. 
Juglans acuminata Al. Br. 

— hilinica Al. Br. 
Eucalyptus grandifolia Ett. 

— oceariica Ung. 
Leguminosites rotundatus Heer, für Nordböhmeu neu. 

leg. F. Kinkelin, det. H. Engelhardt. 

R. Ludwig. Fossile Pflanzen aus der mittleren Etage der untermiocän 
Wetterau-Rlieinischen Tertiär-Formation. winter-Hafen 

Palaeontogr. V p. 137. 

Boettger. Fossile Binnenschnecken aus den untermiocänen 
Cor6^m/a-Tonen von Niederrad bei Frankfurt a. M. 
Senckenb. Ber. 1884 p. 278. 

Jiiglans senckenbergana R. Ludwig. Taf. XXIX Fig. 7. 
— hessenbergana R. Ludwig. Taf. XXIX Fig. 6. 
Aus dem Frankfurter Hafen befinden sich nach Bestimmungen 
von Geyler (G-) und H. Engelhardt (E) in dem Sencken- 
bergischen Museum: 
Pinites pumilio Göpp, u. Berendt (E). 
Mijrica longifolia Ung. (E). 
Ficus la7iceolata Heer (E). 
Salix tenera AI. Br. (E). 
— varians Göpp. (G). 
Oinnamomimi rossmaessleri Heer (E). 

— scheuchxeri Heer (E). 

— spectabile Heer (G). 
Banksia longifolia Ung. sp. (E). 
Apocynophyllena cf. reussi Ett. (E). 
Myrsine doryphora Ung. 
Andromeda vaccinifolia Ung. (E). 
Berchemia multinervis AI. Br. (E). 
Engelhardtia broJigniarti Sap. (E). 
Eucalyptus oceanica Ung. (E). 
Cassia francofurtensis Geyl. (G). 



— 64 — 

Aus dem Mergel der Friedberger Warte: 
Najadopsia dickotonfa Heer (E). 

Aus den bituminösen Schiefern von Messel bei Darmstadt, be- 
stimmt von H. Engelliardt, leg. et don. A. von Reinacli: 

Glyptostrobiia earopaeas Heer. 
Phoenicites spectahüis Ung. 
Sterculia labrusca Ung. 
Acer trilobatum Stbg. sp. 
Be?'cheniki nmltinervis AI. Br. sp. 
Eugenia haeringiana Ung. 

saizhausen \{ Liidwij?. Fossile l'tlauzeu aus der ältesten Abteilung der 
Rheinisch -Wetteraue)' Tertiär-Formation. 
Palaeoutogr. VIIL 1889—91. 

('. von Ettiugshauseii. Die fossile Flora der älteren Braun- 
kohlenformation der Wetterau. 
Sitzungsbericht der Wiener Akademie, Math.-naturw. Klasse, 
Bd. LVII 1 Abt. 

(«eyler. Notiz über Liibricaria -viegleri nov. sp., eine Flechte aus 

der Braunkohle von Salzhausen. 
Senckenb. Ber. 1873/74 S. 112—114. 
Gesammelt wurde die Salzhausen er Flora von üoettger, 

bestimmt von Oeyler (G) und zumeist von H. Eugelhardt (E). 

Nach obigen Publikationen sind neu für Salzhause u 

folgende Pflanzenreste in unserer Sammlung: 

Inibrlraria :^iegleri Geyl. 
Sphaeria ulmi Geyl. 
Xylomites varians Heer. 
Sclerotium acericola Heer. 
Pteris parschlugiana Ung. 
Widdringtonia imger i Endl. 
Jimcus retraetus Heer. 
Poacites caespiiosus Heer. 
Myrica hafiksiaefolia Ung. 

— lignitum Ung. 

— longifolium. Ung. 

— studeri Heer. 



— 65 — 

Qnercus haniadryadum ÜDg. 

— neriifolia AI. Br. 
Corylus inflata Liidw. 
Fag us dentata. 
Ficus dubia. 

— elegans Web. 

— fritschi Geyl. (G). 
Platanus aceroides Goepp. 
Salix Integra Goepp. 

— macrophylla Heer. 

— tenera Al. Br. 
Laurus lalages Ung. 

— octeaefolia Ett. (?) 
Banksia haeringiana Ett. 
Apocynophyllum helveticum Heer. 
Sapotacites minor Ung. sp. 
Bumelia plejadum Ung. 

Cissus radobojensis Ung. 
Nyssa neriumni Ung. 

— ornithobroma Ung. Frucht. 
Magnolia attenuata Web. 
Sterculia tenuinervis Heer. 
Jeer decipiens Al. Br, 
— integrilobum Web. 
Sapindus falcifolius Ung. (?) 
Celastrus murchisoni Heer. 
Rhamnns rectinervis Heer. 
Juglans acuminata latiloba. 
Pterocarya denticulata Web. sp. 
Paliurus ovoideus Göpp. 
J?Ä/ys f/e/eto Heer. 
Amygdalus persicifolia Ung. 
P/rws (?) ovatifolia Ludw. 
Physolobium hennediaefolium Ung. 
Sophora europaea Ung. 
Acacia sotxkiana Ung. 

Kinkelin. Altes und Neues aus der Geologie unserer Landschaft, von Bommers- 

heim und 

Senckeub. Bericht 1892 S. 29—37. oonzenheim(G) 



— 66 — 

Kinkeliii. Die Tertiär- und Uiluvial-Bilduiigeu (lets Untermain- 

tales, der Wetterau und des Südabhanges des Taunus. 

Abhandl. z. geolog. Spezialkarte von Preußen Band IX Heft 4 

S. 215. 
Dem Museum wurde die in folgender Liste aufgeführte 

Sammlung von Herrn Balisa geschenkt; sie wurde zumeist 

bestimmt von H. Eiigelliardt; 
Hijsteriitm opegraphoides Goepp. sp. 
Glyptostrobus europaeus Heer. 
Pinus pinastroides Ung. (G). 
Cffpressinoxi/Ion Göpp. Samen. (G). 
StraUotites wehsteri Brongn. sp. =: kaltefinordheimeusis Zenk. 

(auch G). 
Betida. Kätzchen und Kindenstücke. 
Almis kefersteini Göpp. sp. Zapfen. 
Cm'pmus heeri Ett. 
Quercus gmelini AI. Br. 
Ficus daphnes Ett. 

— tiliaefoUa AI. Br. sp. 

— wetteravica Ett. 
Artocarpidimn wetteraviciim Ett. 
Salix elongata Weber. 

— media AI. Br. 

— tenera AI. Br. (?) 
Cinyiamomum lanceolatum Heer. 

— schenclweri Heer. 

FaveUa borealis. Blüte, Blutenstand und Frucht. 
Gardenia ivetxleri Heer. Frucht und Samen (auch G ) 
Myrsine dorypkora Ung. 
Bumelia plejadum Ung. 
Diospyros brachysepala AI. Br. 

— lotoides Ett. 

— parthenon Ung. 
Vaccinium acheronticiim Ung. 
Vitis teutonica AI. Br. 
Nyssa europaea Ung. 

Anona lignitum Ung. (?) Frucht. 
Acer trilobaUim Stbg. sp. (auch Frucht). 

— — — V. producta. 



— 67 — 

Sapindus ligtiitum Uug. Frucht. 
Celastrus dubius Ung. 

— oxyphyllus Ung. 

Juglans acuminata Heer (auch Frucht). 

— vetiista Heer. 

Carya ventricosa Brongu. Frucht (auch G). 

— costata Ung. Frucht. 

Pisiacia mettenii Ung. Früchte (auch G). 
Eucalyptus oceanica Ung. (?) 
Eugenia haeringiana Ung. 
Machaerium sp. (?) 
Cassia berenices Ung. 
. — fischeri Heer. 

— lignitum Ung. (auch Frucht), 

— phaseolites Ung. 

Carpolithes sei f hetz nersdorfensis Enghdt. 

Nach Besthnmung von H. Engelhardt besitzt das Museum Fossil- vnn derzecue 

p 1 1 r,^ Einigkeit bei 

reste von lolgeuden Füanzen: Bischofsheim 

in der Rhön 

Enteroniurpha stagnalis Heer. 
Sequoia langsdorfl Ad. Brongn. sp. 
(rlyptostrobits eiiropaeus Heer. 
Cype fites sp. 

Najadopsis dichotoma Heer. 
Stratiotites wehster i Brongn. sp. 
Poacites caespitosus Heer. 

— laevis AI. Br. 
Phragmites oeningensis Heer. 
Myrica vindohonensis Ett. 

— salicina Ung. 
Betula prisca Ett. 

— dryadum Ett. 

— Flügelsamen. 

Almis kefersteini Goepp. v. gracilis. 
Carpinus grandis Ung. 
Ulmiis bronni Ung. 
Planera ungeri Köv. sp. 
jP?cit5 tüiaefolia AI. Br. sp. 
Laurus primigenia Ung. 

5* 



— 68 - 

CinnawoniN/Di .scheuch^eri Heer, 
Gardenia ivetzlen Heer, Frucht. 
Apocynophjjllum helvetkum Heer. 
Wlyrsine clathrifoUum Heer. 
Vaccinium acheronticum Ung. 
Vitis teutonica Al. Br. 
Nympliaea sp. Samen. 
Acer trilohafwm Stbg. sp. 

— — V. producta. 

— sp. fF decipiens). 
Rhamnus decJieni Web. 
Xanthylon integrifolium Heer. 
Leguminosites sp. 
C<i('i^alpnnia fotvnshendi Heer. 

Aus (ieu Tertiärletteu der Schleuse bei Niederrad. 

Kiukelin. Die Schleusenkammer bei Niederrad und ihre Fauna. 
Senckenb. Ber. 1884 S. 256 Taf. III. 

(ireocarpus miocaenicus Kink. 

Vom H. Eiigelhardt. Über Tertiärpfianzen vom Himmelsberg bei Fulda. 
"JTrnüir Senckenb. Abh. Bd. XX Heft III mit 15 Tafeln. 

Die von Hassen kamp gesammelte Flora besteht aus folgen- 
den Pflanzen: 
JPhyllerlurn ulmi Englhdt. 
Sphaerla aegeritoides Englhdt. 
Sphaeria couttsiae Heer. 
Sphaeria dalbergiae Heer. 
— persistens Heer. 
Sphaeria rhamni Ett. 
Rhytisma i?iduratum Heer. 
Xyloniites pterocaryae Englhdt. 

— betulae Englhdt. 

Go7iiopteris stiriaca Ung. 
Aspidium majeri Ung. 
Logodium sp. 
Salvinia mildeana Göpp. 
Fhysageiiia parlatorii Heer. 
Podocarpus eocenica Ung. 



— 69 — 

Glyptostrobus eiiropaens Brongn. sp. 

Sequoia langsdorfi Brongii. mit Samen. 

Sequoia couttsiae. 

Libocedrus salicornioides Endl. sp. 

Callitris brongniarti Endl. sp. 

Pinus hepios Ung. sp. 

Juncus retr actus Heer. 

S mil ax sp. 

Poacites laevis Al. Br. 

Arundo ? 

Myi'ica acuminata Ung. 

— banksiaefolia Ung. 

— hakeaefolia Ung. 
Myn'ca laevigata Heer, 
Myrica lignitum Ung. sp. 
Betula brongniarti Ett. 

— dryadum Brongn. 

— prisca Ett. 

Alnus kefersteitii Goepp. sp. 
Quere us drymeja Ung. 

— elaena Ung. 

— gmelini Al. Br. 

— hagenbachi Heer. 

— lonchitis Ung. 

— pseiidoalnus Ett. 

— tenerrima Web. 
Carpinns grandis Ung. mit Frucht. 
Fagus deucalionis Ung. 

Fagus feroniae Ung. 
Ulmus brauni Heer. 

— bronni Ung. 
Planera ungeri K6v. sp. 
Ficus kinkelifii Englhdt. 
Ficus tiliaefolia Ung. sp. 
Platanus aceroides Göpp. 
Liquidambar europaeum Al. Br. 
/S'a/^a:; media Al. Br. (?) 

Salix varians Göpp. 
Populus tatior A\. Br. 



70 



Popullis mutabil'is Heer v. ovalis. 

Pisonia eocenica Ett. 

Laurus primigenia Ung. 

Benzoi?i antiquum Heer. 

Cinnamomum polymorphum AI. Br. sp. 

Embothrium salicinum Heer. 

Bafiksia deikeana Heer. 

cfr. Banksia helvetica Heer (G). 

Banksia longifoUa Ung. sp. 

Hakea myrsinites Ett. 

Dryandroides ludzvigi Ett. (G). 

cfr. Fraxitms denticulata Heer. 

Myrsine clathri folia Sap. 

Myrsine dory ph or a Ung. Kätzchen. 

Sapotacites minor Ett. 

Diospyros bracliysepala AI. Br. 

— lotoides Ung. 
Vaccinium acher onticum Ung. 
Andromeda vaccinifolia Ung. 
Araliophyllum hederoides Ett. 
Vitis teutonica AI. Br. 
Nelumbium? 

Palaeolobium haeringiannm Ung. 
Greivia crenata Ung. sp. 
^cer deripiens Heer, 
ylcer integrllobiim Web. 

— trilobatum Stbg. sp. 

— — V. tricuspidafa. 
Sapindus falcifolius AI. Br. 
Oupania juglandina Schinip. 
Celastrus protogaeus Ett. 
Celastrus elaenus Ung. 
Evonymus wetteravica Ett. 
cfi". E/ncode/ulroii deyener Ett. 
Prinos radobojana Ung. 

7/e.x stenopkylla Ung. 
Rhamnus de let a Heer. 

— eridani Ung. 

— gaiidini Heer. 



— 71 — 

Rhamnus rossmaessleri Ung. 
Ceanothus ebuloides Web. 
Juglans acuminata Al. Br, 

— bilinica Ung. 

— vetusta Heer. 
Carya costata Stbg. sp. 

— subcordata Ett. 

— ventricosa Stbg. sp. v. pusilla. 
Pterocarya denticulata Heer. 
Xanthoxylon serratu?n Heer. 

Rhus noeggerathi Web. 

— pyrrhae Web. 
Parrotia prist in a Ett. sp. 
Amygdalus persicifolia Web. 
Aronia prisca Ett. 

Prunus acuminata Al. Br. 

cfr. Prunus olympica Ett. 

cfr. Pir«*« phytali Ung. 

Crataegus longepetiolata Heer (?) 

ßosa lignitum Heer (?) 

i?05a sp. 

Dalbergia bella Heer. 

Cassia ambigua Ung. 

— berenices Ung. 

— cor di folia Heer, 

— hyp erb area Ung. 

— phaseolites Ung, 
Cassia cfr. tenella Heer, Legumen. 
Leguminosites rectinervis Heer, 
Acacia sotzkiana Ung, 
Caesalpinia escheri Heer (?) 

— sp. (totvnshendi?) 

Phyllites fraxlnoides Englhdt. 
Carpolithes carcinus Heer. 
Carpolithes crenatiis Englhdt. 
Carpolithes ellipticus Englhdt. 
Carpolithes gardenoides Englhdt. 
Carpolithes polyspermuni Englhdt. 



— 72 — 

Aus waitscii H. Engelliardt. Über tertiäre Pflan/enreste von Waltscli 
inNordböhmen. LeopoldiDR XX. 1884. S. 129ff. uud 145ff. 

Verbandl. d k. k. geol. Reichsaiist. 1879 p 113, 

Geschenk von Herrn Professor H. Engel Jiardt. 

Lastraea pnlchella Heer. 

Gyrnnogramme tertiavia Euglhdt. 

Pinns saturni Ung. 

Libocedr US dalicarnioides Ung. sp. 

Alnits kr f er steint Goepp. sp. 

Coryhis grossedentata Heer. 

Carp in US grandis Ung. 

Quercus ginelini AI. Br. 

Planern ungeri Köv. sp. 

Ficus tiliaefolia AI. Br. sp. 

Populus latior AI. Br. 

Laurus lalages Ung. 

Cinnajnomum scheuchxeri Ung. 

Andromeda protogaea Ung. 

Zixyphus tiliaefolia Ung. sp. 

11 ha 1)171 H s g aud i n i Heer. 

— graeffi Heer. 

— inaequalis Heer. 

— orbifera Heer. 
Jnglaiis bilinica Ung. 

— acuminata AI. Br. 
lUius meriani Heer. 
— pgrrhae Ung. 
Eucalyptus oceanic a Ung. 
Cassia phaseolites Ung. 

oiigocän (Tieyler. Die Tertiärflora des Zsilytales in Siebenbürgen. 
zsiiytai. Senckenb. Ber. 1878/79 S. 170. 

Geschenk von Herrn Professor Dr. F. Sandberj^er. 

Taxodiuni disticl/mn Heer. 
Von Porta Sabal sp. det. H. Engelliardt. 



da Cvyz auf 
Madeira. 



Iiubtis fruticosus L. det. Heer. 

i'orylus australis Heer det. H. Engelliardt. 

leg. et don. Dr. K. v. Fritscli. 



— 73 — 

Selir wahrscheinlich ans der Umgegend von Girgenti auf Sicilien. ? sicmen 
fScaform? und Palaetorno'^} Geschenk von Frau Dr, Geyler *^^'s"®°^^' 
und Dr. Kinkelin. (Gesammelt von Herrn Direktor Emil 
Stoehr. Die Bestimmung geschah durch Herrn Professor 
H. Eugelhardt. 

Algites sp. 

Delesserites pinnatiis Ung. 

Enteromorpha stagnalis Heer. 

SphaerococcKS crispiforrnfs; Stbg. sp. 

Sphaeria auf Quercns. 

Pieris urophylla Ung. 

Torreites i^itermedia Mass. 

Taxodium distichum miocenum Heer, 

Olyptostrobus europaeus Heer. 
— nngeri Heer. 

Sequoia langsdorfi Brongn. sp. 
— sternbergi Goepp. 

Libooedrus salicomioides Endl. sp. 

Cypressites aeqnimontanus Ung. 

Widdringto7iia helvetica Heer. 

Plnus freyeri Ung. 

— hepios Ung. 

— neptuni Ung. 

— pseudostrobus Endl. 

— rigidus Ung. 

— taedaeformis Ung. 

— Flügelsamen. 
Najadopsis major Heer. 

— dichotoma Heer. 

Potamogeton nov. sp. 

— reticulatus Heer. 

— geniciilatus AI. Br. 
Sparganium neptuni Ett. 
Juncus retractiis Heer. 
MajanthemophyUum petiolatum Web. 
Smilax grandifolia Heer. 

Musa bilinica Ett. 

Cyperus chavannesi Heer (?) 

Cyperites dencalionis Heer. 



74 



Carex tertiaria Heer. 
Poacites acu7m?iatus Ett. 

— aequalis Ett. 

— caespitosus Heer. 

— cenchroides Ett. 

— chusqiieoides Ett. 

— geniculatus Heer. 

— /«e?'2s Heer. 

— 1-igidus Heer. 

— Blüte. 
Phragmites oeningensis Heer. 
Arthostilidium bilinicum Ett. 
Myrica sp. Kätzchen. 

— hakeaefoUa Ung. sp. 
Betula dryadum Brougn. 

— prisca Ett. mit Kätzchen und Zäpfchen. 
Älnus gracilis Ung. (?) 

— hefersteini Goepp. sp. 

— nostratum Ung. mit Zäpfchen. 
Quercus alamoidcs Ett. (?) 

— ?n<c/w Web. 

— cardani Mass. 

— colonnae Mass. 

— detderogona Ung. 

— drymeja Ung. 

— etymodrys Ung. 

— gmelini AI. Br. 

— haiieri Ett. 

— hoernesi Ett. 

— lonchitis Ung. 

— Jucumommi Gaudin (?) 

— pseudo-alnus Ett. 

— pseudo-castanea Goepp. 

— pseudo-laurus Ett. 

— pseudo-rohur Kov. 

— roburoides Gaudin. 

— valdensis Heer. 

— Becher, Frucht und Gallen. 
Carpinus grandis Ung. 



— 75 — 

Castanea atavia Ung. 

— hiihinyi Köv. sp. 
Fagus feroniae Ung. 
Ulmus hronni Heer mit Frucht. 

— Jongifolia Ung. 

— mimda Göpp. (?) 

— plurinervia Ung. 
Planera ungeri Köv. sp. 
Ficus gaudini Ett. 

— lanceolata Heer. 

— lohkoiviUi Ett. 

— ffliaefolia Ett. sp. 

— frachelodes Heer. 

Platanns aceroides Goepp., Blütenstand. 

Liquidambar europaeum Al. Br. mit Fruclit und Blütenstand. 

iS'a^ia:; andromedae Ett. 

— angusta Al. Br. 

— hreviceps Goepp. 

— cinerea L. 

— denticidata Heer. 

— haidingeri Ett. mit Frucht. 

— lavateri Ett. 

— nymphaearum Gaut. 
Popfdtifi hcdsamoides Goepp. sp. 

— lieJiadnm Heer. 

— /a^/or Al. Br. 

— mntahilis Al. Br. 
Ldurns devmatophyllum Ett. 

— Jalages Ung. 

— nectandroides Ett. 

— primigenia Ung. 

— reussi Ett. 
Benzoin antiquum Heer. 
Cinnamomnm polijmorphum Al. Br. sp. 

— retu.snm Heer. 

— rossmaessleri Heer. 

— scheuchseri Heer und Blüte. 

— spectabile Heer. 
Sassafras sp. 



76 



Persca (?) 

Santalum salicinum Ett. 

Daphnr apoUinis Ung. 

— protogaea Ett. 
Persoonia sp. 

Cinchonidiuni bilinicmn Ett. 
Fraxinns palaeo-excelsior Ett. 
Apocynoph}ßlum ausonia Ung. 

— pachyphyllum Ett. 

Neriuni hüinicuni Ett. 
Ramvolfla plumeriae folia Ett. sp. 
Heliotropites reus si Ett. (?) 
Porana oeningensis Heer. 
Myrsine caronis Ung. 

— celastroides Ett. 

— clathrifolia Sap. 

— doryphora Ung. 

— pygntaea Ung. 

— radohojana Ung. 
Ardisia harpyarum Ett. 
Sapotacites hilinicus Ett. 

— daphnes Ung. sp. 

— minor Ung. sp. 
Bumelia oreadum Ung. 
Sideroxylon puterlihii Ung. 
Diospyros wodani Ung. (?) 
Macreighüa microcalyx Ett. 
Vaccinium acheronticum Ett. (?) 

— empetrites Ung. 
Andromeda acherontis Ett. (?) 

— protogaea Ung. 

— ^W6•^^■6• Ung. 
Azalea protogaea Ett. 
Ledum limnophilum Ung. 
liJiododendron ? 
Omalanthus tremula Ett. 
Gissus heeri Ett. 

— monrodi Ett. 
Cornus studeri Heer. 



77 



VHis hibkowitsi Ett. 

? Loranthus. 

Weinmannia paradisiaca Ett. 

— soUMana Ett. (?) 

Cunonia eiiropaea Ung. 
Ceratopetalum haeringianum Ett. 
Nymphaea sp. Stengel. 
Palaeolohium sotiManmn Ung. 
Bombax ohlongifolimn Ett. 
Gretvia crenata Ung. sp. 
Ehieocarpus europaeus Ett. 
^4cer hilmicum Ett. 

— hracht/phyUum Heer. 

— dasycapsoides Heer. 

— sismondae Gaud. 

— trilohatum Stbg. sp. mit Frucht, 
Tetrapjteris sp. (m'muta Ett. ?) 
Malpighiastrum coriacetmi Uug. 

cf. Hiraea hermis Ung. 
Sdpmdas hiUnicus Ett. 

— capanoides Ett. 

— diihkis Ung. 

— falcifoUus Al. Br. 

— hasrlgnskyi Ett. 

— M.ndidatus Heer. 
Sapindophyllum duhkim. Ett. 
Dodonaea antiqua Ett. 
Pittosporum .... folium Ung. 
Nemopanthes angustifolius Ung. 
Hippocratea hlUnica Ett. 
Celastrus andromedae Ung. 

— brucJcmanni Al Br. 

— europaeus Ung. 

— hippolyti Ett. 

— oxyphyllus Ung. 

— protogaeus Ett. 

— pseudo-ilex Ett. 
Maytenus europaea Ett. 
Evonymus papaearum Ett. 



— 78 — 

Fterocelastrn.s oreoiüs Ett. 
Elaeodenchon persei Ung". sp. 

— degener Ung. 
Bhmnnus brevifoUa Al. Br. 

— (jandini Heer. 

— reussi Ett. (?) 

— rossmaessleri Ung. 
Zwyplms ovatns Web. 

— protolotus Ung. 

— tiliaefoUus Uug. sp. 
Berchemia muUinervis Al. Br. sp. 
Faliurus favoni Ung. 

J/e;r amhigua Ung. 

— berheridifoUa Heer. 

— cydophylla Ung. 

— fieogena Ung. (?) 

— spJienophgllu Ung. 

— stenophylla Ung. 
cfr. Jfer theaefoUa Gaud. 

Juglans acuminata A I. Br., Kätzchen. 

— Äcen Ett. 

— p)arschlugianu Uug. 
EngelhanUia hrongniarti Sap., Fliigelfruclit. 
-RÄ?f5 pyrrhae Ung. 

Xanthoxylon, Stengelstücke. 
Myrtus miocenica Ung. 
Eucalyptus grandi folia Ett. 

— oceanica Ung. 
Melastomites druidum Ung. 
Callistemopliyllum hiliniciini Ett. 
Amygdalus pjereger Ung. 
Primus olympica Ett. 

Pirus pygmaeoruyn Ung. 
Cotoneaster andromedae Ung. 

— pussillus Ung. 
Spiraea oeningensis Heer. 
Sorbus palaeoavia Ett. 
Kennedya phaseolifes Ett. 
Sophora europaea Uug. 



— 79 — 

Dulhergia oitpefrites Ett. (?) 

— hella Heer. 
Machaermm palaeogaeum Ett. 
Cassia herenices Ung. 

— feroniac Uug. 

— Jiyperhorea Ung. 

— phaseolites Ung. 

— stmophjUa Heer (?) 

— pjephyri Ett. (?) 
Leguminosites argutus Heer. 

— proserxjinae Ung. 

— sderophyUus Heer. 
Gleditschia '^ 

Podoyonmm, '^ 

Phaseolns microphyllus Ett. 
Ononis vetusta Ett. 
Cytisus oeningensis Heer. 
Mimosites adenathera Ung. 
Caesalpmiia deleta Ung. 

— micromcra Heer. 

— toivnshendi Heer. 
Swartzia horealis Ett. 

Die Sammlung von pflanzlichen Fossilien von Münzenberg in der oherougocän. 
Wetterau stammt zum Teil aus den Aufsammlungen und „ "V^! ^^^^^ 

'^ Sandstein von 

Geschenken der Herren: Aiikeleiu, 0. Boettger, Kiukeliii, Münzenberg u. 
y. Reiuach, Richters, Ziegler, zum Teil aus Ankäufen. ^"^'''''^*"^^^'- 
Die Bestimmung geschah zum Teil von Geyler u. a., zumeist 
von H. Engelhardt. 

Für neu von Münzenberg haben sich nach den Bestimmungen 
von H. Engelhardt folgende Pflanzen ergeben: 

Phyllerium friesi AI. Br. 
Salvinia sp. 
Pteris oeningensis Ung. 
Pinus oviformis Endl. sp. ? 

— problematica . . . 

— resinosa Ludvi^. 
Potamogeton geniculahis AI. Br. 



80 



Smilax cf. lingulala Heer. 
Myrica aautiloba Stbg. sp. 

— hakeae folia Ung. sp. 

— meyeri Heer. 

Alnus kefersteini Goepp. M.*) 

— gracilis Ung. M. 

Querciis furcinervis Rossm. sp. M. 

— (jmelini Al. Br. M. 

— heeri Al. Br. (?) 
Carpi^ius i)yramidalis Gaud. 
Ulmus brauni Heer. M. 
Salix abbreviata Goepp. (?) 

— angusta Al. Br. 

— elongata Al. Br. 

— tenera Al. Br. 
Pop'idus mutabilis Heer. M. 
Pisonia lancifolia Heer (?) M. 

— ovata Ludw. M. 
Ciwmniomum tra7isversimi Heer. 
Daphnogene ludwigi Ett. M. 
Dryandroides laevigata Heer. 
Sapotacites minor Heer. 
Diospyros brachysepala Al. Br. M. 

— lotoides Ung. M. 
Weinmannia zelkovaefolia Ett. 
Magnolia ludivigi Ett. Frucht. M. 
Sy mplocos Caspar yi Ludw. Nüßchen. M. 
Acer integrilobum Web. 
Sapindus biliyiicus Ett. 
Oiipania neptiini Ung. 
Juglans corrugata Ludw. 
Gary a veritrosa Brongn. 
Prunus angusto serrata Ludw. 
Carpolithes pruniformis Heer. 
Cassia lignihini Ung. (?) 



*) Anmerkung : M. bezeichnet die Pllanzen die nur für Münzenberg neu sind, 
während sie aus der Wetterau schon bekannt sind. 



— 81 — 
J. Ziiiiulorf. MitteiluDgeii über die Baiigi'ube des (^ffenbacher oberes 

Hafens. MitteloliBOcän 

.Susswasser- 

Ber. d. Offeub. Ver. f. Naturk. 1901 p. 113. schichtendes 

luittleren 
ühavü Sp. Sporeutr ächte. Cyrenenmergels 

Stratiotites ivrhstcrl Brongn. sp. Früchte. 

Fhragtnitefi oeningeiisis Heer. 

Myrica sp. Früchte. 

Ulmus plurinervia Ung. 

Rhamnas rossmaesslerl Ung. 

leg. et don. Herr J. Ziniidorf, det. H. Engelhardt. 

Geyler. Über die Tertiärflora von Stadecken — Elsheim in schieichsand- 

oi • t steine des 

Khemhessen. . nf<.,.,.,oi«tai^= 

t ntermaintales 

Senckenb. Ber. 1873/74 p. 103—112. seci^bach). 

Rheiuhessens 

Kiiikeliu. Sande und Sandsteine des Mainzer Tertiärbeckens, (stadeckemmd 
Senckeub. Ber. 1884 p. 195-217. 'SZ"«"" 

-^Isoetes sp. (Nieder-Walluf) 

Pinus sp. 

Ärundo goepperti Heer. 

Betula sp. 

Älnus lief er steint Göpp. 

Queren.':; drymeja Ung. 

* — elaena Ung. 

— furcinervis Rossm. sp. 

* — lyelli Ung. 

* — pseuäo-laurus Ett. 
Carpinus grandis Ung. 
Castanea atavia Göpp. 
Fagus attenuata. 

TJlmu8 plurinervia Ung. 
Planera ungeri Köv, sp. 
Ficus Janceolata Ung. 
Salix angusta AI. Br. 

— longa AI. Br. 

— media Heer. 
Popidus mutahilis AI. Br. 
Pisonia acuminata Ludw. 
'^ Later US 'octeaefoUa Ett. 

— primigenia Ung. 



— 82 — 

Ginnamomiim hiichl Heer. 

— lanceolatum Ung. sp. 

— polymorphum Al. Br. 
* — rossmaessleri Heer, 

— scheuchten Heer. 

— spectabiJe Heer. 
'^Banksia longifolia Ett. 
Apocynophyllum lanceolatum Web. 
*cf. — penninervium Ung. 
Echitonium sophiae Web, 
*Bumelia minor Ung. 
^'Andromeda p)rotogaea Ung. 
Magnolia attenuata Web. 
Dombej apsis decheni Web, 
*Grcivia crenata Heer. 

"Acer integrilohum (?) Web, 
"Celastrus europaeus Ung. 
^'Bhammis gaudini Heer. 
Juglans acuminata Al. Br. 

— laevigata Brongn. 

— rostrata Güpp. 

leg. et don. die Herrn KiiikeHii, Kolb, Lauterbach und 
Philipp. Die Bestimmungen geschahen durch Geyler und 
H. Eng-elhardt. Die von Eugelhardt für diesen Horizont 
neu erkannten Species sind mit * ausgezeichnet. 

Mittleres K. V. Fritsch. Über einige neuere Funde in den ältesten marineu 
Aui^demmiuei- Tertiärschichteu der Frankfurter Gegend. 

RÄof ". Senckenb. Ber. 1870/71 p. 40-42. 

ors euB Qgyjgj, Verzeichnis der Tertiärflora von Flörsheim am Main. 
Senckenb. Ber. 1883 p. 285—287. 

Kinkeliu. Tertiär- und Diluvialbildungen im Untermaintal etc. 
zwischen Spessart und Taunus. 
Abhandl. z. geol. Spezialkarte von Preußen IX, 4, S. 190. 
Delesseritcs sphaerococcokles Ett. 
"Sphaerovoccus cris/tiformis Stbg. sp. 
'" SphaerocoGcites tertiär ins Ung. 
HimanthßUa amphisylarum Schimp. (?) 



83 



Xylomites sp. (auf Blatt von ('hnuuiioiiudn Jaiivcolutinn). 

'"SpJiaeria sp. 

" Zonarites muUifidus Stbg. (?) 

Podocarpiis eocaenica Dug. 

Sequoia sternbergi Corda sp. 

* — couttsiae Heer. Samen. 
Libocedrus salicornioidcs Endl. 
Chamaccyparifes hardti Endl. 

'" (jrlyptostrobus europaeus Heer. Zäpfchen. 

Pinus sp. 

■^ — hepios Ung. 

— palaeostrobus Ett. 
Ephedrites sotsldanus Ung. 
Bambnsium sepultum Ung. 
^^ Fhmg)nites oeningcnsis Heer. 
'^Anindo goeppertl Heer. 
^^ P< Kl cites sp. 
Casiiarina liaidingeri Ett. 
Mgrica acuminata Ung. sp. 
■^' — angustata Scliimp. 
"" — liuheaefolia Ung. sp. 
•'• — salicina Ung. sp. 
■^ Quercus niyrtiUoides Ung. 

— lonchitis Ung. 
■'• — claena Ung. 
Carpinus producta Ung. 
^Fagus sp. Frucht. 
'^Ficus aglajae Ung. 

■" — lanceolata Ung. 
" — tiliaefoUa Al. Br. 

— sp. 

Artocarpidium olmedkiefoJium Ung. 

* — ephicdtac Ett. 
"Salir aiigusta Al. Br. 

■•■ — rariaihs (loepp. 
J*ojialus heliaduui Ung. 
■" — leacophylla Ung. 
Laurus lalages Ung. 

6* 



— 84 — 

Launrs priniigenia Ung. 

* — prmceps Heer. 
"Benzoin atteniiatum Heer. 

* Oinnamonmm huchi Heer. 
Cinnamomnm Janceolatum Ung. 

— polymorphum Al. Br. 

— rossmaessleri Heer. 

— schenchzeri. Ung. 
^ — spccfahile Heer. 

'" Adinoäapthne (jermari Heer sp. 
^'Litsaea .^ 

■^'Lomatia fir ma Heer. 
Banksia longifoUa Heer. 

— ungeri Ett. 
Hakea plurinervki Ett. 

— sp. 
Dyijandra brongniarti Ett. 

— schranJii Heer. 
Dryandroides liakeaefolia Ett. 

— angustifolia Ung. 
Enihothrik'S leptospermos Ett. 
'^(Trevillea Jiaermgiana Ett. 

^' — nervosa Heer. 

Fersoonia daphnes Ett. Frucht. 

'^ Apociinophiilhun helvetkum Heer. 

"Cetonia macroptera Ung. 

^Mijrsine sallcina Heer. 

^ Sajwtacites reticidatus Heer. 

* Chrysophyllum reUcidosum Rossm. sp. 

Biospyros hrachysepala Al. Br. 

Vaccinium acheronticum Ung. (?) 

Andromeda protogaea Ung. 

— sp. 
Weinmannia microphyJJa Ett. 
*Cimonia formosa Friedr. 

* CeratophyUum muricinnm Sch. 
Nymphaea sp. 

— casparianum Heer. 
Stermdia labrusca Ung. 



— 85 — 

Domhejopsis grand i folia Ung. 
*Elaeocarpus aJhrechtl Heer. 
Tetrapteris harpyiarum Ung. 
Banisteria haeringiana Ett. 
* Malpighiastrnm hi/r.^oni/macfolium Ung. 
"Sapindns faldfolhis Al. Br. 

* — cassioides Ett. 
^'Flaeodendron degener Ung. sp. 
'" Rhammis rossmacsslcri Vug. 
Ceanothus zkyphoides Ung. 

— lanceolatus Ung. 
'" Zizijphus protolotus Ung. 
*Juglans acuminata Ung. 

* — hilinica Ung. 

* — nngeri Heer. 
"Rhus noeggerathi Web. (?) 

^^ Term'malin radohojensis Ung. 

— fendiana Ung. Frucht, 

"cf. Myrtn.'i amissa Heer. 
"Eugenia haeringiana Ung. 
Etiealyptus haeringiana Ett. 

— oceanica Ung. 

'^ Ainydaliis per sici folia Web. 

P//?rv e/ij)he)}ies Ung. 

" — iheohroma Ung. (?) 

— trogJodytarum Ung. 
Phaseolites eriosemaefoJium T^ng. 
Cassia hyperhorea Ung. 

— pltaseolithes Ung. 
■■ — sephyri Ett. 

Acacia sotzkiana Ung. Frucht. 

•■ Legurainosenhülse. 

PhyUifes sp. 

Carpolitlies sp. 

Die Aufsammlungen von Pflanzeuresteu im Ruppelton von 
Flörsheim geschalien besonders von K. you Fritsch, dann 
von R. Dyckerhoff und Kinkelin. Während die älteren 
Aufsanimlungen von Gejier determiniert wurden, hat die 
neueren H. Ene^elliardt bestimmt. Da die den Bestimmungen 



— 86 — 

zugrunde liegenden Objekte von Flörsheim fast ausschließlich 
im Senckenbergischen Museum liegen, so fiihre ich hier die 
ganze bisher bekannte Flora auf und zeichne nur die von 
Engelhardt für Flörsheim neu erkannten Arten durch ein 
Sternchen aus. 

Eocän. H. Th. Geyler. Über fossile Pflanzen von Borneo. 

Vi in Pengaron 

auf Borneo. Palaeoutogr. Suppl. Bd. ;> Heft 1, 8. (U— 84, mit 2 Tafeln, 1875. 

Ge.vler. Über einige paläontologische Fragen etc. 
Senckenb. Ber. 1877/78, S. 64. 
Jaarboek van het Mijnweezen in Nederlandsch Tndie 1879, Tl. 

Nathorst. Tertiärflora von Japan. 
Botan. Jahresber. 1881, If, p. 253. 
Fieus 2>ßi^(/ff>'onensis Geyl. 
Arfocarpidiwni verbeekiam im G ey 1 . 
Litsaea hoettgerl Geyl. 
Griimilea tHephitidioides Geyl. 
Tu h r r n a c »i o n f a n a sp. 

Loranth iis ( Dei idr optith oe) deliqueseens Geyl. 
I*tei'Osperniu)}i graeile Geyl. 
T)ipt€voearpiis pengaf^onensis Geyl. 
Xepheliuiu verheekUinuni Geyl. 

Anm.: Von den eocäiien Borneopflanzen fehlen im Museum: 

Hopea praecursor Geyl. 
Entoneuron melastoniaceum Geyl, 
Stercidia? sp. 
Leguminosites (Alhizzia ?) sp. 

Die Pflanzenreste wurden gesammelt und geschenkt von Herin 
Dr. R. I). M. Verbeek, Bergingenieur. 



Doggei'flora. 

Aus dem }{ r^h. Oeyler. über fossile Pflanzen aus der Juraformation 

Tetorigawatal, * 

l'r..v. Kaga auf JapaUS. 

der Ilauiitinsc.I 

Honsiiiu. Palaeontogr, XXIV mit 5 'i'afeln. 



— 87 — 

H. Th. Geyler. Über einige paläontologische Fragen etc. 

Senckenb. Ber. 1877/78. 

Thyrsopteris elongata Geyl. 
Asiüenitim ar(jntulnm Heer. 
Adiantites amurensis Heer. 
PecoiyteHs eocilifortnis Geyl. 
Zarnites parvifolius Geyl. 
Poflozaniifes ens if or mi a Heer. 

— lanceolatus L. H. v. yenuina Heer. 

— — — V. intermedia Heer. 
JPodozamites remi Geyl. 

— — — V. amgtistifolia (ireyl. 
GingJio sihirica Heer. 

Anm. ; Von den Doggerpflanzen aus dem Tetorigawatal fehlen im 
Museum : 

? Ooniopteris. 

Adiantites sp. 

Pecojiteris saportana Heer. 

Podozamites tenuistriatus Geyl. 

Cycadospermum japonicum Geyl. 

Die Suite von Pflanzenabdrlicken aus dem Dogger von Japan 
wurden von Herrn Prof. Dr. J. J. Rein gesammelt und dem 
Museum geschenkt. 



Glossopterisflora. 

Kinkeliii. Neue Bereicherungen der paläontologischen Sammlung. 

Senckenb. Ber. 1896, Protokoll- Auszüge p. CXI. 

Glossopteris. 
Taeniopteris. 
Vertebraria. 

Aus den Kerosene-Schiefern der Blue mountains in Süd-Ost- 
Australien. 

Geschenke der Herren Dr. Leybolü und Ingenieur Schiele. 



— 88 — 

Silur. 

R. Ludwig. Fossile Pflanzenreste aus der paläolithischen 
Formation der Umgegend von Dillenburg etc. 

Palaeontogr. XVII p. 110— 114. 

Palaeophycus falcafus Ludw., Sinn. Taf. XVIII Fig. 5. 
Palaeophycus koehi Ludw. von Sinn. Taf. XVIII Fig. 2. 
Bythotrejihis radiata Ludw. von Siun. Taf. XIX Fig. la. 
Noeygn-dthia hifnrca Ludw., Sinn. Taf. XXV Fig. 1. 



— 89 



Brooksella rhenana n. sp. 

Das erste Mediisenfossil aus dem Devon. 

Beschrieben von 

Professor Dr. F. Kinkelin. 

Mit Tafel I. 



Unter den tierischen Organismen sind kaum welche weniger 
geeigeuschaftet. in den Meeresabsätzen vergangener Zeiten Reste 
zu hinterlassen, als die beim Mangel fester Teile aus gallertiger 
Substanz fast einzig aufgebauten freischwimmenden Medusen 
oder Qualleu. Einige, besonders die Rhizostomen, haben jedoch 
festere, z. T. fast knorpelige Konsistenz. 

Nichtsdestoweniger sind in den letzten Dezennien nicht 
wenige Zeugen ihres Daseins aus verschiedenen Perioden ent- 
deckt worden. Immerhin gehören solche Reste zu den seltensten. 
Es war ein Abdruck in dem feinkörnigen lithographischen 
Kalkschiefer von Eichstädt, der gelegentlich der Naturforscher- 
versammlung 1845 in Nürnberg von seinem Entdecker Frisch- 
mann vorgelegt wurde und von Bej'rich als von einer Qualle 
herrührend erkannt und als Acalepha deperdifa benannt worden 
ist, die erste auf die Klasse der Quallen bezogene, bekannt ge- 
wordene Spur. Von einem Medusenfossil des Karlsruher Museums 
erwähnt Agassiz, daß er es schon 1825 gesehen habe. 

Während der letzten Jahrzehnte sind in demselben, den 
obersten Schichten des Jurasystems zugehörigen Gestein von 
Medusen stammende Fossilien in Mehrzahl aufgefunden worden. 
Sie liegen in den Museen von Berlin, Dresden, Washington 
und besonders im Münchener Museum und sind zumeist von 
E. Haeckel in mehreren Abhandlungen beschrieben und auch 



— 90 — 

abgebildet worden.^) Ein paar solcher Reste sind in Gipsab- 
güssen in unserem Museum aufgestellt. Ergänzende Arbeiten 
über die Medusen des lithographischen Schiefers stammen von 
A. Brandt, 2) L. von Ammon=^) und Cl. D. Waleott.*) Die 
Namengebung läßt erkennen, daß eine Anzahl dieser Reste 
heutigen Genera nahe steht. Die bisher noch nicht auf recente 
Formen beziehbaren Quallenfossilien werden nach Walcott als 
Mednsina bezeichnet. Mehrere der oberjurassischen Medusenreste 
lassen bei der wunderbaren Erhaltung fast den Gesamtorganismus 
unterscheiden. 

Die bisher bekannten oberjurassischen Medusen sind: 

Jlhisosfonük'S admiramlus Haeck. 
— lithograpliicus Haeck. 

Lppfobrachites trigonohrachuts Haeck. 

Palacgina gigantea Haeck. 

Acraspcdites antiquus Haeck. 

Eulithota fasciculafa Haeck. 

Srniacostomifes .::itteVi Haeck. 

HexarJüzites insigiüs Haeck. (6 zählig). 

Mednsina äeperdita Beyr. sp. 

— qnadrata Haeck. sp. 

— hieinda Haeck. sp. 

— staurophora Haeck. sp. 

— circular i.s Haeck. sp. 

— porpitina Haeck. sp. 

In neuester Zeit hat F. von Huene^) auch aus dem braunen 
Jura Schwabens den Abdruck einer 12-, resp. 6 teiligen Meduse, 



^) E. Haeckel. Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie 1865, p. 50B— 509, 
Taf. 39 Fig. 1 und 2. — Neues Jahrb. f. Mineralogie etc. 1866, p. 257—293, 
Taf. 5 und 6, mit 3 Textfiguren. — Zeitschr. f. wissenschaftl. Zoologie 1869, 
p. 538-562, Taf. 40—42. — Jenaische Zeitschrift VIII, 1874. p. 312-323, 
Taf. 10 und 11. mit Textfiguren. 

^) A. Brandt. Mem. Academ. imper. sc. St. Petersbourg VII. Serie 1871, 
Vol. 16 No. 11, p. 1—28, Taf. I und IL 

^) L. V. A mm on. Abb. d. math. phys. Klasse d. bayer. Akademie 1886, 
Vol. 15, p. 105—166, mit 5 Tafeln. 

*) Cl. D. Walcott. Monographs of United States' Geological Survey. 
Vol. 30, 1898, p. 65-95, Taf. 39—45, mit 6 Textfiguren. 

^) F. von Huene. Neues Jahrb. für Mineral, etc. 1901 I, p. 1, nut 
einer Tafel. 



— Ol- 
die den Geryoniden verwandt sei, bekannt gegeben, die er 

Mrfhisinn (icryonides 
nannte. 

Ein paar geologisch jüngere E'ossilien, die aus dem cretaci- 
scheu System und zwar aus Flintknollen stammen — Medusites 
rrefareu.s Kner, Medusiies friJohaf/is Amnion und Medxsifcs helgo- 
/o;/Y//(7/.y Brandt — werden von Gott sehe und Wal cot t niclit 
als Medusenreste anerkannt, sondern für Spongienreste gehalten. 

In manchen von Medusen belebten Meeren der Vorzeit 
mögen Absätze von ähnlich feinem Korn, wie es der Kalkschlamm 
der Solenhofener Jurabucht besaß, entstanden sein ; nichtsdesto- 
weniger sind bis vor w^enigen Jahren nur noch in scliwedischen 
Sedimenten Spuren aufgefunden, die auf Medusen bezogen werden. 

Viel weiter in der Vergangenheit als dies von den jurassischen 
gilt, liegt die Zeit, in der sich diese Absätze gebildet haben, in 
der Medusen so in ihnen eingebettet wurden, daß sich auf sie 
bezügliche Formen erhielten. Die Geologie bezeichnet dieses 
Alter als das obercambrische. Jene Reste stammen somit aus der 
frühsten Periode des paläozoischen Zeitalters. Von Torreil 
1870 in obercambrischem Fucoidensandstein von Westgothland 
bei Lugnäs entdeckt, sind sie von Nathorst^) 1881 teils als 
Abdrücke, teils als Steinkerne oder Ausfüllmasseu der Hohlräume 
von Medusen erkannt worden. Diese Fossilien führen die Namen : 
Medusina costata Torreil sp. 

— princeps Torrell sp. 

— radiata Linnarsson sp. 

Ein Abdruck im mittelcambrischen (Kalk-) Sandstein bei 
Tejrovic in B«3hmen wird von Pompecky^) a.\\ch Ruf Med u shut 
radiata Linnarsson bezogen. 

Erst aus dem Jahre 1898 stammt die Publikation Walcotts,^) 
die uns mit einer großen Anzahl von Medusenresten, mit den 
früher als „vStar cobbles" bezeichneten Fossilien bekannt macht. 
Auch sie stammen aus dem ältesten Sedimentärsystem, genauer 

') Nathorst. Kongl. svensk. Vet. Akad. Handl. Vol. 19 No. 1, p. 2ö, 
Taf. IV, V und VI. 

2) Jahrb. .1. geolog. Reichsanstalt Wien 1896, Vol. 45, p. 501, Taf. 14 Fig. 3. 

*) Ch. D. Walcott. ]\Ionographs of the United States' Geological Survej-, 
Vol. 30, 1898, p. 1—58, Taf. I— XXVIII und Textüguren. 



— 92 - 

aus dem Mittel-Cambrium des Coosatales von Alabama. Sie sind 
1886 von Dr. Cooper Curtice und 1893 von Mr. Henry 
Bufford zusammengebracht worden. Außerdem beschreibt 
Walcott auch noch die Reste einer 4, 5, 6 und 7 lappigen 
Qualle — Badyloiäüe^ Hall — aus dem obercambrischen Schiefer 
von Middle-CTranville, New-York. 

Unter den zahlreichen, vielgestaltigen mittelcambrischen 
„Star cobbles" unterscheidet Walcott nur zwei zu den Dis-- 
comedusen gehörige Genera und von dem einen Genas nur zwei 
Arten, von dem anderen nur eine; 

Brooksella alternata Walcott. 
— confusa Walcott. 
Laotira cmnhria Walcott. 

Noch bleibt mir übrig der Abdrücke auf permischen Sandstein- 
platten Thüringens zu erwähnen, die H. Pohlig^) auf Mcclu.Hna 
ntara Pohlig sp. bezogen hat. 

So sind demnach aus der nach Millionen Jahren zählenden 
Zwischenzeit zwischen dem Obercambrium und dem mittleren 
Jura diese zuletzt erwähnten Eindrücke die einzigen Spuren, die 
von der Existenz der Quallen zeugen. 

Vor kurzem ist mir aus den mitteldevonen Orthoceras- 
schiefern der Rupbach bei Laurenburg a. d. Lahn von Herrn 
Lehrer Ludwig Petry in Wasenbach bei Balduinstein ein Fossil 
übergeben worden, das zweifellos von einer Meduse herrührt. 

Soweit dieselbe in dem Fossil sich zu erkennen gibt, und es ist 
nur die Oberseite des Schirmes, Fig. 1 und 2, die sog. Exumbrella, 
stimmt es völlig mit der Exumbrella von BrookseUn alfoiiafa, die 
Walcott 1. c. Taf. I Fig. 8 abbildet und hier in Kopie, Fig. 8, 
beigegeben ist, überein. 

Während Walcott von dieser Art, resp. diesem Stück 
der „Star cobbles" auch die Unterseite, sie sog. Subumbrella, 
darstellen konnte, trifft dies beim devonen Stück nicht zu, da 
die Unterseite ganz im schiefrigen Gestein eingesenkt ist. Die 
Art der Erhaltung schließt es aus, die Subumbrella aus ihm 
herauszupräparieren . 

*) H. Pohlig-. Festschrift zum 70. Geburtstag von R. Leuckart 1892, 
p. 56—64, Taf. VII Fig. 2 und 5, mit Texttigur. — Ch. D. Walcott. Monographs 
of the United States' Geological Survey, Vol. 80. 1898, p. 95 u. 96, mit Textfigur 24. 



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Auf dem grauen, ziemlich glatten Schief erplättchen tritt 
deutlich, sich aus ihm wie ein flaches Uhrglas hervorhebend, 
eine scheibenförmige, in einer Richtung etwas verzogene, daher 
nicht völlig kreisförmige Gestalt, E'ig. 1, hervor. Ihre äußere 
Begrenzung bilden acht nach außen konvexe Bögen. Von den 
acht Punkten, in denen je zwei Bögen zusammentreifen, gehen 
strack radial acht seichte Rinnen, Furchen, ab, die auf die 
Peripherie einer kreisförmigen seichten Furche treffen. Dieser 
kleine Kreis — Wal cot t nennt ihn den „disk" — hat einen 
Durchmesser von 10 mm. In seiner Mitte erkennt man noch 
eine kreisförmige Furche, über die sich auch ein kleines Scheibchen 
wenig erhebt. Wir sehen also eine 10 mm breite, kreisförmige 
Scheibe durch eine Furche umgrenzt, von der nach außen acht 
Lappen ausgehen, die eng aneinander liegen und nach außen 
bogig enden. Wenn man sich das Fossil wieder in den Zustand 
versetzt denkt, den es besaß, bevor durch Gebirgsbewegung eine 
Streckung erfolgte, war die Gesamtgestalt zweifellos eine völlig 
kreisförmige, und die Lappen waren abwechselnd ziemlich gleich, 
so daß also auf einen breiteren ein schmalerer folgte. In der 
verzogenen Form sind zwei einander gegenüberliegende breitere 
Lappen länger und schmäler geworden, als die zwei anderen, 
die durch den Gebirgsdruck dagegen noch breiter, aber auch 
kürzer geworden sind. So besitzt nun der Durchmesser des 
Fossils in der einen Richtung eine Länge von 39 — 43 mm, in 
der anderen eine solche von 32 — 33 mm. Der breiteste Lappen 
mag an seiner breitesten Stelle etwa 12 mm, der schmälste 
ungefähr 8 mm haben. Die Unsicherheit in der Feststellung 
obiger Maße liegt daran, daß die bogigen Außenränder der 
Lappen, wie es die Abbildung deutlich wiedergibt, nicht scharf 
begrenzt sind ; es sind durch die Streckung ihre ursprünglichen 
Konturen mehr oder weniger verzogen, verwischt. 

Aus der unmittelbaren Anschauung des Fossils, besonders 
aus der Achtteilung erkennt man sofort, daß man es mit einem 
Medusenfossil zu tun hat. Bekanntlich herrscht, wenn auch 
nicht ohne Ausnahme,^) bei den Quallen die Vierzahl in der An- 
ordnung der Organe, wie bei den Echinodermen die Fünf zahl. 



') Von fossilen sechszähligen Medusen sind bekannt : Hexarhizites insignis 
Haeckel und Medusina geryoniäes v. Huene. Größere Mannigfaltigkeit haben 
die ältesten, die cambrischen Formen. 



— 94 — 

Hier möchte ich noch bemerken, daß auf der Platte außer- 
halb der 8 Bögen keine äußere Grenze, die sich im zarten Ton 
doch durch den Eindruck einer kreisförmigen Linie erhalten 
haben würde, vorhanden ist, wonach das Fossil von einer 
ungeteilten Scheibe stammen würde, so daß dann die acht Aus- 
schnitte eine andere Deutung erfahren müßten. An den kleinen 
kreisförmigen „disk", also an die Kranzfiirche fügen sich somit 
als Schirmkranz 8 eng aneinanderliegende Lappen mit glatter 
Oberfläche an, und es stellt der Rest doch einen flachkonvexen, 
zusammenhängenden Schirm dar. Auch unter den rezenten 
Medusen gibt es tieflappige, z. B. die NausUJwe. 

Die, wie schon erwähnt, völlige Übereinstimmung des devonen 
Fossils, Fig. 1, mit der Exumbrella von Brooksella cdtenuda Wale. 
(1. c. Taf. I Fig. 3), Big. 3, erlaubt uns wohl dasselbe dem Genus 
BrookscUa zuzuweisen. 

Walcott gibt für das zu den Diskomedusen gezählte Genus 
folgende Diagnose: 

Diskomeduse mit einem gelappten Schirm, 6, 7 bis 12 
oder mehr Lappen: ohne Tentakeln und ohne? zentrale Mund- 
öffnung, mit einem einfachen, radialen Kanal in jedem Lappen 
des Schirmes und in jedem interradialen Lappen, wenn solche 
überhaupt vorhanden sind. Mundplatte vierteilig; von ihr 
gehen vier Mundarme aus. Ob aber diese sich verzweigen 
oder nicht, ist nicht bekannt: ein zweiter Typus von Mund- 
armen mag sich in den interradialen Lappen darstellen. 
Typus BroohseUa aUernata. 

Bezüglich der Zahl der Lappen, die auch bei der cambrischen 
Brooksdia vielfach, ja zumeist 8 ist, dürfte hervorgehoben w^erden, 
daß bei dem bisher einzigen devonischen Rest die Gruppierung 
gilt, die unter den rezenten Medusen die herrschende ist, nämlich 
die Vierzahl. : 

Sowohl von Tentakeln, wie auch von Geschlechts- und 
Sinnesorganen ist am Devon-Fossil keine Spur. 

Auf die Frage, ob Mundöffnung und Mundarme vorhanden sind, 
gibt das devone Fossil keine Antwort, da es nur die Exumbrella dar- 
stellt, und es, wie schon erwähnt, bei der Beschaffenheit des Fossils 
ausgeschlossen ist, die Subumbrella aus dem Schiefer herauszu- 
präparieren. Daß aber versteinerte Teile der Unterseite der 



^ 95 ^- 

Meduse vorhanden sind, ist durch die Wölbung des Schiefer- 
plättchens auf der anderen Seite unmittelbar unter der Exum- 
brella wahrscheinlich. Ein rinneuförmiger radiärer Eindruck auf 
der Unterseite ist wohl darauf zu beziehen, ob auf einen Mund- 
arm oder einen Radialkanal, bleibt ungewiß. Von den Radial- 
kanälen der Lappen zeigen die Exumbrellen der cambrischen 
Medusen keine Spur: bei mehreren von ihnen ist dagegen ihrer 
Erhaltung die der Subumbrella günstig. 

Auch bei den cambrischen Brooksellen kommen nur da und 
dort interradiale Lappen vor, wie es die Diagnose Walcotts 
auch sagt. 

Für die Deutung unseres Fossils dürfte es wahrscheinlich 
sein, daß durch jene kleine zentrale Grube von H mm Durch- 
messer die zentrale Achse des Intestinums, Fig. 4, augedeutet sei. 

Bei dem Mangel der Kenntnis über die Verhältnisse der 
Unterseite des devonischen Fossiles bleibt es natürlich unsicher, 
dasselbe einer bekannten Gattung zuzustellen. Bei der völligen 
Übereinstimmung desselben mit der Exumbrella von Brooksella 
aUernata hat es aber doch große Wahrscheinlichkeit, daß auch 
das devonische Tier eine BrookseUa war. Immerhin dürfte es 
in Rücksicht auf das sehr verschiedene Alter und die sehr 
entfernte Heimat der beiden Fossilien nicht wahrscheinlich sein, 
daß dieselbe Brooksellaspezies vorliegt, wenn auch die Eigenart 
des rheinischen Fossils nicht besser zu bezeichnen wäre, als durch 
die Speziesbezeichnung „alternata". 

So nenne ich das dem rheinischen Devon angehörige Fossil 
Brook sella rhenaua, 
wodurch auch das devonische Alter bezeichnet sein soll. 

Für den Fall, daß eine Subumbrella gefunden würde, und 
daß sie völlig mit der amerikanischen Art übereinstimmte, was 
allerdings bei der Verschiedenheit in der Zeitfolge und der großen 
geographischen Entfernung sehr unwahrscheinlich ist, so würde 
natürlich der Namen Walcotts Priorität haben. 

Aus der Beschreibung des Fossils aus der Rupbach folgt 
schon seine Entstehungsgeschichte. Es ist die Füllmasse des 
nach der Verwesung des Tieres flacher gewordenen, aber noch 
frei gebliebenen Hohlraumes : es besteht also aus derselben 
Substanz, wie das Lager. Wie schon erwähnt, können daher 



— 96 — 

Präparationeu, wie sie bei den zahlreichen veikiesten Petrefakten 
des Orthocerasschiefers möglich sind, nicht vorgenommen werden. 

Daß in den Hnnsrück- und Orthocerasschiefern bisher keine 
Meduseuspur erkannt wurde, mag Verzerrungen zuzuschreiben 
sein, denen sie durch die bedeutende Bewegung etc. bei Auf- 
richtung des rheinischen Gebirges ausgesetzt waren. 

Es liegt mir noch ob, Herrn Lehrer Ludwig Petry für 
die liebenswürdige Überlassung des interessanten, bis jetzt noch 
einzigen Fossiles meinen verbindlichsten Dank auszusprechen, 
wie auch Herrn Lehrer Ludwig in Frankfurt a. M., der mir 
dasselbe zutrug. Herrn Dr. Drevermann in Marburg bin ich 
für gütige Literaturnachweise verbunden. 



Ber. (i. Senckenb. Xaturf. des. IQ05. 



I'af.l. 






Fig. 1. Photographie des Originals, Brooksella rhenana Kink. 

Fig. la. Schematische Zeichnung davon. 

Fig. 2. Brooksella alternata Walcott (Monographs U. S. Geol. Survey, v. XXX 
Taf. I, Fig. 3. 

Fig. 3. Zentraler Radialschnitt nach Restauration der Brooksella alternata 
von Walcott, 1. c. p. 28. Fig. 4. a, Exumbrellalappen mit Radialkanälen; 
d, Durchschnitt durch die Umbrellalappen; o, Mundarme mit innerem 
Kanal; f, Feste zentrale Achse nach dem lebenden Tier; g, Lage des 
Zentralmagens; h, Lage des Schlundmagens; k, Verbindungskanäle 
zwischen Schlund- und Zentralmagen. 

ii'i: ATL^t v7hrncr i Wiriw; Frurjifun ^M 



— 97 — 



Beiträge zur Kenntnis clerHymenopteren-Fauna 
der weiteren Umgegend von Frankfurt a. M. 

Von 
Prof. Dr. L. von Heyden, Königl. Preuß. Major a. D. 



IX. Teil. 
Apidae. 

In den Berichten der Senckenbergischeii Naturforschenden 
Gesellschaft gab ich bereits Verzeichnisse der in meiner Samm- 
lung befindlichen Hymenopteren der weiteren Umgegend Frank- 
furts und zwar: 

Teil I. 1881—82. Chrysididae. 

„ IL 1882—83. Braconidae. 

„ III. 1884. Chalcididae I. 

„ IV. 1884. Aculeata. 

„ V. 1887. Tenthredinidae. 
VI. 1887. Cephidae. 

„ VII. 1887. Siricidae. 

„ VIII. 1894. Chalcididae IL 
Nachstehend gebe ich eine Aufzählung der Familie Apidae 
(Bienen). Mein Sammlungsmaterial, hauptsächlich von meinem 
1866 verstorbenen Vater Senator Dr. C. von Heyden gesammelt, 
wurde stetig vermehrt, da ich auch nach seinem Tode noch 
zahlreiche Excursionen in der Umgegend machte und besonders 
im vergangenen Jahre 1902 von Anfang Juli bis Ende September 
bei meinem Aufenthalte in Falkeustein im Taunusgebirge fast 
ausschließlich bienenartige Hymenopteren sammelte. Das ein- 
schlägige Material wurde von dem ausgezeichneten Spezialisten 
Dr. 0. Schmiedeknecht und die Falkensteiner Ausbeute sowie 
einige zweifelhafte Arten von dem ebenso vortrefflichen Kenner 



~ 98 - 

Heiürich Friese 1903 revidiert. Die Benennuno: der auf- 
gezälilteu Arten bietet also die größtmöglichste Garantie der 
Richtigkeit. 

Von Vorarbeiten über das Gebiet kommen nur in Betracht : 

1. Zur Hymenopterenfauna der Umgegend von Frank- 
furt a. M. von Friedrich Jaennicke. Berliner Euto- 
mologisclie Zeitschrift 1867, p. 141 — 155. 

2. Die Hymenopteren der Umgegend von Frankfurt und 
Offenbach von Friedrich Jaennicke. Neunter Be- 
richt des Offenbacher Vereins für Naturkunde 1868, 
p. 113—133. 

Jaennicke, Oberrevisor der Taunuseisenbahn in Frank- 
furt a. M., dann Rechnungsrat in Mainz, sammelte sehr fleißig und 
mitguterSachkenntnis, besondersHymenopteren undDipteren. Seine 
Sammlungen gingen später in den Besitz der bekannten Insekten- 
handlung Schaufuß über. Jaennicke ließ seine Hymenopteren 
zum größten Teile von dem verstorbenen Prof. Schenck in 
Weilburg, dem bekannten Verfasser der Arbeiten über die 
Bienen von Nassau, revidieren. Zu jener Zeit waren Schencks 
Arbeiten hervorragend maßgebend; nach dem heutigen Stand- 
punkte der Wissenschaft, nach 40 Jahren, bedürfen die Scheuck- 
schen und auch Jaennickeschen Bestimmungen einer Nach- 
kontrolle. Die Jaennickeschen Arten habe ich mitgezählt, aber 
die Nummern in Klammern gesetzt. 

Später sammelten in Frankfurt und Umgebung die ver- 
storbenen Th. Passavant und Roose, deren Sammlungen im 
Senckenbergischen Museum aufbewahrt werden, aber noch nicht 
aufgearbeitet sind. Hiermit ist Albrecht Weis, einer der 
Sektionäre für Insekten, zurzeit beschäftigt und, selbst Bienen- 
Spezialist, ist von ihm noch manche Bereicherung unserer Fauna 
zu erwarten. 

Zum Schluß gebe ich noch eine Aufzählung der hier au- 
gewandten Abkürzungen. 
S = Mann, 9 = Weib, i = Arbeiter. 

Eine Zahl nach Anfang, Mitte, Ende bedeutet z. B. 7 = Juli. 
s. =1 selten, n. s. == nicht selten, s. s. = sehr selten, 
h. =z häufig, u. h. = nicht häufig, s. h. = sehr häufig. 
Jaen. = Jaennicke. 
Fr. = Frankfurt. 



— 99 — 

1. Schwanlieim. Kelsterbach, Eüsselsheim = Ortschaften links- 

mainisch zwischen P'rankfurt und Mainz in Sandgegend. 

2. Griesheim, Höchst, Flörsheim rechtsmainisch ebenda. 

8. Mombach, Budenheim linksrheinisch von Mainz abwärts die 
großen, alten Dünensande. 

4. Isenburg im B^rankfurter Waldgebiet. 

5. Bürgeier Höhe und Bieberer Höhe bei Offenbach, linke 

Mainseite. 

6. Bergen, gegenüber, rechte Mainseite. 

7. Jiigenheim an der Bergstraße, südlich von Darmstadt. 

8. Soden, Langenhain am Südabhang des Taunusgebirges, 

9. Falkenstein im Taunus 425 m hoch gelegen. 

10. Großer Feldbei-g (880 m), Altkönig (798 m), die höchsten 

Erhebungen des Taunusgebirges. 

11. Vilbel, Nauheim, Wisseisheim in der Wetterau in Oberhessen 

zwischen Frankfurt und Friedberg. 

12. Hanau an der Einzig. Hier sammelte Hejnemann, der 

Vater des bekannten Konchyliologen. 

13. Birstein und Büdingen am Ostabhange des Vogelsbergs, 

am ersteren Ort sammelte der verstorbene Dr. med. Bauer, 
an letzterem mehrfach Jaenuicke. 



Apidae. 

A. Apidae solitariae. 

(Einsam lebende Apiden.) 

Prosopis Fabricius. 

1. P. communis Nyl. — 3 6 aus dürrem Waldholz. Fr. Nach 

Jaen. n. s. 

2. P. propinquus Njd. — 1 9. Ende 7. Fr. Im Garten 

Jaen. s. 

3. P. signata Banz. — 1 9. Anfang 7. Soden. Sieht mit 

dem Kopf aus Löchern im Holz. 

4. P. variegata F. — 1 9. Fr. Jaen. bei Kelsterbach. 
Jaennicke führt noch an: 

(5.) P. confusa Nyl, — S im Garten auf Arabis alpina und 
Alyssum serpyllifolhim. 

7* 



— 100 — 

(6.) P. obscurata Schenck. — s. Fr. Büdingen. 
(7.) P. hrevicornis Nyl. — Fr. 
(8.) P. armillata Nyl. — $ ebenda. 
(9.) P. pictipes Nyl. — 9 ebenda. 

In Falkenstein fand ich 14. 7. bis 3. 9. 1902 sechs Exem- 
plare, die Friese fraglich ließ. 

Sphecodes Latreille. 

10. S. fiisdpennis Germ. — 4 5. Mitte 4 bis Ende 5 bei 

Mombach in Sandgegend. Bergen Mitte 5 in der Erde 
grabend. Nach Jaen. n. h. im Fr. Wald. 

11. S. gibbus L. — Soden Mitte 8 drei d, 1 $. Auch Darm- 

stadt $. Birstein $. Rüsselsheim z. h. von Jaen. gef. 

12. iS'. simüis Wesm. (rufescens Fourc.) — i Anfang bis Mitte 8 

bei Soden, Mitte 7 Jugenheim. — $ Fr. — Rüsselsheim, 
Mombach von Jaen. gef. 

13. S. siibquadratus Smith. — Soden Mitte 8 ein 6. Von Jaen. 

n. s. im Taunus gef. 
(14.) -S'. subovalis Schenck. — Fr. Wald 1 9 Jaen. 
(15.) S. ephippkim L. — Von Jaen. n. s. im Fr. Wald und Taunus 

gef. — Ich besitze 2 5 von Birstein. 

Halictus Latreille. 

16. H. sexcinctiis F. — Beide Geschlechter Anfang 8 bei Offen- 

bach auf C«;T/?yw.s-Blüten. — 9 Mitte 7 von Kahl bei 
Hanau, Mitte 8 Flörsheim in den Steinbrüchen auf 
Umbellen, Falkenstein 24. 7. 1902. Von Jaen. n. s. bei 
Rüsselsheim gef. 

17. H. xanthopus Kirby. — Ende 5 Nauheim 1 9. Von Jaen. 

n. s. bei Mombach gef. 

18. //. maculatus Smith. — Falkenstein 39 6. 8, 10. 9, 25. 9. 

1902. Von Jaen. u. s. bei Fr. gef. 

19. //. rufocinctus Sichel. — Falkst. drei 3. 27. 8, 18. 8, 

fünf 9 8 — 25. 9. Von Jaen. 9 im Taunus gef. 

20. H. sexnotatus Kirby. — Fr. Wald Mitte 4, Falkst. 21. bis 

24. 9. 1902 vier Exp. Nach Jaen. n. s. Rüsselsheim. 

21. H. leucoxonms Kirby. — Fr. Mitte 5, Mitte 7 je ein 9. 

Falkst. 3 9 24.7, 21.9.1902. Nach Jaen. n. s. 



— 101 — 

22. //. rubicundus Christ. — Ende 7 Hohe Mark, Anfang- 8 

Seulberger Mark im Taunus je ein 9. Nach Jaen. bei 
Schwanheim n. h, 

23. H. quadricinctus F. (tetraxonius Klug). — Zwei 5 Ende 7. 

Fr. Falkst. ? 19 Ex. von 14, 7. bis 29. 9. 1902. 3 S 
24. 1, 18. u. 21. 9. 1902. Nach Jaen. im Fr. Wald n. h. 
Mombach. 

24. H. calceatus Scop. (cylindricus F.) — S Mitte 9. Soden, 

auch Birstein, Darmstadt, nach Jaen. Fr. Wald, $ Fr. 
Falkst. 3 Ex. 24. 7, 26. u. 30. 8. 

var. malachurus Kirby. — Mitte 4 bei Bergen in festge- 
tretenen Wegen h., in runden Löchern mit aufgeworfenen 
Erdhäufchen. Falkst. 2 $ 24. und 26. 7. Jaen. 9 auf 
der Bieberer Höhe. 

\d.Y.albipes¥. - $ Soden Mitte 7, Falkst. 6. 8. bis 25. 9. 1902. 
9 Fr. Mombach Mitte 4., Taunus. Jaen. 

25. B. costulatus Kriechbauraer. — 29 2. u. 3. 9. 1902 Falkst. 

Weit verbreitet, von Bozen bis Erfurt. 

26. H. nitidiusculus Kirby. — \ 6 Anfang 8. Seulberger Mark 

im Taunus in Campanula-B\Vii^. Nach Jaen. im Taunus 
s. Mombach. 

27. H. 7nimitulus Schenck. — 2 c? Fr. 16 Birstein. Fi-. S Jaen. 

28. H. lucididus Schenck. — Fr. Mitte 8 ein 9. Fr. 6 Jaen. 

29. H. /ae^•^s Kirby? — Falkst. 296 u. 27. 7 von Friese bestimmt. 

30. H. flavipes F. {seladoniciis F.) — Fr. 1 d. Obere Saustiege 

im Fr. Wald 1 9 Mitte 6. Nach Jaen. n. s. 

31. H. Smeathmaniellus Kirby. — 1 9 Mitte 5. Rüdesheim im 

Rheingau. Von Jaen. 1 9 bei Offenbach gef. 

32. H. tmnulorum L. — Falkst. 9 2. 9. c? 24. 7. 1902. 

33. H. niorio F. — 1 c? 1 9 Ende 6. Birstein 1 S. Nach Jaen. 

im Fr. W. n. s. 

34. E. (Nomioides) minutissimus Rossi {ijulchelliis Schenck). — 

Mein Vater fand diese kleine Art am Sandhof bei Fr. 
Besitze ich häufig aus Neapel, Syracus, Messina, wo 
sie vom Lepidopterologen Zell er gesammelt wurde. 

Jaennicke führt noch an: 
(35). //. scabiosae Illig. — 9 Fr. Wald. — [H. fulvocinctus Kirby 
und var. abdominalis Kirby gehören zu calceahis Scop., 
prasinus Smith ebenso, obovatus Kirby zu var. albipes F.] 



— 102 — 

(36.) H. pauxill'us Schenck. — Fr. s. 

(37.) H. mimitus Schenck. — $ Fr. Wald s. 

(38.) H. parimliis Schenck. — $ Taunus. 

(39.) H. leiicopus Kirby. — $ Ebenda. 

(40.) H. laevigatas Kirby [lugubris Kirby). — Taunus, Mombach, 

Büdingen, einzeln. 
(41.) H. punctulatus Kirby. — Im Gebiet n. h. 
(42.) H. nitidus Schenck. - S Fr. Wald. 

xVudrena Latieille. 

43. A.pilipes F. — 2 $ Fr., auch Jaen. fand die Art n. s. — 

Bei Linz in der Rheinprovinz fing ich die Art h. 29. 5. 1885. 
Hierher A.carhonaria Christ von Fr. uud Rüsselsheini. Jaen. 

44. A. cineraria L. — Ende 3 Fr. 1 $, auch von Jaen get", s. 

45. A. nitida Fourcr. — 1 $ Mitte 4 Enkheim, Torfgrnbeu, 

nach Jaen. n. s. bei Kelsterbach. 

46. A. albicans Müll. ~ 2 S Fr. Wald Ende 4, Niederwäldchen 

bei Fr. Ende 5 und Birstein. Fr. h. Jaen. 

47. A. tibialis Kirby. — IS Ende 4 Fr. Wald, von Jaen. bei 

Fr. und Mombach 9 n. h. gef. 

48. A.nigroaenea Kirby. — Fr. 1 $, auch von Jaen. n. h. gef. 

49. A. Trimmerana Kirby. — Jaen. im März an Stachelbeer- 

blüten im Fr. Wald an der Grastränke. Ich fing 2 6, 
3 $ im Mai 1887 in Echzell in der Wetterau. 

50. A.fulvago Christ. — Fr. 1 $, von Jaen. n. h. bei Schwau- 

heim gef. 

51. A.varians Kirby {helvola Nyl.). — Fr. c? $. 9 Fr. Wald 

n. h. Jaen. 

52. A. Owynana Kirby. — Falkst. 1 $ 6. 8. 1902. Nach Jaen. 

n. s. im Taunus. 

53. A. albums Kirby. — Fr. 1 9, Mitte 4 Mombach 1 $, nach 

Jaen. n. s. bei Mombach im April. 

54. A. parvula Kirby. — 3 $. Obere Saustiege im Fr. Wald Mitte 5. 

Rüdesheim a.Rh. Mitte 5, Falkst. 13. 8. 1902. Von Jaen. 
h. im Gebiet gef. 

55. A. minutula Kirby. — Je ein Paar Bürgeier Höhe bei 

Offenbach Ende 4 und bei Soden auf Umbellen Anfang 8. 

56. A. nana Kirby. — Anfang 8 Soden auf Blumen 1 cJ, Mitte 4 

Mombach 1 $. Von Jaen. s. bei Büdingen gef. 



— 103 — 

57. A. Cetil Schrank. — 1 $ Mitte 9. Isenburg auf Scabiosa- 

Blüten in Sandgegend. 

58. Ä. spinifjem Kirby. — 1 9 Soden Anfang 8. 

59. A, Hattorfiana F. — $ Fr., Falkst. 14. 7. 1902 im Reichen- 

baclital 1 j, Jaen. $ s. im Gebiet. 

60. A. ex.tricxda^m\t\\ {fasciata^Yesm.). — Niederwäldchen Mitte 4 

an Weidenkätzchen. Jaen. im Garten in Fr. auf Arabis 
alpina. 

61. A. labialis Kirby. —Ende 5 Nauheim 1 J, Soden 2 $ Mitte 7, 

Jaen. Büdingen $. 

62. A.proxima Kirby. — Falkst. 2^6 und 14. 7. 1902 Von 

Jaen. im Taunus s. und bei Büdingen s. h. gef. 

63. A.xantlnira Kirby {Wilkella Kirby). — 1 9 Fr. Wald im 

Distrikt Gehren. Jaen. fand 9 bei Rüsselsheim und 
Mombach. 

64. A. nigriceps Smith. — IS Mitte 4 Bürgeier Höhe bei Offenbach. 

65. A. dtibitata Schenck {AfxelieUus Schenck). — 1 9 Anfang 8 

Soden, S Fr. Wald Jaen. 

66. A.pitbescensKivhy (f uscipes Kirhy). — 1 9 Mitte 8 Soden, 

von Jaen. s. bei Büdingen gef. 

67. A. niveata Friese. — Falkst. 2 9 14. 7. 1902. Sonst nur von 

Schwerin uud Rostock bekannt. Diese 2 9 sind in 
Senckenberg Museal Sammlung. 

Jaenuicke erwähnt ferner: 
(68.) A. Schrankella Nyl. = Schencki Moraw. — Fr. Wald n. h. und 

Büdingen. 
(69.) A. cingulata ¥. — Fr. n. s. 

(70.) A. rubricata Smith {florea F.). — S Schwanheim s. 
(71.) A.rosae Panz. {austriaca Pauz.). — Fr. 9. 
(72.) A.ovina Klug. — Fr. 9. 

(73.) A. clijpearis Nyl. Ist = facata Smith. — Taunus 9. 
(74.) A. bicolor Schenck. 1st ^=nigr if rons Smith. 3 9 Fr. im Garten 

auf Arabis alpina. 
(75.) A. fulvicrtis Kirby. — Fr. u. h. 
(76.) A. Listerella Kirby. — 9 Taunus. 
(77.) A. decipiens Schenck. — 9 Rüsselsheim. 
(78.) A. fnscata Kirby-Schenck. Ist = currnngula Thoms. Fr. 

A. hirtipes (Pauz.) Schenck gehört auch hierher, u. s. 



— 104 — 

(79.) A. convexiuscula Kirby, — Riisselslieim und Mombach n. s, 

Var. Afzeliella Kirby. S ¥y. Wald. 
(80.) A. Leivi7iella (Kirby) Schenck. 1st = propinqiia Schenck. — 

Taunus n. h. 
(81.) A. cyanescens Nyl. — $, Fr. Wald. 
(82.) A. Flessae Panz. — $. Fr. Rebstock Wäldchen. 
(83.) A. thoracica F. — Kelsterbach n. s. 
(84.) A. fidva Schrank. — S. s. Ein 9 im Garten auf Arabis 

alpina, auch Mombach. 
(85.) A. fucaia Smith. — $ Taunus. 

(86.) A. Smithella Kirby. — 1st =jjmeco,T- Scop. Taunus s. 
(87.) A. nitidiuscula Schenck, — Büdingen h. 
(88.) A.jmnmla Kirby. — $ Schwanheim. 

Colletes Latreille. 

89. a Daviesanus Kirby. — Falkst. 3 $ 24. 7., 13. 8., 7. 9. 1902. 

Fr. n, s. von Jaen. gef. 

90. C. cunicularia L. — 1 $ Mombach, auch von Jaen. dort h. 

im April gef. 
(91.) C.fodiens Kirby. — Von Jaen. n. s. bei Rüsselsheim und 

Kelsterbach gef. 
(92.) C. marginaia Smith. — $ Taunus. 

Dufourea Lepelletier. 
93. D. rulgai'is Schenck. — $ Soden. Ende 7 auf Hieraciuin, 
Anfang 8 auf Blumen. Gräbt kleine Löcher in die Erde. 
Fr. s. Jaen. 

Hallictoides Nylander. 
(94.) H. dentiventris Nyl. — Von Jaen. 1 J bei Wiesbaden, bei 
Fr. n. s. gef. 

Rhophites Spinola. 
95. R. canus Eversm. — 16 Ende 7 Budenheim a. Rh. 
(96.) R. quinquespinosus Spinola. — Jaen. Fr. n. h. 

Panurgns Latreille. 

97. P. lobatus F. — Fr. Jaen. s. : fand ich bei Neuenahr im 

Ahrthal der Rheinprovinz. 

98. P. Banksianus Kirby. — Je 2 J Fr. und Falkst. 9. 8. 1902. 

Jaen. im Taunus. 



— 105 — 

Dasypoda Latreille. 

99. D. plumipes Panz. — Fr. J, Kahl bei Hanau Mitte 7 ein 6. 

Von Jaen. s. h. bei Rüsselsheim und Kelsterbach im 
August gef. 

Melitta Kirby. 

100. M. tridncta Kirbj' {leporina Panz.). — Fr. 1 9. Von Jaen. 

bei Kelsterbach und Rüsselsheim h. gef. 

101. M.haemorrhoidalis F. — Falkst. 1 j 3. 9. 2 J 6. 8 und 

25. 9. 1902. Von Jaen. bei Kelsterbach n. s. gel 
(102.) M.melanura Nyl. — d Fr. W. von Jaen. gef. 

Macropis Panzer. 

103. M. labiata Panz. — $ 13. 8., S 6. 9. 1902 bei Falkst. gef. 

Xylocopa Latreille. 

104. X. violacea F. — Fr. von meinem Vater schon 1830 im 

botanischen Garten, später von Jaen. 1866 im Frühjahr 
und Oktober ebenda gefangen, ist noch da (1902) und 
jetzt in Umgegend weit verbreitet. 

Eucera Latreille. 

105. E. longicornis L. — J Fr., Mombach 11.5. 1890, 9 Mitte 6 

Griesheim. Nach Jaen. n. h, bei Höchst, 

Saropoda Latreille. 

106. S. rotundata Panz. — \ S Anfang 7 Bürgeier Höhe bei 

Offenbach an JS'cÄmw-Blüten. Summt sehr fein und 
scharf, fliegt sehr schnell. Fr. 1 9. 

Podalirius Latreille (Anthophora Latreille). 

107. P. acervorum L. {jpüipes F.) — 39 Anfang 5 Fr., auch 

von Jaen. h. gef. 
Jaennicke führt noch an: 
(108.) P. retusus L. {ß aestivalis Panz.) — Fr. Wald n. h, Mombach. 

Die Sammlung von Heyden besitzt nur südliche Stücke : 

Triest, Lugano, Paris. 
(109.) P. fidvitarsis Lepel. Ist = personata Illig. — Bieberer 

Höhe 9. 
(110.) P, quadrimaculatus L. — Fr. Wald s., Büdingen. 
(111.) P. fiircatus Panz. — 9 von Hochheim a. M. 



— 106 — 

Eriades Nylander. 

112. E. truncorum L. — 5 $ Anfang 7 Eberstadt bei Darmstadt, 

Anfang 7 Sandhof am Fr. Wald, Ende 6 dürres Wald- 
holz, Ende 7 Hanau auf Disteln, bei Rüsselsheim n. s. 
von Jaen. gef. 

113. E.nigricorms Nyl. — Falkst. 2 S 6 und 26.7.1902. Bir- 

stein 6 nach Jaen. h. 

114. E. campmmlartim Kirby. — Anfang 7 Fr. aus dürrem Wald- 

holz 1 J, nach Jaen. n. h. 

115. E. florisomnis L. {maxülosa L.) — Fr. 1 9. Von Jaen. im 

Fr. Wald n. h. gef. Mombach. 

Osmia Latreille. 

116. 0. bicolor Schrank. — 1 $ Mitte 4 Mombach. Von Jaen. 

n. h. ebenda und im Taunus gef. 

117. O.aurulenta Panz. — $ Mitte 4 Fr. in Schneckenhäusern. 

Von Jaen. bei Rüsselsheim gef. 

118. 0. villosa Schenck. — Falkst. 1 S 6. 7.1902. Gebirgstier. 

119. 0. adunca Latr. — Ein 6 Anfang 7 Fr. Wald, 9 Anfang 4 

in Schneckenhäusern 16 Exemplare Bürgeier Höhe bei 
Offenbach. Von Jaen. n. s. gef. 

120. 0. (Chakosmia Schmiedekn.) coernlescens L. [aenea L.) — 

1 9 Anfang 7 Fr., Jaen. n. s. im Taunus. 

121. 0. {Pachyosmia Ducke) rufa L. [bicornis L.). — 16 Ende 4 

Fr. Waldholz, $ Anfang 5 Fr. Nach Jaen. gemein ; er 
fand Zellen mit Puppen bei einem Schuhmacher in der 
Kehle eines Schuhleistens, welcher längere Zeit auf dem 
Speicher gelegen hatte und gingen die Puppen im Oktober 
aus. Im Fr. Museum aus Rohrstengeln entwickelt März 
1903, zuerst erschienen die J, zwei Wochen später seltener 
die $. 

122. 0. (P.) cornuta L. — 6 $ von Fr. Ende 4 am Fenster, 

auch Mitte 5. Nach Jaen. gemein im Gebiet. 

Derselbe führt noch an: 
(123.) 0. fulviventris Panz. — Fr. n. h., Mombach. 
(124.) 0. Spinolae Schenck. — S. bei Hochheim, Bieberer Höhe. 
(125.) O.leucomelas Kirby. — <^ Taunus. 



— 107 — 

Megacliile Latreille. 
126. M. versicolor Smith. — Falkst. 1 9 10. 9. 1902. 

Jaennicke führt noch an : 
(127.) M. maritima Kirby. — d Rüsselsheim. Ich fing ein 9 bei 

Neuenahr im Ahrtal der Rheinprovinz. 
(128.) M. fasciata Smith. Ist = ericeiorum Lepel {suhg. Pseudo- 

megachile Friese). — 9 Fr. n. h. 
(129.) M. circinncincta Kirby. — Schwauheim n. s. 
(130.) M. argentata F. — Kelsterbach s. 
(131.) M.lagopoda L. — Schwanheim s. 
(132.) M. Willoughbiella Kirby. — 6 Rüsselsheim. 
(133.) M. ligniseca Kirby. — i Fr. Wald. 
(134.) M.centuncularia L. — n. s. Kelsterbach, Büdingen. 

Tracluisa Panzer. 

135. T. serratulae Panz. — Falkst. 1 d 9. 8. 1902. Von Jaen. 

n. s. bei Kelsterbach gefangen. 

Anthidinm Fabricius. 

136. A. strigatum Panz. — 1 9 Fr. vom verstorbenen Lepido- 

pterologen Anton Schmid gef. 

137. A. manicalum L. — Anfang 7 bei Hoflieim im Taunus im 

Wald 1 9, öfter bei Lauterbach in Überhessen. Von 
Jaen. h. im August auf den Sandhügeln bei der Kelster- 
bacher Windmühle gef., ferner im Fr. botanischen Garten 
an blühenden Senipervirmn-Beeten, dann in einem Privat- 
garteu an Digitalis Biixbaumi. 

Jaennicke erwähnt noch : 
(138.) A. oblotigatu7n lUig. — Mit voriger Art. 
(139.) A. punctatum Latr. — W^eniger h. Kelsterbach. 



B. Apidae sociales. 

(Gesellig lebende Apiden.) 

Bombus Linne. 
140. ß. horturum L. — d Fr., Soden, Mitte 7, Mitte 10. Falkst. 
14 Exempl. 15. 8. bis 18. 9. 1902, Feldberg 8. 9. 1902 zwei 



— 108 — 

Exempl, Altkönig 14. 9. 1902. Birstein. 9 Fr., Feldberg 8. 9. 
5 1 Exempl. Feldberg 8. 9. 
Var. nigricans Schmiedekn. — Falkst. 1 J 13. 8. 1902. 

141. B. Latreillellus Kirby. — Fr. 9 6 15.8. bis 20. 9. Feld- 

berg 8. 9. Altkünig 4. 9. 1902. Von Jaen. bei Schwan- 
heim 8. gef. Büdingen. 

142. B. pratoriim L. — Die x\rt n. s. bei Fr. von Jaen. gef. 

Falkst. 6 6.1. 1902 5 Exempl. gef. 5 Fr. 2 Exempl. Falkst. 
13. 7. 1902. 

143. B. hypnoj'um L. — Von Jaen. s. bei Rüsselslieim und Bü- 

dingen gef. 6 Falkst. 8. 9. 1902 1 Exempl. $ Fr. Jugen- 
heim Mitte 4 an Kirschblüte. 5 Fr. Falkst. 11.9. 1902 
1 Exempl. 

144. B. Rajelhis Kirby. — Birsteiu IS. 3 $ Fr. Wald Jaen. 

5 Falkst. 14. 7. 1902 1 Exempl. 

145. B. silvarum L. — Nach Jaen. gemein bei Schwanheim, 

Taunus. 12.8. Falkst. 27.8. bis 17. 9.1902. Birstein? 
Mitte 5. Bergen 1 Exempl. 5 Mitte 7 und Anfang 8. 
Soden, Birstein. 

146. B. agrorum F. — Die Art nach Jaen. gemein. S Falkst. 

s. h. von 28. 7. bis 24. 9. 1902. $ Fr. Schlangeubad Ende 6, 

Mitte 6 Feldberg, Anfang 6 Langenhain. Falkst. 2 $ 13. und 

17. 8. 1902. ^ 20 Exempl. Falkst. 6. 7. bis 13. 9. Birstein. 

(147.) B. pomoricm Panz. — Von Jaen. 1 6 und 1 5 im Fr. Wald gef. 

148. B. lapidarius L. — S Fr., Birstein, Falkst. 15 Exempl. vom 

13.8. bis 22. 9. ? Fr., Hanau (Heynemann). 5 Fr. Mitte 10, 
Falkst. 8 Exempl. 8 bis 24. 9. 1902. 1 Altkönig 4. 9. Die 
Art nach Jaen. s. gemein. 

149. B. soroenis F. — Nach Jaen. s. im Taunus, Büdingen. 6 S 

3 bis 24. 9. 1902 Falkst. 2 5 25. 8. 1902 Falkst. 
Var. Proteus Gerstäcker. — Ebenda 2 6 18. und 20. 9. 

150. B. confusus Schenck. — Falkst. 5 J 2 bis 17. 9. 1902. 

151. B. terrestris L. — Nach Jaen. die $ s. gemein, nur je 1 c? 

15. 1 J Falkst. 11. 9. $ Fr. Anfang 5 und Mitte 6, 
Darmstadt, Falkst. 1 9 20. 9. Hanau (Heynemann). 
^ 3 Exempl. Altkönig 3. 9. 1902. Fr. Mitte 6. 
Var. lucoriim L. — Nach Jaen. im Taunus s. h., sonst selten. 
J Mitte 8 Mombach, Falkst. 10. bis 22. 9. 1902. Altkönig 
3 Exempl. 4. 9. Feldberg 1 Exempl. 8. 9. 



— 109 - 

152. B. distingnendiis Morawitz {elegans Seidl). — 2d Falkst. 
13. 8. und 3. 9. 1902. 
fragmns Panz. bei Jaen. vom Kolbenberg im Taunus ist 
= distinguendus. 

Jaenuicke erwähnt noch : 
(153.) B. muscorum F. — S. im Fr. Wald. 
(154.) B. subterraneus L. — Taunus n. h. 

Apis Linne. 

155. A.mellificaL. — Die bekannte Honigbiene. Überall domes- 
tiziert. 
Var. ligusiri L. — Von meinem Vater Mitte 6. 1828 im 
Fr. botanischen Garten gef. 



C. Apidae parasiticae. 

(Schmarotzerbienen.) 

Psithyrus Latreille. 

156. P. rupeslris L. — Nach Jaen. n. h. im Taunus und bei 

Schwanheim. Falkst. 20 i 27. 8. bis 11. 9. 1902 auf 
Brombeerblüten. $ Fr., Mitte 6 Kleine Feldbergtal) 
Birstein. 

157. P. vestaUs Fourcroy. — 30 c? 6. 7 bis 22. 9. 1902 Falkst. 

Feldbergkuppe 8. 9. $ Fr. 1 Exempl. — Die Art nach 
Jaen. n. h. Sie saß oft auf Disteln- und Brombeerblüten 
bei Falkst. 

158. P. campestris Panz. — 16 Mitte 8 Hohe Mark auf Blumen. 

1 $ Falkst. 22.9. 1902. Nach Jaen. bei Schwanheim s. 

Jaennicke führt noch an: 

Var. Lecana Kirby. — S. Fr. Wald. 

Var. franciscmm Kirby. — S. Schwanheim. 

159. P. barbutellus Kirby. — Nach Jaen. n. h. ; ich habe nur 

1 6 von Fr. 

160. P. quadricolor Lepel. — Falkst. 2 c? 6. 7, 1 $ 3. 9. 1902. 

Stelis Panzer. 
(161.) S. aterrima Panz. — Bei Rüsselsheim nach Jaen. n. h. 
162. 8. phaeoptera Kirby. — 1 $ Fr., Taunus $ Jaen. 



— 110 - 

Coelioxjs Latreille. 

163. C. rufescens Latr. — Fr. 1 i. 

164. C. quadridentaia L. {conica L., acuta N}^.)- — 1 (?$ in 

copula Jugenheim an der Bergstraße Mitte 7. Nach Jaen. 
s. s. bei Scliwanheim. 

165. C.elongata Lepel. — 1 5 Ende 6 Soden auf Hecken. 

166. C. haemorrlioa Förster. — l i Ende 7 Budeulieim bei Mainz. 

167. C. rufocaudata Smith {octodcntata Lepel.). — 1 $ Mitte 8 Fr. 

Jaenuicke führt noch an : 

168. C. imnctata Lepel. — Kelsterbach s. s., ist = vectü Curtis. 

Epeolus Latreille. 
(169.) E. variegatus L. — Von Jaen. s. bei Kelsterbach und auf 
der Bieberer Höhe bei Offenbach gef. 

Noiuada Fabricius. 

170. N. succinota Panz. — S Fr. Anfang 5, Wald Ende 4 auf 

Blüten, Mitte 6 Mombach. 1 9 Mitte 5 Rüdesheim auf 
Tamxaciim. Nach Jaen. 9 n. s. Bieberer Höhe, Mombach. 

171. C. lineola Panz. — 6 Anfang 8 auf Eryngium, Fr., Ende 4 

Bergen, Rüsselsheim von Jaen. gef. 

$ Var. 6 Schmiedekn. — Hanau (Heynemann). 

$ Var. 10 Schmiedekn. {cornigera Kirbj^). — Mitte 6 Mom- 
bach. Mitte 5 Fr. Wald auf Blumen. 

172. N. mutica Moraw. — 1 $ Anfang 5 im Wald Maiukur. 

173. N. solidaginis Panz. — 2 9 Fr. Anfang 9 Wald auf Blumen. 

$ je 1 Stück Anfang 9 Bürgeier Höhe und Soden. Jaen. 
fand die Art bei Rüsselsheim auf T/n/mus i^erpyllnm. 

174. N. Roberjeotiana Panz. — Je ein 9 Mitte 7 Pfungstadt an 

der Bergstraße auf Blüten und Mitte 8 bei Wisseisheim 
(Friedberg). — Von Jaen. bei Rüsselsheim im August in 
Menge auf Tlujnms scrpyllum gef. 

175. N.sexfasciata Panz. — 1 $ Hanau (Heynemann). Von Jaen. 

s. im Taunus gef. 

176. N.facaia Panz. — 6 Hanau (Heynemann). $ Fr. Mitte 4 

auf blühender Poteniüla, Mitte Rüdesheim auf Taraxa- 
cum., Mitte 7 Soden. 



- ill -- 

177. N.jacobaeae Panz, — IS Mitte 8 E'lörsheim, 6 Rüssels- 

heim. Jaen, 9 Fr., Mitte 8 Wisseisheim, Anfang 9 Bürgeier 
Höhe, Mitte 9 Isenburg auf Blüten, 

178. N. Lathbiirnia7ia Kirby {rußventris Kirby). — 6 Mitte 4 Fr., 

S Anfang 5 am Forsthaiis an Weidenkätzchen, 9 Mitte 5 
Wald auf Blumen, Anfang 6 Soden, Darmstadt. Von 
Jaen. s. bei Mombach gef. 

179. N. ochroknca Kirby {lateralis Schrank). — c?^. Fr. 6 Mitte 5, 

Anfang 6 Königstein, Mitte 6 Mombach. 

1 80. N. rhenana Moraw. {xanlhosticta Schenck, rufipes Scheuck). — 

Anfang 8 Soden jE'nm-Blüten, Anfang 8 B>iedrichsdorf 
bei Homburg, Ende 10 Bürgeier Höhe, Ende 7 und An- 
fang 8 Soden, Nur j bekannt. 

181. y.xonata Pauz. — $ Ende 7 und Anfang 8 Soden auf 

Blumen, 9 Mombach, Hanau (Heynemann). Von Jaen. 
im Fr. Wald gef. 

182 X. ruficornis h — 2 6 von Fr. (Anton Schniid). $ Ende 4 
und Mitte 5 Wald auf Blumen, Ende 4 Bürgeier Höhe, 
Ende 5 Epstein im Taunus, Birsteiu. Nach Jaen. 9 
bei Fr. h. 
Var. flava Panz. — 6 Fr., Ende 4 Vilbeler Wald, Fr. Ende 4 
Schlehenblüten. Mitte 4 im Mühlhaag an den noch blatt- 
losen Eichenzweigen, Anfang 5 Fr. Wald Distrikt Hinkel- 
stein. 9 Birstein. — Nach Jaen. n. s. 
Var. signata Jurine. — 9 von Jaen. bei Fr. gef. 

183. .V. borealis Zetterstedt. — 1 9 Fr., ein anderes von Karlsruhe. 

184 X. distinguendus Moraw. {mimitus Schenck). — Ich besitze 
ein 9 Anfang 6 Kreuznach. Jaen. erwähnt mirmt. von Fr. 

Jaen nicke erwähnt ferner: 
(185.) iV. Marshamella Kirby. — Fr. s. Ich besitze sie von Karlsruhe. 
(186.) X . alboguttata Herr. Schfr. — i Mombach. 
(187.) X. flavoguitata Kirby (Fabricinna Schenck). — 9 Höchst a.M., 

Büdingen, 9 Schw^anheim. 
(188.) X. lateralis Panz. ~ 9 Offenbach. 
(189.) X. ferruginea Kirby. — 9 Rüsselsheim. 



— 112 — 

Melecta Latreille. 

190. M. armata Panz. {punctata Kirby). — Von meinem Vater 

1820 Mitte 5 im Fr. Botanischen Garten schlafend an 
Blumen gef., ebenda von Jaen. 1865 — 67 im Frühjahr 
an Aiibrietia deltoides in Menge. 

191. M. luctuosa Scop. — Mitte 5 Berkersheim auf einem Acker 

1 Stück, von Jaen. im Rebstockwald und bei Mombach 
n. h. gef. 

Crocisa Latreille. 
(192.) C. histrionica Latr. erwähnt Jaen. von Fr. $. Ist = 
scutellaris F., besitze ich von Karlsruhe, 



113 — 



Beiträge zur Kenntnis 
der Fauna der Umgegend von Frankfurt a, M. 

über das Vorkommen des Feuersalamanders, 
Salamaiidra maculosa Laur., im Frankfurter Stadtwalde. 

Von 
Dr. med. August Knoblauch. 



Seitdem E. B u c k ^) in einer Arbeit aus dem Jahre 1889 
das Vorkommen des Feuersalamanders im Frankfurter Wald 
erwähnt hat, ist mehr wie ein Jahrzehnt vergangen, während 
dessen das Tier in der nächsten Umgebung von Frankfurt a. M. 
südlich des Mains nicht mehr gefunden worden ist. ^) Erst im 
vorigen Jahre hat 0. Boettger^) als neuen Fundort für unsere 
Gegend den Südabhang des Ebertsbergs zwischen Isenburg 
und Dietzenbach, etwa 6 km südöstlich von erstgenanntem Städt- 
chen, mitgeteilt, und im Anschluß hieran hat H. Bickhardt*) 
berichtet, daß er Ende September 1901 zufällig einen Feuer- 
salamander unter einem Stein au dem Kreuzungspunkt der 
Babenhäuser Landstraße und der Kesselbruchschneise unweit 
der Grastränke, also im Frankfurter Stadtwalde, ge- 
funden habe. 



') E. Buck. Mitteilungen über einige kaltblütige Wirbeltiere. 3. Der 
Erdmolch. Isis, 1889, p. 330. 

^) B. Dürigen. Deutschlands Amphibien und Reptilien. Magdeburg, 
1897, p. 583. 

^) Bericht der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. 1902, 
Teil I, p. 61. 

*) Sitzungsprotokoll des Vereins für naturwissenschaftliche Unterhaltung 
zu Frankfurt a. M. vom 7. 5. 1902. 

8 



— 114 — 

In deu letzten drei Jahren habe ich nnn vier Exemplare 
der Larve des Feuersalamanders im Frankfurter Walde 
gefangen und zwar an drei verschiedenen Stellen. Die beiden 
ersten Funde waren zufällige, indem ich an die Möglichkeit des 
Vorkommens des Tieres bezw. seiner Larven in der hiesigen 
Gegend damals überhaupt nicht dachte. Mitte Mai 1901 fing 
ich ein Exemplar von etwa 40 mm Länge in dem klaren Bächlein, 
welches die Försterwiese durchfließt, und zwar wenige Schritte 
östlich vom Försterwiesenweg im Walde. Das Tierchen ging 
leider auf dem Heimtrausport zugrunde; ich habe es nicht 
konserviert, weil ich es damals für die Larve einer unserer 
einheimischen Molcharten gehalten habe. Am 28. Mai 1902 fing 
ich ein zweites Exemplar von 43 mm Länge und zwar in einem 
mit der Lud er bach in Verbindung stehenden, seichten, ziemlich 
dichtbewachseneu Graben gegenüber der Köuigswiese, etwa fünf 
Minuten vom Königsbrünnchen entfernt. Leider ist dieses 
Tierchen wenige Tage später in meinem Aquarium, wahrschein- 
lich von einem Kammmolch, aufgefressen worden. 

Nach diesen Funden und nach den Mitteilungen Boettgers 
und Bickhardts durfte ich das Vorkommen des Feuersalamanders 
im Larvenzustand im Frankfurter Stadtwalde nicht mehr als ein 
zufälliges auffassen, wenn es auch immerhin ein seltenes sein 
mochte. Deshalb habe ich in diesem Frühjahre die beiden 
Fundorte der vorhergegangenen Jahre gründlich abgesucht und 
tatsächlich wiederum zwei Feuersalamanderlarven gefangen. 
Am 2. Mai d. J., an einem starken Regentage, fing ich ein 
Exemplar von 36 mm Länge an der gleichen Stelle wie im 
vorigen Jahre, in dem erwähnten seichten Graben gegenüber 
der Königswiese, und am 7. Mai ein zweites Exemplar von 32 mm 
Länge in dem Bächlein, welches die Försterwiese durchfließt, 
und zwar etwa in der Mitte zwischen Hainerweg und Förster- 
wiese in unmittelbarer Nähe des sog. Mörderbrunnens. 

Alle vier Exemplare waren, worauf ich zur Zeit des ersten 
Fundes im Jahre 1901 noch nicht genügend geachtet habe, durch 
die hellen, gelblichweißen Makeln an der Oberseite des proximalen 
Endes aller vier Extremitäten hinreichend als Larven von 
Salamandra maculosa Laur. charakterisiert. Diese hellen Flecken 
auf der Wurzel der Oberarme und der Oberschenkel sind, wie 
ich erst im vorigen Jahre bei der Aufzucht einer großen Anzahl 



— 115 — 

in meinem fenchten Terrarinm abgesetzter Salamanderlarven zu 
beobachten Gelegenheit hatte, schun bei der neugeborenen Feuer- 
salamanderlarve unverkennbar vorhanden, wenn sie auch, worauf 
H. Fischer-Sigwart^) hingewiesen hat, bei ganz jungen 
Exemplaren leicht übersehen werden können. Diese Flecken 
verbleiben während des ganzen Larvenzustandes und sind zu- 
gleich die charakteristischsten Makeln des erwachsenen Tieres; 
sie allein unterscheiden, von anderen Kennzeichen wie der Form 
des Flossensaums am Schwänze abgesehen, die Salamanderlarve 
ausreichend von der Molchlarve, wenn die letztere die Größe der 
ersteren erreicht hat. An der Richtigkeit der Bestimmung der 
von mir im Frankfurter Stadtwalde aufgefundenen Larven war 
also nicht zu zweifeln. Zudem hat sich die eine derselben in- 
zwischen (Mitte Juni) zur Landform entwickelt, während die 
andere Larve zurzeit (Ende Juli) noch im Wasser lebt. 

Im Jahre 1901 schien mir das Vorkommen des Feuer- 
salamanders im Larvenzustand in der hiesigen Gegend in hohem 
Grade unwahrscheinlich. Nachdem aber das erwachsene Tier 
nunmehr von Boettger am Ebertsberg unzweifelhaft festgestellt 
ist, sind auch meine Larvenfunde im Frankfurter Stadt walde 
nicht mehr auffällig. 

Die wenigen, den östlichen Teil unseres Waldes durchfließen- 
den Bäche, besonders die Lud er bach, empfangen ihr Wasser 
z.T. aus Quellen, welche in der zwischen Langen und Heusenstamm 
sich hinziehenden Hügelkette — Ebertsberg, Spitzeberg, Steinberg, 
Hoher Berg — entspringen. Gelegentlich mögen also Larven, 
welche in dem Quellgebiet der Luderbach — z.B. am 
Ebertsberg — von dem dort nachgewiesenen Feuersalamander 
abgesetzt werden, namentlich nach starken Regengüssen, in die 
Luderbach und in die im Überschwemmungsgebiet derselben 
gelegenen Waldtümpel und Gräben — z. B. gegenüber der 
Königswiese — gelangen. Voraussichtlich werden aber diese 
Feuersalamanderlarven im Freien nur sehr selten ihre Entwickelung 
vollenden, weil sie meist den zahlreichen in den gleichen Bächen, 
Tümpeln und Gräben lebenden Feinden zum Opfer fallen werden. 

Die hauptsächlichsten Feinde der Salamanderlarven 
sind der Flußkrebs, die Raubfische, vor allem der Stichling, die 

*) H. Fischer-Sigwart. Das Überwintern der Liirche im Larven- 
zustand. Zoologisclier Garten, 1885, p. 312. 



— 116 — 

verschiedenen Tritonen, namentlich die gefräßige Molge cristata 
Laiir., sowie die großen Schwimmkäfer (Dytkus) und ihre Larven. 

Der Flußkrebs ist zweifellos ein großer Feind der Larven 
des Feuersalamanders. In den Taunusbächen, in denen beide 
Tiere heimisch sind, findet man z. B. sehr häufig Salamander- 
larven mit verstümmelten Extremitäten infolge von Verletzungen, 
welche offenbar auf Flußkrebse zurückzuführen sind. ^) Aber bei 
dem großen Regenerationsvermögen der Larven werden derartige 
Verletzungen, welche sich mitunter auf alle vier Gliedmaßen 
erstrecken, meist keine tödlichen sein ; und deshalb sehen wir die 
Salamanderlarve auch in Bächen, in denen sie mit dem Flußkrebs 
zusammenlebt, die Metamorphose vollenden. 

Wesentlich gefährlicher sind der räuberische Kammmolch 
und namentlich der Stichling, weil er wie die Salamanderlarve 
fließendes Wasser dem stehenden vorzieht; und so mag gerade 
das massenhafte Vorkommen des Stichlings in den Bächen und 
Gräben der Umgegend von Frankfurt und besonders in der 
Luderbach selbst sowie in den Tümpeln und Lachen ihres 
Überschwemmungsgebietes ein Grund sein, weshalb in unserem 
Stadtwald trotz des gelegentlichen Vorkommens der Salamander- 
larven die Landform des Feuersalamanders so ungemein selten 
angetroffen wird. 

Anhangsweise sei noch auf einen anderen Fundort in 
der weiteren Umgebung von Frankfurt a. M. hingewiesen, 
au welchem ich im Frühjahr 1903 Larven des Feuer- 
salamanders in außerordentlich großer Zahl und in ver- 
schiedenen Stadien der Entwickelung beobachtet habe. Es sind 
mehrere alte Steinbrüche östlich von Langen in 
unmittelbarer Nähe des Waldes, in denen sich Wasseransamm- 
lungen von z. T. ziemlich beträchtlicher Tiefe gebildet haben. 
Dieselben Örtlichkeiten dienen auch anderen Batrachierarten 
z. B. der gelbbauchigen Feuerkröte, Bomhinator pachypus 
Bonap., als Laichplätze. 



') Eine Anzahl derartig durch Flußkrebse verstümmelter Larven von 
Sal. maculosa Laur. aus den Bächen bei Niedernhausen im Lorsbacher Tal 
(Taunus) beiindet sich im Senckenbergischen Museum. (Coli. Knoblauch 1901). 



117 



Gescliiclite und Resclireibuiig 
des botaiüsclien (jartens zu Frankfurt a. M. 

Von 

M. Möbius. 

Mit Taf. II u. III und mit 2 Textfiguren. 



Die Senckenhergische Stiftung und die mit ihr in Verbindung 
stellenden Institute sollen den Platz, den die Stiftung länger als 
hundert Jahre eingenommen hat, verlassen, um sich weit draußen 
vor der Stadt ein neues, größeres und schöneres Heim zu gründen. 
An ihrer jetzigen Stelle wird sich bald nach ihrem Wegzug ein 
Komplex neuer Häuser erheben und dann wird man sich nur 
schwer erinnern können, wie es vorher dort ausgesehen hat. 
Da ist es wohl zweckmäßig, wenigstens in der Beschreibung 
das Bild, wie es diese Institute gegenwärtig noch bieten, fest- 
zuhalten, und der Versuch dazu soll hier für einen Teil des 
„Senckenbergianums" und zwar für den, der für das äußere 
Bild am charakteristischsten ist, gemacht werden. Es scheint 
mir dies um so wünschenswerter, als eine eingehende Beschreibung 
unseres botanischen Gartens überhaupt noch nicht existiert, und 
da ebensowenig eine zusammenhängende Geschichte desselben 
vorhanden ist, so sei diese zunächst hier mitgeteilt. Die Quellen, 
aus denen dabei geschöpft worden ist, sind zum Teil im Text, 
zum Teil in den Anmerkungen angedeutet. 

Im Jahre 1763 überreichte der Dr. med. Johann Christian 
Senckenberg seiner Vaterstadt Frankfurt a. M. seinen ersten 
Stiftungsbrief, in dem er die Stadt zur Erbin seines Hauses 
in der Hasengasse No. 3 samt allen darin befindlichen Sammlungen 
an Büchern, medizinischen und naturwissenschaftlichen Gegen- 



— 118 — 

ständen und dergl. sowie seines Vermögens von 95,000 Gulden 
einsetzte. Indessen sollte diese Stiftung nicht der Stadtverwaltung 
unterstellt sein, sondern der Stifter war ängstlich bemüht, dafür 
Sorge zu tragen, daß ja nicht der Senat die Hände einschlage 
und sich der Stiftung bemächtige; seine Stiftung sollte „allzeit 
separirt bleiben und niemalen vermengt mit Stadtsacheu". Zu 
diesem Zwecke wurde eine besondere Administration eingesetzt 
mit Bestimmungen, auf die wir hier nicht einzugehen brauchen. ^) 

Seine Absicht war, in erster Linie eine Stiftung für die 
ärztliche Wissenschaft und deren Jünger zu machen, eine Art 
von medizinischer Akademie für seine Vaterstadt zu gründen, 
erst in zweiter Linie sollte auch für arme Kranke Sorge getragen 
werden ; demgemäß bestimmte er für das wissenschaftliche In- 
stitut zwei Drittel der Revenuen, für das wohltätige nur ein 
Drittel, in der berechtigten Annahme, daß eine Unterstützung 
des letzteren durch Zuwendungen von anderer Seite nicht aus- 
bleiben werde. Um seine Absichten zu verwirklichen, suchte er 
nach einer geeigneten Liegenschaft, auf der die geplanten In- 
stitute ins Leben gerufen werden könnten, und er glaubte eine 
solche zu finden in dem Besitztum des Dr. Matthias Harmes 
am Eschenheimer Tor. Dieses Grundstück mit einem Flächen- 
raum von nicht weniger als 100 490 Quadratfuß (27 914 Quadrat- 
meter) wurde im Jahre 1766 für die Summe von 23,000 Gulden 
von ihm erworben, und nachdem er zwei Jahre später sein er- 
erbtes väterliches Haus verkauft hatte, siedelte er selbst dorthin 
über. Doch nur vier Jahre noch war es ihm vergönnt, die 
Entwickelung seiner Stiftung zu beobachten, denn im November 
1772 rief ihn ein plötzlicher Tod mitten aus seiner segensreichen 
Tätigkeit ab: er stürzte von dem Spitaltürmchen, das am Tage 
vorher fertiggebaut war, als er es besichtigen wollte, herunter 
und starb an den Folgen der Verletzung noch an demselben Tage. 

Das erworbene Besitztum trug einige Gebäude, einen großen 
Teil aber nahm der Lustgarten und „der daran gelegene mit 
einer Wand von Dielen separirte Bleichgarten" ein. Diese Gärten 
wurden zur Anlage des botanischen Gartens, des „hortus medicus" 
benutzt, während die vorhandenen Gebäude für die anderen An- 



') Vergl. Kriegk, Die Brüder Senckenberg. Frankfurt a. M. 1869 
p. 255—56. 



— 119 — 

stalten und Sammlungen hergerichtet wurden. Seuckenbergs 
erste Sorge war, den Seitenflügel hinter der Schlimmen Mauer 
(Stiftstraße) im ersten Stock für seine Bibliothek zurecht machen 
zu lassen: im Parterrestock wurde dagegen die Wohnung für 
den Gärtner eingerichtet. Als erster Stiftsgärtner wurde von 
Seuckenberg selbst am I.Mai 1767 Johann Heinrich 
Bäumerth aus Hanau angestellt; er bezog als „Botanikus für 
den medicinischen Garten" ein jährliches Honorar von 200 Gulden 
nebst freier Kost und Wohnung. Bäumerth entwarf und ver- 
fertigte die Grund- und Aufrisse des botanischen Gartens, des 
Gewächshauses und der Anatomie, sowie den Plan für das ganze 
Besitztum. Dieses aber reichte damals nicht bis zur jetzigen 
Brönnerstraße, sondern nur bis zu der jetzt nicht mehr vor- 
handenen Radgasse, die dicht hinter der Anatomie mit der von 
der Stadtmauer herabführenden Treppe beginnend, sich in gerader 
Linie nach der Schlimmengaß (Stiftstraße) zog, dicht hinter dem 
Spital einmündend. Ein- und Ausgang sind, wenn auch durch 
Tore geschlossen, noch vorhanden, ebenso der vordere und hintere 
Abschnitt; in der Mitte aber steht auf ihrem Grunde das neue 
Hospitalgebäude. 

Die Stiftstraße hieß damals, wie schon erwähnt, die 
Schlimmengaß oder Hinter der schlimmen Mauer und dieser 
Name ist uns bekannt aus Goethes Märchen „Der neue Paris" 
in Dichtung und Wahrheit. Goethe erzählt daselbst: „Mein 
Weg führte mich den Zwinger hin und ich kam in die Gegend, 
welche mit Recht den Namen „schlimme Mauer" führt: denn es 
ist dort niemals ganz geheuer." Freilich irrt hier Goethe, 
wenn er dem Namen eine solche Bedeutung unterlegt, denn ihr 
Name stammt von dem Besitzer einer großen Liegenschaft in 
dieser Gasse Namens Sly mm e oder Sly mm er her, der sein 
Grundstück von einem gewissen Frosch erworben hatte. Die 
Gasse hieß im 14. Jahrhundert die „Froschgaß", im 15. und 16. 
die „Schlimmengaß" oder „Schlymgaß" oder zuweilen „Schiummer- 
gaß" und dann auf Wunsch der Anwohner, die den ominösen 
Namen scheuten, seit 1855 die Stiftstraße nach der Sencken- 
bergischen Stiftung.') Linker Hand in der Mauer erblickte 

') Man vergleiche : Friedrich Meyer von W a 1 d e c k , Goethes 
Märchendichtungen. Heidelberg 1879, p. 53 — 54. — Ferner Goethes Bezieh- 
ungen zu seiner Vaterstadt. Frankfurt a. M. 1862, p. 29, 



120 — 



Goethe ein Pf Örtchen, das sich also in der schlimmen Mauer 
selbst befand, denn wenn er vom Zwinger kam, so ging er 
natürlich durch die jetzige Stiftstraße von Westen nach Osten. 
Das Pförtchen bildete den Eingang zu dem in dem Märchen 
beschriebenen Zaubergarten und es geht daraus hervor, daß 
sich der botanische Garten auf dem Boden befindet, den der 
Dichter zum Schauplatz seines köstlichen Märchens gemacht hat. 
Als Vorbild für seinen „Hortus medicus" diente dem Stifter 
der Plan des botanischen Gartens der Universität zu Upsala ; ^) 
dieser Plan ist im Archiv der Senckenbergischen Stiftung noch 
vorhanden, ebenso werden sechs von Bäum er th danach kon- 
struierte Entwürfe, darunter der von Senckenberg genehmigte 
und dem gedruckten Stiftungsbrief beigegebene, dort aufbewahrt. 
Mit dem Anlegen des Gartens selbst ging es jedoch nur sehr 
langsam vorwärts. In den „Monita et Notamina", welche hand- 
schriftliche Zusätze zu seinem Testament enthalten, spricht sich 
Senckenberg über den Zweck seines „Hortus medicus" 
folgendermaßen aus: 



„S)tefer foil nic^t au§ öieten 
exoticis befielen, bie oiele Soften 
ntQd^en, bomit nid^t ha§> (55elb 
nöt^igeren fingen entzogen toerbe. 
Plantae Germaniae indigenae 
finb mein §auptmerf, unb fo((f)e, 
bie eine gleidje Zonam unb Clima 
gur @e6urt§§=@tätten f)aben unb 
unfere aerem aquas unb locos 
üertragen fönnen. Sufficit enim 
quaevis sibi regio, sufficit sibi 
Soli per omnia, excolenda solum- 
modo sunt, quae Dens omni- 
potens in opulenta et omnium 
nutrice et medicatrice natura 
porrigit omnibus gratis. Sn allen 
@tü(fen fef)e me^r auf usum oI§ 
lusum Sine usu sumtuosum". 



„SfJic^t au§ öielem @ärtner= 
(Staat unb Auriculis, Anemonen, 
Sfiaminfeln, Pulpen, §t)acint^en 
unb nid)t ein S3(umi[ten'= fonbern 
mebicinifdjer ©orten fet)u. @beu 
tt>enige§ oon jenen !ann permit- 
tiret raerben; pro ornamento, 
utilitas est finis meus. ^ene 
bleuen bem ©ärtner ^ur §anbe(= 
fdiaft unb rebbes meift, bafür ber 
©orten nidjt geftiftet ift ; @ouber= 
(id) bo ber ©örtuer uou mir unb 
meinen 9Jod)foIgern fattfom sala- 
riret ift." 



*) Eine kurze Geschichte des botanischen Gartens zu Upsala gibt Linne, 
der seit 1742 Direktor desselben war, in seinem „Hortus Upsaliensis" 
(Stockholm 1748) und verweist dort auch auf eine diesen Gegenstand be- 
handelnde, unter seiner Leitung abgefaßte Dissertation von^ S. Nauclerus 
(Upsala 1745, quart, cum figuris). 



— 121 — 

Unter zahlreichen Papieren, die Aufzeichnungen über Be- 
obachtungen an Pflanzen von Senckenberg selbst und noch 
von seinem Vater ^) her enthalten, findet sich auch ein „Index 
Plantarum Horti Senckenbergiani ad normam Systematis Linneani 
1770 Juuio, cum accessionibus 1771 Eodem". Derselbe enthält 
ein Verzeichnis der mehrjährigen und eines der einjährigen 
Pflanzen, aber nur alphabetisch geordnet, so daß sich die An- 
gabe „ad normam Sj^stematis Linnaei" nur auf die Benennung, 
nicht die Anordnung der Pflanzen bezieht. Als besonders wert- 
volle Erinnerung aus jener Zeit wird aber in der Sencken- 
bergischen Bibliothek jetzt ein Buch aufbewahrt, das Pflanzen- 
abbilduDgen von der Hand des Malers und Kupferstechers 
Johann Heinrich Wicker (1723—1786) enthält; die Vorbilder 
dazu sollen aus dem botanischen Garten Senckenbergs 
stammen, mit dem Wicke r befreundet war und viel verkehrte. 
Ungefähr hundert Arten sind abgebildet, nicht alle Bilder sind 
ganz ausgeführt, aber diese Aquarelle gehören durch ihre Natur- 
treue und künstlerisch vollendete Darstellung jedenfalls zu den 
besten Pflanzenabbildungeu. 

Aus dem schon erwähnten Plan des botanischen Gartens 
und der ihn umgebenden Gebäude, der dem Stiftungsbriefe bei- 
gefügt ist und den wir auf Seite 122 wiedergeben, sehen wir, daß 
die erste Anlage heute noch so ziemlich erhalten ist. Die Stufen, 
welche jetzt neben der Bibliothek in den das Bassin treffenden 
Mittelgang führen, entsprechen dem ehemaligen Eingang aus 
dem Vorhof in den botanischen Garten, aber dieser Eingang 
befand sich fast in der Mitte der Hofgrenze, nicht an die Seite 
verschoben wie jetzt, weil das oben erwähnte südliche Seiten- 
gebäude viel weiter südlich lag als die jetzige Bibliothek, die 
fast die ganze südliche Hälfte des damaligen Hofes einnimmt. 
An der nördlichen Seite des Hofes, wo jetzt das Hauptgebäude 
des Museums steht, lag der viel schmälere Seitenflügel mit dem 
Laboratorium chymicum. Die Lage des Bassins im Garten, das 
den Kreuzungspunkt der zwei Hauptwege bildet, ist auf der 
Zeichnung offenbar etwas nach Westen verschoben, so daß auch 
der Querweg weiter nach vorn zu liegen kommt, als es jetzt 



') Von diesem sind zwei Entwürfe einer Frankfurter Flora von 1718 
im Manuskript vorhanden. 



122 — 




— 128 — 

der Fall ist. So wurden von den beiden Hauptwegen vier Haupt- 
beete oder Quartiere gebildet, von denen die beiden hinteren 
beträchtlich größer als die beiden vorderen waren. Am größten 
war das hintere südliche, da es noch das Terrain umfaßte, auf 
dem jetzt das Gebäude des Phj'sikalischen Vereins steht, und 
da ja der Garten sich von Westen nach Osten zu beträchtlich 
verbreiterte. In der südöstlichen Ecke befand sich ein „grünes 
Kabinet", also eine Laube, die sich bis zur Erbauung des 
Physikalischen Institutes (1888) erhalten hat und in welcher der 
steinerne Tisch und die zwei steinernen Bänke standen, die 
sich jetzt rechts neben dem Eingang in den Spitalhof befinden ; 
die Steinplatte des Tisches trägt die Jahreszahl 1705. Von jener 
Laube verlief die jetzt noch dort vorhandene Mauer bis an die 
vordere Ecke des Anatomiegebäudes. Ein Tor, auf das der 
Mittelweg zuführte, bildete, wie jetzt, den Eingang in den Hof 
des Hospitales : zwischen diesem Gebäude und der Anatomie lag 
der Bleichplatz des Hospitals, von einem nach dem Portal der 
Anatomie führenden Gang durchschnitten. 

Das Gewächshaus wurde bereits im Jahre 1768 an der 
Stelle, die es heute noch einnimmt, erbaut, es war 65 Frank- 
furter Werkfuß (18 m) lang und 28 (7,7 m) breit, enthielt drei 
Abteilungen, von denen die vorderste die größte und die hinterste 
die kleinste war, und lehnte sich mit der nordwestlichen Ecke 
an die Mauer des Stadtzwingers an. Die auf Taf. II gegebene Ab- 
bildung ist eine Wiedergabe der ursprünglichen B ä u m e r t h sehen 
Zeichnung, die mit den Plänen im Stiftungsarchiv aufbewahrt 
wird. Von der Ecke des Gewächshauses lief nun die Zwinger- 
mauer, die von der hohen Stadtmauer durch eine 16 Fuß breite 
Terrasse getrennt war, in gerader Richtung auf das Grabmal 
Senckenbergs zu, das er sich noch bei seinen Lebzeiten im 
Garten hatte errichten lassen. Das jetzt südlich vor dem Museum 
liegende und als Monokotylenquartier bezeichnete Beet war also 
damals noch nicht vorhanden und es gab nur die vier oben 
erwähnten Quartiere, die mit Buchs und Spalieren umsäumt und 
in regelmäßige, vier Fuß breite, von Norden nach Süden ziehende 
Beete geteilt waren. Oben auf dem 16 Fuß breiten Zwinger 
waren nur drei Holzplätze, der vorderste für das Haus an der 
Eschenheimergasse, der mittelste für das Gewächshaus und der 
hinterste für das Hospital. 



— 124 — 

In der ersten „Nachricht von dem Fortgang und An wachs 
der Dr. Senckenbergischen Stiftung" ^) von 1776 heißt es im § 13: 
„Den botanischen Garten ließ man umrodeu, applanieren, nach 
dem Plane des Stifters anlegen und durch Spaliere in seine ver- 
schiedenen Quartiere eintheilen und bepflanzen." Senckenberg 
hat also noch mit Bäumerth den Plan für den botanischen 
Garten entworfen, der letztere änderte aber den Entwurf wieder- 
holt ab und die wirkliche Anlegung des Gartens im Jahre 1774 
erfolgte nach dem fünften von Bäumerth der Administration 
vorgelegten Plane unter der Leitung des Dr. Johann Jakob 
Reichard, der am I.April 1773 zum Stiftsmedikus erwählt 
worden war. 

Reichard, durch seine Frankfurter Flora '^) bekannt, war 
ein tüchtiger Pflanzenkenner und hielt die ersten botanischen 
Vorlesungen. In Gemeinschaft mit Bäumerth gab er sich viel 
Mühe um den botanischen Garten, so daß dieser viele seltene 
Pflanzen erhielt und sich auch bei den Botanikern außerhalb 
Fi-ankfurts einen angesehenen Namen erwarb. Im Jahre 1782 
verfaßte R ei c hard das erste Pflanzenverzeiclmis des Gartens 
unter dem Namen: Enumeratio stirpium horti botanici Senken- 
bergiani, qui Francofurti ad Moenum est. (Franc, a. M. Varren- 
trapp und Werner 1782.) Es soll eine Aufzählung fast aller 
Pflanzen des Gartens enthalten, die von 1777 bis 1781 in dem- 
selben vorhanden waren oder noch vorhanden sind; es sind 
1430 Arten, die nach dem Linneischen System geordnet sind. 
Bei einigen sind kurze Bemerkungen hinzugefügt, welche die 
Richtigkeit der Bestimmung, ihre Erwähnuug in der Literatur 
oder biologische Beobachtungen betreffen. So wird z. B. erwähnt, 
daß der Ölbaum 1781 Früchte getragen hat, die zwar nicht 
reif wurden, aber doch zum Einmachen geeignet waren, daß 
Tribuhis terrestris sich im Garten jetzt schon von selbst aus- 
säet u. s. w. In der Vorrede sind auch dankend diejenigen ge- 
nannt, die unseren Garten mit Pflanzen oder Samen beschenkt 
haben; wir sehen daraus, daß er in Verbindung stand mit den 



') Später werde ich sie nur als „Nachricht" zitieren. 

^) Flora Moeno-Francofurtana enumerans stirpes circa Francofurtum 
ad Moenum crescentes secundum methodum sexualem dispositas. Pars I. 
1772 Senckenberg zugeeignet. Pars II. 1778. Frankfurt a. M. bei H. L. 
Broenner. 



— 125 — 

botanischen Gärten in Braunschweig, Heidelberg, Leipzig, Kassel, 
Gießen, Göttingen, Nürnberg, Halle und Tübingen und einigen 
Privatgärten. Der Verfasser beklagt sich, daß ein großer Teil 
der ausgelegten Samen nicht aufzugehen pflegt; vermutlich hat 
er also vielfach alte, keimungsunfähig gewordene Samen er- 
halten. Er schließt mit den Worten an die Leser: „Lebet wohl 
und seid dem Schauspieler, der das Theater verläßt, gewogen" 
(Valete et actori de theatro decedenti favete). Wirklich starb 
Reichard noch in demselben Jahre (1782), von dessen 15. 
Januar diese Schlußworte datiert sind, nachdem er die jährlichen 
Zinsen von 4000 Gulden zur Vermehrung der botanischen Bücher- 
sammliing vermacht hatte. 

Bäumerth blieb noch lange im Garten tätig, er wurde 
am 17. November 1814 emeritiert und starb am 25. April 1816 
im Alter von 73 Jahren. Von der Geschichte des Gartens ist 
aus dieser Zeit noch Folgendes zu erwähnen. Das Bassin war 
mit der Anlage des übrigen Gartens 1774 nicht hergestellt worden. 
Die Vertiefung für dasselbe wurde 1775 ausgegraben, doch ver- 
zögerte sich die Herstellung und die Administration gibt noch 
1788 in ihrer 11. Nachricht darüber folgenden Bericht: „Schon 
der selige Stifter hatte sich viele Mühe gegeben, sowohl in den 
Garten als auch in das Hospital Röhrwasser zu erhalten, auch 
die Administration hatte nach seinem Tode — da sie die Not- 
wendigkeit eines gesunderen Wassers als dasjenige im Spital- 
brunnen ist, zum Trank für die Kranken wohl einsah, und die 
Anlage des Horti botauici, wie der Grundriß desselben beim 
Stiftungsbrief anzeigt, ein Bassin mit springendem Wasser er- 
fordert — sowohl bei E. H. Rath als auch bei L. Bauamte zu 
verschiedenen Zeiten gehors. Ansuchung zur Erhaltung des- 
selben gethan. Da nun aber ihrem Verlangen bishero, ob man 
ihr gleich auf die Zukunft alle HoSnung gelassen, noch nicht 
willfahrt werden konnte, und anjetzo, im Frühjahr 1786 der 
Stif tsbotanicus H. Bäumerth anfragte : ob er die mitten im 
Garten zum künftigen Bassin ausgeworfene und bisher mit vielem 
Mißstand vergeblich offen gestandene Grube wieder mit Erde 
ausfüllen u. s. w. sollte ? so erhielt derselbe den Auftrag, zwar 
die Grube zuzuwerfen, aber doch so zu verfahren, daß dieselbe 
baldigst wieder könne aufgeräumt werden." Erst 1806 wurde 
die Röhrwasserleitung nach dem Bassin geführt, dieses wurde 



— 126 — 

neu eingerichtet und erhielt eine über 12 Fuß hoch springende 
Fontäne, wodurch „dem Garten eine vorzügliche Zierde, den 
Patienten aber und anderen den Garten besuchenden Personen 
Vergnügen gewährt und durch das ins Bassin strömende 
Wasser Nutzen und Bequemlichkeit zur Begießung der 
Pflanzen verschafft wurde", gemäß dem Bericht in § 4 der 
20. Nachricht. 

Im Jahre 1799 erhielt die Stiftungsadministration vom 
Rat der Stadt die Erlaubnis, die Zwingermauer bis zum Gewächs- 
haus und den Rest des alten Turmes an der Stadtmauer ab- 
tragen zu lassen, um dadurch den Garten zu vergrößern (18. Nach- 
richt 1800). Jener Rest des alten Turmes befand sich gerade 
an der Stelle, wo heute der Seitenflügel des Museums seine süd- 
östliche Ecke hat. Der gewonnene Platz ist der, welcher jetzt 
von der nördlichen Rabatte des Monokotylenquartiers, dem Weg 
vor dem Museum und einem Teile von dessen Seitenflügel ein- 
genommen wird. Damals aber lag das neugewonnene Terrain 
noch nicht mit dem des übrigen Gartens in dem gleichen Niveau, 
sondern bildete eine 3^2 Fuß hohe und 16 Fuß breite Terrasse, 
welche nebst den freigewordenen Schwibbogen der alten 15 Fuß 
hohen Stadtmauer zum Unterbringen von Gewächsen benutzt 
wurde. Der große Bogen, avo der alte Turm gestanden, wurde 
1801 zu einem kleinen Treibhause für seltene ausländische Ge- 
wächse eingerichtet. Von diesen Einrichtungen ist heute nichts 
mehr zu sehen, hingegen sind noch 10 Schwibbogen der alten 
Mauer vorhanden, die sich ehemals östlich von dem besagten 
Turrareste befanden, hinter dem Gewächshaus und der Anatomie. 
Die vor ihnen gelegene Zwingermauer durfte die Administration 
1804 abbrechen lassen, hierdurch wurde also auch ein nicht 
unbeträchtliches Stück gewonnen. 

Was die Persoualverhältnisse betrifft, so war auf den 
ersten Stiftsarzt Reichard als zweiter Georg Philipp 
Lehr, ebenfalls ein geborener Frankfurter, gefolgt, der sein 
Amt bis zu seinem Tode 1807 versah. Von ihm ist noch ein 
„Systematisches Verzeichniß derer an. 1786 im Senckeubergischen 
Botanischen Garten vorhandenen Pflanzen" im Manuskript auf- 
bewahrt; darin sind die Pflanzen, nach dem Linneischen System 
geordnet, einfach mit Namen ohne weitere Bemerkungen auf- 
geführt. 



— 127 — 

Die Gartenarbeiten versah nach Bäum er th, der sich 1814 
pensionieren ließ und 1816 starb, Friedrich Carl Iser- 
mann in provisorischer Weise. 1816 wurde Johannes Becker 
(geb. 20. Februar 1769 in Speyer) zum Stiftsbotanikus und Vor- 
steher des botanischen Gartens erwählt. Becker war kein 
einfacher Gärtner, sondern hatte eine gute klassische Bildung 
genossen; er erteilte auch einen mit Exkursionen verbundenen 
praktischen Unterricht in der Pflanzenkunde. 

Den botanischen Garten hat er wesentlich gefördert und 
„durch seine sorgsame Anordnung, sein Anknüpfen von Ver- 
bindungen auf einen wissenschaftlichen Standpunkt erhoben; 
mit Vorliebe kultivierte er darin kritische Gattungen und 
studierte unermüdet Jahre lang den Formenkreis derselben." 
(Map pes, Festreden p. 161). 

In der „Flora oder allgemeinen botanischen Zeitung" von 
1819 berichtet Wenderoth (p. 711—713) über die Gärten in 
Frankfurt, erwähnt die von Löhrl (Lehr?), Jassoy, v. Roth- 
schild und Salz wed el und nach einer Bemerkung, daß der 
letztgenannte etwas in Abnahme gekommen sei, fährt er fort: 
„Dagegen hat sich der des Senckenbergischen Stiftes bedeutend 
gehoben, wenigstens ist die Sammlung exotischer Gewächse 
recht artig." In derselben Zeitschrift schreibt sodann 1824 
J. A. Schult es (p. 678): ,.Auch der alte Senckenbergische 
Garten ist zu Frankfurt a. M. wieder in das Leben getreten 
und wird bei der Tüchtigkeit seines sehr achtbaren Pflegers, 
und bei dem Eifer mehrerer Mitglieder der Wetterauischen 
Gesellschaft, unter welchen sich vorzüglich Herr Apotheker 
Stein zu Frankfurt auszeichnet, bald unter den übrigen bota- 
nischen Gärten Deutschlands eine ehrenvolle Stelle einnehmen." 

Becker versah sein Amt als Gartenvorstand bis zum 
Jahre 1827, er legte es dann nieder, hauptsächlich um sich der 
Herausgabe seiner Flora von Frankfurt zu widmen, die in 
zwei Teilen 1828 und 1829 erschien; er starb erst am 24. No- 
vember 1833. Die wissenschaftlichen botanischen Vorträge 
hielten nach Lehr die Stiftsärzte Dr. J. C. Var rentrapp 
von 1807 bis 1808, Dr. B. Huth bis 1809, Dr. Ch. H. Grase- 
mann bis 1815 und Dr. Ch. E. Neeff, der letzte Stiftsarzt, 
der 1830 die Stiftungsadministration ersuchte, ihm die bota- 
nischen Vorlesungen abzunehmen. 




— 128 — 

Voll Nee ff ist besonders seine 1817 anonym publizierte 
Schrift „Das Senckenbergisclie Stift" zu erwähnen, die durch 
Goethe veranlaßt worden war. Der Dichter war 1814 in seiner 
Vaterstadt gewesen und berichtet über diesen Besuch in seinem 
Aufsatze : „Kunstschätze vom Rhein, Main und Neckar 1814 — 15". 
Hier heißt es: „Der botanische Garten ist geräumig genug, um 
der Stiftung gemäß die officinellen Pflanzen zu enthalten, wo- 
ueben sich noch Platz finden würde, um das physiologisch Be- 
deutende, was zur Einsicht in das Pflanzenleben führt und das 
ganze Studium krönt, weislich anzufügen." Auch folgende Stellen 
seien noch erwähnt: „Gedenken wir der Pflanzenkunde, so ist 
aus obigem ersichtlich, daß für diese vorläufig gesorgt sei. 
Herr Dr. Neeff wird unter Assistenz der Gärtner Baumert 
und Isermann, die zweckmäßige Vollständigkeit des Gartens 
sowie den Gebrauch desselben nächstes Frühjahr einzuleiten 

wissen Bliebe der Senckeubergische Garten bloß medi- 

cinischen und physiologischen Forderungen gewidmet, so würde 
der Lehrer an dieser Anstalt sehr gefördert sein, wenn er die 
Vergünstigung hätte, die Gärten der Herren Salzwedel, 
J a s s y , Lehr, in und bei Frankfurt, die Anlage des Herrn 
Metzler über Oberrad, mit seinen Zuhörern zu besuchen. Den 
Besitzern wie den Gästen entstünde daraus gemeinsame Freude 
und Aufmunterung. In einer lebensreichen Stadt sollte sich 
alles aufsuchen was miteinander einigermaßen verwandt ist, 
und sollte Botaniker, Blumist, Kunstgärtner, Obst- und Küchen- 
Gärtner sich nicht voneinander sondern, da sie sich einander 
wechseis weise belehren und nützen können." 

In dem kleinen Abschnitt: „Nachträgliches zu Frankfurt 
am Main", widmet der Dichter diesem Gegenstande noch mehr 
Aufmerksamkeit, er sagt: „Auch der botanische Garten hat im 
letzten Sommer sehr viel gewonnen. Eine nicht geringe Zahl 
Pflanzen wurden, ohne daß der Stiftungsfond sie anschaffte, in 
das Treibhaus gebracht, und mehrere in der Wetterauer Flora 
nicht aufgenommene, in hiesiger Gegend wildwachsende Pflanzen 
wurden im Garten angepflanzt. Man hat es sich nämlich zum 
Gesetz gemacht, bei der Beschränktheit des botanischen Gartens, 
hauptsächlich auf officinelle oder ökonomische Pflanzen, oder 
auf solche Rücksicht zu nehmen, die als seltene Gewächse in 
unserer Gegend vorkommen, indem der geringe Raum des Locals 



— 129 — 

keine große Menge aufzunehmen gestattet. Der hiesige sehr 
unterrichtete Herr Apotheker Stein hat mehrere von der Stadt 
entfernte Excursionen vorgenommen und mehrere seltene Ge- 
wächse, die er auf denselben fand, dem Garten geschenkt. Das 
Gewächshaus wurde mit mehreren seltenen ausländischen Pflanzen, 
wie mit Laurus Camphora, Epidendrum Vanilla u. s. w, dotirt. 
Die Kürze der Zeit erlaubte nicht, den bisher in seiner Ein- 
richtung vernachlässigten Garten in dem letztverflossenen 
regnichten Sommer völlig in Ordnung zu bringen, jedoch ein 
Tlieil desselben wurde mit Beihülfe des sehr geschickten Botanikers, 
Herrn Becker aus Offenbach, der aus Liebe zur Wissenschaft 
mitwirkte, in systematische Ordnung gebracht und es ist nicht 
zu zweifeln, daß der ganze Garten im Laufe des künftigen 
Sommers dahin gebracht werden wird." 

Wenige Zeilen weiter erwähnt Goethe „die anfangende 
Baufälligkeit des Gewächshauses" und geht nun dazu über, die 
Mängel des medizinischen Instituts mit tadelnden Worten zu 
schildern, durch die er aber jedenfalls hoffte, diesem Institut 
neue Gönner zu gewinnen und es auf solche Weise zu fördern. 
Nee ff glaubte, das Senckenbergische Stift in Schutz nehmen und 
die vermeintlichen Mängel entschuldigen zu müssen, wobei er 
vor allem auf die durch die langen vorausgehenden Kriegsjahre 
bewirkte Störung hinwies. „Der botanische Garten war ver- 
armt und seinem Zwecke entfremdet. In wenigen Monaten 
gelang es. Vieles, dem der Untergang drohte, zu erretten ; eine 
Menge neuer und merkwürdiger Pflanzen anzuschaffen; Ver- 
bindungen anzuknüpfen für ferneren Erwerb ; Anlagen zu bilden, 
welche dem natürlichen Standort der Gewächse nachahmen; 
andere, wo Pflanzen nach den natürlichen Familien, wieder 
andere, wo sie nach dem künstlichen Systeme zusammengestellt 
sind; ein Herbarium und eine Früchtesammlung aus den Pro- 
dukten des Gartens anzulegen; mit einem Worte: den An- 
forderungen zu entsprechen, welche gegenwärtig an einen 
botanischen Garten gemacht werden können," Wir haben aber 
allen Grund, die Richtigkeit dieser letzten Worte anzuzweifeln, 
denn das Gewächshaus scheint sich wirklich in einem ziemlich 
baufälligen Zustande befunden zu haben und die Pflanzen im 
Garten scheinen nicht einmal recht etikettiert gewesen zu sein. 
Wenigstens wird erst 1825 in der 26. Nachricht (§ 2) mitgeteilt, 



— 130 — 

daß „der botanische Garten durch beinahe vollständige Etti- 
quettiruug in einen sehr verbesserten Zustand gebracht worden 
ist, indem hierdurch der Wißbegierige seine Kenntnisse auch 
ohne Lehrer oder freundlichen Führer vermehren kann." Auch 
aus den oben zitierten Worten aus der Flora 1819 und 1824 
geht hervor, daß sich der Garten in einem weniger vorteil- 
haften Zustande befunden haben muß, weil seine wieder ein- 
tretende Verbesserung gelobt wird. 

Als Direktor des botanischen Gartens folgte auf Neeff 
von 1831 — 1867 Dr. Georg Fresenius, der nicht Stiftsarzt 
war, aber neben seiner Stellung am medizinischen Institut auch 
noch seinen ärztlichen Beruf versah. Seine botanischen Ver- 
dienste sind an anderer Stelle gewürdigt worden, so daß wir 
hier nur zu erwähnen brauchen, daß er die seit 1832 fast all- 
jährlich herausgegebenen Samenkataloge des Gartens mit wissen- 
schaftlichen Anmerkungen begleitete. 

Der Nachfolger Beckers war Heinrich 0hl er, geboren 
in Niederrad am 4. Mai 1803. Er war bereits am 1. Februar 
1818 als Lehrling in den botanischen Garten eingetreten und 
wurde am 26. Januar 1828 zum Lohne für seine zehnjährige 
treue Tätigkeit zum Stiftsgärtner ernannt. „Dieses Amt ver- 
waltete er in größter Gewissenhaftigkeit und Hingebung bis zu 
seinem am 21. Juni 1876 erfolgten Tode." „Keiner kam ihm 
in der Kenntnis der heimatlichen Gewächse gleich und er war 
allezeit bereit, Auskunft und Unterweisung zu erteilen."*) 

Der gemeinschaftlichen Verdienste des Lehrers der Botanik, 
Herrn Dr. Fresenius, und des Stifts-Botanikus, Herrn Ohler, 
um den botanischen Garten wird besonders in der 30. Nachricht 
(1837) gedacht und hervorgehoben, „daß durch ihre Bemühungen 
der botanische Garten durch Geschenk und Austausch von 
Samen und Pflanzen in blühendem und in so reichem Zustande 
erhalten wurde, als dieses der beschränkte Raum und die darauf 
verwendbaren Mittel erlauben." Es wird hinzugefügt, daß er 
„in seiner gegenwärtigen Ausbildung den Erwartungen und Vor- 
schriften des sei. Stifters entspricht, der wiederholt kein zu 
großes Treibhaus, nicht zu viele seltene Pflanzen anzuschafien 



*) Nach J. Blum (in diesen Berichten lüOl, p. 12), der hinzufügt, daß 
er sich gerne und in Dankbarkeit der belehrenden Exkursionen erinnert, die 
ihm mit Ohler zu machen vergönnt war. 



— 131 — 

empfahl, dagegen aber eine rege Benutzung wünschte und hoffte. 
Dadurch, daß nun seit einer Reihe von Jahren Vorlesungen 
über Botanik gehalten werden, ist auch der botanische Garten 
erst recht nutzbringend und ins Leben eingreifend geworden." 

In die Zeit von h 1 e r s Leitung des botanischen Gartens 
fallen hauptsächlich die Veränderungen in den Grenzen desselben: 
die Verkleinerung im vorderen Teil und die Vergrößerung durch 
Hinzufügung des hinteren Abschnittes. 

Im Jahre 1820 war das Museum der Senckenbergischen 
Naturforschenden Gesellschaft zu erbauen angefangen worden. 
Zu diesem Zwecke wurde in dem genannten Jahre der nördliche 
Flügel von des Stifters Wohnhaus am Zwinger niedergelegt und 
an das stehenbleibende Haus das neue Museum so angegliedert, 
daß das Gebäude zur einen Hälfte auf der Stelle des nieder- 
gerissenen Flügels des Stiftshauses, zur anderen auf der höher 
gelegenen Bleichstraße steht. Im Souterrain war ein Zimmer 
für den Gartengehilfen. An den ersten Bau wurde 1828 — 31 
der östliche Flügel angebaut, der bis nahe an das Gewächshaus 
reichte und somit dem Garten die Hälfte des Terrains wieder 
entzog, das er 1799 durch Hinzuziehung des Raumes zwischen 
der niedrigen Zwingermauer und der hohen Stadtmauer gewonnen 
hatte (s. oben p. 126). Einen gewissen Ersatz dafür erhielt der 
botanische Garten, indem ihm der Platz oben auf der Mauer 
zur Benutzung eingeräumt wurde, der zwischen der Stadtmauer 
und der Verlängerung der Frontlinie des Museums liegt. 

Eine Vergrößerung um nahezu das Doppelte seines Terrains 
erfuhr das Stiftungsgelände im Jahre 1850 durch Hinzufügung 
der Radgasse und des bis zur jetzigen Brönjierstraße reichenden, 
ehemals hauptsächlich von einem großen Bleichgarten einge- 
nommenen Grundstückes. „Hiermit war endlich das ein halbes 
Jahrhundert beharrlich erstrebte Ziel der Administration erreicht. 
Die Radgasse wurde durch ein Tor geschlossen und beide 
Liegenschaften bildeten von nun an ein schönes, großes Ganze, 
welches Raum bot zur Anlegung eines Patienten-Gartens sowie 
zur beliebigen Vergrößerung des Hospitals."^) Bisher war der 
botanische Garten teilweise als Patientengarten verwendet worden. 



*) S c h e i cl e 1 , Geschichte der Dr. Senckenbergischen Stiftshäuser, 
Frankfurt a. M. 1867, p. 98. Daselbst finden sich auch die näheren Angaben 
über die Verhandlungen mit der Stadt und den Austausch an Gelände. 

9* 



— 132 — 

es war also an der Zeit, den Rekonvaleszenten einen besonderen 
Garten anzuweisen und diesen legte man im E^rühjahr 1851 in 
zwei Abteilungen für Männer und Frauen an. Der neue Patienten- 
garten nahm die südliche größere Hälfte des neuerworbenen 
Terrains ein, während die kleinere nördliche für die Erweiterung 
des botanischen Gartens in Aussicht genommen war. Erfreulich 
ist es, daß bei der Bepflanzung des Patientengartens vom Stifts- 
gärtner 0hl er hinsichtlich der Auswahl der Bäume und anderen 
Pflanzen auch das botanische Interesse gewahrt wurde. (35. 
Nachricht 1852). 

Einen Plan des so vergrößerten Stiftungsgeländes mit dem 
neu angelegten Patientengarten finden wir der 35. Nachricht 
(1852) beigegeben; hier heißt es ferner: „Eine andere wichtige 
Folge der nun ausgeführten örtlichen Umgestaltungen ist einer 
hoffentlich nicht fernen Zukunft vorbehalten: die Vergrößerung 
des Hospitals durch einen Anbau und die Erweiterung des sehr 
beschränkten botanischen Gartens durch Verwendung des noch 
fortwährend benützten Bleichgartens und Entfernung der darauf 
stehenden ohnedies meist baufäUigen Häuser." 

Aber in den nächsten Jahren erlauben die finanziellen 
Kräfte noch nicht die beabsichtigte Vergrößerung des engen 
botanischen Gartens, „doch geschieht das Mögliche, um den 
Freunden der Botanik abwechselnd interessante Gewächse zur 
Anschauung zu bringen." (39. Nachricht.) Im Mai 1861 wurde 
das Programm zu dem auszuführenden Anbau an das Sencken- 
bergische Bürgerhospital nebst den Konkurrenzbedingungen 
publiziert. Zu gleicher Zeit war auch eine Erneuerung des 
Gewächshauses dringend notwendig geworden, wie schon aus 
der Schilderung hervorgeht, die Dr. H. Kloß in seiner Rede beim 
hundertjährigen Jubelfest der Stiftung von ihm macht: „Das 
Gewächshaus ist von dem Stifter erbaut und steht in äußerlicher 
F'aQon wie vor hundert Jahren. Die der Pflanzenwelt notwendige 
Feuchtigkeit im Innern, die Sonnenhitze, die Kälte von außen 
haben dieses Gebäude von allem dem, was Senckenberg selbst 
der Vollendung nahe brachte, dem Zerfall am meisten zugeführt. 
Das Unwetter am 6. Juli 1862 hat es vollends in Frage gestellt, 
ob die kunstreich zusamnieugesprießte Ruine noch so lange für 
den dringendsten Bedarf ausreichen wird, bis die Mittel zu einem 
Neubau herbeigeschafft sein werden." Demgemäß hatte die 



— 133 — 

Administration, bei ihrer Eingabe an den Senat nm ein unver- 
zinsliches Darlehen bis auf 180,000 Gulden, als Grund für ihre 
Forderung neben dem Neubau eines Hospitales auch den eines 
Gewächshauses im botanischen Garten angegeben. Dieser Neubau 
wurde nach dem Plane und unter der Leitung des Herrn Bau- 
meister Mylius im Sommer 1868 ausgeführt; die Kosten des- 
selben waren zwar der Stiftung durch das Ratsdekret vom 
6. März 1866 zugesichert, sie kamen aber wegen der langen, 
zwischen Staat und Stadt schwebenden Abrechnung erst in dem 
Jahre 1870 zum wirklichen Ersatz. 

Im Jahre 1866 wurden die beiden etwa 400 Jahre 
alten Stiftshäuser, nachdem sie hundert Jahre den Namen 
Senckenbergs getragen hatten, abgebrochen und an ihrer 
Stelle das neue Bibliothekgebäude aufgeführt, dessen nord- 
östliche Ecke schon etwas in das frühere Terrain des bota- 
nischen Gartens hereinragt. Gleichzeitig mit den Stiftshäusern 
wurde auch die Gartenmauer an der Stiftsstraße, die „schlimme 
Mauer", abgebrochen und durch eine nur drei Fuß hohe mit 
einem eisernen Stacket versehene Mauer ersetzt, so daß nun den 
Vorübergehenden der Einblick in den botanischen Garten ge- 
währt wurde. Allein diese Mauer war schon etwa um zehn Fuß 
in den Garten zu gunsten einer Verbreiterung der Stiftstraße 
eingerückt, sie bildet eine gerade Linie in der Fortsetzung der 
südlichen Front des Bibliothekgebäudes bis zur östlichen Ab- 
schlußmauer des Gartens, während die frühere Begrenzung 
einen in die Stiftstraße vorspringenden Winkel gebildet hatte. 
Für den botanischen Garten war dies kein unbeträchtlicher 
Verlust, nicht nur an Terrain, sondern, durch die hohe Bibliothek, 
auch au Licht. 

Erst im Frühjahr 1875 wurde das oben bezeichnete, an 
die Brönnerstraße grenzende und für den botanischen Garten 
reservierte Stück wirklich zu einem solchen angelegt und zwar 
unter dem Beistande des Stadtgärtners Weber. Aus dem der 
42. Nachricht beigegebenen Plane ersehen wir, daß die Anlage 
dieselbe war, wie sie noch heute besteht und weiter unten ge- 
schildert werden soll, wenigstens was die Einteilung in Beete 
und Wege betrifft. Doch war das längliche Mittelbeet in dem 
heutigen Arboretum zwischen Bleichstraße und dem neuen 
Spitalbau zu einem Bassin bestimmt, in dessen Mitte echte 



— 1B4 — 

Wasserpflanzen und an dessen Rändern Sumpfpflanzen und 
andere, Feuchtigkeit und Schatten liebende Pflanzen, wie Farn- 
kräuter, gezogen werden sollten. Der Anfang dazu wurde 
gemacht, aber von der Ausmauerung des eigentlichen Bassins 
mußte zunächst aus Mangel an Geldmitteln Abstand genommen 
werden. Als nun im Jahre 1886 an der Nordseite des Bürger- 
hospitals ein neuer Operationssaal angebaut und der Grund 
dazu ausgehoben wurde, da schien die für das Bassin bestimmte 
Vertiefung ein guter Ort für die Ablagerung des ausgehobenen 
Bodens zu sein und auf solche Art wurde leider die gute Absicht, 
einen zweiten Wasserbehälter anzulegen, vereitelt! 

Durch den angebauten Operationssaal ging dem Garten 
auch ein halbkreisförmiges Beet verloren, das an dieser Stelle 
angelegt war, südlich von dem an dem neuen Spital hin- 
ziehenden Wege. Dagegen wurde das hinterste an der Brönner- 
straße liegende Terrain des botanischen Gartens im Jahre 1888 
noch etwas vergrößert, indem seine südliche Begrenzungsliuie, 
die früher gerade von der Treppe an der Ostseite des Spitals 
nach der Mauer an der Brönnerstraße verlief um ca. 10 m weiter 
nach Süden geschoben wurde und so ein ca. 180 Qm großes 
Stück des Patientengartens zum botanischen Garten kam. 

Diese Zunähme war aber ein nur sehr geringer Ersatz für 
den Verlust, den kurz vorher (1886 — 87) der vordere Teil des 
botanischen Gartens erfahren hatte ; hier wurde die ganze süd- 
östliche Ecke mit einer Fläche von ca. 400 □ m dem Physika- 
lischen Verein zum Aufbau seines neuen Institutes überlassen. 
Von dem großen südöstlichen Quartier blieb also dem bota- 
nischen Garten nur kaum die Hälfte. Auch diese wurde ihm 
noch fast ganz abgenommen, als im Jahre 1901 der Physi- 
kalische Verein sein neues Laboratorium erbaute ; auch der 
Gang, der dasselbe mit der Stiftstraße verbindet, wurde vom 
Garten abgeschnitten, gegen diesen aber durch ein Gitter ohne 
Türe abgegrenzt. 

Unterdessen hatten schon die Senckenbergische Natur- 
forschende Gesellschaft und der Physikalische Verein ihre Pläne 
zur Aufführung neuer großer Gebäude entworfen, die mit Ge- 
nehmigung der Stiftungsadministration auf dem Terrain des 
botanischen Gartens entstehen sollten, für den eine Verlegung 
vor die Stadt vorausgesehen war. Auf diese Projekte braucht 



— 135 — 

nicht eingegangen zu werden, da sie jetzt durch ganz andere 
ersetzt sind, nach denen die ganzen jetzt hier auf dem alten 
Senckenbergischen Grunde vereinigten Institute verlegt werden 
sollen. Es sei nur erwähnt, daß die schon lange gehegte Absicht, 
den botanischen Garten als Bauplatz zu benutzen, natürlich 
gehindert hat, daß für denselben umfangreiche Verbesserungen 
und Vermehrungen seines Materials ins Auge gefaßt wurden; 
sie war auch der Grund, daß in den letzten zehn Jahren keine 
Samenkataloge mehr ausgegeben worden sind. 

Nachdem wir so die äußere Entwickeluug des botanischen 
Gartens bis zu seinem gegenwärtigen Zustand verfolgt haben, 
bleibt uns noch übrig, die Angaben über die Personalverhältnisse 
in der letzten Zeit nachzutragen, und zwar seit der Zeit von 
Fresenius und Ohler. Der erstere starb am 1. Dezember 1866 
und zu seinem Nachfolger wurde am 25. April 1867 Dr. Hermann 
Theodor Geyler aus Schwarzbach bei Weimar ernannt, der 
erste, welcher nicht Mediziner, sondern wirklicher Botaniker 
war. Er übernahm dann auch, als Ohler am 21. Juni 1876 
gestorben war, die Direktion des botanischen Gartens, ohne daß 
ein eigentlicher Stiftsgärtuer neu angestellt wurde. Dafür wurde 
Gottlieb Perlenfein, der seit 1869 in dem Garten tätig 
war, nun als Obergärtner angestellt. In dieser Stellung hat er 
sich bis zu seinem Tode, der unerwartet rasch während der 
Abfassung dieses Aufsatzes am 10. April 1903 erfolgt ist, durch 
seine Gewissenhaftigkeit in der Ausführung aller Arbeiten, seinen 
ununterbrochenen Fleiß und seine durch lange Erfahrung er- 
worbenen Kenntnisse dem Garten große Dienste geleistet, die 
ihm unvergessen bleiben werden. Zu seinem Nachfolger wurde 
Leopold Hildt gewählt, der vorher im botanischen Garten in 
Karlsruhe angestellt war und sein Amt hier am 18. Mai ange- 
treten hat. Auf die Verdienste Geylers um den botanischen 
Garten und auf seine Bedeutung als Botaniker können wir hier 
nicht weiter eingehen; als er am 22. März 1889 gestorben war, 
„sah die Administration von einer Wiederbesetzung der Stelle 
in seitheriger Weise ab und beschränkte sich darauf, Dr. Wilhelm 
Jännicke aus Frankfurt die Abhaltung botanischer Vorlesungen 
vom 1. Oktober 1889 ab zu übertragen". Später wurde Jännicke 
auch Direktor des botanischen Gartens und gab als solcher das 
letzte Samenverzeichnis 1892 heraus. Erst 30 Jahre alt starb 



— 136 — 

Jännicke am 20. März 1893 und an seine Stelle wurde am 
4. Mai 1893 der Verfasser zum Direktor des botanischen Gartens 
gewählt und mit dem Abhalten der botanischen Vorlesungen 
betraut. 

Wir können nun zum zweiten Teil unserer Aufgabe über- 
gehen, den Garten in seiner gegenwärtigen Beschaüenheit (1903) 
zu schildern, damit in künftigen Zeiten, in denen er nicht 
mehr an der früheren Stelle existiert, sein Bild durch eine Be- 
schreibung festgehalten sei, neben den bildlichen Darstellungen, 
die von einzelnen Teilen desselben vorhanden und auf der 
Senckenbergischen Bibliothek gesammelt sind: hier können wir 
nur den Plan der gegenwärtigen Anlage (Seite 137) und eine 
Ansicht des Gewächshauses (Taf. III) wiedergeben; beide sind 
vom Verfasser gezeichnet, die letztere nach einer im März 
dieses Jahres gemachten photographischen Aufnahme. 

Wenn man aus dem Lärm und Getriebe der am Eschen- 
heimer Turm sich kreuzenden Straßen durch das Tor eintritt, 
welches in unseren Garten, zur Bibliothek und Anatomie führt, 
so fühlt man sich mit einem Male in eine ganz andere Welt 
versetzt : man läßt hinter dem geschlosseneu Tor das moderne 
Treiben der Großstadt zurück und blickt mit Überraschung auf 
einen altertümlich angelegten, großen, ruhigen Garten, auf ein 
kleines, altes Haus mit einem Türmchen, auf eine Mauer und ein 
Gittertor, hinter denen das alte Spitalsgebäude mit seinem 
Türmchen hervorsieht. Wie oft hat sich der Verfasser an diesem 
Anblick erfreut und wie schmerzlich zugleich war für ihn in 
den letzten Jahren der Gedanke, daß dieses anziehende Bild 
für immer zerstört werden sollte! 

Treten wir also ein und sehen wir uns noch einmal den 
Garten näher an! Wir stehen zunächst in einem Vorhof, der 
rechts von dem Bibliothekgebäude und links von dem Museum 
eingeschlossen wird. Neben diesen Gebäuden führen auf jeder 
Seite einige Stufen zu dem Garten herunter und zwischen den 
Stufen bildet die Grenze des Vorhofes eine 0,8 m hohe Mauer, 
in deren Mitte sich ein Postament mit der Büste Rudolf 
Boettgers (1806—1881), des ehemaligen Lehrers im Physi- 
kalischen Verein und Erfinders der Schießbaumwolle, erhebt. 
Wir sehen vom Hofe aus die Rückseite dieser 1882 errichteten 
Büste hinter einer halbkreisförmigen Gruppe schöner, fast mannes- 



— 137 — 




— 138 — 

hoher Rhoä od end r on -SirMcher, die zur Blütezeit mit ihren 
roten Blumensträußen einen prächtigen Anblick gewähren. Vor 
dieser Gruppe, nach dem Tore zu, ist ein Kiesplatz dazu be- 
stimmt, im Sommer die in Kübeln gezogenen Palmen, Dracaenen 
und ähnliche Pflanzen aufzunehmen, die sich hier, wo sie fast 
bis Mittag direktes Sonnenlicht erhalten, sehr wohl befinden und 
eine schöne Gruppe darstellen. 

Gehen wir nun die Stufen links hinunter, so führt uns ein 
gerader Gang zu dem Eingang der Anatomie; gehen wir die 
rechts hinunter, so gelangen wir in einem geraden Gang zu dem 
Bassin und um dasselbe herumgehend weiter zu dem Eingang 
in den Hof des Spitalgebäudes. Vorerst aber begeben wir uns 
auf den Weg, der dicht hinter den Stufen diese beide Hauptgänge 
verbindet: wir sehen nun vor dem Mäuerchen zu Füßen des 
Boettger-Denkmals ein schmales Beet, auf dem jetzt besonders 
Bhodoraceen, Ericcccee?i und verwandte vereinigt sind. Sträucher, 
die zum Teil früher am Physikalischen Institut standen und 
hierher gerettet werden mußten, als ihnen durch den Anbau des 
Laboratoriums der Boden entzogen wurde. Hier blüht bereits 
im Februar die reizende Erica caruea; hier steht auch im Gebüsch 
seit über 30 Jahren ein Arum italicum, das seine schönen Blätter 
schon im Winter entwickelt, aber 1902 zum ersten Male zui" 
Blüte gekommen ist und zwei kräftige Blutenkolben erzeugt 
hat. Auf der östlichen Seite ist der Weg von einer Rabatte 
eingefaßt, die besonders Zwiebelpflanzen aus der Familie der 
Liliaceen enthält und im Herbst mit einigen Astern und ähn- 
lichen Spätblühern neu besetzt werden muß. 

Hinter dieser Rabatte liegt nun vor uns das Hauptquartier 
der Dicotylen, gemäß der ursprünglichen Anlage in lauter lange, 
von Nord nach Süd verlaufende Streifen geteilt. Ich halte 
diese Anordnung der Gewächse bei beschränktem Räume für 
die zweckmäßigste und habe auch die alte systematische An- 
ordnung beibehalten. Es fangen also hier oben die Apetalen an 
und es folgen die Sympetalen, mit den Primulaceen beginnend 
und mit den Valeria7iaceen, Dijjsacaceen und verwandten Familien 
hier abschließend. xAuf diesen Beeten stehen nur mehrjährige, 
meistens krautige, wenige holzige Pflanzen. Die Rabatten 
der drei übrigen Seiten sind bei diesem Quartier, wie bei den 
anderen, für die später zu erwähnenden einjährigen Pflanzen 



— 139 — 

reserviert. Von den Sympetalen hat die große Familie der 
Kompositen auf diesem Quartier nicht mehr Platz gefunden ; 
sie nimmt fast das ganze, südlich von diesem liegende Quartier 
ein, das sich also zur rechten Seite des nach dem Bassin führen- 
den Weges befindet. 

Gehen wir gleich rechts um die Ecke des Bibliothekgebäudes 
herum, so kommen wir an einer kleineren Rhododendron- 
Gruppe vorbei und sehen links einige hohe Stauden und eine 
Gruppe von /i^^.CT<s-Sträucliern, in deren Schatten Farne, Amrnm 
und einige andere niedere Pflanzen wachsen. Dicht an der Stift- 
straße steht hier der große Eibenbaum, ein weibliches Exemplar 
von Taxus baccata, das sich durch seinen schönen Wuchs aus- 
zeichnet und in der Literatur ^) schon mehrfach erwähnt worden 
ist. Die Höhe des Baumes beträgt ca. 12 m, der Stammumfang 
in Meterhöhe 2,30 m (im Frühjahr 1903 gemessen), der Durch- 
messer also ca. 73 cm. Das Alter des Baumes ist von Jännicke 
1895 auf 240 bis 250 Jahre, von Schenck 1902 auf 200 bis 230 
Jahre berechnet worden und so scheint hierdurch die Vermutung 
Scheid eis bestätigt zu werden, daß um das Jahr 1658 der 
damalige Eigentümer der Liegenschaft, Herr von Reichencron, 
unsern Baum habe pflanzen lassen. Auf der so genauen Ab- 
bildung Merlans aus dem Jahre 1636, die das Gelände am 
Eschenheimer Tor darstellt und in der Abhandlung Scheid eis 
reproduziert ist, sieht mau keine Spur des Baumes. 

Gehen wir nun weiter den Gang parallel der Stiftstraße, 
so haben wir zwischen uus und dieser ein schmales Randbeet 
mit verschiedenen Sträuchern und auf der linken Seite eine 
Rabatte, die für einige besondere, Schatten liebende oder er- 
tragende Pflanzen reserviert ist, hier ist nun auch noch hinter 
der Rabatte ein Streifen von dem Kompositenquartier abge- 
schnitten worden zur Aufnahme der Pflanzen, die bis 1901 vor 
dem Physikalischen Institut standen. Wenden wir uns nun auf 
der östlichen Seite des Kompositenquartieres dem Bassin zu, so 
haben wir auf beiden Seiten des Weges mit Strauch- und baum- 
artigen Gewächsen bepflanzte Rabatten ; erwähnt sei nur rechts 
ein kleiner Baum von Liquidambar styraciflua und links, in der 
Nähe des Bassins, ein niedriges Exemplar der prächtigen, japa- 



') Vergl. im Verzeichnis Jännicke No. 12 und Schenck No. 13. 



— 140 — 

nischen Quercus de^idata, die jedes Jahr reichlich blüht, aber 
nie Früchte ansetzt. Hinter der rechten Rabatte verdeckt eine 
Reihe von 2kw<s-Sträuchern das den kleinen Hofraum des 
Physikalischen Instituts abschließende Geländer. 

Unser Weg führt uns direkt auf das Bassin zu, das im 
Kreuzungspunkt dieses nach dem Gewächshaus weiterführenden 
Weges und des von den rechten Eingaugsstufen zum Hospital- 
eingang führenden Weges gelegen ist. Die Mitte des jetzt fast 
100 Jahre alten Bassins^) nimmt ein Springbrunnen ein; rings 
um denselben stehen auf dem Grunde des Bassins Kübel, in 
denen Seerosen (Nymphaea alba und Nu/phar luteum)^ Typha 
und Acorus, Alisma und Butomus eingepflanzt sind, welche 
Pflanzen im Sommer neben anderen schwimmenden Pflanzen das 
Bassin fast erfüllen. Im Winter bleiben die Kübel nach dem 
Ablassen des Wassers stehen und werden mit Laub ganz zu- 
geschüttet. Um den kreisförmigen Rand des Bassins, das, diesen 
Steinrand mit eingerechnet, einen Durchmesser von 5 ra hat, 
setzt man im Sommer eine große Anzahl von Töpfen und Kästen 
mit Riedgräsern und anderen Sumpfpflanzen. 

Im Umkreis des Bassins stumpfen vier kleine Beete die 
Ecken der hier zusammenstoßenden vier großen Quartiere ab; 
auf ihnen werden einige besondere Pflanzen gezogen und das 
eine enthält im Sommer eine schöne Gruppe der sogenannten 
schmalblättrigen Ery^igien, d. h. südamerikanische Arten der zu 
den Doldengewächsen gehörenden Gattung Eryngium, deren Blatt- 
rosetten aber eher au eine Agave oder an Bromelien erinnern 
und deren hohe Blütenschäfte den Habitus von Disteln haben. 
Auf dem gegenüberliegenden Beetchen steht ein Baum von 
Sorbus hybrida mit dickem Stamm aber stark gestutzter Krone, 
die nicht zu viel Licht wegnehmen soll ; seine Blätter bieten 
ein gutes Demoustrationsmaterial, um an einem Bastard die 
Vermischung der Stammeltern (Sorbus aucuparia und S. ai'ia) 
zu zeigen. Auf einem dritten Beetchen sei noch Catalpa 
Kaempferi erwähnt, ein niedriger Baum mit schönen großen 
Blättern und reichem Blütenschmuck, dem ein reichlicher Frucht- 
ansatz folgt. 

') Vor etwa 15 Jahren mußte es allerdings ausgebessert werden, da 
die großen Steinplatten des Grundes nicht mehr wasserdicht zusammenhielten ; 
es wurde nun auszementiert. 



— 141 — 

Wir gehen jetzt weiter nach Osten auf das Spitaltor zu 
und haben zur Rechten einen Streifen Land, der im Sommer 
die hohen Kübelpflanzen des Kalthauses aufnimmt ; die aus ihnen 
gebildete, doppelte bis dreifache Wand verdeckt ziemlich das 
dahinter liegende Laboratorium, ohne ihm das Licht zu ent- 
ziehen. Viele Australier sind unter diesen Kübelpflanzen, wie 
die Äcacien, die an Stelle echter Blätter nur verbreiterte 
Blattstiele besitzen und im ersten Frühjahr, gewöhnlich noch 
im Gewächshaus, ihre gelben oder weißen Blütensträuße ent- 
falten, ferner Callistemon- Arten und andere Myrtaceen. Arbutus 
canariensis mit hohem, rothbraunem Stamm kommt leider nur 
selten zur Blüte und nie zur Fruchtbildung, während die merk- 
würdige asiatische Cornacee, Be^ithamia fragifera^ gewöhnlich 
im Herbst blüht und die sonderbaren roten Früchte im Spät- 
herbst nach dem Verbringen ins Gewächshaus reift. Wie 
hier, so werden auch längs der Mauer, die den botanischen 
Garten vom Spitalhof trennt, im Sommer die Kübelpflanzen aus 
dem Gewächshaus aufgestellt. An dem nach der Stiftstraße 
zu gelegenen Stück der Mauer aber, zur Seite des Ganges 
zwischen dieser Mauer und der Ostfassade des Physikalischen 
Institutes, werden einige Kletterpflanzen, Ämpelopsis, Vitis, 
Forsythia, gezogen. Hier steht auch ein hoher Baum, der in 
Brusthöhe, wo er schon beginnt sich in drei aufrechte Häupt- 
äste zu teilen, einen Umfang von 2,85 m hat: es ist ein Ver- 
wandter unserer Ulme, Zelkova crenata Spach (Planera Richai'di 
Michx) aus dem Kaukasusgebiet ; leider ist der Baum noch nie- 
mals bei uns zur Blüte gekommen. ^) 

Dicht neben dem Spitaltor steht rechts der oben erwähnte 
alte, steinerne Tisch mit den zwei steinernen Bänken. Gehen 
wir von ihm aus nach dem Gewächshaus zu, so finden wir 
ungefähr in der Mitte des Weges zur linken Hand wieder einen 
stattlichen Baum, ein weibliches Exemplar des schwarzen Maul- 



*) Es scheint, daß große Bäume von ZeJkova crenata in unseren 
Gärten selten sind, denn Koch bezeichnet in seiner Drendrologie die Art 
als „Strauch" (2. T. 1. Abt. p. 426) und Dippel nennt sie in seinem Hand- 
buch der Laubholzkunde (2. T. p. 38) einen „kleinen Baum oder baum- 
artigen Strauch". Nach Spach dagegen ist sie „Arbor elata" und Rad de 
zählt sie in seiner Pflanzengeographie des Kaukasus zu den „Riesen" von 
Bäumen. 



— 142 — 

beerbaums (Monis nigra,), der jedes Jahr reicblich blüht und 
reichlich wohlschmeckende Früchte mit keimfähigem Samen ent- 
wickelt, ohne daß man weiß, woher die Blüten den sie be- 
stäubenden Pollen erhalten ; wenigstens ist in der näheren 
Umgebung kein männliches Exemplar derselben Art vorhanden, 
und daß er von dem männlichen Exemplar des weißen Maul- 
beerbaumes im Garten bestäubt wird, erscheint doch wohl aus- 
geschlossen. Er steht auf einer Rabatte, die sonst Rosen und 
einige andere Sträucher trägt, von denen nur Phellodendron 
amiirense, der Korkbaum, und Caragana Ältagafia genannt seien. 
Diese Rabatte gehört zu dem zweiten großen Quartier, das die 
Ergänzung des ersten bildet ; es enthält in derselben Weise wie 
jenes Vertreter der choripetalen Dicotyledonen, darunter die 
Familien der ZTmbelliferen , Criiciferen und Rarnincidaceen. 

Wir kommen nun an das Gewächshaus, das wir uns aber 
lieber erst zuletzt genauer ansehen und für jetzt liegen lassen, 
indem wir uns zunächst wieder nach Westen wenden und dann 
um dieses Haus herum nach Norden auf das Museum zu gehen. 
An der Ecke des Museumsgebäudes fällt uns eine große Wistaria 
chinensis (Kraunhia floribunda) auf, deren Stamm über dem Boden 
verhältnismäßig sehr dick ist und damit ihr hohes Alter be- 
zeugt: das Exemplar gehört mit zu den ersten, die in den 
zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts aus Japan nach Europa 
eingeführt wurden. Gehen wir nun längs des Museums hin, 
so haben wir zur linken Hand das Quartier für die Monokotylen, 
das oben und auf den Längsseiten von Rabatten eingefaßt ist. 
Am oberen Ende steht eine Tamarix africana, die sich im 
Frühling mit rosaroten Blüten bedeckt und in Gemeinschaft mit 
einer näher am Museum stehenden Esche das Grabmal Sencken- 
bergs beschattet, das sich hier an die Wand des Museums- 
gebäudes anlehnt. Unter der Tamariske wächst Arum tripar- 
titum und Era^ithis hiemalis, der Winterling, dessen Erscheinen 
im Februar hier gleich am Eingange zu kontrollieren den Be- 
suchern des Gartens besondere Freude macht. 

Wie schon erwähnt, werden die einjährigen Pflanzen auf 
den Rabatten ausgesäet und zwar in systematischer Reihenfolge : 
Monokotylen^ Apetalen, Choripetalen^ Sympetalen] sie fangen 
an der nordwestlichen Ecke des Monokotylenquartiers an und 
umfassen es an den langen Seiten, umziehen das erste Quartier 



— 143 — 

der Dikotylen auf drei Seiten, nehmen die nördliche Rabatte des 
Korapositenquartiers und drei Seiten des zweiten Dikotylenquar- 
tiers ein. Es ist zwar ein Nachteil, daß die systematisch zusammen- 
gehörigen ein- und mehrjährigen Arten nicht nebeneinander stehen, 
allein eine solche Vereinigung ist ja auch nicht auf Bäume und 
Topfpflanzen auszudehnen und es muß hier eben auf die gärtne- 
rische Zweckmäßigkeit Rücksicht genommen werden ; wer mit 
dem Prinzip vertraut ist, kann sich leicht zurechtfinden, da 
ja ein- und mehrjährige Arten unter sich systematisch ge- 
ordnet sind. 

Wir gehen nun auf der südlichen Seite des Monokotylen- 
quartiers wieder nach Osten, am Gewächshaus vorbei und treffen 
vor der Anatomie auf ein großes ovales Beet, das mehr zum 
Schmuck des Gartens als für die Wissenschaft dient; es wird 
im Sommer mit einer Kollektion schön blühender Canna-Sovten 
besetzt, die ein Kranz von Funkia umgibt; als Einfassung 
des Beetes war bisher Pyrethrum Tchihatcheivii Hort, ver- 
wendet, das sich leicht rasenartig ziehen läßt und mit seinem 
zierlichen Laub und weißen Blumensternen für ein Beet mit 
gleichförmigen hohen Blumen ebenso geeignet ist, wie der ein- 
förmige Buchs mit seinem dunkel Laub für bunte Blumenbeete. 
So sind denn auch die Quartiere im vorderen Teil des Gartens 
mit Buchs eingefaßt, während im hinteren Garten das große 
ovale Quartier mit Arnieria purpurea Koch umgeben ist ; diese 
Art eignet sich durch ihre rasenartige Ausbreitung und dichte 
Beblätterung vorzüglich zu diesem Zweck. Auch die Wald- 
steinia geoides ist im hinteren Garten an einigen Rabatten zur 
Einfassung verwendet worden und kann dafür empfohlen werden. 
Diese letzteren Einfassungen sind eine Erfindung des Ober- 
gärtners Perlen fein. 

An dem Anatomiegebäude werden im Sommer Kübel- und 
Topfpflanzen aus dem Gewächshause aufgestellt. Rechts vom 
Eingang in die Anatomie ist ein Beet, das tn vier Reihen eine 
größere Anzahl von ins -Arten beherbergt, deren schöne 
Blüten, wenn sie in einem günstigen Jahre recht reich erscheinen, 
dem Garten zu besonderer Zierde gereichen. Der Anatomie 
gegenüber längs der ca. 1 m hohen Mauer zieht sich ein Beet, 
das vor allem für Farne und andere Schatteupflanzen bestimmt 
ist, während die Mauer mit dem auf ihr befindlichen Spalier 



— 144 — 

benutzt wird, um einige Scliling-pflanzen daran zu ziehen. Nach 
Osten steigt das Beet stufenweise auf und schließt mit einigen 
Sträucheru ab, unter denen Rhododendron dahuricum genannt 
sei, weil es schon im Februar sich mit roten Blüten schmückt. 
Hier führt der Weg etwas in die Höhe und wir kommen 
zu dem zwischen dem Spital und der Bleichstraße liegenden, als 
Arboretum angelegten Teil; gleich links verläuft ein Gang 
hinter der Anatomie bis zu der großen Treppe, die durch ein 
geschlossen gehaltenes Gittertor in die Bleichstraße führt. Die 
Anlage des Arboretums ist folgende : Die Mitte nimmt ein lang- 
gezogenes-ovales Beet ein (ursprünglich zum Bassin bestimmt, 
vergl. Seite 133), das von 6 anderen Beeten so umgeben wird, 
daß der ganze Komplex ein langgezogenes Rechteck bildet; 
dieses wird auf der westlichen Seite von einem etwa halbkreis- 
förmigen Beet, auf der östlichen von zwei anderen Beeten 
flankiert. Soweit als möglich stehen auch hier systematisch 
zusammengehörende Gehölze nebeneinander. Das Mittelbeet 
trägt nur Sträucher, Spiraea- und Crataegus-Arten, eine Pavia 
macrostachya (Aescidus imrvi flora) , die durch ihre herrlichen 
Blütenrispen auffällt, Halesia diptera, den Maiglöckchen- 
strauch u. a. Von anderen Beeten sei erwähnt: IlamameUt; 
virginica, die sogenannte virginische Hasel, die im Spätherbst 
zu blühen anfängt und manchmal noch im ersten Frühling einige 
nachträgliche Blüten bildet, neben ihr eine Parotia persica, die 
ich nur einmal und zwar Anfang Dezember 1897 blühen ge- 
sehen habe, Chimofianthus fragrans, der im Dezember oder 
Januar seine gelblichen, duftenden Blüten entfaltet, die imstande 
sind, Kältegrade von — 10° C. ohne Schaden zu ertragen. 
Besonders erfreulich ist, daß wir vom japanischen Papiermaul- 
beerbaum, Bronssonetia papyri fera, ein männliches und ein weib- 
liches Exemplar nebeneinander stehen haben: die zwei Bäume 
sind jetzt ca. 30 Jahre alt und etwa 10 m hoch, sie blühen im 
April oder Mai unft Ende August oder Anfang September prangt 
der weibliche Baum im Schmuck seiner scharlachroten Früchte, 
die man gar nicht häufig sieht, weil nicht überall männliche 
und weibKche Bäume so beisammen stehen wie hier. ^) Hohe 



') Näheres über Bronssonetia ist in meinem nnter Nr. 22 des Literatur- 
verzeichnisses angegebenen Aufsatz zu finden. 



— 145 — 

Bäume werden im vorderen Teile gebildet von Bobmia-Avten, 
Sophora japonica, Aüanthus glandulosa, Cedrela sinensis, einigen 
Juyla?is-Avteü u. a., im hinteren Teil von Kätzchenträgern, 
zu denen unsere gewöhnlichen Waldbäume gehören, Roth- und 
Hainbuche, Birke, Ulme u. s. w. Gegen die 4^2 m höher ge- 
legene Bleichstraße ist der Garten durch eine Mauer abgegrenzt, 
an der Epheu und verschiedene Vitis-Arten gezogen werden, 
letztere nur des Laubes wegen, denn an diesem schattigen 
Standorte können sie kaum blühen, geschweige daß sie Früchte 
ansetzen. 

Längs des von Buchs eingefaßten Weges neben dem Spital 
steht an der rechten Seite eine Reihe japanischer Lackbäume, 
Ehiis vernicifera, die zu den interessantesten Pflanzen unseres 
Gartens gehören.^) Sie stammen teils direkt aus Japan, teils 
sind sie aus hier geernteten Früchten gezogen; di6 ältesten 
Bäume sind jetzt 26 Jahre alt und gegen 12 m hoch. Im Juni 
entfalten sie die großen grünlichen Blüten sträuße, die sich schon 
durch ihren Jasminduft bemerklich machen, während im Winter 
die weiblichen Bäume durch die an ihnen hängenden Frucht- 
büschel auffallen, wenn nämlich ein gutes Fruchtjahr der Lack- 
bäume ist, wie es nur alle paar Jahre eintritt. Noch mehrere 
Exemplare dieser Bäume, von denen jetzt im ganzen 15 vor- 
handen sind, stehen vor der Ostseite des Spitals, an welcher 
hin unser Weg rechts umbiegt. Wenn wir ihn weitergehen, so 
führt er uns um das hintere ovale Beet herum ; wenn wir aber 
zwischen den Taxussträuchern in den kleinen Weg nach Süden 
abschwenken, so kommen wir in ein zweites kleines Arboretum, 
das durch einen Gitterzaun von dem Patientengarten mit seinen 
vielen, hohen, Schatten gebenden Bäumen getrennt ist. 

Treten wir aus diesem kleinen Gehölz wieder ins Freie, so 
führt der Weg weiter und rechts an der Mauer, die den Garten von 
der viel höher gelegenen Brönnerstraße trennt, bemerken wir eine 
Anzahl kletternder Pflanzen wie Clematis Viticella, Menispermum 
canadense, Periploca graeca, Aristolochia Sipho^ Akebia quinata, 
Wistaria sinetisis; an der nördlichen Mauer hängt ein großer 
Busch von Jasmitium nudiflorum, dessen lange Ruten sich im 



') Vergl. meine Monographie über den Lackbaum, Literaturver- 
zeichnis Nr. 21. 

10 



— 146 — 

März oder schon im Februar mit gelben Blüten bedecken. Das 
große ovale Beet wird ringsum von einer Rabatte eingefaßt 
und ist im Innern wie die vorderen Quartiere in parallele Streifen 
eingeteilt, die hier von West nach Ost ziehen und verschiedene 
Pflanzenfamilien beherbergen, die vorn keinen Platz mehr ge- 
funden haben: Papilionacee)/, Rosaceen, Geraniaceen und ihre 
Verwandten, Euphorbiaceen , Caryopkt/laceen u. s. w. Am nörd- 
lichen Ende hat Verfasser die offizinellen Pflanzen zusammen- 
stellen lassen; am südlichen Ende stehen großbuschige Gräser 
und kleine Nadelhölzer, die in Töpfen angezogen worden 
sind und unter denen zwei Exemplare der merkwürdigen Pinus 
monophylla hervorzuheben sind. Die kleinen Koniferen stehen hier 
in der Nachbarschaft größerer Bäume aus derselben Familie: 
Gingko, Taxus, Thuya, Cupressus u. a., die zum Teil den Rand 
des oben erwähnten kleinen Gehölzes bilden. Die Rabatte trägt 
Verschiedenes, ein großes Stück, nach Osten zu, wird von einer 
schönen Kollektion etwa 80 verschiedener Sedum- und Semper- 
viirmn- Arten und Varietäten eingenommen. Sie stammen meistens 
aus dem Garten des Apothekers C. B. Lehmann in Vilbel, der 
später von dort nach Offenbach übersiedelte, und von dem Darm- 
städter Hofgarteudirektor Schnittspahn, der wie Lehmann 
ein guter Kenner dieser Gewächse war; beide haben gemein- 
schaftlich mehrere neue Arten aufgestellt und Doli hat ein alpines 
Semperviviim nach dem einen derselben Schnittspahnii genannt. 
So haben wir unsern Rundgang durch den Garten beendet 
und es bleibt uns nur noch übrig, das Gewächshaus (Taf. 111) mit 
dem sich anschließenden Hofraume und der Gartenanlage auf der 
Mauer kennen zu lernen. Über die Erbauung des Gewächs- 
hauses sind oben die nötigen Angaben gemacht worden. Es 
bildet ein längliches Viereck von 18,80 m Länge und 10 m 
Breite, den Vorbau auf der Ostseite nicht gerechnet. Der Eingang 
ist auf der westlichen Seite, doch ist die in den Pflauzenraum 
führende Türe nur geöffnet, wenn die großen Kübelpflanzen 
heraus- und hereintransportiert werden. Man tritt durch die 
daneben beflndliche Holztüre in einen 2,50 m breiten und 14,20 m 
langen, mit zwei Fenstern versehenen Gang, der zugleich zur Auf- 
nahme von Gerätschaften und überwinternden Pflanzen dient. 
Er führt direkt auf einen kleinen Raum, der zum Aufbewahren 
und Ordnen der Samen gebraucht werden soll, zu diesem Zwecke 



— 147 — 

aber ganz unzuläDglich ist ; ^) vou hier aus geht eiu kleiner 
Aubau nach Norden, der auch eine kleine Stube für die Garten- 
gehilfen enthält, die sie vom Hofe aus betreten. Der vordere 
Teil des Gewächshauses ist in zwei gleichgroße Abteilungen 
geteilt, deren jede 9 m lang und 6,30 m breit und durch eine 
Türe mit dem Gang verbunden ist. Die vordere, westliche, wird 
als Kalthaus, die andere als Warmhaus benutzt und zwar 
wird das Warmhaus immer vom Kalthaus aus betreten, 
während die in den Gang führende Türe des ersteren geschlossen 
gehalten wird. Die hintere Wand ist etwa 3 m hoch, die Höhe 
bis zum Dachfirst beträgt innen 4,80 m, 30 cm mehr als außen, 
weil der innere Boden etwas vertieft ist, die vordere Wand hat 
eine Höhe von 1,60 m, wovon 60 cm auf die Steinmauer kommt ; 
der übrige Teil der Wand wird von 1 m hohen Fenstern gebildet, 
die mit dem unteren Teil nach außen gestellt werden können. 
Zum Schutz gegen Kälte wird die vordere Wand und das Dach, 
sowie die Glasfenster und die Glastüre auf der Westseite mit 
Brettern gedeckt, zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen im Sommer 
sind an deren Stelle gitterförmige Schattenläden vorhanden. 
Im Warm- und Kalt-Haus sind natürlich Wasserzuleitungeu und 
Bassins vorhanden ; jede Abteilung hat in der Mitte einen großen 
Platz zur Aufnahme der hochstämmigen Topf- und Kübelpflanzen, 
die im Winter aufs äußerste zusammengedrängt werden müssen, 
und an den Wänden ringsum sind Gestelle für die niedrigeren 
Topfpflanzen angebracht. Über die hier untergebrachten Pflanzen 
soll weiter nichts gesagt werden ; das Kalthaus wird im Sommer 
natürlich fast ganz ausgeräumt und wo sein Inhalt im Garten 
aufgestellt wird, haben wir bereits gesehen. Im Warmhaus ver- 
bleiben im Sommer auch nur wenige Pflanzen, so ein großer 
Pandanus, eiu Diooii edule und ein prächtiges Exemplar von 
Encephalartos Alte7isteinii, das einen Stamm von über 1 m Umfang 
und 50 cm Höhe hat und seit der Zeit, als es in den Besitz des 
Gartens kam, um 40 cm gewachsen ist, aber noch nie geblüht hat. 
An das Warmhaus schließt sich noch ein kleines, soge- 
nanntes Vermehrungshaus an, das auf der östlichen Seite dem 



') Früher war im Bibliothekgebäude ein ordentlicher Eaum als Samen- 
zimmer und Arbeitszimmer für den Obergärtner im Winter vorhanden, den 
man aber 1897 zur Vergrößerung des großen Hörsaals genommen hat, ohne 
dem botanischen Garten einen Ersatz dafür zu geben. 

10* 



— 148 — 

Gewächshaus vorgebaut ist. Sein innerer Boden liegt um ca. 
1,50 m tiefer als der äußere Erdboden, so daß mau vom Warm- 
haus einige Stufen zu ihm hinabsteigt. Es ist so breit wie 
dieses, aber nur 3,40 m lang, hat also eine Bodenfläche von 
ca. 21,4 qm; sein schräges Dach liegt hinten 1,70 m, vorn nur 
0,40 m über dem äußeren Boden. An seiner südlichen Wand 
ist ein zementiertes Bassin für gewisse Wasserpflanzen, wie 
ValMsneria, Cabomba, Trianea, Azolla u. a. angebracht. An 
den übrigen Wänden ziehen Gestelle hin und ein mittleres 
Gestell trägt besonders Bromeliaceen , Aroideen u. a. sogenannte 
Blattpflanzen. Die Heizuugseinrichtung stammt noch aus der 
Zeit der Erbauung des Hauses ; die durch eine Feuerung unter 
dem Warmhaus erzeugte heiße Luft wird durch große ge- 
mauerte Kanäle geleitet, die über dem Boden an den Außen- 
wänden des Gewächshauses hinziehen. Diese Einrichtung hat 
zwar den Vorteil, daß wie bei Kachelöfen die Wärme länger 
nachhält, wenn nicht mehr geheizt wird, allein die Kanäle 
werden in einem Winter so schadhaft, daß sie in jedem Jahre 
vor Beginn der Heizung einer wochenlangeu Reparatur bedürfen. 
Zwischen dem Gewächshaus, der dahinter liegenden hohen 
alten Stadtmauer und der Anatomie ist ein abgegrenzter Raum, 
der sowohl zum arbeiten als auch zum aufstellen von Topf- 
pflanzen im Sommer dient. Die Räume unter zwei Bogen der 
hohen Mauer wurden bisher benutzt, um hier auf etagenförmigen 
Gestellen unsere recht ansehnliche und interessante Sammlung 
von Succulenten aufzunehmen, weil die hier auffallenden Strahlen 
der Morgen- und Mittagsonne durch den dunkeln Hintergrund 
der Mauer ihre erwärmende Wirkung besonders gut ausüben 
können; seit diesem Jahr sind die meisten Succulenten auf 
einem Beet am Bassin vereinigt. Ferner ist vor dem niedrigen 
Anbau des Gewächshauses und gegenüber an der Wand der 
Anatomie der Raum zur Aufstellung von Topfpflanzen ver- 
wendet. An der Mauer befindet sich ein steinerner Bruuuentrog, 
der früher im Garten an der schlimmen Mauer gestanden hat, 
und hier sind besondere Zapfstellen für Wasser der städtischen 
Wasserleitung und für Mainwasser. Gegenüber der Türe, die 
aus dem Gange des Gewächshauses in den Hof räum führt, 
beginnt eine Treppe, durch die mau zu der Gartenanlage auf 
der Mauer hinaufkommt. Dieser vorn 6, hinten 5 m breite und 



— 149 — 

21 m lange Raum enthält eine Reihe mit Glasfenstern hedeckter 
Anzuchtsbeete, einige Freilandbeete, den Komposthaufen u. a. 
Die Räume für Gartengerätschaften und anderes Material sind 
in Verschlagen in dem Hofraum mit möglichster Ausnutzung 
eines jeden Winkelchens angebracht; zur Aufbewahrung der 
zu überwinternden Knollen u. dergl. muß noch der Keller in 
dem Bibliothekgebäude herangezogen werden. Der Mangel an 
genügenden Räumlichkeiten macht sich also gerade in diesen 
zuletzt betrachteten Teilen am fühlbarsten. 

Im Garten selbst hat vor allem der Bau des Physikalischen 
Institutes und dessen erst 1901 errichtetes Laboratorium eine 
außerordentliche Störung und Beeinträchtigung hervorgerufen. 
So kann der Garten zwar nicht mehr allen Anforderungen, die 
man an einen botanischen Garten stellen kann, entsprechen, 
jedoch kann man zugestehen, daß er im allgemeinen genügt, um 
das für die botanischen Vorlesungen notwendige Matei'ial zu 
liefern und die Besucher in ihren botanischen Studien zu unter- 
stützen. Er genügt noch ziemlich der Bestimmung, die ihm 
sein Stifter vorgezeichnet hatte, wie wir früher (S. 120) gesehen 
haben, und hat insoweit auch die Anerkennung der Botaniker 
gefunden, die ihn in letzter Zeit besucht haben und von denen 
eine ziemlich große Anzahl bei Gelegenheit der 1896 in Frank- 
furt abgehaltenen Naturforscher- und Ärzte- Versammlung unseren 
Garten besichtigt hat. 

Man muß auch sagen, daß im Verhältnis zur Lage des 
Gartens, in Berücksichtigung, daß er rings von Gebäuden, 
Straßen und rauchenden Schornsteinen umgeben ist, sich seine 
Pflanzen in gutem Zustande befinden und sich besonders die 
krautigen Gewächse infolge des fruchtbaren, häufig gedüngten 
Bodens gut entwickeln; für Jedermann, der den Garten im 
Frühling und Sommer besucht oder auch nur von der Straße 
aus betrachtet, muß sein Anblick eine wahre Freude sein. Es 
wäre für den botanischen Unterricht von großem Vorteil und 
eine wahre Wohltat nicht bloß für die Anwohner sondern für 
die Bewohner Frankfurts überhaupt gewesen, wenn es möglich 
gewesen wäre, einen solchen Garten mitten in der Stadt zu 
erhalten. Die veränderten Verhältnisse erlauben es nicht und 
wir können nur hoffen, daß er an anderer Stelle neu entstehen 
und sich freudig entwickeln möge! 



— 150 — 

Hier müssen wir nun zunächst noch einige Angaben iiber 
die Größe des Gartens nachholen, die durch das freundliche 
Entgegenkommen des Vermessungs-Bureaus des städtischen 
Tiefbau-Amtes ermöglicht worden sind. Nach diesen neuen, im 
März 1903 ausgeführten Vermessungen beträgt das Areal des 
botanischen Gartens mit Hinzurechnung des Hofraums vor der 
Bibliothek, in dem auch Pflanzen wachsen und aufgestellt werden, 
und des vom Gewächshaus und seiner Umgebung eingenommenen 
Platzes ca. 69 a. 50 qm. 

Im einzelnen umfaßt : 
der Hofraum zwischen Bibliothek und Museum . 1 a. 83 qm 
der vordere Teil des Gartens von da bis zur Spital- 
mauer und der vorderen Ecke der Anatomie ohne 
Gewächshaus und dessen Umgebung . . . . 27 „ 17 „ 
das Gewächshaus mit dem Hofraum nimmt ein . 3 „ 58 „ 

die Gartenanlage auf der Mauer 2 „ 90 ,. 

der Platz vor der Anatomie 2 „ 60 „ 

das Arboretum 16 „ 25 „ 

und das ganze hintere Stück 15 „ 08 „ 

Summa . . . 69 a 41 qm. 
Über die Zahl der im Garten gezogenen Pflanzen vermag 
ich leider nicht ganz genaue Angaben zu machen ; infolge der 
großen Störung, die im vorigen Jahre die projektierte, aber 
nicht zur Ausführung gebi-achte Vergrößerung des Museums auf 
Kosten des botanischen Gai'tens verursacht hat, ist auch der 
Pflanzenbestand gegen die Vorjahre etwas zurückgegangen. 

Wir können aber folgende Zahlen angeben : 
An einjährigen Pflanzen wurden im Frühling 1903 ausgesäet 330 
Auf den einzelnen Beeten der Quartiere stehen in syste- 
matischer Anordnung an Stauden und Sträuchern ca. 1200 
Auf den Rabatten, in dem und um das Bassin finden sich 

zerstreut an Stauden und niedrigen Holzgewächsen ca. 350 

An Bäumen und Sträuchern enthält der vordere Garten „ 60 

„ „ „ „ „ das Arboretum „ 300 

„ „ „ „ „ der hintere Garten „ 80 

Kletterpflanzen an den Mauern „ 20 

Topfpflanzen im Gewächshaus , „ 2000 

Summa an Arten ungefähr . . . 4340 



— 151 — 

Wenn wir somit sagen können, daß der Garten über 
4000 Arten enthält, so stimmt dies mit einer Zählung, die 
Geyler seinerzeit vorgenommen hat. 

Zur Verrichtung der Arbeiten im Garten liat der Ober- 
gärtner nur einen Gehilfen und einen Lehrling zur Seite. 

Die Ausgaben für den Garten sind in jedem Jahre ziemlich 
die gleichen, sie werden von der Verwaltung des Sencken- 
bergischeu medizinischen Instituts besorgt; größere, außer- 
ordentliche Ausgaben, die gelegentlich nötig werden, müssen 
derselben vorher zur Genehmigung vorgelegt werden. 

Auf die mit dem botanischen Garten in mehr oder minder 
naher Verbindung stehenden Einrichtungen und Persönlichkeiten 
wollen wir hier nicht eingehen, da wir auf die Abhandlung des 
leider auch in diesem Jahre verstorbenen Herrn Blum in diesen 
Berichten (1901, p. 3 — 38) verweisen können. Es soll jetzt nur 
noch eine Aufzählung der Abhandlungen folgen, die sich auf 
Material aus dem botanischen Garten oder auf Beobachtungen 
in demselben gründen, soweit mir dies bekannt geworden ist. 
Die Samenverzeichnisse sind dabei nicht mit erwähnt. 
A. Von G. Fresenius: 

1. Einige Bemerkungen über Iris flore?iima und pallida. 
(Flora 1830, Bd. 13, p. 425-427.) 

2. Frühlingsblüten. (Flora 1834, Bd. 17, p. 159-160.) (Im I.Ab- 
schnitt berichtet Horn seh uch über ausnahmsweise früh er- 
scheinende Blüten in Greifswald; im 2. Abschnitt Fresenius 
über solche des botanischen Gartens in Frankfurt a. M.) 

3. Über die Pflanzenmißbildungen, welche in der Sammlung 
der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft auf- 
bewahrt werden. (Museum Senckeubergianum , Bd. II, 
1837, p. 29-46. Taf. IV.) 

Einige der Mißbildungen stammen aus dem botanischen 
Garten. 

4. Bemerkung über Daüsca cminabina und über Befruchtung. 
(Museum Senckeubergianum, Bd. II, 1837, p. 305—307.) 

5. Beiträge zur Kenntniss mikroskopischer Organismen. (Ab- 
handl. d. Senckenb. naturf. Gesellsch., Bd. II, 1856 — 58, 
p. 211—242, Taf. X— XII.) 

Einige der Organismen stammen aus dem botanischen 
Garten. 



— 152 — 

B. Von A. de Bary: 

6. Über die Algengattiingen Oedogonium und Bolbochnete. 
(Abhaudl. d. Seuckenl). naturf. Gesellscli. Bd. I, 1854—55, 
p. 29—105, Taf. II— IV.) 

Ein Teil des Materials stammt aus dem botanischen 
Garten. 

C. Von H. Th. Geyler: 

7. Über Kulturversuche mit dem japanischen Lackbaum 
{Rhus vernidfera DC.) im botanischen Garten zu Frank- 
furt a. M. (Abhandl. der Senckenb. naturf. Gesellsch. 
Bd. XII, 1881, p. 199—208.) 

8. Einige Bemerkungen über Phyllodadus (1. c. p. 209 — 14 
u. p. 216 mit 2 Taf.) 

D. Von J. Ziegler: 

9. Pflanzenphänologische Beobachtungen zu Frankfurt a. M. 
(Bericht d. Senckenb. naturf. Gesellsch. 1891, p. 21—158.) 

E. Von W. Jännicke: 

10. Gekeimte Samen in Früchten von Impatiens lonpirornis 
Wall. (Berichte d. deutsch, bot. Gesellsch. 1889, Bd. VII, 
p. 318.) 

11. Bildungsabweichungen an Weigelien (1. c. 1891, Bd. IX, 
p. 266-269, Taf. XVI.) 

F. Von Fr. Jännicke: 

12. Die Eibe {Taxus baccala L.), natur- und kulturwissen- 
schaftlich betrachtet. (33—36. Jahresbericht des Often- 
bacher Vereins für Naturkunde 1895, p. 1 — 24.) 

G. Von H. Schenck: 

13. Über alte Eiben im westlichen Deutschland, im besonderen 
die Eibe am oberen Schloß zu Siegen. (Verhandl. des 
Naturhist. Vereins der preuß. Eheinlande, Westfalens und 
des Reg.-Bez. Osnabrück. 59. Jahrg. 1902, p. 33—48.) 

H. Von M. Möbius: 

14. Über einige an Wasserpflanzen beobachtete Reizerschei- 
nungen. (Biolog. Centralblatt 1895, Bd. 15, p. 1 — 14, 
33—44.) 



— 153 — 

15. Beiträge zur Lehre von der Fortpflanzung der Gewächse. 
Jena (G. Fischer) 1897. 8^ 212 S. mit 36 Fig. im Text, 
(p. 128 werden im botan. Garten angestellte Versuche über 
das Blühen der Pflanzen beschrieben, p. 119 Beobach- 
tungen aus dem botan. Garten.) 

16. Die Farben in der Pflanzenwelt. (Naturwissenschaftl. 
Wochenschrift 1900, Bd. 15, p. 169—176, auch separat 
erschienen als Heft 26 der „Allgemein -verständlichen 
naturwissenschaftlichen Abhandlungen" Berlin 1900.) 

(Enthält Beobachtungen aus dem botanischen Garten 
ohne ihn zu erwähnen.) 

Die folgenden Aufsätze sind dann als „Mitteilungen aus 
dem botanischen Garten zu Frankfurt a. M.", No. I — X, be- 
zeichnet : 

17. (I.) Beitrag zur Anatomie der Ficus-BVUteY. (Bericht über 

die Senckenb. naturf. Gesellsch. in Frankfurt a. M. 
1897, p. 117—138, Taf. II— III.) 

18. (II.) Über Wachsausscheidung im Innern von Zellen. (Be- 

richte der deutsch, botan. Gesellsch. 1897, Bd. 15, 
p. 435—441.) 

19. (III.) Über ein eigentümliches Blühen von Bambnsa vul- 

garis Wendl. (Bericht d. Senckenb. naturf. Gesellsch. 
in Frankfurt a. M. 1898, p. 81—89, Taf. IV.) 

20. (IV.) Über Bewegungsorgane an Blattstielen. (Festschi-ift 

für Schwendener, p. 37-62, Taf. III, 1899.) 

21. (V.) Der japanische Lackbaum, Rhus vernicifera DC. Eine 

morphologisch - anatomische Studie. (Abhandl. der 
Senckenb. naturf. Gesellsch., Bd. 20, p. 201—247. 
Mit 1 Taf. und 29 Abbild, im Text, 1899.) 

22. (VI.) Über die Blüten und Früchte des Papiermaulbeer- 

baums {Broussonetia papi/rifera Vent.) (Pringsh. 
Jahrb. f. wissensch. Botanik, Bd. 34, p. 425-456, 
mit 7 Textfiguren, 1900.) 

23. (VII.) Beobachtungen an Bromeliaceen. I. Der Verlauf des 

Blühens bei Vriesea Barilleti. (Gartenflora, 49. Jahrg. 
1900, p. 3—6, mit 1 Abbild.) II. Acchmea Marine 
Eeginae (1. c. 49. Jahrg., p. 337—342. Mit 1 Tafel 
und 1 Textabbildung.) 



— 154 — 

24. (VIII). Das Aiitophaein, der braune Bliitenfarbstoff. (Be- 

richte der Deutsch, botan. Gesellsch. 1900, Bd. 18, 
p. 341—347.) 

25. (IX.) Über das Welken der Blätter bei Caladium bicolor 

und Tropaeolum majus (1. c. 1902, Bd. 20, p. 485—488.) 

26. (X). Der vorliegende Aufsatz. 



Erklärung der Tafeln. 

Tafel II. Das alte Gewächshaus, nach einer Zeichnung von Bäumerth. 
Tafel III. Das neue Gewächshaus, von Westen gesehen. 









^t'fi 



V' 



— 155 — 



Über Porphyroidschiefer und verwandte 
Gesteine des Hinter -Tamins. 

Von 

Professor Dr. H. Bucking in Straßburg i. E. 
Mit Tafel IV, V und VI. 



Herr A. von Rein ach hat bei seineu bisherigen geo- 
logischen Aufnahmen im Hinter-Taunus eine Reihe von 
„Porphyroidschief ern" gesammelt, welche ich auf seinen 
Wunsch gern einer näheren Untersuchung unterzogen habe. 

Es sind Gesteine, welche nach gefälliger Mitteilung des 
Herrn von Reinach in den Unteren Coblenzschichten in 
Lagen von Vio bis V2 (und nur selten bis zu 8) Meter Mächtigkeit, 
zuweilen sich wiederholend, auftreten und, auf eine bestimmte Zone 
in jenen Schichten beschränkt, in dem Gebiete zwischen Rhein und 
Wetterau in streichender Richtung eine große Verbreitung besitzen. 

In den Erläuterungen zum Blatt Feldberg der geo- 
logischen Spezialkarte von Preußeu (Berlin 1886) hat E. Kaj^ser 
auf p. 15 ^.Porphyroidschiefer" aus dieser Zone von Mauloff 
und von Dorf weil beschrieben als „mehr oder weniger 
schiefer ige, phylli tisch aussehende, streifige Ge- 
steine, welche in einer sericitischen Grundmasse 
zahlreiche Kristalle von meist kaolinisiertem Feld- 
spat enthalten". Zugleich macht er auf die Ähnlichkeit 
aufmerksam, welche diese zum Teil Brachiopoden führenden Ge- 
steine mit den mächtigen, versteinerungsreichen „Porphyroid- 
vorkommen" von der „Klingenmühle^) auf der Nachbarsektion 
Usingen" besitzen, und dann erwähnt er, daß ein Vorkommen 
zwischen Mauloflf und Seelenbera- „dem Hunsrückschiefer anzu- 



*) Eine „Klingenmühle " gibt es bei Ilsingen nicht; wahrscheinlich ist 
die Klingelmühle gemeint. 



— 156 — 

gehören scheint".^) Leider stehen mir von diesen von Kayser 
erwähnten Vorkommen keine Handstücke zum Vergleich mit den 
von A. von Reinach gesammelten zur Verfügung, so daß ich 
mich über die Ähnlichkeit jener Gesteine mit den hier zu be- 
schreibenden nicht näher äußern kann. 

Etwas ausführlicher sind die Beschreibungen, welche durch 
Holzapfel (a.a.O. p. 54— 65) von den Porphyroiden der hier 
in Betracht kommenden Gegend überhaupt und dann durch 
E. Kayser, (Angeibis) und Holzapfel von den Porphyroid- 
schiefern aus den Unteren Coblenzschichten speziell der 
Blätter Ems, Schaumburg, Limburg, Rettert, (Girod) 
und Dach sen hausen gegeben werden. In den Erläuterungen 
zu den genannten Blättern werden mit dem Namen „Porphyroid- 
schiefer" fein- bis dickschieferige, körnig-flaserige, sehr sericit- 
(und glimmer-) reiche Gesteine bezeichnet, welche „in einer 
seidig glänzenden Grundmasse zahlreiche, mehr oder weniger 
große, meist kaolinisierte Einsprengunge von Feldspat enthalten" 
und „als sehr charakteristische Einschlüsse dünne, längliche, 
tintenfleckartige, parallel der Schichtung eingebettete Flasern 
von schwarzem Tonschiefer" führen. „Im frischen Zustande 
von starkem, fettigem Seidenglanz und dunkelblaugrüner bis 
grünlichgrauer Färbung werden die Gesteine bei der Verwitterung 
glanzlos und nehmen eine gelbliche, rötliche oder weißliche Farbe 
an." Sie bilden viele Züge von 3—12, auch von 20—25 Meter 
Mächtigkeit und sind besonders bei Laugenscheid, bei Holzappel 
(auch einen Teil der als „Weißes Gebirge" bezeichneten Sericit- 
schiefer rechnet Kay ser^) hierher), bei Siughofen, Niederneissen, 
Diez, Winden, Dausenau und Dahlheim studiert worden. 



") Nach Holzapfel, „das Rheintal von Bingerbrück bis Lahnstein" 
(Abhdlgn. Preuss. geol. Ldsanst. Neue Folge 15, Berlin 1893), p. 58—60, sind 
dem Hunsrückschiefer Porphyroide fremd ; „nur bei Ergeshausen liegt ein 
Porphyroid nach E. Kaysers Beobachtungen unmittelbar auf der Grenze 
zwischen Hunsrückschiefer und Coblenzschichten". So ist es auch bei Elingelbach 
und bei Attenhausen (Blatt Rettert, Erläut., 1892, p. 8 ff.). Dagegen sind nach 
A. Fuchs (Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 52, 1899, p. 82 ff) die Porphyroide 
bezw. Porphyroidschiefer der Loreleigegend auf eine höhere Stufe der Unteren 
Coblenzschichten beschränkt (Referat im N. Jahrb. f. Min. 1901, I. p. — 273 — ). 

ä) Nach Holzapfel (Rheintal, p. 67, 75 ff.) ist „das eigentliche weiße 
Gebirge indessen kein Porphyroid, überhaupt kein Schichtgestein, sondern ein 
gangförmig auftretendes, diabasartiges Eruptivgestein". Vgl. auch Souheur, 
Jahrbuch d. geol. Ldsanst. für 1892, Berlin, p. 102, 109 ff. 



— 157 — 

An letzterem Orte — so schreibt Holzapfel in den Er- 
läuterungen zum Blatt Dachsenhauseu (Berlin 1892, p. 6)- ^ tritt der 
Serieit zurück und das Gestein erscheint äußerlich als ein weicher 
Tonschiefer, in welchem zahlreiche scharfkantige 
Kristalle von Feldspat eingebettet liegen. Die Ge- 
steinsbeschaffenheit dieser Porphyroide wechselt nicht unerheb- 
lich, auch innerhalb desselben Zuges. Ebenso ist auch die Farbe 
eine verschiedene. Das verwitterte Gestein — frisches ist fast 
nirgends zu beobachten — ist meist strohgelb gefärbt, doch 
kommen auch schieferblaue (Dahlheim), graue und rötliche, so- 
wie ölgrüne (Alte Burg bei Singhofen) Färbungen vor. Über- 
gänge in Tonschiefer einerseits, in Grauwacken 
anderseits sind mehrfach zu beobachten." Ebenso finden 
sich nach Holzapfel Übergänge inQuarzit. Ferner hebt 
derselbe Autor in seiner Abhandlung „Das Rheintal etc." (p. 55) 
noch besonders hervor, „daß diese Porphyroide stets die gleiche 
Schichtung und Schieferung zeigen wie die Nebengesteine, daß 
es Einlagerungen echter Schichtgesteine sind, welche nicht selten 
Versteinerungen einschließen." Dies gilt nach ihm auch für die 
vielgenannten Porphyroide von Singhofen, welche auf p. 56 ff. 
seiner zuletzt genannten Schrift eingehender behandelt und in 
die Unteren Coblenzschichten eingereiht*) werden. 

Leider sind meines Wissens aber nur wenige der vorher 
erwähnten Porphyroidschiefer mikroskopisch untersucht worden, 
und es ist bis jetzt noch nicht erwiesen, daß alle als „Por- 
phyroidschiefer" auf der geologischen Spezialkarte von 
Preußen eingezeichneten Gesteine eine gleiche Struktur besitzen 
und von gleicher Entstehung sind. Manche von ihnen sind 
mit den Porphyroiden der Lennegegend, speziell mit 
dem Porphyroid von Schamedef verglichen worden^) und 



*) E. Kayser (vgl. Blatt Rettert, Erläut., Berlin, 1892, p. 9 ff.) neigt 
aus palaeontologischen Gründen zu der Annahme, daß die Porphyroide von 
Singhofen und die zwischen Singhofen und Obertiefenbach im Gebiet der 
Coblenzschichten auftretenden Porphyroidzüge Aufsattelungen des Liegenden 
entsprechen und in Wirklichkeit an der oberen Grenze des Hunsrückschiefers 
gelegen sind. Anderer Ansicht ist A. Fuchs, vgl. Fußnote 2). 

^) Vgl. L s s e n , über Porphyroide ; Sitzungsberichte der Ges. Naturf. 
Freunde, Berlin 1883, p. 169. Auf einen Widerspruch, der sich gerade be- 
züglich der „Porphyroidschiefer" von Diez, Singhofen, Laurenburg, Neidhof, 



— 158 — 

dürften demnach als T u f f o i d e , eventuell als K e r a t o p h y r t u f- 
f i d e im Sinne M ü g g e s ^) zu bezeichnen sein ; andere stellen 
sich dagegen als feine „unzweifelhafte Konglomerate" 
oder Ps am mite dar, in welchen sich ein Gehalt an tuffartigen 
Bildungen nicht nachweisen läßt. 

Speziell hat W. Frank in jüngster Zeit') von einigen 
P r p h y r i d V r k m m e n im südöstlichen Taunus eine 
genauere Beschreibung gegeben. Er glaubt aus paläoutologischen 
Gründen sie als „Übergangsglieder vom tieferen Unter- 
devon zur Unter-Coblenzstufe" bezeichnen zn sollen, 
und, was ihre petrographische Natur anlangt, so hält er die 
Vorkommen von Usingen (Schlappmühle), Wernborn, Bodenrod, 
und Hausen (ostnordöstlich von Bodenrod), von welchen er 
zahlreiche Dünnschliffe untersucht hat, für „ v e r s t e i n e r u n g s - 
führende Tuff Sedimente" oder „metamorphosierte 
Tuffe", welche die von Mügge eingehend beschriebene 
Aschenstruktur in ausgesprochener Weise zeigen, sowie 
ferner noch „Schmitzen eines sehr feinen Tonschiefers, daneben 
aber auch hie und da Brocken eines sandsteinartigen Trümmer- 
gesteins" enthalten sollen. 

Auffallenderweise habe ich an keinem der von Herrn 
von Rein ach mir zugeschickten Porphyroid schiefer die von 
Frank erwähnte Aschenstruktur beobachtet, obwohl auch mir 
Vorkommen von Wernborn und von der Schlappraühle bei 
Usingen vorlagen^). Indessen bin ich doch zur Unterscheidung 
von zweierlei verschiedenen Typen von Porphyroidschiefer gelangt. 



Balduinstein und Boderod in Lossens Arbeit findet, hat Mügge in seiner 
unter 6) zitierten Arbeit, p. 710 Anmerk. 4 aufmerksam gemacht. Ich kann 
mich der Äußerung M ü g g e s nur vollkommen anschließen und möchte sehr 
wünschen, daß die mikroskopische Untersuchung der „Porphyroidschiefer" der 
Lahngegend revidiert und weiter gefördert würde. 

*) Neues Jahrbuch f. Mineralogie ; Beilageband VIII, 1893, p. 708 u. 710. 

') Beiträge zur Geologie des südöstlichen Taunus, insbesondere der 
Porphyroide dieses Gebietes. 32. Bericht der Oberhess. Ges. f. Natur- u. Heil- 
kunde. Gießen, 1897—99. p. 42 ff. 

*) Während des Druckes des vorliegenden Aufsatzes erhielt ich durch 
Herrn v. ßeinach noch einige Handstücke eines grünlichgrauen s e r i c i - 
tischen Schiefers vom Gansberg bei Emmershausen, der sich 
dort zusammen mit „echtem Porphyroidschiefer" findet. Das Gestein enthält 
zahlreiche kleine helle Muskovitschüppcheu auf den ziemlich ebenen Schiefer- 



— 159 — 

Zunächst möchte ich ein Gestein von der Chaussee 
zwischen Usingen und Eschbach erwähnen. Es gleicht 
im Aussehen einem unebenschieferigen Tonschiefer und besitzt 
schwach glänzende Schieferfiächen sowie eine blaugraue Farbe ; 
viele große, gelbliche Flecken sind offenbar erst durch die 
Verwitterung entstanden. Dünne Ausscheidungen von Braun- 
eisen finden sich auf den Klüften und in unregelmäßigen 
Höhlungen, welche anscheinend der Auswitterung von organischen 
Einschlüssen ihre Entstehung verdanken. 

Auf dem Querbruch fallen zahlreiche, meistens heller ge- 
färbte Körper von rundlichen oder linsenförmigen, seltener 
scharfkantigen und eckigen Durchschnitten auf, die, zumal wenn 
sie etwas größere Dimensionen (bis zu Haselnußgröße) besitzen, 
sich im ganzen ziemlich scharf gegen das dunkelere normale 



flächen. Mit bloßem Auge sichtbare Einsprengunge von Feldspat oder Quarz 
fehlen durchaus. Nur einzelne bis 4 Quadratcentimeter große und zum Teil wohl 
noch griißere Flatschen von blauem Thonschiefer sind häufig zu beobachten. 
Sie sind in den mir vorliegenden Stücken ziemlich scharf gegen das serici- 
tische Gestein abgegrenzt ; durchweg geht aber ihre Schieferung der des 
Hauptgesteins parallel (vgl. oben S. 156). 

Der sericitische Schiefer besteht, zufolge der miki'oskopischen Unter- 
suchung, wesentlich aus einem dichten bis feinkörnigen Aggregat von vor- 
wiegend sericitischen Teilchen, in welchem die A s c h e n s t r u k t u r , so wie 
sie Mügge (in der in Fußnote 6) zitierten Arbeit, vgl. S. 648 ff., auch Taf. 24 u. 
25) beschrieben und abgebildet hat, deutlich zu erkennen ist. Nur liegen 
hier in der vorwiegend aus Asche bestehenden Hauptmasse des Gesteins recht 
zahlreiche Körner und Splitter von Quarz, zu welchen sich nur spärlich auch 
solche von Feldspat gesellen. Es handelt sich also hier um einen sehr reichlich 
mit Schiefer mate rial gemischten Tuff, der sich von den von 
Mügge auf S. 647, 652, 667 seiner zitierten Arbeit beschriebenen Gesteinen 
hauptsächlich durch das Fehlen der größeren, schon mit bloßem Augen sichtbaren 
Einsprengunge (von Albit etc.) und durch größeren Reichtum an anscheinend 
eingeschwemmten Splittern von Quarz unterscheidet und dadurch sehr an die 
einsprenglingsarmen Varietäten des Gesteins von Aue a. d. Eder (Mügge, 
a. a. 0., S. 670 u. 671) erinnert. 

Man würde diese Gesteine nach Mügge als graue phyllitisch aus- 
sehende Tuffite oder Tuffoide zu bezeichnen haben. Bei dem gänzlichen 
Fehlen von Einsprengungen, die man mit bloßem Auge sehen kann, sollte 
man derartigen Gesteinen nicht den Namen Porphyroidschiefer (oder Porphyroid) 
beilegen (wie es anscheinend W. Frank getan hat), obwohl es sehr wahr- 
scheinlich vielfache Übergänge von diesen Gesteinen in Porphyroidschiefer 
und Porphyroide mit deutlich sichtbaren Einsprengungen von Feldspat und 
Quarz giebt. 



— 160 — 

Gesteinsgewebe abheben. Man ist geneigt, sie uiclit als sekretio- 
näre Bildungen, sondern als fremdartige Einschlüsse an- 
zusehen, um so mehr als an den kleineren und besonders an den 
lauggestreckten Gebilden die feinen Flasern des Schiefers nicht 
absetzen, sondern, ausweichend und enger zusammentretend, sie 
umschheßen. Zudem enthält das Gestein, wie die mikrosko- 
pische Untersuchung zeigt, auch noch viele kleine, zum Teil 
ziemlich scharfkantige, zum größten Teil aber rundliche oder 
elliptisch gestaltete und im letzteren Fall mit ihrer Längsachse 
gewöhnlich parallel der Schieferung gelagerte Partikel, welche 
in ihrer Struktur und Zusammensetzung ganz den größeren 
Fremdkörpern gleichen und, wie diese, sich sehr wesentlich von 
dem eigentlichen Schiefer unterscheiden (vgl. Fig. 1 auf Tafel IV). 

Während die Touschiefersubstanz sich als ein außerordent- 
lich dichtes feines Gewebe von winzigen Quarzkörnchen und 
Flasern von Muskovit und Chlorit darstellt und ziemlich reich 
an dunkelen kohligeu Partikeln ist, sind sowohl die größeren 
als die kleineren Einschlüsse durch eine bei weitem gröbere 
Struktur und durch vollständigen Mangel an kohliger 
Substanz ausgezeichnet. Sie bestehen hauptsächlich aus einem 
feinkörnigen Mosaik von unregelmäßig, oft zackig, begrenzten 
Quarz- und wohl auch Felds pat-(Albit-)Körn er n, denen 
zarte Lamellen von Muskovit und Chlorit in wirrer Lagerung, 
auch etwas ßrauueisen in feiner Verteilung zugesellt sind. Aus 
diesem Mosaik treten bei den größeren Einschlüssen ziemlich 
viele größere zackige Körner von Quarz und einzelne 
größere unregelmäßig umrandete Körner von deutlich poly- 
synthetisch verzwilliugtem Plagioklas hervor, an denen man 
die bekannten Erscheinungen dynamischer Beeinflussung (Zer- 
trümmerung, Bruch, Biegung etc.) recht deutlich beobachten 
kann (vgl. Fig. 6 auf Taf. VI). 

Nach diesem Befunde möchte ich die größeren Fremdkörper 
in dem „Porphyroidschiefer" von Eschbach für umgewandelte 
Eruptivgesteiusstückchen und die kleineren, mehr scharf- 
kantig ausgebildeten für umgewandelte Feldspatkristalle an- 
sehen, in ihnen, sowie in einzelnen größeren zackigen Quarz- 
körnern, welche in ihren Dimensionen sich sehr beträchtlich 
über die Quarzkörnchen des eigentlichen Tonschiefergewebes 
erheben, erblicke ich Produkte eruptiver Entstehung, herrührend 



— 161 — 

von großen Eruptionen in der Nachbarschaft, von welchen 
Aschen und Lapilli in das Meer niederfielen, in welchem die Ton- 
schiefersedimente zugleich mit ihnen zur Ablagerung gelangten. 
Daß es sich in den Einschlüssen, wenn mau dieselben auf ein 
Eruptivgestein zurückführen will — und das dürfte nach der 
gegebenen Beschreibung wohl am nächsten liegen — nur um 
tuffartige Elemente, nicht etwa um weither transportierte Bruch- 
stücke und Geschiebe von früher gebildeten Eruptivgesteinen 
handeln kann, folgt aus der zum Teil scharfkantigen Form der 
Fremdkörper und aus ihrer so sehr verschiedenen und besonders 
von der der eigentlichen Tonschieferkomponenten so außer- 
ordentlich stark abweichenden Größe. Es spricht für diese 
Ansicht auch das Zusammenvorkommen der Porphyroidschiefer 
mit unzweifelhaften Tuffoiden, von welchen oben (Fußnote 8) 
die Rede war. 

Mit welchem Eruptivgestein die tuffartigen Bestandteile 
des Tonschiefers in Beziehung zu bringen sind, läßt sich bei 
der starken Umwandlung der Einschlüsse an dem mir zur Ver- 
fügung gestellten Material nicht mit vollkommener Sicherheit 
feststellen. Dazu bedürfte es vor allen Dingen der Auffindung 
frischeren und reichlicheren Materials, das auch zu einer 
chemischen Untersuchung geeignet und ausreichend wäre. Aus 
dem mikroskopischen Befunde geht nur so viel hervor, daß es 
sich um ein Gestein handelt, welches ziemlich reich an Kiesel- 
säure war, so daß bei kristallinischer Entwicklung desselben 
Quarz zur Auscheiduug gelangte, welches ferner Plagioklas in 
Dimensionen und Formen enthielt, wie man sie im allgemeinen 
bei Diabasen nicht zu sehen gewohnt ist, und welches schließlich 
auch reich an Alkalifeldspat war, der bei der Zersetzung Quarz 
und hellen Glimmer liefern konnte. Vielleicht handelt es sich 
hier um ein Gestein, welches dem Quarzkeratophyr nahe- 
steht, oder um Gesteine, wie sie, allerdings in stark verändertem 
Zustande, in dem sog. Sericitgneis vom Gipfel bei Ram- 
bach und von der Leicht weißhöhle bei Wiesbaden 
vorliegen und auch südlich von Naur od anstehen (auf der 
geolog. Spezialkarte, Blatt Platte, mit der Signatur sei = körnig- 
flaseriger Sericitgneis und se« = porphyroidischer Sericitgneis 
bezeichnet). 

11 



— 162 — 

In diesen Gesteinen, welche den gewöhnlichen, aus 
Quarzporphyr hervorgegangenen Sericitgneisen von 
Mammolshain, Neuen hain und vom Eulenbaum bei 
Eppenhain (Blatt Königstein) sehr ähnlich sind, erkennt man bei 
mikroskopischer Untersuchung unter den Einsprengungen neben 
dem durch G-rundmasseneinbuchtungen ausgezeichneten Quarz 
(der in ihnen nicht gerade sehr reichlich vorhanden ist) und 
neben den von Albitlamellen durchsetzten Orthoklasen besonders 
deutlich auch noch Plagioklase; letztere scheinen gegenüber 
dem Orthoklas entschieden zu herrschen. Man wird deshalb 
im Taunus neben den durch Schauf^) näher beschriebenen, 
aus Quarzporphyr entstandenen Sericitgneisen wohl auch 
noch solche zu unterscheiden haben, welche aus Keratophyr 
und Quarzkeratophyr hervorgegangen sind. Auf diese 
Verhältnisse hat bereits Lossen in einer Veröffentlichung, 
welche Schauf bei Ausarbeitung seines zitierten Vortrags leider 
ganz unbekannt gewesen zu sein scheint, hingewiesen.'") 

Das Gestein von der Leichtweißhöhle bei Wies- 
baden hatte Milch.'') ohne es selbst gekannt und untersucht 
zu haben, lediglich auf Grund der von List gegebenen Analyse, 
welche ich hier folgen lasse, zu seinen Diabasschiefern gestellt, 
ein Versehen, auf welches Lossen'") seiner Zeit aufmerksam 
gemacht hat. 



Si02 


— 60.224 


Na20 — 


6.708 


Ti02 


— 1.489 


K2O - 


2.585 


AI2O3 
Fe203 


— 15.958 

— 1.113 


H2O ] 
+ SiFui 


2.127 


FeO 


- 4.939 


P2O5 — 


0.039 


MgO 


— 2.670 


CuO — 


0.051 


CaO 


— 2.196 








Sa. IC 


10.099 






Spec. Gew. 


2.788 





') Berichte der Senckenberg. Naturforsch. Gesellsch. Frankfurt 1898, 
p. 3 ff., besonders auch p. 11 oben. 

'<*) Lossen, Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. Berlin, XLIII, 1891, p. 751. 

") Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges., XLI, 1889, p. 435. Die Druckfehler, 
welche a a. 0. bei der Wiedergabe des Analysen-Resultates sich eingeschlichen 
haben, sind hier verbessert. 



— 163 — 

Auf Grund der oben angedeuteten mineralischen Kon- 
stitution und mit Rücksicht auf die von List gefundene chemische 
Zusammensetzung würde man dieses Gestein — und ebenso das 
ganz analog zusammengesetzte Gestein aus der Nähe der 
alten Kupfer grübe bei Na u rod, gleichfalls von List 
analysiert ^^) — wohl am besten als einen veränderten druck- 
schieferigen Keratophyr oder quarzarmen Quarz- 
keratophyr zu bezeichnen haben. 

Gewiß gehören von den noch nicht näher untersuchten 
Sericitgneiseu des Taunus noch mehrere zu dieser Gesteins- 
gruppe^^), und deshalb ist der Ausspruch Seh aufs auf p. 24 
seines zitierten Vortrags „Der körnig-flaserige und flaserig- 
schieferige Sericitgneis der Wiesbadener Gegend scheint größten- 
teils als Qiiarzporphyr angesehen werden zu dürfen" in dieser 
allgemeinen Fassung zu modifizieren. 



Einen anderen Typus der „Porphyroidschief er" 

stellt ein Gestein von Wernborn'^) bei Usingen dar. Da 

^.ieses Vorkommen unweit der Klingelmühle liegt, ist es vielleicht 

dentisch mit dem von Kays er (s. oben p. 155) erwähnten „Por- 

jt>hyroids chief er von der Klingenmühle bei Usingen". 

Das Gestein ist blaugrau, ziemlich eben- und dünnschieferig 
und wird dadurch manchen Dachschiefern sehr ähnlich. Stein- 



") Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges., XLI, 1889, p. 435. 

'^) Vgl. Schauf , 1. c. p. 11, wo die natronreichen Eruptivmassen 
des Porphyroidzuges Ehihalten — Kuppertshain erwähnt werden und auf eine 
Analyse eines porphyroidischen Sericitgneises vom Hellestein bei Ruppertshain 
(mit Orthoklas und Albit) verwiesen wird, welche Lossen im Jahrbuch der 
geolog. Landesanst. für 1884, Berlin 1885, p. 534, unter III mitgeteilt hat. 
— Nicht unerwähnt möchte ich hier eine Bemerkung von Carl Koch (Er- 
läuterungen zum geol. Blatt Königstein, Berlin 1880, p. 12) lassen, nach 
welcher „der porphyroidische Sericitgneis auf dem erwähnten Zuge eine ge- 
wisse Ähnlichkeit mit Eruptivgesteinen aus der Diabasgruppe" hat; „auch 
sein ganzes Auftreten könnte daran erinnern". Es geht hieraus hervor, daß 
man auch schon früher, vor Ausführung der mikroskopischen Untersuchung, 
manche der gneisartigen Taunusgesteine mit Eruptivgesteinen verglich. 

'^) Lossen erwähnt im Jahrbuch der Berliner geolog. Landesanstalt 
für 1884, p. 105, „versteinerungsführende Porphyroide" von „Wernrod bei 
Usingen", ohne näher auf dieselben einzugehen. Offenbar liegt hier ein 
Schreibfehler vor und ist Wernborn gemeint. 

11* 



— 164 — 

kerne von Petrefakten sind in großer Zahl in ihm vorhanden; 
darunter sind nach freundlicher Mitteilung des Herrn v. Reinach 
von A. Fuchs Leitfossilien der Porphyroidstufe der Unteren 
Cobleuzschichteu (vgl. Fußnote 2) bestimmt worden, es fehlen 
dagegen die Leitfossilien der tieferen Unteren Coblenzschichten. 
Sowohl auf der Schieferfläche als auf dem Querbruch treten 
zahlreiche 2—3 mm lange und bis 1 mm breite eckige Ein- 
schlüsse von gelblich- bis grüulichweißer Farbe hervor, die 
man auf den ersten Blick als zersetzten Feldspat von 
saussurit- und pinitoidähnlichem Habitus anspricht. 

In der Tat erkennt man unter dem Mikroskop, daß sich 
diese einzelnen Kristalle zum Teil schon in einem sehr weit 
vorgeschrittenen Stadium der Zersetzung befinden. Einige lassen 
unter einem Gewirre von kleinen Blättchen von hellem Glimmer 
oder Kaolin noch deutliche Zwilliugsstreifung erkennen und 
dokumentieren sich so als P 1 a g i o k 1 a s (vgl. die Figuren 7 und 8 
auf Tafel VI), andere dagegen sind vollständig umgewandelt in 
ein Gemenge von lichtem Glimmer oder Kaolin und Quarz; auch 
Calcit hat sich vielfach in Form von Häutchen ausgeschieden, 
Epidot wurde zwar nicht unmittelbar zwischen den Umwand- 
lungsprodukten im Bereich der Kristalle selbst beobachtet, 
aber er ist doch in deren Nachbarschaft in Form von kleineu 
Körnchen und in Haufwerken solcher vielfach vorhanden. 

Neben dem Feldspat fallen auch einzelne meist eckige 
Körner von Quarz auf (vgl. Fig. 7 auf Tafel VI). Sie unter- 
scheiden sich gegenüber dem Quarzgemengteil des Tonschiefers 
durch ihre beträchtliche Größe, sind aber doch im Vergleich 
zu den Feldspat-Einsprenglingen als winzig zu bezeichnen. 
Eine deutlich ebenflächige Begrenzung habe ich an diesen Quarz- 
körnern nicht beobachten können, auch keine Anzeichen von 
früheren Grundmasseeinschlüssen; wohl aber enthalten sie zahl- 
reiche winzige Flüssigkeitseinschlüsse mit deutlich erkennbarer und 
zum Teil spontan beweglicher Libelle. Über ihre Herkunft kann auf 
Grund dieser Befunde keine bestimmte Ansicht geäußert werden. 

Die Feldspate, welche wohl zum größten Teil ursprünglich 
Plagioklas, zum kleineren Teil vielleicht auch Orthoklas waren, 
dürften Keratophyrgesteinen entstammen ; als ursprüngliche 
Diabasgemengteile kann man sie wenigstens wegen ihrer Form 
und Größe nicht wohl auffassen. 



— 165 — 

Hierher gehört auch ein P o r p h y r o i d s c h i e f e r , welcher 
am Fußweg von Usingen nach Wernborn und zwar in 
der Nähe des Kalkvorkommens gesammelt wurde. 

Er besitzt eine fahle bis grünlichgelbe Farbe, ist aber 
sonst dem vorher erwähnten Schiefer sehr ähnlich, nur bei weitem 
stärker zersetzt. Bemerkenswert ist, daß neben zahlreichen 
Kristallen von umgewandeltem Feldspat und neben 
Splittern von Quarz auch stecknadelkopfgroße gerundete 
Einschlüsse von Quarzit vorkommen (vgl. Figur 2 auf Tafel IV); 
eine besonders charakteristische Mikrostruktur zeigen dieselben 
aber nicht. 

Ferner schließt sich dem zweiten Typus der Porphyroid- 
schiefer auch ein Gestein an, welches oberhalb der Schlapp- 
mühle im Usatal ansteht und Reste von Chonetes (cfr. sar- 
cinulata) und Krinoiden enthält. Es ist im allgemeinen reicher 
an Quarzsplittern als die bereits besprochenen Porphyroid- 
schief er ; sie erreichen hier auch etwas größere Dimensionen, bis 
zum Durchmesser von 2 mm. Einzelne Kristalle von Feldspat 
lassen trotz weitgehender Zersetzung immerhin noch eine ein- 
heitliche Auslöschung erkennen und könnten recht wohl Ortho- 
klas sein. 

Vollkommen einem Dachschiefer ähnlich, eben- und dünn- 
schieferig, dunkelblaugrau und auf den Schieferflächen glänzend 
ist ein Porphyroidschief er vom Buchwald bei Treis- 
berg (am Nordrand des Blattes Feldberg). Von dem dunkeln 
Gesteinsgewebe heben sich die kleinen gelblichweißen Feldspat- 
kristalle von durchschnittlich 1 mm Größe und auch einzelne 
Quarzkörnchen sehr gut ab. Die Übereinstimmung mit dem 
vorher erwähnten Porphyroidschiefer von Wernborn ist so groß, 
daß von der Anfertigung eines bei der so ausgeprägt blätterigen 
Beschaffenheit des Stücks kaum oder nur sehr schwierig herzu- 
stellenden Dünnschliffs und somit auch von der Untersuchung 
eines solchen abgesehen wurde. 

Ebenfalls zum zweiten Typus der Porphyroidschiefer ge- 
hörig, aber doch etwas abweichend in ihrem Aussehen sind die 
Porphyroide vom Nordabhang des Kolbenbergs (nach 
Anspach hin), speziell vom Rehköpfchen nordöstlich vom 
Feldberg, sowie ein Porphyroidschiefer von Mauloff. 



— 166 — 

Die ersteren sind teils ebenschieferige teils mehr faserige 
Gesteine von lichtgraugrüner Farbe, mit starkem Glanz auf den 
Schieferflächen. Sie schließen ziemlich reichlich Steinkerne be- 
sonders von Spirifer arduemie7isis ein und sind, zumal in den 
helleren, grünlichgrauen, flaserigen Varietäten, deren Korn 
im allgemeinen etwas gröber ist, reich an Sericit. Dieses Mineral 
erscheint auch in ziemlich reinen, bereits mit bloßem Auge 
deutlich erkennbaren, selten bis 4 mm breiten Flatschen in dem 
Gesteiusgewebe verbreitet. 

Die weißlichen Einsprengunge von Feldspat er- 
reichen bis 3 mm Größe. Sie sind zum Teil noch recht frisch; 
Spaltflächen mit Glasglanz treten deutlich hervor. Unter dem 
Mikroskop erkennt man bei den meisten Durchschnitten einen 
lamellaren Zwillingsbau, seltener Gitterstruktur (vgl. Fig. 3 auf 
Tafel V und Fig. 5 auf Tafel VI). Splitter von den frischeren 
Einsprengungen ergeben beim Behandeln mit Kieselflußsäure 
sehr reichlich Kieselfluornatriumkristalle und nur solche; sie 
sind also als reiner Albit anzusehen. Andere Kristalle 
erweisen sich als einfach und sind dann vielleicht dem Orthoklas 
zuzurechnen. Wieder andere Kristalle erscheinen als Zwillinge 
des Karlsbader Gesetzes und werden von feinen Albitlamellen 
durchsetzt. Einige anscheinend einfache Feldspat-Einspreng- 
linge sind aus 3 bis 4 Kristallen zusammengesetzt; andere 
wieder sind so weitgehend umgewandelt, daß man nichts mehr 
von ihrem ursprünglichen Verhalten wahrnehmen kann. 

Vereinzelte größere Quarzkörner von unregelmäßiger Be- 
grenzung zeigen ein ähnliches Verhalten wie die Quarzein- 
sprenglinge in den vorher besprochenen Gesteinen. 

Der Porphyroidschiefer vonMauloffist ein dunkel- 
graues, unebenschieferiges Gestein, mit starkem Glanz auf den 
Schieferflächen. Es stimmt in seinem Aussehen nicht ganz mit 
dem von Kayser beschriebenen Porphyroidschiefer von Mauloff 
(vgl. oben p. 155) überein, wenigstens ist es nicht „streifig" 
entwickelt, und deshalb glaubt Herr von Reinach, daß 
das Gestein von verschiedenen Stellen des Zugs, der nach der 
Einzeichnung auf dem geologischen Blatt Feldberg sich in 
streichender Richtung etwa 1000 Meter weit verfolgen läßt, ein 
etwas verschiedenes Aussehen besitzt. 



— 167 — 

Das mir vorliegende Handstück ist ausgezeichnet durch 
einen Abdruck von Chonctes semiradiata. Es enthält weiße, 
bis 4 mm große, oft scharf ebenflächig begrenzte Feldspat- 
kristalle (vgl. Fig. 4 auf Tafel V). Zum Teil sind dieselben 
in Kaolin zersetzt und durch etwas Brauneisen bräunlich gefärbt. 

Bei mikroskopischer Untersuchung zeigt sich, daß das 
Gestein noch etwas gröber struiert ist als das vom Rehköpfchen. 
Neben den Einsprengungen von Feldspat, welche 
meistens polysynthetischaufgebautePlagioklase sind, 
finden sich recht zahlreich kleinere eckige Quarzkörner, 
die sich in ihren Dimensionen sehr wesentlich von dem Quarz 
des Tonschiefergewebes unterscheiden und dadurch als Fremd- 
körper erweisen (vgl. Fig. 4 auf Tafel V). 

Man kann die beiden vorher besprochenen Typen von 
Porphyroidschiefer vielleicht als Tuff porphy roidschief er 
und Krystallporphy roidschief er oder kürzer als Tuff- 
schiefer^*) (Tuffite oder Tuffoide) und Krystall- 
s chief er von einander trennen, obwohl sie sicherlich ineinander 
übergehen. 

An die Tuffschiefer reihen sich, jedenfalls durch Übergänge 
mit ihnen verbunden, die oben in Fußnote 8 beschriebenen seri- 
citischen Schiefer und wohl auch die Harzer Gesteine an, welche 
A. Johnsen als feinklastische Porphyroide vom Lupbodetal etc. 
(Neues Jahrb. f. Miner., Beilageband XIV, 1901, p. 19—20 
unter Id), sowie als Konglomerate (3a) vom oberen Gläsenberg 
bei Hartenberg im Drecktal (p. 25 — 26) beschrieben hat und 
teils für Detritusmassen eines sphärolithischen Porphyrs, die in 
einem Ton schlämm sedimentiert wurden, teils für Tonschiefer 
mit Einschlüssen von porphyrischen Bruchstücken und feinem 
Tuffmaterial erklärte. Doch zeigen die von Johnsen beschrie- 
benen, dem bloßen Auge zum Teil nicht porphyroidisch erschei- 
nenden Gesteine die Schieferung anscheinend weniger deutlich 



'*) Der Name „Tuffschiefer" ist zwar bereits von Becke (Tscher- 
maks mineralog. u. petrogr. Mitt. 1893, p. 328) für schieferige Diabastuffe 
und Schalsteine gebraucht worden ; indessen wird es sich wohl empfehlen, 
für Tuffschiefer, deren Zugehörigkeit zu einem bestimmten Eruptivgestein 
erkannt ist, eine speziellere Bezeichnung (etwa Diabastuffschiefer, Keratophyr- 
tuffschiefer etc.) einzuführen. 



— 168 — 

(Lupbodetal), oder sie fehlt ihneu, bei hälleflintartiger Be- 
schaffenheit, vollständig (Gläsenberg). 



Von den Tuffschiefern und Kristallschiefern unterscheiden 
sich sehr wesentlich, besonders durch Zurücktreten der guten 
Schieferung, durch ein gröberes Korn, durch Fehlen von eben- 
flächig begrenzten Feldspaten und durch einen größereu Gehalt 
an Quarz die Feldspat oder Kaolin enthaltenden 
Grauwackengesteiue (Feldspatgrauwacken, Ar- 
kosen), welche im Taunus zum Teil in der Nachbarschaft der 
Porphyroidschiefer auftreten und dann, ebenso wie diese, Ein- 
lagerungen in den Unteren Coblenzschichten, in der Regel von 
ziemlicher Mächtigkeit^^), bilden. 

Wie die mikroskopische Untersuchung ergibt, handelt es 
sich hier um psammitisch struierte echte Sedimentgesteine, welche 
nicht mit dem Namen „Porphyroid" bezeichnet werden dürfen, 
wohl aber den Namen „Feldspatgrauwacke" ^^) oder Arkose 
verdienen. ^') 

Hierher gehört ein Gestein, welches westlich von 
Eschbach ansteht. Es besitzt eine grünlichgraue Farbe und 
besteht, zufolge der mikroskopischen Untersuchung, hauptsächlich 



'^) Nach gefälliger Mitteilung des Herrn von Reinach sind sie 
zwischen Merzhausen und Hausen (südwestlich von Usingen) in einer Zone 
von 3 — 400 Meter Breite entwickelt. Sie wechsellagern hier mit dichten blauen 
Schiefern, Sandsteinen und Quarziten und schließen auch eine Bank von 
Porphyroidschiefer ein. 

'*) Die sog. ürfer Grauwacke, welche ich unter der freundlichen 
Führung des Herrn Professor Kays er als ein Glied des Silurs zwischen 
Erdhausen und Oberweidbach bei Gladenbach kennen lernte, ist der hier be- 
schriebenen Feldspatgrauwacke auch unter dem Mikroskop sehr ähnlich aus- 
gebildet. Vgl. auch die Erläuterungen zum Blatt Gilserberg von A. Denck- 
mann, Berlin 1902, p 5. 

'') Holzapfel betont (Rheintal, p. 57), daß beiSinghofen die schieferigen 
Porphyroide in die mehr körnigen, von Koch als Feldspatgrauwacke bezeich- 
neten Porphyroide Übergänge zeigen, und „daß Feldspatgrauwacken, Limoptera- 
(oder Avicula-) Schiefer und Porphyroide ein und dasselbe ist, wie dies auch 
E. Kayser (Jahrbuch der Preuß. geol. Landesanstalt 1885, p. LVII) angibt." 
Diese Behauptung mag vom Standpunkt des Palaeontologen aus vollkommen 
richtig sein, ist aber mit Rücksicht auf die petrographischen Unterschiede 
der erwähnten Gesteine doch nicht allgemein zutreffend. 



— 169 — 

aus einem Haufwerk von kleinen wasserhellen, mehr oder weniger 
eckigen Körnern, zwischen denen Strähnen und Schüppchen von 
Muskovit und Chlorit, hier und da durch Brauneisen getrübt, 
so gelagert sind, daß sie eine Schichtung oder Flaserung an- 
deuten. Die kleinen, wasserhellen Körnchen bestehen vor- 
wiegend aus Quarz und besitzen bald mehr gerundete, bald mehr 
scharfkantige E^rmen. Neben dem Quarz erscheinen auch recht 
reichlich wasserhelle Körnchen von Quarzit und von poly- 
synthetisch verzwillingtem Plagioklas, ferner Stückchen von 
Tonschiefer und trübe Körnchen von zersetztem Feldspat und 
von Kaolin. Sowohl die Feldspate als die Quarz-Körner zeigen 
in den besonders zwischen gekreuzten Nicols wahrnehmbaren 
Zerreissungen, Knickungen und Biegungen die Einflüsse starker 
mechanischer Kräfte, welchen sie noch nach ihrer Aggregation 
in dem Gestein ausgesetzt waren. 

Welche präexistierenden Gesteine bei ihrer Zerstörung die 
Feldspate geliefert haben, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen ; 
vermutlich haben recht verschiedenartige Gesteine zur Bildung 
der Feldspatgrauwacken beigetragen. 

Ganz ähnlich wie das eben besprochene Gestein von Esch- 
bach, nur bald etwas gröber, bald etwas feiner im Korn, sind 
die Feldspat-Grauwacken vonUsingen, welche östlich 
von dem vorhergenannten Porphyroidschiefer anstehen und im 
Hangenden und im Liegenden des Usinger Kalkes ^^) 
auftreten. 

Auch das Gestein am Nordhang des Hohenberges 
nor d nordwestlich von Usingen, in welchem neben den 
vorhergenannten Gesteinsstückchen noch kleine Bröckchen eines 
porphyritähnlichen Gesteins und Körnchen von Mikroperthit 
gefunden werden, gehört hierher. '^) 



*^) Herr A. von Rein ach teilt mir nait, daß „der Usinger Kalk 
eine Mächtigkeit von nur ' j bis 1 Meter besitzt und nur auf ganz kurze 
Erstreckung verfolgt werden kann. Von Versteinerungen enthält er nur 
undeutliche Stromatoporen' . 

'^j Nach freundlicher Mitteilung des Herrn von Reinach „kommen 
im zentralen und östlichen Taunus A r k o s e n vielfach an der Basis des 
Devons vor, ebenso an der Saalburg (Blatt Homburg) in großer Ausdehnung 
als untere Lagen des Taunusquarzits". 



— 170 — 

In der Nähe des Porphyroidschiefers von Usingen hat 
Herr von Reinach in den Unteren Coblenzschichten auch Ein- 
lagerungen eines Kieselschiefers beobachtet. Ich habe 
diesen mikroskopisch untersucht, aber, abgesehen von einer 
feinkugeligen Struktur, die jedoch zwischen gekreuzten Nicols 
nicht erkennbar ist, -'^j nichts besonders Auffallendes an ihm 
beobachtet. Nur in einzelnen, etwas porös aussehenden Stücken 
besteht er aus massenhaft vorhandenem Radiolarien. ^'^) Offenbar 
ist die feinkugelige Struktur durch den Gehalt an Radiolarien- 
Resten veranlaßt. 



^°) Ich betone dies ausdrücklich, weil W. Frank (1. c. p 59) in einem 
andern Kieselschief er- Vorkommen aus dieser Gegend, nämlich von Brand- 
oberndorf, keine Radiolarien, soudein nur „deutliche Chalcedon-Quarz- 
Sphärolithe mit schönem Interferenzkreuz " beobachtet hat. 



172 



Erklärung zur Tafel IV. 

Fig. 1. Porphyroidschief er von der Chaussee zwischen Usingen 
und Eschbach. No. 3. Vgl. p. 160. 20fache lineare Vergrößerung, 
In der Mitte ein Einschluß eines Eruptivgesteinsbröckchens. 
Fig. 2. Porphyroidschiefer vom Fußweg von Usingen nach 
Wernborn. No. 8. Vgl. p. 165. ISfache lineare Vergrößerung. 
Gerundeter Einschluß von Quarzit. (£ = Quarzbröckchen. 



Bcr. d. Sfnrkenb. NaUuf. Oes. iQ03. 



Taf.IV. 



Fiq. I 





Lith.Amt V Werner tWiiua, FrankfiinyM 



174 



Erklärung zur Tafel V. 

Fig. 3. Po rphyroid schiefer vomNordabhang des Kolbenbergs 
bei Ans p ach. No. 13. Vgl. p. 166. 25 fache lineare Vergrößerung. 
Nicols gekreuzt. 

'p = Plagioklas-Einsprenglinge. 
Fig. 4. Porphyroidschiefer von Mauloff. No. 26. Vgl. p. 167. 
18 fache lineare Vergrößerung. 

Großer in Kaolin zersetzter Feldspatkristall, q = Quarzsplitter 



Bei: d. Senfhenb. Naiurf. Ges. iQ03. 



Taf. 



h'iq.3. 




Fuj. 4. 




lUkAnsl V Verrur i WUiur, FranJifurC *M. 



176 



Erklärung zur Tafel VI. 

Fig. 5. P üi'ijhyroidschief er vom Rehköpf chen nordöstlicli vum 

Feidberg. No. 15. Vgl. p. 166. 32 fache lineare Vergrößerung Nicols 

gekrei;zt. 

p = Plagioklas. q = Quarz. 
Fig. 6. P or phy r idschief er von der Chaussee zwischen Usingen 

und Eschbach. No. 3. Vgl. p. 160. 31fache lineare Vergrößerung. 

Nicols gekreuzt. 

q = Quarz, p ^= Plagioklas. 
Fig. 7. Por phy roi ds chief er v(»n Wer nbor n bei Usingen. No. 12. 

Vgl. p. 16-4. 25 fache lineare Vergrößerung. Nicols gekreuzt. 

p = ein großer stark zersetzter Plagioklas. q = ein größeres 
eckiges Quarzkorn. 

Fig. 8. Por phyroid schiefer von Wem born bei Usingen. No. 12. 
Vgl. p. 164. 18 fache lineare Vergrößerung. Nicols gekreuzt. 

Ein großer stark zersetzter Plagioklas mit schwach gebogenen 
Zwillingslamellen. 



Bei: d. Senckenh. Xahirf'. Oes. IQ05. 
Fig. 5. 



Taf.VI. 




Fig. 6. 




Fig. 7. 



Fig. S. 





Ztth Arur V Werner t Witua. Fra-rMun fU. 



— 177 



Über den wissenscliaftlielien Wert der 
Sclmeckeii- imd Musclielsclialen. 

Vortrag, 
gehalten in der wissenschaftlichen Sitzung vom 21. März 1903 

aus Anlaß der Ausstellung 
der von Mo eil end or ff sehen Konchyliensammlung 

von 

Professor Dr. 0. Boettger. 



Eines der wichtigsten Organe der lebenden Mollusken ist 
ihr Mantel, eine Hautausstülpung, die den Körper ganz oder 
teilweise umschließt. Dieser Mantel hat bei den meisten Arten 
die Funktion, eine Kalkschale oder ein Gehäuse abzuscheiden, 
liegt deshalb der Schale aufs engste an und geht an den Rändern, 
wo sich die Schale bildet, unmittelbar in diese über. Die Schale 
selbst zeigt eine in Form, Skulptur und Farbe überaus mannig- 
faltige, dünne, chitinartige, aus dem der Hornsubstanz ver- 
wandten Conchiolin bestehende Oberhaut und darunter eine 
verschieden dicke, feste Schicht, die aus kohlensaurem Kalk 
besteht, der in verschiedenen Ausbildungsformen auftreten kann. 
Während nun die Oberhaut wesentlich dazu dient, die oxydierenden 
Atmosphärilien abzuhalten, hat die Kalkunterlage den augen- 
scheinlichen Zweck, die AVeichteile des Tieres gegen äußere 
tierische oder pflanzliche Feinde und bei den Landschnecken 
auch noch gegen die verzehrende Austrocknung der begierig 
Wasser aufsaugenden Luft zu schützen. Bei dem Aufbau seiner 
Schale schlägt das Mollusk zwei Fliegen mit einer Klappe; es 
stellt sich, wie wir eben gehört haben, ein gegen seine Feinde 
unangreifbares und gegen den austrocknenden Einfluß der Luft 
dichtes Schutzhaus her, aber es lagert auch die ihm gegen seinen 

12 



— 178 — 

Willen in allzu reichlicher Menge durch die Nahrung gebotenen 
Kalksalze in für sein Leben nicht Gefahr drohender Weise auf 
seiner Oberfläche ab. ^) Das Weichtier hat also in der Bildung 
der Kalkschale zugleich ein Mittel, der Gefahr der Verkalkung 
aller Organe im Alter zu entgehen. In ähnlicher Weise machen 
viele Schnecken Stofiwechselprodukte, die ihnen lästig, ja direkt 
tödlich werden könnten, dadurch unschädlich, daß sie sie in 
Farbstoffe umsetzen und damit oft in zierlichster Weise ihre 
Häuser oder Schalen schmücken. Es ist bekannt, daß die in 
den tropischen Meeren lebenden Kegelschnecken (Conns), der 
Stolz der Sammler, die buntesten derartigen Färbungen und 
Zeichnungen aufweisen. Weniger bekannt ist aber, daß diese 
oft ausgewählt schönen Muster den Tieren selbst für ihr ganzes 
Leben verborgen bleiben und ihnen bei der gegenseitigen Er- 
kennung und der etwaigen Zuchtwahl nicht von Vorteil sein 
können, trotzdem daß ihre Träger Augen haben, und zwar aus 
dem einfachen Grunde, weil diese Farben und Zeichnungen für 
ihr ganzes Leben lang mit einem dicken, plüsch- oder samt- 
artigen, meist isabellgelben oder rotbraunen Chitinpelz überzogen 
und auch für unser Auge vollkommen unsichtbar sind. Die 
Natur arbeitet aufs sparsamste, auch in der Erzeugung von 
Farben. Wo solche nicht absolut nötig sind, fehlen sie. Eier 
von Vögeln, die in Baum- oder Felsenhöhlen nisten, sind fast 
immer pigmentfrei. Woher kommt es nun, daß hier bei den 
Kegelschnecken bunte Farben erhalten geblieben sind, wo sie 
doch für die gegenseitige Erkennung oder für die Maskierung 
der Tiere keine Bedeutung mehr haben ? Ich glaube, wir haben 
die richtige Deutung des Rätsels in der Erklärung gefunden, 
daß hier eine Abscheidung von E'arbstoffen der Guanin- oder 
einer verwandten chemischen Körperreihe auch heute noch statt- 
finden muß, um die Tiere vor Selbstvergiftung zu schützen, 
nachdem längst die ursprüngliche Bedeutung der schönen Muster 
und Farben für sie vollkommen verloren gegangen ist. Nur die 
Kegelschnecken des Persischen Meerbusens und des Chinesischen 
Meeres (aus den Untergattungen CijUndrella und Leptoconus) 
sind im Laufe der Zeit einfarbig weißgelb geworden. 



') Dr. C. F. Jickeli, Unvollkommenheit des Stoffwechsels im Kampf 
ums Dasein. Berlin, Friedländer & Sohn, 1902 p. 113. 



— 179 — 

Das gilt von gewissen Meeressclmecken. Bei vielen Land- 
scliuecken der Wüstengürtel von Nordafrika, Arabien und dem 
Pendschab werden ebenfalls braune oder schwarze Farbstoife 
reichlich abgeschieden ; aber sie würden den Tieren verderblich 
werden, wenn die Schnecken sie auf der Oberfläche des Gehäuses 
ablagern wollten. Weiß ist die Farbe der Gehäuse aller Wüsten- 
schnecken; jede Verdunkelung der Schale würde eine vermehrte 
Aufsaugung von Wärmestrahlen bewirken und die Temperatur 
des Tieres auf eine Höhe steigern, der es in kurzer Zeit er- 
liegen würde. Wie hilft sich die Schnecke nun? Sie überzieht 
nicht die Oberfläche, sondern die Innenwand des Gehäuses mit 
einem glänzend schwarzen Firnis, wie wir uns bei Dutzenden 
und Hunderten von Arten von weißen Helix- und Clausilia- 
Formen überzeugen können. 

Schon aus den wenigen Ihnen bis jetzt von mir gebotenen 
Beispielen ersehen Sie, daß die Schale uns eine Fülle von Tat- 
sachen lehrt, aus denen wir Schlüsse auf das Leben der zuge- 
hörigen Tiere ziehen dürfen. Wir können die Schale als die 
beste Legitimationskarte betrachten, die die Schnecken immer 
bei sich tragen und die uns auch erhalten bleibt, wenn die 
Tiere längst verwest sind. Der Aufenthalt an einer bestimmten 
Örtlichkeit geht nämlich auch an der sich bildenden Schnecken- 
oder Muschelschale niemals spurlos vorüber, sondern drückt ihr 
einen Stempel auf, den der Kundige zu entziffern versteht. 
Schwierigkeiten der ErkläruDg und anscheinende oder nicht zu 
leugnende Unzweckmäßigkeiten sind natürlich in Hülle und 
Fülle vorhau deu, und es reicht selbst das reichste Museums- 
material nicht aus, alle vorkommenden Schwierigkeiten zu er- 
klären; aber da muß uns dann die Beobachtung der Lebens- 
weise in der freien Natur oder das Experiment schließlich doch 
eine Erklärung bringen. Ihre Umgebung drückt der Schnecken- 
oder der Muschelschale in der Tat meist einen ganz bestimmten 
Charakter oder Habitus auf, den der Kenner herausfindet, ähnlich 
wie man z. B. termitenfressende Froschgattungen von Fröschen 
mit normaler Ernährungsweise, oder Ameisen- oder Termiten- 
gäste unter den Käfern oft auf den ersten Blick erkennen 
kann. Leuckart ließ mir einmal durch Prof. Simroth ein 
Kästchen Clausilien (Cl. leucostigma Rssm. var. cinerea Rssm.) 
zugehen, die er irgendwo gesammelt habe, er könne sich aber 

12* 



— 180 — 

des Ortes imd der Zeit in keiner Weise erinnern. Icli konnte ihm 
schreiben, daß die Art in dieser Form für Capri charakteristisch 
sei, und daß ihre geringe Größe darauf schließen lasse, daß sie 
dort in ziemlicher Höhe gesammelt worden sein dürfte. Um- 
gehend erhielt ich die erstaunte Antwort, sie stammten, wie er 
sich jetzt erinnere, in der Tat von der Spitze des Mte. Tiberio 
auf Capri. 

Hat mau eine Gruppe gründlich studiert, so kann man 
sogar prophezeien. Wird mir eine neue, noch unbeschriebene 
Clausilie von irgend einer der zahllosen griechischen Inseln — 
wo ja noch eine reichliche Menge von Novitäten aus dieser 
Gattung zu finden ist — unter absichtlicher Verschweigung 
des Fundortes vorgelegt, so glaube ich mit ziemlicher Sicherheit 
die Insel, von der sie stammt, angeben zu können, da ich aus 
den mir bekannten benachbart lebenden Formen auf die unge- 
fähre Stelle schließen kann, wo gerade diese Form vorkommen 
muß. Klima, Boden, Nahrung und alle die andern wirksamen 
äußeren Faktoren modeln unausgesetzt an der Gehäuseform, 
und aus der Gehäuseform ziehen wir wieder unsere Rückschlüsse 
auf Klima, Bodenbeschaffenheit und Nahrung. 

Diese Lebensverhältnisse zu studieren und zu begreifen, 
dazu bieten nun die tropischen Schnecken, wie wir sie durch 
die M e 1 1 e u d r f f sehe Sammlung erwerben wollen, ein uner- 
schöpfliches und noch sehr wenig benutztes Material. Lassen 
Sie mich aus der Fülle der Beobachtungstatsachen nur ein paar 
besonders merkwürdige herausziehen. 

Die Autotomie, die Fähigkeit bei Gefahr ihr Schwänzende 
preiszugeben, um ihr Leben zu retten, hat Semper zuerst bei 
philippinischen Arten der Gattung Helicarion beobachtet und 
erklärt. ^) Wir kennen ähnliches von zahlreichen Eidechsen 
der Familien der Geckoniden und der Lacertiden. Um die Blicke 
ihrer Feinde auf den Schwanz zu lenken, ist er bei Acantho- 
dactylus sogar siegellackrot gefärbt. 

Die vielgestaltige Gattung Cochlostyla ist neben Obbma 
und Rhysota eine für die Philippinen eminent bezeichnende Land- 
schneckenform. Die Gestalt der Schale wechselt bei den ein- 



') K. Semper, Natürliche Existenzbedingungen der Tiere. Bd. II. 
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1880 p. 242. 



— 181 — 

zelnen Arten von Helix- bis zu Bulimus- und Achatina-Yovm^ 
und doch haben alle mehr oder weniger deutlich ausgeprägt die 
Eigentümlichkeit der sogenannten hydrop hauen Oberhaut, 
Wozu dient ihnen diese? Die Arten von Cochlostyla leben zumeist 
an Baumstämmen. In der Trockenzeit täuschen die mit weißen 
Zeichnungen geschmückten, an die Stämme angeklebten Schalen 
trockne, verstaubte Rindenwucherungen vor ; nach einem Regen- 
guß aber linden wir an ihnen die gleiche uniform dunkelbraune, 
glänzende Oberfläche, wie sie auch die benetzte Baumrinde zeigt. 
Wenige Minuten der Trockenheit, des Sonnenbrandes reichen 
hin, die Staubfärbungen wieder zu erzeugen. 

Andere Cochlostylen, so die schöne Untergattung Chloraea 
mit ihren himmelblauen Schalen ^) oder die prächtigen, durch- 
sichtigen Gehäuse der Untergattungen Phengus und Eudoxns 
sind Stauden- und Strauchbewohner, wo sie auf den grünen 
Blättern zu finden sind. Ihren Schutz erhalten die Tiere von 
Corasia regina z. B. durch ihre schwefelgelbe Körperfarbe, die 
durch die durchscheinend himmelblaue Schale hindurch grün er- 
scheint, genau so wie die durch die glashelle Schale durch- 
scheinenden Tiere von Phengus und Eudoxus in ihrer grünen 
Färbung vom umgebenden Blattgrün nicht zu unterscheiden sind. 

Eigentümlich sind auch die Schutzmittel, deren sich die 
Arten von Chloritis oder die zahlreichen Helicina- Arten der 
Philippinen bedienen. Sind es dort, wie bei vielen unserer 
heimischen Bodeuschnecken (Acanthinnla^ VaUonia, Trichia, 
Orciila), Haarbildungen, die kleine Hurausreste, Erdbröckchen 
u. s. w. zurückhalten und so der Schnecke das Aussehen eines 
Erdliäufcheus verschaffen, so sind es bei Helicina^) wirkliche 
Lehmklümpchen, die der Schale oft aufs zierlichste aufgeklebt 
werden, sie flacher erscheinen lassen, als sie wirklich ist, und 
ihr das Aussehen eines beschmutzten Steinchens geben. 

Bei der großen Hitze und der oft langen Zeit der Dürre 
hat eine unverhältnismäßig große Anzahl von tropischen Land- 
schnecken der Austrockuung dadurch vorgebeugt und Wider- 
stand geleistet, daß sie sich ein transportables Kalkdeckelcheu 



') Hier vor allen Chloraea caerulea v. Müll, von Dingalan und Chi. 
psiitacina Desh. von Paragua. 

2) Besonders schön z. B. bei Helicina (Geophorns) agglutinans Sow. 
von Guimaras. 



— 182 — 

zum Verschlusse ihres Gehäuses während der Trockenzeit ge- 
schaifen haben, v. Moellendorff und Kobelt haben diese 
Einrichtungen besonders genau studiert. Bei vielen der dahin 
gehörigen Arten — und v. Moellendorff ist der glückliche 
Entdecker von Hunderten dieser so anziehenden Formen — hat 
sich nun außer dem Deckel noch eine kalkige Atemröhre oder 
ein Atemschlitz herausgebildet, der auf die sinnreichste Weise 
und in überaus mannigfaltiger Formenfülle ausgebildet dem Tiere 
gestattet, selbst während der Hitzeperioden dem Atembedürfnisse 
zu genügen. Aber noch ein zweites Prinzip zeigt sich in An- 
wendung. Bei gewissen Palama-Arten der Philippinen scheint 
es nicht zu genügen, daß das Gehäuse einen Schutzdeckel besitzt, 
der oft auch auf Schienen oder Leisten vor- und zurückgeschoben 
werden kann; wir haben hier noch von Kühlapparaten zu be- 
richten, blasenförmigen Auftreibungen, die die Schale umgeben 
und die mit Wasser gefüllt sind und durch eine kleine Öffnung 
mit der Aussenwelt kommunizieren ^). Durch die Verdunstungs- 
kälte geschützt vermag das zarte, kleine Tier mittels dieses 
Apparates die Pausen zwischen zwei Regenperioden zu über- 
dauern. 

Doch es würde zu weit führen, wollten wir alle diese 
Schutzvorrichtungen, deren Studium uns eine so reiche Sammlung 
wie die vorliegende gestattet, Revue passieren lassen, JCs sei 
abschließend hier nur nochmals bemerkt, daß solche Schalen- 
sammlungen also nicht bloß das Auge befriedigen sollen und 
ihre Erwerbung nicht bloß den Zweck hat, die Zahl der Tier- 
arten eines Museums um einige Tausende zu bereichern, sondern 
daß sie uns eine überraschende Fülle von Tatsachen lehren, 
die mit der Organisation und der Lebensweise ihrer Träger im 
innigsten Zusammenhange stehen. 

Der zweite Zweck, den das Studium solcher Schalen hat, 
ist der Aufbau einer gesicherteren Kenntnis der Tatsachen der 
geographischen Verbreitung, und zwar nicht bloß für die Gegen- 
wart, sondern auch für die Vorzeit. Die große Abhängigkeit 
des Mollusks von Klima und Boden, die geringe Bewegungs- 
fähigkeit, die leichte Fossilisation der Hartteile und die Häufig- 



*) Vergl. Talaina mirahüis v. Moell. von der Insel Leyte in Ber. Senck. 
Nat. Ges. 1893 p. 127, Taf. 5, Fig. 2. 



— 183 — 

keit des Auftretens sind Momente, wie sie sich gleich günstig 
bei keiner andern Klasse oder Ordnung des Tierreiches zum 
zweiten Male finden. 

Wie scharf ist nicht die Inselgruppe der Philippinen z. B. 
gekennzeichnet durch jene reiche Fülle der Cochlostylen ! Und 
was folgt daraus? Daß Inseln, wo nur noch eine Art oder 
wenige Arten von echten Cochlostylen auftreten, wie z. B. 
Palawan (Paragua), trotzdem die Insel politisch zu den Philip- 
pinen gerechnet wird, nicht hierher, sondern zu dem benach- 
barten Borneo (das auf der Ostküste nur noch drei Arten von 
Cochlostyla beherbergt) gehört, mit dem es auch in andern 
Tierformen übereinstimmt. Wie scharf und wie lehrreich ist 
nicht die Scheidelinie zwischen dem südlicheren Waldgebiet in 
Asien, das durch die Verbreitung der Gattung Clausula- Phaedusa 
mit ihren bald tausend Arten charakterisiert wird, und dem 
nördlich vorgelagerten Steppengebiet mit seinen Hunderten von 
Arten von Buliminus. Keine einzige Phaeduse ragt nach Norden 
in die Steppe ! Und auch die südlich davon liegenden, so schnecken- 
reichen Philippinen besitzen nur eine einzige Art aus dieser 
Gattung ! 

Ungleich ist der Wert der Landschneckengattungen für 
die Fragen der geographischen Verbreitung. Die einen — meist 
die größeren — zeigen sich lokalisiert und lassen die sichei"sten 
Schlüsse zu auf heutige oder frühere Wanderungen; die anderen 
— meist die kleinen und kleinsten — haben weltweite Ver- 
breitung, die sie schon besessen haben mögen, bevor der Mensch 
mit seinem Handelsverkehr zu Schiff und mit der Eisenbahn 
zahlreiche Arten verschleppt hat. Nicht bloß das Wasser, das 
den Schnecken von der Höhe zur Tiefe unwillkommene Reise- 
gelegenheit bietet, auch der Wind — und dieser in hervor- 
ragendem Maße, wenn er die dürren Blätter mit den daranklebeuden 
Tieren vor sich hintreibt — haben zur Ausbreitung dieser Klein- 
formen mit beigetragen. 

Weniger groß für die Lösung von Verbreitungsfragen ist 
dagegen im Vergleiche zu den Landschnecken die Bedeutung 
der Süßwasser-Schnecken und -Muscheln. Ihnen war schon in 
den älteren Zeiten der Erdgeschichte eine höhere Plastizität 
der Kalkschale eigen, die allein es ermöglichte, daß sie sich in 
den Hauptgattungen bis auf die heutige Zeit erhalten konnten. 



— 184 — 

Versuche haben gezeigt, ^) daß die Ansiedelung von Flußformen 
in Seen und umgekehrt schon in der ersten Generation Um- 
formungen der Schale zustande brachte, die es den Tieren in 
vielen Fällen gestattete, in den veränderten Existenzbedingungen 
weiterzuleben. Diese Eigenschaft und die notorisch größere 
passive Lokomotionsfähigkeit der Süsswassermollusken müssen 
wir berücksichtigen, wenn wir Schlüsse ziehen wollen auf die 
Art des Zustandekommens der Faunen eines Landes in der 
Jetztwelt wie in der Vorzeit. 

Es ist ja der Grundgedanke richtig, daß die vor Ihnen 
liegenden, heute noch in China oder auf den Philippinen lebenden 
Schnecken und Muscheln abstammen von anders gestalteten 
Vorfahren, aber wir dürfen es dabei nicht als ein Axiom hin- 
stellen, daß diese Urformen auch auf demselben Boden und in 
dem gleichen Lande gelebt haben müssen. Pilsbry hat diese 
sonderbare Theorie, die ich die zoologische Monroe-Theorie 
genannt habe, für Amerika aufgestellt. Er vindiziert „Amerika 
den Amerikanern, Europa den Europäern". Mit anderen Worten: 
Alle in Amerika lebenden Mollusken stammen nach Pilsbry 
von amerikanischen Urformen ab; die Arten des europäischen 
Tertiärs sollen keine uähere Verwandtschaft mit solchen Asiens 
und Ozeaniens haben, und noch viel weniger mit solchen 
Amerikas. Ich brauche hier wohl nicht zu wiederholen, wie 
falsch dieser Satz ist. Ich erinnere nur daran, daß z. B. die 
leicht kenntliche, wie ein kleiner Pantoffel gebildete Schale der 
Gattung Omidlachia, die sich hier in den üntermiocänschichten 
am Affenstein gefunden hat, neben Strobihis und Leneochihis 
derselben Frankfurter Ablagerungen, heute nur noch auf der 
Insel Kuba lebt. Kinkelin kann Ihnen in seinem unter- 
irdischen Reiche Dutzende von echten Tropenschneckeu der 
Gattungen Ckloritis, Nanina, Oleacma und Melania mit echt 
asiatischer oder amerikanischer Verwandtschaft vorlegen, und — 
wollen wir die meerischen Miocänablagerungen des österreichisch- 
ungarischen Beckens, der ersten und zweiten fälschlich soge- 
nannten Mediterranstufe des ehemaligen Mittelmeeres hier 
ebenfalls heranziehen — so kann er Ihnen mitteilen, daß wir 
wohl 70 Arten von Kegelschnecken {Conus) aus diesen Schichten 



') K. Semper 1. c. Bd. I p. 132 und 197, II p. 12. 



— 185 — 

kennen, die alle mit einer einzigen Ausnahme ihre nächsten 
Verwandten in den tropischen Meeren haben, d. h. die als die 
wahren und echten Vorfahren dieser heutigen Tropenbewohner 
angesehen werden müssen. In meiner reichen Privatsammlung 
liegen sie zumeist noch mit den untadelhaft erhaltenen Farben- 
zeichnungen neben ihren jetzt noch lebenden Kindern und 
Kindeskindern. 

Es ist oft, und selbst von Semper^), eingewendet worden, 
die Vergleichung der Schalen der Landschnecken reiche nicht 
aus, um immer und unter allen Umständen die Gattung, zu der 
das betreffende Tier gehört, zu erkennen. Dieser Einwand ist 
falsch und rührt von Leuten her, die die mühsame und zeit- 
raubende Schule der Systematik nicht absolviert haben. Kobelt, 
V. Mo eilen dorff, v. Martens und selbst Pilsbry werden 
mir darin recht geben. Es sind mir überhaupt nur ein paar 
Fälle bekannt, wo sich nahe verwandte Arten — die sich (wie 
Trichia rubiginosa A. Schm. und sericea Drap.) durch die Zahl 
oder Form ihrer Liebespfeile trennen — am Gehäuse nicht 
unterscheiden lassen. Daß es im Meere lebende Gehäuseschnecken 
gibt, die absolut gleiche Schalenform und Oberflächenskulptur 
besitzen, die sich aber durch Heterostylie, d. h. durch grund- 
verschiedene Wirbelbildung und abweichendes Embryonalende 
von einander unterscheiden, und die systematisch zu ganz ver- 
schiedenen Gattungen einer Familie oder Arten einer Gattung^) 
gehören, ist mir wohl bekannt, gehört aber streng genommen 
nicht hierher. Nur wenn, wie das bei fossilen Schnecken aller- 
dings häufig genug vorkommt, die Gehäusespitze abgebrochen 
ist, entsteht hier eine Unsicherheit in der Namengebung. — 
Wie die Eigentümlichkeit der Heterostylie freilich zu erklären 
ist, scheint noch vollkommen dunkel zu sein. Die Tatsache ge- 
hört in das schwierige Kapitel der sogenannten Konvergenz- 
erscheinungen. 

Sie sehen also, eine wie reiche Fülle von Anregungen 
wissenschaftlicher Art eine solche Schalensammlung zu bieten 
in der Lage ist. Aber nur der versteht daraus sichere Schlüsse 
zu ziehen, dem eine große Auswahl, eine lückenlose Reihe von 



') Wie z. B. gewisse Pleurotomiden, die sich in der Form um Drillia 
crispata Jan scharen. 



- 186 — 

Objekten zu Gebote steht. Pilsbry würde seine unhaltbare 
Monroe-Doktrin nicht aufgestellt haben, wenn ihm der kostbare 
Schatz fossiler Arten, den unsere Frankfurter Sammlungen 
bergen, zur Verfügung gestanden hätte. Aber auch wir werden 
weitere Schlüsse, wie ich Ihnen einige vorgeführt habe, nicht 
ziehen können, wenn wir nicht ausreichendes Handwerkszeug 
dazu von Ihnen, verehrte Damen und Herren, und von anderen 
Gönnern erhalten. Gute Arbeit erfordert gutes* Rohmaterial; 
die Sicherheit der Weiterforschung beruht auf einem reichen 
und lückenlosen Anschauungsmaterial. Ist es vorhanden, so 
ziehen wir auch damit Arbeiter herbei und sichern zugleich 
künftiger Arbeit den festen Boden! 



— 187 



Die Sehorgane der Wirbeltiere. 

Vortrag, gehalten beim Jahresfeste 

der Senckenbergischen Natnrforschendeu Gesellschaft 

am 17. Mai 1903 

von 

Dr. med. Otto Schnaudigel. 



H c h a n s e h n 1 i c h e F e s t v e r s a m m 1 u ii g ! 

Unter allen Systemen, welche vom Ektoderra stammend 
als Sinnesorgane Reize der Außenwelt dem Organismus sinn- 
fällig übermitteln, ist das Studium der Sinneszellengruppe eines 
der anziehendsten, die, durch Ätlierschwingungen, durch das 
Licht erregt, den empfangenen Reiz der Nervenzentrale zuführt. 
Es wäre überflüssig, alle die Faktoren aufzuzählen, welche das 
am weitesten in der Tierreihe verbreitete Sinnesorgan, das Auge, 
zu einem so wichtigen Werkzeug für seinen Träger machen, ein 
Werkzeug, das Umriß der Gestalt, Helligkeit und Farbe, Tiefen- 
wahrnehmung und Bewegungsmaße blitzschnell und kontinuierlich 
angibt. 

Bei der vergleichenden Betrachtung des anatomischen Baues 
und der physiologischen Funktion der Organe ist es nicht an- 
gängig, einen Typus als besonders bevorzugt hinzustellen; 
denn würdigt man die Organe des Einzelwesens nach den An- 
forderungen, welche gerade dieses Individuum an sie stellen 
muß und beurteilt mau sie nach dem jeweiligen Anpassungsgrad, 
wie sie ein Optimum und nicht ein Maximum von Arbeitsleistung 
bieten, so sind alle animalischen Einrichtungen gleich zu bewerten. 

Aber trotz des Bestrebens der relativen Gleichschätzung 
sind wir bei der Durchmusterung der Tieraugen überrascht von 
ihrer weitgehenden Diierenzierung, von den. zahlreichen An- 



— 188 — 

passungsformen und von den analogen Befunden an Augen von 
Lebewesen, die in der Tierreihe weit von einandei' stehen. 

Allerdings stellen Lebensweise und Aufenthaltsort die ver- 
schiedensten Aufgaben an den Sehakt: der spähende E'ernblick, 
den der Raubvogel auf hunderte von Metern hat, das rasche 
Taxieren der Entfernungen, wie es der Vogel im Flug, das 
Raubtier auf der Jagd übt, das scharfe Einstellen in Medien 
von wechselnder Brechung, in Luft und Wasser — bei Wasser- 
säugetieren und Amphibien — , das Sehen in der Nacht oder in 
den flüstern Tiefen des Meeres haben Gestalt und Ausrüstung 
des Auges in der mannigfachsten Weise abgewandelt. Dabei 
weist das Vertebratenauge immer dasselbe Grundprinzip auf: 
eine Camera obscura mit Schutz- und Bewegungsorganen, deren 
nach der Außenwelt gerichtete Seite durchsichtig ist. die Cornea ; 
hinter der Cornea die Kristallinse, mit der Cornea zu einem 
dioptrischen System vereinigt, abzublenden durch die kontraktile 
Iris; eine lichtperzipierende Schicht, die Netzhaut, deren Ein- 
drücke der Sehnerv dem Gehirn zuleitet, und endlich die Stoff- 
wechselorgane zur Ernährung. 

Wenngleich in dem engen Rahmen dieses Vortrags nur 
eine Vergleichung der Wirbeltieraugen versucht werden soll, 
sei es doch gestattet, einige Worte über das Auge der Wirbellosen 
zu sagen und besonders das Cameraauge derselben kurz zu 
skizzieren. 

Ob das Protoplasma der Protozoen wie auf andere Reize 
so auch auf das Licht zu reagieren vermag, bleibe dahingestellt ; 
sicher ist das Auftreten von Lichtsinnesorganen erst bei den 
Metazoen. Sinneszellen in Ektodermverdickungen mit Pigment- 
anhäufung und Cuticulabildung werden als Augen gedeutet, so 
die Gebilde am Scheibenrand der Medusen. Einzelne Licht- 
sinneszellen oder die aus mehreren Lichtsinneszellen zusammen- 
gesetzten pigmentierten Sehgruben des Epithels sind häufig bei 
niederen Tieren anzutreffen, oft neben höher differenzierten 
Sehorganen. Wachsen die Sehzellen im Sinne von Kugelradien 
über die Kürperoberfläche aus, so entstehen die viellinsigen 
zusammengesetzten Fächeraugen der höheren Insekten, als 
Hauptaugen und Nebenaugen in wechselnder Anzahl ; das Epithel 
geht entweder direkt in die Sehzellen über — das einschichtige 
Fächerauge, oder das Epithel zieht über dem Auge hinweg — 



— 189 — 

das zweiscliichtige B^'ächerauge. Bildet der Chitinmautel über 
dem zweischichtigen Auge eine linsenartige Verdickung, so 
haben wir das Stemma vieler Arthropoden. Der Formen- und 
Strukturenreichtum dieser Augen ist ein ungeheuerer. 

Eine Sonderstellung nimmt das unpaare Auge der Ascidien- 
larve ein, indem es sekundär aus dem Ektoderm entsteht. 
Ähnlich der Anlage des Wirbeltierauges entwickelt sich aus der 
oberen und hinteren Wand der Hirnblase ein als Sehorgan zu 
deutendes Gebilde mit radiär gestellten Sinneszellen und einem 
lichtbrechenden Körper; auch die Salpen, sie aber im ausge- 
bildeten Zustand, erzeugen verwandte Lichtperzeptoren aus der 
Gehirnwandung und geben so einen Beleg für engere Beziehungen 
zwischen den Tunikaten und den Wirbeltieren. 

Die Hohlaugen sind im Tierreich durch zwei streng zu 
sondernde Typen vertreten, deren anatomische Unterschiede 
sich durch die Ontogenese erklären. Senken sich die Sehzellen, 
Fühlung suchend mit dem Zentralnervensystem grubenförmig in 
die Epidermis ein, so haben wir das Napfauge, das primitivste 
Hohlauge, wie es die Prosobranchier aufweisen. Das freie Ende 
der Sehzellen ist pigmentiert und überzogen von einer schützenden 
Cuticularschicht, deren Bildung den die Sinueszellen stützenden 
Zwischenzellen zufällt. Diese ektodermale Sehgrube ist der 
Ausstülpung des Vorderhirns analog, die bei den Wirbeltieren 
zur Bildung der primären Augenblase führt. Schnürt sich die 
Ektodermgrube durch Annäherung und Verwachsung der Gruben- 
ränder als geschlossene Blase ab, über die das durchsichtige 
Epithel hin wegzieht, so ist das Cameraauge der Gastropoden 
fertig. Sein hinterer Pol wird vom Sehnerv umfaßt. Die voll- 
endete primäre Augenblase der Vertebraten ist das Analogon 
dieser Bildung, die, um bei dem vielgebrauchten Vergleich mit 
photographischen Instrumenten zu bleiben, einer Lochkamera 
entsprechen würde. Die lichteinlassende Epithelschicht baut 
bei den Cephalopoden Iris und Linse auf. Die Sehzellen stehen 
konvergent nach dem Augenlumen zu, mit ihren Endigungen, 
den Stäbchen, nach innen. 

Die Erstanlage des Vertebratenauges ist auch eine abge- 
schnürte, ektodermale Blase, der Ort ihres Entstehens aber ist 
das Vorderhirn, welches diese primäre x4.ugenblase nach der 
Haut zuschickt. Die primäre Augenblase tritt mit der Haut 



— 190 — 

in Kontakt und stülpt sich becherförmig ein. Dadurch werden 
seine Sehzellen divergent mit ihren Enden dem Gehirn zuge- 
richtet. Der Becherrand umfängt die Linse, welche vom Inte- 
gument abgeschnürt und in den Augenbecher, die sekundäre 
Augenblase, eingesenkt wird. Das über der Linse sich schließende 
Epithel wird zur durchsichtigen Hornhaut. 

Diese Ontogenese beherrscht die ganze Wirbeltiergruppe; 
nur der Amphioxus macht eine Ausnahme, der am Vordereude 
des Vorderhirnbläschens einen unpaaren Pigmentfleck führt, eine 
dem Ascidieularvenauge vielleicht verwandte Anlage. 

Außer den paarigen Augen entstehen aus demselben Vorder- 
hirnteil, dem späteren Zwischenhirn, unpaarige, aber auch paarige 
Augenblasen, die dem Scheitel zustreben und die sich in mehr 
oder weniger ausgesprochener Rückbildung durch die ganze 
Wirbeltiergruppe nachweisen lassen. 

Dieses mediane Auge (Parietalauge, Pinealauge, Epiphysen- 
auge) war sicherlich bei vielen fossilen Amphibien und Reptilien 
ein wohlausgebildetes Cyklopenauge, da bei den paläozoischen 
Stegocephalen ein Parietalloch in der Schädeldecke vorhanden 
ist, das bei Anthrakosauriis raniceps, wie die Orbita der paarigen 
Augen, der Hautbedeckung entbehrte. 

Während das Pinealauge bei den Myxinoiden eine weit- 
gehende Rückbildung erfahren hat, weisen die Petromyzonten 
zwei Scheitelbläschen auf, ein dorsales und ein ventrales, über 
denen das Schädeldach pigmentfrei ist. Bei den Selachiern 
ist ein Parietalorgan nicht nachweisbar, wohl aber eine bis in 
die Schädeldecke reichende Epiphyse; den Teleostiern kommt 
ein verkümmertes Parietalorgan zu. Zweifelhaft ist es bei den 
Amphibien, während von den Reptilien besonders die Lacertilier 
ausgesprochene Stirnaugenreste besitzen. Bei den Vögeln ist 
die Glandula pinealis (Zirbeldrüse) bereits in einen binde- 
gewebigen Sack umgewandelt; dessen distales Ende noch Fühlung 
mit der Dura mater gewinnt. Die mächtige Entwickelung der 
Großhirnhemisphären der Säuger legt die Zirbel nach hinten um 
und drängt sie so weit vom Schädeldach ab, daß jede Verbindung 
mit demselben unterbrochen wird. 

Im Anschluß an diese Rückbildungen seien auch diejenigen 
Vertebraten angeführt, welche durch das Leben im Dunkeln eine 
Verkümmerung der bilateralen Augen erlitten haben : die blinden 



— 191 — 

Höhlenfische Kentuckys und Kaliforniens, der 01m des Karstes, 
die Wurmschlangen und der Maulwurf ; vielleicht sind auch die 
auf niederer Stufe stehenden Augen der Cyklostomen Rudimente. 

Schon bei der Nebeneinauderstellung der relativen Größen 
und der Formen des Augapfels ergeben sich beträchtliche Diffe- 
renzen: das menschliche Auge wiegt Vioooo des Körpergewichtes, 
ebensoviel das des Pferdes; das Auge der Glattnatter wiegt 
Vsooo; unter allen Vertebraten haben die Vögel die relativ 
größten Augen, so wiegt das Auge der Rauchschwalbe Vso des 
Körpergewichtes. 

Die kugelige Bulbusform mit annähernd gleicher Sklera- 
dicke treffen wir bei den landbewohnendeu Säugern; bei den 
Wassersäugetieren, deren vier Ordnungen auch am Sehorgan 
phylogenetisch konvergente Anpassungsmerkmale tragen, ist der 
Bulbus flacher durch Verkürzung des antero-posterioren Durch- 
messers; die Sklera ist am Äquator und am Fundus mächtig 
verdickt, der Optikus stark eingescheidet. Auch die Reptilien- 
und Amphibienbulbi nähern sich der sphärischen Form ; ihr 
vorderer Abschnitt ist abgeflacht bei den Fischen. Anders die 
Konfiguration vieler Vogelaugen, besonders die der Nachtraub- 
tiere: der Augengrund mit großem Radius ist mit dem stark 
gewölbten Cornealteil durch einen kegelartigen Tubus ver- 
bunden, dessen Ansatz an den Augengrund dem Organ eine 
kantige, äquatoriale Ausladung verleiht. Das Teleskopauge der 
Tiefseefische ähnelt im Längsschnitt einem Rechteck; seine 
schmale Seite liegt nach vorn zu, überragt von der kugeligen 
Cornea, die entgegengesetzte Schmalseite trägt die Hauptretina ; 
beide tubusartige Augen sind durch ein dünnes Septum getrennt, 
ihre Längsachsen sind parallel. Bei einem Tiefseefisch, dem 
Stylophthalmus, sind die Augen auf Stielen vorgeschoben, die 
Vö der Körperlänge messen. 

Bis zu den Monotremen, in aufsteigender Linie, sind 
knorpelige und knöcherne Umwandlungsprodukte in die Sklera 
eingelagert. Bei den Selachiern geht sie eine gelenkartige Ver- 
bindung in der Nähe der Optikusinsertion mit einem vom Kranium 
geschickten Knorpelfortsatz ein. 

Die Cornea, in wechselndem Verhältnis die Bulbusoberfläche 
einnehmend, schmiegt sich im allgemeinen der Fläche eines drei- 
achsigen Rotationsellipsoides an, dessen längste Achse mit der 



- 192 — 

Bulbusachse zusammeufällt. Bei den Wassersäugetieren bedingen 
statische Momente Verdickungen der Randteile. Vielfach wird, 
mit Unrecht, die Hornhaut der Fische als flachgebaut ange- 
geben; sie ist meistens gut gewölbt und beim Tiefseefisch oft 
kugelig. 

Die Schutzorgaue des Augapfels sind bei den Fischen 
muskellose Falten, auch die Lider der Amphibien und Reptilien 
weisen einfache Verhältnisse auf; das Lid des Chamäleons ist 
ringförmig wie eine Iris. Den Selachiern und Landwirbeltieren 
kommt ein drittes Lid, die Nickhaut zu, die bei den Säugern mit 
der höheren Entwickelung der Lidmuskulatur zurückgebildet wird. 
Bei den Schlangen geht die durchsichtige Körperhaut lose über 
die Hornhaut weg und diese Pseudohornhaut unterliegt der 
Häutung. Außer den Lid- und Tränendrüsen, die den Fischen 
fehlen, haben die Vertebraten von den Anuren ab bis in die 
Säuger hinein eine Nickhautdrüse, die Hardersche Drüse. 

Die glättende Tätigkeit der Lider wird bei den Fischen 
durch die Muskeln des Augapfels in der Weise ersetzt, daß sie 
den Bulbus um einen rechten Winkel nach abwärts zu stülpen 
und so am untern Orbitalrand zu glätten vermögen. 

Zwischen der starren Bulbuskapsel und der lichtempfind- 
lichen Netzhaut liegt die Blutgefäßhaut, die Chorioidea, die aus 
dem Mesoderm stammend durch einen Spalt in den ektodermalen 
Augenbecher eindringt. Gegen die Sklera zu ist sie oft durch 
eine Pigmentschicht oder durch eine silberglänzende Membran, 
die Argentea, abgegrenzt und häufig gegen die Retina zu durch 
eine metallschimmernde Haut, das Tapetum lucidum. Aus der 
Chorioidea entstellt vor der Linse die Augenblende und um den 
Äquator der Linse herum das ringförmige Corpus ciliare mit 
zirkulärem und meridionalem Muskel, der erst bei den Reptilien 
in höhere Entwickelungsstadien tritt. 

Aus der Mesodermeiuschiebung gehen bei den Fischen, 
Reptilien und Vögeln noch andere Gebilde hervor : bei den Fischen 
ein dünner vom Augengrund nach vorn zum untern Linsenrand 
verlaufender Strang mit einem aus glatten Muskelfasern be- 
stehenden Zwischenstück, der Campanula, besser Retractor lentis 
genannt: bei den Vögeln und Reptilien — die Chelonier ausge- 
nommen — ein pyramidenförmig der Optikuseintrittstelle auf- 
sitzendes und gegen die Linse wachsendes Konvolut von Gefäßen, 



— 193 - 

das Pecten, nach Denissen kos Untersuchungen ein Bhit- und 
Lymphorgan für die hier gefäßlose Retina. 

Nach dieser vergleichenden Übersicht über die Figuration 
des Auges erübrigt uns die Besprechung des bildentwerfenden 
Apparates und der bildempfangenden und -fortleitenden Netzhaut. 

Die Linse, jenes vom Integument abgeschnürte, aus meri- 
dioualen, kompliziert verlaufenden Fasern aufgebaute durch- 
sichtige Gebilde, ist bei dem Menschen und den Primaten bikonvex 
mit einer mehr gekrümmten Hinterfläche und einer flacheren 
Vorderfläche; bei den übrigen Wirbeltieren finden sich alle Über- 
gänge von der Linsenform zur Kugelform, letztere besonders bei 
den Wassersäugetieren und Fischen, bei denen der Linsenkern 
zudem einen sehr hohen Brechungsexpouenten besitzt. 

Die Linse der Vögel und Saurier besteht in einem Linsen- 
kern, den Meridionalfasern aufbauen, und einem äquatorialen 
Linsenwulst, der aus radiären Fasern gebildet wird ; der weiche 
Innenkern erlaubt eine ausgiebige Formveränderung der Linse 
und ist wahrscheinlich infolge seiner Weichheit weniger der Star- 
bildung ausgesetzt. 

Das Hornhaut-Linsensystem ist bei allen Wirbeltieren, mit 
Ausnahme der Fische, derart konstruiert, daß das Auge beim 
Blick in die Ferne scharf sieht, daß also parallel einfallende 
Strahlen sich in der perzipierenden Netzhaut oder, was noch 
häufiger ist, hinter derselben schneiden : mit andern Worten, die 
Tieraugen sind emmetropisch oder hypermetropisch. Das Fisch- 
auge dagegen ist unter Wasser eingestellt für divergent ein- 
fallende Strahlen, für die Nähe; es ist kurzsichtig. 

Um die Augen zu befähigen, in verschieden großen Ent- 
fernungen klar zu sehen, also für beliebige Distanzen einzu- 
stellen, wären vier physikalische Möglichkeiten gegeben : 

1) durch stärkere Linsenkrümmung, 

2) durch Annäherung der Linse an die Hornhaut, 

3) bei kurzsichtigen Augen durch Annäherung der Linse 
an die Retina, 

4) durch Annäherung der Retina an das dioptrische 
System. 

Nur diese letztere Einstellung, es ist die der photographischen 
Camera mit beweglicher Mattscheibe, ist bei der Starrheit der 
Bulbuswaudung nicht möglich. Die drei ersten Eiustellungsmodi 

13 



— 194 — 

finden wir als positive und negative Akkommodation bei fast 
allen Wirbeltieren. 

Die stärkere Linsenkrümmung kommt dadurch zu stände, 
daß die in dem elastischen Riugband des Ciliarmuskels aufge- 
hängte elastische Linse durch den radiären Zug des Ringmuskels 
flach gespannt wird. In dem Maße als sich der Ciliarmuskel 
kontrahiert, geht die Linse in den mehr konvexen Ruhezustand 
zurück. Als klassischer Beweis dieser Akkommodationstheorie 
sei das Experiment von Heine augeführt. Reizt man in dem 
einen Auge eines dreijährigen Javaaffen den Akkommodations- 
muskel durch ein Medikament und lähmt ihn durch ein ent- 
gegengesetzt wirkendes Mittel in dem andern Auge, so kann 
man nach Herausnahme der Augäpfel durch ein geeignetes 
Härtungsverfahreu den Ciliarmuskel, die Linse und die Iris 
fixieren: das Muskelprofil und der Irisrand rücken vor und die 
Linse verdickt sich in axialer Richtung. Die aufeinandergelegten 
Durchschnitte veranschaulichen am besten den Vorgang. 

Die Akkommodation wird um so schärfer sein müssen, je 
größer das Auge, je weiter die Pupille und je feiner das Netz- 
hautmosaik ist. 

In schwankender Amplitude ist dieser Einstellungsmodus 
eigen den Eidechsen, den Schildkröten — insonderheit den 
amphibisch lebenden Teichschildkröten — , den Krokodilen, von 
den Schlangen sicher der Würfelnatter, den Vögeln in hohem 
Maße und allen Säugern. Sehr ausgiebig ist die Akkommodation 
beim Menschen, Affen, bei den Raubtieren, außerordentlich 
kräftig bei der Fischotter, deren Horuhautkrümmung unter 
Wasser wirkungslos wird, bei den Robben. Wenig- entwickelt 
erscheint sie bei allen Nachttieren, den Haustieren, Wieder- 
käuern, Huftieren, Nagern und Walen. 

Als Hilfsmittel zur Erzielung eines scharfen Bildchens 
dient die Pupille, welche bei den Reptilien und Vögeln durch 
einen quergestreiften Ringmuskel, also durch einen dem Willen 
unterworfenen Apparat, verengert werden kann. Während bei 
glatter Irismuskularis die Verengerung der Pupille unabhängig 
vom Willen zeitlich nach der Akkommodation erfolgt, schließt 
der Vogel blitzschnell, synchron mit der Einstellung seine Blende. 
Die häutig auftretende Spaltform derselben dient zudem bei 
Hornhäuten mit unregelmäßiger Krümmung zur Ausschaltung 



— 195 — 

dieses Fehlers und gibt senkrecht oder wagrecht stehend je 
nach den Lebensmodalitäten des Tieres ein mehr vertikal oder 
horizontal ausgedehntes Gesichtsfeld. 

Anders läuft derEinstelhmgsmechanismus bei den Amphibien 
und den Schlangen ab, sofern ihnen ein solcher überhaupt zu- 
kommt. Hier übt der an der Corneoskleralgrenze liegende 
Ringmuskel — bei den Schlangen ein quergestreifter Muskel 
der Iriswurzel — durch Kontraktion einen Druck auf den Glas- 
körper aus, der die starre Linse nach dem vorderen Augenpol 
zutreibt. Dieser Mechanismus ist übrigens auch bei einigen 
Schildkröten vorhanden, kombiniert mit einer Linsenverdickung, 
wodurch diese Tiere eine außerordentlich große Akkommodations- 
breite erlangen und befähigt sind, auf dem Land und unter 
Wasser scharf zu sehen. 

Viele Amphibien vermögen angeblich nicht zu akkommodieren. 

Das Auge der Fische, im Ruhezustand angepaßt für 
divergent einfallende Strahlen, sieht in der nächsten Umgebung 
deutlich, in der weiteren schlecht. Es ist also kurzsichtig unter 
Wasser und über Wasser durch Hinzutreten der Hornhaut- 
brechung noch kurzsichtiger. Die kugelige Linse ist nicht 
zirkulär am Äquator befestigt, sondern hängt oben an einem 
breiten Band, während an die untere Partie vom Augengrund 
her der Processus falciformis mit der kontraktilen Campanula 
tritt. Zieht sich dieselbe zusammen, so bewegt sich die Linse 
der Retina zu und zugleich etwas temporal untei- leichter Drehung 
um die Querachse. Ihr hinterer Brennpunkt wird daher der 
Retina genähert, so daß der Fisch bei maximaler Campanula- 
kontraktion für parallele Strahlen, also für die Ferne, einzu- 
stellen vermag ; mit andern Worten : der Fisch akkommodiert 
im Gegensatz zu allen übrigen Vertebraten aktiv für die Ferne 
und passiv durch Nachlassen des Campanulatonus für die Nähe. 
Die Pupillenverengerung hält gleichen Schritt mit der Ein- 
stellung, sie ist bei den Haien sehr energisch. 

Der linsenbewegende Muskel wird, ähnlich dem glatten 
Ciliarmuskel, durch Atropin gelähmt. 

Es bleibe nicht unerwähnt, daß oftmals bei querovaler 
Fischpupille — auch bei der Ceylonbaumschlange ist es beob- 
achtet — die Linse nicht ganz das Pupillargebiet ausfüllt und 
nasal ein linsenloser Pupillenraum besteht. 

13* 



— 196 — 

Bei den Tief Seefischen, deren Kenntnis dnrch die Ausbente 
der Valdiviaexpedition erweitert worden ist, liegen die vorhin 
geschilderten Augenröhren parallel nebeneinander und die Linse 
entwirft auf der mächtig entwickelten Retina am Ende des 
Tubus ein Bild der näheren Gegenstände, die möglicherweise 
von beiden Augen zugleich gesehen werden. An der medialen 
Wand haben diese Augen noch eine dünnere Retina, die Neben- 
retina, die wahrscheinlich zum einseitigen Sehen für die weitere 
Umgebung dient. 

Im Jugendzustand haben die Horizontalschnitte dieser 
Augen einen von der Linie Sehnervenkopf — Hornhautscheitel aus 
annähernd symmetrischen Bau; durch Verlegung der Hornhaut 
nach vorn zu, durch Ausziehung des langen Mittelstücks zwischen 
Cornea und Fundus wird der temporale Netzhautabschnitt zur 
Hauptretina, der nasale zur Nebenretina. Die weit von den 
Wirbeltieren abstehenden in der Tiefsee lebenden Crustaceen 
haben in ihren Frontaugeu und Seitenaugen, die zu den Fächer- 
augeu zählen, durch Anpassung ganz konvergent gebildete 
Organe. 

Die Dunkelheit in den Tiefen des Weltmeeres ist eine 
absolute. Eine versenkte photographische Platte zeigt selbst 
nach tagelangem Verweilen in solchen Tiefen keine Belichtung 
melir. Die Beutetiere der Tiefseefische phosphoreszieren und 
gelangen dadurch dem Tiefseefisch zur Wahrnehmung. Unter 
diesen hat der Argyropelecus selbst Leuchtapparate seitlich von 
seinen Augen, die merkwürdigerweise seine Cornea und Linse 
beleuchten. 

Bei der Schilderung der anatomischen und physiologischen 
Verhältnisse der Netzhaut muß ich in Anbeti'acht des großen 
Materialumfangs für die kursorischen Daten um Ihre besondere 
Nachsicht bitten. E dinger hat an dieser Stelle vor 11 Jahren 
dieses Thema behandelt. 

Die Netzhaut, das innere Blatt der sekundären Augen- 
blase, ist, um mit Fürbringer zu sprechen, ein vom Gehirn 
detachiertes Organ : der Stiel der Augenblase, der Sehnerv, ist 
die Verbindungsbrücke zwischen diesem vorgeschobenen Ganglion 
und der Zentrale, also kein peripherer Nerv. Das Außenblatt 
der sekundären Augenblase wird zum pigmenthaltigen Isolier- 
apparat der Sehzellen, zum Tapetura nigrum, oder bei vielen 



— 197 — 

Tieren, besonders bei den Naclittieren , zum reflektierenden 
Tapetum lucidum, welches die schwachen Lichtstrahlen nochmals 
durch Reflexion auf die Sehzellenschicht wirken läßt. Das 
Tapetum führt bei Fischen und Reptilien zuweilen Guaninkalk 
und erscheint dadurch blendend weiß. 

Durch die ganze Vertebratenkette ist die Struktur der 
Retina im Prinzip dieselbe; Fische und Säugetiere einerseits, 
Reptilien und Vögel andererseits lassen nähere Beziehungen er- 
kennen. Die Sehzellen, Stäbchen und Zapfen, liegen mit ihren 
Endgliedern nach außen in der Peripherie der Netzhaut, sie 
senden in die Netzhaut hinein einen Zellenfortsatz. Die großen 
Ganglienzellen liegen an der Innenseite der Netzhaut; sie ent- 
senden die Sehnervenfasern, deren Gesamtheit die innerste 
Retinaschicht bilden, zum Sehnerven. Nur beim Petromyzon 
liegt die Sehnervenfaserschicht inmitten der Retina. Zwischen 
die peripheren Sehzellen und die großen Ganglienzellen schalten 
sich als Vermittler die bipolaren Zellen ein. 

Der Leitungsanschluß unter den Zelleinheiten ist verschieden ; 
die Stäbchen enden mit einer Keule, die von dem aufgefaserten 
Bipolarenfortsatz umsponnen wird, auch der andere Bipolaren- 
fortsatz fasert sich auf und umklammert den Ganglienzellenleib. 
Die Zapfenfaser endet in einer kurzfaserigen Basalwurzel und 
gewinnt mit dem Bipolarenfortsatz Kontakt ; der andere Bipolaren- 
fortsatz geht aber nicht zum Ganglienzellen leib, sondern tritt 
in Berührung mit einem entgegengeschickten, ebenfalls aufge- 
faserten Ganglienzellen f o r t s a t z. 

Man bezeichnet jede Nervenbahn, die durch ein Zell- 
individuum gebildet wird, als Neuron. Der einfachste Sehakt 
ist für eine Sehzelle folgender. Das vom Licht gereizte Außen- 
glied zieht sich zusammen und verdickt sich ; das isolierende 
Pigmentepithel, in welches die Außenglieder eintauchen, fließt 
dem sich zurückziehenden Außenglied nach. Die Sehzelle leitet 
den Reiz bis zum Ende ihres Zellfortsatzes: erstes Neuron. 
Der Reiz durchläuft die Bipolare, zweites Neuron, welches die 
Ganglienzelle induziert. Die GanglienzeUe schickt den Reiz 
durch den Achsencylinderfortsatz via Sehnerv zum zentralen 
Höhlengrau : drittes Neuron. Hier im Höhlengrau ist bei Fischen 
und Amphibien die Zentrale zu lokalisieren, in der das Ge- 
sehene zum Bewußtsein kommt, die Sehseele ; von hier aus gehen 



— 198 — 

die Associationen nach den anderen Zentren des Gehirns. Mit 
der Ausbihlung' der Hirnrinde bei den Reptilien, Vögeln und 
Säugern wandert die Seh Sphäre nacli dem Hinterliauptslappen 
und die im Höhlengrau differenzierten Gebilde: Kniehöcker, 
vorderes Vierhügelpaar, das Pulvinar des Sehhügels werden zu 
primären optischen Ganglien. Die Verbindungsfasern derselben 
mit dem sekundären optischen Ganglion, eben der Hiuterhaupts- 
rindenregion, werden zum vierten Neuron und die Associations- 
bahnen der Sehsphäre zu den Denkzentren das fünfte. 

Dieses Schema : ein Zapfen, eine Bipolare, eine Ganglien- 
zelle, eine Sehnervenfaser hat nur Gültigkeit für diejenige 
Netzhautstelle, die als Bezirk des schärfsten Sehens, als Fixier- 
punkt, bei höheren Tieren am hinteren Augenpol oder in dessen 
Nähe liegt, für die Macula. Hier nimmt das Zapfenmosaik 
das Bildchen punktförmig auf und leitet jeden Punkt isoliert 
zum Gehirn. In den übrigen Netzhautbezirken leiten mehrere 
Sehzellen zu einer Bipolaren, mehrere Bipolare zu einer 
Ganglienzelle, oder: das dritte Neuron leitet den Reiz von x 
Neuronen zweiter X y Neuronen dritter Ordnung. 

Den geschilderten Reiztransport bezeichnet man als direkte 
Querleitung der Retina. 

Die Retina besitzt aber als echter Hirnabköramling auch 
Horizontalleitungen oder Associationen, und wie wir ein Gehirn 
für melir oder weniger entwickelt erachten, je nachdem seine 
, Associationen mehr oder weniger zahlreich sind, so halten wir 
den Aufbau derjenigen Netzhaut für den vollkommensten, 
welcher neben einem Maximum von Querleitungen die meisten 
Horizontalleitungen aufweist. Ihr Wert muß steigen, je weiter 
sie nach innen in der Retina liegen. Wir kennen drei solcher 
Associationen. 

1. Die Association einer Gruppe a von Stäbchen und 
Zapfen mit einer Gruppe b derselben vermitteln die horizontalen 
Zellen, bei allen Vertebraten vorhanden, am zahlreichsten bei 
den Säugern. 

2. Mehr nach der Retinamitte zu liegen als tiefste ein- 
zellige Schicht der inneren Körnerschicht Nervenzellen — Ama- 
krinen — , die unter sich verbunden werden durch ähnliche 
Zellen — Associationsamakrinen. Die Amakrineu stehen in Kontakt 
mit einem aufgefaserten Zellfortsatz einer im primären optischen 



— 199 — 

Ganglion liegenden Gauglieuzelle, die diesen Fortsatz durch den 
Sehnerven zentrifugal nach der Retina schickt und dadurch 
einen Reflexriug schließt: Ganglienzelle im Höhleugrau — 
zentrifugale Sehnervenfaser — Associationsamakrine — Schicht- 
amakriue — Netzhautganglienzelle — zentripetale Seimerven- 
faser — Höhlengrau. Das Vogelauge zeichnet sich durch die 
Häufigkeit dieser Bahnen aus. 

3. Eine dritte Art von Netzhautassociationen bilden die 
direkten Strangverbindungen der Ganglienzellen. 

Die perzeptorischen Zellen, Stäbchen und Zapfen, variieren 
in ihrer Form bei den einzelnen Individuen je nach dem Ort 
in der Netzhnut wie unter den Einzelwesen beträchtlich. Nach 
der Theorie Schultze-v. Kries gehören die Stäbchen der 
Retina einem Dunkelapparat an, der sehr lichtempfindlich, 
aber farbenblind ist, die Zapfen einem Hellapparat, der nicht 
sehr lichtempfindlich ist, aber gute Sehschärfe und Farben- 
sinn besitzt. 

Die Stäbchen aller Wirbeltiere beherbergen in ihren Außen- 
gliedern den Sehpurpur, einen Farbstoff, der als Adaptionsstoff 
für Licht, als Sensibilisator gedeutet wird. Besonders schön ist 
er bei den Nachttieren zu erkennen, bei den Fischen hat er 
einen Stich ins Violette. Der Frosch hat neben roten auch 
grasgrüne Stäbchen. Nur eine Fledermaus und einige Tagvögel 
entbehren den Sehpurpur. Belichtung bleicht das Sehrot aus, 
Dunkelheit läßt es wieder entstehen, eine Beobachtung, welche 
man am lebenden Auge machen kann. Der Alligator beispiels- 
weise hat hinter der gefäßlosen Retina im oberen Teil des 
Augenhintergrundes eine durch Einlagerung von Guauin kalk- 
weiße Membran, welche das Sehrot deutlich hervortreten läßt. 
Leuchtet man längere Zeit mit dem Augenspiegel in das Auge 
hinein, so bleicht unter den Augen des Beobachters die be- 
lichtete Stelle aus. Eine Stunde Aufenthalt im Dunkeln genügt 
zur Wiederherstellung des Purpurs. 

Die Zapfen stellen histogenetisch höher entwickelte Stäbchen 
dar, welche der Farbenperzeption und dem scharfen Formen- 
sehen dienen und dementsprechend nuV bei Tagetiereu anzu- 
treffen sind. Rochen und Haie entbehren sie ebenfalls und 
einige Nachttiere haben sie in verkümmertem Zustand. Selbst 
unter den Reptilien, dere^i Netzhaut fast nur Zapfen besitzt, 



— 200 — 

haben die nachtlebendeu Geckoueu, Krokodile und Schlangen 
zahlreiche Stäbchen. 

Bei den Vögeln, Reptilien nnd bei einzelnen Amphibien 
liegen im Innenglied des Zapfens farbige Kugeln, durch welche 
die Lichtreize passieren miisseu. Man nennt sie wegen der 
Osmiumreaktion Ölkugeln und hat ihre physiologischen Funktionen 
noch nicht ergründet. Am zahlreichsten sind die roten Kugeln 
in dem hinteren oberen Netzhautquadrauten, im „roten Feld" ; 
alle Übergänge bis zum hellen Gelb sind vorhanden, auch grüne 
und ab und zu blaue. Auch feinkörniges rotes und diffuses 
grünes und gelbes Pigment ist in den Vögel- und Keptilien- 
zapfen vielfach anzutreffen. 

Die Anzahl aller Stäbchen in der Retina des Menschen 
wird auf 130 Millionen, die der Zapfen auf 7 Millionen ange- 
geben. Wir haben erwähnt, daß nur an der Stelle des schärfsten 
Sehens das Ideal einer Retinaquerleitung, ein Zapfen, eine 
bipolare und eine Ganglienzelle erreicht ist. Nach der Peri- 
pherie zu wird die Domäne einer Ganglienzelle im Bipolaren- 
und die der Bipolaren im Sehzellengebiet immer größer. Im 
Fixierpunkt trifft ein Zapfen auf eine Gauglienzelle, in der 
Peripherie der menschlichen Retina treffen 130 Sehzellen auf 
eine Ganglienzelle; die Verhältniszahl variiert in der Tierreihe 
außerordentlich, so beträgt sie beim Tiger 2700:1, beim 
Hyperoodon, einem bis zu 1000 Meter tief tauchenden Zahn- 
wal, 1:7200. 

In den allermeisten Wirbeltieraugen finden sich Netzhaut- 
stellen, welche durch die hohe Entwickelung ihrer Querleitung 
als areae centrales bezeichnet werden; sie sind bestimmt, die 
Bilder der Außenwelt mosaikartig aufzunehmen und dem Gehirn 
zuzuschicken; die übrige Netzhautpartie bezeichnet man als 
motorezeptorisches Organ : die area centralis sieht die Form, 
die Peripherie sieht die Bewegung. Die Gestalt der area cen- 
tralis ist bei den meisten Tieren rund, oft grubenförmig vertieft, 
häufig streifenförmig. Die Vögel sind die einzigen Tiere, welche 
in einer und derselben Retina mehrere Areae haben, und zwar 
kommen vor: zwei runde, eine runde und eine streifenförmige 
und zwei runde und eine streifenförmige. Es ist wohl möglich, 
daß eine area dem einäugigen, und zwei korrespondierende areae 
im rechten und linken Auge zum zweiäugigen, stereoskopischen 



— 201 — 

Sehen dienen, und daß die horizontal verlaufende, streifenförmige 
area das im Flug vorbeiziehende Panorama im ganzen Gesichts- 
feld scharf erkennen läßt. 

Dem stumpferen motorezeptorischen Teil der Netzhaut 
kommen noch einige außerhalb der Netzhaut liegende Einrich- 
tungen zu Hilfe. Bei vielen Tieren ist die Linse unregelmäßig 
brechend im Sinne einer in der Mitte verdickten Scheibe, einer 
Butzenscheibe, wie Berlin sich ausdrückt. Dieser Linsen- 
astigmatismus vermindert die Bildschärfe, steigert aber durch 
die uuproportionale Verschiebung des Bildes die Perzeption der 
Bewegung; dabei wächst nicht nur der Bildweg auf der Netz- 
haut, sondern auch die Bildgeschwindigkeit. Da die Bahnlänge 
um das 1,57 fache gesteigert wird, kann in einem Auge mit 
„ablenkendem Linsenastigmatismus" ein sich bewegender Gegen- 
stand noch eine Empfindung auslösen, welcher in einem idealen 
Auge wegen der Kleinheit der Bewegung, die unter der Em- 
pflndungsschwelle liegt, nicht mehr in Bewegung gesehen würde. 

Sonach ist die Netzhautperipherie ein Signalapparat, der 
das Tier veranlaßt, durch eine Augen- oder Kopfbewegung das 
vage empfundene Bewegungsbild der area zuzuführen, wo es 
scharf erfaßt werden kann. 

Der Sinneseindruck wird durch den Sehnerv dem Gehirn 
übermittelt. Die beiden Sehnerven kreuzen sich, bei den 
Myxinoiden, Dipnoern und einigen Petromyzonten in der Hirn- 
substanz, bei den übrigen Vertebraten an der Hirnbasis. Bei 
den Teleostiern liegen die Stämme einfach übereinander, beim 
Hering tritt der eine Nerv durch einen Schlitz des andern und 
in der Eeihe der Wirbeltiere aufwärts wird die Verflechtung 
immer komplizierter. Bei den Nagetieren ist die Kreuzung 
wahrscheinlich noch eine vollständige, alle übrigen Säuger haben 
neben den gekreuzten auch ungekreuzte Fasern, die bei den 
Affen und dem Menschen mehr wie ein Drittel der gekreuzten 
ausmachen. 

70*^/o aller Seimervenfasern enden bei den letzteren im 
äußeren Kniehöcker, zu gleichen Teilen aus rechtsseitigen und 
linksseitigen gemischt. Der Rest verteilt sich auf das vordere 
Vierhügelpaar und den Sehhügel. Des Anschlusses dieser 
primären optischen Zentren an die Sehsphäre im Hinterhaupts- 
lappen (von den Reptilien aufwärts) wurde bereits gedacht. 



— 202 — 

Trotz der Gedrängtheit meiner Darstellungen ersehen Sie, 
welch wunderbar kompliziertes Organ in zahllosen Struktur- 
formen aus der einfachen Lichtsinneszelle sich entwickelt und 
sich den allerverschiedensten Einflüssen angepaßt hat, so daß 
es, wie ich zu Beginn meiner Ausführungen hervorhob, dem 
jeweiligen Individuum ein vollendetes Werkzeug hat werden 
können. 

Bei der Erforschung dieses Werkzeuges mit seinen Millionen 
der feinsten Elemente, bei der ahnenden Erkenntnis, daß in 
der Vs mm dicken Sehmembran ungezählte Rätsel ungelöst ver- 
borgen sind, drängt sich uns der sokratische Gedanke auf: 

„Je reicher unsere Erfahrung wird, desto klarer kommt 
es uns zum Bewußtsein, wie lückenhaft unser Wissen ist." 



— 203 — 



Verzeichnis der demonstrierteu Tafeln. 

1. Schematisches Wirbeltierauge. 
2 Schematische Entwickelung 

a. des Gastropodenauges 

b. , Cephalopodenauges 

c. ri Wirbeltiers. (Nach Carriere.) 

3. Längsschnitt durch das Auge von Tritonium nodiferiim. (Nach Carriere.) 

4. Ascidienembryo. (Nach v. Kupffer.) 

5. Gehirn von Sphenodon punctatus. (Nach Wiedersheim.) 

6. Parietalauge von Sphenodon punctatus. (Nach Baldwin Spencer.) 

7. Vergleichender Durchschnitt durch das Auge des Menschen und des 

Hyperoodon rostrattis. (Nach Pütters.) 

8. Auge von Strix bubo. (Nach Soemmerring.) 

9. Fischauge, vorn geöffnet. (Nach Th. Beer.) 

10. Schlangenauge 

a. in Ruhe 

b. akkommodierend. (Nach Th. Beer.) 

11. Kopf der Ceylonbaumschlange. (Nach Th. Beer.) 

12. Schema der Netzhaut mit den Quer- und Horizontalleitungen. 

13. Längsschnitt durch das Auge von Dissoma (Jugendzustand). (Nach 

A. Brauer.) 

14. Längsschnitt durch das Auge von Dissoma (Erwachsenes Tier). (Nach 

A. Brauer.) 

15. Stäbchen und Zapfen beim Menschen, Frosch, Schwein, Barsch, Sperling, 

Ratte. (Nach Greeff.) 

16. Rotes Feld des Hahns. (Nach Waelchli.) 

17. Unbelichteter und belichteter Augenhintergrund des Alligators. (Nach 

Abelsdorff.) 

18. Area centralis des Pferdes, der Seeschwalbe und der Landschwalbe. 



— 205 — 



Inhal t. 



I. Teil: Geschaftliche Mitteiliingeu. 

Seite 
Jahresfeier der Senckenbergisehen Naturforschenden Gesellschaft 

am 17. Mai 1ÜÜ3 . 5* 

Jahresbericht, erstattet von Dr . E. R o e d i g e r, II. Direktor 9* 
Auszug aus dem Bericht über die ordentliche üeneralver- 

samralung vom 21. Februar 1903 25* 

Verteilung der Ämter im Jahre 1903 31* 

Verzeichnis der Mitglieder: 

I. Stifter 33* 

II. Ewige Mitglieder 34* 

III. Beitragende Mitglieder 36* 

IV. u. V. Außerordentliche und Korrespondierende Ehrenmit- 
glieder i'd* 

VI. Korrespondierende Mitglieder 43* 

Rechte der Mitglieder 49* 

Auszug aus der Bibliothek-Ordnung 50* 

Bilanz per 31. Dezember 1902 . 52* 

Übersicht der Einnahmen und Ausgaben 53* 

Museums-Bericht: 

I. Zoologische Sammlung 54* 

II. Botanische Sammlung 78* 

III. Mineralogische Sammlung 80* 

IV. Geologisch-paläontologische Sammlung 82* 

Bibliotheks-Bericht 102* 

Medaillen - Sammlung 127* 

Sonstige Geschenke 127* 

Protokolle der wissenschaftlichen Sitzungen: 

Prof. Dr. M. Möbius : Über schmarotzende Blütenpflanzen . . 129* 

Prof. Dr. L. Edinger: Das Gehirn der Vögel 130* 

Oberlehrer Dr. M, Levy : Über die Reizbewegungen der Pflanzen 131* 
Dr. A. Knoblauch : Zum 100. Geburtstag von Gustav Adolf 

Spieß 133* 

Dr. F. Blum : Intraglanduläre Entgiftung oder innere Sekretion? 135* 
Ausstellung der wichtigsten Neuerwerbungen der botanischen 

und zoologischen Sammlung, erläutert durch die Sektionäre 136* 



— 206 — 

Seite 
Geh. Rat Prof. Dr. J. W. Spengel: Schwimmblase, Lunge 

und Kiemen 143* 

Dr. F. 8 chaeffer- Stuckert: Die heutigen Anschauungen 

über die Entstehung der Zahncaries 144* 

Dr. 0. Kohnstamm: Intelligenz und Anpassung 147* 

Dr. F. Römer: Zoologische Sammelreise nach dem Adriatischen 

Meere 148* 

Erteilung des Tiedemann-Preises 152* 

Ausstellung der v. Moellendorf fschen Konchyliensamm- 

lung und der Mannschen Schmetterlingssammlung 155* 

Isaak Blum f. (Mit Porträt). Von Prof. Dr. H. Reichenbach . . 160* 

Fritz Stiebel t- Von San.-Rat Dr. S. Zimmern 165* 

Paul Wirsing f. Von Dr. E. Blumenthal 167* 

Julius Ziegler f. Von Dr. W. Kobelt 171* 

II. Teil: Wissenschaftliche Ahhaudinngen. 

1) Die Originale der paläontologischen Sammlung im Senckenbergischen 

Museum und die auf dieselben bezügliche Literatur. Von Prof. 

Dr. F. Kinkelin 3 

2) Brooksella rhenana n. sp. Das erste Medusenfossil aus dem Devon. 

Von Prof. Dr. F. Kinkelin. (Mit Tafel I) 89 

3) Beiträge zur Kenntnis der Hymenopteren-Fauna der Aveiteren Um- 

gegend von Frankfurt a. M. Von Prof. Dr. L. von Hey den, 
Königl, Preuß. Major a. D 97 

4) Beiträge zur Kenntnis der Fauna der Umgegend von Frankfurt a. M. 

Über das Vorkommen des Feuersalamanders, Salamandra macu- 
losa Laur., im Frankfurter Stadtwalde. Von Dr. A. Knoblauch 113 

5) Geschichte und Beschreibung des botanischen Gartens in Frank- 

furt a. M. Von Prof. Dr. M. Möbius. (Mit Tafel II und III 

und mit 2 Textfiguren) 117 

6) Über Porphyroidschiefer und verwandte Gesteine des Hinter-Taunus. 

Von Prof. Dr. H. Bucking. (Mit Tafel IV— VI.) 155 

7) Über den wissenschaftlichen Wert der Schnecken- und Muschelschalen. 

Vortrag, gehalten am 21. März 1903 aus Anlass der Ausstellung 
der V. Moellendorffschen Konchyliensammlung von Prof. Dr. 
0. Boettger 177 

8) Die Sehorgane der Wirbeltiere. Vortrag, gehalten beim Jahresfeste 

am 17. Mai 1903 von Dr. 0. Schnaudigel 187 



Das Verzeichnis der Vorträge, Vorlesungen und praktischen Kurse von 

Oktober 1903 bis September 1904 ist vor geh eft et. 



Druck Ton Gebrüder Knanor lo Frankfurt a. M, 



,r.lr,„WHOI. Library - Se.a.s 





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